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Dahoam Winter 2026/27

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WINTER 2026/27

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DAH O AM

ERLEBNISWELT.

HANDARBEIT.

Das Kellerjoch als winterlicher Tausendsassa.

Bruder Enrico und das Leben der Bücher.

HOCHPROZENTIG. Ausgezeichnet-edle Geister vom Stanglhof.


sunset sessions kellerjoch

beat brass classic

05.03 12.03 19.03 Hecherhaus | Kellerjoch 15:00 – 18:30 Uhr dj hoody youngsters weerberg quartett.kultur.tirol

www.silberregion-karwendel.com


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WILLKOMMEN DAHOAM! W

inter ist für mich mehr als Schnee und Skifahren. Es ist diese besondere Zeit, in der vieles ein bisschen ruhiger wird. Wenn morgens die Berge weiß leuchten, die Luft klar und kalt ist und man draußen plötzlich wieder merkt, wie gut es tut, einfach unterwegs zu sein. Genau dieses Gefühl möchten wir dir mit dieser Ausgabe unseres Dahoam Magazins mitgeben. Denn unsere Silberregion Karwendel lebt nicht nur von ihren Bergen und Landschaften, sondern vor allem von den Menschen, die hier leben, arbeiten, Traditionen bewahren und immer wieder Neues entstehen lassen. Wir nehmen dich mit nach Stans, schauen hinter die Kulissen der Christbaumproduktion, besuchen das Museum der Völker und erzählen von altem Handwerk, ausgezeichneten heimischen Produkten und unserem ganz eigenen, ziemlich ausgelassenen Fasching. Und natürlich geht es hinaus in den Winter: zum Wandern, Langlaufen, Rodeln oder Skifahren – zum Beispiel aufs Kellerjoch, wo ein Wintertag viele Möglichkeiten bietet. Vielleicht entdeckst du beim Lesen einen Ort, den du noch nicht kennst. Oder einen, den du längst kennst – und plötzlich wieder einmal besuchen möchtest. Ich wünsche dir einen wunderbaren Winter bei uns und viel Freude beim Lesen und Entdecken.

WELCOME „DAHOAM“! W

inter means more to me than just snow and skiing. It’s a special time of year when life slows down a little. The mountains glow white in the morning, the air is crisp and cold, and being outdoors reminds us just how good it feels to simply get out and explore. It’s precisely this feeling that we want to share with you in this issue of our Dahoam magazine. The Silberregion Karwendel is shaped not only by its mountains and landscapes, but above all by the people who live and work here, keep traditions alive and continue to create something new. Perhaps, as you read, you’ll discover a place you’ve never visited before. Or perhaps you’ll rediscover somewhere you already know and feel inspired to visit again. I wish you a wonderful winter here with us, and hope you enjoy reading and discovering all that the region has to offer.

Elisabeth Frontull, BA, Geschäftsführerin Tourismusverband Silberregion Karwendel CEO of the Silberregion Karwendel Tourist Association

IMPRESSUM // IMPRINT Dahoam – Das offizielle Magazin der Silberregion Karwendel // Dahoam – The official magazine of the Silberregion Karwendel Erscheinungsweise: 2x jährlich // Frequency of publication: twice a year • Medieninhaber, Verleger und Herausgeber // Publisher and responsible for content: eco.nova corporate publishing KG • Geschäftsführung // Management: Mag. Sandra Nardin, Christoph Loreck • Chefredaktion // Editorship: Marina Bernardi • Redaktion // Editing: Marina Bernardi, Doris Helweg • Administration: Martin Weissenbrunner • Grafik // Graphics: Conny Wechselberger • Anzeigen // Ads: Yvonne Knoll (knoll@econova.at) • Bildnachweise // Picture credits: Wenn nicht anders gekennzeichnet: TVB Silberregion Karwendel // Unless otherwise indicated: TVB Silberregion Karwendel • Druck // Print: Radin-Berger-Print GmbH • Redaktion und Anzeigenannahme // Editing and advertising office: eco.nova corporate publishing KG, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/290088, E-Mail: office@econova.at


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INHALT // CONTENT REGIONALES // REGIONAL

TRADITION // TRADITION

08 Sonnenseite mit Bodenhaftung

34 Das Leben der Dinge

Stans ist ein Dorf mit viel Geschichte, großen

2020 hat Bruder Enrico Divina die Buchbinderei

Ausflugszielen und einem guten Gespür dafür,

der Franziskaner in Schwaz eröffnet. Mit alten

was Menschen guttut. A Village with Character

Maschinen und pragmatischem Blick. The Art of Bookbinding

Stans is a village with a rich history, great places to

In 2020, Brother Enrico Divina opened the

explore and a good sense of what makes life better.

Franciscan bookbindery in Schwaz, where he

12 Ganz schön viel Arbeit Bis ein Baum zum Christbaum wird, hat jemand ziemlich viel Arbeit mit ihm gehabt. Ten Years for Five Weeks Growing a Christmas tree takes years of care and hard work.

20 Die Welt liegt in Schwaz

continues to practise the craft using old machines and a pragmatic approach.

40 Prost Salve und Tengl Tengl Am Unsinnigen Donnerstag ist in Schwaz und Jenbach Narrenzeit: Der Fasching in der Silberregion ist bunt, laut und ausgelassen. Carnival in the Silberregion Karwendel

Westafrika, Südostasien und mittendrin wir selbst:

On Unsinniger Donnerstag, Schwaz and

Das Museum der Völker in Schwaz zeigt ferne

Jenbach celebrate carnival: colourful,

Objekte und stellt dazu jede Menge Fragen.

loud and exuberant.

Where the World Meets Schwaz West Africa, Southeast Asia and right in the middle of

KULINARIK // CULINARY DELIGHTS

it all, ourselves: The Museum der Völker in Schwaz

50 Edle Geister

displays objects from distant cultures while asking

Am Stanglhof in Kolsass hat Johann Silber-

plenty of questions.

mayr sein Hobby zum Beruf gemacht: das

28 Winterwunder 5 Tipps für mehr Winter im Winter in der Silberregion Karwendel. Winter Wonders

Schnapsbrennen. Das Ergebnis ist ausgezeichnet. Fine Spirits At the Stanglhof in Kolsass, Johann Silber-

5 tips for making the most of winter in the

mayer has turned his hobby into a profession:

Silberregion Karwendel.

distilling schnapps. The result is exceptional.


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GasthausHotel Rieder Fischl 3a 6200 Jenbach +43 (0) 5244 62446

Gasthaus Frühstück: DO–MO von 6:30–10:00 Uhr warme Küche: DO–MO von 11:30–20:30 Uhr DI–MI Ruhetag

FREIZEIT & AUSFLUGSZIELE // LEISURE & EXCURSIONS 58 Winterlicher Tausendsassa Skifahren oder Rodeln? Winterwandern oder Langlaufen? Gemütlich oder sportlich? Am Kellerjoch muss man sich nicht entscheiden. Hier geht alles. A Winter All-Rounder Skiing or tobogganing? Winter hiking or cross-country skiing? Relaxed or active? At Kellerjoch, you don’t have to choose. Here, you can do it all. 68 Aus der Region (Ausflugs-)Tipps, Veranstaltungen und tolle Gäste. From the region (Excursion) tips, events and great guests.

Für unsere Hotelgäste Täglich geöffnet Täglich Frühstück und Abendessen www.gasthaushotel-rieder.at


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WENN DER TAG NOCH NICHT GEHEN WILL. Oben bleiben lohnt sich. Besonders dann, wenn der Tag langsam leiser wird, die Gipfel nur noch als Silhouetten am Horizont stehen und sich der Himmel über dem Tal verfärbt. Ein Sonnenuntergang am Hecher braucht eigentlich kein großes Programm: ein paar letzte Schwünge, klare Winterluft, viel Aussicht … und einen Logenplatz für den Feierabend, gerne auch zelebriert bei den sunset sessions mit feiner Musik.


F OTO DER AUSGAB E


STANS

➸ REGIONALES

WO DAS WASSER DEN WEG WEIST

Das Tor zum Karwendel Stans ist der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen im Karwendel. Das 2.000-Seelen-Dorf ist der von Kennern wie „Anfängern“ favorisierte Start- oder Endpunkt der Karwendeltour. Schroffe Zinnen und zugleich saftige Almwiesen begleiten Sie auf dem Weg durch den Naturpark. Während der Wanderung umgibt Sie das sanfte Rauschen der Wolfsklamm, die man Stufe für Stufe erklimmt. An ihrem Ende kann man schon einen Blick auf das Felsenkloster St. Georgenberg erhaschen. Sie thront hoch oben am Felskegel und verspricht spannende Einblicke in längst vergangene Tage. Wer das Wandern scheut, die Geschichte aber nicht missen möchte, ist im Schloss Tratzberg bestens aufgehoben.


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WOLFSKLAMM, FELSENKLOSTER, SCHLOSS UND EINE ERSTAUNLICH FRÜHE KARRIERE ALS KURORT:

Stans IST EIN DORF MIT VIEL GESCHICHTE, GROSSEN AUSFLUGSZIELEN UND EINEM GUTEN GESPÜR DAFÜR, WAS MENSCHEN GUTTUT.

Wer heute durch die Wolfsklamm steigt, denkt

vermutlich nicht als Erstes an Wellness. Das Wasser rauscht, die Felsen rücken zusammen, Stufen und Stege führen durch die Schlucht nach oben. Es ist wild, kühl und mitunter ordentlich laut. Und doch beginnt ausgerechnet hier eine Geschichte, die Stans schon Ende des 19. Jahrhunderts zu einem kleinen Tourismusort machte. 1890 eröffnete Alois Gürtler die erste Kneippkuranstalt Tirols. Aufgewachsen am Eingang der Wolfsklamm, hatte er in Bad Wörishofen die Kaltwassertherapie von Sebastian Kneipp kennengelernt und offenbar beschlossen, dass man dafür eigentlich gar nicht so weit fahren muss. Wasser gibt es schließlich auch daheim. Mit Erfolg: Bereits kurz nach der Eröffnung kamen täglich zwischen 80 und 100 Menschen in die neue Anstalt, aus Innsbruck, Südtirol, Böhmen, Mähren und anderen Teilen Österreichs, manche reisten sogar aus den USA an. Stans entwickelte sich zum Kurort, Gästehäuser entstanden, und im Jahr 1900 bekam das Dorf eine eigene Bahnhaltestelle. Wellnessurlaub, lange bevor jemand das Wort erfunden hatte. Sonnenseite mit Bodenhaftung Das Wasser ist Stans geblieben. Heute allerdings weniger zum Kuren als zum Staunen. Die Wolfsklamm gehört zu jenen Orten, die man schwer erklären kann, ohne in Superlative zu geraten. Über Stufen, Stege und Brücken führt der Weg durch die felsige Schlucht. Wer weitergeht, erreicht St. Georgenberg. Das Felsenkloster hoch über Stans gehört seit Jahrhunderten zur Geschichte des Ortes. Überhaupt reicht die Historie des Dorfes weit zurück. Spuren einer Besiedlung gibt es bereits aus dem ersten Jahrtausend vor Christus, schriftlich taucht Stans 827 erstmals als „Stauanes“ auf. Und © ichmachefotos.com

wer Geschichte lieber mit etwas weniger Höhenmetern verbindet, findet zwischen Stans und Jenbach das ehrwürdige Schloss Tratzberg. Das 1296 erstmals erwähnte Schloss erzählt seine Vergangenheit heute per Hörspielführung, für Kinder gerne in einer eigenen Märchenversion. Dabei wäre es schade, Stans auf seine bekannten Ausflugsziele zu reduzieren. Rund 2.000 Menschen leben hier auf 563 Metern Seehöhe. Am 7. Juli 1960 erhielt die Gemeinde ihr Wappen von der Tiroler Landesregierung verliehen. Der Rost, das Beizeichen des hl. Laurentius, versinnbildlicht das Pat-

„WANDERUNGEN HINAUF BIS INS KARWENDEL, BESICHTIGUNG VON SCHLOSS TRATZBERG UND DEM WUNDERSCHÖN GELEGENEN FELSENKLOSTER SANKT GEORGENBERG SOWIE DIE KRAFT DES WASSERS DURCH DIE WOLFSKLAMM SOLLTEN UNSERE GÄSTE UNBEDINGT ERLEBEN.“ Michael Huber, Bürgermeister


STANS

➸ REGIONALES

➸

WENN SICH DER SCHNEE ÜBER STANS LEGT, zeigt sich das Dorf von seiner stillen Seite. Eingebettet zwischen Inntal und Karwendel wird schnell klar: Hier braucht es keine großen Inszenierungen, um schön zu sein.

