Ausgabe Nr. 16 / Jänner 2018, P.b.b. Verlagspostamt 6020 Innsbruck, ZNr. GZ 02Z030672 M, Euro 3.00
DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN
DER WEG IST DAS ZIEL Die Zukunft des Tiroler Tourismus
BEDINGUNGSLOS Gleiches Geld für alle?
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Christoph Loreck und Mag. Sandra Nardin, eco.nova-Herausgeber
Schneegestöber Als diese Ausgabe in Druck ging, strahlten Tirols Berge bereits im prächtigen Weiß. Es ist schon eine ganze Weile her, dass sie das Ende November derart schön getan haben. Das freut uns, weil unser eco.nova-Jahr damit einen fast schon kitschigen Abschluss findet. Die Touristiker freut es vermutlich noch ein Stück mehr.
T
irol lebt vom Tourismus. Bereits
mus ein wenig auf die Spur zu kommen, die
Tourismus. Heute hat sich die Situation um-
vor mehreren Hundert Jahren gab
Serie Tirol.innovativ (Seite 62) zeigt dazu,
gekehrt. Nicht mehr Unternehmen wählen
es Gasthäuser und Herbergen ent-
wie kreativ und fortschrittlich bereits mit
aus vielen Bewerbern den geeignetsten aus,
lang der wichtigsten Verbindungswege und
dem Thema umgegangen wird.
gut ausgebildete Fachkräfte entscheiden, wo
auch heute wird hierzulande noch jeder dritte
Was der Tourismusbranche jedoch vor allem
sie arbeiten möchten. Das stellt Unterneh-
Euro direkt oder indirekt im Tourismus ver-
Kopfzerbrechen bereitet, ist der Mitarbei-
men aller Branchen vor Herausforderungen.
dient. Das ist eine ganze Menge. Es scheint
termangel. Das Image von Tourismusjobs
Auch diesem Phänomen gehen wir in dieser
jedoch, dass direkt proportional mit den stei-
wackelt. Ordentlich. Und das meiste davon
Ausgabe (Seite 72) auf den Grund.
genden Nächtigungszahlen im Land die po-
ist hausgemacht, denn viele Hoteliers und
Doch selbst wenn die Zukunft mit all ihren
sitive Einstellung dem Tourismus gegenüber
Gastronomen haben sich ihren Ruf selbst
Herausforderungen vielleicht nicht mehr
sinkt. Das hat unterschiedliche Gründe und
kaputt gemacht. Als die Einwohner in den
ganz so rosarot ist, tiefschwarz ist sie auch
wird gleichzeitig zur wohl größten Heraus-
Tälern Tirols kaum eine andere Wahl hatten,
nicht. Mit Kreativität, Weitblick und dem
forderung für die Branche in den nächsten
als im Tourismus zu arbeiten, hat man be-
Mut, an der nächsten Kreuzung einfach
Jahren. Denn wenn sich Gäste in einem Land
gonnen, sie als selbstverständlich zu erach-
einmal spontan abzubiegen, anstatt stur
nicht willkommen fühlen, werden sie das
ten. Wertschätzung: Fehlanzeige. Wozu auch,
geradeaus zu gehen, wird auch das Jahr
nächste Mal schlichtweg woanders hinfahren.
man musste sich nicht großartig bemühen,
2018 ein erfolgreiches werden. Wir haben
Die Möglichkeiten dazu sind größer denn je.
um Mitarbeiter zu finden. Generell musste
viel vor und genießen deshalb erst mal den
Nun, so dramatisch ist die Situation tatsäch-
der Leidensdruck vor zwei, drei Generati-
Winter, bevor wir im neuen Jahr wieder mit
lich noch nicht, doch die Herausforderungen
onen noch ziemlich hoch sein, damit man
vollem Elan und viel Herzblut an viele neue
für die Zukunft werden nicht weniger und es
überhaupt nur darüber nachdachte, seinen
Projekte herangehen. Das wünschen wir
ist die wohlwollende Unterstützung der Be-
Job zu wechseln. Das gilt nicht nur für den
auch Ihnen.
völkerung, die die Basis für eine erfolgreiche Zukunft legt. In der Titelgeschichte ab Seite 14 haben wir versucht, dem Mythos Touris-
Die gesamte Team der eco.nova wünscht frohe Weihnachten, feine Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr 2018!
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eco.inhalt
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Tirol innovativ. Ideen, die zum Erlebnis werden. Arbeit ist kein Ponyhof. Der Wert der Unternehmenskultur für die Arbeit der Zukunft.
eco.titel 14
Die Zukunft des Tourismus. In Tirol wird immer noch jeder dritte Euro direkt oder indirekt im Tourismus
eco.geld 88
Steueroasen. Unternehmen und Private nutzen – meist
verdient, die Tourismusgesinnung aber sinkt. Das ist nur
legale – Schlupflöcher, um Steuern zu sparen. Ein Blick auf
eine Herausforderung, vermutlich jedoch die größte ...
das Wesen der Steueroasen.
eco.wirtschaft
eco.art
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Bedingungsloses Grundeinkommen. Für die einen Wunschtraum, für die anderen ökonomische Horrorvision.
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Im Porträt. Zimmermann Ganahl AG – Papierjäger und
arttirol. Das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum zeigt seine Sammlung zeitgenössischer Kunst.
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Sammler.
Spielen und scheitern zu dritt. Das dreiköpfige Feinripp-Ensemble verspricht viel auf der Bühne und
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Wirtschaft vor 100 Jahren. Teil 6 der Serie: Imst
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IMPRESSUM Herausgeber & Medieninhaber: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck 0512/290088, redaktion@econova.at, www.econova.at Geschäftsleitung: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin Assistenz: Martin Weissenbrunner Chefredaktion: Marina Kremser Redaktion: eco.wirtschaft: Alexandra Keller, Sonja Niederbrunner, MMag. Klaus Schebesta, Mag. Sandra Nardin, Renate Linser-Sachers, Barbara Liesener, DI Caterina Molzer-Sauper, Marion Witting, MSc., Stefan D. Haigner // eco.zukunft: Mag. Barbara Wildauer, Doris Helweg // eco.geld: Dr. Michael Posselt, DDr. Jürgen Huber // eco.kultur: Julia Sparber // eco.mobil: Bruno König // steuer.berater: Dr. Verena Maria Erian // recht.aktuell: RA Mag. Dr. Ivo Rungg // eco.life: Marina Kremser // Anzeigenverkauf: Ing. Christian Senn, Bruno König, Tanja Ischia, Petra Wunderer, Hannah Oderich, Hannelore Weissbacher // Grafik: Tom Binder, Florian Bürstl // Druck: Radin-Berger-Print GmbH // Coverfoto: Tom Bause Unternehmensgegenstand: Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. // Grundlegende Richtung: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Wellness, Steuern, Recht, Kulinarium und Lifestyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Jahresabo: EUR 25,00 (14 Ausgaben)
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MMag. Klaus Schebesta
Inszenierte Geschäftigkeit Es wiederholt sich immer wieder: Politische Inszenierung und Show führen zu keinen Ergebnissen, bestenfalls zu Quoten. Stabilität hingegen bedeutet, ohne großes Tamtam knochentrocken zu regieren. Ist langweiliger, bringt aber ungleich mehr. // TEXT: KLAUS SCHEBESTA
D
as Ende und der Anfang
artige Entscheidungspanik ausbricht. „Am
tion in die Luft sprengte, noch ehe die Ge-
von Regierungsperioden
Abend wird der Faule fleißig“, weiß ein altes
spräche ins Detail gehen konnten. So ist das
sind offenbar der ideale
Sprichwort, das vielen Politikern unbekannt
nun einmal: Wenn die ganze Nation zusieht,
Anlass, geradezu hysteri-
zu sein scheint. Diskussionen und Weichen-
wird die Versuchung, Egoismen in die Aus-
sche Geschäftigkeit zu in-
stellungen, die mit glasigen Augen nach der
lage zu stellen, größer. Die besten Entschei-
szenieren. Erinnern wir uns an die letzte Na-
zehnten Tasse Kaffee gegen zwei Uhr mor-
dungen entstehen nicht im Scheinwerfer-
tionalratssitzung von Rot-Schwarz: Bis halb
gens gefällt werden, erweisen sich bei Ta-
licht dutzender Kameras und mit geradezu
drei in der Früh wurde publikumswirksam
geslicht nicht immer als segensreich. Eine
olympischen Ringen unter den Augen, son-
gestritten, um in gewagten Farbkombinatio-
Studie kommt zum Schluss, dass 28 Stunden
dern in ausgeschlafenem Zustand und in
nen im allerallerletzten Moment Beschlüsse
Schlafentzug die gleiche Wirkung haben wie
sachlicher Atmosphäre. Das heißt nicht,
aus dem Boden zu stampfen. Wie die über-
0,9 Promille Alkohol im Blut. Das erklärt ei-
dass die österreichischen Regierungsver-
stürzte Angleichung von Arbeitern und An-
niges. Dazu kommt, dass eine Verspätung
handlungen schon gegessen sind. Aber sie
gestellten, die zwar grundsätzlich nötig ist,
bei Entscheidungen kaum wieder aufge-
sind zumindest weiter als die Deutschen
aber nicht in dieser Husch-Pfusch-Variante.
holt werden kann: Jeder Bauer weiß, dass es
je gekommen sind. Wie bei derartigen An-
Blättern wir noch ein paar Jahre zurück: Die
nichts mehr nützt, im Spätsommer die Saat
näherungen üblich, werden die heiklen
Mutter aller langen Parlamentsnächte fand
auf die Felder zu bringen, wenn er den Früh-
Punkte ganz weit nach hinten geschoben.
am 24. September 2008 statt, vier Tage vor
ling im Wirtshaus verbracht hat.
Es wird drauf ankommen, ob ideologische
der Nationalratswahl. In einem abenteuerli-
Man kann eine Periode aber nicht nur im
Differenzen auf einen tragbaren Kompro-
chen „freien Spiel der Kräfte“ schafften es die
Gackermodus ausklingen, sondern sie auch
miss hinauslaufen (oder zumindest ein Ge-
Parlamentarier, Gesetze zu beschließen, die
so starten lassen. Und hier gibt es aktuell
gengeschäft) oder der Drang auf die Bühne
uns bis heute 30 Milliarden Euro an zusätzli-
einen auffälligen Unterschied zwischen
die Überhand gewinnt. Wir werden sehen,
chen Kosten beschert haben. Unter anderem
Deutschland und Österreich. Während die
ob Kurz und Strache die bislang besonnene
wurden die Hacklerregelung verlängert, die
neuen besten Freunde aus dem türkisen
Gangart bis zum Schluss durchziehen kön-
Studiengebühren abgeschafft und großzügi-
und blauen Lager unaufgeregt hinter ver-
nen – ohne dass die Scharfmacher in den
ge Geschenke an Pensionisten verteilt. Alles
schlossenen Türen verhandeln, war das
eigenen Reihen die sauber inszenierte Har-
entgegen dem Rat von Experten, aber mit
bei der kunterbunten Jamaika-Truppe in
monie zerstören.
dem Segen von PR-Strategen.
Deutschland von Anfang an anders. Die
Eines würde der Welt insgesamt gut tun:
Viele Wähler reagieren allerdings angesichts
deutschen Verhandler wurden auf Schritt
Mehr Mut zu spießiger Normalität und tro-
derartiger Hektik nicht wie gewünscht. Sie
und Tritt belauert, jede Handbewegung auf
ckenem Pragmatismus, gerade wenn es um
freuen sich nicht über die Spontaneität flei-
einem Balkon als verschlüsseltes Zeichen
Verhandlungen geht. Und den Trumps, den
ßiger Parlamentarier, sondern sehen ihre
interpretiert und zwischendurch wurden
Le Pens und Berlusconis dieser Welt weni-
schon lange gehegten Vermutungen bestä-
nächtliche Wortspenden in TV-Mikrofo-
ger Aufmerksamkeit für ihre entbehrlichen
tigt: Da muss wohl vieles verschlafen wor-
ne abgesondert. Das erzeugte zusätzlichen
Räusperer zu geben. Das mag langweiliger
D
den sein, wenn im allerletzten Moment der-
Druck, was die ohnehin schwierige Koali-
sein. Aber besser wäre es auf jeden Fall.
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KOPF DER AUSGABE
r e l t t e l G n n a m r He
kopf der.ausgabe
22 Monate lang war die Diözese Innsbruck ohne Bischof. Bis Papst Franziskus am 27. September den Steirer Hermann Glettler ernannte und mit ihm ein Mann mit bodenständiger Persönlichkeit und ebenso viel Charme und Humor nach Tirol kam. Seine Wahl war nicht nur für ihn selbst überraschend.
H
ermann Glettler eilt ein
für die meisten Kinder nicht unbedingt er-
ten des Umbruchs neu positionieren wird
wacher Ruf voraus, gilt
freulich ist, war für den heutigen Bischof
müssen, ist ihm auch klar. Doch: „Für diesen
er doch als glaubwürdi-
der Grundstein seines Lebenslaufs. Die El-
Glauben an Jesus braucht man sich nicht
ger, mutiger und herz-
tern Maria und Hermann haben den Hof
zu schämen. Er ist die faszinierendste Per-
verbundener Mensch.
im Nebenerwerb betrieben, klein Hermann
sönlichkeit der Weltgeschichte, verbindet
Auch Kardinal Christoph Schönborn be-
hat fleißig geholfen und es war genau die-
Himmel und Erde, verbindet alle Menschen.
schreibt Glettler als einen „begnadeten Seel-
ses Gebrauchtwerden, das ihn prägte. Auch
Er war provozierend und frech, war trös-
sorger mit großem Spürsinn für die sozialen
wenn das Bischofsamt für ihn durchaus
tend. Der Glauben erfüllt mein Herz“, sagt
und existenziellen Seiten des Lebens“. Als
überraschend kam: „Dieser Ruf Gottes war
Glettler, der aber auch versteht, wenn’s ei-
Pfarrer von St. Andrä in Graz habe er „ein
unerwartet für mich, auch wenn Gott der in
ner nicht so hat mit ebendiesem Glauben. Schon während der Schulzeit hat er viel mit
„DIE FREUDE ÜBER DAS BISCHOFSAMT BRAUCHT NOCH ETWAS, ABER DER ERSTE SCHRECK IST ÜBERWUNDEN.“
jenen diskutiert, die vom Glauben „nichts
Bischof Hermann Glettler
grüßte er deshalb auch alle, die die katho-
wissen wollten“. Es sei eine gute Schule gewesen, um auch Respekt vor denen zu haben, die der Kirche gegenüber skeptisch sind. Bei seiner ersten Pressekonferenz lische Kirche verlassen haben. „Jeder muss
unglaubliches Talent gezeigt, die schwierige
Sehnsucht immer Erwartete ist.“ Plötzlich
für sich entscheiden, wie er leben und was
soziale Situation kreativ anzugehen und ei-
sei es gewesen, überraschend, verstörend,
er glauben möchte“, sagt Glettler. Das macht
ne unglaublich lebendige Pfarre mit aufzu-
herausfordernd, tröstend und ermutigend
ihn durchaus sympathisch. Auch all jenen,
bauen“. Nun also wurde er zum Bischof von
zugleich. Dass er dafür sein geliebtes Hei-
die mit der Institution Kirche nicht (mehr)
Innsbruck berufen. „Ich hoffe, dass trotz
matbundesland samt Familie und Freun-
viel anzufangen wissen.
aller menschlichen Aspekte, die bei der Be-
deskreis verlassen musste, wird Hermann
stellung eine Rolle spielen, auch Gott seine
Glettler erst nach und nach richtig bewusst,
Hände im Spiel hatte“, sagt er dazu. Nach
„doch schon jetzt sind mir in Tirol so vie-
Tirol komme er als Lernender, betont der
le Menschen freundschaftlich verbunden,
gebürtige Steirer: „Ich muss die Kultur, die
sodass ich sicher bin: Diesen Sprung werde
Bräuche und das Leben der Menschen hier
ich schaffen“, ist er zuversichtlich.
erst kennenlernen. Ich muss Tirol lernen.
Was Hermann Glettler auszeichnet, ist sei-
Das wird etwas Zeit brauchen, ich bin aber
ne seine tiefe geistliche Verwurzelung, die
sehr neugierig.“ Und es sei ihm auch klar,
Liebe zum Menschen – besonders jenen
dass er mit dem Tiroler Dialekt wohl eine
am Rand der Gesellschaft – und seine klare
weitere Fremdsprache wird erlernen müs-
Positionierung in sozialen und politischen
sen. Ein klein bisschen klappt es schon.
Fragen. Auch in Tirol, und lange ist er wahr-
Ruf Gottes kam unerwartet
lich noch nicht hier, fand er bereits deutliche Worte. In Sachen Nächtigungsverbot
Priester ist Hermann Glettler übrigens nicht
im Freien in Innsbruck zum Beispiel. „Eine
aus einer Eingebung heraus geworden, son-
wunderbare Stadt wie Innsbruck muss sich
dern aus tiefer Überzeugung, die bereits in
auch in Zukunft durch Menschlichkeit aus-
der Kindheit ihre ersten Prägungen fand.
zeichnen und nicht durch Härte gegenüber
Während manch anderer auf ein allzu eso-
jenen, die ohnehin schon an den Rand der
terisches Zeichen von oben hofft, war es für
Wohlstandsgesellschaft gedrängt wurden“,
Glettler im Wesentlichen ein ganz weltlicher
zeigt er sich ein wenig enttäuscht über das
Grund: das Gebrauchtwerden.
teilweise Verbot, wenngleich er auch Ver-
Aufgewachsen ist Hermann Glettler zu-
ständnis für die Passanten und Geschäfts-
sammen mit vier Geschwistern auf einem
leute zeigt, die sich dadurch belästigt fühlen.
Bergbauernhof im steiermärkischen Übelbach. „Ich habe zuhause nicht nur einen
Respekt haben
geerdeten, schönen und bodenständigen
Dem Ruf Gottes zu folgen bedeutet für
Glauben kennengelernt, es war auch viel
Glettler auch, seine eigene Komfortzone
Arbeit“, erzählt er von seiner Kindheit. Was
zu verlassen. Dass sich die Kirche in Zei-
ZUR PERSON
Hermann Glettler wurde am 8. Jänner 1965 in der Marktgemeinde Übelbach in der Steiermark geboren. Seine Schullaufbahn schloss er am Bischöflichen Seminar und Gymnasium in Graz ab. Die Maturareise führte ihn 1983 nach Frankreich, wo er in Paray le Monial zufällig an einem internationalen Jugendtreffen der Gemeinschaft Emmanuel teilnahm, der er seit 1987 angehört. Glettler studierte Theologie und Kunstgeschichte in Graz, Tübingen und München. Am 23. Juni 1991 wurde er zum Priester für die Diözese Graz-Seckau geweiht. Nach Kaplanjahren in Judenburg-St. Nikolaus und Wagna verbrachte er ein Fortbildungsjahr 1998/99 in Saint-Nicolas-des-Champs in Paris. Von 1999 bis 2016 war er Pfarrer im Pfarrverband Graz St. Andrä-Karlau. Als Pfarrer im multikulturellen Bezirk GrazGries engagierte er sich besonders für sozial Benachteiligte und Flüchtlinge. Er gehört der Kommission für den interreligiösen Dialog und der Kunstkommission der Diözese an. Zusätzlich zur Kunstvermittlung ist er auch als eigenständiger Künstler tätig. Bekannt wurde er unter anderem auch als „Künstlerpriester“. Am 27. September 2017 ernannte ihn Papst Franziskus zum Bischof von Innsbruck. Als solcher tritt er die Nachfolge von Manfred Scheuer an. Die Bischofsweihe empfing Glettler Anfang Dezember.
eco.nova
11
Wirtschaft Wirtschaft & Unternehmen
ECO.MMENTAR
Weltanschauung
D
ie gefährlichste aller Weltanschau-
Authentisch (er)leben
ungen ist die der Leute, die die Welt
Wie in jeder Industrie wird auch der Touris-
nie angeschaut haben, sagte einst
mus von Trends beeinflusst. Das ist grund-
Alexander Freiherr von Humboldt, Naturfor-
sätzlich nicht falsch, sondern ein Zeichen
scher und Begründer der physischen Geogra-
dafür, dass sich Menschen über eine Weiter-
phie. Um zu einer möglichst umfassenden
entwicklung Gedanken machen. Manche
Weltanschauung zu gelangen, sind zweierlei
Trends entpuppen sich als Langläufer und
Dinge notwendig: Einerseits das Reisen in Ge-
etablieren sich mit der Zeit als Standard.
genden, in denen man noch nicht war, und
Umweltschonendes Verhalten der Touris-
andererseits authentische Gegenden. Was be-
musbetriebe ist inzwischen unabhängig da-
deutet das nun für den Tourismus? Wie könn-
von, ob es sich um ein Hotel im Burgenland
te regional attrakiver und authentischer Tou-
oder in Tirol handelt. Kurzfristige Trends
rismus aussehen?
hingegen sollten immer in Bezug zur Regi-
Geschichtliches Was früher als Fremdenverkehr bezeichnet wurde und seit den 1980er-Jahren Tourismus genannt wird, betreibt die Menschheit seit ihrer Existenz: das Reisen. Früher aus der Notwendigkeit heraus, bessere Lebensbe-
Alexander M. Schmid | Der Vereinfacher beschäftigt sich seit über drei Jahren mit Vereinfachung in Unternehmen, hat darüber ein Buch verfasst und erarbeitet mit Unternehmen Strategien, die sie am Markt einfach einzigartig positionieren. www.dervereinfacher.at © KUNSTFOTOGRAFIN.AT
on gesetzt werden. Fragen wie „Was bedeutet dieser Trend für unsere Region? Wie würden wir diesen Trend bei uns interpretieren? Welches Bedürfnis für den Gast befriedigen wir damit? Gibt es noch andere Möglichkeiten, das gleiche Ergebnis zu erreichen?“ sind zu stellen und ehrlich zu beantworten. Das bedeutet auch Nein zu sagen und gewisse
dingungen zu finden, später aus forschender
Trends einfach auszulassen.
Neugierde und um Handel zu betreiben, reisten die Menschen durch die Lande. Erst seit
abwechslungsreiche Umgebung für ihre Kin-
Beginn des 19. Jahrhundert ist das Reisen als
der suchten. Heute hat der kulinarische As-
Kein Urlaub wie daheim
Freizeitbeschäftigung ein Begriff. Seit damals
pekt – Bioprodukte vom Bauernhof – an In-
Vor kurzem freute man sich bei Innsbruck
hat sich viel verändert. Immer öfter wird die
teresse gewonnen und zieht auch Städter an.
Tourismus über das Rekordjahr 2016/17 mit
Reise zum zweckdienlichen Mittel des Ur-
Auch für diese spielt der Familienanschluss
großen Zuwächsen. Unter den internationalen
laubs. Das Verreisen wird immer öfter auf die
eine Rolle. Gewissermaßen als Ausgleich zur
Gästen findet sich Indien mit einem Plus von
An- und Abreise reduziert. Stattdessen haben
Anonymität der Großstadt.
18 Prozent unter den Wachstums-Spitzenrei-
die Verweildauer im Urlaubsort, das Angebot
tern. Vor allem für indische Filmproduktionen
und die Nachfrage nach Aktivitäten an Bedeu-
Regionalität erfahren
tung gewonnen.
Regional beschreibt die Zusammenfassung
lywood“ wurde seitens Innsbruck Tourismus
geografischer Gebiete, in denen bestimmte In-
als anziehend genannt. Wer jetzt aber denkt,
dikatoren sehr ähnlich sind. Dort, wo sich die-
eine Bollywoodisierung von Innsbruck wäre
Wirtshäuser mit ein paar Fremdenzimmern
se Indikatoren wieder unterscheiden, beginnt
„the next big thing“, um noch mehr Gäste an-
für Durchreisende waren nicht viel anders
eine andere Region. Diese Indikatoren sind
zulocken, denkt falsch. Menschen verreisen,
gebaut als die Häuser der einheimischen
beispielsweise natürlich bedingt und klimati-
weil sie die Abwechslung suchen. So wie wir
Bewohner. Es gab bloß mehr Zimmer und
schen Ursprungs, aber vor allem kulturell un-
uns keine Kaspressknödel in Mumbai erwar-
zusätzliche Aufenthaltsräume. Dieses Flair
terschiedlich. Diese kulturellen Unterschiede
ten, ist meines Wissens noch kein Inder nach
hat sich lange gehalten und erfährt jetzt
haben sich über Jahrhunderte entwickelt und
Tirol gefahren, um hier ein Tandoori-Huhn
zum Teil durch Vermittlungsplattformen
stellen eine bedeutende menschliche Errun-
zu essen. Authentisch sein ist eine Haltung.
wie Airbnb wieder eine Renaissance. In der
genschaft dar, zumal sie meist einzigartig sind.
Und langfristig macht sich Haltung bewah-
ländlichen Gegend ist schon seit Jahren der
Diese Unterschiede zu bewahren stellt also ein
ren immer bezahlt. Auch im Tourismus. Kabhi
„Urlaub am Bauernhof“ Tradition. Früher vor
Alleinstellungsmerkmal dar, mit dem interes-
Khushi Kabhie Gham (Hindi: In guten wie in
allem für Familien, die eine eher günstige,
sierte Gäste angezogen werden können.
schlechten Tagen).
Ortsüblich wohnen
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eco.nova
war Innsbruck von Interesse, das Thema „Bol-
ECO.MMENTAR
Das Herzstück des Hotelprojekts: der 100 Meter lange Endless-Sky-Pool auf 2.050 Metern Seehöhe.
MILLIONENINVESTMENT
M
it einem der spektakulärsten Hotelprojekte des Alpenraums macht das Kühtai in dieser Wintersaison von sich reden. Die Gerber Hotelgruppe investierte im Laufe des
© JULIA TÜRTSCHER
© GERBER HOTELS / PROMEDIA
#notwithme
Wir Frauen sind weder das schwache Geschlecht noch das schöne. Wir sind Frauen. Punkt. Marina Kremser, Chefredaktion
I
ch gebe es zu: Ich bin genervt. Nicht mehr ganz so sehr wie noch vor wenigen Wochen, aber dennoch. Und ich bin auch ein bisschen wütend. Grund ist die #metoo-Kampagne, die
zwar anfangs sicher gut gemeint war, aber im Laufe der Zeit sehr
Sommers 17 Millionen Euro in die Renovierung und den Umbau ihres
groteske Formen angenommen und sich damit (für mich) ins Ge-
4-Sterne-Superior-Hotels Mooshaus zum Hotelresort mit Sportge-
genteil verkehrt hat. Nicht nur, dass mit dem Aufkommen des
schäft und Skischule. Knapp 90 Prozent der involvierten Firmen ka-
Machtmissbrauchs einiger vorrangig älterer Männer „die Mäch-
men dabei aus der Region und haben ihren Sitz in Tirol und Südtirol.
tigen“ generell unter Generalverdacht stehen, sodass Chefs nicht
Durch den Umbau konnte der Personalstand um rund 30 Prozent
mal mehr alleine mit einer Mitarbeiterin im Fahrstuhl fahren
auf 160 Mitarbeiter erhöht werden. „Der komplette Umbau war von
möchten. Die Kampagne hat Frauen auch zurück in eine Opfer-
der Vision getrieben, unseren Kunden künftig ein innovatives, einzig-
rolle gedrängt, aus der wir uns über Jahrzehnte und Jahrhunder-
artiges Produkt zu bieten. Daher haben wir uns auch lange mit den
te mühsam herausgestrampelt haben.
Details beschäftigt“, so Geschäftsführer Mario Gerber. „Natürlich wä-
Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich wünsche allen, die wie auch
re kleiner und weniger aufwendig möglich gewesen, aber heutzuta-
immer geartete Gewalt erfahren haben, alle erdenkliche Kraft,
ge geht es nicht mehr einfach darum, Betten zu verkaufen. Der Gast
damit für ihr weiteres Leben umgehen zu können. Doch darum
sehnt sich nach Erlebnissen.“ Highlight ist definitiv der 100 Meter
geht es mir hier nicht. Man hätte die Kampagne auch #notagain,
lange Endless-Sky-Pool, im Restaurant „Das Gerbers – Fine Asian
#notwithme oder meinetwegen auch #togetherwearestrong
Cuisine“ wird ab sofort internationale Kochkunst serviert.
nennen können. Nein, es wurde daraus ein rauniges „Mir ist das auch passiert“.
TIROL – EUROPA
I
Meine Generation und auch jene davor wurde mit einer neuen Freiheit und mit einem neuen weiblichen Selbstbewusstsein groß. Wir mussten uns nichts mehr erkämpfen, konnten
n einer immer globalisierteren Wirtschaft steht Tirol im
uns kleiden, wie wir wollten, den Beruf ergreifen, den wir woll-
Standortwettbewerb insbesondere mit den anderen 276
ten, sein, wer wir wollten. Und genau dieses Alles-Können und
Regionen in der Europäischen Union. Eine aktuelle Studie
Alles-Dürfen hat dazu geführt, dass etwas ganz Entscheiden-
der Wirtschaftskammer zeigt die Position Tirols im europäi-
des verloren gegangen ist: Durch die Vielfalt der Möglichkeiten
schen Vergleich. Der Fokus liegt dabei auf jenen 30 NUTS-2-Re-
weiß man plötzlich nicht mehr, wer man wirklich ist. Ich hatte
gionen mit der stärksten Wirtschaftskraft. Demnach liegt Tirol
das Glück, dass mich meine Eltern – unter wachsamen Augen –
etwa mit einem Bruttoinlandsprodukt je Einwohner in Kauf-
meine Grenzen haben ausloten lassen und mir damit die Mög-
kraftparitäten in Höhe von 39.300 Euro auf Platz 28 der 30 wirt-
lichkeit gaben, meine Grenzen sohin überhaupt erst kennenzu-
schaftsstärksten Regionen Europas. Insgesamt sind mit Tirol
lernen. Das ist anstrengend. Für beide Seiten. Aber es hat mir
vier österreichische Bundesländer unter den Top 30: Wien (17),
das Selbstvertrauen gegeben, auch bewusst nein zu sagen, um-
Salzburg (20) und Vorarlberg (26). Südtirol nimmt bei diesem Ver-
zudrehen, mich einer Situation zu entziehen, bei der mir nicht
gleich mit einem BIP je Einwohner von 42.400 Euro die 21. Stelle
wohl ist. Selbstbewusstsein hat nichts mit Kleidung zu tun, mit
ein. Eine absolute Spitzenposition belegt Tirol bei den Indikato-
Make-up oder dem Auto, das man fährt. Es geht darum, sich sei-
ren „Schüler in berufsbildenden Schulen/Lehrlinge“ sowie „Tou-
ner selbst bewusst zu sein und seinen eigenen Wert zu kennen.
rismusintensität“ ein. Relativ gut schneidet unser Bundesland
Und diesen auch zu verteidigen. Es geht einem selbst nicht bes-
auch im Bereich der Forschung und Entwicklung ab. Die inner-
ser, nur weil es einem anderen gleich schlecht geht. Da hilft auch
betrieblichen Forschungs- und Entwicklungsausgaben belau-
die beste Kampagne nichts, schon gar nicht dann, wenn man sie
fen sich demnach auf 3,1 Prozent des regionalen BIP bzw. 1.263,2
irgendwann genervt in die Schublade packt. Oder erinnern Sie
Euro je Einwohner. In Wien sind es 1.687,7 Euro; in Salzburg 671,1
sich noch an den #aufschrei von 2013? Eben!
und in Vorarlberg 663,4. Die gesamte Studie finden Sie unter www.wktirol.at (Themen / Zahlen, Daten, Fakten).
Anregungen und Kommentare bitte an kremser@econova.at
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© TOM BAUSE
eco.wirtschaft
DER WEG IST DAS ZIEL
Wegweiser gehen quasi einher mit Tourismus. Sie leiten Gäste an Abzweigungen in die richtige Richtung und zeigen zwischendurch, dass man sich auch immer noch auf dem richtigen Weg befindet. Der Einheimische indes wandelt mancherorts abseits touristischer Pfade. Tirol, wir mßssen reden! // TEXT: MARINA KREMSER
eco.titel
irol geht es gut. Gesamtheitlich und all-
gesiedelt haben. Luxus war bis dorthin ein
gemein betrachtet. Vielleicht ein bisschen
städtisches Privileg, der neue Aufschwung
Hubert Siller waren maßgeblich an der
zu gut, ist man fast verleitet zu sagen, weil
wurde also durchaus kritisch beäugt. Auch
Machbarkeitsstudie für die diesbezügliche
heute die wenigsten darüber nachdenken,
nicht alle Bewohner der ländlichen Gebie-
Bewerbung beteiligt: „Olympia wäre eine
worauf dieser Wohlstand fußt. Vieles ist
te waren mit dem Aufkommen verschiede-
Chance gewesen“, ist Siller überzeugt. „Das
zur Selbstverständlichkeit geworden, die Fi-
ner so bezeichneter „Dorf- und Liftkaiser“
Konzept hätte das Potenzial gehabt, das
nanzkrise von 2007 aus den Köpfen mehr
glücklich und unterschiedliche Sichtweisen
olympische Thema wieder auf ein akzepta-
oder weniger verschwunden. Es wurde zur
begannen aufeinanderzutreffen. Nicht zu-
bles Maß zurückzuführen. Man hat jedoch
Tagesordnung übergegangen, auch weil die
letzt waren es verschiedene Medien, die mit
fast das Gefühl, die Gegner haben nicht nur
Wirtschaft mit dem heurigen Jahr generell
der Frage nach dem „zu viel“ an Tourismus
gegen die Austragung der Spiele gestimmt,
wieder kräftig(er) anzieht. Doch noch im-
aufhorchen ließen, und man begann, nur
sie wollten auch dem Tourismus generell ei-
mer ist es der Tourismus, der unser Land im
noch über Grenzen zu diskutieren: zu viel
nes auswischen. Nach dem Motto: Die Tou-
großen Stil trägt und der Tirol auch relativ
Wachstum, zu viele Erschließungen, zu viel
ristiker haben eh schon genug, was wollen
glimpflich hat durch die Krisenzeit kommen
von allem.
die noch?“
lassen. Dennoch ist die positive Einstellung
Natürlich braucht es den kritischen (politi-
Eine nicht ungefährliche Sichtweise und vor
dem Tourismus gegenüber in den letzten
schen) Diskurs, vor allem was die Herausfor-
allem eine stark verkürzte, weil der Touris-
Jahren, wenn auch nicht empirisch belegt, so
derungen der Zukunft betrifft. Fakt ist aber
mus gerade auf Betriebsebene eben nicht
zumindest vielfach gefühlt, zurückgegangen.
auch, dass heute immer noch jeder dritte Eu-
in der Position ist, genug zu haben. Doch
Das Höher, Schneller, Weiter der letzten Jahr-
ro direkt oder indirekt im und mit dem Tou-
sobald ein Thema in die Emotion rutscht,
zehnte ist vielen zu hoch, zu schnell und zu
rismus verdient wird. Dass die teils brachi-
ist mit Argumenten kaum noch dagegen
weit gegangen.
ale Kommunikation innerhalb der Branche
anzukommen. „Insgesamt wird es eine gro-
Gast trifft Lebensraum
nicht unbedingt zum positiven Image bei-
ße Herausforderung sein, den Tourismus in
trägt, steht indes auf einem anderen Blatt.
dieser Form mit seinen Familienstrukturen
Der Tourismus in Tirol ist geprägt von klei-
Mit Sicherheit hat sie ihren Teil dazu bei-
und Kleinbetrieben über die nächsten Jahr-
nen, familiären Strukturen und kurzen We-
getragen, dass sich der Tourismus an vielen
zehnte zu erhalten“, warnt Siller. Und doch
gen. Tourismus findet damit in unserem
Punkten reibt. „Es ist ein wenig aus den Köp-
sind es genau sie, die Tirol ausmachen. Das
ureigensten Lebensraum statt. 700.000 Ein-
fen verschwunden, was durch den Touris-
findet übrigens auch Günther Platter, Tiroler
wohner treffen jährlich auf 11,5 Millionen
mus in unserem Land überhaupt erst mög-
Landeshauptmann und als solcher für die
Gäste. Tiroler sind auch durchaus stolz auf
lich ist“, sagt dazu Hubert Siller, Leiter des
Tourismusagenden des Landes zuständig:
ihr Land und darauf, dass so viele Menschen
MCI Tourismus. Konkret spricht er öffentli-
„Familienbetriebe sind ein wesentlicher Er-
hier jedes Jahr ihren Urlaub verbringen. Auf
che Verkehrsanbindungen an, die vom Tou-
folgsfaktor, stiften Identität und bilden das
der anderen Seite ist die Wahrnehmung eben
rismus mit Millionenbeträgen mitfinanziert
Rückgrat des Tiroler Tourismus“, sagt er im
diesen Menschen gegenüber eine ambivalen-
werden und dadurch eine kürzere Taktung
anschließenden Interview. Weltweit sind die
te. Das liegt gar nicht so sehr am Gast selbst
ermöglichen, von der vor allem eine profi-
Modelle jedoch ganz andere, dort machen
denn an der Entwicklung im Land.
tiert: die heimische Bevölkerung. Sportstät-
sich Konzerne und Hotelketten im Bereich
Für die ländlichen Gebiete Tirols war der
ten, Infrastruktur ... all diese Investitionen
der Beherbergung breit und authentische
Tourismus immens wichtig, um als Region
kommen im hohen Maße auch den Einhei-
Regionen verkommen zu anonymen Gegen-
überhaupt bestehen zu können. Auch im
mischen zugute. Auch Siller spürt, dass die
den. „Dort ist der Tourismus stark ein corpo-
städtischen Umfeld war man lange Zeit der
Tourismusgesinnung im Land nicht mehr
rate und weniger ein community business,
Ansicht, „dort draußen“ müsse etwas passie-
ist, wie sie war: „Den Menschen fehlt ein we-
an dem nicht mehr viele partizipieren, son-
ren, eine Entwicklung stattfinden. Das tat
nig die Sensibilität für die positive Wirkung
dern nur noch einige wenige“, so Siller.
sie. In sehr massivem Ausmaß sogar. Und
des Tourismus. Wir haben den Tirolern vieles
Dass Konzernhotellerie für Tirol kein Er-
mit ihr ist der Wohlstand gekommen, was
vielleicht auch nicht gut genug vermittelt.“
folgsrezept sein kann, davon ist auch Platter
die urbane Bevölkerung aufhorchen ließ,
befragung schiefgelaufen ist. Das MCI und
überzeugt. Tirol brauche generell nicht mehr
nicht zuletzt deshalb, weil im Zuge dessen
Kommunikationsbedarf
auch viele Landbewohner in die Stadt ge-
Mangelnde oder verkehrte Kommunikation
Gegenteil. Tirol stagniert seit einigen Jahren
drängt sind oder sich in deren Peripherie an-
sei es auch gewesen, dass die Olympia-
bei rund 335.000 Betten, vor 30 Jahren waren
16
eco.nova
Betten – und „produziert“ sie auch nicht. Im
eco.titel
100 prozent natur
DER MYTHOS DER ALPEN WIRKT BIS HEUTE UND GILT ALS INBEGRIFF DER HEILEN WELT, DIE HEIMAT UND GEBORGENHEIT BIETET. GLEICHZEITIG GILT DAS PRINZIP „ H Ö H E R , SCH N E LLE R , WE ITE R “. Aus: Der Alpentourismus der Zukunft, Haymon Verlag
es noch 400.000. Generell entwickelt sich der
Hier hilft es auch nicht, die Industrie, die
Tourismus Richtung 4- und 5-Sterne-Hotel-
zweifelsohne einen wertvollen Beitrag zum
lerie und gewerbliche Ferienwohnung. Sil-
Gemeinwohl Tirols leistet, Arbeitsplätze
ler: „Quantitatives Wachstum braucht Tirol
und Wertschöpfung schafft, gegen den Tou-
nicht. Wir sind auf einem Maß angelangt, an
rismus auszuspielen. Tirol ist nicht Entwe-
dem sich der Tourismus nur mehr qualitativ
der-Oder, Tirol ist Sowohl-als-auch. Siller:
entwickeln kann.“
„Die Finanzkrise scheint bereits zu weit weg,
Die Zukunft des Tourismus
doch blickt man zurück, so war die einzige stabile Branche weltweit der Tourismus. Rei-
Der Mythos der Alpen lebt durch die Ge-
sen ist Teil unseres Lebens geworden und
schichten, die den Alpenraum prägen, schrei-
das Letzte, worauf wir verzichten. Als sich
ben die Autoren in „Der Alpentourismus der
der Tourismus selbst begann zu industriali-
Zukunft“, kürzlich erschienen im Haymon
sieren – selbst bei 11,5 Millionen Gästen jähr-
Verlag. Die Alpen haben in der Geschichte ei-
lich muss der Ablauf reibungslos funktionie-
nen Wandel vollzogen von der „erschrecken-
ren –, begann man ihn vermehrt abzulehnen.
den“ Naturgewalt und dem Sitz der Götter
Viele wollen mit Gewalt das Bild von einsa-
hin zu einer „heilen“ Welt, die Heimat und
men Hängen und Tourengehern, die durch
Geborgenheit bietet. Sie haben in der Rea-
die Landschaft streifen, aufrechterhalten.
lität viele Gesichter. Die deutschsprachigen
Nur: Das bringt weder Wertschöpfung, noch
Leitmedien zeigen die Extreme: vom roman-
ist es nachhaltig.“ Was es für die Zukunft
tisierenden Heimatfilm bis zu den Megae-
also vorrangig braucht, ist eine positive Be-
vents des alpinen Skizirkus. Genauso vielfäl-
wusstseinsbildung. „Auch für die kommen-
tig ist die Sicht der Menschen auf die Alpen:
den Generationen, damit diese wieder bereit
Die einen verlieren sich in der unberührten
sind, die Betriebe zu übernehmen, und der
Natur und gehen auf Sinnsuche, die anderen
Familienverbund weitergeht. Dieses positive
nutzen die Alpen als Sportkulisse für ihre
Zukunftsbild ist für den Erfolg des Touris-
Selbstinszenierung, heißt es im Buch wei-
mus essenziell“, ist Siller überzeugt.
ter. In diesem Spannungsfeld wird sich auch
Das verlangt nach der laufenden und kon-
Tirol künftig positionieren müssen. Es geht
sequenten Auseinandersetzung. Die fehlt
um Nachhaltigkeit, Verantwortung, Überle-
aktuell und das, obwohl Tirol alle Voraus-
bens- und Anpassungsfähigkeit, Vielfalt und
setzungen für eine gute Zukunft hat. Tirol
Gastfreundschaft und um die Auseinander-
ist in der Außenwirkung ein extrem star-
setzung mit den Themen der Zukunft: Kli-
ker und positiv besetzter Begriff, Tirol ist
mawandel, demographische Entwicklung,
als Tourismusmarke groß und mittlerweile
sich wandelnde Freizeitgewohnheiten, die
zur Dachmarke geworden, an der auch vie-
Durchmischung der Kulturen, die unter an-
le andere Unternehmen andocken wollen.
derem auch dazu führt, dass die Winteraf-
So viele, dass im Land sogar eine Diskussion
finität in den Quellmärkten abnimmt. „Wir
entbrannte, inwieweit man die Marke über-
müssen diese Themen offensiv angehen“,
haupt öffnen sollte. Hinter dem roten Logo
sagt Hubert Siller. „Dazu braucht es eine
steht längst ein gut kommuniziertes Werte-
neue Einstellung dem Tourismus gegenüber.
gerüst, das nicht nur der Hotellerie als Wer-
Es geht uns schon ziemlich lange ziemlich
beträger dient. Die Wirtschaftskammer Tirol
gut und ich merke eine gewisse Saturiert-
verzeichnet allein im Bereich der Hotellerie
heit. Man nimmt vieles als gegeben hin und
4.300 Mitglieder und es ist wohl eine über-
ebenso vieles wird kritisiert, doch der Ge-
schaubare Anzahl an Betrieben, die desti-
genentwurf findet nicht statt. Was wären die
nationsautark agieren, also sich im Grunde
Alternativen zum Tourismus?“
selbst genug sind. Das Gros an Beherber-
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eco.titel
„QUANTITATIVES WACHSTUM BRAUCHT TIROL NICHT. WIR SIND AUF EINEM MASS ANGELANGT, AN DEM SICH DER TOURISMUS NUR MEHR QUALITATIV ENTWICKELN KANN.“ Hubert Siller
gungsbetrieben profitiert von starken Regi-
durchgeführt, das sich in der Kernfrage da-
bewegen uns vermehrt von Skifahrer- hin
onen. Die positive Strahlkraft der Marke ist
mit beschäftigt, ob und wie Wintertourismus
zu Wintersporttagen. Im Kern wird das Ski-
Tirols großes Kapital. Der Lebensraum-Tiro-
in den Alpen der Zukunft international wett-
fahren bleiben, aber es wird daneben andere
ler steht in der Regel auch stark hinter dieser
bewerbsfähig bleiben kann. Die Dimension
Aktivitäten wie Winterwandern oder Skitou-
Marke, viel stärker als etwa hinter der Marke
ist riesig, lässt sich aber auf eines herunter-
rengehen geben. In ihrer Bedeutung werden
Österreich. Doch diese Liebe hat Grenzen.
brechen: Schnee. „Wir sehen ganz klar, dass
sie das Skifahren aber nicht ersetzen kön-
Dann nämlich, wenn man das Gefühl hat,
das Thema Schnee im Winter als Erlebnisgut
nen“, so Siller.
die Gäste nähmen einem ein Stück davon
essenziell ist. Er ist das Gold der Alpen und
Generell ist es die Sportkompetenz, die Tirol
C
M
Y
weg.
ohne Schnee lässt sich unser Angebot nicht
ausmacht. Und sie wird es auch in Zukunft
CM
Doch Tirol ohne Tourismus ist ein Szenario,
darstellen“, beschreibt es Siller, der nebst Ralf
sein. Gesundheit, Bewegung, Ernährung, das
MY
das für die Zukunft denkunmöglich ist. Den
Roth die Studie verfasst hat.
aktive Erleben passt in den Zeitgeist und
Verantwortlichen muss es also gelingen, dem
Skifahren ist und bleibt auch in Zukunft
zum Lebensstil des modernen Menschen.
Bewusstsein in der Bevölkerung wieder ei-
Thema der Stunde, vor allem weil unter an-
Es geht darum, sich gut zu fühlen. Dabei
nen positiven Drive zu geben – nebst ganz
derem die Chinesen den Sport gerade für
ist mehrfach wissenschaftlich belegt, dass
pragmatischen Herausforderungen, die es zu
sich entdecken. So hat sich etwa die chine-
aktive Erholung deutlich länger anhält als
bewältigen gilt.
sische Wanda-Gruppe kürzlich die Verwer-
passives Am-Strand-Liegen. Das spielt Tirol
tungsrechte für die Alpinen und die Nordi-
in die Hände. Tirol ist ein Platz der aktiven
schen Ski-Weltmeisterschaften 2019 und 2021
Erholung und wird immer Platz der aktiven
Mit der Studie „The Future of Winter Tra-
gesichert und auch die Bewohner finden
Erholung sein. Dafür muss das Produkt Tou-
velling in the Alps“ wurde im Auftrag des
zusehends Gefallen an der weißen Pracht.
rismus hinkünftig nicht neu erfunden wer-
Vereins AlpNet und koordiniert von Future
„Um das Skifahren herum werden wir jedoch
den, doch es wird vermehrt mit traditionel-
Mountain International e. V. erstmals ein
alternative Sportarten finden müssen, al-
len Werten wie Naturverbundenheit, frischer
interdisziplinäres und alpenweites Projekt
ternative Bewegungsformen. Das heißt, wir
Luft oder Regionalität aufgeladen werden
(Winter-)Sportkompetenz
müssen. Tourismus ist aber auch hierzulande längst
KLISCHEE UND WIRKLICHKEIT DER GENERATION Y
Eine positive Bewusstseinsbildung in Bezug auf den Tourismus ist auch in Hinblick auf die Mitarbeiterthematik wichtig. Die Branche hat viele Mitarbeiter auch ob mangelnder Wertschätzung verloren. Auch hier wurde vieles als zu selbstverständlich angesehen. Dabei ist ein stabiles Arbeitsumfeld selbst der so genannten Generation Y wichtig, auch wenn man ihr Gegenteiliges nachsagt. Oft wird behauptet, die Generation Y – also die heute 14- bis 24-Jährigen – sei beruflich flexibel, welterfahren und vor allem an Work-Life-Balance und Selbstverwirklichung interessiert. Das stimmt, ist aber zu kurz gegriffen. Laut Jugendforscher Philipp Ikrath, heuer zu Gast bei den Seefelder Tourismusgesprächen Ende September, ist es eine grobe Verallgemeinerung, denn der Großteil der Jugendlichen strebt immer noch nach greifbaren Dingen wie einer festen Anstellung und finanzieller Sicherheit. Was die meisten Jugendlichen gemein haben, ist die Furcht vor dem sozialen Abstieg. Trotzdem ist Geld alleine auf Dauer keine verlässliche Motivationsquelle. Es geht um Wertschätzung – um Wertschätzung des Mitarbeiters als Person, nicht nur der seiner erbrachten Leistung.
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kein Selbstläufer mehr. „Was den Winter betrifft, wird in Tirol das Winter-Schnee-Erlebnis in vielfältigen Formen erhalten bleiben“, glaubt Hubert Siller. Idealerweise naturgegeben, wobei man sich allein auf den Schnee von oben schon lange nicht mehr verlässt. Längst ist die Technologisierung auch auf den Pisten angekommen. Was nicht unbedingt jedem gefällt, aber eine Notwendigkeit ist. „Ich sehe wenig Indikatoren, dass das Winterprodukt Tirol in Zukunft nicht gut genug ist, ich sehe allerdings große Herausforderungen in Bezug auf die gesellschaftlichen Trends“, so Siller. Die Baby-Boomer, also die erste Nachkriegsgeneration, hat den Alpi-
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NACHHALTIGKEIT, VERANTWORTUNG, EIN EINZIGARTIGER KULTUR- UND LEBENSRAUM, GASTFREUNDSCHAFT, ANPASSUNGSFÄHIGKEIT UND EIN VIELFÄLTIGES ANGEBOT SIND WESENTLICHE E R FO LG S FAK TO R E N DES ALPENTOURISMUS. Aus: Der Alpentourismus der Zukunft, Haymon Verlag
tative Entwicklung zu sehen.“ Augen zu und durch wird aber auch in diesem Fall nicht funktionieren, wo wir wieder beim offensiven Angehen künftiger Herausforderungen sind. „Tirols Touristiker haben seit weit mehr als hundert Jahren bewiesen, dass sie mit Herausforderungen umgehen und diese erfolgreich meistern konnten“, ist Günther Platter positiv gestimmt. Optimismus ist an sich
nismus und den Wintersport groß gemacht,
tere Generation beglücken wollen, sondern
eine feine Charaktereigenschaft, man darf
auch in Tirol. Doch es braucht für den er-
auch die Jungen und Familien, braucht es ein
allerdings nicht den Fehler machen, sich auf
folgreichen Fortbestand die Jugend. Und
Angebot mit Erlebniswert“, findet Siller. Aber:
der Vergangenheit auszuruhen – gerade in ei-
die schrumpft. Die Generation Z nimmt im
„Die Erlebnisinszenierungen müssen natur-
ner Zeit, die aktuell im Wandel ist wie nie. Die
DACH-Raum bis 2030 um acht bis neun Pro-
nah erfolgen und eine starke Atmosphäre
Digitalisierung stellt viele Geschäftsmodelle
zent ab. Das hat Auswirkungen. Der Wettbe-
schaffen. Überdimensionale Freizeitparks
auf den Kopf, auch und besonders im Tou-
werb an Freizeitangeboten ist gerade für die
am Berg können nicht das Konzept sein.“ Die
rismus, die Herausforderungen am Arbeits-
junge Generation enorm – auch im Sommer,
Angebote müssen gut in den Berg eingebaut
markt werden nicht weniger und generell ist
wo Tirol in der Regel Destination für den
und in die Natur eingebettet sein. Das Hexen-
der Blick in die Glaskugel immer ein schwam-
Zweit- oder Dritturlaub ist, nach Meer und
wasser in Söll oder der Stubaier WildeWas-
miger. Es gilt wie in allen Branchen weiter-
gegebenenfalls Stadt. Dennoch holte der
serWeg sind gelungene Beispiele, die einen
zudenken, über den Tellerrand zu schauen,
Sommer in den letzten 15 Jahren wieder auf,
Trend für die Zukunft vorgeben, nämlich die
innovativ zu sein und vor allem weder die
was an sich ein Kompliment an den Touris-
Natur in den Mittelpunkt zu rücken. Und das
Naivität noch Überheblichkeit zu haben, dass
musstandort ist. Die heurige Sommersaison
Thema Wasser. Doch ganz ohne Action wird
der Erfolg automatisch kommt, wenn das
konnte bei den Übernachtungen um zwei
es auch im naturverbundenen Tirol nicht
Produkt ein gutes ist.
Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen. 21,2
gehen. Siller: „Im Winter bringt das Skifah-
Millionen waren es von Mai bis Oktober 2017.
ren Flow-Erlebnisse, doch auch im Sommer
Die Ankünfte sind sogar um 3,7 Prozent auf
wird es Angebote brauchen, die den Puls aus
5,9 Millionen gestiegen. Damit sind so vie-
dem Ruhebereich holen.“ Es braucht ein Un-
le Sommergäste nach Tirol gekommen wie
terhaltungsangebot, allerdings mit hohen
noch nie. Abgenommen hat hingegen die
Anforderungen an Qualität, durchdacht und
Aufenthaltsdauer. Das wiederum ist ein Pro-
abgestimmt. Es geht um Architektur, Ästhe-
blem für die Verkehrssituation – mehr Gäste,
tik, Materialien, Kunst und Inszenierungen,
die weniger lange bleiben, wechseln entspre-
die Geschichten erzählen. Nach Meinung von
chend öfter. „Steigerungen bei Ankünften
Experten – so die Zukunftsstudie – werden
und Nächtigungen sind erfreulich, stehen
sich negative und positive Einflüsse in etwa
für uns allerdings nicht im Vordergrund“,
die Waage halten, so dass sich bis 2030 keine
kommentiert Platter das Ergebnis. „Viel wich-
nennenswerten Änderungen in der quanti-
tiger ist eine angemessene Wertschöpfung.“
tativen Entwicklung erkennen lassen wer-
Die lässt sich gerade im Sommer nur mit ei-
den. Auch im Jahr 2030 werden sich die Ein-
ner entsprechenden Preisdurchsetzung er-
zigartigkeit und die Nicht-Imitierbarkeit der
zielen. Siller: „Da sind wir für die gebotene
Alpen, die touristische Infrastruktur sowie
Leistung vielfach noch viel zu günstig. Das
die landschaftliche Schönheit und die Gast-
hat zu einem Ungleichgewicht geführt –
geberqualität der Alpenregionen gegenüber
nämlich einem wertschöpfungsstarken Win-
Wettbewerbern abheben. Ein Mangel an In-
ter und einem Sommer, den wir erst wert-
novationskraft, das Fehlen von koordinierten
schöpfungsstark machen müssen.“
Angeboten mit hoher Qualität sowie die ho-
Dass im Sommer noch Potenzial liegt, das ha-
he Preis- und Kostenstruktur und Mobilitäts-
ben auch die Seilbahner erkannt, viel inves-
bzw. Verkehrsprobleme gilt es aber in den
tiert und Angebote geschaffen, um die Leu-
kommenden Jahren verstärkt anzugehen, so
te in die Berge zu holen. Mit der negativen
die Studie. Und der Klimawandel? „Gefragt
Konsequenz, dass die Berge prosperieren, die
nach ganz konkreten aus der Literatur abge-
Dörfer im Tal stagnieren. Viele gastronomi-
leiteten Herausforderungen und deren Ein-
sche Angebote sind in die Höhe gewandert,
fluss auf den alpinen Wintertourismus 2030
das Tal hinkt hinterher. Auch hier wird man
bewerten die Experten den Klimawandel und
Lösungen finden müssen. Generell stellt sich
seine Konsequenzen als eindeutig negativ,
die Frage, wie viel Entertainment der Berg
ohne jedoch innerhalb dieses Zeithorizonts
verträgt. „Wenn wir am Berg nicht nur die äl-
entscheidende Auswirkungen auf die quanti-
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eco.nova
BUCHTIPP
Der Alpentourismus der Zukunft. Trends. Ideen. Chancen Die Berge ziehen jährlich Millionen von Urlaubern an. Damit die Gäste die Faszination der Berge auf noch individuellere Weise erleben können, muss sich der Alpentourismus stetig weiterentwickeln. Das heißt, sich laufend „neu erfinden“. Welche relevanten Entwicklungen gibt es voraussichtlich bis ins Jahr 2030? Und welche haben Auswirkungen auf die Hotels und Destinationen? Wie werden die Ansprüche der Gäste im Jahr 2030 aussehen? Basierend auf dem Forschungsprojekt „Alpen FutureHotel Y“ des Fraunhofer-Instituts hat die BTV den Versuch unternommen, Antworten zu geben. Antworten auf Fragen der Konzeptionierung, Planung und Entwicklung eines Alpenhotels der Zukunft. Erschienen im Haymon Verlag, 142 Seiten.
FOTO: GERHARD BERGER
DAS NEUE TIROLER FRAUENMAGAZIN. AB 2018.
eco.titel
INTERVIEW
Qualität vor Quantität Vor einigen Jahren sind die Tourismusagenden in das Büro des Landeshauptmanns übergegangen und damit zur Chefsache geworden. Wir sprachen mit Günther Platter über Tirols Stärken und künftige Herausforderungen.
on des jeweiligen Betriebes. In den meisten Fällen funktionieren betriebsinterne Überga-
GÜNTHER PLATTER: Für mich sind die
ben klaglos. Gleichzeitig ist es in der Praxis
Familienbetriebe an erster Stelle zu nennen.
so, dass sich immer weniger junge Menschen
Sie sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor, stif-
finden, die Interessen daran haben, im Tou-
ten Identität und bilden das Rückgrat des
rismusbereich selbstständig tätig zu werden.
Tiroler Tourismus. Ein weiteres Stärkefeld
An dieser Stelle braucht es sicherlich be-
bildet die große touristische Kompetenz un-
wusstseinsbildende Maßnahmen im Sinne
seres Landes, die sich seit weit über hundert
der Wertschätzung sowie konstruktive Ge-
Jahren entwickelt hat. Dieser Erfahrungs-
spräche, die die Ängste und Rückhaltungs-
schatz ist eine wichtige Grundlage für die
gründe erörtern und aufarbeiten. Für Tirol
erfolgreiche Entwicklung Tirols – von der
ist die Beibehaltung der familiären Struktu-
hohen Freizeitqualität, die wir dank unter-
ren jedenfalls besonders wichtig. Gerade die
nehmerischer Spitzenleistungen auf und
Vielfalt an Familienbetrieben ist ein Garant
rund um unsere Berge geschaffen haben, bis
für den Erfolg des Tiroler Tourismus – die Fa-
zur wirtschaftlichen Kraft der Branche. Das
milien übernehmen mit Engagement, Fleiß © LAND TIROL/BERGER
ECO.NOVA: Was sehen Sie generell als die Stärkefelder des Tiroler Tourismus?
dezentrale Tourismussystem mit 34 Verbänden sehe ich ebenfalls als einen unserer wesentlichen Vorzüge. Und nicht zu vergessen: Eine starke Marke Tirol, die von der Tirol Werbung professionell geführt wird.
und Einsatz die Gastgeberrolle und prägen damit das Erlebnis „Tirol“ maßgeblich. Dass wir hier auf dem richtigen Weg sind, zeigen nicht nur die Zahlen. Die positiven Rückmeldungen von Gästen bestärken uns darin, diese Richtung auch weiterhin zu verfolgen.
Wo sehen Sie den Tiroler Tourismus in den
Hotellerie und Gastronomie medial ein The-
Konzernhotellerie ist für den Tiroler Ferien-
nächsten 20 Jahren?
ma – bei den betroffenen Mitarbeitern spie-
tourismus kein Erfolgskonzept.
Ich bin überzeugt, dass Tirol auch in 20 Jah-
len unseres Wissens nach diese Themen eine
ren eines der führenden Urlaubsländer im
untergeordnetere Rolle. Ein Arbeitsplatz im
Vor allem in den Tälern ist das Verkehrs-
Alpenraum sein wird. Entscheidend dafür
Tourismus hat auch viele Vorteile, wie flexi-
aufkommen zu Tourismus-Stoßzeiten
wird allerdings sein, die Herausforderungen
ble Arbeitszeiten, Karriere- und Spezialisie-
enorm. Welche Maßnahmen lassen sich
gut zu bewältigen. Diese sind vielfältig und
rungsmöglichkeiten sowie Teamarbeit. All
hier für die Zukunft setzen?
reichen von der rasch fortschreitenden Digi-
das gilt es, noch stärker zu kommunizieren
Es gibt bereits touristische Initiativen, um
talisierung über das Mobilitätsverhalten, den
und anzuerkennen. Das Land setzt sich kon-
zu einer Lösung dieser Situation beizutra-
Wandel in der Gesellschaft und beim Klima
tinuierlich für die duale Ausbildung ein. Es
gen. Die Tirol Werbung hat beispielsweise
bis hin zur Sicherung unseres familienge-
ist uns ein Anliegen, das Bewusstsein für die
gemeinsam mit den Bahnunternehmen ÖBB
prägten Unternehmertums sowie dem Tou-
Chancen und Vorteile einer Fachkräfteaus-
in Österreich, DB in Deutschland und SBB
rismusbewusstsein in der Bevölkerung.
bildung zu stärken. Mit einer Lehre öffnen
in der Schweiz die Kooperation „Tirol auf
sich viele Zukunftstüren.
Schiene“ initiiert. Dadurch sind unter ande-
Das Thema Fachkräftemangel betrifft die
rem mehr Direktverbindungen mit dem Zug
Hotellerie und Gastronomie besonders stark.
Viele Tourismusbetriebe stehen vor der
und ein Ausbau der Railjet-Halte gelungen.
Woher kommt dieser vermeintlich schlechte
Übergabe, doch immer weniger Unterneh-
Darüber hinaus werden Maßnahmen zur
Ruf der Branche auf Mitarbeiterseite?
mer finden einen Nachfolger innerhalb der
Bewusstseinsbildung bei den Tourismusbe-
Der Tourismus hat in den letzten 15 Jahren
Familie, schlicht, weil sich viele Junge die
trieben und Gästen in Richtung Bahnanreise
einen enormen Zuwachs an Mitarbeitern zu
Branche nicht mehr „antun“ wollen. Das
gesetzt. Ziel ist, den Anteil der Gäste, die mit
verzeichnen. Mit über 55 Prozent Zuwachs
schafft im Gegenzug Raum für Investoren.
dem Zug in den Urlaub kommen, von der-
ist dieser Sektor viel stärker gewachsen als
Wie viele (ausländische) Investoren verträgt
zeit fünf auf zehn Prozent im Jahr 2020 zu
andere Bereiche der Wirtschaft – das ist
Tirol, ohne seine Identität zu verlieren?
heben. Auch die Tourismusverbände setzen
auch mit ein Grund für den Mitarbeiterman-
Gerade bei Übernahmen kommen immer
zahlreiche Maßnahmen, um den Autover-
gel. Das Fachkräftewachstum konnte mit je-
viele Punkte zusammen, beispielsweise die
kehr der Gäste zu reduzieren – zum Beispiel
nem des Sektors schlicht nicht mithalten.
bürokratische Herausforderung, die Sorge
durch eine kostenlose Verwendung der öf-
Nach wie vor sind die Arbeitszeiten in der
um Mitarbeiter sowie die finanzielle Situati-
fentlichen Verkehrsmittel.
22
eco.nova
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6020 Innsbruck, Langer Weg 12, Tel.: 0512 - 3336-0 6300 Wörgl, Innsbrucker Str. 105, Tel.: 05332 - 73711-0, www.autopark.at
eco.titel
INTERVIEW
Bleibt alles anders? Trends im Tourismus. // TEXT: BARBARA LIESENER
D
as Interfakultäre Forschungs-
ausgebildeten und längerfristig verfügbaren
zentrum Tourismus und
Mitarbeitern ein entscheidender Faktor für
Freizeit der Universität Inns-
das Gewinnen neuer Gäste.
bruck wurde durch das Bun-
Die Ergebnisse der Studie „Bleibt alles anders
desministerium für Wissenschaft, Forschung
– Tourismus 2025“ stellen im Übrigen wichti-
und Wirtschaft beauftragt, aktuelle Trends
ge Erkenntnisse für die strategische Planung
im österreichischen Tourismus zu erheben,
dar und bestätigen den Nutzen der bran-
um Veränderungen in Nachfrage und Ange-
chenübergreifenden Zusammenarbeit von
bot aufzuzeigen und Handlungsimplikatio-
universitären, wirtschaftlichen und touristi-
nen für die nächsten zehn Jahre abzuleiten.
schen Institutionen.
Basierend auf dem Projektendbericht der Studie*) haben wir Tirol-Werbung-Geschäfts-
Gibt es zur Digitalisierung auch einen
führerJosef Margreiter zum Gespräch über
Gegentrend?
die Zukunft des Tiroler Tourismus gebeten.
Wenn die Welt immer industrialisierter und digitalisierter wird, nimmt gleichzeitig die
ECO.NOVA: Was bleibt und was verän-
Sehnsucht nach Gesundheit und Authen-
dert sich für den Tiroler Tourismus in der
tizität zu. Dadurch wächst ein Gegentrend
nächsten Dekade? Können Sie einige Bei-
und das Bedürfnis nach echten, „analogen“
spiele nennen?
Urlaubserlebnissen. Diese beruhen auf Au-
JOSEF MARGREITER: Die umfangreichs-
thentizität und Emotion. Hier hat unser
ten Veränderungen sowohl in der Wirtschaft
Herz der Alpen gegenüber anderen Reise-
insgesamt als auch speziell im Tourismus
destinationen dank seiner Natur- und Kul-
passieren durch die rasant fortschreiten-
turlandschaft, durch seine unverwechsel-
de Digitalisierung als größtem Treiber. Sie verändert sowohl das Informations- wie in Folge auch das Konsumentenverhalten. Professionelle und stets aktuelle Onlineauftritte der Regionen und der touristischen Betriebe sind zukünftig unumgänglich. Das umfasst die Information mit zum Beispiel virtuellen Hotel- und Zimmerbesichtigungen, Online-Videoclips und dem täglich bis stündlich aktualisierten Wetterbericht ebenso wie die Onlinebuchung und vieles mehr. Die Digitalisierung ermöglicht dem Konsumenten, sich quasi in Echtzeit über alles zu informieren, was ihm für seine Buchungsentscheidung wichtig ist. Das werden neben den von den touristischen Anbietern bereitgestellten Informationen vor allem auch die Berichte und Bewertungen anderer Gäste sein. Positive Rückmeldungen von Gästen auf weiter zu optimierenden Bewertungsplattformen sowie der professionelle Umgang mit Kritik sind auch laut dem Endbericht der Studie des Interfakultären Forschungszentrums für Tourismus und Freizeit der Universität Innsbruck neben gut *) w ww.bmwfw.gv.at/Tourismus/ TourismusstudienUndPublikationen/Documents/Gesamt_ Tourismus_2025_Endbericht_2017-barrierefrei.pdf
24
eco.nova
„DIE VORREITERROLLE TIROLS IM WINTERTOURISMUS WIRD WEITERHIN BESTEHEN BLEIBEN, VOR ALLEM DANK SEINER HERVORRAGENDEN GESAMTQUALITÄT UND INFRASTRUKTUR. WIE SICH HEUTE SCHON ZEIGT, WIRD ES ABER NEBEN DEM KLASSISCHEN SKITAG NEUE URLAUBSMODELLE GEBEN, SOZUSAGEN DAS ‚SKIFAHREN PLUS‘.“ Josef Margreiter
baren regionalen Angebote und durch seine Dienstleistungen in gewachsenen, kleinstrukturierten und familiären Strukturen im verschärften globalen Wettbewerb immer noch eine sehr gute Ausgangsposition, die es zu nützen gilt. Gelebte Gastlichkeit, also persönliche Beziehungen mit den Gästen, und ein fundiertes Wissen über die Besonderheiten der Region sind ein erfolgsentscheidender Faktor für die Unternehmer und Mitarbeiter im Tourismus. Weil unsere Freizeitwirtschaft nur gut integriert und akzeptiert im Lebensraum funktionieren kann, ist die positive Grundeinstellung der Tiroler Bevölkerung zum Tourismus sehr wichtig und eine sensible Thematik, auf die verstärkt geachtet werden muss. Denn jeder will als Gast im Land willkommen sein, in das er auf Urlaub fährt, nicht nur in seinem Urlaubsdomizil. Was sind weitere Tendenzen und neue Trends? Der bereits seit Jahren bestehende Trend zu Kurzreisen setzt sich weiter fort, wie auch der Trend zu sehr kurzfristigen Urlaubsentscheidungen. In Tirol spielt neben den vorgelagerten Entscheidungsmotiven – bevorzugt
eco.titel
„WENN DIE WELT IMMER INDUSTRIALISIERTER UND DIGITALISIERTER WIRD, WÄCHST DIE SEHNSUCHT NACH GESUNDHEIT UND AUTHENTIZITÄT.“ Josef Margreiter
der Gast eine Städtereise, Erholungs- bzw.
milienverhältnissen, zum Beispiel WGs oder
Mit der rasanten Entwicklung der Digitali-
Aktivurlaub, Sonne und Meer oder Berge –
Patchworkfamilien. Solche Entwicklungen
sierung Schritt zu halten, ist ebenfalls eine
gerade kurzfristig die Wetterfühligkeit eine
bedeuten für Tirol große Herausforderung
der großen Herausforderungen. Auch hier
enorme Rolle. Diese kann viel Geschäft kos-
und neues Potential zugleich.
sind wieder vor allem die kleineren Betriebe betroffen, die über 90 Prozent unserer Tou-
ten, aber auch neue Chancen etwa im gesunden Bergsommer bieten.
Ist Nachhaltigkeit ein Thema?
rismuswirtschaft bilden. Deshalb gibt es bei-
Die Vorreiterrolle Tirols im Wintertourismus
Die Ansprüche der Gäste werden auch in Be-
spielsweise die vom Land Tirol gegründete
wird weiterhin bestehen bleiben, vor allem
zug auf Nachhaltigkeit und Mobilität weiter
Vermieterakademie und Vermietercoaches
dank seiner hervorragenden Gesamtquali-
steigen. Was die Nachhaltigkeit angeht, ist
in unseren Verbänden, die kompetente Be-
tät und Infrastruktur. Wie sich heute schon
Österreich bereits auf einem vergleichsweise
ratung und Support zur professionellen On-
zeigt, wird es aber neben dem klassischen
recht hohen Niveau. Mobilität ist die Haupt-
linepräsentation anbieten.
Skitag neue Urlaubsmodelle geben, sozusa-
schlagader im Tourismus, darum müssen
Auch der internationale Wettbewerb wird
gen das „Skifahren Plus“. Das „Plus“, dieses
wachsende Probleme gut gelöst werden. Es
weiterhin zunehmen. Dem begegnen die
ergänzende Angebot zusätzlich zum Pisten-
geht nicht nur um ein gut getaktetes Netz
Tiroler Regionen mit einer klaren Positio-
genuss, gewinnt dabei weiter an Bedeutung.
aller öffentlichen Verkehrsmittel, sondern
nierungsstrategie in Richtung eines mar-
Dazu gehören feine kulturelle Angebote
auch um die gute Erreichbarkeit internatio-
kenorientierten Destinationsprofils durch
auch im Winter, hochwertige und maßge-
nal und auf der sogenannten letzten Meile.
starke Kooperationen aller dafür wichtigen
schneiderte Programme in den Bereichen
Zu guter Letzt bleiben eine fundierte Kli-
Leistungsträger. Gleichzeitig wird es wich-
Gesundheit, Wellness, Kulinarik. Zuneh-
mastrategie, die familiäre Unternehmens-
tig bleiben, neue Nischen zu erkennen und
mend gefragt sind alternative Aktivitäten im
nachfolge, die qualifizierten Mitarbeiter
zu besetzen – wie Medical Wellness. Im Be-
Schnee – Winterwanderwege auch am Berg,
und unsere öffentlichen bzw. gemeinwirt-
wusstsein, dass unsere Hauptgeschäfte auch
gepflegte Langlaufloipen, Rodelbahnen, Eis-
schaftlichen Rahmenbedingungen sehr
hinkünftig aus dem europäischen Nahraum
laufplätze usw.
zentrale Themen im Tiroler Tourismus der
kommen werden, müssen wir die Möglich-
Durch die deutlich höhere Wertschöpfung
nächsten Jahre.
keiten nützen, neue Gästesegmente und auf-
im schneebasierten Wintertourismus wer-
strebende Quellmärkte ansprechen.
den aber auch die Innovationen und eine
Was sind die größten Herausforderungen
In Sachen Mobilität haben wir in Tirol be-
kontinuierliche Weiterentwicklung des Qua-
für den Tiroler Tourismus in Zukunft und
reits gute Initiativen wie Tirol auf Schiene –
litätsangebotes im Sommer- bzw. Ganzjah-
wie versucht die heimische Tourismuswirt-
eine Kooperation mit ÖBB, DB und SBB –
restourismus erst möglich. Generell sind
schaft, den neuen Anforderungen gerecht
oder die kostenlose Möglichkeit der Nutzung
unsere unternehmerische Dynamik und der
zu werden?
öffentlicher Verkehrsmittel für Gäste. Wie
Wohlstand im Land sehr stark im Jahrhun-
Wir Touristiker haben mit dem „Tiroler Weg
erwähnt, gibt es in diesem Bereich aber noch
dertglück Skilauf begründet, der in vielen
2021“ einen strategischen Leitfaden für die
genügend zu tun.
Kernmärkten konjunkturell spürbare Sätti-
Entwicklungen im Tourismus in den kom-
Das größte Potential eines jeden Betriebes
gungstendenzen zeigt. Der Sommertouris-
menden Jahren mit Horizont bis 2021 erar-
sind allerdings seine gut ausgebildeten, en-
mus hingegen kann auch insgesamt wieder
beitet. Darin werden die zu erwartenden
gagierten und kompetenten Mitarbeiter.
zulegen und die vielerorts vergleichsweise
Herausforderungen und gleichzeitig Stra-
Der Wettbewerb am Arbeitsmarkt um die
noch mangelnde Auslastung und Wertschöp-
tegien zu deren erfolgreicher Bewältigung
besten Kräfte ist daher wohl die größte He-
fung steigern.
aufgezeigt. Lassen Sie mich das anhand ei-
rausforderung der Zukunft. Das Berufsbild
Zu den ebenso erwähnenswerten und auch
niger Beispiele verdeutlichen: Der Tiroler
und sein Image sind leider nicht mehr zeit-
von der Studie aufgezeigten Entwicklungen,
Tourismus ist unter anderem so erfolgreich,
gemäß. Die erfolgreichen touristischen Be-
die den Tourismus der Zukunft stark beein-
weil er von engagierten Unternehmerfami-
triebe sollten ihren Mitarbeitern einen in-
flussen, zählt die allgemeine demografische
lien geprägt und generationsübergreifend
teressanten Arbeitsplatz mit Weiterbildung
Veränderung. Etwa durch eine zunehmend
ist. Der anstehende Generationenwechsel,
und ein attraktives Arbeitsumfeld bieten,
älter werdende und gleichzeitig anspruchs-
also die Betriebsnachfolge, stellt für diese
gute Mitarbeiterwohnungen, die Nut-
volle Gästeschicht, die auch im Urlaub genie-
Familienunternehmen eine größere Heraus-
zungsmöglichkeit der touristischen Infra-
ßen möchte, was sie von zuhause und den
forderung denn je dar. Nicht nur wegen der
struktur und Vorzüge der Region bzw. des
vielen Reisen schätzt. Diese Gäste sind zeit-
vielen Alternativen und Konkurrenz. Auch
Betriebes in der Freizeit, angemessen guter
lich flexibel also auch nicht an Wochenend-
der hohe bürokratische Aufwand ist für vie-
Verdienst, interessante Arbeitszeitmodelle,
und Ferienzeiten gebunden. Einen weiteren
le unserer kleinstrukturierten Betriebe eine
Kinderbetreuung, Fortbildung und sonsti-
Wandel erleben wir bei den sich sozial viel-
kaum zu bewältigende Zusatzbelastung und
ge Vorzüge, die sich gerade im Tourismus
fältig ändernden Reisegesellschafts- und Fa-
treibt die Jungen davon.
anbieten.
eco.nova
25
eco.titel
© ANDRE SCHÖNHERR
INTERVIEW
Aktiver Genuss Das Strategiepapier „Der Neue Tiroler Weg“ aus dem Jahr 1997 enthält Meilensteine für eine zukunftsweisende Weiterentwicklung des Tiroler Tourismus. Unter anderem zählt hierzu auch eine Strukturreform, die das Fundament zur Fusion von ehemals 254 Tourismusverbänden zu 34 Destinationen legt. Der Tourismusverband Stubai Tirol zählt dabei zu den zehn nächtigungsstärksten Tourismusregionen im Land Tirol und steht stellvertretend für viele Weiterdenker.
E
in Meilenstein im Stubaital, der
Es zeigt sich auch im Stubai: Die Auslastung
Stubaital sowohl Erholungsraum für Gäste
für die touristische Entwick-
ist gut. Und auch wenn die Aufenthaltsdauer
als auch Lebensraum für die lokale Bevöl-
lung maßgeblich mitverant-
entgegen dem allgemeinen aktuellen Trend
kerung ist, das heißt, die Freizeit- und Erho-
wortlich war, ist die Erschlie-
gesteigert werden konnte ... Luft nach oben
lungsqualität beeinflussen maßgeblich auch
ßung der Bergwelt, die sowohl durch die
ist immer. Selbst wenn das subjektive Emp-
die Lebensqualität.
Gemeinden, Alpenvereinssektionen, Touris-
finden der Bevölkerung vor allem in puncto
MICHAEL GSTREIN: Wir müssen Allein-
muspioniere und Unternehmen wie die Stu-
Verkehr manchmal ein anderes ist.
stellungsmerkmale betonen, um auch in
baier Gletscherbahn, Schlick 2000, Elferbah-
Wir sprachen mit TVB-Geschäftsführer Mag.
Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben. Das
nen und die Serleslifte vorangetrieben wurde.
Roland Volderauer und dem Presseverant-
Stubai hat den Vorteil der kurzen Wege – im
Generell ist es diese Erschließung der Berge –
wortlichen Mag. (FH) Michael Gstrein über
Tal, aber auch nach außen. Die Nähe zu Inns-
eingeleitet von Franz Senn Mitte des 19. Jahr-
die Entwicklungen im Tal.
bruck mit seinem Flughafen und dem Bahnhof ist eine klare Stärke. Das Stubaital ist die
hunderts –, die für den heimischen Tourismus das wohl Wertvollste ist. Maßgeblich war und
ECO.NOVA: In den letzten Jahren hat sich
Destination für aktive Genießer, unabhän-
ist zudem der parallele Auf- und Ausbau ei-
das Stubai durch unterschiedlichste Initi-
gig vom Alter. Zudem ist das Tal Heimat für
ner breit gefächerten, qualitätsorientierten
ativen enorm weiterentwickelt. Wie kam
rund 13.000 Menschen. Das heißt, bei uns
Beherbergungsstruktur sowie die Schaffung
es dazu?
findet nicht nur Tourismus statt, wir sind
infrastruktureller Einrichtungen und ver-
ROLAND VOLDERAUER: Der Tourismus-
auch Lebens- und Erholungsraum für den
kehrstechnische Anbindung der Destination.
verband Stubai Tirol hat im Jahr 2012 einen
Einheimischen.
Dass das Stubai vieles richtig macht, zeigt sich
moderierten, klar strukturierten und breit
nicht zuletzt anhand der Zahlen. Der Touris-
aufgestellten Profilbildungsprozess durchge-
Können Sie die drei Säulen näher erläutern?
musverband verzeichnete in der Wintersai-
führt. Das daraus resultierende Profil „Stu-
VOLDERAUER: Das Stubai bietet ganzjäh-
son 2016/17 rund 1,2 Millionen Nächtigungen
bai 2021“ spiegelt die Stärken, Alleinstellungs-
rige, talweite Bewegungskompetenz. Durch
(+1,5 %) bei 242.000 Ankünften (+ 1 %), im ab-
merkmale und auch die Zielsetzung des
gelebte Tradition und Naturverbundenheit,
gelaufenen Sommer waren es 757.000 Näch-
Tales wider und basiert auf den drei maß-
die Produktion hochwertiger Bergsportarti-
tigungen (+4,5 %) und 193.000 Ankünfte (+2,6
geblichen Säulen Bewegung, Genuss und
kel und die vorhandene Infrastruktur wird
%). Wobei sich nun generell die Frage stellt,
Lebensraum. Für die Weiterentwicklung des
die Bergsportkompetenz eindeutig unter Be-
wie viel „Mehr“ an Tourismus Tirol verträgt.
Tales ist es wesentlich, zu erkennen, dass das
weis gestellt.
26
eco.nova
eco.titel
„EINES MUSS MAN KLAR SAGEN: DAS STUBAITAL LEBT VOM WINTERTOURISMUS UND DER DAMIT EINHERGEHENDEN ERSCHLIESSUNG DER BERGE.“ Roland Volderauer, Geschäftsführer TVB Stubai
Beim Genuss sind es Faktoren wie die beson-
präparierten Pisten wollen wir uns unter an-
deren Gipfel und Naturschauplätze, die fa-
derem zur führenden Wanderdestination in
miliäre Atmosphäre bei den Gastgebern, die
Tirol entwickeln. Es gilt nach dem Vorbild
Regionalität und kulinarische Besonderhei-
der Wintersaison auch für das restliche Tou-
ten in den Hütten, Almen, Gasthäusern und
rismusjahr Leuchttürme wie den WildeWas-
Unterkünften, die Erreichbarkeit sowie die
serWeg, die Stubai Seven Summits, die Stu-
Mobilität im Tal, die das Stubai zum „Erho-
bai Naturschauplätze oder die Stubai Super
lungsraum für aktive Genießer jeden Alters“
Card weiterzuentwickeln und neue, profilge-
machen.
leitete Produkte zu kreieren.
Das Thema Lebensraum steht unter dem Motto „Mein Lebensraum, Dein Erholungs-
Sie haben bewusst das Wort „Inszenie-
raum – Unser Tal“. Hauptverantwortlich da-
rung“ vermieden. Glauben Sie, dass der
für, dass das Stubai neben dem Lebensraum
künftige Weg für Tirol generell weg vom
auch zum Erholungsraum wird, ist die ein-
klassischen Entertainment hin zu mehr Na-
heimische Bevölkerung. Wir Stubaier sind
tur gehen muss?
stolz auf unser Tal, pflegen, bewirtschaften
VOLDERAUER: Inszenierungsmaßnah-
und teilen es mit unseren Gästen.
men gilt es überlegt, qualitativ hochwertig und nachhaltig umzusetzen. Erfolgreiche
Das Stubai hat sich in den letzten Jahren
Produkte bauen häufig auf Geschichten auf,
stark Richtung Wintertourismus gewan-
die es dem Gast wie dem Einheimischen zu
delt. Dennoch ist das Wandererlebnis sehr
vermitteln und im Marketing zu kommuni-
präsent. Viele Produkte sind darum entstan-
zieren gilt. Die dafür eingesetzten Werkzeu-
den. Will man den Sommer wieder zurück?
ge sind produktspezifisch, das heißt, Insze-
VOLDERAUER: Das Stubaital bietet ganz-
nierung ist ein weit gefasster Begriff.
jährige Bewegungskompetenz, die in allen
GSTREIN: Das war auch eine Prämisse des
Höhenlagen erlebbar wird. Wir können so-
Profilbildungsprozesses: Wir wollen am Berg
mit ein breites Portfolio abdecken. Neben
nichts Künstliches erschaffen, das hier nicht
dem führenden Gletscherskigebiet im Alpen-
hinpasst. Wir wollen Kompetenzen hervor-
raum mit Schneesicherheit oder modernsten
streichen, die Bewegung in der Natur und in
Anlagen wie der 3S-Eigratbahn und perfekt
den Bergen fördern.
Kuschelige Frottiermäntel, Kerzen, Düfte, Accessoires und viele weitere Geschenkideen
im Shop & Online w w w. b a d - a r c h i t e k t u r . at
eco.titel
INTERVIEW
Kraftort Tirol Es ist ein ganz besonderes Fleckchen Erde, das Biohotel Grafenast am Pillberg, und im Grunde die Realität gewordene romantische Vorstellung Tirols: Idylle, Abgeschiedenheit, Ruhe. Auch abseits der Masse kann man in Tirol Erfolg haben.
P
eter Unterlechner führt das
Vorfahren waren schon damals sehr tech-
Grafenast mittlerweile in vier-
nikaffin und haben viel bewegt in der Zeit.
ter Generation. Er ist ein klassi-
Dann kam der Krieg und mit dem Wieder-
sches Tourismuskind und des-
aufbau die Verschiebung des Tourismus in
halb – oder trotzdem – selbst in der Branche
die Seitentäler, die mit Aufkommen erhöh-
geblieben. „Meine Eltern haben es geschafft,
ter Infrastruktur plötzlich besser zu errei-
mir ein positives Bild des Tourismus mitzu-
chen waren. Mit der Zeit entstanden dort
geben“, sagt er. Dass er das Grafenast über-
immer größere Skigebiete – schlicht, weil
nimmt, war nicht immer klar, schlussendlich
mehr Platz war –, was uns natürlich vor Her-
aber doch eindeutig. Wir sprachen mit Un-
ausforderungen stellte. Kurz keimte die Dis-
terlechner über Tirol und das Tourismusle-
kussion auf, das Kellerjoch zu erweitern, die
ben in einer Nische.
Idee scheiterte aber. Stattdessen entstand die Christlum-Bahn und vieles hat sich ver© REBECCA HAGELE
ECO.NOVA: Was glauben Sie, erwartet der Gast von Tirol?
PETER UNTERLECHNER: Es kommt natürlich immer darauf an, was er an Wünschen und Ideen mitbringt. Ich glaube, es
lagert. Wir haben uns schließlich bewusst dafür entschieden, den Faktor Naherholung für uns zu besetzen: Ruhe, das Wegsein vom Alltag ist schon etwas Großartiges. Wir sind auf einer touristisch stark erschlossenen Landkarte quasi ein weißer Fleck. Unser Er-
gibt den Gast, der ein Klischee erwartet, genauso wie jenen, der Kontakt zu anderen
Auch mein Urgroßvater war so ein Typ. Er
folg beruht also darauf, dass in der Vergan-
oder nach bestimmten Spezialangeboten
war der älteste Sohn von zwölf Kindern, die
genheit eine Entscheidung getroffen wurde,
sucht. Über allem steht meiner Meinung
Familie hatte eine Gerberei und Seilerei be-
auch einmal etwas nicht zu tun.
nach jedoch immer die Energie der Berge.
trieben. Theoretisch hätte er diese überneh-
Das Kraftfeld Sport und Natur ist das ver-
men können, hat aber den Bergfloh bekom-
Wann kam schließlich der Punkt, ein Bio-
bindende Element, das jeder sucht, der nach
men, genau zu einer Zeit, in der die ersten
hotel aus dem Grafenast zu machen? Und
Tirol kommt. Das ist stark verbunden mit der
Skifahrer aufkamen. Die ersten Skiclubs ent-
kann man als Hotel heute überhaupt noch
Tatsache, dass man bei uns von oben hinun-
standen, Bergsteigen wurde interessant. Viel-
ohne Spezialisierung erfolgreich sein?
terschauen kann. Dieser glorreiche Moment
leicht war auch ein Grund, dass man einfach
Eine Spezialisierung ist sicher wichtig. Man
befreit die Seele und den Kopf. Genauso wie
Zeit dafür hatte. Jene, die in der Landwirt-
muss als Betrieb, unabhängig von der Bran-
der Gast erleben das auch jene, die in Tirol le-
schaft groß wurden, haben den Rhythmus
che, ein Thema finden, für das man Kompe-
ben – etwa bei einer Skitour oder wenn man
zwischen Wochentag und Wochenende nicht
tenzen entwickeln kann. Genauso braucht
mit dem Lift in die Berge fährt und dort un-
gekannt, jene, die in den Städten und im Um-
es auch in der Hotellerie ein Kernthema, für
terwegs ist. Nur nehmen wir das leider nicht
land in den verschiedenen Industrien gear-
das man steht. Ich glaube aber, dass es zent-
mehr so stark und intensiv wahr. Ich versu-
beitet haben, die zu der Zeit entstanden, aber
ral ist, nicht nur stur und steif auf eine Spezi-
che mir dessen immer wieder bewusst zu
sehr wohl. Sie haben den Ausgleich gesucht
alisierung zu bauen, die man zu 100 Prozent
werden und empfinde es schon deshalb im-
und mein Urgroßvater hat hier am Pillberg
stringent umsetzt. Das kann schnell ins Fa-
mer wieder, weil ich hier oben im Hotel sitze.
das erste Häuschen gebaut. Er hatte den Mut,
natische, Dogmatische und Uncharmante
Ich habe das Glück, an einem Ort zu arbeiten
den Berg zur Basis seiner Existenz zu machen
gehen. Man muss offen bleiben für Entwick-
und zu leben, der anderen als Urlaubspunkt
und das Grafenast für all jene, die rauf aufs
lungen. Es ist wichtig, eine Kernkompetenz
dient. Dieses Aufhalten an einem Platz, der
Kellerjoch unterwegs waren, als Zwischen-
zu haben und diese zu transportieren, aber
einem gut tut, ist etwas sehr Wertvolles.
stopp zu etablieren und ihnen eine Möglich-
es ist genauso wichtig, sich nicht zu sehr auf
keit zur Einkehr zu geben. Man hat dann
ein Element zu versteifen. Im Grafenast sind
Das Grafenast gibt es seit 1907. Können Sie
relativ rasch erkannt, dass man mit der stra-
wir stolz auf die Abgeschiedenheit, die Ruhe,
Punkte festmachen, wie sich der Tourismus
tegischen Position in der Nähe von Schwaz
dass man niemandem begegnet, wenn man
und das Haus selbst in dieser Zeit verän-
mit dem Bahnhof auch Übernachtungsgäs-
vors Haus geht. Dazu kommen Aspekte wie
dert haben?
te anziehen kann. 1920 wurde das Haus al-
Bewegung oder Ernährung, die damit einher-
Um 1900 herum waren es die ersten Pioniere,
so derart umgebaut, dass man hier schlafen
gehen. Dass wir zum Biohotel wurden, hat
die dem „Bergkoller“ verfallen sind und be-
konnte. Bald kamen Strom und das Telefon
seinen Ursprung Anfang der 1980er-Jahre, als
gonnen haben, daraus etwas zu entwickeln.
in diese durchaus exponierte Lage. Meine
eine diplomatische Vereinigung in unsere Re-
28
eco.nova
eco.titel
„DER TOURISMUS IST HEUTE EINE HOCHENTWICKELTE INDUSTRIE. WENN WIR EHRLICH SIND, HAT DAS NICHTS MEHR MIT NACHBARSCHAFTLICHER BEZIEHUNG ZU TUN.“ Peter Unterlechner
gion kam und im Nachbarhotel Frieden
am besten ausgebildete und hadert mit
nicht genug Platz für sie war. Also kamen
dem Thema. In dieses Vakuum greifen
ein paar davon zu uns und stellten uns
Entwicklungen, die für Investoren, Kon-
vor die Herausforderung, zwei Wochen
zerne und Hotelgruppen Raum schaffen.
lang vegetarisch zu kochen. Das war zu
Das Problem ist, dass investorengetrie-
dieser Zeit völlig abnorm, doch wir haben
bene Projekte in der Regel gewinnorien-
uns darauf eingelassen. Und eigentlich ist
tiert sind. Ihnen geht es nicht um Visio-
der Ansatz, mit der Natur zu leben, kein
nen oder Regionalentwicklung, die der
wirklich neuer, nur im Zuge der zuneh-
Tourismus in unserem Land maßgeblich
menden Industrialisierung völlig verlo-
mitträgt. Die Erschließung der Berge
ren gegangen. Wir gehen damit einfach
hatte etwas Heroisches, die Entwick-
einen Schritt zurück. Wir müssen wieder
lung der Täler war überhaupt erst durch
lernen, mit der Natur umzugehen. Es ist
den Tourismus möglich. Ausländischen
zentral, dieses Erbe anzunehmen und das
Investoren ist das egal. Nun kann man
Verantwortungsbewusstsein unserem Le-
sagen, dass Hotelketten und große Na-
bensraum gegenüber zu stärken – jeder
men neue Kundengruppen erschließen,
für sich, aber auch die Betriebe und ganz
ich glaube aber nicht, dass es für die Ent-
stark jene im Tourismus, weil sie daraus
wicklung im Land positiv ist.
VON CHRONOGRAPHEN, KILOMETERN UND UNENDLICHER HINGABE.
ihr Potenzial für die Zukunft schöpfen. Die Natur und die Berge sind Tirols Schät-
Experten sind sich einig: Der Tiroler
ze. Wenn wir diese nicht hüten und res-
Tourismus kann sich nur qualitativ
pektvoll behandeln, verlieren wir irgend-
entwickeln, nicht mehr quantitativ.
wann die Kontrolle darüber und damit
Eine Meinung, die Sie teilen?
die Chance, diese Potenziale zu nutzen.
Ja. Wir sollten den Tourismus generell jedoch nicht nur unter dem Gesichtspunkt
Der Tourismus in Tirol lebt von seinen
des klassischen Wachstums betrachten,
kleinteiligen Strukturen. Sehen Sie die-
wir sollten ihn auch unter einem ideolo-
se als Vorteil?
gischen Gesichtspunkt sehen. Es geht um
Der Tourismus ist heute eine hochentwi-
das Gemeinwohl. Ideologisches Wachs-
ckelte Industrie. Wenn wir ehrlich sind,
tum ist in kleineren Gegenden wie der
hat das nichts mehr mit nachbarschaft-
unseren sicher einfacher, funktioniert
licher Beziehung zu tun. Sieht man sich
mit Sicherheit aber auch in Ischgl oder
die Übernachtungszahlen in den Hoch-
anderen Hotspots. Der sorgsame Umgang
burgen des Tourismus an, wäre es naiv
untereinander und mit der Natur wird
zu sagen, der Bauer von nebenan kann
immer wichtiger. Wir sehen schon am Ar-
diese Anzahl an Gästen stemmen. Das
beitsmarkt, dass mangelnde Wertschät-
funktioniert nicht. Ich denke, die touris-
zung der Mitarbeiter dazu geführt hat,
tische Entwicklung steht ein wenig auf
dass die Tourismusbranche nicht mehr
dem Scheideweg. Die vielfach gewachse-
unbedingt den besten Ruf hat. Es wird ei-
nen Betriebe, die aktuell in zweiter oder
ne große Aufgabe für die nächsten Jahre
dritter Generation geführt werden, haben
sein, zu versuchen, ein guter Arbeitgeber
ein massives Nachfolgeproblem, weil sich
zu sein, das Familienzusammenleben zu
viele Junge mit der Branche nicht mehr
erhalten, das Interesse am Beruf zu we-
identifizieren können und ihre Zweifel
cken. Das Spannendste an meinem Be-
haben. Ihnen stehen alle Möglichkeiten
ruf ist für mich, dass man mit Menschen
offen, der Familienzusammenhalt, der
zu tun hat, die grundsätzlich positiv ge-
für den Fortbestand von Unternehmen
stimmt sind. Dieses Umfeld ist etwas
extrem wichtig ist, ist heute nicht mehr
sehr Wertvolles und das müssen wir auch
so stark. Die jetzige Generation ist die
nach außen vermitteln.
BELISAR CHRONOGRAPH MONDPHASE
w w w. u n i o n - g l a s h u e t t e . c o m
DIE GESCHICHTE DES
TIROLER TOURISMUS Tirol ist dank seiner günstigen Lage zwischen Deutschland und Itali-
Höhepunkt entgegen und die nationalsozialistische Regierung in
en immer schon auf die Bewirtung von Reisenden eingestellt. Bereits
Deutschland erlässt eine Verordnung, wonach jeder Reichsdeutsche,
vor mehreren hundert Jahren gibt es Gasthäuser und Herbergen
der nach Österreich ausreisen will, eine Gebühr von 1.000 Reichs-
entlang der wichtigsten Verbindungswege. Werden die Berge Tirols
mark zahlen muss.
damals noch als Hindernis für den Reiseverkehr gesehen, entwickeln sich diese mit der Zeit zum wichtigen Urlaubsmotiv für Touristen.
UM 1800
ANSCHLUSS 1938 UND ZWEITER WELTKRIEG Der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 bringt
Bildungsreisende entdecken Tirol und besuchen das Land, um mehr
völlig neue Voraussetzungen: Plötzlich kommen deutsche Urlauber
über dessen Natur, die Sitten und Gebräuche der Bewohner zu er-
wieder in Scharen nach Tirol. Dies ist allerdings nur ein kurzes Auf-
fahren. Vor allem Engländer wollen die Landsleute des Freiheits-
flackern. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 versinkt Tirol im
kämpfers Andreas Hofer kennenlernen.
Schrecken und Elend dieser dunklen Zeit.
MITTE DES 19. JAHRHUNDERTS
NACH 1945
Die Sommerfrische zieht immer mehr Bürger während der Som-
Mit viel Arbeit gelingt es, den Tourismus nach dem Krieg wieder in
mermonate aus der Stadt zur Abkühlung in die Berge. Gleichzeitig
Schwung zu bringen. Dank starker Wachstumsraten von bis zu 30 Pro-
entwickeln sich alte Tiroler Bauernbäder dank ihrer heilkräftigen
zent schließt die Branche bereits Anfang der 1950er-Jahre wieder an die
Quellen zu international besuchten Kuranstalten. Daneben wird der
Übernachtungszahlen aus den frühen 1930ern an. Im Tourismusjahr
Alpinismus zum zweiten touristischen Standbein. Der Ötztaler Pfar-
1958/59 wird bei den Nächtigungen bereits die 10-Millionen-Marke über-
rer Franz Senn leistet Pionierarbeit bei der Erschließung der Tiroler
schritten, nur drei Jahre später sind es bereits mehr als 15 Millionen
Bergwelt durch Wege und Hütten.
Nächtigungen.
Die Eröffnung der Brennerbahn und der Bau anderer wichtigter Eisenbahnlinien erleichtert die Anreise nach Tirol und treibt die tou-
OLYMPISCHE WINTERSPIELE 1964 UND 1976
ristische Entwicklung massiv voran.
Die 9. Olympischen Winterspiele finden 1964 in Innsbruck statt und
Um die Bedürfnisse der Reisenden besser zu erfüllen, beginnt sich
tragen den Ruf Tirols als Wintersportland in die Welt hinaus. Zwölf
die Tourismusbranche zu organisieren. Die ersten Verschönerungs-
Jahre springt Tirols Landeshauptstadt kurzfristig als Ersatzort für
vereine entstehen.
Denver ein.
UM 1900
DIE 1980ER
Die Wintersaison wird für den Tourismus „entdeckt“. Die wichtigsten
Der Winter holt immer stärker auf: Die Zahl der Winternächtigungen
Winterdestinationen sind Kitzbühel und St. Anton am Arlberg. Dort
(19,4 Mio.) ist erstmals annähernd gleich groß wie jene der Sommer-
wird 1901 auch der erste Skiclub gegründet.
nächtigungen (19,5 Mio.).
ERSTER WELTKRIEG
1997
Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 hat auch für den Touris-
Das Strategiepapier „Der Neue Tiroler Weg“ enthält Meilensteine für
mus verheerende Folgen. Für Tirol besonders fatal ist die Abtren-
eine wettbewerbsfähige Weiterentwicklung des Tiroler Tourismus.
nung des touristisch deutlich besser entwickelten südlichen Lan-
Dazu zählt eine Strukturreform, die die Basis zur Fusion von ehemals
desteils (Südtirol).
254 Tourismusverbänden zu 34 regionalen Einheiten legt.
ZWISCHENKRIEGSZEIT
2008
Ende der 1920er-Jahre werden die ersten Seilbahnen errichtet: von
Mit der Fußball-EM ist die drittgrößte Sportveranstaltung der Welt
Ehrwald auf die Zugspitze, von Kitzbühel auf den Hahnenkamm
in Tirol zu Gast. Zwei teilnehmende Mannschaften wählen Tirol als
und von Innsbruck auf den Patscherkofel sowie auf das Hafelekar.
Quartier: Der spätere Europameister Spanien wohnt in Neustift (Stu-
Der Ausbau des Straßennetzes und die Eröffnung des Innsbrucker
baital), Tschechiens Nationalteam gastiert in Seefeld.
Flughafens treiben die touristische Entwicklung weiter an. Einen wesentlichen Anteil am Aufschwung des Fremdenverkehrs hat da-
2016
bei die Wintersaison.
Im Tourismusjahr 2015/16 (1. November 2015 bis 31. Oktober 2016) ver-
Zu Beginn der 1930er-Jahre wird die touristische Aufwärtsent-
zeichnet Tirol 11,5 Millionen Ankünfte und 47,6 Millionen Übernach-
wicklung jäh gestoppt. Die Weltwirtschaftskrise steuert ihrem
tungen. Beides sind neue Höchstwerte. Quelle: www.tirolwerbung.at
TOURISMUS SOMMER 2017
IN ZAHLEN
ANKÜNFTE
NÄCHTIGUNGEN
5.864.951 21.188.147 DAVON AUS ÖSTERREICH: 841.356
DAVON AUS ÖSTERREICH: 2.254.531 IN 4- UND 5-STERNE-HOTELS: 35,9 % IN GEWERBLICHEN FERIENWOHNUNGEN: 7,9 % IN PRIVATEN FERIENWOHNUNGEN: 14,9 %
TOURISMUSJAHR 2017
DIE WICHTIGSTEN HERKUNFTSLÄNDER (NACH NÄCHTIGUNGEN): DEUTSCHLAND: 53,1 % NIEDERLANDE: 7,3 % SCHWEIZ & LIECHTENSTEIN: 6,9 % ITALIEN: 3,4 % BELGIEN: 3,8 %
ANKÜNFTE
NÄCHTIGUNGEN
11.747.455 47.652.348 DAVON AUS ÖSTERREICH: 1.443.049
DAVON AUS ÖSTERREICH: 4.047.582 IN 4- UND 5-STERNE-HOTELS: 34,4 % IN GEWERBLICHEN FERIENWOHNUNGEN: 9,8 % IN PRIVATEN FERIENWOHNUNGEN: 17,7 % DIE WICHTIGSTEN HERKUNFTSLÄNDER (NACH NÄCHTIGUNGEN): DEUTSCHLAND: 51,4 % NIEDERLANDE: 10,1 % SCHWEIZ & LIECHTENSTEIN: 5,8% ITALIEN: 3,6 % BELGIEN: 3,3 %
DIE TOP-5-GEMEINDEN MIT DEN HÖCHSTEN NÄCHTIGUNGSZAHLEN
INNSBRUCK: 925.877 EBEN AM ACHENSEE: 674.759 MAYRHOFEN: 636.366 SEEFELD: 596.222 NEUSTIFT IM STUBAITAL: 523.180
AUFFÄLLIG: Während die deutschen Gäste im Schnitt rund 3,9 Tage in Tirol verweilen, bleiben Belgier im Schnitt 5,3 Tage. Auch Niederländer bleiben mit 4,4 Tagen überdurchschnittlich lange.
DIE TOP-5-GEMEINDEN MIT DEN HÖCHSTEN NÄCHTIGUNGSZAHLEN
SÖLDEN: 2.566.334 INNSBRUCK: 1.640.443 ISCHGL: 1.500.996 MAYRHOFEN: 1.497.607 NEUSTIFT IM STUBAITAL: 1.338.964
AUFFÄLLIG: Gäste aus dem Vereinigten Königreich sind nicht nur begeisterte Wintersportler, sie bleiben mit 5,5 Tagen Aufenthaltsdauer auch relativ lange.
Quelle: Landesstatistik Tirol, erstellt am 20.11.2017
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eco.wirtschaft
eco.wirtschaft
Bedingungslos, ein Leben lang Das bedingungslose Grundeinkommen. Für die einen Wunschtraum, für die anderen ökonomische Horrorvision. Für die einen Antwort auf die Digitalisierung, Bullshit-Jobs und Fundament echter ökonomischer Freiheit, für die anderen Untergang der Demokratie. // TEXT: STEFAN D. HAIGNER
A
uch wenn für viele die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens ein Phänomen der jüngeren Zeit sein mag, zeigt ein Blick in die Geschichtsbücher, dass mit Thomas Paine (1737 –1809), seines Zeichens
Vor- und Mitdenker der ökonomischen Schule der Physiokra-
tie1), die Einführung eines Grundeinkommens auch schon vor rund 200 Jahren Thema war. Aber Moment! Jetzt ist es passiert. Entschuldigen Sie bitte! Aber seien Sie ehrlich: Wäre Ihnen aufgefallen, dass einmal vom Grundeinkommen und einmal vom bedingungslosen Grundeinkommen die Rede war? Nicht? Dann sind Sie in guter Gesellschaft. Auch den Schweizern, die Mitte 2016 über die Einführung eines Grundeinkommens abgestimmt haben, und den Medien, die darüber berichteten, ist es nicht aufgefallen. Dabei ist gerade das „bedingungslos“ am Grundeinkommen Knackpunkt sämtlicher Überlegungen. Denn unter einem bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) wird ein Einkommen verstanden, „das eine politische Gemeinschaft bedingungslos jedem Mitglied seiner Gemeinschaft gewährt“2). Es ist dabei derart bemessen, dass es nicht nur die bloße Existenz sichert3), vielmehr sichert es die gesellschaftliche Teilhabe. Das Einkom-
men sichert also die soziokulturelle Existenz, was nichts anderes bedeutet, als dass man so viel Einkommen hat, dass man bei sparsamer Wirtschaftsweise auch einmal ins Kino oder mit Freunden Essen gehen kann. Beim bedingungslosen Grundeinkommen kommt hinzu, dass es ohne (Prüfung der) Bedürftigkeit ausbezahlt wird. Es ist auch an keinen Zwang zur Arbeit oder eine wie auch immer geartete Gegenleistung des Empfängers an die Gemeinschaft geknüpft. Bedingungslos eben und das alles ein Leben lang.
