DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN
AB DURCH DIE DECKE … Gleichstellung: Wann wird normal, was längst Normalität sein sollte?
Ausgabe Nr. 14 | Jänner 2021 P.b.b. Verlagspostamt 6020 Innsbruck ZNr. GZ 02Z030672 M | Euro 3.00
TA - DAA. Frauen vor den Vorhang KOMPLEX. Was die Welt zusammenhält LEUCHTTURM. EGLO und die großen Sprünge BSSSSSSSS. E-Autos auf dem Vormarsch
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2020 – Die EDELGRUPPE feiert ihr 100-jähriges Firmenjubiläum. Die Firmengeschichte der EDELGRUPPE begann vor genau 100 Jahren mit der Gründung des StammUnternehmens 1920 durch Karl Winkler in Innsbruck. Bereits 1933 bauten die Kupferschmiede der Firma Winkler Destillationsanlagen für internationale Auftraggeber in Berlin und Turin. 1935 wechselte das Unternehmen seinen Standort von den Viaduktbögen in die Adamgasse. Am heutigen Standort der EDELGRUPPE, im Gewerbegebiet Innsbruck Ost, begann man in den frühen 1970er-Jahren mit der Produktion von Hygiene-Edelstahlmöbeln für die Gastronomie und Hotellerie, sowie von Edelstahleinrichtungen für Krankenhäuser. 1977 begann Bernhard Kluckner eine Lehre als Schlosser, die er 1985 mit dem Meisterbrief abschloss. 1995 kam der Einstieg in den Ladenbau: Anfänglich wurden Obstmöbel und diverse Vorbereitungsmöbel für die Feinkost entwickelt, ausgeführt und vor Ort montiert. Im Jahr 1999 ging die Firmenleitung an Herrn Kluckner über und man begann unter neuer Führung mit zwölf Mitarbeitern. Eine neue Laserstanz-Anlage wurde in die Fertigungsabläufe integriert, eine moderne Montagehalle für 30 Mitarbeiter errichtet, sowie ein erfahrenes Technik-Team aufgebaut. 2012 wurden steckerfertige Kühlmöbel der italienischen Firma Galilei ins Verkaufsprogramm der EDELGRUPPE aufgenommen.
marschall.cc • Fotos: René Marschall
Geschäftsführer Bernhard Kluckner und seine Tochter Tanja Kluckner, Assistentin der Geschäftsführung.
2014 gründete man die Tochter-Firma Kälteplan, spezialisiert auf Lebensmittel-Kälteanlagen. 2015 schließt sich, mit der vierten und vorerst letzten Firma der EDELGRUPPE, der Store Manufaktur, Lieferant für Trockenregale, Brotregale und Kassensysteme, der Kreis des beeindruckenden Portfolios. Inzwischen ist man mit 60 Mitarbeitern der Gesamtausstatter für Lebensmittelmärkte, Gastronomie und Hotellerie.
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© MARIAN KRÖLL
eco.edit
Christoph Loreck und Mag. Sandra Nardin, eco.nova-Herausgeber
RAUS AUS DEM VERBORGENEN Frauen sind weder das schwache Geschlecht noch das schöne. Frauen sind Frauen. Punkt.
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ereits 2019 haben wir die letzte Ausgabe des Jahres den Frauen gewidmet, uns Gedanken gemacht über Sex und Gender und die Bedeutung der Sprache. Zumindest im grammatikalischen Sinne war die Wirtschaft schon immer weiblich, in der Realität ist sie es leider nicht. Frauen in Führungspositionen sind rar. Nach wie vor. Selbst (mediale) Expertenrunden sind männlich dominiert, auch Interviewpartner oft Männer. Wir nehmen die eco.nova hier gar nicht aus. Das liegt jedoch nicht daran, dass es keine klugen, erfolgreichen, innovativen Frauen gäbe, ganz im Gegenteil. Die gibt es reichlich, nur sind die lieber im Verborgenen klug, erfolgreich und innovativ. In dieser Ausgabe möchten wir ihnen bewusst eine Plattform geben. In jeder Rubrik – ausgenommen eco.mobil, in der wir uns dieses Mal Elektroautos widmen – finden Sie Porträts von Frauen, die uns im heurigen Jahr aufgefallen sind. Wir wollten die Beiträge anfänglich mit „Sheroes“ kennzeichnen, doch das trifft es nicht. Frauen sind keine Heldinnen allein deshalb, weil sie ihre Arbeit verrichten. Sie machen dieselbe Arbeit wie Männer, sind weder besonders auffällig klüger, sympathischer oder fleißiger. Frauen sind nicht per se besser, weil sie Frauen sind. Doch sie sind auch nicht schlechter. Und das ist der Punkt. Sie sind oftmals einfach leiser und drängen weniger ins Rampenlicht. Deshalb holen wir sie in dieser Ausgabe vor den Vorhang, um sie sichtbar zu machen und zu zeigen: Sie sind da. Wir würden uns freuen, künftig mehr von ihnen sehen zu dürfen, und haben gleichzeitig die Hoffnung, dass das Geschlecht tatsächlich irgendwann keine Rolle mehr spielen wird. Nirgendwo. Als kleinen sprachlichen Kniff haben wir die Titelgeschichte wieder in rein weiblicher Form verfasst, dem generischen Femininum sozusagen. Männer sind natürlich höflichst mitgemeint. Ob weiblich, männlich oder welcher der rund 60 Geschlechterdefinitionen Sie sich zugehörig fühlen: Haben Sie wunderbare Feiertage. Ihre Redaktion der eco.nova.
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FOTOS: ADOBE STOCK, LPD TIROL, ANDREAS FRIEDLE, ISABELLE BACHER
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E C O .T I T E L 22 AB DRUCH DIE DECKE
Karrieretechnisch ist heute noch für viele Frauen früher Schluss als für Männer. Warum das so ist und wie normal werden kann, was längst Normalität sein sollte.
E C O .W I R T S C H A F T 32 ALLES KLAR, FRAU KOMMISSAR
ECO.ZUKUNFT 70 VON KEMATEN IN DIE USA
Die Mikrobiologin Daniela Weiskopf forscht seit mehr als zehn Jahren in San Diego an Viren.
DRUCKEN, FORSCHEN & BACKEN
Dank Judith Hagenbuchner kommt Haut künftig aus dem 3-D-Drucker.
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Buchautorin Larissa Kravitz über Frauen und Geld. 86 DIE AUFSICHT WIRD WEIBLICHER Die Raiffeisenbank Wildschönau wird von zwei Frauen beaufsichtigt.
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Kunst und Wissenschaft liegen bei Sabine Egger eng zusammen. 104 WEIBERWIRTSCHAFT Feminismus, gut gestaltet.
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ECO.MOTOR 108 BSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS
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Elektroautos auf dem Vormarsch.
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Die Geschichte von Coober und seinen Motorrad-Motorsteuerungen.
ECO.LIFE 126 DIE SCHATZMEISTERIN
Laura Resenberg arbeitet mitten im Tiroler Gedächtnisspeicher. 132 PURE KÜHNHEIT Elisabeth Hubmann ist Organistin. Eine von wenigen und eine der besten. 140 LIFE & STYLE Von feinen Weinen und edler Architektur.
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Katja Tertsch ist Tirols oberste Kriminalistin. 34 ZUFÄLLIG FÜHRUNGSKRAFT Sophia Neuner hat das Projekt Sinfonia geleitet. Geplant war das nicht, erfolgreich dennoch. 36 FLUGSIMULATOR FÜR DIE WELT Komplexitätsforscher Stefan Thurner weiß, was die Welt im Innersten zusammenhält. 40 ÖSTERREICH WOHLHABEND HALTEN Die Coronakrise und ihre wirtschaftlichen Folgen. 44 FRUCHTBARES ZUSAMMENSPIEL Philipp Wimmer geht als Betriebsleiter des Fruchthof die Extrameile. 50 STATTLICHER LEUCHTTURM Die EGLO Gruppe mit Sitz in Pill ist eines der wohl spannendsten Tiroler Familienunternehmen. 60 IM AUFWIND Die Tourismusschulen Villa Blanka setzen mit dem Umbau des Internats neue Maßstäbe.
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06 EDITORIAL 10 KOMMENTAR 12 11¾ FRAGEN 20 KLARTEXT 90 ECO.RECHT 152 IM.GESPRÄCH
HER AUSGEBER & MEDIENINHABER: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, 0512/290088, redaktion@econova.at, www.econova.at GESCHÄF T SLEITUNG: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin A S SIS TENZ: Martin Weissenbrunner CHEFREDAK TION: Marina Bernardi REDAK TION: eco.wirtschaft: Marian Kröll, Alexandra Keller, MMag. Klaus Schebesta, Christiane Fasching, Barbara Liesener, DI Caterina Molzer-Sauper, Elisabeth Plattner, Marion Witting, MSc. // eco.zukunft: Doris Helweg // eco.geld: Dr. Michael Posselt // eco.kultur: Julia Sparber-Ablinger // eco.mobil: Felix Kasseroler // steuer.berater: Dr. Verena Maria Erian // recht.aktuell: RA Mag. Dr. Ivo Rungg // eco.life: Marina Bernardi ANZEIGENVERK AUF: Ing. Christian Senn, Mag. Claudia Elzenbaumer, Matteo Loreck L AYOUT: Tom Binder LEK TOR AT: Mag. Christoph Slezak DRUCK: Radin-Berger-Print GmbH Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. GRUNDLEGENDE RICHT UNG: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Wellness, Steuern, Recht, Kulinarium und Lifes tyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. JAHRE SABO: EUR 25,00 (14 Ausgaben). // Sind Beiträge in dieser Ausgabe in der Kopfzeile mit dem FIRMENNAMEN gekennzeichnet, handelt es sich um BE Z AHLTE ANZEIGEN!
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eco.mmentar
PARADOX Zahlreiche Meldungen, die auf uns einprasseln, wirken paradox. Wenn man tief genug gräbt, findet sich in vielen Fällen eine versteckte Logik.
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ir leben in unruhigen Zeiten. Corona sorgt dafür, dass wir nie wissen, was uns in der kommenden Woche erwartet. Das verwirrt uns genug. Dazu kommen Meldungen, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen und reichlich paradox wirken.
V O N K L A U S S C H E B E S TA
PLEITEN: AUFGESCHOBEN IST NICHT AUFGEHOBEN.
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der kommt man allerdings nicht weit. Warum? Es war für die Mitgliedsstaaten hart genug, sich überhaupt auf ein Ampelsystem zu einigen. Immerhin hat man sich nicht über die Farben Rot, Gelb und Grün gestritten. Das war’s dann aber schon. Die Ampel setzt die Fallzahlen derart unrealistisch niedrig an, dass so gut wie ganz Europa rot ist. Und dann wurde auch noch definiert, was die Mitgliedsstaaten bei Grün zu tun haben (das niemand erreicht). Was bei Gelb und Rot gilt, das entscheidet allerdings nach wie vor jeder Mitgliedsstaat alleine. Bedeutet de facto: Jeder kann machen, was er will. Mit oder ohne Ampel.
Die Wirtschaft strauchelt. Trotzdem befinden wir uns auf einem Tiefstand bei den Insolvenzen. Warum? Weil sich derzeit viele Betriebe mit Corona-Unterstützungen und Stundungen von Steuern und Sozialversicherungsabgaben über Wasser halten. Im Jahr 2021 wird ausapern, welche Unternehmen nur auf der Intensivstation unter künstlicher Beatmung überleben konnten. Die Pleitewelle kommt bestimmt – nur eben mit Verzögerung.
SKIFAHRER VS. LKW: AUG’ UM AUG’ …
Das AMS hat Hochbetrieb. Gleichzeitig suchen viele Firmen auch in der Krise händeringend nach Fachkräften. Warum? Oft ist es eine Frage des so genannten Matchings. Wenn Arbeitsplätze ausgeschrieben sind, aber potenzielle Bewerber nicht über die nötige Qualifikation verfügen, bleibt die Stelle leer. Daher setzt das AMS intensiv auf Umschulung und Höherqualifizierung.
REALITÄT VERWEIGERN – ABER RICHTIG!
ARBEITSMARKT: FACHKRÄFTEMANGEL MEETS ARBEITSLOSENREKORD.
SCHWEDEN: KEIN LOCKDOWN, KEINE REZESSION?
Schweden ist in Bezug auf Corona einen Sonderweg gegangen und hat auf einen Lockdown verzichtet. Die Wirtschaft hat’s trotzdem getroffen. Warum? Die Schweden wollten sich wegen Corona ihre Konjunktur nicht kaputt machen lassen. Der Plan hatte allerdings einen Haken: Wie alle anderen europäischen Länder auch ist Schweden eng mit seinen Nachbarn verflochten. Würgt der Lockdown deren Konjunktur ab, leidet auch Schweden. Zwar etwas weniger stark als in anderen Ländern, aber ebenfalls deutlich spürbar.
EU: VERPATZTER AMPELSTART.
Der EU wird völliges Versagen in der Coronakrise vorgeworfen. Dabei gibt es ja die europaweite Corona-Ampel. Mit
Sie stammen aus zwei verschiedenen Welten – und trotzdem lassen sich Skifahrer gegen Lkw aufwiegen. Warum? Tirol treibt mit seinen Lkw-Fahrverboten und Blockabfertigungen seit Jahren Markus Söder die Zornesröte ins Gesicht. Der dreht jetzt den Spieß um: Solange Tirol die Lkw bremst, bremst Bayern den Skiurlaub. Zwischen Tirol und Bayern ist offenbar das biblische Motto „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ ausgerufen worden. Ist zwar keine besonders zivilisierte Erklärung, aber immerhin eine, die der Realität entspricht. Die blaue „Gesundheitssprecherin“ Dagmar Belakowitsch rät ab, an den Corona-Massentests teilzunehmen. Warum? Weil man dann über Weihnachten in Quarantäne müsse. Bestechend argumentiert. Es ist für die FPÖ also besser, unter dem Tannenbaum zu spreaden und damit Oma und Opa ins Grab zu bringen. Die FPÖ sollte erwägen, die Funktion in „Krankensprecherin“ umzubenennen.
Corona wird, wenn alles glatt läuft, in einem halben Jahr Geschichte sein. Sicher nicht Geschichte sein werden hingegen widersprüchliche Meldungen. Die Welt wird nicht weniger komplex, im Gegenteil. Daher lohnt es sich immer, zwei Mal hinzusehen. Und definitiv nicht jenen Menschen/Medien/ Parteien Glauben zu schenken, die behaupten, auf alles eine „einfache Antwort“ zu haben. Einer, der das vier Jahre lang probiert hat, wurde zum Glück gerade in Amerika abgewählt. Das ist vielleicht das Beste an 2020.
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eco.porträt
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eco.porträt
11¾ FRAGEN AN
JULIA DUMFARTH Wer sind Sie? Mein Name ist Julia Dumfarth, ich bin gebürtige Oberösterreicherin und beruflich als Herzchirurgin an der Universitätsklinik Innsbruck tätig. Nach einer exzellenten schulischen Ausbildung in meinem Heimatort Gutau und später am Gymnasium Freistadt hat es mich in die Hauptstadt gezogen, wo ich Humanmedizin studierte und meine Ausbildung zur Herzchirurgie begann. Nach zwei Jahren wechselte ich dann nach Innsbruck. Während meiner Ausbildungsjahre verbrachte ich ein Wissenschaftsjahr an der Yale University in den USA. Seit 2014 bin ich wieder zurück in Innsbruck, habe meine Facharztausbildung abgeschlossen und leite mittlerweile als Nachfolgerin von Professor Antretter das hiesige Herztransplantationsprogramm.
1.
Warum, glauben Sie, haben wir Ihnen geschrieben? Vielleicht stelle ich aufgrund meines Berufes und meiner Position eine exotische Ausgabe der Frau des 21. Jahrhunderts dar. Ich bin aber nur eine von vielen. Es gibt in meinem privaten und beruflichen Umfeld viele beeindruckende Frauen, die ich bewundere und stolz zu meinen Freundinnen zähle. 2.
3. Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Shoot for the moon. Even if you miss it, you will still land among the stars.
4. Was macht Sie stolz? Stolz macht es mich, dass ich mir immer treu geblieben bin. Auch wenn es manchmal friktionsfreier oder leichter wäre, sich einem allgemeinen Trend oder der Meinung anderer anzuschließen, so erinnere ich mich immer an meine wichtigsten Werte und halte an diesen fest. Das bedeutet dann ab und an, dass man gegen den Strom schwimmt.
Was bedeutet für Sie Luxus? Zeit mit meinem Mann, meiner Familie oder meinen engsten Freunden zu verbringen, ohne am Handy erreichbar sein zu müssen.
5.
6. Mit welcher historischen Persönlichkeit würden Sie
gerne einen Abend verbringen – warum? Ganz klar Ruth Bader-Ginsburg. Durch ihren Tod vor wenigen Wochen gehört sie wohl nun zu den historischen Persönlichkeiten. Sie war eine beeindruckende Frau, die sich entgegen gesellschaftlichen Klischeevorstellungen in der juristischen Welt einen Namen und Ruf aufgebaut hat. In allen Interviews und der Verfilmung ihres Lebens kommt klar heraus, dass sie trotz beruflicher und privater Rückschläge immer an ihren Weg geglaubt hat und sich von diesem auch nicht abbringen hat lassen. Sie hat auf Basis ihrer guten Ausbildung und ihres Intellekts Einzigartiges erreicht und hat-
te ein unendliches Glück und Unterstützung durch ihren grandiosen Ehemann.
Was ist das ungewöhnlichste Thema, über das Sie richtig viel wissen? Ich denke, das ist wohl die Herztransplantation, wenn das als ungewöhnlich gilt.
7.
8. Wenn Sie den größten Meilensteinen in Ihrem Leben
je einen Film zuordnen müssten, welche wären das und warum? Mein größter privater Meilenstein war wahrscheinlich meine Hochzeit, da passt jeder Film mit Happy End.
9. Was hat Sie dazu bewogen, Ärztin und Herzspezialis-
tin zu werden? Mein Interesse an Medizin wurde bereits in der Oberstufe geweckt. Durch meine wissenschaftliche Mitarbeit bei Prof. Grimm habe ich dann die Faszination an der Herzchirurgie und der chirurgischen Präzisionsarbeit entdeckt.
10. Von welchem Menschen in Ihrem Leben haben Sie am meisten gelernt? Meine Eltern haben mir die beste Lebensbasis gegeben und zusammen mit meinen beiden Brüdern haben sie mich perfekt auf das Leben als Herzchirurgin vorbereitet. Mein Ehemann nimmt einen wichtigen Stellenwert als Lehrmeister für Balance in meinem Leben ein.
11. Die Medizin ist in Zeiten wie diesen ein sehr prominentes Thema. Ist die gesellschaftliche Wertschätzung für Menschen, die im Gesundheitsbereich arbeiten, gestiegen? Als Ärztin habe ich in den letzten zehn Jahren immer wieder den Eindruck bekommen, dass vieles im Gesundheitsbereich in Österreich als selbstverständlich angesehen wird. Nach meiner Rückkehr aus den Staaten wurde mir erst bewusst, wie privilegiert wir mit unserem System sind. Die Covid-Krise hat das Gesundheitssystem und die Menschen, die es aufrechterhalten, im Jahr 2020 in den Fokus gerückt. Hier wird den Mitarbeitern im Moment sehr viel abverlangt und ich habe den Eindruck, dass die Bevölkerung das sehr schätzt.
11¾ :
W E L C H E F R A G E W O L LT E N S I E S C H O N
I M M E R B E A N T W O R T E N , N U R H AT S I E N O C H N I E J E M A N D G E S T E L LT ?
DUMFARTH: Wenn Sie ein Jahr fernab der Klinik frei zur Verfügung hätten, was würden Sie unternehmen? *) *) Antwort: Ich würde versuchen, die Zeit mit meiner engsten Familie und meinen Freunden aufzuholen, die in den letzten 15 Jahren zu kurz gekommen ist.
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FRAUEN-FAKTEN Die Wirtschaft ist weiblich, nicht nur ihrem Artikel nach. Frauen in Zahlen.
1.195
30,3 JAHRE
Frauen haben 2018 ein Unternehmen gegründet Gesamtgündungen in Tirol: 2.816
alt ist eine Frau im Durchschnitt bei der Geburt ihres ersten Kindes
384.035 Frauen lebten 2019 in Tirol Männer: 373.599
14
14.287
Studentinnen an der Uni Innsbruck im Wintersemester 2019/20 Studenten: 12.808
69
beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen in Österreich
33 %
Frauenanteil im Tiroler Landtag
Professorinnen an der Uni Innsbruck Professoren: 200
84,9 JAHRE
17
Bürgermeisterinnen in Tirol (von 279 Gemeinden)
78,5 % Erwerbsquote bei Frauen in Tirol 2019
20,3 %
beträgt der Frauenanteil im Polizeidienst in Tirol
371
Feuerwehrfrauen in Tirol 2018
Quellen: Statistik Austria, Demografische Daten Tirol 2019, Uni Innsbruck
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MILLIONENPROJEKT
© ADLER
Die Kufsteiner BODNER Gruppe wird im Februar 2021 mit den Abrissar beiten für ihr Großbauprojekt in der Linzer Tabakfabrik beginnen. Die Genehmigungen dafür liegen vor, die bauvorbereitenden Maßnahmen sind auf der Zielgeraden. Das vierteilige Gebäudeensemble und Wunschpro jekt der Linzer Stadtregierung wird „QUADRILL“ heißen und zählt zu den spannendsten städtebaulichen Groß bauprojekten in Österreichs Landes hauptstädten, die in den nächsten Jahren entstehen. Das Investitions volumen liegt bei 190 Millionen Euro. BODNER ging mit dem Entwurf des Wiener Architekt*innenbüros Zech ner & Zechner einstimmig als Sieger im EU-weiten Bieterverfahren hervor. www.quadrill.at
© ZECHNER & ZECHNER ZT GMBH
WIRTSCHAF
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wirtschaft & unternehmen
Geld fließt bei Adler im kommenden Jahr unter anderem in moderne Technologien wie Lackierroboter.
Mutiges Investitionsprogramm Die ADLER-Werk Lackfabrik in Schwaz lässt sich von der Konjunkturflaute nicht den Wind aus den Segeln nehmen, sondern nützt die steife Brise für mutige Höhenflüge. 7,5 Millionen Euro wird das Familienunternehmen im Jahr 2021 investieren: Neben dem Schwerpunkt Digitalisierung fließt Geld in Klimaschutz- und Energiesparmaßnahmen, eine neue Abfüllanlage für Desinfektionsmittel, Zukunftstechnologie und einen Ausbau der ADLER-Servicestützpunkte. „Gerade in herausfordernden Zeiten ist es wichtig, nicht in Schockstarre zu verharren, sondern anzupacken und die Zukunft aktiv zu gestalten“, sagt ADLER-Geschäftsführerin Andrea Berghofer. Diese Strategie bestätigt ein Blick in ihre ereignisreiche Familien- und damit auch die Unternehmensgeschichte: Noch im Zweiten Weltkrieg kaufte Großmutter Hermine Berghofer ein Auto für das aufstrebende Farbengeschäft. Kurz nach seiner Heimkehr von der Front plante Firmengründer Johann Berghofer schon ein neues Produktionsgebäude am Stadtrand von Schwaz. Und während andere angesichts der Ölkrise Investitionen zurückstellten, beschloss sein Sohn Günther Berghofer auf der grünen Wiese am Stadtrand von Schwaz die modernste Lackfabrik Europas zu errichten. Ganz unter dem Motto: „Lasse nie eine Krise ungenützt verstreichen!“ Guter Plan!
Die Kufsteiner BODNER Gruppe errichtet in der Linzer Tabakfabrik ein vierteiliges Gebäudeensemble namens QUADRILL. Herzstück des neuen Quartiers, das im Kreativzentrum Tabakfabrik Linz auf einer Grundfläche von 10.900 Quadratmetern neuen Lebens-, Wohn- und Arbeitsraum schafft, ist der 109 Meter hohe QUADRILL-Tower.
„MAN WIRD ERST WISSEN, WIE FR AUEN SIND, WENN IHNEN NICHT MEHR VORGESCHRIEBEN WIRD, WIE SIE S E I N S O L L E N .“ R O S A M AY R E D E R
© JULIA TÜRTSCHER
eco.wirtschaft
eco.mmentar
Marina Bernardi, Chefredaktion
AU F WAC H S T U M S KU R S
© INCLUSIVE.MEDIA
Auf die holländische Vertigo-Games-Akquisition im September folgt nun der polnische PC- und Konsolenspieleentwickler Flying Wild Hog. Koch Media in Höfen ist auf Wachstumskurs. Der vereinbarte Kaufpreis von 142,3 Millionen US-Dollar ist bereits überwiesen und wurde Koch Media vom schwedischen Mutterunternehmen Embracer Group AB als Eigenkapital zur langfristigen Stärkung der Gruppe in Cash zur Verfügung gestellt. Mit den Übernahmen wird auch der Tiroler Standort als Shared-Service-Center weiter gestärkt und ausgebaut. Das Unternehmen kündigt die Aufnahme weiterer hoch qualifizier ter Mitarbeiter*innen an. www.kochmedia.com
H E I M AT- H O T E L Hotelier Harald Ultsch hat mit dem Baukastenprinzip seiner Harry‘s Home Hotel & Appartements definitiv einen Nerv getroffen. Die Gäste bestimmen individuell über Zimmergröße, Verpflegung oder Dienstleistung und damit letztlich über den Preis. 2006 eröffnete das erste Hotel in Graz, es folgten Linz, Dornbirn, Wien, München und Zürich. Nun wird Harry‘s Home auch in Tirol heimisch. In seinen Wohn-Hotelkomplex in Telfs investiert die Ultsch-Familie rund 13 Millionen Euro, bis Mai 2022 sollen ins gesamt 85 Studios und Appartements entstehen. www.harrys-home.com
RICHTIGSTELLUNG In unserer Liste der 500 umsatzstärksten Unternehmen aus der Ausgabe 08/20 ist uns bedauerlicherweise ein Fehler unterlaufen. Das EGT (Ergebnis der gewöhlichen Geschäftstätigkeit) der BERNARD GRUPPE ZT GMBH aus Hall in Tirol liegt nicht wie angegeben bei 54.300 Euro, sondern bei exakt 542.797 Euro. Bei der Datenübertragung ist leider das Komma verrutscht. Wir entschuldigen uns vielmals!
Wunschzettel Weihnachten ist traditionell die Zeit der Wünsche. Ich befürchte allerdings: Es werden wieder Socken unterm Baum liegen. Das heurige Jahr war anstrengend. So richtig. Ganz viele von uns waren quasi von außen dazu verdammt, sich mit ihrem Innen zu beschäftigen – das gilt für die Gesellschaft, für das Individuum und Unternehmen gleichermaßen. Nur: Die Beschäftigung mit sich selbst mögen die wenigsten. Man könnte ja auf etwas stoßen, das einem nicht gefällt, und damit draufkommen, dass etwas geändert gehört. Und das mögen noch weniger: Veränderung. Diese Angst vor Veränderung ist es aber, die (Weiter-)Entwicklung hemmt. Unternehmen, die sich nicht anpassen, sondern stur ihren eingeschlagenen Weg verfolgen, auch wenn die Wirtschaft längst die Richtung geändert hat, werden nicht überleben. Das gilt gleichermaßen für uns Menschen. Vielfach wird die eigene Meinung zur einzig wahren Wahrheit stilisiert, selbst wenn es Fakten längst besser wüssten. Man darf seine Meinung ändern. Man soll es sogar. Es spricht nichts dagegen, einmal zuzugeben: Ich habe mich geirrt. Die leidige Coronakrise hat mich ein wenig an den vergangenen Präsidentschaftswahlkampf erinnert, als es plötzlich zwei Lager, Schwarz-Weiß und kein Grau mehr gab. Und schon gar kein Bunt. Ich habe erneut viel über meine Bekannten gelernt und das meiste war auch in diesem Fall nicht schön. Deshalb wünsche ich mir, dass wir uns alle wieder mit mehr Anstand und Respekt begegnen und zurückfinden zum Miteinander, das eine moderne Gesellschaft ausmachen sollte. Corona hat uns gezeigt: Wir sitzen alle im selben Boot und wenn es auch nur durch wenige ins Wanken gebracht wird, betrifft das alle, die sich in ihm befinden. Lasst uns versuchen, dass jene, die das Boot stabil halten, in der Mehrheit bleiben. Socken sind aber auch schön ... Anregungen und Kommentare bitte an bernardi@econova.at
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© KUNSTFOTOGRAFIN
eco.mmentar
EIN NEUER WEG Die Weltbevölkerung besteht ziemlich genau zur Hälfte aus Frauen und Männern, dennoch herrscht nach wie vor eine Ungleichbehandlung der Geschlechter – zu Ungunsten der Frauen. Das Gute daran: Es muss nicht so bleiben und wenn Sie mich fragen, sollte es das auch nicht.
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s gibt inzwischen zahlreiche Gleichbehandlungsgesetze, zu denen sich Regierungen in den letzten Jahren durchgerungen haben. Zumeist ein Verdienst von Initiativen und Volksbegehren sowie dem jahrzehntelangen gesellschaftlichen Wandel. Dass dieser alleine nicht ausreicht, zeigt das taufrisch beschlossene Gesetz in Deutschland für eine Vorstandsquote. Dass es so weit kommen musste, ist – so aufgeschlossen und fortschrittlich wir uns als Gesellschaft oft bezeichnen – ein Armutszeugnis. Abgesehen von der Tatsache, dass Frauen die Hälfte der Bevölkerung darstellen, sind sie heute ein wesentlicher Bestandteil der Wirtschaft geworden. Es arbeiten mehr Frauen denn je und sind mit ihrem eigens verdienten Geld ein nicht wegzudenkender Wirtschaftsfaktor. Diese Macht der Geldbörse trifft auf eine von Männern kontrollierte Wirtschaft, die noch immer glaubt, dass es mit ein paar Produkten für Frauen, bevorzugt in Rosa gehalten und mit Glitzer, getan ist. Meine Herren: Damit sind sie kräftig auf dem Holzweg.
VON ALEXANDER M. SCHMID
ERZIEHUNGSFRAGE
Geht man ganz an den Anfang, dahin, wo die Grundlage für das Menschenverständnis gelegt wird, zeigt sich, dass auch da noch Luft nach oben ist. Klassische Rollenverständnisse müssen aufgebrochen werden. Jungen Mädchen muss von Beginn an klar sein, dass sie ihren Interessen folgen sollen, um darin gut zu werden. Zugleich muss man Buben beibringen, dass Frauen nicht nur dazu da sind, um den Nachwuchs auf die Welt zu bringen und danach den Haushalt zu organisieren.
SELBSTVERSTÄNDNIS
Der einzige Grund, warum noch immer viele Männer irritiert sind, wenn eine Frau sagt, was sie will, ist, dass sie es noch viel zu wenig oft gehört haben. So paradox es klingen mag, aber die gegenseitige Erziehung endet nicht mit der Volljährigkeit. Man nennt es dann nicht mehr Erziehung,
Es ist nicht damit getan, mehr Frauen einzustellen, die Männern zuarbeiten. Es braucht Frauen in Führungspositionen, die ihren MitarbeiterInnen die richtigen Fragen stellen. sondern Vorbild sein – am besten durch ein Rollenbild, das allen anderen das eigene Selbstverständnis klarlegt. Dazu gehört vor allem der Umgang mit den eigenen MitarbeiterInnen und das damit verbundene (Be)förderungsverhalten, das man sich von der eigenen Führungskraft erwarten würde. Die Digitalisierung hat schon einige Entwicklungen beschleunigt. Einerseits durch die Möglichkeit der Vernetzung, andererseits durch die Chance, alteingesessene Rollenbilder technisch zu eliminieren. Viele heutzutage gestaltete Algorithmen werden noch immer von Männern programmiert. Selbst ohne böse Absicht gelangen so immer noch zu viele Rollenbilder in Entscheidungsfindungsprozesse, die eigentlich neutral sein sollten. Zumeist bauen diese aber auf Datenmaterial aus der Vergangenheit auf, in der genau diese Rollenbilder aktuell waren. Füttert man einen Algorithmus mit allen Basisdaten aus Personalentscheidungen der vergangenen 50 Jahre, werden garantiert immer Männer bevorzugt, weil es damals eben so war. Sie kennen sicher das Sprichwort „Wenn man nur einen Hammer hat, sieht alles aus wie ein Nagel”. Die gläserne Decke hat bereits Risse. Es wird Zeit, dass mehr Licht ins Innere dringt. Scheuen Sie sich nicht, den Hammer zu verwenden!
ZUR PERSON Alexander M. Schmid – Der Vereinfacher – beschäftigt sich seit über sechs Jahren mit Vereinfachung in Unternehmen, hat darüber ein Buch verfasst und erarbeitet mit Unternehmen Strategien, die sie am Markt einfach einzigartig positionieren. www.dervereinfacher.at
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Starker Binnenmarkt, keine Reiseblockaden & Umweltpolitik mit Hausverstand. Europa muss um jeden Job kämpfen!
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MAN SPRICHT DEUTSH T E X T : K L A U S S C H E B E S TA
O R I G I N A L : C O V I D - 1 9 - S C H U T Z M A S S N A H M E N V E R O R D N U N G , PA R A G R A F 1 9
(1) Diese Verordnung tritt mit 3. November 2020 in Kraft und mit Ablauf des 30. November 2020 außer Kraft.
(2) Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die COVID19-Maßnahmenverordnung, BGBl. II Nr 197/2020, außer Kraft. Sie tritt mit dem Außerkrafttreten dieser Verordnung wieder in Kraft, und zwar in jener Fassung, die sie, wäre sie nicht außer Kraft getreten, mit 7. November 2020 auf Grund ihrer letzten Änderung durch die Verordnung BGBl. II Nr. 456/2020 erlangt hätte.
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(3) § 2 tritt mit Ablauf des 12. November 2020 außer Kraft.
ZIEMLICH LEICHTE SPRACHE: Die Maßnahmenverordnung ist tot. Es lebe die Maßnahmenverordnung!
KLARTEXT: Die Bundesregierung wird nicht müde, von klaren, einfachen und praxistauglichen Coronaregeln zu sprechen. Das scheint ihr (nicht nur) in diesem Fall nicht besonders gut gelungen zu sein. Wer nach dem Lesen der Passage genau weiß, was denn jetzt in oder außer Kraft ist, sollte für seine besonderen Leistungen vom Gesundheitsminister persönlich hundert FFP2-Schutzmasken überreicht bekommen.
O R I G I N A L : Z I TA T D O N A L D T R U M P
„Leider hat sich XX geweigert, seine Wahlniederlage einzugestehen, und eine Neuauszählung verlangt. Wir sind zu einer Entscheidung gekommen. XX, es tut mir leid, dir sagen zu müssen: Die Ergebnisse haben sich nicht geändert. Was für ein Pech für XX.“
ZIEMLICH LEICHTE SPRACHE: Wer eine Wahl verloren hat, soll nicht lange rumheulen und ganz leise seinen Hut nehmen.
KLARTEXT: Dieses Zitat passt wie die Faust aufs Auge zu der an Peinlichkeit kaum zu überbietenden Realitätsverweigerung, die der amerikanische (Noch-)Präsident betreibt. Es wäre Joe Biden zugestanden, genau diese Worte an Donald Trump zu richten. Paradoxerweise stammt die Aussage von Donald Trump selbst. Und zwar aus dem Jahr 2018, als er anlässlich der traditionellen Begnadigung zweier Truthähne zu Thanksgiving (Ja, die spinnen, die Amerikaner) diese unmissverständliche Aufforderung persönlich an eines der beiden Tiere richtete. XX steht für „Carrots“, einen Truthahn, dem Trump unsportliches Verhalten unterstellte – ausgerechnet ER! Es ist nämlich davon auszugehen, dass der Vogel seine Niederlage besser wegstecken konnte als der Präsident zwei Jahre später. Darin sieht Trump offenbar einen Präzedenzfall und verlangt das gleiche Recht für sich.
eco.wirtschaft
Deutsch geschrieben heißt noch lange nicht verständlich. Ob Recht, Politik, Verwaltung, Technik oder Werbung – der wahre Sinn vieler Aussagen versteckt sich oft hinter barocken Satzgebilden. Ziemlich leichte Sprache nimmt die Luft aus aufgeblasenen Formulierungen und legt den Blick auf die meist bescheidene Substanz frei. Klartext geht einen Schritt weiter und ergründet die wahren Absichten des Verfassers. Es gilt die Unschuldsvermutung.
ORIGINAL: DDR-URKUNDE „HELD DER ARBEIT“
Der Sozialistische Ehrentitel „Held der Arbeit“ wird mit Wirkung des heutigen Tages aufgrund von außergewöhnlichen Leistungen und Verdiensten für Familie, Volk und Vaterland verliehen an: Max Mustermann. Unser Held darf diesen Titel nun zeitlebens tragen und muss auch in Schaffenspausen stets als Held der Arbeit gewürdigt werden. Die vom Ehrentitelträger nahezu übermenschlich und vorbildlich erbrachten Taten verpflichten zur Nachahmung und stetigen Verbesserung. Denn vom Helden lernen heißt siegen lernen.
ZIEMLICH LEICHTE SPRACHE: Er/sie ist der/die Beste.
KLARTEXT: Für diese in DDR-Zeiten vom Ministerium des Inneren verliehene Urkunde ist heutzutage nur ein einziger Mensch auf dieser Erde würdig: Donald Trump. Gut, das Wort „Sozialistisch“ müsste man vielleicht streichen, aber in allem anderen erkennt der (Noch-)US-Präsident sicherlich sein Spiegelbild: „außergewöhnlich“, „Verdienste“, „übermenschlich“, „vorbildlich“, „SIEGEN“ – wer, wenn nicht Er sollte diesen Anforderungen gerecht werden?
ORIGINAL: DER KLASSIKER UNTER DEN BEDIENUNGSANLEITUNGEN
Bedienungsanleitung der elektronischen Weihnachtskerze „GWK 9091“ 1. A uspack und freu. 2. S lippel A kaum abbiegen und verklappen in Gegenstippel B fuer Illumination von GWK 9091. 3. M it Klamer C in Sacco oder Jacke von Lebenspartner einfraesen und laecheln fuer Erfolg mit GWK 9091. 4. F uer eigens Weihnachtsfeierung GWK 9091 setzen auf Tisch. 5. F uer kaput oder Batterie mehr zu Gemutlichkeit beschweren an: wir, Bismarckstrasse 4.
ZIEMLICH LEICHTE SPRACHE: Nach dem Auspacken das Ding A bitte in das Gegending B stecken. Unsere elektronische Weihnachtskerze kann auch auf Kleidungsstücken getragen werden. Für den 24. Dezember empfehlen wir die Aufstellung am Festtagstisch. Im Falle von Beschwerden wenden Sie sich bitte an unsere deutsche Außenstelle. Altbatterie bitte fachgerecht entsorgen.
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KLARTEXT: Frohe Weihnachten!
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AB DURCH DIE DECKE Karrieretechnisch ist heute noch für viele Frauen früher Schluss als für Männer. Das liegt mitunter an betrieblichen und organisationskulturellen Faktoren, häufig aber auch an anderen Umständen: Fortpflanzung. Patentrezepte gibt’s wie immer keine, nur Stellschrauben, um den postulierten „mother gap“ zu verkleinern. Damit in Zukunft mehr weibliche Karrieren durch die Decke gehen können und zur Normalität wird, was längst normal sein sollte. TEXT: MARIAN KRÖLL
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MÄ SIN NNER G E MD M I T EIN T!
s gibt einige gesellschaftliche Erzählungen, die nie aus der Mode kommen. Manche stimmen, bei anderen ist die Faktenlage eher dünn, wieder andere entspringen Fehlinterpretationen oder werden ganz einfach instrumentalisiert. Es ist jedoch nachweislich kein Gerücht, dass Frauen in der Arbeitswelt gegenüber Männern nach wie vor und gleich in mehrfacher Hinsicht benachteiligt sind. Je höher es auf der Karriereleiter geht, desto dünner wird die Luft für die Frauen. Leitungspositionen, mit denen Personal- und Budgetverantwortung einhergeht, werden noch immer überwiegend von Männern ausgefüllt. Das Feindbild des „alten weißen Mannes“ braucht dazu gar nicht erst ausgepackt werden, weil es, was die Diagnose des Problems Unterrepräsentierung von Frauen in höheren beruflichen Sphären ebenso wie dessen Lösung betrifft, über billige Polemik hinaus keinen wirklichen Erkenntnisgewinn verspricht. Dass es immer noch zu wenig Frauen in den höheren und höchsten Managementebenen und den diversen Gremien – etwa in Aufsichtsräten – dieses Landes gibt, hat mittlerweile zwar an gesellschaftlicher Legitimität eingebüßt und zum Auftreten der Quotendebatte geführt, aber geändert hat sich daran noch reichlich wenig. Eine geschlechterbezogene Quotenregelung, bezeichnenderweise meist kurz Frauenquote genannt, ist dauerhaft sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, kann aber – so die Hoffnung der Befürworterinnen – dazu beitragen, eingefahrene Strukturen mit traditionell starkem Männerüberhang zu durchbrechen. Dadurch würde sich die Quote irgendwann erübrigen, so die schöne Theorie. Ob diese der Realität standhält, wird sich zeigen müssen. Jedenfalls hat die Diskussion um die Frauenquote den unschönen, selbstredend
DA S S E S IMMER NOC H ZU W ENIG F R AUEN IN DEN HÖHEREN UND HÖC HS T EN M A N AGEMEN T EBENEN UND DEN DI V ER S EN GREMIEN – E T WA IN AUF S IC H T S R ÄT EN – DIE S E S L A NDE S GIB T, H AT MI T T L ER W EIL E Z WA R A N GE S EL L S C H A F T L IC HER L EGI T IMI TÄT EINGEB Ü S S T UND ZUM AUF T RE T EN DER QUO T ENDEB AT T E GEF ÜHR T, A BER GE Ä NDER T H AT S IC H DA R A N NOC H REIC HL IC H W ENIG.
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24 negativ konnotierten Begriff der Quotenfrau geboren. Dieser wird bevorzugt unter Männern einander zugeraunt, um Zweifel an der fachlichen Eignung einer Frau für eine gewisse Positionen zu säen. Das heißt freilich nicht, dass derartige Zweifel immer unbegründet sein müssen. Hilfreich sind sie jedenfalls nicht.
WEHRET DEM NEO - BIEDERMEIER!
Die gläserne Decke ist der dicke, hässliche Elefant im Raum, wenn es um die weibliche Erwerbsbiografie geht. Beide Metaphern sind übrigens dem Angelsächsischen entlehnt. Erstere, die gläserne Decke, im englischen Original als Glass Ceiling bezeichnet, beschreibt das Phänomen, dass Angehörige einer bestimmten Bevölkerungsgruppe nicht in Führungspositionen aufsteigen. Heute wird es bezeichnenderweise fast exklusiv verwendet, wenn es um eine Bevölkerungsgruppe geht: Frauen. Diese vielzitierte gläserne Decke ist für Sabine Platzer-Werlberger, die stellvertretende Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol, ein tatsächlich am heimischen Arbeitsmarkt beobachtbares Phänomen, wie sie bestätigt: „Ja, auch in Tiroler Führungsetagen sieht man jeden Tag deutlich, dass die ‚gläserne Decke‘ existiert.“ Frauen leben länger als Männer und liegen mittlerweile auch beim Bildungsniveau vor den Männern. Die Erwerbsbeteiligung der Frauen hat in den letzten zehn Jahren auf fast 70 Prozent zugenommen. Statistisch betrachtet liegt sie aber immer noch um 10 Prozentpunkte hinter jener von Männern. Die Richtung stimmt dennoch.
Also kann es doch wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Frauen ihre männlichen Kollegen in der Arbeitswelt überflügeln? Danach sieht es im Moment ganz und gar nicht aus. Diese leidige Pandemie lässt sogar befürchten, dass der ohnehin langsame Aufholprozess gar zum Erliegen kommen könnte. Platzer-Werlberger verweist darauf, dass Krisen am Arbeitsmarkt sich immer massiv auf die Beschäftigung von Frauen auswirkten, weil durch diese bereits vorhandene Ungleichheiten verstärkt würden. Sie skizziert das derzeitige Problem so: „Die Coronakrise hat noch weit speziellere Auswirkungen, da es vielfach Frauen waren und jetzt wieder sind, die durch den Lockdown sowohl Homeschooling als auch Carearbeit mit Erwerbsarbeit – oftmals im Homeoffice – vereinbaren müssen. Dazu kommt, dass in Tirol viele Frauen in genau jenen Branchen arbeiten, die speziell von der Krise betroffen sind. Zum Beispiel im Gastgewerbe, in der Hotellerie, im Handel und generell in der Dienstleistung – alles Bereiche, in denen die meisten Arbeitsplätze insgesamt verloren gegangen sind. Gleichzeitig arbeiten aber auch überproportional viele Frauen in systemrelevanten Berufen wie in der Pflege, im Lebensmittelhandel oder im Bildungsbereich,
E S TÄT E NO T, DEN Z A HL REIC HEN E TA BL IER T EN M Ä NNERNE T Z W ERK EN MEHR W EIBL IC HE EN T W ÜRF E EN T GEGENZU S E T ZEN.
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REDEWENDUNG DER AUSGABE Die Redensart „sein Licht unter den Scheffel stellen“ stammt aus der Bergpredigt, nachzulesen in der Bibel. Dort steht, man zünde „auch nicht eine Lampe an und setzt sie unter den Scheffel, sondern auf das Lampengestell, und sie leuchtet allen, die im Hause sind“. Der Scheffel ist übrigens ein Gefäß, mit dem früher Getreide abgemessen und transportiert wurde.
in Schulen und Kindergärten.“ Das ist eine sehr ungünstige Gemengelage, von der Frauen weit massiver als Männer betroffen sind. Corona dürfte jedenfalls auch für den Arbeitsmarkt alles andere als eine kleine Grippe sein, wie Platzer-Werlberger warnt: „Die mittel- und längerfristigen Folgen speziell auf die Beschäftigung und Arbeitswelten von Frauen werden ebenfalls massiv sein. Uns droht eine zusätzliche Verfestigung der Teilzeitquote, die in Tirol jetzt schon sehr hoch ist. Auch die Armutsgefährdung ist ein Thema, speziell bei Alleinerzieherinnen. Und wenn es eng wird bei den Jobs, müssen wir aufpassen, dass sich nicht wieder traditionelle Bilder von Erwerbsarbeit und Existenzsicherung einschleichen und wir vor einem neuen Biedermeier stehen.“ Da braut sich etwas zusammen, das potenziell die Macht hat, die ohnehin teils vergeblichen Anstrengungen um eine Gleichstellung der Frauen in der Arbeitswelt um Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte zurückzuwerfen. „Extreme Krisenphasen verunsichern Menschen und führen oft zu einem Rückzug in die Sicherheit von bekannten Strukturen, wie eben des traditionellen Familienbilds. Das ist ein psychologisches Phänomen“, weiß Platzer-Werlberger, und sieht die Politik in der Verantwortung: „Die Arbeitspolitik muss mehr denn je klar gegensteuern. Beim AMS gibt es spezielle Programme für Frauen und beim Land ist aktuell ein großes Gleichstellungspaket in Ausarbeitung.“ So weit, so gut. Was die Fortschritte betrifft, welche Frauen in der Arbeitswelt in den vergangenen Jahren gemacht haben, ist die Expertin vorsichtig optimistisch: „Wir gehen jetzt aufgrund von Corona nicht zurück zum Start. Dazu wurde in den letzten Jahren schon zu viel an positiver Struktur- und Bildungsarbeit erledigt.“ Die Expertin lässt dieser Einschätzung ein Aber folgen: „Es ist allerdings wesentlich bei der Gestaltung der Corona-Krisenpakete, die Frauen- und Familienarbeit speziell bei Arbeitsmarktpolitik und Kinderbetreuung konkret mitzudenken.“
DIE MUTTER ALLER LÜCKEN
Eine in der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie veröffentlichte Untersuchung hat gezeigt, dass es nicht unbedingt betriebliche Faktoren oder organisationskulturelle Hürden sein müssen, an denen die Repräsentierung von Frauen in Spitzenpositionen scheitert. Vielmehr hat sich herausgestellt, dass Fami-
liengründung bzw. Mutterschaft mit einer knappen Halbierung der Wahrscheinlichkeit einhergeht, in eine höhere Managementfunktion aufzusteigen. Im Lichte dieser wohlfahrtsstaatlich orientierten Theorie haben wir es in unserer Gesellschaft heute nicht so sehr mit einem generellen „gender gap“ zu tun, sondern vielmehr mit einem „mother gap“. Die Dimension dieses „mother gap“ sei durch die Verfügbarkeit von Kinderbetreuungsplätzen sowie klarerweise Familienpolitik im Allgemeinen beeinflussbar. Ist diese Politik familiaristisch-konservativ ausgestaltet, das heißt mit Schwerpunkt auf eine traditionelle Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern, die insbesondere nach der Geburt eines Kindes zum Tragen kommt, sind oft langjährige Erwerbsunterbrechungen bei Frauen quasi vorprogrammiert. Der Wiedereinstieg ins Berufsleben erfolgt dann zudem meist in Teilzeit. Insgesamt waren 2019 rund 80 Prozent der Teilzeitbeschäftigten weiblich, weiß die Statistik Austria. Ebenfalls ein Umstand, der nicht unbedingt ein Empfehlungsschreiben zur Beförderung zur Führungskraft darstellt. Als solche gehört man im Zeitalter der All-in-Verträge nämlich allzu oft nicht 20 und auch nicht 40 Stunden pro Woche der Firma, sondern – Arbeitsrecht hin oder
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„W E N N E S E N G W I R D B E I D E N J O B S , M Ü S S E N W I R A U F PA S S E N , D A S S SICH NICHT WIEDER TR ADITIONELLE BILDER VON ERWERBSARBEIT UND EXISTENZSICHERUNG EINSCHLEICHEN UND WIR VOR EINEM NEUEN B I E D E R M E I E R S T E H E N .“ S A B INE P L AT ZER-W ERL B ER GER , S T EL LV ER T RE T ENDE L A NDE S GESCHÄFTSFÜHRERIN DES AMS TIROL
26 her – gewissermaßen rund um die Uhr. Kind und Karriere stellt sich für viele Frauen nach wie vor in erster Linie als zwei Alternativen dar und nicht als Option. Die Entscheidung trägt nach wie vor Züge eines entweder … oder anstatt eines sowohl … als auch. Während männliche Elternschaft in der Regel nicht von einem Karriereknick begleitet ist, ist bei Frauen ein solcher nach wie vor gang und gäbe.
MEHRFACHE DISKRIMINIERUNGEN
Diskriminierungserfahrungen sind auf individueller Ebene emotional. Wissenschaftlich betrachtet wird der Diskriminierung von Frauen bei Recruiting- und Beförderungsentscheidungen jedoch ganz emotionslos ein bloßes informationsökonomisches Problem, ein Mangel an Information, unterstellt. Nachdem die Arbeitgeberin bzw. Vorgesetzte keine perfekte Information über die wahren Eigenschaften der Kandidatin besitze, sei sie auf andere, angenommene bzw. beobachtbare Eigenschaften, auch als Informationssurrogate bezeichnet, angewiesen. Eine solche ist die Ausfallwahrscheinlichkeit der Kandidatinnen, die bei Männern offenbar niedriger eingeschätzt wird als bei Frauen. Daraus folgt, dass bei gleicher Qualifikation und gleichen Leistungen Männer gegenüber Frauen bevorzugt werden. Dafür seien sogar vermeintlich meritokratisch aufgebaute Systeme anfällig. Arbeitnehmerinnen werden von Arbeitgeberinnen aufgrund von Erwartungen über ihre zukünftige Arbeitsproduktivität eingestellt und in unterschiedliche Positionen
gebracht. Frauen wird allem Anschein nach eine geringere Durchschnittsproduktivität unterstellt, da sie infolge familiärer Verpflichtungen zeitlich nur eingeschränkt verfügbar seien. Außerdem, so eine weitere interessante These, würden Arbeitgeberinnen ihre Arbeitnehmerinnen in eine Kern- und Randbelegschaft einteilen. Erstere werden durch Teilhabe an einem internen Arbeitsmarkt, gewissermaßen ein System betriebsinterner Karrierewege, an die Unternehmen gebunden und gefördert. Die Randbelegschaft nimmt an diesem System nicht teil, was im Vergleich mit der Kernbelegschaft Karrierenachteile birgt. Und, richtig, Frauen würden öfter in die Randbelegschaft einsortiert, so die Annahme. Mittlerweile gilt es als gesichert, dass die statistische Diskriminierung von Frauen in Führungspositionen weder betriebs- noch volkswirtschaftlich rational ist. Die Unternehmen arbeiten mit höheren Kosten als notwendig und wertvolles Humankapital bleibt ungenutzt, was einer gesamtwirtschaftlichen Verschwendung von Ressourcen gleichkommt.