2021 rozinium der alten Kirche, mit den Ähren, die aus dem vermeintlichen Wappen des Ratold von Aibling stammen, wird an den Gründer des Klosters Georgenberg erinnert. „Stans liegt auf der Sonnenseite des Unterinntals, eingebettet zwischen dem Inn im Süden, am nördlichen Rücken ragt das Staner Joch hervor. Als Bürgermeister ist mein großer Antrieb, den dörflichen Charakter unseres Dorfes zu erhalten und die Wirtschaft außerhalb unseres Dorfkerns anzusiedeln. Gäste, die zu uns kommen, können aus einer Vielzahl an Aktivitäten wählen. Die unberührte Natur, die Gastfreundlichkeit, aber auch die Kulinarik unserer Gasthäuser machen die Zeit in Stans zu einem Mehrwert

WURDE DAS STANER ANKLÖPFELN UNSESCOWELTKULTURERBE

für jeden Gast“, sagt Michael Huber. Auch ein aktiv-reges Dorfleben gehört dazu, ebenso wie alte Kirchen, die Wallfahrtskirche Maria Tax oder Traditionen wie das besondere Staner Anklöpfeln. Der historische Adventbrauch kommt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und findet nur alle zehn Jahre statt. Vor einigen Jahren wurde der urwüchsige Reigentanz in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. „Stans ist immer einen Besuch wert“, findet der Bürgermeister. © ichmachefotos.com


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ZEHN JAHRE FÜR FÜNF WOCHEN

Ein Christbaum hat es gut. ER STEHT EIN PAAR WOCHEN LANG IM MITTELPUNKT, WIRD MIT KUGELN UND LICHTERN BEHÄNGT, BEKOMMT GESCHENKE ZU FÜSSEN GELEGT UND DARF FÜR KURZE ZEIT DER SCHÖNSTE BAUM IM GANZEN HAUS SEIN. WAS MAN IHM NICHT ANSIEHT: BIS ES SO WEIT IST, HAT JEMAND VIEL ARBEIT MIT IHM GEHABT.


TUNELHOF

➸ REGIONALES

Bis ein Baum ein Christbaum ist, BRAUCHT ES VIELE JAHRE. DAZWISCHEN LIEGEN REICHLICH HANDARBEIT, GEDULD UND DIE ERKENNTNIS, DASS AM ENDE OHNEHIN DIE NATUR DAS LETZTE WORT HAT.

Am Tunelhof am Weerberg ist dieser Jemand Eli-

sabeth Sponring. Und ihr Vater. Auf rund vier Hektar wachsen hier Christbäume in allen Größen und Formen, insgesamt sind es viele Tausend. Wie viele tatsächlich, weiß Elisabeth nicht so genau. Was sie umso genauer weiß, ist, was jeder einzelne davon braucht. Denn von März bis Dezember ist sie regelmäßig draußen bei ihren Bäumen. Wenn alles glattläuft, kommt sie im Laufe eines Jahres rund achtmal bei jedem vorbei. Ganz schön viel Arbeit Vor knapp fünf Jahrzehnten hat Elisabeths Vater Josef mit der Christbaumzucht angefangen. Die ersten Versuche waren überschaubar erfolgreich. „Wir pflanzen mal ein paar Bäume und schauen, was passiert“, lautete sinngemäß der Plan. Was passierte? Nicht viel. „Die sind nichts geworden“, erzählt Elisabeth trocken. Ein bisschen Know-how braucht es eben doch. Heute kommen die Jungpflanzen aus einer Baumschule in Oberösterreich, rund zehn verschiedene Tannensorten wachsen am Tunelhof. Manche schmal, andere locker, wieder andere dicht und buschig. Denn auch bei Christbäumen sind die Geschmäcker verschieden. Einfach einsetzen und wachsen lassen funktioniert allerdings nicht. Die Baumschere ist Elisabeths ständiger Begleiter, Triebe werden gekürzt oder entfernt, Äste gebunden, Spitzen korrigiert. Man gibt dem Baum also durchaus eine Richtung vor. Ob er eigentlich weiß, dass er einmal ein Christbaum werden soll? Elisabeth muss lachen. „Ja, das wissen sie schon.“ Und wenn sich ein Exemplar partout nicht in seine vorgesehene Rolle fügen will, ist auch das kein Drama. Dann wird es eben ein „Taxenbaum“ und liefert

Tannengrün für Gärtnereien, Hotels und Dekorationen. Bis ein Baum zwei Meter groß ist, vergehen auf einer ebenen Fläche ungefähr zehn Jahre. Am Hang können es 13 oder 14 werden. In dieser Zeit wird gemäht, gedüngt, gekalkt und immer wieder nachgeschnitten. Gerade die Bodenpflege ist am Weerberg wichtig: Der Untergrund aus Urgestein und Schiefer ist sehr sauer und braucht regelmäßig Kalk, damit die Bäume Nährstoffe gut aufnehmen können. Rund drei Tonnen pro Hektar wären jährlich nötig. Bislang vor allem: Handarbeit. Und die bekommt auf knapp 900 Metern Seehöhe eine zusätzliche Dimension. Manche Flächen sind steil, nach Regen ist zwischen den Bäumen alles nass. Wenn ein Arbeitsschritt gerade ansteht, hilft das wenig. „Dann gehe ich in der Vollgummimontur hinaus“, sagt Elisabeth. „Es geht nicht anders.“ Landwirtschaft ist eben oft ein Knochenjob.

„ICH BIN TEAM CHARAKTERBAUM UND DREH IHN EINFACH SO, DASS ER PASST.“ Elisabeth Sponring

Deshalb soll künftig Technik dort helfen, wo sie sinnvoll ist. Aktuell wird probiert, Dünger mit einer Drohne auszubringen. Einige besonders steile Flächen dürfen hingegen wieder Wald werden. „Man muss mit der Zeit gehen“, sagt sie. „Sonst © Andreas Friedle


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CHRISTBÄUME WERDEN IM SOMMER GEMACHT. Bis zu acht Mal im Jahr legt Elisabeth Sponring an jedem Baum Hand an. Und das mit Leidenschaft.


TUNELHOF

➸ REGIONALES

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METER UND MEHR SIND DIE GRÖSSTEN BÄUME HOCH.

würden wir schließlich noch heute mit dem Fuhrwerk über den Hof fahren.“ Ohnehin hat bei all der Planung die Natur das letzte Wort. Frisch gesetzten Bäumchen kann ein heißer Sommer zusetzen, Rehe kommen gern zum Jausnen vorbei, besonders gefürchtet ist Hagel. Trifft er die jungen, noch weichen Triebe, kann er Jahre an Arbeit zunichtemachen.

Hoftag Am 6. Dezember lädt Familie Sponring 2026 wieder zu ihrem traditionellen Hoftag auf den Tunelhof. Dann füllt sich der Hof mit Christbäumen in allen Größen und Formen, dazu gibt’s Glühwein, Punsch, Zillertaler und süße Krapfen. Wenn das Wetter mitspielt, dürfen auch die Tiere aus dem Stall und freuen sich über kleine Besucher mit Futter in der Hand. De Weerberger Bläser spielen weihnachtliche Weisen. Und weil so ein Tag nicht nebenbei zu stemmen ist, packt die ganze Familie mit an. „Da hilft wirklich jeder“, sagt Elisabeth.

Elisabeth ist mit all dem aufgewachsen. Schon als Volksschulkind begleitete sie ihren Vater auf den Markt. Dass sie den Hof und die Christbaumzucht einmal weiterführen würde, war trotzdem keineswegs geplant. Nach Jahren in Salzburg und ihrer Rückkehr nach Tirol hat es sich so ergeben. Heute führt sie fort, was ihr Vater begonnen hat – ohne daraus eine große Geschichte zu machen. Das passt ganz gut zu einem Geschäft, bei dem man ohnehin in langen Zeiträumen denken muss. Über Jahre wird gepflanzt, gepflegt, geschnitten und investiert. Verkauft wird dann in den rund fünf Wochen vor Weihnachten. In dieser kurzen Zeit muss der Jahresumsatz hereinkommen. Was am 24. Dezember übrig ist, wird gehäckselt und landet in der Heizung. Und dann beginnt bald wieder alles von vorne. Denn wo ein Baum gefällt wurde, kommt im nächsten Jahr ein neuer Setzling in die Erde. Wieder klein, wieder unscheinbar. Und mit ziemlich viel Arbeit vor sich. © Andreas Friedle


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TEN YEARS FOR FIVE WEEKS A Christmas tree HAS A PRETTY GOOD LIFE. FOR A FEW WEEKS, IT TAKES CENTRE STAGE, COVERED IN BAUBLES AND LIGHTS, WITH PRESENTS GATHERED BENEATH IT, AND GETS TO BE THE MOST BEAUTIFUL TREE IN THE HOUSE. WHAT YOU DON’T SEE IS THE YEARS OF WORK THAT GO INTO GROWING EACH TREE.

At the Tunelhof farm in Weerberg, Elisabeth Spon-

ring and her father put in all that work. Christmas trees of all shapes and sizes grow across around four hectares, with many thousands of trees in total. Elisabeth doesn’t know exactly how many. What she does know is precisely what each one needs. It all began almost five decades ago, when Josef planted the first trees. Today, around ten different varieties of fir grow at the Tunelhof, from slender trees to more open-growing and particularly dense varieties. On level ground, it takes around ten years for a tree to reach a height of about two metres. On the slopes, it can take 13 or 14 years. And sim-

Nöckl

ply letting them grow isn’t an option. From March to December, Elisabeth regularly tends to her trees, working on each one up to eight times a year. Shoots are trimmed, branches tied back and tops shaped. There is also mowing, fertilising and liming to be done. Especially on the steep slopes of Weerberg, much of this work still has to be done by hand. Despite all the care, nature cannot be completely controlled. Hot summers can take their toll on young trees, deer like to nibble on them, and hail can destroy several years of work within minutes. Not every tree develops as originally planned, either. Elisabeth doesn’t mind. In fact, she has a soft spot for trees with character: “I’m definitely team character tree – I just turn it until it looks right.” The Christmas trees are sold directly from the farm during the five weeks leading up to Christmas. Afterwards, the cycle begins again: wherever a tree has been cut down, a new sapling is planted the following year, ready for another ten years of growth. Tip: On 6 December 2026, the Sponring family invites visitors to the traditional farm day at the Tunelhof. Alongside Christmas trees of all shapes and sizes, there will be mulled wine, punch, Zillertaler specialities, sweet doughnuts and festive music from the Weerberg brass band.

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DIE WELT LIEGT IN SCHWAZ

WESTAFRIKA, SÜDOSTASIEN UND MITTENDRIN WIR SELBST: DAS

Museum der Völker IN SCHWAZ ZEIGT FERNE OBJEKTE UND STELLT DAZU JEDE MENGE FRAGEN. WER SICH DARAUF EINLÄSST, ERFÄHRT EINIGES ÜBER ANDERE WELTBILDER. UND ZIEMLICH SICHER AUCH EIN WENIG ÜBER DAS EIGENE.


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MUSEUM DER VÖLKER

➸ REGIONALES

Man kann vor einem Objekt stehen und denken:

schön. Oder seltsam. Vielleicht düster. Lustig. Faszinierend. Ein bisschen unheimlich. Man kann weitergehen – oder kurz darüber nachdenken, warum man eigentlich genau so darauf reagiert. Und schon ist man mittendrin im Museum der Völker. Das Museum am Schwazer Stadtrand ist kein Ort, an dem einem die Welt fein säuberlich erklärt wird. Im Gegenteil. Hier werden Fragen gestellt. An den Wänden, in den Ausstellungen. Manche Antworten bekommt man geliefert, andere darf man selber finden. Und manchmal schreibt man sie auf ein Post-it, um sie für die nächsten Besucher an der Wand zu hinterlassen. Von der Ferne zu uns selbst Das Museum der Völker ist ein ethnologisches Museum mit einer umfangreichen Sammlung von

Objekten vor allem aus Westafrika und Südostasien. Wer nun einen klassischen Schauraum mit exotischen Dingen aus fernen Ländern erwartet, wird hier weniger fündig, denn es geht um weit mehr. „Wir beschäftigen uns mit gesellschaftlichen Fragen, die für Menschen wichtig sind, ganz egal, wo sie leben“, erklärt Leiterin Bianca Ober. Die Objekte sind dabei Ausgangspunkt für größere Fragen: Was ist ein gutes Leben? Was bedeutet Gemeinschaft? Wie entstehen Weltbilder? Warum erscheint uns etwas vertraut und etwas anderes fremd? Und was sagt unser Blick auf andere Kulturen eigentlich über uns selbst aus? Gerade Letzteres ist spannend. Denn wir alle bringen unsere eigenen Vorstellungen mit ins Museum. Unsere Erfahrungen, unsere Meinungen, unsere Vorurteile – kurzum: unseren eigenen kulturellen Rucksack. Das Museum verlangt da© Andreas Friedle


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bei keinerlei Vorwissen. Man darf einfach schauen, lesen, staunen, sich wundern und seinen eigenen Gedanken folgen. Schwierige Themen werden nicht umschifft, allerdings so aufbereitet, dass sie nicht erschlagen. Es darf bunt sein, spielerisch und durchaus humorvoll. Ernsthaftigkeit und Augenzwinkern schließen einander nicht aus. Eine der interessantesten Fragen lautet dabei erstaunlich schlicht: Warum steht dieses Objekt überhaupt hier? Dass sich heute Tausende Gegenstände aus Afrika und Asien in einer Tiroler Kleinstadt befinden, ist schließlich keine Selbstverständlichkeit. Der Grundstock der Sammlung geht dabei auf den Schwazer Fotografen, Autor und Journalisten Gert Chesi zurück, der 1995 das damalige „Haus der Völker“ gründete. Auf zahlreichen Reisen hatte er Objekte gesammelt, vor allem in Westafrika und Südostasien. 2016 schenkte

Zum Anhören In Folge 33 von „Pure Vielfalt“, dem Podcast der Silberregion Karwendel, ist Moderatorin Manuela Kamper zu Gast im Museum der Völker. Im Gespräch mit Bianca Ober geht es um die Geschichte des Hauses, aktuelle Sonderausstellungen sowie um Themen wie Religion, Weltbilder, Trauer, Würde und respektvolles Miteinander. Zum Reinhören scannen Sie einfach den QR-Code.