) In der ökonomischen Schule der Physiokratie wird angenommen, dass alleine die Natur Werte hervorbringt. Einer der bekanntesten Vertreter dieser Schule ist François Quesnay (1694–1774), auf den die erste schematische Darstellung des Wirtschaftskreislaufes zurückgeht, Grundlage der modernen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. 2 ) Netzwerk Grundeinkommen, 2017 3 ) Die Frage, wie ein einzelnes Land dieses innerhalb der EU bei Gültigkeit der Binnenfreizügigkeit konkret umsetzt, wäre jedenfalls zu klären. 4 ) Streng genommen handelt es sich um eine Dividendenzahlung, die sich aus einem Staatsfonds speist. Die Dividendenzahlung erhält man auf Antrag und kann von Jahr zu Jahr beträchtlich variieren. 5 ) Umgelegt auf Österreich wäre ein Grundeinkommen nach Schweizer Vorschlag ebenso realisierbar, wie wir in einer Simulationsrechnung basierend auf EU-SILC-Daten zeigen konnten (GAW, 2016). 1
eco.nova
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Die Bedingungslosigkeit impliziert dabei,
zu klären ist, wie hoch das bedingungslo-
wenn man sie zum Beispiel in Relation zur
dass man das Grundeinkommen selbst
se Grundeinkommen sein soll und ob Jung
österreichischen Wirtschaftsleistung setzt,
dann erhält, wenn man einer bezahlten Ar-
und Alt gleich viel erhalten sollen, was
die heuer auf 363 Milliarden Euro prognos-
beit nachgeht. Das Einkommen aus dem
meist verneint wird. Wenn wir daher über-
tiziert wird.4)
Erwerbseinkommen kommt dann quasi
schlagsmäßig unterstellen, dass ab dem
Die Frage, WIE ein BGE finanziert werden
auf das bedingungslose Grundeinkommen
vollendeten 18. Lebensjahr monatlich ein
könnte, ist schon deutlich komplexer. Die
obendrauf. Letzteres wäre bei einem Grund-
bedingungsloses Grundeinkommen in der
Vorschläge reichen hier von einer Finanzie-
einkommen – wie es auch in der Schweiz
Höhe von 1.000 Euro ausbezahlt werden soll
rung über das Einkommen- oder das Mehr-
diskutiert wurde – nicht der Fall.
und dieses bis zum 18. Lebensjahr schritt-
wertsteuersystem, über die Finanzierung
weise ansteigt, ergibt sich für Österreich ein
durch die Besteuerung der Nutzung und
Finanzierungsbedarf von rund 100 Milliar-
des Verbrauchs natürlicher Ressourcen bis
den Euro. Ausgeschrieben: 100.000.000.000
hin zu Mikrosteuern, also Steuern in der
Euro. Eine Zahl, die wohl nur greifbar wird,
Höhe von Bruchteilen eines Promille (Stich-
Eine einfache Idee mit vielen Detailfragen So einfach die Idee ist, so viele technische Detailfragen wirft sie auf. Detailfragen, die
wort: Finanztransaktionssteuer). So wichtig
wohl eher nur für besonders Interessierte
die Ausgestaltung der konkreten Finanzie-
spannend sein dürften. Die grundsätzlichen Fragen jedoch könnten ganz allgemein interessieren und mitunter auch zum Weiterdenken anregen, darüber nämlich, was die Aufgaben einer Gesellschaft sind. Am Anfang steht häufig die schnöde Frage, wie viel ein bedingungsloses Grundeinkommen kostet und wie das alles finanziert werden könnte. Eine Frage, die für viele die Frage schlechthin ist, da bei fehlender Finanzierbarkeit alles Weitere Wunschdenken bleibt. Die Frage der Kosten ist dabei relativ leicht zu beantworten. Denn abstrahiert man von Details, heißt das, dass „nur“
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eco.nova
EMPFINDEN WIR ES ALS GERECHT, WENN EIN INDIVIDUUM OHNE JEDWEDE GEGENLEISTUNG EIN BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN ERHÄLT?
rung ist, wollen wir uns doch auf eine Frage konzentrieren, die sich unabhängig von der Finanzierung jedenfalls stellt – und die bei Diskussionen besonders oft zu hören ist, nämlich: Wer geht dann noch arbeiten?
Eine Idee trifft auf zwei Welten Die Frage stellt sich deshalb unabhängig vom Wie der Finanzierung, da ein bedingungsloses Grundeinkommen in letzter Konsequenz keinen Geldtransfer, sondern einen Kaufkrafttransfer darstellt und die Güter und Dienstleistungen daher zuerst
eco.wirtschaft
DAS FUNKTIONIEREN ODER NICHTFUNKTIONIEREN EINES BEDINGUNGSLOSEN GRUNDEINKOMMENS HÄNGT ALSO GANZ ENTSCHEIDEND DAVON AB, WAS MENSCHEN ZUM ARBEITEN MOTIVIERT.
produziert werden müssen, bevor sie mit
Menschen mit steigendem Einkommen von
Tests in Finnland, wo mitunter von der Ein-
dem bedingungslosen Grundeinkommen
normalen Gütern mehr und von inferioren
führung eines bedingungslosen Grundein-
Zimmermann
erworben werden können, da man Geld beGütern weniger nachfragen. Ein Effekt, der Ganahl Aktiengesellschaft
kommens die Rede ist, helfen dabei auch
Lend 14 kanntlich nicht essen kann.Obere Ob die Men-
auch am Arbeitsmarkt zu beobachten ist.
nicht weiter, da die Finnen schlicht kein
Hall in Tirol schen dann aber nochA-6060 (in einem ausrei-
Dort ist es so, dass man zeitgleich mit der
bedingungsloses Grundeinkommen testen,
chenden Maß) arbeiten gehen, hängt ganz info@zimmermann-ganahl.com
Entscheidung, wie viel man Arbeit anbieten
da das Einkommen unter anderem nicht
www.zimmermann-ganahl.com entscheidend vom sogenannten Einkom-
will, die Entscheidung trifft, wie viel Frei-
auf Dauer gewährt wird. Und auch ein Ver-
menseffekt ab.
zeit man „konsumieren“ möchte. Da Freizeit
weis auf Alaska ist müßig, da auch Alaska
Darunter verstehen Ökonomen das Phäno-
nun aber ein normales Gut ist, besagt der
kein bedingungsloses Grundeinkommen
men, dass die Nachfrage nach allem Mögli-
Einkommenseffekt, dass mit Einführung
hat, mit dem der Einkommenseffekt valide
chen üblicherweise auf Einkommensände-
eines bedingungslosen Grundeinkommens
bestimmt werden könnte, da das Grund-
rungen reagiert. So steigt zum Beispiel die
die Nachfrage nach Freizeit steigt. Bleibt
einkommen in Alaska wenig mehr als 120
Nachfrage nach teureren Weinen, nach grö-
die Frage: Was ist mit Arbeit? Arbeitet der
Dollar monatlich beträgt und damit nicht
ßeren Autos oder größeren Mietwohnun-
Mensch gerne oder erfährt er in seiner Ar-
existenzsichernd ist.4) Und auch aus Pro-
gen normalerweise mit dem Einkommen,
beit ein Arbeitsleid, für das er mit Einkom-
jekten wie in Berlin oder den USA, die über
weshalb diese Güter auf Grund des Ein-
men entschädigt werden muss? Ist Letzte-
Crowdfunding ein bedingungsloses Grund-
kommenseffektes auch „normal“ genannt
res der Fall, dann sind alle Überlegungen
einkommen für zufällig ausgewählte Perso-
werden. Das Beispiel Mietwohnung zeigt
zur Finanzierung obsolet, da der Einkom-
nen finanzieren, lernt man mehr über die
aber auch, dass dieses Phänomen weniger
menseffekt alles zunichtemachen würde.
Begeisterung so mancher Grundeinkom-
mit den Gutseigenschaften an sich zu tun
Das Funktionieren oder Nichtfunktionie-
mensbefürworter als über den Einkom-
hat als vielmehr damit, wie das Gut von der
ren eines bedingungslosen Grundeinkom-
menseffekt.
Nachfrage gesehen wird. Denn für gewisse
mens hängt also ganz entscheidend davon
Aber haben die Schweizer nicht schon ge-
Güter zeigt sich, dass steigende Einkommen
ab, was Menschen zum Arbeiten motiviert.
zeigt, wie ein bedingungsloses Grundein-
auch zu einem Rückgang der Nachfrage
Nur das Geld? Wohl kaum. Stand der Din-
kommen finanziert werden könnte? Leider
führen können. Dies deshalb, weil man sich
ge ist aber, dass wir im Zusammenhang
nein. Die Bezeichnung als bedingungslo-
ab einem gewissen Einkommen nicht eine
mit einem bedingungslosen Grundeinkom-
ses Grundeinkommen war eher ein Marke-
noch größere Mietwohnung leistet, sondern
men dazu derzeit noch nichts wirklich Be-
tingschmäh. Denn der Schweizer Vorschlag
sich eine Eigentumswohnung kauft. Die
lastbares sagen können, weshalb auch der
sah vor, dass Erwerbseinkommen 1:1 an das
Mietwohnung wird zum inferioren Gut. Das
makroökonomische Einkommenseffekt
Grundeinkommen angerechnet werden,
heißt, der Einkommenseffekt besagt, dass
unbestimmt ist. Verweise auf angebliche
also dass jeder durch Erwerbstätigkeit ver-
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eco.wirtschaft
diente Franken das Grundeinkommen im
So weisen die Befragungsergebnisse dar-
selben Ausmaß reduziert. Bei einem echten
auf hin, dass das Beschäftigungsausmaß
bedingungslosen Grundeinkommen kommt
im Schnitt um rund vier bis fünf Stunden
das Erwerbseinkommen hingegen oben-
pro Woche sinken würde. Auf volkswirt-
drauf. Aus diesem Grund war das Schwei-
schaftlicher Ebene eine verkraftbare Grö-
zer Modell auch vergleichsweise einfach zu
ßenordnung, womit ein Grundeinkom-
finanzieren, speiste sich doch das Grund-
men durchaus finanzierbar wäre, wie dies
einkommen im Schweizer Vorschlag zu 61
zum Beispiel Jessen et al. (2015) kürzlich
Prozent alleine aus den bestehenden Er-
für Deutschland gezeigt haben. Aber zu
werbseinkommen und zu weiteren 25 Pro-
welchem Preis? Außerdem aus der reinen
zent aus den Sozialversicherungsbeiträ-
Finanzierbarkeit abzuleiten, dass auch die
gen.5) Amüsant ist im Übrigen, dass selbst
unteren Einkommen – und um die dreht
im Initiativtext zur Abstimmung zwischen
es sich vor allem – von einem bedingungs-
der Bezeichnung bedingungsloses Grund-
losen Grundeinkommen netto profitieren
einkommen und Grundeinkommen hin
würden, wäre verfrüht. Denn mit der Ein-
und hergesprungen wurde, ganz so, als ob
führung eines bedingungslosen Grundein-
es dasselbe wäre. Aber wie schon einmal an
kommens fallen zahlreiche Transferleistun-
anderer Stelle gesagt, falten auch Zitronenfalter keine Zitronen. Das heißt, hier ist die Datenlage dünn. Schon eher sind es Befragungsergebnisse,
Dr. Stefan D. Haigner ist geschäftsführender Gesellschafter der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW).
gen wie Familienbeihilfe, Notstandshilfe, Mindestsicherung und Gebührenbefreiungen. So zeigt beispielsweise eine Untersuchung der OECD, dass es in Staaten mit ei-
die einen ersten Hinweis auf die Frage des
nem ausgeprägten System der (sekundären)
Einkommenseffektes geben können. Eine
Umverteilung nicht unwahrscheinlich ist, dass die unteren Einkommen unter einem
repräsentative Befragung zum Thema durften wir bereits vor rund zehn Jahren für
rung keiner Erwerbstätigkeit mehr nach-
Grundeinkommen sogar verlieren (OECD,
Deutschland im Auftrag von Götz Werner,
gehen wollen, die Gegner aber schon. Nota
2017). Womit wieder die Frage der konkre-
seines Zeichens Gründer und Aufsichts-
bene, Befürworter wie Gegner geben regel-
ten Ausgestaltung der Finanzierung in den
ratsmitglied des Unternehmens dm-Droge-
mäßig an, selbst sehr wohl noch einer Er-
Fokus rückt.
riemarkt, durchführen. Bei dieser wie auch
werbsarbeit nachgehen zu wollen, womit
Eines sei abschließend noch gesagt. Bei all
späteren Befragungen zeigte sich, dass Be-
vor allem die Gegner in einer Welt denken
diesen Fragen bleibt vor allem die Frage, ob
fürworter eines Grundeinkommens nicht
nach dem Motto „Ich arbeite aus edleren
ein bedingungsloses Grundeinkommen über-
erwarten, dass breite Massen der Bevölke-
Motiven, die anderen für Geld“.
haupt unserem Gerechtigkeitsempfinden entspricht, weitgehend auf der Strecke. Empfinden wir es als gerecht, wenn ein Individuum ohne jedwede Gegenleistung ein bedingungsloses Grundeinkommen erhält? Und ist die von den Befürwortern angenommene Arbeitsbereitschaft nicht zugleich implizit geforderte Gegenleistung? Und wie ist das bereits heute, wenn jemand partout nicht arbeiten will? Einfach verhungern lassen.
ÜBER GAW
Die Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) ist eine private Forschungseinrichtung mit Sitz in Innsbruck, die für Unternehmen, Interessenvertretungen sowie die öffentliche Hand Studien zu volksund regionalwirtschaftlichen Themen erstellt. Im Bereich der Erstellung von Wertschöpfungsstudien, aber auch zum Thema kalte Progression zählt die GAW seit Jahren zu den führenden Forschungseinrichtungen in Österreich. // www.gaw.institute
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© ANDREAS FRIEDLE
Dr. Thomas Baumüller, Geschäftsführer der Zimmermann Ganahl AG
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Papierjäger und Sammler Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, was eigentlich mit unserem Papierabfall passiert? Die Antwort lautet ganz einfach: Zimmermann Ganahl AG. Das Haller Unternehmen hat sich auf die Sammlung, Sortierung und Aufbereitung von Altpapier für die Wiederverwertung in Papierfabriken spezialisiert. Ein nachhaltiger und regionaler Kreislauf als wertvoller Beitrag für unseren Klimaschutz. // TEXT: DORIS HELWEG
A
papier um den Wertstoff mit den höchsten
ltpapier ist ein stark
wird Papierfabriken in Österreich für die
nachgefragter Wertstoff.
Produktion von Zeitungsdruckpapier zuge-
Recyclingquoten. Der Zyklus von der Herstel-
250 Tonnen davon wer-
führt, Kartonagen wandern in das unterneh-
lung bis zur Wiederverwertung dauert in der
den am Betriebsareal in
menseigene Papier- und Wellpappewerk der
Regel zwischen fünf und acht Wochen. Um-
Hall täglich angeliefert
Ganahl-Gruppe in Vorarlberg. So werden am
weltschutz ist dem Unternehmen ein großes
und schnellstmöglich sortenrein getrennt.
Standort in Frastanz auf Grund der umlie-
Anliegen und so werden auch 80 Prozent der
„Je sortenreiner die Trennung der verschie-
genden Unternehmen vorwiegend Obst- und
im Jahr gelieferten 60.000 Tonnen Altpapier
denen Altpapierabfälle erfolgt, umso hoch-
verschiedene Wellpappeverpackungen her-
per hauseigenem Bahnanschluss auf den
wertiger ist der Wertstoff für die Papier- und Wellpappeindustrie“, erläutert Dr. Thomas
investiert. „Nach der mechanischen Tren-
„ALTPAPIER IST DER MEISTVERWENDETE SEKUNDÄRROHSTOFF WELTWEIT UND DIE NACHFRAGE STEIGT STETIG. DAS IST EIN NACHHALTIGER BEITRAG ZUM KLIMASCHUTZ.“
nung des einlangenden Altpapiers erfolgt
Dr. Thomas Baumüller, Geschäftsführer der Zimmermann Ganahl AG
Baumüller, Geschäftsführer der Zimmermann Ganahl AG, ein Unternehmen der Rondo Gruppe. Dafür wurde vor einigen Jahren in eine hocheffiziente Sortieranlage
eine optische Hightech-Sortierung mittels Infrarottechnik und schlussendlich noch die
gestellt, während im Werk in St. Rupprecht
Weg gebracht, obwohl es per LKW günstiger
händische Kontrolle, damit auch noch mög-
Weinkartons auf der Tagesordnung stehen.
wäre. Diese Mehrkosten werden im Sinne des
liche durchgerutschte Kartonstücke oder
Weitere Werke in Ungarn und Rumänien
Klimaschutzes gerne in Kauf genommen.
Fremdstoffe lückenlos entfernt werden. Nur
stellen Kartonagen für IKEA oder die Auto-
so können wir höchste Qualität des Sekun-
mobilindustrie her. So schließt sich in der
därrohstoffes Altpapier für die weiterverar-
Ganahl-Gruppe der gesamte Recyclingkreis
Mobile Aktenvernichtung vor Ort
beitende Industrie gewährleisten“, so Bau-
vom Sammeln und Sortieren bis hin zur Pro-
Neben der Altpapiersammlung samt (Press-)
müller.
duktion.
Containern und Abholung in der Region bie-
Die verschiedenen aussortierten Papier-
tet die Zimmermann Ganahl AG Unterneh-
qualitäten werden dann in der hauseigenen
Große Nachfrage
Presse mit einem Druck von 180 Tonnen in
„Dass Altpapier ein nachgefragter Wertstoff
leistung an: die sichere Aktenvernichtung
quadratische Ballen gepresst und umgehend
ist, beweist allein schon die Tatsache, dass
vor Ort. Der „Aktenbeißer“ ist ein speziell
den jeweiligen Produzenten zugesandt. Das
sich der Papierpreis in den letzten zehn Jah-
ausgestatteter LKW, der sensible Dokumente
sogenannte Deinking-Papier, die höchste sor-
ren mehr als verdoppelt hat“, freut sich der
(samt Ordnern, Mappen und Einlageblättern)
tenreine Qualitätsstufe nach der Sortierung,
Prokurist. Zudem handelt es sich beim Alt-
aus versperrbaren Containern direkt vor Ort
men noch eine weitere interessante Dienst-
eco.nova
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© ANDREAS FRIEDLE
eco.wirtschaft
250 Tonnen Altpapier aus Tirol werden tagtäglich am 9.500 Quadratmeter großen Areal der Zimmermann Ganahl AG angeliefert und sortenrein getrennt.
sachgemäß vernichtet. So ist die maximale Sicherheit der Aktenvernichtung gewährleistet und Sicherheitslücken durch Transportwege ausgeschlossen.
Vom Lumpentandler zum Papiersammler
DIE VERSCHIEDENEN AUSSORTIERTEN PAPIERQUALITÄTEN WERDEN IN DER HAUSEIGENEN PRESSE MIT EINEM DRUCK VON TONNEN IN QUADRATISCHE BALLEN GEPRESST UND UMGEHEND DEN JEWEILIGEN PRODUZENTEN ZUGESANDT.
Ursprünglich widmete sich das 1870 von Josef Zimmermann und seinen Brüdern ge-
unterschiedlicher Interessen der Erben die
reichen Serviceangebot des Haller Unterneh-
gründete Unternehmen der Sammlung und
Entscheidung, das Übernahmeangebot der
mens. Durch langfristiges Denken werden
dem Wiederverkauf von Textillumpen. Ne-
Vorarlberger Papierfabrik Ganahl anzuneh-
dauerhafte Beziehungen zu Kunden wie Un-
ben Textilabfällen sammelte der Betrieb auch
men, und so stieg diese noch im selben Jahr
ternehmen und Kommunen, zu den Mitar-
Knochen, Borsten, Eisen und Metalle für die
mit 75 Prozent beim Tiroler Unternehmen
beitern wie auch Lieferanten geschaffen und
industrielle Weiterverarbeitung. Mit zuneh-
Zimmermann ein. Die verbleibenden 25 Pro-
ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz ge-
mender Verwendung von Altpapier in der
zent blieben im Besitz von Maria Zimmer-
leistet.
Papierindustrie wurde auch dieser Rohstoff
mann, der zweiten Frau des Verstorbenen,
ins Sortiment aufgenommen und erreichte
die als Geschäftsführerin angestellt wurde.
bereits im Jahr 1939 den größten Umsatzan-
1977 wurde schließlich das Unternehmen zur
teil. Auch der spätere Mutterkonzern Ganahl
Gänze als Tochterunternehmen in die Ga-
war zu dieser Zeit im Textilbereich zur Her-
nahl AG eingebracht.
stellung von Garnen tätig und pflegte schon
Heute beschäftigt die Zimmermann Ganahl
damals durch Zukauf von Altpapier für die
AG knapp 40 Mitarbeiter und erreicht ein
Produktion von Garnpapierhülsen die Ge-
jährliches Sammelvolumen von 60.000 Ton-
schäftsbeziehungen zum Tiroler Unterneh-
nen Altpapier. Neben der kommunalen und
men Zimmermann.
gewerblichen Sammlung und Sortierung von
Nachdem im Jahr 1942 Geschäftsleiter Josef
Altpapier zählen auch ein umfangreicher
Zimmermann, Sohn des gleichnamigen Fir-
Containerservice sowie die kontrollierte Ver-
mengründers, verstorben war, fiel auf Grund
nichtung sensibler Datenträger zum umfang-
42
eco.nova
Ein Ballen Altpapier bringt nach der Pressung ein sattes Gewicht von rund 1,4 Tonnen auf die Waage.
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UT A B BE
NB
O
U DER
© EUROGAST, ANDREAS KOLARIK
promotion
Das Eurogast-Managementboard Marcello Posch (3. v. l.), Susanna Berner und Peter Krug (2. v. r.) mit dem Beirat Mag. Alexander Kiennast (li.), Mag. Armin Riedhart (2. v. l.) und Mag. Thomas Walser (re.)
Neu aufgestellt
Die neue Managementstruktur bei Eurogast Österreich ebnet den Weg für künftige Innovationen.
D
er Gastronomiegroßhändler
Moderne Managementstruktur
fünf Jahre war sie in der Funktion als Proku-
Eurogast, ein Zusammenschluss
Susanna Berner, Peter Krug und Marcello
ristin für die gesamte operative Geschäfts-
von elf privaten Gastronomie-
Posch agieren künftig in einem dynami-
führung der Eurogast-Gruppe verantwort-
großhändlern mit Sitz in Kirchdorf, stellt
schen Managementboard und sorgen für die
lich. In dieser Position lag ihr Fokus auf
die Geschäftsführung neu auf. Ein Manage-
strategische Weiterentwicklung.
Projekt- und Personalmanagement und Mar-
mentboard mit der Sprecherin und Ge-
Die 45-jährige gebürtige Oberösterreicherin
keting. Zusätzlich vertrat sie Eurogast auch
schäftsführerin Susanna Berner, uPM, so-
Susanna Berner verfügt über langjähriges
auf internationaler Ebene in der ECD (Eu-
wie Peter Krug und Marcello Posch wird per
Handels-Know-how, Branchenkenntnisse
ropean Catering Distributors)-Gruppe. Die
1. Jänner 2018 die Gesamtverantwortung für
und Führungserfahrung. Die vergangenen
begeisterte Surferin wird als Sprecherin dem
Österreichs größten privaten Gastrogroßhändler übernehmen. Die bisherige Geschäftsführung der drei Eigentümer Mag. Armin Riedhart, Mag. Thomas Walser und Mag. Alexander Kiennast wechselt in den Beirat. „Wir freuen uns auf die neuen spannenden Aufgaben und werden den erfolgreichen Weg der Eurogast Gruppe fortsetzen“, so das neue Managementboard einstimmig.
44
eco.nova
„MIT UNSEREM UMFANGREICHEN BRANCHEN-KNOW-HOW WERDEN WIR GEMEINSAM MIT DEM BEWÄHRTEN EUROGASTTEAM UND UNTER MITHILFE DES BEIRATS DIE SEHR GUTE ARBEIT WEITERFÜHREN UND DIE EUROGAST GRUPPE BEREIT FÜR ZUKÜNFTIGE HERAUSFORDERUNGEN MACHEN.” Marcello Posch, Susanna Berner und Peter Krug, Eurogast-Managementboard
© BAZZOKA
promotion
Managementboard vorstehen und inhaltlich die Bereiche Projektmanagement und Marketing verantworten. Ihr zur Seite steht Peter Krug. Der 44-Jährige ist ein Einkaufsvollprofi und bereits seit 2002 bei Eurogast in führenden Positionen tätig. Zuletzt war er als zentraler Einkaufsleiter und Prokurist der Gruppe für die Koordination der Einkaufsebenen verantwortlich. Nationale Verhandlungen, Sortimentsentwicklungen sowie das gesamte Datenmanagement lagen dabei in seinen Händen. Krug wird in seiner neuen Funktion vor allem hinsichtlich strategischer Sortimentsweiterentwicklung und -ausrichtung einen Schwerpunkt setzen. Der 45-jährige Marcello Posch komplettiert als IT-Fachmann die neue Managementstruktur der Eurogast-Gruppe. Der gebürtige Tiroler verantwortet bereits seit Sommer
Ausnahmegastronom Konstantin Filippou ist seit Juni 2017 das neue Gesicht für das „Genuss 360”-Sortiment von Eurogast.
2017 das Segment als Leiter IT und hat hier schon die Weichen für die Zukunft gestellt. Vor allem hinsichtlich Weiterentwicklung der bestehenden IT-Lösungen und Planung neuer IT-Maßnahmen ist der passionierte Freizeittischler ein Vollprofi und kann auf jahrelange Berufserfahrung in der Metallindustrie und in der Finanzdienstleistungsbranche zurückgreifen. „Wir freuen uns, mit Susanna Berner, Peter Krug und Marcello Posch drei erfahrene Spezialisten in einer
„MIT UNSEREM KOMPLETT NEU DESIGNTEN MESSESTAND UND DEM GENUSS THEMA SCHWEIN KONNTEN WIR AUF DER HEURIGEN GAST UNSERE KUNDEN BEGEISTERN.“ Susanna Berner
modernen Managementstruktur für die Eu-
stantin Filippou als Testimonial gewonnen werden.
Schwein ist fein Unter dem Motto „Schwein ist fein“ wird das Thema Schwein und sein Stellenwert in der Spitzengastronomie näher beleuchtet. Genauso vielfältig wie sein Fleisch ist auch das Einsatzgebiet des Schweins. Wurde Schweinefleisch jahrelang als qualitativ minderwertig angesehen, hat sich sein Ruf in den letz-
rogast Österreich GmbH gewonnen zu ha-
Eine dieser Innovationen der letzten Jahre
ten Jahren deutlich gewandelt. Das Schwein
ben. Dieses Dreiergespann wird die Qualität
war die Einführung von „Genuss 360“, ein
wird zwar nach wie vor als Nutztier gehal-
und Kontinuität unserer Dienstleistungen
hochwertiges Produktsortiment, das kulina-
ten, man geht aber weg von Low-Budget
sicherstellen und weiterentwickeln“, sind Ar-
rische Trends und Themen aufgreift und kre-
hin zu qualitativ hochwertigem Fleisch aus
min Riedhart, Thomas Walser und Alexander
ativ interpretiert. Geprägt ist das Sortiment
Rassentierhaltung mit Bio-Qualität. Vor al-
Kiennast überzeugt. Sie sind als vormalige
vom Begriff des „Slow Food“ – die Auswahl
lem die Avantgardeköche besinnen sich wie-
Geschäftsführer in den Beirat gewechselt.
der Lebensmittel soll sich wieder an den regi-
der häufiger auf das Edelprodukt Schwein.
onalen Kulturen und dem saisonalen Ange-
Generell setzt man in der Spitzengastrono-
bot orientieren. Guter Geschmack, absolute
mie auf gut marmoriertes Fleisch mit hohem
Eurogast Österreich freut sich seit mehreren
Frische und heimische Bioprodukte stehen
Fettanteil und intensivem Geschmack. Kon-
Jahren über eine Erfolgs- und Innovations-
dabei im Mittelpunkt. Im Jahr 2015 startete
stantin Filippou, Koch des Jahres 2016, liebt
welle. Die Umsätze konnten kontinuierlich
das Sortiment mit dem Thema Burger, ge-
Schweinefleisch nicht nur aufgrund seiner
gesteigert werden, die C+C Märkte wurden
folgt vom Trendthema Frühstück im vergan-
Kindheitserinnerungen, er schafft es auch
laufend modernisiert und erneuert, Eigen-
genen Jahr. „Das ist der absolute Mehrwert
immer wieder, daraus unvergessene Köstlich-
marken mit großem Erfolg am Markt einge-
für unsere Kunden. Wir sind kein internati-
keiten zu zaubern. Das Ausnahmetalent ist
führt und stetig erweitert: „Die beständige
onaler Konzern, sondern sitzen direkt in der
seit Juni 2017 neues Gesicht für das „Genuss
Arbeit der letzten Jahre zeigt nun Erfolge.
Region bei unseren Kunden, wissen damit,
360“-Sortiment von Eurogast. Bereits in der
Unsere Werte wie Handschlagqualität, Ver-
was sie brauchen, was sich ihre Gäste wün-
ersten Ausgabe des neuen Eurogast-Journals
trauen und regionale Verankerung, gepaart
schen und können unmittelbar darauf re-
gewährte Filippou Einblicke in seine Küche.
mit unserer nationalen Organisationsstruk-
agieren!“, zeigt sich Thomas Walser stolz.
Im kommenden Jahr wird der gebürtige Gra-
tur und der internationalen Expertise, über-
Heuer widmet sich „Genuss 360“ ganz dem
zer mit griechischen Wurzeln Eurogast immer
zeugen unsere Kunden und genau das muss
Thema Schwein. Auch die Spitzengastrono-
wieder mit besonderen Tipps und Gerichten
auch künftig forciert werden“, gibt Susanna
mie entdeckt das Bürstentier aktuell neu –
zum Thema Schwein unterstützen und bera-
Berner einen ersten Ausblick.
unter anderem konnte Kochkünstler Kon-
ten. // www.eurogast.at
Fortsetzung des Erfolgskurses
eco.nova
45
eco.wirtschaft
Wirtschaft vor 100 Jahren erie T eil
r1
s ist eine Urkunde aus dem Jahr 763, in der Herzog Tassilo
6✧
0 0 J ahren
III. von Bayern die Schenkung von Gütern an das Hochstift
Freising bestätigt, die die erste schriftliche Erwähnung des Fleckens „Imst“ beinhaltet – damals unter der Bezeichnung „Humiste“. In der Folge blieb ein Großteil des Grundbesitzes im Inntal im Besitz bayrischer Klöster; seit dem 11. Jahrhundert aber dürften die Grafen Welf die Grafschaftsgewalt im Oberinntal innegehabt haben. Es folgten die Hohenstaufer. Konradin von Schwaben, der Enkel Kaiser Friedrichs II., vermachte 1266 die Herrschaft Imst seinem Stiefvater Meinhard II. und vereinigte sie somit mit Tirol. Meinhard war den Bewoh-
Imst mit Heiterwand und Rauchberg, Ansichtskarte, 1933. Aufnahme: Photogr. Atelier Josef Neumair, Imst
nern Imsts gewogen und erhob den Ort
Imst im 20. Jahrhundert Die Einwohnerzahl, die um die Jahrhundert-
1282 mittels Verleihbrief zum Markt, was
wende etwa 2.500, um 1950 bei 4.000 betrug,
besondere Privilegien in Sachen Waren-
somit auch Imst – an Bedeutung ein. In der
schnellte in den letzten Jahrzehnten auf über
handel mit sich brachte und zu einem wirt-
zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erlebte
8.000 empor. Der gestiegenen Bevölkerung
schaftlichen Aufschwung führte. Außer-
der Ort schließlich durch den Bergbau seine
trugen Wohnungsbauten, Betriebsansiedlun-
dem war vorgesehen, aus dem Markt, der
große Blütezeit. Unter den Bergen in Imsts
gen (z .B. der Firma Pfeifer, die heute zu den
im 13. Jahrhundert als Sitz eines eigenen
Umgebung war besonders der Tschirgant für
führenden holzverarbeitenden Betrieben
Gerichtes und als Mittelpunkt einer Pfarre
seine Bleierzvorkommen bekannt, aber auch
Österreichs gehört) und die Errichtung von
aufscheint, nachfolgend eine Stadt zu ma-
anderswo wurde nach Erzen, vor allem Blei
neuen Schulen (u. a. Handelsschule und -aka-
chen. Meinhards Sohn Heinrich bestätigte
und Zink, geschürft.
demie, Realgymnasium, Höhere Technische
1312 die Urkunde seines Vaters, fügte jedoch
Nach aufregenden Jahrhunderten samt
Lehranstalt) sowie Freizeiteinrichtungen
für die Stadterhebung die Bedingung hin-
aufrührigen Bauern, Religionskämpfen,
(Schwimmbad, Tennisplätze, Sportzentrum
zu, dass die Einwohner den Ort auf eigene
Krieg und Krankheit war die zweite Hälf-
mit Kletterhalle etc.) Rechnung. Berühmt
Kosten mit einer Mauer umgeben müssten.
te des 19. Jahrhunderts schließlich von ei-
wurde Imst durch den 1949 eingeleiteten Bau
Dies ist nie geschehen – die Erhebung zur
ner Reihe an Fabriksgründungen geprägt,
des weltweit ersten Kinderdorfes durch Her-
Stadt sollte noch fast 600 Jahre auf sich
die zwar nicht die Bedeutung des einstigen
mann Gmeiner. Den in der zweiten Hälfte
warten lassen.
Strele’schen Großbetriebes erreichen, aber
des 20. Jahrhunderts explosionsartig ange-
immerhin für eine wirtschaftliche Erholung
stiegenen Straßenverkehr versuchte man
verantwortlich zeichnen. Die Errichtung der
durch den Bau einer Umfahrungsstraße (1971)
Im Laufe des 14. Jahrhunderts begann die
Arlbergbahn 1883/84, nach der sich die Ims-
zu verlagern. Mit der Errichtung der Hahn-
Macht der Herren von Starkenberg rapide zu
ter aufgrund der allzu großen Entfernung
tennjoch-Hochalpenstraße wurde in den
wachsen. Die Errichtung der Burg Neustar-
des Bahnhofes vom Ortszentrum isoliert
1960er-Jahren die uralte Verbindung mit dem
kenberg zwischen Imst und Tarrenz sowie
glaubten, zeigte nicht die zunächst erwar-
Lechtal über Bschlabs und Elmen vor allem
der Erwerb von Baulichkeiten in Imst wur-
teten katastrophalen Folgen für den Markt.
für den Tourismus wiederentdeckt. Der Wei-
den den Tiroler Landesfürsten zum Dorn im
Die Straßen durch Imst gewannen bald
terbau der Inntalautobahn von Imst nach
Auge, zumal sich das Rittergeschlecht auch
wieder an Bedeutung, außerdem kam der
Schönwies (das Imster Teilstück verläuft
im Südtiroler Raum breitmachte. Tatsäch-
Fremdenverkehr gegen Ende des Jahrhun-
durch die Au im Süden der Stadt) Ende der
lich wurden die Starkenberger Anfang des
derts in die Region, wenn auch zunächst
1980er-Jahre sowie die Errichtung des Roppe-
15. Jahrhunderts die gefährlichsten Wider-
im bescheidenen Ausmaß. Der Wiederauf-
ner Tunnels (1990 fertiggestellt) verhalfen der
sacher von Herzog Friedrich IV. Durch die
schwung des Ortes wurde im Jahr 1898, dem
Stadt schließlich zum Anschluss an das inter-
Verlegung der Landesresidenz von Meran
50. Regierungsjahr Kaiser Franz Josephs I.,
nationale Autobahnnetz.
nach Innsbruck im Jahr 1420 büßte der Ver-
schließlich durch die lang ersehnte Stadter-
kehrsweg über Reschen- und Fernpass – und
hebung gewürdigt.
Blütezeit des Bergbaus
46
eco.nova
QUELLE: IMST.TIROL.GV.AT, AUTOR: MAG. MANFRED WALTNER
© BILDARCHIV SAGEN.AT
✧S
vo
E
Wirtschaf
t
Der fruchtbare Talkessel im Imster Raum erschien schon den Menschen der Bronzezeit als geeignet, sich dort anzusiedeln. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 763, im Jahr 1282 erfolgte die Markterhebung, 1898 wurde Imst zur Stadt.
promotion
Die Lobby als neues Hotelzentrum
© DANIEL ZANGERL
© ALEXANDER MARIA LOHMANN
Für die meisten Gäste ist das Betreten der Lobby der zentrale Moment beim Eintreten ins Hotel. Der erste Eindruck hinterlässt ein für den gesamten Aufenthalt bestimmendes Gefühl.
T
raditionell stellte die Hotellobby
in fremder Umgebung muss ein Gefühl des
ab dem 19. Jahrhundert den Ort
Vertrauten und des Angekommen-Seins er-
dar, wo man war, um zu sehen
wecken. Daher gestalten viele Hoteliers ihre
und gesehen zu werden. Während die öffentlichen Räume sehr ausladend konzi-
Hotellobby in ein großes Wohnzimmer um.
Gelungenes Lobbydesign in den Hotels Grauer Bär, Bäckelar Wirt und Gottard-Zeit
Sie bedient damit gleichzeitig die drei getrennten Funktionsbereiche Empfang, Sozi-
klein und schlicht gehalten. In der zweiten
Ort des positiven Zusammentreffens
Hälfte des 20. Jahrhunderts änderte sich ih-
Die Hotellobby wandelt sich gleichzeitig im-
und ineinanderfließen müssen“, erklären
re Funktion radikal. Es entstanden sterile
mer mehr zu einem sozialen Treffpunkt.
Thomas Falkner und Lukas Haid, geschäfts-
und spärlich ausgestattete Wartebereiche,
Auch wenn sie alleine reisen, kommen Men-
führende Gesellschafter des Architekturbü-
da als das Ziel der Gäste deren Zimmer, der
schen gerne an Orte, wo sich andere auf-
ros Haid & Falkner. Neben den komfortablen
Flughafen, ein Restaurant oder ein Meeting
halten, um zu arbeiten oder zu entspannen.
und modularen Aufenthaltsbereichen in der
angesehen wurde. Aktuell wird die Hotel-
Die moderne Lobby erfüllt diese Bedürfnis-
Lobby rücken ungewöhnliche architektoni-
lobby wieder zu einem Treffpunkt und ei-
se als ein Ort, um mit anderen Menschen in
sche Elemente wie ein überdimensionaler
nem Ziel für sich.
Verbindung zu treten. Jede Menge Sitzge-
Kamin oder eine Wasserwand in den Mittel-
legenheiten, eine angepasste Gastronomie,
punkt. Hotelketten überbieten sich inzwi-
freier Internetzugang und Steckdosen mit
schen in der pompösen Gestaltung dieses
verschiedenen Anschlüssen steigern die Auf-
Bereiches. Unerwartete Unterhaltungsmög-
Zahlreiche Studien zeigen, dass Menschen
enthaltszeit im öffentlichen Raum. Da Ar-
lichkeiten wie ein Billardtisch schaffen das
nur eine Zehntelsekunde benötigen, um ei-
beit und Freizeit verstärkt ineinandergreifen,
gewünschte Ambiente.
nen ersten Eindruck von einer Person oder
werden Bar und Restaurant immer öfter Teil
einer Örtlichkeit zu bekommen. Das Ur-
des Eingangsbereiches.
piert waren, wurden die Hotelzimmer eher
Warum der erste Eindruck so stark zählt
laubsverhalten des Gastes läuft letztendBetreten des Hotels liegt meist eine bereits
Optimale Neugestaltung der Lobby
längere, oft auch mit verschiedenen Formen
„Eine moderne Lobby muss als ein großer,
des Stresses verbundene Reise hinter dem
offener und einladender Raum mit wenigen
Gast. Das Erreichen eines „sicheren Hafens“
strukturellen Mauern betrachtet werden.
lich ebenfalls nach diesem Muster ab. Beim
al- und Geschäftsbereich sowie persönlicher Bereich, die reibungslos zusammenarbeiten
HAID & FALKNER GMBH Bruggen 45, 6444 Längenfeld Tel.: 05253/64 8 33 h.falkner@haidfalkner.at
Weitere Infos und Referenzen unter: www.haidfalkner.at
eco.nova
47
eco.steuern
Endspurt 2017: Steuersparcheckliste Alle Jahre wieder ... Machen Sie hier Ihren persönlichen Steuercheck 2016 und lesen Sie, wo Sie jetzt noch gestalten können. // TEXT: StB DR. VERENA MARIA ERIAN, StB RAIMUND ELLER, StB MAG. EVA MESSENLECHNER
Check 1: Gewinn- und Steuerplanung 2017
nach dem 30. Juni schlagen mit einer Halb-
Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen
jahresabschreibung zu Buche. Das gilt auch
Wirtschaft einen Antrag auf Anpassung der
Besonders Einnahmen-Ausgaben-Rechner
dann, wenn die Inbetriebnahme erst am
Vorauszahlungen zu stellen. Dies ist insbe-
können ihren Gewinn ganz einfach planen, in-
31. Dezember erfolgt.
sondere für Neugründer interessant, die nur
dem zum Beispiel Einnahmen in das Folgejahr
// Tipp: Das Vorziehen von für Anfang 2018
mit dem Mindestbeitrag eingestuft wurden,
verschoben werden. Gegen Jahresende sollte
geplanten Investitionen spätestens in den De-
tatsächlich aber schon ansehnliche Gewinne
das Timing der Rechnungslegung daher wohl
zember 2017 kann daher Steuervorteile brin-
erzielen. Anstatt von einer Nachzahlung Jah-
überlegt sein. Zahlungseingänge, die erst nach
gen. Zudem kann das Wirtschaftsgut, von
re später böse überrascht zu werden, können
dem 31. Dezember 2017 erfolgen, müssen erst
Ausnahmen abgesehen, dann auch noch für
Sie gemäß dem Ergebnis aus der Planungs-
ein Jahr später versteuert werden.
den 13-prozentigen Gewinnfreibetrag (siehe
rechnung gemäß Check 1 und 2 eine korrekte
Check 6) herangezogen werden.
Einstufung noch für das laufende Jahr bean-
Check 2: Investitionen vorziehen
tragen. Sollte die entsprechende Vorschrei-
Für Investitionen im ersten Halbjahr kann
Check 3: SVA-Beiträge steuerwirksam vorziehen
die Abnutzung für ein ganzes Jahr steuerlich
Das können auch Einnahmen-Ausga-
ten Betrag dennoch noch heuer steuerwirk-
geltend gemacht werden. Anschaffungen
ben-Rechner: Seit 2016 ist es möglich, bei der
sam einzahlen. Das ist allemal besser, als eine
48
eco.nova
bung heuer nicht mehr ergehen, dann können Einnahmen-Ausgaben-Rechner den errechne-
promotion
Digitale Services mit Weitblick
Als führende Unternehmerbank unterstützt die Bank Austria ihre Kunden mit punktgenauen digitalen Angeboten, die vom einfachen Onlinebanking bis hin zu speziellen Lösungen für komplexes Finanzmanagement reichen. Markus Sappl, Landesdirektor Firmenkunden Tirol, im Interview. men wird demnächst eine Onlineplattform für Supply-Chain-Finance zur Optimierung der Zahlungsziele und damit des Working Capitals. Auch für Kunden der öffentlichen Hand entwickeln wir schon seit einigen Jahren gemeinsam mit dem KDZ – Zentrum für Verwaltungsforschung spezielle Tools. Damit ermöglichen wir es den Gemeinden, trotz enger finanzieller Spielräume ihre Aufgaben im Bereich der Planung und Umsetzung von Infrastrukturprojekten nachkommen zu können.
Welche Grundsätze verfolgt die Bank Austria bei der Entwicklung ihres digitalen Angebots?
MARKUS SAPPL: Jedes Angebot muss für
JETZT NEU: DER INTERAKTIVE ONLINE-FÖRDERFINDER
unsere Kunden Mehrwert generieren. Deshalb lassen wir bei der Entwicklung neuer Services nicht nur unser umfassendes Know-how aus Bankensicht, sondern vor allem auch die Unternehmerperspektive einfließen. Dass unsere Services, die wir proaktiv anbieten, in jedem Fall professionell, anwenderfreundlich und sicher sein müssen, ist selbstverständlich. Welche digitalen Services können bereits genutzt werden?
Markus Sappl, Landesdirektor Firmenkunden Tirol
Unsere Kunden setzen schon jetzt auf unsere praxisorientierten Tools – zum Bei-
von der Beratung beim Erstellen und Opti-
spiel den UnternehmenswertRechner, den
mieren von bestehenden Onlineshops und
BranchenCheck sowie diverse Lösungen
Online-Bezahlsystemen bis hin zu ems-Last-
zur Finanz- und Liquiditätsplanung. Gera-
schrift und E-Identifikation.
de neu dazugekommen ist der interaktive Online-Förderfinder. Unternehmen können
Gibt es auch spezielle Lösungen zum Beispiel
damit schnell und einfach prüfen, ob für
für den Außenhandel oder zur Digitalisie-
ein bestehendes Investitionsvorhaben För-
rung der gesamten Wertschöpfungskette?
derungen oder Zuschüsse erhältlich sind.
Gerade in Bereichen wie Dokumentenge-
Neben den klassischen Services und Funkti-
schäft und Garantien sowie E-Trading für
onen im Bereich des Electronic Banking bis
das Handeln mit Währungen bieten unsere
hin zu High-Class-Cash-Management-Lö-
digitalisierten Services viele Vorteile in punc-
sungen unterstützen wir unsere Kunden
to Vereinfachung, Beschleunigung und Si-
natürlich auch im E-Commerce. Das reicht
cherheit für Unternehmen. Neu dazukom-
Ab sofort bietet die Bank Austria Unternehmenskunden mit ihrem interaktiven Online-Förderfinder eine einfache Lösung, um sich in Sekundenschnelle im „Förderdschungel“ zurechtzufinden. Es müssen nur ein paar Eckdaten eingegeben werden und schon erscheinen die passenden Förderungen am Bildschirm. Mit einem weiteren Klick auf „Kontakt“ erfolgt auf Wunsch die Weiterleitung zum persönlichen Beratungsgespräch. Details unter foerderfinder.bankaustria.at Alle digitalen Services für Ihr Business auf einen Blick finden Sie unter firmenkunden.bankaustria.at – Rubrik „Banking Apps & Online Services“.
NÄHERE INFORMATIONEN
Markus Sappl Landesdirektor Firmenkunden Tirol Tel.: 05 05 05-31863 oder unter unternehmerbank.bankaustria.at
eco.nova
49
© HOFER
eco.steuern
steuerunwirksame Rücklage für eine spätere Nachzahlung zu bunkern oder gar zum falschen Zeitpunkt eine unliebsame Überraschung zu erleben. Demgegenüber müssen Bi-
D
lanzierer ja ohnehin eine Rückstellung bilden, die unabhängig vom Zahlungsfluss sowieso noch im betreffenden Jahr steuerwirksam ist.
Check 4: GSVG-Befreiung bis 31. Dezember 2017 beantragen Konträr zu Check 3 kann es auch sein, dass
K W
SVA-Beiträge zur Gänze vermeidbar sind. Selbständige können sich für das gesamte Jahr 2017 noch rückwirkend von der Beitragspflicht zur Kranken- und Pensionsversicherung der SVA ausnehmen lassen, wenn: • die selbständigen Einnahmen insgesamt nicht über 30.000 Euro zu liegen kommen und
Koproduktion der Ärztesteuerberater vom Team Jünger und der Team Tirol Steuerberater GmbH: StB Dr. Verena Maria Erian, StB Mag. Eva Messenlechner und StB Raimund Eller, v. l.
• der jährliche Gewinn daraus nicht mehr als 5.108,64 Euro ausmacht. Zudem darf in den letzten fünf Kalenderjahren nicht mehr als ein Jahr Sozialversicherungspflicht bestanden haben. Hinsichtlich der Krankenversicherung ist eine rückwirken-
Das Wichtigste ist, dass die Investitionsgü-
// Tipp: Lassen Sie von Ihrem Steuerberater
de Befreiung nur dann möglich, wenn noch
ter spätestens am 31. Dezember 2017 in Ihrem
einen Günstigkeitsvergleich unter Berück-
keine Leistungen aus der Krankenversiche-
Betrieb bzw. die begünstigten Anleihen jeden-
sichtigung aller relevanten Aspekte machen.
rung bezogen wurden. Der Antrag muss bis
falls spätestens am 31. Dezember 2017 auf Ih-
Dabei kann sich auch herausstellen, dass Sie
zum Jahresende eingebracht werden, damit
rem Depot sind. Neu ist, dass heuer nicht nur
mit dem Ansatz der Echtkosten günstiger
er für das laufende Jahr gilt.
Wohnbauanleihen, sondern nun auch wieder
fahren. Zudem ist zu bedenken, dass auch bei
bestimmte andere Wertpapiere der Begünsti-
der Pauschalvariante ein Teil der Echtkosten
gung zugänglich sind.
zusätzlich als so genannte Werbungskosten
Check 5: GSVG-Befreiung bis 31. Dezember 2017 checken
von eventuellen Gehaltseinkünften abgesetzt
ab, dass eine der Grenzen wider Erwarten
Check 7: Steuerplanung für Pauschalierer: Bis zu 23,44 Prozent steuerfrei kassieren
überschritten wird, so kann dies bis zu acht
Es ist möglich, die Ausgaben pauschal in Hö-
ne doppelte Haushaltsführung und Familien-
Wochen nach Ergehen des maßgeblichen
he von 12 Prozent der Einnahmen anzuset-
heimfahrten in Frage. Zahlen Sie solche Rech-
Steuerbescheides gemeldet werden. Erfolgt
zen. Dies macht immer dann Sinn, wenn die
nungen jetzt und tätigen Sie entsprechende
keine rechtzeitige Meldung, so kommt es zu
tatsächlichen Ausgaben geringer sind als die
Vorauszahlungen.
einem Strafzuschlag von 9,3 Prozent.
12-Prozent-Pauschale. Bei Tätigkeitsvergü-
// Tipp: Ob so oder so – rechtzeitig melden
tungen an wesentlich beteiligte Gesellschaf-
zahlt sich aus.
ter, vermögensverwaltender, beratender
Check 8: Elektroautos – ein Gewinn auf ganzer Linie
(technisch oder kaufmännisch), schriftstel-
Steht bei Ihnen eine Kaufentscheidung für
lerischer, vortragender, wissenschaftlicher,
ein neues Auto an, so empfehlen wir auch
unterrichtender oder erzieherischer Tätig-
ein Elektroauto mit ins Kalkül zu ziehen.
keit reduziert sich dieser Pauschalsatz auf 6
Elektroautos unterliegen weder der NoVA
Auf Basis der Planung und Maßnahmen ge-
Prozent.
noch der motorbezogenen Versicherungs-
mäß Check 1 – 4 können Sie mit dem Gewinn-
Zusätzlich ist ein Gewinnfreibetrag in Hö-
steuer. Zudem gibt es Förderungen für den
freibetrag (GFB) auch heuer wieder bis zu 13
he von 13 Prozent (maximal 3.900 Euro)
Betrieb mit Ökostrom. Aber das absolute
Prozent Ihrer Gewinne steuerfrei lukrieren,
möglich. Werden nun zuerst die 12 Prozent
Highlight ist: Den Dienstnehmern können
wenn Sie entsprechend investieren. Alles, was
von den Einnahmen und vom Rest sodann
Elektroautos auf Betriebskosten steuerfrei
Sie dazu brauchen, ist eine entsprechende
nochmals 13 Prozent abgezogen, so ergeben
(ohne abgabenpflichtigen Sachbezug) zur
Berechnung von Ihrem Steuerberater. Dann
sich daraus insgesamt 23,44 Prozent der Ein-
Verfügung gestellt werden. Interessant ist
heißt es nur noch investieren und kassieren.
nahmen, die so ganz legal jedenfalls steuer-
die Sache insbesondere dann, wenn der Ehe-
Begünstigt sind Neuanschaffungen abnutz-
frei bleiben. Neben diesen Pauschalsätzen
partner im Betrieb beschäftigt ist. Von die-
barer, körperlicher Anlagegüter (Ausnahmen:
können zusätzlich bestimmte tatsächlich
sem reinen Dienstnehmerfahrzeug ist dann
Luftfahrzeuge, PKW und Software) und be-
getätigte Ausgaben wie Sozialversiche-
zudem nicht einmal ein Privatanteil auszu-
stimmte Wertpapiere. Weitere Voraussetzung
rungsbeiträge, Personalausgaben und auch
scheiden. Bitte konsultieren Sie vor der kon-
ist die Einhaltung einer vierjährigen Behal-
Steuerberatungskosten in Abzug gebracht
kreten Umsetzung unbedingt Ihren persön-
tefrist.
werden.
lichen Steuerberater.
Hat man nun schon einen solchen Antrag gemäß Check 4 eingebracht und zeichnet sich
Check 6: Hochrechnen, investieren und 13 Prozent kassieren
50
eco.nova
werden können. Dafür kommen insbesonde-
W d g li fi V U s fi t m d g D B V
re Fachliteratur, Mitgliedsbeiträge, Aus- und Fortbildungskosten sowie auch Kosten für ei-
W n
E r m s s U E le e v
U
Denk gut geplant ist
halb ERLEDIGT.
Kalkulierbares Wagnis Wer ein Unternehmen führt, kennt die Risiken, die den Betrieb zu allen geschäftlichen Einflüssen empfindlich stören können. Zumindest das finanzielle Risiko kann hier mit einer Versicherung minimiert werden. UNIQA Österreich bietet maßgeschneiderte Lösungen an, die die finanzielle Substanz nach unerwarteten Ereignissen erhalten. Den meisten Unternehmern ist bewusst, dass bereits ein kleiner Schaden große Auswirkungen haben kann. Doch trotzdem gibt es immer noch Betriebe, die im Fall der Fälle ohne Versicherungsschutz da stehen.
Welche Risiken sollten Unternehmen jedenfalls absichern Eine Haftpflicht und eine Feuerversicherung zählen zu den Pflichtrisiken, die man mit einer Versicherung abdecken sollte. Wichtig ist auch eine Betriebsunterbrechung, weil ein Ausfall des Unternehmers auch einen Ausfall des Einkommens bedeuten kann. Empfehlenswert sind zudem eine Rechtschutz-, eine private Kranken- sowie eine Unfallversicherung.
Mögliche Bausteine auf einen Blick Schäden
am und im Gebäude samt Inhalt, zum Beispiel durch Feuer und Blitzschlag, Naturereignisse, Leitungswasser, Einbruchdiebstahl inklusive Vandalismus, Glasbruch
Wenn
Ihr Betrieb durch einen Sachschaden angehalten wird, erhalten Sie für die Dauer der Unterbrechung einen Ersatz. Zum Beispiel bei Feuer, Einbruch- und Leitungswasserschäden.