NETZWERKERINNEN BRAUCHT DAS LAND
Networking ist aus der heutigen Berufswelt fast nicht mehr wegzudenken. Zumindest in gehobenen Positionen gehört die beruflich-persönliche Landschaftspflege zum guten Ton. Menschen, die dafür nichts übrighaben, tun sich bei gleicher Qualifikation wie die netzwerkende Nebenbuhlerin schwerer, an die guten Jobs zu kommen. Es wird gar behauptet, dass es gar nicht so sehr darauf ankomme, was man könne, sondern viel mehr darauf, wen man kenne. Was das Netzwerken betrifft, haben Männer mit ihren teilweise jahrhundertealten, institutionalisierten Netzwerken – etwa in stu-
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dentischen Verbindungen jeglicher Couleur – Frauen eindeutig etwas voraus. Appetitlich sind die daraus resultierenden Personalrochaden zwar nicht immer, aber hocheffektiv. Was die Nutzung von Vitamin B am Arbeitsmarkt betrifft, dürften Frauen um einiges zurückhaltender sein, und dazu noch wesentlich schlechter vernetzt. Es täte not, den zahlreichen etablierten Männernetzwerken mehr weibliche Entwürfe entgegenzusetzen. Wer Netzwerken mag und auch kann, hat zweifellos Vorteile in der Berufswelt und steigert seine Employability. „Die Aufstiegswahrscheinlichkeit in Managementpositionen steigt für Frauen folglich, wenn bereits andere Frauen hohe Positionen in der Organisation einnehmen, da Frauen erst ab einer kritischen Gruppengröße beginnen können, eigene Netzwerke zu bilden“, heißt es in der vorhin erwähnten Untersuchung der Fachzeitschrift. Legt man also die Annahme zugrunde, dass persönliche Beziehungen ein maßgeblicher Faktor für ein berufliches Fortkommen sind, dann wird klar, dass mehr Frauen in Spitzenpositionen fast zwangsläufig zu noch mehr Frauen in derartigen Jobs führen würden. Es gilt also, die kritische Größe zu erreichen, bis der Stein von selbst ins Rollen kommt. Das soll freilich nicht bedeuten, dass in Zukunft Frauen nur deshalb in Positionen geholt werden sollen, weil sie Frauen sind. Eine gewisse positive Diskriminierung, wie eine Quotenregelung sie darstellt, erscheint zeitlich befristet durchaus argumentierbar. Fundamentale Änderungen sind in der Arbeitswelt jedenfalls eher nicht zu erwarten, selbst wenn der Frauenanteil signifikant steigt. So wie die Intelligenz in der Bevölkerung annähernd normalverteilt ist, wird es sich wohl auch mit der Kompetenz – oder eben Inkompetenz – verhalten. Es wird also weiterhin ganz prächtige Beispiele für ein Zusammentreffen von Dunning-Kruger-Effekt und Peter-Prinzip in Personalunion geben, und sehr wahrscheinlich werden beide Geschlechter repräsentiert sein, wenngleich ein deutlicher Männerüberhang zu erwarten ist. Historisch ist es nicht unerhört, dass durch die Urkraft der Männerbündelei und des Nepotismus vielfach die Flaschen – pardon, die Falschen – in
„ D I E C O R O N A K R I S E H AT N O C H W E I T SPEZIELLERE AUSWIRKUNGEN, D A E S V I E L FA C H F R A U E N WA R E N UND JE T Z T WIEDER SIND, DIE DURCH DEN LOCKDOWN SOWOHL HOMESCHOOLING AL S AUCH CAREARBEIT MIT ERWERBSARBEIT – OF TMAL S IM HOMEOFFICE – V E R E I N B A R E N M Ü S S E N .“ S A B INE P L AT ZER-W ERL B ER GER
Positionen gehievt wurden, in denen sie eigentlich bei Licht betrachtet kaum etwas zu suchen hätten. Frauen haben aufgeholt, etwa in der Erwerbsquote, und Männer teilweise überholt, etwa beim Bildungsniveau. Es ist ein ebenso hartnäckiges wie falsches Gerücht, dass sich Frauen weniger für Spitzenpositionen interessieren würden als Männer. Es scheint nur so, dass Frauen – wahrscheinlich auch durch ihre Sozialisierung – nun einmal eher dazu neigen, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen als Männer. Die gläserne Decke schien schon einmal größere Risse zu haben, und das, obwohl ihre Pfeiler empirisch betrachtet eigentlich brüchig sein müssten. Vielleicht braucht es vorübergehend tatsächlich etwas politisch-legistischen Anschub, etwa in Quotenform, damit mehr Frauen beruflich durch die Decke gehen können, die dasselbe wiederum anderen Frauen ermöglichen können. Sabine Platzer-Werlberger meint: „Bleibt zu hoffen, dass sich unsere Nachwuchsführungsfrauen nicht auch noch durch Corona und die damit einhergehenden Mehrfachbelastungen von ihrem Karriereweg abbringen lassen. Das würde ich mir wünschen!“ Wir uns auch.
FOTO: LEITNER LEINEN
eco.wirtschaft
„FRAUEN SOLLEN FRAUEN STÄRKEN“ Ein Plädoyer für mehr weibliche Mut-Ausbrüche.
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ine starke Frau ist für mich selbstbewusst und mutig. Es gibt immer wieder Gegenwind, aber dem muss man sich entgegenstellen. Eine starke Frau lässt sich nicht unterkriegen und gibt die Richtung vor“, beschreibt Martha Schultz. Sie ist Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich und Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft. Wir haben ihr ein paar Fragen gestellt. Übers Frau-Sein und über weibliches Wirtschaften.
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den in Österreich ist seit Jahren höher als jener der Männer, in den Führungsetagen sieht es anders aus. Wo geht dieses weibliche Potenzial auf dem Weg von der Uni in die Wirtschaft verloren? MARTHA SCHULTZ: Ja, Österreichs Frauen sind in Sachen Bildung eindeutig auf der Überholspur. Die Reifeprüfungsquote der Frauen lag 2018 bei 51 Prozent und 36 Prozent bei Männern. Auch in weiterer Folge streben sie – öfter als Männer – nach einer höheren Ausbildung. Bei den Studienabschlüssen liegt der Frauenanteil aktuell bei 55 Prozent. Verloren geht dieses Potenzial sicher nicht, aber für Frauen beginnen dann erst die wirklichen Hürden. Denn es sind leider immer noch mehrheitlich Frauen, die den schwierigen Spagat zwischen Familie und Beruf zu meistern haben. Deshalb müssen Betreuungsangebote für Kinder, insbesondere für die Unter-Dreijährigen, flexibel weiterentwickelt und ausgebaut werden – und das flächendeckend, vom Neusiedlerbis zum Bodensee. Außerdem müssen die Öffnungszeiten an die Arbeitsrealitäten angepasst, also erweitert und die Schließtage verringert werden. Ich setze mich zudem für Martha Schultz ist Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich und Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft.
eco.wirtschaft
„K ARRIEREN SIND SO UNTERSCHIEDLICH UND I N D I V I D U E L L W I E D A S L E B E N . I C H B I N D AV O N Ü B E R Z E U G T, D A S S M A N D A S T U N S O L LT E , WA S F R E U D E B E R E I T E T.“ M A R T H A S C HULT Z
den unterschiedlichsten Themen sprechen könnten. Sucht man sie zu wenig oder trauen sich Frauen manchmal auch ein Stück weit zu wenig zu? Frauen sollen Frauen stärFast die Hälfte der Unternehmen wird hierken – das ist mein Credo. Wenn Sie mich nach zulande heute von Frauen gegründet. WaFrauen für Führungspositionen oder Unterrum sind Frauen in der Gesellschaft dennehmerinnen in einzelnen Branchen fragen, noch so wenig sichtbar? Die Wirtschaft wird kann ich Ihnen sofort viele Namen nennen. zunehmend weiblich. 2019 wurde mehr als Es gibt zahlreiche tolle und beeindruckende jedes dritte Unternehmen in Österreich von Frauen und Unternehmerinnen in ganz Öseiner Frau geleitet. Die Zahl der Gründerinterreich, aber diese müssen auch zusammennen stieg in den vergangenen Jahren stetig an halten und sich gegenseitig unterstützen. Wir und liegt aktuell bei einem Alltime-High von Frauen müssen noch in45,5 Prozent. Um diesen tensiver Netzwerke aufFrauen eine Stimme zu „W I C H T I G I S T, bauen und nutzen, was geben und sie sichtbar zu DASS WIR FR AUEN bei Männern schon seit machen, setzt sich Frau vielen Jahren selbstverin der Wirtschaft (FiW) SELBSTBEWUSST ständlich ist. Wichtig ist in der WirtschaftskamSIND UND AN UNS auch, dass wir selbstbemer Österreich (WKÖ) G L A U B E N .“ wusst sind und an uns als starkes Netzwerk für M A R T H A S C HULT Z glauben. Da hat mich selbstständige Frauen – persönlich Hilde Zach, von der Kleinstunternehdie ehemalige Innsbrucker Bürgermeistemerin bis zur Topmanagerin – konsequent ein. rin, enorm inspiriert. Sie hat immer gesagt: Bei FiW vertreten wir die Interessen der rund Frauen sollen nicht so lange überlegen, son130.000 österreichischen Unternehmerinnen dern sich mehr zutrauen und selbstbewusst und unterstützen mit vielen unterschiedlichen Herausforderungen annehmen. Serviceangeboten. einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem 1. Geburtstag ein.
Sie kommen selbst aus einer traditionell männlich geprägten Branche und führen Ihr Unternehmen gemeinsam mit Ihrem Bruder. Merken Sie persönlich, dass Sie beide unterschiedlich wahrgenommen wurden/werden? Mein Bruder und ich haben das Unternehmen nach dem Tod unseres Vaters in sehr jungen Jahren übernommen, das war eine enorm herausfordernde Zeit. Unser Erfolgsrezept ist eine klare Aufgabenaufteilung, das funktioniert blendend. Er wird natürlich in seinem Bereich wahrgenommen und ich in meinem. Wir müssen beide unsere Leistung erbringen. Schaut man in Talk- oder Expertenrunden, sind diese in der Regel noch sehr männlich dominiert, dabei gäbe es mit Sicherheit zahlreiche qualifizierte Frauen, die zu FOTO: © TIM DORNAUS
Eine linear verlaufende Karriere ist heute kaum mehr der Regelfall – egal, ob bei Männern oder Frauen. Häufigere Jobwechsel oder Brüche in der Erwerbsbiographie sind normal, manchmal scheinen sie sogar erwünscht. Kann das Frauen helfen? Karrieren sind so unterschiedlich und individuell wie das Leben. Ich bin davon überzeugt, dass man das tun sollte, was Freude bereitet, dann passen zumeist auch Einsatz, Leistung und Qualität. Im Lauf des Lebens können sich Interessen natürlich verändern und wir müssen auch die Angst vor dem Scheitern nehmen. Ja, es gehört dazu, dass eine Idee auch mal nicht funktioniert. Dann gilt es, die Schwächen zu finden und noch einmal neu durchzustarten. Fast drei Viertel der Frauen gründen ein Unternehmen, weil sie in ihrer Zeit- und Le-
bensgestaltung flexibel sein möchten, mehr als die Hälfte möchte die „eigene“ Chefin sein und jede zweite Unternehmensgründerin wünscht sich eine neue Berufsperspektive. Es gibt Beispiele von Unternehmerinnen – aus einem Angestelltenverhältnis kommend –, die etwas ganz Anderes gemacht haben. Wir haben Unternehmerinnen, die in höchst technischen Bereichen sehr erfolgreich sind, und wir kennen Unternehmerinnen, die im fortgeschrittenen Alter ihre Leidenschaft noch einmal zum Beruf gemacht haben. Es ist nie zu spät, sich beruflich neu zu orientieren. Frauen sind öfter in niedrig bezahlten Jobs tätig als Männer. Woher kommt es, dass die Arbeit von Frauen scheinbar weniger „wert“ ist? Wir haben in Österreich eine hohe Abdeckung der Branchen durch Kollektivverträge, sprich: Es sind einheitliche kollektivvertragliche Gehaltstabellen anzuwenden. Das ist Weltspitze und bedeutet gleiche Entlohnung für gleiche Arbeit. Fest steht aber: Frauen sind bei Gehaltsverhandlungen oft weniger mutig als Männer, die mehr fordern. Da müssen wir noch viel selbstbewusster werden und uns mehr zutrauen.
FRAU IN DER WIRTSCHAFT (FIW) in der Wirtschaftskammer Österreich ist ein starkes Netzwerk für selbstständige Frauen – von der Kleinstunternehmerin bis zur Topmanagerin. FiW vertritt die Interessen der rund 130.000 österreichischen Unternehmerinnen und unterstützt mit umfassendem Service unternehmerischen Erfolg. Am 22. April 2021 findet der nächste Unternehmerinnenkongress statt – dieses Mal online. Ziel ist es, 2.500 Unternehmerinnen aus ganz Österreich zu erreichen. Mehr Information finden Sie unter
www.unternehmerin.at/kongress
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ALLES KLAR, FRAU KOMMISSAR Oberste Kriminalistin: Katja Tersch leitet seit Feber 2020 das Landeskriminalamt Tirol und folgte damit Oberst Walter Pupp nach, der seit 1981 im Kriminaldienst tätig und seit 2005 Leiter des LKA war. Tersch ist österreichweit die erste Frau in dieser Position. INTERVIEW: MARINA BERNARDI
© LPD TIROL
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enn das Landeskriminalamt in der Redaktion anruft, kann das unter den Arbeitskollegen schon mal für gehörig Verwirrung sorgen. Vermutlich geht es Katja Tersch, BA, MA, öfter so, wenn sie sich zwar im Zuge ihres Amtes, aber doch nicht wirklich berufsbedingt bei jemandem meldet. Die Kriminalerin wurde 1972 in Krems geboren und trat 1992 in die Bundespolizeidirektion (BPD) Wien ein. Wie sie schlussendlich nach Innsbruck gekommen ist und mehr erzählt sie im Interview.
E C O. N OVA : Kleine Mädels möchten in erster Linie Prinzessin werden, wahlweise auch Tierärztin oder Krankenschwester. Wie war das bei Ihnen? KATJA TERSCH: Dass ich meinen jetzigen Beruf ausübe, war eher Zufall. Im Frühjahr vor meiner Matura – zu diesem Zeitpunkt war ich noch eher unentschlossen, ich wusste nur, was ich nicht wollte, nämlich studieren – habe ich einen Betrag im ORF gesehen, der von den ersten Frauen bei der Wiener Polizei handelte. Ich war sofort begeistert und interessiert. Als ich meinen Berufswunsch meinen Eltern mitteilte, waren die anfänglich nicht wirklich davon begeistert, da es sich zum damaligen Zeitpunkt um keinen gängigen Beruf für eine Frau gehandelt hat.
Was hat Sie als Niederösterreicherin nach Tirol verschlagen und wie erleben Sie Ihre Arbeit hier? Ich habe damals einen Tiroler kennengelernt und mich schließlich im Jänner 2001 von Wien nach Tirol versetzen lassen. Das Arbeiten erlebe ich hier grundsätzlich sehr positiv. Es war natürlich eine Umstellung, da ich meine ersten Dienstjahre bei der Polizei – sowohl im uniformierten Bereich als auch als Kriminalbeamtin – in Wien verbracht habe. Nach meiner Versetzung habe ich bei der BPD Innsbruck im Referat Einbruchdiebstahl als Kriminalbeamtin begonnen. Ich wurde hier sehr offen und herzlich durch meine Kollegen aufgenommen und so konnte ich mich gut einleben. Auch die darauf folgenden Wechsel – sei es auf Grund der Zusammenlegung von Gendarmerie und Polizei im Jahr 2005 zum Landeskriminalamt als auch wegen ausbildungsbedingter Wechsel in andere Bereiche der Polizei –, wie in die Personalabteilung der LPD Tirol, wo ich über drei Jahre Stellvertretende Abteilungsleiterin war, habe ich positiv und als Bereicherung erlebt.
„ES IST WICHTIG, AL S FÜHRUNGSKRAF T AUTHENTISCH ZU SEIN, NUR SO K ANN MAN L ANGFRISTIG GUTE F Ü H R U N G S A R B E I T L E I S T E N .“ OB ER S T L E U T N A N T K ATJA T ER S C H
Sie sind seit 1. Feber 2020 Leiterin des LKA Tirol und österreichweit die erste Frau an der Spitze eines Landeskriminalamtes. Macht Sie das stolz? Ich persönlich würde es nicht als stolz bezeichnen, sondern es erfüllt mich mit großer Freude und Dankbarkeit, die Möglichkeit bekommen zu haben, eine so spannende und verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen. War das Frau-Sein in Ihrem Arbeitsleben jemals ein Thema? Ja, natürlich, weil ich ja eine Frau bin. Es war für mich aber kein negatives, belastetes Thema, soll heißen, ich hatte nie den Eindruck, dadurch irgendwo offensichtlich benachteiligt zu sein oder zu werden. Frauen bei der Polizei waren in den ersten Jahren nicht selbstverständlich, wir gehörten noch nicht zum gewohnten Bild. So war es auch später, wenn man in der Hierarchie weiter aufgestiegen ist. Jedoch hatte ich immer Kollegen und Vorgesetzte, die anfänglich vielleicht ein bisschen skeptisch waren, aber fair mit mir als Person umgingen, und die mich in meiner beruflichen Entwicklung förderten.
Wie beschreiben Sie Ihren Führungsstil und glauben Sie, dass Frauen anders führen als Männer? Meiner Meinung nach hat die Art, wie jemand führt, in erster Linie mit seiner Persönlichkeit zu tun. Als Führungskraft ist es wichtig, sich selbst gut zu kennen, seine eigenen Stärken und Schwächen, zu wissen, welcher Typ von Mensch man ist – diskutiere ich gerne mit Menschen, um zu Lösungen zu kommen, oder treffe ich lieber alleine Entscheidungen; ist es mir wichtig, selbständige, eigenverantwortliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu haben, die auch kritische Fragen stellen, oder solche, die darauf warten, eindeutige Anweisungen zu bekommen, von sich aus aber nicht tätig werden. Mir ist es wichtig, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einzubinden, ihnen zuzuhören und zu versuchen, gemeinsame Lösungen zu finden. Nach dem Motto: mehr Köpfe – mehr Ideen. Die Entscheidung inklu-
sive der Verantwortung dafür liegt schlussendlich jedoch bei mir. Wichtig finde ich es, nicht nur die Entscheidung, sondern auch die Gründe dafür zu kommunizieren. Auch wenn die Entscheidung gegen die Intention des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin ausfiel, so weiß er/sie wenigstens warum und kann es vielleicht besser nachvollziehen. Es gibt aber natürlich – speziell im polizeilichen Alltag –Situationen, wo man sofort und ohne lange Diskussion entscheiden muss.
Was bedeutet für Sie Erfolg und ist es Ihnen wichtig, Erfolg zu haben? Erfolg bedeutet für mich, eine Aufgabe gut erledigt zu haben. Wenn ich etwas zu einem Abschluss bringen konnte und ich auch selbst damit zufrieden bin. Natürlich ist es schön – und mir auch wichtig –, Dinge zu einem positiven Abschluss zu bringen.
Polizeiarbeit ist nicht immer eitel Sonnenschein. Was ist für Sie Mut und empfinden Sie sich selbst als mutig? Mutig ist für mich jemand, der aus einer inneren Überzeugung heraus Handlungen setzt, um Ziele zu erreichen, die ihm wichtig sind, und dabei auch ein Risiko eingeht. Wenn sich jemand zum Beispiel gänzlich aus der eigenen Komfortzone herausbegibt und in eine neue und auch nur bedingt im Vorhinein einschätzbare Situation wagt. Manchmal würde ich mir wünschen, noch etwas mutiger zu sein. Hat Sie Ihre berufliche Tätigkeit im Laufe der Zeit persönlich verändert? Ich denke schon, dass meine berufliche Tätigkeit Auswirkungen auf meine Persönlichkeit hatte und auch noch immer hat. Der polizeiliche Alltag bringt eine unglaublich große Palette an Möglichkeiten, die unterschiedlichsten „Lebenserfahrungen“ zu sammeln, die eine Person formen und prägen. Insbesondere, wenn man einen Beruf über einige Jahre hinweg ausübt. Ich glaube jedoch nicht, dass er meine Persönlichkeit gänzlich verändert hat. Man hat bestimmte Wesenszüge und Interessen, die einen auch zu diesem Beruf führen und vor allem dort bleiben lassen.
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SICH SELBST DURCHS LEBEN TRAGEN
VOR VOR DEN HAN G
Sophia Neuner hat das nun abgeschlossene Projekt Sinfonia geleitet. Geplant war das nicht, erfolgreich aber dennoch. TEXT: MARINA BERNARDI
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I
hr Lebenslauf in der Kurzfassung klingt nach einem rasanten Leben, auch wenn es ihr selbst gar nicht so vorkommt. Stillstand liegt ihr dennoch nicht. Ursprünglich kommt Sophia Neuner aus dem bayrischen Allgäu, Kempten im Konkreten. Mit 18 hat sie die Matura an der Fachoberschule abgeschlossen, einer Schule ähnlich der hiesigen HTL. Technikzweig, Fachrichtung Mathe und Physik. Das Studium sollte in Richtung Energiewirtschaft gehen, eventuell
Wirtschaftsingenieurswesen. Das Thema der erneuerbaren Energien steckte 2007 noch in den Kinderschuhen. Schließlich landete Neuner an der FH Kufstein. „Ich hab mir überlegt, nach Berlin oder Wien zu gehen, dachte mir aber dann, dass ich dort alles andere machen würde, außer zu studieren.“ Kufstein schien ihr in dieser Hinsicht wohl unverdächtig. „Ich fand das Studium wirtschaftlich wie technisch sehr spannend“, sagt sie rückblickend. Ein Auslandssemester in
Peru, Bachelor, zurück ins Allgäu, Anheuern bei einem Energieversorger, „weil es doch mal an der Zeit war, zu arbeiten“. Nächster Halt: Düsseldorf, Erzeuger von erneuerbaren Energien. „Dort hab ich ein Praktikum bekommen und das Unternehmen hat mich auch übernommen. Das war alles sehr fein. Bis auf Düsseldorf.“ Wenn man aus dem Allgäu kommt, mutet Nordrhein-Westfalen wie ein Kulturschock an. „Da wollte ich nicht dauerhaft leben.“
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„Als ich Energiewirtschaft studierte, dachte ich, dass ich danach weiß, welche Energie die richtige ist. Und was soll ich sagen: Es kommt darauf an. Irgendwas ist immer nicht toll“, sagt Neuner. „Meine Arbeit war zwar interessant, aber mir fehlte etwas.“ Sie studierte Geografie, wollte erst in die Schweiz – „bis ich merkte, wie teuer es dort ist“ –, entschied sich dann aber für Kärnten. „Nach dem Bachelor hab ich gemerkt, dass ich sehr schnell studiert hatte und eigentlich keine Ahnung hatte, was ich wirklich machen wollte“, blickt Neuner zurück. Sie hat in einem Ingenieurbüro mit Umweltschwerpunkt angefangen zu arbeiten, sich viel mit dem Thema Biodiversität in der Landwirtschaft beschäftigt und dabei einen Professor aus Innsbruck kennengelernt. Als sie sich für ihre Masterarbeit für das Thema „Erneuerbare Energien im Alpenraum“ entschied, verschlug es sie just in die Tiroler Landeshauptstadt. „Ich wollte doch wieder mehr in die Energierichtung. Ich fand den Ausflug in die Landwirtschaft zwar spannend, aber in Wahrheit hatte ich keine tiefgehende Ahnung davon.“ Mit ihrer Masterarbeit habe sie sich ein bisschen Zeit gelassen, weil sie nicht wieder vor der Entscheidung stehen wollte, wie es weitergehen soll. Zwischendurch hat sie mit Freunden den Lastenradverein LaRa gegründet, bei dem man sich in Innsbruck kostenlos Lastenräder leihen kann. „Irgendwann wurde ich mit dem Studium aber doch fertig und hab angefangen, am Geografie-Institut an der Innsbrucker Uni zu arbeiten“, ging es weiter im Lebenslauf. Neuner konnte an ihrem ersten EU-Projekt mitarbeiten: „Das war sehr spannend, aber doch wieder relativ fachfremd. Ich musste mich sehr einarbeiten.“ Außerdem war es eine 20-Stunden-Stelle und Neuner wollte mehr. Nur nicht promovieren. Schließlich wurde bei den Innsbrucker Kommunalbetrieben (IKB) eine Teilzeitstelle ausgeschrieben, sie bewarb sich und im Zuge des Vorstellungsgespräches wurde ihr die Sinfonia-Projektleitung angeboten. Sie nahm an: „Ich dachte, das probiere ich. Wenn sie glauben, dass ich das kann, dann versuche ich es. Klar waren Ängste dabei, wenn man plötzlich Menschen, die 40 Jahre Berufserfahrung haben, sagen soll, was sie zu tun haben. Ich hab mich schon gefragt, ob ich das alles richtig mache, denn es ist ja keiner da, der einem sagt, dass alles gut ist. Schließlich ist man selbst diejenige, die den Überblick haben sollte.“
© ANDREAS FRIEDLE
DIE SACHE MIT DER ENERGIE
„ I C H WA R I N M E I N E R ABTEILUNG DIE ERSTE FR AU – ABGESEHEN VON DEN S E K R E TÄ R I N N E N .“ SOPHIA NEUNER
DIE SACHE MIT DEM FRAU - SEIN Ob ihr Geschlecht im Laufe ihres Berufslebens jemals Thema war? Achtung Spoiler: Ja. „Ich war auf einer katholischen Mädchen-Realschule, dann in der Fachoberschule mit Fachrichtung Technik. Wir waren drei Frauen dort. Auch im Energiewirtschaft-Studium waren Frauen rar und bei einem Vorstellungsgespräch waren mein Geschlecht und mein junges Alter einmal Thema. Ich hab erst nach einiger Zeit kapiert, dass es im Laufe des Gesprächs immer wieder darum ging. Ein ehemaliger Vorgesetzter hat mir Avancen gemacht. Ich wollte das natürlich nicht und wurde plötzlich von Projekten ausgeschlossen. Also ja, es war tatsächlich ein Thema. Heute würde ich mit solchen Dingen vermutlich anders umgehen, damals habe ich einfach gekündigt.“ Dass aus Sophia Neuner eine so selbstbewusste junge Frau geworden ist, lag zum Großteil an ihrer Mutter, ist sie überzeugt. Ihre Eltern hatten sich getrennt und sie wuchs neben ihren Schwestern ausschließlich unter Frauen auf. „Wenn ich gesagt habe, ich kann etwas nicht tragen, war es meine Mutter, die meinte, ich solle mich nicht so anstellen. Es gab halt keinen Mann, der etwas tragen hätte können.“ Es scheint wie eine Metapher dafür, dass man auch als Frau sein Leben selbst und allein tragen kann. Erfolg hat für Sophia Neuner fast folgerichtig deshalb auch nichts mit Geld zu tun. Sie sei keine Einserschülerin gewesen, habe sich aber über gute Noten gefreut. Erfolg ist für sie, wenn Dinge
angepackt und zu Ende gebracht werden. „Ich finde es toll, wenn Projekte realisiert werden – wie das Lastenrad oder Sinfonia. Wenn ich etwas anfange und es als etwas Sinnvolles erachte, dann möchte ich es umsetzen. Erfolg im Sinne von Auszeichnungen brauche ich nicht. Natürlich beschwere ich mich nicht darüber, aber ich muss nicht ins Rampenlicht.“
PROJEKT SINFONIA Im Rahmen des Projekts „Sinfonia“ wurden von 2014 bis Mitte 2020 im Zuge anstehender Sanierungsarbeiten in ausgewählten Stadtteilen Innsbrucks Wärmenetze optimiert, Wohngebäude kosteneffizient saniert und ein Hybridnetz aufgebaut. Die Tiroler SinfoniaPartner setzten insgesamt Maßnahmen im Ausmaß von 70 Millionen Euro um. Die Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) hat im Auftrag der Standortagentur Tirol die wirtschaftlichen Auswirkungen von „Sinfonia“ analysiert: In Tirol wurden 613 Vollzeitarbeitsplätze gesichert und eine Lohnsumme von 31 Millionen Euro geschaffen. Des Weiteren trug das Projekt 76,9 Millionen Euro zum Bruttoregionalprodukt bei.
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EIN FLUGSIMULATOR FÜR DIE WELT Stefan Thurner weiß, dass in unserer Welt alles mit allem zusammenhängt. Dank Big Data kommt der Komplexitätsforscher nun dem WIE immer mehr auf die Spur. Unsere Zivilisation sieht er mit zahlreichen Gefahren konfrontiert, denen man mit einem besseren Verständnis der Zusammenhänge komplexer Systeme wirksamer begegnen könnte.
Sind wir mit Big Data dem Wunsch, zu erfahren, was – nach Goethes Faust – die Welt im Innersten zusammenhält, entscheidend näher gekommen? STEFAN THURNER: Ja, wir sind erstmals in dieser Position – ganz ohne Teufel oder Mephisto, aber dennoch mit großen Gefahren. Dass wir nämlich diese Daten an Firmen abgeben, die sie letztlich gegen uns verwenden, durch Werbung, aber auch durch schlimmere Arten der Manipulation, wie etwa Wahlbeeinflussung. ECO.NOVA:
Ist dort, wo die Fäden der Big-Data-Analyse zusammenlaufen würden, nicht unheimlich viel Macht konzentriert? Wie ist das ethisch zu rechtfertigen? Wo Daten zusammenlaufen, ist Macht, wenn man sie in Information umwandeln kann. Schauen Sie sich die mächtigsten Firmen der Welt an. Was machen die? Sie basieren auf Daten, die ihnen die Menschen dieser Welt meist freiwillig zutragen. Sie sind inzwischen zum Teil sicher schon mächtiger als Staaten. Bei Staaten laufen auch oft Daten zusammen. Wenn sie dort aber nicht verwendet werden können, entsteht dort keine Macht und kein Nutzen. Das stellen wir derzeit in vielen Staaten Europas fest, auch in Österreich. Das ist, wenn man sagt: „Wir fallen in der Digitalisierung zurück.“ Viele Staaten nutzen die Daten ihrer Bürger – leider oft nicht in einem positiven Sinn. China zum Beispiel. Ziel in Europa müsste sein, dass Staaten diese Daten nutzen können, um im positiven Sinn mächtig zu sein, unter anderem mächtig genug, um die Datenmonopolisten wie Google, Amazon, Microsoft, Facebook und andere vernünftig
© EUGENIE SOPHIE
INTERVIEW: MARIAN KRÖLL
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„W O D AT E N Z U S A M M E N L A U F E N , I S T M A C H T, W E N N M A N S I E I N I N F O R M AT I O N U M WA N D E L N K A N N .“ STEFAN THURNER
regulieren zu können. Viele Staaten haben dazu wohl nicht mehr die Macht und die Möglichkeiten.
Stürzt das, was Sie in Ihrem Buch andeuten – dass an allen Ecken und Enden Gefahren drohen und unserer Zivilisation der Untergang droht –, die Menschen nicht in eine existenzielle Krise und Schockstarre, die entschiedenes Handeln konterkariert? Nein, ich denke, es gibt eine Reihe von Menschen, die diese Probleme lösen wollen und auch können. Ich stelle ab und zu aber fest, dass Leute, die sich wenig
in der digitalen Welt zuhause fühlen, eher in eine solche Schockstarre verfallen. Das ist das Gegenteil von dem, was man machen sollte. Man sollte Engagement, Daten und Wissenschaft verwenden, um aufzuzeigen, wo die größten Probleme liegen und wo die größten Schwachstellen im System sind. Diese kann man gezielt verbessern und kollektiv versuchen, durch kleine Änderungen als Einzelne*r einen kleinen Beitrag zu leisten. Das kann zu einer schnellen Verbesserung der Situation führen. Daran müssen wir arbeiten. Wie man das genau macht, müssen wir erst lernen. Das tun wir aber.
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ZUR PERSON Univ.-Prof. Mag. DDr. Stefan Thurner, geboren 1969 in Innsbruck, ist Physiker und Ökonom. Seit 2009 ist er Professor für die Wissenschaft Komplexer Systeme an der Medizinischen Universität Wien. Seit 2015 leitet er den Complexity Science Hub Vienna (CSH).
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„IM JAHR 2000 HABEN ALLE G E D A C H T, J E T Z T B R I C H T E I N E WUNDERBARE ZEIT AN, ALLE HABEN Z U G R I F F A U F A L L E I N F O R M AT I O N E N U N D D I E N E U E T R A N S PA R E N Z W I R D DIE POLITIK BESSER UND GERECHTER MACHEN – IN VIELEN L ÄNDERN IST D A S G E G E N T E I L E I N G E T R E T E N .“ STEFAN THURNER
Im Complexity Science Hub Vienna arbeiten Sie an nichts Geringerem als einem „Flugsimulator für die Welt“. Wie weit ist dieses ambitionierte Vorhaben inzwischen gediehen? Es ist eine Vision, die groß ist wie ein Berg. Wir arbeiten daran und haben hier und dort schon etwas beigetragen. Wir bauen zum Beispiel ein Simulationsmodell für die österreichische Wirtschaft und können damit Sachen machen, die vor einigen Jahren noch völlig unmöglich waren. Zum Beispiel sagen, wie gefährlich einzelne Finanztransaktionen sind. Oder wie Zulieferketten aussehen und wie stabil diese sind. Manchmal fehlen uns noch gute Daten dazu. Ein schönes laufendes Projekt ist, wenn man die derzeitige Realwirtschaft kennt und ihre Rolle in der Gesellschaft, wie man optimal die grüne Wende schafft – also wie bekommt man die Energiewende mit minimalem sozialen Stress hin. Was haben Sie durch die anhaltende Corona-Pandemie über komplexe Systeme gelernt? Wir haben ab März sechs Wochen nur zu Corona gearbeitet und einiges darüber
gelernt. Wir haben dazu beigetragen, wie man effizienter testen kann, besser verstanden, wie sich dieses Virus anders verhält als andere Viren, was einzelne Maßnahmen bringen. Wir machen eine wöchentliche Prognose zu den Fallzahlen und wir verstehen inzwischen besser, wie die Zulieferketten aussehen und wie sie zusammenbrechen könnten.
Wie können Sie mit dem Wissen um die Fragilität der Welt optimistisch bleiben? Indem man erkennt, dass man Probleme lösen kann, wenn es andere auch wollen. Wenn man noch dazu weiß, wie Dinge miteinander zusammenhängen, sieht man manchmal, wenn man dieses Problem löst, löst sich auch ein anderes, und dieses kann wiederum andere Probleme lösen. Das ist meine große Hoffnung: Wenn man ein paar zentrale Dinge ändert, dass sich dann vieles auf einmal löst. Die zentralen Dinge sind oft kleine Verhaltensänderungen, die den CO2-Ausstoß reduzieren, und Schritte, die unsere Demokratien schützen und Institutionen reformieren, damit sie in der digitalen Welt handlungsfähig bleiben.
Sie besprechen in Ihrem Buch die Zerbrechlichkeit des Finanzsystems und plädieren für eine neue Ökonomie, die Complexity Economics, die auf Big Data, Netzwerken, Rechenleistung und dem Verständnis komplexer Systeme beruht. Geldpolitisch sind wir spätestens seit der Finanzkrise auf Neuland unterwegs. Lassen sich mit Complexity Economics diesbezüglich bessere Vorhersagen treffen als mit den traditionellen Modellen? Ja, durchaus. Wenn man weiß, wie Akteure im Finanzmarkt zusammenhängen – über ihre Kredite zum Beispiel –, kann man berechnen, was passiert, wenn einer ausfällt. Man kann simulieren, was bei einer Wirtschaftskrise passiert, und jetzt schon feststellen, wo die Schwachstellen im System sind. Das konnte man bislang nicht.
Von welchem Bereich geht aus Ihrer Sicht die größte Gefahr für die Menschheit aus? Der Klimawandel ist vermutlich die größte einzelne Gefahr. Diese hängt auch mit der zweitgrößten Gefahr zusammen, der Möglichkeit, dass wir unsere Zivilgesellschaft zerstören oder zerstören lassen, von Populisten zum Beispiel, die unhaltbare Versprechungen machen, Außenfeinde erfinden und am Schluss keine Lösungen anbieten können. Geht der Planet kaputt, kommen sicher extreme Regierungsformen an die Macht, die die Gesellschaft kaputt machen. Oder geht die Gesellschaft kaputt, wird man noch weniger tun, um das Klima zu retten. Ähnelt unsere heutige Welt eher jener, die Aldous Huxley in seinem Roman „Brave New World“ beschrieben hat, oder jener, wie sie George Orwell in 1984 gezeichnet hat? Sehr gute Frage. Vielleicht beides. Ein Überwachungsstaat à la Orwell ist in China bereits Wirklichkeit. Was faszinierend ist, dass die technische Entwicklung in Wirklichkeit sehr viel schneller war, als die beiden Herren vermutet hatten, aber zumindest in Europa und den USA haben wir noch keinen Big Brother. Oder vielleicht doch? Die Überwacher im Westen sind sicher keine Parteien, sondern
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möglicherweise die Datenmonopolisten. Und diese operieren nicht ideologisch, sondern verdienen durch Konsum, Sex und Unterhaltung, also Huxley’s Soma. Die „Schöne neue Welt“ ist in Ansätzen sicher auch Realität, aber das war sie schon in den 1930er-Jahren. Ist, wie es Churchill einmal formuliert hat, die Demokratie nach wie vor die schlechteste Regierungsform mit Ausnahme aller anderen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert wurden, oder verlangt die digitalisierte Welt der Daten nach Alternativen? Ich denke, es braucht Alternativen. Nicht darin, dass jede Stimme gleich viel wert ist, aber dafür, wie man politische Entscheidungsprozesse nachvollziehbarer macht. Transparenz und Fakten spielen eine entscheidende Rolle. Was passiert, wenn man die neuen Möglichkeiten der sozialen Medien nutzt, um nur noch zu lügen, haben wir in der Ära Trump gelernt: Es entsteht eine Polarisierung und Fragmentierung der Gesellschaft wie nie zuvor. Dann funktioniert Demokratie einfach nicht mehr. Es braucht Alternativen, vor allem für das Erkennbarmachen von Wahrem und Falschem. Im Jahr 2000 haben alle gedacht, jetzt bricht
eine wunderbare Zeit an, alle haben Zugriff auf alle Informationen und die neue Transparenz wird die Politik besser und gerechter machen – in vielen Ländern ist das Gegenteil eingetreten.
Würde, befolgte man die „Regeln“ der Komplexitätsforschung bzw. deren Prognose von Tipping-Points, ein Primat der Wissenschaft vor der Politik der Fall sein? Nein, Wissenschaft zeigt Möglichkeiten auf und legt bestenfalls Handlungsalternativen auf den Tisch. Und sie bildet die Leute aus, die diese nach neuestem Stand umsetzen könnten. Die Politik entscheidet – dafür ist die demokratisch legitimiert und beauftragt. Das muss in Nichtkrisenzeiten immer so sein. Was man allerdings diskutieren könnte, ist, ob im Fall akuter Krisen nicht Übergangsregierungen mit wissenschaftlicher und technischer Kompetenz zeitlich befristet legitimiert werden sollten, die einer ganz konkreten Problemlösung verpflichtet sind und nicht dem Diktat der Parteipolitik unterliegen, das in Krisenzeiten echte Problemlösungen – sagen wir’s freundlich – nicht gerade erleichtert.
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Der Klimawandel schreitet voran, die Gesellschaft ist tief gespalten und der Wirtschaft droht ein Kollaps verheerenden Ausmaßes. Der Komplexitätsforscher Stefan Thurner, Berater der österreichischen Bundesregierung bei der Bekämpfung der Coronakrise, zeigt anhand der Wissenschaft Komplexer Systeme, wie zerbrechlich die Welt geworden ist und wie wir sie mit Hilfe von Wissenschaft und Big Data doch noch zur besten aller Zeiten machen können.
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ÖSTERREICH WOHLHABEND HALTEN
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Vor allem das Bildungs- und Gesundheitssystem ist stark an den Wohlstand eines Landes gekoppelt. „Die Kernherausforderung ist: Wie schaffen wir es, Österreich reich zu halten?“, fragt Jürgen Huber, Leiter des Instituts für Banken und Finanzen. INTERVIEW: MARINA BERNARDI
W
ir befinden uns in einer ökonomischen Zwickmühle. Der Staat gibt aktuell enorm viel Geld vorrangig an Corona hilfen aus – Kurzarbeitsunterstützung, Ausgleichszahlungen, Härtefallfonds etc. –, verzeichnet aber wesentlich weniger Einnahmen. Folglich steht Österreich für 2020 ein riesiges Budgetdefizit von rund 40 Milliarden Euro bevor. Das bedeutet eine massive Neuverschuldung. Laut Maastricht-Vertrag dürfte die Gesamtverschuldung bei maximal 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) liegen, in Österreich wird sie von rund 70 Prozent im Jahr 2019 wohl auf weit über 80 Prozent hochschnellen. Wie schnell sich diese wieder in den Griff bekommen lässt, hängt wesentlich davon ab, wie rasch sich die Wirtschaft wieder erholt. Das lässt sich aktuell jedoch schwer prognostizieren. Wünschenswert wäre eine so genannte V-Kurve: Es geht steil nach unten, aber ebenso steil wieder nach oben. Diese Entwicklung
führte zu keinen nachhaltigen Langzeitschäden. Die Alternative – und das wohl wahrscheinlichere Szenario – ist hingegen ein L: Es geht steil nach unten, die Erholung folgt langsam. Im schlimmsten Fall gar nicht. Doch wie kann Österreich seinen Wohlstand halten? Denn von ihm hängt vieles ab. Jürgen Huber: „Unser Gesundheitssystem konnte deshalb so gut durchhalten, weil wir in den letzten Jahren viel darin investiert haben. Und das ging, weil wir ein reiches Österreich sind.“
GLOBALISIERUNG ÜBERDENKEN?
In der Coronakrise haben wir auch gesehen: Wir können uns auf globale Lieferketten nicht uneingeschränkt verlassen. „China hat quasi zugesperrt, konnte nicht mehr liefern oder wollte teilweise auch nicht, weil es etwa Schutzkleidung selbst brauchte. Jedes Land hat zuerst auf sich selbst geschaut. Das war selbst innerhalb Europas so. Auch innerhalb der EU haben wir
nicht unbedingt durch Solidarität geglänzt“, sagt Huber. Blanken Nationalismus lehnt er dennoch dezidiert ab. Was die globalisierte Welt betrifft, wünscht sich Huber ein Überdenken der Arbeitspraktiken und der individuellen Ansprüche. Mehr inländische Produktion und regionaler Konsum schaffen Sicherheit und stärken die heimische Wirtschaft. In allen Bereichen. Huber: „Die Globalisierung hat zweifellos Kostenvorteile gebracht, durch niedrige Löhne in China, Vietnam oder Thailand. Jetzt zeigen sich die Risiken: Es fehlen schlichtweg die Güter. Hier wird sich in den nächsten Jahren viel ändern (müssen), um Produktionen zurück nach Europa und zurück nach Österreich zu holen.“ Auch wenn die aktuellen Umbrüche mit Krisen und Verlusten im Hintergrund einhergehen, so kann man diese auch als Chance sehen, in sich zu gehen und nachzudenken, an welchen Stellschrauben sich drehen lässt, um das Wirtschaften nachhaltiger und fairer zu gestalten.
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Jürgen Huber, Jahrgang 1974, ist Professor für Finanzwissenschaft und seit 2010 Leiter des Instituts für Banken und Finanzen an der Universität Innsbruck. Er forscht und lehrt unter anderem zu empirischer Finanzwirtschaft. Er hat zahlreich in renommierten Zeitschriften publiziert und ist gern gesehener Gesprächspartner in nationalen und lokalen Medien. Letztes Jahr wurde er von den Studenten der Uni Innsbruck zum „Professor of the Year“ gewählt.
„ Ö S T R R E I C H Z A H LT E B I S H E R F Ü R E R D Ö L U N D KO H L E I M P O R T E E T WA S I E B E N MILLIONEN EURO PRO JAHR. INDEM WIR IM ZUGE DER ENERGIEWENDE UNSEREN STROM AUS SOL AR, WIND UND WA S S E R K R A F T G E W I N N E N , S PA R E N W I R UNS DIE SE S GELD. DA S RECHTFERTIG T FÜR MICH HOHE INVESTITIONEN IN D I E S E N B E R E I C H .“ JÜRGEN HUBER
E C O. N OVA : Durch die Covid-Pandemie wurden (große) Teile der Wirtschaft in Österreich, Europa und der ganzen Welt lahmgelegt. In Österreich kam’s kürzlich zum zweiten Lockdown, der teilweise mit hohen Ausgleichszahlungen versucht wird, abzufedern. Kann man Unternehmensinsolvenzen damit tatsächlich verhindern oder verschiebt man das Problem damit einfach auf später? Wie viele dieser wahrscheinlichen Pleiten sind dann tatsächlich einer natürlichen „Marktbereinigung“ zuzuschreiben? JÜRGEN HUBER: Natürlich lassen sich durch Umsatzersatz, Kurzarbeit, Steuerstundungen und andere Unterstützungen Pleiten für einige Zeit aufschieben. Allerdings werden sich natürlich viele Unternehmer, Hoteliers oder Restaurantbesitzer fragen: „Wie oft und wie lange noch?“ Und einige – wohl jene, deren Geschäfte schon in den vergangenen Jahren nicht hervorragend liefen – werden auf Dauer zusperren. Zu einem gewissen Grad ist dies jedoch notwendig, denn wir riskieren, durch sehr großzügige Unterstützungen eine große Zahl an so genannten
Zombiefirmen zu schaffen und einen nötigen Strukturwandel zu verzögern. Hätte man beispielsweise der damals noch ineffizient geführten VOEST in den 1980er-Jahren immer weitere Subventionen gegeben, Umsatzausfälle ersetzt und Kurzarbeit bezahlt, hätte der Wandel hin zu dem heutigen effizienten und innovativen Unternehmen viel länger gedauert. Nun, insbesondere in Lockdowns, sollten Unternehmen natürlich unterstützt werden, aber diese Unterstützungen und die Kurzarbeit sollen nicht zu Dauerprogrammen für viele Jahre werden. Die Staatsausgaben steigen durch die zahlreichen Coronahilfen (massiv) an, auf der anderen Seite sinken die (Steuer-)Einnahmen, die Schuldenquote steigt folglich naturgemäß an. Lässt sich abschätzen, wann und wie man diese wieder auf Vorkrisenniveau senken wird können, ohne gravierende Einschnitte in unserem Wohlstandssystem (Gesundheit, Bildung …) vornehmen zu müssen? Österreich war in den Jahren vor der Coronakrise auf einem guten Konsolidie-
rungspfad und senkte die Schuldenquote von 85 Prozent im Jahr 2015 auf 70 Prozent im Jahr 2019. Durch Corona wird die Quote vermutlich wieder auf ca. 85 Prozent ansteigen. Erholt sich die Wirtschaft und kehren wir auf einen Wachstumspfad (2 bis 3 Prozent Wachstum) und ein ausgeglichenes Budget zurück, so wird auch die Staatsschuldenquote bis 2027 auf etwa 70 Prozent und bis 2030 auf etwa 60 Prozent der Wirtschaftsleistung sinken.
Sehen Sie in all diesem schwierigen Umfeld auch Krisengewinner – national und international? National gibt es kaum Gewinner, sondern leider praktisch nur Verlierer. Eine sehr kleine Gruppe von Gewinnern sind die Betreiber von Testlabors, denen die Tests bisher unverhoffte Umsätze von mehr als 200 Millionen Euro gebracht haben. International gibt es doch einige deutliche Gewinner. Eine Gruppe sind Techunternehmen, insbesondere Zoom, Amazon und Netflix (aber auch Apple, Microsoft und Facebook), die ihren Marktwert um das Zwei- bis Fünffache steigern konnten, da ihre Dienstleistungen mehr gefragt und online abrufbar sind. Mit den Lockdowns, mehr Zeit zu Hause und Homeoffice wurden Webkonferenzen, Lieferungen nach Hause und Streamingdienste deutlich mehr genutzt. Eine zweite Gruppe ist die Pharmaindustrie und Medizinbranche, denn deren Produkte und Dienstleistungen werden nun verstärkt nachgefragt, und ein Impfstoff „muss her“, „koste es was es wolle“. Die Firmen werden sich das am Ende gut bezahlen lassen. Ebenfalls ein internationaler Gewinner ist China. Zwar nahm die Pandemie von dort (vermutlich) ihren Ausgang und insbesondere die Stadt Wuhan war anfangs am meisten betroffen, aber China bekam mit einem harten Lockdown die Situation schnell in den Griff und konnte sich dann als Lieferant sowie als generell kompetenter Manager der Krise (etwa im Vergleich zu den USA) etablieren und international an Einfluss zulegen – auch weil seine Wirtschaft 2020 um rund fünf Prozent wuchs, während der Rest der Welt um fünf bis zehn Prozent schrumpfte.
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STIMMUNG-MACHER 1996 wurde MK Illumination in einer Garage gegründet – heute würde man es wohl als klassisches Start-up bezeichnen – und hat sich seitdem daran gemacht, die Welt zum Leuchten zu bringen, und sie damit ein kleines bisschen schöner zu machen. Die Hypo Tirol Bank begleitet das Unternehmen seit fast 25 Jahren. TEXT: MARINA BERNARDI
„W I R S O L LT E N DANACH TRACHTEN, M I T S TA B I L E N UNTERNEHMEN IN DIE ZUKUNF T ZU G E H E N .“
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Mit LUMAGICA wird heuer der Innsbrucker Hofgarten zwei Monate lang zur Fantasiewelt inmitten der Stadt. MK Illumination zaubert mit seinen Licht-Sound-Konstruktionen eine ganz besondere Winter-Weihnachtsstimmung. Mehr als 300 Lichtobjekte gilt es, auf einem etwa einen Kilometer langen Spaziergang, zu entdecken.
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icht macht etwas mit uns. Ohne Licht sieht man nichts, es hat aber neben einer technischen Funktion auch eine emotionale. Meist nehmen wir Lichtstimmungen nur unterbewusst wahr, und dennoch – oder gerade deswegen – haben sie großen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Vor allem in der kalt-nassen Jahreszeit, die heuer noch dazu durch Corona erschwert wird, kann kreative und festliche Beleuchtung an öffentlichen Plätzen, Häuserfassaden und Geschäften viel Positives in uns bewirken. „Im Unterbewusstsein nehmen wir Lichtstimmungen immer wahr, deshalb hat Licht eine Wirkung auf uns. Umso wichtiger ist es, dass man sich intensiv mit dem Thema beschäftigt“, sagt Klaus Mark, der MK Illumination mit Sitz in Innsbruck gemeinsam mit seiner Frau Marie
und seinem Zwillingsbruder Thomas führt. „Ich glaube, dass wir durch Corona unsere Umgebung stärker und bewusster wahr- und Stimmungen stärker in uns aufnehmen. Wir möchten mit unseren Lichtinstallationen im öffentlichen Raum einen neuen Mood erzeugen, um das Wohlbefinden zu steigern.“ Deshalb plädiert er auch dafür, die Festbeleuchtung in dieser Saison etwas länger hängen zu lassen: „Man spürt, dass es den Leuten gefällt und eine positive Schwingung erzeugt.“ Mittlerweile ist MK Illumination weltweit präsent, verfügt über 40 Niederlassungen und zehn Produktionsstandorte und realisiert jährlich bis zu 4.000 Lichtinstallationen quer über den Globus. Bei MK Illumination ist dabei das ganze Jahr über Weihnachten, wenngleich Klaus Mark die Beleuchtung
JOHANNES HAID, HYPO TIROL BANK
nicht auf das christliche Fest beschränkt wissen will. Es gehe um „festliche Beleuchtung“, schon allein deshalb, weil man unterschiedliche Kulturkreise bediene. Letztlich geht es darum, die dunkle Zeit zu erleuchten – metaphorisch und auch im Wortsinne.
