N° 08/26
GESUNDHEIT IM UMBAU
Thomas Klestil über ein System, das ein Update braucht. SCHIEFE MITTE
Wer trägt die Wirtschaft? Und wie lange noch? DIE GUTE IDEE
OKTOBER 2026 | P.B.B. VERLAGSPOSTAMT 6020 INNSBRUCK | ZNR. GZ 02Z030672 M | EURO 3.00
Wie Kreativität aus Problemen neue Möglichkeiten macht.
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© BLICKFANG PHOTOGRAPHIE
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eco.nova-Herausgeber Sandra Nardin (re.) und Christoph Loreck mit Chefredakteurin Marina Bernardi
SYSTEMFRAGE Sparen am System, im System und mit System: Wo Österreich effizienter werden muss, warum Kürzungen allein keine Lösung sind und weshalb uns das Festhalten am Bestehenden mitunter besonders teuer kommt.
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sterreich hat ein Problem. Eigentlich mehrere. Und die lassen sich nicht allein mit dem Sparstift lösen. Wie groß die Verunsicherung mittlerweile ist, zeigt eine Umfrage des Austrian Health Forum vom Mai 2026: 44 Prozent der Österreicher*innen sind mit dem Gesundheitssystem unzufrieden, 68 Prozent trauen der Politik nicht zu, dessen Herausforderungen zu bewältigen. Gleichzeitig ist die Bevölkerung durchaus reformbereit. Ein Widerspruch? Nicht unbedingt. Vielleicht ist es vielmehr ein Zeichen dafür, dass die Menschen längst verstanden haben, was die Politik noch allzu oft vor sich herschiebt: So wie bisher wird es nicht weitergehen (können). Das gilt für das Gesundheitswesen ebenso wie für die Wirtschaft. Thomas Klestil, medizinischer Geschäftsführer der tirol kliniken und unser Coverprotagonist, plädiert im Interview für eine Versorgung, die sich stärker an medizinischer Qualität und tatsächlichem Bedarf orientiert. Effizienz bedeutet dabei nicht zwangsläufig Verzicht. Im besten Fall profitieren Patient*innen und öffentliche Budgets gleichermaßen. Doch wer bezahlt die Rechnung? Diese Frage stellt sich auch unser Redakteur Marian Kröll und schaut sich ab Seite 46 an, wie sich Steuerlast, staatliche Leistungen und unternehmerische Eigenverantwortung zueinander verhalten und warum die Antworten darauf je nach Perspektive durchaus unterschiedlich ausfallen. Noch einen Schritt weiter geht Ökonomin Sigrid Stagl. Sie warnt davor, notwendige Veränderungen aus kurzfristigen Kostengründen aufzuschieben. Denn fast überall gilt: Nichtstun kann uns am Ende deutlich teurer kommen als rechtzeitiges Handeln, selbst wenn das mit finanziellem (Mehr-)Aufwand verbunden ist. Die eigentliche Systemfrage lautet deshalb nicht, wo wir noch sparen können. Sondern was wir uns leisten müssen, damit wir uns unsere Zukunft leisten können. Bleiben Sie gesund! Ihre Redaktion der eco.nova
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WIRTSCHAFT | ZUKUNFT | Menschen | TRENDS
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FOTOS: ANDREAS FRIEDLE, MARIAN KRÖLL, MATT OBSERVE/NEWS, HESIGN, TOM BAUSE
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eco.inhalt
E C O .T I T E L 14
OPERATION GESUNDHEITSSYSTEM
Thomas Klestil, medizinischer Geschäftsführer der tirol kliniken, über Versorgung am richtigen Ort, Spezialisierung, Eigenverantwortung und Finanzierungsfragen.
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MEDIZIN ALS TEAMARBEIT
Chirurg Christian Fink wechselt vom OP-Tisch in die Direktion der Privatklinik Hochrum.
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BILDUNG UND FORSCHUNG
Rektorin Margit Raich über die UMIT als Schnittstelle zwischen Gesundheit, Mensch und Technik.
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MILLIONENFRAGE
Forscherin Marta Campiglio will wissen, wie Bewegung entsteht, und hat dafür den hochdotierten FWF-ASTRA-Preis bekommen.
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DIE GUTE IDEE
Kreativität ist kein Privileg einer Branche. Sie ist die Voraussetzung dafür, Probleme zu lösen. Grafik designer Jianping He spricht über menschliche Kreativität in Zeiten Künstlicher Intelligenz.
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URBANER ALLROUNDER
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WENIGER IST MEHR
KUNST KANN DAS
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20 Jahre Freizeitticket: Initiator Thomas Schroll über die Geschichte und Bedeutung der Verbundkarte.
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Alexandra Keller, MMag. Klaus Schebesta, DI Caterina Molzer-Sauper // eco.zukunft: Doris Helweg // eco.geld: Michael Kordovsky // eco.mobil: Felix Kasseroler // steuer.berater: Dr. Verena Maria Erian, LL.M. // eco.life: Marina Bernardi ANZEIGENVERK AUF: Ing. Christian Senn, Yvonne Knoll, BA, Patrizia Schröter L AYOUT: Tom Binder LEK TOR AT: Mag. Christoph Slezak DRUCK: Radin-Berger-Print GmbH COVER: Thomas Klestil, Foto: Andreas Friedle
ECO.LIFE
Kunst muss nicht die Welt retten, doch sie kann unseren Blick auf sie verändern. Die ARTfair Innsbruck wird 30.
Mir haltn zamm.
REDAK TION: eco.wirtschaft: Marian Kröll,
Drei Jahre nach den ersten Auslieferungen erhielt der Hyundai Ioniq 6 Anfang 2026 seine erste umfassende Modellpflege.
SCHIEFE MITTE
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eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, 0512/290088, redaktion@econova.at, www.econova.at GESCHÄF T SL EITUNG: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin A S SIS TENZ: Martin Weissenbrunner CHEFREDAK TION: Marina Bernardi
Der EV5 erweitert Kias ElektroPortfolio um ein solides Mittelklasse-SUV.
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Sigrid Stagl ist Österreichs erste Professorin für Ökologische Ökonomie. Ein Interview über Klima, Marktregeln und Nachhaltigkeit. 66 „DAS FREIZEITTICKET HAT
IMPRESSUM
ECO.MOBIL
E C O .W I R T S C H A F T
Die wirtschaftliche Mitte steht unter Druck. Eine Bestandsaufnahme aus zwei Perspektiven.
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UNTERNEHMENS GEGENS TAND: Die Herstellung, der Verlag
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03 EDITORIAL 06 KOMMENTAR 08 KREATIVE IMPULSE 88 ECO.SERVICE 108 HOTEL.TIPP 110 LIFE AWARD 118 IM.GESPRÄCH
und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. GRUNDLEGENDE RICHT UNG: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Wellness, Steuern, Recht, Kulinarium und Lifes tyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. JAHRE SABO: EUR 29,00 (13 Ausgaben). Sind Beiträge in dieser Ausgabe in der Kopfzeile mit dem FIRMENNAMEN gekennzeichnet, handelt es sich um BEZAHLTE ANZEIGEN bzw. KOOPERATIONEN!
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eco.mmentar
DIE MITTE RÄUMT DEN PLATZ Die politische Mitte verliert ihre Bindekraft. Warum? Weil Parteien und Wähler*innen auseinanderdriften, Politik den Alltag zu oft aus der Ferne betrachtet – und Demokratie manchen schlicht zu langweilig geworden ist. Eine Spurensuche zwischen Mitte und Rand.
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ielleicht ist Demokratie in Wahrheit eine ziemlich V O N K L A U S S C H E B E S TA simple Veranstaltung. Menschen kommen auf einem Platz zusammen, diskutieren, stimmen ab – und am Ende kommt eine Entscheidung heraus, mit der möglichst viele leben können. Früher gab es diesen Platz in der Mitte des Dorfes. In der Schweiz entwickelten sich in Uri, Schwyz und Unterwalden Landsgemeinden, auf denen man(n) sich versammelte. In der Mitte des Platzes fand sich die Mehrheit. An den Rändern standen jene, die es ganz anders wollten. Über Jahrhunderte hat dieses Prinzip erstaunlich gut funktioniert. Die Mitte setzte sich durch. Nicht weil dort immer die Klügsten standen. Sondern weil dort Kompromisse geschlossen wurden – auch wenn dieses Wort das Image eines lauwarmen Kamillentees hat. Begeisterung lösen Kompromisse selten aus. Dafür verhindern sie, dass einer dem anderen den Stuhl über den Kopf zieht. Ganz so sicher ist die Sache heute nicht mehr. Man muss nur über die Grenze schauen: Die AfD wurde zuletzt in Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft. Auch Österreich hat keinen Grund zur Selbstzufriedenheit. Bei der Nationalratswahl 2024 kamen ÖVP und SPÖ zusammen auf 47,4 Prozent, in aktuellen Umfragen liegen sie gut zehn Prozent darunter. Zwei Parteien, die jahrzehntelang den größten Teil des Platzes besetzt hatten, kommen gemeinsam gerade noch auf ein Drittel.
WAS IST PASSIERT? EINE SPURENSUCHE.
ERSTENS: Die Mitte der Gesellschaft und die Parteien, die
sie vertreten wollen, leben sich auseinander. Der österreichische Demokratie-Monitor zeigt eine eigentümliche Mischung: Den demokratischen Regeln und Institutionen wird weiterhin vergleichsweise stark vertraut. Gleichzeitig finden aber nur 35 Prozent, dass das politische System sehr oder ziemlich gut funktioniert. Das klingt zwar nicht nach Abschaffung, aber immerhin nach Reklamation. Angesprochen ist die Politik – und die sollte auf ihre
Kund*innen hören. Sonst gehen sie bei der nächsten Wahl zur Konkurrenz. ZWEITENS: Vielleicht liegt ein Teil des Problems darin, dass Politik den Platz immer öfter aus der Ferne betrachtet. Man kennt Umfragen, Timelines, Shitstorms und Stimmungsbilder. Man sieht sogar, welcher Satz gerade gut „performt“. Nur: Wer wissen will, was auf einem Platz wirklich los ist, sollte ab und zu selbst dort stehen. Denn dort gibt es keine Empörungskurven. Dort gibt es Stromrechnungen, Arzttermine, Betriebe, Schulen – und den ganz normalen Alltag. Und irgendwann entsteht der Eindruck: Die da oben sehen uns zwar, aber sie nehmen uns nicht wahr. Genau in diese Lücke stoßen Parteien der politischen Ränder. Nicht unbedingt, weil sie dauernd vor Ort sind oder die besseren Lösungen hätten. Auch sie sind keine Wunderwuzzis – aber sie sind viel bessere Verkäufer. Sie sagen: Wir sind hier. Wir verstehen euch. Wir haben Rezepte für alles und jeden. Das ist politisch hochwirksam. Und kommunikativ ziemlich clever. DRITTENS: Dazu kommt noch etwas, das einer der bekanntesten Politikwissenschaftler, Francis Fukuyama, beschreibt: Langeweile. Liberalismus, Demokratie, Kompromiss, Rechtsstaat – all das ist für Generationen, die nichts anderes kennen, ungefähr so aufregend wie eine intakte Kanalisation. Man bemerkt ihren Wert erst dann, wenn sie nicht mehr funktioniert. Die Versuchung ist folgende: Schluss mit Grau! Schluss mit dem ewigen Ausverhandeln! Es muss endlich etwas passieren und alles anders werden! Eines wird dabei allerdings vergessen: Anders ist noch lange nicht besser. Vielleicht liegt genau darin die Aufgabe für beide Seiten. Die traditionellen Parteien sollten sich öfter fragen, ob das, was sie anbieten, wirklich das ist, was die Menschen beschäftigt – oder nur das, worüber der politische Betrieb gerade spricht. Die Mitte darf ruhig wieder spannender werden. Näher. Verständlicher. Mutiger. Und wir Wähler*innen sollten uns fragen, wie viel Krawall wir bestellen wollen, nur weil uns das Programm der Mitte langweilt. Es wär’ nämlich blöd, wenn wir aus Langeweile gleich den ganzen Platz abräumen.
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raiffeisen.at/firmenkunden *Diese Angabe bezieht sich auf Genossenschaftsbanken. Quelle: oenb.at/Statistik/Standardisierte-Tabellen/Finanzinstitutionen
MILLIONEN IMPRESSIONS. UND TROTZDEM NULL VERTRAUEN. Warum starke Marken nicht um Aufmerksamkeit betteln müssen, sondern Relevanz schaffen.
© NORTHLIGHT
VON PETER EINKEMMER & DOMINIQUE PFURTSCHELLER
Peter Einkemmer (Konzept & Strategie) und Dominique Pfurtscheller (Geschäftsführung) von northlight (northlight.at)
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0.000 Follower? Kann man kaufen. Eine Million Impressions? Lässt sich buchen. Likes, Klicks, Views? Gibt’s gegen entsprechendes Mediabudget gleich dazu. Nur leider sagt all das noch erstaunlich wenig darüber aus, ob eine Marke tatsächlich relevant ist. Denn Menschen werden nicht zu Kundinnen und Kunden – geschweige denn zu Fans –, weil ihnen eine Marke oft genug vor die Nase gehalten wird. Sondern weil sie das Gefühl haben: Die verstehen mich und meine Bedürfnisse. Die lösen mein Problem. Denen kann ich vertrauen. Und genau diese drei Dinge stehen in keinem Mediaplan.
NICHT LAUTER. RELEVANTER.
Starke Markenarbeit beginnt deshalb nicht bei der Frage: Wie erreichen wir möglichst viele Menschen? Sondern: Für welche Menschen wollen wir wirklich relevant sein? Das klingt nach einer kleinen Verschiebung. Tatsächlich verändert es ziemlich viel. Drei Beispiele: IKEA verkauft nicht einfach Möbel, sondern löst seit Jahrzehnten das Problem, gutes Design für viele Menschen erschwinglich und zugänglich zu machen. Spotify verkauft nicht einfach Musikstreaming, sondern adressiert ein ganz konkretes Bedürfnis: jederzeit genau die Musik zu finden, die zur eigenen Stimmung passt. Und LEGO verkauft längst nicht bloß Plastiksteine, sondern Kreativität, gemeinsames Bauen und Fantasie.
Unterschiedliche Marken, gleiches Prinzip: Sie wissen genau, für wen sie da sind und welchen Platz sie im Leben dieser Menschen einnehmen wollen.
IM KERN KONSEQUENT. IM ALLTAG BEWEGLICH.
Damit das funktioniert, braucht eine Marke einen klaren Kern. Vereinfacht gesagt: Wofür stehen wir? Was macht uns einzigartig? Was können wir besser als andere? Welches Problem lösen wir? Und warum sollte uns jemand glauben? Wer darauf keine klare Antwort hat, kann noch so viel Content produzieren – am Ende bleibt vor allem eines: Content. Das heißt allerdings nicht, dass Marken starr werden dürfen. Im Gegenteil. Kanäle verändern sich. Bedürfnisse verändern sich. Technologien sowieso. Eine starke Marke muss darauf reagieren können, ohne bei jeder neuen Entwicklung ihre Persönlichkeit zu wechseln. „Im Kern konsequent. In der Umsetzung beweglich“ – so die Devise. Vielleicht ist das eine der wichtigsten Aufgaben moderner Markenführung.
Auf Social Media. Und ganz besonders dann, wenn einmal etwas schiefläuft. Wer überall etwas anderes verspricht, ist wenig glaubwürdig. Wer konsistent handelt und über längere Zeit beweist, dass auf Versprechen Verlass ist, gewinnt etwas, das sich weder targetieren noch boosten lässt: Vertrauen.
DIE WICHTIGSTE KPI STEHT IN KEINEM DASHBOARD.
Natürlich brauchen Marken Reichweite. Das beste Produkt hilft wenig, wenn niemand davon weiß. Und natürlich sind Klicks, Impressions und Follower wichtige Messgrößen. Nur sollten wir Mittel und Ziel nicht verwechseln. Reichweite bringt Menschen bis zur Tür. Ob sie eintreten, wiederkommen und vielleicht sogar anderen davon erzählen, entscheidet etwas anderes:
RELEVANZ. AUTHENTIZITÄT. VERTRAUEN.
Denn Aufmerksamkeit kann man einkaufen. Aber echte Fans muss man sich erst verdienen.
VERTRAUEN DURCH KONTINUITÄT.
Schließlich entsteht Vertrauen nicht mit einem viralen Post. Es wächst mit jeder Erfahrung, bei der eine Marke ihr Versprechen hält. In der Werbung. Beim Kauf. Im persönlichen Kontakt. Bei einer Reklamation.
Was macht Ihre Marke relevant? Wir freuen uns auf Ihre Impulse!
VORSORGE & WOHLBEFINDEN
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LEERSTAND WIRD LEBENSRAUM Wohnungslose Menschen auf der einen, leerstehende Gebäude auf der anderen Seite: Die Vinzenzgemeinschaften Tirol wollen diese beiden Realitäten mit dem sogenannten Prekariumsmodell zusammenbringen. Dabei werden leerstehende Gebäude nach einer Notsanierung bewohnbar gemacht und Menschen ohne Obdach befristet zur Verfügung gestellt. Eine Kündigung bleibt jederzeit möglich. Insbesondere für arbeitslose Menschen kann die Unterkunft dabei auch ein erster Schritt zurück in ein geregeltes Leben und in den Arbeitsmarkt sein. Dass aus Leerstand zumindest vorübergehend ein Zuhause werden kann, zeigt der Poltenhof in Innsbruck-Kranebitten. In dem ehemaligen Bauernhof leben derzeit 25 Menschen. Hausregeln und wöchentliche Versammlungen strukturieren das Zusammenleben, anfallende Arbeiten werden gemeinsam erledigt, auch bei alltäglichen Problemen unterstützt man sich gegenseitig. Doch die Lösung ist nur vorübergehend: Der Poltenhof soll abgerissen werden. Die Vinzenzgemeinschaften suchen deshalb nach einer Folgelösung und wünschen sich bessere Rahmenbedingungen, um weitere leerstehende Immobilien auf diese Weise nutzen zu können. Potenzial dafür bringt ein starkes Netzwerk mit: Mehr als 80 Vinzenzgemeinschaften sind in Tirol aktiv, rund 770 Mitglieder und 2.100 Helfer*innen leisten jährlich etwa 100.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit. www.vinzenzgemeinschaften-tirol.at
© DIE FOTOGRAFEN
WIRTSCHAFTSKAMMER TIROL
KI hört aufs Herz
© JAN HETFLEISCH
Ein Innsbrucker Forschungsteam hat mit xECG ein neues KI-Modell zur Analyse von Elektrokardiogrammen entwickelt. Anders als klassische KI-Systeme, die meist für einzelne Aufgaben trainiert werden, soll das sogenannte Foundation Model Herzsignale umfassend „verstehen“ und sein Wissen auf unterschiedliche medizinische Fragestellungen übertragen. Damit zählt xECG zu den derzeit leistungsfähigsten und vielseitigsten Modellen seiner Art. Entwickelt wurde es von der Forschungsgruppe „Digital Medicine in Cardiology“ um Clemens Dlaska an der Medizinischen Universität Innsbruck. Ziel ist es, das Potenzial klinischer Daten mithilfe moderner KI etwa für die Vorhersage und Früherkennung von Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen oder plötzlichem Herztod zu nutzen. Trainiert wurde xECG anhand von rund acht Millionen EKGs von etwa 1,7 Millionen Patient*innen. Das Modell kann auch sehr lange Aufzeichnungen effizient verarbeiten und unterschiedlichste Aufgaben von der Klassifizierung bis zur Überlebensvorhersage bewältigen. Parallel entwickelte das Team mit BenchECG ein frei zugängliches Bewertungssystem, das erstmals einheitliche Kriterien für EKG-Foundation-Models definiert. Es prüft unter anderem unterschiedliche EKG-Arten, Aufgabenstellungen und Patient*innengruppen. Erste klinische Anwendungen von xECG sind bereits in Vorbereitung.
Ing. Oswald Jenewein, WK-Fachgruppenobmann Gesundheitsbetriebe
S TA R K E D R I T T E S ÄU L E Mehr als 100 private Gesundheitsbetriebe leisten in Tirol einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung. Gemeinsam mit den öffentlichen Krankenhäusern und den niedergelassenen Ärzt*innen bilden sie eine starke dritte Säule des Tiroler Gesundheitssystems.
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as Angebot ist vielfältig und reicht von Sanatorien, Privat- und Tageskliniken über Ambulatorien für physikalische Therapie, Altenwohn- und Pflegeheime sowie Reha- und Kurbetriebe bis zu Instituten für CT, MRT und Nuklearmedizin. Mit Standorten in allen Bezirken tragen die Betriebe zu einer wohnortnahen Versorgung und kurzen Wegen für Patient*innen bei. „Die privaten Gesundheitsbetriebe ergänzen die bestehenden Versorgungsstrukturen in Tirol in vielen wichtigen Bereichen. Unser gemeinsames Ziel ist eine hochwertige und gut erreichbare Gesundheitsversorgung für die Menschen in unserem Land“, betont Oswald Jenewein, Fachgruppenobmann der Gesundheitsbetriebe in der Wirtschaftskammer Tirol.
GESUNDHEIT VERSTÄNDLICH ERKLÄRT
Das auf 1.010 Metern Seehöhe gelegene Eventquartier „Das Steinberg“
Mit der Initiative GESUND IN TIROL macht die Fachgruppe dieses breite Angebot sichtbar. Auf www.gesund-in-tirol.at sowie auf Facebook und Instagram gibt es laufend Informationen über die Tiroler Gesundheitsbetriebe, Einblicke in ihre Leistungen und verständliche Gesundheitstipps von Expert*innen. PR
BERGE MACHEN DEN KOPF FREI Tirols Bergwelt ist nicht nur schöne Kulisse: Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Natur und Höhe Leistungsfähigkeit, Kreativität und Wohlbefinden fördern können. Schon kurze Aufenthalte in den Bergen unterstützen die Sauerstoffversorgung, Bewegung in der Natur stärkt Ausdauer und Schlafqualität. Gleichzeitig scheint die Umgebung auch unser Denken zu beeinflussen: In naturnahen Settings entscheiden Menschen Studien zufolge langfristiger und zukunftsorientierter. Für Meetings, Strategieklausuren oder Teambuildings wird Tirols Natur damit zum ziemlich überzeugenden Co-Trainer: Sie schafft Abstand zum Alltag, reduziert Stress und bietet beste Voraussetzungen, um konzentriert zu arbeiten, neue Perspektiven zu entwickeln und gemeinsam weiterzudenken. Infos zu Tagungslocations unter www.convention.tirol
Mehr erfahren: QR-Code scannen und GESUND IN TIROL entdecken.
TIROLER WIRTSCHAFTSKAMMER FACHGRUPPE GESUNDHEITSBETRIEBE Wilhelm-Greil-Str. 7, 6020 Innsbruck Tel.: 05 90 90 5-1403, gesundheit@wktirol.at www.gesund-in-tirol.at
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FREIHEIT FÜR DIE FÜSSE
SICHERHEIT AM HANDGELENK
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Notrufsystem, ohne nach Notruf system auszusehen: Das Innsbrucker HealthTech-Start-up anela hat eine SOS-Uhr entwickelt, die vor allem älteren Menschen mehr Sicherheit geben soll, ohne deren Selbstständigkeit einzuschränken. Gegründet wurde das Unternehmen 2024 von Markus Kristandl und Bernd Knünz aus einer persönlichen Erfahrung heraus: Beide leben weit entfernt von ihren Eltern und wollten eine technisch einfache Lösung für den Ernstfall schaffen. Die anela Watch sieht aus wie eine schlichte Armbanduhr, verfügt jedoch über automatische Sturzerkennung, SOS-Knopf und GPS-Ortung. Im Notfall werden hinterlegte Kontakte alarmiert, telefoniert werden kann direkt über die Uhr. Smartphone, App oder WLAN braucht es dafür nicht, die SIM-Karte ist integriert. Optional lassen sich Funktionen wie Pulsmessung oder Schrittzähler aktivieren. Gedacht ist die Uhr für zuhause ebenso wie für unterwegs – beim Spazieren, Radfahren oder Wandern und sogar auf Reisen in zahlreichen europäischen Ländern. Das Prinzip dahinter ist bewusst unkompliziert: ein Bildschirm, ein Knopf und möglichst wenig Technikballast. So soll Sicherheit begleiten, ohne ständig daran zu erinnern, dass man sie vielleicht einmal brauchen könnte. www.anela-watch.com
Sie tragen uns durchs Leben und stecken dabei oft in Schuhen, die ihnen wenig Bewegungsfreiheit lassen. Vivobarefoot setzt deshalb auf ein anderes Prinzip: Barfußschuhe sind breit, dünn und flexibel und sollen dem Fuß ermöglichen, sich natürlich zu bewegen. Denn unsere Füße sind hochsensible Körperteile: Rund 200.000 Nervenenden liefern laufend Informationen über Untergrund, Gleichgewicht und Körperposition. Dicke Sohlen, starke Dämpfung oder enge Zehenboxen können diese Wahrnehmung reduzieren und die natürliche Bewegung einschränken. Das Konzept beschränkt sich dabei nicht nur aufs Wandern. Wer im Alltag häufiger minimalistisches Schuhwerk trägt, aktiviert die Fußmuskulatur stärker und trainiert Beweglichkeit sowie Körpergefühl. Studien mit Vivobarefoot-Schuhen zeigten laut Hersteller innerhalb von sechs Monaten täglichen Tragens eine durchschnittliche Zunahme der Fußkraft um 57,4 Prozent. Gerade beim Gehen auf unterschiedlichen Untergründen kann das unmittelbare Bodengefühl zudem Gleichgewicht und Koordination unterstützen. Wer bisher vor allem stark gedämpfte oder feste Schuhe gewohnt ist, sollte allerdings nicht von heute auf morgen komplett umsteigen. Füße, Unterschenkel und Bindegewebe brauchen Zeit, sich an die neue Belastung anzupassen. Empfohlen wird deshalb ein schrittweiser Einstieg: zunächst im Alltag und bei kurzen Spaziergängen, später bei längeren Strecken oder Wanderungen. Zusätzlicher Vorteil der Vivos: Sie schauen auch noch richtig gut aus, was sie zu echten Alltagsbuddies macht. www.vivobarefoot.com
Präzision in Echtzeit Bei Operationen von Gehirntumoren zählt jeder Millimeter. Ein neues System unterstützt Neurochirurg*innen in Innsbruck nun dabei, Tumorgewebe bereits während des Eingriffs präzise zu erkennen und gesundes Gehirngewebe möglichst zu schonen. Die Technologie namens NIO wurde im Rahmen der Kooperation zwischen der Medizinischen Universität Innsbruck und den tirol kliniken etabliert. NIO stellt mithilfe eines Lasers Art und Ausdehnung des Tumorgewebes dar und ermöglicht dadurch eine millimetergenaue Entfernung. Ergänzt wird das System durch die bereits eingesetzte Nanopore-Sequenzierung: Das kompakte Gerät analysiert die DNA des Gewebes und kann noch während der laufenden Operation bestimmen, um welche Art von Tumor es sich handelt. Die Behandlungsstrategie lässt sich dadurch bei Bedarf unmittelbar anpassen. Der entscheidende Vorteil für Patient*innen ist die Geschwindigkeit. Während eine genaue Diagnose bislang zwei bis drei Wochen dauern konnte, liefern die neuen KI-gestützten Analysemethoden Ergebnisse innerhalb weniger Stunden bis Minuten. Damit kann auch die weitere Therapie wesentlich früher geplant werden. Gleichzeitig sind durch NIO kaum noch intraoperative Schnellschnitte notwendig. Innsbruck gehört damit österreichweit zu den Vorreitern: Neben Wien ist die Neurochirurgie hier derzeit der einzige Standort, der über diesen aktuellen technischen Standard verfügt. Die Zusammenarbeit von Universität und Klinik soll künftig auch als Modell für weitere Kooperationen im Bereich der Pathologie dienen. Wie NIO im OP-Alltag funktioniert, zeigt ein Video. Scannen Sie dafür einfach den QR-Code.
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© THOMAS STEINLECHNER
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BEAUTY-PREMIERE
Leistungsfähig statt ausgebrannt
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Leistung und mentale Gesundheit sind kein Widerspruch. Entscheidend ist vielmehr, unter welchen Bedingungen Menschen auch bei Druck, Veränderung und Unsicherheit langfristig handlungsfähig bleiben. Für Unternehmensberaterin und Leadership-Expertin Dr. Ricki Weiss ist Corporate Mental Health deshalb kein Feelgood-Programm, sondern eine Führungs- und Wirtschaftsfrage. Dauerhafte Überlastung könne zu Ausfällen, Fluktuation, Fehlern und sinkender Produktivität führen. Eine Schlüsselrolle spielt für Weiss die Zuversicht, allerdings nicht im Sinne von blindem Optimismus: „Optimismus vertraut darauf, dass es gut gehen wird. Zuversicht braucht diese Garantie nicht.“ Gemeint ist vielmehr das Vertrauen in die eigene Handlungskompetenz: Auch wenn die nächste Veränderung nicht vorhersehbar ist, können Menschen lernen, mit ihr umzugehen. Genau dort setzt Weiss mit ihren Inhouse-Formaten an. Die beiden „Young Leadership Compact“-Seminare beschäftigen sich mit Führungsidentität, Kommunikation und Selbstführung sowie mit Resilienz, mentaler Gesundheit und nachhaltiger Leistungsfähigkeit. Ziel ist nicht weniger Leistung, sondern Führung, die Ressourcen, Klarheit und Verantwortung so gestaltet, dass Leistung dauerhaft möglich bleibt. Einen ungewöhnlichen Zugang wählt ein weiteres Format: Gemeinsam mit Chefinspektor und Polizeiausbildner Milutin Stojadinovic verbindet Weiss psychosoziale und strategische Kommunikation mit Erfahrungen aus Polizeiarbeit, Profiling und Deeskalation. Stojadinovic bringt dafür Praxis aus kriminalpolizeilichen Sondereinheiten, Verfassungsschutz und Ausbildung sowie Kenntnisse in angewandter Psychologie, Profiling und Persönlichkeitsanalyse mit. Denn ob im Polizeieinsatz, im Gespräch mit Kund*innen oder in einer angespannten Führungssituation: Wer sein Gegenüber besser einschätzen kann, erkennt auch Motive, Bedürfnisse und mögliche Eskalationsdynamiken früher. Im Seminar geht es deshalb darum, Verhalten zu lesen, Stress- und Reaktionsmuster einzuordnen und den eigenen Kommunikationsstil situationsgerecht anzupassen. Statt lediglich auf schwierige Situationen zu reagieren, sollen die Teilnehmer*innen lernen, Handlungsoptionen zu entwickeln und Gespräche gezielt zu steuern. Gearbeitet wird dabei mit realen Fallbeispielen und konkreten Werkzeugen für den Berufsalltag. www.rickiweiss.com
Mit MOnB Cosmetics zieht Spa-Feeling in den Sillpark. Das neue Concept Design Studio verbindet professionelle Kosmetik, moderne Beautytechnologie und entspannende Behandlungen und bietet das gesamte Spektrum der österreichischen Beautymarke erstmals auch in Innsbruck. Mit dabei: dauerhafte Laser-Haarentfernung, individuell abgestimmte Gesichtsbehandlungen, Aquafacial und Microneedling, Permanent Make-up, Lash- und Browlifting, LipoSlim und Japanese Head Spa. Ergänzt wird das Angebot durch die hauseigene Skincare. Termine können direkt online gebucht werden. www.monb.at
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© ANDREAS FRIEDLE
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OPERATION Mehr Ärzt*innen, weniger Betten, steigende Kosten und eine alternde Bevölkerung: Unser Gesundheitssystem steht vor einem Umbau. Thomas Klestil, Geschäftsführer der tirol kliniken, über Versorgung am richtigen Ort, notwendige Spezialisierung, Eigenverantwortung und die Frage, wie gute Medizin auch künftig finanzierbar bleibt. INTERVIEW: MARINA BERNARDI
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GESUND H EITS SYS T E M
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ZUR PERSON
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uf den ersten Blick schauen die Zahlen gut aus: Österreich verfügt im internationalen Vergleich über ausgesprochen viele Ärztinnen und Ärzte. Laut Ärztestatistik 2025 kommen hierzulande im Schnitt 5,6 Mediziner*innen auf 1.000 Einwohner, Tirol liegt mit 6,3 dabei unter den Top drei der Bundesländer hinter Wien (7,3) und Salzburg (6,5). Zum Vergleich: Der EU-Schnitt liegt bei 4,2 praktizierenden Ärztinnen und Ärzten, auch wenn die Berechnungsmethoden von Land zu Land etwas variieren. Auch die Entwicklung scheint zunächst beruhigend: Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der Ärzt*innen in Österreich um beinahe 50 Prozent gestiegen. Doch der zweite Blick macht die Sache komplexer, denn mehr Ärzt*innen bedeuten nicht automatisch eine bessere Versorgung in allen Bereichen. Während die Zahl der Fachärzt*innen deutlich zugenommen hat, ist jene der Allgemeinmediziner*innen in den vergangenen 15 Jahren sogar leicht gesunken. Gleichzeitig gibt es heute weniger Krankenhausbetten als früher. Auch das muss nicht zwangsläufig ein schlechtes Zeichen sein: Medizin verändert sich, Behandlungen werden effizienter, Eingriffe zunehmend ambulant durchgeführt und Krankenhausaufenthalte damit kürzer. Die entscheidende Frage ist deshalb weniger, wie viele Ärzt*innen oder Betten wir haben, sondern ob unser Gesundheitssystem dort ausreichend Kapazitäten bietet, wo sie tatsächlich gebraucht werden. Darüber und über anderes haben wir mit Thomas Klestil gesprochen. Er ist seit 1. Jänner medizinischer Geschäftsführer der tirol kliniken. Zuletzt war er Vorstand der Abteilung Orthopädie und Traumatologie am Landesklinikum Baden-Mödling-Hainburg, §-98-Professor an der Donau-Universität Krems sowie Zielsteuerungskoordinator des Landes Niederösterreich. ECO.NOVA: Wenn Sie dem österreichi-
schen Gesundheitssystem eine Diagnose stellen müssten: Wie würde sie lauten? THOMAS KLESTIL: Müsste ich eine Diagnose stellen, würde ich meinen, dass wir ausgehend vom Beginn des österreichischen Gesundheitswesens sehr gut aufgestellt
Thomas Klestil kann neben einer umfassenden medizinischen Karriere auch auf langjährige Erfahrungen im organisatorischen und gesundheitspolitischen Umfeld zurückgreifen. 2003 bis 2009 war er stellvertretender Vorstand der Innsbrucker Universitätsklinik für (damals noch) Unfallchirurgie, seit 17 Jahren hat er verschiedenste Führungsfunktionen im Land Niederösterreich inne. Sieben Jahren lange übte er zusätzlich die Funktion des LandesZielsteuerungskoordinators aus. Seit 2023 war er stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Tirol Kliniken GmbH, seit Anfang des Jahres ist er medizinischer Geschäftsführer.
gewesen sind und teilweise auch weltweit einen ausgezeichneten Ruf genossen haben. Doch alle Systeme müssen laufend durch „Updates“ optimiert werden, weil sich die Gesellschaft, die Zeiten und auch die globalen Verhältnisse ändern. Diese Anpassungen gelingen im Gesundheitsbereich leider oft nicht so schnell wie die dazugehörige Entwicklung. Bund, Länder, Sozialversicherungen, Ärztekammern, Krankenhausträger: Hat Österreich zu viele Stellen, die Gesundheit gestalten sollen und müssen? Wir haben in Österreich ein hochkomplexes Gesundheitssystem, vor allem was dessen Finanzierung anbelangt. Diese regelt den sogenannten intramuralen Bereich, sprich die medizinische Versorgung innerhalb von stationären Einrichtungen, als auch den extramuralen (niedergelassenen) Bereich. Dazwischen allerdings gibt es einen breiten Korridor, bei dem unklar ist, wer zu welchem Teil tatsächlich dafür verantwortlich ist. Die Komplexität des Gesundheitssystems ist vergleichbar mit einer Demokratie. Wir wissen auf der einen Seite, dass es umso schwieriger wird,
einen einheitlichen Weg zu finden, je mehr Menschen mitreden. Auf der anderen Seite gehört dies zu den Grundsätzen einer Demokratie, damit sichergestellt ist, dass Entscheidungen im Einvernehmen mit einer Mehrheit der Bevölkerung getroffen werden. In Österreich wird sehr viel darüber gesprochen, was in unserem Gesundheitssystem nicht funktioniert. Wo sehen Sie positive Aspekte? Unsere medizinische Versorgung liegt nach wie vor auf einem außerordentlich hohen Niveau. Das wird jeder und jedem klar, wenn eine weiter entfernte Urlaubsreise angetreten wird und dort das Pech eintritt, verletzt oder krank zu werden. Es mag sein, dass unser Gesundheitssystem durchaus bereits in einem besseren Zustand gewesen ist, doch Schwierigkeiten sind dazu da, um sie zu lösen. Ich halte deshalb nichts von gegenseitigen Schuldzuweisen oder Bashing, wie man es da und dort auch medial erleben muss. Das bringt uns nicht weiter. Wir müssen Fakten schaffen und schauen, wie wir das System mit jenen Mitteln, die wir haben, optimieren können.
Die Gesundheitsreform hat die Leitlinie „digital vor ambulant vor stationär“ ausgegeben, außerdem soll die Primärversorgung gestärkt werden. Seit Jahren heißt es, wir müssten Leistungen aus den Spitälern stärker in den niedergelassenen Bereich verlagern. Warum gelingt uns das so schwer? Im Gesundheitssystem gibt es viele Stakeholder, deren unterschiedliche Meinungen erst ausdiskutiert und anschließend kompromissvoll zusammengeführt werden müssen. Hinzu kommt, dass sich der Mensch generell oft schwertut, sich von liebgewonnenen Gewohnheiten zu verabschieden. Tatsache ist, dass wir vor ein paar Jahrzehnten noch weit mehr Behandlungsformen hatten, die undenkbar gewesen wären, sie in einem anderen Setting als im stationären Aufenthalt durchzuführen. Das funktioniert heute nicht mehr. Wir können uns mit den Mitteln, die wir
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zur Verfügung haben, zunehmend weniger leisten, alles beliebig lange im stationären Bereich zu behandeln. Stattdessen müssen wir effizienter werden, wobei wir innerhalb der tirol kliniken bereits eine Vorreiterrolle leben. Mit Hilfe moderner, auch robotergestützter Operationstechniken sowie der Zunahme minimalinvasiver Eingriffe können wir Klinikaufenthalte bedeutend verkürzen. Krebserkrankungen werden streng nach internationalen Behandlungskriterien systematisch therapiert; dabei ist ein erheblicher Teil auf ambulanter oder tagesklinischer Basis möglich. Die heutigen Möglichkeiten erlauben es uns, optimierter zu arbeiten, wobei ich ausdrücklich betonen möchte, dass all diese Vorgangsweisen, sei es im stationären oder ambulanten Bereich, nicht als reine Sparmaßnahme zu verstehen sind, unter denen die Patient*innen leiden müssen. All diese Maßnahmen gehen Hand in Hand mit einem signifikanten Mehrwert: Eine minimalinvasiv durchgeführte Operation verursacht in der Re-
„Es mag sein, dass unser Gesundheitssystem durchaus bereits in einem besseren Zustand gewesen ist, doch Schwierigkeiten sind dazu da, um sie zu lösen.“
gel weniger Schmerzen, macht weniger Komplikationen und bringt den Patienten schneller wieder zurück ins Leben. Zum Beispiel ist eine Chemotherapie heute im ambulanten Bereich in einer weit höheren Qualität möglich, als es früher im vollstationären Setting möglich war. Somit geht auch hier eine objektivierbare Effizienzsteigerung Hand in Hand mit einer subjektiven Verbesserung aus Sicht unserer Patient*innen.
Wo liegt aus Ihrer Sicht der richtige „Best Point of Service“ und wer muss dafür sorgen, dass Patientinnen und Patienten dort ankommen, wo sie tatsächlich hingehören? Grundsätzlich wäre der Best Point of Service der Hausarzt oder die Hausärztin, vor allem bei chronischen Erkrankungen, bei nicht akuten Symptomen oder bei Beschwerden, die nicht vital bedrohlich sind. Leider sind diese nicht mehr überall in ausreichender Zahl vorhanden, sodass viele Patient*innen in den Ambulanzen landen. Wir stehen vor der Prob-
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lematik, dass zu wenige Kassenarztstellen zur Verfügung stehen. Möglicherweise sind viele davon auch deshalb nicht besetzt, weil sie für manche schlichtweg als nicht mehr vergleichbar attraktiv betrachtet werden, wie das vielleicht vor 20 oder 30 Jahren der Fall gewesen ist. Darum begrüße und unterstütze ich auch die Entwicklung von Primärversorgungszentren. Ich sehe uns österreichweit dabei auf einem guten Weg, auch wenn es eine längere Anlaufphase gegeben hat.
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Tirol hat mit Innsbruck ein hoch spezialisiertes medizinisches Zentrum und gleichzeitig viele ländliche und alpine Regionen. Wie will man diesen Spagat zwischen Spitzenmedizin und wohnortnaher Grundversorgung schaffen? Je entlegener und weniger dicht besiedelt eine Region ist, umso schwieriger ist es in der Regel, gerade allgemeinmedizinische Praxen mit Kassenvertrag nachbesetzen zu können. Wenn es gelingt, dann ist es meist jemand, der aus der Region kommt und sich dort zu Hause fühlt. Letztlich ist auch das eine Aufgabe des Gesundheitssystems, Modelle zu entwickeln, um die Attraktivität in einer derartigen Region ausreichend groß zu gestalten, dass jemand bereit ist, sich dort niederzulassen.
Es gab in der Vergangenheit teils sehr emotionale Diskussionen über die Schließung von Krankenhäusern. Muss jede medizinische Leistung überall angeboten werden oder werden wir uns stärker mit Spezialisierung und Zentralisierung auseinandersetzen müssen? Ich empfehle dringend, nicht die Entfernung in Kilometern zu bewerten, sondern nach Qualitätskriterien zu entscheiden, wo man Krankenhausleistungen beanspruchen möchte. Es macht aus meiner Sicht beispielsweise keinen Sinn, wenn in einem Bundesland in der Größenordnung von Tirol mehrere Krankenhäuser High-End-Eingriffe durchführen, mit dem Risiko, dass jede zuständige Abteilung vielleicht nur wenige dieser Fälle pro Jahr machen kann. Es macht sehr wohl einen Unterschied, ob eine Operation 40 Mal im Jahr oder nur vereinzelt durchgeführt wird, vergleichbar mit einer professionellen Sportart. Erfolgt kein laufendes Training, wird beim nächsten Mal womöglich kein gutes Ergebnis erzielt werden können.
„In unserem Gesundheitssystem gibt es viele Zahnräder. Alle paar Jahre ist noch ein weiteres hinzugekommen, manche sind nicht mehr die jüngsten, dem ein oder anderen ist möglicherweise schon eine Zacke abgefallen. Das führt dazu, dass das gesamte Getriebe hin und wieder stockt.“
Das klingt rational durchaus logisch. Auf emotionaler Ebene sieht das anders aus … Natürlich. Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn zwei, drei Mal miterlebt, dass eine geburtshilfliche Abteilung zugesperrt werden musste, weil die erforderlichen Qualitätskriterien nicht mehr erfüllt werden konnten. Das hat für einen riesigen Aufschrei gesorgt, weil in manchen Familien Generationen von Kindern eben dort zur Welt gekommen waren und der Bruch dieser Tradition als schmerzhaft empfunden wurde. Dieser emotionale Reflex ist zwar gut verständlich, aber gleichzeitig riskant: Wir können nicht in jedem Tal eine Klinik zur Verfügung stellen, in der alle Behandlungen in derselben Höchstqualität angeboten werden können oder auf Komplikationen entsprechend reagiert werden kann. Andererseits wissen wir, dass der überwiegende Teil von Gesundheitsbeeinträchtigungen sehr wohl auch in kleineren Strukturen in derselben Qualität behandelt werden kann. Es ist jedoch nicht zielführend, sich von einer emotionalen Zugehörigkeitsempfindung oder zu starken heimatlichen Gefühlen leiten zu lassen. Vielmehr sollte jede und jeder die Sicherheit haben, für seine jeweilige Gesundheitsstörung die bestgeeignete Behandlung zu bekommen. Wenn das wohnortnahe möglich ist, dann ist das wunderbar. Wenn dies jedoch nicht der Fall ist, dann gehört das Problem dort gelöst, wo dies am besten möglich ist. Der neue Tiroler Strukturplan bis 2030 sieht unter anderem mehr Tageskliniken, einen Ausbau von Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Neurologie und Akutgeriatrie sowie zusätzliche Primärversorgungseinheiten und Kassenstellen vor. Wo steht Tirol gesundheitlich besser da als andere Bundesländer – und wo haben wir noch Aufholbedarf? Österreichweit haben wir vor allem im Bereich der Psychiatrie, insbesondere im Bereich der Kinderpsychiatrie Defizite, wobei wir in Tirol im Vergleich zum Osten Österreichs dennoch recht gut aufgestellt sind. Doch der Bedarf wird steigen. Das zeigen uns auch die Zahlen. Auch hier gilt es, innovative Modelle zu verfolgen. Vieles lässt sich im Bereich der Psychiatrie tagesklinisch bewerkstelligen. Auch erlaubt die Ausbildung von klinischen Psycholog*innen zunehmend die Entlastung von Psychiater*innen im intramuralen Bereich.
VERKAUFSSTART:
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Welche Entscheidungen wären volkswirtschaftlich Ihrer Meinung nach vernünftig, sind aber innerhalb der bestehenden Finanzierungssysteme für einzelne Akteur*innen schlicht finanziell unattraktiv? Wenn wir beispielsweise Leistungen sinnvoll aus dem stationären in den niedergelassenen Bereich verlagern, kann das für das Gesamtsystem günstiger und für die Patient*innen besser sein. Solange aber unterschiedliche Kostenträger für unterschiedliche Bereiche zuständig sind, bedeutet eine Einsparung an einer Stelle mitunter zusätzliche Kosten an einer anderen. Deshalb müssen wir stärker das Gesamtsystem betrachten und weniger einzelne Finanzierungstöpfe. Volkswirtschaftlich entscheidend ist letztlich nicht, wer eine Leistung bezahlt, sondern wo sie medizinisch sinnvoll und effizient erbracht werden kann.
In unserem Gesundheitssystem könnte einen das Gefühl beschleichen, dass Österreich gut ist im Behandeln und Heilen, aber in der Vorsorge noch ein bisschen hinterherhinkt. Prävention ist ein Thema, das erst in den letzten zehn, 15 Jahren vermehrt in den Fokus gerückt ist, und ich sehe das vielleicht etwas optimistischer, als Sie das tun. Wir haben in Österreich zum Beispiel mehrere kostenlose Screeningprogramme – etwa zur Früherkennung von Brust- und Prostatakrebs, die beiden häufigsten onkologischen Erkrankungen bei Frau und Mann. Es gibt viele andere Präventionsprogramme, die sich ambulant sehr gut etablieren haben lassen, aber die noch nicht genug im Bewusstsein der Bevölkerung verankert sind.
