DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN
SPORT- SINN. Was Bewegung mit uns macht BENNI RAICH. Über die Verantwortung des Spitzensports NEVER STOP WANDERING. Wie frei sind die Berge? ZUKUNFTSFRAGEN. Betriebsübergaben brauchen Ausdauer
ES LEBE DER
SPORT
Ausgabe Nr. 03 | April 2021 | P.b.b. Verlagspostamt 6020 Innsbruck | ZNr. GZ 02Z030672 M | Euro 3.00
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DAS ÄNDERN LEBEN Nicht nur im Alphabet kommt Anstrengung vor Erfolg.
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ie Sportdiskussion hat in den letzten Jahren vermehrt durch unsere im Verhältnis zur Größe zu viel in die Breite wachsenden Kinder eine neue Dimension angenommen. Getan hat sich allerdings nicht wirklich viel, wie die Coronapandemie einmal mehr deutlich macht. Neben der Kultur ist vor allem der Sport als politisches Stiefkind aufgefallen. Das Image des Sports scheint sich in den den vergangenen Jahr(zehnt)en generell stetig nach unten spiralisiert zu haben. Sport wird nicht mehr mit Spaß verbunden, sondern als notwendiges Übel empfunden, um nicht vollends aus den Fugen zu geraten. Wie gut das funktioniert, zeigen die Statistiken über Übergewicht und damit verbundene Krankheiten. Das Grundübel ist, dass Kinder schon sehr früh ein völlig falsches Bild vermittelt bekommen. Die erste Stunde, die in der Schule geschwänzt wird, ist neben Religion meist das Turnen. Die schon lange diskutierte tägliche Sportstunde mag ein guter Ansatz sein (wenn man bedenkt, wie lange schon darüber geredet wird, merkt man indes auch hier ganz schnell, wie ernst es damit tatsächlich ist ...), behebt hingegen nicht die eigentliche Problematik. Nämlich dass viele Kinder schlichtweg keinen Sport mehr machen wollen ... oder – noch schlimmer – es die Eltern nicht zulassen, weil in der Regel ein gewisser zeitlicher (und manchmal finanzieller) Aufwand und somit Arbeit dahintersteckt. Den Nachwuchs vor dem Tablet zu parken ist ungleich bequemer. Damit nimmt man den Kindern jedoch von Anfang an die Möglichkeit, sich auszuprobieren und die passende Sportart zu finden, die eben auch richtig Spaß macht. Das macht es dem Spitzensport in der Folge nicht nur schwer, heimischen Nachwuchs zu finden, sondern wird zum Problem auf höchster Ebene. Wenn Sport und Bewegung nicht zu einem nationalen Anliegen gemacht werden, werden wir bei der Volksgesundheit gewaltige negative Wunder erleben. Eher früher als später. In Tirol gibt es weit über 2.300 Sportvereine und -verbände. Laut Homepage des Landes sind sie ein „wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen und politischen Lebens in Tirol. Neben der Familie und anderen offenen Formen des Zusammenlebens bilden sie das Fundament und die Kleinzelle des demokratischen Zusammenlebens im Land“. Das ist schön, nur die aktuelle Krise zeigt: Gelebt wird das nicht. Natürlich ist es in erster Linie wichtig, das Wirtschaftssystem am Laufen zu halten und die Gesellschaft halbwegs zu stabilisieren. Nur: Eine kranke Gesellschaft hilft halt auch wenig. Ja, Sport ist Emotion, man kann ihn aber auch ganz nüchtern betrachten. Sport ist in seiner Gesamtheit ein enomer Wirtschaftsfaktor, deshalb brauchen wir einen neuen, weitergefassten Blick darauf. Jeder Einzelne sollte sein eigenes Leben in Richtung mehr Gesundheit ändern, gleichwohl braucht es eine Politik, die dieses Ändern für alle lebt. Bleiben Sie gesund! Ihre Redaktion der eco.nova.
Gegen Corona und seine Mutationen. Gemeinsam. In ganz Österreich – auch in Tirol – gibt es neue Coronavirus-Mutationen, die besonders ansteckend sind. Deshalb müssen die bereits bekannten Maßnahmen noch sorgfältiger umgesetzt werden.
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FOTOS: ADOBE STOCK, INNSBRUCK TOURISMUS, MARIAN KRÖLL, TOM BAUSE, ANDREAS POSSELT
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E C O .T I T E L 18 ES LEBE DER SPORT!
Sport ist mehr als körperliche Aktivität. Er bewegt die Menschen. Und er bewegt die Wirtschaft. 26 SPORT-IDENTITÄT Mr. Skisprung Toni Innauer im Interview über Nationalgefühl und die Sportnation Österreich.
E C O .W I R T S C H A F T 28 MEHR ALS SKIFAHREN
Ex-Skirennläufer Benjamin Raich über die Verantwortung des Spitzensport(ler)s, Erfolg und das Leben nach der Karriere. 34 SPORT-HERAUSFORDERUNGEN Der Sport fiel im Zuge der Coronapandemie als politisches Stiefkind auf. Dabei ist er essenziell für eine Gesellschaft. 42 KÖNIG FUSSBALL Auf Trainigslager in Tirol. Warum internationale Fußballclubs unser Land so schätzen.
ECO.ZUKUNFT 46 NEVER STOP WANDERING
Nicht aus jedem Tiroler wird ein ausgewachsener Bergfex, doch es gibt wohl kaum jemanden, der die natürliche Vielfalt nicht auf irgendeine Weise für sich zu nutzen weiß. 50 DER BERG RUFT! Gerade in Zeiten beschränkter Aktionsradien folgen ganzjährig immer mehr Sportler und Erholungsuchende dem Ruf des Berges. Das sorgt für Konflikte.
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AKADEMISCHE ERFAHRUNG
Die neue UMIT-Rektorin Sandra Ückert im Gespräch über Wirtschaft und Gesellschaft und Gesundheit als Megatrend.
ECO.GELD 60 ZUKUNFTSFRAGEN
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Betriebsübergaben brauchen Ausdauer. Die vielen Facetten der Nachfolge und Fragen am Ende des Unternehmer-Seins.
ECO.MOTOR 82 EIN ECHTER PORSCHE
Sie sind von der Straße nicht mehr wegzudenken: SUV-Coupés. Nicht umsonst gibt es auch eine Coupé-Version des allzeit beliebten Porsche Cayenne. 86 LÄSST KEINEN IM STICH Ob ein Auto zuverlässig ist oder einen im Regen stehen lässt, zeigt sich meist erst in brenzligen Situationen. Wir sind den BMW 530d xDrive Touring Probe gefahren.
ECO.LIFE 92 TIER-TURNEN
Das Buch „Die 12 Tiroler“ schafft unkomplizierte Bewegungsverlockungen und bedient sich dafür in der heimischen Tierwelt. Die Evolutionskette nachturnen sozusagen. 04 EDITORIAL 08 KOMMENTAR 10 11¾ FRAGEN 17 KLARTEXT 76 ECO.STEUERN 79 ECO.RECHT
HER AUSGEBER & MEDIENINHABER: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, 0512/290088, redaktion@econova.at, www.econova.at GESCHÄF T SLEITUNG: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin A S SIS TENZ: Martin Weissenbrunner CHEFREDAK TION: Marina Bernardi REDAK TION: eco.wirtschaft: Marian Kröll, Alexandra Keller, MMag. Klaus Schebesta, Christiane Fasching, Barbara Liesener, DI Caterina Molzer-Sauper, Elisabeth Plattner, Marion Witting, MSc. // eco.zukunft: Doris Helweg // eco.geld: Dr. Michael Posselt // eco.kultur: Julia Sparber-Ablinger // eco.mobil: Felix Kasseroler // steuer.berater: Dr. Verena Maria Erian // recht.aktuell: RA Mag. Dr. Ivo Rungg // eco.life: Marina Bernardi ANZEIGENVERK AUF: Ing. Christian Senn, Mag. Claudia Elzenbaumer, Matteo Loreck L AYOUT: Tom Binder LEK TOR AT: Mag. Christoph Slezak DRUCK: Radin-Berger-Print GmbH UNTERNEHMENS GEGENS TAND: Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. GRUNDLEGENDE RICHT UNG: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Wellness, Steuern, Recht, Kulinarium und Lifes tyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. JAHRE SABO: EUR 25,00 (14 Ausgaben). // Sind Beiträge in dieser Ausgabe in der Kopfzeile mit dem FIRMENNAMEN gekennzeichnet, handelt es sich um BE Z AHLTE ANZEIGEN!
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eco.mmentar
100.000.000.000 Corona hinterlässt seine Spuren. Im Budget, bei den Betrieben, auf der politischen Ebene. Aber es gibt auch positive Effekte – wenn wir die Chancen nutzen.
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as Coronajahr war eine Nullnummer. Das bezieht sich nicht nur auf die gefühlte Bilanz der vergangenen zwölf Monate, sondern zeigt sich auch in knallharten Zahlen: Die Schäden durch die Pandemie dürften sich auf 100 Milliarden Euro addieren – rund 60 Milliarden Euro aus Wachstumsverlusten und der Rest für Hilfsmaßnahmen. Der Betrag mit den vielen Nullen entspricht ziemlich genau der Höhe eines gesamten Jahresbudgets. Aufgrund des starken Tourismussektors ist Österreich eines der am meisten betroffenen Länder, für Tirol gilt das erst recht. Der im Suezkanal tagelang verkeilte Containerriese Ever Given lässt sich als Symbol auf die aktuelle Situation übertragen: Das Schiff hing wie eine Thrombose in einer der wichtigsten Adern des Welthandels. Und auch Corona hemmt derzeit die Wirtschaftsentwicklung. Was bei der Ever Given Schleppboote und Bagger erledigt haben, müssen in Bezug auf Corona Pfizer Biontech, Moderna und AstraZeneca richten. Doch die aktuelle Zugkraft reicht noch nicht aus, um den Kahn wieder flott zu machen. Die Israeli waren die Ersten, die verstanden haben, dass es keine Rolle spielt, wie viel die Corona-Bergungskosten betragen – Hauptsache, die Hauptschlagader wird wieder frei. Die EU und zahlreiche europäische Staaten – darunter auch Österreich – haben hingegen nicht begriffen, dass die Ausgaben für die Impfstoffe völlig egal sind, Stichwort „Kostendeckel“. Anstelle beherzten Bestellens zur rechten Zeit und des Ausverhandelns knallharter Verträge wurde gezaudert und am falschen Fleck gespart. Das rächt sich jetzt. Spätestens dann, wenn andere Staaten Impfstoffe übrighaben, wird auch Europa wieder in Schwung kommen, freilich um einen weitaus höheren Preis. Da bekanntlich Zeit Geld ist, richtet jede Woche Verzögerung Milliardenschäden an. Wie es nach dem Sommer weitergehen wird, zeichnet sich schon in Grundzügen ab. Es hat sich in der letzten Sommersaison gezeigt, dass der Neustart schnell gelingen kann. Die Betriebe verfügen über ausgefeilte Präventionskonzepte und die Konsumenten stehen in den Start-
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löchern, um die unselige Corona-Geschichte endlich hinter sich zu lassen. Es ist zu erwarten, dass auch der Wunsch nach Urlaub größer ist als der im Raum stehende Imageverlust Tirols, Stichwort Ischgl. Was ebenfalls zu erwarten ist, sind Verschärfungen bei den Verteilungskämpfen. Wir erleben diese derzeit bei den Impfstoffen und sehen, dass erbittert um jede Charge gekämpft wird. Solidarität ist ein nettes Wort in Sonntagsreden, aber solange es Corona gibt, ist eben nicht Sonntag, und jedem einzelnen Staat ist das Hemd näher als der Rock. Corona wird vorübergehen – was jedoch bleibt, ist ein gigantischer Schuldenberg. Daher wird das Klima der Staaten untereinander wohl rauer und auch in Österreich selbst wird es ums Eingemachte gehen. Schließlich wird irgendjemand die Zeche bezahlen müssen. Die nächsten Jahre werden uns Steuererhöhungen begleiten und die bekannten Schlagworte werden verlässlich alle aus der Mottenkiste geholt – von der Millionärssteuer über die Erbschafts- und Schenkungssteuer bis hin zur Diskussion über einen Mietpreisdeckel. Das wird vor allem für den Mittelstand noch reichlich ungemütlich. Und die Politik? Auch auf dieser Ebene wird’s wohl ungemütlicher. Auf Bundesebene lief es schon in den vergangenen Wochen unrund. Die professionell inszenierte Partnerschaft des „Besten aus zwei Welten“ bekam erste Kratzer. Solange die Coronakrise als gemeinsames Megaprojekt andauert, werden sich Türkis und Grün zusammenraufen, danach dürften parteipolitische Differenzen wieder nach oben gespült werden. Und auch die Tiroler Landespolitik ist nicht ohne Schäden durch die Krise gekommen. Das Mantra „Wir haben keine Fehler gemacht“ hat sich mehrfach als ziemlich dünn erwiesen. War Corona also nur negativ? Nicht ganz – es können auch positive Impulse für die Zukunft übrigbleiben, wenn wir die Chancen nutzen. Zum einen hat die Digitalisierung einen riesigen Schub bekommen. Zum anderen ist das Bewusstsein für regionale Produkte gestiegen. Und schließlich dürften inzwischen die letzten Kapitalismuskritiker begriffen haben, dass es ohne gesunde Betriebe keine Arbeitsplätze gibt.
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eco.porträt
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eco.porträt
11¾ FRAGEN AN
LISA HAUSER 1. Wer sind Sie? Mein Name ist Lisa Hauser und ich bin 27 Jahre alt. Ich komme aus Reith bei Kitzbühel und bin ein sehr heimatverbundener Mensch.
2. Warum, glauben Sie, haben wir Ihnen geschrieben? Ich bin die erste österreichische Athletin, die eine WM-Goldmedaille im Biathlon gewinnen konnte und das hat natürlich eine historische Bedeutung. Ich glaube, das ist zumindest einer der Gründe.
Wie lautet Ihr Lebensmotto? Immer mit einem Lächeln durch die Welt gehen.
3.
Was macht Sie stolz? Das, was ich diese Saison erreicht habe, macht mich schon sehr stolz. Aber wichtiger ist mir, wie viele Menschen sich mit den ganzen Emotionen und der Euphorie mitfreuen konnten. Es macht mich stolz, dass viele Leute einen schönen Tag gehabt haben, weil mir mein Massenstart-Rennen so gut gelungen ist. Das war ein wirklich schöner Moment.
4.
5. Was bedeutet für Sie Luxus? Zeit mit Freunden und der Familie zu verbringen. Vor allem nach der heurigen Saison, in der es aufgrund der Covid-Umstände kaum möglich war, Leute zu treffen, bezeichne ich es als Luxus, wenn ich wieder einmal mit meinen Freunden und der Familie zusammensitzen kann, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben.
6. Mit welcher historischen Persönlichkeit würden Sie
gerne einen Abend verbringen – warum? Der Klettersport hat mich immer fasziniert und ich denke, Alex Honnold ist ein sehr interessanter Mensch. Mit seinen vielen „Free Solos“ beeindruckt er immer wieder mit enormer mentaler Stärke und ist dadurch für mich sehr bewundernswert. Was ist das ungewöhnlichste Thema, über das Sie richtig viel wissen? Vielleicht über das Thema „Jagd“. Ich weiß nicht, ob man das als ungewöhnlich bezeichnen kann, aber durch die Tatsache, dass mein Vater Jäger ist und bei uns in der Familie sehr viel über das Jagen gesprochen wird, ist es eigentlich ganz witzig, dass ich mich auf diesem Gebiet ganz gut auskenne.
7.
8. Ihr Leben in Sportereignissen: Ich habe mittlerweile in meiner Karriere viele Höhen und Tiefen miterleben müssen. Dazu zähle ich beispielsweise eine „CrossFire-Einlage“ (Anm.: Schießen auf die falschen Scheiben)
bei Weltmeisterschaften, wo ich ansonsten unter die Top fünf gekommen wäre. Ich hatte viele Stürze, bei denen mir einige Male der Schaft meines Gewehrs gebrochen ist. Ich hatte auch ein Jahr in meiner Karriere, in dem ich es mit meinem Training übertrieben habe. Es gab also einige Tiefs, aber in letzter Zeit durfte ich sehr viele schöne Hochs erleben. Diese erfolgreiche Zeit spiegelt sich auch in meiner Familie wider. Alle sind gut drauf und das ist sehr schön für mich. Was bedeutet für Sie Erfolg? Erfolg kann man sehr unterschiedlich interpretieren. Im Sport schlägt sich Erfolg natürlich oft in Ergebnissen nieder, aber man darf ihn nicht immer nur an Resultate knüpfen. Es gibt auch viele kleine Schritte dazwischen. Beispielsweise wenn man es schafft, einen Anstieg so zu laufen, wie man sich das persönlich vornimmt. Oder wenn man es schafft, eine Konkurrentin zu überholen, die man nicht immer schlagen konnte. Auch das sind Erfolge und gerade diese kleinen Schritte machen es am Ende aus, wenn irgendwann ein großer Sieg passiert.
9.
10. Worauf mussten Sie als Sportlerin verzichten, hätten es aber gerne getan? Natürlich verzichtet man als Profisportler auf sehr vieles. Vor allem was Freunde oder Partys betrifft, konnte man oft nicht dabei sein. Zum Beispiel beim Hahnenkamm-Rennen zuzuschauen, ist für mich in letzter Zeit nicht mehr möglich gewesen. Auch große Silvesterfeiern sind als Wintersportler einfach nicht möglich. Aber ich bereue keine Sekunde, denn ich mag meinen Sport so gerne, dass es mir absolut wert ist, wenn ich bei diesen Dingen ein wenig zurückstecken muss. 11. Welches Buch liegt aktuell auf Ihrem Nachttisch? Ein englisches Buch von der Autorin Jojo Moyes, aber ich kann mich leider im Moment nicht an den Titel erinnern.
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W E L C H E F R A G E W O L LT E N S I E S C H O N
I M M E R B E A N T W O R T E N , N U R H AT S I E N O C H N I E J E M A N D G E S T E L LT ?
HAUSER: Ich kann jetzt nicht direkt eine Frage nennen, aber was ich einfach einmal gerne loswerden möchte, ist „Danke“ zu sagen für die ganzen Erfolge, die ich in letzter Zeit erleben durfte. Ich denke, man darf das nicht als selbstverständlich ansehen, und das ist im Moment einfach nur sehr schön.
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OLYMPISCHE SPIELE INNSBRUCK 1964 IX. OLYMPISCHE WINTERSPIELE VOM 29. JÄNNER BIS 9. FEBRUAR 1.091 Athleten aus 36 Ländern / 199 Frauen / 892 Männer 34 Wettbewerbe / 10 Disziplinen Kosten Olympisches Dorf I: 190,488 Mio. Schilling Sportstättenkosten 1964: Olympia-Eisstadion: 75,7 Mio. Schilling (Träger: Republik Österreich) Sprungschanze Bergisel: 15,3 Mio. Schilling (Träger: Republik Österreich) Bobbahn Igls: 10,1 Mio. Schilling (Träger: Republik Österreich) Lifte Axamer Lizum: 24,1 Mio. Schilling (Träger: Axamer Lizum AG, Bund, Stadt, Land) Seilbahn Patscherkofel: 22,0 Mio. Schilling (Träger: Stadt Innsbruck/TVB) Straßenkosten 1964: Bundesstraßen: 117 Mio. Schilling Landesstraßen: 26 Mio. Schilling Straßen in Innsbruck: 22,5 Mio. Schilling Olympiabrücke: 23,2 Mio. Schilling Gesamt: 188,7 Mio. Schilling Aufgrund von Schneemangel um Innsbruck brachte das Bundesheer 20.000 Eisblöcke zu den Bob- und Rodelbahnen sowie 40.000 m3 Schnee für die alpinen Skistrecken.
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INNSBRUCK 1976 XII. OLYMPISCHE WINTERSPIELE VOM 4. BIS 15. FEBRUAR 1.261 Athleten aus 37 Ländern / 248 Frauen / 1.013 Männer 37 Wettbewerbe / 10 Disziplinen Kosten Olympisches Dorf II: 394 Mio. Schilling Sportstättenkosten 1976: Sanierung Olympia-Eisstadion (plus Schnelllaufbahn): 40 Mio. Schilling Sprungschanzen Bergisel und Seefeld: 12,7 Mio. Schilling (Träger: Republik Österreich) Bob- und Rodelbahn Igls: 110 Mio. Schilling (Träger: Republik Österreich) Standseilbahn Axamer Lizum: 125 Mio. Schilling (Träger: Axamer Lizum AG, Bund, Stadt, Land) Baukosten 1976: Pädagogische Akademie: 110 Mio. Schilling IVB-Halle: 160 Mio. Schilling Reichenauer Brücke: 24 Mio. Schilling Landessportheim: 90 Mio. Schilling Gesamt: 384 Mio. Schilling Die Eröffnungsfeier fand im Bergiselstadion vor gut 60.000 Zuschauern statt. Dabei wurden gleich zwei olympische Feuer entzündet. Das erste von Skirennläuferin Christl Haas für die Spiele von 1964, das zweite von Rodelsportler Josef Feistmantl für die Spiele 1976. Via TV waren 600 Mio. Fernsehzuschauer dabei. Im Jänner 2021 fand die Premierenauflage der Jugend-Winterspiele (YOG – Youth Olympic Games) in Innsbruck statt. Kosten Olympisches Dorf III: 75,7 Mio. Euro Eine Bewerbung für die Olympischen Winterspiele im Jahr 2026 lehnte die Tiroler Bevölkerung 2017 mit 53,35 Prozent Gegenstimmen ab. Quellen: www.olympic.org, www.olympiastadt.at
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© INNSBRUCK TOURISMUS / KLAUS POLZER
WIRTSCHAF
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wirtschaft & unternehmen
Innovationsbeschleuniger Bis 2025 wird die europäische Wintersportbranche eine technologische Revolution durchleben, so die Prognose der neuen Delphi-Studie „The Impact of Technology on the Future of Winter Sports, in times of COVID-19“. In Auftrag gegeben wurde die Studie von Mastercard, befragt wurden 53 Wintersport-Expert*innen. Die europaweite Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Sascha L. Schmidt vom Center for Sports and Management, WHU – Otto Beisheim School of Management, ergab, dass aufgrund von COVID-19 mehr als die Hälfte der Expert*innen eine langfristige Veränderung der Wintersportbranche erwarten. Vor allem kontaktlose Technologien werden in der Branche weiter zunehmen. Die wachsende Digitalisierung ist für den Wintersport eher überraschend, denn tendenziell suchen Skifahrer*innen im Wintersport eine gewisse Verbundenheit mit der Natur und eine Auszeit aus dem digitalen Alltag. Bis 2025 gehen Branchenkenner*innen davon aus, dass die Pandemie erhebliche technologische Auswirkungen auf drei Bereiche des Skisports haben wird: Trainings-, Vorbereitungs- und Erholungsplanung für Sportler*innen (54 %), allgemeiner Komfort für Profi- und Hobbyskifahrer*innen (56 %) und Optimierung der Skilifttechnologie zur Minimierung der Verbreitung von Viren (41 %). Auch unterschiedliche Equipmenthersteller haben sich zum Ziel gesetzt, neue Innovationen zu entwickeln. Bis 2025 werden modernste Materialien zu den größten Neuerungen der Pistenausrüstung zählen. Dazu stehen neuartige Isolationsmaterialien für wärmere und leichtere Skibekleidung bis hin zur Smart-Protection mit GPS-Trackern und biometrischen Daten von Skifahrer*innen in der Pipeline.
© JULIA TÜRTSCHER
eco.wirtschaft
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Marina Bernardi, Chefredaktion
Sport-Freu(n)de Trainiere, weil du deinen Körper liebst, nicht, weil du ihn hasst. Landeshauptmann Günther Platter, Sandoz-Managing-Director Mario Riesner, Ministerin Margarete Schramböck und Michael Kocher, Country President von Novartis Österreich
U N T E R N E H M E N D E R AU S G A B E : N O VA R T I S Im Zuge der Coronapandemie wurde der Ruf, Schlüsselindustrien zurück nach Europa oder noch besser Österreich zu holen, immer lauter. In so manchem Bereich wird das schwierig bis unmöglich werden, der Pharmakonzern Novartis indes geht mit gutem Beispiel voran und zeigt, wo und wie es durchaus funktionieren kann. Im zweiten Quartal soll in Kundl mit der Herstellung von mRNA-Impfstoffen und des vorformulierten Wirkstoffes für den Corona-Impfstoffkandidaten CureVac begonnen werden. Und weil uns Corona in verschiedenen Ausprägungen wohl noch eine ganze Weile begleiten wird, rüstet man sich technologisch dafür, auch schnell auf künftige Mutationen reagieren zu können. Bis Ende 2022 sollen vorerst rund 250 Millionen Impfstoffdosen produziert werden. Um die Basis dafür zu schaffen, wurden 20 Millionen Euro am Standort investiert, wie Mario Riesner, Managing Director der Sandoz GmbH, erklärte. „Dass gegenwärtig so schnell auf die Coronathematik reagiert werden konnte, ist vor allem der Verdienst von 70 Jahren Pioniergeist. Wir wollen Kundl-Schaftenau als künftiges Technologiezentrum weiter aufbauen“, so Riesner. Zusätzlicher Positiveffekt: Durch die neue Produktion werden rund 100 neue Arbeitsplätze geschaffen.
FACHKRÄF TE GESUCHT Es wirkt auf den ersten Blick paradox: Tirol verzeichnet eine Rekordarbeitslosigkeit von elf Prozent und trotzdem finden viele Unternehmen keine Lehrlinge und Fachkräfte. Beim AMS Tirol sind derzeit über 2.100 offene Lehrstellen gemeldet. Das Problem: Viele Eltern geben im Zweifel immer noch der schulisch-akademischen Ausbildung den Vorrang, dabei bietet auch die Lehre beste Karrieremöglichkeiten. In vielen Führungsebenen findet man heute ehemalige Lehrlinge. Selten waren die Chancen für Jugendliche so gut wie aktuell, eine Lehrstelle in ihrem Wunschberuf zu bekommen. Infos zu verschiedenen Lehrberufen gibt‘s zum Beispiel unter www.berufsreise.at.
„ICH K ANN FREILICH NICHT SAGEN, OB ES BE S SER WIRD, WENN E S ANDERS WIRD. ABER SO VIEL K ANN ICH SAGEN: ES MUSS ANDERS W E R D E N , W E N N E S G U T W E R D E N S O L L .“ GEORG CHRISTOPH LICHTENBERG, PHYSIKER
Eine Studie hat kürzlich herausgefunden, dass Jogginghosen nicht mehr nur für den Sport, sondern immer häufiger für den Alltag gekauft werden. So genannte Joggpants sind tatsächlich grad arg in Mode, aber ganz ehrlich: Wer hat jemals – in Worten: JEMALS – Jogginghosen tatsächlich zum Zwecke des Sports gekauft? Jogginghosen sind dafür gemacht, um mit ihnen auf der Couch zu lümmeln. Quasi ausschließlich. Für den Sport gibt‘s wahrlich Funktionaleres. Was ich indes schade finde: Sport wird von ziemlich vielen Menschen als lästiges Übel empfunden, um auf eben jener Couch, auf der man gerade noch in gemütlichen Jogginghosen gesessen hat, nicht vollends aus dem Leim zu gehen. Wir brauchen definitiv einen anderen Zugang dazu – weg vom Müssen hin zum Wollen. Sind wir als Kids früher nach der Schule gleich raus ins Freie, um uns auszutoben, wird sich heute vors Tablet gesetzt. Dabei können die Kinder in den meisten Fällen gar nichts dafür. Es fehlt ihnen schlicht am (elterlichen) Vorbild. Wir sollten Sport nicht als leidigen Zusatz zu kurzfristigen Diäten sehen (die ich im Übrigen auch nur so semi-schlau finde) und uns mit hängenden Mundwinkeln zur Laufrunde quälen, damit wir – in der Regel zur Neiderregung anderer – gute Bikini-Figur machen. Sport kann, darf und soll Spaß machen, weil die Chancen signifikant ansteigen, dass man dabei bleibt, wenn man Freude daran hat und es aus der richtigen Motivation heraus tut. Nämlich für sich, sein körperliches Wohlbefinden und die psychische Gesundheit. Die braucht‘s grad besonders. Also beim nächsten Mal: Das Training mit einem Lächeln beginnen. Wirkt Wunder! Anregungen und Kommentare bitte an bernardi@econova.at
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© KUNSTFOTOGRAFIN
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ES (BE)LEBE DER SPORT Als wir uns vor einem Jahr nur mehr eingeschränkt bewegen durften, sah ich in meinem Grätzel plötzlich Nachbarn in Laufbekleidung durch die nähere Umgebung joggen, die mir bis dahin nicht durch übermäßig sportliche Betätigung aufgefallen waren. Was, wen und wie belebt uns der Sport?
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ewegung, vor allem im Freien, ist eine Grundlage für geistiges Wohlbefinden. Sich einfach gut zu fühlen, erleichtert die täglichen Herausforderungen um ein Vielfaches. Etwas, das uns allen im letzten Jahr ganz deutlich bewusst gemacht wurde. Bei vielen wurde das ungewohnt vermehrt zeitgleiche Daheimsein zur Belastung. So gern wir unsere eigenen vier Wände auch haben mögen, irgendwann kommt der Moment, an dem man einfach wieder hinaus muss. Im Kopf frei sein wird mit Unter-freiem-Himmel-Sein um einiges einfacher. Deshalb ist Bewegung im Freien eine mentale Bereicherung.
VON ALEXANDER M. SCHMID
IN GESUNDER GESELLSCHAFT
Es ist nichts Außergewöhnliches, dass sich im persönlichen Umfeld immer wieder jemand findet, die/der einfach einen schlechten Tag hat. Damit kommt man gut zurecht, wenn die überwiegende Mehrheit einen zumindest neutralen Tag hat. Wie rasch sich eine gute Stimmung aber in eine angespannte verändern kann, haben wir alle erlebt und immer noch daran zu knabbern. Wenn der gesellschaftliche Zusammenhalt dermaßen auf die Probe gestellt wird, braucht es mehr denn je die Kraft jedes Einzelnen, sich dagegen zu wehren. Von einigen sogar mehr, um andere, die keine Kraft mehr haben, mitzuziehen. Breitensport hat hier eine wesentliche Bedeutung, da er sozialen Zusammenhalt und körperlichte Betätigung vereint. Nur wenn wir selbst bei Kräften sind, können wir anderen helfen. Das gilt auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
SPORTLICHE WIRTSCHAFT
Eine gesunde Wirtschaft braucht gesunde Menschen, die mit ihrer Arbeitskraft die Wirtschaft und mit ihrer Kon-
sumkraft die Nachfrage am Laufen halten. Auch hier spielt Sport eine wesentliche Rolle. Für viele Sportarten bedarf es spezieller Ausrüstung, die erworben und in Schuss gehalten werden will. Sportgeräte und -bekleidung, Sportlernahrung, Sporttrainer*innen, Sportärzt*innen und noch viele mehr bilden das Rückgrat des Breitensports und sind daher ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Wie auch in anderen Industrien lebt dieser Wirtschaftszweig von neuen Trends und Innovationen. 2019 betrug der Anteil an E-Bikes bereits 40 Prozent aller verkauften Fahrräder, womit auch der Durchschnittspreis je Fahrrad und somit der Umsatz der Händler einen großen Sprung nach oben machte. Vom höheren Kaufpreis profitierten folglich die Versicherungen, da die teureren Räder vermehrt versichert wurden. Daran lässt sich gut die Folgewirkung in nachgelagerten Branchen in zweiter und dritter Instanz ablesen.
DYNAMISCH, FLEXIBEL, AGIL ...
Diese Eigenschaften finden sich heute in fast jeder Jobbeschreibung oder Firmenpräsentation; ja sogar in mancher Regierungserklärung. Obwohl damit vermutlich die mentale Komponente und die persönliche Einstellung gemeint sind, lässt sich das genauso gut auf den Sport übertragen. Körperliche Bewegung ist uns am nächsten und direkt von uns selbst beeinflussbar. Zum Abschluss möchte ich Ihnen das Mantra von Elisabeth Kirchmair, Trainerin und Eigentümerin des Studio Korneuburg – Intelligentes Ganzkörpertraining mitgeben: „Bewegst Du Dich, bewegst Du was.“ Und, worauf warten Sie noch?
ZUR PERSON Alexander M. Schmid – Der Vereinfacher – beschäftigt sich seit über sechs Jahren mit Vereinfachung in Unternehmen, hat darüber ein Buch verfasst und erarbeitet mit Unternehmen Strategien, die sie am Markt einfach einzigartig positionieren. www.dervereinfacher.at
eco.wirtschaft
IE: SER EXT RT KLA
MAN SPRICHT DEUTSH Deutsch geschrieben heißt noch lange nicht verständlich. Ob Recht, Politik, Verwaltung, Technik oder Werbung – der wahre Sinn vieler Aussagen versteckt sich oft hinter barocken Satzgebilden. Ziemlich leichte Sprache nimmt die Luft aus aufgeblasenen Formulierungen und legt den Blick auf die meist bescheidene Substanz frei. Klartext geht einen Schritt weiter und ergründet die wahren Absichten des Verfassers. Es gilt die Unschuldsvermutung. T E X T : K L A U S S C H E B E S TA
ORIGINAL: WIE SAG’ ICH’S MEINEM KINDE
Es sprach die Bundesregierung: „Wir sehen Lockerungen am Horizont.“
ZIEMLICH LEICHTE SPRACHE: Diese auf den ersten Blick österlich-hoffnungsfrohe Botschaft hält dem Faktencheck nicht stand. Wikipedia ist entlarvend: „Horizont = eine imaginäre Linie, die sich immer weiter zurückzieht, je näher man ihr kommt.“ Die Bundespolitik könnte also auch etwas aufrichtiger auf gut Wienerisch sagen: „Eure Lockerungen könnt’s euch in die Haar’ schmieren.“
KLARTEXT:
Entweder ihr sagt nix, wenn es nichts zu sagen gibt. Oder einfach die Wahrheit: „Es ist vorbei, wenn es vorbei ist.“
O R I G I N A L : D I E S T U D I E , A U F D I E D I E W E LT G E W A R T E T H A T
Auf ORF Science stand zu lesen: „20 Millionen Lebensjahre gingen verloren.“ Das Forscherteam rund um Pifarré Arolas untersuchte Zigtausende Covid-19-Todesfälle auf der ganzen Welt und kam zu diesem bahnbrechenden Ergebnis.
ZIEMLICH LEICHTE SPRACHE: In ziemlich leichte Sprache braucht man das eigentlich nicht zu übersetzen, die Aussage ist ohnehin schlicht genug. Interessant sind vielleicht noch die Detailergebnisse wie „Jüngere sterben zwar seltener an Covid-19, hätten aber noch länger gelebt“. Oder die Anmerkung der Forscher selbst, dass man „die Studie mit Einschränkungen interpretieren soll“. Die tatsächliche Wirkung von Covid-19 „könnte stärker oder schwächer sein“. Das nenne ich wissenschaftliche Präzision!
KLARTEXT:
Auch ohne sündteure Untersuchungen kam ein bayerischer Filmemacher schon vor 15 Jahren auf dieses wissenschaftlich äußerst interessante Ergebnis. Die von Marcus Rosenmüller produzierte Komödie hieß nämlich: „Wer früher stirbt, ist länger tot“.
