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VATION
KOOPERATION. FORTSCHRITT. ZUKUNFT
METASCIENCE: Die Wissenschaft der Wissenschaft SPEED MATTERS. Von der Forschung zur Entwicklung AMTLICH: Wie Sie (geistiges) Eigentum schützen DIGITAL WELLBEING: Mensch geht vor Technik
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FORSCHEN FÜR DIE ZUKUNFT Man muss Dinge wissen wollen, um nicht alles glauben zu müssen.
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ie Pandemie treibt seltsame Blüten. In ganz vielerlei Hinsicht macht sie sichtbar, was in unserer Gesellschaft im Argen liegt. Einiges davon ist wenig überraschend, anderes verwundert uns dann doch. Die Skepsis gegenüber der Wissenschaft zum Beispiel. Zugegeben, die Medien waren daran mit ihrer Einladungspolitik zu Diskussionen nicht ganz unschuldig, was zum Anstoß einer – dringend notwendigen – False-Balance-Debatte geführt hat. Gerade in Bezug auf die Corona-Impfung ist sich die Wissenschaft grosso modo einig, dass die Vor- die Nachteile bei weitem übersteigen. Einem Gegner nur einen Befürworter gegenüberzusetzten, zeichnet sohin ein komplett falsches Bild der Realität. Ja, es ist richtig und wichtig, auch die Wissenschaft laufend zu hinterfragen, letztlich ist das Ergebnis von Forschung gerade in den Naturwissenschaften aber nicht einfach die übereinstimmende Meinung vieler Experten. Es sind durch zahlreiche Studien belegte Tatsachen. Forschung ist etwas, das in der breiten Bevölkerung vielfach erst seinen Platz finden muss. Vor allem mit Grundlagenforschung können viele nicht wirklich etwas anfangen. Zu abstrakt, zu weit weg. Wir haben versucht, uns dem Thema verständlich anzunhähern und halten es dabei mit der Physikern Marie Curie: „Was man zu vestehen gelernt hat, fürchtet man nicht mehr.“ Bleiben Sie neugierig! Ihre Redaktion der eco.nova.
E C O . I N H A LT 04 VON GRUNDLAGEN UND ANWENDUNGEN
Um Forschung und Entwicklung voranzutreiben, braucht es Zusammenarbeit. Christine Bandtlow, Vizerektorin für Forschung und Internationales an der Medizinischen Universität Innsbruck, im Interview. 08 SPEED MATTERS Michael Kraxner, Leiter Forschung & Entwicklung am MCI, im Gespräch über Forschungs-Know-how, Wertschöpfung und gute Leute. 12 AUS DER PRAXIS Von der Forschung zur Entwicklung. Beispiele für gelungene angewandte Forschung. 20 DIE WISSENSCHAFT ÜBER DIE WISSENSCHAFT Bereits seit 2014 forschen Wissenschafter an der Universität Innsbruck intensiv im Bereich Metascience, deren Ziel es ist, Wissen robuster zu machen. 24 LUFT NACH OBEN „Die Forschungsquote muss wieder steigen“, sagt Eugen Stark, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Tirol. Wie die Tiroler Industrie den Standort voranbringen kann. 34 TIROL INNOVATIV Die Technologieförderung K-Regio unterstützt innovative heimische Projekte. 36 LET IT SNOW Schon seit Jahrzehnten besticht TechnoAlpin mit innovativen Beschneiungslösungen und zaubert Winterwonderlands über den ganzen Globus. 38 GEHEIMNISSCHUTZ Rechtsanwalt Dr. Stefan Warbek über das Recht am geistigen Eigentum. 40 MENSCH VOR MASCHINE Der Osttiroler Hermann Erlach ist als General Manager von Microsoft Österreich nahe am technologischen Puls der Zeit. Ein Gespräch über die Gegenwart und Zukunft der Informationstechnologie. 44 DIGITALISIERUNG FÖRDERN Das Land Tirol und die Wirtschaftskammer unterstützen heimische Betriebe auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft.
HER AUSGEBER & MEDIENINHABER: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, 0512/290088, redaktion@econova.at, www.econova.at GESCHÄF T SLEITUNG: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin A S SIS TENZ: Martin Weissenbrunner CHEFREDAK TION: Marina Bernardi AUTOREN DIESER AUSGABE: Larissa Riedler, Doris Helweg, Marian Kröll ANZEIGENVERK AUF: Ing. Christian Senn L AYOUT: Tom Binder LEK TOR AT: Mag. Christoph Slezak DRUCK: Radin-Berger-Print GmbH Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. GRUNDLEGENDE RICHTUNG: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Wellness, Steuern, Recht, Kulinarium und Lifes tyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. JAHRESABO: EUR 25,00 (14 Ausgaben) // Sind Beiträge in dieser Ausgabe in der Kopfzeile mit dem FIRMENNAMEN gekennzeichnet, handelt es sich um BEZ AHLTE ANZEIGEN!
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CHRISTINE BANDTLOW
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Die promovierte Biologin absolvierte ein PhD-Studium am Max-Planck-Institut für Psychiatrie, bevor sie am Institut für Hirnforschung der Universität Zürich unabhängige Forschungsgruppen leitete. Nachdem sie an der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich in Medizinischer Biochemie habilitierte, wurde sie Professorin für Medizinische Biochemie an der Universität Innsbruck und damit zugleich Direktorin der Sektion für Neurobiochemie. Heute ist Christine Bandtlow Vizerektorin für Forschung und Internationales an der Medizinischen Universität Innsbruck und hat eine Gesamtverantwortung für weitreichende Geschäftsbereiche und Aufgaben.
Univ.-Prof.in Dr.in Christine Bandtlow, Vizerektorin für Forschung und Internationales an der Medizinischen Universität Innsbruck
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„FORSCHUNG IST WICHTIGER DENN JE.“ Die Forschung hat in Tirol einen hohen Stellenwert. Trotzdem ist es wichtig, den Forschungs- und damit den Wirtschaftsstandort Tirol langfristig nachhaltig zu stärken und auszubauen. Für Christine Bandtlow braucht es dafür entsprechende infrastrukturelle und finanzielle Unterstützung. INTERVIEW: LARISSA RIEDLER
m Forschung und Entwicklung voranzutreiben, braucht es Zusammenarbeit. Für Christine Bandtlow ist „für die Medizinische Universität Innsbruck und ihre Partner wie die tirol kliniken eine transnational orientierte Forschungsstrategie essentiell, mit dem Ziel, Erkenntnisse der biomedizinischen Grundlagenforschung möglichst schnell und effektiv in die Klinik, das heißt, in die Patientenversorgung zur Anwendung zu bringen“. Wir haben mit der Vizerektorin für Forschung und Internationales an der Medizinischen Universität Innsbruck gesprochen. ECO.NOVA: Wo liegt das Hauptaugenmerk
der medizinischen Forschung? CHRISTINE BANDTLOW: Man würde meinen, dass „Life Science“ den größeren Bereich einnimmt, denn ohne Grundlagenforschung werden wir keine langfristig anwendbare Forschung unterstützen können. Die Anwendung ist für den medizinischen Fortschritt aber essentiell. Gerade in der Universitätsmedizin sind die Voraussetzungen für erfolgreiche Translationsprozesse gegeben, da Grundlagenforschung, klinische Forschung und universitäre Krankenversorgung hier aufs Engste miteinander verzahnt sind. Allerdings ist es nicht immer einfach, dieses Potenzial auch auszuschöpfen. Insofern ist es wichtig, ein Scouting vorzunehmen, wo bereits Resultate und Ideen vorliegen, die man weiter nutzen und for-
„U N I V E R S I TÄT E N H A B E N D E N G R O S S E N VORTEIL DER FREIEN FORSCHUNG. WIR MÜSSEN UNS ABER TROTZDEM BEMÜHEN, DIE FORSCHUNG ZU K ANALISIEREN, DAMIT DAS ERGEBNIS SCHNELLER IN DEN A N W E N D U N G S B E R E I C H KO M M T.“ CHRISTINE BANDTLOW
cieren könnte. Für Tirol wären mehr Spinoffs wünschenswert, da es im Vergleich zu Restösterreich nur sehr wenige gibt. Auch im Bereich der Ansiedlung von Klein- und Mittelunternehmen besteht Aufholbedarf. In diesem Bereich spielen vor allem die Universitäten und Hochschulen eine wesentliche Rolle, da die Ideen in erster Linie aus der Forschung kommen. Universitäten haben den großen Vorteil der freien Forschung, das heißt, es wird den Kolleginnen und Kollegen nicht vorgeschrieben, woran sie forschen müssen. Wir müssen uns hier aber trotzdem bemühen, die Forschung zu kanalisieren, damit das Ergebnis schneller in den Anwendungsbereich kommt. Ich sehe die Zusammenarbeit zwischen Forschungsinstituten, Universitäten und Industriepartnern als wichtiges Tool, da wir alle ähnliche Ziele haben. Wo sehen Sie die Stärken und Schwächen von Tirol? Auch wenn Tirol nicht das größte und bevölkerungsreichste Bundesland ist, muss dies nicht direkt zum Nachteil gereichen. Man muss sich gut überlegen, wo die Reise hingehen soll. Es geht nicht darum, noch weitere
Forschungsstätten zu eröffnen, sondern darum, die Synergieeffekte zwischen den Stakeholdern besser zu nutzen und eine Roadmap zu entwickeln, um gemeinsam in die Zukunft zu gehen. Nur so kann das Potential vollständig ausgeschöpft werden. Die Nachfrage ist nicht gering, wir befinden uns in einem guten Spannungsfeld zwischen Deutschland und Südtirol sowie der Schweiz. Es bedarf engmaschiger und innovativer Ideen, wie wir das am besten umsetzen wollen. Das bereits Vorhandene muss nicht wiederholt werden. Sind in Tirol genügend Forschungsstätten vertreten? Ich denke ja. Es gibt zwei Universitäten und mehrere Hochschulen. Ich sehe hier keine Notwendigkeit, weitere Forschungseinrichtungen zu etablieren. An der Medizinischen Universität Innsbruck haben wir mehrere Christian-Doppler-Labore und wir wollen weitere Einreichungen vornehmen. Es gibt also sehr wohl eine gewisse Attraktivität für die angewandte Forschung, auch für unsere Industriepartner, die mit an Bord sind. Auch mit dem COMET-Zentrum VASCage konnten wir lernen, dass der Standort ein sehr attraktiver ist.
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„V I E L E I D E E N KÖ N N E N O F T E R S T 2 0 J A H R E S PÄT E R R E A L I S I E R T W E R D E N UND BRINGEN NEUE ASPEK TE FÜR DIE ANWENDUNG. MAN BRAUCHT EINEN U N FA S S B A R L A N G E N AT E M .“ CHRISTINE BANDTLOW
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Woher kommt die oft vertretene Intoleranz gegenüber der Zurverfügungstellung und Verwendung von Forschungsgeldern? Das ist eine zentrale Frage. Es ist auffallend, dass sich die Bevölkerung in Österreich im Vergleich zu den skandinavischen Ländern nur sehr wenig für Forschung interessiert. Ich glaube, dass es im Aspekt Wissensvermittlung und Information eine Lücke gibt. Forschung kostet viel Geld und ist oftmals eine Investition. Es ist daher wichtig, in der Bevölkerung ein Bewusstsein zu kreieren, dass es wichtig, weil wertschöpfend ist, auch Steuergelder in die Forschung zu investieren. Selbst wenn bestimmte Forschungsprojekte nicht unmittelbar ein anwendbares Ergebnis liefern oder gar Gewinn abwerfen, bringen sie uns unter Umständen einen großen Schritt weiter in Richtung Innovation und Revolution. Viele Ideen können oft erst 20 Jahre später realisiert werden und bringen neue Aspekte für die Anwendung. Man braucht einen unfassbar langen Atem, da man immer wieder um neue Finanzierung ansuchen muss. Dies ist leider abschreckend für die jungen Kolleginnen und Kollegen. Die limitierten Forschungsgelder legen vielen einen Stein in den Weg. Das ist sehr tragisch für uns als Ausbildungsstätte, da wir die Jungen an die Forschung heranführen möchten. Können wir in Bezug auf Forschung etwas aus der Pandemie lernen? Es ist eine phänomenale Leistung, dass ein Impfstoff innerhalb eines Jahres hergestellt werden konnte, wenn man berücksichtigt, dass an-
dere Entwicklungen mindestens zehn Jahre, wenn nicht länger gedauert haben. Das ist nur möglich aufgrund der modernen biomedizinischen Technologien. Es zeigt wiederum auch, wie wichtig die Forschung wirklich ist. Es wird aber auch noch weitere nachhaltige Entwicklungen geben müssen, weil wir letztes Jahr vor Augen geführt bekommen haben, wie schnell eine Pandemie entstehen kann. Und wir müssen uns auch darauf vorbereiten, dass es wieder ein Virus geben wird. Die Zeit wurde auch dafür genutzt, neue Forschungsanträge zu schreiben und neue Ideen zu entwickeln. Ist Tirol im internationalen Vergleich konkurrenzfähig? Tirol kann ohne Zweifel ganz vorne mitmischen. Die Spitzenklasse streben wir vor allem im Bereich der Transplantationsmedizin an. Die Medizinuniversität Innsbruck hat in diesem Bereich auch historisch gesehen einen sehr guten internationalen Ruf. Neben der Medizin spielt in Tirol auch die Quantenphysik eine wichtige Rolle. Hier ist Tirol international herausragend repräsentiert. Möchte man als ausländische Forschungskraft in Tirol bleiben? Tirol selbst ist ein sehr attraktives Bundesland. Man hat hier sehr gute Möglichkeiten, die Karriereleiter hinaufzusteigen und gleichzeitig eine Familie in der Nähe zu haben. Ich sehe den Nachteil eher darin, dass man im Vergleich zu anderen Ländern weniger Unterstützung bekommt, dies vor allem in dem Bereich, wenn man als junger Arzt oder
Ärztin eine eigene Praxis eröffnen möchte. Auch die Lebenserhaltungskosten sind nicht unbedingt ein Pluspunkt. Diese infrastrukturellen Probleme liegen jedoch außerhalb unserer Sphäre als Universität. Unsere Aufgabe als Ausbildungsstätte ist es, Kolleginnen und Kollegen so gut auszubilden, dass sie überall die Möglichkeit bekommen, in Forschungslabors zu arbeiten, eben weil sie ihre Ausbildung in Tirol an einer renommierten Universität absolvieren konnten. Was sind Zukunftsthemen, die in der Tiroler Forschung sehr relevant werden könnten? Diese liegen sicherlich im Klima- und Umweltbereich. Das sind auch die Themen, die die jungen Tirolerinnen und Tiroler begeistern und beschäftigen. Da müssen wir uns nicht nur in Tirol, sondern weltweit stärker engagieren. Wir sind es den nachfolgenden Generationen schuldig, den Planeten schonend zu hinterlassen. Problemverwaltung und verbesserte Interaktion mit anderen Disziplinen wird ebenfalls wichtig werden. Wir müssen vermehrt die Zusammenarbeit fördern, um eine gemeinsame Strategie zu entwickeln, wie man an Probleme herangeht. Ich finde, das haben wir auch in der Krise gelernt. Wir müssen die Chancen der globalen Zusammenarbeit besser nutzen. Konkurrenz wird es immer geben, es hat jedoch keinen Sinn, bei einer weltweiten Krise nicht mit anderen Entwicklern und anderen Ländern zusammenzuarbeiten. Und wir müssen uns über mögliche Ressourcenknappheit Gedanken machen und wie damit umgegangen wird.
Welche Vorgehensweisen streben Sie an, die Forschung für die Bevölkerung attraktiv zu gestalten? Es gibt immer zwei Seiten: Jene, die informiert, und jene, die sagt, sie möchte informiert werden. Das Angebot richtet sich nach der Nachfrage, leider ist diese eine eher zurückhaltende. Das hat auch mit der sehr hohen Komplexität im biomedizinischen Bereich zu tun. Hier ist es wiederum unsere Aufgabe, die essenziellen Informationen so herunterzubrechen, dass sie verständlich und klar bei den Interessenten ankommen. Wir als Universität möchten die Bevölkerung bereits in jungen Jahren darüber informieren und veranstalten Informationstage in Schulen oder laden Interessierte zum Tag der offenen Tür ein. Unser Ziel ist es, die Jungen für ein naturwissenschaftliches Studium oder eine Ausbildung in diesen Bereichen zu begeistern. Das liegt in unser aller Interesse.
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SPEED MATTERS
Der Forschungsstandort hat einen großen Vorteil: schlaue, motivierte Leute, die gerne in dieser lebenswerten Region wohnen bzw. bleiben wollen, findet Michael Kraxner. Diese müsse man gewinnen, sie gut ausbilden und gut behandeln, um Know-how zu generieren und die Wertschöpfung im Land zu halten. Wir haben mit ihm über die Forschung gesprochen. Und mehr. INTERVIEW: LARISSA RIEDLER
ECO.NOVA: Welchen Stellwert hat für Sie
Forschung in Tirol? MICHAEL KRAXNER: Ganz klar, einen sehr sehr hohen Stellenwert. Ich bin der tiefen Überzeugung, dass an dem Standort, wo wir sind, aufgrund mangelnder Rohstoffe der Wettbewerb der Zukunft maßgeblich durch Innovation zu gewinnen ist. Das heißt, es braucht viele und sehr gut gebildete Leute, innovative
Geschäftsmodelle und Produkte mit hoher Wertschöpfung am Standort, um folgendermaßen einen Wettbewerbsvorteil zu generieren. Ich bin auch der Überzeugung, dass in nicht allzu ferner Zukunft hochtechnologisierte Produktionen und deren Produkte überall auf der Welt ähnlich viel kosten werden. Wenn sehr viel digitalisiert und automatisiert wird, heißt
das am Ende auch, dass wenig Menschen reine Produktionstätigkeiten zu verrichten haben. Dies bedeutet auch, dass es viele Expert*innen brauchen wird, die solche Maschinen und Prozesse konzipieren, programmieren und installieren, um sie zu gewissen Dienst- und Produktionsleistungen zu steuern. Es wird der Wechsel vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmerangebot noch
viel dramatischer werden: Wie bekomme ich die passenden Expertinnen und Experten an den für mich richtigen Ort? Sehen Sie Tirol als Forschungsstandort eher als Vor- oder Nachteil? Ich sehe beides, wobei ich den Vorteil größer sehe. Größer vor allem aufgrund der Lage, da Tirol zwischen zwei starken Industriemärkten – dem norditalienischen und dem deutschen Markt – gelegen ist. Nicht vergessen darf man die Schweiz und Liechtenstein, die ebenfalls als sehr kapitalkräftige Märkte um uns herum gelten. Den einzigen Nachteil sehe ich noch im fehlenden Bewusstsein, dass gesellschaftliche und wirtschaftliche Weiterentwicklung erforscht und gut durchdacht sein soll. Hier haben wir noch Aufholbedarf. Folklore ist nett und wertvoll, hilft aber wenig bei der Lösung von Zukunftsthemen.
