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alpen business lounge innsbruck - salzburg - münchen - bozen
WIR SCHAFFEN RAUM FÜR ERFOLG
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G E N I E S S E N S I E E I N E E C H T E P R E M I U M - L O C AT I O N .
Die Alpen Business Lounge bereichert Ihr Business. Gerade in der internationalen Geschäftswelt sind Termine außerhalb des eigenen Stammsitzes gang und gäbe. Doch oft lassen angemietete oder öffentliche Räumlichkeiten die Privatsphäre, die Annehmlichkeiten einer voll ausgestatteten Niederlassung vermissen. Die Alpen Business Lounge schließt genau jene Lücke und Sie können Ihre Kunden oder Geschäftspartner stilvoll empfangen. Mit ihr haben Ihre Geschäftstermine in Innsbruck, München, Salzburg und Bozen – und damit in den wichtigsten Zentren des Wirtschaftsraums Alpenregion – ein neues Zuhause gefunden.
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Stilvolle, geschützte Umgebung Persönlicher Service nach Ihren Wünschen Räumlichkeiten für jeden Anlass Professionelle Arbeits- und Gesprächsatmosphäre Beste Lage und Erreichbarkeit
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IHRE VORTEILE IN UNSEREN RÄUMLICHKEITEN – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
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DER PERFEKTE ORT FÜR IHRE GESCHÄFTE.
In der Alpen Business Lounge ist Ihr Erfolg zuhause. Wir finden, erfolgreiche Geschäfte brauchen den richtigen Rahmen. Und der ist nur in seltenen Fällen eine Hotel-Lobby, ein Restaurant oder ein anonymer Seminarraum. Vielmehr wünscht man sich einen Ort mit angenehmem Ambiente, hochwertiger Technik, ausreichend Privatsphäre und stilvollem Umfeld. Genau diesen Ort haben wir darum jetzt für Sie geschaffen – es ist die Alpen Business Lounge. Um Ihre Gäste und Geschäfte hier mit professionellem Service willkommen heißen zu können, bitten wir Sie lediglich um eine rechtzeitige Voranmeldung per Telefon oder E-Mail.
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DIE TECHNIK IM ÜBERBLICK
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Laptop für Ihre Präsentationen Lichtstarker Beamer Highspeed W-LAN Flipchart Voll ausgestatteter Präsentationskoffer
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HOCHWERTIG
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KOMPETENZ TRIFFT STIL UND INFRASTRUKTUR.
Das bietet Ihnen die Alpen Business Lounge. Neben den Räumlichkeiten der Alpen Business Lounge, steht Ihnen an unseren vier Standorten alles zur Verfügung, was einen professionellen Termin garantiert. Unser Empfang begrüßt und bewirtet Sie und bis zu 20 Gäste mit warmen und kalten Erfrischungsgetränken, moderne Seminartechnik ermöglicht reibungslose Präsentationen und hochwertige Einrichtung sorgt für passende Atmosphäre. Bei längeren Terminen organisieren wir auf Wunsch auch gerne ein Cateringservice mit warmen oder kalten Speisen. Damit schaffen wir für Sie und Ihre Geschäftspartner ein Umfeld, das selbst den höchsten Ansprüchen genügt.
Alpen B us ine s s Lounge a n f o l g e n d e n S ta n d o r te n d e r A l p en Ban k A ktien g e sellsch af t: I nns br uc k K a i se r j ä g e rs t ra ße 9 6 0 2 0 Inns bruc k Ö ste rre i c h Te l. +43 512 599 77 Fa x +43 512 56 20 15 innsbruck@alpenbusinesslounge.com
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Salzburg D r. F r a n z - R e h r l- P la tz 1 5 0 2 0 S a lz b u rg Ö s te r re ic h Te l. + 4 3 6 6 2 8 3 0 0 8 3 Fax +43 662 83 00 83 33 salzburg@alpenbusinesslounge.com
Mü n c h en Th eati n er str aß e 4 6 8 0 3 3 3 M ü n ch en Deu tsch l an d Tel . + 4 9 8 9 2 4 2 1 4 4 0 0 Fax + 4 9 8 9 2 4 2 1 4 4 0 2 0 münchen@alpenbusinesslounge.com
Bo z e n Ko r n p l atz 2 3 9 1 0 0 B ozen I tal i en Tel . + 3 9 0 4 7 1 3 0 1 4 61 F ax + 3 9 0 4 7 1 9 7 7 4 04 bozen@alpenbusinesslounge.com
Vorwort Wo Sie Recht haben, sollen Sie auch Recht bekommen! Wo immer es im Leben darum geht, das eigene Recht durchzusetzen, braucht es verlässliche und fachkundige Partner, die Ihnen dabei helfen. Die Tiroler Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sind Ihre kompetenten Berater, Vertreter und Helfer, wenn Sie Hilfe und Beistand in Rechtsfragen benötigen. In praktisch jeder Lebenslage.
Viele Menschen scheuen heutzutage noch den Gang zur Rechtsanwältin oder zum Rechtsanwalt. Sei es, weil sie glauben, das Recht auf ihrer Seite zu haben, oder auch, weil sie Konfl ikten lieber aus dem Weg gehen. Oder aber einfach nur, weil sie hohe Kosten befürchten. Doch Recht zu haben bedeutet letztendlich noch lange nicht, auch Recht zu bekommen. Hier wie auch sonst im Leben gilt: Vorbeugen ist besser als Heilen. Vor allem in unserer schnelllebigen und komplexen Zeit ist fachkundige Rechtsberatung wichtiger denn je. Denn nur wer seine Rechte auch wirklich kennt, kann positive Entscheidungen für sich treffen und damit mögliche negative Folgen abwenden. Der rechtzeitige Rechtsbeistand einer Rechtsanwältin oder eines Rechtsanwalts bedeutet daher zumeist auch Zeit, Nerven, aber vor allem auch Geld zu sparen. Wer also die eigenen Erbangelegenheiten frühzeitig regelt, beugt in den meisten Fällen Streitigkeiten unter den Angehörigen vor. Wer die Umstände einer Scheidung noch vor der Eheschließung bedenkt, kann sich beizeiten rechtlich absichern. Und wer die Haftungsfragen bei einer Unternehmensgründung vorab klärt, kann vorzeitig das eigene Risiko wirksam begrenzen. Bei allen Rechtsfragen steht jedoch die Klientin bzw. der Klient im Mittelpunkt. Die Tiroler Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte helfen Ihnen bei der Planung wichtiger Entscheidungen und beugen Streitig-
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keiten vor. Sie beraten Sie bei Wirtschaftsprojekten und errichten mit Ihnen Verträge und Testamente. Sie unterstützen Sie bei der Vermögensverwaltung, vertreten Sie in Zivil- und Strafverfahren und in Familienrechtsangelegenheiten, Insolvenzverfahren oder anderen Verwaltungssachen. Die vorliegende Sonderausgabe Recht 2012 soll Ihnen einen Eindruck von den vielfältigen Tätigkeitsbereichen der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte vermitteln. Neben Ausführungen zu den Serviceleistungen der Tiroler Rechtsanwaltskammer finden Sie daher vor allem aktuelle Themenbeiträge sowie Berichte zu wichtigen Rechtsbereichen. Wie gewohnt fi nden Sie im Anhang zur Sonderausgabe Recht 2012 das aktuelle Verzeichnis aller Tiroler Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, gegliedert nach Bezirken, mit den dazugehörigen Kontaktadressen und Tätigkeitsgebieten. Mit diesem Rechtsanwaltsverzeichnis möchten wir Ihnen bei der Suche nach einem Rechtsbeistand in Ihrer Nähe behilfl ich sein. Weitere Informationen dazu wie auch zu anderen Themen finden Sie auf der Internetseite der Tiroler Rechtsanwaltskammer. Die Tiroler Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sind für Sie da. Damit Sie auch wirklich zu Ihrem Recht kommen! Ihr Dr. Harald Burmann Präsident der Tiroler Rechtsanwaltskammer
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Inhaltsverzeichnis rechts.anwälte 10
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erste anwaltliche auskunft
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Kostenlos dem Recht auf der Spur.
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rechtsanwaltlicher journaldienst Dr. Hubert Stanglechner: Rechtsschutz im Ernstfall
der rechtsanwalt als vertragsrichter Dr. Georg Ganner
hausbau: das rechtliche fundament mietrecht & konsumentenschutz Dr. Joachim Tschütscher
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das große 1 x 1 der freizeitwohnsitze
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vorsicht bei geldgeschäften
das unternehmen in der scheidung wer zahlt das altersheim?
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patientenverfügung & vorsorgevollmacht
schutz von logos & design der kreative mitarbeiter Dr. Stefan Warbek
markenverletzung beim keyword-advertising Mag. Astrid Purner / Kador & Partner
glücks.spiel 90
der 43-mio.-euro-krimi: herr m. vs casinos austria Dr. Thomas Kerle
Dr. Christian J. Winder
übertragung von vermögen auf eine stiftung Dr. Elisabeth Zimmermann-Haid, MMag. Dr. Eduard Wallnöfer / Altenweisl Wallnöfer Watschinger Zimmermann Rechtsanwälte
unter.nehmen 52
urheberrecht / persönlichkeitsrecht
Mag. Astrid Purner / Kador & Partner
pflichtteilsergänzungsanspruch bei schenkung Dr. Gerald Hauska / Hauska & Matzunski
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schadensausgleich – ein fall aus der praxis
rechts.schutz 80
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Mag. Bernd Auer
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kapitalerhaltungsgebot und drittwirkung Dr. Herwig Fuchs
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Dr. Barbara Lässer / König-Ermacora-Lässer & Partner
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vergaberecht
Dr. Hellmuth Buchroithner, LL.M. / Binder Grösswang Rechtsanwälte
familien.recht 40
unternehmenssanierung durch insolvenz
Rechtsanwaltskanzlei Ullmann Geiler und Partner
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Dr. Erich Lackner
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bürgschaften
Dr. Herbert Schöpf
einmal grundbuch und zurück Mag. Claudia Lantos / König-Ermacora-Lässer & Partner
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betriebsübergabe Dr. Hermann Holzmann
Dr. Axel Fuith
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abfallrecht – jüngst „recycelt“ Dr. Herwig Frei / Greiter Pegger Kofler & Partner
Nagele & Pesl Rechtsanwälte
Mag. Martin J. Moser
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bauen.wohnen 24
arbeitsrecht: whistleblowing Mag. Melanie Gassler-Tischlinger / Greiter Pegger Kofler & Partner
Mag. Peter Greil
ver.trag 22
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mediation & co Dr. Birgit Streif: außergerichtliche Streitbeilegung
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geschäftsführerhaftung Dr. Johannes Barbist / Binder Grösswang Rechtsanwälte
ihr geld zu treuen händen Dr. Manfred Bachmann: das Treuhandbuch
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eu-gesellschaft Dr. Barbara Matz / Adovkatur Dr. Herbert Schöpf
aktienrechtsnovelle & familiengesellschaften Dr. Ivo Rungg / Binder Grösswang Rechtsanwälte
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BAURECHT GESELLSCHAFTSRECHT WIRTSCHAFTSRECHT VERTRAGSRECHT
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LIEBERSTRASSE 3 A-60I0 INNSBRUCK T: 05I2/57I33I F: DW 99 OFFICE@KASSEROLER.AT WWW.KASSEROLER.AT
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rechtsanwalts.verzeichnis 96
verzeichnis der tiroler rechtsanwälte Alphabetisch geordnet, beginnend mit Innsbruck. Inkl. einer Liste der niedergelassenen europäischen Anwälte sowie einem Serviceteil mit nützlichen Adressen und Telefonnummern
Impressum Herausgeber & Medieninhaber: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/290088, Fax: 290088-70, E-Mail: redaktion@econova.at, www.econova.at Geschäftsleitung: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin • Assistenz: Marina Kremser, Ruth Loreck • Chefredaktion: Mag. Ulrike Delacher, MSc. Anzeigenverkauf: Ing. Christian Senn, Christoph Loreck, Bruno König, Mag. Sandra Nardin, Martin Weissenbrunner • Fotoredaktion: Florian Schneider, Julia Türtscher • Titelseite: stadthaus 38 • Druck: a-print, Klagenfurt • Jahresabo: EUR 25,00 (14 Ausgaben) Unternehmensgegenstand: Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. Grundlegende Richtung: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Wellness, Steuern, Recht, Kulinarium und Lifestyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar.
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Erste Anwaltliche Auskunft Kostenlos dem Recht auf der Spur.
Die Tiroler Rechtsanwaltskammer ist die berufl iche Vertretung aller Tiroler Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sowie der in Ausbildung befindlichen Rechtsanwaltsanwärterinnen und Rechtsanwaltsanwärter. Darüber hinaus ist sie eine moderne Service- und Informationseinrichtung, die wesentliche Aufgaben und Leistungen nicht nur für die eigenen Mitglieder, sondern auch für die rechtsuchende Tiroler Bevölkerung erbringt.
Service für die Bevölkerung Eine zentrale Serviceleistung der Tiroler Rechtsanwaltskammer für die Allgemeinheit ist die kostenlose Erste Anwaltliche Auskunft, kurz EAA. Im Rahmen dieses unentgeltlichen und unverbindlichen Erstgesprächs können sich Rechtsuchende über ihre Ansprüche und Rechte von einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt informieren lassen bzw. können gemeinsam mit diesen abklären, welche weiteren Schritte zu unternehmen sind.
Mag. Johannes Lentner Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Tiroler Rechtsanwaltskammer Foto: BLICKFANG photography
Ziel dieser ersten Rechtsauskunft ist es, allen Bevölkerungsgruppen gleichermaßen den Zugang zum Recht zu ermöglichen, ohne dass daraus Kosten entstehen. Dadurch soll Betroffenen zu ihrem guten Recht verholfen und mögliche Schäden bereits frühzeitig von ihnen abgewendet werden.
Gemeinsam die Rechtslage erörtern Im Rahmen eines 15-minütigen Erstgesprächs, das eine Rechtsanwältin oder ein Rechtsanwalt gemeinsam mit der Auskunft suchenden Person in ruhiger und entspannter Atmosphäre führt, wird die individuelle Rechtslage sowie die weitere Vorgehensweise erörtert. Im Idealfall können so Rechtsstreitigkeiten und Prozesse für die Betroffenen vermieden werden.
5.000 Erstgespräche in 10 Jahren Wie beliebt dieses kostenlose Serviceangebot der Tiroler Rechtsanwaltskammer bei der Tiroler Bevöl-
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kerung ist, zeigen die Zahlen über die Inanspruchnahme der Ersten Anwaltlichen Auskunft im Laufe der letzten zehn Jahre. So wurden innerhalb eines Jahrzehnts beinahe 5.000 Erstgespräche von ca. 500 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten geführt.
Erste Anwaltliche Auskunft: Wann und wo? Die Erste Anwaltliche Auskunft findet jeden Dienstag im Kammeramt der Tiroler Rechtsanwaltskammer in der Meraner Straße 3/III in 6020 Innsbruck statt. Die Termine werden ab 13.30 Uhr von den Sekretärinnen der Tiroler Rechtsanwaltskammer vergeben. An diesen Tagen stehen jeweils 12 Termine zur Verfügung. Die Rechtsauskunft selbst findet von 14.00 bis 17.00 Uhr statt. Aufgrund der allgemein hohen Nachfrage empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Beginn der Terminvergabe einzutreffen. Da weder telefonische Rechtsauskünfte gegeben noch Terminreservierungen am Telefon entgegengenommen werden können, ist die persönliche Anwesenheit unbedingt erforderlich.
Die Tiroler Rechtsanwaltskammer Die Tiroler Rechtsanwaltskammer ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts. Sie ist im Rahmen ihrer Selbstverwaltung gegenüber Bund und Land unabhängig. Neben dem Recht zur Selbstverwaltung ist die Tiroler Rechtsanwaltskammer befugt, Gesetzesentwürfe des Bundes oder des Landes zu begutachten und Stellungnahmen hierzu abzugeben. Derzeit zählt die Tiroler Rechtsanwaltskammer 639 Mitglieder. Das Kammeramt ist zentrale Anlaufstelle für Anliegen, Wünsche und Beschwerden ihrer Mitglieder, aber auch für die Tiroler Bevölkerung. Das Kammeramt leitet Frau Mag. Kathrein-Gallistl. Frau Mag. Frenking und Frau Wrchoticky führen das Sekretariat. Herr Mag. Lentner ist derzeit für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Tiroler Rechtsanwaltskammer zuständig.
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Alle Rechtsanwälte arbeiten mit den gleichen Werkzeugen.
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Sie unterscheiden sich darin, was sie daraus machen.
Wirtschaftskanzlei seit 1897
Greiter Pegger Kofler
Dr. Ivo Greiter · Univ.-Prof. Mag. Dr. Franz Pegger · Dr. Stefan Kofler Dr. Christian Zangerle · Dr. Norbert Rinderer · Dr. Herwig Frei Dr. Georg Huber LL.M. · Dr. Edwin Grubert LL.M. · Dr. Alexandra Eder Mag. Melanie Gassler-Tischlinger LL.M. · MMMag. Barbara Egger-Russe
Rechtsanwälte 6020 Innsbruck Maria-Theresien-Straße 24 Tel. +43 (0)512 57 18 11 Fax +43 (0)512 58 49 25 www.lawfirm.at · greiter@lawfirm.at
Treuhandbuch – Ihr Geld zu treuen Händen Sie verkaufen oder kaufen ein Haus, ein Grundstück, eine Wohnung, einen Geschäftsanteil oder wickeln andere Geschäfte ab, bei denen bis zur endgültigen Durchführung Gelder sichergestellt werden sollen, damit jeder Vertragspartner in seinen Rechten abgesichert ist? Ihr Rechtsanwalt ist ein Garant dafür, dass die finanzielle Durchführung eines derartigen Geschäftes gesichert und überwacht wird.
Die Tiroler Rechtsanwaltskammer hat für die Durchführung von treuhändischen Abwicklungen durch einen Rechtsanwalt das Treuhandbuch als besondere Serviceeinrichtung geschaff en. Durch die Einrichtung des Treuhandbuches ist eine Kontrolle der Abwicklung von Treuhandschaften sowohl durch die betroffenen Vertragsparteien als auch durch die Revisoren der Tiroler Rechtsanwaltskammer möglich. Das bei der Tiroler Rechtsanwaltskammer eingerichtete Treuhandbuch dient dem Schutz der Abwicklung von Treuhandschaften nach § 10a RAO (Rechtsanwaltsanordnung). Entsprechend der Richt linie dient das Treuhandbuch der Überprüfung der Einhaltung der Pfl ichten der Rechtsanwälte bei der Abwicklung von Treuhandschaften, welche von den in die Liste der Tiroler Rechtsanwaltskammer eingetragenen Rechtsanwälten übernommen wurden.
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Die einen Rechtsanwalt sonst treffenden standesrechtlichen oder vertraglichen Verpfl ichtungen werden durch die Bestimmungen der Richtlinie weder geändert noch eingeschränkt. Im Gegensatz zur Vorgängereinrichtung des nunmehrigen Treuhandbuches ist nunmehr mit der im Jahre 2010 neu beschlossenen Richtlinie die Teilnahme am Treuhandbuch für jeden Rechtsanwalt zwingend. Was ist unter dem Begriff Treuhandschaft zu verstehen? Unter dem Begriff der Treuhandschaft im Sinne der Richtlinie sind ausschließlich alle entgeltlichen oder unentgeltlichen Mandatsverträge zu verstehen, in deren Rahmen der Rechtsanwalt den schriftlichen Auftrag übernimmt, einen Geldbetrag oder Geldeswert zu verwahren und für den Fall des Eintrittes einer oder mehrerer bestimmter Bedingungen an einen oder mehrere Dritte auszufolgen, die dem Rechtsanwalt als Begünstigte
rechts.anwälte genannt wurden. Hauptanwendungsfälle für die Treuhandschaften sind Mandatsverträge im Zusammenhang mit Liegenschaftstransaktionen (Kauf und Verkauf von Wohnungen, Häusern und Grundstücken). Vom Anwendungsbereich des Treuhandbuches sind jedoch auch bestimmte Bereiche ausdrücklich ausgenommen: • Treuhandschaften mit einem Treuhanderlag bis zu 40.000 Euro • Treuhanderläge, die für die Errichtung von Gerichtsgebühren, Steuern oder sonstigen öffentlichen Abgaben gewidmet sind • Entgegennahme von Geldbeträgen durch einen Rechtsanwalt im Rahmen einer Forderungsbetreibung oder einer Prozessführung • Entgegennahme, Verwaltung und Verteilung von Geldbeträgen im Rahmen der Tätigkeit als Ausgleichs- oder Masseverwalter, Zwangsverwalter, Sachverwalter oder Vermögensverwalter. Vom Anwendungsbereich ausgenommen sind auch jene Treuhandschaften, in welchen die Vertragsparteien nach entsprechender Aufklärung eine Abwicklung über das Treuhandbuch ausdrücklich schriftlich ablehnen. Der Rechtsanwalt ist in einem solchen Falle verpfl ichtet, die Vertragsparteien schriftlich zu informieren, dass durch eine derartige Untersagung der besondere Vertrauensschadensversicherungsschutz des Treuhandbuches in diesem Fall entfällt. Es ist deshalb jedenfalls den Parteien anzuraten, von einer Untersagung der Abwicklung einer Treuhandschaft nach dem Treuhandbuch Abstand zu nehmen. Grundsätzlich sollte eine solche Ablehnung den absoluten Ausnahmefall bei der Abwicklung einer Treuhandschaft bilden.
Wie sind nun die Klientengelder tatsächlich versichert? Die Tiroler Rechtsanwaltskammer hat für alle über das Treuhandbuch abgewickelten Treuhandschaften eine gesonderte Versicherung abgeschlossen, wobei die Versicherungssumme derzeit pro Fall 7.267.284 Euro beträgt. Um sich eine Dimension über die Treuhandsummen vor Augen zu halten, sei erwähnt, dass seit dem Jahre 2003 (zunächst erfolgte die Einrichtung des Treuhandbuches und die Teilnahme daran auf freiwilliger Basis) bis heute alleine über das Treuhandbuch der Tiroler Rechtsanwaltskammer über 23.000 gemeldete Treuhandschaften mit einem Transaktionsvolumen von rund 6,5 Mrd. Euro (!) abgewickelt wurden. Soweit die Verpfl ichtung besteht, Treuhandgeld über das Treuhandbuch zu sichern, ist jeder Rechtsanwalt verpfl ichtet, seinen Klienten darüber aufzuklären und ihm ein umfangreiches Informationsblatt vorzulegen,
in dem die Treuhandabwicklung im Detail dargelegt ist. Die Klienten können dabei wählen, ob eine solche Abwicklung ausdrücklich untersagt wird (siehe vorstehende Ausführungen), weiters ob der Klient eine so genannte „anonyme Treuhandschaft“ wünscht (dies bedeutet, dass der Tiroler Rechtsanwaltskammer nur die Tatsache der Treuhandschaft, der Treuhänder, die Höhe des Treuhanderlages und das Treuhandkonto genannt werden) oder ob die Treuhandschaft nicht anonym erfolgt, wobei in einem solchen Falle auch die Treugeber zu nennen sind. Wesentlich bei der Übernahme der Treuhandschaft ist eine Meldung der Konten an die Tiroler Rechtsanwaltskammer, auf welche der Treuhanderlag nach Abwicklung bzw. während der Abwicklung eines Rechtsgeschäftes (zumeist Liegenschaftskaufverträge) zu bezahlen ist. Der Rechtsanwalt ist verpfl ichtet, gesondert für jede übernommene Treuhandschaft ein so genanntes „Anderkonto“ bei einem Kreditinstitut, welches der öffentlichen Aufsicht unterliegt, einzurichten. Die Treugeber erhalten unverzüglich nach jeder Buchung auf dem Konto ein Duplikat des hiefür ausgefertigten Kontoauszuges. Damit ist für die Treugeber auch sichergestellt, dass noch vor Abschluss einer Transaktion auf dem Anderkonto erliegende Gelder bestimmungsgemäß verwendet werden (z.B. Kreditrückzahlungen im Zusammenhang mit einer vertraglich geschuldeten Lastenfreistellung).
Dr. Manfred Bachmann Rechtsanwalt in Innsbruck Foto: BLICKFANG photography
Zu einem effizienten System, wie es das Treuhandbuch der Tiroler Rechtsanwaltskammer darstellt, gehört selbstredend auch eine entsprechende Kontrolle. Diese erfolgt durch die von der Tiroler Rechtsanwaltskammer bestellten Revisoren, welche aus dem Kreis der emeritierten Rechtsanwälte der Tiroler Rechtsanwaltskammer stammen. Solche Kontrollen erfolgen stichprobenartig in den Kanzleiräumlichkeiten des jeweiligen Rechtsanwaltes. Im Zuge der Kontrollen hat der Rechtsanwalt die bezughabende Handakte und die korrespondierenden Bankbelege zur Einsicht zur Verfügung zu stellen und alle von den Revisoren begehrten Auskünfte zu erteilen. Bei einem Verdacht von Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit einer Treuhandabwicklung ist die Tiroler Rechtsanwaltskammer sogar berechtigt, die Ausfallfolgung des Treuhanderlages zu sperren. Zusammengefasst stellt das Treuhandbuch der Tiroler Rechtsanwaltskammer eine Einrichtung dar, welche sicherstellt, dass treuhändig erlegte Gelder auch tatsächlich und ausschließlich den Berechtigten zukommen. Die Einrichtung hat sich sowohl seit 2003 in der alten Form als auch seit dem Inkrafttreten der neuen Regelung im Jahre 2010 im Sinne der Klientensicherheit bestens bewährt.
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Mediation & Co – außergerichtliche Streitbeilegung Das Bild des Rechtsanwaltes, vor allem geprägt durch die Medien, ist jenes des Strafverteidigers vor Gericht oder des Vertreters im Zivilverfahren, der für seinen Mandanten kämpft und streitet. Rechtsanwälte können aber viel mehr als „nur“ streiten, kämpfen und verteidigen.
Einen wichtigen Beitrag leisten die Rechtsanwälte bereits vor Entstehen eines Konfl ikts durch fachlich kompetente Beratung z.B. bei der Vertragsgestaltung vor Eingehen einer Geschäftsbeziehung oder bei der Erstellung eines Testaments. Ist ein Konfl ikt einmal aufgetreten, kann die Einschaltung eines Rechtsanwaltes ein gerichtliches Verfahren oftmals verhindern und eine rasche Lösung ermöglichen. Schon lange vor dem Bekanntwerden und der Entwicklung der Mediation war es bereits eine der Kernaufgaben des Rechtsanwaltes, außergerichtliche Vergleichsverhandlungen zu führen und außergerichtliche Vergleiche für Mandanten abzuschließen. Gerade wenn beide Konfl iktparteien anwaltlich vertreten sind und damit die Gespräche anstatt auf einer emotionalen Ebene auf einer objektiven sachlichen Ebene geführt werden können, ist oft eine Lösung durch Abschluss eines außergerichtlichen Vergleiches möglich. Diese Lösungen sind schneller und mit wesentlich weniger Kosten verbunden als jedes gerichtliche Verfahren. Die Parteien ersparen sich nervlich belastende Gerichtsverhandlungen, Einvernahmen und auch jede Menge Arbeitszeit. Dies ist gerade für einen selbstständigen Unternehmer wichtig.
Mediation als Konfliktlösung Viele Kolleginnen und Kollegen haben ihre fachliche Ausbildung als Rechtsanwalt durch eine Mediatorenausbildung ergänzt. Eine Eintragung in die Mediatorenliste beim Bundesministerium für Justiz ist nur unter Nachweis der entsprechenden Ausbildung möglich. Die Mediation als außergerichtliche Regulierung von Konfl ikten ist nicht nur für den rein privaten und familiären Rechtsbereich geeignet. Gerade
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langfristige Geschäftsbeziehungen oder Kooperationen zwischen Unternehmen und deren Erhaltung oder die konstruktive Beendung solcher Beziehungen können ein Grund sein, kein gerichtliches Verfahren anzustreben, sondern einen Mediator zur Konfl iktlösung heranzuziehen. Die Wirtschaftsmediation bewährt sich vor allem bei Auseinandersetzungen von Geschäftsparteien, bei Gesellschafterstreitigkeiten, bei Arbeitnehmer- und Arbeitgeberproblemen. Wohnungseigentumsfragen, Nachbarschaftsfragen, Konfl ikte in Bezug auf Pacht- und Mietverhältnisse sind ebenso für eine Mediation geeignet. In der Mediation wird der Fokus auf eine zukünftige konstruktive Lösung gerichtet und nicht auf die Aufarbeitung von Vergangenem. Die Konfl iktparteien erarbeiten selbst mit Hilfe des Mediators eine Lösung ihres Konfl ikts. Aufgabe des Mediators ist unter anderem die Moderation dieser Gespräche, aber auch die Förderung einer Lösung durch diverse Interventionstechniken. Gerade im Hinblick auf das Verhandlungsergebnis ist der Rechtsanwalt durch seine spezifischen juristischen Fachkenntnisse besonders geeignet, die Parteien zu einer Win-win-Situation zu führen und für Rechtssicherheit zu sorgen. Im Gegensatz zu Gerichtsverfahren sind diese außergerichtlichen Konfl iktlösungen nicht öffentlich, das heißt, dass der Konfl ikt vertraulich innerhalb der Konfl iktparteien gelöst werden kann. Die Lösung des Konfl iktes kann jedenfalls schneller als bei Gericht erarbeitet werden und in dem überwiegenden Teil der Fälle auch kostengünstiger. Die Kosten des Mediators sind im Gegensatz zum gerichtlichen Verfahren abschätzbar. Dazu ist es möglich, dass jede der Konfl iktparteien ihr Gesicht behält und eine für beide Konfl iktparteien
rechts.anwälte waltskammer bzw. in der Schiedsrichterliste eingetragen sind. Durch die fi xe Schiedsgebühr sind die Kosten der Schiedsrichter jedenfalls von vornherein klar abschätzbar. Sind sich die Parteien darüber einig, können sie ihren Schiedsrichter aus der Liste frei wählen. Das Verfahren ist klar in der Schieds- und Schlichtungsordnung der Tiroler Rechtsanwaltskammer festgelegt, es wird jedenfalls Wert darauf gelegt, dass der konkrete Verfahrensablauf in Abstimmung mit den Parteien festgelegt wird. Die Schiedsrichterliste ist unter www.tirolerrak.at abruf bar.
Schlichten statt Richten
tragbare Lösung gefunden werden kann. Dies ist besonderes wichtig, wenn die beiden Konfl iktparteien z.B. miteinander arbeiten sollen, weiterhin gemeinsam Geschäfte machen wollen oder in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander leben.
Schiedsgerichts- und Schlichtungszentrum Bei der Tiroler Rechtsanwaltskammer ist ein Schiedsgerichtszentrum eingerichtet. Dieses Schiedsgericht ist zur Verhandlung und Entscheidung aller Streitsachen zuständig, die schiedsfähig sind und für welche die Parteien die Zuständigkeit eines Schiedsgerichtes vereinbart haben. Richter dieses Schiedsgerichtes sind Rechtsanwälte, die in der Liste der Tiroler Rechtsan-
Unter dem Motto „Schlichten statt Richten“ wurde in allen neun österreichischen Rechtsanwaltskammern, so auch in der Tiroler Rechtsanwaltskammer, eine Schlichtungsstelle installiert. Der genannte Schlichter unterstützt die Parteien in ihrem Bemühen, den Streit einvernehmlich und gütlich beizulegen. Der Schlichter seinerseits kann im Gegensatz zum Mediator – die Zustimmung aller Parteien vorausgesetzt – in jedem Stadium des Verfahrens Vorschläge für die Streitbeilegung unterbreiten. Ein wesentlicher Unterschied eines Schlichtungs- bzw. Schiedsverfahrens gegenüber einem gerichtlichen Verfahren ist die absolute Vertraulichkeit, gerichtliche Verfahren sind in aller Regel öffentlich zu führen. Über die Kosten und die Schlichterliste sind Informationen unter www.tirolerrak.at verfügbar.
Dr. Birgit Streif Rechtsanwältin und Mediatorin, Mitglied des Ausschusses der Tiroler Rechtsanwaltskammer Foto: BLICKFANG photography
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Durch ihre kompetente fachliche Arbeit als Anwälte im außergerichtlichen Bereich, als Mediatoren, als Schiedsrichter und als Schlichter erbringen die Tiroler Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte einen wesentlichen Beitrag für die Gesellschaft und entlasten im nicht unerheblichen Ausmaß die Arbeit der Justiz. Weitere Informationen unter www.tirolerrak.at.
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Rechtsanwaltlicher Journaldienst – Strafrechtsschutz im Ernstfall Strafverfahren sind allgegenwärtig. Was viele nicht wissen: Ihr Verlauf und Ausgang ist häufig durch Informationen und Beweise vorbestimmt, die die Polizei gleich zu Beginn unter Leitung der Staatsanwaltschaft sammelt. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Vernehmung des Beschuldigten und das darüber aufgenommene Protokoll, das später in der Hauptverhandlung vor Gericht verwendet wird. Diese erste Vernehmung des Beschuldigten, die in der Regel durch die Polizei und selten direkt durch die Staatsanwaltschaft erfolgt, entscheidet oft, wie das Verfahren letztendlich ausgeht.
Gerade weil diese erste Phase des Strafverfahrens so entscheidend ist, hat ein Beschuldigter nach § 7 Abs 1 der Strafprozessordnung (StPO) das Recht, bereits bei seiner polizeilichen Vernehmung den Beistand eines Verteidigers in Anspruch zu nehmen. Dem steht das Interesse an der Aufklärung von Straftaten nicht entgegen. Denn ebenso selbstverständlich wie das Interesse an einer effektiven Strafverfolgung ist die strikte Einhaltung der dafür geschaffenen gesetzlichen Vorgaben. Eine dieser Vorgaben fi ndet sich in § 7 Abs 2 StPO, wonach
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der Beschuldigte nicht gezwungen werden darf, sich selbst zu belasten. Indes steht es ihm jederzeit frei, auszusagen oder die Aussage zu verweigern. Der Beschuldigte hat auch das Recht, sich vor seiner Vernehmung mit einem Verteidiger zu besprechen (§ 58 Abs 1 StPO). Dies gilt grundsätzlich auch dann, wenn er festgenommen ist (§ 59 StPO). Eine Beschränkung all dieser Rechte ist nur in ganz besonderen Ausnahmefällen zulässig, sodass die rechtlichen Voraussetzungen eines Verteidigerausschlusses in der Praxis kaum jemals gegeben sind.
Da in Österreich die Vernehmungen von Beschuldigten so gut wie nie auf Video oder Tonträger festgehalten werden, dient die Beiziehung eines Rechtsanwalts auch der wirksamen Kontrolle der Strafverfolgungsbehörden in Hinblick auf unzulässige Vernehmungsmethoden. Umgekehrt vermag die Präsenz des Rechtsanwalts auch den vernehmenden Beamten zu schützen, und zwar vor dem ungerechtfertigten Vorwurf eines Beschuldigten, er sei bei seiner Einvernahme misshandelt worden.
Dr. Hubert Stanglechner Rechtsanwalt in Innsbruck Foto: Stanger
Jeder Beschuldigte ist durch die Polizei oder die Staatsanwaltschaft über seine Rechte zu informieren (§ 50 StPO). Dabei kommt es aber immer wieder zu Problemen: Mündliche Informationen sind oft zu oberfl ächlich, schriftliche Informationen regelmäßig zu überladen und werden dem Beschuldigten häufi g erst nach dem Verhör übergeben. In den meisten Fällen ist es aber so, dass die Beschuldigten auf einen rechtsanwaltlichen Beistand verzichten. Leider beruht dieser Verzicht oft auf fehlendem Problembewusstsein, Sorglosigkeit oder grundlegenden Irrtümern. Beschuldigte sind sich der eminenten Bedeutung ihrer ersten Aussage oft nicht bewusst. Erst viel später erkennen sie in der Gerichtsverhandlung die Tragweite ihrer damals gewählten Formulierung. Unter dem Motto „was liegt, das pickt“ sind sie jedoch zumeist an ihre erste Aussage gebunden. Ein weiterer Irrglaube ist die Annahme, ein Beschuldigter mache sich verdächtig, wenn er nach einem Rechtsanwalt verlangt. Indes gibt es auch für einen Unschuldigen keine Garantie, dass er nicht verurteilt wird. Damit das Recht auf Beiziehung eines Rechtsanwalts nicht bloß graue Th eorie bleibt, hat der Österreichische Rechtsanwaltskammertag (ÖRAK) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Justiz (BMJ) einen rechtsanwaltlichen Journaldienst für festgenommene Beschuldigte eingerichtet. Er ist unter der Hotline 0800 376 386 rund um die Uhr an jedem Wochentag österreichweit erreichbar. Um diesen Service zu ermöglichen, haben sich in jedem Bundesland, insbesondere auch in Tirol, zahlreiche Rechtsanwälte bei ihrer Rechtsanwaltskammer gemeldet. So ist sichergestellt, dass zu jeder Tag- oder Nachtzeit ein Journalanwalt erreichbar ist. Nimmt die Polizei einen Verdächtigen fest, muss sie ihn über die Möglichkeit der Inanspruchnahme des rechtsanwaltlichen Journaldienstes informieren.
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Mangelnde Deutschkenntnisse dürften dabei kein Hindernis darstellen, gibt es doch dafür ein Informationsblatt in 22 Sprachen. Der rechtsanwaltliche Journaldienst umfasst neben einem telefonischen oder persönlichen Beratungsgespräch auch den anwaltlichen Beistand während der polizeilichen Vernehmung. Seine Inanspruchnahme ist auch keineswegs teuer, insbesondere wenn man bedenkt, dass für den Beschuldigten oft sehr viel auf dem Spiel steht. Die erste telefonische Beratung ist kostenfrei – ohne zeitliche Begrenzung. Die weiteren Leistungen werden mit einem Stundensatz von 100 Euro exklusive Umsatzsteuer verrechnet. Dieser pauschalierte Stundensatz versteht sich als Entschädigung für jedes konkrete Einschreiten des Rechtsanwalts im Rahmen des Journaldienstes. Dies gilt auch für die Zeiten der An- und Abreise zu beziehungsweise von Polizeidienststellen und anderen Örtlichkeiten. Sogar von diesem Honorar wird abgesehen, wenn sich der Beschuldigte einen Verteidiger nicht leisten kann und ihm das Gericht die Verfahrenshilfe bewilligt. Die Zuständigkeit eines Journalanwalts endet mit der Freilassung des Beschuldigten aus der Haft oder seiner Einlieferung in die Justizanstalt. Natürlich steht es dem Beschuldigten aber frei, den Rechtsanwalt auch über diesen Zeitpunkt hinaus gesondert zu beauftragen. Wer einer gerichtlich straf baren Handlung beschuldigt wird, ist in der Regel mit ernsten, ja nicht selten existenziellen Nachteilen konfrontiert. Wird etwa die Untersuchungshaft verhängt, dann drohen der Verlust des Arbeitsplatzes oder die Vernichtung unternehmerischer Erwerbsmöglichkeiten. Bei involvierten Unternehmen besteht die Gefahr schwerer Imageschäden und last, but not least muss mit mehr oder weniger hohen Geld- oder langen Freiheitsstrafen gerechnet werden. Daher ist es ganz grundsätzlich von Vorteil, bereits zu Beginn eines Strafverfahrens den Beistand eines Rechtsanwalts in Anspruch zu nehmen. Ohne einen Rechtsanwalt ist die sinnvolle Wahrnehmung der gesetzlich eingeräumten Rechte kaum möglich. Mit der Einrichtung des anwaltlichen Journaldienstes leistet die Rechtsanwaltschaft daher einen wichtigen Beitrag für effektiven Rechtsschutz und damit auch für eine geordnete und funktionierende Strafrechtspfl ege.
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Mehr als Recht.
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Rechtsanwälte DR. ANDREAS KÖNIG Akademischer Europarechtsexperte DR. ANDREAS ERMACORA Sachverständiger fßr Kostenrecht DR. BARBARA LÄSSER Mediatorin DR. CHRISTIAN KLOTZ MAG. CLAUDIA LANTOS, LLM. RechtsanwaltsanwärterIn Maria-Theresien-Str. 13/II ¡ 6020 Innsbruck www.advokatur.at
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„Mit erfolgreichem Abschluss dieser Ausbildung sind Sie nicht nur auf die Lehrabschlussprüfung bestens vorbereitet, sondern auch die ideale Wahl für jede Kanzlei.“ Ingrid Kirchmair, Fachbereichsleiterin
Rechtskanzleiassistent/in Qualifikation und Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung im 2. Bildungsweg Hinter jedem guten Anwalt steht ein/e qualifizierte/r Assistent/in! Der Beruf des Rechtsanwalts ist vielseitig und umfassend, dementsprechend gestaltet sich auch das Berufsfeld des/der Rechtskanzleiassistent/in spannend. Zum einen erledigen Kanzleiassistenten sämtliche Aufgaben, die im Rahmen der Büroorganisation anfallen, zum anderen betreuen sie auch Mandanten und Parteien. Unterlagen für Gerichte, Behörden, Mandanten oder den Rechtsanwalt müssen vorbereitet, Auskünfte eingeholt und erteilt werden. Jede Rechtsanwaltskanzlei lebt vom persönlichen Kontakt zu ihren Mandanten – das bedeutet auch für den/ die Rechtskanzleiassistenten/in entsprechend hohe Anforderungen, da er/sie oft erster Ansprechpartner für die Mandanten sind. Höfliches und freundliches Auftreten ist daher eines der obersten Gebote.
Rechtskanzleiassistenten brauchen eine Spezialausbildung Von einem/einer Rechtskanzleiassistenten/in werden vielfach Spezialkenntnisse aus dem Anwaltswesen erwartet, die über die allgemeine Büroausbildung
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hinausgehen. Um diesen gerecht zu werden, ist eine entsprechende Ausbildung notwendig. Mit der WIFIAusbildung „Rechtskanzleiassistent/in – Qualifikation und Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung“ erwerben Sie das notwendige Know-how für eine Rechtskanzlei. Egal, ob Sie bereits in einer Kanzlei tätig sind oder erst beginnen wollen – mit der aktiven Teilnahme am WIFI-Lehrgang „Rechtskanzleiassistent/in“ qualifizieren sie sich zur vollwertigen Rechtskanzleiassistenz. Das bewährte WIFI-Trainerteam bringt den Teilnehmern dabei das gesamte Aufgabenspektrum eines/einer Rechtskanzleiassistenten/in nahe – von der Pflicht bis zur Kür. Der Themenkreis der Ausbildung erstreckt sich vom richtigen Umgang mit Mandanten, der Kommunikation mit Gerichten und Behörden bis zur korrekten Auskunftserteilung inklusive der Abfragen der öffentlichen Register und der strikten Grenze zur Rechtsauskunft. Die österreichische Rechtsordnung, der Aufbau der Behörden, die selbstständige Bearbeitung der Fristen, Kurrentien und das Erstellen von Kostenverzeichnissen sind ebenso Inhalt der WIFI-Ausbildung wie webERV und der Umgang mit dem Archivium (FB/GB).
Sie arbeiten schon länger in einer Kanzlei und interessieren sich für den Lehrabschluss oder einfach eine attraktive Weiterbildung? Unsere Ausbildung richtet sich an Personen, die in einer Rechtskanzlei tätig sind und die Lehrabschlussprüfung bzw. Zusatzprüfung „Rechtskanzleiassistent/in“ ablegen möchten. Weiters werden mit dieser Ausbildung Personen angesprochen, die in einer Kanzlei arbeiten bzw. arbeiten möchten und sich eine entsprechende Qualifikation aneignen wollen. Unsere Qualifizierung ist Ihre beste Wahl – wir vermitteln für den Einstieg das nötige Wissen und selbst erfahrene Assistenten/innen bekommen noch mehr Sicherheit im Berufsalltag. Der Lehrgang findet berufsbegleitend von Mitte Jänner 2012 bis Juli 2012 am WIFI Innsbruck statt. Mit dieser Ausbildung legen die Teilnehmer/innen den Grundstein für eine erfolgreiche Arbeit als Rechtskanzleiassistent/in. Mit entsprechender Praxiszeit kann die „Lehrabschlussprüfung Rechtskanzleiassistent/in im zweiten Bildungsweg“ abgelegt werden.
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Rechtskanzleiassistent/in Qualifikation und Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung im 2. Bildungsweg Kostenloser Informationsabend: 18. Jänner 2012, Mi., 18.30–20.30 Uhr Ausbildung:
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Förderungen: Die Ausbildung ist über das Bildungsgeld update der Tiroler Landesregierung förderbar. Ihr WIFI Tirol informiert Sie gerne: 05 90 90 5-7261 Informationen und Anmeldung: WIFI Innsbruck – Karin Klocker Tel.: 05 90 90 5-7261 karin.klocker@wktirol.at
ILEC: International Legal English Certificate Türöffner für Juristen/innen und Wirtschaftler/innen Die Bedeutung von Englisch als Wirtschaftssprache steht außer Frage. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um Kontakte zu englischsprachigen Ländern oder Ländern mit anderen Amtssprachen handelt: Vertragsverhandlungen werden überwiegend in Englisch geführt. Doch ab wann spricht man wirklich von verhandlungssicherem Englisch? Das renommierte Non-Profit-Institut Cambridge ESOL der Universität Cambridge hat sich dieser Herausforderung gestellt und ein international standardisiertes Zertifi kat etabliert – gemeinsam mit TransLegal, Europas Marktführer für Linguistik der Rechtswissenschaften. ILEC (International Legal English Certificate) ist die Referenz für Englisch im Wirtschaftsrecht. Das Zertifi kat ist auf den Niveaus B2 und C1 des Europäischen Sprachreferenzrahmens eingestuft. Es entspricht damit vom Sprachniveau her dem bekannten Cambridge First Certificate in English und dem Certificate in Advanced English und beurteilt die Sprachkompetenz im juristischen Kontext. Prüfungen des Niveaus C1 können in vielen Fällen als Sprachnachweis für die Arbeit in einem internationalen Kontext oder für ein juristisches Studium auf Universitätsniveau verwendet werden.
ILEC-Zertifi katsprüfungen und -Vorbereitungskurse richten sich an Studenten/innen und Absolventen/innen, die im internationalen Geschäft Fuß fassen wollen – ebenso wie an Anwalts-Anwärter/ innen, etablierte Juristen/innen und Personen, die im wirtschaftsjuristischen Kontext international tätig sind. Dieses international anerkannte Sprachzertifi kat wird am offiziellen Cambridge-Prüfungszentrum für Tirol – dem WIFI Innsbruck – angeboten. Informieren Sie sich auch über die Vorbereitungskurse zur Erlangung des ILEC-Zertifi kates!
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Information & Anmeldung im Cambridge ESOL Prüfungszentrum für Tirol: Tel.: 05 90 905-7273 gabriela.hauser@wktirol.at www.wifi.at/tirol www.cambridgeesol.org
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Foto: BLICKFANG photography
Der Rechtsanwalt als Vertragserrichter Verträge zielen darauf ab, die wechselseitigen Rechte und Pflichten der Vertragsparteien, sohin den Vertragswillen der Vertragsteile wiederzugeben und für beide Vertragsteile durchsetzbar zu gestalten.
Verträge können schriftlich oder mündlich geschlossen werden. Entsprechend dem geltenden römischen Grundsatz „pacta – sunt servanda“ bieten schriftliche Verträge beiden Vertragsteilen jedoch klarere Nachvollziehbarkeit und leichtere Durchsetzbarkeit. Es empfiehlt sich daher jedenfalls, für die Ausformulierung von Verträgen einen Rechtsanwalt als
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Interessenvertreter und Vertragserrichter in die Vertragsverhandlungen einzubinden und für Beratung sowie Vertragsgestaltung beizuziehen. Die Rolle des Rechtsanwaltes im Zusammenhang mit der Vertragserrichtung hat zahlreiche Facetten. So kann der Rechtsanwalt einen Vertragsteil und
vertrags.recht
„Das Team meiner Kanzlei hat sich auf die Errichtung, Abwicklung und Durchführung von Verträgen spezialisiert und steht Ihnen gerne beratend oder als Vertragserrichter zur Verfügung.“ Dr. Georg Ganner
Durchsetzbarkeit des Vertragswillens Rücksicht und Einfluss nehmen.
dessen rechtliche Interessen alleine vertreten oder für alle Vertragsteile tätig werden. Der Rechtsanwalt als Vertragserrichter vertritt in der Regel die Interessen aller Vertragsteile. Als Vertragserrichter wird der Rechtsanwalt im Zuge der Vertragsanbahnung und Detailverhandlungen beauftragt, um den gemeinsamen „Nenner“ in eine rechtlich durchsetzbare Form zu gießen und dabei den Willen der Vertragsteile zu erkunden bzw. zu erforschen. In der Vertragsurkunde sollen die gemeinsamen Interessen der Vertragsteile widergespiegelt werden. Vertritt der Rechtsanwalt als Vertragserrichter alle Vertragsteile, so ist es diesem untersagt, bei einem späteren Rechtsstreit zwischen den Vertragsteilen untereinander aus dem Vertragsverhältnis einen der Vertragsteile gegenüber dem anderen zu vertreten.
„Meine Kanzlei bietet neben der Vertragserrichtung auch die Durchsetzung bzw. Abwicklung des Vertrages, z.B. die Eintragung in öffentliche Register, wie Firmenbuch oder Grundbuch.“ Dr. Georg Ganner
Die Vorzüge des Rechtsanwaltes als Vertragserrichter liegen unter anderem in der forensischen Tätigkeit des Rechtsanwaltes. Der Rechtsanwalt, als Interessenvertreter vor Gerichten und Behörden ist mit den Abläufen des gerichtlichen Verfahrens und der Durchsetzbarkeit (vertraglicher) Ansprüche sowie mit Beweislastregeln vertraut und kann daher schon im Zeitpunkt der Vertragserrichtung auf die
Durch die begleitende Mediationsausbildung der Rechtsanwälte sind diese im Vertragserrichtungsstadium darauf geschult, die „dahinter stehenden“ Interessen aller Vertragsteile zu erfassen und so die Beständigkeit von Verträgen zu optimieren. Meine Kanzlei bietet als Mitglied im Treuhandverband der Tiroler Rechtsanwaltskammer den Schutz für beide Vertragsteile, sodass die wechselseitigen Leistungen nicht vor Erfüllung der vereinbarten Gegenleistung zur Auszahlung gelangen. Mit der von der Tiroler Rechtsanwaltskammer eingerichteten Treuhandrevision sowie der Versicherung sämtlicher Treuhandgelder bietet auch meine Kanzlei allen Vertragsteilen Schutz ihrer Vermögenswerte auf höchstem Niveau. Durch fi ndige Formulierungen kann mit kurzen Verträgen oft eine präzisere und verständlichere schriftliche Vereinbarung gefunden werden als mit langen unpersönlichen, floskelhaften Verträgen. Entsprechend dem römischen Grundsatz „pecunia non olet“ sind die Kosten für die Mühewaltung des Rechtsanwaltes auch im Zusammenhang mit der Vertragserrichtung gesetzlich geregelt und es bieten diese Regelungen für die Vertragsparteien die Sicherheit, dass nur ein angemessenes Entgelt zu bezahlen ist. Vertragsformen, bei welchen es sich jedenfalls empfiehlt, einen Rechtsanwalt mit der Errichtung zu betrauen, sind Liegenschaftsverträge (Kauf- und Tauschverträge), Gesellschaftsverträge, Firmengründungsverträge, familiäre (Erb-)Übereinkommen, Mietverträge, Ehepakte, Schenkungsverträge, Kreditverträge, Dienstverträge, Werkverträge etc.
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Rechtsanwaltskanzlei Dr. Georg Ganner Wilhelm-Greil-Straße 14/2, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/58 38 20, Mobil: 0676/53 43 759 Fax: 0512/58 38 20 11, office@ra-ganner.at
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Der Traum von der Immobilie: Das rechtliche Fundament vom Kauf bis zur Übergabe an die Kinder Aktuell: Schuldenbremse bringt Vermögenssteuer neu? Steuerbelastung bei Liegenschaftsschenkungen.
Mit einem jüngst ergangenen Erkenntnis hat der Verfassungsgerichtshof die aktuelle Regelung zur Festsetzung der Grunderwerbssteuer und der grundbücherlichen Eintragungsgebühr für Schenkungsverträge aufgehoben. Eine erhebliche Verteuerung von Schenkungen und Hofübergaben ist damit bald wieder im Gespräch. Der Gesetzgeber wurde verpflichtet, bis spätestens 31.12.2012 eine gesetzliche Neuregelung einzuführen.
Mag. Martin J. Moser ist Rechtsanwalt sowie konz. Unternehmensberater und Mediator in Innsbruck www.moser-anwalt.at Foto: Florian Schneider
Es könnte daher aktuell Handlungsbedarf bestehen, die derzeit „günstige“ Regelung der Grunderwerbssteuerbemessung, welche sich noch an den (niedrigen) Einheitswerten orientiert und welche Liegenschaftsschenkungen – nach Wegfall der Schenkungssteuer im Jahre 2008 – derzeit noch relativ günstig macht, auszunützen.
Finanzierung und Erwerb Der Kauf von Liegenschaften bedeutet für die meisten Käufer auch den Abschluss eines weiteren Vertrages. Im Regelfall wird das ein Darlehensvertrag und hier meist in der speziellen Form des Hypothekardarlehens sein. Das Finanzierungsinstitut sichert sich dabei über ein Pfandrecht in der Grundbuchseinlage der zu erwerbenden Liegenschaft ab. Dabei gibt es mehrere, wenngleich unscheinbar erscheinende und angesichts des regelmäßigen Zeitdrucks vor allem beim Kauf vom Bauträger (s.u.) oft übersehene Möglichkeiten für die Käufer, sodass über den gesamten Finanzierungszeitraum von 20–30 Jahren einige Kosten vermieden werden können. Hier steht dem umsichtigen Käufer auch sein ebensolcher Rechtsanwalt zur Seite. Sein Man-
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dat umfasst allerdings primär Vertragserrichtung und grundbücherliche Durchführung samt Absicherung beider Vertragsteile über eine Treuhandschaft (empfehlenswert nach der Treuhhandrichtlinie der Tiroler Rechtsanwaltskammer). Kurz gesagt sichert die Treuhandschaft den Verkäufer dahingehend ab, dass er den Kaufpreis erhält, sobald die vereinbarten Bedingungen eingetreten sind. Der Käufer wiederum erhält durch die Treuhandschaft im Regelfall die Sicherheit, dass er das Kaufobjekt wirklich erhält, und zwar von solchen Lasten freigestellt, deren Übernahme er nicht zugestimmt hat.
Wohnbauförderungsdarlehen des Landes Hier wurden die max. Einkommensgrenzen als Grundvoraussetzung für die Zusicherung eines zinsgünstigen Darlehens vor rund drei Jahren auf eine zumindest annähernd zeitgemäße Höhe angepasst, sodass auch Ehegatten, Lebensgemeinschaften oder eingetragene Partnerschaften, welche auch in Tirol mittlerweile regelmäßig aus zwei erwerbstätigen Personen bestehen, in den Genuss eines Wohnbauförderungsdarlehens kommen. Der Verfasser hat dazu bereits 2009 Eingaben bei den zuständigen Behörden erstattet, wenige Monate später ist es zu einer Änderung der längst überholten und damals weitaus zu niedrigen Einkommensgrenzen gekommen. Als Förderungswerber sind allerdings Personen ausgeschlossen, welche bereits eine Immobilie besitzen, auch
Kauf vom Bauträger
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Absicherungsmöglichkeiten Sowohl bei der Errichtung des Eigenheims als auch bei der Sanierung von Altbauten und nicht zuletzt bei sämtlichen „Aufträgen“ an Handwerker im Zuge der laufenden Instandhaltung und Erhaltungsarbeiten an einer Liegenschaft kann es zu Problemen im Zusammenhang mit der Planungs- und Ausführungsqualität kommen. Mängel und Schadenersatzansprüche können die unerfreuliche Folge sein. Für eine Absicherung derer, die diese Leistungen bezahlen sollen oder bereits alles bezahlt haben, wird gerade bei kleineren Bauvorhaben meist nicht gesorgt oder darauf vergessen. Dies, obwohl es an sich gerade einem seriösen Planer/Handwerker ohne Probleme
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Das für derartige Liegenschaftserwerbe geschaffene Bauträgervertragsgesetz (BTVG) sichert die Käuferinteressen (kurz: Kaufpreiszahlung in Raten nach Baufortschritt und bestmögliche Absicherung der Käufer im Fall der Insolvenz des Bauträgers) unter anderem über die Bestellung eines Rechtsanwalts zum Treuhänder ab. Zudem wird ein befugter Bausachverständiger mit der Prüfung des Baufortschritts beauftragt, um den Käufern und der Finanzierungsbank größtmögliche Sicherheit über die Tatsache der Fälligkeit der einzelnen Baufortschrittszahlungen zu verschaffen. Auf die Befugnis des Bausachverständigen ist zu achten.
Der Vorteil beim Kauf vom Bauträger liegt aber unbestrittenermaßen darin, ein bezugsfertiges Objekt ohne Eigenleistungen entgegennehmen zu können. Außerdem werden Käufer während der Gewährleistungsfrist über eine verpflichtende Haftrücklassgarantie in Höhe von 2 % oder 10 % (je nach Ratenplan) abgesichert.
bauen.wohnen
wenn diese ausschließlich von den Eltern benützt wird. In diesen Fällen ist also dem Förderungswerber eine Nutzung dieser Liegenschaft faktisch verwehrt, er hat also einen dringenden Wohnbedarf, wird aber derzeit nicht gefördert. Diese Regelung gilt nur dann nicht, wenn gleichzeitig mit der Übergabe der elterlichen Liegenschaft auch dieser Fall bedacht und durch den Rechtsanwalt entsprechend vorgesorgt wurde.
Rundum gut beraten
Die BAWAG P.S.K. verstärkt die Betreuung von Geschäftskunden und freiberuflich Tätigen und zeigt, wie Sie mit dem Gewinnfreibetrag Steuern sparen können. Wir trafen Stefan Hogl, Leiter Bereich Geschäftskunden und Freie Berufe in Tirol und Vorarlberg, zum Gespräch. eco.nova: Was tut die BAWAG P.S.K. für ihre Kunden? Stefan Hogl: Wir unterstützen unsere Kunden durch eine ganzheitliche, kontinuierliche Betreuung, die auf den tatsächlichen Bedarf und die individuelle Situation abgestimmt ist. Das heißt, wir berücksichtigen sowohl die betrieblichen als auch privaten Bedürfnisse unserer Kunden in puncto Finanzierung, Veranlagung und Vorsorge. Gerade bei Geschäftskunden und Angehörigen der Freien Berufe ist diese gemeinsame Sicht besonders wichtig. Deshalb haben wir hausintern besonderes Know-how dazu aufgebaut. Wie betreuen Sie Ihre Kunden? Wir haben in Innsbruck und in Dornbirn jeweils ein eigenes Geschäftskunden-Center eingerichtet. Darüber hinaus stehen wir unseren Kunden nach vorheriger Terminvereinbarung jederzeit in den BAWAG-P.S.K.-Filialen für ein individuelles Beratungsgespräch zur Verfügung. Ein wesentlicher Teil der Kundenbetreuung findet direkt vor Ort im Unternehmen oder in der Kanzlei des Kunden statt. So sparen wir unseren Kunden wertvolle Wegzeiten und können sie auch außerhalb der üblichen Geschäftszeiten flexibel beraten.
Bei den Freien Berufen betreuen Sie vor allem Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwälte. Wie sieht das konkrete Angebot aus? Auf der Produktseite bieten wir spezielle Kontopakete inklusive Zahlungsverkehr und Veranlagungsmöglichkeiten für diese Berufsgruppen an, auf der Serviceseite veranstalten wir regelmäßig Vortragsabende zu relevanten Fachthemen. Kürzlich erst haben wir eine solche Veranstaltung für rund 200 Gäste zum Thema „Kursgewinnsteuer“ in Kooperation mit Ernst & Young im Congress Center Innsbruck ausgerichtet. Darüber hinaus arbeiten wir bei der Betreuung unserer Geschäftskunden auf deren Wunsch regelmäßig mit den Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern und Anwälten der Kunden zusammen, um steuerlich optimale und auf Dauer effektive Lösungen zu entwickeln. Welchen Tipp haben Sie zum Jahresende für Ihre Kunden parat? Ich empfehle ihnen, sich mit dem Thema „Gewinnfreibetrag“ auseinanderzusetzen. Seit 2010 haben Geschäftskunden und freiberuflich Tätige dadurch besondere Steuervorteile, die bei Investitionen in geeignete Wertpapiere und bei der Finanzierung von begünstigtem Anlagevermögen lukriert werden können. Wir beraten dazu entsprechend in Kooperation mit den Veranlagungsspezialisten der BAWAG P.S.K. Invest.
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Stefan Hogl, Leiter Bereich Geschäftskunden und Freie Berufe in Tirol und Vorarlberg der BAWAG P.S.K. Foto: Die Fotografen
Kontakt Stefan Hogl Vertriebsdirektor Geschäftskunden und Freie Berufe Tirol und Vorarlberg Tel.: 059905-631000 E-Mail: stefan.hogl@ bawagpsk.com www.bawagpsk.com
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möglich wäre, beispielsweise Zahlungen nach Baufortschritt und/oder Haftrücklassvereinbarungen, ja sogar mit entsprechenden Sicherungsinstrumenten wie Bankgarantien, vertraglich zu regeln bzw. zu akzeptieren. Dabei steht es dem Unternehmer selbstverständlich frei, sein Gewährleistungsrisiko höher einzuschätzen und in den Preis einfließen zu lassen. Demgegenüber wird ein seriöser Kunde schließlich nicht den Billigst-, sondern den Bestbieter (samt abgesicherter Risken) suchen und beauftragen.
Weitere Informationen: Mag. Martin J. Moser Rechtsanwalt Fallmerayerstraße 5 6020 Innsbruck Tel.: 0512/572322 www.moser-anwalt.at
Wichtig beim Auftreten eines Mängelverdachts ist vor allem rechtzeitige Beweissicherung. Dies lässt sich relativ einfach mittels Foto- und Videodokumentation oder in heikleren Fällen mittels gerichtlicher Beweissicherung bewerkstelligen. Letztere löst aber beträchtliche Kosten für den gerichtlichen Sachverständigen aus, weshalb die Bedeutung der erwähnten Hinweise betreffend die Zahlungsweise des Professionistenwerklohnes umso wichtiger erscheint. Neben der Mängelvermeidung dienen die vom Rechtsanwalt anzubietenden rechtlichen „Instrumente“ auch der Vermeidung von Bauzeitverlängerungen, wenn diese ihre Ursache nicht in „bauseitigen“, d.h. nicht in der Sphäre des Bauherrn angesiedelten Umständen haben.
Die beschriebenen Maßnahmen wirken also schon insofern präventiv, als sie die Einhaltung der vertraglichen Vereinbarungen schon per se begünstigen.
Hausverwaltung oder Selbstverwaltung Professionelle Hausverwaltungen leisten dem Immobilieneigentümer meistens wertvolle Dienste, sorgen sie doch für eine Erhaltung der Liegenschaft in ordnungsgemäßem Zustand. Wie überall gibt es für den Rechtsanwalt aber auch hier regelmäßig ähnliche Problemkonstellationen zu bearbeiten. Verwalterabrechnungen müssen beispielsweise in prüfbarer Form und bis zum 30.06. des Folgejahres samt Belegeinsicht vorgelegt werden. Verwalter müssen auch im Rahmen ihrer (bezahlten) Pflichten allfälligen Mängelrügen der Eigentümer betreffend vom Verwalter organisierter Handwerkerleistungen gewissenhaft nachgehen, außerdem von sich aus mehrere – vergleichbare – Angebote für Sanierungsarbeiten einholen. Werden diese gesetzlichen Vorgaben nicht bedingungslos eingehalten, droht zum Beispiel die Verjährung von Ansprüchen der Liegenschaftseigentümer bzw. die Abgeltung von Handwerkerleistungen zu nicht dem Markt entsprechenden Mehrkosten. Auch hier ist daher die rechtzeitige Prüfung durch unabhängige Rechtsanwälte anzuraten.
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Zusammenhang zwischen Immobilien und Lebensalter – Was kann der Eigentümer tun, um für den Fall des Regresses von Pflegekosten vorzusorgen? Vor allem im Alter ist der Fall eines erhöhten Pflegebedarfs in öffentlichen Pflegeeinrichtungen denkbar, wenn häusliche Pflege nicht mehr möglich ist: Nicht nur in Tirol greift das Land als Rechtsträger in jenen häufigen Fällen, wenn Pensionsund Pflegegeldansprüche die oft enormen Pflegekosten nur teilweise abdecken, auch auf Vermögenswerte des Pfleglings. Die auf diese Weise regressierten Pflegekosten übersteigen oftmals Beträge von mehreren zehntausend Euro. Diese Belastungen können von späteren Erben oft nicht getragen werden, sodass die geerbte Liegenschaft versilbert werden muss. Soll daher eine Liegenschaft an die Kinder oder sonstige Nachkommen übergeben werden, so wird diese Entscheidung oft von Überlegungen beeinflusst, welche im Ergebnis den sogenannten Pflegeregress verhindern sollen und eine lastenfreie Übergabe der Liegenschaft ermöglichen. Aufgabe des Rechtsanwalts ist es, sowohl die Freiheit des Schenkers als auch finanzielle Belastungen des Beschenkten zu Lebzeiten des Schenkers vertraglich und durch grundbücherliche Absicherung beider Vertragsteile zu gewährleisten. Auf diese Weise wird der Liegenschaftserhalt gesichert. Nach dem neuen Tiroler Mindestsicherungsgesetz wird nun endlich klargestellt, was bisher im Wesentlichen nur Verwaltungsbrauch war. Für Personen, welche sich zur Schenkung unter Berücksichtigung obiger Überlegungen entschließen wollen, bedeutet die Neuregelung kurz gefasst: Die Schenkung sollte jedenfalls vor Eintritt der Pflegebedürftigkeit erfolgen, um den Kostenregress gänzlich zu vermeiden. Aber auch nach Eintritt von Pflegebedürftigkeit bestimmter Stufen bestehen noch Möglichkeiten. Wie eingangs erwähnt wird eine Entscheidung zur Übergabe durch die aktuell noch günstige Steuergesetzgebung erleichtert. Jedenfalls sollte das Beratungsgespräch mit einem Rechtsanwalt der Übergabe vorangehen.
Im Ergebnis ist der Rechtsanwalt im Zusammenhang mit Immobilien praktisch bei sämtlichen Rechtsfragen im Immobilienrecht als kompetenter Ansprechpartner zu erkennen. Was vielen nicht bewusst ist: Rechtsanwälte errichten alle Arten von Verträgen, haben allerdings als einziger Berufsstand die Möglichkeit, ihre – in diesem Konnex - wertvolle Praxis aus Gerichtsprozessen für den Mandanten streitvermeidend einzubringen und auf diese Weise Verträge mit erhöhter Beständigkeit zu verfassen. Daher ist die rechtzeitige Beratung durch einen Rechtsanwalt zur Entscheidungsvorbereitung unerlässlich und kann aufgrund der enormen und manchmal existenzbedrohenden Kostenrisken nicht durch sonstige und nur anfänglich günstig erscheinende „Berater“ ersetzt werden. Außerdem würde kein Mensch je auf die Idee kommen, sich für eine Operation an einen OP-Gehilfen oder einen alten Freund, der vor Jahren einmal ein paar Semester Medizin studiert hat, zu wenden. 26 eco.nova
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Zegg & Cerlati - Dorfstraße 68 - 6561 Ischgl - Österreich Tel. +43 5444 20170 - Fax +43 5444 20171 - info@zeggischgl.at - www.zegg.ch
Mietrecht und Konsumentenschutz Es ist allgemein bekannt, dass in Österreich seit vielen Jahrzehnten ein ausgeprägter Mieterschutz besteht. Je nach politischer Wetterlage war dieser Schutz mal mehr, mal weniger durchbrochen. In den Grundfesten erschüttert wurden die Grundsätze des Kündigungsschutzes, des Preisschutzes und des Rechts, eine Wohnung im Wege des Eintrittsrechts an nahe Angehörige weitergeben zu können, jedoch nicht.
Lange galt das Mietrecht als stabiles Rechtsgebiet, seit Jahrzehnten gefestigt und geprägt durch eine Vielzahl von Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs. Selbst der Gesetzgeber sah sich außerstande, über dieses System sogenannter ständiger Judikatur hinwegzugehen, als er vor 30 Jahren das Mietrecht völlig neu regeln wollte. Es war dem Obersten Gerichtshof vor mittlerweile 5 Jahren vorbehalten, durch eine einzige Entschei-
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dung – einem Föhnsturm gleich (manche Kommentatoren sprachen von einem Erdbeben) – die Welt des Mietrechts gehörig durcheinanderzuwirbeln. Was in den Grundzügen seit langem geklärt schien, welche Rechte und Pfl ichten Mietern und Vermietern jeweils zukamen, wurde durch eine neue Perspektive auf einmal über den Haufen geworfen. Dieser neue Blickwinkel hieß Konsumentenschutz. Das Gericht sah die Mieter nicht mehr nur als solche, sondern plötzlich auch als Verbraucher. Und dieser neuen
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Perspektive entsprechend meinte man, mit dem Mieterschutz alleine nicht mehr das Auslangen zu fi nden, sondern auch noch den Verbraucherschutz zu benötigen, um den Mietern den erforderlichen Schutz angedeihen zu lassen. Manchmal tut ein Perspektivenwechsel gut. Ob das auch hier der Fall ist, steht noch nicht fest. In der kurzfristigen Beurteilung überwiegen Skepsis und verursachte Rechtsunsicherheit. Wenn der OGH in seinen seither erlassenen weiteren Entscheidungen immer mehr Mietvertragsklauseln für unwirksam erklärt, die seit Jahrzehnten unbeanstandet gegolten haben, dann lässt dies eine einigermaßen verlässliche Einschätzung dessen, was gültig vereinbart werden kann, kaum mehr zu. Was heute – im Lichte der bisherigen Rechtsprechung – noch gültig scheint, kann morgen schon unwirksam sein.
Dr. Joachim Tschütscher Rechtsanwalt in Innsbruck Foto: BLICKFANG photography
Einfache Fragen zu alltäglichen mietrechtlichen Begebenheiten, wie wer zahlt den Warmwasserboiler, wenn er den Geist aufgibt, können derzeit selbst von Spezialisten kaum und wenn, dann nur sehr umständlich beantwortet werden. Kann ich vom Mieter verlangen, dass er beim Auszug die Wohnung neu ausmalt, wurde in den letzten drei Jahren häufiger gefragt als während der 30 Jahre davor. So einfach die Frage, so schwierig die Antwort. Leider scheint es derzeit nur schwer möglich, einfache, alltägliche Sachverhalte klar, eindeutig, verlässlich und damit anfechtungssicher zu regeln. Das macht es natürlich auch schwer, einen Mietvertrag so zu erstellen, dass das, was vereinbart wird, auch Bestand hat. Es wird an dieser Stelle nicht in Zweifel gezogen, dass Mietverträge oft, wahrscheinlich sogar sehr oft, kompliziert formuliert sind. Es scheint wichtiger, gewohnte Vertragsklauseln unterzubringen, als das Verständnis jener Personen zu gewinnen, für welche der Vertrag gelten soll. Dies damit zu rechtfertigen, dass das Mietrecht eben eine komplizierte Materie ist, greift zu kurz. Es ist durchaus möglich, einen Mietvertrag so zu gestalten, dass er von den Vertragspartnern verstanden wird. Der OGH meint seit einiger Zeit, die Mieter vor manchen Vertragsklauseln schützen zu müssen, indem er das Gebot der „Transparenz“ aufstellt. Eine Regelung im Mietvertrag soll nur dann gelten, wenn sie „transparent“, soll heißen „für den Mieter durchschaubar“ ist. Was unter dieser „Transparenz“ zu verstehen ist, soll am Beispiel einer Betriebs-
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kostenregelung gezeigt werden. Eine in Formularmietverträgen häufig verwendete Klausel, wonach der Mieter erklärt, mit einer für das Haus bestehenden Glasbruch- und Sturmschadenversicherung einverstanden zu sein und deren Prämien – wie die Feuer- und Haftpfl ichtversicherung – als Betriebskosten anzuerkennen, ist unwirksam. Wer als Vermieter sich die Mühe ersparen will, die Versicherungsprämie in ihre einzelnen Bestandteile zu zerlegen und diese Betriebskosten dennoch auf den Mieter überwälzen will, muss viel Aufklärung betreiben. Weist der Vermieter darauf hin, dass dadurch die Betriebskosten für den Mieter etwas höher sind, als wenn die Kosten nicht überwälzt würden (!), und klärt er darüber auf, dass durch die Mietzinseinnahmen die sogenannte Mietzinsreserve gebildet wird, die dazu dient, notwendige Erhaltungsarbeiten zu fi nanzieren und vielleicht auch Schäden zu beheben, die durch die genannte Versicherung gedeckt werden, dann besteht eine gewisse Aussicht, dass die Vertragsklausel vor dem strengen Auge des Obersten Gerichtshofs gerade noch durchgeht. Ein solches Verständnis von „Transparenz“ geht über die Forderung nach Verständlichkeit von Mietverträgen weit hinaus. Letztlich wird sogar das Gegenteil bewirkt. Was der OGH hier verlangt, ist eine umfassende, detaillierte Aufklärung über Rechte und Pfl ichten, gleichsam ein in Schriftform gegossenes Mietrechtsseminar, das den Rahmen eines alltäglichen Vertrags sprengt. Wer eine Wohnung mietet, will nicht Mietrechtsspezialist werden, sondern klare und eindeutige Regeln haben, wofür er zuständig ist und wofür nicht und was er zahlen muss und was nicht. Diesem Bedürfnis wird nach der geltenden Rechtslage freilich leider (noch) nicht entsprochen. Es ist – in der Geschichte wie im Leben – oft so: Man muss über das Ziel hinausschießen, um etwas zu verändern. Unter diesem Aspekt mögen die oberstgerichtlichen Entscheidungen, die das Mietrecht nicht als solches, sondern als Verbraucherrecht gelten lassen wollten, durchaus einen gewissen Sinn haben. Nach der Reinigung sollte man sich aber wieder dem eigentlichen Thema zuwenden. Und das ist noch immer das Bedürfnis nach einfachen, klaren und verständlichen Regeln, die das Mietrecht im Ausgleich zwischen den anzuerkennenden Interessen beider Seiten, der Vermieter und der Mieter, erfassen. Und dazu ist nicht der Oberste Gerichtshof, sondern der Gesetzgeber aufgerufen.
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Einfach mehr B端ro.
Das große 1x1 der Freizeitwohnsitze
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Was ist ein Freizeitwohnsitz?
Artikel 8 Menschenrechtskonvention
Bereits die in § 13 des Tiroler Raumordnungsgesetzes enthaltene Begriffsbestimmung ist unklar und durch Europarecht überlagert. Der Gesetzgeber sagt uns nicht, wie man einen Wohnsitz legal nutzen kann, der Gesetzgeber legt nur fest, was alles verboten ist. Der Tiroler Gesetzgeber spricht nur von einem einzigen Mittelpunkt der Lebensbeziehungen. Diese Bestimmung ist durch Europarecht überlagert, wonach es genügt, dass einer von mehreren Mittelpunkten der Lebensbeziehungen begründet wird. Festgehalten werden muss, dass das „Leer-stehen-lassen“ auch erlaubt ist. Die Kommission der Europäischen Union, somit die Regierung der EU, hat sich über meine Beschwerdeführung auch damit auseinandergesetzt, dass die Befriedigung eines ganzjährigen Wohnbedürfnisses auch vorliegen kann, wenn die Nutzung nicht über 6 Monate pro Jahr durchgeführt wird. Zur Frage des Arbeitswohnsitzes hat sich auch der Verwaltungsgerichtshof geäußert, wonach die Nutzung als Arbeitswohnsitz wesentlich überwiegen muss gegenüber einer Nutzung zu Erholungszwecken. Die diesbezügliche Judikatur halte ich für problematisch und mit Europarecht nicht im Einklang stehend.
Das Recht auf Achtung der Wohnung geht über das Hausrecht, wie es die Österreichische Rechtsordnung seit 1862 kennt, hinaus. Der Staat darf nicht in das Privatleben eingreifen. Der Gerichtshof für Menschenrechte hat bereits unter Application Nr. 9063/80 mit Urteil vom 24.11.1986 in der Beschwerdesache Gillow gegen Vereinigtes Königreich entschieden, dass das Recht auf Schutz der Wohnung verletzt wurde. Bei diesem Fall hatte das Königreich einem Ehepaar verboten, auf der Insel Jersey zu wohnen, weil dieses Ehepaar über Jahre hindurch nicht auf der Insel gelebt hatte. Es darf auch nicht die Sanktion folgen, dass die Wohnung durch Versteigerung verloren geht. Meines Erachtens ist somit die Nachfrage der Behörden, wie ein Wohnsitz verwendet wird, das heißt von wem, wie lange und was dort gemacht wird, in eklatanter Weise gegen Artikel 8 der Menschenrechtskonvention verstoßend. Aufgrund der vorzunehmenden Güterabwägung ist dem Schutz des Privat- und Familienlebens ein wesentlich höherer Stellenwert beizumessen als dem Bedürfnis eines Staates, verbotene Freizeitwohnsitze zu verfolgen.
Fotos: BLICKFANG photography
Ausnahmen der Beschränkungen für Freizeitwohnsitze Das Gesetz sieht 4 Ausnahmetatbestände vor. Hier interessieren Gastgewerbebetriebe zur Beherbergung von Gästen, wobei es meines Erachtens nicht auf die Gewerbeberechtigung ankommt, sondern darauf, wie die Gäste betreut werden. Bei der Ausnahmebestimmung für Ferienwohnungen ist darauf hinzuweisen, dass nach dem Gesetzeswortlaut bei Neubauten der Vermieter seinen Hauptwohnsitz im Haus haben muss, was ich europarechtlich für nicht haltbar ansehe. Insbesondere wird eine Gesellschaft als Vermieterin keinen Hauptwohnsitz ausüben können.
Freizeitwohnsitze nur mehr Wohnsitze verwendet werden, die bis spätestens 31.12.1998 angemeldet wurden. Eine Anmeldung nach diesem Termin war nicht mehr möglich. Tatsächlich wurde von vielen Eigentümern übersehen, ihre Freizeitwohnsitze anzumelden. Fast unbemerkt hat der Landesgesetzgeber nunmehr die Möglichkeit eröff net, eine nachträgliche Anmeldung bis 30.6.2014 vorzunehmen. Dies betriff t aber nur Freizeitwohnsitze, die am Stichtag 31.12.1993 rechtmäßig bestanden haben. Durch geeignete Unterlagen oder sonstige Beweismittel muss dokumentiert werden, dass der Wohnsitz bereits zu diesem Stichtag als Freizeitwohnsitz verwendet worden ist.
Neue Freizeitwohnsitze Vielen unbekannt ist die Möglichkeit, einen neuen Freizeitwohnsitz genehmigt zu bekommen. Die Schaff ung eines neuen Freizeitwohnsitzes stellt eine Änderung der Flächenwidmung im Flächenwidmungsplan dar. Sie ist nur in Gemeinden in Tirol zulässig, bei welchen der Freizeitwohnsitzanteil 8 % noch nicht übersteigt. Es gibt in Tirol doch noch einige Gemeinden, die zwar keine Touristenhochburgen sind, die aber ihren besonderen Charme haben und diese Voraussetzungen erfüllen. Es mag zwar richtig sein, dass kein Anspruch auf einen neuen Freizeitwohnsitz in derartigen Gemeinden besteht, mit einer fundierten Antragstellung durch einen Rechtsanwalt und der Vorlage eines raumplanerischen Gutachtens kann aber sicherlich beim zuständigen Gemeinderat eine gute Voraussetzung für die Festlegung eines neuen Freizeitwohnsitzes in derartigen Gemeinden geschaffen werden.
Nachträgliche Anmeldung bereits tatsächlich bestehender Freizeitwohnsitze Sofern kein neuer Freizeitwohnsitz zugelassen wird, was nur in bestimmten Gemeinden zulässig ist, dürfen als
Es ist somit über meine Anregung eine wesentliche Verwaltungsvereinfachung geschaffen worden. Das Wegfallen unnötiger Verwaltungsstrafverfahren wegen Verdachtes der verbotenen Nutzung von illegalen Freizeitwohnsitzen ist zu begrüßen. Ich wende mich auch immer gegen das Spitzeltum, wonach jemand angeben soll, wann er wo mit wem sich aufhält und was er tut. Das sind aber genau die Fragen, die in derartigen Verfahren für die Betroffenen peinlicherweise gestellt werden. Ich bin der Ansicht, dass derartige Verfahren in eklatanter Weise gegen die Menschenrechtskonvention verstoßen. Es ist zu hoffen, dass möglichst viele Betroffene von dieser neu eröff neten Möglichkeit Gebrauch machen, ihren Freizeitwohnsitz tatsächlich zu legalisieren und damit diesen Wert zu erhalten.
Zusammenfassung Freizeitwohnsitze können von jedermann, auch ausschließlich zu Erholungszwecken, genutzt werden; es kann sie jedermann erwerben und ohne Beschränkung nutzen. Wegen der rechtlich äußerst komplizierten Fragen im Zusammenhang mit Freizeitwohnsitzen ist die Beratung durch einen darauf spezialisierten Rechtsanwalt dringend zu empfehlen.
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Das Team rund um Dr. Axel Fuith, Residenz am Hofgarten, Tschurtschenthalerstraße 4a, 6020 Innsbruck, www.fuith.eu
Einmal Grundbuch und zurück „Einfamilienhaus im Grünen“, „Eigentumswohnung in Toplage“. So oder ähnlich beginnt oft der Traum vom Eigenheim, ein Inserat fällt ins Auge und man beginnt von den eigenen vier Wänden zu träumen. Damit der Traum kein Alptraum wird, sind neben sämtlichen praktischen Überlegungen, die eine solche Anschaffung erfordert, auch juristische Fallstricke zu umgehen, wofür Ihnen der Anwalt Ihres Vertrauens gerne zur Verfügung steht.
Meist steht zunächst die Besichtigung der Immobilie an. Wenn die Immobilie durch einen Makler vermittelt wird, der schon bei der Besichtigung zum Vertragsabschluss drängt, „am besten sofort, damit nicht jemand anderer dieses Schnäppchen wegkauft“, können nach erfolgter Unterschrift die Kopfschmerzen schon einmal einsetzen. Womöglich hat man sich beispielsweise noch gar keine Gedanken über die Finanzierung dieses „Schnäppchens“ gemacht. In diesem Fall hilft zumindest dem Verbraucher das Konsumentenschutzgesetz. Wer noch am selben Tag, an dem er das Objekt das erste Mal besichtigt hat, einen Vertrag unterschreibt, dem ist der Rücktritt vom Immobiliengeschäft binnen einer Woche möglich. Wenn man allerdings zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses nicht über das Rücktrittsrecht belehrt wurde, so be-
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ginnt diese Frist erst zu laufen, sobald man über die Möglichkeit des Rücktritts informiert wurde. Spätestens nach einem Monat ist allerdings das Rücktrittsrecht erloschen. Bis dahin sollten Sie also längstens mit Ihrem Anwalt Kontakt aufgenommen haben, um gegebenenfalls einen Rücktritt in die Wege leiten zu können. Anzuraten ist es daher, den Anwalt seines Vertrauens möglichst schon vor der konkreten Kaufentscheidung zu kontaktieren, damit er einen Grundbuchsauszug der Wunschliegenschaft erstellt und dem Käufer bei weiteren Fragen nicht zuletzt etwa zur Höhe der anfallenden Steuern und Gebühren beratend beistehen kann. Anhand des Grundbuchsauszugs kann der Käufer zunächst prüfen, ob die Angaben des Verkäu-
fers über die Liegenschaft korrekt sind oder ob diverse Belastungen, wie Dienstbarkeiten oder Kredite, unter den Tisch gefallen sind.
Wenn die Liegenschaft mit einem Hypothekarkredit des Verkäufers belastet ist, den der Käufer nicht übernehmen will, muss sie vom Verkäufer lastenfrei gestellt werden. Das bedeutet üblicherweise, dass sich der Anwalt nicht nur gegenüber den Vertragsparteien, sondern auch gegenüber der Bank treuhändisch verpfl ichtet, den Kaufpreis (ganz oder teilweise) an die Bank weiterzuleiten. Im Gegenzug erhält der Treuhänder vom Kreditinstitut eine sogenannte Löschungserklärung, die dem Käufer die (geld)lastenfreie Übernahme der Liegenschaft ermöglicht. Entsprechend den speziellen Gegebenheiten des jeweiligen Liegenschaftskaufes verfasst der Anwalt den Kaufvertrag (und das Rangordnungsgesuch). Je nach Art der Liegenschaft und je nach den zum Zeitpunkt des Kaufes bestehenden rechtlichen Gegebenheiten wird der Vertrag ausgestaltet. Der Vertragserrichter hält zudem die Treuhandbedingungen fest, unter denen der Kaufpreis schließlich an den Verkäufer weitergeleitet wird. Das Rechtsgeschäft muss dem Treuhandbuch der Tiroler Rechtsanwaltskammer gemeldet werden, bei dem alle Tiroler Rechtsanwälte Mitglieder sind und dessen Reglement sowie der Revision durch die Anwaltskammer sie unterliegen. Für die Einverleibung ins Grundbuch müssen sämtliche Dokumente (Rangordnungsgesuch, Kaufvertrag, Pfandurkunde) notariell beglaubigt unterfertigt werden. Das bedeutet, der Notar bestätigt mit der Beglaubigungsklausel, dass die Person, deren Identität er geprüft hat, den Vertrag unterschrieben hat. Sobald der Anwalt den beglaubigt unterfertigten Vertrag, den Kaufpreis, die Grunderwerbsteuer sowie die grundbücherliche Eintragungsgebühr und die notwendigen persönlichen Dokumente des Käufers erhalten hat, kümmert er sich um die weitere Abwicklung, damit der Käufer ins Grundbuch kommt. Er zeigt das Rechtsgeschäft bei der zuständigen Grundverkehrsbehörde an oder beantragt die grundverkehrsbehördliche Genehmigung, die in Tirol aufgrund des Tiroler Grundverkehrsgesetzes bei Liegenschaftserwerben
teilweise notwendig ist. Auch in den anderen Bundesländern Österreichs erfordern die jeweiligen Grundverkehrsgesetze unterschiedliche Anträge, zumindest aber das Einholen einer sogenannten Negativbestätigung, das ist eine Bestätigung der jeweiligen Grundverkehrsbehörde, dass das Rechtsgeschäft keiner Genehmigung bedarf. Unter einem führt der Anwalt beim Finanzamt für Gebühren und Verkehrssteuern die sogenannte Selbstberechnung der Grunderwerbssteuer und der grundbücherlichen Eintragungsgebühr durch, die die Vertragsabwicklung bei Liegenschaftskäufen zeitlich sehr beschleunigt. Mit wenigen Ausnahmefällen ist es praktisch immer möglich, über das beim Finanzministerium eingerichtete Online-Tool „finanzonline“ eine Selbstberechnung durchzuführen. Andernfalls ist man darauf angewiesen, abzuwarten, bis das Finanzamt den entsprechenden Abgabenbescheid erlässt, woraufhin der Käufer erst die Gebühren und Steuern bezahlen kann. Erst danach wird die für die Eintragung notwendige Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Finanzamt an den Vertragserrichter übermittelt.
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Wenn Verkäufer und Käufer in beiderseitigem Einverständnis eine Kaufvereinbarung getroffen haben, obliegt nach einem ungeschriebenen Gesetz die Wahl des Vertragserrichters üblicherweise dem Käufer, der schließlich auch dessen Arbeit bezahlt. Anderslautende Behauptungen des Maklers dürfen ignoriert werden. Der Anwalt erstellt nicht nur den Kaufvertrag und allenfalls ein Rangordnungsgesuch (zur Absicherung des Geschäfts), sondern übernimmt auch die Treuhandschaft für den Kaufpreis und erledigt sämtliche Behördenansuchen bis zur Eintragung ins Grundbuch, welche den Eigentumsübergang erst rechtlich perfekt macht.
Mag. Claudia Lantos, LL.M. Rechtsanwältin König-Ermacora-Lässer & Partner, Innsbruck
Sobald dem Anwalt sämtliche Unterlagen für die grundbücherliche Eintragung vorliegen, werden alle diese Dokumente in das seit einigen Jahren nur noch elektronisch geführte Grundbuch übertragen, d.h. in das Archivium überführt, wo die Dokumente in weiterer Folge abruf bar sind. Dies ist schließlich die Voraussetzung für den Antrag auf grundbücherliche Einverleibung des Eigentumsrechts des Käufers. Da auch dieser Vorgang zwischenzeitig elektronisch erfolgt, kann der Käufer im besten Fall bereits am nächsten Tag mit der Einverleibung seines Eigentumsrechts im Grundbuch rechnen. Neben dem Bewilligungsbeschluss wird Ihnen Ihr Anwalt auch einen Grundbuchsauszug zukommen lassen, der nun Sie als glücklichen Eigentümer ausweist.
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Vorsicht bei Geldgeschäften Bei Finanzierungen und Geldanlagen ist besondere Vorsicht geboten. Banken haften für ihre Empfehlungen.
Text: Dr. Erich Lackner, Rechtsanwalt in Innsbruck
Unsere Mandanten hatten bei einem inländischen Kreditinstitut die Finanzierung ihres Eigenheimes im Jahre 2000 abgewickelt. Sie wurden dabei vom Bankdirektor des Kreditinstitutes stets persönlich beraten und es wurden zunächst einmal Fremdwährungskredite mit Endfälligkeit zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2007 hatten sich meine Mandanten aufgrund der hohen Zinsbelastung und der drohenden Schwierigkeiten mit Fremdwährungskrediten vorgenommen, eine zweite unbelastete Wohnung zu veräußern, um damit die Kredite zu tilgen und gleichzeitig auch die damit verbundenen Tilgungsträger aufzulösen. Der Direktor des Finanzinstitutes riet aber von einer Tilgung der Kredite ab und empfahl meinen Mandanten, den Verkaufserlös zuerst in Solon-50- und dann in Solon-70-Wertpapieren anzulegen, da diese praktisch risikolos seien und die Rendite deutlich über den Zinsen für die Kredite zur Finanzierung des Eigenheimes liegen würde. Obwohl meine Mandanten darauf hinwiesen, dass sie keinerlei Aktien oder sonstige Wertpapiere, die mit irgendeinem Risiko behaftet wären, wünschen würden und sich keine Probleme leisten könnten, wurde meinen Mandanten sehr überzeugend erklärt, dass ein Verlust ihres eingesetzten Kapitals nicht eintreten werde. Meine Mandanten ließen sich letztendlich dazu überreden und erwarben die bereits oben erwähnten Wertpapiere, anstatt die aushaftende Summe – wie ursprünglich geplant – zu tilgen. Nachdem sich ab dem Jahr 2008 der Kurs der Wertpapiere und des Fremdwährungskredites stetig verschlechterte, wurden meine Mandanten nervös. Der Bankdirektor riet jedoch weiterhin, nicht die Nerven zu verlieren und die Wertpapiere zu halten. Mitte 2009 ist dann, entgegen der meinen Mandanten noch im Jahr 2007 überzeugend aufbereiteten Zusagen, ein de facto Totalverlust der Wertpapiere eingetreten. Die Bank wurde erfolglos aufgefordert, die Wertpapiere zum ursprünglichen Kaufpreis zurückzunehmen, daher musste Klage eingebracht werden. Das Landesgericht Innsbruck gab der Klage im Wesentlichen statt und die finanzierende Bank wurde dazu verurteilt, die nunmehr wertlosen Papiere zum damaligen Ankaufspreis zurückzunehmen. Grundlage für die Haftung war, dass das empfohlene Produkt weder den persönlichen Vorstel-
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lungen meiner Mandanten noch ihren wirtschaftlichen Verhältnissen entsprach. Die Bank hatte die durch das Bankwesengesetz normierten sogenannten „Wohlverhaltensregeln“ und insbesondere die vor- und nebenvertraglichen Schutzpflichten der Bank gegenüber ihren Kunden klar verletzt. Sowohl das Oberlandesgericht Innsbruck als auch der Oberste Gerichtshof bestätigten im Großen und Ganzen die Entscheidung des Landesgerichtes Innsbruck (OGH 5 Ob 35/11z). Zusammenfassend ist also festzuhalten, dass Bankangestellte und finanzierende Institute sehr wohl für Aussagen hinsichtlich des An- oder Verkaufs von Wertpapieren zu haften, vor allem aber auch zu prüfen haben, ob sich der Kunde das beabsichtigte Geschäft auch im Falle einer Krise oder gar eines Totalverlustes, wie im vorliegenden Fall, leisten kann. Damit wurde dem Verkauf von riskanten Geschäften ohne Rücksicht auf die finanziellen Verhältnisse der Käufer ein Riegel vorgeschoben und Banken haften bei Geschäften, die die finanziellen Möglichkeiten der Kunden übersteigen. Vor allem im Hinblick auf den möglichen Totalverlust sind besondere Aufklärungsschritte durch die finanzierende beziehungsweise abwickelnde Institution notwendig. Im geschilderten Fall war genau das Gegenteil der Fall. Die Papiere waren als absolut sicher angepriesen worden, was sich dann aber als falsch herausstellte. Für einen allfälligen Totalverlust hätte es einer besonderen Aufklärung, Darstellung und Prüfung bedurft. Meine Mandanten hätten in diesem Wissen das Geschäft sicher nicht getätigt. Diese Entscheidung des LG Innsbruck und des Obersten Gerichtshofes hat ganz klar zu Tage gebracht, dass finanzierende Banken mit Konsumenten nicht jedes Geschäft ohne Weiteres abschließen dürfen, sondern es obliegt ihnen gerade in diesem Bereich eine erhöhte Aufklärungs- und Schutzpflicht. Wenn darüber hinaus die abwickelnde Bank auch noch über die finanzielle Situation der Konsumenten Bescheid weiß und wissen musste, hat sie eine weitere besondere Verpflichtung zum Schutz vor übermäßigen Schäden. Die Bank hätte daher meinen Mandanten gerade im Hinblick auf ihre tatsächliche – objektiv betrachtet – angespannte finanzielle Situation keinesfalls zum Erwerb derartig
risikoreicher Wertpapiere raten dürfen, sondern hätte die ursprünglich gewünschte Tilgung durchführen müssen.
Vorsicht vor überhöhten Renditen Eine versprochene Rendite von 10 und mehr Prozent birgt auch in erhöhtem Maß die Gefahr des totalen Kapitalverlustes und besondere Vorsicht ist angebracht. Wie eine Vielzahl in der Öffentlichkeit bekanntgewordener Missbrauchsfälle aber beweist, gibt es immer wieder besonders begabte Personen, denen es gelingt, auch durchaus vernünftige Menschen zu völlig absurden Veranlagungen zu verleiten, die sich aber häufig als Betrug herausstellen und den Totalverlust des eingesetzten Kapitals zur Folge haben.
In einem zweiten Verfahren hatte eine perfekt durchorganisierte „Firma“ mit Sitz in Dubai über mehr als zehn Jahre hindurch mit Hilfe eines sogenannten Schneeballsystems insgesamt 8.600 Anleger mit einem Gesamtbetrag von 155 (!) Mio. Euro geschädigt. Dabei wurden die versprochenen Renditen der bisherigen Kunden durch die Zahlungen der neu hinzugewonnenen Kunden finanziert. Dieses System konnte sich ebenfalls über mehrere Länder Europas verbreiten. Auch hier ist durch eine Geldwäscheverdachtsmeldung des kontoführenden Instituts die Sache aufgeflogen und es konnte durch konsequentes und hartnäckiges Handeln die Eröffnung eines Konkursverfahrens in Österreich erreicht werden. Damit wird zumindest die quotenmäßige Verteilung der beschlagnahmten Gelder erreicht werden. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Die Höhe der Renditen ist (leider) direkt proportional mit dem Risiko des Verlustes verbunden. Als außerordentlich werden nach ständiger Rechtsprechung Renditen von mehr als 10 % pa angesehen. 10 % übersteigende Renditen werden daher als „Glücksspiel“ bewertet. Hier endet auch der Rechtsschutzanspruch gegenüber der Justiz. Auch Rechtsschutzversicherungen haben in ihren Vertragsbestimmungen oft diesen Haftungsausschluss des Glücksspiels verankert und verweigern in diesen Schadensfällen berechtigt die Rechtsschutzdeckung.
Die richtige Entscheidung zur rechten Zeit. Rechtsanwaltskanzlei mit Wirtschaftskompetenz.
Mag.rer.soc.oec. Dr. iur.
erich lackner rechtsanwalt Heiliggeiststraße 11 6020 Innsbruck +43 (0) 512 58 44 03 +43 (0) 699 17 99 17 00 erich.lackner@rechtsratgeber.at www.rechtsratgeber.at
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Wenn Sie sich also aus irgendwelchen Gründen zu einer Anlageform mit außergewöhnlichen Renditen entscheiden, so sollten Sie in jedem Fall vor Abschluss des Geschäfts rechtsanwaltlichen Beistand in Anspruch nehmen sowie die Entwicklung der Anlage stets konsequent im Auge behalten.
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Meine Kanzlei hatte vor einigen Jahren einen größeren Anlagebetrug zu betreuen, bei dem auch einige hundert Anleger aus Innsbruck und Tirol betroffen waren und von mir vertreten wurden. Ein mit offensichtlich besonderer Überzeugungskraft ausgestatteter bundesdeutscher – damals bereits mehrfach verurteilter – Betrüger hatte in Innsbruck in einem Hotel einen Raum angemietet und sich über ein Adressenbüro die Adressen von Ärzten, Wirtschaftstreuhändern und anderen Freiberuflern verschafft. Mit einer dünnen Hochglanzbroschüre und enormer Überzeugungskraft überredete er die Anwesenden dazu, Gelder ab 10.000 Euro auf ein Konto in Bregenz zu überweisen. Es war keinem der Anwesenden klar, worum es sich dabei handelte, er versprach jedoch eine exorbitante Rendite von 13,5 % im QUARTAL (!). Diese völlig irrwitzige Rendite hatte offensichtlich dazu geführt, dass ein großer Teil der Anwesenden ohne weitere Nachforschungen und ohne Erhalt von konkreten Unterlagen in den darauffolgenden Tagen insgesamt mehr als 1,6 Mio. Euro auf ein mit Kreide an die Tafel geschriebenes Konto überwiesen. Aufgrund einer Geldwäscheverdachtsmeldung des kontoführenden Instituts in Bregenz wurden vom Landesgericht Feldkirch in einem ersten Schritt die Konten gesperrt und meine Kanzlei konnte dann im darauffolgenden in der Schweiz abgewickelten Monsterkonkursverfahren die Ansprüche der österreichischen Anleger zu 100 % absichern und aus dem beschlagnahmten Geld rückführen. Wesentlich für den Erfolg war die rasche Information und das konsequente Vorgehen im anschließenden Konkursverfahren. Wichtig ist es also für Anleger, die sich aus irgendwelchen Gründen zu Veranlagungen mit außerordentlichen Renditen entscheiden, dass diese stets und ständig die Entwicklung und die Gebarung des Produktes verfolgen und bei der kleinsten Unregelmäßigkeit sofort anwaltlichen Rat in Anspruch nehmen.
Das Unternehmen in der Scheidung Damit die private Ehekrise von Unternehmern und das einer Scheidung folgende Aufteilungsverfahren nicht auch automatisch zur Krise des Unternehmens und im worst case zum finanziellen Aderlass und Untergang des Betriebes führt, gilt es – vor allem für Einzelunternehmer und KMU – einige Punkte zu beachten.
Ist eine einvernehmliche Scheidung mangels Erzielung einer Einigkeit der Ehepartner über sämtliche Scheidungsfolgen (das sind Ehegattenunterhalt, Vermögensaufteilung, Obsorge und Kindesunterhalt) nicht möglich, gilt es ein strittiges Scheidungsverfahren, gegebenenfalls mehr als ein Unterhaltsverfahren und nach Rechtskraft der Scheidung binnen Jahresfrist das sogenannte Aufteilungsverfahren zu führen. Für jeden betroffenen Unternehmer stellt sich unweigerlich die Frage, inwieweit sein Unternehmen hiervon betroffen ist.
Aufteilungsmasse Aufzuteilen sind nur das eheliche Gebrauchsvermögen und die ehelichen Ersparnisse. Unter Ersteres fallen alle Sachen, welche während aufrechter Ehe erworben wruden und dem Gebrauch beider Ehepartner gedient haben, wie z.B. der gesamte Hausrat, die eheliche Wohnung, aber unter Umständen auch die Zweitwohnung, das Ferienhaus und die Segelyacht. Unter Zwei-
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teres fallen alle Aktiva und Passiva, also neben den ehelichen Schulden auch alle Wertanlagen, die während aufrechter Ehe angesammelt wurden, wie z.B Sparbücher, Wertpapiere, Goldmünzen, Lebensversicherungen, Kunstgegenstände, aber auch Mietobjekte und unter Umständen Unternehmensanteile. Maßgeblicher Zeitpunkt für die Zuteilung zur Aufteilungsmasse ist jener der Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft. Die gesetzliche Regelung des § 82 EheG normiert einen Negativkatalog, was alles nicht aufzuteilen ist, nämlich in die Ehe Eingebrachtes, Geschenktes oder Ererbtes und gemäß § 82 Abs. 1 Zif. 3 und 4 EheG „Sachen, die zu einem Unternehmen gehören oder Anteile an einem Unternehmen sind, außer es handelt sich um bloße Wertanlagen“. So weit die gute Nachricht für Unternehmer. Die Tücke steckt jedoch im Detail, denn abzuklären ist, welche Beträge daraus allenfalls in der Aufteilung wertmäßig zu berücksichtigen sind.
Surrogationsprinzip Für die Zuordnung einer Sache entweder zu den in § 82 Abs 1 EheG genannten Ausnahmen oder zum aufzuteilenden Vermögen bleiben „Umwandlungen“ dieser Sache (z.B. Geld) so lange außer Betracht, bis entweder ein Ehepartner eine Umwidmung eindeutig vornimmt oder das neue Vermögensobjekt (das Surrogat), das an die Stelle der ursprünglichen Sache tritt, sich im übrigen Vermögen ohne weitere Abgrenzungsmöglichkeit verliert.
Unternehmensanteile Von einer bloßen Wertanlage ist auszugehen, wenn mit diesen Anteilen (z.B. Aktien, Anteile an einer GmbH, einer Genossenschaft, einer Personengesellschaft oder GesbR oder Einlage eines stillen Gesellschafters) weder eine Mitwirkung an der Unternehmensführung noch ein wesentlicher Einfluss auf diese verbunden ist. Es kommt hierbei nicht auf die tatsächliche Ausübung eines Einflusses an, sondern auf die bloße rechtliche Möglichkeit. Werden die Erträgnisse aus diesen Unternehmensanteilen aber zu privaten Zwecken verwendet, fallen sie in die Aufteilungsmasse.
Unternehmen Das Unternehmen an sich ist zwar der Aufteilung entzogen, unabhängig von der Größe und Art des Betriebes (d.h. produzierende, landwirtschaftliche oder gewerbliche Betriebe ebenso wie Dienstleistungsunternehmen, Arztpraxen etc.) sowie dessen Gesellschaftsform (d.h. Einzelunternehmer, Personen- oder Kapitalgesellschaft). Ein nicht schon vorher beteiligter Ehepartner wird im Aufteilungsverfahren niemals Unternehmensanteile erhalten. Allerdings ist es je nach Sachverhalt möglich, dass diverse Werte der Aufteilungsmasse hinzuzuzählen sind und dadurch dem Geschiedenen Ausgleichszahlungen in einer Höhe zu leisten sind, die zu finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmers und dadurch letztlich auch des Betriebes führen können. Wurden eheliche Ersparnisse z.B. bei Firmengründung oder Aufnahme einer neuen Selbständigkeit in den Betrieb gegeben, so sind der Wert des Eingebrachten, aber auch die daraus dem geschiedenen Nichtunternehmer-Ehepartner entstandenen Vorteile bei der Aufteilung wertmäßig zu berücksichtigen. An den Unternehmer ausbezahlte Gewinne und Privatentnahmen gelten als eheliche Ersparnisse und fallen ebenso in die Aufteilungsmasse wie jene Erträge des Unternehmens, die allenfalls zur Gewinnvermeidung umgewandelt (z.B. Anschaff ungen) oder in Ersparnisse angelegt werden, nicht hingegen betriebliche Reinvestitionen und Rücklagen im Unternehmen. Der Umstand einer ausdrücklichen oder schlüssigen Gewinnumwidmung zu unternehmensfremden Zwecken
ist vom geschiedenen Nichtunternehmer-Ehegatten zu beweisen, was in der Praxis regelmäßig mit großen Schwierigkeiten behaftet ist. Ein schlüssiger Umwidmungsakt liegt z.B. dann vor, wenn die Einlage eines Unternehmenssparbuchs für private Anschaff ungen des Unternehmers, Gesellschafters oder dessen Angehörigen Verwendung findet. Ob eine Sache als Privatvermögen der Aufteilungsmasse oder dem Unternehmen zuzuordnen ist, hängt neben ihrer rechtlichen Zubehöreigenschaft zum Unternehmen auch von ihrer Widmung ab. Auch wenn Unternehmensbestandteile selbst nicht aufgeteilt werden, so werden sie je nach Sachverhalt u.U. wertmäßig, also z.B. im Rahmen der Ausgleichszahlung zu berücksichtigen sein. Wird beispielsweise ein ausschließlich zu Privatzwecken vom Nichtunternehmer-Ehegatten gefahrener PKW aus betrieblicher Sicht vielleicht verschmerzbar sein, wird es ungleich schwieriger, wenn die Liegenschaft samt Einfamilienhaus, in welchem sich die eheliche Wohnung befindet, im Eigentum des Unternehmens des geschäftsführenden Ehepartners steht und der Nichtunternehmer-Ehegatte einen Wohnungserhaltungsanspruch nach § 97 ABGB geltend macht. Vom OGH wurde bei einem derartigen Sachverhalt in einer jüngsten Entscheidung der Wohnungserhaltungsanspruch des Nichtunternehmer-Ehegatten bejaht, weil es nur auf die Kenntnis des geschäftsführenden Ehegatten über diesen Anspruch ankomme und nicht auf die Art seiner Verfügungsberechtigung über das Haus.
Dr. Barbara Lässer Rechtsanwältin und Mediatorin König-Ermacora-Lässer & Partner, Innsbruck
familien.vorsorge
Ist die Aufteilungsmasse innerhalb von 2 Jahren vor Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft bzw. der Scheidungsklage verringert worden und eine Benachteiligungsabsicht erkennbar, so ist der Wert des Fehlenden in die Aufteilungsmasse einzurechnen.
Bei Verpachtungen des Unternehmens fällt der Pachtzins gleich den Unternehmenserträgen in die Aufteilung, so er nicht umgehend reinvestiert wird. Auch beim Verkauf eines Unternehmens liegt eine Umwidmung für unternehmensfremde Zwecke vor und der Erlös unterliegt als Ersparnis der Aufteilung, wenn der Erlös nicht umgehend in ein anderes Unternehmen reinvestiert wird.
Abgeltung der Mitwirkung am Unternehmenserfolg Die Mitwirkung des Nichtunternehmer-Ehegatten im Betrieb und damit zum positiven Unternehmenserfolg hat regelmäßig entsprechende Abgeltungsforderungen im Aufteilungsverfahren zur Folge. Spätestens hier kann sich die aus rein steuerlichen Gründen bloß geringfügige Beschäftigung des NichtunternehmerEhepartners, dessen Entlohnung einem Fremdvergleich nicht standhält, „verteuern“.
Rechtzeitige Beratung Rechtzeitige Überlegungen zur Unternehmensgebarung, nicht bloß aus rein steuerrechtlicher, sondern auch aus familienrechtlicher Sicht, können ebenso wie eine von einem versierten Familienrechtsexperten entsprechend ausgearbeitete Vorabvereinbarung über die Scheidungsfolgen im Falle des Falles dem Unternehmer manche unangenehme Zahlung ersparen und damit auch die wirtschaftliche Seite des Unternehmens absichern helfen.
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Wer zahlt das Altersheim? Muss ich mein gesamtes Erspartes einsetzen? Darf ich meine Wohnung behalten, wenn ich pflegebedürftig werde und in ein Heim muss? Müssen meine Kinder Zahlungen für mich leisten? Diese und weitere Fragen werden im folgenden Artikel beantwortet.
Frau Maier, eine rüstige Pensionistin, erleidet völlig überraschend einen Schlaganfall und kann erst nach mehreren Wochen Aufenthalt im Krankenhaus und entsprechender Therapie wieder entlassen werden. Doch so wie zuvor wird es nie wieder. Frau Maier muss fortan mit körperlichen Einschränkungen kämpfen, die ein Leben alleine unmöglich machen. Es bleibt kein anderer Ausweg als die Übersiedlung in ein Alters- bzw. Pflegeheim. Sie erhält zwar fortan zu ihrer Pension Pflegegeld der Stufe 4, doch reicht dies leider nicht, um die Kosten des Pflegeheims zu decken. Die paar Euro, die mühsam von der Pension in früheren Jahren angespart wurden, sind schnell aufgebraucht, und so bleibt kein anderer Ausweg, als das seit jeher im Familienbesitz stehende Haus zu verkaufen, um die Kosten der Pflege decken zu können. Doch so weit hätte es gar nicht kommen müssen.
Wer zahlt das Alters- oder Pflegeheim und was kostet es? Wird eine Person in einem Alters- bzw. Pflegeheim aufgenommen, schließen die Parteien einen Heimver-
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trag über die wechselseitigen Rechte und Pfl ichten. In diesem Vertrag ist auch geregelt, welche Kosten dem Heimbewohner entstehen. Ist der Heimbewohner zwar nicht pflegebedürftig, hat aber einen erhöhten Betreuungsbedarf, so wird er mit monatlichen Kosten von ca. 1.500 bis 2.000 Euro rechnen müssen. Im Falle von Pflegeleistungen in geringem Ausmaß erhöht sich dieser Betrag auf ca. 2.000 bis 2.500 Euro. Bei umfangreichen Pflegeleistungen wird es dann richtig teuer, hier entstehen monatliche Kosten von 3.000 Euro und mehr. Diese Kosten hat der Heimbewohner grundsätzlich aus eigener Tasche zu bezahlen! Zur Verfügung steht ihm dafür regelmäßig seine Pension, in vielen Fällen auch ein Pflegegeld.
Pflegegeld! Ist eine Person pflegebedürftig, hat sie Anspruch auf Pflegegeld. Je nach Umfang des Pflegebedarfs beträgt dieses monatlich 154,20 Euro in Pflegestufe 1 und steigert sich bis auf 1.655,80 Euro in Pflegestufe 7. Das Pflegegeld wird zusammen mit der Pension ausbezahlt und ist unabhängig von Einkommen oder
Ein Beispiel aus der Praxis: Herr Müller bezieht eine monatliche Pension von 1.480 Euro netto (14 Bezüge jährlich umgerechnet auf 12 Zahlungen) sowie Pflegegeld der Stufe 4 in Höhe von 664,30 Euro, gesamt also 2.144,30 Euro. Seine Heimkosten betragen jedoch monatlich 2.850 Euro. Es entsteht also – trotz Pension und Pflegegeld – eine Finanzierungslücke von mehr als 700 Euro monatlich! Bei diesem Betrag noch gar nicht berücksichtigt sind Dinge, die sich Herr Müller vielleicht selber gerne leisten würde.
Tiroler Mindestsicherungsgesetz Helfen kann in einem solchen Fall ein Antrag auf Mindestsicherung nach dem „Tiroler Mindestsicherungsgesetz“ (in Kraft seit 1. Jänner 2011, vorher „Tiroler Grundsicherungsgesetz“). Aufgrund dieses Antrags wird der fehlende Betrag, der zur Deckung der Heimkosten notwendig wäre, in vielen Fällen vom Land Tirol übernommen. Nur ganz so einfach wie es klingt, ist es dann doch wieder nicht. Beim Antrag auf Gewährung der Mindestsicherung sind nämlich umfangreiche Angaben zu Einkommen und Vermögen (insbesondere zu Geldvermögen und Liegenschaften) zu machen. Bevor die Mindestsicherung im Pflegefall gewährt wird, hat der Antragsteller Ersparnisse über 7.000 Euro aufzubrauchen, Beträge bis 7.000 Euro dürfen behalten werden. Großartige Geldersparnisse sind in den meisten Fällen jedoch nicht vorhanden. Viel öfter stecken erhebliche Vermögenswerte in einer Immobilie, sei es im eigenen Haus oder in der Eigentumswohnung, die oft über viele Jahre abbezahlt wurde. Es bleibt keine andere Möglichkeit, als diese zu verkaufen oder – um die Immobilie zu „retten“ – dem Land Tirol als Gewährer der Mindestsicherung eine Hypothek auf die Liegenschaft einzuräumen. Die Liegenschaft ist dann zwar weiterhin frei vererbbar, doch die Erben sind verpfl ichtet, die gesamten, aufgrund des Mindestsicherungsgesetzes bezogenen Geldleistungen zurückzubezahlen.
Neuregelung schafft Abhilfe Das Mindestsicherungsgesetz gewährt bei stationärer Pflege somit dann einen Leistungsanspruch, wenn (bis auf 7.000 Euro) kein Vermögen vorhanden ist. Relevant für die Beurteilung, ob ein Antragsteller Vermögen hat oder nicht, ist grundsätzlich der Zeitpunkt der Antragstellung. Aber Achtung: Der Antrag auf Mindestsicherung kann abgelehnt werden, wenn sich herausstellt, dass der Antragsteller zu einem Zeitpunkt, wo er bereits betreuungs- und pflegebedürftig war, Vermögen verschenkt oder zumindest ohne entsprechende Gegenleistung an andere Personen übertragen hat. Betreuungs- und pflegebedürftig im Sinne dieser Regelung ist man dann, wenn man Pflegegeld
bezieht oder bereits einen Antrag auf Gewährung von Pflegegeld gestellt hat. Jedoch wird einem die Mindestsicherung nicht auf ewig verwehrt, denn die Versagung der Leistungen ist zeitlich auf fünf Jahre befristet und zudem mit dem Wert des verschenkten Vermögens begrenzt.
Frühzeitige Übertragung von Immobilien Der frühzeitige Gang zum Rechtsanwalt vermeidet (in den meisten Fällen) den Verlust des Eigenheims durch die Familie. Der Rechtsanwalt stellt mit einem entsprechenden Vertrag sicher, dass die Immobilie frühzeitig übergeben wird. Er schützt mit diesem Vertrag aber auch den Übergeber, beispielsweise durch Einräumung eines Wohnrechts auf Lebenszeit zu seinen Gunsten sowie durch das Verbot für die Übernehmer, das Haus zu Lebzeiten des Übergebers zu verkaufen, zu verpfänden oder anderweitig zu belasten. Sollte es dann wirklich eines Tages dazu kommen, dass die Übersiedlung in ein Pflegeheim unumgänglich wird, bleibt der Familie die Immobilie erhalten.
Mag. Bernd Auer Rechtsanwalt Foto: BLICKFANG photography
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sonstigem Vermögen. Abzüglich eines kleinen Anteils für den persönlichen Bedarf findet das gesamte Pflegegeld – neben der Pension – zur Abdeckung der Heimkosten Verwendung. Und dennoch wird es meistens eng ...!
Müssen Kinder mitzahlen? Die derzeitige Fassung des Tiroler Mindestsicherungsgesetzes sieht keine Verpfl ichtung für Kinder vor, für die Heimkosten ihrer pflegebedürftigen Eltern aufzukommen.
Rechtzeitige Information entscheidet Die Weitergabe von Vermögenswerten sollte immer gut überlegt sein. Das gilt umso mehr, wenn man auf deren Nutzung, wie etwa im Falle einer Wohnung, angewiesen ist. Fest steht allerdings auch, dass der Verlust des Eigenheims zur Finanzierung stationärer Pflege oft ein zusätzlicher, harter Schlag für die Betroffenen und ihre Angehörigen ist. Es empfiehlt sich daher, sich rechtzeitig, umfassend und individuell über die Vor- und Nachteile einer frühzeitigen Übergabe seiner Immobilie beraten zu lassen. Angemerkt sei, dass die derzeitigen Rahmenbedingungen für die Übergabe so günstig sind wie selten zuvor. Eine Schenkungssteuer existiert momentan nicht und die Übergabe von Grund und Boden wird über niedrige Bemessungsgrundlagen (zumeist dreifacher Einheitswert) nur moderat besteuert. Lassen Sie sich frühzeitig anwaltlich beraten, welche Möglichkeiten für Sie und Ihre Familie in Frage kommen!
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Pflegegeld Pflegestufe
monatl. Betrag in Euro
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152,20 284,30 442,90 664,30 902,30 1.260,00 1.655,80 Quelle: www.help.gv.at
Weitere Informationen: Rechtsanwaltskanzlei Girardi & Auer Stainerstraße 2 6020 Innsbruck Tel.: 0512/574095 office@girardi-auer.com www.girardi-auer.com
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Pflichtteilsergänzungsanspruch bei Schenkung Die Freiheit des Erblassers, durch letzten Willen (z.B. Testament) über sein Vermögen zu verfügen, ist zugunsten von Nachkommen und Vorfahren sowie Ehegatten durch das Pflichtteilsrecht gesetzlich eingeschränkt.
Pfl ichtteilsberechtigt sind grundsätzlich alle Nachkommen (eheliche und uneheliche Kinder, Adoptivkinder, Enkel und Urenkel) und, falls solche fehlen, die Vorfahren (Eltern, Adoptiveltern, Großeltern). Das Pfl ichtteilsrecht des Ehegatten besteht neben dem Pfl ichtteilsanspruch der Nachkommen oder Vorfahren. Die Geschwister des Erblassers sind niemals pfl ichtteilsberechtigt. Pfl ichtteilsansprüche bestehen nur dann, wenn der Erblasser ein Testament errichtet hat. Ist kein Testament errichtet, tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Die Pfl ichtteilsberechtigten sind also jene Personen, die der Erblasser in seinem letzten Willen bedenken muss. Diese werden auch als Noterben bezeichnet.
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Nicht pfl ichtteilsberechtigt sind allerdings Vorfahren, Nachkommen oder Ehegatten, die vor dem Erblasser verstorben, erbunfähig oder erbunwürdig sind, rechtmäßig enterbt wurden oder auf ihr Erbrecht verzichtet haben. Das gesetzliche Pfl ichtteilsrecht gewährt den Pfl ichtteilsberechtigten eine Mindestquote am Nachlass. Diese kann der Erblasser den Pfl ichtteilsberechtigten durch sein Testament oder durch ein Vermächtnis zuwenden. Das Gesetz sieht für jeden Nachkommen (auch uneheliche Kinder) und für den Ehegatten als Pfl ichtteil die Hälfte dessen vor, was ihm nach der gesetz-
Nun n könnte der Erblasser sein Vermögen durch Schenkungen zu Lebzeiten derart vermindern, dass Schen Sch der Pfl ichtteilsanspruch aller oder bestimmter Berechtigter geschmälert oder gar vereitelt wird. Um das zu verhindern, sieht das Gesetz vor, dass auf Verlangen eines pfl ichtteilsberechtigten Kindes oder des pfl ichtteilsberechtigten Ehegatten Schenkungen (mit einigen Ausnahmen) an pfl ichtteilsberechtigte Personen oder Dritte dem aktiven Nachlassvermögen rechnerisch hinzuzufügen sind, so als wäre die Schenkung nicht vorgenommen worden, und ausgehend von diesem rechnerisch erhöhten Nachlass der Pfl ichtteilsanspruch jedes Pfl ichtteilsberechtigten zu berechnen ist. Jeder Pfl ichtteilsberechtigte, der selbst eine Schenkung erhalten hat, muss sich diese auf den durch die hinzugefügten Schenkungen entstandenen Erhöhungsbetrag anrechnen lassen. Dieser erhöhte Pfl ichtteil ist aus dem zum Todeszeitpunkt vorhandenen Nachlassvermögen zu entrichten. Reicht das Nachlassvermögen nicht aus, kann der Pfl ichtteilsberechtigte den Rest vom Beschenkten fordern. Man spricht vom sogenannten Schenkungspfl ichtteil oder Pfl ichtteilsergänzungsanspruch bei Schenkung. Schenkungen, die der Erblasser aus bloßen Einkünften oder zu gemeinnützigen Zwecken oder früher als zwei Jahre vor seinem Tod an nicht pfl ichtteilsberechtigte Personen (z.B. die Lebensgefährtin) gemacht hat, sind von den Anrechnungsvorschriften nicht betroffen. Schenkungen an Personen, die selbst pfl ichtteilsberechtigt sind, sind unbefristet anzurechnen. Bei der Berechnung des Schenkungspfl ichtteils ist der Wert der Zuwendung zum Zeitpunkt des Todes des Erblassers maßgeblich. Bei Geldbeträgen ist die Entwicklung des inneren Geldwertes zu berücksichtigen. Zu beachten ist, dass Pfl ichtteils-/Pfl ichtteilsergänzungsansprüche in der Regel binnen drei Jahren, gerechnet ab dem Tod des Erblassers, bei sonstiger Verjährung gerichtlich geltend zu machen sind. Vor einiger Zeit hatte der Oberste Gerichtshof folgenden Fall zu lösen (9Ob 48/09p): Anna ist das einzige Kind von Gerhard, der unter Hinterlassung eines Testaments zugunsten von Bernhard verstorben ist. Gerhard hatte bereits in den letzten Jahren vor seinem Tod den Wunsch, Bernhard sein gesamtes Vermögen zukommen zu
lassen, weshalb er Bernhard bereits zu Lebzeiten Geschenke im Wert von ca. 1.500.000 Euro gegeben hat. Darin ist auch die Schenkung eines Sparbuchs mit einer Einlage von ca. 400.000 Euro enthalten. Bernhard hat dieses Sparbuch aufgelöst und mit dem Realisat einen Kredit abgedeckt. So weit der etwas verkürzt dargestellte Sachverhalt. Der Oberste Gerichtshof als letzte Instanz hatte nunmehr zu entscheiden, ob die erfolgte Schenkung des Sparbuchs, welches zur Abdeckung von Schulden durch Bernhard verwendet wurde, zur Deckung des Pfl ichtteilsanspruchs von Anna heranzuziehen ist. Bernhard hat dagegen eingewendet, der Wert des Sparbuchrealisats, mit dem er Schulden getilgt habe, sei in seinem Vermögen nicht mehr vorhanden und der Verbrauch dieses Geldgeschenks sei redlich erfolgt, sodass eine Anrechnung nicht mehr in Frage komme. Dazu hat der Oberste Gerichtshof gesagt: Der Beschenkte haftet dem verkürzten Noterben grundsätzlich mit der geschenkten Sache, das heißt mit der vorhandenen Bereicherung. Eine Bereicherung liegt vor, wenn der Empfänger des Geschenks noch im Besitz des Vermögensvorteils ist. Ist der Gegenstand der unentgeltlichen Leistung durch den Empfänger gutgläubig verbraucht worden, so ist eine Bereicherung nicht mehr vorhanden. Hat der Empfänger andererseits mit der ihm zugewendeten Geldsumme eine Sache angeschaff t, die er noch besitzt, dann ist er insoweit bereichert, als er bei der Anschaff ung eigenes Geld erspart hat. Die Anwendung dieser Grundsätze führt daher dazu, dass der Beschenkte – Redlichkeit vorausgesetzt – zur Deckung des Pfl ichtteilsanspruchs nur insoweit beizutragen hat, als von dem Geschenk in Natur oder Wert noch etwas vorhanden ist. Im vorliegenden Fall hat Bernhard das Geldgeschenk aber dafür verwendet, eigene Schulden zu tilgen. Der Wegfall von Schulden durch Tilgung mit dem erhaltenen Geschenk ist nicht dem Besitz der geschenkten Sache oder ihres Wertes, sondern deren Verbrauch gleichzuhalten. Unredlich hätte Bernhard gehandelt, wenn er mit der Verkürzung des Pfl ichtteilsanspruchs von Anna hätte rechnen müssen, wobei leichte Fahrlässigkeit genügt, oder die Zuwendung überhaupt der Verletzung ihres Pfl ichtteilsanspruchs gedient hätte. Mangels erwiesener Unredlichkeit war aber grundsätzlich von seiner Redlichkeit auszugehen und die Schenkung über 400.000 Euro an Bernhard hatte (im Gegensatz zu den sonstigen Schenkungen) daher bei der Ermittlung des Schenkungspfl ichtteils von Anna außer Betracht zu bleiben.
Dr. Gerald Hauska Rechtsanwalt Hauska & Matzunski Rechtsanwälte, Innsbruck
Die Komplexität des Pfl ichtteilsrechts, insbesondere der Pfl ichtteilsergänzung, welche sich anhand dieses Falles zeigt, lässt es wohl geboten erscheinen, sich der Hilfe eines fachkundigen Rechtsanwalts zu versichern.
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lich lichen hen Erbfolge zugefallen wäre. Vorfahren gebührt Drittel des gesetzlichen Erbteils. Zur Ermittein D lungg d der Pfl ichtteilsquote muss daher zunächst festgestellt gesttel werden, was der Pfl ichtteilsberechtigte nach der ge gesetzlichen Erbfolge (ohne letztwillige Verfügung) gun ng) erhalten hätte.
Mein Wille zählt ... Dr. Christan J. Winder Rechtsanwalt in Innsbruck
Was wird denn sein, wenn ...? Diese Frage stellen wir uns, und zwar immer häufiger, je älter man wird oder wenn die Gesundheit nicht mehr so mitspielt. Es ist das Unbehagen, dass über uns hinweg Entscheidungen getroffen werden, vielleicht sogar gegen das, was wir eigentlich wollen. Dabei ist es doch eigentlich so, dass wir eine recht klare Idee davon haben, was sein soll und was nicht; was mit uns geschehen soll und wo wir die Grenze ziehen. Die Idee alleine, mag sie auch da oder dort im vertrauten Gespräch oder am Stammtisch geäußert worden sein, bringt noch nicht viel. Sie ist vor allem eines nicht: Maßgeblich für jene, die am Ende Entscheidungen treffen müssen. Entscheidungen für und über uns.
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Der österreichische Gesetzgeber war mit einer Regelung zur Patientenverfügung fortschrittlich am Werk und hat ein im Rahmen der Möglichkeiten sehr gutes Instrument zur Verfügung gestellt, um dem eigenen Willen zur Geltung zu verhelfen.
Die Patientenverfügung Seit gut 5 Jahren gibt es diese gesetzliche Regelung, mit der der Rahmen dafür geschaffen wurde, dass der Patient klären kann, was er möchte, und der behandelnde Arzt, aber auch die Angehörigen des Patienten wissen, wie sie sich verhalten sollen. Unterschieden werden nach dem Grad ihrer Durchsetzbarkeit zwei verschiedene Arten von Verfügungen. Die verbindliche Patientenverfügung ist eine klare Handlungsanweisung an den Arzt, das Pflegeteam, die Angehörigen oder welche Person immer, die in die Behandlung eingebunden ist. Weil es sich hier um eine Willensäußerung des Patienten handelt, die dem Arzt keinen Spielraum für eigene Entscheidungen belässt, sind strenge Formerfordernisse – zum Schutz aller Beteiligten – damit verbunden. Eine solche verbindliche Patientenverfügung muss schriftlich erfolgen und es muss die medizinische Behandlung konkret beschrieben sein (oder zumindest eindeutig aus dem Gesamtzusammenhang hervorgehen), die der Patient möchte oder ablehnt. Zugleich ist aus der Erklärung erkennbar, dass der Patient die Folgen seiner Entscheidung kennt und sie auch entsprechend einschätzen kann. Das erfordert, dass eine
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umfassende ärztliche Aufklärung mit medizinischen Informationen über alle Umstände der in der Patientenverfügung getroffenen Anweisungen erfolgt und dies auch festgestellt ist. Es ist also notwendig, dass diese verbindliche Patientenverfügung, das Gespräch mit dem Arzt und die darin vorgenommene Informationsweitergabe gut dokumentiert wird. Hinzu kommt, dass die Errichtung dieser Patientenverfügung vor einem Rechtsanwalt erfolgen muss, alternativ auch vor einem Notar oder einem rechtskundigen Mitarbeiter einer Patientenanwaltschaft. Der Rechtsanwalt erklärt dem Patienten dabei die rechtlichen Folgen seiner Erklärung, aber auch die Möglichkeiten, die Erklärung abzuändern und jedenfalls – auch noch „im letzten Moment“ – zu widerrufen. Zu dieser Belehrung gehört auch die Information, dass eine verbindliche Patientenverfügung für den Zeitraum von 5 Jahren gilt und danach abläuft. Damit soll sichergestellt sein, dass auf die Änderungen der Lebensverhältnisse Bedacht genommen wird. Weniger streng sind die Voraussetzungen, eine beachtliche Patientenverfügung zu erstellen. Diese Willenserklärung des Patienten kann allgemeiner formuliert sein, auf Details ist nicht so genau einzugehen und sie unterliegt auch nicht dem Fristablauf. In der Auswirkung ist die beachtliche Patientenverfügung allerdings keine Anweisung an Arzt und Betreuungspersonal, sondern viel mehr eine Entscheidungshilfe, um auf die Überlegungen des Patienten – der
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sich nicht mehr selber artikulieren kann – Bedacht zu nehmen. Häufig ist dies auch eine wertvolle Hilfe für die Angehörigen, für die eine Entscheidung in der Regel sehr schwer fällt.
Gespräche führen Ob nun eine beachtliche oder eine verbindliche Patientenverfügung errichtet werden soll – wesentlich ist das Gespräch mit den Beratern, denen man vertraut und die die Lebensumstände gut kennen. Dies ist meist auf der medizinischen Seite der Hausarzt, mit dem die medizinischen Fragen der Patientenverfügung erörtert werden sollen; häufig erweist es sich dann als sinnvoll, den spezialisierten Facharzt hinzuzuziehen. Das juristische Gespräche vermag in der Regel der Rechtsanwalt als langjähriger Berater in allen Lebenslagen zu führen: Über die Jahre kennt der Rechtsanwalt die Lebensumstände, er kann helfen, die Entscheidung nicht nur formell und juristisch korrekt zu formulieren, sondern sie auch so zu gestalten, dass etwa auf die Familienumstände Rücksicht genommen wird. Hinzu tritt ein wesentlicher Umstand: Wenn es darum geht, den einmal formulierten Willen auch durchzusetzen, dann ist es der Rechtsanwalt, der in der Lage ist, dem Willen des Patienten den notwendigen Nachdruck zu verleihen, dass er auch umgesetzt wird. Sehr wesentlich ist es, dass der Umstand einer verfassten Patientenverfügung bekannt wird. Dazu eignet sich bestens eine Informationskarte, die man bei sich führen sollte wie einen Personalausweis. Die Patientenverfügung – sei sie eine beachtliche oder eine verbindliche – greift ja gerade dann, wenn der Patient selbst nicht mehr in der Lage ist, seinen Willen zu artikulieren. Dieser vorher formulierte Wille darf nicht unbekannt bleiben und muss durchgesetzt werden.
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Vollmacht zur Vorsorge Hand in Hand mit dem Verlust der Fähigkeit, den eigenen Willen zu erklären – sei dies nun wegen eines Unfalles, durch eine Krankheit oder aufgrund welcher Umstände immer – geht auch die Problemsituation, dass Entscheidungen getroffen werden müssen, die das tägliche Leben betreffen: Das Bankkonto lautet auf den Namen des Patienten, die Versicherung, der Mietvertrag sind auf ihn abgeschlossen – und die Angehörigen stehen vor der Frage, wie sie in dieser schwierigen Situation die notwendigen, oft auch dringenden Entscheidungen umsetzen können. Für diesen Fall kann der Patient eine Vorsorgevollmacht erstellen, also eine Handlungsvollmacht für bestimmte Rechtshandlungen oder Aufgabenbereiche, die dann gültig werden soll, wenn der Patient selbst nicht mehr zum Handeln in der Lage ist. Gerade die Beratung für eine derart weitgehende Rechtseinräumung ist durch einen juristischen Spezialisten, also durch den Rechtsanwalt des Vertrauens, zu empfehlen. Gemeinsam kann erarbeitet werden, für welche Aufgabenbereiche es überhaupt notwendig ist, eine Vollmacht zu erteilen, und es kann auch beizeiten entschieden werden, welcher Person der jeweilige Aufgabenbereich und damit die Vollmacht anvertraut werden soll. Gerade hier kann der Rechtsanwalt als Verwalter des Willens wertvolle Dienste leisten. Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht sind zwei wertvolle Instrumente, um sicherzustellen, dass der eigene Willen zählt und nicht andere über einen hinweg bestimmen. Damit genau das Richtige in einer Situation geschieht, in der der Patient den eigenen Willen nicht mehr ausdrücken kann, bedarf es einer guten Beratung. Der Rechtsanwalt ist hier jedenfalls der richtige Gesprächspartner.
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Die Grimm’sche Mär vom Rotkäppchen, dessen Großmutter vom Wolf gefressen wurde, könnte Erben von Stiftern in abgewandelter, aber doch vergleichbarer Weise bereits unliebsam bekannt sein. Mit Übertragung von Vermögen auf eine Stiftung ist dieses rechtlich einer dritten Person zuzurechnen – es steht formaliter nicht mehr im Eigentum des Stifters. Da sich nun die Stiftung als juristische Person nicht so leicht „überlisten“ sowie mit wertlosen „Steinen“ füllen lässt wie der „böse Wolf“ und damit das übertragene Vermögen – auch im Todesfall – nicht einfach aus dem oft „fetten Bauch“ der Stiftung wieder „befreit“ werden kann, lohnt sich im Zusammenhang mit der Errichtung einer Stiftung u.a. ein Blick auf deren erbrechtliche Folgen.
„Hat die böse Stiftung mein Erbe aufgefressen?“ Stiftungen haftet immer noch der Eindruck einer „entrückten“ Rechtsperson an, gibt es doch der rechtlichen Grundstruktur folgend keinen klassischen Gesellschafter, der über die Geschicke der Gesellschaft bestimmt – man könnte sagen: „Die Stiftung gehört sich selbst.“ Nicht selten ist der Anwalt daher bei Beratungsgesprächen mit möglichen Stiftern und deren Erben mit der Frage konfrontiert, wie das zugestiftete Vermögen in einer Verlassenschaft nach dem Stifter pflichtteilsrechtlich zu beurteilen ist, werden doch oft wesentliche Vermögensteile des Stifters in die Stiftung eingebracht und sind damit nicht mehr direkt nachlasszugehörig.
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Vorausgeschickt sei zur gesetzlichen Erbfolge, dass im Standardfall eines verheirateten Ehepaares mit Kindern der überlebende Ehegatte neben den Kindern bzw. – bei Vorversterben des Ehegatten – die Kinder anteilsmäßig erbberechtigt sind. Der gesetzliche Pflichtteil beträgt dabei jeweils die Hälfte des gesetzlichen Erbteiles. Was passiert aber etwa für den Fall, dass der Stifter zu Lebzeiten einen überwiegenden Teil oder sein gesamtes Vermögen in eine Privatstiftung einbringt und als Begünstigter nur ein Noterbe oder sogar ein (wild)fremder Dritter eingesetzt wird? Haben die verbleibenden
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pflichtteilsberechtigten Erben damit ihre Ansprüche verloren, kann ein Stifter diese somit unter Umgehung deren erbrechtlicher Ansprüche quasi enterben? Das Privatstiftungsgesetz (PSG) enthält dazu trotz augenscheinlicher stiftungsimmanenter Sonderkonstellationen keine eigenständigen erbrechtlichen Bestimmungen, sodass sich die Frage der Kompatibilität zwingender erbrechtlicher Ansprüche mit dem Privatstiftungsrecht aufdrängt – bewusst oder unbewusst wurde die Schließung dieser Lücke seitens des Gesetzgebers der Rspr und Lehre überlassen.
Dr. Elisabeth Zimmermann-Haid und MMag. Dr. Eduard Wallnöfer sind Partner der Altenweisl Wallnöfer Watschinger Zimmermann Rechtsanwälte GmbH mit Sitz in Innsbruck
Nach hL und Rspr kann nunmehr die Einbringung von Vermögen in eine Privatstiftung – trotz Einseitigkeit des Rechtsgeschäftes – den Schenkungsbegriff des § 785 ABGB erfüllen, es sei denn, die Stiftung würde z.B. ohne Schmälerung des Stammvermögens, zu gemeinnützigen Zwecken in Entsprechung einer sittlichen Pflicht oder aus Rücksichten des Anstandes erfolgen. Erbrechtlich betrachtet können Schenkungen somit zu einer Anrechnungsverpflichtung führen.
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Die Anrechnung von Schenkungen ist jedoch durch § 785 Abs 3 ABGB erheblich eingeschränkt. Schenkungen an Personen außerhalb des Kreises von Noterben sind nur innerhalb einer Frist von 2 Jahren vor dem Ableben des Erblassers/Stifters anrechnungspflichtig. Der OGH hat dazu klar ausgesprochen, dass eine Stiftung – auch im Analogiewege – nicht als pflichtteilsberechtigte Person gewertet werden kann (6Ob180/01s), sodass das zugestiftete Vermögen der Anrechnungsverpflichtung nach Ablauf von 2 Jahren endgültig entzogen wäre. Demgegenüber sind direkte Schenkungen an Noterben unbefristet anrechenbar, sodass sich aus Stiftungskonstruktionen wesentliche Benachteiligungen für das Pflichtteilsrecht von Noterben ergeben können. Zur Vermeidung dieses unerwünschten Effektes haben Rspr und hL (vgl. Schauer, Privatstiftung und Pflichtteilsrecht, NZ 1993, 251; Czoklich, Privatstiftung und Scheidung, RdW 2000, 402/371; u.a.m.) nachfolgende Beschränkung des Fristenlaufes gemäß § 785 Abs 3 ABGB entwickelt: Der Lauf der 2-Jahres-Frist wird erst durch die endgültige Erbringung des „Vermögensopfers“ durch den Stifter ausgelöst, sohin durch die endgültige Aufgabe seiner Einfluss- und Dispositionsmöglichkeit auf die bzw. in der Stiftung. Damit läuft die Frist etwa für die Dauer eines Widerrufsvorbehaltes oder eines umfassenden Änderungsvorbehaltes für den Stifter noch nicht (vgl. OGH, 5Ob228/01t mwN; vgl. auch OGH, 10Ob45/07a). Die Beurteilung des Eintrittes des Vermögensopfers (z.B. trotz Einräumung eines Fruchtgenussrechtes oder obligatorischen Benützungsrechtes zu Gunsten des Stifters; u.a.m.) ist in Rspr und Lehre jedoch durchaus umstritten und jeweils im Einzelfall zu beurteilen. Mit obiger Argumentation ist es somit möglich, eine Schenkungsanrechnung und damit verbunden einen Pflichtteilsergänzungsanspruch gemäß §§ 951f ABGB allenfalls auch weit über den Zeitpunkt des Titelge-
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schäftes für die Stiftung und die formale 2-Jahres-Frist hinaus durchzusetzen. Bleibt jedoch die Frage der Möglichkeit einer Schenkungsanrechnung/-fechtung, wenn der Stifter sein endgültiges „Vermögensopfer“ im obigen Sinne „rechtzeitig“, also mehr als 2 Jahre vor seinem Ableben, erbracht hat. Der OGH (6Ob290/02v) öffnet, in der Lehre inhaltlich nicht unumstritten (vgl. Limberg, Privatstiftungen und Erbrecht, 2006, mwN), auch für diesen Fall eine Tür für Ansprüche gegen die Stiftung und die Begünstigten dann, wenn die Einbringung des Vermögens in eine Stiftung rechtsmissbräuchlich im Sinne des § 1295 Abs 2 ABGB zur Umgehung zwingender Pflichtteilsbestimmungen zu werten ist, sohin im Ergebnis ein gesetzlich verpönter Erfolg herbeigeführt wird. Bislang nicht endgültig entschieden hat der OGH jedoch, ob zur Rechtsdurchsetzung eine Umgehungsabsicht nachgewiesen werden muss oder bloß der objektive Verstoß gegen den Gesetzeszweck genügt. Obige Ausführungen indizieren zusammenfassend eindeutig, dass die Errichtung von Stiftungen seitens des Stifters neben einer Evaluation der Zielsetzungen des Unternehmenserhaltes und sonstiger wirtschaftlicher sowie steuerlicher Aspekte insbesondere auch der Berücksichtigung erbrechtlicher Gesichtspunkte und Rechtsfolgen bedarf. Nur durch vorausschauende rechtliche Gestaltung lassen sich unliebsame Überraschungen für den Stifter und auch die Erben vermeiden, denn – um mit Rotkäppchen zu schließen – man sollte sich im Voraus im Klaren sein, ob im Todesfall zu Lasten von Noterben wirklich das Vermögen oder doch nur „Steine“ im „Bauch“ der Stiftung verbleiben sollen.
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WIEN NORD
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Gesetzes채nderung schafft auch Anpassungsbedarf in Familienaktiengesellschaften
Durch das in wesentlichen Teilen am 1. Juli 2011 in Kraft getretene Gesellschaftsrechts-Änderungsgesetz 2011 besteht – in mehreren Etappen – auch für nicht börsenotierte Aktiengesellschaften und damit auch und insbesondere für Familiengesellschaften – ein Anpassungs- und Umstellungsbedarf.
Aktionär gibt) und daher die Informationen auch im Einzelfall auf einem A4-Blatt Platz finden, ist mit der Umstellung auf Namensaktien die Führung eines Aktienbuchs verpfl ichtend. Bereits bestehende Aktienbücher sind bereits bis 1.1.2013 um weitere Informationen zu ergänzen.
Satzung
Zu diesen neuen Informations- und Dokumentationspfl ichten, die auch nicht börsenotierte Familiengesellschaften treffen, gehört insbesondere die Offenlegung der Kontoverbindungen der Aktionäre. Die Konten müssen bei Kreditinstituten mit Sitz im EWR oder einem Vollmitgliedstaat der OECD eingerichtet sein. Darüber sind sämtliche Zahlungen der Aktiengesellschaft an den Aktionär (nicht bloß Dividendenzahlungen) abzuwickeln, um eine „Identifizierung“ des jeweiligen Aktionärs zu ermöglichen. Fallen zivilrechtliches und wirtschaftliches Eigentum an der Namensaktion auseinander – was bei unechten Treuhandschaften der Fall ist –, ist der tatsächliche Eigentümer (der sogenannte „Legitimationsaktionär“) in das Aktienbuch aufzunehmen. Dadurch soll die Möglichkeit der Ausübung von Aktionärsrechten aus fremden Namensaktien ohne Offenlegung des tatsächlichen Eigentümers der Aktien weiter eingeschränkt werden. Eine solche Ergänzung kann jedoch unterbleiben, wenn es sich beim eingetragenen Aktionär um ein Kreditinstitut (wiederum mit Sitz im EWR oder einem Vollmitgliedstaat der OECD) oder einen echten Treuhänder handelt.
Die Zielrichtung der Gesetzesänderung (Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung) durch grundsätzliche Umstellung nicht börsenotierter Gesellschaften auf Namensaktien wird Familienaktiengesellschaften praktisch eher weniger treffen. Sollte der Gesellschaftsvertrag aber die Ausgabe von Inhaberaktien ermöglichen, besteht Handlungsbedarf, denn nicht börsenotierte Aktiengesellschaften dürfen nur noch Inhaberaktien ausgeben, wenn die Ausgabe auf Kapitalmaßnahmen beruht, die noch vor dem 1. August 2011 beschlossen und vor dem 31.12.2011 ins Firmenbuch angemeldet werden. Da in der Praxis viele nicht börsenotierte Aktiengesellschaften die grundsätzliche Möglichkeit der Ausgabe von Inhaberaktien vorsehen (selbst wenn solche gar nicht ausgegeben wurden), ist dann bis spätestens 31.12.2013 eine Anpassung der Satzung erforderlich.
Zwischenscheine Weiters ist die Abschaff ung der Zwischenscheine zu beachten. Als einfachste Form der Verbriefung von Gesellschaftsanteilen fanden Zwischenscheine bis zur Gesetzesänderung weite Verbreitung. Eine Ausgabe von Zwischenscheinen ist allerdings bereits seit dem 1. Juli 2011 nicht mehr möglich. „Alte“ (bereits ausgegebene) Zwischenscheine müssen bis 31.12.2013 grundsätzlich auf Namensaktien umgestellt werden.
Aktienbuch Wenngleich es sich bei Familiengesellschaften regelmäßig um einen überschaubaren Kreis von Aktionären handelt (oder es vielleicht überhaupt nur einen
Dr. Ivo Rungg ist Rechtsanwalt und Partner bei Binder Grösswang Rechtsanwälte, WienInnsbruck Foto: BLICKFANG photography
Im Interesse einer entsprechenden Compliance des Familienunternehmens mit den neuen Vorschriften sollte daher ein Blick in die Satzung geworfen und der konkrete Anpassungsbedarf erhoben werden. Es empfiehlt sich auch, das Aktienbuch zu überprüfen und nach den neuen Vorgaben zu ergänzen. Zwar sind die Übergangsfristen vom Gesetzgeber – wie aus der Tabelle ersichtlich – relativ großzügig bemessen, doch gerade deshalb sollte man keinesfalls darauf vergessen.
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Der wesentliche Umstellungsbedarf für nicht börsenotierte Aktiengesellschaften im Überblick: bis 1.1.2013
• Ergänzung der Kontoverbindungen der Aktionäre im • allenfalls
bis 31.12.2013
bestehenden Aktienbuch Ergänzung des tatsächlichen Eigentümers im bestehenden Aktienbuch
Umstellung auf Namensaktien (Hauptversammlung-Beschluss über Satzungsänderung) Kraftloserklärung von Inhaberaktien und Zwischenscheinen • Neueinrichtung eines Aktienbuchs •
• Umtausch/allenfalls
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Aktiengesellschaften spielen eine wesentliche Rolle in der österreichischen Wirtschaft. Vielfach hat man dabei die „klassische Publikumsgesellschaft“ vor Augen, bei der die Kapitalsammelfunktion mit einer Vielzahl von Aktionären mit nur geringer Bindung an das Unternehmen (Stichwort Börsenhandel) im Vordergrund steht. Häufig befinden sich aber bedeutende Aktiengesellschaften, die wesentliche Leistungen in der österreichischen Wirtschaft erbringen (und daher einen dementsprechenden Kapitalbedarf haben), fest in Familienhand. Regelmäßig notieren diese „personalistischen“ Aktiengesellschaften nicht an der Börse und haben eine überschaubare Gesellschafterstruktur aus partizipierenden Familienangehörigen und – zum Teil – auch Investoren.
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t h g i l H b m G U E e i D
In den meisten Fällen wird eine Erwerbstätigkeit in Österreich in die Form der Kapitalgesellschaft unter der Bezeichnung „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ (kurz: GmbH) gekleidet – wie der Name schon sagt, steht dahinter die Erwägung, eine Haftung der Gesellschaft für ihre Tätigkeit zu beschränken bzw. das Kapitalanlagerisiko zu reduzieren. Ab ihrer Errichtung muss jede GmbH, wie auch natürliche Personen, ihre Erträge versteuern. Österreichische GmbHs triff t somit eine vierteljährliche Körperschaftssteuer von 25 % ihres Gewinns. Im Fall, dass eine Gesellschaft keinen Gewinn oder einen Verlust verzeichnet, triff t sie in Österreich eine Körperschaftssteuer von 5 % ihres Stammkapitals. Es wird demnach eine sogenannte „Quellensteuer“ eingehoben, also die Erträge werden direkt an der „Quelle“, aus der sie fl ießen, versteuert. Mit der Europäisierung des Wirtschaftsraumes hat die Europäische Union die sogenannte „MutterTochter-Richtlinie“ geschaffen. Mitgliedstaaten haben die von Tochtergesellschaften an ihre Mütter oder von Enkelgesellschaften an ihre Töchter auf ihre Gewinne gezahlten Steuern auf die Steuerschuld der Muttergesellschaft anzurechnen. Unter bestimmten Voraussetzungen unterliegen daher Gewinnausschüttungen zwischen Kapitalgesellschaften innerhalb der EU keinem Quellensteuerabzug bzw. wird im Ansässigkeitsstaat des Empfängers der Dividende die Quellensteuer angerechnet und keine Doppelbesteuerung vorgenommen. Ist beispielsweise eine Gesellschaft in der Slowakei ansässig, also hat sie dort ihren Ort der tatsächlichen Geschäftsleitung, so wären grundsätzlich nach dem
zwischen Österreich und der Slowakei geltenden Doppelbesteuerungsabkommen Dividenden (z.B. aus GmbH-Anteilen) im Ansässigkeitsstaat des Dividendenempfängers nach dem dort gültigen Steuersatz zu besteuern. Der Ansässigkeitsstaat der die Dividenden auszahlenden juristischen Person (Quellenstaat) wäre berechtigt, eine Quellensteuer in der Höhe von 10 % zu erheben. Im Anwendungsbereich der europäischen Mutter-Tochter-Richtlinie fällt jedoch keine Quellensteuer an und verbleibt daher eine Besteuerung im Ansässigkeitsstaat des Dividendenempfängers. Mit der Mutter-Tochter-Richtlinie wurde daher auf EU-Ebene wirtschaftlich die seit Jahren diskutierte und noch immer nicht rechtlich umgesetzte „Europäische GmbH“ ermöglicht. Obwohl die EU noch keine rechtliche Handhabe für die von ihr angedachte „Societas Privata Europaea“ – mit einem geringe(re)n Mindestkapital und einfacher(er) Gründung u.a. im Wege einer Umgründung – kennt, kann eine „EUGmbH light“ durch Gründung von Töchtergesellschaften geschaffen werden. In Österreich ist dies durch die Errichtung von inländischen Zweigniederlassungen möglich. Als Zweigniederlassung wird ein vom Sitz räumlich getrennter, organisatorisch weitgehend verselbständigter Teil des Unternehmens verstanden, der unter einer eigenen Leitung tätig wird und auf mehr als nur vorübergehende Dauer hin angelegt ist. Reine Vermittlungsstellen, Schauräume oder Werkstätten erfüllen dieses Erfordernis nicht.
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A
linie. -Richt r e t h c er-To r Mutt e d h c ng na turieru k u r t s s usland
Dr. Barbara Matz Rechtsanwältin ADVOKATUR DR. HERBERT SCHÖPF LL.M. Rechtsanwalt-GmbH, Innsbruck
Im Wege einer entsprechenden Gesellschaftsstrukturierung kann daher die Idee einer europäischen Gesellschaft mit einem wirtschaftlichen, formellen und steuerlichen Business-Background nachvollzogen werden.
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Über „business as usual“ und die Haftung von Geschäftsführern in Österreich In der Vergangenheit öfters noch als graue juristische Theorie abgetan, hat das Schlagwort Geschäftsführerhaftung längst Eingang in die juristische Praxis und die österreichischen Gerichtssäle gefunden. Nicht immer leicht zu klären ist allerdings, wo die Haftungsgrenzen genau verlaufen, wann und wo den Geschäftsführern besondere Sorgfalt abverlangt wird und welche straf- und zivilrechtlichen Konsequenzen sich im Einzelfall konkret ergeben.
Grundsätzlich sind Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder persönlich haftbar, wenn sie ihre gesetzlichen und vertraglichen Pfl ichten schuldhaft verletzen und dadurch einen Schaden verursachen. Das Gesetz spricht vom Sorgfaltsmaßstab des ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters, was insbesondere die Einrichtung (i) eines angemessenen Rechnungswesens, (ii) funktionierender Informations- und Kontrollsysteme sowie (iii) dem Unternehmenszweck, der Unternehmensgröße und den allgemeinen wirtschaftlichen Umständen entsprechender Organisations-, Zuständigkeits- und Überwachungsregeln voraussetzt. Kurzum, der Geschäftsleiter muss (fast) alles wissen, (fast) alles können und (fast) alles tun. Welche konkreten Rechtsfolgen ein Verstoß gegen diesen strengen Sorgfaltsmaßstab nach sich ziehen kann, soll anhand eines einfachen praktischen Beispiels erörtert werden: Mitarbeiter M ist Leiter der Einkaufsabteilung der XY-GmbH. Um die Beliefe-
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rung mit seltenen Rohstoffen sicherzustellen, besticht M den Verkaufsleiter des Rohstoffl ieferanten A.
Strafrechtliche Konsequenzen Als unmittelbarer Täter macht sich M der Bestechung gemäß § 10 UWG bzw. unter Umständen der Bestechung gemäß § 168d StGB sowie der Untreue gemäß § 153 StGB schuldig. Der Geschäftsführer muss sich dieses strafrechtliche Verhalten seines Mitarbeiters M nicht automatisch zurechnen lassen. Es gilt das allgemeine Schuldprinzip (§ 4 StGb), wonach jede Person nur für eigenes Verschulden einzustehen hat. Die strafrechtliche Verantwortung des Geschäftsführers würde in erster Linie einen eigenen Tatbeitrag (als Anstifter oder sonstiger Beitragstäter) voraussetzen. Daneben kann unter bestimmten Voraussetzungen allerdings auch ein Unterlassen des Geschäftsführers strafrechtlich relevant sein. Nachdem im vorliegenden Beispiel die Bestechungshandlung zugunsten der Gesellschaft (Sicherstel-
Fall an der Bestechungshandlung des M nicht selbst aktiv beteiligt ist, kommt eine Schutzgesetzverletzung durch den Geschäftsführer nur im Ausnahmefall in Betracht.
Die Haftung nach dem UWG
Dr. Johannes Barbist ist Rechtsanwalt und Partner bei Binder Grösswang Rechtsanwälte, Wien-Innsbruck Foto: BLICKFANG photography
Wie hat sich der Geschäftsführer im konkreten Fall nach Bekanntwerden des Bestechungsfalls zu verhalten?
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lung der Rohstoff versorgung) begangen worden ist, kommt darüber hinaus eine strafrechtliche Verantwortung der Gesellschaft als juristische Person nach dem Verbandsverantwortlichkeitsgesetz in Frage. Voraussetzung hierfür ist ein Überwachungs- und/ oder Organisationsverschulden auf Seiten des Geschäftsführers. Die Verbandsverantwortlichkeit (die Verbandsgeldbuße) besteht parallel zur individuellen strafrechtlichen Verantwortung des Mitarbeiters M.
Mitbewerber, denen durch die Bestechungshandlungen des M ein Schaden droht oder bereits entstanden ist (z.B. Belieferungsprobleme beim betreffenden Rohstoff ), können allfällige Schadenersatz- und Unterlassungsansprüche auch auf das UWG stützen. Hinsichtlich des Unterlassungsanspruches gilt der weite Störerbegriff des § 14 UWG, wonach der Geschäftsführer einer GmbH auch für unlautere Handlungen seiner Mitarbeiter in Anspruch genommen werden kann, wenn er davon wusste bzw. hätte wissen müssen und die unlautere Handlung auch entsprechend verhindern hätte können. Demgegenüber können Schadenersatzansprüche nach dem UWG (§ 16 UWG) nur gegen den unmittelbaren Täter bzw. dessen Gehilfen oder Anstifter sowie – unter bestimmten Voraussetzungen – gegen den Unternehmensinhaber geltend gemacht werden. Bloße Mitwisserschaft begründet somit nach dem UWG keine schadenersatzrechtliche Mithaftung des Geschäftsführers.
Die zivilrechtliche Innenhaftung Gerade bei „korruptionsanfälligen“ Bereichen des Unternehmens (z.B. Einkauf) ist es unabdingbar, das Korruptionsrisiko durch organisatorische Vorkehrungen (Vier-Augen-Prinzip), regelmäßige Schulungen und Anweisungen sowie fortlaufende Überwachung möglichst einzudämmen. Kommt der Geschäftsführer dieser Verpfl ichtung nicht (ausreichend) nach, so haftet er der Gesellschaft aufgrund seines Organisationsverschuldens für sämtliche dadurch eingetretene Schäden (z.B. Schadenersatzpfl ichten der Gesellschaft gegenüber Mitbewerbern, Prozesskosten). Die Haftungserleichterungen des Dienstnehmerhaftpfl ichtgesetzes sind auf Schadenersatzansprüche der Gesellschaft gegen den Geschäftsführer nicht anwendbar.
Von einem sorgfältigen Geschäftsleiter wird einerseits zu verlangen sein, dass er den Vorfall (zumindest unternehmensintern) hinreichend aufklärt. Darüber hinaus müssen Vorkehrungen getroffen werden, die ähnliche Rechtsverstöße in Zukunft vermeiden können. Besteht bereits ein Compliance-System, ist dieses unter Umständen entsprechend zu verbessern und zu erweitern. Im Hinblick auf mögliche zukünftige Rechtsverstöße von Mitarbeitern ist eine solche Nachjustierung des Compliance-Systems nicht nur für die Haftung des Geschäftsführers, sondern auch unter dem Aspekt möglicher Strafnachlässe oder -reduktionen im Strafverfahren gegen die Gesellschaft infolge Verbandsverantwortlichkeit von großer Bedeutung.
Die zivilrechtliche Außenhaftung
Fazit
Die Außenhaftung des Geschäftsführers – also die Haftung gegenüber Dritten (Gesellschaften und Privatpersonen) – ist nach der gesetzlichen Konzeption nur ganz ausnahmsweise, insbesondere bei Verletzung von Schutzgesetzen, vorgesehen (z.B. verspätete Konkursanmeldung, falsche oder verzögerte Anmeldungen zum Firmenbuch, Verkürzung von Abgabenschulden und Sozialversicherungsbeiträgen). Sofern der Geschäftsführer im vorliegenden
Die Haftung für Entscheidungen, Maßnahmen oder Unterlassungen hängt wie ein Damoklesschwert über der Tätigkeit von Unternehmensmanagern. Um das Haftungsrisiko zu minimieren, bedarf es proaktiver Maßnahmen in Bezug auf die Unternehmensorganisation, die Auswahl und Instruktion der Mitarbeiter sowie die Kontrolle und Überwachung der Arbeitsabläufe. Rechtsanwälte können dabei eine wesentliche Hilfestellung geben.
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Alarm schlagen bei Missständen Whistleblowing – Zivilcourage oder Vernaderung? Schon in der Antike galt: Der Überbringer schlechter Nachrichten wird geköpft. Auch Arbeitnehmer, die Missstände im Unternehmen (z.B. in den Bereichen Umweltrecht, Gesundheit, Verbraucherschutz, Sicherheit usw.) aufdecken, haben regelmäßig mit nachteiligen Konsequenzen zu rechnen. Mit der Zunahme des Interesses an Transparenz gewinnt der Begriff des „Whistleblowing“ an Aktualität. Dieser Beitrag fasst die aktuelle Rechtslage in Österreich zusammen.
Geheimnisverrat und Vertrauensunwürdigkeit? Herr X, Bilanzbuchhalter bei der A GmbH, gelangt zur Ansicht, dass ihm die Geschäftsführung zum Zwecke der Vorbereitung der Bilanzfälschung wiederholt rechtswidrige Weisungen zu einzelnen Buchungen erteilt hat. Er zeigt seinen Verdacht bei der Staatsanwaltschaft an. Als die Geschäftsführung von der Anzeige erfährt, wird Herr X fristlos entlassen, mit der Begründung, er habe falsche, kreditschädigende Informationen über die A GmbH verbreitet und sei vertrauensunwürdig.
Meldung von Missständen Der Begriff des Whistleblowing stammt aus dem angloamerikanischen Rechtsraum und leitet sich vom Ausdruck „to blow a whistle“ ab. Ein Whistleblower ist ein Arbeitnehmer, der auf im Betrieb wahrgenommene Missstände ethisch zweifelhafter, unlauterer oder gar ungesetzlicher Natur hinweist oder diese öffentlich macht.
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Adressat der Meldung können Kollegen, die unmittelbaren Vorgesetzten oder höhere betriebsinterne Stellen sein. Auch Meldungen an externe Stellen – wie etwa an Behörden oder Medien – sind denkbar. Die interne und/oder externe Meldung behaupteter Missstände ist meist mit dem Risiko persönlicher Nachteile für den Arbeitnehmer, wie beispielsweise Mobbing, arbeitsrechtliche Konsequenzen bis hin zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses samt Schwierigkeiten bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle, sowie allenfalls auch mit verwaltungsstrafrechtlichen Konsequenzen verbunden.
Whistleblowing in Österreich Das Gleichbehandlungsgesetz (GlBG) verpflichtet gewisse Unternehmen zur Erstellung eines anonymisierten Berichtes zur Entgeltanalyse samt Durchschnittsentgelten, über dessen Inhalt der Arbeitnehmer
Das Umweltinformationsgesetz sieht einen Informantenschutz für Betriebsangehörige vor, die der Behörde konkrete Anhaltspunkte für Verstöße gegen nationale und europäische Verordnungen zur Schaffung eines Europäischen Schadstoff freisetzungs- und -verbringungsregisters anzeigen. Ein ausdrückliches, gesetzlich geregeltes, allgemeines Anzeigerecht besteht in Österreich jedoch nicht. Auch in der österreichischen Judikatur wurde Whistleblowing bislang selten behandelt. Nach der Rechtssprechung zählen unlautere Geschäftspraktiken oder gesetzwidriges Verhalten nicht zu den Umständen, an deren Geheimhaltung der Arbeitgeber ein objektiv berechtigtes Interesse hat. Ein Arbeitnehmer darf daher im Interesse der Allgemeinheit auch Strafanzeige gegen seinen Arbeitgeber erstatten, wenn sonst kein gelinderes Mittel vorhanden ist. Er muss allerdings davon überzeugt sein, dass das angezeigte Verhalten rechtswidrig ist. Haltlose oder stark überzogene Darstellungen sind hingegen unzulässig. Sofern die Anzeige eines Arbeitnehmers diese Kriterien nicht erfüllt, kann es zur – jeweils berechtigten – verhaltensbedingten Kündigung oder gar zur Entlassung kommen; zudem sind Schadenersatz- und Unterlassungsansprüche gegen den Arbeitnehmer denkbar.
Whistleblowing-Hotlines Vorrang der innerbetrieblichen Aufarbeitung Ein Arbeitgeber hat einerseits ein Interesse an der Geheimhaltung von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen. Andererseits können Meldungen über behauptete Missstände für ihn auch von Nutzen sein. Bei Whistleblowing-Hotlines handelt es sich um betriebliche Anzeigesysteme, bei welchen (auch) anonyme Meldungen über Mitarbeiterverhalten erstattet werden können. Diese vertraulichen Kontrollsysteme sollen dazu dienen, Missständen vorzubeugen, diese zu beseitigen und dadurch Imageschäden am Unternehmen zu vermeiden. Die Einrichtung von Whistleblowing-Hotlines ist daher nicht bloß als Aufruf zur „Vernaderung“ zu sehen. Im Regelfall wird die zwingende Zustimmung des Betriebsrates erforderlich sein, weil derartige Maßnahmen grundsätzlich geeignet sind, die Menschenwürde zu berühren. Der US-Kongress verabschiedete 2002 nach den großen Bilanzfälschungsskandalen den SarbanesOxely Act, der börsennotierte US-Unternehmen, aber auch deren (ausländische) Tochtergesellschaften sogar zur Einführung interner Kontrollmaßnahmen samt sogenannter Whistleblowing-Hotlines verpfl ichtet. Diese Verpfl ichtung kann in Österreich zu besonderen datenschutz- und arbeitsrechtlichen Problemen führen. Auch ohne die Einrichtung von Hotlines kann eine Verpfl ichtung des Arbeitnehmers
bestehen, Missstände im Unternehmen aufzudecken, sofern ein dringender Verdacht besteht, dass ein Kollege oder Vorgesetzter eine schwerwiegende Pfl ichtenwidrigkeit zu Lasten des Arbeitgebers begangen hat und andernfalls ein erheblicher Schaden entstehen würde.
Schutz des Arbeitnehmers Wurde ein Arbeitnehmer aufgrund der Meldung behaupteter Missstände entlassen, hat er im Rahmen der Anfechtung seiner Entlassung das Recht darzulegen, aus welchen Gründen seine Meldung zulässig war. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang auch der sogenannte Motivkündigungsschutz, im Rahmen dessen ein Arbeitnehmer die (ordentliche) Kündigung seines Arbeitsverhältnisses wegen eines verpönten (unzulässigen) Kündigungsmotivs anfechten kann.
Mag. Melanie GasslerTischlinger, LL.M. Rechtsanwältin Greiter Pegger Kofler & Partner, Rechtsanwälte, Innsbruck www.greiter.lawfirm.at Foto: BLICKFANG photography
Allenfalls kann eine (vertragliche) Zusicherung an den Arbeitnehmer sinnvoll sein, wonach bei gutgläubig abgegebenen Meldungen ein Schutz gegen gewisse Nachteile besteht. Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) – Fall Heinisch Im Fall Heinisch brachte eine Altenpflegerin eines Berliner Altenheimes Strafanzeige gegen den Heimbetreiber wegen des Verdachts auf Begehung von Straftaten ein, nachdem sie intern kein Gehör gefunden hatte. Die Altenpflegerin wurde als Folge fristlos entlassen und unterlag mit ihrer Anfechtungsklage vor den deutschen Gerichten. Der EGMR entschied, dass ihre Strafanzeige durch das Recht auf freie Meinungsäußerung geschützt sei, weil ein öffentliches Interesse an der Bekämpfung von Missständen in der Altenpflege bestehe. Der EGMR betonte zwar, dass ein Whistleblower die Verantwortung trage, die Richtigkeit seines Vorbringens in angemessener Weise zu überprüfen, stellte jedoch auch klar, dass vom gutgläubigen Whistleblower nicht erwartet werden könne, behördliche Ermittlungsergebnisse vorauszusehen. Gegenständlich überwiege daher das öffentliche Informationsinteresse gegenüber den Interessen des Heimbetreibers.
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Verschwiegenheit zu wahren hat. Der Arbeitnehmer ist jedoch ausdrücklich berechtigt, gegebenenfalls externe Beratung einzuholen und ein Verfahren über seine Ansprüche nach dem GlBG einzuleiten.
Resümee und Ausblick Eine einheitliche gesetzliche Regelung des Whistleblowing fehlt derzeit (noch) in Österreich. Ob das Vorgehen eines Arbeitnehmers berechtigt ist, hängt grundsätzlich insbesondere davon ab, ob ihm seine Meldung subjektiv berechtigt erscheinen musste oder nicht. Er hat daher im zumutbaren Ausmaß die Stichhaltigkeit seiner Anschuldigungen zu überprüfen. Zur Förderung der Rechtssicherheit für beide Seiten wäre die Regelung eines Anzeigerechtes – wie in bestimmten anderen Rechtsordnungen bereits vorhanden – wünschenswert. Die gesetzliche Determinierung von Rahmenbedingungen zur Absicherung des Arbeitnehmers hinsichtlich seiner Risikolage (samt der Verpflichtung zur Wahl des gelindesten Mittels und zum vorherigen Versuch einer innerbetrieblichen Abhilfe) hätten auch für den Arbeitgeber den Vorteil der besseren Einschätzbarkeit seiner Rechtsposition.
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Abfallrecht – jüngst „recycelt“ Neuerungen der AWG-Novelle 2010 Das Abfallrecht gilt als eines der Herzstücke der Umweltschutzgesetze. Seit 16.02.2011 ist die jüngste Novelle zum Abfallwirtschaftsgesetz 2002 (AWG-Novelle 2010, BGBl I 2011/9) in Kraft. Sie brachte eine Vielzahl von strukturellen und punktuellen Änderungen, die (fast) alle betreffen, welche mit dem Abfallregime auf irgendeine Weise in Berührung kommen: vom Besitzer gefährlicher oder nicht gefährlicher Abfälle über die produzierende Industrie bis hin zu den Abfalltransporteuren und den gewerblichen Abfallentsorgern. Der Beitrag listet im Schnelldurchlauf die interessantesten Neuerungen auf.
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EU-Vorgabe
Neue 5-stufige Abfallhierarchie
Die AWG-Novelle 2010 ist inhaltlich keine eigene Erfindung Österreichs. Mit ihr wurde schwerpunktmäßig – wenngleich mit leichter Verspätung (Umsetzungsfrist endete am 12.12.2010) – ein zentrales umweltbezogenes Gesetzesvorhaben auf europäischer Ebene in nationales Recht umgesetzt, nämlich die neue Abfallrahmenrichtlinie der EU (RL 2008/98/ EG, ABl 2008 L 312/3 vom 19.11.2008). Das Richtlinien-Regelwerk soll die Grundlage für einen zukunftsfähigen und nachhaltigen Umwelt-, Klimaund Ressourcenschutz in allen EU-Mitgliedsländern darstellen. Neben dem mittelfristig angestrebten Primat der Abfallvermeidung (Stichworte: nationale Abfallvermeidungsprogramme bis spätestens 2013; bis 2014 Festlegung von Zielvorgaben seitens der EU für die Abfallvermeidung ab 2020) zeichnet sich die Richtlinie vor allem durch eine unmittelbar wirksame Stärkung des Gedankens der Kreislaufwirtschaft aus – Europa als Recyclinggesellschaft mit hoher/effizienter Ressourcennutzung!
Die frühere 3-stufige Abfallhierarchie (Vermeidung, Verwertung, Beseitigung) wurde von einer 5-teiligen abgelöst. Die bisherige „Abfallverwertung“ wurde nunmehr weiter aufgesplittet, und zwar in die „Vorbereitung zur Wiederverwendung“ (Bsp. Reinigung von Altkleidern; Prüfung der Funktionsfähigkeit und Reparatur von Altgeräten), das „Reycling“ für den ursprünglichen oder für andere Zwecke (Bsp. „Metall zu Metall“; Kompostierung) sowie die sog. „sonstige Verwertung, z.B. energetische Verwertung“. Letzteres umfasst sowohl die sonstige stoffl iche Verwertung (Bsp. Verfüllung; Rekultivierung) als auch die demonstrativ erwähnte thermische/energetische Verwertung. Aus der Prioritätenfolge, welche der neuen aufgefächerten Abfallhierarchie zugrunde liegt und von welcher der Gesetzgeber (= Adressat) bei seinen legislativen Maßnahmen nur ausnahmsweise im Sinne eines besseren Umweltschutzes bei gesamthafter Betrachtung des gesamten (Produkt-)Lebenszyklus
Begriffsanpassungen, geänderte und neue Ausnahmen Während der innerstaatliche Abfallbegriff trotz Streichung des Verweises auf die frühere Abfallgruppenliste keine inhaltliche Änderung erfuhr, wurden diverse Begriffsdefinitionen (z.B. für Altöl, Abfallbehandlung etc.) an die Diktion der neuen EU-Abfallrahmenrichtlinie angepasst bzw. neue geschaffen. Eine Modifi kation (Änderung und Erweiterung) erfuhren auch die Ausnahmen vom Abfallbegriff. Nicht als Abfall gelten etwa nicht kontaminierte Böden und andere natürlich vorkommende Materialien, die am Ort ihres Aushubes für Baumaßnahmen verwendet werden. Unter diese Ausnahme fällt auch Tunnelausbruchmaterial, was angesichts von mehr als 200 km Tunnel, die sich momentan in Österreich in Bau bzw. Planung befinden, eine erhebliche Erleichterung für die Baubranche darstellt.
Verschärfte Abfallproduzentenhaftung Neu ist auch die verschärfte Verantwortlichkeit des Abfallerzeugers und Abfallbesitzers für die umweltgerechte Behandlung von Abfällen. Um nicht in eine unbeschränkte, mitunter teure öffentlich-rechtliche (Weiter-)Haftung für Ersatzbehandlungsaufträge (neben einer allfälligen zivilrechtlichen Haftung) hineinzugeraten, ist bei der Übergabe von Abfällen zu prüfen, ob der Abfallsammler/-behandler auch wirklich ausreichend befugt ist (Möglichkeit der Registerabfrage des Berechtigungsumfanges). Es empfiehlt sich daher dringend, dass sich die Unternehmer die Sammler- und/oder Behandlererlaubnis der eingeschalteten Entsorgerbetriebe vorweisen lassen. Weiters ist unbedingt darauf zu achten, dass die „umweltgerechte Verwertung oder Beseitigung“ der Abfälle explizit beauftragt wird. Der Abfallproduzent ist daher gut beraten, aufgrund seiner gesteigerten Verantwortlichkeit gezielt darauf zu achten, an wen er seine Abfälle übergibt, und die bestehenden Entsorgungsaufträge/ -verträge nötigenfalls zu adaptieren.
sen. Bestehende Sammler- und Behandlererlaubnisse für nicht gefährliche Abfälle gelten zwar (vorerst) weiterhin. Aufgrund der neuen Vorgaben ist jedoch die Gefahr, dass solche Erlaubnisse entzogen werden könnten, gestiegen. Geblieben ist der abfallrechtliche Geschäftsführer für gefährliche Abfälle. Für nicht gefährliche Abfälle ist nun eine sog. „verantwortliche Person“ zu bestellen (allerspätestens bis 31.01.2012 zu melden). Aber Vorsicht: Diese Person ist verwaltungsstrafrechtlich verantwortlich, kann also nicht gleichzeitig Abfallbeauftragter sein.
Transporteure: „Begleitschein“ nun auch für nicht gefährliche Abfälle Von den Neuerungen tangiert sind auch die Abfalltransporteure. Sie haben ab jetzt ein „Dokument“ mitzuführen, aus welchem Art, Menge, Herkunft und Verbleib der nicht gefährlichen Abfälle ersichtlich sind. Für die gefährlichen Abfälle gilt unverändert das bekannte Begleitscheinsystem.
Dr. Herwig Frei Rechtsanwalt Greiter Pegger Kofler & Partner, Rechtsanwälte, Innsbruck www.greiter.lawfirm.at Foto: BLICKFANG photography
Resümee und Ausblick Das stark europäisierte Abfallrecht ist eine sehr dynamische Rechtsmaterie. Mit der AWG-Novelle 2010 hat das nationale Abfallrecht seine vorläufig letzte „Umkrempelung“ erfahren. Alle Akteure der Abfallwirtschaft einschließlich der involvierten (Abfall-) Behörden sind nunmehr gefordert, das neue rechtliche Regelwerk mit Leben zu erfüllen. Mit dem neuen Bundes-Abfallwirtschaftsplan 2011 hat das sich selbst als „Lebensministerium“ bezeichnende Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft jedenfalls bereits einen bedeutsamen Schritt in diese Richtung getan!
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abweichen darf, ergibt sich zweierlei: Die thermische Verwertung ist nunmehr gegenüber Recycling nachrangig, die werkstoff mäßige Verwertung hat Vorrang. Innerhalb der Gruppe der Abfallverbrennungsanlagen sind, verglichen mit der früheren Reihung, die Mitverbrenner die klaren Verlierer. Sie rangieren nun an vorletzter Stelle, während die Alleinverbrenner bei Erfüllung der sog. Energieeffizienzklausel nun als Verwerter (und nicht mehr als Beseitiger) gelten und damit als klare Gewinner hervorgegangen sind.
Neues Berufsrecht für Abfallsammler und -behandler Bisher war die Sammlung und Behandlung nicht gefährlicher Abfälle bloß anzeigepfl ichtig. Nunmehr wurde eine Erlaubnispfl icht eingeführt, sodass auch hier wie bei den Entsorgern gefährlicher Abfälle ein Bescheidverfahren abzuführen ist. Angeglichen wurden auch die inhaltlichen Voraussetzungen; nunmehr sind auch für nicht gefährliche Abfälle Verlässlichkeit sowie fachliche Kenntnisse/Fähigkeiten nachzuwei-
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Betriebsübergabe Gerade im Bereich der klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) sind Betriebsübergaben naturgemäß häufig mit Emotionen verbunden. Für die meisten Unternehmer und Gewerbetreibenden geht es schließlich nicht nur um die Übergabe ihrer Firma oder von Firmenanteilen, sondern um die Weitergabe eines Lebenswerkes. Eine optimale Betriebsübergabe bedarf daher rechtzeitiger Planung. Die frühzeitige Auseinandersetzung mit den Folgen der Übertragung erleichtert ein geordnetes, sachliches Vorgehen. Dabei geht es letzten Endes nicht nur um steuerliche oder wirtschaftliche, sondern auch emotionelle Ergebnisoptimierung bei allen Beteiligten.
Eine Betriebsübergabe ähnelt in mancherlei Hinsicht dem Bau oder Kauf eines Eigenheims: Man triff t solche Entscheidungen meist nur einmal im Leben, und gerade deswegen sind sie so bedeutend. Es soll alles passen – auch weil die finanziellen Folgen nicht zu unterschätzen sind. Bei der Übertragung eines Betriebes sind sowohl vom Übergeber als auch vom Übernehmer weitreichende rechtliche Aspekte zu beachten. Derartige Entscheidungen zählen zu den umfassendsten und komplexesten der gesamten unternehmerischen Tätigkeit und beinhalten zum Beispiel gesellschafts-, zivil-, erb- und pensionsrechtliche Facetten. Es empfiehlt sich daher, bereits im Vorfeld einer geplanten Unternehmensübernahme Kontakt mit einem kompetenten Rechtsanwalt aufzunehmen. Dieser kooperiert im Bedarfsfall mit einem Steuerberater. Diese Experten sind mit der Materie bestens vertraut und können allen Beteiligten bei der Beurteilung der Art und Weise der Übergabe und auch bei der Wahl des optimalen Zeitpunktes behilfl ich sein.
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jaguar.at
Der Übernehmer will ja nicht die „Katze im Sack“ erwerben, sondern will wissen, was er erwirbt. Hierzu ist es jedenfalls erforderlich, sich im Vorfeld die Jahresabschlüsse bzw. Steuererklärungen zumindest der letzten drei Jahre anzusehen. Hier kann der Spezialist eine gewisse Entwicklung erkennen, die auch Schlüsse für eine Zukunftsprognose zulässt.
Mag. Peter Greil Rechtsanwalt in Regiegemeinschaft mit RA Dr. Andrea Haniger-Limburg und RA Dr. Hermann Graus, Innsbruck
Dennoch kann der Teufel im Detail liegen: Was ist, wenn der Übergeber noch offene Rechnungen hat? Es sind noch nicht alle Steuern bezahlt? Wie sieht es mit dem Mietvertrag aus? Was ist mit den Angestellten/ Arbeitern? Wer kommt dafür auf? Diese Fragen können erst beantwortet werden, wenn geklärt ist, ob es sich um eine Firmenfortführung handelt oder nicht. Wird das Unternehmen vom Nachfolger unter dem alten Namen fortgeführt, so steckt hierin ein enormes Haftungsrisiko. Diese Haftung bedeutet, dass der Erwerber für alle im Betrieb des Geschäfts begründeten Verbindlichkeiten des Veräußerers aufzukommen hat. Ein bloßer Namenszusatz, der der Firma Kontinuität gibt, reicht für eine Änderung des Unternehmens nicht aus. Der bloße Zusatz wird als Fortführung des Unternehmens gesehen und es haftet in diesen Fällen der Erwerber mit seinem gesamten Vermögen. Die Haftung des Veräußerers hingegen ist mit fünf Jahren für Verbindlichkeiten, welche vor Übergabe des Unternehmens entstanden sind, beschränkt (§ 39 UGB). Eine Beschränkung der Haftung des Erwerbers ist hier nicht vorgesehen (§ 38 UGB). Eine andere Regelung wird im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch getroffen: Grundsätzlich haftet der Erwerber solidarisch mit dem Veräußerer. Bei Geschäftsverbindlichkeiten haftet der Erwerber für alle unternehmensbezogenen Verbindlichkeiten, die er beim Erwerb des Unternehmens kannte oder zumindest kennen musste. Die Haftung ist jedoch mit der Höhe des übernommenen Wertes (= Unternehmen) beschränkt (§ 1409 ABGB). In diesem Fall übernimmt der Erwerber zum Zeitpunkt des Unternehmensübergangs sämtliche bis dahin entstandenen unternehmensbezogenen Rechte und Pfl ichten. Vereinbarungen, die hier den Übernehmer schützen sollen und die Haftung beschränken, sind zwar im Innenverhältnis zulässig, jedoch nach außen hin nicht wirksam. Ein außenstehender Dritter wird hier geschützt und dieser kann jedenfalls vom Erwerber die Befriedigung seiner Forderung verlangen. Aufgrund der internen Vereinbarung hätte jedoch der Erwerber die Möglichkeit, vom ehemaligen Unternehmer das Geleistete zurückzufordern. Um diese haftungsrechtlichen Fragen zu klären, ist bereits vor einer allfälligen Übernahme das zu übernehmende Unternehmen zu durchleuchten. Vertragliche Vereinbarungen sind hier unbedingt anzuraten, um spätere unerfreuliche Überraschungen zu vermeiden.
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Der Gesetzgeber sieht in bestimmten Bereichen vor, dass der Erwerber oder Nachfolger „automatisch“ in bestehende Verträge eintritt. Sind mit dem zu übergebenden Unternehmen Mietverträge verbunden, so gehen diese bei der Unternehmensübertragung auf den Erwerber über. Der Erwerber tritt an Stelle des bisherigen Hauptmieters. Diese Änderung ist dem Vermieter lediglich anzuzeigen, eine Zustimmung des Vermieters ist nicht erforderlich. Der Vermieter hat jedoch die Möglichkeit, binnen sechs Monaten ab Anzeige der Übertragung den bisherigen Hauptmietzins angemessen anzuheben. Für den Fall, dass einer der Vorteile des zu übernehmenden Betriebs in einem besonders günstigen Mietvertrag begründet ist, gilt es abzuklären, ob der Vermieter die Betriebsübernahme nicht zum Anlass nimmt, den Mietzins anzuheben. Das Arbeitsvertragsanpassungsgesetz sieht im Fall der Unternehmensübernahme vor, dass die zum Zeitpunkt der Übernahme bestehenden Arbeitsverträge vom Erwerber übernommen werden. Eine Zustimmung der Arbeitnehmer ist dazu nicht erforderlich. Da alle bestehenden Arbeitsverträge auf Grund gesetzlicher Bestimmungen auf den Erwerber übergehen, ist dieser an alle arbeitsrechtlichen Vereinbarungen seines Vorgängers gebunden. Es empfiehlt sich daher, anhand eines Mitarbeiterverzeichnisses insbesondere Sondervereinbarungen, wie z. B. Pensionszusagen oder Abfertigungen, zu hinterfragen. Daneben sollte auf jeden Fall beim Sozialversicherungsträger angefragt werden, ob alle Sozialversicherungsbeiträge für die Mitarbeiter ordnungsgemäß abgeführt worden sind. Der Erwerber haftet nämlich grundsätzlich für nicht abgeführte Sozialversicherungsbeiträge des Vorgängers der letzten zwölf Monate. Im Falle einer rechtzeitigen Anfrage beim Versicherungsträger haftet der Erwerber jedoch nur mit dem Betrag, der ihm als Rückstand ausgewiesen worden ist (§ 67 Abs 4 ASVG). Hinsichtlich der steuerrechtlichen Behandlung sieht der Gesetzgeber wieder eigene Regelungen vor: Der Erwerber haftet für betriebsbezogene Abgaben und Steuern für das letzte Kalenderjahr. Die Höhe der zu leistenden Abgaben und Steuern ist insofern begrenzt, als dass der Erwerber die in Betracht kommenden Schulden kannte oder kennen musste und er nicht schon so viel entrichtet hat, wie dies dem Wert des übertragenen Vermögens (ohne Abzug der Schulden) entspricht (§ 14 BAO). Gerade weil dieses Thema so umfangreich ist und weitreichende Konsequenzen mit sich bringt, sind eine individuelle Beratung und anwaltliche Begleitung für eine erfolgreiche Unternehmensübergabe unverzichtbar.