SICH NACHHALTIG NACH VORN ENTWICKELN
„Wir haben unser Unternehmen insgesamt vier Mal neu ausgerichtet und große Flexibilität an den Tag gelegt, um uns auf den Markt einzustellen“, sagt Klaus Mark. Auf der anderen Seite hat MK Illumination Mut zur Beständigkeit. Der Standort Tirol etwa war nie ein Thema. „Man muss die Dinge tun, dort, wo sie am richtigen Platz sind. Unser Ziel war es stets, nahe am Markt zu sein, deshalb haben wir zahlreiche Niederlassungen mit Mitarbeitern, die die Sprache sprechen und die jeweiligen Gepflogenheiten kennen. Wir
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© ANDREAS FRIEDLE
MK Illumination ist bis dato gut durch die Coronakrise gekommen. Mag. Johannes Haid, Vorstand der Hypo Tirol Bank, über die allgemeine wirtschaftliche Situation.
indes leben in Tirol, das ist unser Lebensmittelpunkt und wir arbeiten gerne hier. Deshalb war der Standort nie ein Thema, im Gegenteil: Mit dem weltweiten Wachstum ist auch der Standort Tirol mitgewachsen. Es würde viele Arbeitsplätze hier nicht geben, wenn wir nicht in der Form expandiert hätten, wie wir es getan haben“, glaubt Mark. Nach wie vor ist MK Illumination ein Familienunternehmen. Auch der erste Produktionsstandort, der seinerzeit in der Slowakei eröffnet wurde, ist noch immer der Hauptstandort. Die Produktion in Europa zu etablieren, ist für Klaus Mark einer der Meilensteine des Unternehmens. Die Nähe ist außerdem ein Puzzlestein in der Nachhaltigkeitsstrategie von MK Illumination und wenn man Mark reden hört, glaubt man ihm, dass ihm Nachhaltigkeit nicht nur auf dem Papier und zu Marketingzwecken wichtig ist: „Wir setzen auf Qualität – im Design genauso wie in der Ausführung. Unsere Produkte sollen langlebig sein, sich nicht schon nach kurzer Zeit abnutzen. Wir möchten eine Atmosphäre kreieren, die zu unserem Auftraggeber passt,w und die man mit dem passenden Konzept, dem richtigen Design und dem optimalen Produkt umsetzt.“ Die Coronakrise hat das Unternehmen bis jetzt gut durchtaucht. „Wir hatten Gott sei Dank keine Liquiditätsprobleme“, sagt Mark. Auch das ist das Ergebnis vorausschauenden Wirtschaftens. Die Hypo Tirol Bank ist seit der Gründung an der Seite des Unternehmens. „Dass wir von Anfang an das Vertrauen der Bank genossen und bei all unseren wirtschaftlichen Entscheidungen unterstützt worden sind, hat uns sehr geholfen. Wir haben mit der Hypo ein langjähriges positives Verhältnis, wir sind gemeinsam gewachsen“, so Klaus Mark. „Nächstes Jahr feiern wir unser 25-jähriges Jubiläum. Wir sind dankbar, dass wir über all die Jahre begleitet worden sind.“ www.mk-illumination.com
ECO.NOVA: Die Gesundheitskrise rund um COVID-19 ist längst zu einer veritablen Wirtschaftskrise geworden. Wie unterscheidet sich der Coronaschock von der Finanzkrise 2008? JOHANNES HAID: Der Unterschied ist einfach erklärt: Die Finanzkrise resultierte aus einer Immobilienblase und höchst spekulativen, teils undurchschaubaren Geschäften mancher Banker und Finanzdienstleister. Die jetzige Krise wurde von einem Virus verursacht, aus dem sich eine weltweite Pandemie entwickelte. Wir alle werden rechtlich eingeengt, im Sinne dessen, dass Unternehmen schließen müssen und auch jeder Einzelne privat davon betroffen ist. Die Krise 2008 hat also eine wirtschaftliche Ursache, die aktuelle eine gesundheitliche. Welche Auswirkungen die Krise langfristig auf die Wirtschaft haben wird, lässt sich derzeit nicht seriös sagen. Vor allem kommt es darauf an, wie es in den nächsten Monaten weitergeht und sich der Winter entwickelt.
Die Liquiditätsreserven der Unternehmen werden eng und sind teilweise bereits aufgebraucht. Wie lange können Unternehmen diese Situation realistischerweise noch durchhalten? Es gibt Unternehmen, die in der Vergangenheit mehr Liquidität aufbauen konnten als andere. Diese stehen auch heute noch auf soliden Füßen, andere hingegen standen schon vor der Krise auf wackeligen Beinen. Das ist der normale Lauf der Wirtschaft. Wie lange ein Unternehmen eine solche, teils wirklich prekäre Lage durchhalten kann, hängt folglich in erster Linie davon ab, wie vorausschauend man in der Vergangenheit gearbeitet hat. Aber auch davon, in welchem Geschäftsbereich und Umfeld man tätig ist. Im Landtourismus sind viele Unternehmen so gut aufgestellt, dass sie auch einen schwachen Winter gut übertauchen können. Der Städtetourismus hingegen leidet
extrem. Hier knirschen selbst alteingesessene Traditionsbetriebe bereits jetzt heftig. In der Industrie ist das Bild ähnlich differenziert. Ganz allgemein würde ich sagen, dass die Wirtschaft nicht mehr als drei, vier Monate derart brach liegen sollte. Dann wird es für den Großteil wahrscheinlich eng. Wir stehen den Unternehmern in unserer Rolle als Bank auf jeden Fall partnerschaftlich zur Seite und helfen, wo wir helfen können. Die Wirtschaft ist ein verwobenes Gesamtkonstrukt, wir sind alle voneinander abhängig und sollten danach trachten, mit stabilen Unternehmen in die Zukunft zu gehen. Wie schätzen Sie die aktuelle Stimmungslage unter Tirols Wirtschaftstreibenden ein? Durchwachsen. Es gibt derzeit noch viele Optimisten, doch es braucht realistische und konkrete Perspektiven. Noch ein Lockdown wird wirtschaftlich vermutlich nicht verträglich sein. Natürlich gilt es, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen, doch der Wirtschaftseinbruch und die Arbeitslosenzahlen schmerzen. Die langfristigen Folgen – auch für das soziale Leben und die psychische Gesundheit – sind noch nicht abzusehen. Letztlich braucht der Mensch andere Menschen, wir brauchen den Kontakt zueinander.
Wann rechnen Sie mit einer (wirtschaftlichen) Rückkehr zur „alten“ Normalität? Und tun Sie es überhaupt? Ich hoffe, dass das kleingliedrige Gewerbe weiterhin bestehen bleibt. Das ist für ein Land wie Tirol extrem wichtig. Wir haben keine Großstädte, dafür zahlreiche Täler, die die Bevölkerung teils weit auseinanderziehen. Es braucht die kleinen Händler vor Ort, die Gastronomie, die Kleinindustrie, damit der Standort in eine erfolgreiche Zukunft gehen kann. Wann wir wieder zur „alten“ Normalität zurückkehren können, wird davon abhängig sein, wann es einen Impfstoff geben bzw. wann eine entsprechende Durchseuchung der Bevölkerung gegeben sein wird. Die Mischung aus diesen Faktoren wird zeigen, wann wir wieder einen Normalzustand erreichen.
HYPO TIROL BANK AG Zentrale: Meraner Straße 8, 6020 Innsbruck Tel.: 050 700-8001, service@hypotirol.com
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FRUCHTBARES ZUSAMMENSPIEL VON ÖKOLOGIE UND ÖKONOMIE Philipp Wimmer geht als Betriebsleiter des Fruchthofs die Extrameile, um nachhaltiger und effektiver zu wirtschaften. Letztlich profitieren davon das Unternehmen, die Umwelt, aber auch die Kunden. Wie das gehen kann, erklärt Wimmer im Interview. INTERVIEW & FOTOS: MARIAN KRÖLL
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ECO.NOVA: Sie haben als Betriebsleiter im Fruchthof bzw. Frischeparadies diesem eine nachhaltigere Ausrichtung gegeben. Was motiviert Sie dazu? PHILIPP WIMMER: Ich wollte schon immer effizient arbeiten. Früher habe ich einmal ein Bio-Restaurant geführt und die Tiere, die wir im Restaurant verkocht haben, selbst gefüttert. Wir haben damals alles verwertet.
Konsequentes Nose to Tail? Ja. Das habe ich in der Kochlehre in einem guten Betrieb schon so mitbekommen. Als Koch habe ich gelernt, wie es praktisch geht, und irgendwann später habe ich bei verschiedenen Jobs im Management gelernt, dass man – um seine Vorstellungen umsetzen zu können – wirtschaftlich und wissenschaftlich argumentieren können muss. Was wollen Sie erreichen? Eines meiner vorrangigen wirtschaftlichen Ziele ist es, den Verderb zu minimieren. Alles an Ware, was ich nicht wegwerfen muss, hilft mir direkt im Ebit.
Ökonomie und Ökologie werden manchmal als konkurrierende Ziele betrachtet, obwohl sich beides sehr gut miteinander versöhnen lässt. Ich bin der Meinung, dass Firmen, die das nicht machen, in Zukunft nicht überleben werden. Unternehmen, die nicht verstehen, dass Nachhaltigkeit und ökonomisches Denken zusammengehören, werden keine Chance mehr haben. Dieser Widerspruch im Handel, dass es einerseits maximale Verfügbarkeit geben muss und andererseits nichts weggeworfen werden soll, ist schwierig zu vereinbaren, aber es geht.
Ist das nicht ein Zielkonflikt? Im Grunde genommen schon, aber er lässt sich beherrschen, indem man stark IT-unterstützt arbeitet. Wir haben zwar keine künstliche Intelligenz (KI) im Hintergrund, aber arbeiten kontinuierlich daran, unser Warenwirtschaftsprogramm zu verbessern und unter Einbeziehung weiterer Faktoren – wann ist ein Feiertag, wie wird das Wetter – die Planung zu verbessern.
Von welcher Basis sind Sie gestartet, was ist das Ziel? Wir gehören zu Transgourmet, einem Großhändler. Der Verschmiss, also das, was wirklich in der Tonne landet, ist im Konzern phänomenal niedrig. Dort ist eine Dispo-KI am Werk, die lernt. Da werden wir nicht hinkommen, aber ich möchte vom mittleren einstelligen Prozentbereich, wo wir herkommen, hin zu einem sehr niedrigen einstelligen Prozentbereich. Das wäre ideal. Es gibt vieles, das man vorhersehen kann, weil
„W I R S I N D P L A S T I K F R E I G E W O R D E N . D A S WA R M I R WICHTIG. ICH FINDE, DASS DIE POLITIK ALLGEMEIN NOCH ZU W E N I G D R U C K M A C H T. D A D U R C H H AT M A N K E I N E N V O R T E I L , W E N N M A N S E H R N A C H H A LT I G U N T E R W E G S I S T.“ PHILIPP WIMMER
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jahreszeitlich regelmäßig die gleichen Dinge gekauft werden. Diese Daten muss man sich holen. Daten sind der Knackpunkt. Es braucht die Daten und die Fähigkeiten, um sie zu verarbeiten. Deshalb braucht es Algorithmen, die aus den Daten erkennbare Muster machen. Wir sind mittlerweile so weit, dass das Programm uns gewisse Waren zur Bestellung vorschlägt und wir dann noch händische Anpassungen machen. Wie sieht es bei der maximalen Verfügbarkeit aus? Grundsätzlich ist es mir lieber, dass etwas aus ist, als dass ich es wegwerfen muss. Fisch und Fleisch kann man nun einmal nicht über das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) hinaus verkaufen. Das MHD ist ohnehin ein großes Thema, weil vielen Menschen nicht klar ist, was das bedeutet. Das Kaufen von rabattierten MHD-Produkten, die man als Konsument zeitnah verbraucht, hilft dem Handel, weil er das Produkt nicht wegschmeißen muss, und man spart als Verbraucher Geld. Viele verstehen das nicht und greifen hinten ins Regal und nehmen das
mit dem längsten MHD, obwohl sie es nicht brauchen. Beim Fisch haben wir immer Auswahl, und wenn ein Fisch leer ist, dann ist er weg. Das ist ein Lebewesen, das gefangen und transportiert werden muss, da steckt viel Energie dahinter. Den Fisch wegzuwerfen, wäre schade und sinnlos.
Welchen Stellenwert hat Regionalität bei Ihnen? Wir haben uns beispielsweise entschieden, dass es bei uns nur die Stanzer Zwetschke gibt. Wir nehmen so viel Fisch wie möglich aus Thaur, Mutters und Absam. Regionalität hilft, sie ist öfters lieferbar, flexibler und bedeutet weniger Verschwendung. Das heißt, ich kann kleinere Mengen bestellen. Je mehr regionale Produkte, desto besser. Unser Salat kommt direkt vom Feld, da tritt am Strunk noch der Saft aus. Wir haben außerdem gemerkt, dass es nicht teurer ist. Regionalität ist etwas, das man wieder lernen muss. Gerade in einer Pandemie ist es wichtig, krisenfit zu sein. Österreich könnte sich prinzipiell schon selbst ernähren, aber so wie es derzeit
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„U N S E R WA R E N W I R T S C H A F T S P R O G R A M M U M FA S S T 15 . 0 0 0 A R T I K E L , V O N D E N E N W I R 12 . 0 0 0 AK TIV IM SORTIMENT HABEN. MANCHES DREHT SICH SAISONAL, ABER WIR HABEN AUCH SCHON EINIGES AUS DEM SORTIMENT G E N O M M E N .“ PHILIPP WIMMER
gemacht wird, nicht. Es macht sehr viel Sinn, die Dinge nach Möglichkeit dort zu verkaufen, wo sie herkommen.
Wie preissensibel sind die Konsumenten? Sehr. Die Kunden nehmen regionale Produkte, sind aber preissensibel. Bei uns heißt das Thema „Kauf, was du tatsächlich brauchst“. Wir haben sehr viele Produkte offen im Sortiment. Man kann also ein Stück Zwetschke, eine Erdbeere, eine Zwiebel oder eine Knolle Knoblauch nehmen. Dadurch verhindert man den Verschmiss zu Hause, der ja viel höher ist als im Handel, und bietet den Menschen die Gelegenheit, das Produkt in der Menge zu kaufen, die sie wirklich brauchen. Ist es ein Wettbewerbsnachteil, besonders nachhaltig agieren zu wollen? Es ist kein Vorteil und kein Nachteil. Aber ich glaube, dass die Coronakrise viele Entwicklungen beschleunigt hat. Wir haben einen Frequenzzuwachs erfahren und besonders viele junge Menschen sind erstmals zu uns gekommen, weil sie zu Hause kochen wollen und dafür gute, frische Ware brauchen. Hat sich das Einkaufsverhalten seit Beginn dieser Krise verändert und falls ja, was davon wird bleiben? Alle Entwicklungen, die während der Krise
passieren, werden bleibend sein. Natürlich wurden anfangs Panikkäufe gemacht, aber die grundlegende Tendenz, dass man gute Ware, aber dafür weniger davon kauft, bleibt. Die Zweikilopackung vormariniertes Rindfleisch will niemand mehr. Die Konsumenten kaufen ein kleineres Stück, dafür in toller Qualität. Das finde ich schön. Viele haben verstanden, dass das zwar etwas teurer ist, aber zugleich viel wertiger und man deshalb weniger davon braucht. Die Leute kommen tendenziell auch öfter einkaufen. Sie machen nicht einen Großeinkauf, sondern mehrere kleinere und nehmen genau das, was sie benötigen. Viele kommen auch mit konkreten Rezepten aus diversen Kochsendungen und -blogs. Dass wir die meisten der Zutaten hier haben, ist vielen erst bewusst geworden, nachdem wir vermehrt in den sozialen Medien geworben haben. Offene Ware und so wenig Plastik wie möglich hat es bei uns immer schon gegeben. Die Bauern aus der Umgebung haben uns morgens immer schon direkt mit dem Traktor beliefert. Das macht Spaß! Zudem ist mir aufgefallen, dass es so gut wie keine Beschwerden mehr gibt, wir seien zu teuer. Das hat fast völlig aufgehört. Können Sie sich das erklären? Ich glaube, dass die Leute besser verstehen, dass unsere Ware frisch ist und frisch konsumiert werden sollte. Dadurch werfen sie weniger weg, und das zahlt sich aus. Wir sind außerdem im Vergleich zu unserer Konkurrenz tatsächlich nicht zu teuer. Wenn man zu uns kommt und einen Trüffel und ein Rinderfilet kauft, mag das teuer erscheinen. Aber das sind hochwertige Produkte, die woanders genauso viel kosten oder gar nicht erhältlich sind. Hochwertige Produkte kosten einfach mehr. Für einige Produkte könnten wir sicher noch mehr verlangen, aber ich bin da immer fair und verlange das, was ich betriebswirtschaftlich brauche.
Ist es eine Illusion, nur regionale Produkte anbieten zu wollen? Wir haben natürlich Exoten im Sortiment, die bei uns nicht wachsen. Dafür ist der Fruchthof bekannt, also werden wir nicht Ananas, Bananen und Melonen ausmustern. Viele der Früchte kommen aber tatsächlich aus Italien, das ist nahe genug. Manche Früchte bekommt man nur bei uns, und die wollen wir weiterhin anbieten. Wir haben auch Flugware im Angebot – etwa einen Thunfisch. Ganz werden wir davon nicht wegkommen. Wir wollen Vielfalt anbieten. Einen Apfel aus Südafrika brauchen wir dagegen nicht, die gibt es in Hatting. Kalbfleisch kommt bei uns auch aus Tirol, Lamm ebenso, Hühner haben wir aus Frankreich, und zwar auch deshalb, weil die Qualität toll ist. Was es in Tirol an gutem Geflügel gibt, wird fast immer gleich ab Hof verkauft.
Es gibt laufend Foodtrends, von denen man nicht immer genau sagen kann, wo sie zuerst aufgetreten sind. Mit welcher Verzögerung machen sich
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diese Trends im Fruchthof bemerkbar? Viele Trends kommen tatsächlich aus Kochshows. Viele „trendige“ Lebensmittel haben wir schon seit Langem im Sortiment. Jüngst hat sich ein Kunde sehr gefreut, dass wir Bergamotten führen. Die gibt es bei uns seit Jahren. Viele Impulse kommen außerdem von Heribert Lenz, dem Gründer des Fruchthofs, der mein Berater ist. Außerdem fahren wir zu den Großmärkten etwa nach Verona, kosten dort Verschiedenes und kaufen es, wenn es uns zusagt. Vieles wird auch von unseren Kunden angestoßen. Etwa Kartoffelflocken, die man anstelle von Mehl zum Backen verwenden kann. Ein cooles Produkt, aus dem sich ein wunderbares Kartoffelbrot machen lässt. Manche Trends bekommen wir auch durch unsere Muttergesellschaft mit, die eigene Trendscouts hat, die weltweit nach neuen, spannenden Lebensmitteln suchen. Wir werden nicht gezwungen, diese Waren zu nehmen, sondern wir dürfen. Ein anderer wichtiger Trendsetter bei uns ist unser Küchenchef Rainhard Hamun. Dinge, die er gut findet, will der Kunde auch haben.
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Zu prächtigen Lebensmitteln gehört auch eine geistige Begleitung. Was ist in dieser Hinsicht angesagt? Die Nachfrage nach Gin ist ungebrochen. Rum und Weine sind Dauerbrenner. Wir haben das Glück, einen Top-Sommelier im Haus zu haben.
Wie verhält es sich beim Wein mit der Regionalität? Wir haben ein großes österreichisches Sortiment – etwa die Hälfte –, sind aber beim Wein bewusst international, haben viele Weine aus Italien und Frankreich. Unser Sommelier kauft viel direkt bei den Winzern. Da bekommen wir einen sehr guten Preis, den wir an unsere Kunden weitergeben. Dann gibt es keine Preisdiskussionen.
Sie haben, seit Sie im Fruchthof sind, bereits an vielen Stellschrauben gedreht. Was hat sich getan? Wir haben fünf Umbauprojekte im Markt abgeschlossen, darunter die Getränke-, Wein-, Obst- und Gemüseabteilung umgestaltet und verschönert, weil ich der Meinung war, dass es einen Investitionsstau gegeben hat. Deshalb haben wir bei der Warenpräsentation vieles erneuert. Wir sind beim Licht auf LED umgestiegen, das spart die Hälfte an Energie und wir haben doppelt so viel Licht. Ich bin auch daran interessiert, eine Photovoltaikanlage am Dach anzubringen. Das würde es dem Fruchthof erlauben, energieautark zu werden und sich binnen drei Jahren zu amortisieren. Doch ein solches Projekt würde konzernweit ausgerollt werden und das braucht eine gewisse Vorlaufzeit, weil Transgourmet über 40 Standorte in ganz Europa hat. Was hat sich im Fruchthof sonst noch geändert? Wir haben die Gebäudehülle besser gedämmt. Das spart uns Geld und schont die Umwelt. Wir haben neue, schließbare Kühlvitrinen installiert und die Kühlleitungen er-
„V I E L E T R E N D S KO M M E N TAT S Ä C H L I C H A U S KO C H S H O W S . V I E L E ‚T R E N D I G E ‘ L E B E N S MIT TEL HABEN WIR SCHON S E I T L A N G E M I M S O R T I M E N T. J Ü N G S T H AT S I C H E I N K U N D E S E H R G E F R E U T, D A S S W I R B E R G A M O T T E N F Ü H R E N .“ PHILIPP WIMMER
neuert. Darüber hinaus haben wir unsere Asia-Abteilung erweitert.
Asien liegt im Trend. Das kann man wohl sagen. Wir haben das Glück, mit der Thai Kitchen Mitarbeiter da zu haben, die wissen, was wirklich gebraucht wird. Als Europäer weiß man ja nicht, was authentisch asiatisch ist. Sie arbeiten daran, die gesamte Hardware auf Vordermann zu bringen? Ich würde sagen, den Fruchthof generell. Der Fruchthof hat einen Namen, und diesem sollte er gerecht werden. Die Krise hat uns erlaubt, gewisse Projekte zu beschleunigen. Ich bin mit den Projekten, die bis Mitte nächsten Jahres geplant gewesen wären, bereits jetzt fertig. Der Sinn des Fruchthofs ist nicht, maximalen Profit zu erwirtschaften. Unsere Gewinne reinvestieren wir.
Legt die Konzernmutter in puncto Gewinnerwartung dem Fruchthof nicht die Daumenschrauben an? Der Konzernmutter ist in erster Linie wichtig, dass der Fruchthof kein Minus macht. Das ist nachvollziehbar. Man ist aber mit einer schwarzen Null zufrieden und gibt mir beim Investieren Spielraum. Dafür bin ich dankbar. Außerdem ist der Konzern in der Ökologisierung Vorreiter. Es ist etwas Schönes, in einem Unternehmen zu arbeiten, das Ökologie und Ökonomie als voneinander untrennbar betrachtet und entsprechende Initiativen setzt. Inwiefern spielt Nachhaltigkeit auch bei den Mitarbeitern und in der Unternehmenskultur des Fruchthofs eine Rolle? Eine sehr große. Mitarbeiter müssen aber entsprechend für das Thema sensibilisiert und geschult werden. Wenn wir überreife Tomaten im Markt haben, die der Kunde nicht mehr kauft, wird in der Küche ein großartiges Tomatenmark daraus gemacht. Eine Karotte, die nicht mehr ganz fest ist, ist immer noch wunderbar für eine Suppe oder einen Jus geeignet. Wir hatten früher fünf Biotonnen, jetzt haben wir noch zwei. Das ist ein Bewusstsein, das wir selbst weiterentwickeln müssen und auch unseren Kunden weitergeben können.
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EIN STATTLICHER LEUCHTTURM 50
2 019 F E I E R T E D A S FA M I L I E N U N T E R N E H M E N EGLO SEINEN 50. G E B U R T S TA G U N D E S IST WOHL DER DEM UNTERNEHMEN EIGENEN D Y N A M I K G E S C H U L D E T, DASS DAS JUBILIERENDE I N N E H A LT E N N U R K U R Z ANDAUERTE.
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Die EGLO Gruppe mit Sitz in Pill ist eines der spannendsten Tiroler Familienunternehmen. Und mit Sicherheit ist es das Unternehmen mit der stärksten Strahlkraft. Schließlich zählt EGLO Leuchten weltweit zu den führenden Herstellern von dekorativen Wohnraumleuchten. EGLO Immobilien wurzelt immer schneller, immer tiefer und der Umsatz der Gruppe sprengt weiter Rekorde. TEXT: ALEXANDRA KELLER
icht. Das faszinierende Gegenteil von Finsternis prägt Himmel und Erde, seit es sie gibt. Kurz nach ihnen – so steht’s im Buch Genesis – hat Gott das Licht erschaffen. Und sah, dass es gut war. Seither drehen sich die Gedanken der Menschen rund um das Helle. Aristoteles war es gewesen, der im 4. Jahrhundert vor Christus der Theorie ein Ende setzte, dass die Augen selbst es sind, die einen Sehstrahl aussenden und damit ihre Umgebung erhellen. Wie Taschenlampen. Eine bizarre Vorstellung. Der clevere Philosoph war jedoch davon überzeugt, dass nur leuchtende Objekte, wie Feuer oder die Sonne, Licht produzieren. Und er hatte Recht. Vergleichsweise ewig dauerte es dann aber, bis diese zwei Lichtbringer mit Hilfe der Elektrizität Konkurrenz bekamen. Das ganze 19. Jahrhundert hindurch wurde daran getüftelt, Metalldrähte mit Strom zum Glühen zu bringen. Nachdem die Glühbirne von Thomas Alva Edison perfektioniert wurde und für die Massenproduktion tauglich, wurde Licht zu einem ökonomischen Faktor. Einem richtig spannenden. Einem, der Ludwig Obwieser nicht nur faszinierte, sondern ihn auch dazu animierte, dem Leuchten sein Leben zu widmen.
GROSSE SPRÜNGE
Mit Entschlossenheit, Mut und der Überzeugung, dass Licht eine richtig gute Geschäftsgrundlage ist, gründete er das Unternehmen EGLO. Er war 22 Jahre alt, man schrieb das Jahr 1969. Neil Armstrong wanderte als erster Mensch auf dem Mond und Ludwig Obwieser (ein Interview mit Ludwig und Christian Obwieser finden Sie im Anschluss) setzte in Pill die ersten kleinen Schritte, denen bald große, richtig große Sprünge folgen
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Firmenzentrale Pill
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v. li.: René Tiefenbacher, Ludwig Obwieser und Christian Obwieser
sollten. EGLO Leuchten ist längst der mit Abstand größte Anbieter von Wohnraumleuchten in Europa und einer der führenden Hersteller der Welt. Rund 4.700 Mitarbeiter sind weltweit, 325 in Tirol bei EGLO beschäftigt. Jedes Jahr werden rund 1.000 neue Wohnraumleuchten entwickelt und produziert, pro Kalendertag verkauft EGLO rund 100.000 Leuchten. 100.000 Leuchten, in allen Varianten für drinnen und draußen. Es wäre reizvoll, sich auszumalen, was diese Leuchten alles erhellen und wo. Doch dafür ist das EGLO-Universum schlicht zu groß. Von der Firmenzentrale in Pill aus werden nicht nur die Geschicke von weltweit 68 EGLO-Niederlassungen oder der Produktionsstätten in Ungarn, China und Indien geleitet, sondern auch die Zukunftsschritte geplant. Es werden wieder Sprünge sein. Und Überraschendes ist auch dabei. 2019 feierte das Familienunternehmen seinen 50. Geburtstag und es ist wohl der dem Unternehmen eigenen Dynamik geschuldet, dass das jubilierende Innehalten nur kurz andauerte. „Unser Ziel ist es, der Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu sein“, meint René Tiefenbacher. Tiefenbacher ist seit 2015 CEO von EGLO Leuchten. Seit 1997 ist er – mit einer kurzen Unterbrechung – schon beim Unternehmen beschäftigt und weiß: „1997 war der Jahresumsatz bei EGLO so groß wie ein Monatsumsatz heute. Das hat sich schon stark entwickelt.“ Viele Entscheidungen haben dazu geführt, dass das Unternehmen so stark werden konnte und die Gruppe selbst im Corona-Jahr 2020 auf einen Rekordumsatz von rund 630 Millionen Euro zusteuert. Alle Schlüsselmomente aufzuzählen, sprengt den Rahmen, doch ist unbestritten, dass die 1986 in die Wege geleitete Internationalisierung des Unternehmens einer dieser überaus hellen Momente war. Wurde damit doch der Grundstein für eine internationale Struktur gelegt, die aufzubauen in späteren Jahren ungleich schwieriger geworden wäre. Auch der Bau des Produktionsstandortes in Ungarn (1994) zählt dazu. „Wir waren dann auch die Ersten, die in China produzierten, und schlussendlich sind wir jetzt auch wieder die Ersten, die in Indien sind“, weist Tiefenbacher auf den letzten, den indischen Meilenstein hin. Seit 2017 werden die EGLO-Leuchten neben Ungarn und dem 2001 in Betrieb genommenen Produktionsstandort in China auch in Indien hergestellt. Und über die ausgeklügelt aufgestellte vertriebliche Infrastruktur sowie
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die EGLO-eigenen Logistikstandorte zu den Kunden geliefert.
IN DER WELT ZU HAUSE
Zu den Kunden von EGLO Leuchten zählen in Europa alle relevanten großen, Wohnraumleuchten anbietenden Handelsketten – von Baumärkten über Möbelhäuser hin zu Discountern. Die Leuchten mit Tiroler Wurzeln sind jedoch überall auf der Welt vertreten und es liegt an den Eigenheiten der Branche selbst, dass die Marke bei den Endverbrauchern nicht entsprechend bekannt ist. „Wir sind natürlich im B2B-Geschäft eine Marke. Entscheidend ist aber – und das ist einerseits ein Vorteil, andererseits ein Nachteil –, dass der Endverbraucher nicht wirklich eine Marke sucht“, erklärt Tiefenbacher auch, warum die Marke EGLO bislang nicht beworben wurde beziehungsweise beworben werden musste. Nur dort, wo es keine bestehenden und gut aufgestellten Handelsstrukturen gibt, gibt es eigene EGLO-Shops. In Osteuropa beispielsweise. „Die Entscheidung, die Handelsstrukturen in Osteuropa selbst aufzubauen, war die richtige. Auch in Südamerika – in Chile beispielsweise, Peru oder Kolumbien – verkaufen wir unsere Leuchten direkt an die Endverbraucher. Wo die Strukturen über den Handel sehr ausgeprägt sind, wie etwa in Deutschland oder Österreich, machen eigene Geschäfte für uns allerdings keinen Sinn“, sagt Tiefenbacher. Das Ende Oktober 2020 in Wiesing eröffnete EGLO-Leuchten-Outlet ist in dem Zusammenhang eine Ausnahme, der aber ein anderer Charakter zugrunde liegt. Weil EGLO nicht auftragsbezogen produziert, sondern die Ware in den Logistikzentren bereithält, um sie auftragsgemäß in kürzester Zeit zu den Kunden zu liefern, gibt es immer Überbestände. Und weil die Kollektionen regelmäßig wechseln – jährlich rund 1.000 neue, alle Trends und Techniken berücksichtigende Leuchtenkreationen sprechen hier eine deutliche Sprache –, gibt es auch Auslaufmodelle. Tiefenbacher: „Im Outlet bieten wir diese Leuchten zu wirklich sehr attraktiven Preisen an.“ Der rasant wachsende Onlinemarkt ist selbstverständlich ein zusätzlicher Kanal, über den EGLO-Leuchten verkauft werden. Auch der eigene Onlineshop wurde im Zuge der Coronakrise, die wie ein E-Commerce-Katalysator wirkte, ausgebaut. „Doch liegt unser Fokus hier vielmehr auf Dritten, auf ausgewählten E-Commerce-Anbietern, die das Thema Interieur und Leuchten anbieten und bei uns Ware beziehen“, stellt Tiefenbacher klar.
„U N S E R Z I E L I S T E S , D E R KO N K U R R E N Z I M M E R E I N E N S C H R I T T V O R A U S Z U S E I N .“ RENÉ TIEFENBACHER, CEO VON EGLO LEUCHTEN
EGLO LEUCHTEN 1969 von Ludwig Obwieser gegründet, erfolgte 1976 der Bau einer eigenen Betriebsstätte in Pill. Ende der 1980er-Jahre hat sich EGLO als europaweit führender Leuchtenhersteller etabliert, 1986 wurde die erste Vertriebsgesellschaft in Deutschland gegründet. 1994 erfolgte die Errichtung einer Produktionsstätte und eines Zentrallagers in Ungarn, 2001 eine eigene Produktionsstätte in China, 2015 in Indien. 2017 wurden die erweiterten Produktions- und Lagerstätten in Ungarn eröffnet.
Weltweit sind bei EGLO 4.700 Mitarbeiter tätig, 325 davon im Headquarter in Pill. Jedes Jahr werden rund 1.000 neue Leuchten entwickelt, pro Kalendertag verkauft EGLO rund 100.000 Leuchten. Selbst im heurigen Corona-Jahr steuert man auf einen Rekordumsatz von 630 Mio. Euro zu, für die kommenden zehn Jahre ist die Umsatzmilliarde im Visier. Der Hauptkatalog umfasst rund 2.200 Produkte.
Aus produktstrategischer Sicht weit bedeutender als die Eröffnung des Outlets war 2020 die Übernahme der schwedischen Firma Star Trading, mit der EGLO nun auch Weihnachtsbeleuchtung anbieten kann, sowie die Übernahme von AwoX Lighting. Das französische Unternehmen ergänzt die Produktentwicklung mit Expertise im Bereich Smart Control. „Damit können wir gewährleisten, im Smart Lighting Bereich, den wir EGLO connect nennen, eigenständig agieren zu können“, stellt der CEO fest und erklärt: „AwoX ist für die Software-Entwicklung der der App und der Firmenware verantwortlich. Mit dem zukünftigen Protokoll (ZigBee 3.0) ermöglichen wir es dem Endkunden, alle Leuchten zu steuern – herstellerunabhängig.“ Smart Lighting und Smart Home sind die Reizworte, die den im September 2020 vollzogenen Kauf befeuerten. Zusammen mit der rasanten Weiterentwicklung der LED-Technologie spielt dieser Techniksprung eine entscheidende Rolle für die Zukunft von EGLO Leuchten.
LEUCHTENDE IMMOBILIENZUKUNFT
Für die Zukunft von EGLO Leuchten, aber auch die Zukunft von EGLO Immobilien. „Wir bieten den Kunden an, ihre Wohnung mit Smart Home und Smart Lighting auszustatten, doch wir wollen sie nicht zwangsverpflichten“, sagt dazu Daniel Kostenzer, Geschäftsführer von EGLO Immobilien, einem sehr umtriebigen Kind der EGLO-Familie.
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Immobilien haben sich schon seit längerer Zeit zu einer zweiten Leidenschaft des EGLO-Gründers Ludwig Obwieser entwickelt. Vor vier Jahren hat diese Leidenschaft begonnen, regelrecht zu explodieren. Und sie wurde zu einem zusätzlichen Unternehmenszweig, in dem das Know-how und die Stärken der Gruppe kongenial genutzt werden. „Unser Auftrag ist es, hochwertige Immobilien zu entwickeln und die Gunst der Stunde zu nutzen, aber auch EGLO Leuchten bei Planung, Bau und Verwaltung ihrer Betriebsobjekte zu unterstützen“, erklärt Kostenzer sein Aufgabengebiet, das durch die globale Präsenz der Schwester ein internationales ist. Und ein spannendes. 2021 soll beispielsweise das große EGLO-Logistikzentrum im Magdeburg eröffnet werden – mit 70.000 Palettenplätzen. Ein Bürokomplex im deutschen Arnsberg ist ebenso in Planung wie EGLO-Bauten in Polen oder Serbien. In Wien entstehen gerade zwei große Wohnbauten und in Tirol selbst entwickelt EGLO Immobilien aktuell rund 30 Projekte. „Der Name Eglo und das Wissen um die Finanzstärke des Konzerns schaffen großes Vertrauen bei den Kunden“, weiß der Geschäftsführer, dem besonders jenes Projekt am Herzen liegt, das die Stadt Schwaz, die auch Sitz der Firma ist, ein Stück weit verändern wird. Nach langem bürokratischen Ringen ist es gelungen, die Umgestaltung und Aufwertung des Schwazer Bahnhofes in die Wege zu leiten. „Wir nennen das Pro-
„DER NAME EGLO UND DAS W I S S E N U M D I E F I N A N Z S TÄ R K E D E S KO N Z E R N S S C H A F F T G R O S S E S V E R T R A U E N B E I D E N K U N D E N .“ DANIEL KOSTENZER, GF DER EGLO IMMOBILIEN
jekt Schwaz Urban. Es ist ein Park-and-RideProjekt der ÖBB. Wir bauen einen Turm auf das Gebäude – mit Gewerbe und Wohnen und Skybar“, ist Kostenzer von der Innovationskraft des Baus überzeugt. Dass in allen Wohn- oder Gewerbebauten das EGLO-Lichtwissen einfließt und die Finessen genutzt werden, versteht sich von selbst. Den Umsatzsprung – von null auf 70 Millionen Euro bis 2021 – zu verstehen, ist hingegen nur mit dem Blick auf den Markt sowie die innovative und kapitalintensive Kraft der Unternehmerfamilie zu verstehen.
Als einen Tupfer auf dem i der erfolgreichen Unternehmensgeschichte sieht Daniel Kostenzer den in Planung befindlichen Bau der EGLO-Lichtwelten – direkt neben der Firmenzentrale in Pill. „Zu viel möchte ich nicht verraten, doch dort werden wir Licht zum Erlebnis machen“, gibt er sich zurückhaltend. Das Geheimnis der EGLO-Lichtwelten wird Ende 2021/Anfang 2022 gelüftet. So viel ist sicher: Es wird ein stattlicher Leuchtturm. Wie das Unternehmen eben, das sich dem ewig faszinierenden Gegenteil der Finsternis verschrieben hat. Licht.
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Drei Generationen: Christian Obwieser, Ludwig Obwieser und Jamie Obwieser
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MIT OFFENEM VISIER Viel Mut und viel Gespür kennzeichnen jeden Schritt des EGLOKonzerns. Von Pill aus wird ein großes Stück der globalen Lampenwelt regiert. Im Interview geben Ludwig und Christian Obwieser Einblicke in die Geschichte, die Gegenwart und die Zukunft. Mit den Lichtwelten wartet dort ein Leuchtturm mit Wow-Effekten. Mit Jamie Obwieser die nächste Generation.
ECO.NOVA: Gibt es eine Art unternehmerischen roten Faden, der sich von der Gründung des Unternehmens bis heute – und morgen – durchzieht? LUDWIG OBWIESER: Ja, eigentlich schon. Von Anfang an hatte es eine hohe Bedeutung, dass der Kunde im Mittelpunkt steht. Wenn es uns gelingt, zufriedene Kunden zu haben, dann stellt sich der Erfolg von selber ein. Dazu brauchst du natürlich ein stimmiges Paket. Du musst den Geschmack treffen, die Qualität sowieso garantieren und der Preis sollte auch passen. Der Kunde muss wirklich das Gefühl haben, er ist beim richtigen Partner. Das ist das Um und Auf.
Das ist ein sehr verantwortungsvoller Zugang – den Kunden, dem Unternehmen, den Mitarbeitern, sich selber und der Familie gegenüber. Wie wichtig ist es vor dem Hintergrund, dass EGLO ein Familienunternehmen ist? CHRISTIAN OBWIESER: Das sehe ich schon als einen der wichtigen Punkte. Wenn ich das mit einem börsennotierten Unternehmen vergleiche, sind wir schneller und flexibler, weil wir Entscheidungen nicht in einem riesigen Gremium abklären müssen, sondern im kleinen Kreis mit unserer Geschäftsführung. Das ist für den Markt natürlich ein großer Vorteil. Ein Familienunternehmen
denkt nur langfristig, nicht in kurzfristigen Erfolgen.
Gab es im Lauf der Geschichte viele verlockende Angebote von außen? CHRISTIAN: Wir bekommen schon ständig Angebote für Gesamtübernahmen oder Teilübernahmen. Das ist aber für uns definitiv nicht von Interesse. Es besteht auch kein Interesse an einem Börsengang. Ganz im Gegenteil. Wenn wir ein Unternehmen finden, das zum EGLO-Konzern passen würde, kann es sein, dass wir uns bemühen, den Betrieb zu übernehmen. EGLO ist und bleibt ein Familienunternehmen. LUDWIG: Es gibt, wie mein
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Sohn sagt, permanent Anfragen. Speziell die Asiaten wollen EGLO, weil wir in Europa der absolute Marktführer sind und sie den Zugang gerne hätten. Sie wären auch bereit, sehr viel zu zahlen. Das ist aber kein Thema. 2008 – vor der Krise – hat es einen Versuch gegeben, einen Teil von uns zu kaufen. 25 Prozent von EGLO hätten sich die Interessenten 100 Millionen kosten lassen. Wir haben es nicht gemacht und das war wie eine Fügung. Ich habe dann auch zu Christian gesagt, niemals wieder werden wir uns mit dieser Frage auseinandersetzen. Es mag vielleicht komisch klingen, doch Geld ist mir nicht so wichtig. Erfolg ist wichtig. Und wir sind auch stolz, haben wir es doch in den letzten 50 Jahren geschafft, in Europa zum Größten der Branche aufzusteigen. Das ist etwas Tolles. Dazu braucht es ein super Team. Es muss die Marschrichtung stimmen und du brauchst viele gute Leute. Das ist kein hohles Gerede, sondern die Realität. Bei der 50-Jahr-Feier hat Jamie, mein Enkel, gesagt, er wird der nächste EGLO-Chef.
Damit ist die Nachfolge gesichert – eine schöne Sache für Sie als Großvater und Gründer? LUDWIG: Ja natürlich. Da gibt es eine nette Anekdote. Als Jamie sechs Jahre alt war, hat er seine Mama gefragt: Wie tu ich denn dann, wenn ich der EGLO-Chef werde, da ist der Papa ja noch nicht in Pension. Muss ich ihn dann entlassen? Das will ich aber nicht, ich mag ihn doch so gern. CHRISTIAN: Es wird also keine feindliche Übernahme, wenn er Chef wird.
War immer klar, dass Ihr Sohn Christian in das Unternehmen einsteigen wird? LUDWIG: Ich kann mich noch genau erinnern. Wir waren zusammen auf einer Messe und da sagte ich zu ihm – trau dich ganz offen zu sagen, was du willst! Willst du das Unternehmen weiterführen oder nicht? Ich habe das Unternehmen gestartet, weil es mir Freude gemacht hat. Es hätte ja durchaus sein können, dass Christian etwas anderes machen will. Seine Antwort war dann überraschend. CHRISTIAN: Ich sagte – ja ich will das Unternehmen weiterführen, aber nicht so, wie Papa das gemacht hat. Er hat es von null auf gestartet und die Firma ist für ihn wie ein Kind. Ich stelle die Familie über das Unternehmen, bei Papa war es gleichauf – mit einem leichten Hang zum Unternehmen. Sonst wäre es nicht so erfolgreich geworden. Ich wollte es anders weiterführen. Wir haben ja ein tolles Team, auch in der Geschäfts-
„FÜR UNS IST WICHTIG, DASS W I R WA C H S A M S I N D U N D N E U E TECHNOLOGIEN FRÜH UND MUTIG IN U N S E R S O R T I M E N T E I N G L I E D E R N .“ LUDWIG OBWIESER
führung – da muss ich nicht an vorderster Front stehen. Ich treffe zusammen mit der Geschäftsführung die wichtigen strategischen Entscheidungen.
Sie haben es nun schon mehrmals angesprochen – das Team ist wichtig, die guten Mitarbeiter. Das spielt auch sehr in die Verwurzelung mit der Region hinein – das „think global, act local“. Haben Sie diese Regionalität schon einmal als nachteilig empfunden? LUDWIG: Ein klares Nein. Ich habe damals nicht erahnen können, dass das jemals eine solche Dimension bekommen wird. Ich war 22 Jahre, wollte mich selbstständig machen und habe gestartet. Wenn ich von etwas überzeugt bin, tue ich’s. Da verlasse ich mich auf mein Urgespür. Weil ich ein Tiroler bin, habe ich in Tirol angefangen. Wir haben hier einen wunderbaren Platz und die Leute haben ein großes Zugehörigkeitsgefühl. Wenn sie bei einem guten Betrieb andocken, wo sie sich wohlfühlen, hast du gute Chancen, dass sie bleiben und sich weiterentwickeln. Das ganze Leben ist ein Lernprozess und unsere Mitarbeiter begegnen den Entwicklungen mit offenem Visier. Es ist wunderbar, dass wir in Tirol sind. Die wichtigen Entscheidungen für den Konzern werden definitiv alle hier in Pill getroffen. Ob das die Produktion betrifft, die weltweite Logistik, die Kontrolle über die ganzen Gesellschaften oder die Produktentwicklung – die Zentrale in Pill ist das Herzstück von EGLO. Das wird auch immer in Tirol bleiben. Wenn du so einen Platz hast, musst du bleiben.
Und auch dieser Platz wird größer – mit den Lichtwelten, die Sie planen. Vieles ist noch geheim, außer, dass man dort Licht in seiner ganzen Band- und Gefühlsbreite erleben wird können. Werden die Lichtwelten auch eine Art lebendiges Denkmal für den Erfolg von EGLO? CHRISTIAN: Wie Sie sagen, sind die Planungen für die Lichtwelten noch voll im Gange. Zu viele Details möchte ich noch nicht verraten. Nur so viel: Es wird kein Schauraum, wo Lampen ausgestellt werden. Wer da reingeht, wird mit einem Wow-Effekt rausgehen. Wir möchten dort definitiv zeigen, dass Licht nicht nur einen Raum hell macht. Es geht schon in Richtung Erlebniswelt. LUDWIG: Eines kann man schon sagen – es wird ein Lichthaus der Superlative. Denkmäler setzen wir uns aber nicht. Ziel ist es, dass über das Haus europaweit geredet wird. Da wollen wir, wie Christian schon sagte, eine Erlebniswelt schaffen. Daran wird noch fleißig getüftelt. Das Faszinierende an Licht sind ja auch die Sprünge der vergangenen Jahre, in denen ganz neue Effekte möglich wurden. Die Leute sind sich dessen gar nicht so bewusst. Soll in den Lichtwelten dieses Bewusstsein geschärft werden? LUDWIG: Ja. Die Realität und die virtuelle Welt werden dort verquickt und die Besucher werden Sachen erleben, mit denen sie nicht gerechnet haben. CHRISTIAN: Wenn ich so zurückdenke – früher hat es das Leuchtmittel gegeben und um das herum wurde die Lampe gebaut. Mittlerweile gibt es da fast keine Grenzen
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mehr, was die Arten und Formen betrifft. Das ist wirklich sehr spannend. Wir beobachten den Markt natürlich genau. Wenn es neue Technologien gibt, die wir interessant finden, greifen wir das auf, schauen es uns mit dem Team an und versuchen, diese Technologie zu einem vernünftigen Preis zu den Endkunden zu bringen. Beispielsweise das Smart Lighting – das g’scheite Licht – das auch von den Kunden immer mehr und gerne angenommen wird. Beim Smart Lighting waren wir einer der ersten Hersteller, die diese Technologie für den Massenmarkt zur Verfügung gestellt haben.
Haben Sie auch eine Forschungsabteilung im Unternehmen? LUDWIG: Keine, die in die Tiefe geht. Als die LED-Technologie gekommen ist, haben wir uns schon überlegt, ob wir uns nicht ein kleines Unternehmen einverleiben sollen, das diese Chiptechnologie weiterentwickelt. Davon haben wir aber Abstand genommen, weil es da einen regen Wettbewerb gibt, der von hunderten Betrieben vorangetrieben wird. Wenn die eine tolle Weiterentwicklung haben, klopfen sie bei den großen Firmen an. Da sind wir Trittbrettfahrer im positiven Sinn. Wir haben schon ein Entwicklungsteam, mit dem wir uns fit halten. Für uns ist wichtig, dass wir wachsam sind und neue Technologien früh und mutig in unser Sortiment eingliedern. Allein die Digitalisierung lässt keinen Stein
„ A L S FA M I L I E N U N T E R N E H M E N D E N K T MAN NUR L ANGFRISTIG, NICHT IN K U R Z F R I S T I G E N E R F O L G E N .“ CHRISTIAN OBWIESER
auf dem anderen – es ist unglaublich, was da passiert. Auch hier wollen wir nie zu denen gehören, die zu spät reagieren und gejagt werden. CHRISTIAN: Es wäre ein Riesenfehler, all diese Chancen, die sich da auftun, nicht zu nutzen und nicht auf diesen Zug aufzuspringen. Es ist einzigartig, was man mit der Technik alles machen kann.
EGLO als Marke ist bei den Endverbrauchern nicht so stark in den Köpfen. Ist es auch ein Ziel der Lichtwelten, EGLO als Marke bekannter zu machen? LUDWIG: Bei unseren Kunden sind wir definitiv eine Marke – für die Endverbraucher müssten wir aber eine große Werbemaschinerie anwerfen. In fünf bis zehn Jahren könnte sich das ändern. Wir gehen neue Wege. Eines ist klar: Wir wollen unabhängig bleiben und das ist auch in diesem Zusammenhang ein wichtiger Punkt. Als es ganz am Beginn der Firma einmal heikel wurde, habe ich mir geschworen, dass es nie mehr einen Kunden geben wird, der mehr als zehn Prozent des EGLO-Umsatzes haben wird. Das haben wir bis heute durchgezogen.
Und Sie sind mit diesem Grundsatz sehr schön gewachsen. LUDWIG: Wir gehen davon aus, dass wir kontinuierlich weiterwachsen werden. Da ist schon ein Volumen dahinter. Nächstes Jahr werden wir die 600 Millionen knacken – das ist schon eine ganze Menge. Wir sind beispielsweise sehr gut im E-Commerce vertreten und das hilft uns nicht unwesentlich, die Marke EGLO bekannter zu machen. In den nächsten fünf bis zehn Jahren werden wir da den absoluten Durchbruch schaffen. Summa summarum sind wir dankbar und froh, dass wir hier und erfolgreich sind. Doch egal, wie groß der Erfolg ist, werden wir immer eine gewisse Bescheidenheit an den Tag legen. Man muss Chancen erkennen, Risiken eingehen und mit einem gewissen Mut am Markt agieren. CHRISTIAN: Zum Risiko, das Papa gerade erwähnt hat: Als Familienunternehmen wägen wir sehr genau ab. Wir gehen kein zu großes Risiko ein. Es ist nie so, dass wir ein Problem in der Gruppe hätten, wenn ein Projekt schiefgehen würde. Ich glaube, das machen wir schon richtig.
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IM AUFWIND Die Tourismusschulen Villa Blanka setzen mit dem Umbau des Internats neue Maßstäbe in Sachen praxisnahem Unterricht kombiniert mit einem zeitgemäßen Wohncampus mit Hotelkomponente. 70 Jahre nach der Eröffnung wird mit der Phase drei das vorläufig letzte Bauvorhaben im Zuge des neuen Schul- und Freizeitkonzeptes realisiert. T E X T : D O R I S H E LW E G
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„W I R H A B E N U N S I N JEDEM BEREICH DER EXZELLENZ V E R S C H R I E B E N .“ MAG. SABINE WECHSELBERGER, DIREKTORIN DER TOURISMUSSCHULEN DER VILLA BLANKA
ie zählt zu den besten Schulen für Tourismus weltweit und ist die älteste ihrer Art in Österreich. Vor 70 Jahren als Landesgastwirteschule eröffnet, gehören die Tourismusschulen Villa Blanka heute zu den modernsten und praxisnahen Ausbildungsstätten im touristischen Bereich. Nach dem Motto „Wir leben, was wir lehren“ werden die Bedürfnisse „Gut wohnen, gut essen sowie ein ansprechendes Freizeitangebot“ sowohl in der Ausbildung als auch im Wohncampus gelebt.