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Wie viel Verantwortung liegt beim Thema Gesundheit sohin beim System und wie viel letztlich beim Einzelnen? Mit diesem Thema sprechen Sie mir aus der Seele. Die Eigenverantwortlichkeit ist ganz großes Thema und ich sage das jetzt nicht in meiner Eigenschaft als medizinischer Geschäftsführer, sondern als Privatperson. In meinem subjektiven Empfinden war die Eigenverantwortlichkeit früher bedeutend stärker ausgeprägt als heute. Wir haben in unserem demokratischen Sozialsystem ein derart breit ausgeprägtes Fangnetz, dass es einem da oder dort gar nicht mehr bewusst ist, dass man auch eine Eigenverantwortlichkeit hat. Dazu zählt auch, dass man eigenverantwortlich Vorsorgeuntersuchungen durchführt und nicht erst wartet, bis man krank ist und im schlimmsten Fall so krank, dass man nicht mehr geheilt werden kann.
snowcard.tirol.at
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„Ich empfehle dringend, nicht die Entfernung in Kilometern zu bewerten, sondern nach Qualitätskriterien zu entscheiden, wo man Krankenhausleistungen beanspruchen möchte.“ Sie sind selbst Arzt: Hat sich Ihr Blick auf gute Medizin verändert, seit Sie zunehmend Verantwortung für Strukturen und Systeme tragen? Ja, sehr stark sogar. Vor rund acht Jahren bin ich gebeten worden, neben meinem Primariat für Orthopädie und Traumatologie die Verantwortung über alle Zielsteuerungsthemen
im Land zu übernehmen. Kurzum geht es hier darum: Wer zahlt was? Da erst wurden mir als eingefleischtem Mediziner die Augen geöffnet, wie das Gesundheitssystem in Österreich im Detail tatsächlich aufgestellt ist und wie viele Zahnräder es in diesem gigantischen Getriebe gibt. Alle paar Jahre ist noch ein weiteres Zahnrad
hinzugekommen, manche Zahnräder sind nicht mehr die jüngsten, dem ein oder anderen ist möglicherweise schon eine Zacke abgefallen. Das führt dazu, dass das gesamte Getriebe hin und wieder stockt. Die Auswirkungen habe ich, nachdem ich trotzdem weiterhin ärztlich tätig war, selbst immer wieder gemerkt und Verbesserungspotenzial gesehen. Das hat mein Interesse und meinen Ehrgeiz geweckt. So ist es dazu gekommen, dass ich mich für meine jetzige Position beworben habe, getragen durch den Gedanken, dass ich glaube, an der Gesamtsystematik wirklich etwas verändern zu können.
Wie misst man eigentlich den Erfolg eines öffentlichen Krankenhauses? Ein Krankenhaus soll schließlich nicht möglichst viel „Geschäft“ machen. Wir sind nicht gewinnorientiert. Unsere Zielsetzung ist es, defizitarm oder defizitlos arbeiten zu können. Würde man sich im öffentlichen Bereich zum Ziel setzen, gewinnmaximierend zu arbeiten, würde das ganze System ad absurdum geführt werden. Es würde unweigerlich dazu führen, dass die, die es sich nicht leisten können, auf der Strecke bleiben. Gute Messparameter für Erfolg sind deshalb Qualitätskriterien, Leistungsziffern in Relation zur Man- oder Womanpower sowie Auslastungszahlen im ambulanten und stationären Bereich und bei den OP-Sälen. Diese Parameter dienen uns als Grundlage für sachliche Entscheidungen: Wo müssen wir feinjustieren, wo besser werden und wo sind wir schon gut? Medizin ist aus Sicht der Patient*innen immer etwas sehr Emotionengetragenes und medizinisches Personal braucht Empathie. Nachdem unser Budget jedoch aus Steuermitteln finanziert wird, sind wir gleichzeitig verpflichtet, jede Münze doppelt und dreifach umzudrehen. Wir müssen möglichst effizient damit umgehen und sicherstellen, dass die hochwertige medizinische Versorgung, die wir in Österreich haben, auch in Zukunft allen zur Verfügung steht, die sie brauchen. Was müsste 2030 so aussehen, dass Sie sagen können, wir haben heute die richtigen Entscheidungen getroffen? Dass die medizinische Versorgungssicherheit genauso gewährleistet ist, wie sie in den vergangenen Jahren und derzeit besteht, wir aber gleichzeitig die dazugehörigen Kosten stabil im Griff haben und mit dem Budget unser Auslangen finden.
FIT4FUTURE AWARD
DIE JUGEND IM FOKUS Mit dem FIT4FUTURE AWARD bringt die Volksbank Tirol die Jugend der Region auf die große Bühne. Tirolweit werden 24.000 Euro Preisgeld ausgeschüttet.
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er FIT4FUTURE AWARD der Volksbank Tirol geht nach einer erfolgreichen Premiere im Jahr 2025 in die zweite Runde. Schüler*innen sind eingeladen, ihre Ideen zum Thema Regionalität einzureichen: Wie bleibt unsere Heimat auch morgen lebenswert? Wie können wir die Region gemeinsam weiterentwickeln? Auf diese Fragen sucht die Volksbank Tirol gemeinsam mit der Jugend des Landes kreative Antworten. Auf die besten Ideen warten insgesamt 24.000 Euro Preisgeld, bereitgestellt von den vier Eigentümerinnen der Volksbank Tirol – den Volksbanken Kufstein-Kitzbühel eG, Schwaz eG, Landeck eG und der HAGEBANK Tirol eG in Innsbruck. Ob ein soziales Projekt im eigenen Dorf, ein wirtschaftlicher Impuls für die Region oder ein kulturelles Projekt für die Schule: Beim FIT4FUTURE AWARD dreht sich dieses Mal alles um das Thema Regionalität in all ihren Facetten. Für die Volksbank Tirol ist der Wettbewerb eine Herzensangelegenheit. Als Genos-
senschaftsbank ist sie tief im Lebensraum verwurzelt und versteht sich als Partnerin der Menschen vor Ort. „Mit dem FIT4FUTURE AWARD möchten wir jungen Menschen eine starke Bühne geben und sie ermutigen, Verantwortung für ihre Region zu übernehmen. Die Zukunft Tirols liegt uns am Herzen und wir freuen uns schon jetzt darauf, zu sehen, mit wie viel Begeisterung und Einfallsreichtum die Schülerinnen und Schüler das Thema Regionalität mit Leben füllen werden“, erklärt Martin Holzer, Vorstand der Volksbank Tirol.
SHOWDOWN IN DEN REGIONEN
Die feierlichen Abschlussveranstaltungen finden wieder in den Regionen Kufstein, Schwaz, Innsbruck und Landeck statt. Dort bekommen die Finalist*innen eine große Bühne, um ihre Projekte vor einer Fachjury vorzustellen und die verdienten Preisgelder entgegenzunehmen. PR
EURE IDEEN FÜR TIROL
THEMA: REGIONALITÄT BIS 30.11.2026 PROJEKTIDEE EINREICHEN
BIS 31.3.2027 PROJEKT AUSARBEITEN
MAI & JUNI 2027 ABSCHLUSSVERANSTALTUNGEN
TIRO LW
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0 24.00 EUROD PREISG
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Weitere Informationen
www.fit4future.tirol LANDECK
INNSBRUCK
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„EXZELLENTE VERSORGUNG IST 22
Seinem maximalen Qualitätsanspruch will Christian Fink auch als Ärztlicher Direktor in Hochrum gerecht werden. Im Zentrum stehen dabei die Patient*innen. Fink will die Privatklinik in ihren Schwerpunkten zur ersten Adresse machen.
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TEAMARBEIT“ Er hat operiert, was im Spitzensport Rang und Namen hat, und dabei den immensen Druck am OP-Tisch stets als Privileg begriffen. Am Höhepunkt seiner chirurgischen Karriere vollzieht Christian Fink nun einen radikalen Schnitt: Als neuer Ärztlicher Direktor der Privatklinik Hochrum lenkt er ab sofort die Geschicke der Tiroler Institution. Wie entspannend eine 40-Stunden-Woche sein kann, weshalb er keine Berührungsängste mit KI hat und wo die Finanzierung von Hightech-Medizin zum Kraftakt wird – ein Gespräch über neue Rollen, digitale Kollegen, bleibende Qualität und alte Systemfragen. INTERVIEW & FOTOS: MARIAN KRÖLL
ECO.NOVA: Wie leicht – oder schwer – ist Ihnen der
Wechsel aus dem OP in die Administration gefallen, wie gern haben Sie Skalpell gegen Kugelschreiber getauscht? CHRISTIAN FINK: Erstaunlicherweise sehr leicht, weil der Wechsel gut vorbereitet war. Ich habe das Operieren – sowohl an Frequenz als auch an Zeitinvestition – ausgereizt. Ich wusste, dass ich das nicht auf Dauer machen möchte. So bin ich als Chirurg wahrscheinlich am Höhepunkt abgetreten, wie ich es mir vorgestellt habe. Jetzt gibt es andere Prioritäten, und das Operieren fühlt sich schon weit weg an. Werden Sie als Ärztlicher Direktor hier im Haus eher chirurgisch ans Werk gehen oder steht eine Totaloperation an? Hochrum braucht sicher keine Totaloperation. Das Haus funktioniert seit vielen Jahren sehr gut, die Veränderungen, die ich angehen werde, sind eher mikrochirurgischer Natur. Es stehen sicher einige Herausforderungen an, aber die werde ich behutsam angehen. Mit welcher Vision gehen Sie an Ihre neue Rolle heran und in welche Richtung wollen Sie dieses Haus weiterentwickeln? Als Mediziner war ich immer maximal der Qualität verpflichtet. Es ist das Ziel, dass Hochrum für gewisse Probleme die erste Adresse sein soll, an der Qualität nicht vorgegaukelt, sondern abgeliefert wird. Sie wollen an der Objektivierung von Qualitätsstandards arbeiten. Warum ist das so wichtig? Wir wollen unsere Ergebnisse transparent und nachvollziehbar
„Ich habe das Operieren – sowohl an Frequenz als auch an Zeitinvestition – ausgereizt.“ machen. So kann man sich mit anderen Institutionen messen. Ob der ein oder andere Spitzensportler hier ein- und ausgeht, ist nicht planbar. Qualität ist, was in der Medizin Bestand hat – und diese Qualitätsversprechen wollen wir gegenüber jedem einzelnen unserer Patienten auf allen Ebenen gewährleisten. Wollen Sie die bislang 16 medizinischen Fachbereiche neu organisieren? Es gibt in der Medizin unterschiedliche Spezialgebiete. Wir sind in der Medizin heute weit davon entfernt, dass jeder alles macht. Diese Spezialisierung werden wir fördern. Als kleines Haus kann man nicht alles machen. Für uns ist der Bewegungsapparat ebenso wie die Augen ein großes Thema. Unsere Schwerpunkte wollen wir, auch mit guten strategischen Partnerschaften, exzellent ausbauen. Was wird sich in Sachen Infrastruktur hier am Standort tun? Wo sehen Sie Modernisierungsbedarf? Wir bauen vier neue Operationssäle mit einem Investitionsvolumen von etwa 20 Millionen Euro. So eine Chance ergibt sich alle paar Jahrzehnte. Damit
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Ein Freund hat mir gesagt: KI wird nicht deinen Job ersetzen, sondern jemand, der KI vernünftig einzusetzen weiß. So sehe ich das auch. KI ist hier, sie wird bleiben, und man muss lernen, mit ihr umzugehen. KI ist aus meiner Sicht ein wirklich kompetenter Mitarbeiter, der extrem hilfreich sein kann, wenn ich ihn richtig einsetze.
haben wir qualitativ einen großen Hebel, gewisse Abläufe zu überdenken. Technologisch hat sich sehr viel getan. Neue Technologien brauchen mehr Platz. Das, was wir hier jetzt bauen, ist extrem zukunftsorientiert. Eine Chance, an der hier im Haus seit vielen Monaten intensiv geplant wird. Als Chirurg hat man einmal im Leben die Chance, ein derartiges Projekt zu begleiten.
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Der Gesundheitssektor ist vom Arbeitskräftemangel besonders betroffen. Mit welchen Argumenten wollen Sie als Ärztlicher Leiter Pflegekräfte und Topmediziner in Zukunft an die Klinik binden? Ich habe viele Diskussionen geführt, in denen die Mitarbeiterzufriedenheit als zentraler Punkt genannt wurde. Ich sehe das so: Das ultimative Ziel ist, dass sich die Patient*innen wohlfühlen. Um das zu gewährleisten, braucht es zwingend zufriedene Mitarbeiter*innen. Man kann das nicht isoliert betrachten. Um den Patienten herum müssen wir ein Klima schaffen, in dem man gerne arbeitet. Exzellente Versorgung ist keine Einzelleistung, sondern Teamarbeit. Die Patient*innen-Journey muss auf allen Ebenen stimmig sein. Im Idealfall wird herausragende Qualität zur Routine. Dort wollen wir hin.
Sie sind in der internationalen Sportmedizin bestens vernetzt. Wie sehr profitiert die Privatklinik Hochrum von diesem persönlichen Netzwerk und wie wollen Sie den Austausch mit der internationalen Ärzte-Community künftig institutionell verankern? Wir hatten hier schon in der Vergangenheit regen Austausch mit Mediziner*innen aus dem Ausland, die frischen Input bringen. Dieser Blick über den Tellerrand ist enorm wertvoll. Auf fachlicher Ebene habe ich das Glück, weltweit viel gesehen zu haben. Es gibt einige Modellkliniken, die ich auch als Vision für dieses Haus im Kopf habe, zum Beispiel das Hospital for Special Surgery in New York, das für den Bewegungsapparat eine Benchmark ist. Man kann die Dinge nicht eins zu eins über ein Haus stülpen, aber sich doch einiges abschauen. Ich hoffe auch, dass das Haus bei Fortbildungen von meinem Netzwerk profitieren kann und wir sehr gute Leute hierherbringen. Wie sehen Sie die Rolle der Privatklinik Hochrum im Zusammenspiel mit dem
„Als kleines Haus kann man nicht alles machen.“ öffentlichen Tiroler Gesundheitssystem? Die Privatklinik Hochrum ist eine lang etablierte Tiroler Klinik. Das soll sie auch bleiben. Es ist mir sehr wichtig, dass die Bevölkerung das Gefühl hat, sie kann sich mit ihren Problemen an uns wenden. Wir sind keine abgehobene Klinik nur für internationale Patient*innen. Ja, wir brauchen auch Internationalisierung, denn diese ist auch für unsere Wirtschaftlichkeit wichtig. Zentral bleiben wir jedoch eine Anlaufstelle für Tiroler Patient*innen. Was ist die größte Herausforderung für die Privatklinik – was für unser Gesundheitssystem insgesamt? Das große Thema im Gesundheitssystem ist immer die Kosten- und Preisgestaltung. Die Medizin wird immer technologielastiger. Die Deckungsbeiträge der Krankenversicherungen sind darauf aber nicht ausgerichtet. Es wird immer schwieriger, Spitzentechnologie – und damit Spitzenmedizin – wirtschaftlich darstellbar zu machen. Es wird nur gehen, wenn wir uns spezialisieren und strategische Partnerschaften mit Unternehmen eingehen. Die größte Schwierigkeit ist es, bei Hightech- und individualisierter Medizin Kostendeckung herzustellen. Welche Rolle können KI-Systeme einnehmen – in der Krankenhausadministration und in der täglichen Praxis der Ärzte? Ich habe mich viel mit KI beschäftigt.
Im sensiblen medizinischen Bereich kommen noch Fragestellungen ethischer und datenschutzrechtlicher Natur dazu, die das Ganze nicht trivial machen. Ja, das wird uns noch beschäftigen, ebenso die Frage, wer die Verantwortung für Entscheidungen hat, die die KI getroffen hat. Da kommen spannende Themen auf uns zu. Wer heute sagt, auf KI völlig verzichten zu können, erliegt einem Irrtum.
Worauf haben Sie sich im Vorfeld in Ihrer neuen Position am meisten gefreut? Es gibt nichts mehr in meinem beruflichem Leben, was wirklich akut ist. Ich trage neue Verantwortung, kann mir aber nicht vorstellen, dass irgendetwas stressiger ist als das, was ich die letzten zehn Jahre gemacht habe. Jetzt 40 Stunden zu arbeiten, finde ich ehrlich gesagt gerade ziemlich entspannend. Das habe ich so gar nicht mehr gekannt. Und ich habe nach langer Zeit wieder das Gefühl, Herr über meine eigene Zeit zu sein.
Bei Ihnen ist alles am OP-Tisch gelegen, was Rang und Namen hat. Wie sind Sie mit diesem Druck umgegangen? Ich habe versucht, es gedanklich ein bisschen umzudrehen und das Positive zu sehen. Viele Chirurg*innen kommen nie in die Lage, einen derartigen Druck zu verspüren, das ist eigentlich wirklich ein Privileg. Die Tennislegende Billie Jean King hat das in ihrem Buch gut beschrieben: „Pressure is a privilege.“ Wenn jemand zu mir gekommen ist, dann war das, weil ich in der Vergangenheit schon gute Arbeit geleistet habe. Die Erwartungshaltung ist natürlich riesengroß gewesen. Komplikationen waren „nicht vorgesehen“. Die Belastung hält man deshalb nur zeitlich begrenzt aus. Was einen rettet, ist, dass man lernt, die Dinge immer gleich zu machen. Niemand wird besser oder anders operiert. So schafft man Reproduzierbarkeit. Nur weil jemand ein besonders teurer Fußballer ist, macht man es nicht besonders gut. Im OP funktioniert das nicht.
UNIQA
GESUNDHEIT MIT ZUKUNFT
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b beruflicher Aufstieg, Unternehmensgründung oder Familienleben: Mit dem Alltag verändern sich auch die Ansprüche an die persönliche Gesundheitsvorsorge. Was in jungen Jahren passend erscheint, kann später nicht mehr ausreichen. Ein moderner Gesundheitsschutz sollte sich deshalb an unterschiedliche Lebensphasen anpassen lassen.
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Vorsorge, die mit dem Leben wächst.
Michael Zentner, Landesdirektor UNIQA Tirol
GESUNDHEITSVORSORGE IN JEDER LEBENSPHASE
Private Gesundheitsvorsorge gewinnt für viele Menschen an Bedeutung. Bereits vier von zehn Österreicher*innen haben eine private Zusatzversicherung. Viele wünschen sich raschen Zugang zu medizinischen Leistungen, persönliche Betreuung und zusätzliche Wahlmöglichkeiten im Krankenhaus. Gerade im oft dicht getakteten Alltag sind auch flexible Terminangebote und kurze Wege ein wichtiger Faktor. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an den Versicherungsschutz im Laufe des Lebens: Berufseinstieg, Familiengründung oder der Wunsch nach einem umfassenderen Gesundheitsschutz in späteren Jahren bringen unterschiedliche Bedürfnisse mit sich. Mit der neuen Sonderklasse-Tariflandschaft bietet UNIQA ein flexibles Versicherungskonzept, das sich an diese Veränderungen anpassen lässt. Versicherte können ihren Krankenhausschutz später an veränderte Lebenssituationen anpassen. „Gesundheit ist kein statisches Thema. Die Anforderungen an die Gesundheitsvorsorge verändern sich im Laufe des Lebens oft mehrfach. Deshalb brauchen Menschen Lösungen, die mit diesen Veränderungen Schritt halten und ihnen langfristig Sicherheit bieten“, sagt Michael Zentner, Landesdirektor von UNIQA Tirol.
FLEXIBILITÄT SCHAFFT PLANUNGSSICHERHEIT
Die neue Sonderklasseversicherung richtet sich an Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen: von jungen Erwachsenen, die früh vorsorgen möchten, über Menschen, bei denen die Familiengründung in den Mittelpunkt rückt und die Anforderungen an die Gesundheitsvorsorge steigen, bis hin zu jenen, die Wert auf einen umfassenden Kran-
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kenhausschutz legen. Wer früh vorsorgt, schafft zudem eine wichtige Grundlage für die Zukunft. Da private Krankenversicherungen bei Vertragsabschluss den Gesundheitszustand prüfen, profitieren junge Menschen häufig von günstigeren Prämien und sichern sich diese Einstufung langfristig. Ein wesentlicher Vorteil der neuen Sonderklasse-Tarifserie ist das flexible Umstiegsrecht. Damit kann der Versicherungsschutz später an veränderte Bedürfnisse angeglichen werden, ohne erneut eine Gesundheitsprüfung absolvieren zu müssen. Versicherte können ihren Schutz dabei ohne neue Wartezeiten in festgelegten Intervallen anpassen und dabei sowohl in leistungsstärkere als auch in günstigere Tarifvarianten wechseln. Je nach gewähltem Tarif profitieren Versicherte von weiteren Leistungen. Dazu zählen unter anderem Transportkosten ins Krankenhaus, ärztliche Zweitmeinungen, Zuschüsse zum Familienzimmer sowie die stationäre Mitversicherung von Neugeborenen ab Geburt. Und weil moderne Gesundheitsvorsorge nicht erst im Krankheitsfall beginnt, zählen auch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Gesundheitschecks zum Angebot. Sie können dazu beitragen, mögliche Risiken früh-
zeitig zu erkennen und die eigene Gesundheit langfristig zu erhalten. Deshalb bietet UNIQA zahlreiche Vorsorgeleistungen, wie den VitalCheck. In Tirol stehen UNIQA-Kund*innen derzeit sechs Medical Partner Center zur Verfügung. Je nach Standort bündeln sie Leistungen aus Vorsorge, Diagnostik und ambulanter Behandlung und ermöglichen kurze Wege zu medizinischer Versorgung. „Wer früh vorsorgt, schafft sich mehr Handlungsspielraum für die Zukunft. Dabei geht es nicht nur um finanzielle Sicherheit, sondern auch um den Zugang zu medizinischen Leistungen und Vorsorgeangeboten, wenn man sie braucht“, betont Michael Zentner. Mit der neuen Sonderklasse-Tarifserie bietet UNIQA abgestufte Lösungen für unterschiedliche Bedürfnisse und Lebensphasen. Kund*innen können mit einem passenden Schutz starten und später reagieren, wenn sich ihre Lebenssituation, ihre Bedürfnisse oder ihre finanziellen Möglichkeiten verändern. Denn unabhängig von Alter, Beruf oder Lebenssituation gilt: Gesundheit ist eine wichtige Voraussetzung für Selbstbestimmung und Lebensqualität. Eine Vorsorge, die mit dem Leben wächst, schafft langfristige Sicherheit. PR
IV TIROL
DIE WIRKUNG BEGINNT IN TIROL 3,83 Milliarden Euro Pharmaexporte machten 2025 mehr als ein Fünftel des Tiroler Warenexports aus. Dahinter steht eine Branche, die Forschung, Entwicklung und hochkomplexe Produktion im Land verbindet – getragen von Unternehmen und Mitarbeiter*innen mit international gefragtem Know-how.
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© IV TIROL / FRANZ OSS
on lebenswichtigen Antibiotika über moderne biopharmazeutische Arzneimittel bis zu hochspezialisierten Präparaten reicht das Spektrum der Tiroler Pharmaproduktion. Hier entstehen Wirkstoffe und fertige Arzneimittel, die für die medizinische Versorgung in vielen Ländern von zentraler Bedeutung sind. Wirtschaftlicher Erfolg und unmittelbarer Nutzen liegen in kaum einem Industriezweig so eng beieinander.
INDUSTRIE MIT GEWICHT
Pharmazeutische Erzeugnisse standen 2025 mit einem Exportwert von 3,83 Milliarden Euro an der Spitze der Tiroler Ausfuhren. Maschinen und mechanische Geräte, traditionell eine der großen Stärken des Landes, folgten mit einem Exportwert von 2,34 Milliarden Euro. „Wenn man sieht, welche Unternehmen wir hier in Tirol haben, kann man wirklich stolz sein“, sagt IV-Tirol-Präsident Max Kloger. „Wir haben Betriebe, die international ganz vorne mitspielen, hochkomplexe Arzneimittel entwickeln und produzieren, die Krankheiten behandeln, Beschwerden lindern und für viele Menschen ein Leben in Würde ermöglichen. Dass Tirol in einer so anspruchsvollen Branche so stark ist, ist alles andere als selbstverständlich. Dahinter steckt eine enorme Leistung – von den Unternehmen und von den Menschen, die dort arbeiten.“ Die wirtschaftliche Bedeutung der Branche reicht weit über den Export hinaus. Tirol verfügt entlang der gesamten pharmazeutischen Wertschöpfung über Spitzenkompetenz – von Forschung und Entwicklung über Wirkstoffproduktion und Zulassung bis zur Herstellung fertiger Arzneimittel. Hier können neue Wirkstoffe und Therapien nicht nur entwickelt, sondern auch in anspruchsvolle industrielle Produktion überführt werden. Diese
„W I R H A B E N B E T R I E B E , D I E I N T E R N AT I O N A L G A N Z V O R N E M I T S P I E L E N , H O C H KO M P L E X E A R Z N E I M I T T E L ENT WICKELN UND PRODUZIEREN, DIE KRANKHEITEN BEHANDELN, BESCHWERDEN LINDERN UND FÜR VIELE MENSCHEN EIN LEBEN I N W Ü R D E E R M Ö G L I C H E N .“ I V-T i r ol-P r ä sident Ma x K loger
Verbindung aus Forschung, Know-how und Produktion gibt Tirol als Pharmastandort europäisches Gewicht.
KÖNNEN, DAS EUROPA BRAUCHT
Gerade bei essenziellen Arzneimitteln zeigt sich, wie wichtig diese Fähigkeiten für Europa sind. Produktionskapazitäten und Wissen, die hier über viele Jahre aufgebaut wurden, tragen dazu bei, lebenswichtige
Medikamente verlässlich in Europa herstellen zu können. „Versorgungssicherheit entscheidet sich nicht erst dann, wenn ein Medikament knapp wird“, sagt Kloger. „Wenn wir solche Fähigkeiten einmal verlieren, bekommen wir sie im Krisenfall nicht auf Knopfdruck zurück. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass Pharmaproduktion in Europa wettbewerbsfähig bleibt und Unternehmen hier investieren und ihre Standorte weiterentwickeln können.“ PR
IV TIROL
W E LT W E I T E R E R F O L G MIT TIROLER WURZELN Hinter der starken Position Tirols als Pharmastandort stehen Unternehmen mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten – vom Familienbetrieb bis zum internationalen Konzern. Gemeinsam ist ihnen, dass sie in Tirol entwickeln, produzieren und investieren und ihre Produkte von hier aus auf internationalen Märkten erfolgreich machen.
N O VA R T I S Ö S T E R R E I C H
SANDOZ ÖSTERREICH
Die beiden Tiroler Standorte Kundl und Schaftenau zählen zu den größten und technologisch führenden Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionszentren von Novartis weltweit. Hier wird an modernen biopharmazeutischen Medikamenten für die Behandlung von Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen, immunologischen Leiden, neurologischen Krankheitsbildern wie Multiple Sklerose sowie Krebs gearbeitet. Mit 3.300 Mitarbeiter*innen in ganz Österreich, darunter etwa 540 Forscher*innen, gehört Novartis zu den größten privaten Arbeitgebern Tirols. Investitionen von rund 1,8 Milliarden Euro zwischen 2015 und 2025 unterstreichen die internationale Bedeutung des Campus. Mit der neuen nahezu CO2-freien Dampferzeugung treibt Novartis zudem die Dekarbonisierung seiner Tiroler Standorte voran.
Voller Pioniergeist leisten die rund 2.700 Mitarbeiter*innen von Sandoz in Österreich einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheitsversorgung. In Kundl, der größten und letzten voll integrierten Produktionsstätte von Penicillinen in der westlichen Welt, entstehen seit 80 Jahren lebenswichtige Antibiotika entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Wirkstoff bis zur fertigen Tablette. Von Tirol aus werden jährlich bis zu 240 Millionen Packungen für mehr als 100 Länder produziert und damit rund 500 Millionen Patientinnen und Patienten weltweit erreicht. Investitionen von über 200 Millionen Euro in den letzten Jahren stärken den Standort und leisten einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit mit lebenswichtigen Arzneimitteln in Europa. Kundl ist das globale Zentrum für Penicilline von Sandoz.
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GEBRO
Montavit produziert am Tiroler Standort in Absam sowohl eigene Arzneimittel als auch Produkte für nationale und internationale Lohnherstellungspartner. Das Spektrum reicht von pflanzlichen Präparaten gegen Erkältung wie Tavipec® bis hin zu hochspezialisierten Nischenprodukten für den klinischen Einsatz. Innerhalb der Dermapharm-Gruppe agiert das Unternehmen weiterhin weitgehend eigenständig und gilt als Kompetenzzentrum für die Herstellung steriler Gele, Carbo-Produkte und antibiotischer Puder. Die internationale Bedeutung des Standorts zeigt sich durch das Hauptprodukt, das weltweit vertrieben wird und die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten während medizinischer Eingriffe wesentlich verbessert. Mit einer Exportquote von 75% ist Montavit global erfolgreich. Für die Zukunft des Standorts ist die aktuelle Investition in eine neue Produktionslinie von zentraler Bedeutung.
Die Gebro Holding GmbH ist ein rein österreichisches Familienunternehmen mit Sitz in Fieberbrunn. Gebro entwickelt, produziert und vermarktet eigene Arzneimittel wie Seractil® und begleitet von Tirols aus den gesamten Wertschöpfungsprozess von der Forschung über die europäische Zulassung bis hin zur Vermarktung in mehr als 30 Ländern. Zum Angebot zählen auch verschreibungsfreie Apothekenprodukte wie GeloMyrtol®. Die Unternehmerfamilie investiert laufend in die Forschung sowie in den Ausbau moderner Produktionstechnologien am heimischen Standort. Schwerpunkte sind aktuell innovative Therapien für schwere Erkrankungen in den Bereichen Rheumatologie und Pneumologie. Damit leistet Gebro einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zum Gesundheitsstandort Österreich.
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„ICH HABE IMMER AN DIE UMIT TIROL GEGLAUBT“ Margit Raich steht seit Kurzem an der Spitze der Privatuniversität, die an der Schnittstelle zwischen Gesundheit, Mensch und Technik lehrt und forscht. Ein Gespräch über offene Türen, den Wert der Authentizität, Antworten auf Fragen, die in der Praxis aufgeworfen werden, und den notwendigen Ausweg für das Gesundheitssystem aus der Symptombehandlung. INTERVIEW & FOTOS: MARIAN KRÖLL
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ECO.NOVA: Sie waren früher bereits an der UMIT TIROL tätig und sind nun als Rektorin zurückgekehrt. Was bedeutet Ihnen das? MARGIT RAICH: Ich kenne die UMIT TIROL und die Stadt Hall gut und bin von der Pädagogischen Hochschule bewusst hierher zurückgekehrt – mit neuen Erfahrungen, neuen Netzwerken und neuen Perspektiven. Ich habe immer an die UMIT TIROL geglaubt und bin schon früher gerne dagewesen. An der Pädagogischen Hochschule habe ich viel Erfahrung sammeln dürfen, bin als Vizerektorin für die Forschung und Entwicklung zuständig gewesen. Hall ist – nicht zuletzt durch die UMIT TIROL – ein wichtiges Bildungszentrum, ein prosperierender Wirtschaftsstandort und eine schöne, geschichtsträchtige Stadt, die Zukunft hat. Bildung ist eine der wichtigsten Zukunftsressourcen überhaupt.
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Wie wird diese Ressource hier bewirtschaftet? Wir forschen zu aktuellen Themen und tragen dazu bei, Antworten auf die gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft zu liefern. Unsere Universität hat Strahlkraft, weit über die Stadtgrenzen hinaus, nicht nur in der Region, sondern durchaus auch international. Überstrahlt das Thema Gesundheit in der öffentlichen Wahrnehmung die anderen Bereiche, in denen hier geforscht und gelehrt wird? Unser Handlungsfeld ist definitiv breiter als das Thema Gesundheit. Wir bewegen uns in der und rund um die Schnittstelle Gesundheit, Technik und den Menschen.
Was haben Sie an Erfahrungen von der Pädagogischen Hochschule Tirol mitgenommen, die Ihnen hier an der UMIT TIROL nützen? Zunächst natürlich einen großen Erfahrungsschatz, vor allem was das Management einer Hochschule betrifft. Ich habe vor allem gelernt, wie wichtig es ist, die jeweiligen Expert*innen einer Hochschule mit relevanten externen Stakeholdern zusammenzubringen, um Antworten auf wichtige Fragestellungen geben zu können. Als Forschungseinrichtung müssen wir noch stärker die Anforderungen der Praxis in die Erstellung von Lösungen miteinbeziehen – und die gewonnenen Erkenntnisse gezielt in die Lehre einbringen. Dann generieren wir einen Mehrwert für die Bevölkerung, der wirksam und dadurch sichtbar wird. Wir müssen unsere Stärken dabei sicher noch offensiver nach außen
chen Ausprägungen, auch als aufeinander aufbauende Microcredentials, orientiert an den spezifischen Bedürfnissen von Menschen, die schon in der Praxis tätig sind. Der Bedarf ist da, das Angebot dazu wollen wir ausbauen.
ZAHLEN, DATEN, FAKTEN: Gründungsjahr:
2001
Studienanfänger*innen:
380
Studierende gesamt:
CA.
1.300
Absolvent*innen:
CA.
6.400
Mitarbeiter*innen:
250
in Forschung, Lehre und Verwaltung
FORSCHUNG:
Gesamtvolumen der Projekte:
10
MILLIONEN EURO
Neu eingeworbene Drittmittel 25/26:
3,4
MILLIONEN EURO
kommunizieren. Ein weiterer wichtiger Aspekt, auf den ich großen Wert legen werde, ist der Ausbau der Fort- und Weiterbildung.
Es ist zwar immer vom lebenslangen Lernen die Rede, aber dieses Paradigma – oder vielmehr diese Idealvorstellung – findet in der gesellschaftlichen Wirklichkeit noch keinen allzu großen Niederschlag. In der Weiterbildung sehe ich sehr großes Potenzial. Wir wollen neue und relevante berufsbegleitende Weiterbildungsangebote schaffen. In unterschiedli-
Was war in den ersten Monaten nach Amtsantritt Ihr bisher wichtigstes Projekt im Haus? Mein wichtigstes Projekt ist es, die UMIT TIROL als starke und selbstbewusste Marke zu etablieren. Dieses Projekt ist natürlich noch nicht abgeschlossen. Eine Marke ist nicht nur ein Außenauftritt. Es geht mir auch darum, dass Mitarbeiter*innen und Studierende sich mit der Marke, dem Markenversprechen identifizieren können und Markenbotschafter*innen werden. Das bedeutet, dass auch an der Unternehmenskultur gearbeitet werden muss. Was würden Sie als Markenkern der UMIT TIROL sehen? Die UMIT TIROL lehrt und forscht im Dreieck zwischen Gesundheit, Mensch und Technik und schafft so Lösungen, auf die man sich verlassen kann.
Was haben Sie konkret getan, um die Unternehmenskultur zu stärken? Es ging mir zunächst einmal darum, alle Berührungspunkte mit unseren Zielgruppen zu analysieren, jede Begegnung, jede Form der Kommunikation. Es muss auf Anhieb klar werden, was die UMIT TIROL ausmacht, wer wir sind und was wir bewirken. Es geht mir auch darum, das Selbstbewusstsein zu stärken und uns nicht kleiner zu machen, als wir sind. Unsere Kultur muss aus einem gemeinsamen Selbstverständnis wachsen. Daran werden wir arbeiten. Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben? Ich habe in der Vergangenheit intensiv im Bereich Führung geforscht und auch gelehrt. Ich führe nahbar und authentisch. Das ist kein Gegensatz zu Klarheit und Zielorientierung. Das gehört für mich zusammen und nur so kann Vertrauen entstehen. Wenn die Richtung klar ist, können Entscheidungen gemeinsam umgesetzt werden. Kurz nach meinem Antritt gab es einen Neujahrsempfang, der sehr emotional für mich war. Ich trage diese Authentizität ganz bewusst nach außen – weil sie mir wichtig ist. Nach meiner Ansprache gab es einen langen Applaus der Mitarbeiter*innen, der mich motiviert und
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die Entscheidung zur Rückkehr bestätigt hat. Dieser Rückhalt ist sehr wichtig. Ich verfolge auch eine Open-Door-Politik: Unsere Mitarbeiter*innen sind ausdrücklich eingeladen, ihre Ideen und auch Herausforderungen mit mir zu besprechen. Das zeichnet meinen Führungsstil aus.
Apropos Zielorientierung: Welche Rolle spielt die UMIT TIROL bisher in der Tiroler Hochschullandschaft – und wo wollen Sie hin? Unsere Orientierung zwischen den Themen Gesundheit, Mensch und Technik macht uns einzigartig. Die UMIT TIROL ist – auch wenn das nicht immer so wahrgenommen wird – eine relativ stark forschungsorientierte Universität mit einem beachtlichen Output. Davon zeugt auch unser Drittmittelerfolg. Es ist unser Ziel, unsere Forschungsergebnisse verstärkt in die Praxis zu transferieren. Wir sind in zahlreiche regionale Projekte involviert. Unsere Forschung ist aber auch international anschlussfähig und lukriert erfolgreich europäische Forschungsgelder. Eine große Chance für die UMIT TIROL sehe ich in einer noch stärkeren Zusammenarbeit in Lehre und Forschung, wo wir unsere Expertise gezielt einbringen können.
Gerade was die Drittmitteleinwerbung betrifft, ist die UMIT TIROL mit Blick auf die Zahlen durchaus konkurrenzfähig. Geht das in der öffentlichen Wahrnehmung unter? Ja, das müssen wir noch stärker kommunizieren. Immerhin konnten wir im heurigen Geschäftsjahr kompetitive Drittmittel im Wert von 3,4 Millionen Euro einwerben. Darunter finden sich EU-Projekte, FWF-Projekte, genauso wie Projekte, die im Rahmen der FFG mit international tätigen Tiroler Unternehmen abgewickelt werden. Insgesamt arbeiten die Wissenschaftler*innen der UMIT TIROL aktuell an Forschungsprojekten mit einem Gesamtvolumen von zehn Millionen Euro. Sie wollen Antworten auf gesellschaftliche Fragestellungen geben. Solche ergeben sich auch im Themenkreis Gesundheit und Klima. Wie reagiert die UMIT TIROL auf die gegenwärtigen Entwicklungen? Wir arbeiten in regionalen, nationalen und internationalen Forschungsprojekten daran, innovative Lösungen zu entwickeln, die den Klimaschutz vorantreiben und damit die Gesundheit der Bevölkerung schützen. Unsere Forschung soll dazu dienen, die Kluft zwischen Wis-
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„In Zeiten angespannter Budgets ist Vernetzung ein Hebel, der Kräfte freisetzt und Synergie bringen kann.“
sen und Handeln zu überbrücken, damit für Politik und Wirtschaft Entscheidungsgrundlagen für Klimaschutz und Klimawandelanpassung geschaffen werden können. Denn Klimawandel betrifft alle Lebensbereiche und Lebensphasen: Arbeit und Freizeit, Alltag, Sport und Bewegung. Besonders belastet sind dabei vulnerable Gruppen – etwa kranke, ältere oder pflegebedürftige Menschen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist unsere Mitwirkung am Horizon-Europe-Projekt MOUNTADAPT, in dem wir gemeinsam mit 27 Partnern aus zehn Ländern Anpassungslösungen entwickeln, um Gesundheitssysteme in Bergregionen widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels zu machen. Ist Agilität in der Ausarbeitung von neuen Studienangeboten ein Vorteil der relativen Kleinheit der Universität? Ja, das kann man so sagen. Wir können sicherlich wendiger sein, als große Universitäten es sind – wie ein Segelboot. Ich bin überzeugt, dass wir die damit verbundenen Chancen bisher noch nicht voll und ganz ausgeschöpft haben. Genau das möchte ich in Zukunft ändern.
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Das Gesundheitssystem steht vor großen Herausforderungen, die Gesellschaft wird älter – und damit kränker. Welche Antworten kann die UMIT TIROL auf diese Herausforderungen geben? Die Zukunft liegt in den Themenfeldern Prävention, Gesundheitsförderung und Digitalisierung. Zudem müssen Disziplinen wie Psychologie, Medizin, Pflege und Informationstechnologie stärker zusammengedacht werden, um die anstehenden Herausforderungen im Gesundheitswesen noch besser bewältigen zu können. Wir müssen weg von der Symptombehandlung hin zur verstärkten Prävention und Gesundheitsförderung. Das entlastet das Gesundheitssystem, weil sich hohe Folgekosten verhindern lassen. Eine alternde Gesellschaft mit gehäuft auftretenden chronischen Erkrankungen braucht neue Versorgungsformen. Es muss viel früher angesetzt werden – nicht erst dann, wenn die Menschen bereits akut erkrankt sind. Dementsprechend müssen Prävention und Gesundheitsförderung von uns noch stärker in der Forschung und Lehre verankert werden. Es braucht zudem neue Aus- und Weiterbildungsprogramme, die noch spe-
„Die UMIT TIROL ist – auch wenn das nicht immer so wahrgenommen wird – eine relativ stark forschungsorientierte Universität mit einem beachtlichen Output.“
zifischer auf die unterschiedlichen Berufsgruppen zugeschnitten sind. Außerdem muss Digitalisierung – und nicht zuletzt der produktive Umgang mit Künstlicher Intelligenz – zu unseren Kernkompetenzen gehören. Ob Telemedizin, datenbasierte Versorgungssteuerung oder KI-gestützte Diagnostik – ich verfolge den Ansatz, dass die Technologie den Menschen unterstützen soll, nicht ersetzen. Wir müssen die Fachkräfte befähigen, digitale Tools kritisch und reflektiert einzusetzen und ihre Urteilsfähigkeit zu schärfen. Das ist eine große Aufgabe aller Hochschulen, der wir uns hier an der UMIT TIROL bereits stellen. Bildet sich dieser kompetente Umgang mit KI & Co. bereits in den Curricula ab? Wir sind dabei. In unserem Zentrum für Hochschuldidaktik und innovative Lehre qualifizieren wir unsere Dozierenden in diesem Bereich, damit diese Kompetenzen studienübergreifend vermittelt werden können. Es ist ein Querschnittsthema, das alle Dozierenden und Studierenden betrifft. Zugleich wird dazu in spezifischen Universitätslehrgängen im Bereich Health Information Management, die als reine On-
„Bildung ist eine der wichtigsten Zukunftsressourcen überhaupt.“
linestudien konzipiert wurden, oder im Masterstudium Medizinische Informatik intensiv gelehrt. Wie kann es künftig noch besser gelingen, innovative Forschungsergebnisse direkt in die Praxis bzw. die regionale Wirtschaft und das Gesundheitssystem zu übertragen? Ich lege großen Wert darauf, dass wir an Fragestellungen forschen, die in der Praxis aufgeworfen werden. Das heißt, dass Forschung überwiegend partnerschaftlich stattfindet – mit den Krankenhäusern, den Pflegeeinrichtungen, Sozialträgern und Unternehmen. So ist gewährleistet, dass die Früchte unserer Forschung im Feld ankommen. Das ist aber kein einmaliger Prozess und keine Einbahnstraße. Die Verbindung zwischen Forschung und Praxis bleibt bestehen und erzeugt immer neues Feedback. Genau das ist Gegenstand unserer Implementierungsforschung – und daraus entstehen auch neue Aus- und Weiterbildungsangebote, die diesen Transfer in die Praxis unterstützen.
Sehen Sie die UMIT TIROL als Hochschule der offenen Türen, gleichsam als Gegenentwurf zur Forschung im Elfenbeinturm, die sich überwiegend selbst genügt? Ja. Wir sind eine Brückenuniversität. Wir schlagen Brücken, einerseits mit unseren umfassenden Kooperationen zu anderen Hochschulen, andererseits zur Praxis. Ein anderes Beispiel: Ein großer Vorteil ist, dass viele unserer Studieren-
den berufsbegleitend studieren. Sie bringen reale Fragestellungen aus ihrem beruflichen Umfeld in ihre Abschlussarbeiten ein. Damit fließt akademisches Wissen direkt dorthin zurück, wo es gebraucht wird. Bei staatlichen Universitäten gibt es rund um die Basisfinanzierung keinen öffentlichen Bahö. Würden Sie sich wünschen, dass die Finanzierung der UMIT TIROL öffentlich nicht in Frage gestellt, sondern vielmehr als Hebel wahrgenommen wird, um aus einem Euro öffentlichen Geldes einen weiteren zu machen – wie das die UMIT TIROL seit Gründung gemacht hat – und neben Wissen auch zusätzliche Wertschöpfung zu generieren? Ich würde mir wünschen, dass wir als Hebel für eine gedeihliche Entwicklung des Wirtschafts- und Gesundheitsstandorts Tirol wahrgenommen werden. Wie wollen Sie das Profil der Privatuniversität weiter schärfen, um im Wettbewerb um die besten Köpfe und Lehren-
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den zu bestehen? Es ist einerseits wichtig, die Themen, die wir bereits erfolgreich besetzen, voranzutreiben und unsere Rolle als Brückenuniversität zu stärken, die bewusst die Kooperation sucht – mit anderen Einrichtungen des Hochschulsektors, des Gesundheitssystems genauso wie mit der regionalen Wirtschaft. In der Verbindung und im Vernetztsein liegt eine Attraktivität, die man im Alleingang nicht erreichen kann. In Zeiten angespannter Budgets ist Vernetzung ein Hebel, der Kräfte freisetzt und Synergie bringen kann. Wir wollen unseren Studierenden hier nicht nur Fachwissen vermitteln, sondern eine ganzheitliche Perspektive, vor allem in Bezug auf das Gesundheitssystem. Wir möchten die gesellschaftlichen Zusammenhänge sichtbar machen und in unserem Studienangebot berücksichtigen. Wir sind Teil eines größeren Ganzen, der durch Austausch, Dialog, Zielorientierung und einen Blick, der über die Disziplinen hinausweist, Gewicht hat und etwas bewirkt. Seit es die UMIT TIROL gibt, hat sie rund 6.400 Absolvent*innen hervorgebracht, die in Tirol, ganz Österreich und darüber hinaus in verantwortungsvollen Positionen wertvolle Arbeit leisten. Wir bilden hier heute die Fachkräfte aus, die das Land für die Herausforderungen der Zukunft braucht. Die UMIT TIROL ist in der Lehre und Forschung gleichermaßen hervorragend aufgestellt. Wir sind eine starke Universität im alpinen Raum, eine Mehrwertpartnerin für den Gesundheits- und Wirtschaftsstandort Tirol.
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DIE FRAU, DIE WISSEN WILL, WIE
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BEWEGUNG
ENTSTEHT Marta Campiglio forscht an der Medizinischen Universität Innsbruck an einer Frage, die erstaunlich einfach klingt und erstaunlich schwer zu beantworten ist: Wie wird aus einem elektrischen Signal eine Muskelbewegung? Für ihre Suche nach der Antwort erhält sie einen der mit rund einer Million Euro dotierten FWF-ASTRA-Preise. Vor allem aber bekommt sie damit etwas, das in der Forschung mindestens ebenso wertvoll ist: Zeit. TEXT: MARINA BERNARDI
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H A RTN ÄC K I G K E IT BEDEUTET IN DER WISSENSCHAFT igentlich beginnt alles mit einer ganz alltäglichen Sache: Wir wollen uns bewegen. Wir heben eine Hand, steigen eine Treppe hinauf, laufen los. Unser Gehirn gibt den Befehl, ein elektrisches Signal wandert über die Nerven zum Muskel und der zieht sich zusammen. Was für uns vollkommen selbstverständlich ist, beschäftigt die Wissenschaft seit Jahrhunderten. Und Marta Campiglio ziemlich intensiv. Die Molekularbiologin forscht am Institut für Physiologie der Medizinischen Universität Innsbruck an der sogenannten Erregungs-Kontraktions-Kopplung (auch elektromechanische Kopplung). Vereinfacht gesagt also an jener Stelle, an der Elektrizität zu Bewegung wird. Bereits seit Jahrzehnten weiß man, dass dabei zwei Proteine eine entscheidende Rolle spielen. Was man bis heute nicht genau versteht: wie diese beiden miteinander kommunizieren. Genau das will Campiglio herausfinden. Es ist eine jener Forschungsfragen, die zunächst sehr speziell klingen und bei näherem Hinsehen tatsächlich fundamental werden. Denn ohne funktionierende Skelettmuskulatur können wir nicht laufen, nicht greifen und letztlich auch nicht atmen. Veränderungen an den beteiligten Proteinen stehen außerdem mit seltenen Muskelerkrankungen und der sogenannten malignen Hyperthermie in Verbindung. Dabei können bestimmte Narkosemittel bei genetisch veranlagten Menschen eine lebensgefährliche Reaktion auslösen. Campiglios Forschung soll helfen, die molekularen Mechanismen dahinter besser zu verstehen. Und Marta Campiglio selbst? Passt ebenfalls nicht ganz so einfach in ein Raster. Zum Gespräch kommt sie mit offenem Haar, Kleid und gemusterten Strümpfen, um wenig später mit fast kindlicher Begeisterung davon zu erzählen, wie schön es ist, am Mikroskop herauszufinden, ob eine Hypothese stimmt. Sie wirkt gleichzeitig rational und emotional, ausgesprochen bodenständig und lässt ihre Gedanken dennoch fliegen. Vor allem aber bezeichnet sie sich selbst als nicht sonderlich geduldig, was für eine Forscherin, die sich seit Jahren mit einer noch immer ungelösten Frage beschäftigt, zunächst einmal nach ei-
N I C H T, U M J E D E N PREIS RECHT B E H A LT E N Z U WO LLE N . SO N D E R N A NT WO RTE N ZU B E KO M M E N .
ner eher ungünstigen Voraussetzung klingt. Doch Marta Campiglio will wissen, was passiert. Sie will eine Idee nicht nur denken, sondern überprüfen. „I‘m really curious“, sagt sie über sich selbst und wahrscheinlich ist das die kürzeste und treffendste Beschreibung ihrer wissenschaftlichen Motivation.
