Ausgabe Nr. 01 / Februar 2018, P.b.b. Verlagspostamt 6020 Innsbruck, ZNr. GZ 02Z030672 M, Euro 3.00
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Etablierte Kräfte und neue Parteien gegen
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Wer die Wahl hat ... ... sollte auch hingehen. Am 25. Feber wählt Tirol (s)einen neuen Landtag. Insgesamt acht Parteien haben dazu ihre Kreiswahlvorschläge eingebracht. Wir geben natürlich keine Empfehlung für eine von ihnen ab, raten jedoch dringend: Gehen Sie wählen!
W
mit Illy- oder Meindl-Kaffee
mit Eiern von glücklichen Hennen vom eigenen Hof
ir treffen täglich eine ganze Menge Entscheidungen. Hirnforscher gehen von bis zu 20.000 aus. Jeden Tag. Das fängt frühmorgens an (sofort aufstehen oder doch noch fünf Minuten liegen bleiben?) und hört spätabends auf (das
Buch noch zur Hand nehmen oder lieber doch nicht?). Die meisten Entscheidungen treffen wir blitzschnell und vielfach aus dem Bauch heraus, denn es bleibt oft gar keine Zeit, lange darüber nachzudenken – weil es die Situation erfordert oder einfach, weil die Optionen trivial sind. Ob man zum Mittagessen Mineralwasser oder Orangensaft trinkt, ist für den Verlauf des weiteren Tages meist völlig irrelevant (es sei denn, Sie sind gegen Orangen allergisch). Daneben gibt es Entscheidungen, die unser Leben tatsächlich beeinflussen. Mal mehr, mal weniger, aber oft nachhaltig. Auch mit politischen Wahlen verhält es sich so.
Die Einmischung ins politische Tirol überlassen wir normalerweise bewusst anderen. Völlig unpolitisch sind wir freilich trotzdem nicht. Jeder von uns hat seine privaten Präferenzen
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und Interessen, als Medium treten wir jedoch gänzlich unabhängig auf und sind stolz darauf. Ob der bevorstehenden Landtagswahl kommen aber auch wir nicht wirklich ums Thema herum. Zum 17. Mal nach dem Beginn der Zweiten Republik wählt unser Bundesland nun seinen
Frühstück täglich ab 6 Uhr
neuen Landtag. Wir werfen ab Seite 18 einen Blick auf den mittlerweile sehr bunt gewordenen Parteienreigen und deren Hintergründe, sprachen mit dem amtierenden Landeshauptmann Günther Platter sowie Tiroler-Adler-Runde-Sprecherin Ingeborg Freudenthaler und baten die wahlwerbenden Parteien zum Frage-Antwort-Check. Wie Politik im positivsten aller Sinne funktionieren kann, zeigt übrigens der Bezirk Kufstein, den wir uns ab Seite 44 etwas genauer angesehen haben und in dem das Miteinander zwischen wirtschaftlich, politisch und touristisch Verantwortlichen ziemlich harmonisch funktioniert. Das war nicht immer so und harte Arbeit. Die Basis: miteinander reden. Nicht übereinander. Das macht übrigens im Leben generell Sinn. Wer eine Meinung hat, soll sie auch sagen. Möglichst demjenigen, den sie betrifft. Wir haben das Glück, dass wir in einem Land leben, in dem wir das dürfen – unter anderem mit einem Kreuz am Stimmzettel.
Ihre Redaktion der eco.nova
In eigener Sache Das neue Jahr bringt gleich zu Beginn auch eine Neuerung in der Redaktion. Wir freuen uns, mit Marian Kröll einen kompetenten, vielfach interessierten und versierten Redakteur neu im Team begrüßen zu dürfen. Zum Start haben wir ihm die Herausforderung Landtagswahl gestellt und so beleuchtet er kritisch und objektiv die Tiroler Parteienlandschaft – unter anderem hat er dazu ein ausführliches Interview mit Landeshauptmann Günther Platter geführt.
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44
18 eco.titel 18
© TIROL WERBUNG
eco.inhalt
76 44
Farbe bekennen. Am 25. Feber wird der neue Tiroler
der Bezirk hingegen zur Vorzeigeregion entwickelt. Der (Wirtschafts-)Standort im umfangreichen Porträt.
Landtag gewählt. Zum 17. Mal nach 1945. Ein Blick auf die heimische Parteienlandschaft. 26: Landeshauptmann Günther Platter im Gespräch 30: Die Parteien im Überblick 36: Ingeborg Freudenthaler als Vertreterin der Adler Runde
SONDERTHEMA KUFSTEIN. Geografisch gesehen liegt Kufstein zwar am Rand Tirols, wirtschaftlich hat sich
66
eco.steuern
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recht.aktuell
im Interview
eco.wirtschaft 38
Ein Berg bewegt die Menschen. Der Start der neuen
eco.zukunft 76
Wolle ... oder das, was man daraus macht.
Patscherkofelbahn verlief holprig. Wir sprachen mit IVBund Patscherkofelbahn-Geschäftsführer Martin Baltes.
40
Am Thema vorbei. Was wirklich hinter der geplanten
Tirol innovativ. Wenn ein Schaf zur Innovation wird. Vielleicht nicht unbedingt das Tierchen an sich, aber deren
84
Schweben lernen. Der Zukunftsreport 2018 des Zukunftsinstitutes gibt einen Ausblick auf die kommenden
Neugestaltung von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe
Trends. Unter anderem über das Flow-Gefühl der Netz-
steckt.
werkzeit.
IMPRESSUM Herausgeber & Medieninhaber: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck 0512/290088, redaktion@econova.at, www.econova.at Geschäftsleitung: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin // Assistenz: Martin Weissenbrunner Chefredaktion: Marina Kremser Redaktion: eco.wirtschaft: Marian Kröll, Alexandra Keller, Sonja Niederbrunner, MMag. Klaus Schebesta, Mag. Sandra Nardin, Renate Linser-Sachers, Barbara Liesener, DI Caterina Molzer-Sauper, Marion Witting, MSc., Stefan D. Haigner // eco.zukunft: Doris Helweg // eco.geld: Dr. Michael Posselt // eco.kultur: Julia Sparber // eco.mobil: Bruno König // steuer.berater: Dr. Verena Maria Erian // recht.aktuell: RA Mag. Dr. Ivo Rungg // eco.life: Marina Kremser Anzeigenverkauf: Ing. Christian Senn, Bruno König, Tanja Ischia, Hannah Oderich, Hannelore Weissbacher Grafik: Tom Binder, Florian Bürstl // Druck: Radin-Berger-Print GmbH Unternehmensgegenstand: Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. // Grundlegende Richtung: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Wellness, Steuern, Recht, Kulinarium und Lifestyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Jahresabo: EUR 25,00 (14 Ausgaben)
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110
98 120
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Vermögen erhalten. 2017 war ein gutes Anlagejahr
Im Test.
und auch für 2018 stehen die Zeichen weiterhin auf Go.
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Wir zeigen Ihnen, wo die Chancen, aber auch Risiken liegen.
116: Seat Ibiza Xcellence: Stylischer Flitzer mit viel Platz
102: Anlagetipps der heimischen Bankenvertreter
118: Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid: der Saubermann 120: Honda Civic: Dauerbrenner in zehnter Generation
Erika Isser, Obfrau der Tiroler Kunstakademie, im Gespräch.
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eco.life 124
Museale Innovation. Museum und innovativ schließen sich aus? In Absam nicht.
Unterwegs im Morgan. Teil 3 der Serie, für die Dagmar Wresnik mit bekannten Tiroler Persönlichkeiten im Auto unterwegs ist. Dieses Mal im Morgan zu Gast: Fritz Unterberger
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„einfach edel“
eco.art
eco.mmentar
MMag. Klaus Schebesta
Boom!
Eigentlich würde uns die boomende Konjunktur viele Probleme abnehmen. Aber wir machen uns künstlich welche. // TEXT: KLAUS SCHEBESTA
W
er hätte das ge-
... laufend wiederkehrende Demonstratio-
kräfte. Speziell die SPÖ betätigt sich als un-
dacht? Die Wirt-
nen gegen die neue Regierung. Das sorgt vor
gelenke Holzhammer-Opposition, der bei
schaftsforscher
allem im Ausland für fleißige Berichterstat-
jedem Statement die beleidigte Leberwurst
„korrigieren wie-
tung und vermittelt das flaue Gefühl, dass
anzusehen ist. Wenn der auf die harte Op-
der einmal ihre
das Regierungsteam mit einem Putsch an-
positionsbank verdammte SPÖ-Chef Chris-
Prognosen“, wie es so schön heißt. Das Über-
statt einer demokratisch legitimierten Wahl
tian Kern zum Rundausschlag ansetzt („Die
raschende dabei: Sie korrigieren sie nach
an die Macht gekommen sei. Schon verges-
Regierung holt 150.000 Ukrainer, Russen
oben und nicht nach unten, wie all die Jahre
sen? Die Große Koalition wurde abgewählt
oder Türken ins Land“), bleiben die Fakten
zuvor. Denn der lange stotternde Konjunk-
wie irgendetwas. Schon vergessen? Der un-
auf der Strecke.
turmotor ist offenbar angesprungen. Wir ha-
erträgliche Streit und die laufenden Blocka-
... ach ja, Liederbücher und so. Ja, über sol-
ben Boom. Und wie.
den hatten Österreich in den letzten Jahren
che Dinge sollte man sehr wohl reden. Aber
Stagnation? Vorbei. Für heuer wird in Tirol
gelähmt. Wie wär‘s, die Neuen erst mal ar-
nicht tage- und wochenlang. Denn wenn
ein Wachstum bis zu 3,5 Prozent erwartet.
beiten zu lassen und dann zu urteilen? Das
Politiker Lieder trällern, die Zeilen wie „Gebt
Katerstimmung? Geschichte. Das Konjunk-
schlägt sogar der Bundespräsident vor, der
Gas, ihr alten Germanen, wir schaffen die
turbarometer der Wirtschaftskammer Tirol
ob seiner politischen Herkunft völlig unver-
siebte Million“ enthalten, und darauf anspie-
weist ein All-time-High beim Geschäftsklima
dächtig ist, ein plumper Fürsprecher der ak-
len, dass der Holocaust nicht sein gesamtes
auf. Die Pessimisten sind nur mehr mit der
tuellen Regierung zu sein.
Potenzial ausgeschöpft hat, ist Schluss mit
Lupe zu finden – gerade einmal 0,3 Prozent
... nötige Bremsen für das Wachstum. Kaum
lustig. In dieser Frage gibt es nur eine einzi-
der Unternehmer sehen ihre Zukunft düster.
läuft die Konjunktur, kommen schon die Ers-
ge Möglichkeit: HC Strache müsste derarti-
Investitionsstau? Schnee von gestern. Vier-
ten, die den Aufschwung einbremsen wol-
ges Provinzpersonal ohne mit der Wimper
zig Prozent der Tiroler Leitbetriebe wollen
len. Ein bisschen voreilig. Denn es braucht
zu zucken aus der Partei werfen, sonst wird
wieder investieren. Dazu kommen ein Re-
mindestens fünf Jahre, um die längst über-
die FPÖ auf ewig in der braunen Sauce fest-
kord bei den Gründern (2.800 neue Betriebe
fälligen Strukturreformen umzusetzen. Der
stecken – und der Nazi-Dreck bleibt auch an
im Jahr 2017) und eine Trendwende bei den
Staat ist immer noch zu fett, die Verwaltung
der Koalition und ganz Österreich kleben.
Lehrlingen: Erstmals seit zehn Jahren gibt es
ausufernd, die Digitalisierung erst in Ansät-
Anstelle dessen jammert Strache über eine
wieder mehr statt weniger Jugendliche, die
zen gezähmt und der Schuldenberg drückt
„Schmutzkübelkampagne“ gegenüber dem
sich für die duale Ausbildung entscheiden.
nach wie vor. Österreich dümpelt im Mit-
FPÖ-Kandidaten, vergisst aber dabei, dass
Boom und alle sind glücklich? Weit gefehlt.
telfeld – und kann wieder an die Spitze an-
dieser den Schmutzkübel selbst bis zum
Mit der Lage dreht sich genauso schlagar-
schließen, wenn wir es richtig machen.
Rand gefüllt hat.
tig der politische Diskurs. Sozialdemokraten
... den Fachkräftemangel. Die Betriebe wis-
Aber so ist das nun mal. Vor Kurzem hätte
und Grüne laufen ob des Wahlergebnisses
sen zwar nicht mehr, wo sie geeignete Mit-
ich gedacht, wenn der Aufschwung kommt,
immer noch völlig kopflos durch die Gegend
arbeiter hernehmen sollen, aber die Op-
wird alles gut. Jetzt ist er da und wir sind ge-
und stolpern mit markigen Sprüchen durch
position scheint das nicht besonders zu
rade dabei, uns wieder in Endlosdebatten zu
die Oppositionsrolle. Und so diskutieren wir
kümmern. Im Gegenteil: Sie schürt Angst
verzetteln. Das ist auch eine Leistung – aber
eben derzeit über ...
vor einer Invasion ausländischer Arbeits-
eine entbehrliche.
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KOPF DER AUSGABE
r e l h c i b u a L Wolfgang nicht in der Vergangenheit ler ich ub La ng ga olf W r, hat es ktor des gerade Obwohl ein Salzburge elebt hat sich der Dire ng Ei . en ag hl rsc ve k A KREMSER oft nach Innsbruc schnell. // INTERVIEW: MARIN h oc nn de ik us M r de entstehenden Haus
© ANDREAS FRIEDLE
ZUR PERSON
Wolfgang Laubichler, 53, stammt aus Salzburg und studierte am Mozarteum Chor- und Orchesterleitung sowie Klavierpädagogik. Es folgte ein Studium der Betriebswirtschaftslehre und Kulturmanagement an der Uni Linz. Nach einem vierjährigen Intermezzo in der IT-Branche in Wien kehrte er als Geschäftsführer des Österreichischen Ensembles für Neue Musik zurück nach Salzburg. Im November 2007 wurde Laubichler an der Seite von Hans Landesmann zum Geschäftsführer der Salzburg Biennale bestellt, vier Jahre später wechselte er als geschäftsführender Intendant ans Stuttgarter Kammerorchester. Seit 1. September 2017 ist Wolfgang Laubichler Direktor des Haus der Musik, das Mitte des Jahres fertiggestellt und im Oktober offiziell eröffnet wird. Laubichler wohnt in Hall, ist verheiratet und hat eine Tochter.
kopf der.ausgabe
„ICH BIN GESPANNT, WIE DIE KOOPERATION ZWISCHEN DEN INSTITUTIONEN IM HAUS DER MUSIK FUNKTIONIERT. ICH FREUE MICH ABER SCHON SEHR, WEIL ICH ÜBERZEUGT BIN, DASS SICH GEMEINSAM VIEL AUF DIE BEINE STELLEN LÄSST.“
I
Wolfgang Laubichler
mmer wenn ich von Hall nach
genug ist. Es war mir klar, dass ich nicht dau-
gewisse Rolle spielen. Also habe ich eine ent-
Innsbruck fahre und auf die
erhaft als Musiklehrer tätig sein möchte, das
wickelt und bin so ins Business gerutscht.
Nordkette blicke, schlägt mein
Anschlussstudium war also eine gute Ent-
Ein Bekannter hatte ein entsprechendes
Herz höher. Das Ambiente hier
scheidung. Ich habe in Salzburg begonnen,
Unternehmen in Wien und gemeinsam mit
im Theater ist großartig, die Kol-
in einer Konzertagentur zu arbeiten, was rie-
der Donauuniversität Krems haben wir den
legen sind toll. Es war nicht schwer, mich in
sen Spaß gemacht hat. Es war für mich ein
ersten österreichischen Online-Lehrgang
meiner neuen Rolle zurechtzufinden“, fasst
guter Lebensplan.
aufgesetzt. Als die IT-Blase platzte und es die Mutter des Unternehmens hinweggefegt hat,
Wolfgang Laubichler zusammen. Seit September 2017 ist er in Tirol, sein Büro ist noch
Sind Sie generell eher ein Kopf- oder
war es für mich wieder Zeit, in die Kultur zu-
in den Räumlichkeiten des Tiroler Landes-
Bauchmensch?
rückzugehen.
theaters untergebracht, bis seine neue Blei-
Leider immer kopflastiger. Ich bin schon
be im Haus der Musik fertiggestellt ist, und
eher ein Kopfmensch.
Das Haus der Musik wird Heimat für viele unterschiedliche Kulturträger und Aus-
man merkt seine ehrliche Vorfreude darüber. Der Bau ist im Zeitplan, die Baustelle
Sie haben sich in der Ausschreibung gegen
bildungsstätten, die alle einen eher klas-
lässt bereits vieles erahnen. „Es wird groß-
50 Mitbewerber durchgesetzt. Was glauben
sisch-traditionellen Hintergrund haben.
artig“, sagt Laubichler.
Sie selbst, gab den Ausschlag dafür?
Wie halten Sie es selbst mit der Musik?
Wir durften mit ihm bereits einen Blick ins
Ich habe einige Erfahrung mitgebracht und
Ich höre quasi nur klassische Musik, klas-
Gebäude werfen. Das ließ uns die Dimen-
mir im Vorfeld genau überlegt, was aus mei-
sisch als Begriff von Hochkulturmusik. Ich
sionen des Hauses erst so richtig erfassen.
ner Sicht für das Haus Sinn macht. Ich habe
höre auch ein bisschen Jazz, aber so gut
Laubichler: „Der große Saal wird ein wahres
mir auch kein Blatt vor den Mund genom-
wie keine Popmusik. Hab ich auch nie, viel-
Juwel und ein Ort des Wohlfühlens werden.
men und damit wohl einen Nerv getroffen.
leicht ein bisschen Beatles, bei den Rolling
Er hat eine schöne Größe, in dem sich tol-
Viele meiner Vorstellungen haben sich mit
Stones bin ich dann ausgestiegen. Ich mag
le Projekte umsetzen lassen. Generell wird
dem ursprünglichen Plan für das Haus ge-
Bach oder Mozart und bei Bartók geht mir
das ganze Haus ein wunderbarer Veranstal-
troffen. Das Haus der Musik bietet so vie-
das Herz auf. Früher galt ich deshalb als Au-
tungsort werden, wo man gerne hingeht.
le Möglichkeiten, der pädagogische Aspekt
ßenseiter – die anderen haben Deep Purple
Darauf freue ich mich. Und natürlich auf
wird dabei eine große Rolle spielen. Das
gehört und ich Benny Goodman. Ich mochte
das Haus an sich.“
kommt mir sehr entgegen.
Swing, alles andere war mir zu hysterisch.
ECO.NOVA: Sie waren bereits in Salzburg
Was hat Sie dazu bewogen, sich zu bewer-
mit dem Erlernen eines Instruments. Ich
und Stuttgart im Kulturbereich tätig. Wie
ben?
habe im Musikschulorchester Trompete ge-
schätzen Sie die Szene in Tirol ein?
Es waren vor allem private Gründe. Ich war
spielt, entdeckte dann das Klavier. Mit 13 Jah-
WOLFGANG LAUBICHLER: Ich war über-
sechs Jahre in Stuttgart. Meine Frau ist nie
ren habe ich angefangen, Klassik zu hören,
rascht, dass es für die Größe der Stadt ein
nachgezogen, weil sie sich dort einfach nicht
mit 15 war ich bereits bei Strawinsky ange-
wirklich vielfältiges Kulturangebot gibt. Es
wohl gefühlt hat. Wir haben eine kleine
langt und hab es geliebt.
gibt intelligente, großartige Veranstaltungen
Tochter und so fiel die Entscheidung, mei-
wie die Festwochen der Alten Musik, das Os-
nen Vertrag am Stuttgarter Kammerorches-
Das Haus der Musik ist ein enorm großes
terfestival oder Musik+ und mit dem Treib-
ter nicht zu verlängern. Ich habe die Aus-
Projekt, verbunden mit viel Arbeit. Wie
haus einen wahnsinnig bunten Veranstalter.
schreibung gesehen, es probiert und es hat
entspannen Sie?
Diese Lebendigkeit war für mich doch uner-
funktioniert. Da habe ich ausnahmsweise
Das Abschalten gelingt mir ganz gut. Wir ha-
wartet.
auf meinen Bauch gehört.
ben großartige Mitarbeiter, auf die ich mich
Sie haben Chor- und Orchesterleitung stu-
Sie hat es in Ihrer Berufslaufbahn vier Jah-
gen, in die ich mich erst mühsam einarbeiten
diert, Klavierpädagogik und darauffolgend
re nach Wien in die IT-Branche verschla-
müsste und trotzdem nicht weit käme. Ich
Betriebswirtschaft und Kulturmanage-
gen. Was ist denn da passiert?
kann mich also darauf konzentrieren, mei-
ment. Nun sagt man kreativen, kunstaf-
Die Konzertagentur, für die ich in Salzburg
ne Arbeit zu machen, Kontakte zu knüpfen,
finen Menschen gerne nach, sie hätten es
bereits tätig war, war klein, handgestrickt,
die Institutionen, die im Haus unterkommen
nicht so sehr mit Zahlen. Bei Ihnen scheint
bodenständig. Als frischgebackener Betriebs-
werden, zu vernetzen, mir Programme zu
das anders ...
wirt habe ich die Notwendigkeit der Imple-
überlegen. Das macht sehr Spaß und wenn
Ich habe bereits während meines Musikstu-
mentierung einer passenden EDV erkannt
man zu Hause beim Zähneputzen eine gute
diums an der Salzburger Musikschule unter-
und meinem Arbeitgeber vermittelt, dass
Idee hat, dann ist das ja nicht belastend, son-
richtet und gemerkt, dass das für mich nicht
Datenbanken im Geschäftsleben schon eine
dern schön.
Meine Liebe zur Klassik kam dann vor allem
verlassen kann und die viele Dinge erledi-
eco.nova
15
Wirtschaft Wirtschaft & Unternehmen
Wahltägliches
P
lakate allerorts verraten, dass dem-
Einflüssen wirtschaftlicher oder weltpoliti-
nächst wieder eine Wahl ansteht.
scher Natur. Unser politisches System bietet
Die des Tiroler Landtags. Dass es
genügend Möglichkeiten der Einflussnah-
überhaupt Wahlen gibt, ist eine Errungen-
me auch nach der Wahl, um Vorschläge der
schaft unserer antiken Vorfahren und eine
Landesregierung wieder zu ändern. Jeder
Leistung der letzten Generationen, dass wir
hat die Möglichkeit, sich dafür zu engagie-
in Österreich noch immer Wahlen haben,
ren und andere zu motivieren, ihn dabei zu
die den Namen auch verdienen. Es ist nicht
unterstützen.
selbstverständlich, dass dem so ist, und weshalb man das immer wieder in Erinne-
Recht zeitig
rung rufen darf und muss. Das Wahlrecht
„Hinterm Horizont geht’s weiter ...“ heißt
ist ein hart erstrittenes und erkämpftes
es in einem Liedtext von Udo Lindenberg.
Recht und im Vergleich zu anderen Nationen sogar ein Privileg.
Entscheidung Eine Wahl ist eine Entscheidung wie jede andere auch. Wir treffen tagtäglich hun-
Alexander M. Schmid | Der Vereinfacher beschäftigt sich seit über drei Jahren mit Vereinfachung in Unternehmen, hat darüber ein Buch verfasst und erarbeitet mit Unternehmen Strategien, die sie am Markt einfach einzigartig positionieren. www.dervereinfacher.at
derte Entscheidungen – mit mehr oder we-
© KUNSTFOTOGRAFIN.AT
niger unmittelbaren und weitreichenden
Entscheidungen, die auf regionaler Ebene gefällt werden, wirken sich heute nicht nur vor Ort, sondern auch überregional aus. Als Mitglied der Europäischen Union ist der Konflikt zwischen den Einzelinteressen der Mitgliedsstaaten vorprogrammiert, der sich auf Landes- bis hin zur Gemeindeebene fortsetzt. Darüber hinaus gibt es He-
Folgen für andere und uns selbst. Die Wahl
rausforderungen wie die Klimapolitik, die
des falschen Gerichts im Lokal kann einem
ler. Die einfachste und beste Art, Politiker
nicht mehr regional gelöst werden können,
vielleicht den Abend vermiesen, ist aber am
spüren zu lassen, für wen sie arbeiten und
sondern grenzübergreifende Lösungen er-
nächsten Tag wieder vergessen.
wem gegenüber sie verantwortlich sind, ist
fordern.
Das Ausmaß von Entscheidungen lässt
und bleibt eine möglichst hohe Wahlbetei-
Es gibt Entscheidungen, die rechtzeitig ge-
sich insofern einfach einordnen, wenn
ligung.
troffen werden können, und andere, die
man sich zu jeder Entscheidung die Frage
recht zeitig getroffen werden müssen, da
stellt: Welche Bedeutung haben die Folgen
Richtung vs. Route
für die nächsten fünf Sekunden, fünf Wo-
Nachdem die Zeiten großer oder gar ab-
braucht. Die Krux daran ist, dass diese Ent-
chen oder fünf Jahre? Je langfristiger die
soluter Mehrheiten einzelner Parteien
scheidungen oftmals zu einer Zeit getrof-
Folgen für unsere Familie, Freunde und
vorbei sind, kann eine Wahl nur über die
fen werden müssen, in der sie gänzlich un-
uns selbst sein werden, umso intensiver
ungefähre Richtung für die nächsten Jah-
populär sind und damit viele Politiker den
beschäftigen wir uns mit der Entschei-
re entscheiden, aber nie die exakte Route
Wahlsieg gefährdet sehen. Es liegt auch an
dungsfindung. Verhält sich das bei politi-
festlegen. Die ergibt sich erst aus den Kräf-
den Wahlberechtigten, sich das vor Augen
schen Wahlen auch so?
teverhältnissen jener, die am Steuerrad zer-
zu führen und bei ihrer Entscheidung zu
ren, und den noch nicht vorhersehbaren
berücksichtigen.
Gruß von Watzlawick Sieht man sich die Wahlbeteiligungen der letzten Jahre an, hat die Gruppe der Nichtwähler eine Größe, die manche Partei gerne hätte. Deswegen sei daran erinnert, dass wir, frei nach Watzlawick, nicht nicht wählen können. Nichtwähler beeinflussen das Wahlergebnis ebenso wie Ungültig-Wäh-
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eco.nova
es bis zum Einsetzen der Wirkung Zeit
WENN SIE AM 25. FEBER IN DER WAHLKABINE STEHEN, DENKEN SIE DARAN: MAN KANN NICHT NICHT WÄHLEN UND NACH DER WAHL IST VOR DER WAHL.
eco.wirtschaft
ECO.MMENTAR
© JULIA TÜRTSCHER
Vom Können und Wollen
Marina Kremser, Chefredaktion
STARK OPTIMISTISCH
Der kleine, feine Unterschied
Zum Jahresstart 2018 präsentiert sich Tirols Wirtschaft in starker Verfassung und bleibt
„Ich hab das nicht vergessen, ich kann
weiterhin auf Wachstumskurs. Aktuell schätzen 72 Prozent der Leitbetriebe die wirt-
mich nur nicht dran erinnern.” Als ich
schaftliche Lage ihres Unternehmens als gut ein. Positiv ist die Stimmung vor allem in
diesen Satz hörte, musste ich erst mal
der Industrie, gute Auslastungen verzeichnet auch die Tiroler Verkehrswirtschaft. Im
schmunzeln. Bei genauerem Nachdenken
Vergleich zu vergangenen Perioden hat sich auch die wirtschaftliche Situation in der
aber zeigt er, wie nuancenreich doch un-
Bauwirtschaft merklich gebessert. Auffallend dabei ist, dass sich die Auftragslage trotz
sere Sprache ist. Auch „das Gleiche” und
Wintersaison durchwegs positiv zeigt. Tirols Handel indes profitiert von der ausgepräg-
„das Selbe” ist nicht gänzlich synonym. Es
ten Konsumlaune und gestiegenen Kaufkraft. Konjunkturmotor ist und bleibt jedoch der
gibt ihn, den kleinen, feinen Unterschied.
Export. Für das Gesamtjahr rechnet die Wirtschaftskammer Tirol mit einem Exportvolu-
Während man beim Vergessen also
men von 12,8 Milliarden Euro und damit einem nominellen Plus von fünf Prozent gegen-
etwas ganz und gar nie nimmer nicht
über dem Vorjahr.
mehr weiß, braucht es beim Sich-Erin-
All diese Faktoren sorgen dafür, dass insgesamt wieder mehr investiert wird. Die Zurück-
nern manchmal einfach nur einen klei-
haltung bei den Investitionen war in den vergangenen Jahren stets die Achillesferse der
nen Stups. Etwas, das mir ad hoc nicht
heimischen Wirtschaft, aktuell wollen wieder rund 40 Prozent der Tiroler Leitbetriebe in
einfallen will, ist dennoch irgendwo ab-
den kommenden sechs Monaten mehr investieren als zuletzt. Besonders ausgeprägt ist
gespeichert. Man muss nur nachdenken.
die Investitionsneigung dabei im Handel, gefolgt von der Bauwirtschaft und Industrie,
Es geht also vielmehr darum, sich auch
etwas zögerlicher agiert noch der Tourismus. Erfreulich in diesem Zusammenhang ist,
wirklich erinnern zu WOLLEN.
dass der Anteil jener Unternehmen, die kapazitätserweiternde neue Investitionen tätigen,
Das lässt sich im Grunde auf alle Le-
mittlerweile gleich hoch ist wie der Anteil jener, die reine Ersatzinvestitionen vornehmen.
bensbereiche umlegen. Auch auf die
Die gute Auftragslage schlägt sich folglich auch auf dem Arbeitsmarkt nieder. Über ein
Politik – weil’s gerade derart aktuell ist.
Drittel der Unternehmen wollen ihren Beschäftigtenstand im Lauf des ersten Quartals
Wie viele Politiker sich an dies oder je-
ausbauen.
nes plötzlich nicht mehr erinnern „kön-
// QUELLE: WK TIROL
nen“, ist erstaunlich. Irgendwie scheint
LAND DER GRÜNDER
dieses Nicht-Erinnern zum scheinheiligen kleinen Bruder des Vergessens geworden zu sein. Und in diesem Zu-
Im vergangenen Jahr haben in Tirol genau
sammenhang frage ich mich in schöner
2.841 Menschen ihr eigenes Unternehmen
Regelmäßigkeit auch, warum es von
gegründet. Das sind mehr als 230 pro Monat
„Einzelfall” überhaupt eine Mehrzahl
und damit so viele wie noch nie. Auffällig ist,
gibt, doch die deutsche Sprache hält
dass 56,2 Prozent davon weiblich sind. Die
eben so manche Crux für uns bereit.
meisten Neugründungen verzeichnete dabei
Dennoch mag ich sie, weil sie im Gegen-
die Sparte Gewerbe und Handwerk, gefolgt
satz zu vielen anderen Sprachen eben so
vom Handel; im Schnitt ist ein Gründer 39,2
facettenreich ist. Das heißt jedoch auch,
Jahre alt. Das stärkste Motiv für die Selbst-
dass man im Zweifelsfall sehr vorsichtig
ständigkeit ist laut einer Umfrage die Fle-
mit ihr umgehen muss.
xibilität in der Zeit- und Lebensgestaltung. Viele wollen auch die Verantwortung, die sie
Anregungen und Kommentare bitte an kremser@econova.at
als Angestellter tragen, ins eigene Unternehmen einbringen.
eco.nova
17
© MARIAN KRÖLL
eco.wirtschaft
eco.titel
FARBE BEKENNEN Am 25. Feber werden die Tirolerinnen und Tiroler zu den Urnen gerufen. Es gilt, den neuen Tiroler Landtag zu wählen. Zum 17. Mal nach 1945, dem Beginn der Zweiten Republik. // TEXT: MARIAN KRÖLL
M
it der Tiroler Volkspartei war
auch notwendige personelle Wandlung von
negativen, für die Neu-Koalitionspartner
es ganz klar eine Partei, die das
der Oppositions- hin zur Regierungsrolle
ÖVP, die als Liste Kurz 2017 ihre politische
Land in den vergangenen Jahr-
nicht leicht, die Frustration von Kernwähler-
Auferstehung gefeiert hat, und FPÖ höchst-
zehnten hauptsächlich geprägt hat, einmal
schichten scheint vorprogrammiert und im
wahrscheinlich im positiven Sinne. Wie sich
mit höherer, einmal mit niedrigerer Inten-
Falle der Grünen auch einzutreffen, wenn
die geänderten Vorzeichen für die Neo-Op-
sität. Mit all den Vorteilen und auch Pro-
von einem Tag auf den anderen die in der
positionspartei SPÖ mit ihrem vom Kanzler
blemen, mit denen eine über Jahrzehnte
Opposition dogmatisch propagierte reine
zum Oppositionsführer gewandelten Chris-
dauernde politische Allmacht zwangsläu-
Lehre dem oftmals unbefriedigenden Kom-
tian Kern auswirken, ist dagegen noch of-
fig verquickt ist. Personelle und inhaltli-
promiss weichen muss. Der kleinere Koaliti-
fen. Große, verborgene Schätze gibt es für
che Kontinuität da, ein Hang zur Filzokratie
onspartner muss dem größeren, der sich mit
SPÖ-Spitzenkandidatin Elisabeth Blanik in
dort. Ihre absolute Mandatsmehrheit hat die
den Kniffen des Regierens bestens auskennt,
Tirol wohl eher nicht zu heben. Die Hochpha-
Volkspartei überhaupt erst vor zehn Jahren
mehr Zugeständnisse machen. So funktio-
se der Sozialdemokratie im Land scheint mit
erstmals eingebüßt und hält seitdem 16 von
niert sie eben, die Arithmetik der Macht.
Blick auf die einstige relative Stärke der SPÖ
insgesamt 36 Mandaten im Tiroler Landtag.
Grünen-Klubchef Gebhard „Gebi“ Mair hatte
nachhaltig passé. 1970 erreichte die Sozialde-
Ein Wert, den ÖVP-Landesparteiobmann
zu Beginn der schwarz-grünen Koalition noch
mokratie unter dem späteren Gesundheits-,
und – wie es den Usancen in Tirol entspricht
getönt, dass in der umstrittenen Frage der Ge-
Umwelt- und Finanzminister Herbert Sal-
– zugleich Landeshauptmann Günther Plat-
meindegutsagrargemeinschaften der Grund
cher (Kabinett Kreisky IV) mit 33,47 Prozent
ter auch als bescheidenes Wahlziel für den
den Gemeinden gehöre, wurde aber im Laufe
ihr historisch bestes Ergebnis. 14 Jahre spä-
Urnengang im Februar formuliert hat. Erst-
der Periode nicht nur in dieser Angelegenheit
ter, im Jahr 1984, konnte man sich immerhin
mals auf der harten Oppositionsbank Platz
zunehmend schmallippig. Der grüne Inns-
noch ein Viertel der gültigen Wählerstimmen
nehmen musste 2013 auch die Tiroler Sozial-
brucker Bürgermeisterkandidat, langjährige
sichern. An ihrem historischen Tiefststand
demokratie. Nach einer Periode Schwarz-Rot
Tiroler Grünen-Chef und Ex-Nationalratsab-
von nur noch 13,72 Prozent ist die Partei 2013
tauschte Platter die SPÖ gegen die Grünen
geordnete Georg Willi hatte bereits 2005 die
unter Gerhard Reheis angelangt. Damit war
aus, die erstmals in Tirol Regierungsverant-
Agrarfrage zum größten Vermögensdelikt der
man immerhin wieder, wenn auch knapp,
wortung übernommen haben.
Zweiten Republik erklärt. Mittlerweile scheint
zweitstärkste Partei mit geringem Vorsprung
Die Beurteilung der ergrünten Tiroler Lan-
das Thema weitgehend abgeschlossen, auch
auf die Grünen. Beim Wahlgang 2008 gingen
desregierung im Hinblick auf die politische
wenn die neue Regelung bereits einmal re-
die Sozialdemokraten aufgrund des starken
Mitwirkung der Grünen scheint in weiten
pariert werden musste und ihrem Geist nach
Abschneidens der Liste Fritz, die aus dem
Teilen der Bevölkerung zwischen den Polen
eher den Vorstellungen der Tiroler Volkspar-
Stand 18,35 Prozent erreichte, überhaupt nur
„totale Unterwerfung unter die ÖVP“ bzw.
tei und dem Bauernbund entspricht als jenen
als Dritte ins Ziel. Für die Tiroler Landtags-
„Ministrantentum“, das man davor schon
der Grünen und der Opposition.
wahlen setzt die SPÖ rund um Spitzenkan-
dem langjährigen Standard-Koalitionspart-
didatin Elisabeth Blanik auf neue Gesichter
ner SPÖ vorzuwerfen pflegte, und „totaler
Plötzlich Opposition
Blockadepolitik, vor allem in wirtschafts-
Die veränderte Lage in der Bundespolitik
positiven Slogan „Freu dich Tirol :)“ und „Die
politischen Angelegenheiten“ zu oszillieren.
wirft auch einen Schatten auf die Wahl zum
neue SPÖ Tirol ist da!“. Unterfüttert hat man
Generell fällt Parteien die geistige und oft
Tiroler Landtag. Dies gilt für die Grünen im
das Ganze vorsichtshalber mit Hashtags wie
und einen Wohlfühl-Wahlkampf mit dem
eco.nova
19
eco.titel
#freudichtirol und #allesneu, ohne die heutzutage offenbar gerade in den sozialen Medien kaum mehr ein Auslangen zu finden ist. Eine gewisse personelle Erneuerung in der ersten Reihe ist der SPÖ nicht abzusprechen, ob und wie diese inhaltlich-ideell ausgefallen ist, offenbart sich dagegen nicht so recht. Auf Plakaten mit dem Konterfei der Lienzer Bürgermeisterin prangt der Spruch „Politik darf man auch ändern“. Das ist durchaus als Kampfansage an eine machtgewohnte Volkspartei zu deuten, die sich weitgehend selbst genügt und seit sieben Jahrzehnten ununterbrochen an den zentralen Schaltstellen der Macht im Land ist und sich ihre politischen Pfründe gesichert hat. Angepeilt hat die SPÖ Platz zwei, noch vor der FPÖ, die jedenfalls mit substanziellen Zugewinnen rechnen darf. Entsprechend versuchen die Sozialdemokraten, den anstehenden Urnengang zur Richtungswahl zu machen, um Schwarz-Blau auf Landesebene verhindern zu können. Mit einer massiven Zahl grüner „Leihstimmen“, wie etwa im Nationalratswahlkampf, als die Grünen völlig in Richtung SPÖ ausrannen, darf die SPÖ in Tirol nicht rechnen.
Vom Zeitgeist verweht
KOMPLEXE PROBLEME HABEN OFT EINE LÖSUNG DIE VERSTÄNDLICH, EINFACH UND UNKOMPLIZIERT IST. UND ZUMEIST FALSCH. IN DER ÖFFENTLICHEN WAHRNEHMUNG REICHT DAS MÜHSAME UND LANGWIERIGE JUSTIEREN AN KLEINEN STELLSCHRAUBEN NICHT AUS, GEFRAGT IST VIELMEHR DER GROSSE WURF. UND DER IST, WENN VERSCHIEDENE, TEILS VÖLLIG KONTRÄRE PARTIKULARINTERESSEN AUFEINANDERTREFFEN, NICHT ZU HABEN.
Österreich hat mit Alexander van der Bellen einen grünen Bundespräsidenten, der noch
mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntags-
Wahl der letzten Chancen. Stürzen die Grü-
dazu in Tirol, im Kaunertal und in Inns-
zeitung (FAS) in seiner Partei Reflexe, „die
nen ab, dürfte die politische Karriere der Ru-
bruck, aufwuchs. Kurze Zeit nach diesem
Realität nicht genau wahrzunehmen“. Diese
merin vorerst zu Ende sein, denn eine Spit-
vermeintlich größten Erfolg der Parteien-
Reflexe beschränken sich nicht auf die deut-
zenpolitikerin, die Bundes- wie Landespartei
geschichte sind die Grünen im Ausnahme-
schen Grünen, wie das Wahlvolk zum Aus-
binnen kurzer Zeit (mit) an die Wand gefah-
zustand. Die Rettungsmission, auf die sich
druck gebracht hat
ren hat, dürfte untragbar sein.
Ingrid Felipe nach dem plötzlichen Rücktritt
Ingrid Felipe, die erste grüne Landeshaupt-
Der grün-schwarze Koalitionspakt war mit
von Langzeit-Parteichefin und Van-der-Bel-
mannstellvertreterin, hat sich nach ihrem
„Verlässlich handeln – neu denken“ über-
len-Nachfolgerin Eva Glawischnig begeben
verheerenden Intermezzo an der Bundes-
schrieben und brachte durchaus auch politi-
hatte, endete im Fiasko, einem GAU, dem
spitze nach Tirol zurückgezogen, wo sie sich
sche Veränderungen, die sich die Grünen an
grünsten anzunehmenden Unfall. Die Na-
im Rahmen einer Landesversammlung man-
die Fahne heften dürfen. Darunter etwa die
tionalratswahl im Oktober markierte nach
gels ernsthafter Gegenkandidaten rund 80
Tarifreform im öffentlichen Personennah-
mehr als drei Jahrzehnten das vorläufige En-
Prozent der Delegiertenstimmen abholte.
verkehr, die für viele Tirolerinnen und Tiro-
de der Grünen im Parlament.
„Ich möchte mich für die falschen Entschei-
ler ganz erheblich günstigere Öffi-Tickets
Auf Bundesebene ist man hochverschuldet
dungen und die daraus resultierenden Krän-
gebracht hat. Koalitionäre Zwistigkeiten
und mangels Parteienförderung fast mittel-
kungen entschuldigen“, sagte sie der grünen
wurden in der abgelaufenen Periode kaum
los. Zum grünen Desaster beigetragen dürf-
Basis. Im Ungefähren blieb, wer wodurch in
öffentlich ausgetragen, die Atmosphäre zwi-
te ein zumal in Wahlkampfzeiten gehäuft
welcher Weise gekränkt wurde. Ihre Partei
schen den Koalitionspartnern schien über-
auftretender Hang zu einer Politik der Mar-
müsse wieder lernen, Widersprüche auszu-
wiegend von wechselseitigem Respekt und
keting-Sprechblasen samt Versteifung auf
halten, erklärte die Parteichefin des Weite-
einem ernsthaften Bemühen um Verständi-
Orchideenthemen haben. Zudem können
ren. Das Ausscheren aus einem ebenso viel-
gung getragen. Besonders die Grünen hat-
gesellschaftliche Herausforderungen, wie sie
stimmigen wie einseitigen Selbstgespräch,
ten ihre Funktionäre und Basis erstaunlich
etwa im Zuge der seit 2015 starken Migrati-
das sich für Debatte hielt, wurde bislang bei
gut im Griff, auf Seiten der ÖVP mit ihrer
onsbewegungen aufgetreten sind, auf länge-
den Grünen streng sanktioniert, Abweich-
komplexen internen Bündestruktur gab es
re Sicht nicht mit Denk- und Sprechverbo-
ler wurden bei den Bundes- und Landes-
nicht mehr als die üblichen und erwartba-
ten, die in einer Vogel-Strauß-Politik gipfeln,
kongressen, erstere salopp BuKo genannt, in
ren Querschüsse, die allerdings nie bis in die
adressiert werden. Selbst der Bundesvorsit-
der Regel kaltgestellt, indem sie bei der Lis-
Parteispitze um VP-Parteichef und Landes-
zende der deutschen Grünen, Cem Özdemir,
tenerstellung von der Parteibasis nach hin-
hauptmann Günther Platter heranreichten.
selbst dem Flügel der Realos zuzuordnen,
ten durchgereicht wurden. So oder so wird
Platter ist es gelungen, sich in der Tiroler
erkannte vor Kurzem in einem Interview
die Landtagswahl für Ingrid Felipe zu einer
Volkspartei eine beinahe Merkel’sche Alter-
20
eco.nova
eco.titel
nativlosigkeit zu erarbeiten. So gibt es nicht
negiert, Bürgeranliegen als Querulantentum
von je nach Interpretation skurrilem bis mar-
einmal leiseste Anzeichen einer zukünftigen
abgetan. Es zählen Freunderlwirtschaft und
tialischem Trommelwirbel beging die Tiroler
Palastrevolution in der Volkspartei.
Netzwerke. Nicht die beste Idee setzt sich
FPÖ ihre Wahlkampferöffnung in der Inns-
durch, sondern die besten Beziehungen sind
brucker Dogana, just an jenem für die Partei
notwendig“, lautete die Diagnose, die Bern-
geschichtsträchtigen Ort, an dem sich 1986
Einen relativ schweren Stand dürfte auch die
hard Ernst dazu bewog, sich für die Liste
Jörg Haider an die Parteispitze geputscht hat-
Liste Fritz haben, die 2008 den bürgerlichen
Fritz zu engagieren und eine „Revolution von
te. Vizekanzler Heinz-Christian Strache leis-
ÖVP-Abspaltungsreigen, aus dem auch Vor-
unten“, wie er es genannt hatte, zu versuchen.
tete dem Tiroler Spitzenkandidaten Markus
wärts Tirol bzw. Impuls Tirol hervorgegan-
Wenig hilfreich dürfte auch die Abspaltung
Abwerzger Schützenhilfe. Der Einzug in den
gen ist, eröffnet hat. Damals mit durchschla-
der Abgeordneten Fritz Gurgiser und Thomas
Saal wurde von Innsbrucker Politologen als
gendem Erfolg. Nur fünf Jahre später wurde
Schnitzer gewesen sein, die bereits 2009 mit
Koketterie mit faschistischer Ästhetik gegei-
das Politprojekt des langjährigen Arbeiter-
dem BürgerKlub-Tirol einen eigenen Land-
ßelt. Eine Interpretation, die der Tiroler Spit-
kammer-Präsidenten und ÖVP-Parteigängers
tagsklub gegründet und 2013 unter der Kurz-
zenkandidat erwartungsgemäß entschieden
Fritz Dinkhauser aber empfindlich zurück-
bezeichnung GURGISER mit 4,84 Prozent
in Abrede stellte. Landeshauptmann Günther
gestutzt und stürzte von mehr als 18 Prozent
knapp die Fünf-Prozent-Hürde für den Wie-
Platter kritisierte ebenfalls den „martialischen
auf 5,6 Prozent ab. Der plötzliche Tod von
dereinzug in den Landtag verpasst hatten.
Auftritt“ der „dunklen Gestalten“ – gemeint ist
Die Abgespaltenen
Klubobmann Bernhard Ernst im Dezember
die Trommlergruppe „drumatical theatre“ –,
2012 und das darauffolgende Zögern von Fritz
Mit Pomp und Gloria
Dinkhauser rund um eine neuerliche Kandi-
Keine neuen Töne schlagen die Tiroler Frei-
schon bei diversen ÖVP-Veranstaltungen im
datur dürften zum Absturz an der Wahlur-
heitlichen an, denen unter der Obmannschaft
Einsatz war.
ne beigetragen haben. „Es ist meine tiefe
von Markus Abwerzger, der 2013 Gerald Hau-
Die pompöse Inszenierung völlig profaner
Überzeugung, dass Demokratie vom aktiven
ser abgelöst hatte, ein Rechtsruck attestiert
Polit-Events bleibt jedenfalls völlig unbescha-
Mitwirken der Bürgerinnen und Bürger und
wird. Der Osttiroler Hauser war bei der Land-
det der zugrunde liegenden Weltanschauung
nicht von der Stimmabgabe alle fünf oder
tagswahl 2013 mit 9,34 Prozent hinter den Er-
Geschmackssache und ist keineswegs ein
sechs Jahre in der Wahlzelle lebt. Die Partei-
wartungen geblieben und musste unter ande-
Alleinstellungsmerkmal der Freiheitlichen.
endemokratie ist krank. Auch in Tirol. Bürger
rem deshalb seinen Sessel für den gebürtigen
Die politische Großwetterlage – vor allem im
werden entmündigt, Bürgerrechte werden
Vorarlberger Abwerzger freimachen. Begleitet
Zusammenhang mit den 2015 einsetzenden
wiewohl diese in der Vergangenheit auch
„Er schaut auf Tirol.“
ARBEIT ER LANDESHAUPTMANN GÜNTHER PLATTER
eco.nova
21
eco.titel
Impuls“, die anlassbezogen die nachträgliche
Migrationsbewegungen – spielt den Blauen
nik Oberhofer als Spitzenkandidat. Mit ei-
in die Hände und sorgt landauf, landab zu-
nem Ergebnis ähnlich jenem der National-
Beantragung von Parteienförderung ermög-
verlässig für satte Zugewinne und spülte mit
ratswahl im Oktober 2017 (5,57 Prozent) hätte
licht, hat die Fraktion den Grund für ein un-
Norbert Hofer beinahe den ersten FPÖ-Bun-
man die Fünfprozenthürde für den Landtag
rühmliches Kapitel im Tiroler Landtag gelie-
despräsidenten ins Amt. Hofer war – um in
übersprungen, wenn auch nicht komfor-
fert. Das Oberlandesgericht Innsbruck hatte
der Diktion des Wahlgewinners und nun-
tabel. Oberhofer will mit den NEOS, die in
entgegen den Erwartungen von Politik und
mehrigen Bundespräsidenten Alexander van
Hans-Peter Haselsteiner einen ebenso pro-
Gutachtern entschieden, dass Klubobmann
der Bellen zu bleiben – diesem einigerma-
minenten wie finanziell potenten Unterstüt-
Hans Lindenberger, Zwölfer und Schett für
ßen „arschknapp“ erst in der Wiederholung
zer haben, liberale Akzente im Land setzen
das Jahr 2017 in Summe 740.000 Euro wegen
der Stichwahl unterlegen. Ein Erfolg, der sich
und eine von ihm zumindest im Wahlkampf
nicht beantragter Parteienförderung an Vor-
wenig später für die Grünen als Pyrrhussieg
als denkmögliches Szenario ausgegebe-
wärts Tirol bezahlen müssten. Für das Jahr
erweisen sollte. Zumal Van der Bellen bislang
ne Absolute der ÖVP verhindern. Von einer
2016 hatte der Oberste Gerichtshof selbiges
in seiner spektakulär unaufgeregten Inter-
solchen ist die Volkspartei seit 2003 einiger-
Urteil gefällt, was die Impuls-Mandatare be-
pretation des Amtes eher an Heinz Fischer
maßen weit entfernt. Daran dürfte nicht
reits 650.000 Euro gekostet hatte. Es ist frag-
erinnert denn an Thomas Klestil, der der
einmal der Kurz-Effekt etwas ändern. Un-
lich, ob in dieser Angelegenheit das letzte
schwarz-blauen „Wenderegierung“ Wolfgang
ter dem Rubrum „ferner kandidierten“ sind
Wort bereits gesprochen wurde.
Schüssels mit versteinerter Miene vor und
sowohl der aus Vorwärts Tirol hervorgegan-
heftigem Widerstand hinter den Kulissen ge-
genen Gruppierung Impuls Tirol mit den
Neuer Anstrich
genübergetreten war. Von alledem war bei
Landtagsabgeordneten Josef Schett und
Während in Deutschland unter dem Vor-
Van der Bellen nicht die Spur zu bemerken,
Maria Zwölfer als auch der Family-Partei der
sitz der scheinbar alternativlosen Angela
die Atmosphäre bei der Angelobung grenzte
ehemaligen Vorwärts-Abgeordneten Andrea
Merkel die ursprünglich konservative CDU
gar an Herzlichkeit. Damit nahm der Bundes-
Krumschnabl nur Außenseiterchancen auf
samt ihrem bayrischen CSU-Ableger ei-
DER KLEINERE KOALITIONSPARTNER MUSS DEM GRÖSSEREN, DER SICH MIT DEN KNIFFEN DES REGIERENS BESTENS AUSKENNT, MEHR ZUGESTÄNDNISSE MACHEN.
SO FUNKTIONIERT SIE EBEN, DIE ARITHMETIK DER MACHT.
ner zunehmenden Sozialdemokratisierung anheimfiel, erlebt Österreich gerade eine völlig konträre Entwicklung, die nicht nur mit der „Marke“ Sebastian Kurz und dem neuen türkisen Anstrich zusammenhängt. Konservatismus ist schick wie lange nicht, besonders wenn er mit einer kleinen Prise Nationalismus angereichert daherkommt. Auf dieser Klaviatur spielen Sebastian Kurz und seine vielfach der JVP entwachsene Entourage perfekt. Der politische Teig, den das politische Ausnahmetalent angerührt hat, scheint aufzugehen. Dennoch ist und bleibt Tirol – zumindest im Selbstverständnis des Landeshauptmanns – ein schwarzes Land. Die Kontinuität, die mit der schwarzen Tiroler Volkspartei verbunden sei, hält
präsident nicht die von seiner ehemaligen
einen Einzug in den nächsten Landtag zuzu-
Günther Platter, wie er im Interview (Seite
Partei erhoffte, wenn nicht gar erwartete Rol-
schreiben. Die ursprünglich von Innsbrucks
26) betont, weiterhin für notwendig. Auf-
le als Bollwerk gegen die als heftigen Rechts-
Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und
grund der günstigen Umstände erscheint
ruck empfundene neue Regierung ein.
der schwarzen Ex-Landesrätin Anna Hosp
es wahrscheinlich, dass die Volkspartei die
Die Bundespartei um Heinz-Christian Stra-
aus der Taufe gehobene VP-Alternative „Vor-
Talsohle, die man 2013 mit 39,35 Prozent und
che gibt in einem Interview mit dem Nach-
wärts Tirol“ ist in der abgelaufenen Legisla-
16 Mandaten erreicht hat, durchschreitet.
richtenmagazin Profil bereits die Devise für
turperiode vor allem durch politische und
Die Fabelergebnisse der Ära Wallnöfer, in der
den Landtagswahl-Reigen in Niederöster-
juristische Konflikte aufgefallen. Während
man durchwegs über 60 Prozent erreichte,
reich, Salzburg, Tirol und Kärnten aus: „Wir
der Periode sind der Partei alle Abgeordne-
sind nicht annähernd in Reichweite. Die Vo-
müssen dort stark werden, damit die ÖVP
ten abhandengekommen, die sich mit Aus-
raussetzungen sind andere als damals, das
nicht auf die Idee kommt, mit den Grünen
nahme von Andrea Krumschnabel, die freie
Parteiensystem fragmentierter, vielfältiger,
oder der SPÖ zu koalieren. Auch in Salzburg,
Abgeordnete blieb, im Landtagsklub „Impuls
die Wählerschaft volatiler, die traditionel-
Tirol und Kärnten wollen wir verhindern,
Tirol“ versammelt haben. Vornehm formu-
len Lager und damit Parteibindungen ero-
dass die ÖVP weiter mit den Grünen koa-
liert hat man in den letzten fünf Jahren nicht
diert. Auch so manche Gewissheit von da-
liert. Die ÖVP muss auch in den Ländern
unbedingt politische Markenpflege betrie-
mals hat sich in ihr Gegenteil verkehrt. Galt
umdenken.“
ben. Entsprechend stieß die erneute Kandi-
Wallnöfer, der den Ausspruch „Verkehr ist
datur von Josef Schett und Co. bei der Kon-
Leben“ geprägt hatte, der Verkehr noch als
kurrenz und in weiten Teilen der medialen
Lebenselixier, ist es heute die Transittrist-
Erstmals dem Wahlvolk stellen sich in Tirol
Öffentlichkeit auf Unverständnis und Häme.
esse, der Tirol partout nicht entrinnen will.
die NEOS mit dem Stubaier Hotelier Domi-
Mit einer vom Landtag beschlossenen „Lex
Nicht umsonst wird die Transitroute vom
Alles neo
22
eco.nova
eco.titel
Kufstein bis zum Brenner auch als „Auspuff
Business as usual?
