Skip to main content

eco.nova April 2018

Page 1

Ausgabe Nr. 03 / April 2018, P.b.b. Verlagspostamt 6020 Innsbruck, ZNr. GZ 02Z030672 M, Euro 3.00

DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN

TIROL ENT*WICKELN Raumordnung im Spannungsfeld zwischen Grundbesitz und Allgemeinwohl.

DATENSCHUTZ

Mehr Grundrecht als Schikane

UNTERNEHMENSKULTUR Von Werten und Wertigkeit

HEILENDE ARCHITEKTUR

Die neue Kinder- und Jugendpsychiatrie


© ANDREAS FRIEDLE

eco.edit

w w w. b a d - a r c h i t e k t u r . at Christoph Loreck und Mag. Sandra Nardin, eco.nova-Herausgeber

Endlosschleife Und täglich grüßt das Murmeltier. Beim Thema des leistbaren Wohnens gehen in Tirol seit Jahr(zehnt)en die Wogen hoch – nicht nur vor Wahlen, aber da ganz besonders.

D

ie Voraussetzungen für die heimischen Regierenden könnten kaum besser sein: Die Wirtschaft geht aufwärts, die Arbeitslosigkeit zurück und die Grundstimmung ist positiv. Für die neue, alte Tiroler Landesregierung gilt es, diesen

Drive nun zu nutzen, auf Bundesebene funktioniert das bislang erst so mittelgut. Auch wenn man nach außen hin gute Miene zum bösen Spiel macht oder die Devise verfolgt, sich nach außen hin am besten gar nicht erst zu zeigen, kommt man nicht umhin, dass so mancher von außen schließlich doch hineinschaut. Und das dann umso genauer. So analysiert Stefan Haigner für uns ab Seite 34 die (Steuer-)Entlastungsmaßnahmen der Regierung. Und eines vorweg: Bei aller Positivdarstellung der Macher – Grund zum Jubeln findet er dabei wenig. In Tirol indes ist es das „leistbare Wohnen“, das uns in Wellen mal mehr, mal weniger intensiv beschäftigt. Anlässlich der bevorstehenden Innsbruck-Wahl befinden wir uns aktuell im Mal-mehr-Zyklus, weil es eben genau die Landeshauptstadt ist, die der Trend zur Urbanisierung voll trifft, verschärft durch Tausende (ausländische) junge Menschen, die Innsbruck nebst dem Studien- auch gleich als Wohnort für sich auserkoren haben. Lösungen aber scheinen selbst nach jahrzehntelangen Diskussionen in weiter Ferne und massenhaft sozialer Wohnbau, wenngleich wichtig und richtig, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Es krankt an mehreren Ecken und es ist fast schon bezeichnend, dass es zwar zahlreiche Initiativen zur Belebung des ländlichen Raums gibt, man aber im Zuge dessen irgendwie vergisst, auch die Städte in die Diskussionen mit einzubeziehen. Es braucht ganzheitliche Konzepte und ein Miteinander. Das jedoch ist schwierig in einem Land, in dem am liebsten doch noch jeder für sich ist. Man mag es auch Kirchturmdenken nennen. Fast schon traditionell schauen wir uns in der April-Ausgabe deshalb die heimische Wohn(ungs)situation etwas genauer an. Redakteur Marian Kröll hat sich dafür auf Spurensuche begeben und versucht, den Phänomenen Raumordnung und Planungsverbänden Herr zu werden. Das Ergebnis lesen Sie ab Seite 12. Ihre Fortsetzung findet die Titelgeschichte im Finanzteil ab Seite 88, in dem wir klären, ob Wohnen in den nächsten Jahren nicht doch wieder erschwinglicher werden könnte. So richtig positiv zeigt sich diese Ausgabe schließlich in der Rubrik eco.zukunft und unserer

Ihr Exklusiver Komplettanbieter

Serie „Tirol innovativ“. Ab Seite 50 erzählen wir Ihnen unter anderem die zauberhafte Geschichte von Rocco und Stella. Und auch sonst haben wir wieder viele Beiträge in diese Ausgabe gepackt, die zeigen, dass das (Wirtschafts-)Leben zwar nicht immer rosarot ist, aber auch nicht unbedingt tiefschwarz sein muss.

Bad • AccessoIres • Wellness Fliese • Stein • TerraDiStone

Starten Sie positiv in den Frühling, Ihre Redaktion der eco.nova eco.nova

3


eco.inhalt

12

EVENTS CATERING RENT A COOK MOBILE HAUBENKÜCHE „Ich möchte kulinarischen Genuss nicht auf einen Ort beschränken. Ihren Anlass durch meine Kochkünste aber unvergesslich machen. Ob bei Ihnen zu Hause oder einem Veranstaltungsort Ihrer Wahl – meine Haubenküche ist mobil! Kalte oder warme Gaumenfreuden, mehrgängiges Menü, Buffet oder Flying Service – alles ist möglich. Meine Menüvorschläge sind so individuell wie Ihre Veranstaltung. Beste Zutaten inklusive.

34

50

Firmenfeier, Gartenparty oder Kongressveranstaltung? 7 oder 700 Gäste? Wir sind flexibel. Ich zaubere mit meinem Team direkt vor Ort die grandertypischen Leckerbissen.“

MEHR ALS NUR CATERING... „Sobald das Kulinarische festgelegt wurde, sorgen wir auf Wunsch auch gleich für das ganze Drumherum – vom Partyzelt bis zur Bestuhlung. Oder soll es ein DJ sein? Entspannen Sie sich vor, nach und während Ihrer Veranstaltung – wir kümmern uns um die perfekten Rahmenbedingungen. Jetzt benötigen wir nur noch Ihren Wunschtermin. Wir stehen bereit für Ihre Fragen und Wünsche. Gerne erstellen wir für Sie individuelle Menüvorschläge.

56 eco.titel

eco.zukunft

12

50

Bis bald!“

Stadt-Land-Entwicklung.

Arbeitsbiene trifft auf häuslichen

Wohnen hapert und was die

Schneemacher.

Raumordnung damit zu tun hat.

56

Schein und Sein. Was die Steuerreform verspricht. Und was

verordnung in Kraft. Was wirklich auf Unternehmer zukommt.

64

wirklich dahintersteckt.

38

maßgeblicher Teil dessen Erfolgs – wenn auch nicht auf den ersten Blick erkennbar.

Betriebsmanagement – vielseiBrotbuben Lener – wider die Eile

www.grander-restaurant.at

4

eco.nova

42

eco.steuern

46

recht.aktuell

Unternehmenskultur. Die Kultur eines Unternehmens ist

Im Porträt. Hauser Externes stiger Manager für alle Fälle //

DSGVO. Am 25. Mai tritt die berüchtigte Datenschutz-Grund-

eco.wirtschaft 34

Tirol innovativ. Umtriebige

Wo es beim Thema leistbares

80

Heilende Architektur. Mit dem Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Gelände des Landeskrankenhauses Hall entstand ein Gebäude mit Identität.


eco.inhalt

110 IMPRESSUM Herausgeber & Medieninhaber: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, 0512/290088, redaktion@econova.at, www.econova.at Geschäftsleitung: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin // Assistenz: Martin Weissenbrunner Chefredaktion: Marina Kremser

88 eco.geld

eco.mobil

88

106 Heiß am Eis. Wir waren in der

Wird wohnen leistbar(er)? Die Immobilienpreise zogen in Ös-

Leutasch mit dem Seat Leon Cupra

terreich, insbesondere in Innsbruck

im Drift unterwegs.

und Wien, einmal mehr an als die Einkommen und Verbraucherpreise.

108 Im Test. 108: Ford Fiesta im maya-Kleid

Doch es gibt Hoffnung.

110: Range Rover Velar

eco.art 98

Detailreich. Das Tiroler Lan-

115: BMW X3 xDrive

112

Genf-Highlights. Mit der Sparte Fahrzeughandel der Wirtschafts-

desmuseum Ferdinandeum zeigt

kammer Tirol unterwegs am Auto-

herausragende Werke von Lucas

mobilsalon.

Cranach dem Älteren.

100 Ein Stück vom Glück. Das glück.tage-Literaturfestival im Kufsteinerland geht in die nächste Runde.

102 Mix and match. Das Jahresprogramm der Galerie Nothburga.

eco.life 126

Unterwegs im Morgan. Teil 4 der Serie, für die Dagmar Wresnik mit bekannten Tiroler Persönlichkeiten im Auto unterwegs ist. Dieses Mal zu Gast: Diana Langes.

Redaktion: eco.wirtschaft: Marian Kröll, Alexandra Keller, Sonja Niederbrunner, MMag. Klaus Schebesta, Mag. Sandra Nardin, Renate Linser-Sachers, Barbara Liesener, DI Caterina Molzer-Sauper, Marion Witting, MSc., Stefan D. Haigner // eco.zukunft: Doris Helweg // eco.geld: Dr. Michael Posselt // eco.kultur: Julia Sparber // eco.mobil: Bruno König // steuer.berater: Dr. Verena Maria Erian // recht.aktuell: RA Mag. Dr. Ivo Rungg // eco.life: Marina Kremser Anzeigenverkauf: Ing. Christian Senn, Bruno König, Tanja Ischia, Hannah Oderich, Hannelore Weissbacher // Grafik: Tom Binder, Florian Bürstl // Druck: Radin-Berger-Print GmbH Unternehmensgegenstand: Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. // Grundlegende Richtung: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Wellness, Steuern, Recht, Kulinarium und Lifestyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Jahresabo: EUR 25,00 (14 Ausgaben)


eco.mmentar

MMag. Klaus Schebesta

Im Westen nichts Neues Nun also wieder Schwarz-Grün. Die erste Auflage hat funktioniert – das zeigt das Wahlergebnis. Warum also hätte die zweite Auflage anders ausfallen sollen? // TEXT: KLAUS SCHEBESTA

W

er in den letzten Wo-

Am Wahlabend ließ sich der Landeshaupt-

nal Veränderung zu demonstrieren. Aber wa-

chen im Ausland war

mann, der sämtliche Optionen für eine Re-

rum sollte Günther Platter sein Team, dessen

und – wieder nach Tirol

gierungsbildung in der Hand hatte, freilich

Loyalität er in- und auswendig kennt, gegen

zurückgekehrt – die

noch nicht in die Karten schauen. Es wurde

irgendwelche unberechenbaren Quereinstei-

Zeitung liest oder abends „Tirol heute“ ein-

erst einmal ordentlich sondiert. Aber nicht

ger austauschen? Und im Zuge des Wechsels

schaltet, an dem geht völlig spurlos vorüber,

besonders lange. Die SPÖ machte es der

vielleicht noch lautstarke Mitsprache seitens

dass mittlerweile Wahlen, Koalitionsverhand-

Volkspartei nicht schwer, sie elegant abzu-

bündischer Obleute riskieren. Darum sitzen

lungen und eine neue Regierungsbildung

servieren, denn das Zögern von Spitzenkan-

bei der VP genau dieselben Personen auf der

stattgefunden haben. Dieselben Gesichter,

didatin Elisabeth Blanik, selbst Regierungs-

Regierungsbank wie vorher. Neue Gesichter

dieselben Themen, fast dieselben Kräftever-

mitglied zu werden, kann auch unpolitischen

gibt es nur, wo Sessel automatisch frei ge-

hältnisse. Und doch ist in der Zwischenzeit

Menschen leicht als K.o.-Kriterium erklärt

worden waren: Sonja Ledl-Rossmann folgt

eine ganze Menge passiert.

werden. Es geht eben nicht an, mit seinem

Herwig van Staa als Landtagspräsidentin,

Es gibt Stimmen, die sich enttäuscht zeigen,

Koalitionspartner ums Eck reden zu müssen

Gabriele Fischer nimmt bei den Grünen den

dass am Ende der umfangreichen Koalitions-

und stets zu riskieren, dass die Parteichefin

Platz der ausgeschiedenen Christine Baur

verhandlungen wieder das herausgekommen

im fernen Lienz andere Kommentare abgibt

ein. Dazu gibt es leichte Kompetenzverschie-

ist, was es in den letzten fünf Jahren schon

als deren Regierungskollegen. So waren die

bungen. Jene innerhalb des VP-Teams korre-

gegeben hatte. Wenn man sich die Ausgangs-

Roten schneller weg, als manche Genossen

spondieren mit den Beliebtheitswerten der

lage und den Verlauf der letzten Wochen an-

„Freundschaft“ sagen können. Dasselbe galt

betreffenden Regierungsmitglieder, lassen

sieht, kommt man zum Schluss: Es konnte

für die FPÖ: Die wiederkehrenden Schlagzei-

sich praktischerweise aber auch sachlich ar-

gar nicht anders laufen. Das beginnt schon

len aus dem rechten Eck waren Grund genug,

gumentieren. Und der Koalitionspakt? Der

beim Wahlergebnis. Die ÖVP hat fast fünf

sich auf dieses Abenteuer nicht einzulas-

berücksichtigt, dass die VP ein bisschen ge-

Prozentpunkte auf 44,3 Prozent zugelegt, die

sen. Dazu kam, dass für viele eine Schwarz-

wonnen und die Grünen ein bisschen verlo-

Grünen knapp zwei Prozentpunkte auf 10,7

Blaue Regierung auf Bundesebene und eine

ren haben, enthält aber keine weltbewegen-

Prozent leicht verloren, was im Vergleich zum

Schwarz-Blaue Regierung auf Landesebene

den Umbrüche, sondern lässt gerade so viele

katastrophalen Standing auf Bundesebene

um mindestens eine zu viel gewesen wäre.

Spielräume, dass beide Parteien bei ihren

und in anderen Bundesländern schon einem

Und die NEOS? Zu klein, zu unberechenbar.

Mitgliedern punkten können.

Sieg gleicht. Für die Volkspartei bedeutete

Damit waren die Sondierungen beendet. Ge-

Weil alle diese Gründe verdammt einleuch-

dieses Ergebnis, dass der Großteil ihrer Wäh-

rade nach so vielen Tagen, um zu belegen,

tend sind, kam es so, wie es kommen muss-

ler – und sogar ein paar Neue – mit der Per-

dass sie ernsthaft geführt wurden, und nach

te. Es wäre reichlich unwahrscheinlich ge-

formance der letzten Jahre gut leben konn-

so wenigen Tagen, um die Handlungsstärke

wesen, zum jetzigen Zeitpunkt eine andere

ten. Und für die Grünen, dass sie kaum dafür

der Volkspartei zu demonstrieren.

Konstellation als Schwarz-Grün II für Tirol

abgestraft wurden, ihren einst knallharten

Blieb noch das Regierungsteam offen. Auch

zustande zu bringen. Veränderung nur der

Oppositionskurs gegen einen häufig mit Zu-

hier kursierten viele Gerüchte, welche Köpfe

Veränderung wegen ist ein Argument, das

geständnissen gesäumten Weg als kleiner Ko-

rollen und was der Landeshauptmann alles

in der Realpolitik zu schwach ist, um sich

alitionspartner eingegangen zu sein.

anstellen würde, um zumindest beim Perso-

durchzusetzen.

6

eco.nova


INNSBRUCK GRAZ

OBJEKTIV UNABHÄNGIG PROFESSIONELL ...

... dies sind nicht nur Schlagworte, sondern gelebte Firmenphilosophie! Cybercrime Ohne den Einsatz von Informationstechnologie ist die Führung eines Unternehmens heute kaum mehr denkbar. Allerdings bietet die IT nicht nur Vorteile: Sicherheitslücken, Datenlecks, Hackerangriffe, Datenschutzverstöße oder Missbrauch von ITSystemen können zu Betriebsunterbrechungen und hohen Schadenersatzforderungen führen. Erfolgreiche Cyberangriffe häufen sich, auch in Österreich, wie eine Studie vom 13.09.2017 der KPMG belegt: • 236 österreichische Unternehmen wurden befragt • 72 % waren in den letzten Monaten Opfer von Cyberangriffen (im Vorjahr waren es noch 49 %) • Jedes 2. Unternehmen musste in Folge seine Geschäfte unterbrechen • Fast ein Viertel der Angriffe waren zielgerichtete Cyberattacken (Verschlüsselungstrojaner) Es gibt keine perfekte IT-Security: Technische, organisatorische und bauliche Maßnahmen können helfen, Risiken zu begrenzen, 100%ige Sicherheit können sie aber nicht bieten. Jedes Unternehmen wird daher früher oder später mit einem Hackerangriff oder einer Datenrechtsverletzung konfrontiert werden. Es stellt sich hier nicht die Frage, „ob“, sondern „wann“. Ein adäquater Versicherungsschutz ist deshalb wesentlich, um diese Risiken beherrschbar zu machen. Die von uns angebotene Cyberversicherung bietet einen umfassenden Versicherungsschutz: • Cyber-Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung • Cyber-Eigenschadenversicherung • Behördliche Datenschutzverfahren • 24/7 Krisenhotline im Schadensfall • Präventivmaßnahmen Sie werden sich sicher fragen, was die von uns angebotene Cyberversicherung auszeichnet? Die Antwort ist einfach: Sie werden keinen umfassenderen Versicherungsschutz zu günstigeren Prämien finden!

U N S E R E G R Ö S S E U N D E R FA H R U N G I S T I H R G E W I N N !

Büro Innsbruck | Pacherstraße 19, 6020 Innsbruck | Tel.: +43 512 56 50 55 | E-Mail: fides@fides.at Büro Graz | Plüddemanngasse 67a, 8010 Graz | Tel.: +43 316 48 11 99 | E-Mail: fides.graz@fides.at

w w w. f i d e s . a t


KOPF DER AUSGABE

Jos Pirkner

© MARIAN KRÖLL

ine Eltern Jos rt. Dennoch haben se we en ell St en in ke t ns t Ku künstlerische Wo Brot knapp ist, ha Nachkriegsjahre eine r de ut m Ar d un g un nger Zerstör t er von dort aus als ju ha Pirkner inmitten der n llia Si in 7 192 n re . Gebo ljahrhundert zur Ausbildung ermöglicht sterdam für ein Vierte Am h sic e ht ac m t, er ob roler Tristach zu Künstler die Welt er milie wieder im Ostti Fa er in se it m e ut he rkner – und zweiten Heimat und ist ch der Mensch Jos Pi au ist t ns Ku e in se e tark wi T: MARIAN KRÖLL Hause. So ausdruckss in bisschen leise. // TEX ke r te Al n ge sti rü im selbst


kopf der.ausgabe

„WENN ICH DRECKIG BIN, WEISS ICH, DA PASSIERT ETWAS. OHNE ARBEIT KANN ICH NICHT SEIN.“ Jos Pirkner

J

os Pirkner ist am 2. Dezember

der Fuschler Firmenzentrale des Konzerns

etwas ganz eigenes. „In Sachen Architektur

des vergangenen Jahres 90

die mit hoher Wahrscheinlichkeit größte

bin ich Autodidakt. Davon gehen gute Im-

Jahre alt – oder in diesem Fall

Bronzeplastik des Kontinents fertigge-

pulse für die Architektur aus. Von genorm-

jung – geworden. Und noch

stellt – eine 22 Meter lange Figurengruppe

ten Türen und Fenstern weiß ich nichts“,

immer ist er voll Tatendrang.

bestehend aus 14 überlebensgroßen Bullen,

erinnert sich Pirkner. Der Komplex besteht

Herumsitzen liegt nicht in der Natur des

die sich brachial ihren Weg hinaus aus dem

aus zwei, Vulkanen nachempfundenen, sich

Osttiroler Bildhauers, der weit über die Lan-

Gebäudekomplex ins Freie bahnen. Das Ge-

überlappenden kegelförmigen Gebäuden

desgrenzen hinaus Anerkennung für sein

bäude entstammt ebenfalls der Feder des

und demonstriert, wie Energie Raum greift.

Werk erfahren hat und kürzlich mit dem

Künstlers, der sich dabei ausnahmsweise

Päpstlichen Silvesterorden bedacht worden

als Architekt betätigt hat und von Firmen-

Da passiert etwas

ist; einer Auszeichnung, die der Papst selbst

chef Mateschitz völlig freie Hand bekom-

Für die (post)moderne Beliebigkeit hat der

für besondere Verdienste um die katholi-

men hat. „Jos, mir gefällt das nicht. Da kann

Bildhauer, dessen Schaffen noch gleicher-

sche Kirche und die katholischen Werke

ich auch Nestlé draufschreiben. Mach du et-

maßen inspiriertes wie sachkundiges Hand-

verleiht. Seit 1995 trägt Pirkner den Berufs-

was“, soll der medienscheue Red-Bull-Grün-

werk ist, nicht viel übrig: „Heute ist alles

titel „Professor“ und ist außerdem Träger

der einen damaligen Gebäudeentwurf kom-

Kunst. Du kannst machen, was du willst“,

des Ehrenzeichens des Landes Tirol und des

mentiert haben. Und Pirkner hat geliefert.

lautet die anklagende Diagnose. Den Men-

Großen Ehrenzeichens für Verdienste um

Keine verwechselbare, gesichts- und iden-

schen fehle heutzutage oft die Empfindung

die Republik Österreich.

titätslose Allerweltsarchitektur, sondern

dafür, was Kunst ist. Vielfach werde heute

Dies als gewöhnliche Alterserscheinung ab-

nicht die Kunst um der Kunst willen ge-

zutun, würde dem umtriebigen Künstler

kauft, sondern nur Namen bewirtschaftet.

Unrecht tun. Pirkners Talent wurde schon von seinen Eltern erkannt, die ihm eine künstlerische Ausbildung ermöglicht hatten, und das in einer Zeit, in der selbst am Allernotwendigsten Mangel herrschte und Kunst brotlos war.

Beseelt von der Kunst Pirkner strahlt auch in hohem Alter noch eine Jugendlichkeit aus, die man selbst bei Menschen nicht oft findet, die um Jahrzehnte jünger sind. Er ist beseelt von der Kunst, die sein Lebenselixier ist. Eine internationale Reputation hat sich Pirkner vor allem durch seine vielbeachteten Arbeiten für Dietrich Mateschitz und Red Bull erworben. Erst vor wenigen Jahren hat Pirkner in

ZUR PERSON

Jos Pirkner wird am 2. Dezember 1927 in Sillian geboren. Pirkner besucht die Kunstgewerbeschule in Klagenfurt und die Meisterschule für angewandte Kunst in Graz. Er wird vom Bildhauer Rudolf Reinhart als Privatschüler nach Salzburg geholt. Dort entdeckt der Künstler seine Liebe zum Werkstoff Metall. 1951 übersiedelt Jos Pirkner in die Niederlande. Pirkner wird von der Akademie der bildenden Künste in Amsterdam aufgenommen und besucht als Gasthörer die Freie Akademie in Utrecht, die ihm für die kommenden 27 Jahre zur zweiten Heimat wird. Dort lernt er auch seine spätere Frau Joke kennen. 1978, kurz nach der Geburt seines Sohnes Gidi, zieht es den Bildhauer zurück ins heimatliche Osttirol, wo er seitdem unweit von Lienz in Tristach lebt und werkt.

Hier hat Pirkner vor allem die Galerieszene im Auge. Auch auf die Landeshauptstadt ist er nicht sonderlich gut zu sprechen, seit der von ihm gestaltete Brunnen am Sparkassenplatz im Zuge der Neugestaltung weichen musste. Der Brunnen steht heute – fast wie zum Trotz – in Pirkners Garten. Das Reiten auf der Zeitgeist-Welle ist seine Sache nicht, Allüren sind ihm fremd, auffallen will Jos Pirkner allein durch seine Kunst. Diese ist ihm Antrieb, das Atelier seine Komfortzone. „Wenn ich dreckig bin, weiß ich, da passiert etwas. Herrlich!“, sagt der Bildhauer und Maler. Die Kunst ist es, die ihn körperlich und geistig fit hält. Derzeit wirkt Pirkner am Projekt „Himmelsterrasse“ der Salzburger Pfarre Mülln mit.

eco.nova

9


Wirtschaft Wirtschaft & Unternehmen

Stadt. Land. Flucht?

D

er weltweite Trend, sich in Städten

hin und die Dorfeinheit verkommt zum

anzusiedeln, ist bewiesen und wird

Schlafbezirk.

sich die kommenden Jahrzehnte

fortsetzen – paradoxerweise auch trotz neu-

Coworking und Coliving

er technischer Möglichkeiten, die, sofern vor-

Mit der Aussicht auf zunehmende Auto-

handen, ein Arbeiten abseits urbaner Infra-

matisierung in der industriellen Fertigung

struktur ermöglichen. Welche Möglichkeiten

muss man sich die Frage stellen, wo und wie

bieten sich also, um statt der Entscheidung

in Zukunft gearbeitet wird. Die Gruppe der

zwischen Stadt oder Land ein Sowohl-als-

Wissensarbeiter hat das für sich bereits be-

auch zu ermöglichen? Was braucht es, um

antwortet und findet sich zunehmend in

die gemeinsame Nutzung unserer Lebens-

Coworking-Spaces zusammen. Das mit leist-

räume gesund zu verteilen?

barem Internet ermöglichte Bequem-von-da-

Infrastruktur Um eine für unsere mitteleuropäischen Verhältnisse lebenswerte Umgebung zu schaffen, brauchen wir eine adäquate technische wie auch soziale Infrastruktur. Die technische Infrastruktur ist primär eine Frage der

Alexander M. Schmid | Der Vereinfacher beschäftigt sich seit über drei Jahren mit Vereinfachung in Unternehmen, hat darüber ein Buch verfasst und erarbeitet mit Unternehmen Strategien, die sie am Markt einfach einzigartig positionieren. www.dervereinfacher.at © kunstfotografin.at

Finanzierung und weniger der technischen Machbarkeit. Wir wissen, wie wir Straßen

heim-am-Küchentisch-Arbeiten wandelt sich gerade wieder zu räumlich gemeinsamer Arbeit. Der kreative Austausch in fachlicher Hinsicht und der soziale Kontakt mit anderen Menschen bereichern die Qualität der Arbeit. Diesen Umstand haben auch größere Unternehmen erkannt und ermöglichen ihren Mitarbeitern vermehrt die Arbeit in Coworking-Spaces als zusätzliche Alternative

bauen, Bahntrassen verlegen und Strom-

Raumordnung

bzw. Telekomnetze spannen. Wir haben auch

Das ruhig gelegene Einfamilienhaus und

nach Situation die passende Rahmenbedin-

Modelle entwickelt, die dezentrale Aus- und

der Supermarkt ums Eck ist eine Wunsch-

gung bietet.

Weiterbildung sowie ärztliche Versorgung si-

vorstellung, lässt sich realistisch aber nicht

Zur Vervollständigung ist es notwendig, die

cherstellen können. Die soziale Infrastruk-

für alle verwirklichen. Vielmehr geht es um

Wohnbedingungen ebenfalls anzupassen

tur, das persönliche Miteinander, ist ein län-

ein gesamtwirtschaftlich leistbares Kon-

und preislich leistbar zu machen. Da in der

gerfristiger Prozess, der nicht von heute auf

zept, das die Grundbedürfnisse je nach Le-

Stadt Platz immer knapper und teurer wird,

morgen gebaut werden kann. Dazu braucht

bensphase abdeckt. Historisch betrachtet,

sind kleinere Gemeinden gefordert, neue Lö-

es eine Vorstellung des zukünftigen Zusam-

ist die Dorfstruktur die kleinste gemein-

sungen anzubieten. Kombiniert man günsti-

menlebens und kontinuierliche Vorbildwir-

schaftlich sinnvolle Einheit, in der sich al-

gen Wohnraum zum Beispiel mit einem Co-

kung, um einen generationenübergreifenden

le notwendigen infrastrukturellen und so-

working-Space inklusive Kinderbetreuung,

Zusammenhalt zu schaffen. Die Idealvorstel-

zialen Einrichtungen organisieren lassen.

bieten sich auch in kleineren Gemeinden

lung, sich um seine Familie und Verwandte

Städte sind bei genauerer Betrachtung eine

Möglichkeiten, die die Notwendigkeit des

zu kümmern, stößt derzeit oft noch immer

zusammengewachsene Ansammlung meh-

Pendelns zumindest teilweise eindämmen.

auf die Unvereinbarkeit von Arbeit, Zeit, Ort

rerer Dörfer. Diese Ausgewogenheit hat sich

Bleiben mehr Menschen tagsüber im Ort,

und letztendlich Geld. Man arbeitet nicht

in den letzten Jahrzehnten verschoben und

steigt das Interesse für Nahversorger und

dort, wo man lebt, und verbraucht viel Zeit

dazu geführt, dass viele Dörfer einen Groß-

kleinere Gewerbebetriebe wieder an, sich an-

für den Transfer zwischen dem Arbeits- und

teil ihrer Einrichtungen verloren und als Le-

zusiedeln. Das belebt die lokale Wirtschaft,

Lebens(wohn)raum. Das erarbeitete Geld

bensraum an Attraktivität eingebüßt haben.

erhöht das Gemeindebudget und damit die

geben wir für Dienstleistungen aus, die von

Hat ein Dorf kein Wirtshaus und keinen

Ressourcen für infrastrukturelle Verbesse-

Menschen erbracht werden, die das gleiche

Greißler mehr, gibt es kaum einen Grund,

rungsmaßnahmen. Flucht begegnet man er-

Schicksal teilen, bloß in entgegengesetzter

länger zu bleiben. Die noch Ansässigen ver-

folgreich mit Mut zu Ideen, Beteiligung der

Richtung.

lagern ihren Lebensmittelpunkt woanders

Betroffenen und Unterstützung vor Ort.

10

eco.nova

zum Homeoffice. Ein Hybridmodell, das je


eco.wirtschaft

ECO.MMENTAR

© JULIA TÜRTSCHER

Vom Sollen, Müssen und Dürfen

Marina Kremser, Chefredaktion

Die Presse dient den Regierten, nicht den Regierenden.

POSITIVE STIMMUNG

Es ist der wohl einprägsamste Satz aus dem Film „Die

Schon seit Längerem geht es mit der heimischen Wirtschaft wieder auf-

Verlegerin“ mit einer grandiosen Meryl Streep als Katha-

wärts und auch zum Jahresstart blieb Tirol auf einem dynamischen Wachs-

rine „Kay“ Graham, die nach dem Tod ihres Mannes die

tumskurs. Und die gute Stimmung setzt sich fort. „Die Prognosen für das

Washington Post leitete. Und auch wenn der Film in den

heurige Wirtschaftsjahr gehen für Tirol von einem Wachstum bis zu plus 3,5

1970ern spielt, so hat die Aussage wieder an Aktualität

Prozent aus. Die aktuelle Veröffentlichung von Eurostat für Tirol zeigt ein

gewonnen.

stark gestiegenes Brutto-Inlandsprodukt auf, das mit 138 mehr als deutlich

In der tatsachenbasierten Geschichte geht es um die Veröf-

über dem EU-Schnitt von 100 liegt“, erklärt die alte und neue Wirtschafts-

fentlichung der brisanten Pentagon-Papers, die einige ame-

landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf.

rikanische Päsidenten ordentlich in die Bredouille gebracht

Ebenso positiv zeigen sich die aktuellen Arbeitsmarktdaten. AMS-Tirol-

hätten/haben, weshalb diese ein Bekanntwerden folglich

Chef Anton Kern: „Trotz des strengen Frostes und der bereits seit Monaten

tunlichst verhindern wollten. Notfalls damit, Zeitungsma-

rückläufigen Arbeitslosigkeit setzt sich die gute Entwicklung am Tiroler Ar-

chern mit Gefängnis zu drohen. So weit sind wir zumindest

beitsmarkt auch im Feber fort. Die Arbeitslosigkeit ist kräftig gesunken, die

hierzulande heute Gott sei Dank nicht mehr, dennoch ist

Beschäftigung weiter auf Wachstumskurs und die Arbeitskräftenachfrage

die aktuelle Bundesregierung zu einer für mich ziemlich

pendelt auf sehr hohem Niveau.“ Mittlerweile können auch Langzeitarbeits-

abenteuerlichen Kommunikationspolitik übergegangen.

lose und Ältere von diesem Trend profitieren. „Tirol weist im Österreichver-

Sebastian Kurz hat mit #AnswerLikeKurz auf Twitter sogar

gleich aktuell die niedrigste Arbeitslosenquote auf. Das alles belegt einen

einen eigenen Hashtag bekommen, weil er auf Fragen im

robusten Arbeitsmarkt, der zudem eine stabile Entwicklung im Jahresver-

Grunde meist eines antwortet: nämlich nichts. Und das

lauf verspricht“, so Kern. Möge das Frühlingswetter diesem Optimismus

ziemlich wortreich.

bald folgen ...

Die Frage ist letztlich: Welche Informationen darf, muss oder soll eine Zeitung veröffentlichen? Wo hört Information auf und wo fängt Sensationsgier an? Welche Ge-

ALLES BEIM ALTEN ... UND DOCH NEU Mit Anfang des Jahres übernahm das Vorarlberger Traditionsunternehmen Sagmeister das Innsbrucker Herrenmodegeschäft Schmitt & Lair. Großes Aufhebens darum wurde nicht gemacht. „Die Übernahme der Firma Schmitt & Lair, mit deren bisherigem Inhaber Hannes Schmitt wir schon über Jahre freundschaftlich verbunden sind, bietet die perfekte Gelegenheit zur Expansion“, erklärt Clemens Sagmeister, Geschäftsführer in sechster Generation der Gebhard Sagmeister Herrenmoden GmbH. Für Kunden ändert sich indes wenig und auch Stammkunden wird der Wechsel kaum auffallen. Der Name bleibt nämlich ebenso erhalten wie das gesamte Team. In Bezug auf die Firmenkultur und Sortimentsgestaltung soll Schmitt & Lair seinen Platz im Unternehmen Sagmeister finden, ohne an Eigenständigkeit zu verlieren: „Jeder im hochwertigen Modehandel weiß, dass regionale Besonderheiten in den Sortimenten essentiell sind“, so Sagmeister.

schichten schreibt man tatsächlich dafür, um die Leser ein Stück weit klüger zu machen, und wo geht es letzten Endes nur um die eigene, persönliche Profilierung? Es ist ein schmaler Grat für Journalisten und er ist es auch für Politiker. Nicht alles, was hinter verschlossenen Türen gesprochen wird, ist von öffentlichem Interesse. Aber so manches dann eben doch. Der Presse nur Streichelweich-Häppchen oder vorgefertigte Politikerphrasen anzubieten und sich sonst quasi jeglicher Nachfrage zu verweigern, das hat es zwar immer schon gegeben, wird jetzt aber auf die Spitze getrieben. Diese Entwicklung tut nicht gut – der Bevölkerung nicht und auch der Politik nicht. „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“, sagte Ingeborg Bachmann einst in einer Dankesrede. Auch die nicht so angenehme. Bekommt man über eine längere Zeit suggeriert, es sei eh alles gut, ist die Erkenntnis hinterher nämlich meist umso unschöner. Anregungen und Kommentare bitte an kremser@econova.at Clemens Sagmeister

eco.nova

11


© MARIAN KRÖLL

eco.wirtschaft

Das Thema Wohnen ist in Tirol ein Dauerbrenner – nicht nur, aber besonders vor Wahlen. Der Wille der Politik zum „leistbaren Wohnen“ ist da, doch mancherorts ist der Blick in die Zukunft eingeschränkt. Viele eingefahrene Strukturen bekommen jedoch erste Risse.


WO ES MENSCHELT

„Tirol isch lei oans, isch a Landl a kloans, isch a schians, isch a feins, und des Landl isch meins.“ So heißt es in einer bekannten Volksweise. Den Zillertaler Schürzenjägern war ihre Heimat Tirol einst nicht nur lieb, sondern vor allem auch teuer. Und so ist es geblieben. // TEXT: MARIAN KRÖLL


eco.titel

raum. „Raumordnung ist immer auch eine politische Entscheidung, bei der es eine gewisse Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten für

© MARIAN KRÖLL

die Gemeinden gibt. Diese wird von den Gemeinden unterschiedlich genutzt”, bestätigt Fuith. „Man bemüht sich wirklich redlich, die Gesetze sind nicht schlecht, das Instrumentarium ist da. Es braucht aber den politischen Axel Fuith, Rechtsanwalt und Raumordnungsexperte

Willen. Es ist schwierig, in manchen Gemeinden Konsens herzustellen.” Zu kämpfen haben Tirols Gemeinden in unterschiedlichem Maße auch mit den Sünden

ie Topografie spricht dafür, dass sich das

definiert Ziele und Aufgaben der örtlichen

der Vergangenheit. Teils seit Jahrzehnten

nicht ändert. Nur rund dreizehn Prozent der

Raumordnung wie folgt: „Die örtliche Raum-

bestehende Baulandwidmungen lassen nur

Landesfläche sind überhaupt besiedelbar.

ordnung dient der geordneten räumlichen

schwer oder gar nicht mobilisieren und en-

Theoretisch. Dieser für die Raumordnung

Entwicklung der Gemeinde. Sie hat im Ein-

gen den Spielraum beträchtlich ein. „Es gä-

durchaus herausfordernde Umstand darf

klang mit den Raumordnungsprogrammen

be genügend gewidmetes Bauland, das aber

mittlerweile aber als Binse gelten. Eine Aus-

und, soweit solche nicht bestehen, unter Be-

nicht am Markt ist. Ich wüsste nicht, wie

rede ist sie nicht. Seit Jahr und Tag jagt die

dachtnahme auf die Ziele und Grundsätze

man das ändern kann. Ein Widmungsstopp

Politik – naturgemäß besonders heftig vor

der überörtlichen Raumordnung zu erfolgen.

würde die Landflucht sogar noch verschär-

Wahlen – einer Fata Morgana namens „leist-

Weiters ist auf die örtlichen Raumordnungs-

fen”, so der Experte. Rückwidmungen in

bares Wohnen“ hinterher. Die Begrifflichkeit

interessen der Nachbargemeinden, insbeson-

Freiland sind prinzipiell zwar möglich, aber

bleibt vorsichtshalber undefiniert und ent-

dere im Bereich der gemeinsamen Grenzen,

problematisch. Die Tatsache, dass sich die

stammt dem Baukasten der Politphrasen,

Bedacht zu nehmen.”

Siedlungstätigkeit vor allem in Tallagen, be-

in dem auch „Steuern runter“, „Mehr Netto

sonders in der Inntalfurche, abspielt, spricht

vom Brutto“, „Die Pensionen sind sicher“ und

Diener zweier Herren

das ewige Versprechen der „Entbürokratisie-

Raumordnung sollte also nicht in Kirchturm-

tion, als alpine Großstadt, neu zu denken

rung“ zu finden sind. Das Bekenntnis zum

politik gipfeln, auch wenn das noch nicht in

und zu planen, wie es etwa im Projekt Tirol-

„leistbaren Wohnen“ findet sich sogar in der

allen Gemeindestuben angekommen sein

CITY vorgemacht wird. Topographie und

Tiroler Landesverfassung (Art. 7. Abs. 2).

dürfte und die Planungsverbände allzu häu-

Tourismusintensität sorgen in Summe für

Die Preisentwicklung in einer Marktwirt-

fig noch zahnlose Gremien sind, die wenig

eine Einwohnerdichte, die im absoluten eu-

schaft ist immer von Angebot und Nachfra-

mit sich anzufangen wissen. „Die Raumord-

ropäischen Spitzenfeld liegt. Der Run in die

ge bestimmt. Bei den Grundstückspreisen

nung steht im Spannungsfeld zwischen Ei-

Täler stellt den ländlichen Raum vor große

ist das nicht anders. Die räumliche Entwick-

gentümern, die unbeschränkt über ihr Eigen-

Herausforderungen. Abwanderung, fehlen-

lung des Landes ist nicht Schicksal, sondern

tum verfügen wollen, und der Allgemeinheit,

de Arbeitsplätze und das Verschwinden der

lässt sich mit raumordnungspolitischen Pla-

die eine gewisse Entwicklung herbeiführen

Nahversorgung sind in den alpinen Dörfern

nungsinstrumenten – darunter das Örtliche

will. Es ist schwierig, diese Interessen unter

verbreitete Phänomene. Besonders Osttirol

Raumordnungskonzept (ÖROK), Flächen-

einen Hut zu bringen”, sagt Raumordnungs-

und das Tiroler Lechtal sind davon betrof-

widmungs- und Bebauungsplan – lenken.

experte und Rechtsanwalt Axel Fuith. Dass es

fen. Das Konzept von der elastischen Stadt

Der Flächenwidmungsplan unterscheidet

in diesem Spannungsfeld mitunter heiß her-

in der Inntalfurche ist spannend, aber noch

laut Gesetz die Kategorien Bauland, Freiland,

geht, belegen einige Beispiele aus der jünge-

Zukunftsmusik.

Sonder- und Vorbehaltsflächen. Außerdem

ren Vergangenheit. Im Zuge zumindest frag-

Insgesamt lässt sich feststellen, dass sich in

gibt es die Vertragsraumordnung, die auf

würdiger Widmungsentscheidungen, die von

der Raumordnung trotz einiger schwarzer

Grundlage der Privatrechtsfähigkeit von

teils bemerkenswerten Interessenkonflikten

Schafe gegenüber der Vergangenheit einiges

Gemeinden einen Vertrag zwischen Grund-

begleitet wurden, wurde von verschiedenen

zum Besseren gewendet hat. Das liegt auch

stückseigentümer und Gemeinde darstellt

Seiten gefordert, den Gemeinden die Wid-

daran, dass die örtlichen Raumordnungs-

und der Sicherstellung einer hoheitlichen

mungskompetenz wegzunehmen bzw. diese

konzepte und Widmungen vom Land zu ge-

Festlegung dient. Die direkte Junktimierung

auf eine höhere Ebene zu heben. Das mag im

nehmigen sind, das als Regulativ wirkt und

zwischen hoheitlicher Planungsnorm einer-

ersten Moment zwar einleuchtend und folge-

fallweise als Korrektiv einschreiten kann. „Es

seits und Vertragsabschluss andererseits hat

richtig klingen, würde aber die Gemeindeau-

wird zwar oft von den Dorfkaisern gespro-

der Verfassungsgerichtshof als unzulässig

tonomie aushöhlen und die Bürgermeister

chen, aber nimmt man die Willensbildung in

erkannt. Die Gemeinde darf also eine Wid-

samt Gemeinderäte zum bloßen Verwaltungs-

der Gemeinde ernst, ist die Gemeindeauto-

mung nicht vom Zustandekommen eines

apparat degradieren. In der Raumordnung

nomie zu respektieren. Wem die Entschei-

Vertrags zwischen Grundstückseigentümer

wird zwar durchaus auf Grundlage von Gut-

dungen des Gemeinderats nicht passen, der

und Gemeinde abhängig machen. Das Tiro-

achten entschieden, es verbleibt dennoch ein

muss sich eben politisch engagieren”, meint

ler Raumordnungsgesetz (TROG) von 2016

beträchtlicher politischer Ermessensspiel-

Axel Fuith. Der Grundverkehr ist mitunter ei-

14

eco.nova

dafür, diesen Raum als urbane Agglomera-


eco.titel

promotion

ne emotionale Angelegenheit, weil es um die Allokation eines knappen Guts geht. Während die einen einen „Ausverkauf der Heimat“ konstatieren, bezweifeln die anderen die EU-Rechtskonformität der hiesigen gesetzlichen Regelungen, besonders was den sogenannten „grünen Grundverkehr“ betrifft. „Wenn man unter Ausverkauf versteht, dass Ausländer Grund erwerben können, hat es das schon unter Wallnöfer gegeben. Damals hat man – in meinen Augen zu Recht – das Liebherr-Hotel (Interalpen-Hotel Tyrol) nach Tirol geholt”, gibt Fuith zu bedenken. Immer wieder wird auch das in der Praxis recht locker gehandhabte Freizeitwohnsitz-Regime in Tirol für die steigenden Grundstückspreise verantwortlich gemacht. Besonders in den tourismusintensiven Regionen ist die gesetzliche Acht-Prozent-Freizeitwohnsitzquote weit überschritten. „Das Land Tirol hat recht, dass es keine neuen Freizeitwohnsitze will und auch nicht solche unter dem Deckmäntelchen von Hotelanlagen, die keine sind“, sagt Fuith, der sich aber auch fragt, ob die Freizeitwohnsitzbeschränkung wirkt: „Ich bin so ketzerisch und frage mich, ob es ohne eine Beschränkung bei den Freizeitwohnsitzen tatsächlich so viele mehr gäbe. Die Leute, die sich einen Freizeitwohnsitz verschaffen wollen, finden sowieso Mittel und Wege. Ich weiß nicht, ob da nicht ein wenig Schattenboxen betrieben wird. Ich bin für einen sparsamen Umgang mit Grund und Boden. Das ist aber nicht auf die Frage der Freizeitwohnsitze zu reduzieren. In der Schweiz hält man uns in Tirol mit der Acht-Prozent-Quote fast für Kommunisten“, sagt der Experte, der immer wieder an der Universität Bern Vorträge hält. „Die Schweizer sehen uns als Enteigner,

© SHUTTERSTOCK/FIZKES

INSGESAMT HAT SICH IN DER RAUMORDNUNG EINIGES ZUM BESSEREN GEWENDET. OPTIMAL IST SIE DENNOCH NOCH NICHT.

Wohnen: Recht, nicht Luxus! Die Leistbarkeit von Wohnraum führt zu zahlreichen Diskussionen in Tirol. Wohnungspreise und Löhne driften immer weiter auseinander. Anton Rieder, Landesinnungsmeister der Sparte Bau, sieht auch die Politik gefordert. Damit Wohnen nicht zum Luxusgut wird, braucht es langfristige Lösungsansätze.

I

mmer wieder wird thematisiert, dass der Grundverbrauch in Tirol inakzeptable Ausmaße erreicht habe. Parallel dazu werden die ständig steigenden Grund- und Wohnpreise in Tirol kriti-

siert. Um Wohnen wieder leistbarer zu machen, müssen laut Anton Rieder einige Lösungsansätze in die Tat umgesetzt werden. In der Entrümpelung von unnötigen Normen und Vorschriften und in der stärkeren Nutzung digitaler Verfahren sieht der Landesinnungsmeister eine Lösung, um Kosten sowohl auf Seiten der Bauherren als auch der Baufirmen zu senken. Preistreiber in Sachen Wohnen sind auch die vorgeschriebenen Tiefgaragenplätze, die bis zu 30 Prozent der Kosten ausmachen. Rieder fordert zudem eine verdichtete Bauweise im Wohnbau: „Wenn wir dem hohen Flächenverbrauch entgegenwirken möchten, müssen wir weiter in die Höhe bauen.“ Vor allem im ländlichen Raum stoßen Bauunternehmen hierbei auf große Widerstände. Ein höheres Maß an Kompromissbereitschaft ist gefragt, denn einerseits möchten Familien, die derzeit in Einfamilienhäusern wohnen, keine „dichten“ Bauprojekte in der Nachbarschaft. Andererseits ist der Wunsch nach günstigerem Wohnraum - auch für die eigenen Kinder und Enkel - groß.

wir selbst halten uns dagegen für eigentumsfreundlich.“

Gemeinsam an einem Strang ziehen

Unlösbares Problem?

Für die steigenden Wohnkosten wird immer wieder die Bauwirt-

Die Politik wird vermutlich auch in Zukunft daran scheitern, aus Wahlversprechen und billigen Gemeinplätzen günstiges Bauland zu machen. Das ist ihr nicht anzukreiden, das Thema Raumordnung ist komplex, die Interessen vielschichtig und oft gegenläufig. Der geförderte Wohnbau allein wird die Lage nicht entspannen können, zumal zu wenig Bauland am Markt ist, das dafür herangezogen werden könnte, und das

schaft verantwortlich gemacht. Die Tiroler Bauinnung möchte in dieser Hinsicht als Problemlöser fungieren und Lösungsansätze umsetzen. Erfolgsaussichten gebe es nur, wenn alle Parteien an einem Strang ziehen. Das sogenannte „schwarze Schaf“ gibt es nicht. „Wenn wir dicht, funktionell, schön und zu erschwinglichen Preisen bauen wollen, müssen politische und gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden“, so Anton Rieder.

wenige verfügbare oft zu teuer ist. Bei den Baukosten ließen sich substanzielle Einsparungen erzielen, die, schenkt man Untersuchungen glauben, die Mieten um 15 Prozent senken würden. Doch die Durchforstung des Normendschungels stand bereits auf der Agenda vieler Regierungen. Raumplasen Kosten. Sie ist aber keine kühle Wissenschaft, wie Axel Fuith anmerkt: „Diese Subjektivität ist das Faszinierende an der Raumplanung, die ungemeine Gestaltungsmöglichkeiten

© CH. ASCHER

nung hat zweifellos großen Einfluss auf das Leben und des-

„ES GEHT NICHT DARUM, IN KLEINEN GEMEINDEN GROSSE WOHNBAUTEN ZU ERRICHTEN, SONDERN ARCHITEKTONISCH ANSPRECHENDE GEBÄUDE ZU BAUEN, OHNE UNNÖTIG PLATZ ZU VERSCHWENDEN.“ Landesinnungsmeister DI Anton Rieder

bietet. Aber es menschelt halt einfach überall.“

eco.nova

15


eco.titel

INTERVIEW

KEIN GRUND FÜR KOMPLEXE Der grüne Planungsstadtrat Gerhard Fritz hat zu vielen Dingen eine klare Meinung. Und tut sie im Interview auch kund. Neben der Vertragsraumordnung spricht er über die Planungsverbände, die Zukunft des Frachtenbahnhof-Areals und warum Innsbruck sich nicht zu verstecken braucht. // INTERVIEW: MARIAN KRÖLL

ECO.NOVA: Innsbruck hat im vergan-

Ein Grund ist der Erhalt der Naherholungs-

Es gibt Baulandreserven, die seit Jahrzehn-

genen Jahr den ersten Entwurf für die

gebiete, ein weiterer ist ein ökonomischer.

ten gewidmet sind, sich aber kaum mobili-

Fortschreibung des örtlichen Raumord-

Erschließungen auf der grünen Wiese sind

sieren lassen. Halten Sie das nicht für ein

nungskonzepts (ÖROKO) als Version 2.0

in Bezug auf die Infrastrukturkosten un-

Problem in der Stadtplanung?

aufgelegt. Inwiefern hat man das ÖROKO

menschlich teuer. Stadterweiterung, wo

Die 80 Hektar theoretische Baulandreser-

modifiziert?

nötig, soll im Anschluss an bestehende

ve sind ein gewisses Problem, vor allem weil

GERHARD FRITZ: Seit den 1990er-Jahren

Siedlungsschwerpunkte erfolgen. Im Ent-

es sich dabei überwiegend um viele kleine

bis Mitte der 2000er-Jahre hat die Bevölke-

wurf des ÖROKO 2.0 haben wir festgelegt,

Grundstücke handelt, die mit dem Instrument

rungszahl in Innsbruck im Wesentlichen

50 Prozent durch Nachverdichtung bzw.

der Vorbehaltsflächenwidmung für geförder-

stagniert. Das Raumordnungskonzept 2002

Umnutzung schaffen zu wollen. 25 Prozent

ten Wohnbau nicht fassbar sind, weil sie nicht

hat sich daran orientiert. Mittlerweile ist

soll durch Mobilisierung von bereits gewid-

unter den entsprechenden Paragrafen des

Innsbruck aber die am schnellsten wach-

metem, noch nicht konsumiertem Bauland

TROG (Tiroler Raumordnungsgesetz) fallen.

sende Landeshauptstadt Österreichs. Wir

erreicht werden. Wir haben zwar rund 80

Das TROG sieht dafür mindestens 2.000 Quad-

haben deshalb bei der Fortschreibung als

Hektar gewidmetes und noch nicht ver-

ratmeter vor, von denen dem Eigentümer min-

Erstes eine spezielle Prognose der Statistik

bautes Bauland, darunter fallen aber auch

destens 1.500 Quadratmeter zur freien Verfü-

Austria für Innsbruck in Auftrag gegeben, die dieses Wachstum bestätigt hat. Im Moment haben wir rund 150.000 ständige Einwohner. Für einen Zehn-Jahres-Zeitraum sagt uns die Statistik Austria ein Wachstum auf 165.000 voraus. Daraus haben wir den vermutlichen Baulandbedarf rückgerech-

„DIE VERTRAGSRAUMORDNUNG WIRD IN INNSBRUCK IN ZUKUNFT NOCH WICHTIGER WERDEN.“ Planungsstadtrat Gerhard Fritz

net. Die durchschnittliche Haushaltsgröße lag in den vergangenen Jahren bei 2,1. Das

besondere Entwicklungsgebiete, in denen

gung bleiben müssen. Auf 500 Quadratmetern

führt uns zu einem Bedarf von netto 8.000

derzeit noch Landwirtschaft oder Garten-

wird sich mit dem geförderten Wohnbau aber

zusätzlichen Wohnungen in diesem Zeit-

bau betrieben wird und wo diese Betriebe

nicht viel spielen. Wir versuchen jedoch auch

raum.

großteils auch weitermachen werden. Teile

die kleinen Flächen zu mobilisieren.

dieser Baulandreserven haben wir deshalb Wie viele davon lassen sich durch Verdich-

auch zurückgestellt, das heißt, die derzeiti-

Wie geht man mit der Herausforderung der

tung schaffen?

ge Flächenwidmung bleibt zwar erhalten,

angemessenen Grundkosten für die Wohn-

Im ÖROKO 2002 hatten wir das Ziel, min-

diese Flächen können aber bei der Bauland-

bauförderung um?

destens die Hälfte durch Nachverdichtung

bilanz in den nächsten zehn Jahren nicht

In der Andechsstraße zum Beispiel hat man

zu schaffen. Es waren tatsächlich aber 70

berücksichtigt werden. Wir dürfen ja gar

den Grundeigentümern eine Mischkalku-

Prozent. Eines der Alleinstellungsmerkmale

nicht mehr widmen, als Bedarf da ist. Das

lation mit einem Mischpreis aus Bau- und

von Innsbruck ist es, eine kompakte, tradi-

führt letztlich dazu, dass wir die letzten 25

Freilandpreis geboten. Jedenfalls war dieser

tionelle europäische Stadt in einer wunder-

Prozent durch Umwidmung von bestehen-

Preis mit einer entsprechenden Dichte noch

baren Natur- und Kulturlandschaft zu sein.

dem Freiland in Bauland machen werden.

innerhalb der angemessenen Grundkosten

Im Wesentlichen soll dort, wo umgewidmet

Die zwei wesentlichen Entwicklungsgebie-

der Wohnbauförderung darstellbar. Es gibt

wird, das mit Arrondierungen im Bereich

te in diesem Sinne sind das Campagnerei-

aber auch aberwitzige Beispiele, dass jemand

des bestehenden Baulands gemacht wer-

ter-Areal und das Gebiet westlich der Tech-

für Freiland im Hinblick auf eine in der Zu-

den. Wir werden sicher nicht auf die Hänge

nikerspange mit jeweils zwischen 1.000 und

kunft liegende mögliche Umwidmung Preis-

hinauf und in den Wald hinein wachsen.

1.500 Wohnungen.

erwartungen von 850 Euro hat. Im Moment

16

eco.nova


eco.titel

ne einen zivilrechtlichen Vertrag über die Aufteilung des Planungsmehrwerts kein öffentliches Interesse sehen. Damit sind wir in einem Bereich, der auch nach der Judikatur des VfGH zulässig ist. Für uns konstituiert ein zivilrechtlicher Vertrag das öffentliche Interesse. Ohne einen solchen tun wir nichts. Da würden wir auch Bauträger, die waghalsig genug sind, zu spekulativen Preisen Freiland zu kaufen, gnadenlos anrennen lassen. Haben wir beim Mieten eine Mehrklassengesellschaft, wo es privilegierte Mieter und solche, die dem freien Markt unterworfen sind, gibt? Natürlich gibt es Unterschiede. Deshalb forcieren wir auch den geförderten gemeinnützigen Mietwohnungsbau. In Innsbruck haben wir insgesamt 16.000 gemeinnützige Wohnungen. Was vor allem IIG und Neue

© MARIAN KRÖLL

Heimat in den letzten Jahren im Passivhausstandard gebaut haben, ist durchaus herzeigbar. Die Bruttowarmmieten bewegen sich bei acht Euro pro Quadratmeter. Die durchschnittliche Wohnungsgröße eines Innsbrucker Haushalts ist 55 bis 60 Quadratmeter, damit kommt man auf Monatsmieten unter ist der Quadratmeter Freiland 35 bis 50 Eu-

Ihre Erfahrungen mit der Vertragsraumord-

ro wert. Wenn wir von Umwidmung reden,

nung sind also positiv? Die Verträge müs-

verlangen wir von vornherein einen Anteil

sen ja gemacht werden, bevor gewidmet

Davon kann der Mieter im privaten Bereich

geförderten Wohnens. Das muss jedem Bau-

wird. Eine Widmung darf auch nicht von ei-

in der Regel nur träumen.

träger klar sein. Ohne öffentliches Interesse

nem Vertrag abhängig gemacht werden.

Wir wissen, dass am freien Markt deutlich

denken wir nicht einmal im Traum an ein

Richtig. Der Verfassungsgerichtshof/VfGH

mehr als zehn Euro pro Quadratmeter ver-

Widmungsverfahren. Es gibt keinen Rechts-

sagt, man darf das nicht vermischen. Wir

langt werden. Dazu kommt der Druck auf

anspruch auf eine Flächenwidmung.

können aber sehr wohl sagen, dass wir oh-

die gründerzeitlichen Wohnnungen durch

500 Euro. Das ist leistbares Wohnen.

HOTEL GOTTHARD ZEIT ****s OBERGURGL

HAID & FALKNER GMBH - Bruggen 45 a - 6444 Längenfeld T.+43 5253 64833 - office@haidfalkner.at

WWW.HAIDFALKNER.AT

eco.nova

17


eco.titel

studentische Wohngemeinschaften. Wenn man eine 4-Zimmer-Wohnung zu 400 Euro pro Zimmer vermieten kann, müssen Sie mir die Familie zeigen, die imstande ist, 1.600 Euro im Monat für Miete aufzubringen. Deshalb versuchen wir durch Forcierung des Wohnbaus für studentisches Wohnen ein wenig den Druck herauszunehmen. Hat die Wartefrist von drei Jahren, bevor man in Innsbruck Mietzinsbeihilfe beantragen kann, die Situation entschärft? Eine Wahnsinnsentlastung hat das nicht gebracht. Ich war dagegen, verstehe aber prinzipiell die Motivation dahinter. Wesentlich wäre, dass die Bedingungen in allen Gemeinden gleich sind. Die Mietzinsbeihilfe gehört landesweit vereinheitlicht, mit oder ohne Wartefristen. Eigentlich muss der Großteil des mittleren Inntals planerisch als städtischer Großraum gesehen werden. Angesichts der super Entwicklung des öffentlichen Verkehrs ist es für einen Studenten eigentlich egal, ob er im O-Dorf, in Völs oder in Zirl wohnt, er ist immer gleich schnell auf der Uni. Wenn die Bedin-

Diese dürfte beim Gegenüber aber durch-

Für den nicht eingetretenen Fall einer

gungen überall gleich wären, fiele ein An-

aus endenwollend sein.

Olympia-Bewerbung hat die Politik das

reiz weg, sich ausgerechnet in Innsbruck

Das ist unterschiedlich. Die unmittelbar an

Frachtenbahnhof-Areal als Stadtentwick-

niederzulassen.

die Zentralorte angrenzenden Marktgemein-

lungsgebiet in Aussicht gestellt. Sind diese

den scheren sich den Teufel um die gemein-

Pläne jetzt hinfällig?

Mit den Planungsverbänden gibt es bereits

samen Interessen, weil sie selbst genug Geld

Dass der Frachtenbahnhof von den ÖBB

Körperschaften, die überörtlich planen

haben. Die Kleingemeinden, die selbst Prob-

aufgegeben wird, wissen wir seit den

könnten. Gibt es in der Kooperation noch

leme mit der Infrastrukturfinanzierung und

1990er-Jahren. Der 2002 in Innsbruck be-

Luft nach oben?

dergleichen haben, drängen eher darauf, ge-

schlossene städtebauliche Masterplan hat

Die Planungsverbände sind sehr zahnlos,

meinsam zu planen und im Rahmen einer

im Kern nach wie vor Gültigkeit. Wir müssen

wie auch der Landesrechnungshof in seinem

städtischen Agglomeration ihres Umfelds

ihn zwar punktuell überarbeiten, weil wir

Bericht festgestellt hat. Eine der Forderun-

zusammenzuarbeiten. Diese Phänomene

städtebaulich 2018 ein bisserl gescheiter sind

gen wäre, dass die Einhaltung von Beschlüs-

gibt es österreichweit und folglich auch bei

als 2002. Es ist nur so, dass bei den ÖBB im

sen des Planungsverbandes ein wesentliches

uns in den Planungsverbänden.

Hinblick auf den Frachtenbahnhof nie etwas weitergegangen ist. Die ÖBB Immobilien ha-

Kriterium für die Zuteilung von Bedarfszuweisungen seitens des Landes sein soll.