BAUSTUFE 3 VOLL IN GANG
Mitte Mai 2021 soll der Zubau der Villa Blanka fertiggestellt sein. Bei den Bauarbeiten kamen ausschließlich Tiroler Firmen zum Zug.
Derzeit entstehen im Direktionsgebäude auf zwei Ebenen 39 neue Zimmer mit 68 Betten – Aussicht und jede Menge Komfort inbegriffen. Die in Holzmodulbauweise errichteten Räume versprechen angenehmes Ambiente in zeitgemäßem Design mit großen Glasfronten, die einen wunderbaren Blick auf Innsbruck oder die umliegende Natur ermöglichen. So würde auch ein Hotelgast gerne hausen, und genau so gestaltet sich das dahinterliegende Konzept: So wie der Gast sich wohlfühlen soll, sollen sich auch die Schüler wohlfühlen. Es gibt aber nicht nur neue Zimmer. Auf der großen und überdachten Terrasse können die Schüler und Schülerinnen künftig ihre freie Zeit genießen. Zudem stehen großzügige Aufenthaltsräume sowie ein breitgefächertes Fitnessangebot zur Verfügung. Bereits in der Baustufe 2 wurde die Schülerlounge neu konzipiert und ein Jausenbistro sowie ein attraktives Fitnesscenter errichtet. Diese Einrichtungen stehen Internatsschülern als auch Externen zur Verfügung. Das Sportprogramm reicht von Hallenhockey, Fußball, Volleyball und Klettern bis hin zu Yogakursen und Zumba.
So unterstreicht der Zubau des neuen Internats, dass der Ausgleich eine wesentliche Rolle in den Tourismusschulen Villa Blanka spielt, denn was wäre die beste Ausbildung ohne einen Ort, an den sich die Schülerinnen und Schüler nach einem Schultag zurückziehen können, einen Ort, an dem man auch nach der Schule gefördert, unterstützt und umsorgt wird? „Wir haben uns in jedem Bereich der Exzellenz verschrieben“, erzählt Mag. Sabine Wechselberger, Direktorin der Tourismusschulen der Villa Blanka. Vor vier Jahren hat sie die Schulleitung übernommen und setzt ihr Konzept, in der unternehmerischen Schule Villa Blanka Exzellenz in den Bereichen Ausbildung, Wohnen und Freizeit zu vereinen, konsequent um. „Wir bieten ein sogenanntes Rundum-sorglos-Paket an, indem wir neben der exzellenten Ausbildung einen kostenlosen Stützunterricht durch ausgebildete Fachkräfte anbieten. Unsere praktische Ausbildungsqualität beweisen wir durch die Erfolge unserer Absolventen, die den Kochhimmel erreicht haben wie zum Beispiel Dreisternekoch Hannes Nuding, Simon Taxacher und Alexander Fankhauser sowie die Weltmeisterköche Thomas Penz und Michael Ploner“, zeigt sich die Direktorin stolz. Auch sind die Tourismusschulen hervorragend mit der Wirtschaft vernetzt, was eine praxisnahe Ausbildung ermöglicht.
PRAXISBEZUG
Schoolforlife, VillaBlankaFamily oder schönster Schulplatz, das sind nur ein paar Schlagwörter, die die Tourismusschulen beschreiben. Die praxisnahe Ausbildung ist dabei ein wesentlicher Faktor. Zu den großzügigen Küchen- und Restaurantbereichen im südlichen Trakt wurden im Zuge der Baustufe 2 eine neue Lehrbar für die Jungbarkeeperausbildung, ein neu ausgestatteter EDV-Raum mit 50 topmodernen PCs sowie eine Lehrrezeption mit praxisnahem Unterrichtsmodell geschaffen. In dieser modernen Rezeption mit angrenzendem Backoffice wird – wie in einem echten Hotelbetrieb auch – von der Anfrage eines Gastes bis zur
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Abrechnung alles durchgespielt. Sogar die tägliche Morgenzeitung wird kreiert. In fünf Jahren schließen die SchülerInnen in vier Lehrbereichen inklusive Matura ab. Demnach erhalten die AbsolventInnen der höheren Lehranstalt für Tourismus mit ihrem Abschluss nicht nur die Reife- und Diplomprüfung, sondern zudem die Unternehmerprüfung sowie die Lehrabschlüsse Koch/ Köchin, ReisebüroassistentIn, Hotel- und GastgewerbeassistentIn und Restaurantfachmann/frau. Darüber hinaus besteht in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Tirol die Möglichkeit zur Ablegung der Lehrlingsausbildungsprüfung. „Mit diesem Gesamtpaket sind die AbsolventInnen für einen erfolgreichen Berufsstart bestens vorbereitet“, ist Wechselberger überzeugt. Zu den drei Zweigen International, Office Digital und Touristal der fünfjährigen Ausbildung gibt es die Praxisfachschule „Kulinarische Meisterklasse“. Diese dreijährige Hotelfachschule mit hoher Praxisorientierung bietet mit gleich drei Lehrabschlüssen Koch/Köchin, Restauranfachkraft und Hotel- und GastgewerbeassistentIn eine ideale Vorbereitung auf eine berufliche Karriere in allen Bereichen der Spitzengastronomie und -hotellerie. „Neu ist der dreijährige Aufbaulehrgang, der an diese dreijährige Fachschule mit dem Schwerpunkt ‚Kulinarik trifft Management‘ anschließt und besonders Food-&-Beverage-Management sowie Patisserie im Fokus hat und mit dem Titel Touristikkauffrau/mann sowie Matura abschließt“, ergänzt Wechselberger.
Wer arbeitet, darf chillen: In großzügigen Räumlichkeiten können sich die Schülerinnen und Schüler zurückziehen.
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NACHHALTIGKEIT
Zusätzlich zu den großzügigen Aufenthaltsräumen steht ein breitgefächertes Fitnessangebot für die Freizeit zur Verfügung.
Besonderes Augenmerk wurde im Zuge der Bauarbeiten gelegt, dass ausschließlich Tiroler Firmen für den Neubau inklusive des Ausbaus der Villa Blanka zum Zug kommen. Für den ökologischen Fußabdruck wird eine Photovoltaikanlage auf den Dächern der Tourismusschule installiert und eine Wärmepumpe in Betrieb genommen. „So werden wir das erste Internat sein, das seinen Strom selbst erzeugt und verwendet. Es wird generell großer Wert auf Energieeffizienz gelegt“, berichtet der Schulvereinsobmann Mag. Franz Staggl. Die Bauarbeiten schreiten derweilen trotz Corona zügig voran, die Fertigstellung ist für Mai 2021 geplant. „Mit Schulbeginn 2021 können schon die ersten SchülerInnen die nagelneuen Zimmer beziehen“, freut sich Wechselberger auch mit ein wenig Hoffnung, dass der Schulbetrieb bis dahin wieder in normalem Rahmen stattfinden kann.
BFI TIROL
ZEIT FÜR AUS- UND WEITERBILDUNG Die aktuell schwierige Situation stellt Unternehmen und Mitarbeiter vor neue Herausforderungen, bietet aber auch Chancen. Manche Branchen erfahren gerade jetzt einen zusätzlichen Digitalisierungsschub.
F
ür das Management sowie für die Mitarbeiter gilt es nun, mit den neuen Technologien und den daraus resultierenden Möglichkeiten Schritt zu halten. Oft müssen Geschäftsmodelle stärker hinterfragt und neu ausgerichtet werden. Der Qualifikation der Mitarbeiter kommt dabei eine Schlüsselfunktion zu. Es verändern sich nicht nur die Anforderungen am Arbeitsplatz. Ganze Berufsbilder verschwinden, dafür entstehen aber auch zahlreiche neue Berufe.
ATTRAKTIVE FÖRDERUNGEN FÜR UNTERNEHMEN
Unternehmen können von verschiedenen Förderungen für die Höherqualifizierung ihrer Mitarbeiter profitieren, wie zum Beispiel aktuell die Bildungskarenz Plus des Landes
Tirol oder die Schulungskostenbeihilfe für Beschäftigte in COVID-19-Kurzarbeit des AMS. Das breite Bildungsangebot des BFI Tirol und finanzielle Unterstützungen ermöglichen den Zugang zu wichtigem Know-how sowie die Entwicklung neuer Kompetenzen. Damit werden neue Marktchancen und mögliche Strategien eröffnet, die gerade jetzt für viele Betriebe notwendig sind. „Für Firmen konzipieren wir gerne auch maßgeschneiderte Schulungen, abgestimmt auf die individuellen Anforderungen und Rahmenbedingungen“, unterstreicht Geschäftsführer Othmar Tamerl, MBA. Das BFI Servicecenter in Innsbruck und die Leiterinnen der Bezirksstellen informieren Sie gerne persönlich über mögliche Aus- und Weiterbildungen sowie über die umfangreiche Auswahl an Förderungen! PR
AUSWAHL AKTUELLER SEMINARE • Konflikte und Krisen in der Arbeit mit Gruppen 5. und 6. Februar 2021 • Kommunikation im Home-Office – Führung im Home-Office, was ändert sich? Start am 12. Februar 2021 • 3 Jahre DSGVO – Aktuelles für Datenschutzbeauftragte Start am 5. Februar 2021
• Berufsreifeprüfung Tagesvariante Frühjahr Start am 15. Februar 2021 in Innsbruck
• Ausbildung zum Führen von Baudrehkranen und Fahrzeugkranen über 30 MT Start ab 18. Jänner 2021 • Programmierakademie Berufsbegleitend – Vertiefung Start am 8. März 2021 in Innsbruck
BFI TIROL Ing.-Etzel-Straße 7, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/59 660, info@bfi-tirol.at
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DIE ZUKUNFT HÄNGT DAVON AB, WAS WIR HEUTE TUN. MAHATMA GANDHI
Andrea Gschwenter Ihre Andrea Gschwenter
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OBERHOLLENZER KOMMUNIKATION
„ES BRAUCHT VIEL KOMMUNIKATION“ Über Kommunikationsbedarf, warum Projekte scheitern und resiliente Führung gerade jetzt Sinn macht: Kommunikationsexpertin Birgit Oberhollenzer-Praschberger im Interview anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums von oberhollenzer kommunikation.
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ECO.NOVA: Wir nähern uns dem Jahresen-
de. Wie ist das Jahr gelaufen? OBERHOLLENZER-PRASCHBERGER: Es war natürlich ein Ausnahmejahr. Vieles wurde verschoben, Gott sei Dank nur ganz wenig abgesagt. Großteils konnten wir die geplanten Workshops rasch auf Webinare umstellen. Besonders „Resilienz“-Trainings und Coachings waren gefragt. Dafür haben dann die Tourismusbetriebe sehr aktiv den Sommer in Österreich beworben, was viele Presseaussendungen und PR-Kampagnen bedeutete. Unsere Party zum 20-Jahr-Jubiläum ist leider bis auf Weiteres verschoben. Man muss heuer einfach flexibel sein … 20 Jahre oberhollenzer kommunikation: Was hat sich in 20 Jahren verändert? Als ich im März 2000 als One-Woman-Show gestartet bin, habe ich vom Inserat bis zum
Event im Steinbruch alles gemacht. Im Laufe der Zeit habe ich mich kontinuierlich auf drei Säulen fokussiert: Öffentlichkeitsarbeit, Texte und Training/Coaching. Medienarbeit, das öffentlichkeitswirksame Lancieren von Themen und Inhalten, hat mir immer großen Spaß gemacht. Und die Kombination mit meiner Projektbetreuung – beispielsweise als Koordinatorin für das Jubiläum „200 Jahre Stille Nacht“ – ist immer spannend. Texten ist meine Leidenschaft, da kommt meine journalistische Vergangenheit durch. Trainings und Coachings kamen dazu, weil meine Kunden Unterstützung unter anderem in puncto Präsentation, Rhetorik oder etwa Führung nachfragen. Neben meinem aktuellen Trainingsprogramm entwickle ich maßgeschneiderte Trainingskonzepte nach Bedarf der Unternehmen. Und schließlich
habe ich mir noch die „psychologische“ Brille für die Öffentlichkeitsarbeit verpasst und meinen Master in Training, Coaching & Development an der Uni Salzburg gemacht.
Wie setzen Sie dieses Know-how ein? Diese zusätzliche Vielfalt des Methodenkoffers ist eine Bereicherung: Bei Gesprächsführungen denkt man noch mehr die Kommunikationspsychologie mit. Auch ist es spannend, Formate wie „World Café“ bei der Entwicklung von Kommunikationsstrategien einzusetzen. Und Coachingtechniken lassen sich gut in Führungskräftetrainings einbauen.
Texten ist einer Ihrer Schwerpunkte. Sind Texte noch zeitgemäß? Gerade durch Social Media und das immense Überangebot an Information ist es im Berufsalltag wichtig, Sachverhalte und Botschaften auf den Punkt
OBERHOLLENZER KOMMUNIKATION
Mag. Birgit OberhollenzerPraschberger, MTD
„ D A S F Ü H R U N G S V E R H A LT E N H AT G R O S S E N EINFLUSS AUF DIE ARBEITSZUFRIEDENHEIT DER M I TA R B E I T E R . E S I S T F Ü H R U N G S A U F G A B E , F Ü R E I N E W E R T S C H ÄT Z E N D E U N T E R N E H M E N S K U LT U R Z U S O R G E N . U N D D A S B E G I N N T B E I D E R KO M M U N I K AT I O N .“ BIRGIT OBERHOLLENZER-PRASCHBERGER
zu bringen. Es ist viel schwerer, einen Inhalt in der Kürze von zwei, drei Sätzen darzustellen als eine halbe Seite damit zu füllen. Allerdings lesen wir leider immer weniger. Also braucht es kurze, knackige Texte, um die Aufmerksamkeit der Leser zu halten. Und diese sollten dann auch wissen, was zu tun ist.
Man kann nicht nicht kommunizieren. Wie wichtig ist Kommunikation? Es gibt eine Erhebung, die auflistet, warum Projekte scheitern. Top 1 der angeführten Gründe sind Kommunikationsschwierigkeiten. Und interessanterweise haben mindestens sieben weitere Gründe des Scheiterns indirekt mit Kommunikation zu tun. Denn wenn zum Beispiel Rollenunklarheit im Team herrscht oder Dinge ungesagt bleiben, ergeben sich schnell Konflikte – und eben Kommunikationsprobleme. Hier ist gerade die Führungskraft in der Verantwortung, um für Klarheit und eine gute Gesprächskultur zu sorgen.
Das heißt, Kommunikation ist Führungsaufgabe? Ja, das Führungsverhalten hat großen Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter. Es ist Führungsaufgabe, für eine wertschätzende Unternehmenskultur zu sorgen. Und das beginnt bei der Kommunikation. Eine Organisation mit einer gelebten Vertrauens- und Feedbackkultur ist gut aufgestellt.
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Das wäre doch in der aktuellen Situation wichtig? Gerade jetzt, wo wir vielfach virtuelle Führung, also Führung auf Distanz durch Homeoffice haben, geht es um Vertrauen, Ermutigung bzw. Empowerment, also resiliente Leadership. Und dazu gehört ganz viel Kommunikation zur Teambindung, wie ich das auch in meinen Webinaren vermittle.
Was ist resiliente Leadership? Resilienz ist die Widerstandskraft eines Menschen bzw. einer Organisation, mit schwierigen Situationen konstruktiv umzugehen. Ich habe mich im Rahmen einer Studie eingehend mit dem Thema Resilienz und Führung beschäftigt. Meine Befragung von über 100 österreichischen Top-Führungskräften zeigte unter anderem die Bereitschaft, Resilienz im Unternehmen bewusst zu fördern. Wie fördert man Resilienz? Resilienztrainings dienen dazu, die Widerstandsfähigkeit zu stärken. Individuelle Coachings bieten sich an, um mit der Führungskraft an Mindset und persönlichen Ressourcen wie Selbstwirksamkeit zu arbeiten. Es geht um Selbstreflexion und die kritische Auseinandersetzung mit Führungsrolle und -verhalten. Ab und zu ein Perspektivenwechsel macht gelassener – und das kann besonders jetzt nicht schaden. PR
SUPERKRAFT FÜR FÜHRUNGSKRÄFTE Resilienz hat jeder, jedoch unterschiedlich stark entwickelt. Die gute Nachricht: Resilienz ist förder- und trainierbar! Trainings, Webinare und Coachings aktivieren individuelle Ressourcen wie Gelassenheit, Achtsamkeit, Selbstvertrauen etc.
Praxisfibel für resiliente Führung in herausfordernden Zeiten, basierend auf einer Befragung von über 100 TopFührungskräften aus Österreich (Uni Salzburg 2019, Autorin: Mag. Birgit OberhollenzerPraschberger, MTD)
Strategische Kommunikationsberatung, Training und Coaching –
www.oberhollenzer.at
ZUKUNF
bildung & innovation
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T I R O L I N N O VAT I V
SUPER SCHLAPPEN Nachhaltiges, faires und ökologisches Handeln wird in der Tourismusbranche in den nächsten Jahren eine immer wichtigere Rolle spielen. Das Tiroler Start-up Coraldo erkannte den Trend und bietet Hoteliers die Möglichkeit, mit einfachen Maßnahmen viel zu bewirken. Zu den Produkten des Unternehmens zählen Zahnbürsten aus Bambus, nachhaltige Wattestäbchen und -pads in Form eines Vanity-Kits und vor allem Premium-Slipper. Diese sind wie alle anderen Produkte komplett frei von Plastik und bestehen ausschließlich aus natürlichen Materialien wie Kork, Leinen, Vlies oder Flachs. Die schlichten Slipper gibt es auch für den Wellness- und Nassbereich. Zudem sind die Produkte stylish verpackt – natürlich in Papier, Biokarton oder Säckchen aus Maisstärke. Alle Accessoires sind auf Wunsch mit persönlichem Branding und jeweiligem Hotellogo erhältlich. www.coraldo.com
eco.zukunft F R AU E N, D IE U N S AU F G E FA L L E N S IN D
F R A U E N S TÄ R K E N
APFEL-UPCYCLING Künftig könnte die Kosmetik- und Reinigungsindustrie Pressrückstän de aus der Apfelsaft-Produktion in Tirol nutzen. Vor Kurzem starteten BIO vom BERG, Hollu, Cura Marke ting und das Management Center Innsbruck (MCI) ein innovatives Forschungsprojekt. 218.000 Euro Budget stehen dafür zur Verfügung. Die beteiligten Betriebe investieren jeweils eigene Mittel in das Projekt. Im Labor funktioniert das Umwan deln der Apfeltrester zu verwertba ren Rohstoffen bereits. In den kom menden Monaten soll der Theorie die Praxis folgen.
Gesellschaftliches Engagement von der Pike auf lernen – das ist das Ziel des Kompetenzlehrgangs „Nüsse knacken – Früchte ernten“, der am 5. Februar 2021 zum inzwischen 20. Mal startet. Ziel ist es, die Teilhabe von Frauen in öffentlichen Gremien, Verei nen oder Institutionen zu stärken und damit frauenspezifischen Anliegen in gesellschaftspolitischen Entscheidun gen mehr Nachdruck zu verleihen. Die Lehrgangskosten betragen 520 Euro, Anmeldeschluss ist der 20. Jänner 2021. Infos und Anmeldung unter www.tirol.gv.at/frauen-aktuelles
NICOLE CONCIN Mit Nicole Concin wird 2021 erstmals eine Expertin aus Österreich an der Spitze der „Europäischen Gesellschaft für gynäkologi sche Onkologie“ (ESGO) stehen. Die gynä kologische Onkologin und Professorin für Experimentelle Frauenheilkunde an der Me dizinischen Universität Innsbruck fungiert derzeit im ESGO-Vorstand als „gewählte“ Präsidentin. Anlässlich des Welttags der gynäkologischen Onkologie macht die ge bürtige Vorarlbergerin darauf aufmerksam, dass es in ihrem Fachgebiet noch viel zu tun gibt im Bereich der Vorsorge, Behandlung und Forschung.
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UND WIE WIR HASSEN Herausgeberin: Lydia Haider Kremayr&Scheriau, 160 Seiten, EUR 19,90 Frauen sind zartbesaitet, das besonnene und diplomatische Geschlecht? Dieses Buch beweist: nope. Lydia Haider hat 15 Autorinnen versammelt, die mit furiosen Hassreden aufwarten: gegen das Patriarchat, die politische Lage, gegen alles. An manchen Stellen wirkt es etwas zu gewollt, alles in allem aber zeigt es: Auch Frauen können Wut.
B I L D U N G S I N N O VAT I O N S P R E I S 2 0 2 1 Das Land Tirol schreibt seit 2010 biennal einen Bildungsinnovationspreis aus. Für das Jahr 2021 wurde der Themenschwerpunkt „Demokratie leben & gestalten – Konzepte und Projekte der Tiroler Erwachsenenbildung zur Unterstützung eines demokratiepolitischen Handelns in der Tiroler Bevölkerung“ gewählt. Bei der Aus zeichnung geht es um innovative Konzepte und Ideen, die Bürger*innen dazu an regen, sich kritisch reflektiert auf lokaler und regionaler Ebene einzubringen und damit eine demokratische Gesellschaft lebendig zu halten. Einreichungen sind bis 31. Jänner 2021 möglich. Infos unter www.tirol.gv.at/kunst-kultur/preise
Susanne E. Herzog und Kurt Matzler vergeben das Südstern-Stipendium
K A R O L A O B OJ E S -WA H L E R Als Netzwerk der Südtiroler*innen im Aus land fördert Südstern Austausch und Kom munikation unter seinen Mitgliedern sowie deren berufliches und persönliches Fortkom men. Seit zehn Jahren arbeitet Südstern mit dem MCI zusammen. Nun wurde gemeinsam ein attraktives Stipendienmodell exklusiv für Südstern-Mitglieder entwickelt, das ein hochwertiges MBA-Studium für im Ausland lebende Südtiroler*innen zu besonders günstigen Konditionen zugänglich macht. Das mit 10.000 Euro dotierte Stipendium ging heuer an die Virologin Dr. Karola Obo jes-Wahler.
„T R Ä U M E D I R D E I N L E B E N S C H Ö N U N D M A C H A U S D I E S E N T R Ä U M E N E I N E R E A L I TÄT.“ MARIE CURIE
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FRAUEN IN DER EUREGIO Wie lassen sich Beruf und Familie im Vergleich zwischen Tirol, Südtirol und dem Trentino vereinbaren? Wie sieht es mit Chancengleichheit, politischer Beteiligung oder Gendermedizin in den drei Ländern aus? Diese und viele weiteren Fragen werden in einer Publikation „Die Frau in der Europa region Tirol-Südtirol-Trentino“ beantwortet. Die umfassenden Ergebnisse geben Auskunft über die Situation von Frauen und Männern in der Europaregion und stellen die Basis für weiterführende Projekte dar. Neben allgemeinen Daten zu Gebiet und Bevölkerung informiert die Publikation über Familie und soziales Umfeld, Gesundheit, Bildung, Arbeit, politische Beteiligung und schließlich auch über geschlechtsspezifische Gewalt. Download unter www.europaregion.info (Aktuelles / Publikationen)
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„ D U H A S T G E TA N , WA S D U KO N N T E S T. A L S D U E S B E S S E R KO N N T E S T, H A S T D U E S B E S S E R G E M A C H T.“
WIDER DAS WINTERTIEF Laut einer Studie des Instituts Karmasin Behavioural Insights trinken 73 Prozent der Österreicher*innen regel mäßig Kaffee, 47 Prozent Cola und Energydrinks, um ihre Konzentration während der Arbeit zu steigern. Diese Ge tränke machen zwar kurzfristig wacher, doch gleichzeitig werden innere Unruhe und Nervosität erhöht. Die Folge ist, dass die Konzentration letztlich darunter leidet. Für einen natürlichen Energiepush sorgt nao brain stimulati on. Das Dragee aus pflanzlichen Wirkstoffen unterstützt durch die Kombi von Matcha und grünen Kaffeebohnen die Konzentration und Gehirngesundheit bis zu acht Stunden lang. Die Dragees helfen auch gegen Wintermüdigkeit und Lockdown-Blues. Erhältlich im 7er-Pack um 4,99 Euro bei BIPA, Merkur und im Onlineshop unter www.nao-brain.at
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M AYA A N G E L O U
Der unterschätzte Krebs In Österreich erkranken jährlich etwa 1.600 Menschen neu an Harnblasenkrebs, wobei cirka drei Viertel aller Neuerkrankungen auf Männer entfällt. Das Harnblasenkarzinom gehört damit zum zweithäufigsten urologischen Tumor. Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Harnblasenkrebs ist das Rauchen, das für etwa die Hälfte aller Karzinomfälle verantwortlich ist. Der Harnblasenkrebs gilt nach dem Lungenkrebst als die zweithäufigste Krebserkrankung bei Raucher*innen. In rund 75 Prozent aller Erstdiagnosen handelt es sich um nicht-invasive Tumoren, die organerhaltend therapiert werden können. Allerdings metastasieren 50 Prozent aller lokal begrenzten invasiven Tumoren im Laufe der Zeit trotz radikaler Operation. Passiert dies, sind die Prognosen leider sehr schlecht. Ein neues EU-Projekt an der Abteilung für Experimentelle Urologie an der Innsbrucker Universitätsklinik für Urologie (Direktor: Wolfgang Horninger) der Medizinischen Universität Innsbruck soll zu Verbesserungen der individuellen Behandlung vor allem im metastasierten Status führen.
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EXCEET
AUS TIROL FÜR TIROL Die Hypo Tirol Landesbank tauscht im November den gesamten Bestand der in Umlauf befindendlichen Debitkarten (Bankomatkarten) und stattet zusammen mit der Firma exceet Card aus Kematen alle Kundinnen und Kunden mit der ersten nachhaltigen Debitkarte aus.
Die beiden exceet-Card-Geschäftsführer Robert Wolny (li.) und Ulrich Reutner
Mit Bankkarten aus r-PETG oder Holz erfüllt exceet den steigenden Bedarf an nachhaltigen und innovativen Lösungen im Paymentbereich.
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ie neue Bankomatkarte der Hypo Tirol Bank ist zu 100 Prozent aus wiederverwertetem Altplastik und trifft damit nicht nur den Zeitgeist, sondern spiegelt auch die Überzeugung der beiden Partnerunternehmen wider: „Unser Anspruch ist es, den Tirolerinnen und Tirolern verantwortungsvolle, innovative und regionale Lösungen zu bieten. Wir sind stolz, dass es uns gelungen ist, eines der wichtigsten Bankprodukte an die Anforderungen der Zeit anzupassen und damit einen Meilenstein zu setzen. Ein wunderbares Beispiel, wie regionales Know-how und regionale Wertschöpfung zum Erfolg des Wirtschaftsstandorts und der Zufriedenheit der Verbraucherinnen und Verbraucher beitragen“, sind sich die beiden exceet-Card-Chefs Robert Wolny und Ulrich Reutner mit Hypo-Tirol-Vertriebsvorstand Hannes Haid einig.
T iroler Experte für Payment-Karten Warum sich die Landesbank für eine Zusammenarbeit mit dem Kartenproduzenten aus Kematen entschieden hat, liegt auf der Hand: „Regionalität und Nachhaltigkeit sind zwei Eckpfeiler unserer Geschäftspolitik. exceet Card hat die umweltfreundliche Lösung verwirklicht, nach der wir suchten, und fertigt in
Tirol“, erklärt Haid und Robert Wolny, Gründer und CEO der exceet Card Austria, ergänzt: „Bereits seit mehreren Jahren nutzen wir für unsere Produktionsanlagen nachhaltige Energie für die Fertigung von Smartcards jeder Art. Die Photovoltaikanlagen auf den Dächern unserer Produktionsgebäude in Kematen tragen wesentlich zu unserer CO2-neutralen Strategie bei. Für den Stromverbrauch, der nicht nur durch Photovoltaik gedeckt werden kann, wird Ökostrom verwendet. Dadurch vermeiden wir in der Produktion mehr als 400 Tonnen CO2 pro Jahr und es ist uns gelungen, weitestgehend CO2-neutral zu produzieren. Bei einer jährlichen Kartenproduktion von mehr als 350 Millionen Karten ist dies ein beachtlicher Fortschritt und ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz. Gleichzeitig haben wir unser Know-how bei der Fertigung von Plastikkarten genutzt, um klassische Kunden-, Zutritts- oder Bankkarten aus alternativen nachhaltigen Materialien herzustellen. Aktuell bieten wir Bankkartenköper aus 100 Prozent recyceltem PETG an. Diese Karten müssen höchsten Sicherheitsvorschriften genügen und, gemäß Richtlinien von VISA und Mastercard, besondere Eigenschaften bezüglich der Materialbeschaffenheit erfüllen. Wir sind stolz, dass die Hypo
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Das Kemater Unternehmen deckt einen großen Teil seines Stromverbrauchs durch die hauseigene Photovoltaikanlage.
Tirol mit uns diesen Schritt gemeinsam geht und damit insbesondere im österreichischen Bankenmarkt eine Vorreiterrolle im Sinne von nachhaltigem Banking und umweltbewusster Verantwortung übernimmt. Um unserem Anspruch der Marktführerschaft weiter gerecht zu werden, haben wir zwischenzeitlich eine Karte aus Holz entwickelt und bei Visa und Mastercard zertifizieren lassen. Diese Karte bietet bei vollem Funktionsumfang einer herkömmlichen Bankkarte (auch kontaktlos!) mit ihrer perfekten Holzhaptik ein ideales Zahlungsmittel im Bereich Green Banking. Weitere Infos unter www.exceet-card-group.com
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VO R D VO RH EN AN G
VON KEMATEN NACH KALIFORNIEN Die Mikrobiologin Daniela Weiskopf forscht seit mehr als zehn Jahren am renommierten La Jolla Institute for Immunology in San Diego an Viren, darunter auch am Coronavirus. Aus einem geplanten fünfjährigen Aufenthalt wurde eine akademische Laufbahn in der universitären Spitzenforschung. TEXT: MARIAN KRÖLL
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eit Beginn dieses Jahres hält ei„Von allen Organen, die wir haben, ist das ne besonders tückische VarianImmunsystem mit jenes, das am schnellsten te des Coronavirus die Welt im altert“, sagt Weiskopf. Das ist besonders vor Bann. Es beeinflusst unser aller dem Hintergrund, dass die Gesellschaft imLeben, bei den einen mehr, bei mer älter wird und ältere Menschen aktiver anderen etwas weniger. Zur ersteren Gruppe und mobiler sind als früher, von Bedeutung. gehört zweifellos die Tiroler Mikrobiologin Das vermag auch teilweise zu erklären, waDaniela Weiskopf. Wir sprechen mit ihr über rum dieses Coronavirus tendenziell für älteVideotelefonie in ihrem Büro in San Diego. re Menschen wesentlich gefährlicher ist als Die Kematerin ist seit mehr als zehn Jahfür jüngere. „Das Faszinierende an diesem ren in den USA. Ursprünglich war ihr ein Virus ist, dass manche nach einer InfektiForschungsaufenthalt von eton kaum Symptome haben, wa fünf Jahren vorgeschwebt. andere dagegen sterben. Das „V O R 2 0 2 0 Daraus ist längst ein unbefrisein ziemlich breites SpekWA R I C H V I E L ist teter Aufenthalt geworden. trum“, so die Mikrobiologin, A M W E G .“ „Ich habe immer schon an aufdie darin durchaus ÄhnlichDANIELA WEISKOPF kommenden Viren gearbeitet, keiten zu dem vor Corona zum Beispiel solchen, die von von ihr intensiv beforschten Moskitos übertragen werden, wie Dengue Dengue-Virus ausmacht, das von der Tigerund Zika. Im Frühjahr hat sich plötzlich alles mücke übertragen wird. Letztere wurde übgeändert und es war ein neues Virus da, an rigens auch in Tirol schon gesichtet, wenn dem man arbeiten hat müssen“, erzählt die auch noch ohne Virus. „Meine Mutter war Forscherin. Dieses Virus war Sars-CoV-2. An ganz besorgt deshalb“, erzählt die Kematerin. ihrer grundlegenden Methodik und ArbeitsChemie und Biologie waren schon wähweise hat sich dadurch allerdings nichts gerend der Schulzeit im Meinhardinum in ändert, erklärt Weiskopf: „Das ist der Grund, Stams ihr Steckenpferd. Ihr damaliger Chewarum wir so schnell auf dieses neue Virus mielehrer habe ihr deshalb auch die Mikroreagieren konnten.“ Schneller als die meisten biologie, die beide Disziplinen verbinde, ans anderen Forschungseinrichtungen. Herz gelegt. In ihrer Studienzeit hat Daniela Weiskopf schon ein annähernd ausgeglichenes Verhältnis zwischen Männern und FASZINATION VIREN Frauen erlebt. Das ist in den NaturwissenWeiskopf hat in Innsbruck Mikrobiologie schaften aber noch immer keine Selbstverstudiert. Schon damals hat sie sich in erster ständlichkeit. „Der Anteil von Frauen dünnt Linie dafür interessiert, wie der menschliche sich merklich aus, je höher man geht“, sagt Körper bzw. das Immunsystem Viren und die Assistenzprofessorin. An ihrem jetzigen Bakterien erkennt. In ihrer Diplomarbeit Arbeitsplatz in San Diego betrage der Fraubefasst sich die junge Wissenschaftlerin zuenanteil etwa ein Drittel. nächst damit, ob es immunologische UnterNach ihrem Studium in Innsbruck wollschiede zwischen alten und jungen Mente Weiskopf immer schon in ein englischschen gibt und wie diese sich manifestieren.
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„DER ANTEIL VON FR AUEN DÜNNT SICH MERKLICH AUS, J E H Ö H E R M A N G E H T.“ DANIELA WEISKOPF
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sprachiges Land gehen, denn Englisch sei schließlich die Sprache der Wissenschaft. Am Institut ihres derzeitigen Chefs Alessandro Sette in La Jolla in Kalifornien sei damals eine Postdoc-Position frei gewesen, für die sie sich spontan beworben habe. Der Rest ist sozusagen History. Weiskopf hat die Stelle bekommen und ist 2009 nach San Diego gezogen. „Damals war mir aber noch gar nicht bewusst, dass San Diego wirklich schön ist. Ich bin ja wegen der Arbeit hierhergezogen“, erinnert sie sich. Das Institut sei zudem eines der besten weltweit, um Immunologie zu studieren. Nach ihrem Postdoc wird Weiskopf zum Instructor befördert, den es – als Zwischenstufe zwischen Postdoc und Assistenzprofessor – in Österreich so nicht gibt, und danach weiter zur Assistenzprofessorin. Heute arbeitet Weiskopf am Aufbau ihres ganz eigenen Forschungsteams und verwaltet eigene Forschungsgelder. Es gefällt ihr in Kalifornien, eine Rückkehr nach Europa – irgendwann – will sie dennoch nicht ausschließen. In der alten Heimat ist die vielbeschäftigte Forscherin „mindestens einmal pro Jahr“, in der Regel zu Weihnachten und, falls es sich einrichten lässt, zusätzlich eine Woche im Sommer. Ob sich das in diesem Jahr, in dem nichts ist wie immer, ausgehen wird, steht noch nicht fest.
EIN NEUER GEIST IN DER WISSENSCHAFT
Doch an dieser Krise ist zumindest in wissenschaftlicher Hinsicht nicht alles schlecht. Es wurde und wird nämlich in beispielloser Geschwindigkeit an einer Impfung geforscht. Das hat auch damit zu tun, dass ein neuer Geist der Zusammenarbeit in der wissenschaftlichen Community Fuß gefasst hat. „Das erste Mal, dass wissenschaftliche Erkenntnisse in derart hohem Ausmaß geteilt wurden, habe ich bereits beim Auftre-
ten des Zika-Virus vor fünf Jahren erlebt“, sagt Weiskopf. Jetzt, beim Coronavirus, sei es wieder so. Derzeit forscht sie an den T-Zellen, das ist eine Gruppe weißer Blutzellen, die der Immunabwehr dienen. Diese Zellen erkennen, ob eine andere Zelle mit einem Virus infiziert ist, und können diese eliminieren. „Der Antikörper erkennt, wenn das Virus außerhalb der Zelle ist, die T-Zelle dann, wenn das Virus schon in sie eingedrungen ist“, erklärt Weiskopf dem Laien. Sie will wissen, welche Teile des Virus von den T-Zellen konkret als viral erkannt werden. „Diese Information haben wir sehr früh im Verlauf der Pandemie geteilt und die notwendigen Reagenzien an über hundert verschiedene Labore in aller Welt kostenlos weitergegeben“, erzählt die Forscherin. Dass die Impfstoffentwicklung so rasch vorangegangen sei, habe unter anderem damit zu tun, dass Verfahren beschleunigt worden seien bzw. parallel ablaufen und den Entwicklern außerdem das finanzielle Risiko weitgehend von der öffentlichen Hand abgenommen worden sei. Glaubt Weiskopf, dass die Kooperation bzw. Kollaboration in der wissenschaftlichen Community in einer Welt nach Corona, in der es viele andere medizinische Herausforderungen gibt, so erhalten bleibt? „Ich glaube schon, weil die Generation, die heute am Werk ist, nicht mehr so sehr auf Konkurrenz getrimmt ist.“ Die Tirolerin hat bei ihrer Arbeit am Coronavirus gemeinsam mit Kollegen unter anderem herausgefunden, dass Teile des Immunsystems bereits mit Teilen des Virus vertraut gewesen waren, ehe es aufgetreten ist. Das hat man mittels Blutproben aus den Jahren 2015 bis 2018 nachgewiesen. Eine Hypothese ist, dass es sich dabei um nahe Verwandte dieses Virus handeln musste, etwa Schnupfenviren, die vielfach auch Coronaviren sind. „Es kann sein, dass
das hilft, schadet oder überhaupt keinen Unterschied macht“, ist sich Weiskopf über die Implikationen der Forschungsergebnisse noch nicht im Klaren. Fest steht allerdings, dass die Immunantwort aus dem sogenannten Immungedächtnis kommt.
KASSPATZLN IN KALIFORNIEN
„Bis auf dieses Jahr, wo so gut wie niemand reisen kann, bin ich für meine Arbeit sehr viel gereist, nicht nur innerhalb der USA, sondern auch in Lateinamerika. Das kommt, weil ich hauptsächlich an Viren arbeite, die dort sehr präsent sind“, sagt Weiskopf. „Vor 2020 war ich viel am Weg.” Bei ihren beruflichen Reisen versucht sie, nach Möglichkeit ein paar Tage anzuhängen, um Land und Leute kennenzulernen. Obwohl sich vieles in den USA während der Trump-Jahre verändert hat, ist ihr privates und berufliches Umfeld im Großen und Ganzen dasselbe geblieben. Privat besucht Weiskopf immer wieder Mexiko. Schließlich liegt San Diego nur rund eine halbe Autostunde von der Grenze entfernt. Wenn Daniela Weiskopf nicht forscht und/oder reist, lebt sie einen kalifornischen Lifestyle. Oder das, was man in Europa dafür hält: Sie ist gerne und viel am Strand, läuft, spaziert und surft. Außerdem kocht sie gerne. „Ich weiß nicht, ob es eine typische Kalifornierin gibt“, sagt Weiskopf, lacht und ergänzt: „All die Dinge, die man hier gerne macht, mache ich auch gern.“ Der Wissenschaftlerin mangelt es also in Übersee an nichts. Natürlich vermisst sie ihre Familie, die vollständig in Tirol wohnt. Und das Skifahren im Winter. Und die Christkindlmärkte. In kulinarischer Hinsicht kämpft sie unter anderem mit einem „Spatzleisen“, auch Spätzlereibe genannt, die ihr der Bruder vor ihrem Umzug in die USA geschenkt hat, gegen aufkommendes Heimweh an. Mit Erfolg. So wie in der Forschung.
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ie teleCONSULT Medienstele ist nie der Hauptdarsteller, macht aber als All-in-one-Lösung mit Plug-and-Play-Funktionalität Online-Meetings zur gerne in Anspruch genommenen Selbstverständlichkeit. Die teleCONSULT im edlen USM Haller Design fügt sich mit ihrer ebenso dezenten wie aufgeräumten Anmutung nahtlos in jedes Büro und jeden Besprechungsraum ein. Durch die spezielle Kameraposition entsteht beim Gegenüber ein ähnlicher visueller Eindruck, als würde man dem Gesprächspartner persönlich gegenübersitzen. Drei vorprogrammierte, per Fernsteuerung wählbare Kamera-Presets setzen den Anwender stets perfekt in Szene, für die dazugehörige Audio-Qualität sorgt ein kabelloses Sennheiser Schwanenhalsmikrofon. Man muss als Anwender auch nicht
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DRUCKEN, FORSCHEN UND BACKEN 74
Judith Hagenbuchner kocht und backt gerne. In ihrer Freizeit. Beruflich leitet sie mit ihrem Kollegen Michael Außerlechner Österreichs erstes 3-D-Biodruck-Labor, das an der Medizinischen Universität Innsbruck angesiedelt ist. Und das, was sie dort macht, ist – wie die Wissenschaftlerin gelegentlich erwähnt – dem Kochen und Backen tatsächlich gar nicht so unähnlich. TEXT: MARIAN KRÖLL
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ach Innsbruck ist die gebürtige Oberösterreicherin, die am Campus Wels Bio- und Umwelttechnologie studiert hat, quasi per Zufall gekommen. Durch ihr Pflichtpraktikum im 7. Semester, das sie an der Kinderklinik absolviert hat. „Ich habe damals erkannt, dass es die Biologie ist, die mich an der Biotechnologie am meisten fasziniert“, sagt die Forscherin. Hagenbuchner kann auch ihre Diplomarbeit in Innsbruck schreiben. Das Doktoratsstudium folgt. Dadurch rückt Judith Hagenbuchner gewissermaßen näher an den Menschen, schließlich sei es in ihrem Grundstudium eher um „Müllaufbereitung, Kläranlagen und Fermentieren“ gegangen. Macht nichts, denn heute – im 3-D-Biodruck – profitiert die Wissenschaftlerin von ihren profunden technischen Kenntnissen. „Die Maschinchen, die wir für unsere Forschung brauchen, drucken wir uns fast alle
selbst im 3-D-Druck“, sagt Hagenbuchner. Natürlich nicht im Biodruck, sondern im konventionellen 3-D-Druck. Im Biodruck wird aber nicht aufgeschmolzenes Plastik gedruckt, sondern gelartige Strukturen, in denen Zellen überleben können.
TIEREN VERSUCHE ERSPAREN
Hagenbuchner kommt ursprünglich aus der Krebsforschung, genauer gesagt beschäftigt sie sich seit mehreren Jahren mit experimentellen Therapien im Zusammenhang mit dem kindlichen Neuroblastom, der zweithäufigsten Krebserkrankung im Kindesalter. „Solche experimentellen Therapien muss man meistens in einem Tierexperiment beweisen. Da wir nicht sehr gerne Tierexperimente machen, haben wir uns Methoden überlegt, um diese Experimente zu reduzieren, beziehungsweise zu ersetzen. So sind wir aufs Biodrucken gestoßen“, führt Hagenbuchner aus.
Das 3-D-Biodruck-Labor ist also zunächst aus ethischen Motiven entstanden. Seit drei Jahren steht ein entsprechender State-ofthe-Art-Drucker in Innsbruck, der eine ganze Palette an Anwendungsmöglichkeiten eröffnet. Darunter den Druck eines dreischichtigen, lebenden Hautmodells, bei dem mit lebenden Zellen versetzte Protein-Gele auf einen Plexiglas-Chip gedruckt werden. Nächstes Ziel des Labors ist es, die Produktion dieses Skin-on-Chip zu standardisieren und der menschlichen Haut mit ihren unzähligen kleinen Blutgefäßen so ähnlich wie möglich zu machen. „Dann kann diese Haut in einer ganzen Bandbreite von Fragestellungen verwendet werden, sei es die Hautalterung, Kosmetikatestungen, Hautparasiten, die Infektionen verursachen. Je näher wir der echten Haut kommen, desto besser die Ergebnisse“, führt Hagenbuchner aus. Die nächste Hürde, die die 3-D-Biodrucker nehmen wollen, ist es, der Haut aus dem
eco.zukunft DEN VOR ANG H VOR
„ICH INVESTIERE GERNE ZEIT IN DIE L E H R E , W E I L E S EZimmermann I N E W I L L KO M M E N E Ganahl Aktiengesellschaft A B W E CObere H S Lend L U14N G Z U M L A B O R A L LTA G A-6060 Hall in Tirol I S T, M I T U N T E R S C H I E D L I C H E N T +43 (0)5223/579 65-0 M E N S C H E N Z U A R B E I T E N .“ info@zimmermann-ganahl.com www.zimmermann-ganahl.com
JUDITH HAGENBUCHNER
Labor andere Zelltypen hinzuzufügen, damit sie kaum mehr vom „Original“ zu unterscheiden sein wird. Und tatsächlich ist es noch die große Kunst im Biodruck, unterschiedliche Zelltypen zu „drucken“ bzw. in das biologische Grundgerüst einzubringen. Die Zellen organisieren sich in der Folge selbständig, indem die Zellen mit diversen Wachstumsfaktoren von außen stimuliert werden. Derzeit werden im 3-D-Biodruck-Labor außerdem noch Muskeln gedruckt sowie eine Art Mesothel-on-Chip, mit dem die Metastasierung des Ovarialkarzinoms erforscht wird.
ORGANE AUS DEM DRUCKER
Seit 2005 ist Hagenbuchner nun schon in Tirol, seit 2011 forscht sie an der Uniklinik. Die universitäre Lehre ist ihr ein Anliegen: „Ich investiere gerne Zeit in die Lehre, weil es
eine willkommene Abwechslung zum Laboralltag ist, mit unterschiedlichen Menschen zu arbeiten.“ Privat liest, kocht und backt sie bevorzugt. „Ich bin begeisterte Brotbäckerin. Das ist so ähnlich wie das Biodrucken, da wirft man auch einige Zutaten zusammen“, stellt die Wissenschaftlerin einen witzigen Vergleich an. Die organischen Drucker sind übrigens vom Prinzip her jenen sehr ähnlich, die die Lebensmittelindustrie zukünftig einsetzen könnte, um Fleisch zu erzeugen. Ein israelisches Unternehmen produziert bereits Steaks im 3-D-Drucker. Doch Judith Hagenbuchner bleibt lieber beim Brot und nutzt den unieigenen 3-D-Drucker lieber dafür, die Medizin voranzubringen. Ein Missverständnis, welches sie gegenüber Laien häufig auszuräumen hat, ist jenes, dass die Zellen
selbst gedruckt würden. „Wir drucken mit Zellen. Diese müssen wir ganz konventionell 2-D kultivieren und vermehren. Wir bringen mit dem Drucker diese Zellen in eine spezifische Struktur“, konkretisiert die Wissenschaftlerin. „Der Hauptbestandteil dieser Strukturen ist eine modifizierte Gelatine, die man auch zum herkömmlichen Kuchenbacken hernehmen könnte.“ Da ist sie wieder geschlagen, die Brücke vom Labor in die Küche. Im Gegensatz zur handelsüblichen Gelatine wird die Hagenbuchner’sche Variante fest, wenn sie mit blauem Licht angestrahlt wird, mit dem die gedruckten Strukturen im Labor ausgehärtet werden. Man hat mit dem 3-D-Biodruck bereits eine menschliche Blase gedruckt, die vor 14 Jahren transplantiert wurde und bis heute funktioniert. Bis man ein komplexeres, aus unterschiedlichen Geweben bestehendes Organ drucken können wird, dürften noch Jahre vergehen. „Die Blase besteht nur aus einem Zelltyp und ist eine relativ einfache Struktur“, weiß Hagenbuchner. Bei einer Niere oder einem Herzen ist das ganz anders. „Ich kann mir allerdings vorstellen, dass es nicht mehr so lange dauert, bis eine Leber gedruckt werden kann“, sagt die Forscherin. Für die Transplantationsmedizin wäre der Druck von Organen mit körpereigenen Zellen ein Paradigmenwechsel. Abstoßungsreaktionen bei Transplantaten und damit verbunden die lebenslange Unterdrückung des Immunsystems bei Organempfängern würden damit der Vergangenheit angehören. Jedenfalls wird man von dieser vielversprechenden Technologie höchstwahrscheinlich noch eine ganze Menge hören. Und der eine oder andere Erfolg wird in Innsbruck, unter Judith Hagenbuchners Augen, entstehen.
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AMS TIROL
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Der neue AMS-Tirol-Landesgeschäftsführer Alfred Lercher kann sich auf sein Managementteam und seine Vizechefin Sabine PlatzerWerlberger verlassen. Neu im ExpertInnenteam: Theresa Muigg (Service für Arbeitsuchende, li.) und Dietmar Weiss (Förderungen, re.).
WECHSEL AN DER SPITZE DES AMS TIROL Alfred Lercher übernimmt in stürmischen Zeiten die Führung des AMS Tirol. Ihm zur Seite steht Sabine Platzer-Werlberger und ein breit aufgestelltes Managementteam von 5 ExpertInnen. Oberste Priorität hat der Kampf gegen die Corona-Arbeitslosigkeit.