ORIGINAL: SO TICKEN VERSCHWÖRUNGSTHEORETIKER
Sie stellen sich jetzt bitte Herbert Kickl vor, wie er auf der Bühne einer Coronademo in Wien in seiner unnachahmlich subtilen Art seinen Kreuzzug gegen die Regierung, das Virus und alle außerhalb der FPÖ führt. Dieses Bild in Ihrem Kopf konfrontieren wir jetzt mit einer Studie der britischen Wissenschaftlerin Leor Zimigrod, die untersucht hat, wie Extremisten ticken. Die Kernaussage lautet: „Die Empfänglichkeit für Extremismus geht mit Defiziten in der Wahrnehmung und im Denken einher: Der Informationsfluss im Gehirn ist bei den Betroffenen gedrosselt – und ruft das Bedürfnis hervor, die Komplexität der Welt durch ein einfaches Schema zu ersetzen.“
ZIEMLICH LEICHTE SPRACHE: Die Studie gibt einen recht deutlichen Blick ins Gehirn von Menschen, die zu radikalen Ansichten neigen. Die Synapsen erlauben keine Graustufen und bunte Bilder schon gar nicht – es gibt nur Schwarz und Weiß, Gut und Böse, wir und die Anderen.
KLARTEXT: Gibt es Heilung? Bei den Betroffenen nicht, aber Zmigrod setzt auf die Bildung unserer Jugendlichen. Diesen müsse man beibringen, Informationen ausgewogen zu verarbeiten. Sie nennt das „intellektuelle Bescheidenheit“. Womit sich der Kreis zu Herbert Kickl wieder schließt.
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SPORT Sport ist körperliche Aktivität und Psychologie. Er ist Arbeitgeber, Projektionsfläche und Identitätsstifter. Sport bewegt die Menschen. Und er bewegt die Wirtschaft. TEXT: MARIAN KRÖLL
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o tönt es im Refrain von Austropopper Rainhard Fendrichs bekannter Nummer, mit der das Verhältnis der Österreicher zum Sport humoristisch seziert wird. Und so – oder so ähnlich – wird es wohl sein. In Österreich und ganz besonders im Wintersportland par excellence Tirol genießen der Sport und die Bewegung in der Natur immensen Stellenwert. „Sport ist Teil unserer Lebenskultur“, bringt Josef Margreiter, ehemals oberster Tirol-Werber und nunmehriger Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Holding, die Position vieler Tiroler diesbezüglich auf den Punkt. Tirol positioniert sich touristisch seit Jahren als Sportland Nummer eins der Alpen. Mit der Signalwirkung nach außen geht auch ein sportliches und bewegungsaffines Selbstbild in weiten Teilen der Bevölkerung einher. Aktiv bewegt man sich hierzulande am Berg und im Tal, drinnen und draußen – man könnte auch indoor und outdoor sagen – passiv wird ganz klassisch vor dem TV-Gerät oder dem Smartphone mitgefiebert, wenn bei sportlichen Triumphen der Nationalstolz zu Höhenflügen ansetzt. Skifahren mag global betrachtet zwar eine Randsportart sein, in Österreich ist sie – und mit
„ E S L E B E D E R S P O R T. ER IS GESUND UND MOCHT U N S H O AT. E R G I B T U N S K R A F T, ER GIBT UNS SCHWUNG. E R I S B E L I E B T B E I A LT U N D J U N G .“ RAINHARD FENDRICH
ihr ihre Protagonisten – jedenfalls weltberühmt. Und leistet noch dazu taxfrei einen beträchtlichen Beitrag zur kollektiven Identität der Menschen dieses Landes, an den der Fußball, ein globales Ereignis von tatsächlichem Weltrang, im Normalfall nicht heranreicht. Außer es ist Córdoba. Dann macht den gelernten Österreicher auch der sportliche Wettstreit zweier Teams darum, das Runde ins Eckige zu bugsieren, narrisch und versetzt die Nation in einen kollektiven Taumel, der bis heute fortwirkt. Was geschehen war? Der damals amtierende Fußballweltmeister Deutschland unterlag unseren ballspielenden Burschen rund um Koncilia, Pezzey, Prohaska und Krankl im letzten Spiel der Zwischenrunde der Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien mit 2:3. Sen-
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S P OR T H AT HEU T ZU TAGE V IEL E GE S IC H T ER , IS T T EIL DER F REIZEI T - UND UN T ERH A LT UNG S K ULT UR , ER W IE S ENERM A S S EN G U T F ÜR DIE P H Y S IS C HE UND P S YC HIS C HE GE S UNDHEI T UND NIC H T ZUL E T Z T EIN S C H W ER GE W IC H T IGER W IR T S C H A F T S FA K T OR .
sat-i-o-nell. Man müsste ja ob der Bedeutung dieses Spiels fast annehmen, dass Österreich im Anschluss an diese legendäre Partie Weltmeister geworden sein müsse. Ganz so glorreich war die Wirklichkeit nicht. Beide Mannschaften schieden aus dem Turnier aus. In Deutschland wurde das Fußballspiel weitestgehend vergessen, wir feiern hier einige Jahrzehnte später immer noch ein bisschen. Im Spitzensport ist es nicht unüblich, dass erfolgreiche Sportler von der Nation, unter deren Flagge sie antreten, vereinnahmt, manchmal sogar instrumentalisiert werden. Sportjournalist Johann Skocek bemerkte zu Córdoba, diesem typisch österreichischen Heldenepos, einmal, die Spieler stünden „dem Überbau von Córdoba mehr oder weniger fassungslos gegenüber. Sie sind die Passagiere ihres eigenen Heldentums.“ Es zeigt sich, Sport ist keine ganz simple Angelegenheit.
EMOTIONSMASCHINE SPORT
Der Sport und selbst dessen passiver Konsum als Zuseher löst Emotionen aus. Heftige und anhaltende. Triumphe, die das Wir-Gefühl stärken, Niederlagen, die dasselbe tun, wenn auch auf als schmerzhaft empfundene Weise. Wir gegen die anderen. Darauf läuft es letztlich im Sport hinaus. Im Mannschafts- bzw. Teamsport sind Einzelkämpfer meist fehl am Platz. Für sie gibt es andere Sportarten zuhauf, in denen sie sich mit anderen messen können. „Ich gegen den anderen“ hieße die Formel dann. Wenn man selbst Sport betreibt oder auch „bloß“ Bewegung macht, ist man in erster Linie sein eigener Gegner, der gegen innere Widerstände ankämpft, sich dabei ans Limit oder sogar darüber hinaus bewegt und Bekanntschaft macht mit dem inneren Schweinehund, dem widerborstigsten aller Haustiere, der immer wieder aufs Neue überwunden werden will. „Ich gegen mich selbst“ könnte man zu diesem Zustand sagen.
KOMPLEXE GESCHICHTE
Mit dem Sport ist es nicht so einfach. Das zeigt sich nicht zuletzt daran, dass es gar nicht so einfach ist, eine allgemein anerkannte Begriffsdefinition zu finden. Im Duden war erst 1887 erstmalig vom Sport die Rede. „Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich Sport zu einem umgangssprachlichen, weltweit gebrauchten Begriff entwickelt. Eine präzise oder gar eindeutige begriffliche Abgrenzung lässt sich deshalb nicht
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vornehmen. Was im Allgemeinen unter Sport verstanden wird, ist weniger eine Frage wissenschaftlicher Dimensionsanalysen, sondern wird weit mehr vom alltagstheoretischen Gebrauch sowie von den historisch gewachsenen und tradierten Einbindungen in soziale, ökonomische, politische und rechtliche Gegebenheiten bestimmt. Darüber hinaus verändert, erweitert und differenziert das faktische Geschehen des Sporttreibens selbst das Begriffsverständnis von Sport“, heißt es etwa in einem sportwissenschaftlichen Lexikon. Was als Sport begriffen wird, ist kontextabhängig und kann individuell verschieden sein. Deshalb nehmen manche Menschen auch eine ganz bewusste Differenzierung zwischen Sport, wo das Wettkampfmotiv dominiert, und Bewegung vor. Weitere Unterscheidungen werden zwischen Breiten- und Leistungssport, Profi- und Amateursport, Mannschafts- und Individualsport getroffen. Sport hat heutzutage viele Gesichter, ist Teil der Freizeit- und Unterhaltungskultur, erwiesenermaßen gut für die physische und psychische Gesundheit und nicht zuletzt ein schwergewichtiger Wirtschaftsfaktor. Sport fasziniert auf mehreren Ebenen zugleich. Das ist keineswegs neu. Sportliche Aktivitäten erfreuten sich schon bei den alten Griechen und in den meisten Gesellschaften regen Zuspruchs und hatten einen hohen Stellenwert.
Platon war preisgekrönter Ringer, Isaac Newton boxte angeblich in seiner Jugend und stellte noch im hohen Alter gern seinen Bizeps zur Schau. Nur weil der Begriff „Sport“ noch nicht existiert hatte, bedeutet das nicht, dass es die Tatsache „Sport“ noch nicht gab. Etymologisch betrachtet stammt das englische Sport, mittelenglisch desport, vom Altfranzösischen desport bzw. se desporter ab, das wiederum vom lateinischen de(s)portare herrührt. Das bedeutet im übertragenen Sinn nichts anderes als „sich vergnügen“. Mittlerweile vertritt eine zunehmende Anzahl von Historikern die Ansicht, dass Sport eine anthropologische Konstante sei, die innerhalb der jeweiligen Kultur eine eigene Ausprägung erfahren hat, die von den wechselnden natürlichen, politischen, gesellschaftlichen und historischen Bedingungen bestimmt ist. Der niederländische Kulturhistoriker Johan Huizinga identifizierte das Spiel als eine der Wurzeln der menschlichen Zivilisation. Der von Huizinga postulierte spielende Mensch – Homo ludens – steht dabei als Kontrastbegriff Max Schelers Homo faber gegenüber, wobei das eine das andere anthropologische Modell nicht ausschließt. Wie jeder an sich selbst nachzuvollziehen vermag, wohnt dem Spiel – und damit zwangsläufig auch dem Sport – eine besondere Kraft inne. Spiel ist, um mit
DIE P O S I T I V EN GE S UNDHEI T L IC HEN NEBENEF F EK T E DE S S P OR T S F ÜR DA S GE S UNDHEI T S S Y S T EM ÜBER W IEGEN DIE NEGAT I V EN, DIE E T WA DUR C H S P OR T UNFÄ L L E EN T S T EHEN, BEI W EI T EM. BE W EG UNG V ERMEIDE T KO S T EN, DIE DEM S Y S T EM DUR C H KÖRP ERL IC HE IN A K T I V I TÄT UND DIE DA R AU S RE S ULT IERENDEN ZI V IL IS AT IONS K R A NK HEI T EN EN T S T EHEN. Huizinga zu sprechen, „die agonistische Grundlage der Kultur“, erst das Spiel setzte Kräfte für höhere Kulturleistungen frei. Den Spieltrieb befriedigen wir Menschen heute allerdings zunehmend, ohne uns dabei viel zu bewegen. Sitzend, vor den Bildschirmen und Touchscreens unserer Endgeräte, die uns mit der ständig expandierenden Sphäre des Digitalen verbinden. Das ist nicht per se schlecht, führt aber zu einer Vernachlässigung unserer Körperlichkeit, unserer biologischen Bestimmung. Wir sind eben nicht (nur) zum Sitzen gemacht.
SPORTIFIZIERUNG ALS PROZESS
Der deutsche Historiker Wolfgang Behringer argumentiert in seinem Buch „Die Kulturgeschichte des Sports“ sogar, dass der „Vorgang der Sportifizierung zu den Fundamentalprozessen der Moderne gerechnet werden muss“. In der Geschichtswissenschaft sei der Sport deshalb vernachlässigt worden, weil sich die Historiker lange Zeit nicht dafür interessiert hätten. Über den Stellenwert des Sports in der heutigen Gesellschaft braucht man indes nicht lange zu diskutieren. Sport ist in seinen unterschiedlichsten Ausprägungen ein Massenphänomen, Spitzensportler genießen Ansehen und können – je nach Sportart sehr unterschiedlich – auch Spitzeneinkommen erzielen. Sportstätten wie beispielsweise Stadien fassen wesentlich größere Menschenmengen als etwa Kirchen, Theater oder andere Versammlungsbauten. Möglicherweise hat in unseren Zeiten der Sport die Religion als das „Opium des Volkes“ abgelöst. Das ist in diesem Kontext nicht negativ gemeint, sondern auf den Sport als Faszinosum gemünzt. So hat der Spitzensport heute durchaus eine weit über die Unterhaltung hinausreichende Funktion für die Gesellschaft, wie auch Toni Innauer im nachfolgenden Gespräch erläutert.
DIE KRIMINALISIERUNG DER BEWEGUNG
Der Sport ist ins Gerede gekommen, in einer Zeit, in der sich pandemiebedingt nicht nur in der Wirtschaft um einiges weniger bewegt als üblich. In der Landeshauptstadt wurden zur Bekämpfung des Virus die Radwege
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gesperrt, die Spielplätze ebenso. Harmlose Tourenskigeher kamen plötzlich in den Geruch, mutwillig Menschenleben zu gefährden. Die Universität Innsbruck hat herausgefunden, dass während des ersten Lockdowns vor einem Jahr die Tiroler Bevölkerung weniger Sport betrieben hat als sonst. Ob der weitreichenden Einschränkungen, die damals galten, ist das nicht verwunderlich. Die Kriminalisierung individualsportlicher Aktivitäten dürfte jedenfalls nicht als Sternstunde der österreichischen Pandemiegeschichte erinnert werden. Sie zeigt aber, dass der Breitensport keine besonders gute Lobby hat. So wie die Kultur. Zusätzlich ist zu erwähnen, dass die positiven gesundheitlichen Nebeneffekte des Sports für das Gesundheitssystem die negativen, die etwa durch Sportunfälle entstehen, bei weitem überwiegen. Sport bzw. Bewegung vermeidet Kosten, die dem System durch körperliche Inaktivität und die daraus resultierenden Zivilisationskrankheiten entstehen. Sport bewegt aber nicht nur die Menschen, sondern auch die Wirtschaft.
SPORT BEWEGT DIE WIRTSCHAFT
Sport ist nicht nur Freizeitaktivität und/oder Wettkampf, sondern auch von seiner wirtschaftlichen Bedeutung her nicht zu unterschätzen. Der Impact des Sports lässt sich allerdings nicht so einfach in Zahlen gießen, muss
die Sportwirtschaft doch als Querschnittsmaterie begriffen werden, weil sportbezogene Aktivitäten in unterschiedliche wirtschaftliche Branchen hineinreichen. Dazu zählen die Umsätze, die mit Sportartikeln gemacht ebenso wie jene, die mit sportbezogenen Dienstleistungen erwirtschaftet werden, dazu kommen Werbeerlöse, Sponsoring, Medienrechte, Sportstättenumsätze usw. „Im europaweiten Vergleich nimmt die Sportwirtschaft Österreichs gemessen am Anteil des BIP oder der Beschäftigung eine führende Position ein, die vor allem auf die hohe Bedeutung des Sporttourismus zurückzuführen ist“, heißt es beim zuständigen Bundesministerium. Die Bruttowertschöpfung des Sports in seiner weiteren Definition wird österreichweit mit 5,75 Prozent des BIP taxiert, bei der Beschäftigung hängen sogar mehr als 7 Prozent der Jobs direkt und indirekt vom Sport ab. Das sind wohlgemerkt die Zahlen, die vor dieser Pandemie Geltung hatten. In keinem anderen EU-Land leistet die Sportwirtschaft einen ähnlich hohen Anteil zum Bruttoinlandsprodukt und zur Beschäftigung. Die Sportüberflügelt damit sogar die Bauwirtschaft. Österreich ist ein Sport(wirtschafts)land. Der Sport bewegt hierzulande vieles, sichert Arbeitsplätze, hält die Menschen gesünder, stiftet Identifikation, dient als Projektionsfläche und begeistert. Der Sport bewegt die Menschen. Es lebe der Sport.
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SPORT-IDENTITÄT Mit Sport im Allgemeinen und Sportlern im Speziellen können sich viele Menschen identifizieren. Sport stärkt das Nationalgefühl und fungiert soziologisch als eine Art kulturelles Bindemittel. Auch Toni Innauer, ExSkispringer, Olympiasieger und Inhaber seiner Agentur „Innauer + (f)acts“ gesteht dem Profisport Systemrelevanz zu. INTERVIEW: MARIAN KRÖLL
ECO.NOVA: Welchen Stellenwert nimmt der Sport in Ihrem Leben ein? TONI INNAUER: Mein ganzes Leben war geprägt vom Sport, mittlerweile unterscheide ich aber zwischen Sport und Bewegung. Sport hat mit sich messen, mit klaren Regeln und Wettkampf zu tun. Beruflich bin ich mit Innauer + facts oder als ZDF-Experte im Sport tätig, als eifriger TV-Zuseher genieße ich vor allem Tennis, Skifahren und natürlich Skispringen. Golfspielen ist die einzige Disziplin, die ich noch als Senioren-Wettkampfsport betreibe. Privat versuche ich, statt Wettkämpfen bekömmliche Bewegung in meinen Alltag einzubauen, tägliches Stiegensteigen, Skilanglauf, Radfahren ins Büro, Gymnastik, Kniebeugen, die 12 TIROLER vor dem Fern-
seher (Anm.: mehr dazu auf Seite 92), das gehört zu meiner Identität, meinem Lebensgefühl.
Sie stammen aus einer sehr ländlichen Gegend im Bregenzerwald. Glauben Sie, dass es in der Bewegungslust, und daraus folgend der Beweglichkeit, so etwas wie ein Stadt-Land-Gefälle gibt? Ich glaube, dass das früher ausgeprägt war, weil in der Stadt viele Wege mit Bus, Bahn und Fahrrad zurückgelegt wurden und wenig Platz zum Austoben da war. Mittlerweile weiß man sogar, dass es fast ein umgekehrtes Gefälle gibt. Zum Ausgleich dieser zivilisatorischen Bewegungsarmut in der Stadt ist ein Bewusstsein dafür da, es wird mehr da-
gegen getan. Man ist im Städtischen früher draufgekommen, dass man Bewegungsinseln und -angebote schaffen muss. Die digitale Vereinnahmung ist mittlerweile unabhängig davon, ob man am Land oder in der Stadt wohnt, enorm. Die Faszination der Kinder für die digitale Welt frisst die Zeit für spontanes Bewegen und Herumtollen. Da muss man vehement und systematisch dagegensteuern. Von selber, wie früher, passiert gar nichts. Österreich ist eine Kulturnation, auch wenn das derzeit ziemlich gut versteckt wird. Wir sind aber auch ein Sportland. Wie sehen Sie die Wertigkeit dieser Bereiche in Zeiten der Pandemie? Bis auf den
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„DER MENSCH IDENTIFIZIERT SICH MIT DEN MY THEN UND V O R B I L D E R N S E I N E S ‚ S TA M M E S ‘, E R S U C H T I N S T I N K T I V ZUGEHÖRIGKEIT UND BEDEUTUNG. DAS BRAUCHT ER UND DER S P I T Z E N S P O R T H AT – I N KO M B I N AT I O N M I T D E M A U F KO M M E N D E N F E R N S E H E N – AT T R A K T I V E U N D N I E D E R S C H W E L L I G Z U G Ä N G L I C H E A N G E B O T E G E M A C H T.“ TONI INNAUER
absoluten Profisport, der als durchführbar gilt und das auch unter Beweis stellt, leiden beide Bereiche erheblich. Der Profisport hat eine gewisse Systemrelevanz, nicht nur als Wirtschaftsfaktor, sondern auch, weil er Ablenkung, Spannung und Identifikation in den Alltag vieler Menschen bringt. Spitzensport bietet hochwertige Unterhaltung. Die Ereignisse werden live übertragen und üben eine Faszination aus, die auch ohne Zuschauer vor Ort zu funktionieren scheint. „Brot und Spiele“ sind ein bewährtes Rezept. Das ist der große Unterschied zur Kultur, die ohne die Besucher vor Ort nicht so gut funktioniert. Kulturelle Events sind offensichtlich abhängiger von der Anwesenheit des Publikums als der Profisport und finden auch seltener im Freien statt. Österreich ist wesentlich ein Wintersportland bzw. auch Skination. Gerade in Tirol haben wir touristisch lange Zeit gut davon gelebt. Glauben Sie, dass das in einer Welt nach der Pandemie noch so sein wird? Ich tue mir schwer damit, das einzuschätzen. Ich denke, dass sich einige Dinge ändern werden. Was die Arbeitsplätze im Tourismus betrifft, hat man gemerkt, dass plötzlich die Bäume nicht mehr in den Himmel wachsen. Man wird vorsichtiger agieren müssen. Was sich sicher ändern wird, sind die Nebenschauplätze des Skitourismus. Après-Ski in der bekannten Form, wo viel Geld gemacht wurde, wird es wahrscheinlich so nicht mehr geben. Dieser Krug ist so lange zum Brunnen gegangen, bis er gebrochen ist. Sportkulturell ist das keine große Einbuße, finanziell dagegen sehr wohl.
Kann dadurch eine Rückbesinnung auf den Kern des Sports, die Bewegung in der Natur, stattfinden? Bei diesen Ballermann-Aktivitäten, die mit sehr hoher menschlicher Dichte – im doppelten Wortsinn – und meist mit unschönem Lärm ein-
hergehen, wird man künftig hoffentlich zurückhaltender sein.
Man sagt manchmal etwas überspitzt, dass die österreichische Nation erst mit dem sogenannten Schranz-Rummel nach dessen verwehrter Olympiateilnahme 1972 so richtig zu sich gekommen ist. Das dürfte damals eine ziemlich irre Angelegenheit gewesen sein. Wie ist es generell um den Zusammenhang von Sport und Identität bestellt? Ich bin Zeitzeuge und hab mich als kindlicher Fan natürlich anstecken lassen von der national geschürten Empörung und besitze eine original unterschriebene Autogrammkarte vom Karl aus dieser Zeit. Ich glaube aber, dass die Olympischen Spiele in Cortina 1956 mit den Erfolgen von Toni Sailer wenige Jahre nach dem 2. Weltkrieg hinsichtlich Nationalgefühl prägender waren. 1972 war ich 14 Jahre alt und habe mich ganz selbstverständlich als Österreicher gefühlt. Die Sapporo-Affäre hatte zumindest für mich keine identitätsstiftende Funktion. Dahinter steckte auch viel Inszenierung und ein kühnes Machtexperiment der Medien.
Ist es etwas uneingeschränkt Positives, dass Spitzensport ein Vehikel ist, mit dem sich kollektive Identität herstellen lässt? Identifikation ist gar nicht zu verhindern. Der Mensch identifiziert sich mit den Mythen und Vorbildern seines „Stammes“, er sucht instinktiv Zugehörigkeit und Bedeutung. Das braucht er und der Spitzensport hat – in Kombination mit dem aufkommenden Fernsehen – attraktive und niederschwellig zugängliche Angebote gemacht. Ebenso kann man sich mit Wissenschaftlern und Künstler*innen identifizieren. Leider mussten viele von ihnen vor den Nazis flüchten und sind, wie man bei Nobelpreisträgern wie Peter Handke oder Elfriede Jelinek unschwer feststellen kann, schwerer zugänglich und lassen sich überhaupt nicht vereinnahmen.
Haben Sie als Aktiver diese Vereinnahmung durch die Sportnation reflektiert, sind Sie für Österreich gesprungen oder in erster Linie für sich selbst? Man ist ja immer von mehreren Identitätsschichten umgeben, wie diese russischen Matrjoschka-Puppen. Extrem formuliert bin ich – ich komme ja von einer Alm herunter – in meiner ersten Identität Sonderdacher, nicht einmal Bezauer. Dann bin ich nach Tirol gekommen und war dort „Gsiberger“. Dann bin ich ins Nationalteam gekommen und war mächtig stolz darauf. Im internationalen Vergleich ist man dann eben Österreicher. Die Hymne habe ich aber in Innsbruck, als ich bei den Olympischen Spielen zum ersten Mal am Podium war, auch nicht auswendig gekonnt. Der damalige Sportwart hat zu mir gesagt: „Tu so, als könntest du sie, und beweg wenigstens die Lippen. Das kommt gut an.“ Das habe ich dann auch gemacht. Im Laufe der Zeit ist das Nationalbewusstsein bei mir stärker geworden, vor allem, wenn man Trainer ist und ein Team führt. Man identifiziert sich stärker und bewusster damit, weil man einen anderen Horizont bekommt und mehr Verantwortung spürt. Der Mensch braucht das Gefühl, sich nicht nur selbst vorwärts zu entwickeln, sondern auch irgendwo dazuzugehören. Das ist psychosozial ein ganz wesentlicher Punkt. Sie leben seit Jahrzehnten in Tirol. Wie nehmen Sie sich selbst wahr, wie werden Sie wahrgenommen? Als Tiroler oder Vorarlberger? Innerhalb von Österreich werde ich als Tiroler gehandelt. Ich rede aber gerne noch Vorarlbergerisch, das ist meine alte Identität, in die ich blitzschnell switchen kann, je nachdem, mit wem ich gerade rede. Nachdem ich einmal drei Jahre in der Steiermark war, haben die Tiroler gesagt: „Jetzt redet er schon wie ein Steirer.“ Ich mag diese unterschiedlichen Identitäten und Prägungen, die wir schätzen statt verwässern sollten.
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FRAGEN, DIE DAS LEBEN STELLT
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Benjamin Raich ist Skirennläufer in Pension und ein durch und durch zufriedener Mensch. Dass er während seiner aktiven Karriere nicht „nur“ Sportler war, sondern Bekanntheit auch Verantwortung bedeutet, war und ist ihm bewusst. INTERVIEW: MARINA BERNARDI
BENJAMIN RAICH Geboren am 28. Feber 1978, aufgewachsen auf einem Bergbauernhof im Pitztal, zwei Geschwister, verheiratet mit Marlies, drei Kinder. Im Alter von zwei Jahren stand er das erste Mal auf Skiern, sein erstes Rennen absolvierte er mit vier. Mit 14 Jahren besuchte Benni Raich die Skihandelsschule in Stams, 1996 stieg er in den Skiweltcup ein und fuhr alle Disziplinen. 1999 kam der erste Weltcupsieg in Schladming. Er beendete seine Karriere 2015, ist bei einigen Rennen aber noch als TV-Experte dabei. Heute führt er zusammen mit seinem Vater ein Immobilienunternehmen, ist an mehreren Unternehmen als Gesellschafter beteiligt und im Aufsichtsrat der Silvretta Montafon Holding.
portlern geht es in erster Linie darum, ihren Sport auszuüben. Das gilt für den Hobbybereich ebenso wie im Spitzensport. Fußballer möchten Tore schießen, Skifahrer so schnell wie möglich den Hang hinunterfahren. Im Wettkampf geht es den Athleten weniger um den Unterhaltungswert für andere (wenngleich dieser nicht zu unterschätzen ist) denn darum, zu gewinnen. Dafür wird hart trainiert. Während Hobbysportler dies in aller Regel nur für sich tun, kommt im Spitzensport noch ein anderer Aspekt dazu. Eine gesellschaftlicher. Und der bringt Verantwortung mit sich. Während es etwa für Politiker gewissermaßen zur Stellenbeschreibung gehört, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, ist das bei Sportlern nicht per se so. Trotzdem ist sie da und jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er diese übernehmen möchte. Erfolg zu haben ist kein Zufall. Erfolg zu haben ist eine Entscheidung, die das eigene Leben maßgeblich beeinflusst. Sport ist eben nicht immer einfach nur Sport, sondern eng mit der Gesellschaft verflochten. Gewinnt ein heimischer Athlet, war es „unser“ Sieg, verliert er, ist das seine Sache. Spielt sich Dominic Thiem an die Weltspitze, haben Tennistrainer Hochkonjunktur, selbst Schach hat mit „Das Damengambit“ erhöhten weiblichen Zulauf, auch wenn der Vergleich etwas hinkt, da es sich um einen Film handelt. Trotzdem: Mit der erhöhten Aufmerksamkeit für eine Sportart – die in der Regel dadurch erreicht wird, dass die eigene Nation oder einer ihrer Vertreter dort gerade sehr erfolgreich ist – steigt der Einfluss des Athleten auf das sportliche Tun der Bevölkerung. Benni Raich war fast 20 Jahre erfolgreich im Skiweltcup aktiv. Wir haben mit ihm über diese Zeit und das Danach gesprochen.
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„JEDES SKIRENNEN IST MIT ÜBERR ASCHUNGEN VERBUNDEN. WENN ICH MIR HEUTE IN SAL ZBURG DEN JEDERMANN A N S C H A U E , D A N N I S T D A S E I N S E N S AT I O N E L L E S E R L E B N I S . I C H B I N S C H W E R B E G E I S T E R T, W E N N I C H S E H E , W I E D I E D A R S T E L L E R ALLES GEBEN UND SICH IN IHRE ROLLE HINEINLEBEN. ABER: AM E N D E W E I S S M A N , W I E E S A U S G E H T. I M S P O R T H I N G E G E N I S T N I C H T S V O R H E R S E H B A R U N D E S KO M M T O F T A N D E R S A L S M A N D E N K T. D A S M A C H T I H N S O S PA N N E N D .“ BENNI RAICH
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zensport auf den Breitensport? BENNI RAICH: Wir sind in Österreich in vielen sportlichen Bereichen Vorreiter oder zumindest führend mit dabei. Ob das in der Formel 1 ist, auch wenn diese nicht unbedingt breitensporttauglich ist, im Tennis oder beim Skifahren. Sportveranstaltungen haben auch Unterhaltungswert, erreichen viele Menschen und können deshalb durchaus ein Motivator sein – besonders wenn heimische Athleten Erfolge verzeichnen. Ich beobachte das an unseren eigenen Kindern: Sie sehen ein Skirennen im Fernsehen und wollen dann hinaus auf die Piste.
Sie waren selbst jahrelang im Spitzensport unterwegs. Ist man sich dessen bewusst, dass man eben nicht „nur“ Sportler ist, sondern damit auch eine gesellschaftliche Verantwortung trägt? Ich habe für mich diese Rolle durchaus verspürt. Sie war mir aber nicht unangenehm. Man hat als Sportler Vorbildwirkung und eine gewisse Strahlkraft, die man nicht unterschätzen darf. In erster Linie wollte ich natürlich Ski fahren und meine Ziele erreichen, doch es war mir bewusst, dass man als Sportler auch eine Figur ist, mit der sich andere identifizieren. Man verändert sich dadurch zwar nicht als Mensch, handelt in manchen öffentlichen Situationen aber vielleicht ein bisschen überlegter. Mit Spitzensport beginnt man in der Regel in sehr jungen Jahren. Wird man darauf vorbereitet, dass es ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr nur darum geht, gut Ski zu fahren, sondern dass damit auch viele andere Verpflichtungen einhergehen? Ich habe mit vier Jahren bei den ersten Vereinsrennen teilgenommen, es folgten Bezirkscups und größere Rennen und zumindest war es bei mir so, dass ich
diese Rennen nicht einfach nur mitfahren, sondern sie auch gewinnen wollte. In diesen jungen Jahren denkt man nicht darüber nach, welche Auswirkungen das auf sein späteres Leben haben könnte. Man will einfach schnell Ski fahren und zeigen, was man kann. Mit der Zeit merkt man, dass diese Erfolge etwas mit einem machen. Letztlich ist es aber tatsächlich kein großer Unterschied, ob man als Sechs- oder Siebenjähriger sein Vereinsrennen gewinnen will oder später die Olympischen Spiele. Was sich ändert, ist die öffentliche Wahrnehmung. Wie geht man damit um, wenn man plötzlich auf der Straße erkannt wird und im Rampenlicht steht? Das ist nicht einfach und die meisten machen anfangs ihre Fehler. Vorbereiten kann man sich darauf schwer. Das ist ein Prozess, in dem jeder seinen Weg finden muss.
Wie haben Sie diesen Weg für sich gefunden? Vor meinem allerersten Sieg 1999 in Schladming war ich nach dem ersten Durchgang 23. Dieses Nachtrennen ist sehr speziell, die mediale Aufmerksamkeit ist riesig. Ich habe den zweiten Lauf besichtigt, bin alleine mit der Gondel an den Start gefahren und habe beim Hinauffahren hinunter auf die Piste geschaut. Die Menschenmassen waren enorm und in diesem Moment, in dem ich diese Atmosphäre in mich aufgenommen habe, kam mir die Erkenntnis: Du kannst das Ding gewinnen. Das ist als 23. keine so übliche Überlegung, aber ich war mir sicher, wenn ich alles so mache, wie ich mir das vorgenommen habe, dann klappt das. Gleichzeitig hab ich mir überlegt, ob ich das überhaupt will. Mir war klar, dass sich etwas ändern wird, wenn ich dieses Rennen gewinne. Ich war bis zu diesem Punkt bereits ganz gut unterwegs, stand auch schon am Stockerl, wenn ich aber in Schladming in der Primetime gewinne, dann ändert sich mein Leben. Man muss mit sich selbst sehr
aufmerksam sein und genau hinhören, was Körper und Geist einem sagen und einen fragen und in letzter Konsequenz bereit sein, für seine Entscheidungen einzustehen und mit den Folgen umzugehen. Ich habe mir also mit meinem Sieg indirekt selbst die Antwort auf die Frage gegeben, ob ich bereit bin für ein neues, anderes Leben. Deshalb hat sich für mich auch nie die Frage gestellt, wie mein Leben vielleicht anders ausgesehen hätte. Hatten Sie nie das Gefühl, in Ihrer Jungend etwas versäumt zu haben, weil alles dem Sport untergeordnet war? Nein, nie. Es gibt viele Leute, die denken, als Spitzensportler besteht die ganze Jugend aus Verzicht. Das sehe ich nicht so. Meine Jugend mag anders gewesen sein, aber sie war deshalb nicht minder schön. Ich durfte so viele Dinge erleben, die ich nicht erlebt hätte, wäre ich nicht Sportler geworden. Natürlich muss man sehr genau wissen, was man will, und wenn sonntags ein Rennen ist, kann man am Samstag eben nicht ausgehen und feiern. Mir war aber bewusst, dass ich das Rennen am nächsten Tag gewinnen will, deshalb war das kein Thema für mich. Auf etwas zu verzichten, damit man etwas anderes haben kann, war nie mein Denken. Sport beansprucht den Körper, in gleichem Maße aber auch die Psyche. Welche Belastung haben Sie als die größere empfunden bzw. mit welcher lässt sich leichter umgehen? Wenn man erfolgreich sein will, muss am Ende alles funktionieren. Ich habe viele Kollegen kennengelernt, die äußerst talentierte Skifahrer waren, extrem gute Sportler und vielfach besser als andere und dennoch nicht zu Topfahrern wurden, weil sie ihr Können nicht umsetzen konnten. Sie sind an ihrer Psyche gescheitert. Ein, zwei Mal hab ich das an mir selbst erlebt, dass ich am Start stand und die einfachsten Dinge nicht
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Es gab also kein Loch nach der Karriere? Nein, und dafür bin ich sehr dankbar. Mein gesamtes Leben lang war und bin ich ein sehr zufriedener Mensch. Vermutlich wäre ich das auch, wenn ich Bauer in Leins geworden wäre, nur wäre mein Leben wahrscheinlich weniger facettenreich verlaufen. Ich hätte wohl nicht so viele interessante Persönlichkeiten kennenlernen und so viel erleben dürfen. Ich unterhalte mich gern mit dem Nachbarsbauern, gehe holzen und mach mir die Hände so richtig schmutzig, ich scheue mich aber auch nicht, mit dem Bundespräsidenten über verschiedene Themen zu diskutieren. Der Sport hat mir all das ermöglicht und das schätze ich sehr.