Es heißt immer, Bauen müsse billiger wer-

ben geschrien „Verwerten, verwerten, verwer-

Damit nicht Dinge gefördert werden, die im

den. Sind Sie aufgeschlossen denen gegen-

ten!“, die ÖBB Infrastruktur sagt: „Wos ma

Planungsverband mehrheitlich für unsinnig

über, die mehr Spielraum in der Bauausfüh-

ham, des hamma.“ Die Konzernmutter hat

gehalten werden.

rung verlangen?

sich nie entscheiden können. Olympia war

Eine der möglichen Baugruppen am Campa-

ein mögliches Zeitfenster, in dem auch die

Ist es irgendwann denkbar, dass von Ge-

gnereiter-Areal ist eine Gruppe von Architek-

Republik als ÖBB-Eigentümer die Holding

meinden gemeinsam Raumordnung ge-

ten, die einmal Billig-Wohnbau am Rande der

vor die definitive Entscheidung über die Zu-

macht wird und man sich beispielsweise

technischen Bauvorschriften ausprobieren

kunft des Areals gestellt hätte. Das ist durch

die Kommunalsteuereinnahmen für Gewer-

möchte. Darauf bin ich sehr gespannt. Gene-

die Volksabstimmung vorbei. Der Zeitdruck

begebiete aufteilt?

rell möchte ich sagen, dass der größte Kos-

ist wieder draußen, ich gehe aber davon aus,

Denkbar ist das jetzt schon. Innsbruck lie-

tentreiber die Grundpreise sind. Die techni-

dass sich die ÖBB irgendwann in den nächs-

fert die Attraktivität als Wirtschafts- und

schen Bauvorschriften und OIB-Richtlinien

ten Jahren entscheiden werden. Das Frach-

Bildungsstandort bzw. Universitätsstadt, hat

sind auch teils Kostentreiber, die man sich

tenbahnhof-Areal ist natürlich ein stadtent-

aber zu wenig Gewerbeflächen. Wenn man

ansehen muss. Da stehen teils Dinge drin,

wicklungspolitisches Hoffnungsgebiet. Diese

sich nun mit einer Nachbargemeinde zusam-

die ich mir nur noch durch Lobbyismus der

große Brache mitten in der Stadt, die auch

mentäte und gemeinsame Akquise macht, ist

Bauindustrie erklären kann. Außer Debatte

die Innenstadt weitgehend von Pradl trennt,

die Bereitschaft zur Aufteilung der Kommu-

steht für mich die Barrierefreiheit. Wir sind

werden wir schon wegbekommen. Das geht

nalsteuer von unserer Seite aus da.

eine alternde Gesellschaft.

eben jetzt weniger schnell als mit Olympia.

18

eco.nova


eco.titel

„ES GIBT KEINEN RECHTSANSPRUCH AUF FLÄCHENWIDMUNG. OHNE EINEN ANTEIL AN GEFÖRDERTEM WOHNEN SEHEN WIR SCHLICHT WEIT UND BREIT KEIN ÖFFENTLICHES INTERESSE.“

I M M O T I O N E N

proudly presented by

Who else?

Gerhard Fritz

Gibt es in Innsbruck bei den öffentlichen Bauten einen Hang zur monumentalen Landmark-Architektur? Oder provokanter formuliert: Will man damit – küchenpsychologisch gemutmaßt – einen gewissen Rest-Provinzialismus überkompensieren?

Sonniges Baugrundstück in Tulfes, Grundstücksfläche ca. 480 m², mögliche oberirdische Wohnnutzfläche ca. 180 m², gut proportioniert, sonnig und naturverbunden

Da muss ich jetzt auf mehreren Ebenen widersprechen. Innsbruck hat überhaupt keinen Grund für Minderwertigkeitskomplexe. Wir sind zwar eine geradezu archetypisch durchschnittliche europäische Stadt, aber zeigen Sie mir eine Stadt, die das hat, was Innsbruck hat. Nämlich die Nordkette vom Stadtzentrum aus binnen kürzester Zeit erreichbar, vom Hafelekar aus die Stadt zu Füßen und das wilde Karwendel im Rücken. Wir haben eine wirklich tolle Lebensqualität und auch ein reges Kulturleben. In Innsbruck hat sich außerdem seit den 1990er-Jahren, und das ist durchaus ein Verdienst von Herwig van Staa, eine beachtliche Wettbewerbskultur entwickelt. Seit Mitte der 1990er haben wir über 200 Wettbewerbe gehabt und 99 Prozent davon realisiert. Wettbewerbsprojekte für die Schublade gibt

Atemberaubende Villa Gnadenwald, Grundstücksfläche ca. 1.500 m², Wohnnutzfläche ca. 620 m², 6 Zimmer, 2 Bäder, Einliegerwohnung, großer Garten, 2 Doppelgaragen, Autoabstellplatz im Freien

es in Innsbruck nicht. Das hat wieder mit der speziellen Gepflogenheit zu tun, sich zuerst mit dem Bauwerber auf einen Wettbewerb zu verständigen. Dann weiß der Bauwerber, dass er zwar die Kosten für einen Wettbewerb zu tragen hat, aber danach flutscht‘s. Das Siegerprojekt bekommt einen Bebauungsplan. Juryentscheidungen werden akzeptiert. Das hat zu einer Dichte an zeitgenössischer Architektur geführt, die sich sehen lassen kann. Diese ist durchaus nicht nur monumental, es sind auch zahlreiche tolle funktionale Bauten von hoher Qualität entstanden. Und ja, es gab auch Landmark-Architekturen wie die Bergisel-Schanze oder die Hungerburgbahn. Das Haus der Musik würde ich hingegen überhaupt nicht als Landmark-Architektur

Traumhafte Dachterrassenwohnung Innsbruck, 3 Zimmer, Wohnnutzfläche ca. 72 m², Terrasse ca. 64 m², 1 Tiefgaragenabstellplatz, Keller

sehen. Der Architekt Strolz hat sich auf das Kunststück verstanden, ein immenses Raumprogramm hochintelligent ineinander zu verschachteln und einen Bau zu schaffen, der selbstverständlich dasteht. Gerade beim Haus der Musik gab es Entwürfe, die architektonisch viel theatralischer ausgefallen sind, aber funktional ein Unsinn waren. Dem Haus der Musik kann man wirklich nicht nachsagen, Theatralik

IMMOBILIENMANAGEMENT JENEWEIN Peter Jenewein Eduard-Bodem-Gasse 8, 6020 Innsbruck Tel.: 0512-26 82 82, Mobil: 0664-110 8 200 E-Mail: office@immobilien-jenewein.at www.immobilien-jenewein.at

ohne Funktion zu sein.

eco.nova

19


eco.titel

INTERVIEW

SPANNUNGSFELD WOHNEN UND WIRTSCHAFT Die gemeinnützigen Bauträger in Tirol stellen jährlich ca. 1.200 Wohnungen fertig. Zählt man die Wohnungswechsel bei den sanierten Bestandsbauten dazu, werden rund 2.000 Wohnungen pro Jahr neu bezogen. Gemeinnützigen Wohnbau braucht es nicht nur in Städten, sondern auch in kleinen Gemeinden. Franz Mariacher, Obmann der Tiroler gemeinnützigen Bauvereinigungen, im Gespräch. // INTERVIEW: MARIAN KRÖLL

ECO.NOVA: Der Bodenverbrauch ist in Tirol generell ein heikles Thema. Zeichnet sich ab, dass man insgesamt stärker in Richtung Nutzbarmachung bestehender Gebäude für den Wohnbau geht?

FRANZ MARIACHER: Speziell im städtischen Bereich gibt es solche Bestrebungen, wobei das nicht immer ganz einfach ist. Es gilt, Eigentumsverhältnisse und Wirtschaftlichkeit nicht aus den Augen zu verlieren. Es bringt auch nichts, mit einem Riesenaufwand Gebäude zu sanieren oder umzubauen, wenn man dann keine günstigen Mieten erzielen kann. Sieht man von den hohen Grundstückspreisen ab, welche anderen Faktoren treiben die Wohnkosten in Tirol in die Höhe? Abgesehen von den Grundstückspreisen sind die geforderten, teils überbordenden technischen Ausführungen der Wohnbauten Kostentreiber. Oft sind es nur kleine Dinge, die man für sich genommen nicht besonders bemerkt, aber in der Summe große Auswirkungen auf die Baukosten haben. Baustoffe werden tendenziell auch immer teurer. Zudem werden Normen auch durch die Interessen der Industrie beeinflusst. Würden Sie sich hinsichtlich Normen und Bauvorschriften mehr Spielräume wünschen, etwa was die Ausstattung mit Aufzügen betrifft? © MARIAN KRÖLL

Gerade beim Thema Aufzüge gilt es den Spagat zu machen zwischen notwendiger Barrierefreiheit und dem Einfluss auf die Errichtungs- und Betriebskosten. Die demografische Entwicklung der Bevölkerung zeigt

20

eco.nova


eco.titel

einen steigenden Anteil an älteren Personen. Barrierefreie Wohnungen erlauben es den Menschen, länger dort zu wohnen. Das spart der Gesellschaft letzten Endes auch Geld. Es gibt aber sehr wohl viele andere Dinge, die man verändern oder auf die man gänzlich verzichten könnte. Manchmal werden auf der Basis eines einzelnen Anlassfalls neue Richtli-

„WICHTIG IST ES, IN DER RAUMORDNUNG BEI JEDER WIDMUNG NOCH GENAUER AUF DEN BEDARF ZU ACHTEN UND EINZUFORDERN, WAS MAN BENÖTIGT.“ Franz Mariacher, Obmann der Tiroler Gemeinnützigen

nien bzw. Verordnungen erstellt. Das ist nicht immer zielführend. Man sollte dazu immer parallel berücksichtigen, welche Kosten ein

wird, haben wir natürlich keine besondere

neues Gesetz bzw. eine neue Verordnung aus-

Freude. Es gibt zwar biologische Alternati-

Spannungsfeld zwischen landwirtschaftli-

löst. Da wünsche ich mir mehr Augenmaß.

ven zum Polystyrol, die sind aber meist viel

chen Flächen und Wohnflächen geben. Wir

grafisch eingeschränkt. Es wird immer das

teurer und nicht selten in der Herstellung

brauchen beides. Da wird man immer abwä-

Asbesthältige Baustoffe wurden früher be-

energieintensiver. Man muss die gesamte Bi-

gen müssen und letztlich wird das eine poli-

vorzugt verwendet, bis sie sich als gesund-

lanz von der Herstellung bis zur Entsorgung

tische Entscheidung bleiben.

heitsschädlich herausgestellt haben. Heute

berücksichtigen.

ist der Vollwärmeschutz mit Polystyrol,

Hat man bei den Dichten in den urbanen Baulandmobilisierung ist schwierig. Im

Ballungsräumen noch Luft nach oben?

Kann sich daraus zukünftig eine ähnliche

vergangenen Jahr wurden die gesetzlichen

Steht eine sehr dichte Bebauung zwangs-

Entsorgungsproblematik entwickeln?

Rahmenbedingungen dahingehend geän-

läufig qualitätsvollem Wohnbau entgegen?

Das Rad des technischen Fortschritts dreht

dert, dass gemeinnützige Bauträger künf-

Das ist eine Debatte, die jedenfalls geführt

sich immer schneller, es kommen laufend

tig auch Freiland kaufen dürfen. Was er-

werden muss und zu der es in den Gemein-

neue Produkte auf den Markt. Neue Produk-

warten Sie sich von dieser Maßnahme?

den und Städten unterschiedliche Zugänge

te bringen aber auch neue Probleme, die oft

Das ist ein wichtiger Schritt, der uns da und

gibt. Eine hohe Dichte und zugleich hohe

erst viel später zutage treten, weil die Lang-

dort das Bauen erleichtert. Es ist aber nur

Qualität schließen einander nicht prinzipiell

zeiterfahrung fehlt. Mit dem Hauptmaterial,

ein Schritt von vielen. Grund und Boden ist

aus. Da ist die Planung gefordert, beides un-

das beim Vollwärmeschutz heute verwendet

bei uns in Tirol eben knapp, wir sind topo-

ter einen Hut zu bringen.

bezahlte Anzeige

einem Erdölprodukt, das Maß der Dinge.

MÜDER WACHHUND?

WIR FÖRDERN SICHERES WOHNEN Wir fördern einbruchhemmende Haus- oder Wohnungseingangstüren und einbruchhemmende Fenster und Terrassentüren. Jetzt informieren! www.tirol.gv.at/sicheres-wohnen

Amt der Tiroler Landesregierung Abteilung Wohnbauförderung

T: +43 512 508 2732 E: wohnbaufoerderung@tirol.gv.at

eco.nova

21


eco.titel

„ES WIRD IMMER DAS SPANNUNGSFELD ZWISCHEN LANDWIRTSCHAFTLICHEN FLÄCHEN UND WOHNFLÄCHEN GEBEN. WIR BRAUCHEN BEIDES.“

schen geht. Und dazu gehört zweifellos Wohnen. Ich glaube auch, dass leistbarer Wohnraum eine Frage des sozialen Friedens ist. Wenn man am freien Markt keine Chance mehr auf eine leistbare Wohnung hat, dann muss die Politik eingreifen. Wie viel günstiger sind die Gemeinnützigen im Vergleich zum freien Mietmarkt?

In Wahlzeiten führt die Politik verstärkt

nem Grundstück bauen, wenn es zum markt-

Laut Statistik Austria lag die Durchschnitts-

das „leistbare Wohnen“ im Mund. Wo könn-

üblichen Preis erworben wurde. Das schlägt

miete bei 6,50 Euro pro Quadratmeter – in-

te man ansetzen, um Wohnen tatsächlich

sich aber natürlich auf den Mietpreis nieder

klusive Nebenkosten, ohne Heizung –, am

günstiger zu machen?

und verteuert diesen. Eine generelle Freiga-

freien Markt dagegen bei 9,80 Euro. Dort sind

Wichtig ist es, in der Raumordnung bei je-

be auf den Marktpreis halte ich deshalb für

die Mieten also um circa 50 Prozent höher.

der Widmung noch genauer auf den Bedarf

falsch. Der Grundpreis kann über die Raum-

zu achten und einzufordern, was man be-

ordnung, über die Widmung, gesteuert

Würden Sie das Modell der Wohnbauför-

nötigt. Soll etwas neu gewidmet werden,

werden.

derung in Tirol als Erfolgsgeschichte bezeichnen?

kann die Gemeinde oder Stadt ihrem Bedarf entsprechende Regelungen vorgeben. Die

Der libertäre Architekt Patrik Schumacher,

Ja, Tirol hat das Glück, dass vom Land die

Vertragsraumordnung sollte noch stärker

Nachfolger von Zaha Hadid, hat angeregt,

Darlehen nie verkauft wurden, andere Bun-

zur Anwendung gelangen, wie es etwa beim

den sozialen Wohnbau überhaupt zu elimi-

desländer haben mit der Finanzierung von

5-Euro-Wohnen in Inzing passiert ist.

nieren und dem freien Markt zu überlas-

Neubauten wesentlich größere Schwierigkei-

sen. Dieser Idee werden Sie wohl nicht viel

ten. Wir in Tirol haben diesbezüglich über-

Was hat es mit diesem Modell auf sich?

abgewinnen können?

haupt kein Problem. Im Allgemeinen glaube

Das 5-Euro-Wohnen ist ein vom Land Tirol ins-

Wir sehen ja, was der freie Markt regelt.

ich, dass die Gemeinnützigen Bauträger in

talliertes zusätzliches Segment, das sehr güns-

Nämlich die Preise nach oben. Hätten wir die

Tirol gut aufgestellt sind und über Rückla-

tige Wohnungen ermöglicht, etwa im Hinblick

hohe Nachfrage in Tirol und speziell in Inns-

gen verfügen, um handlungsfähig zu blei-

auf Starterwohnungen oder für sozial Bedürf-

bruck nicht, würden die Preise schnell fallen.

ben, wenn sich Gelegenheiten auftun, und

tige. Dafür müssen aber mehrere Parameter

Diese Forderung halte ich für verkehrt. Ge-

auch notwendige Sanierungen durchführen

zusammenpassen. So ist der entsprechende

wisse Dinge kann der Markt nicht regeln, da

zu können. Das System ist an und für sich

Grund günstig zur Verfügung zu stellen. Beim

muss die Politik eingreifen, gerade wenn es

gut, in einzelnen Bereichen kann man aber

5-Euro-Wohnen müssen die von der Wohn-

um elementare Grundbedürfnisse des Men-

immer nachjustieren.

bauförderung vorgegebenen angemessenen Grundkosten – diese liegen schon jetzt weit unter dem Marktwert – nochmals deutlich unterschritten werden. Es gibt auch in der Bauausführung Abstriche. So gibt es weder einen Keller noch eine Tiefgarage. Auf der Finanzierungsebene fördert das Land Tirol etwas mehr, die Gemeinnützigen müssen außerdem entsprechende Eigenmittel einbringen. Wird dieses 5-Euro-Wohnen in Zukunft weitreichend ausgebaut? Die große Masse wird das nicht werden, weil dieses Modell von verschiedenen Faktoren abhängig ist. Dieses Modell ist auch nur als Ergänzung zu den bestehenden Förderungssystemen zu sehen. Das Grundstück muss von der öffentlichen Hand kommen, weil nur dadurch der Preis so niedrig sein kann, wie es das 5-Euro-Wohnen verlangt. Das wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Nischenprogramm bleiben. Es wurde verschiedentlich der Wunsch geäußert, die angemessenen Grundkosten an die Marktpreise anzupassen. In Vorarlberg wird das so gemacht. Dort kann der gemeinnützige Bauträger auf ei-

22

eco.nova


eco.titel

Innsbrucker Menu Service Daheim gut essen

Wir bringen Ihnen ein gesundes und schmackhaftes Drei-Gänge-Menü direkt in Ihre Wohnung. Täglich frisch zubereitet, aus hochwertigen Lebensmitteln, serviert auf qualitätsvollem Porzellan. Wählen Sie täglich aus fünf Menüs inkl. einer Diätform und bestimmen Sie die Zustellungstage. Wir wünschen guten Appetit! Informationen unter Tel. 0512/5331 83-3777 Ein Service für SeniorInnen und pflegebedürftige InnsbruckerInnen.

ISD – Innsbrucker Soziale Dienste

w ww.isd.or.at

WER SAGT, DASS IHR MARATHON NICHT AUCH 4,2 KM HABEN KANN? Mit unserem Gesundheitsprogramm Generali Vitality motivieren und begleiten wir Sie auf Ihrem Weg in ein gesünderes Leben. Dabei belohnen wir Sie für jeden Schritt: mit tollen Vergünstigungen bei attraktiven Marken. Und mit der schönsten Belohnung überhaupt: einem besseren Lebensgefühl – das Sie mit nur 9,98 Euro pro Monat gerade mal so viel kostet wie die Schnürsenkel eines guten Laufschuhs. Jetzt anmelden und aktiv werden: generali.at/vitality

eco.nova

23


eco.titel

INTERVIEW

ECO.NOVA: Die Rahmenbedingungen in Tirol sind nicht ganz einfach. Es gibt gewidmetes Bauland, das sich kaum mobilisieren lässt. Wie schätzen Sie die Lage ein?

ALEXANDER WOLF: Das Thema „Leistbares Wohnen“ predigen zwar alle, ein großer Wurf ist aber bislang ausgeblieben. Dabei gäbe es genügend Möglichkeiten, im Einvernehmen aller Betroffenen mehr Bauland zu mobilisieren und dazu beizutragen, die Situation nachhaltig zu entspannen. Es wird also viel vom „Leistbaren Wohnen“ geredet, aber wenig dafür getan? Es kommt immer wieder zu Panikmaßnahmen, die nicht unbedingt in die richtige Richtung gehen. Man muss auf die großen Grundbesitzer im Land zugehen und nicht nur versuchen, durch Regulatorien Druck auszuüben. Man sollte den Dialog suchen und versuchen, gemeinsam Mehrwert zu schaffen. Ist die Nachfrage hoch und das Angebot knapp, wird der Preis in die Höhe getrieben. Es braucht deshalb den Mut, höhere Dichten zuzulassen. Diese könnte man vertraglich an einen gewissen gedeckelten Wohnungspreis binden. Das gehört großflächig geplant. Deshalb heißt es ja Raumordnung. Wenn Stadtplanung und Raumordnung ihre Aufgaben ernst nehmen, muss das Thema großflächig angegangen werden und geschaut werden, was möglich ist. Da kann man dann nicht immer Rücksicht auf bestehende Gegebenheiten und Einzelinteressen nehmen, man muss im Interesse der Allgemeinheit andere Planungsmaßstäbe anlegen. Der Status quo ist so, dass alle glauben, Anspruch darauf zu haben, mög-

© JULIA TÜRTSCHER

lichst günstig im Ballungsraum zu wohnen. Das Recht auf Wohnen erstreckt sich folglich nicht auf günstiges Wohnen in städtischer Lage? Ein solches Urteil will ich mir gar nicht anmaßen. Ich verfolge einen pragmatischen

SCHAUEN, WAS MÖGLICH IST In 25 Jahren werden wir im Ballungsraum keine Gemeindegrenzen mehr erkennen, weil alles baulich immer weiter zusammenrückt. Glaubt ZIMA-Tirol-Geschäftsführer Alexander Wolf. Was er sonst noch denkt, erzählt er im Interview. // INTERVIEW: MARIAN KRÖLL 24

Zugang. Im Land Tirol hat sich beim öffentlichen Personennahverkehr in den letzten Jahren viel bewegt. Es macht kaum mehr einen Unterschied, ob ich in Wattens, Kundl, Schwaz, Zirl oder Telfs wohne. Der Ausbau der Infrastruktur – das umfasst auch Breitband-Internet –, ermöglicht es Unternehmen zunehmend, sich an der Peripherie anzusiedeln. Die Leute wollen dort wohnen, wo es Bildung, Arbeit, Freizeitmöglichkeiten und ausreichend Versorgung gibt. Gerade Innsbruck muss schauen, dass es sich nicht zu einer reinen Wohnstadt entwickelt. Mit Beamtenburgen allein wird es nicht getan sein. Es braucht auch Unternehmen und Unter-

eco.nova

Häu


eco.titel

nehmer, die Steuern zahlen. Wir müssen die

mer Einvernehmen herzustellen. Die betref-

Definitiv. Nachweislich nehmen die Vor-

Leistungsträger bei uns halten. Ich sehe da-

fende Gemeinde hat insofern profitiert, als

schriften ungebremst zu. Bei uns sind mit

gegen bei ausländischen Studenten, die hier

dass leistbarer Wohnraum für Einheimische

der Projektentwicklung ausschließlich Ex-

billig und einfacher ihr Studium absolvieren

hergestellt werden konnte. Ein wesentlicher

perten – darunter gerichtlich beeidete Zivil-

und danach wieder weg sind, überhaupt kei-

Faktor ist auch, dass durch das Nebenein-

techniker, Ingenieure, Gutachter und Sach-

nen Anspruch auf günstigen Wohnraum in

ander von geförderten und frei finanzierten

verständige – befasst. Es ist schon einmal

Innsbruck.

Wohnungen automatisch eine gute soziale

grundsätzlich so, dass wir in Österreich zwar

Durchmischung gegeben ist. Mit unserer

nur eine Klimazone, aber neun Bauordnun-

Sie haben die Preisdeckelung von Wohnun-

Bauträgertätigkeit geht auch eine immen-

gen haben. In Vorarlberg entwickelt sich eine

gen angesprochen für den Fall, dass man

se gesellschaftliche Verantwortung einher.

Feuersbrunst ähnlich wie im Burgenland. Da-

höhere Baudichten zulässt. Würden Sie als

Wir gestalten Raum und Landschaft und

durch, dass wir in Vorarlberg, Tirol, Südtirol,

Bauträger auf einen solchen Deal eingehen? Das wird andernorts in Tirol schon seit Jah-

„ES BRAUCHT DEN MUT, HÖHERE DICHTEN ZUZULASSEN.“

ren gemacht. Wir konnten auch schon nicht gewidmete Grundflächen mobilisieren, weil wir zwischen Eigentümer und Behörde einen

Alexander Wolf, Geschäftsführer der ZIMA Tirol

Kompromiss hergestellt haben. Umwidmung von Grün- in Bauland bedeutet nun einmal eine Vervielfachung des Kapitals. Dafür muss

beeinflussen durch unser Tun auch die Ge-

Bayern und Wien tätig sind, engagieren wir

ein gewisser Anteil der errichteten Wohnun-

sellschaft. Das dürfen wir nie außer Acht

jeweils Experten, die sich mit den jeweiligen

gen gefördert – gedeckelt – für Einheimische

lassen. Das unterscheidet uns auch deutlich

Vorschriften auskennen. Andererseits sitzen

sein. Entweder der Eigentümer akzeptiert

von Hobby-Projektentwicklern und -Bau-

in der Behörde wieder Sachbearbeiter, die

das oder es wird nicht gewidmet – basta!

trägern.

wiederum auf externe Experten angewiesen

Sie sprechen von der Vertragsraum-

Als Bauträger sind Sie verschiedensten

bis Projekte genehmigt werden. Die Kontrol-

ordnung?

Normen, Vorschriften und Regulatorien un-

le der Kontrolle braucht Zeit und Geld. Diese

Ja. Das haben wir auch freiwillig angeboten.

terworfen. Ließen sich durch eine Entrüm-

Vorlaufzeiten sind teuer und müssen letzt-

Wir haben als Bauträger versucht, zwischen

pelung tatsächlich Schätze heben, die maß-

lich vom Endkunden bezahlt werden, ob das

öffentlicher Hand und Grundstückseigentü-

geblichen Einfluss auf die Kosten hätten?

nun ein Mieter oder Käufer ist.

ä

e u r a b b l o s u

Für’s

Wohnen

nu s

H

sind. Dadurch dauert es ein Dreivierteljahr,

DIE TIROLER WOHNHAUS VERSICHERUNG

1 Lavakissen Doppelt profitieren!

Prämienfreie Rohbauversicherung Die 1. Jahresprämie für Haus + Hausrat + H.E.L.P. alpin ab Bezug Ihres Eigenheims *) übernimmt die TIROLER!*)

für entspannende Stunden in der Bauphase

*) Voraussetzung für die Prämienübernahme der TIROLER: Mindestlaufzeit 10 Jahre und keine vorzeitige Auflösung des Vertrages, gültig nur für Neuabschlüsse vom 01.01.2018 bis 30.04.2018! Keine Barablöse. Maximale Prämienübernahme in Höhe einer Jahresprämie bis zu EUR 1.200.-. Nicht mit anderen TIROLER Aktionen kombinierbar (außer Rohbau-Offensive 2018). Nicht gültig für Mitarbeiter der TIROLER VERSICHERUNG.

Häuslbauerbonus_210x130+3.indd 1

15.03.18 14:35


eco.titel

„WAS DIE RAUMORDNUNG ANBELANGT, IST DAS LAND SEHR BEMÜHT UND GEHT AUCH INTELLIGENT UND MIT EINEM GEWISSEN WEITBLICK VOR. DAS KIRCHTURMDENKEN IN DEN GEMEINDEN STEHT ABER IMMER NOCH ZU SEHR IM VORDERGRUND.“ ZIMA ist in mehreren Märkten aktiv.

Druck auf die Preise übt auch die gerade

Wohnbau auszweisen. Was heißt das für

Wo funktioniert das Bauen am unkompli-

unter Studenten beliebte Wohnform WG

die privaten Bauträger?

ziertesten?

aus. Beschäftigen Sie sich als Bauträger mit

Man darf die Rechnung nicht ohne den Wirt

Die Deutschen sind uns voraus, die Schwei-

dem studentischen Wohnen?

machen. Der Grundstückseigentümer ent-

zer sogar noch mehr. Dort gibt es klare Re-

Wir wollten in Innsbruck ein Studenten-

scheidet, ob er sein Grundstück auf den Markt

geln. Hält man sich daran, werden Projekte

wohnheim mitten in der Stadt mit 500 Ap-

gibt. Das ist gut so. Wir hatten gerade einen

zügig genehmigt. Speziell in Innsbruck ha-

partements bauen. Wir haben das vor dem

Fall, wo es eine Vorbehaltsfläche für den ge-

ben wir diesbezüglich erschwerte Bedingun-

Hintergrund, den angespannten Wohnungs-

förderten Wohnbau gab, der Eigentümer aber

gen. Es gibt für die wenigsten Grundstücke,

markt zu entlasten, der Stadtplanung vorge-

nicht bereit war, zu dem dafür zulässigen Preis

auf denen man ein Bauprojekt entwickeln

schlagen. Das wollte man aber nicht. Einer

zu verkaufen. Der Kompromiss war, die Hälfte

könnte, klare Vorgaben, sei es hinsichtlich

der zuständigen Beamten hat befunden, dass

gefördert und die Hälfte frei finanziert zu ma-

Dichte oder Bebauungsplan. Das Fehlen kla-

ein derartiges Projekt in der geplanten Lage

chen. Zudem sind die Baukosten derart gestie-

rer Vorgaben, was auf einem Grundstück

nicht passend sei. Damit muss man leben.

gen, dass wir als Bauträger mit dem Erlös aus dem Verkauf der frei finanzierten Wohnungen

errichtet werden kann, heizt automatisch die Grundstücksspekulation an, weil eben

Wie stehen Sie zu alternativen Wohnfor-

die Baukosten der geförderten Wohnungen

nicht flächendeckend drübergeplant wur-

men? Gibt es dahingehende Überlegungen

querfinanzieren müssen. Gewissen Rahmen-

de. Innsbruck leidet unter Inselwidmungen

oder glauben Sie, dass es hierzulande am

bedingungen, wie etwa den stark steigenden

und Bebauungsplänen, die erst gemacht

richtigen Zielpublikum mangelt?

Stahlpreisen, sind wir völlig ausgeliefert. Lei-

werden, wenn ein Grundstück am Markt

Gerade im studentischen Wohnen wäre das

der machen deshalb auch die gemeinnützigen

ist. In Innsbruck glaubt jeder, dass er mit

ein gutes Thema, weil die jungen Leute viel

Bauträger aus demselben Grund mittlerweile

einem Grundstückskauf Millionen verdie-

aufgeschlossener sind. Insgesamt denken

teilweise frei finanzierten Wohnbau.

nen kann. Werden die Auflagen dann zu

wir viel über alternative Wohnformen nach,

groß oder ist die realisierbare Fläche dann

trauen uns aber in der Umsetzung noch nicht

Wie geht es bei der ZIMA weiter?

doch kleiner, muss der Kaufpreis bzw. Miet-

drüber. Ein Zukunftsmodell könnte es sein, in

Derzeit sind wir tipptopp aufgestellt. Die

zins für die Wohnungen angehoben wer-

einer Wohnanlage ganz bewusst einen Mix zu

Gruppe hat heute 3.700 Wohnungen in der

den. Innsbruck ist einer der heißesten Im-

schaffen. Kleine Wohnungen für Senioren und

Pipeline, Gewerbe- und Handelsflächen

mobilienmärkte in Österreich. Bauträger,

junge Leute und familiengerechte Wohnun-

noch gar nicht dazugerechnet. Das ist ein

Privatinvestoren, Stiftungen etc. mischen

gen. Die Idealvorstellung ist, dass die Senio-

Volumen von 1,3 Milliarden Euro. In Tirol ha-

am Grundstücksmarkt mit und treiben die

ren zeitweise auf die Kinder aufpassen, damit

ben wir davon 700 Einheiten. Von daher ge-

Preise in die Höhe. Durch das Fehlen klarer

beide Elternteile arbeiten gehen können. So

nug zu tun und keine Langeweile. In Jerzens

Vorgaben kommt es immer wieder zu Fäl-

bleiben die Senioren geistig fit und die Eltern

ist beispielsweise der Bürgermeister auf uns

len, in denen abartige Preise gezahlt wer-

können ihrer Arbeit nachgehen. Derartiges

zugekommen. Dort kaufen wir als privater

den. Wenn man flächendeckend ordentliche

denken wir im Unterland an, wo wir neben

Bauträger vom Tiroler Bodenfonds Grund

Bebauungskriterien schaffen würde, wie es

dem Altersheim eine Wohnanlage entwickeln.

und machen für die Gemeinde leistbares, at-

andernorts passiert, gäbe es keine Diskus-

traktives und hochwertiges Wohnen, damit

sionen und eine gleiche Ausgangssituation

In der Novelle des Tiroler Raumordnungs-

die jungen Leute im Ort bleiben und nicht

für jeden Bieter. Das würde die Spekulation

gesetzes wurde die Möglichkeit geschaf-

abwandern. Es bleibt also spannend und das

deutlich eindämmen.

fen, Vorbehaltsflächen für den geförderten

ist das Schöne an unserem Job!

26

eco.nova


Fliesen Keramik Jenewein Gesellschaft m.b.H Fliesen- und Natursteinverlegung Gewerbepark 15, 6460 Imst, +43 (0)54 12/66 8 13 Trientlgasse 41, 6020 Innsbruck, +43 (0)512/89 02 91 www.jenewein-fliesen.com

Mosaik Naturstein


eco.titel

© ANDREAS FRIEDLE

INTERVIEW

RÜCKSICHTSVOLL ENTWICKELN PEMA-Gründer Markus Schafferer ist kein Mann großer Worte. Doch vermutlich ist es ein Stück weit genau diese Ruhe und Besonnenheit, die letztlich erfolgreich macht. // INTERVIEW: MARINA KREMSER

S

tadtentwicklung und einen

ist kein reiner Investor, kein Manager, son-

können. Wichtig ist es, Gebäude nicht isoliert

Standort nachhaltig nach vorne

dern Unternehmer und will bauen, „was eine

oder als einzelne Projekte zu sehen, sondern

zu bringen, ist das Ziel von Mar-

Stadt weiterbringt und die Attraktivität des

damit einen Mehrwert für alle Stakeholder

kus Schafferers PEMA-Gruppe.

Areals hebt“. 2005 hat er seine PEMA-Grup-

zu schaffen – in dem Fall die Stadt Innsbruck

Der fertiggestellte PEMA-Turm 1 mit dem

pe in Innsbruck gegründet. Seither hat sich

selbst genauso wie deren Bewohner und für

Bezirksgericht und Gastronomieangebo-

viel getan.

uns als Investor. Es bringt nichts, wenn nur noch monotone Wohnsiedlungen entstehen,

ten, der im Bau befindliche zweite Turm in unmittelbarer Nähe, der unter anderem die

ECO.NOVA: Sie haben im Feber grünes

die es zweifelsohne braucht, aber es geht da-

Stadtbibliothek und 173 Wohnungen beher-

Licht für das Projekt P3 bekommen und

rum, die Attraktivität der Stadt als Ganzes zu

bergen wird, sowie der projektierte P3 mit

mit den beiden bestehenden PEMA-Türmen

erhöhen. Und dazu braucht es Gebäude mit

dem Hotel Motel One zeigen, dass es Schaf-

„Headline“ und P2 quasi einen neuen Stadt-

verschiedenen Nutzungen. Wenn man sich an

ferer um weit mehr geht als ums schnelle

teil in Innsbruck geschaffen. Was macht

die Zeit zurückerinnert, bevor Pema 1 gebaut

Geld: „Ich hätte mit Sicherheit das bessere

für Sie gute Stadtentwicklung aus?

wurde, war der Standort ein recht düsterer

Geschäft gemacht, würden wir im P3 aus-

MARKUS SCHAFFERER: Es ist natürlich

Winkel. Wir sind stolz darauf, dass wir das

schließlich Wohnungen bauen und diese

schön, wenn man die Möglichkeit hat, einen

Frachtenbahnhof-Areal zu dem entwickeln

verkaufen“, sagt er. Doch Markus Schafferer

Beitrag zur Entwicklung einer Stadt leisten zu

durften, was es heute ist und wird.

28

eco.nova


eco.titel

Im Zuge des neuen Projektes kam auch Ge-

Sie sind für diese Branche unüblich zurück-

gute Erfahrungen miteinander gemacht.

genwind – vor allem, was das geplante Ho-

haltend. Sind Sie generell eher ein Mann

Die Kochs sind Unternehmer mit Leib und

tel Motel One bzw. die dortige Bettenanzahl

der leisen Töne?

Seele, genau wie ich. Von dem her ergänzen

betrifft. Kränkt Sie das?

Leise würde ich nicht sagen. Ich bin Un-

wir uns sehr gut. Wir reden nicht von Ma-

Nein. Bei allen Großprojekten treffen ver-

ternehmer und mir macht Spaß, was ich

nagement zu Management, sondern von

schiedene Interessen unterschiedlicher

mache. Das ist neben der Familie jener Be-

Mensch zu Mensch. Es gibt eine solide Ver-

Gruppierungen aufeinander. Teilweise ist

reich, in dem ich mich wohl fühle. Wenn

trauensbasis, sonst wären sie vermutlich

die Kritik berechtigt, zum Teil sind es unbe-

sich jemand verwirklicht fühlt, wenn er ge-

auch nicht eingestiegen. Zudem zählt die

gründete Ängste. Projektentwicklung ist ein

sellschaftlich im Mittelpunkt steht, ist das

Familie Koch zu den angesehensten Unter-

Aufeinander-Zugehen und ein laufendes Er-

natürlich auch eine Lebenseinstellung. Nur

nehmerfamilien des Landes, agiert auch

örtern: Welche Volumina machen Sinn, wel-

halt nicht meine.

eher leise und drängt sich nicht in den Vor-

cher Inhalt, welche Nutzung? Am Ende dieses Prozesses soll das bestmögliche Ergebnis für alle Beteiligten stehen. Das ist uns mit dem P3 sicher gelungen. In einem Interview mit dem Gewinn meinten Sie vor einiger Zeit, die „Milliarde“ schrecke Sie nicht. Es ging dabei um ein geplantes Projektvolumen in dieser Höhe, das zwischen 2013 und 2018 realisiert werden soll. Ist der Plan aufgegangen? Die Milliarde war in erster Hinsicht so gemeint, dass man zwar Respekt vor Zahlen hat, sie aber letztlich nicht im Vordergrund stehen sollten. Wir möchten vor allem qualitativ wachsen. Wenn man aber alle Projekte zusammenzählt, werden wir die Milliarde geknackt haben – zählt man das letzte Projekt in der Wiener Schottengasse mit rund 300 Millionen Euro Volumen dazu. War der Schritt nach Wien immer schon geplant? Wenn man als Unternehmer tätig ist und nicht als Manager in irgendeiner Firma eines anderen, achtet man noch viel mehr auf sein Umfeld. Es verändert sich ja nicht nur das Unternehmen selbst, das geht hoffentlich im Einklang mit politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen. Daher war es für uns ein logischer Schritt, nach Wien zu gehen. Wir sind in Tirol jedoch nach wie vor präsent und sehen hier unseren Kernmarkt. Gerade weil es in der Immobilienbranche um – für die breite Öffentlichkeit – viel Geld geht, wird sie von vielen skeptisch be-

„DIE STADTENTWICKLUNG IST UNSER AUSHÄNGESCHILD. WIR MÖCHTEN MIT UNSEREN PROJEKTEN ZEIGEN, WIE NACHHALTIGE ENTWICKLUNG FÜR EINEN STANDORT AUSSEHEN KANN.“ Markus Schafferer

äugt. Wie gehen Sie mit diesem Image um? Es gibt in der Immobilienbranche schwarze

Im Herbst letzten Jahres hat sich die Familie

dergrund. Wir sind in dieser Konstellation

Schafe. Das tut es aber überall. Und es gibt

Koch, mit deren Stiftung Sie bereits gemein-

gut aufgestellt.

anständige Unternehmer, zu denen ich auch

sam Projekte abgewickelt haben, zu 49 Pro-

mich zähle. Über andere kann ich nicht ur-

zent an der PEMA beteiligt. Machen solche

Das Projekt P3 soll bis 2020 fertig gestellt

teilen. Ich selbst hatte aber ehrlich gesagt

Investitionen das Arbeiten einfacher, weil

sein. Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

noch nie Probleme damit. Ich führe ein nor-

vermehrte Geldmittel vorhanden sind, oder

Natürlich gibt es Pläne, doch ich arbeite lie-

males Leben, bin ein Familienmensch und

schaffen sie auch Druck, weil man sich sei-

ber Projekt für Projekt ab. Sie können aber

mir ist es nicht wichtig, in den Societyseiten

nem Investor gegenüber verpflichtet fühlt?

davon ausgehen, dass wir bereits schöne

vorzukommen. Von dem her gibt es auch we-

Ich habe mit der Familie Koch bereits seit

Projekte und darunter ein paar Highlights in

nig Angriffsfläche.

Jahren geschäftlich zu tun und wir haben

der Pipeline haben – auch in Innsbruck.

eco.nova

29


promotion

Schon viel erreicht Bürgermeisterin Mag. Christine Oppitz-Plörer, Wirtschafts-, Finanz- und Beteiligungsreferentin, spricht im Interview über ihr Innsbruck.

Die Bevölkerung in der Landeshauptstadt wächst konti-

Das studentische Wohnen hat große Auswirkungen auf

nuierlich. Was sind für Sie die Gründe dafür?

den Wohnungsmarkt. Wären mehr Studentenheime geeig-

CHRISTINE OPPITZ-PLÖRER: Die Stadt Innsbruck ent-

net, eine gewisse Entspannung herbeizuführen?

wickelt sich weiter, investiert viel in die Versorgungssicher-

Für die nächste Legislaturperiode ist ein umfassendes Stu-

heit. 100.000 Beschäftigte, 12.300 Wirtschaftsbetriebe und

dentenheim-Paket geplant. Das ist mir als Bürgermeisterin

50.000 Menschen in Ausbildung – das ist ein stabiles Funda-

einer Universitätsstadt wichtig. Ohne unsere Universität wä-

ment, auf dem unser sozialer Frieden steht. So können wir

ren die größten privaten Unternehmen etwa in der Medizin-

das soziale Miteinander und den Zusammenhalt fördern.

technik nicht hier. Die Universität ist somit ein enorm wich-

Ganz wesentlich für die Attraktivität Innsbrucks ist, dass

tiger Faktor für den Bildungs- und Wirtschaftsstandort.

die Bewohner ihren Beitrag dafür leisten, dass alle Genera„Leistbares Wohnen“ ist wahrscheinlich DAS Thema, das

für bin ich als Bürgermeisterin sehr dankbar. Die qualitäts-

die Menschen in Innsbruck am meisten beschäftigt. Kön-

volle Kinderbetreuung, das vielfältige Kulturangebot und viel Raum mit naturnahem Sport- und Freizeitangebot sind zusätzlich ausschlaggebend für die hohe Lebensqualität. Zudem haben wir in die Mobilität für alle Ge-

© FOTOWERK AICHNER

tionen respekt- und würdevoll miteinander umgehen. Da-

nen die Innsbruckerinnen und Innsbrucker Hoffnung haben oder hat die Stadtregierung resigniert? Die Menschen in Innsbruck interessieren schon auch andere wichtige Themen des Zusammenlebens. Aber Sie

nerationen investiert. Das zahlt sich

haben Recht: „Leistbares Wohnen“ be-

jetzt aus.

schäftigt nahezu jeden, denn es geht hier nicht nur um die eigene Woh-

Muss die dicht besiedelte Inntalfur-

nung, sondern auch um eine Wohnung

che zwischen Telfs und Schwaz aus

für die Kinder und Enkelkinder. Es

Ihrer Sicht zukünftig verstärkt als

geht auch um Wohnraum für unsere

gemeinsamer urbaner Ballungsraum

hilfsbedürftigen Mitbürger. Die Men-

gedacht und geplant werden?

schen, wie auch wir politischen Ent-

Mir gefällt der Ausdruck urbane

scheidungsträger, wissen genau, dass

„Ballungsräume“ nicht. Das sind ur-

der erste, wichtigste Schritt zum so-

bane „Lebensräume“. Gerade ältere

zialen Frieden ist, wenn die Leute ei-

Menschen ziehen wieder gerne in die

nen Arbeitsplatz und ein eigenes Zu-

Städte. Der Zuzug in die Urbanität

30

hause haben. Leistbaren Wohnraum

ist ein weltweites Phänomen. Und natürlich müssen die

zu ermöglichen, ist daher das zentrale Anliegen. Wir haben

Stadtgemeinden, großen Marktgemeinden und die Lan-

in dieser Regierungsperiode gemeinsam die größte Wohn-

deshauptstadt im Inntal gut zusammenarbeiten, weil wir

bauoffensive seit den Olympischen Spielen in Innsbruck

aufgrund der gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaft-

umgesetzt. In der Stadt werden 100 Prozent der gemeindeei-

lichen Herausforderungen eng miteinander verflochten

genen Flächen für den sozialen Wohnbau durch die IIG oder

sind. Jeder der kommunalen Verantwortungsträger arbei-

die „Neue Heimat Tirol“ verwendet. Wir haben 2.250 Woh-

tet hart für seine Mitbürger, hat aber auch das Gemein-

nungen realisiert, in Bau oder in Planung. Die Nettomieten

wohl des ganzen Landes dabei im Auge. Gute Zusammen-

der über 16.000 gemeinnützigen Wohnungen liegen dabei im

arbeit also ja, aber keine Verschmelzung zu einem ganzen

Schnitt bei vier Euro pro Quadratmeter. Natürlich ist auch

Großen.

die Mobilisierung von leerstehenden Wohnungen eine The-

Und eines ist mir schon auch wichtig: Es gibt nicht nur die

matik, an der intensiv gearbeitet wird. „Leistbares Wohnen“

Inntalfurche. Wir in Innsbruck sind zum Beispiel froh, dass

muss aber auch umfassend gesehen werden. Die Stadt bietet

wir unsere Naherholung auch in der Natur der Umland-

rund ums Wohnen eine sehr gute Kinderbetreuung, Gratis-

gemeinden genießen dürfen. Diese wiederum zeigen sich

kindergarten, Mobilität für alle Generationen um einen Euro

dankbar, dass die Landeshauptstadt als Bildungs-, Arbeits-

am Tag, Versorgungssicherheit durch die städtischen Unter-

und Gesundheitsstandort ihren Mitbürgern Versorgungssi-

nehmen, Sport- und Kulturinfrastruktur. Gemeinsam haben

cherheit und Perspektiven bietet.

wir viel erreicht, aber noch nicht alles geschafft.

eco.nova

Unbe


Der Tiguan. Aufregend innovativ.

LISTENPREIS AB – JUBILÄUMSBONUS – PORSCHE BANK BONUS JETZT BEREITS AB

€ 29.570,– € 2.000,–1) € 1.000,–2)

€ 26.570,–

3)

Preisbeispiel 85 kW/115 PS TDI

Alle Preise und Boni sind Richtpreise inkl. NoVA und MwSt. Preisnachlässe werden vom Listenpreis abgezogen. 1) Bis zu € 2.000,– Jubiläumsbonus für Neubestellungen bei Kauf eines neuen Tiguan TDI. Gültig bei Kauf und Zulassung bis 30. 06. 2018 (Datum Kaufvertrag). Die Aktion ist limitiert und kann pro Käufer nur 1x in Anspruch genommen werden. Nur für Privatkunden. 2) Bis zu € 1.000,– Porsche Bank Bonus (Ausn. up!, Polo und T-Roc: € 500,–) bei Finanzierung über die Porsche Bank. Mindestlaufzeit 36 Monate, Mindest-Nettokredit 50 % vom Kaufpreis. Gültig bis 30. 06. 2018 (Kaufvertrags-/Antragsdatum) für Privatkunden. Ausgen. Sonderkalk. für Flottenkunden und Behörden. 3) Preis bereits abzüglich Jubiläumsbonus und Porsche Bank Bonus.

Kraftstoffverbrauch: 4,7–7,7 l/100 km. CO2-Emission: 123 –177 g/km. Symbolfoto. Stand 03/2018.

6020 Innsbruck 6020 Innsbruck, Haller Straße 165 Haller Straße 165 Telefon 512 2423-0 Telefon +43+43 512 2423-0 www.vowainnsbruck.at www.vowainnsbruck.at

Unbenannt-42 1

6020 Innsbruck 6020 Innsbruck, Mitterweg 26 Mitterweg 26 Telefon 512 22755 Telefon +43+43 512 22755 www.porscheinnsbruck.at www.porscheinnsbruck.at

Unbenannt-55 1

05.01.17 13:44

05.01.17 14:24


FLÄCHENNUTZUNG IN TIROL 2017

Gesamtfläche: 12.649,75 km² … darunter Dauersiedlungsraum: 1.345,01 km² = 10,63 %

ANTEIL DES GEWIDMETEN BAULANDES AM DAUERSIEDLUNGSRAUM

Österreich: 9,7 % Tirol: 17,7 %

DAVON NOCH NICHT BEBAUT

TIROL IN ZAHLEN

Österreich: 26,6 % Tirol: 20,8 %

Baufläche: 54,70 km² = 0,43 % Landwirtschaftliche Nutzung: 1.117,12 km² = 8,83 % Gärten, Weingärten: 116,36 km² = 0,92 % Wald: 4.957,52 km² = 39,19 % Gewässer: 141,08 km² = 1,12 % Almflächen: 2.877,38 km² = 22,75 % Sonstige Flächen: 3.385,60 km² = 26,76 % … darunter Verkehrsflächen: 144,36 km² = 1,14 %

Lienz: 23,5 % Kitzbühel: 16,7 % Kufstein: 19,8 % Schwaz: 21,1 % Innsbruck Land: 19,1 % Innsbruck Stadt: 8,8 % Imst: 20,5 % Landeck: 32,8 % Reutte: 24,6 %

BEVÖKERUNGSVERÄNDERUNG 01.01.2015 – 01.01.2016

Lienz: 10,5 % Kitzbühel: 9,7 % Kufstein: 11,9 % Schwaz: 13,3 % Innsbruck Land: 18,3 % Innsbruck Stadt: 47,6 % Imst: 18 % Landeck: 13,6 % Reutte: 16,5 %

GRÖSSTE ZUNAHME Innsbruck: + 4.044 Kufstein: + 317 Imst: + 288 GRÖSSTE ABNAHME Ischgl: – 547 St. Anton: – 456 Matrei/Osttirol: – 294


GEBÄUDE & WOHNUNGEN 1961 – 2011*)

Jahr

Gebäude

Wohnungen

1961 1971 1981 1991 2001 2011

71.019 91.311 (+ 26,6 %) 116.875 (+ 28 %) 138.573 (+ 18,6 %) 161.261 (+ 16,4 %) 177.745 (+ 10,2 %)

121.277 160.196 (+ 32,1 %) 203.762 (+ 27,2 %) 249.774 (+ 22,6 %) 303.632 (+ 21,6 %) 375.583 (+ 23,7 %)

Der Dauersiedlungsraum umfasst jene Gebiete eines Landes, die potenziell für Wohnen, Landwirtschaft und Verkehr zur Verfügung stehen. Von der Gesamtfläche Tirols sind nur etwas über zehn Prozent für den Menschen „nutzbar“, davon ist aktuell rund ein Fünftel gewidmetes Bauland.

HÖCHSTE BEVÖLKERUNGSDICHTE 2016 *) Rattenberg: 3.755 Einwohner je km² Matrei/Brenner: 2.589 Einwohner je km² Hall: 2.484 Einwohner je km² NIEDRIGSTE BEVÖLKERUNGSDICHTE 2016 *) Kaisers: 1,0 Einwohner je km² Gramais: 1,6 Einwohner je km² St. Sigmund/Sellrain: 1,6 Einwohner je km² Tirolschnitt: 58,5 Einwohner je km²

*) aktuellst verfügbare Zahl. Quellen: Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Statistik Austria, ÖROK


eco.wirtschaft

Schein und Sein Auch wenn sich die türkisblaue Regierung dazu bekannt hat: Die kalte Progression wurde bislang nicht abgeschafft. Stattdessen wird uns eine Entlastung via Auszahlung eines Familienbonus und Senkung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge präsentiert. Werden diese Entlastungen jedoch vor dem Hintergrund der jährlichen Mehreinnahmen aus der kalten Progression gesehen, zeigt sich für Gesamtösterreich, dass von einer Entlastung keine Rede sein kann. Tirol ist hier anders – aber Grund zum Jubeln ist das wohl nicht. // TEXT: STEFAN D. HAIGNER

E

ines gleich vorweg: Erstens,

und es ist falsch, was in zahlreichen Medien

– nämlich indirekt progressiv. Anders wären

wir reden nicht von Peanuts,

zu lesen und zu hören ist: Kalte Progressi-

auch die Mehreinnahmen des Bundes aus

sondern von mehr als einer

on entsteht IMMER, wenn die Einkommen

der kalten Progression nicht zu erklären, die

Milliarde Euro, die der öster-

an die Inflation angepasst werden, wenn das

sich alleine im Jahr 2018 in Summe – wenn

reichische Staat im Schnitt

(progressive) Lohn- und Einkommensteuer-

das letzte Reformjahr 2016 als Basis heran-

bis 2020 auf Grund der kalten Progression

system nicht entsprechend angepasst wird.

gezogen wird – auf rund eine Milliarde Euro

pro Jahr zusätzlich einnehmen wird. Zwei-

Das vielzitierte Reinrutschen in eine nächst-

belaufen und bis zum Jahr 2020 auf knapp

tens: Es ist falsch, was auf der Seite des Bun-

höhere Steuerklasse ist dazu jedenfalls nicht

zwei Milliarden ansteigen. Kalte Progression

desministeriums unter help.gv.at zur kalten

erforderlich. Dies deshalb, da das österrei-

betrifft also jede und jeden, und das spürbar.

Progression zu lesen steht, es ist falsch, was

chische Steuersystem auch innerhalb ein

Nun mögen steuerliche Entlastungen be-

der Bund der Steuerzahler dazu schreibt,

und derselben Steuerstufe progressiv wirkt

grüßenswert sein. Vor dem Hintergrund der

34

eco.nova


eco.wirtschaft

NETTOÄQUIVALENZEINKOMMEN

Abbildung 1: Belastung durch kalte Progression und Entlastung durch geplante Maßnahmen der Bundesregierung für Tirol Quelle: GAW 2018. Anmerkung: Preiswachstum seit 2016 gemäß VPI bzw. WIFO-Prognose. Berücksichtigte Entlastungsmaßnahmen: Senkung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge für geringe Einkommen ab 1.7.2018, Familienbonus inkl. Kindermehrbetrag für Alleinerzieher/Alleinverdiener ab 1.1.2019, Abschaffung des Kinderfreibetrages ab 1.1.2019. Nicht berücksichtigt mangels Daten: Abschaffung der Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten.

Mehreinnahmen aus der kalten Progressi-

lung der Steuerlast verändert. Für den Staat

on können diese jedoch auch als Ausgleich

lohnt sich die Sache aber allemal, bleibt ihm

einer Mehrbelastung an anderer Stelle denn

doch ein nettes Körberlgeld in der Höhe von

als echte Entlastung gesehen werden. Daher

netto 250 Millionen Euro pro Jahr.

hat die Gesellschaft für Angewandte Wirt-

Das Nettoäquivalenzeinkommen wird berechnet, indem das Netto-Haushaltseinkommen durch die gewichtete Personenanzahl des Haushaltes dividiert wird. Mit dieser Vorgehensweise sollen Kostenvorteile des Zusammenlebens in Haushalten berücksichtigt werden. Die Einkommen von Haushalten unterschiedlicher Größe werden dadurch vergleichbar. Die Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung wendet, einer Konvention folgend, zur Gewichtung die neue OECD-Skala an. Diese ordnet dem Haushaltsvorstand ein Gewicht von eins, jedem weiteren im Haushalt lebenden Erwachsenen ein Gewicht von 0,5 und Kindern (bis zu 14 Jahren) jeweils ein Gewicht von 0,3 zu. Möchten Sie also wissen, welches Nettoäquivalenzeinkommen Ihr Haushalt hat, müssen Sie Ihr Haushaltseinkommen durch das entsprechende Gewicht dividieren. Für einen Haushalt mit 2 Erwachsenen und 2 Kindern unter 14 Jahren wäre dieses Gewicht Faktor 2,1 (= 1 + 0,5 + 2 x 0,3).

weniger erst 2019 voll zu greifen beginnen,

schaftsforschung/GAW nachgerechnet.

Tiroler Nullsummenspiel

Die Berechnungen zeigen, dass sich die ös-

Für Tirol schaut die Sache etwas anders aus.

sion in den Jahren 2017 und 2018 voll. In den

terreichischen Steuerzahler die sogenann-

Hier ist das Ganze praktisch ein Nullsum-

Jahren 2019 und 2020 steigen dabei die Ein-

te Entlastung selbst bezahlen. Es ist sprich-

menspiel beziehungsweise ein leichtes Mi-

nahmen aus der kalten Progression kontinu-

wörtlich so, dass man uns das Geld aus der

nus, wenn die steuerliche Mehrbelastung

ierlich an, werden aber durch die geplanten

einen Tasche leise rausnimmt, um es in die

aus der kalten Progression den Entlastungs-

Entlastungen in diesen Jahren mehr als aus-

andere mit großem Tamtam wieder reinzu-

effekten aus den geplanten Maßnahmen ge-

geglichen. Über den gesamten Betrachtungs-

stecken. Nur dass nicht jedem gleich viel ge-

genübergestellt wird. Abbildung 1 zeigt dies

zeitraum ist der Entlastungseffekt für Tirol

nommen wird und auch nicht jeder gleich

getrennt für die Jahre 2017 bis 2020.

praktisch null. Im Bundesvergleich ist das

viel zurückerhält, weshalb sich die Vertei-

Da die geplanten Maßnahmen mehr oder

die gute Nachricht.

trifft die Tiroler Haushalte die kalte Progres-

KÖSt, KESt, ESt, USt ... FRUST? Finden Sie Ihren Steuerberater:

Ihr Steuerberater hat dafür das entsprechende Know How und die Expertise – fragen Sie ihn! Finden Sie Ihren Steuerberater in Ihrer Nähe auf www.niemals-ohne.at oder besuchen Sie die kostenlose Erstberatung der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer.

www.facebook.com/IhreSteuerberater

KSW_Tirol_180x80.indd 1 KWT_LstTirol_Echo_175x81.indd 1

ac hs en . M it un s w

www.ksw.or.at

22.03.2018 15:30:23 22.03.18 09:24

eco.nova

35


eco.wirtschaft

Tabelle 1: Kalte Progression, Entlastung durch geplante Maßnahmen der Bundesregierung und Nettowirkungen (Saldo) nach Einkommensquartilen für Tirol, Jahresdurchschnittswerte 2017–2020 Quelle: GAW 2018. Anmerkungen: siehe Abb. 1

Die durchschnittliche jährliche Belastung

durchschnittlich viele Kinder haben und da-

der Tiroler Haushalte durch die kalte Pro-

mit weniger vom Familienbonus profitieren.

gression, die Entlastung durch die geplanten

Erste Erklärungsansätze dafür, warum Tirol

Maßnahmen sowie die daraus resultierende

im Bundesvergleich vergleichsweise gut da-

Bitte warten

Nettoentlastung bzw. Nettobelastung (Sal-

vonkommt, liefert Abbildung 2. Diese zeigt,

Was in Summe bleibt, ist, dass wir alle – auch

do) sind in Tabelle 1 ausgewiesen. Dabei wer-

dass die Bevölkerung Tirols in etwa 8,5 Pro-

in Tirol – uns diese Entlastung selbst be-

den die Haushaltseinkommen in Quartilen*),

zent der Gesamtbevölkerung ausmacht und

zahlen. Bis zur nächsten echten Entlastung

konkret die Nettoäquivalenzeinkommen,

auch der Anteil der Tiroler Erwerbseinkom-

heißt es daher, bitte warten. Ob dann auch

betrachtet.

men am gesamten österreichischen Erwerbs-

die kalte Progression abgeschafft wird, wird

Wie sich zeigt, kann bis zum 3. Quartil durch-

einkommen in etwa in dieser Größenord-

sich weisen. Wenn aber Vizekanzler Karl-

aus von einer Entlastung gesprochen wer-

nung liegt. Da die kalte Progression jedoch

Heinz Strache Anfang März bei einer Visite

den, nur fällt diese auf Grund der Mehrbe-

stärker höhere Einkommen trifft, „profitiert“

bei Boehringer Ingelheim von einem zu-

lastung aus der kalten Progression deutlich

Tirol von der Tatsache, dass 11,3 Prozent al-

künftigen „Ausgleich“ der kalten Progressi-

geringer aus als von der Bundesregierung

ler österreichischen Erwerbseinkommen

on spricht und nicht von einer Abschaffung,

dargestellt. Für die obersten 25 Prozent zeigt

unter 20.000 Euro von Tirolern erzielt wer-

stimmt das wenig zuversichtlich.

sich, dass die Mehrbelastung aus der kalten

den, was weit über dem Bevölkerungsanteil

Progression in der Höhe von 46 Millionen

liegt. Letzteres ist wohl auch der Tatsache

Euro die Entlastung in der Höhe von 16 Mil-

geschuldet, dass Tirol nach Vorarlberg Vize-

lionen Euro deutlich übersteigt, sodass der

staatsmeister in Sachen Teilzeitbeschäfti-

Saldo für das 4. Quartil netto deutlich ins

gung ist. Im Gegenzug werden „nur“ 8,1 Pro-

Minus dreht. Ein Grund, weshalb die oberen

zent aller Erwerbseinkommen über 50.000

Einkommen mit einem Minus aussteigen, ist,

Euro von Tirolern erzielt – relativ zum Be-

dass Haushalte im obersten Quartil unter-

völkerungsanteil ist dies etwas unterdurchschnittlich.

