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eco.nova Februar 2018

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Ausgabe Nr. 01 / Februar 2018, P.b.b. Verlagspostamt 6020 Innsbruck, ZNr. GZ 02Z030672 M, Euro 3.00

DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN

Etablierte Kräfte und neue Parteien gegen

die schwarze Vorherrschaft.

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glückliches Frühstück

Christoph Loreck und Mag. Sandra Nardin, eco.nova-Herausgeber

mit Mamas Marmelade und Honig vom Onkel

Wer die Wahl hat ... ... sollte auch hingehen. Am 25. Feber wählt Tirol (s)einen neuen Landtag. Insgesamt acht Parteien haben dazu ihre Kreiswahlvorschläge eingebracht. Wir geben natürlich keine Empfehlung für eine von ihnen ab, raten jedoch dringend: Gehen Sie wählen!

W

mit Illy- oder Meindl-Kaffee

mit Eiern von glücklichen Hennen vom eigenen Hof

ir treffen täglich eine ganze Menge Entscheidungen. Hirnforscher gehen von bis zu 20.000 aus. Jeden Tag. Das fängt frühmorgens an (sofort aufstehen oder doch noch fünf Minuten liegen bleiben?) und hört spätabends auf (das

Buch noch zur Hand nehmen oder lieber doch nicht?). Die meisten Entscheidungen treffen wir blitzschnell und vielfach aus dem Bauch heraus, denn es bleibt oft gar keine Zeit, lange darüber nachzudenken – weil es die Situation erfordert oder einfach, weil die Optionen trivial sind. Ob man zum Mittagessen Mineralwasser oder Orangensaft trinkt, ist für den Verlauf des weiteren Tages meist völlig irrelevant (es sei denn, Sie sind gegen Orangen allergisch). Daneben gibt es Entscheidungen, die unser Leben tatsächlich beeinflussen. Mal mehr, mal weniger, aber oft nachhaltig. Auch mit politischen Wahlen verhält es sich so.

Die Einmischung ins politische Tirol überlassen wir normalerweise bewusst anderen. Völlig unpolitisch sind wir freilich trotzdem nicht. Jeder von uns hat seine privaten Präferenzen

Mit Brot von der famiieneigenen Bäckerei Kröll

und Interessen, als Medium treten wir jedoch gänzlich unabhängig auf und sind stolz darauf. Ob der bevorstehenden Landtagswahl kommen aber auch wir nicht wirklich ums Thema herum. Zum 17. Mal nach dem Beginn der Zweiten Republik wählt unser Bundesland nun seinen

Frühstück täglich ab 6 Uhr

neuen Landtag. Wir werfen ab Seite 18 einen Blick auf den mittlerweile sehr bunt gewordenen Parteienreigen und deren Hintergründe, sprachen mit dem amtierenden Landeshauptmann Günther Platter sowie Tiroler-Adler-Runde-Sprecherin Ingeborg Freudenthaler und baten die wahlwerbenden Parteien zum Frage-Antwort-Check. Wie Politik im positivsten aller Sinne funktionieren kann, zeigt übrigens der Bezirk Kufstein, den wir uns ab Seite 44 etwas genauer angesehen haben und in dem das Miteinander zwischen wirtschaftlich, politisch und touristisch Verantwortlichen ziemlich harmonisch funktioniert. Das war nicht immer so und harte Arbeit. Die Basis: miteinander reden. Nicht übereinander. Das macht übrigens im Leben generell Sinn. Wer eine Meinung hat, soll sie auch sagen. Möglichst demjenigen, den sie betrifft. Wir haben das Glück, dass wir in einem Land leben, in dem wir das dürfen – unter anderem mit einem Kreuz am Stimmzettel.

Ihre Redaktion der eco.nova

In eigener Sache Das neue Jahr bringt gleich zu Beginn auch eine Neuerung in der Redaktion. Wir freuen uns, mit Marian Kröll einen kompetenten, vielfach interessierten und versierten Redakteur neu im Team begrüßen zu dürfen. Zum Start haben wir ihm die Herausforderung Landtagswahl gestellt und so beleuchtet er kritisch und objektiv die Tiroler Parteienlandschaft – unter anderem hat er dazu ein ausführliches Interview mit Landeshauptmann Günther Platter geführt.

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Hofgasse 6, Altstadt Innsbruck www.strudel-cafe.at


44

18 eco.titel 18

© TIROL WERBUNG

eco.inhalt

76 44

Farbe bekennen. Am 25. Feber wird der neue Tiroler

der Bezirk hingegen zur Vorzeigeregion entwickelt. Der (Wirtschafts-)Standort im umfangreichen Porträt.

Landtag gewählt. Zum 17. Mal nach 1945. Ein Blick auf die heimische Parteienlandschaft. 26: Landeshauptmann Günther Platter im Gespräch 30: Die Parteien im Überblick 36: Ingeborg Freudenthaler als Vertreterin der Adler Runde

SONDERTHEMA KUFSTEIN. Geografisch gesehen liegt Kufstein zwar am Rand Tirols, wirtschaftlich hat sich

66

eco.steuern

72

recht.aktuell

im Interview

eco.wirtschaft 38

Ein Berg bewegt die Menschen. Der Start der neuen

eco.zukunft 76

Wolle ... oder das, was man daraus macht.

Patscherkofelbahn verlief holprig. Wir sprachen mit IVBund Patscherkofelbahn-Geschäftsführer Martin Baltes.

40

Am Thema vorbei. Was wirklich hinter der geplanten

Tirol innovativ. Wenn ein Schaf zur Innovation wird. Vielleicht nicht unbedingt das Tierchen an sich, aber deren

84

Schweben lernen. Der Zukunftsreport 2018 des Zukunftsinstitutes gibt einen Ausblick auf die kommenden

Neugestaltung von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe

Trends. Unter anderem über das Flow-Gefühl der Netz-

steckt.

werkzeit.

IMPRESSUM Herausgeber & Medieninhaber: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck 0512/290088, redaktion@econova.at, www.econova.at Geschäftsleitung: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin // Assistenz: Martin Weissenbrunner Chefredaktion: Marina Kremser Redaktion: eco.wirtschaft: Marian Kröll, Alexandra Keller, Sonja Niederbrunner, MMag. Klaus Schebesta, Mag. Sandra Nardin, Renate Linser-Sachers, Barbara Liesener, DI Caterina Molzer-Sauper, Marion Witting, MSc., Stefan D. Haigner // eco.zukunft: Doris Helweg // eco.geld: Dr. Michael Posselt // eco.kultur: Julia Sparber // eco.mobil: Bruno König // steuer.berater: Dr. Verena Maria Erian // recht.aktuell: RA Mag. Dr. Ivo Rungg // eco.life: Marina Kremser Anzeigenverkauf: Ing. Christian Senn, Bruno König, Tanja Ischia, Hannah Oderich, Hannelore Weissbacher Grafik: Tom Binder, Florian Bürstl // Druck: Radin-Berger-Print GmbH Unternehmensgegenstand: Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. // Grundlegende Richtung: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Wellness, Steuern, Recht, Kulinarium und Lifestyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Jahresabo: EUR 25,00 (14 Ausgaben)

10

eco.nova


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eco.inhalt

110

98 120

124 eco.geld

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98

114

Vermögen erhalten. 2017 war ein gutes Anlagejahr

Im Test.

und auch für 2018 stehen die Zeichen weiterhin auf Go.

114: Ford Focus ST-Line: Sportlich, aber bescheiden

Wir zeigen Ihnen, wo die Chancen, aber auch Risiken liegen.

116: Seat Ibiza Xcellence: Stylischer Flitzer mit viel Platz

102: Anlagetipps der heimischen Bankenvertreter

118: Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid: der Saubermann 120: Honda Civic: Dauerbrenner in zehnter Generation

Erika Isser, Obfrau der Tiroler Kunstakademie, im Gespräch.

110

eco.life 124

Museale Innovation. Museum und innovativ schließen sich aus? In Absam nicht.

Unterwegs im Morgan. Teil 3 der Serie, für die Dagmar Wresnik mit bekannten Tiroler Persönlichkeiten im Auto unterwegs ist. Dieses Mal im Morgan zu Gast: Fritz Unterberger

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108 Freiheit im Kopf. Kunst ist alles, alles ist Kunst.

Mag. Dr. med. dent. Lars Heidenreich Kinder- und Jugendzahnheilkunde • Implantologie • Zahnerhaltung • Zahnersatz Schmerzbehandlung • Keramik-Sofortversorgung • Prophylaxe & Zahnaufhellung TIVOLI office · Olympiastraße 17 · 6020 Innsbruck · Tel.: 0512/36 37 38 · office@skydent.at · www.skydent.at

eco.nova

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„einfach edel“

eco.art


eco.mmentar

MMag. Klaus Schebesta

Boom!

Eigentlich würde uns die boomende Konjunktur viele Probleme abnehmen. Aber wir machen uns künstlich welche. // TEXT: KLAUS SCHEBESTA

W

er hätte das ge-

... laufend wiederkehrende Demonstratio-

kräfte. Speziell die SPÖ betätigt sich als un-

dacht? Die Wirt-

nen gegen die neue Regierung. Das sorgt vor

gelenke Holzhammer-Opposition, der bei

schaftsforscher

allem im Ausland für fleißige Berichterstat-

jedem Statement die beleidigte Leberwurst

„korrigieren wie-

tung und vermittelt das flaue Gefühl, dass

anzusehen ist. Wenn der auf die harte Op-

der einmal ihre

das Regierungsteam mit einem Putsch an-

positionsbank verdammte SPÖ-Chef Chris-

Prognosen“, wie es so schön heißt. Das Über-

statt einer demokratisch legitimierten Wahl

tian Kern zum Rundausschlag ansetzt („Die

raschende dabei: Sie korrigieren sie nach

an die Macht gekommen sei. Schon verges-

Regierung holt 150.000 Ukrainer, Russen

oben und nicht nach unten, wie all die Jahre

sen? Die Große Koalition wurde abgewählt

oder Türken ins Land“), bleiben die Fakten

zuvor. Denn der lange stotternde Konjunk-

wie irgendetwas. Schon vergessen? Der un-

auf der Strecke.

turmotor ist offenbar angesprungen. Wir ha-

erträgliche Streit und die laufenden Blocka-

... ach ja, Liederbücher und so. Ja, über sol-

ben Boom. Und wie.

den hatten Österreich in den letzten Jahren

che Dinge sollte man sehr wohl reden. Aber

Stagnation? Vorbei. Für heuer wird in Tirol

gelähmt. Wie wär‘s, die Neuen erst mal ar-

nicht tage- und wochenlang. Denn wenn

ein Wachstum bis zu 3,5 Prozent erwartet.

beiten zu lassen und dann zu urteilen? Das

Politiker Lieder trällern, die Zeilen wie „Gebt

Katerstimmung? Geschichte. Das Konjunk-

schlägt sogar der Bundespräsident vor, der

Gas, ihr alten Germanen, wir schaffen die

turbarometer der Wirtschaftskammer Tirol

ob seiner politischen Herkunft völlig unver-

siebte Million“ enthalten, und darauf anspie-

weist ein All-time-High beim Geschäftsklima

dächtig ist, ein plumper Fürsprecher der ak-

len, dass der Holocaust nicht sein gesamtes

auf. Die Pessimisten sind nur mehr mit der

tuellen Regierung zu sein.

Potenzial ausgeschöpft hat, ist Schluss mit

Lupe zu finden – gerade einmal 0,3 Prozent

... nötige Bremsen für das Wachstum. Kaum

lustig. In dieser Frage gibt es nur eine einzi-

der Unternehmer sehen ihre Zukunft düster.

läuft die Konjunktur, kommen schon die Ers-

ge Möglichkeit: HC Strache müsste derarti-

Investitionsstau? Schnee von gestern. Vier-

ten, die den Aufschwung einbremsen wol-

ges Provinzpersonal ohne mit der Wimper

zig Prozent der Tiroler Leitbetriebe wollen

len. Ein bisschen voreilig. Denn es braucht

zu zucken aus der Partei werfen, sonst wird

wieder investieren. Dazu kommen ein Re-

mindestens fünf Jahre, um die längst über-

die FPÖ auf ewig in der braunen Sauce fest-

kord bei den Gründern (2.800 neue Betriebe

fälligen Strukturreformen umzusetzen. Der

stecken – und der Nazi-Dreck bleibt auch an

im Jahr 2017) und eine Trendwende bei den

Staat ist immer noch zu fett, die Verwaltung

der Koalition und ganz Österreich kleben.

Lehrlingen: Erstmals seit zehn Jahren gibt es

ausufernd, die Digitalisierung erst in Ansät-

Anstelle dessen jammert Strache über eine

wieder mehr statt weniger Jugendliche, die

zen gezähmt und der Schuldenberg drückt

„Schmutzkübelkampagne“ gegenüber dem

sich für die duale Ausbildung entscheiden.

nach wie vor. Österreich dümpelt im Mit-

FPÖ-Kandidaten, vergisst aber dabei, dass

Boom und alle sind glücklich? Weit gefehlt.

telfeld – und kann wieder an die Spitze an-

dieser den Schmutzkübel selbst bis zum

Mit der Lage dreht sich genauso schlagar-

schließen, wenn wir es richtig machen.

Rand gefüllt hat.

tig der politische Diskurs. Sozialdemokraten

... den Fachkräftemangel. Die Betriebe wis-

Aber so ist das nun mal. Vor Kurzem hätte

und Grüne laufen ob des Wahlergebnisses

sen zwar nicht mehr, wo sie geeignete Mit-

ich gedacht, wenn der Aufschwung kommt,

immer noch völlig kopflos durch die Gegend

arbeiter hernehmen sollen, aber die Op-

wird alles gut. Jetzt ist er da und wir sind ge-

und stolpern mit markigen Sprüchen durch

position scheint das nicht besonders zu

rade dabei, uns wieder in Endlosdebatten zu

die Oppositionsrolle. Und so diskutieren wir

kümmern. Im Gegenteil: Sie schürt Angst

verzetteln. Das ist auch eine Leistung – aber

eben derzeit über ...

vor einer Invasion ausländischer Arbeits-

eine entbehrliche.

12

eco.nova


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KOPF DER AUSGABE

r e l h c i b u a L Wolfgang nicht in der Vergangenheit ler ich ub La ng ga olf W r, hat es ktor des gerade Obwohl ein Salzburge elebt hat sich der Dire ng Ei . en ag hl rsc ve k A KREMSER oft nach Innsbruc schnell. // INTERVIEW: MARIN h oc nn de ik us M r de entstehenden Haus

© ANDREAS FRIEDLE

ZUR PERSON

Wolfgang Laubichler, 53, stammt aus Salzburg und studierte am Mozarteum Chor- und Orchesterleitung sowie Klavierpädagogik. Es folgte ein Studium der Betriebswirtschaftslehre und Kulturmanagement an der Uni Linz. Nach einem vierjährigen Intermezzo in der IT-Branche in Wien kehrte er als Geschäftsführer des Österreichischen Ensembles für Neue Musik zurück nach Salzburg. Im November 2007 wurde Laubichler an der Seite von Hans Landesmann zum Geschäftsführer der Salzburg Biennale bestellt, vier Jahre später wechselte er als geschäftsführender Intendant ans Stuttgarter Kammerorchester. Seit 1. September 2017 ist Wolfgang Laubichler Direktor des Haus der Musik, das Mitte des Jahres fertiggestellt und im Oktober offiziell eröffnet wird. Laubichler wohnt in Hall, ist verheiratet und hat eine Tochter.


kopf der.ausgabe

„ICH BIN GESPANNT, WIE DIE KOOPERATION ZWISCHEN DEN INSTITUTIONEN IM HAUS DER MUSIK FUNKTIONIERT. ICH FREUE MICH ABER SCHON SEHR, WEIL ICH ÜBERZEUGT BIN, DASS SICH GEMEINSAM VIEL AUF DIE BEINE STELLEN LÄSST.“

I

Wolfgang Laubichler

mmer wenn ich von Hall nach

genug ist. Es war mir klar, dass ich nicht dau-

gewisse Rolle spielen. Also habe ich eine ent-

Innsbruck fahre und auf die

erhaft als Musiklehrer tätig sein möchte, das

wickelt und bin so ins Business gerutscht.

Nordkette blicke, schlägt mein

Anschlussstudium war also eine gute Ent-

Ein Bekannter hatte ein entsprechendes

Herz höher. Das Ambiente hier

scheidung. Ich habe in Salzburg begonnen,

Unternehmen in Wien und gemeinsam mit

im Theater ist großartig, die Kol-

in einer Konzertagentur zu arbeiten, was rie-

der Donauuniversität Krems haben wir den

legen sind toll. Es war nicht schwer, mich in

sen Spaß gemacht hat. Es war für mich ein

ersten österreichischen Online-Lehrgang

meiner neuen Rolle zurechtzufinden“, fasst

guter Lebensplan.

aufgesetzt. Als die IT-Blase platzte und es die Mutter des Unternehmens hinweggefegt hat,

Wolfgang Laubichler zusammen. Seit September 2017 ist er in Tirol, sein Büro ist noch

Sind Sie generell eher ein Kopf- oder

war es für mich wieder Zeit, in die Kultur zu-

in den Räumlichkeiten des Tiroler Landes-

Bauchmensch?

rückzugehen.

theaters untergebracht, bis seine neue Blei-

Leider immer kopflastiger. Ich bin schon

be im Haus der Musik fertiggestellt ist, und

eher ein Kopfmensch.

Das Haus der Musik wird Heimat für viele unterschiedliche Kulturträger und Aus-

man merkt seine ehrliche Vorfreude darüber. Der Bau ist im Zeitplan, die Baustelle

Sie haben sich in der Ausschreibung gegen

bildungsstätten, die alle einen eher klas-

lässt bereits vieles erahnen. „Es wird groß-

50 Mitbewerber durchgesetzt. Was glauben

sisch-traditionellen Hintergrund haben.

artig“, sagt Laubichler.

Sie selbst, gab den Ausschlag dafür?

Wie halten Sie es selbst mit der Musik?

Wir durften mit ihm bereits einen Blick ins

Ich habe einige Erfahrung mitgebracht und

Ich höre quasi nur klassische Musik, klas-

Gebäude werfen. Das ließ uns die Dimen-

mir im Vorfeld genau überlegt, was aus mei-

sisch als Begriff von Hochkulturmusik. Ich

sionen des Hauses erst so richtig erfassen.

ner Sicht für das Haus Sinn macht. Ich habe

höre auch ein bisschen Jazz, aber so gut

Laubichler: „Der große Saal wird ein wahres

mir auch kein Blatt vor den Mund genom-

wie keine Popmusik. Hab ich auch nie, viel-

Juwel und ein Ort des Wohlfühlens werden.

men und damit wohl einen Nerv getroffen.

leicht ein bisschen Beatles, bei den Rolling

Er hat eine schöne Größe, in dem sich tol-

Viele meiner Vorstellungen haben sich mit

Stones bin ich dann ausgestiegen. Ich mag

le Projekte umsetzen lassen. Generell wird

dem ursprünglichen Plan für das Haus ge-

Bach oder Mozart und bei Bartók geht mir

das ganze Haus ein wunderbarer Veranstal-

troffen. Das Haus der Musik bietet so vie-

das Herz auf. Früher galt ich deshalb als Au-

tungsort werden, wo man gerne hingeht.

le Möglichkeiten, der pädagogische Aspekt

ßenseiter – die anderen haben Deep Purple

Darauf freue ich mich. Und natürlich auf

wird dabei eine große Rolle spielen. Das

gehört und ich Benny Goodman. Ich mochte

das Haus an sich.“

kommt mir sehr entgegen.

Swing, alles andere war mir zu hysterisch.

ECO.NOVA: Sie waren bereits in Salzburg

Was hat Sie dazu bewogen, sich zu bewer-

mit dem Erlernen eines Instruments. Ich

und Stuttgart im Kulturbereich tätig. Wie

ben?

habe im Musikschulorchester Trompete ge-

schätzen Sie die Szene in Tirol ein?

Es waren vor allem private Gründe. Ich war

spielt, entdeckte dann das Klavier. Mit 13 Jah-

WOLFGANG LAUBICHLER: Ich war über-

sechs Jahre in Stuttgart. Meine Frau ist nie

ren habe ich angefangen, Klassik zu hören,

rascht, dass es für die Größe der Stadt ein

nachgezogen, weil sie sich dort einfach nicht

mit 15 war ich bereits bei Strawinsky ange-

wirklich vielfältiges Kulturangebot gibt. Es

wohl gefühlt hat. Wir haben eine kleine

langt und hab es geliebt.

gibt intelligente, großartige Veranstaltungen

Tochter und so fiel die Entscheidung, mei-

wie die Festwochen der Alten Musik, das Os-

nen Vertrag am Stuttgarter Kammerorches-

Das Haus der Musik ist ein enorm großes

terfestival oder Musik+ und mit dem Treib-

ter nicht zu verlängern. Ich habe die Aus-

Projekt, verbunden mit viel Arbeit. Wie

haus einen wahnsinnig bunten Veranstalter.

schreibung gesehen, es probiert und es hat

entspannen Sie?

Diese Lebendigkeit war für mich doch uner-

funktioniert. Da habe ich ausnahmsweise

Das Abschalten gelingt mir ganz gut. Wir ha-

wartet.

auf meinen Bauch gehört.

ben großartige Mitarbeiter, auf die ich mich

Sie haben Chor- und Orchesterleitung stu-

Sie hat es in Ihrer Berufslaufbahn vier Jah-

gen, in die ich mich erst mühsam einarbeiten

diert, Klavierpädagogik und darauffolgend

re nach Wien in die IT-Branche verschla-

müsste und trotzdem nicht weit käme. Ich

Betriebswirtschaft und Kulturmanage-

gen. Was ist denn da passiert?

kann mich also darauf konzentrieren, mei-

ment. Nun sagt man kreativen, kunstaf-

Die Konzertagentur, für die ich in Salzburg

ne Arbeit zu machen, Kontakte zu knüpfen,

finen Menschen gerne nach, sie hätten es

bereits tätig war, war klein, handgestrickt,

die Institutionen, die im Haus unterkommen

nicht so sehr mit Zahlen. Bei Ihnen scheint

bodenständig. Als frischgebackener Betriebs-

werden, zu vernetzen, mir Programme zu

das anders ...

wirt habe ich die Notwendigkeit der Imple-

überlegen. Das macht sehr Spaß und wenn

Ich habe bereits während meines Musikstu-

mentierung einer passenden EDV erkannt

man zu Hause beim Zähneputzen eine gute

diums an der Salzburger Musikschule unter-

und meinem Arbeitgeber vermittelt, dass

Idee hat, dann ist das ja nicht belastend, son-

richtet und gemerkt, dass das für mich nicht

Datenbanken im Geschäftsleben schon eine

dern schön.

Meine Liebe zur Klassik kam dann vor allem

verlassen kann und die viele Dinge erledi-

eco.nova

15


Wirtschaft Wirtschaft & Unternehmen

Wahltägliches

P

lakate allerorts verraten, dass dem-

Einflüssen wirtschaftlicher oder weltpoliti-

nächst wieder eine Wahl ansteht.

scher Natur. Unser politisches System bietet

Die des Tiroler Landtags. Dass es

genügend Möglichkeiten der Einflussnah-

überhaupt Wahlen gibt, ist eine Errungen-

me auch nach der Wahl, um Vorschläge der

schaft unserer antiken Vorfahren und eine

Landesregierung wieder zu ändern. Jeder

Leistung der letzten Generationen, dass wir

hat die Möglichkeit, sich dafür zu engagie-

in Österreich noch immer Wahlen haben,

ren und andere zu motivieren, ihn dabei zu

die den Namen auch verdienen. Es ist nicht

unterstützen.

selbstverständlich, dass dem so ist, und weshalb man das immer wieder in Erinne-

Recht zeitig

rung rufen darf und muss. Das Wahlrecht

„Hinterm Horizont geht’s weiter ...“ heißt

ist ein hart erstrittenes und erkämpftes

es in einem Liedtext von Udo Lindenberg.

Recht und im Vergleich zu anderen Nationen sogar ein Privileg.

Entscheidung Eine Wahl ist eine Entscheidung wie jede andere auch. Wir treffen tagtäglich hun-

Alexander M. Schmid | Der Vereinfacher beschäftigt sich seit über drei Jahren mit Vereinfachung in Unternehmen, hat darüber ein Buch verfasst und erarbeitet mit Unternehmen Strategien, die sie am Markt einfach einzigartig positionieren. www.dervereinfacher.at

derte Entscheidungen – mit mehr oder we-

© KUNSTFOTOGRAFIN.AT

niger unmittelbaren und weitreichenden

Entscheidungen, die auf regionaler Ebene gefällt werden, wirken sich heute nicht nur vor Ort, sondern auch überregional aus. Als Mitglied der Europäischen Union ist der Konflikt zwischen den Einzelinteressen der Mitgliedsstaaten vorprogrammiert, der sich auf Landes- bis hin zur Gemeindeebene fortsetzt. Darüber hinaus gibt es He-

Folgen für andere und uns selbst. Die Wahl

rausforderungen wie die Klimapolitik, die

des falschen Gerichts im Lokal kann einem

ler. Die einfachste und beste Art, Politiker

nicht mehr regional gelöst werden können,

vielleicht den Abend vermiesen, ist aber am

spüren zu lassen, für wen sie arbeiten und

sondern grenzübergreifende Lösungen er-

nächsten Tag wieder vergessen.

wem gegenüber sie verantwortlich sind, ist

fordern.

Das Ausmaß von Entscheidungen lässt

und bleibt eine möglichst hohe Wahlbetei-

Es gibt Entscheidungen, die rechtzeitig ge-

sich insofern einfach einordnen, wenn

ligung.

troffen werden können, und andere, die

man sich zu jeder Entscheidung die Frage

recht zeitig getroffen werden müssen, da

stellt: Welche Bedeutung haben die Folgen

Richtung vs. Route

für die nächsten fünf Sekunden, fünf Wo-

Nachdem die Zeiten großer oder gar ab-

braucht. Die Krux daran ist, dass diese Ent-

chen oder fünf Jahre? Je langfristiger die

soluter Mehrheiten einzelner Parteien

scheidungen oftmals zu einer Zeit getrof-

Folgen für unsere Familie, Freunde und

vorbei sind, kann eine Wahl nur über die

fen werden müssen, in der sie gänzlich un-

uns selbst sein werden, umso intensiver

ungefähre Richtung für die nächsten Jah-

populär sind und damit viele Politiker den

beschäftigen wir uns mit der Entschei-

re entscheiden, aber nie die exakte Route

Wahlsieg gefährdet sehen. Es liegt auch an

dungsfindung. Verhält sich das bei politi-

festlegen. Die ergibt sich erst aus den Kräf-

den Wahlberechtigten, sich das vor Augen

schen Wahlen auch so?

teverhältnissen jener, die am Steuerrad zer-

zu führen und bei ihrer Entscheidung zu

ren, und den noch nicht vorhersehbaren

berücksichtigen.

Gruß von Watzlawick Sieht man sich die Wahlbeteiligungen der letzten Jahre an, hat die Gruppe der Nichtwähler eine Größe, die manche Partei gerne hätte. Deswegen sei daran erinnert, dass wir, frei nach Watzlawick, nicht nicht wählen können. Nichtwähler beeinflussen das Wahlergebnis ebenso wie Ungültig-Wäh-

16

eco.nova

es bis zum Einsetzen der Wirkung Zeit

WENN SIE AM 25. FEBER IN DER WAHLKABINE STEHEN, DENKEN SIE DARAN: MAN KANN NICHT NICHT WÄHLEN UND NACH DER WAHL IST VOR DER WAHL.


eco.wirtschaft

ECO.MMENTAR

© JULIA TÜRTSCHER

Vom Können und Wollen

Marina Kremser, Chefredaktion

STARK OPTIMISTISCH

Der kleine, feine Unterschied

Zum Jahresstart 2018 präsentiert sich Tirols Wirtschaft in starker Verfassung und bleibt

„Ich hab das nicht vergessen, ich kann

weiterhin auf Wachstumskurs. Aktuell schätzen 72 Prozent der Leitbetriebe die wirt-

mich nur nicht dran erinnern.” Als ich

schaftliche Lage ihres Unternehmens als gut ein. Positiv ist die Stimmung vor allem in

diesen Satz hörte, musste ich erst mal

der Industrie, gute Auslastungen verzeichnet auch die Tiroler Verkehrswirtschaft. Im

schmunzeln. Bei genauerem Nachdenken

Vergleich zu vergangenen Perioden hat sich auch die wirtschaftliche Situation in der

aber zeigt er, wie nuancenreich doch un-

Bauwirtschaft merklich gebessert. Auffallend dabei ist, dass sich die Auftragslage trotz

sere Sprache ist. Auch „das Gleiche” und

Wintersaison durchwegs positiv zeigt. Tirols Handel indes profitiert von der ausgepräg-

„das Selbe” ist nicht gänzlich synonym. Es

ten Konsumlaune und gestiegenen Kaufkraft. Konjunkturmotor ist und bleibt jedoch der

gibt ihn, den kleinen, feinen Unterschied.

Export. Für das Gesamtjahr rechnet die Wirtschaftskammer Tirol mit einem Exportvolu-

Während man beim Vergessen also

men von 12,8 Milliarden Euro und damit einem nominellen Plus von fünf Prozent gegen-

etwas ganz und gar nie nimmer nicht

über dem Vorjahr.

mehr weiß, braucht es beim Sich-Erin-

All diese Faktoren sorgen dafür, dass insgesamt wieder mehr investiert wird. Die Zurück-

nern manchmal einfach nur einen klei-

haltung bei den Investitionen war in den vergangenen Jahren stets die Achillesferse der

nen Stups. Etwas, das mir ad hoc nicht

heimischen Wirtschaft, aktuell wollen wieder rund 40 Prozent der Tiroler Leitbetriebe in

einfallen will, ist dennoch irgendwo ab-

den kommenden sechs Monaten mehr investieren als zuletzt. Besonders ausgeprägt ist

gespeichert. Man muss nur nachdenken.

die Investitionsneigung dabei im Handel, gefolgt von der Bauwirtschaft und Industrie,

Es geht also vielmehr darum, sich auch

etwas zögerlicher agiert noch der Tourismus. Erfreulich in diesem Zusammenhang ist,

wirklich erinnern zu WOLLEN.

dass der Anteil jener Unternehmen, die kapazitätserweiternde neue Investitionen tätigen,

Das lässt sich im Grunde auf alle Le-

mittlerweile gleich hoch ist wie der Anteil jener, die reine Ersatzinvestitionen vornehmen.

bensbereiche umlegen. Auch auf die

Die gute Auftragslage schlägt sich folglich auch auf dem Arbeitsmarkt nieder. Über ein

Politik – weil’s gerade derart aktuell ist.

Drittel der Unternehmen wollen ihren Beschäftigtenstand im Lauf des ersten Quartals

Wie viele Politiker sich an dies oder je-

ausbauen.

nes plötzlich nicht mehr erinnern „kön-

// QUELLE: WK TIROL

nen“, ist erstaunlich. Irgendwie scheint

LAND DER GRÜNDER

dieses Nicht-Erinnern zum scheinheiligen kleinen Bruder des Vergessens geworden zu sein. Und in diesem Zu-

Im vergangenen Jahr haben in Tirol genau

sammenhang frage ich mich in schöner

2.841 Menschen ihr eigenes Unternehmen

Regelmäßigkeit auch, warum es von

gegründet. Das sind mehr als 230 pro Monat

„Einzelfall” überhaupt eine Mehrzahl

und damit so viele wie noch nie. Auffällig ist,

gibt, doch die deutsche Sprache hält

dass 56,2 Prozent davon weiblich sind. Die

eben so manche Crux für uns bereit.

meisten Neugründungen verzeichnete dabei

Dennoch mag ich sie, weil sie im Gegen-

die Sparte Gewerbe und Handwerk, gefolgt

satz zu vielen anderen Sprachen eben so

vom Handel; im Schnitt ist ein Gründer 39,2

facettenreich ist. Das heißt jedoch auch,

Jahre alt. Das stärkste Motiv für die Selbst-

dass man im Zweifelsfall sehr vorsichtig

ständigkeit ist laut einer Umfrage die Fle-

mit ihr umgehen muss.

xibilität in der Zeit- und Lebensgestaltung. Viele wollen auch die Verantwortung, die sie

Anregungen und Kommentare bitte an kremser@econova.at

als Angestellter tragen, ins eigene Unternehmen einbringen.

eco.nova

17


© MARIAN KRÖLL

eco.wirtschaft


eco.titel

FARBE BEKENNEN Am 25. Feber werden die Tirolerinnen und Tiroler zu den Urnen gerufen. Es gilt, den neuen Tiroler Landtag zu wählen. Zum 17. Mal nach 1945, dem Beginn der Zweiten Republik. // TEXT: MARIAN KRÖLL

M

it der Tiroler Volkspartei war

auch notwendige personelle Wandlung von

negativen, für die Neu-Koalitionspartner

es ganz klar eine Partei, die das

der Oppositions- hin zur Regierungsrolle

ÖVP, die als Liste Kurz 2017 ihre politische

Land in den vergangenen Jahr-

nicht leicht, die Frustration von Kernwähler-

Auferstehung gefeiert hat, und FPÖ höchst-

zehnten hauptsächlich geprägt hat, einmal

schichten scheint vorprogrammiert und im

wahrscheinlich im positiven Sinne. Wie sich

mit höherer, einmal mit niedrigerer Inten-

Falle der Grünen auch einzutreffen, wenn

die geänderten Vorzeichen für die Neo-Op-

sität. Mit all den Vorteilen und auch Pro-

von einem Tag auf den anderen die in der

positionspartei SPÖ mit ihrem vom Kanzler

blemen, mit denen eine über Jahrzehnte

Opposition dogmatisch propagierte reine

zum Oppositionsführer gewandelten Chris-

dauernde politische Allmacht zwangsläu-

Lehre dem oftmals unbefriedigenden Kom-

tian Kern auswirken, ist dagegen noch of-

fig verquickt ist. Personelle und inhaltli-

promiss weichen muss. Der kleinere Koaliti-

fen. Große, verborgene Schätze gibt es für

che Kontinuität da, ein Hang zur Filzokratie

onspartner muss dem größeren, der sich mit

SPÖ-Spitzenkandidatin Elisabeth Blanik in

dort. Ihre absolute Mandatsmehrheit hat die

den Kniffen des Regierens bestens auskennt,

Tirol wohl eher nicht zu heben. Die Hochpha-

Volkspartei überhaupt erst vor zehn Jahren

mehr Zugeständnisse machen. So funktio-

se der Sozialdemokratie im Land scheint mit

erstmals eingebüßt und hält seitdem 16 von

niert sie eben, die Arithmetik der Macht.

Blick auf die einstige relative Stärke der SPÖ

insgesamt 36 Mandaten im Tiroler Landtag.

Grünen-Klubchef Gebhard „Gebi“ Mair hatte

nachhaltig passé. 1970 erreichte die Sozialde-

Ein Wert, den ÖVP-Landesparteiobmann

zu Beginn der schwarz-grünen Koalition noch

mokratie unter dem späteren Gesundheits-,

und – wie es den Usancen in Tirol entspricht

getönt, dass in der umstrittenen Frage der Ge-

Umwelt- und Finanzminister Herbert Sal-

– zugleich Landeshauptmann Günther Plat-

meindegutsagrargemeinschaften der Grund

cher (Kabinett Kreisky IV) mit 33,47 Prozent

ter auch als bescheidenes Wahlziel für den

den Gemeinden gehöre, wurde aber im Laufe

ihr historisch bestes Ergebnis. 14 Jahre spä-

Urnengang im Februar formuliert hat. Erst-

der Periode nicht nur in dieser Angelegenheit

ter, im Jahr 1984, konnte man sich immerhin

mals auf der harten Oppositionsbank Platz

zunehmend schmallippig. Der grüne Inns-

noch ein Viertel der gültigen Wählerstimmen

nehmen musste 2013 auch die Tiroler Sozial-

brucker Bürgermeisterkandidat, langjährige

sichern. An ihrem historischen Tiefststand

demokratie. Nach einer Periode Schwarz-Rot

Tiroler Grünen-Chef und Ex-Nationalratsab-

von nur noch 13,72 Prozent ist die Partei 2013

tauschte Platter die SPÖ gegen die Grünen

geordnete Georg Willi hatte bereits 2005 die

unter Gerhard Reheis angelangt. Damit war

aus, die erstmals in Tirol Regierungsverant-

Agrarfrage zum größten Vermögensdelikt der

man immerhin wieder, wenn auch knapp,

wortung übernommen haben.

Zweiten Republik erklärt. Mittlerweile scheint

zweitstärkste Partei mit geringem Vorsprung

Die Beurteilung der ergrünten Tiroler Lan-

das Thema weitgehend abgeschlossen, auch

auf die Grünen. Beim Wahlgang 2008 gingen

desregierung im Hinblick auf die politische

wenn die neue Regelung bereits einmal re-

die Sozialdemokraten aufgrund des starken

Mitwirkung der Grünen scheint in weiten

pariert werden musste und ihrem Geist nach

Abschneidens der Liste Fritz, die aus dem

Teilen der Bevölkerung zwischen den Polen

eher den Vorstellungen der Tiroler Volkspar-

Stand 18,35 Prozent erreichte, überhaupt nur

„totale Unterwerfung unter die ÖVP“ bzw.

tei und dem Bauernbund entspricht als jenen

als Dritte ins Ziel. Für die Tiroler Landtags-

„Ministrantentum“, das man davor schon

der Grünen und der Opposition.

wahlen setzt die SPÖ rund um Spitzenkan-

dem langjährigen Standard-Koalitionspart-

didatin Elisabeth Blanik auf neue Gesichter

ner SPÖ vorzuwerfen pflegte, und „totaler

Plötzlich Opposition

Blockadepolitik, vor allem in wirtschafts-

Die veränderte Lage in der Bundespolitik

positiven Slogan „Freu dich Tirol :)“ und „Die

politischen Angelegenheiten“ zu oszillieren.

wirft auch einen Schatten auf die Wahl zum

neue SPÖ Tirol ist da!“. Unterfüttert hat man

Generell fällt Parteien die geistige und oft

Tiroler Landtag. Dies gilt für die Grünen im

das Ganze vorsichtshalber mit Hashtags wie

und einen Wohlfühl-Wahlkampf mit dem

eco.nova

19


eco.titel

#freudichtirol und #allesneu, ohne die heutzutage offenbar gerade in den sozialen Medien kaum mehr ein Auslangen zu finden ist. Eine gewisse personelle Erneuerung in der ersten Reihe ist der SPÖ nicht abzusprechen, ob und wie diese inhaltlich-ideell ausgefallen ist, offenbart sich dagegen nicht so recht. Auf Plakaten mit dem Konterfei der Lienzer Bürgermeisterin prangt der Spruch „Politik darf man auch ändern“. Das ist durchaus als Kampfansage an eine machtgewohnte Volkspartei zu deuten, die sich weitgehend selbst genügt und seit sieben Jahrzehnten ununterbrochen an den zentralen Schaltstellen der Macht im Land ist und sich ihre politischen Pfründe gesichert hat. Angepeilt hat die SPÖ Platz zwei, noch vor der FPÖ, die jedenfalls mit substanziellen Zugewinnen rechnen darf. Entsprechend versuchen die Sozialdemokraten, den anstehenden Urnengang zur Richtungswahl zu machen, um Schwarz-Blau auf Landesebene verhindern zu können. Mit einer massiven Zahl grüner „Leihstimmen“, wie etwa im Nationalratswahlkampf, als die Grünen völlig in Richtung SPÖ ausrannen, darf die SPÖ in Tirol nicht rechnen.

Vom Zeitgeist verweht

KOMPLEXE PROBLEME HABEN OFT EINE LÖSUNG DIE VERSTÄNDLICH, EINFACH UND UNKOMPLIZIERT IST. UND ZUMEIST FALSCH. IN DER ÖFFENTLICHEN WAHRNEHMUNG REICHT DAS MÜHSAME UND LANGWIERIGE JUSTIEREN AN KLEINEN STELLSCHRAUBEN NICHT AUS, GEFRAGT IST VIELMEHR DER GROSSE WURF. UND DER IST, WENN VERSCHIEDENE, TEILS VÖLLIG KONTRÄRE PARTIKULARINTERESSEN AUFEINANDERTREFFEN, NICHT ZU HABEN.

Österreich hat mit Alexander van der Bellen einen grünen Bundespräsidenten, der noch

mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntags-

Wahl der letzten Chancen. Stürzen die Grü-

dazu in Tirol, im Kaunertal und in Inns-

zeitung (FAS) in seiner Partei Reflexe, „die

nen ab, dürfte die politische Karriere der Ru-

bruck, aufwuchs. Kurze Zeit nach diesem

Realität nicht genau wahrzunehmen“. Diese

merin vorerst zu Ende sein, denn eine Spit-

vermeintlich größten Erfolg der Parteien-

Reflexe beschränken sich nicht auf die deut-

zenpolitikerin, die Bundes- wie Landespartei

geschichte sind die Grünen im Ausnahme-

schen Grünen, wie das Wahlvolk zum Aus-

binnen kurzer Zeit (mit) an die Wand gefah-

zustand. Die Rettungsmission, auf die sich

druck gebracht hat

ren hat, dürfte untragbar sein.

Ingrid Felipe nach dem plötzlichen Rücktritt

Ingrid Felipe, die erste grüne Landeshaupt-

Der grün-schwarze Koalitionspakt war mit

von Langzeit-Parteichefin und Van-der-Bel-

mannstellvertreterin, hat sich nach ihrem

„Verlässlich handeln – neu denken“ über-

len-Nachfolgerin Eva Glawischnig begeben

verheerenden Intermezzo an der Bundes-

schrieben und brachte durchaus auch politi-

hatte, endete im Fiasko, einem GAU, dem

spitze nach Tirol zurückgezogen, wo sie sich

sche Veränderungen, die sich die Grünen an

grünsten anzunehmenden Unfall. Die Na-

im Rahmen einer Landesversammlung man-

die Fahne heften dürfen. Darunter etwa die

tionalratswahl im Oktober markierte nach

gels ernsthafter Gegenkandidaten rund 80

Tarifreform im öffentlichen Personennah-

mehr als drei Jahrzehnten das vorläufige En-

Prozent der Delegiertenstimmen abholte.

verkehr, die für viele Tirolerinnen und Tiro-

de der Grünen im Parlament.

„Ich möchte mich für die falschen Entschei-

ler ganz erheblich günstigere Öffi-Tickets

Auf Bundesebene ist man hochverschuldet

dungen und die daraus resultierenden Krän-

gebracht hat. Koalitionäre Zwistigkeiten

und mangels Parteienförderung fast mittel-

kungen entschuldigen“, sagte sie der grünen

wurden in der abgelaufenen Periode kaum

los. Zum grünen Desaster beigetragen dürf-

Basis. Im Ungefähren blieb, wer wodurch in

öffentlich ausgetragen, die Atmosphäre zwi-

te ein zumal in Wahlkampfzeiten gehäuft

welcher Weise gekränkt wurde. Ihre Partei

schen den Koalitionspartnern schien über-

auftretender Hang zu einer Politik der Mar-

müsse wieder lernen, Widersprüche auszu-

wiegend von wechselseitigem Respekt und

keting-Sprechblasen samt Versteifung auf

halten, erklärte die Parteichefin des Weite-

einem ernsthaften Bemühen um Verständi-

Orchideenthemen haben. Zudem können

ren. Das Ausscheren aus einem ebenso viel-

gung getragen. Besonders die Grünen hat-

gesellschaftliche Herausforderungen, wie sie

stimmigen wie einseitigen Selbstgespräch,

ten ihre Funktionäre und Basis erstaunlich

etwa im Zuge der seit 2015 starken Migrati-

das sich für Debatte hielt, wurde bislang bei

gut im Griff, auf Seiten der ÖVP mit ihrer

onsbewegungen aufgetreten sind, auf länge-

den Grünen streng sanktioniert, Abweich-

komplexen internen Bündestruktur gab es

re Sicht nicht mit Denk- und Sprechverbo-

ler wurden bei den Bundes- und Landes-

nicht mehr als die üblichen und erwartba-

ten, die in einer Vogel-Strauß-Politik gipfeln,

kongressen, erstere salopp BuKo genannt, in

ren Querschüsse, die allerdings nie bis in die

adressiert werden. Selbst der Bundesvorsit-

der Regel kaltgestellt, indem sie bei der Lis-

Parteispitze um VP-Parteichef und Landes-

zende der deutschen Grünen, Cem Özdemir,

tenerstellung von der Parteibasis nach hin-

hauptmann Günther Platter heranreichten.

selbst dem Flügel der Realos zuzuordnen,

ten durchgereicht wurden. So oder so wird

Platter ist es gelungen, sich in der Tiroler

erkannte vor Kurzem in einem Interview

die Landtagswahl für Ingrid Felipe zu einer

Volkspartei eine beinahe Merkel’sche Alter-

20

eco.nova


eco.titel

nativlosigkeit zu erarbeiten. So gibt es nicht

negiert, Bürgeranliegen als Querulantentum

von je nach Interpretation skurrilem bis mar-

einmal leiseste Anzeichen einer zukünftigen

abgetan. Es zählen Freunderlwirtschaft und

tialischem Trommelwirbel beging die Tiroler

Palastrevolution in der Volkspartei.

Netzwerke. Nicht die beste Idee setzt sich

FPÖ ihre Wahlkampferöffnung in der Inns-

durch, sondern die besten Beziehungen sind

brucker Dogana, just an jenem für die Partei

notwendig“, lautete die Diagnose, die Bern-

geschichtsträchtigen Ort, an dem sich 1986

Einen relativ schweren Stand dürfte auch die

hard Ernst dazu bewog, sich für die Liste

Jörg Haider an die Parteispitze geputscht hat-

Liste Fritz haben, die 2008 den bürgerlichen

Fritz zu engagieren und eine „Revolution von

te. Vizekanzler Heinz-Christian Strache leis-

ÖVP-Abspaltungsreigen, aus dem auch Vor-

unten“, wie er es genannt hatte, zu versuchen.

tete dem Tiroler Spitzenkandidaten Markus

wärts Tirol bzw. Impuls Tirol hervorgegan-

Wenig hilfreich dürfte auch die Abspaltung

Abwerzger Schützenhilfe. Der Einzug in den

gen ist, eröffnet hat. Damals mit durchschla-

der Abgeordneten Fritz Gurgiser und Thomas

Saal wurde von Innsbrucker Politologen als

gendem Erfolg. Nur fünf Jahre später wurde

Schnitzer gewesen sein, die bereits 2009 mit

Koketterie mit faschistischer Ästhetik gegei-

das Politprojekt des langjährigen Arbeiter-

dem BürgerKlub-Tirol einen eigenen Land-

ßelt. Eine Interpretation, die der Tiroler Spit-

kammer-Präsidenten und ÖVP-Parteigängers

tagsklub gegründet und 2013 unter der Kurz-

zenkandidat erwartungsgemäß entschieden

Fritz Dinkhauser aber empfindlich zurück-

bezeichnung GURGISER mit 4,84 Prozent

in Abrede stellte. Landeshauptmann Günther

gestutzt und stürzte von mehr als 18 Prozent

knapp die Fünf-Prozent-Hürde für den Wie-

Platter kritisierte ebenfalls den „martialischen

auf 5,6 Prozent ab. Der plötzliche Tod von

dereinzug in den Landtag verpasst hatten.

Auftritt“ der „dunklen Gestalten“ – gemeint ist

Die Abgespaltenen

Klubobmann Bernhard Ernst im Dezember

die Trommlergruppe „drumatical theatre“ –,

2012 und das darauffolgende Zögern von Fritz

Mit Pomp und Gloria

Dinkhauser rund um eine neuerliche Kandi-

Keine neuen Töne schlagen die Tiroler Frei-

schon bei diversen ÖVP-Veranstaltungen im

datur dürften zum Absturz an der Wahlur-

heitlichen an, denen unter der Obmannschaft

Einsatz war.

ne beigetragen haben. „Es ist meine tiefe

von Markus Abwerzger, der 2013 Gerald Hau-

Die pompöse Inszenierung völlig profaner

Überzeugung, dass Demokratie vom aktiven

ser abgelöst hatte, ein Rechtsruck attestiert

Polit-Events bleibt jedenfalls völlig unbescha-

Mitwirken der Bürgerinnen und Bürger und

wird. Der Osttiroler Hauser war bei der Land-

det der zugrunde liegenden Weltanschauung

nicht von der Stimmabgabe alle fünf oder

tagswahl 2013 mit 9,34 Prozent hinter den Er-

Geschmackssache und ist keineswegs ein

sechs Jahre in der Wahlzelle lebt. Die Partei-

wartungen geblieben und musste unter ande-

Alleinstellungsmerkmal der Freiheitlichen.

endemokratie ist krank. Auch in Tirol. Bürger

rem deshalb seinen Sessel für den gebürtigen

Die politische Großwetterlage – vor allem im

werden entmündigt, Bürgerrechte werden

Vorarlberger Abwerzger freimachen. Begleitet

Zusammenhang mit den 2015 einsetzenden

wiewohl diese in der Vergangenheit auch

„Er schaut auf Tirol.“

ARBEIT ER LANDESHAUPTMANN GÜNTHER PLATTER

eco.nova

21


eco.titel

Impuls“, die anlassbezogen die nachträgliche

Migrationsbewegungen – spielt den Blauen

nik Oberhofer als Spitzenkandidat. Mit ei-

in die Hände und sorgt landauf, landab zu-

nem Ergebnis ähnlich jenem der National-

Beantragung von Parteienförderung ermög-

verlässig für satte Zugewinne und spülte mit

ratswahl im Oktober 2017 (5,57 Prozent) hätte

licht, hat die Fraktion den Grund für ein un-

Norbert Hofer beinahe den ersten FPÖ-Bun-

man die Fünfprozenthürde für den Landtag

rühmliches Kapitel im Tiroler Landtag gelie-

despräsidenten ins Amt. Hofer war – um in

übersprungen, wenn auch nicht komfor-

fert. Das Oberlandesgericht Innsbruck hatte

der Diktion des Wahlgewinners und nun-

tabel. Oberhofer will mit den NEOS, die in

entgegen den Erwartungen von Politik und

mehrigen Bundespräsidenten Alexander van

Hans-Peter Haselsteiner einen ebenso pro-

Gutachtern entschieden, dass Klubobmann

der Bellen zu bleiben – diesem einigerma-

minenten wie finanziell potenten Unterstüt-

Hans Lindenberger, Zwölfer und Schett für

ßen „arschknapp“ erst in der Wiederholung

zer haben, liberale Akzente im Land setzen

das Jahr 2017 in Summe 740.000 Euro wegen

der Stichwahl unterlegen. Ein Erfolg, der sich

und eine von ihm zumindest im Wahlkampf

nicht beantragter Parteienförderung an Vor-

wenig später für die Grünen als Pyrrhussieg

als denkmögliches Szenario ausgegebe-

wärts Tirol bezahlen müssten. Für das Jahr

erweisen sollte. Zumal Van der Bellen bislang

ne Absolute der ÖVP verhindern. Von einer

2016 hatte der Oberste Gerichtshof selbiges

in seiner spektakulär unaufgeregten Inter-

solchen ist die Volkspartei seit 2003 einiger-

Urteil gefällt, was die Impuls-Mandatare be-

pretation des Amtes eher an Heinz Fischer

maßen weit entfernt. Daran dürfte nicht

reits 650.000 Euro gekostet hatte. Es ist frag-

erinnert denn an Thomas Klestil, der der

einmal der Kurz-Effekt etwas ändern. Un-

lich, ob in dieser Angelegenheit das letzte

schwarz-blauen „Wenderegierung“ Wolfgang

ter dem Rubrum „ferner kandidierten“ sind

Wort bereits gesprochen wurde.

Schüssels mit versteinerter Miene vor und

sowohl der aus Vorwärts Tirol hervorgegan-

heftigem Widerstand hinter den Kulissen ge-

genen Gruppierung Impuls Tirol mit den

Neuer Anstrich

genübergetreten war. Von alledem war bei

Landtagsabgeordneten Josef Schett und

Während in Deutschland unter dem Vor-

Van der Bellen nicht die Spur zu bemerken,

Maria Zwölfer als auch der Family-Partei der

sitz der scheinbar alternativlosen Angela

die Atmosphäre bei der Angelobung grenzte

ehemaligen Vorwärts-Abgeordneten Andrea

Merkel die ursprünglich konservative CDU

gar an Herzlichkeit. Damit nahm der Bundes-

Krumschnabl nur Außenseiterchancen auf

samt ihrem bayrischen CSU-Ableger ei-

DER KLEINERE KOALITIONSPARTNER MUSS DEM GRÖSSEREN, DER SICH MIT DEN KNIFFEN DES REGIERENS BESTENS AUSKENNT, MEHR ZUGESTÄNDNISSE MACHEN.

SO FUNKTIONIERT SIE EBEN, DIE ARITHMETIK DER MACHT.

ner zunehmenden Sozialdemokratisierung anheimfiel, erlebt Österreich gerade eine völlig konträre Entwicklung, die nicht nur mit der „Marke“ Sebastian Kurz und dem neuen türkisen Anstrich zusammenhängt. Konservatismus ist schick wie lange nicht, besonders wenn er mit einer kleinen Prise Nationalismus angereichert daherkommt. Auf dieser Klaviatur spielen Sebastian Kurz und seine vielfach der JVP entwachsene Entourage perfekt. Der politische Teig, den das politische Ausnahmetalent angerührt hat, scheint aufzugehen. Dennoch ist und bleibt Tirol – zumindest im Selbstverständnis des Landeshauptmanns – ein schwarzes Land. Die Kontinuität, die mit der schwarzen Tiroler Volkspartei verbunden sei, hält

präsident nicht die von seiner ehemaligen

einen Einzug in den nächsten Landtag zuzu-

Günther Platter, wie er im Interview (Seite

Partei erhoffte, wenn nicht gar erwartete Rol-

schreiben. Die ursprünglich von Innsbrucks

26) betont, weiterhin für notwendig. Auf-

le als Bollwerk gegen die als heftigen Rechts-

Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und

grund der günstigen Umstände erscheint

ruck empfundene neue Regierung ein.

der schwarzen Ex-Landesrätin Anna Hosp

es wahrscheinlich, dass die Volkspartei die

Die Bundespartei um Heinz-Christian Stra-

aus der Taufe gehobene VP-Alternative „Vor-

Talsohle, die man 2013 mit 39,35 Prozent und

che gibt in einem Interview mit dem Nach-

wärts Tirol“ ist in der abgelaufenen Legisla-

16 Mandaten erreicht hat, durchschreitet.

richtenmagazin Profil bereits die Devise für

turperiode vor allem durch politische und

Die Fabelergebnisse der Ära Wallnöfer, in der

den Landtagswahl-Reigen in Niederöster-

juristische Konflikte aufgefallen. Während

man durchwegs über 60 Prozent erreichte,

reich, Salzburg, Tirol und Kärnten aus: „Wir

der Periode sind der Partei alle Abgeordne-

sind nicht annähernd in Reichweite. Die Vo-

müssen dort stark werden, damit die ÖVP

ten abhandengekommen, die sich mit Aus-

raussetzungen sind andere als damals, das

nicht auf die Idee kommt, mit den Grünen

nahme von Andrea Krumschnabel, die freie

Parteiensystem fragmentierter, vielfältiger,

oder der SPÖ zu koalieren. Auch in Salzburg,

Abgeordnete blieb, im Landtagsklub „Impuls

die Wählerschaft volatiler, die traditionel-

Tirol und Kärnten wollen wir verhindern,

Tirol“ versammelt haben. Vornehm formu-

len Lager und damit Parteibindungen ero-

dass die ÖVP weiter mit den Grünen koa-

liert hat man in den letzten fünf Jahren nicht

diert. Auch so manche Gewissheit von da-

liert. Die ÖVP muss auch in den Ländern

unbedingt politische Markenpflege betrie-

mals hat sich in ihr Gegenteil verkehrt. Galt

umdenken.“

ben. Entsprechend stieß die erneute Kandi-

Wallnöfer, der den Ausspruch „Verkehr ist

datur von Josef Schett und Co. bei der Kon-

Leben“ geprägt hatte, der Verkehr noch als

kurrenz und in weiten Teilen der medialen

Lebenselixier, ist es heute die Transittrist-

Erstmals dem Wahlvolk stellen sich in Tirol

Öffentlichkeit auf Unverständnis und Häme.

esse, der Tirol partout nicht entrinnen will.

die NEOS mit dem Stubaier Hotelier Domi-

Mit einer vom Landtag beschlossenen „Lex

Nicht umsonst wird die Transitroute vom

Alles neo

22

eco.nova


eco.titel

Kufstein bis zum Brenner auch als „Auspuff

Business as usual?

