Österreichische Post AG, MZ18Z041357M, econova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, 5,50 EURO
DAS T IROLER FRAUENMAGAZIN
#
AUSGABE
07 |
HERBST 2019
MIT TIEREN REDEN
Das kann doch jeder MUT ZUR NATUR
Kosmetik ohne Tier
WÜNSCH DIR WAS
Lebenshaltung Ayurveda
KO-THERAPEUT
463757 007677
HUNDE HABEN HERRCHEN, KATZEN PERSONAL.
9
DAS TIER UND WIR
03
Dem Lama ist das Wetter egal
Hier kicherten sie über „Titanic“. Und weinten am Ende doch. Gefühlvolle Momente um nur € 999,– Was braucht man für einen Abend mit der besten Freundin? Chips, Gummibärchen, eine Decke, einen kitschigen Film und ein gemütliches Sofa mit weichem Stoffbezug. Ach ja: Taschentücher. Viele Taschentücher.
Telfs/Pfaffenhofen www.foeger.at
Hier las er „Ein Sommernachtstraum“. Und schlief sofort ein. Eine Ledercouch für entspannte Nickerchen zu jeder Jahreszeit ab € 5.199,– Regen klopft ans Fenster. Er mag den Herbst sehr. Obwohl: Die lederbezogene Couch mit legerer Polsterung und leichter Optik ist auch im Sommer, Winter und Frühling jederzeit sein absoluter Lieblingsort.
Telfs/Pfaffenhofen www.foeger.at
ZURÜCKSCHAU
Im Rückblick war’s übergut, wunderbar (PRINZ PI)
Genießt die kleinen Dinge im Leben, denn irgendwann merkt man, dass es die großen Dinge waren.
Folgt un s
Instagr auf am (may
a_da tiroler_ s_ frauenm agazin)
Gef eiert
Anfang September hatte Maya Geburtstag – nicht das Magazin, sondern die echte. Und weil so viele an ganz vielen Stellen gratuliert haben, sagt Maya auch hier „1.000 Mal Vergelt’s Gott“. Das gesamte Team wünscht nochmal happy beppy birthday! Trööööt!
G ewo rb e n
G ewonne n
Wir haben wieder mal Gewinn gespielt und zwei Nächte im traumhaften Posthotel Achenkirch verlost. Was zu tun war? Die aktuelle maya schnappen (in dem Fall tatsächlich das Magazin) und unter #mayamachturlaub ein cooles Foto auf Facebook posten. Und tadaa – gewonnen hat Alexandra, der wir einen ganz wunderbaren Aufenthalt wünschen.
FEEDBACK
G e he ira te t
Unglaublich romantisch war die Hochzeit von Alexandra Lanzinger und David Imarhiagbe in einem wunderbaren Anwesen in Verona. Nicht nur David – der Verfasser des Liebesbriefes aus unserer letzten maya –, auch alle Gäste waren gerührt und genossen die Traumhochzeit bei sommerlichen Temperaturen.
4
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
Meinungen, Anregungen und Wünsche sind jederzeit willkommen unter redaktion@maya-magazin.at oder über Facebook (MAYA – das Tiroler Frauenmagazin)
Könnt ihr euch an den tollen Haarschmuck erinnern, den Maya am vergangenen Dolce-Vita-Cover getragen hat? Der kam von miss lillys hats. Die aktuelle Herbst/WinterCountrykollektion des Labels zeigt sich nun sehr tierverbunden. Geshootet wurde am Schindlhof, dem privaten Anwesen der Familie HaimSwarovski, mit dem neuen Testimonial Marie Haim-Swarovski, bei der wir für die Wintermaya 2018 zu Hause zu Gast sein durften. Neben Marie spielen Zebra Helmut, Monoi-Eseldame Dolores (die wir uns dankenswerterweise fürs aktuelle Cover ausborgen durften), Lieblingspferd Dorina und viele weitere pelzige Freunde ihre Rollen. Fotografiert hat Clemens Schneider/Tierlicht. We love!
„So viel realitätsnäher und ehrlicher als gängige Frauenmagazine.“ DANKE, LIEBE RICARDA
EDITORIAL
NO DRAMA LAMA Tiere bereichern unser Leben auf ganz viele verschiedene Weisen. Sie sind flauschige Liebhabknäuel und Sportpartner, Beschützer und manchmal echte Geduldsproben. Auf jeden Fall aber nehmen sie uns immer so, wie wir sind. Ohne Fragen.
Maya AltenburgerSchwitzer mit ihren Chefredaktions-Mädels Marina Bernardi (li.) und Sonja Niederbrunner
S
ich den Großteil einer Ausgabe mit Tieren zu beschäftigen, ist ein bisschen wie Therapie. In Gesprächen mit Menschen kann man sein Gegenüber in der Regel zumindest halbwegs einschätzen, der Verlauf ist, wenn nicht gänzlich berechen-, so immerhin ein klein wenig vorhersehbar. Mit Tieren geht das nicht. Sie machen, was sie wollen. Möchte man meinen. Denn in Wahrheit sind Tiere meist ein Spiegel unser selbst. So wie sie in der Natur auf äußere Einflüsse reagieren (müssen), um mit Flucht oder Angriff, wahlweise auch Schockstarre, zu antworten, so reagieren sie im Umgang mit Menschen auf uns. Ehrlich, unmittelbar und unverblümt und das ist nicht immer schön für einen selbst. Sie zeigen uns nämlich nicht nur unsere Grenzen auf, sondern auch, wann wir dabei sind, sie zu überschreiten. Tieren ist völlig wurscht, wo wir in der beruflichen Hierarchie stehen oder wie wir uns selbst sehen. Sie empfinden uns auf ihre Weise. Deshalb ist der Umgang mit Tieren oft ein Blick ins eigene Selbst und das ist wie morgens in den Spiegel zu schauen: Manchmal ist man zufrieden mit dem, was man sieht, manchmal eher weniger.
D a s L e b e n m i t T i e r e n ist aber auch unglaublich schön. Wenn einem an nicht so guten Tagen der Hund schwanzwedelnd entgegenkommt, die Katze ihr Fellköpfchen schnurrend auf uns bettet oder man auf dem Rücken des Pferdes dem Glück entgegenreitet, dann ist die eigene Welt gleich wieder ein gutes Stück mehr in Ordnung. Das war sie auch für uns. Kaum eine Ausgabe hat uns mehr abverlangt als diese: Geduld, Zeit, Nerven. Es waren spannende Gespräche, lustige, traurige, kuriose, zwischenzeitlich haben wir unser Om im Ayurveda gefunden, uns durch Kräuterwiesen geschnuppert und wir haben mit zahlreichen Frauen über sie und ihr Tun gesprochen – ganz ohne Tier. Unterm Strich hat es dann doch wieder ganz viel Spaß gemacht. Wie immer. Und so soll es doch letztendlich sein: Wenn die Bilanz unterm Strich positiv ist, hat man vieles richtig gemacht. Wa s a u c h i m m e r grad in eurem Leben los sein mag: Tiere sind toll, weil sie einem stets das Gefühl geben, dass alles gut wird. Und gut ist. Unser Herbsttipp: Wenn’s regnet, schaut nach Regenbögen! mayas Mädels Folgt uns auch auf F a c e b o o k ( M AYA – d a s Ti r o l e r F r a u e n m a g a z i n) u n d I n s t a g r a m ( m a y a _ d a s _ t i r o l e r _ f r a u e n m a g a z i n)
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
5
16
12
138
144 #DAS TIER UND WIR 12 V ON LÖWINNEN UND HÜHNERN Ein Leben ohne wäre für sie undenkbar, sagt Diana Langes. Wir durften sie zu Hause besuchen und haben mit ihr über Tiere geplaudert. Und auch ein bisschen über Fußball.
„Ich spür heut das Tier in mir. Es ist ein Faultier.“ 30 UNTERSCHÄTZTE BESONDERHEIT Jeder kennt den Alpenzoo, fast jeder mag ihn, doch kaum einer weiß um seine Besonderheit.
26 DICKES FELL Kristin ist Geschäftsführerin des Tierschutzverein Tirol 1881. Ein Gespräch über schöne und nicht so schöne Aspekte ihrer Arbeit.
34 EIN LETZTER GANG IN WÜRDE Trauern ist ein ganz normaler Prozess. Würdevolles Abschiednehmen sollte auch möglich sein, wenn es um das geliebte Haustier geht.
6
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
38 VON TIER ZU MENSCH Birgit ist Tierkommunikatorin und spricht mit Tieren. Klingt komisch, ist es aber nicht. Sie sagt, das kann jeder. 44 ZUM THEMA Buch- und Rechtstipps und der Blick ins eigene Seelenleben. 49
16 EIN TIERLEBEN LANG Mit Bella und Gabi haben wir zwei Frauen besucht, die Tiere lieben und ihnen mit Achtung begegnen. Auch wenn die Arbeit mit ihnen eine grundlegend verschiedene ist.
INHALT
94
DAS THEMA AUF DER MATTE Die Yogaübung der Ausgabe.
#LIFE 52 DAS GLÜCK DER ERDE Julia war noch richtig klein, als sie mit dem Reitfieber infiziert wurde. Mit ihren Pferden feierte sie schöne Turniererfolge, erlebte die bitterste Tragödie und lernte Verantwortung.
JETZT APP LADEN & TREUEPROGRAMM STARTEN
1.000 MARKEN KAUFHAUS HEART OF THE ALPS SHOPPING
I N H A LT
#WOHNEN
60 AUSSERGEWÖHNLICHE BEZIEHUNGEN Im Laufe der Jahrhunderte haben Tiere ganz unterschiedliche Rollen im Leben der Menschen eingenommen. Ihre heilsame Wirkung aber wurde lange nicht erkannt. Das hat sich geändert. Österreichische Post AG, MZ18Z041357M, econova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, 5,50 EURO
70 AM ANFANG IST DER WUNSCH Ayurveda verbinden die meisten mit Wohlfühlanwendungen im Wellnesshotel. Doch es ist viel mehr.
DAS T IROLER FRAUENMAGAZIN
#
AUSGABE
07 |
#SZENE
HERBST 2019
138 MIT LEIDENSCHAFT FREISCHAFFEND Sie liebt, was sie tut. Und sie macht es aus Leidenschaft. Carmen Gratl gibt Einblicke in ihr Leben als Schauspielerin.
MIT TIEREN REDEN
Das kann doch jeder WÜNSCH DIR WAS
Lebenshaltung Ayurveda
KO-THERAPEUT
DAS TIER UND WIR
HUNDE HABEN HERRCHEN, KATZEN PERSONAL.
03
Dem Lama ist das Wetter egal
463757
80 EHRLICH SCHMECKT AM BESTEN Im Hotel Tann steht Chefin Barbara in der Küche – aber erst, nachdem sie im Wald war. Auf den Tellern landet nämlich all das, was die Natur am Ritten zu bieten hat.
MUT ZUR NATUR
Kosmetik ohne Tier
007677
DIE KRAFT DER KRÄUTER Mit maya durchs Kräuterjahr.
9
76
ZUM COVER
ART DIRECTION: Gracia Gunkel PHOTOGRAPHY: Patrick Saringer HAIR & MAKE-UP: Elke Griessmayr LOCATION: Der Schindlhof OUTFIT: Klassisches Tiroler Dirndl
#STYLE 94 WILD AND FREE In jedem von uns steckt eine animalische Seite. Im modischen Herbst dürfen wir diese ungehemmt zeigen.
von Heu&Stroh CO-COVERSTAR: Dolores vom Schindlhof
144 SCHAFFENSZEIT Frauen und ihr Handwerk im Porträt: Wo Können und Erfahrung auf Leidenschaft und Liebe treffen. Vier Geschichten von der Lust am Erschaffen. 156 WAUZI-WELLNESS Wenn man in den Urlaub fährt, stellt sich unweigerlich die Frage: Wohin mit dem Tier? Während man Katzen am besten in den eigenen vier Wänden lässt, kann der Hund schon mal mit.
104 GANZ VIEL HERBST „Let’s do what we love and do a lot of it“, befand Marc Jacobs. Das ist ein guter Rat. Wir zum Beispiel kaufen ja gerne Schuhe. Oder Röcke. Hosen. Shirts. Und so. 122 MUT ZUR NATUR Immer mehr Menschen finden zurück zur Kräuterheilkunde. Kräuter dienen aber nicht nur der Gesundheit, sondern auch dem Wohlbefinden.
130 DAS TIER IST HIER Haustiere zu haben, ist ein wenig so, wie mit Kleinkindern zu leben. Der Herr im Haus ist recht schnell jemand anders.
… verliebt ins Leben.
I MMER DRIN …
05 Editorial: Aus der Redaktion 86 Essen & Trinken: Tipps für Genießer 102 Trends der Ausgabe 112 Mayas Choice: Lieblingsstücke 114 Beauty-Trends: Hautschmeichler 134 Wohlfühl-Wohnen: Schönes fürs Zuhause 160 Charity: Tue Gutes und rede darüber 161 Frauen im Fokus: Wer uns aufgefallen ist 162 Mannsichten
IMPRESSUM HERAUSGEBER: Maya Altenburger-Schwitzer, Mag. Sandra Nardin, Christoph Loreck MEDIENINHABER: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, 0512/290088, www.econova.at GESCHÄFTSLEITUNG: Mag. Sandra Nardin, Christoph Loreck | ASSISTENZ: Martin Weissenbrunner CHEFREDAKTION: Marina Bernardi | STV. CHEFREDAKTION: Sonja Niederbrunner (beide redaktion@maya-magazin.at) MITARBEITER DIESER AUSGABE: Alexandra Keller, Marian Kröll, Gracia Gunkel, Doris Helweg, Doris Daz ANZEIGENVERKAUF: Ing. Christian Senn, Bruno König, Matteo Loreck, Hannelore Weissbacher | LAYOUT: Tom Binder PRODUKTION: Tom Binder, Rabea Siller | LEKTORAT: Mag. Christoph Slezak | FOTOS: Andreas Friedle, Patrick Saringer, Marian Kröll DRUCK: Radin-Berger-Print GmbH (25.000 Stück) | MAYA IM ABO (4 AUSGABEN PRO JAHR) : Inland: 19 Euro, Ausland (Deutschland, Schweiz, Italien): 29 Euro) | ABO-KONTAKT: abo@maya-magazin.at UNTERNEHMENSGEGENSTAND: Die Herstellung und der Vertrieb von Drucksorten aller Art. Grundlegende Richtung: maya ist das Tiroler Frauenmagazin für alle, denen Gesundheit, Schönheit und Mode wichtig ist und die sich gerne inspirieren lassen. maya ist ein Magazin für mehr Gelassenheit für Frauen mit Stil und Style, die dem Leben gerne mit einem Augenzwinkern begegnen. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mir vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar.
8
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
Julius Hampl KG • Herzog Friedrich Straße 40 • 6020 Innsbruck • Tel. +43 / (0)512 / 582086 Önungszeiten MO-FR: 09:00 - 18:00 • SA: 09:00 - 17:00 • www.juliushampl.at
Elegant, funktional und einfach praktisch. Die mehrfach mit Designpreisen ausgezeichneten TYROLIT life Produkte fĂźr den Alltag setzen ein Statement in jedem Haushalt. www.tyrolitlife.com
DAS TIER UND WIR „EIN LEBEWESEN BRAUCHT EINEN NAMEN, ES HAT JA EINE SEELE.“ GABI BRUNNER, YAK-ZÜCHTERIN
12
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
„Ich mag die Geräusche der Natur.“
D
iana Langes gilt als eine der Stilleren im Swarovski-Clan. Und auch wenn man es ihr auf den ersten Blick vielleicht nicht ansehen mag: Sie ist herrlich bodenständig und durch und durch Familienmensch. Auch auf den Namen Swarovski verzichtet sie in der Regel. Generell ist sie am liebsten einfach Diana. Ohne Schnickschnack. Als wir sie besuchen, kommt sie barfuß auf die Terrasse. V i e l e k e n n e n D i a n a vor allem als Präsidentin des Fußballclubs WSG Wattens, der in diesem Jahr in die erste österreichische Bundesliga aufgestiegen ist. Sie ist generell keine, die gerne viel Privates von sich preisgibt, aber beim Thema Tiere war sie sofort dabei. Umso mehr freuen wir uns, dass wir zum Plaudern zu ihr nach Hause kommen durften. Die Hunde gesellen sich von Zeit zu Zeit entspannt dazu, normalerweise hört man auch Hühnergegacker. Die Hennen fielen kürzlich aber leider einem Fuchs zum Opfer. „Ich möchte mir so rasch als möglich wieder welche zulegen“, sagt Diana. Meist geht sie dafür auf den Kleintiermarkt in Wiesing: „Ich suche mir immer verschiedene Rassen aus und habe nie zweimal die gleiche Henne.“ Und schon sind wir mittendrin …
„WENN ES SEIN MUSS, KÄMPFE ICH WIE EINE LÖWIN“ Ein Leben ohne Tiere wäre für sie undenkbar, sagt Diana Langes. Sie hat eine Büffelfarm in Venezuela und lebt in Tirol mit zwei Hunden und hoffentlich bald auch wieder mit mehreren Hühnern zusammen.
TEXT:
MARINA BERNARDI FOTOS:
ANGELO LAIR
M A Y A : Vertragen sich deine Hennen unterein-
ander, auch wenn sie unterschiedlicher Rasse sind? Bei meinen zwei Katzen ist das ja nicht ganz so einfach. D I A N A : Doch, doch, solange man nur einen Gockel hat, geht das. Wobei der Gockel immer der Erste war, der im Stall verschwunden ist, sobald Gefahr drohte. M A Y A : Vermisst du deine Hennen? D I A N A : Ja, sehr. Hennen sind tolle Tiere und so leicht glücklich zu machen. Man gibt ihnen ein nettes Zuhause, dafür geben sie uns Eier. Ich habe mit ihnen viele schöne Geschichten erlebt, sie haben ans Fenster gepeckt und mich aufgeweckt, saßen mit uns auf der Terrasse. Irgendwann musste ich sie aber dann doch einzäunen, weil sie quasi überall waren.
„Alles, was ich mache, ist eine Herzensangelegenheit.“ DIANA LANGES
Das Gackern geht mir schon sehr ab und auch das Krähen des Gockels. M A Y A : Hast du eigentlich Probleme mit Mardern? Du lebst ja doch sehr naturnah? D I A N A : Marder sind in der Tat viele hier. Als ich das letzte Mal in den Hühnerstall gegangen bin, saß einer in einem Nest auf den Eiern. Erstaunlicherweise hat er sie nicht gefressen. Ich wollte ihn aus dem Stall vertreiben, aber er war recht aggressiv. Ich wusste nicht, wie böse die sein können. Ich habe versucht, ihn zu vertreiben. Da hatte ich echt Respekt. Wir haben auch jede Menge Siebenschläfer. M A Y A : Gibt es Tiere, vor denen du Angst hast? D I A N A : Vor ganz großen Tieren wie Elefanten, Nashörnern oder Nilpferden. Mir ist zwar noch nie etwas passiert, aber ich habe gehörigen Respekt vor ihnen.
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
13
M A Y A : Spinnen? D I A N A : Nein. Auch mit Schlangen hab ich
kein Problem. M A Y A : Du hast mit deinen Hunden zwei ganz „klassische“ Haustiere, dazu Hühner, die lieb, aber auch nützlich sind, und dazu eine Büffelfarm in Venezuela. Machst du einen Unterschied zwischen Haus- und Nutztieren? D I A N A : Eigentlich nicht. Natürlich haben Hunde keinen „Nutzen“ wie etwa ein Huhn, das Eier legt. Hunde schert man auch nicht und verwendet die Wolle. Dennoch haben sie einen emotionalen Nutzen, wenn man so will. Für mich geht es generell um die Liebe und Freundschaft zum Tier. Hier mache ich keinen Unterschied. M A Y A : Haustiere geben einem auch Schutz und Geborgenheit, finde ich. So gesehen, sind sie ja auch „nützlich“. Wenn Reinhard und die Kinder nicht da sind, ist es ein ganz anderes Heimkommen, wenn man weiß, man ist dennoch nicht ganz alleine. Meine Katzen bewachen zwar weder mich noch das Haus, trotzdem geben sie mir ein gutes Gefühl. Ich hätte auch gerne einen Hund, aber Reinhard ist noch dagegen. Mir würde es allerdings zusätzlich Sicherheit geben. Gerade im Dunkeln fühle ich mich nicht so wohl. D I A N A : Die Dunkelheit mag ich auch nicht unbedingt, meine Hunde haben aber perfekte
14
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
Sensoren und schlagen sofort an, wenn etwas nicht stimmt. M A Y A : Du bist sehr naturverbunden. Wenn du draußen unterwegs bist, achtest du dann eher auf Pflanzen oder Tiere? D I A N A : Es ist wohl am ehesten die Kombination – wenn auf einer schönen Blume ein bunter Schmetterling sitzt zum Beispiel oder ein Vogel auf dem Baum. Ich freue mich über alles und genieße die Zeit in der Natur sehr. Ich liebe es, an einem Feld vorbeizugehen und den Grillen beim Zirpen zuzuhören, kurz bevor es anfängt zu regnen. M A Y A : Ich find’s schön, dass du das kannst. Viele wollen sogar beim Wandern nur möglichst schnell ans Ziel, schauen nicht mehr links und rechts. D I A N A : Das fällt mir auch auf. Manchmal sitzt jemand neben mir im Auto, ich begeistere mich für die schöne Umgebung und der andere hat gar keinen Sinn dafür. Das ist schade, weil es doch so viel zu sehen und entdecken gibt. M A Y A : Wenn du dich selbst mit einem Tier vergleichen müsstest, welches wäre das? D I A N A : Eine Löwin. Sie ist eine Kämpferin und tut alles, um ihre Familie zu beschützen. Wahrscheinlich bin ich aber auch einem Huhn nicht unähnlich – ich brauche auch nicht viel zum Leben. Und ich bin glücklich,
wenn ich ein schönes Nest habe mit meinen Küken drin. M A Y A : Ganz kommen wir ums Thema Fußball bei dir nicht rum. Glaubst du, können deine Jungs etwas aus der Tierwelt lernen? D I A N A : Im Rudel ist man nur gemeinsam stark. Das lässt sich wohl eins zu eins auf die Mannschaft umlegen. Wie in der Tierwelt gibt es auch im Team verschiedene Rollen und Positionen, einen Anführer, doch wenn es drauf ankommt, muss man zusammenhalten. M A Y A : Wie würdest du das Verhältnis zwischen der WSG Wattens und Wacker beschreiben, wenn die beiden Tiere wären? D I A N A : Katz und Maus. Aber eher in Form von Tom und Jerry – die kleine Maus, also wir, die die Großen ärgert. Die kleine Maus kann allerdings auch ganz schön clever sein. M A Y A : Was verbindest du eigentlich mit Schwänen? D I A N A : Ästhetik, Treue, aber auch die Gefahr, als krasser Gegensatz zur Schönheit.
„Hennen sind tolle Tiere und so leicht glücklich zu machen. Man gibt ihnen ein nettes Zuhause, dafür geben sie uns Eier.“
EIN LEBEN MIT TIEREN
Heute wird die Büffelfarm in Venezuela von einem Manager vor Ort betreut, früher lebte Diana tatsächlich dort – unter anderem in einer Selbstversorgerhütte. Es waren nicht nur Büffel, die ihr dortiges Leben begleitet haben. Diana hat einen Wohltätigkeitsverein für exotische Tiere in Gefangenschaft gegründet und im Zuge dessen mit Affen, Pumas, Schlangen, Ozelots oder Ameisenbären zusammengelebt. Wenn es in einem Zoo in Venezuela Probleme mit einem Tier gab, kam es zu ihr auf die Farm. Auch Tierärzte brachten immer wieder Tiere vorbei, illegal nach Amerika gebrachte Papageien zum Beispiel. Vielfach waren die Tiere verstört, oft verletzt. „Wir haben damals getöpfert und die selbst hergestellten Waren verkauft, um uns zu finanzieren“, erzählt Diana und weiter von Pumas, die jahrelang in einem Käfig eingesperrt waren und erst langsam das Leben wieder lernen mussten: „Wir mussten sogar aufpassen, dass sie nicht ertranken, wenn es geregnet hat. Sie hatten keine Muskeln mehr, konnten sich nicht bewegen. Wir mussten sie von Grund auf aufpäppeln.“ Wenn die Tiere so weit waren, um sie in die freie Wildbahn zu entlassen, wurden sie gechippt, von einem Faunawächter beobachtet und laufend kontrolliert. Die Tiere wurden zur Basis von Studien, viele Schüler kamen, um über sie zu lernen. „Uns wurden auch Schlangen mit Knochenbrüchen gebracht. Oder Affen“, so Diana weiter – drei kleine Brülläffchen lebten bei ihr. „Die sitzen normalerweise ein Jahr lang auf ihrer Mutter, in dem Fall war halt ich die Mama.“ Einfach war das nicht, weiß doch ein kleines Äffchen nicht, dass Herdplatten heiß sind oder man keine Dinge von der Kommode schmeißt. Auch ein diebisches Kapuzineräffchen wurde zum Hausgenossen: „Das hat die gestohlenen Dinge mit auf den Baum genommen. Und wenn es mal ein Bier erwischt hat, wusste es ganz genau, wie man die Dose öffnet und zum Inhalt kommt. Das glaubt man kaum, wenn man es nicht selbst sieht. Es war eine aufregende, anstrengende, aber auch sehr lustige Zeit. Ich habe das Leben mit den Tieren geliebt.
Mode kann man kaufen, Stil muss man haben. Wir haben beides.