Europas“ bezeichnet, nicht umsonst ist das
Die Ausgangslage vor der Landtagswahl in
den Interessenskonflikten zwischen Wirt-
Inntal seit 2002 Luft- und Lärmsanierungs-
Tirol ist eigentlich wie immer: Die Volkspar-
schaft und Naturschutz und vielen weiteren
gebiet. Rechtzeitig vor den Wahlen hat der
tei gegen zwar nicht den Rest der Welt, aber
Themen. Eine Trendwende ist auch bei der
Landeshauptmann die Transitproblematik
doch den Rest des Tiroler Parteienspekt-
Wahlbeteiligung möglich, die 2003 um fast
zur Chefsache gemacht. In der Volkspar-
rums, das sowohl in der Anzahl als auch vom
20 Prozentpunkte auf rund 60 Prozent gefal-
tei scheint man sich der Emotionalität des
Gewicht her seit 2008 beträchtlich zugenom-
len war und sich seither zwischen 60 und 65
Themas bewusst, das zur empfindlichen
men hat. Das gehäufte Auf- und Antreten
Prozent eingependelt hat. Der Knick in der
Wahlniederlage 1989 beitrug, als die VP un-
bürgerlicher VP-Abspaltungen legt die über
Wahlbeteiligung ist nicht etwa einer schlag-
ter Wallnöfer-Nachfolger Alois Partl fast
die Jahre hinweg schwindende Integrations-
artig einsetzenden Politikverdrossenheit im
16 Prozentpunkte verlor und ihre absolu-
kraft der Partei und die zunehmenden Zent-
Wahlvolk zuzuschreiben, sondern dem Um-
te Mandatsmehrheit nur mit knapper Not
rifugalkräfte im Land offen. Heuer zeichnet
stand, dass 2003 die erste Tiroler Landtags-
halten konnte. Komplexe Querschnittsma-
sich jedoch für die Volkspartei, deren Regie-
wahl ohne Wahlpflicht stattfand.
terien wie die Transitfrage, aber auch das
rungsanspruch – im Gegensatz zu 2008 – von
Nachdem am 25. Februar die acht wahlwer-
mantraartig ausgegebene Ziel „leistbares
kaum jemandem mehr ernstlich in Zweifel
benden Parteien – ÖVP, SPÖ, FPÖ, Grüne, Liste
Wohnen“, bringen eines mit sich, das be-
gezogen wird, eine Trendwende ab.
Fritz, NEOS, Impuls Tirol und die Family Par-
sonders Regierungsparteien immer wieder
Günther Platter sitzt fest im Sattel und führt
tei – um Mandate gekämpft haben werden,
schmerzlich bewusst wird: Komplexe Prob-
das Land solide und unspektakulär. Kriti-
dürfte die schwarz gebliebene Tiroler Volks-
leme haben oft eine Lösung, die verständ-
ker dagegen monieren, Tirol würde lediglich
partei mehrere potenzielle Koalitionspart-
lich, einfach und unkompliziert ist. Und
verwaltet und nicht gestaltet. Fakt ist, dass
ner zur Auswahl haben. Ob es zu einer Wie-
zumeist falsch. In der öffentlichen Wahr-
das Land finanziell im Vergleich mit anderen
derauflage von Schwarz-Grün, einem roten
nehmung reicht das mühsame und lang-
Bundesländern recht gut dasteht und die ge-
Comeback in der Landesregierung oder aber
wierige Justieren an kleinen Stellschrau-
ringste Verschuldung aufweist. Doch an He-
Schwarz-Blau wie im Bund kommt, wird sich
ben nicht aus, gefragt ist vielmehr der große
rausforderungen herrscht kein Mangel, ob
weisen, ebenso wie die Anzahl der zukünf-
Wurf. Und der ist, wenn verschiedene, teils
nun bei den hohen Lebenshaltungskosten,
tigen Oppositionsparteien, die mit- und ge-
völlig konträre Partikularinteressen aufein-
der hohen Teilzeitquote, dem teuren Wohn-
geneinander die politische Landschaft in den
andertreffen, nicht zu haben.
raum, hohen Bodenverbrauch, zunehmen-
kommenden fünf Jahren prägen werden.
den Wildwuchs bei den Freizeitwohnsitzen,
PLATT ER LANDESHAUPTMANN GÜNTHER PLATTER
„Mit ihm in die Zukunft.“
eco.nova
23
eco.titel
Wahlen und Zahlen
100 %
80 %
60 %
Am Beginn der Zweiten Republik war der Tiroler Landtag ein Zweiparteienparlament mit einer hegemonialen Volkspartei. Die schwarze Vorherrschaft ist mit Abstrichen geblieben, der Parlamentarismus in Tirol aber merklich bunter geworden. Ob das so bleibt, entscheiden am 25. Februar die Wähler.
40 %
20 %
0% 1945
1949
1953
1957
ÖVP
1961
1970
SPÖ
Liste Fritz
Mandatsverteilung Tiroler Landtag
1965
1975
1979
1984 1989 1994
FPÖ
Vorwärts Tirol
1999 2003 2008 2013
Die Grünen Wahlbeteiligung
1 2 1
3 5
12
3
9
1945
1970
1984
1989
Eine klare Angelegenheit: Zweiparteien-Landtag mit schwarzer Hegemonie
Dreiparteiensystem: Die SPÖ erreicht mit 12 Mandaten ihren Höchststand.
Die Volkspartei unter Langzeit-Landeshauptmann Eduard Wallnöfer am Zenit.
Die ÖVP stürzt ab, mit den Grünen etabliert sich eine vierte Kraft.
3
5
2
7 8
9
8
7
2
4
2
4
5
4
5
4
5
1999
2003
2008
2013
Die FPÖ erreicht mit 7 Mandaten ihr bisher stärkstes Ergebnis.
Die Grünen fahren 5 Mandate und ihr bestes Ergebnis ein, die FPÖ verliert.
Die Liste Fritz erreicht aus dem Stand Platz 2, die VP stürzt nach 1989 zum zweiten Mal ab.
Die Parteienlandschaft wird bunter, die Volkspartei stagniert, die Liste Fritz wird dezimiert.
Tirols (Wahl-)Bevölkerung
634.527 / 537.273
Österreichische Staatsbürger / Wahlberechtigte
33.406
Deutschland
35.705
Sonstige EU
18.361
Ehem. Jugoslawien
11.774 Türkei
18.309 Sonstige
24
eco.nova
VOM PROPORZZUM MAJORZPRINZIP
Während die Wahlpflicht bei Tiroler Landtagswahlen erst mit der neuen Wahlordnung 2002 gestrichen wurde, gilt bereits seit 1998 nicht mehr der Regierungsproporz, demzufolge alle mit mindestens vier Mandaten in den Landtag gewählten Parteien automatisch in der Landesregierung vertreten waren, sondern ein Majorzsystem. Die einfache Landtagsmehrheit bestimmt, wer regiert.
TIROL LIEBEN HEISST TIROL BESCHÜTZEN
Andrea Haselwanter-Schneider
eco.titel
„INHALTE STEHEN VOR DER PARTEIFARBE“ Landeshauptmann Günther Platter fordert von Deutschland in der Transitfrage endlich Bewegung, will keine zusätzlichen Natura-2000-Schutzgebiete ausweisen und setzt auf Chancengleichheit zwischen Generationen und Regionen. Die Zukunft des Föderalismus liegt für Platter in der Steuerautonomie der Länder, bei möglichen Regierungspartnern will er sich an Verlässlichkeit und Inhalten orientieren. Die Verkehrspolitik soll Chefsache bleiben. // INTERVIEW: MARIAN KRÖLL
ECO.NOVA: Sie sind seit 1994 in der hohen
Kurz bei allen möglichen Gelegenheiten Un-
Politik, zuerst als Nationalratsabgeordne-
terstützung gegeben, habe die ÖVP-Landes-
ter, dann als Landesrat in Tirol, Minister in
hauptleute in Alpbach organisiert, bevor am
Wien und schließlich Landeshauptmann.
darauffolgenden Tag Sebastian Kurz seine
Als solcher steht Ihnen die dritte Amts-
Kandidatur öffentlich gemacht und festge-
periode bevor. Brennen Sie noch für diese
stellt hat, es müsse in Richtung Neuwahlen
Aufgabe?
gehen. Das war genau das Richtige. In Tirol
GÜNTHER PLATTER: Ich habe jeden Tag
ist die Situation dagegen so, dass die Tiroler
eine riesige Freude, für das Land arbeiten zu
Volkspartei seit 70 Jahren von der Bevölke-
dürfen. Für mich ist es momentan so ein po-
rung die Hauptverantwortung übertragen
eine Koalition eingeht, geht es immer dar-
sitives Gefühl, mich mit voller Kraft, vollem
bekommen hat, dieses Land weiterzuentwi-
um, was man dem Partner zutrauen und wie
Elan und voller Energie für Land und Leute
ckeln. Deshalb meine ich, dass diese Konti-
weit man gehen kann. Das ist das eine. Das
einzubringen, wie – so würde ich fast sagen –
nuität, die mit der schwarzen Tiroler Volks-
andere ist der vertrauensvolle Umgang und
selten zuvor.
partei verbunden ist, weiterhin notwendig
die rechtzeitige Miteinbindung des Koaliti-
ist. Es war aber immer so, dass die Tiroler
onspartners, damit es nicht zu Streitigkeiten
Von Amtsmüdigkeit gibt es bei Ihnen also
Volkspartei gleichzeitig eine unglaublich
kommt und man sich über die Medien etwas
keine Spur?
moderne Partei ist, die dem Grundsatz „Wer
ausrichtet. Ich glaube, dass Sebastian Kurz
Nein, und ich glaube, das merkt man auch.
Gutes bewahren will, muss vieles verändern“
hier gescheit genug ist und auch Strache gut
immer treu geblieben ist. Meine Aussage war
beraten ist, den von mir jetzt skizzierten Weg
„Wir sind ein schwarzes Land, aber diese
auf die Bundespolitik bezogen, die von Still-
zu gehen, damit diese Regierung stabil ist, of-
Türkisfarbe hat doch einiges gebracht“, ha-
stand, Streit und Blockaden geprägt war, von
fensiv ist und der Reformschnellzug weiter-
ben Sie vor einiger Zeit in einem Radioin-
der wir uns in Tirol mit einem eigenständi-
hin ein ordentliches Tempo fährt. Ich gebe
terview gesagt. Wie haben Sie das gemeint?
gen Weg massiv abgegrenzt haben.
dieser Regierung eine gute Chance.
von Sebastian Kurz zum richtigen Zeitpunkt
Die neue Koalition im Bund ist gerade eini-
Sie haben die Verkehrspolitik in Tirol zur
das Richtige war und ist. Wir sind als ÖVP
ge Wochen alt, noch ist fast alles eitel Won-
Chefsache erklärt. Bleibt das auch nach der
damals im April bundesweit bei 20 Prozent
ne. Glauben Sie, dass das in dieser Konstel-
Wahl so?
herumgegrundelt. Ich habe maßgeblich mit-
lation längerfristig so bleiben wird?
Ich habe das schon vor längerer Zeit zur
geholfen, dass wir diese neue Bewegung zu-
Sebastian Kurz ist ein sehr kluger Mann.
Chefsache erklärt, als ich wahrgenommen ha-
stande gebracht haben. Ich habe Sebastian
Wenn man in der Führungsverantwortung
be, dass aufgrund des Wirtschaftswachstums
Ich bin der Meinung, dass diese Bewegung
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eco.nova
und verschiedener anderer Entwicklungen eine enorme Steigerung des Transitverkehrs
„JETZT IST SCHLUSS MIT LUSTIG! WIR HABEN SCHON AUSREICHEND SCHUTZGEBIETE AUSGEWIESEN.“ Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP)
in Tirol zu erwarten ist. Als alle Maßnahmen, die wir gesetzt haben, zwar eine Milderung gebracht haben, aber weiterhin mit einer Steigerung des Verkehrsaufkommens zu rechnen
Es wird eine Vielzahl an Maßnahmen not-
entsprechend aus. Diese Maßnahmen wer-
war, habe ich das Thema zur Chefsache ge-
wendig sein, um bis 2027 das Ziel zu errei-
den fortgesetzt, da kann sich Deutschland
macht. Als Landeshauptmann kann man das
chen, die Güterbeförderung in einem Verhält-
aufregen, wie es will. Die Blockabfertigung
mit noch mehr Kraft vorantreiben. Selbstver-
nis 50 zu 50 zwischen Schiene und Straße
ist EU-konform. Bei der Korridormaut haben
ständlich bleibt es dann auch dabei.
aufzuteilen und bis 2035 mit dem Brennerba-
Südtirol und das Trentino Bereitschaft ge-
sistunnel mit seiner gesamten dazugehörigen
zeigt, die Maut auf das Tiroler Niveau anzu-
Teile des Inntals sind seit Jahren Luftsa-
Infrastruktur 70 Prozent der Güter auf der
heben. Es gibt ein Einvernehmen zwischen
nierungsgebiet. In der Europäischen Union
Schiene zu befördern. Wir brauchen jeden-
den österreichischen und italienischen Re-
scheint der freie Warenverkehr gegenüber
falls eine LKW-Obergrenze von maximal ei-
gierungen. Jetzt geht es darum, dass auch
der Wahrung der Gesundheit der ansässi-
ner Million LKW pro Jahr über den Brenner.
Deutschland mitzieht, damit wir den Korri-
gen Bevölkerung Priorität zu genießen. In
Als kurzfristige Maßnahme braucht es die
dor zwischen Münschen und Verona zustan-
der Euregio haben Sie sich kürzlich mit Ih-
Blockabfertigung, um die Verkehrs- und Ver-
de bringen.
ren Amtskollegen über eine Korridormaut
sorgungssicherheit zu gewährleisten. Bisher
verständigt. Glauben Sie, dass darin der
hatten wir sechs Blockabfertigungen, im heu-
Mit Appellen an Bayern hat man es lange
Schlüssel liegt, den LKW-Transit nachhal-
rigen Jahr wird es zwischen 20 und 30 weite-
genug versucht. Offensichtlich hat Bayern
tig und langfristig zu senken?
re geben. Derzeit bauen wir die Infrastruktur
wenig Interesse an der Lösung des Tiroler
eco.nova
27
© ANDREAS FRIEDLE
eco.titel
eco.titel
„WENN DEUTSCHLAND NICHT BEREIT IST, EINZULENKEN, WERDEN WIR DEN DRUCK ERHÖHEN. DAS WIRD SICH DEUTSCHLAND NICHT LANGE LEISTEN KÖNNEN.“
Verkehrsproblems, wie sich auch bei den
dass er Tirol maximal unterstützen will. Des-
Regierung das in dieser Periode gelungen,
schleppenden Fortschritten für entspre-
halb gehe ich davon aus, dass das halten wird.
vor allem in Hinblick auf Skigebietser-
chende Zulaufstrecken für den Brennerba-
Ich habe überhaupt keine Zweifel daran.
schließungen einerseits und von der EU an-
sistunnel zeigt. Welche anderen Möglich-
gemahnte Natura-2000-Schutzgebietsaus-
keiten gibt es, den nördlichen Nachbarn für
Der Südtiroler Landeshauptmann Arno
weisungen andererseits?
die Situation zu sensibilisieren?
Kompatscher hat kürzlich in einem Inter-
Ich glaube, dass wir eine gute Variante ge-
Schauen wir uns zunächst die Lage in Itali-
view gesagt, dass der billigere Diesel in Ös-
wählt haben. Nämlich einerseits auf die
en an. Auch dort gab es nicht von allen Seiten
terreich bei der Gesamtberechnung stärker
Natur zu schauen, andererseits aber kei-
eine riesige Begeisterung über die Korridor-
ins Gewicht falle als die billige Maut auf
nen Stillstand zu haben, sondern bestimm-
maut. Wenn man beharrlich dranbleibt, gute
der Alpensüdseite. Durch die Anhebung
te Weiterentwicklungen zu ermöglichen.
Argumente hat, die für sich sprechen, dann
des Dieselpreises könne der LKW-Umweg-
Das ist uns bei den Skigebieten gelungen,
funktioniert es. Mit Südtirol und dem Trenti-
verkehr um 20 bis 30 Prozent reduziert
auch wenn es nicht überall Applaus gege-
no haben wir dann bereits einen Mautkor-
werden. Stimmen Sie diesem Befund zu?
ben hat, dass wir beim einen oder anderen
ridor von Kufstein bis Verona. Das ist schon
Ich glaube, dass er es nicht so gesagt oder so
Erweiterungswunsch – etwa bei den Kalk-
eine ganz andere Situation als bisher. Trotz-
gemeint hat. Beschlusslage ist die Korridor-
kögeln – auf die Bremse gestiegen sind. Das
dem brauchen wir Bayern. Und da werden wir
maut, und das ist das Wesentliche. Eines will
ist EU-rechtlich nicht machbar. Wir haben
auch Druck machen. Schluss mit den schönen
ich nicht: Dass jetzt wieder die Tirolerinnen
aber einige zusätzliche Erschließungswün-
Worten. Seit wir die Blockabfertigung machen,
und Tiroler, besonders die Pendler, bestraft
sche erfüllen können, wobei der Grundsatz
hat sich bereits sehr viel bewegt. Das sieht
werden, indem sie rund 20 Prozent mehr für
gilt: keine neuen Skigebiete in Tirol. Dort,
man an der Berichterstattung in Deutschland.
den Diesel bezahlen müssten und auch die
wo es Sinn macht, wollen wir Zusammen-
Plötzlich ist die Emotion da, durch Taten, die
heimische Wirtschaft noch einmal zusätz-
schlüsse ermöglichen. Hinsichtlich der Was-
wir in Tirol gesetzt haben, die ich angeordnet
lich zur Kassa gebeten wird, die ohnehin eine
serkraftnutzung gibt es in einer Koalition
habe. Wenn Deutschland nicht bereit ist, ein-
fünffach höhere LKW-Maut zu verkraften
unterschiedliche Betrachtungsweisen. Das
zulenken, werden wir den Druck erhöhen. Das
hat wie die angrenzenden Regionen Südtirol,
ist legitim. Derzeit wird in Pfunds mit dem
wird sich Deutschland nicht lange leisten kön-
Trentino und Bayern. Die Erhöhung der Die-
GKI das größte Wasserkraftwerk der Alpen
nen. Man wird dort alles daran setzen, damit
selpreise würde die Tirolerinnen und Tiroler
gebaut, es gibt außerdem einen positiven
sich der bayrische Löwe bewegt.
und die heimische Wirtschaft belasten, die
Bescheid für Sellrain-Silz. Hier wird die ver-
Korridormaut, die wesentlich effektiver ist,
nünftige Zukunftsvariante sichtbar, dass
Bei den letzten Verkehrsministern konnte
dämmt den Transitverkehr ein. Eine neue
wir alles daran setzen, bis zum Jahr 2050
der Eindruck entstehen, dass es nicht im-
Belastung für Tirol kommt für mich nicht in
energieautonom zu sein. Die Energiewen-
mer volle Rückendeckung für die Anliegen
Frage. Die Berechnungen der Experten sind
de haben wir in Tirol eingeleitet. Dazu ge-
des Landes gab. Haben Sie das Gefühl, dass
eindeutig. Die Anhebung der Dieselpreise
hört auch, dass der Energiebedarf reduziert
beim neuen Verkehrs- und Infrastruktur-
auf das Niveau von Italien würde auf dieser
wird. Dabei hilft die Sanierungsoffensive,
minister volles Verständnis für die Situati-
Strecke einen Effekt von 27 Euro ausmachen,
die wir massiv weiterbetreiben wollen. Mit
on in Tirol vorhanden ist?
die Korridormaut 82 Euro.
der sensiblen Betrachtungsweise, die auf die Ausgewogenheit zwischen wirtschaftli-
Ich glaube schon. Auch Sebastian Kurz ist bestens informiert und hat mir als Bundes-
In Tirol gilt es, den schwierigen Spagat zwi-
cher Entwicklung und Bewahrung der Um-
kanzler seine ganze Unterstützung zugesagt.
schen berechtigten Naturschutz- und Wirt-
welt abzielt, bin ich insgesamt eigentlich
Der neue Verkehrsminister hat auch gesagt,
schaftsinteressen zu vollbringen. Ist Ihrer
zufrieden.
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eco.nova
eco.titel
Sie in der kommenden Legislaturperiode setzen? Vor allem geht es mir um die Chancengleichheit unter den Generationen, den Regionen und nicht zuletzt die soziale Chancengleichheit. Zur Chancengleichheit unter den Generationen gehört für mich der Sparkurs, nicht mehr auszugeben, als man einnimmt.
© ANDREAS FRIEDLE
Ich will, dass es die nächsten Generationen mindestens gleich gut haben wie wir jetzt. Dazu braucht es eine solide Finanzlage. Zur Chancengleichheit gehört für mich auch die Schaffung zusätzlicher Kinderbetreuungseinrichtungen. Wir geben 100 Millionen im Jahr für die Familien aus. Zur Chancengleichheit unter den Regionen zählt vor allem der öffentliche Personen- und NahverDie EU drängt auf weitere Schutzgebiets-
Zuerst müssen einmal die Konzepte auf den
kehr, der mit der Tarifreform wesentlich
ausweisungen nach Natura 2000. Ist das
Tisch, damit man das beurteilen kann. Es
verbessert wurde, und nicht zuletzt die Di-
mit Ihnen zu machen oder muss das Bishe-
muss jedenfalls erlaubt sein, darüber eine
gitalisierung. Es geht darum, dass die Bürge-
rige genügen?
Diskussion zu führen. Ich warte aber noch
rinnen und Bürger gleiche Voraussetzungen
Wir haben schon sehr viel gemacht. Man-
auf klare Konzepte, und dann muss man
vorfinden, ganz gleich ob sie nun in einem
che meinen, dass wir zu viel gemacht haben.
über die Finanzierung reden. Ich habe aber
Ballungsraum oder in den Tälern, Orten und
Jetzt ist Schluss mit lustig! Wir haben ausrei-
ein Grundprinzip, das ich in Wien auch deut-
Weilern zu Hause sind. Dafür investieren wir
chend Schutzgebiete ausgewiesen. Ich habe
lich gemacht habe: Wer anschafft, der zahlt!
in den kommenden fünf Jahren zusätzlich noch einmal 100 Millionen Euro zu jenen 50
das gegenüber dem Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker kommuniziert. Bei
Gilt das auch für die Abschaffung des Pfle-
Millionen, die wir schon ausgegeben haben.
der Landeshauptleutekonferenz habe ich das
geregresses?
Das große Thema Breitbandzugang ist heute
argumentiert. Diese hat letztlich beschlossen,
Ja. Da haben wir uns in der Landeshaupt-
mindestens so wichtig wie damals der Bau
was ich vorgeschlagen habe: Keine weiteren
leutekonferenz schon positioniert. In der
von Autobahnen. Bei der sozialen Chancen-
Ausweisungen mehr in Österreich. Ich meine
Finanzreferentenkonferenz habe ich bereits
gerechtigkeit geht es um die Gesundheits-
auch, dass die Europäische Union gut daran
eingebracht, dass die Länder schadlos gehal-
versorgung und Pflege. Nicht die Geldtasche
täte, sich nicht immer vom Schreibtisch in
ten werden müssen. In nächster Zeit werden
darf ausschlaggebend sein, ob jemand eine
Brüssel aus bis ins kleinste Detail einzumi-
diesbezüglich Verhandlungen mit dem Fi-
gute Versorgung und Pflege bekommt.
schen, was die Unterschutzstellung betrifft.
nanzminister geführt. Was Ihre Koalitionspräferenzen betrifft,
Das wissen wir selbst besser. Wollen Sie weiterhin die Steuerautonomie
werden Sie sich wahrscheinlich vor der
Dieser Beschluss impliziert, dass man es ge-
für die Länder samt damit verbundenem
Landtagswahl nicht in die Karten schauen
gebenenfalls auf eine Klage ankommen lässt?
Steuerwettbewerb?
lassen.
So ist es. Wobei die Kommission durchaus
Unbedingt. Ich bin der Meinung, das ist die
Ich habe jetzt noch keine Karten. Die Karten
Interesse hat, den Prozess gemeinsam mit
Zukunft des Föderalismus. Eines Föderalis-
bekomme ich hoffentlich von der Bevölke-
den betroffenen Regionen ordentlich zu ge-
mus, bei dem man genau weiß, wer wofür
rung, die einem erst die Chance geben muss,
stalten. Mit EUSALP, der EU-Strategie für
zuständig ist, wer die Steuern einhebt und
wieder eine Koalition bilden zu können. Ha-
die Alpine Region, bei der ich seit Anfang des
wofür sie verwendet werden. Ich habe vor
be ich diese Chance, gibt es für mich zwei
Jahres den Vorsitz führe und die 48 Regionen
wenigen Tagen mit dem Finanzminister ge-
Kriterien: Wer kann ein verlässlicher Partner
mit 70 Millionen Menschen vertritt, haben
sprochen und orte ein großes Verständnis
sein? Mit wem ist inhaltlich dieses Land wei-
wir ein weiteres Instrument zur Verfügung,
für eine Steuerautonomie der Länder. Mein
terzureformieren, damit wir nicht stehen-
wo ich dieses Thema ebenfalls behandeln
Ansatz ist aber, dass man da keine Rosinen-
bleiben. Verlässlichkeit und Inhalte stehen
werde, damit die Alpenregionen gegenüber
pickerei unternehmen soll, sondern eine
vor der Farbe der Partei.
der Kommission gemeinsam auftreten, wenn
ordentliche Lösung, wie es sie etwa in der
es notwendig sein sollte.
Schweiz gibt. Dort gibt es auch einen Wett-
Gibt es Parteien, die diesem Anforderungs-
bewerb unter den Regionen, und Wettbe-
profil nicht genügen?
werb hat der Politik noch nie geschadet.
Ich habe großen Respekt vor den Wählerin-
Kommen wir zu einem sozialpolitischen Thema. Wie sehen Sie die Pläne der Bun-
nen und Wählern und möchte dazu keine
desregierung, was die geplante Abschaf-
Finanziell ist Tirol vergleichsweise gut
Äußerungen treffen, bevor nicht der Souve-
fung der Notstandshilfe betrifft?
aufgestellt. Welche Schwerpunkte wollen
rän gesprochen hat.
eco.nova
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eco.titel
PARTEIEN IM CHECK
IM ÜBERBLICK
Die wahlwerbenden Parteien im kurzen Frage-Antwort-Check: Zur besseren Vergleichbarkeit haben alle Verantwortlichen dieselben sechs Fragen gestellt bekommen, ergänzt durch parteispezifische Themen. Die ÖVP haben wir übrigens nicht vergessen, die relevanten Fragen mit Günther Platter als amtierendem Landeshauptmann jedoch etwas ausführlicher im vorangestellten Interview geklärt. 1. 2. 3. 4. 5. 6.
Warum sollten die Wähler für Ihre Partei stimmen? Was läuft in Tirol politisch gesehen gut, was nicht? In welchem Bereich sehen Sie für die kommenden Jahre den dringendsten politischen Handlungsbedarf? Was kann die Politik dazu beitragen, dass Wohnen in Tirol leistbar bleibt bzw. wieder leistbarer wird? Intensiver Tourismus und Umweltschutz sind mitunter nicht einfach unter einen Hut zu bringen. Was ist Ihre Position, was die Neuerschließung und Fusion von Skigebieten sowie die Ausweisung weiterer Natura-2000-Schutzgebiete betrifft? Welches Rezept haben Sie gegen den ständig steigenden Transit über die Brennerroute? Sind die bestehenden Maßnahmen (sektorales Fahrverbot, IG-L, Blockabfertigung) ausreichend und als Dauerlösung tauglich?
konstant, der Landeshaushalt ist stabil, es
massive Entlastung, etwa durch neue Wohn-
wurden keine neuen Schulden gemacht und
formen für Jung und Alt und eine Reform
es hat keine politischen Skandale gegeben.
der Mietzinsbeihilfe, die wir landesweit ein-
Ich glaube, das kann sich alles sehen lassen.
heitlich gestalten wollen. Und klar ist: Wenn
Aber damit geben wir uns nicht zufrie-
eine Wohnung einmal aus Mitteln der Wohn-
den. Wir haben noch viel vor: Wir wollen
bauförderung gefördert wurde, dann darf sie
das Leben in Tirol, allen voran das Woh-
niemals zum Spekulationsobjekt werden.
nen, erschwinglicher machen, den Transit
INGRID FELIPE GRÜNE
halbieren, Solar volle Kraft ausbauen, das Zu-
5. Das Tiroler Seilbahn- und Skigebietspro-
betonieren stoppen und weiter für unsere
gramm sollte jedenfalls wieder langfristiger
Umwelt kämpfen.
aufgestellt werden, zumindest für zehn Jah-
3.
re. Und es muss klar werden, dass es wirkDer Nutzungsdruck auf unsere Umwelt
lich keine Neuerschließungen mehr braucht.
nimmt massiv zu. Die Transitbelastung ist
Bei konkreten Projekten muss noch einmal
für viele kaum noch zu ertragen. Und nach
genauer hingeschaut werden, zum Beispiel
wir uns für die Tiroler Umwelt und
der erfolgreichen Öffi-Tarifreform muss der
beim geplanten Zusammenschluss Ötztal-
ein leistbares Leben für alle mit ganzer Kraft
nächste Halt der Politik endlich auch leistba-
Pitztal. Bei Natura-2000 ist der Weg für mich
einsetzen. Am Wahltag entscheidet sich, wel-
res Wohnen sein. Tirol ist wunderschön und
klar: Die aus Tirol gemeldeten Gebiete wie
che Richtung Tirol einschlägt: Eine Fortset-
wir kämpfen für eine intakte Natur. Gleich-
die Isel sind absolut zu nominieren. Und es
zung des erfolgreichen Weges mit uns Grü-
zeitig muss dieses schöne Land auch für alle
gibt Nachholbedarf bei einigen weiteren
nen in der Regierung wird es nur dann geben,
Menschen leistbar sein.
Schutzgütern, beispielsweise beim Piz Val
1. Weil
wenn wir entsprechend stark sind. Gelingt
Gronda.
das nicht, kommt auch in Tirol schwarz-blau.
4.
Da fährt dann die Wirtschaft schonungslos
zeigt, dass wir auch unmöglich gehaltene
6. Es war richtig und wichtig, dass wir den
über die Natur und Umwelt drüber.
Projekte zur Entlastung der Bürger umset-
Lufthunderter gegen den Widerstand von
Bei der Öffi-Tarifreform haben wir ge-
zen können. Beim leistbaren Wohnen gab
Teilen der ÖVP, FPÖ und SPÖ eingeführt ha-
Den Tirolerinnen und Tirolern geht es
es mit dem 5-Euro-Wohnen schon erste gute
ben und auf die Blockabfertigung als Not-
heute besser als vor fünf Jahren, weil wir auf
Ansätze, hier ist aber noch viel zu wenig ge-
wehrmaßnahme setzen. Aber wir müssen
die Umwelt geschaut, die Öffis ausgebaut
schehen. Wir wollen eine Mietpreiserhebung,
noch mehr tun, um die Menschen zu entlas-
und den sozialen Zusammenhalt in der Re-
um endlich Transparenz für die Mieterin-
ten. Leider zeigt die schwarz-blaue Bundes-
gierung sichergestellt haben. Wir haben Re-
nen und Mieter in den Wohnungsmarkt zu
regierung derzeit wenig bis kein Interesse
kordbeschäftigung, die Arbeitslosigkeit sinkt
bekommen. Der Zentralraum braucht eine
an der Gesundheit der Bevölkerung, obwohl
2.
30
eco.nova
eco.titel
ternetzugang anbieten. Netflixen acht Gäste,
wir deren Unterstützung dringend bräuchten. Wir kämpfen weiter für eine Halbierung
ist Schluss mit Internet, und das bei knapp
des Transits. Langfristiges Ziel ist eine Alpen-
150 Betten!
transitbörse mit einer Obergrenze von einer Million Fahrten. Am Weg dorthin braucht es
4. Eigentlich recht wenig. Wir könnten aber
drei Schritte: Erstens die Anhebung der Maut
die Bauordnung entrümpeln, die Baudichten
an der gesamten Strecke München–Verona,
erhöhen und vor allem das Mietrecht libera-
zweitens die Abschaffung des Dieselprivi-
lisieren. Es gibt in Tirol einen Mietadel, der ir-
legs und drittens den Ausbau der Rollenden
gendwann einmal billig eingemietet hat und
Landstraße.
dieses Privileg sogar weitervererben kann. Außerdem müssen wir endlich drauf schau-
AUSSERDEM:
en, dass der Wohnbauförderungsbeitrag nicht im Landesbudget versickert, sondern
gescheitert, Ihre Bundespartei ist histo-
dort ankommt, wo er hin soll.
© MARIAN KRÖLL
Sie sind als Bundessprecherin der Grünen risch abgestraft worden. Welchen Einfluss hat das Wahlergebnis im Bund auf Ihre Erfolgsaussichten im Land? Der 15. Oktober war für uns Grüne ein massiver Schock, da
5.
Überall dort, wo wir Tourismus haben,
gibt es keine Landflucht. Schauen wir nach Kärnten, Niederösterreich oder in die Stei-
brauchen wir nicht drumherumreden. Viele
1. Weil wir NEOS für eine neue Politik stehen:
Menschen sagen zu mir: in Tirol ist das aber
Wir sind keine Berufspolitiker, sondern Men-
menschlüsse von Skigebieten nicht nachhal-
anders. Und wir möchten den Wählern mit-
schen, die unternehmerisches Denken mit-
tig und sinnvoll sein können? Die knapp 60
geben: Wenn die Grünen in Österreich wie-
bringen, was nicht heißt, dass wir alle selb-
Millionen Euro Steuergeld am Patscherkofel
der aufgerichtet werden sollen, dann braucht
ständig sind, sondern viel mehr, dass wir es
hätten wir uns sparen können. Da waren die
es ein starkes Ergebnis bei der Landtagswahl.
auf den Zuschauerplätzen nicht mehr aushal-
Grünen mit an Bord und haben bei den Ro-
Man muss nicht mit jeder einzelnen Maß-
ten und etwas verändern wollen. Wir sind in-
dungsarbeiten großzügig weggesehen. Der
nahme oder jeder einzelnen Person einver-
novativ, weltoffen und sehen in der Zukunft
Zusammenschluss von Schlick und Axamer
standen sein, aber nachhaltige und weltoffe-
mehr Chancen als Probleme. Wir sind eine
Lizum mit Verbindung nach Neustift hät-
ne Politik braucht starke Grüne.
junge, freiheitsliebende Bürgerbewegung mit
te den Tourismus aber sinnvoll belebt und
kreativen Köpfen, sind niemandem etwas
gleichzeitig den Verkehr – aufgrund der ver-
Welches ist Ihr größtes Erfolgserlebnis
schuldig und müssen keine Seilschaften be-
schiedenen Einstiegsmöglichkeiten – im Stu-
in der Tiroler Landesregierung, was wür-
dienen. Uns geht es um echte Veränderung.
baital nachhaltig entlastet.
den Sie heute rückblickend betrachtet viel-
ermark. Wer sagt, dass vernünftige Zusam-
leicht anders machen? Also ich habe mich
2. Tirol
wird ordentlich verwaltet. Mir fällt
6. Im Gegensatz zum politischen Mitbewer-
am meisten über die erfolgreiche Öffi-Tarif-
kein Stein aus der Krone, wenn ich die Lan-
ber glauben wir, dass der Verkehr auch zu-
reform gefreut. Da sparen sich die Menschen
desregierung lobe. Zum Beispiel beim Thema
künftig zunehmen wird. Im Gegenzug wird
direkt viel Geld und es ist gut für die Umwelt.
Finanzen, Budget und Neuverschuldung. In
er aber aufgrund von Elektromobilität sau-
Auch die Entscheidung zum Schutz der Kalk-
allen anderen Bundesländern schaut es da
berer und leiser. Das autonome Fahren wird
kögel war für uns wichtig. Womit ich noch
sehr traurig aus. Tirol steht hier vorbildlich
die Automobilbranche in den kommenden
nicht zufrieden bin, ist die weiterhin steigen-
da. Leider wächst aber auch bei uns die Bü-
Jahren revolutionieren. Wir müssen des-
de Verkehrsbelastung durch den Transitver-
rokratie kontinuierlich an. Die Abgabenquo-
halb in unsere Infrastruktur und in Straßen
kehr. Luft-100er und Müll- und Schrottfahr-
te ist extrem. Als Bürger, Unternehmer und
investieren. Wir müssen schauen, dass der
verbot waren wichtige Maßnahmen für die
Familienvater habe ich das Gefühl, dass mir
Verkehr endlich wieder fließt. Der Brenner-
Luft, aber da ist noch jede Menge zu tun!
bei jeder Gelegenheit mit Steuern, Abgaben
basistunnel ist ein gewaltiges Projekt und
und Strafen das Geld aus der Tasche gezogen
langfristig die einzige Alternative zur Straße.
wird. Auf der anderen Seite leisten wir uns
In 55 Minuten von Rosenheim nach Verona,
aber das fetteste Politsystem mit der großzü-
das kann auch im Personenverkehr der Bahn
gigsten Parteienförderung der Welt. Hier will
neue Perspektiven eröffnen.
ich halbieren: beim Landtag, bei der Landesregierung und bei der Parteienförderung.
3.
DOMINIK OBERHOFER NEOS
AUSSERDEM: Bürgerliche Parteien abseits der Volkspar-
In der Bildungspolitik inklusive Kinder-
tei haben in Tirol in den vergangenen Peri-
betreuung und bei der Digitalisierung. Ich
oden mit wechselndem Erfolg agiert. Wie
habe das Gefühl, dass wir international den
lautet Ihr Ziel für diese Wahl, was wollen
Anschluss verlieren. Schauen Sie sich die Er-
Sie in diesem Land bewegen? Ich persönlich
gebnisse der PISA-Studien an. Länder in Mit-
will den Fremdenverkehrsförderungsbeitrag
tel-Osteuropa haben uns schon längst über-
abschaffen. Wir pressen jährlich circa 62 Mil-
holt. Während die ganze Welt über Chancen
lionen Euro aus der Tiroler Wirtschaft. Ich
der Digitalisierung diskutiert, kann ich mei-
kenne Bestattungsunternehmen und Fahr-
nen Gästen im Hotel keinen vernünftigen In-
schulen, die mehrere tausend Euro jährlich
eco.nova
31
eco.titel
PARTEIEN IM CHECK
zahlen. Der größte Nutznießer des Tiroler
gutekommen. Eine gute Bildungs- und För-
Wie schätzen Sie die Chancen für einen Ein-
Tourismus ist booking.com und die bezah-
derungspolitik ohne großen bürokratischen
zug in den Tiroler Landtag ein? Wir haben
len keinen einzigen Cent Förderungsbeitrag.
Aufwand halten wir für notwendig, damit
ein derartig positives Echo auf unser Pro-
Außerdem werden unbedeutende Touris-
das Leben für Familien planbar ist.
gramm erhalten, dass wir davon ausgehen,
musverbände dadurch übertrieben gefördert
dass wir jedenfalls die Hürde zum Einzug
und Top-Tourismusregionen benachteiligt.
4. Wir haben hier ein Konzept, das vorsieht,
Der TVB Hall hat bei 1 Euro Kurtaxe ca. 6 Eu-
dass einerseits die Kriterien der Wohnbauför-
rechnen sogar mit mehreren Mandaten und
ro pro Nächtigung zur Verfügung, während
derung in technischer Sicht verändert wer-
damit mit erheblichen Möglichkeiten, im
zum Beispiel das vordere Zillertal bei doppelt
den, was ein großes Anliegen der Bauträger
kommenden Landtag unsere Positionen ein-
so viel Nächtigungen deutlich weniger Bud-
ist. Mit sinkenden Baukosten können die
zubringen.
get hat. Das ist Tourismuspolitik in Tirol. Das
Mieten sinken. Darüber hinaus werden durch
will ich ändern!
eine bessere Widmungspolitik für geförder-
in den Tiroler Landtag überspringen. Wir
te Wohnungen die Grundstückspreise sinken und wir schlagen Finanzierungsvarianten vor, die es jedermann ermöglichen, Eigentum in Tirol zu erwerben. Günstige kleinere Wohnungen für ältere Menschen helfen diesen beim Sparen und führen dazu, dass große Wohnungen für Kinder mit Familien frei werden, wovon beide Seiten profitieren können.
5. Wir
benötigen hier einen pragmatischen
Zugang, der kritisch Chancen und Risiken der Entwicklung beobachtet. Eine intakte
ANDREA KRUMSCHNABEL
FAMILY – DIE TIROLER FAMILIENPARTEI
Umwelt ist einerseits die einzige Chance für
ANDREA HASELWANTER-SCHNEIDER LISTE FRITZ
eine positive Zukunft für unsere Bevölkerung, andererseits benötigen wir in Tirol die Arbeitsplätze, damit die Familien schon derzeit das notwendige Einkommen für die ho-
1. Die Liste Fritz ist die einzige Oppositions-
hen
aufbringen.
partei im Tiroler Landtag. Wer schwarz, grün
nur jenes Programm haben, von dem die
Die Verletzung von Schutzgebietswidmun-
und rot satt hat und wem blau zu radikal
meisten Menschen profitieren würden, son-
gen ist aber nicht möglich.
ist, der hat mit der Liste Fritz eine Alternati-
1. Wir sind davon überzeugt, dass wir nicht dern dass wir beispielsweise auch in Kufstein
Lebenserhaltungskosten
ve. Wir haben beim Agrarunrecht und beim
vorgezeigt haben, dass Menschen aus unse-
6. Wir
ren Reihen tatsächlich Veränderungen und
eine Regelung eingeschränkt werden kann,
dass wir auf die Leute und auf eine vernünf-
Verbesserungen herbeiführen können. Die
die dem seinerzeitigen System der Öko-
tige Verwendung des Steuergeldes schauen.
Familie ist unser höchstes Gut und die Poli-
punkte entspricht. Die Gesamtzahl muss
Wir bleiben konsequente Kontrollkraft, zu
tik muss dafür sorgen, dass alle die Chance
beschränkt sein. Der Weg, wie man dazu
100 Prozent unabhängig und niemandem
haben, am Fortschritt teilzuhaben, und nicht
kommt, ist für uns aber verhandelbar. Wenn
verpflichtet, weder einer Bundespartei noch
nur bestimmte Schichten. Wir wollen Famili-
das IG-L die Luft tatsächlich verbessert, ist es
einem Geldgeber in Wien Alle Tiroler, die
en fördern und damit den Eltern viele Sorgen
für uns sinnvoll, Blockabfertigungen sind als
eine Kontroll- und Aufpasserpartei schät-
nehmen und den Kindern neue Chancen er-
kurzfristige Notmaßnahme richtig, sie zeu-
zen, sind bei der Liste Fritz gut aufgehoben.
öffnen.
gen aber nicht von einer zukunftsweisenden
Macht braucht Kontrolle, Allmacht braucht
nachhaltigen Verkehrspolitik.
Grenzen.
2. Was gut läuft, ist die Budgetentwicklung, aber leider nur im Gesamtergebnis und nicht
glauben, dass der Transit nur durch
AUSSERDEM:
Olympia-Milliarden-Wahnsinn
bewiesen,
2. Vieles in Tirol läuft gut, vieles könnte bes-
in der Verwendung der Mittel. Tirol hat ein
Was haben Sie programmatisch für Fami-
ser laufen. Tirol wird verwaltet, aber nicht ge-
ausgeglichenes Budget und damit auch ent-
lien zu bieten, was andere Parteien nicht
staltet. Für notwendige Veränderungen feh-
sprechenden Handlungsspielraum. Leider
anbieten? Wir wollen alle Familien unter-
len den Regierenden Mut und Wille. Die seit
wird dieser nicht annähernd genützt, um
stützen und nicht nur davon reden. Die Maß-
mehr als 70 Jahren regierende ÖVP fühlt sich
Tirol zukunftsfit zu machen. Die Wohnungs-
nahmen der Bundesregierung, in der immer-
ihren Lobbys zu sehr verpflichtet, sie macht
politik führt zu schlechten Ergebnissen und
hin zwei Parteien vertreten sind, die auch in
Klientelpolitik statt Politik für die Menschen
auch in der Pflege wird nur der Mangel ver-
Tirol in die Regierung wollen, zeigen, dass
im Land.
waltet.
man dies bei diesen Parteien anders versteht.
3. Für uns ist es wesentlich, dass der Wohl-
Von familienpolitischen Maßnahmen müs-
3.
sen sämtliche Kinder profitieren und nicht
Einkommen, aber sie müssen am meisten
Die Tiroler bekommen die niedrigsten
stand in unserem Land und die positive
nur die Kinder gut verdienender Eltern. Der-
für den Lebensunterhalt und das sündteu-
wirtschaftliche Entwicklung, die wir für die
zeit sind die Maßnahmen aber nicht ausrei-
re Wohnen bezahlen. Es braucht einen poli-
nächsten Jahre erwarten, allen Menschen zu-
chend und auch nicht gerecht.
tischen Kraftakt, um Löhne und Pensionen
32
eco.nova
eco.titel
anzuheben. Nur mehr jeder zweite Tiroler
tenden Gesetze sicherzustellen. Drittens ein
arbeitet Vollzeit. Besonders im Tourismus
Aus für Tanktourismus und Umwegverkehr.
braucht es mehr Ganzjahresarbeitplätze.
Wir wollen die Bevölkerung vor immer noch
Auch mehr ganztägige und ganzjährige Kin-
mehr Verkehr, vor krankmachendem Lärm
derbetreuung ist notwendig, damit Frauen
und schlechter Luft schützen.
nicht in der Teilzeitfalle landen. Denn dort verdienen sie wenig und im Alter droht ih-
AUSSERDEM:
nen die Armutsfalle. Die 25.000 Alleinerzie-
Sie haben betont, nicht als potenzieller
henden in Tirol sind ohne gut ausgebaute
ÖVP-Regierungspartner
Kinderbetreuung auf Sozialunterstützung
zu stehen. Warum legen Sie sich bereits
angewiesen. Wir helfen denen, die es brau-
jetzt auf die Oppositionsrolle fest? Macht
chen. Vielen in Tirol geht es nicht so gut, al-
braucht Kontrolle, Allmacht braucht Gren-
lein 14.000 Tiroler sind auf einen Heizkosten-
zen. Die Liste Fritz steht für diese konse-
zuschuss angewiesen und 16.000 brauchen
quente Kontrollpolitik. Grüne, SPÖ, FPÖ und
eine Notunterstützung.
Neos biedern sich der ÖVP an, weil sie unbe-
zur
Verfügung
JOSEF SCHETT IMPULS TIROL
dingt in die Regierung wollen. Das ist nicht
1.
unser Weg, wir sind uns für Oppositionspo-
tagsperiode mit über 200 fundiert recher-
finanzierbar, egal ob Baugrundstück, Eigen-
litik nicht zu schade. Was haben SPÖ und
chierten Anträgen, Anfragen, Beiträgen zur
tum oder Miete. Die Preise sind hoch und
Grüne als Schleppenträger der ÖVP denn
„Aktuellen Stunde“, Beiträgen in der Landes-
steigen. Es ist aber auch in Tirol kein Natur-
erreicht? Die ÖVP sucht keinen Regierungs-
zeitung usw. gute politische Arbeit geleistet
gesetz, dass Wohnen so teuer sein muss. Es
partner, sondern einen Mehrheitsbeschaf-
und möchten, aufbauend auf den Erfahrun-
reicht halt nicht, alle paar Jahre leistbares
fer. Wir sind lieber stark in der Opposition als
gen, die wir mit dieser Zeit gemacht haben,
Wohnen auf Wahlplakaten zu versprechen,
schwach in der Regierung. Wir stehen für ei-
einen Beitrag zur politischen Weiterent-
es braucht ehrlichen politischen Willen. Be-
ne Regierung ohne ÖVP zur Verfügung, die
wicklung in Tirol leisten. Wir setzen uns be-
sonders die ÖVP ist zu sehr ihrer Klientel aus
es aber so lange nicht geben wird, so lange
sonders für einen Interessenausgleich zwi-
der Bau-, Boden- und Bankenlobby verpflich-
immer wieder andere Parteien mit der ÖVP
schen verschiedenen Bevölkerungsgruppen,
tet, die vom teuren Wohnen profitiert. Ein
an die Macht kommen wollen.
Lebensräumen und Regionen ein und ha-
4. Wohnen in Tirol ist für immer mehr un-
Wir haben in der vergangenen Land-
Teil des teuren Wohnens ist hausgemacht, weil das Land durch seine Gesetze Grund und Boden künstlich verknappt und diesen so verteuert. Wir von der Liste Fritz haben zahlreiche konkrete Ideen im Landtag eingebracht, wie Wohnen günstiger werden kann. Es fehlt uns nicht an Ideen, nur an Partnern für die Umsetzung.
5.
Es braucht die Ehrfurcht vor der Natur,
wir leben in ihr und von ihr. Besonders sensible Regionen wie die Gletscher müssen tabu sein. Wir sagen daher Nein zum geplanten größten Gletscherskigebiet mit mehr als sieben Millionen Quadratmeter Pistenfläche, das Pitztaler und Ötztaler in den Gletscher bauen wollen. Es muss einmal genug sein, es braucht Grenzen. Bei Natura 2000 sind alle Regionen gleich zu behandeln. Was fachlich auszuweisen ist, ist auszuweisen, um sich Millionenstrafen der EU zu ersparen.
6. Alle
bisher getroffenen Maßnahmen rei-
chen nicht aus, denn mit 2,3 Millionen LKW sind im Jahr 2017 so viele durch Tirol gerollt wie noch nie. Die schwarz-grüne Verkehrspolitik hat versagt, es braucht radikalere Maßnahmen. Erstens eine Obergrenze von einer Million LKW pro Jahr, der Rest muss auf die Schiene. Sonst wird auch der Brennerbasistunnel ein Milliardengrab. Zweitens rigorose Kontrollen, um die Einhaltung aller gel-
| 25-02
eco.titel
PARTEIEN IM CHECK
ben das mit vielen unserer Landtagsanträ-
reden gemacht. Interpretieren Sie Ihre po-
serkraft, eine Beschleunigung der Behörden-
ge bewiesen.
litische Bilanz als Auftrag, sich erneut dem
verfahren, Entbürokratisierung und Förde-
Wahlvolk zu stellen? Durch einen unklaren
rung der Digitalisierung. Wesentlich ist auch
Gesetzestext beim Tiroler Parteifinanzie-
der Ausbau der ganztägigen Kinderbetreu-
der Verliererstraße. Das ausgeglichene Lan-
rungsgesetz hat sich die Frage gestellt, ob wir
ung für die Vereinbarkeit von Familie und
desbudget wird zu einem großen Teil durch
nach unserem Austritt aus der Partei „vor-
Beruf. Tirol liegt österreichweit hier nur an
die Abwälzung von Aufgaben und Kosten auf
wärts-tirol“ überhaupt berechtigt sind, um
6. Stelle.
die Gemeinden finanziert, die dadurch im-
Parteiförderung anzusuchen. Zwei Gutach-
mer weniger Handlungsspielraum für die Zu-
ten, Landtagsbeschlüsse und drei Gerichts-
4. Es braucht eine Gebührenbremse zuguns-
kunftsgestaltung haben.
urteile haben uns Recht gegeben, der OGH
ten niedrigerer Betriebskosten, eine Inves-
hat das überraschenderweise anders gese-
titionsförderung bei Wohnraumschaffung
hen. Um andere Mandatare vor möglichen
für Eigenbedarf und den Kampf gegen den
weisende Lösungen in den Verkehrsfragen
ähnlichen Situationen zu bewahren, fordern
Zweitwohnsitzmissbrauch. Ziel muss es sein,
sowie die medizinische Versorgung in den
wir ein zeitgemäßes Parteienfinanzierungs-
bei sozial verträglichen Mieten an den Bedarf
ländlichen Regionen sind die großen Heraus-
konzept. Im Übrigen braucht eine funkti-
angepasste Wohnungen zur Verfügung zu
forderungen in den nächsten Jahren.
onierende Demokratie eine sachlich-kons-
stellen und die Schaffung von Eigentum zu
truktive und hartnäckige Opposition. Mit
unterstützen. Und die Landflucht muss ge-
mehr als 200 Anträgen haben wir einen wich-
stoppt werden, durch Infrastrukturkonzep-
die Eindämmung von befristeten Mietverträ-
tigen Beitrag zur politischen Debatte geleis-
te in den Bezirken, die Schaffung von höher-
gen, Neubauten der Gemeinnützigen Wohn-
tet. Wir möchten das auch in der nächsten
wertigen lokalen Ausbildungsplätzen und
baugesellschaften so günstig wie möglich
Legislaturperiode tun.
Arbeitsplätzen und Verbesserungen beim öf-
2. Derzeit sind die ländlichen Regionen auf
3. Leistbares Wohnen und mutige, zukunfts-
4. Gesetzliche Obergrenzen bei allen Mieten,
und ohne technischen Schnickschnack, der
fentlichen Verkehr.
die Preise nach oben treibt. Auch die Revitalisierung von leerstehenden Objekten mit ent-
5. Neuerschließungen sind sicher kein The-
sprechenden Förderoffensiven des Landes
ma mehr, was es aber braucht, ist die Fusion
kann ein Beitrag sein.
rentabler und schneesicherer Skigebiete, wie
5.
eben Pitztal-Ötztal oder das Projekt BrückenDie Diskussionen über die Skigebiete in
schlag im Großraum Innsbruck. Bezüglich
Tirol und deren Weiterentwicklung sowie die
der Ausweisung der Natura-2000-Schutzge-
Ausweisung von Natura-2000-Schutzgebie-
biete haben wir eine Studie bei Uni-Profes-
ten (für die die Entscheidung schon vor vie-
sor Norbert Wimmer in Auftrag gegeben, die
len Jahren im Zuge des EU-Beitritts gefallen
belegt, dass schon die bisherigen Ausweisun-
ist) müssen wieder auf eine sachliche Ebe-
gen teilweise rechtswidrig waren.
ne zurückgeführt werden mit dem Ziel, für
MARKUS ABWERZGER
die betroffene Bevölkerung langfristige Zu-
FPÖ
kunftsperspektiven zu sichern. Die Diskussionen dürfen nicht nur von der Stadt aus geführt werden, die betroffenen Menschen
6.
Es braucht ein Gesamtkonzept im Ver-
kehr, kein Stückwerk. Die Wiedereinführung eines tauglichen sektoralen Fahrverbotes wäre seit Jahren möglich gewesen,
müssen in diese Entwicklungsprozesse um-
1. Wer weitere fünf Jahre einer schwarz-grü-
fassend eingebunden werden.
ne Landesregierung verhindern will, muss
sind – statistisch erwiesen – reiner Aus-
diesmal die FPÖ wählen. Die ÖVP wird oh-
weichverkehr, daher braucht es dringend
nehin stärkste Partei werden und den Lan-
Verhandlungen mit anderen Transitstaaten,
ein Indikator für das Wirtschaftswachstum
deshauptmann stellen, daher muss jeder, der
wie beispielsweise der Schweiz. Das derzei-
in Europa. Lösungen können nur auf europä-
Veränderung will, uns die Stimme geben.
tige Fahrverbot ist eine reine Placebover-
6. Der steigende Transit ist ein Faktum und ischer Ebene und vor allem nur gemeinsam
denn 30 Prozent des LKW-Verkehrs in Tirol
ordnung, enthält es doch mehr Ausnahmen
mit Deutschland und Italien getroffen wer-
2.
Politischer Stillstand in allen Bereichen,
als Verbote. Vorrangig ist für uns die Verla-
den. Die derzeitigen Maßnahmen wie sekto-
sogar das – auf den ersten Anschein hin – so
gerung von der Straße auf die Schiene, da-
rales Fahrverbot, IG-L oder Blockabfertigung
positive Haushalten des Landes, geht leider
her muss die ROLA flexibler und günstiger
allein sind nur Symptombekämpfung. Die
zu Lasten der Tiroler Kommunen, die teilwei-
gemacht werden. Und es braucht für den
Maßnahmen, die getroffen werden, müssen
se massive finanzielle Probleme haben. Wir
öffentlichen Verkehr und für den Güter-
aber auf die Ursachen Bezug nehmen.
haben einen massiven Fachkräftemangel in
verkehr einen zweispurigen Ausbau der Arl-
Tirol, wir haben Probleme im Schulbereich,
bergbahn zwischen Ötztal-Bahnhof und
die Liste ist jedenfalls sehr lang.
Zams.
