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medica #3

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KRAFTVOLLE SINNLICHKEIT :

Zurück zu mir: Die (Wieder-) Entdeckung der eigenen Sexualität.

UN ZERTRENNLICH:

Psychosomatik: Warum der Körper fühlt, wenn die Seele denkt.

Die Frau im WECHSEL

Menopause: Aufbruch in eine selbstbewusste neue Lebensphase.

Gute Seiten

Man braucht nichts im Leben fürchten, man muss nur alles verstehen“, soll Marie Curie gesagt haben. Weil die Physikerin und Chemikerin, die das Wort „radioaktiv“ geprägt hat und 1903 als erste Frau mit dem Nobelpreis geehrt wurde, ein derart furchtloses und von Wissbegierigkeit geprägtes Leben geführt hat, muss nicht wirklich daran gezweifelt werden, dass das ihre Worte waren.

Nichts im Leben zu fürchten, ist ein wunderbares Motto für dasselbe. Doch alles zu verstehen, alles etwa, was in und mit einem Frauenkörper so passiert, ist – sorry Madame Curie – ganz und gar unmöglich. Möglich ist es jedoch, Fragen zu stellen, aufmerksam und achtsam sich selbst gegenüber zu sein, nichts einfach so hinzunehmen – und Antworten zu suchen und zu finden. Das können Sie, liebe Leserinnen und Hörerinnen, in dieser, der dritten Ausgabe des Podcastmagazins medica und der dritten medica-Podcaststaffel, in denen möglicherweise auch Fragen zur Frauengesundheit beantworten werden, die Sie sich noch gar nicht gestellt haben.

In dieser Ausgabe erkunden wir wieder unterstützt von ganz wunderbaren Gesprächspartner*innen zahlreiche Gesundheitsthemen, die ein Frauenleben begleiten und durchaus auch unangenehm überraschen können. Der rote Faden, der sich von Gleichstellungsfragen über die Wechseljahre, das Frauenherz, das Lymphödem, Essstörungen, Arthrose, Cholesterin, Brustverkleinerung oder Sexualität hin zu Psychosomatik, Phytotherapie, Yoga, Ernährung oder Musiktherapie bei Frühchen zieht, ist eben, dass dies Themen sind, die Frauen bewegen. Eine

bewegende Botschaft, die über allem mitschwingt und sich ganz unbeabsichtigt herauskristallisiert hat, ist die Selbstwirksamkeit. Probleme – vor allem Gesundheitsprobleme – aus eigener Kraft erfolgreich zu meistern, aktiv an der eigenen Lebensqualität zu arbeiten und damit einen großen Schritt heraus aus einer Ohnmacht zu setzen, die schmerzhaft lähmen kann, ist eine Stärke, wie sie positiver eigentlich nicht sein kann.

Ja, es warten richtig gute Seiten auf Sie, und mit den Worten Astrid Lindgrens, „Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar“, wünsche ich Ihnen …

… viel Spaß beim Lesen und Hören! Alexandra Keller, Chefredakteurin

Wie Sie vom QR-Code zum Podcast kommen:

1. Öffnen Sie die Kamera-App auf Ihrem Smartphone.

2. Halten Sie die Kamera über den QR-Code, bis ein Hinweis/Link erscheint.

3. Tippen Sie auf den Link, der eingeblendet wird, und schon sind Sie beim Podcast.

sicherversorgt.at/apoapp

Wir wissen, wer’s weiß.

„GLEICHSTELLUNG BRAUCHT EINE VERÄNDERUNG IM DENKEN.“

Gleichstellung: viel Luft nach oben

Alexandra Weiss Politikwissenschaftlerin, Gender- und Gleichstellungsexpertin

„DIE WECHSELJAHRE SIND KEIN MAKEL.“

Menopause: die große Achterbahnfahrt

Bettina Toth Direktorin der Innsbrucker Universitätsklinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin

„TMAO IST DIE WIRKLICH BÖSE SUBSTANZ.“

Cholesterin neu denken

Peter Gartner Facharzt für Allgemeinmedizin mit Zusatzdiplomen unter anderem in der F.-X.-MayrMedizin, Chefarzt im Park Igls Medical Resort

„EIN

HÄUFIGES THERAPIEZIEL IST GEFÜHLE FÜHLEN.“

Essstörungen erkennen und behandeln

Joanna Mikowitsch klinische Psychologin in Thaur mit Spezialisierung auf die Behandlung von Essstörungen

„SCHAUEN, OB EIN MANGEL BESTEHT.“

Knifflige Hormonprozesse

Sabine Kofler Zöhrer Fachärztin für Allgemein- und Familienmedizin in Innsbruck und am Landeskrankhaus Hall

„FRAUENHERZEN SCHLAGEN FÜR ANDERE.“

Herzgesundheit ist auch Frauensache

Angelika Bader Allgemein- und Gendermedizinerin im Frauengesundheitszentrum der Universitätskliniken Innsbruck

„SEXUALITÄT IST EIN PRODUKT UNSERER LERNERFAHRUNG.“

Die (neue) Lust auf Sinnlichkeit

Elisabeth Eiter Gesundheitspraktikerin für Sexualkultur im Pitztal und in Telfs

„PFLANZLICHE ARZNEIMITTEL WIRKEN NACHWEISLICH.“

Phytotherapie definiert uraltes Wissen neu

Kyra Lang diplomierte Phytotherapeutin, Apothekerin in der Engelapotheke in Telfs

In Kooperation mit der

„WIR MÜSSEN DEN GANZEN MENSCHEN SEHEN.“

Psychosomatische Medizin ist Beziehungsmedizin

Barbara Sperner-Unterweger Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin

„YOGA BEGLEITET DURCHS LEBEN.“

Yoga als Anleitung zur Selbstregulation

Kathrin Bielowski Yogalehrerin in Innsbruck mit Ausbildung zur SATYALehrerin

„EIN PERFEKTES NETZWERK.“

Die Geheimnisse des Lymphsystems

Sandra Huber Gefäßchirurgin und Venenspezialistin in der Privatklinik Kettenbrücke

Christina Schwemberger erzählt ihre LymphödemGeschichte

„KOCHEN IST EINE SUPERPOWER.“

Essen als Begleiter durch die Zyklusphasen

Viktoria Fahringer Haubenköchin, Unternehmerin und kulinarische Wissensvermittlerin

„GROSSE BRÜSTE KÖNNEN ZUR LAST WERDEN.“

Die Brustverkleinerung als Heilbehandlung

Dolores Wolfram-Raunicher Professorin für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Privatordination in Fritzens, Leiterin des „Team Brust“ an der Uniklinik Innsbruck

„DIE STIMME DER MAMA IST SEHR WICHTIG.“

Musiktherapie bei Frühchen

Margret Seebacher Musiklehrerin, Musiktherapeutin an der Neonatologischen Intensivstation der Uniklinik Innsbruck

ERZÄHLEN! Seite 66

„ARTHROSE IST KEIN SCHICKSAL.“

Auswege aus dem Schmerzkreislauf

Ralf Rosenberger Orthopäde und Unfallchirurg bei Ortho Unfall Tirol

Barbara Egger-Spiess erzählt ihre ArthroseGeschichte

Viel Luft nach oben

Dass Armut krank macht und prekäre finanzielle Situationen sich ganz unmittelbar auf die Gesundheit auswirken, ist kein Geheimnis. Bekannt ist auch, dass Frauen von dieser strukturellen Negativspirale besonders betroffen sind. Die aktuelle gesellschaftspolitische Gemengelage, die zu Gender Pay Gap, Gender Pension Gap und Gender Health Gap führt, hat eine Geschichte. Die Geschichte der Gleichstellung von Mann und Frau ist holprig und die Entwicklungen sind ernüchternd. Politikwissenschaftlerin Alexandra Weiss analysiert sie messerscharf und sagt: „Gleichstellungspolitische Fragen werden in Krisenzeiten oft als Luxusgut betrachtet.“

Ein angemessener Aufschrei ist ausgeblieben. Und das ist schon erstaunlich. Im Mai 2025 wurde der Tiroler Gleichstellungsbericht 2024 veröffentlicht. Im Vergleich zum Jahr 2016 konnten darin nur arg wenige, für Frauen positive Entwicklungen festgehalten werden, sodass die Tiroler Frauenlandesrätin Eva Pawlata (SPÖ) sagen musste:

„Der aktuelle Gleichstellungsbericht zeigt, dass wir vom Ziel einer gleichen politischen, sozialen und ökonomischen Teilhabe von Männern und Frauen noch weit entfernt sind, es jedoch auch positive Entwicklungen gibt.“ Die positiven Entwicklungen, welche die Frauenlandesrätin da angesprochen hat, beziehen sich beispielsweise auf das höhere Bildungsniveau der Frauen, das sich etwa darin zeigt, dass 48 Prozent der Frauen einen

Politikwissenschaftlerin Alexandra Weiss ist Gender- und Gleichstellungsexpertin und hat gemeinsam mit Andrea Leitner und Julia Radlherr (Institut für Höhere Studien) den Tiroler Gleichstellungsbericht 2024 erarbeitet.

DER GESUNDHEITSZUSTAND

ZU VIELER FRAUEN MUSS

EIN

GROSSES

STÜCK WEIT VERSCHRÄNKT MIT DER GLEICHSTELLUNG BEWERTET WERDEN. UND UM BEIDES STEHT ES NICHT GUT.

Maturaabschluss und 28 Prozent einen Universitätsabschluss haben. Die Schattenseite dieses Aufholtrends ist, dass Frauen ihre Bildungsabschlüsse nicht in entsprechende Karrieren oder Löhne umsetzen können und auch die geringer gewordenen Einkommensunterschiede ihre finanziellen Biografien nicht auffallend verbessern.

Auf die im Bericht wissenschaftlich untermauerten und dadurch schonungslosen Tatsachen, dass die Tirolerinnen nach wie vor das soziale Risiko von Familiengründung tragen, mehr als doppelt so viel Zeit für Sorgearbeit in Haushalt und Familie auf-

„Gleichstellungspolitische Fragen werden in Krisenzeiten oft als Luxusgut betrachtet, obwohl das essenziell für das Leben von Frauen ist, also für die Hälfte der Bevölkerung.“
Alexandra Weiss

wenden als Männer und dafür auch noch den hohen Preis mit niedrigeren Einkommen zahlen, wurde im Zuge der Veröffentlichung kaum oder lediglich mit einem fast lässig wirkenden Achselzucken reagiert. Und das, obwohl so viel Ungerechtigkeit in der Ungleichheit steckt. Auf der Suche nach dem Hintergrund für diese sonderbare und im 21. Jahrhundert auch unangemessene Stille findet sich in der Einleitung des Gleichstellungberichtes 2024 eine mögliche Spur. Sie führt erst einmal zurück in die Coronapandemie-Jahre: „National wie auch international kam es zu einer Retraditionalisierung der Arbeitsteilung zwischen Frauen und Männern im Care-Bereich und zur Erhöhung des Armutsrisikos von Frauen durch die Teuerungswellen.“

In Frauenleben prägenden Bereichen wie der Gleichstellung oder der Geschlechterund Chancengerechtigkeit scheint in den Coronajahren ein wuchtiger Rückschritt passiert zu sein. „Was uns das gezeigt hat,

ist, dass für viele Gleichstellungspolitik eigentlich etwas zum Drüberstreuen ist. Das ist nicht sehr tief verankert – weder im Bewusstsein noch in den Institutionen“, sagt Alexandra Weiss. Die österreichweit renommierte Politikwissenschaftlerin ist Gender- und Gleichstellungsexpertin. Sie hat den Tiroler Gleichstellungsbericht 2024 gemeinsam mit Andrea Leitner und Julia Radlherr (Institut für Höhere Studien) erarbeitet und stellt schwer Ernüchterndes fest: „Gleichstellungspolitische Fragen werden in Krisenzeiten oft als Luxusgut betrachtet, obwohl das essenziell für das Leben von Frauen ist, also für die Hälfte der Bevölkerung.“ In Zeiten so zahlreicher Krisen ist diese Analyse kein Grund für Heiterkeit.

Im medica-Podcast – der QR-Code macht’s möglich, mitzuhören – analysiert Alexandra Weiss auf Basis des Tiroler Gleichstellungsberichtes 2024 die aktuelle Lage der Frauen im Land und stellt beispielsweise zur Tatsache, dass bestens oder besser ausgebildete

EINKOMMENSUNTERSCHIEDE

Einkommensunterschiede von Frauen und Männern nach unterschiedlichen Einkommenskategorien

Bruttomonatseinkommen

Nettomonatseinkommen

Bruttostundenlöhne Gender Pay Gap

Quelle: Statistik Austria / Lohnsteuerstatistik und abgestimmte Erwerbsstatistik, Berechnungen

Frauen nach wie vor weniger Chancen haben, die gut bezahlten Jobs zu bekommen, fest: „Das hat etwas mit patriarchalen Strukturen und Denkweisen zu tun.“

Das leise „eh klar“, das diese Feststellung zu leicht über die Lippen kommen lässt, ist heimtückisch, verleitet es doch dazu, dreiste und für Frauen schmerzhafte Auswüchse der Ungleichstellung lediglich wahrzunehmen. Die Bestätigung aber, dass Frauen 106 Jahre nachdem der allgemeine Gleichheitsgrundsatz in der Österreichischen Verfassung auch das Geschlecht umfasst, weit entfernt von ebendieser Gleichstellung sind, sie sich sogar noch weiter entfernen, ist dramatisch. Das zeigt sich auch in den Zahlen. „Nur ein Drittel aller erwerbstätigen Frauen ist das gesamte Jahr über vollzeitbeschäftigt“, heißt es etwa im Gleichstellungsbericht, der vom Land Tirol beauftragt wurde. „Zwar ist die ganzjährige Beschäftigung in Tirol im Vergleich zum Jahr 2012 angestiegen (durch Rückgang von Saisontätigkeiten), die ganzjährige Vollbeschäftigung ist jedoch leicht gesunken.“ Und damit ist die Chance, im Alter arm zu sein, gestiegen.

Gender Pay Gap, Gender Pension Gap und Gender Health Gap sind ein unseliges Trio, das die Frauen begleitet. „Frauen sind aufgrund des höheren Armutsrisikos von Alleinlebenden und Alleinerziehenden stärker von Armut betroffen“, streichen die Autorinnen des Gleichstellungsberichtes im Zusammenhang damit heraus, dass 15 Prozent der Tiroler Bevölkerung als armutsgefährdet gelten und das Armutsrisiko für Frauen in Tirol bei 16 Prozent liegt. Durch die zunehmende Singularisierung beziehungsweise den wachsenden Anteil Alleinlebender steigt das Armutsrisiko für Frauen, weil ihre Einkommen und Pensionen geringer sind. Armut und Gesundheit stehen in einem schmerz-

VEREINBARKEIT VON BERUF UND FAMILIE

Gesamtarbeitszeit von Frauen und Männern (2021/22)

Gesamte Arbeitszeit

Unbezahlte Arbeit

Bezahlte Arbeit

haften Zusammenhang. Im Oktober 2025 hat die Caritas Österreich die neuesten Zahlen der Statistik Austria auch dazu in der Studie „Armut ist in Österreich Realität“ ausgewertet und festgehalten: „Während nur 7 Prozent der Gesamtbevölkerung in schlechtem bzw. sehr schlechtem Gesundheitszustand sind, trifft das bei Menschen in absoluter Armut auf rund ein Drittel (34 Prozent) zu. Sie sind außerdem fast doppelt so oft chronisch krank und um ein Vielfaches häufiger stark durch Behinderungen beeinträchtigt.“ Der Gesundheitszustand zu vieler Frauen muss ein großes Stück weit verschränkt mit der Gleichstellung bewertet werden. Und um beides steht es nicht gut.

Im medica-Podcast blickt Alexandra Weiss zurück in die 1990er-Jahre, in denen die Politik der sozialdemokratischen Parteien neoliberal, die Frauenpolitik aufs Abstellgleis gestellt und Begriffe wie Gleichheit oder Solidarität immer mehr durch einen abstrusen Freiheitsbegriff ersetzt wurden. „Das ist ziemlich dramatisch für uns, weil dann eben jede ihres Glückes Schmiedin ist und die, die es nicht schafft, ist dann selber schuld“, sagt die Politikwissenschaftlerin.

Alexandra Weiss ist 1971 auf die Welt gekommen und mit zahlreichen Errungenschaften dieser Zeit groß geworden. „Die Heldinnen meiner Kindheit und Jugend waren Bruno Kreisky und Johanna Dohnal“, erzählt sie. Die Reformpolitik des Ersten hat ihren Bildungsweg, die Frauenpolitik der Zweiten ihre wissenschaftliche Karriere stark beeinflusst. Die Kindheitsjahre der Politikwissenschaftlerin waren von der zweiten Welle der Frauenrechtsbewegung ge-

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prägt. Nur um ein Gefühl für diese Bewegung und diese Zeit zu bekommen: 1979 wurde das Verbot der Einkommensdiskriminierung gesetzlich verankert und damit das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Erst seit der großen Familienrechtsreform des Jahres 1976 müssen Ehefrauen nicht mehr die Zustimmung ihrer Ehemänner einholen, um erwerbstätig zu sein. Ebenso im Jahr 1975 trat die sogenannte Fristenregelung – also die Straffreiheit von Schwangerschaftsabbrüchen in den ersten drei Monaten – in Kraft. Dieses Thema zeigt recht anschaulich, wie zäh und zögerlich mit Frauenrechten umgegangen wird beziehungsweise werden darf.

Im Zusammenhang mit dem fundamentalen Recht der Frauen auf Selbstbestimmung über ihre Körper und ihren reproduktiven Rechten, die den Schwangerschaftsabbruch miteinschließen, ist das letzte halbe Jahrhundert mehr oder weniger spurlos an Tirol vorübergegangen. Denn den Frauen wurde schlicht kein entsprechendes Angebot zur Verfügung gestellt. Erst 2022 war die Debatte zum Thema neu entflammt und der amtierende Bischof äußerte sich auch in den Medien klar gegen Schwangerschaftsabbrüche an öffentlichen Krankenhäusern. „Der Bischof hat sein ganzes politisches Gewicht in die Waagschale geworfen, um das zu verhindern. Das Tragische ist, dass er erfolgreich damit war“, sagt Alexandra Weiss. „Wie kann man eine Institution wie die katholische Kirche nach wie vor über Frauenkörper entscheiden lassen? Eigentlich hat sie da wirklich schon genug Schuld auf sich geladen. Und letztlich geht es um eine Versachlichung der Debatte.“

Gleichstellung.

Im medica-Podcast mit Alexandra Weiss wird nicht nur der Tiroler Gleichstellungsbericht 2024 durchleuchtet, sondern ein starkes Schlaglicht auch auf die gesellschaftspolitische Geschichte im Hintergrund geworfen. Die vielfach ausgezeichnete Politikwissenschaftlerin ist Gender- und Gleichstellungsexpertin, Autorin und Herausgeberin zahlreicher Bücher und arbeitet als freie Wissenschafterin und Lektorin an diversen Universitäten, Fachhochschulen und im Bereich der Erwachsenenbildung. „Ich bin eine Zeitzeugin der Entwicklung der feministischen Politikwissenschaft der 1990er Jahre. Das war sehr inspirierend“, sagt sie. Weitere Infos unter www.a-weiss.net .

Zum Podcast
Männer Frauen

IN FRAUENLEBEN PRÄGENDEN BEREICHEN WIE DER

GLEICHSTELLUNG ODER DER GESCHLECHTER- UND CHANCENGERECHTIGKEIT SCHEINT IN DEN CORONAJAHREN EIN WUCHTIGER RÜCKSCHRITT PASSIERT ZU

SEIN.

Dieser Versachlichung der Debatte rückte das Land Tirol Anfang Mai 2026 ein Stück näher, als von den Landesrätinnen Cornelia Hagele (ÖVP) und Eva Pawlata (SPÖ) überraschend mitgeteilt wurde, dass die tirol kliniken künftig Schwangerschaftsabbrüche durchführen werden. Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele betonte in dem Zusammenhang: „Es geht hier nicht um eine weltanschauliche Debatte, sondern um die Verantwortung der

öffentlichen Hand, die notwendigen Beratungen, ein gesetzlich zulässiges medizinisches Angebot und eine qualitätsvolle Nachsorge verlässlich sicherzustellen.“

Im medica-Podcast skizziert Alexandra Weiss auch die Geschichte der Männlichkeit als Bauprinzip der Gesellschaft, das sich so hartnäckig in das Gedächtnis gebrannt hat. „Damit das hinweggefegt werden kann,

braucht es einerseits rechtliche Absicherungen, Gleichstellungspolitik und Gesetze. Aber es braucht gleichzeitig natürlich eine Veränderung der Denkweise und das ist was ganz Schwieriges“, sagt sie.

Die Ergebnisse des Gleichstellungsberichtes 2024 machen deutlich, welche konkreten Auswirkungen die Hartnäckigkeit des männlichen Bauprinzips auf die Tiroler Frauenleben hat, die mit dem Erstarken der rechtspopulistischen Parteien noch mehr unter Druck zu geraten drohen. „Natürlich fürchtet man sich ein bisschen vor dem, was da vor der Tür steht. Aber es ist nicht ausgemacht, wo die Entwicklung hingeht“, sagt Alexandra Weiss, „wenn ich dem Nichts entgegenhalte – also mehr als nur Presseaussendungen –, dann wird das nichts. Ich glaube aber schon, dass es politische Mittel gibt, um diese Entwicklung zu drehen. Die Frage ist, ob sie sich durchsetzen können.“

In erster Linie sieht die Politikwissenschaftlerin im massiven Ausbau der institutionellen Kinderbetreuungseinrichtungen und der damit verbundenen echten Erwerbsfreiheit der Frauen einen starken Hebel, um die Situation der Frauen zu verbessern. „Da sind wir wirklich immer noch sehr weit weg von dem, was sein soll“, sagt sie und betont gleich eine weitere, schon ewig diskutierte Maßnahme, in der sie enormes gleichstellungspolitisches Potenzial sieht: „Was es auch auf jeden Fall braucht, ist Arbeitszeitverkürzung. Es scheint irgendwie nicht möglich, das sachlich zu diskutieren, aber wir wissen ja, dass über 50 Prozent der Frauen in Teilzeit sind. Wir haben zwar mehr Menschen in Beschäftigung, aber das Beschäftigungsvolumen ist nicht gestiegen. Damit haben wir mit der hohen Teilzeitquote eine Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich. Das ist in Wirklichkeit ein Umverteilungsproblem.“

Wechseljahre-Wissen

Das Projekt MenoSupport der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin erhebt den Wissensstand und persönliche Erfahrungen mit den Wechseljahren und zeigt Unternehmen Unterstützungsmöglichkeiten für Frauen in den Wechseljahren am Arbeitsplatz auf. Zwischen Jänner und März 2024 wurde die Studie auf Österreich ausgeweitet.

1.720 Arbeitnehmerinnen mit Wohnsitz in Österreich haben daran teilgenommen. Das Ergebnis: MenoSupport Austria und mit ihm teils alarmierende Ergebnisse.

65 %

der Frauen schätzen ihr Wissen über mögliche Symptome und Auswirkungen der Wechseljahre als sehr oder eher gut ein.

68 %

haben Ihr Wissen vorrangig aus dem Internet. 46 % von Ärzt:innen oder Gesundheitsberater:innen

WECHSELJAHRSYMPTOME

Welche der nachfolgenden Wechseljahrbeschwerden haben Sie persönlich bereits erlebt?

54 %

versuchen, ihre Wechseljahrsymptome mit Sport zu lindern

52 % suchen sich ärztliche Beratung, je 51 % nehmen Nahrungsergänzungs- oder pflanzliche Heilmittel.

72 %

empfänden eine Sensibilisierung für das Thema Wechseljahre bei Führungskräften als hilfreich.

53 %

wünschen sich Unterstützungsangebote von ihrem Arbeitgeber zum Thema Wechseljahre.

22 %

fühlen sich am Arbeitsplatz weniger wertgeschätzt als männliche Kollegen im gleichen Alter.

14 %

der Über-55-Jährigen haben aufgrund ihrer Wechseljahrsymptome überlegt, früher in den Ruhestand zu gehen.

49 %

der befragten Frauen finden, das Thema Wechseljahre ist an ihrem Arbeitsplatz ein Tabuthema.

21 %

haben wegen ihrer Wechseljahrsymptome bereits Stunden reduziert.

65 %

wünschen sich eine offene Kommunikation zum Thema Wechseljahre am Arbeitsplatz.

71 %

fühlen sich durch körperliche und geistige Erschöpfung bei ihrer Arbeit beeinträchtigt.

66 %

können sich durch ihre Wechseljahrsymptome an ihrem Arbeitsplatz weniger gut konzentrieren.

23 %

waren aufgrund von Wechseljahrsymptomen schon einmal krankgeschrieben. 3 % haben sich unbezahlten Urlaub genommen.

Hilfreiche Unterstützungsangebote

• Anpassung der Arbeitsbelastung und/oder Arbeitszeit

• Ruhemöglichkeiten, Einrichtung von Ruheräumen

• Zusätzlicher Erholungsurlaub, bezahlte Freistellungen, mehr Urlaubstage

• Förderung einer gesunden Ernährung und Speiseplangestaltung in Kantinen

• Interne Beratungsangebote, Zuschüsse für externe Beratung

• Bedürfnisorientierte Gestaltung des Arbeitsplatzes (höhenverstellbare Tische zur Entlastung der Gelenke/des Rückens; bessere Ausstattung der Sanitäranlagen, um sich zwischendurch frisch zu machen

Quelle: Forschungsprojekt MenoSupport Austria, Prof. Dr. Andrea Rumler, Julia Memmert, HWR Berlin. Onlinebefragung mit 1.720 Teilnehmerinnen von 38 bis 74 Jahren, in Österreich lebend und innerhalb der letzten fünf Jahre in einem Angestelltenverhältnis, 53 % sind dabei Vollzeit beschäftigt. 46 % haben einen Hochschulabschluss, 24 % Matura, 12 % eine abgeschlossene Lehre. Alle Zahlen gerundet.

DIE GROSSE ACHTERBAHNFAHRT

Es gibt viel Erschütterndes und auch Dramatisches über die Frauen in den Wechseljahren zu berichten. Dass jede dritte Frau diese Lebensphase als psychisch belastend empfindet etwa, dass 56 Prozent der Frauen sie als Tabuthema sehen oder fast jede zweite sich davor fürchtet. Es geht aber auch anders. „Wenn die Frauen gut behandelt sind, können sie dem Wechsel ganz viel Positives abgewinnen“, sagt Bettina Toth. Die Direktorin der Innsbrucker Universitätsklinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin setzt sich stark für mehr Aufklärung, bessere Betreuung und eine breite, tiefgreifende Normalisierung im Umgang mit den Wechseljahren ein.

Bettina Toth ist seit zehn Jahren Direktorin der Innsbrucker Universitätsklinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin.

WISSEN SAMMELN, BEOBACHTEN, DARÜBER SPRECHEN, HILFE IN ANSPRUCH NEHMEN UND ALLE FRAGEN WAGEN SIND FÜNF GEBOTE, DIE DAS LEBEN DER WECHSELFRAUEN UM VIELES LEICHTER, UNABHÄNGIGER UND SELBSTBESTIMMTER MACHEN KÖNNEN.

Ich erlebe immer wieder, dass Frauen erzählen: Na ja, ich habe versucht, im Freundeskreis oder beim Abendessen mal zu sagen, ich schwitze. Die Frauen haben nur betretenes Schweigen geerntet. Ich glaube, das geht vielen so“, sagt Bettina Toth. Stimmt, das Szenario, das die Ärztin da beschreibt, ist möglicherweise eines, das zahlreiche Frauen, bei denen sich die Wechseljahre ankündigen oder bereits in vollem Gange sind, in schlechter Erinnerung haben. Wenn der erste Versuch, vertrauten Menschen von körperlichen oder auch seelischen Wechseljahr-Beschwerden zu erzählen, peinliche Reaktionen auslöst, animiert das meist zu keinem zweiten. Und wieder hat ein Tabu gewonnen, das die Hälfte der Menschheit in der Zange hält, denn Wechseljahre und Menopause sind ganz unweigerlich ein Teil jeden Frauenlebens. Diese Phasen gehören ganz unbedingt in ein grelles Scheinwerferlicht gestellt. Mit allem Drum und Dran. „Ich denke, das sollte zum normalen Gesprächsverlauf einfach dazugehören, dass wir das äußern können und uns darüber austauschen“, sagt Bettina Toth. „Wir brauchen eine generelle Diskussion über die verschiedenen Beschwerden, seien es die Stimmungsprobleme, seien es auch Probleme in der Sexualität oder Schlafstörungen. Es ist wichtig, dass wir über diese Vielfalt sowohl in der Familie, etwa beim Abendessen, reden können als auch im Freundeskreis, aber auch im Alltag und im Berufsleben.“

Im medica-Podcast – über den QR-Code können Sie zuhören – erklärt Bettina Toth mit den Wechseljahren jene Phase, mit der für die Frauen ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Die Direktorin der Universitätsklinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin der Medizinischen Universität Innsbruck setzt sich intensiv für Aufklärung ein und dafür, dass die Wechseljahre und die Menopause auch im Medizinstudium berücksichtigt werden.

Sie sagt: „Ich finde es ganz wichtig, dass wir das Thema breit streuen.“

Dramatisch unterstützt wird die Forderung der Ärztin, wenn ein Blick in diesbezügliche Studien geworfen und Erschütterndes zutage gebracht wird. Anlässlich des Weltmenopausetages 2025 – bereits seit 1984 ist der 18. Oktober diesem Thema gewidmet – wurde eine repräsentative Studie veröffentlicht, laut der das Wissen über die Wechseljahre in Österreich nicht besser, sondern schlechter wird. Die Studie wurde vom Unternehmen GYNIAL in Auftrag gegeben, vom Marketagent-Institut durchgeführt und zu den doch erstaunliche Lücken aufzeigenden Highlights darin zählt beispielsweise, dass für 56 Prozent der Frauen die Wech-

seljahre weiterhin ein Tabuthema sind, fast jede zweite Frau zwischen 50 und 60 Jahren Angst vor den Wechseljahren hat und 71 Prozent sich mehr Aufklärung und Information rund um die Wechseljahre wünschen. Keine Überraschung für Bettina Toth. „Diese Ergebnisse bestätigen die Daten, die wir schon aus anderen, auch internationalen Studien haben. Und es ist wirklich so schlimm oder dramatisch, je nachdem, wie stark wir das ausdrücken wollen“, sagt sie.

Hoher Aufklärungsbedarf

Wenn die Ärztin basierend auf ihrem Expertinnenwissen, ihren Erfahrungen und Beobachtungen betont, dass Frauen die Wechsel-

Gut zu wissen

Zwischen Tabu und Makel.

Gefühlt ist in den letzten paar Jahren Bewegung in die Wechseljahre gekommen – Bewegung in dem Sinn, dass das Thema präsenter, die Forderungen nach mehr Rücksicht lauter und das Reden darüber leichter geworden ist. Die Tatsache aber, dass das Wissen der Frauen über die Wechseljahre nicht besser, sondern schlechter wird, zeigt, dass der Eindruck trügt. Der GYNIAL-Studie zufolge hat sich ein Viertel (25 Prozent) der Österreicherinnen noch nie mit einer Frau über die Wechseljahre ausgetauscht und für jede Fünfte (20 Prozent) ist das Thema unangenehm, 2024 waren es noch 17 Prozent. 16 Prozent der Österreicherinnen berichten von negativen Erfahrungen bei offenen Gesprächen und 43 Prozent der Frauen fühlen sich in dem Zusammenhang auch von Ärzt:innen nicht ernst genommen. Die Auswirkungen auf die Frauengesundheit lassen sich auch beziffern: Jede zweite Frau kennt keine Maßnahmen, um Beschwerden zu lindern, bei 50- bis 59-Jährigen sind es sogar 52 Prozent.

Bettina Toth, die Gesprächspartnerin des medica-Podcasts über die Wechseljahre, war noch Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, als diese Gesellschaft 2024 die Kampagne #wirsind1mio ins Leben gerufen hat. In Österreich leben rund 9 Millionen Menschen, davon sind etwa 4,64 Millionen Frauen aller Altersgruppen. Eine Million dieser Frauen befindet sich derzeit in den Wechseljahren –eine Lebensphase, die jede Frau unterschiedlich erlebt.

jahre positiv erleben können, wenn sie gut behandelt werden, vermögen die Studienergebnisse noch stärkere Emotionen auszulösen, weil die Folgen für die Frauenleben dramatisch sind und die Ausgangssituationen so schlimm. Fast ein Drittel (28 Prozent) der Frauen glaubt fälschlicherweise, dass während der Wechseljahre Verhütung überflüssig sei. Das ist sie wirklich (noch) nicht. 13 Prozent sind davon überzeugt, dass die Wechseljahre vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen. Das tun sie aber ganz und gar nicht.

Der Aufklärungsbedarf scheint mindestens gleich hoch zu sein wie die Notwendigkeit, Gesprächsebenen zu schaffen und das Schweigen zu brechen, das Bettina Toth bereits angesprochen hat. Apropos „darüber“ sprechen. In dem Zusammenhang ist spannend, dass 74 Prozent der Frauen der Meinung sind, Männer sollten sich stärker für das Thema interessieren, was auf Seiten der Männer jedoch auf gar wenig Verständnis stößt, gibt doch fast jeder zweite Mann (47 Prozent) offen zu, sich nicht für die Wechseljahre zu interessieren. Angesichts eines weiteren Studienergebnisses fehlen dann selbst Sprachgewaltigeren die Worte. 40 von 100 Männern haben mehr Mitleid mit den Männern und halten diese Zeit für die Partner der „Wechselfrauen“ oft für schlimmer, als für die Frauen selbst. Wenn angesichts dessen nicht lautstark über die Wechseljahre gesprochen und diese Lebensphase mit all ihren Unsicherheiten, Veränderungen und Ängsten auf allen gesellschaftlichen und Beziehungsebenen offen thematisiert wird, beißt sich das große Tabu in den Hintern und bleibt in einem Teufelskreis stecken.

Im medica-Podcast berichtet Bettina Toth auch aus der wissenschaftlichen Welt: „Es ist tatsächlich so, dass schon im 19. Jahrhundert zum ersten Mal über so eine Phase des Übergangs bei Frauen berichtet wurde.“ In den 1930er-Jahren wurden die Östrogene und Progesteron entdeckt und in den 1940er-Jahren die erste Hormontherapie gegen Wechseljahrbeschwerden auf den Markt gebracht. „Zu Beginn war es der Wunsch, diese Alterungsprozesse möglicherweise durch Hormonbehandlungen aufzuhalten oder rückgängig zu machen“, erzählt die Ärztin.

„Ich denke, die Wechseljahre sollten zum normalen Gesprächsverlauf einfach dazugehören, dass wir das äußern können und uns darüber austauschen.“

Bettina Toth

Üblicherweise ist die Natur der Säugetiere recht unerbittlich und lässt das Leben der Männchen und Weibchen rasch enden, wenn sie nicht mehr fortpflanzungsfähig sind. Nur bei sehr wenigen Säugetierarten überleben die weiblichen Vertreterinnen die Wechseljahre und kommen in die Menopause. Bei Menschen ist das – glücklicherweise – so, auch beispielsweise bei Schimpansen und verschiedenen Wal-Arten. Zu letzteren wurde 2024 eine Studie in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht, die Staunen lässt, lebt „Frau Schwertwal“ doch durchschnittlich 40 Jahre länger als „Herr Schwertwal“, der meist im Alter von 40 Jahren das Zeitliche segnet. Eine Theorie besagt, dass die Altweibchen die Überlebenschancen der

anderen Tiere in der Gruppe verbessern, auf sie aufpassen und Care-Arbeit übernehmen. Wie Wal-Weibchen ihre Wechseljahre erleben, ist nicht bekannt. Bei Frauen ist es das definitiv.

Beschwerden einen Namen geben

Die Liste an Veränderungen, die mit den Wechseljahren einhergehen und die Lebensqualität teils massiv einschränken können, ist lang und fast schon unheimlich. Hitzewallungen während der Menopause, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Sexualprobleme, Gelenkschmerzen, Gewichtszunahme, Ängstlichkeit, Haaraus-

fall, Osteoporose, Harnwegsinfekte, Herz-, Gelenk- und Muskelbeschwerden oder vaginale Trockenheit sind Klassiker auf dieser Liste. Laut dem österreichischen Menstruationsgesundheitsbericht, der zuletzt 2024 veröffentlicht wurde, empfinden knapp 30 Prozent der Frauen die Veränderungen aufgrund des Wechsels als psychische Belastung. „Ich glaube, dass hier das eigene Wissen eine große Rolle spielt“, erklärt Bettina Toth die negativen mentalen Seiten. „Aus meiner Sicht tendiert man als Frau dazu, den Fehler erst mal bei sich selber zu suchen. Also sich zu fragen, was hat man falsch gemacht oder was kann man noch optimieren. Anstelle zu sagen okay, vielleicht kann ich gerade gar nichts aus eigener Kraft optimieren, sondern brauche wirklich Hilfe.“ Zu wissen, dass diese oder jene Veränderung auf die Wechseljahre zurückzuführen ist, kann die plötzlichen Beschwerden schon leichter machen, weil sie zuzuordnen sind und einen Namen haben. Sind sie das oder haben sie den, fällt es auch nicht mehr schwer, sich Hilfe und Unterstützung zu holen.

Im medica-Podcast geht Bettina Toth auf die große therapeutische Bandbreite im Zusammenhang mit den Wechseljahr-Beschwerden und den körperlichen Veränderungen ein, die mit den Wechseljahren einhergehen. „Ich bin tatsächlich sehr, sehr froh, dass wir mittlerweile eine Vielzahl an hormonellen und nicht hormonellen Möglichkeiten haben“, sagt sie.

Eine wahre Achterbahnfahrt ist es, die auf Frauen wartet, wenn immer weniger Eizellen im Eierstock vorhanden sind, sich die Hormonproduktion verändert und die Prozesse im Körper recht chaotisch ablaufen. „Die Länge des Zyklus verändert sich. Man kann kürzere oder längere Zyklen haben, im weiteren Verlauf dann auch Zyklen, wo eine Monatsblutung ausfällt“, erklärt die Expertin, „wir haben Phasen mit zu vielen Hormonen im Verhältnis zu unserem bisherigen Zyklus als jüngere Frau. Und wir haben auch Phasen mit zu wenig Hormonen.“

Mal zu wenig, mal zu viel. Diese Zeit der hormonellen Disharmonie beginnt schleichend und ihre ersten Spitzen oder Anzeichen las-

Die Wechseljahre.