ÖFFNUNGSZEITEN
Mo.-Fr.: 10:00 – 18:00 Uhr | Sa.: 10:00 – 17:00 Uhr Kiebachgasse 3 | 6020 Innsbruck + 0512/554313 | www.casazza.at
16
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
EIN TIERLEBEN LANG TEXTE:
MARINA BERNARDI
FOTOS: BELLA STEGER
Manche Tiere kĂśnnen uns gar nicht nahe genug sein, gleichzeitig verzehren wir Fleisch mit Genuss. Wir sehen Hunde als Familienmitglieder und KĂźhe als Nahrungsmittel. Mit welchen Augen auch immer wir Tiere betrachten, ob sie uns Haus- oder Nutztier sind: Letztlich geht es um einen respektvollen Umgang, den jedes Lebewesen verdient. Mit Bella Steger und Gabi Brunner haben wir zwei Frauen besucht, die Tiere lieben und ihnen mit Achtung begegnen. Auch wenn die Arbeit mit ihnen eine grundlegend verschiedene ist.
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
17
DREI VIERTEL EINES KREISES Ganz herum geht’s nicht, aber bis zu 270 Grad: So weit können Eulen ihren Kopf drehen. Sie sind genaue Beobachter, effiziente Jäger und – wenn man gut zu ihnen ist – die besten Freunde.
I
ch gebe es zu: Ich liebe Eulen und finde sie faszinierend. Bella Steger findet das auch. Deshalb hat sie welche zuhause. Weil mir das leider unmöglich ist, hab ich mich sehr gefreut, Bella besuchen zu dürfen. Und was soll ich sagen: Ich liebe Eulen und finde sie faszinierend. Jetzt sogar noch ein Stück mehr. „ D i e t o t a l e F a s z i n a t i o n hat angefangen, als ich beim Ausreiten einen halbtoten Raben aufgelesen habe“, startet Bella. Nicht alle Tiergeschichten beginnen romantisch. Bella jedenfalls hat den Raben mit nach Hause genommen und ihn großgezogen. Lange wich er ihr nicht mehr von der Seite und kommt auch heute noch, nachdem sie ihn vor Jahren ausgewildert hat, ab und zu angeflogen. Zu Besuch quasi. Es sollten einige Wildtiere werden, die Bella aufgezogen und wieder in die Freiheit entlassen hat: „Ich weiß, es ist das Beste für das Tier, in seiner natürlichen Umgebung zu sein, traurig war ich trotzdem immer, wenn ich sie wieder gehen lassen musste.“ I h r e M u t t e r sei manchmal mit ihr verzweifelt, erinnert sich Bella an ihre Kindheit. Schon damals hat sie so ziemlich alles mit nach Hause gebracht, was ihr auf ihren Streifzügen durch die Natur unterkam. „Ich habe immer Tiere gerettet“, sagt sie. Vom Steinmarder bis zum Nasenbär fand sich alles im privaten Kleinzoo. „Ein Leben ohne Tiere wäre für
18
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
mich undenkbar.“ Bella Steger hat neben den Eulen aktuell zwei Hengste und zwei Ziegen, „die sind obercool und die außergewöhnlichsten Ziegen der Welt“, schwärmt sie. Vor allem, weil sie offenbar nicht wissen, dass sie Ziegen sind. „Sie verhalten sich wie Hunde, kommen mit zum Radfahren, Wandern oder Rollerskaten. Beim Einkaufen warten sie vorm MPreis und sie können Platz und Pfote, Bleib und Wart. Die Ziegen sind grenzgenial und schon richtig bekannt bei uns im Ort. Wenn ich ohne Tiere rausgehe, fehlt mir etwas. Dann komme ich mir richtig nackt vor.“
S PA Z I E R E N T R A G E N Bella Steger ist Fotografin. Am liebsten fotografiert sie – fast schon folgerichtig zu ihrer Biografie – Tiere, meist sind es Pferde in Symbiose mit ihren Besitzern oder alleine. Seit rund eineinhalb Jahren ist sie Eulenmama. Navajo und Antares leben nicht nur bei ihr, sie sind mittlerweile auch zum beruflichen Mittelpunkt geworden. „Eulen sind tolle Tiere“, findet Bella. „Sie sind total gemütlich
„Den ganzen Tag chillen, am Ast sitzen und schauen: Eulen sind die perfekten Volierenvögel.“ Bella Steger
wenn man mit den Tieren arbeiten möchte. So wie es Bella macht. „Ich bin dem Amtstierarzt so dankbar, dass ich meinen Traum verwirklichen konnte. Wildtiere für gewerbliche Tätigkeiten zu verwenden, ist gar nicht so einfach“, erklärt Bella. Jedes Shooting muss penibel dokumentiert werden und darf nur abends stattfinden, obwohl die Tiere erfahrungsgemäß untertags gleich munter sind. „Am Abend ist das Licht eh schön“, nimmt’s Bella gelassen. Auch die Wochenarbeitszeit ist begrenzt, doch „ich liebe es, mit den Tieren zu arbeiten“, sagt die Fotografin.
MAGISCH
„Die Eulen sind mir extrem ans Herz gewachsen, ich würde alles für sie tun. Sie sind für mich Familie.“ BELLA STEGER
und eigentlich megafaul. Deshalb hab ich kein schlechtes Gewissen, sie in einer Voliere zu halten.“ Die Voliere ist riesig, ausgenutzt wird sie von deren Bewohnern selten. Sie sitzen auf ihrer Stange und schauen. „Sie können zwar fliegen, aber das interessiert sie gar nicht. Sie sind total froh, wenn ich sie durch die Gegend trage. Selbst wenn sie die Möglichkeit haben, frei herumzufliegen, landen sie nach zwei Metern und warten, bis sie wieder zurückgetragen werden.“ Dennoch gibt es für Bella keine besseren Tiere: „Eulen sind klug und außergewöhnlich.“ W e n n N a v a j o u n d A n t a r e s spazieren getragen werden, sitzen sie auf Bellas Arm und beobachten die Umgebung. „Sie finden es spannend, neue Gegenden zu erkunden. Sie würden nie wegfliegen“, ist Bella überzeugt, an Straßen hängt sie sie sicherheitshalber aber doch an. Man weiß ja nie. Navajo ist seit rund eineinhalb Jahren bei Bella, Antares wurde letztes Jahr im April geboren. Schon mit zehn Wochen hatte er eine Flügelspannweite von zwei Metern. S o l c h e V ö g e l zu halten, ist übrigens kein leichtes Unterfangen. Man braucht einen Sachkundenachweis in Form einer Falknerprüfung und auch sonst noch allerhand. Vor allem,
20
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
BELLA STEGER
ist hauptberuflich Fotografin – vor allem für Tiermotive. Sie lebt mit ihrer Tochter Ilvy in der Nähe von Innsbruck, gemeinsam mit zwei Pferden, zwei afrikanischen Zwergziegen, die eigentlich Hunde werden wollten, und den Eulen Navajo und Antares. www.bellasteger.at
Dass Eulen ganz besondere Tiere sind, stellt Bella in ihren Shootings immer wieder aufs Neue fest. Viele Menschen, die sich mit den Eulen fotografieren lassen möchten, haben schwere Schicksalsschläge hinter sich oder sind schwer krank. Diese Begegnungen lassen auch Bella nicht kalt: „Die Eulen wirken offensichtlich beruhigend und haben eine Anziehungskraft auf Menschen in schwierigen Situationen.“ Eulen sind mächtige Tiere, strahlen in dieser Mächtigkeit jedoch eine unglaubliche Ruhe aus. „Ich fotografiere viele Tiere, aber die Eulen haben eine fast magische Wirkung auf Menschen, vor allem auf jene, die es gerade nicht leicht haben. Ich merke, wie sie in dieser Stunde mit den Tieren richtig aufblühen und glücklich sind.“ Dass es den Tieren dabei gut geht, ist Bella wichtig: „Ich würde die Shootings nie, nie, nie anbieten, wenn ich das Gefühl hätte, die Eulen mögen es nicht.“ Denn nichtsdestotrotz sind Eulen Wildtiere. Sie haben spitze Schnäbel und scharfe Krallen. Auch Navajo und Antares. Doch die zwei sind an Menschen gewöhnt und komplett zahm. „Meine Eulen sind immer lieb“, ist Bella bestimmt und ich kann es bestätigen. Keine Sekunde hatte ich Sorge, sie könnten mich verletzen. D a s w a r n i c h t i m m e r s o . Als Navajo zu Bella kam, sei er schwierig gewesen: „Ich hab das von meinen Hengsten gekannt. Die waren anfangs auch sehr widerspenstig. Wenn man ein solches Tier aber auf seine Seite bekommt, hält das Band für immer.“ Der Beginn mit Navajo war Schwerstarbeit. Er kam im Winter ziemlich verwildert zu Bella, stundenlang saß sie neben ihm in der Kälte, um ihm zu zeigen, sie will ihm nichts Böses. Langsam begann sie, ihn zu berühren. Immer nur ganz kurz, bis er ihr vertraute. Das tut auch sie: „Ich vertraue meinen Eulen zu einer Million Prozent, dass sie niemals jemanden verletzen würden. Sie sind so freundlich und immer tiefenentspannt. Auch wenn Navajo anfangs ein Rabauke war: Heute ist er die liebste Eule der Welt.“
FELLKNÄUEL MIT HÖRNERN Dass auf Tirols Almen so manches Tier seine Sommerfrische verbringt, ist nichts Neues. Wenn es sich um Yaks handelt, ist das aber schon ein bisschen außergewöhnlich.
22
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
D
FOTO: UDO TITZ
as Leben auf der Alm, weit weg von der Hektik des Alltags, hat für so manchen Wanderer etwas durchaus Romantisches. Und natürlich hat das Leben mit und von der Natur seine Vorzüge. Doch es ist auch harte Arbeit, denn das Almleben findet nicht nur bei Schönwetter statt.
ALMLEBEN Vor einiger Zeit hat Gabriele Brunner einen Anteil an einer Alm geerbt, hoch oben auf rund 1.600 Metern. Zwei weitere Anteile hat sie dazugekauft. „Bis auf ein Achtel gehört alles mir“, sagt sie. Eigentlich ist Gabi Lehrerin für Psychologie und Sport, Gabi züchtet aber auch Yaks. 40 Jahre lang war die Alm verpachtet. Bis vor 13 Jahren: „Ich hab mir gedacht, ich steig in den Ring und mach das selbst.“ Und weil Landwirtschaft an sich schon „schwierig Brot“ ist, wie sie es treffend formuliert, suchte sie sich eine Nische. Das Gelände um die Alm ist ziemlich steil und karg, was eine Bewirtschaftung schwierig macht. Yaks sind genügsam. U n b e d a r f t i s t G a b i nicht an die Sache herangegangen. Sie hat zuerst nur das Fleisch zugekauft, um zu sehen, ob das in Tirol überhaupt jemand haben möchte. Die Tiroler wollten, also startete Gabi in ein neues Leben. Derzeit hat sie 28 Tiere. „Meine Stammmannschaft habe ich von Alfons Kohl, einem Zuchtkollegen aus München“, erzählt Gabi. Die Haltung gleicht jener der Mutterkuhhaltung, wie wir sie von den klassischen Kühen kennen. Ein halbes Jahr sind die Yaks auf der Alm, das andere im Tal – der Stall ist offen, denn die Tiere müssen ab und an der Witterung ausgesetzt sein. „Sonst werden sie krank“, erklärt Gabi. Ya k s b r a u c h e n d i e K ä l t e , Schnee und Regen,
„Landwirtschaft ist mühsam, aber wenn man sie mag, ist sie ein Sinn fürs Leben, der nie aufhört.“ GABRIELE BRUNNER
sie möchten sich im Dreck suhlen. Weil das Yak in unseren Breiten aber nicht wirklich domestiziert ist, brauchen die Tiere auch viel Zuwendung. „Ich muss immer auf der Alm sein“, sagt Gabi. Hilfe bekommt sie von Lehrerkollegen, vom Sohn und dem Partner. Unter der Woche aber ist sie allein hier oben. Und das gern. „Ganz allein bin ich eh selten. Meine Tiere sind da und immer wieder kommen Leute vorbei. Dennoch mag ich die Einsamkeit. Es ist eine friedliche Welt am Berg, aber dafür muss man gebaut sein.“ Gabi ist dafür gebaut. Y a k s s i n d i m G r u n d e scheue Tiere, setzen eher auf Flucht als Angriff und brauchen Aufmerksamkeit: „Man muss ihnen täglich Zeit widmen und bei ihnen sein, damit sie sich an die Menschen gewöhnen.“ Yak-Kühe können bis zu 20 Jahre alt werden, Stiere 15, „dann werden sie eher gebrechlich“, erklärt die Züchterin. Das dürfen sie bei Gabi mitunter auch werden, dennoch hält sie die Tiere, um sie letztlich zu schlachten. Almromantik hin oder her. Verwendet werden kann das gesamte Tier: Das Fleisch wird direkt vermarktet, das Fell gegerbt. „Zu den Zuchttieren baue ich natürlich eine Beziehung auf, wenn sie aus Altersgründen zum Schlachter müssen, ist das nicht schön für mich. Zu den Jungstieren, ich nenne sie meinen ‚Metzgerkader‘, habe ich naturgemäß weniger Bezug. So mancher mag es nicht nachvollziehen können, dass die Tiere geschlachtet werden. Letztlich aber sind wir kein Streichelzoo, wir bekommen keine Förderungen, wir müssen schauen, dass es wirtschaftlich passt. Wir sollten halbwegs davon leben können.“ Trotzdem haben alle Tiere einen Namen. „Ein Lebewesen braucht einen Namen, es hat ja eine Seele“, sagt Gabi. Ihre 28 Pappenheimer kennt sie auseinander.
BESUCHEN BESUCHEN SIE SIE UNS. UNS.
Sparkassenplatz 2 (ehemals Dinkhauser) Mo - Fr, 09:30 - 18:00 Uhr Sa, 10:00 - 12:30 Uhr T +43 512 58 49 79
V O N N U T Z- U N D H A U S T I E R E N Yaks sind kleiner als heimische Rinder, die Fleischmenge ist geringer. Außerdem muss man sie rund vier Jahre füttern, bis sie ihr Schlachtgewicht erreichen. Diese vier Jahre dürfen sie auf jeden Fall bei Gabi bleiben. „Wir töten keine Kälber und gemästet werden sie auch nicht“, sagt sie. Deshalb ist das Fleisch verhältnismäßig teuer, die Tiere aber haben ein gutes Leben. Geschmacklich bewegt sich Yak zwischen Rind und Wild, das rote Fleisch enthält viel Myoglobin. In Nepal, der ursprünglichen Heimat der Tiere, gibt es wenig Vegetation, deshalb muss man die Tiere auch in Tirol karg füttern. Folglich wachsen sie langsamer, das Fleisch ist mager. O b s i e d a s F l e i s c h ihrer Tiere auch selbst isst, fragen wir Gabi: „Ja, das darf mir nichts machen“, sagt sie. „Wir tun uns sehr viel an – nicht nur in der Haltung.“ Seit sechs Jahren probiert sie die unterschiedlichsten Rezepte aus, um Interessierten zu zeigen, wie sich das Fleisch am besten zubereiten lässt. Da es quasi fettfrei ist, eignet es sich nicht zum Kurzbraten. Yak ist Slowfood. „Es gibt auf der Alm ein Wandertheater – eine Kombination aus einer Yak-Verkostung und einer Kunstausstellung. Wir möchten den Leuten zeigen, wie das Tier lebt und welche Arbeit dahintersteckt. Gerade im Steilgebiet ist es nicht einfach, die Tiere zusammenzuhalten. Wenn man das nicht selbst erlebt, hat man keinen Begriff davon, was es heißt, Yaks zu züchten.“ Gabi ist auch zu Gast
24
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
bei verschiedenen Veranstaltungen – in der Weihnachtszeit zum Beispiel oder zu Lichtmess. Dann kann man die Produkte verkosten und bestellen. D a s V e r h ä l t n i s zu Tier und Fleisch sei bei Yaks gespalten, beobachtet Gabi. Manchen ist das Fleisch zu exotisch, manchen tatsächlich zu mager, andere finden es toll, vor allem dann, wenn sie sehen, dass sich die Tiere wohl fühlen und in den Steilhängen durchaus zu Hause sind. Es brauche einen offenen Horizont gegenüber Neuem, und man müsse viel erklären, dann aber kann man die Leute durchaus dafür begeistern. Generell plädiert Gabi dafür, weniger Fleisch zu essen, dafür auf die Qualität zu achten. „Iss weniger und dafür von einem Tier, das ein gutes Leben hatte“, findet sie. „Wir müssen nicht auf Kosten des Tieres Leid schaffen, dass jeder sieben Mal die Woche Fleisch essen kann.“ Essen ist nicht nur Nahrungsaufnahme, essen sollte zelebriert werden. E i n L e b e n o h n e T i e r e kann sich Gabi nicht vorstellen. „Ich mag das Zusammenleben mit den Tieren. Sie geben dir viel, sie warten auf dich, sind hilflos ohne dich. Das ist eine große Verantwortung.“ Schon immer hatte sie Haustiere, zum Kuscheln, mit der Landwirtschaft sei ein neuer Aspekt hinzugekommen: „Ein Nutztier ist ein Nutztier, aber das heißt nicht, dass man es weniger respektiert. Es kommt auf die Haltung an und ich hoffe, dass die meinen zufrieden sind mit mir.“
D I E YA K S
von Gabi Brunner leben im Winter in Offenstallhaltung in Pinnersdorf, im Sommer sind sie ein halbes Jahr auf der Alm NeuhögenMolterfeld in der Kelchsau. Die Haltung kommt dem Ursprungsland der Yaks – Nepal – sehr nahe. www.tiroler-bioyak.at
Yaks bezeichnet man auch als Zwergrinder. Die Kühe wiegen ca. 250 Kilo (also eine halbe normale Kuh), die Stiere das Doppelte.
I‘M MORE INTO ROCK‘N ROLL Unsere neuen Herbstlooks sind eingetroffen und sie sind boooombastisch! Wilhelm-Greil-Straße 14 & Claudiastraße 11 . A-6020 Innsbruck . Tel.:+43 664 18 37 051 . shop@boutique-karussell.at . boutique-karussell.at
a GWAM project . girlwithamind.com
SORRY BOYS, I‘M NOT LOOKING FOR A PRINCE!
DICKES FELL Jeder, der 端berlegt, sich ein Tier anzuschaffen, sollte sich das gut 端berlegen. Es ist ein Appell, den es in dieser Form eigentlich gar nicht brauchen sollte. Und doch kann man ihn nicht oft genug ausrichten, schaut man sich in den vier Tierheimen des Tierschutzvereins f端r Tirol um. F端r die Arbeit dort braucht man auch selbst ein dickes Fell.
26
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
N
icht alle Tiere, die ins Tierheim gelangen, wurden ausgesetzt oder mutwillig schlecht behandelt, manchmal werden sie auch schweren Herzens abgegeben, weil man plötzlich eine Allergie entwickelt oder der Besitzer stirbt. Gelegentlich wechselt auch die eigene Wohn- oder Lebenssituation, sodass ein Tier im wahrsten Sinne keinen Platz mehr findet. Doch auch diese Zukunft sollte man mitdenken, wenn man ein Tier zu sich holt. „Man sollte sich im Vorfeld immer überlegen, ob ein Tier zu mir und meinem Leben passt, und sich die Frage stellen, ob man es ein ganzes (Tier-) Leben lang versorgen kann“, sagt Kristin Müller, Geschäftsführerin des Tierschutzvereins Tirol 1881 und selbst Hundebesitzerin. Dazu gehört eben nicht nur das Heute, sondern auch das Morgen und Übermorgen: Habe ich im Falle von Krankheit oder Urlaub eine Möglichkeit, das Tier temporär irgendwo unterzubringen? Was passiert, wenn ein neuer Partner ins Leben tritt, man umzieht oder ein Kind bekommt? „Man sollte sich alle Situationen, die passieren können, bewusst machen“, rät Kristin. Wir haben sie an ihrem Arbeitsplatz im Tierheim Innsbruck Mentlberg besucht.
Was ist die generelle Aufgabe des Tierschutzvereins? K R I S T I N : Wir nehmen in unseren vier Tierheimen in Innsbruck, Wörgl, Reutte und Schwaz herrenlose Tiere auf oder Tiere, die aufgrund der unterschiedlichsten Situationen ihr Zuhause verlieren. Manchmal werden Tiere von der Behörde abgenommen, auch Fundtiere kommen zu uns. Hier versuchen wir, dass sie wieder zum Besitzer zurückfinden, was nicht immer ganz einfach ist. Generell betreuen wir Hunde, Katzen, Kleintiere, Vögel und Reptilien, außerdem haben wir eine Wildtierauffangstation, in die verletztes Wild oder Jungtiere kommen, die wir wieder in die Freiheit entlassen, sobald sie alleine überlebensfähig sind. Manchmal kommt es auch vor, dass Kartons mit Meerschweinchen, Hasen oder Reptilien vor unserem Tor abgestellt werden. Letzten Herbst, als es bereits ziemlich kühl war, wurde eine Schlange vors Haus gestellt. Sie hatte Glück, dass sie die Nacht überlebt hat. So etwas ist mir unbegreiflich. Was sind die Hauptgründe dafür, dass Tiere zu euch kommen? Das ist je nach Tierart sehr unterschiedlich. Katzen sind meist Privatabgaben, weil man Allergien entwickelt oder umzieht und dann zum Beispiel keinen Garten mehr hat, in den
„Wenn man ein Tier retten kann, ist man unglaublich glücklich. Man muss allerdings akzeptieren, dass es nicht jedes Tier schafft.“ Kristin Müller GESPRÄCH:
MARINA BERNARDI FOTOS:
ANDREAS FRIEDLE
TIERSCHUTZVEREIN FÜR TIROL 1881
Seit der Gründung vor mehr als 135 Jahren hat sich der Verein der Achtung vor dem Geschöpf Tier, dem Verhindern von Tierleid und der Erziehung der Jugend zur Tierliebe verschrieben. Der TSVT 1881 fasst aktuell mehr als 20.000 Mitglieder und hat ein Jahresbudget von rund 1,5 Millionen Euro. Weil sich der Verein hauptsächlich über Spenden finanziert, ist Unterstützung jederzeit gerne willkommen. Außerdem kann man dem Verein gegen einen kleinen jährlichen Mitgliedsbeitrag von zehn Euro beitreten, wer will, kann auch mitarbeiten. www.tierschutzverein-tirol.at
die Katze raus kann. Katzen sind oft auch Fundtiere, die nicht abgeholt werden, was vor allem damit zusammenhängt, dass es noch keine Chippflicht gibt und sich schwarze oder getigerte Katzen schwer voneinander unterscheiden lassen. Auch bei Kleintieren sind es häufig Fundtiere. Hunde werden in der Regel vom Halter gebracht, weil sich die familiäre oder örtliche Situation ändert. Natürlich kommt es aber auch vor, dass Tiere ausgesetzt werden, nur lässt sich das schwer beweisen. Da viele Fundtiere jedoch nicht abgeholt werden, liegt der Schluss nahe, dass man sie schlicht nicht mehr haben will. Was seit zwei, drei Jahren leider zunimmt, sind Beschlagnahmungen seitens der Behörde, weil die Tiere schlecht behandelt werden und/oder die Haltungsbedingungen ungeeignet sind. Wie geht es dir damit, wenn traumatisierte oder misshandelte Tiere gebracht werden? Zuerst steigt Wut in einem hoch, dann kommt die Traurigkeit. Wenn man das Tier aber retten kann, ist man unglaublich glücklich. Man muss allerdings akzeptieren, dass es nicht jedes Tier schafft. Man braucht selbst ein dickes Fell und muss versuchen, nicht alles an sich heranzulassen. Wenn Babykätzchen im Winter in der freien Natur auf die Welt kommen und komplett verschnupft, abgemagert und krank zu uns gebracht werden, ist das nicht schön. Man muss Abstand gewinnen und sich selbst abhärten, sonst hält man den Beruf nicht lange aus. Gibt es bei der Tierhaltung „Trends“? Ja, leider. Hier macht auch die Werbung viel kaputt. Sobald in der Werbung ein Mops gezeigt wird, will jeder einen haben. Auch Hunderassen wie Pitbull oder Stafford-Terrier werden angeschafft, um damit ein Statement zu setzen. Leider informieren sich die wenigsten über deren Haltung, viele sind mit der Rasse schnell überfordert. Diese Hunde wollen permanent beschäftigt werden. Auch kleine Rassen wie Chihuahuas oder die französische Bulldogge sind ganz groß im Rennen, weil viele denken, ein kleiner Hund sei handlich und praktisch und mache keine Arbeit. Die Konsequenz ist, dass sie zu Dauerkläffern wer-
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
27
den und anfangen, zu zwicken. Kleine Hunde sind nicht von Natur aus so, es kommt eher daher, dass sie nicht genügend gefordert werden. Sind so genannte „Listenhunde“ tatsächlich von Haus aus böse? Nein! Kein Tier ist dazu geboren, böse zu sein. Es ist der Mensch, der es dazu macht. Natürlich ist das Potenzial bei starken Rassen wie Pitbulls tendenziell höher als bei einem Golden Retriever, das liegt aber auch daran, dass sie schon für diesen Zweck gezüchtet und für die Zucht die aggressivsten Tiere herangezogen werden. Aber wir hatten auch schon einen Goldie, der sehr angriffig war. Man kann selbst aus einem Spitz einen „bösen“ Hund machen, wenn man es darauf anlegt.
„Kein Tier ist dazu geboren, böse zu sein.“ KRISTIN MÜLLER
Wie lange sind die Tiere im Schnitt bei euch? Hier kommt es vor allem auf das Alter des Tieres, die Größe und den Gesundheitszustand an. Kleintiere wie Mäuse, Ratten, Degus oder Chinchillas sind relativ lange hier und weil Mäuse generell nicht besonders alt werden, verbringen sie oft ihr ganzes Leben bei uns. Auch bei älteren Tieren dauert es oft länger. Für Babykatzen hingegen haben wir meist schon fünf bis zehn Interessenten, bevor wir so überhaupt freigegeben haben. Bei Hunden lässt sich sagen: Je größer, desto schwieriger sind sie zu vermitteln. Wenn sie zudem verhaltensauffällig sind, kann es auch ein Jahr dauern. In dieser Zeit arbeiten wir gemeinsam mit Hundetrainern, um den neuen Besitzern entsprechende Hilfestellungen geben zu können. Habt ihr auch schon Interessenten abgelehnt, weil ihr sie für ungeeignet gehalten habt, ein Tier zu halten? Ja. Man erlebt einiges. Generell gibt es ein Beratungsgespräch, in dem wir den Interessenten und dessen Lebensumstände näher kennenlernen wollen. Speziell bei Hunden macht es Sinn, zwei, drei Mal zu kommen und mit ihnen spazieren zu gehen, um zu sehen, ob die Chemie passt. Bei Problemhunden schauen wir uns die Gegebenheiten vor Ort an, bei Katzen freuen wir uns über Fotos vom potenziellen neuen Zuhause und der Umgebung. Das machen die Leute meist sehr gerne. Ab und zu haben die Leute aber dennoch unrealistische Vorstellungen. Ein Geschäftsmann kam zu uns und wollte einen Husky, weil er so schön sei, aktiv und groß. Im Gespräch stellte sich allerdings heraus, dass er täglich nur eine halbe Stunde Zeit hat, um sich mit dem Hund zu beschäftigen. Es kommt auch vor, dass Leute eine Katze im Internet sehen und sie unbedingt haben wollen – auch wenn sie zwei Kinder haben, aber die Katze keine Kinder mag. Wir haben dann die Möglichkeit, ihnen die Tiere mitzugeben, wohlwissend, dass sie in zwei Wochen wieder zurückgebracht werden, oder wir halten den Ärger und den Frust der Leute aus. Da ist mir der Frust eindeutig lieber.
28
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
September bis November
HerbstGenuss Wirte aus Leidenschaft kredenzen nur das Beste aus der Region.
Wir möchten jeden Besucher ein kulinarisches Erlebnis bereiten. Nur einen Steinwur f von der Isar befindet sich die „Krüner Stub´n“. Jede unserer behaglichen Stuben ist ein Unikat. Die Räumlichkeiten sind zum Teil origi-
ALLE BETRIEBE FINDEN SIE UNTER:
nale Nachbauten von jahrhunder tealten Tiroler Stuben und erzählen eine eigene Geschichte. Lassen Sie sich von der bayerischen Gemütlichkeit in
www.culinarium-alpentraum.at
den Bann ziehen. Maximilian Schandl und Lydia Juraske
Öffnungszeiten: von 11.30 bis 14.00 Uhr von 17.00 bis 22.00 Uhr Donnerstag von 17.00 bis 22.00 Uhr
THEMEN-SCHWERPUNKT „HERBST-GENUSS“
Warme Küche bis 21.00 Uhr
vom 15. bis 25. Oktober 2019
Mittwoch Ruhetag
Kirchweihgans-Essen & Wildgerichte
Restaurant Krüner Stub‘n · Lydia Juraske und Maximilian Schandl · Soiernstraße 4 · 82494 Krün Telefon: +49 (0) 88 25 / 92 19 670 · info@kruener-stubn.de · www.kruener-stubn.de
Seit Jahrzehnten sind wir in Leutasch und weit darüber hinaus ein Garant für ausgezeichnete Küche und liebevolle Gastfreundschaft. In unserem neu gestalteten Restaurant finden Sie neben heimischen und internationalen Gerichten auch eine große Auswahl an Salaten und vegetarischen Speisen sowie Holzofen-Pizzas und hausgemachten Nudelgerichten. Barbara und Marco Neuner
werbeagentur · telfs · 0664 / 308 44 35 © Fotos: Archiv CulinariumAlpentraum · David Johansson AdobeStock: Voyagerix – stock.adobe.com
Öffnungszeiten: von 12.00 bis 22.00 Uhr
THEMEN-SCHWERPUNKT „HERBST-GENUSS“
Nachmittagskarte: von 13.45 bis 17.00 Uhr
vom 15. September bis 10. Oktober 2019
Dienstag Ruhetag
Hirsch und Gams aus der heimischen Jagd
Restaurant Weidachstube · Familie Neuner · Weidach 373 b · 6105 Leutasch Telefon: +43 (0) 52 14 / 64 56 · weidachstube@aon.at
NACHTS IM AQUARIUM Seit vergangenem Jahr ist André Stadler neuer Direktor und Geschäftsführer des Alpenzoo Innsbruck. Gratulationen aus der ganzen Welt erreichten ihn, nur in Tirol, da interessierte das kaum jemanden. Weil der Alpenzoo halt einfach da ist. Dabei ist er etwas richtig Besonderes.
W
ir Tiroler verbinden mit unserem Alpenzoo vor allem Kindheitserinnerungen. Jeder war mal da – mit seinen Eltern, den Großeltern, der Schule. Wir fanden die Tiere super – das eine mehr, das andere weniger. Wir mochten den Spaziergang durch den Zoo – die einen mehr, die anderen weniger. Es geht mitunter doch ganz schön bergauf. Auf jeden Fall aber ist der Alpenzoo für uns selbstverständlich. Dabei haben wir mit ihm einen richtigen Schatz im Land. „Den meisten ist nicht bewusst, dass der Alpenzoo einer der führenden Zoos weltweit ist“, sagt André Stadler, der zu Beginn wenn nicht ein bisschen enttäuscht, so zumindest überrascht war, dass der Alpenzoo hierzulande als gar nicht so besonders angesehen wird. „Der Alpenzoo ist ein Big Player und kein kleiner Dorftierpark“, sagt André, „ein Riesending. Nur halt nicht für die Innsbrucker.“ A n d r é S t a d l e r wollte schon immer Zoodirektor werden, von dem Augenblick an, als er Professor Bernhard Grzimek im Fernsehen gesehen hatte. Er hat Biologie studiert, Schwerpunkt Zoologie, Praktika im Zoo gemacht, dort einen Assistenzjob gehabt und seine Diplomarbeit darüber geschrieben. Er hat über 200 Zoos weltweit besucht und immer versucht, mit dem Direktor ins Gespräch zu kommen. „Ich wollte in den Zoo“, sagt er. Und da ist er. Du bist aus Deutschland. Stand Innsbruck schon immer auf deiner Agenda? A N D R É : Ja. Ich war vorher mehrfach hier, wusste, wie toll der Zoo ist, aber auch die Lebensqualität. Man arbeitet nicht immer, sondern lebt ja auch. Das passt in Innsbruck und Tirol optimal zusammen. Die Luft ist sauber, für meine bis dato gewohnten Verhältnisse gibt es kaum Verkehr. Innsbruck ist wie ein Dorf mit der Infrastruktur einer Großstadt: Es gibt
30
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
einen Flughafen, die Messe, Theater, ein Schauspielhaus, es war Austragungsort der Olympischen Spiele. Gibt es etwas, das du in Tirol für dein Leben neu entdeckt hast? Ich bin 25 Jahre weder Ski noch Snowboard gefahren. In der ersten Saison war mein Ziel, mir nicht die Beine zu brechen, letzten Winter hab ich mein Snowboard reaktiviert, diesen Winter werde ich die Skier ausprobieren. Was ich für mich ganz neu entdeckt habe, ist das Klettern. Ich bouldere sehr gerne, gehe Klettersteige und klettere mit Seil. Das kannte ich nicht, aber es gefällt mir.
„Ich bin Vollblutzoologe und habe den Beruf ergriffen, weil ich Tiere liebe.“ A N D R É S TA D L E R
TEXT:
MARINA BERNARDI FOTOS:
ANDREAS FRIEDLE
Glaubst du, hat sich das Verhältnis zwischen Mensch und Tier im Vergleich zu früher gewandelt? Ich denke, das ist von der jeweiligen Region abhängig. In meiner alten Heimat ist die Entfremdung zur Natur viel weiter fortgeschritten, dort glaubt man, die Kuh sei lila. In Tirol hat der Mensch noch einen viel natürlicheren Bezug zu Tieren und Umwelt. Der Tiroler an sich ist umweltbewusst, weiß, wo das Fleisch herkommt, kennt die Bauernhöfe. So gesehen ist in Tirol noch vieles natürlich. Aktuell gibt es Diskussionen zu Wölfen und Bären, aber auch vermeintlich aggressiven Kühen. Was ist deine Meinung dazu? Gerade in Bezug auf die „angriffslustigen“ Kühe sieht man, wie naturentfremdet so mancher Tourist ist. Es waren nicht die Einheimischen, die angegriffen wurden. Der Tiroler weiß in der Regel, dass man eine Mutterkuhherde in Ruhe lässt. Und dass Wolf und Bär nach Tirol kommen, ist eigentlich ein gutes
Wir waren dann mal im Zoo: Maya mit Alpenzoo-Direktor André Stadler
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
31
ANDRÉ STADLER
„Man muss Bildung richtig vermitteln und es schaffen, dass die Menschen staunen.“ A N D R É S TA D L E R
Zeichen. Es zeigt, dass sich die Grundpopulation erholt. Dass sie kommen, können wir nicht verhindern, wir können nur den Umgang mit ihnen beeinflussen. Wir dürfen die Landwirte und Viehzüchter nicht mit dem Problem alleine lassen und sagen: Kauft euch doch einfach ein neues Schaf! Hier sind auch wir als Zoo in der Pflicht, Bildung zu betreiben und die Angst vor dem Tier zu nehmen. Der Wolf per se ist nicht gefährlich. Wenn man sich dem Tier nähert, geht es normalerweise weg. Man kann also ohne weiteres in den Wald gehen, ohne dass unsere Kinder gefressen werden. Wölfe sind keine Gefahr für den Menschen. Als Zoologe finde ich es also gut, dass die Tiere wiederkommen, ich habe aber auch keine Alm. Ich möchte meine Tiere vor der Tür auch nicht totgebissen sehen. Ich verstehe also die Sorgen der Landwirte, deshalb braucht es ein professionelles Wolfsmanagement – ohne Emotionen. Die Bildung ist eine der Hauptaufgaben von Zoos. Glaubst du, dass Menschen tatsächlich in den Zoo gehen, um sich weiterzubilden? Es gibt Studien, die zeigen, dass Zoobesucher generell schlauer rausgehen als sie reingekommen sind. Das ist auch mein erklärtes Ziel. In erster Linie aber kommen Menschen natürlich in den Zoo, um sich zu erholen. Es ist deshalb unsere Aufgabe, Wissen unterschwellig zu vermitteln. Wir stehen für Arten- und Naturschutz und wenn jeder nur eine Kleinigkeit mitnimmt, haben wir schon gewonnen. Letztlich gibt es vier Säulen, warum es zoologische Gärten gibt: die Erholung, der Arterhalt, die Bildung und die Forschung. Vieles, das wir
32
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
über Tiere wissen, wissen wir nur, weil es Zoos gibt. Niemand läuft einem Steinbock 365 Tage im Jahr 24 Stunden täglich hinterher. In Zoos kann man ihn rund um die Uhr beobachten. Alle vier Säulen sind gleich viel wert und wir müssen es schaffen, alle zu bedienen. Ginge es nach mir, geht jeder Zoobesucher als Biologieprofessor nach Hause, aber ich weiß, dass er vorrangig nicht deswegen kommt. Also müssen wir ihn dort abholen, wo er sich befindet, und die Tiere als Botschafter einsetzen. Gibt es ein klassisches Missverständnis, das zwischen Menschen und Tieren herrscht? Tiere sind quasi verhaftet mit Missverständnissen. Oder eher mit Nichtwissen. Die Menschen sind immer wieder erstaunt, wenn man ihnen ein paar Fakten nennt: Der Braunbär zum
ALPENZOO
Im Alpenzoo leben auf etwas mehr als vier Hektar in naturnah gestalteten Gehegen, Terrarien und Aquarien etwa 2.000 Tiere von rund 150 Arten. Kein anderer Zoo der Welt zeigt eine derart vollständige Sammlung von Wildtieren aus den Alpen. Neben dem Erlebnisfaktor haben Zoos die Aufgabe, zu bilden sowie zu forschen und zu lehren, außerdem haben sie sich dem Natur- und Artenschutz verschrieben. www.alpenzoo.at
ist Diplom-Biologe und folgte Anfang des letzten Jahres dem langjährigen Alpenzoo-Direktor Michael Martys nach. Der 40-jährige Deutsche setzte sich gegen 26 Bewerber durch. Er ist in Wuppertal geboren, studierte in Bochum und war seit Oktober 2007 Kurator im Zoo Wuppertal. Seit 1. Jänner 2018 ist er Direktor und Geschäftsführer im Alpenzoo Innsbruck. Seit heuer ist er unter anderem auch Vorstandsmitglied im Verband der Zoologischen Gärten/VdZ. Selbst hat er – ganz klassisch – einen Hund und eine Katze.
Beispiel ist ein riesiges Tier, aber seine Augen sind so groß wie jene einer Hauskatze. Der Bär ist ein Nasentier, der seine Umwelt vorrangig über Gerüche wahrnimmt. Das sind 300 Kilo Bär, aber er riecht besser als er sieht. Wenn du selbst in den Bergen unterwegs bist, ist Tierbeobachtung ein Thema? Es ist mein Haupthobby – vor allem Vögel, aber ich habe Spaß an jedem Tier. In Tirol gibt es über 700 Schmetterlingsarten. Kürzlich habe ich mich mit dem Matterhornbär beschäftigt, einem Schmetterling, für den ich ein Artenschutzprogramm starten möchte. Gemeinsam mit schwedischen Kollegen haben wir ein solches für den Alpenbock aufgestellt, einen tollen blauen Käfer. Es gibt viel zu sehen in der Natur, deshalb gehe ich auch hinaus. Gibt es etwas, das sich Menschen von den Tieren abschauen können? Die Tierwelt ist viel ehrlicher und direkter. Wir haben kürzlich die Weiherburg als Eventzentrum übernommen. Dort gibt es unter anderem ein Managementseminar zum Thema „Dominanzen im Tierreich“. Während ich mit euch rede, schaue ich euch in die Augen. Würde ich die ganze Zeit nur auf meine Füße starren, dächtet ihr wahrscheinlich, ich hätte einen an der Waffel. Im Tierreich ist das In-die-AugenSchauen eine Dominanzgeste: Ich schau dir in die Augen, halte dem Blick stand und der andere fühlt sich eingeschüchtert. Ranghohe Menschen stehen aufrecht und blinzeln signifikant weniger als rangniedere. Schaut mal einer Katze in die Augen: Sie fängt an zu blinzeln und geht weg. Die mag das nicht. Wenn du Ruhe haben willst, in welches Gehege gehst du dann? Nachts ins Aquarium.
JENEWEIN IMMOBILIEN
IMMOBILIENPROFIS MIT POWER Der Geschäftsführer der Firma Immobilienmanagement Jenewein GmbH, Peter Jenewein, legt großen Wert auf die professionelle und zielorientierte Arbeit durch sein bestens ausgebildetes Team mit geballter Frauenpower.
Es ist die Mischung aus langjähriger Erfahrung und einem sehr guten Netzwerk, die den Erfolg von Peter Jenewein ausmacht. Bereits seit Jahrzehnten ist der Firmeninhaber von Immobilienmanagement Jenewein ein kompetenter Ansprechpartner in allen Belangen der Immobilienbranche. Gemeinsam mit seinem Team ist er für eine professionelle, zielorientierte und seriöse Abwicklung bekannt.
KO M P E T E N Z U N D V E R A N T W O R T U N G Die Erfahrung eines erfolgreichen Teams schafft Vertrauen. Beim Immobilienmanagement Jenewein liegt dieser Erfolg zum einen am ehrlichen Interesse an den Geschäftspartnern und zum anderen an der zielorientierten, professionellen und erfolgreichen Abwicklung von Immobilientransaktionen im privaten und gewerblichen Bereich. D i e s e l b s t a u f e r l e g t e n Qualitätskriterien reichen vom ersten Kontakt mit dem Kunden über Immobilienbewertung als Sach-
E N T G E LT L I C H E E I N S C H A LT U N G
verständige, Erstellen von exklusiven Hochglanzexposés bis hin zur finalen Vertragsbesprechung, Unterfertigung sowie persönlichen Übergabe der Immobilie.
Menschen, die uns erfolgreich macht. Und für diesen Erfolg bin ich sehr dankbar“, weiß Peter Jenewein dies auch zu schätzen.
D I R E K T E R KO N TA K T „Das gegenseitige Vertrauen ist die Grundlage für eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit“, erklärt Peter Jenewein. Das Portfolio bietet dabei neben klassischen Immobilien jeder Größe und Preislage auch außergewöhnliche, luxuriöse Objekte, die vom Firmeninhaber selbst betreut werden. Gastronomie und Beherbergungsobjekte hat das Immobilienmanagement Jenewein genauso im Repertoire. F ü r e i n e u m f a n g r e i c h e und persönliche Betreuung sorgt das hoch qualifizierte Team, das – abgesehen von Geschäftsführer Peter Jenewein – aus Frauen besteht. Dass diese geballte Frauenpower direkt zum Erfolg führt, zeigt sich beim Immobilienmanagement Jenewein ganz offensichtlich. „Es ist die Freude an der Begegnung mit vielen wunderbaren
IMMOBILIENMANAGEMENT JENEWEIN GMBH
Eduard-Bodem-Gasse 8 6020 Innsbruck Tel.: 0512/26 82 82 office@immobilien-jenewein.at www.immobilien-jenewein.at Ihre Ansprechpartnerin für Ihren Immobilienverkauf: Michaela Déal Mobil: 0676/97 047 33
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
33
„TIERE SIND WIE WIR“ Trauern ist ein ganz normaler Prozess. Würdevolles Abschiednehmen sollte auch möglich sein, wenn es um das geliebte Haustier geht. Alexandra Neurauter und Andreas Kattey sind 2013 mit ihrer Tierbestattung Empresário Neurauter angetreten, um genau das möglich zu machen.
„So wie wir Menschen nicht ohne Sarg kremiert werden dürfen, brauchen auch Tiere ein Behältnis.“ Alexandra Neurauter
34
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
E
Es ist Alexandra und Andreas ein echtes Anliegen, dass auch Tieren ein letzter Gang in Würde nicht verwehrt bleiben darf.
in geräumiges Altbaubüro in Innsbruck ist der Dreh- und Angelpunkt des würdigen Trauerns und Abschiednehmens von geliebten Haustieren. Beim Öffnen der Wohnungstür bemerkt man recht plötzlich, dass Tiere hier höchst willkommen sind und geliebt werden. Lebendige und solche, die bereits verstorben sind. Ein tiefes, gutturales Knurren und schon steht er da. Giacomo, ein stattlicher Dobermann, der aber – wie einem sogleich versichert wird – nur gestreichelt werden will. Okay. „Der mag keine Hunde“, meldet mich Giacomos Herrchen bei meiner Gesprächspartnerin an. Das ist so nicht ganz richtig. Es ist keine prinzipielle Abneigung, sondern eher Respekt, hart an der Grenze zur Angst. An einem großen weißen Besprechungstisch sitzt Alexandra Neurauter und lächelt freundlich, in der Mitte steht eine große Vase mit Rosen. Die dahinterliegende Schrankwand ist einige Meter hoch. In den Regalen stehen unzählige Urnen. Doch es sind längst nicht alle. Insgesamt sind es an die 600 Stück, die bei Empresário Neurauter, dem in Innsbruck ansässigen Tierbestatter, verfügbar sind. Viele davon lagernd, manche zum Bestellen. „W i r h a t t e n i m m e r schon viel mit Tieren zu tun und haben immer im Tierschutz gearbeitet, auch privat“, erzählt Alexandra, die mit ihrem Geschäftspartner Andreas Kattey 2013 das Unternehmen gegründet hat. Es habe in Tirol kein entsprechendes Angebot gegeben. Andreas und Alexandra kennen einander schon seit über 20 Jahren, man verfolgt dieselben Ziele und harmoniert. Alexandra sagt eindringlich: „Wir legen größten Wert darauf, dass Tiere ordentlich kremiert und nicht einfach auf den Müll geschmissen werden.“ Sie meint damit die Tierkörperverwertung und man merkt, es ist ihr ein echtes Anliegen, dass auch Tieren ein letzter Gang in Würde nicht verwehrt bleiben darf. Doch wie reagieren die Menschen auf den ungewöhnlichen Beruf des Tierbestatters? „Die meisten sind zunächst einmal erstaunt. Aber mittlerweile ist der Be-
Die Auswahl an Urnen ist groß: Insgesamt sind es über 600 Stück, manche fungieren gleichzeitig als Bilderrahmen.
EMPRESÁRIO NEURAUTER
Mit viel Einfühlungsvermögen, unter Einhaltung der gesetzlichen und hygienischen Bestimmungen, einer großen Auswahl an Tierurnen sowie speziellen Bestattungsarten und kompetenter Beratung sind Alexandra Neuner und Andreas Kattey für euch im Fall des Falles da. Adolf-Pichler-Platz 12, Innsbruck. Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. von 9:30 bis 14 Uhr und nach Vereinbarung. www.tierbestattung-tirol.at
ruf schon bekannter. Vor allem im ländlichen Bereich ist aber noch Aufklärungsarbeit notwendig“, sagt Alexandra.
ANRUF GENÜGT Tote Tiere sind, so sieht es das Gesetz vor, in Österreich grundsätzlich entsorgungspflichtig. Aus seuchenhygienischen Gründen, wie es heißt. Das muss eine dafür zugelassene Einrichtung erledigen. Das Vergraben eines einzelnen Haustiers irgendwo auf einer Wiese oder im Wald ist verboten, auf dem eigenen Grundstück ist es unter Umständen gestattet, sofern es sich nicht um ein seuchenverdächtiges Tier handelt. „Meines Wissens ist das Vergraben im Garten nur mit der Erlaubnis der jeweiligen Standortgemeinde und unter entsprechenden Vorkehrungen in einem speziellen Sack oder in einer Kiste gestattet“, sagt Alexandra.
TEXT & FOTOS:
MARIAN KRÖLL
D e r T i e r b e s t a t t e r ist grundsätzlich nur für Haustiere zuständig, meist sind es Katzen und Hunde. Ein Hausschwein wäre schon ein Graubereich. Diese Tiere werden als Haustiere zwar immer beliebter, spielen in Österreich aber noch keine besondere Rolle. Pferde, an und für sich Nutztiere, sind auch für die Feuerbestattung zulässig, sofern ein entsprechender Vermerk im Equidenpass, dem Identitätsnachweis des Pferdes, zu finden ist. Stirbt das geliebte Haustier, genügt ein Anruf beim Tierbestatter, der es dann zu Hause oder beim Tierarzt abholt und vorübergehend in ein begehbares Kühlhaus bringt, wo die Tiere in Biokartons bis zur Bestattung gelagert werden. „So wie wir Menschen nicht ohne Sarg kremiert werden dürfen, brauchen auch Tiere ein Behältnis“, erklärt Alexandra, die im Normalfall – sofern das Tier nicht obduziert werden muss oder stark blutet – den Karton dem Kremierungssack
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
35
Die Trauer, wenn man ein geliebtes Tier verliert, unterscheidet sich nicht von der Trauer um einen Menschen.
vorzieht. Nachdem es in Westösterreich kein entsprechendes Tierkrematorium gibt, führt die letzte Reise ins benachbarte Bayern, nach München. Wie erwähnt herrscht an Urnen in Innsbruck kein Mangel. Es gibt sogar biologisch abbaubare, die man im Garten vergraben kann. Es gibt Urnen, die zugleich als Bilderrahmen fungieren. „Es geht immer mehr weg von der ganz klassischen Kupferurne“, weiß Alexandra. Aus der Asche oder den Haaren des verblichenen Haustiers kann man sich einen Edelstein anfertigen lassen. „Man könnte aber auch menschliche Asche mit der tierischen vermischen“, bringt Alexandra eine interessante Alternative ins Spiel und versichert umgehend, dass das völlig legal sei. Und warum sollte auch nicht das geliebte Tier mit dem geliebten Menschen vermengt werden? O b s i c h m e h r F r a u e n als Männer an den Tierbestatter wenden, kann Alexandra nicht mit Gewissheit sagen. „Gefühlsmäßig würde ich sagen, dass es mehr Frauen sind. Aber der Männeranteil nimmt zu, und auch jener der jungen Menschen. Tendenziell sind mehr Hunde bei uns, weil Katzen im Schnitt länger leben.“ Neben Katzen und Hunden werden häufig andere Kleintiere kremiert, dann und wann auch etwas Exotischeres. „Wir haben auch schon Schlangen und Echsen kremiert und sogar einen Koi.“ Dabei handelt es sich um eine besonders wertvolle Karpfenart.
NORMALE TRAUERPROZESSE Die Menschen trauern ganz unterschiedlich um ihre Haustiere. Zeichnet sich der baldige Abschied ab, sind sie in der Regel gefasster. „Ganz schlimm ist es, wenn der Tod so plötzlich kommt“, weiß Alexandra. Insofern unterscheidet sich die Trauer, wenn man ein geliebtes Tier verliert, nicht von der Trauer um einen Menschen. Im eigenen Raum nebenan finden ab und zu Verabschiedungsfeiern statt. Außerdem gibt es die Möglichkeit, der Feuerbestattung beizuwohnen. „Für die Menschen, denen München zu weit ist, kann man eine Film-DVD des letzten Weges anfertigen lassen“, erklärt Alexandra. „Das hilft vielen sehr. Man kann selbst bestimmen, wann man bereit ist, sich das anzusehen.“ Vor allem für Kinder seien Verabschiedungsfeiern besonders wichtig. „Oft fahren die Eltern zum Tierarzt. Dort wird das Tier eingeschläfert und die Kinder hatten nicht die Möglichkeit, sich angemessen zu
36
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
Aus der Asche oder den Haaren des verblichenen Haustiers kann man sich auf Wunsch einen Edelstein anfertigen lassen.