Wie könnte man den Forschungsstandort Tirol attraktiver gestalten? Tirol selbst sollte ein weltoffeneres und weiter vorausblickendes Land sein. Wir versuchen händeringend, mehr junge Menschen für zukunftsträchtige MINT-Themen zu begeistern – mit mäßigem Erfolg. Ich glaube, dass der heimische Interessentenpool hierfür enden wollend ist. Deswegen müssen wir zusätzlich gezielt Fachkräfte aus dem Ausland gewinnen und für unsere Landschaft, Kultur und Zusammenleben begeistern. Dieser Faktor ist für viele Forschungskräfte ein entscheidender Knackpunkt. Damit dies funktioniert, müssen viele Hebel bewegt werden: von einem Foreigner-Bonus, der Steuererleichterungen für ausländische Fachkräfte bietet, über eine internationale Schule bis zu einer Willkommenskultur, die länger als eine touristische Gästewoche anhält. Würden Sie Tirol im Bereich der Forschung als konkurrenzfähig ansehen? Es gibt Steckenpferde in Tirol, wo man in der absoluten Spitzenklasse vertreten ist. Die Quantentechnologie in Tirol ist weltführend. Weiters haben wir sehr gute Forschung in der Medizin, besonders stark vertreten durch die Christian-Doppler-Labore. Auch Chemie, Mechatronik und die Umwelttechnologie dürfen nicht vergessen werden. Wo Tirol auch sehr gut mithalten kann, es aber zu wenig nach außen getragen wird, ist nachhaltiges Bauen und Wohnen, vor allem im Bereich der Ener-
© ANDREAS FRIEDLE
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„DIE HALBWERTSZEIT VON NEUENT WICKLUNGEN IST SO KURZ W I E N I E Z U V O R , WA S U N S D A Z U BEWEGEN MUSS, UNS PERMANENT DER I N N O VAT I O N Z U Z U W E N D E N .“ MICHAEL KRAXNER
gieversorgung à la Wärmepumpen- und der Passivhaustechnologie. Die Passivhaustechnologie wird weltweit als Höchstleistung und Goldstandard im Bauen bezeichnet, von uns in Tirol aber leider zu wenig vermarktet. Wo sehen Sie noch Ausbaufähigkeit und Handlungsbedarf? Wir neigen zu oft dazu, die Zukunftsperspektive mit dem Rückspiegelblick zu begehen. Es wird zu oft analysiert, welche Fehler in der Vergangenheit gemacht wurden, und dann versucht, diese Fehler in Zukunft etwas geringer ausfallen zu lassen. Das ist meiner Meinung nach der falsche und mutlose Ansatz. Ich
MICHAEL KRAXNER Der gebürtige Tiroler hat sich bereits in seiner Studienzeit für das MCI begeistern können, an dem er auch sein Diplomstudium für Verfahrens- und Umwelttechnik absolviert hat. Nach seinem Doktoratstudium für Verfahrenstechnik disperser Systeme und komplexer Strömungen an der Technischen Universität München verschlug es ihn nach Chicago, USA, wo er als operativer Projektleiter im Bereich der Petrochemie für mehrere amerikanische Unternehmen tätig war. 2014 übernahm er die Leitung für Forschung und Entwicklung am MCI und ist Professor für Mechanische Verfahrenstechnik.
bin der Auffassung, man muss von heute nach vorne in die Zukunft blicken, um zu erkennen, was in fünf oder zehn Jahren dramatisch essentiell sein wird. Dann muss man sich überlegen, welche dieser Dinge kann ich an dem gegebenen Standort als Unternehmer*in, Arbeiter*in, Bürger*in bzw. Forscher*in als absolute Alleinstellung und Stärke definieren. Hier für unseren Standort Tirol sind die Themen Gesundheit und Tourismus, Life Sciences und Energie, vor allem erneuerbare Energie essentiell.
Was ist das Besondere an dem Thema Energie in Tirol? Energie wird für alle Menschen auf der Welt teuer werden, und das nicht nur durch die Inflation, sondern vor allem dann, wenn Energie nicht regenerativ erzeugt wird. Somit werden aufgrund des dramatischen Angebot-Nachfrage-Verhältnisses auch die erneuerbaren Energien sehr gefragt und folglich teurer werden. Hier in Tirol haben wir den Vorteil, dass wir auf einem Schatz von erneuerbarer und speicherfähiger Energie sitzen. Ganz wesentlich ist hier Wasser zu nennen, das wir zur Energieerzeugung und -speicherung, Regelenergiesteuerung, Wasserstoff- und E-Fuel-Erzeugung und in seiner ursprünglichsten Form als Lebensmittel nutzen können. In gekoppelter Weise sind Umweltenergien, Wärmepumpen und Photovoltaik geeignete Formen für Wärmeversorgung und dezentrale Energieerzeugung zum klimaneutralen Leben und Wirtschaften. Die zentralen „Über-Lebensmittel“ der Zukunft
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sind somit einerseits das Wasser selbst und andererseits die regenerativen Energien. In Tirol haben wir das große Glück, dass reichlich Wasser vorhanden ist und gute Speicherformationen durch die gegebene Geografie bereits existieren. Zusätzlich ist das gemäßigte Klima ein großer Pluspunkt, was hoffentlich noch längere Zeit anhält. Auch das Thema Wasserstoff ist bereits im Vormarsch und wird bald weitläufig einsatzbar sein – vor allem im industriellen Einsatz und Schwerlastverkehr (siehe EU-Forderungen der „Clean Vehicle Directive“). Bei Wasserstoff ist es bekannterweise ineffizient, ihn über weite Strecken zu transportieren, was beim Erdöl und Erdgas immer noch rentabel war/ist. Für eine ideale Wertschöpfung sollte Wasserstoff dort produziert werden, wo er auch benötigt wird. Tirol liegt zwischen zwei starken Industriemärkten und an einer der am meisten befahrenen Alpenüberquerungen und hat somit einen Riesenbedarf, Wasserstoff dementsprechend zu nutzen.
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Prof. Dr. Michael Kraxner, Leiter Forschung & Entwicklung am MCI
Kann jeder forschen? Man muss eine gewisse Neugier in sich haben und Lust, neue Sachen zu erproben, und auch das Scheitern als eine Erkenntnis ansehen können. Es ist selbst für eine Hochschule schwierig, geeignete Mitarbeiter*innen für die Forschung zu finden. Es ist wünschenswert und gut so, dass unsere Absolvent*innen in die Wirtschaft gehen, aber wir brauchen auch immer Leute für uns selbst, die intrinsisch an der permanenten Innovation interessiert sind.
Was ist wichtiger: die Grundlagen- oder die angewandte Forschung? Als Hochschule der angewandten und lösungsorientierten Forschung legen wir den Fokus sehr stark auf die Transformation von Grundlagenforschung in die Anwendung. Wir brauchen die Grundlagenwissenschaft, um Erkenntnisse daraus zu ziehen, die dann über Anwendungsprojekte der Wirtschaft und Gesellschaft zugänglich gemacht werden können. Man kann auch nicht sagen, welche Forschung besser ist, denn das eine kann nicht ohne das andere existieren.
Viele finden, Forschung koste doch nur Geld. Wie teuer ist Forschung wirklich? Diese Frage möchte ich gerne mit einem Gegenargument revidieren. Wir am MCI haben null Euro Grundfinanzierung für Forschung. Wir machen für unsere Partner Projekte, erarbeiten hierbei für diverse
Unternehmen Lösungskonzepte und versuchen damit Beschäftigung zu sichern und eine Wertschöpfungssteigerung zu erzielen. Unsere Projektpartner können die Ergebnisse dann direkt zur Umsetzung bringen und haben somit wieder in die eigene Wertschöpfung investiert. Forschung kostet somit nicht nur Geld, sondern bringt auch welches, außerdem Beschäftigungssicherheit und Standortgarantie. Gibt es genügend Projektpartner in Tirol? Wir erfreuen uns sehr großer Nachfrage. Mehr, als wir durch unseren aktuell limitierten Platz bedienen können. Man muss jedoch dazusagen, dass es sehr oft wiederkehrende Partner sind. Das freut uns natürlich. Es gäbe aber noch so viel mehr Unternehmen, die nicht wissen, dass es diese Chance gibt, sich gemeinsam mit
einer Hochschule Themen zu widmen und dafür Lösungsansätze zu generieren.
Gibt es hier eine Informationslücke, die nicht geschlossen wird? Bei Informationen gibt es ganz klar eine Bringschuld und eine Holschuld. Wir als Hochschule haben eine Bringschuld, indem wir unsere Kompetenzen aufzeigen und die Chancen der Zusammenarbeit für Unternehmer offerieren. Das machen wir über viele Kanäle, wie Presseaussendungen, Newsletter und Social Media oder unsere Unternehmenspartner und das Land Tirol. Zusätzlich gibt es die Holschuld des Unternehmers. Dieser sollte Infoveranstaltungen auch besuchen bzw. Infos einholen, diverse Mitteilungen und Artikel lesen. Leider können wir als Forschungsstätte aufgrund von Verschwiegenheitsverpflichtungen nicht
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über alle Neuheiten informieren – um Wettbewerbsvorteile für Kooperationspartner zu ermöglichen. Insofern müssen wir die „Werbung in eigener Sache“ mit Sorgfalt und Bedacht gestalten, was aber trotzdem zu einem ausreichenden Informationsaustausch von Unternehmer und Hochschule führen sollte. Stichwort Corona: Hat die Pandemie die Forschung spürbar beeinflusst? Ja, in vielen Bereichen. Die Forschungsaufträge sind nicht eingebrochen, sondern im Gegenteil deutlich gestiegen. Wir haben in manchen Bereichen reagiert und Forschungen ganz speziell betreffend die COVID-Vireninaktivierung vorangetrieben. Beispielsweise wurde eine Tochterfirma gegründet, die sich einerseits mit der Luftreinhaltung und andererseits mit der Oberflächendesinfektion, im Wesentlichen für Spezialanwendungen in Krankenhäusern und bei Pflege- und Heilbedarfen, beschäftigt. Der Fokus liegt hier auf dem Schutz von sehr vulnerablen Gruppen. Wir haben auch gemeinsam mit
„GRUNDL AGENFORS CHUNG MUS S UNBEDING T IN DIE ANWENDUNG TR ANSFERIERT WERDEN. NICHT GEMACHT IST SCHON VERLOREN. VIELE SAGEN SPEED KILL S. I C H S A G E : S P E E D M AT T E R S .“ MICHAEL KRAXNER
Gemeinden und dem Land Tirol im Umgang mit Corona und der Akzeptanz von Schutzmaßnahmen geforscht. Hier lag der Fokus auf der Bevölkerung, wie die Menschen auf welche Maßnahmen reagieren und wie man bestimmte Maßnahmen als gelindestes Mittel am besten umsetzen kann. Mit welchem Gefühl schauen Sie in die Zukunft? Ich freue mich auf die Zukunft, weil sie aktuell so viele Chancen bietet, wie selten eine Generation zuvor erleben durfte. In diesem Sinne muss man sich permanent neu erfinden. Das Schlimmste, was einer Gesellschaft passieren kann, ist Stillstand.
Stillstand bedeutet Rückschritt. Der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Tirol hat einen bedeutenden Vorteil, der gegenüber vielen anderen überwiegt: Viele Ausländer kommen neben dem Urlaubsvergnügen auch gerne und freiwillig hierher zum Arbeiten oder Studieren. Leider gehen zu viele wieder zurück in ihr Heimatland oder an einen anderen Standort. Wir müssen das Halten und Integrieren von Fachkräften strukturierter betreiben, um den Vorteil unseres attraktiven Standorts für ein Brain-Gain zu nutzen, um damit Know-how, Innovation und Wertschöpfung im Land zu halten und ausbauen zu können.
HILFE RUND UM DIE 4. COVID-WELLE! Die UBIT-Expert*innen sind Ihnen behilflich.
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itten in einer wirtschaftlichen Aufschwungphase werden viele Betriebe durch den erneuten Lockdown zurückgeworfen. Damit der Schaden für Unternehmen und deren MitarbeiterInnen so gering wie möglich ausfällt, werden seitens der Bundesregierung wieder bewährte Hilfen wie Ausfallsbonus, Verlustersatz, Härtefallfonds oder Kurzarbeit aufgelegt. Ab 16. Dezember wird für einen Umsatzeinbruch von mindestens 40 % im Vergleich zum identen Monat aus 2019 wieder ein Ausfallsbonus beantragbar. Die Ersatzrate wird je nach Kostenstruktur der Branche 10-40 % des Umsatzrückgangs betragen. Für den Zeitraum von Jänner bis März 2022 besteht die Möglichkeit, einen Verlustersatz als Entschädigung für mindestens 40 % Umsatzeinbruch zu erhalten. Der Antrag hierfür ist allerdings erst ab 2022 möglich. Auch der Härtefallfonds ist für die Zeit von November 2021
UBIT-Obfrau Sybille Regensberger
bis März 2022 wieder entsprechend dotiert worden. Wenn die laufenden Kosten nicht mehr gedeckt werden können oder ein Einkommensrückgang von mindestens 40 % zu verzeichnen ist, wird eine 80%ige Ersatzrate zuzüglich 100 Euro für das entgangene Nettoeinkommen zur Verfügung gestellt. Die Höchstgrenze liegt bei 2.000 Euro pro Monat.
Für alle Betriebe, die von behördlichen Schließungen betroffen sind, ist auch die Corona-Kurzarbeit möglich. Diese ermöglicht eine Reduktion der Arbeitszeit bis zum völligen Arbeitsausfall – bei einem Nettoeinkommensersatz von 80 bis 90 Prozent. Zudem können MitarbeiterInnen mit Vorerkrankungen auf Basis eines Risiko-Attests wieder dienstfrei gestellt werden. Auch Schwangere, die in körpernahen Berufen arbeiten, haben einen Freistellungsanspruch. Die ExpertInnen der Buchhaltungsberufe informieren ihre Klienten gerne über die nötigen Kriterien für die neue Kurzarbeitsphase. Sie kümmern sich neben den allgemeinen Buchhaltungs- und Lohnverrechnungsarbeiten auch weiterhin um die, durch die Krise sich ständig ändernden, Rahmenbedingungen. PR
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AUS DER PRAXIS TEXTE: LARISSA RIEDLER
Von der Forschung zur Entwicklung. Beispiele für gelungene angewandte Forschung.
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HARTE SCHALE, WEICHER KERN Ein durch und durch Tiroler Technologieunternehmen findet man in Kufstein sowie künftig auch in Hall. Die Single Use Support GmbH als Big Player auf dem Biopharma-Markt zählt bereits jetzt zu den großen Erfolgsgeschichten Tirols.
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as 2016 von Johannes Kirchmair und Thomas Wurm gegründete Unternehmen hat sich auf die Entwicklung und Produktion von mechatronischen Systemen für die Pharmaindustrie spezialisiert und bietet eine sichere, sterile und effiziente Lösung für den Transport von biomedizinischen Produkten. Die beiden Jungunternehmer haben früh erkannt, welche Schwachstellen und Lücken in den Herstellungs- und Logistikprozessen von hochwertigen und lebenswichtigen Substanzen bestehen. Durch unsachgemäße Handhabung oder fehlerhafte Behälter kam es oft zu Beschädigungen bzw. zu Verunreinigungen, die zur Unbrauchbarkeit führten. Das war nicht nur persönlich frustrierend, sondern auch ein enormer Wertschöpfungsverlust. Während der Coronapandemie konnte das System des Unternehmens besonders punkten: Die Impfstoffe konnten binnen kürzester Zeit problemlos und sicher von A nach B transportiert werden. Auch wenn man als Privatperson nie direkt mit den Produkten in Kontakt kommen wird, profitiert jeder Einzelne von der Technologie. Das Erfolgsprodukt ist die sogenannte „RoSS Shell“ (Robust Storage and Shipping), eine Sekundärverpackung zum Schutz der Single-Use-Bags, die an Abnehmer auf der ganzen Welt verschickt wird. Die Shell dient als bruchsichere Schutzhülle für die zu transportierenden Flüssigkeiten in Einwegbeuteln. In erster Linie wird der Einwegbeutel mit einem weichen 3-D-Schaumstoff überzogen, der eine schützende Einbettung sowie eine Dämpfung bei Erschütterungen bietet. Die Shell schützt das wertvolle Produkt somit vor Verunreinigungen und Beschädigungen. Da viele biomedizinische Produkte bei längeren Transportwegen gekühlt werden müssen, kann sich die Shell auch während des Kühl- bzw. Gefriervorganges anpassen.