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eit Anfang Dezember ist beim AMS Tirol ein neues Führungsduo am Start. Mitten in der Coronakrise, die Tirol eine Rekordarbeitslosigkeit bescherte, hat Alfred Lercher die Landesgeschäftsführung übernommen. Auf die obligatorischen 100 Tage Einarbeitungszeit verzichtet er, denn die Corona-Arbeitslosigkeit kann nicht warten. Machbar ist das aufgrund seiner lang-
jährigen Erfahrung und der Fachkompetenzen seines Managementteams. Ihm zur Seite steht Sabine Platzer-Werlberger, die bereits unter Lerchers Vorgänger Anton Kern, als Vize-Chefin die AMS Führung mittrug. Alfred Lercher ist seit 1. Dezember 2020 neuer Landesgeschäftsführer des AMS Tirol. Lercher wurde am 30. Juni nach einem
Hearing vom AMS-Verwaltungsrat einstimmig gewählt. Der Ehrwalder ist seit 18 Jahren beim AMS und leitete zuletzt die Abteilung Service für Arbeitsuchende. Er gilt als besonnen, krisenfest und fachkompetent. „Die Zeiten sind stürmisch und eine derart angespannte Situation am Tiroler Arbeitsmarkt hat es seit Jahrzehnten nicht gegeben. Für mein Team und mich heißt das, FOTOS: © DIE FOTOGRAFEN
AMS TIROL
wir müssen rasch konkrete Lösungen anbieten, in Arbeit vermitteln, wo das möglich ist, ausbilden und höherqualifizieren, wo es derzeit keine offenen Stellen gibt, und auch bei aufrechten Arbeitsverhältnissen Weiterbildungen anbieten, damit unsere Tiroler Betriebe ihr Personal halten können. Sorge macht mir die Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit. Die Situation der Jungen ist in Tirol Gott sei Dank besser als in Restösterreich, doch auch hier haben wir mit der überbetrieblichen Lehre konkrete Unterstützungsangebote.“
Sabine Platzer-Werlberger, stv. Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol seit 2013, fokussiert sich neben ihren Agenden als Vizechefin auf die Bereiche Bildung, Berufsorientierung und Kommunikation. „Die Coronakrise 2020 hat bereits vorhandene Probleme am Arbeitsmarkt nochmals drastisch verstärkt. Speziell Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung waren die Ersten, die ihre Arbeit heuer verloren haben; und viele werden leider auch längerfristig arbeitslos bleiben. Die AMS-TirolBildungsoffensive setzt genau hier an. Wir nutzen diese schwierige Zeit und bilden systematisch Fachkräfte für die Zukunft aus. Denn diese brauchen die Tiroler Betriebe, jetzt und ganz besonders für die Zeit nach der Pandemie. Mein Credo lautet: Gute Bil-
„NUTZEN WIR DIESE S C H W I E R I G E Z E I T, U M FA C H K R Ä F T E FÜR DIE ZUKUNF T A U S Z U B I L D E N .“ S A B INE P L AT ZER-W ERL B ER GER
dungsperspektiven machen krisensicher und bereichern den ganzen Menschen! Dazu können wir im AMS Tirol durch Beratung, Information und Qualifizierung viel beitragen.“
Theresa Muigg übernahm mit 1. Dezember 2020 die Abteilung Service für Arbeitsuchende von Alfred Lercher. Die Wahlinnsbruckerin arbeitet seit 2005 beim AMS Tirol, spricht sechs Sprachen und war zuletzt für die Bereiche Jugendberatung bzw. Verhinderung von Jugendarbeitslosigkeit zuständig. Jetzt setzt sie alle Hebel in Bewegung, um bestehende Arbeitslosigkeit möglichst kurz zu halten. „Passgenaue Qualifizierung, Beratung und Vermittlung sind unsere Kernkompetenzen und auf genau diese Bereiche fokussieren wir uns. Aber auch Benachteiligungen, die durch Corona entstanden sind, dürfen nicht so stehen bleiben. Hier müssen wir Chancengleichheit und Gleichstellung herstellen.“
Dietmar Weiss übernahm mit 1. November 2020 die Abteilung Arbeitsmarktförderung des AMS Tirol. Er arbeitet seit 1998 beim AMS und ist seit 2003 für Bildungsmaßnamen bzw. die Qualifizierung von Arbeitsuchenden zuständig. „Unsere Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern und dem Land Tirol ist aktuell intensiver denn je. Gemeinsam entwickeln wir arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, um genau in jenen Bereichen berufliche Qualifizierung anzubieten, wo dringender Bedarf herrscht. Im Rahmen der Corona-Joboffensive haben wir 2020/2021 noch mehr finanzielle Möglichkeiten, um eine Vielfalt von Fördermaßnahmen umzusetzen – sowohl für Betriebe als auch für Arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen in Tirol.“ Das AMS Tirol sucht und findet Wege für Unternehmen, auch in schwierigen Zeiten, von Qualifizierung im eigenen Betrieb, über Impulsberatung on demand bis hin zur Kurzarbeit. PR
„W I R S I N D F Ü R TIROLER BE TRIEBE DA, BESONDERS IN K R I S E N Z E I T E N .“ ALFRED LERCHER
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ÜBERGABE Alfred Lercher hat die Funktion des Landesgeschäftsführers von Anton Kern übernommen, der 16 Jahre lang die Geschicke des AMS Tirol in Händen hielt und nun in den wohlverdienten Ruhestand geht. Mit der Weitergabe des Stabs an seinen Nachfolger ist Kern mehr als zufrieden: „Mit Alfred Lercher hat das AMS Tirol einen Mann mit Erfahrung an der Spitze, der herausfordernden Situationen gewachsen ist. Ich bin überzeugt, er wird das AMS Tirol in eine positive Zukunft führen. Ich freue mich jetzt auf den Ruhestand, auch wenn ich mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiede.“
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HÖPPERGER
STABILER KREISLAUF © HÖPPERGER UMWELTSCHUTZ/FELIX STARK
Entsorgen, sortieren, wiederverwerten – auch in herausfordernden Zeiten laufen die Hightech-Anlagen des Oberländer Entsorgungsfachbetriebes konstant weiter. Gemeinden, private Haushalte und mehr als 160 MitarbeiterInnen verlassen sich seit 54 Jahren auf Höpperger Umweltschutz. Rund 100.000 Tonnen Recyclingmaterial verarbeitet das Familienunternehmen jährlich in Pfaffenhofen.
Harald Höpperger leitet das innovative Familienunternehmen gemeinsam mit Thomas und Stefan Höpperger.
In Österreichs modernster Kunststoffsortieranlage werden Leichtverpackungen aus ganz Tirol aufbereitet.
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as Jahr 2020 traf auch die Tiroler Abfall- und Entsorgungswirtschaft. Eine reduzierte industrielle Nachfrage an Rohstoffen wie Metallen, Edelmetallen und Kunststoffen war die Folge der Covid-19-Pandemie. Auch der Ölpreis-Einbruch beeinflusste die Branche. „Wiederverwertungsanlagen wurden kurzzeitig stillgelegt. Es gab keine Abnehmer mehr für die sortierten Kunststoffverpackungen“, erläutert Geschäftsführer Harald Höpperger. Dennoch sicherte Höpperger Umweltschutz die Entsorgung für die Tiroler Bevölkerung während der Lockdown-Phase. Hausmüllabfuhr, Containerdienste, Noteinsätze im Kanalbereich sowie das Entsorgen gefährlicher Abfälle aus Industrie und Gewerbe funktionierten lückenlos.
KREISLAUFSYSTEM AUFRECHTERHALTEN
Neben der Entsorgungsleistung beliefert Höpperger auch die Papier-, Stahl- oder Kunststoffindustrie mit sogenannten Sekundärrohstoffen. Eingeschränkte oder stillgelegte Produktionen wirken sich auf die Nachfrage nach recycelten Stoffen aus. „Die ökonomische Zurückhaltung anderer
Betriebe verunsicherte auch die Entsorgungsbranche“, erklärt Höpperger. Zudem weist er darauf hin, dass sich der wichtige Recyclingkreislauf mit Kunststoffen aufgrund der mangelnden Nachfrage für manche Betriebe nicht wirtschaftlich darstellen lässt.
EINSATZ IM ZEICHEN DES UMWELTSCHUTZES
Recyclingbetriebe gehören zu den systemrelevanten Branchen. Deshalb sind die MitarbeiterInnen bei Höpperger auch während des Lockdowns durchgehend im Einsatz. Die Covid-19-Pandemie und gesetzliche Auflagen beeinflussen die Abläufe in manchen Unternehmensbereichen. So reagierte auch der Entsorgungsdienstleister flexibel auf Änderungen und bot Angestellten umgehend eine Homeoffice-Möglichkeit an. Außerdem wurden weitreichende Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt. Die 160 MitarbeiterInnen können sich jedoch auf krisensichere Arbeitsplätze verlassen. „Jede Frau und jeder Mann ist wichtig, um das System aufrechtzuerhalten. Unsere MitarbeiterInnen sind die Grundlage der erfolgreichen Unternehmensentwicklung“, erläutert Höpperger. PR
MODERNSTES RECYCLING MADE IN TIROL Altstoffe umweltschonend aufbereiten, Wertstoffe wiederverwerten, Kanal-, Tankund Straßenreinigungen. Mit hochtechnologisierten Anlagen gilt der kundennahe Komplettanbieter als Vorreiter in der Recyclingbranche. Höpperger sammelt und verarbeitet flüssige und feste Abfälle von mehr als 100 Gemeinden und zahlreichen Gewerbe- und Industriebetrieben. „Alle in Tirol gesammelten Leichtverpackungen sortieren wir in der modernsten Kunststoffsortieranlage Österreichs“, zeigt sich Geschäftsführer Harald Höpperger stolz. Das Familienunternehmen leistet bei der Kunststoffsortierung in Partnerschaft mit dem Unterländer Entsorgungsbetrieb DAKA einen beachtlichen Teil zur CO2-Reduktion. Für die Wirtschaft entstehen im Recyclingprozess wertvolle Ressourcen und Rohstoffe. Zudem betreibt Höpperger eine Anlage zur Aufbereitung von Elektro-Kleingeräten, produziert Humus aus Bioabfällen und recycelt Kaffeekapseln von Nespresso, Tchibo und Co.
www.hoepperger.at
STIHL TIROL
STABILES WACHSTUM Die STIHL Tirol GmbH mit Sitz in Langkampfen ist einer von weltweit sieben STIHL-Fertigungsstandorten und wächst auch im Jahr 2020 stabil.
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nter der Marke STIHL werden zahlreiche akkubetriebene Produkte hergestellt. Außerdem ist STIHL Tirol Kompetenzzentrum für Gartengeräte wie Rasenmäher, Mähroboter oder Gartenhäcksler. Der Tiroler Standort der STIHL Gruppe führte seine positive wirtschaftliche Entwicklung auch 2019 fort: Mit einem Umsatz von 456,1 Millionen Euro wurde der beste Wert der Unternehmensgeschichte erzielt (plus 18 % gegenüber 2018). 639 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren 2019 am Standort angestellt – das ist der bisherige Höchststand bei der Beschäftigtenzahl. 2020 trotzt der Gartengeräte-Hersteller auch der Coronakrise, bietet sichere Arbeitsplätze und sucht derzeit wieder stark nach Personal. Kurzarbeit war und ist kein Thema. So sind aktuell attraktive Jobs zu vergeben, etwa im strategischen Einkauf, im Qualitätsmanagement oder als TechnikerIn Instand-
haltung. Neben einem sicheren Arbeitsplatz und einem angenehmen Arbeitsklima warten individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten, Sport- und Gesundheitsangebote sowie weitere Benefits. Zudem wird durch vielfältige Arbeitszeitmodelle eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit ermöglicht.
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STIHL TIROL GMBH
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stihl-tirol.at jobs.stihl.at
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HIGHTECH-ARBEITSRÄUME VOM UND BEIM TISCHLER Die Arbeitswelt verändert sich laufend. Digitalisierung und Automatisierung tragen entscheidend dazu bei, diesen Veränderungsprozess zu beschleunigen. COVID-19 hat viele schon länger bestehende Themen rund um die Digitalisierung und Automatisierung sichtbar gemacht und in den Fokus gerückt. T E X T : C AT E R I N A M O L Z E R - S A U P E R
D E R T I S C H L E R A L S B E R AT E R U N D U M S E T Z E R
HIGHTECH BEIM TISCHLER
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© TISCHLEREI DECKER
m Beispiel einer modernen Apotheke lässt sich die anspruchsvolle Arbeit eines Tischlers gut veranschaulichen. Apotheken gehören für die Bevölkerung zu den wichtigsten Gesundheitsnahversorgern. Menschen kommen nicht nur der Medikamente wegen in Apotheken, sondern auch, um sich in Gesundheitsfragen beraten zu lassen. Ein Lagerroboter oder ein Kommissionierautomat entlasten den Apotheker von logistischen Routineaufgaben und ermöglichen zusätzliche Zeit für hochqualifizierte Beratung. Ein spezialisierter Tischlereibetrieb unterstützt seine Kunden hierbei nicht nur beratend, er kann auch die erforderlichen Systeme und Lösungen zur Verfügung stellen und in Verbindung mit hochwertigen, funktions- und hygienegerechten Inneneinrichtungen maßgenau einbauen.
uch der „Arbeitsraum“ eines Tischlers hat sich durch Automatisierung und Digitalisierung stark verändert. Junge Menschen erwartet heute als Tischler ein nicht nur sehr abwechslungsreicher Beruf, sondern auch Hightech in verschiedensten Ausprägungen. Dabei geht es nicht darum, Mitarbeiter einzusparen, vielmehr werden neue Technologien eingesetzt, um Arbeitsabläufe zu optimieren, auf die Bedürfnisse der Kunden besser eingehen zu können und die Mitarbeiter bei körperlich schweren und Routinetätigkeiten zu entlasten. So kommen beim Tischler neben innovativer CNC-Frästechnik auch neueste Robotertechnologien und 3-D-Drucktechnik zum Einsatz, die damit neue Anwendungsbereiche schaffen. Es lassen sich mittels 3-D-Druck maßstäbliche Modelle, Prototypen von Möbeln, Kleinserien, 3-D-Schablonen oder Werkzeuge ebenso drucken wie Verschleiß- oder Ersatzteile.
„W I R S T E H E N A L S T I S C H L E R E I B E T R I E B V O R GANZ ÄHNLICHEN HERAUSFORDERUNGEN WIE V I E L E U N S E R E R K U N D E N . E S G I LT, D A S E I G E N E UNTERNEHMEN KONTINUIERLICH IN RICHTUNG EINER MÖGLICHST HOHEN WERTSCHÖPFUNG WEITERZUENT WICKELN. SOMIT SIND PROZESSE IM HINTERGRUND SO GUT WIE MÖGLICH ZU A U T O M AT I S I E R E N B Z W. D U R C H D I E M Ö G L I C H K E I T E N D E R D I G I TA L I S I E R U N G Z U U N T E R S T Ü T Z E N .“ THOMAS AUER, NORER TISCHLEREI GMBH
INFOS Nähere Informationen zu Berufen rund um die Forst- und Holzwirtschaft unter
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„ D U R C H D E N E I N S AT Z V O N ROBOTERTECHNIK UND 3-D-DRUCK KÖNNEN WIR UNSEREN KUNDEN AUS SERGE WÖHNLICHE UND KOMPLE XE F O R M E N S O W I E V I E L FÄ LT I G E G E S TA LT U N G S M Ö G L I C H K E I T E N A N B I E T E N . D A Z U K O M M T, D A S S D A S ARBEITEN MIT DIESEN TECHNOLOGIEN U N G L A U B L I C H E N S PA S S M A C H T.“ MARTIN DECKER, TISCHLEREI DECKER GMBH
GEMEINSAM FÜR EINE ERFOLGREICHE ZUKUNFT! Der Tiroler Personalbereitsteller InterWork-Personalservice stellt inländische Facharbeiter für Bau- und Industriebetriebe.
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100 MILLIONEN HAARGUMMIS … und ein Wodka Tonic Sophie Trelles-Tvede Redline Verlag 272 Seiten, EUR 19,99
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Sophie TrellesTvede hat 2012 die Spiralhaargummis, so genannte invisibobbles, erfunden – weil sie sich bei einer Bad-Taste-Party ein Telefonkabel ins Haar wickelte. In ihrem Buch berichtet sie von den Höhen und Tiefen als Jung unternehmerin.
Erholung wird Jahre dauern Erholt sich die Konjunktur 2021 vom COVID-19-Infekt? Das war die wenig überraschende Frage, die Raiffeisen-Chefanalyst Peter Brezinschek seinem diesjährigen Jahresausblick voranstellte. Auch die Antwort ist wenig überraschend: An den Folgen dieser Infektion, so sein Fazit, wird die Weltwirtschaft noch Jahre laborieren. Immerhin erlebten wir im ersten Halbjahr 2020 den stärksten Wirtschaftseinbruch seit über 100 Jahren. Auch wenn im dritten Quartal global ein Rebound erkennbar war, wurde dieser mit dem Aufkommen der zweiten Coronawelle gebremst. Hierzulande erschwerte ein abermaliger Lockdown die Situation zusätzlich, sodass seriöse Prognosen im Moment schwierig sind. 2021 wird jedoch – zumindest in der ersten Hälfte – wohl nicht das Jahr des Aufschwungs werden. Eine Liquiditäts- und Finanzkrise werde die Pandemie indes nicht nach sich ziehen, glaubt Brezinschek. Dies sei aufgrund der massiven geld- und fiskalpolitischen Interventionen nahezu ausgeschlossen. Allerdings rechnet er mit einer Insolvenzwelle im kommenden Jahr. Die aktuelle Situation ist für den Volkswirt „keine Krise des Kapitalismus, sondern eine politisch verordnete Entwicklung“, die neben einem angeordneten Angebotsschock und einem dadurch stark getroffenen Arbeitsmarkt auch einen massiven Nachfrageschock nach sich zog. Für ihn gelte es nun, unternehmerische Tätigkeit zu fördern, wo es nur geht.
MONEYMAKERS Aya Jaff Finanzbuchverlag 240 Seiten, EUR 16,99 Aya Jaff richtet sich mit ihrem Buch an alle, die wenig bis gar nichts von Börsen und Aktien wissen – und plädiert dafür, dies zu ändern, sich mit dem Thema zu befassen und das Geld in die eigenen Hände zu nehmen. Jaff nimmt Einsteiger*innen mit auf den Weg an die Börse, zeigt Anlagestrategien, wie man im Internet nach Infos sucht und welche Apps sinnvoll sind.
„ I C H B E U R T E I L E M E N S C H E N N A C H I H R E R A R T, G E L D A U S Z U G E B E N , U N D R AT E A L L E N F R A U E N : H E I R AT E N S I E N I E E I N E N M A N N M I T E I N E R B Ö R S E F Ü R K L E I N G E L D .“ COCO CHANEL
SERVICE-CHAMPION Die Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) darf sich ab sofort „Ser vice-Champion“ nennen. Die Bank erhielt diesen Titel im Rahmen des größten Service-Rankings Öster reichs. Er ist die perfekte Ergän zung für die beiden Branchenaus zeichnungen, die der BTV bereits im ersten Halbjahr dieses Jahres zu teilwurden: der FMVÖ-Recommen der- und der firstfive-Award.
FLEXIBLE, PRIVATE ZUKUNFTSVORSORGE Persönliche Vorsorge ist wichtiger denn je. Mit dem innovativen „LifePlan“ hat die Generali eine flexible Vorsorgemöglichkeit für jede Lebenssituation geschaffen. © DIE FOTOGRAFEN
© ANDREAS MOSER
GENERALI VERSICHERUNG
Regionaldirektor Markus Winkler: „Ob als Ansparhilfe für eine größere Anschaffung oder als Vorsorge für die eigene Pension: Flexibilität und Sicherheit stehen beim Generali LifePlan im Vordergrund.“
Im Bild: BTV Vorstandsvorsitzender Gerhard Burtscher
AUSGEZEICHNETE STRATEGIE
© TIROLER/HOHLRIEDER
Bereits zum wiederholten Male wurde die AlpenBank mit dem Dachfondsaward des GELD-Magazins ausgezeichnet, der nun bereits zum 20. Mal ausgetragen wurde. In der Kategorie „Anleihendachfonds“ gewann der von Gregor Klieber verwaltete AlpenBank Anleihenstrategie den 1. Preis für die 5-Jahres-Performance, in zwei Kategorien von „gemischte Dachfonds flexibel“ der von Markus Haid gemanagte Macro + Strategy und der von Walter Egger verwaltete AlpenBank Ausgewogene Strategie jeweils den 3. Preis für die 3-Jahres Performance. Eines der Hauptkriterien für die Dachfonds awards ist die sogenannte „Sharpe – Ratio“, das ist eine international anerkannte Kennzahl, die Wertentwicklung und Risiko gegenüberstellt.
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elten verläuft das Leben so wie geplant, und leider bleibt auch Unvorhergesehenes nicht aus. Diesen sich ständig wechselnden Lebensbedingungen eines jeden angepasst, hat die Generali ein einzigartiges Produkt entwickelt: „Mit dem Generali LifePlan haben wir eine lebensbegleitende Vorsorge auf dem Markt, die nicht nur Flexibilität in Hinblick auf die Prämieneinzahlung und Auszahlung bietet, sondern auch ein flexibles Umschichten der Prämie und des Bestandes zwischen fondsgebundener und klassischer Veranlagung ermöglicht“, informiert Markus Winkler, Generali-Regionaldirektor für Tirol und Vorarlberg. So kombiniert der Generali LifePlan die Sicherheit der klassischen Lebensversicherung mit zusätzlichen Ertragschancen aus Investmentfonds, wodurch sich das Produkt ideal als sicherheitsbewusste und dennoch fruchtbringende Vorsorgemöglichkeit eignet.
IDEAL ZUR PENSIONSVORSORGE
TIROLER-Vorstand Franz Mair und Marketingleiter Martin Reiter
WÜRDIGER WERBE-ABSCHIED „Beißt mi der Waschtl mit Gebell, is mei Berater glei zur Stell“ – mit solchen Sprüchen warb die TIROLER VERSICHERUNG 20 Jahre lang. Im Jahr 2019 wurden die Dialektsprüche in einer breit angelegten Kampagne noch einmal wiederbelebt – zum Abschied sozusagen. Und es hat sich gelohnt. Das Bundesminis terium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort zeichnete den Regionalversicherer im Rahmen des Staatspreises Werbung mit einem Sonderpreis aus. Initiiert wurde die Kampage vom da maligen Marketingleiter und jetzigen TIROLER-Vorstand Franz Mair, gestaltet seinerzeit von der Agentur Prilmüller.
In Zusammenhang mit der Pensionsvorsorge weist der LifePlan für Winkler aber noch einen weiteren wesentlichen Vorteil auf: seine Flexibilität in Sachen Leistungsbezug. „Flexible und individuell entscheidbare Auszahlungsmöglichkeiten wurden bei der Entwicklung der neuen Vorsorgelösung LifePlan großgeschrieben.“ So ist eine Auszahlung bereits bis zu fünf Jahre vor Vertragsablauf möglich, sei es als vorzeitige Kapitalauszahlung oder als Überbrückungspension bei Altersarbeitslosigkeit oder Altersteilzeit. Zudem kann im Generali LifePlan – ähnlich der reinen klassischen Lebensversicherung – ein Pensionswahlrecht inkludiert werden. Statt einer einmaligen Kapitalauszahlung entscheidet sich der Kunde zum Ablauf des Vertrages für eine laufende Zusatzpension. Oder sogar für einen Mix aus beidem. Eben genau so flexibel, wie man sich auf das Leben selbst einstellen muss. PR
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Überbrücken Sie Ihre Pensionslücke – informieren Sie sich über den innovativen Generali LifePlan! Damit Sie für jede Lebenssituation bestmöglich abgesichert sind und dennoch flexibel auf Veränderungen im Leben reagieren können. Generali Tirol Kundendienst: T +43 512 5926-0, office.tirol.at@generali.com Unsere Mitarbeiter/-innen beraten Sie gerne.
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MAKE THE MARKETS FEMALE Das Ziel von Larissa Kravitz ist es, so viele Frauen wie möglich zu erreichen und davon zu überzeugen, in den Finanzmarkt zu investieren – auch mit kleinem Kapital. Um dies zu vermitteln, hält sie regelmäßig Workshops ab und veröffentlicht seit Juni 2019 wöchentlich einen Podcast. Ein Interview über Frauen und Geld.
ECO.NOVA: Gab es während Ihrer bisherigen Tätigkeit als Finanzbildnerin ein Erlebnis, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist? LARISSA KRAVITZ: Ja, definitiv. Einige Frauen hatten Bedenken und Vorurteile gegenüber dem Finanzmarkt. Ich lud sie ein, meinen Workshop zu besuchen, um eine andere Perspektive zu sehen. Ein paar dieser Frauen waren von dem Thema „nachhaltiges Investment“ begeistert, und einige
von ihnen haben dazu so viel nachgeforscht, dass sie mich später auf Dinge aufmerksam gemacht haben, die ich zuvor nicht kannte. Unterscheidet sich Ihrer Meinung nach das Verhalten von Frauen und Männern am Finanzmarkt? Die Finanzmathematik ist für alle Geschlechter gleich. Der Unterschied im Investmentverhalten ist wohl vor allem auf unterschiedliche Lebensrealitäten
zurückzuführen, wie das Gehaltsniveau oder die beruflichen Auszeiten aufgrund von Kinderbetreuung. Es gibt weiters Evidenz, dass das „Risikohormon” Testosteron bei Trading eine Rolle spielt. Doch risikoreiches Verhalten und Selbstüberschätzung ist genau das, was man in der Finanzwelt vermeiden will. Dies könnte ein Grund dafür sein, dass weibliche Fondsmanagerinnen in vielen Studien besser abschneiden.
© AVI KRAVITZ
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„ D I E F I N A N Z M AT H E M AT I K I S T F Ü R A L L E GESCHLECHTER GLEICH. DER UNTERSCHIED I M I N V E S T M E N T V E R H A LT E N I S T W O H L VOR ALLEM AUF UNTERSCHIEDLICHE L E B E N S R E A L I TÄT E N Z U R Ü C K Z U F Ü H R E N .“ L A R I S S A K R AV I T Z
Frauen sind in Österreich doppelt so oft von Altersarmut betroffen wie Männer. Einer der Gründe dafür sind niedrigere Pensionen. Ist Ihr Aufruf „Make the markets female“ als Offensive gegen institutionalisierte Ungleichheit zu verstehen? Um gegen institutionalisierte Ungleichheit anzukämpfen, ist es wichtig, das System zu verstehen. Daher wird die Funktion des Pensionssystems im Buch erklärt sowie auf die aktuellen Problematiken sowie die Prognosen Bezug genommen. Wenn man versteht, wie etwas funktioniert, kann man auch konstruktive Verbesserungsvorschläge machen
FINANZBEGRIFF DER AUSGABE: ACTIVIST INVESTING Ein „aktiver Investor“ versucht mit Hilfe einer Beteiligung an einem meist börsennotierten Unternehmen, die Strategie eben jenes Unternehmens zu beeinflussen. Häufig sind aktive Investoren der Meinung, dass das jeweilige Management der Unternehmung Eigeninteressen entwickelt habe, die diametral zu denen der Aktionäre bzw. Investoren stehen, und diese wertvernichtend seien. Beklagt werden häufig Mängel in der Corporate Governance sowie auch zu hohe Saläre oder Firmenjets und prunkvolle Büros. (Quelle: Wikipedia)
und vorsorgen. Das gilt nicht nur für das Pensionssystem, sondern auch für den Bereich Activist Investing*), für den ich hoffe, einige Frauen begeistern zu können.
Wie alt sind im Durchschnitt investmentaffine Frauen und aus welchen Berufsgruppen kommen sie? Ich habe mir die Mediadaten des Investorella-Podcasts angesehen. Die investmentaffine Frau ist zwischen 25 und 45 Jahren alt. Die Berufe sind total verschieden. In meinen Workshops hatte ich bereits Verkäuferinnen, Künstlerinnen, Beraterinnen, Vollzeit-Mütter, Studentinnen, Frauen aus der Start-up-Szene, aber auch Frauen, die ein Vermögen geerbt haben und gar nicht mehr arbeiten müssen. Lustigerweise habe ich auch mehr männliche Podcast-Hörer, als ich erwartet hätte – circa 20 Prozent. Die letzte große Finanzkrise ereignete sich 2008. Wie kann man sich als Frau gegen Finanz- und Wirtschaftskrisen wappnen, um diese besser zu überstehen? Am Kapitalmarkt ist es relativ einfach, sich gegen die Risiken zu wappnen. Im Buch gibt es ein Kapitel über Portfoliomanagement, in dem der Vorteil der Diversifikation behandelt wird, sowie ein Kapitel über Risikomanagement, in dem praktische Beispiele gegeben werden, wie man sich gegen Verluste absichern kann. Wirtschaftskrisen können Einzelne oft hart treffen. Im Kapitel über persönliche
LARISSA KRAVITZ Larissa Kravitz ist Finanzmathematikerin und hat sich auf die Finanzbildung von Frauen spezialisiert. Sie verfügt über 15 Jahre Berufserfahrung als Aktien- und Derivathändlerin, Treasury Managerin und Strategieentwicklerin in internationalen Banken, Immobilien- und Solarenergieunternehmen in Wien, Prag und Berlin. Zuletzt leitete sie das Risikomanagement eines Immobilienkonzerns und saß ebenfalls in dessen Aufsichtsrat. Im Sommer 2019 entschied sie sich dazu, ihre Energie als „Investorella“ der Finanzbildung von Frau zu widmen. Kravitz absolvierte ein Bank- und Finanzwirtschaft-Studium (B.A.) an der Fachhochschule des BFI Wien sowie einen Master in Finance (mit der Spezialisierung auf Quantitatives Trading und Financial Engineering) an der International University of Monaco. Sie wurde 1985 in Wiener Neustadt geboren und wuchs in London und Monaco auf und lebte in Wien, Prag und Berlin.
Ihr Buch „Money honey“ (240 Seiten, EUR 22,00) erschien im März bei Kremayr & Scheriau und soll Frauen motivieren, ihre Finanzen selbstbewusst zu managen und ihr Geld nachhaltig anzulegen.
Finanzen werden Methoden aufgezeigt, wie man sich auf finanzielle Rückschläge – zum Beispiel Jobverlust oder Trennung – vorbereiten kann.
War Ihnen immer klar, dass Sie im Finanzwesen Karriere machen wollen? Meine Eltern arbeiteten beide in Banken. Als ich sechs oder sieben Jahre alt war, hatte ich Fragen zu den Vorgängen an ihren Arbeitsplätzen, aber beide antworteten: „Das darf ich dir nicht sagen, das ist Bankgeheimnis!” Seitdem war ich entschlossen, das Bankgeheimnis zu lüften.
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DIE AUFSICHT WIRD WEIBLICHER
Frauen sind in Gremien wie Aufsichtsräten nach wie vor stark unterrepräsentiert. Nicht so in der Raiffeisenbank Wildschönau, wo mit der 33-jährigen Stefanie Klingler und der 29-jährigen Lisa Spöck gleich zwei junge Aufsichtsrätinnen die Gebarung der Bank im Blick haben. TEXT & FOTOS: MARIAN KRÖLL
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ekanntlich ist sie wild und schön, die Wildschönau mit ihren vier Kirchdörfern Niederau, Oberau, Auffach und Thierbach. Und auch in manchen Belangen durchaus progressiv – oder nennen wir es zeitgemäß. Die oft in einem Atemzug genannten Adjektive ländlich und konservativ haben nicht immer Substanz. Dem fünfköpfigen Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Wildschönau gehören nämlich mittlerweile zwei Frauen an. Der Umstand, dass Derartiges im Jahr 2020 extra erwähnt werden muss,
sollte eigentlich Gegenstand eines breiten gesellschaftlichen Diskussionsprozesses sein. Aber es ist nun einmal so, dass Frauen wie Stefanie Klingler (seit 2016 im Aufsichtsrat) und Lisa Spöck (seit vergangenem Jahr dabei) in den Aufsichtsgremien dieses Landes noch unterrepräsentiert sind, ja fast Seltenheitswert haben, obwohl es seit 2018 in den Aufsichtsräten von börsennotierten und großen Unternehmen sogar eine Quotenregelung gibt. Eine solche kann man zwar aus guten Gründen grundsätzlich ablehnen, allein ihre Existenz zeugt aber schon von
einem Missstand. Einem, von dem man sich in der Wildschönau jedenfalls aus eigenem Antrieb verabschiedet hat.
AUS ÜBERZEUGUNG ENGAGIERT
Den Anfang hat Stefanie Klingler, im Brotberuf Volksschullehrerin, vor nunmehr vier Jahren gemacht. Schon ihr Vater war langjähriges Mitglied in diesem Gremium gewesen, von daher war es irgendwie folgerichtig, dass die Tochter irgendwann nachrücken würde. In derartigen Gremien geht es immer auch darum, Repräsentativität zu schaffen.
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So war es im Interesse der Bank gelegen, dass die vier Kirchdörfer der Wildschönau ebenso vertreten sind wie unterschiedliche Branchen und – bislang keineswegs selbstverständlich – auch beide Geschlechter. Klingler stammt aus Thierbach, ist im Ort bestens vernetzt und seit langem in unterschiedlichen Vereinen engagiert. Sie kennt Land und Leute, lehrt in der Schule, leitet den Chor. „Es ist für mich eine Ehre, gefragt worden zu sein, und auch eine Selbstverständlichkeit. Ich bin viel in Vereinen tätig, bin gut vernetzt und kann so der Region etwas zurückgeben“, sagt Klingler, die das System Raiffeisen sinnvoll findet: „Da kann ich mit voller Überzeugung dahinterstehen.“ Lisa Spöck hat dagegen eher der Zufall in das Bankengremium geführt. Sie ist das neueste und zugleich jüngste Mitglied im Aufsichtsrat. Geschäftsleiter Andreas Breitenlechner hat sie in einem Gespräch auf die genossenschaftliche Organisationsform der Raiffeisenbank aufmerksam gemacht. Das Genossenschaftsmodell macht es möglich, dass Mitglieder auch in diversen Funktionen – darunter der Aufsichtsrat – in der Bank mitwirken können. „Ich hätte mir aber nicht erwartet, dass Lisa sich mit der Intention, ein Mandat im Aufsichtsrat zu übernehmen, melden würde“, sagt Breitenlechner. Normalerweise müsse man die Leute eher bitten, sich zu engagieren. Spöck ist in der Standortagentur Tirol in Innsbruck für Start-ups zuständig und verfügt mit einem Studium der Wirtschaftswissenschaften bzw. des Strategischen Managements über einen wirtschaftswissenschaftlichen Background. „Ich habe mich nach dem Gespräch in die Materie eingelesen und gesehen, dass mich das sehr interessiert“, erzählt Spöck. Eine Bank im ländlichen Raum habe eine besondere Rolle wahrzunehmen, müsse für die Leute da sein. „Ich fand es spannend, diese Rolle ein Stück weit mitgestalten zu können“, sagt die junge Aufsichtsrätin. Trotz wirtschaftlichem Hintergrund fand Spöck die Schulungen durchaus aufschlussreich. „Ich würde diese gar nicht als Aufwand bezeichnen wollen, sondern als Mehrwert“, sagt sie.
FACHWISSEN GEFRAGT
Engagement allein reicht aber nicht aus, um im Aufsichtsrat zu sitzen. Unter dem Schlagwort „Fit & Proper“ wird auch die fachliche Eignung von Aufsichtsratsmitgliedern geschult und überprüft. Eine Periode im Aufsichtsrat dauert vier Jahre, danach
„ES IST FÜR MICH EINE EHRE, GEF R AG T WORDEN ZU SEIN, UND AUC H EINE S E L B S T V E R S TÄ N D L I C H K E I T. I C H B I N VIEL IN VEREINEN TÄT I G , B I N G U T VERNE TZ T UND K ANN SO DER R E G I O N E T WA S Z U R Ü C KG E B E N .“ STEFANIE KLINGLER
„ICH WÜRDE DIE AUFGABEN GAR NICHT A L S A U F WA N D BEZEICHNEN WOLLEN, SONDERN AL S M E H R W E R T.“ LISA SPÖCK
wird man – sofern die Mitglieder mehrheitlich einverstanden sind und man das möchte – wiedergewählt. Die Genossenschaftsidee ist heutzutage gesamtgesellschaftlich wieder stärker gefragt. Das bemerkt auch die Raiffeisenbank Wildschönau, die seit einigen Jahren steigende Mitgliederzahlen verzeichnen darf. Das Bewusstsein für die Bedeutung funktionierender regionaler Kreisläufe – dazu gehört auch jener des Geldes – nimmt in Krisenzeiten zu. „Regional und nachhaltig möchte heute jeder sein. Und die Genossenschaften sind es immer schon gewesen“, sagt Breitenlechner. Gefallen findet die Genossenschaftsidee zwar bei vielen, in ein persönliches Engagement, wie bei Stefanie Klingler und Lisa Spöck, mündet dieses Interesse aber bei den wenigsten. „Wir sind sehr froh, dass wir in der Wildschönau junge Funktionäre für diese verantwortungsvolle Aufgabe haben“, sagt der Geschäftsleiter. „Für mich sind die mit dem Aufsichtsratsmandat verbundenen Schulungen sehr wertvoll, weil ich nicht vom Fach bin. Die Qualität der Referenten ist durchwegs sehr gut“, zeigt sich auch Klingler vom Schulungsangebot durchaus angetan. Beide Aufsichtsrätinnen betonen das amikale, offene Klima, das im Gremium herrsche. Das Geschlecht habe nie eine Rolle gespielt. „Wenn man in der Öffentlichkeit von Aufsichtsräten hört, dann hat man meist ein gewisses Stereotyp im Kopf. Ich zeige dann gerne ganz bewusst ein anderes Bild auf und freue mich, Teil des Aufsichtsrats zu sein“, meint Spöck. „Es spielt im Grunde keine Rolle, ob du da als Mann oder Frau sitzt“, sagt Klingler. So soll es auch sein. Bei ihrer ersten Fortbildung vor einigen Jahren sei sie aber noch als einzige Frau in einem Raum voller Männer gesessen. „Die gehört zu uns, in die Wildschönau“, hätten ihre Kollegen damals voll Stolz gesagt, erinnert sich Klingler. Mittlerweile ist der Neuigkeitswert einer weiblichen Aufsichtsrätin schon etwas abgeklungen. Dennoch scheint der Weg zu einer die tatsächliche Bevölkerungsstruktur widerspiegelnden Besetzung in den Aufsichtsräten des Landes noch lang und steinig. Dem Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Wildschönau sitzt mit Rainer Silberberger übrigens ein ehemaliger Bürgermeister und Hotelier vor. Ob Klingler oder Spöck ihn einmal beerben möchten, können sie noch nicht sagen. Wer weiß, vielleicht wird es mit der Wildschönau wieder eine ländliche Region sein, die diesbezüglich vorangeht. Die Zeit dafür wäre reif.
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GÜNSTIGE FINANZIERUNGEN FÜR GRÜNE PROJEKTE Sustainable Finance verhilft Unternehmen, die aktiv in Nachhaltigkeitsprojekte investieren, zu Wettbewerbsvorteilen und günstigen Kreditkonditionen. Wie das geht, erklärt Markus Sappl, Landesdirektor Firmenkunden Tirol der UniCredit Bank Austria. Was muss man sich unter Sustainable Finance vorstellen? MARKUS SAPPL: Mit Sustainable Finance können Unternehmen nachhaltige Investitionen günstig finanzieren und so ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern – weil sie für Geschäftspartner, Mitarbeiter und Investoren attraktiver werden, weil nachhaltige Produkte und Dienstleistungen stark nachgefragt sind, aber auch weil die Finanzierung von Umweltinvestitionen zu äußerst günstigen Konditionen erfolgen kann. Denn das Interesse von Investoren ist riesig und der Markt für Sustainable Finance entwickelt sich dynamisch: Weltweit hat die Emission von Green, Social und Sustainability Bonds 2019 ein neues Allzeithoch von 300 Milliarden US-Dollar erreicht, ein Anstieg von 49 Prozent gegenüber 2018. An diesem Trend ändert auch die Pandemie nichts. So gibt es aktuell auch „Covid-19-related Bonds“, eine spezielle Form von Social Bonds, die sich vor allem auf den Gesundheitssektor beziehen.
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Was sind die gebräuchlichsten Finanzierungsmöglichkeiten für nachhaltige Investitionen? Am häufigsten sind Green Loans und Green Bonds: Dabei werden die Mittel des aufgenommenen Kredits oder der platzierten Unternehmensanleihe ausschließlich für Umweltinvestitionen verwendet. Bei Sustainability linked Loans und Sustainability linked Bonds werden die Mittel ebenfalls für umweltorientierte Verbesserungen im Unternehmen eingesetzt, der Zinssatz hängt jedoch von einem vorher definierten Nachhaltigkeitsziel ab. Eine wei-
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E C O . N OVA :
Markus Sappl, Landesdirektor Firmenkunden Tirol der UniCredit Bank Austria
tere Variante sind Social Bonds oder Social Loans, diese beziehen sich auf soziale Aspekte im Bereich der Nachhaltigkeit.
Muss man diese Finanzierungen unbedingt für die Erfüllung von Klimaschutzund Umweltzielen in Anspruch nehmen? Für die Inanspruchnahme von Green, Social oder Sustainability Bonds ist ein Nachweis des Einsatzes der Mittel erforderlich – ein aktuelles Beispiel aus Österreich ist ein nachhaltiges Schuldscheindarlehen, bei dem die Verzinsung an Leistungen des Unternehmens im Bereich der Nachhaltigkeit gekoppelt ist, die von einer unabhängigen Nachhaltigkeitsagentur jährlich geprüft und bewertet werden. Bei Sustainability linked Finanzierungen ist der Kunde bei der Wahl
des Verwendungszwecks frei. Dort entscheiden Unternehmen gemeinsam mit der Bank, welche Kriterien für die Überprüfung herangezogen werden sollen – üblich sind etwa der CO2-Ausstoß, der Anteil recycelten Abfalls oder Energieeinsparungen in der Produktion.
Wie kann das Sustainable Finance Advisory Team der UniCredit Bank Austria interessierte Unternehmen unterstützen? Mit unserem langjährigen Know-how in Sachen Nachhaltigkeit, verbunden mit einer profunden Expertise in Bezug auf Kapitalmarkttransaktionen: Das Team setzt sich aus Kapitalmarktexperten, erfahrenen Mitarbeitern aus der strukturierten Finanzierung und Kollegen aus einer der führenden grünen Ratingagenturen zusammen. Wir unterstützen Kunden bei ihrem Wandel hin zu nachhaltigem Wirtschaften und beraten auf dem Weg von Brown zu Green Finance – von den ersten Schritten bis zur Auswahl der geeigneten Instrumente für eine „grüne“ Finanzierung.
NÄHERE INFORMATIONEN
Markus Sappl, Landesdirektor Firmenkunden Tirol Tel.: +43 (0)5 05 05-95182
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SAGEN SIE IHRE MEINUNG! Das Internet ist unser ständiger Begleiter, für Informationsbeschaffung, Kommunikation, Zeitvertreib und vielfach auch für die Arbeit. In immer stärkerem Maß bestimmen damit auch Social-Media-Kampagnen, Blogs und andere Foren und Plattformen, wo jeder seine Meinung sagen kann, unsere Informationsquellen. Jeder von uns ist quasi ein Redakteur, der seine Beobachtungen, Eindrücke und Meinungen der Welt mitteilen kann. Das kann auch zum Problem werden. T E X T : I V O R U N G G , B I N D E R G R Ö S S W A N G R E C H T S A N W Ä LT E , I N N S B R U C K
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urch das Internet gelingt jedem Einzelnen das, was früher nur Print- und Fernsehmedien vorbehalten war, nämlich das Erreichen eines potenziell unbeschränkten Personenkreises. So bekommen wir alle Informationen aus Krisenherden dieser Welt, die wir sonst nur mühsam über Korrespondenten, die teilweise ihr Leben dafür riskieren, oder offizielle Kanäle der betroffenen Länder erhalten würden. Im zweiten Fall oft in Form einer sogenannten Message Control. Aber auch eine Unzahl an sogenannten Fake-News, Verschwörungstheorien und ungebremsten emotionalen Ausbrüchen bis hin zu ideologischen und sonstigen Beschimpfungen wird dadurch ermöglicht. Mit erhöhtem Internetkonsum und digital affinen Generationen, die ihre Informationen im Wesentlichen aus dem Internet erhalten, werden diese Phänomene zunehmend zu einem rechtlichen Problem. Wo endet die freie Meinungsäußerung und wo wird in Rechte von Einzelnen eingegriffen, unsachlich beschimpft oder der Kredit geschädigt oder, noch viel schlimmer, strafrechtliche Tatbestände der Verhetzung, Verleumdung und dergleichen erfüllt? In Europa hat sich über die Jahrzehnte eine ausdifferenzierte Rechtslage und Judikatur entwickelt, die in der analogen Welt die feine Trennlinie definiert. Dies gilt es nun auf die digitale Welt zu übertragen. Wie schon an dieser Stelle vor einiger Zeit festgestellt, ist eine dieser Ideen dazu, die Internetplattformen, die die Verbreitung der Nachrichten erst ermöglichen, stärker in die Haftung zu nehmen. Seit der Entscheidung des EuGH C18/18, Glawischnig, auf deren Grundlage der OGH nun in der Sache selbst
Dr. Ivo Rungg
entschieden hat, macht mancherorts allerdings das Wort „Zensur“ die Runde. Zwar ist es bestehendes Recht, dass nach Art. 15 Abs. 1 der EC-Richtlinie 2000/31/EG keine Maßnahmen erlassen werden dürfen, die einen Host-Provider verpflichten, von ihm gespeicherte Information allgemein zu überwachen oder aktiv nach Umständen zu forschen, die auf eine rechtswidrige Tätigkeit hinweisen. Nach dem Erwägungsgrund 47 dieser Richtlinie gilt dies aber nicht für Überwachungspflichten „in spezifischen Fällen“. Der EuGH hat dazu festgestellt, dass ein solcher „spezifischer Fall“ unter anderem in einer konkreten Information begründet sein kann, die vom Host-Provider im Auftrag eines bestimmten Nutzers gespeichert wurde, deren Inhalt jedoch von einem zuständigen Gericht nach abschließender Würdigung für rechtswidrig erklärt wurde. Auf dieser Grundlage sind dann nicht nur wort-, sondern auch sinngleiche Verstöße zu unterlassen, was die entsprechende Plattform dann dazu zwingt, eine Überwachung
vorzunehmen. Wie die einzelnen Plattformen diese Verpflichtung umsetzen können oder müssen, bleibt im Moment einmal noch unklar. Die genannten Bedenken entstehen allerdings daraus, dass die Plattformen tendenziell eher mehr sperren und löschen werden, um nicht gegen Unterlassungsanordnungen zu verstoßen. Das birgt ähnlich wie bei der Diskussion zur Novelle des EU-Urheberrechts unter dem Titel „Uploadfilter“ immer die Gefahr, dass auch rechtmäßige Inhalte und Meinungen gesperrt werden. Ein weiterer wesentlicher Punkt dazu ist die weltweite Geltung solcher gerichtlicher Unterlassungsanordnungen. Zwar entspricht es dem Wesen des Internets, dass es weltweit erreichbar ist, und daher würde eine Unterlassungsanordnung für ein einzelnes Land wenig Sinn machen. Dennoch muss man sich vor Augen führen, dass damit viele Jurisdiktionen dieser Welt beginnen, auf der Grundlage ihrer eigenen Gesetze und Wertungen Entscheidungen zu treffen, die dann vom Verpflichteten weltweit einzuhalten sind. Auch der EU-Kommission ist klar, dass hier Handlungsbedarf besteht und die nunmehr über 20 Jahre alten Bestimmungen dazu novelliert werden müssen. Alles wartet nun auf den Entwurf des Digital Rights Act, der zumindest für die Europäische Union Klarheit bringen soll. Das ist umso drängender, als Staaten sonst in Alleingängen versuchen, mit ihrem nationalstaatlichen Instrumentarium vorzugehen. Zwar können die Grenzen hier nicht dichtgemacht werden, aber Netzsperren wegen unliebsamer Meinungsäußerungen unter dem Titel des Schutzes von Rechten passieren schon jetzt unweit von Österreich.
STEINMAYR & CO
VORAUSDENKER Steinmayr & Co ist ein Familienunternehmen, das stark in Tirol verwurzelt ist. Und dennoch eröffnen die über die Jahre etablierten weltweiten Kontakte ihren Kunden Zugang zu Versicherungsprodukten, die dem lokalen Markt sonst verschlossen blieben. Und das seit über 50 Jahren.
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s war vor 50 Jahren, als Wolfgang Steinmayr nach seiner aktiven Karriere als Radprofi als einer der Ersten in Österreich mit dem Versicherungsmakeln begonnen hat. In einem Markt, der bis dahin nur von Versicherern und deren eigenen Außendienst beherrscht wurde, war ein neutraler Vergleich und die unabhängige Betreuung im Schadensfall durch einen Makler geradezu eine Revolution. Heute ist ein Versicherungsmakler im Unternehmenssegment nicht mehr wegzudenken. Sohn Christian Steinmayr war schon als Kind von der Arbeit seines Vaters fasziniert. „Versicherungen und unsere Kunden waren über meine Kindheit hinweg allgegenwärtige Gesprächsthemen am Mittagstisch. Viele unserer Kunden und deren Geschichten begleiten mich seit ich ein kleiner Bub bin. Mir wurde das Versicherungs-Gen quasi in die Wiege gelegt.“ 2010 hat Christian Steinmayr zusammen mit Michael Perlornigg die Firma Steinmayr & Co als international agierenden Insurance Broker gegründet. 2011 wurde auch die Betreuung der Kunden von Wolfgang Steinmayr übernommen und das Unternehmen seither sukzessive ausgebaut. Aus einem Zwei-Mann-Betrieb wurde mit mittlerweile 18 Mitarbeitern ein stattliches Dienstleistungsunternehmen.
LOKALE WERTSCHÖPFUNG
„Was uns von unseren großen Mitbewerbern aus Wien, London oder New York unterscheidet, ist nicht nur der persönliche Zugang, den wir zu unseren Kunden pflegen. Auch die Tatsache, dass bei uns wirklich die lokale Wertschöpfung im Vordergrund steht und nicht ein Interesse von Shareholdern im Ausland, wird von immer mehr Kunden wahrgenommen und als entscheidender Faktor gesehen, uns bei gleicher Leistung gegenüber den Big Playern den Vorzug zu geben“, freut sich Christian Steinmayr. „Unsere größte Stärke sind unsere Mitarbeiter. Sie sind tagtäglich ganz nah am Kunden und stets darum bemüht, sowohl bei kleinen als auch großen Problemen unbürokratisch zu BEZAHLTE ANZEIGE / FOTO: PATRICK SARINGER
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„AL S VERSICHERUNGSMAKLER KÖ N N E N W I R I M U N T E R S C H I E D Z U VERSICHERUNGSAGENTEN ODER GENERAL AGENTUREN VÖLLIG UNABHÄNGIG H A N D E L N . V E R S I C H E R U N G E N S I N D Z WA R W I C H T I G E G E S C H Ä F T S PA R T N E R , A B E R NICHT UNSERE ARBEITGEBER. WIR WÄ H L E N S T E T S D A S B E S T E P R O D U K T VOM BESTEN VERSICHERER UND K Ä M P F E N I M S C H A D E N FA L L I M M E R A N D E R S E I T E D E R K U N D E N .“ C HR I S T I A N S T E INM AY R
helfen. Unsere Kunden schätzen uns dafür, dass wir Transparenz in den Versicherungsdschungel bringen und immer zur Stelle sind,
ohne auf die Uhr zu schauen. Ein gutes Team ist die Basis für eine professionelle Betreuung.“ www.steinmayr.com PR
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UNTERNEHMEN IN DER KRISE In Krisenzeiten kann es mitunter schwer sein, externe Kapitalgeber zu finden, weshalb oftmals Gesellschafter Kapital zuschieĂ&#x;en bzw. selbst als Kreditgeber fungieren. Unter bestimmten Umständen wird dieser Kredit wie Eigenkapital behandelt. T E X T : D R . E S T H E R P E C H T L - S C H AT Z
eco.recht
U
nter bestimmten Umständen kann ein Gesellschafterkredit wie Eigenkapital behandelt werden. Hierbei kann es zu nachteiligen Folgen für die Gesellschafter kommen. Aufgrund der Bestimmungen des Eigenkapitalersatzgesetzes (EKEG) ist es dem Gesellschafter – solange die Krise andauert – nicht möglich, das zugeschossene Geld zurückzufordern bzw. eine Rückzahlung des Kredites zu verlangen. Kommt es trotz Krisenmanagement zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Gesellschaft, ist das Kapital des Gesellschafters unter Umständen endgültig verloren. Mit dem EKEG soll also verhindert werden, dass die Gesellschafter in Krisenzeiten selbst eine Forderung gegen die Gesellschaft geltend machen bzw. den Haftungsfonds der übrigen Gläubiger schmälern. Der Grundtatbestand im § 1 EKEG besagt, dass ein Kredit, den ein Gesellschafter/eine Gesellschafterin der Gesellschaft in der Krise gewährt, eigenkapitalersetzend ist. Vom EKEG als Gesellschaft erfasst sind sowohl Kapital- als auch Personengesellschaften, bei denen kein unbeschränkt haftender Gesellschafter eine natürliche Person ist, sowie Genossenschaften mit beschränkter Haftung. Außerdem versteht das Gesetz unter „Gesellschafter“ jene Personen, die an der Gesellschaft kontrollierend oder mit einem Anteil von zumindest 25 Prozent beteiligt sind oder einen beherrschenden Einfluss auf eine Gesellschaft ausüben (auch ohne an dieser beteiligt zu sein), wobei für die Beurteilung einer relevanten Gesellschafterstellung der Zeitpunkt der Kreditgewährung maßgeblich ist. Als weiteres Tatbestandsmerkmal hinzutreten muss ein in der Krise gewährter Kredit. Eine Krise im Sinne des EKEG liegt dann vor, wenn die Gesellschaft entweder zahlungsunfähig (§ 66 IO) oder überschuldet (§ 67 IO) ist oder wenn die Eigenmittelquote der Gesellschaft weniger als 8 Prozent und die fiktive Schuldentilgungsdauer mehr als 15 Jahre betragen. Der Begriff „Kredit“ wird im EKEG negativ definiert. Nicht umfasst und daher nicht eigenkapitalersetzend sind Geldkredite, die nicht länger als 60 Tage gewährt werden (Überbrückungshilfen), Waren- oder sonstige Kredite, die nicht länger als sechs Monate bereitgestellt werden, sowie bereits vor der Krise gewährte Kredite, die während der Krise verlängert oder vorläufig gestundet werden (so genanntes „Stehenlassen“). Im Gegensatz dazu sind aber Geldkredite, die mehrmals hintereinander für nicht länger als 60 Tage gewährt
werden, als Kettenkreditvertrag zu werten, der vom EKEG erfasst sein kann. Weiters sind entgegen der ursprünglichen Rechtsprechung zwar Gebrauchsüberlassungen oder Dienstleistungen selbst nicht eigenkapitalersetzend, allerdings kann das gestundete Entgelt für diese Leistungen als Kredit gewertet werden. Um Umgehungen der Bestimmungen zu verhindern, werden auch stille Beteiligungen von erfassten Gesellschaftern als eigenkapitalersetzend angesehen. Leistet ein erfasster Gesellschafter Sicherheit – wobei dieser Begriff weit zu verstehen ist (z.B. Pfand, Bürgschaft, Garantie, Sicherungszession) – für einen durch einen Dritten gewährten Kredit, ist auch die Sicherheitenbestellung (nicht der Kredit) eigenkapitalersetzend. Im Gesetz finden sich außerdem weitere Ausnahmen vom Grundtatbestand. Dies betrifft einerseits bestimmte privilegierte Beteiligungen im Sinne des Beteiligungsfondsgesetzes, des Investmentfondsgesetzes, des Pensionskassengesetzes, des betrieblichen Mitarbeitervorsorgegesetzes und des Mittelstandsfinanzierungsgeschäfts nach § 6b KStG sowie andererseits das so genannte Sanierungsprivileg. Demnach sind neu gewährte Kredite nicht eigenkapitalersetzend, wenn sie durch die Beteiligung eines neu eintretenden Gesellschafters zur Überwindung der Krise bzw. im Rahmen eines Sanierungskonzeptes erfolgen.