BERECHNUNGEN ZEIGEN, DASS SICH DIE ÖSTERREICHISCHEN STEUERZAHLER DIE SOGENANNTE ENTLASTUNG SELBST BEZAHLEN. ES IST SPRICHWÖRTLICH SO, DASS MAN UNS DAS GELD AUS DER EINEN TASCHE LEISE RAUSNIMMT, UM ES IN DIE ANDERE MIT GROSSEM TAMTAM WIEDER REINZUSTECKEN. *) Werden alle Haushaltseinkommen der Größe nach, vom kleinsten beginnend hinauf zum größten, geordnet, so stellen die untersten 25 Prozent der Haushaltseinkommen das 1. Quartil, die nächsten 25 Prozent das 2. Quartil, die nächsten 25 Prozent das 3. Quartil und die obersten 25 Prozent der Haushaltseinkommen das 4. Quartil dar.

36

eco.nova

Hinzu kommt, dass 10,4 Prozent aller österreichischen Kinder in Tirol wohnen, die Kinderanzahl in Tiroler Haushalten demgemäß auch deutlich über dem Österreich-Durchschnitt liegt. Daher profitieren die Tiroler Haushalte besonders vom Familienbonus.

ÜBER GAW

Die Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) ist eine private Forschungseinrichtung mit Sitz in Innsbruck, die für Unternehmen, Interessenvertretungen sowie die öffentliche Hand Studien zu volksund regionalwirtschaftlichen Themen erstellt. Im Bereich der Erstellung von Wertschöpfungsstudien, aber auch zum Thema kalte Progression zählt die GAW seit Jahren zu den führenden Forschungseinrichtungen in Österreich. // www.gaw.institute

Abbildung 2: Anteile des Bundeslandes Tirol an Gesamt-Österreich bei verschiedenen Indikatoren Quelle: GAW 2018, basierend auf EU-SILC 2016, Statistik Austria 2018. Anmerkungen: siehe Abb. 1


promotion

Neue Spielregeln der Wirtschaft Bereits zum zweiten Mal bittet die Tiroler Adler Runde zum Forum. Das Podium ist hochkarätig besetzt: Bundesministerin Margarete Schramböck, Speedinvest-Gründer Oliver Holle, GEAGründer und „Finanzrebell“ Heinrich Staudinger und IHS-Direktor Martin Kocher beleuchten Tirols Wirtschaftskraft zwischen Digitalisierungshype und Regulierungszwängen.

D

igitalisierung als Megatrend,

chern. Mit dem Adler Forum schaffen wir

Bitcoin und Blockchain in aller

einen Rahmen, um eine Diskussion auf brei-

Munde – der technologische

ter Ebene zu ermöglichen. Erfolgreiche Un-

Wandel betrifft alle Branchen

ternehmer aus unterschiedlichen Branchen

und schafft neue Realitäten für Unterneh-

und mit unterschiedlichen Philosophien,

mer. Hat Europa, wie viele Experten meinen,

Wissenschaft und Politik können so neue

das 21. Jahrhundert mit einem Fehlstart be-

Ideen und spannende Möglichkeiten für

gonnen oder sind wir fit für den Wandel im

die Zukunft aufzeigen“, beschreibt Ingeborg

neuen Wettbewerb? Werden wir zur digita-

Freudenthaler, Pressesprecherin der Tiroler

len Provinz oder kann Tirols Wirtschaft als

Adler Runde, die Intention der jährlich wie-

starker regionaler Kraftplatz punkten? Wo

derkehrenden Veranstaltung. „Wir freuen

liegen unsere Stärken, wo unsere Schwach-

uns, dass im Rahmen unseres Forums The-

stellen im Wettlauf zwischen Digitalisie-

orie und Praxis bzw. Politik, Wirtschaft und

rungshype und Regulierungswahn?

Wissenschaft aufeinandertreffen: Grün-

Diese und weitere Fragen thematisiert das

derpersönlichkeiten wie Heinrich Staudin-

zweite Tiroler Adler Forum, zu dem die

ger, den sogar ein Konflikt mit der Finanz-

Tiroler Adler Runde am 23. April einlädt.

marktaufsichtsbehörde nicht davon abhielt,

„Wir verstehen uns als Ideenschmiede für

alternative Finanzierungsformen für sein

ein wirtschaftlich starkes Tirol. Nur durch

Unternehmen zu finden, und Oliver Holle

Innovation, die nicht von bürokratischen

als Seriengründer im Gespräch mit Bundes-

Zwängen verhindert wird, können wir den

ministerin Margarete Schramböck lassen

Standort stärken und so auf lange Sicht

spannende Diskussionen erwarten“, so

Arbeitsplätze bzw. Wohlstand im Land si-

Freudenthaler.

DIE TIROLER ADLER RUNDE

Als unabhängige Plattform 42 renommierter Tiroler Unternehmer aus unterschiedlichsten Branchen setzt die Tiroler Adler Runde den Fokus auf jene Themen, die für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Tirol spielentscheidend sind. Eine starke Wirtschaft sichert Arbeitsplätze und Wohlstand – dafür die optimalen Rahmenbedingungen zu schaffen, ist so das erklärte Ziel der Unternehmer. Vor allem die Stärkung der Klein- und Mittelbetriebe, die durch überbordende Vorschriften und bürokratische Hemmnisse besonders belastet sind, ist den „Adlern“ wichtig. Bedarfsorientierte Aus- und Weiterbildung, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, und eine Rückkehr zu einer wertschätzenden, lösungsorientierten Gesprächskultur bzw. zur Handschlagqualität sind weitere Anliegen, für die sich die Tiroler Unternehmer einsetzen. www.tiroler-adler-runde.at

. TIROLER ADLER FORUM

Montag, 23. April 2018, ab 18:30 Uhr Hypo Tirol Bank – Zentrale, Meraner Straße 8, 6020 Innsbruck Teilnahme nach Anmeldung unter events@freudenthaler.at Beschränkte Teilnehmerzahl

eco.nova

37


eco.wirtschaft

Vielseitiger Manager für alle Fälle Handwerker und Ärzte sind die Zielgruppe des externen Betriebsmanagements von Peter Hauser, der in der Unternehmensführung dort anpackt, wo es notwendig ist. Dadurch können auch kleinere Betriebe von seiner Erfahrung und Kompetenz profitieren, deren Zugang ihnen normalerweise verschlossen bleibt. // TEXT: MARIAN KRÖLL

P

Peter Hauser ist Jurist und hat bei Hofer gelernt, wie zeitgemäßes Management funktioniert. Von dieser Erfahrung und etlichen weiteren Kompetenzen können nun kleine Betriebe und Ärzte profitieren, indem sie sich Hauser als externen Manager, der aktiv mitarbeitet, ins Haus holen.

eter Hauser ist ein Allroun-

gen an, ist man beinahe versucht zu sagen,

zösischen Schweiz bis hin zum Prokuristen

der. Der studierte Jurist hat

im Übermaß.

und Verkaufsleiter samt Personalverantwor-

ganz präzise Vorstellun-

tung für mehr als 1.000 Mitarbeiter. Bei Ho-

gen davon, wie er sein Ge-

Von den Besten gelernt

schäftsmodell des externen

Nach dem Studium hat Hauser über Jahre

jektmanagement, im Controlling und nicht

Betriebsmanagements umsetzen möchte.

in einer Bank erste Erfahrungen in der Welt

zuletzt in der Personalentwicklung und Mit-

„Mir war es immer schon klar, dass ich mich

der Zahlen und Bilanzen gesammelt, war

arbeiterführung zu wissen gibt. „Das war ei-

irgendwann selbständig machen würde“,

dort in der Firmenkundenbetreuung, im Pro-

ne tolle Erfahrung! Bei Hofer lernt man viel,

sagt Hauser. Hauser ist ein Manager, den

zessmanagement und im Förderungswesen

dort sitzt das beste Management der Welt“,

man sich leisten kann und der großen Wert

tätig. Außerdem entwickelte der lösungso-

ist der Tiroler überzeugt. Nach seinem En-

auf die Feststellung legt, dass es sich bei sei-

rientierte Perfektionist dort eine neue Ar-

gagement bei der Firma Hofer fungierte er

ner Dienstleistung nicht etwa um eine her-

beitsplattform zur Effizienzsteigerung in-

noch als Geschäftsführer der MND Austria.

kömmliche Consultingtätigkeit, wie es sie ja

terner Abläufe, welche bis heute im Einsatz

Dort optimierte Hauser die Abläufe, struktu-

in allen Formen und Ausprägungen zuhauf

ist. Danach kam jene berufliche Station, die

rierte das Personalwesen neu und entwickel-

gibt, handelt. Nein, hier wird nicht abstrakt

sein Denken und Handeln bislang am meis-

te neue Geschäftsfelder.

herumberaten, sondern kräftig mit ange-

ten geprägt hat. Hauser stieg beim Diskonter

packt. Doch dazu bedarf es entsprechender

Hofer ein, der für seine flachen Hierarchien

Fähigkeiten und einer Menge praktischer

und sein straffes Management bekannt und

Zielgruppe Handwerker und Ärzte

Erfahrung, weil Theoretisieren in der har-

in der Sphäre der Unternehmensführung

Das Wissen, die Fähigkeiten und nicht zuletzt

ten wirtschaftlichen Praxis eben nur be-

anerkannt ist. Dort ging Hauser durch eine

die Hands-on-Mentalität, die Peter Hauser

dingt hilfreich ist. Über beides verfügt Peter

harte Schule und brachte es weit. Vom Regi-

mit seinem Externen Betriebsmanagement

Hauser. Sieht man sich die Vita des 35-Jähri-

onalverkaufsleiter in Tirol und in der fran-

in erster Linie Tirols Kleinbetrieben, primär

38

eco.nova

fer erlernte er auch fast alles, was es im Pro-


eco.wirtschaft

Ein Kümmerer für alle Fälle: Mit seiner Dienstleistungspalette zielt Hauser auf Kleinbetriebe und Ärzte ab und trägt bei Bedarf auch Sorge dafür, dass allen Anforderungen der neuen Datenschutz-Grundverordnung Genüge getan wird.

timierung Kosteneinsparungen und nicht zuletzt rechtliche Unterstützung einteilen. Mit seiner Dienstleistung will er seiner Zielgruppe den Rücken freihalten, damit sie sich auf das Wesentliche konzentrieren kann, das Geldverdienen! Das Rüstzeug dafür hat sich Hauser in zahlreichen Weiterbildungen angeeignet, unter anderem als Finanz- und Bilanzbuchhalter, Controller und Immobilientreuhänder, sowie mit Ausbildungen im Bereich Kommunikationsverhalten und Konfliktmanagement, Recruiting und

„MIR IST AUFGEFALLEN, DASS HANDWERKER IN IHRER PROFESSION ZWAR WIRKLICH GUT SIND, ABER IM MANAGEMENT OFT PROBLEME HABEN, WEIL IHNEN DAS NÖTIGE KNOW-HOW, INTERESSE ODER DIE ZEIT FEHLT.“ Peter Hauser, HAUSER Externes Betriebsmanagement

klassische Handwerksbetriebe, sowie Ärzten

Personalmanagement, als Lehrlingsausbil-

mit eigener Praxis zur Verfügung stellt, ist

der, Brandschutzbeauftragter etc. „Meine

für diese eigentlich gar nicht leistbar. Eigent-

Erfahrung im Management wird durch

staltet zwei Formate von Unternehmertref-

lich deshalb, weil sie Mitarbeiter mit derarti-

diese zusätzlichen Kompetenzen vervoll-

fen. Das erste Format ist eine Kooperation

gen Qualifikationen im Normalfall schlicht

ständigt“, sagt der fokussierte Manager

mit dem sehr erfolgreichen Personal- und

nicht bekommen. Hausers Konzept ist die

über sich. Seine Kunden sieht er als Partner,

Organisationsentwickler Dr. Philipp Wa-

Antithese zur Philosophie des „Management

ihrem unternehmerischen Erfolg fühlt sich

scher und nennt sich „Die Unternehmer-

by helicopter“, der eines Managers, der über

Hauser verpflichtet: „Ich integriere mich in

Werkstatt.“ Die UnternehmerWerkstatt ist

allem schwebt, von Zeit zu Zeit vorbeikommt,

die Betriebe wie ein Mitarbeiter, bin Teil des

das Format, um sich und sein Unternehmen

viel Staub aufwirbelt und dann wieder ab-

Unternehmens und daher auch mehrmals

voranzubringen. Wie der Name schon verrät,

hebt. Nein, mit seinem Konzept sieht der

im Monat vor Ort.“ Für Dienstleistungen, die

arbeiten Hauser und Wascher zusammen

Neo-Unternehmer sich vielmehr als Mitarbei-

er selbst nicht anbietet, greift Hauser auf

mit den Teilnehmern an Problemen, Heraus-

ter. In seiner Zeit bei Hofer hatte Hauser sehr

sein Netzwerk von Partnern zurück. Für den

forderungen, Ideen des Unternehmerallta-

viel mit vorwiegend kleineren Handwerksbe-

unwahrscheinlichen Fall, dass ein Kunde mit

ges. Durch Selbstreflexion und Analysieren

trieben zu tun. „Damals ist mir aufgefallen,

der Dienstleistung nicht zufrieden sein sollte,

der Hintergründe von Abläufen erfahren die

dass die Handwerker in ihrer Profession zwar

ist das Vertragsverhältnis täglich kündbar:

Teilnehmer einen riesigen Mehrwert, den

wirklich gut sind, aber im Management, in

„Ich will niemals das Gefühl verursachen,

sie auf ihrem weiteren Weg effzient nutzen

der Unternehmensführung oft Probleme ha-

eine Verpflichtung zu sein.“ Angelegt sind

können. Das zweite Format ist „Das Unter-

ben, weil ihnen das Know-how, das Interesse

die Leistungen Hausers natürlich auf eine

nehmerKulinarium“, das neue Tiroler Netz-

oder einfach die Zeit fehlt“, beschreibt Hau-

dauerhafte Zusammenarbeit, die nachhal-

werken. Das Konzept ist einfach: Zusammen

ser den Bedarf, den er am Markt gesehen hat.

tig etwas bringt. Die Resonanz ist bislang

mit Top-Gastronomen werden in entspann-

sehr positiv, es gibt bereits mehrere Partner,

ter und ungezwungener Atmosphäre bei

Tendenz steigend. Deshalb wird Peter Hauser

exzellenten Speisen und Getränken neue

„Ich bin kein Unternehmensberater, sondern

bald Verstärkung brauchen. Der Neo-Unter-

Kontakte geknüpft. Zudem bekommen die

ein aktiver Unterstützer, der seine Partner

nehmer peilt ein kräftiges Wachstum an und

Teilnehmer in kurzen Impulsvorträgen von

entlastet und sie mit seiner Erfahrung

wird qualifiziertes Personal einstellen, das

Experten interessante und nützliche Infor-

unterstützt und weiterbringt!“, erklärt

seine Vision und Vielseitigkeit mitträgt.

mationen für ihren Unternehmeralltag mit.

Breites Angebot

Hauser. Die Dinge, die Hauser übernimmt,

An Tatkraft und Ideen mangelt es Peter

lassen sich grob in die Kategorien Personal &

Innovative Formate

Führung, Finanzen & Förderungen, Cont-

Die Innovation hört aber nicht beim Dienst-

sich Tirols Betriebe ab sofort selbst über-

rolling, Geschäftsoptimierung, Prozessop-

leistungskonzept auf. Peter Hauser veran-

zeugen. // www.hauser-xb.com

Hauser offensichtlich nicht. Davon können

eco.nova

39


eco.wirtschaft

Wider die Eile Zeit an sich verändert nichts. Wie man sie aber nutzt, sehr wohl. Darin liegt mit ein Wesenskern des Lenerschen Bäckerhandwerks: Das Verständnis dafür, dass Gutes nicht in Eile entstehen kann. Und deshalb ist auch die anstehende Übergabe innerhalb des Betriebs eine sorgfältig geplante Sache – die reifen soll und darf. // TEXT: SONJA NIEDERBRUNNER

I

hr Tag beginnt am selben Ort, ihre Hände verrichten die gleiche Arbeit, ihr Herz brennt für die gleiche Leidenschaft. Wie sie beide dorthin ka-

men, wo sie sind, das sind zwei verschiedene Geschichten. Warum sie dort geblieben sind und auch bleiben werden, ist dieselbe.

Aus damals wird heute Als Stefan Lener als Zehnjähriger noch vor der Schule mit dem Fahrrad Brot ausliefern durfte und sich damit sein erstes Taschengeld verdiente, war die Sache für ihn klar. Er würde Bäcker werden und in die Fußstapfen seines Vaters Anton treten. Der hatte seinerzeit die Kellerbäckerei seines Onkels in der Museumstraße übernommen. Sieben Jahre später, 1967, eröffnete er – als erster Bäcker Innsbrucks – eine Filiale. „Seine Bäckerkollegen haben ihn belächelt“, erinnert sich Stefan Lener. Doch viele sollten dem Weg seines Vaters schließlich folgen. Als Stefan Lener gerade seinen Militärdienst absolvierte, unterbreitete sein Vater ihm einen Vorschlag: Er habe die Gelegenheit zum Kauf eines Grundstücks, würde aber nur zusagen, wenn sein Sohn ihm zusichere, dass er den Betrieb übernehmen werde. Und der sagte ja – 21 Jahre alt war Stefan Lener damals. Viele Jahre später, 1987, fand die Übergabe schließlich statt – zu dem Zeitpunkt gab es bereits vier Filialen. Geredet wurde über den Wechsel in der Geschäftsführung nicht viel. Eigentlich gar nicht. „Das war einfach so. Auf einmal stand mein Vater da und sagte: Jetzt gehe ich in Pension. Und damit hatte es sich. Heute läuft das ganz anders“, sagt Stefan Lener. Sein Sohn Markus, 33, hört zu, nachdenklich. Etwas mulmig ist ihm schon, wenn er daran denkt, dass es nicht mehr lange dauert, bis er allein die Verantwortung tragen wird. Gibt es denn einen fixen Termin für die Übergabe? „Ja.“/„Nein“, antworten beide zugleich – ein Blickwechsel folgt. „Am 31. März 2019“, sagt Stefan Lener an seinen Sohn gewandt, der erwidert: „Da gehst du in Pension.“ „Genau. Nach diesem Termin komm ich nur

40

eco.nova

Stefan und Markus Lener: Kommendes Jahr steht die Übergabe der Brotbuben an. Anders als es bei ihm der Fall war, bereitet Stefan Lener seinen Sohn sukzessive auf die Verantwortung vor.


eco.wirtschaft

1988 – heute: Das Gebäude im Innenhof in der Museumstraße/ Ecke Sillpark mit der Produktion ist das Herzstück des Unternehmens und wurde komplett modernisiert.

„CHEMIE MACHT VIELES MÖGLICH. NUR GUTES BROT MACHT SIE NICHT.“ Stefan Lener, Brotbuben

mehr montags rein, schau, ob die Maschinen

Radsportler die freien Tagesstunden immer

cker gesagt, das Brot werde eines Tages aus

klaglos laufen, und dann hab ich wieder frei

genossen. Die werden weniger werden, wenn

Polen oder China kommen – er hätte einen für

bis nächsten Montag.“ Der Senior sieht seine

der Vater erst mal in Pension ist. „In den

verrückt erklärt.“ Doch so ist es. Traurig, aber

künftige Rolle als Servicemitarbeiter – „wenn

ersten Jahren werde ich sicher um einiges

wahr. Und völlig normal. Während die Nach-

das gewünscht ist.“ „Natürlich ist es das“, ant-

mehr arbeiten.“ Zudem ist Personal schwer

frage nach „echten Lebensmitteln“ – was für

wortet der Sohn, beinahe etwas bestürzt. „Ich

zu finden, engagierte und loyale Mitarbeiter,

ein Paradoxon – immer mehr steigt, scheint

hoffe, dass du auch weiterhin da bist.“ Klar sei

wie sie zu Zeiten des Großvaters noch selbst-

gleichzeitig das Wissen um die Herkunft all-

er das, sagt der Vater. Für Fragen stehe er im-

verständlich und schließlich immer selte-

täglicher Artikel nicht mehr vorhanden zu

mer zur Verfügung.

ner wurden, noch schwerer. Das macht die

sein. Brot, das, wenn es erst aufgebacken in

Seinem Sohn hat Stefan Lener in den vergan-

Zukunftsaussichten nicht besser. So gut das

den Regalen liegt, bereits ein Jahr alt ist, wun-

genen Jahren immer mehr Verantwortung

Sortiment ist, so hervorragend die Produk-

dert niemanden mehr: „Chemie macht vieles

übertragen – Schritt für Schritt und nicht mit

te und deren Qualität – die Unsicherheiten

möglich“, sagt Stefan Lener. „Nur gutes Brot

der Tür ins Haus, wie es sein Vater gemacht

liegen vor allem in äußeren Umständen, die

macht sie nicht.“

hat. Auch sonst unterscheiden sich die Gene-

kaum beeinflussbar sind. „Wir müssten uns

Geschulte Hände, überlieferte und immer wie-

rationen maßgeblich voneinander. „Wir zwei

besser und mehr präsentieren“, sagt Markus

der angepasste Rezepturen, beste Rohstoffe,

streiten immer wieder“, sagt der Senior frei

Lener. Das ist – neben dem Alltagsgeschäft

sorgfältige Verarbeitung, Wagemut, Neugierde

heraus. „Zu meiner Zeit hätte es das nicht ge-

– die vorrangige Aufgabe der heutigen Ge-

– und ganz viel Zeit. Backen ist ein Handwerk,

geben. Das Wort des Vaters war quasi Gesetz.

neration, in vielen Branchen: Auf sich auf-

das keine Maschine jemals in der Perfektion

Eine Sache des Respekts. Heute wird sehr viel

merksam machen, abseits von klassischer

beherrschen wird, wie es Bäckerhände tun.

diskutiert.“ Das macht die Sache nicht einfa-

Produktwerbung – als Arbeitgeber, als Ausbil-

Maschinen kennen keine Zeit, sie sind auf

cher, letztendlich aber vermutlich erfüllender,

der. Nicht mehr nur Kunden locken, sondern

Masse programmiert – alles andere ist unren-

weil das Ergebnis von beiden Seiten mitge-

Arbeitskräfte.

tabel. „Auch Eile backt Brot, aber sie backt es

tragen wird – mitgetragen werden muss. Und

schlecht“, sagt ein Sprichwort.

so oft auch hitzig diskutiert wird, so selbst-

Ohne Chemie, ohne Eile

verständlich stehen die beiden am nächsten

So unterschiedlich Vater und Sohn in vieler-

gen, nur weil ein neuer Trend es vorgibt“, sagt

Morgen einträchtig nebeneinander in der

leich Hinsicht auch sein mögen, in manchen

Stefan Lener. „Woher manche Trends kom-

Backstube. Der Streit ist vergessen.

Dingen ticken sie gleich – vielleicht nicht ein-

men, ist nicht wirklich erklärbar“, schüttelt

mal für sie selbst wahrnehmbar, doch wer ih-

er den Kopf. Plötzlich sind sie da, wie aus

nen zuhört, entdeckt gewisse Züge, die ihnen

dem Nichts, und generieren eine Begehrlich-

Markus Lener wollte nicht Bäcker werden –

beiden zu eigen sind. Die Ruhe und Gelassen-

keit für Dinge, die man bis dato weder kann-

ursprünglich nicht. Als Jugendlicher half er

heit des Alters fehlt dem Erben noch – sein

te noch brauchte. Neues hat eben mehr Reiz

dem Vater zwar immer wieder beim Auslie-

Motor ist die Ungeduld und geschürt wird die-

als das Gewohnte – doch die Beständigkeit

fern der Ware, um die Backstube machte er

se durch die Sorge, den Anschluss zu verlieren.

der Tradition, die hat es nicht. Denn Trends

aber einen Bogen. Durch einen befreunde-

Die Konkurrenz ist hart. Nicht jene durch die

kommen und gehen. Tradition bleibt. Die Le-

ten Bäckerssohn kam er dann doch auf den

produzierenden Bäcker – von ehemals knapp

ners lieben, was und vor allem auch, wie sie es

Geschmack. Er hat es bis heute nicht bereut.

50 in Innsbruck sind es heute nur mehr fünf

tun – und sie bleiben bei dem, was sie lieben.

Auch die Arbeitszeiten machten ihm den Job

–, sondern vielmehr jene des Großhandels.

Schön ist sie, diese Wertigkeit. Und schme-

nie madig – im Gegenteil hat der passionierte

„Hätte man vor zwanzig Jahren zu einem Bä-

cken tut sie auch noch.

Am Marktplatz der Arbeit

„Ich wollte nie schnell auf etwas aufsprin-

eco.nova

41


eco.steuern

Steuerfrühling Was war das für ein großartiger Winter! Wunderbar – so soll es sein und so soll es weitergehen. Und schon finden wir uns in herrlicher Frühlingslaune, die wir uns keinesfalls von unschönen Steuerthemen nehmen lassen. // TEXT: STB DR. VERENA MARIA ERIAN, STB RAIMUND ELLER, STB MAG. EVA MESSENLECHNER

W

lung vornehmen wollte. Leistungen, bei de-

ge für Sie: Allem voran,

Umsatzsteuer auf Ästhetische Leistungen: Es ist, was es ist ...

ganz im Zeichen der

… und das weiß nur der Arzt. Nachdem die

vordergründig erschien (Definition gem.

Schönheit, berichten wir von einem Judikat zur

Finanz die Differenzierung zwischen medi-

www.Lifeline.de), wurden teils zu 80 Prozent

Klassifizierung ästhetischer Leistungen. Hier

zinischen und rein ästhetischen Leistun-

und teils zur Gänze umsatzsteuerpflichtig be-

wurde die Finanz vom Verwaltungsgerichtshof

gen selbst in die Hand genommen und vom

handelt. Zur letzten Gruppe zählte der über-

(VwGH) hinsichtlich Umsatzsteuerpflicht nun

Bundesfinanzgericht diesbezüglich im Feber

motivierte Beamte zum Beispiel Faltenbe-

scharf zurückgepfiffen. Bravo! In dieselbe Rich-

2017 auch Recht bekommen hat, heißt es nun

handlung, Brauenlifting, Brustvergrößerung

tung ging ein Verfahren zu Fremdwährungs-

wieder aufatmen. Nach dem neuesten Judi-

oder Bruststraffung. Dank dem jüngsten Ju-

krediten. Auch hier meint es der VwGH gut mit

kat des Verwaltungsgerichtshofs vom Herbst

dikat sind wir wohl wieder bei der ursprüng-

den Steuerzahlern und erteilt der fiskalischen

2017 kann der medizinische Laie nämlich

lichen Gangart, wonach es alleine dem Arzt

Sichtweise eine klare Absage. Und alle, die jetzt

nicht feststellen, ob eine ästhetische Leis-

obliegt, darüber zu befinden, ob eine ärztli-

im Frühling an ein neues Auto denken, finden

tung medizinisch indiziert und damit um-

che Leistung medizinisch indiziert ist.

hier auch alles Steuerliche rund ums Auto. Da-

satzsteuerfrei ist oder nicht.

mit wünschen wir Ihnen einen schönen Früh-

Anlassfall war eine Betriebsprüfung, bei der

// Tipp: Bitte nehmen Sie als Arzt für den

ling in bester Steuersparlaune.

die Finanz mittels im Internet erworbenen

Fall des Falles eine genaue Dokumentation ei-

42

eco.nova

ir haben auf dem Steuerradar beste Wetterla-

Wissens selbst eine dahingehende Beurteinen der Finanz ein therapeutisches Ziel nicht


eco.steuern

ner diesbezüglichen Differenzierung vor. Seit 2017 entsteht eine Umsatzsteuerpflicht ohnehin nur dann, wenn die Gesamtsumme der steuerpflichtigen Umsätze (ohne ärztliche Leistungen) 30.000 Euro p. a. überschreitet.

Kursverluste aus betrieblichen Fremdwährungskrediten sind steuerlich voll abzugsfähig Kursverlusten um negative Kapitalerträge handle, für die ein Sondersteuersatz von nur 25 Prozent (seit 2016: 27,5 %) gelte, hat die Fi-

© HOFER

Unter dem Vorwand, dass es sich bei

nanz Kursverluste aus Fremdwährungskrediten nur zur Hälfte betrieblich anerkannt.

Koproduktion der Ärztesteuerberater vom Team Jünger und der Team Tirol Steuerberater GmbH: StB Dr. Verena Maria Erian, StB Mag. Eva Messenlechner und StB Raimund Eller, v. l.

Diesem Unfug hat der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) nun ein Ende gesetzt. Anlässlich einer Steuerprüfung klassifizier-

Betrieb gibt es eine Reihe weiterer Fahrten

te die Finanz eine Bankschuld als negatives

etwa zu Kunden, Lieferanten, Banken, Ein-

Steueroptimal Auto fahren mit Sachbezug

Finanzvermögen. Das Bundesfinanzgericht

käufe, Steuerberater etc.

Arbeitet Ihr Ehepartner im Betrieb mit, so

bejahte dies und erblickte in Bankschulden ebenso Kapitalvermögen. Damit seien folg-

gibt es mehrere Möglichkeiten: • Ammenmärchen Fahrtenbuch?

• Es gibt nur einen Pkw in der Familie: Da

lich auch Verluste aus der Konvertierung von

Ein richtiges Fahrtenbuch bedeutet, jede

unterstellt der Steuerprüfer, dass anlässlich

Schweizer Franken in Euro negative Kapital-

einzelne Fahrt, auch die privaten Fahrten,

der gemeinsamen Fahrten in den Betrieb

einkünfte und steuerlich nach derselben Re-

unter Angabe des Kilometerstandes bei Be-

ein Vorteil aus dem Dienstverhältnis gege-

gulatorik zu behandeln wie Kursgewinne aus

ginn und Ende der Fahrt aufzuzeichnen. Das

ben ist, und setzt einen abgabenpflichtigen

Veranlagungsgeschäften. Für Verluste aus

ist natürlich die beste Methode, betriebliche

betrieblichen Veranlagungen gilt, dass diese

Fahrten nachzuweisen. In der Regel ist es

auf Grund des begünstigten Steuersatzes im

auch ausreichend, wenn Sie den Kilometer-

negativen Bereich nur bis zur Hälfte wirk-

stand zu Beginn und am Ende des Jahres so-

sam werden können. Betriebliche Kursdiffe-

wie alle betrieblichen Fahrten aufzeichnen.

renzen wären daher im positiven wie im ne-

Sachbezug fest. • Es gibt zwei Autos und nur eines ist im Betriebsvermögen: Keine Beanstandungen bei der Steuerprüfung. • Zwei Autos sind im Betriebsvermögen: Das ist dann ein Vorteil, wenn die Steuervorteile

gativen Bereich nur zu 50 Prozent (bis 2015)

// Tipp: Auch informelle Besuche bei Ihren

aus den Pkw-Kosten die Lohnabgaben auf

bzw. zu 55 Prozent (ab 2016 auf Grund der

Kunden oder Lieferanten sowie Erfahrungs-

Grund des Sachbezuges übersteigen. Be-

Anhebung des Steuersatzes von 25 % auf 27,5

austausch mit Branchenkollegen etc. sind

sonders attraktiv wird die Sache bei einem

%) steuerwirksam. Mit Urteil vom 18. Dezem-

betriebliche Fahrten und sollten unbedingt

Elektroauto, da hier gar kein Sachbezug an-

ber 2017 hat der VwGH nun richtig erkannt,

aufgezeichnet werden.

dass Schulden kein Finanzvermögen sind und diesbezügliche Kursverluste zur Gänze Betriebsausgaben darstellen.

Steuerliches rund ums Auto

zusetzen ist. Egal in welcher Situation Sie sind: Ihr Steu-

• Porsche & Tesla als Betriebsfahrzeug?

erberater rechnet gerne die unterschiedli-

Ja, das geht. Allerdings ist die so genannte

chen Varianten durch und bringt die Opti-

Luxustangente zu beachten. Da die Finanz

mallösung für Sie zum Ansatz.

für Pkw maximal 40.000 Euro als angemes-

Rund ums Auto gibt es tausend Fragen. Nach-

sen akzeptiert, ist bei wertvolleren Gefähr-

Resümee

folgend geben wir Antworten auf die häufigs-

ten eine Luxustangente aus dem steuerrele-

Das Auto gehört bei jeder Steuerprüfung

ten davon zu Ihrem betrieblichen PKW.

vanten Aufwand auszuscheiden. Leider ist

zu den Schwerpunktthemen. Insbesondere

auch die Anschaffung eines gebrauchten

der Privatanteil wird von der Finanz sehr

Fahrzeuges kein Ausweg, da die Finanz hier

genau unter die Lupe genommen. Entspre-

Da nur die durch den Betrieb veranlassten

auf den fiktiven Neuwert abstellt, wenn

chende Aufzeichnungen können hier Gold

Kosten steuerlich berücksichtigt werden

das Fahrzeug jünger als fünf Jahre ist.

wert sein. Besonders heikel sieht die Finanz

• Wie kriegen Sie den Privatanteil klein?

den Ansatz von betrieblichen Zweitfahr-

dürfen, müssen der Finanz die betrieblichen Fahrten nachgewiesen oder zumin-

// Tipp: Was dagegen hilft, sind zum Beispiel

zeugen. Hier muss eine betriebliche Ver-

dest glaubhaft gemacht werden. Je kleiner

großzügige Händlerrabatte auf Neuwagen.

anlassung gegeben sein. Wir empfehlen

der Privatanteil ist, desto wichtiger wird es,

Zudem sollte auf der Rechnung Zubehör

Ihnen, vor jeder Kaufentscheidung recht-

Aufzeichnungen vorzulegen, die an diesem

jedenfalls separat ausgewiesen werden. Be-

zeitig Ihren Steuerberater zu konsultie-

Sachverhalt keine Zweifel lassen.

stimmte Zusatzausstattung wie Taxameter,

ren. Neben genannten Punkten gibt es ei-

Navigationssysteme, Computer-Fahrten-

ne Reihe weiterer Fragen wie „Kaufen oder

// Tipp: Achten Sie darauf, bei Ihren Auf-

buch oder etwa ein Schneepflug (bei Ge-

Leasen?“ oder „Noch heuer oder lieber noch

zeichnungen keine betrieblichen Fahrten zu

ländewagen) fallen nämlich nicht unter die

zuwarten?“, die einer fallbezogenen Unter-

vergessen. Neben der täglichen Fahrt in den

40.000-Euro-Grenze.

suchung bedürfen.

eco.nova

43


eco.steuern

Steuerliche Highlights des Regierungsprogramms „Das österreichische Steuerrecht ist hochkomplex, für den Steuerpflichtigen kaum mehr verständlich und für die Finanzverwaltung kaum mehr administrierbar. Unternehmen und Steuerpflichtige sind mit einer sich permanent ändernden Rechtslage konfrontiert. Die Planungs- und Rechtssicherheit blieb in der Vergangenheit oft auf der Strecke.“ So die einleitenden Worte zum Kapitel Finanzen und Steuern des aktuellen Regierungsprogramms. Doch was darf man sich in der Legislaturperiode bis 2022 an Verbesserungen erwarten? Was wird versprochen? Nachfolgend ein Streifzug durch ausgewählte abgabenrechtliche Themen der türkis-blauen Bundesregierung. // TEXT: BIRGIT BREYNER, ANDREAS KAPFERER

O

berstes Ziel ist die Entlastung der Bürger und Familien. Hierzu gibt es mit dem „Familienbonus Plus“ bereits eine

konkrete Maßnahme, die mit 1. Jänner 2019

in Kraft tritt. Demnach steht pro Kind und Jahr ein Steuerabsetzbetrag von bis zu 1.500 Euro zu. Das heißt, pro Kind bis zum vollen-

deten 18. Lebensjahr, für das Familienbeihilfe bezogen wird, sind um 1.500 Euro weniger Lohn- bzw. Einkommensteuer zu bezahlen. Für volljährige Kinder, für die Familienbeihilfe bezogen wird, reduziert sich der Absetzbetrag auf 500 Euro jährlich. Die Steuerminderung kann schon laufend durch die Dienstgeber in der monatlichen Lohnverrechnung ab 2019 berücksichtigt oder alternativ mit der Einkommensteuererklärung am Jahresende geltend gemacht werden. Im Gegenzug entfällt der derzeitige Kinderfreibetrag und die steuerliche Abzugsfähigkeit von Kinderbetreuungskosten bis zum zehnten Lebensjahr. Weiters darf man eine umfassende Steuerreform erwarten. Die Regierung verspricht eine neuerliche Anpassung der Einkommensteuertarife, die zu Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen führen soll.

Steuererklärungen ermöglichen soll.

Herzstück der Reform ist aber die komplette

• Eine neue und vereinfachte Gewinnermitt-

Überarbeitung des Einkommensteuergeset-

lung für Personengesellschaften (KG, OG).

zes bis 2020. Als wohl umfassendste Ände-

• Abschaffung der kalten Progression durch automatische Indexierung der Grenzbeträge für die Progressionsstufen.

• Modelle für die steuerliche Förderung von

rungen darin zeichnen sich ab:

Alters- und Pflegevorsorge sowie Neurege-

Unter dem Titel „Steuerliche Entlastung für

• Die Zusammenführung der unternehmens-

lung der außergewöhnlichen Belastungen

Unternehmen und Entlastung des Faktors

(dazu zählen z. B. Arztkosten).

Arbeit“ steht die Senkung des 2016 erhöhten

rechtlichen und steuerrechtlichen Bilanz zu einer Einheitsbilanz und damit eine

• Einheitliche pauschale Besteuerung von

Umsatzsteuersatzes für Beherbergungsleis-

transparentere Gestaltung der Gewinner-

sonstigen Bezügen (z. B. Kündigungsent-

tungen von derzeit 13 Prozent zurück auf

mittlung.

schädigungen, Vergleiche etc.), um (allfällig

den ursprünglichen Steuersatz von zehn

strittige) Berechnungen hinsichtlich be-

Prozent an erster Stelle. Der Ministerrat

günstigter Anteile zu vermeiden.

hat diese Umsatzsteuersenkung bereits be-

• Die „Steuer-App“ für Einnahmen-Ausgaben-Rechner, die eine intuitive Abgabe der

44

eco.nova


© DIE FOTOGRAFEN

eco.steuern

schlossen (der Beschluss des Nationalrates steht noch aus). Geplantes Inkrafttreten: 1. November 2018. Ein weiteres großes Vorhaben ist die Reformierung des Körperschaftsteuersatzes. Das Regierungsprogramm ist in diesem Bereich vage und spricht von einer Senkung des Körperschaftsteuersatzes auf nicht entnommene Gewinne und eine Änderung hinsichtlich der Mindestkörperschaftsteuer. Die Idee fand sich bereits zum Teil im Parteiprogramm der ÖVP, wo von einer Steuerfreiheit auf nicht entnommene Gewinne die Rede war. Das hätte bedeutet, dass Gewinne einer

Dr. Birgit Breyner, Steuerberaterin bei Deloitte Tirol, und Mag. Andreas Kapferer, Partner bei Deloitte Tirol

GmbH, die nicht an die Gesellschafter ausgeschüttet werden, nicht besteuert werden würden – anstelle einer Belastung mit 25 Prozent Körperschaftsteuer. Das Regierungsprogramm schwächt hier jedoch bereits ab:

manden, der mit dem Tiroler Immobilien-

se zu minimieren und Ausnahmen und Son-

Es soll nicht zur Steuerbefreiung, sondern

markt vertraut ist. Wie hoch der Freibetrag

derbestimmungen zu vereinfachen und zu

nur zur Senkung des Körperschaftsteuer-

nach der Steuerreform sein wird, ist noch

verringern.

satzes kommen. Die gesetzliche Umsetzung

offen.

darf mit Spannung erwartet werden.

Vereinfachung ist auch das große Schlag-

Fazit

Interessant ist auch die Idee, steuerlich eine

wort im Bereich der Lohnverrechnung. Die

Die geplanten Steuermaßnahmen im Regie-

degressive Abschreibung zuzulassen. Aktuell

Regierung sieht die Lohnverrechnung als

rungsprogramm stimmen optimistisch. Es

dürfen Anlagegüter nur linear (d. h. mit dem

unübersichtlich und zu komplex und meint

sind neben Entlastungen vor allem Struk-

gleichen jährlichen Betrag) über eine be-

weiters: „Die Einhebung von Lohnabgaben

turvereinfachungen und damit Reduktion

stimmte Nutzungsdauer abgeschrieben, also

und die Prüfung bzw. Kontrolle von Arbeit-

von Komplexität – vor allem im Bereich der

gewinnmindernd angesetzt werden. Degres-

gebern sind derzeit sehr bürokratisch und

Einkommensteuer und der Lohnverrech-

siv würde bedeuten, dass die Abschreibung

ineffizient. Noch immer sind die einzelnen

nung – geplant. Wie für ein Regierungspro-

im ersten Jahr am höchsten ist und bis zum

Abgaben auf zahlreiche Behörden verteilt.

gramm üblich, ist vieles noch unkonkret und

Ende der Nutzungsdauer jährlich sinkt. Dies

Die Einhebung der Lohnsteuer und diver-

vor allem zeitlich offen. Alle steuerlichen

soll den tatsächlichen Wertverlust (vor allem

ser Lohnabgaben (DB, DZ) erfolgt durch die

Entlastungen, die das Regierungsprogramm

bei technischen Anlagegütern) realistischer

Finanzämter, die Einhebung der SV-Beiträ-

vorsieht, sollen jedenfalls nur dann umge-

widerspiegeln.

ge durch die Gebietskrankenkassen und die

setzt werden, wenn es strukturelle Gegenfi-

Des Weiteren ist eine Lohnnebenkosten-

Einhebung der Kommunalsteuer durch die

nanzierungsmaßnahmen gibt. Man darf also

senkung geplant. Als Beispiel führt die

Gemeinden. Die Prüfung der lohnabhän-

gespannt sein, welche Gesetzesinitiativen in

Regierung eine Reduktion des Dienstge-

gigen Abgaben hingegen erfolgt durch die

den nächsten fünf Jahren auf uns zukom-

berbeitrages (aktuell 3,9 Prozent der Brutto-

Finanzämter und Gebietskrankenkassen,

men.

lohnsumme für Dienstnehmer bis 60 Jahre)

wobei beide Behörden jeweils sämtliche Ab-

Keinesfalls entgehen lassen sollte man sich

oder der Unfallversicherung (aktuell 1,3 Pro-

gaben prüfen. Ergänzend kann es noch zu

die bereits umgesetzte Möglichkeit, seine

zent der Bruttolohnsumme) an. Konkreteres

einer Nachschau bei der Kommunalsteuer

Meinung zu Gesetzesvorschlägen abzuge-

ist derzeit noch nicht veröffentlicht.

durch Prüfer der Gemeinde kommen.“

ben. Über die Website des Parlaments ist es

Betriebsübergaben sollen insofern erleich-

So soll die gesamte Lohnabgabenkompetenz

möglich, Stellungnahmen zu Ministerialent-

tert werden, als dass der Freibetrag in der

an die Finanzämter übergehen, sowohl deren

würfen abzugeben (maximal 2.500 Zeichen

Grunderwerbsteuer angehoben wird. Diese

Einhebung als auch die Prüfung. Zur Reduk-

über ein Textfeld oder per Mail begutach-

Regelung ist vor allem für das Tourismus-

tion der Komplexität in der Lohnverrech-

tung@parlament.gv.at) bzw. bereits einge-

land Tirol wichtig, wo zum Beispiel regelmä-

nung selbst sollen die Beitragsgrundlagen

brachten Stellungnahmen zuzustimmen. Die

ßig hohes Grundvermögen an die nächste

harmonisiert bzw. die Anzahl der Beitrags-

eingebrachten Stellungnahmen werden, so-

Generation von Hotelbetreibern übertra-

gruppen massiv reduziert werden. Dienstge-

fern sie nicht gegen geltendes Recht versto-

gen wird. Aktuell können Grundstücke und

berbeitrag (DB) und Zuschlag zum Dienstge-

ßen und nicht der Würde des Nationalrats

Gebäude mit einem Wert von bis zu 900.000

berbeitrag (DZ) sowie der Dienstgeberanteil

widersprechen, den Parlamentsklubs und

Euro ohne Anfall einer Grunderwerbsteuer

zur Sozialversicherung und Kommunalsteu-

dem jeweils zuständigen Ministerium für ih-

im Zuge einer Betriebsübergabe innerhalb

er sollen in eine einzige Dienstgeberabgabe

re Arbeit zur Verfügung gestellt. Es ist nun

der Familie übergeben werden. Dass es trotz

zusammengeführt werden. Darüber hinaus

erstmals für jeden ab dem vollendeten 16.

dieses hohen Freibetrages zum Anfall von

ist vorgesehen, die derzeit vorgeschriebenen

Lebensjahr möglich, sich aktiv in die Gesetz-

Grunderwerbsteuer kommt, wundert nie-

umfassenden Dokumentationserfordernis-

werdung einzubringen.

eco.nova

45


eco.recht

Altbewährtes trifft auf Neues Der 25. Mai 2018 – und somit der Start der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) – nähert sich mit großen Schritten. // TEXT: IVO RUNGG & JOHANNES BARBIST, BINDER GRÖSSWANG RECHTSANWÄLTE, INNSBRUCK

W

ährend die DSGVO für

ebenso das Recht auf Beschwerde bei einer

Unternehmen neue

Aufsichtsbehörde, wenn die betroffene Per-

Pflichten vorsieht,

son der Ansicht ist, dass die Verarbeitung der

stärkt sie auch die

sie betreffenden personenbezogenen Daten

Rechte derjenigen, deren Daten betroffen

nicht rechtmäßig ist.

sind. Auch wenn das aktuell gültige Datenreits kennt, werden diese durch die DSGVO

Recht auf Einschränkung der Verarbeitung

erweitert. Die betroffene Person soll die Ver-

Wurde die Richtigkeit der personenbezoge-

arbeitung ihrer personenbezogenen Daten

nen Daten von der betroffenen Person be-

durch „Verantwortliche“ kontrollieren kön-

stritten oder Widerspruch gegen deren Ver-

nen. Als „Verantwortlicher“ im Sinne der

arbeitung eingelegt, so ist für die Dauer der

DSGVO ist jede natürliche oder juristische

Prüfung der erfassten Daten eine Einschrän-

Person, Behörde, Einrichtung oder andere

kung der Verarbeitung möglich. Wurde eine

Stelle zu verstehen, die allein oder gemein-

solche Einschränkung verlangt, so dürfen

sam mit anderen über die Zwecke und Mittel

die personenbezogenen Daten grundsätzlich

der Verarbeitung von personenbezogenen

nur mehr gespeichert und nicht mehr ander-

schutzgesetz 2000 (DSG) solche Rechte be-

Daten entscheidet.

Recht auf Auskunft

weitig verarbeitet werden.

Dr. Ivo Rungg

Die betroffene Person hat wie bisher gegen-

unrechtmäßig verarbeitet werden oder (iii)

Recht auf Datenübertragbarkeit

über dem Verantwortlichen ein weitgehen-

deren Löschung gesetzlich vorgesehen ist.

Vorgesehen ist auch, dass betroffene Per-

des Auskunftsrecht. Dieses umfasst unter

Hat der Verantwortliche die Daten öffent-

sonen von einem Verantwortlichen verlan-

anderem das Recht auf Informationen über

lich gemacht und ist er zu deren Löschung

gen können, dass dieser ihre personenbe-

die Kategorien der verwendeten Daten, de-

verpflichtet, so trifft ihn (sofern zumutbar)

zogenen Daten zurück an sie oder direkt

ren Verwendungszweck und geplante Spei-

auch die Pflicht, andere Verantwortliche, die

an Dritte übermittelt. Voraussetzung dafür

cherdauer sowie etwaige Empfänger dieser

diese personenbezogenen Daten verarbei-

ist die automatisierte Verarbeitung der Da-

Daten.

ten, darüber zu informieren, dass von ihnen

ten aufgrund einer Einwilligung oder eines

die Löschung aller Links und Kopien dieser

Vertrages durch den Verantwortlichen. Die

Daten verlangt wird. Diese umfassende Lö-

sie betreffenden personenbezogenen Daten

Die DSGVO erweitert das derzeit bestehen-

schungsverpflichtung wird ob ihrer weitrei-

müssen in solchen Fällen in einem struktu-

de Recht auf Löschung. Betroffene Perso-

chenden Auswirkungen auch als „Recht auf

rierten, gängigen und maschinenlesbaren

nen haben dann die Möglichkeit, vom Ver-

Vergessenwerden“ bezeichnet.

Format übersandt werden.

Beschwerderecht und Recht auf Berichtigung

Dieser bunte Strauß an Betroffenenrechten

aussetzungen hierfür erfüllt sind. Dies ist unter anderem dann der Fall, wenn (i) die

Erlangt die betroffene Person Kenntnis da-

niert, die auch die Forderung immateriellen

Verarbeitung personenbezogener Daten

von, dass ihre Daten von einem Verantwort-

Schadenersatzes ermöglichen. Während so-

für die Zwecke, für die sie erhoben wurden,

lichen unrichtig verarbeitet werden, so hat

mit betroffenen Personen umfassende Mög-

nicht mehr notwendig ist, (ii) die betroffene

diese das Recht, die unverzügliche Berichti-

lichkeiten zur Kontrolle ihrer eigenen Daten

Person ihre Einwilligung zur Verarbeitung

gung oder Vervollständigung ihrer Daten zu

bereitgestellt werden, empfiehlt es sich für

durch den Verantwortlichen widerruft und

verlangen. Unabhängig davon, ob der Verant-

Unternehmen, bis 25. Mai 2018 entsprechen-

keine sonstige rechtliche Grundlage für eine

wortliche diesem Berichtigungsansuchen

de Umsetzungsmaßnahmen zu setzen, um

Verarbeitung vorliegt und daher die Daten

nachkommt, hat jede betroffene Person

diesen auch entsprechen zu können.

Recht auf Löschung

antwortlichen die Löschung ihrer Daten zu verlangen, wenn die gesetzlichen Vor-

46

eco.nova

wird mit umfassenden Klagsrechten gar-


© BETTY TRUBACOVA

promotion

Akquisitionsoffensive

Mit zahlreichen Betriebsbesuchen will das AMS Tirol ab 3. April 2018 die Kontakte zu heimischen Unternehmen weiter intensivieren, freie Stellen zur Vermittlung von Arbeitsuchenden akquirieren und sein breites Dienstleistungsspektrum vorstellen.

N

ach den erfolgreichen Touren in

dungsteilzeitkarenz, sondern insbesondere

line-Services des AMS im Internet über ei-

den Vorjahren sind die Mitarbei-

Programme wie Qualifizierung für Beschäf-

nen einzigen Zugang nutzen“, lädt Pichler

ter und Mitarbeiterinnen des AMS

tigte, Qualifizierungsverbünde, die Beschäf-

zur Nutzung der eServices ein.

Tirol vom 3. bis 30. April 2018 wieder unter-

tigungsinitiative 50plus und vor allem auch

Wenden Sie sich gern an Ihre Beraterin, Ih-

wegs, um Unternehmen über die Leistungen

das gemeinsam mit dem Land Tirol betrie-

ren Berater des Service für Unternehmen in

des AMS zu informieren und bei der Per-

bene Konzept „Qualifizierung nach Maß“. In

jeder Geschäftsstelle des AMS Tirol. Nach

sonalsuche zu unterstützen. „Wir kommen

allen diesen Fällen werden passgenaue Lö-

Identifikation und Authentifizierung erhal-

zu Ihnen ins Unternehmen, damit wir Sie

sungen gemeinsam mit dem Unternehmen

ten Sie Ihre persönlichen Zugangsdaten.

bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern

konzipiert und umgesetzt.

persönlich unterstützen können, aber auch, und Förderangebot zu informieren“, betont

eAMS-Konto – Service rund um die Uhr

Dr. Bernhard Pichler, Abteilungsleiter beim

Für Unternehmen, die in ihrer Zusammen-

AMS Tirol.

arbeit mit dem AMS die Vorteile der elekt-

um Sie über ein breites Qualifizierungs-

Fachkräfte – AMS bietet passgenaue Programme

ronischen Medien nutzen möchten, bietet das AMS Tirol eine moderne Kommunikationsschiene über das Internet. „Mit dem

Dabei werden auch aktuell besonders zent-

eAMS-Konto erhalten Sie direkten Zugriff

rale Themen wie der Fachkräftebedarf ange-

auf Ihre AMS-Daten und können die On-

sprochen. „Fachkraft“ ist ein sehr weitläufiger Begriff. Je nach Unternehmen und Tätigkeit muss eine Fachkraft ein unterschiedlich ausgeprägtes Set an Fähigkeiten mitbringen. Pichler: „Gerade hier wollen wir den Unternehmen bewusst machen, dass das AMS Tirol über mehrere Instrumente verfügt, die gezielt einsetzbar sind.“ Zu nennen sind nicht nur Fachkräftestipendium, Bildungs- und Bil-

INFOS

Ob Personalsuche, Qualifizierung, Förderung oder eServices: Das Service für Unternehmen beim AMS Tirol informiert Sie über die vielseitigen Möglichkeiten, die das AMS Tirol für Betriebe bietet. Bei der AMS on Tour vom 3. April bis 30. April 2018 – sowie an jedem Tag während des Arbeitsjahres. Einen Überblick über Dienstleistungen finden Sie in der eServiceZone unter www.ams.at/tirol. Infos erhalten Sie auch über die AMS-ServiceLine unter 0512/58 19 99. ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

eco.nova

47


Zukunft Bildung & Innovation

Warum die Wahrheit keine Torte ist

D

ie einen argumentieren mit Zahlen, Daten und Fakten, die anderen wischen alles als Fake News vom Tisch und präsentieren „alternative Fakten“. Kommen wir aus diesem Dilemma je wieder heraus? Ja, meint Simon Hadler. Er ist seit 1999 Redakteur

bei orf.at und hat letztes Jahr ein Buch geschrieben. Anschaulich (nicht zuletzt durch die feinen Illus von Stefan Rauter), aber nicht belehrend und dennoch äußert klug zeigt er darin, was Statistiken können. Und was eben nicht.

Was hat Sie bei Ihren Recherchen für das Buch selbst am meisten überrascht?

SIMON HADLER: Unglaublich war für mich etwa, dass der CO2-Ausstoß pro Kopf durch das Autofahren noch immer ansteigt, wo doch dauernd nur von E-Autos und dem geringen Verbrauch der Neuwagen die Rede ist, genauso wie vom Trend zum Radfahren und vom Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Auf der anderen Seite war mir nicht bewusst, wie stark Hunger und Armut in den letzten Jahrzehnten prozentual gesehen weltweit zurückgegangen sind. Und insgesamt war es schon eine Überraschung, geballt zu sehen, in welchem Ausmaß Boulevard-, aber auch Qualitätsmedien Schwachsinn verbreiten. Welche Tipps haben Sie, wie Fake von Fakt unterschieden werden kann? Sehr wichtig ist es, bei den Quellen wählerisch zu sein. Welches Medium präsentiert mir eine Statistik und wer hat die Statistik gemacht? Kenne ich das Institut? Welche Medien zitieren Statistiken dieses Instituts sonst noch (via Google News überprüfen)? Wie groß ist die Stichprobe? Wenn

6. CHRISTIAN-DOPPLERLABOR IN INNSBRUCK Christian-Doppler (CD)-Labors sind Stätten herausragender Forschung, deren Einrichtung grundsätzlich an zwei Voraussetzungen geknüpft ist: Einerseits muss der konkrete Bedarf eines Unternehmens an Know-how aus der Grundlagenforschung bestehen, andererseits braucht es die Bereitschaft eines Wissenschaftlers, sich diesem unternehmerischen Bedarf langfristig zu öffnen. Die Projekte laufen grundsätzlich über sieben Jahre und können mit bis zu fünf Millionen Euro unterstützt werden, wobei die Hälfte der Fördersumme von öffentlicher Hand getragen wird. Im letzten Jahr wurden an der Medizinischen Universität Innsbruck drei neue solcher Labors eingerichtet, Anfang 2018 folgte mit dem „CD-Labor für Eisenmetabolismus und Anämieforschung“ das mittlerweile sechste. Das Labor unter der Leitung des Internisten und Infektiologen Dr. Günter Weiss wird mit insgesamt 900.000 Euro unterstützt und befasst sich mit der Optimierung von Anämie- und Eisenmangeltherapien.

ein seriöses Medium eine Statistik mit großer Stichprobe eines anerkannten Instituts wiedergibt, habe ich gute Chancen, keinem Fake aufzusitzen. Die Überprüfung nimmt keine zwei Minuten in Anspruch. Aufregung über medial verbreitete Inhalte zahlt sich aber ohnehin meist nicht aus. Es ist momentan in Mode, sich mit politischen Debatten zu beschäftigen und sein eigenes Wohlbefinden davon abhängig zu machen – ganz egal, ob einen das Thema selbst überhaupt betrifft oder nicht. Das war auch ein Lernprozess für mich. Mittlerweile kann ich manchmal ohne schlechtes Gewissen zu mir sagen: „Scheiß drauf, du musst nicht jedes Thema zu deinem eigenen machen.“ Es gibt ein Leben außerhalb der Medienwelt. Wenn Sie drei Wünsche an den Journalismus formulieren dürften, welche wären das? Schluss mit Dramatisieren. Boulevardmedien, die den Untergang des Abendlandes wegen der Flüchtlinge herbeischreiben, und Qualitätsmedien, die glauben, alles wird immer schlimmer wegen faschistischer Tendenzen oder des Turbokapitalismus, haben beide versagt. Man kann auch anders für Aufmerksamkeit sorgen. Zweitens: Weniger Storys produzieren, dafür mehr in die Tiefe recherchieren. Aber weniger Content bedeutet auch weniger Werbeeinnahmen. Deshalb drittens, und das richtet sich an staatliche Institutionen: Mehr Presseförderung und außerdem mehr Medienkunde an den Schulen, damit schon die Jüngsten lernen, entspannt durch die Medienwelt zu gehen und sich nicht verarschen zu lassen. Es wird ja gerade auch um die Aufmerksamkeit der Jungen gekämpft, die sind eine lukrative Zielgruppe für Werbekunden.

WIRKLICH WAHR!

Simon Hadler, Deuticke Verlag, 272 Seiten, EUR 22,70 Simon Hadler plädiert dafür, den Kampf um die richtige Auslegung von Fakten in Medien und Social Media weniger erbittert zu führen. Fakten sind hart und biegsam zugleich, logisch und absurd, sinnstiftend und sinnlos. Setzen wir sie nicht als Waffe ein, sondern lernen wir, wieder lustvoll und mit Verstand zu argumentieren. Ein kluges Buch mit Tiefgang, das ohne den erhobenen Zeigefinger auskommt.

48

eco.nova

FH-RANKING 2018 Jedes Jahr vergleicht das Industriemagazin die österreichischen Fachhochschulen. Dazu hat das Meinungsforschungsinstitut meinungsraum.at 560 Entscheider heimischer Unternehmen zu ihren Erfahrungen mit deren Absolventen befragt. Sie haben 335 Studiengänge an 18 Fachhochschulen nach Schulnoten bewertet. Wie in den vergangenen Jahren kann sich die FH Kufstein Tirol auch heuer wieder als Hotspot der Berufsausbildung im Bereich Facility Management, Immobilien behaupten. Auch in den Bereichen Management und Energietechnik konnten die Kufsteiner punkten.


eco.zukunft

© CT CLIMBING TOWER GMBH

ECO.MMENTAR

Das Tiroler Unternehmen CT Climbing Tower GmbH errichtet im Juli 2018 die größte Klettererlebniswelt Koreas.

TIROL GOES KOREA

© FABIAN ISARA

. Heute schon. Zukunft braucht Zeit Sie kennen vielleicht den Moment: In einer Besprechung oder formlosen Plauderei an der Kaffeemaschine entsteht eine spannende Idee für das Unternehmen. Fünf Minuten später sitzen alle wieder vor dem Computer und arbeiten ungelesene Mails ab. Die Idee versinkt in den Tiefen des operativen Ozeans. Denn: Zeit für solche Spinnereien hat niemand. Und das ist ein großes Problem.