„Tiere trauern ganz genauso wie wir umeinander.“ ALEXANDRA NEURAUTER
verabschieden.“ Alexandra appelliert ganz generell, Tiere zu Hause, in ihrer gewohnten Umgebung, einzuschläfern. Die Tiere haben große Angst, was gar nicht so sehr mit dem Tierarzt selbst, sondern mit den sterilen Räumlichkeiten, mit denen die Tiere nicht vertraut sind, zu tun hat. „Sie riechen dort das Sterilium viel intensiver als wir und riechen auch die Angst von anderen Tieren“, gibt Alexandra zu bedenken. Außerdem sei es für andere Tiere, die im selben Haushalt leben, sehr wichtig, sich auch verabschieden zu können. Das werde oft unterschätzt. „Tiere trauern ganz genauso wie wir umeinander. Tiere sind, vom Gefühlsleben her, genau wie wir, auch wenn sie sich etwas anders ausdrücken.“
M I T D E R T I E R TA F E L H E L F E N Alexandra Neurauter hat klarerweise auch ein Herz für lebendige Tiere und deren Nöte. Seit 2014 führen sie und Andreas die Tier Tafel als gemeinnützigen Verein, der Tierbesitzer in finanzieller Notlage dabei unterstützt, ihre Tiere zu versorgen. Geldspenden werden dazu verwendet, dringend notwendige Operationen zu bezahlen, die die Tierbesitzer finanziell nicht stemmen können. Sachspenden aller Art sind ebenfalls höchst willkommen. „Wir haben über unsere Kunden öfter von Tierbesitzern gehört, die in eine Notlage geraten sind. Das wirkt sich natürlich auch entsprechend negativ auf die Tiere aus. Es gab Handlungs-
bedarf. So wie es eine Tafel für Menschen braucht, braucht es eine für Tiere“, so Alexandra über ihre Motivation. Sach- und Geldspenden helfen der Tier Tafel dabei, den Tieren das Notwendigste zur Verfügung zu stellen. Es gibt Boxen in zwei Merkur-Märkten (EKZ West und Mitterweg) und in der Ausgabestelle direkt im Büro am Adolf-Pichler-Platz. Dort kann man beispielsweise Tierfutter abgeben, mit dem man hungrigen Tieren sofort helfen kann.
STRENGERE REGELN Alexandra kommt aus dem Tierschutz. Deshalb ist es nur allzu nachvollziehbar, dass sie sich hierzulande strengere Regeln wünscht. „Gesetzlich tut sich zwar immer wieder etwas, aber meines Erachtens immer noch zu wenig“, so Alexandra, die zudem ein noch größeres Problem ausgemacht hat: „Es wird viel zu wenig kontrolliert.“ Die Gesetze sind zwar da, die Vollziehung werde aber zu lax gehandhabt, die Amtsveterinäre seien bemüht, hätten aber zu wenig Kapazitäten, merkt die Tierschützerin an. Sie sieht Deutschland als Vorzeigebeispiel. Dort funktioniere die Zusammenarbeit zwischen Tierschutz und Ordnungsämtern sehr gut. Tierquälerei gehöre genauso hart bestraft wie das Quälen von Menschen, wünscht sich Alexandra: „Es betrifft genauso ein Lebewesen, das gequält wurde, und zwar mutwillig. Dafür sollte man ins Gefängnis gehen. Leute, die Tiere quälen, können auch Menschen quälen.“ W e r w i e A l e x a n d r a seit langem im Tierschutz aktiv ist, sieht und erlebt viele Dinge. Abgründige und jenseitige. Aber sie erlebt auch schöne Dinge. Würdevolle. So wie das Abschiednehmen im richtigen Rahmen. Denn Tiere sind keine Sachen. Sie sind Lebewesen. So wie wir.
Denk
selbst versichert ist Frau. die
en Frauen bekomm 4 %* 3 m u t it n h c S im n. weniger Pensio ! Jetzt vorsorgen
www.uniqa.at Die wesentlichen Informationen zu dem beworbenen Versicherungsprodukt finden Sie auf www.uniqa.at in unserem Basisinformationsblatt.
Werbung
* Vergleich durchschnittlicher Nettopensionen von Frauen und Männern, ausgehend von den durchschnittlichen Bruttoalterspensionen in der gesetzlichen Pensionsversicherung laut Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger. Quellen: Statistik Austria, Höhe der Durchschnittspensionen ohne zwischenstaatliche Teilleistungen in der gesetzlichen Pensionsversicherung 2017 (Online); Bundesministerium für Finanzen, Online BruttoNetto-Rechner; Webseiten abgerufen am 23.1.2019. Die wesentlichen Informationen zu unseren Vorsorgeprodukten finden Sie auf www.uniqa.at in den jeweiligen Basisinformationsblättern.
38
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
VON TIER ZU MENSCH Zu Weihnachten, so die Legende, können Tiere sprechen. Kaum ein Kind, das diese Geschichte erzählt bekommt und in der Weihnachtsnacht nicht angestrengt lauscht. Hören könnten es eigentlich alle, sagt Tierkommunikatorin Birgit Kuntze, aber wenige wollen es wahrhaben. Dabei könne, mit ein wenig Übung, tatsächlich jeder mit Tieren reden, sagt sie. Sie tue es ja auch.
B
irgit, was genau machst du eigentlich?“ Birgit Kuntze lacht. Die Frage ist Programm. Dementsprechend prompt kommt auch die Antwort: „Meine Hauptaufgabe sehe ich darin, als Vermittlerin zwischen Tier und Mensch zu fungieren und ein besseres Verständnis füreinander zu ermöglichen.“ A n d i e s e m P u n k t hängt es nun davon ab, was für ein Verhältnis man denn generell zu Tieren hat. Wer sie als fühlende und mit uns interagierende Lebewesen sieht, für den wird Birgits Erklärung schlüssig sein. Für alle anderen, denen es ziemlich egal ist, was ein Tier von ihnen hält, wie es sich fühlt, nicht. Wer es hingegen wissen will, dem kann Birgit weiterhelfen. „Versteht ein Mensch sein Tier oder das Tier den Menschen nicht, kommt es durch Missverständnisse – genauso wie unter Menschen – zu Fehlinterpretationen und Fehlverhalten. Indem ich mir das Warum bei ungeklärten Verhaltensweisen erklären lasse und dann entsprechend weitergebe, werden viele Fragen geklärt. Warum benimmt sich das Tier so? Warum zieht der Hund an der Leine, warum kratzt die Katze, warum geht das Pferd im Wald immer durch?“ D i e s e u n d v i e l e a n d e r e Fragen stellt Birgit den Tieren – und wenn sie die Antworten darauf kennt, kann der Tierhalter reagieren. „Es kann natürlich auch sein, dass der Tierbesitzer dem Tier etwas mitteilen muss. Angenommen, man verreist mehrere Wochen und die Katze wird von den Nachbarn versorgt, sollte sie wissen, dass man wiederkommt und nicht verschwunden bleibt. Wenn ich der Katze mitteile, dass ich zurückkomme,
ist sie vielleicht auch traurig, aber nicht mehr todtraurig.“ TEXT:
WIEDERENTDECKEN
SONJA NIEDERBRUNNER
Birgit Kuntze ist Tierkommunikatorin, Human- und Tierenergetikerin. Wenn sie sagt, sie teile dem Tier etwas mit, dann ist das nicht im übertragenen Sinn gemeint, sie deutet keine Tiersprache, sie gurrt, miaut oder bellt auch nicht. Sie spricht tatsächlich mit den Tieren – und die mit ihr. Klingt unheimlich? Birgit winkt ab. Jeder könne das lernen, es sei keine Hexerei. Sie bietet dafür sogar Kurse an. Und wie genau funktioniert das, was sie als Tierkommunikatorin macht? „Dabei verbinde ich mich von Herz zu Herz und von Seele zu Seele mit dem entsprechenden Tier, wodurch eine Schwingungsangleichung zwischen uns beiden entsteht. Dies geschieht durch vorherige Meditations- und Entspannungstechniken, um das Gehirn in die Alpha-Schwingung zu versetzen, die für Telepathie die beste Frequenz darstellt. Fakt ist, dass Telepathie jedem Menschen angeboren ist. In meinem Kursen zum Tierkommunikator geht es darum, die Teilnehmer an diese Fähigkeit zu erinnern und dieses Wissen mit einfach zu erlernenden Techniken zu kombinieren. Das ist einfacher als sich viele denken.“
( M I S S) V E R S TÄ N D N I S Hört sich alles andere als einfach und ja, auch etwas „esoterisch“ an. Das macht neugierig. Wie laufen solche Gespräche ab? „So wie jetzt auch zwischen uns“, sagt sie. „Das Tier und ich führen richtige Dialoge und wie wir wissen: In einem Gespräch kann sehr viel geklärt werden.“ Birgit geht in diesen Gesprächen den
„Telepathie ist jedem Menschen angeboren. In meinem Kursen zum Tierkommunikator geht es darum, die Teilnehmer an diese Fähigkeit zu erinnern und dieses Wissen mit einfach zu erlernenden Techniken zu kombinieren.“ Birgit Kuntze
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
39
von den Tierhaltern benannten Problemen auf den Grund. Oft sind es einfach Missverständnisse zwischen Mensch und Tier, man interpretiert Aktionen des Gegenübers falsch. Birgit erzählt an dieser Stelle von jener Katze, einer Freigängerin, die sich bei ihr darüber beschwerte, wie schlecht sie behandelt würde. „Sie sei hier am Verhungern und würde sich jetzt ein anderes Zuhause suchen. Als ich anschließend mit der Tierhalterin darüber sprach, kam raus, dass das Tier Diät zu halten hatte, weil es einfach zu dick war.“ M i t u n t e r k o m m e n in diesen Mensch-Tier-Gesprächen aber auch Dinge zutage, die mehr als verblüffend sind. Eine Katze erzählte Birgit etwa, dass die Tierhalterin mit dem falschen Mann zusammenlebe, sie ihre Herzensfreude verloren hätte und immer so traurig sei. Sagt Birgit so etwas den Tierhaltern? „Ja, das ist meine Aufgabe: Die Botschaften weiterzugeben. Die gefallen den Tierhaltern natürlich nicht immer. Aber ich bin nur das Medium dazwischen – im Grunde wie ein Telefon. Ich bin nicht dafür verantwortlich, was das eine Ende sendet oder hört, aber dafür, die Verbindung herzustellen, damit Kommunikation möglich ist.“ Sie gehe dabei allerdings sensibel vor
40
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
und gebe gewisse Botschaften entsprechend dezent und feinfühlig weiter.
I C H S E H E T W A S ...
„Es ist meine Aufgabe, die Botschaft der Tiere weiterzugeben. Die gefällt den Tierhaltern natürlich nicht immer.“ BIRGIT KUNTZE
Nach einer Tierkommunikation sieht der Mensch sein Tier in der Regel mit anderen Augen. „Es ist ein größeres Bewusstsein entstanden – beim Menschen, wofür dieser in der Regel sehr dankbar ist. Das Tier hat dieses Bewusstsein für den Halter meistens bereits.“ Dahinter stehe eine gänzlich andere Selbstwahrnehmung, erklärt Birgit. „Viele Verhaltensauffälligkeiten von Tieren hängen mit jenen des Menschen zusammen.“ Etwa wie im Fall des humpelnden Pferdes. Seitens der Schulmedizin war alles in Ordnung, auch Osteopathie, Physiotherapie und Akupunktur brachten keine Besserung. Als Birgit mit dem Pferd sprach, verschaffte sich der Vierbeiner Luft. Seine Besitzerin würde ihn nicht verstehen und ihm einen Reitstil aufzwingen, der ihm zuwider sei. Sogar seine tierischen Freunde würden ihn auslachen, wie er, der große, starke Wallach, dahertrippeln müsse. „Sie soll mal darüber nachdenken, warum sie sich selber so unter Druck setzt und von außen in ein Raster drängen lässt, das ihrem Wesen so gar nicht entspricht. Wenn sie mit diesem Theater aufhört, höre ich auch auf zu humpeln.“
FOTOS: SONJA NIEDERBRUNNER, BIRGIT KUNTZE
M AYA’ S M E I N U N G
T e l e f o n h i n o d e r h e r , so eine Botschaft kann man kaum an die Frau bringen, ohne dass sie verletzt. „Die Besitzerin war in der Tat recht schockiert“, erinnert sich Birgit. Doch einige Monate später meldete sie sich wieder – wegen etwas ganz anderem. Und dabei kam raus: Alles war gut geworden. Sie hatte sich zu Herzen genommen, was Birgit bzw. ihr Pferd ihr mitgeteilt hatten. Und das Humpeln verschwand. „Auch beißende Katzen haben viel zu erzählen“, sagt Birgit. „Meistens geht es bei deren Tierhaltern darum, Grenzen zu setzen, nein zu sagen oder sich nicht überrollen zu lassen.“
REINFÜHLEN Birgit spricht nicht nur mit Tieren, sie behandelt sie auch auf energetische Art. Die Besitzerin einer neun Monate alten Katze mit einem Herzfehler meldete sich eines Tages bei ihr, das Tier war apathisch, fraß nichts mehr und sollte am nächsten Tag eingeschläfert werden. Die Halterin war verzweifelt. Birgit begann mit einer energetischen Fernbehandlung. Die Katze lebte anschließend noch vier wundervolle Jahre – und starb eines Tages mitten im Spielen, denn der irreversible Herzfehler war natürlich dennoch da. „Viele Menschen lassen ihre Tiere zum falschen Zeitpunkt einschläfern“, sagt Birgit. „Die gängige Interpretation ist, dass ein Tier sterben will, wenn es nicht mehr frisst oder trinkt. Ist ein Tier aber in diesem Stadium des Sterbeverlaufs, hat es sich meistens noch gar nicht entschieden, ob es sterben möchte. Ist die Entscheidung, dass es gehen möchte, getroffen, geht es ihm zunächst sogar oft wieder besser, weil es alle Lebensreserven aufbraucht.“ Birgit rät jedem Tierhalter, der sich nicht hundertprozentig sicher ist, zu einer Tierkommunikation. „Ich konnte schon einige Tiere in dieser Phase begleiten und manche haben dann noch ein paar Jahre weitergelebt.“ J e l ä n g e r m a n sich mit Birgit unterhält, desto logischer klingt das, was sie sagt. Wer mit Tieren zu tun hat – in einer wertschätzenden Art –, dem wird die Vorstellung, sich mit ihnen zu unterhalten, auch nicht fremd sein. Ganz im Gegenteil wird der ein oder andere mitunter das Gefühl haben, sein Tier „versteht“ ihn, nimmt seine Gefühle wahr und reagiert darauf. „Natürlich halten viele Menschen Tierkommunikation für einen ganz großen Humbug. Aber die kommen auch nicht“, sagt Birgit. Schade für deren Tiere. Schade auch für die Menschen selbst. „Man sollte seine Tiere so sehen, als hätten sie eine Seele und ein Herz – und dann darüber staunen, wie anders alles wird.“ Sie haben es nämlich tatsächlich. Beides, überfließend.
INFOS & KONTAKT www.birgitkuntze.eu
Ode an eine Diva Vor Fotoshootings bin ich generell aufgeregt. Quasi immer. Dieses Mal aber war’s besonders schlimm, denn ich war nicht alleine und meine Partnerin war ein echtes Kaliber. In vielerlei Hinsicht. Ich wusste, dieses Shooting würde eine Herausforderung werden. Ich hatte schon viel von meiner Partnerin gehört, Fotos gesehen, die ihr imposantes Auftreten aber nur erahnen ließen. In natura war sie nämlich noch viel mächtiger, als ich sie mir vorgestellt hatte. Eine wahre Erscheinung. Ich hatte gehörigen Respekt. S c h o n z u v o r hatte ich mir unsere erste Begegnung versucht vorzustellen: Wird sie mich mögen, passt die Chemie zwischen uns? Als sie dann auf uns zugestakst kam, war sie nicht alleine. Ganz Divalike eben. Sie hatte ihre Entourage und zwei Bodyguards dabei – die zwar ziemlich viel kleiner waren als sie selbst, aber trotzdem ihren Dienst verrichteten. Ohne die gehe sie nirgends hin, wurde mir erklärt. Na gut. Sie kommt mir also entgegen – stattlich, stolz, wunderschön. Ich frage, ob ich sie umarmen darf. Ich darf. D a n n g e h t ’ s l o s . Position. Der Fotograf wartet, ich bin bereit. Sie nicht. Weil sie generell tut, was sie möchte. So geht Diva, ein bisschen bin ich beeindruckt. Sie strahlt eine unglaubliche Ruhe aus, während um sie herum Gewusel ausbricht. Zeitpläne sind ihr egal. Dann legt sie plötzlich ihren Kopf auf meine Schulter. Ich bin so glücklich und fange an zu weinen ... wegen meiner Allergie. Die Nase beginnt zu tropfen, meine Wimpern sind im Begriff, sich aufzulösen, überhaupt bin ich dabei, völlig zu zerrinnen. L e i d e r b i n i c h allergisch gegen Esel. Und als Dolores, eine wirklich tolle, aber eben auch sehr sture Poitou-Eselin, endlich bereit war, musste es schnell gehen. Lange konnte ich das nicht mehr durchhalten. Doch wir haben es geschafft, es war eine unglaubliche Begegnung und ein wunderbarer Tag. Am Ende bin ich nach Hause gefahren, habe ein Antihistamin genommen und alles war gut.
P S : E i n g r o s s e s D a n k e an dieser Stelle an die Familie Haim-Swarovski, die uns ihren Schindlhof als Location fürs Covershooting zur Verfügung gestellt hat – inklusive Dolores, deren Rasse leider eine gefährdete Spezies ist.
„Das machen nur die Beine von Dolores, dass die Señores nicht schlafen gehen.“ Peter Alexander
K AT E R G E S C H I C H T E N
(Nicht mehr) Frau der Lage Man kennt mich in der Nachbarschaft. Weniger mich persönlich oder wie ich aussehe, sondern eher meine Stimme. KOMMENTAR:
SONJA NIEDERBRUNNER
„Camillo! Camiiiiillo! Lausebär! Kaaaaater!“ Ich gebe zu, ich bin mit meinen zu jeder Tages- und Nachtzeit in variierenden Lautstärken und wechselnden Dringlichkeitsstufen ausgestoßenen Rufen recht penetrant. Und ich habe die Vermutung, ich bin nicht nur meinem Partner, sondern auch meinem Kater manchmal peinlich. Er kommt ja eh immer nach Hause (der Kater, der Partner auch). Aber man kann ja mal rufen, zur Sicherheit. Zur Ankündigung, dass es bald an der Zeit wäre, heimzukommen (weil es dunkel wird). Weil man ihn in dem Moment gerne sehen würde. (Den Kater. Ja, den Partner auch.) Weil man wissen will, ob eh alles o.k. ist. Die Feststellung meines Umfelds, ich würde meine Katze bemuttern, trifft es zu hundert Prozent. D a C a m i l l o in meiner/seiner Straße sowas wie der Leader of the Street ist, sind ihm meine gluckenhaften Allüren wohl nicht so recht. Ich glaube, das untergräbt seine Autorität. Deshalb kommt er vermutlich oft auch nicht. Dafür die Nachbarskatze. Sobald meine Autotür zuschlägt, steht sie da. Aber fremde „Mütter“ sind ja nie so peinlich wie die eigenen. Ich glaube, der Nachbarskater findet mich ganz cool. Ich bin auch sicher, das liegt an mir und nicht am Futter, das er bei uns abstaubt. Es muss an dieser Stelle wohl nicht erwähnt werden, dass er und mein Kater sich nicht mögen.
CAMILLO AKA LAUSEBÄR
ist eine alles andere als gewöhnliche klassische Hauskatze von rot-weißer Couleur und stammt aus unbekannter Herkunft. Vor sieben Jahren entschied der damals Einjährige sich nach einer kurzen Zwischenstation im Katzenheim Schwaz Quartier bei der Autorin dieses Beitrags zu nehmen und ließ sein neues Heim seitdem entsprechend seinen Wünschen adaptieren. Regelmäßig gibt er neue, wertvolle Impulse zu funktionell sinnvollen Erweiterungen und sorgt mit seinem sonnigen Gemüt und seinem unvergleichlichen Charme für viel Freude in seinem Haushalt, zu dessen Unterhalt er in Form regelmäßiger Frischfleischlieferungen (nur leicht angebissen) beiträgt.
42
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
A l s i c h C a m i l l o vor sieben Jahren aus dem Katzenheim in Schwaz abholte, war ganz klar, wer sich hier wen ausgesucht hatte. ER hat den mitgebrachten Korb betreten. Aus freien Stücken. Bis zu dem Zeitpunkt wusste ich selbst nicht, dass er der Neue an meiner Seite sein würde. Er kam, sah und siegte. Eine friedliche Invasion (zumal der Aggressor auch einfach zu flauschig ist, um ihn als Gefahr wahrzunehmen): Binnen kürzester Zeit war mein Leben und damit auch das meines Partners umgekrempelt. Fortan bestimmte der Kater, was wann getan wird. Das ging schleichend. Katzen sind da sehr raffiniert. Und in Wahrheit lassen wir uns ja gern bevormunden, wir finden es ja sogar noch niedlich. Die toten Mäuse und Vögel sind vielleicht nicht so süß, aber wirklich böse sein kann man seiner Katze nicht. Und wenn sie einem noch so viele Haarknäuel vor die Füße kotzt. Man sagt: Oje, du Armer! Und wischt es weg. Wenn der Partner kotzt, schaut die Sache anders aus. Menschen sind auch einfach nicht so fellig, sie schnurren nicht und sie schubsen auch nicht Dinge so niedlich von Tischen, Anrichten und anderen Höhen, die zu hoch sind, als dass das Runtergeschubste diese Aktion schadlos überstehen könnte. Vor allem knuddeln sich Menschen nicht so süß in Kisten jeder Größe. I c h b i n m i t K a t z e n aufgewachsen, doch Camillo ist meine erste „eigene“ Katze – im Sinne dessen, dass ich mich für ihn verantwortlich fühle und es auch bin. Davor waren es die Eltern, die sich um Futter und Tierarzt gekümmert hatten. Das ist jetzt mein Job. Im Tierfutterladen kennt man mich. Ich bin die mit dem Pensum, das für zehn Katzen reichen würde. Das ist ein bisschen pervers, ich weiß. Aber ich will, dass es meinem Kater gut geht und es ihm an nichts fehlt. Dafür gebe ich nicht nur einiges an Geld aus, sondern auch gern etwas Kontrolle ab. Ja, gut, alle Kontrolle. Mein Kater bestimmt, wie lange und in welcher Lage ich schlafe (und wie krumm ich am
nächsten Morgen aufstehe), er bestimmt, dass ich als Vegetarierin dennoch hin und wieder Putenschinken kaufe (für ihn, logisch), er macht mir ein unglaublich schlechtes Gewissen, wenn ich mal ein paar Tage nicht zuhause bin, er schafft es, dass ich ohne Murren und Klagen Mäusegedärm wegräume, er jagt mich aus der Badewanne, wenn ich ihn auf der Straße laut kreischend raufen höre, für ihn mache ich mich mit meiner Ruferei und meiner Bemutterung zum Gespött, wenn er die rechte Pfote drei Mal schüttelt, serviere ich klaglos das ihm angebotene Futter ab, weil das sein Zeichen ist für: Wäh.
„Binnen kürzester Zeit war mein Leben und damit auch das meines Partners umgekrempelt. Fortan bestimmte der Kater, was wann getan wird. Das ging schleichend. Katzen sind da sehr raffiniert.“
U n d d a s i s t a l l e s o . k . s o . Ich liebe meinen Kater aus ganzem Herzen und es mir auch nicht peinlich, das zu sagen. Ein Tier, jedes Tier ist ein fühlendes Wesen, davon bin ich überzeugt – und Camillo zeigt mir seine Gefühle jeden Tag und auf eine unmittelbare Art und Weise. Dass Katzen in ihrer Beziehung zum Menschen weniger treu als Hunde wären, halte ich für ein sehr merkwürdiges Gerücht. Sie sind nur nicht so aufdringlich oder „laut“ in ihren Gefühlsbekundungen. Na ja, außer abends im Bett, da bekommt man manchmal schon die liebevoll tretenden Krallen ins Fleisch gehackt und den Hintern (vom Kater) ins Gesicht gestreckt. Katzen verändern alles. Sie machen uns weich. Selbst härtere Kaliber. Steter Tropfen schwächt eben den Stein. (Und das ist im wahren Sinne so: Katzen sabbern mitunter recht exzessiv, wenn sie schmusen.) M e i n K a t e r hat es gut. Das hoffe ich zumindest – als Katzenbesitzer hat man nämlich Verantwortung für das Wohlergehen seines Tieres. Wobei ich mich gegen das Wort Besitzer doch sträube. Mein Kater auch. Denn wer bei uns daheim der wahre Herr im Haus ist, ist jedem klar.
NUTZEN SIE NOCH UNSEREN HERBST BONUS:
4 + 1 STUNDE GRATIS!
www.olympiabad.tirol
Stärken Sie Ihr Immunsystem für die Herbstzeit...
BADELANDSCHAFT MIT FELSENINSEL UND BEHEIZTEM AUSSENBECKEN
6 VERSCHIEDENE SAUNEN MIT TÄGLICHEN AUFGÜSSEN
PANORAMARELAXBECKEN MIT UNTERWASSERM AYA MASSAGELIEGEN
VERSCHIEDENE RUHERÄUME MIT EINZIGARTIGEM CALDA43 RIUM IM RÖMISCHEN STIL
/ NUMMER 07 / SEPTEMBER 2019
F Ü R L E S E R AT T E N
SCHNURR
Man möchte meinen, der Hund sei der beste Freund des Menschen, dabei hatten und haben ganz schön viele berühmte Menschen Katzen als Haustiere. „Der Mensch baut zu viele Mauern und zu wenig Katzenklappen“, befand etwa Isaac Newton. Freddy Mercury teilte sein Haus in London mit zehn Katzen und für Kurt Tucholsky war seine Katze quasi ein freier Mitarbeiter. Das Buch erzählt erstaunliche, skurrile und liebenswerte Samtpfoten-Geschichten über das Zusammenleben von Mensch und Tier.
S PA S S V Ö G E L
Da ist er, der Ergänzungsband zu Brehms Tierleben. Zeichner Frank Hoppmann, Träger des Deutschen Karikaturenpreises 2017, und der Humorist und Musiker Marco Tschirpke, Gewinner des Deutschen Kleinkunstpreises 2018, haben ihren inneren Schweinehund überwunden und sich all jener Tiere angenommen, denen kein Mensch je im Zoo begegnet ist. Herrlich!
KNALLFROSCH, NASCHKATZE & CO. von Marco Tschirpke Ullstein Verlag 2019, 208 Seiten, EUR 14,40
LEGENDÄRE KATZEN UND IHRE MENSCHEN von Heike Reinecke und Andreas Schlieper ecowin Verlag 2019, 224 Seiten, EUR 20,00
E S R A P P E LT I M G E M E I N D E B A U
Heinz und sein Herrl haben es recht gemütlich. Sie leben ein beschauliches Leben in einem Wiener Gemeindebau. „Mein Hund tut niemandem etwas. Er ist einfach nur ein Hund und schnuppert, frisst, scheißt und schläft“, beschreibt das Herrl. Trotzdem findet der Nachbar, Heinz sei ein Scheißköter. Plötzlich ist der Nachbar tot und das bringt Heinz und sein Herrl ganz schön durcheinander. Eine feine Mischung aus zärtlicher Erzählung, Alltagskomik und Milieustudie.
HEINZ UND SEIN HERRL von Eva Woska-Nimmervoll, Kremayr & Scheriau Verlag 2019, 192 Seiten, EUR 19,90
„Die Größe einer Nation lässt sich daran ermessen, wie sie ihre Tiere behandelt.“ M A H AT M A G A N D H I
BEZIEHUNGSWEISE
Die Angst vor Problemhunden wächst. Doch Beißen ist keine Rassefrage. Hunde senden normalerweise klare Signale, die zeigen, in welcher Stimmung sie sind und was sie als Nächstes vorhaben. Doch am anderen Ende der Leine braucht es einen Menschen, der diese Signale deuten kann und sich selbst dementsprechend verhält. Dieser Hunderatgeber beschäftigt sich vorrangig mit der Beziehung zwischen Mensch und Hund.
GUTER HUND, BÖSER HUND von Jochen Stadler ecowin Verlag 2019, 224 Seiten, EUR 20,00
44
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
AUS HUNDEAUGEN
Die einäugige Hündin Narbe kann sich nicht vorstellen, dass eine wie sie jemals geliebt werden könnte. Doch dann verirrt sich Hund Max zu der Müllkippe, auf der sie lebt. Er erzählt ihr von seinem Zuhause bei den Menschen und in der Hoffnung auf ein besseres Leben begleitet Narbe ihn. Unterwegs wird Max von Alpträumen geplagt, in denen sie von einem Menschen getötet werden. Aber sind es wirklich Alpträume oder vielmehr Erinnerungen?
DIE BALLADE VON MAX UND AMELIE von David Safier Kindler Verlag 2018, 368 Seiten, EUR 18,50
„Man hat nicht ein Herz für Menschen und eines für Tiere. Man hat ein einziges Herz oder gar keines.“ ALPHONSE DE LAMARTINE
EIN LEBEN FÜR DIE TIERE – UND VIELES ANDERE
Über Jahrzehnte gab es in Tirol eine Person, die wie keine andere mit dem Thema Tierschutz verbunden war und der nach Aussagen ihrer Mitarbeiter, Freunde und Helfer kein Weg zu weit oder zu steinig war, wenn es darum ging, Tiere in Not zu retten und zu beschützen. Die Rede ist von Inge Welzig. 23 Jahre lang stand sie dem Tiroler Tierschutzverein vor und war unermüdlich für die Tiere des Landes und ihre Lebensbedingungen im Einsatz. Für ihr Lebenswerk erhielt sie den Ehrenring des Landes Tirol. Nun blickt Inge Welzig auf ihr bewegtes Leben zurück – von der Nachkriegskindheit in Salzburg über ihren Umzug nach Tirol bis zu ihrer jahrelangen Arbeit im Dienste der Tiere. Mit dem ihr eigenen Humor und Optimismus geht sie auf schwierige Lebensphasen ebenso ein wie auf heitere Ereignisse in ihrem Privatund Berufsleben. Und natürlich darf die eine oder andere Anekdote über gerettete Tiere nicht fehlen.
MEINE SIEBEN LEBEN: MENSCHLICHE BEGEGNUNGEN UND TIERISCHE ERLEBNISSE von Inge Welzig, Tyrolia Verlag 2018, 304 Seiten, EUR 19,95
Entdecken Sie Farrow & Ball und holen sie sich Ihre kostenlose Farbkarte bei uns im Shop!
e.U. KG
KR-Martin-Pichler-Str. 18, 630039Wörgl Tel. 05332 / 72454 A-6300 WÖRGL · Bahnhofstraße · Tel -05332/72454 · Fax 23284 e.U. E-Mail: guenther.ladstaetter@snw.at @ snw.at -· www.maler-ladstaetter.at www.maler-ladstaetter.at e-mail: guenther.ladstaetter KR-Martin-Pichler-Str. 18, 6300 Tel. 05332 / 72454 A-6300 WÖRGL · Bahnhofstraße 39Wörgl · Tel -05332/72454 · Fax 23284
KG
E-Mail: guenther.ladstaetter@snw.at @ snw.at www.maler-ladstaetter.at e-mail: guenther.ladstaetter KR-Martin-Pichler-Str. 18 -·|www.maler-ladstaetter.at 6300 Wörgl T. 05332 / 72454 | guenther.ladstaetter@snw.at www.maler-ladstaetter.at
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
45
R E C H T S O!
Es Bello recht machen Manchmal ist das Tier näher als der Mensch und Frauerl oder Herrl würden ihrem tierischen Liebling am liebsten auch alles vererben. Ist dies mit der österreichischen Gesetzeslage vereinbar und wie sieht es sonst mit der Rechtslage von Tieren in unserem Land aus? Seit Ende der 1980er-Jahre ist durch die Einführung der Bestimmung des § 285 a ABGB zwar festgehalten, dass Tiere keine Sachen sind, sondern durch besondere Gesetze geschützt werden (z. B. durch das seit dem Jahr 2005 österreichweit geltende Tierschutzgesetz), gleichzeitig ist aber festgehalten, dass die für Sachen geltenden Rechtsvorschriften so weit gelten, als keine abweichenden Regelungen bestehen. Eines darf ich gleich vorwegnehmen: Auch wenn sich in den letzten Jahren einiges im Hinblick auf die Rechtsstellung von Tieren in unserer Gesellschaft getan hat und Gesetze etwa zum Tierschutz gestärkt wurden, so ist es nach wie vor nicht möglich, dass Tiere erben können. E r b r e c h t s f ä h i g ist in Österreich nur ein Rechtssubjekt, also eine natürliche (Mensch) oder juristische (z. B. Verein, Firma) Person, nicht aber Tiere. Und da Tieren eben die Qualifikation als „Person“ auch im rechtlichen Sinne nicht zukommt, können diese nicht erben. Wenn man sich damit aber nicht (ganz) abfinden will und doch seiner lieben Katze oder dem treuen Hund etwas zukommen lassen möchte, so gibt es dennoch Möglichkeiten, dies zu regeln. Will man beispielsweise, dass das geliebte (Haus-)Tier nach seinem Tod weiter verpflegt und gehegt wird, so kann man zum Beispiel ein Testament erstellen und dem eingesetzten Erben oder Vermächtnisnehmer eine Bedingung auferlegen oder einen bestimmten Auftrag erteilen. In einer solchen letztwilligen Verfügung kann Frauerl oder Herrl zum Beispiel festhalten, dass der Erbe die Stadtvilla nur dann bekommt, wenn Hündin Bella weiterhin dort wohnen bleiben kann, zweimal täglich zum Spazieren ausgeführt wird und/oder auch ein bestimmtes Futter erhält. A n g e n o m m e n , d e r E r b e tritt die Erbschaft an und nimmt diese Auflage auf sich. Wer garantiert, dass er sich um das geliebte Tierlein im Sinne der erblasserischen Auflage kümmert? Sollte der Testator nicht genug Vertrauen haben, so kann im Testament zur Kontrolle eine Person, ein sogenannter Testamentsvollstrecker, damit beauftragt werden, dem Erben auf die Finger zu schauen, ob es Hündin Bella auch beim neuen Besitzer so gut wie bisher geht. W i l l m a n s i c h mit solchen Gedanken nicht befassen, kann natürlich auch eine Tierschutzorganisation zum Erben eingesetzt werden, wobei das Pflichtteilsrecht des Ehegatten und der Kinder natürlich aufrecht bleibt. In einem solchen Fall sollte man allerdings im Vorfeld abklären, ob die gewünschte Organisation auch tatsächlich eine juristische Person und damit erbrechtsfähig ist. Sollte man mit dem Gedanken spielen, seiner verspielten Katze oder seinem treuen Hund Haus und Hof zu überlassen, ist es auf jeden Fall ratsam, sich vorher rechtlich beraten zu lassen, damit die Sache nicht „für die Katz“ ist.
E S T H E R P E C H T L- S C H AT Z
ist verheiratet, Mutter von zwei Söhnen im Alter von 14 und 10 Jahren und führt seit 15 Jahren ihre eigene Anwaltskanzlei in Imst. In ihrer anwaltlichen Praxis beschäftigt sie sich unter anderem mit familienrechtlichen Angelegenheiten, da ihr die Beziehung zwischen Frau und Mann auch dann noch als ein wichtiges Thema erscheint, wenn sie nicht mehr so wunderbar funktioniert. www.anwa e lte .cc
46
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
WEITERE RECHTLICHE REGELUNGEN Seit nunmehr rund 14 Jahren gibt es ein einheitliches österreichisches Tierschutzgesetz, dessen Ziel der Schutz des Lebens und des Wohlbefindens von Tieren ist. Jedes Tier wird als Individuum geschützt. Vom Tierschutzgesetz nicht umfasst sind wildlebende Tiere (hier gibt es Artenschutzgesetze) und auch nicht Regelungen zum Schutz des Menschen vor Tieren (auch hier existieren zum Teil Sondervorschriften). I m J a h r 2 0 0 2 trat das neue Gewährleistungsrecht (Recht des Einstehens für Mängel) in Kraft und brachte auch Neuerungen beim Kauf eines Tieres. Ein Tierverkäufer hat demnach verschuldensunabhängig dafür einzustehen, wenn das Tier zum Zeitpunkt der Übergabe einen Mangel aufweist. Bei Tiermängeln – ausgenommen bei landwirtschaftlichen Nutztieren – gilt nunmehr auch eine zweijährige
FOTO: FOTO SANDRA
Gewährleistungsfrist, wobei während der ersten sechs Monate nach der Veräußerung eine Beweislastumkehr (§ 924 ABGB) zugunsten des Käufers eintritt, was heißt, dass, sollte das Haustier innerhalb der ersten sechs Monate ab Verkauf ernsthaft erkranken, man davon ausgeht, dass das Tier schon bei der Übergabe krank („mangelhaft“) war. Für landwirtschaftliche Nutztiere gelten diese Bestimmungen nicht – hier bleibt es bei der sechswöchigen Gewährleistungsfrist im Zusammenhang mit der Tiermängelverordnung.
„Auch wenn sich in den letzten Jahren einiges im Hinblick auf die Rechtsstellung von Tieren in unserer Gesellschaft getan hat und Gesetze etwa zum Tierschutz gestärkt wurden, so ist es nach wie vor nicht möglich, dass Tiere erben können.“
W e n n g l e i c h das Thema „Tier“ sehr komplex und es nicht möglich ist, in meiner Kolumne auf sämtliche Rechtsfragen einzugehen, möchte ich zu guter Letzt noch eine Frage mitnehmen, mit der ich in der rechtlichen Praxis sehr häufig konfrontiert werde, nämlich ob ein generelles Tierhalteverbot in einem Mietvertrag zulässig ist oder nicht. Auch diese Frage lässt sich kaum in wenigen Sätzen abhandeln, doch ist die Frage der Zulässigkeit der Tierhaltung im Mietobjekt von Inhalt und Zweck des Vertrages sowie Ortsgebrauch und Verkehrssitte abhängig. Enthält der Mietvertrag zum Beispiel keine Regelung über die Zulässigkeit der Tierhaltung, so ist auf den Ortsgebrauch abzustellen. Die Haltung von wohnungsüblichen Kleintieren wie Hamstern, Meerschweinchen, Goldfischen oder Ziervögeln in geschlossenen Käfigen oder Gefäßen wird damit zulässig sein. Auch die Haltung sonst üblicher Haustiere wie Hunde und Katzen wird man grundsätzlich bejahen müssen, wobei auch hier auf die Wohnung (Größe, Lage, wie viele Parteien wohnen in diesem Haus etc.) an sich abzustellen ist und es naturgemäß einen Unterschied macht, wie viele Tiere gehalten werden und auch welche Rassen. Die grundsätzliche Zulässigkeit der Haltung wird man zum Beispiel verneinen müssen, wenn in einer 60 Quadratmeter großen Wohnung zehn Katzen gehalten werden. Dagegen ist dem Wohnungsmieter unter dem Aspekt der Ortsüblichkeit und Verkehrssitte die Haltung von Tieren, die normalerweise nicht als „Haustiere“ gehalten werden (z. B. Schweinen, Schafen, Ziegen etc.) wohl per se verboten. Auch die Haltung gefährlicher Tiere wie Giftspinnen, Riesen- oder Giftschlangen, Krokodilen und Ähnlichem wird man schon von vornherein ausschließen müssen. W e n n i m M i e t v e r t r a g die Klausel enthalten ist, dass „eine Tierhaltung nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Vermieters“ zulässig ist, so ist dies nach einer jüngsten Entscheidung des Obersten Gerichtshofes zu wenig. Will der Vermieter keine Tiere in seiner Wohnung, so sollte er dies in seinem Mietvertrag von vornherein ausschließen, wobei der Ausschluss von Kleintieren unter Umständen wieder sittenwidrig sein kann – dies wäre im Einzelfall zu beurteilen. Für weitere tierisch-rechtliche Fragen stehe ich mit meinem Team gerne zur Verfügung. Eure Esther Pechtl-Schatz
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
47
TIERE IN 6 FRAGEN
Seelen
STRIP Manchmal ist es nicht die Antwort, sondern vielmehr die Frage, die Klarheit bringt: Ein Interview mit dir selbst zum Thema Tier.
Würde man zehn Tiere, die dir in den letzten zwei Monaten über den Weg gelaufen, geflogen oder geschwommen sind, nach ihrer Meinung über dich fragen: Wie denkst du, würde diese ausfallen?
Fällt es dir leicht, ein Tier zu töten, vor dem du dich ekelst? Fällt es dir ebenso leicht, einen Menschen schlecht zu behandeln, vor dem du dich ekelst?
Vor welchem Tier hast du Angst? Und vor welchem Teil von ihm genau? Würde man dieses Teil wegnehmen, würdest du dich immer noch fürchten? Was denkst du: Vor welchem Teil an dir fürchtet sich besagtes Tier am meisten?
WENN DU NUR DAS FLEISCH VON TIEREN UND FISCHEN ESSEN DÜRFTEST, DIE DU SELBST GETÖTET HAST, WÜRDEST DU LIEBER DARAUF VERZICHTEN ODER DAS TÖTEN LERNEN? BIST DU SEHR FROH, DASS DU DIESE ENTSCHEIDUNG NICHT TREFFEN MUSST? 48
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
Warum ist für dich persönlich das Leben eines Hundes mehr wert als das eines Schweins? Wäre es dir peinlich, wenn deine Katze der Nachbarskatze erzählen würde, was du beim Sex machst? Warum denkst du, dass sie das nicht tut?
T H E M A A U F D E R M AT T E
DAS TIER UND WIR Ein Tier kann vieles für uns sein. Es kann uns entzücken, uns aber auch Angst machen. Im Yoga ist fast jede Asana einem Tier zugeordnet – aus gutem Grund.
D
as Tier ist und bleibt ein treuer Begleiter von uns Menschen. Die Beziehung zu einem Tier kann tiefe Liebe und Verbundenheit zum Ausdruck bringen, welche so zwischen Menschen oft gar nicht so gelebt werden kann. Wir schenken Vertrauen und umsorgen das Tier, als wäre es das eigene Kind oder der ersehnte Partner. Jeder, der ein Haustier hat oder mit Tieren arbeitet, wird die besondere Verbindung zu diesen Lebewesen ausführlich beschreiben können. Vielleicht spricht man von dem treuen Wegbegleiter, der kuscheligen Verschmusten, dem Zuhörer, dem treuen Freund. Andere Geschöpfe der Natur sorgen stattdessen für Angst und Schrecken, sechsbeinige, mehräugige, kleine Getiere, glatte, sich schlängelnde oder mit Stachel ausgerüstete Kreaturen lassen uns in Panik geraten, wir ekeln uns vor ihnen. Warum lösen manche Tiere Unbehagen und Unsicherheit bei uns aus? Und warum haben wir auch vor Hunden, Bienen oder Mäusen Angst? I n m a n c h e n m y s t i s c h e n Kulturen haben Krafttiere einen besonderen Stellenwert für den jeweiligen Lebensweg. Jedes dieser Krafttiere hat besondere Eigenschaften und
Energien. Angst vor ihnen hat genauso eine Bedeutung wie Anziehungskraft. Angst vor einem Tier stellt die eigene Angst vor dem Leben dar. Es geht darum, seine inneren Ängste zu erkennen und eine Möglichkeit zu finden, diese aufzulösen. Im Yoga ist fast jede Asana einem Tier zugeordnet. Wir können viel von ihren Bewegungen, aber auch von ihrem Verhalten lernen – vielfältig, fokussiert und der Natur angepasst. Das Verhalten der Tiere ist simpel, aber dennoch durchdacht, und das Tier passt sich den Gegebenheiten der Umwelt an. Es hat gelernt, mit der Natur zu schwingen, sich an Veränderungen anzupassen, sich weiterzuentwickeln. Uns Zweibeinern fehlt es an Beweglichkeit, Anpassungsfähigkeit und Einfachheit. Wir folgen kaum unserem Instinkt oder besser gesagt unserem Bauchgefühl. Der Kopf lenkt und steuert, der Körper gleicht einer Marionettenpuppe und im Inneren sehnen wir uns nach einer natürlichen fließenden Bewegung. Unser Rückgrat hat übrigens Ähnlichkeiten mit dem der Wirbeltiere, es kann bestimmte Bewegungsmuster ausführen, ist mit all unseren Organen verbunden und symbolisiert die Vergangenheit, von der heraus das Erlernte und Erfahrene zur inneren Stärke heranwachsen kann.
YO G AÜBUNG DER AUSGA BE!
DIE ÜBUNG: BHUJANGASANA VARIATION
Lege dich auf den Bauch, stelle deine Hände zirka auf Kopfhöhe oder etwas darüber auf deine Fingerspitzen. Ziehe dich mit einer Einatmung aus der Mitte nach oben auf und unterstütze die Haltung mit ein wenig Kraft aus den Armen. Bei Problemen im unteren Rücken bringe deine Beine etwas breiter auseinander, das nimmt dir den Druck. Beginne nun dich frei nach oben, nach unten, nach links und rechts zu bewegen. Hebe immer wieder deinen Oberkörper kraftvoll aus dem Rücken und der Mitte heraus an, lasse fließen, frei und schlängelnd! Beobachte, wohin dein Körper will, lasse auch deinen Kopf mitziehen. WIRKUNG: Diese Asana ist aktivierend und bringt das Gefühl von Offenheit, stärkt den Rücken, aber macht ihn durch das Schlängeln beweglich und frei. Sie wirkt sich positiv auf die weiblichen Organe aus, befreit von Angst und schenkt neues Selbstbewusstsein.
DIE AUTORIN
Doris Daz ist selbständige Yogalehrerin mit eigenem Yogastudio in Absam (dazYOGA), zweifache Mutter, arbeitet mit Meridianen und Klang, gibt Thai-Yoga-Sessions und liebt das Leben. Naturfreundin und Optimistin hoch zwei sieht sie den Körper als Fläche der Reflektion und schreibt gerne über das Leben – ehrlich, authentisch und ein wenig tirolerisch. www.dazyoga.at
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
49
1
SEAT URBAN VEHICLES
TM
Dein Arona. Dein Ateca. Dein Tarraco.
Ab € 15.590,–
2
Verbrauch: 4,3–7,3 l/100 km, CO2-Emission: 98–166 g/km. Stand 06/2019. Symbolfoto. Die Garantie von bis zu 5 Jahren und 100.000 km Laufleistung endet, wenn entw. die vereinbarte Zeitdauer abgelaufen ist oder die max. Laufleistung überschritten wird, je nachdem, welches der beiden Ereignisse zuerst eintritt. Aktion gültig bis auf Widerruf. Unverbindl., nicht kart. Richtpreis inkl. MwSt., NoVA, € 1.000,– Porsche Bank Finanzierungsbonus für Privatkunden, € 500,– Versicherungsbonus und € 500,– Servicebonus. Finanzierungsbonus und Versicherungsbonus erhältlich bei Finanzierung über die Porsche Bank und Abschluss einer vollKASKO-Versicherung über die Porsche Versicherung. Servicebonus erhältlich bei Abschluss eines All Inclusive-Pakets. Porsche Bank Aktionen gültig bis 31.12.2019 (Antrags- und Kaufvertragsdatum) für SEAT Neuwagen. Mindestlaufzeit 36 Monate. Mindestnettokredit 50% vom Kaufpreis. Ausg. Sonderkalkulationen für Flottenkunden und Behörden. Stand 06/2019. Boni sind unverb., nicht kart. Nachlässe inkl. MwSt. und NoVA und werden vom Listenpreis abgezogen. 1
2
VOWA INNSBRUCK MARKUS PILSER SEAT DABLANDER KAPFERER UND KAPFERER AUTOHAUS WOLF GMBH *
*
*
*
*Autorisierte Verkaufsagentur
6020 Innsbruck 6020 Innsbruck 6414 Mieming 6441 Umhausen 6604 Höfen
Tel. 0512/2423-80 Tel. 0512/345310 Tel. 05264/5757 Tel. 05255/5218 Tel. 05672/66111
www.vowainnsbruck.at www.pilser.at www.autohaus-dablander.at www.auto-kapferer.at www.autohaus-wolf.at
LIFE „PFERDE SIND DIE BESTEN LEHRMEISTER. SIE TESTEN DIE MENSCHEN, FORDERN, DASS MAN SEINE POSITION IMMER GUT BEHAUPTET UND HALTUNG WAHRT – KÖRPERLICH WIE GEISTIG.“ JULIA GAPP
LEBENSLÄNGLICH.
KEINE FRAGE! TEXT:
ALEXANDRA KELLER FOTOS:
ISABELLE BACHER
Julia Gapp war noch richtig klein, als sie mit dem Reitfieber infiziert wurde. Mit ihren Pferden feierte sie schöne Turniererfolge, erlebte die bitterste Tragödie, lernte Verantwortung zu leben, Grenzen zu ziehen, Haltung zu wahren und Freude zu teilen. „Ein Leben ohne Pferde ist für mich undenkbar“, sagt sie. Sie sagt es mit viel Liebe. Und ohne Plüsch.
52
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
53
Julia Gapp reitet quasi seit sie denken kann. Sie ritt als kleines Mädchen, als junge Frau, als werdende Mutter und reitet jetzt gemeinsam mit ihren Kindern.
D
ie Erinnerungen sind verschwommen. Natürlich sind sie das. Mit fünf oder sechs Jahren bleiben Erlebnisse selten bis nie glasklar im Gedächtnis hängen. „Meine Mama hat uns – meine Schwestern und mich – zum Reiten mitgenommen“, erzählt Julia Gapp. Ob das nun vor 42 Jahren zum ersten Mal war oder vor 41, weiß sie nicht mehr. Ist auch egal. „Megaklein“ war die jüngste der drei Schwestern damals jedenfalls gewesen – und megagroß die Pferde. „Erst meinten sie, ich sei noch zu klein. Sie haben sich dann aber doch erweichen lassen und bald durfte ich mit ausreiten gehen“, weiß Julia noch. Bei diesen Ausritten – am Inn entlang und in seinen Auen – muss es passiert sein. Umhüllt von Pferdeduft und frischer Luft wurde Julia mit dem Reitfieber infiziert. In einem Alter, in dem sich wichtige Entscheidungen auf die Farbe des heutigen T-Shirts reduzieren, fiel für sie die eine, die ihren Lebensweg bestimmen
54
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
sollte. Und zwar viel mehr als vieles andere. Lebenslänglich.
„Ich bin fast nie weggegangen, und in meiner Jugend waren Pferde für mich wichtiger als Männer.“
H e u t e m ä a n d e r t dieser Weg um einen kleinen Stall in Grinzens. Dort stehen neben Julias Pferden das ihrer Nichte und die Pferde ihrer besten Freundin. Dort reiten auch ihre Töchter Sophie und Marie. Dort ist das Leben fast der Ponyhof, den der Spruch verneint und ja, wie damals ihre Mutter, so hat auch Julia die Pferde-Leidenschaft in der Familie weitergegeben. Doch halt. Ein Pferd sollte bekanntermaßen nicht von hinten aufgezäumt und Julias Geschichte eben von vorne erzählt werden. Sie steht stellvertretend für den Mythos, der gerne um Frauen und Pferde gesponnen, der Wahrheit aber nicht wirklich gerecht wird.
„Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“ Wilhelm II., letzter deutscher Kaiser (1859–1941)
JULIA GAPP D i e s e r M y t h o s ist ein faszinierendes Phänomen. Nicht zuletzt weil „das Pferd“ in vielen tausend Jahren Menschheitsgeschichte männlich dominiert war. Im wahrsten Sinn des Wortes. Pferde waren Schlachtrösser, Transporttiere und Ackergäule, entscheidend in Kriegen,
Ihr Baugrund ist ein guter Grund uns anzurufen.
WIR SUCHEN BAUGRĂœNDE!