DIE RECHTSFOLGEN
Wesentliche Folge dieser Bestimmungen ist, dass es zur so genannten Rückzahlungssperre kommt und der Gesellschafter – solange die Gesellschaft nicht saniert ist – den gewährten (eigenkapitalersetzenden) Kredit samt darauf entfallende Zinsen nicht zurückfordern kann. Kommt es dennoch zur Rückzahlung bzw. zur Befriedigung des Gesellschafters auf sonstige Weise (Aufrechnung, Pfandverwertung etc.), steht der Gesellschaft ein Rückerstattungsanspruch zu, der in fünf Jahren ab dem Zeitpunkt der Zahlung oder sonstigen Befriedigung verjährt. Hat der Gesellschafter Sicherheit für einen durch einen Dritten gewährten Kredit geleistet, kann sich der Dritte während der Krise sofort aus der Sicherheit befriedigen, ohne zunächst die Gesellschaft in Anspruch nehmen zu müssen. Der Gesellschafter wiederum kann, solange die Krise andauert, keinen Regress nehmen. Die genannten Rechtsfolgen treten auch dann ein, wenn das allenfalls eingeleitete Insolvenzverfahren nach einem bestätigten Sanierungsplan aufgehoben wird und der Rückzahlungs-
anspruch im Falle eines gewährten Kredites bzw. der Regressanspruch im Falle der Sicherheitenbestellung die Sanierungsplanquote übersteigen würde. Sämtliche Ansprüche aus eigenkapitalersetzenden Leistungen werden im Insolvenzverfahren zudem als nachrangige Insolvenzforderungen behandelt, die zwar wie Insolvenzforderungen durchzusetzen sind, jedoch nur dann angemeldet werden können, wenn das Insolvenzgericht hierzu besonders auffordert. Dies ist dann der Fall, wenn zu erwarten ist, dass es zu einer – wenn auch nur teilweisen – Befriedigung nachrangiger Forderungen kommen wird.
EKEG UND COVID - 19
Der Gesetzgeber hat für die Zeit der COVID-Krise eine Erleichterung geschaffen, indem er im 4. COVID-19-Gesetz bzw. im 2. COVID-19-Justiz-Begleitgesetz verankert hat, dass ein Geldkredit, der ab Inkrafttreten dieser Gesetze bis 30. Juni 2020 (4. COVID-19-Gesetz) bzw. 31. Jänner 2021 (2. COVID-19-Justiz-Begleitgesetz) für nicht mehr als 120 Tage gewährt und zugezählt wird, nicht als Kredit im Sinne des EKEG zu werten ist, dies unter der Voraussetzung, dass die Gesellschaft für diesen Kredit weder ein Pfand noch eine vergleichbare Sicherheit aus ihrem Vermögen bestellt hat. Rechtsfolge dieser Änderung des EKEG ist also, dass es unter den genannten Voraussetzungen zu keiner Rückzahlungssperre kommt. www.anwaelte.cc
DR. ESTHER PECHTL-SCHATZ Für weitere Fragen in diesem Zusammenhang stehen mein Team und ich selbstverständlich gerne zur Verfügung.
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IMMOBILIEN JENEWEIN
SICHER DURCH DIE KRISE © MARKUS KRAPF
Wie ein Fels in der Brandung trotzt Jenewein Immobilien der gegenwärtigen Krise. Via digitale Vernetzung zwischen Mitarbeitern, Geschäftsführung und Kundinnen und Kunden sowie unter sorgfältiger Einhaltung aller Vorschriften werden weiterhin Immobilien verkauft.
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ie Auswirkungen der Corona-Maßnahmen des ersten Lockdowns sind praktisch spurlos an der Firma Immobilienmanagement Jenewein GmbH vorübergegangen, da es sich um ein etabliertes Unternehmen handelt und die Immobilienkundinnen und -kunden es daher als professionelles und erfolgreiches Unternehmen kennen. Auch durch Know-how als Vermögensberater können hier Kundinnen und Kunden, die vorhandenes Kapital vorzugsweise in Immobilien investieren wollen, optimal beraten werden. Vermehrt ist zu beobachten, dass größeres Interesse an Immobilien mit großzügigen Gärten, Terrassen und Balkonen besteht. In Corona-Zeiten ist erst erkennbar, wie wichtig und wertvoll Immobilien mit der Möglichkeit für einen Aufenthalt im Freien sind.
AN IHRER SEITE „Nachdem Kurzarbeitsbeschäftigten- und Arbeitslosenzahlen ständig steigen, ist auch im nächsten Jahr zu erwarten, dass Immobilienbesitzerinnen und -besitzer den Verbindlichkeiten gegenüber Banken nicht mehr nachkommen können und Eigentümerinnen und Eigentümer deshalb vermehrt gezwungen sein werden, ihre Immobilien zu verkaufen. Als Immobilientreuhänder und Vermögensberater kann Jenewein diese Kundinnen und Kunden unterstützen und ist gerne behilflich, Immobilienwerte vor Zwangsverkäufen zu schützen. Denn Banken neigen dazu, nicht mehr finanzierbare Immobilien an die bankennahen Immobiliengruppen weiterzugeben. Nachdem derzeit wenig Immobilien zum Verkauf angeboten werden, sind wir ständig auf der Suche nach verkaufbaren Wohn- und
Gewerbeimmobilien. Für eine Bewertung stehen wir gerne zur Verfügung!“, so Immobilienexperte Peter Jenewein. PR
IMMOBILIEN MANAGEMENT JENEWEIN GMBH Eduard-Bodem-Gasse 8 6020 Innsbruck Tel.: 0512/26 82 82 office@immobilien-jenewein.at
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DIE DJURKOVIC UND IHR METZGER Thomas Raab, Haymon 264 Seiten, EUR 19,90 Thomas Raabs Serie rund um Willibald Adrian Metzger (verfilmt großartig dargestellt von Robert Palfrader) geht in die nächste Runde und der Metzger will heiraten. Seine Danjela nämlich. Man ahnt es: So einfach wird das nicht … Denn es ist schon wieder was passiert.
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WILDE FREUDE
Der Zauber der Weihnacht Die deutsche Schauspielerin Rebecca Immanuel kennen hierzulande viele aus der Serie „Der Bergdoktor“, in der sie unter anderem an der Seite von Ronja Forcher spielt. Heuer präsentierte sie sich bei der ProSieben-Show „The Masked Singer“ und zeigte sich dabei erstmals einem breiten Publikum als Sängerin. Das fand Anklang. So viel, dass Immanuel im November ihr Debütalbum „Light“ herausbrachte – eine folk-pop-jazzige Liebeserklärung an die Wärme der Weihnacht. „In diesem ungewöhnlichen und herausfordernden Jahr 2020, das Unglück über viele Menschen und Branchen gebracht hat, habe ich mich entschlossen, den Menschen in der dunklen Jahreszeit einen wärmenden akustischen Ofen nach Hause zu bringen. Er heißt ‚Light‘ und erscheint in Form eines musikalischen Weihnachtsalbums. ‚Light‘ steht für Solidarität, Teamgeist, Hoffnung, Liebe und Zuversicht. Das sind alles Qualitäten, die ich in Bezug auf den Arbeitsprozess in vielen Jahren beim ‚Bergdoktor‘ gelernt habe. Darüber hinaus möchte ich Frauen ermutigen, für sich zu gehen und zu erkennen, dass Alter oder/und Mutterschaft keine Bremse oder Hürde, sondern vielleicht sogar ein Qualitätsmerkmal sein können“, sagt die Künstlerin. Das Album erschien übrigens genau an Rebecca Immanuels 50. Geburtstag und ist damit ein klares Zeichen, dass es nie zu spät ist, sich seine Lebensträume zu erfüllen.
Sorj Chalandon, dtv 288 Seiten, EUR 22,70 Ein Buch über vier Frauen, die durch ein gemeinsames Schicksal zu Freundinnen und letztlich wieder getrennt wurden. Ein wunderbares Buch über Zusammenhalt, Vertrauen und darüber, das Bedürfnis anderer auch mal über sich selbst zu stellen, auch auf die Gefahr hin, enttäuscht zu werden.
LADIES Patricia Highsmith, Diogenes 320 Seiten, EUR 24,70 Ehe Patricia Highsmith durch ihren ersten Roman „Zwei Fremde im Zug“ über Nacht berühmt wurde, schrieb sie psychologische Storys. Damals erschienen sie nur verstreut in Schul- und Frauenmagazinen, nun gibt es sie gesammelt in Buchform.
F R AU E N, D IE U N S AU F G E FA L L E N S IN D © LAND TIROL/PICHLER
© TIROLER/REITER
eco.art
Bild links: Nikolaus Bliem, Autor des Buches „Betriebsführer und Gefolgschaft“, und Franz Mair, Vorstand der TIROLER Bild rechts: Niemand wusste, dass im Tresor im Keller der TIROLER-Zentrale ein Unternehmensarchiv lagert. Im Jahr 2012 wurde es zufällig entdeckt.
Sich der Geschichte stellen Im Rahmen eines Forschungsprojekts hat sich der Historiker Nikolaus Bliem mit der Rolle der TIROLER VERSICHERUNG in der NS-Zeit beschäftigt. Drei Jahre lang hat er daran gearbeitet, nun liegen die Ergebnisse als Buch mit dem Titel „Betriebsführer und Gefolgschaft“ vor. Bliems Quellen lagen im Keller der TIROLER-Zentrale in der Innsbrucker Wilhelm-Greil-Straße: in erster Linie Korrespondenzen, aber auch Schadenmeldungen, Verträge und Personalakten – insgesamt 34 Archivkisten. Die TIROLER machte ihm dieses Material ohne Einschränkungen zugänglich und unterstützte die Forschungsarbeit.
„Ich war nicht wirklich nackt, ich hatte nur keine Kleider an.“
© OFP KOMMUNIKATION
JOSEPHINE BAKER
Kulturlandesrätin Beate Palfrader gratulierte Barbara Hundegger
BARBARA HUNDEGGER Die Schriftstellerin und Lyrikerin Barbara Hundegger erhielt kürzlich den Tiroler Lan despreis für Kunst 2020. „Mit ihrer Lyrik eröffnet sie neue Denkräume und schafft eine gelungene Verbindung von Kunst, Politik und Emotion. Ihr jüngster Lyrikband ‚anich. atmosphären.atlas‘ über den bedeutenden Kartografen Peter Anich ist poetisch und ge sellschaftspolitisch präzise zugleich und zählt zu den herausragenden Lyrikempfehlungen der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung“, zitiert Landesrätin Beate Palfra der die Jurybegründung. Hundegger wurde 1963 in Hall in Tirol geboren. Neben ihrer Tä tigkeit als Autorin widmet sie sich Arbeiten zu Kunst im öffentlichen Raum sowie inter disziplinären Kunstprojekten. Ihr schriftstel lerisches Werk erscheint bei Haymon.
A LT E G E S C H I C H T E ( N ) N E U E R Z Ä H LT Die Passionsspiele Thiersee stehen unter neuer Leitung und die hat gleich Großes vor. Seit über 200 Jahren spielt man in Thiersee die Ge schichte vom Leben und Sterben Christi. Eine Neuinszenierung der Passion von Regisseur Norbert Mladek soll den Leidensweg Jesu im Pas sionsspieljahr 2022 zeitgemäß zeigen – mit einer aktualisierten Textfas sung vom Südtiroler Schriftsteller Toni Bernhart und Neukompositionen von Kapellmeister Josef Pirchmoser. www.passionsspiele-thiersee.at
DER ANTI-RITTER Ein Ritter sollte stark, tapfer und edel sein. Das fand Kinderbuchautor und Illustrator Jörg Hilbert zu stereotyp und erfand stattdessen Ritter Rost: schwach, ängstlich … und rostig. In der aktuellen Son derausstellung im Innsbrucker Zeughaus (schauen Sie sich unbedingt auch die Dauerausstellung an!) tapst der tollpatschige Ritter durchs Museum – begleitet von Burgfräulein Bö, König Bleifuß, Prinz Protz, Hexe Verstexe und vielen weiteren Freunden und Rivalen. Hilberts Zeichnungen sind noch bis 7. März 2021 zu sehen. Für Kids ab vier Jahren, aber auch Erwachsene werden ihre Freude haben. Infos unter www.tiroler-landesmuseen.at
© ANNETTE BELTZ IN DER UEBERREUTER VERLAG GMBH
Josef Pirchmoser, Toni Bernhart und Norbert Mladek
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eco.kultur
Die Magie der schöpferischen Kraft Vom 15. bis 20. Dezember 2020 ist in der Innsbrucker Galerie Nothburga die alljährliche Freundeskreisausstellung zu sehen. Johanna Bair ist deren Organisatorin und hat sich ein paar Gedanken gemacht. Nicht nur, aber natürlich auch über die Kunst.
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n diesen trüben Zeiten steht unsere physische Gesundheit natürlich im Mittelpunkt. Man tut, was man kann und muss, hält Abstand, trägt Maske, bleibt zu Hause, vermeidet alle unnötigen Kontakte. Und was ist schon nötig? Langsam kommt man drauf, dass die psychische Gesundheit, über die man sich sonst nicht allzu viele Gedanken macht, ein ganz wesentlicher Faktor des Wohlbefindens ist. Und es erhebt sich die Frage: Was ist Resilienz, was stärkt mich in meiner Mitte, woher nehme ich die Kraft, trotz aller Schwierigkeiten eine positive, heitere, gelassene Grundstimmung zu entwickeln? Keine Frage, darauf gibt es viele Antworten. Eine aber ist die Beschäftigung mit Kunst, in vielfältigster Form. Ist jeder Mensch ein Künstler wie nach Ansicht von Joseph Beuys? Das vielleicht nicht, aber in jedem Menschen ist das künstlerische Potenzial in irgendeiner Weise angelegt. Ob es zum Tragen kommt, hängt vielfach von Anregung und Ermutigung, von den Umständen und Gelegenheiten ab. Kreati-
vität ist eine Quelle unendlicher Freude für den Menschen, aus ihr wird Kraft und Lebensenergie geschöpft. Was motiviert Menschen, sich künstlerisch auszudrücken? Es ist der Wunsch, der Wille, etwas zu schaffen. Es ist ein Gefühl, ein Bedürfnis, das von innen heraus kommt, etwas völlig Eigenständiges, Authentisches zu kreieren. Die Vielfalt der künstlerischen Möglichkeiten wird als Entwicklungsschritt und persönliches Abenteuer empfunden, ein Sichtbarmachen der inneren Energie. Die Galerie Nothburga hat seit einigen Jahren einen treuen Freundeskreis, dessen Mitglieder die Arbeit der Galerie durch eine jährliche Spende unterstützen. Als Dank für diese Unterstützung wird auch heuer wieder die allseits beliebte Freundeskreis ausstellung ausgerichtet. Fünf Tage lang können die Mitglieder des Freundeskreises ihre in verschiedensten Techniken entstandene Werke zeigen. Wie wir in den letzten Jahren gesehen haben, ergeben sich dabei bunte, vielfältige, spannende und überraschende Einblicke.
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• 12. Jänner – 6. Feber: Elmar Kopp • 23. Feber – 20. März: Irmgard Hofer-Wolf Rosa Brunner • 6. – 30. April: Reinhold Tappeiner Christa Zeitlhofer • 11. Mai – 5. Juni: Charlotte Simon Hannes Metnitzer • 15. Juni – 10. Juli: Heike & Norbert Kleinlein • 7. September – 2. Oktober: Michael Schneider • 12. Oktober – 6. November: Mitglieder der Galerie grenzART / NÖ • 16. November – 11. Dezember: Claudia Mang, Preisträgerin des Fritzi-Gerber-Preises 2019, Zeichnung Änderungen aufgrund der aktuellen Situation vorbehalten.
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EINE SPANNENDE SYMBIOSE
VOR VOR DEN HAN G
Kunst und Wissenschaft liegen oft gar nicht so weit auseinander. Mag. Sabine Egger alias Delizia ist als Neurowissenschaftlerin und als erfolgreiche Malerin tätig. Ganz von ungefähr kommt ihre große Begabung nicht, waren doch ihr Vater und ihr Großonkel malerische Talente und tauchten mit ihr schon als Kind in künstlerische Welten ein. Während ihres Studiums der Mikrobiologie entbrannte endgültig das Feuer der Malerei in ihr und so verbindet sie heute in ihrem Alltag beide Welten miteinander.
© ANDREAS FRIEDLE
T E X T : D O R I S H E LW E G
be zeichneten wir gemeinsam. Er gab mir wertvolle Tipps und lehrte mich das perspektivische Denken.“ Dennoch studierte Sabine Mikrobiologie mit Vertiefung Neurobiologie an der Universität Innsbruck. Während dieser Zeit besuchte sie auch diverse Seminare und Workshops zum Thema Aktmalen und Aktzeichnen. Ihre ausdrucksstarken Werke zeigte sie schon damals in verschiedenen Ausstellungen und sie fanden großen Anklang. Über die Jahre hinweg fand sie ihren Weg vom Bleistift über Kohle und Aquarell bis hin zur Acrylmalerei.
ENERGIE UND LEBENSFREUDE
ie Welt der Kunst war ihr schon als Kind nicht fremd. „Mein Vater – ein großes Talent mit dem Bleistift sowie mit Kohle und Öl – besuchte mit mir unterschiedliche Kunstausstellungen und brachte mich schon während meiner Kindheit dem Zeichnen näher“, erinnert sich Mag. Sabine Delizia Egger, alias Delizia Art, an ihre ersten Erfahrungen mit Kunst. „Besonders während unserer Urlau-
„Mein Medium ist die Acrylmalerei“, erklärte sie, „das entspricht meinem Wesen. Mir wird von vielen Menschen immer wieder gesagt, meine Bilder wären so voller Energie und Lebensfreude. Und jeder, der mich kennt, weiß warum. Ich glaube, dass man einer Leinwand gegenüber nur ehrlich sein kann. Das Produkt deines kreativen Schaffens wird immer deine Lebenseinstellung und dein Wesen widerspiegeln.“ Wenn man „Delizia“ nach dem Sinn und Zweck ihrer Bilder fragt, gibt sie eine banale Antwort: „Meine Bilder sollen beim Betrachter in erster Linie ein positives Gefühl erzeugen, ihn glücklich machen. Natürlich sollen Werke auch dekorativ sein. Ich persönlich halte aber nichts von verstörenden Bildern und infantilen Maltechniken.“
Seit ihrer Familiengründung im Jahr 2007 vereint sie ihre beiden Welten, also jene der Kunst und die der Neurobiologie, auf interessante Weise. Nach ihrer Zusatzausbildung zum Thema Neuromarketing an der Wirtschaftsakademie Wien arbeitet sie im Unternehmen ihres Mannes als Creative Designer. Dabei lässt sie ihre neurobiologischen Kenntnisse in die Konzeptentwicklung und das Design ihrer Marketingprojekte einfließen. All diese Erfahrungen haben über die Jahre hinweg maßgeblichen Einfluss auf ihre Maltechniken und ihren Designprozess als Künstlerin genommen. Sei es nun die Wirkung und das Zusammenspiel von Farben und Farbkombinationen, das Gleichgewicht und die Harmonie im Design, der Einbezug von Digital Imaging oder die strategische Herangehensweise an ein neues Werk, der Einbezug all dieser Facetten hat in den letzten fünfzehn Jahren zu der markanten Entwicklung ihres Malstils und ihrer kreativen Werke beigetragen. Inspiriert wird „Delizia“ durch viele Dinge. Das können Gesichter genauso sein wie aktuelle gesellschaftliche Themen. „Arbeite ich an Werken für eine meiner Ausstellungen, kann ich meiner Kreativität und meinen Vorstellungen freien Lauf lassen. Auch die gewählten Themen sind immer autobiographisch. So greife ich zum Beispiel Themen wie Klavier, Tanz, bestimmte Filme oder Musiker und natürlich das Thema Tirol immer
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eco.kultur
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wieder auf“, erzählt die Künstlerin. Wichtig sei ihr dabei, dass sie selbst mit dem Ergebnis zufrieden ist. „Gefällt es mir, gefällt es meist den anderen Betrachtern auch. Die größte Nachfrage haben jene Bilder, von denen ich mich am schwersten trennen kann, die also auch mir besonders gut gefallen“, sagt Sabine. Und so schmücken ihre Werke die Wohnungen zahlreicher Kunstfreunde in unterschiedlichen europäischen Ländern bis hin nach Russland, Brasilien oder den USA. Sabine wurde in den letzten Jahren auch mehrfach gefragt, ob sie sich um das künstlerische Interiordesign verschiedener Hotels und öffentlicher Flächen kümmern könnte. Auf diesem Wege sind ihre Werke unter anderem in der Gemeinde Stans, beim Bürgermeister von Kufstein, im Hotel Das Thiers in Hinterthiersee oder im Adults Only Hotel Karwendel in Leutasch zu sehen.
ZWEI WELTEN VEREINEN
„Eine besondere Ehre war es für mich, als mich mein Professor Lawrence Paoletti von der Harvard University in den USA gebeten hat, das Design des Buchcovers eines seiner Bücher zu übernehmen“, freut sich Sabine noch heute. Paoletti ist Bakteriologe und widmet sich seit einigen Jahren der Schriftstellerei. „Das zeigt, dass sich die Disziplinen Wissenschaft und Kunst keinesfalls aus-
„Ich glaube, dass man einer Leinwand gegenüber nur ehrlich sein kann. Das Produkt deines kreativen Schaffens wird immer deine Lebenseinstellung und dein Wesen widerspiegeln.“ DELIZIA
schließen. Im Gegenteil, beide Tätigkeiten bedürfen eines hohen Maßes an Kreativität. Sowohl während meiner Zeit im Labor, als ich Teil von Forschungsprojekten war, als auch im Zuge meiner aktuellen Arbeit im Bereich Neuromarketing und Design sind Eigenschaften wie Einfallsreichtum, Originalität, Vorstellungskraft und Disziplin gefordert. Dies deckt sich 1:1 mit meiner Tätigkeit als Künstlerin. Der fachliche Background ist der einzige Unterschied dabei. Tatsächlich kommt es sogar sehr häufig vor, dass sich Naturwissenschaftler während oder nach ihrer Forschungstätigkeit dem Kunstbereich zuwenden“, weiß Sabine über ihre Erfahrungen als Mikrobiologin wie auch Malerin. Heute ist „Larry“ ein amerikanischer Schriftsteller und ein guter Freund von Sabine. Die steigende Popularität bewog Sabine Egger 2013 dazu, DELIZIA.ART.CREATIONS zu gründen. 2020 ging sie noch einen Schritt
weiter und eröffnete kürzlich auf vielfachen Wunsch ihrer Kunden einen Onlineshop, in dem sie ihre Werke als Kunstdrucke und in Form von Livingprodukten wie Kissen und Tassen anbietet. „So können Kunstfreunde sogar in Lockdown-Zeiten ein wenig künstlerischen Lifestyle in ihr Zuhause zaubern“, freut sich die Künstlerin, die in Gnadenwald nahe Innsbruck lebt und arbeitet. Mit ihrer Maskenkollektion im Tiroler Design beweist Sabine, dass ein Mund-Nasen-Schutz nicht nur dem Schutz dienen, sondern durchaus auch als stylishes Fashion-Accessoire fungieren kann – oder gar ein wenig als künstlerisches Statement. Seit September hat sie neben ihrem Schaffen als Künstlerin und ihrer Arbeit als Creative Designer auch die Aufgabe übernommen, als Kuratorin der Mercywood Gallery tätig zu sein. Langweilig wird es Mag. Sabine Egger alias Delizia wohl kaum werden. www.shop.delizia.at
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Bewahren und bewirken Eine Bank mit gutem Namen: verlässlich, solide, agil. An Wertvollem festhalten und sich dem Neuen öffnen. Mit erfrischend konservativer Haltung, die von Eigenständigkeit, lokalen Nahbeziehungen und unternehmerischem Handeln geprägt ist.
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FEMINISMUS, GUT GESTALTET Die Weiberwirtschaft – der Name ist übrigens Programm – wurde vor 20 Jahren von Beatrix Rettenbacher und Heidi Sutterlüty-Kathan aufgemacht. Heuer haben die beiden den erstmals vergebenen Arthur-Zelger-Preis für gute Gestaltung gewonnen. Das liegt an der individuellen Handschrift, der regionalen Verankerung und nicht zuletzt am feinen Humor, mit dem gesellschaftspolitische Anliegen befördert werden. TEXT: MARIAN KRÖLL
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Das Gestalterinnenduo beweist seit zwei Jahrzehnten, dass Design als künstlerische, kritische, politische und feministische Disziplin wirkungsvoll sein kann. Die Weiberwirtschaft ist Pro-Aging und Anti-Popo-lismus und ganz großes Designkino.
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elbst wenn der Name „Weiberwirtschaft“ im ersten Moment wie eine feministisch-kämpferische Eigendefinition klingen mag, war der einstige Impetus, gemeinsame Sache zu machen, bei Beatrix Rettenbacher und Heidi Sutterlüty-Kathan vor zwei Jahrzehnten kein feministischer, sondern ein pragmatisch-faktischer. Man, oder vielmehr Frau, war nach gemeinsamer Arbeit bei einer renommierten Werbeagentur in Wien einander einfach grün – Rettenbacher nach einem Studium an der Angewandten als Texterin und Sutterlüty-Kathan als Grafikerin, die zuvor bei einer Münchner Agentur gearbeitet
hatte. Als Letztere aus familiären Gründen nach Tirol ging, zog es Rettenbacher vorerst noch nach Hamburg, ehe die beiden Frauen beschlossen, in Innsbruck ihre beruflichen Zelte auf- und seitdem nicht mehr abzubauen.
FEMINISMUS MIT HUMORBEGABUNG
Der feministische Ansatz, mit dem die Weiberwirtschaft heute sichtbar wird, hat sich im Laufe der Zeit irgendwie von selbst ergeben und entwickelt. Verbissenheit, die dem Feminismus – gleichviel ob zu Recht oder nicht – gelegentlich attestiert wird, fehlt den
Arbeiten der Grafikerinnen gänzlich. Es darf geschmunzelt und gelacht werden, was der feministischen Botschaft durchaus gut ansteht. „Es ist kein Kampf, wir nutzen unsere kreativen Spielräume, um feministische Aussagen zu machen. Wir sind da hineingewachsen, weil wir gesehen haben, dass die Gesellschaft, dass gerade Tirol das braucht“, sagt Beatrix Rettenbacher und winkt mit dem Zaunpfahl. Es ist kein Geheimnis, dass die Weiberwirtschaft Land und Leute ein bisschen zu brav, ein bisschen zu bieder findet. Die eigenen Projekte vertreibt man via Webshop unter dem sinnigen Titel Text und Textiles.
eco.kultur
GEGEN DIE VERHÄLTNISSE ANSTICKEN
Die Weiberwirtschaft hat eine eigene, unverkennbare Handschrift entwickelt. Eine, die auch gut in Arbeiten für verschiedene Kunden, darunter etwa Therese Mölk, die Bundeskammer der ZiviltechnikerInnen oder die Tiroler Edle, zum Ausdruck kommt. Neben Logos und Textilien erschafft die Weiberwirtschaft andere Produkte bzw. ganze auf das jeweilige Unternehmen abgestimmte Produktlinien, aktuell etwa für ein
„Weiberwirtschaft“ heißt das Grafikdesignbüro von Heidi SutterlütyKathan (l.) und Beatrix Rettenbacher, die den ersten Arthur-ZelgerPreis für gute Gestaltung in den Händen halten.
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„Ein Zusatzstandbein, das daraus entstanden ist, dass wir vor 20 Jahren einmal T-Shirts für einen Kunden gemacht haben“, erinnert sich Rettenbacher. Da gibt es Tischdecken, auf denen steht „Wir haben schon wieder etwas angerichtet“, und T-Shirts mit Sprüchen wie „Welt statt Innsbruck“, „relativ jung“ und „relativ schlank“, „Miss Erfolg“ und „Miss Verständnis“, „Mein Wille geschehe“ oder – anlässlich der damaligen Präsidentschaftswahl – „Van der Bella“. Große Profite sind damit freilich nicht zu machen, weil alles Textile fair in Tirol produziert wird. Negative Erfahrungen haben Rettenbacher und Sutterlüty-Kathan nicht gemacht, weil sie sich (gesellschafts)politisch exponiert haben. „Wir sind aber mit unserem Namen ‚Weiberwirtschaft‘ vor einigen Jahren schon bei potenziellen Kunden angeeckt. Das hat sich mittlerweile geändert. Man arbeitet gern mit Unternehmen, die für Chancengleichheit eintreten“, sagt Beatrix Rettenbacher. Die Weiberwirtschaft ist naturgemäß ein gutes Vehikel für den Imagetransfer und färbt auf Kunden ab, die den Stellenwert der Gleichberechtigung in ihren Unternehmen besonders betonen wollen.
„DIE DINGE MÜSSEN IHRE L E I C H T I G K E I T B E H A LT E N , W E I L S C H W E R S I N D S I E S O W I E S O .“ B E AT RI X RE T T ENB AC HER
Hotel in der Arlbergregion. Eine Besonderheit, welche die Weiberwirtschaft für sich in Anspruch nehmen darf, ist die Verwendung der Stickerei. Und zwar solcherart, dass da auch schon einmal ein Programmheft von Hand bestickt wird, wie das beispielsweise für das WEI SRAUM Designforum Tirol der Fall war, in dessen Cover der programmatische Slogan „KREIEREN STATT KONSUMIEREN“ eingestickt war. Einige Jahre davor hat die Weiberwirtschaft ein Stickprojekt mit
Einfach schön sticken: Für den WEI SRAUM hat die Weiberwirtschaft das Programmheft bestickt.
Asylwerberinnen gestartet. „Wir sticken für den inneren Frieden“ heißt die schöne Initiative. „Das Sticken ist zu einer Illustrationstechnik in unserem Repertoire geworden“, sagt Rettenbacher. Und: „Sticken ist ein sehr stark weiblich konnotiertes Handwerk.“ Inspiration beziehen die beiden Gestalterinnen aus dem Diskurs im Freundeskreis, wo Architektur eine große Rolle spielt. Und es ist kein Geheimnis, dass Architektur mit Gestaltung zu tun hat. „Wir tauschen uns über gute Gestaltung aus“, sagt Rettenbacher. Inspirationsquelle ist der Weiberwirtschaft freilich auch das Leben selbst, das derzeit durch die Coronakrise immer wieder Unterbrechungen erfährt. Das verarbeitet die Weiberwirtschaft in textiler Form, etwa durch Masken, auf denen geschrieben von Kinderhand die eine große Frage steht, die uns alle umtreibt: „Wann hört Corona auf?“ Man weiß es nicht, aber eines scheint gewiss: Die Weiberwirtschaft wird weiterhin Blüten treiben. Schöne, humorvolle, pikante und provokante. Dabei müssen die künstlerischen Projekte in eigener Sache vor allem eines sein, formuliert Beatrix Rettenbacher: „Die Dinge müssen ihre Leichtigkeit behalten, weil schwer sind sie sowieso.“
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auto & motor
Alter Schwede! Volvo XC40 Recharge P8 AWD. Das klingt erst mal nach einem recht komplizierten Auto, ist aber eigentlich recht simpel, denn dahinter verbirgt sich das erste rein elektrische Fahrzeug der Marke. Nach Österreich soll es im Frühjahr 2021 kommen. Im ersten Halbjahr 2020 entfiel bei Volvo europaweit fast ein Viertel aller Verkäufe auf Plug-in-Hybride. Bis zum Jahr 2025 soll die Hälfte des weltweiten Absatzes mit vollelektrischen Fahrzeugen bestritten werden, der Rest mit Hybridmodellen. Der XC40 Recharge P8 AWD ist also erst der Anfang der Volvo‘schen Elektrifizierungsoffensive. Der Elektro-Schwede leistet kraftvolle 408 PS, verfügt über ein maximales Drehmoment von 660 Nm, sprintet in 4,9 Sekunden auf Tempo 100 und riegelt erst bei 180 km/h ab. Auch der Preis ist sportlich: Gestartet wird bei rund 61.000 Euro.
GUTE(R) KOMBI Der neue Suzuki Swace ist ein vielseitiger Fünftürer, der Fahr spaß und Effizienz wunderbar vereint. Suzuki-typisch ver birgt sich unter der Haube ein fortschrittliches Hybridsystem, das einen kraftvollen Elektromotor mit einem speziell für den Hybrideinsatz entwickelten 1,8-Liter-Benzinmotor verbin det. Um das Potenzial des leistungsstarken Elektromotors und der Batteriekapazität auszuschöpfen, ist der Swace mit einem Fahrmodus für rein elektrisches Fahren ausgerüstet. Der kann für das emissionsfreie und geräuscharme Zurückle gen kurzer Strecken genutzt werden. Optisch zeigt sich der Suzuki funktionell-sportlich, der Innenraum präsentiert sich elegant und zugleich praktisch. Erhältlich ist der Kombi ab so fort ab rund 29.500 Euro.
ES KANN NUR EINEN GEBEN Toyota bringt seinen Highlander im kommenden Jahr erstmals nach Europa und macht die SUV-Palette damit zum Quartett. Das 4,95 Meter lange Modell kombiniert ein sportlich-robustes Design mit viel Platz: Ein flexibles Raumkon zept mit sieben Sitzplätzen und 658 Liter Kofferraumvolumen garantiert Funktionalität und Vielseitigkeit. Hybrid- und Allradantrieb sind obligatorisch, damit kennt sich Toyota aus wie kaum eine andere Marke. Auch das in Schwarz ge haltene Interieur ist auf hohe Funktionalität und Alltagstauglichkeit ausgelegt. Als zentrales Bedienelement dient ein 12,3-Zoll-Multimediadisplay in der Mittelkonsole. Preis für den neuen Flaggschiff-Anwärter gibt‘s noch keinen, er dürf te aber deutlich teurer sein als der RAV, der bei vergleichbarer Technik bei rund 43.000 Euro startet.
eco.mobil
„W O D E R M A N N E I N E R F R A U D I E T Ü R A U F H Ä LT, I S T E N T W E D E R D I E F R A U N E U – O D E R D A S A U T O .“ HENRY FORD
PRAKTIKABEL Mit dem Q5 Sportback liefert Audi nach dem e-tron und dem Q3 sein drittes Cross over-Utility-Vehicle, kurz CUV. Der Neue ist ein dynamisch gezeichnetes Coupé (ja, offensichtlich dürfen die mittlerweile auch fünf Türen haben) mit expressivem De sign und vielen technischen Innovationen. Der Q5 Sportback fährt sich – der Name lässt‘s fast ein bisserl vermuten – sportlich und ist durch seine Variabilität dennoch alltagstauglich. In Europa startet Audi mit einem starken Zweiliter-VierzylinderDiesel mit 204 PS und 400 Nm Drehmoment – in Verbindung mit einem Sieben gang-Stronic-Doppelkupplungsgetriebe mit quattro-ultra-Technologie. Marktstart ist im ersten Halbjahr 2021, so genau weiß man das im Moment ja nie ...
ELEKTRO -TIPP Mit dem Mokka hat sich Opel quasi neu erfunden, wurde das Auto doch vom ersten Federstrich an in Rüsselsheim designt und entwickelt. Ab Jänner ist der neue Mokka nebst Beziner und Diesel nun auch in einer 136-PS-Elektroversion zu haben. Mit der 50-kWh-Batterie sollen bis zu 324 Kilometer ohne Ladestopp drin sein. Eingestiegen wird bei 34.439 Euro, schon die Basisversion des Mokka-e ist dabei reichhaltig ausgestattet. Was sich außerdem am Elektroauto-Markt tut, lesen Sie ab der nächsten Seite.
KLEINER FLITZER 2021 steht bei Kia und seinem Rio ganz im Zeichen der Neuerfindung: Erstmals kommt ein Rio mit Mildhybrid-Technologie auf den Markt.
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ECO TES T
© TOM BAUSE
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ür den Mildhybrid entschied man sich bei Kia ganz bewusst für die Topmotorisierung des Benziners, den 1,0 TGDI mit 120 PS. Das mitverbaute 48-Volt-System soll den Motor unterstützen, nicht zuletzt, um den Kraftstoffverbrauch zu senken. Die Kraftübertragung auf die Räder erfolgt durch ein Sechs-Gang-Schaltgetriebe, optional gibt es den neuen Rio Mildhybrid mit einem Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Damit beschleunigt er recht zügig, Tempo 100 ist nach knapp über zehn Sekunden erreicht, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei sportlichen 190 km/h. Von außen begeistert uns vor allem die überarbeitete Front sowie die breite Farbpalette. Insgesamt hat man die Auswahl zwischen neun Farben. Ein Blick in den Innenraum auf das acht Zoll große Display verrät: Der Rio hat ordentlich Technik mit
an Bord – beispielsweise das serienmäßig verbaute UVO-Connect-Telematiksystem, das unter anderem verschiedene Liveangaben zu Wetter und Verkehr umfasst. Highlight ist wohl das Infotainmentsystem, mit dem sich nun auch kabellos Smartphones per Android Auto oder Apple CarPlay verbinden können. Angenehm fahren kann man
den neuen Kia Rio Mildhybrid allemal, insgesamt stehen drei Modi zur Verfügung – Eco, Normal und Sport. Beim ersten Fahren im Sportmodus wirkte dieser ein wenig überpowert, nach kurzer Eingewöhnungsphase stand aber fest: Der macht Spaß! Erfreulich ist der Preis: Für den Mildhybrid-Benziner mit 120 PS sind nur 22.190 Euro fällig.
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BSSSSSSSSSSSSSS Sie sind auf dem Vormarsch, die Elektroautos. Tesla ist nach wie vor Vorreiter, mittlerweile haben jedoch viele andere Hersteller nachgezogen. A U S WA H L : F E L I X K A S S E R O L E R
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SSSSSS … TESLA MODEL Y
VW ID.3 Der bereits seit längerem angekündigte ID.3 ist endlich ausgeliefert worden. Erhältlich ist das Elektro-Aushängeschild von Volkswagen mit einem 150-kW (204 PS)Elektromotor. Dazu plant VW drei verschiedene Batteriegrößen, die kleinste – die allerdings noch nicht erhältlich ist – wird eine Kapazität von 45 kWh haben und es auf eine Reichweite von 330 Kilometern nach WLTP bringen. Bereits die mittlere Variante schafft dank 58 kWh solide 420 Kilometer. Für alle Vielfahrer bietet VW schließlich noch einen 77-kWh-Akku, mit dem eine Reichweite von bis zu 550 Kilometern möglich sein soll. Auch bei der Beschleunigung zeigt der ID.3, was er kann: In 7,3 Sekunden erreicht er Tempo 100. Wie bei anderen Elektroautos ist auch beim ID.3 früher als bei Autos mit Verbrennungsmotor Schluss, er schafft es aber dennoch auf rasante 160 km/h.
Tesla hat bei der Einführung neuer Modelle im Vergleich zu anderen Autoherstellern einen ganz großen Vorteil: Sie haben sich in Sachen Elektroautos bereits etabliert, man weiß also um das Können der Ingenieure. So auch beim neuen Model Y, das 2021 auf den europäischen Markt kommen soll. Bestellbar ist das Kompakt-SUV bis jetzt als Performance und Long Range, es kann aber davon ausgegangen werden, dass – wie beim Modell 3 – eine Standardvariante mit von der Partie sein wird. Eines steht aber auf jeden Fall fest: Die Leistungswerte sind wahrlich – typisch Tesla – wunderschön anzusehen. Die Performance-Variante beispielsweise schafft es in sportlichen 3,7 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von in diesem Segment überdurchschnittlichen 241 km/h.
Reichweite: 505 Kilometer (Long Range) Ladedauer: 8 Stunden (80 % in 25 Min.) Preis: ab 63.000 Euro
Reichweite: 420 Kilometer (mittlere Version) Ladedauer: 6 Stunden (80 % in 35 Min.) Preis: ab 36.490 Euro
PEUGEOT E-208 Mit dem Peugeot e-208 wollen die Franzosen den Kleinwagenmarkt ordentlich aufmischen. Die Leistungswerte sprechen dafür: Unter der Haube sorgt ein 100 kW (136 PS) starker Elektromotor für den notwendigen Vorwärtsschub. Im Sportmodus führt das zusammen mit einem maximalen Drehmoment von 260 Newtonmeter zu einer Beschleunigung von 2,8 Sekunden auf Stadttempo und 8,1 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 150 km/h, mehr würde für dieses Auto wohl auch keinen Sinn machen, es ist eben ein Stadtauto.
Reichweite: 340 Kilometer Ladedauer: 5 Stunden (80 % in 30 Min.) Preis: ab 32.450 Euro
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HONDA E
SEAT MII ELECTRIC
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Der Mii electric des spanischen Autoherstellers Seat ist eines der preiswertesten Elektroautos. Einsparungen macht der Cityflitzer – das zeigt sich auch bei den Leistungswerten. Angetrieben wird der Spanier von einem 61 kW (83 PS) starken Elektromotor, die Höchstgeschwindigkeit ist mit 130 km/h begrenzt, wirklich mehr braucht ein Stadtauto nicht. Der Seat Mii electric kommt mit einem 36,8 kWh starken Akku. Damit soll eine Reichweite von bis zu 260 Kilometern möglich sein – ideale Werte für ein Stadtauto, kann man damit dann doch ganz entspannt über mehrere Tage ohne Aufladen durch die Stadt cruisen. Achtung: Die Schnellladefunktion ist nur gegen Aufpreis von 600 Euro erhältlich. Doch beim niedrigen Grundpreis dürfte das noch im Budget liegen, empfehlenswert ist ein Schnelllader auf jeden Fall.
Reichweite: 260 Kilometer (Long Range) Ladedauer: 4,5 Stunden (80 % in 60 Min.) Preis: ab 21.490 Euro
Mit dem Honda e bringen nun auch die Japaner ein Elektroauto auf den Markt. Designtechnisch überrascht der Kleine auf den ersten Blick mit seiner eckigen Karosserie. In Sachen Leistung zeigt der Honda e, was er kann. Da überbietet er mit einer Akkukapazität von 35,5 kWh sogar den Mini Cooper SE. Angetrieben wird der Japaner von einem mindestens 100 kW (136 PS) starken Elektromotor, optional gibt es das Advance-Paket, bei dem – neben einigen zusätzlichen Features wie Ein- und Auspark-Assistent – 113 kW (154 PS) zur Verfügung stehen.
Reichweite: 222 Kilometer Ladedauer: 4 Stunden (80 % in 30 Min.) Preis: ab 39.990 Euro
DS 3 E-TENSE MERCEDES EQV Mit der elektrischen V-Klasse kommt ein weiteres elektrifiziertes Modell von Mercedes auf den Markt, mit dem die Stuttgarter gleichzeitig eine Vorreiterrolle übernehmen, denn: Einen elektrischen Van mit diesem hochwertigen Standard gibt es bislang noch nicht. Der EQV ist in zwei Größen – lang und extra lang, beide über fünf Meter – zu haben. Angetrieben wird der Elektro-Van von einem 150 kW (204 PS) starken Elektromotor, mit dem ein maximales Drehmoment von 362 Newtonmetern freigesetzt werden kann. Bei durchgedrücktem Gaspedal ist eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h – optional 160 km/h – möglich. Wichtigstes Kriterium bei einem Van aber ist, gleichgültig ob er als Familienauto oder gewerblich genutzt wird, die Reichweite, denn für ein reines Stadtauto – ausgenommen Taxifahrten – sind fünf Meter dann doch zu lang. Doch auch in dieser Hinsicht kann Mercedes beruhigen, der EQV bringt dank einer Akkukapazität von 100 kWh mit 348 Kilometern nach WLTP eine solide Reichweite mit.
Reichweite: 348 Kilometer Ladedauer: 10 Stunden (80 % in 45 Min.) Preis: ab 80.000 Euro
Der DS 3 E-Tense ist der erste vollelektrische SUV aus dem Hause PSA (Peugeot Société Anonyme). Die Premiummarke von Citroën und Peugeot setzt vor allem auf Exklusivität, innen sowie außen. Exklusiv sind auch die versenkten Türgriffe, die sich automatisch zum Öffnen nach außen klappen, sobald sich der Fahrer im Umkreis von 1,5 Metern zum Auto befindet. Ganz im Stil eines MiniSUV bietet der E-Tense trotz eines großen Akkus ausreichend Platz, das Ladevolumen beträgt 350 Liter, bei umgeklappter Rücksitzreihe sogar 1.050. Angetrieben wird das Elektroauto von einem 100 kW (136 PS) starken Elektromotor, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 150 km/h.
Reichweite: 320 Kilometer Ladedauer: 5 Stunden (80 % in 30 Min.) Preis: ab 39.000 Euro
Der Audi A4 quattro. Jetzt mit bis zu € 8.000,–* Bonus. Sichern Sie sich jetzt beim neuen Audi A4 und Audi A4 Avant € 2.000,–¹ quattro Bonus. Zudem erhalten Sie noch € 3.500,–² Business Plus Bonus und € 2.500,–³ Top-Mehrausstattungsbonus. Mehr Informationen bei uns.
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eco.mobil
AUDI E-TRON SPORTBACK Bereits vor einiger Zeit stellte Audi den e-tron quattro vor. Nun kam mit dem e-tron Sportback sein Bruder auf den Markt. Der Neue ist allerdings kein SUV, sondern kommt in eleganter Coupé-Karosserie. Ident sind die beiden Brüder in Sachen Antriebstechnik. Wie schon im Quattro kommt auch das jüngere der beiden Elektromodelle mit zwei Elektromotoren, die in der stärkeren Version Sportback 55 gemeinsam eine Leistung von 300 kW (408 PS) und bei der schwächeren, dem Sportback 50, immerhin noch 230 kW (313 PS) aufweisen.
Reichweite: 446 Kilometer Ladedauer: 7 Stunden (80 % in 30 Min.) Preis: ab 72.990 Euro
NISSAN LEAF Markteinführung des Nissan Leaf war im Jahr 2012. Nun kommt eine Neuauflage, die zahlreiche Verbesserungen mit sich bringt. Hatte der Akku des ersten Leaf noch mickrige 24 kWh, trumpft das neue Modell sogar mit zwei unterschiedlich großen Akkus auf. Zum einen gibt es das Standardmodell mit einem 40kWh-Akku und den Leaf e+ mit einer Kapazität von 62 kWh. Das führt dementsprechend zu einer soliden Reichweite von 270 beziehungsweise 385 Kilometern beim größeren Modell. Auch beim Antrieb gibt es zwei Varianten. Die kleinere kommt mit einem 110 kW (150 PS) starken Motor, die größere bringt sportliche 160 kW (217 PS) mit.
Reichweite: 270 Kilometer Ladedauer: 7 Stunden (80 % in 60 Min.) Preis: ab 29.990 Euro
MINI COOPER SE
FIAT 500
Der Mini Cooper SE ist vor allem eines: ein Mini. Rein äußerlich setzen die Briten – mit Ausnahme einiger kleiner Änderungen wie einem geschlossenen Kühlergrill – weiterhin auf das altbewährte Design. Unter der Haube sieht es allerdings ganz anders aus: Angetrieben wird der Mini Cooper SE von einem 135 kW (184 PS) starken Elektromotor. Zusammen mit einem maximalen Drehmoment von 270 Newtonmeter sprintet der Brite in nur 3,6 Sekunden auf Tempo 50, ungefähr noch einmal so lange vergehen, bis Tempo 100 erreicht ist. Vergleichsweise fährt man mit dem Briten weniger weit als mit anderen, als Stadtauto taugt er aber allemal und sieht dabei noch verdammt scharf aus.
Man kennt sie nur zu gut aus dem Straßenverkehr – die kleinen italienischen Flitzer mit der 500-Aufschrift in den vielen bunten Farben. Nun gibt es den Fiat auch mit Elektroantrieb in zwei verschiedenen Motorisierungen. Der Stärkere bringt es auf eine Leistung von 87 kW (118 PS) und ein maximales Drehmoment von 220 Newtonmeter. Damit beschleunigt der Cityflitzer in 3,1 Sekunden auf 50 km/h, Tempo 100 ist bereits nach neun Sekunden erreicht. Dank einer Akkukapazität von 42 kWh kommt der italienische Kleinwagen, der im Vergleich zum Vorgänger an allen Seiten ein wenig zugelegt und vorne neue LEDs bekommen hat, auf eine Reichweite von mindestens 320 Kilometern nach WLTP, im Stadtverkehr sollen noch ein paar Extrakilometer möglich sein.
Reichweite: 232 Kilometer Ladedauer: 4 Stunden (80 % in 25 Min.) Preis: ab 33.000 Euro
Reichweite: 320 Kilometer Ladedauer: 4 Stunden (80 % in 35 Min.) Preis: ab 28.390 Euro
TIWAG
Sabrina Schöpf
Biowärme Längenfeld
Gemeinsam für eine sichere Energiezukunft
„Ich habe in der TIWAG meine Maschinenbautechnik-Lehre absolviert und bin nun im TIWAG-Kraftwerk Biowärme Längenfeld tätig. Die TIWAG ist ein lässiger Arbeitgeber – ich finde hier nicht nur tolle berufliche Entwicklungsmöglichkeiten, nette KollegInnen und immer wieder neue Herausforderungen, sondern kann auch meinen persönlichen Beitrag zur umweltfreundlichen Energiezukunft Tirols leisten.“
TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG
Saubere Energie für Tirol www.tiwag.at
eco.mobil
OPEL CORSA- E
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Mit dem Opel Corsa-e mischt Opel die elektrische Kleinwagenszene mächtig auf. Der elektrische Bruder des Corsa mit Benzinoder Dieselantrieb bietet innen und außen einen nahezu identen Standard, fährt aber eben rein elektrisch. Dabei können sich die Leistungswerte durchaus sehen lassen: ein Elektromotor an der Vorderachse mit einer maximalen Leistung von 100 kW (136 PS) und dazu die maximalen 260 Newtonmeter bringen den Cityflitzer in rasanten 2,8 Sekunden auf Stadttempo, in insgesamt 8,1 Sekunden hat der Corsa-e Tempo 100 erreicht. Mit einem vollen 50-kWh-Akku kommt man auf eine stattliche Reichweite von 337 Kilometern nach WLTP. Damit steht der Deutsche im Vergleich zu anderen Elektromodellen durchaus solide da.
MAZDA MX-30 Mit dem MX-30 schlägt auch Mazda erstmals in Richtung Elektroautos ein. Das Modell kommt mit einem Mazda-typischen Design, auf den sonst so großen Kühlergrill wird allerdings verzichtet – wie es andere Autohersteller bei ihren Elektroautos übrigens auch tun. Besonderes Designmerkmal: Die gegenläufig öffnenden Türen, die das Ein- und Aussteigen noch angenehmer machen sollen. Angetrieben wird er von einem 107 kW (145 PS) starken Elektromotor.