EINE MILLION FÜR EINE FRAGE
Für ihre Arbeit hat Campiglio kürzlich einen der renommierten FWF-ASTRA-Preise erhalten. Rund eine Million Euro stehen ihr damit für fünf Jahre zur Verfügung. Eine beeindruckende Summe, die in der Forschung allerdings schnell eine andere Dimension bekommt. Mitarbeiter*innen (sieben sind es aktuell in ihrem Team), Geräte, Materialien und aufwendige Methoden kosten Geld. Entscheidend ist für Campiglio deshalb weniger die spektakuläre Zahl als der Zeitraum. Klassische Forschungsprojekte seien häufig auf drei Jahre ausgelegt und deut-
ZUR PERSON
lich niedriger dotiert. Fünf Jahre eröffnen dagegen die Möglichkeit, neue Methoden aufzubauen, Werkzeuge zu entwickeln und damit größere Fragen zu stellen. „It allows me to be a bit more ambitious in my research“, sagt Campiglio. Genau darin liegt für sie der eigentliche Wert des Preises. Wer der Italienerin – sie stammt ursprünglich aus Mailand – zuhört, merkt schnell, dass sie nicht primär vom großen medizinischen Durchbruch spricht. Sie spricht von Fragen. Von Hypothesen. Von Experimenten. Und von diesem besonderen Moment, wenn man ans Mikroskop geht und herausfindet, ob eine Idee stimmt. Sie stellt eine Hypothese auf, überlegt, wie sie diese überprüfen kann, und bekommt im besten Fall eine Antwort, wenn auch nicht zwingend die, die sie erwartet hat. Aber eine Antwort. Für Campiglio ist genau diese Kombination aus Logik und Kreativität das Faszinierende an Forschung. Schon als Kind mochte sie Rätsel und logische Probleme. Heute sind die Rätsel kleiner geworden – teilweise nur wenige Nanometer klein –, dafür nicht unbedingt leichter. Denn zur Wissenschaft gehört noch etwas anderes: dass Dinge oft nicht funktionieren. Campiglio erzählt von Phasen, in denen im Labor ein Versuch nach dem anderen scheitert. „This didn’t work, this didn’t work, this didn’t work“, beschreibt sie einen solchen Sommer. Dann beginnt das Troubleshooting. Methoden überprüfen, das Setup anpassen, mögliche Fehlerquellen ausschließen, noch einmal anfangen. Und noch einmal. Vor ihrer Promotion absolvierte Campiglio ein Praktikum in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung eines Pharmaunternehmens. Dort sollte sie
Marta Campiglio ist seit 2009 an der Medizinischen Universität Innsbruck tätig, wo sie zunächst ihr PhD-Studium absolvierte und in der Folge mit einem Hertha Firnberg Fellowship des FWF ihre Forschung fortsetzte. Seither konnte sie drei FWF-Einzelprojekte einwerben und war an zwei DOC-Programmen beteiligt. In ihrer Forschung konzentriert sie sich auf spannungsabhängige Kalziumkanäle und dabei speziell auf die muskuloskelettale Physiologie, Kalziumsignalwege und molekulare Mechanismen der Muskelkontraktionskontrolle. Für ein tieferes Verständnis der Muskelfunktion bei Gesundheit und Krankheit verbindet Campiglio Molekularbiologie, Mutagenese (Mutationsentstehung), Zellphysiologie und Ansätze des Kalzium-Imaging.
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FWF-ASTRA- PREISE
17 Jahren in Tirol. Die internationale Wissenschaftswelt machte ihr das Ankommen leicht: Im Labor wird Englisch gesprochen, viele Freundschaften entstanden in einem internationalen Umfeld. Auch an der Universität bewegt sie sich heute selbstverständlich zwischen Forschung, Lehre und Administration. Seit 2019 hat Campiglio hier eine unbefristete Anstellung, seit April ist sie auf einer Tenure-Track-Stelle und damit auf dem Weg zur Assistant Professor. Und ja, in der © ANDREAS FRIEDLE
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sogenannte Western Blots durchführen und bekam monatelang kaum brauchbare Signale. Sie zweifelte an sich, optimierte, probierte weiter. Nach rund einem halben Jahr stellte sich heraus: Man hatte ihr den falschen Antikörper gegeben. Eine effiziente Lektion in wissenschaftlicher Frustrationstoleranz. Im Rückblick sieht Campiglio darin trotzdem einen Wert. Wenn alles funktioniert, denkt man wenig darüber nach, warum es funktioniert. Läuft allerdings etwas schief, muss man das System verstehen, Fehlerquellen identifizieren und systematisch ausschließen. „Failures also help a lot“, sagt sie. Solange es nicht zu viele auf einmal sind. Gerade testet ihr Team eine neue Möglichkeit: An der Universität wurde ein hochauflösendes Mikroskop installiert, das Strukturen bis in einen Bereich von etwa zwei Nanometern sichtbar machen kann. Ob die Methode für Campiglios konkrete Fragestellung passt, weiß sie noch nicht. Also wird getestet und gegebenenfalls irgendwann auch verworfen. Hartnäckigkeit bedeutet in der Wissenschaft nicht, um jeden Preis recht behalten zu wollen. Dass Innsbruck einmal ihr Lebensmittelpunkt werden würde, war ebenfalls nicht Teil eines großen Plans. Campiglio stammt aus Italien, ihr Partner aus Frankreich. Er wollte wegen der Berge nach Innsbruck, sie wollte vor allem eines: promovieren. Campiglio bewarb sich unter anderem in Schweden und in Innsbruck. Das internationale PhD-Programm hier gefiel ihr, sie bekam die Stelle und blieb. Mittlerweile lebt sie seit fast
Der FWF vergibt seine ASTRAPreise in Höhe von jeweils rund einer Million Euro an Wissenschaftler*innen, die mit ihren Projektideen in einem hochkompetitiven Auswahlverfahren und bei einem Hearing vor einer internationalen Jury überzeugten. Insgesamt wurden 18 Preise vergeben, elf davon gingen an Frauen. Die Verteilung der geförderten Projekte verdeutlicht die thematische Vielfalt der Grundlagenforschung: Je etwa ein Drittel stammt aus den Naturwissenschaften und der Technik, der Biologie und Medizin sowie den Geistes- und Sozialwissenschaften. Insgesamt begutachtete der FWF in der zweiten Ausschreibungsrunde Einreichungen von 170 Forscher*innen. www.fwf.ac.at
„I’m really curious.“ M A R TA C A MP IG L IO
dazugehörigen Zielvereinbarung taucht auch die Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse auf. Versteht sie, auf ihrer persönlichen Prioritätenliste stehen derzeit trotzdem andere Herausforderungen weiter oben. Ein paar „groundbreaking discoveries“ wären ihr lieber.
DIE SCHÖNHEIT DER FALSCHEN ANTWORT
Marta Campiglio hat in den vergangenen Monaten bereits Bereiche identifiziert, deren Bedeutung für die Signalübertragung bislang nicht bekannt war. Nun will sie herausfinden, womit genau diese interagieren. Parallel arbeitet ihr Kooperationspartner Filip van Petegem in Kanada mit strukturbiologischen Methoden an derselben großen Frage. Beide Teams tauschen Werkzeuge, Zellen und Erkenntnisse aus. Stück für Stück soll so ein genaueres Bild entstehen. Was Marta Campiglio in fünf Jahren erreicht haben möchte? Natürlich gibt es formale Ziele auf dem Weg zur Professur, Publikationen und all jene Dinge, die zu einer wissenschaftlichen Karriere gehören. Doch wenn sie selbst wählen dürfte, wäre es etwas anderes: Antworten auf ihre Fragen. Vielleicht wird sie bis dahin nicht jedes Detail entschlüsselt haben, doch wenn sie erklären kann, wie jene beiden Proteine miteinander verbunden sind – oder dieser Antwort zumindest entscheidend näherkommt –, wäre sie zufrieden. Auch ein Experiment, das ihre Hypothese widerlegt, ist für Campiglio dabei kein nutzloses Experiment. In ihrer Dissertation zitierte sie zu Beginn deshalb den britischen Biologen Thomas Henry Huxley: „The great tragedy of Science – the slaying of a beautiful hypothesis by an ugly fact.“ Campiglio kennt dieses Gefühl. Man ist überzeugt, gleich genau das zu sehen, was man erwartet hat. Dann kommt das Ergebnis. Und sagt nein. Kurz enttäuschend, wissenschaftlich trotzdem wertvoll. Denn auch eine falsche Hypothese macht das Feld ein Stück kleiner. Eine Möglichkeit fällt weg, eine andere wird wahrscheinlicher, die nächste Frage präziser. Forschung ist bei Marta Campiglio deshalb weniger die Suche nach Bestätigung als die Freude daran, etwas herauszufinden. Dafür braucht es vermutlich auch nicht unbedingt viel Geduld, Neugier und Hartnäckigkeit scheinen dafür ganz gut zu funktionieren.
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WIRTSCHAFTSKAMMER TIROL
MUSKEL ALS G E S U N D H E I T S FA K T O R Wissenschaftlich betrachtet ist unsere Muskulatur weit mehr als ein Motor für Kraft und Bewegung. Sie ist eines der aktivsten Organe unseres Körpers überhaupt – ein Stoffwechsel- und Kommunikationsorgan, das weitreichenden Einfluss auf die Gesundheit des ganzen Körpers hat. Sportwissenschaftliche Berater*innen wissen, wie man sie fit und gesund erhält, welches Training individuell sinnvoll ist oder wie man sie bei Verlust auch wieder aufbauen kann. T E X T : D O R I S H E LW E G
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ewegung ist eine biologische Notwendigkeit. „Muskulatur ist unsere Gesundheitsvorsorge für die Zukunft. Sie unterstützt Stoffwechsel, Knochen und Gelenke und trägt wesentlich dazu bei, bis ins hohe Alter hinein leistungsfähig und selbstständig zu bleiben“, beschreibt Hannes Mörtl, M.Sc., Sportwissenschaftler und Berufsgruppensprecher in der Wirtschaftskammer Tirol. „Unsere Muskulatur ist das einzige Organ, das man aktiv trainieren und damit über Jahrzehnte formen kann. Sie verändert sich ein Leben lang, meist ohne dass man es bemerkt. Wie schnell Muskulatur verloren gehen kann, überrascht viele. Das hängt auch maßgeblich davon ab, wie ausgeprägt die Inaktivität ist“, sagt Mag. rer. nat. Gerald Daringer, Sportwissenschaftler, Coach und vielen auch auf Grund seiner Erfolge im Eisschwimmen bekannt. Ohne gezieltes Training beginnt bereits ab dem 30. Lebensjahr ein schleichender Abbau. Studien zufolge verlieren wir ab diesem Alter rund drei bis fünf Prozent Muskelmasse pro Jahrzehnt, im höheren Alter beschleunigt sich dieser Prozess. „Der Unterschied zwischen ‚inaktiv‘ und ‚ein bisschen aktiv‘ ist dabei größer, als man denkt. Ein großes Argument dafür, Bewegungslücken erst gar nicht entstehen zu lassen, statt sie später aufzuholen“, rät Daringer. „Wer spät einsteigt, muss dennoch keine Angst haben: Muskulatur reagiert in jedem Alter auf Training. Auch mit 70 oder 80 Jahren lässt sich noch spürbar Kraft aufbauen.“
MUSKULATUR ALS STOFFWECHSEL UND KOMMUNIKATIONSORGAN
Wie weitreichend der Einfluss von Muskelzellen auf die Gesundheit unseres gesamten Körpers ist, weiß auch Marita Atzlinger, Gesundheitsberaterin in Heiterwang. „Aktive Muskelzellen beeinflussen unter anderem
FIN DE DE BER INE/ AT E N R*I
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den Energie- und Glukosestoffwechsel und setzen sogenannte Myokine frei. Das sind hormonähnliche Botenstoffe, über die der Muskel mit anderen Organen und Geweben kommuniziert. Zieht sich der Muskel zusammen, entstehen Myokine und Myometabolite, welche auch die Funktion des Gehirns beeinflussen können. Es entsteht sozusagen ein ständiger Muskel-Gehirn-Crosstalk. Regelmäßige Bewegung wirkt sich also nicht nur auf Muskelkraft und Ausdauer aus, sondern steht auch in Verbindung mit Gehirn, Stoffwechsel, Immunsystem und Stressregulation und hat in weiterer Folge einen positiven Einfluss auf emotionale Stabilität und psychisches Wohlbefinden.“
WENN DIE MUSKELKRAFT SCHWINDET
„Körperliche Veränderungen beginnen meist schleichend. Das Nachlassen von Muskelkraft, Gleichgewicht und Koordination auf Grund
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von Bewegungsmangel bleibt oft lange unbemerkt, erhöht jedoch langsam und stetig das Sturzrisiko“, erklärt Carina Neuner, Sportwissenschaftliche Beraterin und Referentin für Prävention und Gesundheit. Zu den Hauptrisikofaktoren für Stürze zählen Muskelschwäche der unteren Extremitäten, bereits erfolgte Stürze, Gangeinschränkungen und Gleichgewichtsdefizite. Gezieltes Training verbessert nicht nur beeinflussbare Hauptrisikofaktoren wie Beinkraft, posturale Kontrolle und Koordination, sondern fördert auch das Risikobewusstsein der Betroffenen und kann die Selbstwirksamkeit und das Selbstvertrauen auch insbesondere nach einem Sturzgeschehen maßgeblich verbessern.“
WIE VIEL TRAINING MACHT SINN?
Wie viel Krafttraining braucht unsere Gesundheit nun wirklich? „Bereits zwei gezielte Ganzkörper-Krafttrainingseinheiten pro Woche sind ein guter Anfang und können Muskelkraft und Muskelmasse deutlich verbessern. Für Einsteiger*innen eignen sich etwa sechs bis acht Übungen für die großen Muskelgruppen mit zunächst ein bis zwei, später zwei bis drei Sätzen zu jeweils acht bis zwölf Wiederholungen“, rät Hannes Mörtl: „Entscheidend ist die Intensität. Insbesondere die letzten Wiederholungen sollten schon anstrengend sein. Wird eine Übung zu leicht, muss das Gewicht schrittweise gesteigert werden. Gerade Einsteiger*innen sollten jedoch zunächst unter fachlicher Anleitung die richtige Bewegungstechnik erlernen, um die Muskulatur gezielt ansteuern zu können. Erst dann können die Gewichte kontrolliert und sicher gesteigert werden. Im Alter von 20 bis 40 Jahren ist es wichtig, Muskelmasse und Kraft aufzubauen und eine Grundlage für die spätere Gesundheit zu schaffen. Zwischen 40 und 60 Jahren gilt es, mit konsequentem Krafttraining dem zunehmenden Muskelabbau entgegenzuwirken. Vor allem Frauen sollten in der Menopause die Knochengesundheit, die maßgeblich von der Muskelkraft abhängt, im Auge behalten. Ab dem Alter von 60 Jahren spielen neben Krafttraining auch Gleichgewicht, Koordination und funktionelle Bewegungen zunehmend eine Rolle. Auch von 70 aufwärts ist noch Muskelaufbau möglich. Insbesondere Bein- und Rumpfkraft sowie das Gleichgewicht und die Reaktionsfähigkeit sollten dabei gezielt trainiert werden.“
DER INDIVIDUELLE MIX
Ergänzend zum Krafttraining empfiehlt die WHO wöchentlich 150 bis 300 Minu-
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ten moderate Ausdauerbewegung. „Ein Trainingsplan ist nur dann gut, wenn er zum Menschen passt. Ein beruflich belasteter Unternehmer benötigt eine andere Trainingsgestaltung als eine Frau mit Osteoporose oder ein Wiedereinsteiger nach einer Verletzung“, weiß der Berufsgruppensprecher. Qualifizierte Sportwissenschaftler*innen analysieren die körperlichen Voraussetzungen, vermitteln die richtige Übungstechnik und steuern Belastung und Regeneration individuell. Dabei werden Einschränkungen, Erkrankungen, Verletzungen, Arbeitsstress und persönliche Ziele ebenso berücksichtigt wie die Frage, ob zu Hause, im Studio oder unter persönlicher Betreuung trainiert wird. „Um einen gezielten Fitness-Start zu ermöglichen, sollte man seine persönlichen Leistungszonen, auch Puls-Trainingszonen genannt, kennen. Diese kann man nicht ein-
fach einer Pulsuhr, einer Sportstatistik oder einem KI-Trainingsplan überlassen, da jeder Mensch individuell unterschiedlich ist. Zur Ist-Stand-Erhebung der persönlichen Fitness führen sportwissenschaftliche Berater*innen verschiedene sportwissenschaftliche Testungen wie Ergometrie, Belastungs-EKG und Laktatleistungsdiagnostik durch, aus deren Werten ein persönlicher Trainingsplan erstellt wird“, empfiehlt Vitalcoach Mag. Gerhard Mayrhuber. Das Ziel ist also nicht möglichst viel Training, sondern die richtige Belastung. Regelmäßig, individuell und langfristig. Sportwissenschaftler*innen sind nicht nur die richtigen Expert*innen in Sachen gezieltes Training, sie sind auch überzeugende Motivatoren, wenn es darum geht, den Weg zu mehr Muskelkraft und Gesundheit zu gehen. PR
SPORTWISSENSCHAFTLICHE BERATER DIESES ARTIKELS • Hannes Mörtl, M.Sc., Innsbruck, www.koerperbau.at • Mag. rer. nat. Gerald Daringer, Telfes im Stubai, www.gerald-daringer.at • Carina Neuner, M.Sc., Maurach am Achensee, www.naturegym.at • Mag. Gerhard Mayrhuber, Thaur, www.vitalcoach.cc • Mag. Marita Atzlinger, M.Sc., Heiterwang, www.maritaatzlinger.at
eco.titel
GESUNDE MITARBEITER – GESUNDE UNTERNEHMEN Betriebliche Gesundheitsförderung wird immer wichtiger. Doch was können Unternehmen konkret tun? Wir haben mit Walter Peer, Landesdirektor der Wiener Städtischen Versicherung in Tirol, gesprochen.
ECO.NOVA: Warum wird es für Unterneh-
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men zunehmend ratsam, in betriebliche Gesundheitsförderung zu investieren? WALTER PEER: Die Anforderungen in der Arbeitswelt steigen und wir verbringen einen großen Teil unseres Lebens am Arbeitsplatz. Gesundheit ist deshalb längst auch ein unternehmerisches Thema. 2025 waren Beschäftigte in Österreich durchschnittlich 14,7 Kalendertage im Krankenstand – rund vier Prozent der Jahresarbeitszeit gingen dadurch verloren. Hinter diesen Zahlen stehen Menschen und konkrete Auswirkungen für Betriebe. Gesunde und motivierte Mitarbeiter*innen sind kein „Nice-to-have“ – sie sind die Grundlage eines erfolgreichen Unternehmens.
Welchen wirtschaftlichen Wert haben gesunde und motivierte Mitarbeiter*innen? Einen sehr hohen. Wer gesund ist, sich wertgeschätzt fühlt und gerne zur Arbeit kommt, kann seine Leistung besser einbringen und bleibt einem Unternehmen eher verbunden. Das Österreichische Netzwerk für Betriebliche Gesundheitsförderung verweist bei entsprechenden Maßnahmen auf einen positiven Return on Investment von rund 1:3. Wer in Gesundheit investiert, investiert damit auch wirtschaftlich in die Zukunft. Was kann ein Unternehmen für die körperliche und psychische Gesundheit der Mitarbeiter*innen tun? Es beginnt nicht beim Obstkorb, sondern bei der Unternehmenskultur. Führung, Wertschätzung, offene Kommunikation und ein aufmerksamer Umgang mit Belastungen sind entscheidend. Dazu kommen konkrete Angebote – von Vorsorge und Bewegung über ergonomische Arbeitsplätze bis zur mentalen Gesundheit. Gute Gesundheitsförderung beginnt, bevor Krankheit entsteht.
Welche Vorteile ergeben sich daraus für das Unternehmen? Weniger Fehlzeiten sind wichtig, aber nicht der einzige Effekt. Gesundheitsförderung kann Motivation, Bindung und Arbeitgeberattraktivität stärken – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels. Unternehmen brauchen Menschen, die langfristig gesund und gerne Teil des Teams bleiben. Gesundheit ist deshalb auch ein Wettbewerbsfaktor.
Und für die Mitarbeiter*innen? Für Mitarbeiter*innen bedeutet es vor allem Lebensqualität. Ein guter Arbeitsplatz soll Leistung ermöglichen, ohne dauerhaft auf Kosten der eigenen Gesundheit zu gehen. Wer frühzeitig Zugang zu Vorsorge und Unterstützung erhält, kann Belastungen besser erkennen und gegensteuern. Leistung ist für jedes Unternehmen entscheidend. Dabei steht der Mensch immer im Mittelpunkt.
Welche Maßnahmen erachten Sie als besonders zielführend? Es gibt keine Maßnahme, die für jeden Betrieb gleichermaßen passt. Rund ein Fünftel der Beschäftigten ist etwa von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems betroffen, in anderen Betrieben stehen andere Belastungen im Vordergrund. Deshalb muss am Anfang die Frage stehen: Was brauchen unsere Mitarbeiter*innen wirklich? Erst zuhören, dann gezielt handeln.
Gibt es steuerliche Vorteile? Unter bestimmten Voraussetzungen können Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung steuerlich begünstigt sein. Welche Regelungen konkret greifen, hängt von der Maßnahme ab und sollte vorher fachlich geprüft werden. Der steuerliche Vorteil kann ein Anreiz sein – der eigentliche Gewinn sind gesunde Mitarbeiter*innen und ein gesundes Unternehmen.
die zahnärztInn
ZAHNMEDIZIN NEU GEDACHT
D
ie Wurzelbehandlung gehört vermutlich zu den zahnmedizinischen Behandlungen, über die besonders viele Vorurteile bestehen. Viele Patient*innen verbinden damit Schmerzen, zahlreiche Sitzungen und die Sorge, den Zahn ohnehin irgendwann entfernen zu müssen. „Die Endodontie hat sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt. Mit moderner Diagnostik, Vergrößerung, präziser Aufbereitung und Desinfektion können heute auch komplexe Fälle behandelt und Zähne erhalten werden, die früher häufig entfernt werden mussten“, erklärt Dr. Raffaela Falkner, Zahnärztin in Innsbruck.
© ANNA LENA DUSCHL
Moderne Zahnmedizin bedeutet nicht nur, verloren gegangene Zähne bestmöglich zu ersetzen. Sie bedeutet auch, mit Präzision und möglichst substanzschonenden Verfahren alles Sinnvolle dafür zu tun, eigene Zahnsubstanz zu erhalten. Damit verbunden ist, alte Mythen über Wurzelbehandlungen auszuräumen.
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MYTHOS WURZELBEHANDLUNG
Eine Wurzelbehandlung ist heute vor allem eine Maßnahme zum Zahnerhalt. „Der eigene Zahn ist biologisch etwas Besonderes. Wenn ein Zahn eine realistische Erhaltungsprognose hat, sollte geprüft werden, welche Möglichkeiten für seinen Erhalt bestehen“, so Falkner. Eines der größten Missverständnisse rund um die Wurzelbehandlung ist dabei, dass die Behandlung selbst zwangsläufig starke Schmerzen verursacht. „Eine moderne Wurzelbehandlung kann unter lokaler Betäubung in der Regel nahezu schmerzfrei durchgeführt werden. Vielmehr sind die Entzündung und der erkrankte Zahn selbst die Ursache der Schmerzen, wegen derer Patient*innen überhaupt in die Praxis kommen.“ Tiefe Karies, undichte Füllungen oder Kronen, ein Unfall oder andere Schädigungen können dazu führen, dass sich die sogenannte Pulpa mit Nerven und Blutgefäßen im Inneren des Zahnes entzündet oder gar abstirbt.
PRÄZISION MIT DENTALMIKROSKOP
Das Wurzelkanalsystem eines Zahnes ist kein einfacher gerader Kanal. Es kann aus mehreren sehr feinen Kanälen, Verzweigungen und anatomischen Besonderheiten be-
Dr. Raffaela Falkner hat sich in ihrer Praxis auf Wurzelbehandlungen/Endodentie sowie auf biomimetische und minimalinvasive Zahnmedizin spezialisiert.
stehen. Und genau hier liegt eine der Herausforderungen bei Wurzelbehandlungen: „Gerade in der Endodontie entscheiden oft Details über den langfristigen Zahnerhalt. Deshalb arbeite ich bei komplexen Wurzelbehandlungen mit dem Dentalmikroskop. Dadurch können beispielsweise zusätzliche Kanäle, sehr kleine Strukturen oder andere Besonderheiten besser erkannt, erreicht, gereinigt, ausreichend desinfiziert und das Kanalsystem wieder dicht verschlossen werden. Ebenso wichtig ist es, möglichst viel gesunde Zahnsubstanz zu bewahren und den Zahn anschließend stabil und dicht wiederherzustellen. Dank dieser Präzision kann in den meisten Fällen auch eine Revision auf Grund erneuter Entzündungen oder bakterieller Kontaminationen vermieden werden.“
Wichtig ist jedoch eine ehrliche Einschätzung: „Nicht jeder Zahn kann oder sollte um jeden Preis erhalten werden. Entscheidend sind Befund, Prognose und die individuelle Situation“, weiß die Zahnärztin, der langfristige Zahngesundheit am Herzen liegt. Wahre Schönheit kommt eben aus der Natur. „Deshalb orientieren wir uns an den natürlichen Strukturen und Funktionen der Zähne und haben uns auf hochpräzise Wurzelbehandlungen und minimalinvasive Zahnmedizin spezialisiert.“ PR
DR. RAFFAELA FALKNER Wahlarztordination Herzog-Siegmund-Ufer 17 6020 Innsbruck www.diezahnaerztinn.at
© BIRGIT GUFLER
MENSCHEN & UNTERNEHMEN
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KULTUR, DIE SICH RECHNET Die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik feiern 2026 ihr 50-jähriges Bestehen und sind längst nicht nur kulturell, sondern auch wirtschaftlich ein Gewinn für die Region. Seit ihrer Gründung 1976 haben sie sich zu einem der international führenden Festivals für Alte Musik entwickelt. Dass davon nicht nur das Kulturleben profitiert, zeigt eine aktuelle Analyse der Integrated Consulting Group (ICG): Demnach sorgen die Festwochen jährlich für rund 7,6 Millionen Euro zusätzliche Wertschöpfung in der Region. Hotels, Gastronomie, Handel, Handwerk und zahlreiche Dienstleister profitieren von Gästen, Künstler*innen und Produktionen. Jeder Euro öffentlicher Förderung erzeugt laut Analyse einen wirtschaftlichen Nutzen von rund 2,80 Euro. Direkt und indirekt sichern die Festwochen zudem Beschäftigung im Umfang von etwa 100 Vollzeitstellen und Einkommen in Höhe von 5,6 Millionen Euro. Rund 2,3 Millionen Euro davon fließen als zusätzliche Kaufkraft zurück in die Region. Über Steuern und Abgaben gelangen außerdem rund 2,9 Millionen Euro an die öffentliche Hand, etwas mehr als die gesamte öffentliche Förderung. Zum 50. Geburtstag setzten die Festwochen auch künstlerisch ein Ausrufezeichen: Pietro Antonio Cestis monumentale Barockoper „Il pomo d’oro“ wurde erstmals seit ihrer Uraufführung 1668 wieder vollständig aufgeführt.
eco.wirtschaft
© BLICKFANG PHOTOGRAPHIE
eco.mmentar
Marina Bernardi, Chefredaktion
Zu einfach TIROL IM SORTIMENT Transgourmet hat seinen neuen Standort in Kematen eröffnet und mit ihm den ersten reinen Zustellstandort des Gastronomie-Großhändlers in Österreich. Von hier aus werden künftig vor allem Gastronomie und Hotellerie im Großraum Innsbruck und Tiroler Oberland mit mehr als 20.000 Artikeln beliefert. Zum Start beschäftigt der Standort rund 50 Mitarbeiter*innen, langfristig sollen es bis zu 150 werden. Rund 28 Millionen Euro investierte Transgourmet in den Neubau. Bemerkenswert aus Tiroler Sicht: Bau- und Lieferaufträge im Wert von rund 14,5 Millionen Euro gingen an heimische Unternehmen. Neben moderner Logistik setzt Transgourmet auf Austausch und Weiterbildung. Im rund 300 Quadratmeter großen „Genussquartier“ mit Showküche, Bar und Veranstaltungsbereich sind künftig Verkostungen, Workshops und Schulungen geplant. Auch energetisch wurde investiert: Photovoltaik, Abwärmenutzung, begrünte Dachflächen und Wasserrückhaltung gehören zum Konzept. Mit Ausnahme des Fuhrparks wird der Standort CO₂-neutral betrieben.
100 Millionen Investitions-Euro Die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Hypo Tirol Bank stellen gemeinsam 100 Millionen Euro für Investitionen kleiner und mittlerer Unternehmen, MidCaps sowie öffentlicher Einrichtungen bereit. Die EIB gewährt dafür ein Darlehen über 50 Millionen Euro, das von der Hypo Tirol Bank in gleicher Höhe ergänzt wird. Mindestens 60 Prozent des EIB-Kreditvolumens sollen KMU zugutekommen, weitere 20 Prozent sind für Klimaschutzvorhaben reserviert, etwa für energieeffiziente Gebäude und Sanierungen. Förderfähig sind unter anderem Investitionen in Tourismus, Gastronomie und mittelständischen Gewerbebetrieben. Im Kernmarkt Tirol sollen die Mittel insbesondere regionale Wertschöpfung und wirtschaftliche Entwicklung stärken. Die Finanzierungen werden zwischen 2026 und 2030 unter anderem mit niedrigeren Zinssätzen und längeren Laufzeiten als marktüblich vergeben. Damit soll Unternehmen in einem anspruchsvollen Finanzierungsumfeld zusätzlicher Spielraum für Investitionen eröffnet werden.
RICHTIGSTELLUNG Im Ranking der Top-500-Unternehmen Tirols in der Juli-Ausgabe ist uns leider ein Fehler unterlaufen. Das EGT der Autohaus Schweiger GmbH aus Reutte (Platz 56) beläuft sich für 2025 nicht wie angegeben auf 22.000.000 Euro, sondern auf 2.175.000 Euro. Wir bitten, die falsche zusätzliche Null zu entschuldigen.
Wann wird endlich wieder alles, wie es nie war? Es wäre angenehm, wäre die Welt ein bisschen einfacher. Wenn jedes Problem eine klare Ursache hätte, jeder Schuldige einen Namen und jede komplexe Frage eine Antwort, die in einen Satz passt. Am besten in einen sehr kurzen. Nur leider funktioniert die Welt so nicht. Wirtschaft, Migration, Klimawandel, soziale Sicherheit, Bildung, Gesundheit: Unsere großen Fragen sind nicht deshalb schwierig, weil noch niemand laut genug darauf geantwortet hat. Sie sind schwierig, weil Interessen aufeinanderprallen, Zusammenhänge komplex sind und jede Entscheidung Folgen hat. Manchmal sogar solche, die man vorher nicht kennt. Trotzdem scheint gerade das Gegenteil Konjunktur zu haben: Nicht das Abwägen, sondern das Zuspitzen. Nicht die Lösung, sondern die Empörung. Zorn und Wut lassen sich schließlich wunderbar bewirtschaften. Man muss Probleme dafür nicht lösen, es reicht, sie groß genug zu machen und möglichst überzeugend zu behaupten, früher sei ohnehin alles besser gewesen. Doch war es das? Die Vergangenheit hat einen entscheidenden Vorteil: die selektive Wahrnehmung. Wir erinnern uns an Sicherheit und Überschaubarkeit, an vermeintlich klare Verhältnisse. Weniger gern jedoch an das, was wir seither überwunden, verbessert und dazugelernt haben. So entsteht rückblickend eine gute alte Zeit, die vor allem eines war: deutlich weniger gut, als wir sie heute erzählen. Wut mag Wahlen gewinnen, weiter bringt sie uns nicht. Denn irgendwann endet jede Empörung am selben Punkt: nämlich bei der Frage, was jetzt konkret zu tun ist. Wir täten gut daran, nicht die Komplexität der Frage als Schwäche zu betrachten, sondern einfache Antworten darauf zumindest ein bisschen verdächtig zu finden. Anregungen und Kommentare bitte an bernardi@econova.at
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E T T I M Die wirtschaftliche Mitte steht unter Druck. Hohe Abgaben, steigende Kosten und weniger Spielraum für die eigene Vorsorge treffen Arbeitnehmer*innen genauso wie Unternehmer*innen – allerdings nicht auf dieselbe Weise. Wo liegen die tatsächlichen Schieflagen, was ist gerecht und wie viel staatliche Lenkung verträgt eine Wirtschaft? Die Wirtschaftswissenschaftler Erich Pummerer und Leonhard Dobusch vertreten dazu ziemlich unterschiedliche Positionen. TEXT: MARIAN KRÖLL
EF
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DA S SYS T E M I S T I N B E TR ÄC HTLI C H E R SC H I E FL AG E . S O W I E E S H E U T E I S T, FUNKTIONIERT ES EIGENTLICH
nder Pressure. Was Queen und David Bowie in den 1980ern besangen, ist heute der finanzielle Soundtrack der Mitte. Pressure gibt es bereits genug, people on the streets – entweder als Obdachlose oder mobilisierten Protest – gibt es in Österreich erstens Gott sei Dank und zweitens unter Umständen leider noch nicht. Und der Druck steigt. Die These von der eingeklemmten Mitte – der Squeezed Middle – ist nicht etwa neu. Der Begriff ist in den Jahren nach der globalen Finanzkrise 2008 aufgekommen und beschreibt den schrumpfenden finanziellen Spielraum der Mitte. Wir wollen ihn hier ganz bewusst auf die unternehmerische Mitte ausdehnen, denn auch sie steht unter Druck, der linear mit den Sparzwängen des Staats zuzunehmen scheint. Wenn die Staatsausgaben dynamisch wachsen, müssen die Einnahmen eben mitwachsen, schließlich will alles gegenfinanziert werden. Gegenfinanzierung. Das klingt beinahe so, als wende sich die Finanzierung gegen ein Segment der Bevölkerung. Sind es die Pensionist*innen? Kaum. Bei den Pensionen
NUR NOCH FÜR DIE Ä LT E R E N .
– selbst bei den sogenannten „Luxuspensionen“ – ist von der Staatsschuldenkrise wenig zu bemerken. Der Staat nimmt den Generationenvertrag nämlich äußerst ernst, wenn es um die ältere Generation geht, die Pensionsbezieher*innen. Die Zuschüsse, die aus dem Budget in die staatlichen Pensionen fließen, wachsen beständig. Das liegt freilich auch, aber nicht nur, an der demografischen Entwicklung. Die Gesellschaft wird älter, Pensionsbezieher*innen bleiben damit zunehmend länger in Pension. Auch deshalb, weil das faktische Antrittsalter dem gesetzlichen hinterherhinkt und die Lebenserwartung schneller gestiegen ist als dieses. Die Rechnung werden die jüngeren Generationen zu begleichen haben, die heute in einem zunehmend schwieriger werdenden Arbeitsmarkt immer mehr Pensionist*innen miterhalten müssen. Das System ist in beträchtlicher Schieflage. So wie es heute ist, funktioniert es eigentlich nur noch für die Älteren. Das ist aber kein österreichisches Spezifikum.
INNERE EMIGRATION
Der deutsch-bulgarische Wirtschaftswissenschaftler Stefan Kolev hat mit „Wohlstand für Junge“ ein Buch vorgelegt, das optimistisch und alarmistisch zugleich sein will. Was Kolev für die deutschen jüngeren Generationen beschreibt, darf nicht nur für die Arbeitnehmer*innen, sondern auch für eine zunehmende Anzahl an Unternehmer*innen in Österreich Geltung beanspruchen.
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E S G I B T N E B E N D E M Ä Q U I VA L E N Z P R I N Z I P A U C H D A S S O L I D A R I TÄT S P R I N Z I P. B E I D E S I N D W I C H T I G , A B E R N I C H T I M M E R K O M PAT I B E L .
Kolev warnt vor der „inneren Emigration“, die droht, wenn Menschen das Vertrauen in das Preis-Leistungs-Verhältnis ihres Staates verlieren. Sie ziehen sich frustriert zurück, kündigen den unsichtbaren Gesellschaftsvertrag einseitig auf und begnügen sich mit Dienst nach Vorschrift. Sie wieder zu motivieren ist sogar noch schwerer und langwieriger, als sie bis zur Demotivation zu frustrieren. Legt man diese Diagnose auf die heimische Wirtschaft um, spiegelt sich darin gewiss auch ein Teil des gegenwärtigen Gemütszustands des Tiroler Mittelstands wider.
LEITER OHNE SPROSSEN
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Der amorphe Mittelstand, immer wieder als Rückgrat sowohl der Wirtschaft als auch – als Mittelschicht – der Gesellschaft bezeichnet, ist under pressure. Der Staat greift beherzt zu und (er)findet immer neue Wege, dass am Ende des Monats – oder Bilanzjahres – immer weniger Netto vom Brutto übrigbleibt. Den erwerbstätigen Menschen geht es diesbezüglich nicht viel anders als dem unternehmerischen Mittelstand, der sich überwiegend aus kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zusammensetzt. Wer verstehen will, wie die unternehmerische Resignation in der Praxis aussieht, braucht nur auf das jüngste steuerpolitische Manöver rund um den Gewinnfreibetrag zu blicken. Bislang sollte er für KMU das entscheidende Werkzeug sein, um über Wertpapiere einen liquiden Krisenpuffer und Eigenkapital aufzubauen – fast so etwas wie das 13. und 14. Gehalt –, sowie die private Altersvorsorge der Selbstständigen. Doch die Politik sägt dem Mittelstand nun genau diese Sprosse aus der Leiter, indem – zunächst befristet für die Jahre 2027 bis 2029 – die Wertpapierdeckung ganz einfach ausgesetzt wird. Die Regierung bezweckt damit, dass Kapital in konjunkturell angespannten Zeiten nicht in Depots ruht, sondern in die Realwirtschaft fließen soll. Erich Pummerer, Professor für Steuerlehre an der Universität Innsbruck, sieht hinter dieser Maßnahme kein wirtschaftspolitisches Ziel, sondern ein rein fis-
WOHLSTAND FÜR JUNGE Stefan Kolev, Herder Verlag, 160 Seiten, EUR 18,60
Staatsverschuldung, Rente, Wehrdienst, Klimaschutz – die wichtigsten Zukunftsdebatten sind mit einer zentralen Frage direkt verknüpft: Sind die jüngeren Bürgerinnen und Bürger noch bereit, die Lasten für die beschlossenen Maßnahmen mitzutragen? Die Fragen, die Stefan Kolev, Jahrgang 1981, für Deutschland zeichnet, lassen sich auch auf Österreich übertragen.
kalisches. Die Erfahrung lehrt ihn, bei der Befristung skeptisch zu sein. Er hält diese für eine „PR-Maßnahme“ und sagt: „Befristungen sind in Pressekonferenzen besser zu verkaufen als eine dauerhafte Abschaffung. Erfahrungsgemäß werden Befristungen immer wieder verlängert.“ Für Pummerer steht hinter dem vorgeschobenen Ziel, mit der Maßnahme die Realwirtschaft ankurbeln zu wollen, ein großes Fragezeichen. Das Resultat dieser politischen Lenkung ist stattdessen eine betriebswirtschaftliche Absurdität, gleichsam eine staatlich geförderte Fehlallokation. Die geht so: Um die Steuerlast am Jahresende noch irgendwie zu drücken, kauft der regionale Unternehmer gegen Jahresende hin ein Fahrzeug oder eine Maschine, die er vielleicht gar nicht wirklich braucht. Wertvolles Kapital wird dadurch in schnell an Wert verlierendem Blech gebunden, anstatt das Unternehmen – und Unternehmer*in – für die nächste konjunkturelle Talfahrt resilienter zu machen. „Nicht notwendige Investitionen werden Unternehmer aber hoffentlich trotzdem nicht durchführen“, so Pummerer. Behält er recht, freut sich der Fiskus: „Das führt dann zur beabsichtigten Steuermehrbelastung der KMU. Alles andere würde keinen Beitrag zum Budget leisten.“ Der Experte sieht dennoch eine gewisse Gefahr, „dass unternehmerisch nicht sinnvolle Investitionen zur Rettung eines Freibetrags umgesetzt werden“, sofern entsprechende Liquidität vorhanden ist. „Der psychologische Effekt eines ‚Steuergeschenks‘ durch einen investitionsbedingten Gewinnfreibetrag ist nicht zu unterschätzen“, räumt er ein.
SCHIEFE STEUEREBENE
So weit, so durchsichtig, so problematisch. Gerade im Dienstleistungssektor und bei freien Berufen diente bislang fast ausschließlich das Wertpapierdepot dazu, den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag auszuschöpfen. Der Grund liegt auf der Hand: Weder der IT-Berater noch die Ärztin oder die Steuerberaterin müssen jährlich zehntausende Euro in neue Ma-
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eco.wirtschaft
„Die staatliche Steuerung unternehmerischer Initiativen hat sich historisch in der Regel als nicht vorteilhaft erwiesen.“ ERICH PUMMERER
49 schinen oder sonstiges Arbeitsgerät investieren. Fällt das Wertpapier als Deckung ab 2027 weg, geht diese Gruppe steuerlich – abgesehen vom investitionsunabhängigen Grundfreibetrag für Gewinne bis 33.000 Euro – leer aus, es sei denn, sie flüchtet sich in künstliche Sachinvestitionen. Politisch könnte das als reine Maßnahme zur Budgetkosmetik gewertet werden, die für die Betroffenen durchaus schmerzhaft ist und jedenfalls keinen Leistungsanreiz darstellt. „Bei der direkten Steuerlast fällt auf, dass bei Arbeitnehmer*innen große Teile der Einkünfte begünstigt besteuert werden; der Gewinnfreibetrag in der Einkommensteuer kann das nur zum Teil kompensieren“, vergleicht Erich Pummerer. Als Alternative werde oft die GmbH ins Spiel gebracht, weil einbehaltene Gewinne nur der Körperschaftsteuer von 23 Prozent unterliegen würden. „Für die meisten Unternehmer bringt das jedoch nichts, weil sie von den erwirtschafteten Mitteln auch leben müssen und daher gar nicht thesaurieren können“, wendet der Experte ein. Woher unter den Unternehmer*innen das Gefühl einer Schieflage kommt, weiß Pummerer: „Rechnet man zur direkten Abgabenbelastung auch noch die indirekte Belastung von KMU durch Bürokratie hinzu, ergibt sich
für Unternehmer*innen eine weit höhere Gesamtbelastung als für deren Mitarbeiter*innen.“ Persönliche Arbeitsleistung und staatliche Gegenleistung driften auseinander. Wer heute viel leistet, bekommt morgen verhältnismäßig weniger heraus. Das mag für die arbeitende Mitte noch ein neuer und unerfreulicher Zustand sein, bei Unternehmer*innen dagegen nicht, wie Pummerer ausführt: „In der Einkommensteuer besteht dieses Prinzip schon immer. Wer gut verdient, muss über den progressiven Tarif überproportional zum Steueraufkommen beitragen. Die öffentlichen Leistungen sind aber für alle gleich.“ Ja, es gibt neben dem Äquivalenzprinzip eben auch noch das Solidaritätsprinzip. Beide sind wichtig, aber nicht immer kompatibel. „Auch wenn man das für gerecht hält, ist das kein Leistungsanreiz“, sagt Pummerer. Erfolgreiche KMU hätten in der Regel auch die Mittel für Investitionen, meint der Experte, laut dem sich für diese aber zunehmend ein anderes, weit standortschädlicheres Problem auftut: „Angesichts der steigenden Abgabenbelastung stellt sich zunehmend die Frage, warum Unternehmen überhaupt noch in Österreich investieren sollen. Exponentiell steigende Berichtspflichten – zum Beispiel durch Nach-
haltigkeitsberichterstattung oder andere gut gemeinte Initiativen – stellen einen großen zusätzlichen Anreiz dar, Investitionen in anderen Regionen umzusetzen.“ Jede Leistung, sprich Investition, die nicht am Standort erbracht wird, rächt sich in Zukunft doppelt. Nach der Coronaviruspandemie wurde zwar allenthalben Resilienz getrommelt, Maßnahmen wie die Aussetzung der Wertpapierdeckung erreichen aber das Gegenteil, wie Pummerer ausführt: „Gerade kleine Unternehmen haben nicht jedes Jahr den gleichen Investitionsbedarf. Der Aufbau eines Wertpapierbestandes war eine Möglichkeit der Vorsorge für größere Investitionen. Durch die Besteuerung der für diese Investitionen reservierten Gewinnbestandteile werden erforderliche Ersatzinvestitionen gerade für kleine Unternehmen erschwert.“ Außerdem vergrößere sich dadurch „die Schieflage bei der Besteuerung von Unternehmern und Arbeitnehmern wieder.“
LINKE TASCHE, RECHTE TASCHE
Steuern steuern. Das ist bekannt. In diesem Fall sollen sie die Investitionstätigkeit der Wirtschaft anschieben. Pummerer ist skeptisch: „Die staatliche Steuerung unternehmerischer Initiativen hat sich historisch in der Regel als nicht vorteilhaft erwiesen.“ Er
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A N G E S I C H T S D E R P R E K Ä R E N B U D G E TÄ R E N L A G E S C H E I N T E I N S PA R E N I M , A M U N D A M B ESTEN AUCH NOCH M IT SYSTE M IN ÖSTERREICH UNUMGÄNGLICH.
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kritisiert auch, dass in Österreich sehr viel besteuert werde, um das umfangreiche Subventionswesen zu finanzieren. Einen Teil ihrer Steuerleistung können sich die Unternehmen dann – verbunden mit umfangreicher Bürokratie – wieder in Form von Subventionen zurückholen. Pummerer vermutet, dass „die Administration der Subventionen wesentliche Mittel verbraucht, die den Unternehmen dann nicht mehr zur Verfügung stehen.“ Das ist keine gewagte Annahme. „Ein Weg wäre, die unternehmerische Steuerbelastung bei gleichzeitiger Einschränkung der Subventionen zu senken. Dann tritt wieder die unternehmerische Eigenverantwortung in den Vordergrund“, regt der Wissenschaftler an und merkt zugleich an, dass Leistung zwar überproportional besteuert wird, im Gegenzug das damit verbundene unternehmerische Risiko aber überhaupt nicht berücksichtigt wird, „obwohl die Übernahme dieses Risikos auch eine Leistung ist“. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wenn niemand mehr wagt, gibt es auch für den Staat nichts mehr zu gewinnen. „Wer unternehmerisch erfolgreich ist, wird durch die Einkommensteuer überproportional belastet und in öffentlichen Diskussionen als zukünftig noch bessere ‚Melkkuh‘ für eine Reichen- oder Erbschaftssteuer eingeschätzt“, so Pummerer, der in der Praxis ein Fanal für den Wirtschaftsstandort beobachtet. „In der Beratung nehmen die Anfragen zur Wegzugsbesteuerung bzw. zur Besteuerung von Auslandsinvestitionen in letzter Zeit stark zu.“ Das heißt, dass der inneren Emigration der Unternehmer*innen vielleicht irgendwann die tatsächliche Emigration folgt. Erich Pummerer argumentiert, dass die KMU in den vergangenen Jahren unter zu stark gestiegenen Produktionskosten leiden würden. „Bei Energie- und Personalkosten spielt die Abgabenbelastung eine große Rolle. Da hätte der Staat die Möglichkeit, diese zu senken. Dem stehen derzeit aber offenbar budgetäre Zwänge entgegen. Das ist für die Wettbewerbsfähigkeit von KMU sehr negativ.“ Es muss gegengesteuert werden, sonst
wandern immer mehr Unternehmen ab. Der Experte regt an, die Übernahme von unternehmerischem Risiko steuerlich zu belohnen. Sollte das politisch nicht drin sein, „sollte zumindest der Aufbau von Eigenkapital steuerlich nicht behindert werden“. KMU zu sein war schon einmal lustiger – und auch ertragreicher.