AUSSERDEM: Erst jüngst wurde Ihre Partei durch einen Akt, der den Anschein von Anlassgesetzge-
3.
bung macht, vom Tiroler Landtag finanzi-
Wirtschaftsstandortes Tirol. Wie gesagt, wir
Sie haben Bereitschaft signalisiert, als zu-
ell „gerettet“. Das Projekt Vorwärts/Impuls
haben nun fünf Jahre Stillstand ertragen
künftiger potenzieller Regierungspartner
hat vor allem durch Streitigkeiten von sich
müssen. Es braucht einen Ausbau der Was-
zur Verfügung zu stehen. Wie würde eine
34
eco.nova
Es braucht eine massive Belebung des
AUSSERDEM:
eco.titel
blaue Handschrift in der Tiroler Landesre-
dem Zentralraum bringen, den Arbeitsmarkt
6. Zwei Millionen LKW sind für unsere Tiro-
gierung aussehen? Derzeit scheint bei der
florieren lassen und die Mobilität der Men-
ler Bevölkerung nicht länger zumutbar! Ob
Tiroler ÖVP kein Reformwille vorhanden zu
schen in unserem Land in Einklang mit der
im Unterinntal, über den Arlberg oder auf
sein, daher ist unser vorrangiges Ziel, den 2.
Umwelt bringen. Das sind die Herausforde-
der Brennerautobahn: Im Schnitt hat die
Platz bei den Wahlen zu holen. Eine Betei-
rungen, denen sich Politik für ein modernes,
Zahl der Transit-LKW kontinuierlich zuge-
ligung unsererseits als Regierungspartner
faires Tirol stellen muss.
legt. Absoluter „Spitzenreiter“ war der Bren-
bedingt umfassende Reformen bei der di-
ner. Hier legte der Transitverkehr auf 2,1 Mil-
rekten Demokratie, echte Transparenz bei
4. Hier soll der kommunale Wohnbau als Er-
Verwaltung und Politik und Maßnahmen
gänzung zu den Aktivitäten der gemeinnüt-
sich für die Einführung der Korridormaut,
im Sozialbereich, es kann nicht länger sein,
zigen Wohnbauträger forciert werden. Au-
die Umsetzung eines wirksamen sektora-
dass mehr Nichtösterreicher als Österrei-
ßerdem steht die neue SPÖ Tirol für eine
len Fahrverbotes und eine festgeschriebene
cher in Tirol Sozialleistungen wie die Min-
aktive Wohnbaupolitik der Gemeinden und
Obergrenze von maximal einer Million LKW
destsicherung beziehen. Die freiheitliche
die Möglichkeit der Einführung von Ober-
pro Jahr ein.
Handschrift muss jedenfalls in einem etwai-
grenzen bei Quadratmeterpreisen im Rah-
gen Regierungsübereinkommen deutlich er-
men der Vertragsraumordnung. Eine Tiroler
kennbar sein.
Wohnbauoffensive 2018–2023 soll 5.000 sozi-
Ihre Partei musste im Bund auf der harten
al geförderte Wohnungen mehr bringen als
Oppositionsbank Platz nehmen. Wie schät-
derzeit geplant. Auch innovative Wohnkon-
zen Sie die Chancen ein, diese in Tirol wie-
zepte sollen gefördert werden.
der verlassen zu können? Wir können und
5. Die neue SPÖ Tirol sieht den Naturschutz als hohes Gut, wir wollen Verkehr, Ener-
lionen Fahrten zu. Die neue SPÖ Tirol setzt
AUSSERDEM:
wir wollen gestalten. Unsere genaue Rolle in der Landespolitik definieren am 25. Februar die Wählerinnen und Wähler.
gie, Ökologie und Umwelt vereinen. Dafür braucht es genaue Definitionen des öffentli-
Schafft die SPÖ nach einem langen Ab-
chen Interesses und der Schutzinteressen im
wärtstrend in Tirol in der Wählergunst die
Tiroler Naturschutzgesetz.
Trendwende? Ja. Freu dich, Tirol!
ELISABETH BLANIK SPÖ
1. Der 25. Februar bringt eine Richtungswahl für Tirol. Die Wählerinnen und Wähler können sich für ein Politikkonzept entscheiden, das alle mitnimmt – auch die Menschen in den Tälern, die Frauen, die jungen Familien und die Senioren. Ein Politikkonzept, das alle Tiroler wieder zusammenbringt und für eine Vitalisierung unseres Bundeslandes sorgt. Wer sich für die neue SPÖ Tirol entscheidet, der entscheidet sich für ein modernes, faires Tirol für alle. Für ein gutes, respektvolles Miteinander in einem sozialen Bundesland, das jedem neue Möglichkeiten und eine neue Lebendigkeit bietet.
2.
Politik soll endlich wieder im Landtag
gemacht werden. Und nicht in irgendwelchen Hinterzimmern. Dort gehört sie nämlich einfach nicht hin. Politik heißt für mich, dass in unserem Tirol ALLE mitreden können.
3.
Guten und günstigen Wohnraum schaf-
fen, den Menschen Hilfe leisten, die Hilfe brauchen, den ländlichen auf Augenhöhe mit
| 25-02
eco.titel
„JETZT GEHT ES UM ERMÖGLICHUNGSPOLITIK“ Ingeborg Freudenthaler, Unternehmerin und Sprecherin der Tiroler Adler Runde, erhofft sich von der Bundesregierung Ermöglichungs- statt Ankündigungspolitik, plädiert für einen wertschätzenden Umgang zwischen Unternehmern und Arbeitnehmern statt gesellschaftsspaltendem Klassenkampf. Von Ämtern und Behörden wünschen sich die Unternehmer der Adler Runde eine höhere Dienstleistungsorientierung. // INTERVIEW: MARIAN KRÖLL
ECO.NOVA: Im Bund ist seit Kurzem eine
Unser Credo lautet immer Wertschätzung
Tirol hat die erste Periode einer
neue Regierung im Amt. Was erwarten Sie
statt Hetzkampagnen – in der Realität schaut
schwarz-grünen Koalition hinter sich.
sich von dieser in wirtschaftspolitischer
es so aus, dass in Tirol Unternehmer und ih-
Wie bilanzieren Sie die Arbeit der Tiroler
Hinsicht?
re Arbeitnehmer gemeinsam für den Wirt-
Landesregierung in den vergangenen fünf
INGEBORG FREUDENTHALER: Im Re-
schaftsstandort arbeiten, sich gegenseitig
Jahren?
gierungsprogramm finden sich erfreulicher-
schätzen und respektieren. Einzelfälle werden
Zufrieden kann man angesichts der Belas-
weise sehr viele unserer Forderungen wieder,
medial hochgespielt. Das Augenmerk ist auf
tungen und Regelungswut, denen Unterneh-
die jetzt endlich umgesetzt werden sollten.
jene zu legen, die gemeinsam arbeiten und so
mer nach wie vor ausgesetzt sind, im Sinne
Themen wie Bürokratieabbau, Steuersen-
den Wohlstand in unserem Land sichern.
der internationalen Wettbewerbsfähigkeit tatsächlich nicht sein. Wer unternimmt und
kungen oder die Flexibilisierung der Arbeitszeit stehen auf der Agenda ganz oben bzw.
Sehen Sie die notwendigen infrastrukturel-
ermöglicht, braucht Vorfahrt, nicht jene,
werden schon umgesetzt. Wir hoffen, dieses
len Voraussetzungen in Tirol im Hinblick
die verhindern. Ämter und Behörden sind
Tempo und Engagement wird beibehalten
auf die Kinderbetreuungseinrichtungen
Dienstleister, Private und Unternehmer kei-
und strahlt auch auf die Landesebene aus.
gegeben, um flächendeckend flexiblere Ar-
ne Bittsteller. Nur so bleiben Tirols Unter-
Ankündigungspolitik braucht niemand –
beitszeiten praktikabel zu machen?
nehmen das Rückgrat unserer florierenden
jetzt geht es um Ermöglichungspolitik. In
Obwohl hier in den letzten Jahren schon
Gesellschaft, können 74 Prozent aller Arbeit-
diesem Sinne werden wir die Umsetzung der
viel erreicht wurde, gibt es noch Nachholbe-
nehmer in rund 20.000 Kleinst- und Mittel-
angekündigten Reformen genau beobachten.
darf. Abseits von Innsbruck bzw. dem Zen-
betrieben beschäftigen und so 67 Prozent
„ÄMTER UND BEHÖRDEN SIND DIENSTLEISTER, PRIVATE UND UNTERNEHMER KEINE BITTSTELLER.“ Ingeborg Freudenthaler, Sprecherin der Tiroler Adler Runde
zur Bruttowertschöpfung beitragen. Mit übertriebenen Vorschriften gefesselt, mit höchsten Steuerabgaben im Durchschnitt der EU-Länder geknebelt – das schadet am Ende jedem Einzelnen in unserem Land. Sind Sie mit der Wirtschaftsgesinnung dieser Regierung zufrieden?
Moderne Lebenswelten verlangen nach fle-
tralraum sind die Öffnungszeiten nicht mit
Die wirtschaftlichen Aussichten sind positiv,
xibleren Arbeitszeiten, lautet eine Forde-
dem tatsächlichen Bedarf vereinbar. Hier
die Unternehmer in unserem Land beschäf-
rung der Adler Runde. Diese ist vor allem
braucht es mehr regionale Zusammenarbeit,
tigen rund 350.000 Menschen – mehr als je
von Arbeitnehmervertretern teils heftig
vor allem aber müssen die Kosten für die Be-
zuvor. 36 Prozent der Tiroler Leitbetriebe
kritisiert worden. Man warf Ihnen unter
treuung in Relation zum Einkommen stehen
planen, in den ersten Monaten weitere Mit-
anderem Profitdenken, den Wunsch nach
– sonst fällt die Entscheidung oft gegen den
arbeiter einzustellen. Doch schon jetzt gibt
Abschaffung der Überstundenzuschläge
Wiedereinstieg. Dabei geht es um die grund-
es zum Beispiel bei Köchen, IT-Fachleuten,
und Lohnraub durch die Hintertüre vor.
sätzliche Frage der Vereinbarkeit von Familie
Maschinenbauern und Elektroinstallateu-
Fühlen Sie sich missverstanden oder hat
und Beruf. Denn Gleichberechtigung am Ar-
ren einen eklatanten Fachkräftemangel. Eine
sich das Gesprächsklima zwischen Ar-
beitsplatz beginnt in der Kinderkrippe. Das
Lehrstelle in einem heimischen Betrieb an-
beitgebern und Arbeitnehmervertretung
fördert Chancengleichheit für Männer und
zutreten bedeutet im dualen Ausbildungs-
in den vergangenen Jahren derart ver-
Frauen und damit die Leistungskraft unse-
system, das europaweit beispielgebend ist,
schlechtert?
rer Gesellschaft.
höchste Kompetenz zu erwerben. Jugendli-
36
eco.nova
eco.titel
Ingeborg Freudenthaler, Unternehmerin und Sprecherin der Tiroler Adler Runde
che 60-km/h-Beschränkung für LKW erhöht vor allem die Unfallgefahr und muss durch sinnvolle Regelungen ersetzt werden. Die Schadstoffbelastungen sind nachweislich und durch Gutachten belegt in den letzten 15 Jahren gesunken, dies wiederum ist auf die verbesserten Motortechnologien wie Partikelfilter oder Verbrauchsreduktion zurückzuführen. Damit unsere Umwelt nachhaltig aufatmen kann – und darum sollte es ja gehen –, muss etwa der Hausbrand dramatisch reduziert werden bzw. hier genauso konsequent ein Umstieg gefordert und gefördert werden. Versorgungssicherheit aus erneuerbaren Ressourcen und günstige Strompreise sind hier natürlich eine wichtige Voraussetzung. Das Land ist ein vitaler Forschungs- und Wissenschaftsstandort. Inwiefern beteiligt sich die Adler Runde daran, Tirol zu einem besseren Ökosystem für Start-ups und akademische Spin-offs zu machen? Mit unserem Start-up-Fonds fördern wir junge, innovative Geschäftsideen in Tirol mittels zinsloser, finanzieller Gründerhilfe. Im vergangenen Jahr konnten wir beispielsweise HL Innovation unterstützen. Das Tiroler Start-up hat mit CoPAN ein weltweit einzigartiges Paneel entwickelt und patentiert, das dank effizienter Infrarot- und stromsparender LED-Technologie eine wirtschaftliche che, die sich für diesen Ausbildungsweg ent-
fungen mitten in der Hochsaison zu Un-
Möglichkeit bietet, Räume gleichzeitig mit
scheiden, sind dringend gesuchte Fachkräfte
zeiten stattfinden müssen? Oder dass alle
Licht und Wärme zu füllen. Für die Vermark-
der Zukunft – die hier gestarteten Initiativen
EU-Normen übererfüllt werden müssen? Es
tung und Weiterentwicklung dieser paten-
sind zu begrüßen und müssen unbedingt
würde hier sicher helfen, Ämter und Behör-
tierten Technologie wurde das Unternehmen
fortgesetzt werden. Vor allem die 17.400 Fami-
den wirklich darauf einzuschwören, dass sie
HL Innovation mit Unterstützung der Tiro-
lienunternehmen im Land leiden darunter,
Dienstleister sind und die Erledigung im Sin-
ler Adler Runde und privater Investoren ins
dass die Bürokratie oder Genehmigungsver-
ne der Bürgerinnen und Bürger anzustre-
Leben gerufen. Noch heuer soll CoPAN für
fahren ausufern – auch hier ist in Zukunft
ben ist.
ein Gesundheitsprojekt der Samariterstif-
viel zu tun. Denn tatsächlich ist die Betriebs-
tung in Deutschland zum Einsatz kommen.
übergabe in unseren Familienunternehmen
Tirol hat seit vielen Jahren mit steigendem
vielfach in Gefahr. Und das fördert den Aus-
Transit zu kämpfen. Wie beurteilen Sie die
Was wünscht sich die Tiroler Adler
verkauf unserer Heimat. Das kann eine Re-
dahingehend gesetzten Maßnahmen, etwa
Runde von der zukünftigen Tiroler
gierung mit Wirtschaftskompetenz mit ent-
das sektorale Fahrverbot, den sogenannten
Landesregierung?
sprechenden Maßnahmen verhindern.
Luftschutz-100er, die Blockabfertigung?
Der „Spirit“, den wir derzeit auf Bundesebene
Mobilität und Beweglichkeit sind für unsere
wahrnehmen, soll auf Landesebene Einzug
Welche politischen Maßnahmen können
Wettbewerbsfähigkeit und Standortattrak-
halten. Die Themen, die für die Wirtschaft in
landespolitisch getroffen werden, um den
tivität, aber vor allem für die Tirolerinnen
Zukunft entscheidend sind, sind seit Jahren
heimischen Betrieben das Arbeiten zu er-
und Tiroler enorm wichtig. Beschränkun-
bekannt: Bürokratieabbau, Steuersenkun-
leichtern?
gen, die weder für die Umwelt noch für den
gen, den Facharbeitermangel beheben sowie
Das Motto müsste lauten: Im Zweifel für den
Verkehrsfluss großen Nutzen stiften, son-
mehr Wertschätzung im öffentlichen Dis-
Antragsteller anstelle der vorherrschenden
dern nur Bußgelder in die Höhe treiben, da-
kurs für Unternehmer und erfolgreiche Be-
Bürokratie – und das in allen Bereichen. Wo
gegen sinnlos. Das betrifft nicht nur Tempo
triebe anstatt gesellschaftsspaltendem Klas-
steht geschrieben, dass diverse Betriebsprü-
100 auf den Autobahnen – auch die nächtli-
senkampf – darum geht es.
eco.nova
37
eco.wirtschaft
„Dieser Berg bewegt die Menschen“ Die Startphase der neuen Patscherkofelbahn war tageweise vom Winde verweht und von anderen Kinderkrankheiten geplagt. Ob der Kostenrahmen hält, kann IVB- und PatscherkofelbahnGeschäftsführer Martin Baltes noch nicht sagen. Fix dagegen ist, dass der Patscherkofel in Innsbruck fast niemanden so richtig kalt lässt. // INTERVIEW: MARIAN KRÖLL
ECO.NOVA: Wer den Schaden hat,
blöd, wenn es um den Jahreswechsel her-
braucht für den Spott nicht zu sorgen,
um viele Föhntage gibt. Das hat aber weder
was die Komplettierung der in Betrieb ge-
sagt man. Im Zusammenhang mit der
damit zu tun, dass wir die falsche Seilbahn
nommenen Anlagen betrifft. Stroman-
neuen Patscherkofelbahn kursieren
ausgewählt hätten, noch damit, dass wir
schlüsse und Schließanlage werden fina-
mittlerweile schon Bezeichnungen wie
früher den Betrieb einstellen würden als
lisiert, Büroräume und Garagen für die
„Standseilbahn“ oder der durchaus witzi-
andere. Diese Windgeschwindigkeiten sind
Pistengeräte hergerichtet und viele Dinge
ge Hashtag #derKatastrofel. Handelt es
kein Spaß mehr. Das ist ein Sturm, da flie-
mehr, die für den Kunden so nicht bemerk-
sich bei den Pannen und föhnbedingten
gen Äste durch die Gegend.
bar sind. An der Bergstation wird auch wie-
Schließtagen der neuen Bahn um Kinder-
Im Moment passiert vieles im Hintergrund,
der gearbeitet. Damit wollen wir im Sommer
krankheiten oder ist die Bahn in der neu-
Ist diese Häufung von Föhntagen am Pat-
fertig sein. Mit dem Generalplaner haben wir
en Trasse generell stärker dem Föhn aus-
scherkofel meteorologisch ungewöhnlich?
den 22. Juni als Fertigstellungstermin verein-
gesetzt?
Das kann man nicht sagen. Es kann sein,
bart, an dem auch das Restaurant und alle
MARTIN BALTES: Weder die Bahn noch
dass wir heute den letzten Starkwindtag
anderen Bereiche in Betrieb gehen können.
die Trasse sind föhnanfälliger. Es ist ganz
haben und danach das ganze Jahr keinen
einfach eine Häufung von Windereignissen.
mehr. Das kann niemand prognostizieren.
Wann werden die anderen Neuerungen am
Bei Wind geht es immer darum, die Sicher-
Niemand kann seriös sagen, ob diese Situ-
Kofel, wie etwa die Rodelbahn, fertig sein?
heit zu gewährleisten. Letztes Jahr hatten
ation häufiger ist als in den vergangenen
Alles, was wir für den Winter brauchen,
wir einen Veranstaltungstag mit ählichen
Jahren. Wir machen an den Stützen Wind-
sollte bis Anfang der nächsten Wintersai-
Windverhältnissen wie zuletzt am Pat-
aufzeichnungen und wissen sehr genau,
son fertig sein. Alle anderen Geschichten
scherkofel. Böen mit 75, 80 km/h. Wir sind
wann da oben zu viel Wind weht. Wir wer-
werden wir, wenn alles glatt geht, im Laufe
dann mit Hängen und Würgen weitergefah-
den jedenfalls immer auf die Sicherheit
des nächsten Jahres machen. Das formu-
ren, aber die Leute sind gegangen, weil es
achten.
liere ich bewusst vorsichtiger, weil da noch
bei diesen Windgeschwindigkeiten am Berg
Behördenverfahren anstehen.
nicht mehr angenehm ist. Wir fahren bei
Die Bauarbeiten an den neuen Anlagen
Wind so wie jede andere Seilbahn, haben
sind noch nicht abgeschlossen. Bis wann
Wann kommt das Verkehrsleitsystem, das
aber eben einen besonders föhnanfälligen
ist mit der endgültigen Fertigstellung zu
der naturschutzrechtliche Bescheid vor-
Berg. Das war schon immer so. Klar ist es
rechnen?
sieht?
38
eco.nova
eco.wirtschaft
IVB-Geschäftsführer Martin Baltes
Trotz der fatalen Dynamik von Schlagzeilen über Windsperren, eine in der Mittelstation entgleiste Kabine und den Wassereintritt nach heftigem Regen gibt es natürlich auch positives Feedback. Was gut funktio-
DI Martin Baltes
niert, ist, dass wir je nach Windsituation die obere und untere Sektion getrennt fahren können. Was die Rückmeldungen der Gäste betrifft, sind die meisten beeindruckt von der Architektur. Sie kommen mit der Bahn gut zurecht. Ich habe aber schon öfters das Feedback bekommen, dass man in der Mittelstation die Ski ausziehen müsse, wenn man wieder nach oben fahren will. Das ist mit der heutigen Ausrüstung eine Frage von Sekunden, dadurch entsteht jedoch der Vorteil, dass Gruppen von Kindern alleine hochfahren können und keine besondere Beaufsichtigung brauchen. Klasse war © KRÖLL
„DIE EMOTIONALITÄT IST WESENTLICH AUSSCHLAGGEBEND DAFÜR, AM PATSCHERKOFEL ETWAS ZU TUN, DIE ANLAGEN NICHT NUR VERFALLEN ZU LASSEN UND DANN ABZUBAUEN.“
auch die Besichtigung, die wir kürzlich mit Behindertenvertretern gemacht haben. Ab dem Moment, in dem diese im Gebäude waren, waren sie frei und konnten sich alleine und ohne Unterstützung bewegen. Und
Das ist beauftragt und wird in den nächs-
grünes Licht bekommen. Bauen ist aber im
besonders freue ich mich über die Kompli-
ten Tagen und Wochen montiert.
letzten Jahr – das werden viele andere Bau-
mente, die wir für unsere Pistenqualität
herren auch erlebt haben – in vielen Teilbe-
bekommen.
Kann man schon seriös sagen, ob der Kos-
reichen aufgrund der enormen Nachfrage
tenrahmen für das Projekt halten wird?
teurer geworden. Das haben wir sowohl bei
Die vielzitierte und -diskutierte Seilbahn-
Das kann man noch nicht abschließend sa-
den Angeboten als auch der Verfügbarkeit
studie des Schweizer Beratungsunterneh-
gen, weil wir keine Schlussrechnung haben.
bestimmter Gewerke gemerkt. Ob es letzt-
mens grischconsulta hat den Erhalt des
Da alle noch beim Bauen sind, gibt es noch
endlich im Hochbau Mehrkosten geben
Seilbahnbetriebes am Patscherkofel nur
keine abgeschlossenen Gewerke mit ent-
wird, kann man derzeit noch nicht sagen.
für den Sommerbetrieb nahegelegt. Den Erhalt des klassischen Skibetriebs hielt
sprechenden Schlussrechnungen. Während der Ausschreibungstätigkeit haben wir im-
Die Tageskarte am Patscherkofel kostet
man allenfalls aus Imagegründen und we-
mer wieder gemerkt, dass Angebote gelegt
für Erwachsene 37 Euro, unabhängig da-
gen der emotionalen Bindung der Einhei-
wurden, die außerhalb unserer budgetären
von, welche Anlagen überhaupt in Betrieb
mischen zum Patscherkofel für nachvoll-
Pläne lagen. Wir haben deshalb zum Teil
sind. Halten Sie das für vertretbar?
ziehbar. Welche Motivlage lag aus Ihrer
Ausschreibungen aufgehoben, gestückelt,
Wir agieren diesbezüglich ähnlich wie an-
Sicht der dann doch sehr substanziellen
Neuausschreibungen gemacht, um den
dere Liftbetreiber auch. Natürlich würden
Investitionsentscheidung zugrunde?
Kostenrahmen einhalten zu können. Wir
wir am liebsten immer volles Programm
Dass es am Patscherkofel diese Investition
wissen definitiv, dass die Seilbahn im Kos-
anbieten und auch fahren, aber jeder, der
gibt, die auch den Winterbetrieb umfasst,
tenrahmen liegt.
einmal im Skiurlaub war, weiß, dass solche
hat sicher damit zu tun, dass die Entschei-
Situationen auch ein Stück vom Kunden
dung für das „Eine-Bahn-für-alles-System“
Haben Sie die Kostensteigerungen bei den
mitgetragen werden. Die meisten zahlen
gefallen ist. Nur dieses System entspricht
Hochbauten überrascht oder durfte man
aber nicht diese 37 Euro, sondern haben ein
den wesentlichen Empfehlungen der ge-
bis zu einem gewissen Grad damit rechnen?
Freizeitticket oder andere Rabattzugänge.
nannten Studie. Und natürlich, die Emotionalität ist wesentlich ausschlaggebend
Zwischen Planung, Kostenkalkulation und Ausschreibungsverfahren lag nur ein ganz
Medial nehmen die Negativschlagzeilen
dafür, am Patscherkofel etwas zu tun, die
kleines Zeitfenster. Wir haben unsere ge-
naturgemäß mehr Raum ein. Was bekom-
Anlagen nicht einfach verfallen zu lassen
samte Kalkulation begutachten lassen und
men Sie an positivem Feedback?
und dann abzubauen.
eco.nova
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eco.wirtschaft
Riesenwirbel am Thema vorbei
Was wurde seit Jahresanfang nicht alles über die geplante Abschaffung bzw. Neugestaltung von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe geschrieben. Vom „größten Sozialabbau der Geschichte“, „Armutsfalle“ und „Enteignung“ war die Rede. Und es stimmt: Aus Sicht der Betroffenen können die Folgen dramatisch sein, bedeutet doch eine Überführung der Langzeitarbeitslosen aus der Notstandshilfe in die Mindestsicherung auch, dass diese nur jene erhalten, die vorher ihr Vermögen weitgehend aufgebraucht haben. Dabei könnte man am derzeitigen System durchaus festhalten – wenn die Notstandshilfe in einem entscheidenden Punkt reformiert würde. // TEXT: STEFAN D. HAIGNER 40
eco.nova
eco.wirtschaft
Dr. Stefan D. Haigner ist geschäftsführender Gesellschafter der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW).
Bundesländern war der Richtsatz sogar hö-
Arbeitslosenleistungen anzugreifen. Und da-
her. Der aktuelle Stand ist davon nicht weit
bei zeigt sich: Mit der derzeitigen Ausgestal-
entfernt.
tung der Notstandshilfe sind sehr schlechte
Große Einsparungen wird die Regierung aus
Anreize zur Wiederaufnahme einer Beschäf-
der Überführung langzeitarbeitsloser Perso-
tigung verbunden. Eine Tatsache, die teuer
nen von der Notstandshilfe in die Mindest-
kommt. Denn Notstandshilfebezieher kön-
sicherung also nicht lukrieren können. Der
nen geringfügig beschäftigt sein, also mo-
budgetäre Effekt wäre aus diesem Titel über-
natlich bis zu 438 Euro (2018) dazuverdienen,
schaubar bis null. Daher könnte man vermu-
ohne dass dadurch die Notstandshilfe verlo-
ten, dass der eigentliche Grund der Reform
ren geht. Für eine Person, die bereits länger
darin liegt, dass die Regierung Interesse da-
arbeitslos und deshalb zum Bezug der Not-
ran hat, dass die finanzielle Belastung von
standshilfe berechtigt ist, sehen damit die
der Sozialversicherung auf die Bundesländer
Anreize zur Aufnahme einer Beschäftigung
verschoben wird. Ein Motiv, das die Bundes-
wie in Abbildung 1 (nächste Seite) aus.
länder wiederum wohl durchschauen und
In concreto stellt die Abbildung die Situation
daher durchkreuzen würden.
für eine Person dar, die vor ihrer Arbeitslo-
Für die Abschätzung des budgetären Effek-
sigkeit ein Erwerbseinkommen in der Höhe
on den vielen Zahlen, die
tes kommt im Übrigen erschwerend hinzu,
von 33.843 Euro und damit genau das Durch-
seit Jahresanfang zur
dass zur Vermögenssituation von Langzeit-
schnittseinkommen ganzjährig Vollzeitbe-
Notstandshilfe in den
arbeitslosen keine verlässlichen Daten vor-
schäftigter (2015) erzielt hat. Die durchgezo-
Medien kursieren, sind
liegen. Ein Anspruch auf Sozialleistungen
gene Linie in der Abbildung zeigt, dass bei
vor allem zwei interes-
wie die Mindestsicherung ist daher im Ein-
Aufnahme einer Beschäftigung zunächst das
sant. Zum einen, dass es bereits im Jahr 2016
zelfall zu prüfen. Dass aber unter den lang-
monatlich verfügbare Einkommen, das sich
durchschnittlich 167.000 Bezieher von Not-
zeitarbeitslosen Notstandshilfebeziehern
aus Erwerbseinkommen und Notstandshil-
standshilfe gab. Zum anderen, dass für nicht
viele „Millionäre“ zu finden sind (wie dies
fe zusammensetzt, mit steigendem Beschäf-
weniger als 135.200 davon, also 81 Prozent,
mehrere FPÖ-Landesspitzen vermuten las-
tigungsausmaß steigt. Aber eben nur bis
die Notstandshilfe 880 Euro oder weniger
sen), die nach einer Reform über lange Zeit
zur Geringfügigkeitsgrenze. Übersteigt das
betrug. Und zwar inklusive Familienleistun-
keinen Anspruch auf Mindestsicherung hät-
Erwerbseinkommen die Geringfügigkeits-
gen für etwaige Partner und Kinder (Stan-
ten, darf getrost bezweifelt werden.
grenze, so fällt die Notstandshilfe zur Gänze
V
dard, 2018). Die Notstandshilfe ist also für
weg und man erhält lediglich den Differenz-
die Mehrheit der Bezieher nur unwesentlich
Ökonomisch irrational
größer als der Richtsatz für die Mindestsi-
Angesichts dieser Fakten stellt sich aber die
kommen und dem geltenden Richtsatz der
cherung, der 2016 bei 840 Euro lag. In einigen
Frage, was die Regierung dann motiviert, die
Mindestsicherung ausbezahlt, wodurch ver-
betrag aus dem dann erzielten Erwerbsein-
eco.nova
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eco.wirtschaft
VERFÜGBARES EINKOMMEN EINER NOTSTANDSHILFE-BEZIEHERIN BEI WIEDERAUFNAHME EINER BESCHÄFTIGUNG Abbildung 1
Abbildung 2
Quelle: GAW (2018) basierend auf dem Allgemeinen Einkommensbericht (2016). Anmerkung: Bei einem Beschäftigungsausmaß von 9 bis 14 Stunden pro Woche ist das Nettoeinkommen kleiner als der Richtsatz für die Mindestsicherung. Daher wird hier die Differenz auf den Richtsatz als Mindestsicherung ausbezahlt.
hindert wird, dass das gesamte verfügba-
nicht arbeiten würde. Erst bei einem Be-
re Einkommen (Erwerbseinkommen plus
schäftigungsausmaß von 23 Stunden pro
diesem Zeitpunkt bereits länger als ein Jahr arbeitslos waren, gleichzeitig geringfügig be-
Transfer aus der Mindestsicherung) unter
Woche und mehr wäre das Erwerbseinkom-
schäftigt und damit von diesem Effekt be-
den Richtsatz der Mindestsicherung fällt.
men wieder höher als bei einem 8-Stun-
troffen. Auf Tirol bezogen lag dieser Anteil
Abbildung 1 zeigt zudem deutlich, dass es
den-Job unter der Geringfügigkeitsgrenze.
mit rund elf Prozent leicht darunter.
unter pekuniären Gesichtspunkten keinen
Der Punkt also, dass man im Rahmen einer
Freilich – rechtlich betrachtet müssen Not-
Sinn macht, die Geringfügigkeitsgrenze zu
geringfügigen Beschäftigung zusätzlich Not-
standshilfebezieher sich um die Aufnahme
überschreiten und dann „lediglich“ zum Bei-
standshilfe beziehen kann, bei einem Job
einer Erwerbsarbeit oberhalb der Geringfü-
spiel 15 Stunden pro Woche zu arbeiten. Der
über der Geringfügigkeitsgrenze aber nicht,
gigkeitsgrenze bemühen und dementspre-
Grund: Das Gesamteinkommen wäre gerin-
treibt die Bezieher in die geringfügige Be-
chende Jobangebote annehmen. Die Person
ger, als wenn man einer geringfügigen Be-
schäftigung – zuungunsten eines höheren
aus dem Beispiel müsste 15 Stunden anstatt
schäftigung nachginge und dabei weiterhin
Beschäftigungsausmaßes.
acht Stunden pro Woche arbeiten, wenn sie
Notstandshilfe beziehen würde. Bei 15 Stun-
Österreichweit waren zum Stichtag 1. Jän-
die Gelegenheit dazu hätte, verbunden mit
den pro Woche ist das erzielte Einkommen
ner 2017 rund 7.300 und damit knapp zwölf
den entsprechenden Einkommenseinbußen.
übrigens genauso hoch, wie wenn man gar
Prozent aller Notstandshilfebezieher, die zu
Angesichts der Einkommenseinbußen verlangt aber damit die geltende Regelung von
ANGESICHTS DER FAKTEN STELLT SICH DIE FRAGE, WAS DIE REGIERUNG MOTIVIERT, DIE ARBEITSLOSENLEISTUNGEN ANZUGREIFEN. UND DABEI ZEIGT SICH: MIT DER DERZEITIGEN AUSGESTALTUNG DER NOTSTANDSHILFE SIND SEHR SCHLECHTE ANREIZE ZUR WIEDERAUFNAHME EINER BESCHÄFTIGUNG VERBUNDEN. EINE TATSACHE, DIE TEUER KOMMT. 42
eco.nova
den Betroffenen ein ökonomisch irrationales Verhalten.
Was wäre also zu tun? Mit welcher Reform könnten diese negativen Anreize reduziert werden? Antwort: Man müsste weder die Höhe der Notstandshilfe antasten noch die Regelung, dass Vermögen nicht vorher verbraucht werden muss, bevor Anspruch auf Notstandshilfe besteht. Anstatt aber die geringfügige Beschäftigung zu subventionieren, sollte die Beschäftigung höherer Stundenausmaße subventioniert werden. Einen Vorschlag, wie dies umgesetzt werden könnte, hat die Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung/GAW bereits vor einigen Jahren veröffentlicht (Steiner, V., Wakolbinger, F. 2013, „Wage subsidies, work incentives and the reform of the Austrian welfare system“, Empirica 40, 259-285). Der
eco.wirtschaft
Vorschlag sieht dabei zum einen vor, dass
fällt. Die Beschäftigungsanreize könnten
zeitäquivalente zu erwarten wäre – was ei-
wenn jemand Notstandshilfe bezieht und
zusätzlich erhöht werden, indem ab einem
nem Drittel der gesamten Langzeitarbeits-
wieder eine Beschäftigung aufnimmt, die
Beschäftigungsausmaß von 15 Stunden pro
losen gleichkommt. Dies bedeutet natürlich
Transferleistung aus der Notstandshilfe ab
Woche die Hälfte und ab einem Beschäfti-
nicht, dass auch 20.000 Personen, die aktuell
dem ersten Euro mit jedem Euro aus Er-
gungsausmaß von 30 Stunden pro Woche
Notstandshilfe beziehen, zusätzlich einer
werbseinkommen um 85 Cent gekürzt wird.
die gesamten Arbeitnehmer-Sozialversiche-
Beschäftigung nachgehen würden, sondern
In Bezug auf die Arbeitsanreize – und um die
rungsbeiträge als Lohnsubvention erstat-
vielmehr, dass das gesamte Beschäftigungs-
geht es hier – entspricht das einem implizi-
tet werden. Damit die Regelung in Summe
ausmaß gemessen in Stunden in diesem
ten Grenzsteuersatz von 85 Prozent. Damit
nicht zu teuer, aber auch nicht „ungerecht“
Ausmaß steigen würde. Realiter bedeutet
würde eine Person, die keiner Erwerbstätig-
wird, müsste für diese Subvention zudem ei-
dies wohl, dass sich viele Betroffene ent-
keit nachgeht und vor der Arbeitslosigkeit
ne Einkommensobergrenze inklusive einer
scheiden würden, eine Beschäftigung aufzu-
das Durchschnittseinkommen von 33.843
Einschleifregelung vorgesehen werden. Setzt
nehmen, und andere ihr Beschäftigungsaus-
Euro verdient hat, ein verfügbares Einkom-
man die Obergrenze auf 1.500 Euro pro Mo-
maß erhöhten.
men in der Höhe von 850 Euro erzielen. Die-
nat fest, so wäre der Reformvorschlag letzt-
ses Einkommen speist sich zur Gänze aus
lich sogar budgetneutral.
der Notstandshilfe. Nimmt dieselbe Person
Abbildung 2 zeigt, wie sich diese Regelung
hingegen eine Erwerbsarbeit auf und er-
auf das verfügbare Einkommen und damit
zielt daraus ein Einkommen von netto 500
die Arbeitsanreize auswirken würde. Wie
Euro, sinkt zwar die Notstandshilfe auf 425
ersichtlich, verschwindet der Knick in der
Euro (=850 - 0,85 * 500 Euro), aber das Ge-
Einkommenskurve, womit mit steigendem
samteinkommen steigt auf 925 Euro (500
Beschäftigungsausmaß auch die Nettoein-
Euro Erwerbseinkommen + 425 Euro Not-
kommen durchgehend steigen.
standshilfe). Würde die Person das Beschäf-
In Simulationsrechnungen konnte die GAW
tigungsausmaß weiter erhöhen und damit
zeigen, dass durch diese Reform der Not-
ihr Erwerbseinkommen steigern, so würde
standshilfe die Arbeitsanreize derart ver-
das Gesamteinkommen stetig steigen, auch
bessert werden, dass ein Anstieg der Be-
wenn die Notstandshilfe ab einem Erwerbs-
schäftigung von notstandshilfebeziehenden
einkommen von 1.000 Euro gänzlich weg-
Personen in der Höhe von rund 20.000 Voll-
ÜBER GAW
Die Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) ist eine private Forschungseinrichtung mit Sitz in Innsbruck, die für Unternehmen, Interessenvertretungen sowie die öffentliche Hand Studien zu volksund regionalwirtschaftlichen Themen erstellt. Im Bereich der Erstellung von Wertschöpfungsstudien, aber auch zum Thema kalte Progression zählt die GAW seit Jahren zu den führenden Forschungseinrichtungen in Österreich. // www.gaw.institute
Wir nehmen uns gern für alles viel BROT zeit.
brotbuben.at
Brot ist Charaktersache.
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© VANMEY PHOTOGRAPHY
eco.wirtschaft
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eco.nova
eco.wirtschaft
Mut zur Veränderung Geografisch gesehen liegt Kufstein zwar am Rand Tirols, wirtschaftlich hat sich der Bezirk hingegen zur Vorzeigeregion entwickelt. Auch die Stadt Kufstein hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur städtebaulich gewandelt. // TEXT: MARINA KREMSER
eco.nova
45
eco.wirtschaft
r wird gerne als Gründerbezirk Tirols be-
anderem geschafft, gemeinsam mit Bezirks-
1.000 Studenten mehr sollen die neuen Lehr-
zeichnet und das kommt nicht von ungefähr.
hauptmann Christoph Platzgummer ein
gänge bringen und mit ihnen zusätzliche
Viele erfolgreiche Unternehmen nahmen in
Spitzenbeamtentreffen ins Leben zu rufen,
Professoren. Ebner: „Sie alle bringen viel an
Kufstein ihren Anfang. SPAR zum Beispiel.
bei dem sich Unternehmer und Beamte zum
Wertschöpfung in die Region und spielen der
Oder VIKING. Die Unterberger-Gruppe, Rie-
gemeinsamen Austausch getroffen haben.“
Kommune Geld herein. Die FH ist also auch
der Bau und zahlreiche Transportunterneh-
Konkret wurden dazu alle wirtschaftsrele-
abseits des Bildungsgedankens ein wichtiger
men. Mit Sandoz und den Montanwerken
vanten Beamten der Region zu einem Dialog
Faktor.“
finden sich zudem zwei Betriebe unter den
gebeten, um das Miteinander zu verbessern.
Doch auch in puncto Bildung verlässt man
besten zehn der umsatzstärksten Unterneh-
Diente die erste Runde Mitte 2017 noch dem
sich nicht nur auf das eine Zugpferd. Auch
men Tirols. „Darauf können wir durchaus
ersten Kennenlernen – „das erste Treffen
mit den Berufsschulen konnte die Wirt-
stolz sein“, sagt KR Martin Hirner, Obmann
verlief noch etwas distanziert“ –, wurden die
schaftskammer Projekte ausarbeiten – etwa
der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Kuf-
ersten Ideen schon in der zweiten Runde im
im Bereich der Mechatronik. Die kaufmän-
stein. „Unternehmen treiben unser Land vor-
Herbst vertieft. Einige befinden sich bereits
nischen Schulen arbeiten verstärkt mit land-
an, weil sie Einkommen sichern.“
in der Umsetzung. Eine Clearingstelle zum
wirtschaftlichen Einrichtungen in Rotholz
Was macht ihn aber aus, den Bezirk? „Unse-
Beispiel, wo verzwickte Fälle, die aus welchen
zusammen, zudem ist es gelungen, in Zusam-
re Stärke ist vor allem die vielseitige Wirt-
Gründen auch immer festgefahren scheinen,
menarbeit mit den Lehrkörpern, die Lehre
schaftsstruktur. Es gibt keine Sparte, die ex-
abgearbeitet werden, um daraus für die Zu-
auf ein höheres Niveau zu stellen. Hirner
trem im Vordergrund steht. Wir haben einen
kunft bestimmte Muster ableiten und kon-
erklärt, wie: „Nicht jedes Kind muss zwangs-
ausgewogenen Branchenmix mit starken
krete Verbesserungen einleiten zu können.
läufig ins Gymnasium gehen oder studieren.
Unternehmen aus allen Bereichen von der
Es geht darum, die Potenziale der Kinder zu
Industrie über Gewerbe, Handel und Hand-
Bildungsbezirk
werk bis zur Dienstleistung und dem Tou-
Im Bildungsbereich ist es nicht nur die
einer Lehre (mit Matura) lässt sich heute
rismus. Auch einige Regionalbanken haben
Fachhochschule, die Kufstein ausmacht,
eine tolle Karriere machen. Dieses Denken
ihren Sitz in Kufstein“, beschreibt es Wirt-
wenngleich sie natürlich als wichtiger
hat sich mittlerweile auch bei den Lehrern
schaftskammer-Bezirksstellenleiter MMag.
Standortfaktor gilt. „Gerade im Bereich der
durchgesetzt. Wenn jemand etwa besonde-
Peter Wachter und skizziert damit auch
Digitalisierung wird durch den Ausbau der
re handwerkliche Fähigkeiten mitbringt, ist
gleich eine der großen Tugenden Kufsteins:
Fachhochschule ein großer Ruck passieren“,
eine Lehre sicher der bessere Weg. Das si-
Man stellt das Gemeinsame vor das Tren-
ist Thomas Ebner, Geschäftsführer des Kuf-
chert uns die Facharbeiter von morgen, un-
nende und versucht, sich miteinander nach
steiner Stadtmarketings, überzeugt. Rund
ter deren Mangel wir aktuell leiden. Es muss
erkennen und diese zu fördern. Auch mit
vorne zu entwickeln. Was für viele selbstverständlich klingt, ist es in der täglichen Praxis oftmals nicht. Auch in Kufstein musste sich diese Denke erst durchsetzen, doch man hat es über die Jahre geschafft, dass sämtliche Organisationen – angefangen von den Bildungseinrichtungen über die Tourismusverbände bis zu den Gemeinden – gemeinsam in eine Richtung arbeiten. Natürlich scheint auch in Kufstein nicht immer die Sonne, man hat jedoch gelernt, auch mit Bewölkung ganz gut klarzukommen oder gegebenenfalls einen Schirm aufzuspannen. „Wir haben in Kufstein außerdem eine beispielhafte Zusammenarbeit zwischen den Sozialpartnern“, so Hirner. „Das Geheimnis ist: miteinander reden. Das hat uns in den letzten Jahren stark gemacht. Wir haben es unter
46
eco.nova
„REGIONALITÄT IST EINER UNSERER GROSSEN THEMENSCHWERPUNKTE. WENN MAN AUF SEINE HEIMAT SCHAUT, SCHAFFT MAN EINEN LEBENSWERTEN RAUM FÜR DIE NÄCHSTEN GENERATIONEN. WIR MÖCHTEN ES SCHAFFEN, DASS IN DER REGION ÜBER REGIONALITÄT NICHT NUR GEREDET, SONDERN SIE AUCH GELEBT WIRD. WIR HABEN ÜBER 60 HOCHWERTIGE LEBENSMITTELPRODUZENTEN IN DER REGION. DIE WOLLEN WIR VERMEHRT VOR DEN VORHANG HOLEN.“ MMag. Peter Wachter, Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer Kufstein
eco.wirtschaft
NATÜRLICH SCHEINT AUCH IN KUFSTEIN NICHT IMMER DIE SONNE, MAN HAT JEDOCH GELERNT, AUCH MIT BEWÖLKUNG GANZ GUT KLARZUKOMMEN. uns gelingen, das Facharbeitersegment noch
hat ein ganz besonderes Ass im Ärmel. Das
Operettenfestspiele, Kufstein unlimited oder
mehr zu bedienen, dann sind wir richtig gut
Kufsteinlied nämlich. Bürgermeister Mag.
die Open Airs auf der Festung sind über die
aufgestellt.“ Das würde im Umkehrschluss
Martin Krumschnabel: „Man muss sich vor-
Grenzen bekannt. Die Festspiele in Erl wer-
auch das Studium aufwerten, weil nur mehr
stellen: Das Kufsteinlied ist über 100 Millio-
den mittlerweile in einer Liga mit Bayreuth
jene Personen an die Uni gingen, die es auch
nen Mal verkauft worden. Wie viele Lieder
genannt. „Mit der Kultur hat man zusätzlich
wirklich wollen, und nicht mehr des bloßen
gibt es, die das Lebensgefühl einer Region
eine Schiene aufgemacht, die enormes Po-
Studierens willen studiert wird.
beschreiben, das man weltweit kennt? Das
tenzial hat“, freut sich nicht nur der Kufstei-
ist ein Glücksfall, dass der Name allein durch
ner Bürgermeister.
ein musikalisches Werk über den ganzen
Die Stadt selbst hat sich im Bereich der Ho-
Tourismus wird in Tirol eher mit den Tälern
Globus verteilt wird. Sogar Japaner kennen
tellerie in den letzten Jahren enorm weiter-
assoziiert denn mit Kufstein. Und doch hat
das Lied.“ Dabei verfügt Kufstein über kei-
entwickelt und den Kongresstourismus für
er sich über die Jahre als wichtiger Wirt-
ne besondere touristische Spezialisierung.
sich entdeckt. Mittlerweile konnten bereits
schaftszweig etabliert. Der Bezirk war schon
„Der Begriff ,Sommerfrische’ ist für Kufstein
renommierte Kongresse mit bis zu 1.000 Per-
vor hundert Jahren ein Tourismusgebiet,
geradezu ideal“, sagt Krumschnabel. Baden,
sonen an Land gezogen und damit eine neue
auch wenn sich die Ausrichtung über die
radfahren, wandern, klettern in den Bergen,
Klientel erschlossen werden. Häuser wie das
Jahrzehnte verändert hat. Doch Kufstein
ergänzt durch den Schwerpunkt Kultur. Die
Hotel Stadt Kufstein, das arte Hotel oder die
Tourismusregion
Das ganze Jahr ereignisreich Night-Shopping
KUlinaria 10. - 13. Mai
Ritterfest
4. Mai und 6. September
Kaiserfest
OperettenSommer
Almabtrieb
30. Juni
3. - 18. August
17. - 21. Mai
22. September
Glück.Tage
Kufstein unlimited
Rad WM
Herbst-Genusstag
24. - 26. Mai
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3. Oktober
Mehr Event- und Kulturhighlights auf www.kufstein.com
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Kufstein steht für Sportkompetenz. Die Stadt wird Startpunkt der heurigen Rad-Weltmeisterschaft sein.
passt“, ist auch Thomas Ebner überzeugt. Man muss ja nicht zwingend selbst mit dem Auto fahren. Ebner: „Schaut man nach München, ist man von einem Ende ans andere fast genauso lange unterwegs wie nach Kufstein. Es ist also nicht schwierig, zu uns zu © TVB KUFSTEINERLAND
kommen.“ Dennoch ist der Verkehr eines der Hauptprobleme in der Region. Ebner: „Es gibt hier mehrere Faktoren, die aufeinandertreffen: die Grenzkontrollen, die auf der Autobahn und in weiterer Folge in der Stadt regelmä-
„DAS GEHEIMNIS IST: MITEINANDER REDEN.“
KR Martin Hirner, Obmann der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Kufstein
ßig Staus produzieren, und die Vignettenthematik.“ Die Diskussion ist emotional, kostet aber unter anderem der Kufsteiner Innenstadt auch faktisch Frequenz, vor allem freitags und samstags, weil Tagesausflügler keine Lust mehr haben, zum Shoppen nach
Träumerei #8 sind entstanden. Krumschna-
Tourismusverbandes Kufsteinerland. Das ist
Kufstein zu fahren. „Es gibt von politischer
bel: „Diese Entwicklung hat wieder einmal
nicht nur touristisch wichtig, sondern auch
Seite viele Versprechungen. Jetzt harren
gezeigt: Wenn die öffentliche Hand inves-
in Bezug auf Betriebsansiedlungen und die
wir der Dinge“, so Ebner. Wirtschaftskam-
tiert – etwa in eine moderne, gefällige In-
Mitarbeiterakquise. Pühringer selbst hat
mermann Hirner setzt dabei auf die neue
nenstadt –, machen auch die Wirtschaft und
Mitarbeiter, die fast täglich von München
Bundesregierung: „Die SPÖ-Minister haben
private Investoren mit. Fängt einer damit an,
nach Kufstein pendeln. „Die Anbindung
uns in dieser Sache stets die kalte Schulter
ziehen die anderen nach.“ Dass sich Kufstein als Startort für die kommende Rad-Weltmeisterschaft beworben hat, ist ein weiterer Mosaikstein. Man hätte auch „nur“ die Junioren-WM bekommen können, doch man wollte Startort des Eliterennens sein. Und hat dafür gerne mehr Geld in Hand genommen. „Der Tourismusverband Kufsteinerland und die Stadt Kufstein investieren je eine Viertel Million Euro in das Projekt. Wir waren uns einig, dass wir, wenn sich die Möglichkeit bietet, bei dieser Veranstaltung in der ersten Reihe stehen wollen. Wir wollten erreichen, nicht nur als Sideevent wahrgenommen zu werden, sondern als Austragungsort des Rennens – gemeinsam mit Innsbruck, das Zielort sein wird. Anders als bei Indoorsportarten lässt sich beim Radsport die gesamte Region mit transportieren. Das ist ein enormer touristischer Benefit“, so Krumschnabel.
Problemfaktor Verkehr Historisch gesehen spielte Kufstein schon immer eine wichtige Rolle. Die Festung steht nicht umsonst genau dort, wo sie steht. Als Eingangstor zu den Tiroler Alpen. Auch die Grenznähe ist nicht von Nachteil. Im Gegenteil. „Wir haben uns als der zugänglichste alpine Lebensraum positioniert“, nennt es etwa Mag. Stefan Pühringer, Direktor des
48
VOR DER ZUKUNFT NICHT VERSCHLIESSEN
Nicht nur für die Wirtschaftskammer Kufstein ist das Thema Digitalisierung eines der aktuell vorrangigen, für sie aber ganz besonders. Durch die stets präsente Digitalisierung und deren Auswirkung auf Wirtschaft und Gesellschaft wird die Art und Weise zu arbeiten und zu leben weitestgehend verändert. Dabei sind verschiedene Faktoren notwendig, damit ein Wirtschaftsstandort weiterhin attraktiv bleibt. Die Wirtschaftskammer Kufstein hat daher zusammen mit der Fachhochschule die Innovationsplattform i.ku initiiert. Partner aus der Wirtschaft und anderen Organisationen sind darin ebenfalls engagiert. Das Konzept und das Projekt wurden und werden über eine Leaderförderung kofinanziert. „Digitalisierung findet statt, man darf nicht vorbeischauen“, sagt etwa der Kufsteiner Wirtschaftskammer-Obmann Martin Hirner. „Man darf sich vor der Zukunft nicht verschließen.“ Begonnen hat das Projekt mit einem Workshop im Jahr 2016, in den kommenden Jahren finden dazu regelmäßige i.kuDialoge statt – keine klassischen Branchentreffs, sondern ein überlappender Austausch von Unternehmen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung, mit dem Ziel, Kufstein als digitale Modellregion zu entwickeln. Der neue Masterstudienlehrgang „Data Science & Intelligent Analytics“ der Fachhochschule Kufstein knüpft daran, vorbehaltlich der Akkreditierung durch AQ Austria, fast nahtlos an. Ab Herbst soll dieser praxisorientiertes Spzialwissen in der Datenverarbeitung vermitteln und kombiniert fachliches Wissen und Kreativität in der Anwendung. Auch in der Stadt Kufstein laufen bereits Projekte, die fast ein wenig wie ScienceFiction anmuten: So werden in Bälde unter anderem selbstfahrende Busse getestet. Sollte der Test funktionieren, könnte das Vorhaben über das Projekt „Lebensraum Tirol 4.0“ des Landes in die Umsetzung gelangen. „Wir prüfen heute auch schon, wie in Zukunft Drohnenverkehr stattfinden kann“, erzählt unter anderem Bürgermeister Mag. Martin Krumschnabel. So könnte künftig etwa der Inn zur Straße für Drohnen werden. Vor allem geht es dabei um die Prüfung rechtlicher Fragen. „Wir können zuschauen und warten, was die Amerikaner machen, oder wir setzen Projekte um, wie aktuell etwa mit der FH Kufstein, und gestalten die Zukunft selbst“, sagt Krumschnabel. „Durch die Digitalisierung gibt es quasi keine regionalen Nachteile mehr. Durch das Internet und die globale Vernetzung kann man auch von Tirol aus ganz vorne mit dabei sein. Die Talente werden heute dort angesprochen, wo sie zuhause sind. Hier erwarte ich mir viel“, so der Bürgermeister.