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END -TO - END - LÖSUNG Ziel ist es, eine ganzheitliche Prozesslösung zu finden: Die Medizin oder der Impfstoff soll vollständig entwickelt in die Single-Use-Bags abgefüllt und in eine Kühlanlage transferiert werden. Mithilfe der RoSS Shell und einem dafür angefertigten Transportgebinde, das den gekühlten Transport gewährleisten kann, gelangt das Produkt zur Receiving-Seite, wo das Produkt weiterverwendet werden kann. Das Unternehmen hat in seiner kurzen Zeit bereits eine solche Abfüllanlage für den Einwegbeutel entwickelt. Es ist auch möglich, Flaschen steril zu befüllen, zu gefrieren und an den Receiver zu übermitteln. Ein wichtiger Punkt für das Unternehmen ist es, anpassungsfähig, aber unabhängig zu sein, genauer gesagt, Lösungen für alle Hersteller der Single-Use-Bags sowie für alle Größen der Bags zu bieten. Ein großes Forschungsfeld ist somit auch die Skalierbarkeit rund um das Einfrieren. Das bedeutet die Fähigkeit, eine konstante Belastung von Proteinen (biopharmazeutischen Molekülen) in allen Maßstäben, Füllvolumina und Beladungsszenarien zu gewährleisten. Das Unternehmen erfüllt diese Anforderung
durch die Standardisierung der IFGS – icefront growth speed – für alle möglichen Szenarien und Set-ups, unabhängig von Füllvolumen und Beuteltyp, aber auch unabhängig von der Art des Systems. Dafür wurde eine spezielle Gefrier-Auftau-Plattform, die RoSS.pFTU, konzipiert, passend zu den RoSS Shells. Damit sollen die Eigenschaften der Maschinen über Einstellungen, Parametrisierungen usw. angepasst werden können, um reproduzierbare, kontrollierte und skalierbare Gefrierläufe zu erreichen. www.susupport.com
SINGLE USE SUPPORT GMBH Was klischeehaft als Garagenprojekt von zwei klugen jungen Köpfen gestartet ist, ist heute weltweit in Verwendung. Die Jungunternehmer haben eine Marktlücke entdeckt und diese mit ihren Produkten erfolgreich gefüllt. Heute ist die Firma als Servicedienstleister in der Pharmaindustrie nicht mehr wegzudenken und unterstützt Konzerne auf der ganzen Welt dabei, hochwertige biomedizinische Produkte sicher und unbeschadet von A nach B zu transportieren.
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ARE WE LIVING IN A SIMULATION?
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Reale Prozesse digitalisieren. Dieser Traum wurde zur Wirklichkeit. Gemeinsam mit der Industriellenvereinigung hat das Management Center Innsbruck (MCI) ein „Digital Twin Lab“ eingerichtet.
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er Werdegang einer neuen Arbeitsmaschine ist bekannt und keine Neuheit. Es wird zuerst ein Prototyp entwickelt, der zwar ein funktionstüchtiges, aber vereinfachtes Versuchsmodell darstellt. Erst nach unzähligen Feldversuchen, Optimierungen und Feinarbeiten erhält man (mit Glück) das gewünschte Endprodukt. Das Verfahren ist nicht nur sehr zeitintensiv, sondern auch sehr kostspielig. „Schlagwort time to market“ sagt Prof. Dr. Michael Kraxner, Ansprechpartner des Projekts Digital Twin Lab. „Die Entwicklungszyklen müssen verkürzt werden, um für ein Unternehmen als wertschöpfend dargestellt zu werden.“ Ziel des Digital Twin Lab ist es, Tiroler Entrepreneure mittels Gesamtmaschinensimulationen zu unterstützen. Der Prozess wird somit beschleunigt, effektiver und effizienter gestaltet und ist zugleich kostengünstiger. Diese Neuerungen wirken sich positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sowie generell auf die Produktentwicklung aus.
KEIN SELBSTZWECK ZUM DIGITALISIERUNGSWILLEN Der „Digital Twin“ ist eine Simulationsmaschine, die es ermöglicht, den Echtbetrieb einer mobilen Arbeitsmaschine virtuell abzubilden und die Zeit zwischen Entwicklung und Markteinführung zu verkürzen. Mithilfe des digitalen Zwillings können bereits im Anfangsstadium des Entwicklungsprozesses Schwächen und Mankos des Produktes erkannt und beseitigt werden. Man gewinnt außerdem Erkenntnisse über das Verhalten und ist somit flexibel und anpassungsfähig. Es geht nicht darum, alles zu digitalisieren. Sinn und Zweck ist es, bei Neuentwicklungen die Möglichkeit zu haben, auf ein bestimmtes Abbild zurückzugreifen. Das spart unnötige Zwischenschritte. Auch das Umfeld kann simuliert werden, um Auslegungen im Vorfeld zu treffen. Es macht einen großen Unterschied, ob eine Maschine bei extremer Hitze oder bei extremer Kälte im Einsatz ist. „Customised engineering“ nennt es Kraxner. „Maßgeschnei-
dert für die Anwendung, die benötigt wird.“ Das Digital Twin Lab schafft es, Maschinen in Extremsituationen oder bei sonstigen besonderen Anwendungen zu simulieren, um herauszufinden, wie sich die Maschine bei realen Bedingungen bewegen würde.
MENSCH UND MASCHINE
Auch von dieser Thematik umfasst werden sollen die Personen, die die Maschinen und Fahrzeuge in Betrieb nehmen. Mithilfe der Simulation können sich die Arbeiterinnen und Arbeiter besser auf die Maschine einstellen und schneller einlernen, damit eine richtige Fahrweise und ideale Verbrauchswerte erzielt werden können. „Dieser Punkt war für uns besonders wichtig, da es sehr viele Arbeitsmaschinen gibt, die nur saisonal verwendet und somit bedient werden, wie zum Beispiel eine Pistenraupe“, so Kraxner. „Fehlerquoten sinken, es gibt nur Vorteile.“ Per Remote-Administration lassen sich bereits viele IT-Systeme von einem anderen Standort aus reglementieren. Auch das wird
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im Digital Twin Lab erprobt und getestet, um Techniker von Unternehmen in betroffene Maschinen digital einsteigen zu lassen. Dass eine gerissene Kette nicht digital repariert werden kann, ist offensichtlich. Liegt jedoch ein rein digitales Problem vor, kann dieses digital gefunden und direkt behoben werden, ohne dass eine Arbeitskraft vor Ort notwendig ist.
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PISTENFAHRZEUG UND PLANIERRAUPE
In Zuge des Projekts wird sehr eng mit den beiden Unternehmen Prinoth und Liebherr zusammengearbeitet, um individuelle Lösungen für die Verbesserung bestimmter Arbeitsmaschinen anbieten zu können. Der Pistenfahrzeughersteller Prinoth strebt eine Rationalisierung des Entwicklungsprozesses seiner Fahrzeuge an, um die Weiterentwicklung derselben effizienter und wertschöpfender darzustellen. Außerdem will das Unternehmen eine Erleichterung für seine Arbeitsteams bieten können. Über das benutzerfreundliche Simulationsmodell werden zukünftig interaktive Fahrtrainings möglich sein, die einerseits die Kompetenzen der Fahrerinnen und Fahrer stärken werden und andererseits die Fehleranfälligkeit minimieren können. Die Planierraupen von Liebherr sollen durch das Digital Twin Lab ebenfalls modifiziert werden. Eine Verkürzung der Entwicklungszyklen ist primäre Motivationsquelle des Unternehmens. Dadurch wird auch eine schnellere Reaktionszeit gewährleistet. Ziel ist schlussendlich die vollständige Simula-
tion der Planierraupenbewegung. Die bisher erzielten Neuerungen sind noch nicht das Ende des Entwicklungspfades. Elektrifizierung, künstliche Intelligenz, Vibrationen sowie thermische Simulation sind
vier weitere Stufen, die sich derzeit in der Entwicklungsphase befinden. Dadurch kann die Optimierung von Arbeits- und Kostenprozessen mit wissenschaftlicher Präzision erzielt werden.
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Univ.-Prof. Dr. Stefan Schneeberger ist Leiter der Transplantationschirurgie und wissenschaftlicher Direktor des organLife-Labors.
NORMOTHERME MASCHINENPERFUSION
Der Name deutet auf eine Revolution der Geschichte der Organbehandlung hin – und genau das ist es auch. Entnommene Organe wurden bisher „kalt gehalten“, um mögliche entstehende Schäden aufgrund des unterbrochenen Blutkreislaufes zu unterbinden. Bei bereits kranken oder älteren Organen ist diese kalte Lagerung jedoch sehr heikel, fehleranfällig und meist nicht ausreichend. Der Schaden, der durch diese Lagerung und anschließende Wiedereingliederung in den Blutkreislauf entstehen kann, wird als „Ischämie“ bzw. „Reperfusionsschaden“ bezeichnet. Durch die mangelnde Durchblutung kommt es zu einem Sauerstoffmangel in den Zellen und es können die Zellen, wenn sie sich davon nicht erholen, absterben. Mithilfe der normothermen Maschinenperfusion sollen solche Schäden vermieden werden können, indem ein menschlicher Blutkreislauf simuliert wird. Das Organ wird in einer „Mini-Intensivstation“ an einen nachgebildeten Blutkreislauf angeschlossen, die Zellen werden mit dem notwendigen Sauerstoff versorgt. Das Organ kann weiterarbeiten, da das Blut wie beim Menschen unter nachgebildeten Bedingungen zirkuliert. Die Vorteile sind somit klar. Die
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s gibt bereits mehrere Lösungsansätze, diesem Problem entgegenzusteuern. Univ.-Prof. Dr. Stefan Schneeberger, Leiter der Transplantationschirurgie und wissenschaftlicher Direktor des organLife-Labors, sieht sich gemeinsam mit seinem ausgewählten Team in der Lage, kranke Organe mit Hilfe der Technik der Maschinenperfusion außerhalb des Körpers zu therapieren und zu retten. Die Lebenszeit der Spender- und Eigenorganen kann somit verlängert werden und das Projekt gibt neue Hoffnung im Bereich der Organtransplantation und darüber hinaus in vielen weiteren Bereichen.
EIN NEUES LEBEN FÜR ORGANE In Österreich warten derzeit rund 750 Personen auf eine Organtransplantation. Was auf den ersten Blick als eine vergleichsweise kleine Zahl zur Gesamtbevölkerung in Österreich wirkt, entpuppt sich als Wettlauf gegen die Zeit. Es stehen zu wenig gesunde Spenderorgane zur Verfügung, als dass jeder Einzelne zeitgerecht Hilfe erfahren kann. Ein maschineller Organersatz ist leider auch keine Langzeitlösung.
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T I R O L S O L L M I T E I N E M W E I T E R E N KO M P E T E N Z Z E N T R U M V E R S TÄ R K T W E R D E N , U M W E I T E R H I N M E D I Z I N , F O R S C H U N G U N D T E C H N I K A U F H Ö C H S T E M N I V E A U A N B I E T E N Z U KÖ N N E N .
Organe werden weniger belastet und sind somit weniger anfällig für Schäden. Außerdem kann das behandelnde Team die Organqualität einfacher und besser beurteilen. Weiters wird die Lagerungszeit ohne Nachteile verlängert und das Organ kann bestenfalls sogar mehrere Tage an der Maschine behandelt werden. Zu guter Letzt ergeben sich komplett neue Möglichkeiten der Organtherapie. Damit ergibt sich über die Organtherapie hinaus die Vision, auch Eigenorgane außerhalb des Körpers regenerieren und heilen zu können.
REVOLUTION IN DER MEDIZIN
Bei der Behandlung des Organs stehen unterschiedliche Methoden zur Verfügung, die hier nur überblicksmäßig genannt werden. Mithilfe von nährstoffreichen Substanzen wird der Stoffwechselprozess angeregt. Im Fokus steht vor allem die Zell- und Geweberegeneration. Beschädigte Gefäße werden mit regenerierenden Substanzen repariert. Mit einer Erbkrankheit betroffene Organe könnten mittels CRISPR (Genschere) behandelt und geheilt werden. Auch ist die Stammzelltherapie während der Maschinenperfusion realisierbar. Ein weiterer revolutionärer Schritt ist die möglich gewordene Tumortherapie außerhalb des Körpers. Das Organ wird dabei entnommen und währenddessen behandelt und dem Patienten anschließend wieder eingesetzt. Dadurch hat die Therapie keine direkten negativen Auswirkungen auf den restlichen Körper während der Operation. Auch in der Pharmaindustrie bleibt dieser Prozess nicht unverwendet. Testungen für neue Medikamente können zunächst an entnommenen Organen auf deren Wirksamkeit getestet werden, bevor sie in die Anwendung gelangen. Alle diese Konzepte mögen futuristisch klingen, jedoch sind diese Anwendungen tatsächlich in ersten Schritten der Umsetzung begriffen. Mehrtägige Perfusionen von krebstragenden Organen, Konservierung von Leberteilen, Genkartographien und Immunzellanalysen, komplexe Zellatmungsuntersuchungen und vieles mehr sind die Realität in dem von der Assoziierten Prof. Doz. Dr. med. Theresa Hautz-Neunteufel geleiteten Labor.
ROUTINE IN INNSBRUCK In Innsbruck wird die Technik der normothermen Maschinenperfusion bereits bei über 50 Prozent aller Nieren- und Leberoperationen angewendet. Das Zentrum in Innsbruck ist dabei das erste der Welt, das diese einzigartige Technologie bei klinischer Routineversorgung bei Lebertransplantationen anwendet. Hierzu werden momentan weitere Studien durchgeführt. Als nächster Schritt soll – analog zu einer Patientenstation – ein eigener klinischer Bereich für die Überwachung und Betreuung von Organen durch ein multi- und interdisziplinäres klinisches Team eingerichtet werden. Die Ex-situ-Konservierung an der Maschine soll im Zuge dieses Projektes auf bis zu sieben Tage ausgedehnt werden können. Der Standort Innsbruck bietet ideale Voraussetzungen für die Realisierung des Projektes, da sich der Schwerpunkt der Medizinischen Universität Innsbruck und der tirol kliniken genau in diesen Bereichen eingependelt hat. Der Standort zeichnet sich auch durch die weitgreifende, internationale Vernetzung aus, die das Projekt damit unterstützen kann. Tirol soll mit einem weiteren Kompetenzzentrum verstärkt werden, um weiterhin Medizin, Forschung und Technik auf höchstem Niveau anbieten zu können. Die Medizinische Universität Innsbruck möchte gemeinsam mit den tirol kliniken eine internationale Vorreiterrolle in diesem Bereich einnehmen. Ein weiteres Ziel ist es, bis 2030 die Möglichkeit einer Organbank realisiert zu haben, mit der „Organe auf Abruf“ möglich gemacht werden könnten.
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INFO In Österreich herrscht die Widerspruchslösung in Bezug auf Regelungen über die Organentnahme. Konkret bedeutet das, dass eine Organentnahme an einer verstorbenen Person immer dann zulässig ist, wenn diese einer Organentnahme zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprochen hat. Dies ist bereits ein Schritt in die richtige Richtung. Oftmals reichen solche Regelungen jedoch nicht aus, für die betroffenen Patientinnen und Patienten einen passenden Spender zu finden.
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MEHR IST MEHR
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Es gibt bereits weitere Projekte in Tirol und ganz Österreich mit unterschiedlichen Ansätzen, um der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken. Für die Verwertung von nicht den Standards entsprechendes Obst und Gemüse wurde gemeinsam mit der Unterstützung des Landes Tirol das Projekt „Karakter-Ernte“ 2018 gestartet. Das Netzwerk besteht aus mehreren produzierenden und weiterverarbeitenden Betrieben (aktuell Gastronomiebetriebe, Schul- und Betriebsküchen), die bewusst Gemüse mit „Karakter“ verarbeiten. Die Abfallwirtschaft Tirol Mitte GmbH hat gemeinsam mit dem Zweckverband für Abfallwirtschaft Kempten das grenzüberschreitende Projekt „MARLENE“ (Maßnahmen zur Reduktion von Lebensmittelabfällen durch Netzwerkbildung) ins Leben gerufen. Der Schwerpunkt dieses Projektes ist die Verringerung von Lebensmittelabfall durch Zusammenarbeit und Vernetzung aller Akteure von der Landwirtschaft bis in den Haushalt. Weitere Lösungsvorschläge bieten unter anderem das Unternehmen „Too Good To Go“, die gemeinnützige Organisation „Team Österreich Tafel“ oder das Netzwerk „United Against Waste“, die jeweils österreichweit agieren und sich gegen Lebensmittelverschwendung und dessen Folgen einsetzen.
WIDER DIE WEGWERFKULTUR Weltweit gehen geschätzt ein Drittel aller produzierten Lebensmittel entlang der Wertschöpfungskette verloren. In Österreich werden insgesamt bis zu einer Million Tonnen noch genießbarer Lebensmittel pro Jahr entsorgt. Die Verantwortung, diesem fortschreitenden Trend entgegenzuwirken, betrifft alle Akteure entlang der Supply-Chain gleichermaßen.
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ür jedes Produkt und für jeden Rohstoff ist ein bestimmter Lebenskreislauf vorgesehen. In vielen Bereichen ist das Potential der einzelnen Produktlebensphasen jedoch noch nicht ausreichend ausgeschöpft. Um der Etablierung einer ressourcenschonenden Kultur in Tirol zu helfen, untersucht das Management Center Innsbruck, Department Umwelt-, Verfahrens- und Energietechnik, beauftragt und finanziert vom Land Tirol, neue Verwertungsmöglichkeiten auf stofflicher und energetischer Basis. In einem ersten Schritt soll dabei die gesamte Menge des heimisch angebauten Gemüses, das tatsächlich auf den Markt kommt, und die Menge, die davor aussortiert und entsorgt wird, evaluiert werden. Die Menge an Gemüse, die pro Jahr in Tirol geerntet wird, beträgt im Schnitt 40.000 Tonnen. Ziel ist es, mögliche Einsatz- und Verwertungsalternativen zu prüfen und idealerweise zu erweitern.
NACHHALTIGKEIT IM VORDERGRUND
Hinsichtlich der gewünschten Ergebnisse muss zwischen Gemüsereststoffen einerseits und (anscheinend) fehlerhaftem Gemüse unterschieden werden: Die Studie hat als oberste Priorität, eine effiziente und nachhaltige Nutzung von Gemüsereststoffen möglich zu machen. Hier soll vor allem darauf abgezielt werden, dass wirklich sämtliche Reststoffe einem Zweck gewidmet werden. Die Vorgehensweise soll außerdem energie- und ressourceneffizient sowie klimaschonend sein und der ökologische Fußabdruck so klein wie möglich gehalten werden. Außerdem sollen die Verarbeitungsmethoden beachtet und erforscht werden, die nicht der direkten Nutzung entsprechen.
ZUKUNFTSBLICK
Die Ergebnisse der Studie des MCI sollen in rund zwei Jahren vorliegen. Der Blick in die Zukunft ist positiv. Unterstützer des Projekts sind neben dem Land Tirol die Landwirtschaftskammer Tirol, die Wirtschaftskammer Tirol, der Verein der Tiroler Gemüsebauern, die Abfallwirtschaft Tirol Mitte Ges.mbH, die TIGAS-Erdgas Tirol GmbH sowie die Agrarmarketing Tirol GmbH. Dank diesem in Tirol ansässigen Projekt kommt man einem sinnvollen und wertschöpfenden Ressourcenmanagement einen großen Schritt näher.