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mehr konnte. Ich bin nicht mal in die Bindung gekommen, weil ich sie nicht getroffen habe. Bei mir war es eine Ausnahme, anderen passieren solche Dinge laufend. Der Körper kennt die Bewegungsabläufe, hat sie bis ins Detail verinnerlicht und plötzlich gehorcht er einem nicht mehr. Wenn man erfolgreich sein will, muss man sowohl körperlich als auch psychisch auf höchstem Niveau sein. Das körperliche Niveau zu halten, ist dabei fast noch einfacher, finde ich. Dass man wirklich bereit ist, aufmerksam und frisch im Kopf, das ist die eigentliche Herausforderung. Im Rennen geht alles sehr schnell. Man fährt mit 60, 70 km/h durch die Slalomstangen, der Radius ist eng, die Tore stehen in zehn Metern Abstand, manchmal in nur viereinhalb. Für Außenstehende schaut das oft so leicht aus, weil man als Skifahrer quasi ohnehin nur macht, was man eh kann: Ski fahren. Aber so einfach ist es nicht. Man muss mit all seinen Sinnen parat sein, die Körperspannung halten; um ein Rennen zu gewinnen, braucht es eine extreme Bereitschaft. Es liegt in der Natur des Spitzensports, dass man diesen nur eine eingeschränkte Zeit ausüben kann. Wurden Sie als Sportler auf die Zeit „danach“ vorbereitet? Es gibt Programme, die man nutzen kann, Potenzialanalysen, Bildungsmöglichkeiten. Ich habe diese für mich nie in Anspruch genommen. Gerade das Thema der Bildung finde ich schwierig. Es gibt einige Sportler, die während ihrer Karriere studieren, doch um im Sport erfolgreich zu sein, braucht es maximale Fokussierung. Für mich wäre es nicht möglich gewesen, daneben noch etwas anderes zu tun. Der ÖSV stellt eine tolle Struktur zur Verfügung, um aber wirklich
an der Weltspitze mitzufahren, braucht es zusätzlich viel persönliches Engagement. Letztlich muss jeder Sportler auch selbst viel investieren – Know-how und/oder Geld –, um konstant vorne dabei zu sein. Da geht es sich aus meiner Sicht schwer aus, daneben noch einen Aspekt im Leben zu haben, der ebenso die volle Aufmerksamkeit verlangt. Ich habe oft beobachtet, dass Athleten, die nicht ausschließlich auf ihren Sport fokussiert waren, es nie bis ganz nach oben geschafft haben, auch wenn sie die Voraussetzungen dafür gehabt hätten. Um das Maximum herauszuholen, sollte man die Dinge lieber nacheinander angehen. Es mag Leute geben, die das anders sehen, für mich war es keine Option.
Wie haben Sie sich auf das Danach vorbereitet? Marlies und ich haben schon während unserer aktiven Karrieren unternehmerisch einiges auf die Beine gestellt. Wir waren zwar nicht operativ tätig, haben aber wesentliche Entscheidungen für die Unternehmen getroffen. Wenn man als Sportler aufhört, muss man sich ein neues Betätigungsfeld suchen und diese Alternativen wenn möglich schon im Vorfeld ausloten.
Sie und Ihre Frau waren beide im Spitzensport tätig. Wie war es für Sie, plötzlich ein „normales“ Leben zu führen? Das kannten Sie ja beide nicht? Es war einfach an der Zeit. Unser beider Leben hat sich eigentlich sehr logisch entwickelt. Wir schauen beide auf eine erfolgreiche Karriere zurück und blicken gleichzeitig nach vorn. Uns stehen so viele Möglichkeiten offen, wir haben weiterhin Ziele und uns dafür eine gute Ausgangsposition geschaffen.
Mit welchem Gefühl schauen Sie heute Skirennen an? Grundsätzlich mit großer Freude, weil ich den Sport nach wie vor sehr mag – die Dynamik, die Kraft, die Performance, die dahintersteht, und das in allen Bereichen, vom Material über den Körper bis zum Geist. Wenn ich jemanden sehe, der das alles gut meistert, dann freut mich das. Auf der anderen Seite überkommt mich ab und an Sorge, in welche Richtung sich der Sport entwickelt, wenn man sich die Stürze und Verletzungen ansieht. Es ist das Wesen des Sports, dass der Athlet von der Performance getrieben ist. Es geht um das beste Material, die optimale Linie und das Risiko, um am Ende erfolgreich zu sein. Dennoch braucht es entsprechende Sicherheitsvorkehrungen. Im Spitzensport ist hier in vielen Bereichen bereits viel Gutes passiert und es wird laufend an Verbesserungen gearbeitet. Ich bin in einer Arbeitsgruppe der FIS, in der wir Überlegungen anstellen, wie wir das Skifahren noch sicherer machen können – angefangen vom richtigen Aufwärmen über die Pistenpräparierung und Kurssetzung bis zum Materialreglement. Auch wenn das Risiko zum Skisport gehört, möchte ich das nicht einfach so hinnehmen, dass der „Sport eben so ist“. Ich würde mir wünschen, dass künftig weniger passiert, weil es mich selbst schmerzt, immer wieder verletzte Sportler zu sehen. Deshalb ist es mir wichtig, mich hier zu engagieren, weil ich weiß, wie schön der Sport eigentlich ist. Die meisten können sich dieses Gefühl nicht vorstellen, wenn man im Starthaus steht, vor einem liegt die Abfahrt und man weiß, man hat die ganze Piste für sich. Sie ist perfekt präpariert und abgesperrt. Wenn man stürzt, fällt man nicht hinterrücks in den Wald. Alles ist perfekt. Das ist unglaublich.
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SPORTLICHE HERAUSFORDERUNGEN Neben der Kultur fiel auch der Sport im Zuge der Coronapandemie als politisches Stiefkind auf. Dabei ist beides essenziell für eine Gesellschaft – der Sport sogar auf mehreren Ebenen. Neben dem augenscheinlichen gesundheitlichen hat Sport auch einen starken sozialen Aspekt. INTERVIEW: MARINA BERNARDI
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„ S P O R T I S T N I C H T N U R KÖ R P E R L I C H E A K T I V I TÄT, S O N D E R N E I N G E I S T I G E R U N D KÖ R P E R L I C H E R G E S A M T E I N S AT Z D E S MENSCHEN, GEKENNZEICHNE T DURCH F R E I W I L L I G K E I T U N D E I G E N M O T I VAT I O N S O W I E D U R C H KÖ N N E N , KO N S E Q U E N Z UND GESCHICKLICHKEIT BEI DER A U S F Ü H R U N G .“ WOLFGANG SUITNER
tem einzufügen und dort ihren Platz zu finden. „Sport verbindet Selbstwertgefühl mit Verantwortungsbewusstsein, Lebensfreude mit Anstrengungsbereitschaft, Teamfähigkeit mit Individualismus, Kommunikationsund Konfliktfähigkeit, Kritikfähigkeit mit sozialem Engagement und Erfolgsstreben mit der Fähigkeit zur Niederlage“, nennt es Sportwissenschaftler Mag. Wolfgang Suitner. Er ist unter anderem Geschäftsführer von Seefeld Sports, Vizepräsident des Tiroler Fußballverbandes und Obfrau-Stellvertreter des Fachverbandes der Freizeit- und Sportbetriebe der Wirtschaftskammer Österreich und damit mit den unterschiedlichsten Blickwinkeln auf die Branche vertraut.
ECO.NOVA: Welche Bedeutung hat Sport bzw.
port vermittelt wichtige Werte in der Gesellschaft. Er verbindet Generationen, Kulturen und fördert Gemeinsamkeit. Er spornt an, unterstützt Kommunikation, Solidarität und Begeisterung für eine gemeinsame Sache. Sport ist Kultur und steigert die Gesundheit. Sport ist auch Wettbewerb und lehrt im Zuge dessen viel über Leistungsbereitschaft, das Einhalten von Regeln, Respekt und Fairness. Im Kindesalter übernimmt Sport außerdem eine gewisse Erziehungsfunktion. Kinder lernen sich im Wettkampf zu behaupten und gleichzeitig, sich in ein Sys-
Bewegung auf die Gesellschaft? WOLFGANG SUITNER: Sport ist auf den unterschiedlichsten Ebenen wichtig für eine Gesellschaft – in erster Linie ist regelmäßige Bewegung natürlich gut für die Gesundheit, hinzu kommen viele andere Aspekte wie Wertevermittlung und in hohem Maße das Gefühl von Gemeinschaft, Zusammenhalt und Zugehörigkeit. Wir beobachten schon seit Längerem, dass die Digitalisierung hier zu einem Problem wird. Durch die Pandemie wurde dieses noch zusätzlich verstärkt. In meiner Kindheit und Jugend hatte der Sport noch einen ganz anderen Stellenwert als heute. Man kam von der Schule nach Hause und ging sofort nach draußen zum Spielen. Man musste in der Sportausübung auch noch deutlich kreativer sein, wir haben selbst Tennisnetze gespannt und Hochsprunganlagen gebaut. Heute ist die Schwierigkeit, Kinder überhaupt für Sport zu begeistern und ihnen Freude daran mitzugeben. Was bedeutet diese De-facto-Aufhebung von Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche? In den letzten Wochen haben speziell Kinder- und Jugendpsycholo-
gen Alarm geschlagen, Depressionen in allen Altersstufen haben massiv zugenommen. Es ist ungemein schwer, Kindern plausibel zu erklären, warum sie ihre Freunde am Vormittag in der Schule treffen dürfen, aber das gemeinsame Trainieren und Spielen am Nachmittag nicht möglich ist. Die Problematik, Kinder von elektronischen Medien zum Sport hin zu manövrieren, hat sich in der Coronakrise nochmals verschärft und teilweise zugespitzt, weil viele Eltern durch Homeoffice und teilweise fehlende externe Betreuungsmöglichkeiten keine Alternative hatten, als Kinder – zumindest zeitweise – mit elektronischen Medien zu beschäftigen. Die psychischen Auswirkungen beziehen sich aber auch auf das fehlende Vermitteln von Werten, die man beim Sport erfährt: zum einen der Austausch, zum anderen der Wettkampf, das Miteinander-Messen, zu lernen, sich zu behaupten, aber auch im umgekehrten Sinn sich als Teil eines Teams zu sehen. Durch die stattgefundene Selektion, indem man im Jahr der Pandemie Spitzensport ermöglicht und Breitensport „abgedreht“ hat, kann es sein, dass in weiterer Folge eine ganze Generation von Spitzensportlern verhindert wurde. Aus sportwissenschaftlicher Sicht ist es essentiell, dass in gewissen Altersbereichen auch die notwendigen Trainingsreize gesetzt werden, um gewisse Fertigkeiten zu erlernen. Dieser Trainingsrückstand ist schwer wettzumachen und aufzuholen. Sport scheint auf höchster politischer Ebene nachrangige Priorität zu haben. Woran liegt das? Das ist schwer nachzuvollziehen. Natürlich muss man alles daransetzen, das Wirtschaftssystem aufrechtzuerhalten, gleichzeitig ist es mir aber wichtig, den Stellenwert des Sports in der Gesellschaft und speziell in der Politik massiv zu heben. Ehrenamt und Freiwilligkeit als verbinden-
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„ D I E C O R O N A K R I S E H AT N O C H E I N M A L V E R D E U T L I C H T, D A S S D E R S T E L L E N W E R T D E S S P O R T S I N D E R G E S E L L S C H A F T, ABER AUCH DER POLITIK DEUTLICH A N G E H O B E N G E H Ö R T.“ WOLFGANG SUITNER
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des Element im gesellschaftlichen Zusammenleben muss nicht nur rhetorisch gelobt, sondern effektiv unterstützt werden. Und letztlich dient Sport auch als Prophylaxe. Man kann durch sportliche Aktivitäten viele gesundheitliche Schäden bereits im Vorfeld abpuffern. Die Menschen werden dadurch weniger krank, was in Folge dazu beiträgt, das Gesundheitssystem zu entlasten. Es wäre generell wichtig, hier schon bei den Kleinen anzufangen und ihnen zu zeigen, dass Sport Spaß machen kann. Ein Anliegen wäre die Einführung der täglichen Turnstunde, über die bereits diskutiert wurde. Kinder würden dadurch auch in anderen Bereichen wieder aufnahme- und leistungsfähiger. Kinder brauchen Zeiten, in denen sie sich austoben können, in denen nicht nur das Gehirn arbeitet, sondern auch der Körper. Ich würde mir wünschen, dass es hier nicht bei einem Lippenbekenntnis bleibt.
Lässt sich der derzeitige Schaden für die Freizeit- und Sportbetriebe in Österreich bzw. Tirol beziffern? Das ist sehr schwer zu sagen, weil aktuell noch viele Unternehmen in Bezug auf die ausstehenden Hilfen in der Warteschleife hängen und es sicherlich weiterer Hilfen seitens des Staates bedarf, um ihnen wieder auf die Beine zu helfen. Es wird keine Option sein, den Betrieben zu sagen „Jetzt dürft ihr wieder aufsperren“ und sie dann ihrem Schicksal zu überlassen. Neben den konkret messbaren Parametern ist aber auch der immaterielle Schaden zu beachten, der sich immer mehr manifestiert – in Form von Mitgliederverlusten oder Vereinssportlern, die aufhören. Es ist zwar löblich, wenn von Sportminister Werner Kogler Unterstützungen für das Anwerben und Behalten von Vereinsmitgliedern gesetzt werden, Selbiges muss aber parallel auch für den gewerblichen Sport gelten, also zum Beispiel für Fitnessstudios, Ten-
nis- oder Kletterhallen. Es darf grundsätzlich keine Trennung von gewerblichem und Vereinssport geben. Den Menschen muss die Sportausübung generell wieder ermöglicht werden. Der „Konsument“ macht keinen Unterschied und möchte einfach nur sporteln, egal ob im Fitnessstudio oder auf dem Sportplatz im Freien.
Fitnessstudios sind durch die coronabedingten Schließungen besonders hart betroffen. Sie haben nicht nur keine Einnahmen, auch immer mehr Kunden kündigen ihre Mitgliedschaft. Lässt sich einschätzen, wie viele davon diese Zeit nicht überleben werden? Vor der Krise gab es in Österreich exakt 1.299 Betriebe mit rund 1,2 Millionen Mitgliedern. Sie haben einen Umsatz von circa 600 Millionen Euro erwirtschaftet. Im vergangenen Jahr waren die Studios in sieben von zwölf Monaten geschlossen. Das führt zu einem Stammkundenrückgang zwischen 25 und 30 Prozent. Ohne weitere Förderungen nach der Öffnung werden viele Betriebe dieses Jahr nicht überleben. Wir gehen dabei von mindestens 30 Prozent aus. Auch in Tirol sind 20 bis 30 Prozent der Fitnessbetriebe in existenzbedrohender Lage. Der Mitgliederverlust liegt derzeit bei ca. 30 Prozent und wird von Monat zu Monat höher. Wir
fordern deshalb eine Mehrwertsteuersenkung ähnlich wie in der Gastronomie oder die Absetzbarkeit von Firmenfitnessabos.
Allerorten poppen Werbungen für Onlinekurse und Home-Fitness-Abos auf, für die man sich teilweise ein Jahr binden muss und die mit entsprechenden Kosten verbunden sind. Kosten diese Abos für zuhause den Fitnessstudios am Ende zusätzlich Kunden? Der grundsätzliche Gedanke, sich zuhause eine Anleitung zum Sport zu holen, ist legitim und gut, doch das darf nicht auf Kosten anderer passieren. Doch das ist, was gerade geschieht. Die Förderungen haben den Clubs in den Monaten der Schließung sehr gut geholfen, jedoch wird kein Betrieb nach der Eröffnung positive Zahlen haben. Es wird mindestens drei Jahre dauern, bis der Kundenstamm wie vor der Krise wieder erreicht wird. Durch Corona hat sich unser Leben vielfach in die eigenen vier Wände verlagert. Wird sich unser Sportverhalten nachhaltig verändern? Ich spüre in vielen Gesprächen aus den letzten Monaten, dass ein riesiger Wunsch wieder hin zu einer gewissen Normalität besteht und viele ihren Sport endlich wieder ausüben wollen. Viele Menschen vor allem im städtischen Bereich sind aufgrund
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ihrer Wohnsituation auf externe Sportangebote und Sportstätten angewiesen und wollen diese auch wieder aufsuchen dürfen. Auf der anderen Seite hat es sicher eine Hinwendung zu jenen Sportarten bzw. Sportmöglichkeiten gegeben, die in der Coronazeit möglich sind bzw. waren. Es wird Menschen geben, die das Wandern, Radfahren oder das Skitourengehen für sich entdeckt haben und auch zukünftig dabeibleiben oder es zusätzlich zu ihrer angestammten Sportart weiter betreiben. Nicht vergessen darf man aber die vielen Facetten des Sports, unter anderem die soziale Komponente. Viele Menschen haben jetzt Sport aus der einfachen Motivation heraus getrieben, um sich grundsätzlich fit zu halten, wollen aber sicher wieder das Miteinander, den Austausch und das gemeinschaftliche Erleben von Sport und Erfolgserlebnissen zurück. Grundsätzlich glaube ich, dass es vielleicht eine gewisse Verschiebung geben wird, aber das ursprüngliche Sportverhalten sich nach einer gewissen Zeit des „Herantastens“ wieder einpendeln wird. Wir wurden in den letzten Monaten quasi zum Einzelsport „erzogen“, weil das gemeinsame Trainieren nicht möglich war/ist. Was bedeutet das aktuell für Vereine bzw. wird dies auch langfristige Folgen nach sich ziehen? Vereine stehen unabhängig von Corona schon vor der Herausforderung, um jedes Mitglied kämpfen und sich bemühen zu müssen. Es wird in vielen Sportarten immer schwerer, gewisse Altersjahrgänge voll zu besetzen und entsprechende Mannschaften zu stellen. Hier ist zu hoffen, dass es durch die coronabedingte Pause keine zu großen Verluste gibt und die Kinder wieder gerne in die Vereine kommen. Wichtig ist aber auch hier, den Vereinen in jedweder Form unter die Arme zu greifen und sie bei ihren eigenen Bemühungen zu unterstützen. Sport verbindet, führt Menschen zusammen, Sport sorgt für Kommunikation. Im Moment fehlen diese positiven Emotionen, die durch den teils schwierigen Alltag dringend notwendig wären. Sport war gerade jetzt so wichtig wie noch nie, auch als Ventil für die Herausforderungen in beruflicher wie familiärer Hinsicht. Menschen müssen dringend wieder aus dieser sozialen Isolation geholt werden. Leider ist zu beobachten, dass im letzten Jahr auf vielen Ebenen – im politischen, digitalen oder privaten Bereich – eine Abkapselung stattgefunden hat. Die Menschen zementieren sich in ihren Meinungen ein. Wir haben verlernt, einander zuzuhören und uns mit Respekt auf Augenhöhe zu begegnen – diesen Kreislauf müssen wir ehestmöglich durchbrechen.
Die Digitalisierung macht vor keinem Bereich halt. So auch nicht vor der Telefonie. All-IP-Telefonie ist das neue Schlagwort, das viele Vorteile mit sich bringt und das klassische ISDNTelefonnetz in die Wüste schickt.
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ach knapp 30 Jahren wird das ISDN-Netz abgeschaltet und muss dem neuen All-IP-Netz weichen. Der Wandel macht vor niemandem Halt und so ist es auch für Unternehmen an der Zeit, sich mit dem Technologiewechsel vertraut zu machen und dementsprechend umzurüsten. Ist Ihr Unternehmen bereit für diesen technologischen Wandel? In vielen Unternehmen sind noch Telefonanlagen installiert, die nicht ohne weiteres mit dem neuen Anschluss der Internettelefonie kompatibel sind. Es bietet sich daher der Wechsel zur Voice-over-IP-Telefonanlage (VoIP), die von Fiegl + Spielberger zur Verfügung gestellt wird, an. Die neue VoIP-Technologie bietet Funktionen, die für die modernen Ansprüche der Bürokommunikation geschaffen sind. Vielfältige Einsatzmöglichkeiten und auch Cloudanbindungen mit State-of-the-Art-Technologie runden die Lösung ab. Nutzen Sie die Chance, steigen Sie bequem und flexibel um und sichern Sie sich Ihre Förderung. Fiegl + Spielberger ist bei der Umsetzung des Projektes gerne Ihr Partner und hilft Ihnen auch bei den Förderungen. PR
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ES LEBE DER SPORT Rechtliche Rahmenbedingungen von Sportvereinen und deren Haftung. T E X T : D R . E S T H E R P E C H T L - S C H AT Z
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rotz der mittlerweile gefestigten Rechtsprechung, wonach jeder, der Sport ausübt, mit einer gewissen Verletzung rechnen muss und dies durch seine sportliche Aktivität akzeptiert, wird dadurch kein Freibrief für Trainer oder Betreuer geschaffen, sich der Verantwortung entziehen zu können. Ein gewissenhaftes und sorgfältiges bzw. möglichst Gefahren vermeidendes Handeln ist jedenfalls notwendig, da eine Außerachtlassung oder Fehleinschätzung zu Haftungen und Verantwortlichkeiten der für den Verein Tätigen führen kann.
Mangels gesonderter Haftungsbestimmungen für Vereinsorgane oder die für den Verein tätigen Personen im Vereinsgesetz gelten stets die allgemeinen Haftungsbestimmungen, insbesondere jene des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB). Demnach haftet grundsätzlich zunächst der Verein für die Handlungen seiner Organe und Repräsentanten gegenüber Dritten (beispielsweise Vertragspartner, aber auch Sportausübende bzw. Vereinsmitglieder). Haften bedeutet das Einstehen-Müssen für den Schaden eines anderen, wobei der Schaden in zurechenbarer Weise ver-
ursacht werden muss. Grundsätzlich gibt es eine Verschuldenshaftung sowie eine Gefährdungshaftung. Wie der Name sagt, kommt es bei der Verschuldenshaftung auf ein Verschulden an. Der Schädiger hat sich also nicht so verhalten, wie er sich hätte verhalten sollen bzw. können. Zu einer Haftung kann es dabei kommen, wenn der für den Verein Tätige gegen ein Gesetz verstößt oder wenn er eine Vertragsnorm verletzt. In diesem Fall kann er seinem Vertragspartner gegenüber (also den Sportausübenden etc.) ersatzpflichtig werden. Grundlage der Gefährdungshaftung ist
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der Eintritt einer besonderen Gefahr, die von einer vom Gesetz grundsätzlich erlaubten Tätigkeit ausgeht. Hintergrund der Gefährdungshaftung ist demnach, dass derjenige, der einen Vorteil aus der Ausübung einer gefährlichen Tätigkeit hat, auch für daraus entstehende Nachteile einzustehen hat, und zwar dann, wenn sich die von der Tätigkeit ausgehende besondere Gefahr verwirklicht. Die wesentlichen Haftungsbestimmungen sind die Unkenntnis von (Rechts-)Vorschriften sowie das Außerachtlassen der im besonderen Fall gebotenen Aufmerksamkeit (beispielsweise Arbeitsschutz- oder Jugendschutzbestimmungen).
WAS IST EIN SCHADEN?
Ein Schaden ist jener Nachteil, der jemandem an Vermögen, Rechten oder seiner Person entsteht, wobei grundsätzlich zunächst davon ausgegangen wird, dass ein Schaden ohne Verschulden eines anderen entstanden ist. Es kann aber auch sein, dass der Schaden durch einen Dritten verursacht wurde, sei es aus einer widerrechtlichen Handlung oder Unterlassung eines Tuns. Dann ist der Geschädigte berechtigt, von demjenigen den Ersatz jenes Schadens zu verlangen, den ihm dieser aus Verschulden zugefügt hat, und zwar unabhängig davon, ob der Schaden durch Übertretung einer Vertragspflicht oder ohne vertragliche Beziehung verursacht wurde. Der Ersatz eines Schadens durch den Dritten ist aber grundsätzlich immer nur dann durchsetzbar, wenn diesem Dritten ein rechtswidriges und schuldhaftes Verhalten (in Form eines Tuns oder einer Unterlassung) vorgeworfen werden kann. Darüber hinaus muss dieses Verhalten für den Schadenseintritt kausal (also unmittelbar im Zusammenhang stehend) und rechtswidrig gewesen sein. Zudem muss auch der sogenannte Schutzzweck der Norm (Rechtswidrigkeitszusammenhang) verletzt worden sein und daher geprüft werden, ob diese Norm gerade und vor genau dem eingetretenen Schaden schützen hätte sollen. Das Handeln des Schädigers muss außerdem schuldhaft (Vorsatz, grobe oder leichte Fahrlässigkeit) erfolgt sein. Die Voraussetzungen für einen zivilrechtlichen Schadenersatz sind damit der Eintritt eines Schadens, die Kausalität, also Ursächlichkeit, sowie die Rechtswidrigkeit des Handelns. Im Bereich des Sportes, sei es bei einem Wettkampf oder Training, bietet das Regelwerk des jeweiligen Sports grund-
sätzlich den Rahmen der Rechtswidrigkeit. Ob ein Verhalten eines Dritten haftungsbegründend war oder nicht, entscheidet sich auch anhand der Risikogeeignetheit der Sportart. Beim Verschulden gibt es, wie geschildert, drei Abstufungen: den Vorsatz sowie die Fahrlässigkeit, wobei diese wieder in die leichte und die grobe Fahrlässigkeit unterteilt wird. Beim Vorsatz sieht der handelnde Dritte, also der Schädiger, den schädlichen Erfolg vorher und billigt ihn bzw. nimmt ihn bewusst in Kauf. Von Fahrlässigkeit spricht man dann, wenn die objektiv gebotene Sorgfalt aus subjektiv zu vertretenden Gründen nicht eingehalten wird, wobei bei der groben Fahrlässigkeit die Vorwerfbarkeit einer auffallenden Sorglosigkeit vorliegt und bei der leichten Fahrlässigkeit der Fehler auch einem sonst sorgfältigen Menschen in dieser Situation unterlaufen wäre. Es stellt sich nun die Frage, ob ein Verein die Haftung ausschließen bzw. einschränken kann.
HAFTUNGSFRAGEN
Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Haftung nur durch sogenannte Freizeichnungsklauseln eingeschränkt bzw. ausgeschlossen werden kann. Zulässig ist ein solcher Ausschluss – wenn überhaupt – jedoch nur für leichte Fahrlässigkeit, nicht für grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz. Zu beachten gilt, dass Vereinsmitglieder gegenüber dem Verein als Konsumenten gelten und in diesem Fall auch ein Ausschluss für leichte Fahrlässigkeit unwirksam ist. Es besteht die Möglichkeit des Abschlusses einer (Ver-
einshaftpflicht-)Versicherung, wobei es naturgemäß Vereinbarungssache ist, ob und gegebenenfalls welche Gefahren, welche Personen und in welchem Umfang versichert werden. Diese Versicherung tritt im Schadensfall grundsätzlich in den Schaden ein, wobei in diesem Zusammenhang sich die Versicherung natürlich auch auf leistungsbefreiende Obliegenheitsverletzungen berufen kann (Verstoß gegen geltende Gesetze, auffällige Verletzung von Normen und behördlichen Vorschriften). Auch bei Veranstaltungen wie Trainings, Ausflügen oder der Austragung von Wettkämpfen gilt, dass mangels gesonderter Haftungsbestimmungen die allgemeinen Haftungsbestimmungen des Vereinsgesetzes sowie die Bestimmungen des ABGB gelten, sodass der Verein für die Handlungen seiner Organe und Repräsentanten haftet. Veranstalter im gegenständlichen rechtlichen Sinn ist, wer die Gefahrenlage schafft, indem er ein Rennen bzw. – dem gleichzuhalten – ein Training oder einen Wettkampf organisiert und durchführt, damit also einen „gefährlichen“ Zustand herbeiführt. Den Veranstalter trifft die sogenannte allgemeine Verkehrssicherungspflicht gegenüber Teilnehmern und Zuschauern, das heißt, er hat bei Durchführung der Veranstaltung alle ihm zumutbaren Sicherheitsvorkehrungen und Organisationen zum Schutze der körperlichen Unversehrtheit und des Eigentums dieser Personen zu treffen. Der Verein haftet für das Verschulden jener Personen, deren er sich zur Erfüllung bedient (Trainer, Übungsleiter, Platzwarte etc.), wie für sein
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eigenes (§ 1313a ABGB Gehilfenhaftung) bzw. haftet überhaupt, wenn er sich einer untüchtigen oder wissentlich gefährlichen Person zur Besorgung seiner Angelegenheiten bedient (§ 1315 ABGB erweiterte Gehilfenhaftung). Untüchtigkeit liegt bereits bei Fehlen jeglicher Ausbildung oder bei fehlenden Kenntnissen für eine bestimmte Sportart, grober Unkenntnis der betriebswichtigen Vorschriften oder grob fahrlässiger Berufspflichtverletzung (habituelle Untüchtigkeit) vor. Ungeachtet dessen können aber neben den Organen auch gewählte oder gewillkürte Vertreter bzw. die Hilfskräfte (Trainer, Übungsleiter, Platzwarte etc.) für ihre Handlungen im Rahmen der Veranstaltung haften, und zwar dann, wenn diese zum Beispiel eine Tätigkeit übernehmen, für die sie nicht geeignet sind oder zu der sie keine Ausbildung oder Befugnis haben. Im Schadensfall besteht die Haftung sodann gerade wegen der Übernahme dieser Tätigkeit.
MASSNAHMEN ZUR VERMEIDUNG
Es stellt sich nunmehr die Frage, welche Maßnahmen zur Gefahren- und Haftungsvermeidung für Betreiber bzw. Sportstättenveranstalter und Vereine möglich und ratsam sind. Hier ist zu sagen, dass zuerst der Ort, an dem der Sport ausgeübt wird (z. B. Turnsaal, Streckenführung), in sicherheitstechnischer Hinsicht (für Teilnehmer, Besucher) und sportlicher Hinsicht (Nachweisbarkeit, dass die Streckenführung den sportlichen Vorgaben entspricht und kein überdurchschnittliches Gefahrenpotenzial begründet) zu evaluieren und zu prüfen ist, ob behördliche Genehmigungen und wenn ja, welche erforderlich
sind. Es sollte zudem ein vollständiges Sicherheitskonzept samt Positionierung von Absperrungen und Ordnern erstellt werden. Darüber hinaus ist auf die Sicherstellung einer ausreichenden medizinischen Versorgung bzw. ausreichender Infrastrukturmaßnahmen (Absperrungen, Funkgeräte, medizinisches Personal etc.) zu achten. Es empfiehlt sich jedenfalls der Abschluss einer ausreichenden Veranstaltungshaftpflichtversicherung und es sind Teilnahmebedingungen samt einer Wettkampfordnung sowie Haftungsausschluss/-einschränkungen und Verhaltensmaßregeln zu erstellen. Es empfiehlt sich darüber hinaus, Checklisten für Mitarbeiter und Vereinsorgane auszuarbeiten, die beschreiben, wie man sich bei einem Schadensfall zu verhalten hat. Letztlich sollte ein verantwortlicher Leiter, der auch über den Abbruch eines Trainings oder Rennens bzw. Wettkampfes oder Ausschluss einzelner Sportler entscheiden kann, nominiert werden. Sofern in Sportvereinen minderjährige Sportler bzw. Teilnehmer tätig sind, ist zu beachten, dass auch die diesbezüglichen Regelungen der jeweiligen Jugendschutzbestimmungen sowie die Bestimmungen des ABGB hinsichtlich der Aufsichtspflicht zu beachten sind. Achtung: Jugendschutz ist Landessache und es gibt in den einzelnen Bundesländern eigene, teilweise abweichende Jugendschutzbestimmungen. Für den Fall, dass Veranstaltungen mit Jugendlichen und jungen Sportlern durchgeführt werden, ist auf die jeweiligen Bestimmungen Bedacht zu nehmen und muss insbesondere auch darauf geachtet werden, welche Lokale und Betriebsräumlichkeiten Jugendliche betreten
dürfen bzw. welche Maßnahmen hinsichtlich Aufsichtspflicht und deren Verletzung zu treffen sind.
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as dem Winter das Skifahren, ist dem Sommer der Fußball. Der gemeine Österreicher ist ganz weit vorne mit dabei beim passiven Sporteln. Doch auch aktiv tut sich auf den heimischen Sportplätzen einiges. Die Full-Service-Agentur SLFC Soccer mit Hauptsitz in Leogang holt regelmäßig internationale Top-Fußballclubs und Nationalmannschaften nach Österreich und Tirol. „Ich habe vor fast 20 Jahren damit angefangen, Trainingscamps zu organisieren, und bin dafür durch halb Europa gefahren“, erzählt Hannes Empl. Mit dem Tiroler Christian Ablinger hat er bald einen Mitstreiter gefunden, heute organsiert ein ganzes Team Trainingslager und Testspiele auch weit über die Grenzen hinaus – Live-Übertragungen im Fernsehen und online samt Werbe- und Sponsoringeinblendung. In den vergangenen Jahren hat sich SLFC zu einem der weltweiten Marktführer in diesem Bereich entwickelt. Auch heute noch fährt Empl durch Europa, doch weniger zur Akquise denn zur Vor-Ort-Organisation. „Wir werden mittlerweile von Mannschaften oder deren Agenten kontaktiert. Wenn der Deutsche Fuß-
ball-Bund anruft, und einen beauftragt, ein Trainingslager für die deutsche Nationalmannschaft zu organisieren, dann hat man nicht alles falsch gemacht“, bemerkt Empl ganz richtig. „Das macht uns schon stolz.“ Im Juni wird außerdem die österreichische Nationalmannschaft in Seefeld zu Gast sein, um sich für die Europameisterschaft fit zu machen. Der ÖFB hat das Hotel Nidum als Stützpunkt für das Team von Franco Foda ausgewählt. Für die Trainingseinheiten stehen der Mannschaft zwei nahegelegene Naturrasenplätze sowie das Tivoli-Stadion in Innsbruck zur Verfügung. Mannschaften wie Manchester City oder RB Leipzig haben ihre Saisonvorbereitungen in dieser Konstellation ebenso erfolgreich absolviert wie namhafte Nationalteams. Für den Standort sprechen vor allem die kurzen Wege nach Innsbruck, wo natürlich besonders der Flughafen relevant ist.
ECO.NOVA: Viele renommierte, internationale Clubs veranstalten ihr Trainingslager in Österreich und speziell in Tirol. Warum? HANNES EMPL: Es mag schon fast etwas abgedroschen klingen, aber es stimmt einfach das Gesamtpaket. Speziell
im Westen von Österreich ist die touristische Infrastruktur hervorragend, was die Unterbringung der Mannschaften relativ unkompliziert macht. Auch Sportplätze sind reichlich vorhanden und vor allem ist der Sicherheitsaspekt nicht zu unterschätzen. Österreich gilt generell als sicheres (Reise-) Ziel. Was in Tirol hinzukommt – und dieser Faktor ist nicht unerheblich: Die Wege sind sehr kurz. Das macht es uns möglich, entsprechende Freundschaftsspiele zu organisieren, ohne dass die Mannschaften stundenlang zum Spielort fahren müssen. In „normalen“ Jahren richtet SLFC Soccer über 100 Trainingscamps für die verschiedensten Clubs aus. Gibt es dabei nationale/kulturelle Unterschiede oder ist Fußball tatsächlich weltumspannend überall gleich? Die Bedürfnisse der Mannschaften sind im Endeffekt dieselben: Sie möchten fokussiert trainieren und Fußball spielen. Natürlich sind die Kulturen und damit die Menschen enorm unterschiedlich. Wir betreuen Mannschaften aus Europa, Asien, dem arabischen Raum oder Amerika. Der Sport an sich ist jedoch international und das ist das Gute daran. Schon immer
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Was war Ihr skurrilstes Erlebnis der letzten Jahre? Vielleicht nicht skurril, aber eindringlich: Kameruns Nationalmannschaft war zu Gast in Tirol. Auf dem Rückflug habe ich sie begleitet, weil in Kamerun noch ein Spiel mit einer anderen Nationalmannschaft vereinbart war. Als wir in Kamerun ankamen, befanden wir uns in einer komplett anderen Welt. Nicht nur, was das Land anbelangt, auch was den Sport betrifft. Bei uns diskutiert man darüber, ob der Rasen 1,2 oder 1,4 Millimeter hoch geschnitten gehört, das spielt dort alles keine Rolle. Der Umgang ist weniger technisch, entspannter. Man wird wieder ein wenig zurück auf den Boden geholt. Es schadet nicht, wenn man unterschiedliche Blickwinkel auf eine Sache wirft.
durften wir viele Mannschaften aus Israel betreuen. Vor vielen Jahren dachte ich mir, dass es doch spannend wäre, diese mit einer arabischen Mannschaft zusammenzubringen. Die Spieler hätten das sofort gemacht, politisch war das allerdings nicht unproblematisch. Trotzdem ist es uns gelungen. Das ist ein schönes Beispiel dafür, dass Sport über Kulturen hinweg verbindet. Fußball wird auf der ganzen Welt gespielt und im Hobbybereich auch quer durch alle Gesellschaftsschichten. Was macht die Faszination Fußball aus? Nicht nur auf dem Fußballfeld, sondern auch auf den Zuschauerrängen kommen die vielfältigsten Menschen zusammen. Dieses „Grenzenlose“ finde ich faszinierend. Fußball ist ein sehr niederschwelliger Sport. Um ihn zu spielen, braucht es nicht viel – außer einem runden Gegenstand, den man bewegen und schießen kann. Sobald es professioneller wird und man in einem Verein spielt, benötigt man natürlich eine entsprechende Ausrüstung, aber auch die muss nicht zwangsläufig viel Geld kosten. Fußball zu spielen ist also jedem möglich, deshalb bildet er wohl auch einen Querschnitt unserer Gesellschaft ab.