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Die Festspiele in Erl werden mittlerweile in einer Liga mit Bayreuth genannt und sind eine wesentliche Säule der Kulturschiene Kufsteins.
gezeigt und die Tatsache, dass es in Kufstein an Samstagen regelmäßig zum Verkehrskollaps kommt, völlig ignoriert. Wir hoffen, dass sich das mit dem neuen Minister ändert.“ Auch die Asfinag fühlt sich nicht wirklich zuständig, dabei lägen Lösungsvorschläge auf dem Tisch. Hirner: „Es ginge um eine Verbindungsstrecke von rund 150 Metern zum Kreisverkehr Kufstein Süd, um den Verkehr umzulenken und aus dem Ortsgebiet von Kufstein-Zell und Langkampfen zu holen. Damit wäre den Anrainern viel geholfen.“ Nun hat die Kammer erst mal eine Studie dazu in Auftrag gegeben.
mer Platz für Neues“, findet Ebner. Konkret
tenzielle Entwicklungsflächen mit einem
In puncto Vignettenflucht würde sich Hirner
geht es um die Ansiedlung neuer Betriebe
Bauverbot. Bis 2019 sollten entsprechen-
die „alte“ Lösung zurückwünschen, als auf
im Bezirk: „Definitiv wird es in Kufstein kei-
de Schutzmaßnahmen errichtet sein, doch
der Strecke Kiefersfelden–Kufstein Süd
ne neuen flächenintensiven Betriebe geben,
scheitert es momentan noch an der Grün-
durch ein Abkommen mit der Asfinag keine
denn ein so schmales Tal sowie die Stadt
dung eines Wasserverbandes, um eben jene
Kontrollen durchgeführt wurden, das Be-
selbst stoßen naturgemäß an ihre Grenzen,
Maßnahmen einzureichen, Förderungen zu
nutzen der Autobahn bis dorthin also quasi
doch die Wirtschaft entwickelt sich generell
lukrieren und zu bauen. Flächen seien laut
mautfrei möglich war. Mit Dezember 2013
in eine andere Richtung – Stichwort: Digitali-
Wachter durchaus vorhanden, nun gelte es,
wurde diese Regelung jedoch nicht mehr
sierung. Da geht es weniger um Quadratme-
diese vernünftig zu verwalten. Nur kommt
verlängert. Nicht nur Hirner hofft, dass die
ter als um Rahmenbedingungen.“
mit dem Naturschutz ein weiteres Problem
neue Regierung hier wieder Ausnahmere-
Martin Hirner indes findet, in Kufstein gäbe
hinzu. „Wir haben zwei, drei Fälle, wo keine
gelungen schafft: „Wir wünschen uns einen
es noch durchaus das ein oder andere Plätz-
Betriebserweiterungen möglich sind, weil
Umbau des Gesetzes oder eine spezielle Lö-
chen, „wo es nicht schade wäre, einen Betrieb
morsche Bäume im Weg stehen. Das ist der
sung für Kufstein. Nicht nur die Stadt leidet
hinzubauen“. Man müsse Raum für die Zu-
Hemmschuh der Entwicklung“, formuliert
darunter, sondern auch die umliegenden
kunft schaffen: „Vor allem an den Randgebie-
es Hirner vielleicht etwas überspitzt, meint
Gemeinden wie Ebbs, Niederndorf, Lang-
ten einiger Gemeinden verwaldet viel Platz.
aber damit, dass der Naturschutz wohl nicht
kampfen, Kirchbichl bis über die Grenze
Ich bin selbst ein Naturmensch und das Zu-
immer ganz praktikabel interpretiert wird.
nach Kiefersfelden.“ Wachter und Hirner
sammenspiel aus Ökologie und Wirtschaft
„Wir sind uns einig, dass wir nicht auf jedem
sind jedenfalls optimistisch. Nach mehreren
muss funktionieren, aber mit Maß und Ziel
Hang neue Lifte brauchen oder man irgend-
Jahren Kampf wurde schließlich auch das
ließe sich vieles erreichen.“
wo im Wald neue Fabriken baut. Aber es gä-
samstägliche LKW-Fahrverbot auf der Aus-
In Wörgl sind es zudem die roten Zonen,
be durchaus Stellen, Randflächen, die sich
fahrt Kufstein-Süd ins Gewerbegebiet ge-
die Peter Wachter Kopfzerbrechen bereiten.
verhärten und entwickeln ließen. Hier muss
kippt. „Steter Tropfen höhlt den Stein“, sagt
2014 kam es zur Neuausweisung der Gefah-
mehr möglich sein.“ Und Wachter ergänzt:
Wachter.
renzonenpläne, die die Zukunft zahlrei-
„Es muss in Zonen, in denen es bereits Indus-
cher Orte am Inn bestimmt. Und vielfach
trie gibt, leichter sein, zu expandieren, dafür
einengt. Rote und gelbe Zonen, geplante
kann man in Gebieten, in denen die Natur
Wie es mit Kufstein wirtschaftlich weiter-
Hochwasserschutzbauten und Retentions-
wirklich schützenswert ist, strenger sein.“
geht, wird sich weisen. Die Verantwortlichen
flächen hemmen so manche Erweiterung
Die Kufsteiner werden vermutlich auch da-
zeigen sich jedoch zuversichtlich. „Es gibt im-
im Tiroler Unterland und belegen viele po-
für eine Lösung finden.
Die Zukunft
„ES GIBT IMMER PLATZ FÜR NEUES. DEFINITIV WIRD ES IN KUFSTEIN KEINE NEUEN FLÄCHENINTENSIVEN BETRIEBE GEBEN, DOCH IN ZUKUNFT GEHT ES GENERELL WENIGER UM QUADRATMETER ALS UM RAHMENBEDINGUNGEN UND ARBEITSKRÄFTE. KUFSTEIN VERFÜGT VOR ALLEM BEI DEN SOFTFACTS ÜBER AUSGEZEICHNETE STANDORTFAKTOREN. DAMIT WOLLEN WIR UNTERNEHMER MOTIVIEREN, HIER ZU INVESTIEREN.“ Thomas Ebner, Geschäftsführer Kufsteiner Stadtmarketing
50
eco.nova
promotion
Der Experte für Gewerbeund Industriebau
Mit RIEDERBAU-Total setzt das Kufsteiner Bauunternehmen einen weiteren Schritt in Sachen Service bei Gewerbe- und Industriebauten. Als Totalanbieter übernimmt das erfahrene Team von der Projektierung bis zur Instandhaltung alle Aufgaben für den Auftraggeber.
© RIEDERBAU / CHRISTOPH ASCHER
Das traditionsreiche Unternehmen RIEDERBAU kombiniert die Stärken eines handwerklich orientierten Baumeisterbetriebes mit innovativen Methoden.
Dank der zukunftsweisenden Planungsmethode BIM werden komplexe Projekte transparenter und die Kosten gesenkt.
D
Von der Planung über die Errichtung bis zum Gebäudemanagement bekommen RIEDERBAU-Total-Kunden alles aus einer Hand.
urchschnittlich 20 Gewerke müs-
mals gab es noch keine Totalunterneh-
Dadurch wird das Planen und Bauen in
sen bei Gewerbe- und Industrie-
men, die vom Entwurf bis zur schlüs-
Bezug auf Zeit, Kosten und Qualität so
bauten beauftragt, koordiniert
selfertigen Übergabe alles übernehmen
effizient wie nie zuvor.
und kontrolliert werden. Als Totalunter-
konnten. Dass Bauprojekte irgendwann
Trotzdem bleibt die Errichtung eines In-
nehmer bietet RIEDERBAU all diese Leis-
als 3-D-Modelle abgebildet werden kön-
dustrie- oder Gewerbebaus ein großer Auf-
tungen aus einer Hand. Auch bei Fragen zu
nen und durch die Erfassung aller Daten
wand, der viel Erfahrung und Kompetenz
Barrierefreiheit, Brandschutz und Energie-
die Wartung und Instandhaltung der Ge-
voraussetzt. Deshalb ist speziell in die-
effizienz bringen die Experten des haus-
bäude um ein Vielfaches erleichtert wird,
sem Sektor die Übergabe der kompletten
eigenen Planungsteams ihr Fachwissen
davon ahnte wohl niemand etwas. Als ei-
Verantwortung an einen Totalunterneh-
ein. Dadurch entstehen Lösungen, die sich
nes der wenigen Totalunternehmen Ös-
mer wie RIEDERBAU für Auftraggeber
durch Professionalität, Vorausschau und
terreichs arbeitet RIEDERBAU mit Buil-
besonders vorteilhaft. Kunden erhalten
Kostenoptimierung auszeichnen. Das Team
ding Information Modeling (BIM). Diese
bei Projektende eine umfassende Gebäu-
von RIEDERBAU-Total kümmert sich um
innovative Planungsmethode hat sich in-
dedokumentation inklusive 3-D-Modell,
alle anfallenden Arbeiten und übernimmt
ternational bereits in vielen Ländern als
die sie für den effizienten und nachhalti-
die volle Verantwortung für kleine und
Standard durchgesetzt und ersetzt die
gen Betrieb der Anlage verwenden kön-
große Bauvorhaben.
bisherigen zweidimensionalen Baupläne
nen. Das Planungsteam erarbeitet einer-
durch eine dreidimensionale Darstellung
seits die notwendigen Informationen wie
der Bauprojekte. Mit BIM werden auch in
die Gebäudestruktur, die Elektro- oder die
der Bauausführung sämtliche Prozess-
HKLS-Planung und begleitet andererseits
Als RIEDERBAU im Jahr 1956 gegründet
schritte digital erfasst, kombiniert und
die Implementierung der Gebäudedaten in
wurde, war die enorme Entwicklung der
vernetzt, sodass alle Beteiligten jederzeit
die Facility-Management-Software.
Bauindustrie noch nicht absehbar. Da-
Zugriff auf die aktuellen Daten haben.
// www.riederbau.at
Zukunftsweisende Planung bei RIEDERBAU
eco.nova
51
eco.wirtschaft
Die Top 25 Betriebe im Bezirk MA
PLATZ
FIRMENNAME
ORT
BRANCHE
1
Sandoz GmbH
Kundl
Herstellung von pharmazeutischen und biotechnischen Produkten
2
Montanwerke Brixlegg Aktiengesellschaft
Brixlegg
Kupferrecycling
3
Unterberger
Kufstein
Automobile & Immobilien
4
VIKING GmbH
Langkampfen
Gartengerätehersteller
5
Ing. Hans Bodner Baugesellschaft m.b.H. & Co KG**
Kufstein
Hochbau
6
Transped Europe GmbH
Wörgl
Dienstleistungen für den Verkehr
(140)
7
Berger Logistik GmbH
Wörgl
Dienstleistungen für den Verkehr
(263)
8
Coveris Flexibles Austria GmbH
Langkampfen
Herstellung von Verpackungsmitteln aus Kunststoffen
9
Unterer Gesellschaft m.b.H.**
Kundl
Dienstleistungen für den Verkehr
10
Morandell International GmbH
Wörgl
Großhandel mit Wein und Spirituosen
(216)
11
Top Logistik GmbH
Kufstein
Dienstleistungen für den Verkehr
(70)
12
Tirolia-Spedition Gesellschaft m.b.H.
Ebbs
Dienstleistungen für den Verkehr
(65)
13
VERTEX GmbH
Kirchbichl
Dienstleistungen für den Verkehr
(28)
14
Fercam Austria GmbH
Kundl
Dienstleistungen für den Verkehr
(85)
15
Traktorenwerk Lindner Gesellschaft m.b.H.
Kundl
Herstellung von land- und forstwirtschaftlichen Maschinen
16
Rissbacher Walter GmbH
Brixlegg
Großhandel mit Mineralölerzeugnissen
52
eco.nova
(VORJAHR)
4276 (3630)
302 (300)
545 (513)
414 (373)
1350 (1100)
155
292
320 (320)
50 (50)
225
70
68
57
65
229 (222)
16 (15)
UMSATZ
EGT *)
2016 1.700.000.000 (g) 2015 1.697.853.304 2014 1.555.617.128
2015 141.059.780 2014 65.056.910 2013 39.519.392
2016 559.200.000 2015 609.019.234 2014 518.022.902
2015 544.443 2014 -9.944.321 2013 -23.129.240
2016 286.593.000 2015 259.000.000 2014 240.800.000 2016 266.900.000 2015 193.886.134 2014 179.266.071 2016 260.000.000 2015 208.266.536 2014 210.450.578
2015 7.381.424 2014 6.861.949
2016 159.000.000 2015 157.528.942 2014 135.377.290
2015 5.661.893 2014 3.870.645
2016 150.000.000 2015 150.719.237 2014 132.403.718
2015 4.235.199 2014 3.610.695 2013 3.011.366
2016 124.300.000 2015 126.906.955 2014 124.405.303
2015 616.371 2014 -457.158 2013 470.670
2016 110.000.000 2015 101.190.942 2014 79.056.000 2016 97.944.000 2015 91.306.000 2014 85.503.000
2016 2.557.000 2015 1.433.000 2014 770.000
2016 80.200.000 2015 68.438.752 2014 60.356.540 2017 80.000.000 (g) 2016 80.000.000 2015 85.000.000 2016 80.000.000 2015 39.300.000 2014 50.051.209
2015 723.466 2014 646.343
2016 77.163.403 2015 64.664.591 2014 45.687.000
2015 2.961.327 2013 346.656
2016 72.539.000 2015 73.408.924 2014 66.882.896 2016 72.000.000 2015 77.500.000 (g) 2014 77.500.000
2015 1.128.261 2014 667.768 2013 825.991
eco.wirtschaft
PLATZ
MA
FIRMENNAME
ORT
BRANCHE
17
Inntaler Logistik-Park GmbH
Kufstein
Tankstellen
18
Anita Dr. Helbig GmbH
Kufstein
Herstellung von Wäsche
19
Travel Partner GmbH
Ellmau
Reisebüros
20
Besi Austria GmbH
Radfeld
Herstellung von elektronischen Bauelementen
21
METRON HANDEL GMBH
Langkampfen
Großhandel mit pharmazeutischen Erzeugnissen
22
Freudenberg Sealing Technologies Austria GmbH & Co. KG
Kufstein
Herstellung von Gummiwaren
23
Tiroler Glashütte GmbH (Riedel)
Kufstein
Herstellung von Hohlglas
24
Aqipa GmbH
Kundl
Großhandel mit Geräten der Unterhaltungselektronik
(40)
25
Haya International Trading OG
Kirchbichl
Großhandel mit Nahrungsund Genussmitteln
(3)
Auszug aus den econova Top 500 vom Juni 2017
*)
(VORJAHR)
7 (7)
200 (200)
115 (100)
220 (230)
30 (30)
390 (390)
209 (209)
40
4
UMSATZ
EGT *)
2016 2015 2014
71.025.434 65.347.717 86.031.622
2016 2014 2013
1.819.592 23.115 536.249
2016 2015 2014
65.100.000 (g) 65.028.332 65.852.826
2015 2014 2013
3.719.634 4.267.229 1.850.089
2016 2015
65.100.000 60.000.000
2015
2.030.000
2016 2015 2014
61.576.000 57.953.005 67.208.121
2015 2014 2013
4.681.864 5.132.996 9.033.754
2016 2015 2014
60.000.000 (g) 60.000.000 (g) 60.000.000 (g)
2016 2015 2014
55.619.000 (g) 54.796.888 53.419.422
2015 2014 2013
4.460.450 2.494.202 2.707.857
2016 2015 2014
51.000.000 (g) 50.710.513 49.109.021
2015 2014 2013
6.934.640 -2.489.851 1.713.972
2016 2015 2014
48.300.000 (g) 48.237.646 39.169.820
2016 2015 2014
2.625.554 4.564.468 4.843.272
2016 2015 2014
48.000.000 46.400.000 53.400.000
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eco.nova
53
eco.wirtschaft
INTERVIEW
Etwas weiterbringen wollen Er sei immer schon ein politischer Mensch gewesen, sagt Rechtsanwalt Mag. Martin Krumschnabel. Bereits die Reden Bruno Kreiskys hätten ihn fasziniert. Haben seine „Parteifreien“ bei den Gemeinderatswahlen 2010 in Kufstein noch fünf Mandate erzielt, waren es 2016 doppelt so viele. Krumschnabel selbst wurde mit fast 63 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister gewählt.
E
r wirkt entspannt, als wir ihn
dern auch im Bereich der Versorgung älterer
zum Interview im Stadtamt tref-
Menschen Akzente gesetzt. Darüber hinaus
fen. Mag. Martin Krumschnabel
braucht es eine positive bauliche und kultu-
mag es, Bürgermeister zu sein,
relle Entwicklung. Derzeit können sowohl
und man glaubt es ihm, wenn er sagt, es gehe
Kulturtreibende und an der Kultur Interes-
ihm nicht ums Amt an sich, sondern darum,
sierte in Kufstein auf ein großes Angebot
in Kufstein etwas zu bewegen. „Politik muss
zurückgreifen, aber auch Menschen, die sich
einem ein Bedürfnis sein“, sagt er. Seit die
in ihrer Freizeit mit Sport beschäftigen. Die
Parteifreien zur Wahl angetreten sind, haben
Stadt muss für alle da sein und die Menschen
sie sich der Kufsteiner Volkspartei stimmen-
haben gemerkt, dass es uns damit ernst ist.
mäßig kontinuierlich angenähert, um sie bei den Gemeinderatswahlen 2016 mit großem
In Innsbruck und anderen urbanen Ge-
Vorsprung zu überholen. Mit stattlichen 41,23
genden Tirols wird Wohnraum zusehends
Prozent haben „Die Parteifreien“ die Wahl klar
knapp, die Preise steigen. Wie gehen Sie mit
für sich entschieden und ihre Mandate von
dieser Problematik um?
fünf auf zehn verdoppelt.
Nachdem Kufstein ein ständiges Bevölkerungswachstum aufweist, ist diese Entwick-
ECO.NOVA: Kufstein ist in den letzten Jahren zur Vorzeigeregion für ein gelebtes Miteinander geworden. Wie hat man es geschafft, dass alle Verantwortlichen (TVB, Stadtmarketing, Kammern, Behörden …) an einem Strang ziehen?
MARTIN KRUMSCHNABEL: Es müssen immer mehrere Komponenten zusammentreffen, damit man eine solche positive Situation herbeiführen kann. Einerseits glaube ich, dass an allen entscheidenden Schaltstellen in unserer Region Menschen sitzen, die etwas weiterbringen wollen und die erkannt
„WIR KANDIDIEREN AUCH FÜR DEN TIROLER LANDTAG. WENN MAN UNS NICHT WÄHLT, SIND WIR AM 26. FEBER ABER KEINE GEBROCHENEN MENSCHEN.“ Bürgermeister Martin Krumschnabel
lung natürlich auch nicht spurlos an uns vorübergegangen. Wir haben in unserem Raumordnungskonzept von 2012 auf eine geordnete bauliche Entwicklung gesetzt und Qualität vor Quantität zu unserer Richtschnur gemacht. Wir mussten aber sehen, dass derartig viele Projekte auf den Markt kommen, dass wir trotz hoher Qualitätsanforderungen sehr viele Widmungs- und Bauansuchen haben. Wir sehen jedoch, dass nicht alle Wohnungen, die in den letzten Jahren gebaut wurden, auch tatsächlich allen Menschen zur Verfügung stehen. Zum Glück haben wir große Wohnbauprojekte von gemeinnützigen Bauträgern, wir
haben, dass das nur gemeinsam möglich ist. Ich selbst arbeite gerne mit Menschen zu-
Wünsche und Vorstellungen. Wir helfen aber
werden aber jetzt unser Raumordnungskon-
sammen und bin auch bereit, auf Vorschlä-
auch, wenn in Zweifelsfällen Verhandlungen
zept dahingehend anpassen, dass auch priva-
ge von anderer Seite einzugehen. Ich glaube
mit dem Land notwendig sind.
te Bauträger zumindest zum Teil geförderte Wohnungen bauen. Besonders für Bürger mit
auch, dass wir unsere Partner davon überzeugen können, dass es uns ein echtes Anliegen
Kufstein zeigt sich generell als internatio-
beschränkten finanziellen Möglichkeiten wird
ist, Kufstein in vielen Bereichen vorwärts zu
naler, junger Bezirk, die Stadt selbst ist sehr
es sonst immer schwieriger, eine Wohnung zu
bringen und dazu auch die entsprechenden
aktiv und hat eine enorme Entwicklung
finden. Dieser Entwicklung wollen wir aktiv
Mittel in die Hand zu nehmen. Wir überlas-
vollzogen. Was macht für Sie generell gute
entgegensteuern.
sen das Marketing nicht nur den Touristikern,
Stadtentwicklung aus? Was muss eine Stadt
sondern bringen uns hier aktiv ein, sowohl
bieten?
Kufstein hat Ende letzten Jahres am Audit
personell als auch finanziell. Wir hoffen nicht
Wenn man, so wie wir schon seit vielen Jah-
„familienfreundliche Gemeinde“ teilgenom-
nur darauf, dass sich die Wirtschaft positiv
ren, sehr stark auf das Thema Bildung setzt,
men. Welche Maßnahmen setzt die Stadt
entwickelt, sondern leisten durch neue Wirt-
ist natürlich auch die Jugend mit im Boot.
hier konkret und inwieweit setzt sich dies
schaftsförderungsrichtlinien unseren Beitrag.
Eine gute Stadtentwicklung erfordert aber,
auch in den Betrieben fort?
In unserer Funktion als Behörde und Verord-
dass man alle Interessengruppen an der Ent-
Das Audit dient uns dazu, einerseits die Stadt
nungsgeber arbeiten wir eng mit den Projekt-
wicklung teilhaben lässt. So haben wir nicht
insgesamt familienfreundlicher zu machen,
werbern zusammen und äußern klar unsere
nur Schulen und Kindergärten gebaut, son-
wir bemühen uns aber auch als Arbeitgeber
54
eco.nova
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INTERVIEW
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eco.wirtschaft
Kufstein hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt – wirtschaftlich wie städtebaulich.
für unser eigenes Personal einen familien-
freut es mich, dass wir auch hier gerade dabei
gend entwickelt und wir können auch dem
freundlichen Betrieb darzustellen. Wir haben
sind, zwei neue Hallen zu errichten, die ein
anspruchsvollen Tagungsbesucher jetzt hoch-
demgemäß die Bevölkerung von Kufstein
verbessertes und zusätzliches Angebot für
wertige Hotelzimmer anbieten. Es ist unser
hinsichtlich ihrer Wünsche befragt und dar-
Sportvereine in unserer Stadt darstellen.
gemeinsames Anliegen mit dem Tourismusverband Kufsteinerland, Kufstein auch als
auf bereits reagiert. Die positive Gestaltung des öffentlichen Raumes und die Erhöhung
Die Fachhochschule Kufstein feierte im ver-
Kongressstadt zu positionieren. Hier sehe ich
der Aufenthaltsqualität sind etwas, was sich
gangenen Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum,
ein großes Entwicklungspotenzial, da sich ne-
beispielsweise die Jugendlichen von der Stadt
generell ist Kufstein im Laufe der Zeit zum
ben der Stadt Kufstein auch private Betriebe
sehr gewünscht haben. Wir beziehen die Fa-
Bildungsstandort geworden. Inwieweit hat
in dieser Richtung spezialisiert haben.
milien von Anfang an ein und haben etwa
dies auch zur wirtschaftlichen Entwicklung
eingeführt, dass im ersten, zweiten und drit-
im Ort und der Region beigetragen?
Kufstein hat sich in den vergangenen Jahren
ten Lebensjahr jeweils ein Empfang auf der
Der Effekt der Fachhochschule und der Inter-
gut entwickelt, Tirol steht wirtschaftlich
Gemeinde stattfindet, den die Eltern gemein-
nationalen Schule beschränkt sich nicht dar-
generell sehr gut da. Gibt es dennoch Wün-
sam mit ihren Kindern besuchen. Jedes Kind
auf, dass wir als Bildungsstandort mehr denn
sche an die Landesregierung?
bekommt dabei ein Buch, was für die Stär-
je wahrgenommen werden, selbstverständ-
Tirol steht finanziell in der Tat gut da, zu tun
kung der Lesekompetenz enorm wichtig ist.
lich hat dies auch enorme positive wirtschaft-
gibt es aber immer etwas. Ich glaube, dass
In der Weihnachtszeit werden Familien mit
liche Auswirkungen auf die ganze Region.
man mehr könnte. Mit Investitionen in den
Kindern gesondert durch Barzahlungen ge-
Wenn in Kufstein rund 2.000 Studierende und
Bildungs- oder Pflegebereich könnten wir zur
fördert und wir haben einen eigenen Fonds
hunderte Lehrende leben, wohnen und kon-
Vorzeigeregion in Europa werden. Natürlich
aufgestellt, aus dem die Teilnahme an Schul-
sumieren, werden viele Millionen Euro pro
kostet das Geld, aber nicht so viel, als dass
veranstaltungen finanziert wird und sich die
Jahr in den Wirtschaftskreislauf eingebracht.
wir es nicht stemmen könnten. Trotzdem
Eltern keine finanziellen Sorgen darüber ma-
Damit ist gewährleistet, dass nicht nur jene
scheint bei den Verantwortlichen kein Ehr-
chen müssen. Wir haben auch das Frühstück
Menschen profitieren, die diese Bildungsein-
geiz vorhanden zu sein, diese Spitzenposition
an den Schulen eingeführt und eine Com-
richtungen besuchen, sondern im Prinzip die
zu erreichen. Das verstehe ich nicht. Es muss
puteria für die älteren Menschen installiert.
ganze Bevölkerung etwas davon hat.
doch immer der Anspruch sein, ganz vorne mitzuspielen – vor allem in einem der reichs-
Unser eigenes Personal wurde bereits intensiv über seine Wünsche befragt, hier wird in
Der Bezirk Kufstein ist eng verknüpft mit
ten Länder Europas und in diesem Land noch
den nächsten Jahren Schritt für Schritt die
Kunst und Kultur, wie unter anderem das
in einem der besten Bundesländer. Wir brau-
Umsetzung erfolgen. Auch einige Kufsteiner
kürzlich eröffnete Kultur Quartier zeigt.
chen uns nicht an Spanien, Portugal oder
Betriebe haben sich schon gemeldet, die sich
Welche Chancen bieten sich dadurch auch in
Ungarn zu orientieren, sondern müssen es
diesem Audit unterziehen.
Bezug auf den Tourismus?
an den Top-Destinationen in den jeweiligen
Das Besondere am Kultur Quartier ist die Tat-
Kategorien tun. Es gibt keinen Grund, war-
Welche Entwicklung macht Ihnen beson-
sache, dass wir einerseits unseren eigenen
um wir nicht das beste Bildungssystem ha-
ders Freude und wo sehen Sie noch Potenzi-
Vereinen und den Kulturveranstaltern eine
ben können, die besten Ärzte. Aber es muss
al/Aufholbedarf in der Stadt?
hochwertige Veranstaltungslocation bieten
ein ehrliches Anliegen sein. Natürlich können
Besonders freue ich mich darüber, dass wir
und dass auch die Wirtschaft darauf zurück-
wir auch dann gut leben, wenn alles so bleibt,
Schulen und Kindergärten neu gebaut und
greifen kann. Wir haben bei der Entwicklung
wie es ist, aber wir verwirklichen damit nicht
saniert haben und dass wir mit dem Kultur
des Projektes schon darauf Bedacht genom-
unsere Chancen. Das ist schade. Ich will nicht
Quartier endlich eine städtische Einrichtung
men, dass die Räumlichkeiten auch für Kon-
krankjammern, es herrscht beileibe keine Ka-
haben, um in höchster Qualität Vereinen und
gresse verwendet werden können, dement-
tastrophenstimmung, aber es ist kein Ausnüt-
Veranstaltern Raum zu bieten. Unsere Kul-
sprechend ist die technische Ausrüstung auf
zen unserer Möglichkeiten. In letzter Konse-
turszene wird dadurch enorm angeregt.
Veranstaltungen mit wirtschaftlichem Hin-
quenz scheuen wir uns davor, besser zu sein.
Die Sportvereine benötigen immer noch
tergrund bereits ausgerichtet. Parallel dazu
Ich weiß nicht, warum das der Fall ist, denn
mehr Hallen für die Wintersaison und daher
hat sich die Hotellerie in Kufstein hervorra-
die Möglichkeiten in Tirol sind gewaltig.
56
eco.nova
© SPAR/FOTO KARG
eco.promotion
zern 2016 einen Brutto-Verkaufsumsatz von 13,80 Milliarden Euro und damit ein Plus von 4,8 Prozent. Mit ein Grund für den Erfolg sind loyale, langjährige Mitarbeiter, die vielfach bereits im Unternehmen gelernt haben.
Talenteschmiede Mit derzeit über 2.300 beschäftigten Lehrlingen in Österreich ist SPAR der größte private österreichische Lehrlingsausbildner. In den Bundesländern Tirol und Salzburg werden aktuell über 300 Lehrlinge in Links: Das SPAR-Stammhaus in Kufstein. Den Markt darin gibt es immer noch. Rechts: Kürzlich bekamen sieben Mitarbeiter für ihre besonderen Leistungen den B-Führerschein gratis. SPAR-Vorstandsdirektor Hans K. Reisch, SPAR-Geschäftsführer Dr. Christof Rissbacher und Lehrlingsverantwortlicher Manuel Vogl (v. l.) freuen sich mit den erfolgreichen Lehrlingen.
20 verschiedenen Lehrberufen ausgebildet.
Kufsteiner Erfolgsgeschichte
SPAR-Meistern im Rahmen der Lehrab-
In Kufstein haben viele Unternehmen ihren Ursprung. Auch die SPAR-Organisation nahm hier ihre Anfänge. Heute ist SPAR mit derzeit über 2.300 beschäftigten Lehrlingen in Österreich der größte private österreichische Lehrlingsausbildner.
rer von SPAR Tirol und Salzburg: „Wir bei
I
68 SPAR-Talente haben dabei vor Kurzem ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und wurden gemeinsam mit zehn neuen schluss- und Meisterfeier ausgezeichnet. Dr. Christof Rissbacher, GeschäftsfühSPAR schreiben die Ausbildung und Förderung unserer Lehrlinge groß. Dafür wurden wir bereits vielfach ausgezeichnet. Dies erfüllt uns mit Stolz und bestätigt un-
m Jahr 1954 gründete der Kufsteiner Groß-
nehmens. Trotz einzigartiger Erfolgsgeschich-
ser erfolgreiches Engagement in der Lehr-
händler Hans F. Reisch mit 100 selbstän-
te und vielfacher Expansion ist SPAR bis heu-
lingsausbildung.“ Mit maßgeschneiderten
digen Kaufleuten die Handelsvereinigung
te ein zu 100 Prozent privates österreichisches
Entwicklungsmodellen stehen den Nach-
SPAR Tirol/Pinzgau. Mittlerweile steht sein
Unternehmen. An gesamt über 3.000 Stand-
wuchskräften auch nach der Lehrzeit alle
Enkel Hans K. Reisch an der Spitze des Unter-
orten im In- und Ausland erzielte der Kon-
Möglichkeiten offen. // www.spar.at
eco.nova
57
eco.wirtschaft
INTERVIEW
Weitsichtig planen Die Entwicklung einer Region wird durch die dort ansässigen Unternehmen geprägt. Mit der Bodner Gruppe hat Kufstein ein starkes Zugpferd.
W
ir haben in Kufstein starke Unternehmer, die stolz auf ihre Heimat sind und seit Jah-
ren hier investieren. Aufgrund beschränkter Platzmöglichkeiten ist es sehr wichtig, zukünftige Großprojekte sehr genau und zukunftsweisend und dennoch mutig zu planen“, sagt Sandra Bodner. Die Bodner Gruppe ist unter anderem mit dem Kultur Quartier oder den Kufstein Galerien maßgeblich an der Entwicklung Kufsteins beteiligt und seit 80 Jahren selbst im Ort ansässig. Wir sprachen mit Sandra Bodner über die Stadt und ihr Unternehmen.
ECO.NOVA: Wie beurteilen Sie den Wirtschaftsstandort Kufstein aus der Praxis? Wo liegen die Stärken, wo gibt es noch Potenziale?
SANDRA BODNER: Kufstein ist seit jeher ein interessanter Platz, sowohl geografisch durch die Lage im unteren Inntal an der Grenze zu Bayern, dort wo sich das Inntal öffnet, als auch geschichtlich, wo Kufstein mehrmals zwischen österreichischer und bayerischer Herrschaft wechselte. Dies macht uns Kufsteiner vielleicht etwas flexibler und offener. In den letzten Jahren hat sich in Kufstein unglaublich viel getan, was zum einen an Pri-
richtungen zum Bildungsstandort
Die Entwicklung eines Projektes wie des Kul-
vatinitiatoren und -investoren und zum ande-
geworden. Spüren Sie diese Dynamik
tur Quartiers dauert Jahre. So haben wir bei-
ren an öffentlichen Initiativen liegt.
als Arbeitgeber bzw. hilft es bei der
spielsweise die Kufstein Galerien im Oktober
Mitarbeitersuche?
2009 eröffnet, mit einer Entwicklungszeit
Bodner wurde 1913 als kleines Bauunterneh-
Wir sind ständig auf der Suche nach Perso-
von drei Jahren, dem voran gingen allerdings
men in Sillian in Osttirol gegründet, über-
nal, das geht vom Lehrling über den Fach-
Grundstücksankäufe, die im Jahr 2000 be-
siedelte in den 1930er-Jahren nach Nordtiol,
arbeiter bis zum Akademiker. Da wir jedoch
gannen. Mittlerweile sind die Galerien nicht
seit 1938 befindet sich der Firmensitz in
sehr handwerklich und technisch orientiert
mehr wegzudenken und haben die Einkaufs-
Kufstein. Haben Sie den Standort für sich
sind und mit unseren Standorten in ganz
stadt Kufstein aus einem Dornröschenschlaf
als Unternehmen je in Frage gestellt?
Westösterreich und Bayern agieren, sind
erweckt. Weitere Gebäudesanierungen ande-
Nein, Kufstein ist und bleibt unser Hauptfir-
eher höhere technische Schulen bzw. Han-
rer Immobilien in der Innenstadt waren die
mensitz und unsere Heimat. Über die Jahre
delsakademien und Hochschulen für uns
logische Konsequenz. Beim Kultur Quartier
unserer Expansion hat sich Kufstein immer
relevant. Kufstein als Bildungsstandort ist je-
verhielt es sich ähnlich. Jahre vor der Projek-
mehr als geografischer Mittelpunkt unserer
doch nicht in Frage zu stellen, sondern muss
tierungsphase wurden bereits Grundstücke
Tätigkeitsfelder herausgestellt. Wir sind mitt-
und soll noch weiter ausgebaut werden.
und Immobilien angekauft. Vor Baubeginn im Jahr 2014 wurde bereits fast drei Jahre
lerweile in der Schweiz, im gesamten ÖsterDie Bodner Gruppe ist nicht zuletzt durch
geplant, verhandelt und diskutiert. Nach ca.
das Kultur Quartier Kufstein wesentlich an
zweijähriger Bauzeit konnte das Projekt zum
Kufstein ist mit der Fachhochschule, Be-
der Stadtentwicklung beteiligt. Wo sehen
Großteil den Nutzern übergeben werden, das
rufsschulen und zahlreichen anderen Ein-
Sie selbst die Stadt in 20 Jahren?
heißt, dass die eigentliche Bauzeit im Ver-
reich sowie im bayerischen Raum vertreten.
58
eco.nova
eco.wirtschaft
„BEI WENIG PLATZRESERVEN, WIE WIR SIE IN KUFSTEIN VORFINDEN, MÜSSEN INNENSTÄDTE IN DIE HÖHE WACHSEN DÜRFEN. DIE UMWELT UND DIE NATUR TRETEN VERMEHRT IN DEN FOKUS. MENSCHEN WERDEN ÄLTER, FAMILIEN KLEINER, GROSSSTÄDTE WIE MÜNCHEN WACHSEN UNAUFHÖRLICH UND SIND OFTMALS NICHT ERSCHWINGLICH. AUCH DAS WERDEN WIR IN KUFSTEIN SPÜREN.“ Sandra Bodner
hältnis zur gesamten Projektierung nur etwa
se kann man nirgendwo so schön verbringen
samte Komplex von den Menschen als „ihr“
ein Drittel ausmacht. Somit sind ähnliche
wie bei uns. Das heißt, dass Kufstein weiter-
Kultur Quartier angenommen worden und
Großprojekte, die jetzt angedacht werden,
hin auf Qualität setzen muss – als Wohnort
praktisch jeder kennt den Theaterplatz, die
wahrscheinlich in sechs bis zehn Jahren erst
und als Wirtschaftsstandort.
Geschäfte und Lokale, das Hotel, die Bank und auch die Veranstaltungsräume, die von
fertig. Das bedeutet, dass man vorausschauend denken muss. Man muss offen sein für
Was macht das Kultur Quartier
der Stadt Kufstein gekauft und bespielt
moderne, mutige Stadtentwicklung. Bei we-
so besonders?
werden.
nig Platzreserven, wie wir sie in Kufstein
Mit dem Kultur Quartier haben wir eine
Für eine gute Stadtentwicklung braucht es
vorfinden, müssen Innenstädte in die Höhe
Jahrhundertchance für Kufstein genutzt.
mutige und potente Investoren, die geerdet
wachsen dürfen. Die Umwelt und die Natur
Wir haben mitten in der Stadt ein neues
sind und dennoch Träume haben. Und es
treten vermehrt in den Fokus. Menschen
Herz entwickelt. Entgegen allem Wider-
braucht Politiker, die ebenso denken und
werden älter, Familien kleiner, Großstädte
stand aus der Vergangenheit, der sowohl
bestenfalls weit über ihre Legislaturperio-
wie München wachsen unaufhörlich und
von verständlicherweise skeptischen Bür-
den hinaus für ihre Städte handeln. Wenn
sind oftmals nicht erschwinglich. Auch das
gern als auch von ebensolchen Politikern
beide auf Augenhöhe agieren und die in
werden wir in Kufstein spüren. Viele wollen
kam, haben wir unsere Idee, ein innerstädti-
Kufstein eingeschlagene Richtung nicht aus
in der Großstadt arbeiten, aber in der Natur
sches urbanes Quartier zu errichten, nie aus
den Augen verlieren, sind wir auf einem per-
wohnen. Die Freizeit wird wichtiger und die-
den Augen verloren. Mittlerweile ist der ge-
fekten Weg.
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59
eco.wirtschaft
INTERVIEW
Zwei, die sich mögen Dass es gemeinsam leichter geht, ist keine wirklich neue Erkenntnis. Dennoch scheitert der theoretische Gedanke eines gelebten Miteinanders oft an der Realität. In Kufstein hat man es geschafft, eine gemeinsame Basis zu finden und aus Wirtschaft und Politik Partner zu machen. Wenn Weitblick auf Mut trifft, ist vieles möglich.
K
ufstein hat sich in den ver-
Spitze – die Zusammenarbeit einen neuen
GmbH“ ein gemeinsames Unternehmen ge-
gangenen Jahren gesamt-
Spin bekommen hat.
gründet (TVB und Stadtgemeinde sind zu je
wirtschaftlich gut entwickelt
50 Prozent Gesellschafter), im Zuge dessen
ECO.NOVA: Kufstein ist eine der wenigen
die Ideen und Werte in ein nachhaltiges Kor-
mus in Tirol vor allem mit den Tälern ver-
Regionen Tirols, wo die Zusammenarbeit
sett gegossen wurden.
knüpft wird, so spielt er auch am östlichen
aus Wirtschaft, Tourismus und Politik bei-
THOMAS EBNER: Wir möchten uns bei
Ende des Bundeslandes seine Rolle. Dass das
nahe reibungslos zu funktionieren scheint.
der Arbeit nicht nur auf die Stadt Kufstein
Zusammenspiel zwischen Wirtschaft und
Was ist in den letzten Jahren passiert, um
fokussieren. Wir sind eng mit den Umland-
Tourismus funktioniert, zeigt auch die Tat-
an diesen Punkt zu kommen?
gemeinden verbunden und versuchen,
sache, dass sich zu unserem Interview mit
STEFAN PÜHRINGER: Wir haben ver-
Standortpolitik auch für die in Summe neun
Mag. Stefan Pühringer und Thomas Ebner
sucht, mit frischem Wind an die Aufgaben
Umlandgemeinden zu betreiben. Die Stadt
der Direktor des Tourismusverbandes Kuf-
der Zukunft heranzugehen. Das Stadtmar-
ist wirtschaftlich eng mit diesen verknüpft,
steinerland und der Geschäftsführer des
keting rund um Thomas Ebner, der schon
der Standort generell gut vernetzt – quer
Kufsteiner Stadtmarketings gemeinsam ein-
länger in der Kaufmannschaft tätig war, hat
über alle Branchen bis in die Kultur.
finden. Dieses Miteinander hat sich in den
sich formiert. Ich bin neu von außen in den
und auch wenn der Touris-
letzten Jahren noch einmal verstärkt, weil
Tourismusverband gekommen und wir ha-
In der Regel ist ein sinnvolles Miteinander
nicht zuletzt durch personelle Wechsel – un-
ben versucht, eine gemeinsame Markenstra-
immer die bessere Lösung. Warum schei-
ter anderem bekam der TVB einen neuen
tegie zu erarbeiten, um die Region nach vor-
nen sich Wirtschaft und Tourismus doch
Aufsichtsrat und Vorstand, politisch steht
ne zu bringen. Bis Ende 2016 war es eine eher
oft aneinander zu reiben?
mit Bürgermeister Mag. Martin Krumschna-
lose Kooperation, Anfang 2017 wurde schließ-
EBNER: Wirtschaft und Tourismus sind ei-
bel ein Vertreter der „Parteifreien“ an der
lich mit der „Standortmarketing Kufstein
gentlich keine Gegensätze, weil der Touris-
60
eco.nova
eco.wirtschaft
© LOLIN
In der Kommunikation setzt der Tourismusverband stark auf das Naturerlebnis – Kultur in Kombination mit den Bergen.
mus ein Teil der Wirtschaft ist. Insofern sind die meisten Projekte im Bereich des Tourismusmarketings für alle Wirtschaftsbereiche von Nutzen. Daraus ergeben sich auch viele Synergien. Erst im Laufe der Zusammenarbeit kommt man drauf, dass man in der Vergangenheit in vielen Belangen parallel gearbeitet und damit viel Energie verbrannt hat. Ideen zu bündeln, kann extrem befruchtend sein. Es macht durchaus Sinn, die Bedürfnisse der verschiedenen Bereiche zu synchronisieren. Kufstein ist sehr eng verknüpft mit Kunst und Kultur, andererseits ist die Region sehr vielfältig aufgestellt. Wo soll in Zukunft der Fokus liegen?
EBNER: Eine gewisse Breite wird es in einem Standort wie Kufstein immer geben. Es ist nicht möglich,
Bereit für den Frühling? Hol dir die Neuheiten der Saison.
dass man als Stadt oder Region einen extrem spitzen Markenkern herausarbeitet, dem sich alles andere unterordnet. Kultur ist historisch gesehen ein wichtiger Markenbestandteil, dadurch hat sich schon seit vielen Jahren eine lebendige und professionell arbeitende
www.kufstein-galerien.at eco.nova
61
eco.wirtschaft
INTERVIEW
„DIE MENSCHEN, DIE AKTUELL AM SCHACHBRETT STEHEN, KÖNNEN WERTFREI MITEINANDER ZUSAMMENARBEITEN.“ Mag. Stefan Pühringer, MA, Direktor des TVB Kufsteinerland
„WENN WIR NEUE PROJEKTE ANGEHEN, DANN ORDENTLICH. QUALITÄT STEHT AN OBERSTER STELLE.“ Thomas Ebner, MA, Leiter des Stadtmarketings
Kulturszene herauskristallisiert. Mit dem
Kultur ginge. Wir haben mit dem Festspiel-
Qualität passiert. Das Bewusstsein dafür ist
neuen Kultur Quartier in Kufstein ist man
haus Erl einen wahren Leuchtturm, den wir
enorm gestiegen, und in Qualität wird auch
dem Wunsch vieler Kulturtreibenden in der
in der Vermarktung und der Positionierung
gerne Geld investiert.
Region gerecht geworden, eine angemesse-
des Kulturtourismus natürlich gerne nut-
ne Spielstätte in der Stadt zu haben. Es ist
zen. Auch der Operettensommer ist über die
Haben Sie Sorge, dass sich die gute Zusam-
sicher ein Luxus, dass sich eine Stadt wie
Grenzen hinaus bekannt. Wir sind gerade
menarbeit ändern könnte, wenn sich die
Kufstein einen solchen Ort leistet, aber man
dabei, einen Trägerverein für die Vermark-
handelnden Personen ändern?
merkt schon in den ersten Monaten – und
tung der Kulturprojekte zu gründen, quasi
EBNER: Die Gefahr, dass sich an dem guten
eigentlich bereits im Vorfeld – dass es ein
als Vernetzungsprojekt in der Region. Gene-
Klima etwas ändert, besteht immer. Es war
richtiger und wichtiger Schritt war, damit
rell fokussieren wir uns in der Kommunikati-
aber unser größtes Ziel in der Entwicklung
ein großer Ruck durch die Szene gegangen
on stark auf die Landschaft, das Bergerlebnis
der gemeinsamen Gesellschaft, dass sie po-
und die Motivation der handelnden Perso-
in Kombination mit Kultur.
sitiv und nach vorne gerichtet ist. Wir haben
nen, von denen die meisten ehrenamtlich
das Korsett derart gestaltet, dass es nicht so
arbeiten, enorm groß ist. Die Reaktionen auf
Das Kultur Quartier hat einen wesentli-
leicht von einem persönlichen Konflikt oder
die ersten Produktionen wie den „Käfig vol-
chen Beitrag zur Entwicklung von Kufstein
einem auftauchenden Problem aus der Bahn
ler Narren“ vom Stadttheater sind extrem
beigetragen. Was macht für Sie generell
geworfen werden kann, sondern auch dann
positiv. Wir versuchen diese Emotionen nun
gute Stadtentwicklung aus?
stabil bleibt. Wenn es gut läuft, muss man die
aus marketingtechnischer Sicht einzufangen
EBNER: Wir haben das große Glück, dass
Chance nutzen, sich nicht nur darüber freu-
und nach außen darzustellen, um daraus
die handelnden Politiker offen sind, einen
en, sondern auch an die Zukunft denken. Das
entsprechende Wertschöpfung für die Regi-
großen Weitblick beweisen und Entwicklun-
ist uns, glaub ich, ganz gut gelungen. Das Ver-
on zu generieren.
gen entsprechend unterstützen und sie mit
ständnis in der Politik und bei den Funktio-
visionären Ideen in Verbindung bringen. Ein
nären ist geweckt worden und ich denke, dass
Kufstein wird in einer ersten Assoziation
Beispiel sind die Shared-Space-Zonen. Diese
mittlerweile alle verstanden haben, dass man
nicht unbedingt mit Tourismus in Verbin-
haben anfangs zu Diskussionen geführt und
gemeinsam mehr erreicht. Dieses Denken hat
dung gebracht. Fühlen Sie sich als Touris-
nicht jedem gefallen, inzwischen steht die Be-
bereits jetzt nachhaltige Spuren hinterlassen.
musregion manchmal unterschätzt?
völkerung dahinter. Natürlich war auch das
PÜHRINGER: Innerhalb Tirols mittlerweile
PÜHRINGER: Wir haben gemeinsame Zie-
Kultur Quartier ein großer Schritt, doch die-
le, eine Vision und eine Strategie, hinter der
nicht mehr. Wir sind sehr gut aufgenommen
sen Mut braucht es. Den haben die Verant-
alle von den Touristikern bis zur Kaufmann-
worden und haben unseren Platz gefunden.
wortlichen auch bewiesen, als sich Kufstein
schaft stehen. Dieser Markenprozess ist sehr
Da wir keine klassische Sport- und Skides-
als Startpunkt für die Rad-WM beworben
breit und über alle Branchen hinweg auf-
tination sind, fallen wir in der Außenwer-
hat. Die Stadt und der TVB haben gemein-
gestellt. Es ist viel Sensibilisierung und Be-
bung aber manchmal leider noch durch den
sam einen souveränen Auftritt hingelegt.
wusstseinsarbeit passiert, die nicht nur an
Rost. Wir würden uns wünschen, dass die
PÜHRINGER: Wenn wir Projekte umsetzen,
der Oberfläche kratzt. Das macht uns zuver-
Tirol Werbung noch etwas mehr in Richtung
dann immer unter der Prämisse, dass es mit
sichtlich für die Zukunft.
62
eco.nova
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D
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nehmens ist in vielerlei Hinsicht
aber nicht möglich. Hier spielen viele Fak-
eine große Herausforderung, eben-
toren eine Rolle: Neben dem Liquiditätsma-
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63
Bezirk Kufstein in Zahlen 970 km2 FLÄCHE
28 %
der Fläche sind Dauersiedlungsraum
107.233
Der Bezirk Kufstein bedeckt
Von 2010 bis 2016 ist die Einwohnerzahl
DER GESAMTFLÄCHE
EINWOHNER
um 6,7 % gestiegen.
7,7 %
des Landes Tirol
Bis 2030 rechnet man mit
118.000 Einwohnern
4.671.759 NÄCHTIGUNGEN im Tourismusjahr 2016
5.918
BETRIEBE DER GEWERBLICHEN WIRTSCHAFT
davon 53,5 % Einpersonenunternehmen (EPU)
GEMEINDEABGABEN
Haushaltsjahr 2015:
46.529
UNSELBSTÄNDIG BESCHÄFTIGTE
(November 2017, laut AMS)
384
UNTERNEHMENSGRÜNDUNGEN
55.843.925 Euro
= 521 Euro/Einwohner davon GRUNDSTEUER: 8.953.537 davon KOMMUNALSTEUER: 39.162.714
30
BRUTTOWERTSCHÖPFUNG/EINWOHNER:
38.457 Euro
GEMEINDEN, darunter 2 MARKTGEMEINDEN (Brixlegg, Kundl) und
Kufstein: 18.973 Wörgl: 13.537 Kirchbichl: 5.737 Ebbs: 5.542 Kramsach: 4.805 Kundl: 4.300 Wildschönau: 4.258 Langkampfen: 4.011 Söll: 3.641 Breitenbach am Inn: 3.452
AUSGEWÄHLTE INVESTITIONEN
(NACH EINWOHNERN)
DIE 10 GRÖSSTEN GEMEINDEN
3 STÄDTE (Kufstein, Rattenberg, Wörgl)
ARBEITSLOSENQUOTE
im November 2017:
6,2 %
Die Firma Bodner investierte rund
50 Millionen Euro
in das Kultur Quartier Kufstein. Die Baukosten des Festspielhauses Erl beliefen sich auf rund 36 Millionen Euro, rund 20 Millionen davon kommen von der Haselsteiner Privatstiftung.
Der Bezirk Kufstein erhält für verschiedene Projekte
rund 3,8 Millionen Euro aus dem Gemeindeausgleichsfonds – der Großteil fließt in Instandhaltung von Brücken, Straßen und Wegen, rund 32.500 Euro in den Breitbandausbau.
Durchschnittliches
Bruttolohneinkommen 2015:
565
1.699
LEHRBETRIEBE
Männer
WISSENSWERTES
2.900 Euro
Frauen
LEHRLINGE
1.881 Euro
RATTENBERG ist mit einer Fläche von ca. 10 Hektar und rund 400 Einwohnern die KLEINSTE STADT ÖSTERREICHS.
1850 wurden die Viertel von Ellmau, Scheffau und Söll zu einer Gemeinde mit dem Namen Söll vereinigt. 1865 wurde das Gebiet wieder in drei selbständige Gemeinden aufgeteilt.
MAG. MARTIN KRUMSCHNABEL (Die Parteifreien) wurde im Feber 2016 mit 62,7 % zum BÜRGERMEISTER VON KUFSTEIN gewählt.
BRANDENBERG (1.519 Einwohner) ist mit 130,02 km2 die flächenmäßig GRÖSSTE GEMEINDE im Bezirk.
BIS 1970 wurden in der Glockengießerei Bühl in
Bad Häring Bronzeglocken gegossen. Die Festung Kufstein wurde 1205 ERSTMALS URKUNDLICH ERWÄHNT.
ELLMAU ist mit 775.402 NÄCHTIGUNGEN im Jahr 2016 NÄCHTIGUNGSSTÄRKSTE Gemeinde in Kufstein, gefolgt von
der Wildschönau und Söll. Aktuellst verfügbare Werte (Daten 2016, falls nicht anders angegeben). Quellen: Statistik Austria, Landesstatistik Tirol, Wirtschaftskammer, AMS
eco.steuern
Ammenmärchen von der Steuer Schrecklich, was die Leute sagen und was man alles so hört. Zum Glück stimmt nicht gar alles davon. Starten wir doch positiv in ein glückliches neues Jahr 2018 und räumen mit den drei übelsten Gerüchten rund um die Steuer auf. // TEXT: STB DR. VERENA MARIA ERIAN, STB RAIMUND ELLER, STB MAG. EVA MESSENLECHNER
Gerücht Nummer 1
Tarif. Das Gegenteil davon wäre eine so ge-
heißt, auch bei steigendem Einkommen blei-
„Wenn man mehr arbeitet und bestimmte
nannte „flat rate“ mit einem einheitlichen
ben die einzelnen Schichten darunter für sich
Einkommensgrenzen überschreitet, dann
konstanten Steuersatz. Konkret gilt in Öster-
komplett unberührt bestehen. Damit sind un-
kann unter dem Strich sogar weniger übrig
reich derzeit folgender Tarif:
abhängig vom Gesamtverdienst immer 11.000
bleiben als vorher.“
Euro steuerfrei, die nächsten 7.000 (11.000 bis
„Fürs mehr arbeiten wird man in Österreich
Steuerpflichtiges
bestraft“, sagen die Leute. Aber kann das sein?
Jahresgesamteinkommen
Das wäre ein negativer Leistungsanreiz und
bis 11.000 Euro
würde unweigerlich zu kommunistischen Zu-
über 11.000 bis 18.000 Euro
25 %
ständen führen. So weit ist es Gott sei Dank
über 18.000 bis 31.000 Euro
35 %
doch noch nicht gekommen. Also, woher
über 31.000 bis 60.000 Euro
42 %
// Beispiel: Stünde eine Person, die bisher
kommt dieses Gerücht und wie ist es wirklich?
über 60.000 bis 90.000 Euro
48 %
ein steuerpflichtiges Jahreseinkommen von
über 90.000 bis 1 Mio. Euro
50 %
90.000 Euro hatte, nun vor der Überlegung,
über 1 Mio. Euro
55 %
einen weiteren Auftrag mit einem Zusatzge-
// Tatsächliche Sachlage: Wie bei jedem Ge-
Steuersatz
18.000 Euro) werden mit 25 Prozent besteuert, ein weiterer Einkommensteil in Höhe von
0%
13.000 Euro (18.000 bis 31.000 Euro) unterliegt einem Steuersatz von 35 Prozent usw.
winn von 10.000 Euro anzunehmen, kommt
rücht ist auch hier insofern ein Quäntchen Wahrheit dabei, als dass der Steuersatz bei
Wie im Schaubild (oben rechts) dargestellt,
der Steuersatz von 50 Prozent nur für diese
steigendem Einkommen tatsächlich höher
ist diese Staffelung wie ein Schichtkuchen,
10.000 Euro zum Tragen. Alles darunter wird
wird. Man nennt dies einen progressiven
Schicht für Schicht, isoliert zu sehen. Das
gleich versteuert wie bisher, womit der be-
66
eco.nova
eco.steuern
// Tatsächliche Sachlage zum Thema Steuernachzahlungen: Zudem will freilich auch die Finanz ihren Obolus. Hier dauert es zwar nicht ganz so lange, bis der Tag der Wahrheit kommt, aber das Prozedere ist ähnlich gefährlich: In den ersten zwei Jahren belaufen sich die Steuerzahlungen auf null, dann kommt die erste Nachzahlung für das erste Jahr plus gleichzeitig eine noch höhere Akontierung für das laufende Jahr. Wenn wir bei vorigem Beispiel mit einem steuerpflichtigen Gewinn von 70.000 bleiben, so resultiert daraus eine Einkommensteuerbelastung in Höhe von rund 20.000 Euro. Diese wird bei treffenden Person auch nach Steuer unterm
// Tatsächliche Sachlage zum Thema Sozial-
einer Gründung im Jahr 2014 spätestens An-
Strich mehr bleibt als vorher. Konkret hät-
versicherung (SVA): Auch hier bestätigt sich
fang 2016 vorgeschrieben. Ebenso im Jahr
te diese Person dann jedenfalls 5.000 Euro
die These, dass jedem Gerücht ein Körnchen
2016 kommt es zur erstmaligen Einhebung
mehr in der Tasche. Bei Inanspruchnahme
Wahrheit innewohnt: In den ersten drei Jah-
von Einkommensteuervorauszahlungen für
des Gewinnfreibetrages kann dieser Zuge-
ren werden in der Regel nur die Mindestbei-
das aktuelle Jahr auf Basis des Jahres 2014
winn netto auf 5.650 Euro erhöht werden.
träge vorgeschrieben. Diese gelten jedoch nur
von weiteren 20.000 plus einem 9-prozentigen
Diese Überlegungen gelten auch dann, wenn
vorläufig. Nach drei Jahren folgt die erste
Zuschlag. Das heißt, der Unternehmer muss
das Einkommen bisher unter der Steuer-
Nachberechnung anhand der reellen Zahlen,
im Jahr 2016 über 40.000 Euro allein für die
grenze von 11.000 Euro lag und bis dato kom-
was bei guter Geschäftslage zu einer kräfti-
Finanz berappen. Aber auch dieser Betrag ist
plett steuerfrei war. Hier meint so mancher,
gen Nachzahlung führt. Gleichzeitig werden
nicht aus einem einzigen Jahresergebnis zu
er solle nicht mehr arbeiten, da er ansonsten
die laufenden Beiträge an das tatsächliche
stemmen. Vielmehr ist fast die Hälfte davon
Steuern zahlen müsse. Prinzipiell stimmt
Niveau des drittvorangegangenen Jahres an-
aus Reserven des Jahres 2014 zu bedienen.
das schon, aber die Steuern fallen ja nur für
gepasst. Im Ergebnis bedeutet das, dass ein
das zusätzliche Einkommen an. Der Steuer-
Neugründer im Jahr vier oftmals die Beiträge
// Tatsächliche Sachlage Steuer & SVA zusam-
freibetrag von 11.000 bleibt ungekürzt weiter
für gleichzeitig zwei Jahre zu tragen hat. Da
men: Im vierten Jahr, in unserem Beispiel also
bestehen. Kann nun jemand seinen Output
erreicht die SVA-Gesamtbelastung bei kons-
im Jahr 2017, treffen Steuer und Sozialversi-
nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge
tanter Ertragslage dann mitunter um die 40
cherung jeweils mit der doppelten Belastung
von bisher 11.000 auf 18.000 Euro erhöhen, so
Prozent des Jahresgewinnes.