Europas“ bezeichnet, nicht umsonst ist das

Die Ausgangslage vor der Landtagswahl in

den Interessenskonflikten zwischen Wirt-

Inntal seit 2002 Luft- und Lärmsanierungs-

Tirol ist eigentlich wie immer: Die Volkspar-

schaft und Naturschutz und vielen weiteren

gebiet. Rechtzeitig vor den Wahlen hat der

tei gegen zwar nicht den Rest der Welt, aber

Themen. Eine Trendwende ist auch bei der

Landeshauptmann die Transitproblematik

doch den Rest des Tiroler Parteienspekt-

Wahlbeteiligung möglich, die 2003 um fast

zur Chefsache gemacht. In der Volkspar-

rums, das sowohl in der Anzahl als auch vom

20 Prozentpunkte auf rund 60 Prozent gefal-

tei scheint man sich der Emotionalität des

Gewicht her seit 2008 beträchtlich zugenom-

len war und sich seither zwischen 60 und 65

Themas bewusst, das zur empfindlichen

men hat. Das gehäufte Auf- und Antreten

Prozent eingependelt hat. Der Knick in der

Wahlniederlage 1989 beitrug, als die VP un-

bürgerlicher VP-Abspaltungen legt die über

Wahlbeteiligung ist nicht etwa einer schlag-

ter Wallnöfer-Nachfolger Alois Partl fast

die Jahre hinweg schwindende Integrations-

artig einsetzenden Politikverdrossenheit im

16 Prozentpunkte verlor und ihre absolu-

kraft der Partei und die zunehmenden Zent-

Wahlvolk zuzuschreiben, sondern dem Um-

te Mandatsmehrheit nur mit knapper Not

rifugalkräfte im Land offen. Heuer zeichnet

stand, dass 2003 die erste Tiroler Landtags-

halten konnte. Komplexe Querschnittsma-

sich jedoch für die Volkspartei, deren Regie-

wahl ohne Wahlpflicht stattfand.

terien wie die Transitfrage, aber auch das

rungsanspruch – im Gegensatz zu 2008 – von

Nachdem am 25. Februar die acht wahlwer-

mantraartig ausgegebene Ziel „leistbares

kaum jemandem mehr ernstlich in Zweifel

benden Parteien – ÖVP, SPÖ, FPÖ, Grüne, Liste

Wohnen“, bringen eines mit sich, das be-

gezogen wird, eine Trendwende ab.

Fritz, NEOS, Impuls Tirol und die Family Par-

sonders Regierungsparteien immer wieder

Günther Platter sitzt fest im Sattel und führt

tei – um Mandate gekämpft haben werden,

schmerzlich bewusst wird: Komplexe Prob-

das Land solide und unspektakulär. Kriti-

dürfte die schwarz gebliebene Tiroler Volks-

leme haben oft eine Lösung, die verständ-

ker dagegen monieren, Tirol würde lediglich

partei mehrere potenzielle Koalitionspart-

lich, einfach und unkompliziert ist. Und

verwaltet und nicht gestaltet. Fakt ist, dass

ner zur Auswahl haben. Ob es zu einer Wie-

zumeist falsch. In der öffentlichen Wahr-

das Land finanziell im Vergleich mit anderen

derauflage von Schwarz-Grün, einem roten

nehmung reicht das mühsame und lang-

Bundesländern recht gut dasteht und die ge-

Comeback in der Landesregierung oder aber

wierige Justieren an kleinen Stellschrau-

ringste Verschuldung aufweist. Doch an He-

Schwarz-Blau wie im Bund kommt, wird sich

ben nicht aus, gefragt ist vielmehr der große

rausforderungen herrscht kein Mangel, ob

weisen, ebenso wie die Anzahl der zukünf-

Wurf. Und der ist, wenn verschiedene, teils

nun bei den hohen Lebenshaltungskosten,

tigen Oppositionsparteien, die mit- und ge-

völlig konträre Partikularinteressen aufein-

der hohen Teilzeitquote, dem teuren Wohn-

geneinander die politische Landschaft in den

andertreffen, nicht zu haben.

raum, hohen Bodenverbrauch, zunehmen-

kommenden fünf Jahren prägen werden.

den Wildwuchs bei den Freizeitwohnsitzen,

PLATT ER LANDESHAUPTMANN GÜNTHER PLATTER

„Mit ihm in die Zukunft.“

eco.nova

23


eco.titel

Wahlen und Zahlen

100 %

80 %

60 %

Am Beginn der Zweiten Republik war der Tiroler Landtag ein Zweiparteienparlament mit einer hegemonialen Volkspartei. Die schwarze Vorherrschaft ist mit Abstrichen geblieben, der Parlamentarismus in Tirol aber merklich bunter geworden. Ob das so bleibt, entscheiden am 25. Februar die Wähler.

40 %

20 %

0% 1945

1949

1953

1957

ÖVP

1961

1970

SPÖ

Liste Fritz

Mandatsverteilung Tiroler Landtag

1965

1975

1979

1984 1989 1994

FPÖ

Vorwärts Tirol

1999 2003 2008 2013

Die Grünen     Wahlbeteiligung

1 2 1

3 5

12 



3



9

1945

1970

1984

1989

Eine klare Angelegenheit: Zweiparteien-Landtag mit schwarzer Hegemonie

Dreiparteiensystem: Die SPÖ erreicht mit 12 Mandaten ihren Höchststand.

Die Volkspartei unter Langzeit-Landeshauptmann Eduard Wallnöfer am Zenit.

Die ÖVP stürzt ab, mit den Grünen etabliert sich eine vierte Kraft.

3

5

2

7 8

9

8

7

2 

4

2

4

5

4

5

 4

5

1999

2003

2008

2013

Die FPÖ erreicht mit 7 Mandaten ihr bisher stärkstes Ergebnis.

Die Grünen fahren 5 Mandate und ihr bestes Ergebnis ein, die FPÖ verliert.

Die Liste Fritz erreicht aus dem Stand Platz 2, die VP stürzt nach 1989 zum zweiten Mal ab.

Die Parteienlandschaft wird bunter, die Volkspartei stagniert, die Liste Fritz wird dezimiert.

Tirols (Wahl-)Bevölkerung

634.527 / 537.273

Österreichische Staatsbürger / Wahlberechtigte

33.406

Deutschland

35.705

Sonstige EU

18.361

Ehem. Jugoslawien

11.774 Türkei

18.309 Sonstige

24

eco.nova

VOM PROPORZZUM MAJORZPRINZIP

Während die Wahlpflicht bei Tiroler Landtagswahlen erst mit der neuen Wahlordnung 2002 gestrichen wurde, gilt bereits seit 1998 nicht mehr der Regierungsproporz, demzufolge alle mit mindestens vier Mandaten in den Landtag gewählten Parteien automatisch in der Landesregierung vertreten waren, sondern ein Majorzsystem. Die einfache Landtagsmehrheit bestimmt, wer regiert.


TIROL LIEBEN HEISST TIROL BESCHÜTZEN

Andrea Haselwanter-Schneider


eco.titel

„INHALTE STEHEN VOR DER PARTEIFARBE“ Landeshauptmann Günther Platter fordert von Deutschland in der Transitfrage endlich Bewegung, will keine zusätzlichen Natura-2000-Schutzgebiete ausweisen und setzt auf Chancengleichheit zwischen Generationen und Regionen. Die Zukunft des Föderalismus liegt für Platter in der Steuerautonomie der Länder, bei möglichen Regierungspartnern will er sich an Verlässlichkeit und Inhalten orientieren. Die Verkehrspolitik soll Chefsache bleiben. // INTERVIEW: MARIAN KRÖLL

ECO.NOVA: Sie sind seit 1994 in der hohen

Kurz bei allen möglichen Gelegenheiten Un-

Politik, zuerst als Nationalratsabgeordne-

terstützung gegeben, habe die ÖVP-Landes-

ter, dann als Landesrat in Tirol, Minister in

hauptleute in Alpbach organisiert, bevor am

Wien und schließlich Landeshauptmann.

darauffolgenden Tag Sebastian Kurz seine

Als solcher steht Ihnen die dritte Amts-

Kandidatur öffentlich gemacht und festge-

periode bevor. Brennen Sie noch für diese

stellt hat, es müsse in Richtung Neuwahlen

Aufgabe?

gehen. Das war genau das Richtige. In Tirol

GÜNTHER PLATTER: Ich habe jeden Tag

ist die Situation dagegen so, dass die Tiroler

eine riesige Freude, für das Land arbeiten zu

Volkspartei seit 70 Jahren von der Bevölke-

dürfen. Für mich ist es momentan so ein po-

rung die Hauptverantwortung übertragen

eine Koalition eingeht, geht es immer dar-

sitives Gefühl, mich mit voller Kraft, vollem

bekommen hat, dieses Land weiterzuentwi-

um, was man dem Partner zutrauen und wie

Elan und voller Energie für Land und Leute

ckeln. Deshalb meine ich, dass diese Konti-

weit man gehen kann. Das ist das eine. Das

einzubringen, wie – so würde ich fast sagen –

nuität, die mit der schwarzen Tiroler Volks-

andere ist der vertrauensvolle Umgang und

selten zuvor.

partei verbunden ist, weiterhin notwendig

die rechtzeitige Miteinbindung des Koaliti-

ist. Es war aber immer so, dass die Tiroler

onspartners, damit es nicht zu Streitigkeiten

Von Amtsmüdigkeit gibt es bei Ihnen also

Volkspartei gleichzeitig eine unglaublich

kommt und man sich über die Medien etwas

keine Spur?

moderne Partei ist, die dem Grundsatz „Wer

ausrichtet. Ich glaube, dass Sebastian Kurz

Nein, und ich glaube, das merkt man auch.

Gutes bewahren will, muss vieles verändern“

hier gescheit genug ist und auch Strache gut

immer treu geblieben ist. Meine Aussage war

beraten ist, den von mir jetzt skizzierten Weg

„Wir sind ein schwarzes Land, aber diese

auf die Bundespolitik bezogen, die von Still-

zu gehen, damit diese Regierung stabil ist, of-

Türkisfarbe hat doch einiges gebracht“, ha-

stand, Streit und Blockaden geprägt war, von

fensiv ist und der Reformschnellzug weiter-

ben Sie vor einiger Zeit in einem Radioin-

der wir uns in Tirol mit einem eigenständi-

hin ein ordentliches Tempo fährt. Ich gebe

terview gesagt. Wie haben Sie das gemeint?

gen Weg massiv abgegrenzt haben.

dieser Regierung eine gute Chance.

von Sebastian Kurz zum richtigen Zeitpunkt

Die neue Koalition im Bund ist gerade eini-

Sie haben die Verkehrspolitik in Tirol zur

das Richtige war und ist. Wir sind als ÖVP

ge Wochen alt, noch ist fast alles eitel Won-

Chefsache erklärt. Bleibt das auch nach der

damals im April bundesweit bei 20 Prozent

ne. Glauben Sie, dass das in dieser Konstel-

Wahl so?

herumgegrundelt. Ich habe maßgeblich mit-

lation längerfristig so bleiben wird?

Ich habe das schon vor längerer Zeit zur

geholfen, dass wir diese neue Bewegung zu-

Sebastian Kurz ist ein sehr kluger Mann.

Chefsache erklärt, als ich wahrgenommen ha-

stande gebracht haben. Ich habe Sebastian

Wenn man in der Führungsverantwortung

be, dass aufgrund des Wirtschaftswachstums

Ich bin der Meinung, dass diese Bewegung

26

eco.nova


und verschiedener anderer Entwicklungen eine enorme Steigerung des Transitverkehrs

„JETZT IST SCHLUSS MIT LUSTIG! WIR HABEN SCHON AUSREICHEND SCHUTZGEBIETE AUSGEWIESEN.“ Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP)

in Tirol zu erwarten ist. Als alle Maßnahmen, die wir gesetzt haben, zwar eine Milderung gebracht haben, aber weiterhin mit einer Steigerung des Verkehrsaufkommens zu rechnen

Es wird eine Vielzahl an Maßnahmen not-

entsprechend aus. Diese Maßnahmen wer-

war, habe ich das Thema zur Chefsache ge-

wendig sein, um bis 2027 das Ziel zu errei-

den fortgesetzt, da kann sich Deutschland

macht. Als Landeshauptmann kann man das

chen, die Güterbeförderung in einem Verhält-

aufregen, wie es will. Die Blockabfertigung

mit noch mehr Kraft vorantreiben. Selbstver-

nis 50 zu 50 zwischen Schiene und Straße

ist EU-konform. Bei der Korridormaut haben

ständlich bleibt es dann auch dabei.

aufzuteilen und bis 2035 mit dem Brennerba-

Südtirol und das Trentino Bereitschaft ge-

sistunnel mit seiner gesamten dazugehörigen

zeigt, die Maut auf das Tiroler Niveau anzu-

Teile des Inntals sind seit Jahren Luftsa-

Infrastruktur 70 Prozent der Güter auf der

heben. Es gibt ein Einvernehmen zwischen

nierungsgebiet. In der Europäischen Union

Schiene zu befördern. Wir brauchen jeden-

den österreichischen und italienischen Re-

scheint der freie Warenverkehr gegenüber

falls eine LKW-Obergrenze von maximal ei-

gierungen. Jetzt geht es darum, dass auch

der Wahrung der Gesundheit der ansässi-

ner Million LKW pro Jahr über den Brenner.

Deutschland mitzieht, damit wir den Korri-

gen Bevölkerung Priorität zu genießen. In

Als kurzfristige Maßnahme braucht es die

dor zwischen Münschen und Verona zustan-

der Euregio haben Sie sich kürzlich mit Ih-

Blockabfertigung, um die Verkehrs- und Ver-

de bringen.

ren Amtskollegen über eine Korridormaut

sorgungssicherheit zu gewährleisten. Bisher

verständigt. Glauben Sie, dass darin der

hatten wir sechs Blockabfertigungen, im heu-

Mit Appellen an Bayern hat man es lange

Schlüssel liegt, den LKW-Transit nachhal-

rigen Jahr wird es zwischen 20 und 30 weite-

genug versucht. Offensichtlich hat Bayern

tig und langfristig zu senken?

re geben. Derzeit bauen wir die Infrastruktur

wenig Interesse an der Lösung des Tiroler

eco.nova

27

© ANDREAS FRIEDLE

eco.titel


eco.titel

„WENN DEUTSCHLAND NICHT BEREIT IST, EINZULENKEN, WERDEN WIR DEN DRUCK ERHÖHEN. DAS WIRD SICH DEUTSCHLAND NICHT LANGE LEISTEN KÖNNEN.“

Verkehrsproblems, wie sich auch bei den

dass er Tirol maximal unterstützen will. Des-

Regierung das in dieser Periode gelungen,

schleppenden Fortschritten für entspre-

halb gehe ich davon aus, dass das halten wird.

vor allem in Hinblick auf Skigebietser-

chende Zulaufstrecken für den Brennerba-

Ich habe überhaupt keine Zweifel daran.

schließungen einerseits und von der EU an-

sistunnel zeigt. Welche anderen Möglich-

gemahnte Natura-2000-Schutzgebietsaus-

keiten gibt es, den nördlichen Nachbarn für

Der Südtiroler Landeshauptmann Arno

weisungen andererseits?

die Situation zu sensibilisieren?

Kompatscher hat kürzlich in einem Inter-

Ich glaube, dass wir eine gute Variante ge-

Schauen wir uns zunächst die Lage in Itali-

view gesagt, dass der billigere Diesel in Ös-

wählt haben. Nämlich einerseits auf die

en an. Auch dort gab es nicht von allen Seiten

terreich bei der Gesamtberechnung stärker

Natur zu schauen, andererseits aber kei-

eine riesige Begeisterung über die Korridor-

ins Gewicht falle als die billige Maut auf

nen Stillstand zu haben, sondern bestimm-

maut. Wenn man beharrlich dranbleibt, gute

der Alpensüdseite. Durch die Anhebung

te Weiterentwicklungen zu ermöglichen.

Argumente hat, die für sich sprechen, dann

des Dieselpreises könne der LKW-Umweg-

Das ist uns bei den Skigebieten gelungen,

funktioniert es. Mit Südtirol und dem Trenti-

verkehr um 20 bis 30 Prozent reduziert

auch wenn es nicht überall Applaus gege-

no haben wir dann bereits einen Mautkor-

werden. Stimmen Sie diesem Befund zu?

ben hat, dass wir beim einen oder anderen

ridor von Kufstein bis Verona. Das ist schon

Ich glaube, dass er es nicht so gesagt oder so

Erweiterungswunsch – etwa bei den Kalk-

eine ganz andere Situation als bisher. Trotz-

gemeint hat. Beschlusslage ist die Korridor-

kögeln – auf die Bremse gestiegen sind. Das

dem brauchen wir Bayern. Und da werden wir

maut, und das ist das Wesentliche. Eines will

ist EU-rechtlich nicht machbar. Wir haben

auch Druck machen. Schluss mit den schönen

ich nicht: Dass jetzt wieder die Tirolerinnen

aber einige zusätzliche Erschließungswün-

Worten. Seit wir die Blockabfertigung machen,

und Tiroler, besonders die Pendler, bestraft

sche erfüllen können, wobei der Grundsatz

hat sich bereits sehr viel bewegt. Das sieht

werden, indem sie rund 20 Prozent mehr für

gilt: keine neuen Skigebiete in Tirol. Dort,

man an der Berichterstattung in Deutschland.

den Diesel bezahlen müssten und auch die

wo es Sinn macht, wollen wir Zusammen-

Plötzlich ist die Emotion da, durch Taten, die

heimische Wirtschaft noch einmal zusätz-

schlüsse ermöglichen. Hinsichtlich der Was-

wir in Tirol gesetzt haben, die ich angeordnet

lich zur Kassa gebeten wird, die ohnehin eine

serkraftnutzung gibt es in einer Koalition

habe. Wenn Deutschland nicht bereit ist, ein-

fünffach höhere LKW-Maut zu verkraften

unterschiedliche Betrachtungsweisen. Das

zulenken, werden wir den Druck erhöhen. Das

hat wie die angrenzenden Regionen Südtirol,

ist legitim. Derzeit wird in Pfunds mit dem

wird sich Deutschland nicht lange leisten kön-

Trentino und Bayern. Die Erhöhung der Die-

GKI das größte Wasserkraftwerk der Alpen

nen. Man wird dort alles daran setzen, damit

selpreise würde die Tirolerinnen und Tiroler

gebaut, es gibt außerdem einen positiven

sich der bayrische Löwe bewegt.

und die heimische Wirtschaft belasten, die

Bescheid für Sellrain-Silz. Hier wird die ver-

Korridormaut, die wesentlich effektiver ist,

nünftige Zukunftsvariante sichtbar, dass

Bei den letzten Verkehrsministern konnte

dämmt den Transitverkehr ein. Eine neue

wir alles daran setzen, bis zum Jahr 2050

der Eindruck entstehen, dass es nicht im-

Belastung für Tirol kommt für mich nicht in

energieautonom zu sein. Die Energiewen-

mer volle Rückendeckung für die Anliegen

Frage. Die Berechnungen der Experten sind

de haben wir in Tirol eingeleitet. Dazu ge-

des Landes gab. Haben Sie das Gefühl, dass

eindeutig. Die Anhebung der Dieselpreise

hört auch, dass der Energiebedarf reduziert

beim neuen Verkehrs- und Infrastruktur-

auf das Niveau von Italien würde auf dieser

wird. Dabei hilft die Sanierungsoffensive,

minister volles Verständnis für die Situati-

Strecke einen Effekt von 27 Euro ausmachen,

die wir massiv weiterbetreiben wollen. Mit

on in Tirol vorhanden ist?

die Korridormaut 82 Euro.

der sensiblen Betrachtungsweise, die auf die Ausgewogenheit zwischen wirtschaftli-

Ich glaube schon. Auch Sebastian Kurz ist bestens informiert und hat mir als Bundes-

In Tirol gilt es, den schwierigen Spagat zwi-

cher Entwicklung und Bewahrung der Um-

kanzler seine ganze Unterstützung zugesagt.

schen berechtigten Naturschutz- und Wirt-

welt abzielt, bin ich insgesamt eigentlich

Der neue Verkehrsminister hat auch gesagt,

schaftsinteressen zu vollbringen. Ist Ihrer

zufrieden.

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eco.titel

Sie in der kommenden Legislaturperiode setzen? Vor allem geht es mir um die Chancengleichheit unter den Generationen, den Regionen und nicht zuletzt die soziale Chancengleichheit. Zur Chancengleichheit unter den Generationen gehört für mich der Sparkurs, nicht mehr auszugeben, als man einnimmt.

© ANDREAS FRIEDLE

Ich will, dass es die nächsten Generationen mindestens gleich gut haben wie wir jetzt. Dazu braucht es eine solide Finanzlage. Zur Chancengleichheit gehört für mich auch die Schaffung zusätzlicher Kinderbetreuungseinrichtungen. Wir geben 100 Millionen im Jahr für die Familien aus. Zur Chancengleichheit unter den Regionen zählt vor allem der öffentliche Personen- und NahverDie EU drängt auf weitere Schutzgebiets-

Zuerst müssen einmal die Konzepte auf den

kehr, der mit der Tarifreform wesentlich

ausweisungen nach Natura 2000. Ist das

Tisch, damit man das beurteilen kann. Es

verbessert wurde, und nicht zuletzt die Di-

mit Ihnen zu machen oder muss das Bishe-

muss jedenfalls erlaubt sein, darüber eine

gitalisierung. Es geht darum, dass die Bürge-

rige genügen?

Diskussion zu führen. Ich warte aber noch

rinnen und Bürger gleiche Voraussetzungen

Wir haben schon sehr viel gemacht. Man-

auf klare Konzepte, und dann muss man

vorfinden, ganz gleich ob sie nun in einem

che meinen, dass wir zu viel gemacht haben.

über die Finanzierung reden. Ich habe aber

Ballungsraum oder in den Tälern, Orten und

Jetzt ist Schluss mit lustig! Wir haben ausrei-

ein Grundprinzip, das ich in Wien auch deut-

Weilern zu Hause sind. Dafür investieren wir

chend Schutzgebiete ausgewiesen. Ich habe

lich gemacht habe: Wer anschafft, der zahlt!

in den kommenden fünf Jahren zusätzlich noch einmal 100 Millionen Euro zu jenen 50

das gegenüber dem Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker kommuniziert. Bei

Gilt das auch für die Abschaffung des Pfle-

Millionen, die wir schon ausgegeben haben.

der Landeshauptleutekonferenz habe ich das

geregresses?

Das große Thema Breitbandzugang ist heute

argumentiert. Diese hat letztlich beschlossen,

Ja. Da haben wir uns in der Landeshaupt-

mindestens so wichtig wie damals der Bau

was ich vorgeschlagen habe: Keine weiteren

leutekonferenz schon positioniert. In der

von Autobahnen. Bei der sozialen Chancen-

Ausweisungen mehr in Österreich. Ich meine

Finanzreferentenkonferenz habe ich bereits

gerechtigkeit geht es um die Gesundheits-

auch, dass die Europäische Union gut daran

eingebracht, dass die Länder schadlos gehal-

versorgung und Pflege. Nicht die Geldtasche

täte, sich nicht immer vom Schreibtisch in

ten werden müssen. In nächster Zeit werden

darf ausschlaggebend sein, ob jemand eine

Brüssel aus bis ins kleinste Detail einzumi-

diesbezüglich Verhandlungen mit dem Fi-

gute Versorgung und Pflege bekommt.

schen, was die Unterschutzstellung betrifft.

nanzminister geführt. Was Ihre Koalitionspräferenzen betrifft,

Das wissen wir selbst besser. Wollen Sie weiterhin die Steuerautonomie

werden Sie sich wahrscheinlich vor der

Dieser Beschluss impliziert, dass man es ge-

für die Länder samt damit verbundenem

Landtagswahl nicht in die Karten schauen

gebenenfalls auf eine Klage ankommen lässt?

Steuerwettbewerb?

lassen.

So ist es. Wobei die Kommission durchaus

Unbedingt. Ich bin der Meinung, das ist die

Ich habe jetzt noch keine Karten. Die Karten

Interesse hat, den Prozess gemeinsam mit

Zukunft des Föderalismus. Eines Föderalis-

bekomme ich hoffentlich von der Bevölke-

den betroffenen Regionen ordentlich zu ge-

mus, bei dem man genau weiß, wer wofür

rung, die einem erst die Chance geben muss,

stalten. Mit EUSALP, der EU-Strategie für

zuständig ist, wer die Steuern einhebt und

wieder eine Koalition bilden zu können. Ha-

die Alpine Region, bei der ich seit Anfang des

wofür sie verwendet werden. Ich habe vor

be ich diese Chance, gibt es für mich zwei

Jahres den Vorsitz führe und die 48 Regionen

wenigen Tagen mit dem Finanzminister ge-

Kriterien: Wer kann ein verlässlicher Partner

mit 70 Millionen Menschen vertritt, haben

sprochen und orte ein großes Verständnis

sein? Mit wem ist inhaltlich dieses Land wei-

wir ein weiteres Instrument zur Verfügung,

für eine Steuerautonomie der Länder. Mein

terzureformieren, damit wir nicht stehen-

wo ich dieses Thema ebenfalls behandeln

Ansatz ist aber, dass man da keine Rosinen-

bleiben. Verlässlichkeit und Inhalte stehen

werde, damit die Alpenregionen gegenüber

pickerei unternehmen soll, sondern eine

vor der Farbe der Partei.

der Kommission gemeinsam auftreten, wenn

ordentliche Lösung, wie es sie etwa in der

es notwendig sein sollte.

Schweiz gibt. Dort gibt es auch einen Wett-

Gibt es Parteien, die diesem Anforderungs-

bewerb unter den Regionen, und Wettbe-

profil nicht genügen?

werb hat der Politik noch nie geschadet.

Ich habe großen Respekt vor den Wählerin-

Kommen wir zu einem sozialpolitischen Thema. Wie sehen Sie die Pläne der Bun-

nen und Wählern und möchte dazu keine

desregierung, was die geplante Abschaf-

Finanziell ist Tirol vergleichsweise gut

Äußerungen treffen, bevor nicht der Souve-

fung der Notstandshilfe betrifft?

aufgestellt. Welche Schwerpunkte wollen

rän gesprochen hat.

eco.nova

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eco.titel

PARTEIEN IM CHECK

IM ÜBERBLICK

Die wahlwerbenden Parteien im kurzen Frage-Antwort-Check: Zur besseren Vergleichbarkeit haben alle Verantwortlichen dieselben sechs Fragen gestellt bekommen, ergänzt durch parteispezifische Themen. Die ÖVP haben wir übrigens nicht vergessen, die relevanten Fragen mit Günther Platter als amtierendem Landeshauptmann jedoch etwas ausführlicher im vorangestellten Interview geklärt. 1. 2. 3. 4. 5. 6.

Warum sollten die Wähler für Ihre Partei stimmen? Was läuft in Tirol politisch gesehen gut, was nicht? In welchem Bereich sehen Sie für die kommenden Jahre den dringendsten politischen Handlungsbedarf? Was kann die Politik dazu beitragen, dass Wohnen in Tirol leistbar bleibt bzw. wieder leistbarer wird? Intensiver Tourismus und Umweltschutz sind mitunter nicht einfach unter einen Hut zu bringen. Was ist Ihre Position, was die Neuerschließung und Fusion von Skigebieten sowie die Ausweisung weiterer Natura-2000-Schutzgebiete betrifft? Welches Rezept haben Sie gegen den ständig steigenden Transit über die Brennerroute? Sind die bestehenden Maßnahmen (sektorales Fahrverbot, IG-L, Blockabfertigung) ausreichend und als Dauerlösung tauglich?

konstant, der Landeshaushalt ist stabil, es

massive Entlastung, etwa durch neue Wohn-

wurden keine neuen Schulden gemacht und

formen für Jung und Alt und eine Reform

es hat keine politischen Skandale gegeben.

der Mietzinsbeihilfe, die wir landesweit ein-

Ich glaube, das kann sich alles sehen lassen.

heitlich gestalten wollen. Und klar ist: Wenn

Aber damit geben wir uns nicht zufrie-

eine Wohnung einmal aus Mitteln der Wohn-

den. Wir haben noch viel vor: Wir wollen

bauförderung gefördert wurde, dann darf sie

das Leben in Tirol, allen voran das Woh-

niemals zum Spekulationsobjekt werden.

nen, erschwinglicher machen, den Transit

INGRID FELIPE GRÜNE

halbieren, Solar volle Kraft ausbauen, das Zu-

5. Das Tiroler Seilbahn- und Skigebietspro-

betonieren stoppen und weiter für unsere

gramm sollte jedenfalls wieder langfristiger

Umwelt kämpfen.

aufgestellt werden, zumindest für zehn Jah-

3.

re. Und es muss klar werden, dass es wirkDer Nutzungsdruck auf unsere Umwelt

lich keine Neuerschließungen mehr braucht.

nimmt massiv zu. Die Transitbelastung ist

Bei konkreten Projekten muss noch einmal

für viele kaum noch zu ertragen. Und nach

genauer hingeschaut werden, zum Beispiel

wir uns für die Tiroler Umwelt und

der erfolgreichen Öffi-Tarifreform muss der

beim geplanten Zusammenschluss Ötztal-

ein leistbares Leben für alle mit ganzer Kraft

nächste Halt der Politik endlich auch leistba-

Pitztal. Bei Natura-2000 ist der Weg für mich

einsetzen. Am Wahltag entscheidet sich, wel-

res Wohnen sein. Tirol ist wunderschön und

klar: Die aus Tirol gemeldeten Gebiete wie

che Richtung Tirol einschlägt: Eine Fortset-

wir kämpfen für eine intakte Natur. Gleich-

die Isel sind absolut zu nominieren. Und es

zung des erfolgreichen Weges mit uns Grü-

zeitig muss dieses schöne Land auch für alle

gibt Nachholbedarf bei einigen weiteren

nen in der Regierung wird es nur dann geben,

Menschen leistbar sein.

Schutzgütern, beispielsweise beim Piz Val

1. Weil

wenn wir entsprechend stark sind. Gelingt

Gronda.

das nicht, kommt auch in Tirol schwarz-blau.

4.

Da fährt dann die Wirtschaft schonungslos

zeigt, dass wir auch unmöglich gehaltene

6. Es war richtig und wichtig, dass wir den

über die Natur und Umwelt drüber.

Projekte zur Entlastung der Bürger umset-

Lufthunderter gegen den Widerstand von

Bei der Öffi-Tarifreform haben wir ge-

zen können. Beim leistbaren Wohnen gab

Teilen der ÖVP, FPÖ und SPÖ eingeführt ha-

Den Tirolerinnen und Tirolern geht es

es mit dem 5-Euro-Wohnen schon erste gute

ben und auf die Blockabfertigung als Not-

heute besser als vor fünf Jahren, weil wir auf

Ansätze, hier ist aber noch viel zu wenig ge-

wehrmaßnahme setzen. Aber wir müssen

die Umwelt geschaut, die Öffis ausgebaut

schehen. Wir wollen eine Mietpreiserhebung,

noch mehr tun, um die Menschen zu entlas-

und den sozialen Zusammenhalt in der Re-

um endlich Transparenz für die Mieterin-

ten. Leider zeigt die schwarz-blaue Bundes-

gierung sichergestellt haben. Wir haben Re-

nen und Mieter in den Wohnungsmarkt zu

regierung derzeit wenig bis kein Interesse

kordbeschäftigung, die Arbeitslosigkeit sinkt

bekommen. Der Zentralraum braucht eine

an der Gesundheit der Bevölkerung, obwohl

2.

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eco.nova


eco.titel

ternetzugang anbieten. Netflixen acht Gäste,

wir deren Unterstützung dringend bräuchten. Wir kämpfen weiter für eine Halbierung

ist Schluss mit Internet, und das bei knapp

des Transits. Langfristiges Ziel ist eine Alpen-

150 Betten!

transitbörse mit einer Obergrenze von einer Million Fahrten. Am Weg dorthin braucht es

4. Eigentlich recht wenig. Wir könnten aber

drei Schritte: Erstens die Anhebung der Maut

die Bauordnung entrümpeln, die Baudichten

an der gesamten Strecke München–Verona,

erhöhen und vor allem das Mietrecht libera-

zweitens die Abschaffung des Dieselprivi-

lisieren. Es gibt in Tirol einen Mietadel, der ir-

legs und drittens den Ausbau der Rollenden

gendwann einmal billig eingemietet hat und

Landstraße.

dieses Privileg sogar weitervererben kann. Außerdem müssen wir endlich drauf schau-

AUSSERDEM:

en, dass der Wohnbauförderungsbeitrag nicht im Landesbudget versickert, sondern

gescheitert, Ihre Bundespartei ist histo-

dort ankommt, wo er hin soll.

© MARIAN KRÖLL

Sie sind als Bundessprecherin der Grünen risch abgestraft worden. Welchen Einfluss hat das Wahlergebnis im Bund auf Ihre Erfolgsaussichten im Land? Der 15. Oktober war für uns Grüne ein massiver Schock, da

5.

Überall dort, wo wir Tourismus haben,

gibt es keine Landflucht. Schauen wir nach Kärnten, Niederösterreich oder in die Stei-

brauchen wir nicht drumherumreden. Viele

1. Weil wir NEOS für eine neue Politik stehen:

Menschen sagen zu mir: in Tirol ist das aber

Wir sind keine Berufspolitiker, sondern Men-

menschlüsse von Skigebieten nicht nachhal-

anders. Und wir möchten den Wählern mit-

schen, die unternehmerisches Denken mit-

tig und sinnvoll sein können? Die knapp 60

geben: Wenn die Grünen in Österreich wie-

bringen, was nicht heißt, dass wir alle selb-

Millionen Euro Steuergeld am Patscherkofel

der aufgerichtet werden sollen, dann braucht

ständig sind, sondern viel mehr, dass wir es

hätten wir uns sparen können. Da waren die

es ein starkes Ergebnis bei der Landtagswahl.

auf den Zuschauerplätzen nicht mehr aushal-

Grünen mit an Bord und haben bei den Ro-

Man muss nicht mit jeder einzelnen Maß-

ten und etwas verändern wollen. Wir sind in-

dungsarbeiten großzügig weggesehen. Der

nahme oder jeder einzelnen Person einver-

novativ, weltoffen und sehen in der Zukunft

Zusammenschluss von Schlick und Axamer

standen sein, aber nachhaltige und weltoffe-

mehr Chancen als Probleme. Wir sind eine

Lizum mit Verbindung nach Neustift hät-

ne Politik braucht starke Grüne.

junge, freiheitsliebende Bürgerbewegung mit

te den Tourismus aber sinnvoll belebt und

kreativen Köpfen, sind niemandem etwas

gleichzeitig den Verkehr – aufgrund der ver-

Welches ist Ihr größtes Erfolgserlebnis

schuldig und müssen keine Seilschaften be-

schiedenen Einstiegsmöglichkeiten – im Stu-

in der Tiroler Landesregierung, was wür-

dienen. Uns geht es um echte Veränderung.

baital nachhaltig entlastet.

den Sie heute rückblickend betrachtet viel-

ermark. Wer sagt, dass vernünftige Zusam-

leicht anders machen? Also ich habe mich

2. Tirol

wird ordentlich verwaltet. Mir fällt

6. Im Gegensatz zum politischen Mitbewer-

am meisten über die erfolgreiche Öffi-Tarif-

kein Stein aus der Krone, wenn ich die Lan-

ber glauben wir, dass der Verkehr auch zu-

reform gefreut. Da sparen sich die Menschen

desregierung lobe. Zum Beispiel beim Thema

künftig zunehmen wird. Im Gegenzug wird

direkt viel Geld und es ist gut für die Umwelt.

Finanzen, Budget und Neuverschuldung. In

er aber aufgrund von Elektromobilität sau-

Auch die Entscheidung zum Schutz der Kalk-

allen anderen Bundesländern schaut es da

berer und leiser. Das autonome Fahren wird

kögel war für uns wichtig. Womit ich noch

sehr traurig aus. Tirol steht hier vorbildlich

die Automobilbranche in den kommenden

nicht zufrieden bin, ist die weiterhin steigen-

da. Leider wächst aber auch bei uns die Bü-

Jahren revolutionieren. Wir müssen des-

de Verkehrsbelastung durch den Transitver-

rokratie kontinuierlich an. Die Abgabenquo-

halb in unsere Infrastruktur und in Straßen

kehr. Luft-100er und Müll- und Schrottfahr-

te ist extrem. Als Bürger, Unternehmer und

investieren. Wir müssen schauen, dass der

verbot waren wichtige Maßnahmen für die

Familienvater habe ich das Gefühl, dass mir

Verkehr endlich wieder fließt. Der Brenner-

Luft, aber da ist noch jede Menge zu tun!

bei jeder Gelegenheit mit Steuern, Abgaben

basistunnel ist ein gewaltiges Projekt und

und Strafen das Geld aus der Tasche gezogen

langfristig die einzige Alternative zur Straße.

wird. Auf der anderen Seite leisten wir uns

In 55 Minuten von Rosenheim nach Verona,

aber das fetteste Politsystem mit der großzü-

das kann auch im Personenverkehr der Bahn

gigsten Parteienförderung der Welt. Hier will

neue Perspektiven eröffnen.

ich halbieren: beim Landtag, bei der Landesregierung und bei der Parteienförderung.

3.

DOMINIK OBERHOFER NEOS

AUSSERDEM: Bürgerliche Parteien abseits der Volkspar-

In der Bildungspolitik inklusive Kinder-

tei haben in Tirol in den vergangenen Peri-

betreuung und bei der Digitalisierung. Ich

oden mit wechselndem Erfolg agiert. Wie

habe das Gefühl, dass wir international den

lautet Ihr Ziel für diese Wahl, was wollen

Anschluss verlieren. Schauen Sie sich die Er-

Sie in diesem Land bewegen? Ich persönlich

gebnisse der PISA-Studien an. Länder in Mit-

will den Fremdenverkehrsförderungsbeitrag

tel-Osteuropa haben uns schon längst über-

abschaffen. Wir pressen jährlich circa 62 Mil-

holt. Während die ganze Welt über Chancen

lionen Euro aus der Tiroler Wirtschaft. Ich

der Digitalisierung diskutiert, kann ich mei-

kenne Bestattungsunternehmen und Fahr-

nen Gästen im Hotel keinen vernünftigen In-

schulen, die mehrere tausend Euro jährlich

eco.nova

31


eco.titel

PARTEIEN IM CHECK

zahlen. Der größte Nutznießer des Tiroler

gutekommen. Eine gute Bildungs- und För-

Wie schätzen Sie die Chancen für einen Ein-

Tourismus ist booking.com und die bezah-

derungspolitik ohne großen bürokratischen

zug in den Tiroler Landtag ein? Wir haben

len keinen einzigen Cent Förderungsbeitrag.

Aufwand halten wir für notwendig, damit

ein derartig positives Echo auf unser Pro-

Außerdem werden unbedeutende Touris-

das Leben für Familien planbar ist.

gramm erhalten, dass wir davon ausgehen,

musverbände dadurch übertrieben gefördert

dass wir jedenfalls die Hürde zum Einzug

und Top-Tourismusregionen benachteiligt.

4. Wir haben hier ein Konzept, das vorsieht,

Der TVB Hall hat bei 1 Euro Kurtaxe ca. 6 Eu-

dass einerseits die Kriterien der Wohnbauför-

rechnen sogar mit mehreren Mandaten und

ro pro Nächtigung zur Verfügung, während

derung in technischer Sicht verändert wer-

damit mit erheblichen Möglichkeiten, im

zum Beispiel das vordere Zillertal bei doppelt

den, was ein großes Anliegen der Bauträger

kommenden Landtag unsere Positionen ein-

so viel Nächtigungen deutlich weniger Bud-

ist. Mit sinkenden Baukosten können die

zubringen.

get hat. Das ist Tourismuspolitik in Tirol. Das

Mieten sinken. Darüber hinaus werden durch

will ich ändern!

eine bessere Widmungspolitik für geförder-

in den Tiroler Landtag überspringen. Wir

te Wohnungen die Grundstückspreise sinken und wir schlagen Finanzierungsvarianten vor, die es jedermann ermöglichen, Eigentum in Tirol zu erwerben. Günstige kleinere Wohnungen für ältere Menschen helfen diesen beim Sparen und führen dazu, dass große Wohnungen für Kinder mit Familien frei werden, wovon beide Seiten profitieren können.

5. Wir

benötigen hier einen pragmatischen

Zugang, der kritisch Chancen und Risiken der Entwicklung beobachtet. Eine intakte

ANDREA KRUMSCHNABEL

FAMILY – DIE TIROLER FAMILIENPARTEI

Umwelt ist einerseits die einzige Chance für

ANDREA HASELWANTER-SCHNEIDER LISTE FRITZ

eine positive Zukunft für unsere Bevölkerung, andererseits benötigen wir in Tirol die Arbeitsplätze, damit die Familien schon derzeit das notwendige Einkommen für die ho-

1. Die Liste Fritz ist die einzige Oppositions-

hen

aufbringen.

partei im Tiroler Landtag. Wer schwarz, grün

nur jenes Programm haben, von dem die

Die Verletzung von Schutzgebietswidmun-

und rot satt hat und wem blau zu radikal

meisten Menschen profitieren würden, son-

gen ist aber nicht möglich.

ist, der hat mit der Liste Fritz eine Alternati-

1. Wir sind davon überzeugt, dass wir nicht dern dass wir beispielsweise auch in Kufstein

Lebenserhaltungskosten

ve. Wir haben beim Agrarunrecht und beim

vorgezeigt haben, dass Menschen aus unse-

6. Wir

ren Reihen tatsächlich Veränderungen und

eine Regelung eingeschränkt werden kann,

dass wir auf die Leute und auf eine vernünf-

Verbesserungen herbeiführen können. Die

die dem seinerzeitigen System der Öko-

tige Verwendung des Steuergeldes schauen.

Familie ist unser höchstes Gut und die Poli-

punkte entspricht. Die Gesamtzahl muss

Wir bleiben konsequente Kontrollkraft, zu

tik muss dafür sorgen, dass alle die Chance

beschränkt sein. Der Weg, wie man dazu

100 Prozent unabhängig und niemandem

haben, am Fortschritt teilzuhaben, und nicht

kommt, ist für uns aber verhandelbar. Wenn

verpflichtet, weder einer Bundespartei noch

nur bestimmte Schichten. Wir wollen Famili-

das IG-L die Luft tatsächlich verbessert, ist es

einem Geldgeber in Wien Alle Tiroler, die

en fördern und damit den Eltern viele Sorgen

für uns sinnvoll, Blockabfertigungen sind als

eine Kontroll- und Aufpasserpartei schät-

nehmen und den Kindern neue Chancen er-

kurzfristige Notmaßnahme richtig, sie zeu-

zen, sind bei der Liste Fritz gut aufgehoben.

öffnen.

gen aber nicht von einer zukunftsweisenden

Macht braucht Kontrolle, Allmacht braucht

nachhaltigen Verkehrspolitik.

Grenzen.

2. Was gut läuft, ist die Budgetentwicklung, aber leider nur im Gesamtergebnis und nicht

glauben, dass der Transit nur durch

AUSSERDEM:

Olympia-Milliarden-Wahnsinn

bewiesen,

2. Vieles in Tirol läuft gut, vieles könnte bes-

in der Verwendung der Mittel. Tirol hat ein

Was haben Sie programmatisch für Fami-

ser laufen. Tirol wird verwaltet, aber nicht ge-

ausgeglichenes Budget und damit auch ent-

lien zu bieten, was andere Parteien nicht

staltet. Für notwendige Veränderungen feh-

sprechenden Handlungsspielraum. Leider

anbieten? Wir wollen alle Familien unter-

len den Regierenden Mut und Wille. Die seit

wird dieser nicht annähernd genützt, um

stützen und nicht nur davon reden. Die Maß-

mehr als 70 Jahren regierende ÖVP fühlt sich

Tirol zukunftsfit zu machen. Die Wohnungs-

nahmen der Bundesregierung, in der immer-

ihren Lobbys zu sehr verpflichtet, sie macht

politik führt zu schlechten Ergebnissen und

hin zwei Parteien vertreten sind, die auch in

Klientelpolitik statt Politik für die Menschen

auch in der Pflege wird nur der Mangel ver-

Tirol in die Regierung wollen, zeigen, dass

im Land.

waltet.

man dies bei diesen Parteien anders versteht.

3. Für uns ist es wesentlich, dass der Wohl-

Von familienpolitischen Maßnahmen müs-

3.

sen sämtliche Kinder profitieren und nicht

Einkommen, aber sie müssen am meisten

Die Tiroler bekommen die niedrigsten

stand in unserem Land und die positive

nur die Kinder gut verdienender Eltern. Der-

für den Lebensunterhalt und das sündteu-

wirtschaftliche Entwicklung, die wir für die

zeit sind die Maßnahmen aber nicht ausrei-

re Wohnen bezahlen. Es braucht einen poli-

nächsten Jahre erwarten, allen Menschen zu-

chend und auch nicht gerecht.

tischen Kraftakt, um Löhne und Pensionen

32

eco.nova


eco.titel

anzuheben. Nur mehr jeder zweite Tiroler

tenden Gesetze sicherzustellen. Drittens ein

arbeitet Vollzeit. Besonders im Tourismus

Aus für Tanktourismus und Umwegverkehr.

braucht es mehr Ganzjahresarbeitplätze.

Wir wollen die Bevölkerung vor immer noch

Auch mehr ganztägige und ganzjährige Kin-

mehr Verkehr, vor krankmachendem Lärm

derbetreuung ist notwendig, damit Frauen

und schlechter Luft schützen.

nicht in der Teilzeitfalle landen. Denn dort verdienen sie wenig und im Alter droht ih-

AUSSERDEM:

nen die Armutsfalle. Die 25.000 Alleinerzie-

Sie haben betont, nicht als potenzieller

henden in Tirol sind ohne gut ausgebaute

ÖVP-Regierungspartner

Kinderbetreuung auf Sozialunterstützung

zu stehen. Warum legen Sie sich bereits

angewiesen. Wir helfen denen, die es brau-

jetzt auf die Oppositionsrolle fest? Macht

chen. Vielen in Tirol geht es nicht so gut, al-

braucht Kontrolle, Allmacht braucht Gren-

lein 14.000 Tiroler sind auf einen Heizkosten-

zen. Die Liste Fritz steht für diese konse-

zuschuss angewiesen und 16.000 brauchen

quente Kontrollpolitik. Grüne, SPÖ, FPÖ und

eine Notunterstützung.

Neos biedern sich der ÖVP an, weil sie unbe-

zur

Verfügung

JOSEF SCHETT IMPULS TIROL

dingt in die Regierung wollen. Das ist nicht

1.

unser Weg, wir sind uns für Oppositionspo-

tagsperiode mit über 200 fundiert recher-

finanzierbar, egal ob Baugrundstück, Eigen-

litik nicht zu schade. Was haben SPÖ und

chierten Anträgen, Anfragen, Beiträgen zur

tum oder Miete. Die Preise sind hoch und

Grüne als Schleppenträger der ÖVP denn

„Aktuellen Stunde“, Beiträgen in der Landes-

steigen. Es ist aber auch in Tirol kein Natur-

erreicht? Die ÖVP sucht keinen Regierungs-

zeitung usw. gute politische Arbeit geleistet

gesetz, dass Wohnen so teuer sein muss. Es

partner, sondern einen Mehrheitsbeschaf-

und möchten, aufbauend auf den Erfahrun-

reicht halt nicht, alle paar Jahre leistbares

fer. Wir sind lieber stark in der Opposition als

gen, die wir mit dieser Zeit gemacht haben,

Wohnen auf Wahlplakaten zu versprechen,

schwach in der Regierung. Wir stehen für ei-

einen Beitrag zur politischen Weiterent-

es braucht ehrlichen politischen Willen. Be-

ne Regierung ohne ÖVP zur Verfügung, die

wicklung in Tirol leisten. Wir setzen uns be-

sonders die ÖVP ist zu sehr ihrer Klientel aus

es aber so lange nicht geben wird, so lange

sonders für einen Interessenausgleich zwi-

der Bau-, Boden- und Bankenlobby verpflich-

immer wieder andere Parteien mit der ÖVP

schen verschiedenen Bevölkerungsgruppen,

tet, die vom teuren Wohnen profitiert. Ein

an die Macht kommen wollen.

Lebensräumen und Regionen ein und ha-

4. Wohnen in Tirol ist für immer mehr un-

Wir haben in der vergangenen Land-

Teil des teuren Wohnens ist hausgemacht, weil das Land durch seine Gesetze Grund und Boden künstlich verknappt und diesen so verteuert. Wir von der Liste Fritz haben zahlreiche konkrete Ideen im Landtag eingebracht, wie Wohnen günstiger werden kann. Es fehlt uns nicht an Ideen, nur an Partnern für die Umsetzung.

5.

Es braucht die Ehrfurcht vor der Natur,

wir leben in ihr und von ihr. Besonders sensible Regionen wie die Gletscher müssen tabu sein. Wir sagen daher Nein zum geplanten größten Gletscherskigebiet mit mehr als sieben Millionen Quadratmeter Pistenfläche, das Pitztaler und Ötztaler in den Gletscher bauen wollen. Es muss einmal genug sein, es braucht Grenzen. Bei Natura 2000 sind alle Regionen gleich zu behandeln. Was fachlich auszuweisen ist, ist auszuweisen, um sich Millionenstrafen der EU zu ersparen.

6. Alle

bisher getroffenen Maßnahmen rei-

chen nicht aus, denn mit 2,3 Millionen LKW sind im Jahr 2017 so viele durch Tirol gerollt wie noch nie. Die schwarz-grüne Verkehrspolitik hat versagt, es braucht radikalere Maßnahmen. Erstens eine Obergrenze von einer Million LKW pro Jahr, der Rest muss auf die Schiene. Sonst wird auch der Brennerbasistunnel ein Milliardengrab. Zweitens rigorose Kontrollen, um die Einhaltung aller gel-

| 25-02


eco.titel

PARTEIEN IM CHECK

ben das mit vielen unserer Landtagsanträ-

reden gemacht. Interpretieren Sie Ihre po-

serkraft, eine Beschleunigung der Behörden-

ge bewiesen.

litische Bilanz als Auftrag, sich erneut dem

verfahren, Entbürokratisierung und Förde-

Wahlvolk zu stellen? Durch einen unklaren

rung der Digitalisierung. Wesentlich ist auch

Gesetzestext beim Tiroler Parteifinanzie-

der Ausbau der ganztägigen Kinderbetreu-

der Verliererstraße. Das ausgeglichene Lan-

rungsgesetz hat sich die Frage gestellt, ob wir

ung für die Vereinbarkeit von Familie und

desbudget wird zu einem großen Teil durch

nach unserem Austritt aus der Partei „vor-

Beruf. Tirol liegt österreichweit hier nur an

die Abwälzung von Aufgaben und Kosten auf

wärts-tirol“ überhaupt berechtigt sind, um

6. Stelle.

die Gemeinden finanziert, die dadurch im-

Parteiförderung anzusuchen. Zwei Gutach-

mer weniger Handlungsspielraum für die Zu-

ten, Landtagsbeschlüsse und drei Gerichts-

4. Es braucht eine Gebührenbremse zuguns-

kunftsgestaltung haben.

urteile haben uns Recht gegeben, der OGH

ten niedrigerer Betriebskosten, eine Inves-

hat das überraschenderweise anders gese-

titionsförderung bei Wohnraumschaffung

hen. Um andere Mandatare vor möglichen

für Eigenbedarf und den Kampf gegen den

weisende Lösungen in den Verkehrsfragen

ähnlichen Situationen zu bewahren, fordern

Zweitwohnsitzmissbrauch. Ziel muss es sein,

sowie die medizinische Versorgung in den

wir ein zeitgemäßes Parteienfinanzierungs-

bei sozial verträglichen Mieten an den Bedarf

ländlichen Regionen sind die großen Heraus-

konzept. Im Übrigen braucht eine funkti-

angepasste Wohnungen zur Verfügung zu

forderungen in den nächsten Jahren.

onierende Demokratie eine sachlich-kons-

stellen und die Schaffung von Eigentum zu

truktive und hartnäckige Opposition. Mit

unterstützen. Und die Landflucht muss ge-

mehr als 200 Anträgen haben wir einen wich-

stoppt werden, durch Infrastrukturkonzep-

die Eindämmung von befristeten Mietverträ-

tigen Beitrag zur politischen Debatte geleis-

te in den Bezirken, die Schaffung von höher-

gen, Neubauten der Gemeinnützigen Wohn-

tet. Wir möchten das auch in der nächsten

wertigen lokalen Ausbildungsplätzen und

baugesellschaften so günstig wie möglich

Legislaturperiode tun.

Arbeitsplätzen und Verbesserungen beim öf-

2. Derzeit sind die ländlichen Regionen auf

3. Leistbares Wohnen und mutige, zukunfts-

4. Gesetzliche Obergrenzen bei allen Mieten,

und ohne technischen Schnickschnack, der

fentlichen Verkehr.

die Preise nach oben treibt. Auch die Revitalisierung von leerstehenden Objekten mit ent-

5. Neuerschließungen sind sicher kein The-

sprechenden Förderoffensiven des Landes

ma mehr, was es aber braucht, ist die Fusion

kann ein Beitrag sein.

rentabler und schneesicherer Skigebiete, wie

5.

eben Pitztal-Ötztal oder das Projekt BrückenDie Diskussionen über die Skigebiete in

schlag im Großraum Innsbruck. Bezüglich

Tirol und deren Weiterentwicklung sowie die

der Ausweisung der Natura-2000-Schutzge-

Ausweisung von Natura-2000-Schutzgebie-

biete haben wir eine Studie bei Uni-Profes-

ten (für die die Entscheidung schon vor vie-

sor Norbert Wimmer in Auftrag gegeben, die

len Jahren im Zuge des EU-Beitritts gefallen

belegt, dass schon die bisherigen Ausweisun-

ist) müssen wieder auf eine sachliche Ebe-

gen teilweise rechtswidrig waren.

ne zurückgeführt werden mit dem Ziel, für

MARKUS ABWERZGER

die betroffene Bevölkerung langfristige Zu-

FPÖ

kunftsperspektiven zu sichern. Die Diskussionen dürfen nicht nur von der Stadt aus geführt werden, die betroffenen Menschen

6.

Es braucht ein Gesamtkonzept im Ver-

kehr, kein Stückwerk. Die Wiedereinführung eines tauglichen sektoralen Fahrverbotes wäre seit Jahren möglich gewesen,

müssen in diese Entwicklungsprozesse um-

1. Wer weitere fünf Jahre einer schwarz-grü-

fassend eingebunden werden.

ne Landesregierung verhindern will, muss

sind – statistisch erwiesen – reiner Aus-

diesmal die FPÖ wählen. Die ÖVP wird oh-

weichverkehr, daher braucht es dringend

nehin stärkste Partei werden und den Lan-

Verhandlungen mit anderen Transitstaaten,

ein Indikator für das Wirtschaftswachstum

deshauptmann stellen, daher muss jeder, der

wie beispielsweise der Schweiz. Das derzei-

in Europa. Lösungen können nur auf europä-

Veränderung will, uns die Stimme geben.

tige Fahrverbot ist eine reine Placebover-

6. Der steigende Transit ist ein Faktum und ischer Ebene und vor allem nur gemeinsam

denn 30 Prozent des LKW-Verkehrs in Tirol

ordnung, enthält es doch mehr Ausnahmen

mit Deutschland und Italien getroffen wer-

2.