„NICHT NUR AUF DEM FUS SBALLFELD, SONDERN AUCH AUF DEN ZUSCHAUERRÄNGEN KO M M E N D I E V I E L FÄ LT I G S T E N MENSCHEN ZUSAMMEN. DIESES ‚GRENZENLOSE‘ FINDE ICH FA S Z I N I E R E N D .“ HANNES EMPL
Corona hat letztes Jahr vor allem den Veranstaltungsbereich ordentlich durcheinandergewirbelt. Wird sich dadurch eine nachhaltige Veränderung vor allem in Bezug aufs Reisen ergeben bzw. hat die aktuelle Krise längerfristige Auswirkungen auf Ihr Tun? Ich kann nicht sagen, ob es jemals wieder wird wie vorher. Im Zuge unserer Arbeit reisen wir sehr viel und tun es nach wie vor, weil es oft gar nicht anders geht. Ich denke jedoch, dass der Profisport fokussierter wird, dass Mannschaften im eigenen Charterflieger reisen und nicht mehr per Linienflug, dass Hotels noch abgekoppelter vom Drumherum gebucht werden. Es wird spezifischer werden, konzentrierter. Natürlich wird das auch unsere Arbeit beeinflussen und tut es ja bereits. Es braucht ein Höchstmaß an Flexibilität und starke Nerven. Erst kürzlich hatten wir ein Problem mit den Reisevorschriften. Am 24. März hätte WM-Gastgeber Katar, der an der europäischen Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2022 antritt, in der Wiener Generali-Arena gegen Luxemburg spielen sollen. Nur: Luxemburg trat im Rahmen der WM-Qualifikation ein paar Tage darauf in Irland an, dürfte aber aufgrund der Einreisebestimmungen bei einem Aufenthalt in Wien nicht nach Irland einreisen. Wir mussten also kurzerhand umdisponieren und haben das Spiel in Zusammenarbeit mit der UEFA ins Nagyerdei-Stadion ins ungarische Debrecen verlegt. Hier hilft uns unser über die Jahre aufgebautes Netzwerk enorm. Ohne das geht es nicht und künftig wahrscheinlich noch viel weniger. Als Einzelkämpfer wird man am Ende übrigbleiben.
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Aufmerksam bleiben Nicht zuletzt durch die COVID-19-Pandemie sind Verschwörungstheorien aktueller denn je. In beinahe allen Medien und Kanälen wird über sie berichtet und diskutiert. Doch welchen Einfluss haben sie auf unser Verhalten? Dieser Frage sind Wissenschaftler*innen um den Verhaltensökonomen Loukas Balafoutas mit einem Laborexperiment in einer kürzlich erschienenen Studie nachgegangen. Das Ergebnis: Werden wir mit Verschwörungstheorien konfrontiert, müssen wir nicht an sie glauben, damit sie einen Einfluss auf unser Verhalten nehmen. „Unsere Studie zeigt, dass Proband*innen, die für lediglich drei Minuten einer Verschwörungstheorie ausgesetzt waren, in einem nachfolgenden Verhaltensexperiment anders gehandelt haben als Proband*innen aus der Kontrollgruppe“, sagt Balafoutas. Unabhängig davon, ob man an Verschwörungserzählungen glaubt oder nicht: Sie beeinflussen unsere Wahrnehmung auf die Welt und die Menschen. Es schadet also nicht, seinen Blick auf die Dinge von Zeit zu Zeit zu hinterfragen. Dass die Wissenschaftler*innen Verschwörungstheorien im Labor untersucht haben, ist kein Zufall. „Als Forscher*innen wollen wir nicht dazu beitragen, Verschwörungstheorien in die Gesellschaft zu tragen. Daher ist bei solchen Studien immer Vorsicht geboten. Sie müssen ethisch vertretbar durchgeführt und vorab auch genehmigt werden. Besonders die Aufklärung der Proband*innen nach einem solchen Experiment ist sehr wichtig“, erklärt Loukas Balafoutas.
eco.zukunft
eco.mmentar
No sports! Without values. TUE GUTES UND REDE DARÜBER Von der alpinen Wirtschaft für die alpine Wirtschaft: Vitalpin vergibt Förderpreise in der Höhe von rund 65.000 Euro für innovative Projekte im Bereich Umwelt- und Klimaschutz sowie für nachhaltiges Wirtschaften im Alpenraum. Unternehmen, Vereine und Start-ups können sich bis 30. Juni für die Teilnahme bewerben. Eine prominent besetzte Jury wählt die preiswürdigen Projekte aus – den Vorsitz übernimmt der ehemalige EU-Kommissar Dr. Franz Fischler. Die Initiative von Vitalpin, die laut Geschäftsführerin Theresa Haid als erster Schritt am Beginn einer langen Reise steht, wird von Topunternehmen wie der Zanier Sport GmbH unterstützt. Im Juli und August 2021 bewertet die Jury die Projekte und wählt die Gewinner*innen aus. Infos & Anmeldung unter www.vitalpin.org (Klimainvestment)
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG FÖRDERN Die Europäische Kommission fördert das Innovations-Öko system der Europäischen Universität Ulysseus und deren gemeinsame Forschungsstrategie. Das Management Center Innsbruck/MCI und die Universitäten Sevilla, Cote d‘Azur, Genua, Košice sowie die Hochschule Haaga Helia in Helsinki profitieren von den finanziellen Mitteln, die aus dem Horizon-2020-Programm „Science with and for Society“ stammen. Dieses Vorhaben soll Synergien zwischen den Universitäten und Hochschulschulen heben, um ein europäisches Vorzeigemodell für die Forschungskooperation zu ermöglichen. Zu den bereits bewilligten fünf Millionen Euro kommen zusätzlich zwei Millionen Euro an Fördergeldern dazu, mit denen Themen wie Digitalisierung, Biotechnologie, Lebensmitteltechnologie und Kreislaufwirtschaft vorangetrieben werden sollen. Außerdem sollen talentierte Forscher*innen aus der ganzen Welt an die Universität gebracht werden.
„L ASS DIE ANGST VOR DEM SCHEITERN NICHT GRÖSSER SEIN AL S DIE LUST AUF D A S G E L I N G E N .“ ROBERT KIYOSAKI, GESCHÄFTSMANN
Sportlich zu sein, bedeutet in unserer Gesellschaft, sich körperlichen Aktivitäten zu widmen, die einer bestimmten Sportart zugeordnet werden. Dabei ist Sportlichkeit vielmehr eine Haltung, die mit entsprechenden Werten verknüpft ist. Sport hat mit Herausforderungen zu tun. Etwas sportlich zu nehmen, hat vor allem mit unserem Wertehaushalt zu tun. Begeisterung, Freiheit, Motivation, Agilität, Anerkennung, Ausdauer, Entschlossenheit und Erfolg sind klassische Werte, die wir einer sportlichen Haltung zuordnen. Die Summe unserer Werte zeichnet letztendlich dafür verantwortlich, wie wir unser Leben ordnen, wie wir es gestalten und welche Entscheidungen wir treffen. Und wie wir mit Menschen und Situationen umgehen. Im Moment scheint sich unser Sportsgeist immer mehr von dem daran geknüpften Wert „Fairness“ zu entfernen. Ein Kampf der Extreme ist gerade im Gange und reift langsam zu einer antiolympischen Haltung. Getreu dem Motto „Dagegen sein ist alles!“. Der scheinbar unaufhaltsame Drift an die jeweiligen Ränder – oder besser entgegengesetzte Pole – entfernt uns immer mehr voneinander. Extreme Positionen und extreme Entscheidungen fördern extremistische Entwicklungen auf beiden Seiten. Der gesellschaftliche Äquator gleicht einem Niemandsland, dessen Grenze nicht mehr überschritten werden darf, sobald man sich für eine Seite entschieden hat.
GEWINNEN, ABER MIT WELCHEN METHODEN?
Beim Sport steht das Gewinnen an erster Stelle, der Zweite ist der erste Verlierer. So nehmen viele die Welt heute nicht nur im sportlichen Kontext wahr. Gewinnen um jeden Preis heißt nichts anderes, als zu tricksen, sich und andere zu betrügen, sich unlauter Vorteile zu verschaffen, welche die gegebenen Rahmenbedingungen, Einflüsse und Limitationen außer Kraft setzen sollen. Doping auf allen Ebenen, nur um als Sieger das Letzte zu sein. Unsportlichkeit bis ins Mark! Die viel schönere und für uns Menschen verträglichere und verbindende Form wäre das Sich-sportliche-Messen, um zu sehen, wo man im Vergleich steht. Und um sich weiterzuentwickeln, um besser zu werden und um an sich selbst zu wachsen. Vielleicht ist das sogar die größte sportliche Leistung, die wir in unserem Leben erreichen könn(t)en.
ZUR PERSON Tom Stadlmeyr ist Unternehmer, Essenzialist und Auf-den-PunktBringer. Er beschäftigt sich mit dem Weglassen von Unwesentlichem.
www.tomstadlmeyr.com
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NEVER STOP WANDERING Wir Tiroler wachsen gottgegeben in und mit der Natur auf. Nicht aus jedem wird ein ausgewachsener Bergfex, doch es gibt wohl kaum jemanden, der die natürliche Vielfalt nicht auf irgendeine Weise für sich zu nutzen weiß. Auch für Gäste ist die Natur einer der Hauptgründe, um überhaupt nach Tirol zu kommen. Entsprechend tummeln sich zahlreiche Menschen droben am Berg. Das ist grundsätzlich etwas Gutes, stellt aber auch vor Herausforderungen. INTERVIEW: MARINA BERNARDI
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ike Peters und Stefan Ortner arbeiten am Forschungszentrum Tourismus & Freizeit der Universität Innsbruck und haben unter anderem eine Marktsegmentierung des alpinen Wanderns vorgenommen. Hierzu wurden im Sommer 2019 fast 850 Wanderer in den Tiroler Alpen befragt. Durchgeführt wurde das Projekt vom Team KMU & Tourismus der Fakultät für Betriebswirtschaft / Institut für Strategisches Management, Marketing und Tourismus sowie LO.LA Peak Solutions. Die gesamte Studie gibt’s unter www.uibk.ac.at/tourismresearch (Projekte / Die Nachfrage im Alpinen Tourismus) zum Download. Weitere Informationen und Forschungsergebnisse finden Sie auch unter www.tourismusforschung. online. Wir haben die beiden einstweilen zum Videogespräch getroffen.
ECO.NOVA: Tirol war ursprünglich ein Land des Sommertourismus, wurde dann stark im Winter und fokussiert jetzt wieder den Sommer. Die Berge spielen dabei fast „naturgemäß“ eine große Rolle. Die kann man nun auf verschiedene Arten für Aktivitäten nutzen, entsprechend unterschiedlich ist die Gruppe der Wanderer. Gibt es dennoch etwas, das alle verbindet? MIKE PETERS: Die Diskussion darüber, wer denn dieser „Wanderer“ eigentlich ist, gibt es immer wieder, und letztlich ist die Frage nicht so einfach zu beantworten. Wandern bedeutet in Kanada etwas anderes als in Australien oder Deutschland oder eben hierzulande. In Tirol bewegt man sich beim Wandern vielfach im alpinen Hochgebirge, während man andernorts im Flachland unterwegs ist. Was jedoch alle Segmentstudien zeigen, ist, dass beim Wandern zum einen die Liebe zur Natur im Vordergrund steht und zum anderen der Aspekt der Ruhe und Erholung. Bei den Formen des alpinen Wanderns kommt teilweise noch die sportliche Herausforderung dazu.
Viele Menschen, die in die Berge gehen, suchen nach Ruhe und Entspannung. Inwieweit ist das überhaupt möglich, wenn plötzlich jeder dort unterwegs ist? In Ihrer Studie waren unter anderem „zu viele andere Besucher“ eines der Ärgernisse am Berg. Kann man hier gegensteuern? PETERS: Unterm Strich ist es faktisch nur eine kleine Gruppe, die der Meinung ist, dass zu viele andere Menschen das eigene Bergerlebnis merklich einschränken oder stören. Ähnlich verhält es sich im Winter beim Skifahren. Wir beobachten beim Wandern grob gesagt zwei Gruppen: Der einheimische Wanderer reagiert oft sensibler auf dieses Thema und FOTOS: © WNDRLX, TIROL WERBUNG/JENS SCHWARZ, TVB STUBAI TIROL/ANDRE SCHÖNHERR
© UNIVERSITÄT INNSBRUCK
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„W I R B R A U C H E N M E H R KO M M U N I K AT I O N A M B E R G . W E L C H E I N F O R M AT I O N B R I N G E ICH WEM UND WIE BEI, DAMIT SIE V E R S TA N D E N W I R D .“ MIKE PETERS
ist lieber für sich, während Gäste, die nicht allzu oft im Hochgebirge unterwegs sind, froh sind, andere zu treffen, weil sie sich damit sicherer fühlen. STEFAN ORTNER: Ich denke, wir Locals haben tatsächlich eine andere Wahrnehmung von „vielen“ Menschen am Berg als ein Tourist. Eine Region, die wir uns in unserer Studie genauer angeschaut haben, ist Kitzbühel. Die Befragung selbst haben wir zum Teil am Hahnenkamm vorgenommen, also an einem Ort, an dem sich durchaus viele Menschen – vorrangig Gäste – bewegen, und dennoch hatten sie das Gefühl, hier Ruhe und Erholung zu finden. Das hat selbst die Touristiker in der Region überrascht. Wir hatten während der Befragung der Menschen nie das Gefühl, dass jemand die Menschenmenge als unangenehm empfunden hätte. Ruhe wird offenbar ganz unterschiedlich wahrgenommen.
Diese Unterschiedlichkeit der Wanderer führt folglich dazu, dass sie alle ein anderes Angebot suchen. Die Natur ist aber nun mal, wie sie ist. Wie kann man auf die unterschiedlichen Bedürfnisse eingehen und wie bekommt man die Leute im Gebirge gelenkt? ORTNER: Das ist ein schwieriges Thema. Natürlich versucht man, am Berg bestimmte Lenkungsmechanismen einzubauen, das Problem ist allerdings, dass sich viele Regionen mit der Thematik in der Tiefe zu wenig auseinandersetzen. Unter Wandern verstehen wir als Tiroler, die wir mit den Bergen aufwachsen, etwas anderes, als es vielleicht der Gast aus Deutschland tut, der in der Ebene lebt. Das Tiroler Bergwegegütesiegel unterteilt die Bergwege unter anderem – teils analog zu den Skipisten – in die Schwierigkeitsgrade Blau, Rot und Schwarz. Jemand, der sich damit aber nicht eingehend befasst, hat keine Ahnung, was das für den Einzelnen bedeutet und welche Voraussetzungen
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© STANDORTAGENTUR TIROL
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„ZIEL MUSS ES SEIN, DIE RICHTIGEN LEUTE AUF DEN RICHTIGEN BERG ZU BRINGEN. U N D D A S FÄ N G T A N , B E V O R S I E L O S G E H E N .“ MIKE PETERS
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man für die Begehung dieser Wege braucht. Im Vorfeld unserer Studie haben wir unterschiedlichste Tourismusverbände in Tirol befragt, wie sie es mit dem Wandern halten, und alle meinten unisono: Wandern können wir, bei uns gibt es die perfekten Bedingungen dafür. Sollten sie hingegen beschreiben, was Wandern für sie bedeutet, gab es riesige Unterschiede – vom Bergsteigen im Kaunertal bis zum Hütten-Spaziergang in Seefeld. Hier braucht es unserer Meinung nach noch Arbeit, das Produkt Wandern greifbar zu machen. Dann erst kann man anfangen, die Menschen entsprechend zu lenken. PETERS: Ziel muss es sein, die richtigen Leute auf den richtigen Berg zu bringen. Und das fängt an, bevor sie losgehen. Sind sie einmal oben und findet sich ein Anfänger in einem Gebiet wieder, das Bergerfahrung braucht, ist es zu spät. Wanderhotels zum Beispiel haben hier gute Erfahrungen und können ihre Gäste entsprechend auf eine Tour vorbereiten, ihnen Routen vorschlagen, die für sie und ihre Bedürfnisse geeignet sind. Im urbaneren Bereich machen es die zahlreichen Aufstiegshilfen nicht unbedingt einfacher, die die Wanderer unkompliziert, ohne Mühe und schnell in Höhen von 2.000 Metern befördern. Dort stehen sie dann in leichten Turnschuhen und völlig falscher Ausrüstung. Vor allem bei Gästen im asiatischen Bereich kommen Sprachbarrieren dazu, die verstehen oft die europäischen Schilder bzw. Symbole nicht. ORTNER: Wir haben während unserer Studie oft gehört, Wandern sei „eh nur gehen“. Wenn man dann sieht, wie viele Menschen sich ohne Vorbereitung auf Weitwanderwegen tummeln, dann schwant einem als Local Übles. Am E5-Weg zum Beispiel – ebenfalls tituliert als Weitwanderweg – bewegt man sich auch zu einem Teil im hochalpinen Gelände mit kniffligen Passagen und unberechenbaren Wettergefahren. Das wird vielfach unterschätzt. Wan-
dern bietet einen sehr niederschwelligen Zugang, um sich in der Natur zu bewegen. Das ist gut, weil es die Menschen dazu bringt, sich überhaupt zu bewegen, auf der anderen Seite birgt es die Gefahr, dass man die körperliche Anstrengung und Herausforderung unterschätzt. Hier braucht es eine stärkere Kommunikation. Vielfach werden die Risiken nicht benannt, aus Angst, man könnte die Menschen damit abschrecken. Doch am Berg muss man nicht einfach nur „herumgehen“ wie in der Stadt. Das führt oft zu Missverständnissen und ist damit eine potenzielle Gefahr.
Sie haben in Ihrer Studie unter anderem die durchschnittlichen Ausgaben von Wanderern pro Jahr erhoben. Diese liegen bei im Schnitt 100 Euro, was vergleichswiese gering erscheint. Kommen die Probleme am Berg auch mangels korrekter Ausrüstung? ORTNER: Wenn man diese Zahl hochrechnet und jedes Jahr 100 Euro für seine Ausrüstung ausgibt, ist das gar nicht so wenig, weil die kostspieligeren Ausrüstungsgegenstände wie gutes Schuhwerk oder ein Rucksack in der Regel lange halten. Das Problem mangelnder Ausrüstung sehe ich nur vereinzelt. Eigentlich im Gegenteil. Eher ist das Problem, dass all die Gerätschaften zu einem vermeintlichen Sicherheitsgefühl führen und man leichtsinniger wird oder dass die Leute mit ihrer Ausrüstung nicht richtig umzugehen wissen. Welches Studienergebnis hat Sie selbst am meisten überrascht? PETERS: Was wir in der Tat nicht bedacht haben, ist die sprachliche Barriere. Ein norddeutscher Gast etwa kann oftmals nicht nachvollziehen, was der Hüttenwirt ihm am Berg empfiehlt, weil er zum Beispiel ganz einfach den Dialekt nur schwer versteht. Wir haben immer gedacht, das Kartenlesen wäre das Problem, und dass man die Hüttenwirte viel mehr in die Kommunikation mit einbinden müsste, um Wanderer zu lenken oder aktuelle Zwischeninfos etwa zur Wetterlage oder zur Länge der restlichen Strecke zu geben. Aber diese Informationen derart weiterzugeben, dass das Gegenüber sie auch wirklich versteht, ist gar nicht so einfach. Es braucht dazu am Berg neben einer verständlichen Symbolik auch eine verständliche Sprache und einfache Methoden, um unerfahrene Wanderer, die des Dialektes des Tales, der Sprache oder Fachsprache nicht mächtig sind, anzusprechen. Was mich außerdem überrascht hat, sind die geringen Tagesausgaben der Wandergäste. Wir wussten, dass Wanderer im Vergleich zu Skifahrern weniger Geld ausgeben, aber die Ausgaben auf den Hütten im Sommer sind wirklich gering. Hier gäbe es durchaus Stellschrauben, an denen man drehen könnte, ohne gleich ein Disneyland am Berg errichten zu müssen. Es sind ganz kleine Dinge – etwa das Anbieten regionaler Produkte zum Mit-nach-Hause-Nehmen. Das macht auf der Hütte nur für manche Produkte Sinn, weil keiner zusätzliches Gewicht mittragen möchte, aber am Parkplatz, bevor man wieder nach Hause fährt, durchaus.
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Braucht es mehr Entertainment und wenn ja, wie viel davon verträgt der Berg? PETERS: Das ist wohl eine ideologische Frage. Unser Kollege Martin Schnitzer hat unter anderem eine Studie zum Thema „Innovation am Berg“ verfasst, in der er sich beispielsweise die Investitionen von Erlebnisstandorten wie alpine Kinderwelten an Bergstationen im Sommer angesehen hat. Vor allem Einheimische fragen sich ja oft, ob es denn so etwas brauche. Der Tenor aus den geführten Interviews war, ja. Auch Ausflugsziele brauchen eine Art Storytelling, eine Geschichte, sofern sie authentisch ist. Die Kugelbahn am Glungezer ist ein gutes Beispiel und wird auch von der Bevölkerung positiv wahrgenommen. Die Bahn bettet sich in den Wald ein und bespielt ein Thema, das in die Umgebung passt. Der Wilde-Wasser-Weg im Stubai oder das Hexenwasser in Söll thematisieren heimische Ressourcen und werden deshalb großteils wohlwollend gesehen. Natürlich gibt es Stimmen, die sagen, solches Entertainment bringe zu viele Leute zur selben Zeit an eine Stelle. Ich glaube, die Zeiten, in denen man derartige Projekte ohne Einbindung der Bevölkerung plant, sind vorbei, und wenn man die Einheimischen mit ins Boot holt, stößt man meist auf Akzeptanz. ORTNER: Ich denke, im Tourismus herrschte lange der Grundsatz, sich am Nachbarn zu orientieren und ihn mit dem eigenen Angebot übertreffen zu müssen, aus Angst, am Ende schlechter dazustehen. Gerade im Sommer merken wir hier einen Gegentrend. Immer mehr Regionen sind ehrlich zu sich selbst, kennen ihre Kernkompetenz, wissen um das Potenzial ihrer Umgebung und positionieren sich entsprechend. Trotzdem gibt es immer noch Gebiete, die versuchen, es irgendwie allen rechtzumachen und schaffen wahre Entertainmentwelten, die letztlich ein Zuviel an allem bieten. Doch das wird immer weniger. Es geht wieder mehr ums Wandern und Bergsteigen einfach der Berge willen. Sie arbeiten aktuell an einer Studie zur (Eigen-)Verantwortung am Berg. Worum geht es dabei konkret? PETERS: Vor der Coronapandemie gab’s die Diskussion um den Umgang mit Weidevieh. Eine Diskussion rund um das Thema Eigenverantwortung poppte auf, die unter anderem durch verschiedene Einsätze der Bergrettung, die schlecht vorbereitete Wanderer bergen musste, verstärkt wurde. Die Frage ist: Wer trägt in solchen Fällen die Verantwortung und wie viel Eigenverantwortung am Berg kann man erwarten? In der ersten Phase der Studie haben wir uns in Fokusgruppen, bestehend aus den unterschiedlichsten Leuten, die sich am Berg auskennen, angesehen, was jeder Einzelne überhaupt unter Eigenverantwortung versteht und wie der Umgang mit Risiko ausschaut. Was erwarten Bergführer oder Tourismusverbände von ihren Zielgruppen und wie lässt sich die Risikowahrnehmung schärfen? Im Sommer – aufgrund der aktuellen Coronasituation hat sich die Studie etwas verzögert – wollen wir die andere Seite befragen, nämlich jene, die am Berg unterwegs sind. In einer experimentellen Studie haben wir vorab mit Bildern gearbeitet und den Probanden zum Beispiel ein Foto aus dem hochal-
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pinen Raum und dasselbe Foto mit Kühen neben dem Weg gezeigt. Das gleiche Foto wurde dann noch einmal mit einem Schild „Achtung Weidevieh“ versehen. Wir wollten wissen, inwieweit die Teilnehmer eine Situation als gefährlich einschätzen und wovon die jeweilige Risikoeinschätzung abhängt. Gerade bei den Kühen hat sich gezeigt, dass manche Probanden sie sogar als putzig oder nett empfanden. Die wirken teilweise überhaupt nicht als Stimuli für Gefahr. Sie würden die Leute auch nicht dazu bewegen, einen anderen Weg außenrum zu nehmen. Es zeigt sich allerdings, dass Hinweisschilder hier sehr wohl helfen. ORTNER: Im Titel der Studie haben wir das „eigen“ bewusst in Klammer gesetzt, weil es uns ganz allgemein ums Thema Verantwortung am Berg geht. Man kann diese nicht nur auf den Gast abwälzen, den Wanderer oder den Nutzer. In der Verantwortung sind auch jene, die die Infrastruktur am Berg zur Verfügung stellen, die Hüttenwirte, die alpinen Vereine bis hin zur Politik. Mir ist ein Zitat aus einer Fokusgruppe in Erinnerung: Eigenverantwortung heißt nicht, einzuschränken in der Situation, sondern Bewusstsein schaffen für die Situation. Und das fängt schon am Vorabend einer Tour an – bei der Routenplanung, dem Wetterbericht, vielleicht nimmt man sich auch einmal einen Bergführer, um professionell an das Thema heranzugehen. Verantwortung schließt viele Aspekte ein und kann nicht nur auf eine Gruppe fokussiert sein. Auch hier geht es wieder stark um das Thema Kommunikation, mit der man alle mitnimmt, die sich am Berg bewegen.
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DER BERG RUFT! Gerade in Zeiten beschränkter Aktionsradien folgen ganzjährig immer mehr Sportler und Erholungsuchende dem Ruf des Berges. Das birgt Konfliktpotenzial und kann nur funktionieren, wenn alle Beteiligten aufeinander Rücksicht nehmen und sich an die geschriebenen und ungeschriebenen Regeln halten. TEXT: MARIAN KRÖLL
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VON WEGEN FREIHEIT Die rechtlichen Grundlagen der Benützung von Grundflächen außerhalb von Wegen für den Bergsport sind in unterschiedlichen Gesetzen niedergelegt, die sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden können. Der Zugang zum Wald ist übrigens erst seit 1975 in § 33 des Forstgesetzes geregelt. Darin heißt es, dass das Betreten – Gehen, Wandern, Skifahren, Biwakieren – für jedermann gestattet ist. Das Fahren (auch Radfahren), Reiten, Betreten im Rahmen von kommerziellen Veranstaltungen oder Kampieren setzt dagegen die ausdrückliche Zustimmung des Grundeigentümers voraus. Oberhalb der Waldgrenze regelt in Tirol das Gewohnheitsrecht das Betreten zum Zwecke des „Touristenverkehrs“. Dies umfasst wiederum die klassischen Arten des Bergsteigens, nicht aber das Befahren, auch nicht mit dem Fahrrad. Für landwirtschaftliche Flächen unterhalb der Waldgrenze gibt es dagegen kein gesetzliches Betretungsrecht. Das Recht der Öffentlichkeit, sich auf Wegen zu bewegen, findet sich entweder im öffentlich-rechtlichen Gemeingebrauch, einer ersessenen Dienstbarkeit oder einem Vertrag zwischen Grundeigentümer und Wegehalter begründet. Dadurch, dass Gewohnheitsrecht per definitionem ungeschriebenes Recht ist, wird auch die sogenannte Wegefreiheit immer wieder von Grundbesitzern, Forstbetrieben, Jägern und anderen Interessensgruppen in Frage gestellt. „Mit dem Begriff Wegefreiheit werden in Österreich jene Rechte umfasst, die die Menschen berechtigen, prob-
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ie Faszination Berg hat zugleich mit dem Fremdenverkehr in den alpinen Gegenden des Landes Einzug gehalten und zieht seitdem stetig mehr Menschen in ihren Bann. Dazu trägt auch die technologische Entwicklung bei, die dem Menschen durch den Siegeszug des E-Bikes die Hauptarbeit beim Bergwärts-Pedalieren abgenommen hat. Im selben Ausmaß wird die Skitourenausrüstung ständig leichter und zugleich komfortabler, was diesen winterlichen Freiluftsport zunehmend massenkompatibel werden lässt. Gerade die Coronavirus-Pandemie und der in diesem Zusammenhang ausgerufene „Urlaub daheim“ hat dafür gesorgt, dass der Berg für viele Menschen zum Sehnsuchtsort geworden ist, der als erreichbare Alternative zur Fernreise bzw. zum Meer ins Auge gefasst und erobert werden will. Doch der Run auf den Berg, sei es zu Fuß, mit Tourenski oder mit dem (E-)Bike, hat auch Schattenseiten. Davon kann vor allem die Bergrettung ganzjährig ein Lied singen. Mangelnde Erfahrung, mangelhafte Ausrüstung, Selbstüberschätzung und die völlige Abwesenheit jeglichen Hausverstands sind es, die dazu führen, dass die Bergretter zu immer mehr und gefährlicheren Einsätzen ausrücken müssen. Zu allem Überfluss kommt dazu, dass die „Klagsfreude“ zuzunehmen scheint, weil Betroffene nach Unfällen nicht selten die Schuld bei anderen suchen. Wegehalter geraten so zunehmend in den Fokus Verunfallter.
lemlos fremden Grund – insbesondere im Wald und im Bergland – zu betreten beziehungsweise zum Gehen zu benützen“, heißt es in der Wikipedia. „Nachdem der Wanderboom nach wie vor ungebrochen ist, sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dass die Wegefreiheit verfassungsmäßig abgesichert wird. Aber die unsichere Rechtslage führt dazu, dass sie häufig in Frage gestellt wird und eingeschränkt werden soll“, bemerkte Alpenvereinspräsident Andreas Ermacora bereits 2017. Ermacora stellt im selben Atemzug klar, dass es dabei nicht um das „unkontrollierte
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KO N F L I K T P O T E N Z I A L A M BERG GIBT ES NICHT NUR ZWISCHEN WEGBENUTZER UND GRUNDBESITZER, SONDERN AUCH ZWISCHEN DEN S P O R T L E R N . D A B E I H A N D E LT ES SICH UM SOGENANNTE E R H O L U N G S KO N F L I K T E .
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BIKELAND TIROL Unter der Routensuche auf der Website des Landes Tirol (www.tirol.gv.at – Themen – Sport – Radfahren – Mountainbiken) sind derzeit rund 600 offizielle Mountainbikerouten mit einer Gesamtlänge von rund 6.000 Kilometern und 110 Singletrails mit 300 Kilometern Länge und unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zu finden. www.radrouting.tirol bietet außerdem eine interaktive Karte. Einen guten Überblick, wie und wo man die Bergwelt miteinander erleben und genießen kann, gibt’s im Netz unter www.bergweltmiteinander.at. Ziel dieser Initiative des Landes Tirol und seiner Partner ist es, bei Natursportarten Wege einer naturnahen und konfliktfreien Nutzung der Natur aufzeigen.
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Begehen von Wiesen, Weideflächen oder gar Privatgärten geht, sondern sich diese Forderung tatsächlich nur auf die Waldflächen und das alpine Ödland beziehen soll.“ Obwohl der Verkehr in den Bergen auch pandemiebedingt sommers wie winters stark zugenommen hat, ist das Problem noch immer nicht zufriedenstellend gelöst.
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Die Bewegungsfreiheit in der Natur ist kein aktuelles Problemfeld, sondern war den Grundbesitzern – damals, am Beginn der Freizeit vor allem Adel, Klerus und Industrielle – von Anbeginn ein Dorn im Auge. Man sah sich durch die Wanderer vor allem in den Jagdinteressen gestört. Konfliktträchtig ist das Verhältnis zwischen Erholungsuchenden und Grundbesitzern bis heute geblieben. Das liegt freilich auch an der starken Zunahme ersterer und den sich verändernden Sportarten, die in der Natur ausgeübt werden. Der Siegeszug des Mountainbikes hat zwar bereits in den 1980er-Jahren begonnen, mit dem E-Bike ist das Herumfahren in den Bergen allerdings zum absoluten Megatrend geworden, der auch den weniger sportlichen Fahrern die steileren, schwierigeren Strecken zugänglich gemacht hat. Das führt dazu, dass unter den ungeübteren Bikern die Unfälle beim Bergabfahren zunehmen. Das E-Bike mit seinem verhältnismäßig hohen Eigengewicht ist dabei nämlich ein störrisches Pferdchen, das den unerfahrenen Reiter gerne äußerst unsanft abwirft. Die Ausweisung von Forststraßen als offizielle Mountainbikestrecken
dient zum einen der Entflechtung zwischen Wanderern und Mountainbikern und zum anderen dazu, einen rechtskonformen Zustand herzustellen. Die aufgezählten gesetzlichen Regelungen gelten nämlich allesamt nur, sofern man zu Fuß unterwegs ist. Radfahren ist an und für sich in ganz Österreich auf Forstwegen und auch auf den meisten Almwegen verboten. Es ist kein Zufall, dass in der Definition der Wegefreiheit vom Befahren und Fahren nicht die Rede ist, denn für Radfahrer gibt es keine Wegefreiheit. Ob das einige Jahrzehnte nach der Erfindung des Geländerads noch zeitgemäß ist, darüber lässt sich streiten. Es ist aber nun einmal so. Das Land Tirol hat jedoch mit dem „Mountainbike-Modell 2.0“ ein gutes und taugliches Lösungskonzept entwickelt, um (E-)Biker aus der Illegalität zu holen und nicht zuletzt das üppige Wegenetz auch touristisch (er)fahrbar zu machen. Das kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erlaubnis zum Mountainbiken – in Form eines Nutzungsübereinkommens mit den Wegehaltern bzw. Grundeigentümern – nach wie vor die Züge eines Gnadenakts trägt. Dieses Nutzungsübereinkommen, verknüpft mit einem Versicherungsvertrag des Landes, minimiert das Haftungsrisiko für den Grundeigentümer bzw. Wegehalter und ist in Abwesenheit anderer bundesgesetzlicher Regelungen sicher ein gutes Instrument. Konfliktpotenzial gibt es indes nicht nur zwischen Wegbenutzer und Grundbesitzer, sondern auch zwischen den Sportlern. Dabei handelt es sich um sogenannte Erholungskonflikte, die dadurch definiert sind, dass
ein Erholungsuchender – etwa ein Wanderer – durch einen anderen Erholungsuchenden gestört wird und dadurch sein Ziel – Erholung – nicht verwirklichen kann. Das liegt daran, dass Wanderer meist eher nach Ruhe suchen, Bewegung und Sport indes untergeordnete Motive sind, während es beim Mountainbiker umgekehrt ist. Doch nicht nur unter den Menschen gibt es bei der Bewegung und beim Sport in der Natur Konflikte. Das Verhältnis zwischen Mensch und Tier hat in den letzten Jahren besonders auf Tirols Almen für medialen Wirbel und rechtliche Auseinandersetzungen gesorgt, da es noch nicht hinreichend bekannt sein dürfte, dass eine Alm nun einmal kein Streichelzoo ist. Mit der vom Land Tirol erlassenen Almschutzverordnung, die im Sommer letzten Jahres in Kraft getreten ist, soll sichergestellt werden, dass Besucher von Almen sich so verhalten, dass der Almbetrieb nicht beeinträchtigt und das Weidevieh nicht gestört wird. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn man mit Hunden im Almgebiet unterwegs ist. Generell sind gegenseitige Rücksichtnahme, Rücksichtnahme auf die Natur und nicht zuletzt auf die Eigentümerinteressen gefragt, um ein möglichst konfliktfreies Miteinander bei den unterschiedlichsten Bergsportaktivitäten in der Natur zu ermöglichen. Der Ruf nach Sperrungen und Verboten wird meist nur dort laut, wo die bestehenden Zustände als rücksichtslose Übernutzung empfunden werden. Genießt jeder die Bewegung in der Natur, ohne dabei auf die Bedürfnisse anderer zu vergessen, wird dieses Land womöglich noch ein Stück wanderbarer und erfahrbarer.