Bebaut oder unbebaut: Die WAT macht aus Ihrem Baugrund einen perfekten Ort zum Leben. Kontaktieren Sie uns: 0512/286314
Wir schaffen Lebensraum.
www.wat.tirol
im Handel und im täglichen Leben. Bevor Black Beauty, Winnetous Pferd Iltschi und der sprechende Mr. Ed erfunden oder echte equine Helden wie Seabiscuit oder Totilas geboren wurden, waren herausragende Pferde in allen Kulturen besungen worden und fanden Einzug in die großen Sagen. Mit Bukephalos etwa, dem bekanntesten Pferd der Antike, das nur von Alexander dem Großen geritten werden konnte und ihn durch zahlreiche Schlachten getragen hat. Oder Pegasus, dem geflügelten Sagenpferd der Griechen. Oder Grani, dem Pferd des germanischen Drachentöters Sigurd. Ohne Zahl haben sich die Geschichten über Pferde und Helden angehäuft – bis sich der deutsche Kaiser Wilhelm II. massiv irren sollte, als er feststellte: „Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“
dabei die Höhepunkte. Alles, was dafür nötig war – wie die Pferde zu striegeln, ihre Hufe auszukratzen und sie „am Boden“ kennen zu lernen –, gehörte wie selbstverständlich dazu, „doch kann ich mich daran nur verschwommen erinnern.“ Klar eingeprägt hat sich in den ersten Pferdejahren einzig der Tod ihres damaligen Lieblingspferdes: „Daran erinnere ich mich genau.“ Dieses Erlebnis war zu real, um die Pferdewelt anhaltend rosarot zu färben, und entsprechend stark flossen die Tränen. „Ich war todunglücklich“, weiß Julia. F r ü h l e r n t e s i e , dass Tränen genauso „dazu“ gehören wie Schweiß und Dreck und Mist und die unvermeidlichen Stürze vom Pferd. Sie wuchs mit jedem Erlebnis und fand Kraftfutter in den Pferdebüchern. „Ich habe Bille und Zottel gelesen, Sturmwind natürlich auch, alles, was es da zu lesen gab, und jeden Band von Britta habe ich auswendig gelernt“, lacht sie beim Gedanken an die so typische Pferdemädchen-Bibliothek, die mit jedem Geburtstag und jedem Namenstag erweitert wurde. Wie die Gedanken so kreiste auch die Wunschliste stets um Pferde. „In den meisten Büchern stehen Widmungen vom Opa beispielsweise oder von der Oma. Die Bücher gibt es heute noch“, sagt Julia. Viele Jahre später sollte die alte Buch-Schatzkiste wieder „Futter“ liefern – für ihre Nichte und ihre Töchter. So richtig satt wurden auch sie nie.
T j a , m i t d e n m o t o r i s i e r t e n Pferdestärken wurden die echten Pferdestärken zunehmend zurück- und irgendwann offenbar in sanfte Mädchenhände gedrängt. Deutschen Studien zufolge beherrschen Reiterinnen mit 77 Prozent die Pferdeställe und Soziologen wie Psychologen versuchen immer wieder, dieses Phänomen wissenschaftlich zu erklären. Vom Bindungsdrang der Frauen ist da die Rede, von der Überwindung der Mädchenrolle auch und Sigmund Freud erklärte die weibliche Pferdebegeisterung – wie könnte es auch anders sein – als Symbol für Sex. F a s t s c h o n v e r z w e i f e l t muten die Versuche an, das Phänomen zu erklären, doch wie bei der Liebe sind verallgemeinernde Ansätze auch hier zum Scheitern verurteilt. Und die, die es betrifft, brauchen keine Erklärung für ihre Leidenschaft. Weil sie da ist. Und stark. Wie bei Julia. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, diese Leidenschaft zu leben, und Julias Geschichte ist eine beeindruckende Variante in diesem großen Kaleidoskop. Sie zeigt ohne Plüsch, wie intensiv ein Leben geprägt und wie stark ein Mensch geformt werden kann – von der Liebe zu Pferden.
„Was rühmst du deinen schnellen Ritt, dein Pferd ging durch und nahm dich mit.“ Emmanuel Geibel
„W i r s i n d l a n g e nach Unterperfuss gefahren. Ich glaube, bis ich so zwölf Jahre alt war“, erzählt Julia von den regelmäßigen Ausflügen mit ihrer Mutter und ihren Schwestern zum Stall. Reitstunden und Ausreiten waren
56
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
Der Mythos Pferd ist ein faszinierendes Phänomen. Nicht zuletzt, weil „das Pferd“ in vielen tausend Jahren der Menschheitsgeschichte männlich dominiert war.
D a s n ä c h s t e g r o s s e Kapitel in ihrem eigenen Pferdebuch wurde in Gnadenwald geschrieben. Der Reitstall der Familie Rantner war für zahlreiche Reiterinnen rund um Innsbruck ein Magnet mit enormer Anziehungskraft. „Meine Eltern waren zu einem Sommerfest eingeladen und zu der Zeit fand dort ein Jugendreitlager statt. Das hat mich beeindruckt und ich wollte unbedingt dabei sein“, sagt Julia. Gnadenwald, eine halbe Autostunde von ihrem Heimatort Aldrans entfernt, wurde zum neuen Fixstern in Julias Universum. „Mein Opa hat mich jeden Sonntag um halb
„Pferde sind die besten Lehrmeister. Sie testen die Menschen, fordern, dass man seine Position immer gut behauptet und Haltung wahrt – körperlich wie geistig.“ JULIA GAPP
Dass der erste Weg, den ihr späterer Mann Markus zusammen mit Julia einschlug, der Weg zu ihren Pferden war, verwundert nicht. Das Schicksal zwinkerte den beiden durch vier Pferdeaugen zu und Markus wusste wohl, dass er sich nicht für ein, sondern für drei blonde Mädels entscheidet.
neun abgeholt und zum Stall gebracht. Der Tag war mit Putzen, Reiten, Ausmisten und allem Drum und Dran ausgefüllt“, erzählt sie von der Energie, die durch die Pferdefaszination freigesetzt und jeden Sonntag aufs Neue angeheizt wurde. Während ihre Schwestern sich vom Reiten verabschiedeten – bei der einen war ein respekteinflößender Sturz dazwischengekommen, bei der anderen bald das pure Leben –, blieb Julia dabei. Und wie.
„Frauen und Pferde, sie sind teuer. Wählt die Pferde, die sind treuer.“ Deutsches Sprichwort
„ A l l e s h a t s i c h ums Reiten gedreht und ich habe unter der Woche alles dafür getan, damit ich am Sonntag nicht lernen musste“, erzählt sie. Später, als während der Woche Trainingseinheiten in Vorbereitung der Reitturniere absolviert werden wollten, strengte sie sich noch mehr an. Zu schlimm wäre es gewesen, schlechte Noten mit pädagogisch gestutzter Pferdezeit zu büßen oder mit gekappten Belohnungen. Reiten ist nicht billig: „Meine Mama war so lieb, mir immer wieder den Reitblock zu spendieren. Der Opa hat regelmäßig was zugesteckt und das ganze Schularbeiten- und Zeugnisgeld floss da rein.“ Der Motivation für gute Noten hing ein kräftiger Stallgeruch an. N a c h d e r M a t u r a begann Julia sofort nebenher zu arbeiten und während des Studiums zog sie rasch wieder aus der Wohngemeinschaft aus, zurück zu ihren Eltern. Um sich die Pferde leisten zu können. Und auch heute weiß sie, dass sie sofort einen zweiten Job annehmen und alles dafür tun würde, soll-
te es finanziell eng und ihre Pferde zu teuer werden. „Das ist keine Frage“, stellt Julia klar. Diese Klarheit beziehungsweise das Wissen um den Stellenwert der Pferde und des Reitens in ihrem Leben wurde in Gnadenwald gefestigt, wo ihr Talent recht rasch aufgefallen war. In Windeseile legte sie die Prüfungen, die für Wettkämpfe notwendig waren, ab. Julia: „Mit 13, 14 Jahren bin ich bei den Ponycups mitgeritten – Dressur und Springen. Dann kam schon die Vielseitigkeit.“ Die Vielseitigkeit, von der sie spricht, besteht aus Dressur-, Spring- und Geländeprüfungen, wurde früher Military genannt und sie ist so etwas wie die Königs-
klasse der gerittenen Wettkämpfe. Die ganze Bandbreite reiterischen Könnens wird hier gefordert und für Julia hielt diese Mehrkampfdisziplin einige schicksalhafte Begegnungen bereit. In den Vorbereitungslagern lernte sie Kathi kennen, die als beste Freundin noch heute an ihrer Seite steht, deren Töchter mit Julias Töchtern befreundet sind. Und alle reiten, versteht sich. Der Beziehungsreichtum, der in Gnadenwald seinen Ursprung fand, geht noch weiter. Denn dort lernte sie Stella lieben, jene Haflingerstute, die sie als „Lebenspferd“ bezeichnet. „Das war eine richtig tiefe, enge Beziehung“, sagt sie. Eine tiefe, eine enge und eine erfolgreiche: „Bei der ersten Vielseitigkeit, die ich mit ihr geritten bin, sind wir schon Tiroler Meister geworden.“ Viele schöne Erfolge folgten, in denen dieses vergleichsweise kleine, aber ungemein starke Dreamteam gegen Großpferde und deren Reiter antrat und sie nicht selten auf hintere Plätze verwies. S e n s i b i l i t ä t , K ö n n e n , Ehrgeiz sowie Mut teilten die beiden und gegenseitiges Urvertrauen einte sie auf eine Art, die jedem Erklärungsversuch trotzt und die in einem fast unheimlich anmutenden Erlebnis gipfelte. Es war im Rahmen eines Turniers, beim Springen, als Julia ein Fehler unterlief und sie mit der geballten Energie, die in so einem Sprung
Früh lernte Julia, dass zur wunderbaren Pferdewelt auch viel Schweiß und Arbeit gehören. Doch ein Leben ohne Pferde? Undenkbar für sie.
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
57
steckt, aus dem Sattel katapultiert wurde. „Eigentlich hätte Stella auf mich draufspringen müssen. Technisch und physikalisch war es nicht anders denkbar. Die Zuschauer haben mir danach erzählt, dass sie keine Ahnung haben, was Stella getan hat oder wie sie es geschafft hat, damit das nicht passiert. Jedenfalls ist sie mit ihrem Huf neben meinem Kopf gelandet. Ich glaube, sie hat alles Pferdemögliche getan, damit mir nichts passiert“, erzählt Julia von dem einzigen Sturz, der ihr deutlich in Erinnerung geblieben ist, „das war schon ein schräges Erlebnis.“
„An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter.“ Konfuzius
D a s s J u l i a alles Menschenmögliche dafür tat, nicht von Stella getrennt zu werden, versteht sich von selbst. Als die Stute zum Verkauf stand und ebendiese Trennung drohte, war es wieder die Mutter, die den entscheidenden Impuls setzte. „Als ich 19 Jahre alt war, haben wir Stella gekauft“, sagt Julia und untertreibt ein wenig. Stella war trächtig. „Anfangs war
58
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
Im kleinen Stall in Grinzens steht neben Julias Pferden auch das ihrer Nichte und die Pferde ihrer besten Freundin. Dort reiten auch ihre Töchter Sophie und Marie (li.).
der Plan, das Fohlen zu verkaufen. Hahaha, das war der Plan“, erzählt Julia. Sherry sollte das Stutfohlen heißen und nachdem sie auf die Welt gekommen war, war der Plan schneller vergessen, als es dauerte, ihren Namen auszusprechen. Heute ist die Stute 27 Jahre alt und gleichsam die Oma der kleinen familiären Pferdeherde im Stall in Grinzens. G r o s s w a r d i e Verantwortung gewesen, die auf ihre Besitzerin wartete, als Sherry noch klein war. Gleichsam über Nacht durfte sich Julia um zwei Pferde kümmern, sie pflegen, bewegen, füttern und für ihren Unterhalt aufkommen. Zudem arbeitete Julia daran, das Tourismuskolleg zu beenden, um dann mit dem Studium zu beginnen. Ganz schön viel Leben. Ganz schön viel Struktur, die wenig Blödsinn erlaubt. „Ich bin fast nie weggegangen, und in meiner Jugend waren Pferde für mich wichtiger als Männer“, lenkt Julia den Blick auf eine Realität, die manchen Vater
durchaus dazu animieren könnte, dem sehnsuchtsvollen Flehen der Tochter nachzugeben. Einen Mann ohne den Draht zu Pferden hätte Julia wohl weder ernst- noch überhaupt wahrgenommen. „Nein. Pferde sind ein Teil meiner Persönlichkeit, wie hätte das denn gehen sollen?“, stellt sie die überflüssige Frage. Dass der erste Weg, den ihr späterer Mann Markus zusammen mit Julia einschlug, der Weg zu ihren Pferden war, verwundert nicht. Das Schicksal zwinkerte den beiden durch vier Pferdeaugen zu und Markus wusste wohl, dass er sich da nicht für ein, sondern für drei blonde Mädels entscheidet. „Jeden Freitag, wenn Markus von der Arbeit zurückkam, ist er direttissima zu mir in den Stall gefahren und wir sind ausreiten gegangen“, erinnert sich Julia. Turniere ist sie zu dieser Zeit schon nicht mehr geritten. Dafür mangelte es während des Studiums an Zeit wie Geld, doch die Verwandlung zur Freizeitreiterin ging ohne Bitterkeit über die Bühne. Es ging und geht ihr um die Pferde
und ums Reiten: „Wenn man schlecht drauf ist, bekommt man so viel positive Energie, dass es einem danach besser geht. Du reitest, stellst das Pferd dann zurück auf die Koppel und sagst: Siehst du, es ist doch alles nicht so schlimm, alles ist lösbar, alles ist gut.“
„Ein Pferd kann dir alles brechen, außer dein Herz.“ Sprichwort
G a r n i c h t s w a r gut an diesem einen Septembertag, der einen bitteren Schnitt in Julias Leben markiert. Jeden Sommer kamen ihre zwei Haflinger-Stuten, der Tiroler Tradition entsprechend, auf die Alm. „Es war Anfang September und wir wollten sie am nächsten Tag runterholen“, weiß sie noch. Eine Schlechtwetterfront hatte die Pferde dazu getrieben, immer höher hinaufzusteigen, in einen furchtbar steilen Hang. „Wir wussten nur, dass Pferde abgestürzt sind, wussten aber nicht welche.“ Der Weg zur Alm war grausam. „Dann ist mir Sherry entgegengekommen. Sie war immer in der Nähe von Stella gewesen, nie weit von ihr entfernt. Da wusste ich es.“ Den Tod ihres Lebenspferdes bezeichnet Julia als eine der großen Tragödien ihres Lebens. Die Schwere der Worte und Gefühle kann nur nachvollziehen, wer es selbst erlebt hat. Es ist wie ein Club der toten Tiere. Man gehört erst dazu, wenn man dazugehört. D a s L e b e n ging weiter, für immer anders, aber nicht minder lebendig. „Als ich mit Sophie und dann mit Marie schwanger war, bin ich Sherry geritten, bis es nicht mehr ging“, schmunzelt Julia beim Gedanken an die
Julia zeigt ohne Plüsch, wie intensiv ein Leben geprägt und wie stark ein Mensch geformt werden kann – von der Liebe zu Pferden.
Reithose ihres Mannes, die sie während der Schwangerschaften getragen hatte. So sind die beiden Mädels behütet in die Welt hineingeritten und nachdem sie geboren waren, zählte der Pferdeduft zu ihren ersten Eindrücken. Alles, was folgte, sollte sie nicht minder prägen. „Pferde sind die besten Lehrmeister. Sie testen die Menschen, fordern, dass man seine Position immer gut behauptet und Haltung wahrt – körperlich wie geistig. Grenzen sind eine wichtige Geschichte, denn wenn sie der Chef in der Beziehung sind, wird es gefährlich“, weiß Julia. Jeder Tag ist anders und nie hat man ausgelernt – weder am Boden noch im Sattel.
S t a t t e i n e s d r i t t e n Kindes bekam Julia von ihrem Mann vor ein paar Jahren ein zweites Pferd geschenkt. Cordial heißt er, ein stolzer Spanier ist er und die ältere Tochter Sophie musste lange daran arbeiten, sich seinen Respekt zu verdienen. „Er war ein Lump. Doch seit ich auf ihm reite, hat sich das geändert“, erzählt sie lächelnd und stellt fest: „In zwei Sekunden merkt er, wie ich drauf bin. Da kann es schon vorkommen, dass er sich denkt, na, du kannst mich heute gern haben.“ Kein Wunder, dass es Managertrainings mit Pferden gibt, spiegeln die sensiblen Tiere doch so ungefiltert wie schonungslos ihr menschliches Gegenüber und lassen sich nichts vormachen. Gar nichts. S o p h i e n ä h e r t s i c h der Matura, weswegen sie gerade weniger Zeit mit den Pferden verbringt als früher. Marie ist jünger, ihre Schultage sind noch nicht so streng und sie begleitet ihre Mama, so oft es geht. In der Leichtigkeit, mit der sie sich auf die Pferderücken schwingt, steckt viel von der Poesie, die im Zusammenhang mit dem Mythos besungen wird. „Irgendwann, wenn ich es mir leisten kann, möchte ich schon mein eigenes Pferd“, sagt Marie. Auch sie spricht nicht verplüscht darüber. Sie weiß, was das Leben mit Pferden fordert. Und sie weiß genau, was man dafür zurückbekommt. Pferde formen – den Charakter, den Menschen, das Leben. Nur dem, der es verdient, schenken sie auch ihr Herz. Diese Welt wissenschaftlich fassen zu wollen, bleibt unmöglich. Und das ist wohl gut so. „Ein Leben ohne Pferde ist für mich undenkbar“, sagt Julia. So einfach ist das. Und so schön.
Sehenswert - Ihre Optikerin in Wattens
Tanja Schaffenrath Augenoptikermeisterin und Inhaberin
Unser Angebot auf einem Blick: • Kompetente, fachgerechte und modische Beratung • Qualitätsgläser aus dem Hause Hoya • Kostenloser Sehtest • Professionelle Kontaktlinsenanpassung • Hochwertige Produkte und breites Sortiment an Korrektionsfassungen, Sonnenbrillen sowie Baby- und Kinderbrillen • eigene Werkstatt • kostenloser Brillenservice
Dr.-Karl-Stainer-Straße 2 • 6112 Wattens Tel: 05224/537 26 E-Mail: info@optik-sehenswert.at Web: www.optik-sehenswert.at
60
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
AUSSERGEWÖHNLICHE BEZIEHUNGEN Es waren Begegnungen der anderen Art. Begegnungen in einer Welt, die wir im ersten Moment gar nicht so recht begreifen können, die aber viele erstaunliche und bleibende Eindrücke hinterlassen haben.
TEXTE:
S
DORIS HELWEG
ie hat etwas Mystisches an sich, die Beziehung von Mensch und Tier. Irgendetwas gibt es da, was uns miteinander in Beziehung treten lässt, was uns fasziniert, hinzieht oder auch abstößt. Und zwar in beiderlei Richtung, von Mensch zu Tier ebenso wie von Tier zu Mensch. Im Laufe der Jahrhunderte haben Tiere ganz unterschiedliche Rollen im Leben der Menschen eingenommen. Zum einen waren und sind sie Jagdobjekte, Jagdhelfer oder Nutztiere, zum anderen fungierten sie als heilige Objekte, Opfertiere oder gar Vertreter der Götter. Als Begleiter oder Hausgenossen sind sie heute mehr denn je weltweit verbreitet. Ihre heilsame Wirkung auf den Menschen wurde indes lange Zeit nicht ausreichend erkannt oder gar gezielt eingesetzt. Es gibt zwar immer wieder Hinweise in der Geschichte, dass Tiere in gewissen Heilprozessen hilfreich eingesetzt worden sind, erste gut dokumentierte Hinweise dazu finden sich allerdings erst im späten 18. Jahrhundert. „Auch heute noch gibt es eigentlich wenig wissenschaftliche Aufarbeitung“, gesteht Dr. Claudia Paganini, die sich in ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit an der Universität Innsbruck auch dem Thema tiergestützte Intervention widmet und in ihrer therapeutischen Praxis Kinder mit Lernschwächen mit ihren drei Therapiepferden unterstützt.
D A S T I E R A L S K O -T H E R A P E U T Und doch hält sie immer mehr Einzug in unterschiedlichen Praxen, die tiergestützte Intervention. Sie umfasst bewusst geplante, pädagogische, psychologische und sozialintegrative Angebote für Kinder, Jugendliche, Erwachsene wie Ältere mit kognitiven, sozial emotionalen und motorischen Einschränkungen, Verhaltensauffälligkeiten und Förderschwerpunkten. Ebenso kann sie gesundheitsfördernde, präventive und rehabilitative Maßnahmen beinhalten. Als Ko-Therapeut fungiert das Tier. „Zwei der Hauptfunktionen sind die ‚Eisbrecherfunktion‘ in der Beziehung zwischen Therapeut und Patient und das Wirken als ‚sozialer Katalysator‘. So kann zum Beispiel bei Patienten, die für Therapien lange Zeit nicht zugänglich waren, durch den Tierkontakt eine Therapiebereitschaft hergestellt werden“, erklärt Dr. Harald Pernitsch, Entwickler der Dr.-Pernitsch-Trainingskybernetik und des Dr.-Pernitsch-Eseltrainings. So sei die therapeutische und pädagogische Wirkung im Umgang mit Pferden schon lange bekannt, die Hippotherapie sogar eine ärztlich verordnete physiotherapeutische Maßnahme, die auf eine Verbesserung der Bewegungsmotorik bei Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates abzielt. Beim heilpädagogischen Reiten steht indes die ganzheitliche Förderung der körperlichen, geistigen und sozialen Entwicklung im Vordergrund. B e k a n n t h e i t e r l a n g t hat auch der tiergestützte Therapieansatz mit Delfinen. Am Dolphin Research Center in Florida wurden zum Beispiel eine Steigerung der Aufmerksamkeit, eine erhöhte Kommunikationsfähigkeit und Handlungsmotivation bei behinderten Kindern nachgewiesen. In einem Projekt der Universität Würzburg wurden die Programme der Delfintherapie mit heimischen Tieren wie Eseln, Schafen, Hasen oder Ponys mit durchaus vergleichbaren Effekten durchgeführt. Die Liste erfolgreicher Therapieprojekte mit Tieren ist lang und würde sich hier noch weiter fortsetzen lassen, eines lässt sich jedoch aus diesen vielen Erkenntnissen heraus sagen: Das Tier kann etwas beim Menschen auslösen, was der Beziehung Mensch zu Mensch offenbar unzugänglich ist.
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
61
„Das Tier ist völlig unvoreingenommen, es ist ihm egal, ob die Person arm oder reich ist, ob es Streit gab oder wie das Wetter ist.“
DAS TIER ALS SPIEGELBILD „Das Tier ist völlig unvoreingenommen, dem Lama ist es egal, ob die Person arm oder reich ist, ob es Streit gab oder wie das Wetter ist“, weiß Daniela Schlechter-Kitzbichler, Sonderpädagogin (Sonderoberschullehrerin) und Gründerin von Wald am See – „Wachsen mit allen Sinnen“ – Aktivitäten zur Förderung sozialer, emotionaler, motorischer und geistiger Kompetenzen am Kitzbüheler Schwarzsee. „Das Tier soll Spiegel oder Brücke sein und die angewandte Methodik unterstützen. Ziel ist immer, zurück in den Alltag zu gelangen und dort auch ohne tierische Hilfe wieder bestehen zu können. Unsere Ansätze sind immer lösungsorientiert. Das Tier spiegelt den Menschen. An der Reaktion der Tiere erkennt man,
TIERGESTÜTZTE THERAPIE
„Tiergestützte Therapie“ umfasst bewusst geplante pädagogische, psychologische und sozialintegrative Angebote mit Tieren für Kinder, Jugendliche, Erwachsene wie Ältere mit kognitiven, sozial-emotionalen und motorischen Einschränkungen, Verhaltensstörungen und Förderschwerpunkten. Sie beinhaltet auch gesundheitsfördernde, präventive und rehabilitative Maßnahmen. Tiergestützte Therapie kann in Einzel- und/oder Gruppensettings stattfinden. Basis der tiergestützten Therapie ist jedenfalls die Beziehungs- und Prozessgestaltung im Beziehungsdreieck Klient – Tier – Bezugsperson. Tiergestützte Therapie beinhaltet Methoden, bei denen Klienten mit Tieren interagieren, über Tiere kommunizieren oder für Tiere tätig sind. Die Durchführung erfolgt zielorientiert anhand einer klaren Prozess- und Themenorientierung unter Berücksichtigung tierethischer Grundsätze mit anschließender Dokumentation und fachlich fundierter Reflexion. Quelle: www.esaat.org
62
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
wo das Defizit liegt und wo die Reise hingehen soll“, so die Pädagogin. Wichtig ist es, zu lernen, die eigenen Bedürfnisse auch wirklich zu erkennen und diese ausdrücken zu können. Bekannt ist so ein Bild zum Beispiel bei Kindern, die unleidig werden, obwohl eigentlich nur das Grundbedürfnis Hunger oder Müdigkeit dahintersteckt. Das Tier reagiert auf das Verhalten seines Gegenübers und regt es an an, sein Verhalten überhaupt wahrzunehmen, zu hinterfragen und in weiterer Folge auch zu verändern. „Tiere reagieren unglaublich feinfühlig auf ihr Gegenüber und spiegeln das Verhalten unmittelbar“, erläutert Harald, „es sind schon kleine Unaufmerksamkeiten oder Gedanken, die nicht ganz im Hier und Jetzt sind, und schon reagiert der Esel und stellt sich entweder stur oder macht, was er will. Nur wenn Wohlwollen und Konsequenz des Gegenübers gleichermaßen vorliegen, dann reagiert der Esel auf ein Kommando.“
PIONIERARBEIT „Wir befinden uns noch in der Pionierphase“, sagt Claudia, „wir sammeln Erfahrungen und eignen uns viel Wissen selbst an.“ Das kann auch Harald bestätigen. Frei nach dem Motto learning by doing haben er und seine Frau Verena den Esel für sich entdeckt und in die Trainingspläne von Spitzensportlern eingebaut. In seiner Arbeit als Sportwissenschaftler und Trainer stieß er immer wieder an Grenzen, die weder sportwissenschaftlich noch psychologisch ansteuerbar waren. Mit Hilfe des Eseltrainings konnte diese Hürde überwunden werden, der Esel als Ko-Therapeut spiegelt Verhaltensweisen und baut Vertrauen auf. „Wir haben uns zwar an vorhandenen Ansätzen orientiert, waren aber gefordert, eine eigene Methodik zu entwickeln. Es folgte ein mehrjähriges Probieren und Erfahrung sammeln, bis schließlich das Eseltrainingskonzept auf soliden Beinen stand“, erinnern sich Verena und Harald an ihre ersten Jahre mit den Eseln. „Unser Ziel bestand weniger in einem therapeutischen Ansatz, sondern in einer ganz konkreten Unterstützung der Vertrauensentwicklung beim Menschen, insbesondere bei Spitzensportlern.“
VERTRAUEN Basis für jegliche tiergestützte Therapien ist jedenfalls die Beziehung von Mensch und Tier und steht in enger Beziehung zu anderen verwandten Wissenschaftsdisziplinen wie Psychotherapie, Psychologie, Pädagogik und Ethologie. „Da die wissenschaftliche Aufarbeitung noch relativ gering ist und die Kriterien für tiergestützte Intervention noch etwas schwammig sind, ist es mitunter schwierig, die Qualität der Angebote auch richtig einzuschätzen. Als sehr wichtig erachte ich es, als Therapeut die eigenen Grenzen zu erkennen und bei bestimmten Problematiken auch professionelle Partner wie Psychologen hinzuzuziehen. Klienten sei geraten, die Auswahl gut anzusehen. Denn immerhin arbeiten wir mit Tieren, zum Teil mit großen und starken, da muss Sicherheit und Vertrauen im Vordergrund stehen“, rät Claudia.