Reichweite: 200 Kilometer Ladedauer: 4 Stunden (80 % in 60 Min.) Preis: ab 34.990 Euro
Reichweite: 337 Kilometer Ladedauer: 5 Stunden (80 % in 30 Min.) Preis: ab 29.999 Euro
ŠKODA CITIGOE IV Auch Škoda wagt mit dem CITIGOe iV den Einstieg in Sachen Elektrotechnik und zeigt, dass Fortschritt nicht teuer sein muss. Das Modell gibt es ab 21.350 Euro, inbegriffen ist eine TopSerienausstattung. Technisch erfüllt der CITIGOe iV voll und ganz die Ansprüche an ein Stadtauto. Ein 61 kW (83 PS) starker Elektromotor und ein maximales Drehmoment von 212 Newtonmeter bringen den Škoda in Fahrt, Tempo 100 erreicht der Kleine trotz des geringen Gewichts von nur 1.235 Kilogramm in 12 Sekunden. Schluss ist bei 130 km/h – durchaus mehr als genug für die Stadt.
Reichweite: 260 Kilometer Ladedauer: 4 Stunden (80 % in 60 Min.) Preis: ab 21.350 Euro
BMW IX3 Der BMW iX3 überzeugt vor allem durch eines: eine überdurchschnittlich große Reichweite. Satte 460 Kilometer schafft der elektrische Ableger des BMW X3, bevor er wieder an die Ladesäule muss – ein vergleichsweise herausragender Wert. Möglich macht dies ein Akku mit einer Kapazität von 80 kWh. Nicht weniger beeindruckend ist der Antrieb des iX3: ein 210 kW (286 PS) starker Elektromotor mit einem maximalen Drehmoment von 400 Newtonmetern sorgt für den nötigen Schub. Tempo 100 erreicht der elektrifizierte SUV trotz eines Leergewichts von knapp 2,2 Tonnen in rasanten 6,8 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist erst bei flotten 180 km/h erreicht. In Sachen Platz liefert der Elektro-SUV wie erwartet sehr gute Ergebnisse, das Kofferraumvolumen fasst 510 bis 1.560 Liter und damit nur minimal weniger als beim Benziner.
Reichweite: 460 Kilometer Ladedauer: 7 Stunden (80 % in 30 Min.) Preis: ab 66.950 Euro
POWUNITY STEHT FÜR
POWERFUL
COMMUNITY. PowUnity entwickelt GPS-Tracker für E-Bikes in Innsbruck. Wir verstehen uns als starkes Team und sind miteinander per Du. Was uns alle eint? Wir haben etwas gegen Fahrraddiebe und beginnen jeden Tag hochmotiviert, um Dieben das Handwerk zu legen. Uns erreichen pro Woche durchschnittlich drei Erfolgsgeschichten, bei der ein E-Bike mit unserem GPS-Tracker BikeTrax sichergestellt wurde. Die Dunkelziffer ist noch wesentlich höher. Wir leisten mit unseren Partnern aus E-Bike-Händlern und -Herstellern Pionierarbeit im Bereich Fahrradsicherheit und entwickeln das sicherste und smarteste E-Bike von morgen. Möchtest Du uns als Sales & Key Account Manager/in dabei unterstützen?
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eco.mobil
E = MC² E-Mobilität neu gedacht? T E X T : P E T E R WA C K E R
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orab – eines kann man einmal definitiv festhalten: Einstein hat sich mit der Relativitätstheorie auseinandergesetzt und nicht mit der E-Mobilität. Aber lassen wir einmal das „c“ – also die Lichtgeschwindigkeit – weg. Bei noch so atemberaubenden Beschleunigungswerten der heutigen Elektromobile – mit Lichtgeschwindigkeit hat das nichts zu tun. Sehr wohl stimmt aber (vielleicht) der Satz: „Eine Änderung der inneren Energie eines Systems bedeutet auch eine Änderung seiner Masse“, also eine Änderung im Bereich der E-Mobilität (E) kann nur dadurch geschehen, dass sich die Masse (m) der Anwender verändert. Daran wird heftig gearbeitet. Einerseits hüpft uns Tesla vor, wie es wirklich geht. In der Nähe von Berlin entsteht die neue Gigafactory, noch bevor es eine gültige Baugenehmigung gibt. Auf der anderen Seite versucht sich VW als größter E-Fahrzeughersteller der Welt zu positionieren. Wohl deren Antwort darauf, den Dieselantrieb eigenhändig versenkt zu haben. Ob dieser „Diesel-Mord“ bei VW ein schlechtes Gewissen hervorgerufen hat – falls Autobauer überhaupt ein Gewissen haben können – ist nicht bekannt. Jedenfalls soll jetzt nach dem Sündenfall die Läuterung kommen. Final könnte man sie noch in die Legion derer einreihen, die uns permanent erklären, dass E-Automobile umweltschädlicher sind als … Aber das ist hier nicht das Thema. Thema sollte es aber doch sein, dass nach dem Baubeginn 2020 bereits im Juli 2021 die ersten Autos in der Gigafactory Brandenburg gebaut werden und dass der unweit davon entfernte Flughafen Berlin Brandenburg, besser bekannt als BER, im Jahr 2006 seinen Baubeginn hatte und 2011 in Betrieb hätte gehen sollen. Das Jahr 2020 ist es geworden und der Bau war um schlanke sieben Milliarden Euro teurer als geplant. Aber das zeigt uns nur, was aktuell geht und was eben nicht. Und die E-Mobilität ist offensichtlich derart im Vormarsch, dass sie – ob sinnvoll oder nicht – in den kommenden Jahren unser Leben wesentlich beeinflussen wird. Und was hat das mit der Steuer zu tun? Auch hier gibt es eine Formel. Aber ob diese weltbekannt wird?
E – F = NULL | IRRTUM²
Elektrofahrzug minus Förderungen ist gleich null – das stellt sich jedoch als Irrtum zum
Mag. Peter Wacker, Geschäftsführer bei pro:west Innsbruck
Quadrat heraus. Völlig daneben ist es jedoch nicht, denn der Staat greift tief in seine Fördertöpfe und Begünstigungsmöglichkeiten und versucht, die E-Mobilität endlich vom Beigeschmack der Homöopathie zu befreien.
HIER DIE SCHLAGWORTE:
• Vorsteuerabzug • Erhöhter E-Mobilitätsbonus (5.000 Euro in 2020 – 4.000 (?) Euro ab 2021) • Landesförderungen • Befreiung von der NoVA • Befreiung von motorbezogener Versicherungssteuer • Kein Sachbezug bei privater Nutzung eines elektrischen Dienstautos • Investitionsprämie 14 Prozent • Degressive Abschreibung • Förderung der Ladeinfrastruktur
Nun könnte man zusammenzählen und steht bei Gleichung nicht null, aber doch erheblich weniger als der ursprüngliche Kaufpreis. Ein 40.000 Euro teures Fahrzeug kann sich so durchaus auf einen Kaufpreis von 20.000 Euro reduzieren und das zahlt sich richtig aus. Aber natürlich nur für Unternehmer, weil ja sonst die steuerlichen Förderungen nicht greifen. All die angeführten Steuerzuckerl wären keine Steuerzuckerl, wenn sie nicht auch Fallstricke in sich bergen würden. Die Investitionsprämie gilt (vorerst) bis 28. Feber
2021, die E-Mobilitätsförderung (Bundesförderung) war vorerst bis 31. Dezember 2020 befristet und wurde nunmehr für das gesamte Jahr 2021 verlängert – ist aber Betragsmäßig begrenzt. Busse mit mehr als sieben Sitzen bekommen eine höhere Förderung. Nur die Fahrzeuge gibt es noch kaum zu kaufen. Und die Ladestationen werden in einem verwirrenden Modus gefördert, je nach Höhe der Ladeleistung und ob öffentlich zugänglich oder nur privat. E = mc². Es geht um die kritische Masse, die erreicht werden muss, um dieser Technologie zum Durchbruch zu verhelfen. Die Politik sagt und tut das ihre, die großen Automobilkonzerne auch. Ob freiwillig oder nicht, sei hier dahingestellt, und ob die Welt dadurch besser wird, ebenso. Aber das ist eine andere Geschichte.
KURZINFO In Deutschland wurden nur im Oktober 2020 23.158 E-Automobile zugelassen und 249.681 Verbrenner. Immerhin haben die Elektro-PKW bereits einen Anteil von 8,4 Prozent der Neuzulassungen erreicht. Was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 365 Prozent entspricht. In Österreich wurden im Jahr 2020 bis Oktober 10.520 E-Autos zugelassen – gegenüber 7.898 im gesamten Jahr 2019.
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SOCIAL DISTANCING AUF DEM FAHRRAD Während sich die ganze Welt im Coronajahr 2020 um Abstandsmaßnahmen bemüht, brach ein wahrer E-Bike-Boom über das etablierte Fahrradland Österreich sowie Deutschland herein. Doch auch Diebesbanden haben am hochwertigen Transportmittel Gefallen gefunden. Der Zuwachs an E-BikeDiebstählen ist ein Spiegel dieses Trends. Die Innsbrucker Firma PowUnity setzte mit ihrem Diebstahlschutz für E-Bikes schon vor Jahren merklich auf das richtige Pferd für diese Zeiten.
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-Bikes sind die Zukunft der Fahrradindustrie. Selten zeigte sich der Trend markanter als im Jahr 2020. In Deutschland wurden in der ersten Jahreshälfte über eine Million E-Bikes registriert, zwei Millionen Räder ohne Elektroantrieb. Jedes zweite neu angemeldete Rad war also ein E-Bike. Das Fahrradland Österreich hat in den vergangenen Jahren mit 400.000 Bikes ebenfalls eine beständig hohe Anfrage an Rädern. Mit 38,9 Prozent E-Bikes führt Österreich sogar noch vor Deutschland (31,5 %) und der Schweiz (36,6 %) den E-Bike-Absatzmarkt. Der Trend mag vielleicht am Zuwachs des Umweltbewusstseins liegen, da viele eine bequeme und schnelle Alternative zum Auto als städtisches Transportmittel suchen. Es ist aber vor allem die Corona-Pandemie im Jahr 2020, die uns Menschen zu neuen Verhaltensweisen auffordert. Abstandsregeln lassen sich sehr gut auf einem Fahrrad einhalten. Busse und Bahnen könne man auf dem Rad gut meiden und gleichzeitig auch etwas für seine Lunge tun. Das rhythmische Radeln belüfte laut dem Lungenexperten Dr. Michael Barczok außerdem die Lunge und sorge für eine bessere Durchblutung.
HÄNDLER ERLEBEN FAHRRADBOOM
Im Coronajahr merkten auch die Fahrradhändler, dass der Wind anders weht. Viele Menschen mussten oder wollten zuhause bleiben, statt in Urlaub zu fliegen, und planten lieber eine Radreise oder Ausflüge mit den Bikes. Die Fahrradbranche befindet sich aber nicht erst seit Corona auf dem aufstrebenden Ast. 2019 konnte die Radindustrie in Deutschland vor allem mit den immer be-
liebter werdenden E-Bikes 34 Prozent mehr Umsatz machen als im Vorjahr – ganze 4,2 Milliarden Euro. In Österreich sorgten E-BikeVerkäufe schon 2019 für 69 Prozent des Gesamtumsatzes von Fahrrädern (480 Millionen Euro). Auch wenn der erste Lockdown vor Ostern 2020 für massive Umsatzeinbußen bei den Fahrradhändlern sorgte: Die Kunden standen bei den Händlern trotzdem ausnahmslos Schlange, als am 20. April die Fahrradläden wieder öffnen dürften. Wartezeiten bis zu Monaten für Bestellungen, lange Arbeitszeiten und leergefegte Lager waren keine Seltenheit.
BELIEBT BEI DIEBESBANDEN
In E-Bikes steckt viel Geld. Ihr Durchschnittspreis beträgt rund 3.000 Euro. Nicht selten sind E-Bikes deshalb auch ein gefundenes Fressen für Diebesbanden. Das merken nicht nur die E-Biker selbst, sondern auch die Händler. Je mehr verkauft wird, desto mehr wird gestohlen – ob aus der eigenen Garage oder dem Ausstellungsraum des Fahrradladens. Immer mehr E-Bike-Hersteller und -Zulieferer verfolgen diesen Zuwachs schon lange und entwickeln neue E-Bike-Linien als Connected-Cycle-Lösung: Ein vernetztes Bike, das vor Diebstahl geschützt und mit dem Fahrer 24/7 via Smartphone verbunden ist. Einer der Pioniere solcher ConnectedCycle-Lösungen ist die Innsbrucker Firma PowUnity. Sie setzten mit ihrem GPS-Tracker BikeTrax schon früh auf Fahrradsicherheit und bieten ihren Diebstahlschutz für alle gängigen E-Bike Modelle für Endkunden, Händler und E-Bike-Hersteller an. Die neue Premiummarke „HoheAcht“ des Herstellers
Technibike aus Deutschland zum Beispiel verbaut den Tracker ab Werk in ihre E-Bikes. So auch der E-Bike-Hersteller MyEsel aus Österreich. Denn mit dem GPS-Tracker von PowUnity werden europaweit ein bis zwei Diebstähle pro Woche verhindert. Der feuerzeuggroße Tracker sendet alle zehn Sekunden den Livestandort des Bikes. Bei unerlaubter Bewegung bekommt der Besitzer einen Alarm über eine App. Meist kommt es gar nicht zu einem Diebstahl. Auch PowUnity erlebte seit Beginn der Pandemie die erfolgreichsten Monate des Unternehmens. Sie spüren ebenfalls den E-Bike-Boom, die zunehmende Dreistigkeit von Diebesbanden und somit das wachsende Vertrauen auf den GPS-Tracker von PowUnity seitens E-Bike-Hersteller und Endkunden. Nicht umsonst hat PowUnity den Slogan „Diebe hassen uns. Biker lieben uns.“ für den Tracker BikeTrax ausgesucht. Sie sind überzeugt: „Das galt schon vor der Pandemie, ist im Jahr 2020 so eindeutig wie noch nie zuvor und wird auch noch nach Corona die Gültigkeit nicht verlieren.“ PR
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Die Coober GmbH aus Stans stellt Motorsteuerungen für Motorräder her. Leistungssteigerung ist dabei nicht das primäre Ziel. Es geht vielmehr darum, die Lebensdauer zu erhöhen und Emissionen zu senken. Wachsen will das Unternehmen von Brani Stojakovic nicht mehr, aber ein neues Firmengebäude steht am Plan. Mit Testständen, Öllabor und allem Drum und Dran. TEXT & FOTOS: MARIAN KRÖLL
Die hochgezüchtete Motorsteuerung ist um einiges „schneller“ als jene der Hersteller, das heißt, Coober hat kürzere Ausleseintervalle und damit viele Daten zur Verfügung, um den Motor optimal zu steuern. Zudem sind in der ECU unterschiedliche Fahrprofile hinterlegt, die automatisch erkannt werden. „Wir merken am Gasgriff, ob das Motorrad beispielsweise auf der Autobahn oder auf einer Bergstraße gefahren wird“, sagt Stojakovic. „Das hat der Originalhersteller nicht.“
FRISCHE LUFT STATT LEISTUNG
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Die Tüftler bei Coober kommen aus den Bereichen der Fahrzeugtechnik, Konstruktion und Elektronik. Anders ist die Arbeit am Motor und die Steuerung des hochkomplexen Systems nicht zu machen. Interessanterweise wurde und wird bei Coober schon immer verhältnismäßig viel von zu Hause gearbeitet. „Die Firma ist so aufgesetzt, dass die Mitarbeiter dieselbe Flexibilität haben können wie ich. Es gibt Tage, an denen man einfach nicht in die Firma fahren will. Dann bleibt man eben zu Hause, liest Mails und entwickelt. Und es gibt Tage, die Präsenz erfordern“, erzählt Stojakovic, der sich vor allem wegen dieser Flexibilität selbständig gemacht hat. Das Kernprodukt von Coober, die Motorsteuerung, sei eigentlich als Nebenprodukt von Stojakovic‘ Doktorarbeit vor rund 15 Jahren entstanden, erzählt dieser. Die Arbeit wurde damals vom Motorradhersteller Yamaha gesponsert. Ein Produkt hat der Techniker daraus gemacht, weil „es am Markt auf diesem Niveau nichts Vergleichbares gibt“. Stojakovic kann das gut einschätzen, weil er
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m Gewerbegebiet in der Stanser Au, genauer gesagt auf dem Gelände einer Schottergrube, steht ein gelber, zweistöckiger Containerbau. Rechts davon zu ebener Erde eine kleine Halle. Diese beherbergt den Teststand der Coober GmbH. Das Unternehmen wurde 2015 vom Automatisierungstechniker und Informatiker Brani Stojakovic gegründet und ist auf ECUs (Engine Control Unit / Motorsteuergeräte) spezialisiert. Im konkreten Fall handelt es sich um Steuergeräte für benzinbetriebene Motorradmotoren, allen voran für jene des österreichischen Herstellers KTM, aber auch für Husqvarna und GasGas. Ums Gasgeben geht es dem Unternehmen, das derzeit aus zwölf Personen – davon sechs in Teilzeit, fast alle im Homeoffice – besteht, aber nicht im Geringsten. Man sei schließlich kein Motorradtuner. In der Szene geht es oft nur um Leistungssteigerungen, die ohne Rücksicht auf die ohnehin schon hochgezüchteten Motoren der Hersteller durchgedrückt werden und dann oft nach wenigen Kilometern in einem kapitalen Motorschaden enden. Mit dessen Reparatur der Hersteller dann nichts zu tun haben will. Das kann bei Coober nicht passieren, denn es gibt trotz eingebautem Steuergerät die volle Gewährleistung. Und das deshalb, weil es die Hersteller-ECU nicht ersetzt, sondern ergänzt, und dazu noch so manches besser kann.
„ES GING UNS NIE UMS TUNING, WIR W O L LT E N T E C H N O L O G I E L I E F E R A N T S E I N , G E N A U W I S S E N , WA S M A N MECHANISCH UND ELEK TRONISCH M I T D E M M O T O R M A C H E N K A N N .“ BRANI STOJAKOVIC
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lange im Geschäft ist und bei verschiedenen Herstellern gearbeitet hat. „Mein erster Job war es, bei Siemens Motorsteuerungen zu entwickeln.“ Später bekommt er es beruflich unter anderem mit Yamaha, Caterpillar und Cosworth zu tun. Die meisten Coober-Steuergeräte landen in KTM-Motorrädern. Das hat einen Grund, erklärt der Unternehmer: „Unsere Motorsteuerung hat sich über die Jahre bewährt, die Kunden sind glücklich. Es hat sich herumgesprochen, dass wir die Fahrzeuglebensdauer damit teilweise sogar verlängern können. Es ging uns nie ums Tuning, wir wollten Technologielieferant sein, genau wissen, was man mechanisch und elektronisch mit dem Motor machen kann.“ Es kommt den Entwicklern aus Stans sehr zugute, dass Motorräder technologisch
– besonders, was die Abgasreinigung und den Geräuschpegel betrifft – immer stärker reglementiert und damit komplexer werden. „Unser ganzes Know-how kommt eigentlich erst mit der aktuellen Motorradgeneration richtig zum Tragen“, freut sich Stojakovic. Je komplexer, desto besser. „Es geht heute nicht mehr um die Leistung, sondern um Emissionen“, sagt Stojakovic. „Und um ganz ehrlich zu sein, geht es auch darum, den Fehlern der Hersteller auf die Spur zu kommen und die Motoren dann so zu optimieren, dass der Kunde zufrieden ist. Und das kann nur ein Händler richtig beurteilen.“ Dementsprechend ist Stojakovic mit vielen Händlern gut vernetzt. Bei den Herstellern gewinnt man indes mit diesem Ansatz keine Beliebtheitspreise
und kommt hie und da sogar mit deren Rechtsabteilung in Kontakt. Generell gilt für Motorräder mit Straßenzulassung heutzutage, dass leise das neue laut ist. Für zu laute Maschinen hagelt es mittlerweile Fahrverbote. Das spiegelt sich auch in den kommenden Normen Euro-5 und Euro-5b wider. Darin spielt nämlich auch die Geräuschkulisse eine Rolle. „Wir wollen auf elektronischer Basis die Fahrzeuge so optimieren, dass das Fahren immer noch Spaß macht“, sagt Stojakovic. Zudem hat man bei Coober heuer erstmals einen straßenzugelassenen Auspuff entwickelt und selbst auf den Markt gebracht, der hauptsächlich im KTM-Händlernetzwerk als günstigere Alternative zum Herstellerauspuff verkauft wird.
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ANTI -TUNING UND ÖLLABOR
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DIE TÜF TLER BEI COOBER KO M M E N A U S D E N B E R E I C H E N D E R FA H R Z E U G T E C H N I K , KO N S T R U K T I O N UND ELEK TRONIK. ANDERS IST DIE ARBEIT AM MOTOR UND DIE S T E U E R U N G D E S H O C H KO M P L E X E N SYSTEMS NICHT ZU MACHEN.
Motorsteuerungen bleiben auch zukünftig im Portfolio von Coober. Zusätzlich forciert Brani Stojakovic seit geraumer Zeit andere Geschäftsfelder. „Wir werden immer mehr zum Anbieter von Anti-Tuning-Maßnahmen“, sagt Stojakovic, der sich von diesem Geschäftszweig zukünftig viel verspricht. In diesem Bereich habe Coober in Europa nur zwei Mitbewerber. Beim Anti-Tuning geht es darum, die Manipulation der Originalmotorsteuerung – oft als Chiptuning bezeichnet – zu erkennen. „Kaum ein Chiptuner leistet sich, so wie wir, ein metallurgisches Labor. Keiner leistet sich Langzeittests“, weiß der Experte. Chiptuning wirkt sich meist negativ auf die Haltbarkeit der Motoren aus. Ein japanischer sowie ein deutscher Hersteller hätten daher das Angebot von Coober „händeringend angenommen“, den frisierten Motorrädern auf die Schliche zu kommen. Dabei geht es im Schadensfall um sehr hohe Kosten, die die Käufer getunter Motorräder zukünftig selbst zu tragen haben werden. „Die Motorsteuerungsforensik ist bei uns ein starkes, extrem wachsendes Standbein. Eine solche Untersuchung kostet bei uns ein paar Hundert Euro, ein neuer Motor kostet den Hersteller einige Tausend Euro.“ Mittelfristig will Coober ein modernes Labor einrichten, das es erlaubt, Ölproben zu analysieren und daraus Rückschlüsse auf den Motorzustand zu ziehen. Das funktioniert nicht etwa nur bei Motorrädern, sondern bei sämtlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. „Das ist besonders für LKW interessant, weil man dadurch reagieren und reparieren kann, bevor ein größerer und teurerer Schaden entsteht“, erläutert der Geschäftsführer. Ungewöhnlich bei Coober ist auch, dass sich das Unternehmen nicht dem allgegenwärtigen Wachstumszwang unterwerfen will, sondern so bleiben soll, wie es ist. „Bei der derzeitigen Unternehmensgröße haben wir alle noch ein Leben neben dem Betrieb“, sagt Stojakovic. Schneller, weiter, höher, und das um jeden Preis, ist seine Sache nicht. Allerdings gibt es sehr wohl Bestrebungen, ein eigenes, modernes Betriebsgebäude zu errichten, das es dem Unternehmen erlaubt, seine Marktposition zu festigen und auszubauen. „Mir schwebt ein Gebäude vor, in dem wir unter anderem ein Öllabor und Euro-5-Prüfstände unterbringen können.“ Ein Gebäude, mit dem Coober den Herstellern noch ein Stück weiter voraus sein kann. www.coober.eu
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Hygienemaßnahmen: kindgerecht erklärt Die Erklärung von Hygienemaßnahmen und Corona kann für Kinder ganz schön verwirrend sein. Die ebenso wunderbare wie geniale Innsbrucker Illustratorin Natascha Foidl hat zusammen mit Pierre Pollendinger eine kindgerechte Art gefunden, Wissen zu vermitteln, und schickt ihre sechs Hygieneheld*innen in den Kampf gegen Virulento. Dabei setzen sie ihre besonderen Fähigkeiten ein: Hände waschen, Abstand halten, in die Beuge niesen, lüften, Maske tragen und zu Hause bleiben. Die lustigen Illustrationen werden von eingängigen Reimen unterstützt, die den Kindern die Maßnahmen auf spielerische Weise und ohne Druck und Angst näherbringen. Hineinblättern schadet auch so manchem Erwachsenen nicht. Das Buch gibt‘s um 14,90 Euro unter anderem unter www.ganznah.tirol . We love!
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FEH LUN G DER RED AKT ION
BUCHTIPP
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Sophie Reyer, Edition Raetia 224 Seiten, EUR 17,90
Klingende Weihnachten
Um Tirol und seine Menschen ranken sich viele Geschichten und Sagen. Dieses Buch basiert auf dem wahren Leben von Maria Faßnauer, die es mit einer Größe von 2,17 Metern wahrlich nicht leicht hatte. Das ist heute schon nicht einfach, war aber um 1900 noch ein Stück schwieriger. Sophie Reyer beschreibt einfühlsam und trotzdem unterhaltsam, wie die sanfte „Riesin von Tirol“ über die Grenzen hinaus zur Attraktion avancierte. Es ist die berührende Lebensgeschichte einer Frau, die berühmt wurde und es gar nicht wollte.
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AUS DER WEIHNACHTSBÄCKEREI Die Christkindlmärkte sind zum Großteil abgesagt. Weihnachtsfeiern fallen aus. Soziale Kontakte sollen streng eingeschränkt werden. Eines steht fest: Die Vorweihnachtszeit wird heuer alles andere als gewöhnlich. Aus diesem Grund hat sich die Bäckerei Therese Mölk etwas ganz Besonderes einfal len lassen und verschenkt im Advent 40 Thereses Weihnachtspakete voller Köstlichkeiten. Wer sich nicht aufs Glück verlassen will, kann sich seine Weihnachtspakete in den MPREIS- und BaguetteFilialen natürlich auch selbst zusammenstellen. Neben Keksteigen zum Selberbacken gibt‘s unter anderem Lebkuchen vom Konditormeister, feine Zelten sowie nachhaltige Spirituosen aus Brot von gestern. Pünktlich zur Weihnachtszeit wurde das Sortiment um einen Walnusslikör und einen Vinschger-Brand erweitert. Informieren und gewinnen unter www.therese-mölk.at
© BÄCKEREI THERESE MÖLK
MARIEDL – DIE RIESIN VON TIROL
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VOR VOR DEN HAN G
Die Schatzmeisterin Sie arbeitet mitten im Tiroler Gedächtnisspeicher. Laura Resenberg leitet das Sammlungs- und Forschungszentrum der Tiroler Landesmuseen mit viel Geschick und ungezügelter Neugier. Dass die Restauratorin dabei immer wieder Neues entdeckt und alte Lehrer vom Sockel stößt, macht die Arbeit mit der Geschichte extrem lebendig. Und es macht Spaß. „Ja, das ist total schön“, sagt sie. TEXT: ALEXANDRA KELLER
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aura Resenberg hat ein großes Privileg: „Andere dürfen nur hinschauen. Ich darf alles anfassen.“ Was Museumsbesuchern ausdrücklich verboten ist, ist ihr ausdrücklich erlaubt. Denn Laura Resenberg ist Restauratorin und dieser Beruf bringt es mit sich, dass sie direkt dran sein muss an den Kunstwerken. Dabei kommt sie deren Entstehungsprozess oft so nahe wie niemand zuvor. Außer den Künstlern selbst, versteht sich. „Das ist eine große Ehre“, sagt sie. Wenn Resenberg davon spricht, alles anfassen zu dürfen, dann wird ihr Privileg rasch groß. Es ist fast unmöglich, die „Alles-anfassen-Theorie“ in die haptische Tat umzusetzen, umfasst die Sammlung, auf die Resenberg „zugreifen“ könnte, doch mehrere Millionen Objekte. Alle Schätze des Landes Tirol zählen zu ihrem Reich. Sie leitet das Sammlungs- und Forschungszentrum (SFZ) der Tiroler Landesmuseen und damit ist sie ein Stück weit für das Gedächtnis des Landes zuständig, die Identitätsstifter der Tiroler*innen und all die historischen Kostbarkeiten, mit denen Tirol definiert und die Geschichte des Landes nachvollzogen werden kann.
EINE BUNTE WELT
Die mit rund einer Million konservierter Alpenschmetterlinge größte Sammlung dieser Art zählt dazu, Fundstücke aus allen Epochen – von der Mittelstein- bis zur Neuzeit, der Fuß einer rund 3.000 Jahre alten Mumie, steinzeitliche Keile, Alltagsgegenstände, die entzückende Erinnerungen wachrufen, Mineralien, Herbarien, Münzen, faszinierende Schriftstücke, Jakob Stainers Geigen oder die zahlreichen Skulpturen, Kunstwerke und Gemälde, die es Laura Resenberg besonders
„Erst in den 1960erund 1970er-Jahren ist Restaurierung ein akademischer Beruf geworden. Darum ist es immer wieder Pionierarbeit.“ LAURA RESENBERG
angetan haben. Die Schätze aller Tiroler Landesmuseen – des Ferdinandeums, des Zeughauses, des Volkskunstmuseums und des Kaiserjägermuseums – werden im Depot in Hall gelagert. Nur ein klitzekleiner Bruchteil des Sammlungsbestandes ist dem Publikum in aktuellen Ausstellungen zugänglich. Der übergroße „Rest“ hat seit 2017 in einem der faszinierendsten Bauten des Landes einen würdevollen Platz gefunden. Was zuvor teils in verschiedenen Lagern verstaubte, in Kellern teils vermoderte, auch ein wenig in Vergessenheit geriet und jedenfalls stiefmütterlich behandelt worden war, wurde mit einem großen Kraftakt in einem funktionalen Tresor vereint, der nicht nur 7.500 Quadratmeter im Zwiebelprinzip gestaltete Depotflächen bietet, sondern Arbeits- und Atelierräume für Laura Resenberg und ihre Mitarbeiter*innen. Auch ihre Profession wurde damit regelrecht entstaubt und dem Status in der modernen Museumswelt entsprechend geadelt. Regelmäßig wollen Besucher aus dieser Welt durch das preisgekrönte Tiroler Depot geführt werden. Kaum ein Museum macht sich keine Gedanken über die korrek-
te Lagerung seiner Sammlung und darüber, wie sie konserviert werden kann, um dramatische Schäden oder sündteure Restaurierung zu vermeiden. Mit der Überzeugung, dass die Sammlungen in Depots vor vielen Einflüssen und nicht zuletzt vor jenen der Menschen geschützt werden müssen, wächst der Stellenwert derer, die genau das in den Mittelpunkt ihres Tuns gestellt haben. Resenberg: „Es ist eine sehr junge Disziplin, wo man nicht die hundertste Doktorarbeit zu einem Thema schreibt, sondern die erste. Erst in den 1960er- und 1970er-Jahren ist Restaurierung ein akademischer Beruf geworden. Darum ist es immer wieder Pionierarbeit.“ Und darum wird ihr nie langweilig.
SCHÖNE ALTE SACHEN
Jung schon hat die gebürtige Münchnerin geheimnisvolle Patina lieben gelernt. „Meine Eltern haben einen 250 Jahre alten Bauernhof in Südbayern geerbt und ihn in jahrzehntelanger Kleinstarbeit selber saniert“, weckt sie in der Phantasie das Bild eines kleinen Mädchens, das selbstvergessen mit den Relikten alter Zeiten spielt, um genau dieses Bild auch gleich zu bestätigen: „Ich bin auf der Baustelle aufgewachsen, habe meine ganze Kindheit mit kaputten Holzbalken gespielt, geschmiedete Nägel rausgezogen und mich im kindlichen Spiel schon mit den Materialien auseinandergesetzt. Ich denke, das ist tief in mein Bewusstsein einDas Sammlungs- und Forschungszentrum (SFZ) der Tiroler Landesmuseen in Hall ist ihr Reich: Laura Resenberg hebt dessen Schätze, findet Altes und mitunter gänzlich Neues.
© ISABELLE BACHER
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gegangen.“ Dass die Großtante in diesem Bauernhaus Künstler beherbergt hatte und teils mit Kunstwerken dafür bezahlt worden war, könnte auch Spuren hinterlassen haben. Jedenfalls bewegte sich Laura Resenberg mit dem Kunstleistungskurs in der Schule in diese Richtung und später sei schnell klar geworden, „dass ich irgendwas mit Kunst machen würde, aber nicht mit bildender Kunst.“ Nach dem Abitur bereitete sie sich mit einem Praktikum bei einem Restaurator auf das Studium an der Technischen Universität München – am Lehrstuhl für Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft – vor. Der Abschluss im Jahr 2004 markiert den Beginn der akademischen Karriere, die Laura Resenberg
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nach der umfangreichen Vertiefung ihres kunsttechnologischen und handwerklichen Wissens und zahlreichen restauratorischen Stationen 2013 nach Tirol führte. Ins Tiroler Landesmuseum, wo nicht nur die vielfältige Sammlung, sondern auch der große Umzug aller Depots in den quadratischen grauen Monolithen im Norden der Stadt Hall auf sie wartete. „Es ist ein wahnsinnig tolles Gebäude geworden und ein wunderschöner Arbeitsort“, schwärmt Resenberg. Im Zuge des Umzuges hatten ja auch wirklich alle Objekte angefasst werden müssen. „Das war ein Riesenprojekt mit jahrelanger Vorarbeit. Da waren allein 26 Personen mit der Reinigung, Restauration, Konservierung, Sicherung, Vorbereitung und Verpackung beschäftigt“, sagt Resenberg.
Kunsthistoriker haben schon vieles durchgekaut, erfasst und beschrieben. Der Blick durch die Brille der Restaurator*innen ist hingegen vielfach noch jungfräulich.
Viele interessante Sachen sind im Zuge der Umzugsarbeiten aufgetaucht und es wurden auch Schätze wiederentdeckt. „Das Kreuz“ beispielsweise, ein Gemälde von Albin Egger-Lienz. „Das war seit 20 Jahren aufgerollt im Depot gelegen und in einem katastrophalen Zustand“, erinnert sich Laura Resenberg. Der erbärmliche Zustand des Meisterwerkes konnte nicht über seine Kraft hinwegtäuschen. „Wir meinten, es sei ein super Bild und schlugen vor, das anzugehen. Eine Diplomandin hat sich des Themas angenommen und jetzt ist das Bild in der Schausammlung zu sehen. Wenn Dinge wieder zum Leben erweckt werden, die vergessen waren und erst einmal nicht attraktiv schienen, schließt sich ein schöner Kreis“, sagt Resenberg und hält beim Blick in die Schatzkiste fest: „Oft wissen wir gar nicht, wo wir anfangen sollen. Viele Highlights sind bearbeitet, andere schlummern noch im Depot.“ Unerschöpflich sind die Fragen, die dort darauf warten, gestellt und beantwortet zu werden: „Die nächsten Generationen können da ewig weiterarbeiten.“ Kunsthistoriker haben schon vieles durchgekaut, erfasst und beschrieben. Der Blick durch die Brille der Restaurator*innen ist hingegen vielfach noch jungfräulich. Und urspannend. Diese Spannung ist es aber nicht wirklich, die den Alltag der SFZ-Mitarbeiter*innen bestimmt. Der besteht vor allem aus den umfangreichen Vorarbeiten für die Ausstellungen in den Tiroler Museen. Weil es viele Museen sind und viele Ausstellungen mit vielen Exponaten, hält dieser Reigen sie durchaus durchgehend auf Trab. Doch steckt eben auch das Forschen im Namen des Zentrums und das Forschen ist es, das es seiner Leiterin ermöglicht, Geschichte neu zu schreiben. Und für Aufsehen zu sorgen. Wie etwa mit ihren Erkenntnissen zum berühmten Altar von Schloss Tirol.
DINGE VON BEDEUTUNG
Die Bedeutung dieses Altars, der um das Jahr 1370 herum für die Kapelle von Schloss Tirol, der Residenz der Grafen von Tirol, gestiftet wurde, ist enorm. Er ist ein Denkmal, ein politisches Manifest sogar, auf dem beispielsweise der Tiroler Adler und der österreichische Bindenschild auf die Anbindung des Landes an das Haus Habsburg hindeuten. Über 260 Kratzinschriften auf der Rückseite machen zudem deutlich, wie wichtig es vom 15. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert hinein gewesen sein muss, sich dort zu verewigen.
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Mit diesem Herzstück arbeitete Laura Resenberg mehrere Jahre und studierte es wie niemand vor ihr. „Der Altar ist sehr aufwändig und sehr teuer gestaltet. Da hat es mich doch überrascht, dass die Grundkonstruktion nur eine simple, genagelte Kiste ist – ohne Verzapfungen oder Ähnliches“, erzählt Resenberg vom ersten Aha-Erlebnis im Zuge des ersten Schrittes, bei dem es darum ging, mit Hilfe von Röntgenaufnahmen seine Konstruktion zu verstehen. Ein weiterer Schwerpunkt der Sezierung dieses Prachtstückes lag in den Farben. In ihnen steckt eine Sensation. „In meinem Studium wurde noch gesagt, dass die Ölmalerei vom niederländischen Maler Jan van Eyck erfunden wurde, und in der chemischen Maltechnikforschung sagte man immer, dass Ölmalerei ohne Lösemittel – wie Terpentin oder Benzin – nicht möglich sein konnte“, sagt die Restauratorin, die mit den Ergebnissen ihrer Untersuchungen die bisherige Lehre auf den Kopf stellte: „Wir haben mit unseren praktischen Versuchen herausgefunden, dass man sehr wohl auch sehr ölig mit Wasser malen kann. Das konnten die Chemiker, die weltweit mit diesen Fragestellungen der Entwicklung der Ölmalerei arbeiten, nicht glauben.“ Weil Restaurator*innen auch Praktiker*innen sind, im wahrsten Sinn des Wortes Hand anlegen, rekonstruieren und Versuche anstellen, konnten die Mitarbeiter*innen des SFZ den Beweis erbringen und anerkennenden Applaus der Fachwelt dafür ernten. Die Kombination aus Materialwissenschaft und praktischer Arbeit ist vielfach der Schlüssel zu belastbaren Befunden, mit denen die bereits Ewigkeiten gültige Fachliteratur durchlüftet, korrigiert und neu verfasst werden muss. „Der Altar ist eines der frühesten Beispiele, wo man diese Ölmalerei auch nachgewiesen hat“, so Resenberg.
AUS DEM TAKT
Schon mit ihrer Diplomarbeit hebelte sie in einem fast schon unheimlich anmutenden Takt die Standardliteratur aus. „Sie haben einfach alle voneinander abgeschrieben, niemand hatte aber die Zinnoberminen selbst besucht, wie ich es gemacht habe. Ich konnte ganz andere Befunde erheben“, verrät Resenberg auch gleich einen Fokus ihrer Arbeit. Den Zinnober, der – um vermeidbares unnötiges Aufsehen zu beschreiben, nicht nur in den Sprachgebrauch Einzug hielt, sondern als Mineral die Grundlage für ein ganz wunderbares Rot liefert.
© ISABELLE BACHER
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„Wenn Dinge wieder zum Leben erweckt werden, die vergessen waren und erst einmal nicht attraktiv schienen, schließt sich ein schöner Kreis.“ LAURA RESENBERG
Dass das Zinnoberrot und all die anderen Farben auf historischen Gemälden auch hunderte Jahre später noch strahlen, liegt auch daran, dass die Qualitätssicherung knallhart war. „Mittelalterliche Maler haben sich nicht als Künstler gesehen, sondern als Handwerker. Sie waren in Handwerkszünften organisiert und dort gab es ganz strenge Vorgaben, welche Materialien zu verwenden sind“, erklärt Resenberg. Die verwendeten Farben oder Hölzer mussten diesen Vorgaben entsprechen, sonst wurden die Handwerker aus den Zünften ausgeschlossen. Dass die Künstler daran gedacht haben, für die Ewigkeit zu arbeiten und mit der Qualitätssicherung zu garantieren, dass uns ihre Werke auch heute noch verzücken, ist zumindest ein schöner Gedanke. Bei Kunstwerken jüngeren Datums ist dieser Gedanke oft nicht angebracht. „Das hat sich geändert. An der Akademie in München schult eine Restauratorin die Künstler. Anderswo wird ihnen gelehrt, sich nicht zu sehr mit Materialien zu beschäftigen, weil sie das im künstlerischen Prozess aufhält“, erklärt Resenberg. Miese industrielle Tubenfarben, die Verwendung von Plastik und ein wilder Mix an Techniken kann jedenfalls arg an der „Ewigkeit“ zeitgenössischer Werke nagen. Und die Restauratoren neuerlich herausfordern. „Das ist oft
schwierig“, weiß Resenberg. Egal wo, egal in welcher Epoche, egal in welcher Stilrichtung sie sich durch die Sammlung bewegt, ist klar, dass Arbeitsmangel das Letzte ist, worüber sie sich beklagen könnte. Die Dinge mit neuen Augen zu sehen, ist irgendwie der rote Faden ihrer Arbeit. Das tut den Dingen richtig gut und der Wahrnehmung nicht minder. Aktuell ist es Franz Defregger, dem Laura Resenberg ihre Aufmerksamkeit schenkt: „Er ist so ein toller Maler. Eine Zeit lang war er altbacken und unpopulär. Heute sieht man ihn anders.“ Sich davon zu überzeugen, zu sehen, welche Bandbreite der Künstler abseits seiner berühmten Landschaften, der bäuerlich-knorrigen Darstellungen oder der Andreas-Hofer-Sujets abdeckte, wird bald in der ihm gewidmeten Sonderausstellung im Ferdinandeum möglich. Resenberg packt diese Gelegenheit, die Möglichkeit, rund 100 Bilder des in seiner Tiefe noch unbekannten Tiroler Malhelden vor Ort zu haben, beim Schopf: „Ich schaue mir an, wie er gemalt hat, was er gemalt hat und wo. Es gibt keine einzige monografische Publikation, die sich den Maltechniken Defreggers gewidmet hat.“ Bald wird es sie geben. Und Laura Resenberg wird eine wichtige Lücke gefüllt haben. Wieder.
Brotlose Kunst!
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PURE KÜHNHEIT Elisabeth Hubmann ist Organistin. Eine von wenigen. Eine der besten. Unerschrocken entlockt sie den Königinnen der Instrumente prachtvoll klingende Herrlichkeiten. So groß das Instrument ist, so klein ist die Welt, in der sich die junge Tirolerin bewegt. „Sie ist sogar noch kleiner“, schmunzelt sie. TEXT: ALEXANDRA KELLER
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VOR DEN VORHANG
s ist ein Erlebnis. Auch ohne Ton. Bei der ersten virtuellen Begegnung mit Elisabeth Hubmann macht es sogar Spaß, sie nur zu beobachten. Und zu sehen, wie leichtfüßig und doch kraftvoll sie auf der Klaviatur der Pedale tanzt und in welchem Rhythmus ihr Körper sich beim Spiel bewegt. Oder wie hochkonzentriert sie die schwarzen Tasten berührt und den alten Sprech Lügen straft, der davon handelt, dass eine Orgel geschlagen wird. Wird sie nicht. Nicht von ihr jedenfalls. Am 7. März 2020 hat die junge, 1994 geborene Aldranserin ein Konzert im Innsbrucker Dom gegeben. Corona nahte, Ostern aber auch und der Innsbrucker Dom zu St. Jakob war zum Schauplatz für Orgelkonzerte im Rahmen des Osterfestivals Tirol auserkoren worden, dieser vielschichtig spannenden Klangwolke, mit der das Land alljährlich beschenkt wird. Bald musste das Osterfestival in Oktoberfestival umgetauft werden, doch Elisabeth Hubmann spielte noch. Ein kurzer YouTube-Clip zeigt sie dabei. In ihrem Element. Dass sie verschiedenfarbige Socken trägt – rechts einen weißen, links einen schwarzen – fällt wohl nur auf, wenn der Film im Stummmodus abgespielt wird. Mit Ton aber fegt die Kraft der Orgel jede nutzlose Aufmerksamkeit beiseite. Und die Tatsache, dass eine junge zierliche Frau über die 3.729 Pfeifen herrscht und dieses gigantische Orchester mit feiner Präzision entfesselt, entlockt ein tiefes Wow. „Ich habe die Orgel erst mit 14 Jahren entdeckt“, blickt Elisabeth in die Zeit zurück, als dieses Wow langsam begann, ihrem Leben die entscheidende Richtung zu geben. Seit sieben Jahren hatte sie bereits Klavier gespielt, als ihre Mutter eine Anzeige der Musikschule Innsbruck entdeckte, in der Orgelunterricht angeboten wurde. „Ich war sofort hell begeistert von der Idee, habe mir aber noch gar nicht viel darunter vorgestellt“, sagt sie, und erzählt weiter: „Am Anfang war es einfach das Interesse daran, etwas Neues zu lernen. Die Faszination ist danach gekommen und gewachsen.“ Und gewachsen. Und gewachsen. Es ist, das kann mit Fug und Recht behauptet werden, kein wirklich handliches Instrument, das sie sich da ausgesucht hat. Und allzu gängig ist es auch nicht. „Meine Welt ist noch kleiner, als man sie sich vorstellt. Man kann den Vornamen von Leuten nennen, die am anderen Ende der Welt leben, und das Gegenüber weiß, wer gemeint ist“, grenzt Elisabeth jene Ansprechpartner, mit denen sie fachsimpeln, sich auf Augenhöhe austauschen und
Fragen diskutieren kann, auf eine recht überschaubare globale Menge ein. Organistinnen und Organisten gibt es schon mehr. Natürlich gibt es die, sonst wäre es in den Kirchen ja recht still am Sonntag. Die Königinnen der Instrumente auf richtig hohem Niveau zu spielen ist aber eine andere Geschichte. Elisabeths Geschichte.
LEIDENSCHAFTLICHE GESCHICHTE(N)
Der Orgelunterricht an der Musikschule in Innsbruck, dem ihre Mutter auf die Spur gekommen war, entfachte eine herausfordernde Leidenschaft. Um Orgel zu spielen, müssen nicht nur Arme und Hände, Beine und Füße perfekt dirigiert, sondern auch die teils immertiefen Temperaturen in den Kirchen ignoriert werden. „Die Musikschule hat eine elektronische Orgel gehabt“, erzählt sie von der heimeligeren Alternative für ihre ersten Gehversuche, denen jedoch bald große Schritte und große Orgeln folgten. In Aldrans etwa, ihrem Heimatort, wo sie in der Kirche üben konnte. Oder eben in der Landeshauptstadt selbst, die als „Stadt der Orgeln“ bekannt ist. „Wir haben da einen ganz großen Schatz. Das ist die Ebert-Orgel in der Hofkirche. Da kann man in vergangene Jahrhunderte hören, das ist unglaublich, ganz fremd für unsere Ohren heutzutage“, streicht Elisabeth nicht nur die exotische Klangschönheit dieser im 16. Jahrhundert erbauten Orgel hervor, sondern macht auch auf die Zeitreisen, die das Orgelspiel ermöglicht, aufmerksam. Und auch auf ihr Ohr, das die Klänge ganz anders zu erfassen und zu differenzieren versteht: „Der Klang der Orgeln hat mich sofort fasziniert. Das Spektrum ist unglaublich. Es gibt Leute, die der konstante, gleichbleibende Klang abschreckt und die sagen, dass das nicht wirklich lebt. Aber das stimmt überhaupt nicht. Man kann bei der Orgel ganz viel unterscheiden, abrupt abbrechen, Stakkato spielen. Es ist wie ein großes Orchester, wie ein Posaunenchor, ein
„Es gibt Leute, die der konstante, gleichbleibende Klang abschreckt und die sagen, dass das nicht wirklich lebt. Aber das stimmt überhaupt nicht.“ ELISABETH HUBMANN
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Trompetenchor. Oder die kleinen Instrumente, die dann wie Flöten klingen. Das kann wunderschön sein.“ Kein Wunder, dass sie sich nach der Matura dazu entschloss, Orgel zu studieren und sich diesem außergewöhnlichen Instrument weiter zu nähern. Erst studierte sie Klavier am Mozarteum in Innsbruck – und nutzte dabei alle Orgelmöglichkeiten der Stadt. Um das Spektrum dieser großen Welt auch theoretisch zu erfassen, studierte sie Musik- und Altertumswissenschaft. Und um ihre Konzentration schließlich voll und ganz der Orgel schenken und die Ausbildung mit dem
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„Meine Welt ist noch kleiner, als man sie sich vorstellt.“ ELISABETH HUBMANN
Master krönen zu können, ging sie ans Konservatorium in Amsterdam. „Die niederländische Tradition ist eine ganz große. In Amsterdam bekomme ich auch von den nordischen Ländern mehr mit – von Dänemark beispielsweise und Schweden“, sagt sie. Mit jedem Schritt wird sie besser und mit jedem Schritt wird es auch unmöglicher für sie, sich leichtlippig über die Probleme ihrer Profession zu unterhalten: „Irgendwann ist man so spezialisiert, dass man fast nicht mehr darüber reden kann.“ Nicht zuletzt ihre Masterarbeit, die sie gerade fertig gestellt hat, zeigt, dass es ihr ein Anliegen ist, beide Welten – die der Meisterschaft auf der einen und die der Zuhörer auf der anderen Seite – zu verbinden. „Ich habe für die Arbeit auch Leute befragt, die nichts mit Orgel zu tun haben. Da bekommt man Eindrücke, die man als Insider überhaupt nicht hat. Das ist es aber auch, worauf es ankommt, wir machen die Musik ja für das Publikum – da sollte man sich vielleicht ein bisschen mehr an die Zuhörer anpassen, manchmal.“ Derzeit lebt und spielt und lernt Elisabeth in Genf. Über das Erasmus-Programm gelangte sie in die französische Enklave in der Schweiz. Ein französischer Kollege hatte ihr drei Lehrer genannt, die für sie spannend sein könnten. Alle drei hat sie besucht und der Lehrer in Genf hat überzeugt: „Er ist hochmusikalisch, hat mir das Stück, das ich ihm zufällig gebracht habe, einfach vorspielen können. Er ist historisch interessiert und gleichzeitig musikalisch ganz frisch, virtuos und prickelnd. Da gibt es nicht so viele.“ Unter diesen Vorzeichen wird die an sich schon kleine Welt noch ein bisschen kleiner. Dass Elisabeth darin längst funkelnd hervorsticht, ist so klar wie schön. Dass sie dem zu Unrecht als altbacken wahrgenommenen Instrument neues Leben einhaucht, auch. „Ich habe viele Ideen, was ich später machen will. Beispielsweise würde ich gerne Kompositionswettbewerbe für Orgel ausschreiben und vor allem auch junge Komponisten dazu animieren, für das Instrument zu schreiben“, sagt sie. Das große Repertoire um Zeitgenössisches erweitern zu wollen, zeigt wieder, was das Leben der jungen Künstlerin auszeichnet: Pure Kühnheit.
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Im Dezember 2018 feierte „das
eco.lifeMAX boutique hotel seefeld“ seine
© STEPHANIE LOHMANN
© KIRCHGASSER PHOTOGRAPHY
Eröffnung – Boutiquesauna und Bistro inklusive.
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© BIRGIT KOELL
Das Ensemble „Garda One“ – luxuriöse, moderne Villen mit freizügigem, offenem Charakter – am Westufer des Gardasees gewann den von SKY Italien durchgeführten Wettbewerb um die schönste Ferienimmobilie.
Der Kontrast von asiatischer Schlichtheit und Schwarzwälder Gastlichkeit sowie der Grundgedanke von Genuss, Lebensfreude und Leidenschaft finden sich im Interiorkonzept des KURO.MORI in Freiburg mittels Farben, Formen, Hölzern, Textilien, Licht und Dekoration wieder.