Politischer Stillstand in allen Bereichen,

als Verbote. Vorrangig ist für uns die Verla-

den. Die derzeitigen Maßnahmen wie sekto-

sogar das – auf den ersten Anschein hin – so

gerung von der Straße auf die Schiene, da-

rales Fahrverbot, IG-L oder Blockabfertigung

positive Haushalten des Landes, geht leider

her muss die ROLA flexibler und günstiger

allein sind nur Symptombekämpfung. Die

zu Lasten der Tiroler Kommunen, die teilwei-

gemacht werden. Und es braucht für den

Maßnahmen, die getroffen werden, müssen

se massive finanzielle Probleme haben. Wir

öffentlichen Verkehr und für den Güter-

aber auf die Ursachen Bezug nehmen.

haben einen massiven Fachkräftemangel in

verkehr einen zweispurigen Ausbau der Arl-

Tirol, wir haben Probleme im Schulbereich,

bergbahn zwischen Ötztal-Bahnhof und

die Liste ist jedenfalls sehr lang.

Zams.

AUSSERDEM: Erst jüngst wurde Ihre Partei durch einen Akt, der den Anschein von Anlassgesetzge-

3.

bung macht, vom Tiroler Landtag finanzi-

Wirtschaftsstandortes Tirol. Wie gesagt, wir

Sie haben Bereitschaft signalisiert, als zu-

ell „gerettet“. Das Projekt Vorwärts/Impuls

haben nun fünf Jahre Stillstand ertragen

künftiger potenzieller Regierungspartner

hat vor allem durch Streitigkeiten von sich

müssen. Es braucht einen Ausbau der Was-

zur Verfügung zu stehen. Wie würde eine

34

eco.nova

Es braucht eine massive Belebung des

AUSSERDEM:


eco.titel

blaue Handschrift in der Tiroler Landesre-

dem Zentralraum bringen, den Arbeitsmarkt

6. Zwei Millionen LKW sind für unsere Tiro-

gierung aussehen? Derzeit scheint bei der

florieren lassen und die Mobilität der Men-

ler Bevölkerung nicht länger zumutbar! Ob

Tiroler ÖVP kein Reformwille vorhanden zu

schen in unserem Land in Einklang mit der

im Unterinntal, über den Arlberg oder auf

sein, daher ist unser vorrangiges Ziel, den 2.

Umwelt bringen. Das sind die Herausforde-

der Brennerautobahn: Im Schnitt hat die

Platz bei den Wahlen zu holen. Eine Betei-

rungen, denen sich Politik für ein modernes,

Zahl der Transit-LKW kontinuierlich zuge-

ligung unsererseits als Regierungspartner

faires Tirol stellen muss.

legt. Absoluter „Spitzenreiter“ war der Bren-

bedingt umfassende Reformen bei der di-

ner. Hier legte der Transitverkehr auf 2,1 Mil-

rekten Demokratie, echte Transparenz bei

4. Hier soll der kommunale Wohnbau als Er-

Verwaltung und Politik und Maßnahmen

gänzung zu den Aktivitäten der gemeinnüt-

sich für die Einführung der Korridormaut,

im Sozialbereich, es kann nicht länger sein,

zigen Wohnbauträger forciert werden. Au-

die Umsetzung eines wirksamen sektora-

dass mehr Nichtösterreicher als Österrei-

ßerdem steht die neue SPÖ Tirol für eine

len Fahrverbotes und eine festgeschriebene

cher in Tirol Sozialleistungen wie die Min-

aktive Wohnbaupolitik der Gemeinden und

Obergrenze von maximal einer Million LKW

destsicherung beziehen. Die freiheitliche

die Möglichkeit der Einführung von Ober-

pro Jahr ein.

Handschrift muss jedenfalls in einem etwai-

grenzen bei Quadratmeterpreisen im Rah-

gen Regierungsübereinkommen deutlich er-

men der Vertragsraumordnung. Eine Tiroler

kennbar sein.

Wohnbauoffensive 2018–2023 soll 5.000 sozi-

Ihre Partei musste im Bund auf der harten

al geförderte Wohnungen mehr bringen als

Oppositionsbank Platz nehmen. Wie schät-

derzeit geplant. Auch innovative Wohnkon-

zen Sie die Chancen ein, diese in Tirol wie-

zepte sollen gefördert werden.

der verlassen zu können? Wir können und

5. Die neue SPÖ Tirol sieht den Naturschutz als hohes Gut, wir wollen Verkehr, Ener-

lionen Fahrten zu. Die neue SPÖ Tirol setzt

AUSSERDEM:

wir wollen gestalten. Unsere genaue Rolle in der Landespolitik definieren am 25. Februar die Wählerinnen und Wähler.

gie, Ökologie und Umwelt vereinen. Dafür braucht es genaue Definitionen des öffentli-

Schafft die SPÖ nach einem langen Ab-

chen Interesses und der Schutzinteressen im

wärtstrend in Tirol in der Wählergunst die

Tiroler Naturschutzgesetz.

Trendwende? Ja. Freu dich, Tirol!

ELISABETH BLANIK SPÖ

1. Der 25. Februar bringt eine Richtungswahl für Tirol. Die Wählerinnen und Wähler können sich für ein Politikkonzept entscheiden, das alle mitnimmt – auch die Menschen in den Tälern, die Frauen, die jungen Familien und die Senioren. Ein Politikkonzept, das alle Tiroler wieder zusammenbringt und für eine Vitalisierung unseres Bundeslandes sorgt. Wer sich für die neue SPÖ Tirol entscheidet, der entscheidet sich für ein modernes, faires Tirol für alle. Für ein gutes, respektvolles Miteinander in einem sozialen Bundesland, das jedem neue Möglichkeiten und eine neue Lebendigkeit bietet.

2.

Politik soll endlich wieder im Landtag

gemacht werden. Und nicht in irgendwelchen Hinterzimmern. Dort gehört sie nämlich einfach nicht hin. Politik heißt für mich, dass in unserem Tirol ALLE mitreden können.

3.

Guten und günstigen Wohnraum schaf-

fen, den Menschen Hilfe leisten, die Hilfe brauchen, den ländlichen auf Augenhöhe mit

| 25-02


eco.titel

„JETZT GEHT ES UM ERMÖGLICHUNGSPOLITIK“ Ingeborg Freudenthaler, Unternehmerin und Sprecherin der Tiroler Adler Runde, erhofft sich von der Bundesregierung Ermöglichungs- statt Ankündigungspolitik, plädiert für einen wertschätzenden Umgang zwischen Unternehmern und Arbeitnehmern statt gesellschaftsspaltendem Klassenkampf. Von Ämtern und Behörden wünschen sich die Unternehmer der Adler Runde eine höhere Dienstleistungsorientierung. // INTERVIEW: MARIAN KRÖLL

ECO.NOVA: Im Bund ist seit Kurzem eine

Unser Credo lautet immer Wertschätzung

Tirol hat die erste Periode einer

neue Regierung im Amt. Was erwarten Sie

statt Hetzkampagnen – in der Realität schaut

schwarz-grünen Koalition hinter sich.

sich von dieser in wirtschaftspolitischer

es so aus, dass in Tirol Unternehmer und ih-

Wie bilanzieren Sie die Arbeit der Tiroler

Hinsicht?

re Arbeitnehmer gemeinsam für den Wirt-

Landesregierung in den vergangenen fünf

INGEBORG FREUDENTHALER: Im Re-

schaftsstandort arbeiten, sich gegenseitig

Jahren?

gierungsprogramm finden sich erfreulicher-

schätzen und respektieren. Einzelfälle werden

Zufrieden kann man angesichts der Belas-

weise sehr viele unserer Forderungen wieder,

medial hochgespielt. Das Augenmerk ist auf

tungen und Regelungswut, denen Unterneh-

die jetzt endlich umgesetzt werden sollten.

jene zu legen, die gemeinsam arbeiten und so

mer nach wie vor ausgesetzt sind, im Sinne

Themen wie Bürokratieabbau, Steuersen-

den Wohlstand in unserem Land sichern.

der internationalen Wettbewerbsfähigkeit tatsächlich nicht sein. Wer unternimmt und

kungen oder die Flexibilisierung der Arbeitszeit stehen auf der Agenda ganz oben bzw.

Sehen Sie die notwendigen infrastrukturel-

ermöglicht, braucht Vorfahrt, nicht jene,

werden schon umgesetzt. Wir hoffen, dieses

len Voraussetzungen in Tirol im Hinblick

die verhindern. Ämter und Behörden sind

Tempo und Engagement wird beibehalten

auf die Kinderbetreuungseinrichtungen

Dienstleister, Private und Unternehmer kei-

und strahlt auch auf die Landesebene aus.

gegeben, um flächendeckend flexiblere Ar-

ne Bittsteller. Nur so bleiben Tirols Unter-

Ankündigungspolitik braucht niemand –

beitszeiten praktikabel zu machen?

nehmen das Rückgrat unserer florierenden

jetzt geht es um Ermöglichungspolitik. In

Obwohl hier in den letzten Jahren schon

Gesellschaft, können 74 Prozent aller Arbeit-

diesem Sinne werden wir die Umsetzung der

viel erreicht wurde, gibt es noch Nachholbe-

nehmer in rund 20.000 Kleinst- und Mittel-

angekündigten Reformen genau beobachten.

darf. Abseits von Innsbruck bzw. dem Zen-

betrieben beschäftigen und so 67 Prozent

„ÄMTER UND BEHÖRDEN SIND DIENSTLEISTER, PRIVATE UND UNTERNEHMER KEINE BITTSTELLER.“ Ingeborg Freudenthaler, Sprecherin der Tiroler Adler Runde

zur Bruttowertschöpfung beitragen. Mit übertriebenen Vorschriften gefesselt, mit höchsten Steuerabgaben im Durchschnitt der EU-Länder geknebelt – das schadet am Ende jedem Einzelnen in unserem Land. Sind Sie mit der Wirtschaftsgesinnung dieser Regierung zufrieden?

Moderne Lebenswelten verlangen nach fle-

tralraum sind die Öffnungszeiten nicht mit

Die wirtschaftlichen Aussichten sind positiv,

xibleren Arbeitszeiten, lautet eine Forde-

dem tatsächlichen Bedarf vereinbar. Hier

die Unternehmer in unserem Land beschäf-

rung der Adler Runde. Diese ist vor allem

braucht es mehr regionale Zusammenarbeit,

tigen rund 350.000 Menschen – mehr als je

von Arbeitnehmervertretern teils heftig

vor allem aber müssen die Kosten für die Be-

zuvor. 36 Prozent der Tiroler Leitbetriebe

kritisiert worden. Man warf Ihnen unter

treuung in Relation zum Einkommen stehen

planen, in den ersten Monaten weitere Mit-

anderem Profitdenken, den Wunsch nach

– sonst fällt die Entscheidung oft gegen den

arbeiter einzustellen. Doch schon jetzt gibt

Abschaffung der Überstundenzuschläge

Wiedereinstieg. Dabei geht es um die grund-

es zum Beispiel bei Köchen, IT-Fachleuten,

und Lohnraub durch die Hintertüre vor.

sätzliche Frage der Vereinbarkeit von Familie

Maschinenbauern und Elektroinstallateu-

Fühlen Sie sich missverstanden oder hat

und Beruf. Denn Gleichberechtigung am Ar-

ren einen eklatanten Fachkräftemangel. Eine

sich das Gesprächsklima zwischen Ar-

beitsplatz beginnt in der Kinderkrippe. Das

Lehrstelle in einem heimischen Betrieb an-

beitgebern und Arbeitnehmervertretung

fördert Chancengleichheit für Männer und

zutreten bedeutet im dualen Ausbildungs-

in den vergangenen Jahren derart ver-

Frauen und damit die Leistungskraft unse-

system, das europaweit beispielgebend ist,

schlechtert?

rer Gesellschaft.

höchste Kompetenz zu erwerben. Jugendli-

36

eco.nova


eco.titel

Ingeborg Freudenthaler, Unternehmerin und Sprecherin der Tiroler Adler Runde

che 60-km/h-Beschränkung für LKW erhöht vor allem die Unfallgefahr und muss durch sinnvolle Regelungen ersetzt werden. Die Schadstoffbelastungen sind nachweislich und durch Gutachten belegt in den letzten 15 Jahren gesunken, dies wiederum ist auf die verbesserten Motortechnologien wie Partikelfilter oder Verbrauchsreduktion zurückzuführen. Damit unsere Umwelt nachhaltig aufatmen kann – und darum sollte es ja gehen –, muss etwa der Hausbrand dramatisch reduziert werden bzw. hier genauso konsequent ein Umstieg gefordert und gefördert werden. Versorgungssicherheit aus erneuerbaren Ressourcen und günstige Strompreise sind hier natürlich eine wichtige Voraussetzung. Das Land ist ein vitaler Forschungs- und Wissenschaftsstandort. Inwiefern beteiligt sich die Adler Runde daran, Tirol zu einem besseren Ökosystem für Start-ups und akademische Spin-offs zu machen? Mit unserem Start-up-Fonds fördern wir junge, innovative Geschäftsideen in Tirol mittels zinsloser, finanzieller Gründerhilfe. Im vergangenen Jahr konnten wir beispielsweise HL Innovation unterstützen. Das Tiroler Start-up hat mit CoPAN ein weltweit einzigartiges Paneel entwickelt und patentiert, das dank effizienter Infrarot- und stromsparender LED-Technologie eine wirtschaftliche che, die sich für diesen Ausbildungsweg ent-

fungen mitten in der Hochsaison zu Un-

Möglichkeit bietet, Räume gleichzeitig mit

scheiden, sind dringend gesuchte Fachkräfte

zeiten stattfinden müssen? Oder dass alle

Licht und Wärme zu füllen. Für die Vermark-

der Zukunft – die hier gestarteten Initiativen

EU-Normen übererfüllt werden müssen? Es

tung und Weiterentwicklung dieser paten-

sind zu begrüßen und müssen unbedingt

würde hier sicher helfen, Ämter und Behör-

tierten Technologie wurde das Unternehmen

fortgesetzt werden. Vor allem die 17.400 Fami-

den wirklich darauf einzuschwören, dass sie

HL Innovation mit Unterstützung der Tiro-

lienunternehmen im Land leiden darunter,

Dienstleister sind und die Erledigung im Sin-

ler Adler Runde und privater Investoren ins

dass die Bürokratie oder Genehmigungsver-

ne der Bürgerinnen und Bürger anzustre-

Leben gerufen. Noch heuer soll CoPAN für

fahren ausufern – auch hier ist in Zukunft

ben ist.

ein Gesundheitsprojekt der Samariterstif-

viel zu tun. Denn tatsächlich ist die Betriebs-

tung in Deutschland zum Einsatz kommen.

übergabe in unseren Familienunternehmen

Tirol hat seit vielen Jahren mit steigendem

vielfach in Gefahr. Und das fördert den Aus-

Transit zu kämpfen. Wie beurteilen Sie die

Was wünscht sich die Tiroler Adler

verkauf unserer Heimat. Das kann eine Re-

dahingehend gesetzten Maßnahmen, etwa

Runde von der zukünftigen Tiroler

gierung mit Wirtschaftskompetenz mit ent-

das sektorale Fahrverbot, den sogenannten

Landesregierung?

sprechenden Maßnahmen verhindern.

Luftschutz-100er, die Blockabfertigung?

Der „Spirit“, den wir derzeit auf Bundesebene

Mobilität und Beweglichkeit sind für unsere

wahrnehmen, soll auf Landesebene Einzug

Welche politischen Maßnahmen können

Wettbewerbsfähigkeit und Standortattrak-

halten. Die Themen, die für die Wirtschaft in

landespolitisch getroffen werden, um den

tivität, aber vor allem für die Tirolerinnen

Zukunft entscheidend sind, sind seit Jahren

heimischen Betrieben das Arbeiten zu er-

und Tiroler enorm wichtig. Beschränkun-

bekannt: Bürokratieabbau, Steuersenkun-

leichtern?

gen, die weder für die Umwelt noch für den

gen, den Facharbeitermangel beheben sowie

Das Motto müsste lauten: Im Zweifel für den

Verkehrsfluss großen Nutzen stiften, son-

mehr Wertschätzung im öffentlichen Dis-

Antragsteller anstelle der vorherrschenden

dern nur Bußgelder in die Höhe treiben, da-

kurs für Unternehmer und erfolgreiche Be-

Bürokratie – und das in allen Bereichen. Wo

gegen sinnlos. Das betrifft nicht nur Tempo

triebe anstatt gesellschaftsspaltendem Klas-

steht geschrieben, dass diverse Betriebsprü-

100 auf den Autobahnen – auch die nächtli-

senkampf – darum geht es.

eco.nova

37


eco.wirtschaft

„Dieser Berg bewegt die Menschen“ Die Startphase der neuen Patscherkofelbahn war tageweise vom Winde verweht und von anderen Kinderkrankheiten geplagt. Ob der Kostenrahmen hält, kann IVB- und PatscherkofelbahnGeschäftsführer Martin Baltes noch nicht sagen. Fix dagegen ist, dass der Patscherkofel in Innsbruck fast niemanden so richtig kalt lässt. // INTERVIEW: MARIAN KRÖLL

ECO.NOVA: Wer den Schaden hat,

blöd, wenn es um den Jahreswechsel her-

braucht für den Spott nicht zu sorgen,

um viele Föhntage gibt. Das hat aber weder

was die Komplettierung der in Betrieb ge-

sagt man. Im Zusammenhang mit der

damit zu tun, dass wir die falsche Seilbahn

nommenen Anlagen betrifft. Stroman-

neuen Patscherkofelbahn kursieren

ausgewählt hätten, noch damit, dass wir

schlüsse und Schließanlage werden fina-

mittlerweile schon Bezeichnungen wie

früher den Betrieb einstellen würden als

lisiert, Büroräume und Garagen für die

„Standseilbahn“ oder der durchaus witzi-

andere. Diese Windgeschwindigkeiten sind

Pistengeräte hergerichtet und viele Dinge

ge Hashtag #derKatastrofel. Handelt es

kein Spaß mehr. Das ist ein Sturm, da flie-

mehr, die für den Kunden so nicht bemerk-

sich bei den Pannen und föhnbedingten

gen Äste durch die Gegend.

bar sind. An der Bergstation wird auch wie-

Schließtagen der neuen Bahn um Kinder-

Im Moment passiert vieles im Hintergrund,

der gearbeitet. Damit wollen wir im Sommer

krankheiten oder ist die Bahn in der neu-

Ist diese Häufung von Föhntagen am Pat-

fertig sein. Mit dem Generalplaner haben wir

en Trasse generell stärker dem Föhn aus-

scherkofel meteorologisch ungewöhnlich?

den 22. Juni als Fertigstellungstermin verein-

gesetzt?

Das kann man nicht sagen. Es kann sein,

bart, an dem auch das Restaurant und alle

MARTIN BALTES: Weder die Bahn noch

dass wir heute den letzten Starkwindtag

anderen Bereiche in Betrieb gehen können.

die Trasse sind föhnanfälliger. Es ist ganz

haben und danach das ganze Jahr keinen

einfach eine Häufung von Windereignissen.

mehr. Das kann niemand prognostizieren.

Wann werden die anderen Neuerungen am

Bei Wind geht es immer darum, die Sicher-

Niemand kann seriös sagen, ob diese Situ-

Kofel, wie etwa die Rodelbahn, fertig sein?

heit zu gewährleisten. Letztes Jahr hatten

ation häufiger ist als in den vergangenen

Alles, was wir für den Winter brauchen,

wir einen Veranstaltungstag mit ählichen

Jahren. Wir machen an den Stützen Wind-

sollte bis Anfang der nächsten Wintersai-

Windverhältnissen wie zuletzt am Pat-

aufzeichnungen und wissen sehr genau,

son fertig sein. Alle anderen Geschichten

scherkofel. Böen mit 75, 80 km/h. Wir sind

wann da oben zu viel Wind weht. Wir wer-

werden wir, wenn alles glatt geht, im Laufe

dann mit Hängen und Würgen weitergefah-

den jedenfalls immer auf die Sicherheit

des nächsten Jahres machen. Das formu-

ren, aber die Leute sind gegangen, weil es

achten.

liere ich bewusst vorsichtiger, weil da noch

bei diesen Windgeschwindigkeiten am Berg

Behördenverfahren anstehen.

nicht mehr angenehm ist. Wir fahren bei

Die Bauarbeiten an den neuen Anlagen

Wind so wie jede andere Seilbahn, haben

sind noch nicht abgeschlossen. Bis wann

Wann kommt das Verkehrsleitsystem, das

aber eben einen besonders föhnanfälligen

ist mit der endgültigen Fertigstellung zu

der naturschutzrechtliche Bescheid vor-

Berg. Das war schon immer so. Klar ist es

rechnen?

sieht?

38

eco.nova


eco.wirtschaft

IVB-Geschäftsführer Martin Baltes

Trotz der fatalen Dynamik von Schlagzeilen über Windsperren, eine in der Mittelstation entgleiste Kabine und den Wassereintritt nach heftigem Regen gibt es natürlich auch positives Feedback. Was gut funktio-

DI Martin Baltes

niert, ist, dass wir je nach Windsituation die obere und untere Sektion getrennt fahren können. Was die Rückmeldungen der Gäste betrifft, sind die meisten beeindruckt von der Architektur. Sie kommen mit der Bahn gut zurecht. Ich habe aber schon öfters das Feedback bekommen, dass man in der Mittelstation die Ski ausziehen müsse, wenn man wieder nach oben fahren will. Das ist mit der heutigen Ausrüstung eine Frage von Sekunden, dadurch entsteht jedoch der Vorteil, dass Gruppen von Kindern alleine hochfahren können und keine besondere Beaufsichtigung brauchen. Klasse war © KRÖLL

„DIE EMOTIONALITÄT IST WESENTLICH AUSSCHLAGGEBEND DAFÜR, AM PATSCHERKOFEL ETWAS ZU TUN, DIE ANLAGEN NICHT NUR VERFALLEN ZU LASSEN UND DANN ABZUBAUEN.“

auch die Besichtigung, die wir kürzlich mit Behindertenvertretern gemacht haben. Ab dem Moment, in dem diese im Gebäude waren, waren sie frei und konnten sich alleine und ohne Unterstützung bewegen. Und

Das ist beauftragt und wird in den nächs-

grünes Licht bekommen. Bauen ist aber im

besonders freue ich mich über die Kompli-

ten Tagen und Wochen montiert.

letzten Jahr – das werden viele andere Bau-

mente, die wir für unsere Pistenqualität

herren auch erlebt haben – in vielen Teilbe-

bekommen.

Kann man schon seriös sagen, ob der Kos-

reichen aufgrund der enormen Nachfrage

tenrahmen für das Projekt halten wird?

teurer geworden. Das haben wir sowohl bei

Die vielzitierte und -diskutierte Seilbahn-

Das kann man noch nicht abschließend sa-

den Angeboten als auch der Verfügbarkeit

studie des Schweizer Beratungsunterneh-

gen, weil wir keine Schlussrechnung haben.

bestimmter Gewerke gemerkt. Ob es letzt-

mens grischconsulta hat den Erhalt des

Da alle noch beim Bauen sind, gibt es noch

endlich im Hochbau Mehrkosten geben

Seilbahnbetriebes am Patscherkofel nur

keine abgeschlossenen Gewerke mit ent-

wird, kann man derzeit noch nicht sagen.

für den Sommerbetrieb nahegelegt. Den Erhalt des klassischen Skibetriebs hielt

sprechenden Schlussrechnungen. Während der Ausschreibungstätigkeit haben wir im-

Die Tageskarte am Patscherkofel kostet

man allenfalls aus Imagegründen und we-

mer wieder gemerkt, dass Angebote gelegt

für Erwachsene 37 Euro, unabhängig da-

gen der emotionalen Bindung der Einhei-

wurden, die außerhalb unserer budgetären

von, welche Anlagen überhaupt in Betrieb

mischen zum Patscherkofel für nachvoll-

Pläne lagen. Wir haben deshalb zum Teil

sind. Halten Sie das für vertretbar?

ziehbar. Welche Motivlage lag aus Ihrer

Ausschreibungen aufgehoben, gestückelt,

Wir agieren diesbezüglich ähnlich wie an-

Sicht der dann doch sehr substanziellen

Neuausschreibungen gemacht, um den

dere Liftbetreiber auch. Natürlich würden

Investitionsentscheidung zugrunde?

Kostenrahmen einhalten zu können. Wir

wir am liebsten immer volles Programm

Dass es am Patscherkofel diese Investition

wissen definitiv, dass die Seilbahn im Kos-

anbieten und auch fahren, aber jeder, der

gibt, die auch den Winterbetrieb umfasst,

tenrahmen liegt.

einmal im Skiurlaub war, weiß, dass solche

hat sicher damit zu tun, dass die Entschei-

Situationen auch ein Stück vom Kunden

dung für das „Eine-Bahn-für-alles-System“

Haben Sie die Kostensteigerungen bei den

mitgetragen werden. Die meisten zahlen

gefallen ist. Nur dieses System entspricht

Hochbauten überrascht oder durfte man

aber nicht diese 37 Euro, sondern haben ein

den wesentlichen Empfehlungen der ge-

bis zu einem gewissen Grad damit rechnen?

Freizeitticket oder andere Rabattzugänge.

nannten Studie. Und natürlich, die Emotionalität ist wesentlich ausschlaggebend

Zwischen Planung, Kostenkalkulation und Ausschreibungsverfahren lag nur ein ganz

Medial nehmen die Negativschlagzeilen

dafür, am Patscherkofel etwas zu tun, die

kleines Zeitfenster. Wir haben unsere ge-

naturgemäß mehr Raum ein. Was bekom-

Anlagen nicht einfach verfallen zu lassen

samte Kalkulation begutachten lassen und

men Sie an positivem Feedback?

und dann abzubauen.

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39


eco.wirtschaft

Riesenwirbel am Thema vorbei

Was wurde seit Jahresanfang nicht alles über die geplante Abschaffung bzw. Neugestaltung von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe geschrieben. Vom „größten Sozialabbau der Geschichte“, „Armutsfalle“ und „Enteignung“ war die Rede. Und es stimmt: Aus Sicht der Betroffenen können die Folgen dramatisch sein, bedeutet doch eine Überführung der Langzeitarbeitslosen aus der Notstandshilfe in die Mindestsicherung auch, dass diese nur jene erhalten, die vorher ihr Vermögen weitgehend aufgebraucht haben. Dabei könnte man am derzeitigen System durchaus festhalten – wenn die Notstandshilfe in einem entscheidenden Punkt reformiert würde. // TEXT: STEFAN D. HAIGNER 40

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Dr. Stefan D. Haigner ist geschäftsführender Gesellschafter der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW).

Bundesländern war der Richtsatz sogar hö-

Arbeitslosenleistungen anzugreifen. Und da-

her. Der aktuelle Stand ist davon nicht weit

bei zeigt sich: Mit der derzeitigen Ausgestal-

entfernt.

tung der Notstandshilfe sind sehr schlechte

Große Einsparungen wird die Regierung aus

Anreize zur Wiederaufnahme einer Beschäf-

der Überführung langzeitarbeitsloser Perso-

tigung verbunden. Eine Tatsache, die teuer

nen von der Notstandshilfe in die Mindest-

kommt. Denn Notstandshilfebezieher kön-

sicherung also nicht lukrieren können. Der

nen geringfügig beschäftigt sein, also mo-

budgetäre Effekt wäre aus diesem Titel über-

natlich bis zu 438 Euro (2018) dazuverdienen,

schaubar bis null. Daher könnte man vermu-

ohne dass dadurch die Notstandshilfe verlo-

ten, dass der eigentliche Grund der Reform

ren geht. Für eine Person, die bereits länger

darin liegt, dass die Regierung Interesse da-

arbeitslos und deshalb zum Bezug der Not-

ran hat, dass die finanzielle Belastung von

standshilfe berechtigt ist, sehen damit die

der Sozialversicherung auf die Bundesländer

Anreize zur Aufnahme einer Beschäftigung

verschoben wird. Ein Motiv, das die Bundes-

wie in Abbildung 1 (nächste Seite) aus.

länder wiederum wohl durchschauen und

In concreto stellt die Abbildung die Situation

daher durchkreuzen würden.

für eine Person dar, die vor ihrer Arbeitslo-

Für die Abschätzung des budgetären Effek-

sigkeit ein Erwerbseinkommen in der Höhe

on den vielen Zahlen, die

tes kommt im Übrigen erschwerend hinzu,

von 33.843 Euro und damit genau das Durch-

seit Jahresanfang zur

dass zur Vermögenssituation von Langzeit-

schnittseinkommen ganzjährig Vollzeitbe-

Notstandshilfe in den

arbeitslosen keine verlässlichen Daten vor-

schäftigter (2015) erzielt hat. Die durchgezo-

Medien kursieren, sind

liegen. Ein Anspruch auf Sozialleistungen

gene Linie in der Abbildung zeigt, dass bei

vor allem zwei interes-

wie die Mindestsicherung ist daher im Ein-

Aufnahme einer Beschäftigung zunächst das

sant. Zum einen, dass es bereits im Jahr 2016

zelfall zu prüfen. Dass aber unter den lang-

monatlich verfügbare Einkommen, das sich

durchschnittlich 167.000 Bezieher von Not-

zeitarbeitslosen Notstandshilfebeziehern

aus Erwerbseinkommen und Notstandshil-

standshilfe gab. Zum anderen, dass für nicht

viele „Millionäre“ zu finden sind (wie dies

fe zusammensetzt, mit steigendem Beschäf-

weniger als 135.200 davon, also 81 Prozent,

mehrere FPÖ-Landesspitzen vermuten las-

tigungsausmaß steigt. Aber eben nur bis

die Notstandshilfe 880 Euro oder weniger

sen), die nach einer Reform über lange Zeit

zur Geringfügigkeitsgrenze. Übersteigt das

betrug. Und zwar inklusive Familienleistun-

keinen Anspruch auf Mindestsicherung hät-

Erwerbseinkommen die Geringfügigkeits-

gen für etwaige Partner und Kinder (Stan-

ten, darf getrost bezweifelt werden.

grenze, so fällt die Notstandshilfe zur Gänze

V

dard, 2018). Die Notstandshilfe ist also für

weg und man erhält lediglich den Differenz-

die Mehrheit der Bezieher nur unwesentlich

Ökonomisch irrational

größer als der Richtsatz für die Mindestsi-

Angesichts dieser Fakten stellt sich aber die

kommen und dem geltenden Richtsatz der

cherung, der 2016 bei 840 Euro lag. In einigen

Frage, was die Regierung dann motiviert, die

Mindestsicherung ausbezahlt, wodurch ver-

betrag aus dem dann erzielten Erwerbsein-

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41


eco.wirtschaft

VERFÜGBARES EINKOMMEN EINER NOTSTANDSHILFE-BEZIEHERIN BEI WIEDERAUFNAHME EINER BESCHÄFTIGUNG Abbildung 1

Abbildung 2

Quelle: GAW (2018) basierend auf dem Allgemeinen Einkommensbericht (2016). Anmerkung: Bei einem Beschäftigungsausmaß von 9 bis 14 Stunden pro Woche ist das Nettoeinkommen kleiner als der Richtsatz für die Mindestsicherung. Daher wird hier die Differenz auf den Richtsatz als Mindestsicherung ausbezahlt.

hindert wird, dass das gesamte verfügba-

nicht arbeiten würde. Erst bei einem Be-

re Einkommen (Erwerbseinkommen plus

schäftigungsausmaß von 23 Stunden pro

diesem Zeitpunkt bereits länger als ein Jahr arbeitslos waren, gleichzeitig geringfügig be-

Transfer aus der Mindestsicherung) unter

Woche und mehr wäre das Erwerbseinkom-

schäftigt und damit von diesem Effekt be-

den Richtsatz der Mindestsicherung fällt.

men wieder höher als bei einem 8-Stun-

troffen. Auf Tirol bezogen lag dieser Anteil

Abbildung 1 zeigt zudem deutlich, dass es

den-Job unter der Geringfügigkeitsgrenze.

mit rund elf Prozent leicht darunter.

unter pekuniären Gesichtspunkten keinen

Der Punkt also, dass man im Rahmen einer

Freilich – rechtlich betrachtet müssen Not-

Sinn macht, die Geringfügigkeitsgrenze zu

geringfügigen Beschäftigung zusätzlich Not-

standshilfebezieher sich um die Aufnahme

überschreiten und dann „lediglich“ zum Bei-

standshilfe beziehen kann, bei einem Job

einer Erwerbsarbeit oberhalb der Geringfü-

spiel 15 Stunden pro Woche zu arbeiten. Der

über der Geringfügigkeitsgrenze aber nicht,

gigkeitsgrenze bemühen und dementspre-

Grund: Das Gesamteinkommen wäre gerin-

treibt die Bezieher in die geringfügige Be-

chende Jobangebote annehmen. Die Person

ger, als wenn man einer geringfügigen Be-

schäftigung – zuungunsten eines höheren

aus dem Beispiel müsste 15 Stunden anstatt

schäftigung nachginge und dabei weiterhin

Beschäftigungsausmaßes.

acht Stunden pro Woche arbeiten, wenn sie

Notstandshilfe beziehen würde. Bei 15 Stun-

Österreichweit waren zum Stichtag 1. Jän-

die Gelegenheit dazu hätte, verbunden mit

den pro Woche ist das erzielte Einkommen

ner 2017 rund 7.300 und damit knapp zwölf

den entsprechenden Einkommenseinbußen.

übrigens genauso hoch, wie wenn man gar

Prozent aller Notstandshilfebezieher, die zu

Angesichts der Einkommenseinbußen verlangt aber damit die geltende Regelung von

ANGESICHTS DER FAKTEN STELLT SICH DIE FRAGE, WAS DIE REGIERUNG MOTIVIERT, DIE ARBEITSLOSENLEISTUNGEN ANZUGREIFEN. UND DABEI ZEIGT SICH: MIT DER DERZEITIGEN AUSGESTALTUNG DER NOTSTANDSHILFE SIND SEHR SCHLECHTE ANREIZE ZUR WIEDERAUFNAHME EINER BESCHÄFTIGUNG VERBUNDEN. EINE TATSACHE, DIE TEUER KOMMT. 42

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den Betroffenen ein ökonomisch irrationales Verhalten.

Was wäre also zu tun? Mit welcher Reform könnten diese negativen Anreize reduziert werden? Antwort: Man müsste weder die Höhe der Notstandshilfe antasten noch die Regelung, dass Vermögen nicht vorher verbraucht werden muss, bevor Anspruch auf Notstandshilfe besteht. Anstatt aber die geringfügige Beschäftigung zu subventionieren, sollte die Beschäftigung höherer Stundenausmaße subventioniert werden. Einen Vorschlag, wie dies umgesetzt werden könnte, hat die Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung/GAW bereits vor einigen Jahren veröffentlicht (Steiner, V., Wakolbinger, F. 2013, „Wage subsidies, work incentives and the reform of the Austrian welfare system“, Empirica 40, 259-285). Der


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Vorschlag sieht dabei zum einen vor, dass

fällt. Die Beschäftigungsanreize könnten

zeitäquivalente zu erwarten wäre – was ei-

wenn jemand Notstandshilfe bezieht und

zusätzlich erhöht werden, indem ab einem

nem Drittel der gesamten Langzeitarbeits-

wieder eine Beschäftigung aufnimmt, die

Beschäftigungsausmaß von 15 Stunden pro

losen gleichkommt. Dies bedeutet natürlich

Transferleistung aus der Notstandshilfe ab

Woche die Hälfte und ab einem Beschäfti-

nicht, dass auch 20.000 Personen, die aktuell

dem ersten Euro mit jedem Euro aus Er-

gungsausmaß von 30 Stunden pro Woche

Notstandshilfe beziehen, zusätzlich einer

werbseinkommen um 85 Cent gekürzt wird.

die gesamten Arbeitnehmer-Sozialversiche-

Beschäftigung nachgehen würden, sondern

In Bezug auf die Arbeitsanreize – und um die

rungsbeiträge als Lohnsubvention erstat-

vielmehr, dass das gesamte Beschäftigungs-

geht es hier – entspricht das einem implizi-

tet werden. Damit die Regelung in Summe

ausmaß gemessen in Stunden in diesem

ten Grenzsteuersatz von 85 Prozent. Damit

nicht zu teuer, aber auch nicht „ungerecht“

Ausmaß steigen würde. Realiter bedeutet

würde eine Person, die keiner Erwerbstätig-

wird, müsste für diese Subvention zudem ei-

dies wohl, dass sich viele Betroffene ent-

keit nachgeht und vor der Arbeitslosigkeit

ne Einkommensobergrenze inklusive einer

scheiden würden, eine Beschäftigung aufzu-

das Durchschnittseinkommen von 33.843

Einschleifregelung vorgesehen werden. Setzt

nehmen, und andere ihr Beschäftigungsaus-

Euro verdient hat, ein verfügbares Einkom-

man die Obergrenze auf 1.500 Euro pro Mo-

maß erhöhten.

men in der Höhe von 850 Euro erzielen. Die-

nat fest, so wäre der Reformvorschlag letzt-

ses Einkommen speist sich zur Gänze aus

lich sogar budgetneutral.

der Notstandshilfe. Nimmt dieselbe Person

Abbildung 2 zeigt, wie sich diese Regelung

hingegen eine Erwerbsarbeit auf und er-

auf das verfügbare Einkommen und damit

zielt daraus ein Einkommen von netto 500

die Arbeitsanreize auswirken würde. Wie

Euro, sinkt zwar die Notstandshilfe auf 425

ersichtlich, verschwindet der Knick in der

Euro (=850 - 0,85 * 500 Euro), aber das Ge-

Einkommenskurve, womit mit steigendem

samteinkommen steigt auf 925 Euro (500

Beschäftigungsausmaß auch die Nettoein-

Euro Erwerbseinkommen + 425 Euro Not-

kommen durchgehend steigen.

standshilfe). Würde die Person das Beschäf-

In Simulationsrechnungen konnte die GAW

tigungsausmaß weiter erhöhen und damit

zeigen, dass durch diese Reform der Not-

ihr Erwerbseinkommen steigern, so würde

standshilfe die Arbeitsanreize derart ver-

das Gesamteinkommen stetig steigen, auch

bessert werden, dass ein Anstieg der Be-

wenn die Notstandshilfe ab einem Erwerbs-

schäftigung von notstandshilfebeziehenden

einkommen von 1.000 Euro gänzlich weg-

Personen in der Höhe von rund 20.000 Voll-

ÜBER GAW

Die Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) ist eine private Forschungseinrichtung mit Sitz in Innsbruck, die für Unternehmen, Interessenvertretungen sowie die öffentliche Hand Studien zu volksund regionalwirtschaftlichen Themen erstellt. Im Bereich der Erstellung von Wertschöpfungsstudien, aber auch zum Thema kalte Progression zählt die GAW seit Jahren zu den führenden Forschungseinrichtungen in Österreich. // www.gaw.institute

Wir nehmen uns gern für alles viel BROT zeit.

brotbuben.at

Brot ist Charaktersache.

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© VANMEY PHOTOGRAPHY

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Mut zur Veränderung Geografisch gesehen liegt Kufstein zwar am Rand Tirols, wirtschaftlich hat sich der Bezirk hingegen zur Vorzeigeregion entwickelt. Auch die Stadt Kufstein hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur städtebaulich gewandelt. // TEXT: MARINA KREMSER

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r wird gerne als Gründerbezirk Tirols be-

anderem geschafft, gemeinsam mit Bezirks-

1.000 Studenten mehr sollen die neuen Lehr-

zeichnet und das kommt nicht von ungefähr.

hauptmann Christoph Platzgummer ein

gänge bringen und mit ihnen zusätzliche

Viele erfolgreiche Unternehmen nahmen in

Spitzenbeamtentreffen ins Leben zu rufen,

Professoren. Ebner: „Sie alle bringen viel an

Kufstein ihren Anfang. SPAR zum Beispiel.

bei dem sich Unternehmer und Beamte zum

Wertschöpfung in die Region und spielen der

Oder VIKING. Die Unterberger-Gruppe, Rie-

gemeinsamen Austausch getroffen haben.“

Kommune Geld herein. Die FH ist also auch

der Bau und zahlreiche Transportunterneh-

Konkret wurden dazu alle wirtschaftsrele-

abseits des Bildungsgedankens ein wichtiger

men. Mit Sandoz und den Montanwerken

vanten Beamten der Region zu einem Dialog

Faktor.“

finden sich zudem zwei Betriebe unter den

gebeten, um das Miteinander zu verbessern.

Doch auch in puncto Bildung verlässt man

besten zehn der umsatzstärksten Unterneh-

Diente die erste Runde Mitte 2017 noch dem

sich nicht nur auf das eine Zugpferd. Auch

men Tirols. „Darauf können wir durchaus

ersten Kennenlernen – „das erste Treffen

mit den Berufsschulen konnte die Wirt-

stolz sein“, sagt KR Martin Hirner, Obmann

verlief noch etwas distanziert“ –, wurden die

schaftskammer Projekte ausarbeiten – etwa

der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Kuf-

ersten Ideen schon in der zweiten Runde im

im Bereich der Mechatronik. Die kaufmän-

stein. „Unternehmen treiben unser Land vor-

Herbst vertieft. Einige befinden sich bereits

nischen Schulen arbeiten verstärkt mit land-

an, weil sie Einkommen sichern.“

in der Umsetzung. Eine Clearingstelle zum

wirtschaftlichen Einrichtungen in Rotholz

Was macht ihn aber aus, den Bezirk? „Unse-

Beispiel, wo verzwickte Fälle, die aus welchen

zusammen, zudem ist es gelungen, in Zusam-

re Stärke ist vor allem die vielseitige Wirt-

Gründen auch immer festgefahren scheinen,

menarbeit mit den Lehrkörpern, die Lehre

schaftsstruktur. Es gibt keine Sparte, die ex-

abgearbeitet werden, um daraus für die Zu-

auf ein höheres Niveau zu stellen. Hirner

trem im Vordergrund steht. Wir haben einen

kunft bestimmte Muster ableiten und kon-

erklärt, wie: „Nicht jedes Kind muss zwangs-

ausgewogenen Branchenmix mit starken

krete Verbesserungen einleiten zu können.

läufig ins Gymnasium gehen oder studieren.

Unternehmen aus allen Bereichen von der

Es geht darum, die Potenziale der Kinder zu

Industrie über Gewerbe, Handel und Hand-

Bildungsbezirk

werk bis zur Dienstleistung und dem Tou-

Im Bildungsbereich ist es nicht nur die

einer Lehre (mit Matura) lässt sich heute

rismus. Auch einige Regionalbanken haben

Fachhochschule, die Kufstein ausmacht,

eine tolle Karriere machen. Dieses Denken

ihren Sitz in Kufstein“, beschreibt es Wirt-

wenngleich sie natürlich als wichtiger

hat sich mittlerweile auch bei den Lehrern

schaftskammer-Bezirksstellenleiter MMag.

Standortfaktor gilt. „Gerade im Bereich der

durchgesetzt. Wenn jemand etwa besonde-

Peter Wachter und skizziert damit auch

Digitalisierung wird durch den Ausbau der

re handwerkliche Fähigkeiten mitbringt, ist

gleich eine der großen Tugenden Kufsteins:

Fachhochschule ein großer Ruck passieren“,

eine Lehre sicher der bessere Weg. Das si-

Man stellt das Gemeinsame vor das Tren-

ist Thomas Ebner, Geschäftsführer des Kuf-

chert uns die Facharbeiter von morgen, un-

nende und versucht, sich miteinander nach

steiner Stadtmarketings, überzeugt. Rund

ter deren Mangel wir aktuell leiden. Es muss

erkennen und diese zu fördern. Auch mit

vorne zu entwickeln. Was für viele selbstverständlich klingt, ist es in der täglichen Praxis oftmals nicht. Auch in Kufstein musste sich diese Denke erst durchsetzen, doch man hat es über die Jahre geschafft, dass sämtliche Organisationen – angefangen von den Bildungseinrichtungen über die Tourismusverbände bis zu den Gemeinden – gemeinsam in eine Richtung arbeiten. Natürlich scheint auch in Kufstein nicht immer die Sonne, man hat jedoch gelernt, auch mit Bewölkung ganz gut klarzukommen oder gegebenenfalls einen Schirm aufzuspannen. „Wir haben in Kufstein außerdem eine beispielhafte Zusammenarbeit zwischen den Sozialpartnern“, so Hirner. „Das Geheimnis ist: miteinander reden. Das hat uns in den letzten Jahren stark gemacht. Wir haben es unter

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„REGIONALITÄT IST EINER UNSERER GROSSEN THEMENSCHWERPUNKTE. WENN MAN AUF SEINE HEIMAT SCHAUT, SCHAFFT MAN EINEN LEBENSWERTEN RAUM FÜR DIE NÄCHSTEN GENERATIONEN. WIR MÖCHTEN ES SCHAFFEN, DASS IN DER REGION ÜBER REGIONALITÄT NICHT NUR GEREDET, SONDERN SIE AUCH GELEBT WIRD. WIR HABEN ÜBER 60 HOCHWERTIGE LEBENSMITTELPRODUZENTEN IN DER REGION. DIE WOLLEN WIR VERMEHRT VOR DEN VORHANG HOLEN.“ MMag. Peter Wachter, Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer Kufstein


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NATÜRLICH SCHEINT AUCH IN KUFSTEIN NICHT IMMER DIE SONNE, MAN HAT JEDOCH GELERNT, AUCH MIT BEWÖLKUNG GANZ GUT KLARZUKOMMEN. uns gelingen, das Facharbeitersegment noch

hat ein ganz besonderes Ass im Ärmel. Das

Operettenfestspiele, Kufstein unlimited oder

mehr zu bedienen, dann sind wir richtig gut

Kufsteinlied nämlich. Bürgermeister Mag.

die Open Airs auf der Festung sind über die

aufgestellt.“ Das würde im Umkehrschluss

Martin Krumschnabel: „Man muss sich vor-

Grenzen bekannt. Die Festspiele in Erl wer-

auch das Studium aufwerten, weil nur mehr

stellen: Das Kufsteinlied ist über 100 Millio-

den mittlerweile in einer Liga mit Bayreuth

jene Personen an die Uni gingen, die es auch

nen Mal verkauft worden. Wie viele Lieder

genannt. „Mit der Kultur hat man zusätzlich

wirklich wollen, und nicht mehr des bloßen

gibt es, die das Lebensgefühl einer Region

eine Schiene aufgemacht, die enormes Po-

Studierens willen studiert wird.

beschreiben, das man weltweit kennt? Das

tenzial hat“, freut sich nicht nur der Kufstei-

ist ein Glücksfall, dass der Name allein durch

ner Bürgermeister.

ein musikalisches Werk über den ganzen

Die Stadt selbst hat sich im Bereich der Ho-

Tourismus wird in Tirol eher mit den Tälern

Globus verteilt wird. Sogar Japaner kennen

tellerie in den letzten Jahren enorm weiter-

assoziiert denn mit Kufstein. Und doch hat

das Lied.“ Dabei verfügt Kufstein über kei-

entwickelt und den Kongresstourismus für

er sich über die Jahre als wichtiger Wirt-

ne besondere touristische Spezialisierung.

sich entdeckt. Mittlerweile konnten bereits

schaftszweig etabliert. Der Bezirk war schon

„Der Begriff ,Sommerfrische’ ist für Kufstein

renommierte Kongresse mit bis zu 1.000 Per-

vor hundert Jahren ein Tourismusgebiet,

geradezu ideal“, sagt Krumschnabel. Baden,

sonen an Land gezogen und damit eine neue

auch wenn sich die Ausrichtung über die

radfahren, wandern, klettern in den Bergen,

Klientel erschlossen werden. Häuser wie das

Jahrzehnte verändert hat. Doch Kufstein

ergänzt durch den Schwerpunkt Kultur. Die

Hotel Stadt Kufstein, das arte Hotel oder die

Tourismusregion

Das ganze Jahr ereignisreich Night-Shopping

KUlinaria 10. - 13. Mai

Ritterfest

4. Mai und 6. September

Kaiserfest

OperettenSommer

Almabtrieb

30. Juni

3. - 18. August

17. - 21. Mai

22. September

Glück.Tage

Kufstein unlimited

Rad WM

Herbst-Genusstag

24. - 26. Mai

25. - 30. September

8. - 10. Juni

3. Oktober

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Kufstein steht für Sportkompetenz. Die Stadt wird Startpunkt der heurigen Rad-Weltmeisterschaft sein.

passt“, ist auch Thomas Ebner überzeugt. Man muss ja nicht zwingend selbst mit dem Auto fahren. Ebner: „Schaut man nach München, ist man von einem Ende ans andere fast genauso lange unterwegs wie nach Kufstein. Es ist also nicht schwierig, zu uns zu © TVB KUFSTEINERLAND

kommen.“ Dennoch ist der Verkehr eines der Hauptprobleme in der Region. Ebner: „Es gibt hier mehrere Faktoren, die aufeinandertreffen: die Grenzkontrollen, die auf der Autobahn und in weiterer Folge in der Stadt regelmä-

„DAS GEHEIMNIS IST: MITEINANDER REDEN.“

KR Martin Hirner, Obmann der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Kufstein

ßig Staus produzieren, und die Vignettenthematik.“ Die Diskussion ist emotional, kostet aber unter anderem der Kufsteiner Innenstadt auch faktisch Frequenz, vor allem freitags und samstags, weil Tagesausflügler keine Lust mehr haben, zum Shoppen nach

Träumerei #8 sind entstanden. Krumschna-

Tourismusverbandes Kufsteinerland. Das ist

Kufstein zu fahren. „Es gibt von politischer

bel: „Diese Entwicklung hat wieder einmal

nicht nur touristisch wichtig, sondern auch

Seite viele Versprechungen. Jetzt harren

gezeigt: Wenn die öffentliche Hand inves-

in Bezug auf Betriebsansiedlungen und die

wir der Dinge“, so Ebner. Wirtschaftskam-

tiert – etwa in eine moderne, gefällige In-

Mitarbeiterakquise. Pühringer selbst hat

mermann Hirner setzt dabei auf die neue

nenstadt –, machen auch die Wirtschaft und

Mitarbeiter, die fast täglich von München

Bundesregierung: „Die SPÖ-Minister haben

private Investoren mit. Fängt einer damit an,

nach Kufstein pendeln. „Die Anbindung

uns in dieser Sache stets die kalte Schulter

ziehen die anderen nach.“ Dass sich Kufstein als Startort für die kommende Rad-Weltmeisterschaft beworben hat, ist ein weiterer Mosaikstein. Man hätte auch „nur“ die Junioren-WM bekommen können, doch man wollte Startort des Eliterennens sein. Und hat dafür gerne mehr Geld in Hand genommen. „Der Tourismusverband Kufsteinerland und die Stadt Kufstein investieren je eine Viertel Million Euro in das Projekt. Wir waren uns einig, dass wir, wenn sich die Möglichkeit bietet, bei dieser Veranstaltung in der ersten Reihe stehen wollen. Wir wollten erreichen, nicht nur als Sideevent wahrgenommen zu werden, sondern als Austragungsort des Rennens – gemeinsam mit Innsbruck, das Zielort sein wird. Anders als bei Indoorsportarten lässt sich beim Radsport die gesamte Region mit transportieren. Das ist ein enormer touristischer Benefit“, so Krumschnabel.

Problemfaktor Verkehr Historisch gesehen spielte Kufstein schon immer eine wichtige Rolle. Die Festung steht nicht umsonst genau dort, wo sie steht. Als Eingangstor zu den Tiroler Alpen. Auch die Grenznähe ist nicht von Nachteil. Im Gegenteil. „Wir haben uns als der zugänglichste alpine Lebensraum positioniert“, nennt es etwa Mag. Stefan Pühringer, Direktor des

48

VOR DER ZUKUNFT NICHT VERSCHLIESSEN

Nicht nur für die Wirtschaftskammer Kufstein ist das Thema Digitalisierung eines der aktuell vorrangigen, für sie aber ganz besonders. Durch die stets präsente Digitalisierung und deren Auswirkung auf Wirtschaft und Gesellschaft wird die Art und Weise zu arbeiten und zu leben weitestgehend verändert. Dabei sind verschiedene Faktoren notwendig, damit ein Wirtschaftsstandort weiterhin attraktiv bleibt. Die Wirtschaftskammer Kufstein hat daher zusammen mit der Fachhochschule die Innovationsplattform i.ku initiiert. Partner aus der Wirtschaft und anderen Organisationen sind darin ebenfalls engagiert. Das Konzept und das Projekt wurden und werden über eine Leaderförderung kofinanziert. „Digitalisierung findet statt, man darf nicht vorbeischauen“, sagt etwa der Kufsteiner Wirtschaftskammer-Obmann Martin Hirner. „Man darf sich vor der Zukunft nicht verschließen.“ Begonnen hat das Projekt mit einem Workshop im Jahr 2016, in den kommenden Jahren finden dazu regelmäßige i.kuDialoge statt – keine klassischen Branchentreffs, sondern ein überlappender Austausch von Unternehmen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung, mit dem Ziel, Kufstein als digitale Modellregion zu entwickeln. Der neue Masterstudienlehrgang „Data Science & Intelligent Analytics“ der Fachhochschule Kufstein knüpft daran, vorbehaltlich der Akkreditierung durch AQ Austria, fast nahtlos an. Ab Herbst soll dieser praxisorientiertes Spzialwissen in der Datenverarbeitung vermitteln und kombiniert fachliches Wissen und Kreativität in der Anwendung. Auch in der Stadt Kufstein laufen bereits Projekte, die fast ein wenig wie ScienceFiction anmuten: So werden in Bälde unter anderem selbstfahrende Busse getestet. Sollte der Test funktionieren, könnte das Vorhaben über das Projekt „Lebensraum Tirol 4.0“ des Landes in die Umsetzung gelangen. „Wir prüfen heute auch schon, wie in Zukunft Drohnenverkehr stattfinden kann“, erzählt unter anderem Bürgermeister Mag. Martin Krumschnabel. So könnte künftig etwa der Inn zur Straße für Drohnen werden. Vor allem geht es dabei um die Prüfung rechtlicher Fragen. „Wir können zuschauen und warten, was die Amerikaner machen, oder wir setzen Projekte um, wie aktuell etwa mit der FH Kufstein, und gestalten die Zukunft selbst“, sagt Krumschnabel. „Durch die Digitalisierung gibt es quasi keine regionalen Nachteile mehr. Durch das Internet und die globale Vernetzung kann man auch von Tirol aus ganz vorne mit dabei sein. Die Talente werden heute dort angesprochen, wo sie zuhause sind. Hier erwarte ich mir viel“, so der Bürgermeister.