Die 2016 in Innsbruck gegründete CT Climbing Tower GmbH realisiert Hochseilklettergärten an außergewöhnlichen Orten, nämlich

Was reden wir doch viel über die Herausforderungen der digitalen

meist dort, wo es an Platz und Bäumen mangelt. Eines der jüngsten

Transformation, der Globalisierung und Verschiebung der Werte

Projekte wird aktuell inmitten der Hafenstadt Tongyeong in Südko-

einer neuen Generation. Und wie viel Zeit investieren wir darin,

rea umgesetzt. Bei einem weltweit ausgeschriebenen Auftrag der Re-

diese bei den Hörnern zu packen, Lösungen zu entwickeln und so

gionalregierung konnten sich die Tiroler durchsetzen und errichten

einen Vorsprung herauszuarbeiten? Ich frage Führungskräfte dabei

im heurigen Juli einen 15 Meter hohen innovativen Kletterturm aus

gerne, wie hoch das Zeit- und Finanzbudget für die Themen Un-

Stahl und Holz und mit ihm die größte Klettererlebniswelt Koreas.

ternehmenskultur, soziale und technische Innovationen und neue

Direkt neben einer Doppelmayr-Bergbahn und einem Shoppingcen-

Kommunikation sind. Die Antwort ist – gerade in KMU – meistens

ter können Besucher dort auch ohne hohe Bäume oder Felsen ihr

ähnlich: sehr gering. Was bei 10 bis 250 Mitarbeitern auch der struk-

Klettervergnügen erleben. Der Turm mit 90 Kletterelementen wird

turellen Größe geschuldet ist. Entgegen der Realität eines Konzerns

auf Stelzen errichtet und hat einen Auftragswert von rund einer Mil-

gibt es keine große Innovationsabteilung. Keinen Digitalbeauftrag-

lion Euro. Mit dem Unternehmen Stahlbau Fritz kommt auch die

ten und auch selten einen Kopf für die neue (notwendige) Arbeits-

Stahlverarbeitung aus Tirol. „Die offenherzigen Südkoreaner legen

kultur, die sich diesen Themen uneingeschränkt widmen kann –

großen Wert auf höchste und zertifizierte Qualität. Tirol nehmen sie

und nicht nur nebenbei (also nie).

nicht nur als Tourismusweltmeister wahr, sondern vertrauen auch

Fakt ist, dass sich dieser Zustand in den nächsten Jahren verschär-

auf den hohen Standard unserer Produkte und Dienstleistungen“, so

fen wird. Die neuen Themen werden zunehmend komplexer und

Geschäftsführer Florian Danner.

damit ausdifferenziert, was nach mehr Experten verlangt – die sich fast niemand leisten kann. Sollte man sie abseits großer Metropol-

SPEICHERLÖSUNG FÜR SENSIBLE DATEN Das Vorarlberger Start-up cyminds gmbh bietet als eines der ersten Unternehmen im europäischem Raum eine in einem ISAE 3000 zertifizierte Filesync-/Fileshare- und Storage-Lösung auf Basis von ownCloud-Enterprise an. Das Unternehmen mit Sitz in Bregenz hat sich das Handling von sensiblen Unternehmensdaten wie Sprach- und Datenaufzeichnungen, Medizin- oder Wirtschaftsdaten sowie kundenspezifische Daten oder Maschinendaten (Web 4.0) zur Aufgabe gemacht. „Unternehmen und Institutionen, die mit sensiblen Daten arbeiten, bieten wir einen Weg, sämtliche Daten, Metadaten und Gesprächsaufzeichnungen sicher in einem Rechenzentrum zu speichern und zu synchronisieren“, erklärt Dr. Christian Sparl, Geschäftsführer von cyminds. Die Lösung eignet sich insbesondere für Kunden aus dem Finanzdienstleistungssektor, da diese mit entsprechend sensiblen Daten arbeiten. Eine Schweizer Bank hat sich kürzlich bereits dafür entschieden. cyminds bietet den intelligenten Service sowohl an den Unternehmensstandorten der Kunden (inhouse) als auch extern in eigenen Datencentern und arbeitet ihre ownCloud-Lösungen in das bestehende Datenmanagement sowie in Sicherheitstools und Prozesse der Kunden ein – 24/7-Support inbegriffen. // Kontakt und Infos unter www.cyminds.eu

regionen mit Universitäten überhaupt finden. Es gibt nicht DIE Lösung für dieses Spannungsfeld, aber eines kann mit Sicherheit festgestellt werden: Die Entwicklung eines zeitgerechten Wissensmanagements, der Aufbau von stärkenden Kooperationen und die Gestaltung eines intensiven Weiterbildungsprogramms im Unternehmen braucht vor allem eines: Zeit. Die Zukunft braucht Zeit. Heute schon. Die – gefühlt – niemand hat. Führungskräfte, die an diesem Punkt nach Effizienz in den Abteilungen rufen, um die Zeit aus dem operativen Alltag heraus zu schürfen, sollten nicht übersehen, dass auch die Suche nach Effizienz, die Optimierung und Neugestaltung von Prozessen nur gelingen kann, wenn „oben“ dafür Zeit, Budget und Wertschätzung aufgebracht werden. Das Gute: Man kann auch klein anfangen. Mit Zukunftsstunden am meist ruhigeren Freitagnachmittag. Mit einem Innovationstag pro Monat und mit Exkursionen zu jenen, die schon in die Zukunft vorausgegangen sind. Da geht was.

HANNES OFFENBACHER

Hannes Offenbacher ist Inhaber des Ideenstudios Mehrblick. www.mehrblick.at

eco.nova

49


eco.zukunft

Charmante Arbeitsbiene Mit seinem Tiroler K hat Siko-Chef Wolfgang Sief in seinem Betrieb die Kreativität und den Spaß entfesselt. Das Weniger vom „more of the same“ offenbart sich besonders im Start-up Apemio, das betagten italienischen Kult-Dreiradlern als EventAlleskönner neues Leben einhaucht.

Wolfgang Sief hat Neues gewagt und einen Bewusstseinswandel eingeleitet.

D

er Ape, das dreirädrige

in Weiß gehaltene Ape, Letzterer ein edler

Kult-Rollermobil des italie-

schwarz getünchter Italiener.

nischen Herstellers Piaggio, ist nicht gerade der Stoff,

Wie alles begann

aus dem automobile Träume gestrickt sind.

Es war 2015, die Sonne in der Solarbran-

Aber er hat etwas, das man in fortschritt-

che stand tief wie kaum jemals zuvor, als

licheren Vehikeln kaum mehr findet: jede

Wolfgang Sief von seinem Vater Arthur das

Menge Charakter und Charme. Just die klei-

1980 gegründete Unternehmen Siko So-

ne italienische Biene ist es, auf die Unter-

lar übernahm. „Wir wussten, dass wir das

nehmer Wolfgang Sief, dessen eigentliches

Jahr 2015 nicht positiv abschließen würden

Kerngeschäft im Themenfeld der Solare-

und etwas anderes machen müssen“, blickt

nergie – konkret Solar, Photovoltaik und

Sief zurück. Er wollte einen Fehler ver-

Wärmepumpen – angesiedelt ist, seine neue

meiden, der in Unternehmen, in denen es

unternehmerische Vision aufgebaut hat.

wirtschaftlich nicht rund läuft, häufig ge-

Apemio taufte er sein Start-up, das Veran-

macht wird: „Dasselbe wie immer, nur eben

staltungen aller Art aufbrezeln soll. „Style

schneller und öfter.“ Dafür war Wolfgang

up your Event“ heißt das auf cool. Dafür

Sief nicht zu haben. Zumal die Solarbran-

bürgen Typen wie die schneidige Stella und

che heute auf einem Niveau wie vor 20 Jah-

der rustikale Rocco. Erstere ist eine ganz

ren sei. Das hängt mit mehreren Faktoren

50

eco.nova


eco.zukunft

TIROL INNOVATIV

Rocco, Baujahr 1982: Italienische Gene mit einem Schuss Tiroler K, der Erste seiner Art. Jedes Apemio-Exemplar wird entwicklerisch verfeinert, mittlerweile gibt es die Eventbiene in der vierten Generation.

eco.nova

51


eco.zukunft

„Miet me!“ lautet die Devise. Dementsprechend gibt es die Fahrzeuge auch nicht zu kaufen, sondern nur zu mieten.

Rocco und Geschwister im Außendienst machen gute Laune und sind das Sahnehäubchen auf perfekten Tagen.

„IN JEDEM EINZELNEN FAHRZEUG STECKT UNSERE GANZE LEIDENSCHAFT. WIR VERKAUFEN SIE NICHT, WIR VERMIETEN NUR. EIN FAMILIENMITGLIED VERKAUFT MAN AUCH NICHT EINFACH SO. zusammen, aber vor allem damit, dass es

Siko „einfach | sauber | heizen“ lautet die De-

den Herstellern nicht ausreichend gelungen

vise. Möglich macht’s die Naturkraftheizung.

Ich möchte keine Leute im Unternehmen ha-

war, den Kunden den Produktnutzen nä-

So geht Rebranding. „Im ersten Halbjahr 2016

ben, die nur pflichtschuldig ihren Körper her-

herzubringen.

haben wir das drittbeste Halbjahresergeb-

und nach acht Stunden wieder nach Hause

nis der Unternehmensgeschichte hingelegt.

schleppen.“ Spaß und Teamgeist lassen sich

Weil wir wieder einen Geist entwickelt ha-

zwar nicht verordnen, aber eben doch ganz

Als die Firma mit 1. Jänner 2016 übergeben

ben.“ Doch damit nicht genug. Bei Siko er-

passabel fördern, wie Sief in seinem Unter-

war, machte sich Wolfgang Sief als erste

fand man das Tiroler K, ein markenrechtlich

nehmen vorgezeigt hat.

Handlung daran, dem Betrieb eine geistige

geschütztes Zwischending aus Konzept und

Frischzellenkur zu verordnen. Nicht etwa

Lebenseinstellung. Seitdem wird dort einfach

Von O sole mio zu O Apemio

subtil, sondern mit dem Vorschlaghammer:

anders gedacht.

Das Tiroler K – wobei der Buchstabe im Logo

„Jeder wusste, wie schlecht wir damals da-

Mit dem Tiroler K kam auch der Krazy Fri-

horizontal gespiegelt ist – stieß bei breitem

gestanden sind. Also haben wir quasi unser

day. „Einmal im Monat haben die Mitarbeiter

Publikum auf beste Resonanz. Doch ein K al-

letztes Geld in Alkohol investiert und eine

am Freitag Arbeitsverbot. Sie müssen statt-

lein macht noch keinen Frühling.

Umbruchparty gemacht.“ Ab diesem Zeit-

dessen irgendetwas anderes machen, krea-

Der Ape wurde in Jenbach heimisch, als es

punkt hielt ein neuer Geist dort Einzug.

tiv sein. Ob eine Bergtour, Schwimmen oder

galt, eines der Solar-Hauptprodukte, das

Schumpeter, der die These der schöpferi-

einfach nur entspannen, Hauptsache im

mangels Nachfrage eingestellt werden muss-

schen Zerstörung in die Makroökonomie ein-

Team.“ Sief verfolgt konsequent den Ansatz,

te, zu ersetzen. Daran hingen nicht wenige

geführt hatte, wäre vermutlich stolz auf die-

dass Arbeiten Spaß machen soll. Zeitgeisti-

Arbeitsplätze in der Produktion. Not macht

sen Akt der Jenbacher gewesen, der auf den

ge Wortschöpfungen wie „Work-Life-Balance“

erfinderisch. Davon kann man sich überzeu-

Trümmern des Althergebrachten Neues ent-

sind ihm ein Graus: „Dabei werden die Leute

gen, wenn man die liebevollst aufgebauten

stehen ließ. Das Solar wurde mangels Appeal

dazu animiert, trennscharf zwischen Arbei-

Event-Fahrzeuge von Apemio in Augen-

kurzerhand aus dem Firmennamen entfernt.

ten und Leben zu unterscheiden. Wer seinen

schein nimmt oder sie gar in Aktion erleben

Platz für Neues schaffen

52

eco.nova

Job nicht mag, muss etwas anderes machen.


eco.zukunft

auch in Ostösterreich die Event-PS auf die

Luigi, das zufällig entdeckte, „verdreckte kleine Kerlchen“ (Originalzitat Apemio), ist der – wenn auch noch nicht optisch – jüngste Familienzugang bei Apemio.

Straße bekommt. In der Tagesmiete ist der Ape verhältnismäßig günstig. „Wir kosten gleich viel wie eine Fotobox, haben aber zusätzlich eine Zapfanlage, einen Kühlschrank

darf. Nicht nur ein optischer Leckerbissen.

und ein Soundsystem an Bord“, sagt Sief.

Nein, auch funktional ein echter Event-Al-

Das Ganze auf einen liebevoll restaurierten

leskönner, aus dem Bier und Wein fließt, der

Oldtimer aufgebaut. Das ist tatsächlich nicht

mit einer intelligenten, integrierten Foto-

nichts. Es gibt außerdem die Möglichkeit, ei-

box-Lösung aufwartet und bei Bedarf dank

ne Patenschaft zu übernehmen und sich ei-

Bose-Soundsystem auch richtig laut sein

ne Ape branden zu lassen.

kann. Neben qualitativ hochwertiger Aus-

Dadurch, dass die Apes allesamt eine indivi-

führung fällt bei Apemio auf, dass mit viel

duelle Geschichte haben, ein Vorleben sozu-

Liebe zum Detail ans Werk gegangen und

sagen, ist kein Fahrzeug wie das andere. Das

wenig dem Zufall überlassen wird. Entspre-

Gegenteil von Fließband-Massenware. Das macht auch den Charakter der Apemio-Vehi-

chend liebevoll ist auch der Facebook-Feed des Start-ups gestaltet, anthropomorphisier-

richtiger Mann. Stella, die Frau, ist einfühl-

kel aus. „Wir sind im ersten Jahr produkti-

tes, also vermenschlichtes Schreiben, gar-

samer, hat einen Zweizonenkühlschrank für

onsmäßig schon voll ausgelastet. Das Feed-

niert mit entsprechenden Emojis. Kostprobe:

Weiß- und Rotwein, Rocco kennt nur Bier

back ist irrsinnig gut“, freut sich Sief, dessen

„Wir waren heute in Italien (nahe Verona)

und einen Kühlschrank.“

Fahrzeuge besonders in den sozialen Medien

unterwegs, um einen megacoolen hellblau-

Kaufen kann man den aufgebohrten Ape üb-

voll eingeschlagen haben. Das Tiroler K und

en Ape abzuholen, und dann plötzlich haben

rigens trotz vieler entsprechender Anfragen

der italienische Charme ergeben eine derma-

wir dieses kleine Kerlchen so komplett ver-

nicht. Apemio verfolgt ein anderes Modell.

ßen gelungene Kombination, der man sich

schmutzt im Dreck entdeckt. Wir konnten

Miet me! Warum, ist schnell erklärt: „In je-

einfach nur bedingungslos hingeben möch-

einfach nicht anders und haben ihn geret-

dem einzelnen Fahrzeug steckt unsere ganze

te. Weil sie einen da abholt, wo es wirklich

tet. Wir freuen uns schon riesig darauf, ihn

Leidenschaft. Ein Familienmitglied verkauft

zählt: auf der emotionalen Ebene. Und das

aufzuhübschen und ihm eine neue Aufga-

man auch nicht einfach so.“ Das leuchtet

hat Wolfgang Sief als Unternehmer und Ape-

be zu geben.“ Der Chef spricht über seine

ein. Ein Franchisesystem kann sich Sief al-

mio-Gründer verstanden wie wenige andere

Event-Mobile wie über Kinder: „Rocco ist ein

lerdings durchaus vorstellen, damit Apemio

im Land. // www.apemio.com

Unser Brot: Was lange währt, wird wahrhaft gut. brotbuben.at

Brot ist Charaktersache.

eco.nova

53


TIROL INNOVATIV

Haushaltsübliche Schneemengen Die Erzeugung von Kunstschnee ist energieintensiv und teuer. So lautet die gängige Meinung im Kunstschneeland Tirol. Ein findiger Maschinenbauer tritt den Gegenbeweis an und macht mit einfachen, aber effektiven Mitteln in Kolsass Schnee für den Hausgebrauch.

„Abgabe nur in haushaltsüblichen Mengen.“ Die Ansage kennen Sie bestimmt aus dem ein oder anderen Supermarkt. Christopher Hölzl aus Kolsass hat das mit seinem Snow 4 Home nun auch für Kunstschnee geschafft – ab sofort lässt sich damit der eigene Garten technisch beweißen.

S

chnee zählt – zumal in nieder-

Maschinenbaumeister aus Kolsass, hat den

schlagsarmen Wintern – mittler-

Kunstschnee demokratisiert. Zur Massen-

zäh. Lange Zeit kam nur kaltes Wasser her-

weile zu den Gütern, die hierzu-

ware gemacht quasi. Und das nebenberuf-

aus“, erinnert sich der Unterländer.

lande zuhauf produziert werden

lich. Dazu musste er nicht die technische

ge seiner Meisterarbeit. „Die erste Phase war

und auf die nicht mehr verzichtet werden

Schneeerzeugung neu erfinden oder phy-

Gut Ding braucht Weile

kann. Schnee ist das weiße Gold, das den

sikalische Gesetzmäßigkeiten beugen, wie

Ab 2015 hatte Hölzl die Schneeerzeugung für

Tiroler Wintertourismus am Leben hält.

es die deutschen Energiewender vorhaben.

den Hausgebrauch im Griff. Im Gegensatz

Dass die Kunschneeerzeugung gut fürs Kli-

Es genügte, einen Teil der Arbeit, der inner-

zu Naturschnee besteht Kunstschnee nicht

ma ist, wie es eine Grazer Studie gezeigt ha-

halb herkömmlicher Schneekanonen erle-

aus ebenmäßigen Kristallen, je nach Tempe-

ben will, darf ruhigen Gewissens ins Reich

digt wird, auf haushaltsübliche Gerätschaf-

ratur als Plättchen, Prismen oder sechsarmi-

der Legenden verwiesen werden. Sei’s drum.

ten – nämlich einen Hochdruckreiniger und

ge Dendriten ausgebildet, sondern aus win-

An der technischen Schneeerzeugung führt

einen Kompressor – auszulagern. Beforscht

zigen Eiskügelchen. Deshalb fährt es sich

kein Weg vorbei. Diese war bislang Skigebie-

und entwickelt hat Hölzl seine Gerätschaf-

auf Naturschnee ganz anders als auf der

ten vorbehalten, die Geld in die entsprechen-

ten, trefflich anglisiert als Snow 4 Home be-

technisch erzeugten Unterlage. Die größte

de Beschneiungsinfrastruktur investieren

zeichnet, in einem winzigen Raum in einem

Herausforderung sei es gewesen, das ideale

konnten. Bislang. Denn Christopher Hölzl,

landwirtschaftlichen Nebengebäude. Auf

Mischverhältnis zwischen Wasser und Luft

ein junger Maschinenbauer, präziser gesagt

den Schnee gekommen war Hölzl 2012 im Zu-

herauszufinden. Das hat nicht zuletzt öko-

54

eco.nova


eco.zukunft

Hinter der jetzigen Snow-4-Home-Lanze steckt viel technische wie optische Entwicklungsarbeit. Christopher Hölzl ist sichtlich stolz auf seine Errungenschaft, die in Zukunft noch ausgefeilter werden soll.

Entwicklungen: Sie wurden mangels Patenschutz kopiert. Von einem polnischen Hersteller. „Sie haben die Lanze nachgemacht, aber sie ist noch nicht ganz so ausgereift“, meint Hölzl achselzuckend. Die Kosten und Bürokratie für die Patentanmeldung wolle der Tüftler nicht auf sich nehmen, zumal ein solches auch keinen hundertprozentigen Schutz vor Nachahmern bietet. In Sachen Entwicklung ist das Ende der Fahnenstange auch bei Hölzl noch lange nomische Gründe: „Luft ist eines der teuers-

Ausweitung der Produktion sind zur Genüge

nicht erreicht. Die nächste Generation sei-

ten Medien.“ Durch unzählige Tests gelingt

vorhanden.

ner Schneelanze, die in ein bis zwei Jahren

es Hölzl, die Ausbeute ständig zu erhöhen.

Vom aktuellen Modell, das auch ästhetisch

marktreif sein soll, wird – so das Ziel – 60

Ab einer Temperatur von minus drei Grad

eine gute Entwicklung hinter sich hat, gibt es

Prozent weniger Luft verbrauchen und ein

lässt sich Kunstschnee erzeugen, ab minus

zwei Versionen. Eine leichtere aus Alumini-

breiteres Anwendungsspektrum haben. „Es

fünf Grad ist das Ergebnis optimal. Eine

um und eine schwerere, widerstandsfähigere

gibt noch ein beträchtliches Optimierungs-

nicht zu vernachlässigende Rolle spielt auch

aus NiRo, die auch im Dauereinsatz allen Be-

potenzial. Die nächste Generation schaut

die Luftfeuchtigkeit – je trockener, desto

lastungen trotzt. Selbstverständlich gilt für

etwas futuristischer aus und wird die Gren-

besser.

die Schneelanzen eine zweijährige Garantie-

zen des Machbaren verschieben“, sagt Hölzl.

Bei der Miniaturisierung orientiert sich Hölzl

frist. Bei den Fertigungstoleranzen zeigt sich

Mehr will er einstweilen noch nicht verraten.

an den Schneelanzen, die in Skigebieten ein

der Maschinenbauer recht intolerant: „Das

Polen soll sich schließlich nicht wiederho-

vertrauter Anblick sind. Bei optimalen Ver-

passt auf 5/100 Millimeter.“

len. Dafür ist Hölzl auch bereit, den steinigen

hältnissen lassen sich mit der Technologie

Weg über das Patentamt zu gehen. Doch bis

des findigen Maschinenbauers bis zu 2,5 Ku-

Die Crux: das Patent

bikmeter Schnee pro Stunde erzeugen. Zu

Den Schneelanzen aus Kolsass erging es

che Flocken und künstliche Eiskristalle über

einem vergleichsweise günstigen Preis. Sein

übrigens ähnlich wie vielen anderen guten

die Lande legen. // www.snow4home.at

es so weit ist, werden sich noch viele natürli-

Produkt vertreibt Hölzl bislang exklusiv übers Internet. Auf seiner Website hat er einen Onlineshop eingerichtet. Gefertigt, also gefräst, eloxiert und lasergraviert, werden die Schneelanzen für den Hausgebrauch bei einem renommierten Tiroler Traditionsunternehmen in Wattens. Das gewährleistet geringste Fertigungstoleranzen und gleichbleibend hohe Qualität. Derzeit verkauft Hölzl rund 150 Stück jährlich, Kapazitäten zur

„ES GIBT NOCH EIN BETRÄCHTLICHES OPTIMIERUNGSPOTENZIAL. DIE NÄCHSTE GENERATION SCHAUT ETWAS FUTURISTISCHER AUS UND WIRD DIE GRENZEN DES MACHBAREN VERSCHIEBEN.“ Christopher Hölzl

eco.nova

55


eco.zukunft

56

eco.nova


eco.zukunft

Save the data

Unsere heutige Wissensgesellschaft entpuppt sich bei näherer Betrachtung vor allem als Daten- und Informationsgesellschaft. Bis 2025 tauchen wir, glaubt man einer gemeinsamen Studie des US-Festplattenherstellers Seagate und des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens IDC, erst so richtig ins Datenzeitalter ein. Näher ist da schon ein anderes Datum: Am 25. Mai 2018 tritt die Datenschutz-Grundverordnung in Kraft. Save the date und schützen Sie Ihre Daten! // TEXT: MARIAN KRÖLL

D

aten sind im Laufe

samkeit. Die DSGVO regelt den Umgang mit

der letzten 30 Jah-

personenbezogenen Daten und gilt für EPU,

Jahresumsatzes eines Unternehmens. Da-

re für alle Aspekte

KMU und große Unternehmen gleicherma-

mit zielt die Europäische Union aber nicht

des menschlichen

ßen wie für Vereine, Krankenhäuser, Behör-

primär auf die heimischen Klein- und Mittel-

Lebens unverzicht-

den und sonstige öffentliche Institutionen

betriebe, sondern auf die großen Datenkra-

bar geworden. Da-

und Körperschaften. Besonders die Unter-

ken wie Facebook, Alphabet bzw. Google und

ten haben verändert, wie wir erzogen und

nehmen werden zunehmend hellhörig, was

Amazon. „Brüssel gibt vor, dass die Geldbu-

unterhalten werden, sie bestimmen die Art

auch den verschärften Sanktionsmöglich-

ßen im Einzelfall wirksam und abschreckend

und Weise, wie wir Menschen, Unternehmen

keiten geschuldet sein dürfte, welche die

sein müssen. Damit will man einen Anreiz

und die Welt um uns herum erleben. Diese

neue DSGVO den Datenschutzbehörden

setzen, damit sich Unternehmen eigenver-

‚globale Datensphäre‘, definiert durch die

einräumt. Datenschutzverletzungen – egal

antwortlich mit dem Datenschutz auseinan-

Summe aller binnen eines jeden Jahres auf

ob wissentlich oder unwissentlich begangen

dersetzen. Ich sehe das auch als Auftrag an

unserem Planeten erstellten, erfassten und

– können zukünftig empfindlich teuer wer-

die staatlichen Datenschutzbehörden, rela-

replizierten Daten, wächst weiterhin rasant“,

den. „Es handelt sich bei der DSGVO nicht

tiv einheitliche Strafniveaus in ganz Europa

heißt es sinngemäß in der Studie. Mit dem

um eine komplette Neuerung, sondern um

einzuführen. Typische Klein- und Mittelbe-

sich abzeichnenden Internet der Dinge (IoT)

eine Novellierung des Datenschutzes, wie er

triebe sind nicht der primäre Adressat der

verlagert sich die Datenproduktion vom Pri-

in Österreich seit 1980 geregelt ist“, sagt Flo-

maximalen Strafsanktionen. Man zielt damit

vatnutzer, der bislang den Großteil der Da-

rian Brutter, Datenschutzexperte der Wirt-

vielmehr auf große Konzerne, die mit der

ten generiert, hin zu den Unternehmen, die

schaftskammer Tirol. Datenschutz sei eine

Verarbeitung von personenbezogenen Daten

bereits 2025 für 60 Prozent der weltweit an-

rechtliche und technische Angelegenheit,

Profit machen. Für die meisten Unterneh-

fallenden Datenmengen verantwortlich sein

eine Querschnittsmaterie, bei der man sich

men ist die Verarbeitung von Kundendaten

sollen. Die Datenmenge soll sich bis dahin

mit allen Aspekten befassen müsse, wenn

dagegen nur Mittel zum Zweck“, erklärt Da-

zumindest verzehnfacht haben, nämlich auf

man nicht daran scheitern wolle. Und: „Dem

tenschutzexperte Werner Pilgermair, der als

unfassbare 163 Zettabyte. Eine solch abstrak-

Datenschutz wurde in den vergangenen

Unternehmensberater tätig ist und an der

te Einheit entspricht einer Billion Gigabyte,

Jahrzehnten wenig Beachtung geschenkt,

Universität Innsbruck unter anderem zum

eine Eins mit zwölf Nullen. Mit der zuneh-

weil Verstöße als Kavaliersdelikt gesehen

Thema Datenschutz referiert. Eine ähnliche

menden Datenmenge, die alle Bereiche unse-

wurden.“ Entsprechend lax wurde auch die

Einschätzung, was den eigentlichen Adressa-

res Lebens transzendiert und immer größere

Strafpraxis gehandhabt. Das dürfte sich mit

tenkreis der DSGVO betrifft, trifft der IT-Un-

Teile davon (mit)bestimmt, nimmt auch das

der Datenschutz-Grundverordnung, die auf

ternehmer und Obmann-Stellvertreter in der

Bewusstsein für und in der Folge das Bedürf-

EU-Ebene bereits 2016 beschlossen wurde

Sparte Information und Consulting der WK

nis nach Datenschutz zu. Datenschutz ist ein

und durch das 2018 novellierte österreichi-

Tirol, Alfred Gunsch: „Die kleinen Unterneh-

Grundrecht, dessen Wahrung ebenso wichtig

schen Datenschutzgesetz (DSG) ergänzt wird,

men sind eigentlich nur Kollateralschaden.

wie aufwendig ist. Letzteres bekommen vor

grundlegend ändern. Der Ermessensspiel-

Mitgehangen – mitgefangen.“ Ein anderer

allem Unternehmen zu spüren. Es gibt einen

raum der Datenschutzbehörde bleibt jedoch

Aspekt ist jener, dass durch ein einheitliches

konkreten Anlassfall: Die Datenschutz-Ver-

groß. Die Strafen sollen europaweit harmo-

europäisches Datenschutzgesetz künftig

ordnung tritt in Kraft.

nisiert werden, so der Plan. Dafür ist die so-

Waffengleichheit zwischen den einzelnen

genannte Artikel-29-Datenschutzgruppe zu-

EU-Staaten herrscht, was dem Freihandel im

ständig, ein Gremium, besetzt mit Vertretern

europäischen Binnenmarkt nicht abträglich

der nationalen Datenschutzbehörden, das

sein dürfte.

Das Thema Datenschutz ist keineswegs

die EU-Kommission in Datenschutzfragen

Ob die Unternehmen denn schon infor-

neu, erfährt aber im Lichte der Daten-

berät. Bisher waren 25.000 Euro die Höchst-

miert sind, was auf sie zukommt? Dazu gibt

schutz-Grundverordnung (DSGVO), die mit

strafe für Verstöße gegen das DSG, künftig

es unterschiedliche Wahrnehmungen, zieht

25. Mai 2018 in Kraft tritt, breite Aufmerk-

reicht der Strafrahmen bis zu 20 Millionen

man jedoch einschlägige Informationsver-

Neue Regeln und verschärfte Sanktionen

Euro oder bis zu 4 Prozent des weltweiten

eco.nova

57


eco.zukunft

anstaltungen als Maßstab heran, könnte das Interesse – und zugleich der Informationsbedarf – kaum größer sein. „Ich nehme tatsächlich eine gewisse Nervosität wahr, weil einige Dinge in der DSGVO komplettes Neuland sind und man noch nicht weiß, wie der Vollzug in der Praxis aussehen wird, wie die Sanktionen exekutiert werden und wie die Einhaltung der DSGVO überprüft wird“, meint Pilgermair und präzisiert: „Viele Unternehmen haben das Gefühl, jetzt etwas tun zu müssen, und sind auch bereit dazu.“ Diesem Befund stimmt auch Brutter zu: „Das Thema macht sich zunehmend in den Köpfen der Unternehmer breit. Nicht alle wissen Bescheid, was auf sie zukommt und was sich konkret ändert.“ Und es ändert sich tatsächlich einiges. Die ARGE Daten Österreichische Gesellschaft für Datenschutz – ein 1983 gegründeter gemeinnütziger Verein – ist nicht um Superlative verlegen und erklärt die DSGVO kurzerhand zur „größten Revolution in der Informationsverarbeitung seit der Erfindung des PC.“ Das mag man für übertrieben halten, die

tenschutz-Anpassungsgesetzes 2018, der im

tübung verstehen, können daraus auch Po-

Neuerungen durch die DSGVO sind jedoch

Verfassungsrang steht. Datenschutz ist ein

sitives mitnehmen. Nicht zuletzt gewinnen

weitreichend. „Die Unternehmen wollen sich

hohes Gut, dessen Wahrung im Interesse je-

Marktteilnehmer, die den Datenschutz nicht

DSGVO-konform verhalten. Vielen fehlt aber

des Konsumenten gelegen sein dürfte. Dass

auf die leichte Schulter nehmen und gewis-

ganz einfach die Übersicht. Dafür gibt es

dieses Grundrecht prinzipiell schützens-

senhaft und transparent

stark geförderte Hilfe durch zertifizierte Be-

wert ist, dringt vermehrt ins Bewusstsein

(ab)arbeiten, in den Augen einer zunehmend

rater“, weiß Alfred Gunsch. Unter anderem

der Menschen, wie auch Datenschutzexper-

für Privatsphäre sensibilisierten Verbrau-

gibt es das Förderprogramm KMU DIGITAL

te Pilgermair bestätigen kann: „Die meisten

cherschaft an Statur. Ein nicht zu unter-

der Wirtschaftskammer Österreich, das ein-

Menschen dürften interessiert daran sein,

schätzender Wettbewerbsvorteil, weil Kon-

schlägige Beratungsleistungen mit bis zu

zu wissen, was mit ihren persönlichen Da-

sumentenvertrauen nicht unmittelbar bei

4.000 Euro pro Betrieb fördert.

ten geschieht, und werden zunehmend kriti-

Produkt und Dienstleistung aufhört und

scher.“ Unternehmen, welche die Umsetzung

Vertrauen im Geschäftsleben nach wie vor

der vorgesehenen Datenschutzmaßnahmen

die Hartwährung ist. „Das Besondere am

nicht nur als lästige und aufwendige Pflich-

Datenschutz ist die Tatsache, dass er letzt-

Mehr Grundrecht als Schikane „Jede natürliche Person hat Anspruch auf Geheimhaltung der sie betreffenden per-

endlich die gesamte Gesellschaft betrifft,

sonenbezogenen Daten, auf Auskunft über

den öffentlichen Bereich, Vereine, die Kam-

die Verarbeitung solcher Daten sowie auf

mern, alle Unternehmen vom EPU-Unter-

Richtigstellung unrichtiger Daten und auf

nehmen bis zum Konzern. Alle müssen, in

Löschung unzulässigerweise verarbeite-

unterschiedlichen Ausprägungen zwar, et-

ter Daten.“ So steht es in Paragraf 1 des Da-

was tun“, sagt Werner Pilgermair. IT-Experte Alfred Gunsch sekundiert: „Alle unterneh-

„DEM DATENSCHUTZ WURDE IN DEN VERGANGENEN JAHRZEHNTEN WENIG BEACHTUNG GESCHENKT, WEIL VERSTÖSSE ALS KAVALIERSDELIKT GESEHEN WURDEN.“

Florian Brutter, Datenschutzexperte der WK Tirol

58

eco.nova

merischen Handlungsfelder sind vom Datenschutz berührt. Es geht um den Schutz der persönlichen und besonderen Schutz sensibler Daten – und das wollen wir doch alle für uns selbst.“ Datenschutz ist auch Personenschutz. Selbst wenn es derzeit viele anders empfinden mögen, ist er keine neue Schikane, die praxisferne Technokraten in Brüssel ers(p)onnen haben. Nimmt man das Thema wirklich ernst, kann sich ein ungeahnter Kollateralnutzen einstellen, der vor allem eine langfristige Rendite abwirft: Verbesserte IT-Sicherheit, aufgeräumtere und dadurch bessere Abläufe, Transparenz und nicht zuletzt wie bereits angedeutet ein verbessertes Image.


eco.zukunft

Digitalisierung verändert Mit einem neuen Masterstudiengang will die FH Kufstein Tirol Kompetenzlücken schließen. Geschäftsführer Prof. (FH) Dr. Thomas Madritsch im Interview. © FH KUFSTEIN TIROL

Die Transformation von Arbeitsprozessen und Daten in die digitale Welt stellt die Wirtschaft vor gewaltige Herausforderungen. Wie reagieren Sie als Fachhochschule? Neben den Herausforderungen sehen wir große Chancen, die in ihrer Gänze noch kaum zu ermessen sind. Großkonzerne, kleine und mittelständische Unternehmen reagieren unterschiedlich. Was sie verbindet, ist der erhöhte Bedarf an flexiblem Personal, kreativ genug, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Hier setzen wir an und vermitteln die nötigen Kompetenzen, um genau diese

Eigenverantwortung zählt

Fachkräfte auszubilden.

Neu ist auch ein geänderter Rechtszugang, wie Florian

Im Herbst startet Ihr neuer Masterstudiengang Data Science &

Brutter ausführt: „Das individuelle Recht auf Daten-

Intelligent Analytics vorbehaltlich der Akkreditierung durch die AQ

schutz ist ein Grundrecht. Wurde dieses Grundrecht

Austria. Was macht Sie so sicher, dass die Absolventen jetzt und in

verletzt oder bestand dieser Verdacht, mussten sich Be-

Zukunft gebraucht werden?

troffene bisher zivilrechtlich zur Wehr setzen. Dieser

In der aktuellen Studie „Digitale Agenda 2020“ hat der IT-Dienstleister DXC

Weg ist grundsätzlich immer noch möglich, zusätzlich

Technology 500 Unternehmensverantwortliche im deutschsprachigen Raum

fungiert die Datenschutzbehörde ab Mai direkt als Straf-

zu Strategien in der Digitalisierung befragt. Die Top-Themen auf den Agen-

behörde. Wer eine Verletzung seiner personenbezogenen

den: digitale Sicherheit, Datensammlung und -auswertung, Entwicklung neu-

Daten befürchtet, kann dort eine Anzeige machen. Die

er digitaler Geschäftsmodelle sowie Digitalisierung bestehender Produkte.

Behörde muss dann tätig werden.“ Generell setzen die

Genau darum geht es in unserem neuen Studiengang. Als großen Stolper-

Europäische Union und die Mitgliedsstaaten stärker auf

stein für die Umsetzung digitaler Projekte sehen die Befragten technische

Eigenverantwortung. Das äußert sich dadurch, dass die

Aus- und Weiterbildungslücken ihrer Mitarbeiter.

Datenschutzbehörden von der Nanny-Rolle wegkommen und zur kontrollierenden und sanktionierenden Instanz

Was sind mögliche Anwendungsbereiche, was können die Data

erhoben werden. „Es gab bislang dieses Online-Datenver-

Scientists nach ihrem Abschluss?

arbeitungsregister in unterschiedlichen Ausprägungen.

Vergleiche mit Gold oder Öl zeigen die Bedeutung von Daten für die Wirt-

Damit war ein sehr hoher administrativer Aufwand für

schaft. Verkaufszahlen lassen darauf schließen, welche Kunden morgen ein

die Behörden verbunden. Mit der DSGVO kann sich die

neues Auto kaufen. Die Informationen eines Vibrationssensors können recht-

Datenschutzbehörde nun auf ihre Kontrollfunktion kon-

zeitig warnen, bevor eine Produktionsanlage wegen eines Schadens ausfällt.

zentrieren. Die DVR-Portale werden geschlossen“, weiß

Gut ausgebildete Data Scientists stellen diese häufig noch unsichtbaren Zu-

Pilgermair. Das Datenverarbeitungsregister wird noch

sammenhänge her. Unsere Studierenden werden in speziellen Data-Science-

bis Ende 2019 zu Archivzwecken fortgeführt. Außerdem

Labs unter anderem mit realen Daten arbeiten, die Unternehmen aus der Re-

gibt es die Möglichkeit, bestehende DVR-Meldungen zu

gion zur Verfügung stellen, und so ebenfalls profitieren. Da wir eine bereits

sichern und diese als Grundlage für das laut DSGVO zu

berufstätige Zielgruppe im Blick haben, sind 30 Prozent der Lehrveranstal-

erstellende Verarbeitungsverzeichnis, offiziell als Ver-

tungen Blended-Learning-Kurse.

zeichnis der Verarbeitungstätigkeiten (VdV) bezeichnet, heranzuziehen. „Ich kann empfehlen, sich an den

Wie fügt sich der neue Studiengang in das Gesamtangebot der

DVR-Meldungen zu orientieren und nicht das Rad neu

FH Kufstein Tirol?

erfinden zu wollen“, sagt Pilgermair. Selbstredend ist es

Neben komplexen Softwaresystemen im Studiengang Web Communication

mit dem einmaligen Anlegen eines solchen Verzeichnis-

& Information Systems und der Digitalisierung von Prozessen in ERP-Syste-

ses nicht getan. Es muss aktualisiert und immer wieder

me & Geschäftsprozessmanagement betrachten wir bereits die Entwicklung

evaluiert werden, ob es den Ansprüchen der DSGVO ge-

und Produktion physischer digitaler Systeme in Smart Products & Solutions.

nügt. Deshalb sollte jedes Unternehmen eine Ansprech-

Mit dem neuen Studiengang vermitteln wir jetzt Kompetenzen in der intel-

person für das VdV benennen. Ob explizit ein sogenann-

ligenten Datenanalyse. Somit bieten wir neue Synergien zwischen unseren

ter Datenschutzbeauftragter zu ernennen ist, hängt

Masterstudiengängen und komplettieren unsere Expertise zu einer ganz-

dagegen von anderen Faktoren ab, wie Werner Pilger-

heitlichen Betrachtung der Digitalisierung. // www.fh-kufstein.ac.at

eco.nova

59


eco.zukunft

vollziehbarerweise gar nicht gerne sieht. Gold-Plating wird diese Praxis der musterknabenhaften Übererfüllung internationaler Verpflichtungen genannt, die dem Land mitunter teuer zu stehen kommt. Auf die Frage, ob man beim DSGVO diesbezüglich einmal mehr in die Vollen gegangen ist, kann Pilgermair Entwarnung geben: „Eine Verordnung gibt im Gegensatz zu einer Richtlinie einen engeren gesetzlichen Rahmen vor. Es gibt zwar viele Öffnungsklauseln, aber insgesamt recht wenig Gestaltungsspielraum. Österreich hat sich diesmal zurückgehalten. Das ist fast ein Paradigmenwechsel.“ Diesem Befund stimmt auch Brutter zu, der die DSGVO sauber und ohne zusätzliche Hürden umgesetzt sieht. Ob die neu entdeckte mair erläutert: „Der Datenschutzbeauftragte

dafür sind Schulungen. „Der Bildungsmarkt

Zurückhaltung eine rühmliche Ausnahme

ist nur für relativ wenige Unternehmen sowie

ist offen, es gibt viele verschiedene Schulun-

bleibt oder tatsächlich den Auftakt zu einer

den gesamten öffentlichen Bereich verpflich-

gen und Zertifizierungen. Da sollte man die

neuen Herangehensweise markiert, wird die

tend. In privaten Unternehmen ist er nur vor-

Angebote vergleichen und schauen, was am

Zukunft zu zeigen haben. Kritik zog das Da-

gesehen, wenn sensible oder strafrelevante

besten zum Unternehmen passt“, so Pilger-

tenschutz-Anpassungsgesetz dennoch auf

Daten verarbeitet werden oder ein hohes Ri-

mair. Jedenfalls empfiehlt es sich, nicht in

sich. So wurde es unter anderem von ver-

siko für die Betroffenen angenommen wird.

Panik zu verfallen und das Kind mit dem Ba-

schiedenen Seiten als „Husch-Pfusch-Akti-

Letzteres ist zum Beispiel bei Banken der

de auszuschütten, d. h. Daten vorschnell oder

on“ bezeichnet. Das mag auch damit zu tun

Fall, die Bonitätsprüfungen und umfassen-

in Bausch und Bogen zu löschen. Aktionis-

haben, dass Stellungnahmen im Gesetzwer-

de Videoüberwachung machen. Es wird da-

mus ist ein schlechter Berater. Eine sachliche

dungsprozess – es waren ihrer 109 – von der

rüberhinaus den gesamten Bereich Gesund-

Analyse des Ist-Zustandes macht rasch den

damaligen Rot-Schwarzen Regierung geflis-

heit und Soziales treffen, vom Krankenhaus

Anpassungsbedarf, um den Soll-Zustand zu

sentlich ignoriert wurden und das Gesetz

bis zur Behindertenbetreuungseinrichtung,

erreichen, augenfällig. Dafür bietet die Wirt-

noch vor Ende der Begutachtungsfrist dem

weil dort täglich mit gesundheitsbezogenen

schaftskammer eine ausführliche Checkliste.

Parlament übermittelt wurde. Beim Kinder-

Daten gearbeitet wird. Das normale, typi-

schutz hat sich Österreich einer Öffnungs-

sche Klein- und Mittelunternehmen braucht

Kein Gold-Plating

aber in der Regel keinen Datenschutzbeauf-

Österreich hat sich, was die Umsetzung von

stimmungspflichtige Internetdienste und

tragten.“ Ist man sich unsicher, ob ein Da-

europäischen Richtlinien und Verordnungen

Apps bei 14 Jahren festgelegt. Eine taugliche

tenschutzbeauftragter gebraucht wird oder

in nationales Recht betrifft, den vor allem

und realitätsnahe Regelung. „Über die Jahre

nicht, empfiehlt sich im Zweifel die Nennung

in Wirtschaftskreisen zweifelhaften Ruf er-

hat man erkannt, dass Kinder und Jugend-

eines solchen, weil es „unter Sanktion steht,

worben, ein Streber zu sein, der immer noch

liche im Umgang mit Social Media besonde-

wenn ein Unternehmen einen Datenschutz-

aus eigenem Antrieb etwas draufpackt. Eine

ren Risiken ausgesetzt sind. Wenn zukünftig

beauftragten bräuchte, aber keinen hat“, rät

Fleißaufgabe, welche die Wirtschaft nach-

Dienste der Informationsgesellschaft ange-

klausel bedient und die Altersgrenze für zu-

der Experte. Denn nur weil gemäß DSGVO

boten werden und bestimmte Datenverar-

kein Datenschutzbeauftragter genannt wer-

beitungen stattfinden, die der Zustimmung

den muss, ist man noch lange nicht aus dem

bedürfen, braucht es die Einwilligung der El-

Schneider: „Sobald Unternehmen hören, dass

tern. Laut DSGVO ist eine Altersgrenze von

sie keinen Datenschutzbeauftragten brau-

16 Jahren vorgesehen, die in Österreich sinn-

chen, lehnen sie sich entspannt zurück, weil

vollerweise auf 14 Jahre reduziert wurde“, er-

sie glauben, nichts machen zu müssen. Das

klärt Werner Pilgermair.

ist ein Irrtum. Man braucht trotzdem einen Mitarbeiter, der sich um die anfallenden Datenschutz-Angelegenheiten kümmert. Dieser Mitarbeiter muss geschult werden. An einem Freitagnachmittag ist das nicht erledigt. Das verlangt zeitliche und personelle Ressourcen.“ Um Datenschutzbeauftragter zu werden, sind allerdings keine formellen Qualifikationen notwendig. Dennoch empfiehlt es sich klarerweise, jemanden zu benennen, der sich mit der Materie auskennt oder sich die nötigen Kenntnisse aneignen will. Ein Mittel

60

eco.nova

„ÖSTERREICH HAT SICH DIESMAL ZURÜCKGEHALTEN. DAS IST FAST EIN PARADIGMENWECHSEL.“ Werner Pilgermair, Datenschutzexperte


promotion

DSGVO - Infos und Hilfe

Am 25. Mai tritt die Datenschutz-Grundverordnung in Kraft. Betroffen sind alle Unternehmen vom EPU bis zum Großbetrieb, die personenbezogene Daten verarbeiten.

D

ie DSGVO ist eine gute Gelegenheit für Ihr Unternehmen, Ihre Daten genauer unter die Lupe zu

nehmen, denn an einer Dateninventur führt kein Weg vorbei. Sie und Ihr Unternehmen müssen wissen, welche Daten wo für welchen Zweck, wie lange verarbeitet werden, wer Zugriff hat und ob bzw. an wen diese weitergegeben werden. Insbesondere Ihre Website und Ihr Newslettersystem sollten überprüft werden.

INFOABEND

TOOLSET DSGVO

Die nächsten Infoabende finden in Innsbruck am 17. April sowie am 8. Mai jeweils von 18 bis 20 Uhr statt. Es informieren Datenschutzexperte Dr. Werner Pilgermair und Arbeitsrechtsexperte Mag. Florian Buttner.

Die Bundessparte Handel bietet allen Mitgliedsbetrieben im Handel als Serviceleistung einen Handlungsleitfaden zur praktischen Umsetzung. Zum Download unter www.derhandel.at

WEBINAR

„Datensicherheit im eigenen Unternehmen und beim Auftragsverarbeiter“ 11. April, 11 bis 11:50 Uhr Mag. Verena Becker

Ergänzend werden am WIFI Ausbildungen und Veranstaltungen angeboten. www.tirol.wifi.at

Im Rahmen des Projektes KMU DIGITAL werden Beratungen und Qualifizierungsmaßnahmen zum Thema mit bis zu 1.000 Euro netto gefördert. Auch Datenschutzschulungen des WIFI und BFI werden unterstützt. Die Liste der geförderten Kurse sowie weitere Informationen finden Sie unter www.kmudigital.at.

(z.B: Ausbildung zum zertifizierten Datenschutzbeauftragten / Datenschutz in der Personalabteilung sowie in der Hotellerie / Online-Ausbildung zum Datenschutzverantwortlichen in der Hotellerie / 50 Infoveranstaltungen in ganz Tirol in Zusammenarbeit mit den Tourismusverbänden)

Die Aktion (Beratung & Schulung) läuft bis Ende 2018, insgesamt stehen für Förderungen fünf Millionen Euro des BMWFW zur Verfügung.

Neben allen Chancen und Vorteilen birgt die DSGVO jedoch auch Herausforderungen. Die Wirtschaftskammer Tirol informiert deshalb vielfältig und umfassend. Ein Überblick.

SPRECHTAGE Wir bieten unseren Kunden nach einer Erstinformation im Rechtsservice oder nach den Infoveranstaltungen die Möglichkeit, sich bei Sprechtagen ihre individuellen Fragen beantworten zu lassen. In den nächsten Monaten werden diese laufend angeboten. Für Terminvereinbarungen wenden Sie sich bitte an das Rechtsservice der WK Tirol. 05 90 905-1111, rechtsservice@wktirol.at

FÖRDERUNG

Aktuelle Informationen zum Thema Datenschutz (Checklisten, Broschüren, Folder, Online-Ratgeber, Musterdokumente, Infoblätter, Nachlese zu vergangenen Webinaren samt Fragen und Antworten sowie eine Übersicht der Veranstaltungen) finden Sie unter

www.wko.at/datenschutz.

Infomaterial finden Sie außerdem im Webshop unter webshop.wko.at, hilfreich sind auch die IT-Sicherheitshandbücher für KMU bzw. Mitarbeiter. Download unter www.it-safe.at

eco.nova

61


eco.zukunft

„ES GEHT UM DEN SCHUTZ DER PERSÖNLICHEN UND BESONDEREN SCHUTZ SENSIBLER DATEN – UND DAS WOLLEN WIR DOCH ALLE FÜR UNS SELBST. DESHALB IST TRANSPARENZ AUCH FÜR UNSERE KUNDEN SO WICHTIG.“ IT-Unternehmer Alfred Gunsch

Die DSGVO sieht das Prinzip der Datenmi-

talität herausgebildet hat. Das heißt, man

variieren doch die Kosten je nach Unterneh-

nimierung vor. Verarbeitet sollen künftig so

war bestrebt, so viel an Daten wie möglich

mensgröße, Mitarbeiteranzahl, Geschäftsmo-

wenig Daten wie möglich und so viel wie not-

anzuhäufen und diese möglichst lange auf-

dell und Art der verarbeiteten Daten. Nicht

wendig werden. Dazu sind technische und

zubewahren, weil man ja nie wissen konn-

zuletzt hängt der Preis des Datenschutzes da-

organisatorische Maßnahmen, kurz TOMs

te, wozu man die Daten in Zukunft einmal

von ab, ob man bisher im datenschutztechni-

genannt, umzusetzen. „TOMs sind ausdrück-

brauchen kann. Diese Mentalität will die EU

schen Dornröschenschlaf gelegen ist oder be-

lich in der Verordnung niedergeschrieben – da

zurückdrängen. Datenminimierung steht

reits Vorkehrungen getroffen hat. „Wer noch

wird keiner auskommen“, hält Alfred Gunsch

jetzt im Vordergrund. Man muss sich im Vor-

gar nichts gemacht hat, muss natürlich inves-

fest. Es sind Datensicherheitsmaßnahmen

hinein überlegen, welche Daten tatsächlich

tieren“, sagt Florian Brutter. Eine besonde-

zu treffen, die ein Schutzniveau gewährleis-

gebraucht werden. Und nur die dürfen auch

re Herausforderung stellt die DSGVO für die

ten, das dem Risiko angemessen ist. Dazu ge-

verarbeitet werden. Sobald diese Daten nicht

Start-up-Szene dar. Die jungen Unternehmen

hören unter anderem die Einrichtung einer

mehr gebraucht werden, muss – wiederum

arbeiten häufig im Softwarebereich – Stich-

Firewall, Installation von Anti-Malware-Soft-

eigenverantwortlich – ein Löschkonzept über-

wort Apps. Dort fallen massenweise persönli-

ware und Systeme und Konzepte zur Datensi-

legt werden. Nach Ablauf der gesetzlichen

che Daten an, die teils als sensibel einzustufen

cherung (Backup) und -wiederherstellung. Zu

Aufbewahrungsfristen müssen Alt-Datenbe-

sind. Keine einfache Aufgabe.

den TOMs gehören auch ganz simple, beinahe

stände grundsätzlich gelöscht werden, sofern

Ist die DSGVO trotz aller Unsicherheiten

banale physische Vorkehrungen wie etwa das

sie beispielsweise nicht mehr für die Erfül-

ein Schritt in die richtige Richtung? Werner

Versperren von Türen, Bildschirmsperren, die

lung eines Vertrags oder dergleichen benötigt

Pilgermair bejaht: „Absolut. Es ist gut, dass

Verschlüsselung von Festplatten, USB-Sticks

werden“, führt Pilgermair aus.

es ein europaweit einheitliches Gesetz und

und Speicherkarten. Der Faktor Mensch

damit gleichen und fairen Wettbewerb gibt.

spielt bei den Ursachen für Datenschutzver-

Der Wille zählt oder zahlt

letzungen die maßgebliche Rolle, sind Daten-

Die Datenschutz-Folgenabschätzung ist als

ländische Konzerne in das europäische Da-

schutzverletzungen letztlich überwiegend

Ausfluss der Abschaffung des DRV-Registers

tenschutzrecht hineingezogen, sobald sie ihre

auf menschliches Versagen zurückzuführen.

zu betrachten und in Österreich, im Gegensatz

Dienstleistungen in Europa anbieten. Das ist

Auch in dieser Hinsicht birgt die DSGVO ei-

zu Deutschland, wo sie die Vorabkontrolle ab-

eine deutliche Verbesserung gegenüber dem

ne Neuerung: Datenschutzverletzungen sind

löst, eine Neuerung. Ganz generell obliegt die

Status quo.“ Der Experte ist außerdem zuver-

in Zukunft binnen 72-Stunden-Frist der Da-

Entscheidung, was den Umgang mit sämtli-

sichtlich, dass das Sanktionsrisiko für Unter-

tenschutzbehörde zu melden. Dazu gehören

chen anfallenden Daten betrifft, nun allein

nehmen, die ihre Datenschutz-Hausaufgaben

nicht nur softwareseitige Datenlecks, sondern

den Unternehmen, Vereinen und Institutio-

nach bestem Wissen und Gewissen zu erfül-

auch der Verlust von Laptop oder USB-Stick.

nen. Sie tragen auch das entsprechende Risi-

len versuchen, reduziert ist. Die Strafpraxis

Ausgenommen von dieser Meldepflicht sind

ko. Die DSGVO schafft insofern zwangsweise

bleibt jedenfalls die große Unbekannte. „Je-

Vorfälle, die voraussichtlich zu keinem Risiko

ein neues Bewusstsein im Umgang mit per-

ne, die gar nichts machen, dürften verstärkt

für die Betroffenen führen, weil die entwen-

sönlichen Daten. Wer auf Cloud-Dienstleistun-

in den Fokus der Behörden rücken.“ Und das

deten Daten pseudonymisiert – also in „co-

gen zurückgreift und dadurch Daten in einen

wird vor allem finanziell rasch unangenehm

dierter“ Form gespeichert – oder verschlüsselt

Drittstaat übermittelt, muss sich vertraglich

werden. Denn wie im ganzen Leben gilt auch

waren. Das Prinzip der Datensparsamkeit ist

absichern, dass die Datenverarbeitung dort

im Datenschutz die eherne Regel, dass Un-

insofern neu, als dass sich „über viele Jahre

sicher ist. Was die Kostenseite betrifft, lassen

wissenheit – oder Ignoranz – nicht vor Strafe

in der Wirtschaft eine gewisse Big-Data-Men-

sich keine generalisierenden Aussagen treffen,

schützt.

62

Durch das Marktortprinzip werden auch aus-

eco.nova

n18-x


Symbolfoto

Freude am Fahren

DER ERSTE BMW X2. Unterberger Denzel Innsbruck Griesauweg 32, 6020 Innsbruck Telefon 0512/33435 info@unterberger-denzel.bmw.at

Unterberger St.Johann Anichweg 1, 6380 St. Johann/T. Telefon 05352/62389 office.stj@unterberger.bmw.at

Unterberger Kufstein Endach 32, 6330 Kufstein Telefon 0 53 72/69 45 info@unterberger.cc

www.unterberger.cc www.unterberger-denzel.bmw.at

Mehr erfahren unter bmw.at/X2

BMW X2: von 103 kW (140 PS) bis 170 kW (231 PS), Kraftstoffverbrauch gesamt von 4,5 bis 6,2 l / 100 km,CO2-Emissionen von 118 bis 142 g CO2 / km.

n18-x2-2-unterberger-innsbruck-stjoh-kufstein_210x297_1_ll.indd 1

20.03.18 16:18


eco.zukunft


eco.zukunft

Wert und Wertigkeit Die Kultur eines Unternehmens ist maßgeblich Teil dessen Erfolgs. Meist ist der Zusammenhang nicht auf den ersten Blick erkennbar, doch funktioniert das interne Miteinander nicht, leidet über kurz oder lang auch die Außenwirkung. // TEXT: MARINA KREMSER

D

ie Arbeitswelt ist im

das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Und sie

Umbruch, Arbeit wird

müssen wissen, wo die Reise hingeht.

anders. Flexibler. Nicht

Die drei Wirkgrößen Globalisierung, Um-

nur in Bezug auf die Ar-

bruch in der Arbeitswelt und Wertereduk-

beitszeit. Nine to five ist

tion treffen aktuell quasi ungebremst auf-

nicht mehr. Oder nur noch selten und in be-

einander, verstärken und durchdringen

stimmten Branchen. Auch das Machtverhält-

einander. Viele Implosionseffekte werden

nis zwischen Arbeitgeber und -nehmer kehrt

wahrscheinlich erst in den nächsten Jahren

sich immer mehr um. Der akute Fachkräfte-

wenn nicht Jahrzehnten sichtbar werden.

mangel führt dazu, dass sich die guten Köpfe

Veränderungen brauchen Zeit. Damit aber

ihre Jobs aussuchen können und nicht wie

auch die Veränderung von Unternehmen,

früher der Arbeitgeber aus vielen Bewerbern

die deshalb schon heute die Weichen für die

den passenden herauspicken durfte. Die

Zukunft stellen müssen. Aber Achtung: So-

Wirtschaft boomt, gut ausgebildete Mitarbei-

bald es sich um zentrale Fragen der Existenz

ter sind gefragt. Laut AMS-Tirol fehlen hier-

handelt, tut es not, unaufgeregt daran her-

zulande aber rund 8.000 Arbeitskräfte. Aktu-

anzugehen. Da hilft Besonnenheit mehr als

ellen Studien von Eurostat zufolge sollen bis

Hysterie, es braucht ein Mindestmaß an exis-

2030 EU-weit rund 14 Millionen Menschen

tenzieller Entspanntheit. Nur so kann man

im arbeitsfähigen Alter fehlen. Das ist eine

sich und anderen genügend Zeit geben, um

ganze Menge. Doch was bedeutet das?

gute, nachhaltige Entscheidungen zu tref-

Klar positionieren

fen. Selbst in Zeiten, in denen „Disruption“ eines der meiststrapazierten Worte über-

Nicht mehr nur Arbeitnehmer müssen sich

haupt zu sein scheint und das Gefühl domi-

heute selbst verkaufen. Auch Arbeitgeber

niert, die Arbeitswelt, wie wir sie kennen, sei

müssen es. Employer Branding nennt sich

in Bälde gänzlich tot, ist Erfolg immer noch

das – um gute Mitarbeiter auf der einen Sei-

eine Frage der (angepassten) Beständigkeit.

te erst mal zu finden und sie auf der ande-

Natürlich müssen wir uns verändern, weiter-

ren schließlich zu halten. Mitarbeiter und

entwickeln und uns von bisher funktionie-

Unternehmer kommen dabei immer mehr

renden Konzepten verabschieden. Das haben

drauf: Geld allein macht nicht glücklich. Vor

erfolgreiche Unternehmen jedoch immer

allem in Bereichen, in denen man bereits gut

schon gemacht. Ja, es geht rasanter. Ja, die

verdient. Mit den aktuellen Umbrüchen ent-

technischen Möglichkeiten werden gefühlt

steht ein neues Sinndenken. Wenn ein gu-

wöchentlich mehr. Ja, künstliche Intelligenz

ter Mitarbeiter keinen Sinn mehr in seiner

wird zum Thema und ist es schon. Ja, wir

Arbeit sieht, kann man ihn auf monetärer

stehen erst am Anfang der Zukunft. Aber

Ebene vielleicht dazu motivieren, noch ein

nein, Unternehmen müssen dafür nicht al-

paar Monate zu bleiben. Mehr aber vermut-

les, wofür sie heute stehen, für ein funktio-

lich nicht. Employer Branding orientiert sich

nierendes Morgen über Bord werfen. Unter-

folglich grundsätzlich an zwei Dingen: Sinn

nehmen dürfen – zumindest im Kern – auch

und Orientierung. Arbeitnehmer brauchen

ein Stück weit bleiben, wer sie sind.

eco.nova

65


eco.zukunft

Auch das ist Unternehmenskultur: Zu wis-

dass man sich gegebenenfalls ändern muss.