DUMMES GELD?
Der Aufbau von Eigenkapital führt unweigerlich zur Frage, wie dieses Kapital veranlagt wird. Stefan Kolev verwendet in seiner Analyse ein treffendes Bild für die europäische und insbesondere deutschsprachige Anlagekultur: „stupid German money“. Während in anderen Wirtschaftsräumen durch einen offensiven Zugang zum Kapitalmarkt Wohlstand in der breiten Mitte aufgebaut wird, scheut man hierzulande das Risiko und belässt das Geld auf renditeschwachen Konten, wo es langsam, aber sicher ein Opfer der Inflation wird. Eine zukunftsfähige Wirtschaft, so erzählt man es sich, verlangt nach einer neuen Kapitalmarktkultur. Maßnahmen wie die Aussetzung der Wertpapierdeckung beim Gewinnfreibetrag bewirken aber das Gegenteil. Nimmt der Staat den Unternehmen den steuerlichen Anreiz, in Aktien oder Anleihen zu investieren, verstärkt er die Berührungsängste mit dem Kapitalmarkt. Um im Bild zu bleiben: Er sägt den KMU eine tragfähige Sprosse ab, um sich aus eigener Kraft einen Vermögenspolster aufzubauen. Eh schon wissen, wegen der Resilienz warats.
DURCH DIE VERTEILUNGS ÖKONOMISCHE BRILLE
Diese Geschichte klingt zunächst bestechend logisch. Doch stimmt sie auch? Wechselt man die Perspektive und blickt stärker durch eine verteilungsökonomische Brille, kann der steuerbegünstigte Wertpapierkauf in einem anderen Licht erscheinen. Leonhard Dobusch, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Innsbruck und wissenschaftlicher Leiter des Momentum Insti-
tuts, zieht eine scharfe Trennlinie zwischen legitimer unternehmerischer Eigenvorsorge und staatlich subventioniertem Depotaufbau. Dabei tritt er auch der Erzählung einer allein leidenden, überlasteten Mitte entgegen. „In Österreich stammen nur 1,1 Prozent des Steueraufkommens aus vermögensbezogenen Steuern. Die Mitte trägt das System also nicht allein, aber Arbeit wird deutlich stärker zur Finanzierung herangezogen als großer Besitz.“ Das ist für Dobusch der springende Punkt und nicht das Match „Alt gegen Jung“ und Nettozahler gegen Nettoempfänger. Die Diagnose einer überlasteten Mitte treffe aber, räumt der Wissenschaftler ein, einen wichtigen Punkt. Dass dem Mittelstand die eine oder andere Sprosse auf der Aufstiegsleiter fehlt, bestreitet auch Dobusch nicht, er verortet die Ursache nur an anderer Stelle. „Klar ist, dass Erben keine Leistung, sondern Ergebnis der Geburtslotterie ist. Ein Steuersystem wie das österreichische, das Arbeitseinkommen hoch und Erben gar nicht besteuert, ist deshalb jedenfalls leistungsfeindlich.“ Zugleich warnt der Wissenschaftler davor, den sozialen Aufstieg zum Nonplusultra zu verklären. „Aufstieg ist notwendigerweise relativ. Es können nicht alle aufsteigen. Natürlich ist es wichtig, dass gesellschaftliche Institutionen durchlässig sind und individueller Aufstieg möglich ist. Aber am Ende geht es darum, die Lebensqualität für alle zu verbessern, unabhängig ob individueller Aufstieg geglückt ist“, sagt er. Für Dobusch greift auch das Argument, man nehme den Unternehmen durch das Aussetzen der Wertpapierdeckung ihr wichtigstes Kriseninstrument, zu kurz. „Dass ein Betrieb liquide Mittel in Anleihen hält, kann vollkommen vernünftig sein. Daraus folgt aber noch nicht, dass der Staat genau diese Anlage steuerlich fördern muss“, entgegnet der Ökonom. Er sieht darin einen Verzicht auf Steuereinnahmen, obwohl das Unternehmen im Gegenzug keine zusätzliche Maschine anschafft, keinen Standort erweitert, keine Beschäftigten einstellt. Als Absage
© INGO PERTRAMER
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„In Österreich stammen nur 1,1 Prozent des Steueraufkommens aus vermögensbezogenen Steuern. Die Mitte trägt das System also nicht allein, aber Arbeit wird deutlich stärker zur Finanzierung herangezogen als großer Besitz.“ LEONHARD DOBUSCH
51 an die Eigenvorsorge will er das nicht interpretiert wissen: „Eigenvorsorge kann gerade für Selbständige sinnvoll sein. Die politische Frage lautet aber, warum der Staat Wertpapiervermögen steuerlich privilegieren sollte. Man kann vernünftige individuelle Vorsorge bejahen und trotzdem dagegen sein, immer größere Teile sozialer Absicherung vom Erfolg der Finanzmärkte abhängig zu machen.“ Dobusch sieht diese Entwicklung – und eine damit einhergehende Finanzialisierung aller Lebensbereiche – sehr kritisch. Für Unternehmen schwebt ihm eine Alternative vor: Eine zeitlich begrenzte Investitionsrücklage. „Gewinne könnten einige Jahre liquide gehalten und später für nachweisbare Investitionen verwendet werden. Erfolgt keine Investition, wird der Betrag nachversteuert. Damit müsste niemand zwischen einem steuerlich motivierten Wertpapierkauf und einem ebenso steuerlich motivierten Lieferwagen wählen.“ Eine Fehlallokation von Kapital, um Steuern zu sparen, wäre dadurch abgewendet.
BESSER SPAREN
Angesichts der prekären budgetären Lage scheint ein Sparen im, am und am besten auch noch mit System in Österreich unumgänglich. Auch deshalb, um die Mitte – ob Arbeitnehmer*in oder Unternehmer*in
– nicht noch mehr zu belasten und zu demotivieren. Es ist unklug, die Kuh, die man zukünftig noch melken muss, zur Schlachtbank zu führen. Erich Pummerer plädiert dafür, die Abgabenbelastung zu senken, um den Standort wettbewerbsfähiger zu machen. „Sonst verlagern langfristig planende Unternehmen ihre Tätigkeit in Gegenden, die Gewinne erwarten lassen“, warnt er. Wer attraktive und sichere Arbeitsplätze bietet, soll dafür steuerlich entlastet werden, schwebt ihm vor. Leonhard Dobusch vertritt eine andere Auffassung und warnt davor, am falschen Ende zu sparen. Konkret dort, „wo geringe Kürzungen für den Staat große Auswirkungen auf verfügbare Einkommen haben. Beim Budget 2027/28 verlieren vor allem ärmere Haushalte und die untere Mittelschicht.“ Zu den Gewinnern zählen nicht unbedingt die KMU. „Die Regierung plant eine Lohnnebenkostensenkung für Unternehmen, die rund zwei Milliarden Euro kostet und von der über die Hälfte an die größten Konzerne im Land – die Top-1Prozent der Unternehmen – geht. Das zeigt die Schieflage ziemlich gut“, meint Dobusch, der anregt, zuerst bei Vergünstigungen zu sparen, „deren wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Nutzen gering ist“. Er rechnet vor: „Allein der Abbau klimaschädlicher
Subventionen könnte bis zu 1,2 Milliarden Euro jährlich bringen. Eine Vermögenssteuer nach norwegischem Vorbild könnte rund 3,2 Milliarden Euro jährlich bringen, ohne die Konsumnachfrage stark zu verringern, eine Reform der Grundsteuer brächte bis zu 2,8 Milliarden.“ Der zentrale Punkt sei nicht, ob der Staatshaushalt saniert werden müsse, sondern wer die Rechnung bezahlt. „Derzeit trifft es überproportional jene, die von ihrem laufenden Einkommen leben.“
ERBEN DES STILLSTANDS
Wo und wie klug gespart werden kann, scheint eine Frage der Perspektive zu sein. Ein Weiterwursteln wie bisher kann sich Österreich schlecht leisten. Die Staatsausgaben fressen die Zukunft der jüngeren Generationen auf und ruinieren endgültig jenes staatliche Preis-Leistungs-Verhältnis, das Stefan Kolev als Kitt der Gesellschaft beschreibt. Wirtschafts- und Fiskalpolitik sind jedenfalls gut beraten, näher hinzusehen und wirkungsorientierte Reformen anzustreben. Symbolpolitik ist zu wenig und auch nicht fair, weder gegenüber Arbeitnehmer*innen noch Unternehmer*innen, und am allerwenigsten gegenüber der Jugend, die heutige Versäumnisse übermorgen erben wird. Steuerfrei, versteht sich.
CLEAN - GREEN
W E R WÄ S C H T SCHON
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GERNE SELBST? Vom 19-jährigen Betriebsübernehmer zum Textilreinigungsmeister mit modernem Zentralbetrieb: Marko Miljkovic verbindet bei Clean-Green traditionelles Handwerk mit moderner Technik. Mit dem neuen Standort in Völs schafft er die Voraussetzungen für weiteres Wachstum und positioniert Clean-Green verstärkt als professionellen Textilpflege-Partner für Tiroler Unternehmen.
CLEAN - GREEN
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edes Textil stellt andere Anforderungen an seine Pflege. Unterschiedliche Fasern, Materialien und Verschmutzungen verlangen Erfahrung und Fachwissen. Genau darin sieht Marko Miljkovic die Stärke von Clean-Green: Textilien nicht einfach nur zu waschen, sondern professionell, materialgerecht und möglichst schonend zu pflegen. Bereits 2018 übernahm Miljkovic im Alter von nur 19 Jahren die Textilreinigung in der Innsbrucker Leopoldstraße. Heute verbindet der Textilreinigungsmeister sein Fachwissen mit seinem technischen Hintergrund als Absolvent der HTL Maschinenbau in Innsbruck. „Moderne Maschinen und effiziente Prozesse sind wichtig. Gleichzeitig braucht professionelle Textilpflege Erfahrung und Fachwissen über Fasern, Materialien, Flecken und die geeigneten Pflegeverfahren“, sagt Marko Miljkovic.
DER NÄCHSTE WACHSTUMSSCHRITT
Mit dem neuen Zentralbetrieb in Völs beginnt für Clean-Green das nächste Kapitel. Der Maschinenpark wurde erweitert und modernisiert, Produktionsabläufe neu organisiert und zusätzliche Kapazitäten geschaffen. Von der Fleckenbehandlung über Nass- und chemische Reinigung bis hin zu Trocknung, Bügeln und Finishing erfolgen sämtliche Arbeitsschritte direkt im eigenen Betrieb. Moderne Maschinen, automatische Dosiertechnik und effiziente Prozesse ermöglichen es Clean-Green, sowohl anspruchsvolle Einzelstücke als auch größere Aufträge von Firmenkund*innen zuverlässig abzuwickeln. Die Annahmestelle in der Innsbrucker Leopoldstraße bleibt weiterhin bestehen.
SAUBERE TEXTILIEN FÜR TIROLER UNTERNEHMEN
Einen besonderen Schwerpunkt legt Miljkovic auf den Ausbau des Firmenkundengeschäfts. Clean-Green möchte Unternehmen nicht nur einzelne Reinigungsleistungen anbieten, sondern ihnen möglichst viel Arbeit rund um ihre Textilien abnehmen. Für Hotels und Pensionen reicht das Angebot von Bekleidung für Mitarbeiter*innen oder Gästewäsche über Handtücher, Bett- und Tischwäsche bis hin zu Vorhängen, Teppichen, Decken und Kissen. Gastronomiebetriebe können unter anderem Koch- und Servicebekleidung, Schürzen sowie Tischund Küchenwäsche aufbereiten lassen. Ordinationen, Physiotherapien, Apotheken und Labore zählen mit Berufsbekleidung, Kitteln
Nicht jeder Fleck ist gleich: Die professionelle Fleckbehandlung erfordert Erfahrung, Fachwissen und die richtige Behandlung für Material und Verschmutzung.
„W I R M Ö C H T E N UNTERNEHMEN DIE TEXTILPFLEGE S O E I N FAC H W I E M Ö G L I C H M AC H E N MIT INDIVIDUELLEN REINIGUNGS LÖ S U N G E N , FLEXIBLER ABH O LU N G U N D L I E F E RU N G S OW I E PERSÖNLICHER B E T R E U U N G .“ Ma rko Mi ljkov ic
und Handtüchern ebenso zur Zielgruppe wie Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen mit Arbeits- und Mitarbeiterbekleidung. Auch Ski-, Funktions- und Einsatzbekleidung wird professionell gereinigt und bei Bedarf imprägniert – etwa für Skischulen, Sportvereine und Betriebe mit spezieller Funktions- oder Einsatzbekleidung. Hinzu kommen Gemeinden und öffentliche Einrichtungen (z. B. Fahnen, Vorhänge), Betreuungseinrichtungen, Veranstalter (z. B. Hussen), Vereine (z. B. Leder, Trachten) und Modegeschäfte. Der Vorteil für Firmenkund*innen: Unterschiedlichste Textilien können über einen einzigen Ansprechpartner abgewickelt werden.
ABHOLEN, REINIGEN, ZURÜCKBRINGEN
Ein zentraler Bestandteil des Firmenkundenangebots ist der individuell vereinbarte Abhol- und Lieferservice. Je nach Unternehmen und Bedarf können regelmäßige Abholrhythmen vereinbart werden. Clean-Green holt die Textilien beim Kunden ab, bereitet sie im Zentralbetrieb in Völs professionell auf und liefert sie anschließend wieder zurück. „Unser Ziel ist, dass sich der Kunde möglichst wenig um die Organisation seiner Textilpflege kümmern muss. Wir möchten nicht einfach nur reinigen, sondern für Unternehmen ein verlässlicher Partner sein“, erklärt Marko Miljkovic.
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CLEAN - GREEN
Qualität bis zum letzten Handgriff: Professionelles Finishing und Handbügeln sorgen dafür, dass hochwertige Kleidungsstücke wieder perfekt in Form kommen.
„W I R M Ö C H T E N N I C H T E I N FAC H N U R REINIGEN, SONDERN FÜR UNTERNEHMEN E I N V E R L Ä S S L I C H E R PA R T N E R S E I N .“ Ma rko Mi ljkov ic
54 Wenn es besonders schnell gehen muss, steht ein Express-Service mit Fertigstellung innerhalb von 24 Stunden zur Verfügung, der beispielsweise von Privatkund*innen als auch von Hotels für deren Gäste genutzt wird.
HANDWERK TROTZ MODERNSTER TECHNIK
So modern der Maschinenpark auch ist: Textilreinigung bleibt für Miljkovic ein Handwerk. Bevor ein Textil überhaupt in die Maschine kommt, werden Material, Verarbeitung und Verschmutzungen geprüft. Flecken werden professionell vorbehandelt, empfindliche Knöpfe oder Applikationen geschützt und anschließend das geeignete Reinigungsverfahren ausgewählt. Denn Wasser ist nicht für jedes Textil die richtige Lösung. Für empfindliche Materialien und formgebundene Oberbekleidung steht bei Clean-Green deshalb neben der professionellen Nassreinigung auch eine chemische Reinigung zur Verfügung. Dabei verzichtet das Unternehmen auf herkömmliches Perchlorethylen und setzt stattdessen auf ein halogenfreies Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel (KWL) in einem geschlossenen System. Ebenso wichtig ist, was nach der eigentlichen Reinigung passiert. Professionelles Finishing und Handbügeln spielen insbe-
genug bleiben, um auf jeden Betrieb individuell eingehen zu können.“ Damit entwickelt sich Clean-Green von der klassischen Textilreinigung zunehmend zum verlässlichen Partner für die gesamte Textilpflege Tiroler Unternehmen. PR
sondere bei hochwertiger Oberbekleidung weiterhin eine wichtige Rolle.
PFLEGEN STATT FRÜHZEITIG ERSETZEN
Auch Nachhaltigkeit ist Teil des Gesamtkonzepts. Moderne Dosiertechnik, ressourcenschonende Reinigungsverfahren, Wärmerückgewinnung und effiziente Maschinen sollen Wasser, Energie und Reinigungsmittel möglichst sinnvoll einsetzen. Gleichzeitig geht es Miljkovic darum, die Lebensdauer hochwertiger Textilien zu verlängern: „Wenn Kleidung, Berufsbekleidung oder andere Textilien länger verwendet werden können und nicht frühzeitig ersetzt werden müssen, werden ebenfalls Ressourcen geschont.“
TECHNIK TRIFFT HANDWERK
Die Verbindung aus Maschinenbau und Textilreinigungsmeister prägt die Entwicklung von Clean-Green: technische Effizienz auf der einen, textile Fachkenntnis und klassisches Handwerk auf der anderen Seite. Mit dem neuen Zentralbetrieb möchte Miljkovic nun zeigen, dass sich Wachstum und persönliche Betreuung nicht ausschließen müssen: „Wir möchten groß genug sein, um auch größere Unternehmen zuverlässig betreuen zu können, aber gleichzeitig persönlich und flexibel
Annahmestelle Leopoldstraße 13a, Innsbruck
CLEAN - GREEN TEXTILREINIGUNG Zentralbetrieb: Bahnhofstraße 38d, 6176 Völs Annahmestelle: Leopoldstraße 13a, 6020 Innsbruck
Tel.: 0512/586126 info@textilreinigung-clean-green.at www.textilreinigung-clean-green.at Textilpflege für Ihr Unternehmen? Jetzt unverbindlich anfragen und Neukundenvorteil sichern. Scannen Sie einfach den QR-Code und nehmen Sie direkt Kontakt auf.
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eco.wirtschaft
Nichtstun darf
KEINE OPTION mehr sein
„Die Kosten des Nichthandelns sind deutlich höher als die Kosten der Transformation.“ Sigrid Stagl, Österreichs erste Professorin für Ökologische Ökonomie, rechnet vor, was Österreichs jahrzehntelanges Zögern beim Klimaschutz jetzt kostet und warum Politik echte Wahlfreiheit erst schafft, wenn sie nachhaltiges Handeln zur einfacheren und billigeren Option macht. INTERVIEW: MARIAN KRÖLL
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ECO.NOVA: Der Präsident der Industriellenvereini-
gung, Georg Knill, hat vor einiger Zeit im Zusammenhang mit dem Gold-Plating von EU-Vorgaben davon gesprochen, dass dadurch „Klimafreaks Tür und Tor“ geöffnet werden. Hat die Industrie in Österreich noch immer nicht verstanden, dass Klimaschutz zumindest mittelfristig kein Wettbewerbsnachteil ist? SIGRID STAGL: Teile der Industrie, würde ich meinen. Wir haben wunderbar innovative Unternehmen, die bereits grüne Technologie herstellen und sehr erfolgreich exportieren. Sie profitieren von einer adäquaten Klimapolitik und erzählen mir auch, dass sie derzeit Nachteile daraus haben, dass diese Rahmenbedingungen nicht geklärt sind. Daraus ergibt sich Unsicherheit, und Unsicherheit schadet dem Potenzial, Investitionen zu tätigen. Mir ist selbst nicht ganz klar, welcher Teil der Industrie zu den Bremsern gehört, die nicht die Möglichkeit sehen, innovativ zu sein und zu dieser Transformation beizutragen. Es ist mittlerweile ganz klar erkennbar geworden, dass die Bremser ganz stark im Establishment verankert
ZUR PERSON
Sigrid Stagl ist eine international renommierte Ökonomin. Sie forscht und lehrt an der Wirtschaftsuniversität Wien zu nachhaltigem Wirtschaften, Energie- und Verteilungsfragen. Als Wissenschaftlerin des Jahres 2024 verbindet sie wissenschaftliche Exzellenz mit einem klaren Blick für gesellschaftliche Realität. In ihrer Arbeit zeigt sie, wie wirtschaftliche Stabilität, ökologische Verantwortung und soziale Sicherheit zusammen gedacht werden können.
„Viele Marktregeln passen nicht mehr zur Situation.“ sind. Der Tenor am Tag der Industrie war folgender: Man versucht, möglichst so weiterzumachen wie bisher, erachtet die Transformation nicht für notwendig. Das Problem dabei ist, dass es diese Option nicht wirklich gibt. Die physischen Bedingungen verändern sich. Wir sind entweder Teil der Transformation, müssen uns dafür jetzt anstrengen, oder wir tragen die Kosten des Nichthandelns. Die sind deutlich höher als die Transformationskosten.
Vogel-Strauß-Klimapolitik zieht zudem finanzielle Sanktionen nach sich. Es ist nicht neu, dass wir Klimaschutz betreiben müssen. Wir sind Teil der EU, Klimaschutz wurde gemeinsam vereinbart. Österreich ist mit am Tisch gesessen. Mit dem Klimaschutzgesetz soll nun geregelt werden, dass das nicht irgendwer – letztlich die Gemeinschaft der Steuerzahler – bezahlen muss, sondern die entsprechenden Informationen dort ankommen, wo es Hebel gibt: Bei denen, die über Verkehrsinfrastruktur entscheiden, über Raumplanung, über Energieprojekte und so weiter. Es ist viel sinnvoller, Klimaschutz frühzeitig in den Entscheidungsprozess einzuspeisen als im Nachhinein Strafen zu verhängen. Sanktionen sind als Instrument not-
© MATT OBSERVE/NEWS
eco.wirtschaft
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eco.wirtschaft
„Wir zahlen über viele andere Rechnungen mit, damit uns die konventionelle Produktion billiger erscheint. So kann man nicht Marktwirtschaft betreiben.“ wendig, gescheiter ist es, Entscheidungsträger*innen vorab klarere Informationen darüber zu geben, was der Gesellschaft und Wirtschaft gut tut und wo sie Teil der Lösung sein können.
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In Sachen Klimaschutz scheint man als Strategie der Adaption den Vorzug vor der Mitigation gegeben zu haben. Ist das Resignation, oder fehlt uns in den gesättigten Gesellschaften Europas einfach noch der nötige Leidensdruck, um unbequeme Vermeidungsstrategien tatsächlich durchzusetzen? In Europa gab es im heurigen Sommer mehr als 25.000 Hitzetote. Natürlich müssen wir uns anpassen, damit wir bessere Infrastrukturen haben, um diese Zahl zu senken. Nur mit Anpassung, ohne Vermeidung, wird dieser Berg immer größer. Das ist hinsichtlich der Menschenleben nicht klug – und auch ökonomisch nicht sinnvoll. Wir müssen eine Anpassung betreiben, weil wir bereits Veränderungen beobachten. Die Anpassung kostet sehr viel, weil sie bedeutet, dass wir unsere Infrastruktur, unsere Produktionsweise und unsere Lebensweise umstellen müssen. Genau die Leute, die für ein Weitermachen wie bisher plädieren, müssten sich eigentlich für die Vermeidung einsetzen und nicht ausschließlich auf Adaption setzen. Es ist logisch nicht kohärent, als politische Ansage einerseits weitermachen zu wollen wie bisher, dabei aber nicht zu vermeiden. Das geht sich nicht aus. Nur auf Anpassung zu setzen heißt, dass die Bauwirtschaft im Sommer sehr eingeschränkte Arbeitszeiten haben wird und unsere Produktivität deutlich sinkt. Global betrachtet bedeutet das, dass man sich in manchen Regionen im Sommer im Freien nicht mehr gefahrlos aufhalten kann. Rund um den Äquator sind bei weiterem Temperaturanstieg die Lebensgrundlagen nicht mehr erwirtschaftbar. Die Menschen, die heute dort leben, sind dadurch gezwungen, sich irgendwo anders anzusiedeln. Aus ökonomischer Perspektive ist die rationalste Antwort, so viel wie möglich in Vermeidung zu investieren, um die negativen Konsequenzen hintanzuhalten. Es braucht einen geordneten Pro-
zess, der die Unsicherheiten und damit die volkswirtschaftlichen Kosten verringert.
Unterliegen wir nicht einem kollektiven Selbstbetrug, wenn wir – wie es im öffentlichen und vor allem politischen Diskurs gerne geschieht – glauben, den Klimawandel technologisch beherrschen zu können? Ich kenne niemanden, der gegen bessere Technologien wäre und sich dagegen wehren würde. Das ist ein Missverständnis. Die Frage ist nur: Reicht das aus? Ich fürchte nicht. Wir müssen alles
KRISENFEST
Sigrid Stagl Brandstätter Verlag, 176 Seiten, EUR 25,– Das Festhalten am Status quo ist keine vorsichtige Standortpolitik, sondern ein unkalkulierbares wirtschaftliches Risiko. Die Ökonomin Sigrid Stagl zeigt in ihrem Buch, wie wir den Übergang von einer expansiven „Cowboy-Wirtschaft“ hin zu einem haushaltenden „RaumschiffModell“ schaffen. Anhand konkreter Beispiele – von regenerativer Landwirtschaft und lokalen Energiegemeinschaften bis zur harten Exnovation fossiler Industriezweige – entwirft sie einen systemischen Fahrplan für echte Kostenwahrheit. Klimaschutz wird hier nicht als moralischer Verzicht verhandelt, sondern als handfeste Voraussetzung für unternehmerische Resilienz und gesellschaftlichen Wohlstand.
tun, die bestmögliche Technologie einsetzen, es wird allerdings auch eine gewisse Verhaltensänderung notwendig sein und wir müssen unseren Markt so gut wie möglich an veränderte Bedingungen anpassen.
WO DIE MARKTPREISE TRÜGEN
Welche? Ein großes Beispiel sind die Subventionen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU, die über Jahrzehnte entwickelt wurden und rund ein Viertel des EU-Haushalts ausmachen. Von diesen Milliarden gehen 82 Prozent in die Tierproduktion. Unser Fleischkonsum ist im gegenwärtigen Ausmaß weder gesund noch umweltfreundlich. In der Ernährungspyramide ist gut abgebildet, dass zwei Drittel der Proteine aus pflanzlichen Quellen kommen sollten. In diese Richtung sollten wir uns rein rational und geordnet mit adäquater Geschwindigkeit bewegen. Wenn wir gleichzeitig Marktregeln haben, die Preise verzerren und tierische Produkte künstlich billiger machen, funktioniert das nicht.
Sie argumentieren in Ihrem Buch auch, dass Bioprodukte eigentlich günstiger sein müssten als Erzeugnisse aus konventioneller Landwirtschaft. Wie kommt das? Weil Bioproduktion gesellschaftlich betrachtet geringere Kosten verursacht als die konventionelle Landwirtschaft, die nur günstiger ist, weil wir nicht nur als Konsument*innen an der Supermarktkasse bezahlen, sondern auch als Steuerzahler*innen und Sozialversicherungsbeitragszahler*innen. Wir zahlen über viele andere Rechnungen mit, damit uns die konventionelle Produktion billiger erscheint. So kann man nicht Marktwirtschaft betreiben. Das sagt noch nicht einmal die Ökologische Ökonomie, sondern das sind einfach die Grundlagen der Volkswirtschaft. Wenn es so starke Effekte gibt, die über andere Kanäle bezahlt werden, ist die hauptsächliche Information – der Marktpreis – wenig hilfreich für Entscheidungen. Es ist eigentlich verwunderlich, wie viele Leute trotzdem zu Bioprodukten greifen. Korrigiert man die Preise, wäre das systemisch effizien-
DIE MAGIE DER ter. Da kann es dann sein, dass die Preise im Supermarkt geringfügig höher sind, Steuern, Versicherungsbeiträge und Abgabe dafür im Gegenzug geringer ausfallen.
MIA SAN NED DEPPAT
Nachweislich sind in den letzten Jahrzehnten Ölkrisen die größten Inflationstreiber gewesen. Warum verläuft der Ausbau der Erneuerbaren in Österreich dennoch langsamer, als er sein könnte? Einerseits haben wir die Möglichkeit, verschiedene erneuerbare Quellen zu verwenden, andererseits verfügen wir nicht über nennenswerte Vorkommen fossiler Energie. Andere Länder tun sich da viel schwerer, sich für den Aufbau einer Infrastruktur Erneuerbarer zu entscheiden. Das ist eine schwierigere Entscheidung als bei uns, wo die Frage heißt: Importieren wir fossile Brennstoffe von unzuverlässigen, autokratischen Handelspartnern oder nehmen wir die Erzeugung selbst in die Hand?
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„Geschieht nichts, wird das Kollektiv bestraft.“
Eine oberösterreichische Genossenschaft hat mir ein T-Shirt geschickt mit der Aufschrift: Mia san ned deppat. Wir lassen uns das Wasser, die Sonne und den Wind, die uns schon gehören, nicht verrechnen. Unsere Energieerzeugung unter eigene Kontrolle zu bringen und dadurch günstigere Energiepreise zu schaffen, sollte ein Ansporn sein. Wir sind gerade in einer problematischen Zehrphase. Das Energiesystem baut man nicht von heute auf morgen um, wir sind noch auf den Import fossiler Energieträger angewiesen. Das hat in den letzten Jahren durchschnittlich zehn Milliarden Euro pro Jahr gekostet. Heuer waren es aufgrund des Irankriegs im ersten Halbjahr bereits 500 Millionen mehr, ohne dass jemand in Österreich eine falsche Entscheidung getroffen oder sich verantwortungslos verhalten hätte. Das schadet der österreichischen Volkswirtschaft. Aus systemischer Perspektive ist es klar, dass man davon wegkommen sollte. Die Frage ist nur, wie man es macht. Sollte man von den Burgenländer*innen und Weinviertler*innen verlangen, noch mehr Windräder zu akzeptieren, weil Wind derzeit aufgrund der Winterlücke eine knappe Infrastruktur ist? Oder sagen wir: Alle sollten einen Ausbau der Infrastruktur akzeptieren, weil alle etwas davon haben. Das ist übrigens genau das, was 82 Prozent der jungen Österreicher*innen so sehen.
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Es gibt Hoffnung. Insgesamt muss man doch feststellen, dass in der Bevölkerung die Not-in-my-Backyard-Mentalität (NIMBY) doch recht ausgeprägt ist. Die meisten sind für einen Ausbau der Erneuerbaren, aber eben nicht vor der eigenen Haustür. Da muss man differenzieren zwischen allgemeiner und spezifischer Akzeptanz. Es gibt NIMBY, genauso jedoch Yes-in-my-Backyard (YIMBY). Das ist besonders dort beobachtbar, wo es bereits gute Erfahrungen mit Windrädern gibt. Es gibt sogar Please-in-my-Backyard (PIMPY), wo der Bau entsprechender Infrastruktur aktiv eingefordert wird, weil man sich ökonomische Vorteile davon verspricht. Es gibt also mehr als NIMBY, besonders bei Menschen, die bereits Erfahrungen haben, und bei jüngeren Leuten. Generell ist es so, dass Menschen bedingt kooperativ sind. Ja, wir bauen unser Energiesystem um, doch dann sollten alle mitmachen. Wenn sich dann die Vorarlberger, Tiroler und Kärntner herausnehmen, ist das ein Problem. Windkraft ist in Tirol fast ein Sakrileg. Tirol leistet mit der Wasserkraft einen Beitrag zum österreichischen Energiesystem. Klüger wäre es, zusätzlich geeignete Standorte auch für die Windenergie zu suchen. Die gibt es auch im alpinen Raum, selbst wenn die Logistik schwieriger ist. Es ist eine demokratische Aufgabe, ein öffentliches Narrativ zu entwickeln und in einer partizipativen und transparenten Form diese Entscheidungen zu treffen. Die Standortgemeinden profitieren davon, und für die Bewohner*innen wirken sich diese Anlagen mit einem stabilen und niedrigeren Strompreis aus.
REALITÄTSVERWEIGERUNG
Wir tun uns schwer mit dem Aufbrechen eingefahrener Muster. Es ist nicht lange her, da hat die hohe Politik Österreich als „Verbrennerland“ bezeichnet. Verhindert dieses Beharren auf dem Alten eine dringend notwendige industrielle Erneuerung? Brauchen wir neben der viel beschworenen Innovation nicht viel dringender eine harte „Exnovation“ – also das aktive Abdrehen alter Industriezweige? Es gibt heute in Österreich bereits eine Windkraft-Zulieferindustrie, die im öffentlichen Diskurs kaum präsent
„Klug gemachte Klimapolitik ist auch Sozialpolitik, ist auch Wirtschaftspolitik.“
ist. Volumenmäßig ist sie natürlich noch deutlich kleiner als die Autozulieferer. Gewohntes und Liebgewonnenes aufzugeben ist immer schwieriger als etwas Neues zu beginnen. Das gilt in der Gesellschaft genauso wie in der Wirtschaft. Der Staat braucht eine gesamtwirtschaftliche Perspektive, muss systemisch vorgehen – und schwierige Entscheidungen treffen. In dem Sinne, dass Dinge, die nicht zukunftsträchtig sind, zumindest nicht mehr mit Steuergeldern unterstützt werden. Wenn private Investor*innen an auslaufenden Geschäftsmodellen festhalten wollen, ist ihnen das unbenommen. Ein geordnetes Abwickeln reduziert einerseits volkswirtschaftliche Kosten und führt andererseits dazu, dass sich Regionen und Arbeitnehmer*innen auf Neues einstellen können. Das ist nichts Ungewöhnliches, sondern bei allen bisherigen industriellen Umwälzungen nicht anders gewesen. In einer innovativen, offenen Volkswirtschaft gibt es Veränderung. Das Wichtige dabei ist, Veränderungsprozesse so zu gestalten, dass Regionen, Arbeitnehmer*innen und auch Investor*innen sich darauf verlassen können. Sie sprechen die Verunsicherung von Arbeitnehmer*innen und Regionen an, die solche Umbrüche mit sich bringen. Man hat den Eindruck, dass sich die Politik genau aus dieser Furcht vor den Populisten selbst lähmt und notwendige Exnovationen scheut. Wie kann man der Bevölkerung besser vermit-
teln, dass es genau diese großen Würfe braucht, um den Wohlstand zu sichern? Es braucht das Eingeständnis, dass man nicht so weitermachen kann wie bisher. Die wissenschaftliche Evidenz, dass es nicht so weitergehen kann, ist erdrückend. Am Bestehenden festzuhalten ist deshalb wissenschaftsfeindlich – und fängt an, ein bisschen zu nerven. Das ist Realitätsverweigerung. In Teilen der Bundesregierung erlebe ich gegenwärtig eine konstruktivistische Haltung. Wenn man nicht über die Probleme redet und so tut, als gäbe es sie nicht, dann sind sie auch nicht da. Mit der Physik und Biologie kann man aber nicht verhandeln. Als Wissenschaftlerin macht mich das leider etwas ratlos. Wir werden dafür bezahlt, Empfehlungen zu geben, die nicht durch irgendwelche Interessenvertretungen kontaminiert sind. Das ist unser Job.
Als dezidiert Ökologische Ökonomin gehören Sie in der Volkswirtschaft nicht der Mehrheitsfraktion an. Bekommt Ihr Feld angesichts der Entwicklung des Weltklimas Zulauf? Interessanterweise gab es bis vor Corona höhere politische Aufmerksamkeit für den Klimaschutz und so etwas wie eine gesellschaftliche Bewegung. Das haben wir verloren. Die Themen Klimaschutz und damit verbunden Arten- und Bodenschutz sind in der Bevölkerung angekommen. Es gibt wenige, die gar nichts darüber wissen. Wir brauchen jedoch demokratisch legitimierte Entscheidungsträger*innen, die es basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen den Bürger*innen leichter machen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Daran hapert es derzeit noch, doch schön langsam kommt die Message an, dass Klima- und Umweltschutz nicht etwas ist, was man machen kann, wenn man Lust, Laune und Budget hat, sondern die Grundlage für erfolgreiches Wirtschaften. Nicht irgendwann in der Zukunft, sondern jetzt. Persönlich würde ich mir wünschen, dass die Auswirkungen weniger klar wären und mehr Ambiguität und Spielräume lassen würden, doch leider sind die pessimistischsten Prognosen der Klimawissenschaften die, die am besten mit der Realität übereinstimmen. Sie sagen, die Politik muss es den Bürgern leichter machen. In Ihrem Buch warnen Sie in diesem Zusammenhang vor der „toxischen Verantwortung“ des
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„Am Bestehenden festzuhalten ist wissenschaftsfeindlich – und fängt an, ein bisschen zu nerven.“
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Einzelnen, der oft fälschlicherweise der Schwarze Peter zugeschoben wird. Können wir das Individuum wirklich völlig aus der Pflicht entlassen und alles auf fehlende Rahmenbedingungen schieben? Müssen wir nicht auch unser Leben ändern – in dem Bewusstsein, dass das nicht nur Verzicht, sondern auch neue Freiheiten und Co-Benefits bringt? Man sollte die Veränderung nicht als individuellen moralischen Imperativ betrachten, sondern als gemeinsames Projekt. Wenn die Rahmenbedingungen verändert werden und sich von der gegenwärtigen schiefen Ebene gegen nachhaltiges Handeln – Flugtickets sind billiger als Bahnfahren, konventionelle Lebensmittel billiger als Bioprodukte – zugunsten der Nachhaltigkeit drehen, fällt es den Menschen leichter, mitzumachen. Wir leben heute ganz anders als unsere Großeltern, Veränderung ist nichts Neues, sie passiert ständig. Der Unterschied ist, dass die Transformation diesmal in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum und auf ein konkretes Ziel hin ausgerichtet geschehen soll. Die Veränderung muss jetzt schneller gehen, weil wir lange zugewartet haben. Seit 50 Jahren wissen wir, was eigentlich notwendig wäre. Wenn wir in Österreich davon sprechen, mit Klimaneutralität 2040 nicht unbedingt Musterschüler sein zu müssen, ist das ein großes Missverständnis. Hätten wir frühzeitig damit begonnen, konsequent unsere Emissionen zu reduzieren, wären die Spielräume größer. Wir haben leider zwischen 1990 und 2020 unsere Emissionen nur stabilisiert, während Länder wie Dänemark sie im selben Zeitraum halbieren konnten. Wir sind weit davon entfernt, Musterschüler zu sein. Wir sind jahrzehntelang Nachzügler gewesen. Dafür wird uns jetzt die Rechnung präsentiert.
DER WEG IST BEKANNT
Gibt es etwas, was Sie optimistisch stimmt, dass Österreich seine nunmehr gesteckten Emissionsziele erreichen wird? Eine aktuelle niederländische Stu-
die zeigt auf, dass unser heutiges Ernährungssystem volkswirtschaftlich wahnsinnig teuer ist, mit stark fluktuierenden Input- und hohen Gesundheits- und Umweltkosten einhergeht. Das ist unbefriedigend. Wie könnte man es besser machen? Mit drei Schritten: Umstellung auf Biolandwirtschaft. Österreich ist Bio-Europameister. Da könnten wir richtig aufzeigen, wenn man es schafft, möglichst alle Bauern mitzunehmen. Das ist nicht trivial, da geht es um Identität, um Wertschätzung, das muss man klug machen. Das Wissen ist da. Ein zweiter Schritt ist die Umstellung auf moderne Technologien. Präzisionslandwirtschaft, die so effizient ist wie möglich. Es geht um die modernste Version von Biolandbau. Der dritte Schritt ist, die Empfehlungen der Ernährungspyramide mit unseren Leitplanken in Einklang zu bringen: Zwei Drittel der Proteine sollen aus pflanzlichen Quellen kommen. Das spart uns Umwelt- und Gesundheitskosten und kann auch – klug gemacht – die Ernährungskosten drücken. Alles ist bekannt, kann gemacht werden, und wir sind in Österreich diesbezüglich nicht einmal auf einem schlechten Weg. Wir haben die Bausteine dafür und wissen, wie es gehen würde – und könnten davon profitieren.
Sie plädieren dafür, das Steuersystem stärker zum Steuern zu verwenden. Wie könnte das aussehen? Das Grundlegendste ist, dass wir jetzt eine CO2-Steuer haben. Endlich. Der CO2-Preis muss noch weiter steigen. Um wie viel, hängt davon ab, welche anderen Regularien wir uns geben. Je mehr Industriestandards, Tempolimits und andere Maßnahmen wir haben, die zur Reduktion beitragen, umso weniger Arbeit muss über den CO2-Preis passieren. Wir brauchen Lösungen, die die Lebenswelt der Menschen verbessern, an ihren Bedürfnissen ansetzen. Es ist der Job der Entscheidungsträger*innen, solche Lösungen auf den Weg zu bringen. Wirtschaftspolitik muss sich auch messen lassen. Das Bruttoinlandsprodukt
ist nach wie vor die ultimative Maßzahl für wirtschaftliche Prosperität. Sie schlagen auch diesbezüglich Alternativen vor. In Ihrem Buch sucht man allerdings vergeblich nach dem Begriff „Degrowth“. Ist es nicht so, dass es in einer begrenzten Welt kein immerwährendes Wachstum geben kann? Aus einem ganz simplen Grund: Auch in der Ökologischen Ökonomie geht es nicht darum, Wirtschaftswachstum zu verhindern. Es geht darum, rational auf das System zu schauen. Natürlich gibt es harte physische Grenzen. Wenn wir es innerhalb dieser Grenzen schaffen, mehr Wirtschaftswachstum zu generieren, dann applaudiere ich. Das ist allerdings eine empirische, keine konzeptionelle Frage. Ich glaube nicht, dass es gehen wird – vor allem nicht in den reicheren Ländern –, auf Wirtschaftswachstum als hauptsächliche Erfolgsgröße zu setzen. Was ist unserer Gesellschaft stattdessen wichtig? Da gehören Dinge wie soziale Kohäsion, die gesunden Lebensjahre der Bevölkerung, Biodiversität und vieles mehr dazu. Man muss sich anschauen, wie man diese verschiedenen Ziele so effizient wie möglich erreichen kann. So weit bin ich schon Ökonomin, dass es immer darum gehen muss, Ressourcenverschwendung zu vermeiden und so effizient wie möglich zu sein. Einige dieser Ziele korrelieren positiv mit dem Bruttoinlandsprodukt, einige gar nicht und manche sind sogar negativ mit dem BIP korreliert. Es macht also keinen Sinn, nur das BIP erhöhen zu wollen. Es braucht eine differenzierte Betrachtung. Dafür wäre zunächst eine gesellschaftliche Diskussion darüber wichtig, was diese Ziele überhaupt sind. Erst dann, wenn wir die Ziele kennen, können wir gemeinsam versuchen, sie zu erreichen. Es fehlt also nicht an Wissen, nicht an Werkzeugen. Sigrid Stagl zeigt sie im Gespräch auf. Was fehlt, ist der politische Wille, sie einzusetzen. Nichtstun, das macht dieses Gespräch deutlich, ist längst keine neutrale Option mehr. Es ist die teuerste von allen.
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HYPO TIROL
de und Infrastrukturen aus einer Hand ausstatten zu können. Das Leistungsspektrum reicht von Elektroinstallationen, Alarm- und Videoüberwachungssystemen, Brandmeldetechnik, Telekommunikation und Photovoltaik bis hin zu Hotel-EDV, Keycard-Systemen sowie Kassen- und Schanksystemen.
Fiegl+Spielberger ist ein Hauptakteur der Energiewende in der Region. Welche Rolle spielt technische Innovation dabei, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit für Ihre Kunden zu vereinen? THURNER: Unser Ansatz ist es, unterschiedliche Technologien intelligent zu vernetzen und dabei stets die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Nachhaltigkeit und Energieoptimierung spielen dabei eine zentrale Rolle. NEUNER: Entscheidend ist jedoch, dass Lösungen nicht nur ökologisch sinnvoll sind, sondern auch wirtschaftlich überzeugen und langfristige Planungssicherheit bieten. Denn alles, was nachhaltig und wirtschaftlich ist, hat letztlich auch einen erfolgreichen Platz am Markt.
Im Rahmen von Innovation mit Weitblick erhielten Sie seitens der Hypo Tirol die Auszeichnung in der Kategorie Innovation und Digitalisierung. Wie sieht für Sie das „Gebäude der Zukunft“ aus? NEUNER: Das Gebäude der Zukunft ist intelligent, vernetzt und energieeffizient. Es erkennt selbstständig, wann Energie benötigt wird, optimiert den Verbrauch und erhöht gleichzeitig Komfort und Sicherheit für die Nutzer. Unser Ziel sind Gebäude, die einen möglichst hohen Grad an Energieautarkie erreichen, indem sie Energie erzeugen, speichern und bedarfsgerecht nutzen. THURNER: Dabei wird der selbst erzeugte Strom nicht nur im Gebäude verwendet, sondern kann auch für die individuelle Mo-
bilität genutzt werden – etwa zum Laden des eigenen Fahrzeugs.
Ist Weitblick ohne ökologische Verantwortung überhaupt noch denkbar? THURNER: Wir sind überzeugt, dass langfristiger wirtschaftlicher Erfolg nur möglich ist, wenn ökologische Verantwortung mitgedacht wird. Deshalb achten wir sowohl bei unseren internen Prozessen als auch bei den Lösungen für unsere Kund*innen und Kunden auf nachhaltige Standards. NEUNER: Unser klares Bekenntnis dazu zeigt sich auch in der freiwilligen Nachhaltigkeitsberichterstattung nach dem VSME-Standard. Damit schaffen wir Transparenz und unterstreichen, dass nachhaltiges Wirtschaften für uns keine Pflichtübung, sondern Teil unserer Unternehmensstrategie ist.
Seit 2025 ist Fiegl+Spielberger Mitglied des Klimabündnisses Tirol. Welche Ziele haben Sie sich gesetzt? THURNER: Gemeinsam mit Klimabündnis Tirol wurde ein konkreter Klimaschutzfahrplan erarbeitet, der schrittweise umgesetzt wird und klare Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen sowie zum schonenden Umgang mit Ressourcen umfasst. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der effizienten Energienutzung in unseren eigenen Gebäuden. Unser Ziel ist es, den Energieverbrauch laufend zu optimieren und einen möglichst hohen Anteil des Bedarfs durch selbst erzeugten Strom aus Photovoltaikanlagen abzudecken. Darüber hinaus treiben wir die Elektrifizierung unseres Fuhrparks konsequent voran und wollen diesen bis 2035 größtenteils auf elektrische Antriebe umstellen. Für Projekte im Bereich Innovation und Digitalisierung braucht es verlässliche Partner. Wie unterstützt die Hypo Tirol
den Erfolg Unternehmens
Sie dabei, Ihre Visionen umzusetzen? THURNER: Für Wachstum, Innovation und
größere Investitionen braucht man starke und verlässliche Partner. Die Hypo Tirol Bank unterstützt uns dabei mit Kompetenz, langfristigem Denken und einem tiefen Verständnis für die regionale Wirtschaft. Besonders schätzen wir die kurzen Entscheidungswege und die Tatsache, dass Entscheidungen direkt in Tirol getroffen werden. Das ermöglicht schnelle und pragmatische Lösungen, was gerade in einem dynamischen Umfeld ein großer Vorteil ist. NEUNER: Am Ende basiert eine erfolgreiche Zusammenarbeit auf gemeinsamen Werten. Vertrauen, Verlässlichkeit, Handschlagqualität und Innovationsgeist verbinden uns mit der Hypo Tirol Bank. Wo werden wir in Sachen Digitalisierung in zehn Jahren stehen und welches technologische Thema wird die Elektrotechnikbranche revolutionieren? N E U N E R : Digitalisierung, Energieversorgung und Datenmanagement werden noch stärker miteinander verschmelzen. Intelligente Systeme werden viele Prozesse automatisiert steuern und optimieren. Künstliche Intelligenz, smarte Energienetze und vernetzte Gebäude werden völlig neue Möglichkeiten für Effizienz, Nachhaltigkeit und Komfort schaffen. THURNER: Eine der größten Herausforderungen wird dabei der sinnvolle Einsatz von KI sein. Wir sind überzeugt, dass die künstliche Intelligenz die Handwerkerin bzw. den Handwerker nicht ersetzen wird. Sie wird jedoch Arbeitsabläufe, Planungsprozesse und die Nutzung von Daten grundlegend verändern. Entscheidend wird sein, die neuen Technologien so einzusetzen, dass sie einen echten Mehrwert für Unternehmen, Mitarbeitende und Kundinnen und Kunden schaffen. PR
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eco.wirtschaft
„ DA S F R E I Z E I TTICKET
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H AT INNSBRUCK V E R Ä N D E RT “ Das Freizeitticket Tirol ist 20 Jahre alt geworden. Wir haben mit dessen Initiator Thomas Schroll zurück- und nach vorne geschaut. Ein Gespräch über die Entstehung des Tickets, seine Bedeutung für die Region und die Zukunft des Wintersports. INTERVIEW & FOTOS: MARIAN KRÖLL
eco.wirtschaft
ECO.NOVA: Es braucht meist einige Zeit, in der man mit einer Idee schwanger geht. Erinnern Sie sich noch an die Geburtsstunde des Tickets? THOMAS SCHROLL: Die Nordkettenbahnen waren damals gerade im Umbau und es gab die Überlegung, mit Innsbrucker Partnern eine gemeinsame Karte zu gründen. Die Nordkettenbahnen sind fast ganzjährig geöffnet. Mir war klar, dass der Zugang für die einheimische Bevölkerung ein leichter und möglichst niederschwelliger sein muss. Im ersten Jahr war es noch ein reines Winterticket, bereits im zweiten Jahr habe ich meine Partner überreden können, eine Ganzjahreskarte daraus zu machen.