Ca.

5000

OBJEKTE BESITZT DAS MUSEUM DER VÖLKER

er rund 1.000 davon und einen Teil seiner Bibliothek der Stadt Schwaz. Seither ist die Sammlung kräftig gewachsen. Rund 5.000 Objekte verwahrt das Museum mittlerweile. Immer wieder kommen Schenkungen hinzu, häufig von Menschen, die selbst viel gereist sind, in anderen Ländern gearbeitet oder deren Eltern solche Dinge mitgebracht haben. Und plötzlich erzählen diese Gegenstände nicht mehr nur Geschichten über ferne Länder. Eine Sammlung etwa stammt aus dem Nachlass eines Arztes, der unter Kaiser Haile Selassie in Äthiopien tätig war, beim Aufbau von Kliniken mitwirkte und später als Gynäkologe in Schwaz arbeitete. Seine Objekte erzählen damit auch etwas über Tirol: über Menschen von hier, über ihre Reisen und darüber, welche Verbindungen es schon vor Jahrzehnten zwischen Schwaz und anderen Teilen der Welt gab. Eine Lederhose für ganz Österreich Wie schwierig es ist, mit einzelnen Objekten eine ganze Kultur zu erklären, zeigt Bianca Ober bei Führungen gern mit einem einfachen Gedankenexperiment. Man stelle sich vor, irgendwo in China würde ein Europamuseum eröffnet. Darin gäbe es einen Raum über Österreich. Was würden wir dort hineinstellen? Lederhose. Schnitzel. Mozart. Schuhplattler vielleicht. Und jetzt die entscheidende Frage: Würde man sich darin tatsächlich wiedererkennen? Vermutlich nur bedingt. Genauso verhält es sich mit den Objekten im Museum der Völker. Sie zeigen Ausschnitte, einzelne Geschichten und Momentaufnahmen. Sie können niemals für das gesamte Leben in einem Land oder gar auf einem Kontinent stehen. Das ist Bianca Ober wichtig zu sagen, deshalb geht es hier nicht darum, Besuchern zu erklären, „wie die Menschen dort leben“. Vielmehr zeigt das Museum unterschiedliche Perspektiven und macht gleichzeitig sichtbar, dass © Andreas Friedle


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„WIR MÖCHTEN ZUM NACHDENKEN ANREGEN, VIELLEICHT AUCH ZUM WUNDERN.“ Bianca Ober

jede Erzählung von jemandem ausgewählt wurde. Und damit nie die ganze Geschichte erzählen kann. Das Museum gibt nicht vor, was man denken soll. Es fordert dazu auf, überhaupt erst nachzudenken.

TRADITION

BIANCA OBER leitet das Museum der Völker seit Herbst 2025. Tätig ist sie hier schon seit 2019.

➸

Seit 2017 hat sich das Museum der Völker deshalb grundlegend verändert. Aus einem klassischen Sammlermuseum wurde ein Ort, der gesellschaftliche Fragen aufgreift und zum Dialog einlädt. Die Ausstellungen wollen nicht belehren, sondern neugierig machen. „Es ist ein veraltetes Konzept, dass Museen einfach Räume sind, wo man reingeht und sich belehren lässt“, sagt Ober. Jeder soll hier etwas anfangen können – egal, ob mit viel Vorwissen oder ganz ohne. Es geht um Zusammenhänge, Geschiche(n) und darum, genauer hinzuschauen. Auf sich und andere. Das Museum der Völker zeigt Schätze aus anderen Teilen der Erde, ohne so zu tun, als könne man damit die Welt erklären. Manchmal reicht es völlig, eine gute Frage zu stellen. Oder, wie Bianca Ober es formuliert: „Wir möchten zum Nachdenken anregen, vielleicht auch zum Wundern. Im besten Fall geht man mit neuen Fragen und mehr Gedanken hinaus, als man hineingegangen ist.“

MIT GESCHMACK ... Öffnungszeiten: Informationen unter www.gasthof-schaller.at Gasthof Einhorn Schaller – Florian Knapp Innsbrucker Str. 31, 6130 Schwaz Tel.: +43 (0)5242 74047 E-Mail: info@gasthof-schaller.at www.gasthof-schaller.at


ENGLISH SUMMARY

➸ REGIONAL

WHERE THE WORLD MEETS SCHWAZ WEST AFRICA, SOUTHEAST ASIA AND RIGHT IN THE MIDDLE OF IT ALL, OURSELVES:

The Museum der Völker (Museum of Peoples) IN SCHWAZ DISPLAYS OBJECTS FROM DISTANT CULTURES WHILE ASKING PLENTY OF QUESTIONS. THOSE WHO TAKE THE TIME TO ENGAGE WITH THEM MAY DISCOVER SOMETHING ABOUT OTHER WAYS OF SEEING THE WORLD – AND PERHAPS GAIN A NEW PERSPECTIVE ON THEIR OWN.

The Museum der Völker on the outskirts of Schwaz is

an ethnological museum with an unusual approach. Rather than simply explaining foreign cultures, it raises questions: about communities and worldviews, about what is strange and what is familiar, and about the ideas and assumptions we ourselves bring when looking at other cultures. The museum now houses around 5,000 objects, mainly from West Africa and Southeast Asia. Its foundations were laid by Gert Chesi, a photographer, author and journalist from Schwaz, who founded the former “Haus der Völker” in 1995. During his travels, he gathered objects from many different places. In 2016, he donated around 1,000 of them, along with part of his library, to the town of Schwaz. Since then, the collection has continued to grow through further donations. It does not only tell stories of distant countries, but also of Tyrol and its connections with the wider world. Some objects belonged to people from the region who travelled or spent many years working abroad. And that leads to another question: what journey brought this object from its place of origin to Schwaz? Museum director Bianca Ober illustrates the fact that individual objects can never explain an entire culture with a simple thought experiment. Imagine a

museum somewhere in China presenting Austria exclusively through lederhosen, schnitzel, Mozart and Schuhplattler. Would that really give us a complete picture of Austria? Probably not. In the same way, the objects in the Museum der Völker represent only fragments and individual stories. Since 2017, the museum has therefore evolved from a traditional collector’s museum into a place for dialogue. Visitors need no prior knowledge. They can look, marvel, wonder and follow their own thoughts. The museum also explores complex social issues, presenting them in an accessible and engaging way, often with a touch of humour. The aim is not to tell visitors what to think, but to give them space to form their own ideas. “We want to encourage people to reflect, and perhaps also to wonder,” says Bianca Ober. You may leave the museum without all the answers – but with a few new questions, and perhaps a fresh perspective on your own world. © Andreas Friedle


S URBANE GN S H O PPI E S PARADI n im Herze n. der Alpe

Hier findet Innsbruck Stadt. Maria-Theresien-Strasse 31 6020 Innsbruck | Tirol | Austria kaufhaus-tyrol.at


5 TIPPS ➸ REGIONALES

WINTERWUNDER

5 Tipps

© ichmachefotos.com

FÜR MEHR WINTER IM WINTER IN DER SILBERREGION KARWENDEL.

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Walk, learn, discover

SICH KLÜGER GEHEN

Die Themenwege in der Region lassen sich grundsätzlich alle auch im Winter begehen. Schön ist der rund drei Kilometer lange Planetenlehrpfad in Terfens, auf dem man gemeinsam mit Maskottchen Karwendolin einmal quer durchs Weltall wandert. Entlang des zweistündigen Weges erhält man informative Einblicke in Astronomie und Weltraum – gerne auch digital begleitet. Für Kids ab acht Jahren.

❧ ❧ The region’s themed trails are also open in winter. A particularly lovely option is the approximately three-kilometre planetary discovery trail in Terfens, where visitors can journey across the universe alongside mascot Karwendolin. Over the two-hour walk, you’ll discover fascinating insights into astronomy and space – with the option of digital guidance along the way. Suitable for children aged eight and over.


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© Tom Bause

2

Glide through winter

L ANG LAUFEN

In der Silberregion Karwendel gibt es zahlreiche verborgene Loipen im Tal und auf den Bergen. Vor allem die Höhenloipen überraschen dabei mit unvergesslichen Naturerlebnissen. Richtig schön ist auch die Langlaufloipe in Hinterriss zum Naturdenkmal „Großer Ahornboden“. Die Strecke verläuft hin und zurück auf rund 30 Kilometern und eignet sich vor allem für sportlich trainierte Langläufer. Das Risstal ist im Winter verkehrsfrei und gerade deshalb besonders erholsam.

❧ ❧ The Silberregion Karwendel has numerous cross-country ski trails, from the valleys to higher mountain terrain. The higher-altitude trails are particularly scenic, with plenty of opportunities to enjoy the winter landscape. Another highlight is the cross-country trail in Hinterriss leading to the “Großer Ahornboden” (a natural monument famous for its ancient maple trees). The route covers around 30 kilometres and is best suited to experienced cross-country skiers. In winter, the Risstal valley is closed to traffic, making it a particularly peaceful place to enjoy the mountains.

www.rofanseilbahn.at

#raufindienatur


5 TIPPS ➸ REGIONALES

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EXPLORE JENBACH’S INDUSTRIAL PAST

INDUSTRIEGESCHICHTE ERLEBEN

Bereits vor einem halben Jahrtausend begann in Jenbach eine Entwicklung, die den Ort bis heute prägt: 1526 wurden die Schmelzhütten des Schwazer Bergbaus nach hierher verlegt – der Beginn einer langen industriellen Tradition. Anlässlich dieses Jubiläums widmet das Jenbacher Museum der Geschichte des Ortes die Sonderausstellung „500 Jahre Industriestandort Jenbach“. Im Jenbacher Museum wird die Industriegeschichte anschaulich und nachvollziehbar erzählt. Originale Maschinen, Werkzeuge, Dokumente und Modelle zeigen die Entwicklung des Ortes von den Anfängen der Metallverarbeitung bis zur modernen Industrie. Offen an den Adventsamstagen und 2027 wieder ab Mitte April.

❧ ❧ Five hundred years ago, something happened in Jenbach that would shape the town for centuries to come. In 1526, the smelting works of the Schwaz mining industry were relocated here, laying the foundations for a long industrial tradition. To commemorate this anniversary, the Jenbach Museum is dedicating a special exhibition to the town’s history: “500 Years of Industrial History in Jenbach”. The Jenbach Museum brings this industrial heritage vividly to life. Original machinery, tools, documents and models trace the town’s development from the early days of metalworking to modern industry. The museum is open every Saturday during Advent (the four weeks before Christ-

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mas), then again from mid-April 2027.

One pass, four ski areas

SKARTL AUSNUTZEN

Unter dem unkomplizierten Verbundskipass „skartl“ haben sich die vier Skilifte der Region – Kellerjochbahn Schwaz-Pill, Hüttegglift Weerberg, Burglift Stans, Kolsassberglift – zusammengeschlossen. Mit nur einem Ticket können Skifahrer und Snowboarder damit die Pisten der Silberregion erleben und die Schönheit der heimischen Berge entdecken. Bequemer geht Skiurlaub eigentlich nicht.

❧ ❧ The four ski lifts in the region – Kellerjochbahn Schwaz-Pill, Hüttegglift Weerberg, Burglift Stans and Kolsassberglift – have joined forces under the convenient “skartl” ski pass. With just one ticket, skiers and snowboarders can enjoy the slopes of the Silberregion Karwendel while discovering the beauty of the local mountains. Skiing holidays don’t get much more convenient than this.


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© Tom Bause

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Head underground

U NTER TAGE UNTERWEGS SEIN

Das Schwazer Silberbergwerk war im Mittelalter das größte Silberbergwerk der Welt. Auf einer 90-minütigen Führung taucht man heute tief ein in die Geschichte des Bergbaus. Mit der Grubenbahn geht es 800 Meter unter die Erde, wo man das harte Schaffen der Bergknappen anhand vieler Ausstellungsobjekte wie einem Wasserrad von 1556 sowie einem Gang durch die kühlen (aber großteils trockenen) Stollengänge hautnah spüren und erleben kann. Toll auch für Familien!

❧ ❧ In the Middle Ages, the Schwaz Silver Mine was the largest silver mine in the world. Today, a 90-minute guided tour takes visitors deep into the fascinating history of mining. The mine train travels 800 metres into the mountain, where visitors can experience the demanding work of the miners at first hand. Numerous exhibits, including a water wheel dating from 1556, bring the history to life, while a walk through the cool but largely dry tunnels offers an authentic glimpse into the world beneath the mountains. A fascinating experience for the whole family.

www.kolsassberg.at

Zum Anhören In Folge 14 von „Pure Vielfalt“, dem Podcast der Silberregion Karwendel“, dreht sich alles um das richtige Verhalten im alpinen Gelände. Der erfahrene Bergretter Fred Wallenta verrät Moderatorin Manuela Kamper viele praktische Tipps, wie man sicher in den Bergen unterwegs sein kann: Warum ist es wichtig, dass man bei der Skitourenplanung die Lawinensituation beachtet, und wo bekommt man die entsprechenden Informationen? Über welche Ausrüstungsgegenstände sollte man im alpinen Gelände verfügen? Welche Informationen braucht die Bergrettung, wenn man als Betroffener um Hilfe ruft? Zum Reinhören scannen Sie ganz unkompliziert den QR-Code.