Schützen
Sie sich vor den Kosten, die durch unerwartete Schäden an Ihren elektronischen oder elektrischen Geräte und Anlagen entstehen – von der Registrierkasse bis zur großen Produktionsmaschine.
Unsere
Haftpflichtversicherung erfüllt berechtigte Ansprüche und wehrt unbegründete Forderungen ab, die gegen Ihren Betrieb geltend gemacht werden. Versichert sind Personen-, Sach- und Vermögensschäden.
Unternehmer
sind einem höheren Prozessrisiko ausgesetzt. Ob der Streit mit dem Lieferanten oder ein Kunde, der die Zahlung verweigert, unsere Rechtsschutzversicherung spart Ihnen Nerven, Zeit und Geld.
Im
Betrieb versagt die Kühlanlage. UNIQA Österreich ersetzt die kaputte Ware.
Ihr
Unternehmen befördert Waren und Güter mit einem Kraftfahrzeug? Die Transportversicherung unterstützt Sie zum Beispiel bei Beschädigung, Verlust oder Diebstahl der Ware.
Botenberaubung:
Ob der Bote auf dem Grundstück oder während des Transportweges beraubt wird – Ihr Geld und Ihre Wertsachen sind gut abgesichert.
Die Betriebsbündelversicherung bietet eine Vielzahl an unterschiedlichen Bausteinen, die sehr individuell auf Ihren Betrieb zugeschnitten werden können. Nutzen Sie daher die Möglichkeit mit einem Berater über ihre ganz persönliche Absicherung zu sprechen.
Interessiert? Wir sind gerne für Sie da: UNIQA Österreich Versicherungen AG Landesdirektion Tirol Ing. Etzel - Str. 9 6020 Innsbruck Tel.: +43 512 5332
UNIQA Österreich Versicherungen AG, Untere Donaustraße 21, 1029 Wien, Sitz: Wien, FN 63197m Handelsgericht Wien, DVR: 0018813
eco.steuern
Check 9: Kilometerstand
Für Weihnachtsfeiern und andere Betriebs-
Bitte notieren Sie am 31. Dezember 2017 den
feiern sowie für Betriebsausflüge können pro
Kilometerstand Ihres Autos. Dies ist für steu-
Mitarbeiter jährlich bis zu 365 Euro steuer-
errelevante Berechnungen sehr nützlich. Da-
und sozialversicherungsfrei abgesetzt wer-
mit kann für den Fall einer Steuerprüfung
den. Zudem darf jeder Mitarbeiter pro Jahr
eine Prophylaxe zur Verteidigung der ange-
Sachgeschenke im Wert von 186 Euro von sei-
setzten Autokosten erfolgen.
nem Dienstgeber steuerfrei im Rahmen von
Check 10: Reisekosten abrechnen
// Achtung! Bargeld ist ausgenommen. Lö-
Feierlichkeiten entgegennehmen. sung: Gutscheine.
Bitte verwenden Sie dazu entsprechende
Auch die Bezahlung von Prämien für die Zu-
Checklisten. So können Sie sicherstellen, dass
kunftssicherung der Mitarbeiter (z. B. Er- und
Ihnen auch wirklich nichts durch die Lappen
Ablebensversicherungen) ist bis zu 300 Euro
geht. Auch Besorgungsfahrten, Fahrten zu
pro Jahr und pro Mitarbeiter steuerfrei und
Vorstellungsgesprächen und zum fachlichen
voll betrieblich absetzbar. Es ist der Gleich-
Erfahrungsaustausch etc. sind beruflich bzw.
heitsgrundsatz einzuhalten, das heißt, solche
betrieblich veranlasste Reisen. Checken Sie,
Zuwendungen können nur allen zusammen
ob Sie hier auch wirklich keine Fahrt verges-
oder nach bestimmten Kriterien festgelegten
sen haben.
Mitarbeitergruppen angeboten werden. Ähn-
Zunamen sowie Ihr Geburtsdatum bei der
// Tipp: Um bei so genannten Mischreisen (z.
liches gilt für Direktzahlungen an Kindergär-
Einzahlung bekannt geben. Da Ihr Name mit
B. einer beruflichen Reise wird ein Privat-
ten und Kinderkrippen für die Kinder Ihrer
den Daten aus dem Melderegister abgeglichen
urlaub angehängt oder umgekehrt) den be-
Mitarbeiter. Hier liegt die Grenze bei jährlich
wird, empfiehlt sich, die Schreibweise exakt
trieblichen Teil steuerlich unterzubekommen,
1.000 Euro pro Kind.
sollte die vorrangige berufliche Veranlassung sowie das Vorliegen getrennter Reiseabschnitte dokumentiert und belegt werden.
Check 14: Betreuung und Ausbildung von Kindern
jener auf dem aktuellen Meldezettel anzupassen. Via Finanzonline besteht die Möglichkeit, sich schon vor Abgabe der Steuererklärung zu informieren, ob eine korrekte Datenüber-
Auch dafür gibt es unter bestimmten Voraus-
mittlung erfolgt ist. Kontrollieren Sie daher
setzungen einen steuerlichen Absetzposten
rechtzeitig, ob alles korrekt gemeldet wurde,
Schenkungen zwischen nahen Verwandten in
von bis zu 2.300 Euro für die Kinderbetreu-
und veranlassen Sie bei der empfangenden
einem Wert von mehr als 50.000 Euro inner-
ung bzw. von bis zu 1.320 Euro bei auswärtiger
Organisation gegebenenfalls entsprechende
halb eines Jahres und zwischen Fremden von
Berufsausbildung pro Kind und Jahr. Für die
Korrekturen. Bei Spenden ist es das Einfachs-
mehr als 15.000 Euro innerhalb von fünf Jah-
Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten
te, wenn Sie diese vom Betriebskonto tätigen.
ren sind meldepflichtig. Die Meldepflicht ist
muss die Betreuung durch eine pädagogisch
Damit liegen Betriebsausgaben vor, die nach
innerhalb von drei Monaten wahrzunehmen
qualifizierte Person erfolgen. Die Betreuungs-
wie vor im Zuge der Buchhaltung ohne das
und trifft sowohl den Geschenkgeber als auch
person muss das 18. Lebensjahr vollendet ha-
ganze Brimborium steuerwirksam geltend ge-
den Geschenknehmer. Bei Nichtmeldung
ben und eine Ausbildung zur Kinderbetreu-
macht werden können.
kann es Strafen von bis zu 10 Prozent der Zu-
ung und Kindererziehung im Mindestausmaß
wendung setzen. Haben Sie eine solche Mel-
von 35 Stunden nachweisen. Da die erforderli-
depflicht übersehen, so können Sie innerhalb
che Zahl an Ausbildungsstunden 2017 erhöht
eines Jahres nach Ablauf der Meldefrist noch
wurde, dürfen gemäß einer Übergangsrege-
Check 16: Registrierkasse abschließen: Jahresbeleg mit App herunterladen
eine strafbefreiende Selbstanzeige einbringen.
lung die Kosten für das gesamte Jahr 2017
Der Monatsbeleg Dezember muss aus-
Check 12: Veranlagungsfreibetrag nützen
dennoch angesetzt werden, wenn die fehlen-
gedruckt, aufbewahrt und mit der Be-
den Stunden bis zum 31. Dezember 2017 nach-
legcheck-App geprüft werden. Bei dieser Ge-
geholt werden.
legenheit können Sie auch gleich die ebenso
Steuerzahler, die ausschließlich über Einkünf-
// Tipp: Sorgen Sie auch hier rechtzeitig für
vorgeschriebene Quartalssicherung des letz-
te aus unselbständiger Tätigkeit verfügen,
entsprechende Maßnahmen und Nachweise
ten Quartals 2017 auf einem externen Daten-
können pro Jahr bis zu 730 Euro außerhalb
(Kindergartenbestätigung, Inskriptionsbestä-
träger vornehmen.
eines Dienstverhältnisses dazuverdienen, oh-
tigung, Schulbesuchsbestätigung etc.).
Check 11: Schenkungen melden
ne dies in ihrer Steuererklärung angeben zu
Check 17: Rückführung von Depots aus der Schweiz und aus Liechtenstein
Sie solche Rechnungen noch heuer beglei-
Check 15: Spenden & Co. – exakte Angabe von Namen und Geburtsdatum
chen, ohne dass es für den Empfänger zu ei-
Für Spenden, Kirchenbeiträge, Beiträge zur
nymen Abgeltung von Zinserträgen seit
ner Steuerbelastung kommt.
freiwilligen Weiterversicherung und zum
heuer nicht mehr bestehen, empfehlen wir
// Tipp: Achten Sie auf eine korrekte Rech-
Nachkauf von Versicherungszeiten gilt ab
zur Vermeidung einer steuerlich komple-
nungslegung zur steuerlichen Absetzbarkeit.
2017 ein verpflichtender automatischer Da-
xen Veranlagung eine Rückholung nach
tenaustausch zwischen der empfangenden
Österreich. Passiert dies noch 2017, können
Organisation und der Finanzverwaltung. Da-
Sie ab 2018 wieder von der automatischen
zu müssen Sie seit Anfang 2017 Ihren Vor- und
Endbesteuerungswirkung profitieren. Bei
müssen. Haben solche Personen für Ihr Unternehmen Leistungen erbracht, so können
Check 13: Weihnachtsfeier und -geschenke 52
eco.nova
Nachdem die Steuerabkommen zur ano-
eco.steuern
ro vermindert sich der absetzbare Betrag kontinuierlich, bis bei 60.000 Euro davon nichts mehr übrig bleibt. // Achtung! Diese Begünstigung gilt auf Grund der Steuerreform 2016 nur noch für bis einschließlich 2015 verwirklichte Sachverhalte. Diesbezügliche Sonderausgaben können noch bis einschließlich 2020 steuerlich berücksichtigt werden. Neuabschlüsse bzw. neue Maßnahmen ab 2016 gehen bereits jetzt völlig ins Leere. // Tipp: Sonderausgaben soll jener Partner tragen, der das geringere Einkommen erzielt.
Check 23: Energieabgabenvergütung für 2012 noch heuer beantragen Ob auch Dienstleistungsbetriebe eine Ener-
land ist allerdings schon zu hinterfragen, ob
Check 20: Spekulieren mit Steuertiming
der Verbleib der Papiere im Ausland trotz
Kursgewinne aus Kapitalveranlagungen sind
bezüglich ein Verfahren beim Europäischen
des erhöhten Verwaltungsaufwandes nicht
steuerpflichtig. Kursverluste können aus-
Gerichtshof (EuGH) anhängig. Falls die Sa-
doch lukrativer ist.
schließlich mit Gewinnen aus Kapitalver-
che positiv ausgeht, sollten auch Dienstleis-
mögen verrechnet werden. Ein Vortrag ins
tungsbetriebe für das Jahr 2012 unbedingt
nächste Jahr ist nicht möglich.
bis spätestens 31. Dezember 2017 einen An-
// Tipp: Bei bereits eingetretenen oder abseh-
trag auf Vergütung stellen. Dies ist deshalb
Wie in den Medien berichtet, müssen Ban-
baren Kursverlusten ist eine gezielte Kom-
wichtig, da ein solcher Antrag gemäß dem
ken bei Privatkrediten die seit 2015 existenten
pensation mit Kursgewinnen im selben Jahr
Energieabgabenvergütungsgesetz spätes-
Negativzinsen an die Kreditnehmer weiter-
möglich.
tens bis zum Ablauf von fünf Jahren gestellt
sehr profitablen Veranlagungen im Aus-
Check 18: Zinsen von der Bank zurückholen
geben. Da einige Banken seither die verein-
gieabgabenvergütung bekommen sollen, ist schon seit Jahren strittig. Derzeit ist dies-
werden kann.
aufgeschlagen haben, wurden insbesondere
Check 21: Geld vom Finanzamt zurückholen
bei CHF-Krediten mitunter deutlich zu hohe
Steuerpflichtige, die keine selbständigen Ein-
Am 31. Dezember 2017 endet die siebenjähri-
Zinsen eingehoben. Laut einem OGH-Judi-
künfte haben und nicht zur Abgabe einer Ein-
ge Aufbewahrungspflicht für die Unterlagen
kat müssen die betroffenen Banken diese
kommensteuererklärung verpflichtet sind,
des Jahres 2010. Das heißt, beim Weihnachts-
nun an die Kreditnehmer zurückzahlen. Eini-
können freiwillig eine so genannte Arbeit-
putz können Sie jedenfalls aus steuerlicher
ge Banken haben versichert, dass die zu viel
nehmerveranlagung beim Finanzamt einrei-
Sicht alle Unterlagen aus 2009 und Vorjahren
eingehobenen Zinsen auf die jeweils betrof-
chen und so steuerlich absetzbare Ausgaben
entsorgen. Gleich nach Silvester können Sie
fenen Kreditkonten der Kunden automatisch
geltend machen. Dies kann bis zu fünf Jahre
dann auch mit den 2010er-Belegen ein Feuer-
rücküberwiesen werden. Sicherheitshalber
rückwirkend gemacht werden. Somit ist es
werk machen.
empfehlen wir allen privaten Kreditneh-
heuer noch möglich, bis ins Jahr 2012 zurück
// Achtung! Ausnahme: Für Unterlagen zu
mern, ihre Zinsabrechnungen ab 2015 laufend
Steuern zu sparen.
Immobilien gilt eine zwölfjährige Behalte-
zu prüfen und eventuelle Ansprüche an die
Heuer neu ist die Möglichkeit einer soge-
frist. In bestimmten Fällen (nichtunterneh-
Bank zu stellen.
nannten automatischen Arbeitnehmerveran-
merische Grundstücksteile mit Vorsteuer-
lagung. Sollten Sie davon betroffen sein und
abzug) verlängert sich diese Frist sogar auf
stellt sich nun heraus, dass es doch weitere
22 Jahre. Immobilienunterlagen betreffend
steuerlich absetzbare Positionen gibt, so kön-
Neuzugänge, Instandhaltungen und In-
Verluste aus einer Beteiligung an einem ver-
nen Sie innerhalb einer Frist von fünf Jahren
standsetzungen ab 2002 sind auf Grund der
lustbringenden Unternehmen oder einer Lie-
dennoch ohne Weiteres eine Steuererklärung
Immobilienertragsteuer im Privatbereich
genschaftsvermietung (Vorsorgewohnung,
abgeben. In der Folge entscheidet die Finanz
gar für immer und ewig aufzubewahren.
Bauherrenmodell) können steuerlich abge-
unter Berücksichtigung Ihrer Erklärung neu.
Zudem müssen Unterlagen für ein anhängi-
barte Zinsmarge einfach auf den Wert null
Check 19: Verlustbeteiligungen
setzt werden.
Check 24: Ballast abwerfen
ges behördliches oder gerichtliches Verfah-
// Tipp: Suchen Sie sich ein Projekt nach Ih-
Check 22: Aus dem richtigen Topf nehmen
rem Geschmack und lassen Sie es vor Unter-
Kranken-, Unfall- und Lebensversicherungen,
// Tipp: Darüber hinaus sollten freilich wich-
fertigung auf steuerliche Verwertbarkeit prü-
Wohnraumschaffung und -sanierung, jun-
tige Geschäftsunterlagen wie Kauf-, Miet-,
fen. Bedenken Sie bitte auch, dass es sich hier
ge Aktien und Genussscheine können, wenn
Leasingverträge mit aktueller Gültigkeit,
um Veranlagungen mit erheblichem Risiko
auch sehr eingeschränkt, steuerlich verwertet
Lohn- und Gehaltsverrechnungsunterlagen
handeln kann.
werden. Ab einem Einkommen von 36.400 Eu-
etc. aufbewahrt werden.
// Achtung: Die Finanz akzeptiert nicht alles!
ren jedenfalls auch weiterhin aufbewahrt werden.
eco.nova
53
eco.steuern
Fruchtgenuss und Steuern Der Einsatz von Fruchtgenussrechten als Gestaltungsvariante im Zusammenhang mit Immobilienvermögen erfreut sich vor allem im familiären Bereich großer Beliebtheit. Durch Zurückbehaltung eines Fruchtgenussrechts ist es beispielsweise möglich, Vermögen noch zu Lebzeiten zu verteilen, ohne auf die Einkünfte daraus zu verzichten. Umgekehrt sind auch viele Motive für die Zuwendung von Früchten unter Zurückbehaltung der Vermögenssubstanz denkbar. Die Zurückbehaltung oder Gewährung von Fruchtgenussrechten hat immer auch eine Reihe von steuerlichen Konsequenzen, die in die Gestaltungsüberlegungen mit einbezogen werden sollten. // TEXT: SIEGHARD HASLWANTER & ANDREAS KAPFERER
einer gesetzlichen Unterhaltsverpflichtung übertragen wird, ist für die Frage der Einkünftezurechnung zum Fruchtgenussberechtigten nicht von Bedeutung. // Wesentliche Kriterien: Der Fruchtgenussberechtigte muss über die Einkunftsquelle maßgeblich disponieren können (ist in der Regel bei langfristig dauervermieteten Wohnungen mangels Einflussnahme- bzw. Dispositionsmöglichkeiten nicht der Fall). Dem Fruchtgenussberechtigten muss jedenfalls die uneingeschränkte und unwiderrufliche Dispositionsbefugnis über die Einkunftsquelle eingeräumt werden
A
(die Möglichkeit der jederzeitigen Beendigung des Fruchtgenussrechts aus wichtigen Gründen ist schädlich; eine Scheidungsklauus steuerlicher Sicht wird
wirtschaftliche Eigentum, aber auch auf ein
sel in der Form, dass im Falle der Scheidung
zwischen Vorbehaltsfrucht-
Mietrecht oder ein Nutzungsrecht bezie-
der Fruchtgenuss endet, ist unschädlich).
genussrechten und Zuwen-
hen. Die Zurechnung der Einkünfte muss
Die Einräumung eines bloß obligatorischen
dungsfruchtgenussrechten
daher nicht mit der Zurechnung der zur Ein-
Fruchtgenussrechts mit Notariatsakt ist
unterschieden. Von einem Vorbehaltsfrucht-
kunftserzielung eingesetzten Wirtschaftsgü-
ausreichend, eine Eintragung im Grundbuch
genussrecht spricht man, wenn jemand
ter zusammenfallen.
ist nicht erforderlich. Eine Fruchtgenuss-
das zivilrechtliche Eigentum an einer Sa-
Die Einkünfte aus einem Fruchtgenuss-
bestellung auf einen Zeitraum von zehn
che überträgt und sich im Zuge dessen das
recht sind nur dann dem Fruchtgenussbe-
Jahren wird üblicherweise als ausreichend
Fruchtgenussrecht an der Sache zurückbe-
rechtigten zuzurechnen, wenn er auf die
angesehen. Im Rahmen des Nettofruchtge-
hält; übertragen wird also das Eigentum an
Einkünfteerzielung Einfluss nimmt, indem
nusses sind vom Fruchtgenussberechtigten
der Sache, das Recht auf die volle Nutzung
er am Wirtschaftsleben teilnimmt und die
insbesondere Erhaltungsaufwand, Abga-
der Sache wird nicht übertragen und bleibt
Nutzungsmöglichkeiten nach eigenen In-
ben und Zinsen in Zusammenhang mit dem
beim bisherigen Eigentümer. Demgegenüber
tentionen gestaltet. Dazu gehört zum ei-
Mietobjekt zu tragen; dass die Übernahme
wird bei einem Zuwendungsfruchtgenuss-
nen, dass der Fruchtgenuss für eine gewisse
der laufenden Kosten in der Fruchtgenuss-
recht einem anderen ein Fruchtgenussrecht
Dauer bei rechtlich abgesicherter Position
vereinbarung nicht ausdrücklich geregelt
entgeltlich oder unentgeltlich eingeräumt,
bestellt sein muss, und zum anderen, dass
ist, ist unschädlich, weil sich diese Verpflich-
während die Sache selbst im zivilrechtlichen
die Fruchtgenussbestellung nach außen hin
tung bereits aus dem Zivilrecht ergibt.
Eigentum des bisherigen Eigentümers ver-
erkennbar ist. Von besonderer Bedeutung
bleibt; es wird also das Recht auf die volle
ist außerdem, dass der Fruchtgenussberech-
Nutzung der Sache übertragen, nicht jedoch
tigte die Aufwendungen im Zusammen-
das Eigentum.
hang mit dem Gegenstand des Fruchtge-
Wer kann die Absetzung für Abnutzung (AfA) geltend machen?
nusses trägt und ihm somit lediglich der
Grundsätzlich steht die AfA nur dem wirt-
Nettoertrag verbleibt (Nettofruchtgenuss).
schaftlichen Eigentümer zu, da nur diesen
Ist Gegenstand des Fruchtgenussrechts eine
der Wertverzehr trifft. Da bei Fruchtgenuss-
Grundsätzlich sind Einkünfte aus Immo-
Immobilie (Mietobjekt), erzielt der Fruchtge-
verhältnissen regelmäßig der Fruchtgenuss-
bilien demjenigen zuzurechnen, dem auch
nussberechtigte Einkünfte aus Vermietung
besteller wirtschaftlicher Eigentümer bleibt,
die Einkunftsquelle zuzurechnen ist. Die
und Verpachtung. Ob die Einkunftsquelle
ist auch nur dieser berechtigt, eine AfA gel-
Einkunftsquelle kann sich dabei auf das
entgeltlich, unentgeltlich oder in Erfüllung
tend zu machen. Voraussetzung dafür ist
Wem sind die Einkünfte aus der Immobilie zuzurechnen?
54
eco.nova
jedoch, dass bei ihm überhaupt eine Einkunftsquelle anzunehmen ist. Das ist beim entgeltlichen Zuwendungsfruchtgenuss regelmäßig der Fall. Beim unentgeltlichen Zuwendungsfruchtgenuss hat
© DIE FOTOGRAFEN
eco.steuern
der Fruchtgenussbesteller hingegen keine Einkunftsquelle und kann somit keine AfA vom Fruchtgenussgegenstand (dem Mietobjekt) absetzen. Ähnlich ist die Situation beim Vorbehaltsfruchtgenussrecht. Hier „verliert“ der Fruchtgenussberechtigte (und ehemalige Eigentümer) die AfA, da das wirtschaftliche Eigentum und damit auch der Wertverzehr auf den neuen Eigentümer und Fruchtge-
Mag. Sieghard Haslwanter, Steuerberater bei Deloitte, und Mag. Andreas Kapferer, LL.M., Partner bei Deloitte
nussbesteller übergehen. Dieser kann ebenfalls keine AfA geltend machen, da er keine Einkunftsquelle hat. Allerdings bietet der Fiskus in diesem Fall einen Ausweg: Leistet der Fruchtgenussberechtigte dem Fruchtge-
sein. Eine Steuerpflicht als private Grund-
mit die Gegenleistung erhöhen, aber auch al-
nussbesteller eine Zahlung für Substanz-
stücksveräußerung könnte im Zusammen-
leine für sich die Gegenleistung im grund-
abgeltung in Höhe der bisher geltend ge-
hang mit der Veräußerung oder Ablöse von
erwerbsteuerlichen Sinn darstellen. Bei Er-
machten AfA, dann ist diese Zahlung beim
Fruchtgenussrechten vorliegen, wenn der
werben im Familienverband ist jedoch nie
Fruchtgenussberechtigten abzugsfähig; der
übertragende Fruchtgenussberechtigte wirt-
die Gegenleistung die Bemessungsgrundlage,
Fruchtgenussbesteller erzielt Einnahmen
schaftlicher Eigentümer der Immobilie ist.
sondern in der Regel der Grundstückswert.
in Höhe der Substanzabgeltung, die mit der
Die Einräumung eines Zuwendungsfrucht-
Die Ausführungen beziehen sich auf den Re-
Umsatzsteuerpflichtige Leistung bei Vorbehalts- und Zuwendungsfruchtgenuss?
gelfall, in dem der Fruchtgenussbesteller wirt-
Das Zurückbehalten eines Vorbehaltsfrucht-
schaftlicher Eigentümer der Immobilie bleibt.
genussrechts bei Übertragung einer Immobi-
Gebühren bei Fruchtgenussrechten an Immobilien?
Insbesondere dann, wenn der Fruchtgenuss-
lie stellt keinen Leistungsaustausch dar und
Grundsätzlich unterliegen entgeltlich einge-
berechtigte neben dem bloßen Nutzungs-
löst keine Umsatzsteuerpflicht aus. Die un-
räumte Fruchtgenussrechte, sofern eine Ur-
recht auch die Chance auf die Wertsteigerung
ternehmerische Nutzung der Immobilie er-
kunde errichtet wird, einer Rechtsgeschäfts-
hat bzw. das Risiko der Wertminderung trägt
folgt auch nach der Übertragung durch den
gebühr von zwei Prozent. Unentgeltlich
und er eine Veräußerung der Immobilie er-
Fruchtgenussberechtigten (es erfolgt kein
eingeräumte Fruchtgenussrechte lösen keine
wirken kann sowie ein Veräußerungs- und
Vermieterwechsel). Eine Eigenverbrauchs-
Gebührenpflicht aus.
Belastungsverbot begründet ist, kann der
besteuerung wird durch den Vorbehalt des
Fruchtgenussberechtigte auch wirtschaftli-
Fruchtgenusses nicht ausgelöst.
cher Eigentümer der Immobilie und folglich
Erfolgt die Einräumung eines Zuwendungs-
zum Abzug der AfA berechtigt sein.
fruchtgenussrechts an einem Mietobjekt
Steuerliche Gestaltungsmöglichkeit durch „Einkommenssplitting“
unentgeltlich und trägt der Fruchtgenussbe-
Die gängigste Einsatzmöglichkeit von
rechtigte lediglich die ihm auferlegten Lasten,
Fruchtgenussrechten an vermieteten Immo-
liegt kein umsatzsteuerpflichtiger Leistungs-
bilien ist die Verlagerung von Einkünften zur
austausch vor; eine Eigenverbrauchsbesteu-
Nutzung des progressiven Einkommensteu-
Einkommensteuerlich ist relevant, ob das
erung wird diesfalls ausgelöst. Erfolgt die
ertarifs. Beim Einsatz von unentgeltlichen
Fruchtgenussrecht zur Nutzung überlassen,
Einräumung eines Zuwendungsfruchtge-
Fruchtgenussrechten ist zu beachten, dass
auf einen Dritten übertragen oder auf dieses
nussrechtes entgeltlich, liegt hingegen eine
eine etwaige AfA weder vom Fruchtgenuss-
endgültig verzichtet wird. Wird ein Frucht-
grundsätzlich umsatzsteuerbare Leistung
berechtigten noch vom Fruchtgenussbestel-
genussrecht zeitlich beschränkt überlassen,
vor, die der Vermietung und Verpachtung von
ler bemessungsgrundlagenmindernd geltend
bleibt die Einkunftsquelle (mit Einkünften
Grundstücken gleichzustellen ist.
gemacht werden kann. Um eine etwaige AfA
AfA auf den Fruchtgenussgegenstand (dem Mietobjekt) verrechnet werden können.
Welche steuerlichen Folgen hat eine Ablöse des Fruchtgenussrechts?
aus Vermietung und Verpachtung) erhalten.
genussrechts unterliegt für sich nicht der Grunderwerbsteuer.
steuerlich nutzen zu können, bietet sich da-
Fruchtgenussrechts eine Veräußerung dar.
Grunderwerbsteuer bei Vorbehalts- und Zuwendungsfruchtgenuss?
Der Vorteil aus der Veräußerung führt nicht
Die Schenkung von Liegenschaften gegen
nuss an.
zu Einkünften aus Vermietung und Verpach-
Vorbehalt eines Fruchtgenussrechts stellt
Die steuerlichen Fragestellungen im Zu-
tung. Nach aktueller Rechtslage kann die
einen Erwerbsvorgang nach dem Grunder-
sammenhang mit Fruchtgenussrechten an
Veräußerung eines Fruchtgenussrechts als
werbsteuergesetz dar; Fruchtgenussrechte
Immobilien sind sehr komplex, weshalb die
Spekulationsgeschäft innerhalb der Speku-
zählen zu den „vorbehaltenen Nutzungen“.
Einbeziehung eines steuerlichen Beraters an-
lationsfrist von einem Jahr steuerpflichtig
Ein Vorbehaltsfruchtgenussrecht kann da-
zuraten ist. // www.deloitte-tirol.at
Verzichtet jedoch der Fruchtgenussberechtigte auf sein Recht, stellt diese Aufgabe des
her eine Zahlung für Substanzabgeltung beim Vorbehaltsfruchtgenuss bzw. eine Entgeltszahlung beim Zuwendungsfruchtge-
eco.nova
55
eco.steuern
Schenken mit Vorteil Die Weihnachtsfeier steueroptimal gestalten. // TEXT: STB. LUCA DI VALENTINO
F
ür viele Unternehmer ist es Tra-
er bzw. Körperschaftsteuer mindern. Sollten
dition, für ihre Mitarbeiter eine
die Zuwendungen die angeführten Freibe-
Weihnachtsfeier zu gestalten
träge übersteigen, hat der Dienstgeber die
und in diesem Zuge ihre Wert-
darauf entfallenden Lohnnebenkosten zu
schätzung gegenüber jedem Einzelnen zum
entrichten.
Ausdruck zu bringen. In diesem Zusammenhang ist es auch durchaus üblich, sich bei
Kundengeschenke
den Dienstnehmern mit Geschenken für
Pflegen von Geschäftsbeziehungen, ein
deren Leistungen zu bedanken. Auch gegen-
Zeichen der Anerkennung für die gute Zu-
über Kunden und Geschäftspartnern möch-
sammenarbeit oder lediglich als kleine Auf-
ten sich viele Unternehmer mit Geschenken
merksamkeit – die Motive für das Beschen-
und kleinen Aufmerksamkeiten für die gute
ken von Kunden können vielfältig sein. Aus
Geschäftsbeziehung bedanken.
Sicht des Finanzamtes stellen diese Ausga-
Zur Vermeidung etwaiger unangenehmer
ben aber grundsätzlich steuerlich nicht ab-
steuerlicher und sozialversicherungsrecht-
ziehbare Ausgaben dar. Lediglich für den
licher Folgen im Zusammenhang mit den
Fall, dass dem Kunden oder Geschäftspart-
Geschenken und Betriebsveranstaltungen sollten die gesetzlichen Regelungen zu diesen Themen bedacht werden. Grundsätzlich stellt jeder unentgeltliche Vorteil, den ein
Stb. Luca Di Valentino Sparkassenplatz 5, 6020 Innsbruck www.divalentino.at
Dienstgeber dem Dienstnehmer gewährt,
ner Geschenke aus Gründen der Werbung überlassen werden, sind diese Kosten steuerlich abzugsfähig, sofern die Geschenke geeignet sind, einen Werbewert zu erzielen (zum Beispiel bei Kugelschreibern, Kalen-
nämlich einen steuerpflichtigen Bezug des
den Sachzuwendungen darf es sich um keine
dern, Kaffeetassen oder Feuerzeugen, auf
Dienstnehmers dar. Für gewisse Veranstal-
individuelle Entlohnung handeln, weshalb
denen ein Firmenlogo oder eine Aufschrift
tungen und dabei gewährte Zuwendungen
die Übergabe von Geschenken an einzelne
angebracht sind).
hat der Gesetzgeber allerdings Begünstigun-
Mitarbeiter steuerlich nicht begünstigt ist.
gen vorgesehen.
Die Abhaltung einer gesonderten Betriebs-
Umsatzsteuer
veranstaltung ist laut Meinung der Finanz-
Sachzuwendungen an Mitarbeiter unterlie-
verwaltung keine Voraussetzung für die steu-
gen dann der Umsatzsteuer, wenn der Ein-
Betriebsveranstaltungen sind für Dienstneh-
erfreie Gewährung von Sachzuwendungen.
kauf zum Vorsteuerabzug berechtigt hat,
mer bis zu einem jährlichen Betrag von 365
Als Sachzuwendungen gelten neben her-
sofern nicht nur kleine Aufmerksamkeiten
Euro pro Mitarbeiter abgaben- und steuer-
kömmlichen Geschenken auch Gutscheine
wie Schokolode oder andere Kleinigkeiten
frei. Zu diesen zählen vor allem Betriebsaus-
und Geschenkmünzen, die nicht in Bargeld
vorliegen. Gesetzlich wird dies unter dem
flüge, Weihnachtsfeiern oder sonstige Fir-
abgelöst werden können. Keine steuerli-
Tatbestand der Eigenverbrauchsbesteuerung
menveranstaltungen. Die Teilnahme an der
che Begünstigung besteht jedoch, wenn den
subsumiert.
Betriebsveranstaltung muss allen Dienst-
Mitarbeitern als Geschenk Bargeld über-
Auch die Kundengeschenke unterliegen der
nehmern bzw. einem bestimmten Kreis von
reicht wird.
Umsatzsteuer, sofern ein Vorsteuerabzug
Betriebsangehörigen offenstehen. Als Nach-
Sollte die Summe der Kosten für die Ge-
möglich war. Von dieser Regelung ausge-
weis gegenüber der Finanzbehörde sollte ei-
schenke eines Jahres den Freibetrag von 186
nommen sind Warenmuster oder Geschenke
ne Teilnehmerliste vorgelegt werden, damit
Euro überschreiten, stellen die darüber hin-
geringen Wertes (die Grenze liegt bei 40 Euro
die Anzahl der Mitarbeiter feststellbar ist.
ausgehenden Sachzuwendungen steuer- und
netto pro Jahr und Geschäftspartner). Auf-
Sollten die Kosten der Betriebsveranstaltung
sozialversicherungspflichtige Bezüge des
wendungen für geringe Werbeträger
die Grenze von 365 Euro pro Mitarbeiter
Dienstnehmers da. Sollte im selben Jahr ein
(z. B. Kugelschreiber mit Logo) sind vernach-
übersteigen, wird nur der darüber hinaus-
Firmen- oder Dienstjubiläum bestehen und
lässigbar und nicht in die 40-Euro-Grenze
gehende Betrag steuer- und sozialversiche-
der Dienstnehmer dabei ebenfalls eine Sach-
einzurechnen.
rungspflichtig, da es sich bei dieser Grenze
zuwendung von seinem Dienstgeber erhal-
um einen Freibetrag handelt.
ten, dann können in diesem Jahr zusätzlich
Betriebsveranstaltungen
Sachzuwendungen
186 Euro steuerfreie Sachzuwendungen vom Dienstnehmer bezogen werden.
Für Geschenke anlässlich einer Betriebsver-
Aus Sicht des Dienstgebers stellen die Ausga-
anstaltung gilt ein jährlicher Freibetrag in
ben für Betriebsveranstaltungen und Sach-
Höhe von 186 Euro pro Mitarbeiter. Dabei
zuwendungen stets Betriebsausgaben dar,
sind die Kosten sämtlicher Geschenke eines
die als freiwillige Sozialaufwendungen die
Kalenderjahres zusammenzurechnen. Bei
Bemessungsgrundlage der Einkommensteu-
56
eco.nova
FAZIT
Kundengeschenke sind grundsätzlich steuerlich nicht abzugsfähig und unterliegen der Umsatzsteuer. Betriebsveranstaltungen und Sachzuwendungen können Sie innerhalb bestimmter Grenzen ohne steuerliche Folgen durchführen.
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Verlässlicher Partner
© HOLY
Seit nahezu 150 Jahren ist die Volksbank Tirol der finanzwirtschaftliche Nahversorger in der Region. Von Beginn an stand dabei die „Pflege des mittelständischen Geschäfts im Handel und Gewerbe“ im Mittelpunkt. Diesen Schwerpunkt hat sich die Volksbank Tirol erhalten und trägt ihren traditionellen Werten Freiheit und Verantwortung bis heute Rechnung.
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D
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eco.nova
57
Zukunft Bildung & Innovation
Strategische Pfeiler für das digitale Zeitalter
D
ie Datenberge wachsen immens.
liche Institutionen als Treuhänderinnen von
Ununterbrochen werden mehr
Daten und Algorithmen walten. Zudem brau-
Daten produziert als verarbeitbar
che es eine digitale Agenda als Grundlage für
sind. Von den meisten über uns gesammel-
neue Jobs und die künftige digitale Gesell-
ten Daten wissen wir gar nicht, dass sie exis-
schaft. Neue Bildungskonzepte sollten stärker
tieren. Dirk Helbing, einer der führenden
auf kritisches Denken, Kreativität, Erfinder-
Komplexitätsforscher, war Anfang Oktober
und Unternehmergeist ausgerichtet sein und
als Keynote-Speaker bei einer QIBB-Fach-
die Ausbildung sollte den verantwortungs-
tagung in Innsbruck. Im Gespräch mit eco.
vollen Umgang mit digitalen Technologien
nova ließ er keinen Zweifel daran, dass Big
vermitteln. Wissenschaft, Wirtschaft, Politik
Data und künstliche Intelligenz die Schlüs-
und Bildungseinrichtungen müssten der Ge-
sel zu wichtigen Innovationen sind und
sellschaft dieses Wissen zur Verfügung stellen.
enormes Potenzial bergen, die wirtschaft-
Partizipative Plattformen sollten es erleichtern, sich selbstständig zu machen und eigene
liche Wertschöpfung zu steigern. Helbing ist Mitautor des digitalen Manifests – einer Strategie für das digitale Zeitalter. Der gelernte Physiker und Soziologe warnt darin vor dem Ende der Demokratie und macht zugleich Mut, mit Ideen für eine Demokratie 2.0 auf Basis von informeller Selbstbestimmung von der personalisierten Gesundheitsvorsorge bis zu nachhaltigen Städten. „Dazu
Prof. Dr. Dirk Helbing ist seit 2007 Professor für Computational Social Science am Department für Geistes-, Sozial- und Politikwissenschaften sowie Mitglied des Informatikdepartments der ETH Zürich. Seit Juni 2015 ist er assoziierter Professor an der Fakultät für Technik, Politik und Management an der Technischen Universität Delft, wo er die Doktorandenschule „Engineering Social Technologies for a Responsible Digital Future“ leitet.
Projekte und Services weltweit zu vermarkten sowie Ressourcen zu verwalten. Eine digitale Mitmachgesellschaft könnte entstehen, die es schafft, die Zivilgesellschaft zu mobilisieren. Die Kombination von mehreren Lösungen könnte uns zu einem neuen Wachstumsgesetz führen, dem „kombinatorischen Wachstum“, wie Helbing es nennt. Mit Open Source kann eine Sharing Eco-
brauchen wir ein nachhaltiges Wirtschaftssystem. Der sozioökonomische Rahmen
nomy entstehen, in der auf die Selbstorga-
muss angepasst werden, um die Errungen-
Top-down-Kontrolle nicht mehr. Zugleich
nisation jedes Einzelnen gebaut wird. Dazu
schaften der Gesellschaft, wie Demokratie
schwindet das Vertrauen der Gesellschaft in
müssten die gesammelten Daten geöffnet
und Menschenwürde in Zusammenhang mit
die Politik mehr und mehr, denn existenzielle
und für jeden zugänglich gemacht werden.
der Datensammlung von jedem Einzelnen,
Probleme wie Krieg, Klimawandel oder Terro-
Das würde einen gewaltigen Innovations-
nicht in Gefahr zu bringen. Durch Verfolgen
rismus konnten nicht gelöst werden. Helbing
schub bewirken und die gesetzliche Über-
aller Aktivitäten, die digitale Datenspuren
vertritt die These, dass es an uns liegt, die so-
regulierung würde der Vergangenheit ange-
hinterlassen – zum Beispiel beim Einkau-
genannten „Warrooms“, wie er die Schaltzen-
hören. Voraussetzung für den innovativen
fen – entsteht ein gläserner Bürger. Durch
tralen der Mächtigen nennt, in „Peacerooms“
Dateneinsatz wäre ein geeigneter Ehren-
die Verwendung persönlicher Daten kann
zu verwandeln. Dazu brauchen wir einen
kodex, den zumindest all jene anerkennen
künstliche Intelligenz mittlerweile lernen,
neuen Ansatz: „Alle sollen Nutzen aus den ge-
müssten, die Zugang zu sensiblen Daten und
unsere Entscheidungen zu manipulieren.“
sammelten Daten ziehen und Zugriff darauf
Algorithmen erhalten, zitiert der Wissen-
haben. Es braucht nicht nur eine große digi-
schaftler aus seinen Thesen: „So könnten
tale Transformation, sondern begleitend auch
wir es schaffen, die derzeit herrschende In-
Für das Management einer modernen und
eine gesellschaftliche und wirtschaftliche, in
formationsasymmetrie auszugleichen.“ Da-
innovativen Gesellschaft sind bessere Infor-
der Dezentralisierung und Diversität eine gro-
zu nennt Dirk Helbing ein Beispiel aus der
mationen, offene Daten für alle und mehr
ße Rolle spielen werden“, schickt Helbing vo-
Natur: „Der Regenwald wirft nach einiger
Selbstständigkeit gefragt, um künstliche In-
raus. Dieser Ansatz schafft den Rahmen für
Zeit Blätter ab, die den Humus für weiteres
telligenz zum Wohl der Gesellschaft nutzen
eine kollaborative Intelligenz und lässt viel
Wachstum bilden. Diesen ‚digitalen Humus’
zu können. Die großen Player (Google, Face-
Freiheit für Kreativität.
müssen wir uns zu Nutze machen, um einen
book ...) sowie der Staat sind mit dem Wissen
Um ausreichend Transparenz und Vertrauen
neuen Wirtschafts-, Ökonomie- und Finanz-
aus Big Data Jahre voraus, schaffen aber die
zu schaffen, sollten führende wissenschaft-
kreislauf entstehen zu lassen.“
Innovation statt Manipulation
// TEXT: MARION WITTING
58
eco.nova
eco.zukunft
ECO.MMENTAR
ehr geht Arbeiten, bis nichts m Dr. Bernhard Huter, Dr. Wolfgang Sterzinger, Dr. Gerhart Handle und Dr. Stefan Neuhüttler
„Die Orthopäden“ 20 Jahre Gemeinschaftspraxis für Orthopädie und Traumatologie
I
n der Medizin ist Beständigkeit ein wichtiger Faktor bei der ehrlichen Betreuung von Patienten. Bereits 1997 gründeten Dr. Bernhard Huter und Dr. Wolfgang Sterzinger in Innsbruck die erste
Der Begriff Burnout sagt, wenn man ihn wörtlich übersetzt, bereits alles – ausgebrannt sein. Und es kann jeden treffen.
Gemeinschaftspraxis für Orthopädie und orthopädische Chirurgie.
Günther Wurm, Consultant, Business Pool Austria
Aufgrund des guten Zulaufes wurde die Praxis im Jahr 2003 durch Dr. Gerhart Handle ergänzt, 2010 folgte die Übersiedelung an den Boz-
abermals erweitert.
A
Im Mittelpunkt der medizinischen Betreuung steht der Mensch als Ge-
können, geht lange alles gut. Dann reicht oft ein kleiner Aus-
samtheit, wobei sich in den letzten Jahren die konservative und opera-
löser – eine alleinerziehende Mutter, die Kind, Haushalt und
tive Behandlung der Arthrose als Mittelpunkt der Tätigkeit herauskris-
einen 40-Stunden-Job gemeistert hat, schafft es plötzlich
tallisierte. Als operative Konsequenz bildete sich daraus ein Zentrum
nicht mehr, morgens aufzustehen. Weil einfach keine Kraft
für Endoprothetik.
mehr da ist. Der Chef, der Topleistungen erbringt, immer ein
Neben internen und externen Fort- und Ausbildungen im In- und Aus-
offenes Ohr für seine Mitarbeiter hat und kein Fußballtrai-
land konnten „Die Orthopäden“ eine Spezialisierung im Bereich der
ning von seinem Sohn verpasst, bricht zusammen, weil er ei-
Implantationen von Kunstgelenken – insbesondere Hüft- und Kniege-
nes Morgens seine Tasche nicht finden kann. Burnout kann
lenke – erreichen. Die Endversorgung mit einem künstlichen Hüft- oder
jeden treffen.
Kniegelenk sollte jedoch erst am Ende der Behandlung stehen. Zu Be-
Das sind keine Einzelfälle: Angenommen wird, dass bis zu
ginn wird neben physiotherapeutischen Möglichkeiten mit muskulärer
zehn Prozent der Erwerbstätigen an Burnout leiden – bei einer
Trainingstherapie im hauseigenem Therapiezentrum versucht, knor-
deutlich höheren Dunkelziffer. Zudem hat auch diese psychi-
pelaufbauende, schonende Medikamente in das Arthrosegelenk zu in-
sche Erkrankung viele Gesichter. Ursprünglich war häufig in
filtrieren. Neben Hyaluronsäure kommen hier auch Eigenblutinjektio-
sozialen oder pädagogischen Berufen die Rede von Burnout,
nen(ACP) zur Verwendung. Bei völliger Resistenz der Beschwerden bzw.
auch Menschen in leitenden Positionen erhielten häufiger die
schwerer Arthrose (Gelenksverschleiß) bietet sich schließlich nur noch
Diagnose. Heute wird von Burnout-Erkrankungen aus allen
der Ersatz des Gelenks an. Hierbei werden moderne Techniken wie
Berufsfeldern berichtet. Seriöse Zahlen zur Häufigkeit von
minimalinvasive Zugänge (Amis-Methode, anteriorer Zugang) bei der
Burnout gibt es keine, es steht jedoch fest, dass sich Kran-
Hüft-TEP sowie personenspezifische Knieprothesenmodelle eingesetzt.
kenstandstage aufgrund psychischer Erkrankungen in den
Ein nicht zu unterschätzender Vorteil für Patienten der Gemeinschafts-
vergangenen 20 Jahren verdoppelt haben.
praxis ist die ständige Erreichbarkeit der Ärzte. Die Praxis ist zwölf
Damit es gar nicht so weit kommt, dass die Akkus einmal so
Monate im Jahre geöffnet, an Grenzzeiten wie Weihnachten sind „Die
leer sind, dass „Mensch“ sich gar nicht mehr in Betrieb nehmen
Orthopäden“ zum Teil die einzige orthopädische Praxis, die geöffnet
lässt, sollte jeder auf sich und seine individuellen Bedürfnisse
hat. Bei Operationen sind zudem stets zwei Fachärzte für Orthopädie
achten. Aber auch Unternehmen können dazu beitragen, dass
anwesend, gearbeitet wird nach dem Vieraugenprinzip. Dadurch ver-
ihre Mitarbeiter kein Burnout erleiden. Eine geeignetes Ins-
mindert sich die Fehlerquote, die Qualität wird deutlich erhöht.
trument ist die Evaluierung der psychischen Belastung am Ar-
Insgesamt werden von den vier Fachärzten für Orthopädie rund 20.000
beitsplatz. Durch gezielte Fragestellung in einer quantitativen
Ordinationen pro Jahr durchgeführt. Das Credo, den gesamten Men-
Befragung können Gefahrenpotenziale erkannt und Maßnah-
schen und nicht nur das Gelenk zu sehen, hat sich über 20 Jahre be-
men dagegen abgeleitet werden. Die Folge sind weniger Kran-
währt. Das beweisen nicht zuletzt die insgesamt 150.000 behandelten
kenstandstage bei den Mitarbeitern, Kosteneinsparungen im
Patienten.
Betrieb sowie zufriedene und gesunde Mitarbeiter.
ner Platz ins Zentrum von Innsbruck. Zur Komplettierung des Spektrums und aufgrund der großen Nachfrage wurden „Die Orthopäden“ mit Dr. Stefan Neuhüttler, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie,
DIE ORTHOPÄDEN
Bozner Platz 7, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/56 00 56 office@dieorthopaeden.at, www.dieorthopaeden.at
ls eine der Hauptursachen für Burnout wird immer wieder der steigende Druck in der Gesellschaft genannt und trotz der Nebenwirkungen, die von
Schlafstörungen bis hin zu schweren Depressionen reichen
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Museumstraße 20, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/27 90 60 info@businesspool.at, www.businesspool.at
eco.nova
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ECO.MMENTAR
Da ist sie. Die neue Sau, die durchs mediale Dorf getrieben wird: Digitalisierung. Kaum ein Magazin oder eine Veranstaltung, wo es nicht um ihre Gefahren und Chancen für die Wirtschaft geht.
© FABIAN ISARA
allererst Digitalisierung ist zu ein Kulturthema
// TEXT: HANNES OFFENBACHER
K
önnen wir – haben wir – machen wir, tönt es da meist von den Podiumsdiskussionen runter und aus den Leitartikeln raus. Dass dabei die meisten nicht einmal sicher sagen könnten, wie viel Mbit Downloadge-
schwindigkeit ihr Smartphone schafft, kann vernachlässigt werden. Auch dass
Mit „Swarm Analytics“ setzten sich Michael Bredehorn (li.) und Georg Westner bei der 120-Sekunden-Chance durch.
DURCHGESETZT
glaubwürdig den Anschein zu erwecken, man gehöre zur Parade dazu.
S
Wirklich problematisch wird die Sache dann, wenn man wegen des ständigen
zu heben und die Gründung von Start-ups zu for-
Abschießens medialer Leuchtraketen weiterhin an der Oberfläche treibt, wäh-
cieren, brauche es die gezielte Zusammenarbeit von
rend an anderen Orten der Welt tief getaucht wird. Denn wir stehen an einem
Unternehmen, Ausbildungs- und Forschungseinrich-
Punkt der Transformation, dessen Ausmaß sich viele Führungskräfte, geprägt
tungen, Gesellschaft, Politik und Investoren, so Tal
von vielen Jahrzehnten der Stabilität und der linearen Weiterentwicklung, nicht
Catran, Accelerator-Experte aus Israel, und Tech-In-
annähernd vorstellen können. Denn: Die bis dato auf Informationsaustausch
dustry-Expertin Cathy White aus London. Beide
und Kommunikation (von Menschen) fokussierte digitale Vernetzung am Com-
waren als Vortragende beim Start-up-Festival ein-
puter und Smartphone beginnt sich nun in alle physischen Bereiche unserer
geladen, das Ende November in Innsbruck über die
Gesellschaft auszubreiten.
Bühne ging und im Zuge dessen die Sieger der Eu-
Das „Internet of Things“ (IoT) öffnet eine neue Dimension an Möglichkeiten
regio-weiten „120-Sekunden-Chance“ ausgezeichnet
für Produktionsprozesse und Geschäftsmodelle. Aber: Nur die wenigsten Un-
wurden. Seit Anfang Oktober nahmen in Tirol, Süd-
ternehmen und Institutionen werden in der Lage sein, diese für sich zu nutzen.
tirol und dem Trentino über 80 Start-ups und Unter-
Es fehlt ihnen schlicht an der notwendigen sozialen Software = Unterneh-
nehmen teil, Jury und Publikum wählten schließlich
menskultur.
das Tiroler Gründerteam „Swarm Analytics“ und de-
Jetzt mal ganz ehrlich (wie der Österreicher gerne Tacheles einleitet): Der Groß-
ren strategische Anlayse zu Big Data zur besten Ge-
teil der heimischen mittelständischen Wirtschaft und ihre Interessenvertre-
schäftsidee.
viele der selbsternannten Orakel noch nicht mal richtig bei Social Media angekommen sind, nachdem sie diese jahrelang als jugendliche Spielerei ignoriert hatten. Noch (immer) reicht es vielerorts aus, Worthülsen zu schleudern, um
tart-ups seien wesentliche Wachstumstreiber quer über alle Branchen, die technologische Innovationen vorantreiben und Beschäfti-
gungswachstum ermöglichen. Um diese Potenziale
tungen haben es gerade mal geschafft, eine Facebook-Seite einzurichten. Und selbst das hat Jahre gedauert. Die Mediennutzungskompetenz, Agilität im Management und Intensität der Kreativ- und Wissensarbeit, die notwendig ist, um die Potentiale der Digitalisierung zu erschließen, ist für die meisten eine unüberwindbare Mauer. Oder sagen wir es so: Digitalisierung läuft auf alter Software (in den Köpfen) nicht. Starre und damit langsame Hierarchien sind ebenso ungeeignet wie zentralisiertes Innovationsmanagement, interner Wissensaustausch via CC-verseuchter E-Mails und Sitzungen, bei denen eben alle sitzen, statt in Be-
INVESTITION IN UNIVERSITÄRE AUSGRÜNDUNGEN
wird es auch zunehmend schwierig werden, die notwendigen jungen Köpfe für
I
das Unternehmen zu begeistern. Die wollen weder alte Smartphones noch Ar-
gramm AplusB Scale-up sichern. Kürzlich nahm die
beitgeber, die es versäumt haben, Upgrades in der Unternehmenskultur zu ins-
neue Gesellschaft ihre Tätigkeit auf und begleitet
tallieren. Da geht was.
in Tirol technologieorientierte Start-ups mit hohem
wegung zu kommen. Digitalisierung ist zuallererst ein Kulturthema und damit initial Aufgabe der Unternehmensführung. Wird dort nicht rasch und entschlossen gehandelt,
m März dieses Jahres konnte sich das Konzept für die Gründungszentrum Start Up Tirol GmbH eine Förderzusage des Infrastrukturmi-
nisteriums in Höhe von 1,8 Millionen Euro im Pro-
Wachstumspotenzial bei der Geschäftsfeldentwick-
HANNES OFFENBACHER
Hannes Offenbacher ist Inhaber des Ideenstudios Mehrblick. www.mehrblick.at
lung. Das Land Tirol finanziert die Arbeit der Gründungszentrum Start Up Tirol GmbH mit 960.000 Euro. Damit stehen der Gesellschaft für ihre Arbeit in den nächsten fünf Jahren insgesamt rund 2,8 Millionen Euro an Finanzmitteln zur Verfügung.
60
eco.nova
promotion
Dynamische Weiterentwicklung Der vor kurzem begonnene Neubau des „Haus 14“ am Areal des Landeskrankenhauses (LKH) Hall in Tirol unterstreicht neuerlich den konsequenten Weg der tirol kliniken zur laufenden Erneuerung der Tiroler Gesundheits-Infrastruktur. Visualisierungen des Neubaus des „Haus 14“ im Landeskrankenhaus Hall i. T.