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DIE WISSENSCHAFT ÜBER DIE WISSENSCHAFT Bereits seit 2014 forschen Wissenschaftler an der Universität Innsbruck intensiv im Bereich Metascience, deren Ziel es ist, den Prozess der Wissensgenerierung besser nachvollziehen zu können und ihn zugleich transparenter und offener zu gestalten – kurzum: Wissen robuster zu machen. INTERVIEW: MARINA BERNARDI
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ichael Kirchler ist einer mehrerer Forscher, die sich an der Universität Innsbruck eingehend mit dem Thema Metascience auseinandersetzen. Warum es das überhaupt braucht, darüber – und über anderes – haben wir mit ihm gesprochen.
Metascience ist quasi die Wissenschaft der Wissenschaft. Warum beschäftigt sich die Wissenschaft mit sich selbst? M I C H A E L K I R C H L E R : Im Prinzip handelt es sich dabei um eine Art der Qualitätssicherung. Wissenschaft und Forschung sind nichts, das irgendwann abgeschlossen ist, sondern ein sich laufend verbessernder Prozess. Die technischen Möglichkeiten entwickeln sich weiter oder der Zugang zu Proband*innen wird breiter. Somit verändern sich die wissenschaftlichen Methoden. Letztlich geht es darum, sich ständig selbst zu hinterfragen, sich weiterzuentwickeln und entsprechende Lehren aus diesen Entwicklungen zu ziehen. E C O. N OVA :
Forschung und Wissenschaft sind also nie absolut? Im Bereich der Naturwissenschaften gibt es durchaus wissenschaftlich fundierte und wohl auch unumstößliche Fakten, die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, also der Bereich, in dem ich mich bewege, sind stets eine Momentaufnahme. Es kann vorkommen, dass Ergebnisse, die mit dem heutigen Wissens- und Technikstand erzeugt wurden, in zehn Jahren angepasst werden müssen, weil man neue, modernere Methoden entwickelt
„W I S S E N S C H A F T U N D F O R S C H U N G S I N D N I C H T S , D A S I R G E N D WA N N A B G E S C H L O S S E N I S T, S O N D E R N E I N S I C H L A U F E N D V E R B E S S E R N D E R P R O Z E S S .“ MICHAEL KIRCHLER
hat. Metascience spielt in diesem Veränderungs- und Verbesserungsprozess eine wesentliche Rolle, weil sie den Prozess der Wissensgenerierung kritisch hinterfragt.
Es geht dabei auch darum, Methoden transparenter und offener zu gestalten. Führt mehr Transparenz zu anderen Ergebnissen? Vor allem erwartet man sich robustere Ergebnisse. Es geht darum, Ergebnisse breiter aufzustellen, nicht nur zwei oder drei Studien heranzuziehen, sondern 40 oder 50, Probandengruppen weiter zu fassen. Arbeitet man mit sehr kleinen Stichproben, kann es zu weit größeren Differenzen und Zufallsergebnissen kommen. Bei Stichproben mit einer großen Anzahl an Teilnehmer*innen glätten sich diese Zufälle heraus, die getroffenen Aussagen sind gesicherter. Sie haben im vergangenen Jahr gemeinsam mit Kolleg*innen aus Stanford, Tel Aviv und Stockholm ökonomische
Experimente in einem MRT-Scanner durchgeführt. Die Daten haben Sie zur Auswertung an 70 internationale Forschungsteams weitergegeben, die unabhängig voneinander die Auswertung derselben Daten durchführten. Und zu unterschiedlichsten Schlüssen kamen. Nun lässt sich schwer sagen, wer davon und ob überhaupt jemand falsch liegt. Was aber sagt das über die Sicherheit von Studienergebnissen generell aus? In der Regel gibt es eine Forschungsfrage, die von einem Team bearbeitet wird. Vor allem im Bereich der Neurowissenschaften ist das mitunter schwierig, weil es sich um teilweise sehr komplexe Ausführungen handelt. Das Team entscheidet sich also für einen Analysepfad und erhält am Ende ein Ergebnis. Arbeiten mehrere Forscher an derselben Frage, steht am Ende als Durchschnitt all dieser Einschätzungen ein wesentlich besseres, fundierteres und klareres Bild und damit ein weitaus robusteres Ergebnis. Vielleicht mag es unter
den Teams ein paar Ausreißer geben, die fallen aber nicht so sehr ins Gewicht. Der Großteil der Auswertungen unterscheidet sich zwar – einmal mehr, einmal weniger –, aber am Ende steht als Querschnitt ein bedeutend gesicherteres Ergebnis als bei einem einzelnen Team. Und darum geht es. Dass Ergebnisse unterschiedlich ausfallen, liegt mehr in der Natur der Daten denn im Können der Forscher. Bei ganz einfachen Experimenten gibt es hingegen wenige Variablen, die Komplexität der Daten ist niedrig und somit werden sich die Ergebnisse kaum voneinander unterscheiden. Nun gibt es aber gerade in manchen Bereichen der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften oft sehr komplexe Datensätze und folglich unterschiedliche Herangehensweisen. Es kann daher zu größeren Abweichungen der Teams untereinander kommen im Vergleich zu simplen Experimenten. Deshalb liegt aber eine Forschergruppe nicht eher korrekt als eine andere. Und genau deshalb ist es so wichtig, Fragen von verschiedenen Seiten zu beleuchten, um aus dem Schnitt aller zur wahrscheinlichsten Lösung zu gelangen. Macht es demnach überhaupt Sinn, Forschungsfragen von nur einem einzigen Team beantworten zu lassen? Gerade in unserem Bereich können wir bereits auf vielfältige Studien der letzten Jahre und Jahrzehnte aufbauen. Man fängt also fast nie bei null an. Und mit unseren Ergebnissen werden andere Teams später weiterarbeiten. Das ist die klassische wissenschaftliche Arbeitsteilung. Selbst wenn man aktuell als einziges Team an etwas arbeitet, ist man dennoch nicht allein. Die Ansätze der Metascience versuchen diesen Prozess zu beschleunigen, indem sie gleichzeitig 50, 70 oder 180 Teams zur selben Zeit am selben Thema forschen lassen. Hierin sehen wir die Zukunft, weil viele Teams das Rauschen und die Unschärfe aus den Ergebnissen nehmen. Bis dato ist dies über einen längeren Zeitraum, teilweise über Jahrzehnte passiert, indem man sozusagen „hintereinander“ geforscht hat, die Zukunft – und das hat auch die Pandemie und die Erforschung des Impfstoffes gezeigt – ist die Gleichzeitigkeit, bei wohl wesentlich robusteren Ergebnissen. Kann Wissenschaft und Forschung jemals gänzlich objektiv sein? Im naturwissenschaftlichen Bereich – beim Gravitationsgesetz oder bei Auswirkungen von
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Mag. Dr. Michael Kirchler ist Professor am Institut für Banken und Finanzen der Universität Innsbruck und untersucht in Metascience-Studien vor allem die Wirtschaftswissenschaften und Psychologie.
CO2 auf die Atmosphäre – oder bei klassischen physikalischen Grundgesetzen gibt es wenig wissenschaftlichen Dissens. Je mehr man sich in Richtung Sozial- und Wirtschaftswissenschaften und Psychologie bewegt, desto größer werden in der Tat die Unschärfen. Menschen verhalten sich nicht immer gleich. Gibt es in der Forschung überhaupt falsche Antworten? Wenn 70 Teams an derselben Forschungsfrage arbeiten und – vereinfacht gesagt – 67 die Frage mit „ja“ und drei mit „nein“ beantworten, werden die drei wohl nicht ganz richtig liegen. Wenn man bei seinen Forschungen das genaue Gegenteil der breiten Durchschnittsmeinung herausfindet, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass man falsch liegt. Motive, vom breiten wissenschaftlichen Kanon abzuweichen, sind dabei wohl nicht selten persönlicher Natur: Profilierungswille, Überoptimismus in die eigenen Fähigkeiten und Forschungen – manchmal glauben Wissenschafter auch tatsächlich an ihre Theorie, selbst wenn 99 Prozent der anderen zu einem konträren Ergebnis kommen.
Kann Metascience dabei helfen, Forschung „unvoreingenommener“ zu machen? Letztlich muss man an jede Forschungsfrage unvoreingenommen herangehen und nicht auf ein Ergebnis „hinforschen“. Deshalb ist es für uns zum Beispiel auch eine Antwort, keine Antwort zu finden. Es darf auf keinen Fall so sein, dass man glaubt, ein Ergebnis müsse auf eine bestimmte Art und Weise ausfallen. Und entsprechen die Daten nicht den Vorstellungen, macht man vielleicht noch ein paar Extratests, um sein im Kopf erdachtes Ergebnis zu bestätigen. Damit das nicht passiert, ist es seit einigen Jahren üblich, dass man Studien präregistrieren muss. Es wird also schon im Vorfeld klar festgelegt, wie das Experiment designt und ausgewertet wird oder wer die Proband*innen sind. Erst dann wird mit der eigentlichen Arbeit begonnen. In der Medizin ist das schon länger der Fall. Auf diese Weise kann man nicht mitten im Experiment oder der Studie die Methodik ändern. Es ist eigentlich erstaunlich, dass diese Vorgehensweise in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften noch recht neu ist.
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MEDIZINISCHE UNIVERSITÄT INNSBRUCK
© FLORIAN LECHNER
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Rektor Wolfgang Fleischhacker, Manuela Groß, Vizerektorin für Finanzen und IT, Christine Bandtlow, Vizerektorin für Forschung und Internationales, und Wolfgang Prodinger, Vizerektor für Lehre und Studienangelegenheiten
ERFOLGSKURS FORTSETZEN Der von Rektor Wolfgang Fleischhacker und seinem Team eingeschlagene zukunftsorientierte Weg der Medizinischen Universität Innsbruck geht in die Verlängerung. Mit 1. Oktober 2021 begann die zweite Amtszeit.
MEDIZINISCHE UNIVERSITÄT INNSBRUCK
D I E U N I V E R S I TÄ R E M E D I Z I N S O L L I N D E N NÄCHSTEN VIER JAHREN IN INNSBRUCK WEITER AUSGEBAUT WERDEN. UNTER ANDEREM WERDEN F O R S C H U N G S F E L D E R G E S TÄ R K T U N D F Ü R D I E A L L G E M E I N M E D I Z I N E I N N E U E S , Z U S ÄT Z L I C H E S E R W E I T E R U N G S S T U D I U M G E P L A N T.
A
nfang März 2020 hatte der Universitätsrat nach positivem Votum des Senats einstimmig für eine weitere Amtszeit von Wolfgang Fleischhacker als Rektor gestimmt. Erstmals tritt damit ein Rektor an der Medizinischen Universität Innsbruck eine zweite Amtszeit an. Im Team gibt es dementsprechend auch nur eine personelle Veränderung: Peter Loidl hat nach acht Jahren im Amt des Vizerektors für Lehre und Studienangelegenheiten den geplanten Ruhestand angetreten. Ihm folgt der Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie, Wolfgang Prodinger, nach. Vizerektorin Christine Bandtlow (Forschung und Internationales) und Manuela Groß (Finanzen und IT) setzen ihre Arbeit in ihren bisherigen Ressorts fort.
VERBESSERTE ZUSAMMENARBEIT
Gerade die vergangenen eineinhalb Jahre haben die Bedeutung universitärer Medizin und Forschung für die gesamte Bevölkerung sichtbarer gemacht. „Internationale wissenschaftliche Bemühungen haben uns mit der Impfung das Werkzeug in die Hand gegeben, die Pandemie zu beenden“, sagt Fleischhacker. Auch an der Medizinischen Universität Innsbruck wird in zahlreichen Forschungsprojekten zum Verständnis von SARS-CoV-2 und seinen vielfältigen dramatischen Folgen beigetragen. Zudem hat sich die Verbesserung der Kommunikationsprozesse und der Abläufe im klinischen Bereich in den vergangenen vier Jahren mit den tirol kliniken in der Pandemie bewährt. „Expertinnen und Experten der Medizin-Uni Innsbruck waren zum Teil federführend in allen Krisenstäben der tirol kliniken, des Landeskrankenhauses Innsbruck und des Landes Tirol vertreten“, erklärt Fleischhacker. Auch die entsprechenden Stäbe im Bundeskanzleramt und im Bundesministerium für Gesundheit wurden aus den Reihen der Medizin-Uni Innsbruck gestärkt. Für Forschung, Lehre und Ausbildung sowie PatientInnenversorgung auf höchs-
tem Niveau ist vor allem engagiertes und qualifiziertes Personal Voraussetzung. So hat das Rektoratsteam in der vergangenen Funktionsperiode eine sehr aktive Personalpolitik betrieben und 33 Professorinnen und Professoren berufen. Darüber hinaus wurden 27 Laufbahnstellen, die insbesondere für die Förderung von qualifiziertem Forschungsnachwuchs wichtig sind, besetzt. „Wir haben damit wichtige Weichenstellungen für die Zukunft vorgenommen“, erklärt Fleischhacker. Ein weiteres Anliegen bleibt nach wie vor die Stärkung der universitären Pathologie. Die Modernisierung von Infrastruktur und Räumlichkeiten wird in Kürze abgeschlossen sein. „Gemeinsam mit den tirol kliniken und dem Land Tirol arbeiten wir gerade an neuen Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit. Durch die getätigten Investitionen von mehreren Millionen Euro konnten hierfür von universitärer Seite die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden.“
STARKER FORSCHUNGSOUTPUT
In fast allen Universitätsrankings ist die Medizinische Universität Innsbruck zuletzt vergleichsweise gut vertreten oder aufgestiegen. Besonders erfreulich war das Abschneiden beim Times Higher Education Young University Ranking. Beim Vergleich der in den vergangenen 50 Jahren „gegründeten“ Einrichtungen konnte sich die Medizinische Universität Innsbruck mit dem 19. Platz vor den Med-Unis Graz und Wien behaupten. „Die Medizin-Uni Innsbruck ist wegen ihrer Gesamtleistung, aber natürlich insbesondere der konsistent ansteigenden guten Forschungskennzahlen international deutlich sichtbar geworden“, resümiert Christine Bandtlow, Vizerektorin für Forschung und Internationales. So weist beispielsweise die aktuelle Wissensbilanz für 2020 auf den hohen Publikationsoutput der vergangenen Jahre eindrücklich hin. „Darüber hinaus werden wir unser
Profil durch die Stärkung von Forschungsfeldern, wie ‚Seltene Krankheiten‘, der Präzisionsmedizin oder im Bereich der Organtransplantationen weiter schärfen. Am Standort gibt es hier bereits starke, interdisziplinär arbeitende Cluster.“ Wichtige Voraussetzung dafür seien die geplanten Investitionen in den Infrastrukturausbau, der unter anderem zu den Agenden von Manuela Groß, Vizerektorin für Finanzen und IT, zählt. Ein großes Zukunftsprojekt in diesem Feld ist das Bauprogramm „Klinik 2035“. Rund 43 Millionen Euro sind im Rahmen dieser Baumaßnahmen von Bund und Land Tirol für patientenorientierte Lehre und Forschung direkt am Klinikareal vorgesehen. „Die Modernisierungen sind wichtig, um unsere Erfolge in Forschung, Lehre und Krankenversorgung weiter ausbauen zu können.“
KONTINUIERLICH WEITERGEHEN
Das hohe Niveau von Kennzahlen im Bereich der Lehre zu halten, ist eines der Ziele des neuen Vizerektors für Lehre und Studienangelegenheiten, Wolfgang Prodinger. Der Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie ist seit 2001 in verschiedensten, auch leitenden Funktionen im Bereich der Lehre an der Medizinischen Universität Innsbruck tätig. „In Bezug auf die Indikatoren der Studienplatzfinanzierung, dazu zählen beispielsweise die Zahlen prüfungsaktiver Studierender, liegen wir österreichweit an der Spitze“, erklärt Prodinger. So ist die Drop-out-Quote in allen Studienrichtungen an der Medizinischen Universität Innsbruck deutlich unter fünf Prozent, der Anteil der prüfungsaktiven Studierenden liegt bei rund 90 Prozent. Besonders stärken will der neue Vizerektor die Lehre in der Allgemeinmedizin. Im Oktober 2022 beginnt ein Erweiterungsstudium für Allgemeinmedizin. Studierende der Humanmedizin können sich dann schon während ihres Studiums mit den Inhalten dieses Faches ausführlicher auseinandersetzen. PR
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DIE FORSCHUNGSQUOTE MUSS WIEDER STEIGEN Um die Herausforderungen der Zukunft meistern zu können, sind Forschung und Entwicklung unentbehrlich – für Start-ups ebenso wie für etablierte Unternehmen. Die Forschungsquote in Tirol hat laut Industriellenvereinigung durchaus noch Luft nach oben. I N T E RV I E W : D O R I S H E LW E G
W
ir haben mit Eugen Stark, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Tirol (IVTirol), zur Forschungslage in Tirol gesprochen und dazu Antworten zu verschiedensten Anliegen der Industriellenvereinigung bekommen.
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ECO.NOVA: Die Industriellenvereinigung
fordert aktuell eine Erhöhung der Forschungsquote in Tirol. Wie stellt sich die Lage derzeit dar in unserem Land? EUGEN STARK: Die aktuell verfügbaren Zahlen der Statistik Austria zu Forschung und Entwicklung (F&E) zeigen, dass in Tirol im Jahr 2019, also noch vor der Pandemie, insgesamt 1.026,1 Millionen Euro, davon 516,6 Millionen Euro im Unternehmenssektor, für Forschung und experimentelle Entwicklung aufgewendet wurden. Damit sind die Forschungsausgaben in Tirol zwar nominell gestiegen, aber die F&E-Quote lag mit 2,82 Prozent unter dem Bundesschnitt, der bei 3,13 Prozent liegt. Die großen Herausforderungen unserer Zeit wie die Digitalisierung oder der Klimawandel sind nur mit Innovationen zu bewältigen. Dabei geht es nicht nur um Start-ups, sondern vielmehr auch um etablierte Unternehmen, die nur durch Innovationen erfolgreich am Markt agieren können. Wohin sollte sich die Forschungslandschaft in Tirol Ihrer Meinung nach entwickeln? Von den gesamten Ausgaben für Forschung und experimentelle Entwicklung in Tirol in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro wurden 26,3 Prozent für die Grundlagenforschung aufgewendet. Das ist die höchste Quote aller Bun-
desländer noch vor Wien und der Steiermark. Was ja prinzipiell auch gut ist. Es braucht Grundlagenforschung, nur sollte diese auch der Wirtschaft und den Unternehmen besser zugänglich und nutzbar gemacht werden. Die Industriellenvereinigung spricht sich deshalb mit Nachdruck dafür aus, in Tirol vor allem die angewandte Forschung zu forcieren. Das bedeutet, dass Forschung und Wirtschaft noch enger zusammenarbeiten müssen. Da hat sich in den letzten Jahren schon viel getan. Mit einer Koordinationsstelle, wo alle Fäden zusammenlaufen, könnten Themen aus der Industrie noch besser für die Wirtschaft nutzbar gemacht werden. Ein strukturierter Ablauf von industrienahen Dissertationen wäre hier sicher ein Weg in die richtige Richtung.
Könnte Tirol noch mehr vom Förderkuchen abholen? Es gibt immer Luft nach oben. Die gestiegenen Ausgaben im Unternehmenssektor zeigen die Dynamik und Innovationskraft unserer Tiroler Industrie, die den größten Teil der F&E-Ausgaben der Unternehmen bestreitet. Der Rückgang der Tiroler F&E-Quote unter den Bundesschnitt ist zum Teil erklärbar, aber trotzdem unzufriedenstellend. Mittelfristig müssen wir in Tirol bei der Forschungsquote wieder zumindest im Österreichschnitt liegen. Tirol muss sich auch mehr von den Förderungen des Bundes und der EU abholen. Die IV-Tirol fordert in ihrem aktuellen Grundsatzpapier zu F&E daher die Einrichtung einer Forschungskoordinationsstelle, wie in anderen erfolgreichen Bundesländern auch. Bei dieser sollen nicht nur die Forschungen im Land zusammenlaufen und den Unter-
„W E N N W I R D E N K L I M AWA N D E L B E WÄ LT I G E N UND UNSEREN W O H L S TA N D B E H A LT E N WOLLEN, WIRD E S K L U G E KÖ P F E UND NOCH VIEL TECHNOLOGISCHEN FORTSCHRIT T BRAUCHEN. DABEI WIRD ENT SCHEIDEND, DIE DREI DIMENSIONEN DER N A C H H A LT I G K E I T, W I R T S C H A F T, Ö KO L O G I E U N D SOZIALES IN EINKL ANG ZU B R I N G E N .“ E U GEN S TA RK
nehmen besser zugänglich gemacht werden, sondern unsere Unternehmen auch im Bereich der Förderungen unterstützen. Die Wirtschaft muss mehr als Partner gesehen werden, so wie wir das zum Beispiel mit dem Zentrum für Robotik gemeinsam mit dem MCI auch umsetzen. In diesen Bereichen wäre sicher noch mehr möglich in Tirol.
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Ein großes Thema ist die MINT-Strategie für Tirol. Warum ist diese der IV ein so großes Anliegen? Für diese MINT-Strategie haben wir als Industriellenvereinigung einen sehr großen Aufwand betrieben. Unsere Task Force Industrie 4.0 hat einen Strategieprozess zu MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) initiiert und dazu alle wesentlichen Stakeholder miteingeladen und glücklicherweise auch gewinnen können. In insgesamt sechs Arbeitsgruppen wurden Ziele und Maßnahmen für die MINT-Bildung – vom Kindergarten bis zur Hochschule – in Tirol erarbeitet. In der Steuergruppe haben sich Vertreter von Land Tirol, Wirtschaftskammer, Standortagentur, Bildungsdirektion, Arbeiterkammer, ÖGB und IV darauf geeinigt, gemeinsam dieses wichtige Thema anzugehen. Ziel ist es, nach dem Vorbild anderer Bundesländer wie Vorarlberg, alle MINT-Aktivitäten zentral zu koordinieren und gemeinsam vereinbarte Maßnahmen konsequent umzusetzen. Es gibt zwar in Tirol viele gute Initiativen, jedoch keine Gesamtkoordination. Die Fachkräfteplattform des Landes hat sich Anfang November einstimmig dafür ausgesprochen, eine MINT-Koordinationsstelle einzurichten. Das Präsidium der Industriellenvereinigung hat kürzlich beschlossen, sich an den Kosten der Umsetzung der Strategie zu beteiligen, wenn die inhaltlichen und organisatorischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung der Strategie vorliegen. Mit diesem Beschluss der Fachkräfteplattform hat die MINT-Strategie eine weitere wichtige Hürde genommen. Das war nur möglich, weil diese Strategie von allen mitgetragen wird und daher auch den entsprechenden Rückhalt hat.
Mit welchen Themen wird sich diese MINT-Koordinationsstelle befassen? In der MINT-Koordinationsstelle für Tirol sollen alle Aktivitäten zusammenlaufen und die MINT-Fähigkeiten vom Kindergarten bis zur Hochschule übergreifend fördern. Wichtig ist, bereits im Kleinkindalter die althergebrachten Rollenbilder aufzubrechen und nach dem Motto „Technik für alle“ auch Mädchen an die MINT-Fähigkeiten heranzuführen und für technischere Spiele zu begeistern. Das Thema Digitalisierung muss sich über alle Bildungsbereiche erstrecken und fächerübergreifend Anwendung finden,
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„DIE GROSSEN HER AUSFORDERUNGEN U N S E R E R Z E I T W I E D I E D I G I TA L I S I E R U N G O D E R D E R K L I M AWA N D E L S I N D N U R M I T I N N O VAT I O N E N Z U B E WÄ LT I G E N .“ E U GEN S TA RK
mit einem Einzelfach Digitalisierung wird es nicht getan sein.
Wie gut ist Tirol Ihrer Meinung nach in Bezug auf die Digitalisierung aufgestellt? Der technische Fortschritt ist Alltag und wird nie aufhören. In Tirol gibt es Paradeunternehmen, die die Digitalisierung enorm vorantreiben, und natürlich auch welche, die noch Aufholbedarf haben. Unsere gegenwärtigen und zukünftigen Probleme werden nur mit Technologie zu lösen sein. Wenn wir etwa den Klimawandel bewältigen und trotzdem unseren Wohlstand beibehalten wollen, dann wird es viel Technologie brauchen, damit wir auch weiterhin noch gut leben können.
Welche Themen werden die Tiroler Industriebetriebe in den kommenden Jahren beschäftigen? Es gibt Querschnittsthemen, die alle Unternehmen betreffen, wie Data Science, Künstliche Intelligenz, die Blockchain-Technologien sowie natürlich ganz stark auch technische Themen. Natürlich ist der Klimawandel das bestimmende Thema sicher noch für viele Jahre. Die Suche nach den passenden Arbeitskräften wird in Zukunft eine noch stärkere Herausforderung.
Wie geht es der Tiroler Industrie derzeit?Das Auftragsvolumen ist bei den meisten Unternehmen recht gut, allerdings drücken die hohen Preise für Energie und Rohstoffe auf die Ertragslage. Zudem gibt es nach wie vor Lieferschwierigkeiten bei bestimmten Produkten, etwa Computerchips. Die vierte Coronawelle führt zudem zu Personalausfällen. Zusammengefasst: Die Situation ist nicht einfach, trotz guter Auftragslage. Trotz aller Schwierigkeiten sieht es danach aus, dass sich die Industrie – mit ihren 23 Prozent der Wirtschaftsleistung der größte Wirtschaftssektor in Tirol – auch weiterhin als stabilisierender Faktor in der Krise erweist.
Und wo soll die Reise hingehen? Wenn wir den Klimawandel bewältigen und unseren Wohlstand behalten wollen, wird es kluge Köpfe und noch viel technologischen Fortschritt brauchen. Dabei wird entscheidend sein, die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit, Wirtschaft, Ökologie und Soziales in Einklang zu bringen. Daran arbeiten viele unserer Unternehmen mit großem Engagement und gehen jetzt schon mit gutem Beispiel in Sachen Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung voran.
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WIEDER AUFWÄRTS Die Tiroler Industrie hat ein zukunftsweisendes Programm für den Industriestandort Tirol erarbeitet. T E X T : D O R I S H E LW E G
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ie Industrie – mit 23 Prozent der Wirtschaftsleistung der größte Wirtschaftssektor in Tirol – hat sich in der Coronakrise als stabilisierender Faktor erwiesen und zum Teil das Vorkrisenniveau wieder erreicht. Sie braucht jedoch auf dem Weg zurück zu alter Stärke und zur Bewältigung der Zukunfts-
aufgaben unterstützende Rahmenbedingungen. In einem Positionspapier haben Industriellenvereinigung (IV) und Sparte Industrie zusammengefasst, was es jetzt braucht, um die großen Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen und dabei Arbeit und Wertschöpfung im Land zu erhalten. Es ist ein Programm für die Industrie und die
arbeitenden Menschen im Land, ein Programm für alle, die an den Wirtschaftsstandort Tirol glauben und positiv in die Zukunft blicken.
KLIMAWANDEL AKTIV GESTALTEN
„Der notwendige Umbau der Wirtschaft hin zur Klimaneutralität gelingt nur gemeinsam
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mit der Wirtschaft. Die Lösungen liegen in neuen Technologien, in Forschung und Entwicklung und vor allem auch in der Nutzung der Energiequellen im eigenen Land“, stellt dazu Christoph Swarovski, Präsident der IV-Tirol, fest. Die Industrie erwartet sich vom Land Tirol schnellere Verfahren beim Ausbau der heimischen Wasserkraft, die Umsetzung einer Tiroler Wasserstoffstrategie, Unterstützung der Unternehmen durch die Behörden bei der Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen und die Erstellung einer Tiroler Kreislaufwirtschaft-Strategie unter Einbindung der Industrie als Partner.
FÜR DIE ZUKUNFT DES LANDES
So wie in anderen erfolgreichen Wirtschaftsregionen soll auch in Tirol MINT (Mathema-
tik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) einen besseren Stellenwert in der Aus- und Weiterbildung bekommen. Die IVTirol hat dafür eine Tiroler MINT-Strategie initiiert und gemeinsam mit allen Beteiligten erarbeitet. Zur Umsetzung braucht es eine eigene Koordinationsstelle, die sich voll und ganz dieser Aufgabe widmen kann. Dem Thema Bildung ist generell ein großes Kapitel im Positionspapier gewidmet. Die Vorschläge reichen von der Bedeutung der Lehre bis zum Ausbau der internationalen Bildungsangebote. Zu Forschung und Entwicklung fordert die IV-Tirol in ihrem aktuellen Grundsatzpapier – zur besseren Unterstützung der Unternehmen durch das Land – die Einrichtung einer Forschungskoordinationsstelle, wie in anderen erfolgreichen Bundesländern. Die Industriellenvereinigung spricht sich auch mit Nachdruck dafür aus, in Tirol vor allem die angewandte Forschung zu forcieren. Zudem müssten die Ergebnisse der Grundlagenforschung für die heimische Wirtschaft besser nutzbar gemacht werden.
STANDORTCHECK UND E - GOVERNMENT
Die Unternehmen gehen den Weg der Digitalisierung und erwarten, dass sich die Verwaltung zu einem modernen Partner der Wirtschaft und der Menschen weiterentwickelt. Als Vision wird etwa formuliert, dass der Bürger jederzeit Einsicht hat,
© IV-TIROL
Die Industrie sorgt mit ihrem Anteil der Wirtschaftsleistung für Wohlstand und Beschäftigung.
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Präsident Christoph Swarovski fordert zukunftsweisende Rahmenbedingungen
was mit seinem Akt gerade passiert, wo das Verfahren steht und was die nächsten Schritte sind. In einem Standortcheck sollen zudem alle Maßnahmen des Landes auf ihre Wirtschaftsverträglichkeit überprüft werden. „Um die zukünftigen Herausforderungen mit der Vielzahl an notwendigen Verfahren, besonders auch bei den Investitionen in den Klimaschutz, bewältigen zu können, braucht es schnellere Verfahren und die Verwaltung als Unterstützung. Verzögerungen können wir uns im Sinne der Unternehmen und des Klimaschutzes nicht leisten“, stellt dazu IV-Vizepräsident Max Kloger fest.
INDUSTRIE IN TIROL Zahlen und Daten zum Standort Tirol
40.583
€ 523,8 Mio.
Industrie-Mitarbeiter
Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Jahr 2017 (F&E). 2015 waren es noch 477,2 Millionen Euro.
28 %
der Tiroler Bruttowertschöpfung werden von der Industrie (mit Bauwirtschaft) erbracht.
€ 6,6 Mrd.
Direktexporte
Quelle: Statistik Austria/WKO
423
Tiroler Industriebetriebe
€ 41.070
durchschnittliches Gehalt. Der Verdienst von Industriebeschäftigten liegt damit weitaus höher als in fast allen anderen Branchen der Tiroler Wirtschaft.
€ 11,06 Mrd.
Produktionswert der Tiroler Industrie
€ 1,2 Mrd.
zahlten Unternehmen 2019 dem Fiskus. Das ist um 9 % mehr als im Vorjahr. Die Körperschaftsteuer (KöSt) betrug 648 Mio. Euro (plus 7,9 %) und die Einkommensteuer stieg auf 585 Mio. Euro (plus 10,54 %).
91
Lehrbetriebe bilden 1.325 Lehrlinge aus – in über 60 verschiedenen Lehrberufen.
GEMEINSAM BRÜCKEN BAUEN Der Tiroler Personalbereitsteller InterWork-Personalservice inländische Facharbeiter für Bau-, Industrie- stellt Der Tiroler stellt Personalbereitsteller InterWork-Personalservice und Medizinbetriebe zur Verfügung. inländische Facharbeiter für Bau-, Industrieund Medizinbetriebe ein.
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Der Partner in Personal& Jobsachen! MIT LEIDENSCHAFT VERBINDEN WIR MENSCHEN & UNTERNEHMEN CHRISTIAN ECKERSPERGER Gebietsleiter Westösterreich
Später arbeitete er auch als IT Consultant sowie im Fuhrpark- und Objektmanagement. Abseits der Arbeit findet man Christian als Jungjäger im Wald, wo er seinen Ausgleich findet. Mit seinem Wissen und der facettenreichen Erfahrung bildet er die ideale Ergänzung für die erfolgreiche Arbeit der InterWork Personalservice GmbH. WIR BERATEN SIE GERNE: Bundesstraße 25 . 6063 Rum Tel.: 0512/343060 office@interwork.co.at
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kurz & bündig
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Aufgepasst und mitgemacht! Im Frühjahr fand an der Medizinischen Universität Innsbruck die „Woche des Gehirns“ mit verschiedenen Onlinevorträgen statt. Unter anderem beschäftigte sich Neuroradiologin Elke Ruth Gizewski von der Medizinischen Universität Innsbruck gemeinsam mit Nicolas Singewald und Michaela Waibel mit der Auswirkung von Meditation aufs Gehirn. Unter der Anleitung einer professionellen Yogalehrerin haben zwölf Männer und 17 Frauen ohne einschlägige Erfahrung über sieben Wochen regelmäßig meditiert. „Wir konnten schon nach kurzer Zeit Veränderungen in mehreren Regionen des Gehirns feststellen. Unter anderem ist es in den Basalganglien zu einer vermehrten Aktivität gekommen“, erklärt Gizewski. Diese wiederum spielen bei einer Reihe von Prozessen eine Rolle – etwa bei Bewegungsabläufen. Auch die Stirnlappen, die die motorischen und kognitiven Prozesse steuern, sowie der Schläfenlappen, der für die Reizverarbeitung verantworlich ist, wurden durch die Meditationsübungen beeinflusst. Der Denkapparat der Proband*innen hat sich neu vernetzt. Damit ist das Gehirn in der Lage, anders auf Reize zu reagieren, was vor allem in Krisenzeiten hilfreich sein kann. Gerade beim Menschen mit Angststörungen könne laut Gizewski Meditation positive Effekte zeigen: „Wir konnten in der Probandengruppe sehen, dass durch die regelmäßige Meditationspraxis die Ängstlichkeit abgenommen hat.“ Schon zehn bis 15 Minuten täglich reichen aus, anfangs helfen Tipps durch professionelle Yogalehrer oder Meditationstrainer. Das funktioniert auch online!
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I N N O V AT I V E A LT E R N AT I V E Das Karpaltunnelsyndrom ist das häufigste Nervenkompressionssyndrom in den hochentwickelten Ländern und macht sich meist durch Missempfindungen des Daumens, Zeige- oder Mittelfingers sowie der Innenseite des Ringfingers bemerkbar. Im Anfangsstadium wird das Handgelenk mit einer Schiene ruhig gestellt, alternativ kann Kortison kurzfristig die Symptome lindern. Bleibt eine konservative Therapie erfolglos, führt an einem Eingriff kein Weg vorbei. Der offen-chirurgische Eingriff gilt nach wie vor als gängige Standardmethode. Alexander Loizides und Hannes Gruber, Oberärzte an der Innsbrucker Universitätsklinik für Radiologie, haben als Alternative dazu eine minimalinvasive, Ultraschall-gesteuerte Methode etabliert, die kürzlich modifiziert und verfeinert wurde. Der Vorteil ist, dass eine Ruhigstellung des betroffenen Arms entfällt und die Patient*innen unmittelbar nach dem Eingriff mobilisierbar und belastungsfähig sind. Der Eingriff selbst dauert nicht mehr als 15 Minuten, die Patient*innen können im Anschluss nach Hause gehen und sollen die Hand sogar normal bewegen und belasten. Die Anfragen sind enorm!
Das Forschungsschiff Kaimei stach im April vom Hafen der Stadt Yokusuka in See.
TIEFSEE-EXPEDITION Erdbeben mit einer Magnitude von neun oder mehr treten selten auf, haben aber verheerende Folgen. Viele Prozesse hinter diesen Starkbeben sind bis heute nicht geklärt. Zehn Jahre nach dem schweren Tohoku-oki-Erdbeben in Japan geht ein internationales Forscher*innenteam diesem Rätsel nun auf den Grund. Das Forschungsschiff Kaimei stach Mitte April in See. Geleitet wird die Expedition von Prof. Michael Strasser vom Institut für Geologie der Uni Innsbruck und von Prof. Ken Ikehara vom Geologischen Dienst (AIST) in Japan.