* Sonnenterrasse mit Blick in die Berge * Restaurant * Seminare , Schulungen und Meetings * Wellnessbereich mit Saunen * beheizter Pool im Außenbereich * Familien- und Betriebsfeiern aller Art * Spielgeräte außen und Spielzimmer

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MIT DER

Achenseeschifffahrt DIE REGION ENTDECKEN.

Der Achensee hat im Winter seinen ganz ei-

Im warmen und gemütlichen Innenbereich können Fahrgäste eine Tasse frisch gebrühten Tee, Kaffee oder hausgemachte Kuchen genießen, während draußen die imposante Landschaft rund um den Achensee vorbeizieht. Je nach Wetterlage präsentiert sich die Natur dabei ganz unterschiedlich, von klaren Tagen mit weitem Bergblick bis hin zu einer stimmungsvollen, bewölkten Winterlandschaft. Ob bei Sonnenschein, bewölktem Himmel oder winterlichem Wetter: Eine Rundfahrt bietet die Möglichkeit, den Achensee aus einer besonderen Perspektive zu erleben. Gerade für Einheimische entsteht so eine schöne Gelegenheit, einen gemütlichen Tag mit Familie oder Freunden in der eigenen Region zu verbringen.

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genen Reiz. Die ruhige Atmosphäre, das beeindruckende Bergpanorama und der Blick auf den See machen eine Fahrt mit der Achenseeschifffahrt zu einem besonderen Ausflug für Einheimische und Gäste der Region.

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Ab Montag, den 15. Februar 2027, kommt mit dem neuen Hafenrestaurant an Bord der MS Achensee ein weiteres Angebot hinzu. Das Schiff bleibt mitten im wunderschönen Pertisau am Anlegesteg verankert und wird damit zu einem besonderen Treffpunkt für Einheimische und Besucher. Das Restaurant öffnet von Montag bis Mittwoch jeweils ab 16:00 Uhr und bietet italienische Spezialitäten à la carte in gemütlicher Atmosphäre. Ein Besuch am Achensee lässt sich so mit einem gemütlichen Abendessen verbinden und aus einem Ausflug wird ein entspannter gemeinsamer Abend mit erster Reihe Seeblick, winterlicher Landschaft und italienischer Küche.

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BRUDER ENRICO arbeitet am liebsten mit alten Maschinen. Viele stammen aus den 1960er- und 1970er-Jahren, sind nahezu unverwüstlich und funktionieren teilweise sogar ganz ohne Strom.


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DAS LEBEN DER DINGE

IN DER BUCHBINDEREI DER FRANZISKANER IN SCHWAZ STEHEN MASCHINEN, DIE ANDERSWO VERMUTLICH LÄNGST AUSGEMUSTERT WORDEN WÄREN. EINE GROSSE GUILLOTINE ZUM SCHNEIDEN, PRESS-, PRÄGE- UND KLEBEMASCHINEN, EINE ALTE SINGER-NÄHMASCHINE. DIE MEISTEN DAVON STAMMEN AUS DEN 1960ER- UND 1970ER-JAHREN. SIE SIND SCHWER, SOLIDE UND VOR ALLEM: NOCH DA. GENAU WIE DAS HANDWERK, DAS

Bruder Enrico Divina HIER BETREIBT.

© Andreas Friedle


D

ass es die Buchbinderei in Schwaz überhaupt gibt, ist im Grunde allein Bruder Enrico zu verdanken. Als er nach Schwaz kam, war an ihrer Stelle eine Abstellkammer unterm Dach des Franziskanerklosters. Kein Strom, kein Wasser, keine Heizung, kein Boden. Dafür Regale und jede Menge Bücher. Dubletten und Tripletten, aufgehoben für den Fall, dass sie irgendwann doch noch jemand brauchen könnte. Rund ein Jahr räumte Bruder Enrico aus und baute um, 2020 meldete er schließlich das Gewerbe an. Das Handwerk selbst begleitet ihn da schon lange. 1999 begann er seine Buchbinderlehre in Innsbruck, anschließend verbrachte er 16 Jahre in Bozen, wo er seine eigene Buchbinderei betrieb. Als Franziskaner wurde er schließlich nach Schwaz versetzt. Mit ihm übersiedelte ein beachtlicher Maschinenpark: 16 Paletten, verteilt auf drei Lkw. „Ich habe gesagt: Nie wieder gehe ich hier weg“, erzählt er. Zumal der Bestand seither eher größer als kleiner geworden ist. Bücher als Patienten Bruder Enrico sammelt Maschinen und Werkzeuge bereits seit seiner Lehrzeit. Wenn irgendwo eine Buchbinderei oder Druckerei zusperrte, ein Kollege etwas abgab oder ihm ein interessantes Stück unterkam, griff er zu. Sentimental wird er deshalb trotzdem nicht. Das gilt auch für die Bücher, die auf seinem Arbeitstisch landen.

WENN MAN ETWAS

nicht gerne macht, DANN FLUTSCHT ES AUCH NICHT RICHTIG.

Während Kunden mit dem Kochbuch der Großmutter, der alten Familienbibel, einem Märchenbuch aus Kindertagen oder Dokumenten vom Hof häufig sehr persönliche Geschichten in die Werkstatt bringen, betrachtet Bruder Enrico zunächst den Schaden seines „Patienten“, wie er es nennt. Wo fehlt etwas? Ist die Bindung kaputt? Fallen Seiten heraus? Und wie lässt sich das Ganze wieder instand setzen? Was in den Büchern steht, interessiert ihn dabei übrigens herzlich wenig. „Ich habe in meinem ganzen Leben vielleicht zehn Bücher gelesen“, sagt er. Nach einem Absatz wisse er oft schon nicht mehr, was darin stand. Seine ebenso pragmatische wie charmante Schlussfolgerung: „Deswegen binde ich Bücher. Das ist ein bisschen eine Kompensation.“ © Andreas Friedle


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2020

WURDE DIE BUCHBINDEREI IN SCHWAZ GEGRÜNDET


BUCHBINDEREI

➸ TRADITION

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ALTES HANDWERK, SCHÖNE DINGE: Die Singer-Nähmaschine ist nur eine von vielen charmanten Veteraninnen in Bruder Enricos Werkstatt. In den Regalen warten Leder, verschiedene Papierqualitäten und andere Materialien auf ihren Einsatz.

Manche seiner Patienten bleiben dafür umso länger. An einer alten Heiligenlegende arbeitet er seit mehr als einem Jahr, Seite für Seite. Dafür braucht es Geduld, Geschick und Erfahrung. „Man lernt nie aus“, sagt er. Und manchmal gehört zur Erfahrung auch, einen Auftrag abzulehnen. Ein einziges Mal sei ein Buch in so schlechtem Zustand gewesen, dass er einem Kunden gesagt habe: Das übersteigt mein Wissen. Denn ausprobieren könne man bei solchen Stücken nicht. „Das probierst du nur einmal.“ In Tirol gibt es nur noch rund zehn Buchbinder. Dass sein Beruf ausstirbt, würde Bruder Enrico trotzdem nicht sagen. Er verändert sich. Diplomarbeiten und Dissertationen werden kaum noch gebunden, klassische Fotoalben sind weitgehend verschwunden. Dafür kommen neue Aufträge hinzu: kleine private Buchauflagen, Lebensgeschichten, Familienchroniken oder ganz persönliche Einzelstücke. Ein Kunde etwa tippte die Kriegsbriefe seines Großvaters ab und ließ sie fünfmal für die Enkel binden. Ein anderer arbeitet seit Jahren an einem Adventbuch für seine Familie. Auch Speisekarten für die Gastronomie, Zimmermappen für die Hotellerie, Schatullen oder individuelle Kartonagen für Schmuckstücke oder sogar Hüte entstehen in der Schwazer Werkstatt. Das Handwerk selbst ist dabei immer das gleiche geblieben. Und vielleicht ist gerade das sein Reiz: Aus Papier, Karton, Leinen oder Leder entsteht etwas, das nicht

DIE BEDÜRFNISSE DER LEUTE VERÄNDERN SICH.

Das Handwerk bleibt. für den schnellen Verbrauch gedacht ist. „Wenn ich etwas mache, dann hat das Bestand“, so Bruder Enrico. Bleiben dürfen auch die Spuren der Zeit. Selbst in der Klosterbibliothek muss für ihn nicht jedes alte Buch makellos restauriert werden. Solange es nicht „in Lebensgefahr“ sei, dürfe es ruhig zeigen, dass es benutzt wurde. „Wenn das Buch eine Krücke hat, dann lass ich es mit der Krücke leben, da muss man nicht gleich operieren. Dinge dürfen auch Gebrauchsspuren und eine Patina haben.“ Das gilt offenbar auch für seine Maschinen: „Ich mag die Arbeit mit den alten Maschinen. Die sind unkaputtbar und funktionieren großteils sogar ohne Strom.“ Praktischerweise ist Bruder Enrico auch gelernter Maschinenbauer. Wenn eine davon doch einmal streikt, kann er sie meist selbst reparieren. Und dann arbeitet sie eben weiter. © Andreas Friedle


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THE ART OF BOOKBINDING THE BOOKBINDERY OF THE FRANCISCAN FRIARS IN SCHWAZ IS HOME TO MACHINES THAT WOULD PROBABLY HAVE BEEN DISCARDED LONG AGO ELSEWHERE: A LARGE GUILLOTINE FOR CUTTING PAPER, PRESSES, EMBOSSING AND GLUING MACHINES, AND AN OLD SINGER SEWING MACHINE. MOST OF THEM DATE FROM THE 1960S AND 1970S. THEY ARE HEAVY, SOLID AND, ABOVE ALL, STILL IN USE. SO IS THE TRADITIONAL CRAFT OF BOOKBINDING, PRACTISED HERE BY

Brother Enrico Divina. When the Franciscan friar arrived in Schwaz, the

workshop that exists today was little more than a storage room beneath the monastery roof: no electricity, water, heating or flooring, but full of books. Brother Enrico spent around a year clearing it out and turning it into a working workshop. In 2020, he finally opened his bookbindery. The craft itself, however, has been part of his life for much longer. In 1999, he began his bookbinding apprenticeship in Innsbruck and later ran his own bookbindery in Bolzano for 16 years. When he moved to Schwaz, his impressive collection of machinery came with him – packed onto 16 pallets and transported on three lorries. Today, books carrying personal stories often find their way into his workshop: a grandmother’s cookbook, an old family Bible or a childhood storybook. Brother Enrico initially approaches them quite matter-of-factly, as “patients”. Is the binding damaged? Are any pages missing? What can be repaired?

There are now only around ten bookbinders left in Tyrol. Yet Brother Enrico does not consider the craft extinct; rather, the nature of the commissions has changed. Today, he takes on private projects, life stories and family chronicles, and creates bespoke boxes and folders. Not everything old has to look as good as new. Signs of use and patina are allowed to remain. As long as a book is not “in mortal danger”, there is no need to restore it completely: “If the book needs a crutch, I let it live with its crutch.”

The contents, on the other hand, interest him surprisingly little. He estimates that he has read perhaps ten books in his entire life. His pragmatic explanation: “That’s why I bind books. It’s a bit of a compensation.”

The same philosophy applies to his workshop. The old machines are allowed to show their age, too. What matters is that they work. And if they don’t, the trained mechanical engineer simply repairs them himself.


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OBFRAU KATHARINA FILZER-DIEMER mit Narrenbürgermeister Lukas Haidacher

PROST SALVE!


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WENN DIESER SCHLACHTRUF DURCH DIE GASSEN DER SCHWAZER INNENSTADT TÖNT, DANN IST EINDEUTIG DIE FÜNFTE JAHRESZEIT ANGEBROCHEN. ZUM HÖHEPUNKT DES NARRISCHEN TREIBENS AM UNSINNIGEN DONNERSTAG VERWANDELT DIE

1. Schwazer Faschingsgilde DIE INNENSTADT IN EINE RIESENGROSSE BÜHNE FÜR TAUSENDE FASCHINGSNARREN, DIE AN DIESEM TAG EINFACH NUR EINES WOLLEN: SPASS HABEN.

E

s gibt Fasching. Und es gibt Brauchtum. Wenn am Unsinnigen Donnerstag die 1. Schwazer Faschingsgilde zum närrischen Treiben ruft, dann folgen über zehntausend Besucher ihrem Ruf und verwandeln die Innenstadt in ein riesengroßes Faschingsfest. Und dann lassen sich auch verschiedene Brauchtumsgruppen nicht lumpen und geben sich mit ihren eindrucksvollen Auftritten die Ehre.

tig ansteckend und verbreitet sich an diesem Tag wie ein Lauffeuer durch die ganze Stadt.