Zufahrtsbereich
Empfangs-, Informationsund Anmeldungsbereich
Magistrale (Brückenverbindung) – direkte und zügige Anbindung an das bestehende „Haus 10“
ZAHLEN – DATEN – FAKTEN
S
eit dem Spatenstich im Sommer
zu einem interessanten, sich ständig verän-
2017 wird ein weiterer signifikan-
dernden Fassadenbild. Das zweite und dritte
ter Schritt der Modernisierung der
Obergeschoss sind farblich auf das darunter-
Gesundheitsversorgung Tirols gesetzt. Die
liegende Stockwerk abgestimmt.
tirol kliniken werden mit der Umsetzung
Der Neubau wird mit dem bestehenden
dieses Krankenhaus-Neubaus die Synergie
Haus 10 durch eine offene und dadurch am
modernster Architektur mit zeitgemäßen
Tag natürlich beleuchtete Magistrale ver-
medizinischen Betreuungsmethoden ermög-
bunden, was das Zusammenwirken der an-
lichen.
liegenden Stationen und Bereiche zusätzlich
Die Entwurfsidee der Hinterwirth Architek-
erleichtern wird. Insgesamt wird das neue
ten Ziviltechniker OG aus Gmunden zeigt
„Haus 14“ 166 Stationsbetten und acht ta-
einen formschönen, kompakten und freund-
gesklinische Betten anbieten, im OP-Bereich
lichen Baukörper mit drei Geschossen, wobei
sind sechs Operationssäle vorgesehen.
das dritte Vollgeschoss etwas zurücksprin-
Die tirol kliniken investieren in den kom-
gen wird. Im Erdgeschoss (1. Obergeschoss)
menden Jahren im Auftrag des Landes Tirol
wird die Fassade mit farbigen Fensterele-
insgesamt ca. 70,5 Millionen Euro in diesen
menten gestaltet sein, durch Schiebeele-
Spitalsbau, der im 1. Quartal 2020 den Betrieb
mente bei den Patientenzimmern kommt es
aufnehmen wird.
Tirol Kliniken GmbH 100 % im Eigentum des Landes Tirol. Leitbetrieb der Gesundheitsversorgung in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino Kennzahlen 2016 • Umsatz: ca. 554 Mio. Euro • Standorte: - LandeskrankenhausUniversitätskliniken Innsbruck - Landeskrankenhaus Hall i. T. - Landeskrankenhaus HochzirlNatters (2 Standorte) - Landes-Pflegeklinik Tirol, Hall i. T. • Mitarbeiter: ca. 8.300 • Systemisierte Betten: 2.458 • ca. 57.000 operative und ca. 437.000 nichtoperative Einzelleistungen an stationären Patienten • ca. 1,9 Mio. Behandlungen (davon ca. 1,1 Mio. Diagnosen, Therapien) an ambulanten Patienten
eco.nova
61
TIROL INNOVATIV
Im Auftrag der Planai-Hochwurzen-Bahnen in Schladming kreierte die idee GmbH die „Treppe ins Nichts“. Diese spektakuläre Aussichtsplattform lässt den Besucher über der Südwand des Dachsteins schweben und gibt neue Einblicke in die Dimension des Dachsteinmassivs.
Ideen, die zum Erlebnis werden Mit ihren Konzepten wollen sie den Menschen die Natur zugänglich machen und treffen damit voll ins Schwarze. Die Ausblicke sind alles andere als schwarz, sondern erÜffnen beeindruckende Welten. // TEXT: DORIS HELWEG
© ANDREAS FRIEDLE
eco.zukunft
Am Anfang stand VISCOPE, ein Fernrohr mit Mehrwert. Heute fassen die beiden Meteorologen und Geophysiker Marius Massimo und Norbert Span mit ihren visionären Ideen immer mehr Fuß in der Tourismusberatung und touristischen Masterplanung.
„WIR WOLLEN DEN MENSCHEN DIE VERSCHIEDENEN NATURSCHAUPLÄTZE NÄHERBRINGEN, WOLLEN DIE NATUR NOCH ERLEBNISREICHER MACHEN.“ Marius Massimo und Norbert Span
S
chon beim Abschluss ihres Stu-
Tiroler Zukunftsstiftung und Marius Mas-
Marius Massimo. Es folgten einige Indoor-
diums der Meteorologie und
simo als Geschäftsführer der Regionalent-
projekte wie das Seilbahnmuseum auf der
Geophysik hatten sie große
wicklung Landeck – entwickelten sie weitere
Nordkette oder in Ischgl sowie der Dach-
Ideen. Ein Gletschermuseum
Projekte. In der Freizeit und an Wochen-
stein Eispalast.
schwebte ihnen vor, und die Pläne waren in
enden konzipierten sie zum Beispiel das
Zusammenarbeit mit dem damaligen Ge-
Schneeflockenmuseum auf der Zugspitze
Die Natur zugänglich machen
schäftsführer der Stubaier Gletscherbahn
oder die Eis- und Gletscherausstellung für
Mit der Zeit wagten sich die beiden Alpinis-
auch schon recht weit gediegen. Doch es soll-
die Großglockner Hochalpenstraßen AG –
ten auch in den Outdoorbereich und entwi-
te dann doch nicht sein. Die beiden frischge-
faszinierende Erlebniswelten, die immer
ckeln seitdem beeindruckende Erlebniswel-
backenen Glaziologen Mag. Marius Massimo
mehr Gäste in die Berge locken.
ten wie den Panoramaweg samt Plattform in
und Dr. Norbert Span ließen sich aber nicht
Mit dem Siegerprojekt zum Wettbewerb
der Schlick oder inszenieren erlebnisreiche
entmutigen und konnten zumindest Teile ih-
des Naturparkhauses Kaunergrat wagten
Wanderwege wie den WildeWasserWeg im
res Konzeptes bei der Eis- und Gletscheraus-
sie dann endgültig den Schritt in die Selbst-
Stubai. „Wir wollen den Menschen die ver-
stellung auf der EXPO 2000 in Hannover für
ständigkeit. „Nachdem wir den Wettbewerb
schiedenen Naturschauplätze näherbringen,
die Zillertaler Gletscherbahnen umsetzen.
für das Naturparkhaus Kaunergrat gewon-
wollen die Natur noch erlebnisreicher ma-
Neben ihren beruflichen Tätigkeiten – Nor-
nen hatten, haben wir es beide riskiert und
chen. Gemeinsam mit unseren Auftragge-
bert Span als Bereichsleiter für Alpin in der
unsere Fixanstellungen gekündigt“, erzählt
bern entwickeln wir dabei für jedes Projekt
64
eco.nova
eco.zukunft
ein maßgeschneidertes Konzept, das sich
wonnen, der uns – sofern alle Stufen und
an den individuellen Rahmenbedingun-
Module umgesetzt werden – über mehrere
gen und den spezifischen Wünschen des
Jahre beschäftigen wird.“
Kunden ausrichtet. So entstehen Kon-
Der richtige Zeitpunkt, um an personel-
zepte, die die Idee zum ersten Mal greif-
le Aufstockung zu denken, schupfen sie
bar machen und zugleich Basis für eine
doch den Laden bislang immer noch zu
gestalterische Umsetzung sind“, erzählen
zweit. „Wir arbeiten bei der Projektum-
Massimo und Span.
setzung für den In- und Outdoorbereich
Ein Blick sagt mehr als 1.000 Worte
unterschiedlichsten Gewerken wie Multimedia, Bühnen- und Modellbau sowie Wissenschaft und Kunst zusammen. Das
ben sie doch vor knapp zehn Jahren den
Aufgabenspektrum für unsere Projekte
sogenannten VISCOPE entwickelt und
erstreckt sich dabei von der reinen Be-
ins Leben gerufen – ein Fernrohr, das
ratung bis hin zur Gesamtplanung und
neben einer beeindruckenden Aussicht
vollständigen Projektabwicklung.“ Als
auch spannende Informationen bereit-
richtige Allrounder haben sie aber nicht
hält. Das hochwertige Erlebnisfernrohr
nur Visionen und Konzepte im Kopf,
trachter Aussicht mit Mehrwert. Wie hoch ist der Gipfel? Wie heißt dieser Ort? In welche Region blicke ich am Horizont? In der optischen Erscheinung ähnlich einem herkömmlichen Fernrohr wartet das innovative Gerät mit individuellen Zusatznutzen auf. „Mit unseren optomechanischen Systemen können zusätzlich frei wählbare Grafiken oder Informationen in das
DER ERFOLG SCHEINT MARIUS MASSIMO UND NORBERT SPAN RECHT ZU GEBEN, HABEN SIE DOCH MIT IHREN IDEEN SO MANCHES AUSFLUGSZIEL ZU EINEM WAHREN ERLEBNIS WERDEN LASSEN.
sondern packen tatkräftig überall an, wo was zu tun ist. Das Mühen hat sich jedenfalls gelohnt, konnten sie doch im heurigen Sommer die im Jahr 2011 gewährte Beteiligung aus dem Start-upFonds der Tiroler Adlerrunde aus dem Cashflow zurückkaufen. Somit sind Marius Massimo und Norbert Span wieder jeweils 50-Prozent-Eigentümer der Idee Concept & Exhibition
Gesichtsfeld der Betrachter eingeblendet
Engineering GmbH. „Ziel für die nächs-
werden“, erklärt Norbert Span. Die Ge-
ten Jahre ist es, noch mehr in der touris-
räte funktionieren seit 2010 dank eines
tischen Masterplanung Fuß zu fassen,
ausgeklügelten Spiegel- und Linsensys-
Gesamtstrategien zu erarbeiten und zu
tems mit Tageslicht, benötigen keinen
analysieren, was Bestand ist und wo man
Strom und keine zusätzliche Beleuch-
sich als Tourismusbetrieb in den nächsten
tung. Immer mehr touristische Plätze in
Jahren hin entwickeln will. Dieser Trend
ganz Europa bieten ihren Gästen diese
ist gerade in unseren Tiroler Bergen schon
interessanten Ausblicke. „Wir verkaufen
seit längerem spürbar. Bergbahnen und
an die 25 bis 30 Stück pro Jahr, Tendenz
Wandergebiete werden sowohl für Ein-
steigend“, freut sich Massimo über den
heimische als auch für Touristen wesent-
regen Zuspruch.
lich attraktiver, es werden neue Welten
Gute Stimmungslage
für Betrieb oder Büro!
interdisziplinär mit Spezialisten aus den
Dabei denken sie durchaus visionär, ha-
eröffnet dem Be-
DIE PERFEKTE LÖSUNG
zugänglich gemacht und mit Aussichtsplattformen, Wasserspielen oder Museen
Generell haben sie keinen Grund zu kla-
der Berg zum Erlebnis gemacht. Das spült
gen, dürfen sie sich heuer über unzäh-
Geld in die Kassen der Bergbahnen, die
lige Aufträge freuen: „Die Stimmung ist
Umsätze der Sommersaison können da-
gut, der Tourismus boomt und mit dem
mit wesentlich gesteigert werden“, zeigen
Projekt Säntis in der Schweiz haben wir
sich die beiden Unternehmer optimistisch
zudem einen sehr großen Wettbewerb ge-
für die Zukunft. // www.idee.at
Auch für ADMs und Haushalte Überdachten, beleuchteten Ladebereich. • Transporthilfen (Hub- und Rollwagen). • Paket- und Warenannahmedienst, inkl. Verbringung in Ihre angemietete Lagerbox. • Papier-, Karton-, Kunststoff-, Holz-Entsorgungsinsel direkt vor Ort. • Keine Treppen, alles ebenerdig. • Zugangszeiten: Mo-So 5:00 - 22:00 Uhr
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eco.nova
65
eco.zukunft
TIROL INNOVATIV
Chillig sollte es sein Ulf Kattnig hatte den Markennamen Chillaz schon in der Tasche, bevor er genau wusste, was er damit anfangen würde. Dann ging es auf einmal ganz schnell. Aber keineswegs immer einfach. // TEXT: DORIS HELWEG
„WIR WOLLEN KLEIDUNGSSTÜCKE PRODUZIEREN, DIE MAN AM LIEBSTEN TÄGLICH TRÄGT, AUCH DANN NOCH, WENN DIE TEILE SCHON IHRE BESTEN TAGE HINTER SICH HABEN.“ Ulf und Sandra Kattnig
W
ir gehen wohl immer
Hose verkörpert sehr viel von uns.
den härteren Weg“,
Sie fühlt sich an wie eine bequeme
sind sich Ulf Kattnig
Jogginghose, sieht aber aus wie eine
und seine Frau und Ge-
ganz normale Denimhose mit Wasch-
Die gestrickte Denimhose verkörpert sehr viel von Chillaz und vom nachhaltigen Qualitätsanspruch an Funktionalität, Bequemlichkeit und Design.
Aus Leidenschaft und Überzeugung
schäftspartnerin Sandra schmunzelnd einig.
effekten. Die Stoffzusammensetzung
Möglichst nachhaltig zu agieren, das ist ihnen
ist qualitativ sehr hochwertig und die
Selbst Kletterer, sammelte Ulf Kattnig
wichtig, ebenso wie die bestmögliche Qualität
Waschung der Hosen erfolgt bei uns
ein paar Jahre lang in Hongkong inter-
für die Kunden zu kreieren. Dieses „Kreieren“
weitaus umweltschonender als bei
nationale Erfahrung im Textilbusiness
ist bewusst gewählt, denn bei Chillaz werden
herkömmlichen Waschungen. Das
und saß dabei vermutlich mehr im Flug-
insbesondere die Stoffe bei jedem Modell in-
neue Verfahren mit nur einem Wa-
dividuell zusammengesetzt. „Das ist wie bei
schprozess, der pro Hose 40 Liter
sehr intensiv. In Asien arbeiten die Men-
einem Küchenchef, der aus verschiedensten
Wasser einspart, kostet uns zwar
schen sieben Tage die Woche von neun
Zutaten ein wohlschmeckendes Gericht zau-
pro Hose um einen Euro mehr, ent-
Uhr morgens bis 23 Uhr nachts, danach
bert. Genauso stellen wir aus unterschied-
spricht aber bei weitem mehr unse-
geht man zum Beispiel in eine Kletterhal-
lichen, sehr hochwertigen Fasern Stoffe für
rer Ideologie“, verrät Ulf Kattnig.
le. Außer Arbeiten gibt es dort nicht viel.
unsere Kleidungsstücke zusammen, die sich
Der Ideologie zufolge werden nur
Da weiß man unsere Standards dann wie-
nicht nur angenehm anfühlen, sondern da-
hochwertigste Fasern wie Tencel
der sehr zu schätzen. Obwohl ich zugeben
rüber hinaus auch noch äußerst funktionell
oder Modal aus Lenzing sowie türki-
muss, dass Europa in einigen Belangen schon
sind.“ Denn es handelt sich bei Chillaz-Pro-
sche Baumwolle selbst verarbeitet, also stri-
etwas hinterherhinkt und da und dort schon
dukten nicht um irgendwelche Kleidungsstü-
cken, färben, weben und veredeln sowie in
etwas fortschrittlicher sein könnte“, so Kattnig.
cke, sondern um Klettermode im eigentlichen
weiterer Folge das Nähen der Kollektionen
Für Sportmode, für das Klettern, müsste man
Sinn. „Wobei wir schon sehr viele Kunden
erfolgt aus einer Hand in einem Werk in der
doch eigene Stoffe kreieren. So lautete sein
haben, die gar keine Kletterer sind, aber die
Türkei. „Es war nicht leicht, eine ideale Pro-
Angebot an einen großen Sportanbieter in
bequemen Kleidungsstücke sehr schätzen“,
duktionsstätte für unsere Stoffe und Nähar-
Deutschland. Sei nicht notwendig, zu teuer,
sagen die beiden.
beiten zu finden. Wir wollten nicht in Asien
hieß es. Und so war Ulf Kattnig dann ziemlich
produzieren, Rumänien und Moldawien ka-
schnell klar, das müsse er selbst in die Hand
men auf Grund der schlechten Arbeitsbedin-
nehmen. Und: Die eigens kreierte Kletterkol-
Neuester Renner ist eine gestrickte Denim-
gungen für uns auch nicht in Frage. Und so
lektion soll den Namen Chillaz tragen. Zurück
hose. Klingt eigenartig, ist aber ein modern
haben wir uns für ein Werk in der Türkei ent-
im heimatlichen Tirol gründete er im Jahr 2001
gestyltes Teil, das über das optische Highlight
schieden, näher ging es leider nicht“, erklärt
in einem Keller nahe Innsbruck mit seinem
hinaus hohe Funktionalität aufweist. „Diese
Ulf Kattnig.
Freund Florian Proxauf die Klettermarke.
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66
eco.nova
zeug als ein Pilot. „Diese Jahre waren
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© ANDREAS FRIEDLE
eco.zukunft
Ulf Kattnig und seine Frau und Geschäftspartnerin Sandra wollen nachhaltige wie bestmögliche Qualität für ihre Kunden kreieren.
eco.zukunft
DER NAME CHILLAZ LEITET SICH VON „CHILLEN, ENTSPANNEN, RUHIG SEIN“ UND DEM GENIALEN KLETTERGEBIET „ZILLERTAL“ AB. „Wir wollen Kleidungsstücke produzieren, die man am liebsten täglich trägt, auch dann noch, wenn die Teile schon ihre besten Tage
RÄCH EXPERTEN IM GESP
Quantensprung ochrum in der Privatklinik H Neues Kernstück der Radiologie: der 3-Tesla-MRT
hinter sich haben.“ Mit diesem Anspruch, jeder Menge Innovationsgeist und dem Markennamen Chillaz gingen die jungen Wilden daran, ihre erste Kollektion zu entwerfen. 2003 kam Sandra und fand
Dr. Roland Prosser, Facharzt für Radiologie
nicht nur privat, sondern auch beruflich bei Chillaz ihre neue Heimat. Als Sportkletterin und Inhaberin eines Bergsportgeschäftes in Landshut zählte sie zu den ersten Kundinnen und gestaltete fort-
alleine geschupft, Ulf ist ins Auto gestiegen und zu den Händlern
S
gefahren, sogar ausgeliefert haben wir selbst. Mit Nebenjobs ha-
zwischen mit einer Magnetfeldstärke von drei Tesla, das entspricht
ben wir uns finanziell über Wasser gehalten“, erinnert sich Sandra
dem 60.000-Fachen des irdischen Magnetfeldes. In der Privatklinik
Kattnig an die harten Anfangsjahre. Aber auch jetzt stehen die Zei-
Hochrum steht Patientinnen und Patienten nun seit September
chen keineswegs auf Stillstand, sind die beiden doch gerade dabei,
ein solches Gerät zur Verfügung.
gemeinsam mit zwei Partnern aus den USA den amerikanischen
Mein Kollege Dr. Bernhard Heinzle und ich haben schon einige
Markt zu erobern. „Klettern ist ein weltweit wachsender Markt, in
Erfahrungen im Bereich Hochfeld-MRTs. Zudem hat unser Team
allen Großstädten werden immer mehr Kletterhallen errichtet. Und
bereits vor der Testphase spezielle Schulungen absolviert, denn
Klettern wird jetzt auch olympisch“, ist Ulf Kattnig überzeugt, dass
der Umstieg vom vorigen MRT auf den neuen Siemens Skyra 3T
Klettern auch in Zukunft einen wachsenden Markt darstellen wird.
ist ein Quantensprung. Das vorige Gerät hatte eine deutlich nied-
an die Entwicklung des Unternehmens vor allem in den Bereichen Marketing und Design tatkräftig mit. „In den ersten drei bis vier Jahren hätten wir noch nicht davon leben können. Wir haben alles
Immer der Zeit voraus
eit der Erfindung des ersten Magnetresonanztomografen in den Siebzigern hat dieses bildgebende Verfahren eine rasante Entwicklung durchlaufen. Die Geräte werden immer
leiser, leistungsstärker und schneller. Hochfeld-MRTs arbeiten in-
rigere Feldstärke von 0,35 Tesla und wurde vor allem für die Untersuchung von Gelenken und der Wirbelsäule verwendet. Das
Fast schon besessen von ihrem hohen Qualitätsanspruch entwi-
Einsatzgebiet des neuen 3-Tesla-MRT ist viel breiter, so können
ckelt und testet, probiert und designt das Team rund um Ulf und
jetzt zusätzliche Untersuchungen in verschiedenen medizini-
Sandra Kattnig jetzt schon die gut 190 Teile der Frühjahrskollek-
schen Fachgebieten angeboten werden. Im Mittelpunkt steht
tion 2019, „damit wir auch jede Saison das frischeste Design aus
immer die ausgezeichnete Bild- und Untersuchungsqualität. Vor
überlegen funktionellen Stoffen servieren können“, schmunzelt
allem die Unfallchirurgen schätzen die extrem hochauflösen-
Ulf Kattnig. Es wird nach wie vor viel experimentiert, immer wie-
de Darstellung. Durch die vergleichsweise kurze Bauweise und
der nach neuen Stoffzusammensetzungen und möglichst nach-
die große Öffnung des neuen 3-Tesla-MRTs fühlen sich Patienten
haltigen Fasern gesucht, denn was vielen vielleicht gar nicht so
während der Untersuchung deutlich weniger eingeengt und des-
bewusst ist: Baumwolle ist keineswegs nachhaltig. „Wir sind ei-
halb auch entsprechend wohler. Dazu trägt auch der stark redu-
gentlich bemüht, den Baumwollanteil zu reduzieren. Baumwol-
zierte Geräuschpegel bei.
le ist kein nachhaltiges Produkt, verbraucht 70.000 Liter Wasser
Der große Vorteil unserer Wahlarztpraxis ist, dass Patienten sehr
pro Kilogramm Stoff. Tencel und Modal aus Lenzing werden zum
rasch – meist sogar noch am selben Tag – einen Termin bekommen.
Beispiel aus dem Rohstoff Holz hergestellt und sind vor allem aus
Wir stehen sieben Tage die Woche zur Verfügung, denn unser Mot-
ökologischer Sicht eine weitaus hochwertigere Ware als Baumwol-
to ist: Schnell untersuchen, schnell behandeln, schnell zurück ins
le. Zudem handelt es sich um antibakterielle, sehr glatte Fasern, die
gewohnte Leben. So wurden bis jetzt schon über 500 Untersuchun-
sich auch sehr gut für die Verarbeitung eignen“, gewährt uns Katt-
gen durchgeführt. Die Kosten dafür werden jedoch nur von priva-
nig Einblicke in die Welt der Fasern und Stoffe. Solch hochwerti-
ten Kranken- und Unfallversicherungen übernommen – die staatli-
ge Fasern haben natürlich auch ihren Preis: „Wir sind nur dadurch
chen Sozialversicherungsträger kommen nicht dafür auf.
konkurrenzfähig, weil wir alles selbst machen, weben, stricken, färben und veredeln.“ Kreiert und designt wird in Tirol, produziert in der Türkei. Vertrieben werden die Chillaz-Teile in Europa über den Fachhandel, der jedoch seinerseits die Ware in Onlinestores anbietet. Dem stationären Handel zuliebe betreiben sie in Europa noch keinen eigenen Onlineshop, in den USA schon. Der Chillaz-Flagshipstore in Vomp ist freitags von 14 bis 20 Uhr geöffnet,
WEITERE INFORMATIONEN Privatklinik Hochrum Sanatorium der Kreuzschwestern Lärchenstraße 41, 6063 Rum Tel.: 0512/234-0 www.privatklinik-hochrum.com
samstags von 9 bis 12 Uhr. // www.chillaz.com
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Tirolissimo
Prämierte Projekte perfekt in Szene gerückt: Bereits zum neunten Mal realisierte Ganslhaut® die Veranstaltungstechnik für den Abend des Tiroler Werbepreises Tirolissimo.
Jedes Jahr verzaubert ein buntes Showprogramm das Publikum in der Innsbrucker Innenstadt. Seit 2008 sorgt Ganslhaut® mit Licht-, Ton und Videotechnik für einen unvergesslichen Jahreswechsel.
Isc hgl Wint e r Op e ni ng Conce r t
K i t z Race C l u b
Die Skisaison in Ischgl wird alljährlich mit dem „Top of the Mountain Opening Concert“ eröffnet – mit aufwendigem Bühnen-Setup und perfekt inszenierter Licht-, Ton und Videotechnik von Ganslhaut®.
Der KitzRaceClub ist der traditionelle Höhepunkt der Skiweltcup-Saison – Licht-, Ton und Videotechnik für eines der prestigeträchtigsten Events des Jahres in Tirol kommen von Ganslhaut®.
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ARBEIT IST KEIN … ABER TROTZDEM SCHÖN. TEXT: MARINA KREMSER
eco.zukunft
V
ielfach wird Arbeit als das lästige Übel zwischen den Wochenenden bezeichnet. Das ist einerseits all jenen ge-
genüber, die an den Wochenenden arbeiten, unfair und zweitens sehr kurzsichtig. Arbeit
kann auch Spaß machen. Und soll es. Gerade in einer Zeit, in der die Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit verschwimmen, ist es umso wichtiger, sich mit seinem Beruf wohl zu fühlen. Der Wert der Arbeit hat sich über die Jahrzehnte gewandelt. Ging es früher im wahrsten Sinne um die bloße Existenz und darum, sich sein Leben von Grund auf aufzubauen, ist das nicht erst mit der Generation Y anders geworden. Nur mit ihr hat die Entwicklung einen Namen bekommen. Die heutige
AUF DER EINEN SEITE RUFEN UNTERNEHMEN IHRE MITARBEITER ZURÜCK INS BÜRO, ANDERERSEITS VERLANGEN DIESE NACH MEHR FLEXIBLEM ARBEITEN.
HOME OFFICE VS. TEAMGEIST. RICHTIG ANGEGANGEN, FUNKTIONIERT BEIDES.
Generation ist im Umgang mit Arbeit durchaus entspannter, es geht nicht mehr nur darum, Geld zu verdienen, für die neue Art
Führungsverantwortung? Nein, danke. Weni-
der Mitarbeiter muss Arbeit vor allem eines:
ger Arbeit, mehr Leben: unbedingt!
nicht nur durch ihr Produkt, sondern auch
Sinn machen.
Das bringt folglich gravierende Veränderun-
in Richtung Arbeitsmarkt zur Marke werden.
gen für die alte Riege mit sich, gerade in Tirol
Nicht zuletzt durch ihre Unternehmenskul-
mit seinen vielen Traditions- und Familien-
tur. „Mitarbeiter und Unternehmer kommen
Mitarbeiter zu finden und sie in der Folge
betrieben. Die „alte“ Generation muss heute
immer mehr drauf: Geld allein macht nicht
auch zu halten, ist heute gar nicht mehr so
Entscheidungen treffen, von deren Ergebnis
glücklich. Vor allem in Bereichen, in denen
einfach. Und das liegt nicht nur am viel zi-
sie selbst wahrscheinlich gar nichts mehr
man bereits gut verdient. Mit den aktuellen
tierten Fachkräftemangel. Die so genannte
mitbekommt. Sie wurde unter der Prämis-
Umbrüchen entsteht ein neues Sinnden-
Generation Y (Why?) – also jene zwischen
se der Leistungsorientierung erzogen, die
ken. Wenn ein guter Mitarbeiter keinen Sinn
1980 und 1999 Geborenen – ist anspruchs-
heutige Generation hat eine gänzlich andere
mehr in seiner Arbeit sieht, kann man ihn
voller, sie hat aber auch einiges zu geben. Sie
Einstellung zur Arbeit ... und dem Leben ge-
auf monetärer Ebene vielleicht dazu mo-
möchten kreativ sein und flexibel, sie sind
nerell. Dieser Generationenwechsel wird zur
tivieren, noch ein paar Monate zu bleiben.
digitale Nomaden, ortsungebunden. Ziel-
Herausforderung für Unternehmen, für die
Mehr aber vermutlich nicht“, meinte Tom
vorgaben sind für sie in Ordnung, den Weg
es dringend Lösungen braucht. Alte Systeme
Stadlmeyr, Inhaber der Markenschmiede
dorthin möchten sie aber selbst bestreiten.
retten zu wollen, hat historisch betrachtet
Brandwerker und Mitbegründer des Berater-
Sie wissen um ihren Wert und sind dadurch
noch nie funktioniert.
kollektivs MIT ALLEN WASSERN, bereits vor
Die verwöhnte Generation?
wählerisch(er). Warum? Weil sie es können!
ding“ durchgesetzt. Unternehmen müssen
einiger Zeit in einem Interview dazu. Gültig-
Die heutige Generation kann sich mehr Frei-
Im Wandel der Zeit
heiten nehmen als frühere. Diese waren
Fakt ist: Die Arbeitswelt ist aktuell – wie vie-
Employer Branding orientiert sich deshalb
damit beschäftigt, sich ein Dach über dem
les – im Umbruch, auch wenn es die Gesetz-
grundsätzlich an zwei Dingen: Sinn und Ori-
Kopf zu schaffen. Der Leidensdruck muss-
gebung noch nicht ganz wahrhaben will und
entierung. Arbeitnehmer brauchen das Ge-
te früher sehr hoch sein, dass jemand den
der Realität zwei Schritte hinterherhinkt. Ar-
fühl, etwas Sinnvolles zu tun. Und sie müs-
Job geschweige denn die gesamte Branche
beit wird flexibler. Nicht nur in Bezug auf die
sen wissen, wo die Reise hingeht. Um als
gewechselt hat. Heute wird fast schon ein
Arbeitszeit. Nine-to-five ist nicht mehr. Oder
Arbeitgeber zur Marke werden zu können,
wenig zu voreilig gewechselt. Wenn der Job
nur noch selten und in bestimmten Bran-
braucht es viel Beschäftigung mit sich selbst.
nicht zu 100 Prozent passt, sind die jungen
chen. Auch das Machtverhältnis zwischen
Unternehmer müssen wissen, wofür sie und
Leute weg. Es ist die Abenteuerlust und die
Arbeitgeber und -nehmer kehrt sich immer
ihr Unternehmen stehen, wer sie sein und
Neugierde, die sie treibt. Manche von ihnen
mehr um. Der akute Fachkräftemangel führt
wo sie hin wollen. Das braucht Selbstrefle-
haben eine Wohnung geerbt, brauchen sich
dazu, dass sich die guten Köpfe ihre Jobs
xion und die Fähigkeit, sich einzugestehen,
um ihre Grundversorgung keine Sorgen zu
aussuchen können und nicht wie früher der
dass man sich gegebenenfalls ändern muss.
machen. Die neue Generation arbeitet teil-
Arbeitgeber aus vielen Bewerbern den pas-
Arbeitnehmer erwarten sich von einem Un-
weise nicht, weil sie zwingend muss, sondern
senden herauspicken durfte. Doch was be-
ternehmen ein gewisses Wertegerüst und
weil sie will. Sie musste nichts mehr auf-
deutet das?
nur wenn dieses mit dem eigenen überein-
bauen, hat den Wohlstand quasi geerbt. Das
Seit einigen Jahren hat sich auch hierzulan-
stimmt, kann es zu einer sinnvollen Zusam-
schlägt sich auch in der Arbeitswelt nieder.
de die Begrifflichkeit des „Employer Bran-
menarbeit kommen.
keit hat diese Erkenntnis allemal noch.
eco.nova
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eco.zukunft
zu einem Unternehmen passt, sondern ob auch die Wertevorstellungen von Kandidat und Unternehmen zusammenpassen. Dafür muss man aber erst einmal wissen, was die eigenen Werte sind und diese auch kommunizieren können. Das setzt eine gewisse Öffnung nach außen voraus. Das ist der einzige Weg, um jene Mitarbeiter in das Unternehmen zu holen, die zum Unternehmen passen. Die Arbeitswelt ist im Wandel, vor allem auch, was die Art und Weise betrifft, wie wir arbeiten. Durch die technischen Fortschritte ist Arbeit vielfach unabhängig vom Ort, trotzdem ist das Büro noch immer mit dem Begriff „Arbeitsplatz“ konnotiert. Inwiefern finden die aktuellen Veränderungen tatsächlich auch strukturell statt? Das hängt natürlich stark vom jeweiligen Job ab. Es gibt bestimmte Arbeiten, die lassen sich schlichtweg nicht von zuhause aus erledigen. Hat man viel Kundenkontakt oder Parteienverkehr, muss man zu bestimmten Zeiten vor Ort sein. Was sich ändert, ist, dass durch vermehrtes projektbezogenes Arbeiten die Arbeitszeiten flexibler werden (müssen). Das geht über die viel zitierte Work-Life-Balance weit hinaus. Es geht dar-
Kultur unternehmen
sich immer wieder gezeigt, dass die Grund-
um, seinen Alltag – und der schließt Privates,
Wir sprachen mit Günther Wurm, Geschäfts-
sätze – wofür das Unternehmen steht – kon-
Beruf und Freizeit gleichermaßen mit ein –
führer von Business Pool Austria und damit
sequent und konsistent gelebt und auch
so zu gestalten, dass es mit dem eigenen Le-
ganz nah dran an Unternehmen, über die
eingefordert werden müssen. Unterneh-
bensentwurf zusammenpasst. Es gibt Men-
Wichtigkeit der Unternehmenskultur für die
menskultur ist nämlich die Menge der Ge-
schen, die arbeiten morgens zwei Stunden
Arbeit der Zukunft.
wohnheiten, in der sich ein Unternehmen
von zu Hause aus, kümmern sich dann um
von seiner Umgebung unterscheidet. Diese
die Familie und kommen nachmittags ins
ECO.NOVA: Nicht nur Arbeitnehmer müs-
Gewohnheiten spiegeln die gelebten Werte
Büro, wo sie dann auch bereit sind, länger zu
sen sich heute verkaufen, auch Arbeitgeber
des Unternehmens wider, die nach außen
bleiben, als es die Kernarbeitszeit eigentlich
müssen es. Was macht ein Unternehmen at-
und innen klar kommuniziert werden soll-
vorgäbe.
traktiv für künftige Mitarbeiter?
ten. Gerade für Familienunternehmen ist
GÜNTHER WURM: In erster Linie geht es
diese Konkretisierung nicht einfach, weil es
Glauben Sie, dass sich das Büro als Ort
darum, authentisch zu sein, also die Werte,
im Endeffekt die Werte der Eigentümer sind,
irgendwann auflösen wird?
die ich im Unternehmen festgeschrieben ha-
die zu Papier gebracht werden.
Jein. Das hängt stark von der jeweiligen Firmenkultur ab. Technisch ist heute schon
be, auch tagtäglich zu leben. Mitarbeiter merken sehr rasch, ob diese im wahrsten Sinne
Wissen, wofür man steht, setzt die ehrliche
vieles möglich, von der Videokonferenz bis
„Wert haben“ oder das Papier nicht wert sind,
Beschäftigung mit sich selbst voraus – et-
auf den Datenzugriff von mobilen Geräten
auf dem sie geschrieben stehen.
was, das für viele extrem schwierig ist. Und
aus. Die Technik ist de facto jener Teil, der
Arbeit macht. Wie sehr lassen sich Ihrer Er-
bereits am weitesten fortgeschritten ist, die
Wissen Unternehmer denn so genau, wofür
fahrung nach Unternehmen wirklich hinter
Frage ist also: Sind die Firmen dazu bereit,
sie wirklich stehen?
die Kulissen schauen? Gerade Familienun-
das Büro als Ort aufzugeben? Schließlich
Es gibt beides. Es gibt Unternehmen, die ih-
ternehmen gelten als sehr verschlossen.
ist es ein wichtiger Faktor, sich mit dem Un-
re Grundsätze nicht verschriftlicht haben
Schlussendlich ist es für Unternehmen es-
ternehmen, in dem man arbeitet, zu identi-
und diese sehr konsequent in der täglichen
senziell zu wissen, wer sie sind und wofür
fizieren. Einem Mitarbeiter die Werte eines
Arbeit leben. Es gibt aber auch jene, die ih-
sie stehen, unter anderem in Bezug auf das
Unternehmens zu vermitteln, wird ohne
re Grundsätze verschriftlicht und in Hoch-
Finden von Mitarbeitern. Hier gibt es den
persönlichen Kontakt nicht funktionieren.
glanzbroschüren abgedruckt haben, aber
Begriff des „culture fit“. Dabei geht es dar-
Hier kommt es stark auf die Führungskräf-
nicht leben. Aus der langjährigen Erfahrung
um, zu schauen, ob ein Mitarbeiter nicht nur
te an. Führen kann ich nur dann, wenn ich
mit Unternehmen, die wir in verschiedenen
aufgrund seiner beruflichen Qualifikation,
den Mitarbeiter – zumindest phasenweise –
Entwicklungsphasen begleiten durften, hat
seines Lebenslaufes oder seines Wohnortes
auch physisch im Haus habe. Es ist wichtig,
74
eco.nova
eco.zukunft
„UNTERNEHMENSKULTUR IST DIE MENGE DER GEWOHNHEITEN, IN DER SICH EIN UNTERNEHMEN VON SEINER UMGEBUNG UNTERSCHEIDET. DIESE GEWOHNHEITEN SPIEGELN DIE GELEBTEN WERTE DES UNTERNEHMENS WIDER, DIE NACH AUSSEN UND INNEN KLAR KOMMUNIZIERT WERDEN SOLLTEN.“ Günther Wurm, Businesspool
Teams aufzubauen, weil sich Mitarbeiter ei-
machen. Erfahrungsgemäß ist das allerdings
ner Gruppe zugehörig fühlen möchten. Und
nicht die Regel. Wenn sich die Werte des Mit-
man muss sich gegenseitiges Vertrauen erar-
arbeiters mit jenen des Unternehmens de-
beiten, um quasi außerhalb der „Sichtweite“
cken, wird der Mitarbeiter deutlich länger im
des Vorgesetzten zu arbeiten. Dafür braucht
Unternehmen bleiben. Die Wechselbereit-
es nicht zwingend das klassische Büro, wie
schaft der Mitarbeiter hängt sehr stark von
wir es kennen, aber es braucht zentrale Be-
Kommunikation und Qualität der Führung
gegnungszonen.
ab. Je glaubwürdiger die Führungskraft die
Fettzellen einfach schmelzen. Das klingt simpel, ist aber mittels KRYOLIPOLYSE unter medizinischer Leitung möglich. Die Cooltech-Behandlung ist ein schonendes, nichtinvasives Verfahren, das mit lokaler Kälteeinwirkung gegen Fettdepots arbeitet. Während dieser 70-minütigen Behandlung liegen Sie bequem auf der Liege. Nachdem der Behandlungskopf aufgesetzt wurde, wird im Behandlungsareal ein sanftes Vakuum erzeugt und kontrolliert Kälte abgegeben. Anschließend können Sie sofort wieder Ihrem gewohnten Alltag nachgehen.
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Werte des Unternehmens nach innen und Den Job fürs Leben gibt es heute praktisch
außen trägt, desto eher werden Mitarbeiter
nicht mehr. Die Menschen wechseln ihren
zu Markenbotschaftern des Unternehmens.
Arbeitsplatz teilweise im Jahrestakt. Lohnt
Zielsetzung ist es, Mitarbeiter emotional an-
sich die Mühe überhaupt, den Mitarbeiter
zusprechen und abzuholen, um sie möglichst
zu einem „Markenbotschafter“ des Unter-
langfristig an das Unternehmen zu binden.
nehmens zu machen, wie Sie es nennen?
Die Möglichkeiten für gut ausgebildete Fach-
Die Frage ist: Warum wechseln Mitarbeiter?
kräfte sind heute so groß, dass man sich als
In vielen Fällen passiert das deshalb, weil sie
Unternehmen anstrengen wird müssen, die
feststellen, dass Unternehmen nicht das bie-
besten Mitarbeiter zu halten bzw. für sich zu
ten, was sie versprochen haben – und hier
gewinnen.
geht es nicht ums Gehalt oder andere „hard facts“, sondern dass im Bewerbungsprozess
Sie haben das Thema Kommunikation an-
gemachte Versprechungen nicht gehalten
gesprochen, das für die Unternehmenskul-
werden. Das Gehalt ist ein Hygienefaktor
tur wahnsinnig wichtig ist. Dabei geht es
und sorgt somit dafür, dass keine Demotiva-
auch um Kritik und Kritikfähigkeit. Wie
tion entsteht.
ausgeprägt ist diese in Unternehmen?
Natürlich gibt es die Art von Mitarbeitern,
Es gibt Unternehmen, die sehr positiv sen-
die sehr schnell ihren Arbeitsplatz wechseln,
sibel auf das Thema reagieren und wirklich
um rasch den nächsten Karriereschritt zu
versuchen, die Dinge in geordnete Bahnen
eco.nova
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eco.zukunft
© SPAR
Kürzlich wurden mehr als 100 neue Lehrlinge im Rahmen einer zweitägigen Startveranstaltung bei SPAR willkommen geheißen. Neben den vielen Informationen zur SPAR-Lehrlingsausbildung folgte eine Exkursion in die Swarovski Kristallwelten nach Wattens. Mit insgesamt 300 Lehrlingen zählt die SPAR-Zentrale in Wörgl zu den größten Ausbildnern.
Im Zeichen der Lehrlingsausbildung Mit 2.700 Lehrlingen ist SPAR der größte Lehrlingsausbildner Österreichs. Erst kürzlich wurden wieder über 100 neue Lehrlinge eingestellt.
D
DIE ARBEITSWELT WIRD INDIVIDUELLER UND UNTERNEHMER MÜSSEN ENTSCHEIDEN, WIE VIEL SIE BEREIT SIND ZU GEBEN, OHNE IHRE IDENTITÄT ZU VERLIEREN. zu bringen, diese Kritik in Lösungsvorschläge überleiten, um damit eine Verbesserung der Unternehmenskultur herbeizuführen. Daneben gibt es Betriebe, die die Kritik zwar annehmen, aber trotzdem nichts unternehmen, wobei man klar sagen muss, dass die Sensibilität dafür steigt – eben auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels. Business Pool ist in Südtirol auch in der Personalsuche und -auswahl tätig und wir stellen immer mehr fest, dass gut ausgebildete Arbeitskräfte, so genannte A-Kandidaten, sich nur mehr bei Top-Unternehmen vorstellen, selbst wenn das Gehalt anderswo überdurchschnittlich und der Job noch so interessant wäre. Die Challenge für die Unternehmen wird zukünftig folglich sein, nicht nur ein positives Markenimage zum Kunden hin aufzubauen, sondern auch in Richtung Arbeitsmarkt.
ie Bandbreite der Ausbildung bei SPAR reicht von der klassischen Einzelhandels- bis zur Bürolehre. Insgesamt
Geht das nicht einher?
sind es 18 verschiedene Lehrberufe, die den jungen Mit-
Kurzfristig nicht zwangsläufig. Es kann durchaus sein, dass ich
arbeitern angeboten werden. Die Lehrlinge erwartet dabei eine um-
als Unternehmen einen hervorragenden Ruf bei meinen Kunden
fangreiche und intensive Ausbildung im Markt, bei Seminaren und
genieße, das Produkt top ist, Qualität und Preis stimmen, aber
in den eigenen SPAR-Akademieklassen in Kufstein. Diese verfolgen
gleichzeitig ein unattraktiver Arbeitgeber bin, wo das Drumhe-
mithilfe eines maßgeschneiderten, auf den Lebensmittelhandel
rum für die Mitarbeiter nicht stimmt, ich das aber zum Beispiel
abgestimmten Lehrplans eine qualitativ hochwertige Ausbildung.
versuche, durch gute Bezahlung zu kompensieren. Das wird
Darüber hinaus genießen die Lehrlinge verschiedene fachliche Zu-
kurzfristig zwar Mitarbeiter anlocken, die Fluktuation wird je-
satzausbildungen, denn SPAR will seinen Lehrlingen mehr bieten:
doch vermutlich ziemlich hoch sein. Und ja, mit großer Wahr-
Abwechslung, Herausforderung, Eigenverantwortung und Beloh-
scheinlichkeit wird irgendwann mein Produkt darunter leiden,
nung für gute Leistungen in Form von Prämien wie der Bezahlung
wenn ständig neue Mitarbeiter kommen, die Einschulungspha-
des B-Führerscheins. Das Unternehmen forciert auch das Modell
sen immer länger werden und die Motivation und Arbeitsmoral
„Lehre und Matura“.
nicht sonderlich hoch ist. Das braucht allerdings seine Zeit und wird nicht unmittelbar eintreten. Deshalb ist der Zusammen-
Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb
hang vielen Unternehmen (noch) zu wenig bewusst.
Die SPAR-Zentrale in Wörgl wurde vergangenes Jahr zu einem der Top-10-Lehrbetriebe Österreichs gekürt. Seit mittlerweile 17 Jah-
Ist das Thema Kultur eine Frage der Unternehmensgröße?
ren zählt SPAR zum exklusiven Kreis der „Ausgezeichneten Lehr-
Nein, überhaupt nicht. Wir stellen immer wieder fest, dass es sehr
betriebe“. „Wir bei SPAR schreiben die Ausbildung und Förderung
kleine Unternehmen mit einer hervorragenden Unternehmens-
unserer Lehrlinge groß. Dafür wurden wir auch bereits vielfach
kultur gibt, ebenso wie es große gibt. Nur die Art und Weise, wie
ausgezeichnet. Das macht uns sehr stolz und ist zugleich eine Be-
Unternehmenskultur gelebt und wie damit umgegangen wird,
stätigung für unser erfolgreiches Engagement in der Lehrlingsaus-
ist eine unterschiedliche. In kleinen Firmen ist es stark von der
bildung. Unsere Lehrlinge sind die Führungskräfte von morgen.
Unternehmerpersönlichkeit abhängig, bei großen Unternehmen
Daher investieren wir fortlaufend in eine qualitativ hochwertige
hängt die Unternehmenskultur stark an den Führungskräften. Sie
Ausbildung der Jugendlichen“, erklärt Dr. Christof Rissbacher, Ge-
müssen es schaffen, die Werte des Unternehmens zu transportie-
schäftsführer von SPAR Tirol und Salzburg. // www.spar.at
ren. Generell ist Unternehmenskultur aber keine Frage der Größe,
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76
sondern der inneren Haltung. // www.businesspool.at
eco.nova
1711
Der Top Company Award Weit mehr als „nur“ ein Wettbewerb
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Burnout im Fokus Je nach Statistik ist jeder dritte oder vierte Erwerbstätige Burnout-gefährdet. Der Grund ist selten der Job allein, aber hier fallen lange Krankenstände an – und dann ist es zu spät. Umso wichtiger ist die Früherkennung. Das AMZ Hall präsentierte anlässlich des Impulstags eine Soforthilfe-Anleitung, um sich selbst oder andere in einer akuten Stresssituation rasch zu beruhigen. Wir müssen sehen, dass sich unsere Leute nicht überlasten“, so Noggler. „Permanente Überbelastung schlägt oft in psychosomatische Leiden um“, weiß Dr. Werner Schwarz aus seiner Erfahrung als arbeitsmedizinischer Leiter am AMZ Hall. Typische Krankheitsbilder sind etwa hoher Blutdruck, Muskelverspannungen, Allergien oder Magen- und Verdauungsbeschwerden.
Stress-Soforthilfe im Taschenformat Wenn der Puls rast, das Herz klopft, Angst aufkommt und Fluchtgedanken entstehen – in alten Zeiten waren dies Schutzreaktionen zum Überleben: Treten solche akuten Stress-Situationen auf, bietet das AMZ Hall v. li. Imma Baumgartner, AMZ Hall; Bernhard Tilg, Gesundheitslandesrat; Barbara Hellweger, AMZ Hall
E
eine einfache Anleitung, um sich selbst oder andere rasch zu beruhigen: Eine „Plastikkarte“, die in jede Geldtasche passt. „Wenn ihnen die
ine Statistik der Tiroler Gebietskran-
Impulstag im AMZ Hall fest. Gesundheits-
Situation über den Kopf zu wachsen droht,
kenkasse führt 13 Prozent der Fehl-
politisch sei es zudem von entscheidender
müssen die Menschen Abstand gewinnen
tage im Jahr 2016 auf psychische Er-
Bedeutung, die klinische Versorgung für psy-
und den Blickwinkel verändern“, erläutert
krankungen zurück. Dramatisch sind auch
chische Krankheitsbilder möglichst breitflä-
Hellweger. „So werden die Probleme klein
die Ergebnisse deutscher Studien: Demnach
chig abzusichern.
und verlieren damit ihre Bedrohlichkeit.“
sind die Fehltage aufgrund psychischer Er-
Viel Zeit wird am Arbeitsplatz verbracht, hier
krankungen in den letzten zehn Jahren um
können Probleme erkannt und Lösungen
rund 80 Prozent gestiegen. Dies geht freilich
gefunden werden. „Als Arbeitspsychologin
mit einer höheren Sensibilität für Krank-
bin ich nicht nur Anlaufstelle für Betroffene,
heitsbilder wie Depression einher. Burnout
meine Betreuung schließt auch die Sensibi-
ist eine Erscheinungsform davon.
lisierung des Umfeldes mit ein: Kollegen, vor
Am Anfang steht oft eine Verknüpfung von
allem aber die Führungskräfte können erste
beruflichen, privaten und persönlichen Pro-
Symptome registrieren und ihren Teil dazu
blemen, die für die Betroffenen wie ein Gor-
beitragen, dass Burnout-Gefährdete recht-
discher Knoten wirkt und zu körperlichem
zeitig vorbeugen können“, erklärt Mag. Bar-
wie emotionalem Stress führt. Stellt sich
bara Hellweger, arbeitspsychologische Leite-
die komplette Erschöpfung ein, spricht man
rin am AMZ Hall.
von Burnout. Rund eine Million Menschen in Österreich sind gefährdet, so eine aktuelle
Bewusstsein für Belastung
Schätzung der Allianz Versicherung
Wann hat jemand einen schlechten Tag und
Wirkung im Gesamtsystem
wo beginnen die Anzeichen für Burnout? Antriebslosigkeit kann ebenso ein Symptom
„Burnout wirkt immer mehr als negativer
sein wie Übereifer. „Bei uns sind die Leute
Faktor auf die Volksgesundheit. Vorsorge
gewohnt, stressige Situationen am Telefon
ist hier sehr wichtig, auch im beruflichen
zu handhaben und dabei ruhig zu bleiben“,
Umfeld – und damit kommt besonders die
führt Bernd Noggler von der Leitstelle Tirol
Arbeitspsychologie ins Spiel, um gegenzu-
aus, wo die Notrufe für Rettung, Feuerwehr
steuern“, stellte Gesundheitslandesrat Univ.-
und alpine Notfälle eingehen. „Ruhe im
Prof. Dr. Bernhard Tilg zur Einleitung beim
Stress kann oft doppelt anstrengend sein.
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eco.nova
STOP!
STRESS
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Das Arbeitsmedizinische Zentrum AMZ Hall in Tirol betreut seine Kunden in allen Belangen der Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz: Medizin, Psychologie und Sicherheitstechnik. Alle im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz vorgeschriebenen Felder werden abgedeckt, das Service wird individuell auf die Kunden abgestimmt. Mit dem AMZ Hall als Partner können große wie kleine Betriebe ihre Vorsorgepflichten wahrnehmen. // www.arbeitsmedizin-hall.at
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eco.nova
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eco.zukunft
Gipfelstürmer
Neben der Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft ist die Transferstelle der Universität Innsbruck auch im Bereich Karriereservice tätig. Einerseits ermöglicht dies Unternehmen, relativ früh die besten Köpfe für sich zu rekrutieren, auf der anderen Seite bekommen Studenten damit die Möglichkeit, bereits während ihres Studiums Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen.
D
ie 2016 neu aufgestellte Transferstelle Wissenschaft – Wirtschaft – Gesellschaft ist das Eingangsportal für die Wirtschaft in die Uni. Und vice versa. So wurden unterschiedli-
che Modelle entwickelt, um passende Kandidaten schon während des Studiums mit Unternehmen zusammenzubringen – hausinterne Karrieremessen zum Beispiel oder ein Career-Service-Portal, in dem Unternehmen ihre Stellenanzeigen online stellen und sich den Studierenden als Arbeitgeber präsentieren können. Im Zuge der so genannten KarriereGipfel wird Unternehmen darüber hinaus die Möglichkeit geboten, sich am jeweils passenden Campus zu präsentieren und damit sehr genau ihre Zielgruppe zu erreichen. Die Studierenden haben im Gegenzug einen niederschwelligen Zugang zu den Unternehmen, können sich ein Bild von möglichen zukünftigen Arbeitgebern machen, lernen, wie die Unternehmen ticken und ob die Werteeinstellungen zueinander passen. Das alles ist auch im digitalen Zeitalter nur in einem persönlichen Gespräch möglich. Studierende bekommen durch den direkten Kontakt zudem unmittelbares Feedback und folglich die Möglichkeit, neben ihrer Ausbildung frühzeitig entsprechende Soft Skills zu entwickeln, um fit für den Arbeitsmarkt zu sein – wie verhält man sich zum Beispiel im Gespräch mit Personalverantwortlichen oder was erwarten potenzielle Arbeitgeber generell von Bewerbern und zukünftigen Mitarbeitern. „Die Studierenden profitieren bei den KarriereGipfeln von zusätzlichen Career-Services wie Bewerbungsworkshops und individuellen CV-Checks“, erklärt Annemarie Larl-Wolf, Leiterin des Career-Service. „So können sie sich bereits während des Studiums besser auf die Erwartungen von Unternehmen und die Bedürfnisse der Arbeitswelt vorbereiten.“
Sturm auf den KarriereGipfel Vom 14. bis 16. November fanden an der Universtität Innsbruck drei dieser KarriereGipfel mit Schwerpunkten auf IT und Technik, Chemie und Life Sciences sowie Wirtschaft statt. Rund 50 Unternehmen nutzten die Gelegenheit, ihre Branche und mögliche Berufsfelder zielgruppenorientiert vorzustellen. „Wir haben die KarriereGipfel direkt am Campus der jeweiligen Fachbereiche ausgerichtet und so Studierende und Unternehmer verschiedener Branchen und Fächer direkt zusammengebracht“, so Larl-Wolf. Dabei berücksichtigt die Universität auch die Anforderungen von Kleinstbetrieben und mittelständischen Unternehmen, um den Wirtschaftsstandort im Einzugsgebiet zu stärken. Das rege Interesse von beiden Seiten zeigt, wie wichtig diese Zusammentreffen auch für die Zukunft sind. // www.uibk.ac.at/transferstelle
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eco.nova
promotion
Neue Datenschutz-Grundverordnung trifft Unternehmen Die erneuerte Datenschutzverordnung der EU ist mit 25. Mai 2018 anzuwenden. Ab diesem Zeitpunkt sind alle öffentlichen Einrichtungen und viele Unternehmen dazu verpflichtet, einen betrieblichen Datenschutzbeauftragten zu benennen.