(für zwei Jahre) zusammen. Jetzt kommt zu den regulären Einkommensteuervorauszah-
zahlt er nur von den zusätzlichen 7.000 Euro Steuern. Das sind konkret 1.750 Euro. So-
// Beispiel: Ein Neugründer, der 2014 gestar-
lungen für das aktuelle Jahr die Steuernach-
mit hätte diese Person in Zukunft statt netto
tet ist und bereits im ersten Jahr so erfolg-
zahlung für das zweite Jahr (also 2015) sowie
11.000 nun 16.250 Euro für sich.
reich war, dass sein steuerpflichtiger Gewinn
auch die Belastungen aus den Beiträgen zur
70.000 Euro erreichte, bekam in den ersten
Sozialversicherung hinzu. In unserem Bei-
// Conclusio: Mehr zu verdienen, zahlt sich rein
drei Jahren die Mindestbeiträge von rund 150
spiel heißt das nun also ca. 40.000 Euro Steu-
finanziell immer aus. Da die Steuer in jedem
Euro monatlich vorgeschrieben. Das waren
ern plus rund 30.000 Euro Sozialversicherung.
Fall nur einen bestimmten Prozentsatz vom
in den Jahren 2014 bis 2016 pro Jahr also rund
Damit muss unser Unternehmer in dem Bei-
Einkommen ausmachen kann (maximal 55
1.800 Euro.
spielfall im Jahr 2017 dann plötzlich in Sum-
Prozent, siehe Schaubild), kann auch zusätzli-
Im Jahr 2017 zeigt sich die Realität: Die Vor-
me rund 70.000 Euro auf den Tisch legen. Das
ches Einkommen nicht von der korrespondie-
schreibungen für das laufende Jahr 2017
sind bei gleich bleibender Geschäftslage 100
renden Steuer gänzlich aufgezehrt werden.
werden gemäß dem Steuerbescheid 2014
Prozent seines Jahresgewinnes! Das ist aller-
(70.000 Euro Gewinn) entsprechend ange-
dings nur die halbe Wahrheit. Schaut man
passt, gleichzeitig wird die Nachzahlung für
über den Tellerrand hinaus, so ist unschwer
„Wenn man sich in die Selbständigkeit wagt,
das Jahr 2014 vorgeschrieben. 2017 kommt es
zu erkennen, dass in diesen vier Jahren in
dann frisst es einen im dritten Jahr.“
dann anstelle der bisherigen Vorschreibung
Summe 280.000 Euro (4 x 70.000) erwirt-
„Im dritten Jahr bekommt man vom Finanz-
von in etwa 1.800 Euro zu einer Gesamtbelas-
schaftet wurden und dafür in Summe rund
amt und von der SVA aus heiterem Himmel
tung von rund 30.000 Euro. Das sind mehr als
115.000 Euro an die SVA und das Finanzamt
solch astronomische, völlig aus der Luft ge-
40 Prozent des Jahreseinkommens. Davon
gehen. Ehrlicherweise muss man nun noch
griffene Nachzahlungen vorgeschrieben, da
entfallen allerdings über 10.000 Euro auf die
berücksichtigen, dass dann im Jahr 2018 noch
frisst es einen“, sagen die Leute. Schauen wir
Nachzahlung für das Jahr 2014. So belasten
die Nachzahlung für die SVA betreffend das
uns die Sache doch einfach auch hier einmal
in Wahrheit also nur ⅔ der SVA-Beitragsvor-
Jahr 2015 in Höhe von rund 11.000 Euro und
ganz genau an und Sie werden sehen, wenn
schreibungen das laufende Jahr, ⅓ kann und
im Jahr 2019 noch eine SVA-Nachzahlung für
man es richtig macht, dann frisst „es“ einen
soll durch eine entsprechende Rücklage aus
2016 von rund 17.000 Euro ins Haus stehen.
nicht.
dem Jahr 2014 bedient werden.
Da die Sozialversicherungsbeiträge zur Gän-
Gerücht Nummer 2
eco.nova
67
eco.steuern
ze von der Steuerbemessungsgrundlage in Abzug gebracht werden können, steht den Nachzahlungen an die SVA für 2014 bis 2016 allerdings auch eine Steuergutschrift in Höhe von insgesamt über 24.000 Euro gegenüber. In Summe stehen somit den Gewinnen aus den ersten vier Jahren in Höhe von 280.000 Euro (vor Abzug der SVA-Nachzahlungen) Abgaben von insgesamt rund 120.000 gegenüber, womit dem Steuerpflichtigen immerhin noch 160.000 Euro, im Schnitt also 40.000 Euro netto p. a. verbleiben.
gulierung: Wenn Sie in diesem Beispiel von Beginn an jedes Jahr von den 70.000 Euro Gewinn rund 30.000 Euro für die Steuer und
© HOFER
// Conclusio: Gewinnplanung & Steuerre-
die SVA, unabhängig von den tatsächlichen
Koproduktion der Ärztesteuerberater vom Team Jünger und der Team Tirol Steuerberater GmbH: StB Dr. Verena Maria Erian, StB Mag. Eva Messenlechner und StB Raimund Eller, v. l.
Vorschreibungen, reservieren und von den verbleibenden 40.000 Euro leben, kann es Sie keinesfalls fressen. Wir empfehlen gegen En-
seiner steuerpflichtigen Bürger – er nimmt
tragen Sie in der Regel selbst und reduzieren
de jeden Jahres eine professionelle Zwischen-
aber immer nur einen Teil (maximal 55 %)
damit Ihr Nettoeinkommen. Hinsichtlich ei-
gewinnermittlung und Jahreshochrechnung.
und niemals 100 Prozent. Das gilt für Ein-
nes tollen Autos mag das noch insoweit Sinn
Verlangen Sie von Ihrem Steuerberater kon-
nahmen und Ausgaben gleichermaßen.
machen, als Sie damit persönlich eine Freude haben und sich das ganzheitlich gesehen
krete Handlungsempfehlungen zur optimalen Steuer- und Abgabenplanung. Ebenso
// Beispiel: Bei einem Gewinn von 70.000 Eu-
positiv auf Ihre Lebensqualität auswirkt. Bei
sollten Maßnahmen zur Gewinnverschie-
ro beträgt der Grenzsteuersatz 48 Prozent.
anderen Wirtschaftsgütern ist das allerdings
bung ins Kalkül gezogen werden. So können
Investiert dieser Unternehmer nun 40.000
nicht immer der Fall. Die gefährlichsten Bei-
Sie sich bereits über ein Jahr im Vorhinein
Euro in ein neues Auto, so muss er diese Kos-
spiele einer Überinvestition finden sich in
auf Steuer- und Sozialversicherungsnach-
ten steuerlich auf acht Jahre verteilen, sodass
der Hotellerie. Wenn sich hier enorme Inves-
zahlungen vorbereiten und entsprechende
jährlich lediglich 5.000 Euro von der Steu-
titionsvolumina selbst bei 365 Tagen Vollaus-
Rücklagen bilden. Zudem benötigen Sie die
erbemessungsgrundlage in Abzug gebracht
lastung nicht mehr amortisieren können, ist
Hochrechnung für Ihre Disposition zur Aus-
werden können. Die Steuerersparnis von die-
Substanzvernichtung bis hin zur Insolvenz
schöpfung des Gewinnfreibetrages. Sie kön-
sen 5.000 Euro macht dann 48 Prozent aus.
vorprogrammiert.
nen nämlich bis zu 13 Prozent des Gewinnes
Das heißt, einem Investment von 40.000 Euro
vollkommen steuerfrei und sozialversiche-
steht für das betreffende Jahr im besten Fall
rungsfrei lukrieren, wenn in dieser Höhe be-
eine Steuerersparnis von mageren 2.400 Euro
stimmte Investitionen getätigt bzw. Wertpa-
gegenüber. Nach acht Jahren sind dies dann
piere gekauft werden.
zwar immerhin 19.200 Euro, unterm Strich
Wer trotzdem keine Hochrechnung hat und
mussten damit aber immer noch 20.800 Eu-
im Blindflug unterwegs ist, der sollte sicher-
ro selbst getragen und ein um diesen Betrag
heitshalber als Faustregel jährlich 50 Prozent
niedrigeres Nettoeinkommen in Kauf genom-
vom Gewinn für Sozialversicherung und
men werden. Hat dieser Unternehmer das
Steuer reservieren.
Auto nun nur aufgrund steuerlicher Überlegungen ohne wirklichen Bedarf gekauft, war
Gerücht Nummer 3
dies ein Schuss ins Knie. Noch teurer wird die Sache, wenn das Auto über 40.000 Euro
„Wenn man viel investiert, dann steigt man
gekostet hat, da dann ein Teil als sogenann-
am besten aus.“
te Luxustangente auszuscheiden ist und gar
Seien Sie vor folgendem Satz gewarnt: „Un-
nicht steuerlich geltend gemacht werden
ser Steuerberater hat gesagt, wir sollen uns
kann. Hinzu kommt in vielen Fällen noch ein
unbedingt ein neues Auto kaufen.“ Wenn Sie
anzusetzender Privatanteil für eventuelle
das hören, dann handelt es sich entweder
Privatfahrten.
um ein Missverständnis oder um eine freie Erfindung.
// Conclusio: Hüten Sie sich vor Fehlinvestitionen. Kaufen Sie nur, was wirklich etwas
// Tatsächliche Sachlage: Der Staat beteiligt
bringt. Auch wenn Sie die Kosten von der
sich über das Steuersystem nicht nur an den
Steuerbemessungsgrundlage in Abzug brin-
Gewinnen, sondern auch an den Verlusten
gen können, mindestens die Hälfte davon
68
eco.nova
GESAMTRESÜMEE
Auch wenn zum Glück nicht gar alles stimmt, was man so von der Steuer hört, die Situation ist auch so schon mühselig genug. Fakt ist, dass der Mittelstand von der eigenen Wertschöpfung fast 50 Prozent abliefern muss. Dem vorgelagert kürzen zudem die enormen Lohnnebenkosten den steuerpflichtigen Gewinn bereits im Vorfeld beträchtlich; nachgelagert schlägt noch die Umsatzsteuer mit 20 Prozent zu, womit der persönliche Lifestyle der mittelständischen Unternehmer trotz bester Ausgangslage vom Gesamtsystem beschämend bescheiden gehalten wird. KMU und Freiberufler kommen derzeit gerade noch einigermaßen finanziell komfortabel über die Runden, doch dieser bescheidene Komfort steht mitunter in keiner Relation zum Einsatz persönlicher und finanzieller Ressourcen. Das führt dazu, dass der Einsatz zurückgefahren wird. Es ist wirklich allerhöchste Zeit, dass sich daran in Kürze etwas ändert.
© DORO
promotion
Einfach mehr Service
Zeit ist ein wertvolles Gut im Wirtschaftsleben. Der Spruch „Zeit ist Geld“ drückt dies zutreffend aus. Dies gilt natürlich auch für die Personalsuche. Das AMS Tirol mit dem Service für Unternehmen bietet sich als kompetenter Partner an.
W
enn Unternehmen in Zeiten
Service für Unternehmen
mit einen Beitrag, die Arbeitskräftenach-
boomender Konjunktur Ar-
Die Experten des AMS Tirol organisieren
frage bestmöglich abzudecken“, so Pichler
beitsplätze zu besetzen haben,
und koordinieren den gesamten Bewer-
weiter. Besonders interessant auch für Un-
wird die Personalsuche bei einem schwin-
bungsprozess und sind Ansprechpartner in
ternehmen sind Programme wie „Qualifi-
denden Bewerbermarkt zur Herausforderung
allen Fragen der Personalvermittlung. Sie
zierung nach Maß“ und „Qualifizierung für
für Personalleitung und Unternehmen. Ähn-
prüfen die Unterlagen der Bewerber auf
Beschäftigte“.
lich verhält es sich in konjunkturschwachen
persönliche und fachliche Eignung. Auf Ba-
Zeiten – erneut eine Herausforderung, unter
sis der zusammen mit den Unternehmen
der großen Auswahl im Bewerberpool die
definierten Kriterien wird eine Vorauswahl
richtige Entscheidung zu treffen.
getroffen. „Wir übernehmen für Sie das Be-
Jahrzehntelange Erfahrungen in der Perso-
werbungsmanagement. Entsprechend Ih-
nalvermittlung qualifizieren das AMS Tirol
rem vorab gemeinsam besprochenen An-
zu einem zuverlässigen Partner der Wirt-
forderungsprofil selektieren wir für Sie
schaft. Wenn Personalverantwortliche Mit-
geeignete Kandidaten und Kandidatinnen
arbeiter suchen oder Bewerber eine neue Ar-
und stellen sie Ihnen vor“, formuliert Pichler
beitsstelle finden wollen, ist das Service für
das Angebot. Personalverantwortliche wer-
Unternehmen der richtige Ansprechpartner.
den somit vor einer „Bewerberflut“ bewahrt,
„Wir verfügen über umfassendes fachliches
die sie nicht oder nicht schnell genug zu ge-
und persönliches Know-how aus verschiede-
wünschten Mitarbeitern führt.
nen Branchen und Berufsgruppen. Für un-
Das AMS fördert aber auch die berufliche
sere Kunden aus Industrie, Handwerk, Tou-
Aus- und Weiterbildung von Arbeitskräf-
rismus, Bau und Handel sind wir erfolgreich
ten und unterstützt so Unternehmen mit
tätig, dies belegt unsere hohe Vermittlungs-
passend qualifiziertem Personal. „Darum
quote“, unterstreicht Dr. Bernhard Pichler
legen wir einen Schwerpunkt auf die För-
vom AMS Tirol.
derung der Qualifizierung und leisten da-
WEITERE INFOS
Sie interessieren sich für die Angebote des Service für Unternehmen? Dann kontaktieren Sie einfach und unverbindlich das Service für Unternehmen in jeder Geschäftsstelle des AMS Tirol. Informationen erteilt das Service für Unternehmen in den Geschäftsstellen des AMS Tirol. Besuchen Sie auch die Homepage www.ams.at/tirol oder kontaktieren Sie die AMS-ServiceLine unter 0512/58 19 99. ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG
eco.nova
69
eco.steuern
Steuerberatung 3.0 © DIE FOTOGRAFEN
Der digitale Fortschritt revolutioniert sämtliche Branchen und führt zu stark veränderten, neuen und meist effizienteren Prozessen. Die Steuerberatung stellt hier keine Ausnahme dar: Bereits seit vielen Jahren hat die Digitalisierung Einzug in einer Branche gehalten, die bis vor nicht allzu langer Zeit noch mit viel Papier, Belegen und Rechnungen assoziiert wurde. Ein Blick auf die Zusammenarbeit zwischen Steuerberatern und Klienten im digitalen Zeitalter. // TEXT: CHRISTOPH BÖDL, ANDREAS KAPFERER
Mag. Christoph Bödl, Steuerberater bei Deloitte Tirol, und Mag. Andreas Kapferer, Partner bei Deloitte Tirol
I
Erleichterte Zusammenarbeit beim Belegaustausch
Voller Zugriff von überall
Fokus überwiegend auf den Einsatz der technischen Möglichkeiten zur
Galt in der Vergangenheit die elektronische
liebigen Ort zu schreiben, ist für die meisten
effizienteren Be- und Verarbeitung
Übermittlung der Belege als fortschrittlich,
Unternehmer bereits seit langer Zeit gängige
der Buchhaltungsinformationen gerichtet.
werden heute Belege direkt und struktu-
Praxis. Über Cloud-Lösungen lassen sich mitt-
Umsatzerlöse, Bankdaten und Ausgangs-
riert in Cloud-Systemen gespeichert. Das
lerweile auch sämtliche Finanzdaten des eige-
rechnungen aus dem Fakturaprogramm
ermöglicht den beidseitigen Zugriff von Be-
nen Unternehmens per App abrufen und ver-
automatisiert in die Buchhaltung zu impor-
rater und Kunden. Mobile Apps erleichtern
walten. In einer vernetzten Welt besteht der
tieren, ist auch bei kleinen Buchhaltungen
das Erfassen und Scannen per Smartphone.
Anspruch der Geschäftsführung, auch überall
längst genauso Standard wie die Möglich-
Der Berater erfährt automatisch, wenn neue
und jederzeit über die aktuellen Monatszah-
keit, Zahlungsvorschläge automatisiert aus
Belege angeliefert wurden, der Kunde wird
len, dazugehörige verknüpfte Belege und Ver-
der Buchhaltung zurück ins Onlinebanking
zeitnah verständigt, wenn die Belege verar-
träge verfügen zu können, diese mobil zu ver-
zu übermitteln und quasi per Mausklick zur
beitet wurden oder weitere Informationen
walten, herunterzuladen oder zu verschicken.
Überweisung zu bringen. Nun verändert der
notwendig sind. So können Rechnungsbele-
technische Fortschritt nachhaltig die Zusam-
ge wie Taxirechnungen, Seminarbestätigun-
Dienstnehmerakt online
menarbeit zwischen Unternehmen und Steu-
gen oder Bewirtungskosten einfach von un-
Bei einer Finanzpolizeiprüfung muss nie
erberatern. Heute sind es die Menschen ge-
terwegs gescannt, archiviert und übermittelt
wieder Unsicherheit in der Anfangsphase
wohnt, sämtliche Informationen mobil über
werden.
herrschen, denn die Kunden haben den voll-
Smartphones, Tablets oder Laptops abzuru-
Die elektronische Speicherung erfolgt idea-
ständigen Personalakt in der Cloud gespei-
fen und auszutauschen. Es gilt, diese selbst-
lerweise in revisionssicheren Systemen, so-
chert und abrufbar, vom Steuerberater oder
verständlichen Kommunikationswege auch
dass ein siebenjähriges Aufbewahren der ori-
Personalverrechner überprüft und aktuell
in der Beraterpraxis zur Verfügung zu stellen.
ginalen Papierbelege überflüssig wird.
gehalten.
70
n den vergangenen Jahren war der
eco.nova
E-Mails auf dem Smartphone von jedem be-
eco.steuern
Mittels Scan-App Belege direkt beim Steuerberater revisionssicher archivieren
Aktuelle Unternehmenszahlen überall und jederzeit im Blick
Zeitnahes, flexibles Reporting
lineoberfläche, der Berater sieht diese und
oder ein eigenes Fakturatool des Steuerbe-
Belege werden nicht mehr einmal nach Mo-
kann die Aufgaben zum gewünschten Ter-
raters nutzen. All das spart Arbeitsaufwand
natsende gesammelt übermittelt, sondern
min erledigen und über die Kommunikati-
und Kosten, da die Umsätze direkt in die
laufend erfasst. Sie können nach elektro-
onsplattform Rückmeldung geben. Umge-
Buchhaltung fließen. Große Unternehmen
nischer Freigabe durch den Kunden sofort
kehrt kann der Berater jederzeit mitteilen,
wiederum haben den Vorteil, möglichst tag-
verarbeitet werden. Per App lassen sich
wenn Informationen vom Kunden benötigt
aktuell die laufenden Geschäftszahlen abruf-
zeitnahe flexible Auswertungen abrufen.
werden, und diesem somit „Aufgaben“ zu-
bar zu haben oder sich branchenspezifische
Zahlenfriedhöfe auf Papier oder im PDF ge-
teilen. Der Kunde sieht die Liste mit offe-
Auswertungen und Kennzahlen individuell
hören der Vergangenheit an. Grafische und
nen und noch nicht erledigten Anfragen zur
gestalten zu lassen.
individuell anpassbare Auswertungen geben
Abarbeitung.
wesentlich effizienteren Überblick über die
Sind die Steuererklärungen erstellt, müssen
aktuellen Geschäftsentwicklungen und un-
diese nicht mehr händisch unterfertigt wer-
terstützen auch weniger zahlenaffine Un-
den, sondern können per Workflow elektro-
ternehmer.
nisch durch den Unternehmer freigegeben
Per Mausklick lassen sich die Jahresbudgets
werden. Auch dem Bankberater kann direkt
über die aktuellen Zahlen legen, um einen
Zugriff auf die aktuellen Jahresabschlüsse
grafischen Soll-Ist-Vergleich zu ermöglichen.
gewährt werden.
Workflow Die webbasierte Kooperation erleichtert
Für kleine und große Unternehmen interessant
auch die Zusammenarbeit im Austausch
Kleinere Unternehmen profitieren davon,
und bei der Freigabe wichtiger Dokumen-
dass sie mittels Onlinetools Buchhaltungsda-
te. Der Kunde stellt Anfragen über die On-
ten bereits selbständig vorerfassen können
easyDeloitte einfach – aktuell – sympathisch
+
easyScan ist Ihr digitaler Assistent: Mittels Scan werden aus Papier einfach digital durchsuchbare Dokumente
+
easyWorkflow – Dokumente freigeben, Aufgaben verwalten und „on the go“ erledigen
www.deloitte.at/easy
+ easyDocument ist Ihr revisionssicheres Archiv, für Verwaltung, Personal, Buchhaltung, etc.
AUF AUGENHÖHE MIT DEN KUNDEN
Da die Kunden zunehmend mit digitalen Medien arbeiten und sich neue Geschäftsmodelle teilweise nur noch digital abspielen, sind auch die Berater gefordert, technologisch auf Augenhöhe zu bleiben und entsprechende Lösungen anzubieten. Deloitte setzt aus diesem Grund verstärkt auf Digitalisierung und bietet den Kunden maßgeschneiderte Lösungen, die individuell auf deren Bedürfnisse zugeschnitten sind.
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eco.nova
71
eco.recht
Das Register für wirtschaftliche Eigentümer aus Compliance-Sicht Das Wirtschaftliche Eigentümer Registergesetz (WiEReG) verpflichtet alle Rechtsträger mit Sitz in Österreich, ihre wirtschaftlichen Eigentümer zu ermitteln und erstmalig bis spätestens 1. Juni 2018 an ein „Transparenzregister“ zu melden. // TEXT: IVO RUNGG & JOHANNES BARBIST, BINDER GRÖSSWANG RECHTSANWÄLTE, INNSBRUCK
S
re Kredit- und Finanzinstitute,
Wer ist wirtschaftlicher Eigentümer eines Rechtsträgers?
Rechtsanwälte, Notare, Wirt-
Wirtschaftlicher Eigentümer ist jede natür-
schaftsprüfer, Steuerberater,
liche Person, in deren Eigentum oder unter
chon bisher haben insbesonde-
Immobilienmakler, Unternehmensberater
deren Kontrolle ein Rechtsträger letztlich
und Versicherungsvermittler (so genannte
steht. Die Ermittlung der wirtschaftlichen
„Verpflichtete“) im Rahmen der Bekämpfung
Eigentümer ist bei komplexeren Gesell-
von Geldwäsche und Terrorismusfinanzie-
schafts- und Konzernstrukturen durchaus
rung die Identität ihrer Kunden festzustel-
anspruchsvoll. Die Einholung von Rechtsrat
len und zu überprüfen; ist der Kunde eine
wird daher in derartigen Fällen geboten sein,
juristische Person, muss auch ihr wirtschaft-
insbesondere auch bei grenzüberschreiten-
licher Eigentümer ermittelt werden (KYC/
den Konstellationen. Hier sollte auf einen
AML-Prüfung). Das neue Transparenzregis-
Gleichlauf bei den Meldungen in anderen
ter soll die Verpflichteten bei dieser Prüfung
EU-Mitgliedstaaten geachtet werden.
unterstützen, nicht aber für jedermann ein-
Besonders relevant ist die Neurege-
sehbar sein.
lung für Privatstiftungen, gelten doch als
Die Pflichten der Rechtsträger Das Transparenzregister muss mit Daten
wirtschaftliche Eigentümer einer Privatstif-
Dr. Ivo Rungg
tung der Stifter, jeder Begünstigte (und der näher definierte Begünstigtenkreis), der Stiftungsvorstand und gegebenenfalls andere
befüllt und aktuell gehalten werden. Al-
kontrollierende natürliche Personen. Sie alle
so werden die in Österreich eingetragenen Rechtsträger (also u. a. Personengesellschaf-
Um ihren Meldepflichten nachzukommen,
ten, GmbH, AG, Genossenschaften, Vereine,
müssen sie zunächst die Identität ihrer wirt-
Privatstiftungen) zur Meldung verpflichtet,
schaftlichen Eigentümer feststellen und
Ausblick
und zwar jeder Rechtsträger einzeln (keine
überprüfen sowie die Eigentums- und Kon-
Das WiEReG sieht strenge Sanktionen vor.
„Konzernmeldung“ vorgesehen).
trollstrukturen auf Gesellschafterebene
Verletzungen der Meldepflicht sind Finanz-
Erleichterungen bestehen für all jene
verstehen. Dies wird typischerweise vorbe-
vergehen. Bei Vorsatz drohen Geldstrafen
Rechtsträger, die ausschließlich natürliche
reitende Maßnahmen erforderlich machen,
bis zu 200.000 Euro, bei grober Fahrlässigkeit
Personen als Gesellschafter haben. Für die-
insbesondere auch Nachweise auf Seiten der
bis zu 100.000 Euro. Eine rechtzeitige Befas-
se werden die Daten automatisch aus ande-
Gesellschafter.
sung mit dem WiEReG ist daher dringend
ren Registern übernommen. Es ist für diese
Die Meldung selbst erfolgt über das Unter-
geboten.
nichts zu tun, außer die Aktualität des Re-
nehmensserviceportal (USP) und kann seit
gistereintrags zu prüfen und ob andere na-
15. Jänner 2018 vorgenommen werden. Eine
türliche Personen Kontrolle ausüben. Dann
Einsicht wird erstmals ab 2. Mai 2018 möglich
wären diese Personen (z. B. Treugeber) zu
sein. Bis 1. Juni 2018 muss gemeldet sein, da-
melden.
nach werden automatische „Reminder“ ver-
Jedenfalls meldepflichtig sind Rechtsträger,
sandt und gegebenenfalls auch Verwaltungs-
an denen ihrerseits Gesellschaften beteiligt
strafverfahren wegen Nichterfüllung der
sind (ca. 60.000 Rechtsträger in Österreich).
Meldepflicht eingeleitet.
72
eco.nova
scheinen dann im Transparenzregister auf.
WEITERE INFORMATIONEN ZUM WIEREG
Barbist / Gassner, Der gläserne Gesellschafter – Das neue Register für wirtschaftliche Eigentümer aus Compliance-Sicht (ecolex 2017, 1170).
promotion
Bau- & Wohn-Foren der Volksbank Tirol in Schwaz, Mils b. Imst, Innsbruck und Kufstein! Jedes Jahr planen tausende Tiroler in Haus und Wohnung zu investieren und fast jeder Bauherr oder Wohnungskäufer ist dabei auch auf Kredite angewiesen. Gut, dass mit der Volksbank Tirol eine starke Tiroler Wohnbau-Bank als kompetenter Finanzierungspartner zur Verfügung steht. Günstige Zinsen Jetzt ist der ideale Zeitpunkt für den Abdas historisch tiefe Zinsniveau macht Kredite so günstig wie noch nie. Der Trend zum Immobilienerwerb, Bauen und Sanieren wird auch durch das Land Tirol mit lukrati-
© VOLKSBANK
schluss einer Wohnbau-Finanzierung, denn
„EGAL, OB SIE SANIEREN, BAUEN, KAUFEN ODER IHRE BESTEHENDE FINANZIERUNG ÜBERPRÜFEN MÖCHTEN – INFORMIEREN SIE SICH GANZ UNVERBINDLICH BEIM BAU- & WOHN-FORUM DER VOLKSBANK TIROL – ES LOHNT SICH.“ Lukas Scharler, Wohnbauberater der Volksbank-Hauptgeschäftsstelle Landeck
ven Fördermöglichkeiten und einer großen Sanierungsoffensive unterstützt. Speziell für Bauherren und Immobilienkäufer veranstaltet die Volksbank Tirol daher vier Informationsabende.
Themen & Vorträge • Die Wohnbauförderung und Wohnhaussanierung in Tirol (Förderspezialisten, Land Tirol). • Wohnträume realisieren – mit der Volksbank als Wohnbau-Bank (Wohnbauexper-
TERMINE • MI, 21. Februar 2018, Wirtschaftskammer, SCHWAZ • DO, 22. Februar 2018, Firma Gitterle, MILS BEI IMST • DI, 27. Februar 2018, Volksbank-Forum, INNSBRUCK • MI, 28. Februar 2018, Wirtschaftskammer, KUFSTEIN
ten, Volksbank) • Mythen beim Bauen & Sanieren (Architekt, Energie Tirol). • Die Volksbank Tirol verlost pro Veranstaltung Finanzierungsgutscheine im Wert von 1.000 Euro.
TERMINE IM ÜBERBLICK
JETZT ANMELDEN EINTRITT FREI Uhrzeit: jeweils von 19.00 bis ca. 21.00 Uhr
Einladung zum
BAU- & WOHN-FORUM
Bild: © drubig-photo - fotolia.com
• Mi., 21. Februar 2018, Schwaz: Wirtschaftskammer, Bahnhofstraße 11, 6130 Schwaz • Do., 22. Februar 2018, Mils: Einrichtungshaus Gitterle, Gewerbegebiet 8, 6493 Mils bei Imst • Di., 27. Februar 2018, Innsbruck: Volksbank-Forum, Meinhardstraße 1, 6020 Innsbruck • Mi., 28. Februar 2018, Kufstein: Wirtschaftskammer, Salurner Straße 7, 6330 Kufstein
ANMELDUNG
Informieren Sie sich bei den Bau- & Wohn-Foren, es zahlt sich aus. Der Eintritt ist frei, die Veranstaltungen dauern jeweils von 19.00 bis ca. 21.00 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist daher unbedingt erforderlich, und zwar unter der Volksbank-Hotline 050566-8281 oder via Internet: www.wohn-forum.at
Die Volksbank Tirol veranstaltet vier Informationsabende für Bauherren, Wohnungskäufer & Sanierer. Anmeldung: Tel. 050566-8281 www.wohn-forum.at
Die Wohnbau-Bank für Tirol.
eco.nova
73
Zukunft Bildung & Innovation
Fortschritt braucht Investition Ein Standort wie Österreich, also einer ohne
die heimischen Unternehmen, die immer
nennenswerte Rohstoffvorkommen, wird
mehr in Forschung & Entwicklung (F&E) in-
nur über Innovationen überleben können.
vestieren. 619 Millionen Euro sind es kon-
Innovation braucht Forschung und diese
kret. „Mit dieser Forschungsintensität sind
wiederum Geld. Durch das EU-Forschungs-
rund 5.000 Personen in den Unternehmen
rahmenprogramm „Horizon 2020“ sind seit
im F&E-Bereich beschäftigt“, rechnet Zol-
dem Jahr 2014 rund 35 Millionen Euro an
ler-Frischauf.
EU-Forschungsmitteln nach Tirol geflossen. Damit wurden 77 Projekte und 85 Beteili-
Geld für Digitalisierung
gungen unterstützt. Österreich zählt damit
Zusätzliches Geld wird seitens der Landesre-
insgesamt zu den Top-3-Ländern dieser För-
gierung auch in puncto Digitalisierung in die
„BESONDERS HERVORZUHEBENDE PROJEKTE, DIE EINEN POSITIVEN EINFLUSS AUF DEN WIRTSCHAFTS-, ARBEITS- UND LEBENSRAUM TIROL HABEN, SIND NICHT NUR ZUKUNFTSWEISEND, SONDERN AUCH FÜR ANDERE IDEENGEBER MOTIVIEREND.“
derungen.
Hand genommen. Ergänzend zu den beste-
Generell positioniert sich Tirol immer mehr
henden Bundes- und Landesförderungspro-
als Land der Forscher, auch wenn es in der
grammen werden Leuchtturmprojekte im
öffentlichen Wahrnehmung oft schwierig ist,
Bereich der Digitalisierung in Tirol künftig
von 100 Prozent der Kosten, maximal jedoch
diese Erfolge auch zu transportieren. Lan-
verstärkt gefördert. Für die Förderung sol-
200.000 Euro, gewährt werden – in Unter-
desrätin Patrizia Zoller-Frischauf: „Mit einer
cher Projekte der Wirtschaft und Hochschul-
nehmen sind maximal 30 Prozent der Kos-
regionalen Forschungsquote von 3,14 Prozent
landschaft sind bis zum Jahr 2022 jährlich 6,5
ten förderbar. „Mit dieser Maßnahme wollen
erreichen wir schon heute den Wert, den die
Millionen Euro vorgesehen. Insgesamt stellt
wir das digitale Potenzial in Tirol zugunsten
EU für das Jahr 2020 vorgesehen hat, und lie-
das Land sohin pro Jahr zehn Millionen Euro
einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft und
gen damit auch über dem Österreichschnitt.“
für Projekte im Rahmen von digital.tirol zur
Gesellschaft sowie deren Weiterentwicklung
Neben den Universitäten, Fachhochschulen
Verfügung. Pro Projekt, das in Tirol verwirk-
noch besser ausschöpfen“, erklärt Landes-
und Forschungseinrichtungen sind es auch
licht wird und eine Laufzeit von zwei Jah-
hauptmann Günther Platter dazu.
74
eco.nova
Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf
ren aufweist, können Förderungen in Höhe
eco.zukunft
stauschen? Wollen wir uns mal au Vor rund zehn Jahren hatte ich eine Idee. Ich wollte ein Jahr lang jede Woche eine fremde Person treffen, die ich (digital) entdeckt hatte und deren Gtedanken mich begeisterten. „52 Faces“ nannte ich das Projekt. Bis zum Ende durchgezogen hab ich es nicht, nach rund 20 Köpfen holte mich leider der Alltag ein.
HETEROGEN VS. HOMOGEN
Bereichernde Begegnungen waren es dennoch. Aus manchen er-
Für zehn bis zwanzig Prozent der KrebspatientInnen ist die
kitzelt mich der Vorsatz, das Projekt wieder aufzunehmen. Denn:
Immuntherapie ein Erfolg: Wirksame Medikamente unter-
Oftmals ist es ein Gespräch, ein Gedanke oder eine Frage des Ge-
stützen das eigene Immunsystem, sich gegen den Tumor zu
genübers, die das Leben verändern. Vor allem, wenn es vermeint-
richten und den Krebs zu heilen. Aktuelle Daten zeigen aller-
lich dumme (= unbeschwert ehrliche) Fragen sind. Vielleicht bin ich
dings, dass ein Teil dieser PatientInnen nach ein bis zwei Jah-
auch müde vom digitalen Vernetzen, dem heute selten ein tieferer
ren Resistenzen gegen die Behandlung entwickelt. Ein Tiroler
Austausch folgt, wenn kein klares Motiv, kein Potenzial für eine
Forschungsteam liefert nun eine erste Erklärung für diesen
konkrete Kooperation auf der Hand liegt. Wer hat denn im hoch-
ungünstigen Verlauf und damit Anhaltspunkte für die Opti-
frequenten und dichten Alltag auch noch Zeit für ein – zielloses –
mierung der Immuntherapie.
Treffen, bei dem er nichts verkaufen oder erreichen will?
Krebs ist ein komplexes Geschehen. Die Zellen eines Tumors
Die geselligen US-Amerikaner hatten schon damals gute Stra-
entwickeln sich je nach Entstehungsort, genetischer Anlage
tegien. Im Land des Networkings stand der Gedanke „Never eat
und Tumormikroumgebung sehr unterschiedlich und haben
alone“ auf Höchstkurs. Tenor: Wenn schon keine Zeit für das
zahlreiche Mutationen. Diese Heterogenität ein und dessel-
Treffen von neuen Kontakten, dann eben mit dem kombinie-
ben Tumors ist derzeit ein „hot topic“ in der Krebsforschung.
ren, was man so oder so machen muss. Doch da hatte man noch
Eine gemeinsame Forschungsarbeit zweier Teams aus den Be-
nicht mit der Intensität der digitalen Revolution gerechnet, die
reichen Bioinformatik und Zellgenetik der Medizin Uni Inns-
den Gedanken an 90 Minuten Lunch gefühlt in die Kategorie der
bruck liefert nun eine wegweisende Erkenntnis zu diesem
Absurdität führt.
Thema. Das renommierte Magazin Nature Communications
Indikator für die Erosion der Mittagspause ist das unheilsame
berichtet. „Die Interaktion zwischen Tumor und Immunsys-
Wachstum der Bäckereiketten; deren „luftig“ gefüllte Weckerl sind
tem ist höchst differenziert und komplex und benötigt noch
Sinnbild für eine Zeit der inszenierten Leere. Dabei ist es heute so
viel Aufklärungsarbeit“, so Zlatko Trajanoski, führender Bioin-
einfach wie nie. LinkedIn, Xing und Facebook haben eine Durch-
formatiker am Biozentrum der Medizin Uni Innsbruck. Mit
dringung erreicht, die sich vor zehn Jahren wenige vorstellen
seinem Team gehört er weltweit zu einer der wenigen Grup-
konnten. Die Welt wurde persönlich und noch nie konnten wir so
pen, die aus bioinformatischen Analysen zielgerichtete In-
leicht spannende Menschen entdecken und kontaktieren. Doch
formationen für die Krebsimmuntherapie liefern können.
die Revolution frisst bekanntlich ihre Kinder und so adden wir
Gemeinsam mit dem Team um Gottfried Baier, einem der Pio-
uns durchs Land und streamen uns täglich durch die Postings
niere der Krebsimmuntherapie und Leiter der Sektion für Zell-
der fremden Freunde.
genetik an der Medizin Uni Innsbruck, konnten die Forscher
Doch Aussteigen ist keine Option. Ein reflektierter Strategie-
nun belegen, dass Tumoren im Verlauf der Immuntherapie ge-
wechsel könnte aber lohnend sein. Jede Woche ein Kaffee mit
netisch homogener werden. In weiterer Folge werden die Tu-
einem digitalen Kontakt, ohne zu wissen, wohin das Gespräch
morzellen vom Immunsystem nicht erkannt und die Tumoren
führt? Was riskieren wir schon? Und jetzt lese ich meine eigenen
fangen wieder an zu wachsen. „Im Rahmen der Therapie er-
Zeilen und denke mir, worauf ich eigentlich noch warte. Ich hab
folgt eine sogenannte Immuneditierung, das heißt, Tumorzel-
mir die Antwort ja längst selbst gegeben. Da geht was.
wuchsen spannende Projekte oder sogar Freundschaften und so
len mit gewissen Mutationen werden eliminiert, wodurch die genetische Heterogenität des Tumors verkleinert wird“, erklärt Trajanoski die neue Erkenntnis, die nur anhand eines vom Team um Gottfried Baier etablierten Mausmodells für Dickdarmkrebs erbracht werden konnte.
HANNES OFFENBACHER
Hannes Offenbacher ist Inhaber des Ideenstudios Mehrblick. www.mehrblick.at
eco.nova
75
© FABIAN ISARA
ECO.MMENTAR
TIROL INNOVATIV
eco.zukunft
Rewollution
© MARSHALL
Wie innovativ kann denn schon ein Schaf sein, fragen Sie? Sehr, sagen wir. Vielleicht nicht unbedingt das Tierchen an sich, wurde es doch schätzungsweise schon vor 10.000 Jahren erstmals domestiziert. Aber deren Wolle ... oder das, was man daraus macht. // TEXT: MARINA KREMSER
S
Die Macher hinter Whisperwool: Gernot Wurm, Horst Philipp und Monika Manzl
eit etwa 5.000 Jahren werden
Macher hinter Whisperwool. So nennen sich
Schafe nicht nur ihres Fleisches
die innovativen Akustikplatten aus Tiroler
wegen gehalten, man hat auch
Schafwolle.
deren Fell respektive Wolle für
Whisperwool ist ein Produkt der Tante Lot-
den Menschen entdeckt. In Deutschland
te Design GmbH aus Innsbruck, die 2014 von
wurden Schafe bis Anfang der 1950er-Jah-
Monika Manzl (Controlling & Rechnungs-
re sogar überwiegend ob des Wollertrags
wesen), Gernot Wurm (Sales & Marketing)
gezüchtet. Dann kam die Baumwolle. Und
und Innovator Horst Philipp gegründet
chemische Fasern. Dabei hat Schafwolle
wurde. Philipp wiederum war ein Teil des
überzeugende Vorteile. Wollkleidung hat so-
Kreativtrios Pudelskern. Der Werkstoff
wohl einen wärmenden als auch kühlenden
Wolle ist ihm also per se nicht fremd (die
Effekt, sie knittert kaum und ist außerdem
Lampe Granny ist für uns heute noch ein
wenig schmutz- und geruchsanfällig. Schaf-
Meisterwerk), auch wenn er mit seiner Heu-
wolle kann außerdem bis zu 33 Prozent ih-
mandl-Stimmungsleuchte aus Eichenholz
res Eigengewichts an Feuchtigkeit aufneh-
und eingestreuten Blumen auch gerne Aus-
men, ohne dass sich der Stoff wirklich nass
flüge in andere natürliche Gefilde des schrä-
anfühlt. Wolle lädt sich nicht elektrosta-
gen Möbeldesigns gemacht hat.
tisch auf und ist zudem schwer entflammbar. Letzteres mag für Kleidung zwar nur
Wie das Schaf an die Decke kam
bedingt von Bedeutung sein, macht Wolle
Schlussendlich waren es immer neue Mate-
dafür aber auch für technische Einsätze re-
rialien und Technologien, die Veränderungen
levant. „Seit die Menschen die Höhlen verlas-
in der Baukultur gebracht haben –
sen haben, und wahrscheinlich schon davor,
von der Schilfhütte über Backsteingebäu-
diente Wolle dazu, die Wände zu bekleiden.
de, Glaspaläste und Betonskulpturen bis hin
Warm und weich waren die Felle. Die Noma-
zu Wolkenkratzern. Die Materialien der Zu-
den verwendeten gefilzte Jurten, um sich
kunft müssen den Problemstellungen der
vor Wind und Wetter zu schützen. Später
Gegenwart gerecht werden: Klimawandel,
verwendete man Vorhänge und Wandteppi-
Energiehaushalt, Ressourcenknappheit, Ge-
che, teilweise reich verziert, um die Räume
sundheits- und Umweltfreundlichkeit. Die
angenehmer zu gestalten“, wissen etwa die
Antwort darauf liefert das Schaf.
eco.nova
77
eco.zukunft
Im Quellenhof in Leutasch ergänzt die Whisperwool-Decke die Natürlichkeit des Hauses perfekt.
Die Berge, Lifestylehotel in Sölden. Die Decke aus gepresster Schafwolle nimmt den kühlen Gestaltungselementen ihre Strenge. Whisperwool funktioniert auch im Privatbereich, an der Decke wie an der Wand.
Für Schafwolle in der Architektur sprechen ganz objektive Kriterien. Einerseits bindet sie CO2, reinigt sich selbst und filtert Giftstoffe wie Formaldehyde aus der Luft, ist mottengeschützt, allergiefrei und nimmt Feuchtigkeit auf, ohne zu schimmeln. Auf der anderen Seite steigt auch das subjektive Bedürfnis nach nachhaltigen Werkstoffen. Whisperwool verwertet quasi ein agrares Ab-
ten Peter Reiter haben wir schließlich die
fallprodukt. In Tirol wird der Rohstoff Schaf-
Elemente als ganze Akustikdecken angewen-
wolle oft entsorgt, weil er für die Weiterver-
det und weiterentwickelt.
arbeitung für die Textilindustrie meist zu grob ist. Für die Akustikplatten eignet er sich
Die Platten schauen relativ simpel aus und
absorbtion gelingt nur durch die Steifigkeit
hervorragend und so wird Whisperwool aus
sind es auch in der Handhabung. Im Grun-
der Paneele. Die Wolle ist zudem in der La-
Tirol Wool und damit kontrollierter Qualität
de nagelt man sie einfach an die Decke
ge, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder
vom Tiroler Bergschaf hergestellt.
oder die Wand. Was steckt wirklich hinter
abzugeben, außerdem sind die Platten mit
Whisperwool?
einer Größe von 90 x 90 Zentimetern und
ECO.NOVA: Tante Lotte verbindet so man-
Whisperwool ist ein hochtechnologisches
einer Dicke von 12 Millimetern optimal zu
cher mit klassischem Produktdesign, mit
Produkt. Die Schwierigkeit ist, aus einer elas-
verarbeiten. Whisperwool lässt sich fugenlos
Einrichtungsgegenständen. Mit Whisper-
tischen, weichen Wollfaser eine steife und
aneinanderfügen, man kann es biegen und
wool geht man stark in den Architekturbereich. Wie kam es dazu?
GERNOT WURM: Als sich das Designtrio von Pudelskern aufgelöst hat, hat Horst Philipp Tante Lotte mit der Intention gegründet, ein innovatives Möbellabel auf den Markt zu bringen und die Produkte nicht nur zu designen, sondern auch selbst zu produzieren. Bereits zu Zeiten von Pudelskern hat sich
knicken, mit Strukturen versehen oder drei-
HÄTTEN SIE’S GEWUSST? AB SIEBEN SCHAFEN SPRICHT MAN VON EINER HERDE.
dimensional formen. Die Einsatzmöglichkeiten sind dadurch sehr vielfältig. Farblich sind wir mit anthrazit, silbergrau und weiß der Natur treu geblieben. Und: Whisperwool ist zu 100 Prozent recyclingfähig, ganz nach dem Cradle-to-Cradle-Konzept. Wie lange hat es von der Idee zum Produkt gedauert?
Horst mit Schafwolle auseinandergesetzt und blickt damit auf rund 15 Jahre Erfah-
dennoch biegbare Platte zu machen. Die
Grob stecken rund sieben Jahre Forschung
rung mit dem Material zurück. Schon frü-
Paneele werden an Unterkonstruktionen
und Entwicklung im Produkt, wobei die
her gab es akustische Wandpaneele im Sor-
von Decke oder Wand abgehängt aufgen-
Entwicklung noch nicht aufgehört hat. Es
timent, wenn auch noch nicht so ausgereift
agelt, wobei die Nagelköpfe unsichtbar in der
braucht seine Zeit, bis ein Design und auch
wie heute. Über die Jahre ist es gelungen,
Wolle verschwinden. Um Frequenzen ent-
der Nutzen so ist, wie man sich das Ganze
Wolle derart kompakt zu verpressen, dass
sprechend aufzunehmen und die Raum-
vorgestellt hat. Die Erfahrungen in den Pro-
daraus stabile Platten entstehen. Mit der
akustik zu verbessern, braucht es einerseits
jekten, der Monteure und der Input der Kun-
Entwicklung der Architektur hin in Richtung
eine gewisse Steifigkeit der Platten, anderer-
den und Architekten sind für uns sehr wich-
moderne Kühle mit glatten Böden, Beton,
seits diesen Hohlraum dahinter, um auch tie-
tig. In einer Platte von 90 x 90 Zentimetern
Stein und Glas war die Zeit reif für innova-
fe Frequenzen zu absorbieren. Für die Optik
stecken rund drei Kilogramm Material. Es
tive Akustikelemente, die diese teils harten
könnte man theoretisch auch Filz nehmen,
war viel Entwicklungsarbeit nötig, um die op-
Oberflächen ausgleichen. Mit dem Architek-
nur akustisch funktioniert das nicht. Schall-
timale Verarbeitungsmöglichkeit zu finden.
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eco.nova
eco.zukunft
„ES IST GERADE DAS EINFACHAUSSEHEN-LASSEN VON KOMPLIZIERTEN HINTERGRÜNDEN, DAS WHISPERWOOL AUSMACHT. DIE EINFACHSTEN LÖSUNGEN SIND OFT AM SCHWIERIGSTEN ZU FINDEN.“
DIE PERFEKTE LÖSUNG
für Betrieb oder Büro!
Gernot Wurm
Wen möchten Sie mit Whisperwool an-
regulieren und zudem Gestaltungsele-
sprechen – den Privaten oder doch den
ment sein.
gewerblichen Kunden? Whisperwool schafft angenehme, gesun-
Wo soll es in Zukunft hingehen?
de Räume. Wir haben Wohlfühlwohnzim-
Aktuell produzieren wir auf der Testanla-
mer, Musikzimmer, aber auch Büros und
ge eines Maschinenbauers in Deutschland,
Wellnessanlagen geschaffen. Wir sprechen
und entwickeln dort „unsere“ Maschine,
hauptsächlich Architekten für gewerbliche
mit der wir dann in Tirol produzieren wer-
Projekte an, das hat aber vor allem ganz
den. Wir haben Whisperwool nun auch
pragmatische Gründe, denn man kann
zum Patent angemeldet, wobei unser Pa-
beim Schafzuchtverband nicht einfach
tentanwalt die Sache sehr nüchtern sieht
nebenher 100 Kilogramm Wolle bestellen.
und noch nicht wirklich eine erfinderi-
Wir reden hier von Tonnen und die wollen
sche Tätigkeit darin sieht, „einen Teppich
auch verarbeitet werden. Damit sich das –
an die Wand zu nageln“. Doch wäre die Lö-
auch für den Kunden – finanziell rechnet,
sung wirklich so einfach, hätte sie vermut-
müssen wir große Mengen produzieren.
lich schon vor uns jemand gefunden. Es
Außerdem kennen wir aus unseren frühe-
stimmt: Das Endprodukt ist simpel in der
ren beruflichen Erfahrungen die Bedürf-
Handhabung, aber der Weg dahin ist es
nisse der Hotellerie, Büros oder Schulen
nicht. Schlussendlich ist es die größte He-
und Kindergärten sehr gut und können
rausforderung, ein kompliziertes Produkt
dafür maßgeschneiderte Konzepte bieten.
einfach aussehen zu lassen. Wobei man
Natürlich erfüllen unsere Paneele aber
in der Entwicklung selbst in die Gefahr
auch in Privathäusern ihren Zweck. Mitt-
kommt, zu kompliziert zu denken. An-
lerweile werden die Tiroler Tischler mit
fangs wollten wir Verbindungsstücke an-
Whisperwool beliefert, die ihre Kunden
bauen, damit man die Platten zusammen-
hier beraten können.
stecken kann. Aber das braucht es nicht. Man muss auch nicht ein Komplettsystem
Wie viele Paneele haben Sie bisher pro-
anbieten. Wir haben unser Produkt der-
duziert?
art abgestimmt, dass es mit allen anderen
Im ersten Jahr am Markt 7.000 bis 8.000.
Systemen unkompliziert verwendet wer-
Als nachhaltige Alternative zu Gipskar-
den kann. Die einfachsten Lösungen sind
ton-Lochdecken wollen wir Marktführer
oft am schwierigsten zu finden. Und dann
im Bereich hochwertige Akustikdecken
ist die Innovation dahinter auf den ersten
werden. Das Marktpotential in der EU
Blick vielleicht auch nicht ersichtlich.
liegt bei etwa 100 Millionen Quadratmetern Akustikdecken, da wollen wir kräftig
Die Paneele sind zur Gänze recyclingfä-
mitmischen. Wir haben im ersten Jahr am
hig. Welche Lebensdauer haben die Plat-
Tiroler und am österreichischen Markt
ten denn?
erfolgreich getestet, wie das Produkt an-
Der älteste Teppich der Welt ist über 4.000
kommt, jetzt werden wir richtig durch-
Jahre alt, der ist jetzt schon ein bisschen
starten. Schlussendlich geht es darum, die
brüchig, aber prinzipiell spricht außer me-
Platten im großen Stil anzubieten und sie
chanischem Einfluss nichts gegen eine
damit jedem zugänglich zu machen.
jahrzehntelange Nutzung. Recycling heißt
Wir möchten mit unserem Produkt einen
bei Whisperwool, dass wir die Platten bzw.
Mehrwert stiften und neben dem akusti-
Baustellenreste zurücknehmen, schred-
schen Nutzen etwa in Büros die Giftstof-
dern und wieder zu Platten verarbeiten.
fe reduzieren, den Feuchtigkeitshaushalt
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Auch für ADMs und Haushalte Überdachten, beleuchteten Ladebereich. • Transporthilfen (Hub- und Rollwagen). • Paket- und Warenannahmedienst, inkl. Verbringung in Ihre angemietete Lagerbox. • Papier-, Karton-, Kunststoff-, Holz-Entsorgungsinsel direkt vor Ort. • Keine Treppen, alles ebenerdig. • Zugangszeiten: Mo-So 5:00 - 22:00 Uhr
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eco.zukunft
70.000 wollige Lieferanten Die Abgeschiedenheit des Villgratentals, einer der ursprünglichsten Gegenden Osttirols, förderte den Ideenreichtum der Bauern, aus wenig viel zu machen. Auch beim Unternehmen „Villgrater Natur“ der Familie Schett war es neben vielen mutigen Entscheidungen letztlich das Schaf, das die Geschichte maßgeblich mitschrieb.
Auf das Schaf gekommen: Firmengründer Josef Schett
E
s war Josef Schett, der das Un-
1985 also war es, dass Josef Schett den Berg-
ternehmen Villgrater Natur vor
bauernhof übernahm. Er stellte den Be-
25 Jahren aus dem elterlichen
trieb auf Schafzucht um und vermarktete
Bergbauernhof heraus entwi-
Lammfleisch und Produkte aus Schafmilch
ckelte. Die Geschichte der Familie fängt in-
an die gehobene Gastronomie. Das damali-
des schon viel früher an. Vor 600 Jahren, um
ge Hauptprodukt ist natürlich auch heute
genau zu sein – am Lahnberg, wo die Schetts
noch erhältlich – auch für private Kunden,
auf 1.550 Metern Höhe über dem Villgraten-
die im Villgrater Natur Haus Lammwürste,
tal leben und arbeiten.
-schinken und -salami finden. Nebst vielen
Auch Josef Schett wächst in dieser Umge-
anderen Produkten, denn mit viel Weitblick
bung schwer zugänglicher Täler und steiler
legte Schett schon zu Beginn die Weichen in
Hänge auf. Das mag nicht jedermanns Welt
Richtung Wollverarbeitung. 1987 lieferte ei-
sein, seine Heimat ist es dennoch immer ge-
ne Studie der Leopold-Franzens-Universität
blieben. Und nicht zuletzt waren es diese na-
Innsbruck wichtige Daten über die Marktfä-
türlichen Widrigkeiten, die die Talbewohner
higkeit von Schafprodukten, ein Jahr später
zu besonderer Findigkeit bewegten. Auch
untersuchte die EMPA, die eidgenössische
der Vater von Josef Schett gab sein Wissen
Materialprüfungs- und Forschungsanstalt
um die Verarbeitung von bäuerlichen Pro-
St. Gallen, die bauphysikalischen Eigenschaf-
dukten an seine Söhne weiter.
ten der Villgrater Schafwolle. Das Ergeb-
80
eco.nova
eco.zukunft
TIROL INNOVATIV
eco.nova
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eco.zukunft
Das Villgrater Natur Haus ist ein Kleinod für Liebhaber der Natürlichkeit. 2008 bekommt das Haus mit dem Zirbensaal einen Zubau mit Seminarraum und Küche.
Im Villgrater Natur Bett wird für die Matratzen österreichische Schafwolle verwendet und mit Zirbenholz im Einlegerahmen kombiniert. Die Schlafsysteme sind individuell und flexibel und an jedes Bedürfnis anpassbar.
nis: Das Wollvlies verfügt über einen hohen
und Socken. Verarbeitet wird rund ein Drit-
schen gut an. Schafwolle ist ob seiner Eigen-
Dämmwert sowie eine positive Wirkung auf
tel der österreichischen Schafwolle. Über die
schaften vor allem das perfekte Dämmmate-
das Raumklima.
Jahre entwickelte sich aus den traditionellen
rial. 1993 kommen deshalb Dämmstoffe aus
Handwerkstechniken wie Kartatschen, Spin-
Schafschurwolle sowie der Trittschallfilz auf
nen, Weben und Walken eine moderne Woll-
den Markt, zehn Jahre später entsteht dar-
Anfang der 1990er-Jahre eröffnet schließlich
verarbeitung. Schett: „Hochwertige Produkte
aus die Marke „Woolin“, unter der heute die
das Villgrater Natur Haus. Mit ihm werden
in einer naturbelassenen Region zu erzeu-
unterschiedlichsten Produkte zusammen-
die ersten Maschinen zur Wollverarbeitung
gen, ist ein wunderbares Gefühl.“ Dazu gibt’s
gefasst sind. Was ihnen allen gemein ist: Sie
in Betrieb genommen, die ersten Produk-
Zirbenkissen und Schafmilchseife.
wärmen im Winter und kühlen im Sommer.
te entstehen. Das Haus ist bis heute immer
Bereits ein Jahr nach der Eröffnung des
2010 investiert Villgrater Natur in eine neue,
wieder Ziel zahlreicher Besucher, die nicht
Hauses entwickelt das Team von Villgrater
computergesteuerte Produktionsanlage, wird
nur wegen der Produkte hierherkommen,
Natur zudem gemeinsam mit Willi Dungl
doch mittlerweile Wolle von 70.000 österrei-
sondern auch einen Blick auf die nachhal-
das Villgrater Natur Bett. War die Schafwol-
chischen Schafen verarbeitet. Das ist nicht
tigen und innovativen Produktionsprozes-
le anfangs noch ein Nebenprodukt, so spielt
nichts und erfordert die ständige Weiterent-
se erhaschen möchten – die Familie gewährt
sie zusehends die Hauptrolle und wird zum
wicklung. 2012 feierte das Unternehmen sein
ihn gerne. „Wir machen aus den Wollquali-
wertvollen Rohstoff für Matratzen, Decken
25-jähriges Bestehen und (s)eine wollige Er-
täten, die es in Tirol von den unterschiedli-
und Betten.
folgsgeschichte und zeigt damit, wie modern
Handwerkliche Neugierde
chen Schafrassen gibt, quasi alles, was man
Tradition sein kann. „Wir setzen uns nicht
kann“, erklärt Josef Schett. Von der Wärme-
Bauen und wohnen mit Schafwolle
und Trittschalldämmung, Matratzen und
Produkte aus Schafwolle fühlen sich nicht
fast ausgestorbenes Handwerk wecken“, sagt
Betten bis hin zu Villgrater Hauspantoffeln
nur als Babyschühchen, Janker oder Filzpat-
Josef Schett. // www.villgraternatur.at
aus Schafwolle im Wohnbereich machen
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nur für Regionalität ein, sondern möchten auch das Interesse und die Neugierde für ein
© Innsbruck Tourismus / Danijel Jovanovic
VON DER WOLLFASER BIS ZUR FERTIGEN DECKE ODER MATRATZE STECKT IN ALLEN VILLGRATER-NATURPRODUKTEN TROTZ MODERNER VERARBEITUNGSMETHODEN IMMER NOCH VIEL HANDARBEIT.
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Jetzt. Der neue Winter am Hausberg.
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Schweben lernen Über das Flow-Gefühl der Netzwerkzeit
Der Morgen beginnt mit dem Blick auf das Smartphone. Bereits 60 Sekunden nach dem Aufwachen haben die allermeisten Menschen das Ding in der Hand. Von da an beginnt die Antigravitation: Es startet der Alltag aus Dauerablenkung, Reizüberforderung und multiplen Sehnsüchten. Das Ergebnis: Die eindeutige Richtung, die Gravitation geht verloren. Kurz vor dem Einschlafen legt man das Handy dann wieder zur Seite. Die Gravitation kehrt zurück, der Körper liegt. Aber der Geist fliegt weiter. Willkommen im Zeitalter der Antigravitation. // TEXT: HARRY GATTERER, QUELLE: ZUKUNFTSREPORT
D
ie meisten Menschen
eine Schwerkraft mit gesteigerter Anzie-
wohl nicht so gedacht, und dennoch: Do-
hierzulande entstam-
hung zu erzeugen. Nur: Wo bitte ist diese
nald Trumps Wirkung auf die USA ist die
men einem Zeitalter, in
Spitze? Der aktuelle „World Wealth Report“
einer paradoxen Intervention. Mit seinen
dem es einfacher und
von Capgemini zeigt recht eindringlich ein
dumpfen Gedanken weckt er Amerikas
klarer war, sich in der
kontinuierliches Anwachsen des Reichtums
Kraft, ob für offene Grenzen, für eine allge-
Gesellschaft zu orientieren. Oben und un-
der Welt, im Speziellen in Europa und den
meine Gesundheitsversorgung oder gegen
ten, links und rechts, teuer und billig – die
USA. An die „Geldspitze“ wollen wir also
den Klimawandel. Trumps Aggressivität
Richtungen waren deutlich, die Pole klar
nicht, da sind wir schon. Aber wohin dann?
führt zum Gegenteil des Beabsichtigten. In
abgegrenzt. Das Allermeiste im Leben war
Klar ist: Es geht gar nicht so sehr um das
einer ordentlichen Welt würde es das nicht
scheinbar ordentlich geregelt. Ein Arbeits-
„Wohin“ – das Ziel ist egal, solange die
geben. Im Zeitalter der Antigravitation ist
platz hatte tatsächlich mit einem physi-
Schwerkraft erzeugt wird. Doch gelingt
dies jedoch die neue Realität.
schen Platz zu tun. Beziehungen wurden
das? Das Experiment in Amerika führt es
Daher versucht man nun, Fake News mit
nicht durch Algorithmen angebahnt. Autos
uns gerade sehr deutlich vor Augen. Es war
Fake News zu bekämpfen. Ein gezielter Ver-
wurden von Menschen gelenkt und fuhren mit Benzin. Zum Einkaufen ging man ins Geschäft oder man bestellte beim Quelle-Versand. Was dann Schritt für Schritt geschah, ist im Nachhinein betrachtet atemberaubend: Die Schwerkraft dieser klaren Pole ließ nach und wurde durch eine Gemengelage an Attraktoren ersetzt – Attraktoren, die nicht eindeutig in Zeit und Raum verteilt sind. Wie im Weltall scheint es in unserem Alltag kein Oben und Unten mehr zu geben. Wer dieses Schweben nicht mag, regt sich auf, geht in den Widerstand. Fordert ein Zurück zur alten Ordnung.
Auf der Suche nach der verlorenen Gravitation I: Politik Gut zu erkennen ist dies auch im Politischen. In ganz Europa hört man, analog zu den USA: Man müsse wieder „zurück an die Spitze“. Mit diesen Parolen wird versucht,
DER FESTE ARBEITSPLATZ UND DER VORGESETZTE, DER EINEM EINDEUTIG SAGT, WAS ZU TUN IST, SIND GESCHICHTE.
AUCH UNTERNEHMEN ERLEBEN, WIE DIE GRAVITATION ZUNEHMEND AUSSER KRAFT GESETZT WIRD. DIE ANTWORTEN DARAUF LAUTEN: SELBSTORGANISATION, HOLOKRATIE, DESKSHARING UND COWORKING ALS ERSATZ FÜR DIE KLASSISCHEN GRAVITATIONSHIERARCHIEN. DAS GEHT NICHT IMMER GUT, IST ABER EIN ANFANG. DIE SCHWIERIGKEITEN STECKEN IM DETAIL: BIST DU GERADE MEIN CHEF ODER MEIN KUMPEL? eco.nova
85
eco.zukunft
such, der Antigravitation Herr zu werden.
geschlittert, an dessen Ausfahrt nur mehr
Weil dann – so die Idee – Menschen einfach
die Singularität wartet, die Verschmelzung
wieder Ordnung wollen, und dafür steht
von Mensch und Maschine. Damit ist es
man schließlich. Doch weit gefehlt. Die Me-
dem Begriff der Digitalisierung wie kaum etwas anderem gelungen, eine Art Massen-
plex und folgen keinem trivialen Macht-
gravitationseffekt auszulösen.
muster. Der Politiker europäischer Machart
Genau das ist es aber, was Digitalisierung
© WOLF STEINER, HACKTHEGRAY.AT
chanismen der Antigravitation sind kom-
versucht daher, mit „Wahrheit“ zu punkten. Aber wenn ein Politiker von „Wahrheit“ spricht, meint er seine eigene, ideologisch geprägte Sicht der Dinge. So landet auch jede politische Wahrheit am Ende nur wieder im Fake, in der Desorientierung – und damit in emotionalen Reaktionen.
Auf der Suche nach der verlorenen Gravitation II: Unternehmen Wie Astronauten schweben ganze Heerscharen moderner Büroarbeiter um lose Tischkonfigurationen und docken mal hier,
Harry Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts, verknüpft gesellschaftliche Trends mit unternehmerischen Entscheidungen. Er berät Unternehmen dabei, relevante Trends zu erkennen und zu nutzen. Im Januar erschien sein Buch „Future Room: Entdecke deine Zukunft“ im Murmann Verlag.
nicht vermag. Denn die tatsächlichen Entwicklungen der Technologie bringen keine Klarheit, sondern noch mehr Vielfalt, Möglichkeiten und Komplexität in unseren Alltag. Gerade die Verbindung von Daten, Dingen und Menschen erzeugt eine neue Schweberealität. Darin eine eindeutige Anziehung zu suchen, ist kontraproduktiv. Das Digitale ist nicht der Ort, an dem Eindeutigkeit gilt – etwa eine vermeintliche Singularität als klare Richtung. Im Gegenteil: Das Neo-Real-Digitale fordert uns geradezu auf, jegliche Richtungsidee abzulegen.
Büroarbeit eben nicht mehr an ein Büro
gerade mein Chef oder mein Kumpel?
Die Gesellschaft als Schwebelabor
gebunden, oder gar an einen Tisch. Der fes-
Oft wird die Suche nach Gravitation auf
Als Gesellschaft fällt uns das Schweben
te Arbeitsplatz und der Vorgesetzte, der ei-
die Konsumenten übertragen: Sollen die
schwer, die Antigravitation macht uns noch
nem eindeutig sagt, was zu tun ist, sind Ge-
doch wählen, wurschteln und entscheiden.
nicht glücklich. Denn für diesen Zustand
schichte. Auch Unternehmen erleben also,
Als wären Überforderung und Überange-
sind wir nicht ausgebildet. Nicht durch un-
wie die Gravitation zunehmend außer Kraft
bot nicht längst die größten Deal-Breaker
sere Eltern, nicht durch Schulen und auch
gesetzt wird. Die Antworten darauf lauten:
für den einzelnen Kunden, der ja selbst den
nicht durch Unternehmen. Aus diesem
Selbstorganisation, Holokratie, Desksha-
Boden unter den Füßen verloren hat. Und
Grund machen wir den Schwebezustand
ring und Coworking als Ersatz für die klas-
dann ist da noch das große D-Wort. Nicht D
aktuell noch durch Gegenmaßnahmen er-
sischen Gravitationshierarchien. Das geht
wie Denken, sondern D wie Digitalisierung.
träglich. Der Hygge-Trend lebt davon. Eben-
nicht immer gut, ist aber ein Anfang. Die
Die gesamte Wirtschaft ist im Bann der Di-
so die neue Zuneigung zu Schallplatten,
Schwierigkeiten stecken im Detail: Bist du
gitalisierung in einen semantischen Tunnel
Filterkaffee oder Oldtimern. Ein Bild der
mal dort an Team und Projekt an. So ist
Anti-Antigravitation zeichnen auch die Su-
ALS GESELLSCHAFT FÄLLT UNS DAS SCHWEBEN SCHWER, DIE ANTIGRAVITATION MACHT UNS NOCH NICHT GLÜCKLICH.
DENN FÜR DIESEN ZUSTAND SIND WIR NICHT AUSGEBILDET. NICHT DURCH UNSERE ELTERN, NICHT DURCH SCHULEN UND AUCH NICHT DURCH UNTERNEHMEN. AUS DIESEM GRUND MACHEN WIR DEN SCHWEBEZUSTAND AKTUELL NOCH DURCH GEGENMASSNAHMEN ERTRÄGLICH – DIE ZUNEIGUNG ZU SCHALLPLATTEN ZUM BEISPIEL, FILTERKAFFEE ODER OLDTIMERN. DOCH DIE ANTIGRAVITATION ALS NEUE NORMALITÄT ZU ERKENNEN, IST EIN GEWINN. 86
eco.nova
che nach Regionalität, die Sehnsucht nach Digital Detoxing und der enorme Wind der Achtsamkeitsbewegung. Doch all diese Trends markieren kein Zurück: Vielmehr sind es Umwege ins Schweben. Denn das Brutal-Analoge verbindet uns mit der Gegenwart. Es erzeugt eine Konnektivität des Seins in der Welt. Oder wie es der Soziologe Hartmut Rosa formulieren würde: Es ermöglicht dem Individuum eine Resonanzerfahrung mit der Welt. Dies ist die zentrale Voraussetzung für den Umgang mit dem Schweben. Denn nur wer in der Gegenwart lebt, kann die Welt in diesem Momentum schätzen. Die Gravitation ist dann das Momentum – eine beglückende Erfahrung, eine intensive Begegnung mit anderen. Die Techniken des Umgangs mit der Antigravitation basieren daher auf einer neuen Weltbeobachtung. Ihre zentralen Einsichten lauten: • Die eine, klare Richtung im Leben gibt es nicht mehr, sondern multiple Attraktoren.
eco.zukunft
ZUKUNFTSREPORT
Dieser Beitrag stammt aus dem „Zukunftsreport 2018“ des zukunftsinstitutes. Der Report gibt einen Ausblick auf die Themen und Trends aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, die uns im kommenden Jahr besonders beschäftigen werden. Matthias Horx und das Zukunftsinstitut beleuchten unter anderem die Neuordnung Europas, die „Rache des Analogen“, die „Progressive Provinz“ oder aufkommende Zukunftssportarten. Die Kapitel „Future People“ und „Trendlexikon“ zeigen, über welche Köpfe und Trends wir 2018 reden werden. „Es ist wichtig, die Kräfte des Wandels regelmäßig zu reflektieren, um das Bewusstsein für gesellschaftliche Veränderungsprozesse kontinuierlich zu schärfen. Denn die wahren Zukunftstrends entwickeln sich oft als Gegenbewegung gegen die Krisen der Zeit”, erklärt Harry Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts, die Ausrichtung des jährlichen Zukunftsreports. // Der 160 Seiten starke Zukunftsreport 2018 ist um 125 Euro (netto) bestellbar. www.zukunftsinstitut.de
ben zu lernen, braucht Zeit. Es geht nicht
Denken für die Welt im 21. Jahrhundert muss
von heute auf morgen. In der Antigravita-
nicht neu erfunden werden. Aber gängige Bil-
• Die Welt besteht nicht aus Einzelteilen: Al-
tion wird das gesamte Universum aus neu-
der und lang gehegte Denkmethoden –
les hängt mit allem zusammen – und die
en Perspektiven sichtbar. Das öffnet Mög-
etwa das politische Links/Rechts-Schema –
Technologie visualisiert diese Tatsache.
lichkeitsräume, an die wir heute noch nicht
bringen keine Weiterentwicklung. Die Kon-
denken. Räume, in denen unternehmeri-
zepte für den Ausblick in die Zukunft sind
sche Chancen liegen – und in denen gesell-
komplexer und undeutlicher. Daher kann uns
schaftliche Antworten gefunden werden
die Metapher der Antigravitation enorm hel-
müssen auf die Probleme, die das klassische
fen, die Unsicherheit der Gegenwart in Politik
Gravitationsdenken erzeugt.
und Wirtschaft auf spielerische Art zu über-
Die Paten stehen bereit, sei es die geisteswis-
winden. Denn Zukunft ist und bleibt ein Ge-
Die Antigravitation als neue Normalität zu
senschaftliche Achtsamkeit oder die natur-
staltungsraum. Sie ist nur anders, als wir uns
erkennen, ist ein Gewinn. Doch das Schwe-
wissenschaftliche Quantenphysik: Das nötige
das im Moment vorstellen.
• Zeit verläuft nicht entlang einer Linie, sondern besteht aus verstreuten Punkten im Raum.
• Die Digitalisierung ist ein semantischer Tunnel, keine Wahrheit. • Technologischer Fortschritt erzeugt Antigravitation, nicht Eindeutigkeit.
Schwerelos in die Zukunft
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D I E T E C H N I K E N DES SCHWEBENS UM DAS LEBEN UND SCHWEBEN IM . JAHRHUNDERT ZU BEHERRSCHEN, GILT ES, SICH EINIGE TECHNIKEN ANZUEIGNEN. DIE IM FOLGENDEN GENANNTEN SIND DABEI NUR EINIGE MÖGLICHE PRAXISÜBUNGEN EINES NOCH GRÖSSEREN KATALOGS AN SCHWEBETRAININGS. FÜR JEDEN ZUKUNFTSGEWANDTEN ENTREPRENEUR ODER MANAGER WERDEN DIESE TECHNIKEN HILFREICH SEIN, UM SICH GEKONNT IM BUSINESS DER ZUKUNFT ZU BEWEGEN.
HOLISTIC TRUST Die Antigravitation erzeugt einen Verlust des Glaubens an die Welt. Da helfen die besten Fakten nichts: Rückgang der extremen Armut, kaum noch Analphabetismus, enormer Wirtschaftserfolg. Es bleibt das Unbehagen mit der Welt, ein Gefühl des Vertrauensverlustes. Und damit auch: ein Verlust des Vertrauens in soziales Wissen – ein zentraler Mechanismus für die Entwicklung von Persönlichkeitspathologien. Was wir im Schwebezustand umso mehr brauchen, ist ein Vertrauen in die Welt als großes Ganzes. Dies beinhaltet die Wahrnehmung von größeren Zusammenhängen, aber auch das Loslassen überbordender Kontrollideen. Selbst die modernsten „Data-driven Companys“ leben vom Holistic Trust: Nur indem alle Mitarbeiter eines Unternehmens auf alle Daten blicken können, entsteht eine Dynamik der Ideen und klugen Maßnahmen.
POWERFUL UNCERTAINTY In komplexen Situationen entsteht Unsicherheit – dies lässt sich nicht vermeiden. Nun ist die Frage, wie wir diese Unsicherheit deuten. Üblicherweise als Mangel. So zumindest erlebt man es in allgegenwärtigen Diskursen. Ein Beispiel: „Ist Ihr Unternehmen auf die Digitalisierung vorbereitet?“ Derartige Untersuchungen gibt es täglich. Antwortet man darauf mit „Ich bin unsicher“, gilt man als Risikogruppe. Dabei ist es genau anders herum: Komplexe Situationen brauchen Unsicherheit – um uns wach zu halten, um uns aktiv zu machen und um die notwendige Aufmerksamkeit zu erzeugen. Wenn wir alles für fix und geregelt erachten, reduzieren wir unsere mentalen Ressourcen. In der Unsicherheit lebt die Kraft des Neuen, Kreativen und Lebenswerten.
MINDFUL CONNECTIVITY Wenn Meetings damit beginnen, dass jeder noch mal in seinem Smartphone nach der Agenda wühlt oder sich Notizen zum vorangegangenen Meeting macht, landet man in effektloser Plauderei. Meetings dieser Güte werden dann zwar durch Agenden gepeitscht, ergeben aber allzu häufig nur Schall und Rauch und verbrennen Kraft. Und genau das ist im Schwebezustand nicht zu empfehlen. Deshalb zahlt es sich aus, achtsame Beziehungen zu pflegen. Das ist ganz einfach: Man beginnt ein Meeting mit der Abgabe der Smartphones und blickt sich ein paar Momente in die Augen. Das erzeugt eine Verbindung, setzt Energie frei. In dieser Energie lässt sich eine gute Beziehung aufbauen, selbst wenn diese nur die Länge eines Gesprächs hat. Achtsamkeit zahlt sich aus, sowohl in der Qualität der Beziehungen als auch in einer Steigerung der Produktivität.
SOFT FOCUS Unternehmen leben davon, sich zu fokussieren. Ressourcen werden gebündelt, Kräfte ausgerichtet. Auf der Schwebestation ist dies jedoch nicht so leicht möglich. Denn ein Fokus bedeutet, die Umgebung außer Acht zu lassen. Zu große Fokussierung ist daher sogar gefährlich. Schweben lernen meint dagegen: den Fokus immer wieder schweifen lassen. Sich im soften Fokus zu trainieren, indem man den Blick auf „weich“ umstellt. Jede Bewegung im Schweben führt zu einer momentanen Richtungsänderung. Daher ist es besser, zu sehen, wie die Umgebung sich bewegt und zusammensetzt. Dies führt zu diffuseren, aber essenziellen Informationen über den Kontext, in dem sich schwache, zukunftsrelevante Signale zeigen können.
ROUGH DATA Im Umgang mit Daten gibt es derzeit eindeutige Tendenzen: Big, Deep, Fast Data – und am Ende Künstliche Intelligenz. Also: große Daten, tiefe Durchdringung, schnelle Interpretation und Reaktion – mit Lerneffekten für die Programme. Im Schwebezustand werden wir das ergänzen um den von Netzwerkforscher Harald Katzmair geprägten Begriff der „Rough Data“: ein Umgang mit Daten, der nicht genauer, sondern rauer ist. Jedes noch so komplexe System besteht im Kern aus ganz wenigen, einzelnen Treibern, die das System definieren. Schauen wir auf Big, Deep und Fast Data, erkennen wir Details um Details. Aber die relevanten Muster und Tendenzen eines Systems bleiben verborgen. Das Umschalten auf (oder zumindest das Dazuschalten von) Rough Data ermöglicht eine viel umfassendere Form der Interpretation – und lässt das Schweben leicht werden.
SITUATION ANALYSIS Multiple Attraktoren im Alltag führen zu kuriosen Situationen mit Überforderung in der Richtungsentscheidung. Geht man dahin oder dorthin? Wollen wir dieses oder jenes Produkt pushen? Was tun mit einer Businessoption, die eigentlich nicht vorgesehen war? Sind wir digital, analog oder überhaupt nicht mehr? Müssen wir ganz schnell reagieren, oder haben wir Zeit? Diese komplexen Situationen erfordern Werkzeuge, die komplexe Situationsanalysen zulassen. In diesen sollten diverse Köpfe hierarchieunabhängig zusammengeschaltet werden, um binnen weniger Stunden ein gemeinsames Wissensplateau zu erreichen. Als kluges Zwischenfazit und beruhigendes Entscheidungstool. Denn in der Antigravitation entstehen permanent unbekannte, ungewollte Situationen. Die Reaktion darauf entscheidet, ob das Schweben gelingt.
PLAYFUL ACTIONS Schweben bedeutet nicht Nichtstun. Die Aktivität ist dabei aber viel mehr playful als auf der Erde üblich. Auf die spielerischen Zugänge kommt es an! Dazu gehört ein ständiges Trainieren – eine Aufforderung an die unternehmensinternen Trainingslager in den kommenden Jahren. Denn von ihnen hängt ab, wie verspielt eine Organisation wird. Und damit auch: wie weich und geschmeidig – und erfolgreich. Das Schweben ist nicht konkret und hart. Und der Zustand des Schwebens ist ein ungewohnter: Man erlernt ihn durchs Tun, durchs Trainieren und durch die Anwendung von spielerischen Techniken und Taktiken. Je mehr Playfulness in einem Unternehmen steckt, desto höher ist seine Schwebe- und Zukunftskompetenz.
eco.zukunft
Zukunftstrend Regionalität Das kulinarische Erbe der Alpen ist von weitreichender Bedeutung, nicht nur im Sinne der Bewahrung alpiner Traditionen und des immateriellen Kulturerbes, sondern im Besonderen auch als Teil der kollektiven Identität der Bewohner alpiner Regionen und darüber hinaus. len Kulturerbes Alpine Esskultur, die Partner in der Wertekette, die treibende Kräfte sind und davon profitieren; wie nachhaltig sie in die Regionen hineinwirken bzw. wie regionale Gemeinschaften davon profitieren. Es geht auch um das Erkennen potenzieller Interessenkonflikte zwischen Bewahrung, Erneuerung, (Über-)Kommerzialisierung oder Profitgetriebenheit und nachhaltiger Inwertsetzung und wie diese Konflikte bewältigbar sind“, erklärt Hemetsberger. Ziel des Projektes ist es letztlich, dass die alpine Esskultur als UNESCO immaterielles Kulturerbe anerkannt wird. Damit soll erDie alpine Küche ist so herzhaft wie süß und unglaublich vielseitig. Neben Kaiserschmarren und Knödel geht für viele nichts über ein echtes Tiroler Gröstl ...
M
reicht werden, dass gelebte sozioökonomische und kulturelle Praktiken traditioneller Essenskultur im alpinen Raum bewahrt und unterstützt, innovativ weiterentwickelt, gefördert, bekannt gemacht, gelebt, wertge-
it dem Projekt „AlpFoodway“,
– Milch wird zu Butter und Magermilch, Ma-
schätzt und als genuiner Teil unserer Kultur
an dem sich auch die Univer-
germilch zu Graukäse und Molke, die Molke
erlebbar sind. Strukturschwache Regionen
sität Innsbruck beteiligt, setzt
zu Zieger“, ergänzt Markus Schermer vom
sollen im Besonderen davon profitieren und
man auf die Bewahrung alpiner Esskultur
Institut für Soziologie und gemeinsam mit
letztendlich Bevölkerungsabwanderungen
und die Stärkung gemeinsamer kultureller
Hemetsberger maßgeblich für das Projekt
durch erfolgreiche Produktions- und Ver-
Werte. Was aber ist es, dieses kulinarische Er-
verantwortlich. „Das kulinarische Erbe ist ein
marktungsstrategien gebremst werden. Das
be? „Alpine Esskultur beginnt bei der Kulti-
starker Bezugspunkt, der selbst in Migrati-
gelingt nur dadurch, dass die Wertschöpfung
vierung alpiner Landschaften durch Anbau
onsgesellschaften eine Rückbesinnung auf
gerecht verteilt in die kommunalen Struktu-
und Tierhaltung, prägt die alpine Umwelt mit
die gemeinsame Herkunft erlaubt. In unserer
ren zurückgeführt wird. Hemetsberger: „Tirol
Stätten der Veredelung und Verarbeitung von
Gesellschaft bietet er eine Möglichkeit der re-
hat mit seiner Präsidentschaft der EUSALP
Produkten, begegnet uns beim Einkauf von Lebensmitteln und prägt das soziale Leben in der Familie, in der Gastronomie und bei kulinarischen Festen. Das kulinarische Erbe der Alpen bekommt zusätzliche wirtschaftliche Bedeutung durch den Tourismus, durch ein intensiviertes Interesse des Lebensmittelhandels und der Konsumenten an regionalen
ALPINE ESSKULTUR BRAUCHT NEBEN TRADITION AUCH EINE STARKE INNOVATIONSKULTUR. DIESE HÄNGT STARK VON DER INNOVATIONSKRAFT REGIONALER UND ÜBERREGIONALER EINZEL- UND GROSSINITIATIVEN AB UND KANN NUR LEBEN, WENN SIE FÜR DEN MODERNEN MENSCHEN RELEVANT BLEIBT.
Produkten und die aktuelle Diskussion um die nachhaltige Bewirtschaftung und Bewah-
gionalen Erdung in Zeiten der Globalisierung.
dieses Jahr eine besondere Bedeutung in-
rung der Kulturlandschaften. Nicht zuletzt
Moderne Gesellschaften brauchen beides:
ne, die auch aktiv von Landesregierung und
geht es darum, den Bewohnern des Alpen-
globale Beziehungen und regionale Veranke-
Vertretern Tiroler Organisationen wahrge-
raums eine Lebensgrundlage zu erhalten
rung“, so Schermer weiter.
nommen wird. AlpFoodway wird sich bei der
und der Absiedlung entgegenzuwirken“, be-
sogenannten Alpenmeile im Rahmen des
schreibt Andrea Hemetsberger vom Institut
Stärken stärken
für Strategisches Management, Marketing
Im Zuge des Projektes geht es nicht nur
haben sich alle 14 Partnerorganisationen der
und Tourismus der Uni Innsbruck. „Die tradi-
um die Bewahrung an sich, es sollen dafür
insgesamt sechs AlpFoodway-Nationen da-
tionelle Küche ist an und für sich eine Küche
auch neue Marketing- und Steuerungsinst-
für ausgesprochen, die Mid-Term-Conference,
der Einfachheit, die in engem Zusammen-
rumente eingeführt werden. Bei „AlpFood-
die sich auch an eine breitere Öffentlichkeit
hang mit der alpinen Land(wirt)schaft steht.
way“ geht es dabei weniger um klassisches
wendet, im Oktober 2018 in Innsbruck aus-
Neben der Einfachheit sind es aber auch der
Marketing als um kollektive Vermarktungsi-
zurichten und namhafte Vertreter relevanter
Erfindungsreichtum und eine Verwertungs-
nitiativen. „Wir untersuchen die vielfältigen
Initiativen sowie internationale Vertreter aus
kette, die keinen ‚Lebensmittelabfall‘ kennt
Formen der Vermarktung des immateriel-
Politik und Wirtschaft einzuladen.“
90
Zukunftstags in Tirol präsentieren. Daher
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In der modernen und auch für ambulante Patienten offenen Physiotherapie im Sanatorium Kettenbrücke werden Patienten von einem professionellen Team aus Masseuren und Physiotherapeuten nach ganz individuellen Therapieplänen behandelt – schöner Ausblick inklusive!
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rthrotische Gelenkveränderungen sind Abnützungs- oder Verschleißerscheinungen des Knor-
pels an Gelenken oder Gelenksteilen und kommen daher mit zunehmendem Alter häufiger vor“, erläutert Dr. Bernhard Huter, Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie. „Die Arthrose kann im Grunde jedes Gelenk betreffen, am weitaus häufigsten werden jedoch Knie- oder Hüftprothesen eingesetzt“, weiß der erfahrene
„UNSERE BEHANDLUNGEN WERDEN SEHR INDIVIDUELL AUF DEN PATIENTEN ABGESTIMMT.“ Manuel Krug, Leiter der Physiotherapie im Sanatorium Kettenbrücke
Belegarzt am Sanatorium Kettenbrücke.
zementierten und zementfreien Endoprothesen. „Wir verwenden bei Hüftprothesen vorwiegend zementfreie Varianten, während beim Kniegelenk in den meisten Fällen zementiert wird. Das hängt sehr stark von der vorhandenen Knochenqualität ab“, erläutert Huter. „Im Sanatorium Kettenbrücke kommen nur hochwertige Endoprothesenmodelle mit internationalen Referenzen zum Einsatz, mit denen wir schon seit vielen Jahren gute Erfahrungen gemacht haben.“
Was aber ist ein Kunstgelenk (Endoprothe-
schädigten Körperteil ganz oder teilweise
Hohe Erfolgsquote
se) überhaupt und wann macht es Sinn, ein
ersetzen. Gefertigt werden die „Ersatztei-
Die Erfolgsquote ist laut Huter sehr hoch:
künstliches Gelenk zu implantieren?
le“ vorwiegend aus Titanlegierungen sowie
„Seit Jahrzehnten ist der Benefit bei endo-
Endoprothesen sind Implantate, die dau-
Komponenten aus Keramik und Polyethylen.
prothetischen Operationen einer der höchs-
erhaft im Körper verbleiben und den ge-
Des Weiteren unterscheidet man zwischen
ten bei Operationen überhaupt. Nach zehn
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eco.nova
© EICHHOLZER, PCIHLER, FRIEDLE
Menschen mit Arthrose leiden an Bewegungseinschränkungen und Schmerzen. Wenn sämtliche konservativen Therapien nicht mehr greifen und die Schmerzbelastung zu groß ist, wird der Einsatz einer Gelenkprothese sinnvoll. Das Sanatorium Kettenbrücke bietet nicht nur modernste endoprothetische Operationen mit dem Arzt des persönlichen Vertrauens, sondern vor allem auch professionelle prä- und postoperative Therapien in der hauseigenen Physiotherapie. // TEXT: DORIS HELWEG
promotion
„DAS GROSSE ZIEL DER ENDOPROTHETIK IST ES, DIE LEBENSQUALITÄT DER BETROFFENEN ZU VERBESSERN.“ Dr. Bernhard Huter, Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie in Innsbruck
Jahren sind noch ca. 95 Prozent der Prothe-
Lebensqualität verbessern
sen im Körper erhalten, nach 15 Jahren im-
Das große Ziel der Prothetik ist es, die Le-
Vorher und nachher: Bewegung ist wichtig
merhin noch rund 90 Prozent. Man kann al-
bensqualität der betroffenen Patienten
Generell rät Huter zu Bewegung als vorbeu-
so durchaus von einer sehr guten Haltbarkeit
wesentlich zu verbessern. Die Bewältigung
gende Maßnahme: „Keine Überbelastung,
ausgehen, vor allem, wenn man bedenkt, dass
der Aktivitäten des täglichen Lebens sollte
aber moderater Sport ist nicht nur für den
Endoprothesen meist erst im höheren Alter
mit der Endoprothese gut und zumindest
Bewegungsapparat, sondern für den ganzen
zum Einsatz kommen. Und sollte es in sehr
großteils schmerzfrei möglich sein. Auch
Organismus von großer Bedeutung. Bis zum
seltenen Fällen doch vorkommen, dass eine
moderate sportliche Betätigungen wie Rad-
Alter von 40 Jahren hat man einen Bonus,
Prothese gewechselt werden muss, ist das
fahren, Schwimmen und sogar Skifahren,
von 40 bis 60 muss man dann aber was tun,
technisch möglich. In diesem Fall wird das
Eislaufen oder Langlaufen sind mit einer
damit man danach fit ist“, verrät der Exper-
defekte Implantat vorsichtig herausgelöst
Endoprothese möglich. Das gelinge aber
te. „Insbesondere bei Knieendoprothesen
und durch ein neues ersetzt“, so Huter.
laut Huter nur dann, wenn die Patienten
ist es essentiell, schon vor der Operation
auch bereit sind, mit Bewegungstherapien
mit präoperativen Therapien zu starten. Die
aktiv mitzuwirken.
vorher erlernten Bewegungsmuster erleich-
Der richtige Zeitpunkt „Bei klinischer Befundung einer Arthrose
tern die Therapie nach der OP enorm“, be-
en wie Physiotherapie, Schmerztherapie und
Entscheidend: professionelle Physiotherapie
Infiltrationen nicht mehr greifen und die
Spätestens 24 Stunden nach, oftmals jedoch
Lebensqualität sehr eingeschränkt ist, dann
schon vor der Operation, beginnen die ver-
steht als letztes Mittel der Wahl der Einsatz
sierten Physiotherapeuten des Hauses mit
„Das Knie gebe ich nicht mehr her“
eines künstlichen Gelenks zur Verfügung.
den Patienten zu arbeiten. „Die postopera-
So oder so ähnlich klingen die Rückmel-
Den Zeitpunkt bestimmt also der Patient
tive Therapie wird individuell auf den Pa-
dungen von Patienten, die den Schritt zum
weitgehend selbst“, so der erfahrene Ortho-
tienten abgestimmt“, verrät Manuel Krug,
Einsatz einer Endoprothese gewagt haben.
päde. Dabei gilt es abzuwägen, inwiefern der
Leiter der ambulanten Physiotherapie im
Insbesondere bei künstlichen Hüftgelenken
Betroffene auch gewillt ist, eine aktive Rolle
Sanatorium Kettenbrücke. „Wir beginnen
seien laut Studien ca. 98 Prozent der Betrof-
seiner Genesung in Form von Bewegungs-
am ersten postoperativen Tag mit schwel-
fenen beschwerdefrei, bei Knieprothesen
therapien zu übernehmen.
lungs- und schmerzreduzierenden Maß-
immerhin noch 85 bis 90 Prozent. „Bei kaum
nahmen wie Lymphdrainagen verbunden
einer anderen Operation hängt der Gene-
mit mobilitätssteigernden Maßnahmen wie
sungsverlauf so stark vom Patienten ab wie
passiven Bewegungsschienen oder aktiven
in der Endoprothetik. Die aktive, physiothe-
Übungen“, so Krug.
rapeutische Betreuung spielt hier einfach
Die ersten Wochen sind entscheidend für
eine entscheidende Rolle“, sind sich der Or-
das spätere Outcome, sind sich Huter und
thopäde Huter und der neue Leiter der Phy-
Krug einig. Nach der stationären Entlassung
siotherapie im Sanatorium Kettenbrücke
besteht die Möglichkeit, die Rehabilitation
Manuel Krug einig. Die Physiotherapie mit
mit physiotherapeutischer Begleitung am-
einem interdisziplinären Team aus Physio-
bulant fortzusetzen. Ab der dritten postope-
therapeuten und medizinischen Masseuren
rativen Woche sind auch angenehme Unter-
ist übrigens für alle Patienten offen und bie-
wassertherapien möglich. Wer möchte, kann
tet neben modernsten Einrichtungen und
nach Abschluss der verordneten Therapien
professioneller Betreuung auch einen wun-
die professionellen Leistungen der Physio-
derbaren Ausblick auf die Umgebung. Denn
therapie in Anspruch nehmen oder bei ei-
Heilung braucht bekanntlich Zeit und Für-
nem Abo-Training Übungen mit einem auf
sorge sowie das Wohlfühlambiente des Sa-
die Bedürfnisse des Patienten abgestimmten
natoriums Kettenbrücke.
Trainingsplan selbstständig durchführen.
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und wenn sämtliche konservativen Therapi-
stätigt auch Krug den hohen Stellenwert von Bewegung.
eco.nova
93
© PROHOLZ TIROL
promotion
Das Gutsanwesen Karpfsee in Bad Heilbrunn wurde unter dem Thema „Kunst und Natur“ entwickelt. Dabei entstanden kunstvoll gestaltete Seminarräume neben landwirtschaftlichen Bereichen unter einem Dach.
© THE PK. ODESSA CO
© STEFAN MÜLLER-NAUMANN
Über 250 Zuhörer sorgten für einen vollen Saal.
Die modernen Lufthütten am Gelände des Hotels Tannerhof in Bayrischzell wurden in Brettsperrholz-Bauweise mit drei Einheiten übereinander ausgeführt.
Holzbau auf Bayrisch
D
proHolz Tirol organisierte in gewohnter Manier einen inspirierenden und unterhaltsamen Vortragsabend zum Thema „Holzbau im Voralpenraum – Werkschau eines Zimmerers und Architekten“, eingebettet in das umfangreiche Programm der 49. Bildungswoche der Österreichischen Holzbau- und Zimmermeister im Congress Centrum Alpbach. as heuer mit über 250 Zuhörern,
Zimmermann haben wohl das besonders
Nachhaltigkeit wird für jedes Projekt auch
darunter Architekten, Planer und
ausgeprägte Gespür Naglers für das Mate-
ein ausgeklügeltes Energiekonzept ausgear-
Vertreter von Behörden, wieder
rial Holz und dessen Qualitäten sowie das
beitet. Das Besinnen auf traditionelle Hand-
besonders zahlreich erschienene Publikum
sensible Bauen in bestehenden ländlichen
werkskunst und die enge Zusammenar-
sorgte für einen vollen Saal und lauschte
Strukturen geschärft. Die ausgewählten
beit mit den ausführenden Professionisten
nach einführenden Worten durch die pro-
Referenzprojekte zeigten in beeindrucken-
führte bei allen gezeigten Beispielen zu wir-
Holz-Verantwortlichen Karl Schafferer und
der Art und Weise, wie behutsam und ge-
kungsvollen Details und Raumsituationen
Rüdiger Lex aufmerksam den Ausführun-
konnt man wertvollen Bestandsgebäuden
– vom Kuhstall bis hin zum 20 Meter hohen
gen des erfahrenen und unterhaltsamen
neues Leben und zeitgemäßes Design ver-
Veranstaltungssaal. Auch das Spiel mit un-
Referenten Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Florian
leihen und neue Objekte sensibel in die Um-
gewöhnlichen Raumproportionen ist eine
Nagler, Architekt und Zimmermann aus
gebung einbinden kann.
Besonderheit bei Naglers Werken und zeigt
München. Bereits seit über 20 Jahren wid-
dessen vielfältige Sicht auf die Möglich-
Liebe zum nachhaltigen Werkstoff Holz
Spiel mit ungewöhnlichen Raumproportionen
dem Thema Holzbau und konnte anhand
Die drei Hauptanforderungen an die Archi-
dersetzung mit der öffentlichen Meinung
ausgewählter Beispiele zeigen, dass selbst
tektur sind nach Vitruv: Firmitas (Festig-
meist schwieriger als hypermoderne Neu-
mit relativ einfachen Konstruktionen groß-
keit), Utilitas (Nützlichkeit) und Venustas
bauten umzusetzen“, meint der Referent.
artige Bauwerke entstehen.
(Schönheit). Diesen drei Kategorien glei-
Der Abend klang bei einer zünftigen Jause
Die Kindheit am Land in den idyllischen
chermaßen gerecht zu werden, hat für Nag-
und geselligem Beisammensein mit Aus-
Hügeln Bayerns und die Ausbildung zum
ler höchste Priorität. Ganz im Sinne gelebter
sicht auf winterliches Schneetreiben aus.
met sich der vielseitige Architekt mit viel
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eco.nova
keiten innerhalb der Architektur. „Nah an der Tradition zu bauen ist in der Auseinan-
promotion
Mitarbeiter schätzen Weiterbildung Wie der neue BFI Tirol Bildungsbarometer 2018 zeigt, messen Mitarbeiter beruflicher Weiterbildung einen hohen Stellenwert bei. 87 Prozent der Befragten schätzen die Bedeutung als wichtig oder sehr wichtig ein.
AKTUELLE SEMINARE • Fachlehrgang Betrieblicher Datenschutzbeauftragter (mit ISO-Zertifikat) Start: 4. April 2018 • Fachlehrgang Webdesigner II (mit ISO-Zertifikat) Start: 27. Februar 2018 • Buchhaltung Lehrgang Vorbereitung auf die Prüfung zum/zur Buchhalter/-in (inkl. Kostenrechnung) Start: 30. März 2018
© FOTOLIA
• Zertifikatslehrgang Public-RelationsFachmann/-frau – Öffentlichkeitsarbeit professionell gestalten Start: 16. März 2018
D
• B1 English for Work Start: 1. März 2018 ie Hauptmotive für eine Teilnah-
Aus- und Weiterbildung (inkl. Lehre mit Ma-
me sind das „up to date“ bleiben,
tura), Wirtschaft und Recht, Persönlichkeits-
das generelle Interesse an Weiter-
entwicklung, Fremdsprachen, IT/EDV-Semi-
bildung und die Verbesserung der berufli-
nare, Technik, Verarbeitung und Transport,
chen Qualifikation. Mitarbeitern ist es also
Gesundheit, Wellness und Soziales und Aka-
wichtig, durch regelmäßige Aktualisierung
demische Ausbildungen.
des Know-hows zusätzliche Kenntnisse und Fähigkeiten einsetzen zu können sowie am
Maßgeschneiderte Trainings
neuesten Stand zu bleiben.
Für individuelle Anforderungen von Firmen
Weiterbildung sichert Unternehmenserfolg
werden zusätzlich maßgeschneiderte Schulungen konzipiert und in den Unternehmen vor Ort oder in einem der über 110 modernst
Unternehmen stärken mit regelmäßiger
ausgestatteten Kursräume und Werkstätten
Aus- und Weiterbildung unter anderem ihre
in ganz Tirol durchgeführt.
Innovationskraft, sichern effiziente Prozes-
Das BFI Tirol ist mit seiner mehr als 50-jäh-
se und fördern die Mitarbeiterzufriedenheit.
rigen Erfahrung ein verlässlicher Partner
Für den Schulungsbedarf von Unternehmen
für professionelle Firmentrainings. Nutzen
bietet das BFI Tirol ein breites Angebot. Es
Sie das vielfältige Angebot für neue Pers-
umfasst die Themenbereiche Allgemeine
pektiven.
• B2 English Power Pack – Legal English Start: 11. April 2018 • Baurechtstag 22. Februar 2018 • Elektrotechniktag 2018 8. März 2018 • Fasziale Rückengesundheit am Arbeitsplatz Start: 9. März 2018 • Ausbildung zum/zur Visagist/-in Start: 19. Februar 2018 • Ausbildung der Ausbilder Start: 9. April 2018 • Lehre mit Matura Start im Herbst 2018 in ganz Tirol Kontakt Firmenschulungen:
BFI TIROL
Ing.-Etzel-Straße 7, 6010 Innsbruck Tel.: 0512/59 660 info@bfi-tirol.at www.bfi.tirol
„MIT LAUFENDER WEITERBILDUNG BLEIBEN DIE MITARBEITER UND DAS GESAMTE UNTERNEHMEN IMMER AM NEUESTEN STAND.“ Dr. Karin Klocker, Geschäftsführerin des BFI Tirol
eco.nova
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Geld
ECO.MMENTAR
Wer nur zusieht, ist nicht wirklich dabei gewesen
Finanzieren & Versichern
Michael Posselt, Finanzredaktion
Auch wenn 2017 ein gutes Anlagejahr war und es auch 2018 eins zu werden scheint, setzen Herr und Frau Österreicher weiter auf traditionelle Sparformen wie das Sparbuch, Bausparvertrag oder Lebensversicherung. Und das ob-
Finanzstatistik – einfach erklärt
wohl sie mittlerweile wissen, dass sie da-
Das Finanzvermögen Österreichs
wegnimmt. Der Grund ist die Angst, bei
mit weniger Zinsen auf ihr eingesetztes Kapital erhalten als ihnen die Inflation ertragsorientierten Anlageformen Geld
Die Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung (GFR) ist Teil der Volkswirtschaftlichen
einzubüßen. Dabei belegen Studien, dass
Gesamtrechnung (VGR), einem geschlossenen Kontensystem, in dem die einzelnen Phasen des
man mit breit streuenden Investment-
Wirtschaftskreislaufes systematisch dargestellt werden. Aus diesem Kontensystem werden we-
fonds langfristig kein Geld verlieren
sentliche makroökonomische Kenngrößen (wie Bruttoinlandsprodukt, verfügbares Einkom-
kann. Selbst wenn man vor etwas mehr
men der Haushalte, Konsumausgaben, Investitionen) abgeleitet.
als zehn Jahren, also vor der letzten Fi-
Die GFR stellt die „finanzielle Vermögensbilanz“ einer Volkswirtschaft dar und bildet den Ab-
nanzkrise, sein Geld in global investie-
schluss der Kontenfolge der VGR. Sie umfasst sowohl die Darstellung der Transaktionen (z. B.
renden Aktienfonds angelegt und damit
Käufe/Verkäufe von Finanzprodukten, Kreditaufnahmen) in einer Periode als auch die aus
in der Krise im schlechtesten Fall bis zu
diesen Transaktionen und eventuellen Preis- und Wechselkursänderungen resultierenden Be-
50 Prozent seines eingesetzten Kapitals
standsgrößen an finanziellen Forderungen und Verpflichtungen zum Periodenultimo (Quar-
„verloren“ hätte, könnte man sich heute
tal bzw. Jahr). Der Saldo aus den Transaktionen in Finanzaktiva (Geldvermögensbildung) und
über ein deutliches Plus freuen.
Finanzpassiva (Finanzierungen) ergibt den Finanzierungssaldo als Abschluss des Finanzie-
Auf der anderen Seite gibt es einen Hype
rungskontos und ist damit ein wesentlicher Bestandteil des Vermögensänderungskontos in der
um die boomenden Kryptowährungen
Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, das die Ersparnisbildung, die Investitionen und die
und ICOs (Initial Coin Offerings), wo jun-
Finanzierung beinhaltet. Inhaltlich wird demnach in der GFR gezeigt, wie die im Produktions-
ge Start-ups für ihre Geschäftsentwick-
prozess erwirtschafteten finanziellen Überschüsse angelegt werden (z. B. bei Finanzinterme-
lung Anteile (Tokens) gegen ihre eigene
diären oder am Kapitalmarkt), bzw. wie die Verluste finanziert werden. In Österreich wird die
Kryptowährung ausgeben. Und auch
GFR von der Oesterreichischen Nationalbank/OeNB erstellt.
wenn die Kurse hier – getrieben durch
Die GFR beinhaltet die finanziellen Forderungen und Verpflichtungen der zu volkswirtschaft-
die Gier der Anleger – noch weit steigen
lichen Sektoren (nichtfinanzielle Unternehmen, finanzielle Kapitalgesellschaften, Staat, private
können, so werden hier viele noch sehr
Haushalte einschließlich privater Organisationen ohne Erwerbszweck und Ausland) zusam-
viel Geld verbrennen. Auf der anderen
mengefassten Einheiten. Diese Einheiten (z. B. einzelne Banken, die OeNB, Versicherungen,
Seite sehen wir, so wie einige Finanzex-
Pensionskassen, Investmentfondsgesellschaften, der Bund, einzelne Bundesländer und Ge-
perten, in der hinter den Währungen
meinden, Waren oder nichtfinanzielle Dienstleistungen produzierende Unternehmen, Stiftun-
stehenden Blockchain-Technologie eine
gen, Privatpersonen, gewerkschaftliche und kirchliche Organisationen) werden anhand ihrer
zukunftsträchtige, für die digitale Wirt-
grundlegenden Funktionen, Verhaltensmerkmale und Ziele zu Sektoren zusammengefasst. Die
schaft geradezu notwendige und revo-
Unterscheidung der finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten nach Finanzierungsinst-
lutionäre Technologie. In diese könnte
rumenten erfolgt in der GFR in erster Linie im Hinblick auf Liquidität und rechtliche Merkma-
man aber auch via Aktien von jungen
le (z. B. Bargeld, Kontoguthaben und Einlagen, Kredite, Handelskredite, verzinsliche Wertpapie-
ebenso wie von etablierten Technologie-
re, Anteilsrechte, Versicherungsansprüche, Währungsgold und Sonderziehungsrechte). Sowohl
unternehmen investieren. Da wie dort
die Zusammenfassung von Einheiten zu Sektoren als auch die Gliederung in Finanzierungsin-
gilt allerdings: Wer nur zusieht, ist nicht
strumente ist durch das Europäische System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 2010
wirklich dabei gewesen. Denn: Von der
definiert. Dieses Regelwerk hat zum Ziel, die Erstellung der GFR europaweit zu harmonisieren
Seitenlinie schießt man keine Tore.
und Ergebnisse vergleichbar zu machen.
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eco.nova
// QUELLE: OESTERREICHISCHE NATIONALBANK
eco.geld
IM.INTERVIEW
n
Mieten und Vermiete
Worauf es beim Mieten und Vermieten ankommt.
Andreas Kössler Immobilientreuhänder
KEIN ENDE DER EISZEIT
Was ist bei der Ermittlung des angemessenen Mietzinses
Nullzinsen sind in Zentraleuropa mittlerweile Normalität. Vor eini-
entsprechend gewählt wird. Dies betrifft Wohnungen, die unter die
ger Zeit erregte die Tatsache, dass institutionelle Anleger auf Gut-
Teilanwendung des MRG fallen. Zu beachten ist das Baujahr des
haben ab sofort negative Zinsen zahlen müssen, Aufsehen. Der Eu-
Gebäudes, die Größe der Wohnung und die Ausstattung. Die Ange-
ribor hat sich dem Einlagenzinssatz der Europäischen Notenbank
messenheit ist aber sehr relativ, weshalb es bei der Gestaltung des
(aktuell bei minus 0,40 %) angenähert. Banken, die in diesem Umfeld
Mietzinses viel Spielraum gibt.
noch mit Zinsen von 0,5 Prozent oder gar darüber um Privatkunden
Welche gesetzlichen Neuerungen im Mietrecht sind
buhlen, zahlen einen hohen „Kreditaufschlag“ für diese Kondition.
vielfach noch wenig bekannt?
Viele Anleger vertreten die Meinung, die aktuelle Situation sei eine
Eine wesentliche Änderung ist beispielsweise, dass der Mieter bei
vorübergehende. Nach dem „Durchtauchen“ würden in naher Zu-
Auszug aus der Wohnung nicht mehr verpflichtet ist, die Wohnung
kunft wieder interessantere Sparkonditionen locken. Außerdem ist
neu auszumalen. Mit November 2017 ist außerdem die Vergebüh-
frei verfügbare Liquidität eine der höchsten Präferenzen des gelern-
rung von Mietverträgen gefallen.
ten österreichischen Sparers – egal ob er diese tatsächlich benötigt
Welche Punkte muss man als Mieter beachten?
oder nicht.
Aus meiner Sicht muss man als Mieter den Mietvertrag genau
zu beachten? Dass ein passender, realistischer Mietpreis dem aktuellen Markt
durchlesen und darauf achten, für welche Wartungen, Reparatu-
Wohin geht die Reise?
ren und Instandhaltungen der Mieter und für welche der Vermieter
Aussagekräftig ist der Blick auf vergleichbare Situationen. In den
zuständig ist. Zu beachten ist auch die Kündigungsfrist. Als Mieter
USA hat die dortige Notenbank Federal Reserve die Leitzinsen be-
kann man frühestens nach einem Jahr unter Einhaltung einer drei-
reits mehrmals angehoben. Mit diesen sind auch die verschiedenen
monatigen Frist die Mietwohnung kündigen.
Libor-Zinssätze (US-Interbanken-Zinssätze) angestiegen. Der erste
Welche Veränderungen im Mietobjekt sind ohne
Anstieg erfolgte gut ein Jahr nach dem Ende des US-amerikanischen
Zustimmung des Vermieters zulässig?
Anleihen-Ankaufsprogramms bzw. zweieinhalb Jahre nach der ers-
Veränderungen wie das Ausmalen der Wände in Farbe, die vor der
ten Ankündigung des Ausstiegs aus den „liquiditätsfördernden Maß-
Rückgabe allerdings wieder weiß gemalt werden müssen, sowie das
nahmen“. Legt man diese Verzögerungen als Maßstab für Europa an,
Montieren von Lampen sind zulässig. Generell ist zu beachten, dass
ergäben sich steigende Leitzinsen frühestens Anfang 2020.
der Mietgegenstand wieder so zurückgegeben werden muss, wie er
Ein anderer aufschlussreicher Blick ist jener an die Terminmärkte.
übernommen wurde. Prinzipiell sollten Veränderungen im Mietob-
Dort werden Erwartungen gehandelt, unabhängig davon, wo der zu
jekt aber immer mit dem Vermieter abgesprochen werden, um Strei-
Grunde liegende Wert aktuell notiert. Auch dieser Blick zeigt mo-
tigkeiten und Diskussionen von vornherein zu vermeiden.
mentan einen Übergang hin zu positiven Zinsen zum Jahreswechsel
Inwiefern kann man als Mieter bzw. Vermieter von den
2019/2020. Interessant sind auch die Einschätzungen vieler Markt-
Dienstleistungen eines Maklers profitieren?
analysten, deren abgegebene Schätzungen fast alle auf diesen Zeit-
Ein Makler kümmert sich um alle Belange, die im Zusammenhang
punkt fallen.
mit der Vermietung einer Wohnung stehen. Von der Suche des pas-
Klassische Sparprodukte werden also noch viele Quartale oder gar
senden Mieters bis zur Schlüsselübergabe. Wir organisieren vom
Jahre keinen Ertrag bringen. Wer also den Kopf nicht in den Sand
Mietvertrag bis zur Stromummeldung alles für Mieter und Vermie-
steckt, muss erkennen: Ein Ende der „Eiszeit am Sparbuch“ ist für Pri-
ter. Letzterer braucht sich um nichts kümmern – wir präsentieren
vatanleger noch lange nicht in Sicht. Die Vogel-Strauß-Taktik kostet
seine Immobilie, suchen den passenden Mieter und kümmern uns
eindeutig Geld. Nur jener Teil des Vermögens, der als Liquidität ver-
um die Übergabe der Wohnung. Wir prüfen außerdem die Boni-
fügbar sein muss, sollte deshalb in diesen Produkten geparkt werden.
tät des Kunden und verlassen uns auch auf unsere Erfahrung und
// QUELLE: SCHOELLERBANK ANALYSEBRIEF NR. ,
Menschenkenntnis. Der Mieter profitiert von unserer kompetenten
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Beratung und Auswahl zwischen mehreren Wohnungen. Ein Vorteil für den Mieter ist sicherlich, dass wir sowohl die Interessen des Mie-
>> DOCH WAS SIND DIE ALTERNATIVEN?
ters als auch des Vermieters im Auge haben.
LESEN SIE MEHR DAZU AUF DEN FOLGENDEN SEITEN.