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Die Festspiele in Erl werden mittlerweile in einer Liga mit Bayreuth genannt und sind eine wesentliche Säule der Kulturschiene Kufsteins.

gezeigt und die Tatsache, dass es in Kufstein an Samstagen regelmäßig zum Verkehrskollaps kommt, völlig ignoriert. Wir hoffen, dass sich das mit dem neuen Minister ändert.“ Auch die Asfinag fühlt sich nicht wirklich zuständig, dabei lägen Lösungsvorschläge auf dem Tisch. Hirner: „Es ginge um eine Verbindungsstrecke von rund 150 Metern zum Kreisverkehr Kufstein Süd, um den Verkehr umzulenken und aus dem Ortsgebiet von Kufstein-Zell und Langkampfen zu holen. Damit wäre den Anrainern viel geholfen.“ Nun hat die Kammer erst mal eine Studie dazu in Auftrag gegeben.

mer Platz für Neues“, findet Ebner. Konkret

tenzielle Entwicklungsflächen mit einem

In puncto Vignettenflucht würde sich Hirner

geht es um die Ansiedlung neuer Betriebe

Bauverbot. Bis 2019 sollten entsprechen-

die „alte“ Lösung zurückwünschen, als auf

im Bezirk: „Definitiv wird es in Kufstein kei-

de Schutzmaßnahmen errichtet sein, doch

der Strecke Kiefersfelden–Kufstein Süd

ne neuen flächenintensiven Betriebe geben,

scheitert es momentan noch an der Grün-

durch ein Abkommen mit der Asfinag keine

denn ein so schmales Tal sowie die Stadt

dung eines Wasserverbandes, um eben jene

Kontrollen durchgeführt wurden, das Be-

selbst stoßen naturgemäß an ihre Grenzen,

Maßnahmen einzureichen, Förderungen zu

nutzen der Autobahn bis dorthin also quasi

doch die Wirtschaft entwickelt sich generell

lukrieren und zu bauen. Flächen seien laut

mautfrei möglich war. Mit Dezember 2013

in eine andere Richtung – Stichwort: Digitali-

Wachter durchaus vorhanden, nun gelte es,

wurde diese Regelung jedoch nicht mehr

sierung. Da geht es weniger um Quadratme-

diese vernünftig zu verwalten. Nur kommt

verlängert. Nicht nur Hirner hofft, dass die

ter als um Rahmenbedingungen.“

mit dem Naturschutz ein weiteres Problem

neue Regierung hier wieder Ausnahmere-

Martin Hirner indes findet, in Kufstein gäbe

hinzu. „Wir haben zwei, drei Fälle, wo keine

gelungen schafft: „Wir wünschen uns einen

es noch durchaus das ein oder andere Plätz-

Betriebserweiterungen möglich sind, weil

Umbau des Gesetzes oder eine spezielle Lö-

chen, „wo es nicht schade wäre, einen Betrieb

morsche Bäume im Weg stehen. Das ist der

sung für Kufstein. Nicht nur die Stadt leidet

hinzubauen“. Man müsse Raum für die Zu-

Hemmschuh der Entwicklung“, formuliert

darunter, sondern auch die umliegenden

kunft schaffen: „Vor allem an den Randgebie-

es Hirner vielleicht etwas überspitzt, meint

Gemeinden wie Ebbs, Niederndorf, Lang-

ten einiger Gemeinden verwaldet viel Platz.

aber damit, dass der Naturschutz wohl nicht

kampfen, Kirchbichl bis über die Grenze

Ich bin selbst ein Naturmensch und das Zu-

immer ganz praktikabel interpretiert wird.

nach Kiefersfelden.“ Wachter und Hirner

sammenspiel aus Ökologie und Wirtschaft

„Wir sind uns einig, dass wir nicht auf jedem

sind jedenfalls optimistisch. Nach mehreren

muss funktionieren, aber mit Maß und Ziel

Hang neue Lifte brauchen oder man irgend-

Jahren Kampf wurde schließlich auch das

ließe sich vieles erreichen.“

wo im Wald neue Fabriken baut. Aber es gä-

samstägliche LKW-Fahrverbot auf der Aus-

In Wörgl sind es zudem die roten Zonen,

be durchaus Stellen, Randflächen, die sich

fahrt Kufstein-Süd ins Gewerbegebiet ge-

die Peter Wachter Kopfzerbrechen bereiten.

verhärten und entwickeln ließen. Hier muss

kippt. „Steter Tropfen höhlt den Stein“, sagt

2014 kam es zur Neuausweisung der Gefah-

mehr möglich sein.“ Und Wachter ergänzt:

Wachter.

renzonenpläne, die die Zukunft zahlrei-

„Es muss in Zonen, in denen es bereits Indus-

cher Orte am Inn bestimmt. Und vielfach

trie gibt, leichter sein, zu expandieren, dafür

einengt. Rote und gelbe Zonen, geplante

kann man in Gebieten, in denen die Natur

Wie es mit Kufstein wirtschaftlich weiter-

Hochwasserschutzbauten und Retentions-

wirklich schützenswert ist, strenger sein.“

geht, wird sich weisen. Die Verantwortlichen

flächen hemmen so manche Erweiterung

Die Kufsteiner werden vermutlich auch da-

zeigen sich jedoch zuversichtlich. „Es gibt im-

im Tiroler Unterland und belegen viele po-

für eine Lösung finden.

Die Zukunft

„ES GIBT IMMER PLATZ FÜR NEUES. DEFINITIV WIRD ES IN KUFSTEIN KEINE NEUEN FLÄCHENINTENSIVEN BETRIEBE GEBEN, DOCH IN ZUKUNFT GEHT ES GENERELL WENIGER UM QUADRATMETER ALS UM RAHMENBEDINGUNGEN UND ARBEITSKRÄFTE. KUFSTEIN VERFÜGT VOR ALLEM BEI DEN SOFTFACTS ÜBER AUSGEZEICHNETE STANDORTFAKTOREN. DAMIT WOLLEN WIR UNTERNEHMER MOTIVIEREN, HIER ZU INVESTIEREN.“ Thomas Ebner, Geschäftsführer Kufsteiner Stadtmarketing

50

eco.nova


promotion

Der Experte für Gewerbeund Industriebau

Mit RIEDERBAU-Total setzt das Kufsteiner Bauunternehmen einen weiteren Schritt in Sachen Service bei Gewerbe- und Industriebauten. Als Totalanbieter übernimmt das erfahrene Team von der Projektierung bis zur Instandhaltung alle Aufgaben für den Auftraggeber.

© RIEDERBAU / CHRISTOPH ASCHER

Das traditionsreiche Unternehmen RIEDERBAU kombiniert die Stärken eines handwerklich orientierten Baumeisterbetriebes mit innovativen Methoden.

Dank der zukunftsweisenden Planungsmethode BIM werden komplexe Projekte transparenter und die Kosten gesenkt.

D

Von der Planung über die Errichtung bis zum Gebäudemanagement bekommen RIEDERBAU-Total-Kunden alles aus einer Hand.

urchschnittlich 20 Gewerke müs-

mals gab es noch keine Totalunterneh-

Dadurch wird das Planen und Bauen in

sen bei Gewerbe- und Industrie-

men, die vom Entwurf bis zur schlüs-

Bezug auf Zeit, Kosten und Qualität so

bauten beauftragt, koordiniert

selfertigen Übergabe alles übernehmen

effizient wie nie zuvor.

und kontrolliert werden. Als Totalunter-

konnten. Dass Bauprojekte irgendwann

Trotzdem bleibt die Errichtung eines In-

nehmer bietet RIEDERBAU all diese Leis-

als 3-D-Modelle abgebildet werden kön-

dustrie- oder Gewerbebaus ein großer Auf-

tungen aus einer Hand. Auch bei Fragen zu

nen und durch die Erfassung aller Daten

wand, der viel Erfahrung und Kompetenz

Barrierefreiheit, Brandschutz und Energie-

die Wartung und Instandhaltung der Ge-

voraussetzt. Deshalb ist speziell in die-

effizienz bringen die Experten des haus-

bäude um ein Vielfaches erleichtert wird,

sem Sektor die Übergabe der kompletten

eigenen Planungsteams ihr Fachwissen

davon ahnte wohl niemand etwas. Als ei-

Verantwortung an einen Totalunterneh-

ein. Dadurch entstehen Lösungen, die sich

nes der wenigen Totalunternehmen Ös-

mer wie RIEDERBAU für Auftraggeber

durch Professionalität, Vorausschau und

terreichs arbeitet RIEDERBAU mit Buil-

besonders vorteilhaft. Kunden erhalten

Kostenoptimierung auszeichnen. Das Team

ding Information Modeling (BIM). Diese

bei Projektende eine umfassende Gebäu-

von RIEDERBAU-Total kümmert sich um

innovative Planungsmethode hat sich in-

dedokumentation inklusive 3-D-Modell,

alle anfallenden Arbeiten und übernimmt

ternational bereits in vielen Ländern als

die sie für den effizienten und nachhalti-

die volle Verantwortung für kleine und

Standard durchgesetzt und ersetzt die

gen Betrieb der Anlage verwenden kön-

große Bauvorhaben.

bisherigen zweidimensionalen Baupläne

nen. Das Planungsteam erarbeitet einer-

durch eine dreidimensionale Darstellung

seits die notwendigen Informationen wie

der Bauprojekte. Mit BIM werden auch in

die Gebäudestruktur, die Elektro- oder die

der Bauausführung sämtliche Prozess-

HKLS-Planung und begleitet andererseits

Als RIEDERBAU im Jahr 1956 gegründet

schritte digital erfasst, kombiniert und

die Implementierung der Gebäudedaten in

wurde, war die enorme Entwicklung der

vernetzt, sodass alle Beteiligten jederzeit

die Facility-Management-Software.

Bauindustrie noch nicht absehbar. Da-

Zugriff auf die aktuellen Daten haben.

// www.riederbau.at

Zukunftsweisende Planung bei RIEDERBAU

eco.nova

51


eco.wirtschaft

Die Top 25 Betriebe im Bezirk MA

PLATZ

FIRMENNAME

ORT

BRANCHE

1

Sandoz GmbH

Kundl

Herstellung von pharmazeutischen und biotechnischen Produkten

2

Montanwerke Brixlegg Aktiengesellschaft

Brixlegg

Kupferrecycling

3

Unterberger

Kufstein

Automobile & Immobilien

4

VIKING GmbH

Langkampfen

Gartengerätehersteller

5

Ing. Hans Bodner Baugesellschaft m.b.H. & Co KG**

Kufstein

Hochbau

6

Transped Europe GmbH

Wörgl

Dienstleistungen für den Verkehr

(140)

7

Berger Logistik GmbH

Wörgl

Dienstleistungen für den Verkehr

(263)

8

Coveris Flexibles Austria GmbH

Langkampfen

Herstellung von Verpackungsmitteln aus Kunststoffen

9

Unterer Gesellschaft m.b.H.**

Kundl

Dienstleistungen für den Verkehr

10

Morandell International GmbH

Wörgl

Großhandel mit Wein und Spirituosen

(216)

11

Top Logistik GmbH

Kufstein

Dienstleistungen für den Verkehr

(70)

12

Tirolia-Spedition Gesellschaft m.b.H.

Ebbs

Dienstleistungen für den Verkehr

(65)

13

VERTEX GmbH

Kirchbichl

Dienstleistungen für den Verkehr

(28)

14

Fercam Austria GmbH

Kundl

Dienstleistungen für den Verkehr

(85)

15

Traktorenwerk Lindner Gesellschaft m.b.H.

Kundl

Herstellung von land- und forstwirtschaftlichen Maschinen

16

Rissbacher Walter GmbH

Brixlegg

Großhandel mit Mineralölerzeugnissen

52

eco.nova

(VORJAHR)

4276 (3630)

302 (300)

545 (513)

414 (373)

1350 (1100)

155

292

320 (320)

50 (50)

225

70

68

57

65

229 (222)

16 (15)

UMSATZ

EGT *)

2016 1.700.000.000 (g) 2015 1.697.853.304 2014 1.555.617.128

2015 141.059.780 2014 65.056.910 2013 39.519.392

2016 559.200.000 2015 609.019.234 2014 518.022.902

2015 544.443 2014 -9.944.321 2013 -23.129.240

2016 286.593.000 2015 259.000.000 2014 240.800.000 2016 266.900.000 2015 193.886.134 2014 179.266.071 2016 260.000.000 2015 208.266.536 2014 210.450.578

2015 7.381.424 2014 6.861.949

2016 159.000.000 2015 157.528.942 2014 135.377.290

2015 5.661.893 2014 3.870.645

2016 150.000.000 2015 150.719.237 2014 132.403.718

2015 4.235.199 2014 3.610.695 2013 3.011.366

2016 124.300.000 2015 126.906.955 2014 124.405.303

2015 616.371 2014 -457.158 2013 470.670

2016 110.000.000 2015 101.190.942 2014 79.056.000 2016 97.944.000 2015 91.306.000 2014 85.503.000

2016 2.557.000 2015 1.433.000 2014 770.000

2016 80.200.000 2015 68.438.752 2014 60.356.540 2017 80.000.000 (g) 2016 80.000.000 2015 85.000.000 2016 80.000.000 2015 39.300.000 2014 50.051.209

2015 723.466 2014 646.343

2016 77.163.403 2015 64.664.591 2014 45.687.000

2015 2.961.327 2013 346.656

2016 72.539.000 2015 73.408.924 2014 66.882.896 2016 72.000.000 2015 77.500.000 (g) 2014 77.500.000

2015 1.128.261 2014 667.768 2013 825.991


eco.wirtschaft

PLATZ

MA

FIRMENNAME

ORT

BRANCHE

17

Inntaler Logistik-Park GmbH

Kufstein

Tankstellen

18

Anita Dr. Helbig GmbH

Kufstein

Herstellung von Wäsche

19

Travel Partner GmbH

Ellmau

Reisebüros

20

Besi Austria GmbH

Radfeld

Herstellung von elektronischen Bauelementen

21

METRON HANDEL GMBH

Langkampfen

Großhandel mit pharmazeutischen Erzeugnissen

22

Freudenberg Sealing Technologies Austria GmbH & Co. KG

Kufstein

Herstellung von Gummiwaren

23

Tiroler Glashütte GmbH (Riedel)

Kufstein

Herstellung von Hohlglas

24

Aqipa GmbH

Kundl

Großhandel mit Geräten der Unterhaltungselektronik

(40)

25

Haya International Trading OG

Kirchbichl

Großhandel mit Nahrungsund Genussmitteln

(3)

Auszug aus den econova Top 500 vom Juni 2017

*)

(VORJAHR)

7 (7)

200 (200)

115 (100)

220 (230)

30 (30)

390 (390)

209 (209)

40

4

UMSATZ

EGT *)

2016 2015 2014

71.025.434 65.347.717 86.031.622

2016 2014 2013

1.819.592 23.115 536.249

2016 2015 2014

65.100.000 (g) 65.028.332 65.852.826

2015 2014 2013

3.719.634 4.267.229 1.850.089

2016 2015

65.100.000 60.000.000

2015

2.030.000

2016 2015 2014

61.576.000 57.953.005 67.208.121

2015 2014 2013

4.681.864 5.132.996 9.033.754

2016 2015 2014

60.000.000 (g) 60.000.000 (g) 60.000.000 (g)

2016 2015 2014

55.619.000 (g) 54.796.888 53.419.422

2015 2014 2013

4.460.450 2.494.202 2.707.857

2016 2015 2014

51.000.000 (g) 50.710.513 49.109.021

2015 2014 2013

6.934.640 -2.489.851 1.713.972

2016 2015 2014

48.300.000 (g) 48.237.646 39.169.820

2016 2015 2014

2.625.554 4.564.468 4.843.272

2016 2015 2014

48.000.000 46.400.000 53.400.000

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eco.nova

53


eco.wirtschaft

INTERVIEW

Etwas weiterbringen wollen Er sei immer schon ein politischer Mensch gewesen, sagt Rechtsanwalt Mag. Martin Krumschnabel. Bereits die Reden Bruno Kreiskys hätten ihn fasziniert. Haben seine „Parteifreien“ bei den Gemeinderatswahlen 2010 in Kufstein noch fünf Mandate erzielt, waren es 2016 doppelt so viele. Krumschnabel selbst wurde mit fast 63 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister gewählt.

E

r wirkt entspannt, als wir ihn

dern auch im Bereich der Versorgung älterer

zum Interview im Stadtamt tref-

Menschen Akzente gesetzt. Darüber hinaus

fen. Mag. Martin Krumschnabel

braucht es eine positive bauliche und kultu-

mag es, Bürgermeister zu sein,

relle Entwicklung. Derzeit können sowohl

und man glaubt es ihm, wenn er sagt, es gehe

Kulturtreibende und an der Kultur Interes-

ihm nicht ums Amt an sich, sondern darum,

sierte in Kufstein auf ein großes Angebot

in Kufstein etwas zu bewegen. „Politik muss

zurückgreifen, aber auch Menschen, die sich

einem ein Bedürfnis sein“, sagt er. Seit die

in ihrer Freizeit mit Sport beschäftigen. Die

Parteifreien zur Wahl angetreten sind, haben

Stadt muss für alle da sein und die Menschen

sie sich der Kufsteiner Volkspartei stimmen-

haben gemerkt, dass es uns damit ernst ist.

mäßig kontinuierlich angenähert, um sie bei den Gemeinderatswahlen 2016 mit großem

In Innsbruck und anderen urbanen Ge-

Vorsprung zu überholen. Mit stattlichen 41,23

genden Tirols wird Wohnraum zusehends

Prozent haben „Die Parteifreien“ die Wahl klar

knapp, die Preise steigen. Wie gehen Sie mit

für sich entschieden und ihre Mandate von

dieser Problematik um?

fünf auf zehn verdoppelt.

Nachdem Kufstein ein ständiges Bevölkerungswachstum aufweist, ist diese Entwick-

ECO.NOVA: Kufstein ist in den letzten Jahren zur Vorzeigeregion für ein gelebtes Miteinander geworden. Wie hat man es geschafft, dass alle Verantwortlichen (TVB, Stadtmarketing, Kammern, Behörden …) an einem Strang ziehen?

MARTIN KRUMSCHNABEL: Es müssen immer mehrere Komponenten zusammentreffen, damit man eine solche positive Situation herbeiführen kann. Einerseits glaube ich, dass an allen entscheidenden Schaltstellen in unserer Region Menschen sitzen, die etwas weiterbringen wollen und die erkannt

„WIR KANDIDIEREN AUCH FÜR DEN TIROLER LANDTAG. WENN MAN UNS NICHT WÄHLT, SIND WIR AM 26. FEBER ABER KEINE GEBROCHENEN MENSCHEN.“ Bürgermeister Martin Krumschnabel

lung natürlich auch nicht spurlos an uns vorübergegangen. Wir haben in unserem Raumordnungskonzept von 2012 auf eine geordnete bauliche Entwicklung gesetzt und Qualität vor Quantität zu unserer Richtschnur gemacht. Wir mussten aber sehen, dass derartig viele Projekte auf den Markt kommen, dass wir trotz hoher Qualitätsanforderungen sehr viele Widmungs- und Bauansuchen haben. Wir sehen jedoch, dass nicht alle Wohnungen, die in den letzten Jahren gebaut wurden, auch tatsächlich allen Menschen zur Verfügung stehen. Zum Glück haben wir große Wohnbauprojekte von gemeinnützigen Bauträgern, wir

haben, dass das nur gemeinsam möglich ist. Ich selbst arbeite gerne mit Menschen zu-

Wünsche und Vorstellungen. Wir helfen aber

werden aber jetzt unser Raumordnungskon-

sammen und bin auch bereit, auf Vorschlä-

auch, wenn in Zweifelsfällen Verhandlungen

zept dahingehend anpassen, dass auch priva-

ge von anderer Seite einzugehen. Ich glaube

mit dem Land notwendig sind.

te Bauträger zumindest zum Teil geförderte Wohnungen bauen. Besonders für Bürger mit

auch, dass wir unsere Partner davon überzeugen können, dass es uns ein echtes Anliegen

Kufstein zeigt sich generell als internatio-

beschränkten finanziellen Möglichkeiten wird

ist, Kufstein in vielen Bereichen vorwärts zu

naler, junger Bezirk, die Stadt selbst ist sehr

es sonst immer schwieriger, eine Wohnung zu

bringen und dazu auch die entsprechenden

aktiv und hat eine enorme Entwicklung

finden. Dieser Entwicklung wollen wir aktiv

Mittel in die Hand zu nehmen. Wir überlas-

vollzogen. Was macht für Sie generell gute

entgegensteuern.

sen das Marketing nicht nur den Touristikern,

Stadtentwicklung aus? Was muss eine Stadt

sondern bringen uns hier aktiv ein, sowohl

bieten?

Kufstein hat Ende letzten Jahres am Audit

personell als auch finanziell. Wir hoffen nicht

Wenn man, so wie wir schon seit vielen Jah-

„familienfreundliche Gemeinde“ teilgenom-

nur darauf, dass sich die Wirtschaft positiv

ren, sehr stark auf das Thema Bildung setzt,

men. Welche Maßnahmen setzt die Stadt

entwickelt, sondern leisten durch neue Wirt-

ist natürlich auch die Jugend mit im Boot.

hier konkret und inwieweit setzt sich dies

schaftsförderungsrichtlinien unseren Beitrag.

Eine gute Stadtentwicklung erfordert aber,

auch in den Betrieben fort?

In unserer Funktion als Behörde und Verord-

dass man alle Interessengruppen an der Ent-

Das Audit dient uns dazu, einerseits die Stadt

nungsgeber arbeiten wir eng mit den Projekt-

wicklung teilhaben lässt. So haben wir nicht

insgesamt familienfreundlicher zu machen,

werbern zusammen und äußern klar unsere

nur Schulen und Kindergärten gebaut, son-

wir bemühen uns aber auch als Arbeitgeber

54

eco.nova


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INTERVIEW

© TIROL WERBUNG/LISA HÖRTERER

eco.wirtschaft

Kufstein hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt – wirtschaftlich wie städtebaulich.

für unser eigenes Personal einen familien-

freut es mich, dass wir auch hier gerade dabei

gend entwickelt und wir können auch dem

freundlichen Betrieb darzustellen. Wir haben

sind, zwei neue Hallen zu errichten, die ein

anspruchsvollen Tagungsbesucher jetzt hoch-

demgemäß die Bevölkerung von Kufstein

verbessertes und zusätzliches Angebot für

wertige Hotelzimmer anbieten. Es ist unser

hinsichtlich ihrer Wünsche befragt und dar-

Sportvereine in unserer Stadt darstellen.

gemeinsames Anliegen mit dem Tourismusverband Kufsteinerland, Kufstein auch als

auf bereits reagiert. Die positive Gestaltung des öffentlichen Raumes und die Erhöhung

Die Fachhochschule Kufstein feierte im ver-

Kongressstadt zu positionieren. Hier sehe ich

der Aufenthaltsqualität sind etwas, was sich

gangenen Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum,

ein großes Entwicklungspotenzial, da sich ne-

beispielsweise die Jugendlichen von der Stadt

generell ist Kufstein im Laufe der Zeit zum

ben der Stadt Kufstein auch private Betriebe

sehr gewünscht haben. Wir beziehen die Fa-

Bildungsstandort geworden. Inwieweit hat

in dieser Richtung spezialisiert haben.

milien von Anfang an ein und haben etwa

dies auch zur wirtschaftlichen Entwicklung

eingeführt, dass im ersten, zweiten und drit-

im Ort und der Region beigetragen?

Kufstein hat sich in den vergangenen Jahren

ten Lebensjahr jeweils ein Empfang auf der

Der Effekt der Fachhochschule und der Inter-

gut entwickelt, Tirol steht wirtschaftlich

Gemeinde stattfindet, den die Eltern gemein-

nationalen Schule beschränkt sich nicht dar-

generell sehr gut da. Gibt es dennoch Wün-

sam mit ihren Kindern besuchen. Jedes Kind

auf, dass wir als Bildungsstandort mehr denn

sche an die Landesregierung?

bekommt dabei ein Buch, was für die Stär-

je wahrgenommen werden, selbstverständ-

Tirol steht finanziell in der Tat gut da, zu tun

kung der Lesekompetenz enorm wichtig ist.

lich hat dies auch enorme positive wirtschaft-

gibt es aber immer etwas. Ich glaube, dass

In der Weihnachtszeit werden Familien mit

liche Auswirkungen auf die ganze Region.

man mehr könnte. Mit Investitionen in den

Kindern gesondert durch Barzahlungen ge-

Wenn in Kufstein rund 2.000 Studierende und

Bildungs- oder Pflegebereich könnten wir zur

fördert und wir haben einen eigenen Fonds

hunderte Lehrende leben, wohnen und kon-

Vorzeigeregion in Europa werden. Natürlich

aufgestellt, aus dem die Teilnahme an Schul-

sumieren, werden viele Millionen Euro pro

kostet das Geld, aber nicht so viel, als dass

veranstaltungen finanziert wird und sich die

Jahr in den Wirtschaftskreislauf eingebracht.

wir es nicht stemmen könnten. Trotzdem

Eltern keine finanziellen Sorgen darüber ma-

Damit ist gewährleistet, dass nicht nur jene

scheint bei den Verantwortlichen kein Ehr-

chen müssen. Wir haben auch das Frühstück

Menschen profitieren, die diese Bildungsein-

geiz vorhanden zu sein, diese Spitzenposition

an den Schulen eingeführt und eine Com-

richtungen besuchen, sondern im Prinzip die

zu erreichen. Das verstehe ich nicht. Es muss

puteria für die älteren Menschen installiert.

ganze Bevölkerung etwas davon hat.

doch immer der Anspruch sein, ganz vorne mitzuspielen – vor allem in einem der reichs-

Unser eigenes Personal wurde bereits intensiv über seine Wünsche befragt, hier wird in

Der Bezirk Kufstein ist eng verknüpft mit

ten Länder Europas und in diesem Land noch

den nächsten Jahren Schritt für Schritt die

Kunst und Kultur, wie unter anderem das

in einem der besten Bundesländer. Wir brau-

Umsetzung erfolgen. Auch einige Kufsteiner

kürzlich eröffnete Kultur Quartier zeigt.

chen uns nicht an Spanien, Portugal oder

Betriebe haben sich schon gemeldet, die sich

Welche Chancen bieten sich dadurch auch in

Ungarn zu orientieren, sondern müssen es

diesem Audit unterziehen.

Bezug auf den Tourismus?

an den Top-Destinationen in den jeweiligen

Das Besondere am Kultur Quartier ist die Tat-

Kategorien tun. Es gibt keinen Grund, war-

Welche Entwicklung macht Ihnen beson-

sache, dass wir einerseits unseren eigenen

um wir nicht das beste Bildungssystem ha-

ders Freude und wo sehen Sie noch Potenzi-

Vereinen und den Kulturveranstaltern eine

ben können, die besten Ärzte. Aber es muss

al/Aufholbedarf in der Stadt?

hochwertige Veranstaltungslocation bieten

ein ehrliches Anliegen sein. Natürlich können

Besonders freue ich mich darüber, dass wir

und dass auch die Wirtschaft darauf zurück-

wir auch dann gut leben, wenn alles so bleibt,

Schulen und Kindergärten neu gebaut und

greifen kann. Wir haben bei der Entwicklung

wie es ist, aber wir verwirklichen damit nicht

saniert haben und dass wir mit dem Kultur

des Projektes schon darauf Bedacht genom-

unsere Chancen. Das ist schade. Ich will nicht

Quartier endlich eine städtische Einrichtung

men, dass die Räumlichkeiten auch für Kon-

krankjammern, es herrscht beileibe keine Ka-

haben, um in höchster Qualität Vereinen und

gresse verwendet werden können, dement-

tastrophenstimmung, aber es ist kein Ausnüt-

Veranstaltern Raum zu bieten. Unsere Kul-

sprechend ist die technische Ausrüstung auf

zen unserer Möglichkeiten. In letzter Konse-

turszene wird dadurch enorm angeregt.

Veranstaltungen mit wirtschaftlichem Hin-

quenz scheuen wir uns davor, besser zu sein.

Die Sportvereine benötigen immer noch

tergrund bereits ausgerichtet. Parallel dazu

Ich weiß nicht, warum das der Fall ist, denn

mehr Hallen für die Wintersaison und daher

hat sich die Hotellerie in Kufstein hervorra-

die Möglichkeiten in Tirol sind gewaltig.

56

eco.nova


© SPAR/FOTO KARG

eco.promotion

zern 2016 einen Brutto-Verkaufsumsatz von 13,80 Milliarden Euro und damit ein Plus von 4,8 Prozent. Mit ein Grund für den Erfolg sind loyale, langjährige Mitarbeiter, die vielfach bereits im Unternehmen gelernt haben.

Talenteschmiede Mit derzeit über 2.300 beschäftigten Lehrlingen in Österreich ist SPAR der größte private österreichische Lehrlingsausbildner. In den Bundesländern Tirol und Salzburg werden aktuell über 300 Lehrlinge in Links: Das SPAR-Stammhaus in Kufstein. Den Markt darin gibt es immer noch. Rechts: Kürzlich bekamen sieben Mitarbeiter für ihre besonderen Leistungen den B-Führerschein gratis. SPAR-Vorstandsdirektor Hans K. Reisch, SPAR-Geschäftsführer Dr. Christof Rissbacher und Lehrlingsverantwortlicher Manuel Vogl (v. l.) freuen sich mit den erfolgreichen Lehrlingen.

20 verschiedenen Lehrberufen ausgebildet.

Kufsteiner Erfolgsgeschichte

SPAR-Meistern im Rahmen der Lehrab-

In Kufstein haben viele Unternehmen ihren Ursprung. Auch die SPAR-Organisation nahm hier ihre Anfänge. Heute ist SPAR mit derzeit über 2.300 beschäftigten Lehrlingen in Österreich der größte private österreichische Lehrlingsausbildner.

rer von SPAR Tirol und Salzburg: „Wir bei

I

68 SPAR-Talente haben dabei vor Kurzem ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und wurden gemeinsam mit zehn neuen schluss- und Meisterfeier ausgezeichnet. Dr. Christof Rissbacher, GeschäftsfühSPAR schreiben die Ausbildung und Förderung unserer Lehrlinge groß. Dafür wurden wir bereits vielfach ausgezeichnet. Dies erfüllt uns mit Stolz und bestätigt un-

m Jahr 1954 gründete der Kufsteiner Groß-

nehmens. Trotz einzigartiger Erfolgsgeschich-

ser erfolgreiches Engagement in der Lehr-

händler Hans F. Reisch mit 100 selbstän-

te und vielfacher Expansion ist SPAR bis heu-

lingsausbildung.“ Mit maßgeschneiderten

digen Kaufleuten die Handelsvereinigung

te ein zu 100 Prozent privates österreichisches

Entwicklungsmodellen stehen den Nach-

SPAR Tirol/Pinzgau. Mittlerweile steht sein

Unternehmen. An gesamt über 3.000 Stand-

wuchskräften auch nach der Lehrzeit alle

Enkel Hans K. Reisch an der Spitze des Unter-

orten im In- und Ausland erzielte der Kon-

Möglichkeiten offen. // www.spar.at

eco.nova

57


eco.wirtschaft

INTERVIEW

Weitsichtig planen Die Entwicklung einer Region wird durch die dort ansässigen Unternehmen geprägt. Mit der Bodner Gruppe hat Kufstein ein starkes Zugpferd.

W

ir haben in Kufstein starke Unternehmer, die stolz auf ihre Heimat sind und seit Jah-

ren hier investieren. Aufgrund beschränkter Platzmöglichkeiten ist es sehr wichtig, zukünftige Großprojekte sehr genau und zukunftsweisend und dennoch mutig zu planen“, sagt Sandra Bodner. Die Bodner Gruppe ist unter anderem mit dem Kultur Quartier oder den Kufstein Galerien maßgeblich an der Entwicklung Kufsteins beteiligt und seit 80 Jahren selbst im Ort ansässig. Wir sprachen mit Sandra Bodner über die Stadt und ihr Unternehmen.

ECO.NOVA: Wie beurteilen Sie den Wirtschaftsstandort Kufstein aus der Praxis? Wo liegen die Stärken, wo gibt es noch Potenziale?

SANDRA BODNER: Kufstein ist seit jeher ein interessanter Platz, sowohl geografisch durch die Lage im unteren Inntal an der Grenze zu Bayern, dort wo sich das Inntal öffnet, als auch geschichtlich, wo Kufstein mehrmals zwischen österreichischer und bayerischer Herrschaft wechselte. Dies macht uns Kufsteiner vielleicht etwas flexibler und offener. In den letzten Jahren hat sich in Kufstein unglaublich viel getan, was zum einen an Pri-

richtungen zum Bildungsstandort

Die Entwicklung eines Projektes wie des Kul-

vatinitiatoren und -investoren und zum ande-

geworden. Spüren Sie diese Dynamik

tur Quartiers dauert Jahre. So haben wir bei-

ren an öffentlichen Initiativen liegt.

als Arbeitgeber bzw. hilft es bei der

spielsweise die Kufstein Galerien im Oktober

Mitarbeitersuche?

2009 eröffnet, mit einer Entwicklungszeit

Bodner wurde 1913 als kleines Bauunterneh-

Wir sind ständig auf der Suche nach Perso-

von drei Jahren, dem voran gingen allerdings

men in Sillian in Osttirol gegründet, über-

nal, das geht vom Lehrling über den Fach-

Grundstücksankäufe, die im Jahr 2000 be-

siedelte in den 1930er-Jahren nach Nordtiol,

arbeiter bis zum Akademiker. Da wir jedoch

gannen. Mittlerweile sind die Galerien nicht

seit 1938 befindet sich der Firmensitz in

sehr handwerklich und technisch orientiert

mehr wegzudenken und haben die Einkaufs-

Kufstein. Haben Sie den Standort für sich

sind und mit unseren Standorten in ganz

stadt Kufstein aus einem Dornröschenschlaf

als Unternehmen je in Frage gestellt?

Westösterreich und Bayern agieren, sind

erweckt. Weitere Gebäudesanierungen ande-

Nein, Kufstein ist und bleibt unser Hauptfir-

eher höhere technische Schulen bzw. Han-

rer Immobilien in der Innenstadt waren die

mensitz und unsere Heimat. Über die Jahre

delsakademien und Hochschulen für uns

logische Konsequenz. Beim Kultur Quartier

unserer Expansion hat sich Kufstein immer

relevant. Kufstein als Bildungsstandort ist je-

verhielt es sich ähnlich. Jahre vor der Projek-

mehr als geografischer Mittelpunkt unserer

doch nicht in Frage zu stellen, sondern muss

tierungsphase wurden bereits Grundstücke

Tätigkeitsfelder herausgestellt. Wir sind mitt-

und soll noch weiter ausgebaut werden.

und Immobilien angekauft. Vor Baubeginn im Jahr 2014 wurde bereits fast drei Jahre

lerweile in der Schweiz, im gesamten ÖsterDie Bodner Gruppe ist nicht zuletzt durch

geplant, verhandelt und diskutiert. Nach ca.

das Kultur Quartier Kufstein wesentlich an

zweijähriger Bauzeit konnte das Projekt zum

Kufstein ist mit der Fachhochschule, Be-

der Stadtentwicklung beteiligt. Wo sehen

Großteil den Nutzern übergeben werden, das

rufsschulen und zahlreichen anderen Ein-

Sie selbst die Stadt in 20 Jahren?

heißt, dass die eigentliche Bauzeit im Ver-

reich sowie im bayerischen Raum vertreten.

58

eco.nova


eco.wirtschaft

„BEI WENIG PLATZRESERVEN, WIE WIR SIE IN KUFSTEIN VORFINDEN, MÜSSEN INNENSTÄDTE IN DIE HÖHE WACHSEN DÜRFEN. DIE UMWELT UND DIE NATUR TRETEN VERMEHRT IN DEN FOKUS. MENSCHEN WERDEN ÄLTER, FAMILIEN KLEINER, GROSSSTÄDTE WIE MÜNCHEN WACHSEN UNAUFHÖRLICH UND SIND OFTMALS NICHT ERSCHWINGLICH. AUCH DAS WERDEN WIR IN KUFSTEIN SPÜREN.“ Sandra Bodner

hältnis zur gesamten Projektierung nur etwa

se kann man nirgendwo so schön verbringen

samte Komplex von den Menschen als „ihr“

ein Drittel ausmacht. Somit sind ähnliche

wie bei uns. Das heißt, dass Kufstein weiter-

Kultur Quartier angenommen worden und

Großprojekte, die jetzt angedacht werden,

hin auf Qualität setzen muss – als Wohnort

praktisch jeder kennt den Theaterplatz, die

wahrscheinlich in sechs bis zehn Jahren erst

und als Wirtschaftsstandort.

Geschäfte und Lokale, das Hotel, die Bank und auch die Veranstaltungsräume, die von

fertig. Das bedeutet, dass man vorausschauend denken muss. Man muss offen sein für

Was macht das Kultur Quartier

der Stadt Kufstein gekauft und bespielt

moderne, mutige Stadtentwicklung. Bei we-

so besonders?

werden.

nig Platzreserven, wie wir sie in Kufstein

Mit dem Kultur Quartier haben wir eine

Für eine gute Stadtentwicklung braucht es

vorfinden, müssen Innenstädte in die Höhe

Jahrhundertchance für Kufstein genutzt.

mutige und potente Investoren, die geerdet

wachsen dürfen. Die Umwelt und die Natur

Wir haben mitten in der Stadt ein neues

sind und dennoch Träume haben. Und es

treten vermehrt in den Fokus. Menschen

Herz entwickelt. Entgegen allem Wider-

braucht Politiker, die ebenso denken und

werden älter, Familien kleiner, Großstädte

stand aus der Vergangenheit, der sowohl

bestenfalls weit über ihre Legislaturperio-

wie München wachsen unaufhörlich und

von verständlicherweise skeptischen Bür-

den hinaus für ihre Städte handeln. Wenn

sind oftmals nicht erschwinglich. Auch das

gern als auch von ebensolchen Politikern

beide auf Augenhöhe agieren und die in

werden wir in Kufstein spüren. Viele wollen

kam, haben wir unsere Idee, ein innerstädti-

Kufstein eingeschlagene Richtung nicht aus

in der Großstadt arbeiten, aber in der Natur

sches urbanes Quartier zu errichten, nie aus

den Augen verlieren, sind wir auf einem per-

wohnen. Die Freizeit wird wichtiger und die-

den Augen verloren. Mittlerweile ist der ge-

fekten Weg.

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59


eco.wirtschaft

INTERVIEW

Zwei, die sich mögen Dass es gemeinsam leichter geht, ist keine wirklich neue Erkenntnis. Dennoch scheitert der theoretische Gedanke eines gelebten Miteinanders oft an der Realität. In Kufstein hat man es geschafft, eine gemeinsame Basis zu finden und aus Wirtschaft und Politik Partner zu machen. Wenn Weitblick auf Mut trifft, ist vieles möglich.

K

ufstein hat sich in den ver-

Spitze – die Zusammenarbeit einen neuen

GmbH“ ein gemeinsames Unternehmen ge-

gangenen Jahren gesamt-

Spin bekommen hat.

gründet (TVB und Stadtgemeinde sind zu je

wirtschaftlich gut entwickelt

50 Prozent Gesellschafter), im Zuge dessen

ECO.NOVA: Kufstein ist eine der wenigen

die Ideen und Werte in ein nachhaltiges Kor-

mus in Tirol vor allem mit den Tälern ver-

Regionen Tirols, wo die Zusammenarbeit

sett gegossen wurden.

knüpft wird, so spielt er auch am östlichen

aus Wirtschaft, Tourismus und Politik bei-

THOMAS EBNER: Wir möchten uns bei

Ende des Bundeslandes seine Rolle. Dass das

nahe reibungslos zu funktionieren scheint.

der Arbeit nicht nur auf die Stadt Kufstein

Zusammenspiel zwischen Wirtschaft und

Was ist in den letzten Jahren passiert, um

fokussieren. Wir sind eng mit den Umland-

Tourismus funktioniert, zeigt auch die Tat-

an diesen Punkt zu kommen?

gemeinden verbunden und versuchen,

sache, dass sich zu unserem Interview mit

STEFAN PÜHRINGER: Wir haben ver-

Standortpolitik auch für die in Summe neun

Mag. Stefan Pühringer und Thomas Ebner

sucht, mit frischem Wind an die Aufgaben

Umlandgemeinden zu betreiben. Die Stadt

der Direktor des Tourismusverbandes Kuf-

der Zukunft heranzugehen. Das Stadtmar-

ist wirtschaftlich eng mit diesen verknüpft,

steinerland und der Geschäftsführer des

keting rund um Thomas Ebner, der schon

der Standort generell gut vernetzt – quer

Kufsteiner Stadtmarketings gemeinsam ein-

länger in der Kaufmannschaft tätig war, hat

über alle Branchen bis in die Kultur.

finden. Dieses Miteinander hat sich in den

sich formiert. Ich bin neu von außen in den

und auch wenn der Touris-

letzten Jahren noch einmal verstärkt, weil

Tourismusverband gekommen und wir ha-

In der Regel ist ein sinnvolles Miteinander

nicht zuletzt durch personelle Wechsel – un-

ben versucht, eine gemeinsame Markenstra-

immer die bessere Lösung. Warum schei-

ter anderem bekam der TVB einen neuen

tegie zu erarbeiten, um die Region nach vor-

nen sich Wirtschaft und Tourismus doch

Aufsichtsrat und Vorstand, politisch steht

ne zu bringen. Bis Ende 2016 war es eine eher

oft aneinander zu reiben?

mit Bürgermeister Mag. Martin Krumschna-

lose Kooperation, Anfang 2017 wurde schließ-

EBNER: Wirtschaft und Tourismus sind ei-

bel ein Vertreter der „Parteifreien“ an der

lich mit der „Standortmarketing Kufstein

gentlich keine Gegensätze, weil der Touris-

60

eco.nova


eco.wirtschaft

© LOLIN

In der Kommunikation setzt der Tourismusverband stark auf das Naturerlebnis – Kultur in Kombination mit den Bergen.

mus ein Teil der Wirtschaft ist. Insofern sind die meisten Projekte im Bereich des Tourismusmarketings für alle Wirtschaftsbereiche von Nutzen. Daraus ergeben sich auch viele Synergien. Erst im Laufe der Zusammenarbeit kommt man drauf, dass man in der Vergangenheit in vielen Belangen parallel gearbeitet und damit viel Energie verbrannt hat. Ideen zu bündeln, kann extrem befruchtend sein. Es macht durchaus Sinn, die Bedürfnisse der verschiedenen Bereiche zu synchronisieren. Kufstein ist sehr eng verknüpft mit Kunst und Kultur, andererseits ist die Region sehr vielfältig aufgestellt. Wo soll in Zukunft der Fokus liegen?

EBNER: Eine gewisse Breite wird es in einem Standort wie Kufstein immer geben. Es ist nicht möglich,

Bereit für den Frühling? Hol dir die Neuheiten der Saison.

dass man als Stadt oder Region einen extrem spitzen Markenkern herausarbeitet, dem sich alles andere unterordnet. Kultur ist historisch gesehen ein wichtiger Markenbestandteil, dadurch hat sich schon seit vielen Jahren eine lebendige und professionell arbeitende

www.kufstein-galerien.at eco.nova

61


eco.wirtschaft

INTERVIEW

„DIE MENSCHEN, DIE AKTUELL AM SCHACHBRETT STEHEN, KÖNNEN WERTFREI MITEINANDER ZUSAMMENARBEITEN.“ Mag. Stefan Pühringer, MA, Direktor des TVB Kufsteinerland

„WENN WIR NEUE PROJEKTE ANGEHEN, DANN ORDENTLICH. QUALITÄT STEHT AN OBERSTER STELLE.“ Thomas Ebner, MA, Leiter des Stadtmarketings

Kulturszene herauskristallisiert. Mit dem

Kultur ginge. Wir haben mit dem Festspiel-

Qualität passiert. Das Bewusstsein dafür ist

neuen Kultur Quartier in Kufstein ist man

haus Erl einen wahren Leuchtturm, den wir

enorm gestiegen, und in Qualität wird auch

dem Wunsch vieler Kulturtreibenden in der

in der Vermarktung und der Positionierung

gerne Geld investiert.

Region gerecht geworden, eine angemesse-

des Kulturtourismus natürlich gerne nut-

ne Spielstätte in der Stadt zu haben. Es ist

zen. Auch der Operettensommer ist über die

Haben Sie Sorge, dass sich die gute Zusam-

sicher ein Luxus, dass sich eine Stadt wie

Grenzen hinaus bekannt. Wir sind gerade

menarbeit ändern könnte, wenn sich die

Kufstein einen solchen Ort leistet, aber man

dabei, einen Trägerverein für die Vermark-

handelnden Personen ändern?

merkt schon in den ersten Monaten – und

tung der Kulturprojekte zu gründen, quasi

EBNER: Die Gefahr, dass sich an dem guten

eigentlich bereits im Vorfeld – dass es ein

als Vernetzungsprojekt in der Region. Gene-

Klima etwas ändert, besteht immer. Es war

richtiger und wichtiger Schritt war, damit

rell fokussieren wir uns in der Kommunikati-

aber unser größtes Ziel in der Entwicklung

ein großer Ruck durch die Szene gegangen

on stark auf die Landschaft, das Bergerlebnis

der gemeinsamen Gesellschaft, dass sie po-

und die Motivation der handelnden Perso-

in Kombination mit Kultur.

sitiv und nach vorne gerichtet ist. Wir haben

nen, von denen die meisten ehrenamtlich

das Korsett derart gestaltet, dass es nicht so

arbeiten, enorm groß ist. Die Reaktionen auf

Das Kultur Quartier hat einen wesentli-

leicht von einem persönlichen Konflikt oder

die ersten Produktionen wie den „Käfig vol-

chen Beitrag zur Entwicklung von Kufstein

einem auftauchenden Problem aus der Bahn

ler Narren“ vom Stadttheater sind extrem

beigetragen. Was macht für Sie generell

geworfen werden kann, sondern auch dann

positiv. Wir versuchen diese Emotionen nun

gute Stadtentwicklung aus?

stabil bleibt. Wenn es gut läuft, muss man die

aus marketingtechnischer Sicht einzufangen

EBNER: Wir haben das große Glück, dass

Chance nutzen, sich nicht nur darüber freu-

und nach außen darzustellen, um daraus

die handelnden Politiker offen sind, einen

en, sondern auch an die Zukunft denken. Das

entsprechende Wertschöpfung für die Regi-

großen Weitblick beweisen und Entwicklun-

ist uns, glaub ich, ganz gut gelungen. Das Ver-

on zu generieren.

gen entsprechend unterstützen und sie mit

ständnis in der Politik und bei den Funktio-

visionären Ideen in Verbindung bringen. Ein

nären ist geweckt worden und ich denke, dass

Kufstein wird in einer ersten Assoziation

Beispiel sind die Shared-Space-Zonen. Diese

mittlerweile alle verstanden haben, dass man

nicht unbedingt mit Tourismus in Verbin-

haben anfangs zu Diskussionen geführt und

gemeinsam mehr erreicht. Dieses Denken hat

dung gebracht. Fühlen Sie sich als Touris-

nicht jedem gefallen, inzwischen steht die Be-

bereits jetzt nachhaltige Spuren hinterlassen.

musregion manchmal unterschätzt?

völkerung dahinter. Natürlich war auch das

PÜHRINGER: Innerhalb Tirols mittlerweile

PÜHRINGER: Wir haben gemeinsame Zie-

Kultur Quartier ein großer Schritt, doch die-

le, eine Vision und eine Strategie, hinter der

nicht mehr. Wir sind sehr gut aufgenommen

sen Mut braucht es. Den haben die Verant-

alle von den Touristikern bis zur Kaufmann-

worden und haben unseren Platz gefunden.

wortlichen auch bewiesen, als sich Kufstein

schaft stehen. Dieser Markenprozess ist sehr

Da wir keine klassische Sport- und Skides-

als Startpunkt für die Rad-WM beworben

breit und über alle Branchen hinweg auf-

tination sind, fallen wir in der Außenwer-

hat. Die Stadt und der TVB haben gemein-

gestellt. Es ist viel Sensibilisierung und Be-

bung aber manchmal leider noch durch den

sam einen souveränen Auftritt hingelegt.

wusstseinsarbeit passiert, die nicht nur an

Rost. Wir würden uns wünschen, dass die

PÜHRINGER: Wenn wir Projekte umsetzen,

der Oberfläche kratzt. Das macht uns zuver-

Tirol Werbung noch etwas mehr in Richtung

dann immer unter der Prämisse, dass es mit

sichtlich für die Zukunft.

62

eco.nova


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Als Unternehmer-Bank konzentrieren wir uns auf die Finanzierung der Tiroler Wirtschaft.

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nehmens ist in vielerlei Hinsicht

aber nicht möglich. Hier spielen viele Fak-

eine große Herausforderung, eben-

toren eine Rolle: Neben dem Liquiditätsma-

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63


Bezirk Kufstein in Zahlen 970 km2 FLÄCHE

28 %

der Fläche sind Dauersiedlungsraum

107.233

Der Bezirk Kufstein bedeckt

Von 2010 bis 2016 ist die Einwohnerzahl

DER GESAMTFLÄCHE

EINWOHNER

um 6,7 % gestiegen.

7,7 %

des Landes Tirol

Bis 2030 rechnet man mit

118.000 Einwohnern

4.671.759 NÄCHTIGUNGEN im Tourismusjahr 2016

5.918

BETRIEBE DER GEWERBLICHEN WIRTSCHAFT

davon 53,5 % Einpersonenunternehmen (EPU)

GEMEINDEABGABEN

Haushaltsjahr 2015:

46.529

UNSELBSTÄNDIG BESCHÄFTIGTE

(November 2017, laut AMS)

384

UNTERNEHMENSGRÜNDUNGEN

55.843.925 Euro

= 521 Euro/Einwohner davon GRUNDSTEUER: 8.953.537 davon KOMMUNALSTEUER: 39.162.714


30

BRUTTOWERTSCHÖPFUNG/EINWOHNER:

38.457 Euro

GEMEINDEN, darunter 2 MARKTGEMEINDEN (Brixlegg, Kundl) und

Kufstein: 18.973 Wörgl: 13.537 Kirchbichl: 5.737 Ebbs: 5.542 Kramsach: 4.805 Kundl: 4.300 Wildschönau: 4.258 Langkampfen: 4.011 Söll: 3.641 Breitenbach am Inn: 3.452

AUSGEWÄHLTE INVESTITIONEN

(NACH EINWOHNERN)

DIE 10 GRÖSSTEN GEMEINDEN

3 STÄDTE (Kufstein, Rattenberg, Wörgl)

ARBEITSLOSENQUOTE

im November 2017:

6,2 %

Die Firma Bodner investierte rund

50 Millionen Euro

in das Kultur Quartier Kufstein. Die Baukosten des Festspielhauses Erl beliefen sich auf rund 36 Millionen Euro, rund 20 Millionen davon kommen von der Haselsteiner Privatstiftung.

Der Bezirk Kufstein erhält für verschiedene Projekte

rund 3,8 Millionen Euro aus dem Gemeindeausgleichsfonds – der Großteil fließt in Instandhaltung von Brücken, Straßen und Wegen, rund 32.500 Euro in den Breitbandausbau.

Durchschnittliches

Bruttolohneinkommen 2015:

565

1.699

LEHRBETRIEBE

Männer

WISSENSWERTES

2.900 Euro

Frauen

LEHRLINGE

1.881 Euro

RATTENBERG ist mit einer Fläche von ca. 10 Hektar und rund 400 Einwohnern die KLEINSTE STADT ÖSTERREICHS.

1850 wurden die Viertel von Ellmau, Scheffau und Söll zu einer Gemeinde mit dem Namen Söll vereinigt. 1865 wurde das Gebiet wieder in drei selbständige Gemeinden aufgeteilt.

MAG. MARTIN KRUMSCHNABEL (Die Parteifreien) wurde im Feber 2016 mit 62,7 % zum BÜRGERMEISTER VON KUFSTEIN gewählt.

BRANDENBERG (1.519 Einwohner) ist mit 130,02 km2 die flächenmäßig GRÖSSTE GEMEINDE im Bezirk.

BIS 1970 wurden in der Glockengießerei Bühl in

Bad Häring Bronzeglocken gegossen. Die Festung Kufstein wurde 1205 ERSTMALS URKUNDLICH ERWÄHNT.

ELLMAU ist mit 775.402 NÄCHTIGUNGEN im Jahr 2016 NÄCHTIGUNGSSTÄRKSTE Gemeinde in Kufstein, gefolgt von

der Wildschönau und Söll. Aktuellst verfügbare Werte (Daten 2016, falls nicht anders angegeben). Quellen: Statistik Austria, Landesstatistik Tirol, Wirtschaftskammer, AMS


eco.steuern

Ammenmärchen von der Steuer Schrecklich, was die Leute sagen und was man alles so hört. Zum Glück stimmt nicht gar alles davon. Starten wir doch positiv in ein glückliches neues Jahr 2018 und räumen mit den drei übelsten Gerüchten rund um die Steuer auf. // TEXT: STB DR. VERENA MARIA ERIAN, STB RAIMUND ELLER, STB MAG. EVA MESSENLECHNER

Gerücht Nummer 1

Tarif. Das Gegenteil davon wäre eine so ge-

heißt, auch bei steigendem Einkommen blei-

„Wenn man mehr arbeitet und bestimmte

nannte „flat rate“ mit einem einheitlichen

ben die einzelnen Schichten darunter für sich

Einkommensgrenzen überschreitet, dann

konstanten Steuersatz. Konkret gilt in Öster-

komplett unberührt bestehen. Damit sind un-

kann unter dem Strich sogar weniger übrig

reich derzeit folgender Tarif:

abhängig vom Gesamtverdienst immer 11.000

bleiben als vorher.“

Euro steuerfrei, die nächsten 7.000 (11.000 bis

„Fürs mehr arbeiten wird man in Österreich

Steuerpflichtiges

bestraft“, sagen die Leute. Aber kann das sein?

Jahresgesamteinkommen

Das wäre ein negativer Leistungsanreiz und

bis 11.000 Euro

würde unweigerlich zu kommunistischen Zu-

über 11.000 bis 18.000 Euro

25 %

ständen führen. So weit ist es Gott sei Dank

über 18.000 bis 31.000 Euro

35 %

doch noch nicht gekommen. Also, woher

über 31.000 bis 60.000 Euro

42 %

// Beispiel: Stünde eine Person, die bisher

kommt dieses Gerücht und wie ist es wirklich?

über 60.000 bis 90.000 Euro

48 %

ein steuerpflichtiges Jahreseinkommen von

über 90.000 bis 1 Mio. Euro

50 %

90.000 Euro hatte, nun vor der Überlegung,

über 1 Mio. Euro

55 %

einen weiteren Auftrag mit einem Zusatzge-

// Tatsächliche Sachlage: Wie bei jedem Ge-

Steuersatz

18.000 Euro) werden mit 25 Prozent besteuert, ein weiterer Einkommensteil in Höhe von

0%

13.000 Euro (18.000 bis 31.000 Euro) unterliegt einem Steuersatz von 35 Prozent usw.

winn von 10.000 Euro anzunehmen, kommt

rücht ist auch hier insofern ein Quäntchen Wahrheit dabei, als dass der Steuersatz bei

Wie im Schaubild (oben rechts) dargestellt,

der Steuersatz von 50 Prozent nur für diese

steigendem Einkommen tatsächlich höher

ist diese Staffelung wie ein Schichtkuchen,

10.000 Euro zum Tragen. Alles darunter wird

wird. Man nennt dies einen progressiven

Schicht für Schicht, isoliert zu sehen. Das

gleich versteuert wie bisher, womit der be-

66

eco.nova


eco.steuern

// Tatsächliche Sachlage zum Thema Steuernachzahlungen: Zudem will freilich auch die Finanz ihren Obolus. Hier dauert es zwar nicht ganz so lange, bis der Tag der Wahrheit kommt, aber das Prozedere ist ähnlich gefährlich: In den ersten zwei Jahren belaufen sich die Steuerzahlungen auf null, dann kommt die erste Nachzahlung für das erste Jahr plus gleichzeitig eine noch höhere Akontierung für das laufende Jahr. Wenn wir bei vorigem Beispiel mit einem steuerpflichtigen Gewinn von 70.000 bleiben, so resultiert daraus eine Einkommensteuerbelastung in Höhe von rund 20.000 Euro. Diese wird bei treffenden Person auch nach Steuer unterm

// Tatsächliche Sachlage zum Thema Sozial-

einer Gründung im Jahr 2014 spätestens An-

Strich mehr bleibt als vorher. Konkret hät-

versicherung (SVA): Auch hier bestätigt sich

fang 2016 vorgeschrieben. Ebenso im Jahr

te diese Person dann jedenfalls 5.000 Euro

die These, dass jedem Gerücht ein Körnchen

2016 kommt es zur erstmaligen Einhebung

mehr in der Tasche. Bei Inanspruchnahme

Wahrheit innewohnt: In den ersten drei Jah-

von Einkommensteuervorauszahlungen für

des Gewinnfreibetrages kann dieser Zuge-

ren werden in der Regel nur die Mindestbei-

das aktuelle Jahr auf Basis des Jahres 2014

winn netto auf 5.650 Euro erhöht werden.

träge vorgeschrieben. Diese gelten jedoch nur

von weiteren 20.000 plus einem 9-prozentigen

Diese Überlegungen gelten auch dann, wenn

vorläufig. Nach drei Jahren folgt die erste

Zuschlag. Das heißt, der Unternehmer muss

das Einkommen bisher unter der Steuer-

Nachberechnung anhand der reellen Zahlen,

im Jahr 2016 über 40.000 Euro allein für die

grenze von 11.000 Euro lag und bis dato kom-

was bei guter Geschäftslage zu einer kräfti-

Finanz berappen. Aber auch dieser Betrag ist

plett steuerfrei war. Hier meint so mancher,

gen Nachzahlung führt. Gleichzeitig werden

nicht aus einem einzigen Jahresergebnis zu

er solle nicht mehr arbeiten, da er ansonsten

die laufenden Beiträge an das tatsächliche

stemmen. Vielmehr ist fast die Hälfte davon

Steuern zahlen müsse. Prinzipiell stimmt

Niveau des drittvorangegangenen Jahres an-

aus Reserven des Jahres 2014 zu bedienen.

das schon, aber die Steuern fallen ja nur für

gepasst. Im Ergebnis bedeutet das, dass ein

das zusätzliche Einkommen an. Der Steuer-

Neugründer im Jahr vier oftmals die Beiträge

// Tatsächliche Sachlage Steuer & SVA zusam-

freibetrag von 11.000 bleibt ungekürzt weiter

für gleichzeitig zwei Jahre zu tragen hat. Da

men: Im vierten Jahr, in unserem Beispiel also

bestehen. Kann nun jemand seinen Output

erreicht die SVA-Gesamtbelastung bei kons-

im Jahr 2017, treffen Steuer und Sozialversi-

nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge

tanter Ertragslage dann mitunter um die 40

cherung jeweils mit der doppelten Belastung

von bisher 11.000 auf 18.000 Euro erhöhen, so

Prozent des Jahresgewinnes.

(für zwei Jahre) zusammen. Jetzt kommt zu den regulären Einkommensteuervorauszah-

zahlt er nur von den zusätzlichen 7.000 Euro Steuern. Das sind konkret 1.750 Euro. So-

// Beispiel: Ein Neugründer, der 2014 gestar-

lungen für das aktuelle Jahr die Steuernach-

mit hätte diese Person in Zukunft statt netto

tet ist und bereits im ersten Jahr so erfolg-

zahlung für das zweite Jahr (also 2015) sowie

11.000 nun 16.250 Euro für sich.

reich war, dass sein steuerpflichtiger Gewinn

auch die Belastungen aus den Beiträgen zur

70.000 Euro erreichte, bekam in den ersten

Sozialversicherung hinzu. In unserem Bei-

// Conclusio: Mehr zu verdienen, zahlt sich rein

drei Jahren die Mindestbeiträge von rund 150

spiel heißt das nun also ca. 40.000 Euro Steu-

finanziell immer aus. Da die Steuer in jedem

Euro monatlich vorgeschrieben. Das waren

ern plus rund 30.000 Euro Sozialversicherung.

Fall nur einen bestimmten Prozentsatz vom

in den Jahren 2014 bis 2016 pro Jahr also rund

Damit muss unser Unternehmer in dem Bei-

Einkommen ausmachen kann (maximal 55

1.800 Euro.

spielfall im Jahr 2017 dann plötzlich in Sum-

Prozent, siehe Schaubild), kann auch zusätzli-

Im Jahr 2017 zeigt sich die Realität: Die Vor-

me rund 70.000 Euro auf den Tisch legen. Das

ches Einkommen nicht von der korrespondie-

schreibungen für das laufende Jahr 2017

sind bei gleich bleibender Geschäftslage 100

renden Steuer gänzlich aufgezehrt werden.

werden gemäß dem Steuerbescheid 2014

Prozent seines Jahresgewinnes! Das ist aller-

(70.000 Euro Gewinn) entsprechend ange-

dings nur die halbe Wahrheit. Schaut man

passt, gleichzeitig wird die Nachzahlung für

über den Tellerrand hinaus, so ist unschwer

„Wenn man sich in die Selbständigkeit wagt,

das Jahr 2014 vorgeschrieben. 2017 kommt es

zu erkennen, dass in diesen vier Jahren in

dann frisst es einen im dritten Jahr.“

dann anstelle der bisherigen Vorschreibung

Summe 280.000 Euro (4 x 70.000) erwirt-

„Im dritten Jahr bekommt man vom Finanz-

von in etwa 1.800 Euro zu einer Gesamtbelas-

schaftet wurden und dafür in Summe rund

amt und von der SVA aus heiterem Himmel

tung von rund 30.000 Euro. Das sind mehr als

115.000 Euro an die SVA und das Finanzamt

solch astronomische, völlig aus der Luft ge-

40 Prozent des Jahreseinkommens. Davon

gehen. Ehrlicherweise muss man nun noch

griffene Nachzahlungen vorgeschrieben, da

entfallen allerdings über 10.000 Euro auf die

berücksichtigen, dass dann im Jahr 2018 noch

frisst es einen“, sagen die Leute. Schauen wir

Nachzahlung für das Jahr 2014. So belasten

die Nachzahlung für die SVA betreffend das

uns die Sache doch einfach auch hier einmal

in Wahrheit also nur ⅔ der SVA-Beitragsvor-

Jahr 2015 in Höhe von rund 11.000 Euro und

ganz genau an und Sie werden sehen, wenn

schreibungen das laufende Jahr, ⅓ kann und

im Jahr 2019 noch eine SVA-Nachzahlung für

man es richtig macht, dann frisst „es“ einen

soll durch eine entsprechende Rücklage aus

2016 von rund 17.000 Euro ins Haus stehen.

nicht.

dem Jahr 2014 bedient werden.

Da die Sozialversicherungsbeiträge zur Gän-

Gerücht Nummer 2

eco.nova

67


eco.steuern

ze von der Steuerbemessungsgrundlage in Abzug gebracht werden können, steht den Nachzahlungen an die SVA für 2014 bis 2016 allerdings auch eine Steuergutschrift in Höhe von insgesamt über 24.000 Euro gegenüber. In Summe stehen somit den Gewinnen aus den ersten vier Jahren in Höhe von 280.000 Euro (vor Abzug der SVA-Nachzahlungen) Abgaben von insgesamt rund 120.000 gegenüber, womit dem Steuerpflichtigen immerhin noch 160.000 Euro, im Schnitt also 40.000 Euro netto p. a. verbleiben.

gulierung: Wenn Sie in diesem Beispiel von Beginn an jedes Jahr von den 70.000 Euro Gewinn rund 30.000 Euro für die Steuer und

© HOFER

// Conclusio: Gewinnplanung & Steuerre-

die SVA, unabhängig von den tatsächlichen

Koproduktion der Ärztesteuerberater vom Team Jünger und der Team Tirol Steuerberater GmbH: StB Dr. Verena Maria Erian, StB Mag. Eva Messenlechner und StB Raimund Eller, v. l.

Vorschreibungen, reservieren und von den verbleibenden 40.000 Euro leben, kann es Sie keinesfalls fressen. Wir empfehlen gegen En-

seiner steuerpflichtigen Bürger – er nimmt

tragen Sie in der Regel selbst und reduzieren

de jeden Jahres eine professionelle Zwischen-

aber immer nur einen Teil (maximal 55 %)

damit Ihr Nettoeinkommen. Hinsichtlich ei-

gewinnermittlung und Jahreshochrechnung.

und niemals 100 Prozent. Das gilt für Ein-

nes tollen Autos mag das noch insoweit Sinn

Verlangen Sie von Ihrem Steuerberater kon-

nahmen und Ausgaben gleichermaßen.

machen, als Sie damit persönlich eine Freude haben und sich das ganzheitlich gesehen

krete Handlungsempfehlungen zur optimalen Steuer- und Abgabenplanung. Ebenso

// Beispiel: Bei einem Gewinn von 70.000 Eu-

positiv auf Ihre Lebensqualität auswirkt. Bei

sollten Maßnahmen zur Gewinnverschie-

ro beträgt der Grenzsteuersatz 48 Prozent.

anderen Wirtschaftsgütern ist das allerdings

bung ins Kalkül gezogen werden. So können

Investiert dieser Unternehmer nun 40.000

nicht immer der Fall. Die gefährlichsten Bei-

Sie sich bereits über ein Jahr im Vorhinein

Euro in ein neues Auto, so muss er diese Kos-

spiele einer Überinvestition finden sich in

auf Steuer- und Sozialversicherungsnach-

ten steuerlich auf acht Jahre verteilen, sodass

der Hotellerie. Wenn sich hier enorme Inves-

zahlungen vorbereiten und entsprechende

jährlich lediglich 5.000 Euro von der Steu-

titionsvolumina selbst bei 365 Tagen Vollaus-

Rücklagen bilden. Zudem benötigen Sie die

erbemessungsgrundlage in Abzug gebracht

lastung nicht mehr amortisieren können, ist

Hochrechnung für Ihre Disposition zur Aus-

werden können. Die Steuerersparnis von die-

Substanzvernichtung bis hin zur Insolvenz

schöpfung des Gewinnfreibetrages. Sie kön-

sen 5.000 Euro macht dann 48 Prozent aus.

vorprogrammiert.

nen nämlich bis zu 13 Prozent des Gewinnes

Das heißt, einem Investment von 40.000 Euro

vollkommen steuerfrei und sozialversiche-

steht für das betreffende Jahr im besten Fall

rungsfrei lukrieren, wenn in dieser Höhe be-

eine Steuerersparnis von mageren 2.400 Euro

stimmte Investitionen getätigt bzw. Wertpa-

gegenüber. Nach acht Jahren sind dies dann

piere gekauft werden.

zwar immerhin 19.200 Euro, unterm Strich

Wer trotzdem keine Hochrechnung hat und

mussten damit aber immer noch 20.800 Eu-

im Blindflug unterwegs ist, der sollte sicher-

ro selbst getragen und ein um diesen Betrag

heitshalber als Faustregel jährlich 50 Prozent

niedrigeres Nettoeinkommen in Kauf genom-

vom Gewinn für Sozialversicherung und

men werden. Hat dieser Unternehmer das

Steuer reservieren.

Auto nun nur aufgrund steuerlicher Überlegungen ohne wirklichen Bedarf gekauft, war

Gerücht Nummer 3

dies ein Schuss ins Knie. Noch teurer wird die Sache, wenn das Auto über 40.000 Euro

„Wenn man viel investiert, dann steigt man

gekostet hat, da dann ein Teil als sogenann-

am besten aus.“

te Luxustangente auszuscheiden ist und gar

Seien Sie vor folgendem Satz gewarnt: „Un-

nicht steuerlich geltend gemacht werden

ser Steuerberater hat gesagt, wir sollen uns

kann. Hinzu kommt in vielen Fällen noch ein

unbedingt ein neues Auto kaufen.“ Wenn Sie

anzusetzender Privatanteil für eventuelle

das hören, dann handelt es sich entweder

Privatfahrten.

um ein Missverständnis oder um eine freie Erfindung.

// Conclusio: Hüten Sie sich vor Fehlinvestitionen. Kaufen Sie nur, was wirklich etwas

// Tatsächliche Sachlage: Der Staat beteiligt

bringt. Auch wenn Sie die Kosten von der

sich über das Steuersystem nicht nur an den

Steuerbemessungsgrundlage in Abzug brin-

Gewinnen, sondern auch an den Verlusten

gen können, mindestens die Hälfte davon

68

eco.nova

GESAMTRESÜMEE

Auch wenn zum Glück nicht gar alles stimmt, was man so von der Steuer hört, die Situation ist auch so schon mühselig genug. Fakt ist, dass der Mittelstand von der eigenen Wertschöpfung fast 50 Prozent abliefern muss. Dem vorgelagert kürzen zudem die enormen Lohnnebenkosten den steuerpflichtigen Gewinn bereits im Vorfeld beträchtlich; nachgelagert schlägt noch die Umsatzsteuer mit 20 Prozent zu, womit der persönliche Lifestyle der mittelständischen Unternehmer trotz bester Ausgangslage vom Gesamtsystem beschämend bescheiden gehalten wird. KMU und Freiberufler kommen derzeit gerade noch einigermaßen finanziell komfortabel über die Runden, doch dieser bescheidene Komfort steht mitunter in keiner Relation zum Einsatz persönlicher und finanzieller Ressourcen. Das führt dazu, dass der Einsatz zurückgefahren wird. Es ist wirklich allerhöchste Zeit, dass sich daran in Kürze etwas ändert.


© DORO

promotion

Einfach mehr Service

Zeit ist ein wertvolles Gut im Wirtschaftsleben. Der Spruch „Zeit ist Geld“ drückt dies zutreffend aus. Dies gilt natürlich auch für die Personalsuche. Das AMS Tirol mit dem Service für Unternehmen bietet sich als kompetenter Partner an.

W

enn Unternehmen in Zeiten

Service für Unternehmen

mit einen Beitrag, die Arbeitskräftenach-

boomender Konjunktur Ar-

Die Experten des AMS Tirol organisieren

frage bestmöglich abzudecken“, so Pichler

beitsplätze zu besetzen haben,

und koordinieren den gesamten Bewer-

weiter. Besonders interessant auch für Un-

wird die Personalsuche bei einem schwin-

bungsprozess und sind Ansprechpartner in

ternehmen sind Programme wie „Qualifi-

denden Bewerbermarkt zur Herausforderung

allen Fragen der Personalvermittlung. Sie

zierung nach Maß“ und „Qualifizierung für

für Personalleitung und Unternehmen. Ähn-

prüfen die Unterlagen der Bewerber auf

Beschäftigte“.

lich verhält es sich in konjunkturschwachen

persönliche und fachliche Eignung. Auf Ba-

Zeiten – erneut eine Herausforderung, unter

sis der zusammen mit den Unternehmen

der großen Auswahl im Bewerberpool die

definierten Kriterien wird eine Vorauswahl

richtige Entscheidung zu treffen.

getroffen. „Wir übernehmen für Sie das Be-

Jahrzehntelange Erfahrungen in der Perso-

werbungsmanagement. Entsprechend Ih-

nalvermittlung qualifizieren das AMS Tirol

rem vorab gemeinsam besprochenen An-

zu einem zuverlässigen Partner der Wirt-

forderungsprofil selektieren wir für Sie

schaft. Wenn Personalverantwortliche Mit-

geeignete Kandidaten und Kandidatinnen

arbeiter suchen oder Bewerber eine neue Ar-

und stellen sie Ihnen vor“, formuliert Pichler

beitsstelle finden wollen, ist das Service für

das Angebot. Personalverantwortliche wer-

Unternehmen der richtige Ansprechpartner.

den somit vor einer „Bewerberflut“ bewahrt,

„Wir verfügen über umfassendes fachliches

die sie nicht oder nicht schnell genug zu ge-

und persönliches Know-how aus verschiede-

wünschten Mitarbeitern führt.

nen Branchen und Berufsgruppen. Für un-

Das AMS fördert aber auch die berufliche

sere Kunden aus Industrie, Handwerk, Tou-

Aus- und Weiterbildung von Arbeitskräf-

rismus, Bau und Handel sind wir erfolgreich

ten und unterstützt so Unternehmen mit

tätig, dies belegt unsere hohe Vermittlungs-

passend qualifiziertem Personal. „Darum

quote“, unterstreicht Dr. Bernhard Pichler

legen wir einen Schwerpunkt auf die För-

vom AMS Tirol.

derung der Qualifizierung und leisten da-

WEITERE INFOS

Sie interessieren sich für die Angebote des Service für Unternehmen? Dann kontaktieren Sie einfach und unverbindlich das Service für Unternehmen in jeder Geschäftsstelle des AMS Tirol. Informationen erteilt das Service für Unternehmen in den Geschäftsstellen des AMS Tirol. Besuchen Sie auch die Homepage www.ams.at/tirol oder kontaktieren Sie die AMS-ServiceLine unter 0512/58 19 99. ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

eco.nova

69


eco.steuern

Steuerberatung 3.0 © DIE FOTOGRAFEN

Der digitale Fortschritt revolutioniert sämtliche Branchen und führt zu stark veränderten, neuen und meist effizienteren Prozessen. Die Steuerberatung stellt hier keine Ausnahme dar: Bereits seit vielen Jahren hat die Digitalisierung Einzug in einer Branche gehalten, die bis vor nicht allzu langer Zeit noch mit viel Papier, Belegen und Rechnungen assoziiert wurde. Ein Blick auf die Zusammenarbeit zwischen Steuerberatern und Klienten im digitalen Zeitalter. // TEXT: CHRISTOPH BÖDL, ANDREAS KAPFERER

Mag. Christoph Bödl, Steuerberater bei Deloitte Tirol, und Mag. Andreas Kapferer, Partner bei Deloitte Tirol

I

Erleichterte Zusammenarbeit beim Belegaustausch

Voller Zugriff von überall

Fokus überwiegend auf den Einsatz der technischen Möglichkeiten zur

Galt in der Vergangenheit die elektronische

liebigen Ort zu schreiben, ist für die meisten

effizienteren Be- und Verarbeitung

Übermittlung der Belege als fortschrittlich,

Unternehmer bereits seit langer Zeit gängige

der Buchhaltungsinformationen gerichtet.

werden heute Belege direkt und struktu-

Praxis. Über Cloud-Lösungen lassen sich mitt-

Umsatzerlöse, Bankdaten und Ausgangs-

riert in Cloud-Systemen gespeichert. Das

lerweile auch sämtliche Finanzdaten des eige-

rechnungen aus dem Fakturaprogramm

ermöglicht den beidseitigen Zugriff von Be-

nen Unternehmens per App abrufen und ver-

automatisiert in die Buchhaltung zu impor-

rater und Kunden. Mobile Apps erleichtern

walten. In einer vernetzten Welt besteht der

tieren, ist auch bei kleinen Buchhaltungen

das Erfassen und Scannen per Smartphone.

Anspruch der Geschäftsführung, auch überall

längst genauso Standard wie die Möglich-

Der Berater erfährt automatisch, wenn neue

und jederzeit über die aktuellen Monatszah-

keit, Zahlungsvorschläge automatisiert aus

Belege angeliefert wurden, der Kunde wird

len, dazugehörige verknüpfte Belege und Ver-

der Buchhaltung zurück ins Onlinebanking

zeitnah verständigt, wenn die Belege verar-

träge verfügen zu können, diese mobil zu ver-

zu übermitteln und quasi per Mausklick zur

beitet wurden oder weitere Informationen

walten, herunterzuladen oder zu verschicken.

Überweisung zu bringen. Nun verändert der

notwendig sind. So können Rechnungsbele-

technische Fortschritt nachhaltig die Zusam-

ge wie Taxirechnungen, Seminarbestätigun-

Dienstnehmerakt online

menarbeit zwischen Unternehmen und Steu-

gen oder Bewirtungskosten einfach von un-

Bei einer Finanzpolizeiprüfung muss nie

erberatern. Heute sind es die Menschen ge-

terwegs gescannt, archiviert und übermittelt

wieder Unsicherheit in der Anfangsphase

wohnt, sämtliche Informationen mobil über

werden.

herrschen, denn die Kunden haben den voll-

Smartphones, Tablets oder Laptops abzuru-

Die elektronische Speicherung erfolgt idea-

ständigen Personalakt in der Cloud gespei-

fen und auszutauschen. Es gilt, diese selbst-

lerweise in revisionssicheren Systemen, so-

chert und abrufbar, vom Steuerberater oder

verständlichen Kommunikationswege auch

dass ein siebenjähriges Aufbewahren der ori-

Personalverrechner überprüft und aktuell

in der Beraterpraxis zur Verfügung zu stellen.

ginalen Papierbelege überflüssig wird.

gehalten.

70

n den vergangenen Jahren war der

eco.nova

E-Mails auf dem Smartphone von jedem be-


eco.steuern

Mittels Scan-App Belege direkt beim Steuerberater revisionssicher archivieren

Aktuelle Unternehmenszahlen überall und jederzeit im Blick

Zeitnahes, flexibles Reporting

lineoberfläche, der Berater sieht diese und

oder ein eigenes Fakturatool des Steuerbe-

Belege werden nicht mehr einmal nach Mo-

kann die Aufgaben zum gewünschten Ter-

raters nutzen. All das spart Arbeitsaufwand

natsende gesammelt übermittelt, sondern

min erledigen und über die Kommunikati-

und Kosten, da die Umsätze direkt in die

laufend erfasst. Sie können nach elektro-

onsplattform Rückmeldung geben. Umge-

Buchhaltung fließen. Große Unternehmen

nischer Freigabe durch den Kunden sofort

kehrt kann der Berater jederzeit mitteilen,

wiederum haben den Vorteil, möglichst tag-

verarbeitet werden. Per App lassen sich

wenn Informationen vom Kunden benötigt

aktuell die laufenden Geschäftszahlen abruf-

zeitnahe flexible Auswertungen abrufen.

werden, und diesem somit „Aufgaben“ zu-

bar zu haben oder sich branchenspezifische

Zahlenfriedhöfe auf Papier oder im PDF ge-

teilen. Der Kunde sieht die Liste mit offe-

Auswertungen und Kennzahlen individuell

hören der Vergangenheit an. Grafische und

nen und noch nicht erledigten Anfragen zur

gestalten zu lassen.

individuell anpassbare Auswertungen geben

Abarbeitung.

wesentlich effizienteren Überblick über die

Sind die Steuererklärungen erstellt, müssen

aktuellen Geschäftsentwicklungen und un-

diese nicht mehr händisch unterfertigt wer-

terstützen auch weniger zahlenaffine Un-

den, sondern können per Workflow elektro-

ternehmer.

nisch durch den Unternehmer freigegeben

Per Mausklick lassen sich die Jahresbudgets

werden. Auch dem Bankberater kann direkt

über die aktuellen Zahlen legen, um einen

Zugriff auf die aktuellen Jahresabschlüsse

grafischen Soll-Ist-Vergleich zu ermöglichen.

gewährt werden.

Workflow Die webbasierte Kooperation erleichtert

Für kleine und große Unternehmen interessant

auch die Zusammenarbeit im Austausch

Kleinere Unternehmen profitieren davon,

und bei der Freigabe wichtiger Dokumen-

dass sie mittels Onlinetools Buchhaltungsda-

te. Der Kunde stellt Anfragen über die On-

ten bereits selbständig vorerfassen können

easyDeloitte einfach – aktuell – sympathisch

+

easyScan ist Ihr digitaler Assistent: Mittels Scan werden aus Papier einfach digital durchsuchbare Dokumente

+

easyWorkflow – Dokumente freigeben, Aufgaben verwalten und „on the go“ erledigen

www.deloitte.at/easy

+ easyDocument ist Ihr revisionssicheres Archiv, für Verwaltung, Personal, Buchhaltung, etc.

AUF AUGENHÖHE MIT DEN KUNDEN

Da die Kunden zunehmend mit digitalen Medien arbeiten und sich neue Geschäftsmodelle teilweise nur noch digital abspielen, sind auch die Berater gefordert, technologisch auf Augenhöhe zu bleiben und entsprechende Lösungen anzubieten. Deloitte setzt aus diesem Grund verstärkt auf Digitalisierung und bietet den Kunden maßgeschneiderte Lösungen, die individuell auf deren Bedürfnisse zugeschnitten sind.

+ ... easyReport liefert aktuelle Zahlen Ihres Unternehmens aus Buchhaltung und Planung

Mit weiteren Apps kombinierbar • Buchhaltungspaket • easyBill Fakturierung • …

eco.nova

71


eco.recht

Das Register für wirtschaftliche Eigentümer aus Compliance-Sicht Das Wirtschaftliche Eigentümer Registergesetz (WiEReG) verpflichtet alle Rechtsträger mit Sitz in Österreich, ihre wirtschaftlichen Eigentümer zu ermitteln und erstmalig bis spätestens 1. Juni 2018 an ein „Transparenzregister“ zu melden. // TEXT: IVO RUNGG & JOHANNES BARBIST, BINDER GRÖSSWANG RECHTSANWÄLTE, INNSBRUCK

S

re Kredit- und Finanzinstitute,

Wer ist wirtschaftlicher Eigentümer eines Rechtsträgers?

Rechtsanwälte, Notare, Wirt-

Wirtschaftlicher Eigentümer ist jede natür-

schaftsprüfer, Steuerberater,

liche Person, in deren Eigentum oder unter

chon bisher haben insbesonde-

Immobilienmakler, Unternehmensberater

deren Kontrolle ein Rechtsträger letztlich

und Versicherungsvermittler (so genannte

steht. Die Ermittlung der wirtschaftlichen

„Verpflichtete“) im Rahmen der Bekämpfung

Eigentümer ist bei komplexeren Gesell-

von Geldwäsche und Terrorismusfinanzie-

schafts- und Konzernstrukturen durchaus

rung die Identität ihrer Kunden festzustel-

anspruchsvoll. Die Einholung von Rechtsrat

len und zu überprüfen; ist der Kunde eine

wird daher in derartigen Fällen geboten sein,

juristische Person, muss auch ihr wirtschaft-

insbesondere auch bei grenzüberschreiten-

licher Eigentümer ermittelt werden (KYC/

den Konstellationen. Hier sollte auf einen

AML-Prüfung). Das neue Transparenzregis-

Gleichlauf bei den Meldungen in anderen

ter soll die Verpflichteten bei dieser Prüfung

EU-Mitgliedstaaten geachtet werden.

unterstützen, nicht aber für jedermann ein-

Besonders relevant ist die Neurege-

sehbar sein.

lung für Privatstiftungen, gelten doch als

Die Pflichten der Rechtsträger Das Transparenzregister muss mit Daten

wirtschaftliche Eigentümer einer Privatstif-

Dr. Ivo Rungg

tung der Stifter, jeder Begünstigte (und der näher definierte Begünstigtenkreis), der Stiftungsvorstand und gegebenenfalls andere

befüllt und aktuell gehalten werden. Al-

kontrollierende natürliche Personen. Sie alle

so werden die in Österreich eingetragenen Rechtsträger (also u. a. Personengesellschaf-

Um ihren Meldepflichten nachzukommen,

ten, GmbH, AG, Genossenschaften, Vereine,

müssen sie zunächst die Identität ihrer wirt-

Privatstiftungen) zur Meldung verpflichtet,

schaftlichen Eigentümer feststellen und

Ausblick

und zwar jeder Rechtsträger einzeln (keine

überprüfen sowie die Eigentums- und Kon-

Das WiEReG sieht strenge Sanktionen vor.

„Konzernmeldung“ vorgesehen).

trollstrukturen auf Gesellschafterebene

Verletzungen der Meldepflicht sind Finanz-

Erleichterungen bestehen für all jene

verstehen. Dies wird typischerweise vorbe-

vergehen. Bei Vorsatz drohen Geldstrafen

Rechtsträger, die ausschließlich natürliche

reitende Maßnahmen erforderlich machen,

bis zu 200.000 Euro, bei grober Fahrlässigkeit

Personen als Gesellschafter haben. Für die-

insbesondere auch Nachweise auf Seiten der

bis zu 100.000 Euro. Eine rechtzeitige Befas-

se werden die Daten automatisch aus ande-

Gesellschafter.

sung mit dem WiEReG ist daher dringend

ren Registern übernommen. Es ist für diese

Die Meldung selbst erfolgt über das Unter-

geboten.

nichts zu tun, außer die Aktualität des Re-

nehmensserviceportal (USP) und kann seit

gistereintrags zu prüfen und ob andere na-

15. Jänner 2018 vorgenommen werden. Eine

türliche Personen Kontrolle ausüben. Dann

Einsicht wird erstmals ab 2. Mai 2018 möglich

wären diese Personen (z. B. Treugeber) zu

sein. Bis 1. Juni 2018 muss gemeldet sein, da-

melden.

nach werden automatische „Reminder“ ver-

Jedenfalls meldepflichtig sind Rechtsträger,

sandt und gegebenenfalls auch Verwaltungs-

an denen ihrerseits Gesellschaften beteiligt

strafverfahren wegen Nichterfüllung der

sind (ca. 60.000 Rechtsträger in Österreich).

Meldepflicht eingeleitet.

72

eco.nova

scheinen dann im Transparenzregister auf.

WEITERE INFORMATIONEN ZUM WIEREG

Barbist / Gassner, Der gläserne Gesellschafter – Das neue Register für wirtschaftliche Eigentümer aus Compliance-Sicht (ecolex 2017, 1170).


promotion

Bau- & Wohn-Foren der Volksbank Tirol in Schwaz, Mils b. Imst, Innsbruck und Kufstein! Jedes Jahr planen tausende Tiroler in Haus und Wohnung zu investieren und fast jeder Bauherr oder Wohnungskäufer ist dabei auch auf Kredite angewiesen. Gut, dass mit der Volksbank Tirol eine starke Tiroler Wohnbau-Bank als kompetenter Finanzierungspartner zur Verfügung steht. Günstige Zinsen Jetzt ist der ideale Zeitpunkt für den Abdas historisch tiefe Zinsniveau macht Kredite so günstig wie noch nie. Der Trend zum Immobilienerwerb, Bauen und Sanieren wird auch durch das Land Tirol mit lukrati-

© VOLKSBANK

schluss einer Wohnbau-Finanzierung, denn

„EGAL, OB SIE SANIEREN, BAUEN, KAUFEN ODER IHRE BESTEHENDE FINANZIERUNG ÜBERPRÜFEN MÖCHTEN – INFORMIEREN SIE SICH GANZ UNVERBINDLICH BEIM BAU- & WOHN-FORUM DER VOLKSBANK TIROL – ES LOHNT SICH.“ Lukas Scharler, Wohnbauberater der Volksbank-Hauptgeschäftsstelle Landeck

ven Fördermöglichkeiten und einer großen Sanierungsoffensive unterstützt. Speziell für Bauherren und Immobilienkäufer veranstaltet die Volksbank Tirol daher vier Informationsabende.

Themen & Vorträge • Die Wohnbauförderung und Wohnhaussanierung in Tirol (Förderspezialisten, Land Tirol). • Wohnträume realisieren – mit der Volksbank als Wohnbau-Bank (Wohnbauexper-

TERMINE • MI, 21. Februar 2018, Wirtschaftskammer, SCHWAZ • DO, 22. Februar 2018, Firma Gitterle, MILS BEI IMST • DI, 27. Februar 2018, Volksbank-Forum, INNSBRUCK • MI, 28. Februar 2018, Wirtschaftskammer, KUFSTEIN

ten, Volksbank) • Mythen beim Bauen & Sanieren (Architekt, Energie Tirol). • Die Volksbank Tirol verlost pro Veranstaltung Finanzierungsgutscheine im Wert von 1.000 Euro.

TERMINE IM ÜBERBLICK

JETZT ANMELDEN EINTRITT FREI Uhrzeit: jeweils von 19.00 bis ca. 21.00 Uhr

Einladung zum

BAU- & WOHN-FORUM

Bild: © drubig-photo - fotolia.com

• Mi., 21. Februar 2018, Schwaz: Wirtschaftskammer, Bahnhofstraße 11, 6130 Schwaz • Do., 22. Februar 2018, Mils: Einrichtungshaus Gitterle, Gewerbegebiet 8, 6493 Mils bei Imst • Di., 27. Februar 2018, Innsbruck: Volksbank-Forum, Meinhardstraße 1, 6020 Innsbruck • Mi., 28. Februar 2018, Kufstein: Wirtschaftskammer, Salurner Straße 7, 6330 Kufstein

ANMELDUNG

Informieren Sie sich bei den Bau- & Wohn-Foren, es zahlt sich aus. Der Eintritt ist frei, die Veranstaltungen dauern jeweils von 19.00 bis ca. 21.00 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist daher unbedingt erforderlich, und zwar unter der Volksbank-Hotline 050566-8281 oder via Internet: www.wohn-forum.at

Die Volksbank Tirol veranstaltet vier Informationsabende für Bauherren, Wohnungskäufer & Sanierer. Anmeldung: Tel. 050566-8281 www.wohn-forum.at

Die Wohnbau-Bank für Tirol.

eco.nova

73


Zukunft Bildung & Innovation

Fortschritt braucht Investition Ein Standort wie Österreich, also einer ohne

die heimischen Unternehmen, die immer

nennenswerte Rohstoffvorkommen, wird

mehr in Forschung & Entwicklung (F&E) in-

nur über Innovationen überleben können.

vestieren. 619 Millionen Euro sind es kon-

Innovation braucht Forschung und diese

kret. „Mit dieser Forschungsintensität sind

wiederum Geld. Durch das EU-Forschungs-

rund 5.000 Personen in den Unternehmen

rahmenprogramm „Horizon 2020“ sind seit

im F&E-Bereich beschäftigt“, rechnet Zol-

dem Jahr 2014 rund 35 Millionen Euro an

ler-Frischauf.

EU-Forschungsmitteln nach Tirol geflossen. Damit wurden 77 Projekte und 85 Beteili-

Geld für Digitalisierung

gungen unterstützt. Österreich zählt damit

Zusätzliches Geld wird seitens der Landesre-

insgesamt zu den Top-3-Ländern dieser För-

gierung auch in puncto Digitalisierung in die

„BESONDERS HERVORZUHEBENDE PROJEKTE, DIE EINEN POSITIVEN EINFLUSS AUF DEN WIRTSCHAFTS-, ARBEITS- UND LEBENSRAUM TIROL HABEN, SIND NICHT NUR ZUKUNFTSWEISEND, SONDERN AUCH FÜR ANDERE IDEENGEBER MOTIVIEREND.“

derungen.

Hand genommen. Ergänzend zu den beste-

Generell positioniert sich Tirol immer mehr

henden Bundes- und Landesförderungspro-

als Land der Forscher, auch wenn es in der

grammen werden Leuchtturmprojekte im

öffentlichen Wahrnehmung oft schwierig ist,

Bereich der Digitalisierung in Tirol künftig

von 100 Prozent der Kosten, maximal jedoch

diese Erfolge auch zu transportieren. Lan-

verstärkt gefördert. Für die Förderung sol-

200.000 Euro, gewährt werden – in Unter-

desrätin Patrizia Zoller-Frischauf: „Mit einer

cher Projekte der Wirtschaft und Hochschul-

nehmen sind maximal 30 Prozent der Kos-

regionalen Forschungsquote von 3,14 Prozent

landschaft sind bis zum Jahr 2022 jährlich 6,5

ten förderbar. „Mit dieser Maßnahme wollen

erreichen wir schon heute den Wert, den die

Millionen Euro vorgesehen. Insgesamt stellt

wir das digitale Potenzial in Tirol zugunsten

EU für das Jahr 2020 vorgesehen hat, und lie-

das Land sohin pro Jahr zehn Millionen Euro

einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft und

gen damit auch über dem Österreichschnitt.“

für Projekte im Rahmen von digital.tirol zur

Gesellschaft sowie deren Weiterentwicklung

Neben den Universitäten, Fachhochschulen

Verfügung. Pro Projekt, das in Tirol verwirk-

noch besser ausschöpfen“, erklärt Landes-

und Forschungseinrichtungen sind es auch

licht wird und eine Laufzeit von zwei Jah-

hauptmann Günther Platter dazu.

74

eco.nova

Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf

ren aufweist, können Förderungen in Höhe


eco.zukunft

stauschen? Wollen wir uns mal au Vor rund zehn Jahren hatte ich eine Idee. Ich wollte ein Jahr lang jede Woche eine fremde Person treffen, die ich (digital) entdeckt hatte und deren Gtedanken mich begeisterten. „52 Faces“ nannte ich das Projekt. Bis zum Ende durchgezogen hab ich es nicht, nach rund 20 Köpfen holte mich leider der Alltag ein.

HETEROGEN VS. HOMOGEN

Bereichernde Begegnungen waren es dennoch. Aus manchen er-

Für zehn bis zwanzig Prozent der KrebspatientInnen ist die

kitzelt mich der Vorsatz, das Projekt wieder aufzunehmen. Denn:

Immuntherapie ein Erfolg: Wirksame Medikamente unter-

Oftmals ist es ein Gespräch, ein Gedanke oder eine Frage des Ge-

stützen das eigene Immunsystem, sich gegen den Tumor zu

genübers, die das Leben verändern. Vor allem, wenn es vermeint-

richten und den Krebs zu heilen. Aktuelle Daten zeigen aller-

lich dumme (= unbeschwert ehrliche) Fragen sind. Vielleicht bin ich

dings, dass ein Teil dieser PatientInnen nach ein bis zwei Jah-

auch müde vom digitalen Vernetzen, dem heute selten ein tieferer

ren Resistenzen gegen die Behandlung entwickelt. Ein Tiroler

Austausch folgt, wenn kein klares Motiv, kein Potenzial für eine

Forschungsteam liefert nun eine erste Erklärung für diesen

konkrete Kooperation auf der Hand liegt. Wer hat denn im hoch-

ungünstigen Verlauf und damit Anhaltspunkte für die Opti-

frequenten und dichten Alltag auch noch Zeit für ein – zielloses –

mierung der Immuntherapie.

Treffen, bei dem er nichts verkaufen oder erreichen will?

Krebs ist ein komplexes Geschehen. Die Zellen eines Tumors

Die geselligen US-Amerikaner hatten schon damals gute Stra-

entwickeln sich je nach Entstehungsort, genetischer Anlage

tegien. Im Land des Networkings stand der Gedanke „Never eat

und Tumormikroumgebung sehr unterschiedlich und haben

alone“ auf Höchstkurs. Tenor: Wenn schon keine Zeit für das

zahlreiche Mutationen. Diese Heterogenität ein und dessel-

Treffen von neuen Kontakten, dann eben mit dem kombinie-

ben Tumors ist derzeit ein „hot topic“ in der Krebsforschung.

ren, was man so oder so machen muss. Doch da hatte man noch

Eine gemeinsame Forschungsarbeit zweier Teams aus den Be-

nicht mit der Intensität der digitalen Revolution gerechnet, die

reichen Bioinformatik und Zellgenetik der Medizin Uni Inns-

den Gedanken an 90 Minuten Lunch gefühlt in die Kategorie der

bruck liefert nun eine wegweisende Erkenntnis zu diesem

Absurdität führt.

Thema. Das renommierte Magazin Nature Communications

Indikator für die Erosion der Mittagspause ist das unheilsame

berichtet. „Die Interaktion zwischen Tumor und Immunsys-

Wachstum der Bäckereiketten; deren „luftig“ gefüllte Weckerl sind

tem ist höchst differenziert und komplex und benötigt noch

Sinnbild für eine Zeit der inszenierten Leere. Dabei ist es heute so

viel Aufklärungsarbeit“, so Zlatko Trajanoski, führender Bioin-

einfach wie nie. LinkedIn, Xing und Facebook haben eine Durch-

formatiker am Biozentrum der Medizin Uni Innsbruck. Mit

dringung erreicht, die sich vor zehn Jahren wenige vorstellen

seinem Team gehört er weltweit zu einer der wenigen Grup-

konnten. Die Welt wurde persönlich und noch nie konnten wir so

pen, die aus bioinformatischen Analysen zielgerichtete In-

leicht spannende Menschen entdecken und kontaktieren. Doch

formationen für die Krebsimmuntherapie liefern können.

die Revolution frisst bekanntlich ihre Kinder und so adden wir

Gemeinsam mit dem Team um Gottfried Baier, einem der Pio-

uns durchs Land und streamen uns täglich durch die Postings

niere der Krebsimmuntherapie und Leiter der Sektion für Zell-

der fremden Freunde.

genetik an der Medizin Uni Innsbruck, konnten die Forscher

Doch Aussteigen ist keine Option. Ein reflektierter Strategie-

nun belegen, dass Tumoren im Verlauf der Immuntherapie ge-

wechsel könnte aber lohnend sein. Jede Woche ein Kaffee mit

netisch homogener werden. In weiterer Folge werden die Tu-

einem digitalen Kontakt, ohne zu wissen, wohin das Gespräch

morzellen vom Immunsystem nicht erkannt und die Tumoren

führt? Was riskieren wir schon? Und jetzt lese ich meine eigenen

fangen wieder an zu wachsen. „Im Rahmen der Therapie er-

Zeilen und denke mir, worauf ich eigentlich noch warte. Ich hab

folgt eine sogenannte Immuneditierung, das heißt, Tumorzel-

mir die Antwort ja längst selbst gegeben. Da geht was.

wuchsen spannende Projekte oder sogar Freundschaften und so

len mit gewissen Mutationen werden eliminiert, wodurch die genetische Heterogenität des Tumors verkleinert wird“, erklärt Trajanoski die neue Erkenntnis, die nur anhand eines vom Team um Gottfried Baier etablierten Mausmodells für Dickdarmkrebs erbracht werden konnte.

HANNES OFFENBACHER

Hannes Offenbacher ist Inhaber des Ideenstudios Mehrblick. www.mehrblick.at

eco.nova

75

© FABIAN ISARA

ECO.MMENTAR


TIROL INNOVATIV


eco.zukunft

Rewollution

© MARSHALL

Wie innovativ kann denn schon ein Schaf sein, fragen Sie? Sehr, sagen wir. Vielleicht nicht unbedingt das Tierchen an sich, wurde es doch schätzungsweise schon vor 10.000 Jahren erstmals domestiziert. Aber deren Wolle ... oder das, was man daraus macht. // TEXT: MARINA KREMSER

S

Die Macher hinter Whisperwool: Gernot Wurm, Horst Philipp und Monika Manzl

eit etwa 5.000 Jahren werden

Macher hinter Whisperwool. So nennen sich

Schafe nicht nur ihres Fleisches

die innovativen Akustikplatten aus Tiroler

wegen gehalten, man hat auch

Schafwolle.

deren Fell respektive Wolle für

Whisperwool ist ein Produkt der Tante Lot-

den Menschen entdeckt. In Deutschland

te Design GmbH aus Innsbruck, die 2014 von

wurden Schafe bis Anfang der 1950er-Jah-

Monika Manzl (Controlling & Rechnungs-

re sogar überwiegend ob des Wollertrags

wesen), Gernot Wurm (Sales & Marketing)

gezüchtet. Dann kam die Baumwolle. Und

und Innovator Horst Philipp gegründet

chemische Fasern. Dabei hat Schafwolle

wurde. Philipp wiederum war ein Teil des

überzeugende Vorteile. Wollkleidung hat so-

Kreativtrios Pudelskern. Der Werkstoff

wohl einen wärmenden als auch kühlenden

Wolle ist ihm also per se nicht fremd (die

Effekt, sie knittert kaum und ist außerdem

Lampe Granny ist für uns heute noch ein

wenig schmutz- und geruchsanfällig. Schaf-

Meisterwerk), auch wenn er mit seiner Heu-

wolle kann außerdem bis zu 33 Prozent ih-

mandl-Stimmungsleuchte aus Eichenholz

res Eigengewichts an Feuchtigkeit aufneh-

und eingestreuten Blumen auch gerne Aus-

men, ohne dass sich der Stoff wirklich nass

flüge in andere natürliche Gefilde des schrä-

anfühlt. Wolle lädt sich nicht elektrosta-

gen Möbeldesigns gemacht hat.

tisch auf und ist zudem schwer entflammbar. Letzteres mag für Kleidung zwar nur

Wie das Schaf an die Decke kam

bedingt von Bedeutung sein, macht Wolle

Schlussendlich waren es immer neue Mate-

dafür aber auch für technische Einsätze re-

rialien und Technologien, die Veränderungen

levant. „Seit die Menschen die Höhlen verlas-

in der Baukultur gebracht haben –

sen haben, und wahrscheinlich schon davor,

von der Schilfhütte über Backsteingebäu-

diente Wolle dazu, die Wände zu bekleiden.

de, Glaspaläste und Betonskulpturen bis hin

Warm und weich waren die Felle. Die Noma-

zu Wolkenkratzern. Die Materialien der Zu-

den verwendeten gefilzte Jurten, um sich

kunft müssen den Problemstellungen der

vor Wind und Wetter zu schützen. Später

Gegenwart gerecht werden: Klimawandel,

verwendete man Vorhänge und Wandteppi-

Energiehaushalt, Ressourcenknappheit, Ge-

che, teilweise reich verziert, um die Räume

sundheits- und Umweltfreundlichkeit. Die

angenehmer zu gestalten“, wissen etwa die

Antwort darauf liefert das Schaf.

eco.nova

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eco.zukunft

Im Quellenhof in Leutasch ergänzt die Whisperwool-Decke die Natürlichkeit des Hauses perfekt.

Die Berge, Lifestylehotel in Sölden. Die Decke aus gepresster Schafwolle nimmt den kühlen Gestaltungselementen ihre Strenge. Whisperwool funktioniert auch im Privatbereich, an der Decke wie an der Wand.

Für Schafwolle in der Architektur sprechen ganz objektive Kriterien. Einerseits bindet sie CO2, reinigt sich selbst und filtert Giftstoffe wie Formaldehyde aus der Luft, ist mottengeschützt, allergiefrei und nimmt Feuchtigkeit auf, ohne zu schimmeln. Auf der anderen Seite steigt auch das subjektive Bedürfnis nach nachhaltigen Werkstoffen. Whisperwool verwertet quasi ein agrares Ab-

ten Peter Reiter haben wir schließlich die

fallprodukt. In Tirol wird der Rohstoff Schaf-

Elemente als ganze Akustikdecken angewen-

wolle oft entsorgt, weil er für die Weiterver-

det und weiterentwickelt.

arbeitung für die Textilindustrie meist zu grob ist. Für die Akustikplatten eignet er sich

Die Platten schauen relativ simpel aus und

absorbtion gelingt nur durch die Steifigkeit

hervorragend und so wird Whisperwool aus

sind es auch in der Handhabung. Im Grun-

der Paneele. Die Wolle ist zudem in der La-

Tirol Wool und damit kontrollierter Qualität

de nagelt man sie einfach an die Decke

ge, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder

vom Tiroler Bergschaf hergestellt.

oder die Wand. Was steckt wirklich hinter

abzugeben, außerdem sind die Platten mit

Whisperwool?

einer Größe von 90 x 90 Zentimetern und

ECO.NOVA: Tante Lotte verbindet so man-

Whisperwool ist ein hochtechnologisches

einer Dicke von 12 Millimetern optimal zu

cher mit klassischem Produktdesign, mit

Produkt. Die Schwierigkeit ist, aus einer elas-

verarbeiten. Whisperwool lässt sich fugenlos

Einrichtungsgegenständen. Mit Whisper-

tischen, weichen Wollfaser eine steife und

aneinanderfügen, man kann es biegen und

wool geht man stark in den Architekturbereich. Wie kam es dazu?

GERNOT WURM: Als sich das Designtrio von Pudelskern aufgelöst hat, hat Horst Philipp Tante Lotte mit der Intention gegründet, ein innovatives Möbellabel auf den Markt zu bringen und die Produkte nicht nur zu designen, sondern auch selbst zu produzieren. Bereits zu Zeiten von Pudelskern hat sich

knicken, mit Strukturen versehen oder drei-

HÄTTEN SIE’S GEWUSST? AB SIEBEN SCHAFEN SPRICHT MAN VON EINER HERDE.

dimensional formen. Die Einsatzmöglichkeiten sind dadurch sehr vielfältig. Farblich sind wir mit anthrazit, silbergrau und weiß der Natur treu geblieben. Und: Whisperwool ist zu 100 Prozent recyclingfähig, ganz nach dem Cradle-to-Cradle-Konzept. Wie lange hat es von der Idee zum Produkt gedauert?

Horst mit Schafwolle auseinandergesetzt und blickt damit auf rund 15 Jahre Erfah-

dennoch biegbare Platte zu machen. Die

Grob stecken rund sieben Jahre Forschung

rung mit dem Material zurück. Schon frü-

Paneele werden an Unterkonstruktionen

und Entwicklung im Produkt, wobei die

her gab es akustische Wandpaneele im Sor-

von Decke oder Wand abgehängt aufgen-

Entwicklung noch nicht aufgehört hat. Es

timent, wenn auch noch nicht so ausgereift

agelt, wobei die Nagelköpfe unsichtbar in der

braucht seine Zeit, bis ein Design und auch

wie heute. Über die Jahre ist es gelungen,

Wolle verschwinden. Um Frequenzen ent-

der Nutzen so ist, wie man sich das Ganze

Wolle derart kompakt zu verpressen, dass

sprechend aufzunehmen und die Raum-

vorgestellt hat. Die Erfahrungen in den Pro-

daraus stabile Platten entstehen. Mit der

akustik zu verbessern, braucht es einerseits

jekten, der Monteure und der Input der Kun-

Entwicklung der Architektur hin in Richtung

eine gewisse Steifigkeit der Platten, anderer-

den und Architekten sind für uns sehr wich-

moderne Kühle mit glatten Böden, Beton,

seits diesen Hohlraum dahinter, um auch tie-

tig. In einer Platte von 90 x 90 Zentimetern

Stein und Glas war die Zeit reif für innova-

fe Frequenzen zu absorbieren. Für die Optik

stecken rund drei Kilogramm Material. Es

tive Akustikelemente, die diese teils harten

könnte man theoretisch auch Filz nehmen,

war viel Entwicklungsarbeit nötig, um die op-

Oberflächen ausgleichen. Mit dem Architek-

nur akustisch funktioniert das nicht. Schall-

timale Verarbeitungsmöglichkeit zu finden.

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eco.nova


eco.zukunft

„ES IST GERADE DAS EINFACHAUSSEHEN-LASSEN VON KOMPLIZIERTEN HINTERGRÜNDEN, DAS WHISPERWOOL AUSMACHT. DIE EINFACHSTEN LÖSUNGEN SIND OFT AM SCHWIERIGSTEN ZU FINDEN.“

DIE PERFEKTE LÖSUNG

für Betrieb oder Büro!

Gernot Wurm

Wen möchten Sie mit Whisperwool an-

regulieren und zudem Gestaltungsele-

sprechen – den Privaten oder doch den

ment sein.

gewerblichen Kunden? Whisperwool schafft angenehme, gesun-

Wo soll es in Zukunft hingehen?

de Räume. Wir haben Wohlfühlwohnzim-

Aktuell produzieren wir auf der Testanla-

mer, Musikzimmer, aber auch Büros und

ge eines Maschinenbauers in Deutschland,

Wellnessanlagen geschaffen. Wir sprechen

und entwickeln dort „unsere“ Maschine,

hauptsächlich Architekten für gewerbliche

mit der wir dann in Tirol produzieren wer-

Projekte an, das hat aber vor allem ganz

den. Wir haben Whisperwool nun auch

pragmatische Gründe, denn man kann

zum Patent angemeldet, wobei unser Pa-

beim Schafzuchtverband nicht einfach

tentanwalt die Sache sehr nüchtern sieht

nebenher 100 Kilogramm Wolle bestellen.

und noch nicht wirklich eine erfinderi-

Wir reden hier von Tonnen und die wollen

sche Tätigkeit darin sieht, „einen Teppich

auch verarbeitet werden. Damit sich das –

an die Wand zu nageln“. Doch wäre die Lö-

auch für den Kunden – finanziell rechnet,

sung wirklich so einfach, hätte sie vermut-

müssen wir große Mengen produzieren.

lich schon vor uns jemand gefunden. Es

Außerdem kennen wir aus unseren frühe-

stimmt: Das Endprodukt ist simpel in der

ren beruflichen Erfahrungen die Bedürf-

Handhabung, aber der Weg dahin ist es

nisse der Hotellerie, Büros oder Schulen

nicht. Schlussendlich ist es die größte He-

und Kindergärten sehr gut und können

rausforderung, ein kompliziertes Produkt

dafür maßgeschneiderte Konzepte bieten.

einfach aussehen zu lassen. Wobei man

Natürlich erfüllen unsere Paneele aber

in der Entwicklung selbst in die Gefahr

auch in Privathäusern ihren Zweck. Mitt-

kommt, zu kompliziert zu denken. An-

lerweile werden die Tiroler Tischler mit

fangs wollten wir Verbindungsstücke an-

Whisperwool beliefert, die ihre Kunden

bauen, damit man die Platten zusammen-

hier beraten können.

stecken kann. Aber das braucht es nicht. Man muss auch nicht ein Komplettsystem

Wie viele Paneele haben Sie bisher pro-

anbieten. Wir haben unser Produkt der-

duziert?

art abgestimmt, dass es mit allen anderen

Im ersten Jahr am Markt 7.000 bis 8.000.

Systemen unkompliziert verwendet wer-

Als nachhaltige Alternative zu Gipskar-

den kann. Die einfachsten Lösungen sind

ton-Lochdecken wollen wir Marktführer

oft am schwierigsten zu finden. Und dann

im Bereich hochwertige Akustikdecken

ist die Innovation dahinter auf den ersten

werden. Das Marktpotential in der EU

Blick vielleicht auch nicht ersichtlich.

liegt bei etwa 100 Millionen Quadratmetern Akustikdecken, da wollen wir kräftig

Die Paneele sind zur Gänze recyclingfä-

mitmischen. Wir haben im ersten Jahr am

hig. Welche Lebensdauer haben die Plat-

Tiroler und am österreichischen Markt

ten denn?

erfolgreich getestet, wie das Produkt an-

Der älteste Teppich der Welt ist über 4.000

kommt, jetzt werden wir richtig durch-

Jahre alt, der ist jetzt schon ein bisschen

starten. Schlussendlich geht es darum, die

brüchig, aber prinzipiell spricht außer me-

Platten im großen Stil anzubieten und sie

chanischem Einfluss nichts gegen eine

damit jedem zugänglich zu machen.

jahrzehntelange Nutzung. Recycling heißt

Wir möchten mit unserem Produkt einen

bei Whisperwool, dass wir die Platten bzw.

Mehrwert stiften und neben dem akusti-

Baustellenreste zurücknehmen, schred-

schen Nutzen etwa in Büros die Giftstof-

dern und wieder zu Platten verarbeiten.

fe reduzieren, den Feuchtigkeitshaushalt

// www.whisperwool.at

Auch für ADMs und Haushalte Überdachten, beleuchteten Ladebereich. • Transporthilfen (Hub- und Rollwagen). • Paket- und Warenannahmedienst, inkl. Verbringung in Ihre angemietete Lagerbox. • Papier-, Karton-, Kunststoff-, Holz-Entsorgungsinsel direkt vor Ort. • Keine Treppen, alles ebenerdig. • Zugangszeiten: Mo-So 5:00 - 22:00 Uhr

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70.000 wollige Lieferanten Die Abgeschiedenheit des Villgratentals, einer der ursprünglichsten Gegenden Osttirols, förderte den Ideenreichtum der Bauern, aus wenig viel zu machen. Auch beim Unternehmen „Villgrater Natur“ der Familie Schett war es neben vielen mutigen Entscheidungen letztlich das Schaf, das die Geschichte maßgeblich mitschrieb.

Auf das Schaf gekommen: Firmengründer Josef Schett

E

s war Josef Schett, der das Un-

1985 also war es, dass Josef Schett den Berg-

ternehmen Villgrater Natur vor

bauernhof übernahm. Er stellte den Be-

25 Jahren aus dem elterlichen

trieb auf Schafzucht um und vermarktete

Bergbauernhof heraus entwi-

Lammfleisch und Produkte aus Schafmilch

ckelte. Die Geschichte der Familie fängt in-

an die gehobene Gastronomie. Das damali-

des schon viel früher an. Vor 600 Jahren, um

ge Hauptprodukt ist natürlich auch heute

genau zu sein – am Lahnberg, wo die Schetts

noch erhältlich – auch für private Kunden,

auf 1.550 Metern Höhe über dem Villgraten-

die im Villgrater Natur Haus Lammwürste,

tal leben und arbeiten.

-schinken und -salami finden. Nebst vielen

Auch Josef Schett wächst in dieser Umge-

anderen Produkten, denn mit viel Weitblick

bung schwer zugänglicher Täler und steiler

legte Schett schon zu Beginn die Weichen in

Hänge auf. Das mag nicht jedermanns Welt

Richtung Wollverarbeitung. 1987 lieferte ei-

sein, seine Heimat ist es dennoch immer ge-

ne Studie der Leopold-Franzens-Universität

blieben. Und nicht zuletzt waren es diese na-

Innsbruck wichtige Daten über die Marktfä-

türlichen Widrigkeiten, die die Talbewohner

higkeit von Schafprodukten, ein Jahr später

zu besonderer Findigkeit bewegten. Auch

untersuchte die EMPA, die eidgenössische

der Vater von Josef Schett gab sein Wissen

Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

um die Verarbeitung von bäuerlichen Pro-

St. Gallen, die bauphysikalischen Eigenschaf-

dukten an seine Söhne weiter.

ten der Villgrater Schafwolle. Das Ergeb-

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eco.zukunft

TIROL INNOVATIV

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eco.zukunft

Das Villgrater Natur Haus ist ein Kleinod für Liebhaber der Natürlichkeit. 2008 bekommt das Haus mit dem Zirbensaal einen Zubau mit Seminarraum und Küche.

Im Villgrater Natur Bett wird für die Matratzen österreichische Schafwolle verwendet und mit Zirbenholz im Einlegerahmen kombiniert. Die Schlafsysteme sind individuell und flexibel und an jedes Bedürfnis anpassbar.

nis: Das Wollvlies verfügt über einen hohen

und Socken. Verarbeitet wird rund ein Drit-

schen gut an. Schafwolle ist ob seiner Eigen-

Dämmwert sowie eine positive Wirkung auf

tel der österreichischen Schafwolle. Über die

schaften vor allem das perfekte Dämmmate-

das Raumklima.