Im medica-Podcast mit Bettina Toth werden zahlreiche unglückliche und folgenschwere Tabus im Zusammenhang mit den Wechseljahren angesprochen – und auch gebrochen. Bettina Toth ist Professorin und seit zehn Jahren Direktorin der Innsbrucker Universitätsklinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin und kümmert sich mit ihrem Team um alle Hormonbelange der Frauen –von der Kindheit über die Jugend, die Kinderwunschphase bis hin zur Menopause und dem Alter. „Was mich antreibt, ist definitiv, die Frauengesundheit in Österreich zu verbessern“, sagt sie. Eine gute Triebfeder. Weitere Infos unter kinderwunsch.tirol-kliniken.at .

sen sich erst einmal nur schwer zuordnen. Bettina Toth weist in dem Zusammenhang auf Stimmungsschwankungen hin, Reizbarkeit oder Schlafstörungen, die von den Frauen allerdings häufig auf die möglicherweise stressigen oder fordernden Situationen des Alltags zurückgeführt werden. „Viele sagen sich dann, es ist der normale Wahnsinn und denken nicht weiter darüber nach. Es könnten aber auch die ersten Anzeichen des Wechsels sein“, betont die Expertin, die es deswegen für ungemein wichtig hält, diese Möglichkeit im Kopf zu haben, „weil wir da etwas dagegen tun oder die Frau unterstützen können, wenn sie das möchte. Damit sie eben nicht hilflos dasteht und sagt, um Gottes willen, was passiert jetzt. Sondern dass sie einen Beistand hat und Hilfe bekommt.“

Wissen sammeln, beobachten, darüber sprechen, Hilfe in Anspruch nehmen und alle Fragen wagen sind fünf Gebote, die das Leben der Wechselfrauen um vieles leichter, unabhängiger und selbstbestimmter machen können. Suchen betroffene Frauen mit ihren Beschwerden etwa das Team der Gynäkologischen Endokrinologie in Innsbruck auf, wird im Rahmen der Anamnese die Vielfalt an potenziellen Beschwerden professionell ausgelotet sowie relevante Untersuchungsergebnisse, wie etwa der Mammographie, der Darmspiegelung oder der Knochendichtemessung, unter die Lupe genommen, bevor entsprechende Therapien eingeleitet werden. Dass die Möglichkeiten, nicht nur den Wechseljahr-Beschwerden, sondern auch dem neuen Leben positiv zu begegnen, größer geworden sind und die Auswahl an Therapien breiter, ist dennoch nicht der Wechselweisheit letzter Schluss. „Wir brauchen noch mehr individuelle Therapiemöglichkeiten. Es gibt einen Bedarf und indem wir den äußern, lösen wir aus, dass in dem Bereich Grundlagenforschung stattfindet und potenziell neue Therapiemöglichkeiten kommen“, ist Bettina Toth überzeugt. Auch das ist ein guter Grund, über die Wechseljahre zu reden, laut darüber zu sprechen und vielleicht auch mal so richtig zu schreien. Es ist eine Achterbahnfahrt. Das gehört dazu.

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age your Love

WECHSELJAHRE IM FOKUS

Die Wechseljahre markieren einen persönlichen Neuanfang –eine Phase des Wandels, die ebenso fordernd wie voller neuer Chancen sein kann. Im Park Igls Medical Spa Resort in Innsbruck-Igls widmen wir uns ganz Ihren individuellen Bedürfnissen und begleiten Sie auf dem Weg zu neuer Lebensqualität. Durch die Kombination aus moderner Diagnostik und ganzheitlichen Therapieansätzen stärken wir gezielt Ihre Gesundheit und fördern Ihr Wohlbefinden.

Meno-Chance – die Gesundheitswoche für Frauen

Ganzheitliche Diagnostik

Medizinische Erst-, Kontroll- und Abschlussuntersuchung, Hormon- und Blut-Screening

Therapien für Körper & Seele Massagen, Shiatsu, Lavendel-Brustkompresse

Individuelle Beratung

Individuelles Coaching und Personal Training, Do-In-Körperübungen und Kräuter workshop in der Gruppe

Das vielfach ausgezeichnete Park Igls Medical Spa Resort zählt zu den führenden privaten Gesundheitseinrichtungen weltweit. Neben präventiv-medizinischen Programmen bietet das Park Igls Medical Spa Resort seit vielen Jahren auch spezialisierte Angebote im Bereich der Gendermedizin – für Frauen, die sich in jeder Lebensphase wohlfühlen möchten.

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Sabine Kofler Zöhrer ist Fachärztin für Allgemein- und Familienmedizin mit dem Schwerpunkt Komplementärmedizin mit Praxis in Innsbruck und arbeitet außerdem an der chirurgischen Abteilung des Landeskrankenhauses Hall.

Fantastische Hormonhelfer

Von einer Fabrik spricht Sabine Kofler Zöhrer, wenn sie die kniffligen Prozesse der Hormonproduktion erklärt. „Ohne entsprechende Rohstoffe kann die Produktion nicht rund laufen“, sagt die Ärztin und zeichnet damit ein stimmiges Bild vom Stellenwert der Mikronährstoffe, deren Mangel in Wechseljahren und Menopause unangenehme bis gesundheitsgefährdende Auswirkungen haben und jedenfalls die Lebensqualität beeinträchtigen kann.

Wenn vom Wunder Mensch gesprochen wird, kann so gut wie alles gemeint sein, das in diesem wahrlich wundersamen Zusammenspiel der Zellen passiert – großartig durchwoben von der Seele selbstverständlich. Neueren Schätzungen zufolge besteht ein 70 Kilogramm schwerer Mann aus rund 36 Billionen und eine 60 Kilogramm schwere Frau aus etwa 28 Billionen Zellen. Eine Billion hat zwölf Nullen, ausgeschrieben mit 1.000.000.000.000 ist das nochmal überwältigender. Beim Gedanken daran, dass diese unvorstellbare menschliche Zellenzahl ihre Regeln hat, nach Mustern funktioniert, miteinander interagiert, stirbt und neu entsteht, wird klar, warum jeder noch so kleine wissenschaftliche Schritt, mit dem wieder ein neues Zusammenspiel erklärt werden kann, gefeiert wird. So pathetisch das auch klingt – am Ende bleibt das Puzzle dann aber doch ein Wunder. „Die Medizin wird immer detaillierter. Es gibt immer mehr Einzel- oder kleine Teilbereiche, wo manchmal auch das

„Das Ziel sollte sein, dass man dem Körper das Rüstzeug gibt, dass er Mängel selbst ausgleichen und die Hormonproduktion wieder gut ablaufen kann.“

Sabine Kofler Zöhrer

große Ganze übersehen wird“, sagt Sabine Kofler Zöhrer, „nicht nur das körperliche Ganze. Die Psyche spielt eine wichtige Rolle, aber auch das soziale und berufliche Umfeld. Die Anforderungen an die Körper sind von Mensch zu Mensch verschieden.“ Diese Individualität ist es, warum sie den Beruf als Ärztin gerne mit dem einer Detektivin vergleicht, die gemeinsam mit den Patient:innen Information für Information sammelt, um zu einer Behandlungsempfehlung und einem guten Ergebnis zu kommen, zu einer guten Lösung „des Falles“.

„Jede Frau ist anders und das zieht sich durchs Leben, die Schwangerschaft oder die Stillzeit und letztendlich auch durch die Wechseljahre. Es gibt Frauen, die

überhaupt keine Beschwerden haben, und es gibt Frauen, die durch die Beschwerden massiv in ihrem Alltag eingeschränkt sind.“

Sabine Kofler Zöhrer ist Fachärztin für Allgemein- und Familienmedizin mit dem Schwerpunkt Komplementärmedizin, neben ihrer Tätigkeit in der Praxis in Innsbruck arbeitet sie auch an der chirurgischen Abteilung des Landeskrankenhauses Hall und die Liste ihrer Ausbildungen und Diplome lässt auf einen neugierigen Geist schließen. Immer, wenn sie im Zuge der Behandlung eines Patienten oder einer Patientin auf einen Bereich stößt, über den sie nicht gut genug Bescheid weiß, möchte sie ihn näher ergründen. Dabei taucht sie dann – mit stets wachsamem Blick auf das Ganze – in eben jene Einzel- oder Teilbereiche ein, die ihr Interesse geweckt haben. Wie beispielsweise die Hormone und das faszinierende System hinter diesen Dirigenten, die so viel Leben lenken und in den Leben der Frauen immer wieder Misstöne – bis hin zu chaotischen Kakophonien – auslösen können.

Im medica-Podcast – über den QR-Code können Sie einsteigen und zuhören – erzählt Sabine Kofler Zöhrer, warum sie Schulmedizin mit Komplementärmedizin, also begleitenden Heil- und Behandlungsmethoden, verbindet und damit zum Wohle ihrer Patient:innen auf eine große Bandbreite an Heilmethoden zurückgreifen kann. „Bei chronischen Erkrankungen beispielsweise können durch die zusätzliche Anwendung von komplementärmedizinischen Methoden gute Behandlungserfolge erzielt werden“, weiß die Ärztin.

In ihr Berufsleben kamen die Hormone in kleinen, spannenden Schritten. „Ich biete in meiner Praxis die Stoßwellentherapie an und habe bei Frauen in den mittleren Lebensjahren gemerkt, dass es die eine oder andere

gibt, wo wir mit dieser Therapie nicht den Erfolg erzielen, den wir sonst damit haben“, erzählt Sabine Kofler Zöhrer, „da habe ich mich gefragt: Warum ist das so?“ Die Beobachtung der Beschwerden von Brustkrebspatientinnen, die mit einer antihormonellen Therapie behandelt wurden und darauf mit einer Art Wechseljahrbeschwerden reagierten, war der zweite Schritt. Der entscheidende Schritt und letztendliche Auslöser für die Ärztin, sich intensiv mit den weiblichen Hormonen auseinanderzusetzen, passierte, als eine Patientin mit einem Hormonstatus und der Bitte, ihr diesen doch zu erklären, in ihre Ordination gekommen war. „Ich saß da und habe mir gedacht, oh mein Gott, ich kann der Patientin überhaupt nicht wirklich etwas Genaueres dazu sagen und dachte, das kann nicht sein, das darf nicht sein. Ich bin ja selber eine Frau, ich muss mich da eigentlich auskennen“, erinnert sie sich, „und dann habe ich begonnen, mich in dem Bereich fortzubilden.“ Unter anderem absolvierte sie auch beim Netzwerk für bioidente Hormone eine Ausbildung, mit der sie die Wissenslücken füllen konnte und ein Instrumentarium in die Hände bekam, das ihr hilft, jene Fragen zu beantworten, mit denen sie von ihren Patientinnen und nicht zuletzt auch von sich selbst konfrontiert wird: „In diesem Alter haben auch meine Beschwerden begonnen und das weckt das Interesse natürlich umso mehr.“

In ihrem eigenen, frühen „Hormonleben“ hat die Ärztin auch erfahren, wie verschieden die Frauenkörper sind und wie unterschiedlich sie die Phasen erleben, die von den Hormonen dirigiert werden. „Ich hatte im Rahmen meiner Regelblutung immer massive Beschwerden, also Schmerzen, starke Blutungen und Stimmungsschwankungen. Meine Freundinnen hatten das überhaupt nicht“, erinnert sie sich, „jede Frau ist anders und das zieht sich durchs Leben, die Schwangerschaft oder die Stillzeit und letztendlich auch durch die Wechseljahre. Es gibt Frauen, die überhaupt keine Beschwerden haben, und es gibt Frauen, die durch die Beschwerden massiv in ihrem Alltag eingeschränkt sind.“

Im Rahmen der Fortbildung, rückte nicht nur die bioidentische Hormonersatztherapie

Mikronährstoff-Kraft.

Im medica-Podcast mit Sabine Kofler Zöhrer, Fachärztin für Allgemein- und Familienmedizin, bekommen die Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Fettsäuren jene große Bühne, die ihnen im Zusammenhang mit der Hormonproduktion gebührt. Im Gespräch lenkt sie die Aufmerksamkeit auch auf die Feuerfrauen, jenen Verein, der sich der Förderung von Wissen über die Wechseljahre verschrieben hat: „In den Wechseljahren hat man teilweise das Gefühl, dass man sich selber nicht mehr kennt. Man weiß nicht mehr, was mit seinem Körper passiert, und hat auch vielleicht das Gefühl, dass man allein ist. Dort setzen die Feuerfrauen an, sie bringen die Frauen zum Informationsaustausch zusammen und bieten eine Möglichkeit, offene, ehrliche Gespräche zu führen.“

Weitere Infos unter: komplementaermedizin.tirol feuerfrauen.at

für „Wechsel- oder Menopause-Frauen“ in den Fokus der Ärztin. Weil orthomolekulare Medizin schon immer „ein bisschen ein Steckenpferd“ von ihr gewesen war, hatte sie der Teilaspekt der für die Hormonproduktion so entscheidenden Mikronährstoffe besonders gereizt. Als bioidentisch werden übrigens Hormone bezeichnet, deren chemische Struktur exakt dem menschlichen Körperhormon entspricht. Im Mittelpunkt der orthomolekularen Medizin steht die Verwendung von Mikronährstoffen, zu denen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Fettsäuren zählen, um diesbezügliche Ungleichgewichte im Körper auszugleichen und damit Krankheiten vorzubeugen oder zu therapieren.

Im medica-Podcast zeichnet Sabine Kofler Zöhrer das Bild einer Fabrik, um die Hormonproduktion nachvollziehbar zu machen. Zu den Bausteinen und Co-Faktoren, mit denen die Produktion erst rund laufen kann, hat sie anfangs wenig Literatur gefunden. „Deswegen habe ich begonnen, mich einfach mit dem Thema etwas näher zu befassen. Es gibt Pflanzen, die häufig angewendet werden, aber dass man die Mikronährstoffe dabei berücksichtigt, ist eher im Hintergrund“, sagt sie.

Dabei ist das, was da im Hintergrund passiert, so unheimlich spannend. Der Hunger eines sich im Wechsel befindlichen Frauenkörpers beziehungsweise ihrer Hormonfabrik nach Mikronährstoffen kann viele Ursachen haben. „Frauen haben in diesen Jahren oft verkürzte Zyklen, also häufiger Regelblutungen, und die können auch deutlich stärker sein als die, die sie von früher kennen“, sagt die Ärztin, „durch permanente erhöhte Blutverluste kann ein Eisenmangel auftreten.“ Dieser Mangel kann durch die Gabe von Eisenpräparaten gut ausgeglichen werden. Zahlreiche Frauen befinden sich in dieser Lebensphase zudem in einer permanenten Stresssituation, der Spagat zwischen Beruf, Familie, Freizeit und allerlei Care-Herausforderungen kann zehren. „Wenn man in permanenten Stresssituationen ist, verbraucht man zum Beispiel mehr Magnesium. Das heißt, der Magnesiumbedarf erhöht sich in dieser Phase“,

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nennt Sabine Kofler Zöhrer ein weiteres Problem, das leicht gelöst werden kann. Ein wenig komplexer wird’s, wenn Frauen regelmäßig Medikamente, beispielsweise so genannte Protonenpumpenhemmer, also Medikamente zur Reduzierung der Magensäure (Magenschutz), einnehmen. Dadurch kann die Aufnahme von Kalzium, Magnesium, aber beispielsweise auch von Vitamin B12 beeinträchtigt sein und einen erhöhten Bedarf dieser Mikronährstoffe erklären. Kommt es schließlich zum Abfall des Östrogenspiegels, was den Abbau der Knochenmasse begünstigt, kann eine Unterstützung durch die Gabe von Kalzium und Vitamin D ungemein hilfreich sein. „Natürlich sollte man das als Erstes über die gesunde, ausgewogene Ernährung ausgleichen und nur dort, wo wirklich ein Mangel besteht, mit Nahrungsergänzungsmitteln arbeiten“, weist Sabine Kofler Zöhrer auf den Lebensstil hin, den anzupassen ganz grundsätzlich ein Kick sein kann, um eventuellen Mängeln und Beschwerden selbstwirksam zu begegnen.

Im medica-Podcast erläutert die Ärztin die Untersuchungen, die notwendig sind, um eine Ausgangsposition für die Suche nach der passenden Behandlungsempfehlung zu bekommen. „Ich schaue mir den Hormonstatus und die Mikronährstoffe im Blut an“, erklärt Sabine Kofler Zöhrer, „zuerst die gängigen – also Eisen, Vitamin B12 und Vitamin D. Je nach Patientin schaue ich dann auch nochmal im Vollblut gewisse Mikronährstoffe an.“ Weil die Kosten für diese Laboruntersuchungen von den meisten Krankenkassen nicht übernommen und relativ hoch sein können, tastet sie sich dabei schrittweise vor.

Wenn sie von der detektivischen Suche nach den Ursachen der Beschwerden erzählt, wird neuerlich sonnenklar, wie unterschiedlich jede Frau tickt und wie wichtig eine individuelle Beurteilung der endokrinen, also die Hormone betreffenden Situation und deren Hintergründe ist. Welche Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente besonders wichtig für die Hormonproduktion und quasi beste Tanzpartnerinnen des endokri-

Vitamin D3

Coenzym Q10

Vit. B2, B3 & B12

nen Systems sind, hängt davon ab, welcher Teil der Hormonproduktion betrachtet wird. Sabine Kofler Zöhrer schaut in dem Zusammenhang gerne auf den lebensnotwendigen Fettstoff Cholesterin, der das Grundgerüst für alle so genannten Sexualhormone ist: „Der erste Schritt der Umwandlung passiert in den Mitochondrien, den Kraftwerken unserer Zellen, zum Pregnenolon. Pregnenolon ist praktisch die Großmutter aller Geschlechtshormone. Aus dem entwickeln sich alle anderen. Damit dieser Schritt gut passieren kann, brauchen wir Co-Faktoren wie Magnesium, Vitamin D, Coenzym Q10 und Vitamin B12.“ Nur wenn in der Fabrik diese Baustoffe in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, kann die Großmutter produziert werden, deren Kinder und Enkelkinder – wie etwa das Hormon Progesteron dann wiederum andere Bausteine benötigen. In der Grafik, die diese Hormonsynthese zeigt, sind die Prozesse und die dafür nötigen Bausteine schön und nachvollziehbar dargestellt. „Man muss schauen, ob irgendwo ein Mangel besteht“, kommt die Ärztin wieder zurück zu den Laboruntersuchungen, die genau Aufschluss darüber geben – und damit auch dafür, mit welchen Mikronährstoffen die Produktion wieder ins harmonische hormonelle Laufen gebracht werden kann.

Mängel können sich bei Frauen in den Wechseljahren und in der Menopause etwa darin zeigen, dass sie weniger Energie haben und die Lebensqualität schon mit einer Lebensstilmodifikation oder eben mit der gezielten Einnahme von Mikronährstoffen zurechtgerückt werden kann. „Das Ziel sollte ja sein, dass man dem Körper das Rüstzeug gibt, dass er das selbst ausgleichen und die Hormonproduktion wieder gut ablaufen kann“, sagt die Ärztin, die auch betont, dass der Körper nie verlernt, die Hormone zu produzieren, und dass diese Produktion, selbst wenn sie einmal zum Erliegen gekommen ist, wieder angekickt werden kann. Noch so ein Wunder.

Vitamin D3

Coenzym Q10

Vit. B 2, B3 & B12

Die Grafik zur Hormonsynthese zeigt, wie der Körper ausgehend vom lebensnotwendigen Fettstoff Cholesterin verschiedene essenzielle Sexualhormone herstellt.

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Gezieltes Training gilt als effektivste nichtmedikamentöse Maßnahme gegen Osteoporose.

IN BEWEGUNG BLEIBEN

Sich in jedem Alter ausreichend zu bewegen, gilt als Gesundheits- und Wohlfühlrezept für die gesamte Menschheit. Bei Frauen kommt speziell in der Menopause noch eine besondere Komponente dazu, nämlich das Osteoporoserisiko zu minimieren. Sportwissenschaftliche Beratung kann mit tiefgründigem Verständnis für die Abläufe im Körper helfen, die Knochen auch während und nach der Achterbahnfahrt der Wechseljahre fit und gesund zu halten.

Unsere Knochen sind ein lebendiges und aktives Gewebe, das sich in ständigem Auf- und Abbau befindet. Einfluss auf die Knochendichte haben neben genetischer Veranlagung, Alter und Ernährung vor allem Hormone. Und nach sportwissenschaftlichem Verständnis auch die Muskelmasse, die ebenso erheblich von hormonellen Einflüssen geprägt ist. Denn die Tatsache, dass Frauen weniger Muskelmasse und -kraft aufbauen können als Männer, beruht auf dem deutlich niedrigeren Testosteronspiegel bei Frauen.

Hormonelle Ursachen

Der höhere Östrogenspiegel bei Frauen sorgt insbesondere in der Lebenszeit vor dem Klimakterium dafür, dass die Aktivität der knochenabbauenden Zellen, der sogenannten Osteoklasten, reguliert wird. Zudem wirkt Östrogen positiv auf die Gelenksschmierung und die Struktur von Bändern und Sehnen ein. Die Gruppe der Östrogene sind daher nicht nur klassische „Frauenhormone“, sondern vielmehr Systemdirigenten, die buchstäblich in jeder Faser des Körpers mitwirken.

Fällt in der Menopause der Östrogenspiegel rapide ab, hat das auch Auswirkungen auf den gesamten Bewegungsapparat und insbesondere die Knochendichte. „Aus einem multifaktoriellen Zusammenspiel von hormonellen Defiziten, zellulärer Dysregulation, oxidativem Stress und genetischen Einflüssen entsteht ein Ungleichgewicht zwischen Knochenauf- und -abbau. Das Osteoporoserisiko wird somit deutlich erhöht, eine Knochendichtemessung ab dem Eintritt der Menopause ist demnach ratsam“, erläutert der Berufsgruppensprecher Hannes Mörtl, der gemeinsam mit weiteren Experten Vorträge zum Thema hält. Neben Medikamenten gegen den Knochenabbau und für den Knochenaufbau, die im Worst Case von Ärzten verabreicht werden, kommen der Bewegung und der Ernährung nicht nur in der Prävention eine tragende Rolle zu, sondern auch in den beiden leichteren Stufen der Osteoporose sowie auch für den Wiederaufbau. „Jede zweite Fraktur bei Frauen ab dem 50. Lebensjahr lässt sich auf Osteoporose zurückführen, die meisten Brüche entstehen dabei auf Grund von Stürzen. Häufige Ursachen dafür sind eine schwache Bein- und Rumpfmuskulatur, Gleichgewichtsprobleme und zu wenig Bewegung. Aus diesem Grund ist es umso ratsamer, mit gezielten Bewegungsübungen eine Stabilisierung und Stärkung des gesamten Bewegungsapparates herbeizuführen“, so Mörtl.

Use it or lose it

Was haben Bewegung und Muskelkraft mit der Knochendichte zu tun? „Sehr viel“, sagt der Sportwissenschaftler. „Muskel- und Knochenmasse korrelieren und bilden eine funktionelle Einheit. Im Periost, also der Knochenhaut, liegen Rezeptoren, die auf den Zug bzw. Druck von Muskelanspannungen reagieren und anfangen, den Knochen dementsprechend zu versorgen. Dynamische Muskelanspannung, wie sie beispielsweise beim Ausdauer- oder Krafttraining erfolgt, belastet die Knochen optimal und fördert deren Aufbau bzw. hemmt den Abbau an Knochenmasse. Eine starke Muskulatur verbessert zudem die Koordination und reduziert somit das Sturzrisiko und frakturbedingte Knochenschäden.“ Wer seine Muskeln also durch gezieltes Training stärkt, festigt damit gleichzeitig seine Knochenstruktur und wirkt aktiv alters- und hormonell bedingtem Knochenschwund entgegen. Insofern gilt gezieltes Training als effektivste nichtmedikamentöse Maßnahme gegen Osteoporose.

Zwar nimmt der Muskel- und Kraftzuwachs mit steigendem Alter ab, dennoch ist selbst im höheren Alter noch Kraftzuwachs möglich, was einen wichtigen Beitrag zu Mobilität, Sturzprophylaxe und für eine gute Lebensqualität darstellt. Mehr Muskelmasse hat überdies laut aktuellen Studien auch einen positiven Einfluss auf den Stoffwechsel und führt zu einem höheren Ruheenergieverbrauch, zu einer verbesserten Insulinsensitivität und kann auch dabei helfen, einer Gewichtszunahme entgegenzuwirken. Ganz abgesehen von den positiven Auswirkungen auf die Psyche.

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Bewegung wirkt – auch im Schlaf

Bereits nach zwölf bis 16 Wochen mit gezielten Bewegungsmaßnahmen kommt es zu spür- und messbaren Effekten. Somit ist Bewegung die wirksamste Maßnahme gegen viele Beschwerden im Wechsel. Mit einem individuellen Mix aus Ausdauer- und Krafttraining wird gezielt dort angesetzt, wo die jeweiligen Schwachstellen liegen. Krafttraining erhält dabei die Muskelmasse und sorgt für stärkere Knochen, Ausdauertraining verbessert Stimmung, Schlaf und Herzkreislaufsystem. Dabei sind individuelle Programme weitaus effektiver als pauschale Empfehlungen. Versierte sportwissenschaftliche Berater*innen messen anhand einer Leistungsdiagnostik den Leistungsstatus genau aus und setzen genau dort an, wo die Betroffenen gerade stehen. Dabei ist es wichtig mit hohen Lasten zu trainieren, wofür die professionelle Anleitung und Vorbereitung sportwissenschaftlicher Berater*innen nötig ist. Während aerobes Training effektiv auf die Reduktion des Körpergewichts wirkt, erhält das Krafttraining die fettfreie Muskelmasse. „Ideal ist es daher, in einem kombinierten Training einen individuellen Mix aus Kraft- und Ausdauertraining zu erarbeiten“, empfiehlt der Berufsgruppensprecher der sportwissenschaftlichen Berater*innen in der Wirtschaftskammer Tirol. In diesem Sinne: Starte klein, aber starte! Denn Kontinuität schlägt auf jeden Fall Intensität.

Herzensangelegenheiten

Ihrem ausgeprägten Sinn für Ungerechtigkeiten ist zu verdanken, dass Angelika Bader sich für Frauen einsetzt, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren worden sind. Dafür und für ihr vielfältiges Engagement in Sachen geschlechtersensible Medizin wurde die Ärztin 2025 mit dem Tiroler Frauenpreis ausgezeichnet. Im Frauengesundheitszentrum der Universitätskliniken Innsbruck stellt sie immer und immer wieder fest: „Frauenherzen schlagen für andere.“ Und das eigene Herz kommt dabei zu kurz.

Angelika Bader absolvierte neben neben der Ausbildung zur Ärztin für Allgemeinmedizin ein Masterstudium in Gendermedizin. 1999 wirkte sie im Auftrag des Landes am Aufbau einer Koordinationsstelle für Frauengesundheit mit. Daraus entstand – auf Wunsch von Patientinnen und in Zusammenarbeit mit dem zeitgleich gegründeten Ludwig-Boltzmann-Institut für kardiologische Geschlechterforschung – das Frauengesundheitszentrum. Bader war Studentin von Gendermedizin-Pionierin Margarethe Hochleitner, der sie bis heute freundschaftlich verbunden ist. Zudem wirkte Bader maßgeblich an der Verankerung von Gendermedizin in der Ausbildung aller Gesundheitsberufe mit.

Für empfindlichere Seelen können diese Fakten durchaus gesundheitsgefährdend sein. Weil der Blutdruck in die Höhe zu schnellen droht und –das ist ja bekannt – ein dauerhaft zu hoher Blutdruck das Leben doch arg verkürzen kann. Am 6. Februar 2026 wurde im Rahmen der GoRed-Awarenesskampagne für Frauenherzgesundheit in Österreich darauf aufmerksam gemacht,

• dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Todesursache Nr. 1 bei Frauen sind;

• dass diese Erkrankungen im Jahr 2024 zu über 16.000 Todesfällen bei Frauen geführt

haben und damit auch in diesem Jahr mehr Frauen als Männer infolge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestorben sind;

• dass jede dritte Frau an Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzschwäche stirbt, „nur“ jede 25. Frau an Brustkrebs, vor dem die Angst aber ebenso ungleich höher ist wie die Dichte der Vorsorgeprogramme;

• dass sich der Herzinfarkt bei Frauen meist nicht so sehr durch starken Brustschmerz, sondern eher durch ein Druck- und Engegefühl im Bauchraum bemerkbar macht und die Fehldiagnose Magenverstimmung tödlich sein kann.

Am 5. März 2026 – drei Tage vor dem Internationalen Frauentag – haben die Medizinische Universität Innsbruck, Rotes Kreuz und Land Tirol sowie die Stadt Innsbruck unter dem Titel „Reanimation: Eine Frage des Geschlechts“ zu einem ungewöhnlichen Wiederbelebungstermin geladen. Dabei wurde darauf aufmerksam gemacht, dass Frauen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand geringere Überlebenschancen als Männer haben. Internationale Studien hatten gezeigt, dass Ersthelfer:innen die Wiederbelebungsmaßnahmen bei Frauen häufig nicht in der gleichen Qualität wie bei Männern

„Ein großes Problem ist, dass die Frauen selber nicht glauben, dass sie herzkrank sind.“
Angelika Bader

durchführen. Eine aktuelle Untersuchung von Student:innen der Medizinischen Universität Innsbruck hatte diese Ergebnisse bestätigt. Das lässt Frauen erst einmal ratlos und mausestill zurück – eventuell eben auch mausetot.

Frauenherz-Awareness

All diese punktuellen Eruptionen der Aufmerksamkeit gegenüber den Frauenherzen oder der Tatsache, dass diese Herzen anders schlagen und als vergleichsweise wenig anfällig betrachtet werden, haben die Kraft, den Blutdruck steigen zu lassen. Doch richtig gefährlich droht die hypertensive Krise zu werden, wenn über ein Viertel Jahrhundert zurück und direkt in die erste Kampagne des damals frisch gegründeten Tiroler Frauengesundheitszentrums (FGZ) geblickt wird. „Herztod ist weiblich“ lautete das Motto dieser Kampagne, mit der schon im Jahr 1999 – vor 27 Jahren – exakt auf jene Fakten hingewiesen worden war, die im Rahmen der jüngsten GoRed-Kampagne im Februar 2026 zum Tragen roter Kleidung animiert hatte, um sich mit den Frauenherzen zu solidarisieren und die Welt für ihre Bedürfnisse zu sensibilisieren.

Durch wissenschaftliche Brillen betrachtet sind 27 Jahre – vor allem im diesbezüglich so rasant bahnbrechenden 21. Jahrhundert –eine Ewigkeit. Die Tatsache, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen nach wie vor nicht allzu ernst genommen werden, macht angesichts der erdrückenden Zahl an Todesfällen jedenfalls stutzig. Und das liegt nicht nur daran, dass Frauenherz-Awareness das medizinische Denken offenkundig noch nicht durchdrungen hat. „Ein großes Problem ist, dass die Frauen selber nicht glauben, dass sie herzkrank sind“, sagt Angelika Bader.

Die Ärztin weiß, wovon sie spricht. Ja, sie weiß es wahrscheinlich ein wenig mehr als andere, hat sie das Frauengesundheitszentrum (FGZ) der Universitätskliniken Innsbruck doch seit seiner Gründung mitgeprägt und behandelt dort Patient:innen, die im Gesundheitssystem sonst leicht übersehen werden. Das FGZ ist ein geschützter Raum, der für alle Frauen – ohne Zuweisung – offen steht und sich beispielsweise dadurch auszeichnet, dass die Therapien für die Patientinnen maßgeschneidert werden und nicht nur auf den schulmedizinischen Analysen und Untersuchungsergebnissen basieren, sondern auch das private und soziale Umfeld und nicht zuletzt die Tatsache, dass sie eine Frau sind, berücksichtigen.

Im medica-Podcast – über den QR-Code können Sie sich direkt ins Gespräch „klicken“ – erzählt Angelika Bader vom Kampfgeist, der sie bei ihrer Arbeit mit und für Frauen antreibt. Für ihre Verdienste als zentrale Wegbegleiterin der Frauengesundheit in Tirol wurde die Ärztin mit dem Tiroler Frauenpreis 2025 ausgezeichnet – und sagt: „Es ist schön, dass dieses Thema und meine Patientinnen auch wertgeschätzt werden und dadurch eine Lobby bekommen.“

Im FGZ beziehungsweise in der Frauengesundheitsambulanz an der Universitätsklinik für Innere Medizin I wird es den Patientinnen beispielsweise ermöglicht, nach ausführlicher Anamnese für ihre Gesundheit relevante Untersuchungen möglichst an einem Tag durchführen zu lassen. Vor allem, wenn Patientinnen lange Anfahrtswege und in ihrer Heimatregion nur erschwerten Zugang zu den Facharztordinationen haben, ist dies eine massive Erleichterung. Eventuelle Zugangsprobleme werden damit jedenfalls elegant gelöst, wobei die Zusammenarbeit

Frauenmedizin. Angelika Bader ist Allgemeinund Gendermedizinerin im Frauengesundheitszentrum der Universitätskliniken Innsbruck. Im Podcast erklärt sie etwa, warum der geschützte Raum der Frauengesundheitsambulanz an der Universitätsklinik für Innere Medizin I ein so wichtiger Dreh- und Angelpunkt für die Frauen und ihre Gesundheit ist – und betont: „Gynäkologie ist ein ganz wesentlicher Faktor, aber Gynäkologie ist nicht gleich Frauengesundheit. Gott sei Dank bestehen wir Frauen nicht nur aus Gebärmutter und Eierstöcken. Frauengesundheit betrifft alle Fachkolleginnen und Fachkollegen und sie betrifft alle Altersgruppen.

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ES

SIND

NICHT

NUR KÖRPERLICHE

DISPOSITIONEN SONDERN AUCH EINE ÜBERLAST AUS ARBEITS-, KÜMMER-,

VERSORGUNGS- UND CARE-GESCHICHTEN ZUSAMMEN, DIE FRAUENHERZEN UNTER DRUCK

SETZEN.

Gut zu wissen

mit den Hausärztinnen und Hausärzten vor Ort genauso entscheidend ist, wie die Möglichkeit, im akuten Notfall das ambulante Setting in ein stationäres überzuführen. „Professor Herbert Tilg, der Direktor der Klinik, ist da immer sehr großzügig“, stellt Angelika Bader fest, die in dieser so wichtigen wie kleinen und ausbauwürdigen Einrichtung von ihrer Kollegin Karoline Schwitzer unterstützt wird.

Die Tiroler Gendermedizin-Pionierin Margarethe Hochleitner hatte die Einrichtung des FGZ initiiert und zusammen mit Angelika Bader vorangetrieben, nicht nur, weil die Benachteiligung der Frauen im Gesundheitswesen und in den medizinischen Systemen ihren Kampfgeist geweckt hatte, sondern auch, weil Margarethe Hochleitner als Kardiologin in den 1990er-Jahren Erschreckendes beobachten musste. Obwohl schon damals mehr Frauen als Männer an einem Herztod gestorben sind, hatten Männer doppelt so viele Herzkathederuntersuchungen und dreimal so viele Bypass-Operationen erhalten. Ein lebensgefährlicher Trend, der sich zwar gebessert, den entscheidenden Umkehrschub aber noch nicht erfahren hat – weder im medizinischen Alltag noch in den Köpfen, in denen sich die Überzeugung, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen männlich sind, regelrecht eingebrannt zu haben scheint. Spätestens hier wird die Feststellung Angelika Baders, dass Frauen selber nicht glauben, dass sie herzkrank sind, zu einem nicht minder gefährlichen Risikofaktor.

Alles multifaktoriell

Die Hitliste der Beschwerden, mit denen Patientinnen die Frauengesundheitsambulanz aufsuchen, sind, so die Ärztin, Bluthochdruck (Hypertonie), Herzprobleme,

Der Frauenherzinfarkt.

Denkt man an Herzinfarkt, stellt man sich häufig starke Schmerzen in der Brust vor. Doch bei Frauen sehen die Symptome oft ganz anders aus: ungewöhnliche Müdigkeit, Atemnot, Übelkeit oder Erbrechen, Druck im Rücken, Nacken oder Oberbauch, Schwindel oder kalter Schweiß. Frauen erkennen diese Symptome oft nicht und streichen sie als etwas anderes ab. Auch weil sie nicht wissen können, welche fatalen Folgen das für sie haben kann. Gleichzeitig fehlen geschlechtersensible Präventionsmaßnahmen.

Quelle: www.gored.at

Wechseljahrbeschwerden und Medikamentenunverträglichkeiten. „Alles im Leben ist multifaktoriell“, sagt sie mit einem ganzheitlichen Tenor, der die gesamten Lebensumstände der Frauen einfängt und vor allem beim Bluthochdruck, diesem als stiller Killer bezeichneten Hauptrisikofaktor für Schlaganfall, seine diffizilen Tücken zeigt. „Frauen glauben auch nicht, dass sie an Bluthochdruck leiden“, stellt Angelika Bader zwar ungern, aber basierend auf ihren langjährigen Beobachtungen fest.

Ein Grund für diesen Unglauben liegt oftmals in den Mädchenjahren, in denen die Frauen unter einem niedrigen Blutdruck, der so genannten arteriellen Hypotonie, gelitten haben. Immer mal wieder Schwindel bis zum Umfallen ist ihnen in Erinnerung geblieben. „Das ändert sich aber mit dem Eintreten der Wechseljahre“, weiß Angelika Bader. Das in vielerlei Hinsicht so wunderbare Hormon

Östrogen hat bei Frauen unter 50 Jahren eine blutdrucksenkende Wirkung. Beginnt der Östrogenspiegel aber zu sinken, fällt dieser Schutz weg und das führt dazu, dass die Gefäße weniger geschmeidig werden. In Kombination mit weiteren Veränderungen des Hormon- und Stoffwechselsystems, aber auch mit Schlafmangel, Gewichtszunahme oder Stress kann das dazu führen, dass der Blutdruck nicht nur verrückt spielt, sondern dauerhaft steigt. Laut der American Heart Association (AHA) sind etwa 75 Prozent der postmenopausalen Frauen, also Frauen in den Wechseljahren, in den USA von Hypertonie betroffen. Die Daten sind über den Globus verteilt vergleichbar und signifikant ist der Anteil der Hypertonie-Frauen ab dem 65. Lebensjahr.

Im medica-Podcast erzählt Angelika Bader ziemlich humorvoll, welche Dialoge sie oft mit ihren unter Bluthochdruck leidenden Patientinnen führt, die meist erst einmal von ihrer Krankheit überzeugt werden müssen, dann aber weder die Zeit haben, dreimal täglich ihren Blutdruck zu messen, noch sich vorstellen können, die blutdrucksenkenden Medikamente regelmäßig einzunehmen. „Das geht hin und her. Das ist ein bisschen so wie am Brennermarkt“, sagt die Ärztin.

Die Suche nach dem richtigen Blutdrucksenker kann sich bei Frauen durchaus zu einer Odyssee entwickeln, führen viele dieser Medikamente bei Frauen doch zu weit mehr unangenehmen Nebenwirkungen als bei Männern. Trockener Reizhusten, Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Wassereinlagerungen, Muskelkrämpfe, Gesichtsrötung oder häufiger Harndrang werden in unterschiedlicher Ausprägung und Kombination als Nebenwirkungen gängiger Bluthochdruckmittel wie Diuretika, Beta-

DIE THERAPIEN IM FRAUENGESUNDHEITSZENTRUM WERDEN AUF DIE

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blocker, ACE-Hemmer oder Kalziumantagonisten genannt. Diese Nebenwirkungen sind auch längst wissenschaftlich nachgewiesen. Sie machen die Suche nach „dem Richtigen“ richtig mühsam und die Notwendigkeit für auf Frauen zugeschnittene Präparate richtig groß.

Eine wichtige und für die Behandlung von Bluthochdruck bei Frauen auch entscheidende Neuerung hat 2023 die Aktualisierung der diesbezüglichen Leitlinien für das Management von Bluthochdruck gebracht. Diese internationalen Leitlinien bestimmen,

wie Ärztinnen und Ärzte handeln und was sie bei der Behandlung von Patient:innen zwingend berücksichtigen und auch fragen müssen, weswegen mit den neu definierten beziehungsweise identifizierten Risikofaktoren eine Verbesserung der Behandlungsqualität erwartet werden darf. Als neu identifizierte Risikofaktoren werden darin etwa Bluthochdruck oder blutdruckassoziierte Komplikationen während der Schwangerschaft, frühes Einsetzen der Menopause, geringes Geburtsgewicht, Belastungen durch Luftverschmutzung und Lärm oder Migrationshintergrund genannt. „Dass das

in den Richtlinien aufgenommen wurde, ist extrem wichtig für uns“, sagt Angelika Bader, „Ärztinnen und Ärzte müssen, wenn sie den Blutdruck ihrer Patientinnen in den Griff bekommen wollen, diese Risikofaktoren ansprechen und danach fragen. Das können die Frauen auch einfordern.“

Was den hohen Blutdruck samt seiner ihm innewohnenden Lebensgefahr so faszinierend wie tricky macht, ist die Unmittelbarkeit, mit der er auf die Lebensumstände reagiert. „Jede Patientin kann einmal 200 Druck haben für zehn Minuten. Das ist ganz normal“, sagt die Ärztin. Nicht normal ist es aber, wenn der Wert auf Dauer hoch oder erhöht ist. Und auch hier können die Lebensumstände entscheidend sein. „Ich sage immer, wenn ich 80 Prozent des Umfelds von meinen Patientinnen entfernen könnte, bräuchte man fast keine Blutdrucktabletten mehr, weil natürlich auch sehr viel psychisch ist“, betont Angelika Bader noch einmal das Multifaktorielle, das sich nicht nur aus körperlichen Dispositionen, sondern auch aus einer Überlast aus Arbeits-, Kümmer-, Versorgungs- und Care-Geschichten zusammenund die Frauenherzen unter Druck setzt. „Bei der Behandlung von Blutdruck ist nicht nur die medikamentöse Therapie wichtig, sondern auch, dass die Frau in die Natur geht, sich bewegt, ein bisschen runterfährt und das ganze System zu hinterfragen anfängt“, macht die Ärztin auf die Lebensstilfaktoren aufmerksam, die ein Herz leichter schlagen, sich in zu vielen Frauenleben aber nicht so leicht umsetzen lassen. Und Angelika Bader nennt mit dem potenziellen Grund für diese Schwierigkeiten auch gleich einen weiteren Risikofaktor: „Frauenherzen schlagen für andere.“ Und das eigene Herz kommt dabei zu kurz.

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PROMOTION Dr. Julia Cordin

SCHÖNHEITSGEHEIMNISSE

Es ist die gelungene Verbindung aus höchster medizinischer Exzellenz eingebettet in das Luxusambiente des 5-Sterne-Resorts Schwarz in Mieming, das die Privatklinik von Dr. Julia Cordin zu einem begehrten Ort für all jene macht, die ihrer Schönheit mit einem klaren Fokus auf Individualität und Natürlichkeit nachhelfen wollen.

Eingebettet im luxuriösen Wellnessrefugium des 5-Sterne-Resorts Schwarz in Mieming hebt Dr. Julia Cordin mit ihrer Privatklinik ästhetische Medizin auf ein neues Niveau.

Schon im Teenageralter wusste Dr. Julia Cordin, dass sie Chirurgin werden will. Dass ihr Weg sie in die plastische und ästhetische Chirurgie führen wird, ergab sich eher zufällig während ihrer Assistenzarztstelle im Universitätsspital Zürich. Die Faszination für dieses Fachgebiet, nämlich das Aussehen und Selbstbewusstsein von Menschen positiv zu beeinflussen, prägte ihren weiteren Werdegang maßgeblich. Als Fachärztin für plastische und ästhetische Chirurgie verfolgt sie einen klar differenzierten Ansatz: Individualisierung statt Standardisierung. Was bedeutet, dass ihr Fokus nicht auf sichtbarer

Veränderung liegt, sondern vielmehr auf der präzisen Wiederherstellung natürlicher Proportionen. Individuell. Dezent. Nachhaltig. Seit Beginn des Jahres 2026 wird die Ordination offiziell als Privatklinik geführt und setzt damit neue Maßstäbe in der ästhetischen Medizin und Schönheitschirurgie.

Feingefühl für Ästhetik

Julia Cordin nimmt sich Zeit. Sie hört zu und analysiert mit einem tiefen Verständnis für Anatomie, Alterungsprozesse und ästhetische Balance die Wünsche ihrer Patient:innen. Ein natür-

liches und harmonisches Erscheinungsbild soll die persönliche Ausstrahlung gezielt unterstreichen. In einfühlsamen Gesprächen berät die erfahrene Schönheitschirurgin von Anbeginn transparent und nimmt vor allem auch darauf Bedacht, keine unrealistischen Erwartungshaltungen zu schüren. Vielmehr werden alle zielführenden Möglichkeiten besprochen und von nicht sinnvollen Behandlungswünschen abgeraten. Denn das Ziel für Julia Cordin ist stets eines: die natürliche Schönheit zu unterstreichen. Mit Präzision und individuellen Lösungen. Ob ästhetische Behandlung, Brustoperation, plastische oder Gesichtschirurgie – ihre gesamte Bandbreite modernster ästhetischer Medizin basiert auf State-of-the-Art-Technologien mit ihrem klaren Fokus auf Natürlichkeit.

Innovatives Facelifting

In einer Zeit, in der Authentizität zum neuen Schönheitsideal wird, definiert Dr. Julia Cordin in ihrer exklusiven Privatklinik das Facelifting konsequent und auf höchstem internationalem Niveau neu. Erst kürzlich hospitierte sie bei MD Timothy Marten, einem der weltweit führenden Spezialisten für Facelifts. Im Fokus stand dabei das High-SMAS-Facelifting – eine fortschrittliche Technik, die für besonders natürliche, langanhaltende und strukturerhaltende Ergebnisse steht. Statt rein oberflächlicher Straffung werden tiefere Gewebestrukturen repositioniert – mit dem Ziel, die persönliche Ausstrahlung zu unterstreichen, ohne dabei operiert zu wirken. Anatomische Gegebenheiten, Hautqualität und persönliche Erwartungen werden dabei präzise analysiert und in ein maßgeschneidertes Behandlungskonzept überführt. Standardlösungen gibt es bei Julia Cordin nicht. Ihre in Tirol nahezu einzigartigen Facelifts erfolgen stets in Kombination mit einer Straffung der Halspartie und Eigenfett-Transfer, um ein gesamtheitlich harmonisches und natürliches Erscheinungsbild zu erlan-

Privatklinik Dr. Julia Cordin GmbH

Obermieming 141d, 6414 Mieming Tel.: 0512/312 305 ordination@julia-cordin.at www.julia-cordin.at

gen. Dank der innovativen und gewebeschonenden Verfahren lassen sich Regenerationsphasen deutlich verkürzen. Viele Patient:innen sind dadurch schneller gesellschaftsfähig als erwartet. Facelifting wird dabei nicht als isolierter Eingriff verstanden, sondern als integrativer Bestandteil eines ganzheitlichen Behandlungskonzeptes, das präzise geplant, medizinisch fundiert und ästhetisch durchdacht ist.

Wellbeing

Dass sich ein Wohlfühlambiente positiv auf den Heilungsprozess auswirkt, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Im Luxusambiente des 5-Sterne-Wellnesshotels Schwarz finden Patient:innen nach ihren Eingriffen oder Behandlungen besonders viel Ruhe, Zuwendung und Zeit, sich zu erholen. Individuelle Zusatzleistungen wie medizinische Lymphdrainagen oder ausgewählte Beauty-Treatments können in Kooperation mit dem Wellnessresort auch für etwaige Begleitpersonen diskret gebucht werden – ein Wellbeing-Angebot, das Körper und Seele gleichermaßen anspricht und den Heilungsverlauf auf allen Ebenen begünstigt.

Mit ihrem ausgeprägten Feingefühl für Ästhetik gibt Julia Cordin ihren Patient:innen dank ihrer gesamtheitlichen und weitsichtigen Behandlungskonzepte weit mehr als Schönheit, nämlich Selbstvertrauen und das Gefühl, sich mit sich selbst und seinem harmonischen Erscheinungsbild wohlzufühlen.

DAS GROSSE GANZE

Der Körper ist untrennbar mit der Seele verbunden. Weil das den Menschen erst ganz macht und ganz wunderbar, steckt viel Schönes in dieser Einheit. Die Wechselwirkungen können aber auch ziemlich komplex werden und zu Störungen oder Krankheiten führen. Schmerzen, Schwindel oder Herzrasen lassen sich oftmals auf ein Leiden der Seele zurückführen. Eine rein körperliche Krankheit gibt es schlicht nicht. „Wenn man wirklich den gesamten Menschen sieht, dann gehört das einfach zusammen und da ist die Trennung zwischen Körper und Psyche obsolet“, sagt Barbara Sperner-Unterweger, Expertin für psychosomatische Medizin.

„Psychosomatik hat nicht nur einen philosophischen Hintergrund, sondern sollte in allen medizinischen Fachbereichen mitgedacht werden.“
Barbara Sperner-Unterweger

Wenn der so genannte Volksmund komplexe Erklärungen überflüssig macht und ein „Ach ja, stimmt“ locker über die Lippen kommen lässt, macht das hellhörig. Die Angst, die im Nacken sitzt. Der Stein, der auf der Brust liegt. Die Laus, die über die Leber gelaufen ist. Die Sprache, die es einem verschlägt, die zugeschnürte Kehle oder die Schmetterlinge im Bauch. „Es ist schon spannend, dass unsere Sprache sehr viele psychosomatische Anteile hat und uns das Wissen um die Gemeinsamkeit so vertraut ist“, sagt Barbara Sperner-Unterweger. Die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin schlägt mit diesen Worten federleicht eine Brücke vom Alltag der Menschen hin zu ihrem Fachgebiet und öffnet damit ein Tor zu jener medizinischen Schatzkiste, in der Patient:innen in ihrer Gesamtheit wahrgenommen und mit Respekt vor der Einheit behandelt werden: Die psychosomatische Medizin.

Bis Herbst 2024 war Barbara Sperner-Unterweger Direktorin der Innsbrucker Universitätsklinik für Psychiatrie II, die sich als überregionale Einrichtung für psychische und psychosomatische Erkrankungen versteht und deren klinische und forschende Arbeit sich um die psychosomatische Medizin dreht. „Psychosomatik hat nicht nur einen philosophischen Hintergrund, sondern sollte in allen medizinischen Fachbereichen mitgedacht werden. Das ist ganz wesentlich“, sagt die Professorin und betont: „Aus meiner Sicht ist die psychosomatische Medizin das Herzstück der Psychiatrie.“

Im medica-Podcast – über den QR-Code können Sie am Gespräch teilnehmen – erzählt Barbara Sperner-Unterweger darüber, wie

psychosomatische Medizin zu ihrer Fachrichtung und ihrer beruflichen Leidenschaft wurde. Zu Beginn ihrer Karriere war sie beispielsweise stark beeindruckt von den Erkenntnissen zum Immunsystem und den körperlichen Stressreaktionen. „Was mich wirklich interessiert, sind Menschen. Menschen mit ihren Reaktionen und ihren Verhaltensweisen, aber auch die gesellschaftlichen Strukturen, in denen wir Menschen leben“, sagt sie.

Dass Gesundheit und Krankheit immer den ganzen Menschen betreffen und psychische Belastungen und Störungen den Körper ebenso krank machen oder zu körperlichen Symptomen beitragen können, wie ein kranker Körper psychische Leiden verursachen kann, sind gewissermaßen die Säulen der psychosomatischen Medizin. „Es geht nicht nur um die Interaktion zwischen Körper und Psyche, sondern es geht vor allem auch um diese Einheit, darum, den Menschen als Gesamtheit zu

verstehen“, betont Barbara Sperner-Unterweger. Diese Denkweise ist der Knackpunkt, um Menschen zu helfen, deren Krankheiten oder Symptome nicht nur mit biologischen Mechanismen oder körperlichen Ursachen erklärbar sind und deswegen auch nicht mit darauf fußenden Therapien behandel- oder therapierbar sind. Eben weil es die Psyche ist, die körperlich krank macht. „Psychosomatische Beschwerden können jedes Organsystem betreffen“, stellt Barbara Sperner-Unterweger klar. Zu „klassischen“ oder häufig zu beobachtenden psychosomatischen Symptomen zählen beispielsweise ständige Erschöpfung oder Müdigkeit, Schmerzen, Magen-Darm- und Verdauungsbeschwerden oder Herz-Kreislauf-Probleme wie hoher Blutdruck oder Herzstolpern. Können diese, die Lebensqualität massiv beeinträchtigenden und den Körper krank machenden Symptome nicht mit Bildgebungen, Laborbefunden oder sonstigen technischen Diagnoseverfahren erklärt werden, sollten Patient:innen und behandelnde Mediziner:innen ganz flott die Psyche ins Auge fassen und sich auf die Suche nach Ursachen begeben, die sie möglicherweise belasten.

Der Sorgenkreislauf

Gibt es keine medizinische Erklärung für körperliche Symptome, kann das dazu führen, dass die Symptome immer intensiver wahrgenommen werden, sie immer mehr beunruhigen. Diese ausweglos wirkende Gemengelage kann schließlich einen Sorgenkreislauf in Gang setzen, der die Betroffenen regelrecht aus ihrem gewohnten Leben kickt. Eine so genannte somatische Belastungsstörung, die auch nach einer älteren diagnostischen Bezeichnung „somatoforme Störung“ genannt wird, hat jedenfalls das Potenzial, erhebliches Leid zu verursachen. „Schade ist, dass es relativ lang dauert, um somatische Belastungsstörungen zu diagnostizieren. Teilweise vergehen drei bis fünf Jahre, bis wirklich eine Diagnose gestellt wird“, weist die Expertin auf unheimlich lange und unnötige Leidenswege hin.

Somatische Belastungsstörungen gelten als dritthäufigste psychische Erkrankung in Europa. „Das heißt, dass circa fünf Prozent

Zum Podcast

Psychosomatische Medizin.

Barbara Sperner-Unterweger ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin und war bis 2024 Direktorin der Innsbrucker Universitätsklinik für Psychiatrie II, deren Schwerpunkt auf psychosomatischer Medizin liegt und deren Behandlungskonzepte sowohl körperliche als auch psychische und soziale Aspekte von Gesundheit und Krankheit beachten und bei der Behandlung berücksichtigen. „Die Behandlungskonzepte werden immer gemeinsam mit den Patient:innen entwickelt. Das heißt, es braucht Verständnis und auch Interesse und Bereitschaft der Patient:innen, mitzuarbeiten“, sagt die international renommierte Expertin. Im medicaPodcast erzählt Barbara SpernerUnterweger von der großen Kraft, die in der psychosomatischen Medizin steckt.

der europäischen Bevölkerung unter einer solchen Störung leiden“, zeichnet Barbara Sperner-Unterweger mit einer eindrücklichen Relation ein ziemlich leidvolles Gesamtbild. Neben den somatischen Belastungsstörungen werden Angststörungen, andere Stress- und Traumafolgestörungen wie die posttraumatischen Belastungsstörungen sowie Essstörungen zu den klassischen psychosomatischen Krankheiten gezählt. Fast erschreckend wird dieses Bild, wenn berücksichtigt wird, dass 30 bis 40 Prozent der Patient:innen in hausärztlichen Praxen der Allgemeinmediziner:innen psychosomatische Beschwerden haben und 15 bis 20 Prozent der Allgemeinbevölkerung über psychosomatische Beschwerden berichten.

Im medica-Podcast erzählt Barbara Sperner-Unterweger auch die Geschichte eines Patienten, der vor vielen Jahren mit Herzproblemen, massiven Angstzuständen und Panikattacken zu ihr in die Ambulanz für Psychotherapie und Psychosomatische Medizin gekommen war. Der Auslöser und erste Dominostein seines belastenden Leidensweges war die „Herzattacke“ eines Fußballkollegen gewesen. Diese „Herzattacke“ hatte bei dem Patienten schon länger bestehende psychische Belastungen so weit aktiviert, dass sich sukzessive seine verschiedenen Symptome entwickelt haben. „Wir haben zusammen ein für ihn nachvollziehbares Erklärungsmodell für seine Symptome erarbeiten können. Er konnte so ein Verständnis für psychisch-körperliche Zusammenhänge entwickeln und auch die Belastungen und Ursachen seines Leidens in seinen Lebensumständen identifizieren.

Psychosomatische Medizin ist Beziehungsmedizin

Um ein solches psychosomatisches Krankheitsverständnis aufzubauen, sind vertrauensvolle Therapiegespräche notwendig. Gespräche, die auf psychosomatische Medizin spezialisierte Ärztinnen und Ärzte professionell beherrschen: „Ich muss mich wirklich auf die Patientinnen und Patienten einlassen und sie müssen sich auch angenommen fühlen. Das heißt, es muss auch wahrgenommen oder anerkannt werden,

DAS ZUSAMMENSPIEL ZWISCHEN PSYCHISCHEN UND KÖRPERLICHEN FAKTOREN BESCHÄFTIGT DIE MEDIZIN

BEREITS, SEIT HIPPOKRATES UM 400 VOR CHRISTUS DIE WISSENSCHAFTLICHE

MEDIZIN BEGRÜNDETE.

dass dieses Symptom nichts Eingebildetes ist“, erklärt die Expertin und betont die Herausforderung für psychosomatische Mediziner:innen, Übersetzungsarbeit zu leisten, den Patient:innen ein Krankheitskonzept zu vermitteln und Zugänge zu schaffen. „Wir nennen das Psychoedukation. Es geht um die Zusammenhänge, diese Gesamtwahrnehmung, aber natürlich auch viel um Funktionen im Körper, wie das vegetative Nervensystem, das Hormonsystem oder das Immunsystem.“

Über viele Jahre hat Barbara Sperner-Unterweger dazu beigetragen, die psychosomatische Medizin in den verschiedenen medizinischen Fachbereichen zu verankern, sodass die psychosomatische Denkweise und ihre Grundsätze in der Diagnostik und in der Behandlung von Patient:innen vermehrt und optimalerweise von Anfang an mitgedacht werden. „Da gibt es allerdings noch Luft nach oben“, sagt sie. In einer medizinischen Welt, in der in atemraubendem Takt technische Fortschritte gefeiert werden und immer wieder neue, noch bessere Diagnose-, Bildgebungsund Operationsmethoden ganze Fachgebiete transformieren, hat es die psychosomatische Medizin nicht wirklich leicht, Schlagzeilen zu machen. Zwar werden Begriffe wie DarmHirn-Achse oder Stress-Hormon-Achse immer bekannter und die kommunikative Schlüsselrolle der Neurotransmitter rückt immer stärker in den Vordergrund. Es wird auch zunehmend nachvollziehbar, dass sich die biologischen Systeme nicht an Grenzen zwischen Körper und Gehirn halten, sondern durch ihr Zusammenspiel diese Grenzen komplett aufgelöst werden, doch entfaltet dieses Wissen nicht wirklich die revolutionäre Kraft, die in ihm steckt.

Folgenschwere Trennung

Den Menschen in seiner Gesamtheit wahrzunehmen, das Zusammenspiel von Körper

Gut zu wissen

Tief durchatmen.

In stressigen Alltagssituationen, welche die Seele verzweifeln und den Körper panisch reagieren lassen, kann eine gezielte, einfache Atemübung hilfreich sein, um das Wohlbefinden wiederherzustellen und sich zu beruhigen. Eine Übung, die Barbara Sperner-Unterweger auch Menschen empfiehlt, die noch keine Erfahrung mit der positiven Wirkung des „richtigen“ Atmens haben, verrät sie gerne: „Es ist wichtig, die Hände auf den Bauch zu legen, einfach um wirklich zu merken, dass man dorthin atmet. Dann wird über die Nase eingeatmet und von eins bis sechs gezählt, die Luft kurz angehalten und dann – auf sieben, acht neun – durch den Mund ausgeatmet. Das ist eine ganz einfache Vorgangsweise, die eigentlich überall angewendet werden kann.“

und Psyche zu entschlüsseln, um die potenziell krank machende Ursache zu finden und gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten einen Therapieplan zu erarbeiten, ist höchst zeitintensiv und komplex. „Es ist sicher manchmal einfacher, wenn man sich nur auf ein Organ fokussiert oder nur ein Organsystem anschaut und nicht alle anderen Zusammenhänge“, beschreibt Barbara Sperner-Unterweger einen Grund dafür, dass Körper und Geist immer noch zu gerne voneinander getrennt betrachtet werden. Dabei beschäftigt das Zusammenspiel zwischen psychischen und körperlichen Faktoren die Medizin bereits, seit Hippokrates um 400 vor Christus die wissenschaftliche Medizin begründete. Schon im Buch der Sprüche Salomons des Alten Testaments wird die psychosomatische Heilkunde kurz erwähnt – mit den Worten: „Ein fröhliches Herz bringt gute Besserung, aber ein zerschlagender Geist vertrocknet das Gebein.“ Als einer der Pioniere der Psychosomatik wird Friedrich Schiller genannt, der nicht nur Dichter, Philosoph und Historiker war, sondern auch Arzt und die Idee der sogenannten Mittelkraft hatte – einer Kraft zwischen Materie und Geist, die heute mit dem vegetativen Nervensystem gleichgesetzt wird.

Dass Körper und Geist eng zusammenhängen, war in der medizinischen Welt über lange Zeit kein allzu großes Ding und schon gar kein Ding der Unmöglichkeit – bis, ja bis der französische Philosoph René Descartes sein scharfes rationales Schwert zückte, die Theorie von Leib und Seele als getrennte Einheiten formulierte und das Denken über Psyche und Körper über Jahrhunderte prägte. „In dieser Dichotomie ist man leider ein bisschen stecken geblieben“, sagt Barbara Sperner-Unterweger.

Im medica-Podcast beschreibt die Ärztin – ohne Genderstereotypen zu bedienen –die unterschiedliche Art, wie Männer und

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DEM PARTNER ODER AM ARBEITSPLATZ –, NEGATIVE ERFAHRUNGEN UND ERLEBNISSE ODER ÄNGSTE UND EINGEFAHRENE, PROBLEMATISCHE VERHALTENSWEISEN KÖNNEN DIE PSYCHE

STARK BELASTEN. UND DAMIT EBEN AUCH DEN KÖRPER.

Frauen mit ihrem psychischen Wohlbefinden umgehen. Frauen seien grundsätzlich offener, Männer mehr auf körperliche Befindlichkeiten konzentriert: „Was natürlich schon stimmt, ist, dass Frauen Mehrfachbelastungen haben – wesentlich mehr als Männer. Das sind sehr häufig chronische Belastungen und da ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass Auffälligkeiten wahrgenommen werden, größer.“

Wahrnehmung ist ein gutes Stichwort, können die subjektiven Empfindungen der Menschen doch in einer fast fröhlichen Vielfalt auseinanderdriften, was sich etwa bei der subjektiven Bewertung von Stress oder Schmerz recht eindrücklich zu zeigen vermag. Die für Gesundheit wie Krankheit so entscheidende Individualität fängt bei der Bewertung von Situationen oder Belastungen an, reicht über biologische Faktoren wie die Genetik hin zu so genannten epigenetischen Veränderungen etwa durch negative Erfahrungen im Zusammenleben oder Traumatisierungen. Hinzu kommen der die Persönlichkeit prägende Kulturkreis und soziale Faktoren. „Wir wissen heute sehr gut darüber Bescheid, dass Isolation, Einsamkeit oder auch Armut eine große Rolle für eine Krankheitsentwicklung spielen können“, sagt Barbara Sperner-Unterweger.

Einfach, geradlinig oder ganz allgemein gültig scheint genau gar nichts zu sein, wenn es um die Menschen geht. Vor allem, wenn sie krank werden, kann diese Individualität mit all ihren biologischen, psychischen, sozialen und erlebten Teilaspekten eine entscheidende Rolle spielen. Genau davor verneigt sich die psychosomatische Medizin. Sie behandelt und therapiert mit großem Respekt vor den Menschen – und dem großen Ganzen.

Barbara Sperner-Unterweger ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin und leidenschaftliche Kämpferin für diese Beziehungsmedizin – und das große Ganze.

ANÄSTHESIE

Dr. Beiler David 0512 / 234 - 0

Dr. Finsterwalder Thomas, MBA 0512 / 234 - 0

Dr. Heider Denise 05224 / 54 408

Dr. Korschineck Regine 0512 / 234 - 0

Priv.-Doz. Dr. Mitterlechner Thomas 0512 / 234 - 0

Dr. Rainer Bernhard 0512 / 234 - 0

Dr. Rainer Daniel 0664 / 153 3959

Dr. Ruckensteiner Karin 0512 / 234 - 0

Priv.-Doz. Dr. Tiefenthaler Werner 0512 / 234 - 0

AUGENHEILKUNDE UND OPTOMETRIE

Dr. Gschließer Andreas 0512 / 31 20 20

Dr. Hartlieb Elisabeth 0512 / 250 - 333

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Dr. Huber Stefan 05223 / 422 80

Ao. Univ.-Prof. Dr. Kieselbach Gerhard 0512 / 234 - 262

Dr. Kremser Bernhard 0512 / 234 - 262

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Priv. Doz. DDr. Mariacher Siegfried FEBO 0664 / 998 848 58

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Dr. Widmann-Schuchter Barbara 05223 / 426 68

Univ.-Prof. Dr. Wolf Armin FEBO 0512 / 573 269 CHIRURGIE

Univ.-Doz. Dr. Bammer Tanja 05372 / 60 888

Mag. Dr. Bermoser Katrin 05223 / 214 14

Dr. Harpf Christoph 05223 / 225 70

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Dr. Pittl Thomas 05223 / 214 14

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DERMATOLOGIE

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HALS-, NASEN- UND OHRENHEILKUNDE

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INNERE MEDIZIN

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Dr. Hammer Alexander 0660 / 5513314

Dr. Lisch Christoph 0512 / 234 - 529

Dr. Niederwanger Andreas 0512 / 34 10 57

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MUND-, KIEFER- UND GESICHTSCHIRURGIE

Univ.-Doz. Dr. Dr. Jank Siegfried 05223 / 20 45 65 NEUROCHIRURGIE

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Dr. Mehmeti Arjeta 0660 / 15 54 810

NEUROLOGIE

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Dr. Karosin Christina 05224 / 52 846

ORTHOPÄDIE UND ORTHOPÄDISCHE CHIRURGIE

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Dr. Bitschnau Bertram 0512 / 55 22 10

Dr. Brabec Erich 0512 / 31 90 53

Prof. Dr. Braun Sepp 0512 / 39 70 30

Dr. Druml Christian 0660 / 60 400 60

Ao. Univ.-Prof. Dr. Fink Christian 0512 / 39 70 30

Dr. Frischhut Stefan, MSc. 0664 / 88 41 29 60

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Dr. Heppner Rene 0660 / 72 51 034

Ing. Dr. Hernegger Gerald 0664 / 65 52 703

Dr. Hochholzer Thomas 0512 / 34 18 91

Dr. Luze Thomas 05262 / 66 5 32

Informationen zu allen aktiven Belegärztinnen und Belegärzten finden Sie auf unserer Website www.privatklinik-hochrum.com

Perfekte Netzwerke

Im Vergleich zum Blutkreislauf, der allen bekannt ist, kann das Lymphsystem fast als Stiefkind bezeichnet werden. Dabei ist dieses komplexe, feine, sanft pulsierende Netzwerk in vielerlei Hinsicht lebenswichtig. „Es ist wie eine kraftvolle Autobahn, unser Transportsystem und unsere Müllabfuhr“, sagt Sandra Huber. Die Innsbrucker Gefäßchirurgin und Venenspezialistin ist fasziniert von der perfekten Logistik des menschlichen Gefäßsystems und hilft ihm auf die Sprünge, wenn der Fluss ins Stocken gerät.

Im ersten Moment verwirrt dieses Bild. Auf einem Regal neben der Eingangstür – vom Sitzplatz der Patient:innen aus gut sichtbar – stehen kesse Frauenbeine aus Plastik, die mit nicht minder kessen, dezent farbigen Strümpfen bekleidet sind. „Kompressionsstrümpfe sehen schon lange nicht mehr bieder aus“, erklärt Sandra Huber die Blickfänge in ihrer Ordination in der Privatklinik Kettenbrücke in Innsbruck. Sandra Huber ist Gefäßchirurgin und Venenspezialistin. Phlebologie heißt die Venenheilkunde auch und zur Vorbeugung, Behandlung und Rehabilitation von Venenerkrankungen ist die so genannte Kompressionstherapie genauso unerlässlich wie bei der Therapie mancher Störungen des Lymphsystems.

Im medica-Podcast mit Christina Schwemberger (Seite 52) steht das Lymphödem im Mittelpunkt, eine chronische Krankheit, bei der aus unterschiedlichen Gründen der Lymphfluss gestört ist, was zu Schwellungen in Armen oder Beinen führt. Noch ist ein Lymphödem nicht heilbar, wohl aber behandel- beziehungsweise therapiebar. „Das Wichtigste ist die Kompressionstherapie – das brave, konsequente Tragen dieser verhassten Kompressionsstrümpfe am Arm oder am Bein“, sagt Sandra Huber.

Im medica-Podcast – über den QR-Code können Sie bequem „einsteigen“ und zuhören – erklärt Sandra Huber die potenziellen Auslöser und Auswirkungen, aber auch die Behandlungsmöglichkeiten eines Lymphödems, von dem Frauen deutlich öfter betroffen sind als Männer. „Wenn es einseitig ist, neu ist und länger als einige Tage besteht,

„Das Gefäßsystem ist ein sehr, sehr interessantes Netzwerk im Körper. Über 100.000 Kilometer Gefäße durchziehen uns.“
Sandra

Huber

sollte man ärztlichen Rat suchen und das abklären lassen“, sagt die Expertin.

Die Ärztin, die seit 2003 gefäßchirurgisch tätig ist, hat sich auf eine extrem spannende und breit gefächerte medizinische Fachrichtung spezialisiert. Gefäßchirurgie mäandert in zahlreiche andere Fachrichtungen, wie Neurologie, Kardiologie, Neurochirurgie, Nephrologie, Onkologie, Orthopädie oder Unfallchirurgie. Die Krankheitsbilder, mit denen sie konfrontiert ist, sind entsprechend unterschiedlich und die Leidenschaft, mit der Sandra Huber dieser Vielfalt begegnet, wird regelrecht spürbar, wenn sie das menschliche Gefäßsystem beschreibt: „Das Gefäßsystem ist ein sehr, sehr interessantes Netzwerk im Körper. Über 100.000 Kilometer Gefäße durchziehen uns. Das sind Arterien, Venen, Kapillaren

Sandra Huber ist Gefäßchirurgin und Venenspezialistin und ordiniert in der Privatklinik Kettenbrücke in Innsbruck.

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Bewegte Systeme.

Im medica-Podcast mit der Innsbrucker Gefäßchirurgin und Venenspezialistin Sandra Huber wird mit dem Lymphsystem oder lymphatischen System ein zentraler Motor des menschlichen Immunsystems vor den Vorhang geholt und beleuchtet. Warum Frauen von Erkrankungen des Lymphsystems deutlich häufiger betroffen sind als Männer, ist noch unklar. „Es wird gemunkelt beziehungsweise gemutmaßt, dass es die Östrogene sind“, sagt sie. Die Östrogene beeinflussen die Gefäßdurchlässigkeit, wodurch es zu mehr Gewebswasser kommen könnte. Damit aber nicht genug. „Frauen haben durch die Östrogene auch eher eine Neigung zu lockerem Bindegewebe und einem höheren Fettanteil, was auch wieder mehr Gewebsflüssigkeit aufnehmen kann“, hält die Ärztin fest.

und Lymphgefäße. Das Gefäßsystem besitzt eine perfekte Logistik mit Sauerstoff- und Nährstofftransport oder Abtransport von Abfallstoffen. Auch Hormone, Immunzellen oder Botenstoffe werden transportiert.“ Auf das Gefäßsystem umgemünzt bekommt das Zitat des griechischen Philosophen Heraklit – „Alles fließt“ (Panta rhei) – eine ganz eigene Bedeutung, sind doch auch diese Lebensflüsse in unaufhörlicher Bewegung und sollten niemals stillstehen. Das gilt für den Blutkreislauf genauso wie für das Lymphsystem, das im Vergleich zum großen bekannten „Blutsbruder“ fast als Stiefkind bezeichnet werden muss. Und das vollkommen zu Unrecht. „Lymphgefäße sind prinzipiell sehr, sehr dünn“, versucht die Ärztin der im allgemeinen Bewusstsein untergeordneten Rolle des Lymphsystems auf den Grund zu gehen. Große Venen oder Arterien im Bauchraum weisen durchaus den Durchmesser eines Daumens oder größer auf, was vergleichsweise riesig ist und vor allem dann imposant wird, wenn die Schädigung eines derartigen Blutgefäßes rasches medizinisches Handeln erfordert. „Eine arterielle Blutung, die bis zur Decke spritzt, oder eine venöse Blutung mit einer großen Blutlache ist doch auch viel imposanter als ein kleines Gefäß, das so langsam vor sich hinzuckelt“, erklärt die Ärztin bildgewaltig einen Grund dafür, warum das Lymphsystem in der Geschichte der westlichen Medizin lange Zeit eine Art Schattendasein führte.

Im medica-Podcast streift die Gefäßchirurgin durch die Geschichte ihrer Fachdisziplin und erzählt gerne von einem Tiroler Helden, der als einer der großen Gefäßchirurgen des 20. Jahrhunderts gilt. „Robert May hatte seine Ordination am Bozner Platz und er hat sehr viel für die Verbesserung und für das Verständnis des venösen Systems und der funktionellen Diagnostik beigetragen“, sagt sie. Das May-Thurner-Syndrom, eine seltene Venenerkrankung, trägt auch seinen Namen.

Während der Blutkreislauf früh schon zum wissenschaftlichen und praktischen Heldentum anregte, konnten die Geheimnisse des Lymphsystems oder lymphatischen Systems erst relativ spät gelüftet werden. „Erkannt hat man es sehr früh, aber man hat es lange nicht verstanden. Transportfunktion, Lymphknoten, Lymphozyten und Immunschutz sind erst im späten 18. und 19. Jahrhundert entdeckt worden“, erzählt Sandra Huber und nennt damit auch gleich ein paar entscheidende Player und Funktionen des Lymphsystems, das mit den lymphatischen Organen und dem Lymphgefäßsystem eine zentrale Rolle für das gesunde, ja saubere Rundlaufen des menschlichen Körpers spielt, in dem bis zu zwei Liter Lymphflüssigkeit (Lymphe) täglich dahinzuckelt und auf diesem Weg wahre Wunder vollbringt. „Die Lymphe ist ein multifunktionales Transportmedium, das Salze und kleine Moleküle enthält – ähnlich wie das Blut-

„Das Wichtigste in der Therapie ist die Kompressionstherapie – das brave, konsequente Tragen dieser verhassten Kompressionsstrümpfe am Arm oder am Bein.“

plasma“, weckt die Gefäßchirurgin Neugier für diese leicht gelbliche Flüssigkeit, die jede Menge Stoffe transportiert. Dazu zählen etwa Proteine, abgestorbene Zellen, fettlösliche Vitamine, Lymphozyten, Antikörper, Entzündungs- und Immunbotenstoffe, Wachstumsfaktoren oder Stoffwechselabbauprodukte. Angetrieben durch die Muskelpumpe werden in den feinen Lymphgefäßen, die Hippokrates weiße Venen nannte, Bakterien, Viren, Pilze oder Fremdkörper zu den Lymphknoten transportiert, wo sie von Immunzellen (Lymphozyten) unschädlich gemacht werden.

Im medica-Podcast erzählt die Ärztin, was in den rund 600 bis 700 Lymphknoten passiert – im ganz normalen „Lymph-Alltag“, aber auch, wenn diese Filterstationen etwa in Folge einer Entzündung im Körper anschwellen und

spürbar werden. „Normalerweise sind sie ganz klein, maximal erbsengroß und nicht sichtbar“, sagt sie.

„Die Lymphgefäße beginnen blind in den Geweben, werden dann zu kleinen Kapillaren, die die Flüssigkeit, also die Lymphe, aus dem Gewebe aufnehmen und schlussendlich wieder über eine Vene unter dem Schlüsselbein ins venöse System abgeben“, erklärt Sandra Huber den faszinierenden Kreislauf, der auch sie in Bewegung hält. Apropos Bewegung. Auf die Frage, ob es Möglichkeiten gibt, dem Lymphsystem oder überhaupt dem Gefäßsystem Gutes zu tun, sagt die Ärztin: „Ganz egal ob arterielle, venöse oder Lymph-Gefäße. Regelmäßige Bewegung ist immer gut.“

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MEINE GESCHICHTE

Nicht hinnehmen, kämpfen!

Noch ist das chronische Lymphödem eine unheilbare Krankheit. Davon lässt sich Christina Schwemberger genauso wenig beeindrucken wie von der Tatsache, dass ihr linkes Bein sie seit zehn Jahren mit großen, teils mysteriösen Herausforderungen konfrontiert. Irgendwann traf sie die Entscheidung, sich auf Lösungen zu konzentrieren, auf Positives. „Damit habe ich dieser Krankheit die Macht über mich genommen“, sagt sie. Auf dem Instagram-Kanal @lymphchrissi teilt die Tirolerin ihre Erfahrungen, macht Mut und gibt Tipps.

Kommunikationsexpertin Christina Schwemberger lebt seit 2016 mit einem chronischen Lymphödem im linken Bein und betreibt seit 2018 ihren eigenen Instagram-Kanal zum Thema.

„Ich habe meinen Körper sehr gut kennengelernt und ich lerne ihn ständig weiter kennen.“

Eines der ersten Arztgespräche war so erschütternd wie ernüchternd, ja knallhart. „Da hat der Arzt gesagt, gewöhnen Sie sich schon mal dran, dass sie nie mehr symmetrisch sein werden. Diese Krankheit ist unheilbar“, erinnert sich Christina Schwemberger. Eines Morgens im Mai 2016 war sie aufgestanden und ihr linker Oberschenkel hatte sich prall angefühlt, fest und ein bisschen geschwollen. Die Sorgen, die sich die damals 44-Jährige machte, sind leicht nachvollziehbar. Die Ängste, die bald in ihr aufkeimten, sind das auch. Entsprechend fleißig nahm sie die Entwässerungstabletten, die ihr nach dem ersten Arztbesuch auf Verdacht verschrieben wurden – mit dem Ergebnis, „dass ich schrecklich ausgesehen habe, weil sämtliches Wasser aus allen möglichen Körperregionen verschwunden war, inklusive Gesicht.“ Beim Oberschenkel wirkte die Entwässerung aber nicht. Rückblickend betrachtet war dieser erste Arztbesuch die erste Konfrontation mit einer medizinischen Ohnmacht, die sie und ihr linkes Bein seither begleiten sollte. „Nur ganz wenige Ärztinnen und Ärzte kennen sich auf diesem Gebiet aus“, weiß Christina Schwemberger.

Das Ende der Symmetrie

Christina Schwemberger ist eine ansteckend lebenslustige Frau. Sie arbeitet in der Unternehmenskommunikation und konnte im Mai 2016 natürlich noch nicht ahnen, was da auf sie zukommen würde. Es als Odyssee zu bezeichnen, passt irgendwie, selbst wenn sie ganz und gar keine tragische, sondern vielmehr eine Mut machende Heldin ist.

Schon die ersten Schritte auf dem Weg zu einer Diagnose waren mit Hürden gespickt. Der Weg führte sie über eine internistische und eine gynäkologische Praxis schließlich in jene, in welcher der auf Venen spezialisierte Arzt ihr mitteilte, dass sie unter einem Lymphödem leide, diese Krankheit unheilbar sei und dies das Ende der Symmetrie ihrer Beine bedeute. „Nach dem ersten Schock habe ich mir gedacht, sicher nicht. Ich kämpfe. Es gibt immer Lösungen“, sagt Christina Schwemberger und lässt damit gleich das positive Feuer auflodern, mit dem sie der Krankheit begegnet.

Im medica-Podcast mit Christina Schwemberger – über den QR-Code können Sie dabei sein – teilt sie ganz offen die Höhen und

Tiefen, die sie seit der Diagnose Lymphödem durchlebt. „Wenn das Bein immer dicker wird und man hilflos zuschauen muss, verzweifelt man schon“, sagt sie im Gespräch, erzählt aber auch, wie sie es schaffte, der Krankheit die Stirn zu bieten und den tristen Aussichten positiv zu begegnen: „Ich habe die Krankheit dann als Projekt gesehen, als Herausforderung.“

Die Schwellung, die ein Lymphödem kennzeichnet, wird durch den Rückstau von Lymphflüssigkeit im Gewebe – oft in Armen oder Beinen – verursacht. Im medica-Podcast mit Sandra Huber, Gefäßchirurgin und Venenspezialistin an der Privatklinik Kettenbrücke in Innsbruck (siehe Seite 48), steht das lymphatische System beziehungsweise der Lymphkreislauf im Mittelpunkt, der trotz seiner so essenziellen Rolle für den menschlichen Körper so erstaunlich wenig bekannt ist und vor allem dann zum Problem wird, wenn er ins Stocken gerät –wie im Fall eines Lymphödems. Dazu stellt die Ärztin fest: „Echte Heilung gibt es bislang leider nicht. Da besteht noch viel Forschungsbedarf.“

Bekannt ist, dass Frauen häufiger von Lymphödemen betroffen sind. Bekannt ist auch, dass es ein primäres und ein sekundäres Lymphödem gibt. Angeboren ist das erste, durch äußerliche Einflüsse wie Verletzungen, Entzündungen, Operationen oder Lymphknotenentnahmen aufgrund von Krebserkrankungen verursacht wird das zweite. „Bei mir war die Vermutung, dass es eventuell ein Insektenstich hervorgerufen hat“, sagt Christina Schwemberger. Ein Aufenthalt in der italienischen Maremma hatte die Aufmerksamkeit auf die dort heimischen Mücken gelenkt, die ihre juckenden Spuren hinterlassen hatten. Doch diese Vermutung wurde genauso wenig bestätigt wie andere potenzielle Auslöser. Die Kommunikationsexpertin wurde auf Autoimmunerkrankungen getestet und auf Nahrungsunverträglichkeiten, ein Wurmbefall des Darmes wurde ausgeschlossen und vieles andere auch. „Einige Ärzte haben gesagt, ist doch egal, du hast es jetzt und das muss man behandeln. Das ist nach wie vor nicht meine Meinung“, sagt sie in der Überzeugung, dass das Wissen um die Ursache eine für sie passende Therapie erst möglich macht.

ÜBER DEN LYMPHKREISLAUF IST TROTZ

SEINER SO ESSENZIELLEN ROLLE FÜR DEN MENSCHLICHEN KÖRPER ERSTAUNLICH WENIG

BEKANNT. ER WIRD VOR ALLEM DANN ZUM PROBLEM, WENN ER INS STOCKEN GERÄT.

Im medica-Podcast erzählt Christina Schwemberger, warum sie Ende 2018 mit ihrem Instagram-Kanal @lymphchrissi startete und darin die Stationen ihrer Ursachensuche und ihre über die Jahre gewonnenen Erkenntnisse teilt. „Mein Kanal ist recht bescheiden, aber Erfahrungswerte von Betroffenen sind wirklich eine enorme Hilfe. Es gibt inzwischen sehr viele aus der ganzen Welt, die ihre Erfahrungen auf Instagram teilen und damit oft neue Erkenntnisse liefern. Die Körper sind individuell, das weiß man. Nicht jedem hilft dasselbe, aber man kann es zumindest ausprobieren“, sagt sie.

Zwar zählen das tägliche Tragen von Kompressionsstrümpfen oder -hosen, Lymphdrainagen und regelmäßige Reha-Aufenthalte quasi zum Standardprogramm für Lymphödem-Patient:innen. Auf der Suche nach Dingen, die gut tun, den Leidensdruck mindern und die Lebensqualität steigern, sind die Betroffenen aber ein großes Stück weit auf sich alleine gestellt.

Die Reise, zu der Christina Schwemberger andere Betroffene seit Ende 2018 auf ihrem Instagram-Kanal einlädt, wirkt vor dem Hintergrund wie eine Achterbahnfahrt – voll mit hoffnungsvollen Höhen, heiteren Seitenblicken, aber auch tristen Tiefen. Am 29. Juni 2019 hielt sie beispielsweise fest: „Kurztrip ans italienische Meer, mit Lymphödem schwierig. Trotz vielem Schwimmen, im Schatten bleiben, das Bein kühlen, Kompression morgens und abends, fühlt es sich so an, als würde das linke Bein gleich platzen… ich hasse meine Krankheit!!!“

Diese Momente zu teilen ist ihr ebenso wichtig, wie all die Therapie- oder sonstigen Versuche zu beschreiben, die ihr geholfen haben oder anderen helfen könnten. Gegen die Schmerzen nimmt sie beispielsweise erfolgreich Kurkuma. Um zu verhindern, dass die

gestaute Lymphflüssigkeit klumpt, helfen ihr die Enzyme aus Bromelain, Papain, Pankreatin und Rutin. Von der positiven Wirkung, die sie in Folge der Ernährungsumstellung auf tiermilch- und glutenfrei feststellen darf, ist sie erstaunt. Mithilfe spezieller operativer Eingriffe, sogenannter lymphatischer Anastomosen, einer Art „Umleitung“, damit die Lymphe wieder besser fließen kann, konnte bei ihr nicht nur erfolgreich verhindert werden, dass die Schwellung des Beines größer wird, sondern auch eine Reduktion der Lymphlast erwirkt werden. Und die Wechseljahre – mit der damit zusammenhängenden Neigung zu Wassereinlagerungen – stellen sie gerade vor neue Herausforderungen. „Ich forsche weiter, mache weiterhin neue Sachen. Ich habe meinen Körper sehr gut kennengelernt und ich lerne ihn ständig weiter kennen“, sagt sie.

Die Hartnäckigkeit, mit der Christina Schwemberger auch ihre individuelle Ursachensuche weiter betrieben hat, hat in der Zwischenzeit übrigens zu einer stimmigen Vermutung geführt. Im Zuge einer Gallenblasen-Operation vor vielen Jahren könnte ein Lymphgefäß, das mit der linken Seite verbunden ist, verletzt worden sein. „Eine Therapeutin hat gesagt, dass sie das öfter gesehen hat. Ärzte halten diese Ursache für eher unwahrscheinlich. Für mich fühlt es sich jedoch stimmig an, deshalb behandle ich den Bauch jetzt immer mit und habe seitdem das Gefühl, dass es mir dadurch besser geht“, erzählt sie. Das eigene Körpergefühl ist ein wichtiger Wegweiser auf dem Weg zu mehr Wohlbefinden. Mit bewundernswerter Konsequenz lebt die Mutmacherin genau das, was sie vor allem jenen Frauen mit Lymphödem wünscht, die glauben, dass man da nichts machen kann: „Nicht hinnehmen, sondern kämpfen!“

Zum Podcast

Lymphödem-Erkenntnisse. Im Podcast-Gespräch mit Christina Schwemberger teilt sie ihre Erfahrungen mit dem Lymphödem in ihrem linken Bein. Sie betont, wie wichtig es ist, offen und neugierig zu bleiben –auf der Suche nach Dingen, die gut tun. Als die Mutmacherin mit ihrem Instagram-Account @lymphchrissi startete, war ihr linker Oberschenkel um 12 Zentimeter dicker als der rechte. Für vieles ist dieser Umfang das Maß aller Dinge geworden. „Aber man darf solchen Sachen nicht zu viel negative Energie geben“, sagt sie und fordert Betroffene auf: „Bitte nicht entmutigen lassen und wirklich auf Lösungen schauen, nicht auf die Probleme.“ Weitere Infos auf Instagram unter: @lymphchrissi

Dolores Wolfram-Raunicher ist Professorin für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie. Sie führt eine eigene Privatordination in Fritzens und leitet an der Uniklinik Innsbruck das „Team Brust“.

SCHÖNE ERLEICHTERUNG

Große Brüste können zu einer schweren und die Lebensqualität stark beeinträchtigenden Last werden. „In der Regel sind nicht nur körperliche, sondern auch psychische Beschwerden damit verbunden“, weiß Dolores Wolfram-Raunicher. Brustverkleinerungsoperationen sind Standardeingriffe für die Plastische Chirurgin, die auch Leiterin des „Team Brust“ an der Uniklinik Innsbruck ist. „Werden gewisse Voraussetzungen erfüllt, die gemeinsam mit der Krankenkasse festgelegt werden, ist eine Brustverkleinerung als Heilbehandlung und nicht als ästhetischer Eingriff zu werten“, sagt sie.

Die Zeichnung zeigt eine Frau mit sehr großer Brust vor und nach einer Brustverkleinerung. Auf der linken Seite ist die Situation vor der Operation dargestellt: Mit einem Stift werden die Schnittführung sowie die Bereiche der Brust, die während der Operation entfernt werden, angezeichnet. Auf der rechten Seite ist das Ergebnis nach der Operation zu sehen: Die Brust ist deutlich kleiner und angehoben. Feine Narben sind um den Warzenhof und senkrecht nach unten sichtbar, die Narbe in der Unterbrustfalte ist im Stehen verdeckt.

Schönheitsideale haben irre, ja sogar irrwitzige Tücken. Wird die Menschheitsgeschichte betrachtet, durchlebten diese Ideale vor allem im Zusammenhang mit den weiblichen Brüsten wahre Achterbahnfahrten von üppig zu klein, von Melone zu Apfel und wieder zurück. Bei der 25.000 Jahre alten Venus von Willendorf sind es die überproportional riesigen, hängenden Brüste, die den Blick fesseln. Griechische Statuen zeigen, dass in dieser Epoche kleine, sportliche Brüste bevorzugt wurden. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden die Brüste mit einem atemraubenden Korsett plattgedrückt, um im 18. Jahrhundert mit entsprechend umfunktionierten Schnürbrüsten wieder hochgedrückt und betont zu werden.

Auch Männer können mit entsprechender Leibesfülle recht stattliche Brüste entwickeln. Doch sind es die Brüste der Frauen, die auch abseits ihrer Funktion als Nahrungsspenderinnen für Säuglinge eine essentielle Rolle für die Ästhetik des Frauenkörpers spielen. „Die Brust spiegelt das Weibliche wider. Brust ist Weiblichkeit, Brust ist Frausein“, versucht Dolores Wolfram-Raunicher den hohen Stellenwert der Brust für die Menschheit und vor allem auch für die Frauen selbst zu erklären. Dolores Wolfram-Raunicher ist Professorin

für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie. An der Uniklinik Innsbruck leitet sie das „Team Brust“ und auch in ihrer Privatordination in Fritzens zählen Brüste zu ihrem Behandlungsspektrum. Es ist also nicht übertrieben, zu behaupten, dass die Brüste einen Mittelpunkt im Arbeitsalltag der Ärztin darstellen. Unnatürliche Behandlungen, wie übertriebene Lippenaufpolsterungen, entstellende Aufspritzungen im Gesicht sowie extreme Brustvergrößerungen lehnt sie grundsätzlich ab. Nicht nur aus ästhetischen Gründen. „Es gibt diesen schönen Ausdruck: Big implants, big problems. Der hat sich bewahrheitet“, sagt die Ärztin.

Im medica-Podcast – über den QR-Code können Sie dabei sein – erzählt Dolores Wolfram-Raunicher auch von ihrer Forschungsgruppe an der Uniklinik Innsbruck,

die aufzeigen konnte, dass das Immunsystem eine zentrale Rolle bei der Bildung einer mitunter schmerzhaften Kapselfibrose spielt, mit welcher der Frauenkörper auf den „Fremdkörper“ Brustimplantat reagieren kann. „Das Ziel ist, Implantate langfristig besser verträglich zu machen“, sagt die Ärztin.

Brustimplantate in Folge einer Tumoroperation sind selbstverständlich eine ganz andere Kategorie. Ästhetik spielt unter Umständen eine Nebenrolle, wenn eine Frau unter zu großen Brüsten leidet und eine Brustverkleinerungsoperation (Mammareduktionsplastik) in Betracht zieht. „Frauen mit sehr großen Brüsten stellen sich meistens mit Nackenschmerzen, Rückenschmerzen oder Rückenproblemen vor. Sie haben einschneidende BH-Träger an den Schultern, mitunter auch Intertrigo, also nässende Stellen in der Unterbrustfalte,

„Werden gewisse Voraussetzungen erfüllt, ist diese Behandlung nicht als ästhetischer Eingriff, sonders eben als Heilbehandlung zu werten.“
Dolores Wolfram-Raunicher

DIE MAMMAREDUKTIONSPLASTIK

ZÄHLT ZU DEN STANDARDOPERATIONEN

FÜR FACHÄRZT:INNEN DER PLASTISCHEN

CHIRURGIE, DOCH ERFORDERT DAS PROZEDERE NEBEN PRÄZISION UND SORGFALT DURCHAUS

EINIGE CHIRURGISCHE FEINHEITEN.

die entzündet sind“, beschreibt die Ärztin mögliche körperliche Auswirkungen, die mit zu großen Brüsten einhergehen und den Alltag der Frauen massiv einschränken können. „In der Regel sind nicht nur körperliche, sondern auch psychische Beschwerden damit verbunden.“

Wenn die Brüste in keinem „gesunden“ Verhältnis zur Körpergröße stehen, kann der Blick in den Spiegel genauso bitter werden wie der Einkaufsbummel. Im Extremfall wiegen Brüste mehr als ein Kilogramm –pro Seite. Jegliches Heben von Dingen wird da zu einer potenziellen Qual. Zur möglicherweise folgenschweren Belastung der Wirbelsäule, die sich etwa in einem Rundrücken manifestiert, können sich Komplexe, Unsicherheiten und Unzufriedenheiten mit dem eigenen Körper gesellen. Eine Brustverkleinerungs-OP kann den Ausweg aus diesen Teufelskreisen bedeuten. „Werden gewisse Voraussetzungen erfüllt, ist diese Behandlung nicht als ästhetischer Eingriff, sonders eben als Heilbehandlung zu werten“, sagt Dolores Wolfram-Raunicher.

Im medica-Podcast erklärt die Ärztin, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, damit die Krankenkassen die Kosten für den Eingriff übernehmen. Dazu zählen beispielsweise das Resektionsgewicht, also das Gewicht des Brustgewebes, das entnommen wird, und ein bestimmter BMI (Body-Mass-Index). „Da sind sehr viele Frauen motiviert und schaffen den Schritt der Gewichtsreduktion. Sie sind dann auch mit dem Endergebnis umso zufriedener, weil das Körperbild dann besser, schöner, vielleicht perfekter ist“, weiß Dolores Wolfram-Raunicher.

Der Eingriff selbst, also die Mammareduktionsplastik, zählt zu den Standardoperationen für Fachärzt:innen der Plastischen Chirurgie, doch erfordert das Prozedere neben Präzision und Sorgfalt durchaus einige chirurgische Feinheiten. Ziele sind nicht nur eine schöne Form der Brüste und möglichst kleine Narben, sondern auch der Erhalt der Sensibilität der Brustwarzen und der Stillfähigkeit. „Die Brust bleibt ganz natürlich“, weist Dolores Wolfram-Raunicher darauf hin, dass die Drüse intakt bleibt und auch auf die hormonell bedingten Veränderungen im Zyklus reagiert: „Es bleibt alles beim Alten.“

Alles beim Alten. Weil das nur für die Funktionen des Organs, nicht aber für das Wohlbefinden der Frauen gilt, ist die Mammareduktionsplastik oftmals ein lebensverändernder Eingriff. „Es ist schön, das zu sehen“, spricht Dolores Wolfram-Raunicher die Erleichterung an, die sie bei ihren Patientinnen nach dem Eingriff beobachtet. Als „absolut wichtig“ bezeichnet die Ärztin zwar die intensive Narbenpflege und -kontrolle und die strikte Einhaltung der Gebote oder auch Verbote in den Wochen nach der Operation, „aber bereits bei der Kontrolle nach drei Monaten kommen die Frauen und sagen, super, es schaut alles schon toll aus.“

Sich plötzlich ohne Einschränkungen oder Schmerzen bewegen und aufrecht stehen zu können, weist federleicht auf mehr Selbstwert, mehr Selbstbewusstsein und einen Neubeginn hin. Eine schöne Erleichterung.

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Brustverkleinerung.

Der medica-Podcast mit Dolores Wolfram-Raunicher, Assoziierte Professorin an der Universitätsklinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie in Innsbruck, ist der Brustverkleinerung (Mammareduktionsplastik) gewidmet. Im Gespräch beantwortet die Ärztin nicht nur Fragen, die für betroffene Frauen relevant sein können. Sie spricht auch über Forschungsinhalte rund um die ästhetische und rekonstruktive Brustchirurgie. Das Team an der Uniklinik beschäftigt sich beispielsweise intensiv mit Langzeitergebnissen oder mit der Frage, wie sich die Brustverkleinerung auswirkt, wenn die Frauen in die Wechseljahre kommen. Weitere Infos unter www.drwolfram.tirol

Bewegende Auswege

Der Hype zum Thema Arthrose hat zahlreiche Gründe. Dass im Jahr 2050 weltweit eine Milliarde Menschen vom schmerzhaften „Gelenkverschleiß“ betroffen sein könnten, ist nur einer davon.

Der Tiroler Orthopäde und Unfallchirurg Ralf Rosenberger hat sich auf arthroskopische und prothetische Chirurgie spezialisiert. Angesichts des globalen Verschleiß-Tsunamis klingt beruhigend, wenn er sagt: „Arthrose ist kein Schicksal. Wir können unseren Patientinnen und Patienten gut helfen.“

Ralf Rosenberger ist Orthopäde und Unfallchirurg mit Schwerpunkt arthoroskopische, prothetische und Revisionschirurgie.

„Arthrose ist kein Schicksal. Wir können unseren

Patientinnen und

Arthrose

Patienten gut helfen. Ist die
operiert, ist sie weg.“

Ralf Rosenberger

2050 WIRD SICH DER ANTEIL DER ÜBER 60-JÄHRIGEN

AN DER WELTBEVÖLKERUNG VERDOPPELT HABEN. WEIL

DIE MENSCHEN IMMER ÄLTER WERDEN, KOMMEN AUCH

IMMER MEHR INS SO GENANNTE ARTHROSEALTER.

Die Erklärung für die schmerzhaften Aussichten sind eigentlich recht simpel. „Als ich geboren wurde, hat es rund 3,8 Milliarden Menschen auf der Welt gegeben. Jetzt sind es ungefähr 8,3 Milliarden – und es werden immer mehr“, nennt Ralf Rosenberger einen Hintergrund dafür, warum in 24 Jahren weltweit mit einer Milliarde Menschen gerechnet wird, die unter Arthrose leiden. Der sogenannte Gelenkverschleiß, der so viele Gelenke – von Knie über Hüfte, Fingergelenke bis hin zur Wirbelsäule – betreffen kann, scheint sich zu einer veritablen Geißel der Menschheit zu entwickeln. 2050 wird sich der Anteil der über 60-Jährigen an der Weltbevölkerung verdoppelt haben. Denn weil die Menschen immer älter werden, kommen auch immer mehr ins so genannte Arthrosealter.

Das und die Tatsache, dass auch die Ansprüche der Betroffenen steigen, garantieren Ralf Rosenbergers Profession eine Art Schlüsselposition. Er ist Orthopäde und Unfallchirurg mit Schwerpunkt arthoroskopische, prothetische und Revisionschirurgie. Menschen zu helfen, deren Gelenke nicht mehr wirklich rund laufen und schmerzen, ist sein Beruf und auch seine Berufung. „Mein erster Berufswunsch war, Archäologe zu werden. Mein zweiter war, Chirurg zu werden. Bei dem zweiten Wunsch bin ich dann geblieben“, erzählt der Arzt.

Im medica-Podcast – über den QR-Code ist es leicht, dabei zu sein – beleuchtet Ralf Rosenberger die Beweggründe dafür, seinen chirurgischen Fokus auf den Bewegungsapparat zu lenken. Er erzählt: „Ich habe immer sehr, sehr, sehr viel Sport betrieben und mich immer viel mit Bewegung beschäftigt. Von daher war es für mich irgendwie intuitiv klar: Ich möchte chirurgisch etwas machen, was mit Bewegung zu tun hat.“

Bewegt war dann auch sein wissenschaftlicher Aus- und Weiterbildungsweg. Schon

in seiner Habilitationsschrift hat sich Ralf Rosenberger mit Gelenkimplantaten beschäftigt beziehungsweise damit, wie sie computerunterstützt korrekt implantiert werden können. Sein Forscherdrang führte ihn etwa in die USA, nach Boston, wo er sein Wissen und Können an der Harvard Medical School verfeinerte. „Ich habe dem dann noch eine Spezialausbildung draufgesetzt –für Revisionschirurgie“, sagt er.

Im Mittelpunkt der Revisionschirurgie stehen Operationen, bei denen beispielsweise Knie- oder Hüftimplantate, die aus verschiedensten Gründen nicht oder nicht mehr richtig „funktionieren“, locker geworden oder von Infektionen betroffen sind, gewechselt oder korrigiert werden. Der zwischenzeitlich hohe Stellenwert der Revisionschirurgie weist nicht nur darauf hin, wie entscheidend die perfekte Implantationstechnik sein kann, sondern auch darauf, wie die Implantatforschung voranschreitet.

Ersatzmöglichkeiten

Die Idee, arthrosebedingt schmerzende Gelenke durch künstliche zu ersetzen, ist schon ziemlich alt. Und stets war es das Knie, das die Medizin besonders reizte und dazu animierte, dem Humpeln im OP ein Ende zu

setzen. Wagemutig klingen jedenfalls die ersten Versuche aus dem 19. Jahrhundert, als Fremdgewebe – eine Schweineblase spielte damals beispielsweise eine Rolle –in das Gelenk eingesetzt wurden. Es folgten weitere erfolglose Versuche mit Gelenkteilen von Amputierten oder Elfenbein. Das Wehklagen der Versuchspatient:innen, die in der anfänglichen Geschichte der Prothetik eine recht undankbare Rolle spielten, wurde jedoch ab 1951 gemildert, als die erste so genannte Scharnierprothese zum Einsatz kam.

Weil es derart knifflig war, einen rundum befriedigenden und stabilen Ersatz für das größte Gelenk des menschlichen Körpers zu finden, war die Zahl der ersetzten Hüftgelenke stets höher, doch ab den 1980er-Jahren ging es in der Knieimplantat-Forschung flott dahin, die Prothesen wurden besser und besser und die Haltbarkeit der Implantate im Allgemeinen länger und länger. „Wir verwenden hier mittlerweile hochvernetzte polyethylene Kunststoffteile, die einen sehr guten Abriebkoeffizienten haben, sodass sich die Haltbarkeit dieser Implantate von sieben bis zehn Jahre auf mittlerweile 25 bis 30 Jahre verlängert hat“, macht Ralf Rosenberger deutlich, in welch hoffnungsvollen Zeiten von Arthrose Betroffene heute leben.

Gut zu wissen

Der Arthrose-Tsunami.

Im vergangenen Jahr hat das Thema Arthrose eine Art medialen Hype erfahren, nachdem die neuesten Global-Burden-of-Disease-Daten veröffentlicht wurden. Demnach waren 2025 weltweit 595 Millionen Menschen von Arthrose betroffen, in 24 Jahren könnte diese Zahl auf eine Milliarde Menschen ansteigen. 2050 soll es 642 Millionen Personen mit Knie- oder Gonarthrose, 279 Millionen mit Handarthrose, 62,6 Millionen mit Coxarthrose beziehungsweise Arthrose in der Hüfte und 118 Millionen Menschen mit anderen Arten von Arthrose geben.

Zum Podcast

Arthrosetherapie.

Im medica-Podcast mit Priv. Doz. Dr. Ralf Rosenberger steht mit der Arthrose die weltweit häufigste Gelenkerkrankung im Mittelpunkt. Der auf Arthrosetherapie spezialisierte Arzt weist darin nicht nur auf die Besonderheiten der DACH-Region hin, werden in Deutschland, der Schweiz und Österreich doch die meisten Hüft- und Kniegelenke durch Implantate ersetzt, sondern auch auf die hohen Beweglichkeitsansprüche der sportaffinen Tiroler:innen. „Das therapeutische Ziel ist, dass sie zurück auf die Piste kommen. Oft sogar besser als zuvor“, sagt er. Im Zentrum für ganzheitliche Gelenkchirurgie und Therapie – OrthoUnfall Tirol – ist Ralf Rosenberger auch einer der weltweit wenigen Ansprechpartner für konservative und operative ArthrofibroseTherapie. Weitere Infos unter www.orthounfall.tirol

„Bitte bleiben Sie im Sport, bleiben Sie in Bewegung, das ist das Um und Auf.“

Im medica-Podcast wirft Ralf Rosenberger auch einen Blick hinter die Kulissen der Forschung, die sehr umtriebig nicht nur an den Gelenkersatz-Möglichkeiten arbeitet, sondern auch die Gelenkknorpel im Fokus hat. Als interessanten Ansatz nennt er das so genannte Tissue Engineering, also die Entwicklung von Biomaterialien, die dem Knorpel ähnlich sind. Stichwort Knorpeltransplantation, „… mit der man die Implantation eines Implantats zumindest hinauszögern kann.“

Gelenke teilweise oder ganz zu ersetzen, ist das letzte, für viele Menschen auch das rettende Glied in der langen Arthrosekette. Hüft- und Kniegelenke werden am häufigsten ersetzt. „Typische Gelenke, die man gut ersetzen kann, sind Schultergelenke. Weniger häufig sind Ellenbogenprothesen, Fingerprothesen oder Sprunggelenkprothesen“, sagt Ralf Rosenberger. Die Menge an Ersatzmöglichkeiten deutet auch auf die Menge an Arthrose-Schmerzquellen hin, deren Entstehung vor allem bei Frauen noch zahlreiche Fragen aufwirft.

Ab den Wechseljahren sind Frauen häufiger von Arthrose betroffen als Männer. Die Rhizarthrose etwa, also die sehr frauentypische Arthrose im Bereich des Daumengrundgelenks, steht im Mittelpunkt des medicaPodcasts mit der davon betroffenen Gesundheitsjournalistin und Arthrosespezialistin Barbara Egger-Spiess (siehe Seite 66). Weil Frauen häufiger zu X-Beinen neigen, sind ihre Knie biomechanisch bedingt regelrecht prädisponiert für vorzeitige Arthrose. „Und dann gibt es natürlich verschiedene andere Faktoren, wie das Absenken des Östrogenspiegels mit Eintritt der Menopause, wo es zu einer Abnahme der Kollagensynthese im Knorpel und auch im Knochen kommt“, erklärt Ralf Rosenberger. Bekannt sei zudem,

dass in Frauengelenken häufiger eine vermehrte Ausschüttung so genannter Mastzellen beobachtet werde, „das sind Immunzellen, die zu einer milden Entzündung in den Gelenken führen. Diese milde Entzündung wirkt sich negativ auf den Knorpel aus und dadurch wird die Ausbildung einer Arthrose begünstigt.“ Aus dem Wissen um diese Entzündungsgeschehen lassen sich zwar noch keine speziellen Therapieformen ableiten, wohl aber Möglichkeiten, die Schmerzketten aktiv zu unterbrechen. „Wir empfehlen hier die mediterrane Diät, die sich auf die Entzündungen positiv auswirkt“, nennt der Arzt einen schmackhaften Ausweg aus dem Entzündungskreislauf.

Ernährung kann eine entscheidende Säule des Selbstmanagements sein, das im Leben mit Arthrose eine so große Rolle spielt. Gewichtskontrolle ist eine weitere Säule und Bewegung spielt die wichtigste Rolle. „Das sage ich auch gern meinen Patientinnen und Patienten: Bitte bleiben Sie im Sport, bleiben Sie in Bewegung, das ist das Um und Auf“, sagt der Arzt, der in dem Zusammenhang auf aktuelle Studien hinweist, die ganz klar aufzeigen, dass es Patient:innen – auch wenn sie schon Arthrose haben – besser geht, wenn sie weiterhin moderat und regelmäßig Sport betreiben.

Erst wenn die Beschwerden das tägliche Leben deutlich beeinträchtigen und wenn alle konservativen und minimalinvasiven chirurgischen Maßnahmen ausgeschöpft sind, ist der Gelenkersatz die Lösung. „Arthrose ist kein Schicksal. Wir können unseren Patientinnen und Patienten gut helfen“, weiß Ralf Rosenberger, der zu diesem bewegenden Ausweg Hoffnungsvolles betont: „Ist die Arthrose operiert, ist sie weg.“

ARTHROSEURLAUB IM ÖTZTAL

Die Ötztal Vital-Arthrose-Wochen im Vivea Hotel Umhausen bieten medizinische Begleitung, modernste Therapien und Wellness in alpiner Kulisse. Schwerpunkt sind Gelenkbeschwerden an Hüfte, Knie, Schulter und Wirbelsäule sowie regenerative Knorpeltherapien.

ede Themenwoche im Vivea Hotel Umhausen umfasst sieben Nächte, ein ärztliches Beratungsgespräch sowie 13 individuell abgestimmte Anwendungen – etwa Radontherapie, Hydrojet-Massage, Ganzkörper-Kältetherapie, Aquagymnastik, Moorpackungen oder Naturfango. Auch ein spezielles Ernährungskonzept –Low Carb, basisch, vegan –, das auf entzündungshemmende Wirkungen setzt, ist inklusive.

Fachwissen erleben: Ötztal Arthrose-Campus

Parallel zu den Arthrose-Urlaubswochen findet der Ötztal Arthrose-Campus statt – eine Plattform für kostenlosen Wissenstransfer durch Ärzte, Therapeuten und Forscher. Fachvorträge, Fragerunden und moderierte Gesprächsformate stärken das Selbstmanagement der Gäste. Themen sind unter anderem Knorpelerhalt, OP-Vorbereitung, Schmerzbewältigung und moderne Therapien.

Wellness trifft Medizin

Das Hotel bietet seinen Gästen eine weitläufige Wellnessinfrastruktur mit beheiztem Außenpool, Saunalandschaft und Hallenbad. Das hauseigene Radonheilwasser wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und immunstärkend. Betreut wird das Gesundheitskonzept von einem interdisziplinären Team aus Ärzten, Therapeuten, Diätologen und Psychologen.

Ötztal Vital-Arthrose-Woche

• Hüfte & Knie: 18. bis 25.10.2026

• Hüfte & Knie: 25. bis 1.11.2026

• Alle Gelenke: 8. bis 15.11.2026

• Alle Gelenke & Hand: 15. bis 22.11.2026

Leistungen: 7 Nächte mit Vollpension (Frühstücksbuffet, 4-Gänge-Wahlmenü/ Buffet) und 13 individuellen Therapien inklusive Radon-, Moor- und Kältetherapie sowie Arthrose-Campus mit kostenlosen Fachvorträgen

Wellness: Außenpool, Saunen, Fitness

Preis pro Person: von 196 bis 242 Euro pro Nacht, zzgl. Ortstaxe

Vivea 4* Hotel Umhausen im Ötztal Lehgasse 50, 6441 Umhausen Tel.: 05255/50160 umhausen@vivea-hotels.com www.vivea-umhausen.com Umweltzeichen und EU-Ecolabel-zertifiziert

MEINE GESCHICHTE

TROTZ ARTHROSE

Seit 2013 weiß Barbara Egger-Spiess, dass sie unter Rhizarthrose leidet. Von dieser schmerzhaften Arthrose des Daumensattelgelenkes sind hauptsächlich Frauen betroffen und sie tappen vielfach im Dunklen. „Ich traue mich zu behaupten, dass wir weiter wären, wenn mehr Männer als Frauen diese Arthroseform hätten“, sagt die Journalistin. Ihr schmerzhaft gewecktes Interesse an Arthrose hat sie zu einer Pionierin der digitalen ArthroseSelbsthilfe und längst zu einer Arthroseexpertin werden lassen –einer Expertin, die ihr Wissen gerne teilt.

Barbara Egger-Spiess ist (Gesundheits-) Journalistin und selbst von Rhizarthrose betroffen, einer Arthrose des Daumensattelgelenks, unter der vor allem Frauen ab 50 leiden.

„Ich finde ganz wichtig, auf sich selber zu achten und zu schauen, was tut mir gut.“
Barbara Egger-Spiess

Als sie die Schmerzen zum ersten Mal spürte, dachte sie an nichts Schlimmes. Wer tut das schon. „Beim Nordic Walking hatte ich die Stöcke falsch gehalten, die Daumen in den Schlaufen hängen lassen und ich dachte, die Schmerzen kommen davon“, erinnert sich Barbara Egger-Spiess. Heute weiß sie, dass dem nicht so war: „Es hatte schon begonnen.“ Erst im Rückblick wird klar, dass dies ein einschneidender Wendepunkt im Leben der Tiroler Journalistin war. Ein Orthopäde untersuchte ihre Hand und stellte recht rasch die Diagnose: Rhizarthrose.

Arthrose – auch als Gelenkverschleiß bekannt – ist eine degenerative Gelenkerkrankung, bei der sich aus nach wie vor recht unbekannten Gründen die schützenden, elastischen Gelenkknorpel abnutzen, sodass am Ende Knochen auf Knochen reiben. Bei Rhizarthrose ist davon das Daumensattelgelenk betroffen und verursacht Schmerzen beim Greifen oder beim Drehen, also bei so gut wie jeder alltäglichen Handbewegung. Die Finger sind – das ist bekannt – rund 22.000 Mal pro Tag im Einsatz. Das Schmerzpotenzial ist dementsprechend groß.

Informationslücken füllen

Rhizarthrose ist eine der häufigsten Handarthrosen. Meist leiden Frauen darunter und meist beginnt es, wenn sie über 50 Jahre alt sind. Bitten Frauen andere beispielsweise darum, die Flasche zu öffnen, den Schraubverschluss oder die Zahnpastatube, ist gut möglich, dass sie dazugehören. „Es kann oft wirklich lange dauern, bis Betroffene überhaupt wissen, was sie genau haben“, weiß Barbara Egger-Spiess, dass ihre schnelle Diagnose eher die Ausnahme war. Schmerzen in Händen oder Fingergelenken können bei Frauen zahlreiche Ursachen haben. Die Aufzählung der Journalistin tut weh: „Da gibt es das Rheuma, dann gibt es die Polyarth-

ritis, die Polyarthrose, die Chondrokalzinose, die erosive Handosteoarthritis – also da gibt es einen großen Graubereich bei der Hand.“

Im medica-Podcast – über den QR-Code können Sie am Gespräch teilnehmen – erzählt Barbara Egger-Spiess, wie die Diagnose Rhizarthrose ihren Wissensdurst für Arthrose in all ihren schmerzhaften Spielarten weckte und ihr berufliches Leben in neue Richtungen lenkte. „Ich habe begonnen, über Arthrose zu schreiben“, sagt sie. 2015 startete sie mit ihrem Blog tirolturtle. Heute bietet sie auf mehreren Plattformen wie dem Arthrose Magazin, dem Arthrose Forum Austria, dem WhatsApp-Kanal arthro.insights und dem Info-Portal arthro.fibrose so umfassende wie fundiert recherchierte Informationen für Menschen im deutschsprachigen Raum.

Dass es eine riesige Informationsnische war, welche die erfahrene PR-Expertin da vor nunmehr elf Jahren sukzessive zu füllen begann, macht angesichts der wirklich großen Menge an Arthrosepatientinnen und -patienten staunen. Im medica-Podcast mit Ralf Rosenberger (siehe Seite 60) nimmt der Tiroler Arthroseexperte auch zu den beeindruckenden Zahlen Stellung. 2025 waren weltweit 595 Millionen Menschen von Arthrose betroffen und im Jahr 2050 könnte diese Zahl auf eine Milliarde Menschen ansteigen. In Österreich leiden aktuell rund 1,4 Millionen an dieser chronischen Gelenksabnutzung. Die schlechte Nachricht ist, dass Arthrose noch nicht geheilt werden kann. Die gute Nachricht ist aber, dass die Betroffenen auf der Suche nach Behandlungsvarianten, Therapieformen und Möglichkeiten, die Schmerzen in den Griff zu bekommen, nicht mehr allein sind. „Ich habe eine digitale Arthrose-Selbsthilfegruppe auf Facebook gegründet, die 1.700 Mitglieder zählt. Inzwischen habe ich auch eine deutsche Arthrosegruppe dazubekommen“, erzählt Barbara Egger-Spiess, die über das Arthrose Forum Austria mit zahlreichen renommierten Forschungs-

initiativen und Organisationen im In- und Ausland vernetzt ist, sodass ihre Plattformen zu einem großen Hub werden – mit stets brandaktuellen Inhalten. Als sie selbst die Diagnose bekommen hatte, waren die Möglichkeiten, sich angemessen über diese Krankheit zu informieren, noch genauso dürftig wie die Therapiemöglichkeiten oder Ratschläge zum Selbstmanagement.

Im medica-Podcast erklärt Barbara Egger-Spiess, warum gutes Selbstmanagement im Zusammenhang mit Arthrose ein Hebel sein kann, um die Lebensqualität zu verbessern und der Ohnmacht im Umgang mit den Arthroseschmerzen aktiv zu begegnen. Mit der Blumenstraußtherapie hat sie eine Methode entwickelt, bei der die Betroffenen die für sie passenden Blumen beziehungsweise Maßnahmen aus dem Strauß pflücken und mit individuell gestaltetem Selbstmanagement potenzielle Gelenkersatz-Operationen, die aller Weisheiten letzter Schluss sind, hinauszuzögern oder vermeiden zu können. Barbara Egger-Spiess: „Ich finde ganz wichtig, auf sich selber zu achten und zu schauen, was tut mir gut.“

Die Gesundheitskompetenz von Betroffenen zu stärken, ist für Barbara Egger-Spiess eine wichtige Triebfeder. Sie wird von leidvollen Erfahrungen befeuert. „Zu mir hat nie jemand gesagt, pass auf, es könnten dir mal die Sehnen reißen, wenn du Arthrose hast“, lenkt sie den Blick erst auf eine fatale Informationslücke, dann auf ihre rechte Hand und sagt: „Ich mag das Wort nicht gerne benutzen, aber meine rechte Hand ist komplett behindert.“ Dass das Risiko einer Sehnenruptur bei Arthrose wie ein Damoklesschwert mitschwingen kann – verursacht durch einen Unterarmbruch im Jugendalter, eine im Erwachsenenalter lange übersehene Arthrose im Handgelenk und schließlich auch eine Sportverletzung – erfuhr sie erst, nachdem drei Strecksehnen der Finger gerissen waren. Der Bewegungsspielraum der Hand war damit – zusätzlich zur Rhizarthrose im Daumengelenk – massiv eingeschränkt.

Durch ihre intensive Beschäftigung mit allen Arthroseformen weiß die Expertin, wie viel beispielsweise zu Arthrose im Knie oder in der Hüfte bekannt ist, geforscht und auf die Wege gebracht wird. Die zahlreichen Lücken, die es im Zusammenhang mit Rhizarthrose noch zu füllen gibt, führt sie dabei auf die Tatsache zurück, dass viel mehr Frauen als Männer davon betroffen sind. „Ich traue mich zu behaupten, dass wir weiter wären, wenn mehr Männer als Frauen diese Arthroseform hätten“, stellt Barbara Egger-Spiess klar und unterstreicht ihren Wunsch an die Wissenschaft wie die Ärzt:innenschaft, sich

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Zum Podcast

Arthrosewissen.