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DEN MEGATREND GESUNDHEIT GESTALTEN ECO.NOVA: Sie verfügen über reichlich Erfahrung im Management akademischer Institutionen. Warum haben Sie sich für den Rektorenposten an der UMIT TIROL beworben? SANDRA ÜCKERT: Ausschlaggebend war, dass ich bislang als Prorektorin an Fachhochschulen unterschiedlicher Größe – zwischen 1.500 und 55.000 Studierenden – tätig war. Im Gegensatz dazu ist die UMIT TIROL eine Universität. Das hat mich gereizt, weil hier Wissenschaft, Forschung und Lehre auf höherem Niveau stattfinden müssen, um den Anforderungen von Akkreditierungen zu entsprechen. Im Vorfeld habe ich mich intensiv erkundigt, welche Themenvielfalt innerhalb der Schwerpunkte Gesundheit und Technik die UMIT TIROL abdeckt. Das passt gut zu meinem Profil und meinen bisherigen Erfahrungen, so dass ich thematisch an die bestehenden Studiengänge entsprechend anknüpfen kann.
Wie war Ihr erster Eindruck von der UMIT TIROL? Unheimlich positiv. Die Homepage war mein erster Touchpoint, bevor ich Kontakte zu Personen hier hatte. Man konnte sich dort schon einen guten Überblick verschaffen. Die ersten Gespräche mit Kollegen und Eindrücke vor Ort, wo man Einblick in die Fachinhalte, Struktur, Aufbau und Organisation gewonnen hat, waren durchwegs positiv. Es ist alles sehr professionell, ansonsten hätte die UMIT auch nicht Universitätsstatus.
Welche Ziele verfolgen Sie in den kommenden Jahren konkret mit der UMIT? Die große Herausforderung in der Zukunft ist, generell die Balance zwischen Wissenschaft und Wirtschaftlichkeit zu meistern, weil die UMIT TIROL eine Privatuniversität ist. Natürlich geht es auch um Weiterentwicklung in den Bereichen Forschung und Lehre und im Bereich des gesellschaftlichen Engagements. Die UMIT TIROL soll in der Gesellschaft sichtbarer werden und ein klares Profil nach außen haben, damit potenzielle Studierende wissen, welches Angebot wir haben, und auch Kooperationspartner aus der Wirtschaft mit uns rechnen können.
Tirol kannte Sandra Ückert vor ihrem Antritt als neue Rektorin der UMIT TIROL vor allem aus dem Urlaub. Von den Möglichkeiten an der Universität mit Gesundheitsschwerpunkt zeigt sie sich überzeugt und will voller Tatendrang die Drittmittelquote erhöhen, Weiterbildungsformate deutlich ausbauen und setzt dabei auf die Ergänzung der Präsenzlehre durch zeitgemäße digitale Formate. INTERVIEW & FOTOS: MARIAN KRÖLL
PROF. SANDRA ÜCKERT Die habilitierte Sportwissenschaftlerin, die in Philosophie und Erziehungswissenschaften promoviert wurde, verfügt über langjährige akademische Leitungserfahrung ebenso wie Managementerfahrung in namhaften Profit- und Non-profitOrganisationen. Zuletzt war Sandra Ückert als Prorektorin für Qualität & Innovation an der privaten Hochschule für Oekonomie und Management mit Hauptsitz in Essen tätig.
Lassen sich Exzellenz in der Lehre und Forschung miteinander vereinbaren, wenn viele Ressourcen für die Forschung und die Einwerbung von Drittmitteln gebunden sind? An unserer Universität ja, weil dort genau dafür ausgewiesene Professoren und Akademiker arbeiten, die das können. Ein Grundziel einer Universität ist, dass die Lehre forschungsgeleitet ist. Das unterscheidet uns von Fachhochschulen, an denen die Forschung und Nachwuchsförderung nicht diesen hohen Stellenwert hat. Sie wollen marktfähige Studiengänge anbieten. Wie gehen Sie an den Prozess heran, an der Employability der Absolventen zu „schrauben“? Für eine hohe Employability der Studierenden ist es wichtig, mit Unternehmen, mit potenziellen Arbeitgebern im ständigen Austausch zu sein. Wir gehen mit der Gesellschaft und Wirtschaft in den Dialog, das betrifft nicht nur
die Employability, sondern auch die Weiterentwicklung bestehender Studiengänge und Weiterbildungsangebote. Wir bieten als Universität nicht nur Studiengänge im Bachelor- und Masterbereich und Promotionslehrgänge an, sondern – heutzutage ganz wichtig – auch ein entsprechendes Weiterbildungsangebot, das den Studierenden in der fachlichen und persönlichen Entwicklung weiterhilft.
Welche konkreten quantitativen Ziele haben Sie angepeilt, etwa was die Entwicklung der Studierendenzahlen und den Drittmittelanteil betrifft? Da möchte ich mich quantitativ nicht festlegen, im Moment ist ein strategisches Wachstum das Ziel, zu dem gehört, dass bei höheren Studierendenzahlen die Rahmenbedingungen in Lehre, Forschung und Verwaltung analog mitwachsen müssen. Das bereits jetzt zu quantifizieren, wäre wagemutig.
Ist die UMIT TIROL hier in Hall im Hinblick auf die Infrastruktur auf Wachstum vorbereitet? Die Infrastruktur räumlicher Art ist gut. Man muss aber immer bedenken, dass die Zukunft des Lernens nicht ausschließlich in der Präsenzlehre besteht. Ein Teil der Lehre wird in Zukunft, auch nach Corona, digital – synchron oder asynchron – stattfinden, so dass die Bedeutung der Infrastrukturgröße zum Teil geringer wird, als sie das in der Vergangenheit war. Wachstum der Infrastruktur wird eine geringere Rolle spielen als die zeitgemäße Ausstattung moderner Lehrräume.
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56 Wird sich an der internen Organisation im Haus unter Ihrer Führung etwas ändern? Das muss man sehr behutsam angehen. Die interne Organisation steht aktuell auf stabilen Strukturen. Mein Ziel ist, die internen Strukturen aber trotzdem weiter zu prüfen und zu schauen, ob die Prozesse und Strukturen effizienter gestaltet werden können. Ich bin erst seit rund vier Monaten hier und habe erste Akzente gesetzt, von denen ich überzeugt bin, dass sie zur Weiterentwicklung der UMIT TIROL in ganz elementaren Punkten beitragen. Die UMIT steht aber jetzt schon auf gutem Boden. Werden die Finanzen zukünftig Chefinnensache sein? Ja! In welcher Form und Zusammenarbeit, wird sich zeigen. Da gibt es verschiedene Varianten. Wir überlegen aktuell, welche für die UMIT TIROL die beste ist.
Was ist die – wenn man es so nennen will – USP der UMIT TIROL, einmal mit Blick auf die Studierenden, einmal mit potenziellen Kooperationspartnern aus der Wirtschaft im Fokus? Aus beiden Perspektiven ganz klar: Die Thematik Gesundheit und gesundheitsaffine Technik. Beide Bereiche sind zukunftsträchtige Megatrends – und das sind nicht irgendwelche möglichen Visionen, sondern Trends, die bereits höchs-
te Relevanz für die Gesellschaft haben und diese zukünftig extrem prägen. Darauf müssen sich alle Ausbildungsinstitutionen, aber auch Unternehmen einstellen. Die Digitalisierung ist hingegen gar kein Megatrend mehr, weil sie schon längst die Gesellschaft erreicht hat, jedoch in ganz unterschiedlichen Ausprägungen umgesetzt wird – teilweise verspätet. Gesundheit ist das zentrale Anliegen der Gesellschaft – und wird es auch immer bleiben – und ist eng mit der Technik, Konnektivität, Individualität und Bildung verknüpft. Das ist augenscheinlich und dafür sind wir schon jetzt thematisch gut aufgestellt. Das heißt nicht, dass wir uns nicht weiterhin um zukunftsfähige Angebote und Geschäftsfelder bemühen werden.
Eine Pandemie ist kein erfreulicher Anlass, hat aber den Menschen sehr drastisch die Bedeutung der Gesundheit vor Augen geführt. Nehmen Sie einen solchen Bedeutungszuwachs wahr? Ja.
Wird dieser Boom in den Studierendenzahlen an der UMIT TIROL Niederschlag finden? Ich gehe von nichts anderem aus. Aber auch die Weiterentwicklung und Innovierung der UMIT TIROL wird sich auf die Studierendenzahlen und auf den Erfolg in Zukunft positiv auswirken.
Erwarten Sie in einer Welt nach Corona bleibende Änderungen in der universitären Wissensvermittlung? Ja. Viele haben erst durch Corona gemerkt, dass es noch andere Lehrformate gibt als den klassischen Präsenzunterricht. Dass der Professor vor 300 Studierenden im Hörsaal sein Manuskript vorliest, ist didaktisch nicht das, was man heutzutage von der Lehre einer modernen Universität erwartet. Es gibt mittlerweile sehr effektive digitale Ergänzungen für die Präsenzlehre, um mehr Support, Individualität und Flexibilität ins Studium zu bringen. Das sind auch asynchrone, dem Lernstand angepasste und feedbackorientierte Digitalformate, die zu einem hohen Lernerfolg führen. Den Trend gibt es seit über 20 Jahren. Die Lerneffektivität lässt sich dadurch deutlich erhöhen. Es geht jedoch nicht um den Ersatz von Präsenzlehre, sondern um die richtige Mischung. Wie gut ist die UMIT diesbezüglich aufgestellt? Wir haben einzelne Studienformate, die schon komplett digital sind. Man muss aber die Lehrenden mitnehmen, weil schließlich keiner von ihnen in der Ausbildung digitale Lehre gelernt hat. Eine Kollegin der UMIT TIROL hat schon vor einiger Zeit federführend digitale Lehrformate auf den Weg gebracht und auch in hohem Umfang
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Drittmittel dafür eingeworben. Das Wichtige ist in der Tat, den Mehrwert von digitalen Lehrformaten auszuschöpfen. Die Lehre kann stärker individualisiert werden, die Aufgaben, die Studierende zu bearbeiten haben, passen sich dem individuellen Lernstand an. Das heißt adaptives Lernen und ist der absolute Goldstandard der Didaktik. Wir richten zu Beginn des Sommersemesters ein Zentrum für innovative Lehre und Didaktik ein, um die entsprechenden Rahmenbedingungen für die Umsetzung digitalen Lehrens zur Verfügung stellen zu können.
Im universitären Kontext wird in den vergangenen Jahren viel über die sogenannte Third Mission gesprochen, die gesellschaftliches Engagement der Universitäten meint. Wie ist diese neuere universitäre Aufgabe hier verwirklicht? Gesellschaftliches Engagement ist ein ganz wichtiges Themenfeld, das wir in Zukunft noch forcieren wollen. Wir sind die Landesuniversität von Tirol und wollen die Third Mission durch die regionale Verankerung vorantreiben. Das werden wir institutio-
„DIE GROSSE HER AUSFORDERUNG IN DER Z U K U N F T I S T, G E N E R E L L D I E B A L A N C E ZWISCHEN WISSENSCHAF T UND W I R T S C H A F T L I C H K E I T Z U M E I S T E R N .“ SANDRA ÜCKERT
nell unterstützen, weil wir das nicht nur den Professoren aufbürden können. Das gesellschaftliche Engagement will gebündelt und gesteuert werden, um den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu intensivieren.
Die Third Mission ist nicht ganz selbstlos, sondern wohl auch ein taugliches Mittel, um sich stärker ins Bewusstsein zu rufen, Werbung in eigener Sache zu machen? Die Strahlkraft und Sichtbarkeit lassen sich dadurch sicher erhöhen, was wiederum Kooperationen erleichtert. Wir wollen für die Region wissenschaftliche Erkenntnisse generieren, aber auch die Bedarfe der Region in Richtung Studienangebot und auch Forschungsfragen eruieren.
Die UMIT TIROL ist nicht nur hier in Hall, sondern auch in Landeck und Lienz – in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck – tätig. Wie kleinteilig sind Universitätsstandorte überhaupt sinnvoll? Das Dependance-Modell macht sehr großen Sinn. Es ist sinnvoll, in Tirol flächendeckend präsent zu sein, auch wenn es kleinere Dependancen sind. Wir sind im Westen, in der Mitte und im Osten vertreten. Das ist auch für die Region wichtig. Derartige Modelle sind generell im privaten Hochschulkontext zukunftsweisend. Es ist nicht sinnvoll, von einem Standort aus zu meinen, sternförmig überall agieren zu können. Die beiden Standorte Lienz und Landeck sind ganz fest implementiert und werden auch in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen.
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achdem uns die Corona-Pandemie schon seit über einem Jahr beschäftigt, sieht es danach aus, dass wir uns ab dem zweiten Halbjahr 2021 wieder in Richtung Normalität bewegen. Viele Unternehmer ergreifen in dieser atypischen Zeit die Initiative und investieren entsprechend in die Zukunft. Die Experten der Buchhaltungsberufe unterstützen hier beim Businessplan, der Investitionsrechnung, Liquiditäts- und Zahlungsplanung sowie Prognoserechnung. Egal ob Neugründung, Geschäftsfelderweiterung oder Neuinvestitionen: bei Gesprächen mit der Bank, aber auch für die eigene Planung sind Businesspläne unerlässlich. Ein Businessplan ist etwa für Kostenabschätzungen oder Entscheidungsfindungen für ein bestimmtes Produkt oder Projekt eine wichtige Grundlage. Unternehmensberater unterstützen dabei, die Kostenstruktur des Unternehmens zu durchforsten und
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entsprechendes Einsparungspotenzial zu finden. Sie sind auch ideale Partner beim Herausarbeiten neuer Geschäftsfelder und geben eine Richtschnur für geplante Tätigkeiten und Investitionen. Aber auch gesicherte und geregelte Zahlungsflüsse sind für Betriebe gerade jetzt von größter Bedeutung. Eine Liquiditätsplanung sowie Finanzierungsrechnungen sind hier wichtige Instrumente. Gerade für Unternehmen, die von COVID-Stundungen Gebrauch gemacht haben, ist dies existenziell wichtig. Die Experten der Buchhaltungsberufe unterstützen bei diesen Berechnungen und sind auch außerhalb von Buchhaltung, Lohnverrechnung oder Kurzarbeitsabrechnungen wichtige Partner der Unternehmer. Sie kümmern sich gerade jetzt ganz besonders um die durch die Krise sich ständig ändernden Rahmenbedingungen. Alle UBIT-Experten in Ihrer Nähe finden Sie unter firmen.wko.at. PR
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Frauen & Geld Die Gehaltsschere zwischen Frauen und Männern mag die verschiedensten Gründe haben, doch unabhängig vom Warum ist es eine Tatsache, dass Frauen im Schnitt deutlich weniger verdienen als Männer. Das ist vor allem in Hinblick auf die Pension ein großes Problem. „Die vielen Faktoren, die Frauen schlechter stellen als Männer, führen leider dazu, dass man sich hierzulande um die finanzielle Gesundheit der Frauen wirklich Sorgen machen muss“, so Claudia Höller, Vorständin der Tiroler Sparkasse. Laut einer aktuellen Studie von IMAS im Auftrag der Erste Bank und Sparkassen ist 76 Prozent der Tirolerinnen eine finanzielle Unabhängigkeit von ihrem Partner, ihren Eltern und Kindern „sehr wichtig“. Die Realität indes sieht anders aus. Laut der Studie sind 40 Prozent der Frauen auf finanzielle Zuwendungen angewiesen. „Wichtig ist, dass sich Frauen selbst um ihre finanzielle Gesundheit kümmern. Zudem sollten sie sich angesichts einer Scheidungsrate von über 40 Prozent in Österreich auch nicht zu sehr auf den Partner verlassen“, so Höller. Dafür braucht es entsprechende Finanzbildung (nicht nur bei Frauen übrigens). Hier wären vor allem die Schulen in der Pflicht, um möglichst früh entsprechendes Wissen zu vermitteln. Höller: „Auch wir in den Sparkassen in Tirol nehmen diese Bildungsverantwortung mit den unterschiedlichsten Angeboten wahr. Ich kann nur jeder Frau raten, unsere Beratungsleistungen anzunehmen, denn finanzielles Unwissen behindert das soziale, ökonomische und kulturelle Leben.”
E S L E B E D I E V I E L F A LT Seit Ende Februar 2021 bekennt sich die Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) mit der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt öffentlich und freiwillig zu mehr Vielfalt im Unternehmen und damit dazu, alle Mitglieder der Gesellschaft wertzuschätzen, unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, Hautfarbe, sexueller Orientierung, Religion, Weltanschauung sowie körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung. Die Charta ist eine Initiative der Wirtschaftskammer Österreich, die damit die Wertschätzung gegenüber allen Mitgliedern der Gesellschaft fördern möchte. Mehr als 250 Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen haben die Charta seit ihrem Start im Jahr 2010 unterzeichnet.
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KAUF MICH! Das Designchalet in Fieberbrunn wurde von Engel & Völkers 2020 erfolgreich vermarktet. Der Kaufpreis lag bei etwa 2,2 Millionen Euro.
ES BLEIBT TEUER Das Corona-Krisenjahr schlägt sich nicht auf dem Immobilienmarkt nieder. Im Gegenteil. 2020 wurde bei Wohnimmobilien ein deutlicher Preisanstieg verzeichnet und auch 2021 ist die Nachfrage ungebrochen. Die größten Preisanstiege für Wohnungen verzeichneten das Burgenland und Tirol. Spitzenpreise für Neubauwohnungen in Kitzbühel, Wien und Salzburg erreichten über 20.000 Euro (!) pro Quadratmeter.
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BEZAHLEN PER APP Die zwei Tiroler Claudio Wilhelmer und Matthias Seiderer starten ein neues Fintech. Mit NumberX bereiten sie den Start einer appbasierten Mastercard nach dem Open-Banking-Prinzip vor. Nutzer*innen können damit all ihre Girokonten mit der NumberX-App verbinden, ein monatliches Ausgabenlimit festlegen und mit der NumberX-Mastercard weltweit ohne versteckte Kosten bargeldlos bezahlen oder Bargeld abheben. Möglich wird dies durch ein neuartiges Flatrate-Modell. Als erste Partner konnten das globale Zahlungsnetzwerk Mastercard, das Finanztechnologieunternehmen PPS sowie branchennahe Investoren gewonnen werden. „Für eine monatliche Gebühr – so wie man es für Videos von Netflix oder Musik von Spotify kennt – kann NumberX weltweit an über 70 Millionen Mastercard-Akzeptanzstellen und Bargeldautomaten unbegrenzt genutzt werden“, erklärt Wilhelmer. Die genaue Preisgestaltung wird zum Marktstart bekanntgegeben. www.numberx.com Das Gründerteam und Co-Geschäftsführer Matthias Seiderer und Claudio Wilhelmer © NUMBERX INTERNATIONAL GMBH/TANZER
Nunu Kaller, Kremayr & Scheriau 240 Seiten, EUR 22,00 Nunu Kaller geht dem Wunsch nach Konsum auf den Grund und zeigt, dass dieser in der Regel nicht wirklich aus uns selbst heraus kommt. Die Erkenntnisse sind nicht weltbewegend neu, aber charmant-ehrlich zusammengefasst. Ohne Zeigefinger, dafür mit Augenzwinkern.
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FINANZHELDINNEN Katharina Bremer / Jessica Schwarzer, Komplett Media 176 Seiten, EUR 20,00 Finanzielle Unabhängigkeit ist ein wichtiger Bestandteil eines selbstbestimmten Lebens. Doch gerade Frauen tun sich mit Geld nach wie vor schwer – vor allem mit dem Reden darüber. Dieses Buch leitet Frauen verpackt in eine gelungene Optik einfach und doch fundiert an das Thema heran.
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NACHFOLGEHILFE MIT KAPITAL UND KNOW-HOW Mit Raiffeisen Continuum wurde ein neues Beteiligungsinstrument geschaffen, um die externe Unternehmensnachfolge besonders in Klein- und Mittelbetrieben (KMU) zu fördern. Wie das funktioniert, welche Vorteile das für Wirtschaftsstruktur und -standort hat, erklärt der zuständige RLB-Experte Hubert Schenk im Gespräch. INTERVIEW UND FOTOS: MARIAN KRÖLL
„ D A S R I S I KO TR AGEN R AIFFEISEN CONTINUUM UND DIE R AIFFEISEN L ANDESBANKEN. DAS IST AL SO EIN KL ARER VERTRAUENSBEWEIS IN RICHTUNG DER UNTERNEHMEN, IN DIE W I R I N V E S T I E R E N .“ HUBERT SCHENK
E C O . N OVA : Wie hat die Idee für Raiffeisen Continuum Gestalt angenommen? HUBERT SCHENK: Das Problemfeld Unternehmensübergabe ist ja nicht neu, es hat sich allerdings in den letzten Jahrzehnten verschärft. Früher war es häufig einfach vorgegeben, wer das Unternehmen übernehmen wird, heute stehen die Übergeber oft ohne logische Nachfolge da, weil sich die potenziellen Nachfolger für eine andere berufliche Laufbahn entscheiden. Auf der anderen Seite gibt es in vielen Unternehmen langjährige, verdiente Mitarbeiter in Leitungsfunktionen, die Interesse an einer Übernahme haben, die aber ebenso wie die Übergeber den realen Unternehmenswert nicht wirklich kennen und denen auch das nötige Eigenkapital für eine Übernahme fehlt. Genau hier setzt das Konzept von Raiffeisen Continuum an. Eine objektive Unternehmensbewertung legt die Basis, damit ein für beide Seiten faires Angebot möglich wird.
Gibt es Unterschiede, ob ein Unternehmen seit vielen Generationen im Familienbesitz ist oder erst in zweiter Generation? Die gibt es nicht wirklich. Das Nachfolgeproblem spitzt sich zudem durch die aktuelle demografische Entwicklung kontinuierlich zu. Hinzu kommt, dass größere Konzerne diese Unternehmen dann einfach schlucken. Das führt zu Fusionierungen oder zur Zusammenlegung von Betriebsstätten und kostet Arbeitsplätze.
Raiffeisen Continuum ist demnach auch mit dem Zweck geschaffen worden, die Konzentrationstendenzen in unserer verhältnismäßig kleinstrukturierten Unternehmenslandschaft einzuhegen? Absolut. Im Tourismus ist diese Problematik besonders virulent. Es macht sich seit Jahren bemerkbar, dass nicht nur touristische Infrastrukturen, sondern auch sonstige Unternehmen an
ausländische Investoren gehen und dadurch die Loyalitäten und die Verbundenheit mit dem Standort mit einem Schlag weg sind. Ausländische Investoren haben in der Regel wenig Bezug zur Region, in der sich das von ihnen übernommene Unternehmen befindet, und sie haben erst recht keinen Bezug zu den Menschen, die dort leben und arbeiten. Damit ist es ein Leichtes für sie, an und für sich gesunde Betriebe zuzusperren und Produktionen an billigere Standorte zu verlagern. Wir von Raiffeisen können das nicht verhindern, aber einen Beitrag dazu leisten, dass es nicht so weit kommen muss. Auch das war ein entscheidender Beweggrund für die Gründung von Raiffeisen Continuum. Wie genau funktioniert das Modell? Wir bieten Möglichkeiten für jene, die das Eigenkapital zum Zeitpunkt der Übernahme nicht verfügbar haben, sich dieses aber im Laufe der Jahre aufbauen wollen. Wir führen zunächst Gespräche mit Übergeber und Übernehmer, um sicherzugehen, dass beide Seiten tatsächlich die gleichen Ziele verfolgen. Dann geht man in eine professionelle und für alle Seiten nachvollziehbare Unternehmensbewertung hinein. Es ist uns wichtig, dass weder Fabelpreise verlangt werden noch das Unternehmen zu günstig den Besitzer wechselt.
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„ES GIBT IN VIELEN UNTERNEHMEN L ANGJÄHRIGE, V E R D I E N T E M I TA R B E I T E R I N L E I T U N G S F U N K T I O N E N , D I E INTERESSE AN EINER ÜBERNAHME HABEN, DIE ABER EBENSO WIE DIE ÜBERGEBER DEN REALEN UNTERNEHMENSWERT NICHT WIRKLICH KENNEN UND DENEN AUCH DAS NÖTIGE E I G E N K A P I TA L F Ü R E I N E Ü B E R N A H M E F E H LT. G E N A U H I E R S E T Z T D A S KO N Z E P T V O N R A I F F E I S E N C O N T I N U U M A N .“ HUBERT SCHENK
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Sie fungieren gewissermaßen als Makler? Ja, wir sind hier in einer neutralen Vermittlerfunktion. Wir bedienen uns dabei des Know-hows der Raiffeisen Bank International (RBI), die bereits seit Jahrzehnten sehr erfolgreich als Private-Equity-Arrangeur tätig ist. Damit ist gewährleistet, dass die Bewertung nach objektiven und bewährten Methoden erfolgt. Die Bewertung ist natürlich nicht der Endpreis, sie dient vielmehr als fundierte Verhandlungsbasis. Im nächsten Schritt werden die finanziellen Vorstellungen dargelegt und verglichen. Oft ist es so, dass potenzielle Übernehmer bereits ein wenig Eigenkapital haben, mit dem sie Unternehmensanteile erwerben können. Das übrige Kapital wird über Raiffeisen Continuum und eine Fremdfinanzierung aufgebracht. Die Finanzierung der Übernahme hat also gewissermaßen drei Komponenten: Eigenkapital vom Übernehmer – sofern vorhanden – ergänzendes Eigenkapital von Raiffeisen Continuum und einen Fremdfinanzierungsanteil der örtlichen Raiffeisenbank. Raiffeisen Continuum beteiligt sich folglich direkt am Unternehmen? Ja, der Zeithorizont dafür ist üblicherweise sieben bis zehn Jahre, aber nicht länger, weil man kein langfristiges Beteiligungsportfolio aufbauen will. Das wird von vornherein vertraglich genau geregelt.
Mangelt es für KMU, die wesentlich für die Wirtschaftsstruktur in Österreich sind, bislang an derartigen Finanzierungsinstrumenten? Das kann man so sagen. Wir bespielen mit Raiffeisen Continuum das Segment zwischen Start-ups, die häufig von Business Angels finanziert werden, und großen, internationalen Akquisitionen. Wir konzentrieren uns dabei auf etablierte heimische Unternehmen, die keineswegs Hidden Champions sein müssen.
Wir stehen durch diese Pandemie wirtschaftlich vor Schäden ungeahnten Ausmaßes, gegen die auch grundsätzlich solide Unternehmen nicht gefeit sind. Ist für Ihre Beteiligung eine Grundvoraussetzung, dass es sich um völlig gesunde Unternehmen handelt? Wir schließen a priori niemanden aus und schauen uns das Fall für Fall an. Stellen wir in unserer Analyse fest, dass das Unternehmen bereits in Schieflage oder nicht mehr zu retten ist, hilft ein engagierter Nachfolger natürlich auch nicht mehr. Gibt es ein vernünftiges strukturelles Fundament und ein zukunftsweisendes Produkt- und Dienstleistungsangebot, das Potenzial hat, ist eine Beteiligung nicht ausgeschlossen. Sollte das Unternehmen pandemiebedingt in Schwierigkeiten sein, aber in der Post-Corona-Zeit gute Chancen haben, dann werden wir uns dem sicher nicht verschließen. Ein Teil der Betriebe, die nach Ablauf der staatlichen Hilfen scheitern werden, dürfte auch schon vor dieser Krise notleidend gewesen sein. Davon ist auszugehen. Die aktuellen staatlichen Förderungen decken im Moment noch einiges zu.
Wenn Raiffeisen Continuum das Eigenkapital für Übernehmer bereitstellt, wie funktioniert die Rückführung dieses Kapitals? Grundsätzlich ist bei solchen Beteiligungen immer eine Endfälligkeit vorgesehen. Es ist aber Verhandlungssache, sich vertraglich die Möglichkeit einräumen zu lassen, die Anteile peu à peu von Raiffeisen Continuum zurückzuerwerben. Generell gibt es große Spielräume, weil wir weitgehend auf die individuellen Bedürfnisse der Übernehmer eingehen wollen. Die oberste Maxime ist es, einen Beitrag zu leisten, um das Unternehmen und die Arbeitsplätze in der Region zu halten.
Ist eine Übernahme durch Mitarbeiter in Genossenschaftsform dafür auch eine Option? Natürlich, auch das würde man sich von Fall zu Fall genau anschauen und prüfen, ob die Voraussetzungen hierfür gegeben sind. Denn die Genossenschaft benötigt mehr Abstimmungsprozesse, daher setzt sie auch eine entsprechende Organisation und Kommunikationskultur voraus, die im Unternehmen bereits gelebt werden sollte. Spielt die gewählte Rechtsform eine Rolle für ein Investment von Raiffeisen Continuum? Es muss sich nicht zwingend um eine Kapitalgesellschaft handeln, allerdings hat sie Vorzüge, weil die Anteilsthematik so besser dargestellt werden kann. In welcher prozentuellen Größenordnung spielt sich die Beteiligung ab? Idealerweise ab 50 Prozent. Das kann bis zu hundert Prozent gehen, denn wir wollen während der Beteiligungsphase eine mitbestimmende Kraft im Unternehmen sein.
Inwiefern ist Raiffeisen Continuum in die operative Unternehmensführung eingebunden? In wesentliche strategische Entscheidungen wollen wir eingebunden sein, operativ ist es uns wichtig, dass der Nachfolger sein Feld bespielt und hierfür entsprechenden Gestaltungsspielraum hat, wobei er jederzeit auf unsere betriebswirtschaftliche und vertriebstechnische Expertise zurückgreifen kann. Die RBI verfügt vor allem international über weitreichende Netzwerke, das ist abseits der Mittel, die wir einbringen, schon ein enormer Mehrwert.
Wer trägt die Risiken, wenn das Investment schiefgeht? Das Risiko verteilt sich entsprechend den Geschäftsanteilen, im Sinne einer Private Equity, also einer echten Beteiligung. Das Risiko tragen Raiffeisen Continuum und die Raiffeisen Landesban-
RAIFFEISEN CONTINUUM DIE LÖSUNG FÜR UNTERNEHMENSNACHFOLGE. Verdiente Mitarbeiter möchten Ihren Betrieb weiterführen? Dann kommen Sie auf uns zu. Wir sind Ihr starker Partner für KMU-Nachfolgelösungen in Österreich – damit Ihr Unternehmen in der Region bestehen bleibt.
raiffeisen-tirol.at/continuum
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ken. Das ist also ein klarer Vertrauensbeweis in Richtung der Unternehmen, in die wir investieren.
Wie ist das bisherige Feedback aus der Wirtschaft? Interessanterweise ist die Resonanz derzeit in Ostösterreich noch stärker als im Westen. Wir sind gerade dabei, auszuloten, für welche Betriebe unser Modell infrage kommt. Erwarten Sie für Tirol eine andere Branchenverteilung als für den Osten Österreichs? Die Nachfrage aus dem Tourismus wird sicher stärker sein. Auch hier gilt für uns, dass sich die Beteiligung an diesen Unternehmen – ob nun Hotels oder andere touristische Unternehmen – binnen zehn Jahren amortisieren sollte. Und wir sehen hier durchaus einiges Potenzial.
Übergeber und Übernehmer müssen sich finanziell einig sein, damit ein Investment Sinn macht. Wie sieht es mit der zwischenmenschlichen Seite aus? Vor allem innerfamiliär sind Übergaben immer wieder eine Herausforderung, im Zuge des-
„W I R W O L L E N WÄ H R E N D D E R BE TEILIGUNGSPHASE EINE MITBESTIMMENDE KR AF T IM U N T E R N E H M E N S E I N .“ HUBERT SCHENK
sen es durchaus zu Unstimmigkeiten und Konflikten kommen kann. Wenn sich etwa ein Verwandter als besserer Nachfolger empfindet als ein externer Übernehmer. Hier geht es dann auch um Erbsentfertigungen und dergleichen. Da es hier um sensible Themen wie die faktischen unternehmerischen Fähigkeiten der Nachfolger geht, braucht es in solchen Konstellationen noch weitere Akteure wie etwa Unternehmensberater. Eine Familienverfassung, wie sie etwa viele große Unternehmen haben, wäre hier eine taugliche Grundlage, um eine geordnete Übergabe schon sehr früh aufgleisen zu können. Raiffeisen Continuum ist kein reiner Kapitalgeber. Was leistet die Plattform darüber hinaus? Wir bringen nicht nur Kapital,
sondern auch unser Know-how und unsere Erfahrung ein – etwa bei der Unternehmensbewertung, aber auch bei steuerlichen und unternehmensrechtlichen Fragestellungen. Zudem verfügen wir über ein großes Netzwerk und können vor allem für die emotionalen Themen entsprechende Experten empfehlen. Wie schätzen Sie den Markt in Tirol in den kommenden Jahren ein? In den kommenden Jahren werden in ganz Österreich mehr als 40.000 Betriebe übergeben. Es ist uns ein Anliegen, davon viele regionale Unternehmen zu begleiten, um so die Betriebe in der Region zu halten und Arbeitsplätze sichern zu können.
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ECO.NOVA: Was sind die Aufgaben eines Notars, wenn
es um Unternehmensübergaben bzw. Betriebsnachfolgen geht? LUKAS KÖNIG: In unserem Berufsalltag sind das relativ häufige Fragestellungen. Der Notar ist berufen, alle Vertragsteile umfassend zu beraten und zu belehren. Wir sind insofern guter Ansprechpartner für Gesamtlösungen, besonders innerhalb von Familien, aber auch dann, wenn das Unternehmen verkauft wird. In Zusammenarbeit mit dem Steuerberater soll das entsprechend steueroptimal gestaltet sein. Der Notar ist in der Lage, alle gemeinsam zu beraten und einer angestrebten Gesamtlösung zuzuführen. Weil Sie von Berufs wegen der Objektivität verpflichtet sind? KÖNIG: So ist es.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, einen Notar einzubeziehen? KÖNIG: Ich empfehle, relativ früh rechtlichen Beistand zu suchen. Bei uns sind Erstberatungen immer kostenlos und unverbindlich. Die steuerlichen und wirtschaftlichen Themen werden häufig über den Steuerberater aufgearbeitet. Wichtig ist aber eine ganzheitliche Perspektive. Gerade in der Familie sind Fragen wie die nach der Versorgung des Übergebers, von Ehegatten, nach den Ansprüchen weichender Kinder wichtig. Da ist es wichtig, zeitgerecht darüber zu sprechen. Es geht dabei darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, was die eigentlichen Themen sind.