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Ein Bauprojekt als Performance Mit gleich mehreren renommierten Preisen ausgezeichnet, zeigt das Tiroler Architekturbüro MEISSL Architects, dass es mit seinen Projekten den Nerv der Zeit trifft. Das Credo: Architektur verantwortungsbewusst gestalten. Auf der Suche nach Nachhaltigkeit sowie der Vereinbarkeit von Form und Funktion ergeben sich in enger Zusammenarbeit mit den Bauherren unerwartete Möglichkeiten. T E X T : E L I S A B E T H P L AT T N E R
AHA - ERLEBNISSE
Architektur ist ein weitreichender Überbegriff, der manchmal verschleiert, welche Bandbreite sich dahinter verbirgt. MEISSL Architects beschäftigen sich nicht nur mit der Ausarbeitung von Privatobjekten, auch für die Bereiche Hotel und Gastronomie, Wohnen, Gesundheit, Interieur und visu-
„Unser Ziel ist es, mit unserer Arbeit Möglichkeiten aufzuzeigen.“ ALEXANDER MEISSL © DAVID JOHANSSON
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ie Geschichte von MEISSL Architects beginnt vor über 60 Jahren: 1958 gründete Ernst Meissl sein Architekturbüro in Seefeld. Man konnte ihn durchaus als eine Koryphäe auf dem Gebiet der alpinen Architektur bezeichnen, besonders was die Hotelarchitektur betrifft. Vieles von dem, was MEISSL Architects heute ausmacht, ist ihm zu verdanken. Seine beiden Kinder Alexander Meissl und Carola Meissl-Handle, ebenfalls Teil des Teams, übernahmen nach dem Tod des Vaters 1990 gemeinsam die Leitung des Büros. Die Geschwister arbeiteten erfolgreich, so dass das Büro immer weiter wuchs. Bereits sieben Jahre später eröffneten sie eine Zweigstelle in Wien, 2007 kam eine Filiale in Bozen hinzu, die 2011 in das Headquarter Seefeld eingegliedert wurde. Im Oktober dieses Jahres wurde ein Bürostandort in München eröffnet. Inzwischen beschäftigt das Büro über 20 Mitarbeiter, wobei vor allem die Partner Gordon Grusdat in Seefeld und Thomas Wawris in Wien zu wichtigen Mitstreitern avanciert sind. Doch der anhaltende Erfolg ist letztendlich dem herausragenden Teamwork aller Beteiligten zuzuschreiben.
Packt Ideen und Wünsche von Bauherren in ein stylisches Gewand: Architekt Alexander Meissl
elle Kommunikation sind sie Experten. Die Architekten haben klare Vorstellungen davon, was sie mit ihren Projekten erreichen wollen, und verwenden in diesem Zusammenhang gerne den Begriff „Performance“. Dank smarter Herangehensweise und innovativem Out-of-the-box-Denken können trotz Herausforderungen wie Budgetvorgaben, zeitlichen oder räumlichen Einschränkungen oder gesetzlichen wie politischen Grundlagen neue Lösungen gefunden werden, die verblüffen. „Unser Ziel ist es, mit
unserer Arbeit Möglichkeiten aufzuzeigen. Dabei liegt ein Hauptaugenmerk auf der Kommunikation mit dem Kunden. Durch eine ernsthafte und gründliche Analyse seiner Wünsche und Möglichkeiten entwickeln wir eine gemeinsame Sprache“, erklärt Alexander Meissl das Leitbild des Architekturbüros. Denn eine erfolgreiche Zusammenarbeit verlangt, dass ein funktionierendes und harmonisches Miteinander im Vordergrund steht. Deshalb werden die Klienten in allen Bauphasen begleitet und unterstützt. Ihre Wünsche und Vorstellungen werden ernst genommen, weiterentwickelt und in Übereinstimmung mit den Prinzipien des Büros in die Planung integriert. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf einer ganzheitlichen, nachhaltigen und generationenübergreifenden Herangehensweise.
PRESTIGEPROJEKTE
Ob öffentliche Einrichtungen, Geschäftslokale oder private Wohnträume – MEISSL Architects durften bereits eine große Bandbreite an Projekten realisieren. Das Team arbeitet hauptsächlich in Österreich, Deutschland und Italien und begleitet dort seine Kunden auf dem Weg, deren Wünsche wahr werden zu lassen. Sportbegeisterte werden sich an das Sprungstadion für die Nordische Ski-WM 2019 in Seefeld erinnern, wo besonders der herausstechende Turm für Begeisterung sorgte. Vom traditionellen Holzbau der Hochsitze der Jäger sowie alten Bauernhäusern inspiriert und in eine moderne Form übersetzt, veranschaulicht dieser Turm perfekt, was mit nachhaltiger Architektur gemeint ist.
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© DAVID JOHANSSON
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Mit dem Sprungstadion samt markantem Turm für die Nordische Ski-WM 2019 erschuf MEISSL Architects eine neue Landmark für Seefeld.
renommierter Award selten alleine. Auch bei den BigSEE Tourism Design Awards konnte sich das individuelle Hotelkonzept von „das MAX“ gegen die hochkarätige Konkurrenz durchsetzen. „dasMAX verkörpert gelassen, unkompliziert und fesch das smarte Urlauben in Tirol. Der Komfort ist wie zuhause, aber besser“, weiß Alexander Meissl die Auszeichnung zu begründen. Einen weiteren Erfolg konnte das Architekturbüro mit „Kuro.Mori“, dem neuen Restaurant für den bekannten Sternekoch Steffen Disch, verzeichnen. Die offene Atmosphäre in Kombination mit dem lockeren Gestaltungskonzept des Innenraumes © MICHAEL BAUMGARTNER
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Zu den neuesten Fertigstellungen gehört das „MalisGarten Green Spa Hotel“, das erste fünfgeschossige Hotel komplett aus Massivholz. Von der Tragkonstruktion bis zum dekorativen Innenausbau – überall wurde mit heimischen Hölzern gearbeitet. Das architektonische Konzept stammt aus der Feder des italienischen Architekten Matteo Thun. So ist das MalisGarten zu einem der nachhaltigsten Hotels im Zillertal geworden. Alexander Meissl zeigt sich zufrieden: „Gerade weil es das erste Holzhotel war, das unser Team umsetzen durfte, sind wir von der Qualität der Ausführung bei dieser extrem knappen Bauzeit begeistert. Die flexiblen Möglichkeiten, die kurze Bauzeit und die ökologischen Vorteile sprechen in Verbindung mit dem gelungenen Design eindeutig für eine vielversprechende Zukunft des Baustoffes Holz.“
AKTUELLE AUSZEICHNUNGEN
Mit der Realisierung des Lifestylehotels „das MAX“ ist dem Team von MEISSL Architects ein besonderes Kunststück geglückt. Durch die Neudefinition von Luxus – weg von überflüssigem Nice-to-have und pompösem Chic und hin zu angenehmer Schlichtheit und luftig modernen Räumlichkeiten – können die Gäste nun lässiges Wohnen mit frischem, zeitgeistigem Individualismus erleben. Dieser minimalistische, nonchalante Charme konnte auch die internationale Fachjury des German Design Awards überzeugen: MEISSL Architects wurden in der Kategorie „Excellent Architecture – Interior Architecture“ mit dem German Design Award SPECIAL ausgezeichnet. Und wie es scheint, kommt ein
MEISSL Architects durfte eine Station des Wilhelminenspitals in Wien mit neuem Konzept und Farben ausstatten. Nach dem Umbau erstrahlt die 4. Medizinische Abteilung in neuem Licht.
– dazu gehört unter anderem eine sechs Meter hohe begrünte Wand – ließ das Freiburger Restaurant einen verdienten Platz unter den „Top 50 Schönsten Restaurants & Bars 2021“ einnehmen. Das teils denkmalgeschützte Gebäude stellte die Architekten vor einige bauliche Herausforderungen, das gestalterische und räumliche Potential war allerdings ungleich größer. „Design ist heute mehr denn je Brennglas eines gelungenen Positionierungskonzepts. Daher war es uns als Architekten von Anfang an ein besonderes Anliegen, die Ideen und Stimmungsbilder des Bauherrn in ein räumlich harmonierendes Gewand zu packen, das eben kein Korsett ist und innovative Ideen zulässt. So kann sich die offene Küche dank ihrer durchdachten Ausführung nach Küchenschluss in einen Bartreff verwandeln“, erklärt Alexander Meissl die Idee. Passend zum kulinarischen Konzept ist die Designsprache reduziert und geradlinig. Auch auf den Kontrast zwischen asiatischer Schlichtheit und Schwarzwälder Gastlichkeit wird im Interiorkonzept mit Farben, Dekorationen, Formen, Hölzern und Licht angespielt. Linda Pezzei, Head of Interior bei MEISSL Architects, zum Projekt: „Ziel war es, einen Ort zu schaffen, der zum zwanglosen Verweilen und Genießen einlädt – immer mit einem Lächeln im Gesicht. Wir sind stolz, dass das Kuro.Mori ab sofort zu den Top 50 Schönsten Restaurants und Bars 2021 zählt.“
DIE ZUKUNFT
Das Team von MEISSL Architects sieht der Zukunft optimistisch entgegen, auch wenn klar ist, dass die nächste Zeit alles andere als leicht werden wird. Doch die aktuellen Herausforderungen bieten sich auch als Chance, den Status quo zu überdenken und innovative Impulse voranzutreiben. „Schon jetzt entstehen rund um die Welt innovative Konzepte – von Lieferdiensten bis zum Homeoffice im Hotel –, die uns zeigen, was alles möglich sein kann, wenn man in Gedanken flexibel bleibt“, meint Linda Pezzei. Sie sieht die Rolle von smarter Architektur und zeitlosem Interieur als tragend, um in den kommenden Jahren anpassungsbereit und wettbewerbsfähig zu bleiben. Auch Alexander Meissl gibt sich zuversichtlich: „Traditionell war die Baubranche immer der Motor aus der Krise, und daran wird sich auch dieses Mal nichts ändern. Je rascher wir den Aufschwung spürbar erreichen, desto schneller wird es auch gelingen, die anderen Wirtschaftssparten zukunftsfit zu gestalten.“
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URLAUB MIT MEHR-WERT Die Gastgeberfamilie Kammerlander macht in ihrem Almhof Family Resort & SPA kleine und große Gäste glücklich.
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ine Vogelscheuche mit Latzhose, kariertem Hemd und großem Hut, die mitten in einem Hotel zwischen Kindern spielt, bei der Essensausgabe hilft oder am Schwimmkurs teilnimmt? Kein seltenes Bild im Vier-Sterne-Superior-Familienhotel Almhof Family Resort & SPA, einem Mitgliedsbetrieb der Original Kinderhotels Europa in Gerlos mit täglicher Kinderbetreuung bereits ab der zwölften Lebenswoche. Während die ganz Kleinen an sechs Wochentagen die professionelle Kinderbetreuung wahrnehmen können, stehen Kindern von drei bis zwölf Jahren täglich spannende Programme zur Verfügung. Bei
gutem Wetter zieht es die Kids am liebsten hinaus in die Natur. Beim Rodeln, Schneemannbauen oder ersten Skiversuchen in der angegliederten Skischule für Kinder steht echtes Wintervergnügen auf dem Programm. Zum Aufwärmen geht es im Anschluss gerne in Almis Backwerkstatt, wo zusammen mit den Kinderbetreuern Brote, Kekse und Kuchen gebacken werden. Auch die Cocktailparty, bei der alkoholfreie und farbenfrohe Getränke gemixt und verkostet werden, ist bei Groß und Klein beliebt. Weitere Highlights sind der große Indoor-Spielebereich, die Boulderhöhle und eine große Bühnenanlage für Shows und Kinoabende.
SPIELERISCH LERNEN Neues Aushängeschild der Kinderbetreuung sind die Lego-Education-Programme. Das Almhof Family Resort & SPA ist das erste Hotel in Österreich, das das Lernkonzept für Kinder ab drei Jahren in das kostenlose Wochenprogramm aufgenommen hat und damit einen völlig neuen Ansatz in die Kinderbetreuung integriert. Dabei wird auf die Erfahrungswelt der Schützlinge individuell eingegangen. „Bist du schon einmal in einem Vergnügungspark gewesen?“, „Wie schaut ein Bahnhof aus?“ sind zum Beispiel Fragen, die die Fantasie der Kinder ankurbeln, um die Szenerie mit Lego oder Lego Duplo nachzubauen. Mittels eines Tablets werden
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passende Geräusche erzeugt und fahrbare Bauelemente gesteuert. Gäste ab sieben Jahren tauchen tiefer in die technischen und mathematischen Zusammenhänge ein, indem sie Baukästen inklusive Anleitungen erhalten. Die fertigen Figuren können programmiert und damit zum Leben erweckt werden. Bis zu drei Kinder arbeiten an einem Bausatz. In 90 Minuten wird auf diese Weise nicht nur deren soziale Kompetenz gefördert, sondern auch räumliches sowie mathematisches Denken weiterentwickelt und Experimentierfreude ausgelöst.
Almi, das Maskottchen des Hotels, freut sich über die vielen unterschiedlichen Aktivitäten, die täglich angeboten werden, und ist oftmals selbst mit von der Partie.
SPASS UND WOHLFÜHLEN
Nach einem Tag voller Power lockt die Family Water World des Hotels mit einem Open-Air-Familien-Whirlpool, einem Panorama-Hallenbad mit beheiztem Freischwimmbad und mehreren Rutschen, darunter eine 110 Meter lange Riesen-Wasserrutsche und eine rasante Ferrari-Rutsche in Knallrot. Zum Planschen geht es am liebsten in das bunte Kinder-Spiele-Becken und auch an die Allerkleinsten wurde gedacht: Für sie steht ein Baby-Whirlpool zur Abkühlung bereit. Neben dem Familienbereich finden die Erwachsenen im Almhof Family Resort & SPA noch mehr Raum zur Entspannung: Im Adults-only-Wellnessturm entspannen Eltern, während sie ihre Kinder bestens betreut wissen. Über fünf Etagen verteilen sich mehrere Ruheräume mit großen Panoramafenstern, Wasserbetten und Kuschelnestern sowie eine Saunalandschaft mit verschiedenen Schwitzstuben und einem exklusiven Frauenbereich. Auf der höchsten Etage, dem Dach-Spa, laden Liegen zum Sonnenbaden neben dem Whirlpool und der Alm-Sauna ein. Wer ungestört Zeit als Paar verbringen möchte, nutzt das Private-Spa-Angebot und gönnt sich damit eine Wellnessauszeit nur zu zweit. Alle Ruheräume, zwei Saunen nach Wahl, das Tauchbecken und das Dach-Spa stehen dann exklusiv zur Verfügung. Während die Kinder bereits im Bett liegen, können die Eltern ganz entspannt aus dem Whirlpool das abendliche Farbenspiel über dem Zillertaler Bergpanorama beobachten. Bei Bedarf kann eine Babyphone-Überwachung über das Hotel- auf ein Mobiltelefon eingerichtet werden.
AKTIVURLAUB
Das Zillertal offeriert ganzjährig zahlreiche Möglichkeiten für einen aktiven Familienurlaub: Von Wanderwegen und Radstrecken über einen Klettersteig und einen Hochseil-
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garten bis hin zum Gerlosbach, der Rafting und Canyoning ermöglicht, ist für jeden Geschmack und jede Schwierigkeitsstufe etwas dabei. Die ausgebildeten Betreuer des Almhofs kümmern sich darum, dass auch die actionreichen Ausflüge immer sicher verlaufen. Mountainbike-Fans dürfen sich mehrmals wöchentlich auf Touren mit dem hoteleigenen Bikeguide Bobby freuen. Er kennt die schönsten Plätze und gemütlichsten Hütten, die auf zwei Rädern zu erreichen sind. Neben Wellnessfans kommen auch Kulinarikliebhaber auf ihre Kosten. Die Hotelküche verwöhnt mit regionalen Zutaten und traditionellen Gerichten. Als Wahlmöglichkeit gibt es stets die Grüne-Haube-Vollwert-Naturküche. Getreide als Vollkorn, Gemüse und Obst als Frischeprodukt, alles zum
Großteil aus kontrolliert biologischem Anbau, möglichst regional und saisonal. Fleisch stammt aus artgerechter biologischer Tierhaltung, Fisch aus heimischen Gewässern. Es werden keine Aromen, Geschmacksverstärker oder Konservierungsmittel verwendet. So garantiert das Almhof Family Resort & SPA höchste Qualitätsansprüche und bringt auch den kleinen Gästen die gesunde Küche näher.
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Angekommen Das erste Jahr der Hochkönigin war turbulent. Kaum eröffnete das Vier-Sterne-Superior-Hotel in Maria Alm im Dezember 2019, musste Gastgeberfamilie Hörl aufgrund der Covid-19-Krise den Betrieb wieder kurzfristig schließen. Doch dann kam der Sommer und die Gäste gaben dem Konzept der Hörls recht.
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VIEL PLATZ ZUM WOHLFÜHLEN
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ie Hochkönigin ist ein mit viel Herzblut geführter und geschmackvoll designter Rückzugsort, der mit einer Weitläufigkeit der öffentlichen Bereiche auftrumpft statt mit der Anzahl der Zimmer. Dazu glänzt das Hotel mit vielen außergewöhnlichen Highlights: Aus dem 17 Meter langen Infinitypool öffnet sich der Blick auf das gesamte Dorf und die Bergkulisse. Das großzügige Spa erstreckt sich über drei Stockwerke und bietet neben einem Adults-only- auch einen Familienbereich und in der Küche kommen wann immer möglich Produkte vom eigenen Bio-Bauernhof oder aus der Umgebung auf die Teller. Skipisten und Wanderwege beginnen direkt vor der Hoteltür und das Wellness- und Entspannungsangebot sucht seinesgleichen.
Zeit, Raum und Ruhe sind heute die wahren Luxusgüter. Schon beim Eintreten wird der Gast im Atrium mit warmer, großzügiger Wohlfühlatmosphäre empfangen. Edel, zeitlos und stimmig verbindet das Interieur Goldtöne und Holz, Stein und in dezenten Farben gehaltenen Filz. Hinter Glas flackert ein Kaminfeuer und große Fensterfronten holen die umgebende Landschaft ins Hotel. Genau dieser Ausblick auf das Dorf und die markante Kirche sowie auf die Gipfel des „Steinernen Meers“ macht die Atmosphäre im Hotel aus. Bei der Planung des Hauses wurde stets darauf geachtet, dass die Natur im Inneren eine tragende Rolle spielt − ob beim Blick aus dem Bett, beim Schwimmen im Infinitypool oder beim Panorama zum Frühstück und Abendessen. Auch auf ausreichend Rückzugsmöglichkeiten wurde geschaut. Auf zwei Stockwerke verteilt sich das Nature Spa und lässt mit verschiedenen Pools, Panoramasauna, geschmackvoll ausgestatteten Anwendungsräumen und Ruhebereichen keine Wellnesswünsche offen. Im Family Spa finden auch die kleinen Gäste jede Menge Platz zum Toben, Plantschen und Entspannen. Auch Biosauna, Stubensauna und Dampfbad stehen dem Nachwuchs offen. Im Fitnessraum wird mit Bergblick trainiert und ein separater Yoga- und Bewegungsraum lädt zu Entspannungsübungen im ruhigen Ambiente ein. Familie Hörl ist tief mit Maria Alm verwurzelt. Neben dem Bio-Bauernhof Ebengut, von dem auch das hochwertige Fleisch geliefert wird, betreibt sie seit 40 Jahren das Traditionshotel Thalerhof, das nun geschickt
in den Neubau integriert wurde. Alle Familienmitglieder sind im Hotel präsent und jedes der Kinder verantwortet seinen eigenen Bereich: Die älteste Schwester Stefanie managt Büro und Rezeption, ihre Schwester Marina unterstützt sie dabei und ist auch als Sommelière im Service anzutreffen. Thomas ist der Chef in der Küche, seine Lebensgefährtin Martha kümmert sich als Sommelière um den Service und Josef verantwortet die urige Dengl Alm direkt am Hotel sowie den Bio-Bauernhof Ebengut. Bei diesem neuen Gemeinschaftsprojekt der Hörls spürt der Gast sofort: Leidenschaft ist immer noch das wichtigste Rezept, um einen solchen Betrieb zu führen!
DIE REGION Die Region Hochkönig begeistert mit einem vielfältigen Angebot für Outdooraktivitäten aller Art. Im Sommer sorgen 340 Kilometer Wanderwege, beste Kletterbedingungen und rund 20 Mountainbikestrecken für Abwechslung. Im Winter freuen sich die Gäste auf 140 zusammenhängende Pistenkilometer, auf Rodelbahnen und zahlreiche Möglichkeiten für Schneeschuhwanderungen, Langlaufloipen oder Winterspaziergänge.
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Wenn das Leben dir Ingwer gibt …
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Ein neuartiges Getränk aus einem belgischen Dorf ist dabei, Europa zu erobern und die Welt der Aperitifs auf den Kopf zu stellen. GIMBER bringt auch ohne Alkohol die Geschmacksknospen zum Tanzen. Nämlich mit Biss.
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ie so viele Geschichten von neuen Erfindungen beginnt auch diese mit einem Problem. Und mit einem kreativen Geist. Dimitri Oosterlynck, ein Produzent von Zeichentrickserien mit einem Faible für zeitgenössische Kunst, war so gut wie jede Woche auf einem neuen Event eingeladen und bemerkte, dass er es langsam leid wurde, beim Aperitif die Qual der Wahl zwischen mäßig gutem Wein und überzuckerten Softdrinks zu haben. Was er wollte, war etwas Anderes,
Neuartiges, das seine Geschmacksnerven aufweckte, ohne ihm zwangsläufig Kopfschmerzen zu bereiten. Ein wenn möglich halbwegs gesundes Getränk, das anregt und nicht benebelt. Also machte er sich auf die Suche nach einer neuen, geschmacklich interessanten Alternative. Ohne Erfolg. Was er suchte, schien es nicht zu geben. So entschied sich Dimitri, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Beinahe insolvent, investierte er sein letztes Geld in eine Ingwerpresse und begann davon ausgehend mit allen möglichen Zutaten zu
experimentieren. Es brauchte einige Versuche und eine Unmenge an Kombinationen, bis er zufrieden war. Im November 2017 war es schließlich so weit: Dimitri hatte es geschafft, eine wundersam anregende Mixtur zu kreieren. „Ich fühlte mich wie Willy Wonka, nur ohne die verrückten Kinder“, beschreibt er den Moment.
ERFOLG AUF BELGISCH
Doch noch wusste er gar nicht, welches Potenzial diese Erfindung in sich barg. Vorerst stellte Dimitri das Getränk nur für sich
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selbst her und schon nach kurzer Zeit musste er seinen ganzen Freundeskreis damit beliefern. Seine Frau begann, das neuartige Getränk in ihrem Dekorationsladen an die Kundschaft auszuschenken, was sich schnell herumsprach. Dimitris Erfindung avancierte zu einer kleinen Sensation und wurde auf den Namen GIMBER getauft. Die Leute schienen nicht genug davon bekommen zu können und nahmen teils weite Strecken in Kauf, um sich eine Flasche dieses neuartigen Getränks zu sichern. Langsam erkannte Dimitri die Bedeutung seiner Erfindung und trommelte daraufhin ein motiviertes Team zusammen. In einer Garage machten sie sich gemeinsam daran, dieses vielversprechende Projekt groß aufzuziehen. Von Buizingen, einem kleinen Dorf in Belgien, aus begannen sie, Schritt für Schritt ganz Europa von sich und ihrer Kreation zu überzeugen, sodass GIMBER heute auch in Tirol angekommen ist. Der zurückgelegte Weg war nicht immer leicht und von Höhen und Tiefen geprägt, doch letztendlich ist GIMBER zu einer Erfolgsgeschichte geworden. 2019 erhielt Dimitris Erfindung die Goldmedaille für das beste neue Getränk von Epicures in Paris.
INGWER PLUS INGWER ERGIBT GIMBER Das Wort GIMBER entsteht, wenn man Ingwer auf drei verschiedenen Sprachen zusammenmixt – auf Niederländisch, Französisch und Englisch nämlich. Ähnlich läuft es mit dem Getränk, das neben Ingwer auch Zitrone, Kräuter und Gewürze beinhaltet, alles natürlich biologisch. Die genaue Rezeptur ist streng geheim, niemand außerhalb Dimitris Familie weiß davon. Herzstück ist – no na – der Bio-Ingwer, ein Superfood mit allerlei gesundheitsfördernden Eigenschaften. Zentraler Bestandteil ist das entzündungshemmende Gingerol, das dem Ingwer sein stark würziges Aroma verleiht – oder wie es das GIMBER-Team nennt: den Biss. Die Essenz in sattem Orange beweist, dass sich Gesundheit und Geschmack nicht ausschließen müssen. Die Vielseitigkeit des Getränks geht noch weiter. Ursprünglich als alkoholfreie Aperitif-Alternative gedacht, hat das Team um Dimitri inzwischen längst andere Anwendungen dafür gefunden. Ob als purer Shot, mit Mineralwasser oder mit heißem Wasser vermischt, GIMBER lässt sich auf LAND TIROL
jeden Geschmack abgestimmt genießen. Und das bei jeder Jahreszeit. Auch für einen besonderen Kick in Cocktails oder beim Kochen lässt sich das Ingwerkonzentrat als Geheimzutat verwenden. Wer sich Inspiration holen will, ist auf der offiziellen GIMBER-Website bestens bedient. Hier finden sich laufend erweiterte Rezeptideen, die zum Selbermachen einladen. Ob dem Glühwein, der Suppe oder dem Lachs hinzugefügt, der aromatische Biss ermöglicht eine Vielzahl an interessanten Kombinationen. Und wer es Dimitri Oosterlynck gleichtun möchte, kann natürlich selbst nach Lust und Laune mit der orangen Essenz experimentieren und vielleicht ebenfalls eine neue Entdeckung machen. Dare life. Drink GIMBER.
GIMBER IN TIROL • APFIs in Wattens • Naturladen in Schwaz • Sophie’s Biowelt Innsbruck • Gourmet Boutique in Kufstein Weitere Verkaufsstellen sind in Planung.
DER WERT DES DAHEIM Im Zuge des zweiten Lockdowns mussten viele heimische Unternehmen und Geschäfte wieder geschlossen halten. Um die Folgen dieser Maßnahmen abzufedern und Arbeitsplätze zu erhalten, appellieren Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf und Wirtschaftskammer-Tirol-Präsident Christoph Walser einmal mehr, die heimische Wirtschaft nach Kräften zu unterstützen.
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ngesichts des Vorweihnachtsgeschäfts ist der Lockdown vor allem für den Handel ein besonders schmerzhafter Einschnitt. Ich bitte Sie deshalb: Kaufen Sie nicht bei den internationalen Onlineriesen, sondern unterstützen Sie die heimischen Unternehmen – entweder über einen schon vorhandenen Onlineversand bzw. eine Zustellung per Post oder mit einem Vor-Ort-Einkauf, wenn es wieder möglich ist“, sagt Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf. „Jeder einzelne Konsument kann mit seinem Verhalten dazu beitragen, dass regionale Wirtschaftskreisläufe weiterhin funktionieren und Arbeitsplätze gesichert werden“, ergänzt Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser. Aus diesem Grund hat die Wirtschaftskammer die Kampagne „JA zu Tirol“ ins Leben gerufen. Eine Möglichkeit, sich online über die Produkte und Dienstleistungen der Tiroler UnternehBEZAHLTE ANZEIGE / FOTO: © LAND TIROL/KATHREIN
Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser
men zu informieren, bietet die von Land Tirol und Wirtschaftskammer Tirol unterstützte Plattform www.wirkaufenin.tirol. Hier finden interessierte KäuferInnen alles, was heimische Betriebe aus den verschie-
densten Branchen zu bieten haben. Es wäre wünschenswert, dass die Wertschätzung für lokale und regionale Betriebe auch nach der Coronakrise aufrechterhalten bliebe. Infos zur Initiative unter www.ja-zu.tirol. PR
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ALLES FÜR DIE TRAUBE – NICHTS DURCH DIE TRAUBE
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Die Eigentümer des Weingutes K+K Kirnbauer im Mittelburgenland haben sich klar der Huldigung ihrer Reben und Trauben verschrieben, was sich in ihren Grundsätzen zur Nachhaltigkeit, der behutsamen Verarbeitung und im Leitsatz des Familienbetriebs widerspiegelt: „Ein Königreich für eine Traube“.
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ie Marke K+K steht für das Weingut selbst, zugleich bedeutet sie den Menschen dahinter noch viel mehr. „Unsere Weine stehen nachhaltig für höchsten Genuss, pannonische Lebensfreude und sind Ausdruck unserer Identität“, bringt Markus Kirnbauer die Bedeutung seines Produkts auf den Punkt. Gemeinsam mit seinem Vater Walter leitet er die Geschicke des Familienweingutes K+K Kirnbauer in Deutschkreutz im Mittelburgenland. Hier zeigt sich die ganze Familie im Einsatz. Weinbau war in dieser Familie, die seit über 350 Jahren hier im Blaufränkischland ihre Wurzeln schlägt, immer schon ein Thema. 1979 wurde von Walter und Irmgard Kirnbauer der Schritt zur eigenen Marke gewagt und aus der Leidenschaft wurde eine Berufung. Von Anfang an war klar, dass das K+K ein generationenübergreifender Betrieb werden sollte, in dem Jung und Alt harmonisch miteinander arbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Deshalb ist es auch kaum eine Überraschung, dass Walters und Irmgards Sohn Markus seit 2010 die Verantwortung über die Weinbereitung innehat und nun seit fünf Jahren den Betrieb leitet. Auf das Wissen und die Unterstützung der Eltern wie auch der restlichen Familie kann er aber immer noch zählen. Denn das ist eine der großen Stärken des Weinguts: der familiäre Zusammenhalt. Diese Bündelung der verschiedenen Kenntnisse, Talente und Kräfte jedes Mitglieds ist für das Bestehen der Marke von essentieller Bedeutung und erklärt den Erfolg des Betriebes.
DER HEIMVORTEIL
Der Familienbetrieb bewirtschaftet circa 45 Hektar Rebfläche, die auf viele Lagen mit jeweils eigenen Besonderheiten im Herzen des Burgenlandes verteilt sind. Bekannt ist diese Region vor allem durch ihre idealen Bedingungen für eine äußerst anspruchsvolle Weinsorte: den Blaufränkisch. Neben diesem werden von K+K Kirnbauer sowohl die Rotweinsorten Merlot, Cabernet, Syrah und Zweigelt als auch die Weißweine Welschriesling, Sauvignon Blanc und Chardonnay kultiviert. Deren Qualität ist durch die hervorragenden Bedingungen der Lagen fast schon vorprogrammiert. Schwere Löss- und Lehmböden können große Mengen Wasser speichern und somit den Weinen Tiefgang verleihen. Durch die Lage auf einem Hochplateau wird für möglichst viele Sonnenstunden gesorgt; warmer, trockener Wind kommt aus der
das Nötigste reduziert. Auf Herbizide und Insektizide wird rigoros verzichtet, weshalb nichts durch die Trauben geht, was nicht darin sein soll. Diese Maßnahmen spiegeln sich in der großartigen Qualität der Reben. Wieder einmal zeigt sich: Wenn man der Natur ausreichend Respekt zollt, so gibt sie mit Großzügigkeit zurück.
DIE HARMONIE VON HOLZ UND WEIN
pannonischen Tiefebene und dient ebenso wie die Thermik des nicht weit entfernten Neusiedler Sees als Garant für große Weine. Das Gros der Traubenernte vereint sich zum Flaggschiff des Hauses, der Cuvée „Das Phantom“, mit der Walter Kirnbauer 1987 die Erfolgsgeschichte der österreichischen Cuvéekultur begründete.
DIE NATUR GUT BEHANDELN
Während mit den Lagen gute Voraussetzungen für feine Trauben kommen, so bedarf es zu deren Vollendung etwas mehr. Familie Kirnbauer wandelt hierbei auf einem behutsamen als auch bewährten Weg. Durch eine Melange aus jahrzehntelanger Erfahrung, sorgfältiger und sensibler Handarbeit und dem Einsatz von State-of-the-Art-Technologie können Jahrgang für Jahrgang außergewöhnliche Weine entstehen. Die Basis davon bildet das Leitbild der Nachhaltigkeit, dem sich die Eigentümer des Weingutes verschrieben haben. Durch biologische Bewirtschaftung, Schonung der Ressourcen und die Einhaltung eines möglichst minimalen CO2-Fußabdrucks soll es auch den kommenden Generationen möglich sein, die optimalen Bedingungen des Mittelburgenlandes für den Weinbau zu nutzen. Um den Boden zu schonen, werden etwa die Traktorfahrten durch die Weinberge nur auf
Auch nach der Lese werden die Trauben weiterhin so schonend wie möglich behandelt. Die mehrfache Selektion der Beeren und die individuelle Steuerung der Gärung gehören am Weingut K+K Kirnbauer zur gelebten Selbstverständlichkeit. Jedes der fast 1.000 Barriques ist ein eigenes Biotop, weshalb der Winzer genau und intensiv arbeiten muss, vor allem in den ersten Wochen, wo sich der Wein fast täglich verändert. Nach diesem Jugendstadium, dem erfolgten biologischen Säureabbau und der Lüftung des Weines spielt vor allem ein Faktor die entscheidende Rolle: die Zeit. Über Monate bis Jahre reifen die Weinsorten in ihren Barriques ungestört vor sich hin – so entstehen Weine mit Ausdruck, beeindruckender Textur und seidiger Cremigkeit. Der Inhalt jeder Flasche ist somit nicht nur ein Ergebnis der 300 Sonnentage im Jahr, sondern das hart erarbeitete Produkt eines generationsübergreifenden Betriebs, der die Natur wertschätzt und mit leidenschaftlicher Konsequenz seinen Prinzipien folgt. In den Weinen steckt die Natur und gemeinsam mit ihr das Wissen und die Identität des Weingutes K+K Kirnbauer.
K+K KIRNBAUER Rotweinweg 1 7301 Deutschkreutz Tel.: 02613/89722
www.phantom.at
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eco.life
SÜDTIROLS JUNGE
TERROIRISTEN
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Kurtatsch, das kleine Dorf im Süden der Weinstraße, gilt als das Dorf mit den schönsten Weinbergen Südtirols. Atemberaubend steile Lagen von 220 bis 900 Höhenmetern und das penible Streben, deren Charakter bestmöglich in die Flasche zu bekommen, sind die Gründe, weshalb die Weine der Kellerei Kurtatsch zu den besten Südtirols zählen.
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E
s ist eine kurvige und sehr steile Fahrt zu den hochgelegenen Weilern Penon und Graun. Das sich erschließende Panorama entschädigt dies mit jeder zurückgelegten Kurve und lässt das Herz eines jeden Wein- und Naturliebhabers höherschlagen. „Die tieferen Lagen zählen zu den wärmsten in Südtirol. Die kiesig-lehmigen Böden sind ideal für Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon und so prädestiniert für die Produktion von internationalen Spitzenrotweinen mit alpinem Charakter. Deshalb werden diese Lagen oft auch als Bordeaux Südtirols bezeichnet“, schmunzelt der junge Präsident der 120-jährigen Kellereigenossenschaft, Andreas Kofler, und lenkt den Blick auf die steil abfallenden Weinberge unterhalb des Dorfzentrums. Er und sein junges Team haben den Betrieb auf nachhaltige Bewirtschaftung ausgerichtet und vinifizieren Lage für Lage, um das große Potential des Kurtatscher Terroirs auszuschöpfen.
EINZIGARTIG
Der Höhenunterschied von fast 700 Metern in einem Weinbaudorf ist einzigartig in Europa. In den steilen Weinbergen findet jede Rebsorte ihren optimalen Standort, ihr ideales Terroir. Auf 600 Höhenmetern in der Kurtatscher Fraktion Penon gibt Kofler zu verstehen, warum die Wahl des optimalen Standorts so wichtig ist: „Hier auf den steilen Hängen in luftiger Höhe profitieren unsere Weißweine von den starken nächtlichen Fallwinden, die unsere Weinberge abkühlen. Der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht und die kalkhaltigen Dolomitböden sind verantwortlich für die Vielfalt im Bukett und die knackig-frische Säure.“ Ziel eines jeden Jahres ist es, den jeweiligen Charakter der einzigartigen Lagen in
den verschiedenen Weinen bestmöglich wiederzugeben. „Dafür braucht es eine sehr intensive Betreuung der fleißigen Mitglieder, schonendste Vinifizierung und langjährige Erfahrung. Das Ergebnis: unverwechselbare, charakterstarke Terroirweine“, erklärt Kellermeister Othmar Doná. Die lagentreue Vinifizierung ist eine Seltenheit bei Kellergenossenschaften – meist wird die Vermarktung von Weinen mit Fantasienamen aus unterschiedlichen Lagen bevorzugt. Mit 190 Hektar und ebenso vielen Mitgliedern zählt die Kellerei zu den kleinsten Genossenschaften in Südtirol. Klein ist vor allem deren Struktur mit einem Hektar Rebfläche pro Mitglied. „Dies hat zwei große Vorteile: Zum einen wird eine hohe Flexibilität garantiert, was vor allem bei schwierigen Witterungsbedingungen vor der Lese sehr wichtig ist. So kann am Vortag entschieden werden, welche Sorte am folgenden komplett gelesen werden muss. Zum anderen hat das bewirtschaftende Mitglied einen besonderen Bezug zum eigenen Weinberg und kennt jede einzelne Rebe – fernab von Massenproduktion“, sagt Kofler. Die Lagenphilosophie der Kellerei ist auch im Neubau spürbar. Zum 120-jährigen Jubiläum hat sich die Kellereigenossenschaft selbst das schönste Geschenk gemacht und stößt mit der Erstauflage des Premiumsekt 600 Blanc de Blancs 2014 auf die neue einladende Vinothek an. Neben der beeindruckenden Dolomitfassade, der stilisierten Nachbildung der charakteristischen Felswände in Kurtatsch, ist die Verbundenheit zum Terroir im neuen TERROIR-Parcours erlebbar. Neu ist auch der beeindruckende „Dolomit“-Barriquekeller, dessen Rückwand durch eine Felswand aus Dolomit gebildet wird. Der Geheimtipp für Ihren nächsten Südtirol-Aufenthalt.
FOTOS: © FLORIAN ANDERGASSEN, OSKAR DA RITZ, KELLEREI KURTATSCH, PHILIPP FRANCESCHINI
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DER ROTE AUSNAHMEWEIN UND SEIN WEISSER ANTAGONIST Der Name „FREIENFELD“ stammt vom gleichnamigen Renaissance-Ansitz, in dem die Kellerei 1900 gegründet wurde. Bereits zu jener Zeit ließen die sonnenexponierten Kurtatscher Hänge auf durchlässigem Dolomitkalkboden ihr Potenzial für den Cabernet Sauvignon erkennen. Der Cabernet Sauvignon Riserva FREIENFELD ist seit 1990 das Flaggschiff der Kellerei und sorgte bereits in seinen Anfängen für nationales Aufsehen. Mit dem Jahrgang 2016 des Chardonnay Riserva hat er seinen weißen Gegenspieler gefunden. Nur in den besten Jahrgängen gekeltert stehen die beiden Weine für die Spitze des Qualitätsweinbaus in Kurtatsch.
KELLEREI KURTATSCH Weinstraße 23 I-39040 Kurtatsch
www.kellerei-kurtatsch.it
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Toprieden mit Geschichte Die Familie Kollwentz pflegt den Weingutsgedanken in seiner reinsten Form: eigene Weinberge, eigene Trauben, eigener Wein. 25 Hektar Weinberge werden gepflegt.
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Andi Kollwentz gilt als der Zehnkämpfer unter Österreichs Winzern. Seit 2004 leiten Andi und Heidi Kollwentz die Geschicke des Weingutes.
Bodenbearbeitung und Begrünungsmanagement sind am Weingut Kollwentz die Stellschrauben für ein ausgeglichenes Rebwachstum. Arbeitsintensive Handarbeit am Rebstock ist der Schlüssel zur Qualität.
D
ie Rieden des Weingut Kollwentz erzählen große Geschichten. 1569 wurden die Ried Steinzeiler, im Jahr 1570 Tatschler, Katterstein, Gloria, Dürr, Point, Setz und andere erstmals urkundlich erwähnt. Jene Rieden, aus denen auch heute die besten Weine des Kollwentz’schen Kellers stammen. Die Rieden erstrecken sich von 185 Metern Seehöhe im unteren Hangbereich des Leithagebirges bis hinauf zur Gloria, die mit 325 Metern Seehöhe der höchstgelegene Weinberg des nördlichen Burgenlandes ist. Von 185 bis 200 Metern Seehöhe dominiert der Blaufränkisch, darüber beginnt das Reich des Chardonnays. Die Höhenlage und der Einfluss der Wälder, die die höchsten Erhebungen des Leithagebirges bedecken, bedingen ein kühles Kleinklima. In diesen Rieden gelangen die Trauben langsam zu voller Reife, was sich in der Finesse der Aromen und der Intensität des Geschmacks widerspiegelt. Die Rieden im unteren Hangbereich fangen von frühmorgens bis spätabends jeden Sonnenstrahl ein. Die Böden weisen eine größere Mächtigkeit auf. Hier wachsen die Blaufränkischen, die sowohl sortenrein wie auch in der international gefeierten Topcu-
151 vée „Steinzeiler“ ihren Weg zu den Weinfreunden finden. Dem pannonischen Klima in seiner vollsten Ausprägung verdankt das Burgenland seine charaktervollen Weine. Das pannonische Klima ist geprägt durch kalte, schneearme Winter, heiße, trockene Sommer und einen als Altweibersommer bekannten langen und milden Herbst. „Die Riede bestimmt die Wahl der Rebe“, ist das Credo von Andi Kollwentz. Unter so idealen Bedingungen schaffen es die Reben, Trauben von optimaler Reife hervorzubringen – die Basis für große Weine. Peter Moser vom Falsstaff-Magazin konstatiert dazu: „Andi Kollwentz ist der Zehnkämpfer unter Österreichs Winzern, denn er versteht sich auf die unterschiedlichsten Disziplinen und ist in jeder Kategorie, ob Weiß, Rot oder Süß, im Spitzenfeld zu finden.“
ARCHITEKTUR IM WEINGUT
Am Weingut Kollwentz wurden von 1967 bis 2020 stattliche fünfzehn Bauvorhaben realisiert. Dabei entstand im Laufe der 53 Jahre ein Ensemble von acht burgenländischen Stadeln mit den für das Land so typischen Giebeln. Im Weingut wurde kein Neubau ohne Unterkellerung realisiert. Auch das ist ein Zeichen langfristigen Denkens –
Kellerneubauten sind durch die notwendigen Sicherungsmaßnahmen im verbauten Gebiet teuer, doch sie bieten durch natürliche Klimatisierung und bessere Raumausnützung langfristig Vorteile. 2019 wurde die Unterkellerung des 1897 erbauten Stadels, in dem sich das Presshaus des Weinguts befindet, begonnen und im Sommer 2020 erfolgreich abgeschlossen. Ob es sich um Kelterhaus, Lagerräume, Büro, Verkostungsraum, Heizhaus, Hackschnitzellager, Praktikantenhaus oder Maschinenund Gerätehaus handelte: Stets stand die Erhaltung der burgenländischen Bauidentität im Vordergrund.
WEINGUT KOLLWENTZ Hauptstraße 120 7051 Großhöflein Tel.: 02682/65 15 80 kollwentz@kollwentz.at
www.kollwentz.at
TIPP:
Als Geschenk, Blickfang in der Vinothek oder einfach zur sachgerechten Lagerung bieten sich Kisten aus Massivholz an. Das Weingut Kollwentz bietet Holzkisten in vielen verschiedenen Varianten an.
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Eine Krone für Aurora Seit ein paar Jahren schon kümmert sich das Team des Innsbrucker Kosmetikinstituts Aurora um seine Kunden, geht auf den jeweiligen Typ Mensch individuell ein und bringt somit bei jeder Person deren schönste Seiten hervor. Diese Bemühungen fanden nun auf einem besonders hohen Level Anerkennung: Das Aurora wurde zum weltbesten Beautysalon 2020 gekürt. T E X T : E L I S A B E T H P L AT T N E R
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S
chon der Name Aurora steht für etwas Besonderes. In der Mythologie benennt er die Göttin der Morgenröte, im Märchen die schöne, ewig schlafende Prinzessin. Mit diesem Namen lassen sich Zeitlosigkeit, ausgeglichene Ruhe und Schönheit verbinden. Ähnliche Gefühle möchte auch das gleichnamige Innsbrucker Kosmetikinstitut bei seinen Kunden hervorrufen. Es bietet einen geschützten, ruhigen Ort und ausreichend Zeit, um dem Stress des Alltags zu entfliehen. Von allen Seiten umsorgt und abgeschirmt von den alltäglichen Problemen, darf man sich für ein paar Stunden durchaus wie eine Gottheit fühlen. Mit Achtsamkeit und Empathie gehen die Kosmetikexperten auf ihre Kunden ein, gehen sicher, dass sich diese wohl fühlen, und setzen neben hochqualitativen Produkten ihr gesamtes Know-how ein, um in jedem die individuelle Schönheit zu erwecken. Von Kopf bis Fuß kann man sich verwöhnen lassen, um am Ende frischer zu wirken
als nach einem hundert Jahre währenden Schönheitsschlaf.
AUSGEZEICHNETE ENTSCHLEUNIGUNG
Dass dies nicht zu viel versprochen ist, zeigt die Verleihung des „World’s Best Beauty Salon 2020“-Awards am 28. Oktober dieses Jahres. Das Aurora konnte sich hierbei erfolgreich gegen namhafte Konkurrenz aus Paris, New York und Dubai durchsetzen. Von den seit 1994 bestehenden „World Travel Awards“ ins Leben gerufen, prämieren die „World Spa Awards“ jedes Jahr herausragende Leistungen der Spa-Industrie auf internationalem Niveau. Aurora-Geschäftsführer Murat Coskun zeigt sich mehr als nur geehrt über den Sieg seines Unternehmens. Diese Auszeichnung spiegelt die jahrelangen Bemühungen des Aurora-Teams, in ihrem Beruf nicht nur technisch, sondern auch menschlich zu brillieren, um sich das Vertrauen jedes Kunden zu verdienen. Denn nur auf Vertrauen und Wohlbefinden aufbau-
end können sich die Kompetenzen der KosmetikerInnen zur Gänze entfalten und erstklassige Ergebnisse erzielen. Das ist auch der Grund, weshalb die Räumlichkeiten des Kosmetikinstituts genauestens durchdacht sind. Alle Räume sind barrierefrei zugänglich und modern, aber doch mit Bedacht auf Komfort eingerichtet. Das somit erzeugte entschleunigte, aber durchaus luxuriöse Raumgefühl wird ebenso eine entscheidende Rolle bei der Preisverleihung gespielt haben. Für die Kunden des Aurora wird sich durch den Award allerdings nichts verändern. Entgegen der gleichnamigen Prinzessin wird sich deshalb niemand auf den verdienten Lorbeeren ausruhen. Im Gegenteil: Um dem hart erarbeiteten Ruf gerecht zu bleiben, wird das Team um Murat Coskun weiterhin alles geben, um einen Besuch im Kosmetikinstitut als ein außergewöhnliches Erlebnis zu gestalten. Denn der Kunde ist weiterhin König, auch wenn Aurora jetzt eine Krone trägt. www.kosmetik-aurora.at
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IM GESPRÄC
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news & events
Projektleiterin Claudia Schütz und ATM-Geschäftsführer Alfred Egger mit Mini-Kühlschrank und beschrifteten Kartonhockern: Diese können zum Beispiel in Schulen als Lehrmittel verwendet werden.
LEBENSMITTEL RETTEN Die Abfallwirtschaft Tirol Mitte GmbH (ATM) forciert im Rahmen des Projekts MARLENE und mit Unterstützung des Landes Tirol die Vernetzung von Initiativen und Aktionen, die sich für die Vermeidung von Lebensmittelabfällen engagieren. Nun brachte ein erstes – coronabedingt virtuelles – Netzwerktreffen vielversprechende Lösungsansätze hervor. Neben der Netzwerkarbeit sind Bewusstseinsbildung für Kinder und Erwachsene und Foodsharing Themenfelder, die die ATM im Rahmen des Projekts bearbeitet. Unter anderem sind Unterrichtsmaterialien für Volksschulen in Ausarbeitung.
GROSSE EHRE Dr. Ivo Rungg wurde vom Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland mit Zustimmung des österreichischen Außenministeriums und Bundespräsidenten zu seinem Honorarkonsul in Innsbruck bestellt. Der auf Wirtschaftsrecht spezialisierte Rechtsanwalt und Partner von Binder Grösswang freut sich auf diese zusätzliche Tätigkeit: „Es ist ein großer Vertrauensbeweis und eine Ehre, hier in Tirol für Großbritannien tätig zu sein, der Brexit bringt dabei viele neue Herausforderungen.“ In seiner Funktion unterstützt er die britische Botschaft in Österreich bei der Wahrnehmung der britischen Interessen und Kontaktpflege in Tirol. Das Honorarkonsulat ist, nicht zuletzt wegen des bevorstehenden Brexit, eine wichtige Anlaufstelle für britische Staatsbürger*innen in Tirol und Vorarlberg. Ivo Rungg ist auch seit fast 20 Jahren eco.nova-Redakteur und schreibt regelmäßig zu aktuellen Rechtsthemen.
Infos unter www.marlene.network
AU S G E Z E I C H N E T Hotelier und Tourismusmanager Axel Pfefferkorn und sein Team freuen sich über eine Reihe an Auszeichnungen: Das Fünf-Sterne-Superior-Hotel Aurelio aus Lech darf sich als „Austria‘s Leading Boutique Hotel“ und bereits zum dritten Mal als „World‘s Best Ski Boutique Hotel“ bezeichnen. Zusätzlich konnte sich das hoteleigene Gourmetrestaurant drei internationale Preise sichern und Küchenchef Christian Rescher wurde von Rolling Pin als bester Koch Vorarlbergs prämiert. www.aureliolech.com
ANGELOBT Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf hat kürzlich vier Steuerberater*innen und zwei Wirtschaftsprüfer*innen angelobt. Die Veranstaltung konnte im wunderschönen Parissaal im Alten Landhaus abgehalten werden, wenn auch aufgrund der aktuellen Covid-19-Situation in einem kleinen Rahmen. Auch Klaus Hilber, Landespräsident der Kammer für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer (KSW), gratulierte.
© TANJA CAMMERLANDER PHOTOGRAPHY
Sitzend v. l.: Viktoriia Gurina, Viktoria Juranek und Johanna Rudigier B.Sc. / stehend v. l.: KSW-Landespräsident Klaus Hilber, Mathias Dorn, Philipp Tillian, Robert Krismer und Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf
EGLO Immobilien – individuelle Zufriedenheit - Seien Sie ruhig EGLOistisch!
Parkvillen - Igls Die Parkvillen kombinieren perfekt die Qualität des Lebens auf dem Land mit den Vorzügen der nahegelegenen Landeshauptstadt Innsbruck. Die 2- bis 3-Zimmer-Wohnungen überzeugen durch höchste Effizienz in der Grundrissgestaltung bei gleichzeitiger Offenheit und Leichtigkeit und garantieren außerordentliches Wohnvergnügen. Alle Wohnungen verfügen entweder über Privatgärten oder großzügige, meist überdachte Terrassen.
Stadtvillen Hall - Hall in Tirol In ruhiger Lage in Hall in Tirol, zwischen der Brixnerstraße und der Weinfeldgasse gelegen, entsteht diese schöne Anlage. Die Lage auf der Sonnenseite des Inntals spricht für sich, dadurch bieten sich phänomenale Aussichten. Der Verkaufsstart der ersten 36 Einheiten im Bauabschnitt 1 ist in vollem Umfang im Gange. Der Verkaufsstart der weiteren 36 Einheiten im Bauabschnitt 2 hat mit 30.09.2020 begonnen.
Arche 6 - Schwaz Wohn(t)raum mit Stil - In den beiden Häusern befinden sich gesamt 28 Wohneinheiten mit deren zugehöriger Terrassen oder Loggia´s. Die 2- bis 4-Zimmer-Wohnungen überzeugen durch ihre offene und klare Grundrissgestaltung. Durch die unmittelbare Nähe zum „Herzen von Schwaz“ der schönen Altstadt, sowie auch zum Bezirkskrankenhaus Schwaz und dem Umstand, dass die neue Wohnanlage nicht direkt an der Straße liegt, entsteht hier eine Ruheoase inmitten der Bezirkshauptstadt Schwaz.
KONTAKT Münchner Straße 15 I 6130 Schwaz Tel: 05242 6996 880 E-Mail: office@eglo-immobilien.at https://eglo-immobilien.at
ÖFFNUNGSZEITEN MO - DO l 8:00 - 12:00 und 13:00 -17:00 FR l 8:00 - 12:00