Es herrscht Ausnahmezustand. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn am „höchsten Feiertag der Narren“ darf jeder Narr seiner Fantasie freien Lauf lassen. „Dieses freie Narrentreiben hat seine ganz besondere Eigendynamik und ein einzigartiges Flair“, sagt Katharina Filzer-Diemer als Obfrau der 1. Schwazer Faschingsgilde mit leuchtenden Augen. Anknüpfend an frühere Traditionen hat die Gilde den Fasching in Schwaz erfolgreich wiederbelebt. Anfangs mit wenigen Narren, die durch die Gassen und Geschäfte von Schwaz zogen. Heute, bald 50 Jahre nach der Gründung der 1. Schwazer Faschingsgilde 1977, zeigt sich der Unsinnige Donnerstag als größte Veranstaltung dieser Art in Tirol. Und die beginnt in Schwaz bereits am Vormittag. Genau um 10 Uhr nämlich, wenn die Kindergartenkinder mit einem maskierten Umzug durch die Altstadt und einem musikalischen Auftritt am Maximilianplatz das größte Faschingstreiben der Region eröffnen. Jede Menge Spaß ist am Unsinnigen angesagt. Da kommt auch kein Faschingsmuffel aus, außer er meidet die Schwazer Innenstadt großräumig. Die gute Laune ist eindeu-

Freude am Fasching

© Andreas Friedle

WAS DIE FASCHINGSGILDE IN SCHWAZ JAHR FÜR JAHR AUF DIE BEINE STELLT, IST VON EINER RIESIGEN PORTION

GEPRÄGT.

Dabei sind die Schwazer keinesfalls zimperlich in Sachen Verkleidung. Der überwiegende Teil der Besucher erscheint adjustiert für das bunte Treiben und auch der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. „Viele lassen sich hier echt tolle Kostümierungen einfallen“, freut sich Narrenbürgermeister Lukas Haidacher über den großen Aufwand, den so mancher Besucher in originelle Verkleidungen steckt. Dieser Aufwand wird auch belohnt, denn bei der Maskenprämierung werden jedes Jahr um 14:30 Uhr die besten Kostüme prämiert, den ersten Plätzen winken tolle Preise. Davor jedoch gilt es offizielle und inoffizielle Belange zu erledigen – die Rathausbesetzung und die offizielle Schlüsselübergabe von der amtierenden


FASCHING IN SCHWAZ

➸ TRADITION

WENN DIE 1. SCHWAZER FASCHINGSGILDE ZUM NÄRRISCHEN TREIBEN LÄDT, VERWANDELT SICH DIE SILBERSTADT IN EINE

riesengroße Faschingsparty. Bürgermeisterin Victoria Weber an den Narrenbürgermeister. Nun liegt das Zepter endgültig in der Hand der Narren, die Silberstadt wird bis zum Faschingsdienstag vom Narrenbürgermeister regiert. Kindermaskenfest Für die Kleinen und ihre großen Begleiter ist am ersten Sonntag nach Dreikönig jede Menge Spaß angesagt. Im heurigen Winter wird am Sonntag, 10. Jänner 2027 von 13:30 bis 17 Uhr der Stadtsaal in ein wahres Faschingsparadies für Kinder verwandelt. Mit einer Kinderdisco samt DJ, einer Hüpfburg, lustigen Clowns, einem Auftritt der Jungmuller und diversen Aktivitäten wie Dosenschießen und Spielstationen ist für jede Menge Spaß gesorgt. Die kleinen maskierten Narren bekommen bei freiem Eintritt Würstl, Getränke und Süßigkeiten, kleines Überraschungsgeschenk inklusive. FASCHING MAG MAN. Oder man mag ihn nicht. Die Schwazer offenbar lieben die närrische Zeit und zeigen in Sachen Kostümgestaltung jede Menge Kreativität.

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Legendäre Weibernacht Den Stadtsaal so richtig zum Beben bringt schließlich die spektakuläre Weibernacht. Wenn bis 23 Uhr nur maskierte Frauen Einlass finden, dann ist richtig gute Stimmung angesagt. „Viel lockerer als mit den Männern dann“, bestätigt die Gildenobfrau. Nur der Narrenbürgermeister darf vor 23 Uhr anwesend sein. Und natürlich DJ und Band, die es so richtig krachen lassen, wenn die über 1.000 Damen unterschiedlichsten Alters ausgelassen tanzen und Spaß haben. Legendär ist auch die Maskenprämierung, bei der sechs Jurydamen aus den Faschingsgilden Vomp, Wiesing und Jenbach oft aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen. „Was sich die Besucherinnen bei den Kostümierungen einfallen lassen, ist wirklich beeindruckend“, bestätigt Narrenbürgermeister Lukas Haidacher. Ab 23 Uhr dürfen schließlich auch Männer Einlass

begehren. Anknüpfend an die frühere Tradition des Schwazer Weiberfaschings ist der 1. Schwazer Faschingsgilde hier eine Wiederbelebung gelungen, die selbst Frauen aus anderen Bundesländern anlockt. Galaabende zum Jubiläum Dass sich das Faschingstreiben in Schwaz in den letzten 50 Jahren derart erfolgreich entwickelt hat, ist eigentlich einem eingebürgerten Kärntner zu verdanken. Dieser befand im Jahr 1977, dass der Fasching auch in Schwaz ordentlich gefeiert werden sollte, und gründete gemeinsam mit sieben ho-


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10.000

BESUCHER AM UNSINNIGEN DONNERSTAG

norigen Schwazern die 1. Schwazer Faschingsgilde. 2027 jährt sich dieses Ereignis zum 50. Mal. Grund genug, die alle fünf Jahre stattfindenden Galaabende dem runden Jubiläum zu widmen. An drei Abenden im Januar wird die Gilde wieder das politische Geschehen unter die Lupe nehmen. „Mit einer großen Portion Humor werden lokale Themen auf die Schippe genommen und mit Gesangseinlagen so manches Geschehnis parodiert. Das Programm steht schon“, verrät die Gildenobfrau. © 1. Schwazer Faschingsgilde

Was die Faschingsgilde in Schwaz Jahr für Jahr auf die Beine stellt, ist von großartigem Engagement und einer riesigen Portion Freude am Fasching geprägt. Der sogenannte 11er-Rat zählt aktuell achtzehn Personen, mit 11. 11. 2026 werden voraussichtlich drei Anwärter in den erlauchten Kreis aufgenommen. Neben dem 11er-Rat regieren in der 1. SFG 1977 auch Ehrensenatoren, Anwärter und der


FASCHING IN SCHWAZ

➸ TRADITION

„DAS FREIE NARRENTREIBEN HAT IN SCHWAZ EINE GANZ BESONDERE EIGENDYNAMIK UND EIN EINZIGARTIGES FLAIR.“ Katharina Filzer-Diemer

Narrenbürgermeister, seit 11. 11. 2025 wurde zudem mit Rüdiger Zitterbart ein Ehrenobmann ins Leben gerufen. Eine Aufnahme in die Gilde erfolgt nur auf Nominierung und Abstimmung. Hat ein Anwärter das Probejahr bestanden, wird er am 11. 11. um 11 Uhr 11 erstmals im Gildenoutfit adjustiert. Mit weißem Hemd, schwarzer Hose, schwarzem Gilet und rotem Zylinder ausstaffiert erkennt man die Mitglieder vor allem auch an einem: dem Schlachtruf „PROST SALVE!“ Sie alle eint eine Verbundenheit, die sich nach dem traditionell überlieferten Gleichheitsprinzip der fünften Jahreszeit über Jahrtausende verwurzelt hat. Die Freude daran, für einen Moment die Rollen zu tauschen und die Regeln zu lockern, schafft eine fröhliche und ausgelassene Auszeit vom Alltag und die letzte Möglichkeit, vor der Fastenzeit noch einmal Gas zu geben. Zwar erhält der Verein tatkräftige Unterstützung von der Stadtgemeinde Schwaz und Sponsoren, die Organisation und Umsetzung sämtlicher Aktivitäten obliegt ihnen dennoch allein. „Es ist schon sehr viel Arbeit“, sind sich Katharina und Lukas bei unserem Treffen einig. „Aber es lohnt sich. Und mir liegt vor allem auch unser sozialer Aspekt am Herzen“, betont Katharina. „Unseren Gewinn spenden wir an bedürftige Familien im Raum Schwaz. Damit wollen wir auch keine Werbung machen, sondern einfach nur da sein, wenn eine Familie in Not gerät.“

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IM FASCHING EIN ANDERER MENSCH: Katharina Filzer-Diemer ist seit vier Jahren Obfrau der 1. Schwazer Faschingsgilde und die erste Obfrau überhaupt in der bald 50-jährigen Geschichte des Vereins.

Nachdem die illustren Veranstaltungen beendet und alles wieder aufgeräumt ist, beginnt die Zeit der Gildenmitglieder. „Und diese kann dann schon auch mal bis zum nächsten Tag dauern“, gestehen die Faschingsnarren. Manchmal stellt dafür ein Gastronom sein Lokal zur Verfügung. Mit dem symbolischen Naz-Eingraben am Faschingsdienstag endet das bunte Treiben schließlich wieder. Bis zum 11. 11. um 11 Uhr 11, wenn die Gilde den Fasching in Schwaz wieder offiziell eröffnet. © 1. Schwazer Faschingsgilde, Andreas Friedle


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Termine Kindermaskenfest: Sonntag, 10. Januar 2027, 13:30 Uhr, SZentrum Schwaz Galaabende zum 50-jährigen Jubiläum: Samstag, 16. und 23. Januar 2027, SZentrum Schwaz Weibernacht: Samstag, 30. Januar 2027, SZentrum Schwaz Einlass für Frauen um 19:30 Uhr, für Männer 23 Uhr Unsinniger Donnerstag: Donnerstag, 4. Februar 2027, 10 bis 22 Uhr, Stadtplatz / Fußgängerzone Schwaz / Maximilianplatz


FASCHING IN JENBACH

➸ TRADITION

TENGL TENGL IN JENBACH DASS MAN AUCH IN JENBACH DEN

Fasching zu feiern weiß, IST KEINE NEUE ERSCHEINUNG. SCHON IN DEN 1920ER-JAHREN ZOGEN MASKENUMZÜGE DURCH DEN ORT, 1930 BRACHTE DER JENBACHER MUSIKVEREIN SOGAR EINE EIGENE FASCHINGSZEITUNG MIT DEM TITEL „DORFTROMMEL“ HERAUS. AUCH VOR DEM ZWEITEN WELTKRIEG WURDEN UMZÜGE VERANSTALTET, NACH DEM KRIEG LEBTE DAS BUNTE TREIBEN RASCH WIEDER AUF.


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Eine klassische Fasnacht mit überlieferten Figuren

und festen Ritualen, wie man sie aus anderen Tiroler Orten kennt, gibt es in Jenbach nicht. Hier waren es seit jeher vor allem die „Maskerer“, die den Fasching prägten – mit Verkleidungen, Einlagen und reichlich Lust am närrischen Treiben. Jünger sind dagegen die „Teufelläufe“: Mit der „Sens’n Pass“ und „Luzifer’s Diener“ gibt es mittlerweile zwei entsprechende Vereine, die am Unsinnigen Donnerstag ebenfalls mit Ständen vertreten sind. Ende der 1960er-Jahre formierte sich aus zwei Jenbacher Maskengruppen rund um Roland Riedl und Sieghart Ortner jedoch ein beständiges Faschingsteam. Als „Figl-Club Jenbach“ war es sogar bei den Narrenolympiaden in Innsbruck erfolgreich. Daraus entstand Anfang der 1970er-Jahre die Narrengilde Jenbach mit ihren Vereinsfarben Gelb und Blau, dem 11er-Rat und einem Schlachtruf, der bis heute untrennbar zum Jenbacher Fasching gehört: „Tengl Tengl“. Der Name ist kein Zufall. Er leitet sich von „Tingl Tangl“ beziehungsweise vom Dengeln ab und spielt damit auf die lange Jenbacher Sensentradition an. Von den 1970er-Jahren an entwickelte sich Jenbach schließlich zur Faschingshochburg: Große Umzüge mit hunderten Aktiven und bis zu 9.000 Zuschauern gehörten ebenso dazu wie Faschingsbälle, die Besetzung des Gemeindeamtes samt Schlüsselübergabe und das Einläuten der närrischen Zeit am 11. 11. Vor allem der Unsinnige Donnerstag wurde zum Fixpunkt. Geschäfte machten beim Faschingstreiben mit, am Südtirolerplatz entstand eine eigene Narrenzone und Vereine sorgten mit ihren Ständen für Stimmung. Und daran hat sich im Grunde bis heute wenig geändert: Maskierte Gruppen, Aufführungen, der Tengl Tengl Express und die traditionelle Schlüsselübergabe machen den Unsinnigen zum Höhepunkt des Jenbacher Faschings. Auch die Auflösung der ursprünglichen Narrengilde im Jahr 1994 konnte daran wenig ändern. 2013 wurde sie als Narrengilde Tengl Tengl Jenbach neu gegründet. Die blauen Lodenmäntel und Narrenkappen der ersten Gilde kamen wieder zum Einsatz, ebenso der 11er-Rat. Seit 2023 gibt es wieder einen Faschingsball im Veranstaltungszentrum, am Unsinnigen ziehen die Narren durch die Jenbacher Geschäfte und um 13:13 Uhr wird traditionell der Gemeindeschlüssel übergeben. Seit 2020 stellt die FASCHINGSTRADITION: Obmann Hans Scheicher, Bürgermeister Hans Hoppichler und Elferräte Karl Pfitscher, Gretl Schwaiger und Walter Rettensteiner bei der Schlüsselübergabe im Jahr 1990.

ES IST SEIT JEHER

Tradition, AUCH DAS EINE ODER ANDERE VORHABEN DER GEMEINDE ODER SONSTIGE UNGESCHICKLICHKEITEN DURCH DEN KAKAO ZU ZIEHEN – UND SO FÜR REICHLICH GESPRÄCHSSTOFF ZU SORGEN.

Narrengilde außerdem wieder einen Narrenbürgermeister und unterstützt die Gemeinde bei der Organisation der Narrenzone. Dass dabei nicht alles ganz ernst genommen wird, versteht sich fast von selbst. Schließlich gehört es in Jenbach zum Fasching, auch das eine oder andere Vorhaben der Gemeinde oder sonstige Ungeschicklichkeiten genüsslich durch den Kakao zu ziehen. Ausnahmezeit eben. Tengl Tengl!

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ENGLISH SUMMARY

➸ TRADITION

CARNIVAL IN THE SILBERREGION KARWENDEL WHEN THE CRY

“Prost Salve!” – SCHWAZ’S TRADITIONAL CARNIVAL GREETING – RINGS OUT THROUGH THE STREETS ON UNSINNIGER DONNERSTAG, LITERALLY “NONSENSE THURSDAY”, THE CARNIVAL SEASON REACHES ITS PEAK. KNOWN LOCALLY AS FASCHING, THIS COLOURFUL PERIOD OF CELEBRATIONS BEFORE LENT BRINGS COSTUMES, PARADES, MUSIC AND PLENTY OF MERRIMENT.

The festivities in the Silberstadt Schwaz are organ-

ised by the 1st Schwaz Carnival Guild, which celebrates its 50th anniversary in 2027. Unsinniger Donnerstag, the Thursday before the last weekend of carnival, begins in the morning with a masked parade of kindergarten children. Afterwards, the town centre belongs to the revellers. Traditional carnival groups perform, elaborately dressed visitors make their way through the streets, and prizes are awarded for the best costumes.

historic figures and rituals, it has a long carnival tradition of its own. Its traditional carnival cry is “Tengl Tengl!” – a reference to Jenbach’s historic scythe-making tradition. Here, too, Unsinniger Donnerstag is the main event. Masked groups make their way through the local shops, clubs provide entertainment and refreshments on Südtirolerplatz, and the Tengl Tengl Express takes children on rides through the town. At 1.13pm, the traditional handover of the municipal key takes place, symbolically placing the town in the hands of the carnival revellers. Whether you hear “Prost Salve!” in Schwaz or “Tengl Tengl!” in Jenbach, anyone visiting the Silberregion Karwendel in early February will quickly discover that carnival here is a tradition to be experienced rather than simply watched. So when the calls ring out through the streets, there is only one thing to do: join in.

For a few hours, the usual rules are turned on their head. Following the traditional “takeover” of the town hall, the mayor symbolically hands the town key to the carnival mayor. From then until Shrove Tuesday, the revellers are officially in charge – a playful carnival tradition. In 2027, Schwaz will be celebrating in particularly grand style. Several gala evenings are planned in January to mark the 50th anniversary, with local affairs and current events given a humorous twist. There will also be a children’s masked party and the legendary Weibernacht, a carnival night when only masked women are admitted until 11pm. The highlight remains Unsinniger Donnerstag on 4 February 2027. The nearby town of Jenbach also knows how to celebrate Fasching. Although it does not have a traditional Tyrolean Fasnacht with its firmly established © Andreas Friedle


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STANGLHOF KOLSASS

➸ KULINARIK

INMITTEN EINES PRÄCHTIGEN OBSTGARTENS DIREKT AM WEERBACH HAT SICH

Johann Silbermayer EIN KLEINOD GEPFLEGTER BESCHAULICHKEIT GESCHAFFEN. HIER, IN DIESEM ÜBER GENERATIONEN KULTIVIERTEN ANWESEN, FINDET ER AUCH HEUTE NOCH DEN PERFEKTEN RAHMEN, UM SEINEM HOBBY MIT LEIDENSCHAFT ZU FRÖNEN: DEM SCHNAPSBRENNEN.

Hinter den Toren und Mauern des Stanglhofs zu

Kolsass verbirgt sich eine wahre Oase idyllischer Beschaulichkeit. Man könnte sie fast als Kraftplatz bezeichnen. Neben dem wunderbar gestalteten Garten des 1648 erstmals in der Dorfchronik erwähnten Stanglhofs fließt der Weerbach mit seinem stetigen, fast meditativen Rauschen. In einem Abschnitt sorgt ein Wasserfall für stimmungsvolles Getöse und erfrischende, mit besonders viel Sauerstoff angereicherte Luft. Deshalb wurde dort auch von Johanns Vorfahren bis in die 1920er-Jahre eine Landwirtschaft, eine Mühle und ein Sägewerk betrieben. Neben dem Bach und den 70 üppig mit reifen Früchten behangenen Obstbäumen steht außerdem eine kleine Kapelle. Seit vielen Jahrzehnten beherbergt sie jedoch keine Kirchenbänke mehr, sondern einen Brennofen, einige Gärfässer und ein paar Flaschen edler Destillate. Und was man halt sonst noch zum Herstellen von Edelbränden braucht. Johanns Großvater Siegfried Arnold lehrte ihn hier schon früh das Schnapsbrennen, denn im beschaulichen Obstgarten wachsen bis heute jede Menge Obstsorten, die verwertet werden wollen. Äpfel, Birnen, Kirschen, Marillen, Zwetschken, Quitten sowie Pfirsiche, Nektarinen und Walnüsse gedeihen hier zu schmackhaften Früchten. Aus ihnen werden Marmeladen und mehrfach prämierte Obstbrände in liebevoller Handarbeit hergestellt.

Überliefertes bewahren Obwohl ihn sein Lebensweg während seines Studiums der Elektrotechnik nach Wien verschlug, blieb Johann Silbermayer seiner Passion zum Schnapsbrennen zeit seines Lebens treu. Als Hobby, für das er sich neben seinem beruflichen Werdegang immer wieder Zeit freischaufelte. „Die Brennerei war ja da“, erzählt er bei unserem Besuch, „und wenn man nicht davon leben muss, ist man auch nicht von den Launen der Natur abhängig.“ Seit seiner Pensionierung widmet er sich nun voll und ganz dem Erhalt des alten Bauernhofs und weiß dieses wertvolle Gut zu schätzen. Für sich und seine Ehefrau ebenso wie für den Erhalt traditionellen Kulturgutes. Bei der Renovierung zur Jahrtausendwende wurde zwar der innere Kern des Hauses ausgehöhlt, Grundmauern trockengelegt und moderne Technik durfte in den Hof einziehen, dennoch achtete er akribisch darauf, vor allem das äußere Erscheinungsbild so zu erhalten, wie es ihm übergeben wurde. Sogar den ural© Andreas Friedle


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1648 ten Ofen hat er neu schamottieren lassen. So ziert auch heute noch ein echtes Urgestein an Küchenherd die Wohnküche. Daneben hat sich seine Frau Christina nach ein wenig Überzeugungsarbeit eine neue, zeitgemäße Arbeitsküche eingerichtet. Denn bei aller Liebe zur Tradition und zum Erhalt von Altbewährtem geht auch der Stanglhof mit dem Lauf der Zeit. Die hohe Kunst des Destillierens Auch die Brennerei ist in ihren Grundzügen so geblieben, wie sie immer war. In der ehemaligen Kapelle des Hofes wachen seit mehreren Generationen die höheren Geister über das Gärfass und den Brennkessel. Und natürlich Johann selbst. Denn die hohe Kunst des Schnapsbrennens bedarf jeder Menge Fingerspitzengefühl und Erfahrungs-

WURDE DER STANGLHOF ERSTMALS ERWÄHNT

werte. „Das Sensorische ist das Um und Auf beim Schnapsbrennen. Das ist für jeden Schnapsbrenner sehr individuell“, sagt Johann. Schon allein die Trinkstärke ist eine subjektive Entscheidung jeden Brennmeisters. „Der fertige Feinbrand hat im Allgemeinen eine Stärke von mehr als 60 Volumenprozent. Für die Lagerung und den anschließenden Konsum soll der Schnaps jedenfalls auf unter 50 Prozent herabgesetzt werden. Manche machen das mit reinem Wasser, andere wiederum lassen den Schnaps offen lagern, damit sich der Alkoholgehalt durch Verdunstung reduziert.“ Johann setzt auf reines Wasser und filtriert den ausreichend für die Oxidation gelagerten Edelbrand anschließend mit Platten- oder Anschwemmfiltern. ➸


STANGLHOF KOLSASS

➸ KULINARIK

„WENN ICH WAS MACHE, DANN MÖCHTE ICH ES RICHTIG MACHEN.“ Johann Silbermayer

Von der Frucht zum Hochprozentigen Doch zuerst braucht es für die edlen Obstbrände eine perfekte Grundlage. Johann verwendet für seine feinen Destillate ausschließlich Früchte aus seinem eigenen Obstgarten. Nur reifes und sauberes Obst landet im Gärbehälter. „Faulstellen werden gründlich ausgeschnitten. Bei den Birnen entfernen wir auch die Stängel, weil diese viel Gerbsäure enthalten“, weiß der Schnapsbrenner. Vor dem Zerkleinern und Einmaischen wird das Obst gründlich gewaschen, dann je nach Obstsorte die Maische angesäuert, Enzym und Kaltgärhefe zugegeben und der Gärbehälter dicht verschlossen. Bei diesem Fermentationsvorgang wandeln Hefepilze den Zucker aus Früchten in Alkohol und Kohlendioxid um. Zwischen ein bis drei Wochen darf die Maische dann vor sich hin gären, bis beim ersten Brand – auch Raubrand genannt

– die flüssigen von den festen Bestandteilen getrennt werden. „Beim darauffolgenden Feinbrand ist auf die exakte Abtrennung von Vorlauf, Mittellauf und Nachlauf zu achten. Das ist in dieser Phase das absolute Qualitätsmerkmal“, erklärt Johann. Vor- und Nachlauf enthalten nämlich gesundheitsschädliche Nebenprodukte und sind keinesfalls für Genusszwecke geeignet. Seinen Brennofen heizt Johann ausschließlich mit Holz und das elektrische Rührwerk erhöht die Qualität der Edelbrände maßgeblich. Ist der Feinbrand nach etwa fünf Stunden abgeschlossen und die Trinkstärke eingerichtet, werden die Destillate gefiltert und in große Glasballone gefüllt, wo sie anschließend etwa ein Jahr lang ruhen. Ausgezeichnete Edelbrände „Seit ich denken kann, habe ich meinem Großvater Siegfried Arnold beim Schnapsbrennen zugesehen und mitgeholfen“, erinnert sich Johann Silbermayer. Um seine Brennkünste offiziell zu untermauern, hat er bei Prof. Hans-Joachim Pieper an der Universität Hohenheim in Baden-Württemberg einen Brennkurs absolviert. Seit 1998 reicht © Andreas Friedle


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hervorragenden naturnahen Honig aus der Region hervor.

IN DER EHEMALIGEN KAPELLE DES HOFES WACHEN SEIT MEHREREN GENERATIONEN DIE

höheren Geister ÜBER DAS GÄRFASS UND DEN BRENNKESSEL.

er seine erlesenen Destillate bei verschiedenen Wettbewerben ein und hat dafür bereits jede Menge Prämierungen und Auszeichnungen erhalten. Nicht von ungefähr sind die Edelbrände vom Stanglhof bei Liebhabern feiner Destillerie bestens bekannt und begehrt. Verkauft werden die Edelbrände in schönen Flaschen verschiedener Größen ab Hof. Ebenso wie die fruchtig-cremigen Marmeladen und Walnüsse, die man ab Hof oder im Bauernladl am Adlerhof in Merans (Kolsassberg) erstehen kann. Damit auch möglichst viele Bienen die tausenden Blüten bestäuben, haben die Silbermayers ein Bienenhaus mit mehreren Bienenstöcken eines befreundeten Imkers im Garten stehen. Das rege Treiben sorgt nicht nur für eine gute Ernte, sondern bringt auch

Arbeit hält jung Auch wenn es viel Arbeit bedeutet, ist es Johann Silbermayer ein Herzensanliegen, den Stanglhof so zu erhalten, wie er ist, und diese Oase der Beschaulichkeit und des Selbsterhalts für die nachfolgenden Generationen zu bewahren. Mit seiner zweiten Frau Christina, die vor ihrer Pensionierung eine eigene Zahnarztpraxis südlich von Hannover hatte, möchte er nun in trauter Zweisamkeit seinen Ruhestand genießen. Zwar arbeitsintensiv, aber mit dem Wissen, am richtigen Ort angekommen zu sein. „Die Arbeit hält einen jung“, beteuern beide, und wenn es die Zeit zulässt, entführt Christina ihren Johann auch gerne in die Berge zum Wandern oder Skifahren. „Ich liebe Tirol, es ist so schön hier“, schwärmt sie. Kennengelernt haben sich die beiden in Frankfurt, denn Johann war in seiner beruflich aktiven Zeit unter anderem beim Unternehmen Klöckner-MOELLER viel unterwegs. Die Liebe zu Johann und zu Tirol verschlug Christina schließlich an den Stanglhof und katapultierte sie quasi in ein völlig neues Leben. In eine gänzlich andere Welt, in der sie sich als sogenannte „Zuagroaste“ jedoch sofort einfand. Sie steht Johann zur Seite, packt an, hilft bei der Obsternte und sorgt vor allem dafür, dass der Hof so adrett aussieht – damit sie nach getaner Arbeit ihr Schmuckstück und vielleicht auch das ein oder andere Schnapserl in vollen Zügen genießen können.