RESPEKT VOR MENSCH UND TIER „Ein wesentlicher Punkt in der tiergestützten Intervention ist die Achtung und Wertschätzung gegenüber Mensch und Tier. Ich muss als Pädagogin auch die Grenzen des Machbaren für das Tier erkennen. Die Inhalte und Dauer einer Einheit richten sich nach den individuellen Bedürfnissen der menschlichen Teilnehmer und wie in jeder tiergestützten Arbeit auch nach dem Tier“, weiß Daniela über den sensiblen Umgang mit Mensch und Tier. Auch Claudia legt großen Wert auf artgerechte Tierhaltung: „Ich bemühe mich, meine Pferde als Partner ernst zu nehmen, und sorge dafür, dass das Training für sie abwechslungsreich bleibt und sie als Ausgleich zur ‚Arbeit‘ mit langen Streifzügen durch Wald und Wiesen belohnt werden.“ U n d s o s c h e i n t die Beziehung zwischen uns Menschen und so manchen Tieren doch weitaus tiefgreifender und sogar heilsamer zu sein, als wir uns das auf den ersten Blick vorstellen können. „Wer Philosophie betreibt, denkt nach, stellt Fragen und will Zusammenhänge verstehen. Pferde leben ganz in der Gegenwart und schenken uns ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Sich auf ein Pferd einzulassen, bringt Entschleunigung und öffnet die Augen für neue Sichtweisen“, weiß Claudia aus philosophischer Sicht.
Das Tier kann im Menschen etwas auslösen, was der Beziehung Mensch zu Mensch offenbar unzugänglich ist.
Q U A L I TÄT S- H A N D W E R K T I R O L
WIR SIND DA, WENN SIE UNS BRAUCHEN Die gute Qualität eines Produktes allein reicht einem Qualitäts-Handwerker nicht aus, um Sie als Kunde zufrieden zu stellen. Er ist erst zufrieden, wenn er seinem Kunden ein begeistertes Lächeln entlocken kann. Das Handwerk umfasst einen vielseitigen Wirtschaftsbereich. Aber für alle Qualitäts-Handwerker steht eines an erster Stelle: der Kunde. Jeder Handwerker nimmt sich Zeit für eine professionelle Beratung und bietet individuelle Lösungen, die auf die Wünsche seiner Kunden perfekt zugeschnitten sind. Q H T - B e t r i e b e erfüllen hohe Standards in allen Bereichen von der Kundenberatung über Mitarbeiterführung und Organisation bis zur Auftragsabwicklung. Der Grund, warum Qualitäts-Handwerker so viel Erfolg haben, geht auf ein umfassendes Gesamtkonzept zurück, das alle wichtigen Prozesse im Betrieb umfasst. Damit dieser Standard garantiert ist, werden sie regelmäßig von Qualitätsmanagern direkt vor Ort besucht und geprüft.
D i e s e Q u a l i t ä t s o f f e n s i v e wurde 2003 von der Wirtschaftskammer Tirol (Sparte Gewerbe und Handwerk) ins Leben gerufen und ist seitdem ein voller Erfolg. Bereits über 250 Betriebe in Tirol haben sich der Prüfung unterzogen und sind dazu berechtigt, die Qualitätsmarke zu führen. Und es werden immer mehr. Achten Sie auf den „blauen Daumen“!
VEREIN „QUALITÄTSHANDWERK TIROL – GEPRÜFT!“
c/o Sparte Gewerbe und Handwerk der Wirtschaftskammer Tirol Wilhelm-Greil-Straße 7 6020 Innsbruck Tel.: 05 90 90 5-1384 info@QHT.at www.QHT.at /QualitaetsHandwerkTirol
E N T G E LT L I C H E E I N S C H A LT U N G / F O T O : Q H T
WAS, WENN EIN GESUNDER LEBENSSTIL IHREN NÄCHSTEN URLAUB FINANZIERT? Jetzt anmelden und aktiv werden: generali.at/vitality Kundendienst Tirol T +43 51259260 office.tirol.at@generali.com M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
63
DER ESEL
Esel gehören zur Gattung Equus, zu Deutsch Einhufer. Grundsätzlich sind Esel Fluchttiere, wobei sie im Gegensatz zu Pferden nicht unvermittelt die Flucht antreten, sondern erst mal verharren, um die Situation genauer zu prüfen. Dieses Verharren kann in einer totalen Blockade münden, wenn man versucht, den Esel zu etwas zu zwingen, ihn bedroht oder verunsichert. Aus menschlicher Sicht geschieht dem Esel Unrecht, wenn er durch dieses Verhalten als ungehorsam, widerspenstig oder gar dumm bezeichnet wird, denn in Wahrheit ist es seine instinktive Anlage, die er mit aller Konsequenz zum Ausdruck bringt. Und gerade diese Eigenschaft ist einer der wichtigsten Anknüpfungspunkte für den therapeutischen Einsatz. www.eseltraining.at
E S E LT R A I N I N G
über Sanftmut und Sturheit ins Vertrauen spiegeln. Harald und Verena Pernitsch, 128 Seiten, EUR 17,90
64
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
AUF DEN ESEL GEKOMMEN Wer einen sturen Esel führen kann, hat im wahrsten Sinne des Wortes Führungsqualitäten. Denn nur wenn Wohlwollen und Konsequenz sich die Waage halten, entwickelt sich Vertrauen.
A
ls wir bei der Trainingsanlage von Dr. Pernitsch ziemlich hoch oben am Pillberg ankommen, werden wir schon beim Öffnen der Autotür mit einem lauten „IAh“ begrüßt. Das entlockt uns ein erstes herzhaftes Lachen, denn die vier Grautiere Ulysses, Chichi, Paula und Noah schienen uns wirklich herzlich willkommen zu heißen. Ebenso wie Dr. Harald Pernitsch und seine Ehefrau Verena.
„Der Esel fungiert als Spiegel des eigenen Ich. Bin ich gestresst oder nervös oder will ihn mit Druck zu etwas bewegen, blockiert er. Bin ich liebevoll, dann macht er mit mir, was er will.“ Harald Pernitsch
D E R A N FA N G D E R E S E L G E S C H I C H T E „Das hat sich eigentlich zufällig ergeben“, erinnert sich Harald. „Ich hatte als Trainer von Spitzensportlern die Gelegenheit, verschiedenste Athleten in unterschiedlich erfolgreichen Phasen zu betreuen und zu beobachten. Athleten, die sich in guter Form befanden und bei denen auch der Trainingsprozess optimal funktionierte, zeichneten sich immer durch eine hohe Klarheit, eine zielgerichtete Entschlossenheit, aber gleichzeitig auch durch Ruhe und Gelassenheit aus. Athleten, die sich angespannt, weniger fokussiert oder unsicher zeigten, waren in dieser Phase nur sehr schwer trainierbar. Diese Beobachtungen führten uns zu der Frage, was diesen Allgemeinzustand ausmacht und wie er zu beeinflussen wäre.“ Wä h r e n d d i e s e r Z e i t besuchten sie mit ihren Kindern einen Tierpark und stießen auf eine Eselherde, die sofort die Aufmerksamkeit der beiden Mädchen weckte. Beim Betrachten
Dr. Harald Pernitsch – studierter Sportwissenschaftler, Psychologe; staatl. Skilehrer, Skitrainer und Diplomtrainer, Entwickler der Dr.-PernitschTrainingskybernetik und des Dr.-PernitschEseltrainings – coacht seit über 20 Jahren höchst erfolgreich Spitzensportler und Trainer großer Sportverbände gemeinsam mit seiner Frau Verena, Diplompädagogin und Tiertrainerin.
F O T O S : D R . - P E R N I T S C H - E S E LT R A I N I N G , A N D R E A S F R I E D L E
und sich führen lässt“, versucht Harald das Grundprinzip des Eseltrainings in Worte zu fassen. Schon die ersten Versuche an Sportlern verliefen mehr als erfolgversprechend und so entwickelte Harald ein Trainingsmodell für Spitzensportler. Vorrangig im Skisport zu Hause, führte das Ehepaar ganze Teams zu großen Erfolgen.
der Esel fiel dem Sportwissenschaftler und Psychologen das Wesen der Esel auf. Sie strahlten eine Ruhe und Souveränität aus, die dem Ausdruck der erfolgreichen Athleten sehr ähnelte. „Was in der Beobachtung der Athleten mangels besseren Wissens noch als ‚Allgemeinzustand‘ bezeichnet wurde, konnte nach einiger Zeit des ‚Eselstudiums‘ als Vertrauen präzisiert werden. Und so reifte die Idee, ob es nicht über die Esel möglich wäre, das Vertrauen der Athleten zu beeinflussen und damit eine bessere Grundlage für Trainingsentwicklungen und Wettkampfleistungen zu schaffen“, so der Experte über die Anfänge der Eselgeschichte.
SANFTMUT UND STURHEIT Kurze Zeit später fuhr die Familie in den Eselpark Maltatal und kam mit drei Großeseln zurück. Sofort begann die Arbeit mit den Tieren, keine Dressur, auch kein Konditionieren, sondern rein die Arbeit mit dem natürlichen Verhalten der Esel. „Der Esel fungiert als Spiegel des eigenen Ich. Bin ich gestresst oder nervös oder will ihn mit Druck zu etwas bewegen, blockiert er. Bin ich liebevoll, dann macht er mit mir, was er will. Nur mit der richtigen Balance aus Sanftmut und Sturheit, oder besser gesagt aus Wohlwollen und Konsequenz, wird Vertrauen aufgebaut. Vertrauen, das dazu führt, dass der Esel auf Kommandos reagiert
M i t t l e rw e i l e w e r d e n nicht nur Sportler erfolgreich trainiert, sondern auch Manager, Teams, ja sogar Ehepaare erhielten durch den Spiegel des Esels einen klaren Blick für ihre Situation. Das Tier fragt nicht, erklärt nicht, gräbt auch nicht in der Vergangenheit. „Es geht um Vertrauen und wie ich auch in Zukunft immer wieder in diese Balance zwischen Wohlwollen und Konsequenz gelangen kann. Der Esel schafft ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt, schafft Gefühle der Erkenntnis, die man nicht so schnell vergisst“, erklärt Harald.
COACHINGS UND TRAININGS Während Spitzensportler dank der Methodik des Eseltrainings gefordert sind, ihre Lebensführung auf die maximale Entwicklung ihrer Talente auszurichten, wird an Führungskräfte der Anspruch gestellt, überzeugend vorauszugehen, Klarheit, Sicherheit und Zuversicht auszustrahlen und zu geben. Auch das gelingt nur bei klarer Orientierung und im Vertrauen. Aus diesem Grund ist die eigene authentische Persönlichkeit eine der wichtigsten Führungsqualitäten, die mit Hilfe des Eseltrainings sehr schnell und effektiv entwickelt werden kann. „Wird zu viel Druck ausgeübt, blockiert der Esel, bei zu wenig macht er, was er will. Mit dem Esel als Spiegel bekommt der Teilnehmer direkt und unvermittelt zu spüren, wie er auf andere wirkt, eindrucksvoll und ohne Belehrung. Die Sprache des Esels wird von uns lediglich moderiert und übersetzt“, so Harald.
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
65
EIN WAHRES
KLEINOD
Es gibt Orte, die einen nachhaltig beeindrucken und faszinieren. „Wald am See“ ist so einer. Im idyllisch gelegenen Bio-Bauernhof lebt Daniela Schlechter-Kitzbichler mit ihrer Familie und bietet in einer ganzheitlichen Erlebniswelt tiergestützte Pädagogik und Kompetenzförderung mit ganz besonderen Ko-Therapeuten, ihren Lamas.
L
amas vermitteln positive Erfahrungen über alle Sinne. Sie sind durch ihr zurückhaltendes und gleichzeitig freundliches und neugieriges Wesen für den Einsatz in Therapie und Pädagogik besonders gut geeignet“, erklärt Daniela Schlechter-Kitzbichler, als wir sie auf ihrem Bio-Bauernhof am Schwarzsee in Kitzbühel besuchen. Schon allein die Lage des ersten „Green-Care-Betriebes“ Österreichs ist einzigartig. Nur wenige Schritte vom See entfernt auf einer leichten Anhöhe gelegen, besticht das über 500 Jahre alte Anwesen nicht nur durch seine mit Akribie erhaltene Ursprünglichkeit, sondern vor allem auch durch die zahlreichen Tiere. „Auf unserem Hof leben derzeit Lamas, Schafe, Ponys, Esel, Hühner, Laufenten, Kaninchen und Katzen. In der tiergestützten Pädagogik arbeiten wir vor allem mit den zertifizierten Lamas, aber auch mit unseren Ponys und Eseln“, erklärt die Sonderpädagogin und Fachkraft für tiergestützte Pädagogik sowie Leiterin der Sonderschule St. Johann. S c h o n b e v o r sie den Hof übernommen hat, ist sie mit ihren zu betreuenden Kindern zum damaligen Hof ihres Onkels gekommen und hat in die Arbeit mit den Kindern die Tiere miteinbezogen. Daniela war schnell klar, dass die Arbeit mit den Tieren bei Kindern wesentlich schneller zum Erfolg führt als ohne. „Wenn ich mit den Kindern oder Jugendlichen hierherkam und wir mit den Tieren gearbeitet haben, schafften die Kinder in einem halben Tag mehr als in drei Tagen Schule.“ Das hat Daniela dazu bewogen, in die Thematik tiefer einzutauchen. Neben den Zusatzausbildungen zur Fachkraft für tiergestützte Therapie, Pädagogik und Soziale Arbeit, Traumafachbe-
66
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene gewinnen schnell Vertrauen zu den Alpakas, wenn sie in ihre großen, runden Augen schauen und ihr flauschiges Fell streicheln. ratung, Lerncoach und Lebens- und Sozialberaterin kaufte das Paar die ersten Lamas und beschäftigte sich intensiv mit den wolligen Vierbeinern, studierte ihre Charaktere und ihre tierpädagogischen Eigenschaften. Als ein heftiger Sturm 2013 das alte Haus abdeckte, musste der Hof komplett entkernt und neu aufgebaut werden. Im Zuge dieses Neuaufbaus wurde neben dem Wohntrakt und den Zimmern auch ein Bildungs- und Begegnungsraum geschaffen, in dem ganze Schulklassen beherbergt werden können
DER SPIEGEL ZUR SELBSTREFLEXION Was Daniela hier leistet und wie liebevoll und intensiv sie mit ihren Ko-Therapeuten gemeinsam ans Werk geht, sucht vermutlich seinesgleichen. „Ich mache es ganz gerne“, erzählt sie lächelnd und scheint wohl auch aus diesem idyllischen Fleckchen Erde ihre
Energie und Kraft zu schöpfen. Denn die Arbeit mit – nennen wir es aus dem Gleichgewicht geratenen – Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen, kann durchaus fordernd sein. Mit der Unterstützung ihrer Familie und ihrer gutmütigen Ko-Therapeuten Lamas, Ponys und Esel stellt sie eine Brücke im Hier und Jetzt her, macht spielerisch sichtbar, wo das Problem begraben ist. „Lamas motivieren Menschen zu verschiedenen Erfahrungen, denen sie sich möglicherweise ohne die Tiere nicht oder nicht so gerne aussetzen würden“, erklärt Daniela. „Das Lama ist vollkommen unvoreingenommen, hat keine Vorurteile. Es ist ihm egal, ob es davor einen Streit gab oder wie das Wetter ist, das Lama hat Zeit. Und es überlässt das Tempo der Annäherung dem Klienten. Anhand der Reaktionen der Tiere erkennt man schnell, wo das Defizit liegt und wo die Reise hingehen soll.“
DAS TIER STEHT IM MITTELPUNKT In Einzel- oder Gruppensettings lässt Daniela in der Regel die Klienten „ihr Lama“ auswählen. „Die Teilnehmer suchen sich das Lama aus, das ihnen am ähnlichsten ist. Steht jemand immer im Mittelpunkt, wird er wahrscheinlich das Leittier auswählen, ist jemand sehr aufgeweckt, sucht er auch eher das lebhafte Tier aus und wird bald bemerken, dass gerade dieses eine kurze Leine braucht. Das Lama fungiert als Spiegel und hier beginnt die Arbeit der Selbstreflexion. Die Betroffenen machen im Umgang mit den Tieren die Erfahrung, dass Lamas zwar unkompliziert und gutmütig sind, es aber dennoch Regeln gibt im korrekten Umgang mit ihnen. Und sie lernen im Arbeiten mit den Lamas, sich selbst zu spüren. Sehr häufig liegt das Problem darin, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und auch
FACTS
Z U R Ü C K I N D E N A L LTA G Das große Ziel von Danielas Arbeit ist, ihre Klienten wieder zurück in den Alltag zu führen. Ihre Arbeit ist dabei vielschichtig und die Klienten unterschiedlich. Besonders eindrucksvoll schildert Daniela ihre Arbeit mit Kindern, die aus den verschiedensten Gründen über längere Zeit die Schule oder Bildungseinrichtung nicht besuchen konnten, sei es wegen Asperger, verschiedener Ängste oder Bindungsstörungen. „In diesen Fällen übernehmen wir die Kinder von der Klinik und führen sie behutsam auf ihren Weg zurück bis zur Reintegration in die Schule. Wir trainieren Basiskompetenzen, Frustrationstoleranz, Selbstwertgefühl, Arbeitsverhalten sowie das Spüren von Gefühlen so lange, bis das Kind ohne äußere Hilfestellungen das Leben wieder meistern kann.
FOTOS: LEA SINGER/LK TIROL
ausdrücken zu können. Wenn jemand grantig ist, steht oft ein Bedürfnis dahinter – zum Beispiel Müdigkeit oder Hunger, oder auch Neid und Eifersucht. Seine Grundbedürfnisse nicht zu erkennen oder sie nicht artikulieren und stillen zu können, ist oftmals die Ursache für Konflikte. Nicht nur im Kindesalter, auch im beruflichen Alltag oder Beziehungen“, weiß Daniela.
FOTOS: BIRGIT PICHLER
Ganz egal, ob Managertraining oder Reintegration von Kindern, mit Hilfe der Tiere stellt Daniela eine Brücke her, einen Spiegel zur Selbstreflexion, ohne dabei in der Vergangenheit zu wühlen oder lästige Fragen zu stellen, sondern mit dem Blick nach vorne, lösungsorientiert in eine gelingende Zukunft. Und ganz egal ob Schulklasse oder Teambildung: Das Ziel ist immer, möglichst selbstbestimmt den Alltag meistern zu können, sich selbst besser im sozialen Umfeld einzufinden und glücklich sein zu können. www.waldamsee.at
Claudia Paganini mit ihren drei Partnern: Haflingerstute Amie, Norikerstute Shadow und AmericanShetland-Wallach Shy.
68
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
DIE PHILOSOPHIN UND DIE PFERDE Den Draht zu den prächtigen Vierbeinern hatte Claudia Paganini schon als Kind. Den Turniersport, den sie als Jugendliche betrieb, hat sie mittlerweile hinter sich gelassen. Als Philosophin geht ihr Blick nun tiefer und beschäftigt sich mit Mensch-Tier-Interaktionen sowohl in der Praxis der tiergestützten Intervention als auch im Zuge ihrer universitären Forschungs- und Lehrtätigkeit.
E
igentlich wollte sie nach dem Tod ihres damaligen Turnierpferdes kein eigenes Pferd mehr. Doch der Zufall bescherte ihr Haflingerstute Amie, die sie vor einem Schicksal bewahren wollte, ebenso wie ihre weiteren zwei „Partner“, Norikerstute Shadow und den American-Shetland-Wallach Shy. Ihr großes Herz beweist Claudia Paganini nicht nur mit der Aufnahme dieser drei Pferde, sondern auch mit dem Ansinnen, Menschen und Kindern mit Hilfe ihrer Pferde zu helfen. Zu ihrem bereits abgeschlossenen Studium der Philosophie absolvierte sie in Kärnten die Zusatzausbildung zur diplomierten Lern- und Legasthenie-/Dyskalkulietrainerin EREL.
STRESSBEFREIT „Für Kinder mit schulischen Problemen ist Lernen oft mit Stress und Angst verbunden. In diesem Gemütszustand kann man Lerninhalte nicht gut aufnehmen“, erklärt Claudia in ihrem Stall und Trainingsgelände in Ebenwald bei Ampass. „Mit den Pferden bietet sich die Chance, einen stressbefreiten Zugang zur Thematik zu erlangen, man schafft ein positives Erlebnis und baut unbewusst auf vorhandenen Stärken auf.“ Durch die dreidimensionale Bewegung des Pferdes wird die Gehirntätigkeit stimuliert, die Leidgeprüften finden einen neuen Zugang zu sich selbst ... und zum Lernen. Langfristig geht es darum, dass die Kinder jene Basis erlernen, die sie brauchen, um selbst mit den schwierigen Situationen zurechtzukommen. „Ich komme immer mehr davon ab, den Kindern irgendwelche Konzepte aufzuzwingen. Ich mache sehr gute Erfahrungen damit, ihnen selbst zu überlassen, wie
FOTOS: ANDREAS FRIEDLE
„Das Pferd schenkt uns seine ungeteilte Aufmerksamkeit, agiert im absoluten Hier und Jetzt.“ Claudia Paganini
und was sie lernen. Schlussendlich kommt es darauf an, dass sie gestärkt hinausgehen. Wer ein tonnenschweres Pferd wegschieben kann, der wird auch mit einem Schulkollegen, der ihn mobbt, fertig“, ist Claudia überzeugt.
UNMITTELBARES FEEDBACK Ob es sich nun um Dyskalkulie, Legasthenie oder stressbedingte Lernschwäche handelt: Für die Betroffenen ist das Lernen immer mit Stress verbunden, die Angst zu scheitern, verfestigt sich immer mehr und die Kinder sind in einem Teufelskreislauf gefangen. „Das Pferd durchbricht diese Negativspirale. Als Beute- und Fluchttier muss das Tier äußerst sensibel auf sein Umfeld reagieren. So gibt das Pferd ein unmittelbares Feedback. Schon wenn ich nur in Gedanken woanders bin, wird das Pferd reagieren und nicht mehr mit mir mitgehen.“ S o k ö n n e n s i c h sowohl für Kinder wie auch für Erwachsene in der Arbeit mit den Pferden immer wieder interessante Erkenntnisse einstellen: „Es muss nicht jeder ein Boss sein. Es gibt auch Individuen, die sich in rangniedrigerer Position wohlfühlen, und das ist o.k. so. Auch im Konfliktmanagement zeigt die Beziehung zu den Tieren, dass man nicht immer schlägern muss, sondern auch weggehen
kann oder auf andere Weise ans Ziel kommt“, präzisiert Claudia.
MANAGERTRAINING Interessant gestalten sich auch die Managertrainings, denn dem Pferd ist es egal, wer der Chef und wer der Mitarbeiter ist. Jeder hat die gleiche Chance, sich mit seinen Fähigkeiten einzubringen. „Bringt zum Beispiel ein Manager zu viel Druck und Stress in die Begegnung mit dem Pferd mit, wird er die Erfahrung machen, dass das Tier nicht mitspielt. Reduziert er den Stress, entspannt sich auch das Pferd. Führungskräfte können so interessante Erfahrungen machen, wie ihr Verhalten auf andere wirkt und mit welchem Verhalten – oder innerer Einstellung – sie am meisten erreichen.“
A R T G E R E C H T U N D G E W A LT F R E I „Ich lege sehr großen Wert auf artgerechte Haltung. Meine Pferde leben im Offenstall. Ich bemühe mich, sie als Partner ernst zu nehmen, ihrem eigenen Willen Raum zu geben und das Training abwechslungsreich zu gestalten. Aggression in der Ausbildung der Pferde lehne ich schon aus tierethischen Gründen ab. In meiner gewaltfreien Ausbildung möchte ich das natürliche Grundverhalten der Pferde möglichst beibehalten. Darum gibt es auch keine Futterbelohnung, ich arbeite lieber mit Streicheleinheiten und Zuwendung, denn ich will, dass es mit den Pferden auf der Beziehungsebene passt und nicht, dass ich sie mit Leckerlis bestechen muss, damit sie ein gewünschtes Verhalten zeigen. Das ist auch wichtig, damit das Feedback der Pferde möglichst authentisch bleibt. Je mehr ich ein Pferd dressiere, desto mehr zerstöre ich seine unmittelbare Reaktionsfähigkeit.“
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
69
70
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
Alles im Leben beginnt mit einem WUNSCH Ayurveda verbinden die meisten von uns mit Wohlfühlanwendungen im Wellnesshotel – in der Regel mit viel Öl. Doch Ayurveda ist mehr. Es ist eine Haltung, eine Einstellung, das tiefe Verständnis vom Leben. Für Malini Häuslmeier ist Ayurveda das Leben selbst.