W
as vielen nicht bewusst ist: In Kraft getreten ist die Verordnung zum Datenschutz bereits im Jahr 2016, allerdings mit einer 24-monati-
gen Übergangsfrist. Das Ziel der neuen Verordnung ist die EU-weite Vereinheitlichung der Regeln für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten durch private Unternehmen und öffentliche Stellen. In erster Linie soll mehr Transparenz geschaffen werden. So gibt es beispielsweise ein Auskunftsrecht über die gespeicherten Daten sowie über die geplante Speicherdauer. Vor allem die Rechte der Konsumenten werden gestärkt, indem man unter anderem ein Recht auf die Löschung der Daten bekommt. Darüber hinaus schreibt die Verordnung den angemessenen Schutz dieser Datensätze vor. Und sollte es dennoch zu Datenpannen kommen, müssen etwaige Vorfälle den Aufsichtsbehörden gemeldet werden.
© FOTOLIA
Damit diese Vorgaben auch entsprechend umgesetzt und eingehalten werden können, ist für viele Unternehmen und Institutionen ein betrieblicher Datenschutzbeauftragter einzusetzen. Dessen Aufgaben umfassen vor allem die Sicherstellung des gesetzeskonformen Umgangs mit personenbezogenen Daten, zum Beispiel die Sensibilisierung der Mitarbeiter, die Er-
AKTUELLE SEMINARE • Fachlehrgang zum Betrieblichen Datenschutzbeauftragten Start: 26. Jänner 2018 • Ausbildung zur Sicherheitsvertrauensperson Start: 17. Jänner 2018
stellung eines Datenregisters und Ähnliches.
Betrieblicher Datenschutzbeauftragter gefordert Von der EU-Verordnung betroffene Unternehmen sind gut beraten, sich rechtzeitig um die Benennung eines Verant-
• Baurechtstag 2018 22. Februar 2018
wortlichen zu bemühen. Bei Verstößen drohen empfindli-
• Immobilientreuhänder Basisausbildung Start: 12. Jänner 2018
ternehmen reibungslos vonstatten gehen kann, bietet das
• B1 English Power Pack – Sales and Purchasing Start: 31. Jänner 2018
Datenschützer an. Darin vermitteln Fachexperten aus Ös-
• Ausbildung zum/zur diplomierten Gesundheits- und Fitnesstrainer/-in Infoabend: 12. Dezember 2017 / Start im Jänner 2018
rientiert die wesentlichen Informationen und bereiten die
• Berufsreifeprüfung Tagesvariante – Matura in einem Jahr! Start: 19. Februar 2018 • General Management – Diplomlehrgang betriebswirtschaftliche Fachkompetenz Start: 9. März 2018 Kontakt Firmenschulungen:
BFI TIROL
Ing.-Etzel-Straße 7, 6010 Innsbruck Tel.: 0512/59 660 info@bfi-tirol.at www.bfi.tirol
che Geldstrafen. Damit der Umstieg in den heimischen UnBFI Tirol seit Herbst 2017 einen Lehrgang für zukünftige terreich und Deutschland über vier Wochenenden praxisoBeauftragten auf ihre wichtige und heikle Aufgabe in ihren Betrieben vor.
„DIE NEUE EUDATENSCHUTZGRUNDVERORDNUNG BRINGT UMFASSENDE ÄNDERUNGEN MIT SICH, DAHER EMPFEHLEN WIR EINE GEZIELTE VORBEREITUNG.“ Dr. Karin Klocker, Geschäftsführerin des BFI Tirol
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eco.zukunft
mer zertifizieren lassen. „Wir können nur sagen, dass die Motivation der Schüler, ihr Verständnis und die Ernsthaftigkeit enorm steigen“, bestätigt Kreinig. Auch die soziale Komponente, zum Beispiel was es heißt, Verantwortung zu übernehmen oder Anstands- und Benimmregeln zu kennen, hilft beim Erwachsenwerden. Die Steuerberaterkanzleien andererseits schätzen es, zukünftige Mitarbeiter schon früh kennenzulernen und sie gezielt in die Thematik einführen zu können. So sichern sie sich in Zeiten des Fachkräftemangels eine solide Basis an zukünftigen Wirtschaftstreuhändern. Auch die Lehrer zeigen sich höchst zufrieden. Durch Kammerpräsident MMag. Dr. Hilber und Direktor HR Mag. Dr. Kreinig erneuern die erfolgreiche Partnerschaft.
die Integration der Praxis im Schulalltag staunen sie oftmals über die Fragen ihrer Schüler. „Wir gehen oft tiefer ins Detail als üblich“,
Ausbildung mit Perspektive
verrät Kreinig zufrieden. „Denn das gestiege-
Die Handelsakademie Innsbruck und die Kammer der Wirtschaftstreuhänder verknüpfen die schulische Fachausbildung mit einem einzigartigen Praxisbezug, der Schüler frühzeitig in der Arbeitswelt Fuß fassen lässt. // TEXT: KAROLINA PUTZ
ersten Absolventen maturierten 2013 mit wei-
A
ne Verständnis und die hohe Motivation der Schüler erlauben die Herausarbeitung kniffliger Sachverhalte. Das ist für mich das Salz in der Suppe beim Unterrichten.“ Die Schüler und ihre Familien dürfen auf diesem Weg zuversichtlich in die Zukunft schauen, denn ein Job ist für die, die es wollen, garantiert. „Die ßer Fahne. Sie sind in den Kanzleien bekannt und sehr gefragt“, anerkennt Hilber.
Österreichweites Modell Das Vorzeigemodell startete im Schuljahr 2008/09 und entstand, wie so oft, aus der
usflüge in die Praxis sind bei
die Schüler Fach- und Lösungskompetenzen,
Not heraus. Ein Sparpaket der Regierung
den meisten höheren Schu-
die selbst später während des Studiums oder
drohte durch die Kürzung von Stunden die
len üblich. Unser Praxisbe-
beim alltäglichen Arbeiten immer wieder be-
Vermittlung wichtiger Inhalte zu gefährden.
zug des Schulzweigs CWS ist
merkenswert hervorblitzen“, berichtet Klaus
Der mit Weitblick gesegnete Oberstudienrat
durch seine Intensität außergewöhnlich“, sagt
Hilber, Präsident der Steuerberaterkammer
und damalige Leiter der HAK Innsbruck Hu-
HAK-Direktor Peter Kreinig. Für die Schüler
und Lehrender der Universität Innsbruck.
bert Deutschmann alarmierte daraufhin die
der CWS-Klassen (Controlling-Wirtschaftspra-
Kammer der Wirtschaftstreuhänder mit der
xis-Steuern) übernehmen bis zu 60 Tiroler
Win-win für alle
Steuerberaterkanzleien Ausbildungspaten-
Für die Schüler bedeutet der frühe Kontakt
ger Präsident, und Klaus Hilber sprangen un-
schaften während der gesamten Ausbildung
mit der Arbeitswelt ein klares Berufsbild,
verzüglich auf den Zug auf. Gemeinsam wur-
bis zur Matura. Den Vierzehnjährigen wird ei-
Wertschätzung, individuelle Förderung so-
de das duale Ausbildungskonzept etabliert.
Bitte um Kooperation. Josef Sporer, damali-
ne Bezugsperson vor Ort an die Seite gestellt, die ihnen alle Vorgänge einer Kanzlei vermittelt. Gestartet wird im zweiten Schuljahr mit einem Patenschaftsabend, wo die Schüler ihre Partnerkanzleien kennenlernen. Im dritten Jahrgang wird die Tätigkeit beim Steuerbe-
FÜR DIE SCHÜLER BEDEUTET DER FRÜHE KONTAKT MIT DER ARBEITSWELT EIN KLARES BERUFSBILD, WERTSCHÄTZUNG, INDIVIDUELLE FÖRDERUNG SOWIE DIE CHANCE IM GESCHÜTZTEN RAHMEN ZU ZEIGEN, WAS SIE KÖNNEN.
rater bereits in den Unterricht mit einbezogen, die Schüler besuchen mehrmals im Jahr
wie die Chance, im geschützten Rahmen zu
Mittlerweile gibt es in fast allen Bundeslän-
ihre Paten in den verschiedenen Kanzleien.
zeigen, was sie können. Sie vertiefen ihr Wis-
dern ähnliche Modelle und das CWS-Modell
Im vierten Schuljahr verbringen die Schüler
sen in Bereichen wie Unternehmensgrün-
wurde laut Bundesgesetz im Lehrplan ins-
regelmäßig einen Praxistag pro Monat bei ih-
dung und -führung, Controlling, Buchhal-
talliert. „Peter Kreinig und ich sind selbst Ab-
rem Steuerberater, um ihre Aufgabenfelder zu
tung und branchenüblicher Software. Auch
solventen der HAK Innsbruck. Wir sind stolz
bearbeiten. Auch das vorgeschriebene Som-
die im Lehrplan vorgeschriebenen Diplomar-
auf unsere Schule, die zusammen mit der
merpraktikum wird in einer Partnerkanzlei
beiten werden in Zusammenarbeit mit den
Steuerberaterkammer ein Modell entwickel-
absolviert. Die Betonung liegt dabei auf aus-
Kanzleien erstellt. Am Ende der fünfjährigen
te, das selbst im Ministerium in Wien Einzug
bilden – nicht beschäftigen. „So erarbeiten sich
Ausbildung können sie sich durch die Kam-
hielt“, freut sich Klaus Hilber.
82
eco.nova
© DORO
promotion
Maßgeschneiderte Lösungen Die berufliche Aus- und Weiterbildung erfolgreich zu planen, zu organisieren und durchzuführen, ist heute vor dem Hintergrund eines wachsenden Fachkräftebedarfs wichtiger denn je. Vor diesem Hintergrund entwickelten AMS und amg-tirol das Konzept der „Qualifizierung nach Maß“, interessant insbesondere für KMU.
A
ngesichts der demographischen
ternen Qualifizierungen umgesetzt werden.
50 Prozent für den Betrag, der die 1.000 Euro
Entwicklung kommt der Siche-
„Eine berufliche Ausbildung und ein aner-
übersteigt, dies jedoch bis maximal 1.000 Eu-
rung des Fachkräftebedarfs eine
kannter Berufsabschluss sind wesentliche
ro pro Stiftungsteilnehmer.
besondere Bedeutung zu. Etliche Arbeits-
Voraussetzungen für eine dauerhafte Inte-
Die auszubildenden Personen erhalten
plätze können in bestimmten Branchen be-
gration ins Arbeitsleben. Qualifizierte Ar-
vom AMS Arbeitslosengeld weiterbezahlt,
reits heute nicht besetzt werden, weil Be-
beitskräfte wiederum sind ein wesentlicher
sie bekommen zusätzlich die ausbildungs-
werber nicht über passende Qualifikationen
Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der
bedingte Zuschussleistung von 300 Euro.
verfügen.
Unternehmen auf den internationalen und
Die Kontaktnahme ist sowohl über die Ge-
heimischen Märkten“, betont Dr. Bernhard
schäftsstellen des AMS Tirol als auch über
Pichler vom AMS Tirol.
die amg-tirol möglich.
Fachkräfte nach Maß Gemeinsam mit der amg-tirol und dem Implacementstiftung „Qualifizierung nach
Geringe Kosten für Unternehmen
Maß“. Zielgruppen sind Unternehmen, die
Die Kosten bestehen aus einer ausbildungs-
qualifizierte Mitarbeiter benötigen, und
bedingten Zuschussleistung von 300 Euro
beim AMS Tirol gemeldete Personen. Für die
(plus 4,5 % Dienstgeberbeitrag) pro Monat
beim AMS Tirol gemeldete freie Stelle trifft
und Stiftungsteilnehmer. Für die theoreti-
die amg-tirol gemeinsam mit dem Unter-
sche Ausbildung teilen sich Unternehmen
nehmen und dem AMS eine Vorauswahl, im
und Land Tirol die Kosten. Das heißt, die
Teamwork werden individuelle Bildungs-
Kosten der theoretischen Ausbildung trägt
pläne entwickelt, die dann in maximal drei
das Unternehmen, bei Ausbildungskosten ab
Jahren mit betriebsinternen und/oder -ex-
1.000 Euro beteiligt sich das Land Tirol mit
Land Tirol entwickelte das AMS daher die
WEITERE INFOS
Infos erteilt das Service für Unternehmen beim AMS Tirol oder die ServiceLine unter 0512/58 19 99. ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG
eco.nova
83
promotion
Die ganzheitliche Betrachtung ist wichtig Vor rund 30 Jahren gründete Reinhard Huber sein Sporttherapie-Zentrum. Nun hat er noch einmal kräftig investiert und sein Unternehmen zukunftsfit gemacht. Trainingseinheiten und Kursen für Firmen und Interessierte. Sie führen aber auch wissenschaftliche Studien durch. Was steht im Zentrum? Die Arbeit am Patienten. Wir sehen uns als Begleiter in Problemsituationen und bieten eine umfassende Behandlung an. Immer wichtiger wird aber auch die Prävention, in unseren Seminaren und Kursen vermitteln wir die Wertigkeit des Gesundseins. Dazu kommen die wissenschaftlichen Analysen. Sie helfen, Behandlungsmethoden zu evaluieren und die Frage zu beantworten, warum diese oder jene Technik funktioniert. Sozial- und Privatversicherungen prüfen mittlerweile genau, ob die Behandlung fruchtet. Es gilt also, zu evaluieren und Testergebnisse vorzulegen. Betritt man die Räumlichkeiten der Sport-
Ihr Therapiezentrum war über viele Jahre
therapie Huber und Mair, steigt einem der
im ersten Stock untergebracht, nun haben
Welche Leute kommen zu Ihnen?
Duft von Zirbe in die Nase. Es dominieren
Sie das gesamte Gebäude angemietet, sind
Wir sind auf den Bereich Bewegungsapparat
natürliche Materialien. Großformatige Fo-
mit dem Therapiezentrum ins Erdgeschoß
spezialisiert. Wir behandeln Patienten im or-
tografien zeigen Menschen in der Natur.
gezogen, oben gibt es Seminarräume und
thopädisch-chirurgischen Bereich, nach Ope-
Wie wichtig ist das Umfeld für den Behand-
zwei Wohneinheiten für Patienten. Was hat
rationen und bei degenerativen Problemen
lungserfolg?
Sie zu diesem Schritt bewogen?
etwa an der Wirbelsäule und in den Gelen-
REINHARD HUBER: Wir wissen aus lang-
Als wir 1994 von Innsbruck nach Neu Rum
ken. Wir behandeln alle, vom Kind bis zum
jähriger Erfahrung, dass Therapie eine
zogen, hatten wir zwölf Mitarbeiter; mittler-
Pensionisten, vom „Berufssitzer“ bis zum
ganzheitliche Herangehensweise braucht.
weile sind wir das größte Sporttherapiezen-
Leistungssportler. Dabei bringen wir die un-
Das Umfeld soll für die Patienten ange-
trum Westösterreichs mit 30 Mitarbeitern.
terschiedlichen Gruppen gerne zusammen.
nehm sein, das entspannt, wirkt positiv. Bei
Wir brauchten adäquate Umkleide-, Sanitär-,
Spitzensportler sind oft froh, einmal in ei-
der Gestaltung der Räumlichkeiten haben
Arbeits- und Aufenthaltsräume. Zudem be-
nem anderen Umfeld zu sein, und die 75-jäh-
wir viel Wert auf Materialien gelegt, die uns
nötigten wir ein Unterwasserbecken und ein
rige Patientin freut sich, neben einem jungen
die Natur unmittelbar bietet: also Stein,
solches ließ sich nur im Parterre realisieren.
Menschen trainieren zu können.
ist einladend und heimelig. Wir wollen, dass
Sporttherapie Huber und Mair bietet ein
Eines der Herzstücke ist das Unterwasser-
die Menschen sich bei uns rundum wohl-
breites Spektrum von physiotherapeuti-
becken. Wie wichtig ist es in der modernen
fühlen.
schen Maßnahmen bis zu individuellen
Sporttherapie?
Holz und Wasser. Der Aufenthaltsbereich
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großzügig und angenehm gestaltet, fast wie ein Wohnzimmer. Ist das der rote Faden, die Philosophie der Sporttherapie Huber und Mair? Das Miteinander ist der Spagat, den man schaffen muss, in einer Berufsbranche, in der jeder auch Einzelkämpfer ist. Wir tauschen uns intensiv aus, besprechen schwierige Fälle in den Teamsitzungen, diskutieren über Behandlungsmöglichkeiten, betrachten die Problemstellungen von verschiedenen Blickwinkeln. Jeder bekommt Input, wie er etwas verbessern kann. Wir wollen, dass unsere Physiotherapeuten, Trainer und Masseure Im Rahmen der postoperativen orthopä-
Bei mir stellte sich, altersbedingt, die Frage:
sich austauschen, voneinander lernen. Das
disch-unfallchirurgischen Rehabilitation ist
Wie geht es weiter? Mit Stefan Mair wurde
leben wir und das hat sich bewährt, nach in-
es unerlässlich. Wir haben unsere Patienten
ein jahrelanger, engagierter Mitarbeiter zum
nen und nach außen.
diesbezüglich früher außer Haus versorgt,
Geschäftspartner und mein Sohn Claudio ist
jetzt können wir alles hier anbieten. Der Um-
auch in das Unternehmen eingestiegen. Es
Vorsorge ist ein Thema, das Ihnen sehr
bau sollte natürlich eine Erweiterung der Be-
war also eine Investition in die Zukunft.
wichtig ist. Dazu gehört auch, sich sportlich zu betätigen. Wie halten Sie selbst sich fit?
handlungsmöglichkeiten gewährleisten. Die gesamte Infrastruktur ist auf dem neuesten
Der Betrieb lief während der gesamten Um-
Ich mache morgens Gymnastik und Kurz-
Stand.
bauzeit weiter. Eine große Herausforde-
meditation und spiele regelmäßig Tennis.
rung für Team und Patienten, oder?
Die beste Erholung finde ich in der Natur:
Sie haben das Unternehmen vor rund 30
Wir haben 2016 mit dem Umbau im Parterre
Touren gehen, Klettern, Mountainbiken. Für
Jahren gegründet. Was hat Sie motiviert,
begonnen und sind im Jänner 2017 umgezo-
meine persönliche Entwicklung waren die
noch einmal so kräftig zu investieren?
gen, der Umbau im ersten Stock ist fast ab-
Expeditionen am wichtigsten, die ich ge-
geschlossen. Aus wirtschaftlicher Sicht war
macht habe, etwa die Grönlandquerung vor
es von vornherein klar, dass wir nicht über
einigen Jahren. Alles reduziert sich auf die
Monate schließen können. Tatsächlich war
Grundbedürfnisse: essen, trinken, schlafen,
es eine starke logistische Herausforderung,
Zelt aufstellen, Strecke bewältigen, mehr
den Umbau zu betreuen und gleichzeitig das
nicht. Man hört nur das Knirschen des
Alltagsgeschäft möglichst störungsfrei zu
Schnees, sieht nur Schnee und Eis. Das hat
bewältigen. Die Handwerker sind uns sehr
mir die Augen geöffnet und mich sehr geer-
entgegengekommen und wir haben die Pati-
det. Die Natur mit allen Sinnen wahrneh-
enten immer informiert, die Pläne aufgelegt,
men ist wichtig für jeden Menschen. Das
erklärt, was kommt, die Einschränkungen
kann ich im Kleinen rund um Innsbruck, in-
erläutert. Das kam sehr gut an. Es hat sich
dem ich in den Wald gehe, ohne Ohrstöpsel,
wieder einmal gezeigt, wie viel man schaffen
ohne Handy, und die Geräusche der Natur
kann, wenn man positiv dabeibleibt und of-
aufnehme. Der Mensch braucht ein Gleich-
fen kommuniziert.
gewicht zwischen Bewegung und Ruhe. Den Geschwindigkeitsrausch heutzutage fin-
Das Miteinander ist Ihnen wichtig. Der Auf-
de ich bedenklich. Wir müssen uns wieder
enthaltsraum für die Mitarbeiter ist sehr
mehr auf uns selbst besinnen.
350 MIO. EURO Mit unserem Finanzierungspaket sorgen wir für die finanzielle Schubkraft, die Ihre Ideen brauchen. Denn:
Jeder Erfolg beginnt mit einer genutzten Chance.
Geld
ECO.MMENTAR
MiFID II
Finanzieren & Versichern
Ein Bürokratie-Tsunami und seine Auswirkungen auf die Anleger.
B
ei der MiFID II handelt es sich um eine Novellierung der europäischen Rechtsnormen für Wertpapier-
dienstleistungen. Die neuen Standards treten am 1. Jänner 2018 in Kraft. Bereits bisher wur-
den die Akteure rund um das Thema Wertpapierdienstleistung, sprich bei Beratung und Vermittlung bzw. Abwicklung, einem umfangreichen Regelwerk unterworfen. So ist von Anlegern durch Banken und andere Anbieter ein Kundenprofil zu erstellen, anhand dessen die Geeignetheit von bestimmten Anlageprodukten oder -vorschlägen überprüft wird. Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden, liegt
239 EURO
es doch auch im ureigensten Interesse des
Gerold Frischmann, Geschäftsführer Frischmann Finanz- und Partner GmbH konzessionierte Wertpapierfirma
Wertpapierdienstleisters, dem Kunden geeignete Produkte bzw. ein geeignetes Portfolio
aus Sicht der Anbieter weniger Aufwand be-
ass die Sparzinsen seit Jahren
anzubieten. Durch die MiFID II nimmt die
deutet. Dies kann durchaus von Vorteil sein,
deutlich unter der Inflationsrate
Regelungsdichte nun nochmals deutlich zu.
wenn der Vermögensverwalter bewiesen hat,
liegen, daran scheint man sich in
Dies bedeutet auch für Anleger mehr Papier
dass er für seine Kunden erfolgreich und kun-
Österreich gewöhnt zu haben. Das Sparbuch
und stellt die Marktakteure, die verpflichtet
denorientiert gearbeitet hat. Jedenfalls muss
bleibt hierzlande nämlich trotz dieses Um-
sind, diese Regelungen umzusetzen, vor enor-
davon ausgegangen werden, dass sich zahlrei-
stands weiterhin die beliebteste Sparform.
me Herausforderungen.
che Marktteilnehmer aus der Anlageberatung
76 Prozent haben Geld am Sparbuch, bei der
Oberstes Ziel der Vorschriften ist ein erhöh-
vollkommen zurückziehen werden und nur
ersten repräsentativen IMAS-Studie im Auf-
ter Kundenschutz, der allerdings zu Lasten
noch Vermögensverwaltungen – bei oft höhe-
trag der Erste Bank und Sparkassen im Jahr
des Datenschutzes geht. Künftig müssen An-
ren Mindestbeträgen – anbieten werden.
2006 waren es sogar noch fünf Prozent we-
leger viel mehr Informationen preisgeben,
MiFID II bringt aber auch eine deutlich hö-
niger. Fast jeder Zweite lässt sein Geld sogar
um überhaupt in den Genuss der Wertpa-
here Kostentransparenz für Kunden – bei
gleich am Girokonto liegen (46 %), sechs von
pierdienstleistung zu kommen. Nimmt der
jeder einzelnen Anlageentscheidung und ins-
zehn Befragten haben einen Bausparvertrag
Dienstleister Wertpapieraufträge auch tele-
gesamt pro Jahr. Dies wird dazu führen, dass
(+ 5 %), Wertpapiere halten immerhin 29 Pro-
fonisch von seinen Kunden entgegen – was
die Nachfrage nach transparenten, kosten-
zent (+15 %).
dem Marktstandard entspricht –, so müssen
günstigen Anlagelösungen steigt. Insbeson-
Sparen ist den Österreichern generell wich-
alle Telefongespräche aufgezeichnet werden.
dere wird die direkte Anlage in Einzelaktien,
tig. Aber wofür sparen sie eigentlich? Haupt-
Und zwar „from start to the end“. Dies bedeu-
Anleihen und auch ETFs/Indexfonds an Be-
grund ist nach wie vor der Notgroschen, um
tet, dass auch private Gesprächsinhalte elek
deutung gewinnen.
finanziell abgesichert zu sein (82 %). Stark
tronisch gespeichert werden.
Ein Vorteil der EU-weiten Regelung ist außer-
verändert haben sich seit 2006 indes die As-
Durch die erhöhte Regulierungsdichte auf
dem die weitere Harmonisierung der Wert-
pekte „Um sich was leisten zu können“ (+17 %),
Produktebene (Stichwort Product Governan-
papierdienstleistung. Besonders positiv dabei
„Für Renovierung“ (+18 %) und „Für kleine
ce bzw. Überprüfung der Produkte) werden
ist, dass auch Schweizer Banken, die EU-Bür-
Anschaffungen“ (+16 %). „Wenn man mit dem
Finanzdienstleister künftig zu mehr Stan-
gern Wertpapierdienstleistungen anbieten,
Ziel spart, um sich später etwas leisten zu
dardisierung übergehen oder nur mehr eine
MiFID II umsetzen werden. Damit können
können, muss man unbedingt über das Spar-
eingeschränkte Produktpalette anbieten und
sich Anleger auf einheitliche Regeln verlas-
buch hinausdenken“, so Thomas Schaufler,
verstärkt eigene Produkte in den Vorder-
sen. Insgesamt bleibt aber doch ein bitterer
Privatkundenvorstand der Erste Bank
grund stellen. Anleger sollten insbesondere
Beigeschmack, nämlich, dass bei MiFID II
Oesterreich. Spannend dabei: Vor allem
dann hellhörig werden, wenn standardisierte
nicht mündige Anleger, die sich auf eine neu-
ethisch-nachhaltige Investments werden im-
Gesamtportfoliolösungen angeboten werden.
trale, angemessene und professionelle Bera-
mer interessanter. Der Sparbetrag selbst liegt
Diese schränken individuelle Lösungen ein
tung verlassen wollen, im Mittelpunkt stehen,
aktuell im Schnitt bei 239 Euro, im Jahr 2006
und führen meist dazu, dass sich hauseigene
sondern der leicht verführbare und uninfor-
waren es noch 132. Obwohl der Betrag um gut
Produkte als Portfoliobausteine wiederfin-
mierte Konsument. Dies wird es erfahrenen
100 Euro angestiegen ist, sind knapp die Hälf-
den. Der sanfte Druck auf Kunden, einen Ver-
Anlegern schwer machen, die aus ihrer Sicht
te der Österreicher damit zufrieden. Somit
mögensverwaltungsvertrag abzuschließen,
überflüssigen Formalismen immer wieder
ist die Zufriedenheit trotz des Anstiegs fast
wird ebenfalls steigen, da diese Dienstleistung über sich ergehen zu lassen.
D
gleich geblieben.
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eco.nova
eco.geld
GOLDENER KONJUNKTURHERBST
D
ie Raiffeisen-Landesbank Tirol AG lud kürzlich zum Ausblick auf das Wirtschaftsjahr 2018. Die Prognose von Raiffeisen-Chefanalyst Mag. Peter Brezinschek fiel dabei durchaus optimistisch aus. Der Konjunkturmotor laufe auf
vollen Touren – und das bliebe auch in den kommenden zwei Jahren so, glaubt der Fi-
nanzmarktexperte. Dementsprechend positive Worte fand auch der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisen-Landesbank Tirol, Dr. Johannes Ortner: „Die Stimmung ist gut und wir spüren den Optimismus der Tiroler Unternehmer.“ Laut Brezinschek hat die Konjunkturdynamik im zweiten Halbjahr 2017 ihren Höhepunkt erreicht. Der private Konsum sei das zentrale Element dieses konstanten Wachstums, dazu kämen die Verbesserung des Beschäftigungsniveaus und somit auch überdurchschnittliche Lohnsteigerungen. „Wir sehen eine weiterhin hohe Dynamik im zweiten Halbjahr 2017 und heben daher unsere Wachstumserwartung für Österreich 2017 von 2,2
INNOVATIV
Prozent auf 2,8 Prozent an.“ Auch wenn 2018 und 2019 diese Werte nicht mehr erreicht
International gesehen ist Österreich eines der letzten Länder, in denen Immobilienmakler für ihre Dienstleistungen drei Prozent Provision vom Verkaufspreis bzw. in der Höhe von bis zu drei Bruttomonatsmieten gesetzlich verlangen dürfen. Und das sowohl vom Verkäufer und Käufer bzw. Vermieter und Mieter. Jobert Tiggeler, Gründer des Immobilien-Netzwerks Linda.at, findet dieses Provisionssystem nicht mehr zeitgemäß: „Die Dienstleistung eines Immobilienmaklers ist dieselbe, egal ob das Objekt 300.000 oder 500.000 Euro wert ist. Aber die Provision für den Makler beträgt derzeit zwei Mal drei Prozent vom Objektwert. In den angesprochenen Fällen also 18.000 Euro oder eben 30.000 Euro. Und das macht einen wesentlichen Unterschied.“ Linda.at kippt dieses Doppelprovisionssystem und bietet Maklerdienstleistungen zu Fixpreisen an. Der Verkäufer einer Immobilie bezahlt bei einem erfolgreichen Abschluss ein Honorar in Höhe von 1.850 Euro, unabhängig vom Objektwert, der Käufer ist gänzlich provisionsfrei. In Tirol wird die Immobilienplattform von Ing. Lukas Erlacher betreut. // www.linda.at
ten: „Die Zinsen werden auch 2018 voraussichtlich niedrig bleiben.“ Einen stufenweisen
werden, erwartet der Raiffeisenanalyst dennoch eine konstant gute Entwicklung. Gute Nachrichten überbrachte Brezinschek indes allen Unternehmern, die investieren möchAnstieg der Leitzinsen erwartet Brezinschek erst ist der ersten Jahreshälfte 2019, auch die Inflation sieht er nur langsam ansteigend.
BEST OF THE BEST
D
er Elite Report hat sich in den vergangenen Jahren als wichtigster Branchentest im Private Banking etabliert. Ende November wurden wieder die besten Banken im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet. Ernüchternd: Nur zwölf
Prozent der geprüften Dienstleister sind uneingeschränkt empfehlenswert. So ließen nur 43 der 352 getesteten Vermögensverwalter die geforderte Qualität erkennen. Die Spitze der Vermögensverwalter teilen sich auch heuer wieder punktegleich zehn Banken, eine davon ist die österreichische Schoellerbank. Das Traditionshaus erreichte 655 von 730 möglichen Punkten und sicherte sich damit zum sechsten Mal in Folge einen Platz unter der Topelite. „Die einzigartige Qualität der Schoellerbank zeigt sich auch darin, dass sie sich nicht nur bemüht, die Märkte der Welt, sondern jede einzelne Aktie zu analysieren und zu bewerten. Die Schoellerbank ist ein Leuchtturm der Branche“, heißt es in der Begründung. Neben der Schoellerbank wurden in Österreich auch die Hypo Vorarlberg, die Volksbank Vorarlberg, die Raiffeisenbank Salzburg und das Bankhaus Jungholz ausgezeichnet. // www.elitereport.de
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eco.geld
Durchgeschlüpft Nicht erst durch die kürzlich veröffentlichten „Paradise Papers“ wurde wieder einmal aufgezeigt, was eigentlich jeder weiß und doch scheinbar niemand bekämpfen kann: Unternehmen und Private nutzen – meist legale – Steuerschlupflöcher, um Steuern zu sparen. Die Beträge, um die es geht, sind enorm: Schätzungen reichen von hunderten bis über tausend Milliarden Euro, die dem Fiskus dadurch weltweit pro Jahr an Steuereinnahmen entgehen. // TEXT: JÜRGEN HUBER
D
ie „Paradise Papers“, geleakt Anfang November von Unbekannten an die Süddeutsche Zeitung, sind über 13 Millionen Dokumente, die aufzeigen, wie Steuervermeidung
funktioniert. Meist werden dazu Gewinne an Brief-
kastenfirmen in einer Steueroase verschoben, um keine oder nur minimale Steuern zahlen zu müssen. Besonders gut funktioniert dies bei Firmen, deren Wert vor allem in Software und Patenten besteht, denn diese können leicht an eine Briefkastenfirma übertragen werden, die dann die Gewinne dafür bezieht. Unternehmen mit vorwiegend Sachwerten, wie etwa ein Bergbauunternehmen, haben diese Möglichkeit in viel geringerem Ausmaß. Daher zahlen Bergbauunternehmen in den USA beispielsweise durchschnittlich einen vier Mal höheren Körperschaftssteuersatz (32 %) als Internet- und Technologieunternehmen (8 %). Während der offizielle Steuersatz für alle gleich bei 35 Prozent liegt, gelingt es Internet- und Technologieunternehmen, mehr als drei Viertel der eigentlich fälligen Steuern durch die Verschiebung der Gewinne in Steueroasen nicht zu zahlen. Der einzige Nachteil für diese Unternehmen: Sie können die Gewinne nicht steuerfrei in die USA zurückbringen. Daher hat etwa Apple aktuell über 250 Milliarden Dollar an Cashreserven im Ausland – konkret vor allem in Irland.
Weltweite Steueroasen Insgesamt wird das im Ausland gebunkerte Vermögen von Privaten und Unternehmen (so genanntes „Offshore-Vermögen“) auf zumindest 8.000 Milliarden Euro geschätzt. Das meiste davon (rund 2.000 Milli-
eco.nova
89
eco.geld
schehen) gelingt es, Unternehmen wie Apple,
arden) liegt in der Schweiz, gefolgt von britischen Steueroasen (Kanalinseln, British Vir-
Microsoft und Google ins Land zu holen, die
gin Islands etc.).
Gewinne von 200 Milliarden Euro dort ver-
Die Schweiz ist eine der ersten und „erfolg-
steuern.
reichsten“ Steueroasen. Dies ist unter an-
Deutschland erhält bei 30 Prozent Steuern
derem in ihrer günstigen Lage im Herzen
auf 400 Milliarden Euro Einnahmen von 120
Europas begründet: Nach dem Ende des Ers-
Milliarden Euro. Würde es probieren, eine
ten Weltkrieges mussten viele Staaten die
Steueroase mit zehn Prozent Körperschafts-
Steuern deutlich erhöhen, um die Kosten des
steuer zu werden, so wären die Gesamtge-
Krieges und den Wiederaufbau (sowie im Fall
winne zwar 600 Milliarden Euro (400 von
Deutschlands die Reparationszahlungen) zu bezahlen. Wohlhabende Deutsche und Franzosen sowie Firmen aus diesen Ländern fanden in der Schweiz Banker, die gerne bereit
Unternehmen und 200 von zuziehenden UnUniv.-Prof. DDr. Jürgen Huber ist Leiter des Instituts für Banken und Finanzen an der Universität Innsbruck.
waren, unter dem Schutz des Bankgeheim-
ternehmen), aber zehn Prozent von 600 Milliarden Euro sind nur 60 Milliarden Euro an Einnahmen. Das heißt, Deutschland würde nur halb so viele Einnahmen erhalten wie vorher.
nisses deren Vermögen zu verwalten. Für die Schweiz entwickelte sich dies schnell zu
wegen unzulässiger Steuererleichterungen
Bei Irland sieht die Situation anders aus:
einem sehr profitablen Geschäftszweig. In
(Reduktion des Steuersatzes weit unter die
Vor der Steuersenkung erhält der Staat 30
Großbritannien erkannten einige Kolonien
üblichen 10 %) geklagt und Recht bekom-
Prozent von 40 Milliarden Euro, also 12 Mil-
und Territorien, die eigene Steuerhoheit ha-
men. Die Richter entschieden, dass Apple 13
liarden. Nach der Steuersenkung erhält er
ben (Gibraltar, Kanalinseln, Isle of Man), dass
Milliarden Euro Steuern an Irland nachzah-
zehn Prozent von 240 Milliarden Euro = 24
dies auch für sie eine gute Möglichkeit wäre,
len müsse. Reaktion? Einer der beiden erhob
Milliarden Euro und damit doppelt so viel
der relativen Rückständigkeit zu entkom-
Einspruch … Irland. Irland verweigerte also
wie vorher.
men und wohlhabend zu werden.
die Eintreibung/Annahme der 13 Milliarden
Für ein kleines Land zahlt es sich damit eher
Wie wichtig diesen Ländern ihr Status als
Euro von Apple. Warum? Weil damit Apple
aus, Steueroase zu sein. Daher sind auch vie-
Steueroase ist, zeigte sich im April 2017: Die
und andere Unternehmen, die auch tausen-
le der „erfolgreichsten“ Steueroasen Klein-
EU-Kommission hatte Apple und Irland
de gut bezahlte Jobs nach Irland gebracht
staaten oder Territorien – die British Vir-
hatten, vielleicht abgewandert wären. Wenn
gin Islands zum Beispiel haben gerade mal
ein relativ kleines Land mit einem Jahres-
28.000 Einwohner, sind aber Sitz von 473.000
budget von rund 75 Milliarden Euro ein rich-
Unternehmen, also rund 20 Mal mehr als es
terliches Geschenk von 13 Milliarden verwei-
Einwohner gibt. Dies liegt natürlich nicht an
gert, kann man daraus schließen, dass der
einem phänomenalen Unternehmergeist der
Gewinn aus dem Status als Steueroase noch
Einwohner, sondern an hunderttausenden
deutlich höher liegen dürfte.
von Briefkastenfirmen, die die kleine karibi-
FÜR EIN KLEINES LAND ZAHLT ES SICH DAMIT EHER AUS, STEUEROASE ZU SEIN, DA FÜR GROSSE STAATEN DER STEUERAUSFALL AUS EINER DRASTISCHEN STEUERSENKUNG VIEL SCHWERER WIEGEN WÜRDE ALS DIE ZUSÄTZLICHEN STEUERN VON ZUZIEHENDEN BETRIEBEN. DAHER SIND AUCH VIELE DER „ERFOLGREICHSTEN“ STEUEROASEN KLEINSTAATEN ODER TERRITORIEN – DIE BRITISH VIRGIN ISLANDS ZUM BEISPIEL HABEN GERADE MAL 28.000 EINWOHNER, SIND ABER SITZ VON 473.000 UNTERNEHMEN. 90
eco.nova
Was zeichnet Steueroasen aus?
sche Inselgruppe mit den minimalen Steuersätzen zu ihrem Domizil gemacht haben. Betrachtet man eine Karte mit Steueroasen,
Auffallend ist, dass diese in der Regel gut re-
so sind dies eine Vielzahl von karibischen
gierte, wenig korrupte und eher kleine Staa-
Staaten sowie Kleinstaaten in Europa und in
ten sind. Warum? Nun ja, niemand würde
Ostasien.
sein Geld in einen armen, schlecht verwalZimbabwe schicken – das Geld wäre dann
Was kümmert Tirol die Steueroase?
vermutlich für immer „weg“.
Eine wichtige Frage, die bei aller Empörung
Dass Steueroasen vor allem relativ kleine
selten gestellt wird, ist, ob und wie Steueroa-
Staaten und Gebiete sind, liegt daran, dass
sen denn auch die lokale Wirtschaft anderer
für große Staaten der Steuerausfall aus ei-
Länder beeinflussen. Konkret: Soll es irgend-
ner drastischen Steuersenkung viel schwe-
jemanden in Tirol kümmern, wenn Apple
rer wiegen würde als die zusätzlichen Steu-
und ein paar Superreiche ihr Geld in Irland
ern von zuziehenden Betrieben. Vergleichen
und der Karibik bunkern? Die Antwort lau-
wir dazu beispielsweise die Situation von
tet hier ganz klar ja! Es soll und muss uns
Deutschland (großes Land) und Irland (klei-
kümmern, denn es betrifft durchaus auch
nes Land). Nehmen wir vereinfacht an, dass
unsere lokale Wirtschaft. Nehmen wir den
in beiden Ländern die Steuer bei 30 Prozent
Buchhandel, der seit Jahren von Amazon.
liegt und Unternehmen in Deutschland 400
com gehörig durcheinandergewirbelt wird.
Milliarden Euro Gewinne erzielen; irische
Natürlich ist Amazon für jeden lokalen
Unternehmen hingegen in Summe 40 Milli-
Buchhändler in Tirol ein Konkurrent – und
arden Euro. Durch eine Absenkung des Steu-
mit Konkurrenz muss man im Geschäfts-
ersatzes auf zehn Prozent (wie in Irland ge-
leben eben umgehen – die „Tyrolia“ und die
teten und korrupten Staat wie Somalia oder
eco.geld
SOLANGE DER KONKURRENZKAMPF ZWISCHEN UNTERNEHMEN FAIR IST, IST ER SEHR ZU BEGRÜSSEN. UNFAIR WIRD DER WETTBEWERB ABER DANN, WENN EINER DER KONKURRENTEN KEINE STEUERN ZAHLEN MUSS UND DAMIT DER LOKALEN GESELLSCHAFT ZWAR GELD ENTZIEHT, ABER NICHTS IN FORM VON STEUERN, GESCHÄFTSMIETEN UND ANGESTELLTENGEHÄLTERN ZURÜCKGIBT. „Wagner‘sche“ Buchhandlung in Innsbruck sind nur rund 100 Meter voneinander entfernt und daher seit Jahrzehnten in Konkurrenz. Solange dieser Konkurrenzkampf fair ist, ist er sehr zu begrüßen, nützt er doch meist dem Kunden und führt zu besserem Service und niedrigeren Preisen. Unfair wird der Wettbewerb aber dann, wenn einer der Konkurrenten keine Steuern zahlen muss und damit der lokalen Gesellschaft zwar Geld entzieht (durch die Kaufsumme der verkauften Bücher), aber nichts in Form von Steuern, Geschäftsmieten und Angestelltengehältern zurückgibt. Damit sind lokale Buchhandlungen massiv im Nachteil, denn nicht nur, dass sie „vor Ort“ sind und damit Waren vorrätig halten sowie Mitarbeiter bezahlen; oft werden sie als „kompetente Auskunftsstellen“ gerne genutzt, gekauft wird dann aber ein paar Cent billiger online. Baumärkten und anderen Geschäften geht es oft ebenso. Wie soll eine lokale Buchhandlung unter diesen Umständen gegen Amazon bestehen, wenn Erstere alle Steuern abführt, Amazon aber durch Steuerminimierung einen dauerhaften Kostenvorteil hat? Die Antwort lautet leider, dass viele lokale Unternehmen (ob nun Buchhandlungen oder andere Branchen) massiv unter Druck geraten und einige zusperren müssen, während Internetriesen auf gebunkerten Milliardengewinnen sitzen. Dies ist eine sehr bedenkliche Schieflage und es ist dringend an der Zeit, dass die Mächtigen dieser Welt gegen
DIE KANZLEI IHRES VERTRAUENS IN INNSBRUCK IHR EXPERTE FÜR WIRTSCHAFTSRECHT, IMMOBILIENRECHT UND MEHR
dieses Übel konsequenter vorgehen, denn es erhöht die Kluft zwischen Arm und Reich, die den sozialen Frieden gefährdet, und es führt zu unfairem Wettbewerb, bei dem bis auf wenige
ICH BERATE SIE GERNE PERSÖNLICH!
Giganten fast alle auf der Strecke bleiben. Durch Druck einiger Staaten – vor allem den USA und Deutschland – nach der Finanzkrise 2008/09 unterzeichneten viele Steueroasen ab 2009 zumindest Steuerabkommen und Abkommen zum Informationsaustausch. Doch auch wenn die meisten von uns nicht zu den Mächtigen der Welt gehören, so liegt ein bisschen Verantwortung auch bei jedem Einzelnen, denn durch unser Einkaufsverhalten können wir der lokalen Wirtschaft zumindest ein bisschen unter die Arme greifen und damit dafür sorgen, dass die Kaufkraft und
Rechtsanwalt Dr. Florian Legit
Bürgerstraße 26 | 6020 Innsbruck 0512 552343 | office@rechtsanwalt-legit.at www.rechtsanwalt-legit.at
Steuern in der Region bleiben, anstatt in einer Steueroase zu landen.
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Moment of truth Der Großbrand bei der Firma Metallveredelung Huber GmbH in Schwoich zeigte, wie wichtig es ist, die richtigen Versicherungspartner an seiner Seite zu haben. // TEXT: MICHAEL POSSELT
Vor knapp drei Jahren stand die komplette Produktionsstätte der Metallveredelung Huber GmbH in Flammen. Für den Fall der Fälle braucht es die richtigen Partner.
S
pätestens nach einem Schadens-
Geschäftsführer Gerold Huber. Dieses The-
fall weiß man, wofür man eine
ma kennt Peter Oberhauser vom gleichna-
Selbstbehaltes im Vordergrund, dabei ist es
gute Versicherung hat. So ge-
migen Versicherungsmaklerbüro. „Unser Job
viel wichtiger, die existenzbedrohenden Risi-
schehen vor mittlerweile knapp
ist es, mit Unternehmen eventuelle Risiken
ken für den Betrieb abzusichern. Und dabei
den die kleinen Schäden und die Höhe des
drei Jahren in Schwoich, als die Produktions-
stätte der Metallveredelung Huber GmbH in Flammen stand. Obwohl die Feuerwehrleute rasch vor Ort waren und zu retten versuchten, was noch zu retten war, entstand ein enormer Sachschaden. Doch auch der Betriebsausfall und der Wiederaufbau der Pro-
„DER JOB DES MAKLERS IST ES, DIE RICHTIGEN PARTNER ZUSAMMENZUBRINGEN, DIE DIE RISIKEN DES KUNDEN AUCH HANDELN KÖNNEN.“ Peter Oberhauser
duktionsanlagen gestalteten sich schwierig. „Erst wenn man so einen Großschaden ein-
zu besprechen und dafür vorzusorgen, auch
kommt es auch auf den richtigen Partner an.
mal erlebt und abgewickelt hat, wird einem
wenn alle sich wünschen, dass dies niemals
„Der sollte in der Lage sein, diese Risiken zu
klar, wie wichtig es ist, dass man die richtigen
zutrifft.“ Doch wenn es so weit ist, sollte das
handeln und einen Großschaden auch abzu-
Versicherungspartner an der Seite hat“, so
Konzept passen. Oft stehen für den Kun-
wickeln“, so Oberhauser.
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© DIE FOTOGRAFEN
eco.geld
Dr. Reinhold Resch, Landesdirektor Uniqa Versicherungen AG, Gerold Huber, Geschäftsführer Metallveredelung Huber GmbH und Peter Oberhauser, Oberhauser & Co Versicherungsmakler GmbH.
Marktführerschaft In Tirol ist die Uniqa Versicherung Marktführer im Industrieversicherungsbereich. „Wir wickeln über 40.000 Schadensfälle pro Jahr ab, 40 bis 50 davon sind Schadensfälle über 100.000 Euro, richtige Großschäden in Millionenhöhe kommen Gott sei Dank selten vor. Nichtsdestotrotz ist man dafür sehr gut aufgestellt“, so Landesdirektor Reinhold Resch. Gerade bei Großschäden komme es laut Oberhauser auch auf die Geschwindigkeit an: „Im konkreten Fall war die Versicherung mit zwei eigenen Sachverständigen bereits am nächsten Tag vor Ort. So konnten wir den Schaden entsprechend aufnehmen und dokumentieren. Insbesondere, wenn es wie bei der Firma Huber auch zu einer Betriebsunterbrechung kommt, ist der Zahlungsablauf – für die Aufrechterhaltung der Liquidität – enorm wichtig. Und auch hier zeigte sich die Uniqa als verlässlicher Partner. Noch bevor die Höhe und Ursache des Schadens endgültig feststanden, wurden Akkontierungen geleistet und die Sanierungsmaßnahmen freigegeben.“ Bereits vier Monate nach dem Schadensfall konnte der Fall abgeschlossen werden. Dadurch war das Unternehmen gesichert und konnte am Wiederaufbau arbeiten. „Für uns war diese Vorgehensweise optimal, weil wir so in der Gestaltung des Wiederaufbaues völlig frei waren“, so Huber. Dies sei eben auch der Job des Maklers, herauszufinden, was der Unternehmer jetzt braucht – im konkreten Fall eben nicht die alte Anlage neu, sondern eine komplett neue Anlage –, und dies dem Versicherer auch entsprechend zu verkaufen, so Oberhauser. Ein besonderes Asset war für Huber die Zusammenarbeit mit den Sachverständigen der RSG Risiko Service und
WERTE, DIE VERBINDEN INNREAL-MAKLER MAG MAN EBEN. Immobiliengeschäfte brauchen Vertrauen. Vertrauen ins Gegenüber – in die Person, ihre soziale Kompetenz ebenso wie in deren fachliches Können. Unsere Motivation und unser Engagement werden von Begeisterung, Freude und Leidenschaft getragen. Das spüren unsere Kunden und darauf sind wir stolz.
Unbürokratisch und flexibel. Zahlreiche Referenzen sprechen ihre eigene Sprache. Wir freuen uns über jedes einzelne Feedback, besonders wenn es so positiv ist wie jenes unserer Kunden. Ein paar davon finden Sie auf unserer Homepage und sie alle sind Lob und Ansporn zugleich. Auch in Zukunft werden wir unser Bestes für Sie geben.
Kompetent und freundlich.
Sachverständigen GmbH einem 100-prozentigen Tochterunternehmen von Uniqa, die den Wiederaufbau eineinhalb Jahre begleitet und ihr Know-how für ein neues Sicherheitskonzept eingebracht haben. „Dies war für uns als Zulieferer in der Automobilindustrie besonders wichtig, weil wir so glaubhaft sicherstellen konnten, dass so ein Ausfall in Zukunft nicht mehr passieren wird“, so Huber. Nichtsdestotrotz weiß der Unternehmer, was er an seinen Versicherungspartnern hat – auch wenn er sie
Tel. 0512 / 574 600 Wohn- u. Wir tschaf tsimmobilien GmbH Innsbruck • Meraner Straße 9 of f ice@innreal.at • www.innreal.at
niemals wieder für so einen Fall heranziehen möchte.
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Art Kunst & Kultur
Thomas Feuerstein, Ausstellungsansicht RLB Kunstbrücke
APOLOGIE DER SCHWEBE
T
homas Feuerstein bewegt sich inhaltlich wie formal in einem weiten künstlerischen Aktionsfeld und verbindet naturwissenschaftliche Prozesse mit philosophi-
schen, ökonomischen und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen. Mit großen Einzelausstellungen – etwa im vergangenen
FORUM MIGRATION
D
Jahr im Chronus Art Center in Shanghai oder aktuell im Berliner Haus am Lützowplatz – hat er internationales Renommee
as Ferdinandeum verwandelt sich zu einem Ort für
erlangt. Elf Jahre, nachdem ihm der Hauptpreis des RLB Kunst-
Veranstaltungen rund um das Thema Migration: Als
preises verliehen wurde, stellt die Ausstellung in der RLB Kunst-
Auftakt gibt es am 18. Jänner 2018 einen Kabarett-
brücke erstmals seine Tafelbilder in den Mittelpunkt.
abend mit Thomas Maurer, weitere Highlights sind die Perfor-
Die Ausstellung versammelt über 60 Arbeiten in dichten, the-
mances von Künstlern wie Nezaket Ekici und Franz Wasser-
matisch orientierten Werkblöcken, in die effektvoll große, ma-
mann, der von Markus Koschuh organisierte Poetry Slam, die
lerisch wirkende Plakatarbeiten integriert werden. Dazwischen
Modenschau in Zusammenarbeit mit der Ferrarischule Inns-
bilden großformatige Acrylbilder und Zeichnungen visuelle Ru-
bruck und migrantischen Vereinen, Konzerte mit außereuro-
hepole. Feuerstein ist ein äußerst vielseitiger Zeichner. Sein Stil
päischer Musik, die Winteredition von Echos der Vielfalt, der
reicht dabei von einer holzschnittartigen Linienführung über
Auftritt des wienerisch-türkischen Rap-Duos EsRap, Lesun-
die Bildsprache des Comic, Punk oder der Graphic Novel bis hin
gen mit spannenden Literaten wie Selim Özdogan oder Martin
zur fotorealistischen Kohlezeichnung. Eine wichtige Rolle spielt
R. Dean oder Spiel- und Dokumentarfilmvorstellungen. Dazu
neben unterschiedlichen Reproduktionsverfahren auch die Ein-
kommt ein reichhaltiges Angebot an Workshops, Diskussionen
bindung von Texten, Wortspielen oder Begriffen, die sinnbildli-
und Führungen. Die Veranstaltungen sind der letzte Teil eines
che Querverweise eröffnen. Die Ausstellung ist noch bis 23. Fe-
mehrjährigen Projekts zur Migrationsgeschichte Tirols. Wäh-
ber 2018 zu sehen. // www.rlb-kunstbruecke.at
rend der Laufzeit (18. Jänner bis 18. Feber 2018) ist der Eintritt ins Ferdinandeum frei, alle Veranstaltungen des Rahmenprogramms können kostenlos besucht werden. // www.tiroler-landesmuseen.at
KUFSTEIN IM GLÜCK
Z
um dritten Mal laden die glück.tage als Festival für Literatur, Philosophie, Natur und Genuss Glücksuchende ins Kufsteinerland ein. Mit spannenden und mitunter sehr persönli-
chen Impulsen locken international renommierte Speaker und Autoren, die ihre Erkenntnisse rund um das Thema „Glück“ mit dem Publikum teilen. Schwerpunktmäßig widmet sich das Festival 2018 dem Begriff „Selbst.Freundschaft“. Mit dabei: ZDF-Moderatorin Nina Ruge, Ordensfrau Melanie Wolfers, der deutsche Philosoph Wilhelm Schmid, „Kräuterwastl“ Sebastian Viellechner und der Wiener Psychologe Georg Fraberger, der ohne Arme und Beine geboren wurde. Einer der Festival-Höhepunkte ist der Auftritt des weltweit bekannten UNO-Menschenrechtsrats und Globalisierungskritikers Jean Ziegler im Erler Festspielhaus. // Weitere Informationen zum Festivalprogramm und den Arrangements unter www.glueck-tage.com.