Jahre entwickelte sich aus den traditionellen

rial. 1993 kommen deshalb Dämmstoffe aus

Handwerkstechniken wie Kartatschen, Spin-

Schafschurwolle sowie der Trittschallfilz auf

nen, Weben und Walken eine moderne Woll-

den Markt, zehn Jahre später entsteht dar-

Anfang der 1990er-Jahre eröffnet schließlich

verarbeitung. Schett: „Hochwertige Produkte

aus die Marke „Woolin“, unter der heute die

das Villgrater Natur Haus. Mit ihm werden

in einer naturbelassenen Region zu erzeu-

unterschiedlichsten Produkte zusammen-

die ersten Maschinen zur Wollverarbeitung

gen, ist ein wunderbares Gefühl.“ Dazu gibt’s

gefasst sind. Was ihnen allen gemein ist: Sie

in Betrieb genommen, die ersten Produk-

Zirbenkissen und Schafmilchseife.

wärmen im Winter und kühlen im Sommer.

te entstehen. Das Haus ist bis heute immer

Bereits ein Jahr nach der Eröffnung des

2010 investiert Villgrater Natur in eine neue,

wieder Ziel zahlreicher Besucher, die nicht

Hauses entwickelt das Team von Villgrater

computergesteuerte Produktionsanlage, wird

nur wegen der Produkte hierherkommen,

Natur zudem gemeinsam mit Willi Dungl

doch mittlerweile Wolle von 70.000 österrei-

sondern auch einen Blick auf die nachhal-

das Villgrater Natur Bett. War die Schafwol-

chischen Schafen verarbeitet. Das ist nicht

tigen und innovativen Produktionsprozes-

le anfangs noch ein Nebenprodukt, so spielt

nichts und erfordert die ständige Weiterent-

se erhaschen möchten – die Familie gewährt

sie zusehends die Hauptrolle und wird zum

wicklung. 2012 feierte das Unternehmen sein

ihn gerne. „Wir machen aus den Wollquali-

wertvollen Rohstoff für Matratzen, Decken

25-jähriges Bestehen und (s)eine wollige Er-

täten, die es in Tirol von den unterschiedli-

und Betten.

folgsgeschichte und zeigt damit, wie modern

Handwerkliche Neugierde

chen Schafrassen gibt, quasi alles, was man

Tradition sein kann. „Wir setzen uns nicht

kann“, erklärt Josef Schett. Von der Wärme-

Bauen und wohnen mit Schafwolle

und Trittschalldämmung, Matratzen und

Produkte aus Schafwolle fühlen sich nicht

fast ausgestorbenes Handwerk wecken“, sagt

Betten bis hin zu Villgrater Hauspantoffeln

nur als Babyschühchen, Janker oder Filzpat-

Josef Schett. // www.villgraternatur.at

aus Schafwolle im Wohnbereich machen

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nur für Regionalität ein, sondern möchten auch das Interesse und die Neugierde für ein

© Innsbruck Tourismus / Danijel Jovanovic

VON DER WOLLFASER BIS ZUR FERTIGEN DECKE ODER MATRATZE STECKT IN ALLEN VILLGRATER-NATURPRODUKTEN TROTZ MODERNER VERARBEITUNGSMETHODEN IMMER NOCH VIEL HANDARBEIT.

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Schweben lernen Über das Flow-Gefühl der Netzwerkzeit

Der Morgen beginnt mit dem Blick auf das Smartphone. Bereits 60 Sekunden nach dem Aufwachen haben die allermeisten Menschen das Ding in der Hand. Von da an beginnt die Antigravitation: Es startet der Alltag aus Dauerablenkung, Reizüberforderung und multiplen Sehnsüchten. Das Ergebnis: Die eindeutige Richtung, die Gravitation geht verloren. Kurz vor dem Einschlafen legt man das Handy dann wieder zur Seite. Die Gravitation kehrt zurück, der Körper liegt. Aber der Geist fliegt weiter. Willkommen im Zeitalter der Antigravitation. // TEXT: HARRY GATTERER, QUELLE: ZUKUNFTSREPORT 

D

ie meisten Menschen

eine Schwerkraft mit gesteigerter Anzie-

wohl nicht so gedacht, und dennoch: Do-

hierzulande entstam-

hung zu erzeugen. Nur: Wo bitte ist diese

nald Trumps Wirkung auf die USA ist die

men einem Zeitalter, in

Spitze? Der aktuelle „World Wealth Report“

einer paradoxen Intervention. Mit seinen

dem es einfacher und

von Capgemini zeigt recht eindringlich ein

dumpfen Gedanken weckt er Amerikas

klarer war, sich in der

kontinuierliches Anwachsen des Reichtums

Kraft, ob für offene Grenzen, für eine allge-

Gesellschaft zu orientieren. Oben und un-

der Welt, im Speziellen in Europa und den

meine Gesundheitsversorgung oder gegen

ten, links und rechts, teuer und billig – die

USA. An die „Geldspitze“ wollen wir also

den Klimawandel. Trumps Aggressivität

Richtungen waren deutlich, die Pole klar

nicht, da sind wir schon. Aber wohin dann?

führt zum Gegenteil des Beabsichtigten. In

abgegrenzt. Das Allermeiste im Leben war

Klar ist: Es geht gar nicht so sehr um das

einer ordentlichen Welt würde es das nicht

scheinbar ordentlich geregelt. Ein Arbeits-

„Wohin“ – das Ziel ist egal, solange die

geben. Im Zeitalter der Antigravitation ist

platz hatte tatsächlich mit einem physi-

Schwerkraft erzeugt wird. Doch gelingt

dies jedoch die neue Realität.

schen Platz zu tun. Beziehungen wurden

das? Das Experiment in Amerika führt es

Daher versucht man nun, Fake News mit

nicht durch Algorithmen angebahnt. Autos

uns gerade sehr deutlich vor Augen. Es war

Fake News zu bekämpfen. Ein gezielter Ver-

wurden von Menschen gelenkt und fuhren mit Benzin. Zum Einkaufen ging man ins Geschäft oder man bestellte beim Quelle-Versand. Was dann Schritt für Schritt geschah, ist im Nachhinein betrachtet atemberaubend: Die Schwerkraft dieser klaren Pole ließ nach und wurde durch eine Gemengelage an Attraktoren ersetzt – Attraktoren, die nicht eindeutig in Zeit und Raum verteilt sind. Wie im Weltall scheint es in unserem Alltag kein Oben und Unten mehr zu geben. Wer dieses Schweben nicht mag, regt sich auf, geht in den Widerstand. Fordert ein Zurück zur alten Ordnung.

Auf der Suche nach der verlorenen Gravitation I: Politik Gut zu erkennen ist dies auch im Politischen. In ganz Europa hört man, analog zu den USA: Man müsse wieder „zurück an die Spitze“. Mit diesen Parolen wird versucht,

DER FESTE ARBEITSPLATZ UND DER VORGESETZTE, DER EINEM EINDEUTIG SAGT, WAS ZU TUN IST, SIND GESCHICHTE.

AUCH UNTERNEHMEN ERLEBEN, WIE DIE GRAVITATION ZUNEHMEND AUSSER KRAFT GESETZT WIRD. DIE ANTWORTEN DARAUF LAUTEN: SELBSTORGANISATION, HOLOKRATIE, DESKSHARING UND COWORKING ALS ERSATZ FÜR DIE KLASSISCHEN GRAVITATIONSHIERARCHIEN. DAS GEHT NICHT IMMER GUT, IST ABER EIN ANFANG. DIE SCHWIERIGKEITEN STECKEN IM DETAIL: BIST DU GERADE MEIN CHEF ODER MEIN KUMPEL? eco.nova

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eco.zukunft

such, der Antigravitation Herr zu werden.

geschlittert, an dessen Ausfahrt nur mehr

Weil dann – so die Idee – Menschen einfach

die Singularität wartet, die Verschmelzung

wieder Ordnung wollen, und dafür steht

von Mensch und Maschine. Damit ist es

man schließlich. Doch weit gefehlt. Die Me-

dem Begriff der Digitalisierung wie kaum etwas anderem gelungen, eine Art Massen-

plex und folgen keinem trivialen Macht-

gravitationseffekt auszulösen.

muster. Der Politiker europäischer Machart

Genau das ist es aber, was Digitalisierung

© WOLF STEINER, HACKTHEGRAY.AT

chanismen der Antigravitation sind kom-

versucht daher, mit „Wahrheit“ zu punkten. Aber wenn ein Politiker von „Wahrheit“ spricht, meint er seine eigene, ideologisch geprägte Sicht der Dinge. So landet auch jede politische Wahrheit am Ende nur wieder im Fake, in der Desorientierung – und damit in emotionalen Reaktionen.

Auf der Suche nach der verlorenen Gravitation II: Unternehmen Wie Astronauten schweben ganze Heerscharen moderner Büroarbeiter um lose Tischkonfigurationen und docken mal hier,

Harry Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts, verknüpft gesellschaftliche Trends mit unternehmerischen Entscheidungen. Er berät Unternehmen dabei, relevante Trends zu erkennen und zu nutzen. Im Januar erschien sein Buch „Future Room: Entdecke deine Zukunft“ im Murmann Verlag.

nicht vermag. Denn die tatsächlichen Entwicklungen der Technologie bringen keine Klarheit, sondern noch mehr Vielfalt, Möglichkeiten und Komplexität in unseren Alltag. Gerade die Verbindung von Daten, Dingen und Menschen erzeugt eine neue Schweberealität. Darin eine eindeutige Anziehung zu suchen, ist kontraproduktiv. Das Digitale ist nicht der Ort, an dem Eindeutigkeit gilt – etwa eine vermeintliche Singularität als klare Richtung. Im Gegenteil: Das Neo-Real-Digitale fordert uns geradezu auf, jegliche Richtungsidee abzulegen.

Büroarbeit eben nicht mehr an ein Büro

gerade mein Chef oder mein Kumpel?

Die Gesellschaft als Schwebelabor

gebunden, oder gar an einen Tisch. Der fes-

Oft wird die Suche nach Gravitation auf

Als Gesellschaft fällt uns das Schweben

te Arbeitsplatz und der Vorgesetzte, der ei-

die Konsumenten übertragen: Sollen die

schwer, die Antigravitation macht uns noch

nem eindeutig sagt, was zu tun ist, sind Ge-

doch wählen, wurschteln und entscheiden.

nicht glücklich. Denn für diesen Zustand

schichte. Auch Unternehmen erleben also,

Als wären Überforderung und Überange-

sind wir nicht ausgebildet. Nicht durch un-

wie die Gravitation zunehmend außer Kraft

bot nicht längst die größten Deal-Breaker

sere Eltern, nicht durch Schulen und auch

gesetzt wird. Die Antworten darauf lauten:

für den einzelnen Kunden, der ja selbst den

nicht durch Unternehmen. Aus diesem

Selbstorganisation, Holokratie, Desksha-

Boden unter den Füßen verloren hat. Und

Grund machen wir den Schwebezustand

ring und Coworking als Ersatz für die klas-

dann ist da noch das große D-Wort. Nicht D

aktuell noch durch Gegenmaßnahmen er-

sischen Gravitationshierarchien. Das geht

wie Denken, sondern D wie Digitalisierung.

träglich. Der Hygge-Trend lebt davon. Eben-

nicht immer gut, ist aber ein Anfang. Die

Die gesamte Wirtschaft ist im Bann der Di-

so die neue Zuneigung zu Schallplatten,

Schwierigkeiten stecken im Detail: Bist du

gitalisierung in einen semantischen Tunnel

Filterkaffee oder Oldtimern. Ein Bild der

mal dort an Team und Projekt an. So ist

Anti-Antigravitation zeichnen auch die Su-

ALS GESELLSCHAFT FÄLLT UNS DAS SCHWEBEN SCHWER, DIE ANTIGRAVITATION MACHT UNS NOCH NICHT GLÜCKLICH.

DENN FÜR DIESEN ZUSTAND SIND WIR NICHT AUSGEBILDET. NICHT DURCH UNSERE ELTERN, NICHT DURCH SCHULEN UND AUCH NICHT DURCH UNTERNEHMEN. AUS DIESEM GRUND MACHEN WIR DEN SCHWEBEZUSTAND AKTUELL NOCH DURCH GEGENMASSNAHMEN ERTRÄGLICH – DIE ZUNEIGUNG ZU SCHALLPLATTEN ZUM BEISPIEL, FILTERKAFFEE ODER OLDTIMERN. DOCH DIE ANTIGRAVITATION ALS NEUE NORMALITÄT ZU ERKENNEN, IST EIN GEWINN. 86

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che nach Regionalität, die Sehnsucht nach Digital Detoxing und der enorme Wind der Achtsamkeitsbewegung. Doch all diese Trends markieren kein Zurück: Vielmehr sind es Umwege ins Schweben. Denn das Brutal-Analoge verbindet uns mit der Gegenwart. Es erzeugt eine Konnektivität des Seins in der Welt. Oder wie es der Soziologe Hartmut Rosa formulieren würde: Es ermöglicht dem Individuum eine Resonanzerfahrung mit der Welt. Dies ist die zentrale Voraussetzung für den Umgang mit dem Schweben. Denn nur wer in der Gegenwart lebt, kann die Welt in diesem Momentum schätzen. Die Gravitation ist dann das Momentum – eine beglückende Erfahrung, eine intensive Begegnung mit anderen. Die Techniken des Umgangs mit der Antigravitation basieren daher auf einer neuen Weltbeobachtung. Ihre zentralen Einsichten lauten: • Die eine, klare Richtung im Leben gibt es nicht mehr, sondern multiple Attraktoren.


eco.zukunft

ZUKUNFTSREPORT 

Dieser Beitrag stammt aus dem „Zukunftsreport 2018“ des zukunftsinstitutes. Der Report gibt einen Ausblick auf die Themen und Trends aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, die uns im kommenden Jahr besonders beschäftigen werden. Matthias Horx und das Zukunftsinstitut beleuchten unter anderem die Neuordnung Europas, die „Rache des Analogen“, die „Progressive Provinz“ oder aufkommende Zukunftssportarten. Die Kapitel „Future People“ und „Trendlexikon“ zeigen, über welche Köpfe und Trends wir 2018 reden werden. „Es ist wichtig, die Kräfte des Wandels regelmäßig zu reflektieren, um das Bewusstsein für gesellschaftliche Veränderungsprozesse kontinuierlich zu schärfen. Denn die wahren Zukunftstrends entwickeln sich oft als Gegenbewegung gegen die Krisen der Zeit”, erklärt Harry Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts, die Ausrichtung des jährlichen Zukunftsreports. // Der 160 Seiten starke Zukunftsreport 2018 ist um 125 Euro (netto) bestellbar. www.zukunftsinstitut.de

ben zu lernen, braucht Zeit. Es geht nicht

Denken für die Welt im 21. Jahrhundert muss

von heute auf morgen. In der Antigravita-

nicht neu erfunden werden. Aber gängige Bil-

• Die Welt besteht nicht aus Einzelteilen: Al-

tion wird das gesamte Universum aus neu-

der und lang gehegte Denkmethoden –

les hängt mit allem zusammen – und die

en Perspektiven sichtbar. Das öffnet Mög-

etwa das politische Links/Rechts-Schema –

Technologie visualisiert diese Tatsache.

lichkeitsräume, an die wir heute noch nicht

bringen keine Weiterentwicklung. Die Kon-

denken. Räume, in denen unternehmeri-

zepte für den Ausblick in die Zukunft sind

sche Chancen liegen – und in denen gesell-

komplexer und undeutlicher. Daher kann uns

schaftliche Antworten gefunden werden

die Metapher der Antigravitation enorm hel-

müssen auf die Probleme, die das klassische

fen, die Unsicherheit der Gegenwart in Politik

Gravitationsdenken erzeugt.

und Wirtschaft auf spielerische Art zu über-

Die Paten stehen bereit, sei es die geisteswis-

winden. Denn Zukunft ist und bleibt ein Ge-

Die Antigravitation als neue Normalität zu

senschaftliche Achtsamkeit oder die natur-

staltungsraum. Sie ist nur anders, als wir uns

erkennen, ist ein Gewinn. Doch das Schwe-

wissenschaftliche Quantenphysik: Das nötige

das im Moment vorstellen.

• Zeit verläuft nicht entlang einer Linie, sondern besteht aus verstreuten Punkten im Raum.

• Die Digitalisierung ist ein semantischer Tunnel, keine Wahrheit. • Technologischer Fortschritt erzeugt Antigravitation, nicht Eindeutigkeit.

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D I E T E C H N I K E N DES SCHWEBENS UM DAS LEBEN UND SCHWEBEN IM . JAHRHUNDERT ZU BEHERRSCHEN, GILT ES, SICH EINIGE TECHNIKEN ANZUEIGNEN. DIE IM FOLGENDEN GENANNTEN SIND DABEI NUR EINIGE MÖGLICHE PRAXISÜBUNGEN EINES NOCH GRÖSSEREN KATALOGS AN SCHWEBETRAININGS. FÜR JEDEN ZUKUNFTSGEWANDTEN ENTREPRENEUR ODER MANAGER WERDEN DIESE TECHNIKEN HILFREICH SEIN, UM SICH GEKONNT IM BUSINESS DER ZUKUNFT ZU BEWEGEN.

HOLISTIC TRUST Die Antigravitation erzeugt einen Verlust des Glaubens an die Welt. Da helfen die besten Fakten nichts: Rückgang der extremen Armut, kaum noch Analphabetismus, enormer Wirtschaftserfolg. Es bleibt das Unbehagen mit der Welt, ein Gefühl des Vertrauensverlustes. Und damit auch: ein Verlust des Vertrauens in soziales Wissen – ein zentraler Mechanismus für die Entwicklung von Persönlichkeitspathologien. Was wir im Schwebezustand umso mehr brauchen, ist ein Vertrauen in die Welt als großes Ganzes. Dies beinhaltet die Wahrnehmung von größeren Zusammenhängen, aber auch das Loslassen überbordender Kontrollideen. Selbst die modernsten „Data-driven Companys“ leben vom Holistic Trust: Nur indem alle Mitarbeiter eines Unternehmens auf alle Daten blicken können, entsteht eine Dynamik der Ideen und klugen Maßnahmen.

POWERFUL UNCERTAINTY In komplexen Situationen entsteht Unsicherheit – dies lässt sich nicht vermeiden. Nun ist die Frage, wie wir diese Unsicherheit deuten. Üblicherweise als Mangel. So zumindest erlebt man es in allgegenwärtigen Diskursen. Ein Beispiel: „Ist Ihr Unternehmen auf die Digitalisierung vorbereitet?“ Derartige Untersuchungen gibt es täglich. Antwortet man darauf mit „Ich bin unsicher“, gilt man als Risikogruppe. Dabei ist es genau anders herum: Komplexe Situationen brauchen Unsicherheit – um uns wach zu halten, um uns aktiv zu machen und um die notwendige Aufmerksamkeit zu erzeugen. Wenn wir alles für fix und geregelt erachten, reduzieren wir unsere mentalen Ressourcen. In der Unsicherheit lebt die Kraft des Neuen, Kreativen und Lebenswerten.

MINDFUL CONNECTIVITY Wenn Meetings damit beginnen, dass jeder noch mal in seinem Smartphone nach der Agenda wühlt oder sich Notizen zum vorangegangenen Meeting macht, landet man in effektloser Plauderei. Meetings dieser Güte werden dann zwar durch Agenden gepeitscht, ergeben aber allzu häufig nur Schall und Rauch und verbrennen Kraft. Und genau das ist im Schwebezustand nicht zu empfehlen. Deshalb zahlt es sich aus, achtsame Beziehungen zu pflegen. Das ist ganz einfach: Man beginnt ein Meeting mit der Abgabe der Smartphones und blickt sich ein paar Momente in die Augen. Das erzeugt eine Verbindung, setzt Energie frei. In dieser Energie lässt sich eine gute Beziehung aufbauen, selbst wenn diese nur die Länge eines Gesprächs hat. Achtsamkeit zahlt sich aus, sowohl in der Qualität der Beziehungen als auch in einer Steigerung der Produktivität.

SOFT FOCUS Unternehmen leben davon, sich zu fokussieren. Ressourcen werden gebündelt, Kräfte ausgerichtet. Auf der Schwebestation ist dies jedoch nicht so leicht möglich. Denn ein Fokus bedeutet, die Umgebung außer Acht zu lassen. Zu große Fokussierung ist daher sogar gefährlich. Schweben lernen meint dagegen: den Fokus immer wieder schweifen lassen. Sich im soften Fokus zu trainieren, indem man den Blick auf „weich“ umstellt. Jede Bewegung im Schweben führt zu einer momentanen Richtungsänderung. Daher ist es besser, zu sehen, wie die Umgebung sich bewegt und zusammensetzt. Dies führt zu diffuseren, aber essenziellen Informationen über den Kontext, in dem sich schwache, zukunftsrelevante Signale zeigen können.

ROUGH DATA Im Umgang mit Daten gibt es derzeit eindeutige Tendenzen: Big, Deep, Fast Data – und am Ende Künstliche Intelligenz. Also: große Daten, tiefe Durchdringung, schnelle Interpretation und Reaktion – mit Lerneffekten für die Programme. Im Schwebezustand werden wir das ergänzen um den von Netzwerkforscher Harald Katzmair geprägten Begriff der „Rough Data“: ein Umgang mit Daten, der nicht genauer, sondern rauer ist. Jedes noch so komplexe System besteht im Kern aus ganz wenigen, einzelnen Treibern, die das System definieren. Schauen wir auf Big, Deep und Fast Data, erkennen wir Details um Details. Aber die relevanten Muster und Tendenzen eines Systems bleiben verborgen. Das Umschalten auf (oder zumindest das Dazuschalten von) Rough Data ermöglicht eine viel umfassendere Form der Interpretation – und lässt das Schweben leicht werden.


SITUATION ANALYSIS Multiple Attraktoren im Alltag führen zu kuriosen Situationen mit Überforderung in der Richtungsentscheidung. Geht man dahin oder dorthin? Wollen wir dieses oder jenes Produkt pushen? Was tun mit einer Businessoption, die eigentlich nicht vorgesehen war? Sind wir digital, analog oder überhaupt nicht mehr? Müssen wir ganz schnell reagieren, oder haben wir Zeit? Diese komplexen Situationen erfordern Werkzeuge, die komplexe Situationsanalysen zulassen. In diesen sollten diverse Köpfe hierarchieunabhängig zusammengeschaltet werden, um binnen weniger Stunden ein gemeinsames Wissensplateau zu erreichen. Als kluges Zwischenfazit und beruhigendes Entscheidungstool. Denn in der Antigravitation entstehen permanent unbekannte, ungewollte Situationen. Die Reaktion darauf entscheidet, ob das Schweben gelingt.

PLAYFUL ACTIONS Schweben bedeutet nicht Nichtstun. Die Aktivität ist dabei aber viel mehr playful als auf der Erde üblich. Auf die spielerischen Zugänge kommt es an! Dazu gehört ein ständiges Trainieren – eine Aufforderung an die unternehmensinternen Trainingslager in den kommenden Jahren. Denn von ihnen hängt ab, wie verspielt eine Organisation wird. Und damit auch: wie weich und geschmeidig – und erfolgreich. Das Schweben ist nicht konkret und hart. Und der Zustand des Schwebens ist ein ungewohnter: Man erlernt ihn durchs Tun, durchs Trainieren und durch die Anwendung von spielerischen Techniken und Taktiken. Je mehr Playfulness in einem Unternehmen steckt, desto höher ist seine Schwebe- und Zukunftskompetenz.


eco.zukunft

Zukunftstrend Regionalität Das kulinarische Erbe der Alpen ist von weitreichender Bedeutung, nicht nur im Sinne der Bewahrung alpiner Traditionen und des immateriellen Kulturerbes, sondern im Besonderen auch als Teil der kollektiven Identität der Bewohner alpiner Regionen und darüber hinaus. len Kulturerbes Alpine Esskultur, die Partner in der Wertekette, die treibende Kräfte sind und davon profitieren; wie nachhaltig sie in die Regionen hineinwirken bzw. wie regionale Gemeinschaften davon profitieren. Es geht auch um das Erkennen potenzieller Interessenkonflikte zwischen Bewahrung, Erneuerung, (Über-)Kommerzialisierung oder Profitgetriebenheit und nachhaltiger Inwertsetzung und wie diese Konflikte bewältigbar sind“, erklärt Hemetsberger. Ziel des Projektes ist es letztlich, dass die alpine Esskultur als UNESCO immaterielles Kulturerbe anerkannt wird. Damit soll erDie alpine Küche ist so herzhaft wie süß und unglaublich vielseitig. Neben Kaiserschmarren und Knödel geht für viele nichts über ein echtes Tiroler Gröstl ...

M

reicht werden, dass gelebte sozioökonomische und kulturelle Praktiken traditioneller Essenskultur im alpinen Raum bewahrt und unterstützt, innovativ weiterentwickelt, gefördert, bekannt gemacht, gelebt, wertge-

it dem Projekt „AlpFoodway“,

– Milch wird zu Butter und Magermilch, Ma-

schätzt und als genuiner Teil unserer Kultur

an dem sich auch die Univer-

germilch zu Graukäse und Molke, die Molke

erlebbar sind. Strukturschwache Regionen

sität Innsbruck beteiligt, setzt

zu Zieger“, ergänzt Markus Schermer vom

sollen im Besonderen davon profitieren und

man auf die Bewahrung alpiner Esskultur

Institut für Soziologie und gemeinsam mit

letztendlich Bevölkerungsabwanderungen

und die Stärkung gemeinsamer kultureller

Hemetsberger maßgeblich für das Projekt

durch erfolgreiche Produktions- und Ver-

Werte. Was aber ist es, dieses kulinarische Er-

verantwortlich. „Das kulinarische Erbe ist ein

marktungsstrategien gebremst werden. Das

be? „Alpine Esskultur beginnt bei der Kulti-

starker Bezugspunkt, der selbst in Migrati-

gelingt nur dadurch, dass die Wertschöpfung

vierung alpiner Landschaften durch Anbau

onsgesellschaften eine Rückbesinnung auf

gerecht verteilt in die kommunalen Struktu-

und Tierhaltung, prägt die alpine Umwelt mit

die gemeinsame Herkunft erlaubt. In unserer

ren zurückgeführt wird. Hemetsberger: „Tirol

Stätten der Veredelung und Verarbeitung von

Gesellschaft bietet er eine Möglichkeit der re-

hat mit seiner Präsidentschaft der EUSALP

Produkten, begegnet uns beim Einkauf von Lebensmitteln und prägt das soziale Leben in der Familie, in der Gastronomie und bei kulinarischen Festen. Das kulinarische Erbe der Alpen bekommt zusätzliche wirtschaftliche Bedeutung durch den Tourismus, durch ein intensiviertes Interesse des Lebensmittelhandels und der Konsumenten an regionalen

ALPINE ESSKULTUR BRAUCHT NEBEN TRADITION AUCH EINE STARKE INNOVATIONSKULTUR. DIESE HÄNGT STARK VON DER INNOVATIONSKRAFT REGIONALER UND ÜBERREGIONALER EINZEL- UND GROSSINITIATIVEN AB UND KANN NUR LEBEN, WENN SIE FÜR DEN MODERNEN MENSCHEN RELEVANT BLEIBT.

Produkten und die aktuelle Diskussion um die nachhaltige Bewirtschaftung und Bewah-

gionalen Erdung in Zeiten der Globalisierung.

dieses Jahr eine besondere Bedeutung in-

rung der Kulturlandschaften. Nicht zuletzt

Moderne Gesellschaften brauchen beides:

ne, die auch aktiv von Landesregierung und

geht es darum, den Bewohnern des Alpen-

globale Beziehungen und regionale Veranke-

Vertretern Tiroler Organisationen wahrge-

raums eine Lebensgrundlage zu erhalten

rung“, so Schermer weiter.

nommen wird. AlpFoodway wird sich bei der

und der Absiedlung entgegenzuwirken“, be-

sogenannten Alpenmeile im Rahmen des

schreibt Andrea Hemetsberger vom Institut

Stärken stärken

für Strategisches Management, Marketing

Im Zuge des Projektes geht es nicht nur

haben sich alle 14 Partnerorganisationen der

und Tourismus der Uni Innsbruck. „Die tradi-

um die Bewahrung an sich, es sollen dafür

insgesamt sechs AlpFoodway-Nationen da-

tionelle Küche ist an und für sich eine Küche

auch neue Marketing- und Steuerungsinst-

für ausgesprochen, die Mid-Term-Conference,

der Einfachheit, die in engem Zusammen-

rumente eingeführt werden. Bei „AlpFood-

die sich auch an eine breitere Öffentlichkeit

hang mit der alpinen Land(wirt)schaft steht.

way“ geht es dabei weniger um klassisches

wendet, im Oktober 2018 in Innsbruck aus-

Neben der Einfachheit sind es aber auch der

Marketing als um kollektive Vermarktungsi-

zurichten und namhafte Vertreter relevanter

Erfindungsreichtum und eine Verwertungs-

nitiativen. „Wir untersuchen die vielfältigen

Initiativen sowie internationale Vertreter aus

kette, die keinen ‚Lebensmittelabfall‘ kennt

Formen der Vermarktung des immateriel-

Politik und Wirtschaft einzuladen.“

90

Zukunftstags in Tirol präsentieren. Daher

eco.nova

tea-an


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Individuell, professionell und fürsorglich

In der modernen und auch für ambulante Patienten offenen Physiotherapie im Sanatorium Kettenbrücke werden Patienten von einem professionellen Team aus Masseuren und Physiotherapeuten nach ganz individuellen Therapieplänen behandelt – schöner Ausblick inklusive!

A

„

rthrotische Gelenkveränderungen sind Abnützungs- oder Verschleißerscheinungen des Knor-

pels an Gelenken oder Gelenksteilen und kommen daher mit zunehmendem Alter häufiger vor“, erläutert Dr. Bernhard Huter, Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie. „Die Arthrose kann im Grunde jedes Gelenk betreffen, am weitaus häufigsten werden jedoch Knie- oder Hüftprothesen eingesetzt“, weiß der erfahrene

„UNSERE BEHANDLUNGEN WERDEN SEHR INDIVIDUELL AUF DEN PATIENTEN ABGESTIMMT.“ Manuel Krug, Leiter der Physiotherapie im Sanatorium Kettenbrücke

Belegarzt am Sanatorium Kettenbrücke.

zementierten und zementfreien Endoprothesen. „Wir verwenden bei Hüftprothesen vorwiegend zementfreie Varianten, während beim Kniegelenk in den meisten Fällen zementiert wird. Das hängt sehr stark von der vorhandenen Knochenqualität ab“, erläutert Huter. „Im Sanatorium Kettenbrücke kommen nur hochwertige Endoprothesenmodelle mit internationalen Referenzen zum Einsatz, mit denen wir schon seit vielen Jahren gute Erfahrungen gemacht haben.“

Was aber ist ein Kunstgelenk (Endoprothe-

schädigten Körperteil ganz oder teilweise

Hohe Erfolgsquote

se) überhaupt und wann macht es Sinn, ein

ersetzen. Gefertigt werden die „Ersatztei-

Die Erfolgsquote ist laut Huter sehr hoch:

künstliches Gelenk zu implantieren?

le“ vorwiegend aus Titanlegierungen sowie

„Seit Jahrzehnten ist der Benefit bei endo-

Endoprothesen sind Implantate, die dau-

Komponenten aus Keramik und Polyethylen.

prothetischen Operationen einer der höchs-

erhaft im Körper verbleiben und den ge-

Des Weiteren unterscheidet man zwischen

ten bei Operationen überhaupt. Nach zehn

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eco.nova

© EICHHOLZER, PCIHLER, FRIEDLE

Menschen mit Arthrose leiden an Bewegungseinschränkungen und Schmerzen. Wenn sämtliche konservativen Therapien nicht mehr greifen und die Schmerzbelastung zu groß ist, wird der Einsatz einer Gelenkprothese sinnvoll. Das Sanatorium Kettenbrücke bietet nicht nur modernste endoprothetische Operationen mit dem Arzt des persönlichen Vertrauens, sondern vor allem auch professionelle prä- und postoperative Therapien in der hauseigenen Physiotherapie. // TEXT: DORIS HELWEG


promotion

„DAS GROSSE ZIEL DER ENDOPROTHETIK IST ES, DIE LEBENSQUALITÄT DER BETROFFENEN ZU VERBESSERN.“ Dr. Bernhard Huter, Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie in Innsbruck

Jahren sind noch ca. 95 Prozent der Prothe-

Lebensqualität verbessern

sen im Körper erhalten, nach 15 Jahren im-

Das große Ziel der Prothetik ist es, die Le-

Vorher und nachher: Bewegung ist wichtig

merhin noch rund 90 Prozent. Man kann al-

bensqualität der betroffenen Patienten

Generell rät Huter zu Bewegung als vorbeu-

so durchaus von einer sehr guten Haltbarkeit

wesentlich zu verbessern. Die Bewältigung

gende Maßnahme: „Keine Überbelastung,

ausgehen, vor allem, wenn man bedenkt, dass

der Aktivitäten des täglichen Lebens sollte

aber moderater Sport ist nicht nur für den

Endoprothesen meist erst im höheren Alter

mit der Endoprothese gut und zumindest

Bewegungsapparat, sondern für den ganzen

zum Einsatz kommen. Und sollte es in sehr

großteils schmerzfrei möglich sein. Auch

Organismus von großer Bedeutung. Bis zum

seltenen Fällen doch vorkommen, dass eine

moderate sportliche Betätigungen wie Rad-

Alter von 40 Jahren hat man einen Bonus,

Prothese gewechselt werden muss, ist das

fahren, Schwimmen und sogar Skifahren,

von 40 bis 60 muss man dann aber was tun,

technisch möglich. In diesem Fall wird das

Eislaufen oder Langlaufen sind mit einer

damit man danach fit ist“, verrät der Exper-

defekte Implantat vorsichtig herausgelöst

Endoprothese möglich. Das gelinge aber

te. „Insbesondere bei Knieendoprothesen

und durch ein neues ersetzt“, so Huter.

laut Huter nur dann, wenn die Patienten

ist es essentiell, schon vor der Operation

auch bereit sind, mit Bewegungstherapien

mit präoperativen Therapien zu starten. Die

aktiv mitzuwirken.

vorher erlernten Bewegungsmuster erleich-

Der richtige Zeitpunkt „Bei klinischer Befundung einer Arthrose

tern die Therapie nach der OP enorm“, be-

en wie Physiotherapie, Schmerztherapie und

Entscheidend: professionelle Physiotherapie

Infiltrationen nicht mehr greifen und die

Spätestens 24 Stunden nach, oftmals jedoch

Lebensqualität sehr eingeschränkt ist, dann

schon vor der Operation, beginnen die ver-

steht als letztes Mittel der Wahl der Einsatz

sierten Physiotherapeuten des Hauses mit

„Das Knie gebe ich nicht mehr her“

eines künstlichen Gelenks zur Verfügung.

den Patienten zu arbeiten. „Die postopera-

So oder so ähnlich klingen die Rückmel-

Den Zeitpunkt bestimmt also der Patient

tive Therapie wird individuell auf den Pa-

dungen von Patienten, die den Schritt zum

weitgehend selbst“, so der erfahrene Ortho-

tienten abgestimmt“, verrät Manuel Krug,

Einsatz einer Endoprothese gewagt haben.

päde. Dabei gilt es abzuwägen, inwiefern der

Leiter der ambulanten Physiotherapie im

Insbesondere bei künstlichen Hüftgelenken

Betroffene auch gewillt ist, eine aktive Rolle

Sanatorium Kettenbrücke. „Wir beginnen

seien laut Studien ca. 98 Prozent der Betrof-

seiner Genesung in Form von Bewegungs-

am ersten postoperativen Tag mit schwel-

fenen beschwerdefrei, bei Knieprothesen

therapien zu übernehmen.

lungs- und schmerzreduzierenden Maß-

immerhin noch 85 bis 90 Prozent. „Bei kaum

nahmen wie Lymphdrainagen verbunden

einer anderen Operation hängt der Gene-

mit mobilitätssteigernden Maßnahmen wie

sungsverlauf so stark vom Patienten ab wie

passiven Bewegungsschienen oder aktiven

in der Endoprothetik. Die aktive, physiothe-

Übungen“, so Krug.

rapeutische Betreuung spielt hier einfach

Die ersten Wochen sind entscheidend für

eine entscheidende Rolle“, sind sich der Or-

das spätere Outcome, sind sich Huter und

thopäde Huter und der neue Leiter der Phy-

Krug einig. Nach der stationären Entlassung

siotherapie im Sanatorium Kettenbrücke

besteht die Möglichkeit, die Rehabilitation

Manuel Krug einig. Die Physiotherapie mit

mit physiotherapeutischer Begleitung am-

einem interdisziplinären Team aus Physio-

bulant fortzusetzen. Ab der dritten postope-

therapeuten und medizinischen Masseuren

rativen Woche sind auch angenehme Unter-

ist übrigens für alle Patienten offen und bie-

wassertherapien möglich. Wer möchte, kann

tet neben modernsten Einrichtungen und

nach Abschluss der verordneten Therapien

professioneller Betreuung auch einen wun-

die professionellen Leistungen der Physio-

derbaren Ausblick auf die Umgebung. Denn

therapie in Anspruch nehmen oder bei ei-

Heilung braucht bekanntlich Zeit und Für-

nem Abo-Training Übungen mit einem auf

sorge sowie das Wohlfühlambiente des Sa-

die Bedürfnisse des Patienten abgestimmten

natoriums Kettenbrücke.

Trainingsplan selbstständig durchführen.

// www.sanatorium-kettenbruecke.at

und wenn sämtliche konservativen Therapi-

stätigt auch Krug den hohen Stellenwert von Bewegung.

eco.nova

93


© PROHOLZ TIROL

promotion

Das Gutsanwesen Karpfsee in Bad Heilbrunn wurde unter dem Thema „Kunst und Natur“ entwickelt. Dabei entstanden kunstvoll gestaltete Seminarräume neben landwirtschaftlichen Bereichen unter einem Dach.

© THE PK. ODESSA CO

© STEFAN MÜLLER-NAUMANN

Über 250 Zuhörer sorgten für einen vollen Saal.

Die modernen Lufthütten am Gelände des Hotels Tannerhof in Bayrischzell wurden in Brettsperrholz-Bauweise mit drei Einheiten übereinander ausgeführt.

Holzbau auf Bayrisch

D

proHolz Tirol organisierte in gewohnter Manier einen inspirierenden und unterhaltsamen Vortragsabend zum Thema „Holzbau im Voralpenraum – Werkschau eines Zimmerers und Architekten“, eingebettet in das umfangreiche Programm der 49. Bildungswoche der Österreichischen Holzbau- und Zimmermeister im Congress Centrum Alpbach. as heuer mit über 250 Zuhörern,

Zimmermann haben wohl das besonders

Nachhaltigkeit wird für jedes Projekt auch

darunter Architekten, Planer und

ausgeprägte Gespür Naglers für das Mate-

ein ausgeklügeltes Energiekonzept ausgear-

Vertreter von Behörden, wieder

rial Holz und dessen Qualitäten sowie das

beitet. Das Besinnen auf traditionelle Hand-

besonders zahlreich erschienene Publikum

sensible Bauen in bestehenden ländlichen

werkskunst und die enge Zusammenar-

sorgte für einen vollen Saal und lauschte

Strukturen geschärft. Die ausgewählten

beit mit den ausführenden Professionisten

nach einführenden Worten durch die pro-

Referenzprojekte zeigten in beeindrucken-

führte bei allen gezeigten Beispielen zu wir-

Holz-Verantwortlichen Karl Schafferer und

der Art und Weise, wie behutsam und ge-

kungsvollen Details und Raumsituationen

Rüdiger Lex aufmerksam den Ausführun-

konnt man wertvollen Bestandsgebäuden

– vom Kuhstall bis hin zum 20 Meter hohen

gen des erfahrenen und unterhaltsamen

neues Leben und zeitgemäßes Design ver-

Veranstaltungssaal. Auch das Spiel mit un-

Referenten Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Florian

leihen und neue Objekte sensibel in die Um-

gewöhnlichen Raumproportionen ist eine

Nagler, Architekt und Zimmermann aus

gebung einbinden kann.

Besonderheit bei Naglers Werken und zeigt

München. Bereits seit über 20 Jahren wid-

dessen vielfältige Sicht auf die Möglich-

Liebe zum nachhaltigen Werkstoff Holz

Spiel mit ungewöhnlichen Raumproportionen

dem Thema Holzbau und konnte anhand

Die drei Hauptanforderungen an die Archi-

dersetzung mit der öffentlichen Meinung

ausgewählter Beispiele zeigen, dass selbst

tektur sind nach Vitruv: Firmitas (Festig-

meist schwieriger als hypermoderne Neu-

mit relativ einfachen Konstruktionen groß-

keit), Utilitas (Nützlichkeit) und Venustas

bauten umzusetzen“, meint der Referent.

artige Bauwerke entstehen.

(Schönheit). Diesen drei Kategorien glei-

Der Abend klang bei einer zünftigen Jause

Die Kindheit am Land in den idyllischen

chermaßen gerecht zu werden, hat für Nag-

und geselligem Beisammensein mit Aus-

Hügeln Bayerns und die Ausbildung zum

ler höchste Priorität. Ganz im Sinne gelebter

sicht auf winterliches Schneetreiben aus.

met sich der vielseitige Architekt mit viel

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eco.nova

keiten innerhalb der Architektur. „Nah an der Tradition zu bauen ist in der Auseinan-


promotion

Mitarbeiter schätzen Weiterbildung Wie der neue BFI Tirol Bildungsbarometer 2018 zeigt, messen Mitarbeiter beruflicher Weiterbildung einen hohen Stellenwert bei. 87 Prozent der Befragten schätzen die Bedeutung als wichtig oder sehr wichtig ein.

AKTUELLE SEMINARE • Fachlehrgang Betrieblicher Datenschutzbeauftragter (mit ISO-Zertifikat) Start: 4. April 2018 • Fachlehrgang Webdesigner II (mit ISO-Zertifikat) Start: 27. Februar 2018 • Buchhaltung Lehrgang Vorbereitung auf die Prüfung zum/zur Buchhalter/-in (inkl. Kostenrechnung) Start: 30. März 2018

© FOTOLIA

• Zertifikatslehrgang Public-RelationsFachmann/-frau – Öffentlichkeitsarbeit professionell gestalten Start: 16. März 2018

D

• B1 English for Work Start: 1. März 2018 ie Hauptmotive für eine Teilnah-

Aus- und Weiterbildung (inkl. Lehre mit Ma-

me sind das „up to date“ bleiben,

tura), Wirtschaft und Recht, Persönlichkeits-

das generelle Interesse an Weiter-

entwicklung, Fremdsprachen, IT/EDV-Semi-

bildung und die Verbesserung der berufli-

nare, Technik, Verarbeitung und Transport,

chen Qualifikation. Mitarbeitern ist es also

Gesundheit, Wellness und Soziales und Aka-

wichtig, durch regelmäßige Aktualisierung

demische Ausbildungen.

des Know-hows zusätzliche Kenntnisse und Fähigkeiten einsetzen zu können sowie am

Maßgeschneiderte Trainings

neuesten Stand zu bleiben.

Für individuelle Anforderungen von Firmen

Weiterbildung sichert Unternehmenserfolg

werden zusätzlich maßgeschneiderte Schulungen konzipiert und in den Unternehmen vor Ort oder in einem der über 110 modernst

Unternehmen stärken mit regelmäßiger

ausgestatteten Kursräume und Werkstätten

Aus- und Weiterbildung unter anderem ihre

in ganz Tirol durchgeführt.

Innovationskraft, sichern effiziente Prozes-

Das BFI Tirol ist mit seiner mehr als 50-jäh-

se und fördern die Mitarbeiterzufriedenheit.

rigen Erfahrung ein verlässlicher Partner

Für den Schulungsbedarf von Unternehmen

für professionelle Firmentrainings. Nutzen

bietet das BFI Tirol ein breites Angebot. Es

Sie das vielfältige Angebot für neue Pers-

umfasst die Themenbereiche Allgemeine

pektiven.

• B2 English Power Pack – Legal English Start: 11. April 2018 • Baurechtstag 22. Februar 2018 • Elektrotechniktag 2018 8. März 2018 • Fasziale Rückengesundheit am Arbeitsplatz Start: 9. März 2018 • Ausbildung zum/zur Visagist/-in Start: 19. Februar 2018 • Ausbildung der Ausbilder Start: 9. April 2018 • Lehre mit Matura Start im Herbst 2018 in ganz Tirol Kontakt Firmenschulungen:

BFI TIROL

Ing.-Etzel-Straße 7, 6010 Innsbruck Tel.: 0512/59 660 info@bfi-tirol.at www.bfi.tirol

„MIT LAUFENDER WEITERBILDUNG BLEIBEN DIE MITARBEITER UND DAS GESAMTE UNTERNEHMEN IMMER AM NEUESTEN STAND.“ Dr. Karin Klocker, Geschäftsführerin des BFI Tirol

eco.nova

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Geld

ECO.MMENTAR

Wer nur zusieht, ist nicht wirklich dabei gewesen

Finanzieren & Versichern

Michael Posselt, Finanzredaktion

Auch wenn 2017 ein gutes Anlagejahr war und es auch 2018 eins zu werden scheint, setzen Herr und Frau Österreicher weiter auf traditionelle Sparformen wie das Sparbuch, Bausparvertrag oder Lebensversicherung. Und das ob-

Finanzstatistik – einfach erklärt

wohl sie mittlerweile wissen, dass sie da-

Das Finanzvermögen Österreichs

wegnimmt. Der Grund ist die Angst, bei

mit weniger Zinsen auf ihr eingesetztes Kapital erhalten als ihnen die Inflation ertragsorientierten Anlageformen Geld

Die Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung (GFR) ist Teil der Volkswirtschaftlichen

einzubüßen. Dabei belegen Studien, dass

Gesamtrechnung (VGR), einem geschlossenen Kontensystem, in dem die einzelnen Phasen des

man mit breit streuenden Investment-

Wirtschaftskreislaufes systematisch dargestellt werden. Aus diesem Kontensystem werden we-

fonds langfristig kein Geld verlieren

sentliche makroökonomische Kenngrößen (wie Bruttoinlandsprodukt, verfügbares Einkom-

kann. Selbst wenn man vor etwas mehr

men der Haushalte, Konsumausgaben, Investitionen) abgeleitet.

als zehn Jahren, also vor der letzten Fi-

Die GFR stellt die „finanzielle Vermögensbilanz“ einer Volkswirtschaft dar und bildet den Ab-

nanzkrise, sein Geld in global investie-

schluss der Kontenfolge der VGR. Sie umfasst sowohl die Darstellung der Transaktionen (z. B.

renden Aktienfonds angelegt und damit

Käufe/Verkäufe von Finanzprodukten, Kreditaufnahmen) in einer Periode als auch die aus

in der Krise im schlechtesten Fall bis zu

diesen Transaktionen und eventuellen Preis- und Wechselkursänderungen resultierenden Be-

50 Prozent seines eingesetzten Kapitals

standsgrößen an finanziellen Forderungen und Verpflichtungen zum Periodenultimo (Quar-

„verloren“ hätte, könnte man sich heute

tal bzw. Jahr). Der Saldo aus den Transaktionen in Finanzaktiva (Geldvermögensbildung) und

über ein deutliches Plus freuen.

Finanzpassiva (Finanzierungen) ergibt den Finanzierungssaldo als Abschluss des Finanzie-

Auf der anderen Seite gibt es einen Hype

rungskontos und ist damit ein wesentlicher Bestandteil des Vermögensänderungskontos in der

um die boomenden Kryptowährungen

Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, das die Ersparnisbildung, die Investitionen und die

und ICOs (Initial Coin Offerings), wo jun-

Finanzierung beinhaltet. Inhaltlich wird demnach in der GFR gezeigt, wie die im Produktions-

ge Start-ups für ihre Geschäftsentwick-

prozess erwirtschafteten finanziellen Überschüsse angelegt werden (z. B. bei Finanzinterme-

lung Anteile (Tokens) gegen ihre eigene

diären oder am Kapitalmarkt), bzw. wie die Verluste finanziert werden. In Österreich wird die

Kryptowährung ausgeben. Und auch

GFR von der Oesterreichischen Nationalbank/OeNB erstellt.

wenn die Kurse hier – getrieben durch

Die GFR beinhaltet die finanziellen Forderungen und Verpflichtungen der zu volkswirtschaft-

die Gier der Anleger – noch weit steigen

lichen Sektoren (nichtfinanzielle Unternehmen, finanzielle Kapitalgesellschaften, Staat, private

können, so werden hier viele noch sehr

Haushalte einschließlich privater Organisationen ohne Erwerbszweck und Ausland) zusam-

viel Geld verbrennen. Auf der anderen

mengefassten Einheiten. Diese Einheiten (z. B. einzelne Banken, die OeNB, Versicherungen,

Seite sehen wir, so wie einige Finanzex-

Pensionskassen, Investmentfondsgesellschaften, der Bund, einzelne Bundesländer und Ge-

perten, in der hinter den Währungen

meinden, Waren oder nichtfinanzielle Dienstleistungen produzierende Unternehmen, Stiftun-

stehenden Blockchain-Technologie eine

gen, Privatpersonen, gewerkschaftliche und kirchliche Organisationen) werden anhand ihrer

zukunftsträchtige, für die digitale Wirt-

grundlegenden Funktionen, Verhaltensmerkmale und Ziele zu Sektoren zusammengefasst. Die

schaft geradezu notwendige und revo-

Unterscheidung der finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten nach Finanzierungsinst-

lutionäre Technologie. In diese könnte

rumenten erfolgt in der GFR in erster Linie im Hinblick auf Liquidität und rechtliche Merkma-

man aber auch via Aktien von jungen

le (z. B. Bargeld, Kontoguthaben und Einlagen, Kredite, Handelskredite, verzinsliche Wertpapie-

ebenso wie von etablierten Technologie-

re, Anteilsrechte, Versicherungsansprüche, Währungsgold und Sonderziehungsrechte). Sowohl

unternehmen investieren. Da wie dort

die Zusammenfassung von Einheiten zu Sektoren als auch die Gliederung in Finanzierungsin-

gilt allerdings: Wer nur zusieht, ist nicht

strumente ist durch das Europäische System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 2010

wirklich dabei gewesen. Denn: Von der

definiert. Dieses Regelwerk hat zum Ziel, die Erstellung der GFR europaweit zu harmonisieren

Seitenlinie schießt man keine Tore.

und Ergebnisse vergleichbar zu machen.

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eco.nova

// QUELLE: OESTERREICHISCHE NATIONALBANK


eco.geld

IM.INTERVIEW

n

Mieten und Vermiete

Worauf es beim Mieten und Vermieten ankommt.

Andreas Kössler Immobilientreuhänder

KEIN ENDE DER EISZEIT

Was ist bei der Ermittlung des angemessenen Mietzinses

Nullzinsen sind in Zentraleuropa mittlerweile Normalität. Vor eini-

entsprechend gewählt wird. Dies betrifft Wohnungen, die unter die

ger Zeit erregte die Tatsache, dass institutionelle Anleger auf Gut-

Teilanwendung des MRG fallen. Zu beachten ist das Baujahr des

haben ab sofort negative Zinsen zahlen müssen, Aufsehen. Der Eu-

Gebäudes, die Größe der Wohnung und die Ausstattung. Die Ange-

ribor hat sich dem Einlagenzinssatz der Europäischen Notenbank

messenheit ist aber sehr relativ, weshalb es bei der Gestaltung des

(aktuell bei minus 0,40 %) angenähert. Banken, die in diesem Umfeld

Mietzinses viel Spielraum gibt.

noch mit Zinsen von 0,5 Prozent oder gar darüber um Privatkunden

Welche gesetzlichen Neuerungen im Mietrecht sind

buhlen, zahlen einen hohen „Kreditaufschlag“ für diese Kondition.

vielfach noch wenig bekannt?

Viele Anleger vertreten die Meinung, die aktuelle Situation sei eine

Eine wesentliche Änderung ist beispielsweise, dass der Mieter bei

vorübergehende. Nach dem „Durchtauchen“ würden in naher Zu-

Auszug aus der Wohnung nicht mehr verpflichtet ist, die Wohnung

kunft wieder interessantere Sparkonditionen locken. Außerdem ist

neu auszumalen. Mit November 2017 ist außerdem die Vergebüh-

frei verfügbare Liquidität eine der höchsten Präferenzen des gelern-

rung von Mietverträgen gefallen.

ten österreichischen Sparers – egal ob er diese tatsächlich benötigt

Welche Punkte muss man als Mieter beachten?

oder nicht.

Aus meiner Sicht muss man als Mieter den Mietvertrag genau

zu beachten? Dass ein passender, realistischer Mietpreis dem aktuellen Markt

durchlesen und darauf achten, für welche Wartungen, Reparatu-

Wohin geht die Reise?

ren und Instandhaltungen der Mieter und für welche der Vermieter

Aussagekräftig ist der Blick auf vergleichbare Situationen. In den

zuständig ist. Zu beachten ist auch die Kündigungsfrist. Als Mieter

USA hat die dortige Notenbank Federal Reserve die Leitzinsen be-

kann man frühestens nach einem Jahr unter Einhaltung einer drei-

reits mehrmals angehoben. Mit diesen sind auch die verschiedenen

monatigen Frist die Mietwohnung kündigen.

Libor-Zinssätze (US-Interbanken-Zinssätze) angestiegen. Der erste

Welche Veränderungen im Mietobjekt sind ohne

Anstieg erfolgte gut ein Jahr nach dem Ende des US-amerikanischen

Zustimmung des Vermieters zulässig?

Anleihen-Ankaufsprogramms bzw. zweieinhalb Jahre nach der ers-

Veränderungen wie das Ausmalen der Wände in Farbe, die vor der

ten Ankündigung des Ausstiegs aus den „liquiditätsfördernden Maß-

Rückgabe allerdings wieder weiß gemalt werden müssen, sowie das

nahmen“. Legt man diese Verzögerungen als Maßstab für Europa an,

Montieren von Lampen sind zulässig. Generell ist zu beachten, dass

ergäben sich steigende Leitzinsen frühestens Anfang 2020.

der Mietgegenstand wieder so zurückgegeben werden muss, wie er

Ein anderer aufschlussreicher Blick ist jener an die Terminmärkte.

übernommen wurde. Prinzipiell sollten Veränderungen im Mietob-

Dort werden Erwartungen gehandelt, unabhängig davon, wo der zu

jekt aber immer mit dem Vermieter abgesprochen werden, um Strei-

Grunde liegende Wert aktuell notiert. Auch dieser Blick zeigt mo-

tigkeiten und Diskussionen von vornherein zu vermeiden.

mentan einen Übergang hin zu positiven Zinsen zum Jahreswechsel

Inwiefern kann man als Mieter bzw. Vermieter von den

2019/2020. Interessant sind auch die Einschätzungen vieler Markt-

Dienstleistungen eines Maklers profitieren?

analysten, deren abgegebene Schätzungen fast alle auf diesen Zeit-

Ein Makler kümmert sich um alle Belange, die im Zusammenhang

punkt fallen.

mit der Vermietung einer Wohnung stehen. Von der Suche des pas-

Klassische Sparprodukte werden also noch viele Quartale oder gar

senden Mieters bis zur Schlüsselübergabe. Wir organisieren vom

Jahre keinen Ertrag bringen. Wer also den Kopf nicht in den Sand

Mietvertrag bis zur Stromummeldung alles für Mieter und Vermie-

steckt, muss erkennen: Ein Ende der „Eiszeit am Sparbuch“ ist für Pri-

ter. Letzterer braucht sich um nichts kümmern – wir präsentieren

vatanleger noch lange nicht in Sicht. Die Vogel-Strauß-Taktik kostet

seine Immobilie, suchen den passenden Mieter und kümmern uns

eindeutig Geld. Nur jener Teil des Vermögens, der als Liquidität ver-

um die Übergabe der Wohnung. Wir prüfen außerdem die Boni-

fügbar sein muss, sollte deshalb in diesen Produkten geparkt werden.

tät des Kunden und verlassen uns auch auf unsere Erfahrung und

// QUELLE: SCHOELLERBANK ANALYSEBRIEF NR. ,

Menschenkenntnis. Der Mieter profitiert von unserer kompetenten

WWW.SCHOELLERBANK.AT

Beratung und Auswahl zwischen mehreren Wohnungen. Ein Vorteil für den Mieter ist sicherlich, dass wir sowohl die Interessen des Mie-

>> DOCH WAS SIND DIE ALTERNATIVEN?

ters als auch des Vermieters im Auge haben.

LESEN SIE MEHR DAZU AUF DEN FOLGENDEN SEITEN.

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Vermögen erhalten 2017 war ein gutes Anlagejahr und auch für 2018 stehen die Zeichen weiterhin auf Go. Auch wenn sich der Aufschwung am Aktienmarkt bereits in einem sehr reifen Stadium befindet, bieten vor allem Rohstoffe und diverse Schwellenländer noch gute Chancen. // TEXT: MICHAEL POSSELT, MICHAEL KORDOVSKY

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E

s liegt ein erfreuliches Bör-

stoffen steigt. Davon profitieren vor allem

senjahr hinter uns. Gleich

rohstoffreiche Schwellenländer wie Russ-

zu Beginn des Jahres

land, Brasilien oder Südafrika; generell sollte

2017 konnte der Dow-

sich der afrikanische Kontinent gut entwi-

Jones-Index – getragen

ckeln. Deshalb bieten folgende Veranlagun-

von der „Trump-Rallye“ – zum ersten Mal

gen gute Gewinnchancen:

in seiner über 130-jährigen Geschichte die 20.000-Punkte-Marke übertreffen. Anfang

• Ölwerte und Minentitel: Die gesamte

2018 notierte er bereits bei mehr als 25.000

Erdöl- und Erdgas-Wertschöpfungskette

Punkten. Aber auch viele weitere große und

vom Explorationsausstatter bis hin zum

kleinere Börsen wurden im Sog des Dow

Raffinerie- und Tankstellenunternehmen

nach oben gezogen. Der Dax etwa übertraf

bietet Chancen. Darüber hinaus sollte in-

erstmals die 13.000-Punkte-Marke, der bri-

folge steigender Industrierohstoffpreise

tische FTSI oder der Nikkei zogen zum Jah-

ein Blick auf diverse Minentitel geworfen

resende ebenfalls noch einmal ordentlich an

werden, insbesondere aus Südafrika, wo

und notier(t)en auf lange nicht erreichten

sich bald eine politische Wende abzeichnen

Hochständen. Lediglich die Dollarschwäche

MÖGLICHE ASSETALLOCATION 20 % in • alternative Investments (Hedge Funds) je 10 % in • offene Immobilienfonds • physisches Gold, Silber- und PlatinETCs • Ölwerte • Minenaktien • Emerging-Markets-Aktienfonds • europäische Dividendentitel • Emerging-Market-Bond-Funds (Lokalwährung) • Cash für Sondersituationen

könnte. • Emerging-Markets-Aktienfonds: Russ-

gepeilten zwei Prozent zu halten – was ent-

nen Strich durch die Rechnung. Doch auch

land, Brasilien und insbesondere Afrika

gegen allen Erwartungen schon früher als

das könnte sich 2018 wieder ändern.

erscheinen interessante Investments. Af-

geplant zur Zinstrendwende führen und die

Wer auf der Gewinnerseite stehen möchte,

rika-Aktienfonds mit einem ausgewoge-

Aktienmärkte drücken könnte.

wird jedenfalls auch heuer um Aktien nicht

nen Ländermix bieten eine spekulative

Konkret droht in den USA eine Lohninfla-

herumkommen. Die mittlerweile ambitio-

Chance.

tion. Im November zogen in den USA die

machte einigen internationalen Anlegern ei-

nierten Bewertungen in einigen Märkten

Stundenlöhne bereits um 2,5 Prozent (Jah-

zu berücksichtigen, alles in allem werde

Risikofaktor Inflation und Geldpolitik

2018 laut Experten jedoch ein gutes Aktien-

Dennoch bestehen heuer eine Reihe geopo-

Arbeitslosenquote von nur noch 4,1 Prozent

jahr. Ob der guten Konjunktur sollten sich

litscher Risiken. Der Konflikt zwischen den

(faktisch Vollbeschäftigung und niedrigster

Schwellenländeraktien und auch die Roh-

USA und Nordkorea und die Lage im Iran

Wert seit Dezember 2000) nicht weiter ver-

stoffmärkte gut entwickeln, positiv über-

bedürfen genauer Beobachtung. Auch die

wunderlich. Doch an der Spitze der Federal

raschen könnte Japan, das zusätzlich von

Präsidentenwahlen in Russland (18. März

Reserve/Fed (Zentralbank der Vereinigten

einem weiterhin schwachen Yen profitie-

und Stichwahl 8. April) sollten im Auge be-

Staaten, auch US-Notenbank) steht am 4. Fe-

ren sollte. „Er ist der einzige größere Markt,

halten werden.

bruar ein Führungswechsel an. Jerome Po-

wo die Bewertungen noch unter dem lang-

Darüber hinaus bahnt sich die Inflation ih-

well sollte Janet Yellen als Präsident ablö-

jährigen Durchschnitt liegen“, so Sparkas-

ren Weg. Auch Herbert Schmarl sieht darin –

sen. Dann könnten die geldpolitischen Kar-

sen-Fondsmanager Herbert Schmarl. Trotz

und in der Folge der Geldpolitik – das größte

ten wieder neu gemischt werden. Und es

fortgeschrittener Bewertungen weiterhin in-

Risiko für die Aktienmärkte. Nicht zuletzt

steht hier viel auf dem Spiel, geht es doch

teressant: der Technologiesektor.

aufgrund der starken Konjunktur, anziehen-

um den Abbau der Fed-Bilanzsumme. Deren

der Rohstoffpreise, global stark sinkender

Höhe liegt bei rund 4,5 Billionen Dollar und

Arbeitslosigkeit, hoher Lohnabschlüsse und

soll in den kommenden Jahren auf 2,5 bis

Weltweit läuft die Konjunktur. Vor allem in

der wachstumsfreundlichen US-Steuerpo-

drei Billionen US-Dollar reduziert werden.

Europa beschleunigt sich das Wirtschafts-

litik wird es schwierig, die Inflation bei den

Vom Tempo des Bilanzabbaus bzw. der Ver-

wachstum, die Nachfrage nach Öl und Roh-

von der Europäischen Zentralbank/EZB an-

käufe von US-Staatsanleihen hängt ab, wie

sowie geopolitische Risiken gelte es zwar

Besondere Chancen

resbasis) an, stärker als die Inflationsrate von 2,2 Prozent. Das ist dort angesichts einer

stark die Renditen der US-Staatsanleihen

DIVERSIFIKATION MIT DEN RICHTIGEN ALTERNATIVEN INVESTMENTS SOLLTE IN DER LAGE SEIN, AUCH IM MARKTSTRESS EINE POSITIVE PERFORMANCE ZU GENERIEREN. 100

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ansteigen. Und auch in Europa könnte eine Rückkehr der Inflation ins Haus stehen. Die entscheidende Frage ist dann: Wie schnell zieht sich die EZB aus ihrer expansiven Geldpolitik zurück und wann beginnen die ersten Leitzinsanhebungen? Spekulationen darüber können jederzeit zu Renditeanstiegen am Bondmarkt und einer Korrektur am Aktienmarkt führen.

Blasenbildung Kritisch betrachtet sollte auch die aktuelle Kryptowährungsblase werden. Mit zunehmender Regulierung neigt sich die wilde Aufwärtsphase langsam dem Ende zu. So-


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WELTWEIT LÄUFT DIE KONJUNKTUR. VOR ALLEM IN EUROPA BESCHLEUNIGT SICH DAS WIRTSCHAFTSWACHSTUM, DIE NACHFRAGE NACH ÖL UND ROHSTOFFEN STEIGT.

DAVON PROFITIEREN VOR ALLEM ROHSTOFFREICHE SCHWELLENLÄNDER.

bald die breite Masse zu der Erkenntnis ge-

charttechnischer Unterstützungen oder

meist nur einen gemeinsamen Weg: näm-

langt, dass die Kryptowährungspreise keine

pragmatisch unterhalb der 200-Tage-Linie

lich abwärts. Neben trendfolgenden Mana-

Einbahnstraßen nach oben sind, droht die

ab. Auch Investitionen in Gold und eventu-

ged-Futures-Funds kommen auch markt-

Vernichtung von hunderten Milliarden Euro.

ell Immobilien können im wahrsten Sinne

neutrale Aktienstrategien in Frage, sofern

Und schlussendlich droht in China eine

goldrichtig sein.

es sich dabei um Low-Vola-Produkte mit zu-

Schuldenkrise infolge des zuletzt massiven

Diversifikation mit den richtigen alternati-

letzt positiver Performance handelt. Letzt-

Kreditwachstums.

ven Investments sollte in der Lage sein, auch

endlich wird die Entscheidung aber wieder

im Marktstress eine positive Performance

lauten: Wollen Sie investieren oder weiter-

zu generieren. Das ist die Herausforderung,

hin am Seitenrand stehen und zusehen, wie

Sichern Sie Ihre Portfolio-Positionen mit

denn im Falle von Finanzmarktturbulen-

Ihr Geld ob negativer Realzinsen am Spar-

(mentalen) Stopps unterhalb wichtiger

zen kennen risikoreichere Anlagekategorien

buch an Kaufkraft verliert?

Was tun?

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© RAIFFEISEN/CHRISTIAN FORCHER

© HASIBEDER

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Realer Vermögenserhalt als wichtigstes Ziel

Aktienauswahl entscheidend

Aktien im Fokus

Die Aktienmärkte befinden sich seit

tendenziell nachlassen sollte. In den

Das wichtigste Ziel für den privaten

2009 in einem langfristigen Aufwärts-

Vereinigten Staaten könnte eine Ab-

Kapitalanleger wird 2018 ein realer Ver-

trend. Dieser Trend wird sich aller Vo-

schwächung, trotz jüngster Impulse aus

mögenserhalt sein, also ein Zuwachs

raussicht nach auch in diesem Börsen-

der US-Steuerreform, auch dämpfend

über der Inflationsrate. Für Österreich

jahr fortsetzen. Viele Menschen haben

auf die europäische Konjunktur wirken.

wird in diesem Jahr eine Teuerungs-

ihr Geld aber immer noch auf dem

Das Umfeld für Anleihen wird unver-

rate von rund zwei Prozent geschätzt.

Bankkonto oder in Lebensversicherun-

ändert schwierig bleiben, da von Seiten

Dabei führt erneut an der Aktie kein

gen geparkt. Bei Nullzinsen und Inflati-

der EZB Zinserhöhungen weiterhin auf-

Weg vorbei. Freilich ist die Luft für Ak-

on werden sie damit schleichend enteig-

geschoben werden. Für einen Wert-

tien nach den Kursanstiegen der letzten

net. Zu unterbewerteten Qualitätsaktien

erhalt des Geldes ist eine Aktienbeimi-

Jahre dünner geworden, angesichts des

gibt es auch 2018 keine Alternativen.

schung auch 2018 sinnvoll.

guten wirtschaftlichen Umfelds sollte

Einen Crash, wie er von vielen Analys-

Trotz eines mittlerweile schon lange an-

aber ein Kurszuwachs im langjährigen

ten Jahr für Jahr prophezeit wird, sehen

dauernden Bullenmarktes sollten die

Durchschnitt von rund acht Prozent

wir an den Aktienmärkten 2018 nicht.

guten Fundamentaldaten weiterhin für

erreichbar sein. Wir favorisieren euro-

Aber Achtung: Nicht alle Aktien sind

Unterstützung sorgen. Diese könnten

päische Aktien. Das größte Risiko bleibt

gleichermaßen attraktiv. Die richtige

die Aktienmärkte auf neue Höchststän-

dabei die unberechenbare Politik. Die

Selektion ist wichtiger denn je. So sind

de treiben. Potenzielle Risiken sollten je-

Erfahrung der letzten Jahre zeigt aller-

beispielsweise US-Aktien im Durch-

doch nicht außer Acht gelassen werden.

dings, dass der Einfluss der Politik auf

schnitt mit einem Kurs-Gewinn-Ver-

So mahnen die niedrige Volatilität, der

die Aktienmärkte nur begrenzt ist. Es

hältnis (KGV) von rund 22 teurer als eu-

zum Teil rekordhohe Optimismus etwa

muss dennoch zeitweise mit größeren

ropäische Aktien. Hier liegt das KGV bei

bei amerikanischen Privatanlegern und

Kursschwankungen gerechnet werden.

rund 15. Wir setzen 2018 daher beson-

die hohe Bewertung in den USA zur Vor-

Leider bieten erstklassige Anleihen

ders auf Value-Aktien aus Deutschland,

sicht. Die steigende Risikobereitschaft

auch 2018 kaum Anlagealternativen. Wir

Österreich und der Schweiz, bei denen

könnte zu beschleunigten Kursanstie-

rechnen lediglich mit einem leichten

der wahre Wert deutlich über dem an

gen führen, die bei zunehmender Reife

Renditeanstieg. Damit gilt generell: Der

der Börse gehandelten Marktwert liegt.

des Börsenzyklus häufig zu beobachten

vorsichtige Privatanleger wird weiter-

Aktien von gut geführten Familienun-

sind. Gerade dann rückt die Fokussie-

hin stärker ins Risiko gehen müssen als

ternehmen sind sicherlich auch inter-

rung auf Qualitätstitel wieder verstärkt

er möchte.

essant.

in den Vordergrund.

Rolf Weigel,

Gerold Frischmann,

Manfred Miglar,

Chefvolkswirt AlpenBank

ffp Frischmann Finanz- und

Direktor der Privat- und

Partner GmbH

Geschäftskundenabteilung der

Der globale konjunkturelle Aufschwung hält weiter an, wenngleich die Dynamik

Raiffeisen-Landesbank Tirol AG

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eco.geld

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Vorsicht vor expansiver Geldpolitik Wir gehen im Jahr 2018 von einer Prolongation des allgemeinen Wirtschaftsaufschwungs aus. Gute Konjunkturdaten, steigende Unterneh-

Wir starten das Jahr mit idealen Rahmenbedin-

mensgewinne und (noch) niedrige Zinsen in Kombination mit niedriger

gungen: eine starke Weltwirtschaft, die zuneh-

Volatilität sind im Allgemeinen äußerst gute Voraussetzungen für stei-

mend synchron wächst, starke Zuwächse bei den

gende Aktienkurse. Allerdings mehren sich über steigende Öl- und Roh-

Unternehmensgewinnen, weiterhin gemäßigte,

stoffpreise auch inflationäre Impulse. In diesem Zusammenhang sollte

leicht steigende Inflationsraten. Die ersten beiden

die weitere Geldpolitik der Fed und EZB genau verfolgt werden. In den

Positiva sollten uns das ganze Jahr weiter beglei-

USA hält der Markt bis zu drei weitere Leitzinsanhebungen um je 0,25

ten und vorerst die Aktienmärkte stützen. Bei der

Prozentpunkte für wahrscheinlich, fallen die Anhebungen stärker aus,

Inflation sehe ich hingegen im Jahresverlauf einen

kann dies zu Turbulenzen an den globalen Bond- und Aktienmärkten

deutlicheren Anstieg als erwartet: Mich würden

führen. Das Basisszenario bleibt jedoch bei einer moderaten Geldpoli-

gegen Jahresmitte Werte von knapp drei Prozent

tik, obwohl vom geplanten Abbau der riesigen Staatsanleihenbestän-

nicht überraschen. Es wird sich herausstellen, dass

de der Fed (Bilanzsumme zuletzt rund 4,5 Billionen US-Dollar) gewisse

die EZB viel zu lange an ihren Negativzinsen fest-

Risikopotenziale ausgehen. Etwas besser als bei den US-Werten ist das

gehalten hat. So könnte sie sich – entgegen allen

Chancen-Risiko-Verhältnis für europäische Aktien und Anleihen.

Erwartungen – schon im Herbst gezwungen sehen,

Bei aller Euphorie darf jedoch nicht in Vergessenheit geraten, dass der

die Zinstrendwende mit Leitzinserhöhungen ein-

herrschende Aufschwung von künstlichem Notenbankgeld getrieben

zuleiten. Das könnte in der Folge zu deutlich stär-

ist und weiterhin an einem seidenen Faden hängt, zumal weltweit ein

keren nominellen Zinsanhebungen führen und

Rückzug aus der expansiven Geldpolitik erfolgt. Vereinfacht ausge-

auf die Aktienmärkte drücken.

drückt: Geld, das Zaubermittel der jüngsten Hausse-Jahre, wird bald

Favorit unter den Regionen bleibt für mich der

knapper. Die nächste Krise wird dann viele Anleger, wie so oft, auf

japanische Aktienmarkt, der von einem schwa-

kaltem Fuß erwischen. Der gefährliche Unterschied zur globalen Fi-

chen Yen und guter Weltkonjunktur profitieren

nanzkrise 2008 wird aber sein, dass mögliche Rettungsmaßnahmen

sollte. Währungsmäßig sollte sich der US-Dollar

der Notenbanken und Politik so gut wie ausgereizt sind und ein zu-

wieder erholen, zumal sich der Zinsvorsprung von

künftiger Börsencrash heftiger und die Erholung davon wesentlich

US-Dollar-Anlagen im Jahresverlauf deutlich aus-

länger ausfallen könnte. Niedrige Volatilitäten dürfen deshalb nicht

weiten sollte. Die US-Konjunktur sollte aufgrund

dazu verleiten, Marktrisiken fehlzubewerten. Je nach persönlicher

der historisch niederen Arbeitslosigkeit und der

Risikoneigung sollten dem Portfolio auch alternative Ertragsquellen

Steuerreform massiv profitieren, sodass ich Zins-

beigemischt werden, die zwar im Aufschwung die Portfoliorendite

erhöhungen durchaus für möglich halte. In die-

schmälern können, in einem Krisenszenario jedoch die Verluste ver-

sem Umfeld setze ich weiter auf Gold, das von ei-

mindern sollten.

nem Inflationsanstieg und von weiter negativen

In einem ausgewogenen Portfolio würden wir 35 Prozent Aktien (15 %

Realzinsen profitieren sollte. Euroanleihen sollten

Europa, 10 % USA, 5 % sonstige Industriestaaten, Japan, Australien,

indes weiter gemieden werden. Wenn Anleihen,

Kanada etc.), 5 Prozent Schwellenländer, 25 Prozent Staats- und Unter-

dann maximal Kapitalmarkt- und Geldmarktfloa-

nehmensanleihen sowie Anleihen supranationaler Organisationen, 20

ter. Als Beimischung empfehle ich vor allem Nor-

Prozent alternative Strategien (Managed Futures, Long/Short, Event

wegische und Schwedische Krone, die beide durch

Driven, Global Macro etc.), jeweils 5 Prozent Rohstoffe und Edelmetal-

solide Staatsverschuldungen und eine deutlich

le und 10 Prozent Cash halten. Obwohl wir der Blockchain-Technologie

gesunkene Bewertung attraktiv erscheinen.

grundsätzlich sehr positiv gegenüberstehen, berücksichtigen wir Kryptowährungen nicht in unseren Portfolien.

Herbert Schmarl, Berater der Tiroler Sparkasse für

Mag. Wolfgang Lechner,

zwei Fonds der Ersten Sparinvest

Privatconsult Vermögensverwaltung GmbH

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© THOMAS SCHROTT

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Auch 2018 bietet der Finanzmarkt Chancen

Erfreuliche Aussichten für 2018

Vorbereitet sein

Die Weltwirtschaft hat sich 2017 sehr

Aktien beraten, weil sie für einen langfris-

Für das Jahr 2018 bleiben wir für den

gut entwickelt und dieser Trend wird

tigen Vermögensaufbau tatsächlich alter-

Aktienmarkt optimistisch, während der

sich 2018 so fortsetzen. Die Rahmen-

nativlos sind. Die großen wirtschaftlichen

Anleihenmarkt aus unserer Sicht nur

bedingungen sind für die heimische

Werte einer Gesellschaft wurden immer

in ausgewählten Segmenten interes-

Wirtschaft ausgezeichnet, das Umfeld

durch Unternehmertum geschaffen. Wer

sante Opportunitäten bietet. Europäi-

könnte für Unternehmerinnen und Un-

nicht selbst Unternehmer sein kann oder

sche Staats- und Unternehmensanlei-

ternehmer kaum besser sein und liefert

will, hat zumindest die Möglichkeit, sich

hen sind nach wie vor auf einem sehr

in jedem Fall stabile Wachstumsmög-

an einem zu beteiligen. Warnen müssen

niedrigen Niveau und laufen Gefahr, bei

lichkeiten. Die Stimmungsindikatoren

wir jedoch vor der Haltung, dass Aktien

steigenden Zinsen deutlich an Wert zu

befinden sich auf hohen Niveaus, wo-

für jeden Zeitraum und jede Person alter-

verlieren. Zwar erwarten wir keine stark

von selbstverständlich auch die Finanz-

nativlos sind. Gerade in Europa wurden

steigenden Zinsen, aber ein Auslaufen

märkte profitieren. Für Anleger gilt: So-

die meisten Menschen als Sparer, nicht als

des Kaufprogramms der EZB im Schat-

lange die Leitzinsen so niedrig bleiben,

Investoren sozialisiert. Sparen als Grund-

ten einer starken Konjunktur sollte die

stellen Aktien eine besonders attraktive

haltung wird immer Sinn machen. Leider

Zinsen in Europa im Laufe des Jahres

Anlageform dar. Die internationalen

liegt das Ersparte jedoch oft tatsächlich

auf etwas höhere Niveaus bringen. Ei-

Börsen zeigten 2017 gute Entwicklun-

auf dem Sparbuch – mittlerweile unver-

ne adäquate Aktienquote – natürlich

gen, dies wird sich 2018 fortsetzen. In

zinst. Eine langfristig ausgerichtete Anla-

immer abgestimmt auf die persönliche

den USA wird die Steuerreform für zu-

ge sollte deshalb gewinnbringender erfol-

Risikoneigung – bietet wohl auch 2018

sätzliches US-Gewinnwachstum sorgen,

gen. Und mit der richtigen Strategie. Nach

die besten Ertragschancen. Als Beimi-

wovon US-Börsen profitieren würden.

wie vor gibt es vielversprechende Akti-

schung sind Anleihen aus dynamisch

Aufgrund der hohen Indexstände an

enanlagen. Vor allem der Raum Asien in-

interessanten Segmenten wie Schwel-

den globalen Aktienmärkten können

klusive Japan bleibt für uns attraktiv. Für

lenländeranleihen in Lokalwährung

2018 kleine Korrekturen vorkommen.

Anleiheninvestoren bleibt die Rückkehr

erfolgversprechend. Genauso wie Roh-

Nicht planbar sind größere geopoliti-

der Inflation die größte Bedrohung, wenn-

stoffe – aktuell vor allem Edelmetalle.

sche Turbulenzen oder Krisen, die die

gleich wir für 2018 keinesfalls die große

wirtschaftliche Grundstimmung beein-

Inflationswolke auf uns zukommen se-

flussen könnten.

hen, auch wenn die Arbeitsmarktentwick-

MMag. Georg Frischmann, Leiter Private Banking Hypo Tirol

Schon kurz nach der Finanzkrise haben wir unsere Kunden intensiv in Richtung

lung in Europa für einen Anstieg spricht. Gerhard Burtscher,

Viel wichtiger als die Prognose ist aber,

BTV-Vorstandsvorsitzender

auf das Unerwartete vorbereitet zu sein. Eine Überraschung auf der Inflationsseite wäre für Anleihen und Aktien schwer verdaulich. Wir wappnen uns auf der Aktienseite mit Geschäftsmodellen, die in der Lage sind, Preisauftrieb an den Endkunden weiterzugeben, bei Anleihen setzen wir auf inflationsgeschützte Anleihen. Peter Jenewein, Schoellerbank-Landesdirektor Österreich West

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© HOLY

eco.geld

I M M O T I O N E N

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Who else? Stimmungslage als Warnzeichen für Anleger Im abgelaufenen Jahr 2017 hat sich die Zuversicht für Aktien ausgezahlt. Voraussetzungen, dass die Börsen weiter steigen, sind auch 2018 gegeben. Unterstützt wird die gute Stimmung von den Konjunkturdaten. Wichtige Frühindikatoren sind im Dezember auf neue Höchststände geklettert. Im Sog des synchronen Wachstums der Weltwirtschaft wurden die 2018er-Prognosen für eine ganze Reihe von Ländern angehoben. Dies betrifft die Eurozone, Deutschland, Japan und auch die USA. Mehr Wachstum in Europa heißt unter anderem auch mehr Stabilität über die Lieferketten

Einzigartige Designervilla im wunderschönen Jagd- und Fischereigebiet von Kaiser Maximilian Unverbaubares Grundstück mit ca. 1.145 m² und herrlichem Ausblick auf den Achensee. Baujahr: 2013

auch in den Schwellenländern. Dabei bleibt die geringe Teuerung ein Rätsel. Nach historischen Maßstäben ist die Inflation zu niedrig. Je länger der Konjunkturzyklus dauert, umso stärker dürften die Aufwärtskräfte zutage treten. Bislang droht vonseiten der Inflation für das gute Kapitalmarktumfeld keine Gefahr. Auch von Seiten der Geldpolitik sehen wir keine größere Gefahr. Wegen der guten konjunkturellen Entwicklung wird die US-Notenbank bei der Normalisierung ihrer Geldpolitik auf Kurs bleiben. Mit weiteren Zinserhöhungen und einem fortgesetzten Bilanzrückbau der Fed ist daher zu rechnen. Das wird zu steigenden Anleiherenditen führen. Die EZB hält hingegen an ihrer geldpolitischen Ausrichtung auch 2018 fest. Sie hat deutlich gemacht, dass die Leitzinsen auch

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lange nach Ende des Ankaufprogramms unverändert bleiben, sodass eine wahrscheinliche Zinserhöhung im Euroraum erst Mitte 2019 erfolgen wird. Vor dem Hintergrund solider Wachstumszahlen und einer Geldpolitik, die perspektivisch weniger expansiv sein wird, ist von leicht anziehenden Renditen auch im Euroraum auszugehen. Noch nie in der jüngeren Geschichte war die Volatilität so gering wie 2017. Die Volatilität von US-Aktien fiel auf neun Prozent, im langjährigen Durchschnitt lag sie bei 15. Eine Börsenregel besagt, dass die Hausse in der Skepsis geboren wird und in der Euphorie stirbt. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Stimmungslage der Anleger ein Warnzeichen. Das anhaltende Niedrigzinsumfeld und die damit verbundene Suche nach Rendite dürften hingegen auch 2018 die Aktienmärkte beflügeln. Der gute Konjunkturausblick und

Auf der obersten Dachebene befindet sich der große InfinityPool mit Liegefläche, Lounge, Wellness- und Saunabereich. In der Tiefgaragenebene stehen 6 Autoabstellplätze, im Außenbereich weitere zwei Abstellplätze zur Verfügung.

die damit einhergehende höhere Nachfrage hellen das Gewinnbild auf. Da trotz guter Wirtschaftsdaten kein Inflationsdruck auszumachen ist, bleibt für Aktien das sehr gute Umfeld erhalten. Josef Tratter, verantwortlicher Volksbank-Regionaldirektor für Schwaz und das Zillertal

IMMOBILIENMANAGEMENT JENEWEIN Peter Jenewein Eduard-Bodem-Gasse 8, 6020 Innsbruck Tel.: 0512-26 82 82, Mobil: 0664-110 8 200 E-Mail: office@immobilien-jenewein.at www.immobilien-jenewein.at

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Art Kunst & Kultur

BUCH.TIPPS

Mit weniger zum Glück Rund 50 Dinge. Mehr nicht? Mehr nicht! Glücklich zu sein, hat nichts damit zu tun, wie viele

ÜBER HAMBURG

materielle Dinge wir besitzen. Findet zumindest Joachim Klöckner. Deshalb hat er ein Buch

Reimer Wulf, Sutton Verlag

darüber geschrieben, wie er mit wenigen Dingen das Auslangen findet. Er hat nicht einmal

240 Seiten, EUR 51,40

eine Wohnung, Kleidung und Pflege passen in einen Rucksack in Handgepäcksgröße. Nur bei

Selbst wenn man auf Reisen meint, ei-

der Technik ist Klöckner ganz vorne mit dabei: iPad, iPhone, Apple Watch, drei Ladekabel, zwei

ne Stadt gänzlich erkundet zu haben, so

Netzteile, dazu vier Karten: Ausweis, Bank, Krankenversicherung, Führerschein.

fehlt dennoch meist eine Perspektive: die

Vor über 30 Jahren hat Joachim Klöcklner begonnen, seinen Haushalt zu reduzieren. Er fing

von oben nämlich. Der renommierte Luft-

an, immer weniger zu besitzen, heute lebt er als moderner Nomade und zeigt in „Der kleine

bildfotograf Reimer Wulf zeigt die Elb-

Minimalist“, dass freiwillige Einfachheit gar nicht so schwierig ist, wie es scheint.

metropole deshalb genau von dort und damit auch, wie überraschend grün Ham-

ECO.NOVA: Nicht jeder mag sich gleich auf nur 50 Dinge im Leben beschränken. Was ist

burg ist.

Ihr Tipp für „Einsteiger“?

JOACHIM KLÖCKNER: Mir hat ein Satz geholfen: Alles, was du ein Jahr lang nicht benutzt, kann weg. Oder meine Erkenntnis: Wenig tote Gegenstände erlauben dir viel Zeit und Energie für Lebendiges. Und dazu kam die Erfahrung: Wenn du dich dafür entscheidest, etwas richtig gut zu machen, räumst du alles weg, was stört, und umgibst dich mit Förderlichem. Und jetzt entscheide dich für dein Leben als das Wichtigste und gestalte es richtig gut. Ihr Minimalismus geht so weit, dass Sie keinen festen Wohnsitz mehr haben, sondern sich nur kurzzeitig irgendwo einmieten oder Wohnungshüten betreiben. Ja, dieses nomadische Leben ist abwechslungsreich, neu und fordert Kreativität. Insbesondere im Umgang mit den Behörden. Da hilft mir mein iPad als Organisationshintergrund mit Verbindung in die Welt. Haben Sie Vorbilder oder Verbündete?

DER KNOCHENRAUB VON SAN MARCO

Bei Vorbildern denke ich an Diogenes und seine Antwort auf die Frage: Weshalb gehst du ger-

Stefan Maiwald, dtv

ne mit uns über den Markt und kaufst doch nichts? Er antwortete sinngemäß: Ich mag die

416 Seiten, EUR 16,40

vielen schönen Dinge, die ich nicht brauche.

Nach dem „Spion des Dogen“ legt Stefan Maiwald den Knochenraub nach und

DER KLEINE MINIMALIST

Joachim Klöckner, ecowin Verlag 128 Seiten, EUR 16,00 Unterhaltsam zeigt Klöckner seinen Lebensweg und gibt praktische Hilfestellungen und kluge Tipps für ein kleines Stück Minimalismus, ohne dabei zu belehren.

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auch wenn man vermuten könnte, die Geschichte spiele sich nur in Venedig ab, so geht die Reise doch ein Stück weiter. Dazu gibt’s historische Hintergründe, Infos zu venezianischen Bräuchen und reichlich gutes Essen. Abenteuerlich und mit vielen Wendungen, ohne hektisch zu sein.


© KLAUS KINOLD

eco.art

WUNDERBARES LICHTSCHAUSPIEL Rudolf Schwarz, St. Anna, Düren, 1951–56

Einer der Höhepunkte im Winterprogramm der Swarovski Kristallwelten ist auch 2018 das Lichtfestival mit seinen spektakulären Lichtinstallationen und Shows, die noch bis

DIE ANDERE MODERNE

18. Feber stattfinden. Los geht’s schon ab 8.30 Uhr im Ausstellungsbereich im Inneren des Riesen. Sobald es gegen 17 Uhr dunkel wird, beginnt der Garten zu leuchten und erzeugt eine magische, mystische und erleuchtende Atmosphäre. Um das Spektakel länger erleben zu können, bleiben die Swarovski Kristallwelten bis 21 Uhr geöffnet (letzter Einlass

Im Mittelpunkt dieser ersten, vom aut

um 20 Uhr), ab 17 Uhr gibt es ermäßigte Abendtickets für das Lichtfestival. Jeden Don-

und dem Archiv für Baukunst gemein-

nerstag findet zudem ein exklusives Licht-Gala-Menü statt – bitte unbedingt reservieren.

sam konzipierten Ausstellung steht der

Für die kleinen Besucher wird während des Lichtfestivals der Spielturm jeden Samstag

in München lebende Fotograf, Architekt

von 17 Uhr bis 21 Uhr zur coolen Schwarzlichtdisco. Der Besuch der Disco ist im Ein-

und Gestalter Klaus Kinold (geb. 1939),

trittspreis inkludiert. Fiat lux!

der mit seinen Fotografien seit vielen Deutschland dokumentiert. Das Schaffen von Hans Döllgast (1891 – 1974) und

„über.leben“ lautet das Motto des 30. Osterfestivals Tirol.

© ANNE VAN AERSCHOT

Jahrzehnten die Nachkriegsmoderne in

Rudolf Schwarz (1897 – 1961) nimmt eine zentrale Rolle in seinem Werk ein. Fasziniert von deren materiell zurückhaltender und stark auf den Raum wie die Atmosphäre ausgerichteter Architektur, widmete sich Kinold ab den frühen 1980er-Jahren aus Empathie diesen beiden „Baumeistern der anderen Moderne“, die ent­gegen den Vertretern der

INNSBRUCKER KULTURSOMMER 2018

Alte Musik und

neue Rhythmen

sogenannten „radikalen Moderne“ einen

Der Innsbrucker Kultursommer bietet heuer wieder ein abwechslungsreiches Programm. Der

zurückhaltenden und in gewissem Sin-

Name indes scheint etwas verwirrend, ist die Kunst- und Kulturszene doch schon Ende Jänner

ne „konservativen“ Ansatz verfolgten.

mit der ART Innsbruck erfolgreich ins Jahr gestartet. Weiter geht’s im März mit dem 30. Tiroler

In den Ausstellungsräumen des aut bie-

Osterfestival, das auch zum Jubiläumsjahr Alte und Neue Musik, weltbekannt und aufstrebend,

tet sich ein Einblick in das subtile und

Regionalität und Internationalität verbindet. Ende Mai feiert das Festival „Musik im Riesen“ un-

heute wieder relevante Werk von Hans

ter anderem mit Auftritten des Pianisten Philip Glass sein 15-jähriges Bestehen. (Weitere Termi-

Döllgast und Rudolf Schwarz, im Archiv

ne siehe unten.) Dazu bereichert die alternative Szene den sommerlichen Spielplan mit heiteren

für Baukunst liegt der Schwerpunkt

bis anspruchsvollen Inszenierungen.

auf dem umfangreichen Schaffen von Klaus Kinold. Die Ausstellung eröffnet am 9. März und dauert bis 9. Juni. Es lohnt sich, den Termin bereits vorzumerken ... // www.aut.cc

ÜBERSICHT: • • • •

16. März bis 1. April: Osterfestival Tirol 24. bis 27. Mai: Musik im Riesen 30. Juni: Klassik am Berg 2. bis 29. Juli: Innsbrucker Promenadenkonzerte • 5. bis 22. Juli: New Orleans Festival

• 14. und 15. Juli: WetterleuchtenFestival • 17. Juli bis 27. August: Innsbrucker Festwochen der Alten Musik • 21. Juli bis 31. August: Tiroler Volksschauspiele Telfs

eco.nova

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eco.art

Kunst ist sichtbar gemachte Seele. Die Werke sind so unterschiedlich wie die Menschen, die sie kreieren.

Freiheit im Kopf Kunst ist alles. Alles ist Kunst. „Jeder Mensch ist ein Künstler“, findet Erika Isser. Sie ist Obfrau der Tiroler Kunstakademie und hat sich gemeinsam mit einem Team ausgebildeter Künstler und Kunstpädagogen zur Aufgabe gemacht, kreative Potenziale zu heben und zu fördern. Auf eine ganz eigene Weise ... // TEXT: MARINA KREMSER

D

as Atelier von Mag. Erika Is-

Mit eigenen Augen sehen

zusehen und auf welchem Weg man zu diesem Ergebnis zu kommen hat. Doch wenn

ser liegt etwas versteckt in Rum, hat man es aber ge-

ECO.NOVA: Das Kursprogramm der Tiro-

man ehrlich ist, kann Kunstbildung so nicht

funden, eröffnen sich einem

ler Kunstakademie ist enorm vielfältig.

funktionieren. Es geht nicht darum, ande-

wunderbare Weitblicke. Im wahrsten wie im

Wen möchten Sie damit konkret anspre-

re(s) zu kopieren, sondern seinen eigenen,

übertragenen Sinne.

chen?

unverkennbaren Stil zu finden. Es ist ein

Im Sommer des letzten Jahres hat Erika Is-

ERIKA ISSER: In erster Linie möchten wir

Missverständnis, zu sagen, wenn man einen

ser, selbst Absolventin der Kunstuniversität

(Grundlagen-)Kurse auf universitärem Ni-

Malkurs absolviert hat, kann man malen.

Mozarteum Salzburg und spezialisiert auf

veau anbieten. Alle Lehrenden unseres Team

Man mag vielleicht die Technik beherrschen,

Aktzeichnung, Malerei und Zeichnung, ge-

sind ausgebildete Künstler und möchten die-

doch es fehlt die Seele.

meinsam mit ihrem Mann Mag. Harald Isser

ses Wissen auf eine sehr persönliche, indivi-

und weiteren Kreativen verschiedener Gen-

duelle Weise weitergeben und den Teilneh-

Lässt sich Kreativität tatsächlich lernen?

res die Tiroler Kunstakademie als gemein-

mern dabei helfen, ihre Kreativität und ihre

Ich behaupte, dass jeder die Veranlagung in

nützigen Verein gegründet und erweitert da-

Unbeschwertheit wiederzufinden. Angespro-

sich trägt, sie aber verdeckt wird, wenn man

mit das Kursangebot im Kreativbereich auf

chen werden damit alle, die sich künstlerisch

sie nicht fördert. Wenn wir in unseren Kur-

universitärem Niveau und dennoch auf ganz

weiterentwickeln wollen, unabhängig von

sen ein Thema stellen, sind die Ergebnisse

andere Weise als bisher Bekanntes.

Alter, Geschlecht oder Beruf.

so vielfältig wie Leute da sind, weil jeder die

Wer hierher kommt, lernt, sich zu verab-

Aufgabenstellung anders löst. In gängigen

schieden, bevor er ankommt. Von einge-

Braucht es Vorkenntnisse, um an den Kur-

Malschulen erwarten Lehrer homogene Er-

fahrenen Denkmustern und Sichtweisen

sen teilzunehmen?

gebnisse, auch, um sie letztlich beurteilen

nämlich, von vermeintlichen Konventionen,

Nein, gar nicht. Manchmal sind diese sogar

oder benoten zu können. Die Schulbildung

angelernter Kunst, gelehrten Strukturen ...

hinderlich, weil Leute in den klassischen

erzieht uns zu Stereotypen. Doch die Grund-

und der Erwartungshaltung in Bezug auf

Malschulen teils derart verdorben werden,

lage für Wissen liegt in der Kreativität. In der

Kunstschulen. Hier gibt es kein Muss, es gibt

dass sie sich selbst nicht mehr entfalten kön-

Kunst wie in der Wissenschaft geht es da-

kein Richtig oder Falsch, keine Lehre im klas-

nen. Dort wird in klaren Strukturen gelehrt

rum, das Unbekannte bekannt zu machen.

sischen Sinn. Vielmehr geht es darum, über

und die Schüler in bestimmte Schemata ge-

Man kennt es von sich selbst: Die besten

die Kunst zu sich selbst zu finden.

presst. Der Lehrer gibt vor, wie „Kunst“ aus-

Ideen kommen meist in Phasen der Ent-

108

eco.nova


eco.art

spannung. Wir führen die Leute zurück in

Der Kunst haftet in der Breite immer noch

einen kreativen Denkmodus und versuchen,

etwas sehr Elitäres an. Wie kann man diese

ihnen beizubringen, Verstand und Logik los-

Schwellenangst nehmen?

zulassen und bewusst dem Unterbewusst-

Mit Kunst verbindet man oft das reine

sein den Vorrang zu geben.

Kunstwerk, das um viele tausende Euro in der Galerie zum Verkauf angeboten wird.

Der Diplomstudiengang an der Tiroler

Dabei ist Kunst so viel mehr. Für mich ist

Kunstakademie ist auf vier Semester auf-

es das ganze Leben. Natürlich gehört das

gebaut, sie bilden jedoch keine Künstler

Malen und Zeichnen oder die Plastik als un-

aus. Es gibt auch keine Noten. Wie kann

mittelbarer Ausdruck dazu, aber alles, was

man sich diesen Lehrgang vorstellen?

ich aus mir selbst an Kreativem hervor-

Grundlegend anders als in klassischen Ein-

bringe, ist Kunst. In diesem Sinne ist Kunst

richtungen. Man kann sich aus dem reich-

nichts, das weit weg ist. Sie ist mit dem Le-

haltigen Angebot auch einzelne Kurse herauspicken, im Idealfall absolviert man in den vier Semestern jedoch die Grundlagenkurse, auf die man anschließend bei Bedarf aufbauen kann. Grundsätzlich bieten wir

„ES GEHT BEI UNS NICHT UM RICHTIG ODER FALSCH. BEI UNS MUSS MAN ETWAS RISKIEREN.“ Erika Isser

drei Bildungsvarianten an: Studium zur Bil-

ben verknüpft. Aus diesem Grund finde ich auch die neue Galerie im Haus im Leben in Innsbruck so schön. Sie ist in einem halböffentlichen Raum untergebracht und ermöglicht damit einen sehr niederschwelligen Zugang. Kunst passiert hier quasi „nebenher“. Man geht nicht in eine klassische

dungskarenz, Studium mit Studienbesuchsbestätigung und eine Variante für alle Inte-

ten verhaftet. Ich versuche ihnen zu helfen,

Galerie, deren Eingang man oft erst suchen

ressierten, die sich die Kurse nach Lust und

mit eigenen Augen zu sehen und ihre eigene

muss und in die man sich scheut, einzutre-

Laune auswählen. Am Ende steht ein Ab-

Handschrift zu entwickeln. Das funktioniert

ten, weil man das Gefühl hat, man kennt

schlussprojekt. Bei uns gibt es weder Farben-

nicht, indem man sagt, eine Linie wäre falsch

sich zu wenig aus.

noch Kompositionslehre, wir möchten nie-

gesetzt oder ein Strich geht in die falsche

mandem ein Konzept überstülpen. Es geht

Richtung. Das geht nur, indem man sich mit

Muss Kunst eine Aufgabe erfüllen?

in erster Linie um Persönlichkeitsentfaltung,

dem Menschen intensiv auseinandersetzt

Nein, ich denke nicht, dass sie das tun muss.

die Beschäftigung mit sich selbst und dar-

und ihn auch einfach einmal machen lässt.

Zu gewissen Zeiten ist es wichtig, dass sich

über, seine individuelle Art des Malens und

Sobald ich merke, jemand verfällt in ein be-

Künstler auch für politische oder gesell-

Zeichnens zu finden.

kanntes, bequemes Schema, lenke ich ein.

schaftsrelevante Themen einsetzen, doch

Das macht auch eine Bewertung im Sinne

Wenn ich spüre, dass jemand beginnt, seinen

jeder Künstler verfolgt ein anderes Ziel und

einer Benotung unmöglich. Kunst kann man

eigenen Weg zu gehen, bestärke ich ihn darin.

sieht seine Aufgabe woanders. Nicht jedes

nicht werten. Wir weisen darauf hin, welche

Bild hat eine Botschaft, man kann sich ihm

Kompetenzen im Laufe der Zeit erworben

Mit der Galerie im Leben, dem Schloss

auch einfach hingeben. Wenn man beginnt,

wurden, zeigen auf, welche Fortschritte im

Ambras, den Tiroler Landesmuseen, der

Bilder zu erklären, befindet man sich wieder

Sinne des kreativen Prozesses gemacht wur-

Galerie Thoman, der Akademie für Poten-

im logischen Denken. Kunstwerke sollten

den. Schlussendlich ist es die Authentizität,

tialentfaltung, der Lernwelt und Tiroler

keiner Erklärung bedürfen, sie sollen ein gu-

die ein Kunstwerk ausmacht. Es geht darum,

Künstlerschaft haben Sie starke, renom-

tes Gefühl vermitteln.

den Menschen hinter dem Bild zu erkennen.

mierte Kooperationspartner. Wie kam es dazu?

Haben Menschen ein Problem damit, mit

Es war uns wichtig, unseren Teilnehmern ei-

sich selbst zu sein?

nerseits verschiedene Einblicke in die Kunst-

Ja! Manche können mit den Ergebnissen ih-

welt zu gewähren und ihnen anderseits zu

rer Kunst ganz schwer umgehen. Eine Teil-

ermöglichen, selbst gesehen zu werden. Ga-

nehmerin meinte, sie könne ihre Bilder nicht

lerist Klaus Thoman veranstaltet zum Bei-

aufhängen, weil sie zu sehr sie sind. Es stecke

spiel Führungen für unsere Studierenden,

zu viel von ihr darin. Wenn ein Werk gelun-

wo sie lernen, zeitgenössische Kunst zu in-

gen ist, schaut man sich selbst ins Gesicht.

terpretieren und im Zuge dessen die Wahr-

Das muss man verkraften. Auch das Ausstel-

nehmung für Kunst geschult wird. Schloss

len von eigenen Werken braucht Mut. Damit

Ambras ermöglicht uns die Teilnahme an

haben viele ein Problem.

verschiedenen Projekten, wo wir Werke zu bestimmten Themen ausstellen dürfen. Wir

Wie lehren Sie Ihre Studenten? Wie leitet

möchten unsere Studenten aktiv ins Kunst-

man jemanden in seiner Emotion?

leben einbinden. Sie sollen nicht nur an den

Im Grundlagenseminar Zeichnen zum Bei-

Kursen teilnehmen, sondern die Möglich-

spiel stelle ich bildnerische Probleme. Je-

keit bekommen, Zeitthemen mitzudenken.

der bekommt einen Gegenstand, um ihn zu

Kreativ sein heißt denken, sehen und wahr-

zeichnen. Die meisten sind anfangs in be-

nehmen und diese Eindrücke in irgendeiner

kannten Denkmustern oder Sehgewohnhei-

Form umzusetzen.

TIROLER KUNSTAKADEMIE

Akademie zur Förderung kreativer Potenziale Atelier Erika und Harald Isser Eibenweg 6, 6063 Rum www.tiroler-kunstakademie.at Kooperationspartner: • Galerie im Leben • Schloss Ambras • Tiroler Landesmuseen • Galerie Elisabeth und Klaus Thoman • Akademie für Potentialentfaltung • Lernwelt • Tiroler Künstlerschaft Infoveranstaltung: Mittwoch, 28. Feber 2018 18.30 Uhr im Atelier H&E Isser Eibenweg 6, 6063 Rum Anmeldung erbeten

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© GEMEINDEMUSEUM ABSAM

Im ehemaligen Kirchenwirt in Absam ist heute das Gemeindemuseum untergebracht. Und manchmal stehen Ausstellungsstücke auch vor der Tür. Autos zum Beispiel.

Die Geige des berühmten Jakob Stainer aus Absam – bis heute Inbegriff barocker Klangschönheit

Eine museale Innovation

I

Museum und innovativ schließen sich aus? In Absam nicht. Dort wird Identität bodenständig vermittelt und alte Geschichten mit aktuellem Zeitgeist verbunden. // TEXT: JULIA SPARBER-ABLINGER

n Absam soll 1797 einer Frau die

doch mit dem gewissen „shabby chic“, ist das

Hälfte der Bergarbeiter wohnte in Absam.

Gottesmutter erschienen sein.

Gemeindemuseum ein Schmuckstück, das

Die Gemeinschaft der Knappen prägte da-

Das überlieferte Bild der Frau

sich genauer zu betrachten lohnt.

mals das dortige kulturelle Leben. So wie die

wurde als „Wundervolle Mutter

Frauen und Kinder der Knappen willkomme-

entwickelte sich die Gemeinde zum bekann-

Von barocken Klängen zum weißen Gold

ten Wallfahrtsort. Aber nicht nur der schö-

Der Absamer Geigenbauer Jakob Stainer

ferer und in der Schuhfabrik Huber. So bot

nen Pfarrkirche wegen, die im Jahr 2000 zur

zählt bis heute zu den bekanntesten Künst-

das kleine Dorf bereits in der ersten Hälfte

Basilika erhoben wurde, kommt man hier-

lern, die Tirol je hervorgebracht hat. Seine

des 19. Jahrhunderts moderne Industriear-

her. Es gibt auch ein kleines Museum, dessen

Instrumente wurden schon zu Lebzeiten

beitsplätze. Dementsprechend stark war die

Anziehung sich erst auf den zweiten Blick

als Inbegriff barocker Klangschönheit ver-

Gewerkschaft der Salzarbeiter, die 1909 die

entfaltet. „Stainer Salz Sport“ lautet der Un-

ehrt. Das „weiße Gold“, wie Salz auch gerne

Einführung des Achtstundentages erreichte

tertitel des Museumsnamens, der auf histo-

genannt wird, hat Absam jedoch erst richtig

– bis heute eine der bedeutendsten Errun-

rische Meilensteine in Absam schließen lässt.

berühmt gemacht. Von 1244 bis 1967 wurde

genschaften für die Arbeitswelt.

Auf der Fassade steht noch Kirchenwirt. Aber

im Halltal Salz gewonnen, das in früheren

man ist richtig. Der heutige Wirt ist in der

Jahrhunderten eine weit über Tirol hinaus-

Von Preziosen und Baracken

neu gebauten Veranda gleich ums Eck unter-

gehende Bedeutung hatte und eine der wich-

All das erfährt man im Gemeindemuseum

gebracht, der ehemalige ist heute Museum.

tigsten Einnahmequellen darstellte. Im 16.

Absam. Nicht in verstaubten Vitrinen, son-

Wo damals Gaststuben waren, sind nun alte

und 17. Jahrhundert fanden bis zu 500 Berg-

dern mittels Preziosen, die die Gemeindebe-

Fundstücke zu sehen. Generalsaniert, aber

leute Arbeit im Salzbergwerk, mehr als die

völkerung teils selbst zusammengetragen

110

Gottes zu Absam“ verehrt und so

eco.nova

ne Arbeitskräfte in den bekannten Absamer Fabriken waren: in der Beinkopffabrik Kap-


eco.art

hat. Die heutigen Bewohner des Absamer

Welzenbacher. Der in München geborene

matisch zusammengefasst, was sich über

Ortsteiles Eichat, der auf eine Anlage der

Architekt hinterließ große bauliche Spuren

mehrere Jahrhunderte im Ort abgespielt hat.

deutschen Wehrmacht zurückgeht, waren

in Tirol. Als Schöpfer einer alpinen Variante

Mit handfesten Bezügen und neuen Ideen.

nach 1946 noch die sogenannten „Barackeler“.

der klassischen Moderne zeichnete er unter

Der jüngste Coup ist das mobile Museum in

Die Baracken waren eine Art Flüchtlingslager

anderem für den Bau des Adambräu-Gebäu-

einem Container, der seit August 2017 durch

für Südtiroler Umsiedler, aber auch für Aus-

des in Innsbruck und des Haller Parkhotels

die Region tourt. Damit soll an die vor 50

gewiesene aus der damaligen Tschechoslowa-

verantwortlich. Sein Privathaus steht in Ab-

Jahren stillgelegte Salzproduktion in Absam

kei und dem Sudetenland. Im November 2016

sam, das bis heute im Originalzustand erhal-

und Hall erinnert werden. An Orten, an de-

lud Museumsleiter Matthias Breit mit ehe-

ten ist. Beim Entrée im Gemeindemuseum

nen man kein Museum erwartet: „Zum Bei-

maligen Bewohnern der Barackensiedlung zu

lädt eine massive schwarze Holzbank Wel-

spiel in der Haller Lend. Eine Wohngegend

einem Treffen. Mehr als 130 Personen waren

zenbachers zum Verweilen ein. Breit hat sie

mit sozialem Wohnbau und wenig Infra-

gekommen, brachten alte Bilder mit und er-

aus dem ehemaligen Gasthof „Goldene Rose“

struktur. „Wir wollen auf die Menschen zuge-

zählten von ihren Kindheitserinnerungen:

in der Innsbrucker Altstadt gerettet, in dem

hen und Identität anders vermitteln“, erklärt

Von einer neunköpfigen Familie, die in zwei

sich heute der Swarovski-Shop befindet. Die

Museumsleiter Matthias Breit, Sohn von

Zimmern leben musste. Von Plumpsklos und

1923 von Lois Welzenbacher entworfene Gast-

Bert Breit (1927 – 2004), dem bekannten Tiro-

vom Betteln für „ein Lackerl Milch“. Erzäh-

haus-Bank hat 2011 dem großen Umbau wei-

ler Komponisten und Journalisten. Die krea-

lungen einfangen, dokumentieren und auf-

chen müssen. Mit einer passenden Kredenz

tiven Querverbindungen scheinen ihm also

bereiten sind nur einige der Museumsaufga-

aus dem Privathaus in Absam steht nun ein

in die Wiege gelegt: „Ohne Saline und ohne

ben, die in Absam ernst genommen werden.

schlichtes Möbelensemble im Museum, das

die Sondersteuer auf Salz hätte es beispiels-

2019 soll ein Buch zur Geschichte des Ortstei-

für zeitgeistiges „Vintagedesign“ steht.

weise nie eine Universität in Innsbruck gege-

les Eichat und seinen Baracken erscheinen.

ben. Deshalb ist es so wichtig, die Industrie-

duldenden Umsiedler“ nachgezeichnet, die

Von Sportlern und einem Container

heute die „Eichater“ sind.

Das Gemeindemuseum Absam beleuchtet

Zukunft schreiben wird.“

auch die jüngere Geschichte des Ortes: Die

So findet auch Zeitgenössisches im Museum

Sprungschanze steht synonym dafür. 2017

Platz: Zwischen all den historischen Foto-

Statt der regulären Beschriftungen stehen

wurde die Absamer Schanze renoviert, auf

grafien und Ausstellungsstücken schwebt

im Gemeindemuseum Absam Postkarten

der die berühmten „Adler“ Ernst Vettori oder

ein Siebdruck auf Acrylscheiben des Tiroler

zur Verfügung, damit der Besucher ein Stück

Andreas Felder ihre ersten Sprünge übten.

Künstlers Christopher Grüner. Als moderner

der Erinnerung mit nach Hause nehmen

Nach den Absamer Rodelbrüdern Andreas

Hinweis, wie das einstige weiße Gold zum

kann. Grafik und Fotos im Museum sind wie

und Wolfgang Linger, die 2006 und 2010 zu

billigen Rohstoff wurde. Der Bedeutungs-

aus einem Guss.

Olympiasiegern wurden, ist ein Kreisver-

und Wertewandel als kreisrundes, mehrdi-

Matthias Breit ist ausgebildeter Grafiker und

kehr im Ortszentrum benannt und auch der

mensionales Objekt? Im Gemeindemuseum

Historiker, der mit einem Team auch The-

Kombinierer Christoph Bieler stammt aus

Absam kann man dem auf den Grund ge-

menführungen, Diskussionen und Lesungen

Absam. Der kleine Ort hat demnach große

hen. Zum Mitdiskutieren darf man sogar auf

anbietet, um zur faszinierenden Geschich-

Söhne des Nordischen Skisports hervorge-

der Welzenbacher-Bank Platz nehmen.

te gut nachvollziehbare Verbindungen zur

bracht. Im Gemeindemuseum wird program-

// www.museumabsam.at

Darin wird die Geschichte der „auf Zeit zu

Erinnerungen zum Mitnehmen

geschichte aufzubereiten, weil diese unsere jüngere Vergangenheit schrieb und auch die

Jetztzeit herzustellen. Bis heute unverkennbar ist das Design und die Architektur eines weiteren großen Sohnes aus Absam: Lois

Das Foto der streng blickenden Knappen mit den gebürsteten Schnauzbärten zeigt die große Errungenschaft des Achtstundentages, den die Gewerkschaft der Salzarbeiter 1909 errang.