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„Bürgen soll man würgen“ (!!??)
Die Bürgschaft ist ein sehr altes Rechtsinstitut, welches erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftsentwicklung nimmt. Wenn man bedenkt, dass viele Rechtsgeschäfte nicht abgeschlossen worden wären, wenn es dieses Rechtsinstitut nicht gäbe. Häufig ist es nämlich so, dass die Ideengeber über keine finanziellen Mittel verfügen und deshalb auf Bürgschaften angewiesen sind.
Natürlich weiß man im Vorhinein nie, ob diese Geschäftsideen erfolgreich umgesetzt werden können. Hinzu kommt oft auch das Spannungsfeld zwischen Verwandtschaft, Familie oder Partnerschaft, in dem man sich allein schon deshalb verpflichtet fühlt, für die Schulden des anderen einzustehen.
Etwas differenzierter ist die Rechtsstellung beim sogenannten „Bürgen und Zahler“. Hier steht es dem Gläubiger von vornherein offen, bei wem er sich aus seinem Haftungspool befriedigt. Es handelt sich hierbei um eine strengere Form der Bürgschaft.
Das sanfte Würgen des Bürgen durch den Richter/Richterin Wenn der Gläubiger – oft ein Bankinstitut – seinen Aufklärungspflichten gegenüber dem Bürgen, bei welchem es sich nicht selten um einen Konsumenten handelt, nicht ordnungsgemäß nachgekommen ist, so kann das Gericht den Umfang der Bürgschaftsverpflichtung entsprechend mäßigen bzw. im Einzelfall sogar auf null reduzieren. Sollte das Würgerecht des Gläubigers also schlagend werden, so ist es jedenfalls ratsam, sich rechtliche Beratung einzuholen, bevor die oft nicht unerheblichen Schulden eines anderen beglichen werden. Hiervon zu differenzieren ist eine Bürgschaftsübernahme im Rahmen einer Unternehmensgründung. Dabei sollen aber nicht persönlich mithaftende Gesellschafter des Unternehmens in die Pfl icht genommen werden.
unter.nehmen
Wenn also der Schuldner das Darlehen nicht mehr bedienen kann und es sich um einen klassischen Bürgschaftsvertrag handelt, dann kommt es zum „Würgen des Bürgen“. Das heißt, der Bürge muss die gesamte noch aushaftende Forderung des Gläubigers bedienen. Eine Inanspruchnahme des Hauptschuldners durch den Bürgen im Wege des Regresses ist zwar möglich, doch meist aussichtslos.
Dr. Hermann Holzmann Rechtsanwalt
Es kann also durchaus nötig und auch sinnvoll sein, aus wirtschaftlicher Notwendigkeit eine Bürgschaft zu übernehmen.
Dr. Holzmann Rechtsanwalts GmbH, Innsbruck www.ra-holzmann.at
Resümee Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Existenz der Bürgschaft berechtigt ist, weil sie die Wirtschaft und den technologischen Fortschritt vorantreibt. Vor Übernahme der Bürgschaft ist jedenfalls höchste Vorsicht geboten und sind vor allem auch die Sorgfaltspflichten eines ordentlichen Kaufmannes einzuhalten. Die erste Überlegung sollte immer die sein, ob die eigene Existenz im Falle des Schuldnerausfalles gefährdet ist. Die Bürgschaft sollte deshalb nie allein aus freundschaftlicher oder verwandtschaftlicher Verpflichtung übernommen werden. Es ist deshalb das Resümee zu ziehen, dass die Bürgschaft ein äußerst wichtiges Rechtsinstitut ist, auf das im Rahmen der Wirtschaft niemals verzichtet werden kann.
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Unternehmenssanierung durch Insolvenz – kein Widerspruch Die Amerikaner haben es uns schon seinerzeit mit dem chapter-11-Verfahren vorgemacht – ein zeitlich überschaubares Verfahren, welches dem insolventen Unternehmer die Möglichkeit einer Reorganisation seines Unternehmens verschafft. Es bietet dem Unternehmer eine Erleichterung und Schutz für die Unternehmensstrukturierung an, weil insbesondere andrängende Gläubiger z.B. Exekutionsmaßnahmen einstellen müssen, was wiederum dem Unternehmer Zeit für Sanierungsmaßnahmen und Umstrukturierungen verschafft. Das Insolvenzgericht kann zudem einen Teil oder alle Schulden des Unternehmens streichen und Verträge aufheben, damit es zu einem „Neustart“ kommen kann. Auch in Österreich wurde nicht nur seitens der Wirtschaft gedrängt, ähnlich diesem chapter-11-Verfahren eine schuldnerfreundliche Regelung herbeizuführen.
Insolvenzordnung 2010 Am 1.7.2010 ist das Insolvenzrechtsänderungsgesetz 2010 in Kraft getreten, womit die seit 1914 bestehende Aufteilung des Insolvenzrechts auf zwei gesetzliche Grundlagen, nämlich Konkursordnung und Ausgleichordnung, beendet wurde. Das neue Insolvenzrecht schafft übersichtliche Verfahrensstrukturen, bringt eine Erleichterung der Unternehmensfortführung und in diesem Zusammenhang eine Beschränkung der Auflösung von Verträgen durch Vertragspartner des Schuldners, es ermöglicht weiteren Aufschub des Zugriffs der gesicherten Gläubiger, insbesondere der Absonderungsberechtigten, wie z.B. Banken.
Mehrere Sanierungsverfahren Das Insolvenzrechtsänderungsgesetz 2010 sieht ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung und ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung vor. In diesem Beitrag soll das Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung unter Aufsicht eines Verwalters übersichtsmäßig erläutert werden, da dieses Verfahren die Betriebsfortführung durch den Unternehmer am wenigsten einschränkt und der Schuldner „nicht aus dem Verkehr gezogen wird“.
Was, wie, wann, wo? Voraussetzung für die Einleitung des Sanierungsverfahrens ist eine gesetzmäßige Antragstellung durch den Schuldner beim zuständigen Insolvenzgericht für den Sitz des Unternehmens. Der notwendige Antragsinhalt ist gesetzlich geregelt. Erfüllt der Antrag nicht die gesetzlichen Voraussetzungen, ergeht seitens des Gerichtes ein Ver-
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besserungsauftrag mit kurzer Frist. Wird dieser gerichtlichen Aufforderung nicht zeitgerecht entsprochen, wird ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung oder ein Konkursverfahren eröffnet. Wesentliche Voraussetzung für die Eröffnung des Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung ist das Angebot des Schuldners, eine Mindestquote von 30 % der Forderungen innerhalb von zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplanes zu bezahlen. Weiter notwendiger Antragsinhalt ist, Angaben darüber zu machen, wie die zur Erfüllung des Sanierungsplans nötigen Mittel aufgebracht werden sollen, Angaben über die Anzahl der Beschäftigten und über deren im Unternehmen errichteten Organe sowie Bekanntgabe notwendiger Reorganisationsmaßnahmen, insbesondere Finanzierungsmaßnahmen. Ein genaues Vermögensverzeichnis, also eine aktuelle und vollständige Übersicht über den Vermögens- und Schuldenstand, Jahresabschlüsse und die Bereitschaftserklärung des Schuldners, vor Gericht zu bestätigen, dass seine Angaben über den Aktiv- und Passivstand richtig und vollständig sind und er nichts von seinem Vermögen verschwiegen hat, sind neben einem nachvollziehbaren Finanzplan weitere Voraussetzungen für eine Verfahrenseröffnung. Unter einem Finanzplan ist eine Gegenüberstellung der voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben für die folgenden 90 Tage ab Antragstellung zu verstehen, aus der sich ergibt, wie die für die Fortführung des Unternehmens und die Bezahlung der Masseforderungen (laufende Kosten) notwendigen Mit-
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Entzug der Eigenverwaltung Nicht unerwähnt soll bleiben, dass das Gericht die Eigenverwaltung unter gewissen Voraussetzungen entziehen kann, insbesondere dann, wenn Umstände bekannt werden, die den Schluss zulassen, dass die Eigenverwaltung zu Nachteilen für die Gläubiger führen werde. Dies wird dann der Fall sein, wenn • der Schuldner Mitwirkungs- oder Auskunftspflichten verletzt, • Verfügungsbeschränkungen oder überhaupt den Interessen der Gläubiger zuwiderhandelt, • der Finanzplan nicht eingehalten werden kann.
Insolvenzantragspflicht
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tel aufgebracht und verwendet werden sollen. Ein solcher Finanzplan hat daher eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (Budget) und Liquiditätsrechnung (Cashflow-Plan) zu beinhalten. Vorteilhaft in diesem Zusammenhang ist auch eine Abweichungsanalyse zu erstellen. Die Insolvenzordnung schreibt vor, dass der Sanierungsplan binnen 90 Tagen ab Einbringung von den Gläubigern angenommen sein muss, andernfalls das Gericht die Eigenverwaltung entzieht und einen Masseverwalter bestellt. Diese vom Gesetz vorgesehene 90-Tages-Frist verpflichtet das Gericht, rechtzeitig einen Gerichtstermin anzuberaumen zwecks Abstimmung der Gläubiger über das beantragte Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung.
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Für den betroffenen Schuldner gibt es in einem Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung Sonderregelungen, und zwar • keine Postsperre, was zur Folge hat, dass die Post weiterhin zugestellt und nicht an den Verwalter umgeleitet wird, • keine Sperre der Bankkonten, er kann jederzeit darüber verfügen, • es wird keine Inventarisierung des Unternehmens durchgeführt, • der Schuldner ist in Angelegenheiten der Eigenverwaltung zur Führung von Rechtsstreitigkeiten und sonstigen Verfahren (Außerstreitverfahren, Verwaltungsverfahren und Exekutionsverfahren) berechtigt. • Zur (oftmals unvermeidbaren) Beendigung von Dienstverhältnissen stehen dem Schuldner bereits im ersten Monat nach Verfahrenseröffnung die besonderen Auflösungsmöglichkeiten für Arbeitsverhältnisse nach den Bestimmungen der Insolvenzordnung zur Verfügung.
Sanierungsverwalter Dem vom Gericht bestellten Sanierungsverwalter obliegen in diesem Verfahren neben der Überwachung der Geschäftsführung des Schuldners verschiedene weitere Aufgaben, wie die Prüfung der angemeldeten Forderungen, die Veräußerung des Anlage- und Umlaufvermögens, die Anfechtung von Rechtshandlungen, Veräußerung von Sachen, an denen ein Absonderungsrecht besteht, dies nur beispielhaft angeführt.
Betroffene Unternehmer lassen sich oftmals viel zu lange Zeit, ein Insolvenzverfahren zu beantragen. Dafür lassen sich viele Gründe ins Treffen führen, wie etwa, dass man sich das Scheitern nicht eingestehen will oder dass es irgendwie schon gehen werde. So vergeht manchmal wertvolle Zeit bei Unternehmen in der Krise und wird oftmals ein Insolvenzantrag erst dann gestellt, wenn jegliche Liquidität erschöpft und das Unternehmen handlungsunfähig geworden ist. Daher sei an dieser Stelle auf die Insolvenzantragspflicht für den Unternehmer hingewiesen. Diese besteht bei Eintritt der Zahlungsunfähigkeit, d.h., wenn fällige Schulden generell nicht mehr bezahlt werden können und man sich nicht die erforderlichen Mittel ohne Täuschung neuer Gläubiger beschaffen kann. Bei juristischen Personen und solchen Gesellschaften, bei denen kein persönlich haftender Gesellschafter eine natürliche Person ist, wie etwa die GmbH & Co KG, besteht die Antragspflicht bei Überschuldung des Unternehmens. Nach den Bestimmungen der Insolvenzordnung kann schon bei drohender Zahlungsunfähigkeit das Insolvenzverfahren mit Eigenverwaltung beantragt werden. Von dieser Möglichkeit wird jedoch von Unternehmern in der Krise allzu selten Gebrauch gemacht. Auf die zivilrechtliche Haftung der Organe bei nicht rechtzeitiger Insolvenzbeantragung wird besonders verwiesen. Eine rechtzeitige Beantragung des Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung ermöglicht dem Unternehmer, vor Eintritt der Zahlungsunfähigkeit die für die Fortführung des Unternehmens notwendigen weiteren Maßnahmen zu setzen. Hiezu gehört vor allem die Sicherstellung der Weiterfinanzierung durch die Hausbank auf der Basis einer zu treffenden Sanierungsvereinbarung mit Sanierungszinssatz und neuem Tilgungsplan, die Information der Lieferanten, um die weitere Belieferung zu garantieren, sowie die Kontaktaufnahme mit den Arbeitnehmervertretungen im Falle, dass Dienstnehmerkündigungen erforderlich wären. Maßgeblich für ein erfolgreiches Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung ist die rechtzeitige und genaue Vorbereitung unter Beiziehung sachkundiger Berater.
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Das Schadenersatzkonzept des BVergG 2006 – zivilrechtliche Folgen von Vergabeverstößen Das öffentliche Beschaffungswesen stellt einen wesentlichen Wirtschaftsfaktor dar. Der Staat in seinen verschiedenen Ausformungen auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene benötigt zur Erfüllung der ihm obliegenden Aufgaben Sachgüter und Dienstleistungen. Im Rahmen der öffentlichen Auftragsvergabe tritt der Staat als Nachfrager am Markt auf. Zum Besten für das Gemeinwohl wird der niedrigste Preis und der leistungsfähigste Bieter gesucht. Wettbewerb erfordert Teilnehmer und klare Regeln!
Vor dem Hintergrund, dass die Funktionsfähigkeit eines vergaberechtlichen Regelungssystems die Möglichkeit seiner Kontrolle notwendig macht, muss sich sowohl der nachfragende Staat als auch der um einen Auftrag werbende Bieter an klar vorgegebene Verfahrensregeln halten, die ein faires und gleiches Vergabeverfahren sicherstellen. Vergabeverstöße des Staates als Auftraggeber können nicht nur zur Nichtigerklärung rechtswidriger Entscheidungen durch Vergabekontrollbehörden führen, sie können auch für den Auftraggeber und den erfolgreichen Mitbieter unangenehme Folgen zivilrecht-
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licher Art haben. So können rechtswidrig übergangene Bieter gegen den Auftraggeber Schadenersatzansprüche erheben, dies verbunden mit Unterlassungsansprüchen, welche sich auch gegen den erfolgreichen Mitbieter wegen Teilnahme am Vergabeverstoß des Auftraggebers richten können. Das Rechtsschutzsystem des Bundesvergabegesetzes ruht auf zwei Säulen: Dem verwaltungsbehördlichen Präventivschutz, der bis zur Zuschlagserteilung besteht und von den Rechtsschutzbehörden durch
bekontrollbehörde ist sohin Prozessvoraussetzung für eine Schadenersatzklage vor dem Zivilgericht. Kann infolge Fristversäumung ein Feststellungsbescheid nicht mehr erwirkt werden, ist auch der Schadenersatz verloren.
unter.nehmen
Erlassung einstweiliger Verfügungen sowie durch Nichtigerklärung rechtswidriger Entscheidungen des Auftraggebers wahrgenommen wird, und dem Anspruch auf Schadenersatz, den nach Zuschlagserteilung der übergangene Bewerber, Bieter oder Bestbieter vor den Zivilgerichten geltend machen kann. Die Abgrenzung der Zuständigkeit zwischen dem Bundesvergabeamt einerseits und den Vergabekontrollbehörden der Länder andererseits richtet sich danach, ob der Auftraggeber in den Vollziehungsbereich des Bundes und damit unter die Nachprüfungszuständigkeit des Bundesvergabeamtes oder in den Vollziehungsbereich der Länder und damit unter die Zuständigkeit der Vergabekontrollbehörde des jeweiligen Landes fällt. Ungeachtet dessen ist jedoch der Anspruch auf Schadenersatz jedenfalls vor einem Zivilgericht geltend zu machen. Weder das Bundesvergabeamt noch die Vergabekontrollbehörden der Länder entscheiden über Schadenersatzansprüche. Dennoch besteht eine enge Verknüpfung der verwaltungsbehördlichen Feststellungskompetenz mit der Schadenersatz-Entscheidungskompetenz des Gerichtes. Eine Schadenersatzklage vor dem Zivilgericht ist nur zulässig, wenn zuvor eine Feststellung des Bundesvergabeamtes bzw. der zuständigen Vergabebehörde erfolgt ist, dass wegen eines Verstoßes gegen das Bundesvergabegesetz (oder einer hierzu ergangenen Verordnung) oder wegen eines Verstoßes gegen ein unmittelbar anwendbares europäisches Gemeinschaftsrecht der Zuschlag nicht gemäß den Ausschreibungsunterlagen dem Angebot mit dem niedrigsten Gebot oder dem technisch und wirtschaftlich günstigsten Angebot erteilt wurde bzw. dass das Vergabeverfahren als solches an einer Rechtswidrigkeit leidet. Ein positiver Feststellungsbescheid der Verga-
An die spruchgemäße Feststellung der Vergabekontrollbehörde ist das Zivilgericht gebunden. Im Falle der Feststellung, dass der Zuschlag (rechtswidrigerweise) nicht dem Best- oder Billigstbieter erteilt wurde, stellt die Vergabekontrollbehörde jedoch nicht fest (und dürfte es auch nicht feststellen), wer Bestbieter war bzw. dass es der Antragsteller (und spätere Schadenersatzkläger) gewesen wäre. Selbst wenn die Vergabekontrollbehörde feststellt, dass der Zuschlag rechtswidrigerweise nicht dem Bestbieter erteilt wurde oder der Widerruf gesetzwidrig erfolgte, besteht dann kein Anspruch auf Schadenersatz, wenn – auf Antrag des Auftraggebers oder des ausgewählten Bestbieters – die Vergabekontrollbehörde feststellt, dass der Geschädigte auch bei Einhaltung des Bundesvergabegesetzes keine echte Chance auf Erteilung des Zuschlages gehabt hätte. Ein Bieter hat dann keine echte Chance auf Zuschlagserteilung, wenn er offenkundig chancenlos gewesen wäre. Ein Schadenersatzanspruch besteht auch dann nicht, wenn trotz festgestellter Rechtswidrigkeit und „echter Chance“ des Bieters auf Zuschlagserteilung der Geschädigte den Schaden durch Stellung eines Antrags auf Erlassung einer einstweiligen Verfügung sowie durch Stellen eines Nachprüfungsantrages hätte abwenden können. Ob dies der Fall ist, hat jedoch das Zivilgericht im Schadenersatzprozess zu beurteilen.
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Weitere Informationen: Advokatur Dr. Herbert Schöpf LL.M., Rechtsanwalt-GmbH, Arkadenhof, Maria-Theresien-Straße 34, 6020 Innsbruck, advokatur@dr-schoepf.at
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Das Team der Kanzlei Ullmann-Geiler & Partner
Kapitalerhaltungsgebot und Drittwirkung! Gratwanderung zwischen Gläubigerschutz und Bevorzugung des Gesellschafters? Unbillige Ergebnisse aus dem Blickwinkel des externen Kreditgebers.
Grundlagen / Ausgangslage Die auf die Höhe der erbrachten Einlagen beschränkte Haftung des Gesellschafters einer Kapitalgesellschaft und das daraus resultierende, den Gläubigern einer Kapitalgesellschaft aufgrund des nur beschränkt zur Verfügung stehenden Haftungsfonds zugemutete Risiko verlangen besondere Begleitvorschriften für die Kapitalaufbringung, aber auch einen erhöhten Sorgfaltsmaßstab zur Sicherung der Erhaltung des Stammkapitals1). Erst die ordnungsgemäße Aufbringung und Erhaltung des vereinbarten oder gesetzlich vorgesehenen (Mindest-)Stammkapitals rechtfertigen das Privileg der Haftungsbeschränkung. Das Stammkapital und überhaupt das Vermögen der Gesellschaft sollen als dauernder Grundstock der Gesellschaft und als einziges dem Zugriff der Gläubiger freigegebenes Befriedigungsobjekt gegen Schmälerungen, insbesondere durch Leistung an die Gesell-
schafter, abgesichert werden. Die Kapitalerhaltungsvorschriften dienen also dem im Gesellschaftsrecht verankerten Schutz der Gläubiger vor künftigen negativen Entwicklungen der Gesellschaft und stellen den Ausgleich für die mangelnde persönliche Haftung der Gesellschafter von Kapitalgesellschaften dar. Die wichtigsten gesetzlichen Bestimmungen zum Kapitalerhaltungsgebot (§ 52 AktG und § 82 GmbHG) sehen dementsprechend auch vor, dass die Gesellschafter ihre Stammeinlagen nicht zurückfordern können, sondern, so lange die Gesellschaft besteht, nur Anspruch auf den nach dem Jahresabschluss sich ergebenden Bilanzgewinn haben. Lehre und Rechtsprechung haben aus dieser Gesetzesbestimmung den Grundsatz abgeleitet, dass jede Zuwendung der Gesellschaft an die Gesellschafter, die – von wenigen Ausnahmen abgesehen – nicht eine Gewinnverwendung darstellt, verboten ist. Dementsprechend normiert das Gesetz auch eine Verpflichtung zur Rück-
1) OGH 11.11.1999, 6 Ob 4/99 b, aber auch bereits RV zum GmbHG, 236 BIg HH, Reich-Rohrwig, Kapitalerhaltung (2004) mit zahlreichen Ausführungen zur Teleologie
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Der Anwendungsbereich der Kapitalerhaltungsgrundsätze bezieht sich also grundsätzlich auf jede vermögensmindernde Leistung der Kapitalgesellschaft, die diese an ihre Gesellschafter erbringt, soweit diese nicht in Erfüllung eines Gewinnverwendungsanspruches oder eines drittüblichen Austauschgeschäftes erfolgte. Bezeichnend ist, dass sich das gesetzlich normierte Verbot, nach insoweit übereinstimmender Meinung in Lehre und Rechtsprechung, entgegen der deutschen Rechtslage nicht (nur) auf das Stammkapital der Gesellschaft bezieht, sondern auf das gesamte Vermögen, was vordergründig weder aus dem Wortlaut des Gesetzes noch aus dem Schutzzweck der Norm als „Gläubigerschutzbestimmung“ abgeleitet werden kann. Dieses Verständnis bedeutet im Ergebnis, dass auch das über das Stammkapital hinausgehende Vermögen der Kapitalgesellschaft jeder unmittelbaren und/oder mittelbaren Disposition der Gesellschafter so lange entzogen ist, als nicht ein rechtswirksamer Gewinnverwendungsanspruch der Gesellschafter begründet wurde.
Praktische Auswirkungen / Fallkonstellationen Die Rechtsprechung hatte sich in den vergangenen Jahren intensiv mit verschiedensten Fallkonstellationen beschäftigt, bei denen teils offene, teils verdeckte Verstöße gegen die Kapitalerhaltungsvorschriften zu beurteilen waren. Jede mittelbare oder unmittelbare, offene oder auch in Rechtsgeschäfte gekleidete, also verdeckte Leistung an einen Gesellschafter, der keine gleichwertige Gegenleistung gegenübersteht, ist nach jüngerem Verständnis vom Verbot der Einlagenrückgewähr umfasst2). Unzulässig ist dementsprechend jeder Vermögenstransfer von der Gesellschaft zum Gesellschafter in Vertragsform oder auf andere Weise, die den Gesellschafter zu Lasten des gemeinsamen Sondervermögens bevorzugt3). Ein Verstoß gegen die Kapitalerhaltungsvorschriften kann, wie in einer jüngst ergangenen Entscheidung des Obersten Gerichtshofes4) zum Ausdruck gebracht wurde, aber auch darin liegen, dass am Gesellschaftsvermögen oder an Teilen davon Sicherheiten für Dritte bestellt werden. Verboten sind also auch auf Veranlassung eines Gesellschafters vorgenommene Zuwendungen der Gesellschaft an einen dem Gesellschafter nahestehenden Dritten so insbesondere an eine andere Gesellschaft, an der einer der Gesellschafter vielleicht sogar selbst beteiligt ist5). Damit verbreitert sich der Anwendungsbereich der Kapitalerhaltungsvorschriften über den konkreten, aus dem Firmenbuch heraus ersichtlichen Kreis der Gesellschafter hinaus, sodass die vom Verbot umfassten Fallkonstellationen mittlerweile so vielschichtig erwei-
tert werden, dass Normverstöße speziell dem unerfahrenen Gesellschafter und/oder Geschäftsführer, aber auch einem allfälligen Vertragspartner, nicht einmal von vornherein und zwingend auffallen müssen. Als verbotswidrige Vermögensverschiebungen sind etwa – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – in der Judikatur bereits folgende rechtsgeschäftliche Verfügungen beurteilt worden: a) Unangemessene Austauschleistungen zwischen der Kapitalgesellschaft und ihrem Gesellschafter im Zusammenhang mit dem Abschluss von zweiseitigen Rechtsgeschäften, insbesondere Kauf- und/oder Mietverträgen b) Transfer von Dienstleistungen im, auf den ersten Blick, scheinbar unbedenklichen Austauschverhältnis c) missglückte Einbringung von Betrieben oder Teilbetrieben d) Besicherung von Krediten und/oder Kontoüberziehungen des Gesellschafters mit Vermögenswerten der Kapitalgesellschaft6) e) Vergütungen an Gesellschafter/Geschäftsführer (Gehälter und sonstige Nebenleistungen), aber auch f) Austauschleistungen im Zusammenhang mit InterCompany-Vereinbarungen oder beim Cash-Pooling, sogar zwischen Schwestergesellschaften oder überhaupt im Konzern g) Übernahme einer Bürgschaft für einen von der Schwestergesellschaft der bürgenden Gesellschaft aufgenommenen Kredit Der theoretische Anwendungsbereich ließe sich freilich angesichts der in der Praxis notgedrungen gegebenen Berührungspunkte zwischen der Kapitalgesellschaft und ihren Gesellschaftern und letzteren nahestehenden Dritten beinahe beliebig erweitern.
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zahlung aller zugunsten der Gesellschafter erbrachten Leistungen, die nicht auf einem wirksamen Rechtsgrund beruhen. Ohne Zweifel stellen die Vorschriften über die Kapitalerhaltung einen wesentlichen Bestandteil des Systems des Gläubigerschutzes dar, sodass das Verbot der Einlagenrückgewähr in Lehre und Rechtsprechung häufig auch als ein „Grundpfeiler der Haftungsbeschränkung“ der Gesellschafter bezeichnet wurde.
Rechtsfolgen Normadressat des in § 52 AktG und § 82 GmbHG enthaltenen Verbotes der Einlagenrückgewähr sind die Gesellschaft und der Gesellschafter oder Aktionär. Vor diesem Hintergrund ist die Sanktion, die der Gesetzgeber an das gesetzliche Verbot knüpft, gleichermaßen deutlich wie konsequent: Das Rechtsgeschäft ist, ohne dass auf subjektive Maßstäbe in irgendeiner Form Rücksicht zu nehmen wäre, schlichtweg nichtig, sodass es am Rechtsgrund für die gesamte Austauschleistung fehlt. Solange von dieser Konsequenz (nur) Gesellschafter und Gesellschaft betroffen sind, scheint dieses Ergebnis eine angesichts des Regelungszwecks durchaus angemessene Sanktion, sodass im Innenverhältnis letztlich unter Anwendung bereicherungsrechtlicher Grundsätze der Zustand herzustellen ist, der ohne die verpönte Rechtshandlung bestanden hätte.
Erstreckung der Rechtsfolgen auf Dritte In den jüngsten Entscheidungen7) erstreckt der OGH allerdings in immer konsequenter herausgearbeiteter 2) RIS-Justiz, RS 0105532 3) Für viele 6 Ob 271/05 d 4) OGH 29.9.2010, 7 Ob 35/10p 5) RIS-Justiz, RS 0105518 6) Besonders transparent natürlich bei der „Ein-Mann-GmbH“ 7) Insbesondere in der in FN 4 beschriebenen Entscheidung
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Deutlichkeit die Nichtigkeitssanktion auf den beteiligten Vertragspartner. Dies mit teilweise fatalen Konsequenzen aus der Sicht des mittelbar Beteiligten. Ausnahmsweise sind nämlich nach der Judikatur auch Dritte rückgabepflichtig oder ist ihnen gegenüber die „belastete“ Gesellschaft direkt zur Leistungsverweigerung berechtigt, nämlich in allen Fällen, in denen der Gesellschafter bewusst zum Nachteil der Gesellschaft handelt und der Dritte davon wusste oder sich der Missbrauch ihm geradezu aufgedrängt hat, die Unkenntnis des Dritten also auf grober Fahrlässigkeit beruht. Über diese in der jüngeren Rechtsprechung vertretene Drittwirkung geraten aus naheliegenden Überlegungen vorwiegend Kreditinstitute ins Visier der Beteiligten, wie sich anlässlich der bereits angesprochenen Entscheidung des OGH8) bei folgendem Sachverhalt in aller Deutlichkeit manifestiert hat.
biger der vermögenden Bürgin überhaupt beeinträchtigt gewesen sein könnten.
Über Betreiben eines Gesellschafters, der mehrere mit unterschiedlichem Erfolg tätige Gesellschaften faktisch beherrschte und teilweise dort auch als Geschäftsführer tätig war, hatte die beklagte Bank einer späterhin insolvent gewordenen Gesellschaft ein Darlehen eingeräumt, das – ebenfalls über Betreiben des Gesellschafters – von einer (wiederum von ihm kontrollierten, jedoch vermögenden) Schwestergesellschaft im Wege der Bürgschaftsübernahme besichert wurde. Der Oberste Gerichtshof sah in der Übernahme der Bürgschaftserklärung, welche die vermögende Gesellschaft ohne betriebliche Rechtfertigung und ohne eine Gegenleistung hierfür erhalten zu haben über Betreiben des Gesellschafters abgegeben hatte, einen Verstoß gegen die Kapitalerhaltungsvorschriften, und zwar unabhängig davon, ob und in welchem Umfang Interessen der Gläu-
Konsequenzen für die Beratungspraxis
8) Siehe FN 4 9) FN 4
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Dies mit der Konsequenz, dass der vermögenden Gesellschaft gegen die späterhin erfolgte Bürgschaftsinanspruchnahme ein direktes Leistungsverweigerungsrecht gegenüber der Bank zugestanden wurde, was letztlich dazu führte, dass die der Bank gegebene Sicherheit für diese wertlos war. Mit nicht mehr zu überbietender Deutlichkeit stellt das Höchstgericht klar, dass sich der Bank auf Grundlage des festgestellten Sachverhaltes ein dem Gesellschafter primär zur Last zu legender Verstoß gegen die Kapitalerhaltungsgrundsätze geradezu aufdrängen hätte müssen und dem Kreditgeber angesichts einer „hochverdächtigen“ Konstellation sogar eine Erkundungspflicht zur Abklärung einer möglichen betrieblichen Rechtfertigung aufzuerlegen ist.
Die in Fortschreibung der bisherigen Rechtsprechung zu den Kapitalerhaltungsvorschriften ergangene letzte Entscheidung des OGH9) führt also letztlich bei vergleichbaren Sachverhalten zu einem ohne Zweifel diskussionswürdigen, nicht immer sachgerechten wirtschaftlichen Ergebnis: a) Ohne die von der vermögenden Schwestergesellschaft angebotene Besicherung hätte die kreditgebende Bank die Finanzierung an die später insolvent gewordene Gesellschaft nicht hinausgereicht. Gerade diese Besicherung ist für die kreditgewährende Bank aber nicht werthaltig. b) Auf die konkrete Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen kommt es nicht an. Die gewährte Besicherung ist unabhängig davon, ob die vermögende Gesellschaft ohne weiteres zur Erfüllung ihrer übernommenen Verpflichtungen in der Lage wäre, nicht durchzusetzen.
V. l.: Mag. Priska Seeber, MMag. Dr. Stefan Dorner, MMag. Dr. Simon Schafferer und Dr. Stefan Geiler
In unmissverständlicher Deutlichkeit zeigt sich, welche Gefahren sich für den externen Kreditgeber im Zusammenhang mit den aufgezeigten Fallkonstellationen ergeben können. Damit manifestiert sich aber auch die eingeschränkte Eignung von Vermögenswerten einer Kapitalgesellschaft als taugliches Besicherungsinstrument, selbst oder gerade für den Fall, dass idente Gesellschafterverhältnisse eine gemeinsame wirtschaftliche Betrachtungsweise an sich nahelegen würden. Querbesicherungen im Konzern sind verstärkt in Richtung einer betrieblichen Rechtfertigung zu überprüfen, unterliegen daher einer verschärften Plausibilitätskontrolle und naturgemäß einem höheren Ausfallsrisiko. Die Kreditvergabepraxis der Kreditinstitute wird jedenfalls durch die laufende Entwicklung in der Judikatur rund um die Kapitalerhaltungsvorschriften mit Sicherheit (erneut) spürbar beeinflusst werden.
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c) Die die Sicherheiten gewährende Gesellschaft und deren Gesellschafter, an die sich primär das Verbot der Einlagenrückgewähr richtet, sind aufgrund des Wegfalls der Bürgschaftshaftung bei Gesellschafteridentität unter Umständen im Ergebnis wirtschaftlich besser gestellt als der Kreditgeber, sodass die unter dem Deckmantel des Gläubigerschutzes erfolgte Eliminierung der Haftungsgrundlage letztlich (auch) gerade jenem Gesellschafter zugutekommt, der die Besicherung möglicherweise sogar aktiv angeboten hat. d) Die kreditgebende Bank ist auf Bereicherungsansprüche gegenüber dem Gesellschafter und/oder Schadenersatzansprüche gegenüber dem Geschäftsführer der kreditnehmenden Gesellschaft verwiesen und wird – vorbehaltlich der Aufarbeitung des Innenverhältnisses – gegebenenfalls sogar ein Mitverschulden zu verantworten haben.
„Wenn der Arbeitgeber den Täter nicht bekanntgibt ...“ Herr R. war seit 2001 in einem Tiroler Großkonzern als Schleifer beschäftigt. Dort leistete er Schichtarbeiten. Nach Schichtende, gegen 21 Uhr des 20.11.2004 verließen Herr R. (Name verändert) und seine Arbeitskollegen die Schleiferhalle des Arbeitgebers. R. wollte den nahezu ebenen Innenhof vor der Schleifhalle überqueren, um zu seinem geparkten Auto zu gelangen. Herr R., der feste und griffige Turnschuhe trug, ging ohne Hast in Richtung des Parkplatzes. Im Bereich der Schleiferhalle bestand noch Beleuchtung, die jedoch schon nach 10 bis 15 m keine Helligkeitswirkung mehr zeigte. In keiner Weise war für Herrn R. und die anderen Arbeitnehmer, die die Schleiferhalle verließen, zu erkennen,
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dass es im Bereich des Innenhofes wegen überfrierender Nässe zu völliger Vereisung gekommen war. So stürzte Herr R. infolge dieser enormen Vereisung rückwärts, er konnte am Ort des Sturzes nicht mehr aufstehen. Herr R. zog sich Brüche der 9. und 10. Rippe links zu. Personen, die den Sturz des R. beobachtet hatten und R. zu Hilfe kommen wollten, kamen selbst beinahe zu Sturz. Auch die herbeigerufenen Rettungssanitäter hatten größte Schwierigkeiten, auf dem total vereisten Boden Halt zu finden. Die Eisesglätte war derart ausgeprägt, dass die Rettungssanitäter sogar eine Aufl age unter die Rettungstrage legen mussten.
dass hier der Datenschutz greife, das Opfer könne hier nicht die Geheimhaltungspfl icht des Arbeitgebers unterlaufen.