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Vermögen erhalten 2017 war ein gutes Anlagejahr und auch für 2018 stehen die Zeichen weiterhin auf Go. Auch wenn sich der Aufschwung am Aktienmarkt bereits in einem sehr reifen Stadium befindet, bieten vor allem Rohstoffe und diverse Schwellenländer noch gute Chancen. // TEXT: MICHAEL POSSELT, MICHAEL KORDOVSKY
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E
s liegt ein erfreuliches Bör-
stoffen steigt. Davon profitieren vor allem
senjahr hinter uns. Gleich
rohstoffreiche Schwellenländer wie Russ-
zu Beginn des Jahres
land, Brasilien oder Südafrika; generell sollte
2017 konnte der Dow-
sich der afrikanische Kontinent gut entwi-
Jones-Index – getragen
ckeln. Deshalb bieten folgende Veranlagun-
von der „Trump-Rallye“ – zum ersten Mal
gen gute Gewinnchancen:
in seiner über 130-jährigen Geschichte die 20.000-Punkte-Marke übertreffen. Anfang
• Ölwerte und Minentitel: Die gesamte
2018 notierte er bereits bei mehr als 25.000
Erdöl- und Erdgas-Wertschöpfungskette
Punkten. Aber auch viele weitere große und
vom Explorationsausstatter bis hin zum
kleinere Börsen wurden im Sog des Dow
Raffinerie- und Tankstellenunternehmen
nach oben gezogen. Der Dax etwa übertraf
bietet Chancen. Darüber hinaus sollte in-
erstmals die 13.000-Punkte-Marke, der bri-
folge steigender Industrierohstoffpreise
tische FTSI oder der Nikkei zogen zum Jah-
ein Blick auf diverse Minentitel geworfen
resende ebenfalls noch einmal ordentlich an
werden, insbesondere aus Südafrika, wo
und notier(t)en auf lange nicht erreichten
sich bald eine politische Wende abzeichnen
Hochständen. Lediglich die Dollarschwäche
MÖGLICHE ASSETALLOCATION 20 % in • alternative Investments (Hedge Funds) je 10 % in • offene Immobilienfonds • physisches Gold, Silber- und PlatinETCs • Ölwerte • Minenaktien • Emerging-Markets-Aktienfonds • europäische Dividendentitel • Emerging-Market-Bond-Funds (Lokalwährung) • Cash für Sondersituationen
könnte. • Emerging-Markets-Aktienfonds: Russ-
gepeilten zwei Prozent zu halten – was ent-
nen Strich durch die Rechnung. Doch auch
land, Brasilien und insbesondere Afrika
gegen allen Erwartungen schon früher als
das könnte sich 2018 wieder ändern.
erscheinen interessante Investments. Af-
geplant zur Zinstrendwende führen und die
Wer auf der Gewinnerseite stehen möchte,
rika-Aktienfonds mit einem ausgewoge-
Aktienmärkte drücken könnte.
wird jedenfalls auch heuer um Aktien nicht
nen Ländermix bieten eine spekulative
Konkret droht in den USA eine Lohninfla-
herumkommen. Die mittlerweile ambitio-
Chance.
tion. Im November zogen in den USA die
machte einigen internationalen Anlegern ei-
nierten Bewertungen in einigen Märkten
Stundenlöhne bereits um 2,5 Prozent (Jah-
zu berücksichtigen, alles in allem werde
Risikofaktor Inflation und Geldpolitik
2018 laut Experten jedoch ein gutes Aktien-
Dennoch bestehen heuer eine Reihe geopo-
Arbeitslosenquote von nur noch 4,1 Prozent
jahr. Ob der guten Konjunktur sollten sich
litscher Risiken. Der Konflikt zwischen den
(faktisch Vollbeschäftigung und niedrigster
Schwellenländeraktien und auch die Roh-
USA und Nordkorea und die Lage im Iran
Wert seit Dezember 2000) nicht weiter ver-
stoffmärkte gut entwickeln, positiv über-
bedürfen genauer Beobachtung. Auch die
wunderlich. Doch an der Spitze der Federal
raschen könnte Japan, das zusätzlich von
Präsidentenwahlen in Russland (18. März
Reserve/Fed (Zentralbank der Vereinigten
einem weiterhin schwachen Yen profitie-
und Stichwahl 8. April) sollten im Auge be-
Staaten, auch US-Notenbank) steht am 4. Fe-
ren sollte. „Er ist der einzige größere Markt,
halten werden.
bruar ein Führungswechsel an. Jerome Po-
wo die Bewertungen noch unter dem lang-
Darüber hinaus bahnt sich die Inflation ih-
well sollte Janet Yellen als Präsident ablö-
jährigen Durchschnitt liegen“, so Sparkas-
ren Weg. Auch Herbert Schmarl sieht darin –
sen. Dann könnten die geldpolitischen Kar-
sen-Fondsmanager Herbert Schmarl. Trotz
und in der Folge der Geldpolitik – das größte
ten wieder neu gemischt werden. Und es
fortgeschrittener Bewertungen weiterhin in-
Risiko für die Aktienmärkte. Nicht zuletzt
steht hier viel auf dem Spiel, geht es doch
teressant: der Technologiesektor.
aufgrund der starken Konjunktur, anziehen-
um den Abbau der Fed-Bilanzsumme. Deren
der Rohstoffpreise, global stark sinkender
Höhe liegt bei rund 4,5 Billionen Dollar und
Arbeitslosigkeit, hoher Lohnabschlüsse und
soll in den kommenden Jahren auf 2,5 bis
Weltweit läuft die Konjunktur. Vor allem in
der wachstumsfreundlichen US-Steuerpo-
drei Billionen US-Dollar reduziert werden.
Europa beschleunigt sich das Wirtschafts-
litik wird es schwierig, die Inflation bei den
Vom Tempo des Bilanzabbaus bzw. der Ver-
wachstum, die Nachfrage nach Öl und Roh-
von der Europäischen Zentralbank/EZB an-
käufe von US-Staatsanleihen hängt ab, wie
sowie geopolitische Risiken gelte es zwar
Besondere Chancen
resbasis) an, stärker als die Inflationsrate von 2,2 Prozent. Das ist dort angesichts einer
stark die Renditen der US-Staatsanleihen
DIVERSIFIKATION MIT DEN RICHTIGEN ALTERNATIVEN INVESTMENTS SOLLTE IN DER LAGE SEIN, AUCH IM MARKTSTRESS EINE POSITIVE PERFORMANCE ZU GENERIEREN. 100
eco.nova
ansteigen. Und auch in Europa könnte eine Rückkehr der Inflation ins Haus stehen. Die entscheidende Frage ist dann: Wie schnell zieht sich die EZB aus ihrer expansiven Geldpolitik zurück und wann beginnen die ersten Leitzinsanhebungen? Spekulationen darüber können jederzeit zu Renditeanstiegen am Bondmarkt und einer Korrektur am Aktienmarkt führen.
Blasenbildung Kritisch betrachtet sollte auch die aktuelle Kryptowährungsblase werden. Mit zunehmender Regulierung neigt sich die wilde Aufwärtsphase langsam dem Ende zu. So-
eco.geld
WELTWEIT LÄUFT DIE KONJUNKTUR. VOR ALLEM IN EUROPA BESCHLEUNIGT SICH DAS WIRTSCHAFTSWACHSTUM, DIE NACHFRAGE NACH ÖL UND ROHSTOFFEN STEIGT.
DAVON PROFITIEREN VOR ALLEM ROHSTOFFREICHE SCHWELLENLÄNDER.
bald die breite Masse zu der Erkenntnis ge-
charttechnischer Unterstützungen oder
meist nur einen gemeinsamen Weg: näm-
langt, dass die Kryptowährungspreise keine
pragmatisch unterhalb der 200-Tage-Linie
lich abwärts. Neben trendfolgenden Mana-
Einbahnstraßen nach oben sind, droht die
ab. Auch Investitionen in Gold und eventu-
ged-Futures-Funds kommen auch markt-
Vernichtung von hunderten Milliarden Euro.
ell Immobilien können im wahrsten Sinne
neutrale Aktienstrategien in Frage, sofern
Und schlussendlich droht in China eine
goldrichtig sein.
es sich dabei um Low-Vola-Produkte mit zu-
Schuldenkrise infolge des zuletzt massiven
Diversifikation mit den richtigen alternati-
letzt positiver Performance handelt. Letzt-
Kreditwachstums.
ven Investments sollte in der Lage sein, auch
endlich wird die Entscheidung aber wieder
im Marktstress eine positive Performance
lauten: Wollen Sie investieren oder weiter-
zu generieren. Das ist die Herausforderung,
hin am Seitenrand stehen und zusehen, wie
Sichern Sie Ihre Portfolio-Positionen mit
denn im Falle von Finanzmarktturbulen-
Ihr Geld ob negativer Realzinsen am Spar-
(mentalen) Stopps unterhalb wichtiger
zen kennen risikoreichere Anlagekategorien
buch an Kaufkraft verliert?
Was tun?
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eco.nova
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© RAIFFEISEN/CHRISTIAN FORCHER
© HASIBEDER
eco.geld
Realer Vermögenserhalt als wichtigstes Ziel
Aktienauswahl entscheidend
Aktien im Fokus
Die Aktienmärkte befinden sich seit
tendenziell nachlassen sollte. In den
Das wichtigste Ziel für den privaten
2009 in einem langfristigen Aufwärts-
Vereinigten Staaten könnte eine Ab-
Kapitalanleger wird 2018 ein realer Ver-
trend. Dieser Trend wird sich aller Vo-
schwächung, trotz jüngster Impulse aus
mögenserhalt sein, also ein Zuwachs
raussicht nach auch in diesem Börsen-
der US-Steuerreform, auch dämpfend
über der Inflationsrate. Für Österreich
jahr fortsetzen. Viele Menschen haben
auf die europäische Konjunktur wirken.
wird in diesem Jahr eine Teuerungs-
ihr Geld aber immer noch auf dem
Das Umfeld für Anleihen wird unver-
rate von rund zwei Prozent geschätzt.
Bankkonto oder in Lebensversicherun-
ändert schwierig bleiben, da von Seiten
Dabei führt erneut an der Aktie kein
gen geparkt. Bei Nullzinsen und Inflati-
der EZB Zinserhöhungen weiterhin auf-
Weg vorbei. Freilich ist die Luft für Ak-
on werden sie damit schleichend enteig-
geschoben werden. Für einen Wert-
tien nach den Kursanstiegen der letzten
net. Zu unterbewerteten Qualitätsaktien
erhalt des Geldes ist eine Aktienbeimi-
Jahre dünner geworden, angesichts des
gibt es auch 2018 keine Alternativen.
schung auch 2018 sinnvoll.
guten wirtschaftlichen Umfelds sollte
Einen Crash, wie er von vielen Analys-
Trotz eines mittlerweile schon lange an-
aber ein Kurszuwachs im langjährigen
ten Jahr für Jahr prophezeit wird, sehen
dauernden Bullenmarktes sollten die
Durchschnitt von rund acht Prozent
wir an den Aktienmärkten 2018 nicht.
guten Fundamentaldaten weiterhin für
erreichbar sein. Wir favorisieren euro-
Aber Achtung: Nicht alle Aktien sind
Unterstützung sorgen. Diese könnten
päische Aktien. Das größte Risiko bleibt
gleichermaßen attraktiv. Die richtige
die Aktienmärkte auf neue Höchststän-
dabei die unberechenbare Politik. Die
Selektion ist wichtiger denn je. So sind
de treiben. Potenzielle Risiken sollten je-
Erfahrung der letzten Jahre zeigt aller-
beispielsweise US-Aktien im Durch-
doch nicht außer Acht gelassen werden.
dings, dass der Einfluss der Politik auf
schnitt mit einem Kurs-Gewinn-Ver-
So mahnen die niedrige Volatilität, der
die Aktienmärkte nur begrenzt ist. Es
hältnis (KGV) von rund 22 teurer als eu-
zum Teil rekordhohe Optimismus etwa
muss dennoch zeitweise mit größeren
ropäische Aktien. Hier liegt das KGV bei
bei amerikanischen Privatanlegern und
Kursschwankungen gerechnet werden.
rund 15. Wir setzen 2018 daher beson-
die hohe Bewertung in den USA zur Vor-
Leider bieten erstklassige Anleihen
ders auf Value-Aktien aus Deutschland,
sicht. Die steigende Risikobereitschaft
auch 2018 kaum Anlagealternativen. Wir
Österreich und der Schweiz, bei denen
könnte zu beschleunigten Kursanstie-
rechnen lediglich mit einem leichten
der wahre Wert deutlich über dem an
gen führen, die bei zunehmender Reife
Renditeanstieg. Damit gilt generell: Der
der Börse gehandelten Marktwert liegt.
des Börsenzyklus häufig zu beobachten
vorsichtige Privatanleger wird weiter-
Aktien von gut geführten Familienun-
sind. Gerade dann rückt die Fokussie-
hin stärker ins Risiko gehen müssen als
ternehmen sind sicherlich auch inter-
rung auf Qualitätstitel wieder verstärkt
er möchte.
essant.
in den Vordergrund.
Rolf Weigel,
Gerold Frischmann,
Manfred Miglar,
Chefvolkswirt AlpenBank
ffp Frischmann Finanz- und
Direktor der Privat- und
Partner GmbH
Geschäftskundenabteilung der
Der globale konjunkturelle Aufschwung hält weiter an, wenngleich die Dynamik
Raiffeisen-Landesbank Tirol AG
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eco.nova
eco.geld
Es ist nicht alles Gold, was glänzt
Vorsicht vor expansiver Geldpolitik Wir gehen im Jahr 2018 von einer Prolongation des allgemeinen Wirtschaftsaufschwungs aus. Gute Konjunkturdaten, steigende Unterneh-
Wir starten das Jahr mit idealen Rahmenbedin-
mensgewinne und (noch) niedrige Zinsen in Kombination mit niedriger
gungen: eine starke Weltwirtschaft, die zuneh-
Volatilität sind im Allgemeinen äußerst gute Voraussetzungen für stei-
mend synchron wächst, starke Zuwächse bei den
gende Aktienkurse. Allerdings mehren sich über steigende Öl- und Roh-
Unternehmensgewinnen, weiterhin gemäßigte,
stoffpreise auch inflationäre Impulse. In diesem Zusammenhang sollte
leicht steigende Inflationsraten. Die ersten beiden
die weitere Geldpolitik der Fed und EZB genau verfolgt werden. In den
Positiva sollten uns das ganze Jahr weiter beglei-
USA hält der Markt bis zu drei weitere Leitzinsanhebungen um je 0,25
ten und vorerst die Aktienmärkte stützen. Bei der
Prozentpunkte für wahrscheinlich, fallen die Anhebungen stärker aus,
Inflation sehe ich hingegen im Jahresverlauf einen
kann dies zu Turbulenzen an den globalen Bond- und Aktienmärkten
deutlicheren Anstieg als erwartet: Mich würden
führen. Das Basisszenario bleibt jedoch bei einer moderaten Geldpoli-
gegen Jahresmitte Werte von knapp drei Prozent
tik, obwohl vom geplanten Abbau der riesigen Staatsanleihenbestän-
nicht überraschen. Es wird sich herausstellen, dass
de der Fed (Bilanzsumme zuletzt rund 4,5 Billionen US-Dollar) gewisse
die EZB viel zu lange an ihren Negativzinsen fest-
Risikopotenziale ausgehen. Etwas besser als bei den US-Werten ist das
gehalten hat. So könnte sie sich – entgegen allen
Chancen-Risiko-Verhältnis für europäische Aktien und Anleihen.
Erwartungen – schon im Herbst gezwungen sehen,
Bei aller Euphorie darf jedoch nicht in Vergessenheit geraten, dass der
die Zinstrendwende mit Leitzinserhöhungen ein-
herrschende Aufschwung von künstlichem Notenbankgeld getrieben
zuleiten. Das könnte in der Folge zu deutlich stär-
ist und weiterhin an einem seidenen Faden hängt, zumal weltweit ein
keren nominellen Zinsanhebungen führen und
Rückzug aus der expansiven Geldpolitik erfolgt. Vereinfacht ausge-
auf die Aktienmärkte drücken.
drückt: Geld, das Zaubermittel der jüngsten Hausse-Jahre, wird bald
Favorit unter den Regionen bleibt für mich der
knapper. Die nächste Krise wird dann viele Anleger, wie so oft, auf
japanische Aktienmarkt, der von einem schwa-
kaltem Fuß erwischen. Der gefährliche Unterschied zur globalen Fi-
chen Yen und guter Weltkonjunktur profitieren
nanzkrise 2008 wird aber sein, dass mögliche Rettungsmaßnahmen
sollte. Währungsmäßig sollte sich der US-Dollar
der Notenbanken und Politik so gut wie ausgereizt sind und ein zu-
wieder erholen, zumal sich der Zinsvorsprung von
künftiger Börsencrash heftiger und die Erholung davon wesentlich
US-Dollar-Anlagen im Jahresverlauf deutlich aus-
länger ausfallen könnte. Niedrige Volatilitäten dürfen deshalb nicht
weiten sollte. Die US-Konjunktur sollte aufgrund
dazu verleiten, Marktrisiken fehlzubewerten. Je nach persönlicher
der historisch niederen Arbeitslosigkeit und der
Risikoneigung sollten dem Portfolio auch alternative Ertragsquellen
Steuerreform massiv profitieren, sodass ich Zins-
beigemischt werden, die zwar im Aufschwung die Portfoliorendite
erhöhungen durchaus für möglich halte. In die-
schmälern können, in einem Krisenszenario jedoch die Verluste ver-
sem Umfeld setze ich weiter auf Gold, das von ei-
mindern sollten.
nem Inflationsanstieg und von weiter negativen
In einem ausgewogenen Portfolio würden wir 35 Prozent Aktien (15 %
Realzinsen profitieren sollte. Euroanleihen sollten
Europa, 10 % USA, 5 % sonstige Industriestaaten, Japan, Australien,
indes weiter gemieden werden. Wenn Anleihen,
Kanada etc.), 5 Prozent Schwellenländer, 25 Prozent Staats- und Unter-
dann maximal Kapitalmarkt- und Geldmarktfloa-
nehmensanleihen sowie Anleihen supranationaler Organisationen, 20
ter. Als Beimischung empfehle ich vor allem Nor-
Prozent alternative Strategien (Managed Futures, Long/Short, Event
wegische und Schwedische Krone, die beide durch
Driven, Global Macro etc.), jeweils 5 Prozent Rohstoffe und Edelmetal-
solide Staatsverschuldungen und eine deutlich
le und 10 Prozent Cash halten. Obwohl wir der Blockchain-Technologie
gesunkene Bewertung attraktiv erscheinen.
grundsätzlich sehr positiv gegenüberstehen, berücksichtigen wir Kryptowährungen nicht in unseren Portfolien.
Herbert Schmarl, Berater der Tiroler Sparkasse für
Mag. Wolfgang Lechner,
zwei Fonds der Ersten Sparinvest
Privatconsult Vermögensverwaltung GmbH
eco.nova
103
© THOMAS SCHROTT
eco.geld
Auch 2018 bietet der Finanzmarkt Chancen
Erfreuliche Aussichten für 2018
Vorbereitet sein
Die Weltwirtschaft hat sich 2017 sehr
Aktien beraten, weil sie für einen langfris-
Für das Jahr 2018 bleiben wir für den
gut entwickelt und dieser Trend wird
tigen Vermögensaufbau tatsächlich alter-
Aktienmarkt optimistisch, während der
sich 2018 so fortsetzen. Die Rahmen-
nativlos sind. Die großen wirtschaftlichen
Anleihenmarkt aus unserer Sicht nur
bedingungen sind für die heimische
Werte einer Gesellschaft wurden immer
in ausgewählten Segmenten interes-
Wirtschaft ausgezeichnet, das Umfeld
durch Unternehmertum geschaffen. Wer
sante Opportunitäten bietet. Europäi-
könnte für Unternehmerinnen und Un-
nicht selbst Unternehmer sein kann oder
sche Staats- und Unternehmensanlei-
ternehmer kaum besser sein und liefert
will, hat zumindest die Möglichkeit, sich
hen sind nach wie vor auf einem sehr
in jedem Fall stabile Wachstumsmög-
an einem zu beteiligen. Warnen müssen
niedrigen Niveau und laufen Gefahr, bei
lichkeiten. Die Stimmungsindikatoren
wir jedoch vor der Haltung, dass Aktien
steigenden Zinsen deutlich an Wert zu
befinden sich auf hohen Niveaus, wo-
für jeden Zeitraum und jede Person alter-
verlieren. Zwar erwarten wir keine stark
von selbstverständlich auch die Finanz-
nativlos sind. Gerade in Europa wurden
steigenden Zinsen, aber ein Auslaufen
märkte profitieren. Für Anleger gilt: So-
die meisten Menschen als Sparer, nicht als
des Kaufprogramms der EZB im Schat-
lange die Leitzinsen so niedrig bleiben,
Investoren sozialisiert. Sparen als Grund-
ten einer starken Konjunktur sollte die
stellen Aktien eine besonders attraktive
haltung wird immer Sinn machen. Leider
Zinsen in Europa im Laufe des Jahres
Anlageform dar. Die internationalen
liegt das Ersparte jedoch oft tatsächlich
auf etwas höhere Niveaus bringen. Ei-
Börsen zeigten 2017 gute Entwicklun-
auf dem Sparbuch – mittlerweile unver-
ne adäquate Aktienquote – natürlich
gen, dies wird sich 2018 fortsetzen. In
zinst. Eine langfristig ausgerichtete Anla-
immer abgestimmt auf die persönliche
den USA wird die Steuerreform für zu-
ge sollte deshalb gewinnbringender erfol-
Risikoneigung – bietet wohl auch 2018
sätzliches US-Gewinnwachstum sorgen,
gen. Und mit der richtigen Strategie. Nach
die besten Ertragschancen. Als Beimi-
wovon US-Börsen profitieren würden.
wie vor gibt es vielversprechende Akti-
schung sind Anleihen aus dynamisch
Aufgrund der hohen Indexstände an
enanlagen. Vor allem der Raum Asien in-
interessanten Segmenten wie Schwel-
den globalen Aktienmärkten können
klusive Japan bleibt für uns attraktiv. Für
lenländeranleihen in Lokalwährung
2018 kleine Korrekturen vorkommen.
Anleiheninvestoren bleibt die Rückkehr
erfolgversprechend. Genauso wie Roh-
Nicht planbar sind größere geopoliti-
der Inflation die größte Bedrohung, wenn-
stoffe – aktuell vor allem Edelmetalle.
sche Turbulenzen oder Krisen, die die
gleich wir für 2018 keinesfalls die große
wirtschaftliche Grundstimmung beein-
Inflationswolke auf uns zukommen se-
flussen könnten.
hen, auch wenn die Arbeitsmarktentwick-
MMag. Georg Frischmann, Leiter Private Banking Hypo Tirol
Schon kurz nach der Finanzkrise haben wir unsere Kunden intensiv in Richtung
lung in Europa für einen Anstieg spricht. Gerhard Burtscher,
Viel wichtiger als die Prognose ist aber,
BTV-Vorstandsvorsitzender
auf das Unerwartete vorbereitet zu sein. Eine Überraschung auf der Inflationsseite wäre für Anleihen und Aktien schwer verdaulich. Wir wappnen uns auf der Aktienseite mit Geschäftsmodellen, die in der Lage sind, Preisauftrieb an den Endkunden weiterzugeben, bei Anleihen setzen wir auf inflationsgeschützte Anleihen. Peter Jenewein, Schoellerbank-Landesdirektor Österreich West
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eco.nova
© HOLY
eco.geld
I M M O T I O N E N
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Who else? Stimmungslage als Warnzeichen für Anleger Im abgelaufenen Jahr 2017 hat sich die Zuversicht für Aktien ausgezahlt. Voraussetzungen, dass die Börsen weiter steigen, sind auch 2018 gegeben. Unterstützt wird die gute Stimmung von den Konjunkturdaten. Wichtige Frühindikatoren sind im Dezember auf neue Höchststände geklettert. Im Sog des synchronen Wachstums der Weltwirtschaft wurden die 2018er-Prognosen für eine ganze Reihe von Ländern angehoben. Dies betrifft die Eurozone, Deutschland, Japan und auch die USA. Mehr Wachstum in Europa heißt unter anderem auch mehr Stabilität über die Lieferketten
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auch in den Schwellenländern. Dabei bleibt die geringe Teuerung ein Rätsel. Nach historischen Maßstäben ist die Inflation zu niedrig. Je länger der Konjunkturzyklus dauert, umso stärker dürften die Aufwärtskräfte zutage treten. Bislang droht vonseiten der Inflation für das gute Kapitalmarktumfeld keine Gefahr. Auch von Seiten der Geldpolitik sehen wir keine größere Gefahr. Wegen der guten konjunkturellen Entwicklung wird die US-Notenbank bei der Normalisierung ihrer Geldpolitik auf Kurs bleiben. Mit weiteren Zinserhöhungen und einem fortgesetzten Bilanzrückbau der Fed ist daher zu rechnen. Das wird zu steigenden Anleiherenditen führen. Die EZB hält hingegen an ihrer geldpolitischen Ausrichtung auch 2018 fest. Sie hat deutlich gemacht, dass die Leitzinsen auch
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lange nach Ende des Ankaufprogramms unverändert bleiben, sodass eine wahrscheinliche Zinserhöhung im Euroraum erst Mitte 2019 erfolgen wird. Vor dem Hintergrund solider Wachstumszahlen und einer Geldpolitik, die perspektivisch weniger expansiv sein wird, ist von leicht anziehenden Renditen auch im Euroraum auszugehen. Noch nie in der jüngeren Geschichte war die Volatilität so gering wie 2017. Die Volatilität von US-Aktien fiel auf neun Prozent, im langjährigen Durchschnitt lag sie bei 15. Eine Börsenregel besagt, dass die Hausse in der Skepsis geboren wird und in der Euphorie stirbt. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Stimmungslage der Anleger ein Warnzeichen. Das anhaltende Niedrigzinsumfeld und die damit verbundene Suche nach Rendite dürften hingegen auch 2018 die Aktienmärkte beflügeln. Der gute Konjunkturausblick und
Auf der obersten Dachebene befindet sich der große InfinityPool mit Liegefläche, Lounge, Wellness- und Saunabereich. In der Tiefgaragenebene stehen 6 Autoabstellplätze, im Außenbereich weitere zwei Abstellplätze zur Verfügung.
die damit einhergehende höhere Nachfrage hellen das Gewinnbild auf. Da trotz guter Wirtschaftsdaten kein Inflationsdruck auszumachen ist, bleibt für Aktien das sehr gute Umfeld erhalten. Josef Tratter, verantwortlicher Volksbank-Regionaldirektor für Schwaz und das Zillertal
IMMOBILIENMANAGEMENT JENEWEIN Peter Jenewein Eduard-Bodem-Gasse 8, 6020 Innsbruck Tel.: 0512-26 82 82, Mobil: 0664-110 8 200 E-Mail: office@immobilien-jenewein.at www.immobilien-jenewein.at
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Art Kunst & Kultur
BUCH.TIPPS
Mit weniger zum Glück Rund 50 Dinge. Mehr nicht? Mehr nicht! Glücklich zu sein, hat nichts damit zu tun, wie viele
ÜBER HAMBURG
materielle Dinge wir besitzen. Findet zumindest Joachim Klöckner. Deshalb hat er ein Buch
Reimer Wulf, Sutton Verlag
darüber geschrieben, wie er mit wenigen Dingen das Auslangen findet. Er hat nicht einmal
240 Seiten, EUR 51,40
eine Wohnung, Kleidung und Pflege passen in einen Rucksack in Handgepäcksgröße. Nur bei
Selbst wenn man auf Reisen meint, ei-
der Technik ist Klöckner ganz vorne mit dabei: iPad, iPhone, Apple Watch, drei Ladekabel, zwei
ne Stadt gänzlich erkundet zu haben, so
Netzteile, dazu vier Karten: Ausweis, Bank, Krankenversicherung, Führerschein.
fehlt dennoch meist eine Perspektive: die
Vor über 30 Jahren hat Joachim Klöcklner begonnen, seinen Haushalt zu reduzieren. Er fing
von oben nämlich. Der renommierte Luft-
an, immer weniger zu besitzen, heute lebt er als moderner Nomade und zeigt in „Der kleine
bildfotograf Reimer Wulf zeigt die Elb-
Minimalist“, dass freiwillige Einfachheit gar nicht so schwierig ist, wie es scheint.
metropole deshalb genau von dort und damit auch, wie überraschend grün Ham-
ECO.NOVA: Nicht jeder mag sich gleich auf nur 50 Dinge im Leben beschränken. Was ist
burg ist.
Ihr Tipp für „Einsteiger“?
JOACHIM KLÖCKNER: Mir hat ein Satz geholfen: Alles, was du ein Jahr lang nicht benutzt, kann weg. Oder meine Erkenntnis: Wenig tote Gegenstände erlauben dir viel Zeit und Energie für Lebendiges. Und dazu kam die Erfahrung: Wenn du dich dafür entscheidest, etwas richtig gut zu machen, räumst du alles weg, was stört, und umgibst dich mit Förderlichem. Und jetzt entscheide dich für dein Leben als das Wichtigste und gestalte es richtig gut. Ihr Minimalismus geht so weit, dass Sie keinen festen Wohnsitz mehr haben, sondern sich nur kurzzeitig irgendwo einmieten oder Wohnungshüten betreiben. Ja, dieses nomadische Leben ist abwechslungsreich, neu und fordert Kreativität. Insbesondere im Umgang mit den Behörden. Da hilft mir mein iPad als Organisationshintergrund mit Verbindung in die Welt. Haben Sie Vorbilder oder Verbündete?
DER KNOCHENRAUB VON SAN MARCO
Bei Vorbildern denke ich an Diogenes und seine Antwort auf die Frage: Weshalb gehst du ger-
Stefan Maiwald, dtv
ne mit uns über den Markt und kaufst doch nichts? Er antwortete sinngemäß: Ich mag die
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vielen schönen Dinge, die ich nicht brauche.
Nach dem „Spion des Dogen“ legt Stefan Maiwald den Knochenraub nach und
DER KLEINE MINIMALIST
Joachim Klöckner, ecowin Verlag 128 Seiten, EUR 16,00 Unterhaltsam zeigt Klöckner seinen Lebensweg und gibt praktische Hilfestellungen und kluge Tipps für ein kleines Stück Minimalismus, ohne dabei zu belehren.
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eco.nova
auch wenn man vermuten könnte, die Geschichte spiele sich nur in Venedig ab, so geht die Reise doch ein Stück weiter. Dazu gibt’s historische Hintergründe, Infos zu venezianischen Bräuchen und reichlich gutes Essen. Abenteuerlich und mit vielen Wendungen, ohne hektisch zu sein.
© KLAUS KINOLD
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WUNDERBARES LICHTSCHAUSPIEL Rudolf Schwarz, St. Anna, Düren, 1951–56
Einer der Höhepunkte im Winterprogramm der Swarovski Kristallwelten ist auch 2018 das Lichtfestival mit seinen spektakulären Lichtinstallationen und Shows, die noch bis
DIE ANDERE MODERNE
18. Feber stattfinden. Los geht’s schon ab 8.30 Uhr im Ausstellungsbereich im Inneren des Riesen. Sobald es gegen 17 Uhr dunkel wird, beginnt der Garten zu leuchten und erzeugt eine magische, mystische und erleuchtende Atmosphäre. Um das Spektakel länger erleben zu können, bleiben die Swarovski Kristallwelten bis 21 Uhr geöffnet (letzter Einlass
Im Mittelpunkt dieser ersten, vom aut
um 20 Uhr), ab 17 Uhr gibt es ermäßigte Abendtickets für das Lichtfestival. Jeden Don-
und dem Archiv für Baukunst gemein-
nerstag findet zudem ein exklusives Licht-Gala-Menü statt – bitte unbedingt reservieren.
sam konzipierten Ausstellung steht der
Für die kleinen Besucher wird während des Lichtfestivals der Spielturm jeden Samstag
in München lebende Fotograf, Architekt
von 17 Uhr bis 21 Uhr zur coolen Schwarzlichtdisco. Der Besuch der Disco ist im Ein-
und Gestalter Klaus Kinold (geb. 1939),
trittspreis inkludiert. Fiat lux!
der mit seinen Fotografien seit vielen Deutschland dokumentiert. Das Schaffen von Hans Döllgast (1891 – 1974) und
„über.leben“ lautet das Motto des 30. Osterfestivals Tirol.
© ANNE VAN AERSCHOT
Jahrzehnten die Nachkriegsmoderne in
Rudolf Schwarz (1897 – 1961) nimmt eine zentrale Rolle in seinem Werk ein. Fasziniert von deren materiell zurückhaltender und stark auf den Raum wie die Atmosphäre ausgerichteter Architektur, widmete sich Kinold ab den frühen 1980er-Jahren aus Empathie diesen beiden „Baumeistern der anderen Moderne“, die entgegen den Vertretern der
INNSBRUCKER KULTURSOMMER 2018
Alte Musik und
neue Rhythmen
sogenannten „radikalen Moderne“ einen
Der Innsbrucker Kultursommer bietet heuer wieder ein abwechslungsreiches Programm. Der
zurückhaltenden und in gewissem Sin-
Name indes scheint etwas verwirrend, ist die Kunst- und Kulturszene doch schon Ende Jänner
ne „konservativen“ Ansatz verfolgten.
mit der ART Innsbruck erfolgreich ins Jahr gestartet. Weiter geht’s im März mit dem 30. Tiroler
In den Ausstellungsräumen des aut bie-
Osterfestival, das auch zum Jubiläumsjahr Alte und Neue Musik, weltbekannt und aufstrebend,
tet sich ein Einblick in das subtile und
Regionalität und Internationalität verbindet. Ende Mai feiert das Festival „Musik im Riesen“ un-
heute wieder relevante Werk von Hans
ter anderem mit Auftritten des Pianisten Philip Glass sein 15-jähriges Bestehen. (Weitere Termi-
Döllgast und Rudolf Schwarz, im Archiv
ne siehe unten.) Dazu bereichert die alternative Szene den sommerlichen Spielplan mit heiteren
für Baukunst liegt der Schwerpunkt
bis anspruchsvollen Inszenierungen.
auf dem umfangreichen Schaffen von Klaus Kinold. Die Ausstellung eröffnet am 9. März und dauert bis 9. Juni. Es lohnt sich, den Termin bereits vorzumerken ... // www.aut.cc
ÜBERSICHT: • • • •
16. März bis 1. April: Osterfestival Tirol 24. bis 27. Mai: Musik im Riesen 30. Juni: Klassik am Berg 2. bis 29. Juli: Innsbrucker Promenadenkonzerte • 5. bis 22. Juli: New Orleans Festival
• 14. und 15. Juli: WetterleuchtenFestival • 17. Juli bis 27. August: Innsbrucker Festwochen der Alten Musik • 21. Juli bis 31. August: Tiroler Volksschauspiele Telfs
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Kunst ist sichtbar gemachte Seele. Die Werke sind so unterschiedlich wie die Menschen, die sie kreieren.
Freiheit im Kopf Kunst ist alles. Alles ist Kunst. „Jeder Mensch ist ein Künstler“, findet Erika Isser. Sie ist Obfrau der Tiroler Kunstakademie und hat sich gemeinsam mit einem Team ausgebildeter Künstler und Kunstpädagogen zur Aufgabe gemacht, kreative Potenziale zu heben und zu fördern. Auf eine ganz eigene Weise ... // TEXT: MARINA KREMSER
D
as Atelier von Mag. Erika Is-
Mit eigenen Augen sehen
zusehen und auf welchem Weg man zu diesem Ergebnis zu kommen hat. Doch wenn
ser liegt etwas versteckt in Rum, hat man es aber ge-
ECO.NOVA: Das Kursprogramm der Tiro-
man ehrlich ist, kann Kunstbildung so nicht
funden, eröffnen sich einem
ler Kunstakademie ist enorm vielfältig.
funktionieren. Es geht nicht darum, ande-
wunderbare Weitblicke. Im wahrsten wie im
Wen möchten Sie damit konkret anspre-
re(s) zu kopieren, sondern seinen eigenen,
übertragenen Sinne.
chen?
unverkennbaren Stil zu finden. Es ist ein
Im Sommer des letzten Jahres hat Erika Is-
ERIKA ISSER: In erster Linie möchten wir
Missverständnis, zu sagen, wenn man einen
ser, selbst Absolventin der Kunstuniversität
(Grundlagen-)Kurse auf universitärem Ni-
Malkurs absolviert hat, kann man malen.
Mozarteum Salzburg und spezialisiert auf
veau anbieten. Alle Lehrenden unseres Team
Man mag vielleicht die Technik beherrschen,
Aktzeichnung, Malerei und Zeichnung, ge-
sind ausgebildete Künstler und möchten die-
doch es fehlt die Seele.
meinsam mit ihrem Mann Mag. Harald Isser
ses Wissen auf eine sehr persönliche, indivi-
und weiteren Kreativen verschiedener Gen-
duelle Weise weitergeben und den Teilneh-
Lässt sich Kreativität tatsächlich lernen?
res die Tiroler Kunstakademie als gemein-
mern dabei helfen, ihre Kreativität und ihre
Ich behaupte, dass jeder die Veranlagung in
nützigen Verein gegründet und erweitert da-
Unbeschwertheit wiederzufinden. Angespro-
sich trägt, sie aber verdeckt wird, wenn man
mit das Kursangebot im Kreativbereich auf
chen werden damit alle, die sich künstlerisch
sie nicht fördert. Wenn wir in unseren Kur-
universitärem Niveau und dennoch auf ganz
weiterentwickeln wollen, unabhängig von
sen ein Thema stellen, sind die Ergebnisse
andere Weise als bisher Bekanntes.
Alter, Geschlecht oder Beruf.
so vielfältig wie Leute da sind, weil jeder die
Wer hierher kommt, lernt, sich zu verab-
Aufgabenstellung anders löst. In gängigen
schieden, bevor er ankommt. Von einge-
Braucht es Vorkenntnisse, um an den Kur-
Malschulen erwarten Lehrer homogene Er-
fahrenen Denkmustern und Sichtweisen
sen teilzunehmen?
gebnisse, auch, um sie letztlich beurteilen
nämlich, von vermeintlichen Konventionen,
Nein, gar nicht. Manchmal sind diese sogar
oder benoten zu können. Die Schulbildung
angelernter Kunst, gelehrten Strukturen ...
hinderlich, weil Leute in den klassischen
erzieht uns zu Stereotypen. Doch die Grund-
und der Erwartungshaltung in Bezug auf
Malschulen teils derart verdorben werden,
lage für Wissen liegt in der Kreativität. In der
Kunstschulen. Hier gibt es kein Muss, es gibt
dass sie sich selbst nicht mehr entfalten kön-
Kunst wie in der Wissenschaft geht es da-
kein Richtig oder Falsch, keine Lehre im klas-
nen. Dort wird in klaren Strukturen gelehrt
rum, das Unbekannte bekannt zu machen.
sischen Sinn. Vielmehr geht es darum, über
und die Schüler in bestimmte Schemata ge-
Man kennt es von sich selbst: Die besten
die Kunst zu sich selbst zu finden.
presst. Der Lehrer gibt vor, wie „Kunst“ aus-
Ideen kommen meist in Phasen der Ent-
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spannung. Wir führen die Leute zurück in
Der Kunst haftet in der Breite immer noch
einen kreativen Denkmodus und versuchen,
etwas sehr Elitäres an. Wie kann man diese
ihnen beizubringen, Verstand und Logik los-
Schwellenangst nehmen?
zulassen und bewusst dem Unterbewusst-
Mit Kunst verbindet man oft das reine
sein den Vorrang zu geben.
Kunstwerk, das um viele tausende Euro in der Galerie zum Verkauf angeboten wird.
Der Diplomstudiengang an der Tiroler
Dabei ist Kunst so viel mehr. Für mich ist
Kunstakademie ist auf vier Semester auf-
es das ganze Leben. Natürlich gehört das
gebaut, sie bilden jedoch keine Künstler
Malen und Zeichnen oder die Plastik als un-
aus. Es gibt auch keine Noten. Wie kann
mittelbarer Ausdruck dazu, aber alles, was
man sich diesen Lehrgang vorstellen?
ich aus mir selbst an Kreativem hervor-
Grundlegend anders als in klassischen Ein-
bringe, ist Kunst. In diesem Sinne ist Kunst
richtungen. Man kann sich aus dem reich-
nichts, das weit weg ist. Sie ist mit dem Le-
haltigen Angebot auch einzelne Kurse herauspicken, im Idealfall absolviert man in den vier Semestern jedoch die Grundlagenkurse, auf die man anschließend bei Bedarf aufbauen kann. Grundsätzlich bieten wir
„ES GEHT BEI UNS NICHT UM RICHTIG ODER FALSCH. BEI UNS MUSS MAN ETWAS RISKIEREN.“ Erika Isser
drei Bildungsvarianten an: Studium zur Bil-
ben verknüpft. Aus diesem Grund finde ich auch die neue Galerie im Haus im Leben in Innsbruck so schön. Sie ist in einem halböffentlichen Raum untergebracht und ermöglicht damit einen sehr niederschwelligen Zugang. Kunst passiert hier quasi „nebenher“. Man geht nicht in eine klassische
dungskarenz, Studium mit Studienbesuchsbestätigung und eine Variante für alle Inte-
ten verhaftet. Ich versuche ihnen zu helfen,
Galerie, deren Eingang man oft erst suchen
ressierten, die sich die Kurse nach Lust und
mit eigenen Augen zu sehen und ihre eigene
muss und in die man sich scheut, einzutre-
Laune auswählen. Am Ende steht ein Ab-
Handschrift zu entwickeln. Das funktioniert
ten, weil man das Gefühl hat, man kennt
schlussprojekt. Bei uns gibt es weder Farben-
nicht, indem man sagt, eine Linie wäre falsch
sich zu wenig aus.
noch Kompositionslehre, wir möchten nie-
gesetzt oder ein Strich geht in die falsche
mandem ein Konzept überstülpen. Es geht
Richtung. Das geht nur, indem man sich mit
Muss Kunst eine Aufgabe erfüllen?
in erster Linie um Persönlichkeitsentfaltung,
dem Menschen intensiv auseinandersetzt
Nein, ich denke nicht, dass sie das tun muss.
die Beschäftigung mit sich selbst und dar-
und ihn auch einfach einmal machen lässt.
Zu gewissen Zeiten ist es wichtig, dass sich
über, seine individuelle Art des Malens und
Sobald ich merke, jemand verfällt in ein be-
Künstler auch für politische oder gesell-
Zeichnens zu finden.
kanntes, bequemes Schema, lenke ich ein.
schaftsrelevante Themen einsetzen, doch
Das macht auch eine Bewertung im Sinne
Wenn ich spüre, dass jemand beginnt, seinen
jeder Künstler verfolgt ein anderes Ziel und
einer Benotung unmöglich. Kunst kann man
eigenen Weg zu gehen, bestärke ich ihn darin.
sieht seine Aufgabe woanders. Nicht jedes
nicht werten. Wir weisen darauf hin, welche
Bild hat eine Botschaft, man kann sich ihm
Kompetenzen im Laufe der Zeit erworben
Mit der Galerie im Leben, dem Schloss
auch einfach hingeben. Wenn man beginnt,
wurden, zeigen auf, welche Fortschritte im
Ambras, den Tiroler Landesmuseen, der
Bilder zu erklären, befindet man sich wieder
Sinne des kreativen Prozesses gemacht wur-
Galerie Thoman, der Akademie für Poten-
im logischen Denken. Kunstwerke sollten
den. Schlussendlich ist es die Authentizität,
tialentfaltung, der Lernwelt und Tiroler
keiner Erklärung bedürfen, sie sollen ein gu-
die ein Kunstwerk ausmacht. Es geht darum,
Künstlerschaft haben Sie starke, renom-
tes Gefühl vermitteln.
den Menschen hinter dem Bild zu erkennen.
mierte Kooperationspartner. Wie kam es dazu?
Haben Menschen ein Problem damit, mit
Es war uns wichtig, unseren Teilnehmern ei-
sich selbst zu sein?
nerseits verschiedene Einblicke in die Kunst-
Ja! Manche können mit den Ergebnissen ih-
welt zu gewähren und ihnen anderseits zu
rer Kunst ganz schwer umgehen. Eine Teil-
ermöglichen, selbst gesehen zu werden. Ga-
nehmerin meinte, sie könne ihre Bilder nicht
lerist Klaus Thoman veranstaltet zum Bei-
aufhängen, weil sie zu sehr sie sind. Es stecke
spiel Führungen für unsere Studierenden,
zu viel von ihr darin. Wenn ein Werk gelun-
wo sie lernen, zeitgenössische Kunst zu in-
gen ist, schaut man sich selbst ins Gesicht.
terpretieren und im Zuge dessen die Wahr-
Das muss man verkraften. Auch das Ausstel-
nehmung für Kunst geschult wird. Schloss
len von eigenen Werken braucht Mut. Damit
Ambras ermöglicht uns die Teilnahme an
haben viele ein Problem.
verschiedenen Projekten, wo wir Werke zu bestimmten Themen ausstellen dürfen. Wir
Wie lehren Sie Ihre Studenten? Wie leitet
möchten unsere Studenten aktiv ins Kunst-
man jemanden in seiner Emotion?
leben einbinden. Sie sollen nicht nur an den
Im Grundlagenseminar Zeichnen zum Bei-
Kursen teilnehmen, sondern die Möglich-
spiel stelle ich bildnerische Probleme. Je-
keit bekommen, Zeitthemen mitzudenken.
der bekommt einen Gegenstand, um ihn zu
Kreativ sein heißt denken, sehen und wahr-
zeichnen. Die meisten sind anfangs in be-
nehmen und diese Eindrücke in irgendeiner
kannten Denkmustern oder Sehgewohnhei-
Form umzusetzen.
TIROLER KUNSTAKADEMIE
Akademie zur Förderung kreativer Potenziale Atelier Erika und Harald Isser Eibenweg 6, 6063 Rum www.tiroler-kunstakademie.at Kooperationspartner: • Galerie im Leben • Schloss Ambras • Tiroler Landesmuseen • Galerie Elisabeth und Klaus Thoman • Akademie für Potentialentfaltung • Lernwelt • Tiroler Künstlerschaft Infoveranstaltung: Mittwoch, 28. Feber 2018 18.30 Uhr im Atelier H&E Isser Eibenweg 6, 6063 Rum Anmeldung erbeten
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© GEMEINDEMUSEUM ABSAM
Im ehemaligen Kirchenwirt in Absam ist heute das Gemeindemuseum untergebracht. Und manchmal stehen Ausstellungsstücke auch vor der Tür. Autos zum Beispiel.
Die Geige des berühmten Jakob Stainer aus Absam – bis heute Inbegriff barocker Klangschönheit
Eine museale Innovation
I
Museum und innovativ schließen sich aus? In Absam nicht. Dort wird Identität bodenständig vermittelt und alte Geschichten mit aktuellem Zeitgeist verbunden. // TEXT: JULIA SPARBER-ABLINGER
n Absam soll 1797 einer Frau die
doch mit dem gewissen „shabby chic“, ist das
Hälfte der Bergarbeiter wohnte in Absam.
Gottesmutter erschienen sein.
Gemeindemuseum ein Schmuckstück, das
Die Gemeinschaft der Knappen prägte da-
Das überlieferte Bild der Frau
sich genauer zu betrachten lohnt.
mals das dortige kulturelle Leben. So wie die
wurde als „Wundervolle Mutter
Frauen und Kinder der Knappen willkomme-
entwickelte sich die Gemeinde zum bekann-
Von barocken Klängen zum weißen Gold
ten Wallfahrtsort. Aber nicht nur der schö-
Der Absamer Geigenbauer Jakob Stainer
ferer und in der Schuhfabrik Huber. So bot
nen Pfarrkirche wegen, die im Jahr 2000 zur
zählt bis heute zu den bekanntesten Künst-
das kleine Dorf bereits in der ersten Hälfte
Basilika erhoben wurde, kommt man hier-
lern, die Tirol je hervorgebracht hat. Seine
des 19. Jahrhunderts moderne Industriear-
her. Es gibt auch ein kleines Museum, dessen
Instrumente wurden schon zu Lebzeiten
beitsplätze. Dementsprechend stark war die
Anziehung sich erst auf den zweiten Blick
als Inbegriff barocker Klangschönheit ver-
Gewerkschaft der Salzarbeiter, die 1909 die
entfaltet. „Stainer Salz Sport“ lautet der Un-
ehrt. Das „weiße Gold“, wie Salz auch gerne
Einführung des Achtstundentages erreichte
tertitel des Museumsnamens, der auf histo-
genannt wird, hat Absam jedoch erst richtig
– bis heute eine der bedeutendsten Errun-
rische Meilensteine in Absam schließen lässt.
berühmt gemacht. Von 1244 bis 1967 wurde
genschaften für die Arbeitswelt.
Auf der Fassade steht noch Kirchenwirt. Aber
im Halltal Salz gewonnen, das in früheren
man ist richtig. Der heutige Wirt ist in der
Jahrhunderten eine weit über Tirol hinaus-
Von Preziosen und Baracken
neu gebauten Veranda gleich ums Eck unter-
gehende Bedeutung hatte und eine der wich-
All das erfährt man im Gemeindemuseum
gebracht, der ehemalige ist heute Museum.
tigsten Einnahmequellen darstellte. Im 16.
Absam. Nicht in verstaubten Vitrinen, son-
Wo damals Gaststuben waren, sind nun alte
und 17. Jahrhundert fanden bis zu 500 Berg-
dern mittels Preziosen, die die Gemeindebe-
Fundstücke zu sehen. Generalsaniert, aber
leute Arbeit im Salzbergwerk, mehr als die
völkerung teils selbst zusammengetragen
110
Gottes zu Absam“ verehrt und so
eco.nova
ne Arbeitskräfte in den bekannten Absamer Fabriken waren: in der Beinkopffabrik Kap-
eco.art
hat. Die heutigen Bewohner des Absamer
Welzenbacher. Der in München geborene
matisch zusammengefasst, was sich über
Ortsteiles Eichat, der auf eine Anlage der
Architekt hinterließ große bauliche Spuren
mehrere Jahrhunderte im Ort abgespielt hat.
deutschen Wehrmacht zurückgeht, waren
in Tirol. Als Schöpfer einer alpinen Variante
Mit handfesten Bezügen und neuen Ideen.
nach 1946 noch die sogenannten „Barackeler“.
der klassischen Moderne zeichnete er unter
Der jüngste Coup ist das mobile Museum in
Die Baracken waren eine Art Flüchtlingslager
anderem für den Bau des Adambräu-Gebäu-
einem Container, der seit August 2017 durch
für Südtiroler Umsiedler, aber auch für Aus-
des in Innsbruck und des Haller Parkhotels
die Region tourt. Damit soll an die vor 50
gewiesene aus der damaligen Tschechoslowa-
verantwortlich. Sein Privathaus steht in Ab-
Jahren stillgelegte Salzproduktion in Absam
kei und dem Sudetenland. Im November 2016
sam, das bis heute im Originalzustand erhal-
und Hall erinnert werden. An Orten, an de-
lud Museumsleiter Matthias Breit mit ehe-
ten ist. Beim Entrée im Gemeindemuseum
nen man kein Museum erwartet: „Zum Bei-
maligen Bewohnern der Barackensiedlung zu
lädt eine massive schwarze Holzbank Wel-
spiel in der Haller Lend. Eine Wohngegend
einem Treffen. Mehr als 130 Personen waren
zenbachers zum Verweilen ein. Breit hat sie
mit sozialem Wohnbau und wenig Infra-
gekommen, brachten alte Bilder mit und er-
aus dem ehemaligen Gasthof „Goldene Rose“
struktur. „Wir wollen auf die Menschen zuge-
zählten von ihren Kindheitserinnerungen:
in der Innsbrucker Altstadt gerettet, in dem
hen und Identität anders vermitteln“, erklärt
Von einer neunköpfigen Familie, die in zwei
sich heute der Swarovski-Shop befindet. Die
Museumsleiter Matthias Breit, Sohn von
Zimmern leben musste. Von Plumpsklos und
1923 von Lois Welzenbacher entworfene Gast-
Bert Breit (1927 – 2004), dem bekannten Tiro-
vom Betteln für „ein Lackerl Milch“. Erzäh-
haus-Bank hat 2011 dem großen Umbau wei-
ler Komponisten und Journalisten. Die krea-
lungen einfangen, dokumentieren und auf-
chen müssen. Mit einer passenden Kredenz
tiven Querverbindungen scheinen ihm also
bereiten sind nur einige der Museumsaufga-
aus dem Privathaus in Absam steht nun ein
in die Wiege gelegt: „Ohne Saline und ohne
ben, die in Absam ernst genommen werden.
schlichtes Möbelensemble im Museum, das
die Sondersteuer auf Salz hätte es beispiels-
2019 soll ein Buch zur Geschichte des Ortstei-
für zeitgeistiges „Vintagedesign“ steht.
weise nie eine Universität in Innsbruck gege-
les Eichat und seinen Baracken erscheinen.
ben. Deshalb ist es so wichtig, die Industrie-
duldenden Umsiedler“ nachgezeichnet, die
Von Sportlern und einem Container
heute die „Eichater“ sind.
Das Gemeindemuseum Absam beleuchtet
Zukunft schreiben wird.“
auch die jüngere Geschichte des Ortes: Die
So findet auch Zeitgenössisches im Museum
Sprungschanze steht synonym dafür. 2017
Platz: Zwischen all den historischen Foto-
Statt der regulären Beschriftungen stehen
wurde die Absamer Schanze renoviert, auf
grafien und Ausstellungsstücken schwebt
im Gemeindemuseum Absam Postkarten
der die berühmten „Adler“ Ernst Vettori oder
ein Siebdruck auf Acrylscheiben des Tiroler
zur Verfügung, damit der Besucher ein Stück
Andreas Felder ihre ersten Sprünge übten.
Künstlers Christopher Grüner. Als moderner
der Erinnerung mit nach Hause nehmen
Nach den Absamer Rodelbrüdern Andreas
Hinweis, wie das einstige weiße Gold zum
kann. Grafik und Fotos im Museum sind wie
und Wolfgang Linger, die 2006 und 2010 zu
billigen Rohstoff wurde. Der Bedeutungs-
aus einem Guss.
Olympiasiegern wurden, ist ein Kreisver-
und Wertewandel als kreisrundes, mehrdi-
Matthias Breit ist ausgebildeter Grafiker und
kehr im Ortszentrum benannt und auch der
mensionales Objekt? Im Gemeindemuseum
Historiker, der mit einem Team auch The-
Kombinierer Christoph Bieler stammt aus
Absam kann man dem auf den Grund ge-
menführungen, Diskussionen und Lesungen
Absam. Der kleine Ort hat demnach große
hen. Zum Mitdiskutieren darf man sogar auf
anbietet, um zur faszinierenden Geschich-
Söhne des Nordischen Skisports hervorge-
der Welzenbacher-Bank Platz nehmen.
te gut nachvollziehbare Verbindungen zur
bracht. Im Gemeindemuseum wird program-
// www.museumabsam.at
Darin wird die Geschichte der „auf Zeit zu
Erinnerungen zum Mitnehmen
geschichte aufzubereiten, weil diese unsere jüngere Vergangenheit schrieb und auch die
Jetztzeit herzustellen. Bis heute unverkennbar ist das Design und die Architektur eines weiteren großen Sohnes aus Absam: Lois
Das Foto der streng blickenden Knappen mit den gebürsteten Schnauzbärten zeigt die große Errungenschaft des Achtstundentages, den die Gewerkschaft der Salzarbeiter 1909 errang.
Seit August 2017 tourt das Gemeindemuseum mit dem Salzcontainer durch die Region, um an die vor 50 Jahren stillgelegte Salzproduktion zu erinnern. Bisher konnten mehr als 4.000 Besucher im Container begrüßt werden.
eco.nova
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Mobil Auto & Motor
!
WEITERE TESTBERI CHTE, NEWS UND MEHR UN TE WWW.ECO-MOBIL. AT R
Der Jaguar XE SV Project 8 ist die schnellste Limousine der Welt. Insgesamt werden nur 300 davon hergestellt, die erste Auslieferung erfolgt Mitte 2018.