Im medica-Podcast mit Barbara Egger-Spiess beleuchtet die Gesundheitsjournalistin ihre eigene Arthrosegeschichte und ihre Erfahrungen mit Rhizarthrose und erzählt von der Arthrofibrose, die sie als „Höchststrafe“ bezeichnet, sowie von den Ötztal Vital ArthroseWochen und dem Ötztal Arthrose. Campus im Vivea Hotel Umhausen, die sie gemeinsam mit Hoteldirektor Michael Rupp ins Leben gerufen hat. Zur Sprache kommt auch die Zusammenarbeit mit dem Arthrosespezialisten Ralf Rosenberger, mit dem sie seit Jahren Projekte und Informationsangebote rund um das Thema Arthrofibrose umsetzt. Nähere Infos unter www.tirolturtle.at und www.arthroseforumaustria.at

2025 WAREN WELTWEIT 595 MILLIONEN MENSCHEN VON ARTHROSE BETROFFEN UND IM JAHR 2050 KÖNNTE DIESE ZAHL AUF EINE MILLIARDE MENSCHEN ANSTEIGEN. IN ÖSTERREICH LEIDEN

AKTUELL RUND 1,4 MILLIONEN AN DIESER CHRONISCHEN GELENKSABNUTZUNG.

mehr um die betroffenen Frauen zu kümmern, sie nicht mit den Worten „Das ist der Lauf der Dinge“ abzuspeisen und sie vor allem darüber aufzuklären, mit welchem Krankheitsverlauf gerechnet werden sollte. Der Blick auf die Hände verwandter Frauen wie Omas, Mütter oder Tanten, die kaum noch ihr Schnitzel schneiden oder die Knöpfe ihrer Kleidung auf- und zumachen können, kann bereits Aufschluss darüber geben, was droht. Bei Rhizarthrose verändern sich Kraft und Beweglichkeit. Kraft und Beweglichkeit sind es auch, die unbedingt trainiert werden sollten.

Im medica-Podcast bricht Barbara Egger-Spiess eine Lanze für die Ergotherapie und animiert „frisch diagnostizierte“ Betroffene dazu, mit dieser Therapie sofort zu beginnen und auch gegenüber ihren Ärzt:innen darauf zu bestehen, Ergotherapie verschrieben zu bekommen. „Das ist wirklich etwas Wesentliches. Das habe ich viel zu spät erst erfahren“, sagt sie.

Obwohl Barbara Egger-Spiess seit der Diagnose viel erleben, ihren „händischen“ Alltag anpassen und unzählige Ergotherapieeinheiten in ihn integrieren musste, gelingt es ihr, ansteckend positiv und immer in Bewegung zu bleiben. Bewegung war und ist ihr Lebenselixier und im ersten Moment erstaunt, dass das Golfspiel ihre große Leidenschaft ist, sind dabei doch beide Hände im Einsatz. „Ich bin als Linkshänderin geboren worden und musste umlernen. Als ich vor 20 Jahren begonnen habe, Golf zu spielen, habe ich gewusst, das kann ich nur links. Und das ist mein großes Glück“, erzählt sie. Ein speziell für Arthrosebetroffene entwickelter Golfhandschuh macht möglich, dass ihre rechte Hand trotz der Beeinträchtigungen den Golfschwung perfekt unterstützen kann. „Das sind die einzigen Momente, in denen ich meine lädierte Hand normal bewegen kann – so, als hätte ich gar nichts“, erzählt sie. Auch vor dem Hintergrund wird nachvollziehbar, wenn sie mit strahlendem Gesicht schwärmt: „Golf macht glücklich, Golf macht süchtig und Golf hilft auch dabei, meine Hand in Bewegung zu halten. Besser kann es nicht sein.“ Stimmt.

Beim Arzt zu Hause

Der Klosterhof bei Berchtesgaden ist ein Ort des Wohlbefindens für luxuriöse Individualität und punktet mit Medical Wellness. Und mehr.

CHARMING PLACE

Die Lage des Wellnesshotels Klosterhof – Alpine Hideaway & Spa im Berchtesgadener Land ist einzigartig – sonnengeküsst und majestätisch umrahmt von den Bergen der Alpen. Hier oben scheint die Zeit langsamer zu fließen, während der Blick weit über die Gipfel der Zentralalpen schweift und jeden Moment zu etwas Besonderem macht. Dieser Ort ist weit mehr als ein Hotel – er ist Rückzugsort, Kraftquelle und Inspiration zugleich.

Dr. Andreas Färber ist Hotelier. Zudem ist er Arzt aus Leidenschaft und betreibt neben dem Klosterhof das Artemacur Gesundheitszentrum. Als Preisträger der deutschen Lungenstiftung begleitet er Menschen auf ihrem Weg zu körperlicher und geistiger Gesundheit. Anstatt also einzelne Beschwerden isoliert zu behandeln, wird nach den Ursachen und Zusammenhängen gesucht, um daraus individuelle Wege zu entwickeln, die zu mehr Wohlbefinden und Stabilität führen. Im Klosterhof werden Gäste nicht behandelt, sondern begleitet – beginnend bei der Diagnostik bis hin zur Integration spezieller Therapien in den Lebensalltag. Viele Auszeichnungen hat das Vier-Sterne-Superior-Hotel schon erhalten – als Top-Arbeit-

geber, als für Allergiker qualitätsgeprüft, als Wellness-Heaven und für Veganer empfohlen. In den 65 Zimmern duftet es nach Zirben- oder Apfelholz und wer auf der Suche nach Entspannungsmomenten für sich ist, bucht eine der Spa-Suiten, die über einen eigenen Panorama-Whirlpool und eine Infrarotkabine verfügen. Für alle Hotelgäste sind Vollpension, der Zugang zum 1.500 Quadratmeter großen Artemacur Spa und die Teilnahme an vielen Aktivitäten im Preis inbegriffen. Moderne Kunst, erlesene Events, inspirierende Lesungen und durchdachte Retreats nähren hier Körper und Geist.

Ausstattung, Service und Angebote: Klimatisierung, WLAN, Parkplatz in der Tiefgarage und auf dem Parkdeck, E-Auto-Ladestation, Bibliothek, beheizter Außenpool mit Sprudelfunktion, Floating Pool, Hamam-Zeremonie, SpaAnwendungen, Garten mit Liegewiese, Bar, Restaurant Yoga, geführte Wanderungen, Fahrradtouren, Nordic Walking, Sportkurse, Konzerte, Livemusik am Wochenende, Innenpool mit Kaminfeuer, Anwendungen im Gesundheitszentrum, E-Bikeund E-Smart-Cabrio-Verleih, Fine-Dining-Panoramaterrasse, Saunalandschaft mit Aufgüssen, Fitnessraum sowie Vollpension mit Frühstück, Healthy-LunchBowl-Buffet, Kuchen am Nachmittag und Abendmenü. www.klosterhof.de

Dieses Refugium ist ein Hoteltipp aus der Kollektion von charmingplaces.de. Anja Fischer und ihr Team haben ein glückliches Händchen für schöne Orte und besondere Reiseinspirationen.

Wellnesshotel Klosterhof

PROMOTION medalp

WENN GELENKE GRENZEN SETZEN –

UND MEDIZIN NEUE WEGE ERÖFFNET

Bewegung ist Freiheit. Sie bedeutet Alltag, Sport, Unabhängigkeit. Umso einschneidender ist der Moment, in dem sie nicht mehr selbstverständlich ist.

Arthrose zählt zu den häufigsten Ursachen dafür – doch moderne Medizin eröffnet heute neue Wege, Bewegung zu erhalten.

Es beginnt oft leise. Ein Ziehen im Knie, ein Druckgefühl, eine Bewegung, die nicht mehr ganz rund läuft. Gerade bei aktiven Menschen werden solche Signale zunächst übergangen. Man trainiert weiter, passt Belastungen an, nimmt sich vor, „es im Auge zu behalten“. Doch der Körper reagiert – und das Knie ist dabei oft eines der ersten Gelenke, das sich bemerkbar macht. In spezialisierten Einrichtungen wie der MEDALP wird genau hier angesetzt: frühzeitig, präzise und mit einem klaren Fokus auf Bewegung und Belastbarkeit. Denn das Ziel ist nicht nur die Behandlung von Beschwerden – sondern deren Verständnis.

Das Kniegelenk zählt zu den komplexesten und zugleich am stärksten belasteten Gelenken des Körpers. Es verbindet Stabilität mit Beweglichkeit – und ist damit zentral für nahezu jede Form der Bewegung. Dabei wirkt bei vielen Aktivitäten ein Vielfaches des Körpergewichts auf das Gelenk. Besonders

bei dynamischen Belastungen, Richtungswechseln oder Touren im alpinen Gelände wird das Knie intensiv beansprucht. Auch in der täglichen Praxis der MEDALP zeigt sich, wie häufig gerade das Knie Ausgangspunkt für Beschwerden ist –und wie entscheidend eine differenzierte Betrachtung ist. Über Jahre hinweg können sich Veränderungen entwickeln – oft schleichend, aber mit zunehmender Auswirkung auf die Belastbarkeit. Eine der häufigsten Ursachen: Arthrose im Kniegelenk.

Arthrose verstehen: mehr als nur Verschleiß

Arthrose ist kein rein passiver Prozess, sondern ein aktiver Umbau im Gelenk. Der Knorpel verliert an Struktur und Elastizität, die Gelenkmechanik verändert sich, und auch der darunterliegende Knochen sowie die umgebenden Strukturen reagieren. Entzündliche Prozesse können zusätzlich eine Rolle spielen. Typische Symptome sind Anlaufschmerzen nach Ruhephasen, Schmerzen bei Belastung – besonders beim Bergabgehen – Einschränkung der Beweglichkeit oder ein Gefühl von Instabilität oder „Unsicherheit“ im Knie.

Frühe Abklärung schafft Möglichkeiten

Je früher Veränderungen erkannt werden, desto größer ist der Handlungsspielraum. Moderne Diagnostik – von klinischer Untersuchung bis hin zu MRT oder CT – ermöglicht heute eine präzise Beurteilung des Gelenks. Doch entscheidend ist nicht nur das Bild, sondern das Gesamtverständnis: Wie wird das Knie belastet? Wie stabil ist die Muskulatur? Welche Bewegungsmuster wirken im Alltag oder beim Sport? Denn zwei Menschen mit ähnlichem Befund können völlig unterschiedliche Beschwerden haben – und brauchen entsprechend unterschiedliche Lösungen. Die moderne Behandlung hat sich grundlegend verändert. Im Mittelpunkt steht

nicht mehr die Schonung, sondern die gezielte Steuerung von Bewegung. Eine richtig dosierte Belastung kann dazu beitragen, die Gelenkfunktion zu erhalten, die Muskulatur zu stärken und die Belastbarkeit zu verbessern. Therapie bedeutet heute Vielfalt. Neben gezielter Physiotherapie reichen die Möglichkeiten von der muskulären Stabilisierung rund um das Knie über die Anpassung von Bewegungsabläufen bis hin zu Maßnahmen, die die Entzündung eindämmen, und ganzheitlichen gelenkerhaltenden Strategien. Ein zentraler Gedanke ist dabei immer: Nicht jede Arthrose führt zwangsläufig zur Operation.

ACP-Therapie: Regeneration im Gelenk

Ein innovativer Bestandteil moderner Behandlung ist die ACP-Therapie (Autologes Conditioniertes Plasma). Dabei wird aus dem eigenen Blut ein Plasma gewonnen, das reich an Thrombozyten und Wachstumsfaktoren ist, und gezielt in das Kniegelenk eingebracht. Die Wirkung setzt direkt im Gelenk an und unterstützt so regenerative Prozesse, erwirkt eine Reduktion entzündlicher Reaktionen und die Verbesserung der Gelenkfunktion. Die Methode ist minimalinvasiv und wird insbesondere in frühen bis mittleren Stadien eingesetzt – mit dem Ziel, Beschwerden zu reduzieren und die Belastbarkeit des Knies zu erhalten. Gerade für sportlich aktive Menschen kann dies ein entscheidender Baustein sein, um weiterhin in Bewegung zu bleiben.

Moderne orthopädische Versorgung basiert auf einem interdisziplinären Ansatz: ärztliche Expertise, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation greifen ineinander. Auch bei MEDALP steht genau dieses Zusammenspiel im Mittelpunkt – mit dem Anspruch, nicht nur Beschwerden zu behandeln, sondern Bewegung nachhaltig zu ermöglichen. Denn am Ende geht es nicht nur um das Knie als Gelenk. Es geht um das, was damit verbunden ist. Mit der richtigen Strategie, einer frühzeitigen Abklärung und einer individuell abgestimmten Therapie kann Bewegung oft langfristig erhalten werden.

Bewegung beginnt mit Klarheit

Lassen Sie Beschwerden frühzeitig abklären – individuell, präzise und ohne lange Wartezeiten. Das Team der MEDALP ist persönlich für Sie da – auch kurzfristig und an sieben Tagen in der Woche.

Imst: +43 5418 51100

Sölden: +43 5254 30003

Zillertal: +43 5254 30003

Hotline: +43 699 1611 9988 www.medalp.com

Zurück zur Leichtigkeit

Und genau darum geht es am Ende: nicht um Verzicht, sondern um Möglichkeiten. Um das Vertrauen in den eigenen Körper. Um die Sicherheit, sich bewegen zu können. Und um die Freiheit, genau das zu tun, was Bewegung ausmacht: leben.

Starke Sprengkraft

Obwohl cholesterinsenkende Mittel für zahlreiche Menschen zum täglichen Medikamentenmenü zählen und die Grenzwerte immer weiter gesenkt werden, bleiben Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen wie Männern die Todesursache Nummer 1. Dieses verwirrende Paradoxon rund um die „bösen“ Blutfette könnte mit TMAO, einem stark unterschätzten Risikofaktor für Atherosklerose, erklärt werden. „TMAO ist die wirklich böse Substanz. Sie kleistert das Cholesterin regelrecht an die Gefäßwände“, erklärt Peter Gartner. Für den F.-X.Mayr-Arzt ist das ein guter Grund, die Cholesteringeschichte neu zu schreiben. Und rotes Fleisch weitgehend zu meiden.

Cholesterin. Das Wort löst im ersten Moment eine eigentümliche Gefühlsmischung aus – gespickt mit unangenehmen Verzichtspflichten und der Angst vor unheimlichen, fettigen Teilchen im Blut, die eine Art Rohrverstopfung in den Arterien verursachen und zum Tod führen können. Ja, nichts Geringeres als die Aussicht auf ein bitteres Lebensende steht bedrohlich im Raum, wenn erhöhte Cholesterinwerte zum Thema werden. Nur selten wird dabei thematisiert, warum der Körper sich selbst so emsig darum kümmert, Cholesterin zu bilden. „Cholesterin ist eine fettähnliche, lebenswichtige Substanz. Es ist essentieller Bestandteil all unserer Zellmembranen, unserer Zellwände und damit einfach für die richtige Festigkeit

Peter Gartner ist seit 30 Jahren Arzt für Allgemeinmedizin mit Zusatzdiplomen für die F.-X.-Mayr-Medizin, Kurmedizin, Akupunktur und Hypnoakupunktur. Seit mehr als 13 Jahren ist er Chefarzt im Park Igls Medical Spa Resort.

sämtlicher Körperzellen verantwortlich“, beginnt Peter Gartner eine Aufzählung, die überrascht. Der Chefarzt des Park Igls Medical Spa Resort ist aber noch lange nicht am Ende: „Das Cholesterin ist außerdem unerlässlich bei der Herstellung von Hormonen oder bei der Herstellung von Vitamin D. Es ist ganz wichtig für die Knochendichte, für ein gut funktionierendes Immunsystem, für ein gut funktionierendes Gehirn. Und es ist unerlässlich bei der Herstellung von Gallensäuren.“

Unerlässlich scheint – im zweiten Moment – das Codewort im Zusammenhang mit Cholesterin zu sein. Das Gehirn ist beispielsweise das cholesterinreichste Organ des menschlichen Körpers. Spannend ist auch, dass in 100 Gramm Muttermilch 25 Milligramm Cholesterin „stecken“, was richtig viel ist und vom Baby für den Aufbau des Gehirns und des Nervensystems ganz dringend gebraucht wird. Rund 90 Prozent des Cholesterins werden in der Leber gebildet und weil Cholesterin für so viele Körper-

„Cholesterin ist ganz wichtig für die Knochendichte, für ein gut funktionierendes Immunsystem, für ein gut funktionierendes Gehirn. Und es ist unerlässlich bei der Herstellung von Gallensäuren.“
Peter Gartner

funktionen eine derart wichtige Rolle spielt, läuft die Produktion dort auf Hochtouren und wird nur gedrosselt, wenn viel Cholesterin über die Nahrung zugeführt wird.

Im medica-Podcast – über den QR-Code können Sie dabei sein – taucht Peter Gartner, Chefarzt des Park Igls Medical Spa Resort, tief in die Welt der vielfach zu Unrecht verteufelten Blutfette ein und beschreibt recht anschaulich, wie ein menschlicher Körper ohne Cholesterin aussehen würde: „Man wäre eine amorphe Masse, also eine gestaltlose, flüssige Substanz, die am Boden dahingleitet.“

Mit dem Leben zumindest schwer vereinbar ist es, wenn der Körper zu wenig Cholesterin hat. Weil dann zu wenig Sexualhormone hergestellt werden könnten, wären die Menschen zumindest unfruchtbar. Peter Gartner: „Wir hätten alle einen Batzen Vitamin-D-Mangel und würden daher unter Osteoporose leiden und uns ständig die Knochen brechen. Wir hätten Infekte am laufenden Band. Wir wären dement und hätten über all das noch fettige Stühle. Eine gschmackige Vorstellung, finde ich.“ Stimmt.

Dass Cholesterin, diese so lebenswichtige und für viele Körperfunktionen entscheidende Substanz, einen so lebensbedrohlichen Ruf bekommen hat, ist auf Entdeckungen zurückzuführen, die in den 1950er-Jahren gemacht wurden. Damals wurde ein direkter Zusammenhang zwischen Herzinfarkt und hohem Cholesterinspiegel hergestellt, weil herausgefunden wurde, dass die den Blutfluss behindernden Plaques, also die entzündlichen Ablagerungen an den Arterienwänden, zum größten Teil aus Cholesterin bestehen. Damit begann eine regelrechte Cholesterin-Rallye. „Man hat festgestellt, dass Patienten mit sehr hohem LDL-Cho-

lesterin vermehrt Herzinfarkte haben und sich bei Menschen mit sehr hohem HDL-Cholesterin weniger Herzinfarktfälle zeigten“, erklärt Peter Gartner den Hintergrund für die Unterscheidung in „böses Cholesterin“ (LDL – Low Density Lipoprotein-Cholesterin) und „gutes Cholesterin“ (HDL – High Density Lipoprotein-Cholesterin). Zur Senkung des LDL-Cholesterin-Spiegels wurden Medikamente entwickelt. Oft sind das so genannte Statine, deren Nebenwirkungen nicht ohne sind. „Durch diese Medikamente hat man aber nicht den gewünschten Effekt erzielt. Immer wieder haben Patient:innen trotz niedriger LDL-Werte noch einen Stent gebraucht oder sogar einen Bypass“, erzählt

Peter Gartner die Geschichte weiter – und er stellt fest: „So ist es gekommen, dass man gesagt hat, wir müssen den LDL-Grenzwert weiter senken.“

Dieser LDL-Grenzwert ist in den vergangenen Jahrzehnten geschmolzen wie die Alpengletscher. Vor etwa 30 Jahren lag er

in Europa noch bei 160, dann bei 130 und kürzlich ist er auf 116 gesenkt worden. In den USA ist der Wert schon bei 99 angekommen. Peter Gartner würde sich nicht wundern, wenn der LDL-Grenzwert in den kommenden fünf bis zehn Jahren auf 50 gesenkt würde, und er sagt: „Dann müssten – hochgerechnet – etwa zehn Milliarden Menschen auf diesem Planeten cholesterinsenkende Medikamente verschrieben bekommen. Das regt – finde ich – schon sehr zum Nachdenken an.“

Zum Nachdenken regt vieles im Zusammenhang mit der Cholesteringeschichte an. Etwa, dass Frauen mit koronarer Herzkrankheit – einer schwedischen Studie aus dem Jahr 2024 zufolge – seltener cholesterinsenkende Medikamente verschrieben werden als Männern. Und das, obwohl mehr Frauen als Männer am Herztod sterben. Zum Nachdenken regt aber auch an, dass trotz der Senkung der LDL-Grenzwerte und des parallel dazu massiv gestiegenen „Konsums“ an choles-

Gut zu wissen

Gefahrenquelle TMAO.

Trimethylamin-N-Oxid (TMAO) ist ein organisches Molekül, das häufig in Meeresbewohnern wie Fischen oder Krebstieren vorkommt. Für sie spielt TMAO eine wichtige Rolle, weil es sie vor unangenehmen bis extremen Umweltbedingungen schützt. Bevor TMAO in der menschlichen Leber gebildet wird, sind es bestimmte Darmbakterien – wie etwa das Bakterium Hugnatella –, die nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel das Gas Trimethylamin (TMA) bilden, das jederfrau und jedermann unangenehm bekannt ist, weil es verrottetem Fisch seinen unverkennbaren Geruch gibt. TMAO ist ein noch weniger bekannter Biomarker, also Botenstoff im Körper, der mit Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2Diabetes, neurodegenerativen Erkrankungen (z. B. Parkinson, Alzheimer), Bluthochdruck und Nierenversagen in Verbindung gebracht wird.

terinsenkenden Medikamenten Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Todesursache Nummer 1 geblieben sind.

Im medica-Podcast erzählt Peter Gartner, warum er auf Anregung eines Kardiologen begonnen hat, sich intensiver mit Cholesterin auseinanderzusetzen und dem scheinbaren Paradoxon, dass Patientinnen und Patienten trotz niedriger LDL-Cholesterin-Werte atherosklerosebedingte Operationen benötigten. „Das waren vorwiegend Fleischesser“, verrät er.

Gefäßgesundheit neu denken

Beim Versuch, Licht in den mysteriösen Nebel zu bringen, stieß der Arzt recht rasch auf einen Biomarker zur Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der längst als Risikofaktor für Atherosklerose enttarnt wurde: Das TMAO oder Trimethylamin-N-Oxid. Tausende wissenschaftliche Arbeiten und hunderte Studien wurden bereits zu diesem Stoff veröffentlicht. Vor allem im asiatischen Raum. „Diese Studien sind absolut faszinierend. Sie zeigen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem TMAO-Spiegel im Blut und dem vermehrten Auftreten von Atherosklerose“, sagt Peter Gartner. Stark vereinfacht dargestellt, verhält sich TMAO wie ein Kleber, der Cholesterin an die Gefäßwände kleistert, womit Atherosklerose erst entstehen und ihr Unheil anrichten kann. „Je höher der TMAO-Spiegel, umso eher wird Cholesterin, das sich im Blut befindet, an den Gefäßwänden in atherosklerotische Plaques eingebaut – und zwar unabhängig davon,

ob viel oder wenig Cholesterin im Blut ist“, erklärt der Arzt.

Eine erhöhte TMAO-Konzentration wird auch mit erhöhter Thromboseneigung, Insulinresistenz und viszeraler Adipositas in Verbindung gebracht. Der Stoff scheint in hoher Konzentration also viel Übles zu befeuern und warum TMAO trotzdem einen derart verschwindenden Bekanntheitsgrad hat, ist für Peter Gartner rätselhaft. Die schwindende Berücksichtigung des TMAO-Wertes im allgemeinen Medizingeschehen ist das auch.

Im medica-Podcast beschreibt Peter Gartner, wie er in der Praxis mit seinem Wissen über den TMAO-Wert umgeht: „Ich erlaube mir, mir die Freiheit zu nehmen, im Fall von völlig klaren, sauberen Gefäßen ohne nennenswerte Ablagerungen kein cholesterinsenkendes Medikament zu verschreiben und stattdessen mit speziellen diätetischen Maßnahmen beratend zur Seite zu stehen.“

Bekannt ist nämlich auch, dass der TMAOWert und damit das Atherosklerose-Risiko mit dem übermäßigen Genuss von Fisch, Eiern, Käse und besonders von rotem Fleisch steigt. TMAO wird in der Leber dann in großen Mengen gebildet, wenn bestimmte Darmbakterien zuvor übermäßig mit Carnitin oder Cholin gefüttert wurden, die etwa in rotem Fleisch reichlich vorkommen. US-amerikanische Wissenschaftler:innen haben 2018 im Rahmen einer Studie beobachtet, was mit dem Körper und dem TMAO-Spiegel passiert, wenn jemand wochenlang täglich rotes Fleisch isst. Der Atherosklerose-Marker TMAO war bei den täglich zwei Portionen

Zum Podcast

Der Risikofaktor.

Im medica-Podcast lüftet Peter Gartner ein paar überraschende Geheimnisse im Zusammenhang mit TMAO (TrimethylaminN-Oxid), einem Risikofaktor für Atherosklerose. Warum die bahnbrechenden und die Cholesteringeschichte auf den Kopf stellenden Studienergebnisse zu TMAO hierzulande kaum Beachtung finden, kann er sich nicht erklären. „Viele dieser Studien stammen aus dem asiatischen Raum. Vielleicht gibt es hier auch so etwas wie einen wissenschaftlichen Chauvinismus, dass man die Nase rümpft, wenn man asiatische medizinische Studien lesen soll. Ich weiß es nicht“, sagt er.

rotes Fleisch essenden Probanden stark bis massiv angestiegen. Als gute Nachricht verkündeten die Wissenschaftler:innen damals, dass die Veränderungen reversibel sind und der TMAO-Wert innerhalb von vier Wochen wieder sank, wenn der Fleischkonsum eingestellt worden war.

In Zusammenarbeit mit finnischen Forscher:innen hatte das Klinische Institut der Med Uni Graz Ende 2024 im Rahmen einer weltweit einzigartigen Langzeitstudie bei Jugendlichen herausgefunden, dass weibliche Probanden anders auf Ernährungsinterventionen reagierten als männliche. „Diese Entdeckung legt nahe, dass zukünftige Forschungsarbeiten den TMAO-Stoffwechsel genauer untersuchen und geschlechtsspezifische Unterschiede in der Verarbeitung dieses Metaboliten berücksichtigen sollten“, hatten die Experten festgehalten. „Bisher wurden Männlein und Weiblein mehr oder weniger in einen Topf geworfen. Aufgrund der vorliegenden Forschungsergebnisse werden wir in Zukunft noch viel, viel mehr auch geschlechterspezifische Besonderheiten im Bereich

„Es gibt so etwas wie einen TMAOGegenspieler und diese Substanz findet sich in vielen Nahrungsmitteln, die wir aus der sogenannten mediterranen Diät kennen.“
Peter Gartner

des Stoffwechsels an sich berücksichtigen müssen“, stellt Peter Gartner klar, in dessen Überzeugung, dass sämtliche Studien zum Thema Cholesterin und Gefäßgesundheit der letzten 15 Jahre unter Einbeziehung von TMAO neu bearbeitet und geschrieben werden müssten, eine starke Sprengkraft steckt.

Denn gute Nachrichten hat auch er: „Es gibt so etwas wie einen TMAO-Gegenspieler und diese Substanz findet sich in vielen Nahrungsmitteln, die wir aus der sogenannten mediterranen Diät kennen.“ Als

F.-X.-Mayr-Arzt weiß er diese Möglichkeit selbstverständlich besonders zu schätzen –und betont: „Endlich wissen wir jetzt auch genau, warum diese vielbesungene mediterrane Diät so gut gegen Atherosklerose und damit gegen Herzinfarkt und Schlaganfall wirkt. Und ich glaube, ein knackiger Salat mit edlem Aceto Balsamico, frisches Gemüse mit goldenem Olivenöl und vielleicht ein Glas Rotwein dazu hätte der gute Franz Xaver Mayr auch nicht verabscheut.“ Es gibt wahrlich Schlimmeres.

PROMOTION FISSMED

MEDIZINISCHE INNOVATION AM SONNENPLATEAU

In Fiss verbindet Dr. Christoph Stengg in seiner Praxis-Clinic FISSMED regionale Verwurzelung mit einer technologischen Ausstattung, die man sonst eher in städtischen Zentren vermutet.

Das Ziel der Praxis-Clinic FISSMED ist eine lückenlose und umfassende Betreuung direkt vor Ort. Mit der jüngsten Modernisierung schärft die Klinik vor allem ihr Profil in der Orthopädie und Unfallchirurgie, um Einheimischen wie Gästen eine Versorgung auf höchstem Niveau zu bieten.

Fortschritt aus Tradition

Schon seit der Gründung war FISSMED darauf ausgerichtet, der Zeit ein Stück voraus zu sein. Als visionärer Vorreiter setzte die Praxis bereits früh auf Meilensteine wie digitales Röntgen und ein eigenes CT. Seit Dr. Christoph Stengg die

Praxis 2023 von seiner Mutter übernommen hat, führt er diesen Weg konsequent fort. Mit dem aktuellen Umbau garantiert er eine lückenlose Diagnostik und Therapie in Fiss. „Es geht darum, medizinische Qualität auf hohem Niveau mit unserer regionalen Verbundenheit zu vereinen“, so Dr. Christoph Stengg.

Ein Meilenstein in der Diagnostik: das offene MRT

Das Herzstück der neu gestalteten Räumlichkeiten ist das neue offene MRT-System. Es ist das erste seiner Art in Westösterreich und nimmt eine technologische Sonderstellung

Neues Herzstück: Das offene KI-MRT-System ist das erste seiner Art in Westösterreich und bietet im Vergleich zur sonst engen Röhre mehr Raum, Bewegungsfreiheit und Sicht nach außen und somit deutlich mehr Komfort. Das System arbeitet KI-gestützt und liefert trotz offener Bauweise präzise Bilder.

ein: Es handelt sich um das erste „Hyper Clarity“ KI-gestützte Komplettsystem, das im deutschsprachigen Raum neu installiert wurde.

Die Vorteile dieser Technologie sind für die Patienten unmittelbar spürbar: Dank der offenen Bauweise bietet das Gerät deutlich mehr Platz, was besonders für Menschen mit Platzangst oder für Kinder eine große Erleichterung darstellt. Außerdem unterstützt künstliche Intelligenz dabei, besonders scharfe Bilder zu generieren, was die Grundlage für eine nochmals verbesserte Diagnostik in kürzester Zeit bildet.

Spezialisierte Therapie und orthopädische Kompetenz

Über die Diagnostik hinaus bietet FISSMED ein breites Spektrum an modernen Therapie- und Regenerationsmöglichkeiten, die besonders in der Orthopädie und Sportmedizin neue Maßstäbe setzen. Neue Technologien wie die Magnetfeldtherapie sowie die ACP-Eigenbluttherapie und Hyaluron-Behandlungen ergänzen das Angebot. Diese Verfahren unterstützen die Genesung nachhaltig und kommen insbesondere bei Sportverletzungen oder Gelenkbeschwerden zum Einsatz.

Praxis-Clinic FISSMED

Fisser Straße 27–29 6533 Fiss in Tirol www.fissmed.at

• Leitung: Dr. Christoph Stengg

• Schwerpunkte: Orthopädie und Unfallchirurgie, ganzheitliche Diagnostik, Notfallmedizin, Sportmedizin

• Innovation: Erstes offenes KI-MRT-System („Hyper Clarity“) in Westösterreich

• Neu: Magnetfeld- & ACP-Eigenbluttherapie, Hyaluron-Therapie

Dr. Christoph Stengg (re.) und Dr. Michael Wittner
Dr. Christoph Stengg mit Stephanie Stengg

LEBEN VERÄNDERN

Aus wirklich guten Gründen begleitet Essen unsere Tage und unser ganzes Leben. Problematisch bis allerschlimmstenfalls tödlich wird diese essenzielle Beziehung, wenn Essen zu einem quälenden, viele Gedanken bestimmenden und das Selbstwertgefühl zermürbenden Thema wird. Vor allem Mädchen und junge Frauen sind von Essstörungen betroffen. „Essen ist nicht das Problem, sondern das Symptom“, lenkt Joanna Mikowitsch den Blick auf den komplexen Auslösermix für diese Krankheiten, die unheimlich viel Lebensfreude rauben. Die Psychologin ist auf die Behandlung von Essstörungen spezialisiert und weiß: „Man kann sein Leben wirklich verändern.“

Joanna Mikowitsch ist klinische Psychologin in Thaur und hat sich auf die Behandlung von Essstörungen spezialisiert.

„Meine Türen stehen immer offen. Ich lade meine Klientinnen auch nach der Therapie immer wieder dazu ein, mir ein Lebensupdate zu schicken. Sie wissen, dass sie immer die Möglichkeit haben, zurückzukommen.“

Ganz Wichtiges zuerst. „Ich würde mir für uns Frauen wünschen, aber auch für alle Menschen, dass wir aufhören, anderen gefallen zu wollen. Ich würde mir wünschen, dass wir anfangen, uns selbst gefallen zu wollen, uns zu akzeptieren, wie wir sind – mit unserer Individualität, mit der Form und mit der Art, wie wir leben. Und ich würde mir wünschen, dass keine Körper mehr kommentiert werden“, sagt Joanna Mikowitsch. Würde die Gesellschaft die Wünsche der Psychologin umsetzen, wäre die Welt besser. Vor allem die Welt für Mädchen und junge Frauen, die in falschen Bildern gefangen und aus unterschiedlichsten Gründen gefährdet sind, an einer Essstörung zu erkranken. „Ich weiß nicht, wer sich das einfallen hat lassen, dass Frauen jung ausschauen müssen, dass sie dünn sein müssen. Wir dürfen aussehen, wie wir wollen“, formuliert Joanna Mikowitsch Worte, die sich dafür eignen, flächendeckend plakatiert und gemeinsam skandiert zu werden, scheint sich doch gerade Gefährliches zuzuspitzen.

Für Österreich gibt es kein Zahlenwerk, für Deutschland gibt es das schon und dort hat das Statistische Bundesamt für das Jahr 2023 festgehalten, dass sich die Zahl der wegen Essstörungen im Krankenhaus behandelten Mädchen und jungen Frauen im Alter von zehn bis 17 Jahren in nur 20 Jahren verdoppelt hat. 34 Prozent der Mädchen und zwölf Prozent der Buben zwischen 14 und 17 Jahren weisen deutschen Statistiken zufolge Symptome einer Essstörung auf. Dass die Coronapandemie mit all ihren Ängsten und Einsamkeiten gestörtes Essverhalten förderte, haben zahlreiche Expert:innen beobachtet. Hinter den hohen registrierten Zahlen könnte neben dem Schrecken aber auch die positive Entwicklung stecken, dass die Menschen sensibler geworden sind und die Essstörungen damit sichtbarer. „Wenn Klientinnen im Alter zwischen 50 und 60 Jahren erstmals zur Therapie kommen und sagen, sie haben seit 20 oder 30 Jahren eine Essstörung, denke ich, dass es früher einfach subtiler war und man nicht so darüber gesprochen hat“, sagt Joanna Mikowitsch. „Ich glaube, Essstörungen waren schon seit längerer Zeit ein Thema in unserer Gesellschaft.“

Im medica-Podcast – scannen Sie den QRCode, um dabei zu sein – berichtet Joanna Mikowitsch über ihre Erfahrungen mit Klientinnen, die unter einer Essstörung leiden beziehungsweise gelitten haben. „Was mich antreibt, ist die Zuversicht, dass man sein Leben wirklich verändern kann“, sagt die Psychologin. Ihre jüngste Klientin war 13, ihre älteste über 60 Jahre alt, „es ist nie zu spät, es ist immer möglich und es ist immer wichtig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.“

Als typisches Alter, in dem Mädchen eine Essstörung entwickeln, gilt die Pubertät. Körper und Körperbewusstsein verändern sich, „und man fängt vielleicht auch an, zu

hinterfragen, wer bin ich, was möchte ich ausstrahlen, wen möchte ich anziehen“, skizziert Joanna Mikowitsch die von Hormonen mal verwirrte, mal befeuerte Ausgangssituation für eine der vielleicht spannendsten und dichtesten Lebensphasen, die für zahlreiche Mädchen mit vulnerabel – also verletzlich, verwundbar oder auch störanfällig – recht trefflich beschrieben werden kann. Wenn Heranwachsende in dieser Phase, in der sie sich selbst finden und in gewisser Weise auch formen, auf Social-Media-Kanälen von scheinbar perfekten Körperbildern und Idealen überschwemmt werden, kann die gerade erst keimende Individualität regelrecht erstickt werden. „Man fängt sofort an zu verglei-

Gute Fragen

Joanna Mikowitsch hat für die medica einen kleinen Fragenkatalog zusammengestellt, der Leser:innen dabei unterstützen soll, ihr eigenes Essverhalten sowie ihre Beziehung zum Essen differenzierter zu betrachten beziehungsweise zu hinterfragen. Ein Leitfaden zur Selbstreflexion:

• Beeinflusst mein Essverhalten, wie ich meinen Tag insgesamt bewerte (z. B. „diszipliniert“ vs. „versagt“, „gut“ vs. „schlecht“)?

• Plane ich meine sozialen Aktivitäten rund um Essen oder mein Essen rund um soziale Aktivitäten?

• Fällt es mir schwer, Entscheidungen über Essen spontan zu treffen, ohne vorher zu „kalkulieren“ oder zu kompensieren?

• Habe ich das Gefühl, mir bestimmte Lebensmittel „verdienen“ zu müssen (z. B. durch Bewegung oder Einschränkung)?

• Wie stark beschäftigt mich Essen gedanklich im Alltag auch dann, wenn ich gerade nicht esse?

• Verändert sich meine Stimmung deutlich abhängig davon, ob ich mich an selbst gesetzte Essregeln halte?

• Erlebe ich Unruhe, Schuld oder Anspannung, wenn ich von meinen gewohnten Essmustern abweiche?

• Nutze ich Essen (oder Nicht-Essen), um mit Emotionen umzugehen, ohne dass es mir immer bewusst ist?

• Wie flexibel bin ich, wenn sich Pläne ändern (z. B. unerwartete Einladung, andere Essenszeiten)?

• Würde ich mein Essverhalten vor anderen eher verbergen, rechtfertigen oder erklären müssen?

• Habe ich feste Regeln darüber, wann, was oder wie viel ich essen „darf“?

• Fällt es mir schwer, diese Regeln zu brechen, selbst wenn es unpraktisch oder sozial einschränkend ist?

• Gibt es Lebensmittel oder ganze Gruppen (z. B. Fette, Kohlenhydrate, Süßes), die ich grundsätzlich vermeide, unabhängig davon, ob ich eigentlich Lust darauf hätte?

• Begründe ich diese Vermeidung eher mit „gesund“, obwohl sie sich innerlich wie ein Verbot anfühlt?

„Ich würde mir für uns Frauen wünschen, aber auch für alle Menschen, dass wir aufhören, anderen gefallen zu wollen. Ich würde mir wünschen, dass wir anfangen, uns selbst gefallen zu wollen.“
Joanna Mikowitsch

chen“, kennt die Psychologin die Macht der so professionell präsentierten wie unrealistischen Körperbilder und Körperformen, „dieser Drang nach Perfektion wird meiner Meinung nach mit Social Media deutlich verstärkt.“ So genannte „Mager-Coaches“, die auf Instagram oder TikTok Mädchen und junge Frauen zum Abnehmen animieren und dabei auch anleiten, bilden vielleicht den Gipfel dieser brandgefährlichen digitalen Fallen.

Wider den Magerwahn

Schon im Jahr 2019 hatte ein Reporterteam namhafter deutscher Medien die digitalen Magerwahn-Aktivitäten durchleuchtet, tausende Videos im Zusammenhang mit einer Magersucht-Challenge gefunden und auch eine betroffene Jugendliche zitiert, die fast zwei Monate von einem „Mager-Coach“ manipuliert und schließlich von ihm aufgefordert wurde, sich zu verletzen. Als sie sich

weigerte, ihm weiterhin intime Bilder und Videos zu schicken, drohte er ihr damit, ihre Nacktfotos und Videos an ihre Freundinnen und Freunde auf Instagram zu schicken. Sein Profil wurde erst gelöscht, nachdem das Reporterteam die Pressestelle von Instagram damit konfrontierte.

Das in Österreich geplante Verbot der Nutzung sozialer Medien wie Instagram, TikTok und Snapchat für Kinder unter 14 Jahren

soll Kinder vor Suchtpotenzial, psychischen Problemen und gesundheitlichen Risiken schützen. Jugendliche über 14 Jahren bleiben diesbezüglich ungeschützt – und werden weiter mit Körperbildern konfrontiert, die ihnen ein unerreichbares Ideal suggerieren. In der Wissenschaft wird diese Dynamik „normative Desillusionierung“ genannt. Der negative Einfluss auf das Selbstbewusstsein der Kinder und Jugendlichen ist jedenfalls enorm.