Jan Ziegler, Schweizer Politiker und UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Sachbuchautor
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eco.art
Gregor Sailer, aus der Serie „The Potemkin Village“; Carson City I, Vårgårda, Sweden, 2016
FOTOKUNST
D
er Tiroler Fotograf Gregor Sailer erlangte durch mehrere investigative Fotoprojekte internationales Ansehen. Nachbildungen, Kopien und Trugbilder charakte-
WIEDERAUFNAHME
eindrucksvolle Weise aktuelle architektonische Erscheinungs-
A
formen, entstanden aus politischen, militärischen und wirt-
wieder in eine Naturbühne für eine multimediale Ski-Tanz-Performan-
schaftlichen Motiven. // Noch bis 20. Jänner im Innsbrucker
ce. Auch 2018 dürfen sich die Zuschauer auf eine spektakuläre Insze-
FO.KU.S zu sehen. www.btv-fokus.at
nierung der 2017 mit dem „Tirol Touristica Award“ prämierten Show
risieren jene Orte, die er für sein Projekt „The Potemkin Village“ zwei Jahre lang in sieben Ländern visuell erforschte und fotografierte. Nach „Closed Cities“ 2012 zeigt Sailer erneut auf
m 1. Feber 2018 wird in Neustift im Stubaital eine Erfolgsgeschichte fortgeschrieben. Dann verwandelt der renommierte Leiter der Tanzcompany am Tiroler Landestheater, Enrique
Gasa Valga, mit „GAIA – Stubai Mutter Erde“ den Skihang in Milders
freuen. Die Kernaussage, die Natur zu schützen und die Freiheit jedes einzelnen Menschen zu bewahren, bleibt 2018 aktueller denn je. So wird die Erdmutter Gaia mit ihrem Sohn wieder mit der Kraft der Liebe gegen Hass und Zerstörung auf der Erde kämpfen. Dabei fügen sich der Tanz auf der Bühne im Schnee, das 3-D-Mapping auf dem Skihang, die Skishow auf der Piste und die Pferde vor der Bühne zum perfekten Arrangement bei bester Sicht auf allen Steh- und den neu geschaffenen Sitzplätzen. // www.stubai.at
„Ready to love“ von Manish Arora
„Musik im Riesen“: barocke Stimmen, elegante Streicher und Philip Glass am Klavier
KRISTALLINE NEUIGKEITEN
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om 24. bis 27. Mai 2018 feiert „Musik im Riesen“ seine mittlerweile 15. Auflage. Mit Philip Glass, der auch selbst als Pianist auftritt, würdigt das Kammermusik-
festival der Swarovski Kristallwelten einen der einflussreichsten Komponisten der Gegenwart. Daneben stehen fünf weitere Konzerte auf dem Programm. Schon jetzt lassen sich in den Kristallwelten vier neue Wunderkammern bestaunen. Der indische Designer Manish Arora, Multimediakünstler André Heller, der israelische Künstler Arik Levy und der mexikanische Stararchitekt Fernando Romero haben dafür je eine Wunderkammer neu in Szene gesetzt.
WEIHNACHTS WEIHNACHTS WUNDER WUNDER
EIN KRIPPENERLEBNIS EIN KRIPPENERLEBNIS 3.12.2017 – 2.2.2018 3.12.2017 – 2.2.2018 VOLKSKUNSTMUSEUM VOLKSKUNSTMUSEUM FÜHRUNG: SO 17.12.2017 UND 7.1.2018, 11 UHR FÜHRUNG: SO 17.12.2017 UND 7.1.2018, 11 UHR TIROLER-LANDESMUSEEN.AT TIROLER-LANDESMUSEEN.AT eco.nova
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© COURTESY GALERIE ENGHOLM WIEN, BILDRECHT WIEN
eco.art
Monika Baer, ohne Titel, 1999. Öl auf Leinwand, 190 x 260 cm
Sammlung zeitgenössischer Kunst Mit „arttirol. Kunstankäufe des Landes Tirol 2014–2016“ präsentiert das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum die Sammlungsankäufe des Landes Tirol in den letzten drei Jahren.
D
as Sammeln und Erwer-
Die ausgewählten Werke werden direkt in den
genössischer Kunst ab und umfassen Fo-
ben gehört zusammen
Bestand der Modernen Galerie im Ferdinande-
toarbeiten, Videos, Gemälde, Installationen,
mit dem Forschen und
um integriert. Schwerpunkt der Ankäufe des
Collagen, Animationen, Dokumentationen
Bewahren zu den Haupt-
Landes sind Werke zeitgenössischer Künstler
und Grafiken. Die angekauften Werke stam-
aufgaben eines Museums.
aus Tirol. Dazu kommen Werke von österrei-
men größtenteils von heimischen Künstlern
Um den Aufbau einer Sammlung zeitgenös-
chischen Künstlern, die international beach-
oder weisen einen starken Bezug zu Tirol
sischer Kunst mit eigenständigem Profil zu
tete Positionen vertreten. Die gesamte Kunst-
auf. Schwerpunkt der Erwerbungen bilden
gewährleisten, hat das Land Tirol 2001 erst-
sammlung des Landes Tirol weist über 8.000
Werkgruppen, die den Schaffensprozess der
mals eine unabhängige Fachjury ernannt,
Werke auf. Die Ausstellung im Tiroler Landes-
Kunstschaffenden eindrucksvoll belegen, so-
die Werke für den Ankauf empfiehlt. Aktu-
museum Ferdinandeum zu den Ankäufen der
wie dokumentarische Arbeiten.
ell sind dies Dr. Günther Dankl, Kustos der
Periode 2014 bis 2016 trägt dazu bei, die neuen
Aus Ausstellungen der Taxispalais Kunsthal-
Kunstgeschichtlichen Sammlungen ab 1900 &
Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren.
le Tirol und der Stadtgalerie Schwaz wurden
Grafischen Sammlungen der Tiroler Landes-
die 2003 präsentierte Installation „Panorama“
museen, Dr. Matthias Mühling, Direktor Len-
Vielfältiges Kunstgeschehen
bachhaus München, und Dr. Eva-Maria Stad-
Die aktuell angeschafften Werke der Samm-
greifende Arbeit „Parmi les noirs: After Ray-
ler, Universität für angewandte Kunst, Wien.
lung bilden ein breites Spektrum an zeit-
mund Roussel“ (2012) von Johannes Porsch
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eco.nova
von Michaela Melián und die medienüber-
eco.art
Franz Wassermann, Temporäres Denkmal – Prozesse der Erinnerung, 2004/05, Prozess 2 – Quilts – Tücher der Teilnahme, 6 Farbfotografien
© LUKAS THALER
© ANNJA KRAUTGASSER, BILDRECHT WIEN
© FRANZ WASSERMANN, BILDRECHT WIEN
Annja Krautgasser, Performance „Simple-Man-Dance“, 2011
© CHRISTOPH GRÜNER
© STEPHAN DILLEMUTH UND GALERIE NAGEL DRAXLER, BERLIN/KÖLN
Christoph Grüner, Swing, 2004–2015
erworben. Mit Monika Baer, Renate Bertlmann, Carola Dertnig, Maria Hahnenkamp und Annja Krautgasser wird die Sammlung des Landes mit Werken von Künstlerinnen mit feministischen, medialen, dokumentarischen und malerischen Positionen erweitert. Klaus Auderers Arbeit „psychopatparks“ zeigt seine Auseinandersetzung mit Konflikten im Nahen Osten. Rens Veltmans konzep-
Stephan Dillemuth, Kinder-Skifahrerin, 1980
Lukas Thaler, I think we’re really feeling this together now, 2015
DER ANKAUF VON WERKEN LEBENDER KÜNSTLER IST EIN WESENTLICHES ELEMENT DER KUNSTFÖRDERUNG DES LANDES TIROL. DIE SAMMLUNG ZEITGENÖSSISCHER KUNST DER TIROLER LANDESMUSEEN WIRD DADURCH LAUFEND ERWEITERT. BEURTEILT UND EMPFOHLEN WERDEN DIE ANKÄUFE DURCH EINE JURY, DIE ALLE DREI JAHRE NEU ZUSAMMENGESETZT WIRD.
tuelle Dokumentation „Die Tabakfabrik“ aus dem Jahr 1980 ist bedeutendes Zeugnis um eine kulturpolitische Diskussion in Schwaz.
Warenwelt. Tobias Hantmanns „White bull
den Bestand dieser Künstler um neue Facet-
Franz Wassermanns „Temporäres Denkmal –
sustaining support“ bewegt sich zwischen
ten ergänzen.
Prozesse der Erinnerung“ von 2004/05 stellt
Grisaillemalerei und Tapisserie. Der Ankauf
ein wichtiges Zeichen der Erinnerungskultur
einer Werkgruppe von Helmut Schober er-
in Tirol dar.
gänzt den Bestand um wichtige Arbeiten der
Mit Fotoarbeiten von Gregor Sailer, Arno
1970er-Jahre. Erstmals in die Sammlungen
Gisinger und Karl Heinz Koller werden die
integriert wurden Werke von Gerwald Ro-
Fotosammlungen um Werke der künstleri-
ckenschaub, Toni Kleinlercher, Stefan Dille-
schen Dokumentarfotografie bereichert. Die
muth, Christopher Grüner und Lukas Thaler,
beiden seriellen Werke von Thomas Bayrle
während Ankäufe von Heimo Zobernig und
unterstreichen dessen Reflexionen auf die
Daniel Sharif Baruwa den bereits bestehen-
ARTTIROL KUNSTANKÄUFE DES LANDES TIROL –
Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Eröffnung: 14. Dezember 2017, 18 Uhr Dauer der Ausstellung: bis 18. Feber 2018 www.tiroler-landesmuseen.at
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Spielen und scheitern zu dritt Das Feinripp-Ensemble ist eine dreiköpfige Theatergruppe, die auf der Bühne viel verspricht und gnadenlos scheitert. Das jedoch mit Bravour. Ihre Programme gehören in die Kategorie trashig-anarchisch und sie bestechen mit einer gehörigen Portion Selbstironie. // TEXT: JULIA SPARBER-ABLINGER
I
und dem großen Hang zum Drama. Er erm Gastgarten des Innsbrucker
füllt in der Gruppe die Rolle des bodenstän-
Treibhaus sitzend, das erste Bier
digen Philosophen, der für pathetische Wort-
in der Hand, gehen die drei Herren
kaskaden immer zu haben ist. Der „Kleinste“
gleich in medias res. „Wir erzäh-
ist Bernhard oder „Berny“. Er ist zuständig
len gerne über uns“, so Thomas
für das komödiantische Fach. Frauenrol-
Gassner. „Ja, du vielleicht“, kontert Markus
len scheinen ihm auf den Leib geschneidert.
Oberrauch ironisch. Bernhard „Berny“ Wolf
Wenn er die Bühne betritt, sind die Lacher
ermahnt: „Quatscht nicht, sie nimmt ja alles
auf seiner Seite. Ob als Biber oder als un-
auf!“
schuldige Jungfrau Maria.
Den Herren braucht man nicht viele Fragen
Berny mimt kurzerhand den Biber mit „Ha-
zu stellen. So die erste Erkenntnis. Die drei
senzähnen“ und hoher Stimme. Alle lachen
Schauspieler werfen sich gegenseitig Wörter
und bestellen das zweite Bier. Das Treibhaus
zu, dass eine beflügelte Kettenreaktion ent-
ist voller Gäste, die sich angeregt unterhalten,
steht. Ihre Bühnenprogramme „erkopfen“ sie
doch der Biber am Nebentisch ist nicht zu ig-
alle gemeinsam. Sie lesen sich gegenseitig
norieren. Prost!
durchaus ernstzunehmende Bühnenlitera-
Texte vor, schnappen sich ein Wort und spin-
Richtig gut sind die drei nicht nur im Schrei-
tur, transportieren sie in heutige Szenerie.
nen daraus eine Geschichte. „Gott sei Dank
ben eigener Stücke, wie im bauernschlauen
Und das alles in Unterhosen.
haben wir Regisseure wie Susi Weber oder
Schwank „Die Rippenhof-Saga“, sondern
Johannes Gabl, die unsere Spinnereien ein-
vor allem im Kürzen. Und das gnadenlos.
grenzen und helfen, ein Stück zu zaubern“,
Die größten Bücher der Geschichte – die
Wie erklären sie sich ihren Erfolg?
erklärt Thomas. Das Ensemble vereint in je-
Bibel, Grimm’s Märchen und die Werke
„Vielleicht weil wir uns auf der Bühne selbst
dem Stück seine unterschiedlichen Schreib-
Shakespeares – nehmen sie sich zur Brust:
auf die Schaufel nehmen. Wir gehen ja
stile und Persönlichkeiten. Thomas ist der
So entsteht eine heftige Diskussion zwi-
immer wieder raus aus der Rolle, spielen
„Älteste“ mit den verstrubbelten Haaren und
schen den Eheleuten Josef und Maria auf
unseren eigenen Charakter. So kann das
den geistreichen, provokanten Einfällen. Er
der Bühne, wie unrealistisch denn eine un-
Publikum drei Deppen beim Scheitern zu-
hat am meisten Schreiberfahrung, in ihm
befleckte Empfängnis sei. Die „7 Geißlein“
schauen“, erklärt Berny. Sie bewegen sich auf
sprießen die intellektuellen Ideen, die durch-
werden zur RTL-Reality-Show à la „Raus aus
der Bühne auch auf einer privaten Ebene.
wegs schräg daherkommen. Er ist auch der
den Schulden“ und als „King Lear“ dribbeln
Das macht die Schauspieler fürs Publikum
gnadenlose Kritiker im Dreiergespann. Mar-
sie auf der Bühne besser als Kingsley Co-
angreifbar. Vielleicht ist es auch die ironische
kus ist der „Mittlere“ mit der kernigen Statur
man bei Bayern München. Sie veräppeln also
Wertschätzung, die das Feinripp-Ensemble
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Die drei Feinripps Markus Oberrauch, Thomas Gassner und Berny Wolf – ausnahmsweise vollständig bekleidet
so gut beherrscht. Blasphemisch werden sie
Ihre größte Panne?
nie. Lästern ja, aber immer mit Niveau. So
Diese Frage trifft genau ins Schwarze. Ein
wurden die drei einst von der Diözese einge-
langes Raunen geht in Gelächter über:
laden, ihre Version der Bibel zu präsentieren.
„Weißt noch, Berny? Wir waren hinten ver-
Bühnenausstattung.) „Wir hatten als Backup
Der Auftritt funktionierte gut. Das bibelfeste
zweifelt, während Markus vorne die ganze li-
eine zweite dabei. Nur blöd, dass der Rekor-
Publikum goutierte die Schmähs über das
teraturwissenschaftliche Märchenforschung
der einging“, scherzt Thomas weiter. „Berny
Buch der Bücher: „Mehr sogar. Bischof Man-
rezitiert hat“, erzählt Thomas schenkelklop-
bastelte im Hintergrund, Markus zitierte wie
fred Scheuer zitierte uns am nächsten Tag
fend. Was jetzt? Tatsächlich die schlimms-
manisch auf der Bühne und ich läutete dann
bei seiner Predigt“, erzählt Thomas. Story-
te Panne, die ihnen bisher passiert ist. Die
einfach eine verfrühte Pause ein.“ Die drei
telling, wie es besser nicht sein kann. Inzwi-
Grimm’s Märchen im Wiener Kabarett Simpl.
Schauspieler agierten professionell. Das Pub-
schen sind die drei Feinrippler nicht nur in
Traditionell mit dabei ihre Musikkassetten.
likum bekam kaum was mit. Da wurde ihnen
Tirol zu sehen. Sie gastieren im Spielboden
(Zur Sicherheit für alle jungen Leser: Eine
zum ersten Mal richtig bewusst, wie wichtig
Dornbirn, im Kleinen Theater Salzburg und
Kassette ist ein Tonträger mit integriertem
die erlernten Brotberufe sind. Berny ist aus-
künftig auch im Schlachthof München, so
Tonband. Markteinführung 1963. Seit den
gebildeter Elektroniker, deshalb war also der
wie die drei Tiroler mittlerweile auch in
späten 90er-Jahren nicht mehr erhältlich,
Kassettenrekorder sein Spezialfach. Markus
Wien gern gesehene Gäste sind.
für die drei Feinripp-Jungs jedoch aktuelle
ist gelernter Tischler – „bis zum Gsell bin i
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© BURGSOMMER HALL
Warum die altmodischen Unterhosen mit den modischen darunter? Die FeinrippIdee entstand ganz simpel: Rasche Kostümwechsel funktionieren am besten, wenn man aus der „Poleposition – eben in Unterwäsche“ startet. Daraus wurde Stilmittel und Name. Markus meint „auf einer erhöhten Bühne eröffnen sich pikante Perspektiven“ und Berny befürchtet „sonst müssten wir eine Altersbegrenzung ab 18 festlegen“. Thomas bringt es auf den Punkt: „Die darunter sind dazu da, dass alles bleibt, wo es hingehört.“
kemmen“ – und dreifacher Familienvater.
ma macht mobil’ hieß das anspruchsvolle
miert. Tabus werden gebrochen, doch die
Das Praktikable gepaart mit guter Überre-
Stück“, lacht er. Zunächst ein BWL-Studium,
drei Schauspieler bleiben auch im neuen
dungskunst liegt ihm im Blut. Und Thomas
doch seine Spielfreude ließ sich nicht bän-
Stück würdevoll. Premiere wird voraussicht-
ist studierter Betriebswirt, der eine Diplom-
digen: „Ich kreierte eine Operation am offe-
lich im Oktober 2018 gefeiert.
arbeit zum Thema Chaosmanagement ver-
nen Wirtschaftsherzen.“ Für ihn wurde bald
fasst hat. Voilà. Also ist nichts umsonst.
klar, dass er ins Schauspielfach wechseln
Die Vision der drei Feinripps?
Noch ein drittes Bier? Nein, lieber nicht. Doch
musste. Heute übernimmt er regelmäßig
Einen gemeinsamen Film drehen. Feinripp
gute Theaterideen brauchen doch Dünger!
die künstlerische Leitung für verschiedene
in Spielfilmlänge. Und beim nächsten Hard-
Also gut. Ob dem dritten Bier herrscht traute
Theaterfestivals und arbeitet beim Tiroler
rock-Festival im deutschen Wacken mit der
Einigkeit. Ein immer wiederkehrendes Phäno-
Theaterverband sowie als Schauspiellehrer,
Bibel auf der Bühne stehen. Was? „Ja genau.
men unter den dreien.
Autor und Regisseur. Aktuell führt er am
Das wäre ein echter Ritterschlag für uns“,
Landestheater in der Operette „Der Vetter
meinen sie unisono. Das Festivalmotto „Fas-
aus Dingsda“ Regie.
ter Harder Louder“ wäre für das Feinripp-En-
Wie kamen sie zum Theater? Berny spielte schon als Bub bei der Dorfbüh-
semble Trash mit Kulturcharakter. Diesen
ne Bach im Lechtal. In den „7 Todsünden“
Gibt’s schon ein neues Stück?
war er das sterbende Kind und rührte zu
„Wir feilen daran.“ fein_R.I.P. rest in peace, so
Jetzt gehören die drei aber ins Bett. Kein Bier
Tränen. „Zur Entspannung des Vaters“ hat
der Titel. Fest steht, dass es sich um den Tod
mehr. Schließlich müssen sich Thomas, Mar-
er die HTL absolviert, dann aber gleich auf
drehen soll. Das Publikum soll zum Weinen
kus und Berny ab morgen mit dem Tod im
die Schauspielschule. Der Lechtaler Dialekt
gebracht werden, wird sich aber totlachen.
Geiste beschäftigen. Und dafür heißt es aus-
war zunächst ein Hindernis. Heute kultiviert
Das klägliche Scheitern ist also vorprogram-
geschlafen sein.
liefern sie aber sowieso.
er beides – Hochdeutsch und „achig’ hackt“. Mittlerweile ist Bernhard Wolf künstlerischer Leiter der Geierwally Freilichtbühne in Elbigenalp. Markus ist am Ritten in Südtirol aufgewachsen. Als Tischler war ihm zunächst der elterliche Betrieb bestimmt. Doch es sollte anders kommen. Mit 17 Jahren spielte er den Jesus im Passionsspiel. Dann zehn Jahre lang hin und hergerissen. Mit 27 begann er die Schauspielausbildung und seit 2008 ist er in den unterschiedlichsten Rollen zu sehen. Zuletzt in „Hamlet ist tot“ bei den Telfer Volksschauspielen und ab Jänner 2018 gibt er den Pater Haspinger in „André Hofer“ am Tiroler Landestheater. Thomas Gassner spielte als Jugendlicher bei der Kolpingbühne Wattens. „‚Ma-
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DIE NÄCHSTEN TERMINE FEBER : • 15. Feber: Schlachthof München – Die Bibel • 20. Feber: Stadttheater Wr. Neustadt – Die Bibel • 23. – 25. Feber: AERA Wien – Die Bibel MÄRZ : • 2. März: Verein Kultur am Land, Buch bei Jenbach – Die Bibel • 4. März: Kultur z’Koblach – Grimm’s Märchen • 5. März: Treibhaus Innsbruck – Grimm’s Märchen • 9. März: Kleines Theater Salzburg – Grimm’s Märchen • 12. & 13. März: Treibhaus Innsbruck – Grimm‘s Märchen • 19., 26. und 27. März: Treibhaus Innsbruck – Shakespeare APRIL : • 20. April: Kleines Theater Salzburg – Grimm’s Märchen • 21. April: KOMMA Wörgl – Grimm’s Märchen
MOIRÉ INNSBRUCK KIEBACHGASSE 5
© ARTROOM, INNSBRUCK
© GALERIE AUGUSTIN, INNSBRUCK-WIEN
© GALERIE AUGUSTIN, INNSBRUCK-WIEN
Bettina Hobel, „Waldfrüchte“, 2016, Acryl auf Leinwand, 120 x 160 cm
Rebekka Hatzung, „Aus d. Reihe 1“, 2016, Mischtechnik, 80 x 80 cm
Georg Brandner, „Rote Ewigkeit“, 2016, Collage: Öl auf Leinwand, 150 x 120 cm
Dirk Groß, „Zeitgeister II“, 2017, Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 100 cm
© GALERIE MARINGER, ST. PÖLTEN
Jörg Döring, „Mambo Club“, 2016, Mischtechnik, 130 x 170 cm
© ÜBERKOPF, MÜNSTER – DE
© GALERIE S, DAGMERSELLEN – CH
Elisa Anfuso, „Tra le mie nuvole“, 2017, Öl & Pastell auf Leinwand, 150 x 100 cm
© ARTROOM, INNSBRUCK
eco.art
Ein Hotspot der Kunstvielfalt © ARTROOM, INNSBRUCK
© GALERIE SEUFERT, MÜNCHEN – DE
© GALERIE AUGUSTIN, INNSBRUCK-WIEN
Vom 25. bis 28. Jänner 2018 geht in der Haupthalle A der Messe Innsbruck die mittlerweile 22. Auflage der ART Innsbruck über die Bühne. Liebhaber alles Feinen erwartet wieder ein breites internationales Angebot ausgewählter Kunst vom 19. bis 21. Jahrhundert.
Kuno Vollet, „Infinitum 1“, 2017, Bronzeguss, 25 x 25 x 40 cm, Auflage: 10
© GALERIE MARINGER, ST. PÖLTEN
Giuseppe Lo Schiavo, „Levitation Parthenon“, 2011, Kohlepigmentdruck, Auflage: 7, 85 x 85 cm
N
ach dem erfolgreichen
internationalem Anspruch sei. Die Liste der
grammatisch konzentriert sich die Messe wie
Launch der ART Salz-
präsentierten Künstler liest sich deshalb wie
eh und je auf zeitgenössische und moderne
burg Contemporary im
das Who is who der Kunstgeschichte – von No-
Kunst vom 19. bis 21. Jahrhundert. Der Schwer-
Juni dieses Jahres dreht
buyoshi Araki und Francis Bacon über Martin
punkt liegt dabei auf Unikaten und limitierten
sich bei Messemacherin
Kippenberger, David La Chapelle und Heinz
Editionen, seien es nun Gemälde, Arbeiten auf
Johanna Penz und ihrem Team nun schon seit
Mack bis Andy Warhol und Victor Vasarely.
Papier, Originalgrafiken, Skulpturen, Objekte
Wochen wieder alles um die ART Innsbruck,
„Wir haben von Anbeginn den Fokus auf Inter-
und Installationen, Künstlerbücher, Fotografie
also jene Messe, mit der die Erfolgsgeschich-
nationalität und Vielfalt gelegt. Denn nicht zu-
oder neue Medien.
te der ART Kunstmesse GmbH vor nunmehr
letzt durch unsere verkehrstechnisch günstige
23 Jahren ihren Ausgang nahm. „Ich hätte mir
Lage im Herzen der Alpen bieten wir Ausstel-
ja selbst nie gedacht, dass man sich seine Be-
lern aus Deutschland, Italien und Liechten-
geisterungsfähigkeit für ein Projekt dieser
stein ein geradezu perfektes Forum, um sich
Dimension über einen so langen Zeitraum
erstmals in Österreich zu präsentieren. Davon
hinweg erhalten kann“, gesteht Penz. „Aber die
profitieren natürlich primär unsere Besucher,
Vielfalt zeitgenössischer Kunst und natürlich
die sich hier in Innsbruck nun schon seit 22
auch der Kunstmarkt selbst lassen so etwas
Jahren auf ein ungleich breiteres Kunstange-
wie Gewohnheit oder Routine gar nicht erst
bot abseits der hier üblichen österreichischen
aufkommen.“
Sehgewohnheiten freuen dürfen“, so die Mes-
Jede Messe sei für sie wie ein Unikat. Denn die
semacherin. Das erkläre auch den einzigarti-
angestammten Aussteller entwickeln sich wei-
gen und unverwechselbaren Stellenwert der
ter und jedes Jahr drängen neue Galerien aus
ART Innsbruck in der heimischen Kunstmes-
dem benachbarten Ausland nach Innsbruck.
senszene. Rund 80 Aussteller aus zehn Natio-
Es habe sich längst herumgesprochen, dass
nen haben sich bereits zur 22. ART Innsbruck
Innsbruck ein guter Boden für Galerien mit
vom 25. bis 28. Jänner 2018 angemeldet. Pro-
. ART INNSBRUCK
22. bis 28. Jänner 2018 Messe Innsbruck, Haupthalle A / Haupteingang Ost Mehr als 90 Aussteller – Galerien und Kunsthändler aus zehn Nationen – präsentieren internationale Kunst und Klassische Moderne und weitere Kostbarkeiten des 19., 20. und 21. Jahrhunderts Öffnungszeiten: Do. bis Sa. von 11 bis 19 Uhr So. von 11 bis 17 Uhr www.art-innsbruck.com
eco.nova
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Mobil Auto & Motor
!
WEITERE TESTBERI CHTE, NEWS UND MEHR UN TE WWW.ECO-MOBIL. AT R
MULTIKULTI
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as neue viertürige Audi-Coupé A7 Sportback verkörpert Progressivität in Design und Technik. Das Exterieur ist schärfer
und kantiger geworden und auch innen hatte man den Mut, das Showcar-Design in Serie zu schicken. Der Audi A7 Sportback fährt im Werk Neckarsulm vom Band und startet voraussichtlich gegen Ende des ersten Quartals 2018 auf dem österreichischen Markt – zum Marktstart zunächst ausschließlich als 3.0 V6 TFSI mit sonor-dezent klingendem V6-Turbomotor mit 340 PS, den man aktuell aus dem A8 kennt. Basispreis: 67.800 Euro.
PICK-UP TRIFFT LIFESTYLE Robust, funktional, belastbar und geländegängig. Das sind die klassischen Attribute eines Pick-ups. Mercedes-Benz hat es mit seiner X-Klasse nun geschafft, dass das Arbeitsgerät auch noch richtig Style bekommt. Mit den drei unterschiedlichen Varianten Pure (für den klassisch-robusten Einsatz), Progressive (für höhere Ansprüche an Wertigkeit und Komfort) und der Highend-Variante Power (für den urbanen Lifestyle) bedient man mit dem X unterschiedliche Lebenswelten. Zur Markteinführung kommen ein Diesel mit 163 bzw. 190 PS sowie ein 165-PS-Benziner, ab Mitte 2018 folgt das 258-PS-Topmodell. Ab 37.000 Euro.
SPORTLICHER ALLROUNDER
L
ängst vorbei sind die Zeiten, als ein Porsche vor allem zweierlei war: sportlich und schnell. Das ist er zwar immer noch, seit 2002 der erste Cayenne herauskam, fühlt er sich dazu auch abseits der Straße wohl. Die mittlerweile dritte Generation tritt
mit einem deutlich erweiterten Leistungsspektrum an, wurde komplett neu entwickelt und orientiert sich nun wieder mehr an der Sportwagen-Mentalität: intelligenter Leichtbau, leistungsstarker Antrieb, tolle Fahrdynamik, konsequente Fahrerunterstützung und dabei richtig alltagstauglich. Zum Start rollen drei Modelle mit 340, 440 und 550 PS an, die Preise beginnen bei rund 92.000 Euro. Schon in der Serienausstattung zeigt sich der neue Cayenne bestens vernetzt, auch das Infotainment ist top.
AB NACH EUROPA
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er betont sportliche und coupé-ähnliche Charakter des neuen Eclipse Cross von Mitsubishi verbindet als erster Vertreter der neuen Fahrzeuggeneration dynamische Konturen mit der hohen Allroundkompetenz und dem typischen
SUV-Charakter der Marke. Gebaut wird das Kompakt-SUV im tiefrot-glänzenden Metallicton im japanischen Werk Okazaki bei Nagoya, die ersten Einheiten wurden bereits nach Europa verschifft. Mit rund 22.000 Euro steht nun auch der (Start-)Preis fest.
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eco.nova
ECO.MMENTAR
Bruno König, Motorredaktion
E-Auto? Nein danke! DER AUDI UNTERM WEIHNACHTSBAUM Für viele war es bis dato ein frommer Wunsch, nun wird er Wirklichkeit: das Auto als Weihnachtsgeschenk. Nun gut, Freude macht das auf 600 Stück limitierte Bobbycar mit Ledersitzen vermutlich vor allem den Kleinen, aber wer wird denn schon kleinlich sein. Andererseits finden sicher auch viele Papis Gefallen an den schwarzen Fünfarm-Rotorfelgen, dem glänzenden Singleframe und den coolen schwarz getönten Frontscheinwerfern samt Tagfahrlicht. Nur zugeben werden sie’s wahrscheinlich nicht. Erhältlich ist der Flitzer um 170 Euro beim Audi-Händler – gut investiertes Geld, weil auch gleich das Kind im Manne was davon hat ...
betrachtet: Der BMW X2 zeigt
W
sich quasi immer in Bestform
selfahrzeuge in rund 20 Jahren keine
MODERN STYLE
E
gal von welcher Seite man ihn
ie eine aktuelle Umfrage zeigt, glauben die Österreicher zwar an das Elektro-
auto und daran, dass Benzin- und Die-
und als echter Charakterling. Optisch,
große Rolle mehr spielen, kaufen möchte
haptisch und technisch. Wie ein durch-
derzeit aber noch kaum jemand ein rein
trainierter Athlet steht er auf der Stra-
elektrisch betriebenes Fahrzeug. Aktuell
ße und vereint dabei die robusten Gene
können sich nur rund fünf Prozent mit
der X-Modelle mit der eleganten Sport-
diesem Gedanken anfreunden. 31 Prozent
lichkeit eines Coupés. Seine Marken-
aller Befragten setzen weiter auf den Ben-
premiere feiert der X2 im März 2018 und
zinantrieb, für den Diesel würden sich
kommt zu Beginn in drei Varianten da-
derzeit nur mehr 23 Prozent entscheiden.
her: als sDrive20i mit 192 PS sowie als
Fahrverbote in den Städten für ältere
Diesel mit 190 bzw. 231 PS. Weitere Mo-
Diesel begrüßen nur 40 Prozent der Be-
delle folgen. Das sportliche Fahrwerk
fragten, 46 Prozent sind klar dagegen, der
überträgt die Agilität und Dynamik der
Rest äußerte sich dazu nicht. Während-
BMW-Aggregate dabei bestens auf die
dessen präsentierte Tesla Neues: einen
Straße. Der Startpreis liegt bei rund
elektrischen 40-Tonner mit 800 Kilometer
39.000 Euro, für die es vor allem im Be-
Reichweite und einen Roadster-Sportwa-
reich der Assistenzsysteme bereits ver-
gen, der in zwei Sekunden auf Tempo 100
hältnismäßig viel Serienausstattung
beschleunigt und mit einer Akkuladung
gibt. Im Design gibts bayerntypisch in-
1.000 Kilometer weit kommen soll.
nen und außen auch beim X2 kaum was zu mäkeln ...
Anregungen und Kommentare bitte an koenig@econova.at
READY TO ROC
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er SUV-Boom scheint kein Ende zu nehmen. Ganz im Gegenteil. Was derzeit aus dem VW-Konzern rollt,
ist nicht nur mengenmäßg beeindruckend. Mit dem Volkswagen-Crossover T-Roc geht die SUV-Offensive munter weiter. Der Grenzgänger verbindet Performance und Komfort, Emotionalität und Rationalität, urbanen Lebensstil und vielseitige Allroundeigenschaften. Heraus kommt kompakte Mobilität in avantgardistischem Design. Der Grundpreis für den 115-PS-Benziner liegt bei 21.500 Euro, insgesamt stehen zum Start fünf Motorvarianten zur Wahl.
eco.nova
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eco.mobil
Fahrleistungen wie ein M2, optisch wie ein „normaler“ 2er: BMW M240i xDrive Coupé.
Der bessere M2? Der BMW M2 ist mit seinen 370 PS ein brachialer Sportwagen, das sieht und spürt man sofort. Das neue M240i xDrive Coupé hat zwar 30 PS weniger als das Topmodell und kommt auch optisch wesentlich dezenter daher, dafür hat es Allradantrieb und damit Traktion ohne Ende. // TEXT UND FOTOS: BRUNO KÖNIG
A
nruf von einem Kollegen:
nämlich eine beeindruckende, gefühls-
„Bruno, hast du grad den
mäßig steht er dem Topmodell um nichts
BMW M2 zum Testen?“
nach. Im Gegenteil: Durch den xDrive-All-
„Nein, wie kommst du denn
radantrieb hat der 240i Traktion ohne En-
da drauf?“ „Jemand hat dich gesehen und
de, diese fehlt dem M2 in den ersten beiden
mir gesagt, du bist mit einem M2 unter-
Gängen. In nur 4,4 Sekunden schießt der
wegs.“ „Ach so, nein, das ist kein M2, son-
dezente 2er auf Tempo 100 – nur eine Zehn-
dern das neue M240i Coupé, sozusagen der
tel langsamer als der M2. Untermalt wird
kleinere Bruder des M2“, kläre ich auf.
das Ganze von einem herrlichen Sound aus
Doch so sicher bin ich mir nach dem Test
dem aufgeladenen Reihen-Sechszylinder.
gar nicht mehr, den M240i als „kleinen Bru-
Die serienmäßige Achtgang-Automatik ver-
der“ zu bezeichnen. Die Performance ist
richtet einen Traumjob. Das Fahrwerk ist
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eco.nova
BMW M240i xDrive Coupé
• Motor: 3.0-Liter-ReihenSechszylinder-Turbo • Leistung: 250 kW/340 PS • Drehmoment: 500 Nm • Beschleunigung: 4,4 sec von 0 auf 100 km/h • Spitze: 250 km/h • Testverbrauch: 7,4 Liter/100 km • CO2-Ausstoß: 169 g/km • Fahrspaß: 9 von 10 Punkten • Preis: ab 56.750 Euro
eco.mobil
Das Couupé liefert Drehzahlen bis über 7.000 Umdrehungen
straff, bleibt aber alltagstauglich. Ein Genuss ist die präzise Lenkung: Die reagiert so fein und direkt, dass man schon fast das Gefühl bekommt, mit dem Auto zu ver„normalen“ 2er. Diesen dezenten Auftritt
Qualität und feinen Materialien sowie ver-
mögen jetzt einige kritisieren, für andere
bessertem Multimedia. Erstmals im 2er hat
macht’s aber genau das aus. Darüber hin-
BMW ein Radar-Tempomaten mit Stau-As-
Im Gegensatz zum M2 hält sich der M240i
aus ist der M240i fast 15.000 Euro günstiger
sistent verbaut. Mindestens 56.750 Euro wer-
optisch sehr zurück. Keine ausgestellten
als ein M2, bringt aber – wie ich finde – den
den für das M240i xDrive Coupé fällig. Un-
Kotflügel, keine weit aufgerissenen Luftein-
gleichen Fahrspaß.
ser Testauto mit vielen Extras kommt gar
lässe und kein überdimensionaler Power-
Der Innenraum wurde ebenfalls überarbei-
auf knapp 73.000 Euro. Dafür gäbe es auch
dome auf der Motorhaube ... alles wie beim
tet und beeindruckt nun mit noch mehr
schon einen M2.
schmelzen.
Dezenter Auftritt
Vorsorgen für viele Lebensbereiche:
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eco.nova
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eco.mobil
Große Lufteinlässe machen die E-Klasse sportlich, der 4MATIC-Antrieb sicher.
Vorzugsschüler Die neue E-Klasse von Mercedes bietet eine noch nie dagewesene Fülle an Assistenzsystemen, die das Fahren noch sicherer und komfortabler macht. Darüber hinaus zeigte sich der 220 d mit 4MATIC-Allradantrieb als kraftvoller und sparsamer Begleiter. // TEXT UND FOTOS: BRUNO KÖNIG
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Normalzustand. Wird die Rückenlehne umgelegt, erhöht sich der Stauraum nochmals deutlich. Das Interieur ist eine gelungene Kombination aus kühler Eleganz und moderner Sportlichkeit, verpackt in hochwertige Materialien. Sitze und Sitzposition sind genauso vorbildlich wie die Platzierung der Schalter und deren Bedienung.
Kräftig und sparsam Der überarbeitete Vierzylinder-Diesel im 220d leistet nun 194 PS und stemmt beachtliche
ptisch ist den Mercedes-Leu-
Zu verdanken ist das der harmonischen Ka-
400 Nm Drehmoment. Damit spurtet der All-
ten die neue E-Klasse be-
rosserieführung, den eleganten Rundungen
rad-Benz in nur 7,5 Sekunden aus dem Stand
sonders gelungen: durchge-
und den großen Luftöffnungen an der Front.
auf Tempo 100. Das serienmäßige „9G-Tro-
stylt bis ins letzte Detail mit
Damit zeigt die neue E-Klasse ein markan-
nic“-Automatikgetriebe wird per Lenkradhe-
eleganter Linie, viel Sportlichkeit und voll
tes Gesicht und demonstriert Dynamik und
bel bedient und arbeitet höchst unauffällig.
gepackt mit modernster Technik. Der Auf-
Entschlossenheit. Die Länge der Limousine
Niedrige Drehzahlen verhelfen der Limousi-
tritt ist deshalb – wie schon von früheren
wuchs gleich um gute vier Zentimeter, in der
ne zu einem sparsamen Verbrauch: In un-
E-Klassen gewohnt – ein imposanter. Die
Breite sind es drei. Damit gibt’s mehr Platz
serem Test gönnte sich der Stern im Schnitt
neueste Generation wirkt jedoch wesentlich
für Passagiere und deren Gepäck. 542 Liter
nur 6,1 Liter auf 100 Kilometer.
kompakter, dadurch agiler und sportlicher.
Volumen schluckt der Kofferraum schon im
Einmal mehr beeindrucken in der aktuellen E-Klasse die zahlreichen Assistenzsysteme: Autonomes Fahren wird damit nicht nur mög-
MERCEDES E-KLASSE D 4MATIC LIMOUSINE • • • •
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Motor: 2.0-Liter-Vierzylinder-TD Leistung: 143 kW/194 PS Drehmoment: 400 Nm Beschleunigung: 7,5 sec von 0 auf 100 km/h Spitze: 239 km/h Testverbrauch: 6,1 Liter/100 km CO2 -Ausstoß: 117 g/km Crashsicherheit: 5***** (95 % lt. NCAP) Preis: ab 53.870 Euro
eco.nova
lich, sondern Realität. Rein theoretisch könnte das Fahrzeug schon ganz selbständig fahren. Aus Sicherheitsgründen fordert das System jedoch nach wenigen Sekunden die Hände des Fahrers am Lenkrad. Der automatische Spurwechsel bleibt in Österreich bis dato überhaupt noch deaktiviert. Uns ist das egal, wir fahren den Mercedes eh lieber noch selbst. Damit die restlichen Fahrunterstützungen auch im Winter einwandfrei funktionieren, ist das Frontradar beheizt. Als Klassenbester muss man halt immer einen Tick voraus sein.
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eco.mobil
Mazda macht auf bullig Mazda legt beim CX-5 ordentlich nach und verpasst dem Kompakt-SUV einen bulligen Auftritt. Der hübsche Japaner wirkt dynamischer und zeigt damit mehr Charakter. Im Test: der 175 PS starke Diesel. // TEXT UND FOTOS: BRUNO KÖNIG
K
lar und schnörkellos steht er vor uns, der neue Mazda CX-5 im styligen Crystal-Soul-Rot. Mit der Überarbeitung wur-
de er zwar minimalistischer und reduzierter, trotzdem ist der Auftritt nun bulliger. Verantwortlich dafür ist nicht nur das Design, sondern auch das neue Maß: 3,5 Zentimeter niedriger und eine um 3,5 Zentimeter verlängerte Motorhaube. Die Frontpartie mit der einzigartigen Lücke in der Karosse ist besonders gelungen. Aber nicht nur der äußere Auftritt gefällt. Auch innen weiß der neue
Der Auftritt des neuen CX-5 ist bulliger geworden.
CX-5 mit viel Platz für Fahrer und Beifahrer, leichter Bedienung und guter Übersicht zu begeistern und auch die verwendeten Materialien überzeugen. Die Beinfreiheit in der zweiten Reihe ist zwar nicht besonders üppig, trotzdem reichts. Dafür hat Mazda beim Kofferraum zugeschlagen: Mindestens 506 Liter sind’s in jedem Fall, mit Umklappen sogar 1.620 Liter und einen doppelten Boden gibt’s obendrein – ein beachtlicher Wert in seiner Klasse. Darüber hinaus wurde die Fahrgastzelle besser gedämmt, was die Fahrgeräusche hörbar minimiert.
Stark und sparsam Ganz nach Mazda-Philosophie ist auch der neue CX-5 zum Selberfahren gebaut. Die moderne Technologie unterstützt den Fahrer zwar, autonomes Fahren gibt’s aber nicht und das ist gut so, finde ich. Der 175 PS starke Diesel mit Allradantrieb und manuellem Sechsganggetriebe stemmt bis zu 420 Nm Drehmoment und hat mit den 1,5 Tonnen Eigengewicht ein leichtes Spiel. Der Fahrspaß kommt deshalb nicht zu kurz, aber auch der Durchschnittsverbrauch von 7,2 Litern auf 100 Kilometer sorgt für Freude. Serienmäßig ist eine Start-Stopp-Automatik an Bord. Das dadurch erreichte Einsparungspotenzial kann jetzt am 7-Zoll-Bildschirm abgelesen werden. Seit 2012 ist der CX-5 am Markt. Allein in Österreich wurde er seitdem mehr als 11.000 Mal verkauft. Jetzt steht der Neue in der Pflicht, diesen Erfolg weiterzutragen. Ab 25.990 Euro steht er beim Händler.
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MAZDA CX- CD AWD REVOLUTION • • • •
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Motor: 2,2-Liter-Vierzylinder-TD Leistung: 129 kW/175 PS Drehmoment: 420 Nm Beschleunigung: 9,0 sec von 0 auf 100 km/h Spitze: 208 km/h Testverbrauch: 7,2 Liter/100 km CO2 -Ausstoß: 142 g/km Fahrspaß: 6 von 10 Punkten Preis: ab 25.990 Euro (G165 Emotion)
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eco.mobil
Der Kodiaq beeindruckt mit Größe, Qualität und vielen „Simply-clever“-Details.
Echt bärig! Der Kodiaq ist für Škoda ein wahrer Meilenstein, ist er doch das erste SUV der tschechischen Marke. Vor der starken Konkurrenz braucht er sich nicht zu verstecken. // TEXT UND FOTOS: BRUNO KÖNIG
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er Kodiaq ist im wahren Leben ein Bär und zählt zu den größten am Land lebenden Raubtieren. Zu den Größten
in seinem Segment zählt auch der Kodiaq von Škoda. Ein Raubtier ist er zwar nicht, doch das praktische SUV möchte sehr gerne anderen die Kundschaft rauben. Und wie es scheint, funktioniert dieser Plan ausgezeichnet. Bestellt man nämlich einen Kodiaq, muss man in Österreich aktuell
Der Innenraum zeigt sich qualitativ hochwertig und bedienungsfreundlich.
mit rund acht Monaten Lieferzeit rechnen. Technisch orientiert sich der Tscheche am VW Tiguan und Seat Ateca, von den Außenmaßen und seinem üppigen Platzangebot
nen ist dabei der neuartige Kantenschutz
mellenkupplung. Je nach Schlupf wird die
mit bis zu sieben Sitzen jedoch am großen
an den Türen, der beim Öffnen automa-
Antriebskraft dorthin geleitet, wo gerade
Touareg. Wie bei allen Škoda-Modellen fällt
tisch ausfährt und damit Blech und Lack
am meisten Traktion vorhanden ist. Das
auch beim Kodiaq der großzügige Innen-
vor Schrammen schützt. Dazu gesellen sich
funktioniert einwandfrei und für den Fah-
raum auf. Hier bietet er sogar noch deutlich
zahlreiche Assistenzsysteme wie der „Emer-
rer nicht spürbar, weshalb der Kodiaq auch
mehr Platz als Konzernkollege VW Touareg.
gency Call“, der beim Auslösen eines Airbags
im mittelschweren Gelände ein gute Figur
Zudem ist die zweite Sitzreihe verschiebbar
automatisch die Notrufzentrale informiert,
abgibt. Der 190-PS-TDI liefert ein sattes
und Gegenstände bis zu 2,80 Metern Länge
hell leuchtende Voll-LED-Scheinwerfer und
Drehmoment von 400 Nm und beschleu-
lassen sich mühelos verstauen. Ein weiteres
ein schlüsselloser Zugang.
nigt das Fahrzeug in flotten 8,8 Sekunden
Škoda-Feature sind die „Simply-clever“-De-
auf Tempo 100. Das DSG-Getriebe arbei-
tails: Mehr als 30 davon sind an Bord – vom
Feine Technik
Regenschirm in der Vordertür bis zum Eis-
In Sachen Allradantrieb setzt das erste Ško-
der Kombination aus kräftigem Motor und
kratzer im Tankdeckel. Besonders zu erwäh-
da-SUV auf die feine und ausgereifte La-
hervorragender Automatik gibt sich der
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eco.nova
tet dabei flink und nahezu ruckfrei. Dank
eco.mobil
Kodiaq mit gut sieben Litern im Schnitt zufrieden. Überzeugend agiert dabei auch das Fahrwerk, das straff, aber komfortabel abgestimmt wurde und kaum Wankbewegungen zulässt. Noch präziser geht’s mit der Fahrwerksregelung „DCC“, die um 1.200 Euro extra angeboten wird. Dass die Tschechen nun auf den SUV-Geschmack gekommen sind, beweist wohl auch die Tatsache, dass nach dem Kodiaq gleich der Karoq kam und der Yeti deshalb Geschichte ist. Los geht’s mit den KodiaqPreisen bei 26.640 Euro.
ŠKODA KODIAQ 4X4 STYLE TDI DSG • • • •
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Motor: 2.0-Liter-Vierzylinder-TDI Leistung: 140 kW/190 PS Drehmoment: 400 Nm Beschleunigung: 8,8 sec von 0 auf 100 km/h Spitze: 209 km/h Testverbrauch: 7,1 Liter/100 km CO2 -Ausstoß: 168 g/km Fahrspaß: 7 von 10 Punkten Preis: ab 26.640 Euro (Active TSI)
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eco.nova
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eco.mobil
30 Plus
Der neue Hyundai i30 Kombi ist reifer und noch besser als sein Vorgänger geworden. Wie es scheint, tut ihm auch das zunehmende Alter gut, denn er ist jetzt noch hübscher. Wir waren mit dem 136-PS-Diesel unterwegs. // TEXT UND FOTOS: BRUNO KÖNIG
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im Schnitt zeigte der Bordcomputer nach
adstand und Fahrzeugbrei-
wird der gelungene Auftritt durch die Außen-
te sind beim i30 Fünftürer
farbe „Stargazing Blue“ unseres Testautos.
14 Tagen und rund 1.700 gefahrenen Kilo-
und Kombi gleich. Allerdings
Genauso großzügig wie das Platzange-
metern. Das überarbeitete Fahrwerk ver-
ist Letzterer um 25 Zentime-
bot zeigt sich auch die Serienausstattung
bessert sowohl das Fahrverhalten als auch
ter länger und zwei Zentimeter höher. Klar,
des Koreaners: Vollleder, Glasschiebedach,
den Federungskomfort und das Abrollge-
dass sich das massiv auf das Platzangebot
17-Zoll-Räder, Voll-LED-Scheinwerfer, 2-Zo-
räusch. Zugelegt hat Hyundai auch bei der
auswirkt. Besonders der Kofferraum profi-
nen-Klimaautomatik, Lenkradheizung, Rück-
Materialauswahl im Innenraum – die Ver-
tiert von der zusätzlichen Länge. Mit über
fahrkamera und noch vieles mehr. Neben
600 Litern Volumen ist dieser nämlich über-
zahlreichen Assistenzsystemen verfügt der
aus großzügig bemessen und damit wie ge-
i30 natürlich auch über ein modernes Info-
schaffen für Familien. Sind die Kinder mal
tainment und eine Bluetooth-Einrichtung.
nicht dabei, kann der Stauraum durch Umklappen der Rückbank auf bis zu 1.650 Liter
Leisetreter
erweitert werden.
Der 1,6-Liter-Turbodiesel in unserem Test-
Wer jetzt glaubt, der i30 Kombi sei einfach
fahrzeug leistet 136 PS und überträgt seine
nur ein praktischer Packesel, täuscht sich.
Kraft mittels DCT-Automatikgetriebe an
Die hübsche Front ist sowieso die gleiche
die Vorderräder. Damit ist der Kombi bes-
wie beim Hatchback. Die abfallende Dach-
tens motorisiert und gefällt mit ordentlich
linie verleiht dem Kombi allerdings ein dy-
Druck schon bei niedrigen Drehzahlen. Was
namisches Design, das seine Länge von 4,60
noch auffällt, ist, wie leise und sparsam das
Metern kaum vermuten lässt. Unterstrichen
Triebwerk seine Arbeit verrichtet. 5,7 Liter
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eco.nova
Hyundai i30 Kombi Style 1.6 CRDi DCT • • • • • • • • •
Motor: 1.6-Liter-Vierzylinder-TD Leistung: 100 kW/136 PS Drehmoment: 320 Nm Beschleunigung: 9,4 sec von 0 auf 100 km/h Spitze: 198 km/h Testverbrauch: 5,7 Liter/100 km CO2-Ausstoß: 112 g/km Fahrspaß: 6 von 10 Punkten Preis: ab 13.990 Euro (Life 1.4 MPI), ab 29.490 Euro (Style 1.6 CRDi)
eco.mobil
Der Auftritt des Hyundai i30 Kombi ist durchwegs gelungen.
arbeitungsqualität steigt mit jedem neuen
ter-CRDi bietet er ausreichend Fahrleis-
Modell ein weiteres Mal. Damit kommt der
tung und bleibt sparsam. Allerdings ist nur
i30 dem Klassenprimus VW Golf wieder
mehr die Einstiegsversion ein Schnäpp-
ein Stück näher. Die Bedienung erfolgt ge-
chen. Unser Testfahrzeug in der hochwer-
wohnt einfach und intuitiv. Der Hyundai
tigen „Style“-Ausstattung kommt trotz Ak-
i30 Kombi ist ein äußerst solides Auto mit
tionspreis auf 30.810 Euro – inklusive fünf
viel Platz, zeitgemäßen Assistenten und
Jahre Garantie. Das bieten andere dann
einem gefälligen Äußeren. Mit dem 1.6-Li-
auch wieder nicht.
Material und Qualität erhöhen sich mit jeder Neuauflage.
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eco.nova
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Lifestyle Luxus & Trends
FEINES FRÜHSTÜCK
D
as Strudel-Café Kröll in der Innsbrucker Altstadt (Hofgasse 6) bietet nicht nur die
größte Strudelauswahl der Stadt – und das in herzhaft und süß –, hier kann man auch richtig fein frühstü-
Schuh-bidu
cken. Jeden Tag ab 6 Uhr morgens!