KATZE EXTREM Mit dem XE SV Project 8 präsentiert Jaguar die schnellste Limousine der Welt. Die Rennmaschine umrundete die Nürburgring-Nordschleife in 7.21,23 Minuten und folglich neuem Rekord für eine viertürige Limousine mit Straßenzulassung. Der belgische Rennfahrer Vincent Radermecker unterbot damit den bisherigen Bestwert für die 20,76 Kilometer lange „grüne Hölle“ um stattliche elf Sekunden. Der 5.0-Liter-V8 im Extrem-Jaguar leistet mit Kompressoraufladung 600 PS und landet in 3,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Schluss ist erst bei 322 km/h.
SMART UND SICHER
Um die Grenzen in puncto Performance,
Mazda verfeinert den Jinba-Ittai-Faktor*) seines Flaggschiffs, präsentiert mit einer Techno-
Luxus und All-Terrain-Traktion auszu-
logiepremiere die Vorteile von SKYACTIV und zeigt im neuen 6er einige weitere exklusive
loten, wurde bei Jaguar mit der „Special
Details. Im Zuge des Facelifts wurde außen indes weniger verändert als im Innenraum.
Vehicle Operations / SVO“ eine eigene
Zahlreiche Optimierungen wie neue Displays, ein Lenkrad in neuer Optik und eine insge-
Abteilung gegründet. Der in Handarbeit
samt ruhigere Fahrgastzelle bieten dort ab sofort Premium-Funktionalität und -Komfort.
produzierte XE SV Project 8 führt dieses
Die zahlreichen Motoren liefern zwischen 145 und 192 PS. Los geht’s bei ca. 28.000 Euro.
Prinzip ans Limit und ist die zweite von SVO auf Band gelegte Sammleredition.
*) Jinba Ittai, die „Einheit zwischen Pferd und Reiter“, ist ein Ausdruck, der vom Yabusame-Ritual stammt. Mazda betont mit dieser Philosophie die Verbindung und Kommunikation zwischen Fahrer und Fahrzeug.
SPASSMACHER Die Autowelt hat ihre neue „Rennsemmel”. Klein und wendig kommt der neue Swift Sport von Suzuki daher und hat einen 140 PS starken 1,4-Liter-Boosterjet-Turbomotor samt 6-Gang-Schaltgetriebe mit dabei. Die Außenansicht ist in der neuen Modellgeneration durchaus muskulöser geworden und auch innen zeigt sich der Japaner sportlich und (inter)aktiv. Der Vierzylinder unter der Haube passt da bestens dazu und erlaubt Höchstgeschwindigkeiten von 210 km/h. Von 0 auf 100 braucht der Swift 8,1 Sekunden. Ein Usain Bolt wird aus ihm wohl keiner mehr, macht aber nix, weil der Rest innen, außen und unten drunter dafür stimmt. Verkaufsstart ist im Mai, Preise waren bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.
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eco.nova
eco.mobil
ECO.MMENTAR
VOLL AKTIV
Sehr stolz
Dass die Bayern etwas von Autobau verstehen, beweisen sie immer wieder. Auch mit dem neuen BMW 2er Active Tourer ist es ihnen gelungen, Raumfunktionalität und Komfort mit angenehmen Fahreigenschaften zu verbinden. Das Premium-Kompaktmodell im Segment der Sports-ActivityTourer/SAT (ja, auch ein solches gibt es mittlerweile) ist mit der neuesten Motorengeneration ausgestattet und bietet eine breite Palette an 3- und 4-Zylinder-Motoren mit einem Leistungsspektrum zwischen 109 und 231 PS, ergänzt durch einen Plug-in-Hybrid mit 45 Kilometern elektrischer Reichweite. Fein für die Stadt also,
Stilvoll verfeinerte Optik, weiterentwickelte Technik: der neue MINI
Bruno König, Motorredaktion
Wir Österreicher dürfen stolz sein. Wir
FRISCHES UPDATE
wohnen in einem der schönsten Länder
deutlich gewachsenen Niere zu erkennen,
Die Briten mögens im Autobau gerne ge-
neuen Rekordjahr wurde. Daneben ha-
was das generell selbstbewusstere Design
diegen luxuriös. Aber eben auch nicht im-
ben wir mit Marcel Hirscher den derzeit
zusätzlich unterstreicht. Der Basispreis
mer, wie der MINI zeigt. Seit Jahren steht
besten Skifahrer, der auf den Weltcuppis-
dürfte bei rund 30.000 Euro liegen, Markt-
das Spaßmobil für ordentlich Action. Kürz-
ten von einem Rekord zum nächsten jagt.
start ist im März.
lich hat unter anderem der 3-Türer ein
Und wir können uns zum Jahresstart 2018
Update verpasst bekommen. „Die Aufwer-
über eine ganz besondere Premiere freu-
tung der Produktsubstanz für das Origi-
en: Matthias Walkner gewinnt als erster
nal im Premiumsegment der Kleinwagen
Österreicher auf einem Motorrad die Da-
unterstreicht die gereifte und zugleich
kar-Rallye. Noch dazu auf einem österrei-
unverwechselbare Ausstrahlung des MI-
chischen Bike (KTM) und mit österreichi-
NI“, nennen es die Marketeers ein bisserl
schem Sponsor (Red Bull).
umständlich. Für Fahrfreude jedenfalls
Aber auch die Automobilindustrie kann
sorgen neue Motor-Getriebe-Kombinati-
stolz sein. Die Mercedes G-Klasse be-
onen und eine erweiterte Serienausstat-
geistert uns seit fast 40 Jahren und ist
tung, optisch gibt’s neue Scheinwerfer
ein absolutes Kultobjekt. Das neue Mo-
und Heckleuchten (letzere very British im
dell kommt noch heuer auf den Markt
Union-Jack-Design) und zusätzliche Ka-
und wird in Graz gebaut. Das neue Kom-
rosserielackierungen, die modernste Ver-
pakt-SUV von Jaguar, der E-Pace, indes ist
netzungstechnologie wertet Komfort und
bereits auf dem Markt. Auch der ist Öster-
Infotainment auf. Motorentechnisch ste-
reicher und wird ebenfalls bei Magna ge-
hen für den 3-Türer sieben Varianten von
fertigt. So kann das Jahr weitergehen.
der auch die Abmessungen des 2er entgegenkommen. Optisch ist der Neue an der
> AUTOFARBE
DES JAHRES? BUNT!
75 bis 192 PS zur Auswahl. Die Facelift-Modelle starten bei 18.900 Euro.
der Welt, deshalb wollen auch viele Urlauber zu uns. So viele, dass 2017 zu einem
Anregungen und Kommentare bitte an koenig@econova.at
LIFESTYLE-SUV Der Kona von Hyundai ist vor allem eines: nämlich alles andere als Mainstream. Mit ihm fährt also ein echter Charaktertyp vor – mit durchaus progressivem Design. Die kräftige Front des B-Segment-SUV ist geprägt vom Cascading-Kühlergrill, dem wohl auffälligsten Designmerkmal aller neuen Hyundai-Modelle, durch die Neupositionierung der Scheinwerfer wurde die Frontoptik zudem noch markanter. Front- und Heckgestaltung harmonieren jedoch bestens mit der breiten Fahrzeugkarosserie, dennoch bleiben die Abmessungen kompakt. Innen präsentiert sich der Kona beim Raum- wie Technikangebot durchaus großzügig, frische Farben sorgen für noch mehr Individualität. Dazu gibt’s eine Reihe an Sicherheitsausstattung vom autonomen Notbremsassistenten bis zur Müdigkeitserkennung. Motorvarianten stehen von 115 bis 177 PS zur Verfügung. Der Einführungspreis liegt bei 17.990 Euro.
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eco.mobil
Sieht sportlich aus, fährt sich auch so: der Ford Focus ST-Line
Sport im Focus
Der aktuelle Ford Focus ist schon seit einigen Jahren am Markt und bekommt noch heuer einen Nachfolger. Doch bevor es so weit ist, reichen die Kölner eine besonders sportliche Variante nach. Der ST-Line punktet mit Ausstattung und Optik. // TEXT UND FOTOS: BRUNO KÖNIG
O
bwohl der Focus nun schon
zes Dach und abgedunkelte Scheiben hin-
einige Jahre auf dem Markt
ten unterstreichen den sportlichen Auftritt
ist, wirkt sein Design immer
zusätzlich.
noch frisch und kann mit
Ebenfalls sportlich präsentiert sich der In-
dem Mitbewerb locker mithalten. Bevor das
nenraum: tolle Sitze, ein griffiges Leder-
neue Modell 2018 auf den Markt kommt,
lenkrad und eine coole LED-Ambientebe-
hat Ford mit dem ST-Line eine sportliche
leuchtung. Zahlreiche Funktionen lassen
und optisch sehr ansprechende Version im
sich über den Touchscreen bedienen, so
Köcher. Dazu passt das „Racing-Rot“ un-
bleiben nur mehr wenige Schalter in der
seres Testautos hervorragend. Schwarze
Mittelkonsole übrig. Damit wirkt der Fo-
18-Zöller, ein schwarzer Kühlergrill, schwar-
cus aufgeräumt und ordentlich. Das Ford-
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eco.nova
Ford Focus 1,5 EcoBoost ST-Line • • • • • • • • •
Motor: 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbo Leistung: 110 kW/150 PS Drehmoment: 240 Nm Beschleunigung: 8,9 sec von 0 auf 100 km/h Spitze: 210 km/h Testverbrauch: 6,9 Liter/100 km CO2-Ausstoß: 127 g/km Fahrspaß: 7 von 10 Punkten Preis: ab 25.600 Euro
eco.mobil
Griffiges Lederlenkrad mit roten Nähten
SYNC3 ist noch besser und einfacher geworden und arbeitet zudem äußerst flott. Das Platzangebot zeigt sich großzügig und entspricht seiner Klasse; wie auch der Kofferraum, dessen Volumen von 363 bis 1.262 Liter variabel ist. Verarbeitung und Qua-
PS hervorragend. Mit dieser Motorisierung
Sportlichkeit getrimmt und vermitteln viel
lität sind absolut in Ordnung und zeugen
begeistert der Focus zum einem mit seinem
Agilität. Auf kurvigen Straßen fühlt sich der
von der Reife des Focus.
kraftvollen Antritt, zum anderen mit be-
Focus ST-Line deshalb besonders wohl. Wer
scheidenem Konsum des Treibstoffes. Nur
die volle Leistung abruft, sprintet in 8,9 Se-
6,9 Liter auf 100 Kilometer gönnte sich der
kunden auf Tempo 100 und wird bis zu 210
Zum sportlichen Auftritt des Focus ST-Line
rote Flitzer. Das Sechs-Gang-Schaltgetriebe,
km/h schnell. Zu haben ist der Sport-Focus
passt der 1,5-Liter-Turbo-Benziner mit 150
Fahrwerk und Lenkung sind ebenfalls auf
schon ab 25.600 Euro.
Sportlich, aber bescheiden
KRAFT IN IHRER ELEGANTESTEN FORM.
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DER NEUE M{ZD { CX-5
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eco.nova
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eco.mobil
Der neue Seat Ibiza zeigt sich stylisch, dynamisch und modern.
Xcellence
Früher war der Seat Ibiza schlicht und klein. Mittlerweile steht die fünfte Generation am Start und zeigt sich als stylischer Flitzer mit großzügigem Platzangebot. // TEXT: BRUNO KÖNIG
S
Verarbeitung vermitteln Premiumcharakter. Dazu kommt – passend für die jugendliche Zielgruppe – volle Konnektivität und eine schnelle Smartphone-Integration. Damit lassen sich die Apps bequem über den acht Zoll großen Touchscreen steuern. Außen zeigt sich der Ibiza richtig erwachsen und dank seiner Lichtsignatur und den Voll-LED-Scheinwerfern fast wie sein großer
eit 1984 steht der Ibiza im Ange-
zum optischen Leckerbissen. Doch mit gut
Bruder Leon. Der 1.0 Liter große Dreizylin-
bot und hat sich seitdem mehr
aussehen allein geben sich die Spanier nicht
der-Benziner gibt sich quirlig und mit seinen
als 5,5 Millionen Mal verkauft.
zufrieden. Deshalb zeigt sich der Ibiza auch
95 PS ausreichend motorisiert. Dazu klingt
Damit kann Seat mehr als nur
innen als „kleines“ Raumwunder mit ge-
der kleine Turbomotor richtig kernig und
happy sein, einen derartigen Verkaufsschla-
schmackvoller Einrichtung. Mit 355 Litern
passt so perfekt zum sportlich abgestimm-
ger seit über 30 Jahren im Programm zu
Kofferraumvolumen gehört er zu den Größ-
ten Fahrwerk und der direkten Lenkung.
haben. Die fünfte Generation beeindruckt
ten seiner Klasse. Der dynamische Außen-
Dass unterm Strich ein Durchschnittsver-
besonders mit ihrer Linienführung. Ef-
auftritt zieht sich im Innenraum fort. Trotz-
brauch von nur 4,9 Litern auf 100 Kilometer
fektvoll gesetzte Kanten und ausgewoge-
dem wirkt das Cockpit aufgeräumt und
herauskommt, passt ebenfalls ins Bild. Den
ne Proportionen machen den neuen Ibiza
praktisch. Feine Materialien und eine solide
neuen Ibiza gibt’s bereits ab 12.490 Euro.
• • • •
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Motor: 1.0-Liter-Dreizylinder-Benziner Leistung: 70 kW/95 PS Drehmoment: 175 Nm Beschleunigung: 10,9 sec von 0 auf 100 km/h Spitze: 182 km/h Testverbrauch: 4,9 Liter/100 km CO2 -Ausstoß: 106 g/km Crashsicherheit: 5***** (86 % lt. NCAP) Preis: ab 12.490 Euro
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DER NEUE JAGUAR E-PACE
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eco.mobil
Sauber und praktisch: Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid
Saubermann Der Plug-in-Hybrid komplettiert das Trio der Hyundai-Ioniq-Modellfamilie, die bisher nur als Vollelektro- und Hybrid-Version angeboten wurde. Der Plug-in ist nicht nur eine saubere Lösung, sondern auch eine vernünftige Wahl. // TEXT UND FOTOS: BRUNO KÖNIG
D
ie jüngste der drei Ioniq-Varianten kombiniert einen sparsamen Benziner mit einem kraftvollen Elektromotor.
In Zahlen ausgedrückt: Ein 105 PS starker Vierzylinder und ein 61 PS starker E-Motor sorgen für Vortrieb. Die zwei sind ein gut eingespieltes Team, denn zum einen bewegen sie den modernen Hyundai flott nach vorne, zum anderen geht das recht sparsam vonstatten. Wer sich viel in der Stadt bewegt, einen sanften Gasfuß hat und fleißig Strom tankt, kommt schon mal mit weniger als drei Liter Benzin auf 100 Kilometer aus. Im Idealfall fährt der Ioniq nämlich gute 60 Kilometer rein elektrisch. Der Verbrennungsmotor sorgt dabei für alltagstaugliche Reichweiten. Auch die Fahrleistungen können sich sehen lassen: knapp 180 km/h Spitze und gute zehn
der ganz entspannt, aber auch mal sportlich
Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 km/h.
bewegen.
Neben einer Fünfjahres-Vollgarantie gewährt Hyundai auf die Akkus eine Garantie
Groß und sicher
für weitere drei Jahre oder 200.000 Kilome-
Auch das Raumangebot kann beeindrucken:
ter Fahrleistung. Diese wird auch dann wirk-
Vier Erwachsene sitzen selbst auf länge-
sam, wenn die Batteriekapazität unter 75
ren Fahrten bequem. Der Kofferraum fasst
Prozent sinkt.
zwischen 341 und 1.400 Liter Volumen. Seri-
Im alltäglichen Fahrbetrieb fährt sich der
enmäßig sind zahlreiche Assistenzsysteme
Plug-in wie der normale Hybrid leise und
verbaut, darunter ein Notbremsassistent in-
komfortabel. Bedarf es mehr Leistung,
klusive Fußgängererkennung.
springt blitzschnell und fast unbemerkt der
Zu haben ist der praktische Saubermann ab
Benziner an. Dank des modernen 6-Gang-Au-
rund 30.000 Euro, abzüglich staatlicher För-
tomatikgetriebes lässt sich der Ioniq entwe-
derungen von bis zu 4.000.Euro.
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eco.nova
HYUNDAI IONIQ PLUG-IN-HYBRID
• Motor: 1,6-Liter-VierzylinderBenziner plus E-Motor • Leistung: 104 kW/141 PS • Drehmoment: 340 Nm • Beschleunigung: 10,3 sec von 0 auf 100 km/h • Spitze: 180 km/h • Testverbrauch: 3,3 Liter/100 km • CO2 -Ausstoß: 26 g/km • Crashsicherheit: 5***** (89 % lt. NCAP) • Preis: ab 29.640 Euro
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eco.nova
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eco.mobil
Dauerbrenner
Modelle, die seit mehr als 40 Jahren am Markt sind und noch immer denselben Namen tragen, sind selten. Der Honda Civic zählt zu diesen und ist ein echter Dauerbrenner. Mit der zehnten Generation starten die Japaner einen neuen Angriff auf die Kompaktklasse. // TEXT UND FOTOS: BRUNO KÖNIG
Auch die mittlerweile zehnte Generation des Civic unterscheidet sich wieder deutlich vom Vorgänger.
E HONDA CIVIC 1.5 VTEC TURBO SPORT PLUS • • • •
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120
Motor: 1.5-Liter-Vierzylinder-Turbo Leistung: 134 kW/182 PS Drehmoment: 240 Nm Beschleunigung: 8,3 sec von 0 auf 100 km/h Spitze: 220 km/h Testverbrauch: 7,3 Liter/100 km CO2 -Ausstoß: 133 g/km Spaßfaktor: 7 von 10 Preis: ab 20.990 Euro
in Erfolgsgeheimnis des Hon-
ne gesetzt wird als früher. Der Schalthebel
da Civic ist wohl, mit jeder
des Civic begeistert durch die optimale Plat-
Neuauflage völlig anders aus-
zierung sowie die kurze und präzise Gassen-
zusehen. Das ist auch bei der
führung.
mittlerweile zehnten Generation so. Wieder
Unter der Motorhaube unseres Testwagens
einmal hebt sich der Civic radikal von sei-
arbeitet ein 1,5-Liter-Turbobenziner mit
nen Mitbewerbern ab. Die Front zeigt sich
182 PS. Der Vierzylinder ist Honda-typisch
nahe am Supersportler NSX, hinten fallen
drehfreudig und hat ordentlich Biss. Beson-
die beiden zentral platzierten Auspuffen-
ders leise beim Gleiten, aber kernig, wenn’s
den sofort auf. Mit einer Länge von 4,52 Me-
mal flotter sein soll. Das Fahrwerk macht
tern ist der fünftürige Honda gleich um 25
richtig Spaß – der Japaner gehört definitiv
Zentimeter länger als ein aktueller Golf. Das
zu den fahraktivsten Kompakten. Die vari-
heißt: Das Platzangebot für Fahrer und Mit-
abel übersetzte Lenkung, die in abgewan-
fahrer ist mega, ebenso die Größe des Kof-
delter Form auch im NSX eingesetzt wird,
ferraums. Einen souveränen Eindruck hin-
präsentiert sich gefühlvoll und ausgewo-
terlässt auch das Cockpit. Die praktischen
gen. Honda stattet den Civic zudem unter
„Magic Seats“ im Fond gibt es zwar nicht
anderem mit einem aktiven Spurhalteassis-
mehr, weil der Civic jetzt um 20 Millimeter
tenten, City-Notbremssystem, adaptiver Ge-
niedriger daherkommt, dennoch sitzt man
schwindigkeitsregelung und schlüssellosem
vorne wie hinten perfekt. Typisch Civic ist
Zugangssystem sowie einem induktiven La-
das große zentrale Digitalinstrument, das
desystem für Smartphones aus. Die Preise
inzwischen etwas weniger auffällig in Sze-
starten bei 20.990 Euro.
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Luxus & Trends
REISE.TIPP
( ( AUF UND DAVON ... Für so manchen kann die Urlaubsplanung gar nicht früh genug beginnen. Während sich viele ihre Individualreise gerne selbst im Internet zusammenklauben, erfreuen sich Reisebüros zunehmend wieder größerer Beliebtheit. Das bestätigen auch Christof und Susanne Neuhauser von Idealtours. Das Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 30 Millionen Euro (+7 % im Bereich Charterflüge ab Innsbruck, +14 % im Bereich Gruppenreisen, +4 % Umsatzsteigerung bei Vitalreisen und +14 % bei Badereisen). Mehr als 45.000 Tiroler Reisende vertrauten 2017
Happy Birthday
auf das Familienunternehmen. Neu im
Denkwürdige zehn Jahre ist sie mittlerweile schon alt, die Hungerburgbahn der 2016 leider
Finger des Peloponnes und ist die frucht-
verstorbenen Stararchitektin Zaha Hadid. Am 1. Dezember 2007 wurde sie mit Pomp und Glo-
barste und grünste Region, dazu gibt es
ria eröffnet und gilt immer noch als architektonisch prägendes Meisterstück. Die damals trotz
herrliche Sand- und Kieselstrände im Os-
einiger Skepsis gebaute neue Bahn ist längst zu einem international anerkannten Projekt ge-
ten und feine Naturstrände im Westen.
worden. Und zum Besuchermagnet. In den zehn Jahren wurden 4,85 Millionen Gäste und 8,05
Und weil das Geschäft so gut läuft, hat sich
Millionen Beförderungen auf die Hungerburg gezählt. Allein im vergangenen Jahr haben die
Idealtours kürzlich auch einen neuen, fri-
Innsbrucker Nordkettenbahnen mehr als 600.000 Gäste transportiert bzw. 2,1 Millionen Be-
schen Markenauftritt gegönnt. Die neue
förderungen gezählt. Das runde Jubiläum ist natürlich auch ein Grund zu feiern. Die gesamte
grüne grafische Klammer created by Tom
Wintersaison hindurch leuchten die Stationen in verschiedenen Farben, die Kabinen werden
Jank ist Sinnbild für eine Reisewelt, in der
durch verschiedene Infos zur Bahn zum fahrenden Museum und bis zum 6. April gibt es zu-
viel Platz für Urlaubsfreuden, Abenteuer
sätzlich spezielle Architekturführungen (dienstags um 10.30 Uhr in Englisch, Donnerstag um
und Genuss ist. // www.idealtours.at
Reisejahr 2018 steht das griechische Kalamata am Plan. Die Region Messenien erstreckt sich über den gesamten westlichen
16 Uhr auf Deutsch).
SCHNEEGESTÖBER Auch wenn das vergangene Weihnachtsfest wieder nicht wirklich ein weißes war, so brauchen wir uns über mangelnden Schnee diese Saison wahrlich nicht zu beklagen. Tirol ist ein echtes Winterwunderland und die Natur lockt selbst hartgesottene Wintermuffel nach draußen. Weil’s eben gar so schön ist. Die Silberregion Karwendel wartet dabei mit einem neuen Highlight auf: Hoch über der Silberstadt Schwaz befindet sich seit Ende letzten Jahres die längste Rodelbahn Tirols. Und die zweitlängste Österreichs. Vom Hecherhaus am Kellerjoch auf 1.877 Metern Höhe geht’s auf zwei Die neue Anlage ist dabei nicht nur in puncto Präparierung und Schneesicherheit top, sondern erfüllt auch sonst allerhand Qualitätskriterien. Dafür hat sie auch das Tiroler Naturrodelbahn-Gütesiegel bekommen.
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© TOM BAUSE
Kufen stattliche neun Kilometer bis zur Burg Freundsberg nach unten.
eco.life
DER WEIN DER EXTRAKLASSE
BEI NEUMOND: Sie würden auch schwarzarbeiten, wenn Sie drei hungrige Mäuler stopfen müssten, die Ihnen ein Taugenichts von einem Männchen angehängt hat. Hier ein paar Tipps: Waschbären fressen so ziemlich alles, was Sie ihnen hinlegen, und noch einiges mehr, das gar nicht für sie bestimmt war. Halten Sie den Deckel drauf – insbesondere auf der Mülltonne –, wenn Sie Besuch von den kleinen Dieben bekommen, es sei denn, Sie wollen Ihren Abfall auf diese Art recyceln. Aber Achtung: Die Einbrecher stehlen mit Sicherheit auch Ihr Herz. Warum Waschbären ihre Nahrung waschen? Würden Sie das nicht auch tun, wenn Sie im Dunkeln speisen müssten? DEIN FREUND UND KÄFER: Alle Welt liebt den Marienkäfer. Seit Anbeginn der Zeit ist er, wenn nicht der beste, so doch wenigstens der zweitbeste Freund des Menschen und hat sich über die Jahrhunderte hinweg ein ganz besonderes Image erarbeitet: unser liebster Freund im Insektenreich. Er gilt als Glücksbringer und verspeist ausschließlich die Art von anderen Insekten, die uns tüchtig auf die Nerven gehen. Niemand erschlägt, zerquetscht oder besprüht Marienkäfer mit giftigen Chemikalien – ja, der eine oder andere fühlt sich sogar geschmeichelt, wenn das Insekt auf ihm herumkrabbelt! Kann das irgendein anderer Käfer von sich behaupten? Wohl kaum.
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GESEHEN ... ZACK, VERLIEBT ... in die Illustrationen von Charley Harper nämlich. Und in dieses Buch. Harper gilt als einer der bedeutendsten Illustratoren von Naturmotiven in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit über 100 Siebdrucken aus den Jahren 1968 bis 2007 lädt dieser Band dazu ein, in den tierischen Kosmos des Charley Harper einzutauchen. Dazu gibt’s kommentierende Bildunterschriften voller Wortwitz, die Ulrike Kretschmer aus dem Englischen übersetzt und dabei gekonnt den anglikanischen Charme beibehalten hat. Ein wunderbares Buch zum Verschenken ... und Selberbehalten!
CHARLEY HARPERS TIERWELT
Knesebeck Verlag, 132 Seiten, EUR 36,00
weingut josef u. maria reumann gmbh neubaugasse 39 | 7301 deutschkreutz t +43 (0) 2613 80421 m + 43 (0) 664 12 13 285 www.weingut-reumann.at Vertriebspartner: DEL FABRO – Getränkehandel Weinhaus DÖLLERER Weinkellerei MERANER BEVANDA Wein & Destillate
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© BRUNO KÖNIG
eco.life
Dieses Mal war Dagmar Wresnik in ihrem Morgan mit Fritz Unterberger Richtung Hungerburg unterwegs. Um das Cabriofeeling genießen zu können, haben die beiden die Fahrt bereits im Herbst bei strahlendem Sonnenschein unternommen.
SE
eco.life
AN
UN
EGS IM MO RG RW TE
R IE T E IL 3
Über Autos, Gin und andere Geheimnisse Mit einem herrlichen Sound blubbert der Morgan hinauf zur Hungerburg. Eine Ausfahrt mit Fritz Unterberger ist nicht nur amüsant, sondern führt auch zu einer philosophischen Unterhaltung. Das Gespräch über das Leben, die Tiroler Wirtschaft und Autos endet nicht, als wir am Hermann-Buhl-Platz vor der Bergstation der Hungerburgbahn ankommen, sondern geht am Fuß der Nordkette bei einer lebhaften und leidenschaftlichen Diskussion weiter. // TEXT: DAGMAR WRESNIK
K
und sozial – der Beweis dafür sind sicherlich
ger Gruppe. Angefangen
„BESONDERS IN JUNGEN JAHREN WAR ICH EIN AUTONARR.“
hat er als Autoverkäufer.
Fritz Unterberger
dass Führungskräfte Vorbilder sein müssen,
ommerzialrat Fritz Unterberger ist Chef und Gründer der Unterber-
auch die große Anzahl unserer sehr lang gedienten Mitarbeiter, mit denen ich auf Augenhöhe diskutiere. Ich bin der Überzeugung, dass man mit Mitarbeitern ehrlich umgehen
Bereits zehn Jahre später hat ihn sein Unternehmergeist in die Selbstständigkeit ge-
lichen Immobilien und zum Teil auch mit
und stets ein offenes Ohr für deren Anlie-
führt: Im Jahr 1976 eröffnete er in Kufstein
reinen Wohnbauprojekten. Unsere Immobili-
gen haben sollte. Jeder, der Erfolg haben will,
sein erstes Autohaus. Viele Menschen ver-
enbeteiligungen liegen im Bereich Handels-
muss seine Mitarbeiter nach dem Motto „Ge-
binden ihn noch heute mit Autos, obwohl er
immobilien – vor allem Fachmärkte –, darun-
ben und Nehmen“ schätzen.
schon lange in der Immobilienbranche tätig
ter einige Gastronomiebetriebe inklusive ei-
ist. Das Geschäft im Automobilbereich hat
nem Stadthotel, wir sind unter anderem aber
Was halten Sie von den Eigenschaften
er an seine drei Söhne übergeben. In Tirol
auch an einem Golfplatz, Energiehauspark
Macht und Ehrgeiz?
ist er zudem für sein Engagement als Vor-
und Entertainment-Zentrum beteiligt.
Ehrgeiz in Maßen erachte ich als sehr positiv
stand der Tiroler Adler Runde bekannt (und
und Macht braucht Kontrolle.
gefürchtet). Er ist nicht gerade zimperlich,
Wie und wann haben Sie die Branche
als Mensch und Freund jedoch beliebt und
gewechselt?
Sind Sie in Ihrer beruflichen Laufbahn auch
geschätzt.
Seit der Übergabe des Automobilbereichs an
einmal gescheitert?
meine Söhne, die bereits vor 15 Jahren erfolgt
Da ich doch jahrzehntelang erfolgverwöhnt
ist, befasse ich mich ausschließlich mit Immo-
war, hatte ich im Jahr 2003 anscheinend ei-
bilien und Beteiligungen.
nen kurzen Zustand der geistigen Umnach-
Der Erfolgreiche Wie andere erfolgreiche Unternehmer ist
tung, als ich mit einigen Partnern die Firma
auch Fritz Unterberger umtriebig und fleißig; zudem wird er als kreativ, dynamisch, mutig
Sie engagieren sich in der Tiroler Adler Run-
Kneissl übernommen habe, wobei ich nach
und authentisch beschrieben. Seine Karriere
de als Vizepräsident. Warum ist das
fünf Jahren bereits 100-Prozent-Eigentümer
startete er mit einer kaufmännischen Lehre
für Sie so wichtig?
des Unternehmens war. Bei dieser Übernah-
in einem Autohaus. Heute ist er ein beschäf-
Die Tiroler Adler Runde ist eine Plattform mit
me ist es mir trotz enormer Kraftanstren-
tigter Unternehmer und Manager. Derzeit ar-
rund 42 namhaften Tiroler Unternehmern.
gung und Einsatz nicht gelungen, die Firma
beitet er an 32 Projekten gleichzeitig. E-Mail,
Ziel und Aufgabe ist es, den Wirtschaftsstand-
zu sanieren, und ich war fast erleichtert, als
Laptop, iPad und Co. sind nicht sein Ding,
ort Tirol zu stärken und mitzugestalten und
ich als neuen Investor den „sagenhaft rei-
dafür hat er eine Sekretärin. Wenn es um die
nicht nur zu kritisieren und zu nörgeln. Wo-
chen“ Scheich Al Jaber gewinnen konnte.
technische Ausstattung geht, reichen ihm
bei ich den Slogan „Geht’s der Wirtschaft gut,
Stolz bin ich trotz dieser negativen Erfah-
Handy und Auto.
geht’s uns allen gut!“ nach wie vor mittrage.
rung, die mir eine Zeit lang Schlafschwierig-
ECO.NOVA: Sie beschäftigen sich heute be-
Sind Sie eine gute Führungskraft?
den zur Gänze begleichen konnte und somit
ruflich weniger mit Autos denn mit Immobi-
Ich bin bekannt dafür, dass ich manchmal
kein einziger Lieferant und keine Bank auch
lien. Worin genau liegt Ihre Tätigkeit?
sehr cholerisch sein kann, wobei sich das mit
nur einen Euro verloren hat. Am Ende waren
FRITZ UNTERBERGER: Unser Unterneh-
zunehmendem Alter etwas relativiert hat.
es dann doch rund 15 Millionen Euro, die be-
men befasst sich überwiegend mit gewerb-
Ansonsten bin ich als Führungskraft gerecht
dient werden mussten.
keiten bereitet hat, dass ich sämtliche Schul-
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eco.life
„ICH BIN WORKAHOLIC, ZU SPÄTERER STUNDE JEDOCH AUCH GENUSSMENSCH.“ Fritz Unterberger
Welche Herausforderungen warten jetzt noch auf Sie? Meine Herausforderungen werden sich in den nächsten Jahren darauf konzentrieren, dass meine Söhne den Bereich Immobilien nach und nach übernehmen bzw. ich auch meine externen Führungskräfte vermehrt in die komplette Betriebsführung und -verantwortung einbeziehe, um meinen Ruhestand in den nächsten drei bis fünf Jahren entgegen-
Ja, das stimmt. Ich esse gerne Steak – eigent-
Welches Auto darf man als erfolgreicher
sehen zu können.
lich habe ich mehrere Lieblingsspeisen. Und
Unternehmer in Österreich fahren?
Gin trinke ich auch sehr gerne, besonders
Da wir laufend neue Modelle unserer zehn
Hendrick’s.
Automarken in unseren Autohäusern im
Der Genussmensch
Portfolio haben, darf ich ohne Neid zu erwe-
Er liebt das Leben und weiß, wie man es genießt. Vor allem schnelle Autos und gutes
Was haben Sie mir noch verschwiegen?
Essen und Trinken gehören für Unterberger
Welche Sünden haben Sie noch?
dazu. Er spielt leidenschaftlich gerne Karten
Das ist mein großes Geheimnis.
cken häufiger mein Fahrzeug wechseln. Was war Ihr erstes Auto? Mit 18 Jahren war mein erstes Auto ein Opel
und getreu dem Motto „good days start with coffee“ kann er den Tag nicht ohne Kaffee be-
Das klingt nach schönen Frauen. Wie
ginnen. Am Abend trinkt er lieber Gin. Hinter
stehen Sie zu Frauen?
seiner gemütlichen und sympathischen Art
Ich arbeite gerne mit Frauen. Sie haben einen
Was sind Sie für ein Autofahrer?
verbirgt sich aber auch ein konsequenter und
ganz anderen Zugang zu Problemen. Sie ti-
In meinen Jugendjahren war ich ein relativ
disziplinierter Geschäftsmann.
cken anders – Männer auch! Das verursacht
aggressiver Autofahrer, bin jedoch im Laufe
eine wunderbare Ergänzung, nicht nur bei Lö-
der Jahre ruhiger geworden. In letzter Zeit
sungsansätzen.
bekomme ich fast keine Strafen mehr. Frü-
Was bedeutet Genuss für Sie?
Kadett, hellblau.
her habe ich die ganze Zeit telefoniert, jetzt
Genuss ist für mich, wenn ich am Abend nach der Arbeit mit meinen Freunden bei einem
Sie sind der Frage schön ausgewichen. Also
guten Glas Wein Gespräche führen kann.
gut: Wie stehen Sie zum Thema Gender?
Genuss ist für mich aber auch Kartenspie-
Ich bin sehr für eine Frauenquote.
kommt langsam die Gelassenheit ... Was ärgert Sie an anderen Autofahrern? Das permanente Linksfahren.
len, was ich leidenschaftlich gern mache. Am liebsten bin ich beim Latinern. Es ist ein an-
Welchen Sport betreiben Sie, um die
spruchsvolles Spiel, bei dem man ein gewisses
Genüsse wieder abzubauen?
Ist der „100er“ auf der Autobahn sinnvoll?
Denkvermögen braucht und das auch wirk-
Ich bin gerne am Berg unterwegs, liebe mei-
Der IG-L-100er ist für mich eine Geldabzocke.
lich Spaß macht.
ne Fischerei und spiele manchmal schlechtes
Bei dem extrem hohen LKW-Verkehrs-
Golf.
aufkommen ist sowieso kein Rasen mehr
Welchen Wein bevorzugen Sie?
möglich. Ich vertrete die Meinung, dass man
Grundsätzlich weiß, zu passenden Speisen
Der Autonarr
auch rot.
Fritz Unterberger liebt schnelle Autos, insbe-
sollte, die sich nach dem Verkehrsaufkommen
sondere Oldtimer, und fährt gerne Rallyes.
richten.
Geschwindigkeitsbeschränkungen einführen
Und warme Getränke? Lieber Kaffee
Gemeinsam mit seinen Söhnen besitzt er
oder Tee?
20 Oldtimer in einem kleinen Museum im
Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft
Kaffee! Ohne Kaffee geht bei mir gar nichts.
Stammhaus in Kufstein. Er fährt nicht mehr
der Mobilität aus?
Ein guter Tag beginnt bei mir immer mit ei-
so viel und nicht so schnell wie früher. Im
Das Elektroauto, vor allem das Hybridauto,
nem Espresso. Mein erster Weg nach dem Auf-
Winter ist er lieber mit dem Zug unterwegs.
ist für mich ein Teil der Zukunftsmobilität.
stehen geht deshalb zur Espressomaschine.
Er hat das Alter erreicht, wo er viele Sünden
Welche Antriebsform sich durchsetzen wird,
der Jugend nicht mehr begeht. Einmal wur-
wissen nicht einmal die besten Autoexperten.
Was ist Ihr Lieblingsessen, was Ihr
de ihm sogar der Führerschein abgenommen.
Für Großstädte ist das Elektroauto sehr wohl
Lieblingsgetränk?
Doch nicht wegen Schnellfahrens, sondern
eine gute Alternative. Die Dummheit der Po-
Guter Fisch mit einem Glas Grünen Veltliner.
aufgrund „Diskutierens“ und „Widerstand ge-
litiker, nur den Diesel zu verbieten, ist eigent-
gen die Staatsgewalt“.
lich schon bedenklich. Die Hauptverursacher,
Wirklich? Ich dachte, dass Sie gerne Steak
wenn es um Schadstoffe geht, sind nach wie
essen und besonders gerne Gin trinken.
Was fahren Sie für ein Auto?
vor Hausbrand, Schwer- und Flugverkehr so-
Stimmt das?
Zurzeit einen BMW 750, einen Vorführwagen.
wie Landwirtschaft.
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promotion
Angesagt und stimmungsvoll
© ANDREAS FRIEDLE
Ganz egal was es zu feiern oder präsentieren gibt: Im deck47 findet sich immer der geeignete Rahmen für Veranstaltungen aller Art. Ob tagsüber oder abends, Sommer oder Winter, die Location punktet neben ihrer unvergleichlichen Lage am Baggersee noch mit vielem mehr – und lässt jedes Event zu einem Erlebnis werden. // TEXT: DORIS HELWEG
S
Ideale (Event-)Location: Das deck47 bietet bequem Platz für bis zu 110 Gäste.
eit der Eröffnung im Sommer 2016
Ideale Eventlocation
gestatteten Innenraum bis zu 110 Gäste den
hat sich das deck47 bestens etabliert
Wer Veranstaltungen plant, der weiß, wie
kulinarischen Gaumenfreuden frönen.
und sich nicht nur als Ausflugs-
schwierig es sein kann, den geeigneten Rah-
ziel und trendiges Restaurant, sondern ins-
men dafür zu finden. Zentral gelegen und
Kulinarische Vielfalt
besondere als Eventlocation einen Namen
doch naturnah ist im deck47 so ziemlich
Schon der reguläre Restaurantbetrieb mit
gemacht. Die einzigartige Lage mitten in der
alles möglich. Vom kleinen Pressebrunch
seiner traditionellen und italienischen Kü-
Natur am beliebtesten Badesee der Region
bis zum Firmenevent, vom gediegenen Fa-
che bietet ein kulinarisches Angebot, wo
und doch zentral erreichbar mit ausreichend
milienfest bis zur feierlichen Hochzeit – in
für jeden etwas dabei ist. Besonders beliebt
verfügbaren Parkplätzen macht die von der
den modernen und hellen Räumlichkeiten
sind die herzhaft knusprigen Pizzakreatio-
Stadt Innsbruck neu errichtete Location zu
samt Terrasse und Garten finden vielerlei
nen zweier Pizzaioli aus Sizilien und Neapel,
etwas ganz Besonderem. Als langgezogenes,
Festlichkeiten den idealen Rahmen. Und das
die übrigens auch als Pizza2Go gerne mitge-
zukunftsweisendes Gebäude fügt sich das
ganz abseits von nachbarlichen Ruhezeiten.
nommen werden können. Für Veranstaltun-
architektonisch zeitgemäß gestaltete deck47
Im deck47 kann also auch nach 22 Uhr noch
gen und Events wird kulinarisch so gut wie
harmonisch in sein natürliches Umfeld ein
nach Herzenslust gefeiert und gelacht wer-
alles möglich gemacht. Von Flying Buffets
und ist sowohl von der Straße als auch vom
den. Nach einem Aperitif bei Sonnenunter-
bis zu erlesenen 6-Gang-Menüs, von der Piz-
See barrierefrei erreichbar.
gang auf der Terrasse – im Winter wärmt ein
zaparty bis zum hochwertigen Grillbuffet:
offenes Feuer – können im modernst aus-
Der Küchenchef des Hauses erfüllt alle in-
Ausblicke mit Weitblick
dividuellen Gästewünsche – auch vegeta-
Die offene, moderne Bauweise ermöglicht
rische oder Menüs bei Unverträglichkeiten
vom Lokal-Innenraum nach allen Seiten
werden gut und gerne zubereitet.
einen wunderbaren Ausblick – völlig unab-
Wer mag, überlässt dem Team des deck 47
hängig von der Jahreszeit. Lädt der von den
auch sämtliche organisatorische Angele-
Innsbruckern liebevoll genannte „Bagger-
genheiten wie Musikanlagen, DJs, Überra-
see“ im Sommer zum Baden ein, so wartet
schungen sowie Dekorationen. So steht ei-
er in den Wintermonaten mit einem Eislauf-
nem gelungenen Happening nichts im Wege
und Eisstockschießplatz auf.
und die Gäste dürfen sich einfach den Feier-
Auf der sonnig gelegenen Terrasse kann
lichkeiten widmen und die Annehmlichkei-
man nicht nur im Sommer einen coolen
ten des Hauses genießen.
Drink genießen, auch im Winter laden die „befeuerten“ Tische mit warmen Decken zum gemütlichen Verweilen bei einem
DECK . RESTAURANT . BAR
Glühwein ein. Abschalten, den Ausblick genießen, gesellig beisammen sein und dabei noch die kulinarische Vielfalt des Hauses genießen – was will man mehr?
Martin Klausner ist mit seiner Klausner Erlebnisgastronomie der Mann hinter dem deck47.
Archenweg 62, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/31 94 70 info@deck47.at, www.deck47.at
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© DIE FOTOGRAFEN
LIFESTYLE
im Gespräch Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer, Landeshauptmann Günther Platter, Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf und Bezirksobmann Karl Ischia
NEUJAHRSEMPFANG I
Steuerberater Peter Pülzl, Vizepräsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder Helmut Schuchter, Landespräsident Klaus Hilber und Wirtschaftsprüfer Herbert Houf
Hyundai-Verkaufsleiter Walter Kuen, Hyundai-Österreich-Geschäftsführer Roland Punzengruber, Autowelt-Denzel-Unterberger-Betriebsleiter Andreas Resch, Hyundai-Verkäufer Andreas Heel und Hyundai-Gebietsverkaufsleiter Siegfried Gaßner
DENZEL-UNTERBERGER IST BESTER IONIQ-HÄNDLER Im Vorjahr startete Hyundai mit der Modellreihe IONIQ in der Elektromobilität durch. Kürzlich wurde die Autowelt Denzel-Unterberger als Österreichs bester Händlerbetrieb ausgezeichnet. „Es war bis zum Schluss ein enges Rennen, in dem sich die Innsbrucker Autowelt Denzel-Unterberger auf der Zielgeraden knapp den Sieg für 2017 holte“, verriet Österreichs Hyundai-Geschäftsführer Roland Punzengruber und lobte zugleich auch die drei weiteren Autowelt-Betriebe von Unterberger in Kufstein, Strass und Telfs für ihre Erfolge mit dem Hyundai IONIQ. „Wir sind von Beginn an Vorreiter beim Elektromobilitätsthema und verfügen über jahrelanges Knowhow. Dazu kommt der ständige Wissens transfer zwischen den Unterberger-Betrieben“, erklärt Autowelt-Denzel-Unterberger-Betriebsleiter Andreas Resch den Erfolg. Die Innsbrucker Autowelt Denzel-Unterberger vertrieb mit dem „Think“ 2010 das erste serientaugliche Elektrofahrzeug in Österreich und in der Folge den Mitsubishi iMiev. Während die Alltagstauglichkeit bei Elektromobilität längst kein Thema mehr ist, freut sich Andreas Resch über die bevorstehende Reichweitensteigerung bei Hyundai: „Mitte des Jahres bekommen wir die rein elektrische Version des Hyundai Kona mit zwei Akkupaketen. Das größere verspricht dabei eine offizielle Reichweite von 500 Kilometern. Der Kona stellt somit das Konzept des Elektroautos als reines Zweitfahrzeug in Frage.“ Gesteigert wird die Attraktivität zudem durch steuerliche Erleichterungen wie die Vorsteuerabzugsfähigkeit und den Entfall des Sachbezugs für rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge. Bund und Land Tirol gewähren zudem Förderungen, die von Firmen angesucht werden können. Seit dem Vorjahr kommen auch Privatpersonen in den Genuss von staatlichen Förderungen. Für reine Elektroautos gibt es Zuschüsse von bis zu 4.000 Euro.
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NEUJAHRSEMPFANG II Traditionell lädt auch die Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer ihre Gäste im Jänner zum Neujahrsempfang nach Innsbruck. Zahlreiche Besucher konnte Landespräsident Klaus Hilber auch heuer wieder begrüßen und hieß Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Justiz, Behörden, Institutionen, Schulen und Universitäten herzlich willkommen.
Governor Kurt Bret, Christian Oberleitner (Secretary), Philipp Jurschitz (Gründungspräsident), Julia Seidl (Treasury) und Past. Governor Gerhard Gschwentner
KIWANIS CLUB „INSPRUK“ Am 5. Jänner fand im Kulturgasthof Bierstindl die Gründungsfeier des Kiwanis Club Inspruk statt. Eine engagierte Runde von 17 Frauen und Männern heftet sich damit die Kinderhilfe auf ihre Fahnen. Philipp Jurschitz und Christian Oberleiter lenken die Geschicke des Vereins, der sich künftig einmal im Monat im Bierstindl trifft. Neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen!
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Wie jedes Jahr lädt die Wirtschaftskammer Tirol zu ihren Neujahrsempfängen quer durch alle Bezirke. In Innsbruck wurde unter anderem mit den Wiltener Sängerknaben gefeiert. Während man das abgelaufene Jahr gemeinsam Revue passieren ließ, wurden indes auch neue Ziele für 2018 definiert: Zurück an die Spitze kommen nämlich.
Im Rahmen des Kitzbühel-Wochenendes erhielt Österreichs größter Outdoor-Freizeitpark das Gütesiegel als Sport Leading Company, das in Kooperation mit dem Sportministerium entstand und das mittlerweile von rund 30 Firmen geführt werden darf. Hochinnovative Produkte und Dienstleistungen, internationale Geschäftstätigkeit, starke Markenpräsenz und laufende Investitionen in Aus- und Weiterbildung – so lauten einige der Parameter, um sich dafür zu qualifizieren. Die AREA 47 hat den Bewerbungsprozess geschafft und sämtliche Kriterien erfüllt. Neben der aktuellen Würdigung wurde die AREA 47 bereits in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Preisen bedacht. So gab es neben dem „Tirol Touristica“ auch den „Österreichischen Innovationspreis Tourismus“ und den „Österreichischen Exportpreis“ für das Leuchtturmprojekt im alpinen Sommertourismus.
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OUTDOORKOMPETENZ
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HOLZ-INSPIRATION proHolz Tirol organisierte in gewohnter Manier einen Vortragsabend zum Thema „Holzbau im Voralpenraum – Werksschau eines Zimmerers und Architekten“, eingebettet in das Programm der 49. Bildungswoche der Österreichischen Holzbau- und Zimmermeister im Congress Centrum Alpbach. Im Bild: proHolz-Vorstandsvorsitzender Karl Schafferer mit dem Vortragenden Florian Nagler und proHolz-Tirol-Geschäftsführer Rüdiger Lex. // Mehr dazu auf Seite 94
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NEUJAHRSEMPFANG III
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VSSÖ-Geschäftsführer Gernot Kellermayr (li.), ÖOC-Präsident Karl Stoss (2. v. li.) und Toni Pichler von Sport Leading Company (re.) überreichten die Auszeichnung an Marketingleiterin Susanne Schilcher und AREA 47-Geschäftsführer Chris Schnöller >>
ALUMN-I-MED-Präsident Christoph Brezinka, Rektor W. Wolfgang Fleischhacker und Landesrat Bernhard Tilg
Rektor W. Wolfgang Fleischhacker und ALUMN-I-MED-Präsident Christoph Brezinka luden gemeinsam zum traditionellen Neujahrsempfang der Medizinischen Universität Innsbruck. Rund 200 Ehrengäste, Mitarbeiter, Absolventen, Studierende sowie Förderer kamen in die Aula der Universität. Für Fleischhacker war es der erste Neujahrsempfang als Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck.
STARKE PERFORMANCE Auch wenn die große Mehrheit der Kundenvermögen in der Private-Banking-Branche aus Wien kommt, setzte sich 2017 die Raiffeisen-Landesbank Tirol AG in diesem wichtigen Bereich durch und gewann mit ihrem Private-Banking-Team den prominenten Dachfonds Award des GELD-Magazins. Mit dem globalen Fonds „VM Aktien Select“, den das Team des RLB Private Banking managt, siegten die Tiroler in der Kategorie „Aktien-Dachfonds konservativ“ und setzten sich so an die Spitze der Anlageexperten. << Christian Prugger (Direktor Private Banking der RLB Tirol AG) mit seinem Team
HERZLICH WILLKOMMEN BEI TIROLS GRÖSSTEN EVENTS
ALLE EVENTS AUF WWW.OLYMPIAWORLD.AT
15. FEBRUAR 24. FEBRUAR 01.– 04. MÄRZ GREASE ALPEN AFRIKA! DAS MUSICAL VOLLEYS AFRIKA! OLYMPIAHALLE Der größte Musicalerfolg aller Zeiten kommt nach Österreich.
OLYMPIAHALLE OLYMPIAHALLE 2. Heimspiel – HYPO TIROL AlpenVolleys Die Erfolgsshow vom „Kontinent des Haching vs. BERLIN RECYCLING Volleys. Staunens“ kehrt zurück.
VORSCHAU AUF DIE NÄCHSTEN EVENTS 08. April 2018 Cesar Millan – Once Upon A Dog 14. April 2018 Wanda – Niente Tour 2018 27. April 2018 Ehrlich Brothers – Faszination
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1. Die Führungsriege der Industriellenvereinigung Tirol – Vizepräsident Rainer Carqueville, Präsident Christoph Swarovski, Vizepräsident Hermann Lindner und Geschäftsführer Eugen Stark – mit Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und Bischof Hermann Glettler // 2. Die Mitglieder der Tiroler Landesregierung besuchten den Neujahrsempfang der Industriellenvereinigung Tirol // 3. Thomas Huter (Huter & Söhne) und Andreas Lechleitner (Alpina Druck) // 4. Alexander Durda und Johann Hörtnagl (STUBAI KSHB) mit Max Kloger (Tiroler Rohre, Mi.) // 5. Andrä Rupprechter, Abt Raimund Schreier und Professor Rainer Blatt // 6. Eduard Wallnöfer und Abt German Erd // 7. Die ehemaligen Industriepräsidenten Oswald Mayr, Arthur Thöni und Reinhard Schretter mit Landeshauptmann Günther Platter, Christoph Swarovski und dem Vorarlberger Industriepräsidenten Martin Ohneberg (re.) // 8. Georg Malojer (Malojer Baumanagement) und Christian J. Koidl (D. Swarovski KG) // 9. Uni-Rektor Tilmann Märk mit Claudia, Andrea und Günther Berghofer (Adler Lacke) // 10. Michael Schwarzkopf und Bernhard Schretter (Plansee SE) // 11. Hermann Lindner (Traktorenwerk Lindner) und Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer // 12. Marcel Amon (Donau Chemie), Matthias Zitterbart (DAKA), David Lindner (Vorsitzender der Jungen Industrie/JI Tirol) und Martin Pichl (Pichl Medaillen)
Politik für den Wirtschaftsstandort Die Tiroler Industrie ist mit einem Produktionswert von mehr als 10 Milliarden Euro und mehr als 41.000 Beschäftigten der größte Wirtschaftssektor des Landes. Die Industriellenvereinigung sei, so Präsident Dr. Christoph Swarovski beim traditionellen Neujahrsempfang, weit mehr als ein Vertreter der Interessen eines Wirtschaftssektors: „Unsere Aufgabe besteht darin, dazu beizutragen, dass sich die Unternehmen hier in Tirol entfalten können, damit Arbeitsplätze schaffen und zu Wohlstand, Gesundheit und Freiheit der Menschen beitragen. Das ist unser Ziel. Deshalb gibt es die IV Tirol.“ Österreich habe in manchen Bereichen den Anschluss an die Spitze Europas verloren. Die IV Tirol habe immer wieder die
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Möglichkeit genutzt, auf Landes- und Bundesebene ihre Positionen und Anliegen einzubringen. Die wichtigsten Anliegen seien jetzt im Koalitionsabkommen enthalten. Die IV Tirol wünscht sich aber auch in der zukünftigen Landesregierung die Zusammenarbeit jener politischen Kräfte, die wirtschaftsfreundlich sind, die ermöglichen und nicht blockieren und die entschlossen die notwendigen Veränderungen gestalten. Klares Bekenntnis zu Bildung, Wissenschaft und Forschung Unterstützung benötige die Industrie bei der wichtigsten Zukunftsfrage, wo nämlich künftig die qualifizierten Fachkräfte herkommen sollen. Im Regierungsprogramm
des Bundes gebe es dazu gute Ansätze. Auf Landesebene bedürfe es dazu noch mehr gemeinsamer Anstrengungen. Große Defizite gebe es bei den Grundkompetenzen der Schulabgänger. Swarovski: „Solange diese Schwächen nicht beseitigt sind, macht es wenig Sinn, am Schulsystem selbst zu experimentieren. Legen wir den Fokus auf das Vermitteln der Grundkompetenzen.“ Das Land Tirol unterstütze indes Wissenschaft und Forschung sehr umfassend. Es sei aber auch wichtig, dass sich die Wirtschaft stärker engagiere. Die IV werde daher die Zusammenarbeit mit den Universitäten und Bildungseinrichtungen auch in Zukunft sehr ernst nehmen und weiter intensivieren.
MOIRÉ INNSBRUCK Goldener Hirsch Kiebachgasse 5 Innsbruck MOIRÉ PALAIS Obstmarkt 9 Bozen
Foto: Fotogen-ial des Peter Grund - 2017
MOIRÉ SMARTYS Dr. Streiter Gasse 34 Bozen MOIRÉ 360° Dr. Streiter Gasse 20 Bozen MOIRÉ IRENE Freiheitsstraße 136 Meran
MIT SICHERHEIT WEITERGEDACHT. DER NEUE VOLVO XC60. Der neue Volvo XC60 ist mehr als ein Auto. Mit seinem ganzheitlichen Sicherheitskonzept und zahlreichen Assistenzsystemen bietet er Ihnen in jeder Situation größtmöglichen Schutz. Damit setzt er einen wichtigen Schritt in eine Zukunft, in der kein Mensch mehr in einem neuen Volvo ums Leben kommt oder schwer verletzt wird. Das ist unsere Vision 2020. VOLVOCARS.AT
Kraftstoffverbrauch: 2,1 – 7,8 l /100 km, CO2-Emissionen: 49 – 177 g/km. Symbolfoto. Irrtümer, Druckfehler und Änderungen vorbehalten. Stand: Dezember 2017.
Langer Weg 12 6020 Innsbruck 0512 / 3336 - 999
Innsbrucker Str. 105 6300 Wörgl 05332 / 73711-0
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