Kultur ist Identität

sen, wer man ist. Und das zu verteidigen.

„Die Frage ‚Wer sind wir?’ sollte klar definiert

Ed Schein gilt als Wegbereiter des For-

Um als Arbeitgeber zur Marke werden zu kön-

sein und gleichzeitig den gegebenen Opti-

schungsfeldes Organisationskultur und de-

nen, braucht es viel Beschäftigung mit sich

onen adäquat angepasst werden. Ähnlich

finiert diese als „ein Muster gemeinsamer

selbst. Das mögen allerdings die wenigsten.

einem Rückgrat, das Stabilität verleiht und

Grundprämissen, das die Gruppe bei der

Doch Unternehmer müssen wissen, wofür

dennoch flexibel bleibt, ohne sich ungesund

Bewältigung ihrer Probleme, externer An-

sie und ihr Unternehmen stehen, wer sie sein

zu verbiegen“, heißt es sinngemäß im Buch

passung und interner Integration erlernt

und wo sie hin wollen. Das braucht Selbstre-

„Mein Kompass für stürmische Zeiten“ des

hat, das sich bewährt hat und das somit als

flexion und die Fähigkeit, sich einzugestehen,

Wirtschaftspsychologen Othmar Hill.

bindend gilt; und das daher an neue Mitglieder als rational und emotional korrekter Ansatz für den Umgang mit Problemen weitergegeben wird.“ Kurzum: Kultur ist,

TOP COMPANY AWARD

Vor sieben Jahren wurde der Top Company Award ins Leben gerufen. Business Pool, der Experte in Personal- und Organisationsentwicklung, hatte damals die Idee, Südtirols beliebteste Unternehmen zu küren. Nun wurde der Award zum dritten Mal in Folge auch in Tirol vergeben. Die Preisträger werden dabei nicht von einer Fachjury ausgezeichnet, sondern durch eine Analyse der Mitarbeiterzufriedenheit im Betrieb ermittelt.

DIE HEURIGEN SIEGER: Hotel & Tourism: Platz 1: Hotel Dorfwirt Lenz, See im Paznaun Platz 2: Hotel Bergland Falkner, Sölden Platz 3: Alpengasthof Grüner, Sölden

was man ist. Schein hat ein Modell der drei Ebenen konstruiert. Nur ein Bruchteil davon ist dabei auf den ersten Blick zu sehen – einzig in Ebene 1 geht es um sichtbare Verhaltensweisen, Artefakte und Rituale. Ebene 2 be-

Small Enterprises: Platz 1: TouristMobile, Innsbruck Platz 2: Coiffeur-Cosmetic Gonn Petro, Matrei i. O. Platz 3: Intercoiffeur Pock, St. Johann Medium Enterprises: Platz 1: Intercoiffure Paradisch, Landeck Platz 2: IWO Tiroler Verein Integriertes Wohnen, Innsbruck/Imst/Schwaz Platz 3: Maderböck, Innsbruck Large Enterprises: Platz 1: Swietelsky Filialleitung Tirol/Vorarlberg, Innsbruck Platz 2: Exenberger Elektro-Technik, Kitzbühel Platz 3: exceet electronics, Ebbs

schäftigt sich mit kollektiven Werten und dem Gefühl für das Richtige und damit dem Gefühl dafür, wie die Dinge sein sollten. Auf der tiefsten Eben sitzen jene Dinge, die ausschlaggebend dafür sind, wie wir mit unserer Umwelt agieren und wie wir darauf reagieren. Das Zusammenspiel all dieser Faktoren ist maßgeblich dafür, wie Unternehmen letztlich ticken. Das findet auch Heike Welte vom Institut für Organisation und Lernen an der Universität Innsbruck: „Beim Thema Organisationskultur geht es weniger um das offizielle Unternehmensleitbild, das man gemeinsam entwickelt und in Form eines Logos oder Internetauftritts zum Ausdruck bringt. In der Organisationskultur geht es darum, was im Unternehmen gelebt wird, auch in den einzelnen Abteilungen. Was macht ein Unternehmen im Innersten aus, welche Werte, Normen und Verhaltensweisen werden gelebt und dominieren im Alltag das Miteinander? Einer der zentralen Begriffe ist die Werteorientierung – sie legt fest, wie man miteinander agiert, zeigt sich in Ritualen, Symbolen und einer gemeinsamen Sprache und bestimmt damit auch ein Stück die Identität jedes Einzelnen.“ Mit diesem Verständnis wird nachvollziehbar, warum es oft nicht eine einzige Unternehmenskultur gibt, sondern sich diese in unterschiedlichen Bereichen und Abteilungen verschieden ausprägen kann.

© BUSINESS POOL AUSTRIA/KASER

Auch das Thema Gleichstellung ist Teil der Kultur von Unternehmen und auch wenn es heute wohl keine offene Diskriminierung – in welcher Form auch immer – mehr gibt, Monty Bayer (TouristMobile GmbH), Markus Paradisch (Intercoiffure Paradisch, Landeck), Erwin Schönherr und Johann Baumgartner (Swietelsky Filialleitung Tirol/Vorarlberg, Innsbruck), Andreas Lenz (Hotel Dorfwirt Lenz, See im Paznaun) und Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf; im Hintergrund: Business-Pool-Austria-Geschäftsführer Günther Wurm

66

eco.nova

unbewusst pressen wir Menschen doch immer noch in Schemata und Schubladen. Wir haben mit Heike Welte nicht nur, aber auch über das Frausein in Unternehmen gesprochen.


eco.zukunft

ECO.NOVA: Sie beschäftigen sich in Ihrem

tät von Weiblichkeit und Männlichkeit aus-

beruflichen Alltag unter anderem mit Or-

macht, sondern auch die unbewusste Vor-

ganisationskultur und im Zuge dessen auch

stellung, was macht Arbeit aus und wodurch

mit der Thematik der Gleichstellung von

wird sie bestimmt.

Mann und Frau. Warum müssen wir 2018 Womit ist der „ideale“ Mitarbeiter heute

HEIKE WELTE: Das ist schwer zu beant-

assoziiert und was bedeutet das für die

worten, ohne zu polemisch zu werden. Aber

Kultur im Unternehmen?

formulieren wir es positiv: Es hat sich schon

Es gibt unbewusste Strukturen in Organi-

viel verändert. Gleichzeitig sind Unterneh-

sationen, die Entscheidungen maßgeblich

men und Organisationskulturen nach wie

beeinflussen. Wenn man danach fragt, was

vor mit traditionellen Wertvorstellungen

den „ideal jobworker“ ausmacht, kommt die

konfrontiert. Heißt: Ich würde vielen Unter-

Regelvorstellung fast reflexartig: Er ist weiß,

nehmen und Mitarbeitern unterstellen, dass der Wunsch nach Gleichheit vom ideologischen Standpunkt aus durchaus gegeben ist. Doch wenn man sich den Alltag in Unternehmen ansieht, geht es nach wie vor um Machtprozesse. Das muss nicht zwangsläu-

© ANDREAS FRIEDLE

noch immer über darüber reden?

Dr. Heike Welte, Institut für Organisation und Lernen, Universität Innsbruck

männlich und verfügt über ein Supportsystem Familie, das quasi den Privatbereich organisiert. Daran wird jeder (neue) Mitarbeiter unbewusst gemessen. Als Frau fällt man damit schon automatisch aus der Norm. Es gibt also nicht nur kulturelle Vorstellungen über die Geschlechterverhältnisse, sondern

fig negativ sein. Es geht letztlich darum, wer die Entscheidungen trifft. Was ist die Basis

kommt auch von außen: In welcher Region

eben auch kulturelle Vorstellungen über die

dieser Entscheidung und die ist selten rati-

und welchem internationalen Kontext ist

ideale Arbeitstätigkeit an sich.

onal. In dem Zusammenhang spielt es eine

man unterwegs. All das sind Elemente, die

Rolle, wie sich die kulturellen Vorstellungen

das Thema Unternehmenskultur und damit

Wir erleben aktuell einen Boom der Start-

in Unternehmen und Organisationen entwi-

auch die Gleichbehandlung beeinflussen.

up-Szene, immer mehr junge Menschen

ckelt haben und nicht mehr bewusst wahr-

Was jedoch noch stärker mit dem Thema der

werden zu Unternehmern. Spüren Sie hier

genommen werden und damit ganz automa-

Organisationskultur verbunden ist, ist nicht

eine Veränderung in der Kultur des

tisch Entscheidungen beeinflussen. Vieles

nur die Vorstellung davon, was die Identi-

Miteinanders?

Nicht jeder für sich.

P010_013_02_econova180x122_RZ.indd 1

21.03.18 09:44

eco.nova

67


eco.zukunft

ECO.MMENTAR

Starke Marke – attraktive Bewerber Employer Branding – nur was für die Großen in der Wirtschaft? Von wegen! Für eine starke Arbeitgebermarke brauchen Sie keine großen Budgets. Vielmehr geht es darum, im Unternehmen an den richtigen Schrauben zu drehen.

N

icht nur den großen, sondern

übertrieben positiv darzustellen, und

auch den kleinen und mittel-

trauen Sie sich ruhig auch negative As-

ständischen

pekte zu erwähnen. Das erhöht die

Unternehmen

Glaubwürdigkeit.

setzt der Fachkräftemangel massiv zu. Um im Kampf um Talente eine Chance tiven Arbeitgebermarke wichtiger denn

So machen Sie Mitarbeiter zu Botschaftern

je. Dafür brauchen Sie keine großen Mar-

Zu einer erfolgreichen Kommunikati-

ketingbudgets, denn gerade kleinere Un-

on kann auch eine Recruiting-Kampag-

ternehmen haben dank ihrer Flexibilität

ne zählen. Wichtig: Die Ziele, die Kultur

einen entscheidenden Wettbewerbsvor-

und das Bild, das Mitarbeiter und Kunden

teil: Sie können mit flachen Hierarchien

von Ihrem Unternehmen haben, müssen

und kurzen Entscheidungswegen punk-

in sich stimmig sein. Entsprechend wich-

zu haben, wird der Aufbau einer attrak-

ten und Mitarbeitern von Beginn an die Möglichkeit geben, mitzugestalten.

tig ist es, Ihre bereits bestehenden MitarGünther Wurm, Consultant, Business Pool Austria

So bauen Sie Ihre Marke auf

beiter mit einzubinden. Sie sind die wichtigsten Markenbotschafter, sowohl bei den Kunden als auch in ihrem Freundes-

Zuerst geht es um den Blick nach innen und die Bestandsauf-

kreis, in ihrer Familie und in den sozialen Netzwerken. Aller-

nahme des eigenen Unternehmens. Wie behandeln wir unsere

dings können Mitarbeiter diese Rolle nur dann wahrnehmen,

Mitarbeiter? Wie gehen wir mit neuen Bewerbern um? Wich-

wenn sie sich mit den Zielen und der Kultur des Unterneh-

tig: Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter bei der Klärung dieser Fra-

mens identifizieren können.

gen mit ein, zum Beispiel mit einer Mitarbeiterbefragung – eine effektive Methode, um herauszufinden, wie wohl sich Ihre

So gewinnen Sie den „Krieg um Talente“

Mitarbeiter im Unternehmen fühlen.

Um Ihr Unternehmen bestmöglich zu präsentieren, empfiehlt

So erfahren Sie, wo es hakt

sich die Vernetzung verschiedener Medien. Im Internet allein wird der „Krieg um Talente“ nicht gewonnen. Auch eine Teil-

Danach geht es um die Auseinandersetzung mit den Ergebnis-

nahme an Wettbewerben wie dem Top Company Award er-

sen. Stellen Sie sich die Frage, welche Chancen und Möglich-

weist sich als ideale Möglichkeit, um sich als beliebter Arbeit-

keiten Sie potentiellen Bewerbern bieten können. Laut einer

geber zu präsentieren.

internen Studie (2016) von Business Pool kommt es Bewerbern

Somit ist die Arbeitgebermarke nicht bloß eine Mogelverpa-

vor allem auf die Kriterien Arbeitsklima, Entlohnung und So-

ckung, sondern purer Inhalt. Sie entscheidet am Ende, ob die

zialleistungen, Arbeitsplatzsicherheit, Entwicklungsmöglich-

Ansprüche des Bewerbers mit der Realität des Unternehmens

keiten sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf an. Klären

zusammenpassen. Eine starke Marke ist am Ende der Schlüs-

Sie für sich ab, wo Sie hier punkten können.

sel für die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens.

So kommunizieren Sie richtig Entscheiden Sie sich für eine klare und verständliche Sprache nach außen und verzichten Sie etwa in Stellenanzeigen auf Phrasen wie „junges dynamisches Team mit engagierten Persönlichkeiten“. Vermeiden Sie, Ihr Unternehmen

68

eco.nova

BUSINESS POOL AUSTRIA

Museumstraße 20, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/27 90 60, info@businesspool.at, www.businesspool.at


eco.zukunft

DIE WERTE- UND KULTURARBEIT LEGT DEN GRUNDSTEIN FÜR JEDE NACHHALTIGE ENTWICKLUNG. SIE LIEFERT DEN SINN UND ZWECK DES GANZEN UND IST DAS FUNDAMENT, DER KELLER, DER JAHRZEHNTE ÜBERDAUERN UND DICHT SEIN MUSS. DAMIT DAS GEBÄUDE NICHT AUF SAND GEBAUT WIRD UND LANGSAM, ABER SICHER ABDRIFTET, BRAUCHT ES DIESE ARBEIT AN DER BASIS.“ Aus: Mein Kompass für stürmische Zeiten, Verlag Ueberreuter

Leider nicht, bei jungen Menschen ist dieses

viel verändert hat, ist die Wertvorstellung und

Mann-Frau-Denken teilweise sogar wieder

die unterschiedliche Wahrnehmung von Mann

ist, dass viele Dinge unbewusst passieren

stärker ausgeprägt, weil sie es in der Familie

und Frau nach wie vor massiv vorhanden. Und

und Unternehmen selbst diese Diskrepanz

oder verschiedenen Peer-Groups so vorgelebt

damit auch die Vorstellung, was Geschlechts-

deshalb gar nicht (mehr) sehen. Ich glaube

bekommen. Man kann darüber diskutieren,

identität und Arbeitsidentität ausmacht.

kaum, dass in Unternehmen heute bewusste

ob auch die Kirche nach wie vor eine wichtige

be. Das ist nicht immer der Fall. Das Problem

oder beabsichtigte Diskriminierung stattfin-

Institution ist, Social Media sind es aber auf

Wohl die meisten Unternehmen würden

det, aber gewachsene Strukturen lassen uns

jeden Fall. Dort steckt wenig kritisches Poten-

sich als unvoreingenommen und vorurteils-

Entscheidungen eben nicht immer nur rati-

zial, man bekommt jene Infos geliefert, die zu

frei bezeichnen. Klafft hier eine Lücke zwi-

onal treffen.

einem passen. Wie soll man dabei jemals einen

schen Eigen- und Fremdwahrnehmung?

Dieses Gefühl geht noch viel tiefer, wenn es

anderen Blickwinkel bekommen? Obwohl sich

Definitiv ist das ein Problem. Was ich sage,

um Verantwortungspositionen geht. Füh-

also in den letzten Jahren und Jahrzehnten

muss mit dem zusammenpassen, was ich le-

rung wird oft noch damit assoziiert, dieser

Sondern alle für Innsbruck!

Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer Liste Für Innsbruck

P010_013_02_econova180x122_RZ.indd 2

21.03.18 09:45

eco.nova

69


eco.zukunft

Aufgabe das gesamte Leben unterzuordnen, sich zu 100 Prozent zum Unternehmen zu bekennen. Daneben hat nichts anderes Platz. Geht man zum Beispiel als Mann in Karenz, passt er nicht mehr ins Bild des idealen Co-Workers und damit auch nicht in die Karriereposition. Wir sind so sozialisiert, was nicht heißt, dass sich das nicht ändern ließe. Doch vieles sitzt sehr tief und die schnelle Reaktion ist in der Regel eine unbewusste. Wir setzen uns nicht permanent mit unseren Wertvorstellungen auseinander, sonst könnten wir nicht mehr agieren. Doch es gibt auch positive Beispiele von Unternehmen, in denen sich bewusst eine andere Kultur entwickelt hat und wo auch ein anderes Verständnis im gegenseitigen Umgang herrscht. Das wirkt schließlich auch nach außen. Dr. Christof Rissbacher, SPAR-Geschäftsführer Tirol und Salzburg, mit Projektleiterin Manuela Lechner (li.) und Personalleiterin Martina Bichler

Familienfreundlich Seit Jahren ist die SPAR-Zentrale Wörgl Träger des staatlichen Gütesiegels „berufundfamilie“. Kürzlich wurde das Zertifikat für die nächsten drei Jahre vom Bundesministerium für Familie und Jugend verlängert.

B

Unternehmen sind also fähig, sich kulturell zu wandeln? Glauben Sie, dass sich in näherer Zukunft die Unternehmenskultur generell verändern wird? Wir entwickeln uns zunehmend zu Wissens- und Expertenorganisationen und Unternehmen wird immer mehr bewusst, dass das Wissen der Mitarbeiter eine zentrale Ressource darstellt. Ich bin also als Unternehmer gefordert, Mitarbeiter im Unternehmen zu halten, weil mit ihnen auch ein großer Wissensschatz verloren ginge. Die Machtverteilung beginnt sich also zu ändern. Machen für Sie Frauenquoten Sinn?

ereits seit 2013 darf die SPAR-Zentrale Wörgl das staat-

Das ist ein umstrittenes Thema, aber ja, grundsätzlich ma-

liche Gütesiegel „berufundfamilie“ tragen, mit dem be-

chen sie für mich Sinn. Immer wenn Menschen von außen in

sonders familienfreundliche Unternehmen ausgezeich-

Organisationen kommen, passiert eine Auseinandersetzung

net werden. SPAR setzt schon seit vielen Jahren auf eine bessere

auch auf der informellen, unbewussten Ebene, weil man sich

Vereinbarkeit von Familie und Beruf am Arbeitsplatz. „Familien-

automatisch beginnt, mit dem neuen Mitarbeiter zu beschäf-

freundlichkeit ist ein wichtiger Bestandteil der SPAR-Unterneh-

tigen. Und kommen Frauen vor allem in Führungsebenen neu

mensphilosophie. Entsprechend sind wir bemüht, die Vereinbar-

hinzu, hat das oft Einfluss auf kultureller Ebene, weil man

keit von Familie und Beruf ständig weiter zu verbessern und damit

beginnt, sich anders zu verhalten. Das meine ich völlig wert-

auch ein familienfreundliches Arbeitsumfeld – insbesondere für

frei. Man kann das Thema auch breiter betrachten und in die

berufstätige Eltern und Mitarbeiter mit pflegenden Familienange-

Diversity-Thematik gehen: Es verändert sich eine Belegschaft

hörigen – zu schaffen“, erklärt Dr. Christof Rissbacher, SPAR-Ge-

auch, wenn Leute unterschiedlichen Alters oder unterschiedli-

schäftsführer für Tirol und Salzburg.

che Ethnien aufeinandertreffen. Doch zur Frauenquote: Bei Rekrutierungsprozessen neigt

Familienfreundliches Umfeld

man bewusst oder unbewusst dazu, mehr vom Gleichen zu

Eine eigene Strategiegruppe beschäftigt sich in der SPAR-Zentra-

suchen, more of the same. Frauen passen in diese Old-Boy-

le Wörgl mit der Ausarbeitung, Begleitung und Evaluierung von

Networks nicht hinein. Diese suchen mehr von dem, was ih-

familienfreundlichen Maßnahmen. Zahlreiche Initiativen wurden

nen selbst entspricht, um das aktuelle Konstrukt nicht zu ge-

zuletzt umgesetzt. Die SPAR-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter

fährden. Das gibt auch ein Stück weit Sicherheit, wenn man

werden dabei intensiv eingebunden. Dr. Christof Rissbacher: „Wir

sich Leute ins Team holt, die über die gleichen Verhaltenswei-

wollen in enger Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeiterinnen

sen und Praktiken verfügen wie man selbst. Und wenn die

und Mitarbeitern nachhaltige Rahmenbedingungen schaffen.“

anderen gleich sind, weiß ich auch, wie ich selbst dort agieren

Neben konkreten Maßnahmen wie dem Angebot der Kinderbetreu-

kann. Deshalb ist die Frauenquote ein gutes Instrument, das

ung in der Sommerferienzeit wurde das Thema Vereinbarkeit von

hilft, hier etwas aufzubrechen.

Familie und Beruf auch innerhalb des Unternehmens noch stärker verankert, etwa durch die Aufnahme in die jährlichen Mitarbeiter-

Will man als Frau wirklich immer die „Quotenfrau“ bleiben?

gespräche und die wiederkehrenden Mitarbeiterbefragungen.

Wichtig ist, die Diskussion differenziert zu führen: Frauenquote heißt nicht, dass eine schlechter qualifizierte Frau einem

Flexible Arbeitszeitmodelle bei SPAR

Mann vorgezogen wird. Frauenquote heißt, wenn für eine Po-

In der SPAR-Zentrale Wörgl sind derzeit 549 Mitarbeiterinnen und-

sition ein Mann und eine Frau gleich gut geeignet sind, man

Mitarbeiter beschäftigt. Die Frauenquote beträgt 30 Prozent. Über

sich für die Frau entscheidet. Diese Debatte, Frauen bekämen

75 Mitarbeiter nutzen mittlerweile eines der vielen bei SPAR ange-

einen Job nur, weil sei Frauen seien, ist zu kurz gegriffen. Na-

botenen Teilzeitmodelle. // www.spar.at

türlich tun sie das, aber sie bekommen den Job auch, weil sie PROMOTION

70

eco.nova

dafür eben mindestens genauso gut qualifiziert sind.


promotion

„Go digital“ mit dem BFI Tirol

Die neue jährliche Bildungsstudie des BFI Tirol, der Bildungsbarometer 2018, hat sich unter anderem mit dem Thema Digitalisierung beschäftigt. Die repräsentative Befragung in der Tiroler Bevölkerung hat ergeben, dass den Tirolerinnen und Tirolern die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung kaum Sorgen bereitet.

AKTUELLE SEMINARE • Datenschutzgesetz – das müssen Sie beachten! Info-Workshops ab Ende März in ganz Tirol

© FOTOLIA

• Fachlehrgang Betrieblicher Datenschutzbeauftragter (mit ISO-Zertifikat) Start am 6. April und 1. Juni 2018

L

• Datenschutzgesetz EU-DSGV 2018 – Update für Datenschutzbeauftragte Start am 25. Mai 2018 ediglich 29 Prozent der Befragten ga-

diengestaltung, Seminare für Social Media

ben an, dass sie sich große bzw. sehr

Manager, Ausbildungen und Workshops zum

große Sorgen um den Arbeitsmarkt

Thema Datenschutz, Kurse für angehende

• Adobe InDesign Start am 2. Mai 2018 • Informationsabend Mediation und Konfliktmanagement 9. April 2018

machen. Bei der Frage, wie sehr die zuneh-

Programmierer und vieles mehr. Für alle, die

mende Digitalisierung Besorgnis um den eige-

gerne lernen, wo und wann sie wollen, kann

nen Arbeitsplatz auslöst, geht dieser Wert so-

man am BFI Tirol aus spezifischen E-Lear-

gar auf 13 Prozent zurück. Das heißt, dass sich

ning-Kursen auswählen. Damit passen sich

die Tiroler Bevölkerung zu rund 85 Prozent

Lerneinheiten flexibel dem eigenen Termin-

wenig bis gar keine Sorgen macht. Dies wider-

plan und Lerntempo an.

• B2 English Power Pack – Legal English Start am 11. April 2018

änderungen der Arbeitswelt durch die Digita-

Maßgeschneiderte Trainings

lisierung wesentlich gravierender beurteilen.

Für individuelle Anforderungen von Firmen

• Überprüfung elektrischer Anlagen Start am 13. April 2018

Die Tiroler Arbeitnehmer fühlen sich von

werden zusätzlich maßgeschneiderte Schu-

der zunehmenden Digitalisierung kaum be-

lungen konzipiert und in den Unternehmen

troffen. Es gilt jedoch rechtzeitig zusätzliche

vor Ort oder in einem der über 110 modernst

digitale Kompetenzen zu erwerben, um fit

ausgestatteten Kursräume und Werkstätten

für den Arbeitsmarkt zu bleiben.

in ganz Tirol durchgeführt. Das BFI Tirol ist

Das BFI Tirol bietet ein breites Portfolio

mit seiner mehr als 50-jährigen Erfahrung

an Weiterbildungen im IT-Bereich an, von

ein verlässlicher Partner für professionelle

EDV-Grundlagen-Schulungen über Fachlehr-

Firmentrainings. Nutzen Sie das vielfältige

gänge für Webdesign bzw. Grafik und Me-

Angebot für neue Perspektiven.

spricht den Expertenmeinungen, die die Ver-

„DIE DIGITALISIERUNG BRINGT NEUE CHANCEN, ERFORDERT ABER AUCH NEUE KOMPETENZEN.“ Dr. Karin Klocker, Geschäftsführerin des BFI Tirol

• Kosmetik-Lehrgang – Halbtageskurs Teil 1 Start am 2. Mai 2018 • Lehre mit Matura Start im Herbst 2018 in ganz Tirol

Kontakt Firmenschulungen:

BFI TIROL

Ing.-Etzel-Straße 7, 6010 Innsbruck Tel.: 0512/59 660 info@bfi-tirol.at www.bfi.tirol

eco.nova

71


eco.zukunft

Wissen nach Wunsch Industrie 4.0 – oder auch die vierte industrielle Revolution nach der Mechanisierung, Massenfertigung und Automatisierung – ist mehr als ein Schlagwort. Sie verändert die Art zu arbeiten.

D

ie immer rasanter fortschrei-

und Personen ins Zentrum stellt. Ziel ist die

Expertise maßgeschneidert

tende Digitalisierung stellt

Zusammenführung moderner Informations-

Der Aufbau des Q-WEST orientiert sich maß-

uns vor Herausforderun-

und Kommunikationstechnik mit der indus-

geblich an den Bedürfnissen der Teilnehmer.

gen – privat und vor allem

triellen Fertigung.

In einem Modulsystem wählen diese jene

beruflich. Arbeit verändert sich. Die Art, wie

Gemeinsam decken die Hochschulpartner

Angebote aus, die für ihr Umfeld und ihren

wir arbeiten, genauso wie manche Berufs-

einen breiten Themenkomplex ab, der alle

Beruf wichtig sind. Der Wissensvermittlung

felder an sich. Die Digitaliserung beeinflusst

Aspekte von Industrie 4.0 von den individu-

liegt dabei ein dreistufiger Prozess zugrun-

auch die Kommunikation in Unternehmen

ellen Geschäftsprozessen bis zum Internet

de. Zuerst wird in grundlegenden Kursen ei-

und deren Kultur. Mitarbeiter sind schneller

der Dinge umfasst. Das Projekt wurde 2016

ne möglichst einheitliche Wissensbasis aller

informiert als früher, auch viele Prozesse in

ins Leben gerufen und läuft außerordentlich

Projektpartner geschaffen. Darauf aufbau-

Unternehmen sind klarer und strikter defi-

gut, bilanziert Thomas Ußmüller, Professor

end folgen weiterführende Kurse, die die Er-

niert und erlauben einen besseren Überblick

am Institut für Mechatronik, das sich in den

gebnisse aktueller Forschungsfragestellun-

über den aktuellen Status.

kommenden Jahren zu einem Kompetenz-

gen mit Bezug zu Industrie 4.0 vermitteln.

Die Universität Innsbruck, die Fachhoch-

zentrum im Bereich Industrie 4.0 entwickeln

Als letzter Schritt folgt eine praktische Um-

schulen Salzburg und Vorarlberg und über 20 Firmen haben sich gemeinsam zu einem von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft/FFG geförderten Qualifizierungsnetz zusammengeschlossen, um Firmen und Mitarbeiter in Hinblick auf die Veränderungen, die Industrie 4.0 mit sich bringt, gezielt zu schulen. Die FFG investiert im Auftrag des zuständigen Bundesministeriums mit dem Programm „Forschungs-

„EINE HERAUSFORDERUNG DER DIGITALISIERUNG FÜR DIE MITARBEITER IST IN MEINEN AUGEN DER GEZIELTE UMGANG MIT ALL DEN ZUR VERFÜGUNG STEHENDEN INFORMATIONEN UND DIE VERHINDERUNG EINER REIZÜBERFLUTUNG. DAS FILTERN UND EINORDNEN VON INFORMATIONEN WIRD EINE KERNKOMPETENZ FÜR DIE ZUKUNFT SEIN.“ Thomas Ußmüller, Professor am Institut für Mechatronik und Q-WEST-Projektleiter

kompetenzen für die Wirtschaft“ in den Wissenstransfer zwischen Universitäten,

möchte: „Wir haben etwa 130 Mitarbeiter von

setzung von konkreten Projekten in den Fir-

Fachhochschulen und der praxisorientier-

Firmen unterschiedlichster Größenordnung

men, die durch wissenschaftliche Experten

ten Anwendung in der Wirtschaft. Mit dem

in Westösterreich geschult. Über 98 Prozent

begleitet werden. Darüber hinaus können

Qualifizierungsnetz WEST, kurz Q-WEST,

der Teilnehmer haben in Umfragen nach den

daraus auch Schlüsse über die Bedürfnisse

wird damit ein Projekt gefördert, das die

Schulungen eine hohe oder sehr hohe Zu-

in Unternehmen in Hinblick auf Forschung

digitale Vernetzung von allen in der Wert-

friedenheit angegeben.“

und Lehre gezogen werden.

schöpfungskette beteiligten Unternehmen


promotion

Ein Kraftwerk für saubere Innovationen Abwasser reinigen, Wärme gewinnen, Energie erzeugen. Die Prozesse, mit denen die Kläranlage der Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB) zu einer besseren – weil sauberen – Welt beiträgt, sind so komplex wie faszinierend. Mit der größten Klärschlammtrocknungsanlage ihrer Art in Österreich wurde ein weiterer Schritt gesetzt. Und die Vorreiterrolle ausgebaut.

An einem Tag ohne Niederschlag landen etwa 50 Millionen Liter Abwässer in der Kläranlage (li.) der IKB. Wenn es regnet, können es bis zu 150 Millionen Liter werden. Die Anlage ist auch für diesen Fall gerüstet. // Im Biomassekraftwerk (re.) wird auf dem Areal der Kläranlage Strom und Wärme aus Holz erzeugt.

D

as System wirkt wie ein giganti-

Sauberer Kreislauf

Für das Wasser selbst ist der Reinigungsrei-

sches Spinnennetz. Mit rund 400

Gerne erklärt Klemens Geiger, Leiter der

gen nach dem Aufenthalt in den vier Nach-

Kilometern Länge würde es fast

Kläranlage, auch Besuchern, wie Abwasser-

klärbecken abgeschlossen. Von hier aus wird

von Innsbruck bis St. Pölten reichen, doch

reinigung funktioniert: „Es gibt zwei Ver-

das saubere Wasser in den Inn geleitet. Der

sind die verschlungenen Wege dieses Kanal-

fahrensschritte – die mechanische und die

zweite Kreislauf aber, mit dem die IKB-Klär-

systems auf die Tiroler Landeshauptstadt

biologische Reinigung“, sagt er. Im Zuge der

anlage in den vergangenen Jahren und zu-

und 14 umliegende Gemeinden verteilt. Das

mechanischen Reinigung wird das Abwas-

letzt im Oktober 2017 Zukunftszeichen setz-

komplexe Netz verbindet die Haushalte im

ser zuerst gesiebt. Mit zwei großen und doch

te, wird ab diesem Zeitpunkt erst richtig

Verborgenen, am Ende haben all deren Ab-

kleinteiligen Rechen werden Festteile, die

befeuert.

wässer ein Ziel: die Innsbrucker Kläranlage.

absichtlich oder irrtümlich im Abwasser lan-

Ausreichend Reserven

den, herausgesiebt und entfernt. „Diese Stoffe werden gepresst, entwässert und entsorgt“,

Abwasserreinigung ist die Kernaufgabe der

beschreibt Geiger. Danach gilt es, Fette, Sand

Anlage. Am Ende der komplexen Prozesse

und Kies aus dem Abwasser zu „fischen“.

wird nicht nur sauberes Wasser in den Inn

Der Hauptteil der Abwasserreinigung geht

geleitet, sondern auch Energie gewonnen. Bis

jedoch biologisch vonstatten – über zig

ins Jahr 1969 gelangte das Abwasser ohne Be-

Millionen Mikroorganismen. Im Abwas-

handlung in den Fluss. In vergleichsweise kur-

ser befinden sich vor allem Kohlenstoff-,

zer Zeit sind hier Revolutionen passiert. Mit

Stickstoff- und Phosphorverbindungen, die

der Novelle der wasserrechtlichen Rahmenbe-

praktischerweise ganz oben auf dem Spei-

dingungen hatte der Gesetzgeber Anfang der

seplan der klitzekleinen Lebewesen stehen.

1990er-Jahre die Vorgaben verschärft. Parallel

Im so genannten Belebungsbecken werden

dazu war das Ausbauprojekt der Innsbrucker

für die Mikroorganismen optimale Voraus-

Kläranlage auf 400.000 Einwohner in Planung.

setzungen geschaffen, unter denen sie sich

War die Inbetriebnahme der biologischen Aus-

durch organische Verunreinigungen arbei-

baustufe mit der Erzeugung von Biogas im

ten und sie umwandeln. „Sie vermehren sich

Jahr 1976 ein erstes Highlight gewesen, so stell-

wahnsinnig schnell. Was an Zuwachs – also

te der Aus- bzw. Neubau ein zweites dar. Auf

Biomasse – übrig bleibt, müssen wir heraus-

zahlreichen Ebenen wurde dabei ein nachhal-

holen. Das ist der berühmte Klärschlamm,

tiger Vorsprung zementiert.

das Endprodukt“, so Geiger.

74

eco.nova

Die Klärschlammtrocknungsanlage der IKB ist die größte ihrer Art in Österreich.


promotion

IM .INTERVIEW

Leuchttürme in puncto Energieeffizienz Sie ist auf zahlreichen Ebenen spürbar – die Strahlkraft der SINFONIA-Projekte, an denen die IKB federführend beteiligt ist. „Das DI Klemens Geiger, Chef der Kläranlage (im weißen Hemd), mit einem Teil seines Teams

EU-Projekt wirkt europaweit, in Innsbruck und auch in unserem Unternehmen selbst“, so IKB-Vorstandsvorsitzender Helmuth Müller.

Kraftwerk Kläranlage

ECO.NOVA: Auf der einen Seite ist die IKB als Kommunalver-

Energie sei laut Geiger eines der Hauptthemen für die Abwasserreini-

sorger dafür zuständig, dass die unmittelbare Lebensqualität

gung, haben Kläranlagen doch grundsätzlich den größten Energiebe-

der Menschen im Alltag gewährleistet wird. Auf der anderen Sei-

darf im kommunalen Bereich. Darum wurde schon 1976 damit begon-

te setzt die IKB mit ihren SINFONIA-Projekten Schritte, mit de-

nen, aus dem anfallenden Klärschlamm Biogas zu erzeugen. Heute

nen Zukunft gestaltet wird. Ein schwieriger Spagat?

stehen dafür zwei Faultürme zur Verfügung. Dort werden Klärschlamm

HELMUTH MÜLLER: Es ist ein Spagat, da haben Sie Recht. Doch

und täglich rund 40 Tonnen Bioabfall auf 38 Grad erwärmt. In derart

würde ich ihn nicht als schwierig, sondern vielmehr als notwendig

molliger Wärme vergärt die Masse unter Luftabschluss und setzt ener-

bezeichnen. Die IKB ist zentraler Partner des SINFONIA-Projek-

giereiches Methangas frei, das mit Gasmotoren in Strom und Wärme

tes. Dessen Ziel ist es, intelligente Lösungen zu finden, umzusetzen

umgewandelt wird. 2015 wurden die Blockheizkraftwerke durch zwei

und in die täglichen Abläufe zu implementieren, mit denen Kom-

hocheffiziente Gasmotoren ersetzt. „Damit können wir den Bedarf un-

munen energieeffizient im besten Sinn werden. Damit soll vor al-

serer Anlage mit Strom und Wärme decken und die Energie auch nach

lem auch die Lebensqualität gesteigert werden. Das ist ein schönes

außen hin verwerten bzw. zur Verfügung stellen“, so Geiger.

Ziel und allein mit der komplexen Verwandlung unserer Kläranla-

Im Zuge des EU-Projekts SINFONIA wurde die Nutzung der ener-

ge zu einem Leuchtturm in puncto Energieeffizienz bzw. -nutzung

getischen Potenziale von der IKB-Kläranlage auf innovative Weise

haben wir bestätigt, dass es eine richtig gute Idee war, Innsbruck

ausgebaut. Strom aus dem „Kraftwerk Kläranlage“, der nicht vor Ort

zu einer der beiden Pionierstädte des EU-Projektes zu machen. Für

verbraucht wird, wandert in das Versorgungsnetz der IKB, mit der

das Unternehmen IKB ist das eine spannende Herausforderung.

überschüssigen Wärme werden sowohl das Hallenbad Olympisches Dorf als auch das neue Restaurant am Baggersee beheizt.

Welche IKB-Teilprojekte stechen heraus?

Das 2016 im Rahmen der europäischen Energieeffizienz-Initiative in

Neben der Kläranlage ist das Demo-Net Roßau ein weiteres Projekt.

Betrieb genommene Biomassekraftwerk, mit dem auf dem Areal der

Für das Demonstrationsprojekt werden mehrere bestehende Ge-

Kläranlage Strom und Wärme aus Holz erzeugt werden, ist ein weite-

bäude elektrisch und wärmetechnisch miteinander verbunden. Auf

res Highlight. Runder geht’s nicht, möchte man meinen. Doch mit der

Basis erneuerbarer Energien werden somit neue Erzeugungsanla-

Inbetriebnahme der Klärschlammtrocknungsanlage hat die IKB ge-

gen für Strom und Wärme geschaffen. Mit Hilfe ausgeklügelter Soft-

zeigt, dass es doch noch runder geht.

waretools und innovativer Speichersysteme wird damit ein Modell

Die nassen Klärschlamm-Massen müssen zu Verbrennungsanlagen

kreiert, das das Energiemanagement optimiert.

transportiert werden, doch selbst nach einer mechanischen Entwässerung liegt der Wassergehalt immer noch bei rund 75 Prozent. Im

Mit den Smart-City-Projekten wächst nicht nur die Vorreiter-

Oktober 2017 ging deshalb die Klärschlammtrocknungsanlage in Be-

rolle der Landeshauptstadt, sondern auch die Expertise der IKB

trieb. Geiger: „Durch die Trocknung kann der Wassergehalt auf bis

und ihrer Mitarbeiter. Verändern Prozesse wie diese das Unter-

zu fünf Prozent reduziert werden. Mit dieser Trockenmasse wird der

nehmen und was es im Kern zusammenhält?

Transport in die Verbrennungsanlage erheblich günstiger.“ Günstiger

All diese Prozesse machen die IKB zu einem Experten für innova-

für die IKB und die Umwelt, wird sie durch die rund 450 eingesparten

tive Kommunalwirtschaft. Die Impulse, die davon ausgehen, sind

Lkw-Fahrten pro Jahr doch mit 400 Tonnen CO2 weniger belastet.

nicht zu unterschätzen. Ob es nun darum geht, Dinge neu zu den-

Zumindest gedanklich setzen sich Geiger und seine Mitarbeiter

ken, die Zukunft ganz konkret und handfest mitzugestalten oder bei

schon wieder mit weiteren Zukunftsfragen auseinander. Die Rückge-

Großprojekten Wege zu finden, mit Partnern zusammenzuarbeiten

winnung von Phosphor aus dem Klärschlamm zum Beispiel. Wieder

und dabei auch ein Stück weit die eigenen Strukturen und Muster zu

steckt in der Antwort ein großes Potenzial. „Es hört nicht auf, es geht

durchleuchten – die Herausforderungen öffnen den Geist.

immer weiter“, weiß Geiger.

eco.nova

75


eco.zukunft

Fluch und Segen Die moderne Technik hat unser Leben um ein Vielfaches erleichtert – privat und vor allem beruflich. Ohne sie können und wollen wir nicht (mehr) auskommen. Doch sie hat auch ihre Tücken. // TEXT: MARINA KREMSER Theorie eine schöne Sache sein, effizient indes ist es nicht.

Christian Blaschke, Initiator des Kitzbüheler Führungsforums

Cal Newport, Juniorprofessor für Computerwissenschaften an der Georgetown University in Washington, hat das schöne Buch „Konzentriert arbeiten“ (erschienen im Redline Verlag) geschrieben und den Begriff des „Deep Work“ geprägt, der einen Zustand völlig konzentrierter Arbeit beschreibt. Er hat dafür die Regeln und Denkweisen erforscht, die fokussiertes Arbeiten fördern, und zeigt im Buch, wie sich das Arbeitsleben nach den Regeln der Deep-Work-Methode neu organisieren lässt. Christian Blaschke indes rät von Zeit zu Zeit zu digitaler Entgiftung, in sexy „Digital Detox“ genannt: „Eine Lösung könnten handyfreie Zonen sein, möglicherweise

A

ein Privathandy für Familie und Freunde, damit das Diensthandy am Wochenende aus bleiben kann. Gleiches gilt für E-Mail und us meiner Sicht handelt

durch die Technik. Ständige Erreichbarkeit

soziale Medien. Speziell Facebook und You-

es sich um ein modernes

via Smartphone oder E-Mail, dauernde Prä-

Tube können echte Zeitkiller sein.“ Und es

Paradoxon: Einerseits be-

senz auf Facebook, Xing, LinkedIn oder Twit-

mutet in diesem Zusammenhang schon fast

klagen wir uns über die

ter lösen Stress aus“, so Blaschke. Hatte man

abstrus an, dass es für Digital Detox mittler-

Technik, andererseits wollen wir sie nicht

früher noch Briefe geschrieben und allein

weile eigene Apps gibt.

missen“, sagt Christian Blaschke. Er ist Di-

durch den Postlauf ein mehr oder weniger

Sei’s drum: Mit dem Thema „Simplicity“ trifft

rektor und Leiter des Financial Planning &

langes Zeitfenster zur (Re)aktion, wird heute

das Kitzbüheler Führungsforum genau den

Family Office der AlpenBank und hat 2015

bereits telefonisch nachgerufen, wenn man

Puls der Zeit, weil wir uns in einer immer

außerdem die Leadership Days in Kufstein

zwei bis drei Stunden auf eine E-Mail-Ant-

komplexer werdenden Welt – ob technisch

ins Leben gerufen. Ein Jahr darauf wurden

wort wartet. Das Leben ist schneller gewor-

oder anderwertig bedingt – nach ein Stück

diese in „Kitzbüheler Führungsforum“ umbe-

den. Und komplexer. Eine Entwicklung, die

mehr Einfachheit sehnen. Aktuell sind 32

nannt, als die sie heuer zum dritten Mal im

nicht nur gut tut.

Teilnehmer angemeldet, was das Interesse

Rasmushof stattfinden. Im Zuge der exklugespeist, es sprechen auch hochkarätige Re-

Die Revolution frisst ihre Kinder

ferenten zu einem definierten Dachthema.

Moderne Technik hat unseren Workflow an-

Heuer beschäftigen sich Andreas Freitag (Se-

getrieben, viele Arbeiten werden heute von

nior Manager and Blockchain Lead Austria,

Maschinen schneller und präziser erledigt –

Accenture), Michael Frei (Leiter Marketing

das hat unsere eigenen Tätigkeiten nicht

& Kommunikation der Podini Group SpA),

nur verändert, es hat sie auch beschleunigt.

Elke Schaffer (Director Customer Service &

Durch Smartphones verschwimmt die Gren-

Sales, A1 Telekom), Gerhard Kürner (Marke-

ze zwischen Beruf und Freizeit. Das ist an

ting- und Kommunikationsexperte, Lunik 2)

sich nichts Schlimmes, weil es uns auch viele

sowie Rhetoriktrainer, Businesscoach und

Chancen eröffnet – flexibleres Arbeiten zum

Überzeugungsexperte Matthias Pöhm mit

Beispiel. Die Vielfalt der Möglichkeiten kann

„Simplicity“ und damit einhergehend mit

jedoch rasch zur Überforderung führen.

einfachem Denken und Handeln in einer

Geistig. Körperlich. Wir verlernen zusehends,

komplexen Welt.

uns auf eine einzige Sache zu konzentrieren,

„Auslöser, Simplicity als Motto zu wählen,

und so wird die gewonnene Zeit, die uns die

war die zunehmende Komplexität und For-

moderne Technik schenkt, durch genau die-

derung – teilweise auch Überforderung –

se wieder gefressen. Multitasking mag in der

siven Veranstaltung wird nicht nur erlesen

76

eco.nova

am Thema zusätzlich unterstreicht. Einige Plätze sind noch frei, die Anmeldung funktioniert ganz einfach, simpel also, über die Homepage.

KITZBÜHELER FÜHRUNGSFORUM

Donnerstag, 14. Juni 2018 Hotel Rasmushof, Kitzbühel Beginn: 9 Uhr / Ende: 17 Uhr danach Möglichkeit zum Meinungsaustausch Kosten: 690 Euro exkl. USt. Mittwoch, 13. Juni 2018, 19 Uhr: Kamingespräch: Besser entscheiden in einer komplexen Welt www.fuehrungs-forum.com


… ist charmant und leidenschaftlich, niveauvoll und frech, schrill und gefühlvoll zugleich. … unterhält, berührt und begeistert. … bringt Themen zu Papier, die Frauen bewegen und von Frauen bewegt werden.

Gültig nur in Österreich. Abo wird nicht automatisch verlängert.

eco.zukunft

S en de uns e ine E-M ail mit Name u nd Adresse an a b o @ m a y amagazin .at und erhalte die nächsten 3 A u sg a b en von maya – Das Tiroler Frau enmagazin kostenlos!

… erzählt Geschichten aus dem Leben und für das Leben – von Frauen, für Frauen.

Budget bestimmen volle Kostenkontrolle

Reichweite festlegen

regional bis international

Neue Kunden gewinnen. Erfolgreich werben mit Google AdWords. Wir steigern Ihre Umsätze mit effektivem Online-Marketing.

Zielgruppen erreichen ohne Streuverluste

neue Kunden gewinnen Umsätze steigern

Jetzt beraten lassen! + 43 512 20 65 67 info@web-crossing.com www.web-crossing.com

eco.nova

77


promotion

Die Menschen in Bewegung halten

Bereits 2004 wurde das OFZ Orthopädie + Fußzentrum Innsbruck von Dr. Ambros Giner (Mitte) gegründet. 2014 stieß Dr. Gerhard Kaufmann dazu (li.), Dr. Roland Wachter komplettiert seit Anfang 2018 das Orthopäden-Trio.

D

as gelbe Haus, das an den Innsbru-

Stütz- und Bewegungsapparates geht, dazu

Behandlung von Störungen des gesamten

cker Marktplatz angrenzt, ist be-

und verstärkt die Gemeinschaftspraxis.

Stütz- und Bewegungsapparates befasst. Die

kannt und weithin sichtbar. Dort

Praxis am Marktplatz ist mit einem eigenen

2004 das OFZ Orthopädie + Fußzentrum

Gesamtes orthopädisches Spektrum

Innsbruck eröffnet. Vor vier Jahren ist Dr.

„Wir decken das gesamte Spektrum der Or-

werden im Sanatorium Kettenbrücke durch-

Gerhard Kaufmann dazugestoßen, wie Giner

thopädie ab, ein besonderer Schwerpunkt

geführt, wo die Patienten gleichfalls erstklas-

Facharzt für Orthopädie und orthopädische

liegt auf der Fußchirurgie“, erklärt Kauf-

sige Voraussetzungen vorfinden. Alle Diag-

Chirurgie. Mit Dr. Roland Wachter gesellt

mann die medizinische Ausrichtung. Das

nose- und Behandlungsschritte werden von

sich mit April ein weiterer anerkannter Spe-

medizinische Fachgebiet der Orthopädie

der Praxis aus unbürokratisch und direkt ko-

zialist auf dem Gebiet der Orthopädie, in der

bzw. orthopädischen Chirurgie ist mit Di-

ordiniert, was den Komfort für die Patienten

es um Fehlbildungen und Erkrankungen des

agnose und konservativer wie operativer

wesentlich erhöht.

hat Orthopäde Dr. Ambros Giner bereits

78

eco.nova

Röntgengerät und modernsten Ultraschallgeräten ausgestattet. Operative Eingriffe

© FRIEDLE, OFZ, SHUTTERSTOCK

Im OFZ Orthopädie + Fußzentrum Innsbruck ist mit Beginn des Jahres aus einem kompetenden und dynamischen Ärzte-Duo ein Trio geworden. Neben den Fachärzten für Orhopädie und orthopädische Chirurgie Ambros Giner und Gerhard Kaufmann ist Roland Wachter der Dritte im Bunde, wenn es um die Verwirklichung des Ziels geht, mit konservativen oder operativen Methoden Menschen bis ins hohe Alter hinein in Bewegung zu halten. // TEXT: MARIAN KRÖLL


promotion

„DAS PRODUKT UNSERER ARBEIT IST BEWEGUNG.“ Bewegung erhalten „Das Produkt unserer Arbeit ist Bewegung“, bringen die Orthopäden die Zielsetzungen ihres medizinischen Wirkens kurz und prägnant auf den Punkt. Es gehe darum, Bewegung bzw. Funktion des Bewegungsapparates zu erhalten oder wiederherzustellen und die Lebensqualität der betroffenen Patienten entscheidend zu verbessern.

Spezialgebiet: Untere Extremität Während sowohl die Technologie, die operativen Verfahren und das Material der Prothesen mit der Zeit kontinuierlich besser geworden sind, gibt es einige Indikationen,

operative Eingriffe in der Orthopädie DIE

Sprunggelenk werden bei Bedarf auch ar-

bei denen man sogar vermehrt konserva-

tragende Rolle, wenn es darum geht, die Be-

throskopisch durchgeführt. „In diesen Be-

tiv behandelt wie in früheren Zeiten. Dazu

wegungsfähigkeit von Menschen zu erhal-

reich fällt das Gros der sportchirurgischen

gehören etwa Eingriffe im Bereich der Wir-

ten und bis ins hohe Alter eine hohe Lebens-

Eingriffe“, sagt Gerhard Kaufmann.

belsäule und der Schulter. Dennoch spielen

qualität zu gewährleisten. Der operative

Ob konservative oder operative Behandlung, ob nun der weit verbreitete Schiefstand des Großzehs (Hallux Valgus) oder Hüft- oder Sprunggelenksprothetik, bei den erfahrenen Orthopäden des OFZ sind Patienten garantiert in besten Händen.

Schwerpunkt im OFZ liegt an der unteren

Ein erfahrenes Team

Extremität, also an Hüfte, Knie und Fuß, wo

Patienten finden im OFZ Orthopädie + Fuß-

von minimalinvasiven Eingriffen – etwa in

zentrum Innsbruck mit Ambros Giner, Ger-

der Vorfußchirurgie beim verbreiteten Hal-

hard Kaufmann und seit neuestem Roland

lux Valgus – bis hin zu Kunstgelenken alles

Wachter ein Team aus erfahrenen Experten

abgedeckt wird. Operationen an Knie- und

vor, das sein gesamtes medizinisches Wirken vor allem einem Ziel unterordnet: Menschen in Bewegung zu halten. Einen genauen Überblick über das Leistungsspektrum und einige weitere Impressionen aus der Praxis finden Sie auch im Internet unter www.ofz-innsbruck.at.

ofz orthopädie fußzentrum Innrain 2, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/563900 www.ofz-innsbruck.at Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. nach telefonischer Vereinbarung

eco.nova

79


Heilende Architektur Vor einigen Monaten wurde der Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Gelände des Landeskrankenhauses Hall bezogen. Das moderne Gebäude beinhaltet neben dem stationären Bereich auch eine Ambulanz, eine Tagesklinik und eine Schule. Wie wichtig sogenannte „Healing environments“ für Menschen sind, die sich in Grenzsituationen befinden, zeigt dieses Vorzeigeprojekt. // TEXT: CATERINA MOLZER-SAUPER


eco.zukunft

© SCHAFGANS

Elegant fügt sich der moderne Bau in das weitläufige Gelände des Landeskrankenhauses Hall ein. Der Errichter des Erlebnisspielplatzes wurde durch einen eigenen kleinen Wettbewerb ermittelt, um den Wünschen und Anforderungen der Kleinsten möglichst ideal zu entsprechen.

„Mit der neuen Klinik für Kinderund Jugendpsychiatrie in Hall ist durch die Verknüpfung von speziellen Raumkonzepten im Sinne von healing architecture und einem sehr modernen Behandlungskonzept ein Meilenstein in der Versorgung von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen in Westösterreich gelungen. Die Klinik hat insgesamt 43 stationäre Behandlungsplätze, die sich auf sieben Bereiche (Unterbringungsbereich, stoffgebundene und nicht stoffgebundene Abhängigkeitserkrankungen, Jugend, Eltern-Kind, Kinder, Essstörungen, Tagesklinik) aufteilen. Ergänzt wird das Behandlungskonzept durch eine eigene Klinikschule, die im Gebäude integriert ist. Außerdem werden in einer großen Ambulanz die Patienten ambulant versorgt.“ Univ.-Prof. Dr. Kathrin Sevecke, Direktorin Kinder- und Jugendpsychiatrie LKH Hall

eco.nova

81


eco.zukunft

Auf der Visualisierung ist die Gestaltungsmöglichkeit des Sockelbereichs durch die Kinder und Jugendlichen dargestellt. Demnächst soll mit diesem Projekt gestartet werden.

Es gibt kein einziges Standardzimmer im gesamten Haus. Jeder Raum wurde exakt auf die Bedürfnisse der jeweiligen Patientengruppe und deren Angehörigen abgestimmt.

D

er Entwurf der Arge Architekten Pontiller – Schweiggl aus Innsbruck mit

dem vielversprechenden Anspruch, damit ein „Haus der Heilung“ zu verwirklichen, setzte sich im Jahr 2014 bei einem ausgelobten Wettbewerb durch. Ausgestattet mit 43 Betten sowie ambulanten Angeboten nimmt die Einrichtung Kinder und Jugendliche im Alter zwischen vier und 18 Jahren auf. Jungen Menschen mit Essstörungen, Suchtkranken und Kindern mit psychischen Gebrechen kann in dem neuen Haus, dessen ausgeklügelter Grundriss Räume und Frei-

Wir glauben an die Kraft des Teams. Die STRABAG-Gruppe ist mit einer Leistung von mehr als € 14 Mrd. und jährlich mehr als 15.000 Projekten einer der führenden europäischen Technologiekonzerne für Baudienstleistungen. Möglich wird dies durch das Know-how und das Engagement unserer knapp 73.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

flächen für alle Bereiche bietet, geholfen werden. Deren sensible Situation erfordert neben einer professionellen medizinischen Unterstützung vor allem ein angenehmes Umfeld, das Geborgenheit gibt und Sicherheit ausstrahlt. Es wurde so zur herausfordernden Aufgabe der Architekten und aller Beteiligten, einen entsprechenden baulichen

www.strabag.com

Rahmen zu schaffen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Vertretern der tirol kliniken, des medizinischen Personals, des Architek-

STRABAG AG, Hoch- und Verkehrswegebau, Direktion Tirol/Vorarlberg (AF) Salzstr. 3, 6170 Zirl

90x120mm_STR_Anz_Dir_AF_Tirol_Vorarlberg_20180228.indd 1

82

eco.nova

tenteams und allen Fachplanern während

01.03.18 10:21


© TIROL KLINIKEN

eco.zukunft

der gesamten Planungsphase und darüber

„healing environment“ zu bieten – also eine

hinaus war Erfolgsgarant für das Gelingen

Umgebung mit zahlreichen Freiflächen und

dieses Vorzeigeprojektes.

Bewegungsoptionen, mit Möglichkeiten zur

Herzstück des Neubaus wurde ein offenes

Selbstgestaltung, Aufenthalts- und Kommu-

Atrium als Verbindung zur Außenwelt. Fast

nikationszonen sowie einer eigenen Schule.

alle Patientenzimmer richten sich zu diesem zentralen Ort des Neubaus aus, der mitten

Gebäude mit Identität

im Grünen steht und damit optimale Be-

„Das Gebäude sollte als Haus für Kinder und

dingungen für die Therapie seelischer Er-

Jugendliche von außen deutlich zu erkennen

krankungen bietet. Die modernste Kinder-

sein und keinerlei Spitalsatmosphäre vermit-

und Jugendpsychiatrie Österreichs erfüllt

teln. Da es sich hier auch um Langzeitpatien-

alle Voraussetzungen, um den Patienten ein

ten handelt, erschien uns eine Identifikation

„Mit dem neuen Gebäude haben wir neben optimalen Bedingungen für Patienten und Mitarbeiter auch eine weitere Entstigmatisierung des Geländes der Psychiatrie geschafft. Auf dem öffentlich zugänglichen, parkähnlichen Gelände treffen sich Besucher, Spaziergänger und Betroffene, so hat das Haus eher Hotel- als Krankenhauscharakter. Im Durchschnitt erleidet jeder vierte Mensch im Laufe seines Lebens eine psychische Störung. Je früher geholfen werden kann, desto größer sind die Heilungschancen. Ein vertrauenförderndes Umfeld nimmt die Schwellenängste, daher sind auch die Tagesklinik und die Ambulanz in unserem neuen Haus stark frequentiert. Die gute, intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten im Vorfeld trägt bereits ihre Früchte.“ DDr. Wolfgang Markl, Kaufmännischer Direktor LKH Hall, tirol kliniken

www.duschek-haustechnik.at Bert-Köllensperger-Straße 6b | 6065 Thaur/Österreich | T +43 (0) 5223 / 52 232-0

eco.nova

83


eco.zukunft

Mag. Gerhard Mayer, Abteilungsvorstand Bauliches Infrastrukturmanagement, tirol kliniken (im Bild mit Arch. Pontiller, ganz links, und Arch. Schweiggl, Mitte)

© C. MOLZER-SAUPER

„Der moderne Neubau, eingebettet in das weitläufige, parkähnliche Ambiente des Landeskrankenhauses Hall, bietet den jungen und jugendlichen Patienten ein ideales Umfeld für eine altersgerechte und für den Heilungsprozess möglichst förderliche Gestaltung des Therapieangebotes und der Erholungsphasen zwischendurch.“

der Bewohner mit ihrem Haus als äußerst

verfügt dagegen über den geschützten und

wichtig“, so die Architekten. Den unter-

in sich abgeschlossenen Innenhof im Nor-

Kinderabteilung. Ein gemeinsamer Stütz-

schiedlichen Bedürfnissen der Erkrankun-

den. Infolge der im nördlichen Areal vor-

punkt koordiniert die drei Klinikbereiche.

gen musste also in Funktionalität und Ge-

herrschenden niedrigeren Bauweise bleibt

Den Kindern steht ein großzügig dimensi-

staltung Rechnung getragen werden.

jedoch der Blick auf die Nordkette frei. Trotz

onierter Dachgarten im Süden als Frei- und

Im Erdgeschoss gliedert sich die Jugend-

der objektiv eingeschränkten Situation ent-

Spielfläche zur Verfügung. Ein Rundkurs

station in die drei Bereiche Jugend, Sucht

steht so ein Gefühl von Weite und Freiheit.

über der Südspange lädt zum Laufen und

und UBG (geschlossener Stationsbereich).

Ebenfalls auf Erdgeschossebene befinden

Herumtollen ein. Ferner nimmt das erste

Die zugeordneten Freiräume passen sich

sich die Tagesklinik sowie die Ambulanz. In

Obergeschoss die Verwaltung sowie ver-

dem Krankheitsbild der Patienten an. Dem

die Gebäudeebene darunter zog die Heilstät-

schiedene Konferenz- und Diensträume auf.

Suchtbereich steht eine große Freiterrasse

ten-Schule, die ebenfalls über ein ambulan-

Beim Bau selbst wurde großer Wert auf

zur Verfügung, während dem Jugendbereich

tes Angebot verfügt.