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„ F O R S C H U N G I S T D A S S I M P L E V E R G N Ü G E N , E T WA S Z U F I N D E N , WA S M A N F R Ü H E R N I C H T W U S S T E .“ © GREGOR HOFBAUER
CARL FRIEDRICH VON WEIZSÄCKER
WIDER DEN KREBS Im September wurden wieder Österreichs beste Forschungsprojekte mit dem renommierten Houskapreis der B&C Privatstiftung ausgezeichnet. Aus insgesamt 61 Einreichungen wählte ein hochkarätig besetztes Fachgremium die Gewinnerprojekte des mit insgesamt 500.000 Euro dotierten Preises aus. Unter den Nominierten waren auch zwei Tiroler Projekte. Ein Forschungsteam vom European Translational Oncology Prevention & Screening Institute (EUTOPS) der Universität Innsbruck rund um Martin Widschwendtner hat eine Methode entwickelt, die sehr genau das individuelle Risiko einer Frau ermittelt, an Brust-, Eierstock-, Gebärmutterkörper- oder Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Ziel der Forscher ist es, mittels dieser Tests maßgeschneiderte Präventionsmaßnahmen zur Verhinderung von Krebs zu etablieren. Im Zentrum des zweiten Projektes stehen zum Patent angemeldete Biosensoren, die an der Universität Innsbruck entwickelt werden und die es erlauben, die kosten- und zeitintensive Suche nach neuen Medikamenten gegen Krebs oder Parkinson mit Hilfe so genannter Kinase-Inhibitoren zu beschleunigen und zu verbessern. Zudem eröffnet die neue Methode die Möglichkeit, auch neuartige Wirkstoffe für personalisierte Therapien zu identifizieren. Weitere Infos unter www.houskapreis.at Oben: Ein Teil des Forscherteams von Martin Widschwendtner (4. v. r.) am Standort der klinischen Studien in Hall. // Unten: KinCon-Team am Dach des Institutes für Biochemie in Innsbruck: Valentina Kugler, Teamleiter Eduard Stefan, Jakob Fleischmann, Philipp Tschaikner, Omar Torres-Quesada, Selina Schwaighofer und Andreas Feichtner
© STANDORTAGENTUR TIROL
STANDORTAGENTUR TIROL
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ie Energieversorgung aktueller Drohnentechnologien basiert vorrangig auf LiPo-Batterien. Die Einsatzmöglichkeiten der Drohnen sind daher begrenzt. Der Antrieb mittels Wasserstoffs würde deutlich längere Flugzeiten und Flughöhen ermöglichen. Kürzere Ladezeiten wären durch Tanktausch in wenigen Minuten ebenso möglich wie vielfältigere Einsatzmöglichkeiten, etwa bei „Search&Rescue-Missionen“, bei denen Drohnen im Schwarm eingesetzt werden. Und: Umweltschäden durch den Ressourceneinsatz bei der Herstellung der Batterien sowie die Problematik ihrer Entsorgung wären kein Thema mehr. Vorausgesetzt, es gäbe praktikable Wasserstofftanks in Leichtbauweise. Genau daran tüfteln die Fachhochschule Kufstein und Tiroler Unternehmen.
SCHWERPUNKT AUF ZUKUNFTSTHEMEN
Handelsübliche kartuschenförmige Tanks, wie sie etwa von der US-Marine eingesetzt werden, haben bestenfalls suboptimale Eigenschaften. Daher setzt das Tiroler Konsortium neben Leichtbauweise auf kugelförmige Designs, mit denen höhere Drücke und Tankvolumina erreicht werden. Zur Gewichtseinsparung wird der neue Tank als tragendes Element direkt in die Drohnenplattform integriert, durch die Kombination des neuen Tankdesigns inklusive Drohnenplattform sollen unter anderem Flugdauer, Flughöhe und Effektivität der Drohnen wesentlich gesteigert werden. Möglich macht solche Vorhaben auch die Technologieförderung K-Regio, mit
ABHEBEN MIT WASSERSTOFF In Tirol wird die weltweit erste Drohne mit einem Leichtbau-Wasserstofftank entwickelt. Dadurch sollen etwa Suchflüge von Einsatzkräften oder der Transport von Medikamenten möglich werden. In dem Projekt forschen und entwickeln Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam – mit Unterstützung des Landes Tirol.
der das Land Tirol heimische Unternehmen und Forschungseinrichtungen dabei unterstützt, gemeinsam Produkte, Dienstleistungen und Verfahren mit hohem Entwicklungsrisiko zu erarbeiten. Erstmalig seit dem Start von K-Regio im Jahr 2008 findet in der aktuellen Förderperiode eine thematische Schwerpunktsetzung in den Bereichen Green, Umwelt und Klima sowie Gesundheit und Digitalisierung statt. Seit dem Start der Technologieförderung K-Regio im Jahr 2008 wurden – exklusive des Wasserstoffdrohnen- und fünf weiterer Kompetenzzentren – 105 Tiroler Unternehmen und 145 heimische Forschungsgruppen mit rund 18,2 Millionen Euro gefördert. Neben den Fördernehmer*innen profitieren von K-Regio insbesondere der Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Tirol sowie der Ar-
beitsmarkt. Denn ein Blick auf die heuer genehmigten Förderprojekte zeigt die Vielfalt der Technologiekompetenzen in Tirol. Diese erstrecken sich von der Weiterentwicklung bestehender Dünnschichtphotovoltaik in Beschattungslösungen zur Stromerzeugung und dem Einsatz von Nanoteilchen bei der Oberflächenbeschichtung, um funktionale Oberflächen mit modifizierbaren Eigenschaften herzustellen, über den Einsatz von Recyclingbaustoffen im Straßenbau und die Entwicklung einer standardisierten Bildgebungsplattform der Augenoberfläche für die tele-augenheilkundliche Anwendung bis zur Entwicklung eines Verfahrens, um die Wirkung von chemischen oder physikalischen Desinfektionsmethoden in Echtzeit und ohne technischen Aufwand nachweisen zu können.
Mit der Technologie-förderung K-Regio unterstützt das Land Tirol heimische Unternehmen und Forschungseinrichtungen dabei, gemeinsam Produkte, Dienstleistungen und Verfahren mit hohem Entwicklungsrisiko zu erarbeiten.
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NACHHALTIGKEIT KANN MAN MESSEN UND BUCHEN © FOTOKARUSSEL MELANIE / MELANIE KARRER
Mit gutem Klima-Gewissen Urlaub machen wird für viele Gäste immer wichtiger. Ein Unternehmen aus Tirol entwickelt die passende Lösung dazu.
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as Gesamtpaket aus An- und Abreise, Hotelaufenthalt und den gebotenen Freizeitaktivitäten macht einen gelungenen Urlaub aus. Wer dabei auch noch auf das Klima schauen will, steht vor Herausforderungen: Wie findet man heraus, welche ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen der geplante Urlaub hat und welche klimafreundlicheren Alternativen es möglicherweise gäbe? Wie lassen sich Urlaubsangebote hinsichtlich ihrer Klimabilanz objektiv miteinander vergleichen? Antworten bietet ein Nachhaltigkeitsindex, der von der Kufsteiner ActiVales GmbH gemeinsam mit Hotelpartnern und der Universität Innsbruck entwickelt wird. In diesem soll etwa untersucht werden, welche Energieformen Hotels und Regionen einsetzen und wie effizient sie dabei sind, welche Umweltauswirkungen die Beschneiung vor Ort hat oder wie es um die Verwendung regionaler Produkte und Services und den fairen Umgang mit Mitarbeiter*innen bestellt ist. Auch bei der Planung der An- und Abreise soll der Nachhaltigkeitsindex wertvolle Hinweise geben und helfen, den CO2-Ausstoß nicht nur zu ermitteln, sondern mittels alternativer Angebote und Routen möglichst gering zu halten.
MIT GUTEM GEWISSEN URLAUBEN
Aktuell wird gerade untersucht, welche Parameter für den Index aussagekräftig sind und wie sie erhoben, aufbereitet und miteinander vergleichbar gemacht werden können. Letztendlich sollen die aufbereiteten und standardisierten
Informationen auf dem Urlaubsportal ActiVales und auf den Webseiten der Hotelpartner abgebildet werden. Zusammen mit den gewohnten Hotelinformationen lassen sich Tourismusangebote dann einfach buchen und bezahlen. So können Nachhaltigkeit und Resilienz im Tourismus schon bei der Urlaubsplanung berücksichtigt werden und wird es Gästen möglich, nachhaltige und objektive Bewertungskriterien als Entscheidungsgrundlage für ihre Urlaubswahl heranzuziehen. Für dieses Projekt wurde ActiVales vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus gemeinsam mit der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank aus über 30 Einreichungen als eines von acht österreichischen Leuchtturmprojekten ausgezeichnet. Sowohl bei Unternehmensgründung und -wachstum als auch bei der Entwicklung des Urlaubsportals wurde und wird ActiVales von der Standortagentur Tirol, zum Beispiel von ihrem Cluster Wellness, umfassend betreut. Und damit ein weiterer Schritt gemacht auf dem Weg, Tirol zur nachhaltigsten und lebenswertesten Innovationsregion im alpinen Raum zu machen.
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LET IT SNOW Schon seit Jahrzehnten besticht TechnoAlpin mit innovativen Beschneiungslösungen und zaubert Winterwonderlands über den ganzen Globus. TechnoAlpin Österreich begeht heuer das 25-jährige Firmenjubiläum, seit fünf Jahren fungiert der neue Firmensitz in Volders als Zentrum für das internationale Ersatzteilmanagment der TechnoAlpin-Gruppe. T E X T : D O R I S H E LW E G
und 2.400 Skigebiete in 50 Ländern der Welt werden vom Standort Volders aus betreut. Das sind etwa 400 mehr als noch vor fünf Jahren. Diese positive Entwicklung spiegelt sich auch im wirtschaftlichen Erfolg wider: Knapp 25 Prozent des internationalen Umsatzes der TechnoAlpin Gruppe werden in Volders erwirtschaftet. Seit dem Bezug des neuen Firmenareals im Jahr 2016 wurden die Büro- und Lagerflächen um 50 Prozent erweitert und auch das Mitarbeiterteam ist auf 30 angewachsen.
NAHE AM KUNDEN
Dass die Nähe zu den Topdestinationen in der Skiwelt dem Standort Volders zugutekommt, ist kein Geheimnis. „In Tirol, einem der wichtigsten Märkte von TechnoAlpin, profitieren wir von der unmittelbaren Nä-
TECHNOALPIN IST VORREITER IN D E R E N T W I C K L U N G V O N S C H N E E E R Z E U G E R N U N D D E R S O F T WA R E , M I T DER DIE BESCHNEIUNGSANL AGEN GESTEUERT WERDEN.
he zu unseren Kunden und gleichzeitig von einer hervorragenden Infrastruktur“, weiß Matthias Illmer, Geschäftsführer von TechnoAlpin Österreich. Erich Gummerer, CEO von TechnoAlpin, bestätigt: „Ich bewege mich seit über 30 Jahren in Skidestinationen auf der ganzen Welt. Dabei erhalte ich immer wieder die Bestätigung, dass Österreich mit seinen Vorzeigeskigebieten in der Skiwelt die Topreferenz ist. Wir sind sehr stolz darauf, dass uns mit so vielen davon eine langjährige Partnerschaft verbindet.“
WELTMARKTFÜHRER Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Bereits Anfang der 1980er-Jahre waren die südlichen Alpen von schneearmen Wintern geprägt. Grund genug für Walter Rieder und Georg Eisath, den ersten Prototypen einer Schneemaschine zu entwickeln. 1990 wurde TechnoAlpin in Bozen gegründet. Gut drei Jahrzehnte später ist TechnoAlpin der weltweit größte Anbieter innovativer Beschneiungslösungen und beschäftigt weltweit mehr als 600 Mitarbeiter. Das Unternehmen
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37 mit 16 Standorten in 13 Ländern plant und baut schlüsselfertige Beschneiungsanlagen für Skigebiete über den ganzen Erdball und setzt dabei immer wieder neue Akzente, wie zuletzt mit der „Silent-Light-Wunderkammer“ in den Swarovski Kristallwelten. Derlei Indoor-Beschneiungslösungen kommen auch in Skihallen oder Snow-Rooms zum Einsatz und sorgen für große Begeisterung. Das Tochterunternehmen „EmiControls“ bietet Lösungen zur Feuerbekämpfung und Staubbindung. Mit „Engo“ befindet sich auch der Technologieführer für Eisbearbeitungsmaschinen in der Unternehmensgruppe. TechnoAlpin Österreich wurde vor 25 Jahren als erste internationale Niederlassung der TechnoAlpin-Gruppe in Innsbruck gegründet. Der neue Firmensitz in Volders wurde 2016 bezogen. Von hier aus wird seither das internationale Ersatzteilmanagement für die gesamte TechnoAlpin-Gruppe abgewickelt. Mit gut 2.100 Serviceeinsätzen jährlich und bis zu 2.000 Sendungen pro Monat kommt dem Team eine tragende Rolle in der Unternehmensstrategie des Weltmarktführers zu. „In Volders haben wir optimale Voraussetzungen gefunden, um den logistischen Herausforderungen gerecht zu werden. Wir befinden uns im Zentralraum Innsbruck mit einer optimalen Infrastruktur in der Nähe
zahlreicher Kunden“, erklärt Illmer. Neben dem Ersatzteilmanagement hat der Standort Österreich auch für die Forschungs- und Entwicklungsarbeit der Gruppe eine wichtige Bedeutung. „Eine besondere Rolle spielt die geografische Nähe zu unseren Kunden in Österreich. Der intensive Austausch ist für unsere Entwicklungsarbeit von grundlegender Bedeutung“, unterstreicht Juris Panzani, Product Manager bei TechnoAlpin, die Schlüsselrolle des Standorts Volders.
IRGENDWO IST IMMER WINTER
TechnoAlpin ist Vorreiter in der Entwicklung von Schneeerzeugern und der Software, mit der die Beschneiungsanlagen gesteuert werden. Zahlreiche Innovationen, die heute Standards in der Beschneiung darstellen, gehen auf TechnoAlpin zurück. Im Fokus stehen seit vielen Jahren Entwicklungen zur Verbesserung der Energieeffizienz und des Ressourcenverbrauchs mit Digitalisierung. „Heute können wir genau feststellen, wie viel Schnee ein Skigebiet produziert und auf den Pisten hat, und so exakte Schneeproduktionsprognosen erstellen. Das erhöht die Effizienz, aber auch die Planungssicherheit wesentlich.“ Ergänzt wird das Ersatzteilmanagement in Volders neben den TechnoAlpin-Beschneiungsanlagen und -Schneekanonen um die Er-
satzteile der EmiControls-Wasserzerstäuber zur Bekämpfung von Baustellenstaub und Brandschutzanlagen sowie die ENGO-Eisbearbeitungsmaschinen. Auch die aktuell beliebten TechnoAlpin-Indoor-Schneewelten werden von Volders aus serviciert. Insofern ist das TechnoAlpin-Team ganzjährig im Einsatz. „Irgendwo ist immer Winter“, sagt Matthias Illmer und blickt positiv in die Zukunft: „In den kommenden Jahren werden weiterhin Digitalisierung und Automatisierung des Logistikzentrums im Fokus stehen.“ Lob und Anerkennung bekommt das Unternehmen auch von Seiten der Politik. Für Wirtschaftslandesrat Anton Mattle ist TechnoAlpin „ein innovativer, international sehr erfolgreicher Vorzeigebetrieb, der dem zukunftsträchtigen Standort Volders seit fünf Jahren die Treue hält und dadurch heimische Arbeitsplätze absichert. Das ist nicht selbstverständlich und dafür gebührt großes Lob und Anerkennung. Das Unternehmensprofil mit der Planung und Fertigung von Beschneiungsanlagen in Skigebieten auf der ganzen Welt passt optimal zu Tirol als Heimat des Wintersports und Herz der Alpen. Herzliche Gratulation zum 25-jährigen Betriebsjubiläum – wir freuen uns auf viele weitere Jahre, in denen Know-how ‚made in Tirol‘ in die Welt hinausgetragen wird.“ www.technoalpin.com
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SIE HABEN EIN GEHEIMNIS?
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Oder eine gute Idee oder sonst wichtige Daten? Die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) bietet einen digitalen Service zum Nachweis des Zeitpunkts der Existenz von Daten und geistigen Vermögenswerten. T E X T : S T E FA N WA R B E K
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er zuerst kommt, mahlt zuerst. Rechte an geistigem Eigentum (so genanntes Intellectual Property, kurz IP) hat in der Regel nur der erste Entwickler. Häufig ist es für den Innovativen und Kreativen jedoch schwierig nachzuweisen, dass eine geistige Leistung bereits zu einem bestimmten Datum existierte. Kommt es wegen verratener Geheimnisse, geklauter Daten oder abgekupferter Ideen zu juristischen Streitigkeiten, stehen sie regelmäßig vor der Herausforderung, nachweisen zu müssen, dass sie der primäre Schöpfer sind und zu welchem Zeitpunkt die Schöpfung entstanden ist. Welche Möglichkeiten bestehen also, um einen solchen Nachweis zu erbringen? Neben den herkömmlichen Beweismitteln wie Urkunden oder Zeugenaussagen gibt es im IP-Bereich nach wie vor „beliebte Klassi-
ker“. Zum einen ist dies die Versendung eines Briefs an sich selbst. Diese Methode ist nicht zuletzt deshalb recht beliebt, weil sie verhältnismäßig kostengünstig und einfach ist. In einem Briefumschlag wird der mit der Information versehene Datenträger versiegelt und an die eigene Adresse versandt. Anhand des Poststempels des ungeöffneten Briefs ergibt sich der zumindest denkbar späteste Entstehungszeitpunkt. Zum anderen kommt die Verwahrung bei einem Rechtsanwalt oder einem Notar in Frage. Inzwischen ist eine moderne Form der Beweissicherung dazugekommen: Im letzten Jahr hat die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) ihren neuen Onlinedienst WIPO PROOF (https://wipoproof. wipo.int/wdts/) gestartet. Die Plattform soll Innovative und Kreative dabei unterstützen, ihr geistiges Eigentum zu schützen, indem sie einen mit Datum und Zeitstempel
versehenen digitalen Fingerabdruck (einen so genannten „Token“) für eine bestimmte digitale Datei erstellt, die auf die Webseite hochgeladen wird. Mit WIPO PROOF kann manipulationssicher nachgewiesen werden, dass eine digitale Datei zu einem bestimmten Zeitpunkt existierte. Da der Beweis fälschungssicher ist, ist er auch im Rahmen von Rechtsstreitigkeiten als Beweismittel geeignet. Weiters könnte diese Technologie eine Grundlage für eine neue Art der formellen Registrierung von IP sein.