Seit August 2017 tourt das Gemeindemuseum mit dem Salzcontainer durch die Region, um an die vor 50 Jahren stillgelegte Salzproduktion zu erinnern. Bisher konnten mehr als 4.000 Besucher im Container begrüßt werden.

eco.nova

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Mobil Auto & Motor

!

WEITERE TESTBERI CHTE, NEWS UND MEHR UN TE WWW.ECO-MOBIL. AT R

Der Jaguar XE SV Project 8 ist die schnellste Limousine der Welt. Insgesamt werden nur 300 davon hergestellt, die erste Auslieferung erfolgt Mitte 2018.

KATZE EXTREM Mit dem XE SV Project 8 präsentiert Jaguar die schnellste Limousine der Welt. Die Rennmaschine umrundete die Nürburgring-Nordschleife in 7.21,23 Minuten und folglich neuem Rekord für eine viertürige Limousine mit Straßenzulassung. Der belgische Rennfahrer Vincent Radermecker unterbot damit den bisherigen Bestwert für die 20,76 Kilometer lange „grüne Hölle“ um stattliche elf Sekunden. Der 5.0-Liter-V8 im Extrem-Jaguar leistet mit Kompressoraufladung 600 PS und landet in 3,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Schluss ist erst bei 322 km/h.

SMART UND SICHER

Um die Grenzen in puncto Performance,

Mazda verfeinert den Jinba-Ittai-Faktor*) seines Flaggschiffs, präsentiert mit einer Techno-

Luxus und All-Terrain-Traktion auszu-

logiepremiere die Vorteile von SKYACTIV und zeigt im neuen 6er einige weitere exklusive

loten, wurde bei Jaguar mit der „Special

Details. Im Zuge des Facelifts wurde außen indes weniger verändert als im Innenraum.

Vehicle Operations / SVO“ eine eigene

Zahlreiche Optimierungen wie neue Displays, ein Lenkrad in neuer Optik und eine insge-

Abteilung gegründet. Der in Handarbeit

samt ruhigere Fahrgastzelle bieten dort ab sofort Premium-Funktionalität und -Komfort.

produzierte XE SV Project 8 führt dieses

Die zahlreichen Motoren liefern zwischen 145 und 192 PS. Los geht’s bei ca. 28.000 Euro.

Prinzip ans Limit und ist die zweite von SVO auf Band gelegte Sammleredition.

*) Jinba Ittai, die „Einheit zwischen Pferd und Reiter“, ist ein Ausdruck, der vom Yabusame-Ritual stammt. Mazda betont mit dieser Philosophie die Verbindung und Kommunikation zwischen Fahrer und Fahrzeug.

SPASSMACHER Die Autowelt hat ihre neue „Rennsemmel”. Klein und wendig kommt der neue Swift Sport von Suzuki daher und hat einen 140 PS starken 1,4-Liter-Boosterjet-Turbomotor samt 6-Gang-Schaltgetriebe mit dabei. Die Außenansicht ist in der neuen Modellgeneration durchaus muskulöser geworden und auch innen zeigt sich der Japaner sportlich und (inter)aktiv. Der Vierzylinder unter der Haube passt da bestens dazu und erlaubt Höchstgeschwindigkeiten von 210 km/h. Von 0 auf 100 braucht der Swift 8,1 Sekunden. Ein Usain Bolt wird aus ihm wohl keiner mehr, macht aber nix, weil der Rest innen, außen und unten drunter dafür stimmt. Verkaufsstart ist im Mai, Preise waren bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

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eco.nova


eco.mobil

ECO.MMENTAR

VOLL AKTIV

Sehr stolz

Dass die Bayern etwas von Autobau verstehen, beweisen sie immer wieder. Auch mit dem neuen BMW 2er Active Tourer ist es ihnen gelungen, Raumfunktionalität und Komfort mit angenehmen Fahreigenschaften zu verbinden. Das Premium-Kompaktmodell im Segment der Sports-ActivityTourer/SAT (ja, auch ein solches gibt es mittlerweile) ist mit der neuesten Motorengeneration ausgestattet und bietet eine breite Palette an 3- und 4-Zylinder-Motoren mit einem Leistungsspektrum zwischen 109 und 231 PS, ergänzt durch einen Plug-in-Hybrid mit 45 Kilometern elektrischer Reichweite. Fein für die Stadt also,

Stilvoll verfeinerte Optik, weiterentwickelte Technik: der neue MINI

Bruno König, Motorredaktion

Wir Österreicher dürfen stolz sein. Wir

FRISCHES UPDATE

wohnen in einem der schönsten Länder

deutlich gewachsenen Niere zu erkennen,

Die Briten mögens im Autobau gerne ge-

neuen Rekordjahr wurde. Daneben ha-

was das generell selbstbewusstere Design

diegen luxuriös. Aber eben auch nicht im-

ben wir mit Marcel Hirscher den derzeit

zusätzlich unterstreicht. Der Basispreis

mer, wie der MINI zeigt. Seit Jahren steht

besten Skifahrer, der auf den Weltcuppis-

dürfte bei rund 30.000 Euro liegen, Markt-

das Spaßmobil für ordentlich Action. Kürz-

ten von einem Rekord zum nächsten jagt.

start ist im März.

lich hat unter anderem der 3-Türer ein

Und wir können uns zum Jahresstart 2018

Update verpasst bekommen. „Die Aufwer-

über eine ganz besondere Premiere freu-

tung der Produktsubstanz für das Origi-

en: Matthias Walkner gewinnt als erster

nal im Premiumsegment der Kleinwagen

Österreicher auf einem Motorrad die Da-

unterstreicht die gereifte und zugleich

kar-Rallye. Noch dazu auf einem österrei-

unverwechselbare Ausstrahlung des MI-

chischen Bike (KTM) und mit österreichi-

NI“, nennen es die Marketeers ein bisserl

schem Sponsor (Red Bull).

umständlich. Für Fahrfreude jedenfalls

Aber auch die Automobilindustrie kann

sorgen neue Motor-Getriebe-Kombinati-

stolz sein. Die Mercedes G-Klasse be-

onen und eine erweiterte Serienausstat-

geistert uns seit fast 40 Jahren und ist

tung, optisch gibt’s neue Scheinwerfer

ein absolutes Kultobjekt. Das neue Mo-

und Heckleuchten (letzere very British im

dell kommt noch heuer auf den Markt

Union-Jack-Design) und zusätzliche Ka-

und wird in Graz gebaut. Das neue Kom-

rosserielackierungen, die modernste Ver-

pakt-SUV von Jaguar, der E-Pace, indes ist

netzungstechnologie wertet Komfort und

bereits auf dem Markt. Auch der ist Öster-

Infotainment auf. Motorentechnisch ste-

reicher und wird ebenfalls bei Magna ge-

hen für den 3-Türer sieben Varianten von

fertigt. So kann das Jahr weitergehen.

der auch die Abmessungen des 2er entgegenkommen. Optisch ist der Neue an der

> AUTOFARBE

DES JAHRES? BUNT!

75 bis 192 PS zur Auswahl. Die Facelift-Modelle starten bei 18.900 Euro.

der Welt, deshalb wollen auch viele Urlauber zu uns. So viele, dass 2017 zu einem

Anregungen und Kommentare bitte an koenig@econova.at

LIFESTYLE-SUV Der Kona von Hyundai ist vor allem eines: nämlich alles andere als Mainstream. Mit ihm fährt also ein echter Charaktertyp vor – mit durchaus progressivem Design. Die kräftige Front des B-Segment-SUV ist geprägt vom Cascading-Kühlergrill, dem wohl auffälligsten Designmerkmal aller neuen Hyundai-Modelle, durch die Neupositionierung der Scheinwerfer wurde die Frontoptik zudem noch markanter. Front- und Heckgestaltung harmonieren jedoch bestens mit der breiten Fahrzeugkarosserie, dennoch bleiben die Abmessungen kompakt. Innen präsentiert sich der Kona beim Raum- wie Technikangebot durchaus großzügig, frische Farben sorgen für noch mehr Individualität. Dazu gibt’s eine Reihe an Sicherheitsausstattung vom autonomen Notbremsassistenten bis zur Müdigkeitserkennung. Motorvarianten stehen von 115 bis 177 PS zur Verfügung. Der Einführungspreis liegt bei 17.990 Euro.

eco.nova

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eco.mobil

Sieht sportlich aus, fährt sich auch so: der Ford Focus ST-Line

Sport im Focus

Der aktuelle Ford Focus ist schon seit einigen Jahren am Markt und bekommt noch heuer einen Nachfolger. Doch bevor es so weit ist, reichen die Kölner eine besonders sportliche Variante nach. Der ST-Line punktet mit Ausstattung und Optik. // TEXT UND FOTOS: BRUNO KÖNIG

O

bwohl der Focus nun schon

zes Dach und abgedunkelte Scheiben hin-

einige Jahre auf dem Markt

ten unterstreichen den sportlichen Auftritt

ist, wirkt sein Design immer

zusätzlich.

noch frisch und kann mit

Ebenfalls sportlich präsentiert sich der In-

dem Mitbewerb locker mithalten. Bevor das

nenraum: tolle Sitze, ein griffiges Leder-

neue Modell 2018 auf den Markt kommt,

lenkrad und eine coole LED-Ambientebe-

hat Ford mit dem ST-Line eine sportliche

leuchtung. Zahlreiche Funktionen lassen

und optisch sehr ansprechende Version im

sich über den Touchscreen bedienen, so

Köcher. Dazu passt das „Racing-Rot“ un-

bleiben nur mehr wenige Schalter in der

seres Testautos hervorragend. Schwarze

Mittelkonsole übrig. Damit wirkt der Fo-

18-Zöller, ein schwarzer Kühlergrill, schwar-

cus aufgeräumt und ordentlich. Das Ford-

114

eco.nova

Ford Focus 1,5 EcoBoost ST-Line • • • • • • • • •

Motor: 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbo Leistung: 110 kW/150 PS Drehmoment: 240 Nm Beschleunigung: 8,9 sec von 0 auf 100 km/h Spitze: 210 km/h Testverbrauch: 6,9 Liter/100 km CO2-Ausstoß: 127 g/km Fahrspaß: 7 von 10 Punkten Preis: ab 25.600 Euro


eco.mobil

Griffiges Lederlenkrad mit roten Nähten

SYNC3 ist noch besser und einfacher geworden und arbeitet zudem äußerst flott. Das Platzangebot zeigt sich großzügig und entspricht seiner Klasse; wie auch der Kofferraum, dessen Volumen von 363 bis 1.262 Liter variabel ist. Verarbeitung und Qua-

PS hervorragend. Mit dieser Motorisierung

Sportlichkeit getrimmt und vermitteln viel

lität sind absolut in Ordnung und zeugen

begeistert der Focus zum einem mit seinem

Agilität. Auf kurvigen Straßen fühlt sich der

von der Reife des Focus.

kraftvollen Antritt, zum anderen mit be-

Focus ST-Line deshalb besonders wohl. Wer

scheidenem Konsum des Treibstoffes. Nur

die volle Leistung abruft, sprintet in 8,9 Se-

6,9 Liter auf 100 Kilometer gönnte sich der

kunden auf Tempo 100 und wird bis zu 210

Zum sportlichen Auftritt des Focus ST-Line

rote Flitzer. Das Sechs-Gang-Schaltgetriebe,

km/h schnell. Zu haben ist der Sport-Focus

passt der 1,5-Liter-Turbo-Benziner mit 150

Fahrwerk und Lenkung sind ebenfalls auf

schon ab 25.600 Euro.

Sportlich, aber bescheiden

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eco.nova

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eco.mobil

Der neue Seat Ibiza zeigt sich stylisch, dynamisch und modern.

Xcellence

Früher war der Seat Ibiza schlicht und klein. Mittlerweile steht die fünfte Generation am Start und zeigt sich als stylischer Flitzer mit großzügigem Platzangebot. // TEXT: BRUNO KÖNIG

S

Verarbeitung vermitteln Premiumcharakter. Dazu kommt – passend für die jugendliche Zielgruppe – volle Konnektivität und eine schnelle Smartphone-Integration. Damit lassen sich die Apps bequem über den acht Zoll großen Touchscreen steuern. Außen zeigt sich der Ibiza richtig erwachsen und dank seiner Lichtsignatur und den Voll-LED-Scheinwerfern fast wie sein großer

eit 1984 steht der Ibiza im Ange-

zum optischen Leckerbissen. Doch mit gut

Bruder Leon. Der 1.0 Liter große Dreizylin-

bot und hat sich seitdem mehr

aussehen allein geben sich die Spanier nicht

der-Benziner gibt sich quirlig und mit seinen

als 5,5 Millionen Mal verkauft.

zufrieden. Deshalb zeigt sich der Ibiza auch

95 PS ausreichend motorisiert. Dazu klingt

Damit kann Seat mehr als nur

innen als „kleines“ Raumwunder mit ge-

der kleine Turbomotor richtig kernig und

happy sein, einen derartigen Verkaufsschla-

schmackvoller Einrichtung. Mit 355 Litern

passt so perfekt zum sportlich abgestimm-

ger seit über 30 Jahren im Programm zu

Kofferraumvolumen gehört er zu den Größ-

ten Fahrwerk und der direkten Lenkung.

haben. Die fünfte Generation beeindruckt

ten seiner Klasse. Der dynamische Außen-

Dass unterm Strich ein Durchschnittsver-

besonders mit ihrer Linienführung. Ef-

auftritt zieht sich im Innenraum fort. Trotz-

brauch von nur 4,9 Litern auf 100 Kilometer

fektvoll gesetzte Kanten und ausgewoge-

dem wirkt das Cockpit aufgeräumt und

herauskommt, passt ebenfalls ins Bild. Den

ne Proportionen machen den neuen Ibiza

praktisch. Feine Materialien und eine solide

neuen Ibiza gibt’s bereits ab 12.490 Euro.

• • • •

• • • • •

116

Motor: 1.0-Liter-Dreizylinder-Benziner Leistung: 70 kW/95 PS Drehmoment: 175 Nm Beschleunigung: 10,9 sec von 0 auf 100 km/h Spitze: 182 km/h Testverbrauch: 4,9 Liter/100 km CO2 -Ausstoß: 106 g/km Crashsicherheit: 5***** (86 % lt. NCAP) Preis: ab 12.490 Euro

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eco.nova

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eco.mobil

Sauber und praktisch: Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid

Saubermann Der Plug-in-Hybrid komplettiert das Trio der Hyundai-Ioniq-Modellfamilie, die bisher nur als Vollelektro- und Hybrid-Version angeboten wurde. Der Plug-in ist nicht nur eine saubere Lösung, sondern auch eine vernünftige Wahl. // TEXT UND FOTOS: BRUNO KÖNIG

D

ie jüngste der drei Ioniq-Varianten kombiniert einen sparsamen Benziner mit einem kraftvollen Elektromotor.

In Zahlen ausgedrückt: Ein 105 PS starker Vierzylinder und ein 61 PS starker E-Motor sorgen für Vortrieb. Die zwei sind ein gut eingespieltes Team, denn zum einen bewegen sie den modernen Hyundai flott nach vorne, zum anderen geht das recht sparsam vonstatten. Wer sich viel in der Stadt bewegt, einen sanften Gasfuß hat und fleißig Strom tankt, kommt schon mal mit weniger als drei Liter Benzin auf 100 Kilometer aus. Im Idealfall fährt der Ioniq nämlich gute 60 Kilometer rein elektrisch. Der Verbrennungsmotor sorgt dabei für alltagstaugliche Reichweiten. Auch die Fahrleistungen können sich sehen lassen: knapp 180 km/h Spitze und gute zehn

der ganz entspannt, aber auch mal sportlich

Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 km/h.

bewegen.

Neben einer Fünfjahres-Vollgarantie gewährt Hyundai auf die Akkus eine Garantie

Groß und sicher

für weitere drei Jahre oder 200.000 Kilome-

Auch das Raumangebot kann beeindrucken:

ter Fahrleistung. Diese wird auch dann wirk-

Vier Erwachsene sitzen selbst auf länge-

sam, wenn die Batteriekapazität unter 75

ren Fahrten bequem. Der Kofferraum fasst

Prozent sinkt.

zwischen 341 und 1.400 Liter Volumen. Seri-

Im alltäglichen Fahrbetrieb fährt sich der

enmäßig sind zahlreiche Assistenzsysteme

Plug-in wie der normale Hybrid leise und

verbaut, darunter ein Notbremsassistent in-

komfortabel. Bedarf es mehr Leistung,

klusive Fußgängererkennung.

springt blitzschnell und fast unbemerkt der

Zu haben ist der praktische Saubermann ab

Benziner an. Dank des modernen 6-Gang-Au-

rund 30.000 Euro, abzüglich staatlicher För-

tomatikgetriebes lässt sich der Ioniq entwe-

derungen von bis zu 4.000.Euro.

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eco.nova

HYUNDAI IONIQ PLUG-IN-HYBRID

• Motor: 1,6-Liter-VierzylinderBenziner plus E-Motor • Leistung: 104 kW/141 PS • Drehmoment: 340 Nm • Beschleunigung: 10,3 sec von 0 auf 100 km/h • Spitze: 180 km/h • Testverbrauch: 3,3 Liter/100 km • CO2 -Ausstoß: 26 g/km • Crashsicherheit: 5***** (89 % lt. NCAP) • Preis: ab 29.640 Euro


eco.mobil

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eco.nova

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eco.mobil

Dauerbrenner

Modelle, die seit mehr als 40 Jahren am Markt sind und noch immer denselben Namen tragen, sind selten. Der Honda Civic zählt zu diesen und ist ein echter Dauerbrenner. Mit der zehnten Generation starten die Japaner einen neuen Angriff auf die Kompaktklasse. // TEXT UND FOTOS: BRUNO KÖNIG

Auch die mittlerweile zehnte Generation des Civic unterscheidet sich wieder deutlich vom Vorgänger.

E HONDA CIVIC 1.5 VTEC TURBO SPORT PLUS • • • •

• • • • •

120

Motor: 1.5-Liter-Vierzylinder-Turbo Leistung: 134 kW/182 PS Drehmoment: 240 Nm Beschleunigung: 8,3 sec von 0 auf 100 km/h Spitze: 220 km/h Testverbrauch: 7,3 Liter/100 km CO2 -Ausstoß: 133 g/km Spaßfaktor: 7 von 10 Preis: ab 20.990 Euro

in Erfolgsgeheimnis des Hon-

ne gesetzt wird als früher. Der Schalthebel

da Civic ist wohl, mit jeder

des Civic begeistert durch die optimale Plat-

Neuauflage völlig anders aus-

zierung sowie die kurze und präzise Gassen-

zusehen. Das ist auch bei der

führung.

mittlerweile zehnten Generation so. Wieder

Unter der Motorhaube unseres Testwagens

einmal hebt sich der Civic radikal von sei-

arbeitet ein 1,5-Liter-Turbobenziner mit

nen Mitbewerbern ab. Die Front zeigt sich

182 PS. Der Vierzylinder ist Honda-typisch

nahe am Supersportler NSX, hinten fallen

drehfreudig und hat ordentlich Biss. Beson-

die beiden zentral platzierten Auspuffen-

ders leise beim Gleiten, aber kernig, wenn’s

den sofort auf. Mit einer Länge von 4,52 Me-

mal flotter sein soll. Das Fahrwerk macht

tern ist der fünftürige Honda gleich um 25

richtig Spaß – der Japaner gehört definitiv

Zentimeter länger als ein aktueller Golf. Das

zu den fahraktivsten Kompakten. Die vari-

heißt: Das Platzangebot für Fahrer und Mit-

abel übersetzte Lenkung, die in abgewan-

fahrer ist mega, ebenso die Größe des Kof-

delter Form auch im NSX eingesetzt wird,

ferraums. Einen souveränen Eindruck hin-

präsentiert sich gefühlvoll und ausgewo-

terlässt auch das Cockpit. Die praktischen

gen. Honda stattet den Civic zudem unter

„Magic Seats“ im Fond gibt es zwar nicht

anderem mit einem aktiven Spurhalteassis-

mehr, weil der Civic jetzt um 20 Millimeter

tenten, City-Notbremssystem, adaptiver Ge-

niedriger daherkommt, dennoch sitzt man

schwindigkeitsregelung und schlüssellosem

vorne wie hinten perfekt. Typisch Civic ist

Zugangssystem sowie einem induktiven La-

das große zentrale Digitalinstrument, das

desystem für Smartphones aus. Die Preise

inzwischen etwas weniger auffällig in Sze-

starten bei 20.990 Euro.

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Lifestyle © GÜNTHER EGGER

Luxus & Trends

REISE.TIPP

( ( AUF UND DAVON ... Für so manchen kann die Urlaubsplanung gar nicht früh genug beginnen. Während sich viele ihre Individualreise gerne selbst im Internet zusammenklauben, erfreuen sich Reisebüros zunehmend wieder größerer Beliebtheit. Das bestätigen auch Christof und Susanne Neuhauser von Idealtours. Das Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 30 Millionen Euro (+7 % im Bereich Charterflüge ab Innsbruck, +14 % im Bereich Gruppenreisen, +4 % Umsatzsteigerung bei Vitalreisen und +14 % bei Badereisen). Mehr als 45.000 Tiroler Reisende vertrauten 2017

Happy Birthday

auf das Familienunternehmen. Neu im

Denkwürdige zehn Jahre ist sie mittlerweile schon alt, die Hungerburgbahn der 2016 leider

Finger des Peloponnes und ist die frucht-

verstorbenen Stararchitektin Zaha Hadid. Am 1. Dezember 2007 wurde sie mit Pomp und Glo-

barste und grünste Region, dazu gibt es

ria eröffnet und gilt immer noch als architektonisch prägendes Meisterstück. Die damals trotz

herrliche Sand- und Kieselstrände im Os-

einiger Skepsis gebaute neue Bahn ist längst zu einem international anerkannten Projekt ge-

ten und feine Naturstrände im Westen.

worden. Und zum Besuchermagnet. In den zehn Jahren wurden 4,85 Millionen Gäste und 8,05

Und weil das Geschäft so gut läuft, hat sich

Millionen Beförderungen auf die Hungerburg gezählt. Allein im vergangenen Jahr haben die

Idealtours kürzlich auch einen neuen, fri-

Innsbrucker Nordkettenbahnen mehr als 600.000 Gäste transportiert bzw. 2,1 Millionen Be-

schen Markenauftritt gegönnt. Die neue

förderungen gezählt. Das runde Jubiläum ist natürlich auch ein Grund zu feiern. Die gesamte

grüne grafische Klammer created by Tom

Wintersaison hindurch leuchten die Stationen in verschiedenen Farben, die Kabinen werden

Jank ist Sinnbild für eine Reisewelt, in der

durch verschiedene Infos zur Bahn zum fahrenden Museum und bis zum 6. April gibt es zu-

viel Platz für Urlaubsfreuden, Abenteuer

sätzlich spezielle Architekturführungen (dienstags um 10.30 Uhr in Englisch, Donnerstag um

und Genuss ist. // www.idealtours.at

Reisejahr 2018 steht das griechische Kalamata am Plan. Die Region Messenien erstreckt sich über den gesamten westlichen

16 Uhr auf Deutsch).

SCHNEEGESTÖBER Auch wenn das vergangene Weihnachtsfest wieder nicht wirklich ein weißes war, so brauchen wir uns über mangelnden Schnee diese Saison wahrlich nicht zu beklagen. Tirol ist ein echtes Winterwunderland und die Natur lockt selbst hartgesottene Wintermuffel nach draußen. Weil’s eben gar so schön ist. Die Silberregion Karwendel wartet dabei mit einem neuen Highlight auf: Hoch über der Silberstadt Schwaz befindet sich seit Ende letzten Jahres die längste Rodelbahn Tirols. Und die zweitlängste Österreichs. Vom Hecherhaus am Kellerjoch auf 1.877 Metern Höhe geht’s auf zwei Die neue Anlage ist dabei nicht nur in puncto Präparierung und Schneesicherheit top, sondern erfüllt auch sonst allerhand Qualitätskriterien. Dafür hat sie auch das Tiroler Naturrodelbahn-Gütesiegel bekommen.

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© TOM BAUSE

Kufen stattliche neun Kilometer bis zur Burg Freundsberg nach unten.


eco.life

DER WEIN DER EXTRAKLASSE

BEI NEUMOND: Sie würden auch schwarzarbeiten, wenn Sie drei hungrige Mäuler stopfen müssten, die Ihnen ein Taugenichts von einem Männchen angehängt hat. Hier ein paar Tipps: Waschbären fressen so ziemlich alles, was Sie ihnen hinlegen, und noch einiges mehr, das gar nicht für sie bestimmt war. Halten Sie den Deckel drauf – insbesondere auf der Mülltonne –, wenn Sie Besuch von den kleinen Dieben bekommen, es sei denn, Sie wollen Ihren Abfall auf diese Art recyceln. Aber Achtung: Die Einbrecher stehlen mit Sicherheit auch Ihr Herz. Warum Waschbären ihre Nahrung waschen? Würden Sie das nicht auch tun, wenn Sie im Dunkeln speisen müssten? DEIN FREUND UND KÄFER: Alle Welt liebt den Marienkäfer. Seit Anbeginn der Zeit ist er, wenn nicht der beste, so doch wenigstens der zweitbeste Freund des Menschen und hat sich über die Jahrhunderte hinweg ein ganz besonderes Image erarbeitet: unser liebster Freund im Insektenreich. Er gilt als Glücksbringer und verspeist ausschließlich die Art von anderen Insekten, die uns tüchtig auf die Nerven gehen. Niemand erschlägt, zerquetscht oder besprüht Marienkäfer mit giftigen Chemikalien – ja, der eine oder andere fühlt sich sogar geschmeichelt, wenn das Insekt auf ihm herumkrabbelt! Kann das irgendein anderer Käfer von sich behaupten? Wohl kaum.

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GESEHEN ... ZACK, VERLIEBT ... in die Illustrationen von Charley Harper nämlich. Und in dieses Buch. Harper gilt als einer der bedeutendsten Illustratoren von Naturmotiven in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit über 100 Siebdrucken aus den Jahren 1968 bis 2007 lädt dieser Band dazu ein, in den tierischen Kosmos des Charley Harper einzutauchen. Dazu gibt’s kommentierende Bildunterschriften voller Wortwitz, die Ulrike Kretschmer aus dem Englischen übersetzt und dabei gekonnt den anglikanischen Charme beibehalten hat. Ein wunderbares Buch zum Verschenken ... und Selberbehalten!

CHARLEY HARPERS TIERWELT

Knesebeck Verlag, 132 Seiten, EUR 36,00

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© BRUNO KÖNIG

eco.life

Dieses Mal war Dagmar Wresnik in ihrem Morgan mit Fritz Unterberger Richtung Hungerburg unterwegs. Um das Cabriofeeling genießen zu können, haben die beiden die Fahrt bereits im Herbst bei strahlendem Sonnenschein unternommen.


SE

eco.life

AN

UN

EGS IM MO RG RW TE

R IE T E IL 3

Über Autos, Gin und andere Geheimnisse Mit einem herrlichen Sound blubbert der Morgan hinauf zur Hungerburg. Eine Ausfahrt mit Fritz Unterberger ist nicht nur amüsant, sondern führt auch zu einer philosophischen Unterhaltung. Das Gespräch über das Leben, die Tiroler Wirtschaft und Autos endet nicht, als wir am Hermann-Buhl-Platz vor der Bergstation der Hungerburgbahn ankommen, sondern geht am Fuß der Nordkette bei einer lebhaften und leidenschaftlichen Diskussion weiter. // TEXT: DAGMAR WRESNIK

K

und sozial – der Beweis dafür sind sicherlich

ger Gruppe. Angefangen

„BESONDERS IN JUNGEN JAHREN WAR ICH EIN AUTONARR.“

hat er als Autoverkäufer.

Fritz Unterberger

dass Führungskräfte Vorbilder sein müssen,

ommerzialrat Fritz Unterberger ist Chef und Gründer der Unterber-

auch die große Anzahl unserer sehr lang gedienten Mitarbeiter, mit denen ich auf Augenhöhe diskutiere. Ich bin der Überzeugung, dass man mit Mitarbeitern ehrlich umgehen

Bereits zehn Jahre später hat ihn sein Unternehmergeist in die Selbstständigkeit ge-

lichen Immobilien und zum Teil auch mit

und stets ein offenes Ohr für deren Anlie-

führt: Im Jahr 1976 eröffnete er in Kufstein

reinen Wohnbauprojekten. Unsere Immobili-

gen haben sollte. Jeder, der Erfolg haben will,

sein erstes Autohaus. Viele Menschen ver-

enbeteiligungen liegen im Bereich Handels-

muss seine Mitarbeiter nach dem Motto „Ge-

binden ihn noch heute mit Autos, obwohl er

immobilien – vor allem Fachmärkte –, darun-

ben und Nehmen“ schätzen.

schon lange in der Immobilienbranche tätig

ter einige Gastronomiebetriebe inklusive ei-

ist. Das Geschäft im Automobilbereich hat

nem Stadthotel, wir sind unter anderem aber

Was halten Sie von den Eigenschaften

er an seine drei Söhne übergeben. In Tirol

auch an einem Golfplatz, Energiehauspark

Macht und Ehrgeiz?

ist er zudem für sein Engagement als Vor-

und Entertainment-Zentrum beteiligt.

Ehrgeiz in Maßen erachte ich als sehr positiv

stand der Tiroler Adler Runde bekannt (und

und Macht braucht Kontrolle.

gefürchtet). Er ist nicht gerade zimperlich,

Wie und wann haben Sie die Branche

als Mensch und Freund jedoch beliebt und

gewechselt?

Sind Sie in Ihrer beruflichen Laufbahn auch

geschätzt.

Seit der Übergabe des Automobilbereichs an

einmal gescheitert?

meine Söhne, die bereits vor 15 Jahren erfolgt

Da ich doch jahrzehntelang erfolgverwöhnt

ist, befasse ich mich ausschließlich mit Immo-

war, hatte ich im Jahr 2003 anscheinend ei-

bilien und Beteiligungen.

nen kurzen Zustand der geistigen Umnach-

Der Erfolgreiche Wie andere erfolgreiche Unternehmer ist

tung, als ich mit einigen Partnern die Firma

auch Fritz Unterberger umtriebig und fleißig; zudem wird er als kreativ, dynamisch, mutig

Sie engagieren sich in der Tiroler Adler Run-

Kneissl übernommen habe, wobei ich nach

und authentisch beschrieben. Seine Karriere

de als Vizepräsident. Warum ist das

fünf Jahren bereits 100-Prozent-Eigentümer

startete er mit einer kaufmännischen Lehre

für Sie so wichtig?

des Unternehmens war. Bei dieser Übernah-

in einem Autohaus. Heute ist er ein beschäf-

Die Tiroler Adler Runde ist eine Plattform mit

me ist es mir trotz enormer Kraftanstren-

tigter Unternehmer und Manager. Derzeit ar-

rund 42 namhaften Tiroler Unternehmern.

gung und Einsatz nicht gelungen, die Firma

beitet er an 32 Projekten gleichzeitig. E-Mail,

Ziel und Aufgabe ist es, den Wirtschaftsstand-

zu sanieren, und ich war fast erleichtert, als

Laptop, iPad und Co. sind nicht sein Ding,

ort Tirol zu stärken und mitzugestalten und

ich als neuen Investor den „sagenhaft rei-

dafür hat er eine Sekretärin. Wenn es um die

nicht nur zu kritisieren und zu nörgeln. Wo-

chen“ Scheich Al Jaber gewinnen konnte.

technische Ausstattung geht, reichen ihm

bei ich den Slogan „Geht’s der Wirtschaft gut,

Stolz bin ich trotz dieser negativen Erfah-

Handy und Auto.

geht’s uns allen gut!“ nach wie vor mittrage.

rung, die mir eine Zeit lang Schlafschwierig-

ECO.NOVA: Sie beschäftigen sich heute be-

Sind Sie eine gute Führungskraft?

den zur Gänze begleichen konnte und somit

ruflich weniger mit Autos denn mit Immobi-

Ich bin bekannt dafür, dass ich manchmal

kein einziger Lieferant und keine Bank auch

lien. Worin genau liegt Ihre Tätigkeit?

sehr cholerisch sein kann, wobei sich das mit

nur einen Euro verloren hat. Am Ende waren

FRITZ UNTERBERGER: Unser Unterneh-

zunehmendem Alter etwas relativiert hat.

es dann doch rund 15 Millionen Euro, die be-

men befasst sich überwiegend mit gewerb-

Ansonsten bin ich als Führungskraft gerecht

dient werden mussten.

keiten bereitet hat, dass ich sämtliche Schul-

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eco.life

„ICH BIN WORKAHOLIC, ZU SPÄTERER STUNDE JEDOCH AUCH GENUSSMENSCH.“ Fritz Unterberger

Welche Herausforderungen warten jetzt noch auf Sie? Meine Herausforderungen werden sich in den nächsten Jahren darauf konzentrieren, dass meine Söhne den Bereich Immobilien nach und nach übernehmen bzw. ich auch meine externen Führungskräfte vermehrt in die komplette Betriebsführung und -verantwortung einbeziehe, um meinen Ruhestand in den nächsten drei bis fünf Jahren entgegen-

Ja, das stimmt. Ich esse gerne Steak – eigent-

Welches Auto darf man als erfolgreicher

sehen zu können.

lich habe ich mehrere Lieblingsspeisen. Und

Unternehmer in Österreich fahren?

Gin trinke ich auch sehr gerne, besonders

Da wir laufend neue Modelle unserer zehn

Hendrick’s.

Automarken in unseren Autohäusern im

Der Genussmensch

Portfolio haben, darf ich ohne Neid zu erwe-

Er liebt das Leben und weiß, wie man es genießt. Vor allem schnelle Autos und gutes

Was haben Sie mir noch verschwiegen?

Essen und Trinken gehören für Unterberger

Welche Sünden haben Sie noch?

dazu. Er spielt leidenschaftlich gerne Karten

Das ist mein großes Geheimnis.

cken häufiger mein Fahrzeug wechseln. Was war Ihr erstes Auto? Mit 18 Jahren war mein erstes Auto ein Opel

und getreu dem Motto „good days start with coffee“ kann er den Tag nicht ohne Kaffee be-

Das klingt nach schönen Frauen. Wie

ginnen. Am Abend trinkt er lieber Gin. Hinter

stehen Sie zu Frauen?

seiner gemütlichen und sympathischen Art

Ich arbeite gerne mit Frauen. Sie haben einen

Was sind Sie für ein Autofahrer?

verbirgt sich aber auch ein konsequenter und

ganz anderen Zugang zu Problemen. Sie ti-

In meinen Jugendjahren war ich ein relativ

disziplinierter Geschäftsmann.

cken anders – Männer auch! Das verursacht

aggressiver Autofahrer, bin jedoch im Laufe

eine wunderbare Ergänzung, nicht nur bei Lö-

der Jahre ruhiger geworden. In letzter Zeit

sungsansätzen.

bekomme ich fast keine Strafen mehr. Frü-

Was bedeutet Genuss für Sie?

Kadett, hellblau.

her habe ich die ganze Zeit telefoniert, jetzt

Genuss ist für mich, wenn ich am Abend nach der Arbeit mit meinen Freunden bei einem

Sie sind der Frage schön ausgewichen. Also

guten Glas Wein Gespräche führen kann.

gut: Wie stehen Sie zum Thema Gender?

Genuss ist für mich aber auch Kartenspie-

Ich bin sehr für eine Frauenquote.

kommt langsam die Gelassenheit ... Was ärgert Sie an anderen Autofahrern? Das permanente Linksfahren.

len, was ich leidenschaftlich gern mache. Am liebsten bin ich beim Latinern. Es ist ein an-

Welchen Sport betreiben Sie, um die

spruchsvolles Spiel, bei dem man ein gewisses

Genüsse wieder abzubauen?

Ist der „100er“ auf der Autobahn sinnvoll?

Denkvermögen braucht und das auch wirk-

Ich bin gerne am Berg unterwegs, liebe mei-

Der IG-L-100er ist für mich eine Geldabzocke.

lich Spaß macht.

ne Fischerei und spiele manchmal schlechtes

Bei dem extrem hohen LKW-Verkehrs-

Golf.

aufkommen ist sowieso kein Rasen mehr

Welchen Wein bevorzugen Sie?

möglich. Ich vertrete die Meinung, dass man

Grundsätzlich weiß, zu passenden Speisen

Der Autonarr

auch rot.

Fritz Unterberger liebt schnelle Autos, insbe-

sollte, die sich nach dem Verkehrsaufkommen

sondere Oldtimer, und fährt gerne Rallyes.

richten.

Geschwindigkeitsbeschränkungen einführen

Und warme Getränke? Lieber Kaffee

Gemeinsam mit seinen Söhnen besitzt er

oder Tee?

20 Oldtimer in einem kleinen Museum im

Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft

Kaffee! Ohne Kaffee geht bei mir gar nichts.

Stammhaus in Kufstein. Er fährt nicht mehr

der Mobilität aus?

Ein guter Tag beginnt bei mir immer mit ei-

so viel und nicht so schnell wie früher. Im

Das Elektroauto, vor allem das Hybridauto,

nem Espresso. Mein erster Weg nach dem Auf-

Winter ist er lieber mit dem Zug unterwegs.

ist für mich ein Teil der Zukunftsmobilität.

stehen geht deshalb zur Espressomaschine.

Er hat das Alter erreicht, wo er viele Sünden

Welche Antriebsform sich durchsetzen wird,

der Jugend nicht mehr begeht. Einmal wur-

wissen nicht einmal die besten Autoexperten.

Was ist Ihr Lieblingsessen, was Ihr

de ihm sogar der Führerschein abgenommen.

Für Großstädte ist das Elektroauto sehr wohl

Lieblingsgetränk?

Doch nicht wegen Schnellfahrens, sondern

eine gute Alternative. Die Dummheit der Po-

Guter Fisch mit einem Glas Grünen Veltliner.

aufgrund „Diskutierens“ und „Widerstand ge-

litiker, nur den Diesel zu verbieten, ist eigent-

gen die Staatsgewalt“.

lich schon bedenklich. Die Hauptverursacher,

Wirklich? Ich dachte, dass Sie gerne Steak

wenn es um Schadstoffe geht, sind nach wie

essen und besonders gerne Gin trinken.

Was fahren Sie für ein Auto?

vor Hausbrand, Schwer- und Flugverkehr so-

Stimmt das?

Zurzeit einen BMW 750, einen Vorführwagen.

wie Landwirtschaft.

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promotion

Angesagt und stimmungsvoll

© ANDREAS FRIEDLE

Ganz egal was es zu feiern oder präsentieren gibt: Im deck47 findet sich immer der geeignete Rahmen für Veranstaltungen aller Art. Ob tagsüber oder abends, Sommer oder Winter, die Location punktet neben ihrer unvergleichlichen Lage am Baggersee noch mit vielem mehr – und lässt jedes Event zu einem Erlebnis werden. // TEXT: DORIS HELWEG

S

Ideale (Event-)Location: Das deck47 bietet bequem Platz für bis zu 110 Gäste.

eit der Eröffnung im Sommer 2016

Ideale Eventlocation

gestatteten Innenraum bis zu 110 Gäste den

hat sich das deck47 bestens etabliert

Wer Veranstaltungen plant, der weiß, wie

kulinarischen Gaumenfreuden frönen.

und sich nicht nur als Ausflugs-

schwierig es sein kann, den geeigneten Rah-

ziel und trendiges Restaurant, sondern ins-

men dafür zu finden. Zentral gelegen und

Kulinarische Vielfalt

besondere als Eventlocation einen Namen

doch naturnah ist im deck47 so ziemlich

Schon der reguläre Restaurantbetrieb mit

gemacht. Die einzigartige Lage mitten in der

alles möglich. Vom kleinen Pressebrunch

seiner traditionellen und italienischen Kü-

Natur am beliebtesten Badesee der Region

bis zum Firmenevent, vom gediegenen Fa-

che bietet ein kulinarisches Angebot, wo

und doch zentral erreichbar mit ausreichend

milienfest bis zur feierlichen Hochzeit – in

für jeden etwas dabei ist. Besonders beliebt

verfügbaren Parkplätzen macht die von der

den modernen und hellen Räumlichkeiten

sind die herzhaft knusprigen Pizzakreatio-

Stadt Innsbruck neu errichtete Location zu

samt Terrasse und Garten finden vielerlei

nen zweier Pizzaioli aus Sizilien und Neapel,

etwas ganz Besonderem. Als langgezogenes,

Festlichkeiten den idealen Rahmen. Und das

die übrigens auch als Pizza2Go gerne mitge-

zukunftsweisendes Gebäude fügt sich das

ganz abseits von nachbarlichen Ruhezeiten.

nommen werden können. Für Veranstaltun-

architektonisch zeitgemäß gestaltete deck47

Im deck47 kann also auch nach 22 Uhr noch

gen und Events wird kulinarisch so gut wie

harmonisch in sein natürliches Umfeld ein

nach Herzenslust gefeiert und gelacht wer-

alles möglich gemacht. Von Flying Buffets

und ist sowohl von der Straße als auch vom

den. Nach einem Aperitif bei Sonnenunter-

bis zu erlesenen 6-Gang-Menüs, von der Piz-

See barrierefrei erreichbar.

gang auf der Terrasse – im Winter wärmt ein

zaparty bis zum hochwertigen Grillbuffet:

offenes Feuer – können im modernst aus-

Der Küchenchef des Hauses erfüllt alle in-

Ausblicke mit Weitblick

dividuellen Gästewünsche – auch vegeta-

Die offene, moderne Bauweise ermöglicht

rische oder Menüs bei Unverträglichkeiten

vom Lokal-Innenraum nach allen Seiten

werden gut und gerne zubereitet.

einen wunderbaren Ausblick – völlig unab-

Wer mag, überlässt dem Team des deck 47

hängig von der Jahreszeit. Lädt der von den

auch sämtliche organisatorische Angele-

Innsbruckern liebevoll genannte „Bagger-

genheiten wie Musikanlagen, DJs, Überra-

see“ im Sommer zum Baden ein, so wartet

schungen sowie Dekorationen. So steht ei-

er in den Wintermonaten mit einem Eislauf-

nem gelungenen Happening nichts im Wege

und Eisstockschießplatz auf.

und die Gäste dürfen sich einfach den Feier-

Auf der sonnig gelegenen Terrasse kann

lichkeiten widmen und die Annehmlichkei-

man nicht nur im Sommer einen coolen

ten des Hauses genießen.

Drink genießen, auch im Winter laden die „befeuerten“ Tische mit warmen Decken zum gemütlichen Verweilen bei einem

DECK . RESTAURANT . BAR

Glühwein ein. Abschalten, den Ausblick genießen, gesellig beisammen sein und dabei noch die kulinarische Vielfalt des Hauses genießen – was will man mehr?

Martin Klausner ist mit seiner Klausner Erlebnisgastronomie der Mann hinter dem deck47.

Archenweg 62, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/31 94 70 info@deck47.at, www.deck47.at

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© DIE FOTOGRAFEN

LIFESTYLE

im Gespräch Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer, Landeshauptmann Günther Platter, Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf und Bezirksobmann Karl Ischia

NEUJAHRSEMPFANG I

Steuerberater Peter Pülzl, Vizepräsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder Helmut Schuchter, Landespräsident Klaus Hilber und Wirtschaftsprüfer Herbert Houf

Hyundai-Verkaufsleiter Walter Kuen, Hyundai-Österreich-Geschäftsführer Roland Punzengruber, Autowelt-Denzel-Unterberger-Betriebsleiter Andreas Resch, Hyundai-Verkäufer Andreas Heel und Hyundai-Gebietsverkaufsleiter Siegfried Gaßner

DENZEL-UNTERBERGER IST BESTER IONIQ-HÄNDLER Im Vorjahr startete Hyundai mit der Modellreihe IONIQ in der Elektromobilität durch. Kürzlich wurde die Autowelt Denzel-Unterberger als Österreichs bester Händlerbetrieb ausgezeichnet. „Es war bis zum Schluss ein enges Rennen, in dem sich die Innsbrucker Autowelt Denzel-Unterberger auf der Zielgeraden knapp den Sieg für 2017 holte“, verriet Österreichs Hyundai-Geschäftsführer Roland Punzengruber und lobte zugleich auch die drei weiteren Autowelt-Betriebe von Unterberger in Kufstein, Strass und Telfs für ihre Erfolge mit dem Hyundai IONIQ. „Wir sind von Beginn an Vorreiter beim Elektromobilitätsthema und verfügen über jahrelanges Knowhow. Dazu kommt der ständige Wissens transfer zwischen den Unterberger-Betrieben“, erklärt Autowelt-Denzel-Unterberger-Betriebsleiter Andreas Resch den Erfolg. Die Innsbrucker Autowelt Denzel-Unterberger vertrieb mit dem „Think“ 2010 das erste serientaugliche Elektrofahrzeug in Österreich und in der Folge den Mitsubishi iMiev. Während die Alltagstauglichkeit bei Elektromobilität längst kein Thema mehr ist, freut sich Andreas Resch über die bevorstehende Reichweitensteigerung bei Hyundai: „Mitte des Jahres bekommen wir die rein elektrische Version des Hyundai Kona mit zwei Akkupaketen. Das größere verspricht dabei eine offizielle Reichweite von 500 Kilometern. Der Kona stellt somit das Konzept des Elektroautos als reines Zweitfahrzeug in Frage.“ Gesteigert wird die Attraktivität zudem durch steuerliche Erleichterungen wie die Vorsteuerabzugsfähigkeit und den Entfall des Sachbezugs für rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge. Bund und Land Tirol gewähren zudem Förderungen, die von Firmen angesucht werden können. Seit dem Vorjahr kommen auch Privatpersonen in den Genuss von staatlichen Förderungen. Für reine Elektroautos gibt es Zuschüsse von bis zu 4.000 Euro.

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NEUJAHRSEMPFANG II Traditionell lädt auch die Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer ihre Gäste im Jänner zum Neujahrsempfang nach Innsbruck. Zahlreiche Besucher konnte Landespräsident Klaus Hilber auch heuer wieder begrüßen und hieß Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Justiz, Behörden, Institutionen, Schulen und Universitäten herzlich willkommen.

Governor Kurt Bret, Christian Oberleitner (Secretary), Philipp Jurschitz (Gründungspräsident), Julia Seidl (Treasury) und Past. Governor Gerhard Gschwentner

KIWANIS CLUB „INSPRUK“ Am 5. Jänner fand im Kulturgasthof Bierstindl die Gründungsfeier des Kiwanis Club Inspruk statt. Eine engagierte Runde von 17 Frauen und Männern heftet sich damit die Kinderhilfe auf ihre Fahnen. Philipp Jurschitz und Christian Oberleiter lenken die Geschicke des Vereins, der sich künftig einmal im Monat im Bierstindl trifft. Neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen!

© BLICKFANG PHOTOGRAPHIE

Wie jedes Jahr lädt die Wirtschaftskammer Tirol zu ihren Neujahrsempfängen quer durch alle Bezirke. In Innsbruck wurde unter anderem mit den Wiltener Sängerknaben gefeiert. Während man das abgelaufene Jahr gemeinsam Revue passieren ließ, wurden indes auch neue Ziele für 2018 definiert: Zurück an die Spitze kommen nämlich.


Im Rahmen des Kitzbühel-Wochenendes erhielt Österreichs größter Outdoor-Freizeitpark das Gütesiegel als Sport Leading Company, das in Kooperation mit dem Sportministerium entstand und das mittlerweile von rund 30 Firmen geführt werden darf. Hochinnovative Produkte und Dienstleistungen, internationale Geschäftstätigkeit, starke Markenpräsenz und laufende Investitionen in Aus- und Weiterbildung – so lauten einige der Parameter, um sich dafür zu qualifizieren. Die AREA 47 hat den Bewerbungsprozess geschafft und sämtliche Kriterien erfüllt. Neben der aktuellen Würdigung wurde die AREA 47 bereits in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Preisen bedacht. So gab es neben dem „Tirol Touristica“ auch den „Österreichischen Innovationspreis Tourismus“ und den „Österreichischen Exportpreis“ für das Leuchtturmprojekt im alpinen Sommertourismus.

© PRO HOLZ TIROL

OUTDOORKOMPETENZ

© MUI/D. DELIUS

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HOLZ-INSPIRATION proHolz Tirol organisierte in gewohnter Manier einen Vortragsabend zum Thema „Holzbau im Voralpenraum – Werksschau eines Zimmerers und Architekten“, eingebettet in das Programm der 49. Bildungswoche der Österreichischen Holzbau- und Zimmermeister im Congress Centrum Alpbach. Im Bild: proHolz-Vorstandsvorsitzender Karl Schafferer mit dem Vortragenden Florian Nagler und proHolz-Tirol-Geschäftsführer Rüdiger Lex. // Mehr dazu auf Seite 94

© RAIFFEISEN/OSS

NEUJAHRSEMPFANG III

© AREA 

VSSÖ-Geschäftsführer Gernot Kellermayr (li.), ÖOC-Präsident Karl Stoss (2. v. li.) und Toni Pichler von Sport Leading Company (re.) überreichten die Auszeichnung an Marketingleiterin Susanne Schilcher und AREA 47-Geschäftsführer Chris Schnöller >>

ALUMN-I-MED-Präsident Christoph Brezinka, Rektor W. Wolfgang Fleischhacker und Landesrat Bernhard Tilg

Rektor W. Wolfgang Fleischhacker und ALUMN-I-MED-Präsident Christoph Brezinka luden gemeinsam zum traditionellen Neujahrsempfang der Medizinischen Universität Innsbruck. Rund 200 Ehrengäste, Mitarbeiter, Absolventen, Studierende sowie Förderer kamen in die Aula der Universität. Für Fleischhacker war es der erste Neujahrsempfang als Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck.

STARKE PERFORMANCE Auch wenn die große Mehrheit der Kundenvermögen in der Private-Banking-Branche aus Wien kommt, setzte sich 2017 die Raiffeisen-Landesbank Tirol AG in diesem wichtigen Bereich durch und gewann mit ihrem Private-Banking-Team den prominenten Dachfonds Award des GELD-Magazins. Mit dem globalen Fonds „VM Aktien Select“, den das Team des RLB Private Banking managt, siegten die Tiroler in der Kategorie „Aktien-Dachfonds konservativ“ und setzten sich so an die Spitze der Anlageexperten. << Christian Prugger (Direktor Private Banking der RLB Tirol AG) mit seinem Team

HERZLICH WILLKOMMEN BEI TIROLS GRÖSSTEN EVENTS

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15. FEBRUAR 24. FEBRUAR 01.– 04. MÄRZ GREASE ALPEN AFRIKA! DAS MUSICAL VOLLEYS AFRIKA! OLYMPIAHALLE Der größte Musicalerfolg aller Zeiten kommt nach Österreich.

OLYMPIAHALLE OLYMPIAHALLE 2. Heimspiel – HYPO TIROL AlpenVolleys Die Erfolgsshow vom „Kontinent des Haching vs. BERLIN RECYCLING Volleys. Staunens“ kehrt zurück.

VORSCHAU AUF DIE NÄCHSTEN EVENTS 08. April 2018 Cesar Millan – Once Upon A Dog 14. April 2018 Wanda – Niente Tour 2018 27. April 2018 Ehrlich Brothers – Faszination

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1. Die Führungsriege der Industriellenvereinigung Tirol – Vizepräsident Rainer Carqueville, Präsident Christoph Swarovski, Vizepräsident Hermann Lindner und Geschäftsführer Eugen Stark – mit Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und Bischof Hermann Glettler // 2. Die Mitglieder der Tiroler Landesregierung besuchten den Neujahrsempfang der Industriellenvereinigung Tirol // 3. Thomas Huter (Huter & Söhne) und Andreas Lechleitner (Alpina Druck) // 4. Alexander Durda und Johann Hörtnagl (STUBAI KSHB) mit Max Kloger (Tiroler Rohre, Mi.) // 5. Andrä Rupprechter, Abt Raimund Schreier und Professor Rainer Blatt // 6. Eduard Wallnöfer und Abt German Erd // 7. Die ehemaligen Industriepräsidenten Oswald Mayr, Arthur Thöni und Reinhard Schretter mit Landeshauptmann Günther Platter, Christoph Swarovski und dem Vorarlberger Industriepräsidenten Martin Ohneberg (re.) // 8. Georg Malojer (Malojer Baumanagement) und Christian J. Koidl (D. Swarovski KG) // 9. Uni-Rektor Tilmann Märk mit Claudia, Andrea und Günther Berghofer (Adler Lacke) // 10. Michael Schwarzkopf und Bernhard Schretter (Plansee SE) // 11. Hermann Lindner (Traktorenwerk Lindner) und Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer // 12. Marcel Amon (Donau Chemie), Matthias Zitterbart (DAKA), David Lindner (Vorsitzender der Jungen Industrie/JI Tirol) und Martin Pichl (Pichl Medaillen)

Politik für den Wirtschaftsstandort Die Tiroler Industrie ist mit einem Produktionswert von mehr als 10 Milliarden Euro und mehr als 41.000 Beschäftigten der größte Wirtschaftssektor des Landes. Die Industriellenvereinigung sei, so Präsident Dr. Christoph Swarovski beim traditionellen Neujahrsempfang, weit mehr als ein Vertreter der Interessen eines Wirtschaftssektors: „Unsere Aufgabe besteht darin, dazu beizutragen, dass sich die Unternehmen hier in Tirol entfalten können, damit Arbeitsplätze schaffen und zu Wohlstand, Gesundheit und Freiheit der Menschen beitragen. Das ist unser Ziel. Deshalb gibt es die IV Tirol.“ Österreich habe in manchen Bereichen den Anschluss an die Spitze Europas verloren. Die IV Tirol habe immer wieder die

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Möglichkeit genutzt, auf Landes- und Bundesebene ihre Positionen und Anliegen einzubringen. Die wichtigsten Anliegen seien jetzt im Koalitionsabkommen enthalten. Die IV Tirol wünscht sich aber auch in der zukünftigen Landesregierung die Zusammenarbeit jener politischen Kräfte, die wirtschaftsfreundlich sind, die ermöglichen und nicht blockieren und die entschlossen die notwendigen Veränderungen gestalten. Klares Bekenntnis zu Bildung, Wissenschaft und Forschung Unterstützung benötige die Industrie bei der wichtigsten Zukunftsfrage, wo nämlich künftig die qualifizierten Fachkräfte herkommen sollen. Im Regierungsprogramm

des Bundes gebe es dazu gute Ansätze. Auf Landesebene bedürfe es dazu noch mehr gemeinsamer Anstrengungen. Große Defizite gebe es bei den Grundkompetenzen der Schulabgänger. Swarovski: „Solange diese Schwächen nicht beseitigt sind, macht es wenig Sinn, am Schulsystem selbst zu experimentieren. Legen wir den Fokus auf das Vermitteln der Grundkompetenzen.“ Das Land Tirol unterstütze indes Wissenschaft und Forschung sehr umfassend. Es sei aber auch wichtig, dass sich die Wirtschaft stärker engagiere. Die IV werde daher die Zusammenarbeit mit den Universitäten und Bildungseinrichtungen auch in Zukunft sehr ernst nehmen und weiter intensivieren.


MOIRÉ INNSBRUCK Goldener Hirsch Kiebachgasse 5 Innsbruck MOIRÉ PALAIS Obstmarkt 9 Bozen

Foto: Fotogen-ial des Peter Grund - 2017

MOIRÉ SMARTYS Dr. Streiter Gasse 34 Bozen MOIRÉ 360° Dr. Streiter Gasse 20 Bozen MOIRÉ IRENE Freiheitsstraße 136 Meran


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Kraftstoffverbrauch: 2,1 – 7,8 l /100 km, CO2-Emissionen: 49 – 177 g/km. Symbolfoto. Irrtümer, Druckfehler und Änderungen vorbehalten. Stand: Dezember 2017.

Langer Weg 12 6020 Innsbruck 0512 / 3336 - 999

Innsbrucker Str. 105 6300 Wörgl 05332 / 73711-0

www.autopark.at


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