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FINE SPIRITS The Stanglhof was first mentioned in the village

chronicles in 1648. Agriculture, a mill and a sawmill were once operated here. Today, Johann Silbermayer looks after the historic farmstead while keeping the traditional craft of schnapps distilling alive. The distillery is housed in the former farm chapel. Where church pews once stood, there are now stills, fermentation vats and bottles of fine spirits. Johann’s grandfather, Siegfried Arnold, used to distil schnapps here and passed his knowledge on to his grandson. Although Johann later studied electrical engineering and spent much of his working life travelling, he never gave up the hobby. Since retiring, he has devoted himself to the Stanglhof and its distillery. The most important ingredients grow right outside his door. Around 70 fruit trees stand in the garden, including apples, pears, cherries, apricots, plums, quinces, peaches, nectarines and walnuts. Johann uses only ripe, sound fruit for his spirits. After the

IN THE MIDDLE OF A BEAUTIFUL ORCHARD BESIDE THE WEERBACH STREAM,

Johann Silbermayer HAS CREATED HIS OWN LITTLE HAVEN OF PEACE AND TRANQUILLITY.

fruit is mashed and fermented, it is distilled twice. The second distillation, known as the fine distillation, requires experience and a delicate touch. “The sensory aspect is everything when it comes to distilling schnapps,” says Johann. After distillation, the spirits are left to rest for around a year in large glass demijohns. The Stanglhof combines old and new. When renovating the historic farmstead, Johann Silbermayer took care to preserve its traditional character while introducing modern technology inside. Today, he and his wife Christina look after the farm and orchard, continuing a way of life that has been part of the Stanglhof for generations. Their fine spirits, homemade jams and walnuts are available to buy directly from the farm. © Andreas Friedle


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SKIFAHREN ODER RODELN? WINTERWANDERN ODER LANGLAUFEN? GEMÜTLICH ODER SPORTLICH? AM

Kellerjoch MUSS MAN SICH NICHT ENTSCHEIDEN. DER HAUSBERG VON SCHWAZ ZEIGT EINDRUCKSVOLL, WOFÜR DIE SILBERREGION KARWENDEL STEHT: FÜR VIELFALT OHNE GROSSES TAMTAM UND FÜR BERGERLEBNISSE, DIE GENAUSO UNTERSCHIEDLICH SEIN DÜRFEN WIE DIE MENSCHEN, DIE HIER UNTERWEGS SIND.


PILLBERG

➸ FREIZEIT & AUSFLUGSZIELE

E

s gibt Berge, die sind Spezialisten. Und dann gibt es das Kellerjoch. Hier wird Ski gefahren, gerodelt, gewandert, mit Schneeschuhen durch den Winter gestapft, mit Tourenski aufgestiegen und auf der Höhenloipe langgelaufen, die den Winter noch einmal aus einer ganz besonderen Perspektive erleben lässt. Man kann sich auspowern oder es gemütlich angehen lassen, erste Kurven lernen oder gekonnt ins Tal ziehen. Kurzum: Der Pillberg ist pure Wintermagie.

AM KELLERJOCH DARF

der Winter GENAU DAS SEIN, WORAUF MAN GERADE LUST HAT.

Generell geht es in der Silberregion ganz bewusst nicht ums Höher, Schneller und Weiter. Der Winter darf auch kleiner sein. Persönlicher. Familiärer. Ein Tag draußen muss keine sportliche Höchstleistung ergeben, um ein guter Tag gewesen zu sein. Wer allerdings eine Herausforderung sucht, findet sie trotzdem. Einer für alle(s) Besonders deutlich wird das beim Skifahren. Das Skigebiet Kellerjoch reicht bis auf knapp 1.890 Meter Seehöhe und bietet blaue, rote und schwarze Pisten. Anfängerinnen und Anfänger können also ebenso ihre Schwünge ziehen wie Fortgeschrittene und Könner. Im Kinderland Grafenast helfen zwei Zauberteppiche und ein Schlepplift beim Einstieg, während auf der 2.600 Meter langen Familienabfahrt schon ein bisschen mehr Fahrt aufgenommen werden darf. Dazu kommen breite, sonnige Hänge und für alle, die Skitage lieber auf der Piste als in der Liftschlange verbringen, ein angenehm überschaubares Skigebiet mit Doppelsesselbahn und zwei Schleppliften. Die leistungsstarke Beschneiungsanlage sorgt für Schneesicherheit auf den Pisten. Das alles wirkt erfreulich unkompliziert: hinfahren, Ski anschnallen und losfahren. Mehr braucht ein unkomplizierter Skitag eigentlich nicht. Wer lieber auf zwei Kufen unterwegs ist, tauscht die Ski gegen eine Rodel. Es kommt nicht von ungefähr, dass die Silberregion als echtes Rodel-Eldorado gilt. Auch für Profis übrigens. Am Kellerjoch wartet dabei eine ziemlich lange Abfahrt: 9,2 Kilometer misst die Naturrodelbahn vom Hecherhaus bis hinunter zum Schloss Freundsberg in Schwaz. Damit ist sie die längste Naturrodelbahn Nordtirols. Die Strecke ist in mehrere Abschnitte gegliedert, vom Parkplatz Grafenast bringt der Doppelsessellift Rodlerinnen und Rodler wieder bequem hinauf zum Hecherhaus. Man kann seine Kräfte also guten Gewissens für die Abfahrt aufsparen. Tipp: Ski und Rodeln können bei Kellerjochsports ausgeliehen werden. Einkehrmöglichkeiten gibts an der Talstation beim Rodeltoni und oben am Berg im Hecherhaus. Jeder Winter ist anders Die Silberregion kann man außerdem ganz wunderbar im Gehen erkunden. Geräumte Winterwanderwege führen durch die verschneite Berglandschaft und zu Zielen wie dem Alpengasthof Loas und seinem berühmten Schnitzel. Je nach Route © Tom Bause


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Schneeschuhrunde Hochpillberg Der Weg der Sinne verwandelt sich bei entsprechenden Schneeverhältnissen in eine stimmungsvolle Schneeschuhwanderung. Durch verschneite Wälder und vorbei an Kunstwerken, die wie kleine Geheimnisse aus dem Schnee ragen, wird die Tour zu einem Erlebnis zwischen Kunst, Natur und Weitblick. Seit einiger Zeit ist der Weg der Sinne auch interaktiv mit der Locandy-App erlebbar. Alle Stationen können dabei einzeln erlebt und bespielt werden, ganz nach Zeitbudget, Bedürfnis oder Stimmung. Wer den gesamten Rundgang absolvieren möchte, startet (und endet) am Parkplatz Pillberg. Gesamtlänge: 4,5 km | Dauer: ca. 2 Stunden | Schwierigkeit: mittel Tipp: Auch 2027 finden vom 9. bis 30. Januar und vom 27. Februar bis 13. März wieder die Schneeschuhwanderwochen in der Silberregion Karwendel statt. Donnerstags steht dabei das Schneeschuh-Yoga am Weg der Sinne auf dem Programm.


PILLBERG

➸ FREIZEIT & AUSFLUGSZIELE

3

Zum Anhören

TEILABSCHNITTE GEHÖREN ZUR RODELBAHN KELLERJOCH

wird daraus ein gemütlicher Familienausflug oder eine durchaus sportliche Unternehmung. Wer die geräumten Wege verlassen möchte, schnallt sich Schneeschuhe unter die Füße. Spätestens im Tiefschnee merkt man allerdings recht flott: Was so entschleunigt aussieht, kann auch erstaunlich anstrengend werden. Muss es aber nicht. Das Kellerjoch schreibt niemandem vor, wie ein gelungener Wintertag auszusehen hat. Die einen wollen frühmorgens die ersten Schwünge auf die Piste setzen, andere mit den Kindern rodeln. Man-

Für „Pure Vielfalt“, den Podcast der Silberregion Karwendel, hat Moderatorin Manuela Kamper für Folge 29 einen Wintertag am Kellerjoch verbracht. Im Hecherhaus erzählt der neue Pächter Amrit Tiwari, wie er nepalesische Küche mit Tiroler Klassikern verbindet und dabei eine herzliche Atmosphäre für seine Gäste schafft. Zum Anhören scannen Sie bitte den QR-Code.

che spazieren lieber durch den Schnee und kehren anschließend gemütlich ein. Und morgen kann alles schon wieder anders sein. Das Kellerjoch vereint damit auf überschaubarem Raum ziemlich vieles von dem, was die Silberregion Karwendel ausmacht. Sie ist keine Region der winterlichen Superlative und will es auch nicht sein. Ihre Stärke liegt vielmehr darin, dass zwischen Familienausflug und sportlicher Herausforderung, zwischen präparierter Piste und stillem Winterweg überraschend viel Platz bleibt. Man muss sich nur noch entscheiden, womit man heute anfangen möchte. © Tom Bause


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KELLERJOCH IN ZAHLEN 2.344

7

Meter

Abfahrten

hoch ist das Kellerjoch.

für Anfänger und Fortgeschrittene

5

9,2

Skilifte

bringen Sie auf bis zu 1.890 m Seehöhe.

Kilometer

ist die Rodelbahn am Kellerjoch lang und damit die längste Naturrodelbahn Nordtirols.

20

4,4

Kilometer

legt man auf der Schneeschuhwanderung vom Hecherhaus zur Kellerjochhütte und retour zurzück. Dafür ist man rund 3 Stunden unterwegs (Sicherheitsausrüstung erforderlich).

Pistenkilometer von leicht bis schwer

Für richtiges Verhalten im alpinen Gelände empfehlen wir den entsprechenden „Pure Vielfalt“-Podcastbeitrag (siehe Seite 31) sowie die Nutzung des aktuellen Lawinenberichts (https://lawinen.report) und der SOS-EU-Alp-App (https://www.leitstelle.tirol/leistungen/soseualpapp/).


ENGLISH SUMMARY

➸ LEISURE & EXCURSIONS

A WINTER ALL-ROUNDER SKIING OR TOBOGGANING? WINTER HIKING OR CROSS-COUNTRY SKIING? RELAXED OR ACTIVE?

At Kellerjoch, YOU DON’T HAVE TO CHOOSE.

Around Pillberg, winter can be enjoyed in many dif-

ferent ways and not every day in the mountains has to be about going higher, faster or further. The Kellerjoch ski area reaches almost 1,890 metres and offers blue, red and black runs. Beginners will find plenty to suit them, while experienced skiers can take on more challenging terrain. At the Grafenast children’s area, two magic carpets and a drag lift make those first attempts easier, while the 2,600-metre family run allows for a little more speed. The ski area itself remains pleasantly compact and family-friendly. And if you’d rather go tobogganing, there’s plenty on offer here, too. A natural toboggan run leads from the Hecherhaus down to Fre-

undsberg Castle in Schwaz. At 9.2 kilometres, it is the longest natural toboggan run in North Tyrol. From the Grafenast car park, a double chairlift takes you conveniently up to the starting point. There are also plenty of options away from the pistes. Ski tourers, for example, can set off from the Hecherhaus into the surrounding mountains. Cleared winter hiking trails wind through the snowy landscape and lead to cosy places to stop, such as the Alpengasthof Loas, where you should definitely try one of its famous schnitzels. And if you want to venture further into the winter landscape, set off on snowshoes. One particularly enjoyable option is the 4.5-kilometre TUBBS snowshoe trail at Hochpillberg. The “Path of the Senses” leads through snow-covered forests, past artworks and scenic viewpoints, and can also be explored interactively using the Locandy app. At Kellerjoch, there is no single way to enjoy a perfect winter’s day. Ski in the morning, go tobogganing with the children, head out on a ski tour or simply stroll through the snow before stopping somewhere cosy for a bite to eat. In a relatively small area, Pillberg offers a taste of what the Silberregion Karwendel is all about: plenty of winter, plenty of possibilities and the freedom to make each day your own.

© Tom Bause


KEINE EVENTS

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ADVENTMARKT 2026

ADVENT WIE DAMALS

Wenn Lichterglanz, stimmungsvolle Musik und der Duft regionaler Köstlichkeiten den Maximilianplatz erfüllen, hält die Adventzeit wieder Einzug in Schwaz. Ab 20. November lädt der Schwazer Advent mit Live-Musik, gelebten Tiroler Bräuchen und einem abwechslungsreichen Programm für die ganze Familie zu stimmungsvollen Stunden ein. Kiachl, Zillertaler Krapfen, geröstete Maroni, Gerstensuppe und weitere Schmankerln sowie wärmende Getränke runden das vorweihnachtliche Erlebnis ab.