Im medica-Podcast beschreibt Joanna Mikowitsch erste Anzeichen oder Alarmzeichen, die neben einem geringen oder zu geringen Körpergewicht darauf hindeuten, dass ein gestörtes Essverhalten vorliegen könnte. „Die sind oftmals sehr subtil und werden auch gut versteckt“, sagt die Psychologin. Wenn Mädchen etwa davon sprechen, sich das Essen „verdienen“ zu müssen, wird sie hellhörig.

Multifaktoriell ist ein Schlüsselwort im Zusammenhang mit Essstörungen, das in weiterer Folge auch die Therapie von Essstörungen so komplex macht. Eine Essstörung tritt meist in Kombination mit Angst, Suchtzwang und Depression auf. „Essen ist ja nicht das Problem, Essen ist das Symptom“, erklärt Joanna Mikowitsch.

Zu den Essstörungen zählen die Magersucht oder Anorexie, die Bulimie, die umgangssprachlich als Ess-Brech-Sucht bezeichnet wird, und die weniger bekannte, aber weit verbreitete Binge-Eating-Disorder, bei der die Betroffenen unter wiederkehrenden Essanfällen leiden und das Gefühl haben, die Kontrolle über ihr Essverhalten zu verlieren. „Sie haben diese Essanfälle nicht unbedingt, weil sie Hunger haben, sondern weil sie vielleicht eine innere Leere verspüren oder Stress oder unverarbeitete Traumata – und deshalb eine Strategie entwickelt haben, mit Gefühlen umzugehen“, sagt Joanna Mikowitsch. Im Gegensatz etwa zur Ess-BrechSucht ist Kompensation kein Thema bei der Binge-Eating-Disorder, was häufig zur Folge hat, dass die erhöhte Kalorienzufuhr zu Übergewicht führt. „Eine Essstörung, egal welche man hat, ist ein Schutzmechanismus,

Zum Podcast

Essstörungen behandeln. Der medica-Podcast mit Joanna Mikowitsch ist den Essstörungen gewidmet, unter denen alle Menschen leiden können, von denen aber hauptsächlich Mädchen und junge Frauen betroffen sind. Die Klinische Psychologin hat sich auf die Behandlung von Essstörungen spezialisiert und unterstützt ihre Klient:innen dabei, raus aus diesen Krankheiten zurück in die positive Selbstwirksamkeit zu kommen. „Man kann natürlich niemanden zur Therapie zwingen, es kann auch ein Ziel sein, die Veränderungsmotivation zu steigern“, sagt sie. Zuletzt arbeitete die Psychologin in der auf Essstörungen spezialisierten Schön Klinik im Berchtesgadener Land, seit 2024 arbeitet sie selbständig in der Gemeinschaftspraxis VerticalMed Tyrol in Thaur. Weitere Infos unter: www.praxis-mikowitsch.at

ist eine Überlebensstrategie, die zu einem gewissen Zeitpunkt auch sehr wichtig gewesen ist, weil die Person durch das Essen Kontrolle oder Sicherheit bekommen hat.“

Dass Gefühle unterdrückt werden, kann auch eine Funktion sein, was den Blick auf die Frage wirft, warum Gefühle unterdrückt werden. Schlimme, erschütternde, traumatische Erlebnisse können entscheidende Rollen spielen. Das psychosomatische Sammelsurium macht die Suche nach der „richtigen“ Antwort und damit vielleicht auch dem Wendepunkt zum Guten komplex. „Eine Essstörung bezieht sich nicht immer auf das Gewicht, nicht immer auf das Essen selbst, sondern es sind sehr, sehr viele innere Prozesse, die da mitarbeiten“, weiß die Psychologin. Kalorien zählen, der Überzeugung zu sein, sich das Essen verdienen zu müssen, zwanghaft ausgeübter Sport und eine Tendenz zur Perfektion sind Symptome, die mit einer Essstörung zusammenhängen können. „Alles, was extrem ist, und alles, was nichts mit Leichtigkeit zu tun hat, sollte wirklich hinterfragt werden“, sagt sie. Die Angst vor Kalorien kann beispielsweise dazu führen, dass Veranstaltungen oder Familienfeste fast schon panisch gemieden werden, „dann ziehen sich die Menschen zurück und werden depressiv, weil ihnen die sozialen Kontakte fehlen. Es fehlen die Ressourcen, es fehlt das, wofür wir leben. Also die Arbeit, die Freunde, die Familie.“

Im medica-Podcast beschreibt Joanna Mikowitsch auch die organischen Folgen einer Essstörung. Werden dem Körper zu wenige oder gar keine Nährstoffe zugeführt, bekommt der Ausdruck Lebensmittel mit Nachdruck jene Bedeutung, die in ihm steckt. Der Körper schaltet auf Überlebensmodus und holt sich, was er braucht, beispielsweise aus Knochen oder Organen. „Wenn die Organe oder im schlimmsten Fall einer sehr langen Essstörung das Gehirn abgebaut werden, kann man das nicht mehr rückgängig machen“, stellt die Psychologin fest.

Dass von Essstörungen Betroffene professionelle Hilfe benötigen, um aus ihren Teufelskreisen herauszukommen, wird aufgrund

ZURÜCK ZU STABILITÄT UND LEBENSQUALITÄT

Im REHA Zentrum Münster gehen Medizin und persönliche Begleitung Hand in Hand.

Wenn eine akute oder chronische Erkrankung das Leben verändert, gerät vieles ins Wanken. Was zuvor selbstverständlich war, braucht plötzlich neue Aufmerksamkeit, Geduld und Unterstützung. Genau hier setzt Rehabilitation an: Sie hilft dabei, Stabilität zurückzugewinnen, Vertrauen in den eigenen Körper neu aufzubauen und wieder Perspektiven für den Alltag zu entwickeln.

Im REHA Zentrum Münster werden Patient*innen in den Bereichen Neurologie, Herz-Kreislauf, Onkologie, Atemwegserkrankungen und psychosoziale Therapie betreut. Je nach Krankheitsbild werden medizinische, therapeutische und pflegerische Maßnahmen individuell aufeinander abgestimmt. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein die Diagnose, sondern immer auch der Mensch mit seiner persönlichen Geschichte, seinen Möglichkeiten und seinen Zielen.

Interdisziplinäre Therapie im Fokus

Ärzt*innen, Therapeut*innen sowie Pflegefachkräfte arbeiten im REHA Zentrum Münster eng zusammen. Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie sind dabei wesentliche Bestandteile der Rehabilitation. Entscheidend ist das abgestimmte Zusammenspiel der verschiedenen Fachbereiche, damit Fortschritte nicht isoliert bleiben, sondern im Alltag

REHA Zentrum Münster

Individuelle Rehabilitation und der Weg zu einer neuen Selbstständigkeit beginnen mit einer abgestimmten Diagnostik und Therapieplanung. Das REHA Zentrum Münster betreut Menschen in den Bereichen Neurologie, Herz-Kreislauf, Onkologie, Atemwegserkrankungen und psychosoziale Therapie. www.reha-muenster.at

wirksam werden können. Ziel ist es, den Gesundheitszustand zu stabilisieren und Patient:innen Schritt für Schritt auf dem Weg zurück zu mehr Selbstständigkeit, Sicherheit und Lebensqualität zu begleiten. Bestehende Fähigkeiten werden gefördert, vorhandene Ressourcen gestärkt und der Umgang mit der eigenen Erkrankung erleichtert. Rehabilitation braucht Zeit, Erfahrung und ein Umfeld, das medizinische Kompetenz mit menschlicher Begleitung verbindet. Das REHA Zentrum Münster versteht sich dabei als Ort, an dem Menschen nicht nur behandelt, sondern auf ihrem Weg zurück in einen möglichst selbstbestimmten Alltag gezielt unterstützt werden.

„Ein häufiges Therapieziel ist Gefühle fühlen. Das klingt so ganz banal. Aber wann haben wir gelernt, wirklich unsere Gefühle auszuhalten, Angst, Wut oder Trauer selbst zu regulieren und zuzulassen?“
Joanna Mikowitsch

der Komplexität, die in oder hinter derartigen psychosomatischen Erkrankungen steckt, unumgänglich. Joanna Mikowitsch arbeitet deswegen auch gerne mit Hausärzt:innen, Psychiater:innen und Diätolog:innen zusammen, um den oftmals langen therapeutischen Prozess bestmöglich zu begleiten und die Klient:innen ganzheitlich zu unterstützen.

Im Austausch bleiben

Ihre Klientinnen lässt sie beispielsweise von deren Hausärzt:innen wiegen. „Es ist auch für die Beziehung von den Eltern und den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen viel besser, wenn das ausgelagert werden kann“, sagt die Psychologin. Die Einbindung der Eltern in die Therapie und der Austausch mit den Angehörigen ist nicht nur wichtig, um andere Meinungen zu hören oder einen Perspektivenwechsel zu ermöglichen, sondern auch im Hinblick auf deren Umgang mit den betroffenen Mädchen oder

jungen Frauen: „Du schaust so super aus, weil du abgenommen hast, oder du schaust super aus, weil du zugenommen hast, sind die schlimmsten Dinge. Die wollen meine Klientinnen einfach nicht hören. Das Essverhalten zu kommentieren, sehe ich auch sehr, sehr kritisch.“

Weil die Rückfallquote bei Essstörungen bekanntermaßen hoch ist, eventuelle Impulse allgegenwärtig und das Vertrauensverhältnis zwischen Psychologin und Klientin stark, begleitet sie die Betroffenen auch nach positivem Ende des Therapieprozesses. „Meine Türen stehen immer offen. Ich lade meine Klientinnen auch immer wieder dazu ein, mir ein Lebensupdate zu schicken. Sie wissen, dass sie immer die Möglichkeit haben, zurückzukommen“, erzählt sie.

Gewichtszunahme, Freude am Essen, liebevolle Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper und positive Selbstwirksamkeit sind Ziele, die mit einer Therapie verfolgt werden.

„Ein häufiges Therapieziel ist auch Gefühle fühlen. Das klingt so ganz banal. Aber wann haben wir gelernt, wirklich unsere Gefühle auszuhalten, Angst, Wut oder Trauer selbst zu regulieren und zuzulassen?“, deutet die Psychologin etwa auf die fiese, aber gängige Reaktion hin, wütende Mädchen und Frauen als zickig oder hysterisch zu verurteilen, „Dann sage ich zu meinen Klientinnen: Wenn du das hörst, dann hast du vielleicht sogar was richtig gemacht.“ Brav und angepasst zu sein, ist definitiv kein Ziel. Auch unangenehme Gefühle zuzulassen und sie zu zeigen schon eher. Das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl zu steigern auf jeden Fall. Wenn die Psychologin mit ganzem Herzen betont, dass man sein Leben verändern und zum Besseren wandeln kann, macht das den Betroffenen Mut. Großartig und demütig zugleich wirkt, wie sie eine Triebfeder für ihre Arbeit beschreibt: „Menschen beim Wachsen zu sehen ist wunderschön.“

Alexandra Keller

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PROMOTION Die ZahnärztInn

ANGEGRIFFENE MUNDGESUNDHEIT

Wenn die Ernährung aus welchen Gründen auch immer mangelhaft ist, wirft das unweigerlich einen Schatten auf die Mundgesundheit. Dazu zählen insbesondere erhebliche Schäden an Zähnen und Zahnfleisch. Zahnärztin

Raffaela Falkner begleitet Betroffene einfühlsam, versucht möglichst gut vorzusorgen, Schäden im Zaum zu halten und mit ihren ästhetisch kunstvollen Versorgungen wieder ein strahlendes Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Es ist ein äußerst sensibles Thema. Gerade deshalb liegt es Zahnärztin Dr. Raffaela Falkner am Herzen, dieses multifaktorielle Geschehen auch aus zahnmedizinischer Sicht zu beleuchten. Und zu helfen. Denn als Zahnärztin erkennt man eine Mangelernährung –egal ob krankheitsbedingt oder von einer Essstörung herrührend – relativ schnell. „Der Zahnschmelz beginnt zu leiden. Dauert die Mangelernährung über einen langen Zeitraum an, wird der Schmelzabbau deutlich sichtbar. Bei häufigem Erbrechen über längere Zeit schreitet der Schmelzabbau noch rascher voran, die Zähne werden matter und stumpfer“, weiß Dr. Raffaela Falkner um die Auswirkungen von Mangelernährung. Zeichen des Abbaus von Zahnschmelz zeigen sich

oft an den inneren Zahnflächen, der Zahnschmelz wird dünner und somit durchscheinender, was die Zähne insgesamt dunkler erscheinen lässt.

Ein Mangel an Nährstoffen bringt noch weitere Begleiterscheinungen mit sich: Mundtrockenheit, Zahnfleischbluten auf Grund von Vitamin-C-Mangel, rissige Mundwinkel, schlechte Wundheilung und im fortgeschrittenen Stadium sogar Zahnfleischverlust sowie Knochenumbau bzw. -abbau. Eisen- und Calciummangel können zudem die Speichelbildung im Mund reduzieren, was in weiterer Folge zu mehr Karies und Infektionen im Mund führen kann. Es kommt also zu einem multifaktoriellen Geschehen im gesamten Mundraum.

Im Fall eines gestörten Essverhaltens unterscheiden sich die Symptome je nach Art der Essstörung. Während bei der Magersucht oder Anorexie die bereits genannten Symptome der Mangelernährung einen langsameren Verlauf zeigen, wird bei der Bulimie, also der Ess-Brech-Sucht, der Zahnschmelz durch die Magensäure im wahrsten Sinne des Wortes „weggeätzt“. Umso wichtiger ist es aus zahnmedizinischer Sicht, mit unmittelbaren Maßnahmen die irreversiblen Folgen von häufigem Erbrechen zumindest abzufedern.

Zahnpflege bei Erbrechen

„Häufiges Erbrechen kann viele Ursachen haben. Neben der Ess-Brech-Sucht gibt es noch andere Krankheiten, bei denen man öfters erbricht, wie systemische Krankheiten oder als Folge von Medikamentengaben. Als Zahnärztin kann ich die Ursachen nicht beseitigen, aber versuchen, die Zahnschäden zu minimieren.“ Dabei rät die Zahnmedizinerin beispielsweise, direkt nach dem Erbrechen den Mund gründlich mit Wasser zu spülen und mindestens 30 Minuten die Zähne nicht zu putzen.

„Der Zahnschmelz wird auf Grund der Magensäure weich. Es wird daher empfohlen, nach dem Erbrechen mindestens 30 bis 60 Minuten mit dem Putzen abzuwarten, damit sich der Schmelz durch den Speichel wieder remineralisieren kann. Selbiges gilt übrigens auch nach dem Genuss saurer Speisen oder Getränke.“

Fluoridhaltige Zahnpasten stärken zudem den Zahnschmelz, Raffaela Falkner rät auch zu Versiegelungen mit einem Schutzlack, der den Zahnschmelz für einige Wochen bis Monate schützt. Hält der Schmelzabbau über längere Zeit an, kann man die Zähne mit Composite schützen, damit zumindest die Zahnfunktion wiederhergestellt wird und die Betroffenen keine Schmerzen mehr haben.

In fortgeschrittenen Stadien und wenn das Zahnfleisch bereits stark betroffen ist, können die Schäden irreversibel werden. „Zahnfleisch kann sich bis zu einem gewissen Grad erholen, wenn es jedoch weg ist, ist es irreversibel. Dann wird es auch mit jeglichem Zahnersatz schwierig. Da es sich um ein multifaktorielles Problem handelt, ist es gesamtmedizinisch von größter Bedeutung, die Ursachen zu klären und mit begleitenden Therapien zu beheben.

Ganzheitliche Mundgesundheit

Zahngesundheit geht in der Praxis von Raffaela Falkner weit über die reine Zahnbehandlung hinaus und schließt eine ganzheitliche Betrachtungsweise mit ein. Sie nimmt sich Zeit, fragt nach und hört zu. Dabei outet sich auch mal eine tiefsitzendere Ursache für Zahnprobleme: „Der Darm beginnt im Mund und so kann beispielsweise eine geschädigte Darmflora, Mangelernährung oder fehlende Mikronährstoffe für gewisse Be-

Dr. Raffaela Falkner

Herzog-Siegmund-Ufer 17 6020 Innsbruck www.diezahnaerztinn.at

schwerden im Mund verantwortlich sein.“ Deshalb geht es bei ihr nicht nur um eine schnelle Zahnreparatur, sondern darum, die ganzheitliche Mundgesundheit wiederherzustellen. Mit ihrer einfühlsamen Art sowie ihrer Ruhe und Gelassenheit besänftigt sie gemeinsam mit ihrem eingespielten Team sogar notorische Angstpatienten.

Zahnkunstwerke

Neben ihrer Passion für die Medizin bringt die versierte Zahnärztin auch ihr handwerkliches Geschick in die Praxis ein – insbesondere dann, wenn sie den Schicht für Schicht aufgebauten Composite-Füllungen oder Veneers ihren Feinschliff verleiht. Dieser kommt sehr nah an ein natürliches Zahnrelief heran und fühlt sich im Mund wunderbar glatt an. Dank ihrer zahlreichen Weiterbildungen erzielt die begabte Zahnmedizinerin sogar an den Schneidezähnen beachtliche und langanhaltende Erfolge mit Composite-Veneers. Gerade diese hochwertig und kunstvoll gearbeiteten Verblendungen machen die einfühlsame Zahnärztin zur idealen Ansprechpartnerin, wenn die Mundgesundheit auf Grund von Mangelernährung ins Wanken geraten ist.

Dr. Raffaela Falkner ist Zahnärztin in Innsbruck.

SINNLICHES UNIVERSUM

Wenn weibliche Lust und die Freude der Frauen an ihrer Sexualität in einem Nebel aus Unsicherheit, Scham, Wortkargheit und fremdbestimmten Bildern erstarrt, schlummert da Großes. Und das will wachgerüttelt werden. „Sexualenergie ist Lebensenergie“, sagt Elisabeth Eiter. Die Gesundheitspraktikerin für Sexualkultur begleitet Frauen dabei, ihre Körper und ihre Sinnlichkeit (wieder) kennen zu lernen, ihre Weiblichkeit zu spüren und selbstbestimmt raus aus der Lustlosigkeit und rein ins Leben zu gehen.

Dieser vorgetäuschte weibliche Orgasmus zählt zu den berühmtesten Szenen der Filmgeschichte. Und sie hat’s noch einmal getan. Für einen Werbespot trafen sich Meg Ryan und Billy Crystal 35 Jahre später wieder, um jene legendäre Szene aus der 1989 gefeierten Filmkomödie „Harry und Sally“ zu wiederholen, in der Sally (Meg Ryan) ihrem Filmpartner Harry (Billy Crystal) in einem vollbesetzten Restaurant äußerst überzeugend klarmacht, dass er einen echten nicht von einem vorgetäuschten Orgasmus unterscheiden kann.

Der vielleicht lustigste cineastische Höhepunkt löst nicht nur Heiterkeit aus, sondern öffnet auch eine Tür zum weiblichen Orgasmus. Nebst lustvoller Glückseligkeit werden schließlich auch zahlreiche positive Gesundheitseffekte mit ihm in Verbindung

„Unsere Sexualität ist kein Zufallsprodukt, keine höhere Macht oder Urkraft, die an uns verteilt wird. Sexualität ist ein Produkt unserer bisherigen Lernerfahrung.“

Elisabeth Eiter

gebracht. Das dabei in großen Mengen ausgeschüttete Kuschelhormon Oxytocin hilft, das Stresshormon Cortisol zu senken. Das Immunsystem wird gestärkt, mit Endorphinen wird die Stimmung aufgehellt und auch die Schlafqualität wird besser. Der weibliche Orgasmus scheint wie ein natürliches Wundermittel zu sein. „Ein Orgasmus kann

Entspannung auf tiefer Ebene fördern. Und das tut einfach wohl. Wobei diese Art von Entspannung nur von kurzer Dauer ist“, sagt Elisabeth Eiter. Elisabeth Eiter ist Gesundheitspraktikerin für Sexualkultur und begleitet Frauen dabei, ihre Körper kennen zu lernen, ihre Weiblichkeit zu spüren, ihre Bedürfnisse wahrnehmen und benennen

Elisabeth Eiter ist Gesundheitspraktikerin für Sexualkultur und begleitet Frauen dabei, ihre Körper kennen zu lernen, ihre Weiblichkeit zu spüren, ihre Bedürfnisse wahrnehmen und benennen zu können.

zu können. Sie beschreibt einen Orgasmus zwar als etwas Schönes, Vielfältiges und Lebendiges, doch stellt sie mit ihrem sanften „nur“ auch gleich klar, dass weibliche Sexualität, Sinnlichkeit und Intimität weit mehr bedeuten als etwa die erfolgreiche Stimulation der rund 8.000 Nervenenden in der Klitorisspitze.

Im medica-Podcast – scannen Sie den QRCode mit Ihrem Smartphone und Sie sind quasi live dabei – lüftet Elisabeth Eiter schöne Geheimnisse rund um die weibliche Sexualität, räumt mit Mythen auf und sie erzählt auch, was für sie der Auslöser

war, sich intensiv mit den Themen Weiblichkeit, weibliche Sexualität und Spiritualität auseinanderzusetzen. Mitten in einer sehr herausfordernden Lebensphase durfte sie eine Tantramassage von einer Frau empfangen. „Das war ein Gamechanger, hat mich tief berührt und mich aufgerüttelt“, sagt sie.

Auf derart berührende Weise auf- und wachgerüttelt, wurde in ihr eine besondere Neugier geweckt – eine Neugier auf das Frauenleben und das unendlich große sinnliche Universum, aus dem es viel Kraft, Selbstbewusstsein und Stärke schöpfen kann. „Ich habe dann jahrelang die Mysterienschule der Frau besucht, habe Ausbildungen und Weiterbildungen gemacht und habe mich ganz tief mit den Themen Frausein, Weiblichkeit, Sexualität, Schamverletzung, Partnerschaft und überhaupt mit dem Menschsein und dem Leben beschäftigt“, erzählt Elisabeth Eiter. In dieser Dynamik hat es

sich für sie irgendwann fast natürlich ergeben, das über Jahre gesammelte Wissen und die Erfahrungen – es als Weisheit zu bezeichnen, trifft es vielleicht noch besser – mit anderen Frauen zu teilen. Ihr von der „SchossraumBegleitung“ umrahmtes Angebot ist zwischenzeitlich weit gefächert, reicht von individueller Begleitung über Paarbegleitung hin zu Workshops, in deren Mittelpunkt stets das respektvolle, achtsame Lernen und Kennenlernen steht. „Unsere Sexualität ist kein Zufallsprodukt, keine höhere Macht oder Urkraft, die an uns verteilt wird. Sexualität ist ein Produkt unserer bisherigen Lernerfahrung“, sagt sie.

Die Lernerfahrungen, von denen Elisabeth Eiter spricht, sind individuell. Sie können von der alltäglichen Omnipräsenz von Sexualität – in Medien etwa, in Filmen oder in der Werbung – geprägt und mit einer gewissen Sprachlosigkeit, Scham oder negativen Erfahrungen gespickt sein. Hin-

Heute studieren, was morgen gefragt ist.

Master-Studien für Health Professionals

Geblockte Lehrveranstaltungen und innovative Online- und Blended-Learning Elemente garantieren, dass die Master-Studien an der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL mit dem Beruf vereinbar abgewickelt werden.

Neu ab Herbst 2026

Die Master-Studien für Health Professionals:

• Health Care Management (CE)

• Pflegewissenschaft ANP | Pflegepädagogik | Pflegemanagement

• Public Health

• Medizinische Informatik (CE) (Online Studium)

• Health Information Management (Online Studium) Infos unter: www.umit-tirol.at/master studentservice@umit-tirol.at, Tel.: +43 50 8648 3817

*vorbehaltlich der Genehmigung durch die AQ Austria –„AQ Austria – Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung“

RICHTIG LANGE ZEIT WURDE DIE WEIBLICHE SEXUALITÄT

VERSTECKT, KONTROLLIERT ODER VON ANDEREN UND FÜR

ANDERE SEXUALISIERT. ES GAB ABER AUCH ZEITEN, IN DENEN

DIE WEIBLICHE LUST GEFEIERT UND VEREHRT WURDE.

zu kommen all die Mythen, die rund um die Sexualität ranken, veraltete Geschlechterrollen widerspiegeln und in Wahrheit ausgemachter Blödsinn für alle Geschlechter sind. Dass eine Gemengelage wie diese unangenehme Gefühle hervorrufen und die Verbindung zur eigenen Weiblichkeit stören kann, scheint fast schon eine logische Folge zu sein. „Aber das Schöne ist, dass wir unsere Sexualität ein Leben lang entwickeln und weiterentwickeln können – auf kognitiver und körperlicher Ebene“, stellt Elisabeth Eiter klar und lädt Frauen regelrecht dazu ein, sich aktiv von den falschen Bildern zu lösen und zu beginnen, ihre Weiblichkeit und Sinnlichkeit zu erforschen und zu stärken.

Anfang 2026 hat sie ihr digitales Booklet „Yoni Weg – LUSTVOLL ICH – Eine kreative Begleiterin für Körper, Sinnlichkeit & Selbstliebe“ fertig- und zum Kauf auf ihrer Webpage online gestellt, mit dem sie Frauen auf sehr sensible Art anleitet, sensible Türen zu öffnen. „Heute weiß ich: Veränderung ist möglich. Selbst dann, wenn das Leben herausfordernd ist. Wir alle tragen die Kraft in uns, neu zu beginnen, Altes loszulassen und unser Leben so zu gestalten, dass es uns entspricht“, schreibt die Autorin dort einleitend.

Im medica-Podcast erzählt Elisabeth Eiter auch von den Beweggründen der Frauen, die sich von ihr begleiten lassen, und sagt: „Oft ist es ein innerer Leidensdruck, eine Orientierungslosigkeit, eine Verwirrung zum Thema Sexualität und Intimität.“

Ziemlich eigentümliche Verwirrung vermag beispielsweise das Wort Selbstbefriedigung auszulösen. Selten wurde ein Begriff derart tabuisiert, mit Unmoral und Scham behaftet wie dieses. Masturbation, Onanie oder Autoerotik spiegeln auch

Die Göttinnendusche:

Übungen

Ein liebevolles Ritual, das dich täglich zurück in deinen Körper führt. Du kannst diese Übung im Sitzen oder Stehen machen.

Atme tief ein … und lange aus. Lege deine Hände auf deinen Kopf – achtsam und sanft. Berühre dein Gesicht: Stirn, Augen, Wangen, Nase, Ohren, Kinn. Wandere weiter zu Hals, Schultern, Armen, bis zu den Fingerspitzen. Spüre die Wärme deiner Berührung.

Dann wandere weiter über deine Brüste, deinen Bauch, deine Gebärmutter, deine Eierstöcke, deinen Rücken, dein Becken, bis hin zu Beinen und Füßen.

Zart. Gegenwärtig. Ganz du. Beuge dich nun langsam nach vorn, lass Kopf und Arme schwer hängen. Bleib für ein paar Atemzüge.

Atme aus – lass los, was du nicht mehr brauchst. Richte dich dann Wirbel für Wirbel auf.

Lege eine Hand auf dein Herz, die andere auf deine Yoni. Atme. Spüre. Segne dich in diesem Körper.

Die Beckenschaukel:

Die Beckenschaukel zählt zu den kraftvollsten und zugleich sanftesten Bewegungen für deine sinnliche und sexuelle Erlebniswelt. Sie ist achtsam, entspannt und fließend – eine Einladung an deinen Körper, sich weich zu wiegen, zu öffnen, zu durchbluten. Diese Bewegung stärkt nicht nur die Muskulatur, sondern schenkt dir auch ein feineres, präziseres Spüren. Wenn dein Becken lebendig wird, steigt oft auch deine Erregungskurve – ganz natürlich.

• Lege dich entspannt auf eine weiche Matte, die Beine angewinkelt aufgestellt.

• Stell dir vor, dein Becken ist eine Schale – darin liegt eine Kugel. Beginne, die Kugel durch kleine Bewegungen deines Beckens zu rollen: im Kreis, als liegende Acht oder sanft von links nach rechts. Dann drücke die Fersen leicht in den Boden: Dein Becken kippt nach hinten – die Kugel rollt Richtung Kopf (12 Uhr), dein Rücken wird rund, du atmest aus.

• Dann kippt das Becken nach vorne – die Kugel rollt Richtung Füße (6 Uhr), dein Rücken wird leicht hohl, du atmest ein. Spiele mit dieser Bewegung und spüre, wie du dich tiefer mit deinem Körper und deiner Lust verbindest.

Aus dem Booklet: Yoni Weg – LUSTVOLL ICH – Eine kreative Begleiterin für Körper, Sinnlichkeit & Selbstliebe von Elisabeth Eiter. www.elisabetheiter.at

SINNVOLLE BEGLEITER

ESSENZ steht für einen modernen Zugang zu Wohlbefinden: fundiert, alltagstauglich und mit einem klaren Blick auf die Bedürfnisse von Menschen.

Gerade Frauen wünschen sich Produkte, die sie in unterschiedlichen Lebensphasen sinnvoll begleiten – im anspruchsvollen Alltag, in Phasen hormoneller Veränderungen oder immer dann, wenn Balance, Energie und innere Stabilität besonders wichtig sind. ESSENZ greift dieses Bedürfnis mit einem Sortiment auf, das Wohlbefinden ganzheitlich denkt und sich bewusst an den Anforderungen des echten Lebens orientiert. Nicht laute Versprechen stehen im Vordergrund, sondern eine verlässliche Begleitung, die sich einfach und sinnvoll in den Alltag integrieren lässt.

Was ESSENZ besonders macht, ist die Verbindung aus natürlicher Ausrichtung und pharmazeutischer Kompetenz. In enger Zusammenarbeit mit Apotheker*innen, Pharmazeut:innen und Gesundheitsexpert*innen entstehen Rezepturen, die wissenschaftlich fundiert sind, hohe Qualitätsstandards erfüllen und mit großer Sorgfalt entwickelt werden. So ist ESSENZ mehr als eine x-beliebige Marke: Es ist eine Einladung, das Wohlbefinden bewusst in den Mittelpunkt zu

stellen und auf Qualität zu vertrauen, die mit Fachwissen, Verantwortung und Leidenschaft entwickelt wurde.

Essenz.

Im Onlineshop essenzshop.at finden Kund *innen sorgfältig entwickelte Nahrungsergänzungen, die nicht auf kurzlebige Trends setzen, sondern auf pharmazeutische Rezepturen, hochwertige Inhaltsstoffe und geprüfte Qualität. Dahinter steht die Überzeugung, dass Wohlbefinden dort beginnt, wo Fachwissen, Sorgfalt und ein echtes Verständnis für den Körper zusammenkommen.

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Schlüssel zur Sinnlichkeit.

Im medica-Podcast mit Elisabeth Eiter rückt die weibliche Sexualität in den Mittelpunkt. Die Gesundheitspraktikerin für Sexualkultur, die im Pitztal, in Telfs und weltweit praktiziert und selbst in einer liebevollen und respektvollen Partnerschaft lebt, begleitet Frauen „die mehr wollen“ auf achtsame und professionelle Weise auf dem Weg zu ihrer Weiblichkeit und zu mehr Selbstvertrauen.

„Was ich seit längerem erkenne, ist, dass der Körper mehr in den Mittelpunkt rückt, dass man mehr Aufmerksamkeit dahingehend richtet in Verbindung mit dem eigenen Körper zu kommen, den eigenen Körper zu spüren, wahrzunehmen, zu beachten - einfach den Körper mehr zu bewohnen“, sagt sie.

„Unserer Gesellschaft fehlen oft stimmige, respektvolle und achtsame Worte zum Thema Sexualität. Ich finde es schon wichtig, dass wir da mehr Aufmerksamkeit hingeben.“
Elisabeth Eiter

nicht wirklich das Sinnliche wider, das in Sexualpraktiken ohne Partner oder Partnerin steckt und in dem etwa die französische Sexologin Marie Morice eine „kraftvolle Form der Selbstverbundenheit“ sieht. „Ich nenne es Selbstliebe-Ritual“, sagt Elisabeth Eiter. Ein gutes Wort hat sie da gefunden und sie unterstützt Frauen auch dabei, ihr persönliches Selbstliebe-Ritual zu gestalten und herauszufinden, was ihnen Spaß macht und Freude bereitet. Das ist schließlich ein wichtiger Teil des großen sinnlichen Universums, das erobert werden will. „Wenn wir lernen, unsere Bedürfnisse wahrzunehmen, auszudrücken und auch zu berücksichtigen, kommen wir uns selbst näher. Mit zunehmender Übung wächst das Gefühl der Verbundenheit. Und das ist dann auch der Schlüssel zu einem selber“, erklärt die Begleiterin. Diese Leichtigkeit, Sicherheit und Freiheit zu erfahren und zu spüren, geht oft nicht schnell und schon gar nicht über Nacht. „Oft ist es ein langer Weg, auch ein beschwerlicher und irritierender Weg – je nachdem, was die Frau in ihrem Leben zu den Themen Sexualität, Intimität und Weiblichkeit erfahren hat“, sagt Elisabeth Eiter, „was ich aber bemerke, ist, dass die Frauen mit der Zeit mehr Sicherheit und Selbstbewusstsein bekommen, mutiger und auch klarer werden in ihrer Ausrichtung und ihrem Tun.“

Im medica-Podcast macht Elisabeth Eiter auf den so wichtigen Stellenwert der Sprache und der richtigen Worte aufmerksam und sagt beispielsweise: „Unserer Gesellschaft fehlen oft stimmige, respektvolle und achtsame Worte zum Thema Sexualität. Ich

finde es schon wichtig, dass wir da mehr Aufmerksamkeit hingeben.“

Wie so vieles im so nachhaltig von außen geprägten Leben der Frauen kann auch ihre Sexualität nicht losgelöst von den gesellschaftlichen Strukturen und Kulturen betrachtet werden. Richtig lange Zeit wurde die weibliche Sexualität versteckt, kontrolliert oder eben von anderen und für andere sexualisiert. Es gab aber auch Zeiten, in denen die weibliche Lust gefeiert und verehrt wurde. In antiken Kulturen verkörperten die Göttinnen Aphrodite (Griechenland), Shakti (Indien) oder Isis (Ägypten) Fruchtbarkeit und Sinnlichkeit. Dementsprechend waren ihre Tempel oft Orte heiliger Erotik, in denen Sexualität als göttliche Kraft angesehen wurde.

Das sexuelle Vergnügen der Frauen und nicht etwa reine Fortpflanzungszwecke sind es auch, auf welche die Poesie der griechischen Dichterin Sappho (ca. 630–570 v. Chr.) hinweist, oder Grabfunde aus der Zeit der Etruskerinnen. Jegliche Form von lustvoller Freiheit und auch die Ehrfurcht vor der weiblichen Sexualität wurden mit dem Erstarken patriarchaler Gesellschaftssysteme und Religionen zunehmend unterdrückt und den Frauen wurde beigebracht, sich von ihrem Körper zu lösen. Höchste Zeit, sich den eigenen Körper zurückzuerobern und die weibliche Lust wieder als Quelle von Kraft, Wohlbefinden und Freude anzuerkennen. Leben wir, was weibliche Sexualität betrifft, in einer Zeit des Aufbruchs? „Ja, das leben wir auf alle Fälle“, sagt Elisabeth Eiter. Wie schön.

Alexandra Keller

MEHR ALS NUR EINE FAHRT

Mobilität, wenn sie am Meisten gebraucht wird. Fahrten von und zu medizinischen Behandlungen können für gehunfähige Patienten von Taxis durchgeführt werden. Hilfe - schnell, einfach und diskret.

Das Taxi wird oft auf eine Art „Notlösung“ reduziert, wenn man abends nicht mehr nach Hause kommt. Das greift aber viel zu kurz, sagt Markus Freund, Obmann der Fachgruppe Personenbeförderung mit PKW in der Wirtschaftskammer Tirol und Taxiunternehmer im Zillertal: „In Wahrheit bieten wir eine Vielzahl an Dienstleistungen, die für viele Menschen im Alltag unverzichtbar sind: Wir bringen Schüler:innen sicher in die Schule, unterstützen ältere Menschen in ihrer Mobilität und bei ihren täglichen Erledigungen und übernehmen die Beförderung von Patient:innen zu Ärzten und in Krankenhäuser.“

Taxibetriebe leisten einen oft unterschätzten Beitrag zur systemrelevanten Infrastruktur. Worin zeigt sich das konkret?

MARKUS FREUND : Wir sind im Grunde ein sehr wichtiger Teil des öffentlichen Nahverkehrs – auch wenn man dabei vielleicht nicht im ersten Moment ans Taxi denkt. Ein besonders wichtiges Beispiel ist die Krankenbeförderung. Viele Taxiunternehmen haben Verträge mit Sozialversicherungsträgern und kümmern sich um den sicheren Transport von Patient:innen, die nicht oder nur schwer selbstständig zu medizinischen Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Arztpraxen gelangen können. Alle gehunfähigen Personen mit ärztlichem Transportschein können diese Leistung in Anspruch nehmen.

Wenn öffentliche Verkehrsmittel nicht zumutbar sind –etwa wegen meinem schlechten Gesundheitszustand, wegen fehlender Anbindungen oder regelmäßiger Behandlungen – kann also der Arzt eine entsprechende Bestätigung ausstellen? Richtig. Die Menschen, die mit uns fahren, haben oft ohnehin schon eine große Belastung durch Krankheit oder Verletzung. Als Taxilenker wird man dabei auch oft zum Zuhörer oder Trostspender. Gleichzeitig sorgen wir für eine verlässliche und pünktliche Beförderung. Unsere Fahrer kennen die Abläufe in den Kliniken, begleiten Patient:innen bis zur richtigen Station und holen sie nach der Behandlung wieder ab – ohne lange Wartezeiten und vor allem ganz diskret und ohne Blaulicht.

ZUM ABHOLEN APP HOLEN.

Krankenbeförderung.

192 Taxiunternehmen aus 115 Orten in Tirol verfügen über Verträge mit Sozialversicherungsträgern zur Abrechnung von Krankenbeförderungen. Mit der Taxi-AT-App können Sie schnell und einfach das passende Unternehmen finden. Kostenlos verfügbar in allen gängigen App-Stores.

Wie funktioniert die Abrechnung? Die Abrechnung erfolgt direkt zwischen dem Taxiunternehmen und der jeweiligen Sozialversicherung. Für die Patient:innen bedeutet das: Sie müssen im Taxi nichts bezahlen. Die Kosten werden – abgesehen von einem geringen Selbstbehalt – übernommen.

ÖSTERREICHWEIT UND KOSTENLOS.
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Uraltes Wissen neu definiert

Die moderne Phytotherapie erfindet das jahrtausendealte Wissen um die Heilkräfte der Pflanzen mithilfe moderner wissenschaftlicher Methoden neu. Strengste Qualitätsstandards sind die Basis für die Sicherheit und Treffsicherheit dieser pflanzlichen Arzneimittel. „Man kann einfach beweisen, dass sie wirken, wie sie wirken und bei wem. Man muss nicht mehr daran glauben“, sagt Kyra Lang. Die Apothekerin und diplomierte Phytotherapeutin ist eine begeisterte Botschafterin für die Pflanzenheilkunde – ganz ohne Hokuspokus.

Kyra Lang ist Apothekerin in der Engelapotheke in Telfs, diplomierte Phytotherapeutin und begeisterte Botschafterin für die Pflanzenheilkunde. Auf Instagram informiert sie unter @_botanical_power_.

„Man muss auf jeden Fall sagen, dass die Natur nicht zimperlich ist und auch kein Auge zudrückt, wenn man auf die falsche Pflanze setzt.“
Kyra Lang

Es ist einfach so. Wenn Menschen vor Begeisterung für ein Thema nur so sprühen, ist das ansteckend und weckt Lust, mehr erfahren, mehr wissen und mehr hören zu wollen.