Sollte dieser niederschwellige Zugang, den Sie beschreiben, auch dazu dienen, gegen eine etwaige Tourismusmüdigkeit der Bevölkerung anzugehen? Ich habe da vielleicht eine etwas andere Ansicht als meine Partner und Stakeholder. Man darf nicht der Illusion nachhängen, dass ein Freizeitticket als Trostpflaster für die Einheimischen genügt, um alles zu erdulden, was aus dem Tourismus kommt. Außerdem ist es so, dass irgendwann alles – und auch das Freizeitticket – zu einer Art Selbstverständlichkeit wird. Eine etwaige kritische Haltung gegenüber dem Tourismus ändert sich dadurch nicht zwingend.
Das Freizeitticket ist heuer 20 Jahre alt geworden. Was würden Sie mit dem Wissen von heute anders machen? Es hat doch einige Jahre gedauert, bis das Freizeitticket in seiner heutigen Form entstehen konnte. Dafür waren viele Faktoren ausschlaggebend. Manchmal brauchen die Dinge einfach eine gewisse Zeit, um sich zu finden. Man würde rückblickend immer das eine oder andere anders machen. Damals herrschte jedenfalls Aufbruchstimmung. Nicht nur bei den Bergbahnen, sondern vor allem in den Gemeinden mit ihren Kleinskiliften, ihren Bädern, ihren Eislaufplätzen – sie waren von der Idee eines gemeinsamen Tickets begeistert. Wir
„In und um Innsbruck ist noch nie so viel unternommen worden wie heute.“ sind zur richtigen Zeit mit der richtigen Idee gekommen.
Warum waren die Gemeinden begeisterungsfähig? Haben sie die Frequenz gebraucht, um die teuren kommunalen Infrastrukturen zu rechtfertigen? Man wollte für die Bevölkerung etwas tun und den Bürger*innen etwas bieten. Sport im Sommer und Winter, aber auch den Zugang zu kulturellen Einrichtungen wie Museen, die man sonst vielleicht nicht besucht hätte. Ich bin in allen Gemeinden sehr positiv aufgenommen worden und auf offene Ohren gestoßen. Daran denke ich bis heute gerne zurück. Geht es in der öffentlichen Wahrnehmung durch den Sport- und Bewegungsfokus ein wenig unter, dass das Freizeitticket auch eine Eintrittskarte in die Kultur ist? Es geht nicht in der Wahrnehmung unter. Ein Skigebiet wird einfach öfter genutzt als ein Museum.
Das Ticket wird heute über 70.000 Mal verkauft und ist damit die meistverkaufte Freizeit-Verbundkarte Österreichs. Gibt es auch die Gefahr, zu groß und zu erfolgreich zu werden? Das Freizeitticket hat Innsbruck verändert. So ein Angebot hat es zuvor nicht gegeben. Es wird sehr emotional darüber gesprochen. Es trägt auch zu sozialen Kontakten bei und bewegt in den Familien und Freundeskreisen viel. Das hätte ich mir nie träumen lassen. Eine Limitierung ist für uns kein Thema mehr, weil das Freizeitticket im Großraum Innsbruck zur Institution geworden ist. Wir sind bestrebt, das aufrechtzuerhalten, und wollen es nicht einschränken.
„Ich kann mit der Panikmache rund ums Skifahren nichts anfangen.“
Sie sagen, eine Limitierung sei kein Thema mehr. War es das einmal? Wir haben schwierige Jahre hinter uns. Zuerst kam die Pandemie, in der wir mit Rückzahlungsaufforderungen in Millionenhöhe durch den VKI konfrontiert gewesen sind. Dann kam eine Klage des VKI wegen Diskriminierung. Wir haben das Freizeitticket daraufhin in Richtung anderer EU-Bürger geöffnet und waren verunsichert, wie sich diese Entwicklung auswirken würde. Man darf nicht vergessen, dass die eine oder andere Freizeiteinrichtung von ihren Kapazitäten her begrenzt ist. Die letzten Jahre haben uns bewegt, zunächst die Pandemie, die darauffolgende Teuerungswelle und dann die Klage wegen Diskriminierung.
Der VKI hat argumentiert, das Freizeitticket stelle eine Form der Diskriminierung gegen Menschen dar, die nicht in Tirol leben. Es ging dabei auch um eine sogenannte Binnendiskriminierung von Österreichern aus anderen Bundesländern. Der VKI musste ja so argumentieren, weil man es vermutlich nicht verstehen würde, wenn sich der Verein für EU-Bürger stark machen würde. Natürlich hat auch der VKI letztlich bemerkt, dass dieser Schuss ein wenig nach hinten losgegangen ist. Es ging nie um Salzburger oder Vorarlberger, sondern um deutsche Gäste. Wir akzeptieren, dass es sich bei der Wohnsitzklausel EU-rechtlich um eine Diskriminierung gehandelt hat, haben unsere AGB adaptiert und heute steht das Freizeitticket allen Konsument*innen offen.
Gibt es nach 20 Jahren angebotsseitig noch so etwas wie blinde Flecken im Ticketverbund, wo Sie gerne nachjustieren würden? Alles, was noch dazukommt, muss auch finanziert werden. Über den Preis wird aber immer diskutiert. Wir wissen, dass wir preislich sehr attraktiv sind. Das beweisen auch unsere mehr als 70.000 Nutzer*innen. Mit den Einnahmen aus den Ticketverkäufen finanzieren wir unsere 70 Infrastrukturen. Kommen mehr dazu, wird der Kuchen kleiner.
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eine nicht zu vernachlässigende sozialpolitische Komponente. Das Freizeitticket trägt dazu bei, Kinder und Jugendliche von den Bildschirmen ihrer Smartphones und Tablets fernzuhalten. Es bietet Familien und Freunden ganzjährig Zugang zu Sport- und Kulturangeboten, ohne jedes Mal über den Preis nachdenken zu müssen. Das Ticket animiert, nach draußen zu gehen und miteinander etwas zu unternehmen. Eine Befragung untermauert das: 80 Prozent der Nutzer*innen geben an, dass das Freizeitticket ihre Lebensqualität hebt. Eine größere Auszeichnung gibt es nicht!
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„Ich traue mich zu sagen, dass gerade die kleineren Gebiete ohne die Existenz von Ticketverbünden wirtschaftlich nicht reüssieren könnten.“ Man darf wohl annehmen, dass der genaue Verteilungsschlüssel ein gut gehütetes Geheimnis im Verbund ist? Ja.
Profitieren kleinere Skigebiete überproportional vom Ticketverbund? Ja. Ich traue mich zu sagen, dass gerade die kleineren Gebiete ohne die Existenz von Ticketverbünden wirtschaftlich nicht reüssieren könnten. Wir haben von Anfang an darauf geachtet, dass die kleineren Skigebiete verhältnismäßig besser aussteigen und unterstützt werden.
Sehen Sie bei den Preisen auch aufgrund der dynamischen Preisentwicklung der letzten Jahre so etwas wie eine Schmerzgrenze, eine psychologisch wichtige Zahl, die Sie tunlichst nicht überschreiten möchten? Es gibt eine aktuelle Befragung des Instituts für Sportwissenschaft. Da wurde bezogen auf den letztjährigen Preis als Schmerzgrenze 800 Euro genannt, was einer Anhebung um
sechs Prozent entspricht. Wir sind bei vier Prozent geblieben. In 15 Jahren wird das Freizeitticket aber natürlich mehr als 800 Euro kosten. Die Verkaufszahlen sind unwahrscheinlich, das Angebot ist attraktiv und der Preis auch. Das gilt besonders für Familien. Die Vorverkaufspreise sind wesentlich günstiger als die regulären Preise. Wie viele Tickets gehen im Vorverkauf über den Tresen? Es sind 97, 98 Prozent, die von unseren bewährten Vorverkaufsstellen aus unter die Leute kommen. Damit können wir den Ansturm gut bewältigen. Den Onlinevertrieb haben wir eingestellt. Ob er wieder einmal kommt, weiß ich nicht.
Sie haben vorhin gemeint, dieses Ticket habe Innsbruck verändert. Welchen konkreten gesellschaftlichen Impact sehen Sie nach 20 Jahren Freizeitticket? Das Freizeitticket bewegt seine Nutzer*innen im doppelten Sinne. Es gibt
Das Freizeitticket geht im Großraum Innsbruck weg wie die warmen Semmeln. Dennoch steht immer wieder das herannahende Ende des Wintersports im Raum. Ist das nicht ein Widerspruch? Ich kann mit der Panikmache rund ums Skifahren nichts anfangen. Man nimmt einen Tageskartenpreis her und daran entzündet sich eine medial-öffentliche Debatte. Dann heißt es: Skifahren ist zu teuer! Es geht nicht mehr! Im Großraum Innsbruck hat es noch nie so viele Skifahrertage und so hohe Frequenzen an den Bergbahnen gegeben. Wir haben ja schon längst reagiert und die Bedürfnisse der Bevölkerung berücksichtigt. Das Ergebnis: Vor 20 Jahren haben wir im Winter 7.000 Karten verkauft, heute verkaufen wir über 70.000 Freizeittickets. In und um Innsbruck ist noch nie so viel unternommen worden wie heute. Das muss man einmal festhalten. Die Bergbahnen haben keinen Einfluss auf die Veränderungen im Schulsystem und die Auswirkungen der Migration. Was wir tun konnten, haben wir getan – und werden es weiterhin tun. Wenn es um den viel zitierten Niedergang des österreichischen „Kulturguts“ Skifahren geht, bekommen medial gerne die Seilbahner mit ihren Ticketpreisen den Schwarzen Peter zugeschoben. Sie plädieren für eine differenzierte Betrachtung? Genau so ist es. Früher haben beispielsweise fast alle Kinder an den Schulskikursen teilgenommen. Das ist längst nicht mehr so. Das ist ein gesellschaftliches Faktum, für das es keine Schuldigen gibt. Die Bergbahnen können nichts dafür. Im Gegenteil: Angebote wie das Freizeitticket oder die Regiocard hat es früher nicht gegeben. Da konnte man höchstens irgendwo eine Saisonkarte kaufen. Wir Seilbahner haben unsere Arbeit gemacht.
ALPS RESORTS
VOM HIDDEN CHAMPION Z U R S TA R K E N M A R K E
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LPS RESORTS zeigt, wie aus einer klaren Idee und dem konsequenten Ergreifen von Chancen innerhalb von 15 Jahren eine der führenden Hotelketten Österreichs entstehen kann. Im Mittelpunkt standen von Beginn an zwei Ziele: Gästen mehr Flexibilität und Privatsphäre im Urlaub zu bieten und gleichzeitig professionelle Strukturen für die touristische Vermietung zu schaffen. Aus einer Tiroler Gründeridee entwickelte sich so ein verlässlicher Betreiber und Partner im alpinen Qualitätstourismus.
© ALMDORFBAU
ALPS RESORTS hat sich in 15 Jahren von einer Tiroler Gründeridee zu einer der führenden Marken im österreichischen Ferientourismus entwickelt.
Der kürzlich wiedereröffnete Berwanger Hof steht als Beispiel für die Revitalisierung bestehender Standorte.
EIN VISIONÄRES PROJEKT WIRD ZUR ERFOLGSGESCHICHTE
2011 in Kitzbühel von Gerhard Brix gegründet, startete ALPS RESORTS mit der professionellen touristischen Bewirtschaftung von Ferienimmobilien. Den Ausgangspunkt bildete der Betrieb von Chalets in der Steiermark. Dahinter stand eine Entwicklung, die im alpinen Tourismus zunehmend an Bedeutung gewann: Neue Ferienapartments und Chalet-Resorts entstanden, doch für einen langfristig erfolgreichen Betrieb brauchte es mehr als attraktive Immobilien. Gefragt waren professionelle Strukturen für Vermarktung, Vertrieb, Verwaltung und Gästebetreuung. Diese Betreiberlogik prägt ALPS RESORTS bis heute. Zentrale Strukturen und gemeinsame Systeme verbinden dezentrale Standorte miteinander. Marketing, Vertrieb, E-Commerce, Preissteuerung und operative Funktionen greifen ineinander und schaffen die Grundlage für einen effizienten Betrieb. Gleichzeitig bleibt Raum für die Besonderheiten des jeweiligen Standorts und Produkts. Auf dieser Basis ist das Portfolio in 15 Jahren auf mehr als 45 Resorts angewachsen.
DAS ERFOLGSREZEPT FÜR MORGEN
Wie erfolgreich sich dieses Modell entwickelt hat, zeigen auch die Kennzahlen: 2025 verzeichnete ALPS RESORTS erstmals mehr als eine Million Nächtigungen und damit rund 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch international findet diese Entwicklung Anerkennung: 2026 wurde das Unternehmen erneut von der Financial Times als „Europe’s Long-Term Growth Champion“ ausgezeichnet.
Die Geschäftsführung von ALPS RESORTS: Gerhard Brix jun., Thomas Payr, MBA und Gerhard Brix führen das Unternehmen mit klarer Vision und regionaler Verbundenheit.
Die Entwicklung von ALPS RESORTS ist dabei eng mit den Veränderungen im Ferientourismus und den Bedürfnissen der Gäste verbunden. Individualität, Flexibilität und naturnahe Urlaubserlebnisse gewinnen ebenso an Bedeutung wie Komfort, Qualität und zusätzliche Services. Unter dem Markenclaim „My way of holiday“ trägt ALPS RESORTS dieser Entwicklung mit einem vielseitigen Portfolio Rechnung. Es reicht von Apartments und hotelähnlichen Angeboten bis zu Premium-Chalets in attraktiven alpinen Lagen, teilweise mit Private Spa. Entscheidend ist dabei nicht größtmögliche Vielfalt, sondern ein Angebot, das unterschiedliche Bedürfnisse aufgreift und gleichzeitig zur jeweiligen Destination und Zielgruppe passt. Mit ALPS KITCHEN wurde 2024 auch die Gastronomie stärker in die Produktentwicklung integriert. Das modulare Konzept ergänzt ausgewählte Standorte um gastronomische Angebote für Urlaubsgäste und
Einheimische und schafft damit zusätzliche Impulse für die regionale Wertschöpfung. Im Dezember 2025 folgte mit dem Carpe Solem Kaprun ein weiterer Entwicklungsschritt: Mit dem ersten 4-Sterne-Superior-Betrieb wurde das Premiumsegment innerhalb des Portfolios gezielt erweitert.
WERTSCHÖPFUNG UND VER ANTWORTUNGSVOLLES WACHSTUM
Verantwortungsvolles Wachstum bedeutet für ALPS RESORTS, auch die Regionen nachhaltig zu stärken. Unter dem Leitsatz „Wir beleben Orte mit Menschen“ entstehen Ganzjahresangebote, neue Wertschöpfung für lokale Partner und Impulse durch die Revitalisierung bestehender Standorte – wie jüngst beim traditionsreichen Berwanger Hof in Tirol. Gleichzeitig schafft ALPS RESORTS vielfältige Arbeitsplätze in den Regionen und verbindet unternehmerisches Wachstum mit langfristiger Standortentwicklung. www.alps-resorts.com PR
Hier geht̕s direkt zu den ALPS RESORTS.
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SPORT EXKLUSIV
Die Kraft der digitalen VerSPORTung Digitalisierung bedeutet im Sportfachhandel nicht, den physischen Laden zu ersetzen. Im Gegenteil: durch smarte Tools, regionale Vernetzung und Unabhängigkeit von Vorgaben übergeordneter Strukturen stärkt die Allianz sport-exclusiv.com den Tiroler Sportfachhandel und ermöglicht Kund*innen eine nahtlose Customer Journey. T E X T : D O R I S H E LW E G
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er Markt hat sich verändert. Der alpine Sportfachhandel steht heute gleich vor zwei Herausforderungen: Zum einen muss er digital präsent sein, denn viele Gäste treffen ihre Verleihentscheidungen längst online bereits von zu Hause aus oder während der Anreise. Zum anderen ist vor Ort ein Einkaufserlebnis mit Top-Markenprodukten und erstklassigem Beratungsservice gefragt. Insbesondere an An- und Abreisetagen können Online-Reservierungen deutliche Entlastung für Gäste und Beschäftigte bringen. Leicht zu bedienende Terminals wickeln die gesamte Buchung zügig ab und der Gast kann unverzüglich am Verleihdepot seine Sportgeräte entgegennehmen. Seit etwa 15 Jahren ist die ICC Innovative Communication Company GmbH für verschiedene Sportgeschäfte in Tourismusregionen tätig, immer mit dem Ziel, innovative digitale Prozesse zu schaffen, die Gäste und Kund*innen schon lange vor ihrer Ankunft in der Tourismusdestination abholen – nämlich dort, wo sie sich über ihren Urlaub online informieren und buchen. Innovative Händler*innen haben diesen Weg bereits früh erkannt und bieten seit Jahren Online-Reservierungstools für ihren Sportgeräte-Verleih an. Anstatt für jeden Händler eine eigene Software zu entwickeln, kam Firmengründer Elmar Frischmann gemeinsam mit Händler*innen die Idee, diese Kräfte zu bündeln und in der Plattform sport-exklusiv. com zusammenzuführen. Im Zentrum der Initiative steht der Gedanke, digitale Ressourcen zu bündeln und die Technologie angepasst an die Stärken des Händlers zu legen. Mit sport-exklusiv agieren Händler nicht als reine Software-Kunden, sondern als starkes Netzwerk mit regionalem Gebietsschutz. Der Sinn hinter der Allianz ist, dass Sportgeschäfte eigens an sie angepasste, exklusive
Thomas Erler und Chris Binder, sport-exklusiv.com: „Was sich die Großen zwar digital leisten, aber nicht zeitgemäß umsetzen können, nutzen unsere Spezialist*innen durch gezielte digitale VerSPORTung.“
Technologien für maximale Sichtbarkeit im GEO, SEO und KI-Bereich nutzen und sich dabei gleichzeitig auf ihre regionalen Stärken fokussieren können. Einfache Abläufe etwa im Verleih können die Spitzenkräfte in der Beratung entlasten und somit den Kund*innen eine nahtlose Customer Journey ohne lange Wartezeiten ermöglichen. Das beginnt bei moderner KI-Auffindbarkeit (Generative Engine Optimization) und reicht bis zu automatisierten Buchungslösungen und eigenen digitalen Verkaufs- und Serviceassistenten. „Im Gegensatz zu gängigen Lösungen wird bei unseren Modulen der gesamte Prozess inklusive Zahlung am Self-Service-Terminal abgeschlossen. Zudem besteht die Möglichkeit, vom Shop ausgewählte Zusatzverkäufe wie Trinkflaschen zu tätigen“, erklärt Elmar Frischmann, Geschäftsführer ICC. Kund*innen können somit nahtlos ihren Verleihprozess am Self-Service-Terminal abschließen, erhal-
ten einen Bon und können damit am Ausgabecounter unverzüglich ihre Artikel entgegennehmen. Das langwierige Anstehen an der Kassa mit der gesamten Ausrüstung ist somit Geschichte. Dabei geht es in keinster Weise darum, den physischen Laden oder gar Mitarbeiter*innen zu ersetzen. Der große Mehrwert liegt darin, die digitale Auffindbarkeit genau dort zu bewerkstelligen, wo die Reise des Kunden beginnt, und den Ablauf vor Ort im Geschäft so reibungslos wie möglich zu gestalten. „Digitale Tools müssen menscheln, dann sind sie im Team akzeptiert“, lautet die Devise von Andreas Jenewein, Geschäftsführer vidone GmbH in Schwaz, Partner für die Implementierung der Terminals samt Mitarbeitertraining. Die maßgeschneiderten Self-Service-Terminals und Kiosksysteme reduzieren die Wartezeiten vor allem in Stoßzeiten spürbar, fördern den Zusatzverkauf und ermöglichen den
SPORT EXKLUSIV
D I E K R A F T D E R D I G I TA L E N V E R N E T Z U N G N U T Z E N : S P O R T- E X K L U S I V.C O M E R M Ö G L I C H T S P O R T H Ä N D L E R N S I C H T B A R K E I T I M N E T Z , R E G I O N A L E E X K L U S I V I TÄT U N D E I N E R E I B U N G S LO S E A B W I C K L U N G V O N P R O Z E S S E N .
selbstständigen Check-in inklusive etwaiger Nachbestellungen oder Upgrades direkt auf der Fläche. Dieser Echteinsatz des „McDonald’s-Prinzips“ im Sportfachhandel zeigt sich als wesentliche Unterstützung für das Top-Personal. Hochqualifizierten Shop-Mitarbeiter*innen bleibt so mehr Zeit für professionelle Beratungsgespräche. Damit diese digitalen Tools von der Website über die Kioske bis hin zum E-Commerce reibungslos ineinandergreifen, sorgt ein eingespieltes Backoffice für Stabilität. Als führender Programmierer von ICC entwickelt Chris Binder mit seinem Team inklusive KI-Assistenten die maßgeschneiderten Softwarelösungen für die Partnerbetriebe, während Thomas Erler als Koordinator zwischen den Anforderungen der Händler*innen fungiert und den professionellen Einsatz der Tools bei den Partnern sichert. Als Mitinitiatoren sind Joe Bacher und Simon Lenz von Bacher Sport in Serfaus von der Plattform sport-exklusiv. com überzeugt. „Die Kund*innen bereits vor Antritt ihrer Reise zu Hause abzuholen und vor Ort im Geschäft unsere Versprechen einzulösen, hat einen unglaublichen Mehrwert für unseren Shop und unsere Kunden.“ Bacher Sport verbindet moderne Store-Konzepte mit den sogenannten „digitalen Prozessen“. „Kund*innen erleben hier einen barrierefreien Übergang von der Online-Entscheidung bis zum Service im Geschäft. Das entlastet die Mitarbeiter*innen und generiert Zusatzverkäufe.“ Auch Roland Unterlercher mit seinen drei Geschäften im Zillertal setzt mit sport-exklusiv.com neue Maßstäbe im digitalen Verleih und der Nachhaltigkeit. „Über spezialisierte Buchungstools und das integrierte Refurb-System werden gebrauchte Ausrüstungen respektvoll und ertragsstark aufbereitet und gezielt verwertet.“ Mit sport-exklusiv.com ist der Tiroler Sportfachhandel in der Lage, Mitgestalter eigener, exklusiver Technologien für maximale Sichtbarkeit zu sein, sich auf seine regionalen Stärken zu fokussieren und so die Zukunft mitgestalten zu können. www.sport-exklusiv.com PR
71 Joe und Simon von Bacher Sport in Serfaus: „Neben digitalen Prozessen bieten wir mit Serviceleistungen wie Bike-Einlagerungen über den Winter einen wesentlichen Mehrwert für unsere Kund*innen.“
Andreas Jenewein, Geschäftsführer Vidone GmbH: „Digitale Tools müssen menscheln, dann sind sie im Team akzeptiert.“
Alexandra und Roland Unterlercher von Sport Unterlercher in Fügen: „Wir möchten einen Beitrag dazu leisten, dass die Umwelt im Zillertal erhalten und verbessert wird. sportexklusiv.com hilft uns beim Haushalten mit unseren Ressourcen in allen Belangen.“
F O R S C H U N G & K R E AT I V I TÄT
KI-ELTERNSTUNDE
WAS KINDER KI-TOOLS NIEMALS VERRATEN SOLLTEN UND WELCHE REGELN ZUHAUSE HELFEN. Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag vieler Kinder angekommen. Ob für Hausaufgaben, Erklärungen, kreative Ideen oder Fragen aus dem Alltag: Tools wie ChatGPT können hilfreich sein, wenn Kinder wissen, wie sie sicher damit umgehen. Diese Checkliste von Wavect gibt Eltern einfache Orientierung und zeigt, welche Informationen Kinder niemals in KI-Tools eingeben sollten und welche Regeln Familien zuhause vereinbaren können. www.wavect.io
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Keine persönlichen Daten eingeben: Kinder sollten niemals persönliche Informationen in KI-Tools eingeben. Dazu gehören voller Name, Adresse, Schule, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Passwörter, Fotos, Standortdaten oder private Chats. Familienregel: Was man einer fremden Person auf der Straße nicht erzählen würde, gehört auch nicht in ein KI-Tool.
Keine Geheimnisse oder sehr privaten Sorgen teilen: Familienprobleme, Krankheiten, Streit, Beziehungsfragen, intime Sorgen oder belastende Erlebnisse sollten nicht ungefiltert an ChatGPT oder ähnliche Tools geschickt werden. Besser: Kinder sollten mit Eltern, Vertrauens personen, Lehrkräften oder professionellen Beratungsstellen sprechen, wenn es um ernste persönliche Themen geht. KI kann falsch liegen: Eine KI-Antwort kann überzeugend klingen und dennoch falsch, unvollständig oder erfunden sein. Kinder sollten lernen: KI ist kein Wahrheitsautomat. Merksatz: Nur weil eine Antwort sicher klingt, muss sie nicht stimmen.
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Quellen immer prüfen: Bei Referaten, Hausaufgaben, Präsentationen oder wichtigen Fakten sollte mindestens eine verlässliche Quelle gegengeprüft werden. Das können Schulbücher, offizielle Websites, Lexika oder von Lehrkräften empfohlene Quellen sein. Familienregel: KI darf helfen – aber wichtige Informationen werden überprüft.
Nicht einfach kopieren: KIAntworten sollten Kindern beim Verstehen, Üben und Strukturieren helfen. Sie sollten aber nicht einfach kopiert und als eigene Arbeit abgegeben werden. Besser: Kinder können die KI bitten, ein Thema einfacher zu erklären, Beispiele zu geben oder Fragen zu stellen, damit sie selbst weiterdenken. Deepfakes ernst nehmen: Bilder, Stimmen und Videos können heute täuschend echt manipuliert werden. Kinder sollten wissen: Nicht alles, was echt aussieht oder klingt, ist auch echt. Familienregel: Bei schockierenden, peinlichen oder sehr emotionalen Inhalten erst stoppen, prüfen und mit einem Erwachsenen sprechen – nicht sofort weiterleiten. Bei komischen oder beängstigenden Antworten stoppen: Wenn eine KI Angst macht, Druck erzeugt, sehr persönliche Fragen stellt oder unangenehme Inhalte liefert, sollten Kinder die Nutzung sofort beenden. Besser: Screenshot machen, nichts weiter eingeben und mit einem Erwachsenen darüber sprechen. KI nicht allein entscheiden lassen: Bei Gesundheit, Geld, Streit, Beziehung, Recht oder Sicherheit sollte KI niemals die letzte Entscheidung treffen. Solche Themen brauchen Menschen, Erfahrung und Verantwortung. Merksatz: KI kann Denkanstöße geben, aber keine wichtigen Entscheidungen übernehmen.
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Familienregeln vereinbaren: Eltern und Kinder sollten gemeinsam klären, wann und wofür KI genutzt werden darf. Wichtig sind einfache, klare Regeln statt Verbote ohne Erklärung. Mögliche Fragen für zuhause: Wann darf KI genutzt werden? Wofür ist KI erlaubt? Welche Themen sind tabu? Wann muss ein Erwachsener mitlesen oder helfen? Neugier erlauben, Sicherheit lernen: KI muss nicht grundsätzlich verboten werden. Kinder brauchen Begleitung, klare Grenzen und die Fähigkeit, Antworten kritisch zu hinterfragen. Ziel: Nicht Angst vor KI machen, sondern einen sicheren, bewussten und verantwortungsvollen Umgang lernen.
MINI-REGEL FÜR ZUHAUSE • Erst denken, dann eingeben. • Erst prüfen, dann glauben. • Erst verstehen, dann abgeben.
KURZE FAMILIENVEREINBARUNG • Wir nutzen KI neugierig, aber vorsichtig. • Wir geben keine persönlichen Daten ein. • Wir prüfen wichtige Antworten. • Wir kopieren keine fertigen Lösungen. • Wir sprechen miteinander, wenn etwas komisch, unangenehm oder beängstigend wirkt.
Hinweis: Diese Checkliste ersetzt keine pädagogische, psychologische, rechtliche oder technische Beratung. Sie soll Familien einen einfachen Einstieg geben, um KI im Alltag sicherer, bewusster und verantwortungsvoller zu nutzen.
© SIMONRAINER.COM
experten.tipp
N A C H H A LT I G K E I T, D I E W I R K T Nachhaltigkeit hat viele Gesichter. Wie unterschiedlich verantwortungsvolles Wirtschaften aussehen kann, zeigen die Gewinner des diesjährigen TRIGOS Tirol. In der Kategorie „Regionale Wertschaffung“ überzeugte iDM Energiesysteme aus Matrei in Osttirol mit dem Projekt „WIRksam“. Der Wärmepumpenhersteller stärkt damit den Arbeits- und Lebensraum Osttirol unter anderem durch familienfreundliche Arbeitszeitmodelle, eine eigene Lehrwerkstätte, Ferienbetreuung sowie Gesundheits- und Weiterbildungsangebote. Der Preis für „Vorbildliche Projekte“ ging an die Ernst Derfeser GmbH. Das Familienunternehmen hat seine wasserintensiven Produktionsprozesse auf geschlossene Kreisläufe umgestellt. Prozess- und Waschwasser werden aufbereitet und wiederverwendet, kommunales Trinkwasser wird durch Eigenversorgung ersetzt. In der Kategorie „Klimaschutz“ punktete der Stanglwirt mit seinem Bio-Energie-Kraftwerk. Die weltweit erste Holzvergaser-Anlage in einem Hotelbetrieb erzeugt aus regionalem Holz Strom und Wärme. Damit deckt der Betrieb seinen Wärmebedarf vollständig und rund 60 Prozent seines Strombedarfs selbst. Der TRIGOS zählt zu Österreichs wichtigsten Auszeichnungen für gesellschaftliche Unternehmensverantwortung. Er würdigt Betriebe, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit erfolgreich miteinander verbinden und damit zeigen, dass verantwortungsvolles Handeln und unternehmerischer Erfolg bestens zusammenpassen.
Mensch trifft Maschine Künstliche Intelligenz, Fachkräftemangel und eine Arbeitswelt im Wandel: Wie können Unternehmen diesen Herausforderungen begegnen und gleichzeitig ihre Mitarbeiter*innen langfristig binden? Mit dieser Frage beschäftigte sich das dritte „People & Culture – HR-Forum Tirol“, das rund 250 Personalverantwortliche und Expert*innen in der Wirtschaftskammer Tirol zusammenbrachte. Die von der Standortagentur Tirol organisierte Veranstaltung widmete sich den großen Zukunftsfragen der Personalarbeit. Im Mittelpunkt standen resiliente Führung, Unternehmenskultur, psychologische Sicherheit und die Rolle künstlicher Intelligenz. Denn während neue Technologien zahlreiche Möglichkeiten eröffnen, bleibt der Mensch ein entscheidender Erfolgsfaktor. Gerade angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels gewinnen attraktive Arbeitsbedingungen, kontinuierliche Weiterbildung und eine wertschätzende Unternehmenskultur zunehmend an Bedeutung. Das Forum bot neben fachlichem Input vor allem Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und zur Vernetzung. Die zentrale Botschaft: Die Arbeitswelt der Zukunft wird zwar zunehmend digital, erfolgreich gestalten lässt sie sich aber nur gemeinsam mit den Menschen.
Kathrin Reitz verfügt über mehr als 25 Jahre Berufserfahrung mit Liegenschaften im Wohnungsmarkt sowie im gewerblichen Bereich. Sie absolvierte das Masterstudium Immobilienwirtschaft – Immobilienmanagement, ist konzessionierte Immobilientreuhänderin und allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige für Liegenschaftsbewertung.
DER WERT DER GESUNDHEIT Gesunde Räume sind nicht nur „nice to have“.
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esundheit wird heute ganzheitlicher gedacht – und damit rückt auch die Immobilie stärker in den Fokus. Denn wo wir wohnen und arbeiten, beeinflusst unser Wohlbefinden jeden Tag. Licht, Raumklima, Ruhe, Freiräume und eine durchdachte Architektur sind längst mehr als Komfortmerkmale. Für Unternehmen wird die Qualität ihrer Arbeitsräume zunehmend zum Standortfaktor. Wer Mitarbeiter*innen gewinnen und halten will, muss auch ein Umfeld bieten, in dem Menschen gerne arbeiten. Damit verändern sich zugleich die Anforderungen an Büro- und Gewerbeimmobilien. Auch am Immobilienmarkt gewinnt diese Qualität an Bedeutung. Gute Architektur, flexible Nutzung, ein angenehmes Umfeld und nachhaltige Gebäudekonzepte stärken Attraktivität, Vermietbarkeit und langfristige Wertbeständigkeit. Immobilien schaffen Rahmenbedingungen und wirken auf die Gesundheit der Menschen. Und genau diese Qualität wird künftig stärker über ihren Wert entscheiden. PR
IMMOBILIS Sparkassenplatz 2/2, 6020 Innsbruck office@immobilis.co.at, www.immobilis.co.at
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eco.zukunft
Wann wird aus einer Bilanzierungsfrage ein Haftungsrisiko? Welche Verantwortung tragen Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Abschlussprüfer? Und welche neuen Herausforderungen entstehen durch Nachhaltigkeitsberichterstattung und steuerliche Bilanzkorrekturen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die 2. Auflage des Handbuchs „Bilanz und Haftung“.
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© AMT / KRAPF
BILANZ UND HAFTUNG Matthias Petutschnig, Christian Wimpissinger, Stefan Albiez Verlag Österreich, 436 Seiten, EUR 119,–
© BINDER GRÖSSWANG RECHTSANWÄLTE GMBH, STUDIO WILKE
. CH BU PS TIP
Matthias Pöschl (Geschäftsführer der Agrarmarketing Tirol), Juryvorsitzende Katrin Bach, Johanna Jenewein (Essenz der Alpen und Tiroler Tschips) und LandeshauptmannStellvertreter Josef Geisler
AUSGEZEICHNETE IDEEN AUS TIROL Von alkoholfreiem Prickeln über intelligente Bienenstöcke bis zu knusprigen Kartoffelchips: Der dritte Tiroler Lebensmittelinnovationspreis zeigte einmal mehr, wie viel Kreativität in der heimischen Lebensmittelwirtschaft steckt. Im Rahmen der FAFGA in Innsbruck wurden fünf besonders innovative Projekte vor den Vorhang geholt. Den ersten Platz sicherte sich der Kuenzhof aus Dölsach mit seinem FRIZZANTI 0,0 %. Das alkoholfreie Getränk verbindet regionale Zutaten mit einem zeitgemäßen Genusserlebnis. Platz zwei ging an BeeTronic, ein Projekt der HTL Reutte, das mithilfe moderner Technologie die digitale Überwachung von Bienenstöcken ermöglicht. Auf dem dritten Platz landeten die Tiroler Tschips von Johanna Jenewein. Mit Tiroler Kartoffeln und Tiroler Alpensalz als Hauptzutaten beweisen die knusprigen Snacks, dass es für innovative Produkte nicht immer außergewöhnliche Zutaten braucht. Manchmal genügt es, Vertrautes neu zu denken und konsequent auf Regionalität zu setzen. Das Finalfeld komplettierten das Arlberghendl von Mario Matt, das auf regionale Hühnerproduktion und Tierwohl setzt, und Klamm 80b von Thomas Leitner. Letzteres verbindet Landwirtschaft und Gastronomie und rückt die vollständige Verwertung des Tieres in den Mittelpunkt. Der Preis ist eine gemeinsame Initiative von Agrarmarketing Tirol, Wirtschaftskammer Tirol und Landwirtschaftskammer Tirol. Bewertet wurden unter anderem Innovationsgrad, Regionalität und Marktfähigkeit. Ziel ist es, neue Ideen sichtbar zu machen und die regionale Wertschöpfung nachhaltig zu stärken.
MENSCH, DENK MAL! Zwei neue Bücher, zwei spannende Perspektiven auf unsere Zukunft: Der Neurologe und Hirnforscher Christian Enzinger beschäftigt sich in „Das digitale Gehirn“ mit der Frage, wie wir im Zeitalter künstlicher Intelligenz geistig souverän bleiben. Matthias Strolz wiederum lädt in „Homo Universus“ dazu ein, unser Menschsein neu zu denken und persönliche Entwicklung mit gesellschaftlicher Verantwortung zu verbinden. Zwei Denkanstöße für bewegte Zeiten. Beide Bücher erschienen in der Edition Platin und erhältlich in der Tyrolia. DAS DIGITALE GEHIRN Christian Enzinger, 220 Seiten, EUR 26,– HOMO UNIVERSUS Matthias Strolz, 400 Seiten, EUR 29,10
Rechenpower für Österreich Österreich hat einen neuen Supercomputer. Und Innsbruck ist mittendrin. Mit MUSICA (Multi-Site Computer Austria) wurde einer der weltweit 100 schnellsten Hochleistungsrechner in Betrieb genommen. Seine Rechenleistung verteilt sich dabei auf drei Standorte in Innsbruck, Linz und Wien, die gemeinsam als ein System oder unabhängig voneinander arbeiten können. Mit einer Leistung von 45 PetaFLOPS* ist MUSICA mehr als achtmal so schnell wie die bisher leistungsstärksten österreichischen Supercomputer. Ob komplexe Simulationen in Physik und Umweltforschung, datenintensive Analysen oder das Training künstlicher Intelligenz: MUSICA eröffnet neue Möglichkeiten für Forschung und Innovation. Der Innsbrucker Teil des Systems ist in einem Rechenzentrum der Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB) untergebracht. Insgesamt wurde das Projekt mit 20 Millionen Euro über die Forschungsförderungsgesellschaft FFG gefördert, weitere Mittel kommen vom Wissenschaftsministerium. Eine Herausforderung bleibt allerdings die Finanzierung des laufenden Betriebs. Denn während die Anschaffung gesichert ist, müssen die beteiligten Universitäten Kosten für Energie, Wartung und Personal selbst tragen. * PetaFLOPS (Floating Point Operations Per Second) sind eine Maßeinheit für die Rechenleistung von Computern. Ein PetaFLOPS entspricht einer Billiarde (!!!) Rechenoperationen pro Sekunde.
© DANIEL VEGEL
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Das Organisationsteam der Tagung von der Pädagogischen Hochschule Tirol: Paul Resinger, Bernadette Kofler, Gerlinde Schwabl, Leiter Mario Vötsch, Jakob Hörtnagl, Anja Steiner und Iris Kahn
Lernen für morgen Welche Fähigkeiten werden künftig gebraucht? Wie müssen sich Berufsbilder verändern? Und wie bildet man junge Menschen für eine Arbeitswelt aus, deren Anforderungen sich laufend verschieben? Fragen wie diese standen im Mittelpunkt der 10. Berufsbildungsforschungskonferenz, die Anfang Juli an der Universität Innsbruck und der Pädagogischen Hochschule Tirol stattfand. Rund 250 Teilnehmer*innen aus dem gesamten DACH-Raum kamen dafür nach Innsbruck. Das Spektrum war entsprechend breit: Fachkräfteausbildung und Berufsorientierung trafen auf Future Skills, Migration und demografischen Wandel, betriebliche Lernprozesse auf Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. In mehr als 80 Präsentationen, Diskussionsrunden und weiteren Formaten wurde drei Tage lang darüber gesprochen, wie gut bestehende Ausbildungsmodelle noch zur Arbeitswelt von morgen passen und wo Lehrpläne, Berufsbilder und Bildungswege weiterentwickelt werden müssen. Einen besonderen Blick auf die Zukunft des Lernens in der beruflichen Bildung warf Nicole Naeve-Stoß von der Universität St. Gallen. Ralph Hippe vom Europäischen Zentrum für die Förderung der Berufsbildung beschäftigte sich mit KI, digitalen Kompetenzen und Berufsbildung in Europa. Ein Dialogforum brachte zudem Wissenschaft mit Vertretern aus Arbeits- und Wirtschaftsministerium, Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer zusammen. Die Konferenz selbst hat mittlerweile fast 20 Jahre Geschichte: 2008 wurde die Berufsbildungsforschungskonferenz ins Leben gerufen, um die Forschung in diesem Bereich in Österreich zu stärken. Die zehnte Ausgabe wurde federführend von der Pädagogischen Hochschule Tirol gemeinsam mit der Universität Innsbruck und der Österreichischen Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen veranstaltet. Für Organisator Mario Vötsch von der PH Tirol steht fest, dass angesichts der rasanten Transformation der Arbeitswelt auch die berufliche Bildung auf dem Prüfstand steht. Forschung könne dazu beitragen, aktuelle Veränderungen nicht nur zu beobachten, sondern daraus konkrete Perspektiven für Ausbildung und Praxis zu entwickeln. Weitere Infos unter
www.ph-tirol.ac.at/storys.
Einen Bildungs-Schwerpunkt finden Sie außerdem in der eco.nova-Ausgabe vom April dieses Jahres.
D AT E N A L S W E T T B E W E R B S V O R T E I L Wie können Unternehmen Daten intelligent nutzen, um wettbewerbsfähiger zu werden? Dieser Frage widmete sich der Technologiebrunch der Standortagentur Tirol im Rahmen des European Forum Alpbach. Im Mittelpunkt standen sogenannte Datenökosysteme, die Unternehmen, Forschung und öffentliche Einrichtungen vernetzen und einen sicheren Datenaustausch ermöglichen. Das schafft die Grundlage für bessere Entscheidungen, innovative Geschäftsmodelle und widerstandsfähigere Lieferketten. Gerade im Zusammenspiel mit künstlicher Intelligenz eröffnen sich neue Möglichkeiten. Die Standortagentur Tirol unterstützt heimische Betriebe dabei mit Vernetzung, Qualifizierung und konkreter Projektbegleitung. Ziel ist es, Daten verstärkt als wirtschaftliche Ressource zu nutzen.
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Filmplakat „Vivos“ by Ai Weiwei, 2019
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Die gute Idee Kreativität ist kein Privileg einer Branche. Sie ist die Voraussetzung dafür, Probleme anders zu lösen, Unternehmen weiterzuentwickeln und aus Ideen Innovationen zu machen. In Zeiten künstlicher Intelligenz könnte diese sehr menschliche Fähigkeit sogar noch wichtiger werden. INTERVIEW: MARINA BERNARDI
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nnovation ist ein großes Wort geworden. Unternehmen sind innovativ, Produkte und Geschäftsmodelle sowieso. Innovationsabteilungen entwickeln Innovationen und Innovationspreise zeichnen sie anschließend aus. Das ist grundsätzlich nicht verkehrt. Nur beginnt Innovation nicht mit Innovation. Sie beginnt mit einer Idee. Kreativität und Innovation werden gerne synonym verwendet, sind jedoch nicht dasselbe. Das findet übrigens auch die OECD: Kreativität bezeichnet die Entwicklung neuer und nützlicher Gedanken oder Zugänge, Innovation deren Einführung und Anwendung. Zu einem kreativen Geist gehören dabei nicht nur Vorstellungskraft, sondern ebenso Neugier, Beharrlichkeit, Zusammenarbeit und Disziplin. Das ist insofern interessant, als Kreativität damit plötzlich sehr viel weniger nach Kunstunterricht klingt. Kreativität ist nicht zwingend das Erschaffen schöner Dinge. Sie ist zunächst die Fähigkeit, anders zu denken, und damit nicht ausschließlich jenen vorbehalten, deren Berufsbezeichnung „Creative“ enthält.
KREATIVITÄT KANN WIRTSCHAFT
Dass diese Fähigkeit ökonomisch zunehmend relevant wird, zeigen auch internationale Arbeitsmarktprognosen. Im „Future of Jobs Report 2025“ des World Economic Forum zählt kreatives Denken bereits zu den wichtigsten Kernkompetenzen von Beschäftigten. Gleichzeitig wachsen KI-Kompetenz, Big Data und technologische Fähigkeiten. Die Zukunft scheint also nicht auf ein Entweder-oder zwischen Mensch und Maschine hinauszulaufen, sondern auf eine Kombination aus beidem. Genau an dieser Schnittstelle setzte Ende September das Fö N Festival in Innsbruck an. Unter dem Motto „The Future of Original“ wurde St. Bartlmä drei Tage lang zum Treffpunkt für angewandte Kreativität in Design, Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Kunst. Vorträge standen neben Workshops, Diskussionen neben Konzerten, Theater, Spaziergängen und Interventionen. Fö N versteht Kreativität dabei ausdrücklich nicht als geschlossene Veranstaltung für die sogenannte Kreativwirtschaft, sondern als etwas, das zwischen unterschiedlichen Disziplinen entsteht.
„Hinter gutem Design muss zuerst eine gute Idee stehen. Das ist die Kreativität. Und unsere Hauptaufgabe.“ JIANPING HE
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ZUR PERSON
Jianping „Jumping“ He, geboren 1973 in China, lebt in Berlin und arbeitet als Grafikdesigner, Professor und Verleger. Er studierte Grafikdesign an der China Academy of Art sowie Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin und promovierte 2011 in Kulturgeschichte an der Freien Universität Berlin. Er lehrte unter anderem an der UdK Berlin, der Hong Kong Polytechnic University und der China Academy of Art in Hangzhou. 2002 gründete er das Designstudio und den Verlag hesign in Berlin, seit 2008 gibt es einen weiteren Standort in Hangzhou. Einige seiner Paperworks kann man im Shop unter www.hesign.com kaufen. Dort gibt es auch (Video)Einblicke in die Entstehung seiner Arbeiten.
Einer der diesjährigen Gäste war Jianping „Jumping“ He. Der Grafikdesigner, Professor und Verleger lebt und arbeitet zwischen Berlin und China, gründete 2002 sein Studio hesign und gehört der Alliance Graphique Internationale an. Sein Vortrag beschäftigte sich mit der Kunst visueller Sprache anhand seiner eigenen – zahlreichen wie vielseitigen – Projekte. Im Interview wurde daraus
eine grundsätzliche Unterhaltung darüber, wo gute Ideen herkommen und was mit ihnen passiert, wenn Maschinen plötzlich ziemlich viel ziemlich gut können. Der chinesisch-deutsche Grafikdesigner lebt seit mehr als 30 Jahren von guten Ideen. Ein Gespräch über Kreativität, KI, kulturelle Unterschiede und den Spaß daran, sich selbst zu überholen.
ECO.NOVA: Sie haben im Laufe Ihrer Karriere unzählige Designs geschaffen und als Juror noch viel mehr beurteilt. Was ist für Sie gutes Design? JIANPING HE: Für mich muss hinter gutem Design zuerst eine gute Idee stehen. Eine gute Idee weckt Aufmerksamkeit und macht neugierig auf die Information dahinter. Der zweite Punkt ist eine gewisse Revolution: Man muss etwas verändern, etwas Neues einbringen. Und letztlich zeigt erst die Zeit, ob ein Design wirklich gut ist.
Gibt es einen Punkt, an dem Sie wissen: Jetzt bin ich fertig? Oder kann man eine Idee auch kaputtdesignen? Ich habe manchmal tatsächlich dieses Gefühl: Jetzt habe ich die Lösung gefunden, das ist die Endversion. Aber das passiert eigentlich nur bei wirklich gutem Design. Unter Zeitdruck kommt dieses Gefühl viel seltener. Manch-
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eine Toilette versteht man wahrscheinlich in Asien genauso wie in Deutschland oder Österreich. Aber Bilder funktionieren nicht grundsätzlich überall gleich, weil der kulturelle Kontext unterschiedlich ist. Nehmen wir Zahlen: In China ist die Vier problematisch, weil ihre Aussprache jener für Tod ähnelt. Hier gilt eher die 13 als Unglückszahl. Heute sind die Aufgaben im Grafikdesign außerdem viel komplexer und multifunktionaler. Wenn wir über Kommunikation sprechen, ist die Sprache für mich nach wie vor unglaublich klar und präzise. Bilder können Missverständnisse erzeugen.