Macht es aus notarieller Sicht einen Unterschied, ob ein Unternehmen innerfamiliär oder extern übergeben bzw. veräußert wird? KÖNIG: Die Übergabe innerhalb der Familie ist meist bedeutend komplexer als die an Dritte. Bei letzterer sind die wesentlichen wirtschaftlichen Bedingungen meist schon weitgehend vereinbart. In der Familie ist es oft so, dass nicht alle Familienmitglieder im Unternehmen mitarbeiten, aber dennoch – Stichwort weichende Kinder – in die Übergabe eingebunden werden müssen. Es ist wichtig, alle am Prozess Beteiligten abzuholen, sie zu informieren und ihnen gleichermaßen Gehör zu schenken. In der Familie werden zudem vom Übergeber oft Dinge erwartet, die nicht unbedingt fremdüblich sind, etwa trotz Übergabe weitreichende Mitspracherechte hinsichtlich der künftigen Geschäftspolitik, fortgesetzte Mitbestimmung bei Investitionen oder Ausschüttungen aus künftigen Gewinnen. An diese Themen muss man vorsichtig herangehen, weil sie sehr emotional besetzt sein können. Die Bedingungen müssen für Übergeber wie Übernehmer gleichermaßen akzeptabel sein. Als Laie stellt man sich den Tätigkeitsbereich des Notars sachlich und nüchtern vor. Wie wichtig ist es, ein Sensorium für die emotionalen Bedürfnisse der Mandanten zu haben? MICHAEL VETTER VON DER LILIE: Es gibt noch diese klassischen, alten Unternehmer, die als Patriarchen auch allein über Form und Zeitpunkt der Übergabe entscheiden und sich von niemanden
„ES IST IDEAL, WENN DER PROZESS D E R N A C H F O L G E V O N A N FA N G AN GUT BEGLEITE T WIRD. DANN TA U C H E N N I C H T I R G E N D WA N N S PÄT E R UNANGENEHME ÜBERRASCHUNGEN A U F, D I E U N R U H E S T I F T E N . RECHTZEITIG BEGLEITE TE NACHFOLGE I S T E R FA H R U N G S G E M Ä S S D I E P R O B L E M L O S E S T E .“ LUKAS KÖNIG
67 dreinreden lassen wollen. Und es gibt andere, die sich frühzeitig mit dem Thema befassen. Den richtigen oder falschen Zeitpunkt für die Übergabe gibt es nicht. Letztlich hängt aber alles vom Charakter des Übergebers ab, wann und zu welchen Bedingungen dieser bereit ist, sein Unternehmen zu übergeben. KÖNIG: Häufig erkennt man erst im Gespräch die tatsächliche Aufgabenverteilung innerhalb der Familie. Da gibt es zum Beispiel den Unternehmensführer, über den pro forma alles läuft, aber auch die starke Frau dahinter, die schon immer für die Finanzen zuständig war. Wir müssen diesbezüglich sehr sensibel sein und diese informellen Familienstrukturen erkennen. Das ist auch im erbrechtlichen Kontext immer wieder gefragt. Als Notare kommt uns dabei entgegen, dass wir grundsätzlich als neutrale Stelle positiv besetzt sind. Wir vertreten keine einzelne Partei und setzen nicht ausschließlich die Interessen des Übergebers durch.
Kann bei Übergaben innerhalb der Familie ein für das Unternehmen existenzbedrohendes Szenario entstehen, wenn jeder auf seinen rechtmäßigen Ansprüchen beharrt? Wie geht man damit um, weil es ja nicht das Ziel sein kann, ein funktionierendes Unternehmen umzubringen? KÖNIG: Das muss man allen Beteiligten ganz klar sagen. Gerade wenn es Betriebsliegenschaften gibt, steckt ein beträchtlicher Wert dahinter, den der Übernehmer nicht eins zu eins lukrieren kann. Das Unternehmen soll schließlich weitergeführt werden. Es geht also nicht um Substanzwerte, sondern um Er-
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GmbH sind manche Dinge einfacher und vor allem flexibler zu regeln als in einem Einzelunternehmen.
„W I R M Ü S S E N A L L E B E T E I L I G T E N U N PA R T E I I S C H U N D V O L L I N H A LT L I C H AUFKL ÄREN. DAS IST AUCH EINE HAF TUNGSFR AGE. ES GEHT O F T U M P F L I C H T T E I L E B Z W. PFLICHT TEIL SVERZICHTE. WIR H A B E N S T E T S E I N E FA I R E U N D NEUTRALE VERMIT TLERROLLE WA H R Z U N E H M E N .“ MICHAEL VETTER VON DER LILIE
68 tragswerte. Es braucht machbare Regelungen, die auf dem Verständnis gründen, dass nur Summen bezahlt werden können, die wirtschaftlich darstellbar sind. Mit der Unterstützung des Steuerberaters kann man gute Lösungen finden. VETTER VON DER LILIE: Weichende Kinder können bei Übergaben nicht dazu gezwungen werden, auf Pflichtteilsansprüche zu verzichten. Gibt es Konflikte in der Familie und das Thema bleibt ungelöst, kommt es nach dem Ableben des Übergebers häufig zu Streitigkeiten um Pflichtteile. Das kann das Unternehmen in der Existenz bedrohen, weil der Verkehrswert des Übergabegegenstands zugrunde gelegt wird.
Ist eine Betriebsnachfolge ein guter Zeitpunkt, sich über die Rechtsform des Unternehmens Gedanken zu machen? KÖNIG: Absolut. Wenn das Unternehmen gut läuft, wird normalerweise erst über die optimale Rechtsform nachgedacht, wenn es zu einer Übergabe kommt. Oft wird der Zeitpunkt genutzt, um aus einem Einzelunternehmen eine Kapitalgesellschaft, meist eine GmbH, zu machen, weil sich die Anforderungen geändert haben. Etwa dahingehend, dass es mehrere am Unternehmen Beteiligte gibt oder ein Fremdgeschäftsführer mitwirkt. Das Umgründungssteuergesetz ermöglicht es, Rechtsformwechsel mit Ausnahme von Liegenschaften – Grunderwerbssteuer fällt immer an – steuerneutral durchzuführen. Eine Änderung der Rechtsform lässt sich gut in den Übergabeprozess integrieren. VETTER VON DER LILIE: Das ist auch ein Thema für den Steuerberater. In einer
Wie sehr muss man als Notar über den eigenen Kompetenzbereich hinausblicken, in unternehmens- und steuerrechtlichen und betriebswirtschaftlichen Dingen bewandert sein? KÖNIG: Wir müssen uns in diesen Materien auskennen, weil die Fäden in der Regel bei uns zusammenlaufen. Die Letztexpertise in steuerlichen Dingen liegt beim Steuerberater, wir als Notare müssen aber wissen, was grundsätzlich machbar und vernünftig ist. Als größeres Notariat kommt uns zugute, dass wir viel Erfahrung in unterschiedlichen Bereichen haben. Natürlich muss man als Notar auch eine Bilanz lesen können.
Der Worst Case in Unternehmen ist oft der unerwartete Ausfall des Unternehmers. Wie kann man sich auf diese Eventualität vorbereiten und dafür vorsorgen? KÖNIG: Prinzipiell ist die gesetzliche Erbfolge nie geeignet, eine Unternehmensübergabe zu ermöglichen. Gesetzliche Erbfolge heißt fast immer Zersplitterung. Es ist emotional und wirtschaftlich die schlechteste Situation, wenn erst in einem Verlassenschaftsverfahren darüber geredet werden muss, wer das Unternehmen weiterführt. Es entspricht der Mentalität der Unternehmer, sich selbst auszusuchen, wer das Unternehmen einmal weiterführen soll. Es ist immer anzuraten, zumindest testamentarisch vorzusorgen, um den Grundstein für die geordnete Nachfolge zu legen. Gerade für den Einzelunternehmer spielt die Vorsorgevollmacht eine wichtige Rolle. Mit einer solchen Vollmacht wird jemand für den Fall bevollmächtigt, dass der Unternehmer – eventuell auch vorübergehend – aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage ist, anstehende rechtliche Entscheidungen zu treffen und das Unternehmen selbst zu führen. Man denke nur an Unfälle, Schlaganfälle, längere Krankenhausaufenthalte etc. Der Bevollmächtigte muss nicht aus dem Familienverbund stammen. Der geschäftliche und private Bereich kann voneinander getrennt werden, so dass unternehmerisch jemand anderer zuständig ist als für das Privatvermögen. Die Vorsorgevollmacht ist ein sehr gutes und flexibles Instrument, das – ebenso wie das Testament – registriert wird und automatisch zum Vorschein kommt. Sie kann außerdem jederzeit einseitig widerrufen werden. VETTER VON DER LILIE: Es ist eine Katastrophe, wenn im Fall der Fälle niemand zeichnungsberechtigt ist. Es können nicht einmal die Gehälter ausbezahlt werden, es steht alles, wenn man alleiniger Inhaber ohne zeichnungsberechtigten Prokuristen ist. Das alles lässt sich in der Vorsorgevollmacht sehr gut und mit geringem Aufwand regeln. KÖNIG: Schließlich sichert man sich auch mit Versicherungen gegen alle möglichen Dinge ab. Im Idealfall kommt die Vorsorgevollmacht nie zur Anwendung, aber sollte sie einmal gebraucht werden, ist sie sehr wertvoll. www.notariatvetter.at
CULTURE EXPERTS
„NACHFOLGE IST ZENTRALES UNTERNEHMERTHEMA“ Helmut Erler gehört zum ausgewählten Kreis jener Berater, die jeden Aspekt des komplexen Themas Unternehmensnachfolge kennen und diesen in Unternehmerfamilien zentralen, oft vernachlässigten Prozess begleiten und strukturieren können.
ECO.NOVA: Wie fanden Sie zum Thema Unternehmensnachfolge? HELMUT ERLER: Ich wurde in eine Unternehmerfamilie hineingeboren und in ihr sozialisiert. Da entgeht man den primären Themen eines Familienunternehmens nicht. Mehr als 30 Jahre war ich in leitenden Funktionen für Unternehmerfamilien tätig. So lernt man alle Herausforderungen kennen, denen sich Unternehmerfamilien stellen müssen. Meines Erachtens ist das Thema Nachfolge das zentrale und vorrangige Thema von Unternehmerfamilien. Die meisten anderen Themen werden in den Familienunternehmen selbst „bespielt“.
Welche Themen dominieren die Unternehmensnachfolge? Besonders wichtig ist es, Einigung darüber zu erzielen, wer in Zukunft am Unternehmen beteiligt sein wird und wer welche Rollen übernehmen soll. Betreffend Eigentum steht eine gerechte Erbfolge im Vordergrund. Bezüglich Rollen kommt es nicht selten zu Auseinandersetzungen über die Eignung für Führungsaufgaben. Warum ist die „geregelte“ Unternehmensnachfolge so wichtig? Es braucht Berechenbarkeit und Sicherheit für alle Familienmitglieder, Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden, Banken und die Öffentlichkeit. Unsicherheit in der Nachfolge führt zu enormen Energieverlusten in den Organisationen, sowohl innerhalb der Eigentümerfamilien als auch innerhalb der Familienunternehmen. Dadurch kann, und das geschieht gar nicht so selten, der Bestand des Unternehmens gefährdet werden. Wer tut sich Ihrer Meinung nach mit der Nachfolge am schwersten? Meinen Beobachtungen zufolge sind es nach wie vor die Übergeber, die große Probleme damit zu haben scheinen, ihr Unternehmen in die Hände der nächsten Generation zu legen. Oft geschieht dies auch nur halbherzig. Die Übergabe erfolgt zwar, im Hintergrund verbleibt der Übergeber aber noch als Schattenchef, oft zum großen Schaden für Nachfolger
Die Nachfolge ist offensichtlich ein schwieriger Prozess. Was ist besonders zu bedenken? Schwierig ja, aber nicht unlösbar. Unabhängig davon, ob es zu Konflikten kommt oder nicht, ist die Beiziehung von Nachfolgeberatern sinnvoll. Diese strukturieren die Prozesse, ziehen sie konsequent durch und begleiten Übergeber und Übernehmer bis zur erfolgreichen Übergabe, manchmal auch darüber hinaus.
Helmut Erler vereint als Wirtschaftsphilosoph und erfahrener Berater unterschiedliche Perspektiven zu einer analytischen Gesamtschau.
und Unternehmen. Aber auch Nachfolger haben vermehrt Probleme damit, das Erbe der Vorgeneration zu übernehmen. Unsicherheiten über die eigenen Fähigkeiten stehen dabei im Vordergrund. Aber auch Selbstüberschätzung und ein Mangel an gebotener Bescheidenheit führen zu Schwierigkeiten und manchmal auch zum Scheitern der Unternehmensnachfolge.
Womit kämpfen heute viele Unternehmerfamilien im Zusammenhang mit der Nachfolge? Unternehmernachwuchs wächst nicht auf den Bäumen. Deshalb ist es eine der wichtigsten Aufgaben erfolgreicher Unternehmer, frühzeitig, individuell und strukturiert Nachwuchs für die Unternehmensführung zu entwickeln. Sollte dies innerhalb der Unternehmerfamilie nicht möglich sein, muss für eine familienexterne Lösung gesorgt werden. Welches ist der Kardinalfehler im Zusammenhang mit der Unternehmensnachfolge? Mangelndes Timing, würde ich sagen. Die Unternehmensnachfolge wird üblicherweise nicht als Prozess verstanden. Es wird oft zu spät damit begonnen. Man sollte mit einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren vor geplanter Übergabe rechnen.
Sie gelten als Doyen der Nachfolgeexperten. Warum ist das eine besondere Gruppe an Beratern? Nachfolgeexperten wissen um die Komplexität von Übergabeprozessen. Es gilt insbesondere die soziologischen, psychologischen und philosophischen Aspekte zu harmonisieren und daraus für alle Beteiligten tragbare Lösungen zu entwickeln. Diese Komplexität kann nur mit themenrelevantem Spezialwissen und umfangreicher Erfahrung bewältigt werden. Nicht zu unterschätzen sind auch mediative Fähigkeiten. Darum gibt es tatsächlich nur ein bis zwei Handvoll echter Nachfolgeexperten. Wie ordnen Sie das Thema Nachfolge in Ihr umfangreiches Tätigkeitsprofil ein? In der Culture Experts Consulting beschäftigen wir uns mit jenen Themen, die zu einer eindeutigen Orientierung unserer Klienten führen. In der Nachfolgeberatung geht es um Orientierung der Übergeber, der Übernehmer und der Schnittstellen zu den Unternehmen. Quo vadis, die Frage nach dem WOHIN steht am Anfang unseres Tuns. PR
NÄHERE INFORMATIONEN Helmut Engelbert Erler mail@helmuterler.com
www.helmuterler.com www.cultureexperts.at
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BETRIEBSÜBERGABEN BRAUCHEN AUSDAUER ProWest-Geschäftsführer, Steuerberater und Wirtschaftstreuhänder Hubert Vogelsberger beschreibt die Unternehmensübergabe als Prozess, der idealerweise eine längere Vorlaufzeit braucht. Über die Zukunftsvorsorge sollten sich Übergeber schon vor dem Tag X Gedanken machen. INTERVIEW: MARIAN KRÖLL
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ECO.NOVA: Was macht für Sie einen Unternehmer aus? HUBERT VOGELSBERGER: Ein Unternehmer ist eine Person, die etwas selbständig und eigenverantwortlich macht. Ich glaube, dass das Unternehmerbild heute deutlich facettenreicher ist als früher, das Anforderungsprofil breiter. Zum Unternehmertum gehören Leidenschaft, Mut und Ausdauer, wenn manches nicht auf Anhieb funktioniert. Und Ausdauer ist auch bei Betriebsübergaben das Thema. Man sollte bei Übergaben innerhalb der Familie strikt nach Fähigkeiten auswählen, sofern man denn eine Wahl hat. Bei der externen Übergabe empfehle ich das auch, weil die allerwenigsten Unternehmer nach dem Motto „nach mir die Sintflut“ handeln. Es braucht im Zuge einer Unternehmensübergabe viele Gespräche, Analysen und Bewertungen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, den Steuerberater ins Boot zu holen, wenn man sich mit dem Gedanken trägt, ein Unternehmen zu übergeben? Hier muss man zwischen einer externen und einer innerfamiliären Übergabe unterscheiden. Wenn
es einen unserer Klienten betrifft, peilen wir aktiv einen Zeitraum von fünf Jahren zur Vorbereitung an. Das gibt genügend Zeit für den notwendigen Orientierungsprozess, wie die Übergabe geordnet ablaufen könnte. Die Klienten nehmen es gut an, wenn sie um das 55. Lebensjahr herum von uns im Rahmen einer Bilanzbesprechung auf dieses Thema angesprochen werden.
Gibt es auch solche, die sagen, reden wir in 20 Jahren noch einmal drüber? Weniger. Das Thema geht sicher unter die Haut, aber ich sehe es als unsere Aufgabe, diesen Prozess anzustoßen. Da geht es nicht zuletzt um Fragen wie „Wie lebe ich in der Pension?“ und dergleichen. Gerade bei kleineren Unternehmen sind große Zahlungen in der Familiennachfolge eher die Ausnahme. Sehr oft reden wir sogar von unentgeltlichen Übergaben. Geht Ihr Rollenverständnis über reine steuerliche Belange hinaus? Ja. Ich sage immer, wir sind der praktische Arzt in allen wirtschaftlichen Angelegenheiten mit Spezialkenntnissen. Wir wissen aus dem Coaching
und der Beratung viel über unsere Klienten. Es ist wichtig, die Bühne ein bisschen auszuleuchten und auch die privaten Verhältnisse unserer Klienten zu kennen. So können wir an optimalen Lösungen arbeiten.
Ist die Übergabe ein guter Zeitpunkt, über die Rechtsform des Unternehmens nachzudenken oder eine etwaige Auftrennung in Liegenschaftsverwaltungs- und Betriebsgesellschaft ins Auge zu fassen? Diese Fragestellungen hat man immer und sollte sie entsprechend vorausschauend vor der Pension regeln. Unternehmertum ist ein lebender Prozess, der immer wieder evaluiert gehört. Im Hinblick auf eine Nachfolge sollte man sich alles so herrichten, dass diese möglichst leicht vonstatten gehen kann.
Inwiefern unterscheidet sich die innerfamiliäre Nachfolge von der externen, das heißt vom Verkauf eines Unternehmens? Geht es immer um die steueroptimale Gestaltung? Beim Verkauf kennt man die gängigen Möglichkeiten – Verkauf an einen Konkurrenten, an langjährige Mitarbeiter,
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leitende Angestellte und so weiter. Man muss mit dem Coaching sehr früh anfangen, weil diese Prozesse häufig von unklaren Vorstellungen und Bauchgefühlen geprägt sind und manchmal auch das Verständnis des Unternehmers bzw. Übergebers für das fehlt, was er eigentlich geschaffen hat und wie das zu bewerten ist. Man muss sich auch ansehen, ob es organisatorische Mängel gibt. Häufig ist es in kleineren und mittleren Betrieben so, dass der Unternehmer alles selbst entscheidet und sich um alle Bereiche kümmert. Solche Unternehmen muss man heutzutage schmücken und herrichten, damit die betriebswirtschaftlichen und alle sonstigen unternehmerischen Aufgaben erfüllt sind. Ansonsten wird man bei der Wertermittlung enttäuscht sein.
Viele Unternehmer haben ihr Leben lang hart und mit Herzblut an und in ihrem Betrieb gearbeitet. Kommt es in der Preisermittlung, die ideelle Dinge weitgehend unberücksichtigt lässt, nicht oft zu Enttäuschungen? Das ist die Schwierigkeit in der Übergabe. Was ist der Wert des Unternehmens? Das sind die zukünftig zu erwartenden Zahlungsströme, die wiederum marktfähige Produkte, gute Mitarbeiter und zeitgemäße Produktionsprozesse voraussetzen. Meine einfache Methode ist, das zu kalkulieren und dann den Klienten ein Bauchgefühl abzuringen, zu fragen: Würdest du selbst dein Unternehmen um diesen Preis kaufen? Die steuerliche Dimension ist dann immer eine Frage der Wünsche und Vorstellungen des Verkäufers und des Käufers. Es hängt davon ab, ob man ein Einzelunternehmen kauft oder GmbH-Anteile oder einzelne Assets herauskauft. Man muss sich wohl irgendwo in der Mitte treffen. Ich rechne auch gerne vor, was bisher verdient wurde und wie lange ein Käufer dafür arbeiten müsste. Es gibt außerdem übliche Kennzahlen wie das vier-, fünf- oder sechsfache EBITDA (sich aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit eines Unternehmens ergebender Gewinn ohne Berücksichtigung von Zinsen, Steuern, Abschreibungen und sonstigen Finanzierungsaufwendungen, Anm. d. Red.). In diese Richtung sollte man sich in der Bewertung hinbewegen. Bei ertragsstarken Unternehmen ist dieser Wert meistens sehr hoch. Bei Immobilien gibt es mittlerweile ein ganz gutes Gefühl dafür, was diese ungefähr wert sind. Gibt es Liegenschaften im Betriebsvermögen, haben diese einen hohen Verkehrs-
„DAS UNTERNEHMERTUM GLIEDERT SICH IN VERSCHIEDENE PHASEN. ZUMINDEST E I N E D AV O N S O L LT E G E N U T Z T W E R D E N , S I C H M I T D E R P R I VAT E N V O R S O R G E Z U BESCHÄF TIGEN. SICH ERST BEI EINER A L L FÄ L L I G E N Ü B E R G A B E D A M I T Z U B E FA S S E N , I S T M E I S T E N S Z U S PÄT.“ HUBERT VOGELSBERGER
wert. Den kann ein Übernehmer kaum bezahlen, wenn er weiter auf der Liegenschaft produzieren möchte. Wie geht man damit um? Das ist ein Punkt, der in der Verhandlung mitgedacht werden muss. Dafür gibt es unterschiedliche Modelle. Der frühere Eigentümer kann sich die Immobilie zurückbehalten, vermieten, ein Vorkaufsrecht einräumen. Sobald man eine Liegenschaft erwirbt, ist ein hoher Eigenmitteleinsatz erforderlich. Bei innerfamiliären Übergaben wird die Liegenschaft meist mitübertragen, außer man hat Liegenschaft und Betrieb bereits voneinander getrennt. Wie kann der Übergeber bei der innerfamiliären Übergabe seinen Lebensstandard halten, wenn noch nicht vorgesorgt wurde? Das muss man sich im Detail ansehen. Ich kann nur noch einmal betonen, dass es wichtig ist, während der unternehmerischen Phase vorzusorgen. Dann muss man eine klare Grenze ziehen und gegebenenfalls den Gürtel enger schnallen, weil man den Übernehmer aus der Familie mit manchen Dingen einfach nicht belasten kann. Grundsätzlich kann man das mit unterschiedlichen Modellen lösen. Eine Leibrente, die wir selten forcieren, weil sie ein massiver Einschnitt ist, oder eine teilweise weitere Mitbeschäftigung etwa. Manche Unternehmer haben allerdings gut vorgesorgt und wollen sich bewusst nicht mehr einmischen.
Ist es bei Unternehmen mit hohen Verbindlichkeiten manchmal besser, von einer Übernahme abzuraten? Das passiert leider immer wieder. Ich werde von potenziellen Übernehmern oft gebeten, mir Unternehmen anzusehen. Manchmal ist es dann so, dass es hohe Verbindlichkeiten, Bankrückzahlungen, keine klare Positionierung und einen Investitionsstau gibt, diese Dinge in der Familie aber nicht angesprochen wurden. Hier konnten wir schon mehrmals eine Übernahme nicht gutheißen. Es ist kein Vergnügen, solche Übernehmer nach einigen Jahren scheitern zu sehen. Ist eine Unternehmensübergabe steuerneutral machbar? Sobald Liegenschaften übertragen werden, fällt eine Grunderwerbssteuer an. Bei einer unentgeltlichen Übertragung werden alle Buchwerte übernommen. Diese ist grundsätzlich steuerneutral möglich. Danach hat der Übernehmer alle Möglichkeiten, das Unternehmen neu zu organisieren.
Muss es zwischen Übergeber und Übernehmer auch zwischenmenschlich passen? Wenn sich ein Unternehmer sofort von seinem Unternehmen trennen und lösen kann, ist das Zwischenmenschliche weniger wichtig. Solange es Berührungspunkte gibt, ist es ganz wichtig. Das ist vor allem bei Übergaben innerhalb der Familien der Fall. www.innsbruck.pro-west.at
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UNTERNEHMENSVORSORGE ALS ZUKUNFTSFRAGE
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Im Leben sind wir mit vielen Fragen und Herausforderungen konfrontiert. Wer selbständig tätig ist oder ein Unternehmen gründet und aufbauen will, steht vor großen Chancen, aber auch vor großen Herausforderungen.
U
nternehmertum bringt viele Themen mit sich und damit auch solche, an die man eigentlich gar nicht denken mag. Umfassende Beratung, ein starkes Netzwerk und ein gutes rechtliches Fundament werden immer wichtiger, damit sich ein Unternehmen auch in fordernden Zeiten sicher weiterentwickeln kann. Die Unternehmensvorsorge ist eine Zukunftsfrage, die sich für fast jedes Unternehmen früher oder später stellt. E C O . N O VA : Stichwort Unternehmensvorsorge: Was verstehen Sie darunter? OSKAR PLATTER: Die österreichischen Notare haben – wenn man so will – ein Unter-
nehmensvorsorgepaket geschnürt. Dabei ist die gesamte Bandbreite der umfassenden Beratung vom Start über den laufenden Erfolg bis hin zur Gestaltung von Zukunftsfragen gemeint. Konkret begleiten wir unsere Klienten bei grundlegenden Weichenstellungen in der Gründungsphase, unterstützen bei den wichtigen Entscheidungen im laufenden Betrieb und zu guter Letzt ist es uns ein Anliegen, dass das wirtschaftliche Lebenswerk Bestand hat und im Idealfall sicher an die nächste Generation weitergegeben werden kann. Notare im Allgemeinen und gerade unsere Kanzlei verstehen sich hier als Begleiter auf Augenhöhe mit dem Anspruch, trag-
fähige Lösungen gemeinsam mit unseren Klienten zu erarbeiten.
Ihre Nähe zum Tourismus zeigt sich nicht nur an Ihrem Wohnort am Arlberg. Was sind die besonderen Herausforderungen bei der Übergabe eines Tourismusbetriebes? CORNELIA RIESER: Unsere Kanzlei ist umgeben von starken, authentischen Tourismusregionen. Wir sind sicher, dass sich diese Stärke, die Energie unserer Unternehmer und die Anziehungskraft der Regionen auch nach dieser Krise wieder zeigen dürfen und werden. Wir haben also durch diese Regionalität große Erfahrungen in diesem Bereich. Aber auch die österreichische Nota-
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riatskammer beschäftigt sich immer wieder in Studien mit der Analyse der Herausforderungen bei der Nachfolge/Übergabe in Tourismusbetrieben. Die Ergebnisse zeigen, dass in der klein- und familiär strukturierten Branche vor einem Übergabewechsel sowohl betriebliche als auch familiäre Interessen des Übergebers und des Übernehmers berücksichtigt werden müssen. Die finanzielle Ausstattung der Betriebe und die Familienstruktur entscheiden in hohem Ausmaß über den Erfolg der Übergabe mit.
Was bedeutet das konkret? RIESER: Meist – und da zeigen sich die Herausforderungen in der Verknappung von Grund und Boden in unseren hochalpinen Regionen am deutlichsten – ist der Wirtschaftsraum auch Lebensraum. Anders gesagt: Im Hotel wird gelebt und gearbeitet. Meist ist das Gebäude die einzige Immobilie, die in der Familie vorhanden ist. In einer Übergabesituation führt dies dazu, dass plötzlich nicht nur Arbeit und Leben zu vereinen sind, sondern auch Alt und Jung. Neue Ideen und Altbewährtes treffen oft aufeinander und das auf engstem Raum. Da sprechen wir aber nur von den Herausforderungen zwischen der Übernehmergeneration und den Übergebern. Es gibt ja auch noch die Nichtübernehmer, für die ebenfalls gute Lösungen gefunden werden müssen. Leider auch eine Tatsache: Es sind hohe Immobilienwerte vorhanden, die aber nur im Falle eines Verkaufes lukriert wer-
„BEEINFLUSST WIRD EINE ERFOLGREICHE Ü B E R G A B E W E S E N T L I C H D U R C H D A S A LT E R D E S Ü B E R N E H M E R S . Z U S PÄT E Ü B E R G A B E N S T E L L E N E I N E N H A U P T FA K T O R F Ü R D A S SCHEITERN DAR, DA DER ÜBERNEHMER OF T E I N A N D E R E S TÄT I G K E I T S F E L D G E F U N D E N H AT U N D D E R Ü B E R N E H M E R S C H W E R L O S L A S S E N K A N N .“ O S K A R P L AT T ER
den können. Insofern ist das Spannungsfeld der möglichen Konflikte ein sehr großes.
Es klingt also ein bisschen wie die Quadratur des Kreises. Gibt es dafür Lösungsmöglichkeiten? PLATTER: Als Erfolgsfaktoren der Übergabe werden – übrigens auch in den angesprochenen Studien – eine frühe und offene Kommunikation und ein gutes Einbinden aller Beteiligten gesehen. Hier zeigen sich gute Unternehmens- und Familienstrukturen, vor allem in der Kommunikationskultur. Es ist wichtig, die richtigen Fragen für die steuerlichen, finanziellen, aber auch psychologischen Aspekte zu stellen. In diesem gemeinsamen Austausch können gute Lösungen gefunden werden. Wichtig ist, das zeigt unsere Erfahrung ganz deutlich: Je offener das Gespräch von Anfang an, desto besser sind die Voraussetzungen für eine gelingende Übergabe.
Welche Hürden oder besonderen Herausforderungen gilt es in der Übergabe zu bewerkstelligen? PLATTER: Es zeigt sich: Je länger ein Betrieb in der Familie ist, desto wichtiger wird die Fortführung der Ideale und Werte durch die Nachfolger, aber desto weniger gibt es schriftliche Strategien. Dies ist übrigens branchenunabhängig durch alle Familienunternehmen zu beobachten. Allgemein sind schriftliche Verträge ein Manko: Der überwiegende Teil hat keine vertragliche Form der Übergabe fixiert, Haftungsfragen nicht thematisiert oder sich den Fragen der Vorsorge gestellt. Hier raten wir zu klaren Vereinbarungen und einem gut abgestimmten Zeitmanagement. Beeinflusst wird eine erfolgreiche Übergabe übrigens auch wesentlich durch das Alter des Übernehmers. Zu späte Übergaben stellen einen Hauptfaktor für das Scheitern dar, da der Übernehmer oft ein anderes Tätigkeitsfeld gefunden hat
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„ F Ü R U N S G I LT, U N S E R E N K L I E N T E N D I E RICHTIGEN FRAGEN ZU STELLEN UND DARAUF G E M E I N S A M D I E I N D I V I D U E L L PA S S E N D E N ANT WORTEN ZU FINDEN. EIN GUTER VERTR AG S O L LT E I N D E N K R I S E N S I T U AT I O N E N D E S L E B E N S E I N E L Ö S U N G PA R AT H A B E N .“ CORNELIA RIESER
und der Übernehmer schwer loslassen kann. Auch das ist branchenunabhängig.
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Welche Rolle übernehmen Sie diesbezüglich als Notarin? RIESER: Es geht uns vor allem darum, die richtigen Fragen zu stellen. Darin sehen wir auch unsere wichtigste Funktion: Wir dürfen ganz unbedarft, neutral und mit einem erfahrenen Blick von außen Fragen stellen. Zum Beispiel: Wie können Familienmitglieder versorgt werden? Wie sichere ich die Interessen des Übergebers ab? Welche Haftungen übernimmt der Übernehmer? Welche Verpflichtungen will dieser übernehmen und welche muss er übernehmen? Der Fragenkatalog lässt sich beliebig erweitern und ist so vielfältig wie das Leben und so bunt wie die Unternehmen. Und dann gibt es natürlich auch und ganz besonders die unangenehmen Fragen des Lebens: Was ist, wenn mit mir was ist? Wer trifft in meinem Namen Entscheidungen? Kann das Unternehmen weitergeführt werden? Was passiert überhaupt, wenn ich einmal nicht mehr bin? Ist mein Partner bzw. meine Familie so abgesichert, wie ich es möchte? Egal, ob plötzlicher Unfall oder schwere Erkrankung: Dies kann uns auch in jungen Jahren treffen. Diesen Fragen verschließen wir uns am liebsten. Das liegt in der Natur des Menschen. Hier ist es besonders wichtig, dass sie von einem unparteiischen Dritten gestellt werden. Die Antworten sind übrigens oft eindeutig und liegen sogar auf der Hand. Da erleben wir sehr viel Klarheit bei unseren Klienten. Vor
allem, wenn wir ihnen konkrete Lösungen anbieten.
Wie können solche Lösungen ausschauen? PLATTER: Mit der Vorsorgevollmacht zum Beispiel bestimmen unsere Klienten selbst, wer im Fall des Falles in ihrem Namen handeln darf. Wer die Entscheidungen trifft, wenn sie dazu nicht (mehr) in der Lage sind. Die Vorsorgevollmacht trägt dazu bei, dass die Wünsche und Vorstellungen unserer Klienten zählen. Man kann auch als junger Unternehmer rasch in Situationen kommen, in denen man selbst nicht mehr handlungsfähig ist – aber sicher nicht auf einen gerichtlich bestellten „Erwachsenenvertreter“ angewiesen sein möchte. Dabei sind wir wesentlich beteiligt. Mit einem Testament kann der Unternehmer regeln, wie das Vermögen nach dem Tod aufgeteilt werden soll. Denn auch bei einem plötzlichen Ereignis soll der Wille des Unternehmers entscheiden. Schließlich will man ein Unternehmen hinterlassen und keinen Streit. Und nicht zuletzt: Ein guter Übergabevertrag verschriftlicht all die Antworten, die sich bei einer Unternehmensnachfolge auf einer sicheren juristischen Basis stellen – als tragfähiges Fundament für die Zukunft des Unternehmens. Was ist Ihr persönlicher beruflicher Antrieb und wie würden Sie Ihre Tätigkeit mit einem Wort beschreiben? RIESER: Ich schätze an meinem Beruf besonders die Nähe zu den Menschen und
den wichtigen Themen des Lebens. In aller Unterschiedlichkeit und Fülle. Der Anspruch, in guten Gesprächen tragfähige Lösungen gemeinsam mit unseren Klienten zu erarbeiten, ist sinnstiftend und zutiefst erfüllend. Unsere Tätigkeit ist unglaublich vielseitig und ich kann versichern: Es war mir in meinen beinahe 20 Jahren im Notariat noch keinen einzigen Tag langweilig. Aber wenn ich ein Wort für unsere Tätigkeit finden müsste, dann wäre es vermutlich: vorausdenken.