JETZT IST’S AMTLICH
Der Nachweis, wann ein digitaler Inhalt von einem Benutzer erstellt wurde oder für ihn verfügbar war, ist mit herkömmlichen Methoden durchaus umständlich. WIPO PROOF bietet nun einen amtlichen Service, der eine digitale Datei beliebiger Größe und jeglichen Formats mit einem digitalen Fingerabdruck
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mit Datums- und Zeitstempel versieht. So können Innovative und Kreative einen Token für Dateien mit ihren zum Beispiel Texten, Grafiken, Videos, Fotos oder Musikstücken anfordern. Die WIPO-PROOF-Webseite ist für jedermann frei zugänglich. Der Dienst verwendet die bewährte kryptographische Public-Key-Infrastructure-Technologie (PKI-Technologie) zur Generierung der Tokens, somit sind Datum und Uhrzeit auf dem Token exakt abgebildet und nicht veränderbar. Der Token wird auf den Servern der WIPO gespeichert. Wichtig zu wissen ist, dass die Datei selbst aber niemals auf WIPO PROOF hochgeladen wird. Auch der Inhalt der Datei wird von der WIPO weder gelesen noch gespeichert, es wird nur ein „Hash-Wert“ erzeugt, der die mit dem Token gekennzeichnete Datei eindeutig identifiziert. Nur der erzeugte Token muss heruntergeladen und mit der zugehörigen originalen Datei, die das jeweilige IP enthält, an einem vom Benutzer gewählten Ort gespeichert werden. Der Benutzer verfügt also weiterhin alleine über seine digitale Datei. Er kontrolliert aber auch als Einziger, ob seine Datei für einen zukünftigen Verifizierungsprozess verfügbar bleibt. Jede Änderung an der Originaldatei, auch jede noch so geringfügige Formatänderung, macht den Token ungültig, so dass keine Verifizierung mehr erfolgt. Es ist daher wichtig, dass die Originaldatei zusammen mit dem ursprünglichen Token sicher vor Änderungen aufbewahrt wird. Im Fall einer Auseinandersetzung um den Entstehungszeitpunkt einer geistigen Leistung kann die Verifizierung des Tokens erfolgen. Dafür müssen Originaldatei und Token über WIPO PROOF hochgeladen werden. WIPO PROOF überprüft die Übereinstimmung des vom Benutzer gespeicherten Token mit dem ursprünglich über WIPO PROOF erzeugten Token. Das Prüfungsergebnis kann dann wiederum heruntergeladen werden. Die WIPO bewahrt den erzeugten Token gegen Zahlung einer Gebühr von CHF 20,00 für einen Zeitraum von fünf Jahren auf. Dieser Zeitraum kann gegen Zahlung der von der WIPO festgesetzten Verlängerungsgebühren jeweils um fünf Jahre verlängert werden.
BIETET WIPO PROOF EINEN SICHEREN BEWEIS?
Wichtig ist zu bedenken, dass die über WIPO PROOF erzeugten Token nicht die Richtigkeit der in den Dateien enthaltenen Informationen bestätigen. Sie bestätigen nur die Über-
Dr. Stefan Warbek
einstimmung mit einer Originaldatei und damit die Existenz einer Datei mit einem bestimmten Inhalt zu einem bestimmten Zeitpunkt. Da laut WIPO ein Token aus WIPO PROOF nach den höchsten Standards für Integrität und Vertraulichkeit erzeugt wird, kann ein solcher auch nach österreichischem Prozessrecht als Beweis in Betracht kommen. Auch ein solches Beweismittel unterliegt – wie jedes andere Beweismittel – im Streitfall natürlich weiterhin der freien Beweiswürdigung eines Richters: Es bietet also keinen „apodiktischen, zwingenden“ Beweis. Weiters ist zu bedenken, dass WIPO PROOF die Anmeldung von Schutzrechten nicht entbehrlich macht, wenn geistige Leistungen nur durch registrierbare Schutzrechte wie Designs oder Patente rechtlich geschützt werden können. Besondere Bedeutung kann WIPO PROOF in der Sicherung von Geschäftsgeheimnissen und in Design-, Patent- und Urheberrechtsstreitigkeiten zukommen: Seit einiger Zeit hängt eine rechtliche Anerkennung von Geschäftsgeheimnissen nicht mehr bloß von „subjektiven Einschätzungen“, sondern von konkreten, objektivierbaren Absicherungsmaßnahmen ab. Gerade im Bereich des Know-how-Schutzes können zum Beispiel Forschungsdaten (einschließlich biochemischer und genetischer Daten, Sequenzen usw.), Herstellungsprozesse, Rezepturen oder Software-Algorithmen in einer Datei nachweisbar abgespeichert werden. Auch für Urheber ist die Möglichkeit, den Zeitpunkt der Schöpfung eines kreativen Werks nachweisen zu können, ein wichtiger Aspekt für den Schutz ihrer Werke. Diesem
Urhebernachweis kommt besonders bei Gemeinschaftsarbeiten Bedeutung zu, bei denen für verschiedene Werke (z.B. Musik und Text bei einem Lied) getrennte Urheberrechte gelten können. Dies kann dazu beitragen, künftige Unstimmigkeiten über Fragen der Urheberschaft oder des Zeitpunkts der Entstehung zu vermeiden. Der Nachweis von Originalität und Urheberschaft kann auch im Designrecht von Bedeutung sein, insbesondere für „nicht eingetragene Gemeinschaftsgeschmacksmuster“. Schließlich kann WIPO PROOF auch dazu dienen, ein „Vorbenützerrecht“ („prior use“) nachzuweisen: Wird ein Unternehmen wegen angeblicher Patentverletzung angegriffen und hatte das Unternehmen im Zeitpunkt der Patentanmeldung des Gegners die Erfindung bereits genutzt, geht der Vorwurf der Patentverletzung ins Leere. Insoweit ist es empfehlenswert, den Zeitpunkt der Entstehung von Erfindungen über WIPO PROOF nachzuweisen – gerade dann, wenn die Erfindung nicht über ein Patent geschützt werden soll, sondern als geheim zu haltendes Know-how genutzt wird. Unabhängig von WIPO PROOF gilt aber weiterhin unverändert: Geistige Vermögenswerte erfordern eine Schutzrechtsstrategie. Langfristig lassen sich diese nur so wirtschaftlich erfolgreich umsetzen.
WARBEK RECHTSANWÄLTE
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„DER MENSCH STEHT IM MITTELPUNKT, NICHT DIE TECHNOLOGIE“ Der Osttiroler Hermann Erlach ist als General Manager von Microsoft Österreich sehr nahe am technologischen Puls der Zeit. Wir haben mit ihm über die Gegenwart und Zukunft der Informationstechnologie, Digital Wellbeing, die Zukunft der Arbeit und eine chancenorientiertere Wahrnehmung digitaler Transformation gesprochen. INTERVIEW: MARIAN KRÖLL
ECO.NOVA: Wir bewegen uns heute mit dem Internet und allen darauf aufsetzenden Technologien, der Miniaturisierung der Hardware, immer leistungsstärkeren Smartphones, Apps und Cloud-Dienstleistungen in einer hochvernetzten Welt, in der fast alles mit allem zusammenhängt und zunehmend auch kommunizieren kann. Wie wird die Entwicklung aus Ihrer Sicht weitergehen? Steht uns – die Debatte hat vor allem Facebook jüngst angestoßen – tatsächlich so etwas wie ein Metaversum ins Haus? H E R M A N N ERLACH: Die Technologiesprünge sind zwar enorm, gleichzeitig hat sich unsere Welt nur relativ wenig verändert, was die Abläufe, das Change Management und vor allem die menschliche Anpassungsfähigkeit betrifft. Wir sind als Menschen nicht wirklich viel schneller geworden. Die Technologien überholten uns teilweise, der Mensch hält mit dieser Entwicklung kaum Schritt. Das heißt, dass sich die Innovationsgeschwindigkeit an die Organisationen und Menschen anpassen wird müssen. Der Mensch steht im Mittelpunkt und nicht die Technologie. Davon sind wir bei Microsoft überzeugt. Ich bin kein Freund der Überregulierung, weil sie immer Innovationskraft bremst, aber bei gewissen Themen wie der Künstlichen Intelligenz müssen Regulatorien und Governance-Models geschaffen werden, die den Umgang mit diesen Themen regeln. Das Wichtigste ist mir persönlich, die Perspektive dahingehend zu verändern, dass wir mehr über die vielen Chancen der Veränderung reden und weniger über die
Ängste und Gefahren. Darüber, wie uns die Technologie dabei helfen kann, die großen Zukunftsthemen zu bewältigen. In der Nachhaltigkeit – ein sehr wichtiges Thema – spielt die Technologie eine entscheidende Rolle, auch die Lehren aus Corona sind teils nur mit Technologie zu beherrschen. Von vielen unserer Kunden bekommen wir die Rückmeldung, dass – wesentlich auch durch die stärkere Verbreitung des Homeoffice bzw. der Remote Work – die Menge der Informationen rasant gestiegen ist. Wir haben als Microsoft begonnen, mit Technologie diese Informationsflut beherrschbar zu machen. Ist damit das sogenannte Digital Wellbeing gemeint, das Microsoft seit geraumer Zeit zu verfolgen scheint? Ja. Wir haben jahrelang auf den Produktivitätsfaktor gesetzt, der natürlich immer noch wichtig ist. Der nützt aber nichts, wenn es den Menschen nicht gut geht und sie nicht produktiv arbeiten können, weil sie aus allen Richtungen über sämtliche Kanäle gleichzeitig mit Daten und Informationen zugeschüttet werden. Um das wieder beherrschbar zu machen, muss man Technologie, insbesondere Cloud-Technologien, einsetzen. Sofern ich das richtig interpretiere, geht es dabei darum, Daten zu strukturieren und zu priorisieren. Welche Rolle spielt dabei das Maschinenlernen? Darum geht es, und das immer auf Basis des eigenen Nutzungsverhaltens. Dahinter steckt ein lernendes System, das den Menschen nicht bevor-
mundet, sondern ihm bei der Priorisierung von Informationen hilft. Man stellt sich in der digitalisierten Arbeitswelt immer häufiger die Frage, wo gewisse Informationen zu finden sind, weil es immer mehr Kanäle gibt, über die Informationen übermittelt werden. Das ist mühsam. Deshalb denken wir ganz stark darüber nach, wie Technologie dabei helfen kann, eine Bedienungsoberfläche zu bieten, wo alle diese Informationen gebündelt werden.
ZUR PERSON Der Osttiroler Hermann Erlach ist seit 2015 Mitglied der Geschäftsleitung und seit Mai 2021 General Manager von Microsoft Österreich. Der Diplomingenieur in Engineering und Industrial Management ist stolzer Vater einer elfjährigen Tochter und verbringt seine Freizeit gerne in den Bergen, bevorzugt am Mountainbike. Erlachs erklärtes Ziel ist es, die Digitalisierung des Wirtschaftsstandorts Österreich aktiv voranzutreiben.
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„ D I E T E C H N O L O G I E S P R Ü N G E S I N D Z WA R E N O R M , G L E I C H Z E I T I G H AT S I C H U N S E R E W E LT N U R R E L AT I V W E N I G V E R Ä N D E R T. W I R S I N D A L S M E N S C H E N N I C H T W I R K L I C H V I E L S C H N E L L E R G E W O R D E N .“ HERMANN ERLACH
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Was hat Microsoft Österreich als Unternehmen aus der Pandemie gelernt? Wir hatten eine extrem steile Lernkurve. In den ersten zwei Monaten hat sich die Cloud versiebenfacht, weil der Traffic so enorm gestiegen ist. Das war eine Kraftanstrengung. Diese Veränderungen haben aber für viele Unternehmen und Organisationen einen Innovationsschub und eine Art Befreiung gebracht, weil auf einen Schlag Dinge vorstellbar geworden sind, die wenige Monate davor noch undenkbar waren. Unternehmen haben eine Vertrauenskultur entwickelt. Sie glauben jetzt, dass ihre Mitarbeiter auch von zu Hause aus produktiv arbeiten können. Das war vorher in Österreich nicht so. Damit verbunden sind Fragen aufgetaucht, denen man sich widmen muss: Was heißt Kernarbeitszeit in diesem Kontext? Wann arbeite ich überhaupt? Früher war die Arbeitszeit damit assoziiert, für eine gewisse, vordefinierte Zeit in ein Gebäude zu gehen. Die Zeit, die man dort saß, wurde bezahlt. Hat Corona auch bei einem Softwareunternehmen, das für die Remote Work geradezu prädestiniert scheint, Änderungen in der Unternehmenskultur gebracht? Absolut. Wir befassen uns intensiv damit, wie sich die Arbeit in Zukunft weiterentwickelt. In Österreich haben wir ein vergleichsweise extremes Experiment durchlebt, weil uns die Vorgaben unseres Konzerns lange nicht gestattet haben, persönlich zusammenzukommen. Wir sind seit 19 Monaten mit der gesamten Belegschaft zu annähernd 100 Prozent im Homeoffice. Das führt dazu, dass wir heute sehr genau wissen, was in so einer Remote-Arbeitsumgebung funktioniert und was nicht. Eine ganz wesentliche Limitation sehe ich tatsächlich in der Innovationskraft.
Inwiefern? Produktives Arbeiten funktioniert teils von daheim sogar besser und wir haben gesehen, dass die Produktivität in einem hybriden Arbeitsumfeld gestiegen ist. Was dagegen schwierig ist: Gemeinsam Innovation zu treiben. Innovation kann ge-
schehen, wenn man sich mit anderen Personen physisch in einem Raum aufhält, etwa bei einer Pizza, einem Glas Wein. Diese Atmosphäre virtuell nachzubilden, ist ganz schwierig. Der Zusammenhalt im Unternehmen und vor allem zwischen den Abteilungen lebt von der persönlichen Begegnung. Wer nur von zu Hause aus arbeitet, sinkt immer weiter in die eigene Abteilung ab. Der abteilungsübergreifende Austausch und damit auch die Identifikation mit dem Unternehmen leidet.
Die Zukunft wird also eine Mischform zwischen Präsenzarbeit mit sozialer Interaktion, mit gemeinsamen Veranstaltungen, und Remote Work sein? Es gibt dafür kein Copy & Paste. Jedes Unternehmen ist anders, hat eine andere Unternehmenskultur, andere Voraussetzungen. Deshalb kann man nichts kopieren, sondern muss seinen eigenen Weg finden. Wenn man von Remote Work redet muss man zudem aufpassen, dass man sich nicht in eine Blase begibt. 40 Prozent der Österreicher haben diese Möglichkeit gar nicht, weil sie physisch an ihren Arbeitsplatz gebunden sind. Microsoft hat erst unlängst eine globale Studie herausgebracht, in der mit einer Attrition Rate von 41 Prozent gerechnet wird. Das ist die Zahl der Mitarbeiter, die abwandern bzw. den Job wechseln möchte. Wir stehen am Anfang einer extremen Arbeitskräftewanderung, weil sich die Leute im Rahmen dieser Krise neu orientieren und häufig sagen: Das, was ich bisher beruflich gemacht habe, will ich nicht weitermachen. Viele Menschen wollen nicht länger pendeln, viele wechseln die Branche, denken Sie nur an den Tourismus. Wir haben in Österreich jetzt schon einen Arbeitsmarkt, der stark von einem „War of Talents“ geprägt ist. Es ist derzeit schon schwer, gute Mitarbeiter zu finden, und es wird noch schwieriger. Innovation will auch Probleme lösen und Bedürfnisse wecken. Wie sieht Ihre Perspektive dazu aus? Der Innovationsbegriff ist ein sehr breiter. Man kann ihn sich als mehrstufige Pyramide vorstellen. Ganz un-
ten steht die Modernisierung. Da wird vieles als Innovation verkauft, was eigentlich Modernisierung ist. Es ist leichter, bestehendes moderner zu machen als fundamental Neues ins Unternehmen zu bringen. Auf der zweiten Ebene stehen sogenannte Use Cases. Dahinter steckt tatsächlich ein Innovationsprozess. Ausgehend von konkreten Anwendungsfällen werden digitale Prozesse neu gebaut und dadurch Innovation geschaffen. Ganz oben auf dieser Pyramide steht ein Thema, das selten ist, über das aber am meisten gesprochen wird: Digitale Transformation. Das ist tatsächliche Änderung bzw. signifikante Weiterentwicklung des Geschäftsmodells. Die vielzitierte Disruption? Eine solche geht häufig von kleinen, wendigen Unternehmen oder Start-ups aus. Große Unternehmen mit 10.000 und mehr Mitarbeitern tun sich enorm schwer mit einem derartigen Veränderungsprozess. Es ist eine Frage des Timings, wann man als großes Unternehmen in Veränderung investiert. Microsoft hat etwas beinahe Einzigartiges gemacht, nämlich antizyklisch zu investieren. Vor 15 Jahren, als noch lange nicht sicher war, dass das Thema Cloud tatsächlich groß wird, hat Microsoft damit begonnen, massiv zu investieren. Denn wenn der Hut brennt, ist es meistens zu spät, in die Digitalisierung einzusteigen.
Liegt die Zukunft in der Cloud und im Ansatz „Everything as a Service“? Ich bin kein Cloud-Sektierer. Es wird immer hybride Anwendungsszenarien geben, aber auch Dinge, die mittlerweile reine Cloud-Themen geworden sind. Viele denken noch in der Entweder-oder-Kategorie: Mache ich etwas in der Cloud oder vor Ort, On-Premise? Das hat sich teilweise erübrigt. Modern-Workplace-Themen sind reine Cloud-Themen. Sobald es sich um Kollaboration und Kommunikation dreht, geht es in die Cloud. Wenn es um geteilten Content in Echtzeit geht, ist also die Cloud gefragt? Und wenn es mobil und sicher sein soll. Aber auch bei
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Big-Data-Anwendungen. Mittelständische Unternehmen haben kaum die Möglichkeit, sich um zwei Millionen Euro die Hardware dafür hinzustellen. Die Demokratisierung der IT – das heißt, dass jedes kleine Unternehmen für verhältnismäßig wenig Geld enorme Rechenpower nutzen kann – bietet dem KMU-Standort enorme Chancen. Sicherheit wird zudem immer wichtiger. Wirklich professionell lässt sich das eigentlich nur in der Cloud abbilden. Neben dem Mindset und den Regulierungen ist es die größte Innovationsbremse in Österreich, die passenden Mitarbeiter zu finden. Und auch da ist die Cloud für Mittelständler gerade in der Peripherie eine große Chance, weil man sich als sogenanntes Microservice für wenig Geld einen Innovationsprozess mieten kann, den man in seine Lösung einbauen kann. Die Cloud ist eine riesige Chance für das Mittelstandsland Österreich. Microsoft will mehrere Rechenzentren in Österreich bauen lassen. Es sind drei Rechenzentren, ein Verbund, der es auch der öffentlichen Hand erlaubt, stärker auf Services zu setzen, weil die Daten in Österreich bleiben und sämtliche Regulative eingehalten werden.
Ist Österreich ein guter Boden für Rechenzentren? Könnte man dasselbe nicht beispielsweise in Osteuropa viel billiger haben? Es ist eine mutige Entscheidung, die gut überlegt und kalkuliert wurde. Einer der Treiber für die Investitionsentscheidung ist die Nachhaltigkeitsagenda von Microsoft. Wir wollen bis 2025 alle unserer Rechenzentren weltweit mit sauberer Energie betreiben. Diese Möglichkeit gibt es in Österreich. Wir bauen hier weltweit das effizienteste Datacenter, das 95 Prozent weniger CO2 emittiert als jedes andere Rechenzentrum im Land. Es ist ein Leuchtturmprojekt, über dessen Umsetzung ich mich als österreichischer General Manager sehr gefreut habe. Derzeit verbrauchen Rechenzentren ein bis zwei Prozent der weltweiten Energie, in 15 Jahren werden es zwischen 15 und 30 Prozent sein. Der Datenbedarf steigt so enorm, dass Effizienz in Rechenzentren das Thema schlechthin wird. Dabei geht es auch um die Umwelt. Welche (auch digitalen) Kompetenzen sollten junge Menschen heutzutage aufbauen? Im Zentrum muss die Frage stehen, welche Kompetenzen braucht es, um Inno-
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„ I N N O VAT I O N K A N N G E S C H E H E N , W E N N MAN SICH MIT ANDEREN PERSONEN P H Y S I S C H I N E I N E M R A U M A U F H Ä LT. D I E S E AT M O S P H Ä R E V I R T U E L L N A C H Z U B I L D E N , I S T G A N Z S C H W I E R I G .“ HERMANN ERLACH
vation treiben zu können? Wir müssen mehr Menschen mit Fachkompetenzen, die wir brauchen, nach Österreich bringen. Das ist aber leider politisch ein sehr schwieriges Thema. Von den Arbeitskräften in Österreich würde ich mir mehr Mobilität wünschen, sowohl physisch als auch geistig, im Hinblick auf das lebenslange Lernen. Das ist in weiten Teilen der Bevölkerung noch zu wenig angekommen. Ich bin außerdem überzeugt davon, dass die Digitalisierung vor allem interdisziplinäre Skills treiben wird. Reine Fachexpertise genügt nicht mehr. Zweitens: Digitalisierung hängt mit Nachhaltigkeit zu-
sammen. Wer keine Daten managen kann, kann auch keine Nachhaltigkeit managen. Dabei geht es nicht darum, gewisse Prozesse nicht mehr zu machen, sondern sie digital anders zu machen. Ein weiteres Thema ist der versierte Umgang mit digitalen Plattformen, um Innovation zu beflügeln, und das vierte Thema – ein Herzensanliegen von mir – beinhaltet Sicherheit, Datenschutz und Compliance. Das ist enorm wichtig, kann aber gerade für Österreich bei falscher Anwendung zum Innovationskiller werden. So kann etwa ein falsch interpretierter Datenschutz jede Innovation vernichten.
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DIGITALISIERUNG FÖRDERN Die Wirtschafts- und Arbeitswelt ist im Wandel. Durch die COVID-19-Krise zusätzlich verstärkt kommt der Digitalisierung im Sinne digitaler Transformation enorme Bedeutung zu.
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lles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden“, befand Carly Fiorina bereits im Jahr 2009. Damals war sie Chefin von Hewlett-Packard und sie sollte wohl recht behalten. Manchmal mag es etwas verwirrend anmuten, uns überraschen oder erstaunen, in wie vielen Bereichen zum Beispiel Algorithmen bereits ihre Rolle spielen. Begriffe wie Big Data oder Künstliche Intelligenz (KI, gerne auch als Artificial Intelligence – AI – bezeichnet) sind kaum mehr aus unseren Leben wegzudenken. Wir sind mittendrin im Zeitalter der Digitalisierung. Im Privaten und beruflich sowieso. Gerade in Hinblick auf die COVID-19Krise und die daraus resultierenden starken Veränderungen in der Wirtschaft und Gesellschaft kommt der Digitalisierung im Sinne von digitaler Transformation von Produktions-, Dienstleistungs-, Arbeits- sowie Lehrund Lernprozessen eine enorme Bedeutung zu. Die Tiroler Landesregierung versteht die COVID-19-Krise deshalb auch als Gelegenheit, durch gezielte Unterstützungsleistungen zu einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft und Gesellschaft in Tirol beizutragen.
FÖRDERPROGRAMME • T iroler Beratungsförderung im Schwerpunkt Digitalisierung: Dabei werden Beratungsleistungen gefördert, um Unternehmen bei der digitalen Transformation zu unterstützen.
• d igital.tirol – KMU Förderung: Von der Förderaktion sollen kleinste, kleine und mittlere Unternehmen aller Branchen mit Standort in Tirol profitieren. Gefördert werden Planungs- und Umsetzungskosten von innerbetrieblichen Digitalisierungsvorhaben.
• Tiroler Digitalisierungsförderung: Das Ziel der Förderung liegt vor allem darin, Tiroler Unternehmen (KMU und Großunternehmen) bei der Einführung modernster digitaler Technologien inklusive der Schulungsmaßnahmen für Mitarbeiter zu unterstützen. Gefördert werden Planungs-, Investitions- als auch Schulungskosten.
eco.mmentar © LAND TIROL/BERGER
DAS L AND TIROL UNTERSTÜTZ T DIE D I G I TA L I S I E R U N G S V O R H A B E N D E R TIROLER UNTERNEHMER IM GROSSEN WIE IM KLEINEN MIT VERSCHIEDENEN FÖRDERINSTRUMENTEN.
DIGITALISIERUNG OFFENSIV VORANTREIBEN Die Digitalisierung bringt mit sich, dass die Veränderungen in der Wirtschaftswelt immer rascher ablaufen. Dieser Herausforderung müssen sich Unternehmen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stellen, wollen sie auch weiterhin erfolgreich sein. Das Land Tirol unterstützt die Digitalisierungsvorhaben der Tiroler Unternehmer im Großen wie im Kleinen mit verschiedenen Förderinstrumenten und bereitet damit auf allen unternehmerischen Ebenen den Boden für eine positive, gelungene Zukunft. Zentrale Elemente sind neben der Beratungsförderung die Initiativen „digital.tirol – KMU Förderung“ sowie die „Tiroler Digitalisierungsförderung“. Die Förderungsaktion „digital.tirol – KMU Förderung“ wurde ins Leben gerufen, um mit der Digitalisierungsoffensive im Speziellen die traditionell kleinstrukturierte Wirtschaft in unserem Bundesland anzusprechen. Von der Förderung sollen kleinste, kleine und mittlere Unternehmen aller Branchen mit Standort in Tirol profitieren. Damit soll die kontinuierliche Weiterentwicklung der Tiroler Unternehmerlandschaft angestoßen sowie die Kooperation von Wirtschaftsakteuren verstärkt werden. Es gilt auch für klein(st)e Unternehmen, das Potenzial, das in der Digitalisierung liegt, zu heben und die daraus resultierenden Chancen zu nutzen. Bei der Tiroler Digitalisierungsförderung indes handelt es sich um eine Maßnahme, die im Jahr 2018 im Rahmen der Digitalisierungsoffensive begann und die sich an alle Unternehmen unabhängig von ihrer Größe richtet. Sie fördert also auch Großunternehmen, setzt jedoch eine umfassendere Planung sowie ein komplexeres Vorhaben voraus. Neben dem Industrie- und Produktionssektor sollen mit der Förderaktion auch Branchen wie der Tourismus, Verkehr, Handel oder Dienstleister angesprochen werden. Ein wesentlicher Bestandteil ist die effektive und rechtskonforme Nutzung von Daten, die von Unternehmen heute in den unterschiedlichsten Formen gesammelt werden. Nur die wenigsten wissen jedoch, diese zweck-
Landesrat Anton Mattle
Herausforderung Digitalisierung Um auch zukünftig erfolgreich und wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sich unsere Unternehmen gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Herausforderungen der Digitalisierung stellen. Dabei werden sie vonseiten des Landes unterstützt. Das Land Tirol greift ihnen bei Digitalisierungsprojekten gezielt mit Landesförderungen unter die Arme, im Jahr 2020 waren dies zuletzt rund 9,5 Millionen Euro, die wiederum zukunftsträchtige Investitionen bei den Betrieben auslösen. Wichtig ist mir dabei, dass wir auch digitale Weiterbildungs- und Schulungsmaßnahmen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern finanziell unterstützen, um sie mit neuen Technologien vertraut zu machen. Der Mensch als wichtigster Teil eines Unternehmens darf bei der Digitalisierung nicht zu kurz kommen. mäßig für sich zu nutzen. Und selbst der größte Datenpool nützt wenig, wenn man damit nichts anzufangen weiß. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass sich durch die generierten Daten jede Menge Möglichkeiten eröffnen. Inklusive 2020 wurden vom Land Tirol 106 Beratungen im Zuge der Tiroler Beratungsförderung und 201 Projekte im Rahmen der Tiroler Digitalisierungsförderung unterstützt. Die bewilligte Fördersumme liegt bei über 18 Millionen Euro. Allein im Jahr 2020 konnten über die Tiroler Digitalisierungsförderung 92 Projekte mit über acht Millionen Euro gefördert werden. www.digital.tirol
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WIRTSCHAFTSKAMMER TIROL
DIGITALISIERUNGSSCHUB Die Initiative „Digital-Lotse“ ist ein kostenloses und niederschwelliges Beratungsangebot, das vor allem Ein-Personen- und Kleinstunternehmen helfen soll, erste sinnvolle Digitalisierungsschritte umzusetzen.
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ie Facetten digitaler Transformation und der Digitalisierung sind mannigfaltig und reichen von den notwendigen Fachkräften über die Etablierung von digitalen Geschäftsprozessen und die Schaffung hochleistungsfähiger Infrastruktur bis hin zur Bewusstseinsbildung für die Digitalisierung in allen Altersgruppen der Bevölkerung. Bereits im Jahr 2018 habe das Land Tirol mit der Digitalisierungsoffensive einen wichtigen Schritt zur Unterstützung von Unternehmen gesetzt. In Summe wurden bisher 447 Projekte
mit mehr als 31 Millionen Euro seitens des Landes im Bereich Digitalisierung gefördert. Darunter Projekte im Rahmen der Tiroler Digitalisierungsförderung, Leuchtturmprojekte, Digitalisierungsberatungen sowie Projekte im Rahmen der neuen Förderschiene digital.tirol KMU-Förderung. Gerade für den heimischen Handel sei die Digitalisierung eine große Herausforderung und man brauche hier ganz spezielle, niederschwellige und auf diesen Wirtschaftsbereich zugeschnittene Maßnahmen. „Es freut mich deshalb besonders, dass aus dem erfolgreichen Pi-
lotprojekt Digital-Lotse nun eine landesweite Aktion wird“, so Wirtschaftslandesrat Anton Mattle.
UNKOMPLIZIERTE UND PRAKTISCHE HILFE
Das Projekt „Digital-Lotse“ ist ein Musterbeispiel für eine niederschwellige Digitalisierungsmaßnahme, ist sich auch Dieter Unterberger, Obmann des Tiroler Handels, sicher. Dieses wurde im Vorjahr von der Tiroler Wirtschaftskammer und digital.tirol in Zusammenarbeit mit den vier Tiroler Stadt-
© WK TIROL/ DIE FOTOGRAFEN
WIRTSCHAFTSKAMMER TIROL
„ N U R W E N N D E R D I G I TA L E A U F T R I T T UNSERER TIROLER HÄNDLER K U N D E N F R E U N D L I C H I S T, KÖ N N E N W I R G E G E N D I E I N T E R N AT I O N A L E N I N T E R N E T R I E S E N B E S T E H E N .“
„ D I E D I G I TA L I S I E R U N G U N D D I E D I G I TA L E T R A N S F O R M AT I O N DER WIRTSCHAF T IST EINE DER GRÖSSTEN HERAUSFORDERUNGEN D E R H E U T I G E N Z E I T.“
DIETER UNTERBERGER, OBMANN DES HANDELS IN DER WK TIROL
A N T ON M AT T L E , W IR T S C H A F T S L A NDE S R AT
marketing-Einrichtungen in Hall in Tirol, Imst, St. Johann in Tirol und Kufstein ausgearbeitet. „Mit diesem Projekt wollen wir den stationären, innerstädtischen Handel und Gewerbetreibende dabei unterstützen, auch im Internet professionell aufzutreten, indem Minimumstandards erfüllt werden. Nur wenn der digitale Auftritt unserer Tiroler Händler kundenfreundlich ist, können wir gegen die internationalen Internetriesen bestehen. Klar ist aber auch, dass gerade Ein-Personen- und Kleinstunternehmen oft das Know-how und die Ressourcen fehlen, um die notwendigen digitalen Minimumstandards umzusetzen. Deshalb wollten wir ein unkompliziertes, kostenloses Beratungsangebot schaffen, um genau solchen Betrieben unkompliziert und ganz praktisch zu helfen. Das ist mit dem Modell Digital-Lotse gelungen“, betont Unterberger. Seit rund eineinhalb Jahren wird dieses Angebot rege in Anspruch genommen. Dabei besuchen regionale Digitalisierungsexpertinnen und -experten – die so genannten Digital-Lotsen – Unternehmerinnen und Unternehmer auf Wunsch direkt im Betrieb, um unmittelbar erste Maßnahmen zu besprechen und umzusetzen. Dabei geht es oft um einfache, aber umso wichtigere Fragestellungen: Ist ein Online-Brancheneintrag wichtig? Was bringt eine eigene Website? Wie kann ich eine neue E-Mail-Ad-
resse anlegen? Wie kann ich meine Daten absichern und vor rechtlichen Komplikationen sichern? Wollen meine Kunden WLAN? Lohnt sich ein Engagement über Facebook? Ist mein Google-MyBusiness-Eintrag aktuell? Stimmen die Öffnungszeiten und Kontaktdaten? „Sind die richtigen Antworten auf diese und andere Fragen gefunden, werden gemeinsam die notwendigen Maßnahmen festgelegt und auf den Weg gebracht“, erklärt Unterberger.
KONJUNKTUROFFENSIVE
In den Jahren 2020 und 2021 habe die Digitalisierung pandemiebedingt einen sehr großen Schub erfahren, erläutert Mattle: „Plötzlich waren Unternehmen nahezu über Nacht dazu gezwungen, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken und digitale Möglichkeiten auszuloten. Auch aus diesem Grund haben wir im Rahmen der Konjunkturoffensiven des Landes Tirol die Mittel für die Digitalisierungsförderungen des Landes in den Jahren 2020 und 2021 verdoppelt, damit diese zukunftsweisenden Investitionen auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten erfolgen können.“ Aufgrund des großen Erfolges wird das Projekt „Digital-Lotse“ nun von der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Tirol gemeinsam mit der Standortagentur Tirol landesweit ausgerollt. Das Land Tirol hat
hierfür eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 500.000 Euro zugesagt. „Die Rückmeldungen zu den Leistungen der Digital-Lotsen sind sehr positiv. Wir brauchen ein niederschwelliges Eintrittsangebot für die Unternehmerinnen und Unternehmer, um sie bei der Digitalisierung mitzunehmen. Dieses Angebot soll nun auch von Unternehmerinnen und Unternehmern in anderen Tiroler Innenstädten und Ortskernen in Anspruch genommen werden können – egal ob sie im Handel, Handwerk oder Dienstleistungssektor tätig sind“, so der Wirtschaftslandesrat: „In weiterer Folge stehen die bereits bekannten Digitalisierungsförderungen des Landes zur Verfügung, die wir vorbehaltlich der Genehmigung des Doppelbudgets 2022/23 ebenfalls fortsetzen wollen.“ Organisiert und abgewickelt wird das Digital-Lotsen-Angebot von den teilnehmenden Stadtmarketing-Einrichtungen und Kaufmannschaften. „Diese Vorgehensweise hat sich bereits bestens bewährt. Zum einen, weil die Organisationen vor Ort den besten Draht zu ‚ihren‘ Unternehmen haben und somit das Projekt am besten streuen können. Zum anderen, weil die Unternehmen damit minimalen Aufwand haben“, betont Unterberger abschließend. Nähere Informationen zum Projekt „Digital-Lotse“ unter www.standort-tirol.at .
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Foto: © Günter Kresser diewildenkaiser.com
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Dahinter steckt mein Tiroler Händler*, der meine Weihnachtswünsche mit Click & Collect erfüllt. DIE GANZE GESCHICHTE AUF WWW.JA-ZU.TIROL
* stellvertretend für ein Tiroler Unternehmen
UN TÄRK ZUR S . IATIVE TSCHAFT IT IN EINE R WIR IROLE DER T