„Another Reading – Contemporary Book Design from China“ ist ein von Jumping He kuratiertes und außergewöhnlich gestaltetes Ausstellungs- und Katalogprojekt, das Arbeiten führender chinesischer Grafik- und Buchdesigner präsentiert.
78 mal gibt es allerdings ein sehr deutliches Signal: Jetzt ist es gut.
Muss gutes Design schön sein? Nicht unbedingt. Für mich kommt zuerst die Funktion. Kund*innen kommen zu einem Designer, weil sie ein Problem haben und eine Lösung brauchen. Diese Lösung muss nicht zwingend schön sein, sie sollte zumindest funktionieren. Wenn man zusätzlich Ästhetik mitliefern kann, ist es natürlich besser. Manchmal kann sogar Schönheit selbst eine Lösung sein, aber eben nicht immer. Zuerst geht es darum, das eigentliche Problem zu lösen.
Sie sind in China aufgewachsen und zum Studium nach Deutschland gegangen. Wie stark haben diese beiden Kulturen Ihre Arbeit geprägt? Sehr stark. Als ich in China studierte, gab es viel weniger internationale Informationen über Design. Durch Zufall habe ich einen Artikel über das Bauhaus mit einigen Abbildungen entdeckt. Das hat mich unglaublich inspiriert. In China hatten wir damals alles mit der Hand gemacht: Schriften, Zeichnungen, sehr fein und sauber. Wenn ein Fehler passierte, musste man von vorne beginnen. Und plötzlich las ich, dass Design auch wie ein Produktionsprozess funktionieren kann, dass man nicht nur von der Hand abhängig ist,
sondern Maschinen einsetzen kann. Das war für mich völlig neu. Ich wollte meine Hände befreien. Deshalb wollte ich in Deutschland am Bauhaus studieren. Ich wusste damals nicht, dass die Schule längst geschlossen war. Schließlich kam ich an die Universität der Künste nach Berlin. Anfangs wollte ich vieles von dem, was ich in China gelernt hatte – die chinesische Ästhetik und Kultur –, sogar vergessen. Später merkte ich, dass ich mich davon gar nicht trennen konnte. Ich habe Jahre gebraucht, um meinen Glauben an die chinesische Kultur wieder aufzubauen und diese Elemente in meine Gestaltung zu integrieren. Irgendwann habe ich verstanden, dass sich europäische und chinesische Kreativität verbinden lassen. So habe ich meinen eigenen Weg gefunden. Gibt es so etwas wie eine universelle visuelle Sprache oder ist unsere Wahrnehmung stets auch kulturell geprägt? Das ist eine gute Frage. Ein Piktogramm für
Kreativität wurde früher stark mit klassischen Kreativberufen verbunden. Heute gilt sie in nahezu allen Branchen als Schlüsselkompetenz. Kann man lernen, kreativ zu sein? Bis zu einem gewissen Grad auf jeden Fall. Wenn man Grafikdesign studiert, lernt man nicht nur eine Darstellungsform, sondern auch eine bestimmte Denkweise. Und diese Denkweise kann eine Methode für Kreativität sein. Man muss ein Thema zunächst verstehen, möglichst aus unterschiedlichen Perspektiven. Analyse ist für mich durchaus eine Methode, um Kreativität zu entwickeln. Die persönliche Handschrift ist etwas anderes. Warum jemand in einer bestimmten Situation ausgerechnet Rot verwendet und sonst niemand auf diese Lösung gekommen wäre, kann sehr individuell sein. Das große Problem ist heute eher, dass wir alle ähnliche Prozesse und Werkzeuge verwenden. Überall stehen dieselben Computer, überall läuft dieselbe Software. Dadurch entsteht sehr viel Ähnlichkeit. Als ich Student war, bestand unsere Hauptaufgabe darin, neue Bilder und Informationen zu entwickeln. Heute haben wir zu viel davon. Unsere Aufgabe ist deshalb zunehmend, gut auszuwählen. Was ist wirklich wichtig? Was ist richtig? Man braucht einen Filter, sonst kommt man nicht mehr zurecht. Das diesjährige Fö N Festival stand unter dem Motto „The Future of Original“. KI erzeugt heute innerhalb von Sekunden Bilder, für die Menschen früher Tage gebraucht hätten. Wenn Maschinen irgend-
„Etwas Neues zu entwickeln, ist für mich immer noch unglaublich interessant.“
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„Wer tausend Lösungen erzeugen kann, hat noch lange keine gute gefunden.“ wann technisch perfekte Designs erstellen können: Worin liegt dann noch der Wert menschlicher Kreativität? Geschwindigkeit spielt inzwischen eine große Rolle. Ich bin überhaupt nicht gegen KI. Für mich setzt sich damit sogar fort, was ich gerade beschrieben habe: Designer*innen müssen gute Entscheidungen treffen und auswählen können. Manche KI-Anwendungen sind unglaublich gut und schnell. Sie lernen bestimmte Darstellungsformen schneller, als wir Menschen das können. Deshalb müssen Designer*innen heute andere Aufgaben übernehmen als frühere Generationen. Wir müssen entscheiden: Was ist gut? Was passt? Was ist die richtige Lösung?
Wir brauchen künftig also noch mehr Bewertungskompetenz? Genau. Viele Designer*innen sprechen über KI als Risiko oder Gefahr. Ich sehe sie eher positiv. Designer*innen, die ihren Beruf hauptsächlich darin sehen, Standards zu produzieren, werden möglicherweise ausgefiltert. Dafür brauchen wir sie irgendwann nicht mehr, weil KI das übernehmen kann. Aber gutes Design wird die Gesellschaft auch in Zukunft brauchen. Denn dabei geht es darum, etwas wirklich Neues zu schaffen. Wenn Maschinen immer besser produzieren können, steigt möglicherweise nicht der Wert des Produzierens, sondern jener des Urteilens. Sie beschäftigen sich seit mehr als drei Jahrzehnten mit Gestaltung. Was begeistert Sie heute noch genauso wie am Anfang? Der ganze Prozess, Kreativität zu entwickeln, zu suchen und schließlich zu finden, ist hart. Aber genau das fasziniert mich nach wie vor. Manchmal ist man selbst das Hindernis und muss versuchen, sich zu überholen. Das ist ein großer Spaß für mich. Wenn ich eine gute Lösung finde oder ein gutes Design entwickle, freue ich mich und vergesse den ganzen schwierigen Prozess davor. Sie haben selbst lange unterrichtet. Was haben Sie dabei von jüngeren Generationen gelernt? Ich habe mehr als zehn Jahre in Berlin und in China und Hongkong gelehrt. Irgendwann habe ich damit aufgehört. Man
muss sich in der Lehre viel wiederholen und dafür braucht man viel Geduld. Was ich an jungen Student*innen immer großartig fand, waren die frischen Ideen. Man denkt automatisch mit: Was passiert gerade? Welche Themen sind interessant? Welche Stile entstehen? Junge Menschen gehen unglaublich schnell mit digitalen Werkzeugen um und lösen schwierige Aufgaben auf Arten, bei denen ich manchmal denke: Auf diese Idee wäre ich nie gekommen. Das fasziniert mich. Gibt es Designer*innen, deren Arbeit Sie nach wie vor begeistert? Stefan Sagmeister zum Beispiel. Wenn ich an ihn denke, macht mir das große Freude. Er ist kreativ, bringt Neues, ist aktiv und hat so viele gute
Projekte gemacht und trotzdem gibt es immer noch Entwicklung. Früher gab es Designer wie Günter Rambow, der sein ganzes Berufsleben Plakate entworfen hat, oder in Japan Ikkō Tanaka und Katsumi Asaba. Menschen, die das 60 Jahre lang gemacht haben. Heute frage ich mich, wie das bei den Generationen nach mir sein wird. Vielleicht werden Berufsleben in einem Bereich viel kürzer. Um lange dabeizubleiben, muss man wahrscheinlich sehr bewusst entscheiden, welche Projekte man annimmt.
Wird man nach 30 Jahren gelassener? Kommt irgendwann das Vertrauen: Die Idee wird schon kommen? Das ist Erfahrung. Aber ich merke auch, dass ich nicht mehr so kritisch bin wie früher und nicht mehr so viel mache. Trotzdem muss man immer neugierig bleiben. Dann wird man auch nie ganz gelassen. Das ist wichtig. Alle Bilder stammen aus der Ausstellung „Paperwork – Jumping He. Blackbox #18“, die von Juni bis November im Bröhan Museum in Berlin stattgefunden hat. Alle Arbeiten finden Sie unter www.hesign.com.
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Buch „New Voice“ der Alliance Graphique Internationale (AGI), 280 Seiten mit mehr als 340 Farbabbildungen der Arbeiten der neuen AGI-Mitglieder der Jahre 2004/05
Ausstellungsplakat „Ingenuity Follows Nature“ der Asian Culture and Arts Development Alliance. Righteous / Imaging Nature, 2011
EMATRIC
Optimierte Arbeitswelten Mit tiefgreifendem Verständnis und optimierten Lösungen für die individuellen Produktionsabläufe in Unternehmen geht das Tiroler Unternehmen ematric mit der modularen Digitalisierungsplattform xpand nun einen Schritt weiter. xpand verbindet Maschinen, Anlagen, Waagen, Scanner und Arbeitsplätze mit ERP, MES und anderen Unternehmenssystemen. Ganz individuell. Schritt für Schritt. T E X T : D O R I S H E LW E G
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er Schlüssel für erfolgreiches Unternehmertum liegt in der Automatisierung und Digitalisierung. Doch nicht selten stehen Unternehmer*innen vor der großen Frage: Wie? Manchmal fehlt die genaue Vorstellung darüber, wo die Reise hingehen soll. Oder es ist nicht ganz klar, wie man sich auf den Weg zu effizienteren Abläufen machen soll. Wo anfangen, ohne das gesamte Unternehmen auf den Kopf stellen zu müssen? Welche technologischen Entwicklungen sind überhaupt für das Unternehmen geeignet? Berechtigte Fragen, die sich Unternehmer*innen hinsichtlich Automatisierung und Digitalisierung stellen. Zum einen, weil es auf Grund der rasanten Entwicklungsfortschritte schwierig geworden ist, den Überblick zu bewahren. Zum anderen,
weil die Thematik ein tiefes Wissen und Verständnis über hochkomplexe Prozesse im Unternehmen voraussetzt.
AUTOMATISIEREN UND DIGITALISIEREN
Dieses tiefgreifende Verständnis für individuelle, hochkomplexe Unternehmensabläufe ist das Herzstück von ematric. 2007 als Spezialist für Anlagenautomatisierung und Robotik gegründet, ist das Unternehmen im Laufe des bald 20-jährigen Bestehens mit seinen Kund*innen gewachsen und hat seine Kompetenzen dahingehend erweitert, über ihre ausgeklügelten Automatisierungslösungen den Bogen der digitalen Welt zu spannen. „Wir kennen die Anlagen und die Produktionsabläufe, verstehen die Maschinen und können sie deshalb auch
sinnvoll ans digitale Netz anbinden. Es geht nicht darum, eine starre Standardsoftware einzuführen, sondern bestehende Abläufe im Unternehmen zu digitalisieren und sie somit effizienter und transparenter zu gestalten“, erklärt Rainer Haag, Firmengründer und Geschäftsführer von ematric.
DIGITALE PRODUKTION, DIE MITWÄCHST
Das kann durchaus in kleinen Schritten erfolgen. Mit einem Produktionsschritt, der zunächst automatisiert und in weiterer Folge in die IT-Landschaft des Unternehmens integriert wird. Mit Checklisten, die nicht mehr händisch ausgefüllt werden müssen, sondern über ein Smartphone unmittelbar im Büro aufschlagen und automatisiert abgelegt werden. Mit Rohstofflisten, die über
EMATRIC
Barcode-Lösungen von der Vorkommissionierung bis zur Abfüllung alle Vorgänge effizienter, nachverfolgbar und transparenter gestalten. „Wir sind Dienstleister. Wir möchten Unternehmen Zug um Zug helfen, die richtigen Schritte in Richtung Automatisierung und Digitalisierung zu setzen. Step by Step. Individuell angepasst an die Abläufe im Unternehmen“, sagt Klaus Schröder, Gesellschafter bei ematric. So werden etwa bei einem renommierten Tiroler Lackhersteller nach ersten Berührungspunkten für einen kleinen Teilbereich aus der Produktion vor acht Jahren Zug um Zug Digitalisierungsschritte implementiert. „Wenn man sieht, dass eine Lösung gut funktioniert, wirkt das ansteckend auf andere Abteilungen, und so wird das Digitalisierungsgeschehen auch in den nächsten Jahren weiter ausgerollt“, so Marco Handle, Abteilung Digitalisierung und Softwareentwicklung bei ematric. Diese Digitalisierungsschritte setzen ein tiefes Verständnis für die Abläufe im Unternehmen voraus, weshalb es bei ematric auch Teil der Bestandsanalyse ist, dass ein Experte für eine bestimmte Zeit im Unternehmen mitarbeitet, um die gesamten Prozesse zu verstehen.
XPAND VERBINDET ALLE EBENEN
xpand setzt genau dort an, wo Betriebe gerade stehen, und wächst sozusagen mit dem Betrieb. Das beginnt bei alltäglichen Produktionsabläufen wie Laufzetteln, Prüfprotokollen oder Arbeitsanweisungen, die auf digitale Wege übersetzt werden und somit Papier und Excel-Listen Schritt für Schritt ersetzen – mit dem Ziel, einen durchgängigen digitalen Prozess zu installieren, der jederzeit nachverfolgbar ist und analysiert werden kann. xpand geht jedoch noch einen Schritt weiter. Unabhängig von Hersteller, Alter oder Protokoll können bestehende Anlagen sowie Waagen und Scanner mit Systemen wie MES, ERP und Datenplattformen verbunden werden, ohne den bestehenden Maschinenpark neu erfinden zu müssen. xpand verbindet auch im Bereich des MES (Manufacturing Execution System) Aufträge, Mitarbeiter*innen, Maschinen und Qualität zu einem digitalen Produktionsprozess, der die bestehenden Abläufe des Unternehmens abbildet.
Mit xpand digitalisiert und vernetzt ematric alle Ebenen eines Unternehmens. Die modulare Softwareplattform hilft bei der Digitalisierung der Produktion und bildet bestehende Abläufe digital ab. Sie kann mit einzelnen Anwendungen starten und schrittweise erweitert werden.
„Ein MES sollte nicht bestimmen, wie ein Betrieb arbeiten muss. Wir digitalisieren vorhandene Abläufe vom Shop floor bis zur Führungsebene und schaffen so mehr Effizienz, Transparenz und vor allem die Anbindung an die vorhandene IT-Landschaft, ohne auf einen bestimmten Hersteller, eine Branche oder einen Standort beschränkt zu sein.“ So sind Daten aus der Produktionsebene jederzeit digital abrufbar und stehen für weitere Prozesse wie Analysen oder Optimierungen zur Verfügung. „Digitale Daten sind der Treibstoff für die KI. Ohne verlässliche digitale Datenbasis können KI-Anwendungen in der Produktion kaum belastbare Ergebnisse liefern“, weiß Klaus Schröder. „KI-Lösungen können Prozesse noch besser optimieren, Fehlerquellen minimieren und somit den Output steigern. Der Einsatz von KI kann demnach als nächste Ausbaustufe der Datenverwendung beschrieben werden.“ Prozessoptimierung muss allerdings nicht zwangsläufig mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz einhergehen. Auf Basis digitalisierter Datenflüsse lassen sich auch ohne KI gute Ideen zur Prozessoptimierung kreieren und in den Unternehmen implementieren. „Wichtig ist, dass das Wissen, das im Unternehmen vorhanden ist, digital
X PA N D S E T Z T G E N A U D O R T A N , W O B E T R I E B E G E R A D E S T E H E N , U N D WÄ C H S T SOZU SAG E N M IT D E M B E TR I E B .
verfügbar ist. Das Wissen der Mitarbeiter*in-
nen zu konservieren ist ein entscheidender Faktor für jedes Unternehmen“, so Simon Abler, Abteilung Digitalisierung und Softwareentwicklung bei ematric.
CUSTOMIZED Mit rund 100 Mitarbeiter*innen ist ematric schlagkräftig genug für komplexe Großprojekte und trotzdem flexibel für zeitkritische Lösungen in jeder Dimension. Sie spannen den großen Bogen von ihrem tiefgreifenden Verständnis für individuelle Automatisierungs- und Robotiklösungen bis hin zu digitalisierten Abläufen im Unternehmen bis in die Führungsetage hinein. Dabei begleiten sie ihre Kund*innen in allen Projektphasen von der Bestandsanalyse über die Inbetriebnahme bis hin zu funktionsfähigen Anlagen bzw. Systemen und mit Service- und Supportleistungen noch weit darüber hinaus. So reicht der Bogen von Automatisierungstechnik, Mechatronik und Robotik bis hin zu Digitalisierungslösungen. Dabei stülpt ematric nicht einfach irgendein Softwareprodukt über ein Unternehmen. „Jede Produktion ist individuell,
und das sollte auch die Software sein“, betont Rainer Haag. Betrachtet wird das große Ganze, die Pyramide jedoch von unten herauf aufgebaut. Damit Digitalisierung nicht nur von oben nach unten, sondern vielmehr von unten nach oben gelebt werden kann. Und jeder im Unternehmen mitzieht. www.ematric.com
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EVITA MARKETING
Ein bleibendes Echo erzeugen Die Art, wie Menschen im Internet suchen und Kaufentscheidungen treffen, verändert sich fundamental. Statt zehn Google-Treffern liefert Künstliche Intelligenz zunehmend eine einzige, fertig formulierte Antwort – und nennt darin oft nur wenige Unternehmen. Die Tiroler Marketingexpertin Lisa Peer und der Vorarlberger Unternehmer und KI-Stratege Julian Schöpf wollen diesen neuen Wettbewerb messbar machen. Mit ECHO analysieren sie, wer in KI-Antworten sichtbar ist, warum und was Unternehmen tun können, um künftig selbst Teil dieser Antworten zu werden.
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s ist möglicherweise der größte Wandel im digitalen Kaufentscheidungsprozess seit Google. Jahrzehntelang war das Prinzip nahezu unverändert: Menschen suchten nach einem Produkt, einer Dienstleistung oder der Lösung für ein Problem. Google lieferte eine Liste von Treffern, der Nutzer klickte sich durch verschiedene Websites und traf anschließend seine Entscheidung. Künstliche Intelligenz verändert dieses Prinzip grundlegend. Sie liefert nicht mehr nur mögliche Quellen. Sie formuliert die Antwort gleich selbst, vergleicht Angebote, fasst Informationen zusammen und spricht teilweise konkrete Empfehlungen aus. „Es gibt nicht mehr zehn blaue Links. Es gibt eine Antwort“, sagt Julian Schöpf. „Und für Unternehmen entsteht dadurch eine völlig neue Frage: Bin ich Teil dieser Antwort – oder nicht?“
DER KUNDE, VON DEM NIEMAND ERFÄHRT
Genau darin liegt für Julian Schöpf und Lisa Peer eine der größten Herausforderungen dieser Entwicklung. „Wer nicht genannt wird, verliert möglicherweise Kund*innen, von denen er nie erfahren wird“, sagt Schöpf. Das Tückische daran: Dieser Verlust hinterlässt praktisch keine Spuren. Der Interessent war nie auf der Website des Unternehmens. Er taucht in keiner Absprungrate auf, wird in keinem CRM als verlorener Lead geführt und erscheint in keiner Statistik. Die Entscheidung kann bereits gefallen sein, bevor das Unternehmen überhaupt die Chance hatte, sich zu präsentieren. „Unternehmen kennen ihre Besucherzahlen, ihre Google-Rankings, ihre Conversion Rates und meistens auch ihren klassischen Marktanteil“, erklärt Peer.
„Aber kaum jemand weiß heute, welchen Anteil er eigentlich in den Antworten der KI hat.“ Genau das wollen die beiden ändern. Peer, Geschäftsführerin der Innsbrucker EVITA Marketing GmbH, und Schöpf, Geschäftsführer mehrerer Unternehmen und KI-Experte, kennen einander bereits aus dem Studium. Mit ECHO verbinden sie nun Marketingwissen mit datenbasierter KI-Analyse. Schöpfs Zugang zur Künstlichen Intelligenz ist dabei stark von der Praxis geprägt. Schon in seinen anderen Unternehmen beschäftigte er sich damit, bestehende Prozesse nicht einfach nur zu
digitalisieren, sondern grundlegend neu zu denken. „In einer meiner Firmen haben elf Mitarbeiter*innen früher zweieinhalb Millionen Euro Umsatz in der Disposition erwirtschaftet, mittlerweile schaffen wir mit vier Disponenten fünf Millionen“, erzählt er. Anfang 2025 übernahm er zudem ein Callcenter, dessen Prozesse zunehmend mit KI unterstützt werden. Bei ECHO geht es allerdings um eine andere Frage: Wie sieht Künstliche Intelligenz eigentlich ein Unternehmen und warum empfiehlt sie bei einer konkreten Frage den einen Anbieter und den anderen nicht?
EVITA MARKETING
VON DER VERMUTUNG ZUR GEWISSHEIT „Wir wollten weg vom Bauchgefühl“, sagt Peer. „Nicht vermuten, welcher Content funktionieren könnte, sondern zuerst messen, was tatsächlich passiert.“ Dafür beginnt ECHO nicht bei der Website, sondern beim Kunden. Gemeinsam mit dem Unternehmen werden zunächst sogenannte Ideal Customer Profiles definiert. Dabei geht es nicht nur um klassische demografische Merkmale, sondern vor allem um die Frage: Wer kauft, aus welchem Anlass? Und mit welcher Frage im Kopf? Für jede dieser Zielgruppen werden anschließend die tatsächlich relevanten Vergleichs-, Kauf-, Problem- und Entscheidungsfragen ermittelt. „Das Entscheidende ist, dass wir diese Fragen nicht am Konferenztisch erfinden“, sagt Schöpf. „Sie werden datenbasiert ermittelt. Wir wollen nicht wissen, was ein Unternehmen glaubt, was seine Kund*innen fragen. Wir wollen möglichst genau wissen, was sie tatsächlich wissen wollen.“ Anschließend beginnt die eigentliche Messung. Die relevanten Fragen werden nicht nur einmal, sondern viele hundert Male an verschiedene KI-Systeme gestellt. Denn dieselbe Frage führt nicht zwangsläufig immer zur selben Antwort. „KI-Antworten sind nicht deterministisch“, erklärt Schöpf. „Eine einzelne Abfrage ist deshalb nur eine Momentaufnahme. Erst durch eine große Zahl an Wiederholungen können wir Muster erkennen und daraus eine belastbare Durchschnittsbetrachtung ableiten.“ Dabei wird nicht nur analysiert, welche Unternehmen genannt werden, sondern auch, welche Quellen die KI verwendet und welche Inhalte sie daraus übernimmt.
DER MARKTANTEIL IN DER KI
Aus Tausenden Antworten entsteht schließlich etwas, das bisher kaum ein Unternehmen kennt: eine Art Share of Answers – der relative Sichtbarkeitsanteil innerhalb der KI-Antworten. Wie häufig wird das eigene Unternehmen bei relevanten Fragen genannt? Wie häufig der Wettbewerb? Bei welchen Themen ist man bereits präsent? Und bei welchen Fragen dominieren andere? „SEO fragt vereinfacht gesagt: Auf welchem Platz stehe ich? Wir fragen: Bin ich überhaupt Teil der Antwort – und wenn nicht, warum nicht?“, so Peer. Am Ende entsteht damit eine Landkarte des eigenen Marktes. Sie zeigt drei Dinge: wo das eigene Unternehmen bereits präsent ist, wo die Konkurrenz gewinnt und wo möglicherweise noch niemand eine klare Position besetzt hat. Gerade der letzte Punkt ist für Peer entscheidend. Denn dort können sich
„W E R B E H A U P T E T, E X A K T K O N T R O L L I E R E N Z U K Ö N N E N , WA S E I N E K I M O R G E N A N T W O R T E T, V E R S P R I C H T E T WA S , D A S N I E M A N D G A R A N T I E R E N K A N N .“ Ju l ia n S chöpf
Themenfelder zeigen, bei denen bislang kein Unternehmen als dominante Quelle wahrgenommen wird.
NICHT WEBSEITEN OPTIMIEREN, SONDERN VERSTÄNDNIS
Die Analyse endet allerdings nicht mit einer Prozentzahl. ECHO untersucht auch, warum bestimmte Quellen häufiger in KI-Antworten auftauchen als andere. Dazu wird analysiert, welche Aussagen, Zahlen, Belege, Themen und Strukturen in den verwendeten Quellen vorkommen und welche Informationen beim eigenen Unternehmen fehlen. Daraus entsteht der sogenannte Content Gap: der messbare Abstand zwischen dem Wissen, das ein Unternehmen heute digital zur Verfügung stellt, und jenen Informationen, auf die KI-Systeme bei relevanten Fragen tatsächlich zurückgreifen. „Wir optimieren nicht einfach Webseiten. Wir optimieren das Verständnis“, sagt Schöpf. „Wir machen sichtbar, was die KI braucht, um ein Unternehmen zu verstehen, richtig einzuordnen und letztlich auch empfehlen zu können.“ Dabei geht es längst nicht nur um Texte auf der eigenen Website. Die Analyse betrachtet auch, wo und in welchem Kontext ein Unternehmen außerhalb seiner eigenen Kanäle genannt wird, welche Quellen in seinem Markt relevant sind und welche Themen und Unterthemen es langfristig besetzen muss, um als Autorität in seinem Fachgebiet wahrgenommen zu werden. Aus den Ergebnissen entsteht deshalb kein klassischer Analysebericht, der anschließend in einer Schublade verschwindet, sondern ein priorisierter Maßnahmenkatalog: Welche Inhalte fehlen? Welche externen Erwähnungen sind relevant? Welche Themen sollte das Unternehmen besetzen? Und vor allem: Welche Maßnahme macht zuerst den größten Unterschied?
WAHRSCHEINLICHKEIT STATT ZAUBERFORMEL
Eine Garantie auf bestimmte KI-Antworten gibt es dabei nicht. Das betonen Peer und Schöpf bewusst. „Wer behauptet, exakt kontrollieren zu können, was eine KI morgen antwortet, verspricht etwas, das niemand
garantieren kann“, sagt Schöpf. „Wir arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten.“ Über eine große Zahl von Analysen lassen sich jedoch Muster erkennen. Welche Quellen werden wiederholt verwendet? Welche Informationen finden Eingang in Antworten? Welche Unternehmen werden in bestimmten Zusammenhängen besonders häufig genannt? „Unser Anspruch ist deshalb nicht, eine Black Box vollständig zu entschlüsseln“, sagt Peer. „Unser Anspruch ist, aus möglichst vielen Daten die Maßnahmen abzuleiten, die mit der höchsten Wahrscheinlichkeit einen Unterschied machen.“ Genau darin sehen die beiden auch die Abgrenzung zur klassischen Suchmaschinenoptimierung. SEO verliert dadurch keineswegs seine Bedeutung. Aber der Wettbewerb bekommt eine zusätzliche Ebene. Früher kämpften Unternehmen darum, bei Google möglichst weit oben zu stehen. Heute beginnt ein neuer Wettbewerb: darum, überhaupt Teil der Antwort zu sein.
EIN SPIELFELD, DAS NOCH NICHT VERTEILT IST
Und genau darin liegt derzeit auch eine große Chance. Während Unternehmen seit Jahren beträchtliche Summen investieren, um bei klassischen Suchmaschinen um die vorderen Plätze zu kämpfen, ist die gezielte Optimierung für KI-Antworten noch vergleichsweise jung. „Wir erleben gerade eine seltene Phase“, sagt Peer. „Bei Google sind nahezu alle relevanten Kategorien seit Jahren hart umkämpft. Bei KI-Antworten ist das Spielfeld vielerorts noch offen.“ Wer heute erkennt, bei welchen Fragen das eigene Unternehmen bereits sichtbar ist, wo Wettbewerber dominieren und welche Themen noch unbesetzt sind, kann beginnen, seine Position systematisch aufzubauen. Denn Sichtbarkeit entsteht nicht erst in dem Moment, in dem jemand eine Website besucht. Sie entsteht zunehmend bereits davor. In der Antwort, die darüber entscheidet, welche Unternehmen überhaupt noch in die engere Auswahl kommen. Und genau dort wollen Peer und Schöpf mit ECHO ein bleibendes Echo erzeugen. www.evita.agency
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STANDORTAGENTUR TIROL
Z U K U N F T G E S TA LT E N Wie lassen sich Ressourcen effizienter nutzen, neue Geschäftsmodelle entwickeln und Daten als wirtschaftliche Ressource erschließen? Die Standortagentur Tirol unterstützt Unternehmen dabei, Potenziale in Kreislaufwirtschaft sowie Datenökonomie zu erkennen und in konkrete Innovationen zu überführen.
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achhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft sind Topthemen im heutigen Wirtschaftsleben. Diese stellen neue Anforderungen an Unternehmen: Rohstoffe sollen effizienter genutzt, Produkte langlebiger gestaltet und Wertschöpfungsketten widerstandsfähiger werden. Gleichzeitig entstehen neue Geschäftsmöglichkeiten, unter anderem durch zirkuläre Produkte und Dienstleistungen, neue Geschäftsmodelle oder effizientere Prozesse. „Kreislaufwirtschaft ist nicht nur eine Frage des Ressourcenverbrauchs. Sie eröffnet Unternehmen auch neue Möglichkeiten, ihre Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln“, sagt Marcus Hofer, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol.
„Wer sich frühzeitig mit diesen Themen auseinandersetzt, kann Potenziale erkennen, Innovation vorantreiben und Wertschöpfung generieren.“ Die Standortagentur Tirol begleitet Unternehmen auf diesem Weg mit ihren Services.
KONKRETE ANSATZPUNKTE FÜR ZIRKULÄRES WIRTSCHAFTEN
Die Standortagentur Tirol fungiert als zentrale Anlaufstelle für Kreislaufwirtschaft in Tirol. Sie begleitet Unternehmen dabei, ihre Geschäftsmodelle zirkulär zu gestalten. Das Angebot reicht von Einstiegsberatung und Workshops über Wissenstransfer bis zu Vernetzung und Projektentwicklung. Ein Angebot ist der kostenlose Circularity
Check für produzierende Unternehmen. Er ermöglicht eine strukturierte Standortbestimmung: Unternehmen analysieren ihren aktuellen Umsetzungsstand und identifizieren Potenziale in Bereichen wie Strategie, Wertschöpfungskette, Produktdesign, Lebensdauer, Wiederverwendung und Recycling. Daraus lassen sich konkrete Maßnahmen und erste Umsetzungsschritte ableiten. Auch der Nachhaltigkeitscheck des Enterprise Europe Network unterstützt Unternehmen dabei, Nachhaltigkeit systematisch im Betrieb zu verankern. Im Rahmen des Checks wird die nachhaltige Unternehmensentwicklung anhand von 24 Kriterien in vier Dimensionen betrachtet: nachhaltig wirtschaften, ökologisch handeln, sozial
© STANDORTAGENTUR TIROL
STANDORTAGENTUR TIROL
„ DAT E N Ö KO N O M I E U N D K R E I S L AU F W I R T S C H A F T KÖ N N E N UNTERNEHMEN ZU ECHTEN W E T T B E W E R B SVO RT E I L E N V E R H E L F E N .“ Ma r c u s Hofer
handeln und nachhaltig managen. Auf Basis der Analyse werden Handlungsmöglichkeiten und nächste Schritte erarbeitet. „Viele Unternehmen wissen, dass Nachhaltigkeit an Bedeutung gewinnt, stehen aber vor der Frage, wo sie konkret beginnen sollen“, erklärt Marcus Hofer. „Unsere Services schaffen Orientierung und helfen dabei, aus einem komplexen Thema konkrete Vorhaben zu machen.“
DATEN WERDEN ZUR WIRTSCHAFTLICHEN RESSOURCE
Ein ähnliches Innovationspotenzial liegt in der Digitalisierung und insbesondere in der Nutzung von Daten. Daten können Prozesse effizienter machen, Entscheidungen verbessern und neue Anwendungen ermöglichen. Besonders interessant wird es, wenn Unternehmen Daten über Organisations- und Branchengrenzen hinweg sicher nutzen können. Hier setzt der datahub.tirol an. Als gemeinsam genutzte Drehscheibe verbindet er Unternehmen, Wissenschaft sowie öffentliche Einrichtungen und ermöglicht den sicheren Austausch von Daten. Der datahub.tirol ist als Daten-Marktplatz konzipiert: Registrierte Mitglieder können Daten anderer nutzen und eigene Daten zum Tausch anbieten. Die Beteiligten behalten volle Kontrolle und Souveränität über ihre Daten. „Daten sind längst mehr als eine Grundlage für digitale Prozesse. Sie können selbst zur wirtschaftlichen Ressource werden“, so Marcus Hofer. „Entscheidend ist, dass Unternehmen Daten sicher und vertrauensvoll nutzen können. So entstehen neue Möglichkeiten für Innovation, Zusammenarbeit und Wertschöpfung.“ Der datahub.tirol schafft dafür die technische und organisatorische Grundlage. Als EU-konformer regionaler Data Space ermöglicht er den Austausch und die gemeinsame Nutzung von Daten nach gemeinsamen technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Regeln.
VOM DATENBESTAND ZUR ANWENDUNG Das Daten-Ökosystem rund um den datahub. tirol bietet mehr als nur den Tausch von Daten. Mit dem Angebot der Landes-Digitalisierungsoffensive digital.tirol unterstützt es beim Aufbau von Netzwerken, beim Erwerb von Datenkompetenz und bei der Entwicklung konkreter datengetriebener Lösungen. Networking-Events, Community-Workshops und Mentoring bringen Unternehmen und Fachleute zusammen. „Innovation entsteht häufig dort, wo unterschiedliche Perspektiven, Technologien und Kompetenzen zusammenkommen“, erläutert Marcus Hofer. „Wir unterstützen Unternehmen dabei, genau diese Verbindungen zu nutzen, bei der Kreislaufwirtschaft genauso wie bei der Datenökonomie.“
INNOVATION BRAUCHT DEN NÄCHSTEN KONKRETEN SCHRITT
Ob Nachhaltigkeitscheck, Circularity Check, Workshop, Vernetzungsangebot oder datengetriebene Praxislösung: Die Services der Standortagentur Tirol geben Orientierung, machen Wissen zugänglich und helfen mit, Ideen zu entwickeln und daraus konkrete Vorhaben entstehen zu lassen. „Unternehmen müssen die Transformation nicht allein bewältigen“, betont Hofer. „Wir unterstützen dabei, den eigenen Ausgangspunkt zu bestimmen, geeignete Partner*innen zu finden und aus ersten Ideen konkrete nächste Schritte zu entwickeln. www.standort-tirol.at PR
DREI FRAGEN AN MARCUS HOFER, GESCHÄFTSFÜHRER DER S TA N D O R TA G E N T U R T I R O L
Warum unterstützt die Standortagentur Tirol Unternehmen in den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Datenökonomie? MARCUS HOFER: Beide Themen verändern die Art, wie Unternehmen Wertschöpfung denken. Es geht um einen effizienteren Umgang mit Ressourcen, aber auch um neue Formen der Zusammenarbeit, neue Produkte und neue Geschäftsmodelle. In beiden Bereichen liegt deshalb erhebliches Innovationspotenzial.
Wo sollten Unternehmen beginnen? Am besten mit einer klaren Standortbestimmung. Der erste Schritt muss nicht gleich ein großes Transformationsprojekt sein. Wichtig ist, herauszufinden, wo konkrete Potenziale liegen und welche Maßnahmen zum jeweiligen Unternehmen passen.
Was kann die Standortagentur Tirol beitragen? Wir bringen Fachwissen, Services und Netzwerke zusammen. Unternehmen können auf Beratungsangebote, Checks, Workshops und Vernetzungsmöglichkeiten zurückgreifen. Beim Thema Datenökonomie schaffen wir mit dem datahub.tirol zusätzlich eine Infrastruktur, über die Daten sicher ausgetauscht und für neue Anwendungen genutzt werden können.
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LICHT U N D S C H AT T E N Mit dem Aktivitätsfreibetrag sind für aktive Pensionisten bald bis zu 15.000 Euro p. a. an Erwerbseinkünften steuerfrei lukrierbar. Das wurde am 23. September 2026 vom Nationalrat beschlossen und gilt ab 2027. Ein Überblick über die Voraussetzungen und Auswirkungen. TEXT: VERENA MARIA ERIAN, RAIMUND ELLER
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it dem Beschluss des Aktivitätsfreibetrages können bei ausreichend vielen Versicherungsjahren Erwerbseinkünfte aus einer aktiven Tätigkeit ab 2027 bis zu jährlich 15.000 Euro steuerfrei lukriert werden. Dies ist ab Erreichen Ihres regulären Pensionsantrittsalters möglich. Wird schon Pension bezogen (Zuverdiener), ist es zusätzlich erforderlich, dass mindestens 40 Versicherungsjahre vorliegen. Bei Frauen reichen aktuell 34 Versicherungsjahre, die ab 2028 schrittweise ebenso auf 40 Jahre angeglichen werden. Ab 2033 gelten somit einheitlich 40 Jahre als Mindestanforderung. Die Begünstigung kann entweder auf Antrag in der Steuererklärung oder im Falle unselbständiger Einkünfte auch über die Lohnverrechnung erlangt werden. Dabei haftet der Arbeitgeber für unrichtige Angaben. Als Nachweis ist eine Bestätigung der pensionsauszahlenden Stelle, ein Versicherungsdaten- oder Pensionskontenauszug zu verlangen.
Die Ärztespezialisten vom Team Jünger: StB Mag. Dr. Verena Maria Erian, LL.M. und StB Raimund Eller
STEUERLICHE AUSWIRKUNGEN
Werden diese Voraussetzungen erfüllt, so können Sie Einkünfte aus einer Tätigkeit im Ausmaß von bis zu 15.000 Euro im Jahr komplett steuerfrei lukrieren. Bei einem Grenzsteuersatz von zum Beispiel 50 Prozent bedeutet dies unterm Strich ein mögliches Plus durch den Entfall der Einkommensteuer von netto 7.500 jährlich. Dabei gilt eine monatliche Höchstgrenze von 1.250 Euro. Das heißt: War jemand beispielweise neun Monate aktiv, reduziert sich der Jahresbetrag auf 11.250 Euro (9 x 1.250).
ENTFALL VON SV - BEITRÄGEN
Zudem fallen dafür auch keine Dienstgeberbeiträge zur Sozialversicherung an. Bei einer
selbständigen Tätigkeit reduzieren sich die Beiträge zur Sozialversicherung auf knapp die Hälfte der herkömmlichen Gesamtbelastung.
SYSTEMFEHLER
Problematisch ist bei den so genannten Zuverdienern (Personen, die bereits Pension beziehen) die Anknüpfung an die Versicherungsjahre. Damit kommen Akademiker*innen leicht ins Hintertreffen. So ist etwa das Medizinstudium kaum bis zum 25. Lebensjahr zu schaffen, womit der Aktivitätsfreibetrag bei Ärzt*innen zum allergrößten Teil einen Pensionsaufschub oder die Inanspruchnahme einer Teilpension bedingt. Personen, die
bereits vor dem 1. Juli 2026 in Pension gegangen sind und die für den Aktivitätsfreibetrag geforderten Versicherungsjahre noch nicht beisammenhaben, können diese im Zuge ihrer Erwerbstätigkeit nach Pensionsantritt ergänzen. Sobald die Differenz der fehlenden Versicherungsmonate behoben ist, steht auch in diesen Fällen ein Aktivitätsbeitrag zu.
RESÜMEE
Die Idee ist gut, die Umsetzung leider ein weiteres Beispiel dafür, wie man einfache, gute Dinge unnötig kompliziert machen kann. Schade um das dabei in mehrfacher Hinsicht vernichtete Wertschöpfungspotential durch Einmischung Minderqualifizierter.
BFI TIROL
ARBEITSSCHUTZ 2027: HITZE, DRUCK UND NEUE SPIELREGELN Seit Jänner gilt die Hitzeschutzverordnung, seit Juli die neue Flüssiggas-Verordnung, und die psychische Belastung in vielen Betrieben steigt. Arbeitsschutz ist längst mehr als Helmpflicht und Feuerlöscher. Was das für Tiroler Unternehmen 2027 bedeutet.
© ADOBE STOCK
AKTUELLE SEMINARE • Fortbildung für Brandschutzbeauftragte Start am 2. November 2026 • KI für Führungskräfte Start am 4. November 2026
• OMC – Online Marketing Conference Start am 5. November 2026 • Grundlagen Buchhaltung Start am 6. November 2026
• Schaltberechtigung in Nieder- und Hochspannungsanlagen Start am 13. November 2026
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er extrem heiße Sommer 2026 war für viele Tiroler Betriebe der erste Praxistest. Seit 1. Jänner 2026 gilt in Österreich die Hitzeschutzverordnung. Sie schützt alle Beschäftigten, die im Freien arbeiten, etwa auf Baustellen oder in der Logistik. Arbeitgeber*innen müssen die Gefahren durch Hitze und UV-Strahlung evaluieren und einen Hitzeschutzplan umsetzen. Gibt GeoSphere Austria eine Hitzewarnung aus, greifen konkrete Maßnahmen wie Beschattung, Getränke und angepasste Pausen. Die Verordnung ist kein Einzelfall. Seit 1. Juli 2026 gilt die neue Flüssiggas-Verordnung mit geänderten Regeln zu Lagerung, Kleinmengen und explosionsgefährdeten Bereichen. Das Telearbeitsgesetz regelt seit Jänner 2025, unter welchen Bedingungen Arbeit außerhalb des Betriebs, etwa im Homeoffice, unfallversichert ist. Die Liste der Pflichten wächst.
DIE UNSICHTBARE BELASTUNG
Neben Lärm, Staub und Stürzen rücken psychische Belastungen in den Vordergrund: Zeitdruck, Personalmangel, ständige Erreichbarkeit. Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz verlangt seit 2013 ausdrücklich, auch diese Belastungen zu evaluieren. In der Praxis bleibt die Evaluierung oft eine Pflichtübung auf Papier. Dabei zahlt sich echte Prävention aus: Resiliente Teams fallen seltener aus, ma-
chen weniger Fehler und bleiben dem Betrieb länger treu. In Zeiten des Fachkräftemangels ist das ein handfester Wettbewerbsvorteil.
AUS DEM GELINGEN LERNEN
Auch der Blick auf Sicherheit selbst ändert sich. Klassischer Arbeitsschutz analysiert, was schiefgeht: Unfälle, Beinahe-Unfälle, Mängel. Der Ansatz Safety II, geprägt vom Sicherheitsforscher Erik Hollnagel, dreht die Perspektive um. Er fragt, warum die allermeisten Arbeitsabläufe gut funktionieren, obwohl die Bedingungen nie perfekt sind. Für Führungskräfte bedeutet das einen Kulturwandel: weniger Kontrolle, mehr Lernen aus dem, was gut läuft.
DREI SCHRITTE FÜR TIROLER BETRIEBE
• Erstens: die Evaluierung aktualisieren. Hitze, neue Regeln für Gefahrstoffe und psychische Belastungen gehören in jede aktuelle Arbeitsplatzevaluierung. • Zweitens: Sicherheitsfachkräfte und Sicherheitsvertrauenspersonen gezielt weiterbilden. Sie übersetzen neue Vorschriften in den betrieblichen Alltag und brauchen dafür aktuelles Wissen. • Drittens: Arbeitsschutz als Führungsaufgabe verstehen. Die Geschäftsführung prägt die Sicherheitskultur stärker als jede Unterweisung. PR
• Ausbilder*innentraining Start am 16. November 2026
• Ausbildung zur Gesundheitsvertrauensperson Start am 23. November 2026 • Ausbildung zum/zur Abfallbeauftragten Start am 23. November 2026
• Ausbildung zur Sicherheitsvertrauensperson Start am 2. Dezember 2026
SAFE THE DATE
23. SFK-Tag am 4. März 2027 Am 4. März 2027 lädt das BFI Tirol zum 23. Tag der Sicherheitsfachkräfte in die Messe Innsbruck. Rund 150 Sicherheitsfachkräfte und Sicherheitsvertrauenspersonen treffen sich zu Fachvorträgen und Austausch. Auf dem Programm stehen unter anderem Regalsicherheit, Kälteanlagen, Resilienz und Safety II. Information und Anmeldung unter www.bfi.tirol.
BFI TIROL Ing.-Etzel-Straße 7 6020 Innsbruck Tel.: 0512/50 966-0 firmenservice@bfi-tirol.at www.bfi.tirol
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eco.service
BUDGETBEGLEITGESETZ 2027-2028 Im Rahmen des Doppelbudgets hat das österreichische Parlament das Budgetbegleitgesetz 2027–2028 beschlossen. Nachfolgend werden zentrale Änderungen überblicksartig dargestellt, bevor der Fokus auf die neuen, deutlich verschärften Regelungen zu Gesellschafter-Verrechnungskonten gelegt wird. TEXT: ISABELL KRUG
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as große und kleine Arbeitsplatzpauschale entfällt für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2026 beginnen. Weiterhin bestehen bleibt jedoch die grundsätzliche Möglichkeit, Aufwendungen und Ausgaben für ein im Wohnungsverband gelegenes Arbeitszimmer steuerlich zu berücksichtigen. Ebenso bleibt die Geltendmachung von Aufwendungen und Ausgaben für ergonomisch geeignetes Mobiliar für einen Arbeitsplatz außerhalb eines Arbeitszimmers möglich, allerdings weiterhin nur bis zu einem Betrag von 300 Euro pro Kalenderjahr. Das bisherige Telearbeitspauschale von bis zu drei Euro pro Telearbeitstag wird ab dem Kalenderjahr 2027 nicht mehr gewährt. Neben dem Grundfreibetrag von maximal 4.950 Euro stand natürlichen Personen mit betrieblichen Einkünften bisher ab Übersteigen der Bemessungsgrundlage in Höhe von 33.000 Euro (Gewinn) ein investitionsbedingter Gewinnfreibetrag zu, soweit dieser durch Anschaffungs- oder Herstellungskosten begünstigter Wirtschaftsgüter gedeckt war. Für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2026 und vor dem 1. Jänner 2030 beginnen, wird der Kreis dieser begünstigten Wirtschaftsgüter nun auf Realinvestitionen beschränkt. Sämtliche Arten von Wertpapieren berechtigen in diesem Zeitraum nicht mehr zur Inanspruchnahme des investitionsbedingten Gewinnfreibetrages. Für bereits begünstigte Wertpapierinvestitionen bleibt im Übergangszeitraum jedoch eine Ersatzanschaffung zulässig. Für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2029 be-
ginnen, soll eine Investition in Wertpapiere zur Nutzung des investitionsbedingten Gewinnfreibetrags wieder möglich sein. Beim Verkauf von Grundstücken, die dem steuerlichen Altvermögen zuzurechnen sind (also zum 31. März 2012 nicht mehr steuerverfangen waren), ist zur Ermittlung des Veräußerungsüberschusses weiterhin der Ansatz von pauschalen Anschaffungskosten vorgesehen. Diese betragen bisher im Regelfall 86 Prozent und im Umwidmungsfall 40 Prozent des Veräußerungserlöses. Um die seit Einführung der Neuregelung der Grundstücksbesteuerung im Jahr 2012 eingetretene Wertsteigerung von Grundstücken besser abzubilden, werden diese Prozentsätze auf 80 Prozent im Regelfall und 30 Prozent im Umwidmungsfall abgesenkt. Betroffen sind Veräußerungen nach dem 31. Dezember 2026; maßgeblich ist das Verpflichtungsgeschäft, nicht der Zufluss der Einkünfte. Nach derzeitiger Rechtslage kann der Familienbonus Plus zwischen dem Familienbeihilfenberechtigten und dessen (Ehe-) Partner bzw. dem Steuerpflichtigen, dem für das Kind der Unterhaltsabsetzbetrag zusteht, entweder je zur Hälfte aufgeteilt werden oder eine Person erhält den vollen Familienbonus Plus. Besteht ein haushaltszugehöriges Kind, das das vierte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, bzw. wird für das Kind eine erhöhte Familienbeihilfe bezogen, kann auch im Jahr 2027 eine Person den Familienbonus Plus zu 100 Prozent in Anspruch nehmen. In bestimmten Konstellationen kommt es allerdings zu einer Ein-
schränkung bei der Aufteilung: Sind alle haushaltszugehörigen Kinder bereits vier Jahre alt und gebührt keine erhöhte Familienbeihilfe, muss der Familienbonus Plus grundsätzlich aufgeteilt werden. Dies kann im Verhältnis 50 : 50 oder 75 : 25 erfolgen. Mit dem Budgetbegleitgesetz 2025 wurde bereits die Valorisierung des Kinderabsetzbetrages für die Kalenderjahre 2026 und 2027 ausgesetzt. Diese Aussetzung wird im Rahmen der Budgetkonsolidierung nun auch auf das Kalenderjahr 2028 ausgeweitet.