Vorausdenken? RIESER: Wir versuchen, in unseren Verträgen immer künftige Lebenssituationen zu antizipieren. Dinge und Situationen vorausdenken also. Es ist der Versuch und vor allem der Anspruch, im Vorfeld möglichst viele kritische Situationen vorherzusehen und dafür Lösungen bereitzuhalten oder gemeinsam zu erarbeiten. Es gilt, die richtigen Fragen zu stellen und darauf gemeinsam die individuell passenden Antworten zu finden. Ein guter Vertrag sollte in den Krisensituationen des Lebens eine Lösung parat haben. Ihre Kanzlei gibt es seit zehn Jahren. Ein spezielles Jubiläum für Sie? PLATTER: Wir feiern heuer einen runden Kanzleigeburtstag. Wir und unser Team finden seit zehn Jahren mit unseren Klienten und Partnern Antworten. Gäbe es Corona nicht, gäbe es auch eine Party oder Kanzleiausflüge oder vermutlich wie ich uns kenne: beides. So erfreuen wir uns daran, dass wir es gemeinsam mit unserem engagierten Team geschafft haben, diesen Wellengang der Welt bisher gut zu durchtauchen. Wir sind von großer Zuversicht geprägt, dass es wieder aufwärts geht.
Es stehen auch Veränderungen ins Haus. RIESER: Ich habe vor wenigen Tagen die Ernennung zur öffentlichen Notarin in Landeck erhalten. Ab 1. Juli 2021 wird es also erstmalig eine öffentliche Notarin im Tiroler Oberland geben*) und wir werden uns unsere Zukunftsfragen als Unternehmen ebenfalls stellen und jedenfalls gemeinsam als Notariat Platter, Rieser & Partner in die Zukunft gehen. Ein paar Antworten stehen noch aus, aber wir werden sie finden und es Sie wissen lassen. www.notariatplatter.at
* Die Frauenquote bei den österreichischen Notaren liegt bei rund 12 % (526 Notarstellen / 65 weiblich), bei den Kandidaten bei rund 44 % (587 KandidatInnen / 261 weiblich), im Sprengel des Landesgerichtes Innsbruck gibt es bei 65 Notarstellen aktuell 1 Notarin, mit Cornelia Rieser ab Juli 2, also eine Erhöhung um 100 % von 1,5 auf 3 %. Von den 95 NotariatskandidatInnen in Tirol und Vorarlberg sind 37 weiblich (= ca. 39 %).
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ERFOLGREICH WEITERFÜHREN
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tolz blicken Sie auf viele erfolgreiche Jahre als Unternehmer zurück und möchten sich nunmehr zurückziehen. Ihr Lebenswerk soll jedoch weitergeführt werden. Allerdings bereitet es Ihnen Sorgen, dass es innerhalb der Familie niemanden gibt, der Ihr Werk übernehmen kann oder möchte. Mit dieser Situation sind Sie nicht allein. Etwa der Hälfte aller UnternehmerInnen geht es gleich. Kommt damit also nur eine Betriebsschließung in Frage oder gibt es Alternativen?
© FRICKONSULT
Keine Nachfolger innerhalb der Familie – was tun?
ALTERNATIVE NACHFOLGER
Wenn es keinen Nachfolger in der Familie gibt, könnte eventuell jemand in der Belegschaft gefunden werden – Führungskräfte oder Mitarbeiter mit entsprechendem Potenzial. Der Vorteil liegt darin, dass der Übernehmer das Unternehmen bereits kennt und dieses im besten Fall im Sinne des Übergebers weiterführt. Unter den vielen Neugründern gibt es vielleicht welche, die eine ähnliche
Mag. (FH) Christian A. Frick, Frickonsult GmbH, Landessprecher der Experts Group Übergabe
Geschäftsidee haben, als Sie es mit Ihrem Unternehmen bereits umsetzen. Das könnten ebenfalls potenzielle Nachfolger sein. Für Neugründer ist es durchaus interessant, ei-
nen bestehenden Betrieb zu übernehmen. Neben dem Anlagevermögen kann auch der Kundenstock übernommen werden, was den Markteintritt wesentlich erleichtert. Der geeignete Übernehmer kann ebenso aus dem Kreis der Lieferanten oder Kunden gefunden werden. Hier liegt der Vorteil darin, dass dabei deren Wertschöpfungskette erweitert wird. Durchaus naheliegend ist der Gedanke, dass sich ein Nachfolger sogar aus dem Bereich der Mitbewerber finden lässt, auch wenn das eher schwerfallen würde. Diese könnten damit ihre Kapazitäten erweitern, Wissen sowie Kunden kaufen oder eine Diversifikation vornehmen. PR
TIPP Machen Sie sich für alle Optionen eine Liste mit den potenziellen Übernehmern. Nutzen Sie dazu die Informationen Ihrer Wirtschaftskammer. Die Experten der Sparte Unternehmensberatung begleiten Sie dabei.
BETRIEBSÜBERGABE UND BETRIEBSÜBERNAHME ERFOLGREICH MEISTERN. BETRIEBSÜBERGABE UND BETRIEBSÜBERNAHME ERFOLGREICH MEISTERN.
Jetzt die Weichen für den Generationenwechsel stellen…
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AUSLAUFMODELL PAPIERRECHNUNG
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In Zeiten, in welchen Homeoffice in vielen Betrieben zur Normalität geworden ist, ist die elektronische Ablage, das sogenannte papierlose Büro, eine unabdingbare Notwendigkeit geworden. Neben der Kosten- und Zeitersparnis durch elektronische und automatisierte Prozesse haben Mitarbeiter die Möglichkeit, jederzeit und überall auf die Daten zuzugreifen. TEXT: MMAG. ISABELL KRUG
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chon seit einigen Jahren sind Papier- und elektronische Rechnungen rechtlich gleichgestellt. Somit haben Unternehmen die Möglichkeit, Rechnungen auf elektronischem Weg in gängigen Formaten wie PDF oder txt als Anhang zum Mail, Web-Download oder als eingescannte Papier- oder Fax-Rechnung an den Rechnungsempfänger zu übermitteln. Voraussetzung für den Versand von elektronischen Rechnungen ist die Zustimmung durch den Rechnungsempfänger. Hier ist zu erwähnen, dass auch bei stillschweigendem Akzeptieren von der Zustimmung des Empfängers ausgegangen werden kann. Unternehmensintern ist die Umstellung auf ein papierloses bzw. im ersten Schritt papierarmes Büro oftmals nicht ganz einfach, da Mitarbeiter sich an neue Abläufe gewöhnen müssen. Es bedarf oftmals einiger Überzeugungsarbeit und ein gewisses Maß an Durchhaltevermögen, um ein elektronisches Archiv zu implementieren und die Mitarbeiter von den Vorteilen zu überzeugen. Nicht nur auf Seiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter muss sich einiges verändern, auch bestehende Bearbeitungsschritte sollten dringend angepasst werden. Zwar werden mittlerweile fast drei Viertel der Rechnungen digital versendet, zwei Drittel davon werden aber nach wie vor als PDF-Datei versendet. Der Haken dabei: PDF-Dateien sind unstrukturierte Rechnungsformate, die nicht ohne weitere manuelle Zwischenschritte weiterverarbeitet werden können.
VORSTEUERBERECHTIGUNG
Für den Vorsteuerabzug gelten bei E-Rechnungen dieselben Voraussetzungen wie für Papierrechnungen. Zusätzlich muss für den Vorsteuerabzug die Echtheit der Herkunft, die Unversehrtheit des Inhalts sowie die Lesbarkeit bzw. Verständlichkeit des Inhalts gewährleistet sein. Diese Voraussetzungen müssen vom Zeitpunkt der Ausstellung bis zum Ende der Aufbewahrungsdauer sichergestellt werden. Hierfür gibt es verschiedene Verfahren: Qualifizierte elektronische Signatur, EDI-Verfahren, innerbetriebliches Steuerungsverfahren (Internes Kontrollsystem).
Für den Vorsteuerabzug sind folgende Mindesterfordernisse und Handlungsanleitungen in den Umsatzsteuerrichtlinien genannt: • Erstellen Sie eine schriftliche Beschreibung bzw. Arbeitsanweisung, wie Ihr internes Steuerungsverfahren durchgeführt wird.
MMag. Isabell Krug ist Steuerberaterin bei Deloitte
• Stellen Sie eine Archivierung der E-Mails in digitaler Form oder der ausgedruckten E-Mails als Empfangsnachweis für die Echtheit der Herkunft sicher. • Dokumentieren Sie den Abgleich der Lieferung mit der Rechnung, indem Sie entweder die relevanten Dokumente gemeinsam ablegen oder entsprechende Prüfvermerke auf der ausgedruckten oder elektronisch abgelegten Rechnung anbringen. • Stellen Sie sicher, dass die Aufbewahrungsfrist von mindestens sieben Jahren gewahrt ist, wobei elektronische Rechnungen auch als Ausdruck aufbewahrt werden können und so erhaltene E-Mails nicht zusätzlich gespeichert werden müssen. • Beachten Sie, dass neben den Rechnungen auch der Prüfpfad sowie die damit verbundenen Dokumente mindestens sieben Jahre aufbewahrt werden müssen.
VORGEHENSWEISE IN DER PRAXIS
• Erstellen Sie eine schriftliche Dokumentation zum innerbetrieblichen Steuerungsverfahren. Legen Sie einen Standardablauf von Rechnungseingang bzw. Rechnungsausgang bis zur Archivierung fest. • Überlegen Sie sich eine Gliederungsstruktur und legen Sie im Vorhinein fest, wer welche Daten abfragen kann. • Stellen Sie sicher, dass die Daten im Archiv gespeichert (Sicherungskopie) und die sonstigen Voraussetzungen zur Datensicherheit eingehalten werden. • Die Einhaltung der Aufbewahrungsfrist von mindestens sieben Jahren (Rechnung, Prüfpfad sowie Dokumentation des innerbetrieblichen Steuerungsverfahrens) ist
sicherzustellen. Dokumente, die länger als sieben Jahre aufbewahrt werden müssen, sind separat abzulegen (z.B. Verträge). • Prüfen Sie, ob alle Dokumente elektronisch aufbewahrt werden dürfen oder ob Sie bestimmte Dokumente in Originalform benötigen (z.B. bestimmte Zolldokumente). • Warten Sie Ihr Archiv und sammeln Sie keinen Datenmüll.
Das nahezu durchgehend papierlose Büro setzt sich zunehmend durch, weil die Vorteile überwiegen. Profitieren auch Sie von der digitalen Ablage und analysieren Sie in einem ersten Schritt Ihre Prozesse. Bei der Papierrechnung handelt es sich aufgrund der hohen Kosten für Lagerung, Papier, Druck und Porto und der Ortsgebundenheit um ein Auslaufmodell. Gehen auch Sie mit der Zeit und nutzen Sie die Flexibilität, welche die E-Rechnung mit sich bringt. www.deloitte.at/tirol
VORTEILE DES PAPIERLOSEN BÜROS • Zugriff auf Daten von überall • Geringere Lagerkosten, da weit weniger Stauraum benötigt wird • Bei strukturierter Ablage werden Unterlagen schnell gefunden • Unkomplizierte Suche: Mittels Schlagwort kann schnell und einfach nach bestimmten Unterlagen gesucht werden • Zeitersparnis, da lange Postwege und Verlust auf dem Postweg vermieden werden • Beitrag zum Umweltschutz • Vermeidung von Papier-, Tonerund Portokosten
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REGISTRIERUNGSPFLICHT Seit Anfang des Jahres müssen nun auch Schließfächer dem Vater Staat gemeldet werden. TEXT: VERENA MARIA ERIAN, RAIMUND ELLER
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ass seit 1. Jänner 2021 auch Schließfächer registriert werden müssen, wird mit dem Bestreben der Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung begründet. Der Schließfachinhalt ist (noch) nicht bekannt zu geben. Unter Schließfach fallen dabei alle für die Dauer von mehr als einer Woche vermieteten Fächer zum Zweck der Aufbewahrung von Wertgegenständen. Nicht meldepflichtig sind die Gepäckaufbewahrungsfächer in Bahnhöfen und die Safes in Hotelzimmern. Künftig wird das Kontenregister somit folgende Positionen enthalten: a) Finanzkonten und Sparbücher b) Wertpapierdepots c) Zahlungskonten mit IBAN d) Kreditkonten mit IBAN e) Schließfächer bei Banken und Schließfachanbietern
Angeführt werden dazu folgende Daten: a) Kontoinhaber b) Vertretungsbefugte Personen, Treugeber und wirtschaftliche Eigentümer c) IBAN von Konten, Depotnummern und nun auch die Nummern von Schließfächern d) Tag der Eröffnung und der Auflösung von Konten, Depots und Schließfächern e) Bezeichnung der meldepflichtigen Bank (Kreditinstitut oder Finanzinstitut)
DER GLÄSERNE BÜRGER
Das vom Finanzministerium (BMF) zentral geführte Kontenregister dient offiziell der Erfüllung von Aufgaben im öffentlichen
Die Ärztespezialisten vom Team Jünger: StB Dr. Verena Maria Erian und StB Raimund Eller
Interesse, der Durchführung von Strafverfahren, verwaltungsbehördlichen Finanzstrafverfahren, der Abgabenerhebung, dem internationalen Informationsaustausch in Steuerangelegenheiten und der Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie der Durchführung internationaler Sanktionsmaßnahmen. Dabei ist der Zugriff der Behörden formal wie folgt geregelt: In einem ersten Schritt kann die berechtigte Behörde durch Abfrage des Kontenregisters die Existenz Ihrer Konten und Depots und seit Neuestem nun auch Ihrer Schließfächer abfragen. Weiters kann die Behörde in begründeten bzw. besonderen Fällen (z. B. bei einer Betriebsprüfung oder nach Einreichung der Steuererklärungen) eine Einsichtnahme in die
Konten nach richterlicher Freigabe durchführen. Bei schweren Finanzstrafverfahren oder Geldwäschevergehen kann es zu einer Offenlegung des Schließfachinhalts oder einer Zwangsöffnung kommen. Zur allgemeinen Beruhigung steht im Gesetz geschrieben, dass das abfrageberechtigte Personal der einsichtsberechtigten Behörden sowie des Bundesministeriums für Finanzen in Bezug auf Vertraulichkeit und Datenschutz erhöhten Standards an Integrität, Professionalität und Qualifikationen gerecht werden muss.
RESÜMEE
Nach Demokratie und Rechtsstaat sieht das alles nicht mehr so recht aus. Alles in allem mehr besorgniserregend als beruhigend.
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STEHT EINE NEUE GESELLSCHAFTSFORM VOR DER TÜR? In dem Regierungsprogramm 2020–2024 wurde neben einer Reform der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und der Aktiengesellschaft (AG) auch das Vorhaben einer neuen Gesellschaftsform angekündigt: „Austrian Limited“. T E X T : I V O R U N G G , B I N D E R G R Ö S S W A N G R E C H T S A N W Ä LT E , I N N S B R U C K
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ie Regierung hat sich die Flexibilisierung des Kapitalgesellschaftsrechts vorgenommen: Die bestehenden Regelungen sollen insbesondere in Hinsicht auf Familienunternehmen und Start-ups flexibilisiert werden (unter Berücksichtigung des Anlegerschutzes und der Gläubiger). Im Zuge dessen soll internationalen Beispielen folgend auch eine neue Kapitalgesellschaftsform geschaffen werden. Diese soll besonders für innovative Start-ups und GründerInnen in ihrer Frühphase eine international wettbewerbsfähige Option bieten. Nach dem Regierungsprogramm ist es unter anderem beabsichtigt, eine unbürokratische Gründung (Stammkapital-Ansparmodelle, digitale Behördenwege, Englisch als Amtssprache) und eine flexible Anteilsvergabe an mögliche InvestorInnen sowie MitarbeiterInnen (mit minimalen, digitalen Behördenwegen) zu ermöglichen.
Ob die neue Austrian Limited als neue Gesellschaftsform eingeführt werden soll oder im Wege einer grundlegenden Novellierung der derzeitigen GmbH und/oder AG Bestimmungen geschaffen werden, ist offen und bleibt abzuwarten. Noch wird die Struktur der Austrian Limited in den zuständigen Ministerien, dem Wirtschafts- und dem Justizministerium, verhandelt. Dabei werden aber offenbar folgende Eckpunkte diskutiert: • Höhe des Mindeststammkapitals von 5.000 oder 10.000 Euro, wobei die Hälfte auch durch Sacheinlagen und Dienstleistungen aufgebracht werden kann (allenfalls un-
• Flexibilität von Kapitalmaßnahmen (z. B. genehmigtes oder bedingtes Kapital in Anlehnung an die AG) • Führung eines Anteilsbuches durch die Gesellschaft (statt Transparenz der GesellschafterInnen im Firmenbuch) • Ausbau von Minderheitsrechten
Dr. Ivo Rungg
ter Vorschreibung eines Ansparmodells, ähnlich der bestehenden gründungsprivilegierten GmbH) • Aufhebung von Formpflichten (Notariatsaktform für Gründung und Anteilsübertragungen) • Allgemeine Vereinfachung von Formvorschriften unter anderem für Umlaufbeschlüsse (einfache Schriftform oder auch Textform (z. B. E-Mail) • Option zur Ausfertigung des Gesellschaftsvertrags in englischer Sprache (die verfassungsrechtliche Konformität wird noch zu klären sein) • Einführung von verschiedenen Anteilsklassen und Einführung von Anteilen ohne Stimmrecht, dies vor allem im Hinblick auf die Beteiligung von MitarbeiterInnen
Insgesamt scheinen die Überlegungen und Forderungen zur Austrian Limited in die Richtung einer Mischform aus GmbH und AG abzuzielen und die Vorteile beider Kapitalgesellschaftsformen vereinen zu wollen. Es bleibt daher abzuwarten, welche Vorschläge tatsächlich in den Gesetzesentwurf einfließen werden und ob der Entwurf auch im Spannungsverhältnis zum Gläubigerschutz tatsächlich grundlegende Neuerungen mit sich bringt. Interessant wird auch sein, ob auf die Austrian Limited vereinfachte Formvorschriften angewendet werden können. Nach derzeitiger Gesetzeslage bedarf der Abschluss des Gesellschaftsvertrags bei Gründung der GmbH oder auch der Anteilskauf- und Übertragungsvertrag bei Übertragung von GmbH-Anteilen der Form des Notariatsaktes und Unterschriften der GesellschafterInnen auf gesellschaftsrechtlichen Dokumenten müssen regelmäßig notariell beglaubigt sein. Dabei sollte auch die Digitalisierung eine wesentliche Rolle spielen. Mit dem entsprechenden Vorschlag und Gesetzesentwurf darf also mit Spannung erwartet werden, ob die gewünschten innovativen Impulse für die Gründerszene und die moderne Wirtschaft in Österreich glücken.
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auto & motor
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Führungsarbeit Wenn man an automobile Supersportler denkt, ist die Assoziation zu Porsche nicht weit. Kürzlich haben die Ingolstädter ihren neuen 911 GT3 von der Leine gelassen. Auch die siebte Auflage des Hochleistungssportlers ist dabei in enger Zusammenarbeit mit Porsche Motorsport entwickelt worden und transferiert damit pure Renntechnologie in ein Serienmodell. Und das noch konsequenter als je zuvor: Das Doppelquerlenker-Vorderachs-Layout und die ausgefeilte Aerodynamik mit Schwanenhals-Heckflügel und markantem Diffusor stammen vom erfolgreichen GT-Rennwagen 911 RSR, der 375 kW (510 PS) starke Vierliter-Sechszylinder-Boxermotor basiert auf dem in Langstreckenrennen erprobten Antrieb des 911 GT3 R. Das akustisch eindrucksvolle Hochdrehzahl-Aggregat kommt praktisch unverändert auch im neuen 911 GT3 Cup zum Einsatz. Das Ergebnis ist eine fulminante Fahrmaschine: effizient und emotional, präzise und hochperformant, perfekt für die Rundstrecke und dazu problemlos im Alltag. Die Auslieferung beginnt im Mai, dafür sollten Sie schon mal zumindest 217.000 Euro bereithalten.
eco.mobil
G I F T S TA C H E L 2020 war ein Jahr der sportlichen – und kommerziellen – Erfolge für Abarth. Unter anderem wurden mit dem 595 Monster Energy Yamaha und dem 595 Scorpioneoro zwei Sondermodelle unter dem Skorpion-Logo vorgestellt und 2021 geht ähnlich weiter. Kürzlich wurde die neue 595-Range präsentiert und die kommt mit den vier neuen Versionen 595, Turismo, Competizione und Esseesse daher. Mit dabei: ein neues Innenraumdesign, frische Farben (das neue Rally Matt Blau wurde vom legendären Fiat 131 Abarth Rallye aus den 1970ern inspiriert), feine Materialien, überarbeitete Stildetails, forschrittliche Technologie und extravagante Indivualisierungsmöglichkeiten. Alle Modelle sind als Hatchback- und Cabriovariante in vier Ausstattungsstufen mit Leistungen zwischen 145 und 180 PS zu haben. Die sorgen bei der Rennsemmelgröße für ordentlich Wumms. Startpreis: ca. 23.000 Euro.
SPORT INSIDE
OPTIK-UPGRADE Kia verpasst seinem stärksten Pferd im Stall ein Finetuning. So präsentiert sich die Sportlimousine Stinger zum Modelljahr 2021 mit neuen Assistenzsystemen, dazu wurde das Interieur durch neue Details und Materialien aufgewertet. Seit der Einführung des Gran Turismo Ende 2017 wurden europaweit rund 10.000 Einheiten verkauft. Die mit Abstand meistverkaufte Ausführung war hierzulande das GT-Modell mit 3,3-Liter-V6-Turbobenziner, Allrad und serienmäßiger Vollausstattung, deshalb gibt‘s ab sofort nur mehr die 366-PS-Topversion. Ab 70.990 Euro.
Mit dem 508 Peugeot Sport Engineered präsentiert die Löwenmarke ihr leistungsstärkstes Serienmodell aller Zeiten. Entwickelt von den Motosportexperten von Peugeot Sport bringt der Plug-in-Hybrid beachtliche (Fahr-) Leistungen mit. Durch die geschickte Kombi aus einem Verbrennungsmotor mit zwei Elektromotoren hinten und vorne kommt man auf eine Systemleistung von 360 PS und ein Drehmoment von 520 Nm, das nahezu vom Stand weg verfügbar ist. Die 100 km/h sind in 5,2 Sekunden erreicht, abgeriegelt wird bei 250 km/h. Dank Hybridlösung liegt der Kraftstoffverbrauch bei etwas über zwei Litern auf 100 Kilometer, rein elektrisch kommt man ca. 40 Kilometer weit. Was uns Tirolern besonders gefällt: Der 508 PSE hat ein Allradgetriebe bekommen. Das sorgt quasi immer und überall für maximale Traktion. Der Einstiegspreis liegt bei etwas über 67.000 Euro.
„EIN AUTO IST ERST DANN SCHNELL GENUG, W E N N M A N M O R G E N S D AV O R S T E H T U N D A N G S T H AT, E S A U F Z U S C H L I E S S E N .“ WA LT E R R Ö H R L , R A L LY E FA H R E R
A L LTA G S S P O R T L E R Der i30 N war bei seiner Markteinführung im Jahr 2017 das erste HochleistungsSerienauto von Hyundai. Der Neue baut auf dem Erfolg des Vorgängers auf und wurde zudem in Sachen Design und Fahrverhalten deutlich verbessert. Dazu gibt‘s erweiterte Assistenz- und Sicherheitsfunktionen sowie leichtere Materialien, die für noch mehr Agilität sorgen. Verbaut wurde ein 2,0-Liter-Turbomotor mit 250 PS, mit der Option „Leistungspaket“ kommen 30 PS dazu. Wie die vorige Generation ist auch der neue i30 N sowohl als Schrägheck als auch als Fastback erhältlich. Das Ralleyfeeling für den Alltag genießt man ab rund 43.000 Euro. FOTOS (WENN NICHT ANDERS VERMERKT): HERSTELLER
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EIN ECHTER PORSCHE Seit einigen Jahren sind sie aus dem gängigen Stadtbild nicht mehr wegzudenken: SUV-Coupés liegen voll im Trend. Nicht umsonst gibt es auch eine Coupé-Version des allzeit beliebten Porsche Cayenne und das obendrauf noch in zwei Plug-in-HybridVarianten, dem E-Hybrid und dem Turbo S E-Hybrid. Bei solchen Qualifikationen steigen naturgemäß die Anforderungen an das Auto, diese hat der Porsche Cayenne E-Hybrid Coupé bei unserem Test vollumfänglich erfüllt. TEXT: FELIX KASSEROLER // FOTOS: TOM BAUSE
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PORSCHE CAYENNE E-HYBRID COUPÉ
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as ist eigentlich der Vorteil dieser SUV-Coupés, die sich in letzter Zeit immens steigender Beliebtheit erfreuen? Beim Cayenne E-Hybrid Coupé beispielsweise ändert sich abgesehen von der Optik im Vergleich zum Standard-E-Hybrid kaum etwas. Doch genau das ist der Punkt: Coupés wirken insgesamt schnittiger als herkömmliche SUV, bieten aber im Innenraum immer noch ausreichend Platz. Die Fondsitze fallen im Coupé trotz der niedrigeren Höhe ähnlich geräumig aus wie beim normalen E-Hybrid, Einsparungen gibt es aufgrund der abfallenden Dachlinie allerdings beim Kofferraumvolumen – das ist mit 500 im Gegensatz zu 648 Litern ein Stück kleiner. Ident sieht es hingegen unter der Motorhaube aus. Protagonist ist auch beim Coupé der 3,0-Liter-V6-Turbobenzinmotor, der es in Kombination mit dem 100-kW-Elektromotor auf eine Systemleistung von 462 PS und ein maximales Drehmoment von 700 Newtonmetern bringt. Solche Leistungswerte sind angesichts eines Leergewichts von 2.431 Kilogramm auch notwendig, um das fast fünf Meter lange Coupé mit serienmäßigem Sport-Chrono-Paket im Modus Sport+ in 5,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu katapultieren. Gewählt werden kann zwischen den vier verschiedenen Fahrmodi, E-Modus, Hybrid, Sport und Sport+, gestartet wird – sofern der Ladestand ausreicht – im E-Modus. Um die 40 Kilometer sollen sich rein elektrisch ausgehen. Das hängt natürlich
stark von der persönlichen Fahrweise ab. Sofern die elektrische Leistung aufgebraucht sein sollte, stünden diverse Kabel zur Verfügung, um die Batterie wieder aufzuladen. Sie kann aber auch ganz bequem durch den Verbrennungsmotor während des Fahrens im Sport+-Modus aufgefüllt werden. Einziger Nachteil: Der Benzinverbrauch steigt dabei enorm. Dann sollte man wohl doch lieber zum Kabel greifen.
STARQUALITÄTEN
Der tatsächliche Star des Testwagens ist natürlich sein Hybridmodus, brilliert dieser doch durch einen niedrigen Verbrauch. Angegeben wird dieser mit 3,4 Liter auf 100 Kilometer nach WLTP, was in etwa auch unserem Testverbrauch von rund vier Litern entspricht. Ist die Batterie allerdings leer – was angesichts des Stromverbrauchs von rund 24 kWh entsprechend schnell geht –, klettert dieser gerne auf jenseits der zehn Liter. Nachgeladen werden sollte daher häufiger. Sofern der Strom einmal nicht für das gemütliche, geräuschlose Cruisen gebraucht wird, kann der E-Hybrid auch ganz anders. Dann zeigt das sonst eher ruhige SUV-Coupé nämlich, was wirklich in ihm steckt. Per Knopfdruck wird die gesamte verfügbare Elektropower einem echten Porsche-Sprint gewidmet. Hochwertige Verarbeitung, viel Touchscreen und noch mehr Einstellungsmöglichkeiten: So lässt sich das Cockpit des E-Hybrid kurz und knackig beschreiben. Tatsächlich
Antrieb: Allrad Leistung: 340 kW/462 PS Drehmoment: 700 Nm Beschleunigung: 0–100 km/h: 5,1 sec Spitze: 253 km/h Verbrauch: 3,4 Liter/100 km (Werksangabe) Spaßfaktor: 8 von 10 Preis: ab 100.401 Euro
muss man sich bei den etlichen Funktionen im Menü erst einmal zurechtfinden, doch einmal eingestellt, überzeugt es bei jedem Einsteigen aufs Neue. Auch in Sa-chen Konnektivität hat der E-Hybrid einiges zu bieten. Serienmäßig mit dabei sind ein ConnectPlus-Modul inklusive Online-Navigation, Apple CarPlay, LTE-Telefonmodul und zahlreiche weitere Porsche-Connect-Dienste. Dazu enthält der E-Hybrid serienmäßig einige Fahrassistenzsysteme wie einen Parkassistenten, optional kann auch hier beispielsweise mit dem Porsche-Dynamic-Chassis- Control zur Wankstabilisierung in Verbindung mit einer adaptiven Luftfederung inklusive Porsche-Active-Suspension-Management oder einer Hinterachslenkung nachgerüstet werden. Das alles hat freilich seinen Preis: Gestartet wird bei 100.401 Euro, voll ausgestattet überschreitet der Preis die 150.000-Euro-Grenze. Insgesamt hat uns das Porsche Cayenne E-Hybrid Coupé überzeugt, weist es doch viele Qualitäten beider Welten auf – sowohl die eines Sportautos als auch die eines Raumwunders. Und auch der Nachhaltigkeitsgedanke spielt dabei (s)eine Rolle.
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Der optimierte Audi Q5 intense vereint sportlichen Charakter mit hoher Alltagstauglichkeit. Neben einer neuen dynamischen Designsprache punktet er mit zahlreichen Ausstattungs-Highlights wie LED-Scheinwerfer inkl. LED-Heckleuchten, 17-Zoll-Alufelgen, MMI Navigation plus, Audi virtual cockpit plus, Sitzheizung vorne, Einparkhilfe plus, Geschwindigkeitsregelanlage u.v.m. Der kleine Bruder Audi Q2 intense hingegen setzt auf kraftvolles Design, ein vielfältiges Infotainmentangebot und dynamische Fahrwerkstechnologie. Highlights wie die Progressivlenkung und der optionale adaptive Fahrerassistent sorgen für Komfort und bereiten jede Menge Fahrspaß.
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Kraftstoffverbrauch kombiniert: 5,3 – 8,2 l/100 km. CO₂-Emissionen kombiniert: 130 – 215 g/km. Stand 01/2021. Symbolfoto. Bitte beachten Sie, dass sich durch Sonderausstattungen und Zubehör relevante Fahrzeugparameter wie z.B. Gewicht, Rollwiderstand und Aerodynamik verändern und sich dadurch abweichende Verbrauchswerte und CO₂-Emissionen ergeben können.
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LÄSST KEINEN IM STICH! Gerade in der kalten Jahreszeit enthüllt ein Auto seinen wahren Charakter. Ob es zuverlässig ist oder ob es einen im Regen stehen lässt. Denn zu dieser Zeit gilt es rasant wechselnden Wetterverhältnissen, potentiell großen Schneemengen und eisigen Temperaturen zu trotzen. Genau diese Hürden haben wir dem neuen BMW 530d xDrive Touring vor die Front gesetzt. TEXT: FELIX KASSEROLER // FOTOS: TOM BAUSE
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m Juli 2020 war es so weit: Markteinführung des neuen BMW 5er Touring. Außen zeigt er sich zugleich sportlich und elegant. Das Erkennungsmerkmal eines BMW – die ikonische Niere – lässt die Front nun noch ein wenig größer wirken. Dazu gibt es serienmäßig LED-Scheinwerfer, optional erhältlich sind die neuen adaptiven Voll-LEDs mit Matrix-Funktion. Sofern man sich für die optionalen Scheinwerfer entschieden hat,
empfiehlt sich das BMW-Laserlicht, das – von den stilvollen blauen Einlegern am oberen Scheinwerferrand abgesehen – zahlreiche Vorteile mit sich bringt. Zum Beispiel eine Reichweite von 650 Metern. Auch das Heck zeigt sich insgesamt sportlicher: Die Highlights sind natürlich die dreidimensional modellierten Heckleuchten mit ihrer schwarzen Umrandung und die nun serienmäßig verbauten trapezförmigen Endrohrblenden.
AUF DEN ZWEITEN BLICK Das Interieur hat sich im Vergleich zum Vorgängermodell indes kaum verändert. Doch wie so oft: Der zweite Blick macht es aus. Abgesehen vom serienmäßigen 10,25 Zoll großen Control-Display, das nun optional auch mit 12,3 Zoll zu haben ist, und dem serienmäßigen Sport-Lederlenkrad stecken die eigentlichen Neuheiten in der Technik: Das Navigationssystem kommt
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BMW 530D XDRIVE TOURING Antrieb: Allrad Leistung: 210 kW/286 PS Drehmoment: 650 Nm Beschleunigung: 0–100 km/h: 5,6 sec Spitze: 250 km/h Testverbrauch: 6,5 Liter/100 km Spaßfaktor: 8 von 10 Preis: ab 70.150 Euro
jetzt beispielsweise Cloud-basiert und arbeitet dadurch schneller und vor allem präziser. Beeindruckend ist der Intelligent Personal Assistant. Der Magen knurrt? Kein Problem! Einmal kurz rufen: „Hey BMW, ich habe Hunger“ und schon wartet er mit einer Vielzahl an Restaurants auf, die mit der Zeit an den persönlichen Geschmack angepasst werden. All diese Mahlzeiten wollen natürlich auch transportiert werden. Da passt es gerade gut, dass sich der Kofferraum im Vergleich zum Vorgängermodell nicht verändert hat. Weiterhin weist der 5er Touring ein Ladevolumen von 560 bis 1.700 Liter auf. Da hat dann auch die ein oder andere Bestellung vom Italiener um die Ecke Platz. Erwähnenswert ist zudem das serienmäßige Operating System 7. Dieses eröffnet beispielsweise zahlreiche neue Anwendungsmöglichkeiten auch in Bezug auf Personalisierung. Ein Auto ist mittlerweile eben mehr als nur ein Mittel zum Zweck – genau dieser Gedanke spiegelt sich in den technischen Neuerungen wider.
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Angetrieben wird der BMW 530d xDrive Touring von einem Reihensechszylinder-Biturbo-Dieselmotor, unterstützend wirkt dabei die neue 48-Volt-Mild-Hybrid-Technologie. Insgesamt bringt es der Motor damit auf eine Gesamtleistung von 210 kW/286 PS, 21 PS mehr als der Vorgänger. Wahrlich beeindruckend ist das maximale Drehmoment von 650 Newtonmetern, das sich im Vergleich zur 6. Generation um 30 Newtonmeter gesteigert hat. Damit wird das Überholen auf der Landstraße auch bei höheren Geschwindigkeiten zum Genuss. Die Kraftübertragung auf alle vier Räder erfolgt über ein serienmäßiges 8-Gang-Steptronic-Getriebe und natürlich gibt es auch hier eine Option: inklusive Schaltwippen am Lenkrad nämlich. Die dürfen auch durchaus ab und zu eingesetzt werden, bei entsprechend korrekter Rasanz schießt der Tachometer in nicht mehr als 5,6 Sekunden auf Tempo 100. Die
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Der BMW 5er Touring fährt sich so, wie er aussieht: sportlich und zugleich komfortabel.
Maximalgeschwindigkeit ist bei 250 km/h erreicht. Sofern man zumindest halbwegs moderat fährt, liefert der 5er auch in Sachen Verbrauch angenehm niedrige Werte ab: Der Testverbrauch pendelte sich bei gut 6,5 Litern ein. Neben den technischen Details ist die spannendste Frage das Fahrverhalten des neuen BMW 5er Touring. Nun ja, kurz gesagt: Er fährt sich so, wie er aussieht: sportlich und zugleich komfortabel. Dass man den Kombi als Businessauto bezeichnen kann, mit dem man an einem Tag gemütlich Distanzen jenseits der 800 Kilometer bewältigen kann, steht außer Frage – einen nicht unerheblichen Teil haben in dieser Hinsicht mit Sicherheit wohl auch die optional erhältlichen elektrisch verstellbaren Komfortsitze gespielt. Aber es wäre kein BMW, wenn nicht auch Wert auf Sportlichkeit gelegt worden wäre. Dementsprechend ist es kein Problem, wenn eine Kurve einmal etwas rasanter genommen wird. Und dies trotz einer Länge von fast fünf Metern. Noch etwas sportlicher geht es natürlich immer – für einen Aufpreis
von knapp 14.000 Euro ist die M-Sport-Edition als Zusatzpaket erhältlich. Dafür wird einiges geboten: Vom M-Lederlenkrad über das M-Sportfahrwerk bis zu den M-Sicherheitsgurten. Man sieht, wo M draufsteht, ist auch M drin.