W
dabei zum Liebling der Gäste gewor-
Das warme Jentschura-Müsli mit frischen Früchten und Chiasamen ist
er Schuhe mag, wird den neuen Laden von Angelika Huber-Nindl in Hall
den, ist dort doch alles drin, was man
(Ecke Rosengasse/Schulgasse) lieben, denn hier gibt es Feinstes für Sie und
für ein gesundes Leben und einen gu-
Ihn im stylischen Ambiente und samt toller Beratung durch die Chefin
ten Start in den Tag braucht. Und es
selbst. Italienisches Schuhwerk trifft auf extravagante Handtaschen und Accessoires.
schmeckt auch noch richtig gut. Früh-
Ein Besuch lässt sich gleich mit einem Bummel über den Haller Adventmarkt verbinden,
stücksherz, was willst du mehr?!
der für sich schon eine Empfehlung ist. // www.nindl-schuhwerk.at
// www.strudel-cafe.at
DUFTEXPLOSION
W
eil „Wir schenken uns heuer nix“ sowieso nie funktioniert, haben wir hier einen
Tipp für ein wirklich kleines Mitbringsel:
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Ausführung: Holzbau FREUND
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S
andra Pirolt-Mader hat im Innsbrucker Stadtteil Saggen vor Kurzem eine ganz zauberhafte Kinderboutique eröffnet. Nebst „Hardwear“ wie Kinderbetten und -wägen
gibt es auch tolle Mode für ganz Kleine und ein bisserl größere. Der Laden in der Claudiastraße 11 ist von außen ein wenig unscheinbar, das Suchen lohnt sich aber! // www.boutique-karussell.at
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UN
SE
AN
EGS IM MO RG RW TE
eco.life
R IE T E IL 2
Von Herausforderungen und einem VW-Bus Diesmal geht die Fahrt im Morgan gemeinsam mit Elisabeth Zanon durch das Mittelgebirge. Umgeben von der wunderschönen Landschaft plaudern wir über heitere Themen und lachen viel. Erst als wir auf einer Gartenbank unter den Kastanienbäumen Platz nehmen, reden wir auch über den Ernst des Lebens. // TEXT: DAGMAR WRESNIK
Weil der Morgan eben ein Cabrio ist, fand die Ausfahrt noch bei sommerlichen Temperaturen statt. Dr. Elisabeth Zanon und Dagmar Wresnik hatten sichtlich Spaß.
eco.life
etwas, was in meiner Branche der plastischen, ästhetischen und Wiederherstellungschirurgie – speziell in der ästhetischen Medizin – immer wieder eine Gefahr ist. Wo liegen die Herausforderungen? Das Wichtigste ist, sich individuell auf jeden Patienten einzulassen. Man braucht eine große Portion an Empathie, um zu erkennen, wo
„VERÄNDERT HABE ICH MICH SCHON. MIT ZUNEHMENDEM ALTER UND ZUNEHMENDER ERFAHRUNG WIRD MAN VERANTWORTUNGSBEWUSSTER UND NOCH EIN BISSCHEN VORSICHTIGER.“
erlebt, dass eine Frau nach einer Brustvergrößerung zu einer selbstbewussten und fröhlichen Person geworden ist. Das ist für die psychische Festigung eines Menschen wichtig. Es gibt immer wieder kritische Stimmen zu diesem Thema, aber wenn wir hier etwas ändern möchten, dann müssen wir die gesam-
Dr. Elisabeth Zanon
E
das Problem tatsächlich liegt. Ich habe oft
te Gesellschaft ändern. Und das ist nicht die Aufgabe von Ärzten. Unsere Aufgabe ist es, Grenzen zu setzen und zu sagen, wenn es zu lisabeth Zanon ist eine star-
weit geht oder es dem Patienten Schaden zu-
ke und erfolgreiche Frau.
führen würde.
Sie wagte es, ihren Beruf als Chirurgin aufzugeben und
Wo lagen die Schwierigkeiten als Unterneh-
ihr Können in der unsiche-
merin?
ren Welt der Politik unter Beweis zu stellen.
Ich dachte nicht, dass der Wiedereinstieg so
Nach 15 Jahren in der Tiroler Landespolitik
schwierig wird. Ich wurde in der Bevölke-
wurde sie von Parteifreunden fallen gelas-
rung nicht als Ärztin wahrgenommen, son-
sen und musste sich von einem Tag auf den
dern als Politikerin. Bis durchgesickert ist,
anderen eine neue Existenz aufbauen. Heu-
dass ich sehr wohl medizinische Fähigkeiten
te ist sie nicht nur eine erfolgreiche Schön-
habe und operieren kann, war es eine lange
heitschirurgin, sondern engagiert sich auch
Durststrecke. Ich hatte großes Glück, dass
ehrenamtlich in vielen Tiroler Vereinen und
Carlo Hasenöhrl damals jemanden gesucht
Institutionen. Vor allem die Tätigkeit als Ob-
und mich auch genommen hat. Wir kennen
frau in der Tiroler Hospizgemeinschaft liegt
uns seit der Zeit in der Klinik und verstehen
ihr sehr am Herzen. Ab März 2018 wird sie
uns wirklich hervorragend. Es ist wunderbar,
dem Unirat der Medizinuni Innsbruck ange-
mit ihm zusammenzuarbeiten. Trotzdem hat
hören. All diesen Aufgaben steht sie stets mit
jeder von uns eigene Patienten, jeder seine ei-
sehr viel Freude, positivem Denken und De-
gene Praxis.
mut gegenüber.
Die Schönheitschirurgin
Die Engagierte Elisabeth Zanon drückt ihr soziales Engage-
Als selbständige Ärztin muss sich Dr. Elisa-
ment vor allem durch ihre ehrenamtliche Tä-
beth Zanon auch mit den unternehmerischen
tigkeit als Obfrau der Tiroler Hospizgemein-
Tätigkeiten auseinandersetzen – eine Heraus-
schaft aus. Trotz der schwierigen Aufgabe, das
forderung, da im Medizinstudium kein wirt-
Thema Sterben und den Tod in der Öffent-
schaftliches Know-how vermittelt wurde. Die
lichkeit zu präsentieren, geht sie diese mit
Freude und Leidenschaft, mit der sie ihrer
vielen positiven Gedanken an. Gleichzeitig
Arbeit gegenübersteht, kann man spüren und
erkennt man die Ernsthaftigkeit, die in dieser
man glaubt ihr sofort, wenn sie sagt, dass sie
Sache steckt.
in ihrem Beruf glücklich ist.
© BRUNO KÖNIG
Warum ist Ihnen die Hospizgemeinschaft so
ECO.NOVA: Wie schaffen Sie den Spagat
wichtig?
zwischen der Tätigkeit als Ärztin und Un-
Meine Tätigkeit in der Tiroler Hospizgemein-
ternehmerin?
schaft ist für mich eine wichtige und notwen-
ELISABETH ZANON: Ja richtig, es ist ein
dige Ergänzung zu meinem Hauptberuf und
Spagat, aber letztlich muss immer die ärztli-
auch eine Form der Erdung. Schon als junge
che Seite siegen. Sonst würde man vielleicht
Ärztin fand ich es furchtbar, dass man den
beginnen, unethisch zu arbeiten, und das ist
Tod aus dem Leben geschoben hat. Das Tabu
eco.nova
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eco.life
der Themen Sterben und Tod war schon ausgeprägter als es heute ist. Die Hospizbewegung hat sehr viel dazu beigetragen, dass dieses Thema wieder ins Leben getragen wird. Wie wird das neue Hospizhaus in Hall? Auf das freuen wir uns mittlerweile alle! Es wird ein Kompetenzzentrum bzw. eine Feuerstelle, an der sich alle vom gesamten Land wärmen können – im Sinne der hospizlichen und palliativmedizinischen Versorgung und Betreuung. Es wird alles unter einem Dach geben: Die Palliativstation für Innsbruck Stadt und Land, eine Ambulanz, ein Tageshospiz – das hat es bis dato noch nicht gegeben. Wie werden Sie für Ihre Arbeit im Hospiz bezahlt?
linien und Gesetze durchgeackert, denn ich
man nicht tut. Ich war richtig schlimm und
Ich verdiene gar nichts und möchte auch mei-
wollte mir keine Blöße geben. Aber mit viel
aufmüpfig.
ne Spesen nicht ersetzt bekommen. Es ist ei-
Ehrgeiz und vielen Mitarbeitern, die mir sehr
ne ehrenamtliche Aufgabe und ehrenamtlich
geholfen haben, habe ich es geschafft. Das ist
Sind Sie ein Genussmensch?
heißt: Es ist eine Ehre, diese Aufgabe durch-
keine Selbstverständlichkeit. Es war auch ei-
Schon. Ich kann ein schönes Theaterstück
führen zu dürfen.
ne sehr schöne Tätigkeit, da man in der Lan-
genießen, eine Oper, gute Musik. Ich kann
despolitik die Möglichkeit hat, zu gestalten.
auch Essen genießen. Mit meinem Mann
Sie wurde 1994 als erste Frau in die Landes-
Man merkt, dass Sie die Politik noch immer
chen einen „Süßigkeitenabend“. Da kaufen
regierung gewählt, im Jahr 2006 zur Stellver-
bewegt. Trotzdem haben Sie es nach 15 Jah-
wir uns Gummibärchen, Schokobananen
treterin des Landeshauptmannes. Ein Jahr
ren geschmissen.
und Schokolade.
später folgte die Wahl zur Obmann-Stellver-
Ich habe es nicht geschmissen, ich wurde ge-
treterin von Wolfgang Schüssel beim Bun-
schmissen. Es hat zwar jeder Regierungschef
Muss man im Leben glücklich sein oder
desparteitag der ÖVP. Nach der Wahl im Jahr
das Recht, sich seine Leute selber auszusu-
reicht es, wenn man zufrieden ist?
2008 wurde die Landesregierung von Günther
chen, aber man sollte es mit einem gewissen
Ich finde, dass man auch glücklich sein muss.
Platter übernommen und Elisabeth Zanon
Stil machen. Es war sehr schmerzhaft, dass
Zufriedenheit ist die Basis, um Glück über-
musste von einem Tag auf den anderen gehen.
ich von einer Minute auf die andere vor die
haupt empfinden zu können. Ich habe für
Danach zog sie sich aus der Politik zurück.
Tür gesetzt wurde. Ich konnte mich nicht
mich meinen Grad der Zufriedenheit erreicht,
einmal von meinen Mitarbeitern verabschie-
an ideellen und auch an materiellen Gütern.
Wie sind Sie von einer Ärztin zur Politikerin
den. In der Früh hatte ich kein Handy mehr,
Darüber hinaus ist es für mich ein Glück, eine
geworden?
keinen Internetzugang und kein Telefon.
tolle Familie zu haben, einen Mann, den man
Ich war damals nicht politisch tätig. Die Toch-
Das war für mich schmerzhaft, aber unterm
liebt, und eine Tochter, mit der man wun-
ter eines Politikers zu sein, hat mir eigentlich
Strich bin ich heute froh, dass ich in meinen
derbar auskommt. Ich bin eine gesunde, leis-
gereicht. Eines Tages wurde ich in meiner
Ursprungsberuf zurückkehren durfte.
tungsfähige Frau und das größte Glück ist,
Die Politikerin
Praxis von einer Mitarbeiterin von Landes-
trinke ich sehr wenig Alkohol, aber wir ma-
wenn ich mir meine geistige Fähigkeit auch
hauptmann Weingartner angerufen. Sie hat
Der Mensch
zu mir gesagt, dass er gerne zu mir kommen
Privat ist die gebürtige Osttirolerin eine op-
würde. Ich dachte, als Patient. Aber dann ist
timistische Person, die die klassische Musik
Was macht Ihnen Spaß im Leben?
er am Abend zu mir nach Hause gekommen
genauso liebt wie Pink Floyd. Sie trinkt kaum
Was mir Freude macht, ist Reisen. Mein Mann
und das Erste, was er zu mir gesagt hatte, war:
Alkohol, liebt Gummibärchen und Schokola-
ist Künstler und ich genieße die Kulturrei-
Möchten Sie das Gesundheitsressort über-
de. Sie ist ehrgeizig, fröhlich, fleißig, beschei-
sen mit ihm. Ich mag aber auch Reisen, die
nehmen? Mir ist alles runtergefallen und ich
den und lacht viel. Als Kind wollte Elisabeth
ein bisschen abenteuerlich sind. Einfach mit
habe wie fast jede Frau reagiert: Nein, das
Zanon Bäuerin werden. Sie ist kein Sammler-
einem Wohnmobil ins Blaue zu fahren, das
kann ich nicht! Dann habe ich gedacht, wir
typ, kann aber nichts wegwerfen.
würde mir gefallen. Wir haben jetzt mal einen
bis ins hohe Alter behalten kann.
VW-Bus gekauft ...
Frauen regen uns immer auf, dass wir nicht drankommen, und jetzt werde ich gefragt und
Stimmt es, dass Sie in der Schule schüchtern
soll nein sagen? Das geht nicht.
waren?
Und Humor?
Ja, ich war ein äußerst schüchternes Kind.
Also das Leben muss schon manchmal ein
War es eine schwierige Aufgabe?
Ich wollte nicht in die Schule und bei der
bisschen spaßig sein, aber es ist für mich nicht
Ich war eine klassische Quereinsteigerin und
Aufnahmeprüfung in der Volksschule habe
vordergründig wichtig. Was wirklich wichtig
hatte keine Ahnung vom politischen Hand-
ich kein Wort gesagt. In der Pubertät bin ich
ist, ist Humor. Wenn man keinen Humor hat,
werk. Tagelang habe ich mit Papa alle Richt-
dann explodiert und habe alles getan, was
tut man sich im Leben sehr schwer.
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LIFESTYLE
n e ß e i n e g & n e s i Re 1 KULINARISCHER LIFESTYLE
J
eden Monat steht im Restaurant Ikarus im Salzburger Hangar-7 ein anderer internationaler Spit-
zenkoch am Herd. Mit diesem Kochbuch kommt nun jeder in den Genuss der feinen Küche, finden sich hier doch einige der besten Rezepte der Gourmetmeister – in bereits vierter Auflage. Die Rezepte wurden bildlich perfekt in Szene gesetzt, dazu gibt’s einen Blick
2
hinter die Kulissen. Sollten Sie also einen Feinspitz zu Weihnachten beschenken wollen: Das ist unser Tipp! Erhältlich im Red-Bull-Onlineshop sowie im Buchhandel. Und natürlich im Hangar-7-Merchandising-Shop. // Die Weltköche zu Gast im Ikarus – Band 4, Pantauro, 320 Seiten, EUR 49,95
Sizilien erfindet sich neu
S
auber und freundlich – so kann das neue Sizilien beschrieben werden. Verfallene Pallazzi, die sich mit wunderbar renovierten Häusern messen, eine weitläufige Landschaft, Hotels und Restaurants, die vielen Vergleichen standhalten. Modica, die Perle des sizilia-
nischen Barocks, ist nicht umsonst zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt worden. Die ineinander verschachtelten Häuser scheinen an den Felswänden zu kleben und viele von ihnen haben
GOOD VIBES
Im zentral gelegenen Accursio (1) kocht Chef Accursio Craparo, den seine Laufbahn von
M
Deutschland über die Schweiz wieder zurück in seine Heimat brachte, eine unglaublich fein-
Woosabi eröffnet – in feinem Ambien-
fühlige und klare Küche. Die Aromen der Insel werden hier ganz neu interpretiert, ohne dabei
te werden (ab 11:30 durchgehend bis
die gewünschte Bodenständigkeit zu verlieren. Ob Fisch, Fleisch, Vegetarisches oder Süßes –
22:30 Uhr) Bowls, Wraps und kleine asi-
seine Teller sind Kunstwerke für das Auge und den Gaumen.
atische Burger, so genannte Bao Buns,
In der nahe gelegenen Masseria della Volpe (2) verwöhnt nicht nur der grandiose Ausblick
serviert. An der Bar gibt’s coole Drinks
über die sanften sizilianischen Hügel den Besucher. Die Zimmer sind groß und stilvoll einge-
und Snacks bis 1 Uhr morgens. Wir wa-
richtet, das Frühstück lässt keine Wünsche offen und das Restaurant entdeckt jeden Tag neue
ren schon dort, uns hat’s gefallen.
sizilianische Köstlichkeiten. Sehr empfehlenswert!
// www.woosabi.at
bis heute noch Räume, deren Wände durch den natürlichen Fels gebildet werden. Das kleine, im Süden von Catania gelegene Örtchen bietet aber nicht nur für den kulturell interessieren Reisenden viel, hier findet sich auch eines der Michelin-Sterne-Restaurants Italiens.
// www.accursioristorante.it, www.masseriadellavolpe.it
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eco.nova
anchmal liegt das Gute eben auch richtig nah – in Innsbruck zum Beispiel.
Hier hat in der Badgasse kürzlich das
eco.life
ASIATISCH IN BESTFORM
K
openhagen – die Kleine unter Europas Hauptstädten glänzt nicht nur durch ihre beiden Wahrzeichen, die
verträumte kleine Meerjungfrau und die gi-
DAS FLAGGSCHIFF
gantische neue Oper. Nein, die bunte, junge Stadt hat auch kulinarisch viel zu bieten. 21 Restaurants, die sich mit ein bis drei Michelin-Sternen schmücken können, sind hier zu finden. Darunter das 2006 eröffnete „sea by kiin kiin“, das sich der modernen thailändischen Küche verschrieben hat und übrigens weltweit das aktuell einzige Sternerestaurant mit thailändischer Küche ist. Ob marinierte Austern, ein „frozen red curry“ mit Hummer oder der scharfe Salat mit frittierten Fischen und Gurke – jedes einzelne Gericht ist nicht nur für das Auge eine Freude. // www.seabykiinkiin.dk
POP-UP A HOTEL
N
achdem das Lovelace im September mit einer wilden Party in München seine offizielle
HEIMATBEKENNTNIS
V
or 20 Jahren hat Therese Fiegl mit ihrer Bauernkiste begon-
PHOENIX NO 20 – 2015 93 Punkte – Falstaff 93 Punkte – A la Carte strukturiert kompakt hochwertig
nen. Was 1997 mit 77 Kunden
begann, sind heute mehr als 700 Haus-
Eröffnung feierte, hypt die Mischung
halte pro Woche, die sich mit bäuerli-
aus Hotel, Club, Bar und Eventlocation.
chen Erzeugnissen aus der Region be-
Mitten in der Stadt versteht sich das au-
liefern lassen. Zum Jubiläum gewährt
ßergewöhnliche und für nur zwei Jahre
nun ein Buch Einblicke hinter die Ku-
genehmigte Hotel als Happening. Man
lissen der Bauernkiste. Dazu wurden 50
kann hier ganz normal – in übrigens
Bauern porträtiert, von Ursula Aichner
wunderbaren Zimmern – übernachten.
einfühlsam fotografiert und mit schön
Es kann aber sein, dass sich in den histo-
bebilderten Rezepten ergänzt. Entstan-
rischen Räumen deutlich mehr abspielt.
den ist ein 288 Seiten starkes Werk, das
Ausstellungen, Konzerte und Perfor-
einlädt, Tirol nicht nur am Teller zu ent-
mances werden ebenso in regelmäßigen
decken. Erhältlich bei der Bauernkiste,
Abständen veranstaltet wie Modeschau-
im Tiroler Edles in der Innsbrucker Alt-
en, Talkrunden oder Filmvorführungen.
stadt sowie in den Tyrolia-Filialen.
// www.thelovelace.com
// www.bauernkiste.at
weingut josef u. maria reumann gmbh neubaugasse 39 | 7301 deutschkreutz t +43 (0) 2613 80421 m + 43 (0) 664 12 13 285 www.weingut-reumann.at Vertriebspartner: DEL FABRO – Getränkehandel Weinhaus DÖLLERER Weinkellerei MERANER BEVANDA Wein & Destillate
eco.nova
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eco.life
Es ist nicht nur der persönliche Kontakt zum Rebstock und dem Weinfass, der den Kirnbauers wichtig ist. Es ist auch das menschliche Miteinander, das das Weingut ausmacht.
Wein-Pioniere Es gibt mit Sicherheit unangenehmere Berufe, als Weinbauer zu sein, mit und in der Natur zu arbeiten und mit seinem Produkt Menschen glücklich und zufrieden zu machen. Doch richtig guten Wein zu machen, macht auch richtig viel Arbeit. Umso schöner ist es, wenn Kenner und Liebhaber der edlen Tropfen diese zu schätzen wissen. // TEXT: MARINA KREMSER
E
s ist noch nicht lange her, dass
Winzer zu sein ist für so manchen der
Seit 2009 ist Markus Kirnbauer für den Kel-
Markus Kirnbauer von der
schönste Beruf der Welt und er muss es wohl
ler verantwortlich, Vater Walter kümmert
Austrian Wine Week aus Sin-
auch für Markus Kirnbauer sein, weil hin-
sich um die Weingärten. Doch es ist die gan-
gapur zurück ist. Vorher war
ter jeder Flasche, die das Weingut verlässt
ze Familie, die das Weingut K+K Kirnbauer
er mit seinem Weinen unter anderem bei
(oder bei einer Verkostung auch gleich dort
trägt. Es ist die Liebe zum Tun, zur Heimat
wine@innsbruck zu Gast. Zu Hause ist er im
getrunken wird), jede Menge ehrliches Hand-
und zur Natur, die hier in rund 1.000 Holz-
burgenländischen Deutschkreutz. Und ei-
werk steckt. Nur so entsteht echte Qualität.
fässern lagert und darauf wartet, nach an-
gentlich auf der ganzen Welt.
Qualität, die man mit allen Sinnen genießt.
gemessener Reife in Flaschen gefüllt zu wer-
Irmgard und eco.nova Walter Kirnbauer 124
eco.life
„UNSERE WEINE STEHEN NACHHALTIG FÜR HÖCHSTEN GENUSS, PANNONISCHE LEBENSFREUDE UND SIND AUSDRUCK UNSERER IDENTITÄT.“ Markus Kirnbauer
Markus Kirnbauer mit dem 7301 – ein satter Blaufränkisch als wunderbarer Vertreter der Region
den. Insgesamt bewirtschaftet die Familie 40
Dunkelrot schimmert sie im Glas, gleicher-
Immer weiter
Hektar Rebflächen – allesamt ausschließlich
maßen dunkel zeigt sie sich in der Nase und
Das Weingut K+K Kirnbauer war es, das als
in Deutschkreutz und damit im Herzen des
am Gaumen: Waldbeere, schwarze Maulbee-
eines der ersten in Österreich zertifizierte
Blaufränkischlandes. Über 300 Sonnentage
ren, Cassis, schwarze Kirsche.
Nachhaltigkeit betrieb, und das Weingut ist es,
im Jahr machen nicht nur aus den Bewoh-
Ebensolche Freude macht der „Forever“, ein
das das Blaufränkischland auch in Sachen Ku-
nern glücklichere Menschen, sie verwöh-
großer Rotwein aus Cabernet Sauvignon,
linarik nach vorne entwickelt. Nicht nur wir
nen auch die Reben. In Kombination mit den
Merlot und Cabernet Franc, der mit voller
haben uns schon das ein oder andere Mal ge-
schweren Löss- und Lehmböden bilden sie
Wucht auf den Gaumen trifft, oder die „K+K
wundert, dass im Mittelburgenland zwar der
perfekte Voraussetzungen für wunderbar
Cuvée“ (Blaufränkisch, Zweigelt, Merlot, Ca-
vinophile Genuss zu Hause ist, nicht aber der
vollmundige Rotweine. „Das Phantom“ ist da-
bernet Sauvignon, Syrah) als kleine Schwes-
kulinarische. Bis jetzt. Für Herbst des nächs-
bei längst zum Synonym geworden, nicht nur
ter von „Das Phantom“ im großen Eichenfass
ten Jahres ist nämlich die Eröffnung eines
für das Weingut K+K Kirnbauer, sondern für
ausgebaut. Dazu gefallen die reinsortigen
feinen Boutiquehotels geplant – ein ebenso
die ganze Region, spiegelt die Cuvée doch alles
Kreationen vom Blaufränkisch „7301“ bis zum
feines Restaurant inklusive, geführt von Phi-
wider, was das Mittelburgenland ausmacht.
majestätischen „Konquest“, einem Cabernet
lipp Gasser, aktuell Betreiber des Restaurants
Franc, der nicht nur ob seines Namens zahl-
im Golfclub Lans. Auch zwei weitere Tiroler
reiche Weinfreunde erobert. Und auch wenn
Partner sind mit an Bord. Mit Liaisonen kennt
Das Flaggschiff des Hauses ist einer der be-
das Mittelburgenland Heimat charaktervoller
man sich am Weingut K+K Kirnbauer eben
kanntesten Weine Österreichs und in den 30
Roter ist, so können sich auch die Weißweine
aus – auch außerhalb der Flasche ...
Jahren seines Bestehens zur eigenständigen
sehen – und schmecken – lassen. Sauvignon
Marke geworden. Walter Kirnbauer setzte
Blanc und Welschriesling finden in der Cu-
mit „Das Phantom“ auch den Startschuss für
vée „Wilde Wilde White“ zusammen, den Bar-
die österreichische Cuveékultur und legte die
rique-Chardonnay „Zwickl“ gibt es reinsortig.
Latte schon zu Beginn hoch. Es ist das unt-
Und natürlich prickelt es auch am Weingut
rügliche Gespür für Aromen und ein Spiel
K+K Kirnbauer, dann nämlich, wenn der
mit Nuancen, das die Liaison aus Blaufrän-
Winzersekt „Cesario“ in die Gläser kommt
kisch, Merlot, Cabernet Sauvignon und Sy-
und am Ende auf die verführerische Beeren-
rah so einzigartig wie ausgewogen macht.
auslese überleitet.
Ein Königreich für eine Traube
WEINGUT K+K KIRNBAUER
Rotweinweg 1, 7301 Deutschkreutz Tel.: 02613/89 722 kirnbauer@phantom.at, www.phantom.at Bezugsquellen Tirol: Weinhandlung Gottardi, Innsbruck Morandell International, Wörgl Terra Austriacus, Prutz Vinoribis, Neustift
eco.nova
125
eco.life
Viele Arbeitsschritte erfolgen bei SONNENTOR noch von Hand.
Frauenpower und Kinderglück: Bei SONNENTOR sind 55 Prozent der Abteilungs- und Teamleiter Frauen. Die Kinder sind im SONNENSCHEINCHEN gut aufgehoben.
SONNENTOR ist im wahrsten Sinne ein Familienunternehmen, wobei die Mitglieder weit mehr sind als Johannes und Edith Gutmann samt Kids.
Zu Hause bei SONNENTOR Das Familienunternehmen aus dem Waldviertel setzt seit fast 30 Jahren auf nachhaltige Produkte aus Bio-Landwirtschaft und direktem Handel. Ziel war von Anfang an Gemeinwohl anstatt grenzenlosem Wachstum. So setzt der Kräuter- Gewürzspezialist nach wie vor auf Handarbeit und sichert dadurch wertvolle Arbeitsplätze in der Region.
E
in faires Miteinander und sinn-
wir direkt mit Bauern und Kooperations-
mitgeben“, erklärt Edith Gutmann. Im SON-
erfüllende Aufgaben sind der
partnern zusammen. Etwa in Tansania und
NENSCHEINCHEN werden zum Beispiel
Grund, warum sich die Men-
Nicaragua. Gerne besuchen wir sie auch re-
beim Spielen vorwiegend Naturmateriali-
schen bei SONNENTOR zu
gelmäßig. So wissen wir, dass es den Bauern
en verwendet. All das wissen die Eltern zu
und ihren Familien gut geht.“
schätzen. Immerhin sind 55 Prozent der Ab-
Hause fühlen. 320 Mitarbeiter zählen inzwischen zur SONNENTOR-Familie in Sprög-
teilungs- und Teamleiter Frauen. So wird die
nitz bei Zwettl – von der Produktentwick-
Frauenpower und Kinderglück
lung über das Aufbereiten der Kräuter bis
Edith Gutmann ist Mutter von drei Kin-
sentlich erleichtert. Im Gegensatz zu ande-
hin zur Verpackung per Hand. Bis ein Pro-
dern und arbeitet selbst aktiv im Unterneh-
ren Unternehmen ist Zuwachs bei SONNEN-
dukt das Haus verlässt, sind gut ein Dutzend
men mit. Während ihr Mann sich selbst als
TOR daher stets Anlass zur Freude.
Personen beteiligt. „Ich bin stolz, dass unsere
„Vor-Turner“ bezeichnet, hat sie die Funktion
// www.sonnentor.com
Tees und Gewürze nach wie vor Gemein-
der „Zukunfts-Begleiterin“ übernommen.
schaftsprodukte sind. Fans oder Kollegen ha-
Die ausgebildete Pädagogin hat ein eigenes
ben eine Idee oder ein altes Rezept und dann
Konzept für die betriebliche Kinderbetreu-
beginnen wir bei uns in Sprögnitz gleich mit
ung mitentwickelt – ganz nach der Philo-
der Suche nach der perfekten Mischung“,
sophie von SONNENTOR. „Wir möchten
betont SONNENTOR-Gründer Johannes
schon den Kleinen zeigen, wie wichtig es
Gutmann und fügt hinzu: „Die steigende
ist, in Kreisläufen zu denken, Zusammen-
Nachfrage nach unseren Produkten bringt
hänge in der Natur zu erkennen und dass
die Herausforderung mit sich, ausreichend
weniger auch mehr bedeuten kann. Das be-
Rohstoffe in der gewünschten Qualität zu
wusste Erleben von Umwelt und Natur ist
finden, und nicht jedes Kraut wächst bei uns
für unsere Mitarbeiter ein ganz wesentlicher
in Österreich. Aus diesem Grund arbeiten
Leitwert, den wir den Kindern von klein auf
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© SONNENTOR
Vereinbarkeit von Familie und Karriere we-
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Klein und fein Sizilien und der Ätna – eine coole Kombination. Meer, Sonne und Strand und von null auf 3.350 Meter!
W
ir haben es gefunden: das kleine Hotel mit dem super Koch und der Leichtigkeit und
Lässigkeit am Fuße des großen, immer noch aktiven Vulkans. Das elegante Landhaus „Zash Country Boutique Hotel“ liegt vor der malerischen Kulisse des Ätna in der Ortschaft Archi bei Riposto, nur knapp zwei Kilometer vom Meer und den nächsten Stränden entfernt. Vor dem Hotel erstreckt sich ein herrlicher mediterraner Garten mit Orangen- und Zitronenbäumen – einer kleinen Oase gleichend. Hier gibt es viele schattige Plätzchen zum Verweilen und Relaxen. Eingebettet in den Garten liegt auch der großzügige Swimmingpool, der von einer wunderschönen Holzterrasse umgeben ist. Der ideale Platz zum Entspannen und Sonnenbaden. Entspannung bietet auch der Wellnessbereich mit kleinem Innenpool, Sauna und Hammam; auch Massagen werden angeboten. Restaurant und Bar des Hotels befinden sich im ehemaligen Weinkeller des Anwesens, der eine sehr gemütliche Atmosphäre bietet und viel historischen Charme versprüht. Im Restaurant werden die Gäste mit authentischen sizilianischen Gerichten und hervorragenden lokalen und europäischen Weinen verwöhnt. Die zehn Gästezimmer des Zash Country Boutique Hotels verteilen sich auf das Haupthaus, den ehemaligen Weinkeller sowie auf einen modernen Anbau mit Glaswänden, wo die Zimmer mit dem Garten zu verschmelzen scheinen. Die Einrichtung ist fast komplett in Weiß gehalten und sehr modern, was einen wunderbaren Kontrast zu den teilweise historischen Gemäuern bildet.
ZASH > Agriturismo
di Maugeri Paola Strada Provinciale 2/I-II n. 60 I-95018 Archi – Riposto (CT) / Sizilien Tel.: +39 095 7828932 info@zash.it, www.zash.it
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© GERHARD BERGER
LIFESTYLE
© SPECTRUM
im Gespräch JAHRE FREIWILLIG Li.: Stanglwirt Balthasar Hauser, Markus Erler, TISPA-Chef Hans Unterdorfer, Investmentpunk Gerald Hörhan und Joseph Hauser (Spectrum) // Mi.: Primar Markus Reichkendler, Daniela Erler (Spectrum) und Autohaus-Boss Werner Brunner // re.: Norbert Schindler (Weissmann&Cie), Bitbau-Dörr-Marketing- und Vertriebsboss Markus Egger und CAA-Chef Florian Krumrey
Homo Digitalensis bei den Business Open Die 19. Spiele für die Wirtschaft standen heuer ganz im Zeichen der Digitalisierung. Über 60 Teilnehmer aus Wirtschaft und Sport folgten der Einladung von Business-Open-Erfinder Markus Erler zum viertägigen Kultevent in den Stanglwirt. Die Keynote kam heuer von Investmentpunk und Digitalisierungsexperte Gerald Hörhan, dazu gab's gute Gespräche, Sport, Spaß und Erholung.
Für viele unbezahlte Dienste bleibt im Arbeitsalltag meist keine Zeit mehr. Der Verein Klinikbrücke, der heuer sein 20-jähriges Bestehen feiert, springt hier ein. Lotsendienst, Besuchsdienst, Ambulanzbetreuung: an den tirol kliniken sind 100 Ehrenamtliche im Einsatz. Wie wichtig dieses Engagement ist, zeigt auch die Statistik: Die Klinikbrücke-Ehrenamtlichen waren im vergangenen Jahr 3.497 Mal im Einsatz, also durchschnittlich fast zehnmal pro Tag. // www.klinikbruecke.at
DIGITALES ZUM ERLEBEN
ALLES NEU Das Hotel Alpenrose Kufstein eröffnete Mitte November mit neuem Look und Konzept unter der Leitung des neuen Inhabers Stephan Mauracher. Regionalität, Authentizität, Nachhaltigkeit und Innovation sind die Säulen des neu konzipierten Hotels mit einem vielfältigen kulinarischen Angebot in den Restaurants und Räumen für nachhaltige Events und Seminare. // www.alpenrose-kufstein.at Lisa Mauracher (Ayurveda Resort Sonnhof), Stephan Mauracher und Carla Fuchs (Alpenrose Kufstein) mit Johann Mauracher (Obmann TVB Kufsteinerland)
BAUSTUFE II FEIERLICH ÜBERGEBEN Der Weinberg-Wohnpark Anna-Dengel-Straße in Kranebitten wurde um fünf weitere Häuser erweitert. Die Baustufe II konnte kürzlich fertig gestellt werden. In jedem der architektonisch gelungenen Gebäude sind elf bis 15 hochwertige Wohnungen situiert. Die perfekte Verkehrsanbindung ins Zentrum, die rasche Erreichbarkeit über die A12 sowie der geplante Ausbau der weiteren Infrastruktur in Kranebitten bieten eine ideale Grundlage für ein zukunftsorientiertes Investment. Am 28. November fand die feierliche Schlüsselübergabe an die neuen Besitzer statt.
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© CHRISTIAN MEY
Die Darmstädter CAMAO AG hat kürzlich ihr neues Büro unter der Leitung von Tanja Kolb in Innsbruck eröffnet. Zur Einweihung der neuen Dependance der Kommunikationsagentur gaben sich zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik und Medien ein kurzweiliges Stelldichein. In der eigens installierten CAMAO Innovation Lounge zeigten die Macher, wie spannend und kreativ Digitalisierung sein kann. Auch Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf gefiel's.
© MUI/ F. LECHNER
HILFE, DIE ANKOMMT Keine Leistung von Einzelnen, sondern ein Gemeinschaftswerk mit vielen Beteiligten. So lässt sich der Tiroler Gastro Day beschreiben, der heuer bereits in 13. Auflage stattfand. Knapp 240 Teilnehmer aus ganz Tirol beteiligten sich am diesjährigen karitativen Branchentreff. In diesem Jahr erlöste die Veranstaltung ein Ergebnis von 44.000 Euro. Die Spendensumme kommt in bewährter Manier heimischen Familien zugute.
• Oben li.: Das neue Rektoratsteam Manuela Groß (Finanzen und IT), Rektor Wolfgang Fleischhacker, Peter Loidl (Lehre und Studienangelegenheiten) und Christine Bandtlow (Forschung und Internationales) // re.: Der ehemalige Klinikdirektor Peter Fritsch, Zellbiologe und Topforscher Lukas Huber und Johannes Zschocke (Direktor Humangenetik) • Unten li.: Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer mit Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und Stadtrat Franz Gruber // re.: MCIRektor Andreas Altmann mit Armand Hausmann (Konsul von Luxemburg)
ZEICHEN AUF VERÄNDERUNG Gemeinsam mit einem kompetenten Team leitet Rektor Wolfgang Fleischhacker seit 1. Oktober 2017 die Medizinische Universität Innsbruck. Im feierlichen Rahmen der Hofburg wurden Rektor W. Wolfgang Fleischhacker und sein Team Mitte November ins Amt eingeführt. Rund 400 Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft waren dabei. > Ein umfangreiches Interview mit dem neuen Rektor finden Sie in der eco.nova-Ausgabe November.
LEIDENSCHAFTLICH Zum Kochkurs in die Schuler Aktiv Küche brachte Starköchin Anna Matscher vor Kurzem neben besten Zutaten für das Gourmetmenü auch ihr erstes Kochbuch „Schnittlauch statt Petersilie“ mit, das zum 30-Jahr-Jubiläum ihres Restaurant „Zum Löwen“ in Tisens erschienen ist. In Thaur wurden aus dem druckfrischen Werk die Gerichte für das herbstliche Gourmetmenü nachgekocht und sogleich verkostet. Die passenden Weine lieferte auch dieses Mal Alexander Gottardi.
FAMILIENTÖRGGELEN Zahlreiche Besucher folgten Mitte November dem Duft von herbstlichen Köstlichkeiten ins Autohaus BMW MINI Unterberger Kufstein. Zum dritten Familientörggelen konnten bei Südtiroler Spezialitäten gemütlich die neuesten Autoinnovationen begutachtet werden.
© OFP KOMMUNIKATION
< Fritz und Gerald Unterberger präsentierten im Rahmen der Veranstaltung zwei neue BMW-Modelle
Sterneköchin Anna Matscher mit Dolmetscherin Elisabetta Rossi und Psychotherapeutin Christine Kätzler
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© MORANDELL
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Oben: Morandell-Eigentümer Mario Morandell und wine@Innsbruck-Initiator Jürgen Zimmermann // unten: Die Gastgeber des Abends: Elisabeth Geisler (Sitzwohl), Lukas Walter (Lichtblick), Florian Eisenmann (Auis), Bernhard Baumann (Das Schindler), Irmgard Sitzwohl (Sitzwohl), Sonja Ultsch (Adlers) und Josef Sailer (Sailer)
Gut besucht: Der Infoabend der Hypo Tirol Bank im Alpenresort Schwarz
Investieren mit Weitblick
WINE@INNSBRUCK
Wie lange kann das so weitergehen? Diese Frage drängt sich angesichts der Kursentwicklungen an den Aktien- und Immobilienmärkten auf. Ein Höchststand jagt den anderen – während die Zinsen auf Niedrigniveau verharren. Bei einem Infoabend im Alpenresort Schwarz wurde auf Einladung der Hypo Tirol Bank dieser Frage auf den Grund gegangen. Dazu wagte MMag. Georg Frischmann, Leiter des Private Banking der Hypo Tirol, einen Marktausblick. Sein Fazit: „Die EZB wird die Zinsen in den kommenden Jahren trotz brummender Konjunktur nur moderat erhöhen. Für ein Niveau wie vor der Finanzkrise wird es wegen zu hoher Staatsschulden und der demographischen Entwicklung in der Euro-Zone nicht reichen.“ Das spielt den Börsen weiter in die Hände. Es braucht also Strategien, um vom Börse-Hoch zu profitieren und trotz niedriger Zinsen optimale Erträge zu erzielen. Zu diesem Thema begrüßten die ca. 120 Gäste Mag. Jürgen Lindner vom weltweit größten Vermögensverwalter „BlackRock“. Lindner berichtete über Vorteile und Chancen im ETF-Bereich.
Zum zweiten Mal verwandelte Morandell gemeinsam mit Vinorama die Innenstadt im Zuge von Wine@Innsbruck in einen Genussparcours. In sechs Locations kamen Connaisseurs in den Genuss anspruchsvoller Kulinarik und köstlicher Weine von 30 Winzern, die diese teils persönlich ausschenkten. Für kulinarische Highlights sorgte das ungezwungene Flying Dinner. Mehr als 600 verkaufte Tickets zeigen den Erfolg des Abends.
INVESTIEREN MIT GUTEM GEWISSEN Immer mehr Anleger messen den Erfolg ihres Investments nicht nur am Gewinn, sondern auch daran, wie dieser erzielt wurde. Zum Thema nachhaltiges Investieren betrat Günter Kastner, geschäftsführender Gesellschafter der C-Quadrat Gruppe Österreich, die Bühne. Er schilderte anschaulich, wie Mikrofinanzfonds funktionieren und welche soziale Wirkung diese Investments entfalten.
© IKB/STRICKNER
NACHGERÜSTET Seit 2015 investiert die IKB sukzessive in die Modernisierung der öffentlichen Beleuchtung in Innsbruck. Mittlerweile sind 62 Prozent des Stadtgebiets auf umweltfreundliche LED umgestellt. Mit der Erneuerung in der Anichstraße ist ein nächster Zwischenschritt absolviert. Bis 2020 werden über 10.000 Leuchten umgerüstet. Mit der LED-Offensive können 25 Prozent des Energieaufwandes für die öffentliche Beleuchtung eingespart werden. < Die IKB-Vorstände Harald Schneider (re.), Helmuth Müller (2. v. li.) und Thomas Gasser mit Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider
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Herbert Peer (Koordinator „Netzwerk Tirol hilft“), Hüsne Sal (n.k. Kebab), Margarethe Lürzer (MÜLLER), Nadja Schuß (Friseure felby) und west-Centermanager Karl Weingrill
FLEISSIG GESPENDET Wie schon im Vorjahr haben die west-Mitarbeiter auch heuer wieder fleißig gespendet. Im Rahmen eines Mitarbeiterfestes wurden insgesamt 1.400 Euro für die Aktion „Netzwerk Tirol hilft “ gesammelt. Der Betrag kommt dem motorisch stark eingeschränkten achtjährigen Benjamin zugute. Mit dem Geld kann ein speziell auf seine Bedürfnisse abgestimmtes Pflegebett beschafft werden.
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SEAT
seat.at/verschrottungspraemie DER SEAT ALHAMBRA € 7.000,– Verschrottungsprämie1) € 1.000,– Porsche Bank Bonus2) DER NEUE SEAT IBIZA € 2.000,– Verschrottungsprämie1) € 500,– Porsche Bank Bonus2)
Erhöhung der Verschrottungsprämie um € 2.000,– bei Kauf eines SEAT Mii Erdgas oder SEAT Leon Erdgas.
DER SEAT LEON € 3.500,– Verschrottungsprämie1) € 1.000,– Porsche Bank Bonus2)
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Verbrauch: 4,1-7,2 l/100 km, CO2-Emission: 96-164 g/km.
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Die Wiener Innenstadtboutique Sterngasse 4 – The Fashion Deli ist bekannt für ihre französisch inspirierte Mode aus dem Segment des luxe accessible. Gleich einem Deli, dem typischen Delikatessenladen New Yorks, gibt es hier immer „frische Ware“. Sterngasse 4 – The Fashion Deli, 1010 Wien, www.sterngasse4.at
Feine Fashionshow ie Inhaberinnen der Stern-
aber keinem Markendiktat. Etwas Hochwer-
wertige französische Mode in limitierter Auf-
gasse 4 – The Fashion Deli,
tiges zu erwerben, darf nicht immer ein gro-
lage zu vernünftigen Preisen. Ich persönlich
Christiane Seitz (gebürtige
ßes finanzielles Investment bedeuten“, so
freue mich besonders, mit der Sterngasse 4 in
Innsbruckerin) und Agata
Christiane Seitz über ihren Standpunkt, dass
meiner Heimatstadt zu Gast zu sein“, so Seitz.
Gold, sowie Co-Organisatorin Ulrike Mair lu-
Luxus kein Vermögen kosten muss.
Im Frühjahr 2018 ist die Sterngasse 4 – The
den Anfang November ins Kesselhaus und
Im Rahmen einer informellen Fashionshow
Fashion Deli wieder vor Ort. Wir hoffen auf
überraschten das Tiroler Publikum nicht nur
wurden in 20 Looks die jüngsten Trends
ein Wiedersehen!
mit einer Megashow, sondern auch mit ganz
der Saison aus Paris präsentiert. Das Kre-
viel Mode. Über 100 Modefans und VIPs folg-
ativkonzept der Show stammt aus der Fe-
ten der Einladung, darunter auch Societyla-
der der Sterngasse 4 – The Fashion Deli, für
dy Maya Schwitzer, Schönheitschirurgin Dr.
Hair & Make-up zeichnet das Art-Team von
Julia Cordin oder Pop-Art-Künstlerin Oxana
„The Wop Shop“ verantwortlich. Die Models,
Prantl.
die dank der supersoften High-Heels von Softheels besonders leichtfüßig durch den
Leistbarer Luxus
Raum schwebten, stammen aus dem inter-
Seit jeher verstehen sich die Gründerinnen
nationalen Portfolio von Wolfgang Schwarz’
der Sterngasse 4 als Botschafter des Seg-
Agentur „Look Model International Inc.“.
ments. Beinahe monatlich reisen Christia-
Mit Fotograf Angelo Lair wurde der gesam-
ne Seitz und Agata Gold in die französische
te Abend dankenswerter Weise auch perfekt
Metropole, um fernab von trendgetriebenen
ins Bild gebracht. „Mit dem Pop-up-Shoppin-
Multikonzernen Mode für ihre Boutique zu
gevent ‚Sterngasse 4 meets Tyrol’ möchten
erstehen – und bringen auf diesem Wege ein
wir gerne jenes Kernelement, das die Stern-
Stück Pariser Nonchalance nach Österreich.
gasse 4 – The Fashion Deli in Wien bekannt
„Wir orientieren uns an Trends, unterliegen
gemacht hat, nach Innsbruck bringen: Hoch-
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Vier-Mäderl-Haus: Sterngasse4-Inhaberinnen Christiane Seitz und Agata Gold mit Bettina Kantner (li.) und Ulrike Mair (re.)
Das Fell-Label Furry ist kürzlich mit einem eigenen Showroom im ersten Stock der Sterngasse 4 – The Fashion Deli eingezogen. Mit ein Grund ist die Hochzeit von Sterngassen-Inhaberin Agata Gold mit FurryInhaber Nikolaos Kalpazidis. Auch Schauspielerin Nina Proll gefällt’s.
© STEFAN GERGELY
D
Die Wiener Innenstadt-Boutique Sterngasse 4 – The Fashion Deli, bekannt für ihre Mode aus dem Segment des luxe accessible, lud zum ersten Event ins Innsbrucker Kesselhaus.
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VIEL LOS BEIM POP-UP-SHOPPINGEVENT IN TIROL
Maya Schwitzer und Julia Cordin
Mirjam Meixner und Daniela Haidacher-Daum
Die Inhaberinnen Agata Gold und Christiane Seitz mit Models und Sponsoren
© ALLE FOTOS: ANGELO LAIR
Sanela und Peter Mölk
Agata Gold, Lina Swarovski und Christiane Seitz
Agata Gold spannt den Bogen vom leistbaren Luxus zum Luxusgut: „Das Konzept des ‚luxe accessible‘, das wir als Triebfeder der Sterngasse 4 – The Fashion Deli verstehen, schließt FURRY nicht aus. Denn ein relativ günstiges Kleid mit einem hochwertigen und spektakulären Fellmantel zu adeln, ist die hohe Kunst der Mode.“
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45 Jahre Schuler Für jedes engagierte Werk legt ein Visionär den ersten Grundstein.
In diesem speziellen Fall war es Reinhard Schuler, der im Jahr 1972 das Elektrounternehmen Jordan in Innsbruck übernahm. Gemeinsam mit seiner Frau und einem Lehrling erarbeitete er sich durch kompetente Beratung und einen hervorragenden Service einen ebensolchen Ruf, der auch nach 45 Jahren die Grundlage des Unternehmenserfolges bildet. Das Unternehmen wuchs und florierte, sodass 1984 ein Standortwechsel in die Höttinger Au erfolgte und das bisherige Elektrosortiment um eine Küchen- und Möbelausstellung erweitert wurde. 1998 schließlich verkaufte Reinhard Schuler seinen Betrieb an vier seiner langjährigen Mitarbeiter. Paul Spörr, Gottlieb Gratl, Romed Weber und Hannes Thurnwalder führten das Unternehmen weiter und übersiedelten im Jahr 2000 nach Völs an den heutigen Standort auf dem Cyta-Gelände, wo aktuell auf einer Verkaufsfläche von 2.700 Quadratmetern keine Kundenwünsche offen bleiben. 2005 folgte die Eröffnung der Filiale in Thaur, in der auf über 2.000 Quadratmetern Küchen, Bäder, Wohn-, Ess- und Schlafzimmer sowie Sitzmöbel ausgestellt sind und in der Schuler Aktiv Küche immer wieder gerne gekocht wird. 2007 eröffnete Schuler eine eigene Tischlerei in Steinach am Brenner, um Kundenwünsche noch persönlicher erfüllen zu können. Der Online-Massenware setzt man auf diese Weise individuelle Qualität entgegen. Schon die Übernahme Ende der 1990er-Jahre zeigt deutlich, dass es vor allem die Mitarbeiter sind, die das Unternehmen Schuler tragen. Auch heute bietet das Traditionsunternehmen ein gesundes Klima, sichere Arbeitsplätze und Weiterbildungsmöglichkeiten. Und die Mitarbeiter danken es, viele von ihnen sind bereits seit Jahren im Unternehmen. Geführt wird Schuler gegenwärtig von Paul Spörr und Romed Weber. Sie haben anlässlich des halbrunden Firmenjubiläums kürzlich Kunden, Freunde und Geschäftspartner zu einem kurzweiligen Fest nach Völs geladen, um mit ihnen gemeinsam zu feiern und danke zu sagen: für 45 Jahre und hoffentlich noch viele weitere ... // www.schuler.co.at
Mode geht mit der Zeit. Werte bleiben Trend trifft Historie. Vor Kurzem eröffnete Moiré Fashion seine Geschäftsstelle im historischen Gebäude der Kiebachgasse 5 in Innsbruck. In den wunderschön renovierten Räumlichkeiten ist ein bauliches wie modisches Schmuckstück entstanden. Sorgsam und mit viel Feingefühl wurde auf 260 Quadratmetern Platz für extravagante, schicke und besondere Mode aus Italien und der ganzen Welt geschaffen.
© MARTIN VANDORY, MOIRÉ
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Modeunternehmerin Irene Moschén aus Bozen ist mittlerweile bekannt für ihre architektonischen Vorlieben. Vier der fünf Geschäftsstellen in Bozen und Meran sind in historisch wertvollen bzw. denkmalgeschützten Gebäuden untergebracht und auch in Innsbruck ist sie ihrer Linie treu geblieben. Bei der Eröffnung Mitte November zeigte sich: Auch Nordtirol liebt Moiré. Zu den besonderen Gästen des Abends zählten unter anderem die Missen Alexandra Pahr, Johanna Ciech und Bettina Manfra, die sich in wunderbaren Kleidern der aktuellen Festtagskollektion präsentierten. Bloggerinnen der Innsbrucker Fashionszene waren ebenso dabei wie viele weitere modeaffine Tirolerinnen. Für Unterhaltung sorgte die feine musikalische Untermalung sowie Sabrina Ronchi aus Mailand, die Gäste mit minutenschneller Papierkunst von individuellen Silhouetten begeisterte. // www.moire-fashion.com 1) Das Innsbrucker Moiré-Team mit der innovativen Modeunternehmerin Irene Moschén (Mi.). 2) Unter großem Einsatz und in enger Zusammenarbeit mit der Raiffeisen Realitäten Betreuung Tirol und dem Team rund um Geschäftsführer Philipp Thomasberger (re. außen), Baumeister Dieter Geisler (li. außen) und allen Handwerkern hat Architekt Ezio Moschen eine innovative Geschäftsfläche mit Geschichte geschaffen. Im Bild mit Miss Tirol Alexandra Pahr, Miss Südtirol Johanna Ciech und Geschäftführerin Irene Moschén. 3) Evelyn Unterfrauner (Nina & Yves) und Sara Erb (La Sara Leona). 4) Künstlerin Sabrina Ronchi unterhielt mit ihrer minutenschnellen Papierkunst. 3) Bloggerin La Sara Leona (li.) und Miss Südtirol 2017 Bettina Manfra. 6) Irene Moschén und Tonino Perna mit Models
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TIRO
Das leistet das Land Tirol für Sie
7.749 €
Kärnten
Tirol
4.973 €
€ pro Kopf
So niedrig ist die Verschuldung des Landes Tirol. Es ist die geringste Pro-KopfVerschuldung Österreichs. Somit kann sich Tirol sinnvolle Projekte und Investitionen leisten.
Niederösterreich
246
3.825 €
der Versorgung mit ultraschnellem Internet seit 2014. Ein Drittel der Tiroler Bevölkerung verfügt bereits über Breitbandinternet.
Wien
600 % Steigerung
Quelle: Statistik Austria
6.850
70.080
Radwanderwege, Mountainbike-Routen und Singletrails bestehen im Land Tirol. Das entspricht einer Strecke von Innsbruck nach Indien.
sanierte Wohnungen seit 2013 mithilfe der Wohnbauförderung. Das entspricht einer Stadt wie Innsbruck.
nur
490 €
kostet das neue tirolweite Jahresticket für öffentliche Verkehrsmittel. Vor einem Jahr kostete es noch über 2.000 €. Die Anzahl der Jahrestickets ist von 12.000 auf 25.000 gestiegen.
km
Innsbruck
tirol-in-zahlen.at
1,4 Mio. Stunden
haben Tirols Kinderbetreuungseinrichtungen im Jahr geöffnet. 2007 waren es noch 459.000 Stunden weniger. 2017
Indien
898 Einsätze
pro Tag leistet unser Rettungsdienst. Dafür stellen wir gemeinsam mit Tirols Gemeinden jährlich 32 Mio. € zur Verfügung.
20
% des Landesbudgets
geben wir für Soziales aus. Unter anderem für Behinderte, Kinder und Jugendliche, Eltern, in Not geratene Menschen, Gewaltprävention sowie Mädchen und Frauen.
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