Nachhaltigkeit gelegt: Das Gebäude ist als

großzügige Freiflächen zur Freizeitgestal-

Die Kinderstation im ersten Obergeschoss

Niedrigenergiehaus klassifiziert, geheizt

tung angeschlossen sind. Der UBG-Bereich

besteht aus den Abteilungen für Essstörun-

wird mit Warmwasser aus dem internen

gen, einem Eltern-Kind-Bereich sowie einer

A3 JENEWEIN INGENIEURBÜRO GmbH A3 A3 JENEWEIN JENEWEIN INGENIEURBÜRO INGENIEURBÜRO GmbH GmbH Unternehmerzentrum A-6071 Aldrans www.jenewein-a3.at Unternehmerzentrum U7 U7 A-6071 Aldrans www.jenewein-a3.at Unternehmerzentrum U7 A-6071 Aldrans www.jenewein-a3.at fon: fax: +43(0)512-348468-3 mail: office@jenewein-a3.at fon: +43(0)512-348468-0 +43(0)512-348468-0 fax: +43(0)512-348468-3 mail: office@jenewein-a3.at fon: +43(0)512-348468-0 fax: +43(0)512-348468-3 mail: office@jenewein-a3.at

J EN EW E II N J JE EN NE EW WE EIN N

PLANUNG BAUÜBERWACHUNG BERATUNG BERATUNG BERATUNG PLANUNG BAUÜBERWACHUNG PLANUNG BAUÜBERWACHUNG ELEKTROTECHNISCHER ANLAGEN ELEKTROTECHNISCHER ELEKTROTECHNISCHER ANLAGEN ANLAGEN

IHR SPEZIALIST SPEZIALIST FÜR ELEKTROTECHNIK ELEKTROTECHNIK IM GESUNDHEITSWESEN GESUNDHEITSWESEN IHR IHR SPEZIALIST FÜR FÜR ELEKTROTECHNIK IM IM GESUNDHEITSWESEN

84

eco.nova


eco.zukunft

ZAHLEN – DATEN – FAKTEN Die einzelnen Behandlungs- und Freibereiche gehen ineinander über, sodass nie das Gefühl der Abgrenzung oder Isolation besteht.

• Direktorin: Univ.-Prof. Dr. med. Kathrin Sevecke • Auftraggeber: Tirol Kliniken GmbH, Innsbruck auch therapeutische Verwendung finden kann. Das Erdgeschoss wurde mit dunklen Betonplatten verkleidet, die von den Kin-

Fernwärmenetz. Gekühlt wird mit Wasser,

dern und Jugendlichen im Rahmen von

das aus eigenen Tiefbrunnen gefördert wird.

Workshops unter der Leitung von Künst-

Mitgestalten erwünscht

• Planung: Arge Architekten Pontiller – Schweiggl, Innsbruck / Arch. Mag. Peter P. Pontiller, Arch. DI Oswald Schweiggl

lern selbst bemalt werden. Da ein Projekt

• Mitarbeiter: Andreas Kriechbaum, DI Ulrich Schäfer

in dieser Form noch nie verwirklicht wurde,

• Bruttogeschossfläche: ca. 8.000 m²

Bereits zu Beginn der Entwurfsphase wuchs

könnte daraus ein interessantes Pilotprojekt

• Wettbewerb: 2014 1. Preis

die Idee, das ruhige und klar strukturierte

entstehen. Die therapeutische Wirkung soll

Gebäude mit einem bunten Sockel zu ver-

durch das Einbeziehen externer Kinder in

• Baubeginn: Anfang 2016

sehen, der nicht nur optisch wirkt, sondern

diesen Prozess deutlich verstärkt werden.

• Fertigstellung: Ende 2017

Punktlandung 19,6 Mio. Euro netto 19,5 Mio. Euro netto Malojer Baumanagement GmbH & Co

Kostenschätzung Abgerechnete Kosten

Örtliche Bauaufsicht | office@malojer.com | www.malojer.com |

eco.nova

85


Geld

Finanzieren & Versichern

Das Inflationsrätsel

während die Aktienmärkte einbrachen. Die Befürchtung war, dass die Fed die Zinsen in Folge anziehender Inflation stärker anheben hätte müssen als bisher geplant. Zwei Effekte bremsen die Kurse dann: Erstens werden bei steigenden Renditen Anleihen im Verhältnis zu Aktien interessanter. Zwei-

I

tens wird es für Unternehmen bei steigen-

n den letzten Jahren gab es gute Grün-

den Marktzinsen teurer, ihre Investitionen

de für ein Ausbleiben höherer Inflatistatistik, haben aber keine Preismacht bzw.

zu finanzieren, was wiederum die Gewinne

Energiepreise, die für den schwachen Prei-

drücken bei der Suche nach einer Vollzeitbe-

schmälert. Nebenher sinken die Margen, weil

sauftrieb sorgten. Auch die mangelnde Kre-

schäftigung das Lohnniveau. Das heißt, es

höhere Inputpreise nicht unendlich an Kon-

ditvergabe in Folge der europäischen Schul-

gibt mehr Arbeitsangebot als es die Arbeits-

sumenten weitergegeben werden können.

denkrise oder die Struktur der Europäischen

losenquote vermuten ließe.

Union, mit starken Kernländern und schwa-

In den USA könnte dieser Trend nun bre-

Fazit

cher Peripherie, waren durchwegs schlüssige

chen. Die Stundenlöhne kletterten im Ver-

Es gibt Anzeichen für strukturelle Verände-

Argumente für den geringen Preisdruck. Mit

gleich zum Vorjahr überraschend stark auf

rungen, die die Inflation künftig dämpfen

der starken wirtschaftlichen Erholung grei-

den höchsten Stand seit 2009.

werden. Dafür spricht der schwache Prei-

onsraten. Zuerst waren es vor allem die

fen diese Erklärungsansätze immer weniger.

sauftrieb, weil die Arbeitnehmer trotz an-

führt.

Bringt die Trendumkehr höhere Zinsen?

Ein wichtiger Inflationstreiber sind die Ar-

Vermutlich ja, aber mit zeitlicher Verzöge-

jedoch nicht so bleiben. Neue preistreiben-

beitskosten, wo die so genannte Phillips-Kur-

rung zu den USA, wo die Fed die Zinsen be-

de Effekte können entstehen, die jetzt noch

ve bisher einen stabilen Zusammenhang

reits angehoben hat.

nicht erkannt werden. In den USA liegt die

zwischen Arbeitslosigkeit und Preisniveau

Die Festlegung der Leitzinsen ist die Mög-

aktuelle Inflationsrate trotz allem über dem

zeigte. Eine geringe Arbeitslosenquote führt

lichkeit einer Zentralbank, auf die Kreditver-

Zielniveau von zwei Prozent. Europa liegt

zu Fachkräftemangel und dadurch höheren

gabe einzuwirken. Erhöht die EZB den Zins-

noch dahinter, wird aber folgen.

Löhnen. Der Zusammenhang schien sich

satz, verteuern sich die Darlehenskosten für

Wegen der unsicheren Zukunft sind die ein-

zuletzt abzuschwächen. Ein Grund: Globali-

Konsumenten und Produzenten, beide Teil-

gepreisten Inflationserwartungen sehr tief.

sierung. Unternehmen haben ihre Produk-

nehmer fragen weniger Kredite nach, was

Das eröffnet Chancen für antizyklische An-

tionen über den Globus ausgedehnt. Trotz

folglich die Preise dämpft.

leiheninvestoren. Geht das Szenario auf und

guter Konjunktur im Heimatland können

Sollte die Inflation ansteigen, besteht die

die Inflationserwartungen steigen, sollten

Arbeitnehmer keine höheren Preise durch-

Schwierigkeit für die EZB darin, einen ele-

inflationsgeschützte Anleihen vorteilhaft

setzen, da die Produktion einfach verlegt

ganten Weg zu finden, um die Zinsen anzu-

sein. Abseits inflationsgeschützter Anleihen

werden kann.

heben, ohne gleichzeitig die Konjunktur ab-

ist eine kurze Restlaufzeit des Anleihenport-

Der Internationale Währungsfonds identi-

zuwürgen. Andererseits würde Untätigkeit

folios empfehlenswert, um sich gegen stei-

fiziert in seinem World Economic Outlook

angesichts der starken wirtschaftlichen Ent-

gende Renditen zu wappnen. Längere Lauf-

aus dem vergangenen Oktober zudem einen

wicklung zu einer Überhitzung führen. Wird

zeiten werden erst nach einem Anstieg auf

weiteren Grund für den schwachen Lohn-

aber zu stark an der Zinsschraube gedreht,

die Höhe des aktuellen US-amerikanischen

auftrieb bei gleichzeitig niedriger Arbeitslo-

wären wohl panische Reaktionen die Folge.

Rendite­niveaus interessant.

sigkeit. Ein großer Teil erklärt sich demnach

Einen Vorgeschmack dieses Szenarios beka-

durch die unfreiwillige Teilzeitbeschäftigung

men die Marktteilnehmer heuer Anfang Fe-

infolge der großen Rezession ab 2008. So fal-

bruar, als starke US-Lohnzuwächse die Ren-

len Teilzeitbeschäftigte aus der Arbeitslosen-

diten auf mehrjährige Höchststände trieben,

Dafür werden neue Argumente ins Feld ge-

86

eco.nova

haltendem Aufschwung derzeit keine höheren Löhne durchsetzen können – das muss

Quelle: Schoellerbank Analysebrief Nr. 336, Februar 2018. Autor: Mag. Michael Penninger, Asset Management. www.schoellerbank.at


eco.geld

BUCH.TIPPS

KAPITALISMUS IST NICHT DAS PROBLEM,

Finanzstatistik – einfach erklärt Mindestreserven

SONDERN DIE LÖSUNG Dr. Rainer Zitelmann, FinanzBuch Verlag, 288 Seiten, EUR 24,99 „Der Markt hat versagt, wir brauchen mehr Staat!“ – das behaupten seit dem Ausbruch der Finanzkrise vor zehn Jahren Politik, Medien und Intellektuelle. Rainer Zitelmann, mehrfacher Bestsellerautor, vertritt die Gegenthese: Mehr Kapitalismus tut den Menschen gut.

Die Mindestreserven sind Guthaben, die von Kreditinstituten in einem bestimmten Verhältnis zu den Einlagen von Bankkunden bei

DIE KUNST, ÜBER GELD NACHZUDENKEN

der Notenbank gehalten werden müssen. Dieses „Verhältnis zu den

André Kostolany, ullstein Verlag, 240 Seiten, EUR 11,40

Einlagen“ wird durch den von der Europäischen Zentralbank (EZB)

Millionen Anleger verehren den Meister des Aktiengeschäfts, des-

festgesetzten Mindestreservesatz festgelegt. Dieser ist in allen Län-

sen Bücher allesamt zu Bestsellern wurden. Hier erklärt André

dern des Euroraumes gleich. Durch die Mindestreservepolitik kann

Kostolany die grundlegenden Geheimnisse und Tricks der Speku-

die Nachfrage nach Zentralbankgeld gesteuert werden, womit we-

lanten – und nennt die wichtigsten Einflussfaktoren für das Bör-

sentlicher Einfluss auf den Geldmarkt und die Geldmarktzinsen

sengeschehen.

genommen werden kann.

Die Mindestreserve hat die Aufgabe:

CRYPTOCOINS Aaron Koenig, FinanzBuch Verlag, 192 Seiten, EUR 16,99

• die Geldmarktzinsen im Eurosystem zu stabilisieren und

Sie heißen Bitcoin, Dash, Monero oder Ethereum. Doch worauf

• die Geldmenge (Liquidität) am Geldmarkt zu verknappen oder zu

muss man beim Investieren achten? Wie riskant ist die Geldanlage

vergrößern, um der Europäischen Zentralbank (EZB) eine effizi-

in Cryptocoins und welche der vielen Hundert digitalen Währun-

entere Steuerung dieser Geldmenge zu ermöglichen.

gen sind zu empfehlen? Aaron Koenig führt auf leicht verständli-

Wird der Mindestreservesatz gesenkt, müssen Banken ein gerin-

che und unterhaltsame Art in die Welt der digitalen Währungen

geres Geldvolumen zurückhalten – weniger Geld ist also bei der

ein, stellt die wichtigsten vor und gibt praktische Tipps zur Anlage.

Nationalbank gebunden und dem Markt sowie den Banken wird einerseits, dass die Banken mehr veranlagen und Kredite gewähren können, andererseits wird sich die Nachfrage nach zusätzlichen Geldmitteln verringern, da der Markt gesättigt ist. Die Zinsen können sinken. Im umgekehrten Fall, also bei einer Erhöhung des Mindestreservesatzes, muss mehr Mindestreserve gehalten werden, womit mehr Geld bei der Nationalbank gebunden ist. Den Banken werden Geldmittel entzogen und der entsprechende Aktionsradius der Kreditgewährung und Veranlagung wird beschränkt. Das Geld im Markt (die Liquidität) wird knapp und die Zinsen werden entsprechend der Nachfrage steigen.

Rechtliche Grundlagen Gemäß Art. 19.1 der Satzung des Europäischen Systems der Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank verlangt die EZB, dass alle in den Mitgliedstaaten niedergelassenen Kreditinstitute Mindestreserven bei den jeweiligen nationalen Notenbanken unterhalten müssen. In Österreich unterliegen derzeit rund 700 Kreditinstitute (Banken) der Mindestreservepflicht. Sie müssen ihre Mindestreserve bei der Oesterreichischen Nationalbank erfüllen, die für die Überwachung der Mindestreservepflicht und die Einleitung eines Sanktionsverfahrens bei Nichteinhaltung zuständig ist.

// QUELLE: OESTERREICHISCHE NATIONALBANK

BERUF, FAMILIE ODER BEIDES? Die Familienfreundlichkeit eines Unternehmens spielt bei der Wahl des Arbeitgebers eine wichtige Rolle. Deshalb werden Tiroler Betriebe, die sich besonders für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzen, alle zwei Jahre vom Land Tirol ausgezeichnet. Zentrale Beurteilungskriterien sind unter anderem die Flexibilität von Arbeitszeit und -ort, die Wiedereinstiegsquote nach der Karenz, Kinderbetreuungs- und Gleichstellungsmaßnahmen sowie Weiterbildungsmöglichkeiten. Familienlandesrätin Beate Palfrader und Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf kürten kürzlich die Sieger-Unternehmen des Landeswettbewerbs „Familienfreundlichster Betrieb Tirols 2017“, an dem in vier Kategorien insgesmt 48 Tiroler Unternehmen teilnahmen. Die RaiffeisenLandesbank Tirol AG erreichte dabei in der Kategorie „ab 101 Mitarbeiter/-innen“ den 2. Platz. Die Raiffeisen-Landesbank Tirol AG ist einer der größten nichtöffentlichen Arbeitgeber Innsbrucks und beschäftigt rund 400 Mitarbeiter. Diese schätzen vor allem die große Flexibilität durch variable Arbeitszeitmodelle. „Der Spagat zwischen Erwerbs- und Familienleben ist nicht immer leicht. Für Arbeitnehmer kann es sehr belastend sein, in beiden Bereichen erfolgreich sein zu wollen“, verweist Dr. Christoph Spöck, Personalchef der RLB Tirol AG, auf die Herausforderungen. Gleichzeitig betont er: „Durch eine bessere Work-Life-Balance kann Stress reduziert und Motivation gesteigert werden. Infolgedessen steigt auch die persönliche Zufriedenheit, wovon das Unternehmen und die Familie gleichermaßen profitieren.“

ausgezeichnet

dadurch mehr Geld (Liquidität) zur Verfügung gestellt. Das bewirkt

eco.nova

87


eco.geld

Wird Wohnen wieder erschwinglich? Die Immobilienpreise zogen in Österreich, insbesondere in Innsbruck und Wien, einmal mehr an als die Einkommen und Verbraucherpreise. Am Land indes ist das Wohnen noch erschwinglich(er). Auch günstige Kredite können mit besonders langen Laufzeiten Wohneigentum wieder leistbarer machen. // TEXT: MICHAEL KORDOVSKY

88

eco.nova


eco.geld

eco.nova

89


eco.geld

L

aut Immobilienscout24 la-

ge (mittlerer Wohnwert) verteuerte sich von

gen im zweiten Halbjahr

2014 bis 2016 auf 2.850 Euro pro Quadratme-

2017 die durchschnittlichen

ter (+ 5,4 %). Im gleichen Zeitraum stiegen

Preise für neue Wohnun-

Verbraucherpreise und die Nettoeinkommen

gen in Innsbruck zwischen

unselbständig Beschäftigter um je 1,8 bzw. 6,2

5.000 und 6.000 Euro pro Quadratmeter. Die-

Prozent, wobei der Einkommenssprung auf

se Werte wurden aus den Angebotsdaten im

die Steuerreform 2016 zurückzuführen ist.

betreffenden Zeitraum abgeleitet. Günstiger waren noch die gebrauchten Wohnun-

Kaufkraftverluste

gen mit Quadratmeterpreisen zwischen

Im Jahr 2001 bekam man für zehn Nettojah-

3.000 und 4.000 Euro. Etwas präziser sind

resgehälter (Bundesdurchschnitt: insgesamt

die Daten des Immobilienpreisspiegels des

167.610 Euro) in Innsbruck noch 107 Quadrat-

Fachverbandes der Immobilien- und Vermö-

meter einer Wohnung mittleren Wohnwer-

genstreuhänder in der Wirtschaftskammer,

tes. 2016 waren zehn Jahresgehälter bereits

dessen Durchschnittswerte einzelner Immo-

223.440 Euro, doch damit konnten nur noch

bilienkategorien auf Mitgliederbefragungen

78,4 Quadratmeter einer Wohnung in guter

beruhen, wobei die Transaktionsdaten des

Lage, aber mit mittlerem Wohnwert erwor-

Grundbuches in den Kategorien Baugrund-

ben werden. Das entspricht in puncto dieser

stücke und Eigentumswohnungen (Erstbe-

Wohnungskäufe in Innsbruck von 2001 bis

zug und gebraucht) zur Validierung und so-

2016 einem Kaufkraftverlust von 26,7 Pro-

mit zur Qualitätskontrolle dienen. Gemäß

zent.

Prozent den stärksten Anstieg verzeichne-

Immobilienpreisspiegel stiegen in Innsbruck

Dabei war dieser Preisanstieg noch ver-

ten die Wohnimmobilienpreise während der

die Preise gebrauchter Wohnungen mit

gleichsweise moderat. Nimmt man den von

Euro-Krise im Jahr 2012. Damals flohen vor

mittlerem Wohnwert von 2001 bis 2013 um

der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB)

allem wohlhabende Anleger in Betongold.

62 Prozent auf durchschnittlich 2.536,80 Eu-

veröffentlichten Wohnimmobilienpreisin-

ro pro Quadratmeter. Im gleichen Zeitraum

dex und wirft einen Blick auf die Preisstei-

stiegen die Nettoeinkommen unselbständig

gerungen der gebrauchten Wohnungen in

Ausweichen ins Umland von teuren Städten

Beschäftigter in Österreich und die Verbrau-

Wien, so lag dort von 2000 bis 2017 der An-

Was auffällt, ist die Tatsache, dass der Im-

cherpreise (VPI 2000) lediglich um jeweils 24

stieg bei insgesamt 128,3 Prozent. So richtig

mobilienboom immer mehr vom Speckgür-

bzw. 27,3 Prozent.

los ging die Preisexplosion dabei mit der Fi-

tel der teuren Großstädte ins weitere Um-

Dieser Trend setzte sich die Jahre darauf

nanzkrise: Von 2009 bis 2017 lag der Anstieg

land wandert und somit auch ländlichere

weiter fort. Der Preis für eine gute Wohnla-

bei 70,6 bzw. jährlich 6,9 Prozent. Mit 12,4

Gegenden erfasst. Generell ist eine verstärkte Aufholjagd günstigerer Immobilienseg-

ES MANGELT IM STÄDTISCHEN BEREICH AN GEFÖRDERTEN WOHNUNGEN, FREIFINANZIERTE EINHEITEN SIND INDES FÜR VIELE INTERESSENTEN NICHT MEHR LEISTBAR.

DAHER SUCHEN DIESE LEISTBAREN WOHNRAUM IN DEN RANDGEMEINDEN VON INNSBRUCK, WESHALB AUCH HIER EIGENTUMSWOHNUNGEN IM FREIFINANZIERTEN BEREICH PREISLICH DEUTLICH ANGEZOGEN HABEN. 90

eco.nova

mente zu beobachten. Dafür gibt es folgende Indizien:

Die Aufholjagd der „Billigimmobilien“ • 2 017 lag der Wohnimmobilienpreisanstieg in Wien nur noch bei 1,5 Prozent, während die Anstiege im übrigen Bundesgebiet noch 4,9 Prozent ausmachten. Am stärksten stiegen dabei außerhalb der Bundeshauptstadt die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen (5,9 %). • Im 4. Quartal 2017 lag im Jahresvergleich der Anstieg der Wohnimmobilienpreise in Wien nur noch bei 0,3 verglichen mit 7,3 Prozent im übrigen Bundesgebiet, wobei dort die Preise für neue Eigentumswohnungen um 14,2 Prozent explodierten. • Für das 1. Halbjahr 2017 kam auch die Immobilienmakler-Kette RE/MAX zum Ergebnis einer Aufholjagd günstigerer Immobilienpreissegmente und dies im Zuge einer fundierten Untersuchung, denn die Grundlagen dafür liefert das Grundbuch mit seinen öffentlich zugänglichen Kauf-


eco.geld

verträgen, die von der IMMOunited GmbH, einem Experten für Immodaten, in der Kaufvertragssammlung vollständig erfasst und von RE/MAX Austria ausgewertet und analysiert werden. Ergebnis: Der Quadratmeterpreis des untersten Preisviertels verteuerte sich um 9,3 Prozent, während er im oberen Viertel „nur“ um 4,5 Prozent anstieg. 2018 erwarten die Experten von RE/MAX weitere Immobilienpreissteigerungen. Eigentumswohnungen in Toplagen sollten sich wohl abermals am meisten verteuern, auch jene in Stadtrandlagen und Einfamilienhäuser sollten eine Wertsteigerung erzielen können. Ähnlich stark wie erstgenannte Eigentumswohnungen wird vermutlich das untere Immobilien-Preissegment anziehen, wo ein Wachstum der Nachfrage einem fast gleichbleibenden Angebot gegenübersteht. Besonderes Highlight sollten heuer jedoch Baugrundstücke sein. Solche ohne Bauverpflichtung sind stark gefragt, aber nur selten am Markt, da sich Gemeinden vor Zersiedlung und ungenützten Infrastrukturkosten schützen. Vor allem in Tirol werden die Baugrundstückspreise voraussichtlich weiter steigen – die Nachfrage nimmt zu, das Angebot ab. Besonders knapp im Verhältnis zur Nachfrage sind Grundstücke und Wohnungen in der stark wachsenden Metropo-

DIENSTLEISTUNG FÜR BAUTRÄGER Als Bauträger müssen Sie sich jeden Tag mit verschiedenen kleinteiligen Herausforderungen herumschlagen. Möglicherweise haben Sie selbst bereits überlegt, gewisse Aufgaben auszulagern.

le Innsbruck. Dazu Arno Wimmer, Geschäftsführer von RE/ MAX Immoreal in Innsbruck und bundesweiter Berufsgruppensprecher für die Immobilienmakler: „In den letzten zehn Jahren ist die Stadt um mehr als 15.000 Personen auf über 132.000 Einwohner gewachsen. Das Wachstum erfolgt aus-

Als Experte für Marketing und Vertrieb von Bauträgerprojekten übernehmen wir diesen Teilbereich gerne für Sie.

schließlich durch Zuzug.“ Es mangle im städtischen Bereich an geförderten Wohnungen und freifinanzierte Einheiten sind laut Wimmer „für viele Interessenten nicht mehr leistbar“. Daher suchen viele vermehrt leistbaren Wohnraum in den Randgemeinden von Innsbruck, aber auch hier ist im freifinanzierten Bereich bei Eigentumswohnungen mit Preisen von 3.500 bis 4.000 Euro pro Quadratmeter und mehr zu rechnen. In Innsbruck geht der Trend folglich immer mehr zu kleineren Wohnungen, zumal im Spitzenbereich schon vereinzelt Preise

SE7EN Immobilien GmbH Hofgasse 3 A-6020 Innsbruck GF Gerd Reisigl Mobil: +43 (0)660 6020 123 E-Mail: gerd.reisigl@se7en-immobilien.com www. se7en-immobilien.com

von über 8.000 Euro pro Quadratmeter bezahlt werden. Selbst

eco.nova

91


eco.geld

unsanierte Wohnungen kosten zwischen 2.000 und 3.300 Euro pro Quadratmeter. Hier beginnen aber die Preise im Falle hoher Betriebskosten oder bei erheblichem Sanierungsaufwand teilweise abzubröckeln.

Leistbares Wohnen selbst organisieren Wer darauf hofft, dass es in nächster Zeit mehr günstige geförderte Wohnungen gibt, wird vermutlich enttäuscht. Viel wichtiger ist es, selbst die Initiative zu ergreifen. Günstigen Wohnraum kann man selbst beschaffen oder gestalten und hat dazu eine Reihe von Möglichkeiten. • Auch wer den Hausbau selbst organisiert, • Ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft

kann einige Kosten sparen. Wichtig sind

(WG) mieten bzw. eine WG gründen: Für

einfache Formen. Verwinkelte Rauman-

Studenten und Singles, die sich unterein-

ordnungen sind teuer. Zudem sollte die

ander gut verstehen, kann dies eine tolle

Notwendigkeit eines Kellers hinterfragt

und kostengünstige Wohnvariante sein.

werden. Das Einsparpotenzial liegt hier

• Eine Garconniere mieten oder kaufen:

bei 15.000 bis 30.000 Euro. Wer geschickt

Sollte jemand das Glück haben, diese in ei-

ist und Eigenleistung einbringen kann,

ner guten Lage zu bekommen, dann kom-

für den ist ein Holzhaus eine gute Wahl,

men sowohl Miete (der häufigere Fall) als

mit dem Nebeneffekt eines ökologischen

auch der Kauf (dieses Angebot ist relativ

Rohstoffes, der für gute Raumluft sorgt.

knapp) in Frage. 150.000 Euro für 25 Qua-

Zudem sollte auf die langfristigen Betriebs-

dratmeter erscheinen in Innsbruck realis-

kosten geachtet werden. Diese sind in

tisch. Bei 30.000 Euro Eigenmitteln sind

Passivhäusern besonders niedrig und der

inklusive Nebenkosten noch ca. 140.000

Zusatzaufwand dafür ist mittlerweile über-

Euro Kredit erforderlich. Mit regelmäßi-

schaubar. Hinzu kommen noch eine Rei-

ger Arbeit lässt sich der Ratenaufwand im

he von Landesförderungen, weshalb sich

Zuge der Rückzahlung bewältigen. Angenommen die Kreditlaufzeit beträgt 25 Jah-

Nachhaltigkeit auszahlt. • Das Landleben kann jedoch mit einigen

DAS BESONDERE HIGHLIGHT SOLLTEN HEUER BAUGRUNDSTÜCKE SEIN, DENN SOLCHE OHNE BAUVERPFLICHTUNG SIND STARK GEFRAGT, ABER NUR SELTEN AM MARKT, DA SICH GEMEINDEN VOR ZERSIEDLUNG UND UNGENÜTZTEN INFRASTRUKTURKOSTEN SCHÜTZEN.

re und für eine 15-jährige Fixzinsbindung

logistischen Nachteilen verbunden sein,

fallen 2,75 Prozent p. a. an Zinsen an, würde

wie längere Wege zur Arbeit und den Ein-

die monatliche Rückzahlungsrate bei rund

käufen des täglichen Bedarfs. Braucht man

646 Euro liegen.

beispielsweise für rund elf Monate im Jahr

risch betrachtet herrscht derzeit nach wie

an fünf Tagen in der Woche täglich insge-

vor ein äußerst günstiges Zinsniveau und

in Tirol in den Sinn, nach Kärnten, Ober-

samt 40 Minuten länger zur Arbeit und

aufgrund der flachen Zinskurve lohnen

österreich oder ins niederösterreichische

zurück, summiert sich der zusätzliche Zeit-

sich vor allem möglichst lange Fixzinsbin-

Waldviertel abzuwandern, wo es teilwei-

aufwand auf ca. 157 Stunden im Jahr.

dungen, zumal diese die Kalkulation der

se Einfamilienhäuser für unter 100.000

• Die richtige Finanzierung: Obwohl am

• Leben am Land: Den Wenigsten kommt es

Finanzierung sicherer machen. 20-jährige

Euro gibt. Diese Preise sind in Tirol und

langen Ende die Zinsen bereits die Talsohle

Fixzinsbindungen sind – je nach Bonität –

Vorarlberg eine Illusion. Dennoch kann

durchschritten haben und zukünftige Leit-

am Markt jedenfalls zwischen 2,625 und 3,0

man auch hierzulande etwas außerhalb

zinserhöhungen der Europäischen Zen-

Prozent erhältlich. Allerdings unterliegt die

der Hotspots erschwingliche Baugründe

tralbank (EZB) antizipieren, verharrt der

Konditionsgestaltung der Banken einem

finden. Beispielsweise in Imst, Leutasch,

3-Monats-Euribor noch immer auf -0,328

schnellen Wandel. Die besten Konditionen

Pfaffenhofen oder Navis können noch

Prozent. Erst ab der zweiten Jahreshälfte

ermöglicht dabei ein Marktüberblick mit

Baugründe zu unter 200 Euro pro Quad-

2019 ist mit ersten Leitzinsanhebungen zu

Hilfe von Wohnbau-Finanzexperten, die

ratmeter erworben werden. Wer etwa 700

rechnen. Nach dem jüngsten Schub setz-

sich täglich mit aktuellen Markt- und Kon-

Quadratmeter zu einem Preis von 170 Euro

te infolge der derzeit niedrigen Inflation

ditionsentwicklungen auseinandersetzen.

pro Quadratmeter erwirbt, braucht inklu-

im Euroraum wieder eine Konsolidierung

Eine besonders starke Entlastung der Wohn-

sive Nebenkosten rund 130.000 Euro. Das

der Zinsen am langen Ende ein. Der für

kosten bringt eine möglichst lange Kredit-

gibt noch Spielraum zum Hausbau. Ein

zehnjährige Fixzinsbindungen relevan-

laufzeit. Alternativ kann auch eine kürzere

schlüsselfertiges Fertigteilhaus ist in der

te Zehnjahres-EUR-Swapzinssatz ist im

Kreditlaufzeit eingegangen werden, um zu

Preiskategorie 230.000 bis 270.000 Euro er-

vergangenen Monat bis 15. März von 1,17

einem späteren Zeitpunkt in eine längere

hältlich.

wieder auf 1,0 Prozent gesunken. Histo-

umzuschulden.

92

eco.nova


promotion

Jetzt Exportchancen nutzen

Der weltweite Wirtschaftsaufschwung bietet österreichischen Exporteuren neue Absatzchancen. Die Bank Austria unterstützt mit maßgeschneiderten Finanzierungen und Förderungen. Markus Sappl, Landesdirektor Tirol, im Interview. Wie hat sich die österreichische Export-

attraktiven Konditionen finanziert werden.

wirtschaft zuletzt entwickelt und was ist

Benötigt ein Unternehmen zum Beispiel in

für 2018 zu erwarten?

Österreich eine neue Anlage zur Produktion

MARKUS SAPPL: Vor dem Hintergrund

von Exportware, kann diese Investition im

eines allgemeinen Wirtschaftsaufschwungs

OeKB-ExportInvest-Programm einfach und

haben die österreichischen Warenexporte

äußerst zinsgünstig finanziert werden. Da-

2017 um geschätzt acht Prozent auf ein neues

bei richtet sich die Kredithöhe nach der Hö-

Rekordniveau von 141 Milliarden Euro zuge-

he der Anschaffungskosten und nach dem

legt. Aktuell beträgt die österreichische Ex-

Exportanteil am Gesamtumsatz.

portquote 54 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die hervorragende Exportnachfrage

Die Präsenz auf Auslandsmärkten kann mit

ist ein entscheidender Impuls für die Inves-

Risiken verbunden sein. Ihre Tipps zur Absicherung?

titionstätigkeit von Unternehmen in Österreich und wird ein wesentlicher Treiber für

Markus Sappl, Landesdirektor Firmenkunden Tirol

Außenhandel wird also ein wesentlicher

Im Außenhandel bestehen Kredit-, Währungs- und Zinsrisiken. Unsere Empfehlung

die Konjunktur des laufenden Jahres sein. tätig ist, auf die Expertise und Verlässlich-

lautet: „Absichern, was sich absichern lässt“.

keit der Bank Austria setzt.

Die Palette an Absicherungs- und Garantie-

Schlüssel zum Erfolg – welchen Beitrag

möglichkeiten, die wir in Kooperation mit

leistet die Bank Austria?

Gibt es auch spezielle Finanzierungs- und

privaten Kreditversicherern und der Oester-

Als Unternehmerbank ist es uns beson-

Förderprogramme im Exportgeschäft?

reichischen Kontrollbank anbieten, ist groß

ders wichtig, alles aus einer Hand zur Ver-

Selbstverständlich stehen je nach Art des Ge-

und bietet für jedes Problem eine Lösung.

fügung zu stellen, was Unternehmen im

schäfts und Unternehmensgröße verschie-

Rahmen ihrer Außenhandelsaktivitäten

dene Möglichkeiten zur Verfügung. So gibt es

brauchen: Das beginnt bei der Finanzie-

neben den klassischen Instrumenten der Aus-

rung und Förderberatung und geht über

fuhrförderung zum Beispiel für KMU eigene

das Dokumenten- und Garantiegeschäft

Exportfondskredite. Großunternehmen kön-

bis hin zu Lösungen für die Zins- und Wäh-

nen dagegen von den attraktiven Konditionen

rungsabsicherung sowie die Optimierung

des Kontrollbank-Refinanzierungsrahmens

des grenzüberschreitenden Zahlungsver-

(KRR) profitieren. Unsere Spezialisten infor-

kehrs. Als Nummer eins im Außenhandel1)

mieren gerne über die jeweiligen Vorteile und

sowie bei der Exportfinanzierung, -förde-

finden auch Möglichkeiten, die Finanzierun-

rung und -absicherung2) unterstützen wir

gen mit zusätzlichen Förderungen zu kombi-

unsere Firmenkunden mit bestem Bera-

nieren. Einen ersten Überblick über Förder-

tungs-Know-how, höchster Servicequali-

möglichkeiten gibt unser Online-Förderfinder.

tät und sorgen für einen sicheren und reibungslosen Ablauf. Es macht uns sehr stolz,

Oft muss zuerst im Inland investiert wer-

dass mittlerweile schon jedes zweite Unter-

den, bevor man in den Export geht. Welche

nehmen in Österreich, das im Außenhandel

Möglichkeiten für eine günstige Vorfinanzierung gibt es? Die Oesterreichische Kontrollbank, mit der die Bank Austria hervorragend zusammenarbeitet, hat eine Möglichkeit geschaffen, Materialien und Investitionen zu finanzieren. Sind etwa im österreichischen Betrieb für das Vorbereiten konkreter Exportaufträ-

MIT DER BANK AUSTRIA PROFITIEREN SIE VON DEN VORTEILEN EINER INTERNATIONALEN BANKENGRUPPE • Einzigartiges Netzwerk in Zentral- und Osteuropa • Vertreten in 14 europäischen Kernmärkten und 16 weiteren Ländern • Weltweites Netzwerk inklusive USA und Asien • Korrespondenzbanken-Beziehungen in ca. 175 Ländern • Mehrfach ausgezeichnete Servicequalität (u. a. „Best Trade Finance Provider“, Global Finance, 2018)

NÄHERE INFORMATIONEN

Markus Sappl Landesdirektor Firmenkunden Tirol Tel.: 05 05 05-31863 oder unter unternehmerbank.bankaustria.at Der Förderfinder steht Ihnen unter foerderfinder.bankaustria.at zur Verfügung.

ge Investitionen erforderlich, können diese mit dem OeKB-AuftragsInvest-Kredit zu

J ET ZT N

EU :

UNICRE DIT IN ABU D HAB I

1) Nach Transaktionsanzahl und -volumen sowie Marktanteilen (Quelle: SWIFT und OeKB, 2017). 2) Nach Transaktionsvolumen und Marktanteilen auf Einzelbankbasis (Quelle: OeKB 2017, EIF 2017, OeNB 2016).

eco.nova

93


promotion

Bewusst entscheiden ECO.NOVA: Das Private Banking steht vor zahlreichen Herausforderungen. Der Markt ist hart umkämpft, aber auch das Umfeld ist schwierig. Wie reagieren Sie beziehungsweise die Hypo

© ANDREAS FRIEDLE

„Wir setzen auf kosteneffiziente Lösungen für unsere Kunden“, erklärt MMag. Georg Frischmann das Konzept des Private Banking der Hypo Tirol, das er seit rund eineinhalb Jahren leitet. Im Marktvergleich konnte die Bank für ihre Kunden damit überdurchschnittliche Renditen erzielen. // TEXT: MICHAEL POSSELT

Tirol Bank auf diese Gegebenheiten?

GEORG FRISCHMANN: Wir haben uns frühzeitig dafür entschieden, unsere Produktpalette mit möglichst kosteneffizienten Lösungen zu erweitern. Neben klassischen Fondsinvestitionen bieten wir auch Vermögensverwaltungsmandate auf Einzeltitelbasis oder mittels ETFs an. Dadurch weisen wir eine deutlich niedrigere TER (Total Expense Ratio; Gesamtkostenquote) aus als zahlreiche Mitbewerber. Das lässt uns optimistisch in die Zukunft blicken, vor allem in der jetzigen Phase, da die Banken ab 2018 verpflichtet sind, die Gesamtkostenbelastung ihren Kunden offenzulegen. Und wie verdienen Sie im Private Banking Geld? Natürlich geht es nicht nur um die Kosten, auch die Qualität muss stimmen. Nachdem unsere Premium-Vermögensverwaltungen in den letzten Jahren im Marktvergleich überdurchschnittliche Renditen erzielt haben, konnten wir viele neue Kunden gewinnen. Bei den Gebührenmodellen haben wir sehr faire Konditionen, die uns einerseits ermöglichen, profitabel zu wirtschaften, aber natürlich auch, dass der Kunde langfristig Freude an einer guten Nettowertentwicklung hat. Wie investieren Ihre Kunden derzeit? Der Markt ist derzeit sehr schwierig. Aber auch die Kunden haben verstanden, dass sie ohne Risiko keine Rendite

MMag. Georg Frischmann, Leiter Private Banking der Hypo Tirol Bank

94

eco.nova


promotion

mehr erhalten. Daher sind sie auch bereit,

Spielen auch Immobilien oder Gold bzw.

mehr Risiko ins Portfolio zu nehmen. Wäh-

Rohstoffe eine Rolle?

rend sie früher im Schnitt einen Aktienanteil

Für Gold haben wir eine sehr attraktive Lö-

von 20 Prozent hatten, tendieren viele heute

sung. Unsere Kunden können bei uns phy-

eher zu 40 bis 50 Prozent.

sisch Gold kaufen und auch lagern und wir bilden es im Depot wertmäßig ab. Das hat

Ist das für viele Kunden nicht zu riskant?

den Vorteil, dass die Veranlagung im Ver-

Ich denke, bei vielen Kunden wurde in der

gleich zu einem Zertifikat steuerfrei bleibt

Vergangenheit nicht genug Zeit aufgewen-

und das Gold physisch im Tresor der Hypo

det, um sie über Chancen und Risiken aufzu-

Tirol vorhanden ist. Immobilien decken wir

klären. Daher haben wir unseren Beratungs-

in der Vermögensverwaltung oder am Wert-

ansatz umgestellt. Wir erklären dem Kunden

papierdepot über REITs (Real Estate Invest-

heute noch stärker die Ausgangslage und die

ment Trusts, börsennotierte Immobilienfir-

Zusammenhänge am Markt. Auch wie die

men) und Immobilienaktien ab.

mögliche Wertentwicklung aussehen könnte – inklusive möglicher Stressszenarien und

Wie stehen Sie zum Thema Krypto-

entsprechender Drawdowns, also Verluste.

währungen?

Das führt dazu, dass die Kunden das Risiko

Bitcoins sind ein großes Thema, nicht pri-

besser abschätzen können und das Invest-

mär die Währung, sondern die Technologie,

ment auch besser verstehen.

die dahinter steht. Wir haben festgestellt, dass unsere Kunden sehr interessiert sind,

Wie sehen diese Lösungen konkret aus?

das Wissen aber meist mangelhaft ist. Aus

Im Prinzip stehen uns zwei Abbildungsmög-

diesem Grund haben wir mehrere Veranstal-

lichkeiten zur Verfügung: Ein Einzelmandat

tungen zum Thema Blockchain im heurigen

mit Beratung oder eine Vermögensverwal-

Jahr geplant, um primär aufzuklären.

tung. Sehr oft entscheiden sich die Kunden aber auch für eine Kombination aus beidem. Dann bildet die Vermögensverwaltung das Kerninvestment und via Beratungsmandat bilden wir interessante Satelliten ab. Aus unserer Sicht können das aktuell Aktienzukunftsthemen wie Digitalisierung, Automation und Robotics oder Demographie sein. Aber auch alternative Assetklassen wie Insurance-Linked-Securities, Private Equity oder Absolute-Return-Produkte können hier vertreten sein.

„WIR HABEN UNSEREN BERATUNGSANSATZ UMGESTELLT UND ERKLÄREN DEM KUNDEN HEUTE NOCH STÄRKER DIE AUSGANGSLAGE UND DIE ZUSAMMENHÄNGE AM MARKT.“

Welche Zielgruppe sprechen Sie konkret an und ab welcher Größenordnung kommen Kunden in den Genuss Ihrer Dienstleistungen? Unsere primäre Zielgruppe im Private Banking sind Unternehmer, Freiberufler, Stiftungen und gehobene Privatkunden. Diese genießen alle Vorteile (inklusive besonderer Benefits) ab 500.000 Euro. Einstiegsszenarien gibt es aber auch schon deutlich darunter.

HYPO VERMÖGENSMANAGEMENT EXKLUSIV Bei einer ausgewogenen Zusammensetzung investieren Sie mit einer durchschnittlichen Aktienquote von 50 Prozent. Dabei erfolgt je nach Marktphase eine dynamische Anpassung der Quote. Der Rest wird möglichst ertragreich in Anleihen und alternative Produkte veranlagt. Vor allem unsere Aktienstrategie entwickelte sich 2017 überproportional stark, was einem Übergewicht im Technologiesektor und den Schwellenländern zu verdanken ist. Für unsere Kunden konnten wir so in einem ausgewogenen Portfolio eine Bruttoperformance von 6,09 Prozent erwirtschaften. Um eine breite Risikostreuung zu erreichen, waren wir im Vorjahr auch in Rohstoffe, Edelmetalle, Unternehmens- oder Wandelanleihen investiert. Für das laufende Kalenderjahr sind die wirtschaftlichen Fundamentaldaten für Europa, Asien und die USA erfreulich. Wir sehen nach wie vor das meiste Potential in Aktien. Das Rentenportfolio stellt in gewisser Weise das Sicherheitspolster am Depot dar. Dabei wird darauf geachtet, dass es nicht zu stark unter der Niedrigzinspolitik der Notenbanken leidet. So konnten wir in allen unseren aktiven Mandaten bis Ende Februar einen positiven Ertrag erwirtschaften. Disclaimer: Bitte bedenken Sie: Bisherige Wertentwicklungen bieten keine Garantie für künftige Renditen. Diese unverbindliche Produktbeschreibung dient Ihrer Information. Ihr Inhalt stellt kein Angebot und keine Einladung zu Anbotstellung, Kauf oder Verkauf dar. Sie kann ein persönliches Gespräch mit Ihrem Berater nicht ersetzen. Wir sind gerne für Sie da!

HYPO TIROL BANK AG Private Banking Meraner Straße 8 6020 Innsbruck T. +43 (0) 50700-7000 service@hypotirol.com www.hypotirol.com

eco.nova

95


Art Kunst & Kultur

„NACHDEM HIRNFORSCHER HEUTE WISSEN, WIE SICH UNSER GEHIRN ENTWICKELT, WENN WIR DINGE MIT BEGEISTERUNG TUN, FRAGE ICH MICH, WARUM MAN DEN MENSCHEN NICHT EIN LEBEN LANG SPIELEN LASSEN KANN.“ André Stern

und wie das Wachstum des Kindes stattfindet,

Wie darf man sich Ihren Alltag als Kind

versteht man das Prinzip der Natur. Es ist wie

vorstellen? Völliges Laissez-faire?

das Wachsen eines Baumes, für das man nur

Keineswegs! Strukturen hat es sehr wohl ge-

ganz wenig beiträgt. Kinder sind genau gleich.

geben, Rituale und familiäre Regeln. Ich bin

Wir haben das Gefühl, wir müssen das Ler-

jeden Tag um sechs Uhr aufgestanden, um

nen erzeugen, erzwingen, erreichen ... dabei ist

Gitarre zu üben, und habe Kurse besucht, in

Lernen nicht etwas, das man tut, sondern das

Musik oder Tanz, oder Vorlesungen im Collè-

man gelingen lässt. Es „passiert“, indem Kin-

ge de France. Nur eben ohne Vorgaben, was

der spielen und berühren. Wir Erwachsenen

wann oder bis wann gelernt werden muss.

schaffen „nur“ die richtigen Rahmenbedin-

So fing auch das Lesen nicht mit A, B und C

gungen. Es gibt kein Lernen ohne Emotion.

an oder – wie in den meisten Schulen – mit M, A, I, sondern mit Eiern und Eierbechern,

Was können wir als Erwachsene von unse-

die ich mit drei Jahren in den Büchern ent-

ren Kindern lernen?

deckt habe, und den Buchstaben O und C.

Eltern sind immerzu damit beschäftigt, sich

Im neunten Lebensjahr habe ich ein Buch

zu fragen: Wie kann ich mein Kind erziehen,

aufgeschlagen und flüssig vorgelesen. Da-

was kann ich ihm beibringen? Umgekehrt

vor habe ich nur neugierig einzelne Wörter

können wir als Erwachsene viel von unse-

entziffert.

ren Kindern lernen. Was allein die Offenheit

Multitalent André Stern ist Autor, Vortragsreisender, Musiker und Gitarrenbauer und spricht fünf Sprachen fließend.

Lasst Lernen gelingen!

D

des Herzens und des Geistes betrifft, sind

Wer hat bestimmt, was Sie lernen?

uns Kinder weit überlegen. Aufmerksamkeit,

Ich ganz allein. Mit der Kreiszahl Pi kam

Achtsamkeit, Begeisterung, Ernsthaftigkeit ...

ich zum Beispiel in Kontakt, weil ich wis-

all diese Charaktereigenschaften müssen

sen wollte, welche Strecke mein Lego-Tech-

Kinder nicht lernen oder üben; sie sind ihnen

nik-Auto pro Radumdrehung zurücklegt.

angeboren und wollen gefördert werden. Das

Es kam vor, dass bestimmte Dinge so in den

Kind sieht zwischen Spielen und Lernen kei-

Vordergrund traten, dass sie für eine Weile

ne Trennlinie – so lange, bis man es von ihm

mein Leben bestimmten. Die absolute Kon-

verlangt. Es ist eine fragwürdige „Leistung“

zentration, die Emotionen, die ich da erlebt

unserer Gesellschaft, Spielen als unwichtig

habe, sind für mich die eindrücklichsten

und Lernen als wichtig positioniert zu haben.

Momente meiner Kindheit. Als ich 23 Jahre alt war, habe ich im Kino einen Film über ei-

as Gras wächst nicht schneller,

Würden Sie sich heute als glücklichen und

nen Geigenbauer gesehen. Also habe ich mir

wenn man daran zieht!“, besagt

freien Menschen bezeichnen?

einen Gitarrenbaumeister gesucht und mich

ein afrikanisches Sprichwort. Das

Ja, ohne Einschränkung. Ich sage gerne und

über Jahre in das Handwerk vertieft. Dafür

in Paris geborene und lebende Multitalent

mit Stolz, dass ich ein 45-jähriges Kind bin, das

blieben viele andere Dinge auf der Strecke.

André Stern (47) projiziert diese Weisheit auf

nie zur Schule gegangen ist. Damit will ich

Das hat mich aber nie gestört. Ich habe klaf-

die großen Themenfelder unserer Gesell-

aber nicht signalisieren, dass Schulen generell

fende Wissenslücken. Mindestens so viele

schaft „Leben und Lernen“ und empfiehlt als

schlecht sind und jeder meinem Beispiel fol-

wie andere Menschen auch, mit dem Unter-

Dünger für rascheres Wachstum das Mittel

gen soll. Meine Frau und ich haben entschie-

schied, dass ich mich dafür nicht schäme.

„Begeisterung“. Im Kultursaal Langkampfen

den, unsere beiden Kinder nicht zur Schule zu

Ich habe das immer so verstanden, dass Lü-

bei Kufstein referiert „der Junge, der nie zur

schicken; es sei denn, sie wollen es unbedingt.

cken freier Raum für neues Wissen sind.

Schule ging“ am 27. April bereits zum zweiten Mal innerhalb von nur einem Jahr.

ECO.NOVA: „Leben und lernen mit Begeisterung“ ist der Titel Ihres Vortrages in Langkampfen. Was ist Ihr Ziel?

ANDRÉ STERN: Es geht mir um eine neue Haltung, die wir „Ökologie der Kindheit“ nennen. Man sollte sich vergegenwärtigen, wie viel ein Kind bei seiner Geburt bereits kann. Wenn wir uns anschauen, wie autonom eine Schwangerschaft und eine Geburt stattfinden

96

eco.nova

„LEBEN UND LERNEN MIT BEGEISTERUNG“

Vortrag und Dialog mit André Stern Freitag, 27.April 2018, ab 19:30 Uhr im Gemeindesaal Langkampfen • Tickets: 19 Euro (Vorverkauf), 23 Euro (Abendkasse) ermäßigte Gruppentickets ab 10 Personen • Vorverkauf: Buchhandlung fein.kost/Kufstein, TVB Kufsteinerland, Gemeinde Langkampfen • Einlass und Konsumation: ab 19 Uhr • André Stern wird nach dem Vortrag Fragen beantworten und Bücher signieren.


© ACHENSEE TOURISMUS

eco.art

LESEN AM SEE

Termin!

Bereits zum siebten Mal laden namhafte Autoren ein, sich in der

Landschaft rund um das „Meer der Tiroler“ auf eine literarische Reise zu begeben. Starke Frauen, berührende Geschichten und spannende Krimis – so könnte man das Motto der diesjährigen Auflage von achensee.literatour am besten beschreiben. Vier Tage lang steht der Achensee dabei ganz im Zeichen des Lesens und des Literaturbetriebes: Auf dem Schiff und auf der Alm, bei einer Wanderung und im Widum – so vielfältig wie die Orte, an denen die Autoren zur Lesung bitten, präsentiert sich auch das Programm: Neuerscheinungen, Erstlingswerke, Romane, Krimis und Bestseller – achensee.literatour verbindet Genres, Autoren und Leser. Zu Gast sind heuer Vea Kaiser, Poppy J. Anderson, Tanja Paar, Theodora Bauer, Paulus Hochgatterer, Hans Platzgumer, Thomas Raab, Bernhard Aichner und Alex Beer. // achensee.literatour: 10. bis 13. Mai 2018. Programm und Infos unter www.achensee-literatour.at

EINE WANDERUNG DURCH DIE ZEIT

BUCH . TIPP

Da ist etwas im Menschen, das es nur einmal im Leben gibt. Ich nenne es das innere Kind. Dieses Etwas ist unvergleichlich, unverwechselbar, einzigartig. Sie und ich und wir alle miteinander sind einmalig. Das ändert sich auch nicht, wenn wir heranwachsen – in welcher Umwelt auch immer – und irgendwann, wie man sagt, erwachsen sind. So beginnt Bestsellerautor und Psychotherapeut Uwe Böschemeyer das Vorwort zu seinem neuen Buch, in dem er den 70-jährigen Henry auf entzückende und vielschichtige Weise auf sein Leben zurückblicken und ihn schließlich als zufriedenen Menschen im Jetzt ankommen lässt. Aufgebaut als feinsinniger Dialog mit sich selbst zeigt das Büchlein, dass es nie zu spät ist für ein glückliches Leben. // Der alte Mann und sein inneres Kind, Benevento Verlag, 104 Seiten, EUR 12,–

FEINES NÄSCHEN Bei Lebensmitteln vertrauen viele Menschen auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Dabei verrät einem vor allem der menschliche Geruchssinn, ob etwas verdorben ist oder nicht. Die neue

LANGE NACHT DER FORSCHUNG

Sonderausstellung „Geruchswelten“ im Innsbrucker Audioversum Science­Center zeigt, wie wichtig unser Sinn für Gerüche ist. Die Ausstellung führt auf eine interaktive Reise durch faszinierende Geruchsräume, die Kulturgeschichte der Düfte sowie in die Welt der Geruchsbotanik. Um den eigenen Geruchssinn auf die Probe zu stellen, können Besucher zudem an rund 100 ausgestellten Duftessenzen schnuppern. Aber Achtung: Die korrekte Zuordnung des Geruchs und seiner Quelle ist nicht immer einfach – und

T LANGE NACHG FORSCHUN

der

zwischen Rosen- und Kaffeeduft mischt sich vielleicht auch der Gestank von Käsefüßen ... // www.audioversum.at

derForschung.at www.LangeNacht

13. APRIL, 17 – 24 UHR SAMMLUNGS- UND FORSCHUNGSZENTRUM KRAJNC-STRASSE 1, 6060 HALL EINTRITT FREI TIROLER-LANDESMUSEEN.AT

eco.nova

97


eco.art

Hl. Hieronymus in der Einöde, um 1525, 89,8 x 66,9 cm, Malerei auf Holz

L

ucas Cranachs Darstellungen nackter Liebesgöttinnen, seine Lutherporträts und Madonnenbilder sind längst Teil des kollektiven

Bildgedächtnisses. In Innsbruck ist er mit dem Gnadenbild Mariahilf im Hochaltar des Doms prominent vertreten. Das oft kopierte Werk zählt zu den bekanntesten Marienbildern des Alpenraums. Doch es gibt auch einen ganz anderen Cranach: den Naturmaler nämlich. Diesen zeigt die aktuelle Ausstellung im Tiroler Landesmuseum Ferdinandium, die noch bis 7. Oktober ebendort zu sehen ist. „Lucas Cranach der Ältere wird vor allem als Maler der Reformation und als Bildgeber für Martin Luther wahrgenommen. Im Ferdinandeum zeigen wir mit der Ausstellung neue Aspekte aus dem Werk des Malers. Die Schau macht auf Cranachs intensive Naturbetrachtung aufmerksam, die mit zahlreichen Objekten aus unseren verschiedenen Sammlungen interdisziplinär präsentiert wird und die die Ausweitung der Bildmotivik an der Schwelle vom Mittelalter zur Renaissance belegen“, erklärt PD Dr. Wolfgang Meighörner, Direktor der Tiroler Landesmuseen.

Detailreiche Naturdarstellungen der Landschaft war ein Lieblingsthema der Epoche, dem sich auch Cranach und

© TLM

„Das Motiv des Hieronymus als Büßer in

seine Werkstattmitarbeiter zahlreich widmeten. Innerhalb dieser Bildaufgabe hatten Cranach und seine Zeitgenossen nicht nur die Möglichkeit, einen echten Modeheiligen darzustellen und dabei malerisch über das im Zeitalter Luthers heftig umstrittene Wesen der Buße zu sinnieren. Sie konnten auch, und nicht zuletzt, ihre Fähigkeiten im Naturbild beweisen“, so die beiden Ausstellungskuratorinnen Dr. Agnes Thum und Dr. Helena Pereña. In den Gemälden, die im Ferdinandeum gezeigt werden, wird Hieronymus nicht in der Wüste, in die er eigentlich gehören würde, sondern in einem wilden Wald voller Tiere und Fabelwesen dargestellt. Im Detail ist die Natur hier verblüffend realistisch, im Gesamten jedoch geheimnis-

98

eco.nova

Hieronymus in der Wildnis Lucas Cranach der Ältere (1472–1553) war neben Albrecht Dürer der wohl bedeutendste Maler seiner Zeit. Das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum besitzt mit dem „Hl. Hieronymus“ eines seiner herausragenden Meisterwerke und stellt es ins Zentrum einer außergewöhnlichen Ausstellung.


eco.art

© WOLFANG LACKNER

Blick in die Ausstellung

CRANACH BEGANN SCHON FRÜH DAMIT, EINE GROSSE WERKSTÄTTE

umwittert und rätselhaft dargestellt. Die Hi-

des Hieronymus in der Wildnis. Als dessen

eronymusbilder eröffnen einen breiten Deu-

früheste Hieronymusdarstellung gilt ein

tungshorizont. Zum einen wirkt bei Cranach

Gemälde aus dem Kunsthistorischen Mu-

die Symbolik des Mittelalters weiter, in der

seum in Wien. Das Werk von 1502 ist die

jede Pflanze, jedes Tier eine geheime Bedeu-

erste jemals von Cranach datierte Arbeit

tung hatte. Zum anderen offenbart sich ein

und entstand lange vor der serienmäßigen

neuer Realismus im Kontext der noch jun-

Werkstattproduktion. Auf diesen ersten So-

gen Naturwissenschaften.

litär folgten noch zwei weitere malerische

Die Natur in den Gemälden des Wittenber-

Einzelstücke zum Thema, die ebenfalls in

ger Malers ist botanisch und zoologisch oft

der Ausstellung präsentiert werden. Der

gut identifizierbar und doch sind seine Ge-

„Hl. Hieronymus“ der Tiroler Landesmuse-

mälde von echtem Naturalismus weit ent-

en, Cranachs letztes großes Meisterwerk zu

fernt. Im 16. Jahrhundert standen die Natur-

dieser Thematik, setzt dabei den fulminan-

wissenschaften erst am Beginn ihres langen

ten Schlusspunkt.

Ablösungsprozesses von der Religion. Über

Die Schau zeigt neben beeindruckenden

Jahrhunderte war die Beschäftigung mit der

Bildern und Büchern auch Schätze aus den

Natur nur religiös zu rechtfertigen gewesen.

Naturwissenschaftlichen Sammlungen und

Diese durch und durch symbolhafte Sicht-

der Bibliothek der Tiroler Landesmuseen,

weise, in der jedes Lebewesen ein Abbild des

wie ein Herbar von Hippolyt Guarinoni, das

Schöpfungsgeheimnisses war, wirkte in die

wohl wichtigste Exponat der Naturwissen-

frühe Neuzeit hinein. Denn auch nach 1500

schaftlichen Sammlungen und gleichzeitig

war die allegorische Lesart der Natur allge-

das älteste Herbarium Österreichs. Als Ge-

genwärtig.

genüberstellung zwischen Realität und Ma-

Beeindruckende Exponate

lerei dienen Dermoplastiken von verschiedenen Tieren als Anschauungsmaterial. Die auf

Die Ausstellung ist mit wichtigen Werken

zwei Ebenen angelegte Kabinettausstellung

aus verschiedenen Schaffensphasen des

macht mit diesen Objekten deutlich, wo die

Malers bestückt. So sind nicht nur Vertre-

Gemeinsamkeiten und wo die Unterschie-

ter der beliebten Hieronymus-Serienmoti-

de der Tier- und Pflanzendarstellungen in

ve zu sehen, sondern auch sämtliche Soli-

Cranachs Gemälden im Vergleich zur Reali-

tärkompositionen Cranachs zum Thema

tät liegen.

© PRIVATBESITZ

AUFZUBAUEN, UND ETABLIERTE SEINEN NAMEN ALS MARKE. DIE AUFTRAGGEBER FÜR EIN BILD BESTIMMTEN SEINE QUALITÄT UND DEN GRAD DER PERSÖNLICHEN BETEILIGUNG DES MEISTERS. DIE CRANACH-WERKSTATT, DIE MUTMASSLICH RUND 5.000 GEMÄLDE HINTERLASSEN HAT, WURDE VON SEINEM GLEICHNAMIGEN SOHN LUCAS CRANACH DEM JÜNGEREN FORTGEFÜHRT.

Hl. Hieronymus, 1509, 35,5 x 22,6 cm, Holzschnitt

CRANACH NATÜRLICH

noch bis 7. Oktober 2018 im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Zur Ausstellung erschien im Haymon Verlag eine Begleitpublikation. 264 Seiten, EUR 29,90. Das umfangreiche Rahmenprogramm finden Sie unter www.tiroler-landesmuseen.at

eco.nova

99


eco.art

Ein glückliches Paar Mehrtägige Festivals liegen voll im Trend – nicht nur, aber auch in Tirol. Kein Zufall: Wenn sie solide organisiert sind, bringen sie gute Nächtigungszahlen, hohe Aufmerksamkeit in den Medien und bestes Image für eine ganze Region – wie das glück.tage-Festival für Philosophie, Literatur, Natur und Genuss im Kufsteinerland.

Der großartige Felix Mitterer lädt am 26. Mai um 20 Uhr ins Festspielhaus Erl zum Dialog.Abend.

A

ls das glück.tage-Konzept mit seinem Philosophie- und Literatur-Schwerpunkt 2015 in der Kulturregion

DIE GLÜCK.TAGE IM KUFSTEINERLAND SIND EIN FESTIVAL FÜR LEBENSKLUGE SELBST-DENKER.

Kufsteinerland vorgestellt wurde, rechnete man insgeheim mit erheblichem Gegenwind. Immerhin war die Region durch die Erler

samkeiten als Unterschiede. Um die aufzu-

Selbst-Führung ist der Schlüssel zum Glück!