FAZIT
Kann der BMW 5er Touring nun die eingangs erwähnten Hürden erfolgreich überwinden? Ohne Zweifel. Absichtlich wurde der Münchner von uns in abgelegene Gebiete mit Schneegarantie manövriert. Doch auch bei diesen Extremverhältnissen zeigt sich die altbekannte deutsche Ingenieurskunst. Fahrdynamisch hat er Topergebnisse abgeliefert, Spaßhaben geht aber selbstredend auch. Das alles hat allerdings seinen Preis: Der BMW 530d xDrive Touring startet bei 70.150 Euro. Wie immer ist die Liste der Extrapakete und Sonderausstattungen lang. Sehr lang. Das treibt den Preis dementsprechend nach oben. Das beinahe voll ausgestattete Testauto lag bei 123.541 Euro. Dafür gibt es wirklich nichts zu kritisieren.
LIFESTYL
genuss & trends
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Gehirn-Jogging Die Gehirnleistung lässt bei Menschen erwiesenermaßen bereits ab einem Alter von 25 Jahren nach. Man kann den Abbau zwar nicht ganz verhindern, aber ihn mit entsprechendem Training so weit wie möglich hinauszögern. Die Sportwissenschaftlerin MMag. Antonia Santner aus Achenkirch will mit Kort.X® – einem von ihr entwickelten Gehirn- und Bewegungstraining – dem Nachlassen der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit aktiv gegensteuern. Santner beschäftigt sich im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit seit mehr als 15 Jahren mit der gesundheitsorientierten Förderung von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senior*innen. Selbst schon immer mit Begeisterung sportlich aktiv, ist die 45-Jährige fest davon überzeugt, dass ausreichend Bewegung in direktem Zusammenhang mit der Gehirnleistung steht. Getreu dem Motto „Bewegung ist die beste Medizin“ hat sie mit Kort.X® ein Programm entwickelt, das Menschen unterstützt, die Gesundheit ihres Gehirns und damit ihres geistigen Potentials zu fördern. Konkret wurde die Wirkung bereits in einigen Studien nachgewiesen: So konnten acht- bis zehnjährige Schüler*innen ihre Konzentration signifikant verbessern und auch Jugendliche ihre Denkleistung steigern. Mit Hilfe eines speziellen Teppichs ist es möglich, über drei Millionen Übungsvariationen durchführen, um dabei gezielt Nervenleitbahnen zu aktivieren und neuronale Netzwerke im Gehirn auszubauen. „Es ist ein Mix aus abwechslungsreichen Bewegungsvariationen mit Armen und Beinen. Man reagiert auf Farben und akustische Signale und baut rhythmische Abfolgen ein, um in der Folge wieder ganz neue Übungen zu erlernen, die einen überraschen und zum Lachen bringen“, erklärt Santner. www.kortx.info
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BUCHTIPP
ICE ICE BABY Glück zum Schlabbern: Von der Sennerei Zillertal gibt‘s nun auch Eis aus Heumilch. Gestartet wird mit sechs Sorten jeweils im 480-ml-Becher, dazu sind die Varianten Himbeer und Caramel-Cookie auch im 250-ml-To-go-Becherlein inklusive kleinem Löffel im Deckel erhältlich. Hergestellt werden alle Kreationen aus 100 Prozent Zillertaler Heumilch, für die feine Cremigkeit sorgt eine Extraportion Heumilch-Schlagrahm. Vorerst ist das Eis bei MPREIS und natürlich in den Filialen der Erlebnissennerei Zillertal zu haben. Weitere Listungen sind in Planung.
In Balance Die Produkte von Bang & Olufsen überzeugen durch ihre hervorragende Qualität und ihren skandinavischen Minimalismus. Der drahtlose Lautsprecher Beosound Balance wurde kürzlich mit dem Wallpaper-Design-Award ausgezeichnet. Völlig zu Recht, wie wir finden. Gesehen um 2.000 Euro bei IQ-TEC in Rum. www.iq-tec.at
SCHON SCHÖN Handlettering, also kunstvolles Schreiben, ist derzeit wieder richtig Trend. Was wir echt schön finden. Fürs Kreativ-Sein brauchts das richtige Schreibzeug. Ein Set mit Mal- und Zeichenutensilien gibt es zum Beispiel von Faber Castell um 22 Euro. Damit kann man die Karte zum Muttertag (Achtung Erinnerung!) heuer selbst gestalten.
„Sobald jemand in einer Sache Meister geworden ist, sollte er in einer neuen Sache Schüler werden.“
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GERHART HAUPTMANN, SCHRIFTSTELLER
HÖHEPUNKTE DES TIROLER SPORTS Jahrbuch 2020 Fred Steinacher Haymon Verlag 272 Seiten, EUR 18,50 Wer hätte beim Bergiselspringen 2020 bei vollen Rängen daran gedacht, dass nur wenige Wochen später Zuschauertribünen und Stadien leer bleiben, unzählige Sportveranstaltungen abgesagt oder verschoben werden müssen und der organisierte Breitensport teils völlig zum Erliegen kommt. In seiner nunmehr 23. Auflage beleuchtet das Tiroler Sportjahrbuch neben den Höhepunkten des Tiroler Sportgeschehens auch die bitteren Auswirkungen der Corona-Pandemie. „Das Jahr 2020 war auch für den Sport kein gewöhnliches Jahr. Vor diesem Hintergrund ist das Tiroler Sportjahrbuch 2020 vielleicht eines der wichtigsten, das es je gegeben hat. Es ist ein Stück Zeitgeschichte und Dokumentation des Sports in Zeiten einer Pandemie“, präsentierte Sportreferent und Landeshauptmannstellverteter Josef Geisler das Buch. Das Schöne: Trotz der Umstände konnten auch 2020 zahlreiche heimische Athlet*innen Erfolge auf fast jedem Terrain feiern.
KLEIN, ABER FEIN Die Geschichte der Wagner’schen Buchhandlung begann 1639 in der Innsbrucker Altstadt. 382 Jahre später hat sie unter der Führung von Markus Renk zu ihren Ursprüngen zurückgefunden. Im geschichtsträchigen Trautsonhaus unter den Lauben der Altstadt hat kürzlich ein kleines, aber feines Bücher- und Geschenkegeschäft eröffnet. Auf knapp über 50 Quadratmetern findet man hier Produkte mit regionalem Bezug – Highlights aus dem Verlag der Wagner’schen Universitätsbuchhandlung, Innsbruck-Wimmelbücher, Spiele sowie T-Shirts und Taschen, Accessoires mit alpinen Motiven und süße Zuckerln, hergestellt nach Jahrhundertwenderezepten. Was uns sehr gefällt: Künftig sollen im zweiwöchigen Rhythmus immer wieder neue Themenwelten vorgestellt werden, sodass ein Besuch stets aufs Neue lohnt. Wir sind quasi schon Stammkunden!
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BUCHTIPPS
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Wilfried Kirschl, Stillleben mit Metronom, 1960, Stadtarchiv/ Stadtmuseum Innsbruck
DER ALCHIMIST Paulo Coelho Diogenes Verlag 176 Seiten, EUR 18,50
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Die deutsche Erstausgabe von Coelhos Alchimisten erschien 1993. Seitdem wird er immer wieder gerne gelesen. Und wieder. Und wieder. Und wieder. Die Geschichte rund um den andalusischen Hirten Santiago ist längst ein Klassiker, den man stets aufs Neue gerne entdeckt. Ende März erschien die fröhlich-orange Fassung. Sollten Sie es noch nicht gelesen haben: Tun Sie es. Sollten Sie es bereits gelesen haben: Es ist immer Zeit für ein weiteres Mal.
WARUM DEN IGEL KEINER STREICHELT Tania Goryushina & Andrey Kurkov Diogenes Verlag 36 Seiten, EUR 14,40 Der kleine Igel ist traurig. Alle anderen Tiere, denen er begegnet, werden gestreichelt, nur er nicht. Die kluge Maus zeigt ihm, dass jeder auf seine Art besonders ist und dass es manchmal ganz schön ist, frei und wild zu sein. Eine Geschichte über die Suche nach sich selbst – für Kinder ab vier Jahren.
Wilfried Kirschl, Insellicht, Tinos, 1989, Leihgabe des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum
WÜRDIGUNG Im vergangenen Jahr jährte sich der Todestag des Künstlers Wilfried Kirschl zum zehnten Mal. Die aus diesem Anlass konzipierte Ausstellung „Lichträume. Wilfried Kirschl – Das malerische Werk“ musste coronabedingt auf 2021 verschoben werden. Im Zentrum der Werkschau im Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck (Badgasse 2) stehen noch bis 28. Mai Landschaftsgemälde und Stillleben des Tiroler Künstlers. Die Ausstellung zeichnet dabei die künstlerische Entwicklung anhand zahlreicher Arbeiten aus verschiedenen Jahrzehnten nach und setzt diese in Beziehung zu Bildern von Zeitgenoss*innen und Wegbegleiter*innen. Anlässlich des zehnten Todestages erschien außerdem eine Monografie über das Leben und Werk Wilfried Kirschls.
„Du lebst nur einmal – aber wenn du es richtig machst, reicht das auch vollkommen aus.“ M A E W E S T, S C H A U S P I E L E R I N
LYRE‘S MOJITO: 75 ml Lyre’s White Cane Spirit 30 ml frischer Limettensaft 15 ml weißer Zuckersirup (1:1) 8–10 frische Minzblätter 30 ml Sodawasser Alle Zutaten bis auf das Soda in ein Highball-Glas füllen. Eiswürfel hinzufügen, umrühren und mit Soda aufgießen. Garniert wird der Lyre‘s Mojito mit einer Limettenscheibe und einigen Minzblättern. Der Frühling kann kommen!
MIT OHNE ALKOHOL
Viele eco.nova-Kenner wissen, dass die Redaktion dem ein oder anderen Gläschen nicht abgeneigt ist. Und dazu stehen wir. Trotzdem muss es auch für uns nicht immer Alkohol sein und das ganz unabhängig von aktuellen Bewegungen wie „Sober Curious“ oder „Mindful Drinking“, bei denen es darum geht, das alkoholfreie Leben so richtig für die Social-Media-Allgemeinheit zu zelebrieren. Alkoholfrei sollte eigentlich kein Trend sein, wenngleich es natürlich schön ist, wenn das Thema lifestylige Aufmerksamkeit bekommt. Wie auch immer: Auch ohne Alkohol lassen sich ganz tolle Cocktails zaubern, mit denen wir den Frühling aus fröhlichem Herzen willkommen heißen. Besonders mögen wir dafür die Null-Promille-Spirituosen von Lyre‘s, die es in mittlerweile 13 verschiedenen Varianten gibt, mit denen sich quasi die gesamte Bar-Cocktail-Karte alkoholfrei nachmixen lässt. Das Sortiment reicht von alkoholfreiem Gin, Rum und Whisky über alkoholfreie Varianten verschiedener Liköre und Aperitifs. Und wir versprechen: Die sind echt super! Und weil sie allesamt aus natürlichen Essenzen gewonnen werden und eben keinen Alkohol haben, ist auch der Zuckeranteil wesentlich geringer. Außerdem gefallen uns die Etiketten sehr. Die frechen Viecher machen schon optisch einiges her! 25,99 Euro pro Flasche, es gibt auch Sets zum Beispiel für Negroni oder Mai Tai. www.lyres.eu
NACHHALTIGE INVESTITIONEN GÜNSTIG FINANZIEREN Sustainable Finance: Wie Unternehmen jetzt durch nachhaltige Investitionen ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern können und wie sie die UniCredit Bank Austria dabei unterstützt, erläutert Markus Sappl, Landesdirektor Firmenkunden Tirol.
Wie unterscheiden sich hier größere von kleineren und mittleren Unternehmen? Bei größeren Unternehmen – insbesondere, wenn diese börsennotiert sind und/oder Anleihen begeben – sorgen schon institutionelle Investoren wie Pensionskassen und große Vermögensverwalter dafür, dass die ESG-Kriterien verstärkt berücksichtigt werden. Kleinere und mittlere Unternehmen, die sich vorwiegend über Kredite finanzieren, spüren hingegen eher die positiven Anreize seitens der Förderinstitutionen und Kreditgeber. Wobei gerade viele mittelständische Unternehmen längst aus Überzeugung auf ressourcenschonende Produktion, erneuerbare Energien oder freiwillige Sozialleistungen für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen. Oft allerdings, ohne dies an die große Glocke zu hängen. Welche Rolle spielt hier die UniCredit Bank Austria? Große Vorteile werden nach der Krise jene Betriebe haben, die sich bereits jetzt darauf vorbereiten, Entwicklungs-
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ECO.NOVA: Vor einigen Jahren war nachhaltige Finanzierung noch ein Nischenthema. Wie sieht das heute aus? MARKUS SAPPL: Nachhaltige Kredite oder Anleihen entwickeln sich immer mehr zu einem festen Bestandteil einer modernen Unternehmensfinanzierung. Ganz allgemein wird es immer wichtiger, im eigenen Unternehmen die sogenannten ESG-Kriterien – nach der englischen Abkürzung für Umwelt, Soziales und nachhaltige Unternehmensführung – zu berücksichtigen, um den Zugang zu Liquidität sicherzustellen.
Markus Sappl, Landesdirektor Firmenkunden Tirol der UniCredit Bank Austria
chancen zu nutzen – gerade auch mit Investitionen in Digitalisierung, Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Als führende Unternehmerbank des Landes* bieten wir unseren Firmenkunden exzellente Beratung und Betreuung, wenn sie den Weg von der klassischen hin zur nachhaltigen Finanzierung einschlagen wollen. Wir laden die Unternehmen ein, im Dialog mit uns die individuell passenden Lösungen zu erarbeiten. Auf welche Förderungen kann hier zurückgegriffen werden? Es gibt eine Vielzahl von Förderungen, die Investitionen in Nachhaltigkeit unterstützen. Besonders her* Nach Unternehmenskredit- und Einlagenvolumen in Österreich auf Einzelbankbasis (Quelle: OeNB 2019)
vorheben möchte ich hier den „Exportinvest Green“, mit dem aktuell die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) exportorientierten Unternehmen eine besonders attraktive Möglichkeit bietet, nachhaltige Projekte zu günstigen Konditionen zu finanzieren. Die Finanzierung erfolgt über uns als Hausbank, wobei die Republik bis zu 30 Prozent des Risikos übernimmt. Wir refinanzieren uns zu den günstigen Konditionen bei der OeKB. Einen ersten Überblick über mögliche Förderungen gibt auch unser Online-Förderfinder auf foerderfinder.bankaustria.at.
Was empfehlen Sie Unternehmen, die jetzt in die Zukunft investieren wollen? Nutzen Sie solche Förder- und Finanzierungsinstrumente ganz gezielt, um Ihre Geschäftsstrategie und Ihre Prozesse an die Erfordernisse der drei ESG-Dimensionen anzupassen: Umwelt, Soziales und nachhaltige Unternehmensführung. Wir beraten und unterstützen Sie umfassend dabei.
NÄHERE INFORMATIONEN
Markus Sappl, Landesdirektor Firmenkunden Tirol Tel.: +43 (0)5 05 05-95182
www.unternehmerbank.at
Weitere Informationen über nachhaltige Finanzierung finden Sie auf
esg.brochure.unicredit-cib.eu
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Die Evolutionskette nachturnen Mit seinem Buch „Die 12 Tiroler“ hat Toni Innauer ein Plädoyer für die Bewegung vorgelegt, das der sitzenden Gesellschaft mit alltagstauglichen Übungen auf die Sprünge helfen soll. INTERVIEW: MARIAN KRÖLL
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ch wollte eine unkomplizierte, in die Zeit passende und bewusst sehr handliche Bewegungs-‚Verlockung‘ schaffen“, erklärt der ehemalige Skisprungolympiasieger Toni Innauer, was hinter seinem neuen Buch „Die 12 Tiroler“ steckt. „Das Buch ist eine Hommage an das Sportland Tirol, in dem ich mich weiter entwickelt habe, als ich mich in Vorarlberg entwickelt hätte.“ Der gebürtige Bezauer – oder präziser eigentlich Sonderdacher, wie er sich selbst beschreibt – hat seinen Weg vorrangig in Tirol gemacht: „Stams hat mich geprägt, ebenso das Studium an der Universität Innsbruck, der Bergisel und der ÖSV, wo ich fünf Jahrzehnte lang als Sportler, als Trainer und Sportdirektor aus- und eingegangen bin.“ Die neue Bewegungsfibel ist schließlich im Umfeld der Unterländer Pletzer-Gruppe entstanden, wo Innauer für die Hotels ein touristisches Move-&-Relax-Konzept mitentwickelt hat. Dessen Bereichsleiter Patrick Koller, der Tiroler Skicross-Olympionike und Sportwissenschafter, wiederum hat an den „12 Tirolern“ mitgearbeitet und frische Motivation gestiftet, um das Projekt zu Papier zu bringen. „Die Lebensraum Tirol Holding mit Josef Margreiter hat das Buch, nachdem es gelesen und ausprobiert wurde, in gewisser Art und Weise adoptiert. Das war eine schöne Bestätigung unseres Projektes“, so Innauer. Was er sich bei seinen 12 TIROLERN gedacht hat, erklärt der Sportexperte im Interview.
ECO.NOVA: Was hat es mit den Tiernamen
im Buch auf sich? Müssen wir etwa wieder verstärkt das Tier in uns wecken? TONI INNAUER: Es soll uns wieder klarmachen, dass wir uns als Menschen nicht so überschätzen sollen. Im Prinzip sind wir Säugetiere, die Bewusstsein entwickelt haben und
„Wie Rechnen und Schreiben wird man Bewegung und Körperkompetenz zukünftig als Kulturtechnik lehren müssen. Das moderne Leben liefert diese Dimension im Alltag einfach nicht mehr, so wie früher selbstverständlich und nebenbei, mit. Das ist der Kernsatz meines Buches.“ TONI INNAUER
sogar über sich selbst nachdenken können. In seiner Entwicklung hat der Mensch alle Stufen der Evolution durchlaufen. Aus dem Wasser kommend (die Bachforelle steht dafür) bis zum Menschen, dem – mit einem Fragezeichen versehen – höchsten Lebewesen, zeichne ich diese Evolutionskette versinnbildlicht durch zwölf Tiere nach. Das soll uns bildhaft vor Augen halten, dass wir trotz allem, was wir in der digitalisierten Welt erleben, Teil der Natur sind und wir unser biologisches Erbe nicht verschlampen dürfen. Es muss – in Bewegung – gelebt werden, das ist unser Code. Wir kappen sonst die biologischen Querverbindungen zur Erde, zu den anderen Lebewesen und zu unserer eigenen archaischen Identität.
Bewegungsmuster kann man nicht völlig neu erfinden. Was hat Sie zu den zwölf Tirolern inspiriert? 62 Jahre bewegtes Leben, 48 davon als Beruf. Ich habe sehr viel ausprobieren, Sport und meine motorische Begabung zu meinem Lebensinhalt machen und im Studium und Selbstexperiment erforschen dürfen. Dabei habe ich vieles kennengelernt von Feldenkrais, Physiotherapie, Pilates oder Yoga, Qigong, Taekwando bis zum modernen computerunterstützten Krafttraining. Die aufgeklärten Abendländer haben Bewegung zur Wissenschaft gemacht. Wir brauchen uns nicht vor ideologisch angehauchten Systemen zu verstecken. Alles ist wichtig, was den Menschen dazu zurückbringt, seinen biologischen Bewegungscode zu leben. Wenn Yoga Bewegung ins Wohnzimmer bringt, ist das genauso ein Segen, wie wenn das durch die moderne Sportwissenschaft geschieht. Ich bin ein Wandler zwischen den Welten und habe versucht, überall Nützliches herauszunehmen, und gleichzeitig versucht, das Angebot einfach, aber nicht simpel, bildhaft und reizvoll zu machen. Unabhängig vom persönlichen Ausgangsniveau sollen viele einen Zugang zu Bewegung und Körperlichkeit finden können. Sind die „12 Tiroler“ auch für Ungeübte geeignet oder braucht es zum Einstieg eine gewisse Grundfitness? Jedes Tierchen hat bewusst niedrige und trotzdem wirksame Einsteigervariationen. Die Übungen hätten noch viel bizarrer, akrobatischer und ausgeklügelter sein können, aber das war nicht unsere Absicht. Wichtig ist, dass man im Alltag und am Tagesrand Platz dafür finden kann, vor dem Fernseher genauso wie im Büro, am Autobahnparkplatz oder im Freibad. Das war mir ein großes Anlie-
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Die Grille: Rückenlage, Beine sind hüftbreit aufgestellt, Arme seitlich weggesteckt. Das Becken anheben und in die Schulterbrücke kommen. Gewicht auf das rechte Bein verlagern, das linke anheben und in Verlängerung der Linie RumpfOberschenkel strecken. 30 Sekunden halten, absenken. Mit dem linken Bein wiederholen. Kräftigt Beinbeuger, Gesäßund Rumpfmuskulatur, schult außerdem die Koordination und das Gleichgewicht.
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Der Rothirsch: Aus dem aufrechten Stand Oberkörper nach vor beugen, Hände sind am Boden. Halten und die Dehnung in den hinteren Oberschenkeln spüren, dann Knie 90 Grad beugen, Oberkörper anheben, Arme gehen nach oben. Aus dieser Position hochdrücken bis auf die Zehenballen, Fersen sind abgehoben, kurz halten. Dehnt und kräftigt die Beinmuskeln, mobilisiert die Wirbelsäule.
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gen. Es müssen auch nicht immer alle Übungen am Stück sein, jedes Ansteuern des Bewegungsapparats ist schon ein wertvoller und wichtiger Impuls für unser biologisches System, für die Verbindung von Gedanken und Körper.
In einem Interview haben Sie die Befürchtung geäußert, man müsse künftig Bewegung so wie etwa Mathematik gezielt als Kulturtechnik vermitteln. Warum sind wir im Begriff, das Bewegen zu verlernen? Das Problem der zivilisatorischen Bewegungsarmut ist nichts Neues. Annehmlichkeiten wie Auto, Lift und Rolltreppen, die Erleichterung des Arbeitsalltags und gewisse Ernährungsgewohnheiten haben das Thema schon vor langer Zeit aufs Tapet gebracht. Es hat jetzt eine Verschärfung erfahren. Durch die Digitalisierung hat das Entwicklungstempo weg von der eigenen Natur dramatisch zugelegt. Der Rückgang körperlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten erreicht eine bedrohliche Dimension und Geschwindigkeit. Sogar im Spitzensport haben die Jugendlichen messbar schlechtere Grundvoraussetzungen als noch vor dreißig Jahren. Dem Sog einer sitzenden Gesellschaft kann man sich nur bewusst und nicht ganz ohne kleine Anstrengungen entziehen. Das ist insofern erstaunlich, weil die Leistungen immer besser zu werden
scheinen. Hat das nur mit dem Material zu tun? Gerade in einer Sportart wie dem Skispringen hat das viel mit der Materialentwicklung, dem Bau größerer Schanzen und im Besonderen mit der Erfindung des V-Stils zu tun. Die Ausbildung für den Spitzensport beginnt noch früher und noch spezialisierter. Dadurch kann man eine höhere Endleistung erreichen. Das basismotorische Einstiegsniveau der Jungen ist aber definitiv schlechter geworden.
Kann man das, was man in der Kindheit an Ausdauer, Bewegungsfreude und motorischen Fähigkeiten nicht mitbekommt, später überhaupt noch aufholen? In speziellen Bereichen kann man relativ viel aufholen, weil man durch die Möglichkeiten der Aufzeichnung und Analyse tiefer in jene Themenbereiche eindringen kann, die früher nur einem Bewegungstalent mit Intuition zugänglich waren. Darum kann man beispielsweise im Skispringen Sportler, die das früher nicht geschafft hätten, bis zur Weltspitze entwickeln, wenn sie lernbereit sind und lange genug mit diesen ausgeklügelten Systemen arbeiten. Im Normalbereich ist die Gefahr größer, wenn Turnstunden komplett ausfallen, dass die motorische Lernfähigkeit und die Lust leiden. Letztere wird durch Vorbildwirkung in der Familie und in Sportvereinen grundgelegt. Wenn die Familien einem motorischen Vakuum gleichen, müssen die Institutionen einspringen.
Toni Innauer Christian Seiler Verlag (CSV) 144 Seiten, EUR 19,80 Bewegungsverarmung und Verlust des natürlichen Körpergefühls beeinträchtigen die Selbstwahrnehmung und Lebenslust. Dieses Buch bietet praktische Gegenrezepte – abgeschaut bei unseren nächsten Nachbarn: den Tieren. Zwölf Übungen für Körper und Seele. Grafiker Andreas Posselt liefert die Illus dazu.
Es gibt eine Korrelation und wahrscheinlich auch Kausalität zwischen Körperbewusstsein und sozialem Status. Wie ließe sich dieser unheilvolle Zusammenhang zumindest ein wenig auflösen? Gerade dort, wo zu Hause dieser Funke kaum springen kann, wird es für die Gesellschaft aus gesundheitspolitischer und volkswirtschaftlicher Sicht relevant. Wie beim Homeschooling tun sich besser gebildete Eltern durchschnittlich auch bei der Motivation zu Bewegung und Sport leichter. Wenn Eltern um die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Bewegung wissen, leben sie das viel eher vor. Werden die Kinder übergewichtig, werden sie verständlicherweise träge, Lust und selbstverstärkende Wirkung der Bewegung können sich nicht naturgemäß entfalten. Fehlt die Vorbildrolle, müssen der Kindergarten und die Schule, aber auch der Bereich der Erwachsenenbildung versuchen, das zu kompensieren.
ÜBER GELD SPRICHT MAN NICHT WARUM FINANZBILDUNG? Wissen ist wichtig, aber nicht immer genug … Was man weiß und was man kann ist zwar ohne Frage eine wichtige Voraussetzung – aber isoliert betrachtet noch keine Garantie für eine erfolgreiche Gestaltung des Finanzlebens. Genauso wie das Wissen über den Aufbau der Ernährungspyramide noch nicht eine gesunde Ernährung sicherstellt.
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Die Entscheidend ist, dieses Wissen – bewusst oder unbeOeNB ist wusst – in bestimmte Verhaltensmuster und Routinen schon seit vielen Jahren zu übersetzen: Einnahmen und Ausgaben im Gleichgewicht halten, sich einen Überblick über die im Bereich Finanzbildung persönlichen Finanzen erarbeiten und informiert bleiben. aktiv und bietet kostenlos und unabhängig unter der Dachmarke „Eurologisch“ eine breite Palette von Initiativen für unterschiedliche Neben der eigenen Motivation und persönlichen Zielgruppen − von Schul Eigenschaften braucht es aber auch die Rahmenkindern bis hin zu bedingungen, die ein finanzbewusstes Verhalten überLehrkräften haupt erst möglich machen. Ein möglichst barrierefreier Zu− an. gang zu Finanzprodukten, KonsumentInnenschutz, adäquate
Nicht alle Wege führen nach Rom – aber viele!
Die Wege zum finanziellen Wohlbefinden sind unterschiedlich – eine Finanzbildung, die all diese Bereiche einbezieht, möchte einen Beitrag leisten, damit das Leben von möglichst vielen Menschen in finanzieller Hinsicht gelingt. Das ist auch das Ziel der OeNB mit ihren Initiativen unter www.eurologisch.at. HabenwirIhrInteressegeweckt?GernekönnenSiemitunsKontaktaufnehmenunter regionwest@oenb.at.
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as Badezimmer, ein Ort des Rückzugs, der Reinigung, des Auf-sichSchauens. Wo sonst im eigenen Zuhause verbringt man mehr Zeit und Aufwand, um sich selbst etwas Gutes zu tun? Ob eine erfrischende Dusche, ein entspannendes Bad oder eine beruhigende Gesichtspflege – hier setzen wir uns mit uns selbst auseinander, auf eine reinigende und zugleich heilende Art und Weise. Das Bad ist ein Heiligtum, das uns wieder Mensch werden lässt. In der Einrichtung fehlt dieser Zauber häufig. Mit dem Rückzug ins Private haben sich unsere Augen sattgesehen an den immer gleichen normierten Badeinrichtungen. Höchste Zeit für etwas mehr Individualität und Luxus für unser Allerheiligstes. Dem Innenleben muss Form und Ausdruck verliehen werden und dies geschieht bei Agape mit großer Raffinesse.
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alles, was man für eine ganzheitliche Badausstattung braucht, an einem Ort versammelt. Neben dem Hauptprogramm finden aber auch die Produkte vieler weiterer Hersteller im Sanitärbereich Ihren Platz im Showroom mit denen ergänzend umfangreich gearbeitet wird. Die elementaren Formen verleihen jedem Raum ein Gefühl von Beständigkeit und ruhigem Luxus, das von den verantwortlichen Designern angestrebt wurde. Die aus hochwertigen ökologischen Rohstoffen gefertigten Produkte zeichnen sich zudem durch ihr hohes Maß an Qualität aus, weshalb sie bereits mit renommierten Awards ausgezeichnet wurden.
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Hochwertiges Mobiliar muss gut in Szene gesetzt sein, um sein volles Potential ausschöpfen zu können. Agape bietet deshalb nicht nur luxuriöse Badausstattung, sondern zeichnet sich auch durch seine kreativen Raumplanungen aus. Mit besonderem Augenmerk auf Kontur und Funktion entstehen stimmige Badkonzepte im Einklang mit Form, Wasser und Licht. Das Team von Agape vereint erfahrene Innenarchitekten, Designer und spezialisierte Planer und bietet technische Expertise für jeden Bereich, ob privat oder gewerblich. Ein ganzes Projekt hindurch begleitet Agape seine Kunden mit seinem gebündelten Know-how, vom Entwurf über die Planung bis zur Durchführung vor Ort. Herzstück bleibt die klassische Badgestaltung, doch bei Agape wird auch ein großer Fokus auf die dazu passende Inszenierung von Licht und Dekoration gelegt. Gestalterisch wird gerne über das Bad hinaus gearbeitet, um die angrenzende Umgebung in stilistischen Gleichklang zu bringen.
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Das Team von Agape gelangt mit seiner langjährigen Erfahrung zu beeindruckenden und vielfältigen Ergebnissen, genauestens auf die Bedürfnisse und Wünsche seiner Kunden abgestimmt. Um dies zu garantieren, wird der Dialog mit den Kunden großgeschrieben. Mit all seiner technischen Expertise unterstützt Agape während allen Projektphasen bis in die Nachbetreuung oder bei etwaigen Reparaturanfragen. Egal ob es um Materialfragen, Oberflächenstrukturen, Farbkombinationen oder Lichtkonzepte geht: Um ein im Höchstmaß zufriedenstellendes Endergebnis zu schaffen, werden Kreativität und fachliches Fachwissen zur Verfügung gestellt. Damit dieses auch möglichst nachhaltig bestehen bleibt, kann man sich im Kundendienst über Materialpflege und viele andere Angelegenheiten beraten lassen. Dabei ist man keineswegs nur an die nähere Umgebung der beiden Standorte gebunden. Projektbetreuungen als auch Produktlieferungen sind dank eines sorgsam aufgebauten und eingespielten Netzwerks weltweit möglich. www.agape30.at
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SICHER IN DER CYBER-WELT Auch in Österreich nimmt Online-Kriminalität stark zu. Ganz besonders Krisenzeiten, wie wir sie etwa jetzt gerade durch COVID-19erleben, öffnen Internetkriminellen Tür und Tor für Cyberangriffe. Die Schäden gehen bereits in Millionenhöhe. Ob Hacker, Viren, Trojaner oder Phishing-Mails – Internetkriminalität hat viele Namen.
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icht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen sind von Cyberattacken betroffen. Im Bruchteil einer Sekunde kann beispielsweise das Netzwerk eines Betriebes durch ein Virus lahmgelegt werden. Unter Umständen muss der Inhaber für das Wiederherstellen der Daten oder des Systems teuer bezahlen. Das kann dauern und bewirkt möglicherweise, dass die Produktion stillsteht und obendrein kein Geld fließt. Umso wichtiger ist daher die richtige Absicherung für den Ernstfall.
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Für die verschiedenen Kundengruppen wie Privatpersonen, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Industriebetriebe gibt es jeweils den passenden Schutz.
• Privatkunden sollten beim Onlineshopping abgesichert sein, falls die bestellte Ware nicht ankommt. Ebenfalls wichtig: Ein Online-Monitoring, das Alarm schlägt, sobald persönliche Daten wie Kreditkartennummern im Netz auftauchen. • Für KMU bietet sich die Erweiterung der Technik-, Betriebsunterbrechungs- und Haftpflichtversicherung mit Cyber-Deckung an. Unternehmen, die von einem missbräuchlichen Angriff von außen betroffen sind, erhalten dadurch Leistungen für die Wiederherstellung von Daten, die manipuliert, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar gemacht wurden. Es gibt auch Unterstützung bei Kosten, die durch eine Betriebsunterbrechung nach einer solchen Attacke entstehen. Die Cyber-Haftpflicht sichert Schäden von Dritten und Kosten für die Abwehr von ungerechtfertigten Schadenersatzansprüchen ab. Einen besonderen Mehrwert bietet UNIQA durch die Übernahme der Kosten für einen IT-Forensiker, selbst wenn es sich letztendlich um keinen gedeckten Schaden handeln sollte. • Speziell für Gemeinden bietet UNIQA eine kompakte Versicherungslösung, damit sie nach einem Cyberangriff rasch wieder
handlungsfähig sind. Sie beinhaltet eine Service- und Kostenversicherung, eine Datenwiederherstellungsversicherung, eine Absicherung gegen den Verlust von Vermögenswerten sowie eine Betriebsunterbrechungs- und Haftpflichtversicherung. • Große Industriebetriebe haben in Sachen Cybersecurity komplexe Anforderungen. UNIQA bietet seinen Industriekunden daher umfangreiche Lösungen an: Den Beginn macht eine individuelle Risikoanalyse auf Basis eines webbasierten Risikofragebogens. Daraus erstellt UNIQA ein IT-Risikogutachten, das Auskunft über Risiken in Systemen und Abläufen gibt. Darüber hinaus gibt dieser umfangreiche Bericht auch Aufschluss über Verbesserungsmöglichkeiten bei der IT-Sicherheit im Unternehmen des Kunden und wird dem Kunden kostenfrei bei Vertragsabschluss zur Verfügung gestellt. Danach folgt die versicherungstechnische Absicherung: Versichert werden einerseits Haftpflichtansprüche, die etwa durch Datenschutzverletzungen oder Cyberattacken entstehen. Andererseits umfasst der Versicherungsschutz Eigenschäden wie etwa eine Betriebsunterbrechung durch Cyberangriffe. Auch
Kosten im Rahmen der Wiederherstellung aller Systeme, Daten und von behördlichen Verfahren bei Datenschutzverletzungen werden übernommen.
Bei einem Cyberangriff ist rasches Handeln gefragt: Computernetzwerke sichern, Systemintegrität wiederherstellen und alle notwendigen technischen, rechtlichen und kommunikativen Schritte setzen. Wen kann ein Unternehmer anrufen, wenn aufgrund eines Cyber-Angriffs sein ganzes IT-System zum Stillstand kommt und die Fortführung des Betriebes gefährdet ist? Wie kann ein möglicher Reputationsschaden minimiert oder vermieden werden? Genau dafür stellt UNIQA ein krisensicheres Netzwerk von Experten zur Seite, die schnell und professionell handeln. PR
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