Kyra Lang kann das. Spricht sie über die maßlose Vielfalt der Heilpflanzen oder eben davon, wie die moderne Phytotherapie diese Kräfte zu nutzen versteht, ist es schwer, nicht von ihr in den Bann gezogen zu werden.

Im medica-Podcast mit Kyra Lang – über den QR-Code ins Gespräch gescannt, können auch Sie sich von ihr in den Bann ziehen lassen – erzählt sie darüber, was sie an der Phytotherapie so fasziniert. Sie versteht sich als Schnittstelle zwischen traditioneller Pflanzenheilkunde und moderner Pharmakotherapie und sagt: „Unser Stoffwechsel, unser ganzer Metabolismus ist auf die Pflanzenwelt ausgelegt. Was läge also näher, als unseren wirklich sehr komplexen Organismus auch mit diesen ältesten Wegbegleitern zu optimieren und ihm mit dem zu helfen, was wir schon immer kennen.“

Kyra Lang ist Apothekerin und hat sich mit ihrer Ausbildung zur diplomierten Phytotherapeutin die Tür in die Welt der Heilpflanzen geöffnet. Phytotherapie ist eigentlich nur ein anderes Wort für Pflanzenheilkunde. Von der traditionellen unterscheidet sich die moderne Phytotherapie dennoch in einem entscheidenden Punkt. „Sie verbindet diese jahrtausendealte Erfahrung mit der modernen Analytik, mit klinischen Studien, strengen Qualitätsstandards und Kontrollen“, erklärt Kyra Lang und betont: „Man kann inzwischen beweisen, dass sie wirken, wie sie wirken, bei wem sie wirken und bei wem sie besser nicht angewendet werden sollen. Das ist natürlich der größte Faktor für die Glaubwürdigkeit dieser doch sehr besonderen Therapierichtung.“

Hilfe zur Selbsthilfe

Diese sehr besondere Therapierichtung ist gleichsam die Krone eines Trends, der in den letzten Jahren starke Kräfte entwickelt hat. Der Wunsch der Menschen, Beschwerden oder Krankheiten natürlich und sanft beziehungsweise „ohne Chemie“ behandeln zu wollen, scheint in den letzten Jahren groß und größer geworden zu sein. „Ich glaube, dass der Mensch beinahe ein grundlegendes Bedürfnis hat, sich selbst zu helfen und selbst aktiv zu sein, selbst Handlung ergreifen zu können“, ist Kyra Lang überzeugt. „Früher waren die Menschen einfach sehr gläubig, da waren die Leute sehr schicksalsergeben. Heute wünschen wir uns viel mehr Selbstwirksamkeit.“ Heilpflanzen können diesen Wunsch ziemlich gut, nachhaltig und organisch erfüllen. Dann, wenn sie richtig angewendet werden. Dann, wenn es die Richtigen sind.

Zwischenzeitlich gibt es beispielsweise sehr, sehr, sehr viele pflanzenbasierte Nahrungsergänzungsmittel. Leicht verleiten deren blumige Beschreibungen dazu, sie sofort zu kaufen, weil ihre so geschickt formulierte Wirkkraft sie fürs Wohlbefinden unentbehrlich erscheinen lässt. „Nahrungsergänzungsmittel sind vor dem Gesetz faktisch Lebensmittel, was bedeutet, dass sie kaum Kontrollen bedürfen. Sie müssen natürlich registriert werden und unterliegen gewissen Vorgaben, aber lange nicht diesen strengen Regeln, die bei einer Arzneimittelzulassung gelten“, sagt Kyra Lang. Während phytotherapeutische Arzneimittel strengen Kontrollen und Zulassungsverfahren unterliegen, kann die Qualität und damit die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln extrem stark variieren. Recht groß ist da die Gefahr, Produkte mit niedriger Qualität oder auch niedrigen Dosierungen zu erhalten und dementsprechend nie die Wirkung

Gut zu wissen

Moderne Kräuterkunde.

Die wissenschaftliche Betrachtungsweise der Heilpflanzen und ihrer Inhaltsstoffe begann im 19. Jahrhundert, als daran gearbeitet wurde, mit chemischen Methoden einzelne Wirkstoffe aus den Pflanzen zu extrahieren. Als bahnbrechend für die moderne Medizin gilt beispielsweise die Isolierung von Morphin aus dem Schlafmohn oder des Atropin aus der Tollkirsche. Mit der chemischen Isolierung reiner Wirkstoffe wurde es möglich, sie in Salben, Tropfen oder Tabletten exakt zu dosieren. Die Wissenschaft, die sich mit der Erforschung von Arzneipflanzen beschäftigt, wird Pharmakognosie genannt. Ihr Forschungsgebiet ist unendlich groß, werden von den rund 500.000 Arten höherer Pflanzen „auf der Welt“ doch circa 70.000 zur Behandlung von Krankheiten genutzt, von denen wiederum nur ein Bruchteil pharmakologisch untersucht beziehungsweise entschlüsselt wurde. Bei den Phytopharmaka, also den pflanzlichen Arzneimitteln, handelt es sich meist um Pflanzen(teile), die durch Trocknen lagerfähig gemacht wurden (Arzneidrogen), oder um verschiedene Zubereitungen daraus – wie etwa Tinkturen oder Extrakte, die etwa zu Tabletten, Dragees oder Kapseln weiterverarbeitet werden.

zu erzielen, die gewünscht wird. Und weil die Wirkung ausbleibt, wird leicht die ganze Pflanzenkraft verteufelt.

Im medica-Podcast erklärt Kyra Lang, worauf es ankommt und wie phytotherapiekundige Apotheker:innen aus der Masse an Produkten jene auswählen, die wirken und zu den Wünschen beziehungsweise Beschwerden der Kund:innen passen. „Die Stärke der Phytotherapie liegt nicht zuletzt auch in der Prävention“, sagt sie. „Man kann sehr viele, auch schwere Krankheitszustände gar nicht erst durchbrechen lassen, wenn man das durch eine vorherige gesundheitsorientierte Lebensweise und eine Begleitung durch pflanzliche Mittel zumindest etwas verhindern oder aufhalten kann.“

Dass im Zuge einer phytotherapeutischen Beratung in der Apotheke Sensibilität gefragt

„Ich glaube, dass der Mensch beinahe ein grundlegendes Bedürfnis hat, sich selbst zu helfen.“
Kyra Lang

ist und auf die Grenzen der Selbstmedikation hingewiesen werden muss, gehört genauso zum professionellen Selbstverständnis der jungen Apothekerin wie der Respekt vor der Vielfalt der Pflanzen und ihrer Wirkstoffe. „Pflanzen enthalten nie nur einen Wirkstoff. Das macht sie so komplex. Pflanzen haben zum Teil hunderte von sogenannten sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, die für die diversen Wirkungen zuständig sind“, erzählt sie.

Das Wissen um die Heilkraft

In zahlreichen Kulturen der Welt wurde das Wissen um die Heilkraft und auch die Dosierung von Pflanzenkräften auf Basis des Prinzips Trial and Error, also Versuch und Irrtum, entwickelt. Über Jahrtausende wurden das Wissen und die Methoden auf diese Art verfeinert. Ein potenziell höchst opferreicher Erkenntnisgewinn. „Man muss auf jeden Fall sagen, dass die Natur nicht zim-

„Gerade die traditionelle Pflanzenheilkunde, die souverän und fundiert und natürlich auf den jeweiligen Einzelfall abgestimmt ist, kann wirklich ein wunderbarer Wegbegleiterin sein.“
Kyra Lang

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Die Phytotherapie.

Das Podcast-Gespräch mit Kyra Lang ist wie eine spannende Reise durch die Welt der Heilpflanzen und damit in gewisser Weise auch durch die Geschichte der Menschheit.

„Mensch und Pflanze blicken auf eine sehr lange Tradition zurück“, sagt die Apothekerin, die sich als diplomierte Phytotherapeutin der modernen, evidenzbasierten Definition von Pflanzenheilkunde widmet und betont: „Ein Stück weit ist Phytotherapie sogar ein Vorläufer der Schulmedizin. Aber es ist nicht angesagt, die Schulmedizin in Frage zu stellen.“

perlich ist und auch kein Auge zudrückt, wenn man auf die falsche Pflanze setzt“, weiß Kyra Lang. Die Pflanzen selbst bilden all die Stoffe genau genommen aus purem Egoismus und Eigennutz. Blütenduftstoffe können beispielsweise dazu dienen, genau jene Tiere anzulocken, die für die Bestäubung und damit das Überleben der Pflanze notwendig sind. Ein schönes Beispiel dafür liefert der recht bekannte Aronstab, dessen Blüte nach Aas riecht, weil seine Bestäuber Aasfliegen sind. Von Pflanzenart zu Pflanzenart und von Pflanzenorgan zu Pflanzenorgan verschieden sind all die Pflanzeninhaltstoffe. Was die Pflanzen aber eint, ist, dass sie wahre Hochleistungsfabriken sein können und dass deren Potenzial seit Menschengedenken genutzt wird – auch seitdem die zauberhaften Geheimnisse wissenschaftlich gelüftet und ohne Hokuspokus erklärt werden können.

Im medica-Podcast unterstreicht Kyra Lang den Respekt vor den Wirkkräften der Pflanzen, die eben auch stark giftige Inhaltsstoffe besitzen und entsprechende Gefahren in sich bergen können. Das Wissen um Wechselwirkungen mit anderen Heilpflanzen oder Medikamenten ist essenziell. „Johanniskraut ist beispielsweise eine tolle Heilpflanze, aber man sollte wissen, welche Medikamente man nicht dazu nehmen darf. Das wissen die ganzen Insta-Girls nicht so“, regt die Apothekerin dazu an, flotte Social-Media-Informationen zu hinter- oder eben in der Apotheke des Vertrauens nachzufragen.

Dass es meist Frauen sind, die sich an sie wenden und phytotherapeutische Ratschläge einholen, verwundert sie nicht. Nicht umsonst habe es früher die Kräuterfrau gegeben und vom Kräutermann sei „irgendwie nie“ die Rede, meint Kyra Lang. Sie sagt: „Frauen möchten sich auch Wissen aneignen, möchten das Dahinter verstehen.“ Bei Kyra Lang fragen Frauen etwa gerne nach, wenn sie so genannte Frauenleiden mit pflanzlichen Arzneimitteln behandeln wollen. „Gerade Zyklus und hormonelle Balance sind oft große Themen. Oder PMS und Regelbeschwerden. Da empfehle ich supergerne den Mönchspfeffer. Das ist so ein Klassiker, so ein Allrounder“, erzählt sie. Als Frauenbegleiterinnen bezeichnet die Phytotherapeutin auch den Frauenmantel, die Schafgarbe (in der ersten Ausgabe und Podcaststaffel der medica hat die Tiroler Wildkräuterpädagogin Nadine Bachler einige Geheimnisse der Schafgarbe gelüftet) und bei Wechseljahrbeschwerden etwa Salbei oder die Traubensilberkerze. Das breite Spektrum der Phytopharmaka kann für Frauen vor allem auch in der sehr vulnerablen und veränderungsreichen Zeit der Schwangerschaft genutzt werden, um Beschwerden leichter erträglich zu machen. Kyra Lang: „Gerade diese traditionelle Pflanzenheilkunde, die souverän und fundiert und natürlich auf den jeweiligen Einzelfall abgestimmt ist, kann wirklich eine wunderbare Wegbegleiterin für diese Zeit sein.“ Für diese Zeit und fürs ganze Leben.

FÜR ALLE, DIE DAS BESONDERE SUCHEN.

DER KLASSIKER

Rolex ist die wahrscheinlich bekannteste Uhrenmarke der Welt. Als ikonischste Modelllinie gilt zweifellos die Datejust – ein zeitloser Klassiker, der in zahlreichen Ausführungen und Materialien erhältlich ist. Für Vintage-Liebhaber bieten wir eine Datejust 36 mit dem seltenen, silbernen, abgestuften Zi ernblatt in einem nahezu neuwertigen Zustand aus dem Jahr 1960.

DIE EXKLUSIVE

Die Rolex Datejust 31 mm ist mit einer originalen, brillantbesetzten Lünette aus 18 Karat Gold und einem traumhaften silberfarbenen Zi ernblatt mit Brillant-Indizes ausgestattet.

DIE ELEGANTE

Die Linie Must de Cartier wurde in den 1970erJahren eingeführt, um einen zugänglicheren Einstieg in die Welt von Cartier zu ermöglichen, ohne dabei auf die hohen Designansprüche des Hauses zu verzichten. Als eigenständige Kollektion verband Must de Cartier stilvolle Eleganz mit Zeitlosigkeit. Die Cartier Tank Vermeil zählt zu den interessantesten Varianten der berühmten Tank. Das ursprünglich 1917 von Louis Cartier entworfene Modell gilt bis heute als Sinnbild klassischer Eleganz. Unser Exemplar kommt mit einem schönen, charmant gealterten Zi ernblatt und goldenen Schwertzeigern.

DIE INDIVIDUELLE

Die Reverso von Jaeger-leCoultre wurde im Jahr 1931 entwickelt und gilt mit ihrem legendären Wendegehäuse seit Jahrzehnten als technische Meisterleistung. Ihr Rang als zeitloser Klassiker ist bis heute unbestritten. Darüber hinaus bietet die Reverso einen einzigartigen Raum für persönliche Gestaltung. Um den Wünschen wahrer Connaisseurs gerecht zu werden, entwickelte die Manufaktur ein breites Spektrum an Veredelungstechniken von kunstvoller Gravur bis hin zum Besatz mit kostbaren Steinen.

DIE LEGENDE

Die Panthère de Cartier zählt zu den stilprägendsten Damenuhren ihrer Zeit und wurde von zahlreichen Persönlichkeiten wie Jackie Kennedy und Elizabeth Taylor getragen. In den 1990er-Jahren kehrte das legendäre Modell in überarbeiteter Form mit neuen Funktionen und einem moderneren Design zurück.Bei unserem Exemplar handelt es sich um eine wunderschön erhaltene Panthère de Cartier aus der ersten Produktionsserie. Besonders hervorzuheben ist das Zi ernblatt mit seiner gleichmäßigen, braunen Patina.

LE TEMPS

Die Leidenschaft für Uhren begleitet Alexander Schreiner seit früher Kindheit, seit 2023 führt er sein eigenes Geschäft. Hier finden Liebhaber schöner und edler Zeitmesser Uhren der Luxusklasse, vorwiegend aus der Zeit von 1950 bis 1990, von denen nur wenige produziert wurden oder so genannte Full Sets, bei denen Uhren samt originaler Auslieferungsbox und dazugehörigen Dokumenten angeboten werden. Ein breites Netzwerk und gute Kontakte ermöglichen es ihm, für seine Kund*innen begehrte und auch am Markt schwer erhältliche Uhren aufzutreiben.

Ganz nah am Leben

Nebenbei, ja total zufällig ist das Yoga zu Kathrin Bielowski gekommen. „Dann hat es mich nicht mehr losgelassen“, sagt sie.

Auf ihrer nimmermüden Erkundung des Lebens hat die Yogalehrerin Schritt für Schritt eine Yogamethode entwickelt, die den Menschen Werkzeuge gibt, mit denen sie sich selber in allen Lebensphasen unterstützen können. Auch für Frauen in den Wechseljahren steckt in dieser positiven Form der Selbstbefähigung enorm viel Potenzial, um den Wandel gut zu begleiten und den neuen Lebenszyklus stark zu beginnen.

Wandel ist ein seltsames Wort. Es zu fassen, ist gar nicht so leicht. In der Politik wird Wandel derart oft verwendet oder versprochen, dass sich das Wort dort längst in klitzekleinen Hülsenteilen verflüchtigt hat. Auf das Klima bezogen weckt der Wandel Ängste und auf das Leben der Natur und damit auch der Menschen bezogen ist Wandel eigentlich eine der wenigen Konstanten, auf die wirklich Verlass ist. Veränderung findet immer statt, dauernd – von morgens bis abends, von Tag zu Tag, von Jahreszeit zu Jahreszeit, von Lebensphase zu Lebensphase, von Werden zu Vergehen.

Über diese ganz fundamentale Dynamik zermartern sich die Menschen leidenschaftlich gerne den Kopf, selbst wenn das Denken oder vielmehr der nach Logik gierende Verstand sie in Gefahr laufen lässt, das natürliche Gefühl für diesen Fluss und auch das Gleichgewicht zu verlieren. Spätestens wenn das Ungleichgewicht zu Beschwerden oder Krankheiten führt, ist ein guter Zeitpunkt, mit der Suche nach Antworten auf all die großen wie kleinen Wandelfragen des Lebens zu beginnen. Gut möglich, dass diesbezüglich aufgeschlossenere Geister recht rasch beim Ayurveda landen, denn für das Ayurveda ist der Begriff Wandel fundamental. Kaum eine

Kathrin Bielowski ist Yogalehrerin und hat zahlreiche Ausbildungen absolviert – auch jene zur SATYA-Lehrerin.

Heilkunst versteht sich besser auf kleine, stimmige Antworten wie die traditionell indische. „Was mir besonders gut gefällt, ist, dass das Ayurveda so nah am tatsächlichen Leben ist. Es ist ganz nah an den Entwicklungen der Natur, an den Jahreszeiten, an den Lebensphasen“, sagt Kathrin Bielowski. Sie ist Yogalehrerin. Yoga ist Teil des Ayurveda und Kathrin Bielowski versteht es, neben den Aspekten des Ayurveda auch zahlreiche andere Lehren mit ihrer Yogamethode zu verknüpfen und teils jahrtausendealte Grundlagen auf erfrischend religionslose und dogmafreie Weise neu und alltagstauglich zu interpretieren. „Meine Yogapraxis und mein Yogaunterricht haben sich aus vielen Jahren des Selbststudiums in Yoga und Ayurveda, meinen Erfahrungen mit unterschiedlichsten Yogastilen und natürlich aus meiner gesamten Lebensgeschichte entwickelt“, sagt sie –und betont: „Mir war immer klar, ich möchte mein Yoga so praktizieren und das so weitergeben, dass es durchs Leben begleitet.“

Im medica-Podcast mit Kathrin Bielowski – der QRCode macht es federleicht möglich, mitzuhören –erzählt die Yogalehrerin, mit welcher Freiheit und Offenheit sie ihre Yogamethode entwickelt hat und sie immer weiter entwickelt. Die Selbstbefähigung, die Arbeit mit dem Körper und die Anknüpfung an das tatsächliche, das alltägliche Leben sind ihr dabei besonders wichtig. „Die Idee, mich in einer Höhle zurückzuziehen und zu meditieren, hat mich nie angesprochen“, sagt sie.

Diesem lebens- und körperbejahenden Zugang entspricht auch jene Beschreibung von Yoga, die Kathrin Bielowski besonders gut gefällt: Yoga ist die einfühlsame, achtsame, ehrliche, offene, großzügige, gleichmütige, begeisterte Erkundung des Lebens. Die wunderbaren Lebensfunken, die darin stecken, wurden bei ihr eher nebenbei gezündet. „Yoga hat mich gefunden. Ganz zufällig“, blickt Kathrin Bielowski lächelnd ein paar Jahre zurück, nach Australien, wo ein langer Roadtrip beziehungsweise das viele Sitzen im Campingbus mit entsprechenden Verspannungen seinen Tribut forderte. An einer Raststätte hatte sie ein Buch mit Yogaübungen entdeckt, gekauft und dann immer wieder Übungen gemacht, um sich ein bisschen zu bewegen. „Dann hat es mich nicht mehr losgelassen“, sagt sie zu einem sanften Wendepunkt, der Yoga bald immer mehr in ihren Lebensmittelpunkt rückte.

Anleitung zur Selbstregulation

Auch wenn sie Yoga nicht in der professionellen, nimmermüden Art betreiben und studieren wie Kathrin Bielows-

Viaparita Karani bringt Ruhe ins Nervensystem, ins Herz und die Emotionen und unterstützt die Verdauung. Dafür legt man sich auf den Rücken – das Becken leicht erhöht, damit es höher liegt als der Herzbereich – und streckt die Beine im rechten Winkel an der Wand nach oben.

ki, werden nicht wenige Menschen derart gefesselt. In den letzten Jahren, ja bald Jahrzehnten hat sich Yoga von einer spirituellen indischen Praxis zu einer Art globalem Wellnesstrend entwickelt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien bestätigen beziehungsweise bekräftigen längst die überaus positiven Auswirkungen von Yoga auf Körper wie Geist beziehungsweise diese Einheit, die nun einmal nicht voneinander zu trennen ist.

Das Bedürfnis nach einem klaren Geist, nach innerer Ruhe und einem Körper, der im Einklang mitschwingt, verbindet Menschen auf der ganzen Welt. Vor allem mit Yogamatten ausgerüstete, von oder zu den Yogastudios radelnde oder gehende Frauen sind zu Fixpunkten der Stadtbilder geworden. Auch Kathrin Bielowski beobachtet diesen Boom. Sie vermutet, dass es Frauen leichter fällt, sich in Gruppen darauf einlassen zu können, Körperempfindungen zu lernen, in die Tiefe zu gehen oder Zugang zu eigenen Kräften zu finden. Den überaus hohen Frauenanteil will sie dennoch auch differenziert betrachten: „Ich glaube, uns Frauen wird oft vermittelt, dass wir reguliert sein sollen. Wir haben oft die Aufgabe, in

Wechselatmung (Nadi Shodhana): Einfach aufrecht, aber entspannt hinsetzen und Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand zwischen die Augenbrauen, den Daumen auf den rechten Nasenflügel, den Ringfinger locker auf den linken legen. Nun mit dem Daumen das rechte Nasenloch verschließen und langsam und kontrolliert durch das linke einatmen. Kurz halten und die Seite wechseln – linkes Nasenloch verschließen, durch das rechte atmen. Etwa fünf bis zehn Mal wiederholen. „Diese Atemübung wirkt sehr regulierend auf das Nervensystem und sehr schnell. Es werden energetische Blockaden gelöst, sodass die Energie wieder frei fließen kann“, erklärt Kathrin Bielowski.

„Mir war immer klar, ich möchte mein Yoga so praktizieren und das so weitergeben, dass es durchs Leben begleitet.“
Kathrin Bielowski

Familien, in Gruppen zu regulieren, und spüren dadurch, dass wir darauf schauen müssen, dass wir das können.“

Im medica-Podcast geht Kathrin Bielowski, deren Suche nach einem Angebot für Menschen mit psychischen Problemen oder Erschöpfungszuständen und damit einhergehenden körperlichen Symptomen sie 2021 eine Ausbildung zur SATYA-Lehrerin absolvieren ließ, auch auf den Hype rund um den Vagusnerv ein und die Tendenz, dass es im Zusammenhang mit Selbstregulation derart oft um Beruhigung geht. „Ich glaube, aktiv sein zu können, hand-

lungsfähig sein zu können, auch mal wütend sein zu können, ist sehr, sehr wichtig und braucht auch Ausdruck in der Selbstregulation“, regt sie zur Vorsicht im Umgang mit diesem und vielen Trends an.

Einen guten Trend, wenn die aktuelle Präsenz dieses urweiblichen Lebensthemas so bezeichnen werden darf, erkennt die Yogalehrerin in der Aufmerksamkeit, die den Wechseljahren gerade zuteil wird. „Da gibt es noch viel Arbeit“, stellt Kathrin Bielowski fest. Dass dieses Thema in ihr Yogaleben gekommen ist und dass sie es etwa mit ihrer Workshopreihe Wech-

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Yogawelten.

Der medica-Podcast mit Kathrin Bielowski hält gleich mehrere Weltreisen parat. Jene der Tiroler Yogalehrerin selbst, die im Raum am Museum in der Innsbrucker Museumsstraße arbeitet und ihre zahlreichen Reisen nutzte, um ihr Yogawissen zu erweitern. Und jene in die ganzheitliche Welt des Yoga und des Ayurveda. Kathrin Bielowski entflammt dabei auch das Interesse für das Feuer unserer Mitte – Agni –, das ganz zentrale ayurvedische Thema, wenn es um Gesundheit geht. „Es gibt das Agni des Geistes, es gibt eben das Agni der Verdauung. Und im Ayurveda geht es darum, dass man versucht, das Agni zu stärken und gut am Brennen zu halten“, sagt sie. Im Rahmen der Detoxwochen, welche die Yogalehrerin zusammen mit der in Lans praktizierenden Ärztin Veronika Hörbst anbietet, steht das Agni im Mittelpunkt. www.raum-am-museum.at www.yoga-kathrin-bielowski.at

YOGA IST DIE EINFÜHLSAME, ACHTSAME, EHRLICHE, OFFENE, GROSSZÜGIGE, GLEICHMÜTIGE, BEGEISTERTE

ERKUNDUNG DES LEBENS.

seljahre auch in das Programm eingebaut hat, liegt daran, dass das Thema in ihr ganz persönliches Leben gekommen ist. „Bei mir selber war es so – wie ganz oft, dass irgendwas in meinem eigenen Leben sich zu verschieben begonnen hat und dass ich angefangen habe, zu recherchieren, zu schauen, wie können mir meine Werkzeuge helfen“, erzählt sie.

Eine Yogaübung, die jede Frau umsetzen und damit unmittelbar eine Wirkkraft der Werkzeuge verspüren kann, von denen Kathrin Bielowski spricht, nennt sich Viaparita Karani oder schlicht Beine-hoch-an-der-Wand-Pose. Auf dem Rücken liegend, die Beine im rechten Winkel an der Wand und das Becken leicht erhöht, sodass es höher liegt als der Herzbereich, ist eine regenerierende Haltung, die Ruhe ins Nervensystem, ins Herz wie in die Emotionen bringt und die Verdauung unterstützt. „Regeneration ist etwas ganz Wichtiges, Zentrales im Ayurveda – für die Begleitung durch Wandelphasen“, erklärt Kathrin Bielowski.

Im Ayurveda werden die Lebensphasen durch die drei so genannten Doshas (Kapha, Pitta, Vata) bestimmt, die den natürlichen Alterungsprozess prägen. Kapha ist die Phase der Kindheit beziehungsweise des Wachstums, Pitta steht für Aktivität und das Feuer der Lebensmitte und Vata ist die Phase der Luft, der Weisheit, des Loslassens und der Spiritualität. In diesem Lebenszyklus steht die Menopause für den Wandel von der Pitta- zur Vata-Phase, der bei Frauen deutlicher spürbar ist als bei Männern. Im Ayurveda wird dieser Wandel mit vielen, sehr einfachen Dingen begleitet, die den feinen Blick auf den Tagesrhythmus genauso lenken wie auch die Ernährung, mit der etwa ein langsamer werdender Stoffwechsel beeinflusst werden kann.

Eine Lehrerin hat Kathrin Bielowski für diesen Wandel ein Bild mitgegeben. Das einer Öllampe, die in der Lebensmitte sehr stark und klar brennt. „Wenn die Wechseljahre kommen, dann beginnt sie zu flackern. Manchmal lodert das Feuer sehr stark auf. Wir spüren das auf verschiedenen Ebenen. Dann ist es wieder ganz schwach“, sagt sie. „Es geht darum, diese Flamme in eine neue Stabilität zu begleiten, wo sie vielleicht nicht mehr so hell und so groß leuchtet, aber auf jeden Fall möglichst lang gut sinnvoll leuchten kann.“ Ein schönes Bild.

FINANZIELL GESUND BLEIBEN

Zu einem gesamtheitlichen Wohlbefinden reiht sich bei Frauen auch ein Thema ein, das sie gerne vernachlässigen: die finanzielle Gesundheit. Dazu gehört es, sich frühzeitig Gedanken über die Pension zu machen. Denn bei aller Liebe zu Kindern und Familie vergessen Frauen allzu oft auf sich selbst. Martina Gapp, Veranlagungs- und Versicherungsexpertin bei der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG, hält wertvolle Tipps bereit. PROMOTION

Warum ist es für Frauen so wichtig, sich frühzeitig um ihre finanzielle Gesundheit zu kümmern?

MARTINA GAPP : Finanzielle Gesundheit bedeutet Selbstbestimmung – und genau die ist für Frauen besonders wertvoll. Viele Lebensrealitäten wie Karenzzeiten, Teilzeitarbeit oder längere Erwerbsunterbrechungen betreffen Frauen häufiger als Männer und wirken sich langfristig auf Einkommen und Pension aus. Wer sich frühzeitig mit den eigenen Finanzen auseinandersetzt, schafft eine stabile Basis, kann bewusst Entscheidungen treffen und bleibt auch in herausfordernden Lebensphasen handlungsfähig. Es geht dabei nicht um Perfektion, sondern um kleine, kontinuierliche Schritte – und vor allem um das gute Gefühl, für sich selbst vorzusorgen.

Welche Möglichkeiten stehen vor allem Frauen mit Kindern zur Verfügung, um sich vor dem Gender Pension Gap zu schützen? Gerade für Mütter ist es wichtig, die eigene finanzielle Zukunft aktiv mitzugestalten. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Bewusstsein: Welche Auswirkungen haben Teilzeit oder längere Pausen tatsächlich auf meine Pension? Darauf aufbauend können gezielte Maßnahmen gesetzt werden –etwa freiwillige Pensionsvorsorge, regelmäßiges Sparen, auch in kleineren Beträgen, oder der frühzeitige Einstieg in langfristige Veranlagungen. Ebenso wichtig ist es, partnerschaftliche Modelle zu leben, bei denen finanzielle Verantwortung fair geteilt wird. Offene Gespräche innerhalb der Familie über Einkommen, Absicherung und Zukunftspläne sind ein entscheidender Schritt.

Zu welchen Modellen raten Sie?

Es gibt kein „One-size-fits-all“-Modell – entscheidend ist, dass die gewählte Lösung zum eigenen Leben passt. Bewährt haben sich jedoch Kombinationen aus mehreren Bausteinen: eine solide staatliche Absicherung, ergänzt durch private Vorsorge und langfristigen Vermögensaufbau. Regelmäßige Sparpläne – etwa mit breit gestreuten Anlagen – können auch mit kleineren Beträgen langfristig viel bewirken. Für

Familien kann es zudem sinnvoll sein, gemeinsam finanzielle Ziele zu definieren und Verantwortung zu teilen. Wichtig ist, den ersten Schritt Richtung finanzielle Vorsorge zu setzen und anzufangen, die eigene Strategie regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Wie kann eine finanzielle Absicherung das Wohlbefinden von Frauen beeinflussen?

Finanzielle Sicherheit schafft innere Ruhe. Eine Frau, die weiß, dass sie für sich und ihre Zukunft vorgesorgt hat, kann gelassener Entscheidungen treffen und fühlt sich unabhängiger. Das wirkt sich nicht nur auf die Lebensqualität aus, sondern auch auf das Selbstvertrauen. Frauen, die ihre Finanzen im Blick haben, erleben häufig ein stärkeres Gefühl von Unabhängigkeit und Freiheit – sei es im Berufsleben, in Beziehungen oder bei persönlichen Lebensentscheidungen. Letztlich geht es dabei nicht nur um Zahlen, sondern um Lebensqualität, Sicherheit und die Möglichkeit, das eigene Leben aktiv zu gestalten.

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NACHHALTIGER GESUNDHEIT

Es gibt Orte, an denen Urlaub mehr ist als Abstand vom Alltag. Orte, die aktivieren, entschleunigen und neue Energie schenken. Die Pletzer Resorts in Tirol, Kärnten und Bayern stehen genau dafür: für eine moderne Form der Auszeit, in der Bewegung, Regeneration und bewusste Kulinarik zu einem gesunden Urlaubserlebnis verschmelzen.

Mit der Move & Relax Philosophie wird der Aufenthalt in den Pletzer Resorts zur Quelle neuer Kraft – eingebettet in beeindruckende Landschaften zwischen Bergen und Seen. Hier trifft aktives Erleben auf wohltuende Ruhe, stilvolles Design auf hohen Komfort und nachhaltiges Denken auf ein spürbares Gesundheitsversprechen: ein besseres und längeres Leben. Was als Urlaub beginnt, kann zu einem wertvollen Impuls für mehr Leichtigkeit, Vitalität und bewusstere Entscheidungen werden. Denn Move & Relax ist kein Slogan, sondern eine Haltung. Im Mittelpunkt steht nicht allein das Angebot, sondern

das, was daraus entsteht: ein Lebensgefühl, das Körper und Geist stärkt. Die Basis dafür bilden drei gleichwertige Säulen: Move, Relax und Eat. Sie prägen die Resorts und greifen dort sinnvoll ineinander, wo neue Energie entsteht – in Bewegung, in Regeneration und in einer Ernährung, die belebt.

Move steht für Bewegung, die Lebenskraft freisetzt und den eigenen Rhythmus spürbar macht. Dabei geht es nicht um Leistung um jeden Preis, sondern um Lebendigkeit, Klarheit und ein neues Körpergefühl. Ob beim Schwimmen im 25 m Sportbecken, bei aktiven Tagen in der Natur, im Personal

Training oder durch individuelle Leistungsdiagnostik. Relax bildet das natürliche Gegengewicht. Es steht für bewusste Ruhe, Entspannung und das Zurückfinden in die eigene Balance. In den Ruhebereichen, bei Saunagängen, Massagen und Treatments entsteht Raum zum Loslassen. Ergänzt wird diese Form der Erholung durch aktive sowie passive Regeneration – etwa durch sanfte Bewegung, Atemübungen, Mobilitätsund Balanceeinheiten sowie die BLACKROLL®-Lounge. Mit Eat wird die Philosophie konsequent erweitert. Denn Ernährung ist ein wesentlicher Bestandteil ganzheitlichen Wohlbefindens. Die eigens entwickelte Energy-Küche verbindet nährstoffreiche Komponenten mit regionalen Zutaten und saisonaler Qualität.

In den Pletzer Resorts entsteht damit ein gesundes Erlebnis an Bergen und Seen, das aktiviert, ausgleicht und nachhaltig guttut. Move & Relax wird hier zu einer modernen Art, Urlaub zu denken: als Auszeit, die inspiriert, neue Perspektiven eröffnet und lange nachklingt. www.pletzer-resorts.com

urlaub@pletzer-resorts.com

Als jüngste Haubenköchin Österreichs sorgte Viktoria Fahringer für erste starke Schlagzeilen. Zuletzt machte sie mit ihrem kulinarischen „Auftritt“ bei den Emmy-Awards in New York von sich reden und kurz zuvor mit ihrem ersten Kochbuch „Meine Tiroler Welt“. Sich intensiv mit zyklusbasierter Ernährung auseinanderzusetzen, ist eines ihrer aktuellen Projekte.

FAST MAGISCH

Besondere Ernährungsbedürfnisse fordern ganz besonderes Küchenwissen. Auch die speziellen Gelüste in den verschiedenen Lebens- oder Zyklusphasen von Frauen wollen richtig eingeordnet und unbedingt mit rundum guten Gaumenfreuden beantwortet werden. Die preisgekrönte Tiroler Köchin und Unternehmerin Viktoria Fahringer weiß, wie das geht. Sie weiß, wie es gelingt, (sich) gesund zu essen, und welche Superpower dabei entfesselt werden kann. „Ich fühle mich dann immer wie eine Hexe“, sagt sie.

„Ich bin der Meinung, wenn man versteht, warum man ein Rezept so machen sollte, wie es empfohlen wird, dann ist es auch logisch in der Anwendung.“
Viktoria Fahringer

Diese Herausforderung war schon ganz schön. Ganz schön groß. „Als ich die Anfrage bekommen habe, in New York City zu kochen, habe ich mir erst mal gedacht – wow, wie verrückt ist das eigentlich“, sagt Viktoria Fahringer. Ja, wie verrückt. Als am 24. November 2025 die International Emmy Awards in New York vergeben wurden, strömten Filmschaffende aus der ganzen Welt in die Metropole, um die globale TV-Branche zu zelebrieren, deren Bedeutung Academy-Präsident Bruce L. Paisner in seiner Rede etwa mit diesen Worten beschrieb: „In einer Welt, die sich oft unsicher anfühlt, bleibt Fernsehen ein verbindendes Element über Kulturen und Grenzen hinweg.“

In gewisser Weise fasste er damit auch die Herausforderung zusammen, die Viktoria Fahringer bewältigen durfte, war die vielfach ausgezeichnete Tiroler Köchin doch eingeladen, für rund 500 internationale EmmyAwards-Gäste – Produzent:innen, Regisseur:innen, Schauspieler:innen – zu kochen und mit ihrem Gericht ein verbindendes Element über die Kulturen und Grenzen hinweg zu zaubern. „Die Menschen kamen wirklich aus der ganzen Welt und wir dachten, okay, wir haben dann nicht nur unterschiedliche Geschmäcker, sondern auch unterschiedliche Ernährungsbedürfnisse“, erinnert sich Viktoria Fahringer an die Herausforderung bei der Gestaltung des Menüs beziehungsweise ihres Gerichts.

Essen verbindet

Die Gaumen in Peru ticken anders als jene in Indien, die Zungen in Südafrika anders als jene in Australien, Kanada oder Tirol. Hinzu kommt, dass die Geschmäcker ganz grundsätzlich verschieden sind und sich unter 500 Menschen auch ganz schön viele Allergien oder Nahrungsmittelintoleranzen tummeln können, die eben jene besonderen Ernäh-

rungsbedürfnisse formen, an welche die Köchin gedacht hat. All diese Fragen in einem Gericht verantwortungsvoll und geschmackvoll zu beantworten, ist gelinde gesagt schwer. Mit ihrem grundsätzlich inklusiven Zugang zur Küche, also mit Rücksicht auf Allergene und verschiedene Ernährungsweisen wie glutenfrei, laktosefrei oder vegan, erhöhte Viktoria Fahringer die Chancen dennoch so treffsicher wie meisterinnenhaft: „Ich habe mich für das Signature-Gericht aus meinem Kochbuch ‚Meine Tiroler Welt’ entschieden –für das Kein Beef Tartare. Ich wollte einfach zeigen, dass man Menschen mit Kulinarik verbinden kann.“ Es ist ihr gelungen.

Im medica-Podcast – der QR-Code macht’s möglich, dabei zu sein – erzählt Viktoria Fahringer, warum sie sich schon im Zuge ihrer Ausbildung – der Köchinnenlehre mit Matura – auf Ernährungs- und Lebensmitteltechnologie spezialisiert hat, verstehen wollte, wie Lebensmittel aufgebaut sind und wie sie wirken. „Das waren so die ersten Steps, wo ich mir molekulare Strukturen von Gemüse angeschaut habe“, sagt sie, „mich hat dann sehr stark das Thema fein kochen für Menschen mit Ernährungsbedürfnissen, die sich diese nicht aussuchen können, interessiert.“

Dass die 27-Jährige, die mit 22 Jahren ihre erste Gault&Millau-Haube und damit auch den Status als jüngste Haubenköchin Österreichs feiern durfte, von dem Buch „Eine Frage der Chemie“ begeistert ist, verwundert wenig. In dem klugen und witzigen Mutroman für Frauen hat Autorin Bonnie Garmus eine Chemikerin in den Mittelpunkt gestellt, die Anfang der 1960er-Jahre keine Chance hat, in der männerdominierten akademischen Wissenschaftswelt Fuß zu fassen. Als Moderatorin einer Kochshow kämpft sie schließlich gegen die gesellschaftlichen Beschränkungen und klärt die Zuschauerinnen darüber auf, was beim Kochen passiert, warum und wie. Diese Fragen sind es auch, die Viktoria

Fahringer schon immer und anhaltend beschäftigen. Warum ist es wichtig, den Deckel auf den Topf zu geben? Was passiert, wenn Säure mitarbeitet? Warum sind Anis, Fenchel, Kümmel oder Nelken gut für die Verdauung? Welche chemischen Prozesse sind es, die aus einem rohen Stück Fleisch ein wunderbar zartes Genussgedicht machen? Welches Fett ist gut, welches Öl gesund? „Wenn man das Wissen den Leuten mitgibt, die zu Hause kochen, dann vereinfacht es auch sehr viel“, sagt die gebürtige Kufsteinerin. „Ich bin der Meinung, wenn man versteht, warum man ein Rezept so machen sollte, wie es empfohlen wird, dann ist es auch logisch in der Anwendung.“

Ihre Neugier und die Verantwortung, die sie mit Ernährung und Lebensmitteln verknüpft – der Umwelt und auch den Menschen gegenüber, die ihre Gerichte sorglos und genussvoll essen sollen –, haben die junge Köchin zu dem recht außergewöhnlichen Schritt animiert, die Hauben an den Nagel zu hängen und sich viel mehr der kulinarischen Wissensvermittlung und Wissenschaft zu widmen. Mit ihrem Kochbuch „Meine Tiroler Welt“, dem gleichnamigen, ebenso 2025 erschienenen Film, ihrem YouTube-Channel „Hey Viktoria“ und ihrer Kochschule berührt und empowert sie Menschen mit dem Wissen rund ums Kochen. Und in ihrer Küche experimentiert sie weiter und immer weiter.

Im medica-Podcast erzählt Viktoria Fahringer, was sie daran reizt, den potenziellen Gefahrenquellen, die für Menschen mit besonderen Ernährungsbedürfnissen das Essen an sich und das Essengehen im Speziellen zu einem Spießrutenlauf machen können, auf die Spur zu gehen und Wege zu finden, damit sie trotz einer oder gar mehrerer Unverträglichkeiten etwas Schönes kochen und essen können. „Das ist die Challenge“, sagt sie, „Essen ist nicht nur etwas Äußerliches, es geht ja komplett durch dich durch und du hast dann gesundheitliche Folgen. Oder du hast keine Folgen – das ist

der Idealfall, wenn das Essen auf dich abgestimmt ist.“

Das Essen auf sich und die eigenen Bedürfnisse abzustimmen und gesund beziehungsweise sich gesund zu essen, erfordert nicht nur ein Höchstmaß an Wissen, sondern auch ein Höchstmaß an Bewusstsein gegenüber dem eigenen Körper und dem, was ihm gut tut. Diesen komplizierten, aber wundervollen Kreislauf weiterentwickeln zu können, beschreibt Viktoria Fahringer als „fast etwas Magisches“ und sie sagt: „Ich fühle mich dann immer wie eine Hexe.“ Es steckt ja auch viel Zauber darin, zu wissen, welche Zutaten und Gewürze in welcher Weise zusammenspielen können, um den besten Effekt für den Gaumen wie den Körper zu erzielen. Als unheimlich spannend beschreibt die Köchin vor diesem Hintergrund etwa die Essensgelüste, die Frauen quasi meuchlings überraschen und beispielsweise einen Heißhunger auf Pommes oder Schokolade entfachen können. „Es spricht erst einmal nichts gegen Schokolade und Pommes. Wenn das in einem gewissen Rahmen bleibt, dann ist es egal, ob du Mann, Frau oder schwanger bist“, sagt sie, stellt jedoch die entscheidende Frage in den Raum, woran das, also dieses plötzliche Begehren, liegen könnte. „Bei Schokolade ist es oft Magnesium, das einem fehlt und zum Beispiel in Form von Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten kompensiert werden kann“, sagt sie. Bei Pommes sind es möglicherweise Kohlehydrate, Fette oder Elektrolyte, die der Körper sehr gerne hätte beziehungsweise braucht und für die es ebenso Alternativen gibt. Selbstgemachte Ofenkartoffeln oder Röstkartoffeln beispielsweise.

VIKTORIA

Im medica-Podcast beschreibt Viktoria Fahringer, wie sie selbst damit umgeht, wenn sie an anstrengenden und knackig vollen Tagen keine Zeit zum Kochen hat. Sie kocht vor, friert ein und genießt dann genau das, worauf sie Lust hat. „Für sich alleine zu kochen, ist oft nicht lustig. Aber man kann so was auch mit Freunden machen. Dann macht es Spaß“, schlägt sie vor.

Ein Thema, das die Köchin besonders fasziniert und mit dem sie sich gerade intensiv auseinandersetzt, ist die zyklusbasierte Ernährung. „Das beste Versuchstier ist man selber“, sagt sie, „was ich bei mir beobachtet habe, ist das Thema Heißhunger und dass es im Verlauf des Zyklus Phasen gibt, da habe ich mehr Lust auf scharfe Sachen, mehr Lust auf richtig cremige, sämige Sachen oder ich will etwas, das viel Säure hat, viel Frische hat oder knackig ist.“ Die Bandbreite der Hungergefühle ist schier unfassbar vielschichtig, womit auch der Druck auf die Köchin, den Umfang der Speisekammer und vor allem die Zeit steigt, die bei Heißhungerattacken bekanntermaßen gnadenlos tickt. In Zyklusphasen, in denen die Motivation dazu da ist, entsprechend Variantenreiches zu kochen und einzufrieren, nimmt sie Druck und spart Kraft. „Das ist bei mir tatsächlich so. Je einfacher ich das Essen im Alltag gestalte, umso leichter ist es für mich, auch durch schwierigere Zyklusphasen zu kommen“, sagt die Köchin, die Kochen als Empowerment versteht und gerne betont: „Wenn man einmal verstanden hat, wie man sich dieser Macht selbst ermächtigt, also selbst zu kochen und selbst Genuss zu zelebrieren, dann ist es wirklich eine Superpower.“ Fast magisch eben.

Zum Podcast

Genusskräfte.

Dass Viktoria Fahringer eine erstaunlich energiegeladene junge Frau ist, wird im medicaPodcast mit der Köchin und Unternehmerin hörbar und regelrecht spürbar. Die zwei Hauben des Restaurantführers Gault&Millau hing sie an den Nagel, um sich voll und ganz der Wissensweitergabe rund um das Thema Ernährung, Kochen und Essen zu widmen. Kochen für Menschen mit besonderen Ernährungsbedürfnissen und die Möglichkeiten auszuloten, sich gesund zu kochen, befeuern ihre Experimentierfreude. „Die Neugierde ist das, was mich antreibt“, sagt sie. Weitere Infos unter www.viktoriafahringer.com

Kein.Beef.Tatar

Das Signature-Gericht aus Viktoria Fahringers Kochbuch „Meine Tiroler Welt“ hat die Emmy-Awards-Gäste in New York verzückt – und das gelingt auch zu Hause.

Zutaten für 4 Personen

1–2 Auberginen

125 g Rohnen, gekocht

1 EL Kapern, gehackt

1 EL Essiggurkerl, gehackt Abrieb von 1 Zitrone

Kümmel, gemahlen, Knoblauch, getrocknet

Salz, Pfeffer

Bockshornklee, gemahlen

50 g Rohnensaft

1 EL Worcestershiresauce

2 EL Sojasauce

25 g Reiswaffeln, zerbröselt

4 Toastscheiben

60 g Butter

1 TL Preiselbeermarmelade

1⁄2 TL Dijonsenf grobes Salz

Kresse oder passende Kräuter: Dill, Petersilie, Schnittlauch

Optional:

Radieschen

Kapernbeeren, frittiert

Bittersalat, gezupft

2 EL gepickelte rote Zwiebeln

2 EL Sauerrahm, leicht gesalzen

Zubereitung

1 Den Ofen auf 220 Grad Umluft vorheizen. Auberginen mit einer Gabel rundum einstechen und im vorgeheizten Ofen ca. 25 Minuten weich garen. Wenn sie weich sind, aus dem Ofen nehmen und fast vollständig auskühlen lassen. Das Innere auskratzen und klein hacken.

2 Die gekochten Rohnen in Würfelchen schneiden. Mit dem Auberginenhack in eine Schüssel geben. Kapern, Essiggurkerln, Zitronenabrieb, Kümmel, Knoblauch, Salz, Pfeffer und Bockshornklee untermischen.

3 In einem Topf Rohnensaft mit Worcestershiresauce und Sojasauce erhitzen und um ein Viertel reduzieren. Diesen Sud über die zerbröselten Reiswaffeln gießen. Mit der Auberginen-RohnenMischung zu einer homogenen Masse verarbeiten. Damit sich die Aromen gut entfalten können, ca. 30 Minuten gekühlt ziehen lassen.

4 Toastbrot toasten, Butter mit Preiselbeermarmelade und Senf schaumig schlagen. Das grobe Salz hinzufügen.

5 Buttertoast zum Kein.Beef.Tatar servieren. Mit frischen Kräutern oder Kresse garnieren, nach Wunsch auch mit Radieschen, frittierten Kapernbeeren, Bittersalat, gepickelten roten Zwiebeln und Sauerrahm.

Meine Tiroler Welt

Viktoria Fahringer, Brandstätter Verlag, 224 Seiten, EUR 36,–

In ihrem Kochbuch kombiniert Viktoria Fahringer wunderbare saisonale Wohlfühlrezepte mit Reportagen über Land und Leute. QR-Codes führen immer wieder zu praktischen Tipps in Videoform. Oliver Hörzinger sorgt für die passenden Fotos.

Frühling in der Küche

Der Frühling bringt frische Zutaten, neue Inspiration und ein besonderes Lebensgefühl in die Küche.

Saisonale Produkte wie Spargel und Bärlauch stehen jetzt im Mittelpunkt. Leichte und frische Gerichte prägen diese Jahreszeit und zeigen, wie einfach sich Genuss und Gesundheit kombinieren lassen. Eine Spargelpasta mit Zitronensauce überzeugt durch ihre Leichtigkeit, während eine cremige Bärlauchsuppe als klassischer Frühlingsbegleiter gilt.

Auch ein Frühlingssalat mit Erdbeeren und Feta verbindet süße und herzhafte Aromen und bringt Frische auf den Teller.

Besonders beliebt sind gemeinsame Brunches mit Freunden oder Familie, bei denen nicht nur das Essen, sondern auch die gemeinsame Zeit im Mittelpunkt steht. Dieser Trend geht in Richtung „Slow Living“, bei dem bewusst gekocht, gegessen und genossen wird.

BÄRLAUCHSUPPE

Zutaten: 1 Zwiebel, 500 g Kartoffeln, 250 g Bärlauch, 1 EL Butter, 1 L Gemüsebrühe, 200 g Frischkäse, Salz und Pfeffer, 1 Prise Muskat

Zubereitung:

1. Zwiebel und Kartoffeln schälen und klein würfeln. Bärlauch waschen und grob zerkleinern.

2. Butter in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebeln glasig dünsten. Dann die Kartoffeln zugeben und kurz mitbraten. Gemüsebrühe zugeben und alles für 15 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind.

3. Frischkäse unterheben und den Bärlauch in die Suppe geben. Alles nochmal für 2 Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken und mit einem Pürierstab pürieren.

4.Bärlauchsuppe mit Kresse und Gänseblümchen garnieren.

Die volle Vitalität der Keimlinge

Durch einen natürlichen Keimprozess von Korn- und Saatgut vermehren sich Vitamine und Mineralstoffe um ein Vielfaches. Bei den Brotbuben kommen diese dann sogar ins Brot!

Die meisten unserer feinen Brot- und Gebäckspezialitäten enthalten diese gekeimten Energiebündel. Schonend getrocknet und vermahlen werden die Keimlinge dem Brotmehl beigemischt. Unsere Semmlinge sind damit fast so vital wie Vollkornbrot, die Krume bleibt aber weiß. Auch im Wurzelbrot sind die Keimlinge zu finden – die Brote & Gebäcke erhalten dadurch auch eine bessere Frischhaltung.

Kulinarischer Hochgenuss

Erlesenste Zutaten in ihrem unverfälschten Geschmack zu unvergesslichen Gaumenfreuden zu kombinieren, zählt wohl zur höchsten Schule der Kochkunst. Im Restaurant Fischiff werden Gäste immer wieder aufs Neue mit kulinarischen Hochgenüssen und exquisiten Kompositionen verzaubert. Dem Genuss erlesenster Fischspezialitäten und fangfrischer Meeresdelikatessen sind der Haubenküche im Fischiff schon viele Gäste verfallen, darum werden auch die meisten zu Wiederholungstätern. Es bietet den idealen Rahmen für Feiern aller Art, bei denen der kulinarische Genuss die Hauptrolle spielt – mittags und am Abend. Jetzt QR-Code scannen und Rezepte entdecken:

Pastrami

mit Sellerie-Nussbuttercreme, gebratenen Pfifferlingen und Schnittlauchöl

Zutaten: 200 g Pastrami, 1 Knollensellerie, 80 g Butter, 50 ml Sahne, 150 g Pfifferlinge, 2 EL Olivenöl, 1 Bund Schnittlauch, 100 ml Rapsöl, Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Zubereitung:

Sellerie schälen, in Scheiben und anschließend in feine Stifte schneiden (für 4 Personen etwa 12–16 Stück). Die Butter bei hoher Hitze bräunen. Den restlichen Sellerie kleinschneiden und verkochen, danach abgießen und zusammen mit Sahne, brauner Butter, Salz, Pfeffer und Muskat zu einem Püree mixen. Schnittlauch mit Rapsöl und etwas Salz fein mixen. Pfifferlinge und Selleriestifte in Olivenöl gut anbraten. Das Pastrami zu kleinen Röllchen formen und alles anrichten.

Mehr als ein Trend: gesunde Fette

Hochwertige Fette aus Oliven, Nüssen oder kaltgepresstem Olivenöl sind essenziell für den weiblichen Körper. Sie liefern Energie und sind Grundlage für die Hormonproduktion, da Hormone wie Östrogen und Progesteron aus Cholesterin entstehen. Fehlen diese Fette, gerät das System aus dem Gleichgewicht. Oliven mit ihren einfach ungesättigten Fettsäuren unterstützen die Hormonbalance, Zellgesundheit und die Aufnahme fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K). Zudem wirken ihre Antioxidantien entzündungshemmend.

Gesunde Frische

Som Tam, ein weltberühmter, scharfer Salat aus der thailändischen und laotischen Küche, dessen Hauptzutat eine unreife, grüne Papaya ist. Som heißt sauer und tam bedeutet stampfen bzw. zerstoßen. Die Papaya wird mit einer Raspel in julienneähnliche feine Streifen geschnitten. Chilie, Knoblauch und Limette werden mit einem hölzernen Stößel in einem speziellen Mörser gestampft. Mit Palmzucker und Fischsauce abgeschmeckt wird die erfrischende Köstlichkeit entweder mit knuspriger Frühlingsrolle oder mit gebackenem Hähnchen in der Thai Kitchen angeboten. Der kalorienarme Salat besticht durch die perfekte Balance der vier thailändischen Geschmacksrichtungen Süße, Säure, Schärfe und Salzgeschmack, ist reich an Vitamin C und dem verdauungsfördernden Enzym Papain.

Montag bis Freitag: 8:00 bis 18:30 Uhr Samstag: 8:00 bis 17:00 Uhr Sonn- und Feiertage: Geschlossen

Serviceleiterin Astrid Cappella und Chefkoch Reinhard Hamun

Heilsamer Klangraum

Dass Musik heilen und wortlos tiefe Verbindungen herstellen kann, ist eine Tatsache, die die Menschheit seit Jahrtausenden bewegt. Wohl nirgendwo wird die Wirkkraft von Klängen, Rhythmus, Dynamik, Harmonie und Melodie so unmittelbar und wunderbar nachvollziehbar wie bei zu früh oder krank geborenen Kindern. „Es ist sehr berührend“, sagt Margret Seebacher. Die Musiktherapeutin arbeitet in der Neonatologischen Intensivstation der Uniklinik Innsbruck und weiß, dass es kein Zauber ist, der wirkt.

Ihre Geschichten starten extrem. Kommen Babys zu früh oder krank auf die Welt, ist sie für die Kleinen erst einmal ein unwirtlicher Ort. „Viel Lärm, viel Licht, Töne, Alarme, auch Eingriffe, die Schmerzen verursachen“, weiß Margret Seebacher. Der Unterschied zum Bauch der Mutter könnte ja kaum größer sein. Dort waren sie geschützt und geborgen, eingebettet im warmen Fruchtwasser, umhüllt von den Eihäuten, umarmt von der alles umschließenden Gebärmutter. Und dann das.

Für zu früh oder krank geborene Kinder bedeutet der Empfang auf einer Neonatologischen Intensivstation zwar, dass alles Menschenmögliche unternommen wird, um ihr Leben zu retten oder sie beim Start ins Leben mit allen guten Mitteln der modernen Medizin zu unterstützen, doch in erster Linie bedeutet das für sie eines: Stress. Allein die Klangwelt, in welche die Frühchen da plötzlich eintauchen, ist wie ein Schock. „Der Hörsinn und der Tastsinn sind schon im Mutterleib entwickelt. Die Babys hören

DASS MUSIKTHERAPIE BEI FRÜHCHEN DIE VERNETZUNG DER HIRNREGIONEN, DIE FÜR KOGNITION, HÖREN, FEINMOTORIK UND DIE

EMOTIONAL-SOZIALE VERARBEITUNG ZUSTÄNDIG SIND, STÄRKT, MACHT

DIE MUSIKTHERAPIE AUF NEOINTENSIVSTATIONEN ZU EINEM POTENZIELLEN GAMECHANGER FÜR

DIE LEBEN DER KLEINSTEN.

die Geräusche der Mama, ob das jetzt das Rauschen des Blutes, die Verdauung oder der Herzschlag und natürlich ihre Stimme ist“, sagt Margret Seebacher, „sie hören das alles – aber sehr, sehr gedämpft.“

Urkraft Musik

Margret Seebacher ist Musiktherapeutin und arbeitet in der Neonatologischen Inten-

Margret Seebacher ist Musiklehrerin und Musiktherapeutin und arbeitet als solche in der Neonatologischen Intensivstation der Uniklinik Innsbruck.

sivstation der Uniklinik Innsbruck. „Ich versuche, den Klangraum im Mutterleib nachzuahmen und mit der Stimme oder feinen Instrumenten eine Hülle zu formen, in der sich die Kinder geborgen und aufgehoben fühlen“, erklärt Margret Seebacher. Die Wirkung, die sie damit erzielen kann, ist nicht nur teils unmittelbar nachvollziehbar, sondern auf nachgewiesene Weise heilsam.

Im medica-Podcast – über den QR-Code können Sie dabei sein – erzählt Margret Seebacher von den Urkräften der Musik und ihren vielschichtigen heilsamen Wirkungen. Für die Innsbruckerin ist Musik in allen Spielarten nicht nur Lebenselixier, sondern auch Mittelpunkt ihrer Berufe als Musiklehrerin und Musiktherapeutin. Musiktherapie für früh oder krank geborene Kinder ist ein junger Zweig dieser Therapieform. „Es wird sehr viel geforscht und es gibt immer wieder neue Untersuchungen dazu, wie Babys reagieren oder welche Methoden am besten sind“, sagt sie.

„Ich versuche, den Klangraum im Mutterleib

nachzuahmen

und

mit der Stimme

oder feinen Instrumenten eine Hülle zu formen, in der sich die Kinder geborgen und aufgehoben fühlen.“
Margret Seebacher

Im Rahmen der 13th European Music Therapy Conference 2025, die im Juli 2025 in Hamburg stattfand, präsentierten mehr als 200 Referierende aus über 40 Ländern neue wissenschaftliche Ergebnisse zur Musiktherapie. Die beeindruckende Fülle an Belegen für die gesundheitsfördernde Wirksamkeit dieser Therapieform unterstreicht ihr Potenzial. Bei chronischen Schmerzen und akuten Schmerzen ist die Wirksamkeit besonders gut erforscht. Dass Musiktherapie in diesen

Fällen ähnlich gut wirkt wie die Behandlung mit Opioiden – und das gänzlich ohne unerwünschte Nebenwirkungen –, macht dennoch Staunen. Diese Reaktion ruft zahlreiche Ergebnisse hervor, die im Rahmen der Konferenz thematisiert wurden. Dass Musiktherapie bei Krebserkrankten Angstzustände, Depressionen, Schmerzen, Müdigkeit, Herzfrequenz und Blutdruck senkt oder dass bei autistischen Kindern damit Verhaltenssymptome, Sprache und soziale

Fähigkeiten verbessert werden, zählt unbedingt dazu. Die in Hamburg ebenso betonte Tatsache, dass Musiktherapie bei Frühchen die Vernetzung der Hirnregionen, die für Kognition, Hören, Feinmotorik und die emotional-soziale Verarbeitung zuständig sind, stärkt, macht die Musiktherapie auf Neointensivstationen zu einem potenziellen Gamechanger für die Leben der Kleinsten.

Für Margret Seebacher wird die positive Wirkung der Musiktherapie bei den kleinen Patientinnen und Patienten ganz direkt nachvollziehbar, wenn sie einen Blick auf die Monitore wirft, mit denen die Frühchen überwacht werden. „Man sieht beispielsweise, dass die Sauerstoffsättigung raufgeht oder die Herz- und Atemfrequenz niedriger werden“, sagt sie. „Die Vitalwerte können durch Musik beeinflusst werden und der Stresslevel wird gelindert – sowohl bei den Babys als auch bei den Eltern.“

Von Wissen und Intuition

In dem außergewöhnlichen Setting der Neointensiv-Station, wo die Babys in Inkubatoren liegen, teils mit zahlreichen Sensoren und Geräten überwacht, behandelt oder beim Leben und Wachsen unterstützt werden, ist neben dem Wissen und Können auch die Intuition der Musiktherapeutin gefordert. Ob sie mit der Stimme arbeitet oder einem Instrument, ob sie selbst das Baby hält oder es im Rahmen der Känguru-Methode auf der nackten Haut der Mutter oder des Vaters liegt und die Musik sich an ihrem Atem orientiert, ob sie mit der Musik Entspannung oder Anreiz erreichen will – vieles wird von der Situation bestimmt. Margret Seebacher: „Man versucht, einen kleinen, feinen Raum zu schaffen, wo die Babys und Eltern einfach entspannende, gemeinsame Momente erfahren können und die Einheit spüren.“

Im medica-Podcast haucht Margret Seebacher ihren Erzählungen über die Musiktherapie bei Frühchen Leben ein, indem sie beispielsweise mit der Körpertambura und der Sansula zwei Instrumente erklingen lässt, die bei der Musiktherapie eingesetzt werden.

Zum Podcast

Musiktherapie bei Frühchen.

Der medica-Podcast mit Margret Seebacher macht am Beispiel der Musiktherapie bei früh und krank geborenen Kindern deutlich, was Musik alles kann und welche universelle und verbindende Heilkraft in ihr steckt. Eine schöne Ahnung davon wurde der Innsbruckerin, die an der Neointensiv-Station der Uniklinik Innsbruck arbeitet, in die Wiege gelegt. Aufgewachsen in einer spielfreudigen Musikantenfamilie in Amras, wurde Musik rasch zur taktgebenden Urkraft ihres Lebens. Nach ihrer Ausbildung zur Musiklehrerin studierte Margret Seebacher Musiktherapie in Amsterdam, um nach ihrer Rückkehr nach Österreich auch das Masterstudium Musiktherapie an der Kunstuniversität Graz erfolgreich abzuschließen. „Musik ist wirklich eine wichtige Wurzel für mich“, sagt sie.

Sie erzählt vom sorgsamen und liebevollen Umgang der Pflegenden und Ärzt:innen, den Herausforderungen für die Eltern und von der Stimme der Mutter: „Die Stimme der Mama ist sehr wichtig, sie stellt eine große Verbindung her und bedeutet viel Geborgenheit“, sagt sie.

Die Stimme der Mutter ist ein großartiges Instrument. Embryos können sie schon früh in der Schwangerschaft als Schallwellen wahrnehmen. Ab der 22. bis 23. Schwangerschaftswoche ist das Gehör der Ungeborenen bereits gut entwickelt und sie beginnen, Geräusche von außen wahrzunehmen – insbesondere die Stimme der Mutter und auch Musik. Ein Forschungsteam der kalifornischen Stanford-Universität konnte in einer Ende 2025 veröffentlichten Studie beispielsweise nachweisen, dass bei Frühgeborenen, die regelmäßig die Stimme ihrer Mutter hören, die Entwicklung des Sprachzentrums im Gehirn angeregt wird. Für die Studie waren die Stimmen der Mütter aufgezeichnet und den Babys auch nachts oder außerhalb der Besuchszeiten vorgespielt worden. Eine nicht weniger spannende Studie hat das Universitätsklinikum Essen im Juli 2024 veröffentlicht, laut der Musiktherapie bei Frühgeborenen den Aufbau der sogenannten weißen Substanz im Gehirn verbessert. Als solche werden jene Bereiche im Gehirn bezeichnet, die hauptsächlich aus Nervenfasern bestehen. Je mehr weiße Substanz vorhanden ist, umso besser sind die Gehirnzellen miteinander verknüpft und können Informationen besser austauschen.

Die Wirkkraft der Musik ist viel größer als gedacht. „Sprache ist wahrscheinlich aus den Lauten gekommen und ich glaube, Musik oder vor allem auch Rhythmus waren sehr wichtig für die Verbindung von Menschen“, sagt Margret Seebacher. Vielleicht ist eine Art archaische Wurzel der Grund dafür, dass Töne, Klänge, Rhythmen oder Harmonien die Menschen bis in die kleinsten Zellen positiv bewegen können.

Im medica-Podcast berichtet Margret Seebacher auch von der Zeit, in der sie als Musiktherapeutin in Pflegeheimen in Amster-

dam gearbeitet hat. Sind ihre Patient:innen heute Menschen noch ohne Sprache am Beginn ihres Lebens, so waren es damals auch demenzkranke Menschen am Ende ihres Lebens, die ihre Sprache bereits verloren hatten. Sie erzählt von einem Mann, der geistig schon weit entfernt war und nicht mehr wusste, wer er war und was er tat. „Ich habe für ihn ein Lied gesungen, von dem ich wusste, dass er es kennt“, erzählt sie, „da kam sein Blick aus dem weit Entfernten zurück zu mir, er hat etwas von dem Lied mitgesungen und gesagt: Das bin ich! Das war einfach wunderschön.“

Die positive Wirkung der Musik, die in der Zwischenzeit mit den Methoden der modernen Wissenschaft nachgewiesen werden kann, hat eine lange Geschichte. Schon in der klassischen Antike wurde Musik verwendet, um die innere Harmonie wiederherzustellen, war man doch davon ausgegangen, dass kranke Menschen sich in Unordnung befinden. Im Alten Testament findet sich

Gut zu wissen

Die Kraft der Musik.

Viele kluge Menschen haben versucht, Musik in Worte zu fassen. „Schon ein ganz kleines Lied kann viel Dunkel erhellen“, soll Franz von Assisi gesagt haben. Platon wusste, „dass Musik und Rhythmus ihren Weg zu den geheimsten Plätzen der Seele finden“. Und schön ist auch, wovon E.T.A. Hoffmann überzeugt war, der sagte, „wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an“.

die Geschichte von Saul, dem ersten König Israels, dessen „böser Geist“ wich, wenn er Zithermusik hörte. Vom arabischen Arzt Haly Abbas (930–994 n. Chr.) ist bekannt, dass er die Schmerzen von Kleinkindern mit Musik behandelte und sie so zum Einschlafen brachte. Das ist es auch, was Margret Seebacher gerne beobachtet, wenn zuvor gestresste, vielleicht schreiende und unruhige Frühchen auf die Musik reagieren und einschlafen. „Es gibt natürlich auch Babys, die schon ein bisschen älter sind und mehr Reize brauchen“, erzählt die Musiktherapeutin, die in dem Fall auch andere Instrumente, wie beispielsweise eine kleine Rassel, verwendet, „da gehen die Augen auf und fragen, von wo kommt das denn her? Manchmal reagieren sie sogar mit Tönen oder irgendeinem Geräusch auf mein Spiel. Dann kann man natürlich auch in die Begegnung, in die Kommunikation gehen.“ In eine Kommunikation, die keine Worte braucht.

In der Höhe liegt die Kraft

Ein Kraftort, an dem die Energiefrequenz bewiesenermaßen höher ist –und ein Hotel, das genau auf dieser wohltuenden Schwingung aufbaut. Für Menschen, die ein Retreat in den Alpen suchen, das stärkt, nährt und trägt: der Goldene Berg in Lech am Arlberg.

Viele Gäste erleben den Goldenen Berg als einen besonderen Platz. Nicht nur, weil er als Skihotel im Winter eine absolute Prime-Lage bietet und auch seinen Sommergästen pure, ungestörte Natur zu Füßen legt. Das Hotel Goldener Berg ist ein Sehnsuchtsort 1.700 Meter hoch über den Dingen – ein Resonanzraum, der Berge, Architektur, Spiritualität, Wellness und bewussten Luxus verbindet. Und ein zweites Zuhause, in dem „alles kann, aber nichts muss“. Unter der Führung von Visionärin, Erdhüterin und Gastgeberin Daniela Pfefferkorn widmet sich das Traditionshaus den Themen Selfcare und Longevity. Mit einer Philosophie, die ganzheitlich denkt, und einem Konzept, das allumfassend darauf aufbaut. Weil eben nicht nur ein lebendiger Körper, sondern auch der klare Geist und die verbundene Seele zählen, wird man hier durch gezielte Unterstützung wieder sanft daran erinnert, wie sich Ganzsein anfühlt.

Sieben Grundkräfte bilden das Fundament der Philosophie im Goldenen Berg und prägen alles, was dieser Ort ist. Begleitet von der Kraft des Berges und im Rhythmus der Natur widmet man sich während eines Auf-

enthalts dem Konzept der „Holistic Selfcare“. Das erst kürzlich stilvoll revitalisierte Alpin Spa ist ein wesentliches Herzstück dafür: Konsequent auf ganzheitliche Gesundheit ausgerichtet, kommt man zwischen glasklarer Bergluft und dampfendem Zirbenduft wieder in Kontakt mit sich selbst. Und der „goldene Genuss“ geht außerhalb des Rückzugsorts samt längstem Infinitypool Lechs bewusst weiter: In gleich vier Restaurants zaubert pflanzenbasierte alpine Küche regionale Feinheiten auf den Tisch. Basisch, vegetarisch, vegan oder auch ketogen – weil jedem etwas anderes guttut. Schließlich rundet erholsamer Schlaf in natürlichen Zimmern und Suiten die körperliche Regeneration auf Zirbe gebettet ab. „Es geht darum, dem eigenen Sein wieder Raum zu geben, sich selbst zu regulieren und zu heilen. Durch tiefen Schlaf, nährende Küche, bewusste Bewegung und innere Reinigung.“ In guter Begleitung oder ganz für sich. Und immer in Resonanz mit dem, was stärkt, nährt und trägt.

„Wandlung geschieht in uns, innerlich“, weiß Daniela Pfefferkorn aus langjähriger Erfahrung. Um dem Innen Zuwendung zu

Hotel

Goldener Berg

Oberlech 117, 6764 Lech am Arlberg Tel.: 05583/22050 www.goldenerberg.at

schenken, bietet die ausgebildete Energiemedizinerin und Schamanin unterstützende Behandlungen und Beratungen an: Individuell auf jeden Gast zugeschnitten und aufbauend auf dem Daniela-Pfefferkorn-Prinzip helfen sie dabei, Gedanken zu ordnen, Belastendes loszulassen und wieder in den Fluss zu kommen. Für eine Auszeit, die weit über kurzfristiges Wohlgefühl hinausgeht und dem Menschen genau das gibt, was er im Moment braucht. Körperlich, geistig und seelisch – ganzheitlich.

Lebe lieber locker

Metabolic Beauty ist ein neuer Begriff in der Schönheitswelt, bei dem es erfreulicherweise nicht um Optimierung oder Perfektion geht, sondern um nachhaltige Selbstfürsorge und ein gutes Körpergefühl.

Das Konzept beschreibt einen ganzheitlichen Ansatz, der den individuellen Stoffwechsel ins Zentrum stellt, und dockt damit auch an das Thema Longevity an. Im Fokus stehen innere Prozesse wie Hormonbalance, Blutzuckerregulation, Entzündungslevel, Schlafqualität und Stressresilienz – also alles, was dem Innen guttut. Metabolic Beauty funktioniert dabei nicht nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip. Es geht nicht darum, den Alltag komplett umzukrempeln, sondern darum, ihn an den richtigen Stellen ein wenig freundlicher für den Körper zu gestalten. Und wer sich langfristig wohl fühlt, sieht meist auch so aus.

Reise zu innerer Ruhe und Kraft

Manchmal wirkt eine kleine Auszeit echt Wunder. Unser Tipp dafür ist das Posthotel Achenkirch. Das Adults-only-Hotel ist ein ganzheitlich ausgerichtetes Resort auf vier Hektar Land, das die Philosophie von Yin und Yang in einen Ort übersetzt. Es richtet sich an Körper und Geist gleichermaßen, bietet Aktivität und Entspannung und verbindet fernöstliche Praktiken wie die Traditionelle Chinesische Medizin und Ayurveda mit österreichischer Alpenkultur. Als erste und bislang einzige Adresse Österreichs bietet das Posthotel seinen Gästen außerdem Biohacking-Anwendungen mit einem hausinternen Coach im eigenen Longevity Lab. Danach kann es in die Entspannung gehen: Der weitläufige Wellnessbereich erstreckt sich auf über 7.000 Quadratmeter, die wunderbare Hotelküche unterstützt das ganzheitliche Wohlbefinden zusätzlich. Mit der Philosophie des Shaolin als Fundament lädt Gastgeber Karl C. Reiter seine Gäste auf eine Reise zum Ich ein und schafft in Achenkirch einen Ort, an dem Körper und Geist wieder in harmonischem Gleichgewicht fließen können. www.posthotel.at

Kraftbündel

Leichtere Ernährung, Bewegung und bewusste Routinen unterstützen den Körper dabei, wieder in ein natürliches Gleichgewicht zu finden. Der Entschlackung BIO Kräutertee von Neuner’s kombiniert Brennnessel, grüne Mate und Eisenkraut zu einer ausgewogenen Mischung, die die körpereigenen Ausscheidungsprozesse anregt. Diese Pflanzen sind traditionell dafür bekannt, den Stoffwechsel zu fördern und den Organismus zu entlasten. Um 4,79 Euro unter www. neuners.com oder im ausgewählten Lebensmittel- und Drogeriefachhandel.

Eisennachschub

Auf Seite 100 dieser Ausgabe haben Sie Phytotherapeutin Kyra Lang kennengelernt. Sie arbeitet in der Engelapotheke in Telfs, die unter dem Namen „Steinmandl“ auch eigene Nahrungsergänzungsmittel für mehr Wohlbefinden herstellt. Zum Beispiel „Eisen Komplex“ mit einer Kombination aus Eisen, Vitamin C, Folsäure und Vitamin B12. Erhältlich um 26,95 Euro nebst vielen anderen wohltuenden Produkten – auch speziell für Frauengesundheit – unter www.steinmandl.at

Alpenmagie

In die Produkte von Alpinulin von Eva Giesswein darf nur das Beste von den Bergen und der Natur. Heraus kommt eine Skincare, die pflegt, regeneriert und einfach rundum toll ist. Wir mögen auch die unaufgeregte Aufmachung sehr. Unser Favorit: die leichte 24-Stunden-Creme „Alpine Air“ mit Hyaluronsäure, Edelweiß- und Alpenrosenextrakt, Sqalan und Sheabutter. Um 59 Euro unter www.alpinulin.com

SPAdezimmer

Die Embrace-Ionen-Bronze-Trockenbürste von Sojourn verwandelt die tägliche Körperroutine in ein kurzes Spa-Erlebnis. Sie regt die Durchblutung an, bereitet die Haut optimal auf Pflege vor und sorgt für spürbar glattere Haut. Zusammen mit den Edelsteinseifen von Gemology wird die Dusche zum bewussten Self-Care-Moment. Handgefertigt, nachhaltig und für alle Hauttypen geeignet, schenkt die Bürste ein strahlendes Hautgefühl und kleine tägliche Auszeiten. Im Set um 55 Euro unter www.sojourn-xo.com

Alltags-Buddy

Mit der Venu 4 verbindet Garmin präzises Gesundheitstracking mit alltagstauglichem Lifestyle. Die Smartwatch analysiert ganz klassisch unter anderem Schlaf, Stress und Fitness und liefert mit personalisierten Trainingsimpulsen auch gleich ein digitales Coaching mit. Telefonieren und Bezahlen geht auch. Erhältlich mit 41 und 45 mm Durchmesser und (austauschbarem) Leder- bzw. Silikonarmband. Ab 549,99 Euro.

COMING SOON!

Neuroglow

feel your skin, Petra Orzech & Dr. Meike Streker, GU Verlag, 240 Seiten, EUR 30,60

Was wäre, wenn Hautpflege nicht an der Oberfläche endet? Wenn unser Teint nicht nur zeigt, wie wir uns pflegen, sondern auch, wie wir fühlen, denken und leben. „feel your skin“ ist das erste Buch, das den unsichtbaren Dialog zwischen Haut und Gehirn verständlich macht – leicht zugänglich und dennoch wissenschaftlich fundiert. Es zeigt, wie Emotionen, Stress, Schlaf, Duft, Berührung und sogar unsere innersten Bedürfnisse die Haut formen. Und warum wir dann strahlen, wenn Körper, Geist und Haut im Einklang sind. Dazu gibt’s nährstoffreiche Rezepte.

HERAUSGEBER & MEDIENINHABER: Alexandra Keller, www.alexandrakeller.at & eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, 0512/290088, redaktion@econova.at, www.econova.at/medica GESCHÄFTSLEITUNG: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin IDEE, KONZEPT & CHEFREDAKTION: Alexandra Keller REDAKTION: Marina Bernardi, Doris Helweg ANZEIGEN -VERKAUF: Ing. Christian Senn, Sandra Nardin, Christoph Loreck, Yvonne Knoll, BA, Patrizia Schröter FOTOS: Julia Türtscher, BLICKFANG photographie LAYOUT: Tom Binder LEKTORAT: Mag. Christoph Slezak DRUCK: Radin-Berger-Print GmbH COVERFOTO: stocksy.com/Iuliia Versta

GRUNDLEGENDE RICHTUNG: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung in den Bereichen Gesundheit, Wissenschaft & Wellness beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Sind Beiträge in dieser Ausgabe in der Kopfzeile mit dem FIRMENNAMEN gekennzeichnet, handelt es sich um BEZAHLTE ANZEIGEN bzw. KOOPERATIONEN!

Rückzugsort

Was bleibt, wenn man alles Überflüssige weglässt? Das Wesentliche. Denise und Franz-Dominik Vogl arbeiten am Fuschlsee gerade an ihrem Herzensprojekt und verwandeln gemeinsam mit den (Schwieger-)Eltern Petra und Franz das ehemalige Landhotel Schützenhof in einen Ort, der ganz bewusst auf Ruhe, Entschleunigung und eine klare, feine Ästhetik setzt. Direkt am Wasser gelegen, mit eigenem Seezugang, entsteht mit dem Vogl’s Nest ein Rückzugsort für Menschen, die das Besondere im Leisen suchen – reduziert, stilvoll und nah an der Natur. Hier wird von Entschleunigung nicht nur geredet, hier werden einfach die Uhren abgehängt. Die Neueröffnung ist für den 15. Juni 2026 geplant, die Visualisierungen überzeugen bereits!

Ergänzend

1. Bewusst durch die Wechseljahre: Rotklee MenoFit ist die ideale Begleiterin für Frauen, die in dieser besonderen Lebensphase auf Balance und Wohlbefinden setzen möchten. 2. Hämo Plus wurde für all jene entwickelt, die sich bei Hämorrhoiden eine bewusste Unterstützung und mehr Alltagserleichterung wünschen. 3. Hepa ist die clevere Ergänzung im Alltag zur Unterstützung einer normalen Leberfunktion.

Jeweils 60 Kapseln um 49,90 Euro. Alle Produkte und mehr erhältlich unter www.essenzshop.at 1 3 2

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