Ein besonderer Programmpunkt ist „Advent wie damals“ am 11. und 12. Dezember im historischen Marchiodi-Innenhof in der Fuggergasse. Offenes Feuer, traditionelle Köstlichkeiten und das Ambiente des bis ins 13. Jahrhundert zurückreichenden Innenhofs lassen den Advent vergangener Zeiten wieder aufleben.

HIGHLIGHTS IM SCHWAZER ADVENT

HANDWERKSMARKT

Maximilianplatz | 20. November bis 23. Dezember

Gelebte Traditionen und lieb gewonnene Bräuche prägen die Adventzeit in der Silberstadt. Den feierlichen Auftakt bildet die Eröffnung mit der Illuminierung des Christbaums vor der Pfarrkirche. In den darauffolgenden Wochen erwarten die Besucher:innen weitere Höhepunkte: den Barbaratag mit der Ausgabe der traditionellen Barbarazweige, den Krampus- und Nikolauseinzug sowie die Kerzenentzündungen an den Adventsonntagen, gestaltet von Schwazer Vereinen, Schulen und Kindergärten. Auch musikalisch bietet der Schwazer Advent viel Abwechslung: Tschentig, die Ofenbankler, die Hollerstauden, IN:SOUL und Nadine Beiler sorgen gemeinsam mit weiteren Gruppen aus Tirol und Österreich für stimmungsvolle Auftritte. Die Stadtmusik und die Knappenmusik sowie Bläsergruppen und Chöre tragen ebenfalls zur besonderen Atmosphäre bei. Für die jüngsten Besucher:innen gibt es viel zu entdecken. An allen Öffnungstagen bietet die Christkindlwerkstatt ein kostenloses, professionell betreutes Kinderprogramm. Hier wird gebastelt, gespielt, Steckerlbrot gebacken und zauberhaften Märchen gelauscht. An den Sonntagen lädt außerdem eine Fotostation dazu ein, besondere Adventmomente festzuhalten.

Fuggergasse | 11. & 12. Dezember

Der Reinerlös kommt bedürftigen Familien zugute. Eine Veranstaltung vom K.Ö.St.V. Frundsberg

Franz-Josef-Straße 08., 11. & 12. Dezember | von 13 bis 19 Uhr Beim Schwazer Handwerksmarkt präsentieren Kunsthandwerker:innen aus Schwaz, der Region und ganz Tirol ihre handgefertigten Produkte. Das Angebot reicht von Holzarbeiten, Keramik, Schmuck und Textilien bis hin zu regionalen Erzeugnissen und liebevoll gestalteten Geschenkideen. Direkt angrenzend an den Adventmarkt am Maximilianplatz lässt sich der Handwerksmarkt ideal mit einem Besuch des Schwazer Advents verbinden. WWW.MARKT.SCHWAZ.AT

Öffnungszeiten des Schwazer Advents Freitag und Samstag: 16:00 bis 21:00 Uhr Sonntag: 16:00 bis 20:00 Uhr Dienstag, 8. Dezember: 16:00 bis 20:00 Uhr Mittwoch, 23. Dezember: 16:00 bis 21:00 Uhr Der Eintritt ist frei. Das Programm und weitere Info‘s finden Sie unter: WWW.SCHWAZER-ADVENT.AT


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Lust auf Planschvergnügen in der Wasserwelt des Atoll Achensee? Im Panorama-BAD geht’s deutlich lebhafter zu. Sprudeldüsen, Reifenrutsche und Strömungskanal kurbeln den Actionmodus an. Die Kleinen toben sich im Kinderbecken mit Wasserspielplatz nach Herzenslust aus. Schwimmflügerl an und ab geht die Post! Wer sportliche Ziele verfolgt, kann im 25-Meter-Sportbecken ordentlich Kilometer sammeln. Sicher ist: Nach so viel Bewegung im Wasser kommt früher oder später der Hunger. Ein kleiner Zwischenstopp im Bistro bringt die wohlverdiente Stärkung – und schon kann der Badespaß weitergehen. Stark, fit und gut gelaunt

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ner und ein umfangreiches Kursangebot schaffen die besten Voraussetzungen, um den eigenen Fitnesslevel zu verbessern. Da kann die Adventszeit mit ihren Köstlichkeiten kommen! Alle, die lieber klettern als Gewichte stemmen, sind in der BOULDER-Halle goldrichtig. Auf 180 Quadratmetern Kletterfläche verteilen sich rund 1.400 Griffe und mehr als 45 Routen. Ob es darum geht, in den Bouldersport hineinzuschnuppern, die eigene Technik zu verfeinern oder neue Schwierigkeitsgrade auszuprobieren – langweilig wird es hier garantiert nicht. Auf die Kufen, fertig, los!

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Seit nunmehr 28 Jahren berühren und begeistern Die Jungen Tenöre Menschen mit ihrer Musik. Im Your Dome Tirol spielen sie ein exklusives Neujahrskonzert.

REGIONSUMZUGSWOCHENENDE

1. Dezember 2026, Donauer-Hof, Weer

22. bis 24. Januar 2027, Sportplatz Kolsass

Die IRISH CHRISTMAS Show bringt das echte, authentische Irland musikalisch auf die Bühne. www.kulturinweer.at

Das Wochenende in Kolsass startet am Freitag mit dem Regionsmullerschaugn. Tags darauf findet das Jungmullerschaugn mit anschließender Grubertalparty und am Sonntag der große Regionsumzug der Partnergemeinden (Wattens, Volders, Fritzens, Kolsass) statt.

EIN ABEND IM ADVENT 4. Dezember 2026, Donauer-Hof, Weer

Ab 18 Uhr Livemusik mit Adventbläsern, Harfenmusik, Kolsasser Anklöpfler'n und „Polly Brass“.

SCHWAZER HANDWERKSMARKT

Frühjahrsvorschau

8., 11. und 12. Dezember 2026, Altstadt

TT-Wandercup: 23. Mai 2027, Stans

Egal ob Kunst aus Keramik, Holz oder Papier, hier findet man schöne Einzelstücke und liebevoll handgefertigte Produkte. Der Handwerksmarkt findet abwechselnd in der Innsbrucker-

9. Schwazer Weinfest: 25. und 26. Juni 2027,

WIR SAGEN DANKE! E K AN UNSER VIELEN DAN U E. E R T E FÜR IHRE STAMMGÄST

Marktplatz vor den Stadtgalerien Schwaz

Familie Mandy Kempe und Jens Ritzinger im Mandlhof in Weer

20 JAHRE/AUFENTHALTE: Familie Anke und Andreas Hundt beim Vitalhof Tunelhof in Weerberg Familie Anja und Roman Adelhelm beim Hotel Jägerhof in Kolsassberg Familie Petra und Manuel Wurm im Haus Untergalln in Vomp

50 JAHRE/AUFENTHALTE: 5 JAHRE/AUFENTHALTE: Eva Wasser beim Hüttenverein Karwendel

Familie Regina und Andreas Bastecky im Ferienhaus Arishorst in Weerberg

10 JAHRE/AUFENTHALTE:

60 JAHRE/AUFENTHALTE:

Daniel Gröhnke und Ulrike Müller mit Matti und Samu im Happmannhof in Gallzein

Familie Joke und Karel Schot im Gästehaus Hechenblaikner in Buch in Tirol


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10 jahre Apfi

lebe. liebe. schenke.

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dr.-Felix-bunzl-strasse 1 • a-6112 wattens • tel.+43 5224/57402 • MOntag bis freitag von 09.00 bis 12.00 uhr und 1 5.00 bis 18.00 uhr


VERANSTALTUNGEN

➸ FREIZEIT & AUSFLUGSZIELE

Adventzauber in der Region Illuminierung der Weihnachtsbeleuchtung 20. November 2026, Schwazer Innenstadt Mit der Illuminierung des Weihnachtsbaums um 17 Uhr startet in der Silberstadt die Weihnachtszeit. Die Zeremonie mit Fackeleinzug und Einmarsch verwandelt die Stadt in eine Winterzauberwelt. Schwazer Advent 20. November bis 23. Dezember 2026, an den Wochenenden sowie am 4. und 8. Dezember Der Schwazer Advent am wunderschönen Maximilianplatz ist ein Fest für alle Sinne. Jeweils von Freitag bis Sonntag ab 16 Uhr. Adventbasar im Widum Pill 27. November 2026 Der Adventbasar bietet von 16 bis 21 Uhr liebevoll gefertigte Produkte und weihnachtliche Köstlichkeiten in gemütlicher Atmosphäre. Winterzauber am Marktplatz 27. November bis 19. Dezember 2026 Der Winterzauber in den Stadtgalerien Schwaz bietet feine Handwerkskunst und regionale Stände. Vomper Adventmarkt 28. November 2026 Der gemütliche Adventmarkt begeistert von 14 bis 19 Uhr mit regionalen Spezialitäten, Kunsthandwerk und weihnachtlicher Stimmung. Adventmarkt beim Schlosswirt Tratzberg Jeden Adventsamstag und -sonntag (28. und 29. November, 5. und 6. Dezember, 12. und 13. Dezember, 19. und 20. Dezember 2026) Gemütlicher Adventmarkt mit Tiroler Spezialitäten, Weihnachtsstimmung & Glühwein. Adventmarkt Jenbach Jeden Adventsamstag (28. November, 5. / 12. / 19. Dezember 2026) Die Marktgemeinde Jenbach und die Jenbacher Vereine laden zum besinnlichen Verweilen im Reitlinger Park bei regionalen Köstlichkeiten, Glühwein und Punsch ein. Christkindlmarkt Vomperbach 4. bis 6. Dezember 2026 Besinnlicher Christkindlmarkt mit weihnachtlicher

Stimmung, regionalen Köstlichkeiten und liebevoll gestalteten Ständen. Geöffnet am Freitag, Samstag und Sonntag jeweils von 16 bis 21 Uhr. Adventzauber in Pill 11. Dezember 2026 Von 16 bis 20 Uhr spielt die Bundesmusikkapelle Pill im Musikpavillon besinnliche Weihnachtslieder. Weerberg im Advent 11. und 12. Dezember 2026 In der Flaniermeile in Dorfzentrum warten verschiedene Verkaufsstände, parallel dazu ist vom 10. bis 13. Dezember im nahegelegenen Centrum Weerberg wieder die Krippenausstellung zu sehen. Bucher Advent 12. Dezember 2026 Der Bucher Advent im Knippingpark ist der ideale Ort zum Verweilen und um den Klängen der Musik zu lauschen. Adventsingen im Rablhaus 13. Dezember 2026 Ab 14 Uhr lädt das Rablhaus zum besinnlichen Adventsingen mit stimmungsvoller Musik und weihnachtlicher Atmosphäre. Weihnachtsliederblasen in Pill 19. und 20. Dezember 2026 Die Bundesmusikkapelle Pill lädt von 10 bis 19 Uhr zum musikalischen Advent in Pill, Niederberg, Pillberg und Umgebung.

Nikolausumzüge & Krampusläufe in der Region Jenbach: 4. Dezember, ab 17:00 Uhr: Nikolauseinzug in der Begegnungszone Schwaz: 5. Dezember, ab 17:30 Uhr: Krampuslauf . Dezember, ab 17:30 Uhr: Nikolauseinzug 6 durch die Franz-Josef-Straße Buch:

. Dezember, ab 17 Uhr: Buacha 5 Krampuslauf

Stans:

7. November, ab 18 Uhr: Showlauf mit 2 Mega-Aftershowparty


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Mehr als ein Gefühl von Freiheit. Eine neue Ära vollelektrischer Freiheit ist angebrochen: Der neue vollelektrische IONIQ 3 verbindet das innovative „Art of Steel“ Design – eine zeitlose, kraftvolle Ästhetik aus Stahl – mit einer einzigartigen „Aero Hatch“ Karosserie. Mit 42,2 kWh oder 61 kWh Batterie und einer klassenbesten Reichweite von bis zu 497 km° bietet der IONIQ 3 die ideale Kombination aus Effizienz, Alltagstauglichkeit und Fahrspaß. Das völlig neue Pleos-Connect-Infotainmentsystem schafft eine intuitive und nahtlose Verbindung und hebt das digitale Fahrerlebnis auf ein neues Niveau – für ein grenzenloses Fahrvergnügen. Das ist mehr als ein Gefühl von Freiheit.

Power your world. An der Bundesstraße 109, 6261 Strass im Zillertal Tel. +43 5244 61000 0, info.strass@unterberger.cc unterberger-strass.hyundai.at

Stromverbrauch: 13,7 - 16,0 kWh/100 km, elektrische Reichweite: bis zu 497 km (61 kWh Batterie). Alle Werte nach WLTP. °Die Reichweite kann abhängig von Straßenverhältnissen, Fahrstil und Temperatur deutlich variieren. Ladeleistungen sind unter optionalen Bedingungen erreichbar und können durch Witterungseinflüsse deutlich variieren. Satz- und Druckfehler vorbehalten. Symbolabbildung.


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