Festspiele, den OperettenSommer auf der

zeigen und den Besuchern neue Impulse für

Auch der große deutsche Philosoph Wilhelm

Festung oder das Rock-Pop-Festival Kufstein

ihren Alltag zu geben, engagieren wir für die

Schmid setzt im Kultur Quartier Kufstein

unlimited vorwiegend musikalisch geprägt.

glück.tage renommierte Vordenker aus ver-

klar auf Eigenwahrnehmung und spricht

Doch es gab breite Zustimmung für das neue

schiedensten Lebensbereichen, die ihre per-

über Gelassenheit und Selbst-Freundschaft.

Format: zwölf ausgebuchte Veranstaltungen,

sönlichen Glück.Thesen mit dem Publikum

Besonders intensive Impulse bietet Schmids

rund 4.500 Besucher, Begeisterung nicht nur

teilen.“

exklusives Privatissimum bei Riedel Glas,

bei den Gästen, sondern auch bei den oft so

So kommen nach Top-Referenten wie Star-

zu dem nur 60 Zuhörer Zutritt haben – ein

kritischen Einheimischen, ein bunt gestreu-

philosoph Richard David Precht, Baum-Guru

Nachmittag, der besonders für Führungs-

tes Publikum. Das liege wohl am besonderen

Erwin Thoma oder Zukunftsforscher Mat-

kräfte aller Sparten gewinnbringend sein

Thema, meinen die Kuratoren des Festivals,

thias Horx auch 2018 wieder hochkarätige

wird. Das Natursegment übernimmt dieses

die Geschwister Brigitte und Thomas Wenin-

Speaker ins Kufsteinerland. Am Eröffnungs-

Jahr der humorvoll-erdige Bayern-TV-Ge-

ger, die vom Veranstalter TVB Kufsteinerland

abend am 24. Mai in Thiersee sind drei Best-

sundheit-Moderator „Kräuterwastl“ Sebas-

mit der Konzept- und Programmgestaltung

sellerautoren zugleich auf der Bühne: die

tian Viellechner, der Besuchern die „essba-

betraut wurden. „Es ist uns offenbar gelun-

Biologin und „Alles wird gut“-TV-Moderato-

re Landschaft“ näherbringt und heimische

gen, ein universelles Lebensthema anzu-

rin Nina Ruge, die warmherzige Ordensfrau

Glückspflanzen genießen lässt. Den Festi-

sprechen“, erklärt Thomas Weninger. „Jeder

Melanie Wolfers und der charismatische,

val-Höhepunkt im Festspielhaus Erl gestal-

Mensch sehnt sich nach Glück und Wohlbe-

ohne Arme und Beine geborene Psycholo-

tet dann der große Tiroler Humanist, Drama-

finden. Natürlich hat jeder seine ganz eigene

ge Georg Fraberger. Ihre gemeinsame Philo-

tiker, Autor und Schauspieler Felix Mitterer,

Definition dafür, aber es gibt mehr Gemein-

sophie: Nicht Ego-Fixierung, sondern echte

der im Dialog mit seinem Regisseur-Freund

100

eco.nova


© HEIKE STEINWEG

eco.art

© ALEKSANDRA PAWLOFF

Wilhelm Schmid spricht am 25. Mai um 20 Uhr im KulturQuartier Kufstein über das Glück.

Psychologe Georg Fraberger ist nebst Nina Ruge und Melanie Wolfers am Eröffnungsabend am 24. Mai um 20 Uhr im Passionsspielhaus Thiersee zu Gast.

Markus Plattner überlegt, was Menschen auf

den glück.tagen tauchen immer konserva-

der „Bühne des Lebens“ antreibt.

tive Kräfte auf, die jede noch so kleine Leis-

Mit-Kuratorin Brigitte Weninger verfolgt

tung von uns bezahlt haben möchten. Aber

aber noch einen weiteren Festivalansatz: „Als

es gibt auch kreative Denker unter den

Pädagogin versuche ich immer, ganzheitlich

Wirtschaftstreibenden, die sofort begrei-

zu denken. So gehe ich nicht nur von sicht-

fen: Oh, da ist was los! Wie kann ich diese

baren Erfolgen, sondern vom Menschen und

Imageveranstaltungen für unseren Betrieb

seinen Emotionen aus und überlege, was

nutzen?“ Sie verstehen, dass es hier nicht

man sich wirklich wünscht. Das sind: Kultur,

um kurzfristigen Profit, sondern um nach-

verbunden mit Natur. Niveauvolle Unterhal-

haltige Imagepflege geht, und dass solche

tung, verknüpft mit Genuss. Individualität,

Festivals große Chancen bieten. Sie hängen

aber auch Gemeinschaftsgefühl. Und vor al-

sich an die öffentliche Werbung und Me-

lem viel Herz!“

dienpräsenz an und nutzen das Thema als

„Viel Herz“ bietet das neue glück.tage-Rah-

Transportmittel für ihre eigenen Initiativen,

menprogramm, das nicht von den Veran-

die nicht auf „Glück kaufen oder haben“,

staltern verordnet wurde, sondern durch

sondern auf „Glück fühlen“ abzielen. Unter-

Eigeninitiativen aus Wirtschaft und Kultur

nehmer ordern beispielsweise Ticketkon-

entstanden ist. So läuft etwa die Kino-Bio-

tingente und geben sie an ihre Kunden und

grafie „Optimismus des Willens“ im glück.

Mitarbeiter weiter oder laden wichtige Ge-

Café „Lebensmittel“, das in der Festivalzeit

schäftspartner zum Schmid-Privatissimum.

täglich Workshops anbietet. Auch die Ge-

Andere buchen glück.Meeting-Tische und

nuss.Buchhandlung fein.kost verschreibt

treffen sich mit Wegbegleitern zu einem

sich ganz dem Glück und hält dazu pas-

Genuss-Apero vor einem Abendvortrag. Die

sende Bücher, Musik sowie alle Festivalin-

Kufsteiner Kaufmannschaft stellt ihr Früh-

fos und -tickets auf Lager. Die WeinBar Vi-

lings-Night-Shopping unter das Glücksmot-

tus&Urban fungiert als Gastgeber für eine

to und sogar große Industriebetriebe nüt-

after.show-glückparty, und Austria-Guide

zen das Festival für besondere Glück.Ideen

Gaby Schuler zeigt in historischen Stadt-

für die gesamte Belegschaft. Pühringer:

führungen, warum in Kufstein das Glück

„Man muss die Potentiale nur sehen – und

zuhause ist.

dann auch nützen!

Mehrwert für die Region Bei all dem Erfolg für die Festivalmacher bleibt die Frage, ob und wie die heimische Wirtschaft von solchen Events profitiert. Natürlich sind an Festivaltagen mehr Besucher in der Region als sonst, die einkaufen, essen gehen, übernachten und mehr. Aber ist der Effekt tatsächlich spürbar? Stefan Pühringer, Geschäftsführer des Tourismusverbands Kufsteinerland: „Bei Festivals wie

DAS FLAGGSCHIFF

GLÜCK.TAGE

24. bis 26. Mai 2018 Alle glück.tage-Programminfos finden Sie unter www.glueck-tage.com. glück.Meeting-Packages, Privatissimum-Tickets und Gruppenrabatte können bei c.petter@kufstein.com gebucht werden.

PHOENIX NO 20 – 2015 93 Punkte – Falstaff 93 Punkte – A la Carte strukturiert kompakt hochwertig

weingut josef u. maria reumann gmbh neubaugasse 39 | 7301 deutschkreutz t +43 (0) 2613 80421 m + 43 (0) 664 12 13 285 www.weingut-reumann.at Vertriebspartner: DEL FABRO – Getränkehandel Weinhaus DÖLLERER Weinkellerei MERANER BEVANDA Wein & Destillate Getränke WAGNER

eco.nova

101


eco.art Katja Dufner, Objekt

Johanna Bair, Malerei Erich Horvath, Malerei

Walter Klier, Malerei

Teri Moore, Grafik

Mixed Media

In der Galerie Nothburga am Innsbrucker Innrain werden Künstler und Genres gekonnt gemischt, um ein eigenständiges Konzept zu verfolgen.

S

„BEIM MALEN ERZÄHLE ICH MIR, WAS ICH SEHE.“ Johanna Bair

eit der Galeriegründung im Jahr

in der Natur den Ausgangspunkt für seine

sentieren sich teils tiefgründig und sym-

1995 werden die Räumlichkeiten

Reise ins Innere sieht. Ihnen zur Seite stand

bolhaft, die Motivwahl umfasst zudem

im ehemaligen Ansitz Albersheim

die US-amerikanische Künstlerin Teri Moore,

das heimatliche Umfeld. So unterschied-

am Innsbrucker Innrain von einem engagier-

die über ihre Kunst selbst sagt: „So wie ich die

lich die beiden Künstler im wahrsten Sinne

ten Team rund um Sibylle Saßmann-Hör-

Dinge forme, zeichne ich sie.“ Alle drei Künst-

ans Werk gehen, so ist ihnen eines gemein:

mann, die die Galerie Nothburga seit 2012 lei-

ler sorgten in der Galerie Nothburga für ei-

ihr farbenfroher Umgang in der Gestal-

tet, inhaltlich bereichert. Das Konzept ergibt

nen gefühlsgewaltigen Auftakt in ein span-

tung. Landschaften, Stillleben, Gedachtes

sich aus einer stimmigen Verbindung von

nendes Kunstjahr.

und Geträumtes, Erinnertes und Erlebtes

verschiedenen Künstlern und deren Genres,

– das alles findet in den Bildern von Johan-

das auf der begrenzten Raumfläche der Gale-

Johanna Bair, Walter Klier

rie schier grenzenlose Auseinandersetzungen

Malerei

auf die Umgebung spezialisiert: „Ich male

möglich macht.

Von Mitte Feber bis Mitte März waren in

meist Gegend“, sagt er. „Mit Wiese, Berg und

der Galerie Nothburga die Arbeiten der

Baum, Himmel im oberen Bildteil, wo er

beiden gebürtigen Innsbrucker Künstler

hingehört.“ Zusammen ergeben die beiden

Johanna Bair und Walter Klier zu sehen.

Künstler ein kongeniales Duo in der Be-

Deren stimmungsvoll gemalte Bilder prä-

trachtung der Welt.

RÜCKBLICK Katja Duftner, Erich Horvath, Teri Moore Objekte, Malerei, Grafik Die erste Ausstellung des heurigen Jahres befasste sich von Mitte Jänner bis Mitte Feber mit naturaffiner Thematik, Metamorphosen und der Erforschung von Gefühlen. Die Tirolerin Katja Duftner gibt in ihren Arbeiten nicht nur die Natur an sich wieder, sondern ein Bündel an Farben und Raum­ empfindungen, während der in Wien geborene und aktuell in Grins lebende Erich Horvath

102

eco.nova

na Bair Niederschlag. Walter Klier hat sich

BROADEN YOUR HORIZONS – ERWEITERE DEINEN HORIZONT Ein Schulprojekt in Zusammenarbeit mit der Galerie Nothburga

Im Zuge dieses Projektes wurden Künstler und politisch engagierte Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen und Ländern eingeladen, sich gemeinsam mit Schülern aus verschiedenen Schulen und Altersstufen auf eine spannende Reise der Begegnung zu machen. „Broaden your horizons“ wurde fächerübergreifend durchgeführt und lud Schüler im Alter von 8 bis 18 Jahren dazu ein, mitzumachen. Der Themenschwerpunkt lag auf sozialer und kultureller Vielfalt. Die spannenden Ergebnisse des Projektes wurden in einer Schulausstellung gemeinsam mit einigen Werken der eingeladenen Künstler Mitte März in der Galerie Nothburga präsentiert.


eco.art

Luis Höfer

DIE AKTUELLE AUSSTELLUNG IN DER GALERIE NOTHBURGA WIDMET SICH DEN BEIDEN INNSBRUCKER JUBILAREN

INGE VON REUSNER UND LUIS HÖFER

ANLÄSSLICH DEREN 90. UND 95. GEBURTSTAGES. BEIDE ARBEITEN NOCH REGELMÄSSIG UND MIT BEGEISTERUNG IN IHREN ATELIERS. IHRE INSPIRATIONSQUELLEN SIND UNERSCHÖPFLICH, IHRE WERKE ZEUGEN VON UNGLAUBLICHER FRISCHE UND DYNAMIK.

Inge von Reusner

AKTUELL Inge von Reusner, Luis Höfer

(nicht Alt-Werden) trotzdem die mir noch

ten voll unglaublicher Frische und Dyna-

immer geschenkten Inspirationen durch

mik. // Die Ausstellung der hochbetagten

künstlerisches Schaffen darstellend wei-

und stets kreativen Akademieabsolven-

Malerei und Grafik

terzugeben? Eine Quelle bleibt so lange

ten ist noch bis 21. April in der Galerie

Inge von Reusner, geboren 1928 in Innsbruck,

lebendig, als sie den nötigen Zulauf (Ide-

Nothburga zu sehen.

war immer am Puls der Zeit. Erinnerungen

en) bekommt und aufnehmen kann. Oh-

aus ihrem Leben – Momentaufnahmen einer

ne Zulauf keine Leben spendende Quelle,

langen Erfahrung – hat sie skizzenhaft auf

ohne Quelle kein fließender wiederge-

die Leinwand gebannt und mit klarer gesti-

bender Bach ... Es gibt einen sinnvollen

scher Pinselführung aufgetragen. Die Malerei

Spruch: Wenn dich die Muse küssen will

von Reusners entwickelte sich kraftvoll und

und du lehnst den Kuss ab, wird sie nie

dynamisch, wobei sie stets den Menschen auf

mehr wiederkommen. Als Getriebener

der Suche nach seinem Inneren in den Mittel-

kann ich daher vorläufig nicht die Hände

punkt stellte. Die als Retrospektive gedachte

in den Schoß legen und im Nichtstun auf

Ausstellung zeigt großformatige Acrylbilder

mein Lebensende warten. Wenn auch mein

ebenso wie Druckgrafiken und Arbeiten auf

musisches Leben, wie das allgemeine An-

Glas und mit Ton. Trotz der Beeinträchtigung

ders-Werden, allerdings nur physisch, ein-

durch eine fortschreitende Makula-Degene-

gebremst wird – ich bin trotzdem dankbar

ration arbeitet Inge von Reusner noch regel-

dafür“, sagt er selbst über sein Arbeiten.

mäßig und mit Begeisterung. Die ausdrucks-

Neben vielen Aquarellen, Linolschnitten

starken, extrem reduzierten Zeichnungen der

und Zeichnungen hat sich Luis Höfer im

letzten Monate sind ein Zeugnis davon.

letzten Jahr der Buntstiftzeichnung zuge-

Mit Arbeiten von Inge von Reusner sind

wandt. „Ich konnte nach einer Hüftoperation

Werke des 1923 in Innsbruck geborenen

nicht mehr so lang stehen, um zu aquarel-

Luis Höfer zu sehen: „Was veranlasst mich

lieren, da hab ich mit den Farbstiften im

eigentlich, in meinem physisch und psy-

Sitzen gearbeitet.“ Das Ergebnis ist aktuell

chisch fortgeschrittenen Anders-Werden

in der Galerie Nothburga zu sehen – Arbei-

GALERIE NOTHBURGA Innrain 41, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/563761 info@galerienothburga.at www.galerienothburga.at

Öffnungszeiten während der Ausstellungen: Mi. bis Fr. von 16 bis 19 Uhr Sa. von 11 bis 13 Uhr

AUSBLICK: MIXED MEDIA

Acht Künstler des Teams der Galerie Nothburga präsentieren unter dem Titel „Inn – Isar“ ihre Arbeiten in der Galerie des Kunstvereins Landshut. Die Vernissage findet dort am Freitag, 13. April, um 19:30 Uhr statt. Die Ausstellung ist bis 6. Mai zu sehen. Ab 11. September sind die Künstler des Kunstvereins Landshut im Gegenzug in der Galerie Nothburga zu Gast.

eco.nova

103


Mobil Auto & Motor

!

WEITERE TESTBERI CHTE, NEWS UND MEHR UN TE WWW.ECO-MOBIL. AT R

SERIENMÄSSIG COOL

Pure Emotion

Der neue Ford Mustang Bullitt ist eine Hommage an den legendären Mustang GT Fastback, der im 1968 gedrehten Thriller mit Steve McQueen die automobile Hauptrolle spielt und deshalb auch dessen

BMW baute mit seinem i3 das erste Elektroauto, das vom Markt

Namen trägt. Der 5,0-Liter-V8-Motor wurde für die Sonderedition leicht

richtig wahr- und ernstgenommen wurde. War der Kauf für so

modifiziert und leistet stattliche 464 PS. Als Karosseriefarben stehen die

manchen, der es sich leisten konnte, vorerst vor allem ein State-

Töne „Iridium-Schwarz Mica“ und das klassische, aus dem Film bekannte

ment in Richtung Autozukunft, so haben die Bayern nebst dem

„Dark Highland Grün“ zur Wahl. Auffallend sind vor allem die 19 Zoll gro-

Vernunftaspekt nun auch richtig Emotion in die i-Reihe gepackt.

ßen Fünf-Speichen-Leichtmetallräder mit den rot lackierten Bremssät-

Parallel zur weiterentwickelten Ausführung des 2+2-Sitzers, der

teln, innen sorgt das 1.000 Watt starke Premium-Soundsystem von Bang

seit seiner Markteinführung im Jahr 2014 der weltweit meistver-

& Olufsen samt zwölf Hochleistungs-Lautsprechern für ordentlich

kaufte Plug-in-Hybrid-Sportler ist, geht der neue BMW i8 Roads-

Bums. Und auch sonst ist allerhand technischer Schnickschnack mit an

ter an den Start. Der offene Zweisitzer mit elektrischem Softtop

Bord. Präsentiert wurde das Muscle-Car im Jänner in Genf, die Produkti-

erweitert die Kombi aus emissionsfreier Mobilität und hochka-

on beginnt schon im Juni. Bestellungen sind ab Mai möglich.

rätiger Performance (374 PS / 4,6 sec von 0 auf 100 / Topspeed: 250 km/h), um ein neues Gefühl der Offenheit. Das hat allerdings seinen Preis: Gestartet wird bei rund 155.000 Euro.

URBAN CROSSOVER Skoda ist auf den SUV-Geschmack gekommen und zeigt mit der „Vision X“, wie es nach dem Kodiaq und dem Karoq weitergeht. So wird der Neue das erste Hybridfahrzeug mit Erdgas-, Benzin- und Elektromotor in der Geschichte der Tschechen. Die Studie übernimmt dabei die charakteristischen Merkmale der vorigen SUV-Modelle – interpretiert sie aber neu. Preislich wird sich das City-SUV wohl ein wenig über dem kompakten Seat Arona einfinden, der bei rund 16.000 Euro startet. Kommen wird die Serienversion 2019 – der Name ist noch offen, wird aber vermutlich die Tradition mit K am Anfang und Q am Ende fortsetzen, auch wenn sich Skoda den Namen „Polar“ kürzlich schützen hat lassen.

Dass auf dem Bild ein Skateboard zu sehen ist, hat einen Grund: Zum Simply-clever-Konzept des Skoda Vision X gehören nämlich auch zwei elektrisch angetriebene Boards, die im Gepäckraum befestigt sind und auf denen man die letzten (Kilo)meter vom Parkplatz bis zum Ziel zurücklegen kann - Helm, Protektoren, Trinkflaschen und Kameradrohne (zum Aufnehmen des coolen Skates) sind auch mit dabei.

WENN DAS KINDERZIMMER ZUR RALLYESTRECKE WIRD ... Viele Fahrzeughersteller becircen auf verschiedenste Weisen bereits die ganz Kleinen. Ab sofort ist auch das Ford-Fiesta-WRC-Rallye-Auto Bestandteil der exklusiven Speed-Champions-Spielzeugserie von Lego. Die Designer haben das sportliche Erscheinungsbild des echten Vorbildes mit kraftvoll gewölbten Radhäusern sowie markanten Front- und Heckspoilern nachgestellt. Der neue Bausatz beinhaltet unter anderem eine Auswahl an Radkappen und zwei austauschbare Motorhauben – sollte es auf der Rennstrecke zu einem Crash kommen. Das Auto besteht aus 203 Einzelteilen samt Minifahrer und kostet rund 15 Euro.

104

eco.nova


eco.mobil

Million-Dollar-Baby

ECO.MMENTAR

Erdgas statt Diesel?

Bruno König, Motorredaktion

Bugatti schärft beim Chiron nach und

DAS EMPIRE SCHLÄGT ZURÜCK

Die Dieseldiskussion ist voll im Gange.

stellt seinem Supersportwagen zwei Jah-

Jaguar gibt in vielerlei Hinsicht die Richtung

Eventuelle Fahrverbote in deutschen

re nach dessen Weltpremiere eine eigene

vor und hat nun nach dem F- und E-PACE

Städten ebenso. Einige Hersteller wie Fi-

Sport-Version zur Seite. „Wir haben den

seinen Tempomachern ein I vorangestellt.

at, Volvo oder Toyota verabschieden sich

Chiron Sport für die Kunden entwickelt,

Damit präsentieren die Briten ihr erstes Elek-

gänzlich vom Diesel. Andere wiederum

die ihren Chiron noch sportlicher und mit

tro-SUV und treffen gleich voll ins Schwarze.

sind fest davon überzeugt, dass es den

deutlich mehr Querdynamik erleben wol-

Die 90-kWh-Lithium-Ionen-Batterie verhilft

Diesel braucht – wegen der CO2-Zieler-

len“, sagt Stephan Winkelmann, Präsident

dem I-PACE zu einer Reichweite von bis zu

reichung und bei großen Pkw wegen des

von Bugatti Automobiles S.A.S. Wenn Sie

480 Kilometern. An einer 100-kW-Schnellla-

hohen Wirkungsgrades. Aber was ist ei-

also mindestens 2,65 Millionen Euro (netto!)

desäule mit Gleichstrom ist der Akku in nur

gentlich mit Erdgas als Treibstoff?

übrig haben, dann tauschen Sie ihren alten

40 Minuten wieder zu 80 Prozent gefüllt. Dass

Erdgasfahrzeuge stoßen im Vergleich zu

Chiron doch einfach gegen die Sport-Vari-

die Katze auch im übertragenen Sinne un-

Benzin- oder Dieselautos um bis zu 25

ante: Die extremen Leistungs- und Perfor-

ter Strom steht, zeigen die Zahlen, sprintet

Prozent weniger CO2 aus. Das ist nicht

mancedaten (1.500 PS; Höchstgeschwindig-

das 400-PS-Autoraubtier doch in 4,8 Sekun-

nur gut für die Umwelt, sondern vor al-

keit: 420 km/h) sowie die Leichtigkeit und

den aus dem Stand auf 100 km/h. Und dass

lem auch für die Hersteller. Ab 2020 gel-

der Komfort in der Fahrbarkeit blieben

die Insulaner schöne Fahrzeuge entwickeln,

ten nämlich 95 Gramm CO2 pro Kilome-

erhalten, nachgerüstet wurde vorrangig

brauchen wir eh nicht extra zu erwähnen. Ge-

ter als Grenzwert.

beim Handling, dessen Potenzial sich vor

fertigt wird der I-PACE übrigens von Magna

Erdgas verbrennt langsamer, daher „wei-

allem in Kurvenlagen voll entfaltet. Äu-

Steyr in Graz. Die Bestellbücher sind geöffnet,

cher“ und um etwa die Hälfte leiser als

ßerlich zu erkennen ist der „Sport“ an den

der Startpreis liegt bei rund 78.000 Euro.

Diesel. Durch die 130 Oktan ist Erdgas

neuen Leichtbaufelgen und der neuen Ab-

extrem klopffest. Folglich sind Fahrzeu-

gasblende, dazu gibt’s Scheibenwischer aus

ge im Erdgasbetrieb leiser als bei Ver-

Kohlefaser und verschiedene Farb- und

wendung von Benzin oder Diesel. Und

Ausstattungsvarianten. Erste Auslieferun-

das Tankstellennetz ist im Vergleich zu

gen sind für Ende des Jahres geplant.

Stromladepunkten mittlerweile flächendeckend. Anregungen und Kommentare bitte an koenig@econova.at

Der von Anfang an als Elektrofahrzeug konzipierte I-PACE von Jaguar bietet nebst mutigem Design auch viel Platz für Insassen und Gepäck. ➜

URBANE MOBILITÄT Mobilität ist weit mehr als nur Auto. Das zeigt Volkswagen mit seiner Streetmate-Studie und dem Cityskater – zwei Kurzstreckenspezialisten, mit denen Sie bald lautlos und lokal emissionsfrei in und durch die City cruisen können. Der E-Scooter Streetmate kann im Sitzen und Stehen gefahren werden, riegelt bei 45 km/h ab, stromert bis zu 35 Kilometer weit und ist durch seine Wendigkeit perfekt für die Stadt. Dazu ist das Dingens easy zu bedienen und leicht zu fahren. Gestartet wird mittels App. Während der Straßenkumpel perfekt für mittlere Distanzen ist, bietet der dreirädrige Cityskater feine E-Mobilität quasi für die letzte Meile – also vom Parkplatz, Bus oder Bahn zum Ziel. Gestartet, beschleunigt und gebremst wird per Handgriff, der 450-Watt-Motor im Hinterrad schiebt das 12-Kilo-Mobil mit bis zu 20 km/h rund 15 Kilometer durch die Gegend. VWs Beitrag zur Mikromobilität soll bald in Serie gehen.

eco.nova

105


eco.mobil

Seat beeindruckte am Eis – auch Rennfahrer Mario Dablander, der im Leon Cupra am Steuer saß.

Heiß am Eis Man nehme: eine spiegelglatte Eisfläche, einen heißen Spanier, 300 Turbo-PS, Allradantrieb und Spikebereifung. Das sind die Zutaten für jede Menge Spaß, den wir in der Leutasch erleben durften, als wir im neuen Seat Leon Cupra im Drift unterwegs waren.

106

eco.nova


eco.mobil

Die 1,2-Millimeter-Spikes krallen sich ins Eis.

V

iele haben es sich schon lang gewünscht: einen All-

mittlerweile fünften Generation zum Einsatz.

fung ausgestattet. Aufgestellte Pylonen mar-

Hier verteilt die Kupplung die Kräfte über

kierten einen Rundkurs, der sich überaus

zahlreiche elektronische Sensoren je nach

flott und dynamisch zeigte. Beeindruckend,

Bedarf an das Rad mit dem meisten Grip – im

wie schnell man den kräftigen Leon auf die-

Extremfall bis zu 100 Prozent des Drehmo-

sem spiegelglatten Untergrund bewegen

ments. Ein zusätzlicher Vorteil der aktuells-

kann und wie deutlich der Unterschied zum

ten Seat-Allrad-Generation ist, dass die Mo-

Spike dann doch ist. Mit den 1,2 Millimeter

torkraft an die Hinterachse geschickt wird

langen Stahlnägeln lässt sich das Fahrzeug

und erst dann blitzschnell verteilt wird. Das

deutlich besser beherrschen und noch leich-

sorgt nicht nur für Stabilität, sondern auch

ter kontrollieren.

für erhöhten Fahrspaß auf Eis und Schnee.

Die 300 Turbo-PS sorgen in jeder Lebenslage für Leistung im Überfluss und Spaß oh-

radantrieb im Leon-Topmo-

300 PS am Eis

dell Cupra. Schon die 280

Wie gut das in der Realität funktioniert,

sowohl mit dem Auto, dem Eisparcours als

Turbo-PS des Vorgängers waren den ange-

durften wir dank einer Einladung der

auch den Spikereifen vertrauter, was das

triebenen Vorderrädern ab und an überle-

Seat-Verantwortlichen in Österreich in der

Tempo nochmals steigert. Für Vertrauen

gen. Das aktuelle Topmodell bietet jetzt so-

Leutasch austesten. Wir waren mit den Mo-

sorgt dabei auch die Souveränität des Leon,

gar 300 geladene Pferdchen. Da kommt das

dellreihen Ateca und Leon X-Perience im

der sogar im schnellen Drift gutmütig und

Allrad-Jubiläum bei Seat gerade recht. Seit

tief verschneiten Gelände unterwegs, bevor

berechenbar bleibt. Der geniale Sound des

30 Jahren nämlich bieten die Spanier bereits

wir in den brandneuen Leon Cupra umstei-

Zwei-Liter-Triebwerks erhöht den Spaßfak-

Fahrzeuge mit Vierradantrieb. Heute ist der

gen durften. Für den Test im 300 PS starken

tor zusätzlich. Zu haben ist der stärkste Le-

„4Drive“ bei Seat in den Modellreihen Ateca,

Kombi wurde eigens eine große Eisfläche

on aller Zeiten ab rund 39.000 Euro für das

Alhambra und im Leon erhältlich. Aktu-

präpariert. Die Cupras waren zum einen mit

Coupé. Allrad gibt’s nur im Kombi, für den

ell kommt das moderne Haldex-System der

Winterreifen, zum anderen mit Spikeberei-

werden gut 44.000 Euro fällig.

ne Ende. Nach einigen Runden wird man

eco.nova

107


eco.mobil

Kunterbunt Der Ford Fiesta ist ein echter Dauerbrenner unter den Kleinwagen. Seit 1976 sorgt der kleine Kölner für ein buntes Straßenbild. Ganz besonders, wenn er wie in unserem Fall im pinken „maya“-Kleid daherrollt. // TEXT: BRUNO KÖNIG

Hochwertige Materialien im Innenraum. Das Ford Sync3 konnte die Redakteure besonders begeistern.

P

roduktionsstätte für den hüb-

solut langstreckentauglich und lassen sich

FORD FIESTA 1,1 85PS M5

schen Stadtfloh ist seit knapp

dreistufig beheizen. Besonders beeindrucken

40 Jahren das Werk Köln-Niehl.

konnte das Ford Sync3 mit AppleLink und

MOTOR:

1,1-Liter-Dreizylinder-Benziner

Für die mittlerweile achte Gene-

6,5 Zoll großem Touchdisplay. Die leichte und

LEISTUNG:

62 kW/85 PS

DREHMOMENT:

108 Nm

0–100 KM/H:

14,0 sec

SPITZE:

170 km/h

ration des erfolgreichen Kleinwagens wurde

logische Bedienung, die schnelle Koppelung

die Produktion ordentlich aufgerüstet und

der Geräte und eine scharfe Grafik sorgten

modernisiert. Neben vier unterschiedlichen

für Begeisterung im Redaktionsteam.

Ausstattungslinien kommen demnächst auch

Optisch gefällt der Ford durch seine sport-

eine Crossover-Variante sowie der schnelle ST

liche Linienführung und modernste LED-

TESTVERBRAUCH:

6,2 Liter/100 km

auf den Markt.

Technik an Scheinwerfern und Rückleuch-

CO2-AUSSTOSS:

101 g/km

Unser „maya-Mobil“ ist mit dem 1,1-Liter-

ten. Erstaunlich groß präsentiert sich der

SPASSFAKTOR:

6 von 10

Dreizylinder-Triebwerk und 85 PS ausgestat-

Kofferraum, der dank eines variablen Bodens

PREIS:

ab 10.990 Euro

tet. Bereits in der Basisausstattung „Trend“

über 300 Liter schluckt. Dieses Volumen kann

ist der Fiesta gut ausgestattet und verfügt

durch Umklappen der Rückbank auf fast

über zahlreiche Sicherheits- und Assistenz-

1.000 Liter erweitert werden.

systeme. Enorm gesteigert haben sich beim

linder erstaunlich kultiviert. Kultiviert bleibt auch der Verbrauch: 6,2 Liter im Schnitt bei ei-

Neuen die Materialauswahl sowie die Qua-

Agil und sparsam

litätsanmutung im Innenraum. Das feine

Der 1,1-Liter-Dreizylinder wirkt quirlig und

sehen lassen. Ebenfalls keinen Anlass zur Kri-

Lederlenkrad mit allen wichtigen Bedie-

stets unangestrengt. Die 85 PS sind im Nor-

tik geben Lenkung und Fahrwerk. Im Gegen-

nelementen könnte auch in einer Mittelklas-

malfall ausreichend, einzig bei stärkeren Stei-

teil: Die direkte Lenkung und das sportlich ab-

se-Limousine verbaut sein.

gungen plagt sich das maya-Mobil dann doch

gestimmte Fahrwerk harmonieren perfekt.

Die manuelle Klimaanlage arbeitet hervor-

etwas. 14 Sekunden vergehen, bis Tempo 100

Zu meckern gibt’s also kaum etwas. Wenn un-

ragend und lässt sich gut dosieren. Schei-

anliegt, bis zu 170 km/h könnte der Fiesta mit

bedingt, dann vielleicht nur, dass man nicht

benkratzen im Winter gehört dank der

5-Gang-Schaltung schnell werden. Dass passt,

ungestört zum Lieblingslied mitsingen kann.

beheizbaren Frontscheibe ebenfalls der Ver-

denn insgesamt zeigt sich das Triebwerk im

Mit dem pinken maya-Mobil nicht aufzufal-

gangenheit an. Die Sitze sind bequem, ab-

Alltagsbetrieb recht agil und für einen Dreizy-

len, ist nämlich unmöglich.

108

eco.nova

nem hohen Stadtverkehr-Anteil können sich


eco.mobil

Nicht aufzufallen, ist mit dem pinken „maya-Mobil“ unmöglich

BMW unter Strom BMW investiert massiv in neue Technologien – und peilt für 2018 trotzdem das neunte Rekordergebnis in Folge an. Wie das gelingt? Mit einer weiteren Steigerung der Effizienz und einem Baukastensystem, das Kosten spart und die Münchner enorm flexibel macht.

B

und neue Modelle um fast eine Milliarde auf 7 Milliarden Euro steigen, soll der Gewinn vor Steuern stabil gehalten werden. Um das zu erreichen, reduziert BMW die technische Vielfalt, verstärkt die Mehrfachnutzung des Baukastensystems und baut das Angebot bei renditestarken Modellen aus. Das Motorbaukastensystem ist es auch, das BMW für die Zukunft fit machen soll. Es ermöglicht, dass in die Fahrzeuge je nach Nachfrage Benzin-, Diesel-, Plug-in-Hybrid-

MW hatte sich den Zeitpunkt wohl

gert. Der Umsatz wuchs um 5 Prozent auf fast

oder auch reine Elektromotoren verbaut

besser vorgestellt: Am Mittwoch

99 Milliarden, das Ergebnis vor Steuern um 10

werden können. Diese Flexibilität bei ver-

präsentierte der bayerische Auto-

Prozent auf 10,66 Milliarden Euro. Unter dem

schiedenen Antriebssystemen macht BMW

bauer in München glänzende Jahreszahlen –

Strich blieben 8,7 Milliarden Euro Gewinn. Die

beweglich in Hinblick auf jegliche Verände-

doch die Münchner Staatsanwaltschaft hatte

Aussicht auf das heurige Geschäftsjahr sind

rungen bei den Präferenzen der Kunden.

tags zuvor auf der Suche nach manipulierten

nicht minder ambitioniert: Obwohl die Inves-

Dieselautos die Konzernzentrale durchsucht.

titionen für Elektroautos, autonomes Fahren

Modelloffensive

Das warf einen unerwünschten Schlag-

Allein in diesem Jahr bringt BMW zwan-

schatten auf die Präsentation vor hunderten

zig neue und überarbeitete Modelle auf den

Journalisten. Für den Vorstand ist die Prob-

Markt. Die Designsprache setzt auf hohe Emo-

lem-Software bei 11.000 Autos eine bedauer-

tionalität – wie beispielsweise die 8er-Reihe,

liche Panne – was angesichts der (für einen

der Z4 und der X4. Darüber hinaus forciert

Konzern dieser Dimension bescheidenen)

BMW seine technologische Offensive: Vor kur-

Größenordnung glaubhaft klingt.

zem eröffnete in München der BMW-Campus

Die Bilanz

für autonomes Fahren. Und im Laufe des Jahres werden vollelektrische Konzeptfahrzeuge

Im Jahr 2017 hatte BMW die Auslieferungen

präsentiert, die alle in Serie gehen: der iX3, der

um 4 Prozent auf 2,5 Millionen Autos gestei-

iNEXT, der iVision Dynamics.

eco.nova

109


eco.mobil

Der Range Rover Velar ist konsequent auf Eleganz, Luxus und Dynamik ausgerichtet.

Gelände-Schönheit

Die Marke Land Rover ist schon seit einigen Jahren auf der Erfolgsstraße unterwegs. Nun schieben die Briten mit dem Velar ein weiteres Luxusmodell zwischen Evoque und Sport dazwischen. // TEXT UND FOTOS: BRUNO KÖNIG

D

ie Lücke gab es zweifellos:

Die Gründe, warum die „Landis“ und

RANGE ROVER VELAR 3.0D SE

Zwischen dem großen Range

„Ranges“ seit einigen Jahren bei der Kund-

MOTOR:

Rover Sport mit fünf Metern

schaft so gut ankommen, liegen auf der

3.0-LiterSechszylinder-Diesel

Länge und dem kompakten,

Hand: Das Design ist gelungen und den

LEISTUNG:

221 kW/300 PS

4,37 Meter zählenden Evoque war reichlich

Spagat zwischen Luxus und Komfort kom-

DREHMOMENT:

700 Nm

Platz. Diesen hat die britische Marke nun

biniert mit Geländefähigkeit beherrscht

0–100 KM/H:

6,5 sec

mit dem wunderschönen Velar geschlossen.

derzeit keine Marke so sehr wie Land Rover.

Der jüngste Range Rover liegt mit einer Au-

Dies trifft auch auf den neuen Velar zu. Au-

SPITZE:

241 km/h

ßenlänge von 4,80 Metern ziemlich genau

ßerdem ist der ein echter Hingucker: mäch-

zwischen den zwei Erfolgsmodellen, lässt

tige Front, muskulöse Linien und ein wuch-

aber trotzdem noch Platz für weitere Model-

tiger, stattlicher Auftritt. Das passt. Mit dem

le, die bereits angekündigt wurden.

Velar mag man sich gerne sehen lassen – so-

110

eco.nova

TESTVERBRAUCH:

7,6 Liter/100 km

CO2-AUSSTOSS:

167 g/km

SPASSFAKTOR:

8 von 10

PREIS:

ab 61.300 Euro


eco.mobil

Die Touchscreens liegen voll im Trend, lenken während der Fahrt aber ab.

wohl in der City als auch im Gatsch. Der geschmeidige, kräftige V6-Diesel bringt 300 PS mit und drückt imposante 700 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle. Leise und kultiviert dreht der Dreiliter hoch, sanft schaltet die Achtstufenautomatik durch. Wenn man möchte, geht’s aber auch rasanter, denn in 6,5 Sekunden beschleunigt der Zweitonner auf Tempo 100 und rennt bis zu 241 km/h. Während unseres zweiwöchigen Testlaufs konsumierte der Velar 7,6 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Das ist für einen 300 PS starken Koloss dieser Liga sehr ordentlich.

Voll im Trend

liegt der Range Rover mit seinen zwei Bild-

Highlight. Allerdings kann es wie in unserem

Der Innenraum ist sehr gefällig arrangiert,

schirmen, auf denen mehr oder weniger alles

Test passieren, dass diese bei kalten Winter-

drinnen ist wirklich alles pipifein montiert.

bedient wird. Das sieht zwar top aus, lenkt je-

temperaturen einfrieren und die Tür deshalb

Die Oberflächen fühlen sich hochwertig an,

doch während der Fahrt sehr ab. Auch hässli-

nicht aufgeht. Ansonsten gibt es momentan

weiches Leder bedeckt die Cockpitoberseite

che Fingertapper auf den Touchscreens sind

kaum ein SUV im Premiumsegment, das so

und verkleidet passgenau vernäht die brei-

kaum zu vermeiden. Die elektrisch versenk-

konsequent auf Eleganz, Luxus und Dyna-

te Mittelarmlehne. Very nice! Voll im Trend

baren Türgriffe sind ebenfalls ein absolutes

mik geprägt ist wie der Range Rover Velar.

E A L L S! N A LIER E T HO

Gewinner vom Tiroler Innovationspreis in Silber

Wachstumsranking Profil (47/2017) 1. Platz: West-Österreich 4. Platz: Österreich

WERDEN SIE EIN TEIL DER „GRÜNEN“ ERFOLGSGESCHICHTE! Mit über 600 Partnerhotels in AT, DE, CH & IT bietet Greenstorm das innovativste Verleihkonzept!

SICHERN SIE SICH JETZT IHRE KOSTENLOSEN E-BIKES & E-AUTOS – SOLANGE DER VORRAT REICHT! Begeistern Sie Ihre Gäste mit den neuesten E-Bikes am Markt & zahlen Sie keinen Cent! GREENSTORM MOBILITY GMBH · Stockach 100 · 6306 Söll · +43 5358 43582 · office@greenstorm.eu · www.greenstorm.eu Söll · München · Luzern · Palma · Bozen

eco.nova

111


eco.mobil

s t h g li

in s. E er t h m g hlig am Hig aftsk usflu e A ch ch lrei Wirts einen h a ng er er z ied el in d ertretu w r d Jah ughan essenv KÖNIG m e e NO s er die Fahrz ie Int OS: BRU n i T te FO ed rte zeig ie Spa nisiert EXT UND n d alo ga // T bils i auch lge or weiz. o be om Fo ch Aut rte da al in iche S r e nf eie stl nM . Ge läum f ehnte üdwe 8 8 s Der s Jubi zum z in die e s t n i i kle : Bere l o r Ti

h g i H f en

G

112

eco.nova


eco.mobil

D

ie Tiroler Fahrzeughändler und Autofreunde buchten in diesem Jahr wieder einmal zahlreich den von David Narr und

Karin Münzer-Ditz bestens organisierten Ausflug nach Genf. Beim mittlerweile zehnten Besuch des internationalen Autosalons fanden sich heuer insgesamt 117 Teilnehmer

ein. Das ist neuer Rekord. „Dass auch heuer wieder so viele dabei sind, freut mich ganz besonders und zeigt deutlich, wie hoch das Interesse am Automobil nach wie vor ist“, betonte Gremialobmann Dieter Unterberger bei seiner Begrüßungsrede während des Flugs mit Austrian Airlines. Das große Interesse spiegelte sich dann auch am Autosalon selbst wider. Zum bereits 88. Mal fand die große Autoschau in Genf statt. Wieder einmal strömten mehr als 660.000 Besucher in die Palexpo-Hallen, um sich über die neuesten Fahrzeuge, Trends und Technologien zu informieren. Diese Besucherzahlen sind insofern beeindruckend, als dass man heutzutage jedes Modell im Internet findet – und das meist noch vor dem Messestart. Trotzdem wollen viele Menschen – darunter auffallend viele aus der jüngeren Generation – die Autos vor Ort live unter die Lupe nehmen.

180 Hersteller, 900 Fahrzeuge Auf den insgesamt 106.000 Quadratmetern präsentieren rund 180 Aussteller mehr als 110 Welt- und Europapremieren sowie in Summe 900 Fahrzeuge. Damit zählt die Messe zu den größten Ereignissen für Vertreter der Automobilindustrie in Europa. Neben nahezu allen weltweit bedeutsamen Autoherstellern zeigten sich in Genf heuer auch zahlreiche kleinere und teils sehr exklusive Modellbauer sowie hochrangige Tuner wie Techart oder Mansory. Zunehmend an Bedeutung gewinnen in Genf die alternativen Antriebe. Elektro-, Hybrid- und Brennstoffzellen-Fahrzeuge finden sich auf fast allen Ausstellungsflächen. Zu den Highlights zählen jedoch wie jedes Jahr die Supersportwagen und neuesten SUV. Von Lamborghini über Maserati und Bentley bis hin zu Porsche ziehen die großen Geländewagen die Besucher wie Magneten an. So auch die Tiroler, die sich wieder einmal sehr beeindruckt von den neuesten Fahrzeugen, aber auch der Attraktivität der Messe und der Organisation zeigten. Deshalb versprach Sparten-Geschäftsführer David Narr bereits am Rückflug nach Innsbruck, dass es auch 2019 einen Besuch des Genfer Automobilsalons geben wird. Den elften in Folge.

eco.nova

113


eco.mobil

117 Teilnehmer, und damit so viele wie noch nie, nahmen am heurigen Autosalon-Genf-Ausflug teil.

114

eco.nova


eco.mobil

Hoch soll er leben Der neue X3 von BMW wurde nicht nur edler und geräumiger, sondern durch den Einsatz modernster Materialien auch um gute 50 Kilogramm leichter. Das macht ihn spürbar agiler und soll dem Mittelklasse-SUV zu neuen Höhenflügen verhelfen. // TEXT UND FOTOS: BRUNO KÖNIG

S

Imposanter Auftritt und geräumiger Innenraum: BMW X3

den. Das ermöglicht ein völlig neues Raumgefühl und kommt dem größeren Bruder X5 wesentlich näher. Materialien und Verarbeitung spielen auf höchstem Niveau und vermitteln Luxus. Die Funktionalität, Bedienung und der Fahrkomfort verdienen Applaus. Nicht zu vergessen sind die feinen Sitze und das vollfarbige Head-up-Display. Oberklassenniveau vermitteln das Infotain-

eit 15 Jahren ist BMWs X3 nun

re sind natürlich neu designt, doch die

mentsystem samt Gestensteuerung und die

am Markt. Seitdem entschie-

grundlegende Formsprache ist größtenteils

gestochen scharfe Grafik des Bildschirms.

den sich mehr als 1,5 Millionen

geblieben. Warum auch alles neu erfinden?

Erwähnenswert ist auch die Akustikvergla-

Kunden für ihn. Damit zählt der

Der Erfolg gab schon den zwei Vorgängern

sung der Front- und Seitenscheiben, wo-

X3 zu den erfolgreichsten Mittelklasse-SUV

Recht. Der Auftritt des neuen Bayern ist ein

durch das Geräuschniveau hörbar reduziert

überhaupt. Doch eigentlich nennt BMW sei-

imposanter: Die wuchtige Motorhaube, die

werden konnte.

ne Geländefahrzeuge gar nicht SUV, sondern

muskulösen Kanten, die kurzen Überhänge,

Das ausgewogene Gewichtsverhältnis be-

„SAV“ – also „Sports Activity Vehicle“. Das

der weit heruntergezogene Dachspoiler und

schert dem X3 enorme Fahrdynamik und

passt wohl besser zur Markenphilosophie.

die LED-Rückleuchten beeindrucken. Der cw-

sorgt damit für viel Fahrspaß. Der kräfti-

Seit wenigen Monaten ist die dritte Generati-

Wert von 0,29 ist der beste seiner Klasse.

ge 190-PS-Dieselmotor mit serienmäßiger

on des Erfolgs-SAV am Markt. Was beim Neu-

8-Gang-Steptronic zeigt sich als perfekter

en sofort auffällt: Optisch wurde nicht allzu

Neue Dimension

viel experimentiert. Scheinwerfer, Stoßstan-

Trotz der behutsamen Erneuerung ist der

21 Zentimetern Bodenfreiheit sogar auf die

gen, Lufteinlässe und die mächtige BMW-Nie-

aktuelle X3 länger, breiter und höher gewor-

Berghütte.

und auch sparsamer Begleiter – mit knapp

BMW X3 XDRIVE 20D MOTOR:

2.0-Liter-Diesel

LEISTUNG:

140 kW/190 PS

DREHMOMENT:

400 Nm

0–100 KM/H:

8,0 sec

SPITZE:

213 km/h

TESTVERBRAUCH:

6,7 Liter/100 km

CO2-AUSSTOSS:

140 g/km

SPASSFAKTOR:

7 von 10

PREIS:

ab 43.850 Euro

eco.nova

115


promotion

Bringt Bewegung ins Leben Das Auto ist mehr als ein schnödes Fortbewegungsmittel. Es ist die zur Maschine gewordene Freiheit und Unabhängigkeit. Auch wenn das heutzutage fast ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Es stimmt nach wie vor. // TEXT: MARIAN KRÖLL

116

eco.nova


promotion

D

ie volkswirtschaftliche Dimension des Kfz-Handels kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, denn die Automobil-

wirtschaft ist eine Leitbranche, die für Beschäftigung sorgt. Auch dort, wo gute Jobs und Infrastrukturen rar sind, ist er ein verlässlicher Partner, der in hohem Ausmaß Kommunalsteuer in die Gemeindekassen spült. Der Kfz-Handel in Tirol belebt den ländlichen Raum und prägt mit modernen, lichtdurchfluteten Autohäusern, die ein Ort

„DER AUSBAU DER ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTEL IST VERNÜNFTIG UND SINNVOLL. DENNOCH BLEIBT IN TIROL DIE INDIVIDUELLE MOBILITÄT EIN HOHES GUT UND BEDÜRFNIS, ZU DESSEN QUALIFIZIERTER BEFRIEDIGUNG DER KFZ-HANDEL MIT EINEM ZEITGEMÄSSEN DIENSTLEISTUNGSANGEBOT WESENTLICH BEITRÄGT.“ Dieter Unterberger, Obmann des Landesgremiums des Fahrzeughandels der Wirtschaftskammer Tirol

des Austausches und der Begegnung sind, wo Auto-Enthusiasten einander auf Au-

ziert, der wird mit einem Elektroauto wahr-

nicht beim Autokauf auf, sondern reicht we-

genhöhe begegnen und trefflich diskutie-

scheinlich nicht schlecht beraten sein. Ein

sentlich weiter, etwa wenn es um spezielle

ren können, Tirols Gemeinden. Es geht dort

solches bietet auch für Firmenkunden diver-

Dienstleistungen oder Reparaturen und In-

nicht um den schnellen Abschluss, sondern

se Vorteile, zumal damit der Sachbezug und

standhaltungsmaßnahmen geht. So entsteht

darum, eine hochqualifizierte Dienstleistung

die Umsatzsteuer entfallen. Ehrlicherwei-

ein Mehrwert für den Kunden, den in dieser

zu erbringen, die zunehmend breitere Quali-

se sollten auch der Herstellungsprozess und

Form nur der Fachhandel bieten kann.

fikationen verlangt.

die dafür aufgewendete Energie bei der Wahl des passenden Antriebssystems eine Rolle

Erlebnisfaktor Handel

spielen. Bezieht man diesen in die Gesamtbi-

Online-Konfiguratoren sind heute bei jedem

lanz ein, werden auch die Verbrennungsmo-

Hersteller state of the art. Sie erlauben einen

Dass die automobile Welt deutlich an Kom-

toren gegenüber dem vermeintlich sauberen

ersten groben Überblick, der notwendiger-

plexität gewonnen und damit der Beratungs-

Elektrofahrzeug wieder konkurrenzfähig.

weise verkürzt und defizitär ist. Ein Auto

bedarf und -aufwand stark zugenommen

Als reine Informationsquelle ist dem Inter-

kann man nur erleben, wenn man die Ober-

hat, lässt sich anhand der Ausdifferenzie-

net heutzutage kaum der Rang abzulaufen,

flächen, das Design und die Materialien bei

rung der Antriebssysteme illustrieren. Die

dennoch bietet der Handel weit mehr, als

Tageslicht sehen und spüren kann. Ganz zu

Frage des für die eigenen Ansprüche und

das Netz mit seiner Fülle an automobilem

schweigen von der Probefahrt, einer Dienst-

Anforderungen „richtigen“ Antriebs ist

Wissen vermag. Die Beratungsleistung hört

leistung, die so nur der Handel anbieten

Beratungsbedarf trotz Internet

heute nicht mehr nur auf die Frage Benzin oder Diesel beschränkt, sondern viel grundsätzlicher. Neben höchstentwickelten Verbrennungsaggregaten mit zeitgemäßer Abgasnachbehandlung und damit verhältnismäßig sauberen Abgaswerten drängt sich auch die Elektromobilität, sei es als reines Elektrofahrzeug oder Wasserstoffauto, zunehmend in den Vordergrund. Dabei darf man auch die Kombination des Bewährten und Neuen in Form von Hybridfahrzeugen nicht außer Acht lassen. Der Abgesang auf den Verbrennungsmotor ist – selbst im Lichte unerfreulicher Entwicklungen rund um die defizitäre Abgasnachbehandlung in Dieselfahrzeugen verschiedener Hersteller – jedenfalls verfrüht. Die Technik ist ausgereift, dennoch werden die Motoren immer besser und effizienter. Es gehört zu den Kernaufgaben des Kfz-Handels, die genauen Bedürfnisse des Kunden zu erfahren und die beste Lösung dafür anzubieten. Wer etwa größtenteils kurze Strecken zurücklegt und selbst mittels Photovoltaik zu Hause Strom produ-

AUTOMOBILVERKÄUFER/IN - EIN JOB DER BEWEGT!

Um den Ausbildungsstandard hochzuhalten, hat die Wirtschaftskammer Tirol in Kooperation mit der Business School der Fachhochschule Kufstein Tirol einen eigenen Lehrgang entwickelt, in dem professionelle Verkaufsfähigkeiten und Soft Skills intensiv trainiert werden. Experten aus Wissenschaft und Praxis vermitteln die wichtigsten Grundlagen für erfolgreichen Kundenkontakt und Verkauf. Darüber hinaus erwerben die Teilnehmer ein solides Grundverständnis für relevante Abläufe im Autohaus und ihre eigenen Aufgaben als Verkäufer. So bauen sie die nötige Basiskompetenz für den direkten Kundenkontakt und ihre Aufgaben im Autohaus auf. Themen wie CRM-Systeme, Zeitmanagement, Marketing und telefonischer Kundenkontakt werden erklärt und in zahlreichen Übungen trainiert. Über eine Online-Wissensplattform können die Teilnehmer dann alle Inhalte des Lehrgangs nachlesen und immer wieder darauf zugreifen. Nach erfolgreichem Abschluss des Lehrgangs erhalten die Teilnehmer ein Hochschulzertifikat. Der kompakte und ergebisorientierte Aufbau des herstellerunabhängigen Lehrgangs hat sich in der Praxis bewährt. • Zielgruppe sind Personen im Automobilverkauf und Quereinsteiger: JuniorVerkäufer, Senior-Verkäufer, Spezialisten im Automobilhandel: Flotte, Nutzfahrzeuge, Gebrauchtwagen • Zugangsvoraussetzungen sind Seiteneinsteiger mit technischem und kaufmännischem Bildungshintergrund, Berufserfahrung in kaufmännischen Bereichen, Automobil-Verkäufer mit vorhandener Junior- oder Senior-Ausbildung • Dauer: 5 Präsenztage mit Online-Lerneinheiten und Lernüberprüfungsfragen

eco.nova

117


promotion

„DER TIROLER KFZ-HANDEL IST EIN WIRTSCHAFTSFAKTOR, DER HOHES KUNDENVERTRAUEN GENIESST UND IN ALLEN REGIONEN DES LANDES QUALIFIZIERTEN MITARBEITERN, DIE MIT ENGAGEMENT BEI DER SACHE SIND, BESCHÄFTIGUNG BIETET. DIE BRANCHE IST IN DEN VERGANGENEN JAHREN KOMPLEXER UND DAMIT BERATUNGSINTENSIVER GEWORDEN. DEM TRAGEN WIR UNTER ANDEREM MIT EINEM SPEZIELLEN LEHRGANG IN KOOPERATION MIT DER FACHHOCHSCHULE KUFSTEIN TIROL RECHNUNG.“ David Narr, Geschäftsführer des Landesgremiums des Fahrzeughandels der Wirtschaftskammer Tirol

Automobilverkäufer/In – ein Job mit Zukunft!

Arbeitsbereiche, die Emotionen, Technik,

tohandels stets sicher sein, die richtige Wahl getroffen zu haben. Wer dem Kfz-Handel

Der Automobilhandel ist, auch wenn es um

werden begabte junge Menschen zwischen

sein Vertrauen schenkt, wird gleich in mehr-

des Österreichers liebstes Fortbewegungs-

20 und 25 Jahren, die Spaß an einer inter-

facher Hinsicht belohnt und leistet auch

mittel geht, ein „People Business“, das von

essanten, fordernden und sinnstiftenden

einen Beitrag, dass die Wertschöpfung und

gut ausgebildeten Automobilverkäufern

Arbeit haben. Voraussetzungen dafür sind

Kaufkraft in der Region bleibt und Tirols

geprägt und getragen wird. Dementspre-

der positive Abschluss einer Lehre bezie-

Autohändler auch weiterhin für Beschäf-

chend handelt es sich um einen Job mit Zu-

hungsweise einer berufsbildenden höhe-

tigung sorgen und kräftige wirtschaftliche

kunft, für den interessierte Youngtimer und

ren Schule sowie eine Berufserfahrung von

Impulse, etwa in Form von Investitionen in

Fahrzeugtypen gesucht werden. Ein Beruf,

mindestens zwei Jahren. Neben zeitlicher

die Infrastruktur, setzen können. Das ist ein

der so facettenreich, modern und spannend

Flexibilität, einem kommunikativen Wesen

Zustand, von dem letztlich die Allgemeinheit

ist wie seine Produkte. Auf die Automobil-

und Freude an der Beratung und am Um-

profitiert.

verkäufer von morgen warten vielseitige

gang mit Kunden sollte man ein hohes Maß

kann. Derart können Kunden des Tiroler Au-

Business und Karriere vereinen. Gesucht

an Verantwortungsbewusstsein mitbringen. Wer eine Affinität zu Autos an den Tag legt und sich für technische Aspekte begeistern kann, für denjenigen ist die Automobilbranche genau das Richtige! Kurz gesagt: #einjobderbewegt.

FACTS

• In der Fachgruppe der Wirtschaftskammer Tirol sind aktuell 909 Mitglieder im Fahrzeughandel aktiv (Stand: März 2018). • Im vergangenen Jahr 2017 wurden in Tirol 31.521 Fahrzeuge neu zugelassen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das laut Zahlen der Statistik Austria einem Plus von 6,5 Prozent. Der Automobilhandel hatte also trotz nicht einfacher Rahmenbedingungen ein gutes Jahr. Mit 31. Dezember 2017 lag der Kfz-Bestand im Land bei 561.938 Fahrzeugen.

118

eco.nova


eco.mobil

Die Zweiradsaison startet Die heurige Motorradsaison steht kurz vor dem Start.

D

er Boom bei Zweirädern ist nahezu ungebrochen. 2017 zählte man in Tirol 4.187 Neuzulassungen.

„Besonders gestiegen ist die Nachfrage nach

Gerald Unterberger freut sich auf die neue Motorradsaison und über neue Sicherheitseinrichtungen bei Zweirädern.

Elektrorollern“, berichtet Gerald Unterberger. Der Anstieg lag hier bei knapp 40 Prozent,

dern und Mopeds tätig sind. Mit mehr als

Trend weiter steigend.

100 Beschäftigten erreicht die kleine Bran-

Rasant schreitet die Entwicklung bei den

che immerhin 22 Millionen Euro Jahresum-

Sicherheitseinrichtungen der Zweiräder vo-

satz. „Hier sind wir sehr kompakt und gut

ran. „ABS- und Anti-Schlupf-Systeme sind

aufgestellt“, betont Fachgruppen-Geschäfts-

schon länger Standard. Inzwischen kommen

führer David Narr von der Wirtschaftskam-

aber viele neue Systeme auf den Markt und

mer Tirol.

machen das Motorradfahren immer sicherer. Deshalb sinkt erfreulicherweise auch die Zahl der schweren Unfälle“, berichtet Unterberger. Spurhaltesysteme und Verkehrszeichenerkennung ziehen ebenso verstärkt in die Zweiräder ein wie umweltfreundliche Motoren.

37 Unternehmen Aktuell gibt es in Tirol 37 Firmen, die im Bereich Verkauf und Reparatur von Motorrä-

F1-Feeling am Tiroler Autosalon Ein Flair von Formel 1 herrschte am Preview-Abend des Tiroler Autosalons. Der Grund: Auto-Linser lud zur Reifenwechsel-Challenge auf seinem Messestand in der Innsbrucker Messehalle.

SAISONAUFTAKT

Pünktlich zum Saisonauftakt am 7. April 2018 präsentiert sich der Tiroler Zweiradhandel im ÖAMTCFahrtechnikzentrum am Zenzenhof. Dort gibt es die Möglichkeit, verschiedenste Zweiräder zu testen oder sich Praxistipps zum Thema Sicherheit zu holen.

D

ie Spannung war groß am Preview-Abend der Tiroler Autosalons. Auto-Linser hatte zum

Reifenwechsel-Wettbewerb geladen. Acht Personen in vier Teams traten an, um die schnellste Zeit zu schaffen. Schließlich warteten auf die Sieger Medaillen und Sekt. Messedirektor Christian Mayerhofer stellte sich der Challenge ebenso wie Wirtschaftskammerboss Jürgen Bodenseer mit Sohn Max. Der Kampf um die Podestplätze war hart, aber fair. Als Sieger ging das Team von Werner Konrad (Auto Linser) und Michael Kopainigg (Opel Österreich) hervor. Knapp dahinter Messedirektor Christian Mayrhofer und Bruno König. Die folgenden Plätze gingen an das Team Bernhard Scherl und Ulrike Mungenast sowie Max und Jürgen Bodenseer. Auf die traditionelle Sektdusche wurde verzichtet. Lieber wurde damit nach der Siegerehrung auf den Erfolg angestoßen.

Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer, Werner Konrad, Auto-Linser-Verkaufsleiter Bernhard Scherl, Michael Kopainigg, Ulrike Mungenast, Messedirektor Christian Mayrhofer und Auto-Linser-Marketingleiter Piero Salituri. Vorne: Max Bodenseer und Bruno König

eco.nova

119


Lifestyle Luxus & Trends

Mann trägt bunt!

I

m Grunde ist buntes Fußwerk nichts wirklich Neues. Farbenfrohe Socken – anfangs meist noch dezent gestreift oder gepunktet, jetzt in allen erdenklichen Couleurs und Mustern – findet man mehr oder weniger seit drei Jahren in den Moderegalen, doch mu-

tige Trends brauchen manchmal ihre Zeit. Findet auch Angelika Huber-Nindl. Ihr gehört das wunderbare gleichnamige Schuhgeschäft in der Haller Altstadt, in dem sie nebst hochwerti-

gen vorrangig handgemachten italienischen Schuhen eben auch stylische Socken führt. Weil beides irgendwie einhergeht. Ausgefallene Socken lenken den Blick nach unten – und damit auch auf die Schuhe. Man kann also nicht einfach irgendwas an den Füßen tragen. Auf der anderen Seite geben die Socken dem Schuh noch den letzten Pfiff. „Schön langsam trauen sich auch immer mehr Männer“, bemerkt Angelika. Dass es an ihren eigenen Füßen meist bunt zugeht, versteht sich quasi von selbst – passt auch ganz ausgezeichnet zu den silbern oder gold schimmernden Schuhen, die aktuell im Geschäft stehen. „Natürlich sind die bunten Socken nicht in jedem Beruf geeignet, aber ich beobachte, dass mehr und mehr Männer auch zum Businessoutfit Akzente setzen“, erzählt die Schuhspezialistin. Besonders chic sind die Trendsocken übrigens zu weißen Sneakern. // www.nindl-schuhwerk.at

120

eco.nova


eco.life

REGIONEN-GIN

glückliches Frühstück

NACH UNS DIE GIN-FLUT

Lokale Botanicals, regionale Geschmackskomponenten, die Aromen und Farben der Heimatregionen der drei Masterminds: Das sind die Ingredienzien der neuen „Wacholderbär“-Gins, für

mit Mamas Marmelade und Honig vom Onkel

mit Illy- oder Meindl-Kaffee

mit Eiern von glücklichen Hennen vom eigenen Hof

die sich der steirische Edelbrenner David Gölles, der Niederösterreicher Wein-Connaisseur und Winzer Clemens Strobl und der Tiroler Christian Auer, Sommelier, Restaurantchef und Servicemanager im Mieminger Alpenresort Schwarz, zusammengetan haben. „Das bekommen wir gin“, dachten sich die drei wohl; entstanden sind schließlich drei außergewöhnliche Varianten, individuell kreiert und jeweils abgestimmt auf einen der drei Protagonisten sowie traditionelle, regionale Rezepte. Wir sind natürlich besondere Fans der Tiroler Version, mögen die anderen beiden aber schon auch sehr. // www.wacholderbaer.at SIGNATURE.DRINK – BLEND #: TYROLEAN SOUR • 4 cl Gin, 3 cl Zitronensaft, 2 cl Zuckersirup, 1 Eiweiß, 3 Tropfen Walnussöl Gin, Zitronensaft, Zuckersirup und Eiweiß auf Eis shaken. In einen vorgekühlten, mit Eis aufgefüllten Tumbler geben. Walnussöl darübertropfen.

Mit Brot von der famiieneigenen Bäckerei Kröll

Frühstück täglich ab 6 Uhr

WOHLFÜHLZEIT SCHENKEN Das Kosmetikinstitut aurora in der Innsbrucker Müllerstraße ist ein wahres WohlfühlKleinod, das (uns) optisch wie inhaltlich vollends überzeugt. In ungezwungener Atmosphäre bekommt man hier alle Zeit der Welt, um zu entspannen und den lieben Gott einfach mal einen guten Mann sein zu lassen. Neben Produkten von !QMS Medicosmetics verwöhnt das Expertenteam rund um Murat Coskun mit feiner Kosmetik von Horst Kirchberger und individueller Beratung, wie sie sein soll. Besonders mögen wir die After-Work-DonnerstagsÖffnungszeit bis 20 Uhr. //TIPP: Am 13. Mai ist Muttertag! Die Produkte und Behandlungen sind nicht nur ein feines Geschenk an sich selbst, sondern auch für die beste Mama der Welt. Gerne stellt das Team personalisierte Gutscheine samt Wunschtext aus. www.kosmetik-aurora.at

Hofgasse 6, Altstadt Innsbruck www.strudel-cafe.at


© PETER BARCI | KNEIPP VERLAG

eco.life

Weihrauch war schon bei den Pharaonen das Schönheitsmittel Nr. 1. Ihm wird eine regenerierende und verjüngende Wirkung zugesagt.

FEINES FÜR DIE HAUT Für die feine Kosmetik von Stephanie Cammerlanders baumharz und

BALANCE HALTEN

der Seifenfabrik Walde wird handverlesener grüner Weihrauch Boswel-

Der Frühling wird gerne dazu genutzt, um nicht nur die Woh-

lia sacra (1. Wahl) aus dem Oman mit Bioölen angesetzt. Dabei gehen die

nung wieder auf Vordermann zu bringen, sondern auch sich

kostbaren Inhaltsstoffe des Harzes in das Öl über. Wir mögen besonders

selbst. Die ersten Sonnenstrahlen stärken das Gemüt, heilsames

die Weihrauchcreme, hergestellt aus dem Weihrauchauszug/Bio-Man-

Fasten gibt dem Körper von innen heraus mehr Schwung. Fas-

delöl mit Lindenblütenextrakt. Die Tagespflege hat einen positiven Ein-

ten muss dabei nicht zwangsläufig öde sein. Kurze Auszeiten

fluss auf die Regeneration der Haut, spendet Feuchtigkeit und sorgt für

für den Körper lassen sich auch ganz gut mit dem Arbeitsalltag

ein ebenmäßiges Hautbild. Was drin ist: ganz viel Natur. Was nicht drin

vereinbaren, wie Elisabeth Fischer in ihrem Buch „Basenfasten

ist: Farb- und Duftstoffe. So soll es sein! // Erhältlich bei Walde Kerzen

im Glas“ zeigt – 5-Tage-Basenfasten-Programme inklusive.

(Pfarrgasse 5) und Walde Seifen (Innstraße 23) in Innsbruck sowie

© TERRAGRAPHY

online unter www.baumharz.at und www.walde.at

REZEPT.TIPP

Rote-Beete-Salat mit Ananas und Kokosdressing Für 2 Portionen 300 g Rote Beete // ½ Bio-Zitrone // 50 ml Kokosmilch 100 g Ananas // 50 g gemischte Salatblättchen Dazu: 100 ml Gemüsesuppe // Salz, Pfeffer • Rote Beete in reichlich Wasser bissfest kochen (oder im Schnellkochtopf über Wasserdampf garen). Etwas abkühlen lassen, abziehen und in sehr dünne Scheiben schneiden. • Zitronenschale abreiben, Zitrone auspressen Andreas Müllner, Gerhard Bacher, Bernhard Dietz, Fabian Hochheimer, Daniel Jakob, Daniel Rechberger-Stillebacher und Reinhard Glanz

EINE WELLE FÜR INNSBRUCK So nennt sich eine Initiative für die Schaffung von Flusswellen – ein ökologisch verträgliches, emissionsloses Sportangebot für abenteuerhungrige Stadtbenutzer mit Aushängeschild-Potenzial für die Sportstadt Innsbruck. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von neun Wassersportenthusiasten, die im Herbst 2017 eher zufällig als geplant zusammenkamen und schließlich einen eigenen Verein gründeten – die Sektion Tirol, die wiederum dem Verein Riversurfing Austria angehört, der schon Flüsse in Salzburg und Oberösterreich bewellt. Am 1. März fand die erste öffentliche Infoveranstaltung dazu statt. Ziel ist es, über kurz oder lang auch den Tirolern Riversurfen auf dem Inn zu ermöglichen. Infos gibt’s auf facebook (Eine Welle für Innsbruck).

122

eco.nova

• Für das Dressing Kokosmilch, Gemüsesuppe und Zitronenschale aufkochen. 2 EL Zitronensaft dazugeben und alles mit einem Mixstab vermischen. Rote Beete mit dem Dressing vermischen. Salat mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. • Ananas in kleine Stücke schneiden. Salatblätter in mundgerechte Stücke teilen. • Rote-Beete-Salat in ein Glas geben, darauf Ananas und Salatblättchen schichten.

BASENFASTEN IM GLAS

Elisabeth Fischer, Kneipp Verlag 132 Seiten, EUR 19,00 Bestsellerautorin Elisabeth Fischer zeigt mit 55 neuen Rezepten einen Weg in ein leichtes, genussvolles Leben. Jedes Gericht besteht aus nur fünf Zutaten und ist einfach und schnell zuzubereiten.


eco.life

Aus- und Weitblicke Mit dem im Sommer 2016 direkt am Ufer neu eröffneten deck47 hat der Innsbrucker Badesee Rossau, besser bekannt als Baggersee, eine enorme kulinarische Aufwertung erfahren und das gastronomische Angebot der Landeshauptstadt um eine – auch architektonisch – wunderbare Location erweitert. Und man kann hier mittags und abends nicht nur vorzüglich, kreativ und abwechslungsreich speisen, sondern auch in entspannter und trotzdem eleganter Atmosphäre feiern.

Feste feiern Die einzigartige Lage mitten in der Natur und doch zentral erreichbar macht das deck47 zur idealen Eventlocation. Die Rossau ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln bequem zu erreichen, für Selberfahrer stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung. Wer Veranstaltungen plant, ist im Restaurant am See nicht nur ob des herrlichen Ausblicks richtig, den man von der schönen Terrasse ebenso genießen kann wie dank großzügiger Glasfronten von innen, sollte das Wetter einmal nicht so ganz outdoorfreundlich sein. Vom kleinen Pressebrunch bis zum Firmenevent, vom geselligen Familienfest bis zur pompösen Hochzeitsfeier ist hier so ziemlich alles möglich. Das Team kümmert sich nebst feinem Essen samt Torten und Mitternachtssnacks auch gerne ums Drumherum, also DJs, musikalische Begleitung oder die passende Deko. Und weil die Location trotz guter Erreichbarkeit eben doch ein wenig abseits des Stadtrummels liegt, kann selbst auf der

Archenweg 62, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/31 94 70 info@deck47.at, www.deck47.at

© PIXELMAKER.AT/TV REGION BAD RADKERSBURG

Terrasse und im Garten bis nach 22 Uhr gefeiert und gelacht werden.

DECK . RESTAURANT . BAR

GENUSS BRAUCHT ZEIT

Radfahren, Weinwandern, Golfen, Laufen, Walken – besonders die Region Bad Radkersburg hat sich ganz der Bewegung verschrieben. Insgesamt zählt das Thermenland Steiermark über 3.000 Radkilometer. Tiroler wissen das zu schätzen und bleiben mit 4,6, Tagen überdurchschnittlich lang.

Schaut man sich die Kennzeichen der davor parkenden Autos an, könnte man meinen, quasi in der Heimat gelandet zu sein. So viele Tiroler stehen vor der Parktherme Bad Radkersburg. Und auch ein Blick in die Nächtigungsstatistik zeigt: Tiroler schätzen die südoststeirischen Hügel. Das hat seine Gründe. Die Region ist vielfältig und in dieser Vielfalt auch noch richtig schön. Deshalb sollte man für die Erkundung des Thermenlandes Steiermark und der Region Bad Radkersburg genügend Zeit einplanen. Im Sommer zieht es übrigens immer mehr Familien hierher. Ein Trend, den Dorli Weberitsch vom Tourismusverband Region Bad Radkersburg verstärkt in den letzten Jahren wahrnimmt: „Südliche Familiendestinationen wurden unsicher, da bleibt man gerne in der Heimat.“ Die Region Bad Radkersburg hat darauf reagiert und das Familienangebot entsprechend ausgebaut. Neben der Bewegung wird auch das Thema „Gesundheit“ in der Region großgeschrieben. Den perfekten Erholungseffekt liefert dabei moderate Bewegung an der frischen Luft (Walken zum Beispiel) und ein anschließendes Bad im Thermalwasser, das nachweislich stressreduzierend und wohltuend für den Bewegungsapparat wirkt. Diese Gesundheitskompetenz wird laufend weiterentwickelt. Neu ist etwa das Vita med Gesundheitszentrum der mehrfach ausgezeichneten Parktherme Bad Radkersburg. Dort stehen Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit im Mittelpunkt. Herzstück ist das medizinische Trainingszentrum „MTZ“ mit modernen Trainingsgeräten an 37 medizinischen Stationen. // Weitere Infos unter www.badradkersburg.at und www.thermenland.at

eco.nova

123


promotion

Großzügige Fliesen im XL-Format liegen im Trend – auch und vor allem im Außenbereich. Dort kommen sie häufig im angesagten Querformat sowie in modernen Beton- und Zementoptiken zum Einsatz.

Die neue Freiheit

Der Frühling naht und mit ihm erwacht auch wieder die Lust am Leben im Freien. Schön und individuell gestaltete Garten- und Terrassenflächen verlängern den Wohnraum nach außen, die richtige Fliese macht dieses Außen zum Traum-Raum.

E

ine Terrasse ist mehr als ein gepflas-

zweckmäßig, geeignet für die ganze Familie

rungen mittlerweile auch in vielen Holz-, Be-

terter Boden und eine Sitzgruppe.

oder als Rückzugsort, um sich vom stressi-

ton- oder Natursteinoptiken erhältlich.

Mit der richtigen Planung lassen

gen Alltag zu erholen – eine professionelle

Elmar Jenewein vom gleichnamigen Fliesen-

sich Terrassen so viel schöner und abwechs-

Planung der Terrasse richtet sich nach den

unternehmen mit Schauräumen in Imst und

lungsreicher gestalten und werden damit zu

persönlichen Bedürfnissen der Nutzer.

Innsbruck erklärt: „Für Terrassen, Balkone,

einem zusätzlichen Frischluft-Wohnraum.

Gärten oder Wege sind vor allem Feinstein-

Die Außenflächen rücken deshalb immer

Vielfalt der Möglichkeiten

mehr in den Fokus, denn die Möglichkeiten

Der Variantenreichtum an Terrassenplatten

robust und zusätzlich ein optischer Hingu-

sind vielfältig und so individuell wie die Be-

lässt quasi keine Wünsche mehr offen, sind

cker sind.“ Deren Verlegung kann auf die un-

wohner. Stilvoll und elegant, modern und

diese doch neben den klassischen Ausfüh-

terschiedlichsten Arten erfolgen – lose auf

124

eco.nova

zeugplatten optimal geeignet, da sie sehr


promotion

„DIE VIELFALT AN FORMEN UND FARBEN MODERNER OUTDOOR-FLIESEN BRINGT URLAUBSFEELING AUCH DEN EIGENEN GARTEN.“ Elmar Jenewein der Wiese oder im Splitt oder auch festlie-

von Regenwasser sowie eine fachgerechte

gend mit Verfugung. Im Trend liegen dabei

Verarbeitung des Untergrundes. Für uns ist

vor allem großformatige XL-Fliesen. Diese

Terrassenplanung deshalb stets eine neue

Vielfalt an Möglichkeiten braucht eine gute,

Herausforderung, weil sich nicht nur tech-

bedürfnisgerechte Beratung und Planung

nisch, sondern auch optisch immer wieder

sowie eine exakte Verarbeitung. Jenewein:

neue Varianten auftun.“

„Geflieste Terrassen überdauern viele Jahre

Eine Planung vom Profi zahlt sich auf je-

in ursprünglicher Schönheit. Voraussetzung

den Fall aus. Das Team von Fliesen Jenewein

ist eine professionelle Verlegung der Fliesen,

kennt die neuesten Trends und kann mit

denn Außenbeläge sind durch Feuchtigkeit

kreativen Ideen für eine gänzlich neue Wohl-

und Frost besonderen Belastungen ausge-

fühlqualität sorgen – und die Ideen gleich-

setzt. Aus diesem Grund achtet der Verlege-

zeitig fachgerecht umsetzen.

profi auf ein leichtes Gefälle für den Abfluss

// www.fliesen-jenewein.at

eco.nova

125


© BRUNO KÖNIG

eco.life


eco.life

AN

UN

EGS IM MO RG RW TE

SE

R IE T E IL 4

Diana, die Göttin der Jagd Diesmal geht die Fahrt im Morgan nach Wattens, dem Hauptsitz des SwarovskiImperiums. Bei der Ausfahrt mit Diana Langes dominiert das Thema Fußball. Autos sind nicht ihr Ding. Aber sie beweist Mut und setzt sich neben mich in den Morgan – sichtlich ohne viel Vertrauen. Weder in das Auto noch in meine Fahrkünste. Trotzdem steigt sie mit einem Lächeln ein. Wir fahren zum Fußballstadion der WSG Swarovski, danach bummeln wir mit dem Auto durch die Stadt und reden über die gemeinsame Vorliebe für Zillertal Bier. // TEXT: DAGMAR WRESNIK

D

iana Langes-Swarovski

und jeder braucht etwas anderes. Ich erken-

ist die Ururenkelin von

ne auch, wenn es einem von ihnen nicht

Daniel Swarovski, dem

gut geht. Natürlich kann ich mich nicht wie

Gründer des berühm-

unser Trainer oder Manager einsetzen, aber

ten Kristallkonzerns.

ich bin da.

Obwohl sie in fünfter Generation dieser Dynastie leicht einen Managementjob ha-

Gibt es auch ein Frauenteam in Wattens?

ben könnte, beschäftigt sie sich lieber mit

Selbstverständlich, aber leider haben wir

eigenen Geschäftsideen und Projekten. Sie

hier nicht genug Platz. Deswegen haben wir

besitzt einige Unternehmen und engagiert

uns mit zwei Ortschaften zusammengetan

sich für karitative Vereine. Aber ihre wahre

und eine Spielgemeinschaft (Rinn, Tulfes,

Begeisterung gilt dem Fußball. Die 44-Jäh-

Wattens) gegründet. Die Mädels spielen in

rige wirkt seriös und lustig zugleich – sehr

der Tiroler Liga und ich bin sehr stolz.

sympathisch.

Die Präsidentin Diana Langes ist seit vier Jahren Präsidentin des Fußballclubs WSG Swarovski Wattens, den Fußball lernte sie durch ihren Vater

„ES IST FÜR MICH EINE GROSSE EHRE, DASS ICH IN DEN FAMILIENRAT GEWÄHLT WORDEN BIN.“ Diana Langes

Gernot Langes lieben. Fußball begeistert sie

Unterstützen Sie die Frauen? Ich bin mit meiner Firma Real Fanatic der Hauptsponsor. Die Mädels zeigen großen Kampfgeist. Das gefällt mir. Was ist mit den Nachwuchsspielern? Der Fußballnachwuchs ist sehr wichtig. Wir

so sehr, dass man sie ruhig als „besessen“ bezeichnen darf. Für eine gerechte Aufteilung

Was waren bis dato die größten Erfolge

haben 22 Nachwuchstrainer und starten be-

der Subventionen hat sie sich sogar mit der

und Niederlagen?

reits bei den Kindern im Kindergarten, denn

Politik angelegt.

Wir hatten in der dritten Liga angefangen

die Faszination und die Leidenschaft ent-

und unser größter Erfolg war der Aufstieg

stehen schon in diesem Alter.

ECO.NOVA: Was fasziniert Sie am

in die Sky Go Erste Liga. Selbstverständlich

Fußballspiel?

gehören beim Fußball auch Niederlagen da-

Welche Eigenschaften braucht ein guter

DIANA LANGES: Unser Fußball ist für

zu. Ein Rauf und Runter ist ganz normal.

Fußballspieler?

mich kein Spiel, sondern eine Leidenschaft.

Aber es entwickelt sich gut und das ist sehr

Disziplin und Kampfgeist.

Mich fasziniert, wie er die Menschen verbin-

motivierend.

det. Man teilt sich den Regenschirm, man ju-

Die Familienrätin

belt oder flucht miteinander – egal, ob man

Wie motivieren Sie Ihre Spieler?

Sie ist ein Familienmensch und stolz, dass

sich kennt oder nicht.

Ich versuche, dass die Jungs Freude und

sie dem Familienrat der Swarovskis an-

Spaß haben. Bei einem gewonnenen Match

gehört. Zu Klatsch und Tratsch über ihre

Sind Sie immer am Platz?

ist es leicht. Wenn man aber ein Spiel ver-

Cousine Fiona oder ihren Bruder Markus,

Fast immer. Aber ich bin immer sehr nervös.

liert, ist das Motivieren schwieriger, aber

den Sprecher des Konzerns, lässt sie sich

Vor jedem Match!

umso wichtiger. Jeder Spieler ist anders

nicht verführen. Und auch als Unterneh-

eco.nova

127


eco.life

Aber warum eine Selbstversorgerhütte? Wir waren jung. Mein Mann war ursprünglich Landwirt. Das kleine Stück Land hatten wir geerbt, wir wollten jedoch etwas mit

„Ich spiele zwar nicht, aber ich denke immer an Fußball. Ich wache mit Fußball auf, ich gehe mit Fußball schlafen und ich träume vom Fußball. Fußball ist mein Leben“, sagt Diana Langes. Dass der Ausflug mit Dagmar Wresnik und dem Morgan zum Stadion der WSG Wattens geht, verwundert daher wenig.

eigenen Händen schaffen. Also haben wir gebaut, geträumt und gearbeitet. Heute ist unser Haus eine kleine Pension für abenteuerlustige Safari-Urlauber. Also Romantik pur? Nein, es war hart, aber auch eine sehr engagierte Zeit. Ich hatte damals einen Wohltätigkeitsverein, mit dem ich mich für exotische

merin beweist sie Qualitäten. Sie gründete

Diese Parfums sind für Männer. Gibt’s auch

Tiere in Gefangenschaft eingesetzt habe. Ich

die Firma Real Fanatic, besitzt eine Büffel-

was für Frauen?

habe mich um Ozelote, Pumas, Schlangen

farm in Venezuela, Wald in Schottland und

Real Fanatic ist eine Marke für Sportler –

und Affen gekümmert. In Kooperation mit

hält Anteile an den Firmen Papstar und

unabhängig von Mann oder Frau. Ich selbst

Tierärzten und der Polizei habe ich gegen die

Fendia. Auch im karitativen Bereich ist sie

verwende Real Fanatic auch sehr gern. Aber

illegale Ausfuhr gekämpft. Die gefangenen

engagiert.

es wird auch eine Edition für Frauen geben.

Tiere habe ich in die freie Natur ausgesetzt.

Ich denke feminin und bin das Testimoni-

Heute freue ich mich darüber, sagen zu kön-

Ist es eine schwierige Aufgabe, Teil des Fa-

al für Fendia, eine Kosmetikserie, die erst

nen, dass wir vielen Tieren helfen konnten.

milienrates zu sein?

kürzlich auf den Markt gekommen ist und

Es ist für mich eine Ehre, dass ich in den Fa-

die meinem Naturell entspricht: Weniger

Ist etwas von der Tierliebe geblieben?

milienrat gewählt worden bin. Ich bin eines

ist mehr.

Ja, ich habe drei Hunde, einige Meer-

von fünf Mitgliedern und wir sind für die

schweinchen und viele Hühner. Und ich

Großfamilie zuständig, was wiederum viele

Die Abenteurerin

Aufgaben mit sich bringt.

Sie war mit ihrem ersten Mann sechs Jahre

Gezwitscher liebe. Es ist viel Leben in mei-

auf einer Selbstversorgerhütte in Venezuela,

nem Haus.

habe auch einige Vogelhäuser, weil ich das

Und Ihre eigene Familie?

liebt Tiere und Blumen und ist sehr natur-

Ich habe zwar geschäftlich viel zu tun, bin

verbunden. Marzipan und Schokolade zählt

Sind Sie Jägerin?

aber ein Familienmensch und genieße das

sie zu ihren Sünden. Außerdem isst sie ger-

Nein, ich könnte nie ein Tier erschießen.

Familienleben. Ich bin geschieden und lebe

ne Sushi oder Steak, aber auf dem Fußball-

Aber ich habe den Jagdschein gemacht. Die

alleine mit meinen zwei Kindern. Wir sind

gelände darf es auch gerne mal eine Fleisch-

Prüfung habe ich sehr gut abgeschlossen.

nach wie vor eine Familie, obwohl wir nicht

käsesemmel sein. Ein Hopfensmoothie ist

Ich habe das ernst genommen, das ganze

mehr verheiratet sind.

ihr lieber als Wein, am liebsten Zillertaler

Gesetz auswendig gelernt und mich mit He-

Weißbier. Mit Bier kennt sie sich nämlich

ge und Pflege befasst.

Sie sind nicht im Swarovski-Kristallkon-

aus, seitdem sie Vorsitzende der Gambrinus

zern tätig, sondern haben Ihre eigenen

Freunde war.

Diana ist die Göttin der Jagd. Sie sind mittlerweile auch Testimonial für Diana.

Unternehmen. Eines davon ist Real Fanatic. Ihre Stärken Sport und Chemie ha-

Warum waren Sie in Venezuela?

Ja, ich bin das Gesicht für Diana mit Men-

ben Sie hier einfließen lassen. Zufall oder

Mein Ex-Mann und ich waren sehr verliebt

thol. Die Zusammenarbeit war wie ein „auf-

Absicht?

und wollten weit weg. Er gehört dem spani-

gelegter Elfer“. Wir haben nicht nur den

Ich liebe Sport. Deswegen sind meine Par-

schen Hochadel an, entsprechend wurden

gleichen Namen, sondern uns verbinden

fums auch den Sportarten gewidmet. Meine

wir auch nach der Hochzeit von der Presse

auch die gleichen Eigenschaften. Diana

Parfums senden eine direkte Nachricht: Sie

verfolgt und wollten uns dorthin absetzen,

steht für Stärke, Scharfsinn und Naturver-

sind eine Hommage an den Sport.

wo wir ein wenig Ruhe gefunden haben.

bundenheit.

128

eco.nova


Halbe Sachen die endlich Freude machen!

HANDLE-CREATIV.AT

-50 %

auf deine optischen Sonnenbrillengläser. Im April und Mai. In allen Filialen!

Innsbruck - Meinhardstraße 3 Tel. +43 512 58 04 69 info@isser.at | www.isser.at |

Innsbruck - Fallmerayerstraße 3 Tel. +43 512 58 47 12 isser.optik

Telfs - Bahnhofstraße 2 Tel. +43 5262 634 96

Seefeld - Klosterstraße 43 Tel. +43 5212 28 85


promotion

Wir machen Lust auf Sommer!

© PIXABAY

Mit einem Abflug ab Innsbruck beginnt die Entspannung schon direkt am Flughafen. Kurze Wege und Wartezeiten sowie persönlicher Service sind beste Voraussetzungen für eine stressfreie Reise. Auch das unkomplizierte Landen schätzen die Passagiere des Flughafens Innsbruck ganz besonders. Nach der Landung erhält man in kürzester Zeit sein Gepäck und ist quasi im Handumdrehen zu Hause.

BUCHEN AUCH SIE IHREN NÄCHSTEN URLAUB MIT ABFLUG AB INNSBRUCK – TRAUMHAFTE MITTELMEERDESTINATIONEN UND TOLLE STÄDTEZIELE SIND SO NAH!

E

in starker Fokus liegt im Sommer

einen Citytrip in eine dieser aufregenden

2018 auf dem Urlaubsparadies Grie-

Städte entscheiden: Amsterdam wird von

chenland. Kalamata (NEU), Korfu,

Transavia (Tochtergesellschaft von KLM) zwei

Kos, Rhodos und Zakynthos (NEU) werden

Mal, Helsinki von Finnair ein Mal pro Woche

je einmal pro Woche angeboten. Kreta, Kefa-

angeflogen. Nach London Gatwick geht es

lonia, Chalkidiki/Thessaloniki und Preveza/

vier Mal pro Woche mit easyJet, British Air-

Lefkas werden in der kommenden Saison so-

ways stockt im Sommer ihre Flüge nach Lon-

gar zwei Mal pro Woche angesteuert. Damit

don Heathrow auf drei wöchentliche Verbin-

lassen sich auch beliebte 10-Tages-Aufenthal-

dungen auf. Frankfurt (mit Lufthansa) wird

te perfekt einplanen. In Italien stehen das

vier Mal und Wien (mit Austrian Arlines) bis

traumhafte Sardinien einmal und das ur-

zu fünf Mal täglich angeboten. Zwei Mal pro

sprüngliche Kalabrien zwei Mal pro Woche

Woche geht es nach Palma de Mallorca (mit

auf dem Programm. In Spanien versprechen

Laudamotion). Und auch bei Fernreisen sind

die Balearen-Inseln Menorca und Mallorca

Sie in Innsbruck richtig! Amsterdam, Frank-

Urlaubsvergnügen pur, an der kroatischen

furt, London Heathrow und Wien bieten per-

Adria locken Brac und Zadar. Und schließlich

fekte Umsteigemöglichkeiten zu einer Viel-

werden Sonderreisen nach Madeira (Portu-

zahl an Destinationen innerhalb Europas und

gal) durchgeführt.

weit darüber hinaus. // Nähere Informa-

Wer von Flugreisen ab Innsbruck einfach

tionen und der genaue Flugplan sind auf

nicht genug bekommen kann, kann sich für

www.innsbruck-airport.com verfügbar.

130

eco.nova

„WARTEN MIT STIL“ IN DER TYROL LOUNGE Wir bieten unseren Passagieren nach der Sicherheitskontrolle beim Gate 11/12 (1. Stock) eine Businesslounge, die den Namen „Tyrol Lounge“ trägt. Moderne Ausstattung gepaart mit regionalen Elementen und hochwertigem Design schafft dort ein gemütliches Ambiente, das die Wartezeit bis zum Flug nicht besser ausfüllen könnte. Kostenpflichtiger Zutritt: Normalpreis: 34 Euro pro Person Jugendliche (12–16 Jahre): 21 Euro Kinder (3–11 Jahre): 15 Euro Die Tyrol Lounge ist täglich von 5:30 bis 19:30 Uhr für Sie geöffnet.

NEU IM SOMMER 

Kalamata/Griechenland mit Idealtours Zakynthos/Griechenland mit TUI


promotion

Sommer 2018

MĂśchten Sie ein

StĂźck Sommer? Amsterdam Brac Chalkidiki Dubrovnik Frankfurt Girona Helsinki Kalabrien

Kalamata Kefalonia Korfu Kos Kreta London Madeira Mallorca

www.innsbruck-airport.com

Menorca Preveza/Lefkas Rhodos Sardinien Wien Zadar Zakynthos


promotion

© WELLWASSER

 

Aktivkohle-Anschwemmfilter und Silberionen entfernen Schmutz und Partikel größer 0,5 µm Wellwasser-Aktivator: Edelstahlgehäuse gefüllt mit ausgesuchten Kristallen Mechanischer Bakterienfilter mit Trenngrenze 0,1 µm. Bakterienzurückhaltung: › 99,99 % › LOG7

Veredelt in Tirol

wellwasser® – sauber und gesund. Mit den drei Editionen Gastro, Home und Business bietet wellwasser® die optimale Anlage für gesichertes Wasser.

W

asser ist das wertvollste Le-

Gesundheit im Fokus

liefern wir mit unseren wellwasser®- Trink-

bensmittel! Auch wenn un-

Für Geschäftsführer Dietmar Meraner ist

brunnen für Schulen und Kindergärten ei-

ser Wasser jeden Tiroler

auch der Gesundheitsaspekt entscheidend:

nen wertvollen Beitrag zur gesunden Er-

Wasserversorger in einwandfreier Quali-

„Im Zeitalter eines nicht mehr überschauba-

nährung in der Entwicklungsphase unserer

tät verlässt, verliert es diese oftmals auf

ren Marktes an Nahrungsergänzungsmitteln

Kinder. Meine Vision ist es, Tirol neben Tou-

dem Weg zum Glas – aufgrund älterer, un-

ist eine Rückbesinnung auf die reine Aus-

rismus und Sport auch in puncto Wasser zur

dichter Leitungen, längerer Standzeit des

gangssubstanz Wasser wichtig. Zum Beispiel

Nummer eins zu machen.“

Wassers oder unsauberer Anschlüsse. Die Wellwasser Technology GmbH hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, den Tirolern und seinen Gästen frisches und gesichertes Wasser in unbegrenzter Menge zur Verfügung zu stellen – direkt aus dem Hahn gezapft, frisch gekühlt, still oder perlend. Dafür wurde von Wellwasser Technology die Hightech-Wasseraufbereitungsanlage (HTWAA) entwickelt.

132

eco.nova

WELLWASSER IST REGIONALITÄT, NACHHALTIGKEIT, UMWELTSCHUTZ, LEBT GASTFREUNDSCHAFT UND IST EIN STÜCK HEIMAT. Dietmar Meraner, GF Wellwasser Technology GmbH


promotion

GASTRO

Für die Gastronomie entfällt das aufwendige Handling mit sperrigen Kisten. Dadurch wird auch Platz im Lager und in Kühlschubladen geschaffen. Gäste und Einheimische kommen in den Genuss von qualitätsvollem, heimischem Wasser – einfach aus der Schankanlage gezapft, still oder perlend und in edlen wellwasser® -Karaffen kredenzt.

HOME

Gesichertes, qualitätsvolles Wasser ist auch in den eigenen vier Wänden ein Muss – es beginnt schon bei der Wasserentnahme fürs Kochen und Zubereiten und endet beim Trinken des frischen Wassers. So wird schon Kindern von Anfang an Zugang zu bestem Wasser geboten, sodass sie die Qualität und den Wert des gesunden und sicheren Wassers zu schätzen lernen.

BUSINESS

Frisches, klares und gesundes Wasser steigert die Leistungsfähigkeit, Konzentration und das allgemeine Wohlbefinden – ideal für den Arbeitsalltag. Die wellwasser® Business-Edition ist gezielt auf die Platzierung in Büros, Produktionsstätten oder Shops entwickelt worden. Mitarbeiter haben so unbegrenzten Zugang zu sauberem Wasser, still oder perlend.

Weitere Vorteile

nennt man die Eigenschaft der Aktivkohle,

der Regel unter dem Küchenwaschbecken.

Neben dem Gesundheitsaspekt liegen wei-

schlechten Geschmack, unangenehmen Ge-

Damit ist gewährleistet, dass das saubere

tere Vorteile von wellwasser® auf der Hand:

ruch oder Verfärbungen zu neutralisieren.

Wasser nicht wieder durch verunreinigte

Leergut, Transportwege und Müllentsor-

Im Aktivator beeinflussen ausgesuchte Kris-

Leitungswege belastet wird.

gung entfallen, was die Umweltbelastung

talle das Wasser positiv. Der Bakterienfilter

reduziert.

hat die Aufgabe, pathogene Keime aus dem

So arbeitet die HTWAA Der Aktivkohle-Anschwemmfilter entfernt

Wasser zu filtern. Solche Ultrafilter werden z. B. auch in der Medizintechnik verwendet.

Schmutz und Partikel, die größer als 0,5 μm

Einfach installiert

(0,0005 mm) sind. Zum Vergleich: Die durch-

Wir installieren die HTWAA immer so nah

schnittliche Dicke eines Haares beträgt 0,05

wie möglich an der Entnahmestelle. In der

mm. Im Wasser gelöste wertvolle Inhaltsstof-

Gastronomie wird sie direkt vor dem Kar-

fe wie Magnesium, Kalzium, Kalium etc. blei-

bonator der Schankanlage installiert. Der

ben im Wasser, weil diese eine Teilchengröße

Karbonator kühlt und versetzt das saubere

haben, die wesentlich unter der Trenngren-

wellwasser® mit Kohlensäure. Bei den Busi-

ze der Membran liegt. Ein Aktivkohlepuder

nessanlagen ist sie im Gerät eingebaut und

übernimmt die Aufgabe der Adsorption. So

bei der Home-Edition steht die HTWAA in

WELLWASSER TECHNOLOGY GMBH

Stadlweg 23, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/560966 Mobil: 0664/1007746 office@wellwasser-technology.com www.wellwasser.com

eco.nova

133


© SWAROVSKI KRISTALLWELTEN

LIFESTYLE

© IKB/STRICKNER

h c ä r p s e G im

Carla Rumler (Cultural Director Swarovski), André Heller, die Jubiläumsgäste Augusto und Giselle aus Brasilien, Markus Langes-Swarovski (Mitglied des Swarovski Executive Board) und Stefan Isser (Geschäftsführer der D. Swarovski Tourism Services GmbH)

 MILLIONEN

IKB-Vorstand Helmuth Müller (li.), Thomas Pühringer (Mi.) und Thomas Gasser (re.) mit Aufsichtsratsvorsitzendem Manfried Gantner und Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer

ERFOLGREICHES GESCHÄFTSJAHR

© KARDIOLOGIEKONGRESS/PICHLER

Der neue Vorstand der Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB) blickt auf ein positives Geschäftsjahr 2017 zurück. Sowohl Umsatz als auch Ergebnis konnten deutlich gesteigert werden. Demnach wurde im vergangenen Jahr ein Umsatz von 161,1 Millionen Euro erzielt (2016: 157,7 Mio.), der Jahresüberschuss liegt bei 22,3 Millionen Euro (2016: 19,1 Mio.). Mit den Investitionen in der IKB-Kläranlage Roßau von zehn Millioenn Euro sowie der neuen Druckrohrleitung beim Kraftwerk Obere Sill mit insgesamt 16 Millionen Euro wurden zudem zwei Großprojekte erfolgreich abgeschlossen. Und auch 2018 wird wieder kräftig investiert: Insgesamt 45 Millionen Euro gehen heuer unter anderem in den Bereich der Trinkwasserversorgung, wo mit der Erweiterung der Stollenanlage in Mühlau ein weiteres Großprojekt vor der Tür steht, auch die Kanaloffensive wird weiter fortgesetzt.

HERZHAFTES JUBILÄUM Zum 20. Mal luden die Innsbrucker Kardiologen zum Kongress und knapp 1.000 Ärzte aus Österreich, Südtirol und Bayern folgten der Einladung. „Die Innsbrucker haben es wie niemand sonst verstanden, neueste wissenschaftliche Informationen so aufzubereiten, dass unsere Kollegen in zwei Tagen wieder am neuesten Stand sind“, gratuliert die Präsidentin der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft, Dr. Andrea Podceck-Schweighofer. Kardiologe Guy Friedrich, Andrea Podczeck-Schweighofer (Präsidentin der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft), Direktor Günter Weiss und Herzchirurg Nikolaos Bonaros

134

eco.nova

Es war eine große Überraschung für das brasilianische Ehepaar Giselle und Augusto aus São Paulo. Sie wurden von Markus Langes-Swarovski als 14-millionste Besucher der Kristallwelten seit deren Eröffnung 1995 begrüßt. André Heller, Schöpfer des ikonischen Riesen, hieß die Jubiläumsgäste persönlich zu einer exklusiven Führung durch die Wunderkammern willkommen. Erst im November 2017 hatte der österreichische Künstler hier seine neue Multimedia-Installation mit spektakulären Hologrammen unter dem Titel Heroes of Peace eröffnet.

Karl-Heinz Langhofer (Geschäftsführer der Tiroler Wasserwacht), Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider, Vizebürgermeister Christoph Kaufmann und ATM-Geschäftsführer Alfred Egger

TIROL KLAUBT AUF Ein alter Tresor, Schuhe, Reifen – unschöne Kuriositäten sind schon bei der Flurreinigung aufgetaucht. Alle Jahre wieder ruft die Abfallwirtschaft Tirol Mitte (ATM) über ihre 104 Gemeinden in den Bezirken Innsbruck-Land und Schwaz zur großen Dorfputzaktion auf. Über 8.000 freiwillige Helferlein, Tendenz steigend – vom Schulkind bis zum Feuerwehrkommandanten – machen sich dann an mehreren Wochenenden in Gruppen auf den Weg, um Felder, Wiesen und Wälder von achtlos weggeworfenem Abfall zu befreien.


© OFP KOMMUNIKATION

eco.life

Links: Das Tyrolit-Life-Team // rechts: Die Geschäftsleitung von Conform Badmöbel Sylvia Schwingenschuh-Trenker und Herbert Schwingenschuh

SCHON SCHÖN Der 2012 initiierte German Design Award zählt zu den anerkanntesten Designwettbewerben der Welt und genießt weit über die Fachkreise hinaus hohes Ansehen. Zum zweiten Mal in Folge begeisterten dabei die Produkte des Tiroler Unternehmens TYROLIT LIFE die internationale Fachjury – und das gleich doppelt. Das Fly Wheel Cut Messer und der Messerschärfer MK-2 Holz wurden in der Kategorie „Excellent Product Design – Kitchen“ mit dem Prädikat Winner ausgezeichnet. Jedes Messer wird in 64 Arbeitsschritten vom Tiroler Werkzeugexperten Stubai manufakturgefertigt, der Keramik-Messerschleifer kommt aktuell in zweiter Generation daher und wurde schon letztes Jahr löblich erwähnt. Als Winner ausgezeichnet wurde auch die maßgeschneiderte Badkreation „Ti Amo“ von CONFORM BAD für ihre perfekte Balance zwischen geradliniger Ästhetik, viel Stauraum und stimmungsvoller Beleuchtung

Betriebsleiter Fritz Unterberger jun. mit den Verkäufern Helmut Ramoser, Matthias Hollinger, Christian Wurzer, Kevin Weigl und Markus Belsö

FRÜHLINGSBRUNCH MIT AUTO Das Team von BMW MINI Unterberger Kufstein startete Anfang März gemeinsam mit zahlreichen Besuchern in die wärmere Jahreszeit. Im gemütlichen Rahmen genossen die Gäste einen geselligen Frühlingsbrunch im Autohaus in Endach. Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung von Sängerin Lisa Mauracher, die bei Croissants, Prosecco und Co für optimale Stimmung sorgte. Neuheiten aus der Welt der Fahrfreude durften natürlich nicht fehlen. So wurden die Feierlichkeiten dazu genutzt, um das jüngste Mitglied der BMW-Flotte, den BMW X2, zu präsentieren, mit dem es sich sportlich und elegant in den Frühling cruisen lässt.

© BRANDMEDIA/EMANUEL KASER

ERSTER BARRIEREFREIER PISTENBULLY Das barrierefreie Gesamtangebot im Kaunertal wird seit Anfang Feber mit dem weltweit ersten barrierefreien PistenBully erweitert. Das spezielle Geländefahrzeug basiert auf einer gemeinsamen Idee von Kässbohrer Austria und den Kaunertaler Gletscherbahnen und ist eine Sonderanfertigung mit Doppelkabine. Für sein barrierefreies Tourismusprojekt wurde das Kaunertal schon 2013 mit dem EDEN Award der EU ausgezeichnet. Franz Wackernell, Michael Stadelwieser (Kaunertaler Gletscherbahnen), Peter Soukal (PistenBully), Alois Praschberger (ehem. Mono-Skifahrer und Paralympics-Teilnehmer) und Eugen Larcher (Kaunertaler Gletscherbahnen)

HERZLICH WILLKOMMEN BEI TIROLS GRÖSSTEN EVENTS

ALLE EVENTS AUF WWW.OLYMPIAWORLD.AT

08. APRIL CESAR MILLAN

OLYMPIAHALLE Der weltbekannte Hundeflüsterer – im April Live on Tour in Innsbruck.

oly-eco märz 180x80.indd 1

14. APRIL 27. APRIL WANDA – EHRLICH NIENTE TOUR BROTHERS OLYMPIAHALLE Fans können sich wieder auf eine unvergleichliche Live-Show freuen.

OLYMPIAHALLE FASZINATION – die neue Show mit weltweit einmaligen Illusionen.

VORSCHAU AUF DIE NÄCHSTEN EVENTS 20. – 22. April 2018 Kickboxing Austrian Classics 2018 11. Mai 2018 Semino Rossi – Die Tournee 2018 26. Mai 2018 Taekwondo Austrian Open 2018

14.03.18 07:21

eco.nova

135


eco.life

1.

2.

3.

Oben: das neue la Piada im Innsbruck Sillpark // darunter: der kürzlich eröffnete Loacker-Store am Sparkassenplatz 4.

5.

6.

1. WK-Vizepräsidentin Barbara M. Thaler (2. v. l.) mit den Referenten des Handelsforums Markenexperte Franz-Rudolf Esch, Spar-Vorstand Gerhard Drexel, Judith Dobretzberger und Markus Parzer von Google Austria sowie Christina Nigg vom RetailLab der Uni Innsbruck 2. Gerhard Drexel, Patricia Niederwieser (stellvertretende Spartenobfrau), Barbara M. Thaler und Günther Botschen (RetailLab) 3. Sparten-Geschäftsführer Alois Schellhorn mit Dietmar Spechtenhauser, Florian Spechtenhauser und Gerald Burger (alle eurac research, Bozen) 4. Sabrina Schrettl (Agrarmarketing, Mi.) mit Maria Stern und Claudia Panzl (beide MPREIS) 5. Markenguru Franz-Rudolf Esch mit Spartenobmann Martin Wetscher 6. Lorenz und Leopold sen. Wedl mit Agrarmarketing-Geschäftsführer Wendelin Juen

Starke Marken sind Trumpf „In der Revolution braucht man Mitstreiter. Für die Tiroler Unternehmen ist die Wirtschaftskammer ein starker Mitstreiter, wenn es darum geht, die digitale Revolution bestmöglich zu nutzen“, meinte WK-Vizepräsidentin Barbara M. Thaler zum Auftakt des diesjährigen Tiroler Handelsforums. Dieses gemeinsame Event der Sparte Handel und des RetailLab am Institut für Strategisches Management, Marketing und Tourismus der Uni Innsbruck ist ein Musterbeispiel für eine gelungene Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Schon im ersten Vortrag von Felix Piazolo von RetailLab wurde deutlich, dass sich das Kundenverhalten innerhalb weniger Jahre grundlegend geändert hat. „Sogenannte Digital Natives haben ganz andere Ansprüche an den Handel. Beispielsweise die Lieferung eines bestellten Produktes nach Hause noch am selben Tag“, meint Piazolo und unterstreicht, wie wichtig es ist, diese Erwartungen mit Hilfe moderner Technologien zu erfüllen. Dessen ist man sich bei der Firma SPAR mehr als bewusst. Seit Jahren bedient man seine Kunden auch über Onlineshops in verschiedenen Segmenten. Den digitalen Wandel sieht Vorstand Gerhard Drexel jedenfalls als Herausforderung mit vielen Chancen und rät, kühlen Kopf zu bewahren, Erfolgsstrategien weiter zu verfolgen und die Zukunft damit proaktiv zu gestalten. Der Wert von starken Marken wird auch von Franz-Rudolf Esch unterstrichen: „Die Digitalisierung macht starke Marken noch stärker, denn sie haben immer mehr Follower als schwache.“ Esch rät deshalb, die eigene Marke stets mit einer klaren Vision aufzuladen, „denn die Markenidentität gibt Orientierung – sie ist wichtiger denn je“. Abschließend machten Judith Dobretzberger und Markus Parzer von Google Austria klar, dass die Frage nicht stationär oder online lautet, sondern dass es notwendig ist, beides zu verbinden. „Fest steht: Der technologische Wandel wird nicht aufhören – im Gegenteil, er wird immer schneller ablaufen. Für Unternehmen ist es wichtig, stets auf der Welle der neuen Technologie zu reiten. Dabei wollen wir unterstützen – unter anderem mit dem neuen Lehrberuf des E-Commerce-Kaufmanns, mit dessen Ausbildung wir ab Herbst richtig durchstarten wollen“, so Thaler zusammenfassend.

136

eco.nova

KULINARISCHE NEUHEITEN Dass italienische Kulinarik mehr zu bieten hat als Pizza und Pasta, zeigt das neu eröffnete La Piada im Erdgeschoß des Innsbrucker Sillparks. Im kleinen Lokal werden in entspannter, stylisher Atmosphäre feine Piadine aus original italienischen Zutaten in den verschiedensten Varianten angeboten. Und wer kein Plätzchen mehr ergattert, kann dies auch gerne mitnehmen. Als Dolce gibt's herrliche Brioches. Ebenfalls neu ist der Flagship-Store des Südtiroler Waffel- und Schokoladespezialisten Loacker am Sparkassenplatz in Innsbruck. Zehn Jahre nach der Eröffnung des ersten Loacker-Stores im Outlet Center Brenner folgt damit der erste Standort in Nordtirol. Seit Mitte März findet man hier die gesamte Palette der Loacker-Produktwelt, die größer ist, als man denkt. Auch kleine (Mittags-)Snacks werden serviert. Mit dem „Ripple-Maker“ hält zudem bei Baguette eine Österreich-Neuheit Einzug, die aktuell in zehn ausgewählten Filialen getestet wird. Coffee meets art sozusagen, denn auf Wunsch lassen sich mit dem digitalen Kaffeedrucker Motive, Schriftzüge und sogar Fotos auf den Milchschaum drucken. Sehr cool!

Ab sofort kann man in zehn Baguette-Filialen seinem Kaffee eine Extraportion Kunst gönnen – dafür braucht's lediglich die Ripple-Maker-App am Handy.


Nach wie vor steckt viel Handarbeit in den Produkten.

Mittlerweile arbeiten rund 300 BioBauern mit SONNENTOR zusammen.

SONNENTOR-Gründer Johannes Gutmann und seine Frau Edith

Der Bio-Pionier SONNENTOR feiert Jubiläum Seit 30 Jahren zeigt der Experte für Kräuter und Gewürze: Es geht auch anders! Von Anfang an setzte man auf Bio-Qualität und entwickelte innovative Produkte mit kreativem Design. Nachhaltiges Wirtschaften sowie ein direkter und fairer Handel mit allen Partnern sind ein wichtiger Grundwert des Waldviertler Unternehmens. Höchste Qualität wird nach wie vor durch sorgfältige Handarbeit garantiert.

S

elbst spricht das Unternehmen

er für seine Idee belächelt. Gutmann setzte

gibt es mittlerweile einen Onlineshop und

oft von der „SONNENTOR-Fami-

auf die Unterstützung kleinster landwirt-

bald 30 Geschäfte, in denen die über 900 ver-

lie“. Immerhin handelt es sich um

schaftlicher Strukturen, deren hochwertige

schiedenen Produkte erhältlich sind.

einen echten Familienbetrieb. Die

Bio-Produkte unter dem Logo der lachenden

wegweisenden Entscheidungen trägt Grün-

Sonne überregional und international ver-

Das bringt die Zukunft

der Johannes Gutmann nach wie vor selbst

marktet werden sollten. Durch diese gelebte

Rund 66 Prozent der Produkte werden bereits

mit. Er und seine Frau Edith sind die Seele von

Regionalität blieb die Wertschöpfung zu ei-

exportiert und tragen die nachhaltige Fir-

SONNENTOR und eines Tages wird vielleicht

nem hohen Anteil bei den Landwirten selbst

menphilosophie in über 50 Länder. Die Nach-

eines der Kinder in ihre Fußstapfen treten.

und immer mehr wollten Teil dieser Idee

frage nach Bio und Unternehmen, denen die

sein. Heute arbeiten rund 300 Bio-Bauern

Kunden vertrauen, steigt. Diesem Anspruch

mit SONNENTOR zusammen.

will SONNENTOR auch in Zukunft gerecht

Alles auf Anfang Begonnen hat alles 1988, als Johannes Gut-

werden. Ziel ist es, das Wirtschaften im Kreis-

mann sich aus der Arbeitslosigkeit heraus

Ein Blick in die Gegenwart

dazu entschloss, sich selbstständig zu ma-

Mehr als 300 Menschen haben bei SON-

wachsen und den ökologischen Gedanken

chen. Seine Idee war es, die Produkte der

NENTOR Arbeit und somit eine sinnvolle

in der Gesellschaft zu fördern. Dazu sollen

Bio-Bauern aus dem Waldviertel zu ver-

Beschäftigung gefunden. 120 weitere sind

neben Innovationen bei den Verpackungen

markten. Mit Kräutern und Gewürzen woll-

es im Schwesterbetrieb in Tschechien. Dazu

auch eigene Projekte beitragen.

te er so viel verdienen, dass er davon leben

kommen weitere Niederlassungen in Rumä-

Nach Eröffnung des Bio-Gasthauses Leib-

kann. Damals in den 1980ern, als „Bio“ ei-

nien und Albanien sowie internationale An-

speis‘ und dem SONNENTOR Frei-Hof, ei-

gentlich noch gar kein Thema war, wurde

bauprojekte zum Beispiel in Nicaragua und

nem eigenen Bio-Bauernhof, kommt in die-

Tansania. So kommen die Kräuter und Ge-

sem Frühjahr zusätzlich ein nachhaltiges

würze aus aller Welt in bester Bio-Qualität

Übernachtungskonzept hinzu. Zwei Wohn-

nach Österreich. Hier werden sie sorgfältig

wägen namens „Land-Lofts“ werden sich im

aufbereitet und mit viel Liebe und Handar-

Kräutergarten von SONNENTOR ansiedeln.

beit verpackt, bevor sie ihren Platz im Regal

Die Wohneinheiten werden zu 100 Prozent

finden. Neben dem Bio-Fachhandel, dem

aus nachhaltigen, regionalen Rohstoffen ge-

SONNENTOR nach wie vor die Treue hält,

fertigt und bieten Übernachtungsspaß für

lauf der Natur weiter zu leben, gesund zu

Freunde und Familie. Damit bekommt das Ziel des Bio-Pioniers: Arbeiten im Einklang mit Mensch und Natur

SONNENTOR-Erlebnis im Waldviertel, das jährlich rund 40.000 Gäste zählt, ein weiteres Highlight. // www.sonnentor.com

eco.nova

137


© SCHLOSSMARKETING

eco.bezirk

Links: Daniel Jehart und Opa Andreas Köll mit Haubenkoch Thomas Grander (2. v. l.) und Max Morandell Rechts: Susanne Farnik-Singer mit Schwester Andrea Tichy (re.), Harald Kinspergher, Zweihaubenkoch Manuel Ebner vom Rungghof in Girlan und Rechtsanwalt Dr. Markus Heis

AUFGEKOCHT

© VOLKSBANK

In der Schuler Aktiv Küche in Thaur stand im Feber der traditionelle Männerkochkurs mit Haubenkoch Thomas Grander am Programm, zu dem sich eine illustre Runde einfand. Unter den Kocheleven war dieses Mal so manch Vater und Sohn, Opa und Enkel und Onkel und Neffe zu entdecken. Dafür stellte Thomas Grander ein „männergerechtes“ Menü zusammen. Beim gemeinsamen Kochen erfuhren die ambitionierten Hobbyköche nicht nur wertvolle Basics, Thomas Grander verriet auch jede Menge Tipps aus der Profiküche. Serviert wurden Thunfischtatar, rosa gebratene Asiaente mit Wokgemüse und zartschmelzende Zitronentarte zum Abschluss. Auch der junge Südtiroler Zweihaubenkoch Manuel Ebner war kürzlich in Thaur zu Gast und brachte dafür Spezialitäten aus Wald, Meer und Weide mit. Der Juniorchef vom Rungghof in Girlan fügte dabei kontrastreiche Aromen zu harmonischen Gerichten zusammen. Als Auftakt wurde ein butterweiches Kalbsbries mit Schüttelbrot, Petersilie, Moos und Sauerklee zubereitet. Gefolgt von Artischocken im Sud mit Vongole und Minze. Anschließend zeigte Manuel Ebner seine spezielle Art, Risotto zu kochen, und das Zerlegen einer Rehkeule, um daraus rosa gebratene Edelteile zuzubereiten. Ein verführerisches Dessert mit einem Sorbet von Rote Beete, eingelegten Preiselbeeren, weißer Schokolade und kandiertem Moos brachte wie zu Beginn noch einmal den Wald mit auf den Teller. Für beide Gourmetmenüs wählte traditionellerweise Alexander Gottardi die passenden Weine aus.

Generali-Landesdirektor Oliver Freudenschuß und Unterberger-Denzel-Betriebsleiter Giovanni Di Valentino mit Rad-Profi Stefan Denifl

AUTO TRIFFT RAD Was haben Autos und Radsport gemeinsam und warum ist Vertrauen die Basis für erfolgreiche Partnerschaften? Diese und andere Fragen beantwortete der Gesamtsieger der Österreich-Rundfahrt 2017, Stefan Denifl, bei seiner exklusiven Autogrammstunde im BMW Group Kompetenzzentrum Unterberger-Denzel in Innsbruck. „Beim Radsport und bei Autos geht es für mich um Emotionen, Dynamik und die Begeisterung für exzellente Technik“, erklärt Denifl. „Als Radprofi entwickelt man auch ein gutes Gefühl für Straßenlagen.“ Die ist auch bei seinem BMW 3er Touring perfekt, den der Profisportler mit Unterstützung von Unterberger-Denzel und seinem Versicherungspartner Generali fährt.

VOLKSBANK BAU- UND WOHNFOREN Die Volksbank Tirol startete heuer bereits im Februar ihre traditionelle Wohnbau-Offensive mit vier Informationsveranstaltungen für Tirols Bauherren in Schwaz, Mils bei Imst, Innsbruck und Kufstein. Der Trend zum Immobilienerwerb, Bauen und Sanieren ist anhaltend groß, wie der Andrang zu den Bau- & Wohnforen mit insgesamt mehr als 650 Teilnehmern bewiesen hat. Die Veranstaltungen standen heuer unter dem Motto „Sorgenfrei mit fixer Rate“, zu dem verschiedene Experten umfangreich informierten. Zum Abschluss wurden jeweils drei Finanzierungsgutscheine im Gesamtwert von 1.000 Euro unter den anwesenden Teilnehmern verlost. Michael Jörg (Volksbank-Regionaldirektor für das Oberland), die Wohnquiz-Gewinner Sonja Lechleitner, Gerhard Fauner und Nadine Blaas mit Johann Stöckl (WohnbauSpezialist der Volksbank-Hauptgeschäftsstelle Landeck)

TERMIN.VORSCHAU ➜

. APRIL , AB  UHR: 1. Boogie & Dinner / Hotel Innsbruck Zwischen den vier Gängen des Menüs spielt Katharina Alber gemeinsam mit ihrem Schlagzeuger feinen Boogie und Blues. 39 Euro pro Person, Reservierung unter office@hotelinnsbruck.com . MAI ,  BIS  UHR: Open Saggen Über 40 Kreative, Handwerker, Freiberufler, Therapeuten, Künstler, Geschäftsleute und soziale Organisationen an mehr als 30 verschiedenen Orten im Innsbrucker Saggen öffnen ihre Türen für Besucher und laden zu zahlreichen Aktionen ein. Infos unter www.stadtteilfreunde.at

138

eco.nova

MMC


... FUTURE STARTS NOW.

Mitsubishi ECLiPsE CROss – suV COuPé dER NEuEN ARt.

1,5 Liter Turbo-Benziner 2WD mit 163 PS 1,5 Liter Turbo-Benziner 4WD Automatik mit 163 PS 5 JAhRE GARANtiE ÜbER 80 JAhRE ALLRAd-KOMPEtENz

ab € 23.900,– oder € 189,– /Monat*

Verbrauch: 6,6 - 7,0 l/100km; CO2-Emission: 151 - 159 g/km.

Griesauweg 28, 6020 Innsbruck Tel. +43(0)512/33 23-0 info@denzel-unterberger.cc www.unterberger.cc

MMC-EC Sujet A4+3 mm.indd 1

Wildauweg 1, 6410 Telfs Tel. +43(0)5262/667 66 info.telfs@unterberger.cc www.unterberger.cc

Bundesstraße 109, 6261 Strass Tel. +43(0)5244/610 00 info.strass@unterberger.cc www.unterberger.cc

*) € 1.000,– Frühkäuferbonus, € 500,– Ökobonus und € 500,– Finanzierungsbonus in Preis und Leasingrate berücksichtigt. Aktionen gültig bis 30.4.2018 bei allen teilnehmenden Händlern – inkl. Händlerbeteiligung. Ökobonus gültig bei Eintausch Ihres Gebrauchtwagens mit Euro 1 bis Euro 4. Finanzierungsbonus gültig bei Finanzierung über die DENZEL Bank. Die Finanzierung ist ein Angebot der Denzel Leasing GmbH. 36 Monate Laufzeit, € 7.170,– Anzahlung, € 11.614,39 Restwert, 15.000 km p.a., Rechtsgeschäftsgebühr € 153,71, Bearbeitungsgebühr € 0,–, Bereitstellungsgebühr € 0,–, Bonitätsprüfungsgebühr € 0,–, effektiver Jahreszins 4,46%, Sollzinsen variabel 3,99%, Gesamtleasingbetrag € 16.730,–, Gesamtbetrag € 25.742,10. Alle Beträge inkl. NoVA und MwSt. Alle Beträge inkl. NoVA und MwSt. Unverbindliche Preisempfehlung. Details zur Garantie auf unserer Website. Druck- und Satzfehler vorbehalten. Symbolabbildung.

Mehr Infos unter www.mitsubishi-motors.at/eclipsecross

26.03.18 13:48


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook