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eco.nova Jaenner 2018

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Ausgabe Nr. 16 / Jänner 2018, P.b.b. Verlagspostamt 6020 Innsbruck, ZNr. GZ 02Z030672 M, Euro 3.00

DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN

DER WEG IST DAS ZIEL Die Zukunft des Tiroler Tourismus

BEDINGUNGSLOS Gleiches Geld für alle?

ARBEIT IST KEIN PONYHOF

Als Unternehmen zur Marke werden

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Was kümmert Tirol die Steueroase?


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eco.edit

Christoph Loreck und Mag. Sandra Nardin, eco.nova-Herausgeber

Schneegestöber Als diese Ausgabe in Druck ging, strahlten Tirols Berge bereits im prächtigen Weiß. Es ist schon eine ganze Weile her, dass sie das Ende November derart schön getan haben. Das freut uns, weil unser eco.nova-Jahr damit einen fast schon kitschigen Abschluss findet. Die Touristiker freut es vermutlich noch ein Stück mehr.

T

irol lebt vom Tourismus. Bereits

mus ein wenig auf die Spur zu kommen, die

Tourismus. Heute hat sich die Situation um-

vor mehreren Hundert Jahren gab

Serie Tirol.innovativ (Seite 62) zeigt dazu,

gekehrt. Nicht mehr Unternehmen wählen

es Gasthäuser und Herbergen ent-

wie kreativ und fortschrittlich bereits mit

aus vielen Bewerbern den geeignetsten aus,

lang der wichtigsten Verbindungswege und

dem Thema umgegangen wird.

gut ausgebildete Fachkräfte entscheiden, wo

auch heute wird hierzulande noch jeder dritte

Was der Tourismusbranche jedoch vor allem

sie arbeiten möchten. Das stellt Unterneh-

Euro direkt oder indirekt im Tourismus ver-

Kopfzerbrechen bereitet, ist der Mitarbei-

men aller Branchen vor Herausforderungen.

dient. Das ist eine ganze Menge. Es scheint

termangel. Das Image von Tourismusjobs

Auch diesem Phänomen gehen wir in dieser

jedoch, dass direkt proportional mit den stei-

wackelt. Ordentlich. Und das meiste davon

Ausgabe (Seite 72) auf den Grund.

genden Nächtigungszahlen im Land die po-

ist hausgemacht, denn viele Hoteliers und

Doch selbst wenn die Zukunft mit all ihren

sitive Einstellung dem Tourismus gegenüber

Gastronomen haben sich ihren Ruf selbst

Herausforderungen vielleicht nicht mehr

sinkt. Das hat unterschiedliche Gründe und

kaputt gemacht. Als die Einwohner in den

ganz so rosarot ist, tiefschwarz ist sie auch

wird gleichzeitig zur wohl größten Heraus-

Tälern Tirols kaum eine andere Wahl hatten,

nicht. Mit Kreativität, Weitblick und dem

forderung für die Branche in den nächsten

als im Tourismus zu arbeiten, hat man be-

Mut, an der nächsten Kreuzung einfach

Jahren. Denn wenn sich Gäste in einem Land

gonnen, sie als selbstverständlich zu erach-

einmal spontan abzubiegen, anstatt stur

nicht willkommen fühlen, werden sie das

ten. Wertschätzung: Fehlanzeige. Wozu auch,

geradeaus zu gehen, wird auch das Jahr

nächste Mal schlichtweg woanders hinfahren.

man musste sich nicht großartig bemühen,

2018 ein erfolgreiches werden. Wir haben

Die Möglichkeiten dazu sind größer denn je.

um Mitarbeiter zu finden. Generell musste

viel vor und genießen deshalb erst mal den

Nun, so dramatisch ist die Situation tatsäch-

der Leidensdruck vor zwei, drei Generati-

Winter, bevor wir im neuen Jahr wieder mit

lich noch nicht, doch die Herausforderungen

onen noch ziemlich hoch sein, damit man

vollem Elan und viel Herzblut an viele neue

für die Zukunft werden nicht weniger und es

überhaupt nur darüber nachdachte, seinen

Projekte herangehen. Das wünschen wir

ist die wohlwollende Unterstützung der Be-

Job zu wechseln. Das gilt nicht nur für den

auch Ihnen.

völkerung, die die Basis für eine erfolgreiche Zukunft legt. In der Titelgeschichte ab Seite 14 haben wir versucht, dem Mythos Touris-

Die gesamte Team der eco.nova wünscht frohe Weihnachten, feine Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr 2018!

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4

eco.nova


eco.inhalt

14

34

98 eco.zukunft 62 72

Tirol innovativ. Ideen, die zum Erlebnis werden. Arbeit ist kein Ponyhof. Der Wert der Unternehmenskultur für die Arbeit der Zukunft.

eco.titel 14

Die Zukunft des Tourismus. In Tirol wird immer noch jeder dritte Euro direkt oder indirekt im Tourismus

eco.geld 88

Steueroasen. Unternehmen und Private nutzen – meist

verdient, die Tourismusgesinnung aber sinkt. Das ist nur

legale – Schlupflöcher, um Steuern zu sparen. Ein Blick auf

eine Herausforderung, vermutlich jedoch die größte ...

das Wesen der Steueroasen.

eco.wirtschaft

eco.art

34

96

Bedingungsloses Grundeinkommen. Für die einen Wunschtraum, für die anderen ökonomische Horrorvision.

40

Im Porträt. Zimmermann Ganahl AG – Papierjäger und

arttirol. Das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum zeigt seine Sammlung zeitgenössischer Kunst.

98

Sammler.

Spielen und scheitern zu dritt. Das dreiköpfige Feinripp-Ensemble verspricht viel auf der Bühne und

46

Wirtschaft vor 100 Jahren. Teil 6 der Serie: Imst

48

eco.steuern

scheitert meist gnadenlos. Das jedoch mit Bravour.

102 Hotspot der Kunstvielfalt. Im Jänner geht die mittlerweile 22. ART Innsbruck über die Bühne.

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6

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glückliches Frühstück täglich ab 6 Uhr

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eco.mobil 106 Im Test. 106: BMW M240i Coupé: Der bessere M2? 108: Mercedes E-Klasse 220 d: Kräftiger und sparsamer Begleiter. 110: Mazda CX-5: Kompakt-SUV mit bulligem Auftritt. 112: Skoda Kodiaq: Das erste SUV der tschechischen Marke ist ein Meilenstein. 114: Hyundai i30 Kombi: Der Neue ist reifer und besser geworden.

eco.life 118

mit Eiern von glücklichen Hennen vom eigenen Hof

Unterwegs im Morgan. Teil 2 der Serie, für die Dagmar Wresnik mit bekannten Tiroler Persönlichkeiten im Auto unterwegs ist. Dieses Mal zu Gast: Elisabeth Zanon.

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Reise und Genuss. Gourmettipps, Kulinarisches zum Schenken, feine Weine und stylische Hotels.

IMPRESSUM Herausgeber & Medieninhaber: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck 0512/290088, redaktion@econova.at, www.econova.at Geschäftsleitung: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin Assistenz: Martin Weissenbrunner Chefredaktion: Marina Kremser Redaktion: eco.wirtschaft: Alexandra Keller, Sonja Niederbrunner, MMag. Klaus Schebesta, Mag. Sandra Nardin, Renate Linser-Sachers, Barbara Liesener, DI Caterina Molzer-Sauper, Marion Witting, MSc., Stefan D. Haigner // eco.zukunft: Mag. Barbara Wildauer, Doris Helweg // eco.geld: Dr. Michael Posselt, DDr. Jürgen Huber // eco.kultur: Julia Sparber // eco.mobil: Bruno König // steuer.berater: Dr. Verena Maria Erian // recht.aktuell: RA Mag. Dr. Ivo Rungg // eco.life: Marina Kremser // Anzeigenverkauf: Ing. Christian Senn, Bruno König, Tanja Ischia, Petra Wunderer, Hannah Oderich, Hannelore Weissbacher // Grafik: Tom Binder, Florian Bürstl // Druck: Radin-Berger-Print GmbH // Coverfoto: Tom Bause Unternehmensgegenstand: Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. // Grundlegende Richtung: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Wellness, Steuern, Recht, Kulinarium und Lifestyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Jahresabo: EUR 25,00 (14 Ausgaben)

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eco.mmentar

MMag. Klaus Schebesta

Inszenierte Geschäftigkeit Es wiederholt sich immer wieder: Politische Inszenierung und Show führen zu keinen Ergebnissen, bestenfalls zu Quoten. Stabilität hingegen bedeutet, ohne großes Tamtam knochentrocken zu regieren. Ist langweiliger, bringt aber ungleich mehr. // TEXT: KLAUS SCHEBESTA

D

as Ende und der Anfang

artige Entscheidungspanik ausbricht. „Am

tion in die Luft sprengte, noch ehe die Ge-

von Regierungsperioden

Abend wird der Faule fleißig“, weiß ein altes

spräche ins Detail gehen konnten. So ist das

sind offenbar der ideale

Sprichwort, das vielen Politikern unbekannt

nun einmal: Wenn die ganze Nation zusieht,

Anlass, geradezu hysteri-

zu sein scheint. Diskussionen und Weichen-

wird die Versuchung, Egoismen in die Aus-

sche Geschäftigkeit zu in-

stellungen, die mit glasigen Augen nach der

lage zu stellen, größer. Die besten Entschei-

szenieren. Erinnern wir uns an die letzte Na-

zehnten Tasse Kaffee gegen zwei Uhr mor-

dungen entstehen nicht im Scheinwerfer-

tionalratssitzung von Rot-Schwarz: Bis halb

gens gefällt werden, erweisen sich bei Ta-

licht dutzender Kameras und mit geradezu

drei in der Früh wurde publikumswirksam

geslicht nicht immer als segensreich. Eine

olympischen Ringen unter den Augen, son-

gestritten, um in gewagten Farbkombinatio-

Studie kommt zum Schluss, dass 28 Stunden

dern in ausgeschlafenem Zustand und in

nen im allerallerletzten Moment Beschlüsse

Schlafentzug die gleiche Wirkung haben wie

sachlicher Atmosphäre. Das heißt nicht,

aus dem Boden zu stampfen. Wie die über-

0,9 Promille Alkohol im Blut. Das erklärt ei-

dass die österreichischen Regierungsver-

stürzte Angleichung von Arbeitern und An-

niges. Dazu kommt, dass eine Verspätung

handlungen schon gegessen sind. Aber sie

gestellten, die zwar grundsätzlich nötig ist,

bei Entscheidungen kaum wieder aufge-

sind zumindest weiter als die Deutschen

aber nicht in dieser Husch-Pfusch-Variante.

holt werden kann: Jeder Bauer weiß, dass es

je gekommen sind. Wie bei derartigen An-

Blättern wir noch ein paar Jahre zurück: Die

nichts mehr nützt, im Spätsommer die Saat

näherungen üblich, werden die heiklen

Mutter aller langen Parlamentsnächte fand

auf die Felder zu bringen, wenn er den Früh-

Punkte ganz weit nach hinten geschoben.

am 24. September 2008 statt, vier Tage vor

ling im Wirtshaus verbracht hat.

Es wird drauf ankommen, ob ideologische

der Nationalratswahl. In einem abenteuerli-

Man kann eine Periode aber nicht nur im

Differenzen auf einen tragbaren Kompro-

chen „freien Spiel der Kräfte“ schafften es die

Gackermodus ausklingen, sondern sie auch

miss hinauslaufen (oder zumindest ein Ge-

Parlamentarier, Gesetze zu beschließen, die

so starten lassen. Und hier gibt es aktuell

gengeschäft) oder der Drang auf die Bühne

uns bis heute 30 Milliarden Euro an zusätzli-

einen auffälligen Unterschied zwischen

die Überhand gewinnt. Wir werden sehen,

chen Kosten beschert haben. Unter anderem

Deutschland und Österreich. Während die

ob Kurz und Strache die bislang besonnene

wurden die Hacklerregelung verlängert, die

neuen besten Freunde aus dem türkisen

Gangart bis zum Schluss durchziehen kön-

Studiengebühren abgeschafft und großzügi-

und blauen Lager unaufgeregt hinter ver-

nen – ohne dass die Scharfmacher in den

ge Geschenke an Pensionisten verteilt. Alles

schlossenen Türen verhandeln, war das

eigenen Reihen die sauber inszenierte Har-

entgegen dem Rat von Experten, aber mit

bei der kunterbunten Jamaika-Truppe in

monie zerstören.

dem Segen von PR-Strategen.

Deutschland von Anfang an anders. Die

Eines würde der Welt insgesamt gut tun:

Viele Wähler reagieren allerdings angesichts

deutschen Verhandler wurden auf Schritt

Mehr Mut zu spießiger Normalität und tro-

derartiger Hektik nicht wie gewünscht. Sie

und Tritt belauert, jede Handbewegung auf

ckenem Pragmatismus, gerade wenn es um

freuen sich nicht über die Spontaneität flei-

einem Balkon als verschlüsseltes Zeichen

Verhandlungen geht. Und den Trumps, den

ßiger Parlamentarier, sondern sehen ihre

interpretiert und zwischendurch wurden

Le Pens und Berlusconis dieser Welt weni-

schon lange gehegten Vermutungen bestä-

nächtliche Wortspenden in TV-Mikrofo-

ger Aufmerksamkeit für ihre entbehrlichen

tigt: Da muss wohl vieles verschlafen wor-

ne abgesondert. Das erzeugte zusätzlichen

Räusperer zu geben. Das mag langweiliger

D

den sein, wenn im allerletzten Moment der-

Druck, was die ohnehin schwierige Koali-

sein. Aber besser wäre es auf jeden Fall.

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KOPF DER AUSGABE

r e l t t e l G n n a m r He


kopf der.ausgabe

22 Monate lang war die Diözese Innsbruck ohne Bischof. Bis Papst Franziskus am 27. September den Steirer Hermann Glettler ernannte und mit ihm ein Mann mit bodenständiger Persönlichkeit und ebenso viel Charme und Humor nach Tirol kam. Seine Wahl war nicht nur für ihn selbst überraschend.

H

ermann Glettler eilt ein

für die meisten Kinder nicht unbedingt er-

ten des Umbruchs neu positionieren wird

wacher Ruf voraus, gilt

freulich ist, war für den heutigen Bischof

müssen, ist ihm auch klar. Doch: „Für diesen

er doch als glaubwürdi-

der Grundstein seines Lebenslaufs. Die El-

Glauben an Jesus braucht man sich nicht

ger, mutiger und herz-

tern Maria und Hermann haben den Hof

zu schämen. Er ist die faszinierendste Per-

verbundener Mensch.

im Nebenerwerb betrieben, klein Hermann

sönlichkeit der Weltgeschichte, verbindet

Auch Kardinal Christoph Schönborn be-

hat fleißig geholfen und es war genau die-

Himmel und Erde, verbindet alle Menschen.

schreibt Glettler als einen „begnadeten Seel-

ses Gebrauchtwerden, das ihn prägte. Auch

Er war provozierend und frech, war trös-

sorger mit großem Spürsinn für die sozialen

wenn das Bischofsamt für ihn durchaus

tend. Der Glauben erfüllt mein Herz“, sagt

und existenziellen Seiten des Lebens“. Als

überraschend kam: „Dieser Ruf Gottes war

Glettler, der aber auch versteht, wenn’s ei-

Pfarrer von St. Andrä in Graz habe er „ein

unerwartet für mich, auch wenn Gott der in

ner nicht so hat mit ebendiesem Glauben. Schon während der Schulzeit hat er viel mit

„DIE FREUDE ÜBER DAS BISCHOFSAMT BRAUCHT NOCH ETWAS, ABER DER ERSTE SCHRECK IST ÜBERWUNDEN.“

jenen diskutiert, die vom Glauben „nichts

Bischof Hermann Glettler

grüßte er deshalb auch alle, die die katho-

wissen wollten“. Es sei eine gute Schule gewesen, um auch Respekt vor denen zu haben, die der Kirche gegenüber skeptisch sind. Bei seiner ersten Pressekonferenz lische Kirche verlassen haben. „Jeder muss

unglaubliches Talent gezeigt, die schwierige

Sehnsucht immer Erwartete ist.“ Plötzlich

für sich entscheiden, wie er leben und was

soziale Situation kreativ anzugehen und ei-

sei es gewesen, überraschend, verstörend,

er glauben möchte“, sagt Glettler. Das macht

ne unglaublich lebendige Pfarre mit aufzu-

herausfordernd, tröstend und ermutigend

ihn durchaus sympathisch. Auch all jenen,

bauen“. Nun also wurde er zum Bischof von

zugleich. Dass er dafür sein geliebtes Hei-

die mit der Institution Kirche nicht (mehr)

Innsbruck berufen. „Ich hoffe, dass trotz

matbundesland samt Familie und Freun-

viel anzufangen wissen.

aller menschlichen Aspekte, die bei der Be-

deskreis verlassen musste, wird Hermann

stellung eine Rolle spielen, auch Gott seine

Glettler erst nach und nach richtig bewusst,

Hände im Spiel hatte“, sagt er dazu. Nach

„doch schon jetzt sind mir in Tirol so vie-

Tirol komme er als Lernender, betont der

le Menschen freundschaftlich verbunden,

gebürtige Steirer: „Ich muss die Kultur, die

sodass ich sicher bin: Diesen Sprung werde

Bräuche und das Leben der Menschen hier

ich schaffen“, ist er zuversichtlich.

erst kennenlernen. Ich muss Tirol lernen.

Was Hermann Glettler auszeichnet, ist sei-

Das wird etwas Zeit brauchen, ich bin aber

ne seine tiefe geistliche Verwurzelung, die

sehr neugierig.“ Und es sei ihm auch klar,

Liebe zum Menschen – besonders jenen

dass er mit dem Tiroler Dialekt wohl eine

am Rand der Gesellschaft – und seine klare

weitere Fremdsprache wird erlernen müs-

Positionierung in sozialen und politischen

sen. Ein klein bisschen klappt es schon.

Fragen. Auch in Tirol, und lange ist er wahr-

Ruf Gottes kam unerwartet

lich noch nicht hier, fand er bereits deutliche Worte. In Sachen Nächtigungsverbot

Priester ist Hermann Glettler übrigens nicht

im Freien in Innsbruck zum Beispiel. „Eine

aus einer Eingebung heraus geworden, son-

wunderbare Stadt wie Innsbruck muss sich

dern aus tiefer Überzeugung, die bereits in

auch in Zukunft durch Menschlichkeit aus-

der Kindheit ihre ersten Prägungen fand.

zeichnen und nicht durch Härte gegenüber

Während manch anderer auf ein allzu eso-

jenen, die ohnehin schon an den Rand der

terisches Zeichen von oben hofft, war es für

Wohlstandsgesellschaft gedrängt wurden“,

Glettler im Wesentlichen ein ganz weltlicher

zeigt er sich ein wenig enttäuscht über das

Grund: das Gebrauchtwerden.

teilweise Verbot, wenngleich er auch Ver-

Aufgewachsen ist Hermann Glettler zu-

ständnis für die Passanten und Geschäfts-

sammen mit vier Geschwistern auf einem

leute zeigt, die sich dadurch belästigt fühlen.

Bergbauernhof im steiermärkischen Übelbach. „Ich habe zuhause nicht nur einen

Respekt haben

geerdeten, schönen und bodenständigen

Dem Ruf Gottes zu folgen bedeutet für

Glauben kennengelernt, es war auch viel

Glettler auch, seine eigene Komfortzone

Arbeit“, erzählt er von seiner Kindheit. Was

zu verlassen. Dass sich die Kirche in Zei-

ZUR PERSON

Hermann Glettler wurde am 8. Jänner 1965 in der Marktgemeinde Übelbach in der Steiermark geboren. Seine Schullaufbahn schloss er am Bischöflichen Seminar und Gymnasium in Graz ab. Die Maturareise führte ihn 1983 nach Frankreich, wo er in Paray le Monial zufällig an einem internationalen Jugendtreffen der Gemeinschaft Emmanuel teilnahm, der er seit 1987 angehört. Glettler studierte Theologie und Kunstgeschichte in Graz, Tübingen und München. Am 23. Juni 1991 wurde er zum Priester für die Diözese Graz-Seckau geweiht. Nach Kaplanjahren in Judenburg-St. Nikolaus und Wagna verbrachte er ein Fortbildungsjahr 1998/99 in Saint-Nicolas-des-Champs in Paris. Von 1999 bis 2016 war er Pfarrer im Pfarrverband Graz St. Andrä-Karlau. Als Pfarrer im multikulturellen Bezirk GrazGries engagierte er sich besonders für sozial Benachteiligte und Flüchtlinge. Er gehört der Kommission für den interreligiösen Dialog und der Kunstkommission der Diözese an. Zusätzlich zur Kunstvermittlung ist er auch als eigenständiger Künstler tätig. Bekannt wurde er unter anderem auch als „Künstlerpriester“. Am 27. September 2017 ernannte ihn Papst Franziskus zum Bischof von Innsbruck. Als solcher tritt er die Nachfolge von Manfred Scheuer an. Die Bischofsweihe empfing Glettler Anfang Dezember.

eco.nova

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Wirtschaft Wirtschaft & Unternehmen

ECO.MMENTAR

Weltanschauung

D

ie gefährlichste aller Weltanschau-

Authentisch (er)leben

ungen ist die der Leute, die die Welt

Wie in jeder Industrie wird auch der Touris-

nie angeschaut haben, sagte einst

mus von Trends beeinflusst. Das ist grund-

Alexander Freiherr von Humboldt, Naturfor-

sätzlich nicht falsch, sondern ein Zeichen

scher und Begründer der physischen Geogra-

dafür, dass sich Menschen über eine Weiter-

phie. Um zu einer möglichst umfassenden

entwicklung Gedanken machen. Manche

Weltanschauung zu gelangen, sind zweierlei

Trends entpuppen sich als Langläufer und

Dinge notwendig: Einerseits das Reisen in Ge-

etablieren sich mit der Zeit als Standard.

genden, in denen man noch nicht war, und

Umweltschonendes Verhalten der Touris-

andererseits authentische Gegenden. Was be-

musbetriebe ist inzwischen unabhängig da-

deutet das nun für den Tourismus? Wie könn-

von, ob es sich um ein Hotel im Burgenland

te regional attrakiver und authentischer Tou-

oder in Tirol handelt. Kurzfristige Trends

rismus aussehen?

hingegen sollten immer in Bezug zur Regi-

Geschichtliches Was früher als Fremdenverkehr bezeichnet wurde und seit den 1980er-Jahren Tourismus genannt wird, betreibt die Menschheit seit ihrer Existenz: das Reisen. Früher aus der Notwendigkeit heraus, bessere Lebensbe-

Alexander M. Schmid | Der Vereinfacher beschäftigt sich seit über drei Jahren mit Vereinfachung in Unternehmen, hat darüber ein Buch verfasst und erarbeitet mit Unternehmen Strategien, die sie am Markt einfach einzigartig positionieren. www.dervereinfacher.at © KUNSTFOTOGRAFIN.AT

on gesetzt werden. Fragen wie „Was bedeutet dieser Trend für unsere Region? Wie würden wir diesen Trend bei uns interpretieren? Welches Bedürfnis für den Gast befriedigen wir damit? Gibt es noch andere Möglichkeiten, das gleiche Ergebnis zu erreichen?“ sind zu stellen und ehrlich zu beantworten. Das bedeutet auch Nein zu sagen und gewisse

dingungen zu finden, später aus forschender

Trends einfach auszulassen.

Neugierde und um Handel zu betreiben, reisten die Menschen durch die Lande. Erst seit

abwechslungsreiche Umgebung für ihre Kin-

Beginn des 19. Jahrhundert ist das Reisen als

der suchten. Heute hat der kulinarische As-

Kein Urlaub wie daheim

Freizeitbeschäftigung ein Begriff. Seit damals

pekt – Bioprodukte vom Bauernhof – an In-

Vor kurzem freute man sich bei Innsbruck

hat sich viel verändert. Immer öfter wird die

teresse gewonnen und zieht auch Städter an.

Tourismus über das Rekordjahr 2016/17 mit

Reise zum zweckdienlichen Mittel des Ur-

Auch für diese spielt der Familienanschluss

großen Zuwächsen. Unter den internationalen

laubs. Das Verreisen wird immer öfter auf die

eine Rolle. Gewissermaßen als Ausgleich zur

Gästen findet sich Indien mit einem Plus von

An- und Abreise reduziert. Stattdessen haben

Anonymität der Großstadt.

18 Prozent unter den Wachstums-Spitzenrei-

die Verweildauer im Urlaubsort, das Angebot

tern. Vor allem für indische Filmproduktionen

und die Nachfrage nach Aktivitäten an Bedeu-

Regionalität erfahren

tung gewonnen.

Regional beschreibt die Zusammenfassung

lywood“ wurde seitens Innsbruck Tourismus

geografischer Gebiete, in denen bestimmte In-

als anziehend genannt. Wer jetzt aber denkt,

dikatoren sehr ähnlich sind. Dort, wo sich die-

eine Bollywoodisierung von Innsbruck wäre

Wirtshäuser mit ein paar Fremdenzimmern

se Indikatoren wieder unterscheiden, beginnt

„the next big thing“, um noch mehr Gäste an-

für Durchreisende waren nicht viel anders

eine andere Region. Diese Indikatoren sind

zulocken, denkt falsch. Menschen verreisen,

gebaut als die Häuser der einheimischen

beispielsweise natürlich bedingt und klimati-

weil sie die Abwechslung suchen. So wie wir

Bewohner. Es gab bloß mehr Zimmer und

schen Ursprungs, aber vor allem kulturell un-

uns keine Kaspressknödel in Mumbai erwar-

zusätzliche Aufenthaltsräume. Dieses Flair

terschiedlich. Diese kulturellen Unterschiede

ten, ist meines Wissens noch kein Inder nach

hat sich lange gehalten und erfährt jetzt

haben sich über Jahrhunderte entwickelt und

Tirol gefahren, um hier ein Tandoori-Huhn

zum Teil durch Vermittlungsplattformen

stellen eine bedeutende menschliche Errun-

zu essen. Authentisch sein ist eine Haltung.

wie Airbnb wieder eine Renaissance. In der

genschaft dar, zumal sie meist einzigartig sind.

Und langfristig macht sich Haltung bewah-

ländlichen Gegend ist schon seit Jahren der

Diese Unterschiede zu bewahren stellt also ein

ren immer bezahlt. Auch im Tourismus. Kabhi

„Urlaub am Bauernhof“ Tradition. Früher vor

Alleinstellungsmerkmal dar, mit dem interes-

Khushi Kabhie Gham (Hindi: In guten wie in

allem für Familien, die eine eher günstige,

sierte Gäste angezogen werden können.

schlechten Tagen).

Ortsüblich wohnen

12

eco.nova

war Innsbruck von Interesse, das Thema „Bol-


ECO.MMENTAR

Das Herzstück des Hotelprojekts: der 100 Meter lange Endless-Sky-Pool auf 2.050 Metern Seehöhe.

MILLIONENINVESTMENT

M

it einem der spektakulärsten Hotelprojekte des Alpenraums macht das Kühtai in dieser Wintersaison von sich reden. Die Gerber Hotelgruppe investierte im Laufe des

© JULIA TÜRTSCHER

© GERBER HOTELS / PROMEDIA

#notwithme

Wir Frauen sind weder das schwache Geschlecht noch das schöne. Wir sind Frauen. Punkt. Marina Kremser, Chefredaktion

I

ch gebe es zu: Ich bin genervt. Nicht mehr ganz so sehr wie noch vor wenigen Wochen, aber dennoch. Und ich bin auch ein bisschen wütend. Grund ist die #metoo-Kampagne, die

zwar anfangs sicher gut gemeint war, aber im Laufe der Zeit sehr

Sommers 17 Millionen Euro in die Renovierung und den Umbau ihres

groteske Formen angenommen und sich damit (für mich) ins Ge-

4-Sterne-Superior-Hotels Mooshaus zum Hotelresort mit Sportge-

genteil verkehrt hat. Nicht nur, dass mit dem Aufkommen des

schäft und Skischule. Knapp 90 Prozent der involvierten Firmen ka-

Machtmissbrauchs einiger vorrangig älterer Männer „die Mäch-

men dabei aus der Region und haben ihren Sitz in Tirol und Südtirol.

tigen“ generell unter Generalverdacht stehen, sodass Chefs nicht

Durch den Umbau konnte der Personalstand um rund 30 Prozent

mal mehr alleine mit einer Mitarbeiterin im Fahrstuhl fahren

auf 160 Mitarbeiter erhöht werden. „Der komplette Umbau war von

möchten. Die Kampagne hat Frauen auch zurück in eine Opfer-

der Vision getrieben, unseren Kunden künftig ein innovatives, einzig-

rolle gedrängt, aus der wir uns über Jahrzehnte und Jahrhunder-

artiges Produkt zu bieten. Daher haben wir uns auch lange mit den

te mühsam herausgestrampelt haben.

Details beschäftigt“, so Geschäftsführer Mario Gerber. „Natürlich wä-

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich wünsche allen, die wie auch

re kleiner und weniger aufwendig möglich gewesen, aber heutzuta-

immer geartete Gewalt erfahren haben, alle erdenkliche Kraft,

ge geht es nicht mehr einfach darum, Betten zu verkaufen. Der Gast

damit für ihr weiteres Leben umgehen zu können. Doch darum

sehnt sich nach Erlebnissen.“ Highlight ist definitiv der 100 Meter

geht es mir hier nicht. Man hätte die Kampagne auch #notagain,

lange Endless-Sky-Pool, im Restaurant „Das Gerbers – Fine Asian

#notwithme oder meinetwegen auch #togetherwearestrong

Cuisine“ wird ab sofort internationale Kochkunst serviert.

nennen können. Nein, es wurde daraus ein rauniges „Mir ist das auch passiert“.

TIROL – EUROPA

I

Meine Generation und auch jene davor wurde mit einer neuen Freiheit und mit einem neuen weiblichen Selbstbewusstsein groß. Wir mussten uns nichts mehr erkämpfen, konnten

n einer immer globalisierteren Wirtschaft steht Tirol im

uns kleiden, wie wir wollten, den Beruf ergreifen, den wir woll-

Standortwettbewerb insbesondere mit den anderen 276

ten, sein, wer wir wollten. Und genau dieses Alles-Können und

Regionen in der Europäischen Union. Eine aktuelle Studie

Alles-Dürfen hat dazu geführt, dass etwas ganz Entscheiden-

der Wirtschaftskammer zeigt die Position Tirols im europäi-

des verloren gegangen ist: Durch die Vielfalt der Möglichkeiten

schen Vergleich. Der Fokus liegt dabei auf jenen 30 NUTS-2-Re-

weiß man plötzlich nicht mehr, wer man wirklich ist. Ich hatte

gionen mit der stärksten Wirtschaftskraft. Demnach liegt Tirol

das Glück, dass mich meine Eltern – unter wachsamen Augen –

etwa mit einem Bruttoinlandsprodukt je Einwohner in Kauf-

meine Grenzen haben ausloten lassen und mir damit die Mög-

kraftparitäten in Höhe von 39.300 Euro auf Platz 28 der 30 wirt-

lichkeit gaben, meine Grenzen sohin überhaupt erst kennenzu-

schaftsstärksten Regionen Europas. Insgesamt sind mit Tirol

lernen. Das ist anstrengend. Für beide Seiten. Aber es hat mir

vier österreichische Bundesländer unter den Top 30: Wien (17),

das Selbstvertrauen gegeben, auch bewusst nein zu sagen, um-

Salzburg (20) und Vorarlberg (26). Südtirol nimmt bei diesem Ver-

zudrehen, mich einer Situation zu entziehen, bei der mir nicht

gleich mit einem BIP je Einwohner von 42.400 Euro die 21. Stelle

wohl ist. Selbstbewusstsein hat nichts mit Kleidung zu tun, mit

ein. Eine absolute Spitzenposition belegt Tirol bei den Indikato-

Make-up oder dem Auto, das man fährt. Es geht darum, sich sei-

ren „Schüler in berufsbildenden Schulen/Lehrlinge“ sowie „Tou-

ner selbst bewusst zu sein und seinen eigenen Wert zu kennen.

rismusintensität“ ein. Relativ gut schneidet unser Bundesland

Und diesen auch zu verteidigen. Es geht einem selbst nicht bes-

auch im Bereich der Forschung und Entwicklung ab. Die inner-

ser, nur weil es einem anderen gleich schlecht geht. Da hilft auch

betrieblichen Forschungs- und Entwicklungsausgaben belau-

die beste Kampagne nichts, schon gar nicht dann, wenn man sie

fen sich demnach auf 3,1 Prozent des regionalen BIP bzw. 1.263,2

irgendwann genervt in die Schublade packt. Oder erinnern Sie

Euro je Einwohner. In Wien sind es 1.687,7 Euro; in Salzburg 671,1

sich noch an den #aufschrei von 2013? Eben!

und in Vorarlberg 663,4. Die gesamte Studie finden Sie unter www.wktirol.at (Themen / Zahlen, Daten, Fakten).

Anregungen und Kommentare bitte an kremser@econova.at

eco.nova

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© TOM BAUSE

eco.wirtschaft


DER WEG IST DAS ZIEL

Wegweiser gehen quasi einher mit Tourismus. Sie leiten Gäste an Abzweigungen in die richtige Richtung und zeigen zwischendurch, dass man sich auch immer noch auf dem richtigen Weg befindet. Der Einheimische indes wandelt mancherorts abseits touristischer Pfade. Tirol, wir mßssen reden! // TEXT: MARINA KREMSER


eco.titel

irol geht es gut. Gesamtheitlich und all-

gesiedelt haben. Luxus war bis dorthin ein

gemein betrachtet. Vielleicht ein bisschen

städtisches Privileg, der neue Aufschwung

Hubert Siller waren maßgeblich an der

zu gut, ist man fast verleitet zu sagen, weil

wurde also durchaus kritisch beäugt. Auch

Machbarkeitsstudie für die diesbezügliche

heute die wenigsten darüber nachdenken,

nicht alle Bewohner der ländlichen Gebie-

Bewerbung beteiligt: „Olympia wäre eine

worauf dieser Wohlstand fußt. Vieles ist

te waren mit dem Aufkommen verschiede-

Chance gewesen“, ist Siller überzeugt. „Das

zur Selbstverständlichkeit geworden, die Fi-

ner so bezeichneter „Dorf- und Liftkaiser“

Konzept hätte das Potenzial gehabt, das

nanzkrise von 2007 aus den Köpfen mehr

glücklich und unterschiedliche Sichtweisen

olympische Thema wieder auf ein akzepta-

oder weniger verschwunden. Es wurde zur

begannen aufeinanderzutreffen. Nicht zu-

bles Maß zurückzuführen. Man hat jedoch

Tagesordnung übergegangen, auch weil die

letzt waren es verschiedene Medien, die mit

fast das Gefühl, die Gegner haben nicht nur

Wirtschaft mit dem heurigen Jahr generell

der Frage nach dem „zu viel“ an Tourismus

gegen die Austragung der Spiele gestimmt,

wieder kräftig(er) anzieht. Doch noch im-

aufhorchen ließen, und man begann, nur

sie wollten auch dem Tourismus generell ei-

mer ist es der Tourismus, der unser Land im

noch über Grenzen zu diskutieren: zu viel

nes auswischen. Nach dem Motto: Die Tou-

großen Stil trägt und der Tirol auch relativ

Wachstum, zu viele Erschließungen, zu viel

ristiker haben eh schon genug, was wollen

glimpflich hat durch die Krisenzeit kommen

von allem.

die noch?“

lassen. Dennoch ist die positive Einstellung

Natürlich braucht es den kritischen (politi-

Eine nicht ungefährliche Sichtweise und vor

dem Tourismus gegenüber in den letzten

schen) Diskurs, vor allem was die Herausfor-

allem eine stark verkürzte, weil der Touris-

Jahren, wenn auch nicht empirisch belegt, so

derungen der Zukunft betrifft. Fakt ist aber

mus gerade auf Betriebsebene eben nicht

zumindest vielfach gefühlt, zurückgegangen.

auch, dass heute immer noch jeder dritte Eu-

in der Position ist, genug zu haben. Doch

Das Höher, Schneller, Weiter der letzten Jahr-

ro direkt oder indirekt im und mit dem Tou-

sobald ein Thema in die Emotion rutscht,

zehnte ist vielen zu hoch, zu schnell und zu

rismus verdient wird. Dass die teils brachi-

ist mit Argumenten kaum noch dagegen

weit gegangen.

ale Kommunikation innerhalb der Branche

anzukommen. „Insgesamt wird es eine gro-

Gast trifft Lebensraum

nicht unbedingt zum positiven Image bei-

ße Herausforderung sein, den Tourismus in

trägt, steht indes auf einem anderen Blatt.

dieser Form mit seinen Familienstrukturen

Der Tourismus in Tirol ist geprägt von klei-

Mit Sicherheit hat sie ihren Teil dazu bei-

und Kleinbetrieben über die nächsten Jahr-

nen, familiären Strukturen und kurzen We-

getragen, dass sich der Tourismus an vielen

zehnte zu erhalten“, warnt Siller. Und doch

gen. Tourismus findet damit in unserem

Punkten reibt. „Es ist ein wenig aus den Köp-

sind es genau sie, die Tirol ausmachen. Das

ureigensten Lebensraum statt. 700.000 Ein-

fen verschwunden, was durch den Touris-

findet übrigens auch Günther Platter, Tiroler

wohner treffen jährlich auf 11,5 Millionen

mus in unserem Land überhaupt erst mög-

Landeshauptmann und als solcher für die

Gäste. Tiroler sind auch durchaus stolz auf

lich ist“, sagt dazu Hubert Siller, Leiter des

Tourismusagenden des Landes zuständig:

ihr Land und darauf, dass so viele Menschen

MCI Tourismus. Konkret spricht er öffentli-

„Familienbetriebe sind ein wesentlicher Er-

hier jedes Jahr ihren Urlaub verbringen. Auf

che Verkehrsanbindungen an, die vom Tou-

folgsfaktor, stiften Identität und bilden das

der anderen Seite ist die Wahrnehmung eben

rismus mit Millionenbeträgen mitfinanziert

Rückgrat des Tiroler Tourismus“, sagt er im

diesen Menschen gegenüber eine ambivalen-

werden und dadurch eine kürzere Taktung

anschließenden Interview. Weltweit sind die

te. Das liegt gar nicht so sehr am Gast selbst

ermöglichen, von der vor allem eine profi-

Modelle jedoch ganz andere, dort machen

denn an der Entwicklung im Land.

tiert: die heimische Bevölkerung. Sportstät-

sich Konzerne und Hotelketten im Bereich

Für die ländlichen Gebiete Tirols war der

ten, Infrastruktur ... all diese Investitionen

der Beherbergung breit und authentische

Tourismus immens wichtig, um als Region

kommen im hohen Maße auch den Einhei-

Regionen verkommen zu anonymen Gegen-

überhaupt bestehen zu können. Auch im

mischen zugute. Auch Siller spürt, dass die

den. „Dort ist der Tourismus stark ein corpo-

städtischen Umfeld war man lange Zeit der

Tourismusgesinnung im Land nicht mehr

rate und weniger ein community business,

Ansicht, „dort draußen“ müsse etwas passie-

ist, wie sie war: „Den Menschen fehlt ein we-

an dem nicht mehr viele partizipieren, son-

ren, eine Entwicklung stattfinden. Das tat

nig die Sensibilität für die positive Wirkung

dern nur noch einige wenige“, so Siller.

sie. In sehr massivem Ausmaß sogar. Und

des Tourismus. Wir haben den Tirolern vieles

Dass Konzernhotellerie für Tirol kein Er-

mit ihr ist der Wohlstand gekommen, was

vielleicht auch nicht gut genug vermittelt.“

folgsrezept sein kann, davon ist auch Platter

die urbane Bevölkerung aufhorchen ließ,

befragung schiefgelaufen ist. Das MCI und

überzeugt. Tirol brauche generell nicht mehr

nicht zuletzt deshalb, weil im Zuge dessen

Kommunikationsbedarf

auch viele Landbewohner in die Stadt ge-

Mangelnde oder verkehrte Kommunikation

Gegenteil. Tirol stagniert seit einigen Jahren

drängt sind oder sich in deren Peripherie an-

sei es auch gewesen, dass die Olympia-

bei rund 335.000 Betten, vor 30 Jahren waren

16

eco.nova

Betten – und „produziert“ sie auch nicht. Im


eco.titel

100 prozent natur

DER MYTHOS DER ALPEN WIRKT BIS HEUTE UND GILT ALS INBEGRIFF DER HEILEN WELT, DIE HEIMAT UND GEBORGENHEIT BIETET. GLEICHZEITIG GILT DAS PRINZIP „ H Ö H E R , SCH N E LLE R , WE ITE R “. Aus: Der Alpentourismus der Zukunft, Haymon Verlag

es noch 400.000. Generell entwickelt sich der

Hier hilft es auch nicht, die Industrie, die

Tourismus Richtung 4- und 5-Sterne-Hotel-

zweifelsohne einen wertvollen Beitrag zum

lerie und gewerbliche Ferienwohnung. Sil-

Gemeinwohl Tirols leistet, Arbeitsplätze

ler: „Quantitatives Wachstum braucht Tirol

und Wertschöpfung schafft, gegen den Tou-

nicht. Wir sind auf einem Maß angelangt, an

rismus auszuspielen. Tirol ist nicht Entwe-

dem sich der Tourismus nur mehr qualitativ

der-Oder, Tirol ist Sowohl-als-auch. Siller:

entwickeln kann.“

„Die Finanzkrise scheint bereits zu weit weg,

Die Zukunft des Tourismus

doch blickt man zurück, so war die einzige stabile Branche weltweit der Tourismus. Rei-

Der Mythos der Alpen lebt durch die Ge-

sen ist Teil unseres Lebens geworden und

schichten, die den Alpenraum prägen, schrei-

das Letzte, worauf wir verzichten. Als sich

ben die Autoren in „Der Alpentourismus der

der Tourismus selbst begann zu industriali-

Zukunft“, kürzlich erschienen im Haymon

sieren – selbst bei 11,5 Millionen Gästen jähr-

Verlag. Die Alpen haben in der Geschichte ei-

lich muss der Ablauf reibungslos funktionie-

nen Wandel vollzogen von der „erschrecken-

ren –, begann man ihn vermehrt abzulehnen.

den“ Naturgewalt und dem Sitz der Götter

Viele wollen mit Gewalt das Bild von einsa-

hin zu einer „heilen“ Welt, die Heimat und

men Hängen und Tourengehern, die durch

Geborgenheit bietet. Sie haben in der Rea-

die Landschaft streifen, aufrechterhalten.

lität viele Gesichter. Die deutschsprachigen

Nur: Das bringt weder Wertschöpfung, noch

Leitmedien zeigen die Extreme: vom roman-

ist es nachhaltig.“ Was es für die Zukunft

tisierenden Heimatfilm bis zu den Megae-

also vorrangig braucht, ist eine positive Be-

vents des alpinen Skizirkus. Genauso vielfäl-

wusstseinsbildung. „Auch für die kommen-

tig ist die Sicht der Menschen auf die Alpen:

den Generationen, damit diese wieder bereit

Die einen verlieren sich in der unberührten

sind, die Betriebe zu übernehmen, und der

Natur und gehen auf Sinnsuche, die anderen

Familienverbund weitergeht. Dieses positive

nutzen die Alpen als Sportkulisse für ihre

Zukunftsbild ist für den Erfolg des Touris-

Selbstinszenierung, heißt es im Buch wei-

mus essenziell“, ist Siller überzeugt.

ter. In diesem Spannungsfeld wird sich auch

Das verlangt nach der laufenden und kon-

Tirol künftig positionieren müssen. Es geht

sequenten Auseinandersetzung. Die fehlt

um Nachhaltigkeit, Verantwortung, Überle-

aktuell und das, obwohl Tirol alle Voraus-

bens- und Anpassungsfähigkeit, Vielfalt und

setzungen für eine gute Zukunft hat. Tirol

Gastfreundschaft und um die Auseinander-

ist in der Außenwirkung ein extrem star-

setzung mit den Themen der Zukunft: Kli-

ker und positiv besetzter Begriff, Tirol ist

mawandel, demographische Entwicklung,

als Tourismusmarke groß und mittlerweile

sich wandelnde Freizeitgewohnheiten, die

zur Dachmarke geworden, an der auch vie-

Durchmischung der Kulturen, die unter an-

le andere Unternehmen andocken wollen.

derem auch dazu führt, dass die Winteraf-

So viele, dass im Land sogar eine Diskussion

finität in den Quellmärkten abnimmt. „Wir

entbrannte, inwieweit man die Marke über-

müssen diese Themen offensiv angehen“,

haupt öffnen sollte. Hinter dem roten Logo

sagt Hubert Siller. „Dazu braucht es eine

steht längst ein gut kommuniziertes Werte-

neue Einstellung dem Tourismus gegenüber.

gerüst, das nicht nur der Hotellerie als Wer-

Es geht uns schon ziemlich lange ziemlich

beträger dient. Die Wirtschaftskammer Tirol

gut und ich merke eine gewisse Saturiert-

verzeichnet allein im Bereich der Hotellerie

heit. Man nimmt vieles als gegeben hin und

4.300 Mitglieder und es ist wohl eine über-

ebenso vieles wird kritisiert, doch der Ge-

schaubare Anzahl an Betrieben, die desti-

genentwurf findet nicht statt. Was wären die

nationsautark agieren, also sich im Grunde

Alternativen zum Tourismus?“

selbst genug sind. Das Gros an Beherber-

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eco.titel

„QUANTITATIVES WACHSTUM BRAUCHT TIROL NICHT. WIR SIND AUF EINEM MASS ANGELANGT, AN DEM SICH DER TOURISMUS NUR MEHR QUALITATIV ENTWICKELN KANN.“ Hubert Siller

gungsbetrieben profitiert von starken Regi-

durchgeführt, das sich in der Kernfrage da-

bewegen uns vermehrt von Skifahrer- hin

onen. Die positive Strahlkraft der Marke ist

mit beschäftigt, ob und wie Wintertourismus

zu Wintersporttagen. Im Kern wird das Ski-

Tirols großes Kapital. Der Lebensraum-Tiro-

in den Alpen der Zukunft international wett-

fahren bleiben, aber es wird daneben andere

ler steht in der Regel auch stark hinter dieser

bewerbsfähig bleiben kann. Die Dimension

Aktivitäten wie Winterwandern oder Skitou-

Marke, viel stärker als etwa hinter der Marke

ist riesig, lässt sich aber auf eines herunter-

rengehen geben. In ihrer Bedeutung werden

Österreich. Doch diese Liebe hat Grenzen.

brechen: Schnee. „Wir sehen ganz klar, dass

sie das Skifahren aber nicht ersetzen kön-

Dann nämlich, wenn man das Gefühl hat,

das Thema Schnee im Winter als Erlebnisgut

nen“, so Siller.

die Gäste nähmen einem ein Stück davon

essenziell ist. Er ist das Gold der Alpen und

Generell ist es die Sportkompetenz, die Tirol

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weg.

ohne Schnee lässt sich unser Angebot nicht

ausmacht. Und sie wird es auch in Zukunft

CM

Doch Tirol ohne Tourismus ist ein Szenario,

darstellen“, beschreibt es Siller, der nebst Ralf

sein. Gesundheit, Bewegung, Ernährung, das

MY

das für die Zukunft denkunmöglich ist. Den

Roth die Studie verfasst hat.

aktive Erleben passt in den Zeitgeist und

Verantwortlichen muss es also gelingen, dem

Skifahren ist und bleibt auch in Zukunft

zum Lebensstil des modernen Menschen.

Bewusstsein in der Bevölkerung wieder ei-

Thema der Stunde, vor allem weil unter an-

Es geht darum, sich gut zu fühlen. Dabei

nen positiven Drive zu geben – nebst ganz

derem die Chinesen den Sport gerade für

ist mehrfach wissenschaftlich belegt, dass

pragmatischen Herausforderungen, die es zu

sich entdecken. So hat sich etwa die chine-

aktive Erholung deutlich länger anhält als

bewältigen gilt.

sische Wanda-Gruppe kürzlich die Verwer-

passives Am-Strand-Liegen. Das spielt Tirol

tungsrechte für die Alpinen und die Nordi-

in die Hände. Tirol ist ein Platz der aktiven

schen Ski-Weltmeisterschaften 2019 und 2021

Erholung und wird immer Platz der aktiven

Mit der Studie „The Future of Winter Tra-

gesichert und auch die Bewohner finden

Erholung sein. Dafür muss das Produkt Tou-

velling in the Alps“ wurde im Auftrag des

zusehends Gefallen an der weißen Pracht.

rismus hinkünftig nicht neu erfunden wer-

Vereins AlpNet und koordiniert von Future

„Um das Skifahren herum werden wir jedoch

den, doch es wird vermehrt mit traditionel-

Mountain International e. V. erstmals ein

alternative Sportarten finden müssen, al-

len Werten wie Naturverbundenheit, frischer

interdisziplinäres und alpenweites Projekt

ternative Bewegungsformen. Das heißt, wir

Luft oder Regionalität aufgeladen werden

(Winter-)Sportkompetenz

müssen. Tourismus ist aber auch hierzulande längst

KLISCHEE UND WIRKLICHKEIT DER GENERATION Y

Eine positive Bewusstseinsbildung in Bezug auf den Tourismus ist auch in Hinblick auf die Mitarbeiterthematik wichtig. Die Branche hat viele Mitarbeiter auch ob mangelnder Wertschätzung verloren. Auch hier wurde vieles als zu selbstverständlich angesehen. Dabei ist ein stabiles Arbeitsumfeld selbst der so genannten Generation Y wichtig, auch wenn man ihr Gegenteiliges nachsagt. Oft wird behauptet, die Generation Y – also die heute 14- bis 24-Jährigen – sei beruflich flexibel, welterfahren und vor allem an Work-Life-Balance und Selbstverwirklichung interessiert. Das stimmt, ist aber zu kurz gegriffen. Laut Jugendforscher Philipp Ikrath, heuer zu Gast bei den Seefelder Tourismusgesprächen Ende September, ist es eine grobe Verallgemeinerung, denn der Großteil der Jugendlichen strebt immer noch nach greifbaren Dingen wie einer festen Anstellung und finanzieller Sicherheit. Was die meisten Jugendlichen gemein haben, ist die Furcht vor dem sozialen Abstieg. Trotzdem ist Geld alleine auf Dauer keine verlässliche Motivationsquelle. Es geht um Wertschätzung – um Wertschätzung des Mitarbeiters als Person, nicht nur der seiner erbrachten Leistung.

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eco.nova

kein Selbstläufer mehr. „Was den Winter betrifft, wird in Tirol das Winter-Schnee-Erlebnis in vielfältigen Formen erhalten bleiben“, glaubt Hubert Siller. Idealerweise naturgegeben, wobei man sich allein auf den Schnee von oben schon lange nicht mehr verlässt. Längst ist die Technologisierung auch auf den Pisten angekommen. Was nicht unbedingt jedem gefällt, aber eine Notwendigkeit ist. „Ich sehe wenig Indikatoren, dass das Winterprodukt Tirol in Zukunft nicht gut genug ist, ich sehe allerdings große Herausforderungen in Bezug auf die gesellschaftlichen Trends“, so Siller. Die Baby-Boomer, also die erste Nachkriegsgeneration, hat den Alpi-

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tative Entwicklung zu sehen.“ Augen zu und durch wird aber auch in diesem Fall nicht funktionieren, wo wir wieder beim offensiven Angehen künftiger Herausforderungen sind. „Tirols Touristiker haben seit weit mehr als hundert Jahren bewiesen, dass sie mit Herausforderungen umgehen und diese erfolgreich meistern konnten“, ist Günther Platter positiv gestimmt. Optimismus ist an sich

nismus und den Wintersport groß gemacht,

tere Generation beglücken wollen, sondern

eine feine Charaktereigenschaft, man darf

auch in Tirol. Doch es braucht für den er-

auch die Jungen und Familien, braucht es ein

allerdings nicht den Fehler machen, sich auf

folgreichen Fortbestand die Jugend. Und

Angebot mit Erlebniswert“, findet Siller. Aber:

der Vergangenheit auszuruhen – gerade in ei-

die schrumpft. Die Generation Z nimmt im

„Die Erlebnisinszenierungen müssen natur-

ner Zeit, die aktuell im Wandel ist wie nie. Die

DACH-Raum bis 2030 um acht bis neun Pro-

nah erfolgen und eine starke Atmosphäre

Digitalisierung stellt viele Geschäftsmodelle

zent ab. Das hat Auswirkungen. Der Wettbe-

schaffen. Überdimensionale Freizeitparks

auf den Kopf, auch und besonders im Tou-

werb an Freizeitangeboten ist gerade für die

am Berg können nicht das Konzept sein.“ Die

rismus, die Herausforderungen am Arbeits-

junge Generation enorm – auch im Sommer,

Angebote müssen gut in den Berg eingebaut

markt werden nicht weniger und generell ist

wo Tirol in der Regel Destination für den

und in die Natur eingebettet sein. Das Hexen-

der Blick in die Glaskugel immer ein schwam-

Zweit- oder Dritturlaub ist, nach Meer und

wasser in Söll oder der Stubaier WildeWas-

miger. Es gilt wie in allen Branchen weiter-

gegebenenfalls Stadt. Dennoch holte der

serWeg sind gelungene Beispiele, die einen

zudenken, über den Tellerrand zu schauen,

Sommer in den letzten 15 Jahren wieder auf,

Trend für die Zukunft vorgeben, nämlich die

innovativ zu sein und vor allem weder die

was an sich ein Kompliment an den Touris-

Natur in den Mittelpunkt zu rücken. Und das

Naivität noch Überheblichkeit zu haben, dass

musstandort ist. Die heurige Sommersaison

Thema Wasser. Doch ganz ohne Action wird

der Erfolg automatisch kommt, wenn das

konnte bei den Übernachtungen um zwei

es auch im naturverbundenen Tirol nicht

Produkt ein gutes ist.

Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen. 21,2

gehen. Siller: „Im Winter bringt das Skifah-

Millionen waren es von Mai bis Oktober 2017.

ren Flow-Erlebnisse, doch auch im Sommer

Die Ankünfte sind sogar um 3,7 Prozent auf

wird es Angebote brauchen, die den Puls aus

5,9 Millionen gestiegen. Damit sind so vie-

dem Ruhebereich holen.“ Es braucht ein Un-

le Sommergäste nach Tirol gekommen wie

terhaltungsangebot, allerdings mit hohen

noch nie. Abgenommen hat hingegen die

Anforderungen an Qualität, durchdacht und

Aufenthaltsdauer. Das wiederum ist ein Pro-

abgestimmt. Es geht um Architektur, Ästhe-

blem für die Verkehrssituation – mehr Gäste,

tik, Materialien, Kunst und Inszenierungen,

die weniger lange bleiben, wechseln entspre-

die Geschichten erzählen. Nach Meinung von

chend öfter. „Steigerungen bei Ankünften

Experten – so die Zukunftsstudie – werden

und Nächtigungen sind erfreulich, stehen

sich negative und positive Einflüsse in etwa

für uns allerdings nicht im Vordergrund“,

die Waage halten, so dass sich bis 2030 keine

kommentiert Platter das Ergebnis. „Viel wich-

nennenswerten Änderungen in der quanti-

tiger ist eine angemessene Wertschöpfung.“

tativen Entwicklung erkennen lassen wer-

Die lässt sich gerade im Sommer nur mit ei-

den. Auch im Jahr 2030 werden sich die Ein-

ner entsprechenden Preisdurchsetzung er-

zigartigkeit und die Nicht-Imitierbarkeit der

zielen. Siller: „Da sind wir für die gebotene

Alpen, die touristische Infrastruktur sowie

Leistung vielfach noch viel zu günstig. Das

die landschaftliche Schönheit und die Gast-

hat zu einem Ungleichgewicht geführt –

geberqualität der Alpenregionen gegenüber

nämlich einem wertschöpfungsstarken Win-

Wettbewerbern abheben. Ein Mangel an In-

ter und einem Sommer, den wir erst wert-

novationskraft, das Fehlen von koordinierten

schöpfungsstark machen müssen.“

Angeboten mit hoher Qualität sowie die ho-

Dass im Sommer noch Potenzial liegt, das ha-

he Preis- und Kostenstruktur und Mobilitäts-

ben auch die Seilbahner erkannt, viel inves-

bzw. Verkehrsprobleme gilt es aber in den

tiert und Angebote geschaffen, um die Leu-

kommenden Jahren verstärkt anzugehen, so

te in die Berge zu holen. Mit der negativen

die Studie. Und der Klimawandel? „Gefragt

Konsequenz, dass die Berge prosperieren, die

nach ganz konkreten aus der Literatur abge-

Dörfer im Tal stagnieren. Viele gastronomi-

leiteten Herausforderungen und deren Ein-

sche Angebote sind in die Höhe gewandert,

fluss auf den alpinen Wintertourismus 2030

das Tal hinkt hinterher. Auch hier wird man

bewerten die Experten den Klimawandel und

Lösungen finden müssen. Generell stellt sich

seine Konsequenzen als eindeutig negativ,

die Frage, wie viel Entertainment der Berg

ohne jedoch innerhalb dieses Zeithorizonts

verträgt. „Wenn wir am Berg nicht nur die äl-

entscheidende Auswirkungen auf die quanti-

20

eco.nova

BUCHTIPP

Der Alpentourismus der Zukunft. Trends. Ideen. Chancen Die Berge ziehen jährlich Millionen von Urlaubern an. Damit die Gäste die Faszination der Berge auf noch individuellere Weise erleben können, muss sich der Alpentourismus stetig weiterentwickeln. Das heißt, sich laufend „neu erfinden“. Welche relevanten Entwicklungen gibt es voraussichtlich bis ins Jahr 2030? Und welche haben Auswirkungen auf die Hotels und Destinationen? Wie werden die Ansprüche der Gäste im Jahr 2030 aussehen? Basierend auf dem Forschungsprojekt „Alpen FutureHotel Y“ des Fraunhofer-Instituts hat die BTV den Versuch unternommen, Antworten zu geben. Antworten auf Fragen der Konzeptionierung, Planung und Entwicklung eines Alpenhotels der Zukunft. Erschienen im Haymon Verlag, 142 Seiten.


FOTO: GERHARD BERGER

DAS NEUE TIROLER FRAUENMAGAZIN. AB 2018.


eco.titel

INTERVIEW

Qualität vor Quantität Vor einigen Jahren sind die Tourismusagenden in das Büro des Landeshauptmanns übergegangen und damit zur Chefsache geworden. Wir sprachen mit Günther Platter über Tirols Stärken und künftige Herausforderungen.

on des jeweiligen Betriebes. In den meisten Fällen funktionieren betriebsinterne Überga-

GÜNTHER PLATTER: Für mich sind die

ben klaglos. Gleichzeitig ist es in der Praxis

Familienbetriebe an erster Stelle zu nennen.

so, dass sich immer weniger junge Menschen

Sie sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor, stif-

finden, die Interessen daran haben, im Tou-

ten Identität und bilden das Rückgrat des

rismusbereich selbstständig tätig zu werden.

Tiroler Tourismus. Ein weiteres Stärkefeld

An dieser Stelle braucht es sicherlich be-

bildet die große touristische Kompetenz un-

wusstseinsbildende Maßnahmen im Sinne

seres Landes, die sich seit weit über hundert

der Wertschätzung sowie konstruktive Ge-

Jahren entwickelt hat. Dieser Erfahrungs-

spräche, die die Ängste und Rückhaltungs-

schatz ist eine wichtige Grundlage für die

gründe erörtern und aufarbeiten. Für Tirol

erfolgreiche Entwicklung Tirols – von der

ist die Beibehaltung der familiären Struktu-

hohen Freizeitqualität, die wir dank unter-

ren jedenfalls besonders wichtig. Gerade die

nehmerischer Spitzenleistungen auf und

Vielfalt an Familienbetrieben ist ein Garant

rund um unsere Berge geschaffen haben, bis

für den Erfolg des Tiroler Tourismus – die Fa-

zur wirtschaftlichen Kraft der Branche. Das

milien übernehmen mit Engagement, Fleiß © LAND TIROL/BERGER

ECO.NOVA: Was sehen Sie generell als die Stärkefelder des Tiroler Tourismus?

dezentrale Tourismussystem mit 34 Verbänden sehe ich ebenfalls als einen unserer wesentlichen Vorzüge. Und nicht zu vergessen: Eine starke Marke Tirol, die von der Tirol Werbung professionell geführt wird.

und Einsatz die Gastgeberrolle und prägen damit das Erlebnis „Tirol“ maßgeblich. Dass wir hier auf dem richtigen Weg sind, zeigen nicht nur die Zahlen. Die positiven Rückmeldungen von Gästen bestärken uns darin, diese Richtung auch weiterhin zu verfolgen.

Wo sehen Sie den Tiroler Tourismus in den

Hotellerie und Gastronomie medial ein The-

Konzernhotellerie ist für den Tiroler Ferien-

nächsten 20 Jahren?

ma – bei den betroffenen Mitarbeitern spie-

tourismus kein Erfolgskonzept.

Ich bin überzeugt, dass Tirol auch in 20 Jah-

len unseres Wissens nach diese Themen eine

ren eines der führenden Urlaubsländer im

untergeordnetere Rolle. Ein Arbeitsplatz im

Vor allem in den Tälern ist das Verkehrs-

Alpenraum sein wird. Entscheidend dafür

Tourismus hat auch viele Vorteile, wie flexi-

aufkommen zu Tourismus-Stoßzeiten

wird allerdings sein, die Herausforderungen

ble Arbeitszeiten, Karriere- und Spezialisie-

enorm. Welche Maßnahmen lassen sich

gut zu bewältigen. Diese sind vielfältig und

rungsmöglichkeiten sowie Teamarbeit. All

hier für die Zukunft setzen?

reichen von der rasch fortschreitenden Digi-

das gilt es, noch stärker zu kommunizieren

Es gibt bereits touristische Initiativen, um

talisierung über das Mobilitätsverhalten, den

und anzuerkennen. Das Land setzt sich kon-

zu einer Lösung dieser Situation beizutra-

Wandel in der Gesellschaft und beim Klima

tinuierlich für die duale Ausbildung ein. Es

gen. Die Tirol Werbung hat beispielsweise

bis hin zur Sicherung unseres familienge-

ist uns ein Anliegen, das Bewusstsein für die

gemeinsam mit den Bahnunternehmen ÖBB

prägten Unternehmertums sowie dem Tou-

Chancen und Vorteile einer Fachkräfteaus-

in Österreich, DB in Deutschland und SBB

rismusbewusstsein in der Bevölkerung.

bildung zu stärken. Mit einer Lehre öffnen

in der Schweiz die Kooperation „Tirol auf

sich viele Zukunftstüren.

Schiene“ initiiert. Dadurch sind unter ande-

Das Thema Fachkräftemangel betrifft die

rem mehr Direktverbindungen mit dem Zug

Hotellerie und Gastronomie besonders stark.

Viele Tourismusbetriebe stehen vor der

und ein Ausbau der Railjet-Halte gelungen.

Woher kommt dieser vermeintlich schlechte

Übergabe, doch immer weniger Unterneh-

Darüber hinaus werden Maßnahmen zur

Ruf der Branche auf Mitarbeiterseite?

mer finden einen Nachfolger innerhalb der

Bewusstseinsbildung bei den Tourismusbe-

Der Tourismus hat in den letzten 15 Jahren

Familie, schlicht, weil sich viele Junge die

trieben und Gästen in Richtung Bahnanreise

einen enormen Zuwachs an Mitarbeitern zu

Branche nicht mehr „antun“ wollen. Das

gesetzt. Ziel ist, den Anteil der Gäste, die mit

verzeichnen. Mit über 55 Prozent Zuwachs

schafft im Gegenzug Raum für Investoren.

dem Zug in den Urlaub kommen, von der-

ist dieser Sektor viel stärker gewachsen als

Wie viele (ausländische) Investoren verträgt

zeit fünf auf zehn Prozent im Jahr 2020 zu

andere Bereiche der Wirtschaft – das ist

Tirol, ohne seine Identität zu verlieren?

heben. Auch die Tourismusverbände setzen

auch mit ein Grund für den Mitarbeiterman-

Gerade bei Übernahmen kommen immer

zahlreiche Maßnahmen, um den Autover-

gel. Das Fachkräftewachstum konnte mit je-

viele Punkte zusammen, beispielsweise die

kehr der Gäste zu reduzieren – zum Beispiel

nem des Sektors schlicht nicht mithalten.

bürokratische Herausforderung, die Sorge

durch eine kostenlose Verwendung der öf-

Nach wie vor sind die Arbeitszeiten in der

um Mitarbeiter sowie die finanzielle Situati-

fentlichen Verkehrsmittel.

22

eco.nova

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eco.titel

INTERVIEW

Bleibt alles anders? Trends im Tourismus. // TEXT: BARBARA LIESENER

D

as Interfakultäre Forschungs-

ausgebildeten und längerfristig verfügbaren

zentrum Tourismus und

Mitarbeitern ein entscheidender Faktor für

Freizeit der Universität Inns-

das Gewinnen neuer Gäste.

bruck wurde durch das Bun-

Die Ergebnisse der Studie „Bleibt alles anders

desministerium für Wissenschaft, Forschung

– Tourismus 2025“ stellen im Übrigen wichti-

und Wirtschaft beauftragt, aktuelle Trends

ge Erkenntnisse für die strategische Planung

im österreichischen Tourismus zu erheben,

dar und bestätigen den Nutzen der bran-

um Veränderungen in Nachfrage und Ange-

chenübergreifenden Zusammenarbeit von

bot aufzuzeigen und Handlungsimplikatio-

universitären, wirtschaftlichen und touristi-

nen für die nächsten zehn Jahre abzuleiten.

schen Institutionen.

Basierend auf dem Projektendbericht der Studie*) haben wir Tirol-Werbung-Geschäfts-

Gibt es zur Digitalisierung auch einen

führerJosef Margreiter zum Gespräch über

Gegentrend?

die Zukunft des Tiroler Tourismus gebeten.

Wenn die Welt immer industrialisierter und digitalisierter wird, nimmt gleichzeitig die

ECO.NOVA: Was bleibt und was verän-

Sehnsucht nach Gesundheit und Authen-

dert sich für den Tiroler Tourismus in der

tizität zu. Dadurch wächst ein Gegentrend

nächsten Dekade? Können Sie einige Bei-

und das Bedürfnis nach echten, „analogen“

spiele nennen?

Urlaubserlebnissen. Diese beruhen auf Au-

JOSEF MARGREITER: Die umfangreichs-

thentizität und Emotion. Hier hat unser

ten Veränderungen sowohl in der Wirtschaft

Herz der Alpen gegenüber anderen Reise-

insgesamt als auch speziell im Tourismus

destinationen dank seiner Natur- und Kul-

passieren durch die rasant fortschreiten-

turlandschaft, durch seine unverwechsel-

de Digitalisierung als größtem Treiber. Sie verändert sowohl das Informations- wie in Folge auch das Konsumentenverhalten. Professionelle und stets aktuelle Onlineauftritte der Regionen und der touristischen Betriebe sind zukünftig unumgänglich. Das umfasst die Information mit zum Beispiel virtuellen Hotel- und Zimmerbesichtigungen, Online-Videoclips und dem täglich bis stündlich aktualisierten Wetterbericht ebenso wie die Onlinebuchung und vieles mehr. Die Digitalisierung ermöglicht dem Konsumenten, sich quasi in Echtzeit über alles zu informieren, was ihm für seine Buchungsentscheidung wichtig ist. Das werden neben den von den touristischen Anbietern bereitgestellten Informationen vor allem auch die Berichte und Bewertungen anderer Gäste sein. Positive Rückmeldungen von Gästen auf weiter zu optimierenden Bewertungsplattformen sowie der professionelle Umgang mit Kritik sind auch laut dem Endbericht der Studie des Interfakultären Forschungszentrums für Tourismus und Freizeit der Universität Innsbruck neben gut *) w ww.bmwfw.gv.at/Tourismus/ TourismusstudienUndPublikationen/Documents/Gesamt_ Tourismus_2025_Endbericht_2017-barrierefrei.pdf

24

eco.nova

„DIE VORREITERROLLE TIROLS IM WINTERTOURISMUS WIRD WEITERHIN BESTEHEN BLEIBEN, VOR ALLEM DANK SEINER HERVORRAGENDEN GESAMTQUALITÄT UND INFRASTRUKTUR. WIE SICH HEUTE SCHON ZEIGT, WIRD ES ABER NEBEN DEM KLASSISCHEN SKITAG NEUE URLAUBSMODELLE GEBEN, SOZUSAGEN DAS ‚SKIFAHREN PLUS‘.“ Josef Margreiter

baren regionalen Angebote und durch seine Dienstleistungen in gewachsenen, kleinstrukturierten und familiären Strukturen im verschärften globalen Wettbewerb immer noch eine sehr gute Ausgangsposition, die es zu nützen gilt. Gelebte Gastlichkeit, also persönliche Beziehungen mit den Gästen, und ein fundiertes Wissen über die Besonderheiten der Region sind ein erfolgsentscheidender Faktor für die Unternehmer und Mitarbeiter im Tourismus. Weil unsere Freizeitwirtschaft nur gut integriert und akzeptiert im Lebensraum funktionieren kann, ist die positive Grundeinstellung der Tiroler Bevölkerung zum Tourismus sehr wichtig und eine sensible Thematik, auf die verstärkt geachtet werden muss. Denn jeder will als Gast im Land willkommen sein, in das er auf Urlaub fährt, nicht nur in seinem Urlaubsdomizil. Was sind weitere Tendenzen und neue Trends? Der bereits seit Jahren bestehende Trend zu Kurzreisen setzt sich weiter fort, wie auch der Trend zu sehr kurzfristigen Urlaubsentscheidungen. In Tirol spielt neben den vorgelagerten Entscheidungsmotiven – bevorzugt


eco.titel

„WENN DIE WELT IMMER INDUSTRIALISIERTER UND DIGITALISIERTER WIRD, WÄCHST DIE SEHNSUCHT NACH GESUNDHEIT UND AUTHENTIZITÄT.“ Josef Margreiter

der Gast eine Städtereise, Erholungs- bzw.

milienverhältnissen, zum Beispiel WGs oder

Mit der rasanten Entwicklung der Digitali-

Aktivurlaub, Sonne und Meer oder Berge –

Patchworkfamilien. Solche Entwicklungen

sierung Schritt zu halten, ist ebenfalls eine

gerade kurzfristig die Wetterfühligkeit eine

bedeuten für Tirol große Herausforderung

der großen Herausforderungen. Auch hier

enorme Rolle. Diese kann viel Geschäft kos-

und neues Potential zugleich.

sind wieder vor allem die kleineren Betriebe betroffen, die über 90 Prozent unserer Tou-

ten, aber auch neue Chancen etwa im gesunden Bergsommer bieten.

Ist Nachhaltigkeit ein Thema?

rismuswirtschaft bilden. Deshalb gibt es bei-

Die Vorreiterrolle Tirols im Wintertourismus

Die Ansprüche der Gäste werden auch in Be-

spielsweise die vom Land Tirol gegründete

wird weiterhin bestehen bleiben, vor allem

zug auf Nachhaltigkeit und Mobilität weiter

Vermieterakademie und Vermietercoaches

dank seiner hervorragenden Gesamtquali-

steigen. Was die Nachhaltigkeit angeht, ist

in unseren Verbänden, die kompetente Be-

tät und Infrastruktur. Wie sich heute schon

Österreich bereits auf einem vergleichsweise

ratung und Support zur professionellen On-

zeigt, wird es aber neben dem klassischen

recht hohen Niveau. Mobilität ist die Haupt-

linepräsentation anbieten.

Skitag neue Urlaubsmodelle geben, sozusa-

schlagader im Tourismus, darum müssen

Auch der internationale Wettbewerb wird

gen das „Skifahren Plus“. Das „Plus“, dieses

wachsende Probleme gut gelöst werden. Es

weiterhin zunehmen. Dem begegnen die

ergänzende Angebot zusätzlich zum Pisten-

geht nicht nur um ein gut getaktetes Netz

Tiroler Regionen mit einer klaren Positio-

genuss, gewinnt dabei weiter an Bedeutung.

aller öffentlichen Verkehrsmittel, sondern

nierungsstrategie in Richtung eines mar-

Dazu gehören feine kulturelle Angebote

auch um die gute Erreichbarkeit internatio-

kenorientierten Destinationsprofils durch

auch im Winter, hochwertige und maßge-

nal und auf der sogenannten letzten Meile.

starke Kooperationen aller dafür wichtigen

schneiderte Programme in den Bereichen

Zu guter Letzt bleiben eine fundierte Kli-

Leistungsträger. Gleichzeitig wird es wich-

Gesundheit, Wellness, Kulinarik. Zuneh-

mastrategie, die familiäre Unternehmens-

tig bleiben, neue Nischen zu erkennen und

mend gefragt sind alternative Aktivitäten im

nachfolge, die qualifizierten Mitarbeiter

zu besetzen – wie Medical Wellness. Im Be-

Schnee – Winterwanderwege auch am Berg,

und unsere öffentlichen bzw. gemeinwirt-

wusstsein, dass unsere Hauptgeschäfte auch

gepflegte Langlaufloipen, Rodelbahnen, Eis-

schaftlichen Rahmenbedingungen sehr

hinkünftig aus dem europäischen Nahraum

laufplätze usw.

zentrale Themen im Tiroler Tourismus der

kommen werden, müssen wir die Möglich-

Durch die deutlich höhere Wertschöpfung

nächsten Jahre.

keiten nützen, neue Gästesegmente und auf-

im schneebasierten Wintertourismus wer-

strebende Quellmärkte ansprechen.

den aber auch die Innovationen und eine

Was sind die größten Herausforderungen

In Sachen Mobilität haben wir in Tirol be-

kontinuierliche Weiterentwicklung des Qua-

für den Tiroler Tourismus in Zukunft und

reits gute Initiativen wie Tirol auf Schiene –

litätsangebotes im Sommer- bzw. Ganzjah-

wie versucht die heimische Tourismuswirt-

eine Kooperation mit ÖBB, DB und SBB –

restourismus erst möglich. Generell sind

schaft, den neuen Anforderungen gerecht

oder die kostenlose Möglichkeit der Nutzung

unsere unternehmerische Dynamik und der

zu werden?

öffentlicher Verkehrsmittel für Gäste. Wie

Wohlstand im Land sehr stark im Jahrhun-

Wir Touristiker haben mit dem „Tiroler Weg

erwähnt, gibt es in diesem Bereich aber noch

dertglück Skilauf begründet, der in vielen

2021“ einen strategischen Leitfaden für die

genügend zu tun.

Kernmärkten konjunkturell spürbare Sätti-

Entwicklungen im Tourismus in den kom-

Das größte Potential eines jeden Betriebes

gungstendenzen zeigt. Der Sommertouris-

menden Jahren mit Horizont bis 2021 erar-

sind allerdings seine gut ausgebildeten, en-

mus hingegen kann auch insgesamt wieder

beitet. Darin werden die zu erwartenden

gagierten und kompetenten Mitarbeiter.

zulegen und die vielerorts vergleichsweise

Herausforderungen und gleichzeitig Stra-

Der Wettbewerb am Arbeitsmarkt um die

noch mangelnde Auslastung und Wertschöp-

tegien zu deren erfolgreicher Bewältigung

besten Kräfte ist daher wohl die größte He-

fung steigern.

aufgezeigt. Lassen Sie mich das anhand ei-

rausforderung der Zukunft. Das Berufsbild

Zu den ebenso erwähnenswerten und auch

niger Beispiele verdeutlichen: Der Tiroler

und sein Image sind leider nicht mehr zeit-

von der Studie aufgezeigten Entwicklungen,

Tourismus ist unter anderem so erfolgreich,

gemäß. Die erfolgreichen touristischen Be-

die den Tourismus der Zukunft stark beein-

weil er von engagierten Unternehmerfami-

triebe sollten ihren Mitarbeitern einen in-

flussen, zählt die allgemeine demografische

lien geprägt und generationsübergreifend

teressanten Arbeitsplatz mit Weiterbildung

Veränderung. Etwa durch eine zunehmend

ist. Der anstehende Generationenwechsel,

und ein attraktives Arbeitsumfeld bieten,

älter werdende und gleichzeitig anspruchs-

also die Betriebsnachfolge, stellt für diese

gute Mitarbeiterwohnungen, die Nut-

volle Gästeschicht, die auch im Urlaub genie-

Familienunternehmen eine größere Heraus-

zungsmöglichkeit der touristischen Infra-

ßen möchte, was sie von zuhause und den

forderung denn je dar. Nicht nur wegen der

struktur und Vorzüge der Region bzw. des

vielen Reisen schätzt. Diese Gäste sind zeit-

vielen Alternativen und Konkurrenz. Auch

Betriebes in der Freizeit, angemessen guter

lich flexibel also auch nicht an Wochenend-

der hohe bürokratische Aufwand ist für vie-

Verdienst, interessante Arbeitszeitmodelle,

und Ferienzeiten gebunden. Einen weiteren

le unserer kleinstrukturierten Betriebe eine

Kinderbetreuung, Fortbildung und sonsti-

Wandel erleben wir bei den sich sozial viel-

kaum zu bewältigende Zusatzbelastung und

ge Vorzüge, die sich gerade im Tourismus

fältig ändernden Reisegesellschafts- und Fa-

treibt die Jungen davon.

anbieten.

eco.nova

25


eco.titel

© ANDRE SCHÖNHERR

INTERVIEW

Aktiver Genuss Das Strategiepapier „Der Neue Tiroler Weg“ aus dem Jahr 1997 enthält Meilensteine für eine zukunftsweisende Weiterentwicklung des Tiroler Tourismus. Unter anderem zählt hierzu auch eine Strukturreform, die das Fundament zur Fusion von ehemals 254 Tourismusverbänden zu 34 Destinationen legt. Der Tourismusverband Stubai Tirol zählt dabei zu den zehn nächtigungsstärksten Tourismusregionen im Land Tirol und steht stellvertretend für viele Weiterdenker.

E

in Meilenstein im Stubaital, der

Es zeigt sich auch im Stubai: Die Auslastung

Stubaital sowohl Erholungsraum für Gäste

für die touristische Entwick-

ist gut. Und auch wenn die Aufenthaltsdauer

als auch Lebensraum für die lokale Bevöl-

lung maßgeblich mitverant-

entgegen dem allgemeinen aktuellen Trend

kerung ist, das heißt, die Freizeit- und Erho-

wortlich war, ist die Erschlie-

gesteigert werden konnte ... Luft nach oben

lungsqualität beeinflussen maßgeblich auch

ßung der Bergwelt, die sowohl durch die

ist immer. Selbst wenn das subjektive Emp-

die Lebensqualität.

Gemeinden, Alpenvereinssektionen, Touris-

finden der Bevölkerung vor allem in puncto

MICHAEL GSTREIN: Wir müssen Allein-

muspioniere und Unternehmen wie die Stu-

Verkehr manchmal ein anderes ist.

stellungsmerkmale betonen, um auch in

baier Gletscherbahn, Schlick 2000, Elferbah-

Wir sprachen mit TVB-Geschäftsführer Mag.

Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben. Das

nen und die Serleslifte vorangetrieben wurde.

Roland Volderauer und dem Presseverant-

Stubai hat den Vorteil der kurzen Wege – im

Generell ist es diese Erschließung der Berge –

wortlichen Mag. (FH) Michael Gstrein über

Tal, aber auch nach außen. Die Nähe zu Inns-

eingeleitet von Franz Senn Mitte des 19. Jahr-

die Entwicklungen im Tal.

bruck mit seinem Flughafen und dem Bahnhof ist eine klare Stärke. Das Stubaital ist die

hunderts –, die für den heimischen Tourismus das wohl Wertvollste ist. Maßgeblich war und

ECO.NOVA: In den letzten Jahren hat sich

Destination für aktive Genießer, unabhän-

ist zudem der parallele Auf- und Ausbau ei-

das Stubai durch unterschiedlichste Initi-

gig vom Alter. Zudem ist das Tal Heimat für

ner breit gefächerten, qualitätsorientierten

ativen enorm weiterentwickelt. Wie kam

rund 13.000 Menschen. Das heißt, bei uns

Beherbergungsstruktur sowie die Schaffung

es dazu?

findet nicht nur Tourismus statt, wir sind

infrastruktureller Einrichtungen und ver-

ROLAND VOLDERAUER: Der Tourismus-

auch Lebens- und Erholungsraum für den

kehrstechnische Anbindung der Destination.

verband Stubai Tirol hat im Jahr 2012 einen

Einheimischen.

Dass das Stubai vieles richtig macht, zeigt sich

moderierten, klar strukturierten und breit

nicht zuletzt anhand der Zahlen. Der Touris-

aufgestellten Profilbildungsprozess durchge-

Können Sie die drei Säulen näher erläutern?

musverband verzeichnete in der Wintersai-

führt. Das daraus resultierende Profil „Stu-

VOLDERAUER: Das Stubai bietet ganzjäh-

son 2016/17 rund 1,2 Millionen Nächtigungen

bai 2021“ spiegelt die Stärken, Alleinstellungs-

rige, talweite Bewegungskompetenz. Durch

(+1,5 %) bei 242.000 Ankünften (+ 1 %), im ab-

merkmale und auch die Zielsetzung des

gelebte Tradition und Naturverbundenheit,

gelaufenen Sommer waren es 757.000 Näch-

Tales wider und basiert auf den drei maß-

die Produktion hochwertiger Bergsportarti-

tigungen (+4,5 %) und 193.000 Ankünfte (+2,6

geblichen Säulen Bewegung, Genuss und

kel und die vorhandene Infrastruktur wird

%). Wobei sich nun generell die Frage stellt,

Lebensraum. Für die Weiterentwicklung des

die Bergsportkompetenz eindeutig unter Be-

wie viel „Mehr“ an Tourismus Tirol verträgt.

Tales ist es wesentlich, zu erkennen, dass das

weis gestellt.

26

eco.nova


eco.titel

„EINES MUSS MAN KLAR SAGEN: DAS STUBAITAL LEBT VOM WINTERTOURISMUS UND DER DAMIT EINHERGEHENDEN ERSCHLIESSUNG DER BERGE.“ Roland Volderauer, Geschäftsführer TVB Stubai

Beim Genuss sind es Faktoren wie die beson-

präparierten Pisten wollen wir uns unter an-

deren Gipfel und Naturschauplätze, die fa-

derem zur führenden Wanderdestination in

miliäre Atmosphäre bei den Gastgebern, die

Tirol entwickeln. Es gilt nach dem Vorbild

Regionalität und kulinarische Besonderhei-

der Wintersaison auch für das restliche Tou-

ten in den Hütten, Almen, Gasthäusern und

rismusjahr Leuchttürme wie den WildeWas-

Unterkünften, die Erreichbarkeit sowie die

serWeg, die Stubai Seven Summits, die Stu-

Mobilität im Tal, die das Stubai zum „Erho-

bai Naturschauplätze oder die Stubai Super

lungsraum für aktive Genießer jeden Alters“

Card weiterzuentwickeln und neue, profilge-

machen.

leitete Produkte zu kreieren.

Das Thema Lebensraum steht unter dem Motto „Mein Lebensraum, Dein Erholungs-

Sie haben bewusst das Wort „Inszenie-

raum – Unser Tal“. Hauptverantwortlich da-

rung“ vermieden. Glauben Sie, dass der

für, dass das Stubai neben dem Lebensraum

künftige Weg für Tirol generell weg vom

auch zum Erholungsraum wird, ist die ein-

klassischen Entertainment hin zu mehr Na-

heimische Bevölkerung. Wir Stubaier sind

tur gehen muss?

stolz auf unser Tal, pflegen, bewirtschaften

VOLDERAUER: Inszenierungsmaßnah-

und teilen es mit unseren Gästen.

men gilt es überlegt, qualitativ hochwertig und nachhaltig umzusetzen. Erfolgreiche

Das Stubai hat sich in den letzten Jahren

Produkte bauen häufig auf Geschichten auf,

stark Richtung Wintertourismus gewan-

die es dem Gast wie dem Einheimischen zu

delt. Dennoch ist das Wandererlebnis sehr

vermitteln und im Marketing zu kommuni-

präsent. Viele Produkte sind darum entstan-

zieren gilt. Die dafür eingesetzten Werkzeu-

den. Will man den Sommer wieder zurück?

ge sind produktspezifisch, das heißt, Insze-

VOLDERAUER: Das Stubaital bietet ganz-

nierung ist ein weit gefasster Begriff.

jährige Bewegungskompetenz, die in allen

GSTREIN: Das war auch eine Prämisse des

Höhenlagen erlebbar wird. Wir können so-

Profilbildungsprozesses: Wir wollen am Berg

mit ein breites Portfolio abdecken. Neben

nichts Künstliches erschaffen, das hier nicht

dem führenden Gletscherskigebiet im Alpen-

hinpasst. Wir wollen Kompetenzen hervor-

raum mit Schneesicherheit oder modernsten

streichen, die Bewegung in der Natur und in

Anlagen wie der 3S-Eigratbahn und perfekt

den Bergen fördern.

Kuschelige Frottiermäntel, Kerzen, Düfte, Accessoires und viele weitere Geschenkideen

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eco.titel

INTERVIEW

Kraftort Tirol Es ist ein ganz besonderes Fleckchen Erde, das Biohotel Grafenast am Pillberg, und im Grunde die Realität gewordene romantische Vorstellung Tirols: Idylle, Abgeschiedenheit, Ruhe. Auch abseits der Masse kann man in Tirol Erfolg haben.

P

eter Unterlechner führt das

Vorfahren waren schon damals sehr tech-

Grafenast mittlerweile in vier-

nikaffin und haben viel bewegt in der Zeit.

ter Generation. Er ist ein klassi-

Dann kam der Krieg und mit dem Wieder-

sches Tourismuskind und des-

aufbau die Verschiebung des Tourismus in

halb – oder trotzdem – selbst in der Branche

die Seitentäler, die mit Aufkommen erhöh-

geblieben. „Meine Eltern haben es geschafft,

ter Infrastruktur plötzlich besser zu errei-

mir ein positives Bild des Tourismus mitzu-

chen waren. Mit der Zeit entstanden dort

geben“, sagt er. Dass er das Grafenast über-

immer größere Skigebiete – schlicht, weil

nimmt, war nicht immer klar, schlussendlich

mehr Platz war –, was uns natürlich vor Her-

aber doch eindeutig. Wir sprachen mit Un-

ausforderungen stellte. Kurz keimte die Dis-

terlechner über Tirol und das Tourismusle-

kussion auf, das Kellerjoch zu erweitern, die

ben in einer Nische.

Idee scheiterte aber. Stattdessen entstand die Christlum-Bahn und vieles hat sich ver© REBECCA HAGELE

ECO.NOVA: Was glauben Sie, erwartet der Gast von Tirol?

PETER UNTERLECHNER: Es kommt natürlich immer darauf an, was er an Wünschen und Ideen mitbringt. Ich glaube, es

lagert. Wir haben uns schließlich bewusst dafür entschieden, den Faktor Naherholung für uns zu besetzen: Ruhe, das Wegsein vom Alltag ist schon etwas Großartiges. Wir sind auf einer touristisch stark erschlossenen Landkarte quasi ein weißer Fleck. Unser Er-

gibt den Gast, der ein Klischee erwartet, genauso wie jenen, der Kontakt zu anderen

Auch mein Urgroßvater war so ein Typ. Er

folg beruht also darauf, dass in der Vergan-

oder nach bestimmten Spezialangeboten

war der älteste Sohn von zwölf Kindern, die

genheit eine Entscheidung getroffen wurde,

sucht. Über allem steht meiner Meinung

Familie hatte eine Gerberei und Seilerei be-

auch einmal etwas nicht zu tun.

nach jedoch immer die Energie der Berge.

trieben. Theoretisch hätte er diese überneh-

Das Kraftfeld Sport und Natur ist das ver-

men können, hat aber den Bergfloh bekom-

Wann kam schließlich der Punkt, ein Bio-

bindende Element, das jeder sucht, der nach

men, genau zu einer Zeit, in der die ersten

hotel aus dem Grafenast zu machen? Und

Tirol kommt. Das ist stark verbunden mit der

Skifahrer aufkamen. Die ersten Skiclubs ent-

kann man als Hotel heute überhaupt noch

Tatsache, dass man bei uns von oben hinun-

standen, Bergsteigen wurde interessant. Viel-

ohne Spezialisierung erfolgreich sein?

terschauen kann. Dieser glorreiche Moment

leicht war auch ein Grund, dass man einfach

Eine Spezialisierung ist sicher wichtig. Man

befreit die Seele und den Kopf. Genauso wie

Zeit dafür hatte. Jene, die in der Landwirt-

muss als Betrieb, unabhängig von der Bran-

der Gast erleben das auch jene, die in Tirol le-

schaft groß wurden, haben den Rhythmus

che, ein Thema finden, für das man Kompe-

ben – etwa bei einer Skitour oder wenn man

zwischen Wochentag und Wochenende nicht

tenzen entwickeln kann. Genauso braucht

mit dem Lift in die Berge fährt und dort un-

gekannt, jene, die in den Städten und im Um-

es auch in der Hotellerie ein Kernthema, für

terwegs ist. Nur nehmen wir das leider nicht

land in den verschiedenen Industrien gear-

das man steht. Ich glaube aber, dass es zent-

mehr so stark und intensiv wahr. Ich versu-

beitet haben, die zu der Zeit entstanden, aber

ral ist, nicht nur stur und steif auf eine Spezi-

che mir dessen immer wieder bewusst zu

sehr wohl. Sie haben den Ausgleich gesucht

alisierung zu bauen, die man zu 100 Prozent

werden und empfinde es schon deshalb im-

und mein Urgroßvater hat hier am Pillberg

stringent umsetzt. Das kann schnell ins Fa-

mer wieder, weil ich hier oben im Hotel sitze.

das erste Häuschen gebaut. Er hatte den Mut,

natische, Dogmatische und Uncharmante

Ich habe das Glück, an einem Ort zu arbeiten

den Berg zur Basis seiner Existenz zu machen

gehen. Man muss offen bleiben für Entwick-

und zu leben, der anderen als Urlaubspunkt

und das Grafenast für all jene, die rauf aufs

lungen. Es ist wichtig, eine Kernkompetenz

dient. Dieses Aufhalten an einem Platz, der

Kellerjoch unterwegs waren, als Zwischen-

zu haben und diese zu transportieren, aber

einem gut tut, ist etwas sehr Wertvolles.

stopp zu etablieren und ihnen eine Möglich-

es ist genauso wichtig, sich nicht zu sehr auf

keit zur Einkehr zu geben. Man hat dann

ein Element zu versteifen. Im Grafenast sind

Das Grafenast gibt es seit 1907. Können Sie

relativ rasch erkannt, dass man mit der stra-

wir stolz auf die Abgeschiedenheit, die Ruhe,

Punkte festmachen, wie sich der Tourismus

tegischen Position in der Nähe von Schwaz

dass man niemandem begegnet, wenn man

und das Haus selbst in dieser Zeit verän-

mit dem Bahnhof auch Übernachtungsgäs-

vors Haus geht. Dazu kommen Aspekte wie

dert haben?

te anziehen kann. 1920 wurde das Haus al-

Bewegung oder Ernährung, die damit einher-

Um 1900 herum waren es die ersten Pioniere,

so derart umgebaut, dass man hier schlafen

gehen. Dass wir zum Biohotel wurden, hat

die dem „Bergkoller“ verfallen sind und be-

konnte. Bald kamen Strom und das Telefon

seinen Ursprung Anfang der 1980er-Jahre, als

gonnen haben, daraus etwas zu entwickeln.

in diese durchaus exponierte Lage. Meine

eine diplomatische Vereinigung in unsere Re-

28

eco.nova


eco.titel

„DER TOURISMUS IST HEUTE EINE HOCHENTWICKELTE INDUSTRIE. WENN WIR EHRLICH SIND, HAT DAS NICHTS MEHR MIT NACHBARSCHAFTLICHER BEZIEHUNG ZU TUN.“ Peter Unterlechner

gion kam und im Nachbarhotel Frieden

am besten ausgebildete und hadert mit

nicht genug Platz für sie war. Also kamen

dem Thema. In dieses Vakuum greifen

ein paar davon zu uns und stellten uns

Entwicklungen, die für Investoren, Kon-

vor die Herausforderung, zwei Wochen

zerne und Hotelgruppen Raum schaffen.

lang vegetarisch zu kochen. Das war zu

Das Problem ist, dass investorengetrie-

dieser Zeit völlig abnorm, doch wir haben

bene Projekte in der Regel gewinnorien-

uns darauf eingelassen. Und eigentlich ist

tiert sind. Ihnen geht es nicht um Visio-

der Ansatz, mit der Natur zu leben, kein

nen oder Regionalentwicklung, die der

wirklich neuer, nur im Zuge der zuneh-

Tourismus in unserem Land maßgeblich

menden Industrialisierung völlig verlo-

mitträgt. Die Erschließung der Berge

ren gegangen. Wir gehen damit einfach

hatte etwas Heroisches, die Entwick-

einen Schritt zurück. Wir müssen wieder

lung der Täler war überhaupt erst durch

lernen, mit der Natur umzugehen. Es ist

den Tourismus möglich. Ausländischen

zentral, dieses Erbe anzunehmen und das

Investoren ist das egal. Nun kann man

Verantwortungsbewusstsein unserem Le-

sagen, dass Hotelketten und große Na-

bensraum gegenüber zu stärken – jeder

men neue Kundengruppen erschließen,

für sich, aber auch die Betriebe und ganz

ich glaube aber nicht, dass es für die Ent-

stark jene im Tourismus, weil sie daraus

wicklung im Land positiv ist.

VON CHRONOGRAPHEN, KILOMETERN UND UNENDLICHER HINGABE.

ihr Potenzial für die Zukunft schöpfen. Die Natur und die Berge sind Tirols Schät-

Experten sind sich einig: Der Tiroler

ze. Wenn wir diese nicht hüten und res-

Tourismus kann sich nur qualitativ

pektvoll behandeln, verlieren wir irgend-

entwickeln, nicht mehr quantitativ.

wann die Kontrolle darüber und damit

Eine Meinung, die Sie teilen?

die Chance, diese Potenziale zu nutzen.

Ja. Wir sollten den Tourismus generell jedoch nicht nur unter dem Gesichtspunkt

Der Tourismus in Tirol lebt von seinen

des klassischen Wachstums betrachten,

kleinteiligen Strukturen. Sehen Sie die-

wir sollten ihn auch unter einem ideolo-

se als Vorteil?

gischen Gesichtspunkt sehen. Es geht um

Der Tourismus ist heute eine hochentwi-

das Gemeinwohl. Ideologisches Wachs-

ckelte Industrie. Wenn wir ehrlich sind,

tum ist in kleineren Gegenden wie der

hat das nichts mehr mit nachbarschaft-

unseren sicher einfacher, funktioniert

licher Beziehung zu tun. Sieht man sich

mit Sicherheit aber auch in Ischgl oder

die Übernachtungszahlen in den Hoch-

anderen Hotspots. Der sorgsame Umgang

burgen des Tourismus an, wäre es naiv

untereinander und mit der Natur wird

zu sagen, der Bauer von nebenan kann

immer wichtiger. Wir sehen schon am Ar-

diese Anzahl an Gästen stemmen. Das

beitsmarkt, dass mangelnde Wertschät-

funktioniert nicht. Ich denke, die touris-

zung der Mitarbeiter dazu geführt hat,

tische Entwicklung steht ein wenig auf

dass die Tourismusbranche nicht mehr

dem Scheideweg. Die vielfach gewachse-

unbedingt den besten Ruf hat. Es wird ei-

nen Betriebe, die aktuell in zweiter oder

ne große Aufgabe für die nächsten Jahre

dritter Generation geführt werden, haben

sein, zu versuchen, ein guter Arbeitgeber

ein massives Nachfolgeproblem, weil sich

zu sein, das Familienzusammenleben zu

viele Junge mit der Branche nicht mehr

erhalten, das Interesse am Beruf zu we-

identifizieren können und ihre Zweifel

cken. Das Spannendste an meinem Be-

haben. Ihnen stehen alle Möglichkeiten

ruf ist für mich, dass man mit Menschen

offen, der Familienzusammenhalt, der

zu tun hat, die grundsätzlich positiv ge-

für den Fortbestand von Unternehmen

stimmt sind. Dieses Umfeld ist etwas

extrem wichtig ist, ist heute nicht mehr

sehr Wertvolles und das müssen wir auch

so stark. Die jetzige Generation ist die

nach außen vermitteln.

BELISAR CHRONOGRAPH MONDPHASE

w w w. u n i o n - g l a s h u e t t e . c o m


DIE GESCHICHTE DES

TIROLER TOURISMUS Tirol ist dank seiner günstigen Lage zwischen Deutschland und Itali-

Höhepunkt entgegen und die nationalsozialistische Regierung in

en immer schon auf die Bewirtung von Reisenden eingestellt. Bereits

Deutschland erlässt eine Verordnung, wonach jeder Reichsdeutsche,

vor mehreren hundert Jahren gibt es Gasthäuser und Herbergen

der nach Österreich ausreisen will, eine Gebühr von 1.000 Reichs-

entlang der wichtigsten Verbindungswege. Werden die Berge Tirols

mark zahlen muss.

damals noch als Hindernis für den Reiseverkehr gesehen, entwickeln sich diese mit der Zeit zum wichtigen Urlaubsmotiv für Touristen.

UM 1800

ANSCHLUSS 1938 UND ZWEITER WELTKRIEG Der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 bringt

Bildungsreisende entdecken Tirol und besuchen das Land, um mehr

völlig neue Voraussetzungen: Plötzlich kommen deutsche Urlauber

über dessen Natur, die Sitten und Gebräuche der Bewohner zu er-

wieder in Scharen nach Tirol. Dies ist allerdings nur ein kurzes Auf-

fahren. Vor allem Engländer wollen die Landsleute des Freiheits-

flackern. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 versinkt Tirol im

kämpfers Andreas Hofer kennenlernen.

Schrecken und Elend dieser dunklen Zeit.

MITTE DES 19. JAHRHUNDERTS

NACH 1945

Die Sommerfrische zieht immer mehr Bürger während der Som-

Mit viel Arbeit gelingt es, den Tourismus nach dem Krieg wieder in

mermonate aus der Stadt zur Abkühlung in die Berge. Gleichzeitig

Schwung zu bringen. Dank starker Wachstumsraten von bis zu 30 Pro-

entwickeln sich alte Tiroler Bauernbäder dank ihrer heilkräftigen

zent schließt die Branche bereits Anfang der 1950er-Jahre wieder an die

Quellen zu international besuchten Kuranstalten. Daneben wird der

Übernachtungszahlen aus den frühen 1930ern an. Im Tourismusjahr

Alpinismus zum zweiten touristischen Standbein. Der Ötztaler Pfar-

1958/59 wird bei den Nächtigungen bereits die 10-Millionen-Marke über-

rer Franz Senn leistet Pionierarbeit bei der Erschließung der Tiroler

schritten, nur drei Jahre später sind es bereits mehr als 15 Millionen

Bergwelt durch Wege und Hütten.

Nächtigungen.

Die Eröffnung der Brennerbahn und der Bau anderer wichtigter Eisenbahnlinien erleichtert die Anreise nach Tirol und treibt die tou-

OLYMPISCHE WINTERSPIELE 1964 UND 1976

ristische Entwicklung massiv voran.

Die 9. Olympischen Winterspiele finden 1964 in Innsbruck statt und

Um die Bedürfnisse der Reisenden besser zu erfüllen, beginnt sich

tragen den Ruf Tirols als Wintersportland in die Welt hinaus. Zwölf

die Tourismusbranche zu organisieren. Die ersten Verschönerungs-

Jahre springt Tirols Landeshauptstadt kurzfristig als Ersatzort für

vereine entstehen.

Denver ein.

UM 1900

DIE 1980ER

Die Wintersaison wird für den Tourismus „entdeckt“. Die wichtigsten

Der Winter holt immer stärker auf: Die Zahl der Winternächtigungen

Winterdestinationen sind Kitzbühel und St. Anton am Arlberg. Dort

(19,4 Mio.) ist erstmals annähernd gleich groß wie jene der Sommer-

wird 1901 auch der erste Skiclub gegründet.

nächtigungen (19,5 Mio.).

ERSTER WELTKRIEG

1997

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 hat auch für den Touris-

Das Strategiepapier „Der Neue Tiroler Weg“ enthält Meilensteine für

mus verheerende Folgen. Für Tirol besonders fatal ist die Abtren-

eine wettbewerbsfähige Weiterentwicklung des Tiroler Tourismus.

nung des touristisch deutlich besser entwickelten südlichen Lan-

Dazu zählt eine Strukturreform, die die Basis zur Fusion von ehemals

desteils (Südtirol).

254 Tourismusverbänden zu 34 regionalen Einheiten legt.

ZWISCHENKRIEGSZEIT

2008

Ende der 1920er-Jahre werden die ersten Seilbahnen errichtet: von

Mit der Fußball-EM ist die drittgrößte Sportveranstaltung der Welt

Ehrwald auf die Zugspitze, von Kitzbühel auf den Hahnenkamm

in Tirol zu Gast. Zwei teilnehmende Mannschaften wählen Tirol als

und von Innsbruck auf den Patscherkofel sowie auf das Hafelekar.

Quartier: Der spätere Europameister Spanien wohnt in Neustift (Stu-

Der Ausbau des Straßennetzes und die Eröffnung des Innsbrucker

baital), Tschechiens Nationalteam gastiert in Seefeld.

Flughafens treiben die touristische Entwicklung weiter an. Einen wesentlichen Anteil am Aufschwung des Fremdenverkehrs hat da-

2016

bei die Wintersaison.

Im Tourismusjahr 2015/16 (1. November 2015 bis 31. Oktober 2016) ver-

Zu Beginn der 1930er-Jahre wird die touristische Aufwärtsent-

zeichnet Tirol 11,5 Millionen Ankünfte und 47,6 Millionen Übernach-

wicklung jäh gestoppt. Die Weltwirtschaftskrise steuert ihrem

tungen. Beides sind neue Höchstwerte. Quelle: www.tirolwerbung.at


TOURISMUS SOMMER 2017

IN ZAHLEN

ANKÜNFTE

NÄCHTIGUNGEN

5.864.951 21.188.147 DAVON AUS ÖSTERREICH: 841.356

DAVON AUS ÖSTERREICH: 2.254.531 IN 4- UND 5-STERNE-HOTELS: 35,9 % IN GEWERBLICHEN FERIENWOHNUNGEN: 7,9 % IN PRIVATEN FERIENWOHNUNGEN: 14,9 %

TOURISMUSJAHR 2017

DIE WICHTIGSTEN HERKUNFTSLÄNDER (NACH NÄCHTIGUNGEN): DEUTSCHLAND: 53,1 % NIEDERLANDE: 7,3 % SCHWEIZ & LIECHTENSTEIN: 6,9 % ITALIEN: 3,4 % BELGIEN: 3,8 %

ANKÜNFTE

NÄCHTIGUNGEN

11.747.455 47.652.348 DAVON AUS ÖSTERREICH: 1.443.049

DAVON AUS ÖSTERREICH: 4.047.582 IN 4- UND 5-STERNE-HOTELS: 34,4 % IN GEWERBLICHEN FERIENWOHNUNGEN: 9,8 % IN PRIVATEN FERIENWOHNUNGEN: 17,7 % DIE WICHTIGSTEN HERKUNFTSLÄNDER (NACH NÄCHTIGUNGEN): DEUTSCHLAND: 51,4 % NIEDERLANDE: 10,1 % SCHWEIZ & LIECHTENSTEIN: 5,8% ITALIEN: 3,6 % BELGIEN: 3,3 %

DIE TOP-5-GEMEINDEN MIT DEN HÖCHSTEN NÄCHTIGUNGSZAHLEN

INNSBRUCK: 925.877 EBEN AM ACHENSEE: 674.759 MAYRHOFEN: 636.366 SEEFELD: 596.222 NEUSTIFT IM STUBAITAL: 523.180

AUFFÄLLIG: Während die deutschen Gäste im Schnitt rund 3,9 Tage in Tirol verweilen, bleiben Belgier im Schnitt 5,3 Tage. Auch Niederländer bleiben mit 4,4 Tagen überdurchschnittlich lange.

DIE TOP-5-GEMEINDEN MIT DEN HÖCHSTEN NÄCHTIGUNGSZAHLEN

SÖLDEN: 2.566.334 INNSBRUCK: 1.640.443 ISCHGL: 1.500.996 MAYRHOFEN: 1.497.607 NEUSTIFT IM STUBAITAL: 1.338.964

AUFFÄLLIG: Gäste aus dem Vereinigten Königreich sind nicht nur begeisterte Wintersportler, sie bleiben mit 5,5 Tagen Aufenthaltsdauer auch relativ lange.

Quelle: Landesstatistik Tirol, erstellt am 20.11.2017


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eco.wirtschaft


eco.wirtschaft

Bedingungslos, ein Leben lang Das bedingungslose Grundeinkommen. Für die einen Wunschtraum, für die anderen ökonomische Horrorvision. Für die einen Antwort auf die Digitalisierung, Bullshit-Jobs und Fundament echter ökonomischer Freiheit, für die anderen Untergang der Demokratie. // TEXT: STEFAN D. HAIGNER

A

uch wenn für viele die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens ein Phänomen der jüngeren Zeit sein mag, zeigt ein Blick in die Geschichtsbücher, dass mit Thomas Paine (1737 –1809), seines Zeichens

Vor- und Mitdenker der ökonomischen Schule der Physiokra-

tie1), die Einführung eines Grundeinkommens auch schon vor rund 200 Jahren Thema war. Aber Moment! Jetzt ist es passiert. Entschuldigen Sie bitte! Aber seien Sie ehrlich: Wäre Ihnen aufgefallen, dass einmal vom Grundeinkommen und einmal vom bedingungslosen Grundeinkommen die Rede war? Nicht? Dann sind Sie in guter Gesellschaft. Auch den Schweizern, die Mitte 2016 über die Einführung eines Grundeinkommens abgestimmt haben, und den Medien, die darüber berichteten, ist es nicht aufgefallen. Dabei ist gerade das „bedingungslos“ am Grundeinkommen Knackpunkt sämtlicher Überlegungen. Denn unter einem bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) wird ein Einkommen verstanden, „das eine politische Gemeinschaft bedingungslos jedem Mitglied seiner Gemeinschaft gewährt“2). Es ist dabei derart bemessen, dass es nicht nur die bloße Existenz sichert3), vielmehr sichert es die gesellschaftliche Teilhabe. Das Einkom-

men sichert also die soziokulturelle Existenz, was nichts anderes bedeutet, als dass man so viel Einkommen hat, dass man bei sparsamer Wirtschaftsweise auch einmal ins Kino oder mit Freunden Essen gehen kann. Beim bedingungslosen Grundeinkommen kommt hinzu, dass es ohne (Prüfung der) Bedürftigkeit ausbezahlt wird. Es ist auch an keinen Zwang zur Arbeit oder eine wie auch immer geartete Gegenleistung des Empfängers an die Gemeinschaft geknüpft. Bedingungslos eben und das alles ein Leben lang.

) In der ökonomischen Schule der Physiokratie wird angenommen, dass alleine die Natur Werte hervorbringt. Einer der bekanntesten Vertreter dieser Schule ist François Quesnay (1694–1774), auf den die erste schematische Darstellung des Wirtschaftskreislaufes zurückgeht, Grundlage der modernen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. 2 ) Netzwerk Grundeinkommen, 2017 3 ) Die Frage, wie ein einzelnes Land dieses innerhalb der EU bei Gültigkeit der Binnenfreizügigkeit konkret umsetzt, wäre jedenfalls zu klären. 4 ) Streng genommen handelt es sich um eine Dividendenzahlung, die sich aus einem Staatsfonds speist. Die Dividendenzahlung erhält man auf Antrag und kann von Jahr zu Jahr beträchtlich variieren. 5 ) Umgelegt auf Österreich wäre ein Grundeinkommen nach Schweizer Vorschlag ebenso realisierbar, wie wir in einer Simulationsrechnung basierend auf EU-SILC-Daten zeigen konnten (GAW, 2016). 1

eco.nova

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Die Bedingungslosigkeit impliziert dabei,

zu klären ist, wie hoch das bedingungslo-

wenn man sie zum Beispiel in Relation zur

dass man das Grundeinkommen selbst

se Grundeinkommen sein soll und ob Jung

österreichischen Wirtschaftsleistung setzt,

dann erhält, wenn man einer bezahlten Ar-

und Alt gleich viel erhalten sollen, was

die heuer auf 363 Milliarden Euro prognos-

beit nachgeht. Das Einkommen aus dem

meist verneint wird. Wenn wir daher über-

tiziert wird.4)

Erwerbseinkommen kommt dann quasi

schlagsmäßig unterstellen, dass ab dem

Die Frage, WIE ein BGE finanziert werden

auf das bedingungslose Grundeinkommen

vollendeten 18. Lebensjahr monatlich ein

könnte, ist schon deutlich komplexer. Die

obendrauf. Letzteres wäre bei einem Grund-

bedingungsloses Grundeinkommen in der

Vorschläge reichen hier von einer Finanzie-

einkommen – wie es auch in der Schweiz

Höhe von 1.000 Euro ausbezahlt werden soll

rung über das Einkommen- oder das Mehr-

diskutiert wurde – nicht der Fall.

und dieses bis zum 18. Lebensjahr schritt-

wertsteuersystem, über die Finanzierung

weise ansteigt, ergibt sich für Österreich ein

durch die Besteuerung der Nutzung und

Finanzierungsbedarf von rund 100 Milliar-

des Verbrauchs natürlicher Ressourcen bis

den Euro. Ausgeschrieben: 100.000.000.000

hin zu Mikrosteuern, also Steuern in der

Euro. Eine Zahl, die wohl nur greifbar wird,

Höhe von Bruchteilen eines Promille (Stich-

Eine einfache Idee mit vielen Detailfragen So einfach die Idee ist, so viele technische Detailfragen wirft sie auf. Detailfragen, die

wort: Finanztransaktionssteuer). So wichtig

wohl eher nur für besonders Interessierte

die Ausgestaltung der konkreten Finanzie-

spannend sein dürften. Die grundsätzlichen Fragen jedoch könnten ganz allgemein interessieren und mitunter auch zum Weiterdenken anregen, darüber nämlich, was die Aufgaben einer Gesellschaft sind. Am Anfang steht häufig die schnöde Frage, wie viel ein bedingungsloses Grundeinkommen kostet und wie das alles finanziert werden könnte. Eine Frage, die für viele die Frage schlechthin ist, da bei fehlender Finanzierbarkeit alles Weitere Wunschdenken bleibt. Die Frage der Kosten ist dabei relativ leicht zu beantworten. Denn abstrahiert man von Details, heißt das, dass „nur“

36

eco.nova

EMPFINDEN WIR ES ALS GERECHT, WENN EIN INDIVIDUUM OHNE JEDWEDE GEGENLEISTUNG EIN BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN ERHÄLT?

rung ist, wollen wir uns doch auf eine Frage konzentrieren, die sich unabhängig von der Finanzierung jedenfalls stellt – und die bei Diskussionen besonders oft zu hören ist, nämlich: Wer geht dann noch arbeiten?

Eine Idee trifft auf zwei Welten Die Frage stellt sich deshalb unabhängig vom Wie der Finanzierung, da ein bedingungsloses Grundeinkommen in letzter Konsequenz keinen Geldtransfer, sondern einen Kaufkrafttransfer darstellt und die Güter und Dienstleistungen daher zuerst


eco.wirtschaft

DAS FUNKTIONIEREN ODER NICHTFUNKTIONIEREN EINES BEDINGUNGSLOSEN GRUNDEINKOMMENS HÄNGT ALSO GANZ ENTSCHEIDEND DAVON AB, WAS MENSCHEN ZUM ARBEITEN MOTIVIERT.

produziert werden müssen, bevor sie mit

Menschen mit steigendem Einkommen von

Tests in Finnland, wo mitunter von der Ein-

dem bedingungslosen Grundeinkommen

normalen Gütern mehr und von inferioren

führung eines bedingungslosen Grundein-

Zimmermann

erworben werden können, da man Geld beGütern weniger nachfragen. Ein Effekt, der Ganahl Aktiengesellschaft

kommens die Rede ist, helfen dabei auch

Lend 14 kanntlich nicht essen kann.Obere Ob die Men-

auch am Arbeitsmarkt zu beobachten ist.

nicht weiter, da die Finnen schlicht kein

Hall in Tirol schen dann aber nochA-6060 (in einem ausrei-

Dort ist es so, dass man zeitgleich mit der

bedingungsloses Grundeinkommen testen,

chenden Maß) arbeiten gehen, hängt ganz info@zimmermann-ganahl.com

Entscheidung, wie viel man Arbeit anbieten

da das Einkommen unter anderem nicht

www.zimmermann-ganahl.com entscheidend vom sogenannten Einkom-

will, die Entscheidung trifft, wie viel Frei-

auf Dauer gewährt wird. Und auch ein Ver-

menseffekt ab.

zeit man „konsumieren“ möchte. Da Freizeit

weis auf Alaska ist müßig, da auch Alaska

Darunter verstehen Ökonomen das Phäno-

nun aber ein normales Gut ist, besagt der

kein bedingungsloses Grundeinkommen

men, dass die Nachfrage nach allem Mögli-

Einkommenseffekt, dass mit Einführung

hat, mit dem der Einkommenseffekt valide

chen üblicherweise auf Einkommensände-

eines bedingungslosen Grundeinkommens

bestimmt werden könnte, da das Grund-

rungen reagiert. So steigt zum Beispiel die

die Nachfrage nach Freizeit steigt. Bleibt

einkommen in Alaska wenig mehr als 120

Nachfrage nach teureren Weinen, nach grö-

die Frage: Was ist mit Arbeit? Arbeitet der

Dollar monatlich beträgt und damit nicht

ßeren Autos oder größeren Mietwohnun-

Mensch gerne oder erfährt er in seiner Ar-

existenzsichernd ist.4) Und auch aus Pro-

gen normalerweise mit dem Einkommen,

beit ein Arbeitsleid, für das er mit Einkom-

jekten wie in Berlin oder den USA, die über

weshalb diese Güter auf Grund des Ein-

men entschädigt werden muss? Ist Letzte-

Crowdfunding ein bedingungsloses Grund-

kommenseffektes auch „normal“ genannt

res der Fall, dann sind alle Überlegungen

einkommen für zufällig ausgewählte Perso-

werden. Das Beispiel Mietwohnung zeigt

zur Finanzierung obsolet, da der Einkom-

nen finanzieren, lernt man mehr über die

aber auch, dass dieses Phänomen weniger

menseffekt alles zunichtemachen würde.

Begeisterung so mancher Grundeinkom-

mit den Gutseigenschaften an sich zu tun

Das Funktionieren oder Nichtfunktionie-

mensbefürworter als über den Einkom-

hat als vielmehr damit, wie das Gut von der

ren eines bedingungslosen Grundeinkom-

menseffekt.

Nachfrage gesehen wird. Denn für gewisse

mens hängt also ganz entscheidend davon

Aber haben die Schweizer nicht schon ge-

Güter zeigt sich, dass steigende Einkommen

ab, was Menschen zum Arbeiten motiviert.

zeigt, wie ein bedingungsloses Grundein-

auch zu einem Rückgang der Nachfrage

Nur das Geld? Wohl kaum. Stand der Din-

kommen finanziert werden könnte? Leider

führen können. Dies deshalb, weil man sich

ge ist aber, dass wir im Zusammenhang

nein. Die Bezeichnung als bedingungslo-

ab einem gewissen Einkommen nicht eine

mit einem bedingungslosen Grundeinkom-

ses Grundeinkommen war eher ein Marke-

noch größere Mietwohnung leistet, sondern

men dazu derzeit noch nichts wirklich Be-

tingschmäh. Denn der Schweizer Vorschlag

sich eine Eigentumswohnung kauft. Die

lastbares sagen können, weshalb auch der

sah vor, dass Erwerbseinkommen 1:1 an das

Mietwohnung wird zum inferioren Gut. Das

makroökonomische Einkommenseffekt

Grundeinkommen angerechnet werden,

heißt, der Einkommenseffekt besagt, dass

unbestimmt ist. Verweise auf angebliche

also dass jeder durch Erwerbstätigkeit ver-

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37


eco.wirtschaft

diente Franken das Grundeinkommen im

So weisen die Befragungsergebnisse dar-

selben Ausmaß reduziert. Bei einem echten

auf hin, dass das Beschäftigungsausmaß

bedingungslosen Grundeinkommen kommt

im Schnitt um rund vier bis fünf Stunden

das Erwerbseinkommen hingegen oben-

pro Woche sinken würde. Auf volkswirt-

drauf. Aus diesem Grund war das Schwei-

schaftlicher Ebene eine verkraftbare Grö-

zer Modell auch vergleichsweise einfach zu

ßenordnung, womit ein Grundeinkom-

finanzieren, speiste sich doch das Grund-

men durchaus finanzierbar wäre, wie dies

einkommen im Schweizer Vorschlag zu 61

zum Beispiel Jessen et al. (2015) kürzlich

Prozent alleine aus den bestehenden Er-

für Deutschland gezeigt haben. Aber zu

werbseinkommen und zu weiteren 25 Pro-

welchem Preis? Außerdem aus der reinen

zent aus den Sozialversicherungsbeiträ-

Finanzierbarkeit abzuleiten, dass auch die

gen.5) Amüsant ist im Übrigen, dass selbst

unteren Einkommen – und um die dreht

im Initiativtext zur Abstimmung zwischen

es sich vor allem – von einem bedingungs-

der Bezeichnung bedingungsloses Grund-

losen Grundeinkommen netto profitieren

einkommen und Grundeinkommen hin

würden, wäre verfrüht. Denn mit der Ein-

und hergesprungen wurde, ganz so, als ob

führung eines bedingungslosen Grundein-

es dasselbe wäre. Aber wie schon einmal an

kommens fallen zahlreiche Transferleistun-

anderer Stelle gesagt, falten auch Zitronenfalter keine Zitronen. Das heißt, hier ist die Datenlage dünn. Schon eher sind es Befragungsergebnisse,

Dr. Stefan D. Haigner ist geschäftsführender Gesellschafter der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW).

gen wie Familienbeihilfe, Notstandshilfe, Mindestsicherung und Gebührenbefreiungen. So zeigt beispielsweise eine Untersuchung der OECD, dass es in Staaten mit ei-

die einen ersten Hinweis auf die Frage des

nem ausgeprägten System der (sekundären)

Einkommenseffektes geben können. Eine

Umverteilung nicht unwahrscheinlich ist, dass die unteren Einkommen unter einem

repräsentative Befragung zum Thema durften wir bereits vor rund zehn Jahren für

rung keiner Erwerbstätigkeit mehr nach-

Grundeinkommen sogar verlieren (OECD,

Deutschland im Auftrag von Götz Werner,

gehen wollen, die Gegner aber schon. Nota

2017). Womit wieder die Frage der konkre-

seines Zeichens Gründer und Aufsichts-

bene, Befürworter wie Gegner geben regel-

ten Ausgestaltung der Finanzierung in den

ratsmitglied des Unternehmens dm-Droge-

mäßig an, selbst sehr wohl noch einer Er-

Fokus rückt.

riemarkt, durchführen. Bei dieser wie auch

werbsarbeit nachgehen zu wollen, womit

Eines sei abschließend noch gesagt. Bei all

späteren Befragungen zeigte sich, dass Be-

vor allem die Gegner in einer Welt denken

diesen Fragen bleibt vor allem die Frage, ob

fürworter eines Grundeinkommens nicht

nach dem Motto „Ich arbeite aus edleren

ein bedingungsloses Grundeinkommen über-

erwarten, dass breite Massen der Bevölke-

Motiven, die anderen für Geld“.

haupt unserem Gerechtigkeitsempfinden entspricht, weitgehend auf der Strecke. Empfinden wir es als gerecht, wenn ein Individuum ohne jedwede Gegenleistung ein bedingungsloses Grundeinkommen erhält? Und ist die von den Befürwortern angenommene Arbeitsbereitschaft nicht zugleich implizit geforderte Gegenleistung? Und wie ist das bereits heute, wenn jemand partout nicht arbeiten will? Einfach verhungern lassen.

ÜBER GAW

Die Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) ist eine private Forschungseinrichtung mit Sitz in Innsbruck, die für Unternehmen, Interessenvertretungen sowie die öffentliche Hand Studien zu volksund regionalwirtschaftlichen Themen erstellt. Im Bereich der Erstellung von Wertschöpfungsstudien, aber auch zum Thema kalte Progression zählt die GAW seit Jahren zu den führenden Forschungseinrichtungen in Österreich. // www.gaw.institute

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© ANDREAS FRIEDLE

Dr. Thomas Baumüller, Geschäftsführer der Zimmermann Ganahl AG


eco.wirtschaft

Papierjäger und Sammler Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, was eigentlich mit unserem Papierabfall passiert? Die Antwort lautet ganz einfach: Zimmermann Ganahl AG. Das Haller Unternehmen hat sich auf die Sammlung, Sortierung und Aufbereitung von Altpapier für die Wiederverwertung in Papierfabriken spezialisiert. Ein nachhaltiger und regionaler Kreislauf als wertvoller Beitrag für unseren Klimaschutz. // TEXT: DORIS HELWEG

A

papier um den Wertstoff mit den höchsten

ltpapier ist ein stark

wird Papierfabriken in Österreich für die

nachgefragter Wertstoff.

Produktion von Zeitungsdruckpapier zuge-

Recyclingquoten. Der Zyklus von der Herstel-

250 Tonnen davon wer-

führt, Kartonagen wandern in das unterneh-

lung bis zur Wiederverwertung dauert in der

den am Betriebsareal in

menseigene Papier- und Wellpappewerk der

Regel zwischen fünf und acht Wochen. Um-

Hall täglich angeliefert

Ganahl-Gruppe in Vorarlberg. So werden am

weltschutz ist dem Unternehmen ein großes

und schnellstmöglich sortenrein getrennt.

Standort in Frastanz auf Grund der umlie-

Anliegen und so werden auch 80 Prozent der

„Je sortenreiner die Trennung der verschie-

genden Unternehmen vorwiegend Obst- und

im Jahr gelieferten 60.000 Tonnen Altpapier

denen Altpapierabfälle erfolgt, umso hoch-

verschiedene Wellpappeverpackungen her-

per hauseigenem Bahnanschluss auf den

wertiger ist der Wertstoff für die Papier- und Wellpappeindustrie“, erläutert Dr. Thomas

investiert. „Nach der mechanischen Tren-

„ALTPAPIER IST DER MEISTVERWENDETE SEKUNDÄRROHSTOFF WELTWEIT UND DIE NACHFRAGE STEIGT STETIG. DAS IST EIN NACHHALTIGER BEITRAG ZUM KLIMASCHUTZ.“

nung des einlangenden Altpapiers erfolgt

Dr. Thomas Baumüller, Geschäftsführer der Zimmermann Ganahl AG

Baumüller, Geschäftsführer der Zimmermann Ganahl AG, ein Unternehmen der Rondo Gruppe. Dafür wurde vor einigen Jahren in eine hocheffiziente Sortieranlage

eine optische Hightech-Sortierung mittels Infrarottechnik und schlussendlich noch die

gestellt, während im Werk in St. Rupprecht

Weg gebracht, obwohl es per LKW günstiger

händische Kontrolle, damit auch noch mög-

Weinkartons auf der Tagesordnung stehen.

wäre. Diese Mehrkosten werden im Sinne des

liche durchgerutschte Kartonstücke oder

Weitere Werke in Ungarn und Rumänien

Klimaschutzes gerne in Kauf genommen.

Fremdstoffe lückenlos entfernt werden. Nur

stellen Kartonagen für IKEA oder die Auto-

so können wir höchste Qualität des Sekun-

mobilindustrie her. So schließt sich in der

därrohstoffes Altpapier für die weiterverar-

Ganahl-Gruppe der gesamte Recyclingkreis

Mobile Aktenvernichtung vor Ort

beitende Industrie gewährleisten“, so Bau-

vom Sammeln und Sortieren bis hin zur Pro-

Neben der Altpapiersammlung samt (Press-)

müller.

duktion.

Containern und Abholung in der Region bie-

Die verschiedenen aussortierten Papier-

tet die Zimmermann Ganahl AG Unterneh-

qualitäten werden dann in der hauseigenen

Große Nachfrage

Presse mit einem Druck von 180 Tonnen in

„Dass Altpapier ein nachgefragter Wertstoff

leistung an: die sichere Aktenvernichtung

quadratische Ballen gepresst und umgehend

ist, beweist allein schon die Tatsache, dass

vor Ort. Der „Aktenbeißer“ ist ein speziell

den jeweiligen Produzenten zugesandt. Das

sich der Papierpreis in den letzten zehn Jah-

ausgestatteter LKW, der sensible Dokumente

sogenannte Deinking-Papier, die höchste sor-

ren mehr als verdoppelt hat“, freut sich der

(samt Ordnern, Mappen und Einlageblättern)

tenreine Qualitätsstufe nach der Sortierung,

Prokurist. Zudem handelt es sich beim Alt-

aus versperrbaren Containern direkt vor Ort

men noch eine weitere interessante Dienst-

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41


© ANDREAS FRIEDLE

eco.wirtschaft

250 Tonnen Altpapier aus Tirol werden tagtäglich am 9.500 Quadratmeter großen Areal der Zimmermann Ganahl AG angeliefert und sortenrein getrennt.

sachgemäß vernichtet. So ist die maximale Sicherheit der Aktenvernichtung gewährleistet und Sicherheitslücken durch Transportwege ausgeschlossen.

Vom Lumpentandler zum Papiersammler

DIE VERSCHIEDENEN AUSSORTIERTEN PAPIERQUALITÄTEN WERDEN IN DER HAUSEIGENEN PRESSE MIT EINEM DRUCK VON  TONNEN IN QUADRATISCHE BALLEN GEPRESST UND UMGEHEND DEN JEWEILIGEN PRODUZENTEN ZUGESANDT.

Ursprünglich widmete sich das 1870 von Josef Zimmermann und seinen Brüdern ge-

unterschiedlicher Interessen der Erben die

reichen Serviceangebot des Haller Unterneh-

gründete Unternehmen der Sammlung und

Entscheidung, das Übernahmeangebot der

mens. Durch langfristiges Denken werden

dem Wiederverkauf von Textillumpen. Ne-

Vorarlberger Papierfabrik Ganahl anzuneh-

dauerhafte Beziehungen zu Kunden wie Un-

ben Textilabfällen sammelte der Betrieb auch

men, und so stieg diese noch im selben Jahr

ternehmen und Kommunen, zu den Mitar-

Knochen, Borsten, Eisen und Metalle für die

mit 75 Prozent beim Tiroler Unternehmen

beitern wie auch Lieferanten geschaffen und

industrielle Weiterverarbeitung. Mit zuneh-

Zimmermann ein. Die verbleibenden 25 Pro-

ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz ge-

mender Verwendung von Altpapier in der

zent blieben im Besitz von Maria Zimmer-

leistet.

Papierindustrie wurde auch dieser Rohstoff

mann, der zweiten Frau des Verstorbenen,

ins Sortiment aufgenommen und erreichte

die als Geschäftsführerin angestellt wurde.

bereits im Jahr 1939 den größten Umsatzan-

1977 wurde schließlich das Unternehmen zur

teil. Auch der spätere Mutterkonzern Ganahl

Gänze als Tochterunternehmen in die Ga-

war zu dieser Zeit im Textilbereich zur Her-

nahl AG eingebracht.

stellung von Garnen tätig und pflegte schon

Heute beschäftigt die Zimmermann Ganahl

damals durch Zukauf von Altpapier für die

AG knapp 40 Mitarbeiter und erreicht ein

Produktion von Garnpapierhülsen die Ge-

jährliches Sammelvolumen von 60.000 Ton-

schäftsbeziehungen zum Tiroler Unterneh-

nen Altpapier. Neben der kommunalen und

men Zimmermann.

gewerblichen Sammlung und Sortierung von

Nachdem im Jahr 1942 Geschäftsleiter Josef

Altpapier zählen auch ein umfangreicher

Zimmermann, Sohn des gleichnamigen Fir-

Containerservice sowie die kontrollierte Ver-

mengründers, verstorben war, fiel auf Grund

nichtung sensibler Datenträger zum umfang-

42

eco.nova

Ein Ballen Altpapier bringt nach der Pressung ein sattes Gewicht von rund 1,4 Tonnen auf die Waage.


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© EUROGAST, ANDREAS KOLARIK

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Das Eurogast-Managementboard Marcello Posch (3. v. l.), Susanna Berner und Peter Krug (2. v. r.) mit dem Beirat Mag. Alexander Kiennast (li.), Mag. Armin Riedhart (2. v. l.) und Mag. Thomas Walser (re.)

Neu aufgestellt

Die neue Managementstruktur bei Eurogast Österreich ebnet den Weg für künftige Innovationen.

D

er Gastronomiegroßhändler

Moderne Managementstruktur

fünf Jahre war sie in der Funktion als Proku-

Eurogast, ein Zusammenschluss

Susanna Berner, Peter Krug und Marcello

ristin für die gesamte operative Geschäfts-

von elf privaten Gastronomie-

Posch agieren künftig in einem dynami-

führung der Eurogast-Gruppe verantwort-

großhändlern mit Sitz in Kirchdorf, stellt

schen Managementboard und sorgen für die

lich. In dieser Position lag ihr Fokus auf

die Geschäftsführung neu auf. Ein Manage-

strategische Weiterentwicklung.

Projekt- und Personalmanagement und Mar-

mentboard mit der Sprecherin und Ge-

Die 45-jährige gebürtige Oberösterreicherin

keting. Zusätzlich vertrat sie Eurogast auch

schäftsführerin Susanna Berner, uPM, so-

Susanna Berner verfügt über langjähriges

auf internationaler Ebene in der ECD (Eu-

wie Peter Krug und Marcello Posch wird per

Handels-Know-how, Branchenkenntnisse

ropean Catering Distributors)-Gruppe. Die

1. Jänner 2018 die Gesamtverantwortung für

und Führungserfahrung. Die vergangenen

begeisterte Surferin wird als Sprecherin dem

Österreichs größten privaten Gastrogroßhändler übernehmen. Die bisherige Geschäftsführung der drei Eigentümer Mag. Armin Riedhart, Mag. Thomas Walser und Mag. Alexander Kiennast wechselt in den Beirat. „Wir freuen uns auf die neuen spannenden Aufgaben und werden den erfolgreichen Weg der Eurogast Gruppe fortsetzen“, so das neue Managementboard einstimmig.

44

eco.nova

„MIT UNSEREM UMFANGREICHEN BRANCHEN-KNOW-HOW WERDEN WIR GEMEINSAM MIT DEM BEWÄHRTEN EUROGASTTEAM UND UNTER MITHILFE DES BEIRATS DIE SEHR GUTE ARBEIT WEITERFÜHREN UND DIE EUROGAST GRUPPE BEREIT FÜR ZUKÜNFTIGE HERAUSFORDERUNGEN MACHEN.” Marcello Posch, Susanna Berner und Peter Krug, Eurogast-Managementboard


© BAZZOKA

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Managementboard vorstehen und inhaltlich die Bereiche Projektmanagement und Marketing verantworten. Ihr zur Seite steht Peter Krug. Der 44-Jährige ist ein Einkaufsvollprofi und bereits seit 2002 bei Eurogast in führenden Positionen tätig. Zuletzt war er als zentraler Einkaufsleiter und Prokurist der Gruppe für die Koordination der Einkaufsebenen verantwortlich. Nationale Verhandlungen, Sortimentsentwicklungen sowie das gesamte Datenmanagement lagen dabei in seinen Händen. Krug wird in seiner neuen Funktion vor allem hinsichtlich strategischer Sortimentsweiterentwicklung und -ausrichtung einen Schwerpunkt setzen. Der 45-jährige Marcello Posch komplettiert als IT-Fachmann die neue Managementstruktur der Eurogast-Gruppe. Der gebürtige Tiroler verantwortet bereits seit Sommer

Ausnahmegastronom Konstantin Filippou ist seit Juni 2017 das neue Gesicht für das „Genuss 360”-Sortiment von Eurogast.

2017 das Segment als Leiter IT und hat hier schon die Weichen für die Zukunft gestellt. Vor allem hinsichtlich Weiterentwicklung der bestehenden IT-Lösungen und Planung neuer IT-Maßnahmen ist der passionierte Freizeittischler ein Vollprofi und kann auf jahrelange Berufserfahrung in der Metallindustrie und in der Finanzdienstleistungsbranche zurückgreifen. „Wir freuen uns, mit Susanna Berner, Peter Krug und Marcello Posch drei erfahrene Spezialisten in einer

„MIT UNSEREM KOMPLETT NEU DESIGNTEN MESSESTAND UND DEM GENUSS THEMA SCHWEIN KONNTEN WIR AUF DER HEURIGEN GAST UNSERE KUNDEN BEGEISTERN.“ Susanna Berner

modernen Managementstruktur für die Eu-

stantin Filippou als Testimonial gewonnen werden.

Schwein ist fein Unter dem Motto „Schwein ist fein“ wird das Thema Schwein und sein Stellenwert in der Spitzengastronomie näher beleuchtet. Genauso vielfältig wie sein Fleisch ist auch das Einsatzgebiet des Schweins. Wurde Schweinefleisch jahrelang als qualitativ minderwertig angesehen, hat sich sein Ruf in den letz-

rogast Österreich GmbH gewonnen zu ha-

Eine dieser Innovationen der letzten Jahre

ten Jahren deutlich gewandelt. Das Schwein

ben. Dieses Dreiergespann wird die Qualität

war die Einführung von „Genuss 360“, ein

wird zwar nach wie vor als Nutztier gehal-

und Kontinuität unserer Dienstleistungen

hochwertiges Produktsortiment, das kulina-

ten, man geht aber weg von Low-Budget

sicherstellen und weiterentwickeln“, sind Ar-

rische Trends und Themen aufgreift und kre-

hin zu qualitativ hochwertigem Fleisch aus

min Riedhart, Thomas Walser und Alexander

ativ interpretiert. Geprägt ist das Sortiment

Rassentierhaltung mit Bio-Qualität. Vor al-

Kiennast überzeugt. Sie sind als vormalige

vom Begriff des „Slow Food“ – die Auswahl

lem die Avantgardeköche besinnen sich wie-

Geschäftsführer in den Beirat gewechselt.

der Lebensmittel soll sich wieder an den regi-

der häufiger auf das Edelprodukt Schwein.

onalen Kulturen und dem saisonalen Ange-

Generell setzt man in der Spitzengastrono-

bot orientieren. Guter Geschmack, absolute

mie auf gut marmoriertes Fleisch mit hohem

Eurogast Österreich freut sich seit mehreren

Frische und heimische Bioprodukte stehen

Fettanteil und intensivem Geschmack. Kon-

Jahren über eine Erfolgs- und Innovations-

dabei im Mittelpunkt. Im Jahr 2015 startete

stantin Filippou, Koch des Jahres 2016, liebt

welle. Die Umsätze konnten kontinuierlich

das Sortiment mit dem Thema Burger, ge-

Schweinefleisch nicht nur aufgrund seiner

gesteigert werden, die C+C Märkte wurden

folgt vom Trendthema Frühstück im vergan-

Kindheitserinnerungen, er schafft es auch

laufend modernisiert und erneuert, Eigen-

genen Jahr. „Das ist der absolute Mehrwert

immer wieder, daraus unvergessene Köstlich-

marken mit großem Erfolg am Markt einge-

für unsere Kunden. Wir sind kein internati-

keiten zu zaubern. Das Ausnahmetalent ist

führt und stetig erweitert: „Die beständige

onaler Konzern, sondern sitzen direkt in der

seit Juni 2017 neues Gesicht für das „Genuss

Arbeit der letzten Jahre zeigt nun Erfolge.

Region bei unseren Kunden, wissen damit,

360“-Sortiment von Eurogast. Bereits in der

Unsere Werte wie Handschlagqualität, Ver-

was sie brauchen, was sich ihre Gäste wün-

ersten Ausgabe des neuen Eurogast-Journals

trauen und regionale Verankerung, gepaart

schen und können unmittelbar darauf re-

gewährte Filippou Einblicke in seine Küche.

mit unserer nationalen Organisationsstruk-

agieren!“, zeigt sich Thomas Walser stolz.

Im kommenden Jahr wird der gebürtige Gra-

tur und der internationalen Expertise, über-

Heuer widmet sich „Genuss 360“ ganz dem

zer mit griechischen Wurzeln Eurogast immer

zeugen unsere Kunden und genau das muss

Thema Schwein. Auch die Spitzengastrono-

wieder mit besonderen Tipps und Gerichten

auch künftig forciert werden“, gibt Susanna

mie entdeckt das Bürstentier aktuell neu –

zum Thema Schwein unterstützen und bera-

Berner einen ersten Ausblick.

unter anderem konnte Kochkünstler Kon-

ten. // www.eurogast.at

Fortsetzung des Erfolgskurses

eco.nova

45


eco.wirtschaft

Wirtschaft vor 100 Jahren erie T eil

r1

s ist eine Urkunde aus dem Jahr 763, in der Herzog Tassilo

6✧

0 0 J ahren

III. von Bayern die Schenkung von Gütern an das Hochstift

Freising bestätigt, die die erste schriftliche Erwähnung des Fleckens „Imst“ beinhaltet – damals unter der Bezeichnung „Humiste“. In der Folge blieb ein Großteil des Grundbesitzes im Inntal im Besitz bayrischer Klöster; seit dem 11. Jahrhundert aber dürften die Grafen Welf die Grafschaftsgewalt im Oberinntal innegehabt haben. Es folgten die Hohenstaufer. Konradin von Schwaben, der Enkel Kaiser Friedrichs II., vermachte 1266 die Herrschaft Imst seinem Stiefvater Meinhard II. und vereinigte sie somit mit Tirol. Meinhard war den Bewoh-

Imst mit Heiterwand und Rauchberg, Ansichtskarte, 1933. Aufnahme: Photogr. Atelier Josef Neumair, Imst

nern Imsts gewogen und erhob den Ort

Imst im 20. Jahrhundert Die Einwohnerzahl, die um die Jahrhundert-

1282 mittels Verleihbrief zum Markt, was

wende etwa 2.500, um 1950 bei 4.000 betrug,

besondere Privilegien in Sachen Waren-

somit auch Imst – an Bedeutung ein. In der

schnellte in den letzten Jahrzehnten auf über

handel mit sich brachte und zu einem wirt-

zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erlebte

8.000 empor. Der gestiegenen Bevölkerung

schaftlichen Aufschwung führte. Außer-

der Ort schließlich durch den Bergbau seine

trugen Wohnungsbauten, Betriebsansiedlun-

dem war vorgesehen, aus dem Markt, der

große Blütezeit. Unter den Bergen in Imsts

gen (z .B. der Firma Pfeifer, die heute zu den

im 13. Jahrhundert als Sitz eines eigenen

Umgebung war besonders der Tschirgant für

führenden holzverarbeitenden Betrieben

Gerichtes und als Mittelpunkt einer Pfarre

seine Bleierzvorkommen bekannt, aber auch

Österreichs gehört) und die Errichtung von

aufscheint, nachfolgend eine Stadt zu ma-

anderswo wurde nach Erzen, vor allem Blei

neuen Schulen (u. a. Handelsschule und -aka-

chen. Meinhards Sohn Heinrich bestätigte

und Zink, geschürft.

demie, Realgymnasium, Höhere Technische

1312 die Urkunde seines Vaters, fügte jedoch

Nach aufregenden Jahrhunderten samt

Lehranstalt) sowie Freizeiteinrichtungen

für die Stadterhebung die Bedingung hin-

aufrührigen Bauern, Religionskämpfen,

(Schwimmbad, Tennisplätze, Sportzentrum

zu, dass die Einwohner den Ort auf eigene

Krieg und Krankheit war die zweite Hälf-

mit Kletterhalle etc.) Rechnung. Berühmt

Kosten mit einer Mauer umgeben müssten.

te des 19. Jahrhunderts schließlich von ei-

wurde Imst durch den 1949 eingeleiteten Bau

Dies ist nie geschehen – die Erhebung zur

ner Reihe an Fabriksgründungen geprägt,

des weltweit ersten Kinderdorfes durch Her-

Stadt sollte noch fast 600 Jahre auf sich

die zwar nicht die Bedeutung des einstigen

mann Gmeiner. Den in der zweiten Hälfte

warten lassen.

Strele’schen Großbetriebes erreichen, aber

des 20. Jahrhunderts explosionsartig ange-

immerhin für eine wirtschaftliche Erholung

stiegenen Straßenverkehr versuchte man

verantwortlich zeichnen. Die Errichtung der

durch den Bau einer Umfahrungsstraße (1971)

Im Laufe des 14. Jahrhunderts begann die

Arlbergbahn 1883/84, nach der sich die Ims-

zu verlagern. Mit der Errichtung der Hahn-

Macht der Herren von Starkenberg rapide zu

ter aufgrund der allzu großen Entfernung

tennjoch-Hochalpenstraße wurde in den

wachsen. Die Errichtung der Burg Neustar-

des Bahnhofes vom Ortszentrum isoliert

1960er-Jahren die uralte Verbindung mit dem

kenberg zwischen Imst und Tarrenz sowie

glaubten, zeigte nicht die zunächst erwar-

Lechtal über Bschlabs und Elmen vor allem

der Erwerb von Baulichkeiten in Imst wur-

teten katastrophalen Folgen für den Markt.

für den Tourismus wiederentdeckt. Der Wei-

den den Tiroler Landesfürsten zum Dorn im

Die Straßen durch Imst gewannen bald

terbau der Inntalautobahn von Imst nach

Auge, zumal sich das Rittergeschlecht auch

wieder an Bedeutung, außerdem kam der

Schönwies (das Imster Teilstück verläuft

im Südtiroler Raum breitmachte. Tatsäch-

Fremdenverkehr gegen Ende des Jahrhun-

durch die Au im Süden der Stadt) Ende der

lich wurden die Starkenberger Anfang des

derts in die Region, wenn auch zunächst

1980er-Jahre sowie die Errichtung des Roppe-

15. Jahrhunderts die gefährlichsten Wider-

im bescheidenen Ausmaß. Der Wiederauf-

ner Tunnels (1990 fertiggestellt) verhalfen der

sacher von Herzog Friedrich IV. Durch die

schwung des Ortes wurde im Jahr 1898, dem

Stadt schließlich zum Anschluss an das inter-

Verlegung der Landesresidenz von Meran

50. Regierungsjahr Kaiser Franz Josephs I.,

nationale Autobahnnetz.

nach Innsbruck im Jahr 1420 büßte der Ver-

schließlich durch die lang ersehnte Stadter-

kehrsweg über Reschen- und Fernpass – und

hebung gewürdigt.

Blütezeit des Bergbaus

46

eco.nova

QUELLE: IMST.TIROL.GV.AT, AUTOR: MAG. MANFRED WALTNER

© BILDARCHIV SAGEN.AT

✧S

vo

E

Wirtschaf

t

Der fruchtbare Talkessel im Imster Raum erschien schon den Menschen der Bronzezeit als geeignet, sich dort anzusiedeln. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 763, im Jahr 1282 erfolgte die Markterhebung, 1898 wurde Imst zur Stadt.


promotion

Die Lobby als neues Hotelzentrum

© DANIEL ZANGERL

© ALEXANDER MARIA LOHMANN

Für die meisten Gäste ist das Betreten der Lobby der zentrale Moment beim Eintreten ins Hotel. Der erste Eindruck hinterlässt ein für den gesamten Aufenthalt bestimmendes Gefühl.

T

raditionell stellte die Hotellobby

in fremder Umgebung muss ein Gefühl des

ab dem 19. Jahrhundert den Ort

Vertrauten und des Angekommen-Seins er-

dar, wo man war, um zu sehen

wecken. Daher gestalten viele Hoteliers ihre

und gesehen zu werden. Während die öffentlichen Räume sehr ausladend konzi-

Hotellobby in ein großes Wohnzimmer um.

Gelungenes Lobbydesign in den Hotels Grauer Bär, Bäckelar Wirt und Gottard-Zeit

Sie bedient damit gleichzeitig die drei getrennten Funktionsbereiche Empfang, Sozi-

klein und schlicht gehalten. In der zweiten

Ort des positiven Zusammentreffens

Hälfte des 20. Jahrhunderts änderte sich ih-

Die Hotellobby wandelt sich gleichzeitig im-

und ineinanderfließen müssen“, erklären

re Funktion radikal. Es entstanden sterile

mer mehr zu einem sozialen Treffpunkt.

Thomas Falkner und Lukas Haid, geschäfts-

und spärlich ausgestattete Wartebereiche,

Auch wenn sie alleine reisen, kommen Men-

führende Gesellschafter des Architekturbü-

da als das Ziel der Gäste deren Zimmer, der

schen gerne an Orte, wo sich andere auf-

ros Haid & Falkner. Neben den komfortablen

Flughafen, ein Restaurant oder ein Meeting

halten, um zu arbeiten oder zu entspannen.

und modularen Aufenthaltsbereichen in der

angesehen wurde. Aktuell wird die Hotel-

Die moderne Lobby erfüllt diese Bedürfnis-

Lobby rücken ungewöhnliche architektoni-

lobby wieder zu einem Treffpunkt und ei-

se als ein Ort, um mit anderen Menschen in

sche Elemente wie ein überdimensionaler

nem Ziel für sich.

Verbindung zu treten. Jede Menge Sitzge-

Kamin oder eine Wasserwand in den Mittel-

legenheiten, eine angepasste Gastronomie,

punkt. Hotelketten überbieten sich inzwi-

freier Internetzugang und Steckdosen mit

schen in der pompösen Gestaltung dieses

verschiedenen Anschlüssen steigern die Auf-

Bereiches. Unerwartete Unterhaltungsmög-

Zahlreiche Studien zeigen, dass Menschen

enthaltszeit im öffentlichen Raum. Da Ar-

lichkeiten wie ein Billardtisch schaffen das

nur eine Zehntelsekunde benötigen, um ei-

beit und Freizeit verstärkt ineinandergreifen,

gewünschte Ambiente.

nen ersten Eindruck von einer Person oder

werden Bar und Restaurant immer öfter Teil

einer Örtlichkeit zu bekommen. Das Ur-

des Eingangsbereiches.

piert waren, wurden die Hotelzimmer eher

Warum der erste Eindruck so stark zählt

laubsverhalten des Gastes läuft letztendBetreten des Hotels liegt meist eine bereits

Optimale Neugestaltung der Lobby

längere, oft auch mit verschiedenen Formen

„Eine moderne Lobby muss als ein großer,

des Stresses verbundene Reise hinter dem

offener und einladender Raum mit wenigen

Gast. Das Erreichen eines „sicheren Hafens“

strukturellen Mauern betrachtet werden.

lich ebenfalls nach diesem Muster ab. Beim

al- und Geschäftsbereich sowie persönlicher Bereich, die reibungslos zusammenarbeiten

HAID & FALKNER GMBH Bruggen 45, 6444 Längenfeld Tel.: 05253/64 8 33 h.falkner@haidfalkner.at

Weitere Infos und Referenzen unter: www.haidfalkner.at

eco.nova

47


eco.steuern

Endspurt 2017: Steuersparcheckliste Alle Jahre wieder ... Machen Sie hier Ihren persönlichen Steuercheck 2016 und lesen Sie, wo Sie jetzt noch gestalten können. // TEXT: StB DR. VERENA MARIA ERIAN, StB RAIMUND ELLER, StB MAG. EVA MESSENLECHNER

Check 1: Gewinn- und Steuerplanung 2017

nach dem 30. Juni schlagen mit einer Halb-

Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen

jahresabschreibung zu Buche. Das gilt auch

Wirtschaft einen Antrag auf Anpassung der

Besonders Einnahmen-Ausgaben-Rechner

dann, wenn die Inbetriebnahme erst am

Vorauszahlungen zu stellen. Dies ist insbe-

können ihren Gewinn ganz einfach planen, in-

31. Dezember erfolgt.

sondere für Neugründer interessant, die nur

dem zum Beispiel Einnahmen in das Folgejahr

// Tipp: Das Vorziehen von für Anfang 2018

mit dem Mindestbeitrag eingestuft wurden,

verschoben werden. Gegen Jahresende sollte

geplanten Investitionen spätestens in den De-

tatsächlich aber schon ansehnliche Gewinne

das Timing der Rechnungslegung daher wohl

zember 2017 kann daher Steuervorteile brin-

erzielen. Anstatt von einer Nachzahlung Jah-

überlegt sein. Zahlungseingänge, die erst nach

gen. Zudem kann das Wirtschaftsgut, von

re später böse überrascht zu werden, können

dem 31. Dezember 2017 erfolgen, müssen erst

Ausnahmen abgesehen, dann auch noch für

Sie gemäß dem Ergebnis aus der Planungs-

ein Jahr später versteuert werden.

den 13-prozentigen Gewinnfreibetrag (siehe

rechnung gemäß Check 1 und 2 eine korrekte

Check 6) herangezogen werden.

Einstufung noch für das laufende Jahr bean-

Check 2: Investitionen vorziehen

tragen. Sollte die entsprechende Vorschrei-

Für Investitionen im ersten Halbjahr kann

Check 3: SVA-Beiträge steuerwirksam vorziehen

die Abnutzung für ein ganzes Jahr steuerlich

Das können auch Einnahmen-Ausga-

ten Betrag dennoch noch heuer steuerwirk-

geltend gemacht werden. Anschaffungen

ben-Rechner: Seit 2016 ist es möglich, bei der

sam einzahlen. Das ist allemal besser, als eine

48

eco.nova

bung heuer nicht mehr ergehen, dann können Einnahmen-Ausgaben-Rechner den errechne-


promotion

Digitale Services mit Weitblick

Als führende Unternehmerbank unterstützt die Bank Austria ihre Kunden mit punktgenauen digitalen Angeboten, die vom einfachen Onlinebanking bis hin zu speziellen Lösungen für komplexes Finanzmanagement reichen. Markus Sappl, Landesdirektor Firmenkunden Tirol, im Interview. men wird demnächst eine Onlineplattform für Supply-Chain-Finance zur Optimierung der Zahlungsziele und damit des Working Capitals. Auch für Kunden der öffentlichen Hand entwickeln wir schon seit einigen Jahren gemeinsam mit dem KDZ – Zentrum für Verwaltungsforschung spezielle Tools. Damit ermöglichen wir es den Gemeinden, trotz enger finanzieller Spielräume ihre Aufgaben im Bereich der Planung und Umsetzung von Infrastrukturprojekten nachkommen zu können.

Welche Grundsätze verfolgt die Bank Austria bei der Entwicklung ihres digitalen Angebots?

MARKUS SAPPL: Jedes Angebot muss für

JETZT NEU: DER INTERAKTIVE ONLINE-FÖRDERFINDER

unsere Kunden Mehrwert generieren. Deshalb lassen wir bei der Entwicklung neuer Services nicht nur unser umfassendes Know-how aus Bankensicht, sondern vor allem auch die Unternehmerperspektive einfließen. Dass unsere Services, die wir proaktiv anbieten, in jedem Fall professionell, anwenderfreundlich und sicher sein müssen, ist selbstverständlich. Welche digitalen Services können bereits genutzt werden?

Markus Sappl, Landesdirektor Firmenkunden Tirol

Unsere Kunden setzen schon jetzt auf unsere praxisorientierten Tools – zum Bei-

von der Beratung beim Erstellen und Opti-

spiel den UnternehmenswertRechner, den

mieren von bestehenden Onlineshops und

BranchenCheck sowie diverse Lösungen

Online-Bezahlsystemen bis hin zu ems-Last-

zur Finanz- und Liquiditätsplanung. Gera-

schrift und E-Identifikation.

de neu dazugekommen ist der interaktive Online-Förderfinder. Unternehmen können

Gibt es auch spezielle Lösungen zum Beispiel

damit schnell und einfach prüfen, ob für

für den Außenhandel oder zur Digitalisie-

ein bestehendes Investitionsvorhaben För-

rung der gesamten Wertschöpfungskette?

derungen oder Zuschüsse erhältlich sind.

Gerade in Bereichen wie Dokumentenge-

Neben den klassischen Services und Funkti-

schäft und Garantien sowie E-Trading für

onen im Bereich des Electronic Banking bis

das Handeln mit Währungen bieten unsere

hin zu High-Class-Cash-Management-Lö-

digitalisierten Services viele Vorteile in punc-

sungen unterstützen wir unsere Kunden

to Vereinfachung, Beschleunigung und Si-

natürlich auch im E-Commerce. Das reicht

cherheit für Unternehmen. Neu dazukom-

Ab sofort bietet die Bank Austria Unternehmenskunden mit ihrem interaktiven Online-Förderfinder eine einfache Lösung, um sich in Sekundenschnelle im „Förderdschungel“ zurechtzufinden. Es müssen nur ein paar Eckdaten eingegeben werden und schon erscheinen die passenden Förderungen am Bildschirm. Mit einem weiteren Klick auf „Kontakt“ erfolgt auf Wunsch die Weiterleitung zum persönlichen Beratungsgespräch. Details unter foerderfinder.bankaustria.at Alle digitalen Services für Ihr Business auf einen Blick finden Sie unter firmenkunden.bankaustria.at – Rubrik „Banking Apps & Online Services“.

NÄHERE INFORMATIONEN

Markus Sappl Landesdirektor Firmenkunden Tirol Tel.: 05 05 05-31863 oder unter unternehmerbank.bankaustria.at

eco.nova

49


© HOFER

eco.steuern

steuerunwirksame Rücklage für eine spätere Nachzahlung zu bunkern oder gar zum falschen Zeitpunkt eine unliebsame Überraschung zu erleben. Demgegenüber müssen Bi-

D

lanzierer ja ohnehin eine Rückstellung bilden, die unabhängig vom Zahlungsfluss sowieso noch im betreffenden Jahr steuerwirksam ist.

Check 4: GSVG-Befreiung bis 31. Dezember 2017 beantragen Konträr zu Check 3 kann es auch sein, dass

K W

SVA-Beiträge zur Gänze vermeidbar sind. Selbständige können sich für das gesamte Jahr 2017 noch rückwirkend von der Beitragspflicht zur Kranken- und Pensionsversicherung der SVA ausnehmen lassen, wenn: • die selbständigen Einnahmen insgesamt nicht über 30.000 Euro zu liegen kommen und

Koproduktion der Ärztesteuerberater vom Team Jünger und der Team Tirol Steuerberater GmbH: StB Dr. Verena Maria Erian, StB Mag. Eva Messenlechner und StB Raimund Eller, v. l.

• der jährliche Gewinn daraus nicht mehr als 5.108,64 Euro ausmacht. Zudem darf in den letzten fünf Kalenderjahren nicht mehr als ein Jahr Sozialversicherungspflicht bestanden haben. Hinsichtlich der Krankenversicherung ist eine rückwirken-

Das Wichtigste ist, dass die Investitionsgü-

// Tipp: Lassen Sie von Ihrem Steuerberater

de Befreiung nur dann möglich, wenn noch

ter spätestens am 31. Dezember 2017 in Ihrem

einen Günstigkeitsvergleich unter Berück-

keine Leistungen aus der Krankenversiche-

Betrieb bzw. die begünstigten Anleihen jeden-

sichtigung aller relevanten Aspekte machen.

rung bezogen wurden. Der Antrag muss bis

falls spätestens am 31. Dezember 2017 auf Ih-

Dabei kann sich auch herausstellen, dass Sie

zum Jahresende eingebracht werden, damit

rem Depot sind. Neu ist, dass heuer nicht nur

mit dem Ansatz der Echtkosten günstiger

er für das laufende Jahr gilt.

Wohnbauanleihen, sondern nun auch wieder

fahren. Zudem ist zu bedenken, dass auch bei

bestimmte andere Wertpapiere der Begünsti-

der Pauschalvariante ein Teil der Echtkosten

gung zugänglich sind.

zusätzlich als so genannte Werbungskosten

Check 5: GSVG-Befreiung bis 31. Dezember 2017 checken

von eventuellen Gehaltseinkünften abgesetzt

ab, dass eine der Grenzen wider Erwarten

Check 7: Steuerplanung für Pauschalierer: Bis zu 23,44 Prozent steuerfrei kassieren

überschritten wird, so kann dies bis zu acht

Es ist möglich, die Ausgaben pauschal in Hö-

ne doppelte Haushaltsführung und Familien-

Wochen nach Ergehen des maßgeblichen

he von 12 Prozent der Einnahmen anzuset-

heimfahrten in Frage. Zahlen Sie solche Rech-

Steuerbescheides gemeldet werden. Erfolgt

zen. Dies macht immer dann Sinn, wenn die

nungen jetzt und tätigen Sie entsprechende

keine rechtzeitige Meldung, so kommt es zu

tatsächlichen Ausgaben geringer sind als die

Vorauszahlungen.

einem Strafzuschlag von 9,3 Prozent.

12-Prozent-Pauschale. Bei Tätigkeitsvergü-

// Tipp: Ob so oder so – rechtzeitig melden

tungen an wesentlich beteiligte Gesellschaf-

zahlt sich aus.

ter, vermögensverwaltender, beratender

Check 8: Elektroautos – ein Gewinn auf ganzer Linie

(technisch oder kaufmännisch), schriftstel-

Steht bei Ihnen eine Kaufentscheidung für

lerischer, vortragender, wissenschaftlicher,

ein neues Auto an, so empfehlen wir auch

unterrichtender oder erzieherischer Tätig-

ein Elektroauto mit ins Kalkül zu ziehen.

keit reduziert sich dieser Pauschalsatz auf 6

Elektroautos unterliegen weder der NoVA

Auf Basis der Planung und Maßnahmen ge-

Prozent.

noch der motorbezogenen Versicherungs-

mäß Check 1 – 4 können Sie mit dem Gewinn-

Zusätzlich ist ein Gewinnfreibetrag in Hö-

steuer. Zudem gibt es Förderungen für den

freibetrag (GFB) auch heuer wieder bis zu 13

he von 13 Prozent (maximal 3.900 Euro)

Betrieb mit Ökostrom. Aber das absolute

Prozent Ihrer Gewinne steuerfrei lukrieren,

möglich. Werden nun zuerst die 12 Prozent

Highlight ist: Den Dienstnehmern können

wenn Sie entsprechend investieren. Alles, was

von den Einnahmen und vom Rest sodann

Elektroautos auf Betriebskosten steuerfrei

Sie dazu brauchen, ist eine entsprechende

nochmals 13 Prozent abgezogen, so ergeben

(ohne abgabenpflichtigen Sachbezug) zur

Berechnung von Ihrem Steuerberater. Dann

sich daraus insgesamt 23,44 Prozent der Ein-

Verfügung gestellt werden. Interessant ist

heißt es nur noch investieren und kassieren.

nahmen, die so ganz legal jedenfalls steuer-

die Sache insbesondere dann, wenn der Ehe-

Begünstigt sind Neuanschaffungen abnutz-

frei bleiben. Neben diesen Pauschalsätzen

partner im Betrieb beschäftigt ist. Von die-

barer, körperlicher Anlagegüter (Ausnahmen:

können zusätzlich bestimmte tatsächlich

sem reinen Dienstnehmerfahrzeug ist dann

Luftfahrzeuge, PKW und Software) und be-

getätigte Ausgaben wie Sozialversiche-

zudem nicht einmal ein Privatanteil auszu-

stimmte Wertpapiere. Weitere Voraussetzung

rungsbeiträge, Personalausgaben und auch

scheiden. Bitte konsultieren Sie vor der kon-

ist die Einhaltung einer vierjährigen Behal-

Steuerberatungskosten in Abzug gebracht

kreten Umsetzung unbedingt Ihren persön-

tefrist.

werden.

lichen Steuerberater.

Hat man nun schon einen solchen Antrag gemäß Check 4 eingebracht und zeichnet sich

Check 6: Hochrechnen, investieren und 13 Prozent kassieren

50

eco.nova

werden können. Dafür kommen insbesonde-

W d g li fi V U s fi t m d g D B V

re Fachliteratur, Mitgliedsbeiträge, Aus- und Fortbildungskosten sowie auch Kosten für ei-

W n

E r m s s U E le e v

U


Denk gut geplant ist

halb ERLEDIGT.

Kalkulierbares Wagnis Wer ein Unternehmen führt, kennt die Risiken, die den Betrieb zu allen geschäftlichen Einflüssen empfindlich stören können. Zumindest das finanzielle Risiko kann hier mit einer Versicherung minimiert werden. UNIQA Österreich bietet maßgeschneiderte Lösungen an, die die finanzielle Substanz nach unerwarteten Ereignissen erhalten. Den meisten Unternehmern ist bewusst, dass bereits ein kleiner Schaden große Auswirkungen haben kann. Doch trotzdem gibt es immer noch Betriebe, die im Fall der Fälle ohne Versicherungsschutz da stehen.

Welche Risiken sollten Unternehmen jedenfalls absichern Eine Haftpflicht und eine Feuerversicherung zählen zu den Pflichtrisiken, die man mit einer Versicherung abdecken sollte. Wichtig ist auch eine Betriebsunterbrechung, weil ein Ausfall des Unternehmers auch einen Ausfall des Einkommens bedeuten kann. Empfehlenswert sind zudem eine Rechtschutz-, eine private Kranken- sowie eine Unfallversicherung.

Mögliche Bausteine auf einen Blick Schäden

am und im Gebäude samt Inhalt, zum Beispiel durch Feuer und Blitzschlag, Naturereignisse, Leitungswasser, Einbruchdiebstahl inklusive Vandalismus, Glasbruch

Wenn

Ihr Betrieb durch einen Sachschaden angehalten wird, erhalten Sie für die Dauer der Unterbrechung einen Ersatz. Zum Beispiel bei Feuer, Einbruch- und Leitungswasserschäden.

Schützen

Sie sich vor den Kosten, die durch unerwartete Schäden an Ihren elektronischen oder elektrischen Geräte und Anlagen entstehen – von der Registrierkasse bis zur großen Produktionsmaschine.

Unsere

Haftpflichtversicherung erfüllt berechtigte Ansprüche und wehrt unbegründete Forderungen ab, die gegen Ihren Betrieb geltend gemacht werden. Versichert sind Personen-, Sach- und Vermögensschäden.

Unternehmer

sind einem höheren Prozessrisiko ausgesetzt. Ob der Streit mit dem Lieferanten oder ein Kunde, der die Zahlung verweigert, unsere Rechtsschutzversicherung spart Ihnen Nerven, Zeit und Geld.

Im

Betrieb versagt die Kühlanlage. UNIQA Österreich ersetzt die kaputte Ware.

Ihr

Unternehmen befördert Waren und Güter mit einem Kraftfahrzeug? Die Transportversicherung unterstützt Sie zum Beispiel bei Beschädigung, Verlust oder Diebstahl der Ware.

Botenberaubung:

Ob der Bote auf dem Grundstück oder während des Transportweges beraubt wird – Ihr Geld und Ihre Wertsachen sind gut abgesichert.

Die Betriebsbündelversicherung bietet eine Vielzahl an unterschiedlichen Bausteinen, die sehr individuell auf Ihren Betrieb zugeschnitten werden können. Nutzen Sie daher die Möglichkeit mit einem Berater über ihre ganz persönliche Absicherung zu sprechen.

Interessiert? Wir sind gerne für Sie da: UNIQA Österreich Versicherungen AG Landesdirektion Tirol Ing. Etzel - Str. 9 6020 Innsbruck Tel.: +43 512 5332

UNIQA Österreich Versicherungen AG, Untere Donaustraße 21, 1029 Wien, Sitz: Wien, FN 63197m Handelsgericht Wien, DVR: 0018813


eco.steuern

Check 9: Kilometerstand

Für Weihnachtsfeiern und andere Betriebs-

Bitte notieren Sie am 31. Dezember 2017 den

feiern sowie für Betriebsausflüge können pro

Kilometerstand Ihres Autos. Dies ist für steu-

Mitarbeiter jährlich bis zu 365 Euro steuer-

errelevante Berechnungen sehr nützlich. Da-

und sozialversicherungsfrei abgesetzt wer-

mit kann für den Fall einer Steuerprüfung

den. Zudem darf jeder Mitarbeiter pro Jahr

eine Prophylaxe zur Verteidigung der ange-

Sachgeschenke im Wert von 186 Euro von sei-

setzten Autokosten erfolgen.

nem Dienstgeber steuerfrei im Rahmen von

Check 10: Reisekosten abrechnen

// Achtung! Bargeld ist ausgenommen. Lö-

Feierlichkeiten entgegennehmen. sung: Gutscheine.

Bitte verwenden Sie dazu entsprechende

Auch die Bezahlung von Prämien für die Zu-

Checklisten. So können Sie sicherstellen, dass

kunftssicherung der Mitarbeiter (z. B. Er- und

Ihnen auch wirklich nichts durch die Lappen

Ablebensversicherungen) ist bis zu 300 Euro

geht. Auch Besorgungsfahrten, Fahrten zu

pro Jahr und pro Mitarbeiter steuerfrei und

Vorstellungsgesprächen und zum fachlichen

voll betrieblich absetzbar. Es ist der Gleich-

Erfahrungsaustausch etc. sind beruflich bzw.

heitsgrundsatz einzuhalten, das heißt, solche

betrieblich veranlasste Reisen. Checken Sie,

Zuwendungen können nur allen zusammen

ob Sie hier auch wirklich keine Fahrt verges-

oder nach bestimmten Kriterien festgelegten

sen haben.

Mitarbeitergruppen angeboten werden. Ähn-

Zunamen sowie Ihr Geburtsdatum bei der

// Tipp: Um bei so genannten Mischreisen (z.

liches gilt für Direktzahlungen an Kindergär-

Einzahlung bekannt geben. Da Ihr Name mit

B. einer beruflichen Reise wird ein Privat-

ten und Kinderkrippen für die Kinder Ihrer

den Daten aus dem Melderegister abgeglichen

urlaub angehängt oder umgekehrt) den be-

Mitarbeiter. Hier liegt die Grenze bei jährlich

wird, empfiehlt sich, die Schreibweise exakt

trieblichen Teil steuerlich unterzubekommen,

1.000 Euro pro Kind.

sollte die vorrangige berufliche Veranlassung sowie das Vorliegen getrennter Reiseabschnitte dokumentiert und belegt werden.

Check 14: Betreuung und Ausbildung von Kindern

jener auf dem aktuellen Meldezettel anzupassen. Via Finanzonline besteht die Möglichkeit, sich schon vor Abgabe der Steuererklärung zu informieren, ob eine korrekte Datenüber-

Auch dafür gibt es unter bestimmten Voraus-

mittlung erfolgt ist. Kontrollieren Sie daher

setzungen einen steuerlichen Absetzposten

rechtzeitig, ob alles korrekt gemeldet wurde,

Schenkungen zwischen nahen Verwandten in

von bis zu 2.300 Euro für die Kinderbetreu-

und veranlassen Sie bei der empfangenden

einem Wert von mehr als 50.000 Euro inner-

ung bzw. von bis zu 1.320 Euro bei auswärtiger

Organisation gegebenenfalls entsprechende

halb eines Jahres und zwischen Fremden von

Berufsausbildung pro Kind und Jahr. Für die

Korrekturen. Bei Spenden ist es das Einfachs-

mehr als 15.000 Euro innerhalb von fünf Jah-

Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten

te, wenn Sie diese vom Betriebskonto tätigen.

ren sind meldepflichtig. Die Meldepflicht ist

muss die Betreuung durch eine pädagogisch

Damit liegen Betriebsausgaben vor, die nach

innerhalb von drei Monaten wahrzunehmen

qualifizierte Person erfolgen. Die Betreuungs-

wie vor im Zuge der Buchhaltung ohne das

und trifft sowohl den Geschenkgeber als auch

person muss das 18. Lebensjahr vollendet ha-

ganze Brimborium steuerwirksam geltend ge-

den Geschenknehmer. Bei Nichtmeldung

ben und eine Ausbildung zur Kinderbetreu-

macht werden können.

kann es Strafen von bis zu 10 Prozent der Zu-

ung und Kindererziehung im Mindestausmaß

wendung setzen. Haben Sie eine solche Mel-

von 35 Stunden nachweisen. Da die erforderli-

depflicht übersehen, so können Sie innerhalb

che Zahl an Ausbildungsstunden 2017 erhöht

eines Jahres nach Ablauf der Meldefrist noch

wurde, dürfen gemäß einer Übergangsrege-

Check 16: Registrierkasse abschließen: Jahresbeleg mit App herunterladen

eine strafbefreiende Selbstanzeige einbringen.

lung die Kosten für das gesamte Jahr 2017

Der Monatsbeleg Dezember muss aus-

Check 12: Veranlagungsfreibetrag nützen

dennoch angesetzt werden, wenn die fehlen-

gedruckt, aufbewahrt und mit der Be-

den Stunden bis zum 31. Dezember 2017 nach-

legcheck-App geprüft werden. Bei dieser Ge-

geholt werden.

legenheit können Sie auch gleich die ebenso

Steuerzahler, die ausschließlich über Einkünf-

// Tipp: Sorgen Sie auch hier rechtzeitig für

vorgeschriebene Quartalssicherung des letz-

te aus unselbständiger Tätigkeit verfügen,

entsprechende Maßnahmen und Nachweise

ten Quartals 2017 auf einem externen Daten-

können pro Jahr bis zu 730 Euro außerhalb

(Kindergartenbestätigung, Inskriptionsbestä-

träger vornehmen.

eines Dienstverhältnisses dazuverdienen, oh-

tigung, Schulbesuchsbestätigung etc.).

Check 11: Schenkungen melden

ne dies in ihrer Steuererklärung angeben zu

Check 17: Rückführung von Depots aus der Schweiz und aus Liechtenstein

Sie solche Rechnungen noch heuer beglei-

Check 15: Spenden & Co. – exakte Angabe von Namen und Geburtsdatum

chen, ohne dass es für den Empfänger zu ei-

Für Spenden, Kirchenbeiträge, Beiträge zur

nymen Abgeltung von Zinserträgen seit

ner Steuerbelastung kommt.

freiwilligen Weiterversicherung und zum

heuer nicht mehr bestehen, empfehlen wir

// Tipp: Achten Sie auf eine korrekte Rech-

Nachkauf von Versicherungszeiten gilt ab

zur Vermeidung einer steuerlich komple-

nungslegung zur steuerlichen Absetzbarkeit.

2017 ein verpflichtender automatischer Da-

xen Veranlagung eine Rückholung nach

tenaustausch zwischen der empfangenden

Österreich. Passiert dies noch 2017, können

Organisation und der Finanzverwaltung. Da-

Sie ab 2018 wieder von der automatischen

zu müssen Sie seit Anfang 2017 Ihren Vor- und

Endbesteuerungswirkung profitieren. Bei

müssen. Haben solche Personen für Ihr Unternehmen Leistungen erbracht, so können

Check 13: Weihnachtsfeier und -geschenke 52

eco.nova

Nachdem die Steuerabkommen zur ano-


eco.steuern

ro vermindert sich der absetzbare Betrag kontinuierlich, bis bei 60.000 Euro davon nichts mehr übrig bleibt. // Achtung! Diese Begünstigung gilt auf Grund der Steuerreform 2016 nur noch für bis einschließlich 2015 verwirklichte Sachverhalte. Diesbezügliche Sonderausgaben können noch bis einschließlich 2020 steuerlich berücksichtigt werden. Neuabschlüsse bzw. neue Maßnahmen ab 2016 gehen bereits jetzt völlig ins Leere. // Tipp: Sonderausgaben soll jener Partner tragen, der das geringere Einkommen erzielt.

Check 23: Energieabgabenvergütung für 2012 noch heuer beantragen Ob auch Dienstleistungsbetriebe eine Ener-

land ist allerdings schon zu hinterfragen, ob

Check 20: Spekulieren mit Steuertiming

der Verbleib der Papiere im Ausland trotz

Kursgewinne aus Kapitalveranlagungen sind

bezüglich ein Verfahren beim Europäischen

des erhöhten Verwaltungsaufwandes nicht

steuerpflichtig. Kursverluste können aus-

Gerichtshof (EuGH) anhängig. Falls die Sa-

doch lukrativer ist.

schließlich mit Gewinnen aus Kapitalver-

che positiv ausgeht, sollten auch Dienstleis-

mögen verrechnet werden. Ein Vortrag ins

tungsbetriebe für das Jahr 2012 unbedingt

nächste Jahr ist nicht möglich.

bis spätestens 31. Dezember 2017 einen An-

// Tipp: Bei bereits eingetretenen oder abseh-

trag auf Vergütung stellen. Dies ist deshalb

Wie in den Medien berichtet, müssen Ban-

baren Kursverlusten ist eine gezielte Kom-

wichtig, da ein solcher Antrag gemäß dem

ken bei Privatkrediten die seit 2015 existenten

pensation mit Kursgewinnen im selben Jahr

Energieabgabenvergütungsgesetz spätes-

Negativzinsen an die Kreditnehmer weiter-

möglich.

tens bis zum Ablauf von fünf Jahren gestellt

sehr profitablen Veranlagungen im Aus-

Check 18: Zinsen von der Bank zurückholen

geben. Da einige Banken seither die verein-

gieabgabenvergütung bekommen sollen, ist schon seit Jahren strittig. Derzeit ist dies-

werden kann.

aufgeschlagen haben, wurden insbesondere

Check 21: Geld vom Finanzamt zurückholen

bei CHF-Krediten mitunter deutlich zu hohe

Steuerpflichtige, die keine selbständigen Ein-

Am 31. Dezember 2017 endet die siebenjähri-

Zinsen eingehoben. Laut einem OGH-Judi-

künfte haben und nicht zur Abgabe einer Ein-

ge Aufbewahrungspflicht für die Unterlagen

kat müssen die betroffenen Banken diese

kommensteuererklärung verpflichtet sind,

des Jahres 2010. Das heißt, beim Weihnachts-

nun an die Kreditnehmer zurückzahlen. Eini-

können freiwillig eine so genannte Arbeit-

putz können Sie jedenfalls aus steuerlicher

ge Banken haben versichert, dass die zu viel

nehmerveranlagung beim Finanzamt einrei-

Sicht alle Unterlagen aus 2009 und Vorjahren

eingehobenen Zinsen auf die jeweils betrof-

chen und so steuerlich absetzbare Ausgaben

entsorgen. Gleich nach Silvester können Sie

fenen Kreditkonten der Kunden automatisch

geltend machen. Dies kann bis zu fünf Jahre

dann auch mit den 2010er-Belegen ein Feuer-

rücküberwiesen werden. Sicherheitshalber

rückwirkend gemacht werden. Somit ist es

werk machen.

empfehlen wir allen privaten Kreditneh-

heuer noch möglich, bis ins Jahr 2012 zurück

// Achtung! Ausnahme: Für Unterlagen zu

mern, ihre Zinsabrechnungen ab 2015 laufend

Steuern zu sparen.

Immobilien gilt eine zwölfjährige Behalte-

zu prüfen und eventuelle Ansprüche an die

Heuer neu ist die Möglichkeit einer soge-

frist. In bestimmten Fällen (nichtunterneh-

Bank zu stellen.

nannten automatischen Arbeitnehmerveran-

merische Grundstücksteile mit Vorsteuer-

lagung. Sollten Sie davon betroffen sein und

abzug) verlängert sich diese Frist sogar auf

stellt sich nun heraus, dass es doch weitere

22 Jahre. Immobilienunterlagen betreffend

steuerlich absetzbare Positionen gibt, so kön-

Neuzugänge, Instandhaltungen und In-

Verluste aus einer Beteiligung an einem ver-

nen Sie innerhalb einer Frist von fünf Jahren

standsetzungen ab 2002 sind auf Grund der

lustbringenden Unternehmen oder einer Lie-

dennoch ohne Weiteres eine Steuererklärung

Immobilienertragsteuer im Privatbereich

genschaftsvermietung (Vorsorgewohnung,

abgeben. In der Folge entscheidet die Finanz

gar für immer und ewig aufzubewahren.

Bauherrenmodell) können steuerlich abge-

unter Berücksichtigung Ihrer Erklärung neu.

Zudem müssen Unterlagen für ein anhängi-

barte Zinsmarge einfach auf den Wert null

Check 19: Verlustbeteiligungen

setzt werden.

Check 24: Ballast abwerfen

ges behördliches oder gerichtliches Verfah-

// Tipp: Suchen Sie sich ein Projekt nach Ih-

Check 22: Aus dem richtigen Topf nehmen

rem Geschmack und lassen Sie es vor Unter-

Kranken-, Unfall- und Lebensversicherungen,

// Tipp: Darüber hinaus sollten freilich wich-

fertigung auf steuerliche Verwertbarkeit prü-

Wohnraumschaffung und -sanierung, jun-

tige Geschäftsunterlagen wie Kauf-, Miet-,

fen. Bedenken Sie bitte auch, dass es sich hier

ge Aktien und Genussscheine können, wenn

Leasingverträge mit aktueller Gültigkeit,

um Veranlagungen mit erheblichem Risiko

auch sehr eingeschränkt, steuerlich verwertet

Lohn- und Gehaltsverrechnungsunterlagen

handeln kann.

werden. Ab einem Einkommen von 36.400 Eu-

etc. aufbewahrt werden.

// Achtung: Die Finanz akzeptiert nicht alles!

ren jedenfalls auch weiterhin aufbewahrt werden.

eco.nova

53


eco.steuern

Fruchtgenuss und Steuern Der Einsatz von Fruchtgenussrechten als Gestaltungsvariante im Zusammenhang mit Immobilienvermögen erfreut sich vor allem im familiären Bereich großer Beliebtheit. Durch Zurückbehaltung eines Fruchtgenussrechts ist es beispielsweise möglich, Vermögen noch zu Lebzeiten zu verteilen, ohne auf die Einkünfte daraus zu verzichten. Umgekehrt sind auch viele Motive für die Zuwendung von Früchten unter Zurückbehaltung der Vermögenssubstanz denkbar. Die Zurückbehaltung oder Gewährung von Fruchtgenussrechten hat immer auch eine Reihe von steuerlichen Konsequenzen, die in die Gestaltungsüberlegungen mit einbezogen werden sollten. // TEXT: SIEGHARD HASLWANTER & ANDREAS KAPFERER

einer gesetzlichen Unterhaltsverpflichtung übertragen wird, ist für die Frage der Einkünftezurechnung zum Fruchtgenussberechtigten nicht von Bedeutung. // Wesentliche Kriterien: Der Fruchtgenussberechtigte muss über die Einkunftsquelle maßgeblich disponieren können (ist in der Regel bei langfristig dauervermieteten Wohnungen mangels Einflussnahme- bzw. Dispositionsmöglichkeiten nicht der Fall). Dem Fruchtgenussberechtigten muss jedenfalls die uneingeschränkte und unwiderrufliche Dispositionsbefugnis über die Einkunftsquelle eingeräumt werden

A

(die Möglichkeit der jederzeitigen Beendigung des Fruchtgenussrechts aus wichtigen Gründen ist schädlich; eine Scheidungsklauus steuerlicher Sicht wird

wirtschaftliche Eigentum, aber auch auf ein

sel in der Form, dass im Falle der Scheidung

zwischen Vorbehaltsfrucht-

Mietrecht oder ein Nutzungsrecht bezie-

der Fruchtgenuss endet, ist unschädlich).

genussrechten und Zuwen-

hen. Die Zurechnung der Einkünfte muss

Die Einräumung eines bloß obligatorischen

dungsfruchtgenussrechten

daher nicht mit der Zurechnung der zur Ein-

Fruchtgenussrechts mit Notariatsakt ist

unterschieden. Von einem Vorbehaltsfrucht-

kunftserzielung eingesetzten Wirtschaftsgü-

ausreichend, eine Eintragung im Grundbuch

genussrecht spricht man, wenn jemand

ter zusammenfallen.

ist nicht erforderlich. Eine Fruchtgenuss-

das zivilrechtliche Eigentum an einer Sa-

Die Einkünfte aus einem Fruchtgenuss-

bestellung auf einen Zeitraum von zehn

che überträgt und sich im Zuge dessen das

recht sind nur dann dem Fruchtgenussbe-

Jahren wird üblicherweise als ausreichend

Fruchtgenussrecht an der Sache zurückbe-

rechtigten zuzurechnen, wenn er auf die

angesehen. Im Rahmen des Nettofruchtge-

hält; übertragen wird also das Eigentum an

Einkünfteerzielung Einfluss nimmt, indem

nusses sind vom Fruchtgenussberechtigten

der Sache, das Recht auf die volle Nutzung

er am Wirtschaftsleben teilnimmt und die

insbesondere Erhaltungsaufwand, Abga-

der Sache wird nicht übertragen und bleibt

Nutzungsmöglichkeiten nach eigenen In-

ben und Zinsen in Zusammenhang mit dem

beim bisherigen Eigentümer. Demgegenüber

tentionen gestaltet. Dazu gehört zum ei-

Mietobjekt zu tragen; dass die Übernahme

wird bei einem Zuwendungsfruchtgenuss-

nen, dass der Fruchtgenuss für eine gewisse

der laufenden Kosten in der Fruchtgenuss-

recht einem anderen ein Fruchtgenussrecht

Dauer bei rechtlich abgesicherter Position

vereinbarung nicht ausdrücklich geregelt

entgeltlich oder unentgeltlich eingeräumt,

bestellt sein muss, und zum anderen, dass

ist, ist unschädlich, weil sich diese Verpflich-

während die Sache selbst im zivilrechtlichen

die Fruchtgenussbestellung nach außen hin

tung bereits aus dem Zivilrecht ergibt.

Eigentum des bisherigen Eigentümers ver-

erkennbar ist. Von besonderer Bedeutung

bleibt; es wird also das Recht auf die volle

ist außerdem, dass der Fruchtgenussberech-

Nutzung der Sache übertragen, nicht jedoch

tigte die Aufwendungen im Zusammen-

das Eigentum.

hang mit dem Gegenstand des Fruchtge-

Wer kann die Absetzung für Abnutzung (AfA) geltend machen?

nusses trägt und ihm somit lediglich der

Grundsätzlich steht die AfA nur dem wirt-

Nettoertrag verbleibt (Nettofruchtgenuss).

schaftlichen Eigentümer zu, da nur diesen

Ist Gegenstand des Fruchtgenussrechts eine

der Wertverzehr trifft. Da bei Fruchtgenuss-

Grundsätzlich sind Einkünfte aus Immo-

Immobilie (Mietobjekt), erzielt der Fruchtge-

verhältnissen regelmäßig der Fruchtgenuss-

bilien demjenigen zuzurechnen, dem auch

nussberechtigte Einkünfte aus Vermietung

besteller wirtschaftlicher Eigentümer bleibt,

die Einkunftsquelle zuzurechnen ist. Die

und Verpachtung. Ob die Einkunftsquelle

ist auch nur dieser berechtigt, eine AfA gel-

Einkunftsquelle kann sich dabei auf das

entgeltlich, unentgeltlich oder in Erfüllung

tend zu machen. Voraussetzung dafür ist

Wem sind die Einkünfte aus der Immobilie zuzurechnen?

54

eco.nova


jedoch, dass bei ihm überhaupt eine Einkunftsquelle anzunehmen ist. Das ist beim entgeltlichen Zuwendungsfruchtgenuss regelmäßig der Fall. Beim unentgeltlichen Zuwendungsfruchtgenuss hat

© DIE FOTOGRAFEN

eco.steuern

der Fruchtgenussbesteller hingegen keine Einkunftsquelle und kann somit keine AfA vom Fruchtgenussgegenstand (dem Mietobjekt) absetzen. Ähnlich ist die Situation beim Vorbehaltsfruchtgenussrecht. Hier „verliert“ der Fruchtgenussberechtigte (und ehemalige Eigentümer) die AfA, da das wirtschaftliche Eigentum und damit auch der Wertverzehr auf den neuen Eigentümer und Fruchtge-

Mag. Sieghard Haslwanter, Steuerberater bei Deloitte, und Mag. Andreas Kapferer, LL.M., Partner bei Deloitte

nussbesteller übergehen. Dieser kann ebenfalls keine AfA geltend machen, da er keine Einkunftsquelle hat. Allerdings bietet der Fiskus in diesem Fall einen Ausweg: Leistet der Fruchtgenussberechtigte dem Fruchtge-

sein. Eine Steuerpflicht als private Grund-

mit die Gegenleistung erhöhen, aber auch al-

nussbesteller eine Zahlung für Substanz-

stücksveräußerung könnte im Zusammen-

leine für sich die Gegenleistung im grund-

abgeltung in Höhe der bisher geltend ge-

hang mit der Veräußerung oder Ablöse von

erwerbsteuerlichen Sinn darstellen. Bei Er-

machten AfA, dann ist diese Zahlung beim

Fruchtgenussrechten vorliegen, wenn der

werben im Familienverband ist jedoch nie

Fruchtgenussberechtigten abzugsfähig; der

übertragende Fruchtgenussberechtigte wirt-

die Gegenleistung die Bemessungsgrundlage,

Fruchtgenussbesteller erzielt Einnahmen

schaftlicher Eigentümer der Immobilie ist.

sondern in der Regel der Grundstückswert.

in Höhe der Substanzabgeltung, die mit der

Die Einräumung eines Zuwendungsfrucht-

Die Ausführungen beziehen sich auf den Re-

Umsatzsteuerpflichtige Leistung bei Vorbehalts- und Zuwendungsfruchtgenuss?

gelfall, in dem der Fruchtgenussbesteller wirt-

Das Zurückbehalten eines Vorbehaltsfrucht-

schaftlicher Eigentümer der Immobilie bleibt.

genussrechts bei Übertragung einer Immobi-

Gebühren bei Fruchtgenussrechten an Immobilien?

Insbesondere dann, wenn der Fruchtgenuss-

lie stellt keinen Leistungsaustausch dar und

Grundsätzlich unterliegen entgeltlich einge-

berechtigte neben dem bloßen Nutzungs-

löst keine Umsatzsteuerpflicht aus. Die un-

räumte Fruchtgenussrechte, sofern eine Ur-

recht auch die Chance auf die Wertsteigerung

ternehmerische Nutzung der Immobilie er-

kunde errichtet wird, einer Rechtsgeschäfts-

hat bzw. das Risiko der Wertminderung trägt

folgt auch nach der Übertragung durch den

gebühr von zwei Prozent. Unentgeltlich

und er eine Veräußerung der Immobilie er-

Fruchtgenussberechtigten (es erfolgt kein

eingeräumte Fruchtgenussrechte lösen keine

wirken kann sowie ein Veräußerungs- und

Vermieterwechsel). Eine Eigenverbrauchs-

Gebührenpflicht aus.

Belastungsverbot begründet ist, kann der

besteuerung wird durch den Vorbehalt des

Fruchtgenussberechtigte auch wirtschaftli-

Fruchtgenusses nicht ausgelöst.

cher Eigentümer der Immobilie und folglich

Erfolgt die Einräumung eines Zuwendungs-

zum Abzug der AfA berechtigt sein.

fruchtgenussrechts an einem Mietobjekt

Steuerliche Gestaltungsmöglichkeit durch „Einkommenssplitting“

unentgeltlich und trägt der Fruchtgenussbe-

Die gängigste Einsatzmöglichkeit von

rechtigte lediglich die ihm auferlegten Lasten,

Fruchtgenussrechten an vermieteten Immo-

liegt kein umsatzsteuerpflichtiger Leistungs-

bilien ist die Verlagerung von Einkünften zur

austausch vor; eine Eigenverbrauchsbesteu-

Nutzung des progressiven Einkommensteu-

Einkommensteuerlich ist relevant, ob das

erung wird diesfalls ausgelöst. Erfolgt die

ertarifs. Beim Einsatz von unentgeltlichen

Fruchtgenussrecht zur Nutzung überlassen,

Einräumung eines Zuwendungsfruchtge-

Fruchtgenussrechten ist zu beachten, dass

auf einen Dritten übertragen oder auf dieses

nussrechtes entgeltlich, liegt hingegen eine

eine etwaige AfA weder vom Fruchtgenuss-

endgültig verzichtet wird. Wird ein Frucht-

grundsätzlich umsatzsteuerbare Leistung

berechtigten noch vom Fruchtgenussbestel-

genussrecht zeitlich beschränkt überlassen,

vor, die der Vermietung und Verpachtung von

ler bemessungsgrundlagenmindernd geltend

bleibt die Einkunftsquelle (mit Einkünften

Grundstücken gleichzustellen ist.

gemacht werden kann. Um eine etwaige AfA

AfA auf den Fruchtgenussgegenstand (dem Mietobjekt) verrechnet werden können.

Welche steuerlichen Folgen hat eine Ablöse des Fruchtgenussrechts?

aus Vermietung und Verpachtung) erhalten.

genussrechts unterliegt für sich nicht der Grunderwerbsteuer.

steuerlich nutzen zu können, bietet sich da-

Fruchtgenussrechts eine Veräußerung dar.

Grunderwerbsteuer bei Vorbehalts- und Zuwendungsfruchtgenuss?

Der Vorteil aus der Veräußerung führt nicht

Die Schenkung von Liegenschaften gegen

nuss an.

zu Einkünften aus Vermietung und Verpach-

Vorbehalt eines Fruchtgenussrechts stellt

Die steuerlichen Fragestellungen im Zu-

tung. Nach aktueller Rechtslage kann die

einen Erwerbsvorgang nach dem Grunder-

sammenhang mit Fruchtgenussrechten an

Veräußerung eines Fruchtgenussrechts als

werbsteuergesetz dar; Fruchtgenussrechte

Immobilien sind sehr komplex, weshalb die

Spekulationsgeschäft innerhalb der Speku-

zählen zu den „vorbehaltenen Nutzungen“.

Einbeziehung eines steuerlichen Beraters an-

lationsfrist von einem Jahr steuerpflichtig

Ein Vorbehaltsfruchtgenussrecht kann da-

zuraten ist. // www.deloitte-tirol.at

Verzichtet jedoch der Fruchtgenussberechtigte auf sein Recht, stellt diese Aufgabe des

her eine Zahlung für Substanzabgeltung beim Vorbehaltsfruchtgenuss bzw. eine Entgeltszahlung beim Zuwendungsfruchtge-

eco.nova

55


eco.steuern

Schenken mit Vorteil Die Weihnachtsfeier steueroptimal gestalten. // TEXT: STB. LUCA DI VALENTINO

F

ür viele Unternehmer ist es Tra-

er bzw. Körperschaftsteuer mindern. Sollten

dition, für ihre Mitarbeiter eine

die Zuwendungen die angeführten Freibe-

Weihnachtsfeier zu gestalten

träge übersteigen, hat der Dienstgeber die

und in diesem Zuge ihre Wert-

darauf entfallenden Lohnnebenkosten zu

schätzung gegenüber jedem Einzelnen zum

entrichten.

Ausdruck zu bringen. In diesem Zusammenhang ist es auch durchaus üblich, sich bei

Kundengeschenke

den Dienstnehmern mit Geschenken für

Pflegen von Geschäftsbeziehungen, ein

deren Leistungen zu bedanken. Auch gegen-

Zeichen der Anerkennung für die gute Zu-

über Kunden und Geschäftspartnern möch-

sammenarbeit oder lediglich als kleine Auf-

ten sich viele Unternehmer mit Geschenken

merksamkeit – die Motive für das Beschen-

und kleinen Aufmerksamkeiten für die gute

ken von Kunden können vielfältig sein. Aus

Geschäftsbeziehung bedanken.

Sicht des Finanzamtes stellen diese Ausga-

Zur Vermeidung etwaiger unangenehmer

ben aber grundsätzlich steuerlich nicht ab-

steuerlicher und sozialversicherungsrecht-

ziehbare Ausgaben dar. Lediglich für den

licher Folgen im Zusammenhang mit den

Fall, dass dem Kunden oder Geschäftspart-

Geschenken und Betriebsveranstaltungen sollten die gesetzlichen Regelungen zu diesen Themen bedacht werden. Grundsätzlich stellt jeder unentgeltliche Vorteil, den ein

Stb. Luca Di Valentino Sparkassenplatz 5, 6020 Innsbruck www.divalentino.at

Dienstgeber dem Dienstnehmer gewährt,

ner Geschenke aus Gründen der Werbung überlassen werden, sind diese Kosten steuerlich abzugsfähig, sofern die Geschenke geeignet sind, einen Werbewert zu erzielen (zum Beispiel bei Kugelschreibern, Kalen-

nämlich einen steuerpflichtigen Bezug des

den Sachzuwendungen darf es sich um keine

dern, Kaffeetassen oder Feuerzeugen, auf

Dienstnehmers dar. Für gewisse Veranstal-

individuelle Entlohnung handeln, weshalb

denen ein Firmenlogo oder eine Aufschrift

tungen und dabei gewährte Zuwendungen

die Übergabe von Geschenken an einzelne

angebracht sind).

hat der Gesetzgeber allerdings Begünstigun-

Mitarbeiter steuerlich nicht begünstigt ist.

gen vorgesehen.

Die Abhaltung einer gesonderten Betriebs-

Umsatzsteuer

veranstaltung ist laut Meinung der Finanz-

Sachzuwendungen an Mitarbeiter unterlie-

verwaltung keine Voraussetzung für die steu-

gen dann der Umsatzsteuer, wenn der Ein-

Betriebsveranstaltungen sind für Dienstneh-

erfreie Gewährung von Sachzuwendungen.

kauf zum Vorsteuerabzug berechtigt hat,

mer bis zu einem jährlichen Betrag von 365

Als Sachzuwendungen gelten neben her-

sofern nicht nur kleine Aufmerksamkeiten

Euro pro Mitarbeiter abgaben- und steuer-

kömmlichen Geschenken auch Gutscheine

wie Schokolode oder andere Kleinigkeiten

frei. Zu diesen zählen vor allem Betriebsaus-

und Geschenkmünzen, die nicht in Bargeld

vorliegen. Gesetzlich wird dies unter dem

flüge, Weihnachtsfeiern oder sonstige Fir-

abgelöst werden können. Keine steuerli-

Tatbestand der Eigenverbrauchsbesteuerung

menveranstaltungen. Die Teilnahme an der

che Begünstigung besteht jedoch, wenn den

subsumiert.

Betriebsveranstaltung muss allen Dienst-

Mitarbeitern als Geschenk Bargeld über-

Auch die Kundengeschenke unterliegen der

nehmern bzw. einem bestimmten Kreis von

reicht wird.

Umsatzsteuer, sofern ein Vorsteuerabzug

Betriebsangehörigen offenstehen. Als Nach-

Sollte die Summe der Kosten für die Ge-

möglich war. Von dieser Regelung ausge-

weis gegenüber der Finanzbehörde sollte ei-

schenke eines Jahres den Freibetrag von 186

nommen sind Warenmuster oder Geschenke

ne Teilnehmerliste vorgelegt werden, damit

Euro überschreiten, stellen die darüber hin-

geringen Wertes (die Grenze liegt bei 40 Euro

die Anzahl der Mitarbeiter feststellbar ist.

ausgehenden Sachzuwendungen steuer- und

netto pro Jahr und Geschäftspartner). Auf-

Sollten die Kosten der Betriebsveranstaltung

sozialversicherungspflichtige Bezüge des

wendungen für geringe Werbeträger

die Grenze von 365 Euro pro Mitarbeiter

Dienstnehmers da. Sollte im selben Jahr ein

(z. B. Kugelschreiber mit Logo) sind vernach-

übersteigen, wird nur der darüber hinaus-

Firmen- oder Dienstjubiläum bestehen und

lässigbar und nicht in die 40-Euro-Grenze

gehende Betrag steuer- und sozialversiche-

der Dienstnehmer dabei ebenfalls eine Sach-

einzurechnen.

rungspflichtig, da es sich bei dieser Grenze

zuwendung von seinem Dienstgeber erhal-

um einen Freibetrag handelt.

ten, dann können in diesem Jahr zusätzlich

Betriebsveranstaltungen

Sachzuwendungen

186 Euro steuerfreie Sachzuwendungen vom Dienstnehmer bezogen werden.

Für Geschenke anlässlich einer Betriebsver-

Aus Sicht des Dienstgebers stellen die Ausga-

anstaltung gilt ein jährlicher Freibetrag in

ben für Betriebsveranstaltungen und Sach-

Höhe von 186 Euro pro Mitarbeiter. Dabei

zuwendungen stets Betriebsausgaben dar,

sind die Kosten sämtlicher Geschenke eines

die als freiwillige Sozialaufwendungen die

Kalenderjahres zusammenzurechnen. Bei

Bemessungsgrundlage der Einkommensteu-

56

eco.nova

FAZIT

Kundengeschenke sind grundsätzlich steuerlich nicht abzugsfähig und unterliegen der Umsatzsteuer. Betriebsveranstaltungen und Sachzuwendungen können Sie innerhalb bestimmter Grenzen ohne steuerliche Folgen durchführen.


promotion

Verlässlicher Partner

© HOLY

Seit nahezu 150 Jahren ist die Volksbank Tirol der finanzwirtschaftliche Nahversorger in der Region. Von Beginn an stand dabei die „Pflege des mittelständischen Geschäfts im Handel und Gewerbe“ im Mittelpunkt. Diesen Schwerpunkt hat sich die Volksbank Tirol erhalten und trägt ihren traditionellen Werten Freiheit und Verantwortung bis heute Rechnung.

Vorstandsvorsitzender-Stellvertreter Mag. Martin Holzer, Vorstandsvorsitzender Mag. Markus Hörmann und Vorstand Werner Foidl. Das Vorstandstrio der Volksbank Tirol ist sich einig: „Als Unternehmer-Bank konzentrieren wir uns auf die Finanzierung der Tiroler Wirtschaft.“

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ie Gründung eines neuen Unternehmens ist in vielerlei Hinsicht eine große Herausforderung, eben-

so wie die Selbstständigkeit an sich – die Volksbank Tirol ist Ihr regionaler Partner für sämtliche finanziellen Belange. Als etablierte Tiroler Regionalbank sind wir gesellschaftlich verantwortlichem Handeln verpflichtet

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eco.nova

57


Zukunft Bildung & Innovation

Strategische Pfeiler für das digitale Zeitalter

D

ie Datenberge wachsen immens.

liche Institutionen als Treuhänderinnen von

Ununterbrochen werden mehr

Daten und Algorithmen walten. Zudem brau-

Daten produziert als verarbeitbar

che es eine digitale Agenda als Grundlage für

sind. Von den meisten über uns gesammel-

neue Jobs und die künftige digitale Gesell-

ten Daten wissen wir gar nicht, dass sie exis-

schaft. Neue Bildungskonzepte sollten stärker

tieren. Dirk Helbing, einer der führenden

auf kritisches Denken, Kreativität, Erfinder-

Komplexitätsforscher, war Anfang Oktober

und Unternehmergeist ausgerichtet sein und

als Keynote-Speaker bei einer QIBB-Fach-

die Ausbildung sollte den verantwortungs-

tagung in Innsbruck. Im Gespräch mit eco.

vollen Umgang mit digitalen Technologien

nova ließ er keinen Zweifel daran, dass Big

vermitteln. Wissenschaft, Wirtschaft, Politik

Data und künstliche Intelligenz die Schlüs-

und Bildungseinrichtungen müssten der Ge-

sel zu wichtigen Innovationen sind und

sellschaft dieses Wissen zur Verfügung stellen.

enormes Potenzial bergen, die wirtschaft-

Partizipative Plattformen sollten es erleichtern, sich selbstständig zu machen und eigene

liche Wertschöpfung zu steigern. Helbing ist Mitautor des digitalen Manifests – einer Strategie für das digitale Zeitalter. Der gelernte Physiker und Soziologe warnt darin vor dem Ende der Demokratie und macht zugleich Mut, mit Ideen für eine Demokratie 2.0 auf Basis von informeller Selbstbestimmung von der personalisierten Gesundheitsvorsorge bis zu nachhaltigen Städten. „Dazu

Prof. Dr. Dirk Helbing ist seit 2007 Professor für Computational Social Science am Department für Geistes-, Sozial- und Politikwissenschaften sowie Mitglied des Informatikdepartments der ETH Zürich. Seit Juni 2015 ist er assoziierter Professor an der Fakultät für Technik, Politik und Management an der Technischen Universität Delft, wo er die Doktorandenschule „Engineering Social Technologies for a Responsible Digital Future“ leitet.

Projekte und Services weltweit zu vermarkten sowie Ressourcen zu verwalten. Eine digitale Mitmachgesellschaft könnte entstehen, die es schafft, die Zivilgesellschaft zu mobilisieren. Die Kombination von mehreren Lösungen könnte uns zu einem neuen Wachstumsgesetz führen, dem „kombinatorischen Wachstum“, wie Helbing es nennt. Mit Open Source kann eine Sharing Eco-

brauchen wir ein nachhaltiges Wirtschaftssystem. Der sozioökonomische Rahmen

nomy entstehen, in der auf die Selbstorga-

muss angepasst werden, um die Errungen-

Top-down-Kontrolle nicht mehr. Zugleich

nisation jedes Einzelnen gebaut wird. Dazu

schaften der Gesellschaft, wie Demokratie

schwindet das Vertrauen der Gesellschaft in

müssten die gesammelten Daten geöffnet

und Menschenwürde in Zusammenhang mit

die Politik mehr und mehr, denn existenzielle

und für jeden zugänglich gemacht werden.

der Datensammlung von jedem Einzelnen,

Probleme wie Krieg, Klimawandel oder Terro-

Das würde einen gewaltigen Innovations-

nicht in Gefahr zu bringen. Durch Verfolgen

rismus konnten nicht gelöst werden. Helbing

schub bewirken und die gesetzliche Über-

aller Aktivitäten, die digitale Datenspuren

vertritt die These, dass es an uns liegt, die so-

regulierung würde der Vergangenheit ange-

hinterlassen – zum Beispiel beim Einkau-

genannten „Warrooms“, wie er die Schaltzen-

hören. Voraussetzung für den innovativen

fen – entsteht ein gläserner Bürger. Durch

tralen der Mächtigen nennt, in „Peacerooms“

Dateneinsatz wäre ein geeigneter Ehren-

die Verwendung persönlicher Daten kann

zu verwandeln. Dazu brauchen wir einen

kodex, den zumindest all jene anerkennen

künstliche Intelligenz mittlerweile lernen,

neuen Ansatz: „Alle sollen Nutzen aus den ge-

müssten, die Zugang zu sensiblen Daten und

unsere Entscheidungen zu manipulieren.“

sammelten Daten ziehen und Zugriff darauf

Algorithmen erhalten, zitiert der Wissen-

haben. Es braucht nicht nur eine große digi-

schaftler aus seinen Thesen: „So könnten

tale Transformation, sondern begleitend auch

wir es schaffen, die derzeit herrschende In-

Für das Management einer modernen und

eine gesellschaftliche und wirtschaftliche, in

formationsasymmetrie auszugleichen.“ Da-

innovativen Gesellschaft sind bessere Infor-

der Dezentralisierung und Diversität eine gro-

zu nennt Dirk Helbing ein Beispiel aus der

mationen, offene Daten für alle und mehr

ße Rolle spielen werden“, schickt Helbing vo-

Natur: „Der Regenwald wirft nach einiger

Selbstständigkeit gefragt, um künstliche In-

raus. Dieser Ansatz schafft den Rahmen für

Zeit Blätter ab, die den Humus für weiteres

telligenz zum Wohl der Gesellschaft nutzen

eine kollaborative Intelligenz und lässt viel

Wachstum bilden. Diesen ‚digitalen Humus’

zu können. Die großen Player (Google, Face-

Freiheit für Kreativität.

müssen wir uns zu Nutze machen, um einen

book ...) sowie der Staat sind mit dem Wissen

Um ausreichend Transparenz und Vertrauen

neuen Wirtschafts-, Ökonomie- und Finanz-

aus Big Data Jahre voraus, schaffen aber die

zu schaffen, sollten führende wissenschaft-

kreislauf entstehen zu lassen.“

Innovation statt Manipulation

// TEXT: MARION WITTING

58

eco.nova


eco.zukunft

ECO.MMENTAR

ehr geht Arbeiten, bis nichts m Dr. Bernhard Huter, Dr. Wolfgang Sterzinger, Dr. Gerhart Handle und Dr. Stefan Neuhüttler

„Die Orthopäden“ 20 Jahre Gemeinschaftspraxis für Orthopädie und Traumatologie

I

n der Medizin ist Beständigkeit ein wichtiger Faktor bei der ehrlichen Betreuung von Patienten. Bereits 1997 gründeten Dr. Bernhard Huter und Dr. Wolfgang Sterzinger in Innsbruck die erste

Der Begriff Burnout sagt, wenn man ihn wörtlich übersetzt, bereits alles – ausgebrannt sein. Und es kann jeden treffen.

Gemeinschaftspraxis für Orthopädie und orthopädische Chirurgie.

Günther Wurm, Consultant, Business Pool Austria

Aufgrund des guten Zulaufes wurde die Praxis im Jahr 2003 durch Dr. Gerhart Handle ergänzt, 2010 folgte die Übersiedelung an den Boz-

abermals erweitert.

A

Im Mittelpunkt der medizinischen Betreuung steht der Mensch als Ge-

können, geht lange alles gut. Dann reicht oft ein kleiner Aus-

samtheit, wobei sich in den letzten Jahren die konservative und opera-

löser – eine alleinerziehende Mutter, die Kind, Haushalt und

tive Behandlung der Arthrose als Mittelpunkt der Tätigkeit herauskris-

einen 40-Stunden-Job gemeistert hat, schafft es plötzlich

tallisierte. Als operative Konsequenz bildete sich daraus ein Zentrum

nicht mehr, morgens aufzustehen. Weil einfach keine Kraft

für Endoprothetik.

mehr da ist. Der Chef, der Topleistungen erbringt, immer ein

Neben internen und externen Fort- und Ausbildungen im In- und Aus-

offenes Ohr für seine Mitarbeiter hat und kein Fußballtrai-

land konnten „Die Orthopäden“ eine Spezialisierung im Bereich der

ning von seinem Sohn verpasst, bricht zusammen, weil er ei-

Implantationen von Kunstgelenken – insbesondere Hüft- und Kniege-

nes Morgens seine Tasche nicht finden kann. Burnout kann

lenke – erreichen. Die Endversorgung mit einem künstlichen Hüft- oder

jeden treffen.

Kniegelenk sollte jedoch erst am Ende der Behandlung stehen. Zu Be-

Das sind keine Einzelfälle: Angenommen wird, dass bis zu

ginn wird neben physiotherapeutischen Möglichkeiten mit muskulärer

zehn Prozent der Erwerbstätigen an Burnout leiden – bei einer

Trainingstherapie im hauseigenem Therapiezentrum versucht, knor-

deutlich höheren Dunkelziffer. Zudem hat auch diese psychi-

pelaufbauende, schonende Medikamente in das Arthrosegelenk zu in-

sche Erkrankung viele Gesichter. Ursprünglich war häufig in

filtrieren. Neben Hyaluronsäure kommen hier auch Eigenblutinjektio-

sozialen oder pädagogischen Berufen die Rede von Burnout,

nen(ACP) zur Verwendung. Bei völliger Resistenz der Beschwerden bzw.

auch Menschen in leitenden Positionen erhielten häufiger die

schwerer Arthrose (Gelenksverschleiß) bietet sich schließlich nur noch

Diagnose. Heute wird von Burnout-Erkrankungen aus allen

der Ersatz des Gelenks an. Hierbei werden moderne Techniken wie

Berufsfeldern berichtet. Seriöse Zahlen zur Häufigkeit von

minimalinvasive Zugänge (Amis-Methode, anteriorer Zugang) bei der

Burnout gibt es keine, es steht jedoch fest, dass sich Kran-

Hüft-TEP sowie personenspezifische Knieprothesenmodelle eingesetzt.

kenstandstage aufgrund psychischer Erkrankungen in den

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil für Patienten der Gemeinschafts-

vergangenen 20 Jahren verdoppelt haben.

praxis ist die ständige Erreichbarkeit der Ärzte. Die Praxis ist zwölf

Damit es gar nicht so weit kommt, dass die Akkus einmal so

Monate im Jahre geöffnet, an Grenzzeiten wie Weihnachten sind „Die

leer sind, dass „Mensch“ sich gar nicht mehr in Betrieb nehmen

Orthopäden“ zum Teil die einzige orthopädische Praxis, die geöffnet

lässt, sollte jeder auf sich und seine individuellen Bedürfnisse

hat. Bei Operationen sind zudem stets zwei Fachärzte für Orthopädie

achten. Aber auch Unternehmen können dazu beitragen, dass

anwesend, gearbeitet wird nach dem Vieraugenprinzip. Dadurch ver-

ihre Mitarbeiter kein Burnout erleiden. Eine geeignetes Ins-

mindert sich die Fehlerquote, die Qualität wird deutlich erhöht.

trument ist die Evaluierung der psychischen Belastung am Ar-

Insgesamt werden von den vier Fachärzten für Orthopädie rund 20.000

beitsplatz. Durch gezielte Fragestellung in einer quantitativen

Ordinationen pro Jahr durchgeführt. Das Credo, den gesamten Men-

Befragung können Gefahrenpotenziale erkannt und Maßnah-

schen und nicht nur das Gelenk zu sehen, hat sich über 20 Jahre be-

men dagegen abgeleitet werden. Die Folge sind weniger Kran-

währt. Das beweisen nicht zuletzt die insgesamt 150.000 behandelten

kenstandstage bei den Mitarbeitern, Kosteneinsparungen im

Patienten.

Betrieb sowie zufriedene und gesunde Mitarbeiter.

ner Platz ins Zentrum von Innsbruck. Zur Komplettierung des Spektrums und aufgrund der großen Nachfrage wurden „Die Orthopäden“ mit Dr. Stefan Neuhüttler, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie,

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ls eine der Hauptursachen für Burnout wird immer wieder der steigende Druck in der Gesellschaft genannt und trotz der Nebenwirkungen, die von

Schlafstörungen bis hin zu schweren Depressionen reichen

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ECO.MMENTAR

Da ist sie. Die neue Sau, die durchs mediale Dorf getrieben wird: Digitalisierung. Kaum ein Magazin oder eine Veranstaltung, wo es nicht um ihre Gefahren und Chancen für die Wirtschaft geht.

© FABIAN ISARA

allererst Digitalisierung ist zu ein Kulturthema

// TEXT: HANNES OFFENBACHER

K

önnen wir – haben wir – machen wir, tönt es da meist von den Podiumsdiskussionen runter und aus den Leitartikeln raus. Dass dabei die meisten nicht einmal sicher sagen könnten, wie viel Mbit Downloadge-

schwindigkeit ihr Smartphone schafft, kann vernachlässigt werden. Auch dass

Mit „Swarm Analytics“ setzten sich Michael Bredehorn (li.) und Georg Westner bei der 120-Sekunden-Chance durch.

DURCHGESETZT

glaubwürdig den Anschein zu erwecken, man gehöre zur Parade dazu.

S

Wirklich problematisch wird die Sache dann, wenn man wegen des ständigen

zu heben und die Gründung von Start-ups zu for-

Abschießens medialer Leuchtraketen weiterhin an der Oberfläche treibt, wäh-

cieren, brauche es die gezielte Zusammenarbeit von

rend an anderen Orten der Welt tief getaucht wird. Denn wir stehen an einem

Unternehmen, Ausbildungs- und Forschungseinrich-

Punkt der Transformation, dessen Ausmaß sich viele Führungskräfte, geprägt

tungen, Gesellschaft, Politik und Investoren, so Tal

von vielen Jahrzehnten der Stabilität und der linearen Weiterentwicklung, nicht

Catran, Accelerator-Experte aus Israel, und Tech-In-

annähernd vorstellen können. Denn: Die bis dato auf Informationsaustausch

dustry-Expertin Cathy White aus London. Beide

und Kommunikation (von Menschen) fokussierte digitale Vernetzung am Com-

waren als Vortragende beim Start-up-Festival ein-

puter und Smartphone beginnt sich nun in alle physischen Bereiche unserer

geladen, das Ende November in Innsbruck über die

Gesellschaft auszubreiten.

Bühne ging und im Zuge dessen die Sieger der Eu-

Das „Internet of Things“ (IoT) öffnet eine neue Dimension an Möglichkeiten

regio-weiten „120-Sekunden-Chance“ ausgezeichnet

für Produktionsprozesse und Geschäftsmodelle. Aber: Nur die wenigsten Un-

wurden. Seit Anfang Oktober nahmen in Tirol, Süd-

ternehmen und Institutionen werden in der Lage sein, diese für sich zu nutzen.

tirol und dem Trentino über 80 Start-ups und Unter-

Es fehlt ihnen schlicht an der notwendigen sozialen Software = Unterneh-

nehmen teil, Jury und Publikum wählten schließlich

menskultur.

das Tiroler Gründerteam „Swarm Analytics“ und de-

Jetzt mal ganz ehrlich (wie der Österreicher gerne Tacheles einleitet): Der Groß-

ren strategische Anlayse zu Big Data zur besten Ge-

teil der heimischen mittelständischen Wirtschaft und ihre Interessenvertre-

schäftsidee.

viele der selbsternannten Orakel noch nicht mal richtig bei Social Media angekommen sind, nachdem sie diese jahrelang als jugendliche Spielerei ignoriert hatten. Noch (immer) reicht es vielerorts aus, Worthülsen zu schleudern, um

tart-ups seien wesentliche Wachstumstreiber quer über alle Branchen, die technologische Innovationen vorantreiben und Beschäfti-

gungswachstum ermöglichen. Um diese Potenziale

tungen haben es gerade mal geschafft, eine Facebook-Seite einzurichten. Und selbst das hat Jahre gedauert. Die Mediennutzungskompetenz, Agilität im Management und Intensität der Kreativ- und Wissensarbeit, die notwendig ist, um die Potentiale der Digitalisierung zu erschließen, ist für die meisten eine unüberwindbare Mauer. Oder sagen wir es so: Digitalisierung läuft auf alter Software (in den Köpfen) nicht. Starre und damit langsame Hierarchien sind ebenso ungeeignet wie zentralisiertes Innovationsmanagement, interner Wissensaustausch via CC-verseuchter E-Mails und Sitzungen, bei denen eben alle sitzen, statt in Be-

INVESTITION IN UNIVERSITÄRE AUSGRÜNDUNGEN

wird es auch zunehmend schwierig werden, die notwendigen jungen Köpfe für

I

das Unternehmen zu begeistern. Die wollen weder alte Smartphones noch Ar-

gramm AplusB Scale-up sichern. Kürzlich nahm die

beitgeber, die es versäumt haben, Upgrades in der Unternehmenskultur zu ins-

neue Gesellschaft ihre Tätigkeit auf und begleitet

tallieren. Da geht was.

in Tirol technologieorientierte Start-ups mit hohem

wegung zu kommen. Digitalisierung ist zuallererst ein Kulturthema und damit initial Aufgabe der Unternehmensführung. Wird dort nicht rasch und entschlossen gehandelt,

m März dieses Jahres konnte sich das Konzept für die Gründungszentrum Start Up Tirol GmbH eine Förderzusage des Infrastrukturmi-

nisteriums in Höhe von 1,8 Millionen Euro im Pro-

Wachstumspotenzial bei der Geschäftsfeldentwick-

HANNES OFFENBACHER

Hannes Offenbacher ist Inhaber des Ideenstudios Mehrblick. www.mehrblick.at

lung. Das Land Tirol finanziert die Arbeit der Gründungszentrum Start Up Tirol GmbH mit 960.000 Euro. Damit stehen der Gesellschaft für ihre Arbeit in den nächsten fünf Jahren insgesamt rund 2,8 Millionen Euro an Finanzmitteln zur Verfügung.

60

eco.nova


promotion

Dynamische Weiterentwicklung Der vor kurzem begonnene Neubau des „Haus 14“ am Areal des Landeskrankenhauses (LKH) Hall in Tirol unterstreicht neuerlich den konsequenten Weg der tirol kliniken zur laufenden Erneuerung der Tiroler Gesundheits-Infrastruktur. Visualisierungen des Neubaus des „Haus 14“ im Landeskrankenhaus Hall i. T.

Zufahrtsbereich

Empfangs-, Informationsund Anmeldungsbereich

Magistrale (Brückenverbindung) – direkte und zügige Anbindung an das bestehende „Haus 10“

ZAHLEN – DATEN – FAKTEN

S

eit dem Spatenstich im Sommer

zu einem interessanten, sich ständig verän-

2017 wird ein weiterer signifikan-

dernden Fassadenbild. Das zweite und dritte

ter Schritt der Modernisierung der

Obergeschoss sind farblich auf das darunter-

Gesundheitsversorgung Tirols gesetzt. Die

liegende Stockwerk abgestimmt.

tirol kliniken werden mit der Umsetzung

Der Neubau wird mit dem bestehenden

dieses Krankenhaus-Neubaus die Synergie

Haus 10 durch eine offene und dadurch am

modernster Architektur mit zeitgemäßen

Tag natürlich beleuchtete Magistrale ver-

medizinischen Betreuungsmethoden ermög-

bunden, was das Zusammenwirken der an-

lichen.

liegenden Stationen und Bereiche zusätzlich

Die Entwurfsidee der Hinterwirth Architek-

erleichtern wird. Insgesamt wird das neue

ten Ziviltechniker OG aus Gmunden zeigt

„Haus 14“ 166 Stationsbetten und acht ta-

einen formschönen, kompakten und freund-

gesklinische Betten anbieten, im OP-Bereich

lichen Baukörper mit drei Geschossen, wobei

sind sechs Operationssäle vorgesehen.

das dritte Vollgeschoss etwas zurücksprin-

Die tirol kliniken investieren in den kom-

gen wird. Im Erdgeschoss (1. Obergeschoss)

menden Jahren im Auftrag des Landes Tirol

wird die Fassade mit farbigen Fensterele-

insgesamt ca. 70,5 Millionen Euro in diesen

menten gestaltet sein, durch Schiebeele-

Spitalsbau, der im 1. Quartal 2020 den Betrieb

mente bei den Patientenzimmern kommt es

aufnehmen wird.

Tirol Kliniken GmbH 100 % im Eigentum des Landes Tirol. Leitbetrieb der Gesundheitsversorgung in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino Kennzahlen 2016 • Umsatz: ca. 554 Mio. Euro • Standorte: - LandeskrankenhausUniversitätskliniken Innsbruck - Landeskrankenhaus Hall i. T. - Landeskrankenhaus HochzirlNatters (2 Standorte) - Landes-Pflegeklinik Tirol, Hall i. T. • Mitarbeiter: ca. 8.300 • Systemisierte Betten: 2.458 • ca. 57.000 operative und ca. 437.000 nichtoperative Einzelleistungen an stationären Patienten • ca. 1,9 Mio. Behandlungen (davon ca. 1,1 Mio. Diagnosen, Therapien) an ambulanten Patienten

eco.nova

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TIROL INNOVATIV

Im Auftrag der Planai-Hochwurzen-Bahnen in Schladming kreierte die idee GmbH die „Treppe ins Nichts“. Diese spektakuläre Aussichtsplattform lässt den Besucher über der Südwand des Dachsteins schweben und gibt neue Einblicke in die Dimension des Dachsteinmassivs.


Ideen, die zum Erlebnis werden Mit ihren Konzepten wollen sie den Menschen die Natur zugänglich machen und treffen damit voll ins Schwarze. Die Ausblicke sind alles andere als schwarz, sondern erÜffnen beeindruckende Welten. // TEXT: DORIS HELWEG


© ANDREAS FRIEDLE

eco.zukunft

Am Anfang stand VISCOPE, ein Fernrohr mit Mehrwert. Heute fassen die beiden Meteorologen und Geophysiker Marius Massimo und Norbert Span mit ihren visionären Ideen immer mehr Fuß in der Tourismusberatung und touristischen Masterplanung.

„WIR WOLLEN DEN MENSCHEN DIE VERSCHIEDENEN NATURSCHAUPLÄTZE NÄHERBRINGEN, WOLLEN DIE NATUR NOCH ERLEBNISREICHER MACHEN.“ Marius Massimo und Norbert Span

S

chon beim Abschluss ihres Stu-

Tiroler Zukunftsstiftung und Marius Mas-

Marius Massimo. Es folgten einige Indoor-

diums der Meteorologie und

simo als Geschäftsführer der Regionalent-

projekte wie das Seilbahnmuseum auf der

Geophysik hatten sie große

wicklung Landeck – entwickelten sie weitere

Nordkette oder in Ischgl sowie der Dach-

Ideen. Ein Gletschermuseum

Projekte. In der Freizeit und an Wochen-

stein Eispalast.

schwebte ihnen vor, und die Pläne waren in

enden konzipierten sie zum Beispiel das

Zusammenarbeit mit dem damaligen Ge-

Schneeflockenmuseum auf der Zugspitze

Die Natur zugänglich machen

schäftsführer der Stubaier Gletscherbahn

oder die Eis- und Gletscherausstellung für

Mit der Zeit wagten sich die beiden Alpinis-

auch schon recht weit gediegen. Doch es soll-

die Großglockner Hochalpenstraßen AG –

ten auch in den Outdoorbereich und entwi-

te dann doch nicht sein. Die beiden frischge-

faszinierende Erlebniswelten, die immer

ckeln seitdem beeindruckende Erlebniswel-

backenen Glaziologen Mag. Marius Massimo

mehr Gäste in die Berge locken.

ten wie den Panoramaweg samt Plattform in

und Dr. Norbert Span ließen sich aber nicht

Mit dem Siegerprojekt zum Wettbewerb

der Schlick oder inszenieren erlebnisreiche

entmutigen und konnten zumindest Teile ih-

des Naturparkhauses Kaunergrat wagten

Wanderwege wie den WildeWasserWeg im

res Konzeptes bei der Eis- und Gletscheraus-

sie dann endgültig den Schritt in die Selbst-

Stubai. „Wir wollen den Menschen die ver-

stellung auf der EXPO 2000 in Hannover für

ständigkeit. „Nachdem wir den Wettbewerb

schiedenen Naturschauplätze näherbringen,

die Zillertaler Gletscherbahnen umsetzen.

für das Naturparkhaus Kaunergrat gewon-

wollen die Natur noch erlebnisreicher ma-

Neben ihren beruflichen Tätigkeiten – Nor-

nen hatten, haben wir es beide riskiert und

chen. Gemeinsam mit unseren Auftragge-

bert Span als Bereichsleiter für Alpin in der

unsere Fixanstellungen gekündigt“, erzählt

bern entwickeln wir dabei für jedes Projekt

64

eco.nova


eco.zukunft

ein maßgeschneidertes Konzept, das sich

wonnen, der uns – sofern alle Stufen und

an den individuellen Rahmenbedingun-

Module umgesetzt werden – über mehrere

gen und den spezifischen Wünschen des

Jahre beschäftigen wird.“

Kunden ausrichtet. So entstehen Kon-

Der richtige Zeitpunkt, um an personel-

zepte, die die Idee zum ersten Mal greif-

le Aufstockung zu denken, schupfen sie

bar machen und zugleich Basis für eine

doch den Laden bislang immer noch zu

gestalterische Umsetzung sind“, erzählen

zweit. „Wir arbeiten bei der Projektum-

Massimo und Span.

setzung für den In- und Outdoorbereich

Ein Blick sagt mehr als 1.000 Worte

unterschiedlichsten Gewerken wie Multimedia, Bühnen- und Modellbau sowie Wissenschaft und Kunst zusammen. Das

ben sie doch vor knapp zehn Jahren den

Aufgabenspektrum für unsere Projekte

sogenannten VISCOPE entwickelt und

erstreckt sich dabei von der reinen Be-

ins Leben gerufen – ein Fernrohr, das

ratung bis hin zur Gesamtplanung und

neben einer beeindruckenden Aussicht

vollständigen Projektabwicklung.“ Als

auch spannende Informationen bereit-

richtige Allrounder haben sie aber nicht

hält. Das hochwertige Erlebnisfernrohr

nur Visionen und Konzepte im Kopf,

trachter Aussicht mit Mehrwert. Wie hoch ist der Gipfel? Wie heißt dieser Ort? In welche Region blicke ich am Horizont? In der optischen Erscheinung ähnlich einem herkömmlichen Fernrohr wartet das innovative Gerät mit individuellen Zusatznutzen auf. „Mit unseren optomechanischen Systemen können zusätzlich frei wählbare Grafiken oder Informationen in das

DER ERFOLG SCHEINT MARIUS MASSIMO UND NORBERT SPAN RECHT ZU GEBEN, HABEN SIE DOCH MIT IHREN IDEEN SO MANCHES AUSFLUGSZIEL ZU EINEM WAHREN ERLEBNIS WERDEN LASSEN.

sondern packen tatkräftig überall an, wo was zu tun ist. Das Mühen hat sich jedenfalls gelohnt, konnten sie doch im heurigen Sommer die im Jahr 2011 gewährte Beteiligung aus dem Start-upFonds der Tiroler Adlerrunde aus dem Cashflow zurückkaufen. Somit sind Marius Massimo und Norbert Span wieder jeweils 50-Prozent-Eigentümer der Idee Concept & Exhibition

Gesichtsfeld der Betrachter eingeblendet

Engineering GmbH. „Ziel für die nächs-

werden“, erklärt Norbert Span. Die Ge-

ten Jahre ist es, noch mehr in der touris-

räte funktionieren seit 2010 dank eines

tischen Masterplanung Fuß zu fassen,

ausgeklügelten Spiegel- und Linsensys-

Gesamtstrategien zu erarbeiten und zu

tems mit Tageslicht, benötigen keinen

analysieren, was Bestand ist und wo man

Strom und keine zusätzliche Beleuch-

sich als Tourismusbetrieb in den nächsten

tung. Immer mehr touristische Plätze in

Jahren hin entwickeln will. Dieser Trend

ganz Europa bieten ihren Gästen diese

ist gerade in unseren Tiroler Bergen schon

interessanten Ausblicke. „Wir verkaufen

seit längerem spürbar. Bergbahnen und

an die 25 bis 30 Stück pro Jahr, Tendenz

Wandergebiete werden sowohl für Ein-

steigend“, freut sich Massimo über den

heimische als auch für Touristen wesent-

regen Zuspruch.

lich attraktiver, es werden neue Welten

Gute Stimmungslage

für Betrieb oder Büro!

interdisziplinär mit Spezialisten aus den

Dabei denken sie durchaus visionär, ha-

eröffnet dem Be-

DIE PERFEKTE LÖSUNG

zugänglich gemacht und mit Aussichtsplattformen, Wasserspielen oder Museen

Generell haben sie keinen Grund zu kla-

der Berg zum Erlebnis gemacht. Das spült

gen, dürfen sie sich heuer über unzäh-

Geld in die Kassen der Bergbahnen, die

lige Aufträge freuen: „Die Stimmung ist

Umsätze der Sommersaison können da-

gut, der Tourismus boomt und mit dem

mit wesentlich gesteigert werden“, zeigen

Projekt Säntis in der Schweiz haben wir

sich die beiden Unternehmer optimistisch

zudem einen sehr großen Wettbewerb ge-

für die Zukunft. // www.idee.at

Auch für ADMs und Haushalte Überdachten, beleuchteten Ladebereich. • Transporthilfen (Hub- und Rollwagen). • Paket- und Warenannahmedienst, inkl. Verbringung in Ihre angemietete Lagerbox. • Papier-, Karton-, Kunststoff-, Holz-Entsorgungsinsel direkt vor Ort. • Keine Treppen, alles ebenerdig. • Zugangszeiten: Mo-So 5:00 - 22:00 Uhr

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65


eco.zukunft

TIROL INNOVATIV

Chillig sollte es sein Ulf Kattnig hatte den Markennamen Chillaz schon in der Tasche, bevor er genau wusste, was er damit anfangen würde. Dann ging es auf einmal ganz schnell. Aber keineswegs immer einfach. // TEXT: DORIS HELWEG

„WIR WOLLEN KLEIDUNGSSTÜCKE PRODUZIEREN, DIE MAN AM LIEBSTEN TÄGLICH TRÄGT, AUCH DANN NOCH, WENN DIE TEILE SCHON IHRE BESTEN TAGE HINTER SICH HABEN.“ Ulf und Sandra Kattnig

W

ir gehen wohl immer

Hose verkörpert sehr viel von uns.

den härteren Weg“,

Sie fühlt sich an wie eine bequeme

sind sich Ulf Kattnig

Jogginghose, sieht aber aus wie eine

und seine Frau und Ge-

ganz normale Denimhose mit Wasch-

Die gestrickte Denimhose verkörpert sehr viel von Chillaz und vom nachhaltigen Qualitätsanspruch an Funktionalität, Bequemlichkeit und Design.

Aus Leidenschaft und Überzeugung

schäftspartnerin Sandra schmunzelnd einig.

effekten. Die Stoffzusammensetzung

Möglichst nachhaltig zu agieren, das ist ihnen

ist qualitativ sehr hochwertig und die

Selbst Kletterer, sammelte Ulf Kattnig

wichtig, ebenso wie die bestmögliche Qualität

Waschung der Hosen erfolgt bei uns

ein paar Jahre lang in Hongkong inter-

für die Kunden zu kreieren. Dieses „Kreieren“

weitaus umweltschonender als bei

nationale Erfahrung im Textilbusiness

ist bewusst gewählt, denn bei Chillaz werden

herkömmlichen Waschungen. Das

und saß dabei vermutlich mehr im Flug-

insbesondere die Stoffe bei jedem Modell in-

neue Verfahren mit nur einem Wa-

dividuell zusammengesetzt. „Das ist wie bei

schprozess, der pro Hose 40 Liter

sehr intensiv. In Asien arbeiten die Men-

einem Küchenchef, der aus verschiedensten

Wasser einspart, kostet uns zwar

schen sieben Tage die Woche von neun

Zutaten ein wohlschmeckendes Gericht zau-

pro Hose um einen Euro mehr, ent-

Uhr morgens bis 23 Uhr nachts, danach

bert. Genauso stellen wir aus unterschied-

spricht aber bei weitem mehr unse-

geht man zum Beispiel in eine Kletterhal-

lichen, sehr hochwertigen Fasern Stoffe für

rer Ideologie“, verrät Ulf Kattnig.

le. Außer Arbeiten gibt es dort nicht viel.

unsere Kleidungsstücke zusammen, die sich

Der Ideologie zufolge werden nur

Da weiß man unsere Standards dann wie-

nicht nur angenehm anfühlen, sondern da-

hochwertigste Fasern wie Tencel

der sehr zu schätzen. Obwohl ich zugeben

rüber hinaus auch noch äußerst funktionell

oder Modal aus Lenzing sowie türki-

muss, dass Europa in einigen Belangen schon

sind.“ Denn es handelt sich bei Chillaz-Pro-

sche Baumwolle selbst verarbeitet, also stri-

etwas hinterherhinkt und da und dort schon

dukten nicht um irgendwelche Kleidungsstü-

cken, färben, weben und veredeln sowie in

etwas fortschrittlicher sein könnte“, so Kattnig.

cke, sondern um Klettermode im eigentlichen

weiterer Folge das Nähen der Kollektionen

Für Sportmode, für das Klettern, müsste man

Sinn. „Wobei wir schon sehr viele Kunden

erfolgt aus einer Hand in einem Werk in der

doch eigene Stoffe kreieren. So lautete sein

haben, die gar keine Kletterer sind, aber die

Türkei. „Es war nicht leicht, eine ideale Pro-

Angebot an einen großen Sportanbieter in

bequemen Kleidungsstücke sehr schätzen“,

duktionsstätte für unsere Stoffe und Nähar-

Deutschland. Sei nicht notwendig, zu teuer,

sagen die beiden.

beiten zu finden. Wir wollten nicht in Asien

hieß es. Und so war Ulf Kattnig dann ziemlich

produzieren, Rumänien und Moldawien ka-

schnell klar, das müsse er selbst in die Hand

men auf Grund der schlechten Arbeitsbedin-

nehmen. Und: Die eigens kreierte Kletterkol-

Neuester Renner ist eine gestrickte Denim-

gungen für uns auch nicht in Frage. Und so

lektion soll den Namen Chillaz tragen. Zurück

hose. Klingt eigenartig, ist aber ein modern

haben wir uns für ein Werk in der Türkei ent-

im heimatlichen Tirol gründete er im Jahr 2001

gestyltes Teil, das über das optische Highlight

schieden, näher ging es leider nicht“, erklärt

in einem Keller nahe Innsbruck mit seinem

hinaus hohe Funktionalität aufweist. „Diese

Ulf Kattnig.

Freund Florian Proxauf die Klettermarke.

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66

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zeug als ein Pilot. „Diese Jahre waren


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© ANDREAS FRIEDLE

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Ulf Kattnig und seine Frau und Geschäftspartnerin Sandra wollen nachhaltige wie bestmögliche Qualität für ihre Kunden kreieren.


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DER NAME CHILLAZ LEITET SICH VON „CHILLEN, ENTSPANNEN, RUHIG SEIN“ UND DEM GENIALEN KLETTERGEBIET „ZILLERTAL“ AB. „Wir wollen Kleidungsstücke produzieren, die man am liebsten täglich trägt, auch dann noch, wenn die Teile schon ihre besten Tage

RÄCH EXPERTEN IM GESP

Quantensprung ochrum in der Privatklinik H Neues Kernstück der Radiologie: der 3-Tesla-MRT

hinter sich haben.“ Mit diesem Anspruch, jeder Menge Innovationsgeist und dem Markennamen Chillaz gingen die jungen Wilden daran, ihre erste Kollektion zu entwerfen. 2003 kam Sandra und fand

Dr. Roland Prosser, Facharzt für Radiologie

nicht nur privat, sondern auch beruflich bei Chillaz ihre neue Heimat. Als Sportkletterin und Inhaberin eines Bergsportgeschäftes in Landshut zählte sie zu den ersten Kundinnen und gestaltete fort-

alleine geschupft, Ulf ist ins Auto gestiegen und zu den Händlern

S

gefahren, sogar ausgeliefert haben wir selbst. Mit Nebenjobs ha-

zwischen mit einer Magnetfeldstärke von drei Tesla, das entspricht

ben wir uns finanziell über Wasser gehalten“, erinnert sich Sandra

dem 60.000-Fachen des irdischen Magnetfeldes. In der Privatklinik

Kattnig an die harten Anfangsjahre. Aber auch jetzt stehen die Zei-

Hochrum steht Patientinnen und Patienten nun seit September

chen keineswegs auf Stillstand, sind die beiden doch gerade dabei,

ein solches Gerät zur Verfügung.

gemeinsam mit zwei Partnern aus den USA den amerikanischen

Mein Kollege Dr. Bernhard Heinzle und ich haben schon einige

Markt zu erobern. „Klettern ist ein weltweit wachsender Markt, in

Erfahrungen im Bereich Hochfeld-MRTs. Zudem hat unser Team

allen Großstädten werden immer mehr Kletterhallen errichtet. Und

bereits vor der Testphase spezielle Schulungen absolviert, denn

Klettern wird jetzt auch olympisch“, ist Ulf Kattnig überzeugt, dass

der Umstieg vom vorigen MRT auf den neuen Siemens Skyra 3T

Klettern auch in Zukunft einen wachsenden Markt darstellen wird.

ist ein Quantensprung. Das vorige Gerät hatte eine deutlich nied-

an die Entwicklung des Unternehmens vor allem in den Bereichen Marketing und Design tatkräftig mit. „In den ersten drei bis vier Jahren hätten wir noch nicht davon leben können. Wir haben alles

Immer der Zeit voraus

eit der Erfindung des ersten Magnetresonanztomografen in den Siebzigern hat dieses bildgebende Verfahren eine rasante Entwicklung durchlaufen. Die Geräte werden immer

leiser, leistungsstärker und schneller. Hochfeld-MRTs arbeiten in-

rigere Feldstärke von 0,35 Tesla und wurde vor allem für die Untersuchung von Gelenken und der Wirbelsäule verwendet. Das

Fast schon besessen von ihrem hohen Qualitätsanspruch entwi-

Einsatzgebiet des neuen 3-Tesla-MRT ist viel breiter, so können

ckelt und testet, probiert und designt das Team rund um Ulf und

jetzt zusätzliche Untersuchungen in verschiedenen medizini-

Sandra Kattnig jetzt schon die gut 190 Teile der Frühjahrskollek-

schen Fachgebieten angeboten werden. Im Mittelpunkt steht

tion 2019, „damit wir auch jede Saison das frischeste Design aus

immer die ausgezeichnete Bild- und Untersuchungsqualität. Vor

überlegen funktionellen Stoffen servieren können“, schmunzelt

allem die Unfallchirurgen schätzen die extrem hochauflösen-

Ulf Kattnig. Es wird nach wie vor viel experimentiert, immer wie-

de Darstellung. Durch die vergleichsweise kurze Bauweise und

der nach neuen Stoffzusammensetzungen und möglichst nach-

die große Öffnung des neuen 3-Tesla-MRTs fühlen sich Patienten

haltigen Fasern gesucht, denn was vielen vielleicht gar nicht so

während der Untersuchung deutlich weniger eingeengt und des-

bewusst ist: Baumwolle ist keineswegs nachhaltig. „Wir sind ei-

halb auch entsprechend wohler. Dazu trägt auch der stark redu-

gentlich bemüht, den Baumwollanteil zu reduzieren. Baumwol-

zierte Geräuschpegel bei.

le ist kein nachhaltiges Produkt, verbraucht 70.000 Liter Wasser

Der große Vorteil unserer Wahlarztpraxis ist, dass Patienten sehr

pro Kilogramm Stoff. Tencel und Modal aus Lenzing werden zum

rasch – meist sogar noch am selben Tag – einen Termin bekommen.

Beispiel aus dem Rohstoff Holz hergestellt und sind vor allem aus

Wir stehen sieben Tage die Woche zur Verfügung, denn unser Mot-

ökologischer Sicht eine weitaus hochwertigere Ware als Baumwol-

to ist: Schnell untersuchen, schnell behandeln, schnell zurück ins

le. Zudem handelt es sich um antibakterielle, sehr glatte Fasern, die

gewohnte Leben. So wurden bis jetzt schon über 500 Untersuchun-

sich auch sehr gut für die Verarbeitung eignen“, gewährt uns Katt-

gen durchgeführt. Die Kosten dafür werden jedoch nur von priva-

nig Einblicke in die Welt der Fasern und Stoffe. Solch hochwerti-

ten Kranken- und Unfallversicherungen übernommen – die staatli-

ge Fasern haben natürlich auch ihren Preis: „Wir sind nur dadurch

chen Sozialversicherungsträger kommen nicht dafür auf.

konkurrenzfähig, weil wir alles selbst machen, weben, stricken, färben und veredeln.“ Kreiert und designt wird in Tirol, produziert in der Türkei. Vertrieben werden die Chillaz-Teile in Europa über den Fachhandel, der jedoch seinerseits die Ware in Onlinestores anbietet. Dem stationären Handel zuliebe betreiben sie in Europa noch keinen eigenen Onlineshop, in den USA schon. Der Chillaz-Flagshipstore in Vomp ist freitags von 14 bis 20 Uhr geöffnet,

WEITERE INFORMATIONEN Privatklinik Hochrum Sanatorium der Kreuzschwestern Lärchenstraße 41, 6063 Rum Tel.: 0512/234-0 www.privatklinik-hochrum.com

samstags von 9 bis 12 Uhr. // www.chillaz.com

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Wo der Service anderer aufhört, fängt unserer erst an. I n n sb r u c k er B er g si lv ester

© Harald Voglhuber

Tirolissimo

Prämierte Projekte perfekt in Szene gerückt: Bereits zum neunten Mal realisierte Ganslhaut® die Veranstaltungstechnik für den Abend des Tiroler Werbepreises Tirolissimo.

Jedes Jahr verzaubert ein buntes Showprogramm das Publikum in der Innsbrucker Innenstadt. Seit 2008 sorgt Ganslhaut® mit Licht-, Ton und Videotechnik für einen unvergesslichen Jahreswechsel.

Isc hgl Wint e r Op e ni ng Conce r t

K i t z Race C l u b

Die Skisaison in Ischgl wird alljährlich mit dem „Top of the Mountain Opening Concert“ eröffnet – mit aufwendigem Bühnen-Setup und perfekt inszenierter Licht-, Ton und Videotechnik von Ganslhaut®.

Der KitzRaceClub ist der traditionelle Höhepunkt der Skiweltcup-Saison – Licht-, Ton und Videotechnik für eines der prestigeträchtigsten Events des Jahres in Tirol kommen von Ganslhaut®.

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ARBEIT IST KEIN … ABER TROTZDEM SCHÖN. TEXT: MARINA KREMSER


eco.zukunft

V

ielfach wird Arbeit als das lästige Übel zwischen den Wochenenden bezeichnet. Das ist einerseits all jenen ge-

genüber, die an den Wochenenden arbeiten, unfair und zweitens sehr kurzsichtig. Arbeit

kann auch Spaß machen. Und soll es. Gerade in einer Zeit, in der die Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit verschwimmen, ist es umso wichtiger, sich mit seinem Beruf wohl zu fühlen. Der Wert der Arbeit hat sich über die Jahrzehnte gewandelt. Ging es früher im wahrsten Sinne um die bloße Existenz und darum, sich sein Leben von Grund auf aufzubauen, ist das nicht erst mit der Generation Y anders geworden. Nur mit ihr hat die Entwicklung einen Namen bekommen. Die heutige

AUF DER EINEN SEITE RUFEN UNTERNEHMEN IHRE MITARBEITER ZURÜCK INS BÜRO, ANDERERSEITS VERLANGEN DIESE NACH MEHR FLEXIBLEM ARBEITEN.

HOME OFFICE VS. TEAMGEIST. RICHTIG ANGEGANGEN, FUNKTIONIERT BEIDES.

Generation ist im Umgang mit Arbeit durchaus entspannter, es geht nicht mehr nur darum, Geld zu verdienen, für die neue Art

Führungsverantwortung? Nein, danke. Weni-

der Mitarbeiter muss Arbeit vor allem eines:

ger Arbeit, mehr Leben: unbedingt!

nicht nur durch ihr Produkt, sondern auch

Sinn machen.

Das bringt folglich gravierende Veränderun-

in Richtung Arbeitsmarkt zur Marke werden.

gen für die alte Riege mit sich, gerade in Tirol

Nicht zuletzt durch ihre Unternehmenskul-

mit seinen vielen Traditions- und Familien-

tur. „Mitarbeiter und Unternehmer kommen

Mitarbeiter zu finden und sie in der Folge

betrieben. Die „alte“ Generation muss heute

immer mehr drauf: Geld allein macht nicht

auch zu halten, ist heute gar nicht mehr so

Entscheidungen treffen, von deren Ergebnis

glücklich. Vor allem in Bereichen, in denen

einfach. Und das liegt nicht nur am viel zi-

sie selbst wahrscheinlich gar nichts mehr

man bereits gut verdient. Mit den aktuellen

tierten Fachkräftemangel. Die so genannte

mitbekommt. Sie wurde unter der Prämis-

Umbrüchen entsteht ein neues Sinnden-

Generation Y (Why?) – also jene zwischen

se der Leistungsorientierung erzogen, die

ken. Wenn ein guter Mitarbeiter keinen Sinn

1980 und 1999 Geborenen – ist anspruchs-

heutige Generation hat eine gänzlich andere

mehr in seiner Arbeit sieht, kann man ihn

voller, sie hat aber auch einiges zu geben. Sie

Einstellung zur Arbeit ... und dem Leben ge-

auf monetärer Ebene vielleicht dazu mo-

möchten kreativ sein und flexibel, sie sind

nerell. Dieser Generationenwechsel wird zur

tivieren, noch ein paar Monate zu bleiben.

digitale Nomaden, ortsungebunden. Ziel-

Herausforderung für Unternehmen, für die

Mehr aber vermutlich nicht“, meinte Tom

vorgaben sind für sie in Ordnung, den Weg

es dringend Lösungen braucht. Alte Systeme

Stadlmeyr, Inhaber der Markenschmiede

dorthin möchten sie aber selbst bestreiten.

retten zu wollen, hat historisch betrachtet

Brandwerker und Mitbegründer des Berater-

Sie wissen um ihren Wert und sind dadurch

noch nie funktioniert.

kollektivs MIT ALLEN WASSERN, bereits vor

Die verwöhnte Generation?

wählerisch(er). Warum? Weil sie es können!

ding“ durchgesetzt. Unternehmen müssen

einiger Zeit in einem Interview dazu. Gültig-

Die heutige Generation kann sich mehr Frei-

Im Wandel der Zeit

heiten nehmen als frühere. Diese waren

Fakt ist: Die Arbeitswelt ist aktuell – wie vie-

Employer Branding orientiert sich deshalb

damit beschäftigt, sich ein Dach über dem

les – im Umbruch, auch wenn es die Gesetz-

grundsätzlich an zwei Dingen: Sinn und Ori-

Kopf zu schaffen. Der Leidensdruck muss-

gebung noch nicht ganz wahrhaben will und

entierung. Arbeitnehmer brauchen das Ge-

te früher sehr hoch sein, dass jemand den

der Realität zwei Schritte hinterherhinkt. Ar-

fühl, etwas Sinnvolles zu tun. Und sie müs-

Job geschweige denn die gesamte Branche

beit wird flexibler. Nicht nur in Bezug auf die

sen wissen, wo die Reise hingeht. Um als

gewechselt hat. Heute wird fast schon ein

Arbeitszeit. Nine-to-five ist nicht mehr. Oder

Arbeitgeber zur Marke werden zu können,

wenig zu voreilig gewechselt. Wenn der Job

nur noch selten und in bestimmten Bran-

braucht es viel Beschäftigung mit sich selbst.

nicht zu 100 Prozent passt, sind die jungen

chen. Auch das Machtverhältnis zwischen

Unternehmer müssen wissen, wofür sie und

Leute weg. Es ist die Abenteuerlust und die

Arbeitgeber und -nehmer kehrt sich immer

ihr Unternehmen stehen, wer sie sein und

Neugierde, die sie treibt. Manche von ihnen

mehr um. Der akute Fachkräftemangel führt

wo sie hin wollen. Das braucht Selbstrefle-

haben eine Wohnung geerbt, brauchen sich

dazu, dass sich die guten Köpfe ihre Jobs

xion und die Fähigkeit, sich einzugestehen,

um ihre Grundversorgung keine Sorgen zu

aussuchen können und nicht wie früher der

dass man sich gegebenenfalls ändern muss.

machen. Die neue Generation arbeitet teil-

Arbeitgeber aus vielen Bewerbern den pas-

Arbeitnehmer erwarten sich von einem Un-

weise nicht, weil sie zwingend muss, sondern

senden herauspicken durfte. Doch was be-

ternehmen ein gewisses Wertegerüst und

weil sie will. Sie musste nichts mehr auf-

deutet das?

nur wenn dieses mit dem eigenen überein-

bauen, hat den Wohlstand quasi geerbt. Das

Seit einigen Jahren hat sich auch hierzulan-

stimmt, kann es zu einer sinnvollen Zusam-

schlägt sich auch in der Arbeitswelt nieder.

de die Begrifflichkeit des „Employer Bran-

menarbeit kommen.

keit hat diese Erkenntnis allemal noch.

eco.nova

73


eco.zukunft

zu einem Unternehmen passt, sondern ob auch die Wertevorstellungen von Kandidat und Unternehmen zusammenpassen. Dafür muss man aber erst einmal wissen, was die eigenen Werte sind und diese auch kommunizieren können. Das setzt eine gewisse Öffnung nach außen voraus. Das ist der einzige Weg, um jene Mitarbeiter in das Unternehmen zu holen, die zum Unternehmen passen. Die Arbeitswelt ist im Wandel, vor allem auch, was die Art und Weise betrifft, wie wir arbeiten. Durch die technischen Fortschritte ist Arbeit vielfach unabhängig vom Ort, trotzdem ist das Büro noch immer mit dem Begriff „Arbeitsplatz“ konnotiert. Inwiefern finden die aktuellen Veränderungen tatsächlich auch strukturell statt? Das hängt natürlich stark vom jeweiligen Job ab. Es gibt bestimmte Arbeiten, die lassen sich schlichtweg nicht von zuhause aus erledigen. Hat man viel Kundenkontakt oder Parteienverkehr, muss man zu bestimmten Zeiten vor Ort sein. Was sich ändert, ist, dass durch vermehrtes projektbezogenes Arbeiten die Arbeitszeiten flexibler werden (müssen). Das geht über die viel zitierte Work-Life-Balance weit hinaus. Es geht dar-

Kultur unternehmen

sich immer wieder gezeigt, dass die Grund-

um, seinen Alltag – und der schließt Privates,

Wir sprachen mit Günther Wurm, Geschäfts-

sätze – wofür das Unternehmen steht – kon-

Beruf und Freizeit gleichermaßen mit ein –

führer von Business Pool Austria und damit

sequent und konsistent gelebt und auch

so zu gestalten, dass es mit dem eigenen Le-

ganz nah dran an Unternehmen, über die

eingefordert werden müssen. Unterneh-

bensentwurf zusammenpasst. Es gibt Men-

Wichtigkeit der Unternehmenskultur für die

menskultur ist nämlich die Menge der Ge-

schen, die arbeiten morgens zwei Stunden

Arbeit der Zukunft.

wohnheiten, in der sich ein Unternehmen

von zu Hause aus, kümmern sich dann um

von seiner Umgebung unterscheidet. Diese

die Familie und kommen nachmittags ins

ECO.NOVA: Nicht nur Arbeitnehmer müs-

Gewohnheiten spiegeln die gelebten Werte

Büro, wo sie dann auch bereit sind, länger zu

sen sich heute verkaufen, auch Arbeitgeber

des Unternehmens wider, die nach außen

bleiben, als es die Kernarbeitszeit eigentlich

müssen es. Was macht ein Unternehmen at-

und innen klar kommuniziert werden soll-

vorgäbe.

traktiv für künftige Mitarbeiter?

ten. Gerade für Familienunternehmen ist

GÜNTHER WURM: In erster Linie geht es

diese Konkretisierung nicht einfach, weil es

Glauben Sie, dass sich das Büro als Ort

darum, authentisch zu sein, also die Werte,

im Endeffekt die Werte der Eigentümer sind,

irgendwann auflösen wird?

die ich im Unternehmen festgeschrieben ha-

die zu Papier gebracht werden.

Jein. Das hängt stark von der jeweiligen Firmenkultur ab. Technisch ist heute schon

be, auch tagtäglich zu leben. Mitarbeiter merken sehr rasch, ob diese im wahrsten Sinne

Wissen, wofür man steht, setzt die ehrliche

vieles möglich, von der Videokonferenz bis

„Wert haben“ oder das Papier nicht wert sind,

Beschäftigung mit sich selbst voraus – et-

auf den Datenzugriff von mobilen Geräten

auf dem sie geschrieben stehen.

was, das für viele extrem schwierig ist. Und

aus. Die Technik ist de facto jener Teil, der

Arbeit macht. Wie sehr lassen sich Ihrer Er-

bereits am weitesten fortgeschritten ist, die

Wissen Unternehmer denn so genau, wofür

fahrung nach Unternehmen wirklich hinter

Frage ist also: Sind die Firmen dazu bereit,

sie wirklich stehen?

die Kulissen schauen? Gerade Familienun-

das Büro als Ort aufzugeben? Schließlich

Es gibt beides. Es gibt Unternehmen, die ih-

ternehmen gelten als sehr verschlossen.

ist es ein wichtiger Faktor, sich mit dem Un-

re Grundsätze nicht verschriftlicht haben

Schlussendlich ist es für Unternehmen es-

ternehmen, in dem man arbeitet, zu identi-

und diese sehr konsequent in der täglichen

senziell zu wissen, wer sie sind und wofür

fizieren. Einem Mitarbeiter die Werte eines

Arbeit leben. Es gibt aber auch jene, die ih-

sie stehen, unter anderem in Bezug auf das

Unternehmens zu vermitteln, wird ohne

re Grundsätze verschriftlicht und in Hoch-

Finden von Mitarbeitern. Hier gibt es den

persönlichen Kontakt nicht funktionieren.

glanzbroschüren abgedruckt haben, aber

Begriff des „culture fit“. Dabei geht es dar-

Hier kommt es stark auf die Führungskräf-

nicht leben. Aus der langjährigen Erfahrung

um, zu schauen, ob ein Mitarbeiter nicht nur

te an. Führen kann ich nur dann, wenn ich

mit Unternehmen, die wir in verschiedenen

aufgrund seiner beruflichen Qualifikation,

den Mitarbeiter – zumindest phasenweise –

Entwicklungsphasen begleiten durften, hat

seines Lebenslaufes oder seines Wohnortes

auch physisch im Haus habe. Es ist wichtig,

74

eco.nova


eco.zukunft

„UNTERNEHMENSKULTUR IST DIE MENGE DER GEWOHNHEITEN, IN DER SICH EIN UNTERNEHMEN VON SEINER UMGEBUNG UNTERSCHEIDET. DIESE GEWOHNHEITEN SPIEGELN DIE GELEBTEN WERTE DES UNTERNEHMENS WIDER, DIE NACH AUSSEN UND INNEN KLAR KOMMUNIZIERT WERDEN SOLLTEN.“ Günther Wurm, Businesspool

Teams aufzubauen, weil sich Mitarbeiter ei-

machen. Erfahrungsgemäß ist das allerdings

ner Gruppe zugehörig fühlen möchten. Und

nicht die Regel. Wenn sich die Werte des Mit-

man muss sich gegenseitiges Vertrauen erar-

arbeiters mit jenen des Unternehmens de-

beiten, um quasi außerhalb der „Sichtweite“

cken, wird der Mitarbeiter deutlich länger im

des Vorgesetzten zu arbeiten. Dafür braucht

Unternehmen bleiben. Die Wechselbereit-

es nicht zwingend das klassische Büro, wie

schaft der Mitarbeiter hängt sehr stark von

wir es kennen, aber es braucht zentrale Be-

Kommunikation und Qualität der Führung

gegnungszonen.

ab. Je glaubwürdiger die Führungskraft die

Fettzellen einfach schmelzen. Das klingt simpel, ist aber mittels KRYOLIPOLYSE unter medizinischer Leitung möglich. Die Cooltech-Behandlung ist ein schonendes, nichtinvasives Verfahren, das mit lokaler Kälteeinwirkung gegen Fettdepots arbeitet. Während dieser 70-minütigen Behandlung liegen Sie bequem auf der Liege. Nachdem der Behandlungskopf aufgesetzt wurde, wird im Behandlungsareal ein sanftes Vakuum erzeugt und kontrolliert Kälte abgegeben. Anschließend können Sie sofort wieder Ihrem gewohnten Alltag nachgehen.

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Werte des Unternehmens nach innen und Den Job fürs Leben gibt es heute praktisch

außen trägt, desto eher werden Mitarbeiter

nicht mehr. Die Menschen wechseln ihren

zu Markenbotschaftern des Unternehmens.

Arbeitsplatz teilweise im Jahrestakt. Lohnt

Zielsetzung ist es, Mitarbeiter emotional an-

sich die Mühe überhaupt, den Mitarbeiter

zusprechen und abzuholen, um sie möglichst

zu einem „Markenbotschafter“ des Unter-

langfristig an das Unternehmen zu binden.

nehmens zu machen, wie Sie es nennen?

Die Möglichkeiten für gut ausgebildete Fach-

Die Frage ist: Warum wechseln Mitarbeiter?

kräfte sind heute so groß, dass man sich als

In vielen Fällen passiert das deshalb, weil sie

Unternehmen anstrengen wird müssen, die

feststellen, dass Unternehmen nicht das bie-

besten Mitarbeiter zu halten bzw. für sich zu

ten, was sie versprochen haben – und hier

gewinnen.

geht es nicht ums Gehalt oder andere „hard facts“, sondern dass im Bewerbungsprozess

Sie haben das Thema Kommunikation an-

gemachte Versprechungen nicht gehalten

gesprochen, das für die Unternehmenskul-

werden. Das Gehalt ist ein Hygienefaktor

tur wahnsinnig wichtig ist. Dabei geht es

und sorgt somit dafür, dass keine Demotiva-

auch um Kritik und Kritikfähigkeit. Wie

tion entsteht.

ausgeprägt ist diese in Unternehmen?

Natürlich gibt es die Art von Mitarbeitern,

Es gibt Unternehmen, die sehr positiv sen-

die sehr schnell ihren Arbeitsplatz wechseln,

sibel auf das Thema reagieren und wirklich

um rasch den nächsten Karriereschritt zu

versuchen, die Dinge in geordnete Bahnen

eco.nova

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eco.zukunft

© SPAR

Kürzlich wurden mehr als 100 neue Lehrlinge im Rahmen einer zweitägigen Startveranstaltung bei SPAR willkommen geheißen. Neben den vielen Informationen zur SPAR-Lehrlingsausbildung folgte eine Exkursion in die Swarovski Kristallwelten nach Wattens. Mit insgesamt 300 Lehrlingen zählt die SPAR-Zentrale in Wörgl zu den größten Ausbildnern.

Im Zeichen der Lehrlingsausbildung Mit 2.700 Lehrlingen ist SPAR der größte Lehrlingsausbildner Österreichs. Erst kürzlich wurden wieder über 100 neue Lehrlinge eingestellt.

D

DIE ARBEITSWELT WIRD INDIVIDUELLER UND UNTERNEHMER MÜSSEN ENTSCHEIDEN, WIE VIEL SIE BEREIT SIND ZU GEBEN, OHNE IHRE IDENTITÄT ZU VERLIEREN. zu bringen, diese Kritik in Lösungsvorschläge überleiten, um damit eine Verbesserung der Unternehmenskultur herbeizuführen. Daneben gibt es Betriebe, die die Kritik zwar annehmen, aber trotzdem nichts unternehmen, wobei man klar sagen muss, dass die Sensibilität dafür steigt – eben auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels. Business Pool ist in Südtirol auch in der Personalsuche und -auswahl tätig und wir stellen immer mehr fest, dass gut ausgebildete Arbeitskräfte, so genannte A-Kandidaten, sich nur mehr bei Top-Unternehmen vorstellen, selbst wenn das Gehalt anderswo überdurchschnittlich und der Job noch so interessant wäre. Die Challenge für die Unternehmen wird zukünftig folglich sein, nicht nur ein positives Markenimage zum Kunden hin aufzubauen, sondern auch in Richtung Arbeitsmarkt.

ie Bandbreite der Ausbildung bei SPAR reicht von der klassischen Einzelhandels- bis zur Bürolehre. Insgesamt

Geht das nicht einher?

sind es 18 verschiedene Lehrberufe, die den jungen Mit-

Kurzfristig nicht zwangsläufig. Es kann durchaus sein, dass ich

arbeitern angeboten werden. Die Lehrlinge erwartet dabei eine um-

als Unternehmen einen hervorragenden Ruf bei meinen Kunden

fangreiche und intensive Ausbildung im Markt, bei Seminaren und

genieße, das Produkt top ist, Qualität und Preis stimmen, aber

in den eigenen SPAR-Akademieklassen in Kufstein. Diese verfolgen

gleichzeitig ein unattraktiver Arbeitgeber bin, wo das Drumhe-

mithilfe eines maßgeschneiderten, auf den Lebensmittelhandel

rum für die Mitarbeiter nicht stimmt, ich das aber zum Beispiel

abgestimmten Lehrplans eine qualitativ hochwertige Ausbildung.

versuche, durch gute Bezahlung zu kompensieren. Das wird

Darüber hinaus genießen die Lehrlinge verschiedene fachliche Zu-

kurzfristig zwar Mitarbeiter anlocken, die Fluktuation wird je-

satzausbildungen, denn SPAR will seinen Lehrlingen mehr bieten:

doch vermutlich ziemlich hoch sein. Und ja, mit großer Wahr-

Abwechslung, Herausforderung, Eigenverantwortung und Beloh-

scheinlichkeit wird irgendwann mein Produkt darunter leiden,

nung für gute Leistungen in Form von Prämien wie der Bezahlung

wenn ständig neue Mitarbeiter kommen, die Einschulungspha-

des B-Führerscheins. Das Unternehmen forciert auch das Modell

sen immer länger werden und die Motivation und Arbeitsmoral

„Lehre und Matura“.

nicht sonderlich hoch ist. Das braucht allerdings seine Zeit und wird nicht unmittelbar eintreten. Deshalb ist der Zusammen-

Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb

hang vielen Unternehmen (noch) zu wenig bewusst.

Die SPAR-Zentrale in Wörgl wurde vergangenes Jahr zu einem der Top-10-Lehrbetriebe Österreichs gekürt. Seit mittlerweile 17 Jah-

Ist das Thema Kultur eine Frage der Unternehmensgröße?

ren zählt SPAR zum exklusiven Kreis der „Ausgezeichneten Lehr-

Nein, überhaupt nicht. Wir stellen immer wieder fest, dass es sehr

betriebe“. „Wir bei SPAR schreiben die Ausbildung und Förderung

kleine Unternehmen mit einer hervorragenden Unternehmens-

unserer Lehrlinge groß. Dafür wurden wir auch bereits vielfach

kultur gibt, ebenso wie es große gibt. Nur die Art und Weise, wie

ausgezeichnet. Das macht uns sehr stolz und ist zugleich eine Be-

Unternehmenskultur gelebt und wie damit umgegangen wird,

stätigung für unser erfolgreiches Engagement in der Lehrlingsaus-

ist eine unterschiedliche. In kleinen Firmen ist es stark von der

bildung. Unsere Lehrlinge sind die Führungskräfte von morgen.

Unternehmerpersönlichkeit abhängig, bei großen Unternehmen

Daher investieren wir fortlaufend in eine qualitativ hochwertige

hängt die Unternehmenskultur stark an den Führungskräften. Sie

Ausbildung der Jugendlichen“, erklärt Dr. Christof Rissbacher, Ge-

müssen es schaffen, die Werte des Unternehmens zu transportie-

schäftsführer von SPAR Tirol und Salzburg. // www.spar.at

ren. Generell ist Unternehmenskultur aber keine Frage der Größe,

PROMOTION

76

sondern der inneren Haltung. // www.businesspool.at

eco.nova

1711


Der Top Company Award Weit mehr als „nur“ ein Wettbewerb

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AMZ HALL

Burnout im Fokus Je nach Statistik ist jeder dritte oder vierte Erwerbstätige Burnout-gefährdet. Der Grund ist selten der Job allein, aber hier fallen lange Krankenstände an – und dann ist es zu spät. Umso wichtiger ist die Früherkennung. Das AMZ Hall präsentierte anlässlich des Impulstags eine Soforthilfe-Anleitung, um sich selbst oder andere in einer akuten Stresssituation rasch zu beruhigen. Wir müssen sehen, dass sich unsere Leute nicht überlasten“, so Noggler. „Permanente Überbelastung schlägt oft in psychosomatische Leiden um“, weiß Dr. Werner Schwarz aus seiner Erfahrung als arbeitsmedizinischer Leiter am AMZ Hall. Typische Krankheitsbilder sind etwa hoher Blutdruck, Muskelverspannungen, Allergien oder Magen- und Verdauungsbeschwerden.

Stress-Soforthilfe im Taschenformat Wenn der Puls rast, das Herz klopft, Angst aufkommt und Fluchtgedanken entstehen – in alten Zeiten waren dies Schutzreaktionen zum Überleben: Treten solche akuten Stress-Situationen auf, bietet das AMZ Hall v. li. Imma Baumgartner, AMZ Hall; Bernhard Tilg, Gesundheitslandesrat; Barbara Hellweger, AMZ Hall

E

eine einfache Anleitung, um sich selbst oder andere rasch zu beruhigen: Eine „Plastikkarte“, die in jede Geldtasche passt. „Wenn ihnen die

ine Statistik der Tiroler Gebietskran-

Impulstag im AMZ Hall fest. Gesundheits-

Situation über den Kopf zu wachsen droht,

kenkasse führt 13 Prozent der Fehl-

politisch sei es zudem von entscheidender

müssen die Menschen Abstand gewinnen

tage im Jahr 2016 auf psychische Er-

Bedeutung, die klinische Versorgung für psy-

und den Blickwinkel verändern“, erläutert

krankungen zurück. Dramatisch sind auch

chische Krankheitsbilder möglichst breitflä-

Hellweger. „So werden die Probleme klein

die Ergebnisse deutscher Studien: Demnach

chig abzusichern.

und verlieren damit ihre Bedrohlichkeit.“

sind die Fehltage aufgrund psychischer Er-

Viel Zeit wird am Arbeitsplatz verbracht, hier

krankungen in den letzten zehn Jahren um

können Probleme erkannt und Lösungen

rund 80 Prozent gestiegen. Dies geht freilich

gefunden werden. „Als Arbeitspsychologin

mit einer höheren Sensibilität für Krank-

bin ich nicht nur Anlaufstelle für Betroffene,

heitsbilder wie Depression einher. Burnout

meine Betreuung schließt auch die Sensibi-

ist eine Erscheinungsform davon.

lisierung des Umfeldes mit ein: Kollegen, vor

Am Anfang steht oft eine Verknüpfung von

allem aber die Führungskräfte können erste

beruflichen, privaten und persönlichen Pro-

Symptome registrieren und ihren Teil dazu

blemen, die für die Betroffenen wie ein Gor-

beitragen, dass Burnout-Gefährdete recht-

discher Knoten wirkt und zu körperlichem

zeitig vorbeugen können“, erklärt Mag. Bar-

wie emotionalem Stress führt. Stellt sich

bara Hellweger, arbeitspsychologische Leite-

die komplette Erschöpfung ein, spricht man

rin am AMZ Hall.

von Burnout. Rund eine Million Menschen in Österreich sind gefährdet, so eine aktuelle

Bewusstsein für Belastung

Schätzung der Allianz Versicherung

Wann hat jemand einen schlechten Tag und

Wirkung im Gesamtsystem

wo beginnen die Anzeichen für Burnout? Antriebslosigkeit kann ebenso ein Symptom

„Burnout wirkt immer mehr als negativer

sein wie Übereifer. „Bei uns sind die Leute

Faktor auf die Volksgesundheit. Vorsorge

gewohnt, stressige Situationen am Telefon

ist hier sehr wichtig, auch im beruflichen

zu handhaben und dabei ruhig zu bleiben“,

Umfeld – und damit kommt besonders die

führt Bernd Noggler von der Leitstelle Tirol

Arbeitspsychologie ins Spiel, um gegenzu-

aus, wo die Notrufe für Rettung, Feuerwehr

steuern“, stellte Gesundheitslandesrat Univ.-

und alpine Notfälle eingehen. „Ruhe im

Prof. Dr. Bernhard Tilg zur Einleitung beim

Stress kann oft doppelt anstrengend sein.

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eco.nova

STOP!

STRESS

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Das Arbeitsmedizinische Zentrum AMZ Hall in Tirol betreut seine Kunden in allen Belangen der Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz: Medizin, Psychologie und Sicherheitstechnik. Alle im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz vorgeschriebenen Felder werden abgedeckt, das Service wird individuell auf die Kunden abgestimmt. Mit dem AMZ Hall als Partner können große wie kleine Betriebe ihre Vorsorgepflichten wahrnehmen. // www.arbeitsmedizin-hall.at


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eco.zukunft

Gipfelstürmer

Neben der Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft ist die Transferstelle der Universität Innsbruck auch im Bereich Karriereservice tätig. Einerseits ermöglicht dies Unternehmen, relativ früh die besten Köpfe für sich zu rekrutieren, auf der anderen Seite bekommen Studenten damit die Möglichkeit, bereits während ihres Studiums Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen.

D

ie 2016 neu aufgestellte Transferstelle Wissenschaft – Wirtschaft – Gesellschaft ist das Eingangsportal für die Wirtschaft in die Uni. Und vice versa. So wurden unterschiedli-

che Modelle entwickelt, um passende Kandidaten schon während des Studiums mit Unternehmen zusammenzubringen – hausinterne Karrieremessen zum Beispiel oder ein Career-Service-Portal, in dem Unternehmen ihre Stellenanzeigen online stellen und sich den Studierenden als Arbeitgeber präsentieren können. Im Zuge der so genannten KarriereGipfel wird Unternehmen darüber hinaus die Möglichkeit geboten, sich am jeweils passenden Campus zu präsentieren und damit sehr genau ihre Zielgruppe zu erreichen. Die Studierenden haben im Gegenzug einen niederschwelligen Zugang zu den Unternehmen, können sich ein Bild von möglichen zukünftigen Arbeitgebern machen, lernen, wie die Unternehmen ticken und ob die Werteeinstellungen zueinander passen. Das alles ist auch im digitalen Zeitalter nur in einem persönlichen Gespräch möglich. Studierende bekommen durch den direkten Kontakt zudem unmittelbares Feedback und folglich die Möglichkeit, neben ihrer Ausbildung frühzeitig entsprechende Soft Skills zu entwickeln, um fit für den Arbeitsmarkt zu sein – wie verhält man sich zum Beispiel im Gespräch mit Personalverantwortlichen oder was erwarten potenzielle Arbeitgeber generell von Bewerbern und zukünftigen Mitarbeitern. „Die Studierenden profitieren bei den KarriereGipfeln von zusätzlichen Career-Services wie Bewerbungsworkshops und individuellen CV-Checks“, erklärt Annemarie Larl-Wolf, Leiterin des Career-Service. „So können sie sich bereits während des Studiums besser auf die Erwartungen von Unternehmen und die Bedürfnisse der Arbeitswelt vorbereiten.“

Sturm auf den KarriereGipfel Vom 14. bis 16. November fanden an der Universtität Innsbruck drei dieser KarriereGipfel mit Schwerpunkten auf IT und Technik, Chemie und Life Sciences sowie Wirtschaft statt. Rund 50 Unternehmen nutzten die Gelegenheit, ihre Branche und mögliche Berufsfelder zielgruppenorientiert vorzustellen. „Wir haben die KarriereGipfel direkt am Campus der jeweiligen Fachbereiche ausgerichtet und so Studierende und Unternehmer verschiedener Branchen und Fächer direkt zusammengebracht“, so Larl-Wolf. Dabei berücksichtigt die Universität auch die Anforderungen von Kleinstbetrieben und mittelständischen Unternehmen, um den Wirtschaftsstandort im Einzugsgebiet zu stärken. Das rege Interesse von beiden Seiten zeigt, wie wichtig diese Zusammentreffen auch für die Zukunft sind. // www.uibk.ac.at/transferstelle

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eco.nova


promotion

Neue Datenschutz-Grundverordnung trifft Unternehmen Die erneuerte Datenschutzverordnung der EU ist mit 25. Mai 2018 anzuwenden. Ab diesem Zeitpunkt sind alle öffentlichen Einrichtungen und viele Unternehmen dazu verpflichtet, einen betrieblichen Datenschutzbeauftragten zu benennen.

W

as vielen nicht bewusst ist: In Kraft getreten ist die Verordnung zum Datenschutz bereits im Jahr 2016, allerdings mit einer 24-monati-

gen Übergangsfrist. Das Ziel der neuen Verordnung ist die EU-weite Vereinheitlichung der Regeln für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten durch private Unternehmen und öffentliche Stellen. In erster Linie soll mehr Transparenz geschaffen werden. So gibt es beispielsweise ein Auskunftsrecht über die gespeicherten Daten sowie über die geplante Speicherdauer. Vor allem die Rechte der Konsumenten werden gestärkt, indem man unter anderem ein Recht auf die Löschung der Daten bekommt. Darüber hinaus schreibt die Verordnung den angemessenen Schutz dieser Datensätze vor. Und sollte es dennoch zu Datenpannen kommen, müssen etwaige Vorfälle den Aufsichtsbehörden gemeldet werden.

© FOTOLIA

Damit diese Vorgaben auch entsprechend umgesetzt und eingehalten werden können, ist für viele Unternehmen und Institutionen ein betrieblicher Datenschutzbeauftragter einzusetzen. Dessen Aufgaben umfassen vor allem die Sicherstellung des gesetzeskonformen Umgangs mit personenbezogenen Daten, zum Beispiel die Sensibilisierung der Mitarbeiter, die Er-

AKTUELLE SEMINARE • Fachlehrgang zum Betrieblichen Datenschutzbeauftragten Start: 26. Jänner 2018 • Ausbildung zur Sicherheitsvertrauensperson Start: 17. Jänner 2018

stellung eines Datenregisters und Ähnliches.

Betrieblicher Datenschutzbeauftragter gefordert Von der EU-Verordnung betroffene Unternehmen sind gut beraten, sich rechtzeitig um die Benennung eines Verant-

• Baurechtstag 2018 22. Februar 2018

wortlichen zu bemühen. Bei Verstößen drohen empfindli-

• Immobilientreuhänder Basisausbildung Start: 12. Jänner 2018

ternehmen reibungslos vonstatten gehen kann, bietet das

• B1 English Power Pack – Sales and Purchasing Start: 31. Jänner 2018

Datenschützer an. Darin vermitteln Fachexperten aus Ös-

• Ausbildung zum/zur diplomierten Gesundheits- und Fitnesstrainer/-in Infoabend: 12. Dezember 2017 / Start im Jänner 2018

rientiert die wesentlichen Informationen und bereiten die

• Berufsreifeprüfung Tagesvariante – Matura in einem Jahr! Start: 19. Februar 2018 • General Management – Diplomlehrgang betriebswirtschaftliche Fachkompetenz Start: 9. März 2018 Kontakt Firmenschulungen:

BFI TIROL

Ing.-Etzel-Straße 7, 6010 Innsbruck Tel.: 0512/59 660 info@bfi-tirol.at www.bfi.tirol

che Geldstrafen. Damit der Umstieg in den heimischen UnBFI Tirol seit Herbst 2017 einen Lehrgang für zukünftige terreich und Deutschland über vier Wochenenden praxisoBeauftragten auf ihre wichtige und heikle Aufgabe in ihren Betrieben vor.

„DIE NEUE EUDATENSCHUTZGRUNDVERORDNUNG BRINGT UMFASSENDE ÄNDERUNGEN MIT SICH, DAHER EMPFEHLEN WIR EINE GEZIELTE VORBEREITUNG.“ Dr. Karin Klocker, Geschäftsführerin des BFI Tirol

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eco.zukunft

mer zertifizieren lassen. „Wir können nur sagen, dass die Motivation der Schüler, ihr Verständnis und die Ernsthaftigkeit enorm steigen“, bestätigt Kreinig. Auch die soziale Komponente, zum Beispiel was es heißt, Verantwortung zu übernehmen oder Anstands- und Benimmregeln zu kennen, hilft beim Erwachsenwerden. Die Steuerberaterkanzleien andererseits schätzen es, zukünftige Mitarbeiter schon früh kennenzulernen und sie gezielt in die Thematik einführen zu können. So sichern sie sich in Zeiten des Fachkräftemangels eine solide Basis an zukünftigen Wirtschaftstreuhändern. Auch die Lehrer zeigen sich höchst zufrieden. Durch Kammerpräsident MMag. Dr. Hilber und Direktor HR Mag. Dr. Kreinig erneuern die erfolgreiche Partnerschaft.

die Integration der Praxis im Schulalltag staunen sie oftmals über die Fragen ihrer Schüler. „Wir gehen oft tiefer ins Detail als üblich“,

Ausbildung mit Perspektive

verrät Kreinig zufrieden. „Denn das gestiege-

Die Handelsakademie Innsbruck und die Kammer der Wirtschaftstreuhänder verknüpfen die schulische Fachausbildung mit einem einzigartigen Praxisbezug, der Schüler frühzeitig in der Arbeitswelt Fuß fassen lässt. // TEXT: KAROLINA PUTZ

ersten Absolventen maturierten 2013 mit wei-

A

ne Verständnis und die hohe Motivation der Schüler erlauben die Herausarbeitung kniffliger Sachverhalte. Das ist für mich das Salz in der Suppe beim Unterrichten.“ Die Schüler und ihre Familien dürfen auf diesem Weg zuversichtlich in die Zukunft schauen, denn ein Job ist für die, die es wollen, garantiert. „Die ßer Fahne. Sie sind in den Kanzleien bekannt und sehr gefragt“, anerkennt Hilber.

Österreichweites Modell Das Vorzeigemodell startete im Schuljahr 2008/09 und entstand, wie so oft, aus der

usflüge in die Praxis sind bei

die Schüler Fach- und Lösungskompetenzen,

Not heraus. Ein Sparpaket der Regierung

den meisten höheren Schu-

die selbst später während des Studiums oder

drohte durch die Kürzung von Stunden die

len üblich. Unser Praxisbe-

beim alltäglichen Arbeiten immer wieder be-

Vermittlung wichtiger Inhalte zu gefährden.

zug des Schulzweigs CWS ist

merkenswert hervorblitzen“, berichtet Klaus

Der mit Weitblick gesegnete Oberstudienrat

durch seine Intensität außergewöhnlich“, sagt

Hilber, Präsident der Steuerberaterkammer

und damalige Leiter der HAK Innsbruck Hu-

HAK-Direktor Peter Kreinig. Für die Schüler

und Lehrender der Universität Innsbruck.

bert Deutschmann alarmierte daraufhin die

der CWS-Klassen (Controlling-Wirtschaftspra-

Kammer der Wirtschaftstreuhänder mit der

xis-Steuern) übernehmen bis zu 60 Tiroler

Win-win für alle

Steuerberaterkanzleien Ausbildungspaten-

Für die Schüler bedeutet der frühe Kontakt

ger Präsident, und Klaus Hilber sprangen un-

schaften während der gesamten Ausbildung

mit der Arbeitswelt ein klares Berufsbild,

verzüglich auf den Zug auf. Gemeinsam wur-

bis zur Matura. Den Vierzehnjährigen wird ei-

Wertschätzung, individuelle Förderung so-

de das duale Ausbildungskonzept etabliert.

Bitte um Kooperation. Josef Sporer, damali-

ne Bezugsperson vor Ort an die Seite gestellt, die ihnen alle Vorgänge einer Kanzlei vermittelt. Gestartet wird im zweiten Schuljahr mit einem Patenschaftsabend, wo die Schüler ihre Partnerkanzleien kennenlernen. Im dritten Jahrgang wird die Tätigkeit beim Steuerbe-

FÜR DIE SCHÜLER BEDEUTET DER FRÜHE KONTAKT MIT DER ARBEITSWELT EIN KLARES BERUFSBILD, WERTSCHÄTZUNG, INDIVIDUELLE FÖRDERUNG SOWIE DIE CHANCE IM GESCHÜTZTEN RAHMEN ZU ZEIGEN, WAS SIE KÖNNEN.

rater bereits in den Unterricht mit einbezogen, die Schüler besuchen mehrmals im Jahr

wie die Chance, im geschützten Rahmen zu

Mittlerweile gibt es in fast allen Bundeslän-

ihre Paten in den verschiedenen Kanzleien.

zeigen, was sie können. Sie vertiefen ihr Wis-

dern ähnliche Modelle und das CWS-Modell

Im vierten Schuljahr verbringen die Schüler

sen in Bereichen wie Unternehmensgrün-

wurde laut Bundesgesetz im Lehrplan ins-

regelmäßig einen Praxistag pro Monat bei ih-

dung und -führung, Controlling, Buchhal-

talliert. „Peter Kreinig und ich sind selbst Ab-

rem Steuerberater, um ihre Aufgabenfelder zu

tung und branchenüblicher Software. Auch

solventen der HAK Innsbruck. Wir sind stolz

bearbeiten. Auch das vorgeschriebene Som-

die im Lehrplan vorgeschriebenen Diplomar-

auf unsere Schule, die zusammen mit der

merpraktikum wird in einer Partnerkanzlei

beiten werden in Zusammenarbeit mit den

Steuerberaterkammer ein Modell entwickel-

absolviert. Die Betonung liegt dabei auf aus-

Kanzleien erstellt. Am Ende der fünfjährigen

te, das selbst im Ministerium in Wien Einzug

bilden – nicht beschäftigen. „So erarbeiten sich

Ausbildung können sie sich durch die Kam-

hielt“, freut sich Klaus Hilber.

82

eco.nova


© DORO

promotion

Maßgeschneiderte Lösungen Die berufliche Aus- und Weiterbildung erfolgreich zu planen, zu organisieren und durchzuführen, ist heute vor dem Hintergrund eines wachsenden Fachkräftebedarfs wichtiger denn je. Vor diesem Hintergrund entwickelten AMS und amg-tirol das Konzept der „Qualifizierung nach Maß“, interessant insbesondere für KMU.

A

ngesichts der demographischen

ternen Qualifizierungen umgesetzt werden.

50 Prozent für den Betrag, der die 1.000 Euro

Entwicklung kommt der Siche-

„Eine berufliche Ausbildung und ein aner-

übersteigt, dies jedoch bis maximal 1.000 Eu-

rung des Fachkräftebedarfs eine

kannter Berufsabschluss sind wesentliche

ro pro Stiftungsteilnehmer.

besondere Bedeutung zu. Etliche Arbeits-

Voraussetzungen für eine dauerhafte Inte-

Die auszubildenden Personen erhalten

plätze können in bestimmten Branchen be-

gration ins Arbeitsleben. Qualifizierte Ar-

vom AMS Arbeitslosengeld weiterbezahlt,

reits heute nicht besetzt werden, weil Be-

beitskräfte wiederum sind ein wesentlicher

sie bekommen zusätzlich die ausbildungs-

werber nicht über passende Qualifikationen

Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der

bedingte Zuschussleistung von 300 Euro.

verfügen.

Unternehmen auf den internationalen und

Die Kontaktnahme ist sowohl über die Ge-

heimischen Märkten“, betont Dr. Bernhard

schäftsstellen des AMS Tirol als auch über

Pichler vom AMS Tirol.

die amg-tirol möglich.

Fachkräfte nach Maß Gemeinsam mit der amg-tirol und dem Implacementstiftung „Qualifizierung nach

Geringe Kosten für Unternehmen

Maß“. Zielgruppen sind Unternehmen, die

Die Kosten bestehen aus einer ausbildungs-

qualifizierte Mitarbeiter benötigen, und

bedingten Zuschussleistung von 300 Euro

beim AMS Tirol gemeldete Personen. Für die

(plus 4,5 % Dienstgeberbeitrag) pro Monat

beim AMS Tirol gemeldete freie Stelle trifft

und Stiftungsteilnehmer. Für die theoreti-

die amg-tirol gemeinsam mit dem Unter-

sche Ausbildung teilen sich Unternehmen

nehmen und dem AMS eine Vorauswahl, im

und Land Tirol die Kosten. Das heißt, die

Teamwork werden individuelle Bildungs-

Kosten der theoretischen Ausbildung trägt

pläne entwickelt, die dann in maximal drei

das Unternehmen, bei Ausbildungskosten ab

Jahren mit betriebsinternen und/oder -ex-

1.000 Euro beteiligt sich das Land Tirol mit

Land Tirol entwickelte das AMS daher die

WEITERE INFOS

Infos erteilt das Service für Unternehmen beim AMS Tirol oder die ServiceLine unter 0512/58 19 99. ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

eco.nova

83


promotion

Die ganzheitliche Betrachtung ist wichtig Vor rund 30 Jahren gründete Reinhard Huber sein Sporttherapie-Zentrum. Nun hat er noch einmal kräftig investiert und sein Unternehmen zukunftsfit gemacht. Trainingseinheiten und Kursen für Firmen und Interessierte. Sie führen aber auch wissenschaftliche Studien durch. Was steht im Zentrum? Die Arbeit am Patienten. Wir sehen uns als Begleiter in Problemsituationen und bieten eine umfassende Behandlung an. Immer wichtiger wird aber auch die Prävention, in unseren Seminaren und Kursen vermitteln wir die Wertigkeit des Gesundseins. Dazu kommen die wissenschaftlichen Analysen. Sie helfen, Behandlungsmethoden zu evaluieren und die Frage zu beantworten, warum diese oder jene Technik funktioniert. Sozial- und Privatversicherungen prüfen mittlerweile genau, ob die Behandlung fruchtet. Es gilt also, zu evaluieren und Testergebnisse vorzulegen. Betritt man die Räumlichkeiten der Sport-

Ihr Therapiezentrum war über viele Jahre

therapie Huber und Mair, steigt einem der

im ersten Stock untergebracht, nun haben

Welche Leute kommen zu Ihnen?

Duft von Zirbe in die Nase. Es dominieren

Sie das gesamte Gebäude angemietet, sind

Wir sind auf den Bereich Bewegungsapparat

natürliche Materialien. Großformatige Fo-

mit dem Therapiezentrum ins Erdgeschoß

spezialisiert. Wir behandeln Patienten im or-

tografien zeigen Menschen in der Natur.

gezogen, oben gibt es Seminarräume und

thopädisch-chirurgischen Bereich, nach Ope-

Wie wichtig ist das Umfeld für den Behand-

zwei Wohneinheiten für Patienten. Was hat

rationen und bei degenerativen Problemen

lungserfolg?

Sie zu diesem Schritt bewogen?

etwa an der Wirbelsäule und in den Gelen-

REINHARD HUBER: Wir wissen aus lang-

Als wir 1994 von Innsbruck nach Neu Rum

ken. Wir behandeln alle, vom Kind bis zum

jähriger Erfahrung, dass Therapie eine

zogen, hatten wir zwölf Mitarbeiter; mittler-

Pensionisten, vom „Berufssitzer“ bis zum

ganzheitliche Herangehensweise braucht.

weile sind wir das größte Sporttherapiezen-

Leistungssportler. Dabei bringen wir die un-

Das Umfeld soll für die Patienten ange-

trum Westösterreichs mit 30 Mitarbeitern.

terschiedlichen Gruppen gerne zusammen.

nehm sein, das entspannt, wirkt positiv. Bei

Wir brauchten adäquate Umkleide-, Sanitär-,

Spitzensportler sind oft froh, einmal in ei-

der Gestaltung der Räumlichkeiten haben

Arbeits- und Aufenthaltsräume. Zudem be-

nem anderen Umfeld zu sein, und die 75-jäh-

wir viel Wert auf Materialien gelegt, die uns

nötigten wir ein Unterwasserbecken und ein

rige Patientin freut sich, neben einem jungen

die Natur unmittelbar bietet: also Stein,

solches ließ sich nur im Parterre realisieren.

Menschen trainieren zu können.

ist einladend und heimelig. Wir wollen, dass

Sporttherapie Huber und Mair bietet ein

Eines der Herzstücke ist das Unterwasser-

die Menschen sich bei uns rundum wohl-

breites Spektrum von physiotherapeuti-

becken. Wie wichtig ist es in der modernen

fühlen.

schen Maßnahmen bis zu individuellen

Sporttherapie?

Holz und Wasser. Der Aufenthaltsbereich

Für den Erfolg Ihres Unternehmens www.impulse-tirol.at


promotion

großzügig und angenehm gestaltet, fast wie ein Wohnzimmer. Ist das der rote Faden, die Philosophie der Sporttherapie Huber und Mair? Das Miteinander ist der Spagat, den man schaffen muss, in einer Berufsbranche, in der jeder auch Einzelkämpfer ist. Wir tauschen uns intensiv aus, besprechen schwierige Fälle in den Teamsitzungen, diskutieren über Behandlungsmöglichkeiten, betrachten die Problemstellungen von verschiedenen Blickwinkeln. Jeder bekommt Input, wie er etwas verbessern kann. Wir wollen, dass unsere Physiotherapeuten, Trainer und Masseure Im Rahmen der postoperativen orthopä-

Bei mir stellte sich, altersbedingt, die Frage:

sich austauschen, voneinander lernen. Das

disch-unfallchirurgischen Rehabilitation ist

Wie geht es weiter? Mit Stefan Mair wurde

leben wir und das hat sich bewährt, nach in-

es unerlässlich. Wir haben unsere Patienten

ein jahrelanger, engagierter Mitarbeiter zum

nen und nach außen.

diesbezüglich früher außer Haus versorgt,

Geschäftspartner und mein Sohn Claudio ist

jetzt können wir alles hier anbieten. Der Um-

auch in das Unternehmen eingestiegen. Es

Vorsorge ist ein Thema, das Ihnen sehr

bau sollte natürlich eine Erweiterung der Be-

war also eine Investition in die Zukunft.

wichtig ist. Dazu gehört auch, sich sportlich zu betätigen. Wie halten Sie selbst sich fit?

handlungsmöglichkeiten gewährleisten. Die gesamte Infrastruktur ist auf dem neuesten

Der Betrieb lief während der gesamten Um-

Ich mache morgens Gymnastik und Kurz-

Stand.

bauzeit weiter. Eine große Herausforde-

meditation und spiele regelmäßig Tennis.

rung für Team und Patienten, oder?

Die beste Erholung finde ich in der Natur:

Sie haben das Unternehmen vor rund 30

Wir haben 2016 mit dem Umbau im Parterre

Touren gehen, Klettern, Mountainbiken. Für

Jahren gegründet. Was hat Sie motiviert,

begonnen und sind im Jänner 2017 umgezo-

meine persönliche Entwicklung waren die

noch einmal so kräftig zu investieren?

gen, der Umbau im ersten Stock ist fast ab-

Expeditionen am wichtigsten, die ich ge-

geschlossen. Aus wirtschaftlicher Sicht war

macht habe, etwa die Grönlandquerung vor

es von vornherein klar, dass wir nicht über

einigen Jahren. Alles reduziert sich auf die

Monate schließen können. Tatsächlich war

Grundbedürfnisse: essen, trinken, schlafen,

es eine starke logistische Herausforderung,

Zelt aufstellen, Strecke bewältigen, mehr

den Umbau zu betreuen und gleichzeitig das

nicht. Man hört nur das Knirschen des

Alltagsgeschäft möglichst störungsfrei zu

Schnees, sieht nur Schnee und Eis. Das hat

bewältigen. Die Handwerker sind uns sehr

mir die Augen geöffnet und mich sehr geer-

entgegengekommen und wir haben die Pati-

det. Die Natur mit allen Sinnen wahrneh-

enten immer informiert, die Pläne aufgelegt,

men ist wichtig für jeden Menschen. Das

erklärt, was kommt, die Einschränkungen

kann ich im Kleinen rund um Innsbruck, in-

erläutert. Das kam sehr gut an. Es hat sich

dem ich in den Wald gehe, ohne Ohrstöpsel,

wieder einmal gezeigt, wie viel man schaffen

ohne Handy, und die Geräusche der Natur

kann, wenn man positiv dabeibleibt und of-

aufnehme. Der Mensch braucht ein Gleich-

fen kommuniziert.

gewicht zwischen Bewegung und Ruhe. Den Geschwindigkeitsrausch heutzutage fin-

Das Miteinander ist Ihnen wichtig. Der Auf-

de ich bedenklich. Wir müssen uns wieder

enthaltsraum für die Mitarbeiter ist sehr

mehr auf uns selbst besinnen.

350 MIO. EURO Mit unserem Finanzierungspaket sorgen wir für die finanzielle Schubkraft, die Ihre Ideen brauchen. Denn:

Jeder Erfolg beginnt mit einer genutzten Chance.


Geld

ECO.MMENTAR

MiFID II

Finanzieren & Versichern

Ein Bürokratie-Tsunami und seine Auswirkungen auf die Anleger.

B

ei der MiFID II handelt es sich um eine Novellierung der europäischen Rechtsnormen für Wertpapier-

dienstleistungen. Die neuen Standards treten am 1. Jänner 2018 in Kraft. Bereits bisher wur-

den die Akteure rund um das Thema Wertpapierdienstleistung, sprich bei Beratung und Vermittlung bzw. Abwicklung, einem umfangreichen Regelwerk unterworfen. So ist von Anlegern durch Banken und andere Anbieter ein Kundenprofil zu erstellen, anhand dessen die Geeignetheit von bestimmten Anlageprodukten oder -vorschlägen überprüft wird. Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden, liegt

239 EURO

es doch auch im ureigensten Interesse des

Gerold Frischmann, Geschäftsführer Frischmann Finanz- und Partner GmbH konzessionierte Wertpapierfirma

Wertpapierdienstleisters, dem Kunden geeignete Produkte bzw. ein geeignetes Portfolio

aus Sicht der Anbieter weniger Aufwand be-

ass die Sparzinsen seit Jahren

anzubieten. Durch die MiFID II nimmt die

deutet. Dies kann durchaus von Vorteil sein,

deutlich unter der Inflationsrate

Regelungsdichte nun nochmals deutlich zu.

wenn der Vermögensverwalter bewiesen hat,

liegen, daran scheint man sich in

Dies bedeutet auch für Anleger mehr Papier

dass er für seine Kunden erfolgreich und kun-

Österreich gewöhnt zu haben. Das Sparbuch

und stellt die Marktakteure, die verpflichtet

denorientiert gearbeitet hat. Jedenfalls muss

bleibt hierzlande nämlich trotz dieses Um-

sind, diese Regelungen umzusetzen, vor enor-

davon ausgegangen werden, dass sich zahlrei-

stands weiterhin die beliebteste Sparform.

me Herausforderungen.

che Marktteilnehmer aus der Anlageberatung

76 Prozent haben Geld am Sparbuch, bei der

Oberstes Ziel der Vorschriften ist ein erhöh-

vollkommen zurückziehen werden und nur

ersten repräsentativen IMAS-Studie im Auf-

ter Kundenschutz, der allerdings zu Lasten

noch Vermögensverwaltungen – bei oft höhe-

trag der Erste Bank und Sparkassen im Jahr

des Datenschutzes geht. Künftig müssen An-

ren Mindestbeträgen – anbieten werden.

2006 waren es sogar noch fünf Prozent we-

leger viel mehr Informationen preisgeben,

MiFID II bringt aber auch eine deutlich hö-

niger. Fast jeder Zweite lässt sein Geld sogar

um überhaupt in den Genuss der Wertpa-

here Kostentransparenz für Kunden – bei

gleich am Girokonto liegen (46 %), sechs von

pierdienstleistung zu kommen. Nimmt der

jeder einzelnen Anlageentscheidung und ins-

zehn Befragten haben einen Bausparvertrag

Dienstleister Wertpapieraufträge auch tele-

gesamt pro Jahr. Dies wird dazu führen, dass

(+ 5 %), Wertpapiere halten immerhin 29 Pro-

fonisch von seinen Kunden entgegen – was

die Nachfrage nach transparenten, kosten-

zent (+15 %).

dem Marktstandard entspricht –, so müssen

günstigen Anlagelösungen steigt. Insbeson-

Sparen ist den Österreichern generell wich-

alle Telefongespräche aufgezeichnet werden.

dere wird die direkte Anlage in Einzelaktien,

tig. Aber wofür sparen sie eigentlich? Haupt-

Und zwar „from start to the end“. Dies bedeu-

Anleihen und auch ETFs/Indexfonds an Be-

grund ist nach wie vor der Notgroschen, um

tet, dass auch private Gesprächsinhalte elek­

deutung gewinnen.

finanziell abgesichert zu sein (82 %). Stark

tronisch gespeichert werden.

Ein Vorteil der EU-weiten Regelung ist außer-

verändert haben sich seit 2006 indes die As-

Durch die erhöhte Regulierungsdichte auf

dem die weitere Harmonisierung der Wert-

pekte „Um sich was leisten zu können“ (+17 %),

Produktebene (Stichwort Product Governan-

papierdienstleistung. Besonders positiv dabei

„Für Renovierung“ (+18 %) und „Für kleine

ce bzw. Überprüfung der Produkte) werden

ist, dass auch Schweizer Banken, die EU-Bür-

Anschaffungen“ (+16 %). „Wenn man mit dem

Finanzdienstleister künftig zu mehr Stan-

gern Wertpapierdienstleistungen anbieten,

Ziel spart, um sich später etwas leisten zu

dardisierung übergehen oder nur mehr eine

MiFID II umsetzen werden. Damit können

können, muss man unbedingt über das Spar-

eingeschränkte Produktpalette anbieten und

sich Anleger auf einheitliche Regeln verlas-

buch hinausdenken“, so Thomas Schaufler,

verstärkt eigene Produkte in den Vorder-

sen. Insgesamt bleibt aber doch ein bitterer

Privatkundenvorstand der Erste Bank

grund stellen. Anleger sollten insbesondere

Beigeschmack, nämlich, dass bei MiFID II

Oesterreich. Spannend dabei: Vor allem

dann hellhörig werden, wenn standardisierte

nicht mündige Anleger, die sich auf eine neu-

ethisch-nachhaltige Investments werden im-

Gesamtportfoliolösungen angeboten werden.

trale, angemessene und professionelle Bera-

mer interessanter. Der Sparbetrag selbst liegt

Diese schränken individuelle Lösungen ein

tung verlassen wollen, im Mittelpunkt stehen,

aktuell im Schnitt bei 239 Euro, im Jahr 2006

und führen meist dazu, dass sich hauseigene

sondern der leicht verführbare und uninfor-

waren es noch 132. Obwohl der Betrag um gut

Produkte als Portfoliobausteine wiederfin-

mierte Konsument. Dies wird es erfahrenen

100 Euro angestiegen ist, sind knapp die Hälf-

den. Der sanfte Druck auf Kunden, einen Ver-

Anlegern schwer machen, die aus ihrer Sicht

te der Österreicher damit zufrieden. Somit

mögensverwaltungsvertrag abzuschließen,

überflüssigen Formalismen immer wieder

ist die Zufriedenheit trotz des Anstiegs fast

wird ebenfalls steigen, da diese Dienstleistung über sich ergehen zu lassen.

D

gleich geblieben.

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eco.geld

GOLDENER KONJUNKTURHERBST

D

ie Raiffeisen-Landesbank Tirol AG lud kürzlich zum Ausblick auf das Wirtschaftsjahr 2018. Die Prognose von Raiffeisen-Chefanalyst Mag. Peter Brezinschek fiel dabei durchaus optimistisch aus. Der Konjunkturmotor laufe auf

vollen Touren – und das bliebe auch in den kommenden zwei Jahren so, glaubt der Fi-

nanzmarktexperte. Dementsprechend positive Worte fand auch der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisen-Landesbank Tirol, Dr. Johannes Ortner: „Die Stimmung ist gut und wir spüren den Optimismus der Tiroler Unternehmer.“ Laut Brezinschek hat die Konjunkturdynamik im zweiten Halbjahr 2017 ihren Höhepunkt erreicht. Der private Konsum sei das zentrale Element dieses konstanten Wachstums, dazu kämen die Verbesserung des Beschäftigungsniveaus und somit auch überdurchschnittliche Lohnsteigerungen. „Wir sehen eine weiterhin hohe Dynamik im zweiten Halbjahr 2017 und heben daher unsere Wachstumserwartung für Österreich 2017 von 2,2

INNOVATIV

Prozent auf 2,8 Prozent an.“ Auch wenn 2018 und 2019 diese Werte nicht mehr erreicht

International gesehen ist Österreich eines der letzten Länder, in denen Immobilienmakler für ihre Dienstleistungen drei Prozent Provision vom Verkaufspreis bzw. in der Höhe von bis zu drei Bruttomonatsmieten gesetzlich verlangen dürfen. Und das sowohl vom Verkäufer und Käufer bzw. Vermieter und Mieter. Jobert Tiggeler, Gründer des Immobilien-Netzwerks Linda.at, findet dieses Provisionssystem nicht mehr zeitgemäß: „Die Dienstleistung eines Immobilienmaklers ist dieselbe, egal ob das Objekt 300.000 oder 500.000 Euro wert ist. Aber die Provision für den Makler beträgt derzeit zwei Mal drei Prozent vom Objektwert. In den angesprochenen Fällen also 18.000 Euro oder eben 30.000 Euro. Und das macht einen wesentlichen Unterschied.“ Linda.at kippt dieses Doppelprovisionssystem und bietet Maklerdienstleistungen zu Fixpreisen an. Der Verkäufer einer Immobilie bezahlt bei einem erfolgreichen Abschluss ein Honorar in Höhe von 1.850 Euro, unabhängig vom Objektwert, der Käufer ist gänzlich provisionsfrei. In Tirol wird die Immobilienplattform von Ing. Lukas Erlacher betreut. // www.linda.at

ten: „Die Zinsen werden auch 2018 voraussichtlich niedrig bleiben.“ Einen stufenweisen

werden, erwartet der Raiffeisenanalyst dennoch eine konstant gute Entwicklung. Gute Nachrichten überbrachte Brezinschek indes allen Unternehmern, die investieren möchAnstieg der Leitzinsen erwartet Brezinschek erst ist der ersten Jahreshälfte 2019, auch die Inflation sieht er nur langsam ansteigend.

BEST OF THE BEST

D

er Elite Report hat sich in den vergangenen Jahren als wichtigster Branchentest im Private Banking etabliert. Ende November wurden wieder die besten Banken im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet. Ernüchternd: Nur zwölf

Prozent der geprüften Dienstleister sind uneingeschränkt empfehlenswert. So ließen nur 43 der 352 getesteten Vermögensverwalter die geforderte Qualität erkennen. Die Spitze der Vermögensverwalter teilen sich auch heuer wieder punktegleich zehn Banken, eine davon ist die österreichische Schoellerbank. Das Traditionshaus erreichte 655 von 730 möglichen Punkten und sicherte sich damit zum sechsten Mal in Folge einen Platz unter der Topelite. „Die einzigartige Qualität der Schoellerbank zeigt sich auch darin, dass sie sich nicht nur bemüht, die Märkte der Welt, sondern jede einzelne Aktie zu analysieren und zu bewerten. Die Schoellerbank ist ein Leuchtturm der Branche“, heißt es in der Begründung. Neben der Schoellerbank wurden in Österreich auch die Hypo Vorarlberg, die Volksbank Vorarlberg, die Raiffeisenbank Salzburg und das Bankhaus Jungholz ausgezeichnet. // www.elitereport.de

3 STARKE PARTNER FÜR IHREN ERFOLG

& Volker Gelfarth

MIT DEM GELFARTH SELECT STRATEGIEZERTIFIKAT (WKN: UBS1FP)

FFP - Frischmann Finanz- & Partner GmbH Herzog-Friedrich-Straße 34 | 6020 Innsbruck

www.gelfarth-select.de

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Durchgeschlüpft Nicht erst durch die kürzlich veröffentlichten „Paradise Papers“ wurde wieder einmal aufgezeigt, was eigentlich jeder weiß und doch scheinbar niemand bekämpfen kann: Unternehmen und Private nutzen – meist legale – Steuerschlupflöcher, um Steuern zu sparen. Die Beträge, um die es geht, sind enorm: Schätzungen reichen von hunderten bis über tausend Milliarden Euro, die dem Fiskus dadurch weltweit pro Jahr an Steuereinnahmen entgehen. // TEXT: JÜRGEN HUBER

D

ie „Paradise Papers“, geleakt Anfang November von Unbekannten an die Süddeutsche Zeitung, sind über 13 Millionen Dokumente, die aufzeigen, wie Steuervermeidung

funktioniert. Meist werden dazu Gewinne an Brief-

kastenfirmen in einer Steueroase verschoben, um keine oder nur minimale Steuern zahlen zu müssen. Besonders gut funktioniert dies bei Firmen, deren Wert vor allem in Software und Patenten besteht, denn diese können leicht an eine Briefkastenfirma übertragen werden, die dann die Gewinne dafür bezieht. Unternehmen mit vorwiegend Sachwerten, wie etwa ein Bergbauunternehmen, haben diese Möglichkeit in viel geringerem Ausmaß. Daher zahlen Bergbauunternehmen in den USA beispielsweise durchschnittlich einen vier Mal höheren Körperschaftssteuersatz (32 %) als Internet- und Technologieunternehmen (8 %). Während der offizielle Steuersatz für alle gleich bei 35 Prozent liegt, gelingt es Internet- und Technologieunternehmen, mehr als drei Viertel der eigentlich fälligen Steuern durch die Verschiebung der Gewinne in Steueroasen nicht zu zahlen. Der einzige Nachteil für diese Unternehmen: Sie können die Gewinne nicht steuerfrei in die USA zurückbringen. Daher hat etwa Apple aktuell über 250 Milliarden Dollar an Cashreserven im Ausland – konkret vor allem in Irland.

Weltweite Steueroasen Insgesamt wird das im Ausland gebunkerte Vermögen von Privaten und Unternehmen (so genanntes „Offshore-Vermögen“) auf zumindest 8.000 Milliarden Euro geschätzt. Das meiste davon (rund 2.000 Milli-

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schehen) gelingt es, Unternehmen wie Apple,

arden) liegt in der Schweiz, gefolgt von britischen Steueroasen (Kanalinseln, British Vir-

Microsoft und Google ins Land zu holen, die

gin Islands etc.).

Gewinne von 200 Milliarden Euro dort ver-

Die Schweiz ist eine der ersten und „erfolg-

steuern.

reichsten“ Steueroasen. Dies ist unter an-

Deutschland erhält bei 30 Prozent Steuern

derem in ihrer günstigen Lage im Herzen

auf 400 Milliarden Euro Einnahmen von 120

Europas begründet: Nach dem Ende des Ers-

Milliarden Euro. Würde es probieren, eine

ten Weltkrieges mussten viele Staaten die

Steueroase mit zehn Prozent Körperschafts-

Steuern deutlich erhöhen, um die Kosten des

steuer zu werden, so wären die Gesamtge-

Krieges und den Wiederaufbau (sowie im Fall

winne zwar 600 Milliarden Euro (400 von

Deutschlands die Reparationszahlungen) zu bezahlen. Wohlhabende Deutsche und Franzosen sowie Firmen aus diesen Ländern fanden in der Schweiz Banker, die gerne bereit

Unternehmen und 200 von zuziehenden UnUniv.-Prof. DDr. Jürgen Huber ist Leiter des Instituts für Banken und Finanzen an der Universität Innsbruck.

waren, unter dem Schutz des Bankgeheim-

ternehmen), aber zehn Prozent von 600 Milliarden Euro sind nur 60 Milliarden Euro an Einnahmen. Das heißt, Deutschland würde nur halb so viele Einnahmen erhalten wie vorher.

nisses deren Vermögen zu verwalten. Für die Schweiz entwickelte sich dies schnell zu

wegen unzulässiger Steuererleichterungen

Bei Irland sieht die Situation anders aus:

einem sehr profitablen Geschäftszweig. In

(Reduktion des Steuersatzes weit unter die

Vor der Steuersenkung erhält der Staat 30

Großbritannien erkannten einige Kolonien

üblichen 10 %) geklagt und Recht bekom-

Prozent von 40 Milliarden Euro, also 12 Mil-

und Territorien, die eigene Steuerhoheit ha-

men. Die Richter entschieden, dass Apple 13

liarden. Nach der Steuersenkung erhält er

ben (Gibraltar, Kanalinseln, Isle of Man), dass

Milliarden Euro Steuern an Irland nachzah-

zehn Prozent von 240 Milliarden Euro = 24

dies auch für sie eine gute Möglichkeit wäre,

len müsse. Reaktion? Einer der beiden erhob

Milliarden Euro und damit doppelt so viel

der relativen Rückständigkeit zu entkom-

Einspruch … Irland. Irland verweigerte also

wie vorher.

men und wohlhabend zu werden.

die Eintreibung/Annahme der 13 Milliarden

Für ein kleines Land zahlt es sich damit eher

Wie wichtig diesen Ländern ihr Status als

Euro von Apple. Warum? Weil damit Apple

aus, Steueroase zu sein. Daher sind auch vie-

Steueroase ist, zeigte sich im April 2017: Die

und andere Unternehmen, die auch tausen-

le der „erfolgreichsten“ Steueroasen Klein-

EU-Kommission hatte Apple und Irland

de gut bezahlte Jobs nach Irland gebracht

staaten oder Territorien – die British Vir-

hatten, vielleicht abgewandert wären. Wenn

gin Islands zum Beispiel haben gerade mal

ein relativ kleines Land mit einem Jahres-

28.000 Einwohner, sind aber Sitz von 473.000

budget von rund 75 Milliarden Euro ein rich-

Unternehmen, also rund 20 Mal mehr als es

terliches Geschenk von 13 Milliarden verwei-

Einwohner gibt. Dies liegt natürlich nicht an

gert, kann man daraus schließen, dass der

einem phänomenalen Unternehmergeist der

Gewinn aus dem Status als Steueroase noch

Einwohner, sondern an hunderttausenden

deutlich höher liegen dürfte.

von Briefkastenfirmen, die die kleine karibi-

FÜR EIN KLEINES LAND ZAHLT ES SICH DAMIT EHER AUS, STEUEROASE ZU SEIN, DA FÜR GROSSE STAATEN DER STEUERAUSFALL AUS EINER DRASTISCHEN STEUERSENKUNG VIEL SCHWERER WIEGEN WÜRDE ALS DIE ZUSÄTZLICHEN STEUERN VON ZUZIEHENDEN BETRIEBEN. DAHER SIND AUCH VIELE DER „ERFOLGREICHSTEN“ STEUEROASEN KLEINSTAATEN ODER TERRITORIEN – DIE BRITISH VIRGIN ISLANDS ZUM BEISPIEL HABEN GERADE MAL 28.000 EINWOHNER, SIND ABER SITZ VON 473.000 UNTERNEHMEN. 90

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Was zeichnet Steueroasen aus?

sche Inselgruppe mit den minimalen Steuersätzen zu ihrem Domizil gemacht haben. Betrachtet man eine Karte mit Steueroasen,

Auffallend ist, dass diese in der Regel gut re-

so sind dies eine Vielzahl von karibischen

gierte, wenig korrupte und eher kleine Staa-

Staaten sowie Kleinstaaten in Europa und in

ten sind. Warum? Nun ja, niemand würde

Ostasien.

sein Geld in einen armen, schlecht verwalZimbabwe schicken – das Geld wäre dann

Was kümmert Tirol die Steueroase?

vermutlich für immer „weg“.

Eine wichtige Frage, die bei aller Empörung

Dass Steueroasen vor allem relativ kleine

selten gestellt wird, ist, ob und wie Steueroa-

Staaten und Gebiete sind, liegt daran, dass

sen denn auch die lokale Wirtschaft anderer

für große Staaten der Steuerausfall aus ei-

Länder beeinflussen. Konkret: Soll es irgend-

ner drastischen Steuersenkung viel schwe-

jemanden in Tirol kümmern, wenn Apple

rer wiegen würde als die zusätzlichen Steu-

und ein paar Superreiche ihr Geld in Irland

ern von zuziehenden Betrieben. Vergleichen

und der Karibik bunkern? Die Antwort lau-

wir dazu beispielsweise die Situation von

tet hier ganz klar ja! Es soll und muss uns

Deutschland (großes Land) und Irland (klei-

kümmern, denn es betrifft durchaus auch

nes Land). Nehmen wir vereinfacht an, dass

unsere lokale Wirtschaft. Nehmen wir den

in beiden Ländern die Steuer bei 30 Prozent

Buchhandel, der seit Jahren von Amazon.

liegt und Unternehmen in Deutschland 400

com gehörig durcheinandergewirbelt wird.

Milliarden Euro Gewinne erzielen; irische

Natürlich ist Amazon für jeden lokalen

Unternehmen hingegen in Summe 40 Milli-

Buchhändler in Tirol ein Konkurrent – und

arden Euro. Durch eine Absenkung des Steu-

mit Konkurrenz muss man im Geschäfts-

ersatzes auf zehn Prozent (wie in Irland ge-

leben eben umgehen – die „Tyrolia“ und die

teten und korrupten Staat wie Somalia oder


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SOLANGE DER KONKURRENZKAMPF ZWISCHEN UNTERNEHMEN FAIR IST, IST ER SEHR ZU BEGRÜSSEN. UNFAIR WIRD DER WETTBEWERB ABER DANN, WENN EINER DER KONKURRENTEN KEINE STEUERN ZAHLEN MUSS UND DAMIT DER LOKALEN GESELLSCHAFT ZWAR GELD ENTZIEHT, ABER NICHTS IN FORM VON STEUERN, GESCHÄFTSMIETEN UND ANGESTELLTENGEHÄLTERN ZURÜCKGIBT. „Wagner‘sche“ Buchhandlung in Innsbruck sind nur rund 100 Meter voneinander entfernt und daher seit Jahrzehnten in Konkurrenz. Solange dieser Konkurrenzkampf fair ist, ist er sehr zu begrüßen, nützt er doch meist dem Kunden und führt zu besserem Service und niedrigeren Preisen. Unfair wird der Wettbewerb aber dann, wenn einer der Konkurrenten keine Steuern zahlen muss und damit der lokalen Gesellschaft zwar Geld entzieht (durch die Kaufsumme der verkauften Bücher), aber nichts in Form von Steuern, Geschäftsmieten und Angestelltengehältern zurückgibt. Damit sind lokale Buchhandlungen massiv im Nachteil, denn nicht nur, dass sie „vor Ort“ sind und damit Waren vorrätig halten sowie Mitarbeiter bezahlen; oft werden sie als „kompetente Auskunftsstellen“ gerne genutzt, gekauft wird dann aber ein paar Cent billiger online. Baumärkten und anderen Geschäften geht es oft ebenso. Wie soll eine lokale Buchhandlung unter diesen Umständen gegen Amazon bestehen, wenn Erstere alle Steuern abführt, Amazon aber durch Steuerminimierung einen dauerhaften Kostenvorteil hat? Die Antwort lautet leider, dass viele lokale Unternehmen (ob nun Buchhandlungen oder andere Branchen) massiv unter Druck geraten und einige zusperren müssen, während Internetriesen auf gebunkerten Milliardengewinnen sitzen. Dies ist eine sehr bedenkliche Schieflage und es ist dringend an der Zeit, dass die Mächtigen dieser Welt gegen

DIE KANZLEI IHRES VERTRAUENS IN INNSBRUCK IHR EXPERTE FÜR WIRTSCHAFTSRECHT, IMMOBILIENRECHT UND MEHR

dieses Übel konsequenter vorgehen, denn es erhöht die Kluft zwischen Arm und Reich, die den sozialen Frieden gefährdet, und es führt zu unfairem Wettbewerb, bei dem bis auf wenige

ICH BERATE SIE GERNE PERSÖNLICH!

Giganten fast alle auf der Strecke bleiben. Durch Druck einiger Staaten – vor allem den USA und Deutschland – nach der Finanzkrise 2008/09 unterzeichneten viele Steueroasen ab 2009 zumindest Steuerabkommen und Abkommen zum Informationsaustausch. Doch auch wenn die meisten von uns nicht zu den Mächtigen der Welt gehören, so liegt ein bisschen Verantwortung auch bei jedem Einzelnen, denn durch unser Einkaufsverhalten können wir der lokalen Wirtschaft zumindest ein bisschen unter die Arme greifen und damit dafür sorgen, dass die Kaufkraft und

Rechtsanwalt Dr. Florian Legit

Bürgerstraße 26 | 6020 Innsbruck 0512 552343 | office@rechtsanwalt-legit.at www.rechtsanwalt-legit.at

Steuern in der Region bleiben, anstatt in einer Steueroase zu landen.

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Moment of truth Der Großbrand bei der Firma Metallveredelung Huber GmbH in Schwoich zeigte, wie wichtig es ist, die richtigen Versicherungspartner an seiner Seite zu haben. // TEXT: MICHAEL POSSELT

Vor knapp drei Jahren stand die komplette Produktionsstätte der Metallveredelung Huber GmbH in Flammen. Für den Fall der Fälle braucht es die richtigen Partner.

S

pätestens nach einem Schadens-

Geschäftsführer Gerold Huber. Dieses The-

fall weiß man, wofür man eine

ma kennt Peter Oberhauser vom gleichna-

Selbstbehaltes im Vordergrund, dabei ist es

gute Versicherung hat. So ge-

migen Versicherungsmaklerbüro. „Unser Job

viel wichtiger, die existenzbedrohenden Risi-

schehen vor mittlerweile knapp

ist es, mit Unternehmen eventuelle Risiken

ken für den Betrieb abzusichern. Und dabei

den die kleinen Schäden und die Höhe des

drei Jahren in Schwoich, als die Produktions-

stätte der Metallveredelung Huber GmbH in Flammen stand. Obwohl die Feuerwehrleute rasch vor Ort waren und zu retten versuchten, was noch zu retten war, entstand ein enormer Sachschaden. Doch auch der Betriebsausfall und der Wiederaufbau der Pro-

„DER JOB DES MAKLERS IST ES, DIE RICHTIGEN PARTNER ZUSAMMENZUBRINGEN, DIE DIE RISIKEN DES KUNDEN AUCH HANDELN KÖNNEN.“ Peter Oberhauser

duktionsanlagen gestalteten sich schwierig. „Erst wenn man so einen Großschaden ein-

zu besprechen und dafür vorzusorgen, auch

kommt es auch auf den richtigen Partner an.

mal erlebt und abgewickelt hat, wird einem

wenn alle sich wünschen, dass dies niemals

„Der sollte in der Lage sein, diese Risiken zu

klar, wie wichtig es ist, dass man die richtigen

zutrifft.“ Doch wenn es so weit ist, sollte das

handeln und einen Großschaden auch abzu-

Versicherungspartner an der Seite hat“, so

Konzept passen. Oft stehen für den Kun-

wickeln“, so Oberhauser.

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© DIE FOTOGRAFEN

eco.geld

Dr. Reinhold Resch, Landesdirektor Uniqa Versicherungen AG, Gerold Huber, Geschäftsführer Metallveredelung Huber GmbH und Peter Oberhauser, Oberhauser & Co Versicherungsmakler GmbH.

Marktführerschaft In Tirol ist die Uniqa Versicherung Marktführer im Industrieversicherungsbereich. „Wir wickeln über 40.000 Schadensfälle pro Jahr ab, 40 bis 50 davon sind Schadensfälle über 100.000 Euro, richtige Großschäden in Millionenhöhe kommen Gott sei Dank selten vor. Nichtsdestotrotz ist man dafür sehr gut aufgestellt“, so Landesdirektor Reinhold Resch. Gerade bei Großschäden komme es laut Oberhauser auch auf die Geschwindigkeit an: „Im konkreten Fall war die Versicherung mit zwei eigenen Sachverständigen bereits am nächsten Tag vor Ort. So konnten wir den Schaden entsprechend aufnehmen und dokumentieren. Insbesondere, wenn es wie bei der Firma Huber auch zu einer Betriebsunterbrechung kommt, ist der Zahlungsablauf – für die Aufrechterhaltung der Liquidität – enorm wichtig. Und auch hier zeigte sich die Uniqa als verlässlicher Partner. Noch bevor die Höhe und Ursache des Schadens endgültig feststanden, wurden Akkontierungen geleistet und die Sanierungsmaßnahmen freigegeben.“ Bereits vier Monate nach dem Schadensfall konnte der Fall abgeschlossen werden. Dadurch war das Unternehmen gesichert und konnte am Wiederaufbau arbeiten. „Für uns war diese Vorgehensweise optimal, weil wir so in der Gestaltung des Wiederaufbaues völlig frei waren“, so Huber. Dies sei eben auch der Job des Maklers, herauszufinden, was der Unternehmer jetzt braucht – im konkreten Fall eben nicht die alte Anlage neu, sondern eine komplett neue Anlage –, und dies dem Versicherer auch entsprechend zu verkaufen, so Oberhauser. Ein besonderes Asset war für Huber die Zusammenarbeit mit den Sachverständigen der RSG Risiko Service und

WERTE, DIE VERBINDEN INNREAL-MAKLER MAG MAN EBEN. Immobiliengeschäfte brauchen Vertrauen. Vertrauen ins Gegenüber – in die Person, ihre soziale Kompetenz ebenso wie in deren fachliches Können. Unsere Motivation und unser Engagement werden von Begeisterung, Freude und Leidenschaft getragen. Das spüren unsere Kunden und darauf sind wir stolz.

Unbürokratisch und flexibel. Zahlreiche Referenzen sprechen ihre eigene Sprache. Wir freuen uns über jedes einzelne Feedback, besonders wenn es so positiv ist wie jenes unserer Kunden. Ein paar davon finden Sie auf unserer Homepage und sie alle sind Lob und Ansporn zugleich. Auch in Zukunft werden wir unser Bestes für Sie geben.

Kompetent und freundlich.

Sachverständigen GmbH einem 100-prozentigen Tochterunternehmen von Uniqa, die den Wiederaufbau eineinhalb Jahre begleitet und ihr Know-how für ein neues Sicherheitskonzept eingebracht haben. „Dies war für uns als Zulieferer in der Automobilindustrie besonders wichtig, weil wir so glaubhaft sicherstellen konnten, dass so ein Ausfall in Zukunft nicht mehr passieren wird“, so Huber. Nichtsdestotrotz weiß der Unternehmer, was er an seinen Versicherungspartnern hat – auch wenn er sie

Tel. 0512 / 574 600 Wohn- u. Wir tschaf tsimmobilien GmbH Innsbruck • Meraner Straße 9 of f ice@innreal.at • www.innreal.at

niemals wieder für so einen Fall heranziehen möchte.

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Art Kunst & Kultur

Thomas Feuerstein, Ausstellungsansicht RLB Kunstbrücke

APOLOGIE DER SCHWEBE

T

homas Feuerstein bewegt sich inhaltlich wie formal in einem weiten künstlerischen Aktionsfeld und verbindet naturwissenschaftliche Prozesse mit philosophi-

schen, ökonomischen und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen. Mit großen Einzelausstellungen – etwa im vergangenen

FORUM MIGRATION

D

Jahr im Chronus Art Center in Shanghai oder aktuell im Berliner Haus am Lützowplatz – hat er internationales Renommee

as Ferdinandeum verwandelt sich zu einem Ort für

erlangt. Elf Jahre, nachdem ihm der Hauptpreis des RLB Kunst-

Veranstaltungen rund um das Thema Migration: Als

preises verliehen wurde, stellt die Ausstellung in der RLB Kunst-

Auftakt gibt es am 18. Jänner 2018 einen Kabarett-

brücke erstmals seine Tafelbilder in den Mittelpunkt.

abend mit Thomas Maurer, weitere Highlights sind die Perfor-

Die Ausstellung versammelt über 60 Arbeiten in dichten, the-

mances von Künstlern wie Nezaket Ekici und Franz Wasser-

matisch orientierten Werkblöcken, in die effektvoll große, ma-

mann, der von Markus Koschuh organisierte Poetry Slam, die

lerisch wirkende Plakatarbeiten integriert werden. Dazwischen

Modenschau in Zusammenarbeit mit der Ferrarischule Inns-

bilden großformatige Acrylbilder und Zeichnungen visuelle Ru-

bruck und migrantischen Vereinen, Konzerte mit außereuro-

hepole. Feuerstein ist ein äußerst vielseitiger Zeichner. Sein Stil

päischer Musik, die Winteredition von Echos der Vielfalt, der

reicht dabei von einer holzschnittartigen Linienführung über

Auftritt des wienerisch-türkischen Rap-Duos EsRap, Lesun-

die Bildsprache des Comic, Punk oder der Graphic Novel bis hin

gen mit spannenden Literaten wie Selim Özdogan oder Martin

zur fotorealistischen Kohlezeichnung. Eine wichtige Rolle spielt

R. Dean oder Spiel- und Dokumentarfilmvorstellungen. Dazu

neben unterschiedlichen Reproduktionsverfahren auch die Ein-

kommt ein reichhaltiges Angebot an Workshops, Diskussionen

bindung von Texten, Wortspielen oder Begriffen, die sinnbildli-

und Führungen. Die Veranstaltungen sind der letzte Teil eines

che Querverweise eröffnen. Die Ausstellung ist noch bis 23. Fe-

mehrjährigen Projekts zur Migrationsgeschichte Tirols. Wäh-

ber 2018 zu sehen. // www.rlb-kunstbruecke.at

rend der Laufzeit (18. Jänner bis 18. Feber 2018) ist der Eintritt ins Ferdinandeum frei, alle Veranstaltungen des Rahmenprogramms können kostenlos besucht werden. // www.tiroler-landesmuseen.at

KUFSTEIN IM GLÜCK

Z

um dritten Mal laden die glück.tage als Festival für Literatur, Philosophie, Natur und Genuss Glücksuchende ins Kufsteinerland ein. Mit spannenden und mitunter sehr persönli-

chen Impulsen locken international renommierte Speaker und Autoren, die ihre Erkenntnisse rund um das Thema „Glück“ mit dem Publikum teilen. Schwerpunktmäßig widmet sich das Festival 2018 dem Begriff „Selbst.Freundschaft“. Mit dabei: ZDF-Moderatorin Nina Ruge, Ordensfrau Melanie Wolfers, der deutsche Philosoph Wilhelm Schmid, „Kräuterwastl“ Sebastian Viellechner und der Wiener Psychologe Georg Fraberger, der ohne Arme und Beine geboren wurde. Einer der Festival-Höhepunkte ist der Auftritt des weltweit bekannten UNO-Menschenrechtsrats und Globalisierungskritikers Jean Ziegler im Erler Festspielhaus. // Weitere Informationen zum Festivalprogramm und den Arrangements unter www.glueck-tage.com.

Jan Ziegler, Schweizer Politiker und UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Sachbuchautor

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eco.art

Gregor Sailer, aus der Serie „The Potemkin Village“; Carson City I, Vårgårda, Sweden, 2016

FOTOKUNST

D

er Tiroler Fotograf Gregor Sailer erlangte durch mehrere investigative Fotoprojekte internationales Ansehen. Nachbildungen, Kopien und Trugbilder charakte-

WIEDERAUFNAHME

eindrucksvolle Weise aktuelle architektonische Erscheinungs-

A

formen, entstanden aus politischen, militärischen und wirt-

wieder in eine Naturbühne für eine multimediale Ski-Tanz-Performan-

schaftlichen Motiven. // Noch bis 20. Jänner im Innsbrucker

ce. Auch 2018 dürfen sich die Zuschauer auf eine spektakuläre Insze-

FO.KU.S zu sehen. www.btv-fokus.at

nierung der 2017 mit dem „Tirol Touristica Award“ prämierten Show

risieren jene Orte, die er für sein Projekt „The Potemkin Village“ zwei Jahre lang in sieben Ländern visuell erforschte und fotografierte. Nach „Closed Cities“ 2012 zeigt Sailer erneut auf

m 1. Feber 2018 wird in Neustift im Stubaital eine Erfolgsgeschichte fortgeschrieben. Dann verwandelt der renommierte Leiter der Tanzcompany am Tiroler Landestheater, Enrique

Gasa Valga, mit „GAIA – Stubai Mutter Erde“ den Skihang in Milders

freuen. Die Kernaussage, die Natur zu schützen und die Freiheit jedes einzelnen Menschen zu bewahren, bleibt 2018 aktueller denn je. So wird die Erdmutter Gaia mit ihrem Sohn wieder mit der Kraft der Liebe gegen Hass und Zerstörung auf der Erde kämpfen. Dabei fügen sich der Tanz auf der Bühne im Schnee, das 3-D-Mapping auf dem Skihang, die Skishow auf der Piste und die Pferde vor der Bühne zum perfekten Arrangement bei bester Sicht auf allen Steh- und den neu geschaffenen Sitzplätzen. // www.stubai.at

„Ready to love“ von Manish Arora

„Musik im Riesen“: barocke Stimmen, elegante Streicher und Philip Glass am Klavier

KRISTALLINE NEUIGKEITEN

V

om 24. bis 27. Mai 2018 feiert „Musik im Riesen“ seine mittlerweile 15. Auflage. Mit Philip Glass, der auch selbst als Pianist auftritt, würdigt das Kammermusik-

festival der Swarovski Kristallwelten einen der einflussreichsten Komponisten der Gegenwart. Daneben stehen fünf weitere Konzerte auf dem Programm. Schon jetzt lassen sich in den Kristallwelten vier neue Wunderkammern bestaunen. Der indische Designer Manish Arora, Multimediakünstler André Heller, der israelische Künstler Arik Levy und der mexikanische Stararchitekt Fernando Romero haben dafür je eine Wunderkammer neu in Szene gesetzt.

WEIHNACHTS WEIHNACHTS WUNDER WUNDER

EIN KRIPPENERLEBNIS EIN KRIPPENERLEBNIS 3.12.2017 – 2.2.2018 3.12.2017 – 2.2.2018 VOLKSKUNSTMUSEUM VOLKSKUNSTMUSEUM FÜHRUNG: SO 17.12.2017 UND 7.1.2018, 11 UHR FÜHRUNG: SO 17.12.2017 UND 7.1.2018, 11 UHR TIROLER-LANDESMUSEEN.AT TIROLER-LANDESMUSEEN.AT eco.nova

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© COURTESY GALERIE ENGHOLM WIEN, BILDRECHT WIEN 

eco.art

Monika Baer, ohne Titel, 1999. Öl auf Leinwand, 190 x 260 cm

Sammlung zeitgenössischer Kunst Mit „arttirol. Kunstankäufe des Landes Tirol 2014–2016“ präsentiert das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum die Sammlungsankäufe des Landes Tirol in den letzten drei Jahren.

D

as Sammeln und Erwer-

Die ausgewählten Werke werden direkt in den

genössischer Kunst ab und umfassen Fo-

ben gehört zusammen

Bestand der Modernen Galerie im Ferdinande-

toarbeiten, Videos, Gemälde, Installationen,

mit dem Forschen und

um integriert. Schwerpunkt der Ankäufe des

Collagen, Animationen, Dokumentationen

Bewahren zu den Haupt-

Landes sind Werke zeitgenössischer Künstler

und Grafiken. Die angekauften Werke stam-

aufgaben eines Museums.

aus Tirol. Dazu kommen Werke von österrei-

men größtenteils von heimischen Künstlern

Um den Aufbau einer Sammlung zeitgenös-

chischen Künstlern, die international beach-

oder weisen einen starken Bezug zu Tirol

sischer Kunst mit eigenständigem Profil zu

tete Positionen vertreten. Die gesamte Kunst-

auf. Schwerpunkt der Erwerbungen bilden

gewährleisten, hat das Land Tirol 2001 erst-

sammlung des Landes Tirol weist über 8.000

Werkgruppen, die den Schaffensprozess der

mals eine unabhängige Fachjury ernannt,

Werke auf. Die Ausstellung im Tiroler Landes-

Kunstschaffenden eindrucksvoll belegen, so-

die Werke für den Ankauf empfiehlt. Aktu-

museum Ferdinandeum zu den Ankäufen der

wie dokumentarische Arbeiten.

ell sind dies Dr. Günther Dankl, Kustos der

Periode 2014 bis 2016 trägt dazu bei, die neuen

Aus Ausstellungen der Taxispalais Kunsthal-

Kunstgeschichtlichen Sammlungen ab 1900 &

Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren.

le Tirol und der Stadtgalerie Schwaz wurden

Grafischen Sammlungen der Tiroler Landes-

die 2003 präsentierte Installation „Panorama“

museen, Dr. Matthias Mühling, Direktor Len-

Vielfältiges Kunstgeschehen

bachhaus München, und Dr. Eva-Maria Stad-

Die aktuell angeschafften Werke der Samm-

greifende Arbeit „Parmi les noirs: After Ray-

ler, Universität für angewandte Kunst, Wien.

lung bilden ein breites Spektrum an zeit-

mund Roussel“ (2012) von Johannes Porsch

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von Michaela Melián und die medienüber-


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Franz Wassermann, Temporäres Denkmal – Prozesse der Erinnerung, 2004/05, Prozess 2 – Quilts – Tücher der Teilnahme, 6 Farbfotografien

© LUKAS THALER

© ANNJA KRAUTGASSER, BILDRECHT WIEN 

© FRANZ WASSERMANN, BILDRECHT WIEN 

Annja Krautgasser, Performance „Simple-Man-Dance“, 2011

© CHRISTOPH GRÜNER

© STEPHAN DILLEMUTH UND GALERIE NAGEL DRAXLER, BERLIN/KÖLN

Christoph Grüner, Swing, 2004–2015

erworben. Mit Monika Baer, Renate Bertlmann, Carola Dertnig, Maria Hahnenkamp und Annja Krautgasser wird die Sammlung des Landes mit Werken von Künstlerinnen mit feministischen, medialen, dokumentarischen und malerischen Positionen erweitert. Klaus Auderers Arbeit „psychopatparks“ zeigt seine Auseinandersetzung mit Konflikten im Nahen Osten. Rens Veltmans konzep-

Stephan Dillemuth, Kinder-Skifahrerin, 1980

Lukas Thaler, I think we’re really feeling this together now, 2015

DER ANKAUF VON WERKEN LEBENDER KÜNSTLER IST EIN WESENTLICHES ELEMENT DER KUNSTFÖRDERUNG DES LANDES TIROL. DIE SAMMLUNG ZEITGENÖSSISCHER KUNST DER TIROLER LANDESMUSEEN WIRD DADURCH LAUFEND ERWEITERT. BEURTEILT UND EMPFOHLEN WERDEN DIE ANKÄUFE DURCH EINE JURY, DIE ALLE DREI JAHRE NEU ZUSAMMENGESETZT WIRD.

tuelle Dokumentation „Die Tabakfabrik“ aus dem Jahr 1980 ist bedeutendes Zeugnis um eine kulturpolitische Diskussion in Schwaz.

Warenwelt. Tobias Hantmanns „White bull

den Bestand dieser Künstler um neue Facet-

Franz Wassermanns „Temporäres Denkmal –

sustaining support“ bewegt sich zwischen

ten ergänzen.

Prozesse der Erinnerung“ von 2004/05 stellt

Grisaillemalerei und Tapisserie. Der Ankauf

ein wichtiges Zeichen der Erinnerungskultur

einer Werkgruppe von Helmut Schober er-

in Tirol dar.

gänzt den Bestand um wichtige Arbeiten der

Mit Fotoarbeiten von Gregor Sailer, Arno

1970er-Jahre. Erstmals in die Sammlungen

Gisinger und Karl Heinz Koller werden die

integriert wurden Werke von Gerwald Ro-

Fotosammlungen um Werke der künstleri-

ckenschaub, Toni Kleinlercher, Stefan Dille-

schen Dokumentarfotografie bereichert. Die

muth, Christopher Grüner und Lukas Thaler,

beiden seriellen Werke von Thomas Bayrle

während Ankäufe von Heimo Zobernig und

unterstreichen dessen Reflexionen auf die

Daniel Sharif Baruwa den bereits bestehen-

ARTTIROL KUNSTANKÄUFE DES LANDES TIROL –

Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Eröffnung: 14. Dezember 2017, 18 Uhr Dauer der Ausstellung: bis 18. Feber 2018 www.tiroler-landesmuseen.at

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Spielen und scheitern zu dritt Das Feinripp-Ensemble ist eine dreiköpfige Theatergruppe, die auf der Bühne viel verspricht und gnadenlos scheitert. Das jedoch mit Bravour. Ihre Programme gehören in die Kategorie trashig-anarchisch und sie bestechen mit einer gehörigen Portion Selbstironie. // TEXT: JULIA SPARBER-ABLINGER

I

und dem großen Hang zum Drama. Er erm Gastgarten des Innsbrucker

füllt in der Gruppe die Rolle des bodenstän-

Treibhaus sitzend, das erste Bier

digen Philosophen, der für pathetische Wort-

in der Hand, gehen die drei Herren

kaskaden immer zu haben ist. Der „Kleinste“

gleich in medias res. „Wir erzäh-

ist Bernhard oder „Berny“. Er ist zuständig

len gerne über uns“, so Thomas

für das komödiantische Fach. Frauenrol-

Gassner. „Ja, du vielleicht“, kontert Markus

len scheinen ihm auf den Leib geschneidert.

Oberrauch ironisch. Bernhard „Berny“ Wolf

Wenn er die Bühne betritt, sind die Lacher

ermahnt: „Quatscht nicht, sie nimmt ja alles

auf seiner Seite. Ob als Biber oder als un-

auf!“

schuldige Jungfrau Maria.

Den Herren braucht man nicht viele Fragen

Berny mimt kurzerhand den Biber mit „Ha-

zu stellen. So die erste Erkenntnis. Die drei

senzähnen“ und hoher Stimme. Alle lachen

Schauspieler werfen sich gegenseitig Wörter

und bestellen das zweite Bier. Das Treibhaus

zu, dass eine beflügelte Kettenreaktion ent-

ist voller Gäste, die sich angeregt unterhalten,

steht. Ihre Bühnenprogramme „erkopfen“ sie

doch der Biber am Nebentisch ist nicht zu ig-

alle gemeinsam. Sie lesen sich gegenseitig

norieren. Prost!

durchaus ernstzunehmende Bühnenlitera-

Texte vor, schnappen sich ein Wort und spin-

Richtig gut sind die drei nicht nur im Schrei-

tur, transportieren sie in heutige Szenerie.

nen daraus eine Geschichte. „Gott sei Dank

ben eigener Stücke, wie im bauernschlauen

Und das alles in Unterhosen.

haben wir Regisseure wie Susi Weber oder

Schwank „Die Rippenhof-Saga“, sondern

Johannes Gabl, die unsere Spinnereien ein-

vor allem im Kürzen. Und das gnadenlos.

grenzen und helfen, ein Stück zu zaubern“,

Die größten Bücher der Geschichte – die

Wie erklären sie sich ihren Erfolg?

erklärt Thomas. Das Ensemble vereint in je-

Bibel, Grimm’s Märchen und die Werke

„Vielleicht weil wir uns auf der Bühne selbst

dem Stück seine unterschiedlichen Schreib-

Shakespeares – nehmen sie sich zur Brust:

auf die Schaufel nehmen. Wir gehen ja

stile und Persönlichkeiten. Thomas ist der

So entsteht eine heftige Diskussion zwi-

immer wieder raus aus der Rolle, spielen

„Älteste“ mit den verstrubbelten Haaren und

schen den Eheleuten Josef und Maria auf

unseren eigenen Charakter. So kann das

den geistreichen, provokanten Einfällen. Er

der Bühne, wie unrealistisch denn eine un-

Publikum drei Deppen beim Scheitern zu-

hat am meisten Schreiberfahrung, in ihm

befleckte Empfängnis sei. Die „7 Geißlein“

schauen“, erklärt Berny. Sie bewegen sich auf

sprießen die intellektuellen Ideen, die durch-

werden zur RTL-Reality-Show à la „Raus aus

der Bühne auch auf einer privaten Ebene.

wegs schräg daherkommen. Er ist auch der

den Schulden“ und als „King Lear“ dribbeln

Das macht die Schauspieler fürs Publikum

gnadenlose Kritiker im Dreiergespann. Mar-

sie auf der Bühne besser als Kingsley Co-

angreifbar. Vielleicht ist es auch die ironische

kus ist der „Mittlere“ mit der kernigen Statur

man bei Bayern München. Sie veräppeln also

Wertschätzung, die das Feinripp-Ensemble

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Die drei Feinripps Markus Oberrauch, Thomas Gassner und Berny Wolf – ausnahmsweise vollständig bekleidet

so gut beherrscht. Blasphemisch werden sie

Ihre größte Panne?

nie. Lästern ja, aber immer mit Niveau. So

Diese Frage trifft genau ins Schwarze. Ein

wurden die drei einst von der Diözese einge-

langes Raunen geht in Gelächter über:

laden, ihre Version der Bibel zu präsentieren.

„Weißt noch, Berny? Wir waren hinten ver-

Bühnenausstattung.) „Wir hatten als Backup

Der Auftritt funktionierte gut. Das bibelfeste

zweifelt, während Markus vorne die ganze li-

eine zweite dabei. Nur blöd, dass der Rekor-

Publikum goutierte die Schmähs über das

teraturwissenschaftliche Märchenforschung

der einging“, scherzt Thomas weiter. „Berny

Buch der Bücher: „Mehr sogar. Bischof Man-

rezitiert hat“, erzählt Thomas schenkelklop-

bastelte im Hintergrund, Markus zitierte wie

fred Scheuer zitierte uns am nächsten Tag

fend. Was jetzt? Tatsächlich die schlimms-

manisch auf der Bühne und ich läutete dann

bei seiner Predigt“, erzählt Thomas. Story-

te Panne, die ihnen bisher passiert ist. Die

einfach eine verfrühte Pause ein.“ Die drei

telling, wie es besser nicht sein kann. Inzwi-

Grimm’s Märchen im Wiener Kabarett Simpl.

Schauspieler agierten professionell. Das Pub-

schen sind die drei Feinrippler nicht nur in

Traditionell mit dabei ihre Musikkassetten.

likum bekam kaum was mit. Da wurde ihnen

Tirol zu sehen. Sie gastieren im Spielboden

(Zur Sicherheit für alle jungen Leser: Eine

zum ersten Mal richtig bewusst, wie wichtig

Dornbirn, im Kleinen Theater Salzburg und

Kassette ist ein Tonträger mit integriertem

die erlernten Brotberufe sind. Berny ist aus-

künftig auch im Schlachthof München, so

Tonband. Markteinführung 1963. Seit den

gebildeter Elektroniker, deshalb war also der

wie die drei Tiroler mittlerweile auch in

späten 90er-Jahren nicht mehr erhältlich,

Kassettenrekorder sein Spezialfach. Markus

Wien gern gesehene Gäste sind.

für die drei Feinripp-Jungs jedoch aktuelle

ist gelernter Tischler – „bis zum Gsell bin i

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© BURGSOMMER HALL

Warum die altmodischen Unterhosen mit den modischen darunter? Die FeinrippIdee entstand ganz simpel: Rasche Kostümwechsel funktionieren am besten, wenn man aus der „Poleposition – eben in Unterwäsche“ startet. Daraus wurde Stilmittel und Name. Markus meint „auf einer erhöhten Bühne eröffnen sich pikante Perspektiven“ und Berny befürchtet „sonst müssten wir eine Altersbegrenzung ab 18 festlegen“. Thomas bringt es auf den Punkt: „Die darunter sind dazu da, dass alles bleibt, wo es hingehört.“

kemmen“ – und dreifacher Familienvater.

ma macht mobil’ hieß das anspruchsvolle

miert. Tabus werden gebrochen, doch die

Das Praktikable gepaart mit guter Überre-

Stück“, lacht er. Zunächst ein BWL-Studium,

drei Schauspieler bleiben auch im neuen

dungskunst liegt ihm im Blut. Und Thomas

doch seine Spielfreude ließ sich nicht bän-

Stück würdevoll. Premiere wird voraussicht-

ist studierter Betriebswirt, der eine Diplom-

digen: „Ich kreierte eine Operation am offe-

lich im Oktober 2018 gefeiert.

arbeit zum Thema Chaosmanagement ver-

nen Wirtschaftsherzen.“ Für ihn wurde bald

fasst hat. Voilà. Also ist nichts umsonst.

klar, dass er ins Schauspielfach wechseln

Die Vision der drei Feinripps?

Noch ein drittes Bier? Nein, lieber nicht. Doch

musste. Heute übernimmt er regelmäßig

Einen gemeinsamen Film drehen. Feinripp

gute Theaterideen brauchen doch Dünger!

die künstlerische Leitung für verschiedene

in Spielfilmlänge. Und beim nächsten Hard-

Also gut. Ob dem dritten Bier herrscht traute

Theaterfestivals und arbeitet beim Tiroler

rock-Festival im deutschen Wacken mit der

Einigkeit. Ein immer wiederkehrendes Phäno-

Theaterverband sowie als Schauspiellehrer,

Bibel auf der Bühne stehen. Was? „Ja genau.

men unter den dreien.

Autor und Regisseur. Aktuell führt er am

Das wäre ein echter Ritterschlag für uns“,

Landestheater in der Operette „Der Vetter

meinen sie unisono. Das Festivalmotto „Fas-

aus Dingsda“ Regie.

ter Harder Louder“ wäre für das Feinripp-En-

Wie kamen sie zum Theater? Berny spielte schon als Bub bei der Dorfbüh-

semble Trash mit Kulturcharakter. Diesen

ne Bach im Lechtal. In den „7 Todsünden“

Gibt’s schon ein neues Stück?

war er das sterbende Kind und rührte zu

„Wir feilen daran.“ fein_R.I.P. rest in peace, so

Jetzt gehören die drei aber ins Bett. Kein Bier

Tränen. „Zur Entspannung des Vaters“ hat

der Titel. Fest steht, dass es sich um den Tod

mehr. Schließlich müssen sich Thomas, Mar-

er die HTL absolviert, dann aber gleich auf

drehen soll. Das Publikum soll zum Weinen

kus und Berny ab morgen mit dem Tod im

die Schauspielschule. Der Lechtaler Dialekt

gebracht werden, wird sich aber totlachen.

Geiste beschäftigen. Und dafür heißt es aus-

war zunächst ein Hindernis. Heute kultiviert

Das klägliche Scheitern ist also vorprogram-

geschlafen sein.

liefern sie aber sowieso.

er beides – Hochdeutsch und „achig’ hackt“. Mittlerweile ist Bernhard Wolf künstlerischer Leiter der Geierwally Freilichtbühne in Elbigenalp. Markus ist am Ritten in Südtirol aufgewachsen. Als Tischler war ihm zunächst der elterliche Betrieb bestimmt. Doch es sollte anders kommen. Mit 17 Jahren spielte er den Jesus im Passionsspiel. Dann zehn Jahre lang hin und hergerissen. Mit 27 begann er die Schauspielausbildung und seit 2008 ist er in den unterschiedlichsten Rollen zu sehen. Zuletzt in „Hamlet ist tot“ bei den Telfer Volksschauspielen und ab Jänner 2018 gibt er den Pater Haspinger in „André Hofer“ am Tiroler Landestheater. Thomas Gassner spielte als Jugendlicher bei der Kolpingbühne Wattens. „‚Ma-

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DIE NÄCHSTEN TERMINE FEBER : • 15. Feber: Schlachthof München – Die Bibel • 20. Feber: Stadttheater Wr. Neustadt – Die Bibel • 23. – 25. Feber: AERA Wien – Die Bibel MÄRZ : • 2. März: Verein Kultur am Land, Buch bei Jenbach – Die Bibel • 4. März: Kultur z’Koblach – Grimm’s Märchen • 5. März: Treibhaus Innsbruck – Grimm’s Märchen • 9. März: Kleines Theater Salzburg – Grimm’s Märchen • 12. & 13. März: Treibhaus Innsbruck – Grimm‘s Märchen • 19., 26. und 27. März: Treibhaus Innsbruck – Shakespeare APRIL : • 20. April: Kleines Theater Salzburg – Grimm’s Märchen • 21. April: KOMMA Wörgl – Grimm’s Märchen


MOIRÉ INNSBRUCK KIEBACHGASSE 5


© ARTROOM, INNSBRUCK

© GALERIE AUGUSTIN, INNSBRUCK-WIEN

© GALERIE AUGUSTIN, INNSBRUCK-WIEN

Bettina Hobel, „Waldfrüchte“, 2016, Acryl auf Leinwand, 120 x 160 cm

Rebekka Hatzung, „Aus d. Reihe 1“, 2016, Mischtechnik, 80 x 80 cm

Georg Brandner, „Rote Ewigkeit“, 2016, Collage: Öl auf Leinwand, 150 x 120 cm

Dirk Groß, „Zeitgeister II“, 2017, Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 100 cm

© GALERIE MARINGER, ST. PÖLTEN

Jörg Döring, „Mambo Club“, 2016, Mischtechnik, 130 x 170 cm

© ÜBERKOPF, MÜNSTER – DE

© GALERIE S, DAGMERSELLEN – CH

Elisa Anfuso, „Tra le mie nuvole“, 2017, Öl & Pastell auf Leinwand, 150 x 100 cm


© ARTROOM, INNSBRUCK

eco.art

Ein Hotspot der Kunstvielfalt © ARTROOM, INNSBRUCK

© GALERIE SEUFERT, MÜNCHEN – DE

© GALERIE AUGUSTIN, INNSBRUCK-WIEN

Vom 25. bis 28. Jänner 2018 geht in der Haupthalle A der Messe Innsbruck die mittlerweile 22. Auflage der ART Innsbruck über die Bühne. Liebhaber alles Feinen erwartet wieder ein breites internationales Angebot ausgewählter Kunst vom 19. bis 21. Jahrhundert.

Kuno Vollet, „Infinitum 1“, 2017, Bronzeguss, 25 x 25 x 40 cm, Auflage: 10

© GALERIE MARINGER, ST. PÖLTEN

Giuseppe Lo Schiavo, „Levitation Parthenon“, 2011, Kohlepigmentdruck, Auflage: 7, 85 x 85 cm

N

ach dem erfolgreichen

internationalem Anspruch sei. Die Liste der

grammatisch konzentriert sich die Messe wie

Launch der ART Salz-

präsentierten Künstler liest sich deshalb wie

eh und je auf zeitgenössische und moderne

burg Contemporary im

das Who is who der Kunstgeschichte – von No-

Kunst vom 19. bis 21. Jahrhundert. Der Schwer-

Juni dieses Jahres dreht

buyoshi Araki und Francis Bacon über Martin

punkt liegt dabei auf Unikaten und limitierten

sich bei Messemacherin

Kippenberger, David La Chapelle und Heinz

Editionen, seien es nun Gemälde, Arbeiten auf

Johanna Penz und ihrem Team nun schon seit

Mack bis Andy Warhol und Victor Vasarely.

Papier, Originalgrafiken, Skulpturen, Objekte

Wochen wieder alles um die ART Innsbruck,

„Wir haben von Anbeginn den Fokus auf Inter-

und Installationen, Künstlerbücher, Fotografie

also jene Messe, mit der die Erfolgsgeschich-

nationalität und Vielfalt gelegt. Denn nicht zu-

oder neue Medien.

te der ART Kunstmesse GmbH vor nunmehr

letzt durch unsere verkehrstechnisch günstige

23 Jahren ihren Ausgang nahm. „Ich hätte mir

Lage im Herzen der Alpen bieten wir Ausstel-

ja selbst nie gedacht, dass man sich seine Be-

lern aus Deutschland, Italien und Liechten-

geisterungsfähigkeit für ein Projekt dieser

stein ein geradezu perfektes Forum, um sich

Dimension über einen so langen Zeitraum

erstmals in Österreich zu präsentieren. Davon

hinweg erhalten kann“, gesteht Penz. „Aber die

profitieren natürlich primär unsere Besucher,

Vielfalt zeitgenössischer Kunst und natürlich

die sich hier in Innsbruck nun schon seit 22

auch der Kunstmarkt selbst lassen so etwas

Jahren auf ein ungleich breiteres Kunstange-

wie Gewohnheit oder Routine gar nicht erst

bot abseits der hier üblichen österreichischen

aufkommen.“

Sehgewohnheiten freuen dürfen“, so die Mes-

Jede Messe sei für sie wie ein Unikat. Denn die

semacherin. Das erkläre auch den einzigarti-

angestammten Aussteller entwickeln sich wei-

gen und unverwechselbaren Stellenwert der

ter und jedes Jahr drängen neue Galerien aus

ART Innsbruck in der heimischen Kunstmes-

dem benachbarten Ausland nach Innsbruck.

senszene. Rund 80 Aussteller aus zehn Natio-

Es habe sich längst herumgesprochen, dass

nen haben sich bereits zur 22. ART Innsbruck

Innsbruck ein guter Boden für Galerien mit

vom 25. bis 28. Jänner 2018 angemeldet. Pro-

. ART INNSBRUCK

22. bis 28. Jänner 2018 Messe Innsbruck, Haupthalle A / Haupteingang Ost Mehr als 90 Aussteller – Galerien und Kunsthändler aus zehn Nationen – präsentieren internationale Kunst und Klassische Moderne und weitere Kostbarkeiten des 19., 20. und 21. Jahrhunderts Öffnungszeiten: Do. bis Sa. von 11 bis 19 Uhr So. von 11 bis 17 Uhr www.art-innsbruck.com

eco.nova

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Mobil Auto & Motor

!

WEITERE TESTBERI CHTE, NEWS UND MEHR UN TE WWW.ECO-MOBIL. AT R

MULTIKULTI

D

as neue viertürige Audi-Coupé A7 Sportback verkörpert Progressivität in Design und Technik. Das Exterieur ist schärfer

und kantiger geworden und auch innen hatte man den Mut, das Showcar-Design in Serie zu schicken. Der Audi A7 Sportback fährt im Werk Neckarsulm vom Band und startet voraussichtlich gegen Ende des ersten Quartals 2018 auf dem österreichischen Markt – zum Marktstart zunächst ausschließlich als 3.0 V6 TFSI mit sonor-dezent klingendem V6-Turbomotor mit 340 PS, den man aktuell aus dem A8 kennt. Basispreis: 67.800 Euro.

PICK-UP TRIFFT LIFESTYLE Robust, funktional, belastbar und geländegängig. Das sind die klassischen Attribute eines Pick-ups. Mercedes-Benz hat es mit seiner X-Klasse nun geschafft, dass das Arbeitsgerät auch noch richtig Style bekommt. Mit den drei unterschiedlichen Varianten Pure (für den klassisch-robusten Einsatz), Progressive (für höhere Ansprüche an Wertigkeit und Komfort) und der Highend-Variante Power (für den urbanen Lifestyle) bedient man mit dem X unterschiedliche Lebenswelten. Zur Markteinführung kommen ein Diesel mit 163 bzw. 190 PS sowie ein 165-PS-Benziner, ab Mitte 2018 folgt das 258-PS-Topmodell. Ab 37.000 Euro.

SPORTLICHER ALLROUNDER

L

ängst vorbei sind die Zeiten, als ein Porsche vor allem zweierlei war: sportlich und schnell. Das ist er zwar immer noch, seit 2002 der erste Cayenne herauskam, fühlt er sich dazu auch abseits der Straße wohl. Die mittlerweile dritte Generation tritt

mit einem deutlich erweiterten Leistungsspektrum an, wurde komplett neu entwickelt und orientiert sich nun wieder mehr an der Sportwagen-Mentalität: intelligenter Leichtbau, leistungsstarker Antrieb, tolle Fahrdynamik, konsequente Fahrerunterstützung und dabei richtig alltagstauglich. Zum Start rollen drei Modelle mit 340, 440 und 550 PS an, die Preise beginnen bei rund 92.000 Euro. Schon in der Serienausstattung zeigt sich der neue Cayenne bestens vernetzt, auch das Infotainment ist top.

AB NACH EUROPA

D

er betont sportliche und coupé-ähnliche Charakter des neuen Eclipse Cross von Mitsubishi verbindet als erster Vertreter der neuen Fahrzeuggeneration dynamische Konturen mit der hohen Allroundkompetenz und dem typischen

SUV-Charakter der Marke. Gebaut wird das Kompakt-SUV im tiefrot-glänzenden Metallicton im japanischen Werk Okazaki bei Nagoya, die ersten Einheiten wurden bereits nach Europa verschifft. Mit rund 22.000 Euro steht nun auch der (Start-)Preis fest.

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eco.nova


ECO.MMENTAR

Bruno König, Motorredaktion

E-Auto? Nein danke! DER AUDI UNTERM WEIHNACHTSBAUM Für viele war es bis dato ein frommer Wunsch, nun wird er Wirklichkeit: das Auto als Weihnachtsgeschenk. Nun gut, Freude macht das auf 600 Stück limitierte Bobbycar mit Ledersitzen vermutlich vor allem den Kleinen, aber wer wird denn schon kleinlich sein. Andererseits finden sicher auch viele Papis Gefallen an den schwarzen Fünfarm-Rotorfelgen, dem glänzenden Singleframe und den coolen schwarz getönten Frontscheinwerfern samt Tagfahrlicht. Nur zugeben werden sie’s wahrscheinlich nicht. Erhältlich ist der Flitzer um 170 Euro beim Audi-Händler – gut investiertes Geld, weil auch gleich das Kind im Manne was davon hat ...

betrachtet: Der BMW X2 zeigt

W

sich quasi immer in Bestform

selfahrzeuge in rund 20 Jahren keine

MODERN STYLE

E

gal von welcher Seite man ihn

ie eine aktuelle Umfrage zeigt, glauben die Österreicher zwar an das Elektro-

auto und daran, dass Benzin- und Die-

und als echter Charakterling. Optisch,

große Rolle mehr spielen, kaufen möchte

haptisch und technisch. Wie ein durch-

derzeit aber noch kaum jemand ein rein

trainierter Athlet steht er auf der Stra-

elektrisch betriebenes Fahrzeug. Aktuell

ße und vereint dabei die robusten Gene

können sich nur rund fünf Prozent mit

der X-Modelle mit der eleganten Sport-

diesem Gedanken anfreunden. 31 Prozent

lichkeit eines Coupés. Seine Marken-

aller Befragten setzen weiter auf den Ben-

premiere feiert der X2 im März 2018 und

zinantrieb, für den Diesel würden sich

kommt zu Beginn in drei Varianten da-

derzeit nur mehr 23 Prozent entscheiden.

her: als sDrive20i mit 192 PS sowie als

Fahrverbote in den Städten für ältere

Diesel mit 190 bzw. 231 PS. Weitere Mo-

Diesel begrüßen nur 40 Prozent der Be-

delle folgen. Das sportliche Fahrwerk

fragten, 46 Prozent sind klar dagegen, der

überträgt die Agilität und Dynamik der

Rest äußerte sich dazu nicht. Während-

BMW-Aggregate dabei bestens auf die

dessen präsentierte Tesla Neues: einen

Straße. Der Startpreis liegt bei rund

elektrischen 40-Tonner mit 800 Kilometer

39.000 Euro, für die es vor allem im Be-

Reichweite und einen Roadster-Sportwa-

reich der Assistenzsysteme bereits ver-

gen, der in zwei Sekunden auf Tempo 100

hältnismäßig viel Serienausstattung

beschleunigt und mit einer Akkuladung

gibt. Im Design gibts bayerntypisch in-

1.000 Kilometer weit kommen soll.

nen und außen auch beim X2 kaum was zu mäkeln ...

Anregungen und Kommentare bitte an koenig@econova.at

READY TO ROC

D

er SUV-Boom scheint kein Ende zu nehmen. Ganz im Gegenteil. Was derzeit aus dem VW-Konzern rollt,

ist nicht nur mengenmäßg beeindruckend. Mit dem Volkswagen-Crossover T-Roc geht die SUV-Offensive munter weiter. Der Grenzgänger verbindet Performance und Komfort, Emotionalität und Rationalität, urbanen Lebensstil und vielseitige Allroundeigenschaften. Heraus kommt kompakte Mobilität in avantgardistischem Design. Der Grundpreis für den 115-PS-Benziner liegt bei 21.500 Euro, insgesamt stehen zum Start fünf Motorvarianten zur Wahl.

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eco.mobil

Fahrleistungen wie ein M2, optisch wie ein „normaler“ 2er: BMW M240i xDrive Coupé.

Der bessere M2? Der BMW M2 ist mit seinen 370 PS ein brachialer Sportwagen, das sieht und spürt man sofort. Das neue M240i xDrive Coupé hat zwar 30 PS weniger als das Topmodell und kommt auch optisch wesentlich dezenter daher, dafür hat es Allradantrieb und damit Traktion ohne Ende. // TEXT UND FOTOS: BRUNO KÖNIG

A

nruf von einem Kollegen:

nämlich eine beeindruckende, gefühls-

„Bruno, hast du grad den

mäßig steht er dem Topmodell um nichts

BMW M2 zum Testen?“

nach. Im Gegenteil: Durch den xDrive-All-

„Nein, wie kommst du denn

radantrieb hat der 240i Traktion ohne En-

da drauf?“ „Jemand hat dich gesehen und

de, diese fehlt dem M2 in den ersten beiden

mir gesagt, du bist mit einem M2 unter-

Gängen. In nur 4,4 Sekunden schießt der

wegs.“ „Ach so, nein, das ist kein M2, son-

dezente 2er auf Tempo 100 – nur eine Zehn-

dern das neue M240i Coupé, sozusagen der

tel langsamer als der M2. Untermalt wird

kleinere Bruder des M2“, kläre ich auf.

das Ganze von einem herrlichen Sound aus

Doch so sicher bin ich mir nach dem Test

dem aufgeladenen Reihen-Sechszylinder.

gar nicht mehr, den M240i als „kleinen Bru-

Die serienmäßige Achtgang-Automatik ver-

der“ zu bezeichnen. Die Performance ist

richtet einen Traumjob. Das Fahrwerk ist

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BMW M240i xDrive Coupé

• Motor: 3.0-Liter-ReihenSechszylinder-Turbo • Leistung: 250 kW/340 PS • Drehmoment: 500 Nm • Beschleunigung: 4,4 sec von 0 auf 100 km/h • Spitze: 250 km/h • Testverbrauch: 7,4 Liter/100 km • CO2-Ausstoß: 169 g/km • Fahrspaß: 9 von 10 Punkten • Preis: ab 56.750 Euro


eco.mobil

Das Couupé liefert Drehzahlen bis über 7.000 Umdrehungen

straff, bleibt aber alltagstauglich. Ein Genuss ist die präzise Lenkung: Die reagiert so fein und direkt, dass man schon fast das Gefühl bekommt, mit dem Auto zu ver„normalen“ 2er. Diesen dezenten Auftritt

Qualität und feinen Materialien sowie ver-

mögen jetzt einige kritisieren, für andere

bessertem Multimedia. Erstmals im 2er hat

macht’s aber genau das aus. Darüber hin-

BMW ein Radar-Tempomaten mit Stau-As-

Im Gegensatz zum M2 hält sich der M240i

aus ist der M240i fast 15.000 Euro günstiger

sistent verbaut. Mindestens 56.750 Euro wer-

optisch sehr zurück. Keine ausgestellten

als ein M2, bringt aber – wie ich finde – den

den für das M240i xDrive Coupé fällig. Un-

Kotflügel, keine weit aufgerissenen Luftein-

gleichen Fahrspaß.

ser Testauto mit vielen Extras kommt gar

lässe und kein überdimensionaler Power-

Der Innenraum wurde ebenfalls überarbei-

auf knapp 73.000 Euro. Dafür gäbe es auch

dome auf der Motorhaube ... alles wie beim

tet und beeindruckt nun mit noch mehr

schon einen M2.

schmelzen.

Dezenter Auftritt

Vorsorgen für viele Lebensbereiche:

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eco.mobil

Große Lufteinlässe machen die E-Klasse sportlich, der 4MATIC-Antrieb sicher.

Vorzugsschüler Die neue E-Klasse von Mercedes bietet eine noch nie dagewesene Fülle an Assistenzsystemen, die das Fahren noch sicherer und komfortabler macht. Darüber hinaus zeigte sich der 220 d mit 4MATIC-Allradantrieb als kraftvoller und sparsamer Begleiter. // TEXT UND FOTOS: BRUNO KÖNIG

O

Normalzustand. Wird die Rückenlehne umgelegt, erhöht sich der Stauraum nochmals deutlich. Das Interieur ist eine gelungene Kombination aus kühler Eleganz und moderner Sportlichkeit, verpackt in hochwertige Materialien. Sitze und Sitzposition sind genauso vorbildlich wie die Platzierung der Schalter und deren Bedienung.

Kräftig und sparsam Der überarbeitete Vierzylinder-Diesel im 220d leistet nun 194 PS und stemmt beachtliche

ptisch ist den Mercedes-Leu-

Zu verdanken ist das der harmonischen Ka-

400 Nm Drehmoment. Damit spurtet der All-

ten die neue E-Klasse be-

rosserieführung, den eleganten Rundungen

rad-Benz in nur 7,5 Sekunden aus dem Stand

sonders gelungen: durchge-

und den großen Luftöffnungen an der Front.

auf Tempo 100. Das serienmäßige „9G-Tro-

stylt bis ins letzte Detail mit

Damit zeigt die neue E-Klasse ein markan-

nic“-Automatikgetriebe wird per Lenkradhe-

eleganter Linie, viel Sportlichkeit und voll

tes Gesicht und demonstriert Dynamik und

bel bedient und arbeitet höchst unauffällig.

gepackt mit modernster Technik. Der Auf-

Entschlossenheit. Die Länge der Limousine

Niedrige Drehzahlen verhelfen der Limousi-

tritt ist deshalb – wie schon von früheren

wuchs gleich um gute vier Zentimeter, in der

ne zu einem sparsamen Verbrauch: In un-

E-Klassen gewohnt – ein imposanter. Die

Breite sind es drei. Damit gibt’s mehr Platz

serem Test gönnte sich der Stern im Schnitt

neueste Generation wirkt jedoch wesentlich

für Passagiere und deren Gepäck. 542 Liter

nur 6,1 Liter auf 100 Kilometer.

kompakter, dadurch agiler und sportlicher.

Volumen schluckt der Kofferraum schon im

Einmal mehr beeindrucken in der aktuellen E-Klasse die zahlreichen Assistenzsysteme: Autonomes Fahren wird damit nicht nur mög-

MERCEDES E-KLASSE  D 4MATIC LIMOUSINE • • • •

• • • • •

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Motor: 2.0-Liter-Vierzylinder-TD Leistung: 143 kW/194 PS Drehmoment: 400 Nm Beschleunigung: 7,5 sec von 0 auf 100 km/h Spitze: 239 km/h Testverbrauch: 6,1 Liter/100 km CO2 -Ausstoß: 117 g/km Crashsicherheit: 5***** (95 % lt. NCAP) Preis: ab 53.870 Euro

eco.nova

lich, sondern Realität. Rein theoretisch könnte das Fahrzeug schon ganz selbständig fahren. Aus Sicherheitsgründen fordert das System jedoch nach wenigen Sekunden die Hände des Fahrers am Lenkrad. Der automatische Spurwechsel bleibt in Österreich bis dato überhaupt noch deaktiviert. Uns ist das egal, wir fahren den Mercedes eh lieber noch selbst. Damit die restlichen Fahrunterstützungen auch im Winter einwandfrei funktionieren, ist das Frontradar beheizt. Als Klassenbester muss man halt immer einen Tick voraus sein.


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Kraftstoffverbrauch in l/100 km: Range Rover Evoque: 10,3 – 4,9 (innerorts); 6,9 – 3,7 (außerorts); 8,2 – 4,2 (komb.); CO2-Emissionen in g/km: 185 – 109. Symbolfoto.


eco.mobil

Mazda macht auf bullig Mazda legt beim CX-5 ordentlich nach und verpasst dem Kompakt-SUV einen bulligen Auftritt. Der hübsche Japaner wirkt dynamischer und zeigt damit mehr Charakter. Im Test: der 175 PS starke Diesel. // TEXT UND FOTOS: BRUNO KÖNIG

K

lar und schnörkellos steht er vor uns, der neue Mazda CX-5 im styligen Crystal-Soul-Rot. Mit der Überarbeitung wur-

de er zwar minimalistischer und reduzierter, trotzdem ist der Auftritt nun bulliger. Verantwortlich dafür ist nicht nur das Design, sondern auch das neue Maß: 3,5 Zentimeter niedriger und eine um 3,5 Zentimeter verlängerte Motorhaube. Die Frontpartie mit der einzigartigen Lücke in der Karosse ist besonders gelungen. Aber nicht nur der äußere Auftritt gefällt. Auch innen weiß der neue

Der Auftritt des neuen CX-5 ist bulliger geworden.

CX-5 mit viel Platz für Fahrer und Beifahrer, leichter Bedienung und guter Übersicht zu begeistern und auch die verwendeten Materialien überzeugen. Die Beinfreiheit in der zweiten Reihe ist zwar nicht besonders üppig, trotzdem reichts. Dafür hat Mazda beim Kofferraum zugeschlagen: Mindestens 506 Liter sind’s in jedem Fall, mit Umklappen sogar 1.620 Liter und einen doppelten Boden gibt’s obendrein – ein beachtlicher Wert in seiner Klasse. Darüber hinaus wurde die Fahrgastzelle besser gedämmt, was die Fahrgeräusche hörbar minimiert.

Stark und sparsam Ganz nach Mazda-Philosophie ist auch der neue CX-5 zum Selberfahren gebaut. Die moderne Technologie unterstützt den Fahrer zwar, autonomes Fahren gibt’s aber nicht und das ist gut so, finde ich. Der 175 PS starke Diesel mit Allradantrieb und manuellem Sechsganggetriebe stemmt bis zu 420 Nm Drehmoment und hat mit den 1,5 Tonnen Eigengewicht ein leichtes Spiel. Der Fahrspaß kommt deshalb nicht zu kurz, aber auch der Durchschnittsverbrauch von 7,2 Litern auf 100 Kilometer sorgt für Freude. Serienmäßig ist eine Start-Stopp-Automatik an Bord. Das dadurch erreichte Einsparungspotenzial kann jetzt am 7-Zoll-Bildschirm abgelesen werden. Seit 2012 ist der CX-5 am Markt. Allein in Österreich wurde er seitdem mehr als 11.000 Mal verkauft. Jetzt steht der Neue in der Pflicht, diesen Erfolg weiterzutragen. Ab 25.990 Euro steht er beim Händler.

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eco.nova

MAZDA CX- CD AWD REVOLUTION • • • •

• • • • •

Motor: 2,2-Liter-Vierzylinder-TD Leistung: 129 kW/175 PS Drehmoment: 420 Nm Beschleunigung: 9,0 sec von 0 auf 100 km/h Spitze: 208 km/h Testverbrauch: 7,2 Liter/100 km CO2 -Ausstoß: 142 g/km Fahrspaß: 6 von 10 Punkten Preis: ab 25.990 Euro (G165 Emotion)


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eco.mobil

Der Kodiaq beeindruckt mit Größe, Qualität und vielen „Simply-clever“-Details.

Echt bärig! Der Kodiaq ist für Škoda ein wahrer Meilenstein, ist er doch das erste SUV der tschechischen Marke. Vor der starken Konkurrenz braucht er sich nicht zu verstecken. // TEXT UND FOTOS: BRUNO KÖNIG

D

er Kodiaq ist im wahren Leben ein Bär und zählt zu den größten am Land lebenden Raubtieren. Zu den Größten

in seinem Segment zählt auch der Kodiaq von Škoda. Ein Raubtier ist er zwar nicht, doch das praktische SUV möchte sehr gerne anderen die Kundschaft rauben. Und wie es scheint, funktioniert dieser Plan ausgezeichnet. Bestellt man nämlich einen Kodiaq, muss man in Österreich aktuell

Der Innenraum zeigt sich qualitativ hochwertig und bedienungsfreundlich.

mit rund acht Monaten Lieferzeit rechnen. Technisch orientiert sich der Tscheche am VW Tiguan und Seat Ateca, von den Außenmaßen und seinem üppigen Platzangebot

nen ist dabei der neuartige Kantenschutz

mellenkupplung. Je nach Schlupf wird die

mit bis zu sieben Sitzen jedoch am großen

an den Türen, der beim Öffnen automa-

Antriebskraft dorthin geleitet, wo gerade

Touareg. Wie bei allen Škoda-Modellen fällt

tisch ausfährt und damit Blech und Lack

am meisten Traktion vorhanden ist. Das

auch beim Kodiaq der großzügige Innen-

vor Schrammen schützt. Dazu gesellen sich

funktioniert einwandfrei und für den Fah-

raum auf. Hier bietet er sogar noch deutlich

zahlreiche Assistenzsysteme wie der „Emer-

rer nicht spürbar, weshalb der Kodiaq auch

mehr Platz als Konzernkollege VW Touareg.

gency Call“, der beim Auslösen eines Airbags

im mittelschweren Gelände ein gute Figur

Zudem ist die zweite Sitzreihe verschiebbar

automatisch die Notrufzentrale informiert,

abgibt. Der 190-PS-TDI liefert ein sattes

und Gegenstände bis zu 2,80 Metern Länge

hell leuchtende Voll-LED-Scheinwerfer und

Drehmoment von 400 Nm und beschleu-

lassen sich mühelos verstauen. Ein weiteres

ein schlüsselloser Zugang.

nigt das Fahrzeug in flotten 8,8 Sekunden

Škoda-Feature sind die „Simply-clever“-De-

auf Tempo 100. Das DSG-Getriebe arbei-

tails: Mehr als 30 davon sind an Bord – vom

Feine Technik

Regenschirm in der Vordertür bis zum Eis-

In Sachen Allradantrieb setzt das erste Ško-

der Kombination aus kräftigem Motor und

kratzer im Tankdeckel. Besonders zu erwäh-

da-SUV auf die feine und ausgereifte La-

hervorragender Automatik gibt sich der

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eco.nova

tet dabei flink und nahezu ruckfrei. Dank


eco.mobil

Kodiaq mit gut sieben Litern im Schnitt zufrieden. Überzeugend agiert dabei auch das Fahrwerk, das straff, aber komfortabel abgestimmt wurde und kaum Wankbewegungen zulässt. Noch präziser geht’s mit der Fahrwerksregelung „DCC“, die um 1.200 Euro extra angeboten wird. Dass die Tschechen nun auf den SUV-Geschmack gekommen sind, beweist wohl auch die Tatsache, dass nach dem Kodiaq gleich der Karoq kam und der Yeti deshalb Geschichte ist. Los geht’s mit den KodiaqPreisen bei 26.640 Euro.

ŠKODA KODIAQ 4X4 STYLE TDI DSG • • • •

• • • • •

Motor: 2.0-Liter-Vierzylinder-TDI Leistung: 140 kW/190 PS Drehmoment: 400 Nm Beschleunigung: 8,8 sec von 0 auf 100 km/h Spitze: 209 km/h Testverbrauch: 7,1 Liter/100 km CO2 -Ausstoß: 168 g/km Fahrspaß: 7 von 10 Punkten Preis: ab 26.640 Euro (Active TSI)

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eco.mobil

30 Plus

Der neue Hyundai i30 Kombi ist reifer und noch besser als sein Vorgänger geworden. Wie es scheint, tut ihm auch das zunehmende Alter gut, denn er ist jetzt noch hübscher. Wir waren mit dem 136-PS-Diesel unterwegs. // TEXT UND FOTOS: BRUNO KÖNIG

R

im Schnitt zeigte der Bordcomputer nach

adstand und Fahrzeugbrei-

wird der gelungene Auftritt durch die Außen-

te sind beim i30 Fünftürer

farbe „Stargazing Blue“ unseres Testautos.

14 Tagen und rund 1.700 gefahrenen Kilo-

und Kombi gleich. Allerdings

Genauso großzügig wie das Platzange-

metern. Das überarbeitete Fahrwerk ver-

ist Letzterer um 25 Zentime-

bot zeigt sich auch die Serienausstattung

bessert sowohl das Fahrverhalten als auch

ter länger und zwei Zentimeter höher. Klar,

des Koreaners: Vollleder, Glasschiebedach,

den Federungskomfort und das Abrollge-

dass sich das massiv auf das Platzangebot

17-Zoll-Räder, Voll-LED-Scheinwerfer, 2-Zo-

räusch. Zugelegt hat Hyundai auch bei der

auswirkt. Besonders der Kofferraum profi-

nen-Klimaautomatik, Lenkradheizung, Rück-

Materialauswahl im Innenraum – die Ver-

tiert von der zusätzlichen Länge. Mit über

fahrkamera und noch vieles mehr. Neben

600 Litern Volumen ist dieser nämlich über-

zahlreichen Assistenzsystemen verfügt der

aus großzügig bemessen und damit wie ge-

i30 natürlich auch über ein modernes Info-

schaffen für Familien. Sind die Kinder mal

tainment und eine Bluetooth-Einrichtung.

nicht dabei, kann der Stauraum durch Umklappen der Rückbank auf bis zu 1.650 Liter

Leisetreter

erweitert werden.

Der 1,6-Liter-Turbodiesel in unserem Test-

Wer jetzt glaubt, der i30 Kombi sei einfach

fahrzeug leistet 136 PS und überträgt seine

nur ein praktischer Packesel, täuscht sich.

Kraft mittels DCT-Automatikgetriebe an

Die hübsche Front ist sowieso die gleiche

die Vorderräder. Damit ist der Kombi bes-

wie beim Hatchback. Die abfallende Dach-

tens motorisiert und gefällt mit ordentlich

linie verleiht dem Kombi allerdings ein dy-

Druck schon bei niedrigen Drehzahlen. Was

namisches Design, das seine Länge von 4,60

noch auffällt, ist, wie leise und sparsam das

Metern kaum vermuten lässt. Unterstrichen

Triebwerk seine Arbeit verrichtet. 5,7 Liter

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eco.nova

Hyundai i30 Kombi Style 1.6 CRDi DCT • • • • • • • • •

Motor: 1.6-Liter-Vierzylinder-TD Leistung: 100 kW/136 PS Drehmoment: 320 Nm Beschleunigung: 9,4 sec von 0 auf 100 km/h Spitze: 198 km/h Testverbrauch: 5,7 Liter/100 km CO2-Ausstoß: 112 g/km Fahrspaß: 6 von 10 Punkten Preis: ab 13.990 Euro (Life 1.4 MPI), ab 29.490 Euro (Style 1.6 CRDi)


eco.mobil

Der Auftritt des Hyundai i30 Kombi ist durchwegs gelungen.

arbeitungsqualität steigt mit jedem neuen

ter-CRDi bietet er ausreichend Fahrleis-

Modell ein weiteres Mal. Damit kommt der

tung und bleibt sparsam. Allerdings ist nur

i30 dem Klassenprimus VW Golf wieder

mehr die Einstiegsversion ein Schnäpp-

ein Stück näher. Die Bedienung erfolgt ge-

chen. Unser Testfahrzeug in der hochwer-

wohnt einfach und intuitiv. Der Hyundai

tigen „Style“-Ausstattung kommt trotz Ak-

i30 Kombi ist ein äußerst solides Auto mit

tionspreis auf 30.810 Euro – inklusive fünf

viel Platz, zeitgemäßen Assistenten und

Jahre Garantie. Das bieten andere dann

einem gefälligen Äußeren. Mit dem 1.6-Li-

auch wieder nicht.

Material und Qualität erhöhen sich mit jeder Neuauflage.

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Komplette Webkompetenz. Aus einer Hand.

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Wir lieben die Herausforderung und haben für (fast) jedes Problem die passende Lösung.

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eco.nova

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Lifestyle Luxus & Trends

FEINES FRÜHSTÜCK

D

as Strudel-Café Kröll in der Innsbrucker Altstadt (Hofgasse 6) bietet nicht nur die

größte Strudelauswahl der Stadt – und das in herzhaft und süß –, hier kann man auch richtig fein frühstü-

Schuh-bidu

cken. Jeden Tag ab 6 Uhr morgens!

W

dabei zum Liebling der Gäste gewor-

Das warme Jentschura-Müsli mit frischen Früchten und Chiasamen ist

er Schuhe mag, wird den neuen Laden von Angelika Huber-Nindl in Hall

den, ist dort doch alles drin, was man

(Ecke Rosengasse/Schulgasse) lieben, denn hier gibt es Feinstes für Sie und

für ein gesundes Leben und einen gu-

Ihn im stylischen Ambiente und samt toller Beratung durch die Chefin

ten Start in den Tag braucht. Und es

selbst. Italienisches Schuhwerk trifft auf extravagante Handtaschen und Accessoires.

schmeckt auch noch richtig gut. Früh-

Ein Besuch lässt sich gleich mit einem Bummel über den Haller Adventmarkt verbinden,

stücksherz, was willst du mehr?!

der für sich schon eine Empfehlung ist. // www.nindl-schuhwerk.at

// www.strudel-cafe.at

DUFTEXPLOSION

W

eil „Wir schenken uns heuer nix“ sowieso nie funktioniert, haben wir hier einen

Tipp für ein wirklich kleines Mitbringsel:

FÜR EIN BESONDERES LOKAL SUCHEN WIR BESONDERE BETREIBER Standort: Nahe Kematen Weitere Infos: Paul Spörr, 0664/16 11 999

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eco.nova

Ausführung: Holzbau FREUND


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FÜR KLEINE HELDEN

S

andra Pirolt-Mader hat im Innsbrucker Stadtteil Saggen vor Kurzem eine ganz zauberhafte Kinderboutique eröffnet. Nebst „Hardwear“ wie Kinderbetten und -wägen

gibt es auch tolle Mode für ganz Kleine und ein bisserl größere. Der Laden in der Claudiastraße 11 ist von außen ein wenig unscheinbar, das Suchen lohnt sich aber! // www.boutique-karussell.at

Haarverlängerung und Verdichtung von Österreichs bestem Great-Lengths-Frisör. Frisör Ledwinka bietet durch jahrelange Erfahrung das perfekte System für Haarverlängerung und Haarverdichtung mit Echthaar. Die beste Verbindung: Great Lengths Natural Human Hair Extensions appliziert von Frisör Ledwinka mit der schonenden Ultraschallmethode. Dr.-Glatz-Str. 2, Innsbruck Tel.: 0512 / 34 22 77

SPIRIT-UELL

Z

apfenstreich ist nicht nur ein höchst feierlicher Begriff, er hat auch dem Latschenlikör des jungen Innsbrucker Unternehmens AlpPine Spirits von Michael Moser und Maximilian

Obergruber seinen Namen gegeben. Kreiert nach altem Familienrezept aus den Früchten der Latschenkiefer und damit etwas ganz Besonderes. Erhältlich im Nordkette-Shop in der Herzog-Friedrich-Straße 22 unter den Lauben der Altstadt. // www.alppinespirits.com

Mo-Mi 8-18, Do-Fr 8-19, Sa 8-14 Uhr

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SCHÖN UND GUT

W

eihrauch wird generell eine regenerierende und verjüngende Wirkung nachgesagt. Schon bei den Pharaonen war er das Schönheitsmittel Nr. 1. Stephanie Cammer-

lander hat mit ihrem Herzensprojekt baumharz und in Kooperation mit Walde Seifen nun ganz wunderbare Produkte aus Weihrauch kreiert. Neben einer pflegenden Salbe und einem Lippenbalsam gibt es eine Weihrauch-Gesichtscreme, hergestellt aus handverlesenem grünen Weihrauch „al hojari“ aus Salalah/Oman und zu 100 Prozent natürlich. // www.baumharz.at, www.walde.at

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UN

SE

AN

EGS IM MO RG RW TE

eco.life

R IE T E IL 2

Von Herausforderungen und einem VW-Bus Diesmal geht die Fahrt im Morgan gemeinsam mit Elisabeth Zanon durch das Mittelgebirge. Umgeben von der wunderschönen Landschaft plaudern wir über heitere Themen und lachen viel. Erst als wir auf einer Gartenbank unter den Kastanienbäumen Platz nehmen, reden wir auch über den Ernst des Lebens. // TEXT: DAGMAR WRESNIK

Weil der Morgan eben ein Cabrio ist, fand die Ausfahrt noch bei sommerlichen Temperaturen statt. Dr. Elisabeth Zanon und Dagmar Wresnik hatten sichtlich Spaß.


eco.life

etwas, was in meiner Branche der plastischen, ästhetischen und Wiederherstellungschirurgie – speziell in der ästhetischen Medizin – immer wieder eine Gefahr ist. Wo liegen die Herausforderungen? Das Wichtigste ist, sich individuell auf jeden Patienten einzulassen. Man braucht eine große Portion an Empathie, um zu erkennen, wo

„VERÄNDERT HABE ICH MICH SCHON. MIT ZUNEHMENDEM ALTER UND ZUNEHMENDER ERFAHRUNG WIRD MAN VERANTWORTUNGSBEWUSSTER UND NOCH EIN BISSCHEN VORSICHTIGER.“

erlebt, dass eine Frau nach einer Brustvergrößerung zu einer selbstbewussten und fröhlichen Person geworden ist. Das ist für die psychische Festigung eines Menschen wichtig. Es gibt immer wieder kritische Stimmen zu diesem Thema, aber wenn wir hier etwas ändern möchten, dann müssen wir die gesam-

Dr. Elisabeth Zanon

E

das Problem tatsächlich liegt. Ich habe oft

te Gesellschaft ändern. Und das ist nicht die Aufgabe von Ärzten. Unsere Aufgabe ist es, Grenzen zu setzen und zu sagen, wenn es zu lisabeth Zanon ist eine star-

weit geht oder es dem Patienten Schaden zu-

ke und erfolgreiche Frau.

führen würde.

Sie wagte es, ihren Beruf als Chirurgin aufzugeben und

Wo lagen die Schwierigkeiten als Unterneh-

ihr Können in der unsiche-

merin?

ren Welt der Politik unter Beweis zu stellen.

Ich dachte nicht, dass der Wiedereinstieg so

Nach 15 Jahren in der Tiroler Landespolitik

schwierig wird. Ich wurde in der Bevölke-

wurde sie von Parteifreunden fallen gelas-

rung nicht als Ärztin wahrgenommen, son-

sen und musste sich von einem Tag auf den

dern als Politikerin. Bis durchgesickert ist,

anderen eine neue Existenz aufbauen. Heu-

dass ich sehr wohl medizinische Fähigkeiten

te ist sie nicht nur eine erfolgreiche Schön-

habe und operieren kann, war es eine lange

heitschirurgin, sondern engagiert sich auch

Durststrecke. Ich hatte großes Glück, dass

ehrenamtlich in vielen Tiroler Vereinen und

Carlo Hasenöhrl damals jemanden gesucht

Institutionen. Vor allem die Tätigkeit als Ob-

und mich auch genommen hat. Wir kennen

frau in der Tiroler Hospizgemeinschaft liegt

uns seit der Zeit in der Klinik und verstehen

ihr sehr am Herzen. Ab März 2018 wird sie

uns wirklich hervorragend. Es ist wunderbar,

dem Unirat der Medizinuni Innsbruck ange-

mit ihm zusammenzuarbeiten. Trotzdem hat

hören. All diesen Aufgaben steht sie stets mit

jeder von uns eigene Patienten, jeder seine ei-

sehr viel Freude, positivem Denken und De-

gene Praxis.

mut gegenüber.

Die Schönheitschirurgin

Die Engagierte Elisabeth Zanon drückt ihr soziales Engage-

Als selbständige Ärztin muss sich Dr. Elisa-

ment vor allem durch ihre ehrenamtliche Tä-

beth Zanon auch mit den unternehmerischen

tigkeit als Obfrau der Tiroler Hospizgemein-

Tätigkeiten auseinandersetzen – eine Heraus-

schaft aus. Trotz der schwierigen Aufgabe, das

forderung, da im Medizinstudium kein wirt-

Thema Sterben und den Tod in der Öffent-

schaftliches Know-how vermittelt wurde. Die

lichkeit zu präsentieren, geht sie diese mit

Freude und Leidenschaft, mit der sie ihrer

vielen positiven Gedanken an. Gleichzeitig

Arbeit gegenübersteht, kann man spüren und

erkennt man die Ernsthaftigkeit, die in dieser

man glaubt ihr sofort, wenn sie sagt, dass sie

Sache steckt.

in ihrem Beruf glücklich ist.

© BRUNO KÖNIG

Warum ist Ihnen die Hospizgemeinschaft so

ECO.NOVA: Wie schaffen Sie den Spagat

wichtig?

zwischen der Tätigkeit als Ärztin und Un-

Meine Tätigkeit in der Tiroler Hospizgemein-

ternehmerin?

schaft ist für mich eine wichtige und notwen-

ELISABETH ZANON: Ja richtig, es ist ein

dige Ergänzung zu meinem Hauptberuf und

Spagat, aber letztlich muss immer die ärztli-

auch eine Form der Erdung. Schon als junge

che Seite siegen. Sonst würde man vielleicht

Ärztin fand ich es furchtbar, dass man den

beginnen, unethisch zu arbeiten, und das ist

Tod aus dem Leben geschoben hat. Das Tabu

eco.nova

119


eco.life

der Themen Sterben und Tod war schon ausgeprägter als es heute ist. Die Hospizbewegung hat sehr viel dazu beigetragen, dass dieses Thema wieder ins Leben getragen wird. Wie wird das neue Hospizhaus in Hall? Auf das freuen wir uns mittlerweile alle! Es wird ein Kompetenzzentrum bzw. eine Feuerstelle, an der sich alle vom gesamten Land wärmen können – im Sinne der hospizlichen und palliativmedizinischen Versorgung und Betreuung. Es wird alles unter einem Dach geben: Die Palliativstation für Innsbruck Stadt und Land, eine Ambulanz, ein Tageshospiz – das hat es bis dato noch nicht gegeben. Wie werden Sie für Ihre Arbeit im Hospiz bezahlt?

linien und Gesetze durchgeackert, denn ich

man nicht tut. Ich war richtig schlimm und

Ich verdiene gar nichts und möchte auch mei-

wollte mir keine Blöße geben. Aber mit viel

aufmüpfig.

ne Spesen nicht ersetzt bekommen. Es ist ei-

Ehrgeiz und vielen Mitarbeitern, die mir sehr

ne ehrenamtliche Aufgabe und ehrenamtlich

geholfen haben, habe ich es geschafft. Das ist

Sind Sie ein Genussmensch?

heißt: Es ist eine Ehre, diese Aufgabe durch-

keine Selbstverständlichkeit. Es war auch ei-

Schon. Ich kann ein schönes Theaterstück

führen zu dürfen.

ne sehr schöne Tätigkeit, da man in der Lan-

genießen, eine Oper, gute Musik. Ich kann

despolitik die Möglichkeit hat, zu gestalten.

auch Essen genießen. Mit meinem Mann

Sie wurde 1994 als erste Frau in die Landes-

Man merkt, dass Sie die Politik noch immer

chen einen „Süßigkeitenabend“. Da kaufen

regierung gewählt, im Jahr 2006 zur Stellver-

bewegt. Trotzdem haben Sie es nach 15 Jah-

wir uns Gummibärchen, Schokobananen

treterin des Landeshauptmannes. Ein Jahr

ren geschmissen.

und Schokolade.

später folgte die Wahl zur Obmann-Stellver-

Ich habe es nicht geschmissen, ich wurde ge-

treterin von Wolfgang Schüssel beim Bun-

schmissen. Es hat zwar jeder Regierungschef

Muss man im Leben glücklich sein oder

desparteitag der ÖVP. Nach der Wahl im Jahr

das Recht, sich seine Leute selber auszusu-

reicht es, wenn man zufrieden ist?

2008 wurde die Landesregierung von Günther

chen, aber man sollte es mit einem gewissen

Ich finde, dass man auch glücklich sein muss.

Platter übernommen und Elisabeth Zanon

Stil machen. Es war sehr schmerzhaft, dass

Zufriedenheit ist die Basis, um Glück über-

musste von einem Tag auf den anderen gehen.

ich von einer Minute auf die andere vor die

haupt empfinden zu können. Ich habe für

Danach zog sie sich aus der Politik zurück.

Tür gesetzt wurde. Ich konnte mich nicht

mich meinen Grad der Zufriedenheit erreicht,

einmal von meinen Mitarbeitern verabschie-

an ideellen und auch an materiellen Gütern.

Wie sind Sie von einer Ärztin zur Politikerin

den. In der Früh hatte ich kein Handy mehr,

Darüber hinaus ist es für mich ein Glück, eine

geworden?

keinen Internetzugang und kein Telefon.

tolle Familie zu haben, einen Mann, den man

Ich war damals nicht politisch tätig. Die Toch-

Das war für mich schmerzhaft, aber unterm

liebt, und eine Tochter, mit der man wun-

ter eines Politikers zu sein, hat mir eigentlich

Strich bin ich heute froh, dass ich in meinen

derbar auskommt. Ich bin eine gesunde, leis-

gereicht. Eines Tages wurde ich in meiner

Ursprungsberuf zurückkehren durfte.

tungsfähige Frau und das größte Glück ist,

Die Politikerin

Praxis von einer Mitarbeiterin von Landes-

trinke ich sehr wenig Alkohol, aber wir ma-

wenn ich mir meine geistige Fähigkeit auch

hauptmann Weingartner angerufen. Sie hat

Der Mensch

zu mir gesagt, dass er gerne zu mir kommen

Privat ist die gebürtige Osttirolerin eine op-

würde. Ich dachte, als Patient. Aber dann ist

timistische Person, die die klassische Musik

Was macht Ihnen Spaß im Leben?

er am Abend zu mir nach Hause gekommen

genauso liebt wie Pink Floyd. Sie trinkt kaum

Was mir Freude macht, ist Reisen. Mein Mann

und das Erste, was er zu mir gesagt hatte, war:

Alkohol, liebt Gummibärchen und Schokola-

ist Künstler und ich genieße die Kulturrei-

Möchten Sie das Gesundheitsressort über-

de. Sie ist ehrgeizig, fröhlich, fleißig, beschei-

sen mit ihm. Ich mag aber auch Reisen, die

nehmen? Mir ist alles runtergefallen und ich

den und lacht viel. Als Kind wollte Elisabeth

ein bisschen abenteuerlich sind. Einfach mit

habe wie fast jede Frau reagiert: Nein, das

Zanon Bäuerin werden. Sie ist kein Sammler-

einem Wohnmobil ins Blaue zu fahren, das

kann ich nicht! Dann habe ich gedacht, wir

typ, kann aber nichts wegwerfen.

würde mir gefallen. Wir haben jetzt mal einen

bis ins hohe Alter behalten kann.

VW-Bus gekauft ...

Frauen regen uns immer auf, dass wir nicht drankommen, und jetzt werde ich gefragt und

Stimmt es, dass Sie in der Schule schüchtern

soll nein sagen? Das geht nicht.

waren?

Und Humor?

Ja, ich war ein äußerst schüchternes Kind.

Also das Leben muss schon manchmal ein

War es eine schwierige Aufgabe?

Ich wollte nicht in die Schule und bei der

bisschen spaßig sein, aber es ist für mich nicht

Ich war eine klassische Quereinsteigerin und

Aufnahmeprüfung in der Volksschule habe

vordergründig wichtig. Was wirklich wichtig

hatte keine Ahnung vom politischen Hand-

ich kein Wort gesagt. In der Pubertät bin ich

ist, ist Humor. Wenn man keinen Humor hat,

werk. Tagelang habe ich mit Papa alle Richt-

dann explodiert und habe alles getan, was

tut man sich im Leben sehr schwer.

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Der neue T-Roc. Jetzt bestellbar.

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LIFESTYLE

n e ß e i n e g & n e s i Re 1 KULINARISCHER LIFESTYLE

J

eden Monat steht im Restaurant Ikarus im Salzburger Hangar-7 ein anderer internationaler Spit-

zenkoch am Herd. Mit diesem Kochbuch kommt nun jeder in den Genuss der feinen Küche, finden sich hier doch einige der besten Rezepte der Gourmetmeister – in bereits vierter Auflage. Die Rezepte wurden bildlich perfekt in Szene gesetzt, dazu gibt’s einen Blick

2

hinter die Kulissen. Sollten Sie also einen Feinspitz zu Weihnachten beschenken wollen: Das ist unser Tipp! Erhältlich im Red-Bull-Onlineshop sowie im Buchhandel. Und natürlich im Hangar-7-Merchandising-Shop. // Die Weltköche zu Gast im Ikarus – Band 4, Pantauro, 320 Seiten, EUR 49,95

Sizilien erfindet sich neu

S

auber und freundlich – so kann das neue Sizilien beschrieben werden. Verfallene Pallazzi, die sich mit wunderbar renovierten Häusern messen, eine weitläufige Landschaft, Hotels und Restaurants, die vielen Vergleichen standhalten. Modica, die Perle des sizilia-

nischen Barocks, ist nicht umsonst zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt worden. Die ineinander verschachtelten Häuser scheinen an den Felswänden zu kleben und viele von ihnen haben

GOOD VIBES

Im zentral gelegenen Accursio (1) kocht Chef Accursio Craparo, den seine Laufbahn von

M

Deutschland über die Schweiz wieder zurück in seine Heimat brachte, eine unglaublich fein-

Woosabi eröffnet – in feinem Ambien-

fühlige und klare Küche. Die Aromen der Insel werden hier ganz neu interpretiert, ohne dabei

te werden (ab 11:30 durchgehend bis

die gewünschte Bodenständigkeit zu verlieren. Ob Fisch, Fleisch, Vegetarisches oder Süßes –

22:30 Uhr) Bowls, Wraps und kleine asi-

seine Teller sind Kunstwerke für das Auge und den Gaumen.

atische Burger, so genannte Bao Buns,

In der nahe gelegenen Masseria della Volpe (2) verwöhnt nicht nur der grandiose Ausblick

serviert. An der Bar gibt’s coole Drinks

über die sanften sizilianischen Hügel den Besucher. Die Zimmer sind groß und stilvoll einge-

und Snacks bis 1 Uhr morgens. Wir wa-

richtet, das Frühstück lässt keine Wünsche offen und das Restaurant entdeckt jeden Tag neue

ren schon dort, uns hat’s gefallen.

sizilianische Köstlichkeiten. Sehr empfehlenswert!

// www.woosabi.at

bis heute noch Räume, deren Wände durch den natürlichen Fels gebildet werden. Das kleine, im Süden von Catania gelegene Örtchen bietet aber nicht nur für den kulturell interessieren Reisenden viel, hier findet sich auch eines der Michelin-Sterne-Restaurants Italiens.

// www.accursioristorante.it, www.masseriadellavolpe.it

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eco.nova

anchmal liegt das Gute eben auch richtig nah – in Innsbruck zum Beispiel.

Hier hat in der Badgasse kürzlich das


eco.life

ASIATISCH IN BESTFORM

K

openhagen – die Kleine unter Europas Hauptstädten glänzt nicht nur durch ihre beiden Wahrzeichen, die

verträumte kleine Meerjungfrau und die gi-

DAS FLAGGSCHIFF

gantische neue Oper. Nein, die bunte, junge Stadt hat auch kulinarisch viel zu bieten. 21 Restaurants, die sich mit ein bis drei Michelin-Sternen schmücken können, sind hier zu finden. Darunter das 2006 eröffnete „sea by kiin kiin“, das sich der modernen thailändischen Küche verschrieben hat und übrigens weltweit das aktuell einzige Sternerestaurant mit thailändischer Küche ist. Ob marinierte Austern, ein „frozen red curry“ mit Hummer oder der scharfe Salat mit frittierten Fischen und Gurke – jedes einzelne Gericht ist nicht nur für das Auge eine Freude. // www.seabykiinkiin.dk

POP-UP A HOTEL

N

achdem das Lovelace im September mit einer wilden Party in München seine offizielle

HEIMATBEKENNTNIS

V

or 20 Jahren hat Therese Fiegl mit ihrer Bauernkiste begon-

PHOENIX NO 20 – 2015 93 Punkte – Falstaff 93 Punkte – A la Carte strukturiert kompakt hochwertig

nen. Was 1997 mit 77 Kunden

begann, sind heute mehr als 700 Haus-

Eröffnung feierte, hypt die Mischung

halte pro Woche, die sich mit bäuerli-

aus Hotel, Club, Bar und Eventlocation.

chen Erzeugnissen aus der Region be-

Mitten in der Stadt versteht sich das au-

liefern lassen. Zum Jubiläum gewährt

ßergewöhnliche und für nur zwei Jahre

nun ein Buch Einblicke hinter die Ku-

genehmigte Hotel als Happening. Man

lissen der Bauernkiste. Dazu wurden 50

kann hier ganz normal – in übrigens

Bauern porträtiert, von Ursula Aichner

wunderbaren Zimmern – übernachten.

einfühlsam fotografiert und mit schön

Es kann aber sein, dass sich in den histo-

bebilderten Rezepten ergänzt. Entstan-

rischen Räumen deutlich mehr abspielt.

den ist ein 288 Seiten starkes Werk, das

Ausstellungen, Konzerte und Perfor-

einlädt, Tirol nicht nur am Teller zu ent-

mances werden ebenso in regelmäßigen

decken. Erhältlich bei der Bauernkiste,

Abständen veranstaltet wie Modeschau-

im Tiroler Edles in der Innsbrucker Alt-

en, Talkrunden oder Filmvorführungen.

stadt sowie in den Tyrolia-Filialen.

// www.thelovelace.com

// www.bauernkiste.at

weingut josef u. maria reumann gmbh neubaugasse 39 | 7301 deutschkreutz t +43 (0) 2613 80421 m + 43 (0) 664 12 13 285 www.weingut-reumann.at Vertriebspartner: DEL FABRO – Getränkehandel Weinhaus DÖLLERER Weinkellerei MERANER BEVANDA Wein & Destillate

eco.nova

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eco.life

Es ist nicht nur der persönliche Kontakt zum Rebstock und dem Weinfass, der den Kirnbauers wichtig ist. Es ist auch das menschliche Miteinander, das das Weingut ausmacht.

Wein-Pioniere Es gibt mit Sicherheit unangenehmere Berufe, als Weinbauer zu sein, mit und in der Natur zu arbeiten und mit seinem Produkt Menschen glücklich und zufrieden zu machen. Doch richtig guten Wein zu machen, macht auch richtig viel Arbeit. Umso schöner ist es, wenn Kenner und Liebhaber der edlen Tropfen diese zu schätzen wissen. // TEXT: MARINA KREMSER

E

s ist noch nicht lange her, dass

Winzer zu sein ist für so manchen der

Seit 2009 ist Markus Kirnbauer für den Kel-

Markus Kirnbauer von der

schönste Beruf der Welt und er muss es wohl

ler verantwortlich, Vater Walter kümmert

Austrian Wine Week aus Sin-

auch für Markus Kirnbauer sein, weil hin-

sich um die Weingärten. Doch es ist die gan-

gapur zurück ist. Vorher war

ter jeder Flasche, die das Weingut verlässt

ze Familie, die das Weingut K+K Kirnbauer

er mit seinem Weinen unter anderem bei

(oder bei einer Verkostung auch gleich dort

trägt. Es ist die Liebe zum Tun, zur Heimat

wine@innsbruck zu Gast. Zu Hause ist er im

getrunken wird), jede Menge ehrliches Hand-

und zur Natur, die hier in rund 1.000 Holz-

burgenländischen Deutschkreutz. Und ei-

werk steckt. Nur so entsteht echte Qualität.

fässern lagert und darauf wartet, nach an-

gentlich auf der ganzen Welt.

Qualität, die man mit allen Sinnen genießt.

gemessener Reife in Flaschen gefüllt zu wer-

Irmgard und eco.nova Walter Kirnbauer 124


eco.life

„UNSERE WEINE STEHEN NACHHALTIG FÜR HÖCHSTEN GENUSS, PANNONISCHE LEBENSFREUDE UND SIND AUSDRUCK UNSERER IDENTITÄT.“ Markus Kirnbauer

Markus Kirnbauer mit dem 7301 – ein satter Blaufränkisch als wunderbarer Vertreter der Region

den. Insgesamt bewirtschaftet die Familie 40

Dunkelrot schimmert sie im Glas, gleicher-

Immer weiter

Hektar Rebflächen – allesamt ausschließlich

maßen dunkel zeigt sie sich in der Nase und

Das Weingut K+K Kirnbauer war es, das als

in Deutschkreutz und damit im Herzen des

am Gaumen: Waldbeere, schwarze Maulbee-

eines der ersten in Österreich zertifizierte

Blaufränkischlandes. Über 300 Sonnentage

ren, Cassis, schwarze Kirsche.

Nachhaltigkeit betrieb, und das Weingut ist es,

im Jahr machen nicht nur aus den Bewoh-

Ebensolche Freude macht der „Forever“, ein

das das Blaufränkischland auch in Sachen Ku-

nern glücklichere Menschen, sie verwöh-

großer Rotwein aus Cabernet Sauvignon,

linarik nach vorne entwickelt. Nicht nur wir

nen auch die Reben. In Kombination mit den

Merlot und Cabernet Franc, der mit voller

haben uns schon das ein oder andere Mal ge-

schweren Löss- und Lehmböden bilden sie

Wucht auf den Gaumen trifft, oder die „K+K

wundert, dass im Mittelburgenland zwar der

perfekte Voraussetzungen für wunderbar

Cuvée“ (Blaufränkisch, Zweigelt, Merlot, Ca-

vinophile Genuss zu Hause ist, nicht aber der

vollmundige Rotweine. „Das Phantom“ ist da-

bernet Sauvignon, Syrah) als kleine Schwes-

kulinarische. Bis jetzt. Für Herbst des nächs-

bei längst zum Synonym geworden, nicht nur

ter von „Das Phantom“ im großen Eichenfass

ten Jahres ist nämlich die Eröffnung eines

für das Weingut K+K Kirnbauer, sondern für

ausgebaut. Dazu gefallen die reinsortigen

feinen Boutiquehotels geplant – ein ebenso

die ganze Region, spiegelt die Cuvée doch alles

Kreationen vom Blaufränkisch „7301“ bis zum

feines Restaurant inklusive, geführt von Phi-

wider, was das Mittelburgenland ausmacht.

majestätischen „Konquest“, einem Cabernet

lipp Gasser, aktuell Betreiber des Restaurants

Franc, der nicht nur ob seines Namens zahl-

im Golfclub Lans. Auch zwei weitere Tiroler

reiche Weinfreunde erobert. Und auch wenn

Partner sind mit an Bord. Mit Liaisonen kennt

Das Flaggschiff des Hauses ist einer der be-

das Mittelburgenland Heimat charaktervoller

man sich am Weingut K+K Kirnbauer eben

kanntesten Weine Österreichs und in den 30

Roter ist, so können sich auch die Weißweine

aus – auch außerhalb der Flasche ...

Jahren seines Bestehens zur eigenständigen

sehen – und schmecken – lassen. Sauvignon

Marke geworden. Walter Kirnbauer setzte

Blanc und Welschriesling finden in der Cu-

mit „Das Phantom“ auch den Startschuss für

vée „Wilde Wilde White“ zusammen, den Bar-

die österreichische Cuveékultur und legte die

rique-Chardonnay „Zwickl“ gibt es reinsortig.

Latte schon zu Beginn hoch. Es ist das unt-

Und natürlich prickelt es auch am Weingut

rügliche Gespür für Aromen und ein Spiel

K+K Kirnbauer, dann nämlich, wenn der

mit Nuancen, das die Liaison aus Blaufrän-

Winzersekt „Cesario“ in die Gläser kommt

kisch, Merlot, Cabernet Sauvignon und Sy-

und am Ende auf die verführerische Beeren-

rah so einzigartig wie ausgewogen macht.

auslese überleitet.

Ein Königreich für eine Traube

WEINGUT K+K KIRNBAUER

Rotweinweg 1, 7301 Deutschkreutz Tel.: 02613/89 722 kirnbauer@phantom.at, www.phantom.at Bezugsquellen Tirol: Weinhandlung Gottardi, Innsbruck Morandell International, Wörgl Terra Austriacus, Prutz Vinoribis, Neustift

eco.nova

125


eco.life

Viele Arbeitsschritte erfolgen bei SONNENTOR noch von Hand.

Frauenpower und Kinderglück: Bei SONNENTOR sind 55 Prozent der Abteilungs- und Teamleiter Frauen. Die Kinder sind im SONNENSCHEINCHEN gut aufgehoben.

SONNENTOR ist im wahrsten Sinne ein Familienunternehmen, wobei die Mitglieder weit mehr sind als Johannes und Edith Gutmann samt Kids.

Zu Hause bei SONNENTOR Das Familienunternehmen aus dem Waldviertel setzt seit fast 30 Jahren auf nachhaltige Produkte aus Bio-Landwirtschaft und direktem Handel. Ziel war von Anfang an Gemeinwohl anstatt grenzenlosem Wachstum. So setzt der Kräuter- Gewürzspezialist nach wie vor auf Handarbeit und sichert dadurch wertvolle Arbeitsplätze in der Region.

E

in faires Miteinander und sinn-

wir direkt mit Bauern und Kooperations-

mitgeben“, erklärt Edith Gutmann. Im SON-

erfüllende Aufgaben sind der

partnern zusammen. Etwa in Tansania und

NENSCHEINCHEN werden zum Beispiel

Grund, warum sich die Men-

Nicaragua. Gerne besuchen wir sie auch re-

beim Spielen vorwiegend Naturmateriali-

schen bei SONNENTOR zu

gelmäßig. So wissen wir, dass es den Bauern

en verwendet. All das wissen die Eltern zu

und ihren Familien gut geht.“

schätzen. Immerhin sind 55 Prozent der Ab-

Hause fühlen. 320 Mitarbeiter zählen inzwischen zur SONNENTOR-Familie in Sprög-

teilungs- und Teamleiter Frauen. So wird die

nitz bei Zwettl – von der Produktentwick-

Frauenpower und Kinderglück

lung über das Aufbereiten der Kräuter bis

Edith Gutmann ist Mutter von drei Kin-

sentlich erleichtert. Im Gegensatz zu ande-

hin zur Verpackung per Hand. Bis ein Pro-

dern und arbeitet selbst aktiv im Unterneh-

ren Unternehmen ist Zuwachs bei SONNEN-

dukt das Haus verlässt, sind gut ein Dutzend

men mit. Während ihr Mann sich selbst als

TOR daher stets Anlass zur Freude.

Personen beteiligt. „Ich bin stolz, dass unsere

„Vor-Turner“ bezeichnet, hat sie die Funktion

// www.sonnentor.com

Tees und Gewürze nach wie vor Gemein-

der „Zukunfts-Begleiterin“ übernommen.

schaftsprodukte sind. Fans oder Kollegen ha-

Die ausgebildete Pädagogin hat ein eigenes

ben eine Idee oder ein altes Rezept und dann

Konzept für die betriebliche Kinderbetreu-

beginnen wir bei uns in Sprögnitz gleich mit

ung mitentwickelt – ganz nach der Philo-

der Suche nach der perfekten Mischung“,

sophie von SONNENTOR. „Wir möchten

betont SONNENTOR-Gründer Johannes

schon den Kleinen zeigen, wie wichtig es

Gutmann und fügt hinzu: „Die steigende

ist, in Kreisläufen zu denken, Zusammen-

Nachfrage nach unseren Produkten bringt

hänge in der Natur zu erkennen und dass

die Herausforderung mit sich, ausreichend

weniger auch mehr bedeuten kann. Das be-

Rohstoffe in der gewünschten Qualität zu

wusste Erleben von Umwelt und Natur ist

finden, und nicht jedes Kraut wächst bei uns

für unsere Mitarbeiter ein ganz wesentlicher

in Österreich. Aus diesem Grund arbeiten

Leitwert, den wir den Kindern von klein auf

126

© SONNENTOR

Vereinbarkeit von Familie und Karriere we-

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eco.life


eco.life

Klein und fein Sizilien und der Ätna – eine coole Kombination. Meer, Sonne und Strand und von null auf 3.350 Meter!

W

ir haben es gefunden: das kleine Hotel mit dem super Koch und der Leichtigkeit und

Lässigkeit am Fuße des großen, immer noch aktiven Vulkans. Das elegante Landhaus „Zash Country Boutique Hotel“ liegt vor der malerischen Kulisse des Ätna in der Ortschaft Archi bei Riposto, nur knapp zwei Kilometer vom Meer und den nächsten Stränden entfernt. Vor dem Hotel erstreckt sich ein herrlicher mediterraner Garten mit Orangen- und Zitronenbäumen – einer kleinen Oase gleichend. Hier gibt es viele schattige Plätzchen zum Verweilen und Relaxen. Eingebettet in den Garten liegt auch der großzügige Swimmingpool, der von einer wunderschönen Holzterrasse umgeben ist. Der ideale Platz zum Entspannen und Sonnenbaden. Entspannung bietet auch der Wellnessbereich mit kleinem Innenpool, Sauna und Hammam; auch Massagen werden angeboten. Restaurant und Bar des Hotels befinden sich im ehemaligen Weinkeller des Anwesens, der eine sehr gemütliche Atmosphäre bietet und viel historischen Charme versprüht. Im Restaurant werden die Gäste mit authentischen sizilianischen Gerichten und hervorragenden lokalen und europäischen Weinen verwöhnt. Die zehn Gästezimmer des Zash Country Boutique Hotels verteilen sich auf das Haupthaus, den ehemaligen Weinkeller sowie auf einen modernen Anbau mit Glaswänden, wo die Zimmer mit dem Garten zu verschmelzen scheinen. Die Einrichtung ist fast komplett in Weiß gehalten und sehr modern, was einen wunderbaren Kontrast zu den teilweise historischen Gemäuern bildet.

ZASH > Agriturismo

di Maugeri Paola Strada Provinciale 2/I-II n. 60 I-95018 Archi – Riposto (CT) / Sizilien Tel.: +39 095 7828932 info@zash.it, www.zash.it

eco.nova

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© GERHARD BERGER

LIFESTYLE

© SPECTRUM

im Gespräch  JAHRE FREIWILLIG Li.: Stanglwirt Balthasar Hauser, Markus Erler, TISPA-Chef Hans Unterdorfer, Investmentpunk Gerald Hörhan und Joseph Hauser (Spectrum) // Mi.: Primar Markus Reichkendler, Daniela Erler (Spectrum) und Autohaus-Boss Werner Brunner // re.: Norbert Schindler (Weissmann&Cie), Bitbau-Dörr-Marketing- und Vertriebsboss Markus Egger und CAA-Chef Florian Krumrey

Homo Digitalensis bei den Business Open Die 19. Spiele für die Wirtschaft standen heuer ganz im Zeichen der Digitalisierung. Über 60 Teilnehmer aus Wirtschaft und Sport folgten der Einladung von Business-Open-Erfinder Markus Erler zum viertägigen Kultevent in den Stanglwirt. Die Keynote kam heuer von Investmentpunk und Digitalisierungsexperte Gerald Hörhan, dazu gab's gute Gespräche, Sport, Spaß und Erholung.

Für viele unbezahlte Dienste bleibt im Arbeitsalltag meist keine Zeit mehr. Der Verein Klinikbrücke, der heuer sein 20-jähriges Bestehen feiert, springt hier ein. Lotsendienst, Besuchsdienst, Ambulanzbetreuung: an den tirol kliniken sind 100 Ehrenamtliche im Einsatz. Wie wichtig dieses Engagement ist, zeigt auch die Statistik: Die Klinikbrücke-Ehrenamtlichen waren im vergangenen Jahr 3.497 Mal im Einsatz, also durchschnittlich fast zehnmal pro Tag. // www.klinikbruecke.at

DIGITALES ZUM ERLEBEN

ALLES NEU Das Hotel Alpenrose Kufstein eröffnete Mitte November mit neuem Look und Konzept unter der Leitung des neuen Inhabers Stephan Mauracher. Regionalität, Authentizität, Nachhaltigkeit und Innovation sind die Säulen des neu konzipierten Hotels mit einem vielfältigen kulinarischen Angebot in den Restaurants und Räumen für nachhaltige Events und Seminare. // www.alpenrose-kufstein.at Lisa Mauracher (Ayurveda Resort Sonnhof), Stephan Mauracher und Carla Fuchs (Alpenrose Kufstein) mit Johann Mauracher (Obmann TVB Kufsteinerland)

BAUSTUFE II FEIERLICH ÜBERGEBEN Der Weinberg-Wohnpark Anna-Dengel-Straße in Kranebitten wurde um fünf weitere Häuser erweitert. Die Baustufe II konnte kürzlich fertig gestellt werden. In jedem der architektonisch gelungenen Gebäude sind elf bis 15 hochwertige Wohnungen situiert. Die perfekte Verkehrsanbindung ins Zentrum, die rasche Erreichbarkeit über die A12 sowie der geplante Ausbau der weiteren Infrastruktur in Kranebitten bieten eine ideale Grundlage für ein zukunftsorientiertes Investment. Am 28. November fand die feierliche Schlüsselübergabe an die neuen Besitzer statt.

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© CHRISTIAN MEY

Die Darmstädter CAMAO AG hat kürzlich ihr neues Büro unter der Leitung von Tanja Kolb in Innsbruck eröffnet. Zur Einweihung der neuen Dependance der Kommunikationsagentur gaben sich zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik und Medien ein kurzweiliges Stelldichein. In der eigens installierten CAMAO Innovation Lounge zeigten die Macher, wie spannend und kreativ Digitalisierung sein kann. Auch Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf gefiel's.


© MUI/ F. LECHNER

HILFE, DIE ANKOMMT Keine Leistung von Einzelnen, sondern ein Gemeinschaftswerk mit vielen Beteiligten. So lässt sich der Tiroler Gastro Day beschreiben, der heuer bereits in 13. Auflage stattfand. Knapp 240 Teilnehmer aus ganz Tirol beteiligten sich am diesjährigen karitativen Branchentreff. In diesem Jahr erlöste die Veranstaltung ein Ergebnis von 44.000 Euro. Die Spendensumme kommt in bewährter Manier heimischen Familien zugute.

• Oben li.: Das neue Rektoratsteam Manuela Groß (Finanzen und IT), Rektor Wolfgang Fleischhacker, Peter Loidl (Lehre und Studienangelegenheiten) und Christine Bandtlow (Forschung und Internationales) // re.: Der ehemalige Klinikdirektor Peter Fritsch, Zellbiologe und Topforscher Lukas Huber und Johannes Zschocke (Direktor Humangenetik) • Unten li.: Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer mit Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und Stadtrat Franz Gruber // re.: MCIRektor Andreas Altmann mit Armand Hausmann (Konsul von Luxemburg)

ZEICHEN AUF VERÄNDERUNG Gemeinsam mit einem kompetenten Team leitet Rektor Wolfgang Fleischhacker seit 1. Oktober 2017 die Medizinische Universität Innsbruck. Im feierlichen Rahmen der Hofburg wurden Rektor W. Wolfgang Fleischhacker und sein Team Mitte November ins Amt eingeführt. Rund 400 Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft waren dabei. > Ein umfangreiches Interview mit dem neuen Rektor finden Sie in der eco.nova-Ausgabe November.

LEIDENSCHAFTLICH Zum Kochkurs in die Schuler Aktiv Küche brachte Starköchin Anna Matscher vor Kurzem neben besten Zutaten für das Gourmetmenü auch ihr erstes Kochbuch „Schnittlauch statt Petersilie“ mit, das zum 30-Jahr-Jubiläum ihres Restaurant „Zum Löwen“ in Tisens erschienen ist. In Thaur wurden aus dem druckfrischen Werk die Gerichte für das herbstliche Gourmetmenü nachgekocht und sogleich verkostet. Die passenden Weine lieferte auch dieses Mal Alexander Gottardi.

FAMILIENTÖRGGELEN Zahlreiche Besucher folgten Mitte November dem Duft von herbstlichen Köstlichkeiten ins Autohaus BMW MINI Unterberger Kufstein. Zum dritten Familientörggelen konnten bei Südtiroler Spezialitäten gemütlich die neuesten Autoinnovationen begutachtet werden.

© OFP KOMMUNIKATION

< Fritz und Gerald Unterberger präsentierten im Rahmen der Veranstaltung zwei neue BMW-Modelle

Sterneköchin Anna Matscher mit Dolmetscherin Elisabetta Rossi und Psychotherapeutin Christine Kätzler

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VORSCHAU AUF DIE NÄCHSTEN EVENTS 08. April 2018 Cesar Millan – Once Upon A Dog 27. April 2018 Ehrlich Brothers – Faszination 11. Mai 2018 Semino Rossi Die Tournee 2018

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© MORANDELL

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Oben: Morandell-Eigentümer Mario Morandell und wine@Innsbruck-Initiator Jürgen Zimmermann // unten: Die Gastgeber des Abends: Elisabeth Geisler (Sitzwohl), Lukas Walter (Lichtblick), Florian Eisenmann (Auis), Bernhard Baumann (Das Schindler), Irmgard Sitzwohl (Sitzwohl), Sonja Ultsch (Adlers) und Josef Sailer (Sailer)

Gut besucht: Der Infoabend der Hypo Tirol Bank im Alpenresort Schwarz

Investieren mit Weitblick

WINE@INNSBRUCK

Wie lange kann das so weitergehen? Diese Frage drängt sich angesichts der Kursentwicklungen an den Aktien- und Immobilienmärkten auf. Ein Höchststand jagt den anderen – während die Zinsen auf Niedrigniveau verharren. Bei einem Infoabend im Alpenresort Schwarz wurde auf Einladung der Hypo Tirol Bank dieser Frage auf den Grund gegangen. Dazu wagte MMag. Georg Frischmann, Leiter des Private Banking der Hypo Tirol, einen Marktausblick. Sein Fazit: „Die EZB wird die Zinsen in den kommenden Jahren trotz brummender Konjunktur nur moderat erhöhen. Für ein Niveau wie vor der Finanzkrise wird es wegen zu hoher Staatsschulden und der demographischen Entwicklung in der Euro-Zone nicht reichen.“ Das spielt den Börsen weiter in die Hände. Es braucht also Strategien, um vom Börse-Hoch zu profitieren und trotz niedriger Zinsen optimale Erträge zu erzielen. Zu diesem Thema begrüßten die ca. 120 Gäste Mag. Jürgen Lindner vom weltweit größten Vermögensverwalter „BlackRock“. Lindner berichtete über Vorteile und Chancen im ETF-Bereich.

Zum zweiten Mal verwandelte Morandell gemeinsam mit Vinorama die Innenstadt im Zuge von Wine@Innsbruck in einen Genussparcours. In sechs Locations kamen Connaisseurs in den Genuss anspruchsvoller Kulinarik und köstlicher Weine von 30 Winzern, die diese teils persönlich ausschenkten. Für kulinarische Highlights sorgte das ungezwungene Flying Dinner. Mehr als 600 verkaufte Tickets zeigen den Erfolg des Abends.

INVESTIEREN MIT GUTEM GEWISSEN Immer mehr Anleger messen den Erfolg ihres Investments nicht nur am Gewinn, sondern auch daran, wie dieser erzielt wurde. Zum Thema nachhaltiges Investieren betrat Günter Kastner, geschäftsführender Gesellschafter der C-Quadrat Gruppe Österreich, die Bühne. Er schilderte anschaulich, wie Mikrofinanzfonds funktionieren und welche soziale Wirkung diese Investments entfalten.

© IKB/STRICKNER

NACHGERÜSTET Seit 2015 investiert die IKB sukzessive in die Modernisierung der öffentlichen Beleuchtung in Innsbruck. Mittlerweile sind 62 Prozent des Stadtgebiets auf umweltfreundliche LED umgestellt. Mit der Erneuerung in der Anichstraße ist ein nächster Zwischenschritt absolviert. Bis 2020 werden über 10.000 Leuchten umgerüstet. Mit der LED-Offensive können 25 Prozent des Energieaufwandes für die öffentliche Beleuchtung eingespart werden. < Die IKB-Vorstände Harald Schneider (re.), Helmuth Müller (2. v. li.) und Thomas Gasser mit Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider

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Herbert Peer (Koordinator „Netzwerk Tirol hilft“), Hüsne Sal (n.k. Kebab), Margarethe Lürzer (MÜLLER), Nadja Schuß (Friseure felby) und west-Centermanager Karl Weingrill

FLEISSIG GESPENDET Wie schon im Vorjahr haben die west-Mitarbeiter auch heuer wieder fleißig gespendet. Im Rahmen eines Mitarbeiterfestes wurden insgesamt 1.400 Euro für die Aktion „Netzwerk Tirol hilft “ gesammelt. Der Betrag kommt dem motorisch stark eingeschränkten achtjährigen Benjamin zugute. Mit dem Geld kann ein speziell auf seine Bedürfnisse abgestimmtes Pflegebett beschafft werden.

eco.nova

SEAT


seat.at/verschrottungspraemie DER SEAT ALHAMBRA € 7.000,– Verschrottungsprämie1) € 1.000,– Porsche Bank Bonus2) DER NEUE SEAT IBIZA € 2.000,– Verschrottungsprämie1) € 500,– Porsche Bank Bonus2)

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DER SEAT LEON € 3.500,– Verschrottungsprämie1) € 1.000,– Porsche Bank Bonus2)

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Die Wiener Innenstadtboutique Sterngasse 4 – The Fashion Deli ist bekannt für ihre französisch inspirierte Mode aus dem Segment des luxe accessible. Gleich einem Deli, dem typischen Delikatessenladen New Yorks, gibt es hier immer „frische Ware“. Sterngasse 4 – The Fashion Deli, 1010 Wien, www.sterngasse4.at

Feine Fashionshow ie Inhaberinnen der Stern-

aber keinem Markendiktat. Etwas Hochwer-

wertige französische Mode in limitierter Auf-

gasse 4 – The Fashion Deli,

tiges zu erwerben, darf nicht immer ein gro-

lage zu vernünftigen Preisen. Ich persönlich

Christiane Seitz (gebürtige

ßes finanzielles Investment bedeuten“, so

freue mich besonders, mit der Sterngasse 4 in

Innsbruckerin) und Agata

Christiane Seitz über ihren Standpunkt, dass

meiner Heimatstadt zu Gast zu sein“, so Seitz.

Gold, sowie Co-Organisatorin Ulrike Mair lu-

Luxus kein Vermögen kosten muss.

Im Frühjahr 2018 ist die Sterngasse 4 – The

den Anfang November ins Kesselhaus und

Im Rahmen einer informellen Fashionshow

Fashion Deli wieder vor Ort. Wir hoffen auf

überraschten das Tiroler Publikum nicht nur

wurden in 20 Looks die jüngsten Trends

ein Wiedersehen!

mit einer Megashow, sondern auch mit ganz

der Saison aus Paris präsentiert. Das Kre-

viel Mode. Über 100 Modefans und VIPs folg-

ativkonzept der Show stammt aus der Fe-

ten der Einladung, darunter auch Societyla-

der der Sterngasse 4 – The Fashion Deli, für

dy Maya Schwitzer, Schönheitschirurgin Dr.

Hair & Make-up zeichnet das Art-Team von

Julia Cordin oder Pop-Art-Künstlerin Oxana

„The Wop Shop“ verantwortlich. Die Models,

Prantl.

die dank der supersoften High-Heels von Softheels besonders leichtfüßig durch den

Leistbarer Luxus

Raum schwebten, stammen aus dem inter-

Seit jeher verstehen sich die Gründerinnen

nationalen Portfolio von Wolfgang Schwarz’

der Sterngasse 4 als Botschafter des Seg-

Agentur „Look Model International Inc.“.

ments. Beinahe monatlich reisen Christia-

Mit Fotograf Angelo Lair wurde der gesam-

ne Seitz und Agata Gold in die französische

te Abend dankenswerter Weise auch perfekt

Metropole, um fernab von trendgetriebenen

ins Bild gebracht. „Mit dem Pop-up-Shoppin-

Multikonzernen Mode für ihre Boutique zu

gevent ‚Sterngasse 4 meets Tyrol’ möchten

erstehen – und bringen auf diesem Wege ein

wir gerne jenes Kernelement, das die Stern-

Stück Pariser Nonchalance nach Österreich.

gasse 4 – The Fashion Deli in Wien bekannt

„Wir orientieren uns an Trends, unterliegen

gemacht hat, nach Innsbruck bringen: Hoch-

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eco.nova

Vier-Mäderl-Haus: Sterngasse4-Inhaberinnen Christiane Seitz und Agata Gold mit Bettina Kantner (li.) und Ulrike Mair (re.)

Das Fell-Label Furry ist kürzlich mit einem eigenen Showroom im ersten Stock der Sterngasse 4 – The Fashion Deli eingezogen. Mit ein Grund ist die Hochzeit von Sterngassen-Inhaberin Agata Gold mit FurryInhaber Nikolaos Kalpazidis. Auch Schauspielerin Nina Proll gefällt’s.

© STEFAN GERGELY

D

Die Wiener Innenstadt-Boutique Sterngasse 4 – The Fashion Deli, bekannt für ihre Mode aus dem Segment des luxe accessible, lud zum ersten Event ins Innsbrucker Kesselhaus.


eco.life

VIEL LOS BEIM POP-UP-SHOPPINGEVENT IN TIROL

Maya Schwitzer und Julia Cordin

Mirjam Meixner und Daniela Haidacher-Daum

Die Inhaberinnen Agata Gold und Christiane Seitz mit Models und Sponsoren

© ALLE FOTOS: ANGELO LAIR

Sanela und Peter Mölk

Agata Gold, Lina Swarovski und Christiane Seitz

Agata Gold spannt den Bogen vom leistbaren Luxus zum Luxusgut: „Das Konzept des ‚luxe accessible‘, das wir als Triebfeder der Sterngasse 4 – The Fashion Deli verstehen, schließt FURRY nicht aus. Denn ein relativ günstiges Kleid mit einem hochwertigen und spektakulären Fellmantel zu adeln, ist die hohe Kunst der Mode.“

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45 Jahre Schuler Für jedes engagierte Werk legt ein Visionär den ersten Grundstein.

In diesem speziellen Fall war es Reinhard Schuler, der im Jahr 1972 das Elektrounternehmen Jordan in Innsbruck übernahm. Gemeinsam mit seiner Frau und einem Lehrling erarbeitete er sich durch kompetente Beratung und einen hervorragenden Service einen ebensolchen Ruf, der auch nach 45 Jahren die Grundlage des Unternehmenserfolges bildet. Das Unternehmen wuchs und florierte, sodass 1984 ein Standortwechsel in die Höttinger Au erfolgte und das bisherige Elektrosortiment um eine Küchen- und Möbelausstellung erweitert wurde. 1998 schließlich verkaufte Reinhard Schuler seinen Betrieb an vier seiner langjährigen Mitarbeiter. Paul Spörr, Gottlieb Gratl, Romed Weber und Hannes Thurnwalder führten das Unternehmen weiter und übersiedelten im Jahr 2000 nach Völs an den heutigen Standort auf dem Cyta-Gelände, wo aktuell auf einer Verkaufsfläche von 2.700 Quadratmetern keine Kundenwünsche offen bleiben. 2005 folgte die Eröffnung der Filiale in Thaur, in der auf über 2.000 Quadratmetern Küchen, Bäder, Wohn-, Ess- und Schlafzimmer sowie Sitzmöbel ausgestellt sind und in der Schuler Aktiv Küche immer wieder gerne gekocht wird. 2007 eröffnete Schuler eine eigene Tischlerei in Steinach am Brenner, um Kundenwünsche noch persönlicher erfüllen zu können. Der Online-Massenware setzt man auf diese Weise individuelle Qualität entgegen. Schon die Übernahme Ende der 1990er-Jahre zeigt deutlich, dass es vor allem die Mitarbeiter sind, die das Unternehmen Schuler tragen. Auch heute bietet das Traditionsunternehmen ein gesundes Klima, sichere Arbeitsplätze und Weiterbildungsmöglichkeiten. Und die Mitarbeiter danken es, viele von ihnen sind bereits seit Jahren im Unternehmen. Geführt wird Schuler gegenwärtig von Paul Spörr und Romed Weber. Sie haben anlässlich des halbrunden Firmenjubiläums kürzlich Kunden, Freunde und Geschäftspartner zu einem kurzweiligen Fest nach Völs geladen, um mit ihnen gemeinsam zu feiern und danke zu sagen: für 45 Jahre und hoffentlich noch viele weitere ... // www.schuler.co.at


Mode geht mit der Zeit. Werte bleiben Trend trifft Historie. Vor Kurzem eröffnete Moiré Fashion seine Geschäftsstelle im historischen Gebäude der Kiebachgasse 5 in Innsbruck. In den wunderschön renovierten Räumlichkeiten ist ein bauliches wie modisches Schmuckstück entstanden. Sorgsam und mit viel Feingefühl wurde auf 260 Quadratmetern Platz für extravagante, schicke und besondere Mode aus Italien und der ganzen Welt geschaffen.

© MARTIN VANDORY, MOIRÉ

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Modeunternehmerin Irene Moschén aus Bozen ist mittlerweile bekannt für ihre architektonischen Vorlieben. Vier der fünf Geschäftsstellen in Bozen und Meran sind in historisch wertvollen bzw. denkmalgeschützten Gebäuden untergebracht und auch in Innsbruck ist sie ihrer Linie treu geblieben. Bei der Eröffnung Mitte November zeigte sich: Auch Nordtirol liebt Moiré. Zu den besonderen Gästen des Abends zählten unter anderem die Missen Alexandra Pahr, Johanna Ciech und Bettina Manfra, die sich in wunderbaren Kleidern der aktuellen Festtagskollektion präsentierten. Bloggerinnen der Innsbrucker Fashionszene waren ebenso dabei wie viele weitere modeaffine Tirolerinnen. Für Unterhaltung sorgte die feine musikalische Untermalung sowie Sabrina Ronchi aus Mailand, die Gäste mit minutenschneller Papierkunst von individuellen Silhouetten begeisterte. // www.moire-fashion.com 1) Das Innsbrucker Moiré-Team mit der innovativen Modeunternehmerin Irene Moschén (Mi.). 2) Unter großem Einsatz und in enger Zusammenarbeit mit der Raiffeisen Realitäten Betreuung Tirol und dem Team rund um Geschäftsführer Philipp Thomasberger (re. außen), Baumeister Dieter Geisler (li. außen) und allen Handwerkern hat Architekt Ezio Moschen eine innovative Geschäftsfläche mit Geschichte geschaffen. Im Bild mit Miss Tirol Alexandra Pahr, Miss Südtirol Johanna Ciech und Geschäftführerin Irene Moschén. 3) Evelyn Unterfrauner (Nina & Yves) und Sara Erb (La Sara Leona). 4) Künstlerin Sabrina Ronchi unterhielt mit ihrer minutenschnellen Papierkunst. 3) Bloggerin La Sara Leona (li.) und Miss Südtirol 2017 Bettina Manfra. 6) Irene Moschén und Tonino Perna mit Models

1)

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3)

2)

4)

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TIRO


Das leistet das Land Tirol für Sie

7.749 €

Kärnten

Tirol

4.973 €

€ pro Kopf

So niedrig ist die Verschuldung des Landes Tirol. Es ist die geringste Pro-KopfVerschuldung Österreichs. Somit kann sich Tirol sinnvolle Projekte und Investitionen leisten.

Niederösterreich

246

3.825 €

der Versorgung mit ultraschnellem Internet seit 2014. Ein Drittel der Tiroler Bevölkerung verfügt bereits über Breitbandinternet.

Wien

600 % Steigerung

Quelle: Statistik Austria

6.850

70.080

Radwanderwege, Mountainbike-Routen und Singletrails bestehen im Land Tirol. Das entspricht einer Strecke von Innsbruck nach Indien.

sanierte Wohnungen seit 2013 mithilfe der Wohnbauförderung. Das entspricht einer Stadt wie Innsbruck.

nur

490 €

kostet das neue tirolweite Jahresticket für öffentliche Verkehrsmittel. Vor einem Jahr kostete es noch über 2.000 €. Die Anzahl der Jahrestickets ist von 12.000 auf 25.000 gestiegen.

km

Innsbruck

tirol-in-zahlen.at

1,4 Mio. Stunden

haben Tirols Kinderbetreuungseinrichtungen im Jahr geöffnet. 2007 waren es noch 459.000 Stunden weniger. 2017

Indien

898 Einsätze

pro Tag leistet unser Rettungsdienst. Dafür stellen wir gemeinsam mit Tirols Gemeinden jährlich 32 Mio. € zur Verfügung.

20

% des Landesbudgets

geben wir für Soziales aus. Unter anderem für Behinderte, Kinder und Jugendliche, Eltern, in Not geratene Menschen, Gewaltprävention sowie Mädchen und Frauen.

2007

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