ÄNDERUNGEN BEI DEN LOHNABGABEN
Das Budgetbegleitgesetz 2027–2028 bringt zudem wesentliche Änderungen im Bereich des Lohnabgabenrechts. Vorgesehen ist unter anderem eine außerordentliche Anhebung der sozialversicherungsrechtlichen Höchstbeitragsgrundlage. Neu eingeführt wird auch ein Sachbezug für Elektroautos. Ab 2027 sind dafür 0,375 Prozent der tatsächlichen Anschaffungskosten, maximal jedoch 180 Euro pro Monat anzusetzen. Im Jahr 2028 sollen diese Schwellenwerte auf 0,625 Prozent bzw. 300 Euro monatlich angehoben werden.
EINFÜHRUNG DER PAKETSTEUER
Mit der neu geschaffenen Paketsteuer wird die Zustellung von Paketen im Inland im Rahmen von Versandhandelsumsätzen erfasst. Betroffen sind Versandhändler, deren Versandhandelsumsätze im Inland im vorangegangenen Wirtschaftsjahr 100 Millionen Euro überschritten haben. Die Paketsteuer
eco.service
beträgt zwei Euro pro Paket bzw. bei Ausübung des vorgesehenen Wahlrechts zwei Euro pro Bestellung. Die Paketsteuer ist auf Zustellungen anzuwenden, die nach dem 30. September 2026 erfolgen.
ÄNDERUNGEN IN DER KÖRPERSCHAFTSTEUER
Für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2027 beginnen, gilt ein progressiver Körperschaftsteuertarif. Bis zu einem Einkommen von einer Million Euro bleibt der Steuersatz bei 23 Prozent, darüberhinausgehende Einkommensteile werden mit 24 Prozent besteuert. Der progressive Körperschaftsteuertarif gilt auch für Unternehmensgruppen nach § 9 KStG auf Ebene des Gruppenträgers. Bis zu einem Gruppeneinkommen von einer Million Euro beträgt der Steuersatz 23 Prozent, darüberhinausgehende Teile des Gruppeneinkommens unterliegen einem Steuersatz von 24 Prozent.
GESELLSCHAFTER VERRECHNUNGSKONTEN
Gesellschafter-Verrechnungskonten haben seit jeher besondere Aufmerksamkeit in der steuerlichen Betriebsprüfung, wenn Gesellschaften Forderungen gegenüber ihren Gesellschafter*innen ausweisen. Die neue gesetzliche Regelung, die für Wirtschaftsjahre gilt, die im Kalenderjahr 2027 enden, verschärft die steuerlichen Folgen für bestimmte offene Verrechnungsforderungen erheblich. Es ist bei natürlichen Personen als Gesellschafter*innen entscheidend, ob eine Forderung bis zum Bilanzstichtag ausgeglichen oder in eine fremdübliche Kreditforderung umgewandelt wird. Erfolgt dies nicht, kann der offene Betrag unter bestimmten Voraussetzungen als offene Ausschüttung gelten. Für Kapitalgesellschaften und ihre Gesellschafter*innen steigt damit der Handlungsbedarf rund um die laufende Überprüfung von Gesellschafter-Verrechnungskonten. Besteht zum Bilanzstichtag eine Verrechnungsforderung der Gesellschaft gegenüber einem Gesellschafter, der eine natürliche Person ist, oder gegenüber einer ihm nahestehenden Person, muss diese Forderung bis zum Ablauf des Bilanzstichtages ausgeglichen werden. Die Regelung erfasst ausdrücklich auch mittelbare Beteiligungsverhältnisse. Die neue gesetzliche Bestimmung knüpft somit unmittelbar an den Bestand offener Gesellschafter-Verrechnungskonten zum maßgeblichen Stichtag an. Für die Praxis bedeutet dies, dass Gesellschaften rechtzei-
MMag. Isabell Krug, Steuerberaterin und Partnerin bei Deloitte Tirol
tig vor dem Jahresende prüfen sollten, ob Forderungen gegenüber Gesellschafter*innen oder nahestehenden Personen bestehen und ob diese noch vor dem Bilanzstichtag ausgeglichen werden müssen. Ein Ausgleich ist nicht nur durch tatsächliche Rückführung der offenen Verrechnungsforderung möglich. Das Gesetz erlaubt auch eine Umwandlung in eine Forderung aus einem Kreditvertrag, sofern diese den Grundsätzen der Fremdüblichkeit entspricht. Insbesondere Schriftlichkeit, eine laufende Verzinsung und eine klare Rückzahlungsverpflichtung sind hierbei wesentliche Kriterien. Entscheidend wird sein, dass die Verrechnungsforderung tatsächlich wie ein fremdüblicher Kredit ausgestaltet ist und dass Vertragsinhalt und tatsächliche Durchführung übereinstimmen. Erfolgt kein Ausgleich bis zum Bilanzstichtag, gilt der Forderungsbetrag mit dem der Beschlussfassung über die Aufstellung des Jahresabschlusses folgenden Tag, spätestens aber nach fünf Monaten, als offen ausgeschüttet und als zugeflossen. Die gesetzliche Fiktion führt zu einer steuerlichen Behandlung als offene Ausschüttung, obwohl zivilrechtlich weiterhin eine Forderung der Gesellschaft besteht. Die Ausschüttungsfiktion gilt insoweit nicht, als das Verrechnungskonto des jeweiligen Gesellschafters zum Bilanzstichtag insgesamt den Betrag von 50.000 Euro nicht übersteigt. Dies bedeutet, dass für jeden am Bilanzstichtag vorhandenen Gesellschafter als Bagatellgrenze ein „Freibetrag“ von 50.000 Euro besteht.
Gesellschaften mit Verrechnungsforderungen gegenüber natürlichen Personen als Gesellschafter*innen sind daher angehalten, die Gesellschafter-Verrechnungskonten sorgfältig im Auge zu behalten. In der Praxis wird es wesentlich sein, • offene Salden auf Gesellschafter-Verrechnungskonten frühzeitig zu identifizieren, • Beziehungen zu nahestehenden Personen mit zu erfassen, • mittelbare Beteiligungsverhältnisse nicht zu übersehen und • bei Bedarf rechtzeitig eine fremdübliche Kreditvereinbarung zu dokumentieren und umzusetzen.
FAZIT
Die neue gesetzliche Regelung zu Gesellschafter-Verrechnungskonten verschärft die steuerlichen Folgen offener Forderungen gegenüber natürlichen Personen als Gesellschafter*innen sowie ihnen nahestehenden Personen deutlich. Für Gesellschaften ergibt sich daraus ein klarer Prüfungsund Dokumentationsbedarf. Bestehende Gesellschafter-Verrechnungskonten sind rechtzeitig vor dem Jahresabschluss zu analysieren und – soweit erforderlich – noch vor dem maßgeblichen Stichtag zu bereinigen oder fremdüblich in einen Kreditvertrag umzuwandeln. Angesichts der neuen Fiktion der offenen Ausschüttung wird eine vorausschauende Betrachtung zu einem zentralen Bestandteil der Planung. www.deloitte.at/tirol
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eco.service
DAS L E B E N S W E R K S I C H E R N Das Unternehmertestament: Strategische Weichenstellung für die Zukunft.
© BLICKFANG PHOTOGRAPHY
TEXT: ALEXANDRA EDER
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ür viele Unternehmer*innen ist der eigene Betrieb mehr als nur eine Einnahmequelle – er ist ein Lebenswerk, das über Jahrzehnte mit Engagement und Weitsicht aufgebaut wurde. Ein Todesfall kann ohne entsprechende Vorkehrungen die Existenz eben dieses Lebenswerks gefährden. Ein durchdachtes Unternehmertestament ist daher weit mehr als eine bloße letztwillige Verfügung. Es ist ein strategisches Instrument, das erbrechtliche und gesellschaftsrechtliche Regelungen aufeinander abstimmt, um eine reibungslose Übergabe zu gewährleisten und den Fortbestand des Unternehmens für die nächste Generation zu sichern. Die zentrale Frage lautet dabei, wer die unternehmerische Verantwortung künftig tragen soll. Eine ungeklärte Nachfolge birgt erhebliche Risiken. Erbengemeinschaften, in denen jeder Miterbe mitentscheiden will, sind oft von internen Konflikten und unterschiedlichen Interessen geprägt. Dies kann zu einer Blockade wichtiger unternehmerischer Entscheidungen führen und die Handlungsfähigkeit des Betriebs lähmen. Regelmäßig empfiehlt es sich daher, eine geeignete Person als Unternehmensnachfolger*in zu bestimmen und die übrigen Angehörigen wirtschaftlich auf andere Weise abzufinden.
GESELLSCHAFTSRECHT BRICHT ERBRECHT
Ein zentraler, oft unterschätzter Aspekt ist das Zusammenspiel von Erbrecht und Gesellschaftsrecht. Hier gilt der Grundsatz: Gesellschaftsrecht bricht Erbrecht. Der Gesellschaftsvertrag ist eine bindende Vereinbarung zwischen allen Gesellschafter*innen und kann nicht durch die einseitige letztwillige Verfügung eines Einzelnen ausgehebelt
Dr. Alexandra Eder ist Rechtsanwältin bei GPK Pegger Kofler & Partner, Innsbruck. www.lawfirm.at
werden. Enthält der Gesellschaftsvertrag etwa Fortsetzungs-, Eintritts-, Aufgriffsoder Abfindungsklauseln, bestimmen diese, ob und unter welchen Voraussetzungen Erb*innen den Gesellschaftsanteil überhaupt übernehmen können. Die sorgfältige Abstimmung dieser vertraglichen Regelungen mit den testamentarischen Anordnungen ist daher eine der größten Herausforderungen bei der letztwilligen Nachfolgeplanung. Trotz dieses Vorrangs des Gesellschaftsvertrags bleibt das Testament ein entscheidendes Instrument, um die Nachfolge aktiv zu gestalten. Die rechtlichen Möglichkeiten sind vielfältig: Vom Vorausvermächtnis über Teilungsanordnungen oder Nacherbenregelungen bis zur Stiftungslösung reichen die Gestaltungsvarianten, wobei als wesentliche Herausforderung allerdings die Berücksichtigung und Abfindung von Pflichtteils-
ansprüchen bleibt. Pflichtteilsberechtigte haben einen gesetzlichen Anspruch auf die Hälfte ihres gesetzlichen Erbteils. Da sich dieser Anspruch am Wert des gesamten Nachlasses – also auch am Unternehmenswert – bemisst, kann er eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Im schlimmsten Fall muss der Nachfolger Kredite aufnehmen, Unternehmensteile veräußern oder verliert durch den Einstieg externer Finanziers die Kontrolle. Eine kluge Gestaltung kann hier Abhilfe schaffen. Neben der letztwilligen Einräumung einer Unterbeteiligung oder eines Fruchtgenusses an einem Unternehmensanteil zugunsten des Pflichtteilsberechtigten kommen hier etwa die Übertragung oder Begründung eines sozietären oder bloß schuldrechtlichen Genussrechts, eines partiarischen Darlehens oder einer Gewinnschuldverschreibung, stimmrechtsloser Vorzugsaktien, stiller Beteiligungen etc. in Betracht.
FAZIT
Eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge von Todes wegen erfordert eine sorgfältige und vorausschauende Planung, die sowohl gesellschaftsrechtliche als auch erbrechtliche Aspekte integriert. Der Gesellschaftsvertrag und das Testament müssen wie zwei Zahnräder ineinandergreifen, um den Willen des Unternehmers umzusetzen, den Fortbestand des Unternehmens zu sichern und Konflikte zu vermeiden. Eine isolierte Betrachtung des Erbrechts ohne Berücksichtigung der gesellschaftsvertraglichen Grundlagen ist unzureichend. Die frühzeitige und umfassende Beratung ist daher kein Luxus, sondern eine unternehmerische Notwendigkeit, um den Weiterbestand des Unternehmens für die nächste Generation zu sichern.
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AUTO & MOTOR
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ALLTAG, URLAUB, ÜBERALL Skandinavisches Design trifft auf sportliche Performance und jede Menge Alltagstauglichkeit: Mit dem neuen Polestar 4 SUV erweitert die schwedische Elektroautomarke ihr Angebot um eine besonders vielseitige Variante. Die aufrechtere Heckpartie schafft mehr Kopffreiheit und ein Gepäckvolumen von bis zu 1.665 Litern, genug also für quasi alle Lebenslagen. Innen gefällt das gewohnt minimalistische Interieur mit großem Panoramaglasdach, nachhaltigen Materialien und moderner Technologie. Für ordentlich Vortrieb sorgen wahlweise 272 oder 544 PS. „Der Polestar 4 SUV verbindet die sportliche Linie eines Coupés mit dem Platz eines Kombis. Mit bis zu 630 Kilometer Reichweite sind auch längere Strecken entspannt machbar. Und wenn doch geladen werden muss, geht es schnell: In rund 30 Minuten ist die Batterie von zehn auf 80 Prozent geladen. Wer es sportlich mag, sprintet in der stärksten Version in nur 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h“, erklärt das Team des Autopark, wo der Neue kürzlich vorgestellt wurde. Dank Vehicle-to-Load-Funktion wird das SUV bei Bedarf außerdem zur mobilen Stromquelle, etwa für Campingausrüstung oder Elektrowerkzeuge. Mit an Bord ist auch Googles KI-Assistent Gemini, der die Sprachsteuerung auf ein neues Level hebt. Das Polestar 4 SUV ist ab November zum Einstiegspreis von 57.990 Euro im Autopark verfügbar. Anfang Oktober feierte der neue Polestar 4 SUV im Rahmen der PolestarRoadshow seine Tirol-Premiere. Schauplatz war die Eventlocation „Nordlicht“ in der Autopark-Zentrale Langer Weg 12 in Innsbruck. Die Marke war dabei durch Matthias Schabetsberger, Managing Director Polestar Österreich, vertreten (im Bild mit Autopark-Chef Michael Mayr), der gemeinsam mit seinem Team eigens aus dem Polestar-Headquarter angereist war. Als besonderen Bonus konnten die Gäste auch den Polestar 5, das bislang stärkste Modell der Schweden, aus der Nähe erleben.
eco.mobil
KLEIN, ABER EPIQ!
TRÈS CHIC
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Französische Eleganz kann auch SUV: Mit dem neuen DS N°7 bringt DS Automobiles ein Stück Pariser Savoir-vivre auf die Straße. Das 4,66 Meter lange Premium-SUV setzt auf edle Materialien, viel Platz und reichlich Komfort und rollt auf Wunsch mit Massagesitzen und Nackenwärmer an. Auch technisch zeigt sich der Franzose von seiner charmanten Seite: Ein intelligentes Fahrwerk bügelt Unebenheiten glatt, moderne Assistenzsysteme sorgen für entspannte Kilometer. Für Wohlfühlatmosphäre sorgen außerdem eine ausgeklügelte Geräuschdämmung und ein optionales Soundsystem mit 14 Lautsprechern. Wer mag, lässt sich von ChatGPT durch die Bordfunktionen plaudern – très moderne! Zur Wahl stehen ein Hybridantrieb und mehrere Elektroversionen mit bis zu 740 Kilometern Reichweite. Ab 34.340 Euro.
INTUITIV Mit dem neuen IONIQ 3 bringt Hyundai frischen Schwung in die elektrische Kompaktklasse. Der 4,16 Meter kurze „Aero Hatch“ kombiniert eine schnittige Silhouette mit überraschend viel Platz für fünf Personen. Zwei Batterievarianten ermöglichen laut Prognose bis zu 497 Kilometer Reichweite, geladen wird von zehn auf 80 Prozent in rund 29 Minuten. Dazu gibt’s markantes Pixeldesign, ein intuitives Infotainmentsystem und jede Menge digitale Helferlein. Entwickelt in Europa, gebaut in der Türkei, gemacht für einen unkomplizierten Alltag. Ab-Preis: 22.990 Euro.
Großer Auftritt zum kleinen Preis: Mit dem neuen Epiq bringt Škoda sein bislang günstigstes Elektroauto auf die Straße. Das kompakte City-SUV misst gerade einmal 4,17 Meter, bietet aber überraschend viel Platz. 475 Liter Kofferraum inklusive. Optisch setzt der Stromer auf die neue Designsprache „Modern Solid“ mit markanter T-förmiger Lichtsignatur. Drei Leistungsvarianten mit 115 bis 211 PS stehen zur Wahl, die Reichweite beträgt bis zu 440 Kilometer. Schnellladen von zehn auf 80 Prozent gelingt beim Topmodell in rund 24 Minuten. Praktische „Simply Clever“-Details, moderne Assistenzsysteme und bidirektionales Laden runden das Paket ab. Gestartet wird ab 26.880 Euro. Kleiner Škoda mit großen Ambitionen.
POLO-POWER Ein Bestseller steckt den Stecker rein: Nach mehr als 20 Millionen verkauften Exemplaren wird der VW Polo erstmals vollelektrisch. Der neue ID. Polo bleibt mit 4,05 Metern angenehm kompakt, bietet aber Platz für fünf Personen und stolze 441 Liter Kofferraumvolumen. Drei Leistungsstufen von 116 bis 211 PS und bis zu 454 Kilometer Reichweite stehen zur Wahl. Innen treffen digitale Technik und klassische Tasten aufeinander, eine charmante Retro-Anzeige erinnert an den ersten Golf. 2027 folgt ein sportlicher GTI. Die 115-PS-Trend-Einsteigsversion beginnt bei 25.490 Euro. Ein vertrauter Name mit neuer Energie. FOTOS (WENN NICHT ANDERS VERMERKT): HERSTELLER
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URBANER ALLROUNDER Mit dem seit 2026 erhältlichen EV5 erweitert Kia sein SUV-Portfolio um eine weitere vollelektrische Alternative zum Sportage und positioniert sich damit weiter im besonders gefragten Segment der Mittelklasse-SUV. TEXT: FELIX KASSEROLER // FOTOS: TOM BAUSE
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it dem EV5 verfolgt Kia einen bewusst pragmatischen Ansatz: Viel Platz, hoher Komfort, umfangreiche Ausstattung und alltagstaugliche Elektromobilität stehen im Vordergrund. Und das zu einem Preisniveau, das selbst in der reichhaltig ausgestatteten GT-Line-Version noch konkurrenzfähig erscheint. Zugegeben, natürlich hat dieser Ansatz auch seine Grenzen. Der Startpreis von 57.590 Euro für die GT-Line
mit Allrad bringt immer noch Kompromisse mit, etwa bei der Reichweite. Zwar sind laut WLTP mit dem 81,4-kWh-Akku und Allradantrieb bis zu 480 Kilometer möglich, in der Praxis pendelte sich die Reichweite jedoch eher knapp unter der 400-Kilometer-Marke ein. Die Antriebsleistung von 195 kW (265 PS) und 385 Newtonmetern Drehmoment erweist sich dabei jedoch mehr als ausreichend, um den knapp zwei Tonnen schweren SUV souverän durch den Alltag zu be-
wegen. Auch bei den Ladezeiten bleibt der EV5 konkurrenzfähig: Mit bis zu 150 kW Ladeleistung vergehen an der Schnellladesäule rund 30 Minuten für den Sprung von zehn auf 80 Prozent.
SOLIDE AUSGESTATTET
Besonders überzeugend fällt der Komfort im Interieur aus. Dank des knapp 2,8 Meter langen Radstands genießen Passagiere in beiden Sitzreihen großzügige Platzverhältnisse.
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U N T E R M S T R I C H KO N Z E N T R I E R T S I C H D E R K I A E V 5 AU F J E N E E I G E N S C H A F T E N , D I E I M A L LTA G TAT S Ä C H L I C H Z Ä H L E N : P L AT Z , K O M F O R T, B E D I E N F R E U N D L I C H K E I T U N D E I N Ü B E R Z E U G E N D E S P R E I S - L E I S T U N G S - V E R H Ä LT N I S .
Vorne nehmen Fahrer und Beifahrer auf den Premium-Relaxation-Sitzen Platz, die speziell auf hohen Langstreckenkomfort ausgelegt sind und dem Fahrer sogar eine Massagefunktion bieten. Das bereits aus anderen Kia-Elektromodellen bekannte Panoramadisplay vereint unter einer durchgehenden Fläche ein 12,3 Zoll großes Instrumentendisplay, einen 5,3-Zoll-Klimabildschirm sowie einen weiteren 12,3-Zoll-Touchscreen für das Infotainmentsystem. Ergänzt wird die digitale Schaltzentrale von einem Head-upDisplay und einem Harman-Kardon-Soundsystem. Weniger überzeugend ist hingegen die Materialauswahl: Trotz des modernen Gesamteindrucks dominieren im Innenraum an vielen Stellen harte Kunststoffoberflächen. In Sachen Fahrverhalten präsentiert sich der Südkoreaner dafür exakt so, wie man es von einem modernen Familien-Stromer erwarten darf. Statt auf demonstrative Sportlichkeit setzt Kia auf Gelassenheit, Komfort und Alltagstauglichkeit. Der EV5 gleitet angenehm leise über die Straßen, vermittelt ein hohes Maß an Souveränität und macht
KIA EV5 GT-LINE Antrieb: Allrad Leistung: 195 kW/265 PS Drehmoment: 385 Nm Beschleunigung: 0–100 km/h: 7,3 sec Spitze: 180 km/h Reichweite (lt. WLTP): 480 km Ladedauer (von 10 auf 80 %): 30 Min. Preis: ab 57.590 Euro
dabei nie den Eindruck, mehr sein zu wollen als das, was er ist: ein durchdachtes Elektro-SUV für den alltäglichen Gebrauch. Seine größte Stärke bleibt dabei das Platzangebot. 566 Liter Kofferraumvolumen sowie ein zusätzlicher 44,4 Liter großer Frunk bieten ausreichend Stauraum für Familienurlaub, Wochenendeinkauf oder den Transport vierbeiniger Mitfahrer – Stichwort Haustiermodus. Unterstützt wird das Gesamtpaket durch zahlreiche Assistenz- und Sicherheitssysteme, die den Alltag spürbar angenehmer gestalten. Unterm Strich konzentriert sich der Kia EV5 auf jene Eigenschaften, die im Alltag tatsächlich zählen: Platz, Komfort, Bedienfreundlichkeit und ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Kleine Schwächen wie bei der Reichweite und der Materialanmutung ändern wenig daran, dass Kia hier ein stimmiges Familien-SUV auf die 19-Zöller gestellt hat. Die weiterhin siebenjährige Herstellergarantie setzt schließlich das i-Tüpfelchen auf ein Gesamtpaket, das vor allem eines sein möchte: vernünftig. Und genau darin liegt seine große Stärke.
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DREI ANTRIEBE, VIELE MÖGLICHKEITEN OMODA & JAECOO starten mit einer Modelloffensive in den Herbst: Der kompakte JAECOO 5 ist ab sofort als Elektroauto und Vollhybrid bei Dosenberger erhältlich, das neue Flaggschiff JAECOO 8 als Plug-in-Hybrid bestellbar. Damit baut die Marke ihr Angebot innerhalb kurzer Zeit deutlich aus.
Der neue JAECOO 5 positioniert sich als kleiner Bruder des bereits bekannten JAECOO 7.
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om kompakten Stadt-SUV bis zum großzügigen Familienfahrzeug: OMODA & JAECOO erweitern ihre Modellpalette in Österreich und setzen konsequent auf elektrifizierte Antriebe. Für den JAECOO 5 kommen gleich zwei neue Varianten auf den Markt, während der JAECOO 8 als leistungsstarkes Flaggschiff die Modellfamilie nach oben abrundet. Auch der OMODA 7 Plug-in-Hybrid steht bereits in den Startlöchern. Ziel der Modelloffensive ist es, vom rein elektrischen Fahren über den klassischen Hybrid bis zum großen Plug-in-Hybrid mit Allradantrieb passende Lösungen für unterschiedliche Mobilitätsanforderungen anzubieten. Mit seinem breiten Angebot spricht OMODA & JAECOO sowohl preisbewusste SUV-Käufer*innen als auch Familien und Kund*innen mit gehobenen Komfortansprüchen an.
KOMPAKT UND VIELSEITIG
Der neue JAECOO 5 positioniert sich als kleiner Bruder des bereits bekannten JAECOO
7. Als vollelektrischer SUV bietet er 211 PS Leistung und eine Reichweite von bis zu 402 Kilometern. An einer Schnellladestation lässt sich die Batterie unter optimalen Bedingungen in rund 28 Minuten von 30 auf 80 Prozent laden. Praktisch ist zudem die Möglichkeit, externe Elektrogeräte direkt über die Fahrzeugbatterie mit Strom zu versorgen. Wer lieber ohne Ladekabel unterwegs ist, findet im JAECOO 5 Hybrid eine Alternative. Der Vollhybrid kombiniert einen Benzin- mit einem Elektromotor, kommt auf eine Systemleistung von 224 PS und benötigt keine externe Ladeinfrastruktur. Mit einem kombinierten Verbrauch von 5,3 Litern pro 100 Kilometer verbindet er Effizienz und Alltagstauglichkeit. Beide Varianten werden in den Ausstattungslinien Comfort und Premium angeboten. Schon die Basisversionen verfügen dabei über zahlreiche Assistenzsysteme, digitale Displays, Smartphone-Integration sowie beheizbare Vordersitze und Lenkräder. In der Premium-Ausführung kommen unter anderem ein Panoramaglasdach, belüftete
Vordersitze, eine elektrische Heckklappe und ein hochwertiges Soundsystem hinzu.
MEHR PLATZ, MEHR LEISTUNG
Mit dem JAECOO 8 PHEV präsentiert die Marke dazu ihr neues Flaggschiff. Der 4,82 Meter lange SUV kombiniert einen Plug-in-Hybridantrieb mit Allrad und einer Systemleistung von rund 428 PS. Bis zu 134 Kilometer lassen sich laut WLTP rein elektrisch zurücklegen, die Gesamtreichweite beträgt bis zu 1.000 Kilometer. Und auch beim Komfort setzt das Modell Akzente: Ein adaptives Dämpfersystem, Panoramaglasdach, beheizte und belüftete Sitze sowie ein umfangreiches Assistenzund Infotainmentangebot sind bereits in der Serienausstattung mit dabei. Bestellbar ist der JAECOO 8 PHEV als fünfsitziger Comfort oder siebensitziger Premium.
PREISE
JAECOO 5 Hybrid (HEV): ab 27.990 Euro JAECOO 5 Elektro (BEV): ab 30.990 Euro JAECOO 8 Plug-in-Hybrid (PHEV): ab 51.990 Euro
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omodajaecoo.at Jaecoo 7 Plug-in Hybrid SHS. Verbrauch: 2,4 l/100 km, Stromverbrauch: 15,1 kWh/100 km, CO₂-Emission: 54 g/km, elektrische Reichweite: 90 km. Die voraussichtliche elektrische Reichweite ist vorläufig und beruht auf Schätzungen und Berechnungen von Omoda | Jaecoo. Die Reichweite kann unter realen Bedingungen abweichen. Jeweils kombiniert, nach WLTP-Prüfverfahren. *Winterräder inklusive mit Alufelgen gültig für Privat - und Firmenkunden bei Kaufvertragsabschluss von 01.09. bis 31.10.2026. Nicht mit anderen Aktionen kombinierbar. Keine Barablöse möglich. Abbildungen können Sonderausstattungen gegen Mehrpreis zeigen. Symbolfoto. Irrtümer, Fehler und Änderungen vorbehalten. Stand: September 2026
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IST MEHR Drei Jahre nach den ersten Auslieferungen erhielt der Hyundai Ioniq 6 Anfang 2026 seine erste umfassende Modellpflege. TEXT: FELIX KASSEROLER // FOTOS: TOM BAUSE
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B eim Facelift ihres Ionic 6 beschränkten sich die Südkoreaner nicht nur auf (dringend notwendige) kosmetische Korrekturen, sondern nahmen auch vereinzelt die Technik ins Visier. Insbesondere die Front- und Heckpartie wurde überarbeitet, um die bislang durchaus polarisierende Optik der elektrischen Coupé-Limousine zu entschärfen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der Ioniq 6 wirkt nicht nur moderner, sondern vor allem deutlich harmonischer und erwachsener als bislang. Tatsächlich waren dafür nur wenige, dafür gezielt gesetzte Eingriffe notwendig. Besonders auffällig präsentieren sich die neu gestalteten Tagfahrlichter, die nun aus jeweils vier schmalen parametrischen Pixel-LED-Linien bestehen. Gemeinsam mit der nach wie vor markanten Shark-NoseFront entsteht ein deutlich schärferer und dynamischerer Auftritt. Noch wichtiger sind die Änderungen am Heck. Dort verabschiedet sich Hyundai erfreulicherweise vom etwas überladen wirkenden zweiten Bürzel der Vorgängerversion. Stattdessen dominiert nun der größer ausgeformte Ducktail-Spoiler oberhalb der Pixel-LED-Leuchten die Heckansicht. Das sieht nicht nur stimmiger aus, sondern bringt auch der Aerodynamik keinen Schaden. Der cW-Wert bleibt mit hervorragenden 0,21 weiterhin auf Spitzenniveau und macht den Ioniq 6 zu einem der windschnittigsten Fahrzeuge überhaupt. Auch bei den Batterien legt Hyundai nach und erhöht die Kapazitäten von bislang 53 bzw. 77,4 kWh auf nunmehr 63 bzw. 84 kWh. Entsprechend wächst auch die Reichweite auf bis zu 680 Kilometer nach WLTP, abhängig natürlich von der konkreten Konfiguration. Unser Testfahrzeug, der Ioniq 6 AWD mit der großen 84-kWh-Batterie und den optionalen 20-Zöllern, kommt immerhin noch auf bis zu 595 Kilometer. Das sind Werte, die selbst auf langen Autobahnetappen ein entspanntes Reisen ermöglichen. Doch auch Freunde einer etwas dynamischeren Gangart kommen auf ihre Kosten. Zwar bietet Hyundai mit dem kompromisslosen Ioniq 6 N eine deutlich leistungsstärkere Variante an, doch bereits der getestete Allradler hinterlässt einen souveränen Eindruck. 239 kW (325 PS) und ein maximales
M I T D E M F A C E L I F T PA S S T I M I O N I C 6 EN DLICH AUCH DI E OPTI K ZUM HOH EN TECHNISCHEN ANSPRUCH.
Drehmoment von 605 Newtonmetern katapultieren die knapp fünf Meter lange Limousine in lediglich 5,1 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 185 km/h. Dabei profitiert der Ioniq 6 von der speziellen Architektur der Electric-Global Modular Platform (E-GMP). Die tief im Boden platzierte Batterie sorgt für einen niedrigen Schwerpunkt und verleiht dem Fahrzeug eine bemerkenswerte Fahrstabilität. Selbst auf kurvigen Landstraßen fühlt sich die 2,1 Tonnen schwere Elektrolimousine überraschend leichtfüßig an. Wer die vorhandene Leistung regelmäßig nutzt, muss naturgemäß leichte Abstriche bei der Reichweite in Kauf nehmen, wobei dieser Umstand in der Praxis rasch an Bedeutung verliert. Der Grund dafür ist die nach wie vor beeindruckende Ladeperformance. Dank der 800-Volt-Architektur mit 260 kW maximaler Ladeleistung reichen unter optimalen Bedingungen 18 Minuten, um den Akku von zehn auf 80 Prozent zu laden. Reichweitenangst und lange Ladestopps? Keine Chance. Mit dem Facelift hat Hyundai genau jene Schwachstelle adressiert, die den Ioniq 6 seit seiner Einführung begleitet hatte. Zwar spielte die Technik bereits seit Jahren in der ersten Liga, nun passt aber endlich auch die Optik zum hohen technischen Anspruch. Das Ergebnis ist eine elegante, effiziente und außergewöhnlich langstreckentaugliche Elektrolimousine, die zumindest in Teilen
ihren eigenständigen Charakter bewahrt. Und auch preislich bleibt der Südkoreaner attraktiv: Das Einstiegsmodell startet bei 45.990 Euro, unser bestens ausgestatteter Testwagen in der Prestige Line mit Allrad und wenigen Extras schlägt mit 54.970 Euro zu Buche.
HYUNDAI IONIQ 6 AWD 84 KWH Antrieb: Allrad Leistung: 239 kW/325 PS Drehmoment: 605 Nm Beschleunigung: 0–100 km/h: 5,1 sec Spitze: 185 km/h Reichweite (lt. WLTP): 680 km Ladedauer (von 10 auf 80 %): 18 Min. Testwagenpreis: 54.970 Euro
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NEUE KLASSE LIMOUSINE Mit der nunmehr bestellbaren i3 Limousine geht BMW den logischen nächsten Schritt in Sachen Neue Klasse. TEXT: FELIX KASSEROLER
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ufgebaut auf dem Design des ersten bereits erhältlichen Neue-Klasse-Modells, dem iX3, war die Überleitung zur neuen Limousine bei BMW lediglich eine Frage der Zeit. Nun gibt es den i3 – der mit dem kleinen, charmanten Elektrostadtflitzer aus den 2010ern übrigens außer der Namensgebung nichts gemein hat – erstmals auch als rein elektrisches Modell der 3er-Reihe. Bis zu 912 Kilometer Reichweite sollen mit der i3 50 xDrive Limousine möglich sein, dies bei einer Batteriekapazität von stolzen 108,7 kWh und einem Verbrauch zwischen 17,7 und 13,4 kWh pro 100 Kilometer. Hinzu kommt ein Gespann aus zwei Elektromotoren mit einer Systemleistung von 345 kW (469 PS) sowie einem maximalen Drehmoment von 645 Newtonmetern. Besonders erfreulich: Wie der iX3 nutzt auch der i3 eine 800-Volt-Ladetechnologie, wodurch an der Schnellladesäule mit einer Ladeleistung von bis zu 400 kW (!) satte 400 Kilometer
BMW I3 50 XDRIVE LIMOUSINE Antrieb: Allrad Leistung: 345 kW/469 PS Drehmoment: 465 Nm Beschleunigung: 0–100 km/h: 4,7 sec Spitze: 200 km/h Reichweite (lt. WLTP): 912 km Ladedauer (von 10 auf 80 %): 21 Min. Preis: 65.900 Euro
innerhalb von nur zehn Minuten nachgeladen werden können, der Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent benötigt gerade einmal 21 Minuten. Das Design? Futuristisch. Neu und zugleich vertraut, insbesondere mit Blick auf den letztes Jahr präsentierten iX3. Erhalten bleiben die für die 3er-Reihe typischen Proportionen mit langem Radstand und kurzen Überhängen. Darüber hinaus sind auch an der Front trotz umfangreicher Modernisie-
rung klare Bezüge zu den Vorgängern erkennbar. Insbesondere die neu interpretierte, beleuchtete BMW-Niere, die nun auch die Doppelscheinwerfer integriert, hat Gemeinsamkeiten mit jener der Vorgängermodelle. Hinten gibt es bei der neuen Limousine zwar auch wieder L-Leuchten, diese fallen jedoch wesentlich schmäler aus. In Sachen Farbe bleibt BMW dem dezenteren Farbschema treu, insgesamt kann aus sechs Außenlackierungen gewählt werden. Der Innenraum hingegen bleibt im Vergleich zum iX3 mehr oder weniger ident. Im Mittelpunkt steht also auch hier die BMW-Panoramic-Vision, wobei die Fahrinformationen anstatt auf einem klassischen Instrumentendisplay über die gesamte untere Breite der Windschutzscheibe projiziert werden. Der Grund ist selbsterklärend: Die Aufmerksamkeit wird auf die Straße gelenkt. Dazu leistet auch das BMW-3D-Head-up-Display seinen Beitrag. Als Infotainmentdisplay fungiert ein 17,9 Zoll großer Zentralbildschirm in Form eines Parallelogramms – das sorgt für eine chice Optik und ist außerdem ergonomisch auf den Fahrer ausgerichtet. Abgerundet wird das Innenraumdesign von teilweise optionalen Komfortmerkmalen wie beheizbaren Multifunktionssitzen, einem Panoramadach sowie einer optimierten Ambientebeleuchtung. Wie beim Exterieur bietet auch der Innenbereich zahlreiche Individualisierungsmöglichkeiten: Insgesamt stehen dafür fünf Designs zur Auswahl, von puristisch und hell bis sportlich und dunkel. Unterm Strich bleibt abzuwarten, ob die teilweise elektrifizierte 3er-Reihe ihren Stellenwert innerhalb der BMW-Modellfamilie wird behaupten können. Insbesondere das progressive Design könnte dem einen oder anderen BMW-Traditionisten ein wenig zu futuristisch erscheinen. Erhältlich ist die BMW i3 50 xDrive Limousine ab 65.900 Euro, die elektrifizierte Einsteigervariante 40 xDrive Limousine startet bei 59.900,40 Euro.
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DIE NEUE KLASSE GEHT IN DIE NÄCHSTE RUNDE
© TOM WALDER, ALPS RESORTS, ALMDORFBAU, JÖRAN STEINSIEK
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Mehr als 15 Jahre stand der Berwanger Hof leer, bevor er von ALMDORFBAU revitalisiert wurde. Ende September kehrten rund 400 Gästebetten ins Ortszentrum zurück. Dabei ging es nicht allein um die bauliche Entwicklung. Die Geschichte des Berwanger Hofs wurde mit historischen Fotografien, Dokumenten und Erinnerungen von Zeitzeugen aufgearbeitet. Der „Raum der Stars“ macht die gesellschaftliche Geschichte des Berwanger Hofs sichtbar. Historische Originalelemente, Fotografien und Texte erinnern an Margot Werner und die prominente Vergangenheit des Hauses.
DIE LEGENDE LEBT AUF Ein Hauch von St. Moritz wehte einst durch Berwang. In den 1970er- und 1980er-Jahren gingen im Berwanger Hof Filmstars und prominente Persönlichkeiten ein und aus, darunter etwa die österreichische Chanson-Diva Margot Werner. Dann wurde es still um das legendäre Haus. Mehr als 15 Jahre stand es leer, ehe Projektentwickler ALMDORFBAU die Wiederbelebung in Angriff nahm. Rund 55 Millionen Euro später feierte der Berwanger Hof Ende September 2026 seine Wiedereröffnung. Und die kann sich sehen lassen: Das neue Resort, touristisch geführt von ALPS RESORTS, verbindet alpine Eleganz mit modernem Wohnkomfort. Großzügige Apartments, Panorama-Suiten und Penthouses bieten reichlich Platz, private Saunen und Hot Tubs sorgen für entspannte Stunden. Dazu kommen Infinitypool, Wellnessbereiche und kulinarische Genüsse im ALPS KITCHEN, das auch externen Gästen offensteht. Ganz vergessen wird die glamouröse Vergangenheit dabei nicht. Historische Möbel, Bleiglasfenster und die über 200 Jahre alte Sternzeichenbar erzählen von früheren Zeiten, während ein eigener „Raum der Stars“ Erinnerungen an die prominenten Gäste wachhält. Das Ensemble aus Jagdhaus, Residence und Alpenspitze wird nach Fertigstellung 80 Apartments und Suiten umfassen. Die ersten Gäste der neuen Residence werden im Dezember erwartet, die Alpenspitze folgt spätestens im Frühjahr 2027. Ein Comeback mit Geschichte, Stil und richtig guten Aussichten.
© DIOGENES VERLAG – MICHAELA KÖLLE / AGENTUR ANZENBERGER
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SCHLAF SCHÖN!
KUNST MIT HENKEL Kaffee ist Kultur. Und manchmal wird sogar das Geschirr zum Kunstwerk. Unter dem Titel „Kaffee & Karaffe“ haben sich das traditionsreiche Innsbrucker Café Munding und der zeitgenössische Künstler HNRX zusammengetan. Entstanden sind handgefertigte Tassen und Karaffen in sattem Dunkelgrün, die mit ihren ungewöhnlichen Formen ebenso als Designobjekte wie Alltagsbegleiter funktionieren. Die streng limitierte Kollektion ist das jüngste Kapitel einer langjährigen Freundschaft, die bereits verschiedene künstlerische Spuren im Café hinterlassen hat. Ergänzt wird sie durch hausgerösteten Munding-Kaffee im limitierten Design und ein exklusives Poster. Seit 1. Oktober 2026 erhältlich. Für alle, die ihren Kaffee gern mit einer Extraportion Kunst genießen. Wir zum Beispiel.
Eine Mutter, die den Winter im Keller verschläft und im Frühling mit prophetischen Träumen erwacht? Klingt skurril, ist aber erst der Anfang. In seinem Debütroman „Winterschlaf“ entführt der Tiroler Autor Mario Petuzzi in ein abgelegenes Alpental, wo eine Familie vom rätselhaften Talent der Mutter lebt. Jahr für Jahr pilgern Menschen herbei, um ihre Weissagungen zu hören. Doch als die Zwillinge zehn Jahre alt werden, gerät die eingespielte Ordnung ins Wanken. Fremde tauchen auf, Geheimnisse drängen ans Licht und plötzlich scheint nichts mehr sicher. Ein ungewöhnlicher Roman zwischen Familiengeschichte, Mystik und düsterer Vorahnung. Erhältlich als Hörbuch oder als Hardcover, zum Beispiel in der Tyrolia. WINTERSCHLAF, Mario Petuzzi, Diogenes Verlag, 240 Seiten, EUR 26,70
LESESTOFF MIT KCHHHRUNCH! Wer zum Buch von oben noch etwas zum Knuspern braucht, greift am besten zu den neuen Tiroler Tschips. Die bestehen aus gerade einmal drei Zutaten: Tiroler Kartoffeln, handgesiedetem Alpensalz und Sonnenblumenöl. Dank schonender Vakuumfrittierung haben sie rund 30 Prozent weniger Fett als herkömmliche Chips, dafür jede Menge Kchhhrunch. Hinter dem regionalen Knabberspaß steckt die Haller Manufaktur Essenz der Alpen, die damit auch beim Tiroler Lebensmittelinnovationspreis 2026 auf sich aufmerksam gemacht hat. www.tirolertschips.at
Schoki-Meisterleistung Der Bäcker Ruetz kann ganz wunderbar Brot, wie er kürzlich mit dem Gesamtsieg beim Österreichischen Brotwettbewerb bewies. Nun räumte das Familienunternehmen auch bei seiner Premiere beim Österreichischen Konditorenwettbewerb ab: dreimal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze. Die süßen Stars? Frische Bruchschokoladen! Gold gab’s für fruchtige Mango, zartschmelzenden Nougat und karamellisierte Piemont-Haselnüsse. Silber holten sich weiße Schokolade mit Pistazien und gebrannten Mandeln sowie eine rosarote Himbeerkreation. Bronze ging an die Variante mit Mandelbelag. Wer Gusto bekommen hat: Die preisgekrönten Köstlichkeiten gibt’s ab sofort in zwei Größen in allen Ruetz Bäckerei-Cafés. Und weil Schoki bekanntlich glücklich macht, darf’s ruhig ein Stückerl mehr sein. Nomnom.
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eco.life
A LT I T U D E M E E T S Damen-HeritageDaunenjacke, 459 Euro
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Herren-HeritageDaunenjacke mit Kapuze, 475 Euro
Von den Bergen inspiriert, für die Stadt gedacht: COLMAR Originals verbindet mit der neuen Herbst-/Winterkollektion alpine Codes mit urbaner Leichtigkeit. Outerwear in warmen Naturtönen, Cord, Faux Shearling und weiche Strukturen bringen den Après-Ski-Spirit weit über die Piste hinaus.
HerrenDaunenjacke mit Corddetails, 489 Euro
Damen-Hybridjacke mit Kapuze, 365 Euro
Damenjacke in Shearling-Optik, 435 Euro Neue Materialien, Hybriddesigns und trendbewusste Highlights machen die Winterkollektion zum perfekten Begleiter für alle, die Stil, Wärme und Originalität gleichermaßen lieben. Die neue Kollektion ist im Colmar Store Innsbruck, Rathaus Galerien, Anichstraße 8 erhältlich.
colmar.com Das Wochenende ist da. Alle anderen schlafen. Wir nicht. Um sechs aufstehen. Kaffee. Draußen noch dunkel. Kalt. Wo sind die Socken? Die warme Jacke. Hab ich alles? Schal. Mütze. Skischuhe. Sind wir spät dran? Die anderen warten am üblichen Treffpunkt. Die Handschuhe! Echt jetzt? Also nochmal zurück. Und tanken müssen wir auch noch. Frühstück. Sonnenbrille vergessen. Egal. Irgendwer leiht mir schon eine. Weiter geht’s. Kurve nach Kurve. Schnee liegt. Und die Sonne?
Parkplatz. Seid ihr da? Ja. Verdammt kalt. Gut, dass die Sonne langsam rauskommt. Heißt aber nicht, dass es den ganzen Tag schön bleibt. Wirklich? Na und? Wir haben sowieso Spaß. Stimmt. Anziehen. Fertigmachen. Rausgehen. Die kalte Luft einatmen. Den Schnee berühren. Alles andere verschwindet. Man schaut sich an und denkt: ah... hat mir das gefehlt. Colmar. In caso di neve.
CAVALLINO BIANCO CAORLE - VENEZIA
Herbst am Meer, Zeit für Familie Beheizte Pools, Kinderbetreuung, Bike-Touren, Venedig und die Prosecco-Hügel: Im Cavallino Bianco Caorle wird der Herbst zur Familienauszeit zwischen Meer, Wellness und Veneto.
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enn die große Sommerhitze nachlässt, beginnt an der oberen Adria eine besonders entspannte Reisezeit. Im seit Mai 2026 geöffneten Cavallino Bianco Caorle – Venezia verbindet sich Familienurlaub am Meer mit Wellness, Bewegung und Entdeckungen im Veneto. Das 5-Sterne-Luxus-Familienhotel liegt zwischen Lagune, Piniengrün und Privatstrand und ist mit seinen großzügigen Suiten samt Meerblick und zwei Bädern ideal für Familien, die im Herbst noch Sonne und Meer genießen möchten, ohne auf Komfort und ein umfassendes Kinderprogramm zu verzichten.
WELLNESS MIT MEERBLICK
KINDERGLÜCK – UND ZEIT FÜR DIE ELTERN
Auch wenn das Meer frischer wird, bleibt Badezeit: Die beheizten Indoor- und Out-
Im Lino Land ist das Programm auf unterschiedliche Altersgruppen zugeschnitten:
door-Pools sind für Familien zu jeder Jahreszeit gedacht. Eine großzügige Wasserwelt mit Whirlpool- und Relaxzonen, eigene Bereiche mit Wasserspielen für größere Kinder und ein flaches Becken mit weichem Boden für Babys machen den Pool zum Treffpunkt für alle Generationen. Wer Ruhe sucht, zieht sich in Lea’s Beauty & Spa im obersten Stock zurück. Der Adults-only-Bereich mit Saunen, Panorama-Infinity-Pool, Terrassen und Blick auf den Pinienwald schafft Raum für ein paar Stunden zu zweit. Yoga, Meditation und Fitness mit Blick ins Grüne ergänzen die Wellnessauszeit.
von der täglichen Babybetreuung für Kinder von einem bis 42 Monaten über Kidsund Junior-Bereiche bis hin zu Preteen- und Teen-Angeboten. Outdoor-Spielbereiche, Shows und betreute Kindermahlzeiten sorgen dafür, dass auch an ruhigeren Herbsttagen keine Langeweile aufkommt. Während die Kinder spielen, kreativ werden oder neue Freunde finden, bleibt Eltern Zeit für Spa, Sport oder einen Aperitif zu zweit. Auch kulinarisch ist vieles auf Familien abgestimmt: Die All-in-Verpflegung umfasst Vollpension, Nachmittagsbuffet, Gourmet-Abendessen, Softdrinks während der Mahlzeiten und ein eigenes betreutes Kinderrestaurant. So wird Familienurlaub angenehm unkompliziert – ohne ständig den Tagesablauf organisieren zu müssen.