Der Arbeitnehmer R. forderte in der Folge Schadenersatz beim Arbeitgeber ein. Herr R. vertrat den Standpunkt, dass der Arbeitgeber, der hunderte Arbeitnehmer beschäftigt, seine Schutzverpfl ichtung gegenüber den Arbeitnehmern verletzt habe. Warnhinweise zu der kompletten Vereisung waren vom Arbeitgeber in der beschriebenen Unfallnacht nicht ausgegeben worden, die Vereisung war nicht beseitigt worden, Streumaßnahmen waren ja nicht erfolgt. Jene Abteilung des Arbeitgebers, die dazu betraut war, das Werksgelände vor derartigen Vereisungen zu befreien, hatte offensichtlich versagt. Herr R. wollte die Namen der „Täter“.
Das Landesgericht Innsbruck gab der Klage Folge. Es verurteilte den Konzern, die Dienstpläne und Aufzeichnungen über die Kontrollgänge auszufolgen, die Namen und Adressen jener Personen bekanntzugeben, die am 20.11.2004 für die Verhinderung der Vereisung verpfl ichtet waren. Der Konzern erhob gegen dieses Urteil Berufung an das Oberlandesgericht Innsbruck. Dieses sprach aus, dass der Konzern die Aufzeichnungen über die Kontrollgänge und die Namen und Adressen jener Personen bekanntzugeben habe, die am Unfalltag zur Meldung von Vereisungen und zur Veranlassung von Streumaßnahmen verpfl ichtet waren. Der Konzern gab sich damit nicht zufrieden. Er erhob ordentliche Revision an den Obersten Gerichtshof, der die Revision zuließ, jedoch ebenfalls verwarf. Der OGH kam zu dem Ergebnis, dass der Konzern als Arbeitgeber im Rahmen der Fürsorgepfl icht hinsichtlich des Lebens und der Gesundheit der Dienstnehmer, weiters der vermögensrechtlichen Interessen der Dienstnehmer eine Schutzpfl icht wahrzunehmen habe. Dazu habe der Arbeitgeber eine Offenlegungspfl icht, da der Arbeitnehmer bei komplexen Betriebsorganisationen nicht überblicken kann, welche Arbeitnehmer zur Wahrnehmung von Schutzfunktionen zuständig sind. Auch das Recht auf Einsicht in die Dienstpläne und Aufzeichnungen der Kontrollgänge in der Unfallnacht wurde bejaht, weil es sich um gemeinschaftliche Urkunden handle. Die Einsicht in die Dokumentation der Schutzmaßnahmen wurde für Herrn R. bejaht.
Der Arbeitgeber reagierte auf diese Forderung des verletzten R. unfreundlich. Die Mitarbeiter, die in der Unfallnacht für die Streuung des Werksgeländes eingeteilt worden waren, wurden Herrn R. nicht bekannt gegeben. In der Folge erstattete der von Herrn R. beauftragte Rechtsanwalt Anzeige bei der Gendarmerie. Die Gendarmerie konnte jedoch jene Mitarbeiter, die die Vereisung nicht beseitigt hatten, nicht ermitteln, da der Konzern als Arbeitgeber den Standpunkt vertrat, dass alle Verkehrssicherungspfl ichten eingehalten worden waren. Der Arbeitgeber verweigerte genaue Informationen über die Personen und die Umstände, aus denen sich feststellen ließe, wer für den Schaden des Herrn R. hafte. Der Konzern führte schriftlich aus, dass „keinerlei Anlass bestehe, weitergehende Auskünfte zu erteilen“. Die Gendarmerie meldete dies der Staatsanwaltschaft. Diese brach das Strafverfahren gegen unbekannte Täter ab. Der wehrhafte Herr R. zog daher vor das Arbeitsgericht. Er klagte den Arbeitgeberkonzern auf Offenlegung aller Informationen über die in der Unfallnacht auf dem Firmengelände des Arbeitgebers diensthabenden Mitarbeiter, die Kontrollgänge auf dem Gelände durchführen und die Eisglätte durch Streumaßnahmen hätten verhindern müssen. Der Konzern stellte sich auch während des landesgerichtlichen Prozesses auf den Standpunkt, diese Offenlegung nicht machen zu müssen, er sei den potentiellen Tätern zur Geheimhaltung verpfl ichtet. Der Konzern zog sich auf den Standpunkt zurück,
Dr. Herwig Fuchs ist Rechtsanwalt in Innsbruck und Vertreter des Herrn R. (Entscheidungen u.a. in JBl. 2010, S 67.ff.)
unter.nehmen
Der Arbeitgeber meldete diesen Unfall nicht bei der zuständigen Polizeiinspektion (damals noch Gendarmerieposten).
Nach diesem Prozess musste der Konzern die Entscheidungen der Gerichte erfüllen. Er legte die Dokumente offen, ebenso die Namen der relevanten Mitarbeiter, die für die Durchführung der Schutzmaßnahmen in der Unfallnacht verantwortlich waren. Herrn R. stand durch das dargelegte Ergebnis dieses Prozesses nun offen, gegen die Schädiger ein weiteres Verfahren auf Schadenersatz einzuleiten. Um diesen weiteren Prozess und weiters die Wiederaufnahme des Strafverfahrens gegen die nunmehr bekanntgegebenen Mitarbeiter zu verhindern, bot der Konzern an, Herrn R. den Schadenersatz für die erlittenen schweren Rippenbrüche zu leisten. Dieses Angebot nahm Herr R., der zwischenzeitlich aus dem Konzern ausgeschieden war, an. Herr R. bekam daher den gerechten Schadensausgleich.
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Preisersparnis bei Fußballübertragungen? EuGH verneint urheberrechtlichen Schutz und lässt Gastwirte hoffen Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat mit Urteil vom 4.10.2011 der exklusiven nationalen Vergabe von Fernsehrechten im Fußball ein Ende bereitet. Die Verwendung ausländischer Decoderkarten zum Empfang verschlüsselter Fußballspiele ausländischer Sender darf nicht mehr untersagt werden. Die Kunden könnten sich somit den Anbieter mit den günstigsten Preisen aussuchen.
Ausgangspunkt bildete ein Rechtsstreit zwischen einer Pubbesitzerin in England und der Football Association Premier League (FAPL). Die FAPL betreibt die führende Fußball-Liga „Premier League“ in England und vermarktet die Rechte zur Fernsehausstrahlung dieser Spiele. Dabei wird den TV-Sendern mittels eines Ausschreibungsverfahrens ein exklusives Recht für die Liveausstrahlung der Spiele der „Premier League“ nach Gebieten, regelmäßig nach Mitgliedstaaten, eingeräumt. Dieses System hat für die Fernsehzuseher aber zur Folge,
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dass sie nur jene Spiele sehen können, die von den Rundfunkanstalten in dem Mitgliedstaat ausgestrahlt werden, in dem sie wohnen. Um diese gebietsabhängige Exklusivität zu schützen, verpflichtet sich jeder TV-Sender in einem Lizenzvertrag mit der FAPL dazu, sein Satellitensignal zu verschlüsseln. Eine Entschlüsselung ist nur mit einer entsprechenden Decoderkarte möglich, die im Ausgangsfall – gegen Entrichtung einer entsprechenden Gebühr – vom britischen Pay-TV-Sender „BSkyB“ erworben werden konnte.
Die FAPL war der Auffassung, ein solches Vorgehen schade der Exklusivität und dem Wert der Senderechte. Daher wurde klagsweise versucht, die Verwendung ausländischer Decodierkarten in englischen Pubs zu untersagen. Der Rechtsstreit erreichte nach mehreren Jahren schließlich den EuGH. Die vom EuGH zu beurteilenden Fragen unterteilten sich nach drei Gesichtspunkten: Rechte des geistigen Eigentums, Dienstleistungsfreiheit und Kartellverbot.
Fußballspiele kein urheberrechtlich geschütztes Werk Die FAPL argumentierte, dass die von ihr übertragenen Fußballspiele urheberrechtlich geschützte Werke seien und die Ausstrahlung solcher Spiele in Pubs eine „öffentliche Wiedergabe“ im Sinne der Urheberrechtsrichtlinie darstelle, für welche die Zustimmung des Urhebers erforderlich sei. Der EuGH bejahte zwar, dass der Begriff der „öffentlichen Wiedergabe“ dahin auszulegen ist, dass er die Übertragung durch Rundfunk gesendeter Werke über Fernsehen für die sich in einer Gastwirtschaft aufhaltenden Gäste umfasst. Er stellte jedoch fest, dass die FAPL an den Spielen der „Premier League“ selbst kein Urheberrecht hat, da diese überhaupt nicht als urheberrechtliche Werke einzuordnen sind. Sportereignisse, die feststehenden Spielregeln unterliegen, können nicht als geistige Schöpfungen angesehen werden. Auch für eine künstlerische Freiheit im Sinne des Urheberrechts ist kein Raum, weshalb Sportereignisse keinen urheberrechtlichen Schutz genießen. Dies löste bei manchen Lesern des Urteils zunächst wohl Jubel aus, da die öffentliche Wiedergabe des eigentlichen Fußballspiels nicht mehr an die teuren Lizenzen des im Mitgliedstaat zur Ausstrahlung berechtigten TV-Senders gebunden war. Sozusagen in der zweiten Halbzeit wendete sich jedoch das Blatt. Der EuGH führte nämlich weiter aus, dass im Rahmen von Übertragungen von Sportereignissen zahlreiche Elemente bestehen (können), die als urheberrechtlich geschützte Werke zu qualifizieren sind und deren öffentliche Wiedergabe die Zustimmung des Urhebers erfordert. Urheberrechtlich geschützt sind etwa die Auftaktvideosequenz, die Hymne der Premier League, zuvor aufgezeichnete Filme über die Höhepunkte aktueller Begegnungen und dabei verwendete Grafi ken. Durch die Verwendung einer ausländischen Decoderkarte erlangt man jedoch nicht die entsprechende Lizenz, diese urheberrechtlich geschützten Bestandteile im Inland öffentlich wieder-
geben zu dürfen. Da solche Elemente naturgemäß auch während des Fußballspiels eingeblendet werden, wird eine Wiedergabe solcher Sportübertragungen in Gaststätten somit faktisch kaum möglich sein, ohne Urheberrechte zu verletzen. Und wer ist schon dazu bereit, den Fernseher laufend ein- und auszuschalten, um die Sendung auf urheberrechtsfreie Bestandteile zu beschränken?
Verbotene Beschränkung der Dienstleistungsfreiheit Im Anlassfall wurde die Vorgehensweise der FAPL im Übrigen auch als Behinderung der Dienstleistungsfreiheit erachtet. Zwar wurde auf Seiten von FAPL argumentiert, dass eine solche Regelung erforderlich und daher sachlich gerechtfertigt sei, da sie ist, um eine angemessene Vergütung der Rechtsinhaber zu gewährleisten. Weiters läge eine Rechtfertigung in einer im Vereinigten Königreich geltenden „Sperrzeit-Regel“, nach der Fußballspiele Samstag nachmittags im Rundfunk nicht ausgestrahlt werden dürfen. Dadurch soll eine höhere Anwesenheit in Stadien erreicht werden.
Dr. Hellmut Buchroithner, LL.M. ist Rechtsanwalt bei Binder Grösswang Rechtsanwälte, Wien-Innsbruck Foto: BLICKFANG photography
Auch diese Argumentation befand sich nach Ansicht des EuGH jedoch „im Abseits“. Eine solche Beschränkung kann nur dann gerechtfertigt sein, wenn sie zwingenden Gründen des Allgemeininteresses entspricht und nicht über das hinausgeht, was zur Erreichung des Ziels erforderlich ist. Das Ziel, die Anwesenheit der Öffentlichkeit in Fußballstadien zu fördern, ist kein tauglicher Rechtfertigungsgrund. Darüber hinaus führt das Verbot der Verwendung ausländischer Decoderkarten zu einer Marktabschottung und einem künstlichen Preisunterschied, der mit dem Ziel der Verwirklichung eines Binnenmarktes unvereinbar ist. Aus analogen Gründen verstößt ein System exklusiver Lizenzen auch gegen das Kartellverbot, da jeglicher Wettbewerb zwischen den Rundfunkanstalten ausgeschaltet wird.
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Diese Gebühr erschien jedoch englischen Gastwirten, die ihren Gästen den Genuss von Fußballübertragungen bieten wollten, zu hoch. Man hat daher auf wesentlich günstigere Decoderkarten eines griechischen Senders zurückgegriffen, der die Spiele identisch und ohne Zeitverzug übertrug.
Ausblick Der anfängliche Jubel über diese Entscheidung des EuGH erfolgte wohl vor dem Schlusspfiff. Zwar hat der EuGH festgehalten, dass die öffentliche Wiedergabe des Fußballspiels an sich mittels einer ausländischen Decoderkarte zulässig ist, da solche Spiele keine urheberrechtlich geschützten Werke sind. Eine ausländische Karte berechtigt jedoch nicht auch zur öffentlichen Wiedergabe der urheberrechtlich geschützten Begleitsequenzen im Inland. Gerade eine Trennung dieser Inhalte wird in der Praxis aber schwierig sein. Sollte eine Wiederabe des „bloßen“ Fußballspiels an sich dennoch möglich sein und sich die Benutzung günstiger ausländischer Decoderkarten in Gaststätten durchsetzen, werden Rundfunkanstalten und Rechteinhaber allerdings das bestehende Preissystem überdenken müssen, um weiterhin „am Ball“ zu bleiben. Dies könnte à la longue zur Vergabe von Lizenzen zu einheitlichen Preisen in allen Mitgliedstaaten führen.
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Von Wolfstatzen, Osterhasen und Orgelpfeifen Wie schütze ich attraktives Design?
Die deutsche Tageszeitung „taz“ hatte vor einigen Jahren die Idee, ihr Logo – ein Wolfstatzen-Abdruck – auf verschiedenen Merchandising-Artikeln, wie Handtücher und Kleidung, anzubringen. Prompt wurde sie von Jack Wolfskin wegen Verletzung ihrer eingetragenen Marke – ebenfalls ein Wolfstatzen-Abdruck – verklagt und musste die Benutzung des Logos für diese Produkte unterlassen. Die „taz“ hatte ihr bereits 1979 von einem Designer entwickeltes Logo nicht als Marke schützen lassen. Sobald sie begann, die Tatze auf Produkten anzubringen, die denen von Jack Wolfskin ähnlich waren, schritt diese zur Verteidigung ihrer 1982 eingetragenen Marke. Wie die „taz“ wurden auch mehrere Hobbybastler, die ihre selbst geschneiderten Taschen u.Ä. mit Tatzenabdrucken schmückten und diese auf diversen InternetPlattformen zum Verkauf anboten, von Jack Wolfskin abgemahnt. Die Inhaberin eines kleinen Familiencafés in Bonn geriet kürzlich in Konflikt mit Apple, als sie das von ihr entworfene Logo, das einen roten Apfel mit der Silhouette eines Mädchens darstellt, als Marke eintragen lassen wollte.
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Die mehr oder weniger naturgetreue Abbildung eines Wolfstatzen-Abdrucks und die Darstellung eines abgebissenen Apfels können vielleicht nicht als herausragende designerische Leistungen bezeichnet werden. Ihre Eintragung als Marke hat aber dazu geführt, dass Jack Wolfskin und Apple Dritten die Benutzung identischer oder ähnlicher Zeichen im geschäftlichen Verkehr verbieten können. Handelt es sich um eine bekannte Marke, muss das vom Dritten verwendete Zeichen nicht einmal identisch oder verwechselbar ähnlich sein, sondern es reicht, wenn der Verbraucher eine gedankliche Verbindung zur bekannten Marke herstellt. Der Inhaber der bekannten Marke kann sogar die Benutzung des Zeichens für völlig andere Waren oder Dienstleistungen untersagen [Apple ist bekanntlich (noch) nicht im Kaffeehaus- und Apfelkuchen-Geschäft tätig], wenn die Gefahr eines Imagetransfers oder einer Verwässerung oder Verunglimpfung der bekannten Marke besteht. Nicht nur Logos und grafische Symbole, sondern auch andere ästhetische Gestaltungsformen wie die Form
Lindt & Sprüng Sprüngli hat ihren goldenen, sitzenden Schokoladenosterhasen mit der Aufschrift „Lindt Goldhase“ als Gemeinschaftsma Gemeinschaftsmarke schützen lassen und sogleich einen wahren Osterhase Osterhasen-Krieg entfacht, dem u.a. der goldene, sitzende Osterhase Osterhas mit rot-weiß-rotem Band des österreichischen Schokoladeherstellers Hauswirth Schoko zum Opfer gefallen ist. Der G Goldhase von Lindt war nicht der erste sitzende, goldene Osterhase, aber seit er O Markenstatus hat, macht er alle allen anderen auch nur entfernt ähnlichen Häschen da das Leben schwer. Das Gericht der Europäischen Union Uni hat die Praxis von Lindt, gegen jeden Produz Produzenten von sitzenden, goldenen Osterhasen mit od oder ohne Aufschrift (natürlich hatte keiner der abg abgemahnten Produzenten die Aufschrift „Lindt Goldhase“ kopiert) vorzugehen, allerdings zum Anlass Gold genommen, vor einer „Monopolisierung“ der goldenen Verpackung bei Schokoladenosterhasen zu warnen und die Eintragung der Osterhasenform ohne die Aufschrift „Lindt Goldhase“ wegen fehlender Unterscheidungskraft zu verweigern. Nach Ansicht des Gerichts unterscheidet sich der Lindt-Osterhase nicht wesentlich von den handelsüblichen Erscheinungsformen der Vertreter seiner Gattung. Die Eintragung als Marke setzt nämlich in erster Linie voraus, dass das Zeichen unterscheidungskräftig ist, d.h. vom Verbraucher als Hinweis auf die betriebliche Herkunft der Waren und Dienstleistungen verstanden werden kann. Dies trifft auf eine Wolfstatze für Outdoor-Bekleidung ebenso zu wie auf einen Apfel für Computer. Nicht unterscheidungskräftig wären hingegen die Abbildung eines Hundes oder eines Pferdes für Lederwaren, Bekleidung und Futtermittel, da der Verbraucher das Zeichen lediglich als Hinweis auf die Bestimmung des Produkts (z.B. Futter oder Halsbänder für Hunde) und nicht als Herkunftshinweis sehen würde. Selbst ein neues, sehr ungewöhnliches oder originelles Design kann nicht als Marke (aber eventuell als Geschmacksmuster, s.u.) eingetragen werden, wenn es keine Unterscheidungskraft in Bezug auf die Waren und Dienstleistungen besitzt, für die die Eintragung beantragt wird.
Eine solche außergewöhnliche Gestaltung wurde vom Gericht der Europäischen Union der Form des „BeoLab8002“-Lautsprechers von Bang & Olufsen attestiert, deren Eintragung als dreidimensionale Gemeinschaftsmarke vom zuständigen Amt in Alicante zunächst wegen fehlender Unterscheidungskraft verweigert worden war. Die Eintragung der einer Orgelpfeife ähnelnden Lautsprecherform als Gemeinschaftsmarke würde es Bang & Olufsen ermöglichen, ihre Mitbewerber auch nach Ablauf des geschmacksmusterrechtlichen Schutzes zeitlich unbefristet an der Benutzung eines identischen oder ähnlichen Designs für identische oder ähnliche Produkte zu hindern, ohne auf urheber- oder wettbewerbsrechtlichen Schutz vertrauen zu müssen. Das Amt ließ sich aber nicht beirren und verweigerte erneut die Eintragung, diesmal mit der Begründung, dass die besondere Form „der Ware einen wesentlichen Wert verleiht“. Das Gericht der Europäischen Union hat die Anwendbarkeit dieses Eintragungshindernisses bestätigt, da das Design des Lautsprechers dessen Anziehungskraft – und somit dessen Wert – wesentlich erhöhe und die Kaufentscheidung des Verbrauchers wesentlich beeinflusse. Dabei sei es unerheblich, dass das Produkt auch andere Eigenschaften hat, die dessen Wert beeinflussen. Sollte der Gerichtshof der Europäischen Union diese Entscheidung bestätigen, würde ein attraktives, ungewöhnliches, Design, welches die Form ja erst unterscheidungskräftig macht, nicht als Marke eingetragen werden können, wenn der Verbraucher die Ware (auch) wegen ihres Designs kauft. Formmarken wie die „Kellybag“ von Hermès müssten dann zittern.
Mag. Astrid Purner Kador & Partner, Europäische Patent- und Markenanwälte, Innsbruck – München Foto: Die Fotografen
Der Gerichtshof hat in seiner Lego-Stein-Entscheidung (EuGH, 14.9.2010, C-48/09, Roter Lego-Stein) klargestellt, dass er es nicht billigt, dass zeitlich unbegrenzter Markenschutz und damit ein Herstellungs- und Verbreitungsmonopol für Merkmale erlangt wird, die Gegenstand anderer, zeitlich begrenzter Schutzrechte sind und daher nach Ablauf der Schutzdauer (unbeschadet eventueller urheberrechtlicher- oder wettbewerbsrechtlicher Ansprüche) frei verwendet werden sollen. Da der Lego-Stein nach Ansicht des Gerichtshofs ausschließlich aus technisch bedingten Merkmalen besteht, wurde ihm die Eintragung als Marke verweigert, und zwar unabhängig davon, dass auch mit alternativen Formen die gleiche technische Wirkung erzielt werden kann. Ein Zeichen, das ausschließlich aus der Form einer Ware oder ihrer Verpackung besteht, hat also einige Hindernisse zu überwinden, bevor es als Marke eingetragen werden kann. Gelingt jedoch die Eintragung, weil es sich um ein außergewöhnliches Design handelt, das weder technisch bedingt ist noch dem Produkt einen wesentlichen Wert verleiht, könnte man – im Unterschied zum Geschmacksmuster – zeitlich unbegrenzt jeden anderen von der Benutzung dieses oder eines (verwechslungsfähig) ähnlichen Designs für identische oder ähnliche Waren oder Dienstleistungen ausschließen.
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Dreidimensionale Marken, die ausschließlich in der Form der Ware oder ihrer Verpackung bestehen (wie der Lindt Goldhase ohne Aufschrift, die Pago-Fruchtsaftflasche ohne Etikett und Deckel, die goldene Verpackung und die Form der Werther’s Echte Bonbons von Storck oder die Form eines Spülmitteltabs von Henkel), sowie Bildmarken, die sich in der Abbildung dieser Form erschöpfen, scheitern häufig an diesem Eintragungshindernis, da die Verbraucher in der Regel nicht daran gewöhnt sind, in der Form oder Verpackung eines Produkts ohne grafische oder Wortelemente auf die Herkunft der Waren zu schließen. Diese Zeichen können daher nur eingetragen werden, wenn es sich um
eine vom Üblichen erheblich abweichende Gestaltung handelt, die für den Verkehr die Herkunft aus einem bestimmten Unternehmen nahelegt.
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ein Produkts oder seiner Verpackung können unter eines bestimmten Voraussetzungen als Marke und/oder Gebestim schmacksmuster geschützt und damit zugunsten des schmack Schutzrechtsinhabers „monopolisiert“ werden. Schutzrech
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Der Sieg des Lindt-Osterhasen gegen seinen Kollegen von Hauswirth hat gezeigt, dass auch die Eintragung der Form des Produkts oder der Verpackung mit einer unterscheidungskräftigen Aufschrift, die das Gesamtzeichen oft erst eintragungsfähig macht, eine wirksame Waffe gegen Verwender ähnlicher Warenformen sein kann. Dies insbesondere dann, wenn es dem Markeninhaber gelingt, die Marke so bekannt zu machen, dass der Verbraucher ähnliche Formen oder Verpackungen mit der geschützten Marke in Verbindung bringt, obwohl sich die Aufschrift klar unterscheidet. So ging der Fruchtsafthersteller Pago mit dem Argument der „Ausnutzung der Wertschätzung“ seiner bekannten (laut Gerichtshof der Europäischen Union ist Bekanntheit in Österreich ausreichend) Gemeinschafts-Bildmarke, die die grüne Pago-Flasche samt Etikett, Deckel und gefülltem Glas darstellt, gegen die Verwendung einer ähnlichen Flaschengestaltung für das Getränk Lattella der Tirol Milch vor.
zugänglich gemacht worden ist. Nicht neuheitsschädlich sind dabei Offenbarungen durch den Entwerfer, seinen Rechtsnachfolger oder durch einen Dritten als Folge von Informationen oder Handlungen des Entwerfers oder seines Rechtsnachfolgers innerhalb der letzten 12 Monate vor der Anmeldung (Neuheitsschonfrist). Eigenart hat das Design, wenn sich sein Gesamteindruck von anderen, vor dem Anmeldetag offenbarten Mustern unterscheidet.
Neben der Eintragung als Marke kommt für gestalterische Schöpfungen wie Logos, grafische Darstellungen oder die Form oder Verpackung eines Produkts auch der Schutz als Geschmacksmuster für einen Zeitraum von maximal 25 Jahren in Frage.
Auch wenn man etwas nicht besonders originelles und künstlerisch hochstehendes geschaffen hat, wie die mehr oder weniger naturgetreue Abbildung des Abdrucks einer Wolfstatze oder das Bild eines abgebissenen Apfels, ist diese Leistung als Geschmacksmuster schützbar, wenn sie neu ist und sich vom vorbestehenden Formenschatz unterscheidet.
Neben der Anmeldung einzelner nationaler Geschmacksmuster, die eventuell (je nachdem, in welchen Ländern man Schutz begehrt) durch eine internationale Registrierung gebündelt werden können, besteht die Möglichkeit, das Design durch ein Gemeinschaftsgeschmacksmuster kostengünstig im gesamten Gebiet der EU schützen zu lassen. Um als eingetragenes Geschmacksmuster geschützt werden zu können, muss die Gestaltung neu sein und Eigenart haben. Neu ist sie, wenn vor der Anmeldung kein identisches, d.h. sich nur in unwesentlichen Einzelheiten unterscheidendes, Muster der Öffentlichkeit
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Während der urheberrechtliche Schutz voraussetzt, dass das Design auf einer individuell eigenartigen Leistung beruht, die sich vom Alltäglichen, Landläufigen, üblicherweise Hervorgebrachten abhebt und in der die persönlichen Züge des Werkschaffenden zur Geltung kommen, kommt es für den Geschmacksmusterschutz ausschließlich auf die Unterschiedlichkeit zum bekannten Formenschatz an.
Die Voraussetzungen der Neuheit und der Eigenart werden allerdings vor Eintragung des Geschmacksmusters nicht geprüft. Die Rechtsbeständigkeit des Geschmacksmusters offenbart sich daher immer erst im Verletzungs- bzw. Löschungsverfahren. So betreibt Samsung, nachdem ein deutsches Gericht mit einstweiliger Verfügung den Verkauf des Galaxy Tab 10.1 in Deutschland wegen Verletzung des iPadGeschmacksmusters von Apple untersagt hat, die Löschung des Gemeinschaftsgeschmacksmusters von Apple
Der Geschmacksmusterschutz erstreckt sich auf jedes Muster, das beim informierten Benutzer keinen anderen Gesamteindruck erweckt.
len. Sollen diese zur Kennzeichnung von Waren oder Dienstleistungen verwendet werden, sollten sie als Marke eingetragen werden. Ist die Verwendung als dekoratives Element bei verschiedenen Erzeugnissen beabsichtigt, ist die schnelle, kostengßnstige und produktunabhängige – aber zeitlich begrenzte – Sperrwirkung, die mit einem Geschmacksmuster erzielt werden kann, interessant.
Ein innerhalb der EU der Öffentlichkeit zugänglich gemachtes Design, das die Voraussetzungen der Neuheit und Eigenart erfßllt, ist fßr den Zeitraum von drei Jahren als nicht eingetragenes Gemeinschaftsgeschmacksmuster geschßtzt und berechtigt seinen Inhaber, Nachahmungen zu untersagen. Da es sich um ein nicht registriertes Recht handelt, kann es in der Praxis allerdings problematisch sein, den Nachweis des bestehenden Schutzes zu erbringen.
Die Form einer Ware oder ihrer Verpackung, die häufig ohne zusätzliche unterscheidungskräftige Elemente nicht als Marke eintragungsfähig ist, kann, wenn sie neu ist und Eigenart hat, als Geschmacksmuster geschßtzt werden. Umgekehrt kann ein nicht mehr neues Design als Marke eingetragen werden, wenn es fßr die beanspruchten Waren und Dienstleistungen unterscheidungskräftig ist und keine älteren Rechte Dritter entgegenstehen.
Ob man seine gestalterischen Leistungen besser als Marke oder als Geschmacksmuster oder eventuell als beides schßtzen lässt, hängt davon ab, ob die Schutzvoraussetzungen eines oder beider Rechte erfßllt sind und was man mit dem Design vorhat.
Wenn man sich schon die MĂźhe macht, sich kreativ zu betätigen und ansprechende Logos, Produktgestaltungen etc. zu entwerfen, ist es jedenfalls empfehlenswert, dafĂźr zu sorgen, dass man es Dritten mĂśglichst verlässlich untersagen kann, ein identisches oder ähnliches Design zu benutzen. Wie obige bittere Erfahrung der „taz“ zeigt, kĂśnnte es sonst sogar passieren, dass man selbst daran gehindert wird, seine eigene Leistung vorstellungsgemäĂ&#x; zu verwenden.
mit dem Argument, dass es bereits vor Anmeldung des Apple-iPad-Designs zahlreiche Tablet-Designs gegeben habe, die die fehlende Eigenart des Designs von Apple begrĂźnden.
Grafische Symbole und Logos werden häufig die Voraussetzungen sowohl fßr die Eintragung als Marke als auch fßr den Schutz als Geschmacksmuster erfßl-
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Der kreative Mitarbeiter Unternehmen erwerben Eigentum, schließen Geschäfte ab, sind Inhaber von Rechten und Pflichten, haben Kapital und noch vieles andere: Was sie jedoch nie haben können, ist Innovationsgeist und Kreativität. Letztlich sind es immer einzelne Menschen, die mit ihrer Phantasie das Unternehmen, in dem sie arbeiten, bereichern – und manchmal sogar die ganze Welt.
Denn Menschen erfinden nicht nur, sondern sie designen auch Produkte, schreiben Artikel, machen Fotografien und Filme, kreieren Werbeslogans, programmieren Software und Websites, entwickeln Geschäftskonzepte und setzen Produktideen um. Die arbeitsrechtliche Bedeutung dieses Themas wird nach wie vor nicht ausreichend wahrgenommen, was im Einzelfall durchaus bedeutsame Konsequenzen haben kann.
nis tatsächlich uneingeschränkt dem Arbeitgeber gehören. Die Thematik wird verständlicher, wenn man sich den grundsätzlich gegebenen Widerspruch zwischen geistigem Eigentum (IP) einerseits und dem Arbeitsrecht andererseits etwas genauer ansieht: Ein Grundsatz des IP-Rechts ist es, dass das Recht an einer kreativen Leistung, die durch z.B. Urheberoder Designrecht monopolisierbar ist, dem jeweiligen Schöpfer gehört. Auf der anderen Seite liegt es im Wesen des arbeitsrechtlichen Dienstvertrags, dass der Arbeitnehmer für den Arbeitgeber arbeitet und die im Zuge des Arbeitsvorgangs geschaffenen Arbeitsergebnisse auch dem Arbeitgeber nutzbar gemacht werden sollten. Der Arbeitgeber hat grundsätzlich ein Anrecht darauf, die Ergebnisse der von ihm bezahlten Arbeit auch nutzen zu dürfen. Hingegen ist mit dem Entgelt für Arbeitsleistungen noch lange nicht klargestellt, dass dem Arbeitgeber auch die grundsätzlich dem Arbeitnehmer gehörenden geistigen Eigentumsrechte damit übertragen werden. Wie löst unsere Rechtsordnung dieses Spannungsverhältnis?
Wie auch bei technischen Erfindungen ist bei Kreativitätsleistungen von Mitarbeitern nicht ohne weiteres klar, dass sämtliche Rechte am Arbeitsergeb-
Die Antwort liegt darin, entsprechende Vereinbarungen zu treffen, die „mit Phantasie“ dem Kreativitätspotential von Mitarbeitern Rechnung tragen:
Nun ist es aber nicht immer allein ein Steven Jobs, der mit seinen Zukunftsvisionen sein eigenes Unternehmen wachsen lässt. Der weitaus größte Beitrag zum Kreativitäts- und Innovationspotential eines Unternehmers lässt sich auf die Arbeitnehmerschaft zurückführen. Der Vorgängerartikel „Der innovative Mitarbeiter“ widmete sich arbeitsrechtlichen Aspekten im Bereich der technischen Innovationswirtschaft (Erfindungen). „Der kreative Mitarbeiter“ befasst sich mit jenen Aspekten der Kreativwirtschaft (Design, Software u.v.a).
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Nach dem Musterschutzgesetz hingegen kann der Arbeitgeber ohne Weiteres seine Rechte durch eine Anmeldung des Designs zum Muster geltend machen. Kommt ihm z.B. sein Arbeitnehmer zuvor, so kann er auf Grund des Aberkennungsanspruchs das eingetragene Muster für sich beanspruchen. Allerdings hat der Arbeitgeber keine Verpfl ichtung, das Muster bzw. Design zu nutzen, zumal ein Gebrauchszwang dem Musterrecht grundsätzlich fremd ist. Er muss das Muster auch nicht an seinen Arbeitnehmer zurückgeben, falls er es nicht verwertet. Dies ist etwa ein besonderer Unterschied zum Urheberrechtsschutz, wo dem exklusiven Nutzungsberechtigten grundsätzlich die Verpfl ichtung zukommt, das Werk, an dem er die exklusiven Rechte besitzt, auch angemessen zu verwerten. Der Arbeitnehmer könnte daher Rechte an seinen Arbeitsergebnissen zurückverlangen, wenn sie der Arbeitgeber nicht angemessen (der Beobachtungszeitraum beträgt in der Regel drei Jahre) nutzt. Kommen für eine kreative Leistung gleich mehrere IP-Rechte in Betracht, wird die Rechtslage entsprechend komplexer. Ohne konkrete Vereinbarung verschärft sich der Druck der Beteiligten, die für sie gewünschten Umstände zu beweisen. Warum sollte man also ein teures und unsicheres Gerichtsverfahren riskieren, wenn bereits im Vorfeld eine überlegte Vereinbarung Klarheit schaffen kann? Für die Praxis ist es daher besonders wichtig, zweifelsfrei festzustellen, wie die Arbeitspfl icht des Arbeitnehmers verstanden werden soll. Es empfiehlt sich daher, im jeweiligen Dienstvertrag genau festzulegen, was konkret die Aufgaben des Arbeitnehmers sind – oder anders ausgedrückt: welche Leistungen der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber für sein Gehalt schuldet. In der Praxis sind oft stillschweigende Veränderungen der Arbeitspfl icht zu bedenken. Nämlich dann, wenn dem Arbeitnehmer „schleichend“ andere als ursprünglich vereinbarte Tätigkeiten zugewiesen und diese dann von ihm auch widerspruchslos verrichtet werden. Kommen somit schutzrechtsfähige Arbeitsergebnisse zustande, die sich nicht aus der Arbeitspfl icht des Arbeitnehmers ergeben (z.B. die Blumenverkäuferin macht Fotos von Steckgebinden, die der Arbeitgeber zu Werbezwecken auf seiner Website verwendet, oder ein Vertriebsleiter verfasst Werbeslogans bzw. designt ein Produkt), herrscht unerwünschte Unklarheit.
Unabhängig davon, wie der Arbeitnehmer im Arbeitsvertrag über sein (künftiges) kreatives Schaffen verfügt, verbleiben die Persönlichkeitsrechte an seinem kreativen Werk bei ihm. So behält er nicht nur grundsätzlich das Recht, als Designer, Komponist, Autor, Fotograf o. dgl. auch namentlich erwähnt zu werden, sondern er hat auch das Recht, darauf zu beharren, dass das von ihm geschaffene Werk unverändert bleibt. Möchte der Arbeitgeber auch das Bearbeitungsrecht erwerben (wozu etwa auch das Recht zur Übersetzung zählt), damit er Veränderungen am Werk vornehmen darf, so muss dies explizit vereinbart werden. Insbesondere im Bereich der Gebrauchsgrafi k, aber auch sonst kommt es vor, dass urheberrechtlich geschützte Leistungen z.B. an den Zeitgeist angepasst und daher immer wieder überarbeitet werden müssten.
Dr. Stefan Warbek ist Wirtschaftsanwalt in Innsbruck
So vielfältig die Ideen der Kreativen sind, so vielschichtig sind auch die diesbezüglichen rechtlichen Beurteilungen. Zudem gibt es zahlreiche branchenbezogene Sonderregelungen (wie etwa für die Branchen Film und Foto, Software oder Industrial Design). Komplexe Differenzierungen finden sich etwa auch hinsichtlich Gebrauchszwang (z.B. was gilt, wenn das Design vom Arbeitgeber gar nicht genutzt wird?), Persönlichkeitsrechten (z.B. Recht auf Nennung als Designer, Fotograf o. dgl.? Recht zu Veränderungen bzw. Übersetzungen?) oder separaten Vergütungsansprüchen (z.B. Vergütungen zusätzlich zu Gehalt?). Es zeigt sich, dass das weit verbreitete Vorurteil, wonach sämtliche Arbeitsergebnisse immer dem Arbeitgeber gehören, in seiner Verallgemeinerung nicht richtig ist. Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber haben meist mehr Rechte und Pfl ichten, als ihnen bewusst ist. Mag man dies auch pragmatisch als paritätische „Waffengleichheit“ hinnehmen wollen, so zeigt es sich gerade im Fall einer Trennung, dass diesbezüglich unbedachte Regelungen – oder noch viel häufiger: keine Regelungen – zu teuren bzw. enttäuschenden Konsequenzen führen können. Gerade aber für die Kreativwirtschaft sind die schöpferischen Leistungen ihrer Mitarbeiter jedoch überlebensnotwendiges „Asset“. Nur sorgfältige und klare vertragliche Regelungen können Rechtssicherheit bewirken und es ermöglichen, dass auch kreative Leistungen zu rentablen Investitionen werden.
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Das Urheberrechtsgesetz z.B. enthält keine generelle Regelung für Kreativleistungen, die im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses geschaffen wurden. Der Arbeitgeber muss sich vielmehr vertraglich absichern und entsprechende Nutzungsrechte erwerben. So kann man zwar in der Regel von einer stillschweigenden Rechteinräumung ausgehen und einen Arbeitsvertrag grundsätzlich – mangels anderslautender Vereinbarungen – so auslegen, dass mit Abschluss des Arbeitsvertrags der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber ein Nutzungsrecht an den in Erfüllung seiner Arbeitspflicht geschaffenen Leistungen einräumt. Was aber, wenn z.B. die „Arbeitspfl icht“ des Arbeitnehmers unklar ist?
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5 Fragen zur Vertragserrichtung 1. Welche Aufgaben hat der Arbeitnehmer? 2. Wem sollen künftige Kreativleistungen, die im Rahmen des Arbeitsverhältnisses entstehen, gehören? 3. Soll der Arbeitnehmer Rechte an seinen Kreativleistungen zurückverlangen können, wenn diese vom Arbeitgeber nicht oder nur unzureichend genutzt werden? 4. Soll der Arbeitnehmer für (bestimmte) Kreativleistungen ein gesondertes Entgelt bekommen? 5. Soll der Arbeitgeber auch das Recht erhalten, Veränderungen bzw. Übersetzungen vorzunehmen?
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Teure Pralinen Markenrechtliche Fallen beim Keyword-Advertising Da gibt man nichtsahnend und ohne böse Absichten einen vermeintlich harmlosen Begriff wie „Pralinen“ als Keyword für eine Google-AdWords-Anzeige ein, um für seinen Online-Shop für Geschenke, Pralinen und Schokolade zu werben, und sieht sich wenig später mit einer Unterlassungsklage wegen Verletzung fremder Markenrechte konfrontiert, die man zu allem Übel auch noch in zwei Instanzen verliert. Was ist da schiefgelaufen? In einem vom Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig entschiedenen Fall (Urteil vom 24.11.2010 – 2 U 113/08, nicht rechtskräftig) hatte die Beklagte eine Google-AdWords-Anzeige geschaltet und u.a. das Keyword „Pralinen“ ausgewählt. In der Liste der „weitgehend passenden Keywords“, die automatisch mitgebucht wurden, schien auch „Most Pralinen“ auf, mit der Folge, dass die Anzeige der Beklagten auch bei Eingabe des Suchbegriffs „Most Pralinen“ erschien. Nach Ansicht des OLG Braunschweig hat die Beklagte dadurch die Marke „Most“ der Klägerin verletzt und ist für diese Verletzung auch verantwortlich, da sie die von Google bei der Buchung bereitgestellten Informationen studieren, die Liste der „weitgehend passenden Keywords“ einsehen und sodann die dort aufscheinende Marke der Klägerin ausdrücklich als Keyword ausschließen hätte müssen. Man darf gespannt sein, ob diese umstrittene Entscheidung vom Deutschen Bundesgerichtshof (BGH) bestätigt wird. Dieser hatte im Fall „pcb“ (BGH 22.1.2009 – pcb) entschieden, dass die Verwendung der beschreibenden Angabe „pcb“ (Leiterplatte) als Keyword vom Inhaber einer Marke, die diesen beschreibenden Bestandteil aufweist („Pcb-pool“), nicht untersagt werden kann.
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Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in fünf Vorabentscheidungen (EuGH, 8.7.2010 – PORTAKABIN; 26.3.2010 – Eis.de/Bananabay; 25.3.2010 – BergSpechte/Trekking.at Reisen; 26.3.2010 – Google/Luis Vuitton, BDV, Eurochallenges; 12.7.2011 – L’Oréal/ eBay) klargestellt, dass der Markeninhaber bei Verwendung eines mit der Marke identischen oder ihr ähnlichen Keywords für eine Werbeanzeige dann einen Unterlassungsanspruch gegen den Werbenden hat, „wenn aus der Anzeige für einen normal informierten und angemessen aufmerksamen Internetnutzer nicht oder nur schwer zu erkennen ist, ob die in der Anzeige beworbenen Waren oder Dienstleistungen von dem Inhaber der Marke oder einem mit ihm wirtschaftlich verbundenen Unternehmen oder vielmehr von einem Dritten stammen.“ In einer kürzlich ergangenen Entscheidung (EuGH, 22.9.2011 – C-323/09, Interflora v. Marks & Spencer) hat der EuGH auch die Verwendung bekannter Marken als Keyword grundsätzlich als legitimes Instrument des Wettbewerbs bezeichnet. Rechtswidrig ist die Benutzung wie bei „normalen“ Marken dann, wenn der Nutzer hinsichtlich des Ursprungs der betroffenen Waren und Dienstleistungen irren könnte oder zu der irrigen Annahme verleitet wird, dass der Werbende zum Vertriebsnetz des Markeninhabers gehört. Die Verwendung bekannter Marken als Keyword kann aber auch untersagt werden, wenn die Werbung „es dem Markeninhaber wesentlich erschwert, seine Marke zum Erwerb oder zur Wahrung eines Rufs einzusetzen“, was dann der Fall sein wird, wenn die Benutzung Auswirkungen auf den Ruf der Marke hat. Obwohl nicht bestritten werden
Die Anwendung dieser alles andere als eindeutigen Vorgaben des EuGH ist für die nationalen Gerichte freilich nicht ganz einfach. Der österreichische Oberste Gerichtshof (OGH) hat auf der Grundlage der oben zitierten „Formel“ in den Fällen „Bergspechte“ (OGH, 21.06.2010 – 17Ob3/10f) und „Wintersteiger“ (OGH, 5.10.2010 – 17Ob8/10s, hier sozusagen „vorausschickend“ im Vorlagebeschluss an den EuGH) eine Verletzung der Marken der Kläger bejaht. In beiden Fällen war aus der Werbeanzeige keine eigene Marke des Werbenden ersichtlich. Die Werbelinks waren nicht unterscheidungskräftig (im Fall „Bergspechte“ www.trekking.at) und daher nicht geeignet, eine mangelnde Verbindung zwischen dem Werbenden und dem Markeninhaber zu verdeutlichen. Auch aus der Werbebotschaft waren keine Hinweise ersichtlich, die auf eine andere betriebliche Herkunft als die vom Markeninhaber hingedeutet hätten. Der Deutsche Bundesgerichtshof (BGH) hat demgegenüber in den Fällen „bananabay“ (BHG, 13.1.2011 – bananabay II) und „Beta Layout“ (BGH 22.1.2009 – Beta Layout), befunden, dass aufgrund der unterscheidungskräftigen Domains der Werbenden und des Fehlens eines Hinweises auf die Markeninhaber in der Anzeige selbst keine Markenverletzung vorliege. Der Nutzer, der nach einem Erotikshop namens „bananabay“ sucht, wird in dem Werbelink www.eis.de/ erotikshop tatsächlich unschwer einen Hinweis darauf erkennen, dass die Anzeige von einem Mitbewerber des gesuchten Unternehmens stammt. Auch im „Bergspechte“-Fall des OGH hätte der „durchschnittlich informierte und angemessen aufmerksame“ Nutzer nicht annehmen können, es bestünde eine Verbindung zum Markeninhaber, wenn der Werbelink statt www.trekking.at www.outdoorreisenfreudenschuss.at gelautet hätte. Sucht der Nutzer aber z.B. nach einer bestimmten Schuhmarke, wird er davon ausgehen, dass er bei den in
der Anzeigenleiste werbenden Schuhhändlern ein Angebot für die gegoogelte Markenware erhält.
Text: Mag. Astrid Purner, Kador & Partner
Das OLG Braunschweig hat in obiger Most-PralinenEntscheidung darauf hingewiesen, dass der Nutzer eine wirtschaftliche Verbindung zum Markeninhaber in dem Sinne annehmen wird, dass der Werbende in den Vertrieb des Markenproduktes eingebunden ist. Da es nach der Rechtsprechung des EuGH gerade darauf ankommt, ob der Nutzer glauben könnte, dass die in der Anzeige beworbenen Waren vom Markeninhaber oder einem wirtschaftlich verbundenen Unternehmen stammen, darf man gespannt sein, ob der deutsche BGH im Most-Pralinen-Fall seine im Fall „bananabay“ geäußerte Rechtsansicht (keine Markenverletzung, wenn unterscheidungskräftige Domain des Werbenden und keine Hinweise auf Markeninhaber in der Anzeige selbst) auch für Fälle gelten lässt, in denen das als Keyword gebrauchte Kennzeichen nicht einen Unternehmen bzw. einen Dienstleister bezeichnet, sondern eine Ware. Dies würde bedeuten, dass es der Markeninhaber dem Werbenden nicht verbieten kann, seine Marke zu benutzen, um den Verbraucher auf seine Website zu „locken“, in der irrigen Meinung, er könne dort das Markenprodukt erwerben. Sprich, der Markeninhaber kann es dem User nicht ersparen, sich regelmäßig darüber ärgern zu müssen, seine Zeit damit verschwendet zu haben, auf den Websites der in der Anzeigenliste werbenden Anbieter vergeblich nach dem gesuchten Produkt zu suchen. Bis auch der OGH Gelegenheit hat, zu bestätigen, ob er sich der Rechtsansicht des BGH anschließt und ob diese auch für Warenmarken gelten soll, sollte sich der AdWords-Nutzer vorsichtshalber fragen, ob neben der eigenen Marke oder der unterscheidungskräftigen (!) Domain noch weitere Hinweise nötig sind, damit der Verbraucher klar erkennt, dass die beworbenen Waren und Dienstleistungen nicht vom Markeninhaber stammen. Es dürfte allerdings regelmäßig nicht erforderlich sein, dass ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass der Werbende z.B. keine „Most Pralinen“ verkauft bzw. keine Verbindung zu „Most“ besteht. Dass er unter der Anzeige kein Angebot für „Most Pralinen“ erhält, dürfte dem durchschnittlichen Internetnutzer vielmehr auch dann klar sein, wenn in der Anzeige ausdrücklich nur „Sturm Pralinen“ angeboten werden.
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kann, dass der Werbende aus der Unterscheidungskraft und Wertschätzung der Marke einen echten Vorteil zieht, ist die Verwendung der bekannten Marke laut EuGH nicht unlauter, wenn weder eine Herkunftstäuschung vorliegt, noch Nachahmungen der Markenware beworben werden, noch eine Verwässerung oder Verunglimpfung der bekannten Marke vorliegt. Ist keiner dieser Tatbestände gegeben, sondern beschränkt sich der Werbende darauf, eine Alternative zum Angebot des Markeninhabers anzubieten, geschieht die Verwendung der Marke aus einem „rechtfertigenden Grund“, nämlich als Mittel eines gesunden und lauteren Wettbewerbs. Sie ist daher zulässig, auch wenn der Markeninhaber seinen Werbeaufwand erhöhen muss (etwa einen höheren Preis pro Klick bezahlen muss, um seine eigene Anzeige vor der des Mitbewerbers zu platzieren) oder seine Anstrengungen zur Wahrung seines Rufs anpassen muss.
Für den Fall, dass die vom OLG Braunschweig vertretene Rechtsauffassung Schule macht, sollte man die Liste der „weitgehend passenden Keywords“ nach Marken durchforsten und eventuell aufscheinende Marken ausschließen bzw. die Anzeige so gestalten, dass klar erkennbar ist, dass die angebotenen Waren oder Dienstleistungen nicht vom Markeninhaber stammen. Falls es sich um einen Weiterverkauf erschöpfter Markenware handelt, darf zwar mit der Marke geworben werden, aber nicht der Eindruck entstehen, es bestünde eine wirtschaftliche Verbindung zum Markeninhaber, z.B. dass der Werbende in das Vertriebsnetz des Markeninhabers eingegliedert sei.
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Der 43-Millionen-Euro-Krimi Wie die Casinos Austria AG ihre Kunden behandelt März 2011: Ein Schweizer Ehepaar besucht das Spielcasino Bregenz und verbringt dort einen schönen Abend. Bis kurz vor 4 Uhr morgens. Bevor das Paar heimgeht, spielt Herr M. mit der Spielkarte noch auf dem Glücksspielautomaten (Slot-Machine) namens „Dolphin Treasure“. Kartenguthaben vor dem Spiel: ca. 100 Euro. Es ist allerdings schon spät, die Casinobesucher werden aufgefordert, ihre laufenden Spiele langsam zu beenden. Herr M. versucht ein letztes Mal sein Glück mit dem „Dolphin-Treasure“-Automaten – und löst mit dem letzten Spiel einen Jackpot aus! Aber ...
Text: Ulrike Delacher
Überraschung und Freude waren natürlich groß, als das rote Licht mit der Aufschrift „Jackpot“ am Automaten zu leuchten begann und zugleich Musik und akustisches Feuerwerk ertönten. Am Glücksspielautomaten selbst wurde die Gewinnsumme von 42.949.672,86 Euro angezeigt. Auf der großen elektronischen Jackpot-Anzeigentafel der Casinos Austria AG erschien die Meldung: 26.03.2011 – Casino Bregenz – 42.949.672,86 Euro. Herr und Frau M. konnten ihr Glück verständlicherweise kaum fassen. Und wurden seitens der Casinos Austria AG aber leider bald eines Besseren belehrt ... Nachdem alle Anzeichen für einen Jackpot eindeutig vorhanden waren, kam schließlich ein Mitarbeiter des Casinos auf Familie M. zu und gab am Ziffernblock des Spielautomaten – neben dem Kartenschlitz, in welchem sich noch die Spielkarte von Herrn M. befand – eine Ziffernkombination ein. Herr M. forderte ihn auf, dies zu unterlassen, doch der Casino-Mitarbeiter fuhr unbeirrt fort und zog nach Ende der Eingaben die Spielkarte von Herrn M. ab und entfernte sich – samt Karte. Das machte die Casinobesucher Herrn und Frau M. stutzig. Daraufhin begann Herr M. mit seinem Mo-
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biltelefon zu filmen, um festhalten zu können, dass er tatsächlich den Jackpot gewonnen hatte, bevor noch weitere Beweise vernichtet wurden. Das Misstrauen war berechtigt: Der mittlerweile anwesende Saalchef des Casinos war nicht bereit, Gewinn und Gewinnsumme schriftlich zu bestätigen, im Gegenteil: Er forderte die Familie M. sogar auf, das Casino Bregenz zu verlassen. Schließlich ließ Herr M. die Polizei rufen, musste sich aber sowohl seitens des Saalchefs als später dann auch seitens der Polizei unhöfliche Kommentare gefallen lassen. Die Beamten machten dann doch Fotos vom Glücksspielautomaten, allerdings wurde dieser – trotz Ersuchen von Herrn M. – nicht beschlagnahmt. Bevor Herr und Frau M. das Casino Bregenz verlassen mussten, wollte Frau M. zumindest das Guthaben ihrer eigenen Spielkarte einlösen. Auch Herr M. wollte seine eigene Spielkarte zurück haben, die der besagte CasinoMitarbeiter zuvor eingezogen hatte. Diese Karte wurde ihm jedoch nicht ausgefolgt und er hat bis heute nicht einmal das Kartenguthaben vor dem Jackpot ausbezahlt bekommen. Das Guthaben auf ihrer Spielkarte konnte Frau M. übrigens nicht mehr an jenem Abend einlösen, weil die Kassen bereits geschlossen waren ... In einem Telefonat am nächsten Tag wurde Herrn M. noch einmal mitgeteilt, dass er nichts gewonnen habe.
eco.nova: Worin besteht das geschehene Unrecht im Fall des Herrn M.? Dr. Thomas Kerle: In Casinos wird gespielt, um zu gewinnen. Mein Mandant hat den Glücksspielvertrag erfüllt: Er hat mit eigenem Geldeinsatz am Automaten gespielt und offensichtlich gewonnen. Die Casinos Austria sind dahingehend vertragsbrüchig geworden, weil sie die Auszahlung des Gewinns verweigern. Damit bleibt der Vertrag einseitig unerfüllt. Die Casinos berufen sich unter anderem auch darauf, dass der Glücksspielautomat „Dolphin Treasure“ ein „erkennbares Limit von 4.500 Euro“ an Gewinnausschüttung habe und ein Gewinn von über 42 Mio. Euro unmöglich sei. Aber hier frage ich: Warum sollte für die Casinos Austria AG eine andere Regelung gelten als für andere Vertragsparteien? Nach Eigenrecherche ist es nämlich keinesfalls erkennbar, dass besagter Automat überhaupt ein Gewinnlimit hat, und liegt das Risiko eines allenfalls fehlerhaften Automaten eindeutig in der Risikosphäre der Casinos, ohne dass Herr M. einen Einfluss darauf hätte. Was ist das Hauptargument der Casinos Austria AG? Die Casinos Austria AG beruft sich auf einen Softwarefehler, der zu einer falschen Anzeige am Automaten geführt habe. Dieser Fehler wurde bisher allerdings nicht nachgewiesen, sondern stützt sich lediglich auf Behauptungen der Casinos Austria AG. Zusätzlich wurde der betreffende Glücksspielautomat von Seiten der Casinos Austria AG nach dem Vorfall von seinem Platz im Casino Bregenz entfernt, sodass eine nachträgliche Überprüfung und schlussendlich eine Beweisführung schwierig bis unmöglich ist. Wer kann ausschließen, dass der Automat zwischenzeitlich nicht verändert bzw. sogar ausgetauscht wurde? Dieser Schluss ist schon allein deshalb zulässig, weil auch der Mitarbeiter in Bregenz kurze Zeit nach Auslösen des Jackpots nachweislich Veränderungen an der Anzeige des betreffenden Glücksspielautomaten durchgeführt hat. In einem Gerichtsverfahren werden diese Beweisschwierigkeiten jedoch auf Seiten der Casinos Austria AG liegen. Sie haben bzgl. des angeblichen Softwarefehlers selbst nachrecherchiert – was haben Sie herausgefunden? Ja, es gibt – zumindest, was mir persönlich bekannt
ist – entgegen der Aussage der Casinos einen weiteren Fall in Österreich: Einer Betroffenen wurde laut ihren Angaben eine Gewinnauszahlung ebenfalls unter Berufung auf einen Software-Fehler verweigert. Im Fall von Herrn M. hat die Firma Atronic International GmbH, die selbst Software herstellt und auch die Casinos Austria AG mit Software versorgt, davon berichtet, dass Software-Fehler an den Automaten des Herstellers Aristocrat bereits bekannt sind. Nach einem Vorfall in Südafrika 2003 wurden diese Glücksspielautomaten angeblich zumindest in Südafrika ausgetauscht. In meinen Augen wäre dies vergleichbar mit dem Fall einer Autorückrufaktion nach einem schweren Unfall. Aber der Autohersteller ruft nicht alle Fahrzeuge des Typs zurück, sondern nur jene, die in Südafrika verkauft wurden. Bei den übrigen Geräten in der restlichen Welt wartet man einfach ab, bis etwas passiert ist. Und noch einmal: Ein allfälliger Softwarefehler ist nicht das Problem meines Mandanten, sondern der Casinos Austria AG bzw. des Automatenherstellers. Allerdings scheint mein Mandant dafür büßen zu müssen ...
Dr. Thomas Kerle Rechtsanwalt Foto: BLICKFANG photography
Wie lautet Ihre persönliche Meinung zu diesem prekären Fall? Das Glücksspiel in der Republik Österreich ist ein Staatsmonopol. Der Staat, im Glücksspielwesen vertreten durch das Bundesministerium für Finanzen, betont ausdrücklich, dass das Glücksspiel zur gesellschaftspolitischen Verantwortung des Staats zählt und daher strenger Kontrolle unterliegen müsse. In Österreich gibt es bisher eine Lotteriekonzession sowie 12 Konzessionen für den Casinobetrieb (ab 2012 schrittweise auf 15 erhöht), die alle an die Casinos Austria AG vergeben wurden. Es kann aber keinesfalls im Sinne der Republik Österreich sein, dass der Konzessionsnehmer seine Macht solcherart missbraucht, dass es keine offizielle Untersuchung zu einem solchen Fall gibt, wie es meinem Mandanten widerfahren ist ... Solange Kunden enorme Geldsummen in die Glücksspielautomaten werfen, sind sie offensichtlich gerne willkommen. Ich habe jedoch noch nie davon gehört, dass irgendein Spieler Geld zurückerhalten hat, weil ein Softwarefehler dazu geführt habe, dass der Automat gar keinen Gewinn ausschüttet. Außerdem hat die Casinos Austria AG bisher keinerlei Bereitschaft signalisiert, zu einer lückenlosen Aufklärung der Vorkommnisse beizutragen. Nicht einmal das gemeinsame Gespräch wurde gesucht, sondern vielmehr bedient man sich der Vogel-Strauß-Taktik und verlässt sich offenbar darauf, dass mein Mandant nicht über die finanziellen Mittel verfügt, um gegen einen solchen Großkonzern gerichtlich vorzugehen. Aber da haben sie sich getäuscht und es wird Herr M. notfalls bis zum Obersten Gerichtshof in Wien um sein Recht kämpfen. Wie geht es nun konkret weiter? Vom Landesgericht Feldkirch wurde nunmehr ein erster Verhandlungstermin für 10.01.2012 anberaumt. Die Casinos Austria AG wird spätestens bei diesem Termin ihre Karten auf den Tisch legen müssen. Sollte auch dort keine Einigung möglich sein, wird seitens des Gerichtes das weitere Prozessprogramm festgelegt. Danach sieht man weiter.
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> Im Gespräch mit Rechtsanwalt Dr. Thomas Kerle, Rechtsanwaltskanzlei Kerle & Aigner, Innsbruck Der um sein Glück bzw. um seinen Gewinn gebrachte Herr M. aus der Schweiz hat den Innsbrucker Rechtsanwalt Dr. Thomas Kerle mit dem Fall beauftragt. Nachdem die Casinos Austria AG keinerlei Bereitschaft zeigte, etwas zur Aufklärung dieses Vorfalles beizutragen oder Herrn M. einen Vergleichsvorschlag zu unterbreiten, musste im September eine Klage beim zuständigen Landesgericht Feldkirch eingebracht werden. Vorerst wird von Herrn M. ein Betrag in Höhe von 5 Mio. Euro geltend gemacht. Denn: Bei einer Klagsumme von knappen 43 Mio. würden rund 600.000 Euro Pauschalgebühr bei Gericht anfallen, was sich wohl kaum jemand leisten könnte. „Das hat die Casinos Austria AG wohl ebenfalls so gesehen und nicht mit einer Klage gerechnet“, erklärt RA Dr. Kerle.
Weitere Informationen: Rechtsanwaltskanzlei Kerle, Aigner & Pichler Maria-Theresien-Straße 57 6020 Innsbruck Tel.: 0512/582483 office@ra-kap.at www.ra-kap.at
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NIEDERGELASSENE EUROPÄISCHE ANWÄLTE Ein Rechtsanwalt kann in einem anderen Mitgliedstaat als dem, in dem er seine Berufsqualifi kationen erworben hat, unter der Berufsbezeichnung des Herkunftsstaates den Rechtsanwaltsberuf ausüben. Nachfolgend fi nden Sie eine Liste der in Tirol niedergelassenen europäischen Rechtsanwälte. DEUTSCHLAND Caspar, Dr. Bruno LL.M. (Rechtsanwalt) Dorfstraße 84, 6580 St. Anton am Arlberg, Tel.: 05446/3994, 05446/3994 • Eintragsjahr 2005 • Tätigkeitsbereiche: Deutsches Recht, Vertragsrecht, Gesellschaftsrecht, Erbrecht, M & A Feuerberg, Michael (Rechtsanwalt) Josef-Pirchl-Str.11, 6370 Kitzbühel, Tel.: 05356/65207, 05356/75597, www. feuerberg.com, E-Mail: office@legale.pro • Eintragsjahr 2004 • Fremdsprachen: Englisch, Italienisch, Serbokroatisch • Tätigkeitsbereiche: Deutsches Recht, Liegenschafts- und Immobilienrecht, Schadenersatz- und Gewährleistungsrecht, Zivilrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Ärztehaftpflicht, Patientenrecht Flohr, Prof. Dr. Eckhard (Anwalt) Bärnbichl 11, 6382 Gasteig/Kirchdorf i. T., Tel.: 05352/617530, 05352/6175327, www.pfp-legal.de, E-Mail: flohr@pfp-legal.de • Eintragsjahr 1981 • Kanzleigemeinschaft: Flohr, Aigner, Pohl • Fremdsprachen: Englisch • Tätigkeitsbereiche: Franchising, Kartellrecht Maly, Elisabeth (Rechtsanwalt) Vorderthiersee 69b, 6335 Vorderthiersee • Eintragsjahr 2007 Mauracher, Dipl.-Jur. Martin Gewerbeweg 15, 6263 Fügen, Tel.: 05288/62612, 05288/62676, E-Mail: mauracher@mvm-law.eu • Eintragsjahr 2010 • Fremdsprachen: Englisch, Italienisch • Tätigkeitsbereiche: Bauträger- und Bauvertragsrecht, Vergaberecht, Verkehrsrecht, Unfallschäden, Zivilrecht, Arbeitsrecht Mosler, Dr. Harald (Rechtsanwalt) Eisenstätt 21, 6370 Reith bei Kitzbühel, Tel.: 05356/66236, Fax: 0049/8971051699, www.mosler-partner.com, harald.mosler@mosler-partner.com • Eintragsjahr 2004 • Fremdsprachen: Englisch, Italienisch Mümmler, Dr. Werner (Rechtsanwalt) Brunnfeld 19, 6370 Reith bei Kitzbühel, Tel.: 05356/64091 • Eintragsjahr 2009 • Fremdsprachen: Englisch, Französisch • Tätigkeitsbereiche: Deutsches Recht Rupprecht, Dr. Marcus Hausberg 1, 6352 Ellmau, Tel.: 0049/8031/901170, 0049/8031/901717, www.rupprecht-roesch.de, E-Mail: rupprecht@rupprecht-roesch.de • Eintragsjahr 2008 • Fremdsprachen: Englisch • Tätigkeitsbereiche: Baurecht, Deutsches Recht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, Gesellschaftsgründungen, Wirtschaftsrecht, Internetrecht Schulte, Dr. Peter (Rechtsanwalt) Grabenweg 68, 6020 Innsbruck • Eintragsjahr 2006 GROSSBRITANIEN Heitzmann-Mitchell, Dr. Birgit Maria (Solicitor in London) Müllerstraße 3/III, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/57018, 0512/570518 office@heitzmann.at • Eintragsjahr 2007 • Kanzleigemeinschaft: Rechtsanwaltskanzlei Dr. Heitzmann GmbH
SERVICE. Nützliche Adressen und Telefonnummern
RECHTSANWALTSKAMMERN Tiroler Rechtsanwaltskammer Meraner Straße 3/III, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/587067, Fax: 0512/571384 E-Mail: office@tirolerrak.at Internet: www. tirolerrak.at
Oberlandesgericht Innsbruck für Tirol und Vorarlberg Maximilianstraße 4, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/5930-0 Fax: 0512/5930-650 Internet: www. justiz.gv.at
Österreichischer Rechtsanwaltskammertag Tuchlauben 12, 1010 Wien Tel.: 01/5351275-0 Fax: 01/5351275-13 E-Mail: rechtsanwaelte@oerak.at Internet: www.rechtsanwaelte.at
Unabhängiger Verwaltungssenat Michael-Gaismair-Straße 1, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/508-3702 Fax: 0512/508-3705 Internet: www.tirol.gv.at
Büro Brüssel des ÖRAK Ansprechpartner: Benedict Saupe (avocat) Avenue des Nerviens 85, boîte 9,1040 Bruxelles Tel.: +32/2/7321972, Fax: +32/2/7322538 E-Mail: saupe@oerak.at GERICHTE UND ANKLAGEBEHÖRDEN Bezirksgericht Hall in Tirol Schulgasse 6, 6060 Hall in Tirol Tel.: 05223/56598-0, Fax: 05223/56598-98 Internet: www. justiz.gv.at Bezirksgericht Imst Rathausstraße 14, 6460 Imst Tel.: 05412/66883-0, Fax: 05412/66883-270 Internet: www. justiz.gv.at Bezirksgericht Innsbruck Museumstraße 34, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/5930-0, Fax: 0512/576454 Internet: www. justiz.gv.at Bezirksgericht Kitzbühel Wagnerstraße 17, 6370 Kitzbühel Tel.: 05356/64088-0 Fax: 05356/64088-157 Internet: www. justiz.gv.at Bezirksgericht Kufstein Georg-Pirmoser-Straße 10, 6330 Kufstein Tel.: 05372/6911-0, Fax: 05372/6911-50 Internet: www. justiz.gv.at Bezirksgericht Landeck Herzog-Friedrich-Straße 21, 6500 Landeck Tel.: 05442/62510-0, Fax: 05442/61293 Internet: www. justiz.gv.at Bezirksgericht Lienz Hauptplatz 5, 9900 Lienz Tel.: 04852/65005-0, Fax: 04852/65005-503 Internet: www. justiz.gv.at
ITALIEN Geat, Dr. Cesare (Avvocato) Fallmerayerstraße 2, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/982757, 0512/986696 • Eintragsjahr 2004
Bezirksgericht Rattenberg Hassauerstraße 76–77, 6240 Rattenberg Tel.: 05337/62381-0, Fax: 05337/62381-91 Internet: www. justiz.gv.at
Gruber, Dr. Andreas (Avvocato) Südtirolerplatz 8, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/587481, 0512/580897, E-Mail: office.innsbruck@pg-law.it • Eintragsjahr 2010
Bezirksgericht Reutte Obermarkt 2, 6600 Reutte Tel.: 05672/71600-0, Fax: 05672/71600-99 Internet: www. justiz.gv.at
Laimer, Mag. Simon (Avvocato) Wilhelm-Greil-Straße 15, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/582900-0, 0512/582900-33, E-Mail: office@corlai.net • Eintragsjahr 2006 • Kanzleigemeinschaft: Corazza - Laimer Rechtsanwaltspartnerschaft, Kocholl • Fremdsprachen: Englisch, Französisch, Italienisch • Tätigkeitsbereiche: Internationales Recht, Italienisches Recht, Schadenersatz- und Gewährleistungsrecht, Vertragsrecht, Wirtschaftsrecht, Zivilrecht Santagata, Mag. Stefano (Avvocato) Villa Margit – Klostergasse 1, 6370 Kitzbühel, Tel.: 05356/66883, 05356/668844 www.rechtsanwalt-planer.at/, E-Mail: avv.santagata@gmail.com • Eintragsjahr 2011 • Fremdsprachen: Englisch, Französisch, Italienisch • Tätigkeitsbereiche: Allgemeinpraxis, Europarecht, Internationales Recht, Italienisches Recht, Schadenersatz- und Gewährleistungsrecht, Zivilrecht NIEDERLANDE Wijnkamp, Dr. Stephan (Advocat) Sirapuit 54, Top 2, 6460 Imst, Tel.: 05412/20646, 05412/21224, www.wlaw.eu, EMail: rechtsanwaltholland@cni.at • Eintragsjahr 2010 • Fremdsprachen: Englisch, Französisch, Niederländisch • Tätigkeitsbereiche: Allgemeinpraxis, Ausländisches Recht, Liegenschafts- und Immobilienrecht, Internationales Recht, Alpinrecht SPANIEN Purner, Mag. Astrid Claudiastraße 7, 6020 Innsbruck, Tel.: 0664/8623918, E-Mail: purnera@gmail.com • Eintragsjahr 2011
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Bezirksgericht Schwaz Ludwig-Penz-Straße 13, 6130 Schwaz Tel.: 05242/6968-0, Fax: 05242/6968-50 Internet: www. justiz.gv.at
HÖCHSTGERICHTE Oberster Gerichtshof Schmerlingplatz 11, 1016 Wien Tel.: 01/52152-0, Fax: 01/52152-3310 Internet: www. justiz.gv.at Verfassungsgerichtshof Judenplatz 11, 1010 Wien Tel.: 01/53122-0, Fax: 01/53122-499 Internet: www.vfgh.gv.at ÄMTER UND BEHÖRDEN TIROL Amt der Tiroler Landesregierung Eduard-Wallnöfer-Platz 3, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/508, Fax: 0512/508-2815 Internet: www.tirol.gv.at Bundespolizeidirektion Kaiserjägerstraße 8, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/590075-0 Internet: www.bmi.gv.at Sicherheitsdirektion Tirol Maria-Theresien-Straße 43, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/5900-0, Fax: 0512/5900-6505 Internet: www.bmi.gv.at Stadtmagistrat Innsbruck Maria-Theresien-Str. 18, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/5360-0 Internet: www.innsbruck.at BEZIRKSHAUPTMANNSCHAFTEN Bezirkshauptmannschaft Imst Stadtplatz 1, 6460 Imst Tel.: 05412/6996-0, Fax: 05412/6996-5215 E-Mail: bh.imst@tirol.gv.at Internet: www.tirol.gv.at/bezirke Bezirkshauptmannschaft Innsbruck Gilmstraße 2, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/5344-0, Fax: 0512/5344-5005 E-Mail: bh.innsbruck@tirol.gv.at Internet: www.tirol.gv.at/bezirke Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel Hinterstadt 28, 6370 Kitzbühel Tel.: 05356/62131-0, Fax: 05356/62131-6305 E-Mail: bh-kitzbuehel@tirol.gv.at Internet: www.tirol.gv.at/bezirke Bezirkshauptmannschaft Kufstein Bozner Platz 1–2, 6330 Kufstein Tel.: 05372/606-0, Fax: 05372/606-6005 E-Mail: bh.kufstein@tirol.gv.at Internet: www.tirol.gv.at/bezirke
Bezirksgericht Silz Tiroler Straße 82, 6424 Silz Tel.: 05263/6634-0, Fax: 05263/5572 Internet: www. justiz.gv.at
Bezirkshauptmannschaft Landeck Innstraße 5, 6500 Landeck Tel.: 05442/6996-0, Fax: 05442/6996-5415 E-Mail: bh.landeck@tirol.gv.at Internet: www.tirol.gv.at/bezirke
Bezirksgericht Telfs Untermarkt 12, 6410 Telfs Tel.: 05262/64541-0 Fax: 05262/64541-55 Internet: www. justiz.gv.at
Bezirkshauptmannschaft Lienz Dolomitenstraße 3, 9900 Lienz Tel.: 04852/6633-0, Fax: 04852/6633-6505 bh.lienz@tirol.gv.at Internet: www.tirol.gv.at/bezirke
Bezirksgericht Zell am Ziller Unterdorf 1, 6280 Zell am Ziller Tel.: 05282/2310-0 Fax: 05282/2310-10 Internet: www. justiz.gv.at
Bezirkshauptmannschaft Reutte Obermarkt 7, 6600 Reutte Tel.: 05672/6996-0, Fax: 05672/6996-5605 E-Mail: bh.reutte@tirol.gv.at Internet: www.tirol.gv.at/bezirke
Landesgericht Innsbruck Maximilianstraße 4, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/5930-0 Fax: 0512/582286 Internet: www. justiz.gv.at
Bezirkshauptmannschaft Schwaz Franz-Josef-Straße 25 Tel.: 05242/6931-0, Fax: 05242/6931-5805 E-Mail: bh.schwaz@tirol.gv.at Internet: www.tirol.gv.at/bezirke
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