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CAVALLINO BIANCO CAORLE - VENEZIA
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HERBST AUF ZWEI RÄDERN Gerade im Herbst lässt sich die Umgebung angenehm aktiv entdecken. Das Cavallino Bianco bietet Ausflüge mit lokalen Guides per Fahrrad, Boot oder Schlauchboot an. Auf zwei Rädern geht es hinaus in die Landschaft rund um Caorle, entlang von Lagune, Kanälen und Küste – eine schöne Möglichkeit, gemeinsam unterwegs zu sein. Danach wartet wieder warmes Wasser oder ein ruhiger Spaziergang durch den privaten Pinienbereich des Resorts.
VENEDIG UND VALDOBBIADENE: VENETO ENTDECKEN
Ein Herbsturlaub in Caorle lässt sich wunderbar mit Ausflügen verbinden. Venedig gehört ausdrücklich zu den Destinationen, die das Hotel seinen Gästen ans Herz legt: Ein Tag zwischen Kanälen, Palazzi, Gondeln und kleinen Gassen bringt einen spannenden Kontrast zum entspannten Leben am Meer. Wer lieber ins grüne Hinterland fährt, entdeckt rund um Conegliano und Valdobbiadene eine völlig andere Seite Venetiens. Die UNESCO-geschützten Prosecco-Hügel ziehen sich durch eine Kulturlandschaft aus Reben, kleinen Orten und aussichtsreichen Straßen. Gerade im Herbst bilden sie einen
reizvollen Kontrast zur Adriaküste – und für Erwachsene natürlich auch eine Gelegenheit, den Prosecco Superiore DOCG dort kennenzulernen, wo er entsteht.
CAORLE BLEIBT DER MITTELPUNKT
CAVALLINO BIANCO CAORLE – VENEZIA Viale dei Cacciatori 2/c I-30021 Caorle
5-Sterne-Luxus-Familienhotel, eröffnet am 1. Mai 2026. Beheizte Indoor- und Outdoor-Pools, Adults-only-Spa mit Infinity Pool, Lino Land mit Betreuung für Babys, Kinder und Teens, Privatstrand mit Cabanas, All-in-Verpflegung sowie Ausflüge mit lokalen Guides per Bike, Boot oder Schlauchboot. Venedig und die Prosecco-Hügel rund um Valdobbiadene bieten sich für Ausflüge an.
www.caorle.cavallino-bianco.com
Auch ohne großen Ausflug gibt es vor der Haustür viel zu entdecken. Caorle empfängt Familien mit seiner farbenfrohen Altstadt, der besonderen Lagunenlandschaft und dem breiten Strand. Im Resort selbst sorgen der exklusive Privatstrand mit Cabanas, die Pools und großzügige Outdoor-Bereiche dafür, dass sich sonnige Herbsttage weiterhin draußen abspielen können. Und wenn das Wetter einmal nicht mitspielt, übernehmen Wasserwelt, Lino Land, Spa und Showprogramm. So zeigt das Cavallino Bianco Caorle – Venezia im ersten Herbst nach seiner Eröffnung, wie vielseitig Familienurlaub an der oberen Adria sein kann: morgens Biketour oder Venedig-Ausflug, nachmittags beheizter Pool und Kinderprogramm, abends Gourmetküche und ein ruhiger Moment zu zweit. Ein Ort, an dem Familienzeit und Elternzeit ganz selbstverständlich zusammengehören.
E L IF R D. A AW RIERE R B A F REI 6 2 02
eco.life
Gemeinsam glänzen
Ein besonderer Abend lebt nicht nur von den Menschen auf der Bühne, sondern vor allem von jenen, die ihn möglich machen. Beim LIFE AWARD.barrierefrei 2026 sorgen die Ferrarischule Innsbruck und die Münze Hall auf ganz unterschiedliche Weise für bleibende Eindrücke.
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in festlich gedeckter Tisch, ein Aperitif zum Empfang, ein aufmerksamer Service und ein außergewöhnliches Erinnerungsstück: Es sind oft die Details, die einen gelungenen Galaabend ausmachen. Wenn am 2. November 2026 der LIFE AWARD.barrierefrei nach fünfjähriger Pause in den Congress Innsbruck zurückkehrt, stehen außergewöhnliche Menschen und ihre Leistungen im Mittelpunkt. Doch auch abseits des Rampenlichts gibt es bemerkenswerte Geschichten zu erzählen. Zwei davon handeln von jungen Talenten, gelebter Praxis und einem Handwerk mit jahrhundertelanger Tradition.
LERNEN FÜRS LEBEN
Für die Schülerinnen und Schüler der Ferrarischule Innsbruck wird der LIFE AWARD zur Bühne der etwas anderen Art. Die Jugendlichen der dritten Klasse der Aktivferrari unterstützen das Veranstaltungsteam beim Eindecken der Tische, beim Aperitifempfang sowie beim Servieren der Speisen. Sie sind damit nicht bloß Zuschauer eines hochkarätigen Gesellschaftsevents, sondern mittendrin. Was nach einem spannenden Abend klingt, ist zugleich gelebtes Ausbildungskonzept. Die Ferrarischule, mit rund 1.050 Schülerinnen und Schülern Tirols größtes humanberufliches Bildungszentrum, legt besonderen Wert auf die Verbindung von Wissen und praktischer Erfahrung. Gerade die Aktivferrari geht dabei bewusst über den klassischen Unterricht hinaus. Teamgeist, Kommunikationsfähigkeit, Eigenverantwortung und soziale Kompetenz werden hier nicht nur vermittelt, sondern im Alltag trainiert. Beim LIFE AWARD können die Jugendlichen zeigen, was in ihnen steckt. Zwischen festlich gedeckten Tischen und prominenten Gästen sind Aufmerksamkeit, Organisationstalent und ein souveräner Umgang mit Menschen gefragt. Für Magdalena Jenewein aus der 3AHW ist das eine besondere Gelegenheit: „Beim Life Award können wir zeigen, was wir gelernt haben. Es ist richtig spannend, in einem professionellen Umfeld mitzuarbeiten und dabei echte Verantwortung zu übernehmen.“ Eine Erfahrung, die weit über den Galaabend hinausreicht. Denn wer früh lernt, Verantwortung zu übernehmen, ist auch für das spätere Berufsleben bestens gerüstet.
eco.life
Ein großer Abend lebt nicht nur von den Menschen im Rampenlicht, sondern auch von jenen, die ihn möglich machen. EIN STÜCK ERINNERUNG Während die Jugendlichen für einen gelungenen Ablauf sorgen, steuert die Münze Hall ein besonderes Andenken bei. Auch heuer entsteht dort eine eigens gestaltete LIFE AWARD.barrierefrei-Münze, die jeder Gast als exklusives Geschenk mit nach Hause nehmen darf. Das Besondere daran ist nicht nur die Münze selbst, sondern auch ihre Entstehung. Das Design stammt erneut von einer außergewöhnlichen Tiroler Persönlichkeit – einer talentierten Künstlerin mit Leib und Seele – und wird im Rahmen der Pressekonferenz erstmals präsentiert. Bei der Gala wird das Erinnerungsstück dann mit dem Originalprägestock live auf der Bühne geprägt. Aus einer kunstvollen Idee wird vor den Augen des Publikums so ein greifbares Symbol für einen außergewöhnlichen Abend. Die Zusammenarbeit mit der Münze Hall verbindet dabei traditionelle Prägekunst mit einer zeitgemäßen Botschaft. Denn der LIFE AWARD steht seit seiner Gründung 2003 für die Sichtbarkeit von Menschen, die mit ihren FOTOS: © LUNA AGENCY, FOTO STANGER/WEDERMANN, FERRARISCHULE INNSBRUCK
LIFE AWARD.BARRIEREFREI
2. November 2026 Congress Innsbruck Festliche Gala mit Award-Verleihung, Galadinner und hochkarätigem Rahmenprogramm.
www.lifeawardbarrierefrei.com
Seit 2003 würdigt der von Ingrid und Rudolf Larese gegründete LIFE AWARD.barrierefrei außergewöhnliche Persönlichkeiten und engagierte Unternehmen, Vereine und Institutionen. Bislang konnten mehr als 300.000 Euro für behindertenpolitische Zwecke und Projekte in Kooperation mit Licht ins Dunkel bereitgestellt werden.
Talenten, Leistungen und Lebensgeschichten beeindrucken. Die eigens gestaltete Münze macht diesen Gedanken auf besondere Weise dauerhaft erlebbar. Unterstützt wird das Projekt auch von der Firma Pichl, die den Prägestempel sponsert.
MEHR ALS EIN GALAABEND
Ob im Service oder an der Prägemaschine: Beide Kooperationen zeigen, wie viele unterschiedliche Talente und Fähigkeiten zum Gelingen einer Veranstaltung beitragen. Sie stehen damit beispielhaft für jenen Gemeinschaftsgedanken, der den LIFE AWARD. barrierefrei seit mehr als zwei Jahrzehnten prägt. Denn am Ende geht es zwar um einen glanzvollen Abend, vor allem aber um Begegnungen, Wertschätzung und gesellschaftliche Teilhabe. Und um die Erkenntnis, dass etwas Besonderes vor allem dann entsteht, wenn viele gemeinsam etwas bewegen.
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Kunst kann das Kunst muss nicht die Welt retten, doch sie kann unseren Blick auf sie verändern. Seit 30 Jahren bringt die ARTfair Innsbruck internationale Kunst nach Tirol und Menschen mit ihr in Berührung. Zum Jubiläum zeigt sich die Messe so vielfältig wie selten zuvor: museal und experimentell, analog und digital, etabliert und überraschend jung. TEXT: MARINA BERNARDI
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s gibt Zeiten, in denen Kunst leicht als Nebensache erscheint. Wenn wirtschaftliche Unsicherheit, Krisen und Konflikte die Nachrichten bestimmen, wirken Bilder, Skulpturen und Installationen zunächst vielleicht nicht besonders dringlich. Und doch sind es gerade solche Zeiten, in denen Kultur etwas kann, das Zahlen, Prognosen und Schlagzeilen nur schwer schaffen: Abstand herstellen. Fragen stellen. Perspektiven verschieben. Oder uns einfach für einen Moment aus dem Alltag holen. Gründe genug, Ende Oktober in die Olympiaworld in Innsbruck zu schauen. Dort feiert die ARTfair Innsbruck von 23. bis 25. Oktober ihren 30. Geburtstag – mit Kunst aus mehr als 20 Nationen und einem Programm, das zeigt, wie weit der Kunstbegriff heute gefasst werden darf.
30. ARTfair INNSBRUCK
Hinter der Messe steht seit Beginn an Gründerin Johanna Penz. Mit viel Energie, Be-
Weitere Infos und Tickets unter: www.artfair-innsbruck.com
KUNST OHNE SCHWELLENANGST
23. bis 25. Oktober 2026 jeweils von 11 bis 19 Uhr in der Olympiaworld Innsbruck Die ARTfair Innsbruck ist eine hervorragende Gelegenheit, sich regional und international mit Kunstschaffenden und Interessierten zu vernetzen, vor allem Sammler*innen und Kunstliebhaber*innen kommen voll auf ihre Kosten. Der inhaltliche Schwerpunkt der Kunstmesse liegt auf internationaler zeitgenössischer Kunst. Galerien und Kunsthändler*innen aus mehr als 20 Nationen zeigen internationale zeitgenössische bildende Kunst, klassische Moderne, Pop Art und weitere aktuelle Strömungen des 20./21. Jahrhunderts – Gemälde, Arbeiten auf Papier, Auflagenobjekte, Originalgraphiken, Skulpturen, Objekte/Installationen, Fotografien, neue Medien sowie originäre Kunstprojekte.
harrlichkeit und einem feinen Gespür für den Kunstmarkt hat sie die ARTfair zu einer festen Größe im Kunstkalender gemacht. Ihr Ansatz war dabei nie, Kunst auf einen Sockel zu stellen und ehrfürchtig aus der Distanz betrachten zu lassen. Die Messe soll Begegnungsort sein: für Galerien und Sammler*innen ebenso wie für Menschen, die vielleicht noch nie eine Kunstmesse besucht haben. Schauen – gern auch länger – ist ausdrücklich erlaubt. Staunen sowieso. Kaufen kann, muss man aber nicht. Die ARTfair bringt internationale Kunst nach Innsbruck, ohne daraus eine geschlossene Gesellschaft zu machen. Etablierte Namen stehen neben Nachwuchspositionen, klassische Moderne neben Pop Art, Malerei neben Fotografie, Installation und neuen Medien. Kunst ist kein Luxus, sondern ein wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Motor: Sie inspiriert Innovation, schafft Werte und ist dort am erfolgreichsten, wo Mut, Qualität und unternehmerisches Denken aufeinandertreffen“, so Penz.
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Rostyslav Voronko, „Ein Moment frühlingshafter Stille“, 2025, Öl auf Leinwand, 80 × 80 cm, artroom21, Innsbruck
Barbara Bergmann, “Golden See”, 2026, Blattgold, Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 100 cm, artroom21, Innsbruck
Joachim Rudert, „Roboterwelt“, 2026, Acryl auf Leinwand, 80 x 60 cm, GALARTERY fine art, Innsbruck
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Katja Gehrung, „Aufbruch“, 2014, Fotografie auf gebürstetem Alu, 60 x 60 cm, Auflage 10, artroom21, Innsbruck
Ilka Fischer Sun, „Dance (I – Silver)“, 2024, Acryl auf Leinwand mit Glassplittern, 50 x 50 cm, GALARTERY fine art, Innsbruck
VON BILDERWELTEN UND ROBOTERN Zum 30er darf das Programm entsprechend aus dem Vollen schöpfen. Eine besondere Rolle spielt dabei die museale Sonderschau der Bettina Heinen-Ayech Foundation München. Erstmals werden im Rahmen einer internationalen Kunstmesse seltene und teilweise noch nie öffentlich gezeigte Werke der bedeutenden deutsch-algerischen Malerin präsentiert. Spielerischer geht es im „Bilderwald“ der Tiroler Künstlerin Philomena Pichler zu. Ihre über Jahre entstandene Welt aus Bäumen ist ein wandelbares Gesamtkunstwerk: Die einzelnen Objekte lassen sich drehen und geben immer neue Bilder, Formen und kleine Geschichten frei. Kunst also nicht als starres Gegenüber, sondern als Einladung zum Entdecken. Einen Bogen zwischen Kunstgeschichte und Gegenwart
spannt wiederum die Galerie Dikmayer Berlin Mitte mit dem ART-Special zum Phantastischen Realismus. Hier treffen Werke von Rudolf Hausner und Ernst Fuchs auf zeitgenössische Interpretationen und zeigen, wie sich eine künstlerische Tradition weiterdenken lässt. Und weil Gegenwartskunst zwangsläufig auch dort hinschauen muss, wo sich unsere Gegenwart gerade besonders rasant verändert, bekommt Technologie ordentlich Raum. Der Innsbrucker Medienkünstler Attila.Attila beschäftigt sich in einer interaktiven Präsentation mit KI in der Kunst, das REX|LAB des Instituts für Experimentelle Architektur der Universität Innsbruck geht noch einen Schritt weiter: Dort werden Robotik, digitale Technologien und Materialforschung selbst zu kreativen Medien. Roboter sind nicht bloß Werkzeug, sondern aktive Akteure im künstlerischen Prozess.
PLATZ FÜR MORGEN Bei aller internationalen Strahlkraft bleibt auf der ARTfair auch Raum für jene, die erst am Anfang stehen. Junge Kunst gehört traditionell zum Selbstverständnis von Johanna Penz: „Neben etablierten Positionen braucht eine international renommierte Kunstmesse auch den Mut zu neuen, frischen Stimmen – denn gerade sie bringen jene Impulse und Perspektiven ein, die die Kunstszene von morgen prägen.“ Formate wie GALARTERY fine art und „artroom21.the art project show“ geben Nachwuchskünstler*innen eine Bühne, denn auch nach 30 Jahren schaut die Kunstmesse nicht nostalgisch zurück, sondern ist neugierig geblieben: auf neue Namen, neue Techniken, neue Gedanken. Kunst muss nicht immer Antworten liefern. Manchmal reicht es völlig, wenn sie etwas in Bewegung bringt.
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Konzentration auf das Wesentliche Drei Künstler*innen, drei Länder, drei unterschiedliche künstlerische Ausdrucksweisen: Obwohl Esther Bernhard, Bernhard Grassl und Paul Lorenz mit unterschiedlichen Techniken und Materialien arbeiten, finden sie in der Galerie Nothburga in Innsbruck unter einem gemeinsamen Thema zusammen: Reduktion. TEXT: MARINA BERNARDI
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Esther Bernhard (Österreich) macht sich mit ihren Arbeiten auf die Suche nach den kulturellen Fußstapfen, in die unsere Gesellschaft tritt und deren Pfad Frauen in die Unsichtbarkeit führt.
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sther Bernhard reduziert Frauenkörper auf Umrisse, die kaum sichtbar aus bunten Tapetenmustern hervortreten. Mit dieser klaren Bildsprache gelingt es der in Wörgl geborenen Textilkünstlerin , auf das Schicksal vieler Frauen aufmerksam zu machen: Frauen, die im Hintergrund wirken, Verantwortung tragen und dennoch häufig übersehen werden. Bernhard arbeitet dabei überwiegend mit gebrauchten Textilien, die eine Geschichte haben. Sie verwendet vor allem alte Polsterbezüge, Bettwäsche oder Blusenstoffe, meist Baumwolle mit floralem Dekor. Durch die Symbolik der Blume entsteht eine Auseinandersetzung damit, wie Frauen dargestellt werden und wurden. Esther Bernhard interessiert das Verschwinden der Figur vor dem Hintergrund, das Unsichtbarwerden, die Anpassung, die Funktion des Schutzes. Doch sie sieht auch die Möglichkeiten, die darin verborgen sind. Bernhard Grassl wiederum verbindet Stein mit Natur. Er entdeckt im Marmor eine Sinnlichkeit, die der menschlichen Haut sehr nah ist. Der Südtiroler Bildhauer fertigt aus eigenwilligen Reststücken Skulpturen und
Bernhard Grassl (Italien) wendet sich bevorzugt den Marmorstelen zu, inspiriert von der kultischen Ausstrahlung und rätselhaften Gelassenheit steinzeitlicher Stelen.
Paul Lorenz (USA): Die Abstraktion ist kein Stil, sondern ein Geisteszustand, eine Aus gewogenheit von Subtilität und Kühnheit, Vertrauen und Risiko, dem Bekannten und dem, was gefunden werden muss.
meterhohe Stelen, die er so selbstverständlich in die Natur pflanzt, als wären sie schon immer dort gewesen. Für ihn sind die Stelen mit ihrer minimalistischen Gestaltung, ihrer kultischen Ausstrahlung und ihrer rätselhaften Gelassenheit Höhepunkt der Bildhauerkunst. Der Umgang mit dem Material Stein wird für ihn zur Herausforderung und zum Abenteuer. Er steht in ständiger Entwicklung, ihn interessiert das Experiment. Beim US-amerikanischen Künstler Paul Lorenz führt die Reduktion in die Abstraktion. Die Farben sind sinnlicher Ausdruck von Gefühlen und Gedanken. Seine bunte Farbpalette visualisiert ein ausgewogenes Verhältnis von Subtilität und Kühnheit, Selbstvertrauen und Risiko. Für Paul Lorenz ist sein Werk zugleich seine Autobiographie. Nach einer Krebserkrankung wurden seine Bilder kleiner, die Gesten direkter und die Denkprozesse intuitiver. „Was passiert, wenn dir die Zeit genommen wird?“ fragt sich Paul Lorenz. Seine Arbeiten werden sichtbarer Ausdruck der Sehnsucht nach der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Obwohl sie aus Schwierigkeiten entstanden sind, sind sie
ein Zeugnis von Freude, Herausforderung und letztendlich von Zuflucht.
In Memoriam: Paul Lorenz ist am 2. Juli 2026 während der Vorbereitungen zur Ausstellung im Alter von 64 Jahren verstorben. Das Team der Galerie Nothburga trauert um einen Künstler, der Architektur, Malerei und Musik auf wunderbare Weise verband.
GALERIE NOTHBURGA Innrain 41, 6020 Innsbruck info@galerienothburga.at
www.galerienothburga.at
Öffnungszeiten: Mi. bis Fr. von 16 bis 19 Uhr Sa. von 11 bis 13 Uhr
Esther Bernhard | Bernhard Grassl Paul Lorenz 21. Oktober bis 14. November 2026 • Vernissage: 20. Oktober 2026, 19 Uhr • Kuration: Barbara Fuchs & Elisabeth Melkonyan • Premierentage: 7. November 2026, 15 Uhr • Aktionstheater: Christine Schlechter
LE TEMPS
ZEITLOS WERTVOLL Patek Philippe: Wenn Zeit zur höchsten Form von Luxus wird.
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s gibt Namen, die in der Welt der Uhren weit über ihre eigentliche Bedeutung hinausreichen. Patek Philippe gehört dazu. Für viele Kennerinnen und Liebhaber verkörpert die Genfer Manufaktur die edelste Form der Uhrmacherkunst: die Verbindung von technischer Meisterschaft, vollendeter Ästhetik und einer Tradition, die über Generationen gewachsen ist. Die besondere Ausstrahlung einer Patek Philippe erschließt sich oft in einem stillen Moment. Wenn das Licht über ein fein gearbeitetes Zifferblatt wandert, sich die harmonischen Proportionen eines Gehäuses zeigen oder der Blick durch eine Lupe auf die sorgfältige Vollendung des Uhrwerks fällt. Dann wird verständlich, weshalb diese Zeitmesser eine so tiefe Faszination ausüben.
LE TEMPS
Die Leidenschaft für Uhren begleitet Alexander Schreiner seit früher Kindheit, seit 2023 führt er sein eigenes Geschäft. Hier finden Liebhaber schöner und edler Zeitmesser Uhren der Luxusklasse, vorwiegend aus der Zeit von 1950 bis 1990, von denen nur wenige produziert wurden, oder so genannte Full Sets, bei denen Uhren samt originaler Auslieferungsbox und dazugehörigen Dokumenten angeboten werden. Ein breites Netzwerk und gute Kontakte ermöglichen es ihm, für seine Kund*innen begehrte und auch am Markt schwer erhältliche Uhren aufzutreiben.
UNABHÄNGIGKEIT ALS HALTUNG
Begonnen hat die Geschichte 1839 in Genf. Damals gründete Antoine Norbert de Patek gemeinsam mit dem Uhrmacher François Czapek die Firma Patek, Czapek & Cie. Eine entscheidende Begegnung folgte 1844 in Paris: Patek lernte Jean Adrien Philippe kennen, dessen schlüsselloses Aufzugs- und Zeigerstellsystem ihn beeindruckte. Philippe kam 1845 nach Genf und wurde zum Partner von Patek. Ab 1851 trug das Unternehmen den Namen Patek, Philippe & Cie. Schon früh fanden die Uhren internationale Anerkennung: Auf der Londoner Weltausstellung von 1851 erwarben Königin Victoria und Prinz Albert Zeitmesser von Patek Philippe. Seit 1932 befindet sich Patek Philippe im Besitz der Familie Stern. Die Brüder Charles und Jean Stern, zuvor bereits als Zifferblattlieferanten mit dem
Unternehmen verbunden, übernahmen die Manufaktur während der Weltwirtschaftskrise. Über Generationen hinweg entwickelten sie das Haus weiter und bewahrten dabei seine Unabhängigkeit. Für eine Manufaktur mit einem solchen Anspruch hat Kontinuität besondere Bedeutung. Uhrmacherkunst entsteht durch Wissen, das aufgebaut, vertieft und weitergegeben wird. Und sie braucht Menschen, die sich einer Aufgabe mit Geduld und ganzem Engagement widmen.
DIE SCHÖNHEIT IM INNEREN Ein wesentlicher Teil der Faszination einer Patek Philippe liegt im Uhrwerk. Dort begegnen sich Präzision und handwerkliche Vollendung auf kleinstem Raum. Die Veredelung von Oberflächen, das sorgfältige Bearbeiten von Kanten und die feine Dekoration einzelner Komponenten gehören zu jener Kunst, die Patek Philippe mit traditionellen Verfahren von Hand pflegt. Für Liebhaber*innen ist der Blick in ein solches Werk ein Erlebnis. Brücken, Räder und Schrauben bilden eine kleine Architektur. Jede Komponente erfüllt eine Aufgabe, gemeinsam erzeugen sie etwas, das selbstverständlich erscheint und mechanisch doch erstaunlich bleibt: den gleichmäßigen Gang der Zeit. Eine Patek Philippe zu besitzen, ist ein Privileg – und kann zugleich ein wertbeständiges Investment sein. Oder wie der Slogan von Patek Philippe meint: „Eine Patek Philippe gehört einem nie ganz allein, man erfreut sich ein Leben lang an ihr, aber eigentlich bewahrt man sie schon für die nächste Generation.“ PR
BY ALEXANDER SCHREINER
Rosengasse 7, 6060 Hall in Tirol Tel.: 0664/3307548, info@letemps.watch
www.letemps.watch
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KONDITOREI PEINTNER
S Ü S S E FA M I L I E N S A C H E © STEPHAN ELSLER, LEA HAJNER, TANJA CAMMERLANDER
Wenn Weihnachten langsam näher rückt, beginnt bei Peintner eine ganz besondere Zeit: Dann nämlich haben die handgemachten Lebkuchen wieder Saison. Nach altem Familienrezept, mit besten Zutaten und viel Handarbeit entstehen mehr als zehn Sorten. Zum Selbernaschen, Teilen und Verschenken.
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Tipp: Für Unternehmen können die Verpackungen individuell gebrandet werden. Auf Wunsch übernimmt Peintner die Gestaltung und kümmert sich um alles bis hin zur Logistik um die Abwicklung.
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as vor Generationen begann, wird heute mit frischem Schwung weitergeführt. Bei Peintner arbeiten drei Generationen Hand in Hand und verbinden jahrzehntelange Erfahrung mit neuen Ideen und frischen Perspektiven. Mit Lucas Peintner, der das Familienunternehmen in dritter Generation führt, bleibt die Leidenschaft für das Konditorhandwerk fest in der Familie verankert. Unterstützt wird er unter anderem von seiner Zwillingsschwester Laura Peintner, die sich insbesondere im Marketing und in der Weiterentwicklung des Unternehmens einbringt. Gemeinsam mit ihren Eltern verfolgen sie ein Ziel: Bewährtes bewahren, neue Wege gehen und die Tradition Schritt für Schritt in die Zukunft führen. Denn bei Peintner darf Tradition durchaus mit der Zeit gehen. Bestes Beispiel dafür sind die Lebkuchen. Sie werden nach überliefertem Rezept des Großvaters hergestellt, von Hand gefertigt und mittlerweile weit über Tirol hinaus verschickt. Mehr als zehn Sorten sorgen dafür, dass zwischen fruchtig, schokoladig und klas-
sisch-würzig jeder seinen ganz persönlichen Favoriten findet. Durchkosten ist dabei ausdrücklich erlaubt.
EIN STÜCK VOM GLÜCK
Vor allem als Weihnachtsgeschenk sind die süßen Stücke geradezu perfekt. Für Unternehmen lassen sich die Verpackungen gerne individuell gestalten und branden. Wer möchte, kann die Gestaltung auch in die Hände der Peintners legen. Heraus kommt ein persönliches Präsent, das nicht nur hübsch aussieht, sondern vor allem richtig gut schmeckt. Das können wir übrigens aus eigener Erfahrung sagen: Seit Jahren verschenken wir Peintners Lebkuchen selbst an unsere Kundinnen und Kunden – aus Überzeugung und weil die Zusammenarbeit genauso unkompliziert ist wie das Ergebnis köstlich. Zu bekommen sind die saisonalen Köstlichkeiten unter anderem in der neu gestalteten Filiale in der Innsbrucker Hörtnaglpassage sowie im winterlichen Lebkuchen-Store in der Maria-Theresien-Straße. Wer lieber vom Sofa aus gustiert, bestellt einfach im
Onlineshop. So oder so gilt: Weihnachten kann kommen. Und tut das meist schneller, als man denkt. PR
SÜSSES SHOPPING
Ende Oktober verwandelt sich der sommerliche Frozen-Yoghurt-Store in der Maria-Theresien-Straße in Innsbruck wieder in Peintners Lebkuchenwelt – inklusive Möglichkeit zum Durchkosten. Ab Mitte November feiert dann auch die neue Filiale gemeinsam mit Hörtnagl (Bild) ihre Wiederereröffnung. Und wer nicht in der Stadt vorbeikommt, kann sich die Lebkuchen bequem über den Onlineshop nach Hause schicken lassen. www.konditorei-peintner.at peintner.tirol
Peintner Manufaktur
Im Gespräch NEWS & EVENTS
Victoria Weber (Schwazer Bürgermeisterin), BDO-SchwazStandortleiter Marcus Ager, Innsbruck-Leiter Helmut Schuchter und Karl-Josef Schubert (Bürgermeister Vomp und Präsident des Tiroler Gemeindeverbands)
NEUE ADRESSE, BEWÄHRTE EXPERTISE Das Prüfungs- und Beratungsunternehmen BDO ist in Schwaz ins zentral gelegene Galerien Office übersiedelt. Nachdem die modernen Büros bereits im Juli bezogen wurden, folgte im September die offizielle Eröffnung. Gefeiert wurde gemeinsam mit Kund*innen, Kollegen und Wegbegleiter*innen, den fachlichen Rahmen bildete ein Vortrag zum Thema „Energien gemeinsam nutzen“. BDO-Partner Marcus Ager freut sich über die neuen Räumlichkeiten, die neben einer zeitgemäßen Ausstattung auch mit guter Erreichbarkeit punkten. Das 40-köpfige Tiroler Team ist an den Standorten Schwaz und Innsbruck tätig und betreut insbesondere familiengeführte kleine und mittlere Unternehmen. Die Schwerpunkte liegen in der steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Beratung sowie der Wirtschaftsprüfung. Für die Kund*innen bleibt trotz Standortwechsel alles beim Alten: Ansprechpartner und Kontaktdaten ändern sich nicht, die persönliche Betreuung vor Ort bleibt ein zentrales Anliegen. Neu ist lediglich die Adresse in der Andreas-Hofer-Straße 8. © IV TIROL / BURCKHARDT
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Speck mal anders
Dass Tiroler Speck auf eine ordentliche Marend gehört, ist bekannt. Dass er auch auf einem Bienenstich eine gute Figur macht, bewies Haubenkoch Christoph Zangerl bei einem Kochabend von HANDL TYROL im Innsbrucker Genusswerk. Der ehemalige Vier-HaubenKoch ist seit 2015 für die kulinarische Entwicklung des Traditionsunternehmens verantwortlich und zeigte den Gästen, wie vielseitig sich Tiroler Speck einsetzen lässt. Nach einer Verkostung verschiedener Specksorten ging es ans Eingemachte: Auf Kartoffelfladen mit Steinpilzen und Schinkenspeck folgte Zanderfilet im knusprigen Speckmantel mit Linsengemüse. Den überraschenden Abschluss bildete ein Bienenstich mit Birne, Salzkaramell und karamellisierten Specksplittern in Zartbitterschokolade. Neben kulinarischen Experimenten gab es auch Wissenswertes über Herstellung, Reifung und Qualitätsmerkmale des Tiroler Specks zu erfahren.
Zahlreiche Speck-Rezepte gibt’s unter www.handltyrol.at
ERSTMALS WEIBLICH Premiere bei der Jungen Industrie Tirol: Mit Irene Wüster wurde erstmals eine Frau an die Spitze der Interessenvertretung gewählt. Die Geschäftsführerin des Imster Familienunternehmens Juwel H. Wüster gehört dem Vorstand bereits seit mehr als zehn Jahren an. Gemeinsam mit ihrem neuen Team will sie jungen Unternehmer*innen und Führungskräften eine stärkere Stimme geben. Im Fokus stehen Generationengerechtigkeit, bessere Rahmenbedingungen für unternehmerische Leistung und die Zukunft Europas. Zugleich soll die Junge Industrie als Netzwerk und Plattform für den Austausch zwischen heimischen Betrieben weiter gestärkt werden. Im Bild das neue Vorstandsteam der JI Tirol: Manuel Lindner, Christoph Mederle, Irene Wüster, Georg Kloger und Alois Fröschl (es fehlt: Patrick Huter)
© LAND TIROL / FITSCH
© LAND TIROL/DORFMANN
im.gespräch
Landesrat Mario Gerber, Martin Reiter (Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Holding), Barbara Plattner (designierte Geschäftsführerin der Tirol Werbung) und Landeshauptmann Anton Mattle
WECHSEL AN DER SPITZE
E N G A G E M E N T, D A S V E R B I N D E T Große Bühne für großes Engagement: Im Innsbrucker Landhaus überreichte Frauenlandesrätin Eva Pawlata den Tiroler Frauenpreis 2026 an Farimehr Mirzakhani-Soldouzi. Die gebürtige Iranerin lebt seit den 1990er-Jahren in Innsbruck und setzt sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich für Frauen und Mädchen ein. Ob in der Flüchtlingshilfe, in Frauenorganisationen oder mit einem selbst initiierten Farsi-Unterricht für Kinder: Mirzakhani-Soldouzi baut Brücken zwischen Kulturen und stärkt gesellschaftliche Teilhabe. Der mit 5.000 Euro dotierte Frauenpreis wurde heuer zum dritten Mal vergeben. Insgesamt waren 29 Frauen nominiert.
© AUTOPARK / MARKUS KRAPF
A bit late to the party, aber auch von unserer Seite: Gratulation. Barbara Plattner hat eine neue Aufgabe: Die bisherige Geschäftsführerin von Innsbruck Tourismus übernimmt im Juni 2027 die Leitung der Tirol Werbung. Die 38-jährige Osttirolerin setzte sich in einem mehrstufigen Auswahlverfahren gegen rund 50 Bewerber*innen durch. Plattner bringt reichlich Tourismuserfahrung mit, unter anderem aus Ischgl und Innsbruck. Ihr Ziel: die starke Marke Tirol weiterentwickeln, den Ganzjahrestourismus stärken und dabei auch die Interessen der Bevölkerung im Blick behalten. Plattner folgt auf Karin Seiler, die sich in die Privatwirtschaft verabschiedet.
Landesrätin Eva Pawlata (2. v. r.) mit Farimehr Mirzakhani-Soldouzi (Mi.) und den Jurymitgliedern Doris Stauder (Verein Frauen gegen VerGEWALTigung), Sabine Ludwig (Meduni Innsbruck) und Martina Pletzenauer (BiologoN GmbH)
6 MAL AUTOPARK Die Autopark-Gruppe wächst weiter: Anfang Oktober eröffnete Geschäftsführer Michael Mayr gemeinsam mit Familie und Team den mittlerweile sechsten Standort in Innsbruck. In der Andechsstraße 71 haben die Marken Suzuki und XPENG ein neues Zuhause gefunden, inklusive Verkauf, Kundendienst und Teilehandel. Besonders schön: Genau 50 Jahre zuvor hatte Vermieter Herbert Feichter an derselben Adresse sein Autohaus eröffnet. Zur Feier gab es neben zahlreichen Gästen auch automobile Highlights zu bestaunen: Der Suzuki Across feierte Österreichpremiere, ein von Künstler Knud Tiroch gestalteter Suzuki Swift sorgte für Aufsehen und der humanoide XPENG-Roboter IRON gewährte einen Blick in die Mobilitätswelt von morgen. Mit mittlerweile knapp 270 Mitarbeiter*innen, darunter 50 Lehrlinge, setzt die Autopark-Gruppe ihren Wachstumskurs fort. Und die nächste Premiere ließ nicht lange auf sich warten: Bereits wenige Tage später wurde in der Autopark-Zentrale am Langen Weg der neue Polestar 4 SUV erstmals in Tirol präsentiert (siehe Seite 94).
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© RLB TIROL AG/ GÜNTER KRESSER
im.gespräch
AUS DEN EIGENEN REIHEN
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Der 45-jährige Schwazer Wolfgang Aigner übernimmt mit 1. November 2026 die Geschäftsführung der SPAR-Regionalzentrale Tirol und Salzburg in Wörgl. Er folgt auf Patricia Sepetavc, die nach fünfeinhalb Jahren in dieser Funktion in Karenz geht. Aigner ist seit 2007 bei SPAR tätig und hat seither verschiedene Führungspositionen durchlaufen, zuletzt als Bereichsleiter für Controlling und Rechnungswesen. Der studierte Wirtschaftspädagoge kennt das Unternehmen damit bestens. Von Wörgl aus werden rund 240 SPAR-, EUROSPAR-, INTERSPAR- und Maximarkt-Standorte in Tirol und Salzburg beliefert. Mit über 10.000 Beschäftigten in beiden Bundesländern zählt SPAR zu den bedeutendsten Arbeitgebern der Region.
RLB-Aufsichtsratsvorsitzender Johannes Peter Bachler mit dem Vorstandstrio Gabriele Kinast, Marcel Burtscher und Thomas Wass
V O R S TA N D KO M P L E T T Die Raiffeisen-Landesbank Tirol AG hat ihr Vorstandsteam komplettiert: Mit 1. Mai 2027 übernimmt Marcel Burtscher die Verantwortung für Risiko und Finanzen. Der gebürtige Vorarlberger bringt mehr als 20 Jahre internationale Bankerfahrung mit und ist derzeit Vorstandsmitglied der Raiffeisen Factor Bank AG. Gemeinsam mit Vorstandsvorsitzendem Thomas Wass und Gabriele Kinast bildet er künftig das Führungstrio der RLB Tirol. Burtscher will vor allem nachhaltiges Wachstum ermöglichen und Chancen und Risiken verantwortungsvoll in Einklang bringen. Für seine neue Aufgabe bringt er neben reichlich Praxiserfahrung auch einen internationalen Executive MBA mit.
Der Wilde Osten zeigt sich
Die Innsbrucker Rossau ist weit mehr als ein Gewerbegebiet. Wie viel Innovationskraft, Unternehmergeist und überraschende Vielfalt in der größten Wirtschaftszone der Stadt stecken, konnten Ende September 80 Interessierte bei der Premiere von „WOW Rossau“ erleben. Zwölf Unternehmen öffneten ihre Türen und luden zu vier Thementouren ein, die Einblicke hinter die Kulissen ermöglichten. Nach einer gemeinsamen Rundfahrt durch das Gebiet ging es auf Entdeckungsreise. Bei der Tour „Licht!“ zeigten MK Illumination, HAID Werbetechnik und Electro Terminal, wie vielfältig moderne Beleuchtung sein kann – von kunstvoll gebogenen Neonröhren bis zu Hightech-Bauteilen. Unter dem Motto „Longevity“ standen Gesundheit und Innovation im Mittelpunkt: Leonard Lang gewährte Einblicke in die Medizintechnik, bei CryoOxy wartete unter anderem eine Kältekammer und in der Apotheke Atrium gab es einen persönlichen Stoffwechselcheck. Genussvoll und sportlich wurde es bei „Urban Brands“ mit Eisverkostung bei Tomaselli, Kaffeegenuss bei unbound coffee roasters und Kampfsport bei Roots Collective. Die vierte Tour führte in die Welt des Betons: Bei Fröschl erfuhren die Gäste Wissenswertes über Produktion, Forschung und Nachhaltigkeit. Vom Fröschl-Turm bot sich zudem ein eindrucksvoller Blick über die gesamte Rossau. Zum Abschluss traf man sich beim gemütlichen Get-together mit Spezialitäten aus dem Smoker von Gringos und Livemusik von Amon. Die Premiere zeigte, wie viel es in „Innsbrucks Wildem Osten“ zu entdecken gibt. Eine Fortsetzung für 2027 ist bereits angedacht.
© CLUB TIROL / ULRIKE WIESER
© MARTIN WIESLER
im.gespräch
Landeshauptmann Anton Mattle, Hans K. Reisch (Vorstandsvorsitzender SPAR Österreich und Tiroler des Jahres 2026), Janine Flock (SkeletonOlympiasiegerin und Tirolerin des Jahres 2026), Jakob Falkner (Geschäftsführer und Gesellschafter der Söldner Bergbahnen, Lebenswerk-Award) und Club-Tirol-Präsident Julian Hadschieff
SILBER FÜR TIROL Vincent Track aus Breitenbach holte bei den Berufsweltmeisterschaften WorldSkills 2026 in Shanghai Silber in der Disziplin Wassertechnologie. Der 21-Jährige absolvierte seine Lehre zum Chemieverfahrenstechniker bei Novartis und arbeitet heute am Standort Schaftenau. Als erster österreichischer Teilnehmer in dieser Disziplin schaffte er es auf Anhieb aufs Podest und ließ damit die internationale Konkurrenz beinahe vollständig hinter sich.
TIROLER DES JAHRES
NEU IM TEAM
Große Bühne für große Leistungen: Beim traditionellen Tirol-Empfang im Großen Festsaal der Universität Wien kürte der Club Tirol gemeinsam mit dem Land Tirol die Tirolerin und den Tiroler des Jahres 2026. Die Auszeichnungen gingen an Skeleton-Olympiasiegerin Janine Flock und SPAR-Vorstandsvorsitzenden Hans K. Reisch. Über den Lebenswerk-Award durfte sich Tourismusvisionär Jakob Falkner freuen, der die Entwicklung Söldens seit Jahrzehnten maßgeblich prägt. Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur feierten mit, musikalisch begleitet von Künstler*innen der Tiroler Festspiele Erl.
Handelsexperte Andreas Hämmerle verstärkt mit 1. Oktober 2026 die Geschäftsführung von MPREIS. Auch künftig ist die Eigentümerfamilie mit Jakob Mölk und Mathias Mölk unmittelbar in der Unternehmensführung vertreten. Ingo Panknin komplettiert das Führungsteam. Gerhard Gocek verlässt die Geschäftsführung aus privaten und familiären Gründen. Er ist dem Unternehmen in einer wichtigen Phase zur Verfügung gestanden und hat zentrale Aufgaben innerhalb der Geschäftsführung übernommen.
Jede eine ExtraWurst.
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© VANDORY
© MIA MARIA KNOLL
im.gespräch
Oben: TIGEWOSI-Geschäftsführer Edgar Gmeiner, Uniqa-Landesdirektor Michael Zentner, Entertainerin Maria Kofler, TIGEWOSIMarketingleiterin Julia Fenneberg, TIGEWOSI-Geschäftsführer Florian Rangger und Stadtrat Benjamin Plach // Unten li.: Tirol-KlinikenGeschäftsführer Stefan Deflorian, Roman Schöggl (Projektleiter „Sicheres Vermieten“) und der Bürgermeister von Biberwier Harald Schönherr // Unten re.: TIGEWOSI-Prokurist Thomas Wieser, ISDGeschäftsführer Hubert Innerebner und Unterberger-ImmobilienGeschäftsführer Josef Feichtner
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NETZWERK-MAREND
© DIE FOTOGRAFEN
Gute Gespräche, starke Partnerschaften und eine traditionelle Jause: Das sind die Zutaten der Wohnbaumarend, zu der die TIGEWOSI auch heuer wieder in ihr Service- und Kompetenzzentrum am Innsbrucker Fürstenweg lud. Zahlreiche Gäste aus Politik, Bauwirtschaft, Architektur, Finanzierung und Verwaltung nutzten die Gelegenheit zum Austausch abseits des Tagesgeschäfts. Im Mittelpunkt stand dabei weniger das einzelne Bauprojekt als die langfristige Zusammenarbeit. Denn angesichts steigender Baukosten und wachsender Herausforderungen braucht es für leistbaren Wohnraum vor allem eines: verlässliche Partner*innen und ein starkes Netzwerk. Und bei einer Marend redet es sich bekanntlich besonders gut.
Ikonen und Partystimmung
Die Eröffnung der Ausstellung „ICONS“ des international renommierten Fotografen Rainer Hosch verwandelte das BTV Stadtforum kürzlich in einen lebendigen Treffpunkt für Kunstbegeisterte und Feierfreudige. Neben Porträts von Weltstars wie George Clooney, Meryl Streep oder Iggy Pop wurden auch die eigens angefertigten Bilder der BTV-Sportbotschafter Marlies und Benjamin Raich, Janine Flock und Johannes Strolz enthüllt. Hosch gewährte persönliche Einblicke in seine Arbeit, Fritto Misto und DJ Wolfram Amadeus sorgten für den passenden Sound. Die zahlreichen gut gelaunten Gäste ließen sich nicht lange bitten und machten die Vernissage kurzerhand zur rauschenden Party. Die Ausstellung ist noch bis 6. Jänner 2027 zu sehen – zwar ohne Party, aber trotzdem ein Erlebnis. Der Eintritt ist frei. www.innsitu.at
GRUND ZUM JUVELN Bei GPK Pegger Kofler & Partner gibt̕s erneut Grund zur Freude: Die Innsbrucker Wirtschaftskanzlei zählt laut aktuellem JUVERanking 2026/2027 in den Bereichen Gesellschaftsrecht sowie Mergers & Acquisitions (M&A) weiterhin zu den Marktführern in Westösterreich. Auch österreichweit ist GPK seit Jahren stark positioniert. Besonders erfreulich: Die Rechtsanwälte Franz Pegger, Barbara Egger-Russe und Andrea Pegger werden im renommierten Branchenranking abermals als „oft empfohlen“ geführt. Die Kanzlei begleitet Unternehmen unter anderem bei gesellschaftsrechtlichen Fragestellungen, Umstrukturierungen sowie nationalen und internationalen Transaktionen.
H Ö R E R I N F O R M AT I O N · U K W - U M S T E L L U N G 1 4 . – 3 0 . O K T O B E R 2 0 2 6
Wir investieren in ein stabiles Sendenetz. Radio U1 Tirol stellt seine UKW-Sendeinfrastruktur auf eine neue technische Plattform um und sichert damit einen modernen Sendebetrieb für die kommenden Jahre. Während der Umstellung kann es regional zu kurzen Empfangsunterbrechungen kommen. In sechs Regionen ändert sich die Frequenz.
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1 Schwaz Innsbruck
2
3
4
1
Tannheim
93,9 MHz
2
Tuxertal
102,6 MHz
3
Mayrhofen und Umgebung
103,7 MHz
4
Gerlos
89,3 MHz
5
Langkampfen und Umgebung
6
Ebbs, Niederndorf und Umgebung
101,0 / 89,2 MHz 102,6 MHz
„Mit der Umstellung investieren wir in ein stabiles Sendenetz für Tirol – damit Sie Radio U1 Tirol auch in den kommenden Jahren verlässlich hören.“ Tina Rieser-Winkler
Geschäftsführerin Radio U1 Tirol
I H R E U 1 - M O D E R ATO R E N – W E I T E R H I N F Ü R S I E O N A I R
In allen übrigen Regionen bleibt Ihre Frequenz unverändert. Außerdem hören Sie uns durchgehend über:
DAB+
Webradio
F R A G E N & E M P FA N G S M E L D U N G E N
05242 61030 empfang@u1-radio.at u1-radio.at/ukw
U1 App
Smart Speaker
Polestar 4 SUV — Jetzt ab € 59.990¹ in der First Edition Polestar Innsbruck
WLTP: 17,8–21,7 kWh/100 km and CO2: 0 g/km. Polestar 4 SUV „First Edition“ ist ein Aktionsmodell mit einem Preisvorteil von € 10.100 auf verfügbare Fahrzeuge des Modelljahres 2027. Kombinierbar mit Polestar Leasing zu einem fixen Zinssatz von 0,99 %. Gültig für verfügbare Fahrzeuge des Modelljahres 2027 bei Bestelleingang bis 30.11.2026 und Auslieferung bis 31.12.2026. Änderungen, Irrtümer, Zwischenverkauf sowie eine vorzeitige Beendigung der Aktion vorbehalten. Symbolbild.
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Autopark Innsbruck Langer Weg 12 6020 Innsbruck