TEXT:
S
MARINA BERNARDI
ie sei ursprünglich aus Indien, erzählt Malini, als ich in ihrer Wohnung zwischen zahlreichen Kissen Platz nehme, die Ayurveda-Ausbildung allerdings habe sie erst gemacht, als sie schon in Europa lebte. Nach Tirol kam sie der Liebe wegen, als sie Michael Häuslmeier geheiratet hat. Deshalb auch der Name. Vermutlich war es gut, dass sich Malini mit den ayurvedischen Lehren erst auseinanderzusetzen begann, als sie schon ein Stück Lebenserfahrung hatte. Denn Ayurveda bedeutet in erster Linie die Beschäftigung mit dem eigenen Selbst und das Verständnis zu erlangen, dass unser Leben nach bestimmten Rhythmen und naturgegebenen Systemen funktioniert. „In Indien mag das Verständnis dafür vielleicht ausgeprägter sein“, sagt Malini, „aber Ayurveda ist keine Lebensweise, die sich nur auf Indien beschränkt. Ayurveda ist das Verständnis über das Leben und die Naturgesetze, die das Leben ermöglichen. Ayurveda begegnet uns überall dort, wo Leben stattfindet, und die Natur und das Leben funktionieren überall auf der Welt nach denselben Systemen.“
E I N P L Ä D OY E R F Ü R M E H R E G O I S M U S Der Begriff Ayurveda setzt sich aus den Teilen „ayu“ (Leben, Lebensspanne) und „veda“ (Wissen) zusammen und bedeutet vereinfacht gesagt „Das Wissen über das Leben“. „Das verbindende R dazwischen symbolisiert den Sonnengott Ra. Bei Ayurveda geht es also um das Wissen, wie der Mensch sein vorhandenes, unbegrenztes Potential über die gesamte Lebensspanne zum Leuchten brin-
PANCHA KARMA
ist eine Reinigungskur des Ayurveda, um die Lebensenergien wiederherzustellen und in Einklang zu bringen. Einmal jährlich sollte man seinen Körper entgiften und sich dadurch psychisch und physisch reinigen, um seine Lebensqualität nachhaltig positiv zu beeinflussen.
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
71
gen kann“, erklärt Malini. Ayurveda ist somit mehr, als Menschen mit einem Öl-Stirnguss Wohlbefinden zu bescheren, es ist das ganzheitliche Wissen um das Leben selbst. D a s m a g f ü r v i e l e schwierig zu verstehen sein, weil es bedeutet, sich nicht immer nur von seinem Kopf leiten zu lassen, sondern das Leben einfach anzunehmen, wie es nun mal ist. Zugegeben, auch ich bin jemand, der die Dinge gerne zerdenkt und manchmal zu verkopft an eine Sache herangeht, deshalb klangen die Worte Malinis anfangs ein wenig esoterisch für mich. Doch sie machen Sinn und das in vielerlei Hinsicht. „Alles Leben folgt einer bestimmten Ordnung“, sagt Malini und schon hat sie mich. Denn ich mag Ordnung. „Innerhalb dieses Systems spielt jeder Teil seine Rolle – von ganz kleinen Mikroorganismen bis hin zu den Planeten. Diese Gesamtheit hält das Spiel des Lebens in Harmonie.“ Während Pflanzen und Tiere in diesem System intuitiv mitarbeiten, hat der Mensch immer wieder die Wahl, sich bewusst zu entscheiden. Das aber macht es nicht unbedingt einfacher. „Wir entscheiden oft viel zu kurzsichtig und denken nicht ans große Ganze“, findet Malini. Wir meinen, viel zu viel zu müssen. Dabei müssen wir tatsächlich nur ganz wenig. Wir glauben oft, Geld, Anerkennung oder Macht wären wichtig für uns. Wir richten unser Leben nach dem Außen aus und wollen so sein, wie wir glauben, dass die anderen uns haben wollen. Dadurch verlieren wir häufig den inneren Kontakt zu uns selbst und das Gespür dafür, was uns selbst gut tut. E s w i r d g e r n e als Egoismus ausgelegt, wenn man zuerst an sich denkt. Das mag stimmen, doch Egoismus ist nichts per se Böses. Wie kann ich meiner Umgebung positiv gegenübertreten, wenn es mir selbst nicht gut geht? Gerade wir Mädels neigen oft dazu, es zuerst allen anderen recht machen zu wollen und erst ganz am Ende – wenn überhaupt – an uns zu denken. Lasst euch sagen: Habt kein schlechtes Gewissen, wenn ihr euch selbst gern habt!
VON WÜNSCHEN UND WIRKLICHKEIT Laut Ayurveda besteht das komplette Leben aus unterschiedlichen Phasen, die immer nach dem gleichen Schema ablaufen. Malini erklärt diese Abläufe anhand der Anfänge der Lehre, den fünf Elementen und der Entstehung des Lebens. „Am Anfang ist nichts, außer ein Wunsch“, beginnt sie. „Dieser Wunsch wird ein Wunsch bleiben, wenn man nicht anfängt, an dessen Umsetzung zu arbeiten. Man entwickelt ein Konzept, eine Strategie
72
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
„Ayurveda ist eine Lebenshaltung.“ Malini Häuslmeier
MALINI HÄUSLMEIER
ist Psychotherapeutin und integriert dabei die Lehren des Ayurveda für einen ganzheitlichen Ansatz. In ihre Praxis kommen die unterschiedlichsten Menschen, vorrangig geht es um Prävention, aber auch darum, körperliche und geistige Blockaden zu lösen. Außerdem gibt sie Seminare zum Thema Ayurveda und möchte damit vor allem ein Bewusstsein für das eigene Selbst schaffen. Infos unter malini@trinitworld.at.
AY U R V E D A- KO C H B U C H FÜR EINSTEIGER
Laura Plumb, riva Verlag, 240 Seiten, EUR 19,99
Ernährung spielt eine wichtige Rolle im Ayurveda. Das Ayurveda-Kochbuch für Einsteiger gibt einen Überblick über die Grundprinzipien des Ayurveda, eine Fünf-Schritte-Anleitung zur ayurvedischen Ernährung inklusive eines Tests, wie ihr euren individuellen Körpertyp bestimmen könnt. Die 100 Rezepte lassen sich für jeden Dosha-Typ anpassen.
und diese dynamische Kraft wandelt die Idee in Materie, in etwas Greifbares. Dieses Geschaffene muss erhalten werden und das ist das Leben. Alles im Leben fängt mit einem Wunsch an.“ Das ist ein schöner Gedanke und lässt sich tatsächlich auf alle Abläufe umlegen. Letztlich geht es bei Ayurveda darum, diese Erhaltung des Geschaffenen zu zelebrieren: Wie kann man das vorhandene Leben gut und ausgeglichen bewältigen. „Wenn man dieses Fundament versteht, versteht man alles“, ist Malini überzeugt. A u s d i e s e m A n s a t z lassen sich auch die drei Doshas (Vata, Pitta und Kapha) des Ayurveda ableiten. „Am Anfang gab es Bija“, holt Malini aus, eine Metapher für einen Samen, der sowohl weibliche als auch männliche Energie in sich trägt und damit quasi der Ursprung allen Lebens ist. Der Wunsch, sich zu manifestieren, bringt den Samen zum Vibrieren. Diese vibrierende Energie wiederum weitet sich aus und wird zum Raum. Aus den Vibrationen werden Wellen, es entwickelt sich Luft. Luft ist Bewegung und aktiv, sie kann sich überall im Raum bewegen und wenn Bewegung stattfindet, passiert Reibung. Diese Reibung erzeugt Hitze: Umsetzung. Hitze ist dynamisch und leidenschaftlich, es besteht aber auch die Gefahr der Zerstörung durch Verbrennung. Deshalb braucht es Wasser, um die Kraft des Feuers auszugleichen: Erhaltung. „Das Wasser bewegt sich schließlich weg von der Hitze, erkaltet und wird dichter. So entwickelte sich die Erde. Sie ist die stabilste Kontur überhaupt. Sie gibt uns Sicherheit. Diese fünf elementaren Kräfte (Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde) machen letztlich Leben möglich. Sie arbeiten immer zusammen und folgen einer bestimmten Ordnung. Die Kräfte Raum und Erde sind dabei
EXPERTENTIPP
VOLKSKRANKHEIT BLUTHOCHDRUCK Rund die Hälfte der Bevölkerung leidet unter Bluthochdruck. Viele wissen jedoch gar nicht, dass sie betroffen sind, auf die leichte Schulter nehmen sollte man die Krankheit jedoch nicht.
nicht veränderbar, sie bilden die Grenzen, die Rahmenbedingungen, innerhalb derer das Leben stattfindet. Luft, Wasser und Feuer sind die Elemente, die Veränderungen ermöglichen, und machen das Leben zu dem, das es ist.“ D i e L u f t ist subtil, bewegungsfreudig, aktiv, sie steht über allem und für das Hauptdosha Vata. Die Qualität des Feuers ist Leidenschaft, es steht für Transformation, Pionierkraft – Pitta. Wasser steht für Erhaltung, Wachstum und Funktionalität – Kapha. Diese drei Prinzipien wohnen in jedem von uns, wenn auch in unterschiedlichen Ausprägungen. Diese persönliche Konstellation ist dafür verantwortlich, was uns gut tut und was nicht. Der eine braucht Aktivität, der andere Ruhe, der eine mag deftiges Essen, der andere Leichtes. Die Rahmenbedingungen sind für jeden gleich – jeder muss sich bewegen und essen –, wie man aber diese Handlungen ausführt, ist individuell. Das ist Ayurveda: Sein persönliches Rezept für ein gelingendes Leben zu finden. E s m a g f ü r v i e l e immer noch sehr spirituell klingen, doch selbst wenn man die Entstehungsgeschichte außer Acht lässt: Die Quintessenz des Ayurveda – das Leben anzunehmen, wie es ist, von der Natur zu nehmen, was sie uns anbietet, aber auch zurückzugeben – macht Sinn. Oftmals haben wir einfach nur Angst davor, etwas in unserem Leben zu ändern. Aber: „So schlimm ist es nicht“, stärkt Malini. Und es ist durchaus schön, wenn man weiß, dass manche Dinge einfach passieren müssen, wie sie passieren. Weil es die Ordnung so vorsieht.
„Der Mensch hat die Intelligenz, bewusst zu entscheiden. Das unterscheidet uns von allen anderen Lebewesen.“ MALINI HÄUSLMEIER
Dr. Dorothea Heininger
Bluthochdruck ist heimtückisch: Weil man ihn oft über Jahre nicht spürt, wissen viele gar nicht, dass sie davon betroffen sind. Bis etwa Kopfschmerzen oder Atemnot einsetzen. Aber auch von jenen, die es wissen, sind nur die Hälfte der Patienten zureichend therapiert. Bluthochdruck kann jedoch zu gefährlichen Folgeerkrankungen wie Gefäßverkalkungen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche oder Nierenerkrankungen führen. Auch Altersdemenz wird von Bluthochdruck begünstigt. b l u t h o c h d r u c k entsteht meist durch eine Mischung aus genetischen und Umweltfaktoren wie Übergewicht, mangelnde Bewegung, hoher Stresslevel oder übermäßiger Salzkonsum. Basis jeder Bluthochdrucktherapie ist deshalb in erster Linie eine Modifikation des Lebensstils. Ob es zusätzlich eine medikamentöse Therapie braucht, ist vorrangig abhängig von der Höhe des Blutdrucks, den Begleiterkrankungen und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten. Mit zunehmendem Alter – bei Frauen spätestens ab dem Einsetzen der Menopause – sollte man seinen Blutdruck gelegentlich messen (lassen), optimalerweise im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung.
RICHTIG MESSEN Ich empfehle, bei Verdacht auf Bluthochdruck den Blutdruck regelmäßig zu messen und dabei Oberarmmanschetten zu verwenden. Handgelenksmessungen sind sehr ungenau und bringen zum Teil erschreckend falsche Werte. Für eine hinreichende Diagnose braucht es jedoch unbedingt die Abklärung durch einen spezialisierten Arzt, der im Fall des Falles die Therapie laufend begleitet. Arzt-Patienten-Gespräche sind generell wichtig, im Fall von Bluthochdruckbehandlungen aber besonders essenziell.
DR. DOROTHEA HEININGER
Facharztpraxis für Innere Medizin, Niere, Bluthochdruck und Ernährungsmedizin Atrium Amras, 2. Stock, Grabenweg 58, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/58 21 27, www.drheininger.at
TIROLER GEBIETSKRANKENKASSE
FLIESSENDE GRENZEN Suchtkrankheiten sind tückisch. Da der Übergang vom Genuss zur Sucht für Betroffene meist unmerklich geschieht, ist es oft nicht leicht, Suchtverhalten auch als solches zu erkennen. Besonders anfällig dafür zeigen sich Männer.
Männern fällt es in der Regel noch immer schwerer als Frauen, sich bei gesundheitlichen Beschwerden Hilfe zu suchen. Dies gilt nicht nur, aber insbesondere bei psychischen Problemen. Eine mögliche Ursache dafür ist ein veraltetes Rollenbild, dem zufolge es sich für einen „richtigen Mann“ einfach nicht schicke, Schwächen zuzugeben. Tatsache ist: Viele Männer suchen, anstatt Unterstützung von Familie, Freunden oder Ärzten in Anspruch zu nehmen, nach alternativen Bewältigungsstrategien, um mit Herausforderungen und Schwierigkeiten fertig zu werden. Häufig werden Probleme durch übermäßigen Konsum von Alkohol, Zigaretten oder Drogen kompensiert, was nicht nur ernste gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen, sondern schnell in eine Sucht ausarten kann.
74
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
„Sucht ist vielfältig und kann eigentlich nur jeder für sich definieren.“ GREGOR BLOÉB
R E A L I TÄT S F L U C H T In gewissem Sinne seien solche Mechanismen ganz natürlich, wie Barbara Haid, Vorsitzende des Tiroler Landesverbands für Psychotherapie und Psychotherapeutin am Landeskrankenhaus Hall, erklärt. „Süchtiges Verhalten ist so alt wie die Menschheit selbst und entspringt dem Wunsch, der Realität vorübergehend zu
entfliehen, sich abzulenken, zu entspannen, sich zu beruhigen oder sich in eine Scheinwelt zu flüchten.“ Obwohl dies auch durch bestimmte Lebensumstände und Verhaltensweisen erreicht werden könne, werde doch in den meisten Fällen auf bestimmte Substanzen zurückgegriffen, so Haid. Die Grenze zwischen Genuss und Sucht sei dabei oft fließend, insbesondere bei sogenannten Genussmitteln wie Alkohol und Nikotin, die legal erhältlich sind. D o c h n i c h t n u r von abhängig machenden Substanzen geht eine Gefahr aus – auch andere, selbst vermeintlich harmlose Aktivitäten und Tätigkeiten können, wenn man sie exzessiv betreibt, zu einer Sucht werden. Arbeit, Computerspiele, soziale Netzwerke und sogar Sport haben etwa ebenfalls Suchtpotential. Dabei ist allen Suchtkrankheiten
S C H E I N W E LT E N
EIN SCHMALER GRAT
GENIESSEN
Sport, Social Media, Aussehen – Schlagworte meiner Generation. Wir schauen auf unseren Körper, unser Aussehen, sind 24 Stunden erreichbar und schmeißen mit Wörtern und Phrasen wie „whatsappen“ oder „Was ist das für 1 Life?“ um uns. So zumindest die Ansicht der älteren Generation. Aber auch uns kann man nicht pauschalisieren. Ja, wir hängen sicher zu viel am Handy oder vor den Bildschirmen, und Instagram hat unsere Transparenz auf ein neues Level gehoben, doch viele sehen nur die Abwesenheit vieler junger Menschen während der Nutzung. Dass dies viel tiefer gehen und sogar in ein Suchtverhalten abrutschen kann, kommt vielen gar nicht in den Sinn. Der Übergang zur Sucht ist fließend, und kaum einer von uns kann mittlerweile abschätzen, was zu viel ist oder gerade noch so im Rahmen ist.
Wann wird der Genuss zur Sucht? Ab wann ist es denn so weit, dass das „Gute“ zum „Bösen“ wird? Es ist nun einmal ein ganz normales menschliches Verhalten, sich zu belohnen, zu genießen, aber sich auch zu berauschen und zu benebeln. Also: Warum können dann das Flascherl Rot, die zwei, drei „Zirberler“ hinterher und das Packerl Nikotingenuss was Schlechtes sein? Ich – der allem Schönen und Lasterhaften nicht abgeneigt ist – hab für mich eine Definition gefunden: Wenn’s destruktiv wird. Wenn’s ungut wird, weil es nur ein Übertünchen meiner eigenen Unzufriedenheit ist. Sucht ist vielfältig und kann eigentlich nur jeder für sich definieren – aber um sie für sich zu definieren, braucht’s eine Nüchternheit …
Leider ist es heute eine weit verbreitete Unsitte unserer Fast-Food-will-allessofort-Geiz-ist-geil-Konsum-SocialMedia-Gesellschaft, schon bei kleinsten Misserfolgen das Handtuch hin- und leider viel zu oft auch gleich das Leben hinterherzuwerfen. Damit meine ich nicht gleich einen Suizid, aber wenn wir Sorgen im Genussmittel Alkohol ertränken, dann ist es eben kein Genussmittel mehr. Wenn jemand nicht mehr weiß, die wievielte „Genusszigarette“ er geraucht hat, dem sei ein Blick in den Spiegel angeraten. Wer sein Handy nicht einmal zum Essen oder in der Nacht abschalten kann, ist entweder im Dienst oder ein Sklave der Technik geworden. Wer den Umstand nicht respektiert, dass alles einmal aufblüht, eine Weile in voller Blüte steht und dann eben auch wieder verblüht, der hat das Leben nicht verstanden
Alessandro Schöpf Profifußballer
Gregor Bloéb Schauspieler
Franz Eberharter Kabarettist
eines gemein: Sie beeinflussen unser Leben durch Manipulation des Belohnungssystems maßgeblich. Dieses schüttet bei angenehmen Erlebnissen Dopamin aus, das dem Gehirn einen positiven Reiz vermittelt. Durch Suchtverhalten kann solch eine Reaktion künstlich hervorgerufen werden, was in einer gewissen Kontrollunfähigkeit und in dem Drang mündet, die Dosis immer weiter zu erhöhen. Männer scheinen dafür besonders anfällig zu sein, wie Christian Haring, Leiter der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Landeskrankenhaus Hall, erklärt: „Beim Betrachten der Suchtstatistiken wird schnell ersichtlich, dass dieses Thema zu einem erheblichen Teil Männer betrifft. Der gesteigerte Konsum von Alkohol, Tabak, illegalen Drogen, Glücksspiel oder Extremsport ist häufiger bei Männern als bei Frauen zu beobachten.“ In der Arbeit mit Suchtkranken gelte es daher, auch genderspezifische Aspekte zu berücksichtigen. „Das Rollenverständnis und auch die Rollen-
E N T G E LT L I C H E E I N S C H A LT U N G / F O T O S : A N D R E A S A M P L A T Z
verteilung von Männern und Frauen spielen gerade bei psychischen Erkrankungen eine wichtige Rolle“, so Haring. „Diese Umstände werden in der genderspezifischen Prävention und Therapie berücksichtigt und sind aus einer modernen Suchtarbeit nicht mehr wegzudenken.“
MASS UND ZIEL Sucht hat zwar viele Ausprägungen, ist jedoch immer tückisch und einnehmend. Dass sie mitunter nicht leicht als solche zu erkennen ist, macht den Umgang mit ihr ebenfalls nicht unbedingt leichter. Meist stellen Suchtkrankheiten nämlich das Ende eines langen, schleichenden Prozesses dar, und die Betroffenen merken, wenn überhaupt, erst im Nachhinein, dass etwas nicht in Ordnung ist. Sie haben das Gefühl, sie hätten alles im Griff, wollen sich nicht eingestehen oder bemerken vermutlich auch gar nicht, dass sie ein Problem haben. Mehr Infos unter www.mander.tirol .
ZENTRALE S U C H T. H I L F E B I N
Tel.: 0512-580040 office@bin-suchthilfe.tirol
Die sucht.hilfe BIN bietet Beratung und Hilfe bei konsumbedingten Problemen und Informationen über Wege aus der Abhängigkeit.
s u c h t .h
il f e
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
75
KRÄUTER
ZEIT DER ERNTE Die Zeit der Blüte(n) geht im Herbst dem Ende zu, jetzt stehen Frucht und Wurzel im Mittelpunkt. Es wird gegraben und gepflückt, bevor der Schnee die meisten Pflanzenschätze für einige Monate in den Winterschlaf schickt.
TEXT:
SONJA NIEDERBRUNNER
HAGEBUTTEN TROCKNEN
Die Früchte werden aufgeschnitten, um die Kerne zu entfernen, und anschließend schonend getrocknet – entweder an der Luft oder bei unter 40 Grad Celsius im Herd.
GUT ZU WISSEN
Ein Absud von Hagebutten hilft bei Zahnschmerzen und auch Zahnfleischbluten.
76
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
MARMELADE
1 kg Hagebutten mit kaltem Wasser abspülen, in einen Topf geben. 500 ml Orangensaft, 400 ml Wasser und Gewürznelken dazugeben und zum Kochen bringen. So lange kochen, bis ein Mus entsteht – das dauert etwa 15 Minuten. Den Topf von der Kochstelle nehmen, das Mus durch ein feines Haarsieb streichen, um alle Kerne und Häutchen zu entfernen. Die gefilterte Masse wieder in den Topf geben, 500 g Gelierzucker (2:1) einrühren und alles nochmals aufkochen. Vier Minuten sprudelnd kochen lassen. Die Hagebuttenmarmelade sofort in sterilisierte Twistoff-Gläser füllen.
TIPPS IM HERBST
ROSSKASTANIENSÄCKCHEN
Einen Kissenbezug zur Hälfte mit gut getrockneten Rosskastanien füllen und zunähen, trocken aufbewahren. Auf den Boden gelegt, kann man die Füße darüberrollen, das fördert die Durchblutung, massiert die Fußreflexzonen und hilft bei kalten Füßen und Krampfadern. Erwärmt man das Kissen, verschafft es Linderung bei schmerzendem Rücken.
HAGEBUTTE Die Früchte der Hagebutte, botanisch korrekt werden sie Scheinfrüchte genannt, haben ein recht reizendes Innenleben. Die Kerne (Nüsse) in der Hagebutte sind nämlich voller feiner Härchen, die bei Hautkontakt Juckreiz hervorrufen (sie werden von Spaßvögeln auch gern als eine Art Juckpulver verwendet). Man sollte diesen Teil also lieber nicht mitverarbeiten. Ansonsten aber sind die leuchtendroten Früchtchen ein Muss für jeden, der gegen Erkältungserkrankungen vorbeugen will, da sie Vitamin C enthalten und außerdem hervorragend als Tee schmecken. Sie wirken zudem leicht laxierend und diuretisch. Gesammelt werden die Hagebuttenfrüchte am besten nach dem ersten Frost, da sie dann süßer schmecken und das Fruchtmark beim Zusammendrücken bereits hervortritt.
S A N D D O R N F R U C H TFLEISCH
nährt und pflegt die Haut, strafft sie und beugt Faltenbildung vor. Für ein Hautpflegeöl mischt man 40 ml Mandelöl mit 8 ml Nachtkerzenöl und 2 ml Sanddornfruchtfleischöl. Super für sensible, trockene und reifere Haut.
KRÄUTERTEE IN E R K Ä LT U N G S Z E I T E N Hagebutten zu gleichen Teilen mit Lindenblüten mischen, mit kaltem Wasser übergießen, erhitzen und dann zehn Minuten ziehen lassen. Nicht zu heiß trinken.
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
77
BUCHTIPPS
INFOS
zur Kräuter- und Naturkosmetik gibt’s in dieser Ausgabe ab Seite 122.
D O I T YO U R S E L F
Ob aus dem Garten, vom Balkon oder vom Fensterbrett: Selbst gezogene Kräuter sind nicht nur dekorativ, sondern mit ihren einzigartigen Aromen auch eine Bereicherung für die Küche. Oft wird jedoch nur eine geringe Anzahl von Kräutern selbst angepflanzt. In diesem Buch teilt Holly Farrell ihr fundiertes Wissen darüber, wie mehr als 70 Kräuter und Gewürzpflanzen angebaut, optimal gepflegt und vielfältig genutzt werden können: vom vertikalen Kräutergarten über Kräuter als Rasenersatz bis zur Verwendung in Cocktails, Blumensträußen und Duftwässern.
KRÄUTER, ANBAU, ERNTE UND NUTZUNG VON ÜBER 70 PFLANZEN von Holly Farrell Haupt Verlag, 144 Seiten, EUR 26,80
WACHOLDER
REZEPT: WACHOLDERTEE
WECHSELBAD DER GEFÜHLE
Manchmal ist das persönliche Lebensgefühl von einer winzigen Menge eines Hormons abhängig. Und manchmal sind Hormonschwankungen der Grund für Gereiztheit oder Müdigkeit. Jedes Frauenleben ist geprägt durch Östrogene und Progesteron. Wie uns diese Hormone beeinflussen, aber auch, was wir selbst tun können, um den Einfluss zumindest zum Teil zu steuern, wird im Buch erklärt.
ICH BIN KÖNIGIN MEINER HORMONE. Hormonhaushalt mit Kräutern und Ölen in Balance bringen von Ingrid Kleindienst-John Freya Verlag, 272 Seiten, EUR 24,90
78
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
Beeren mit heißem Wasser aufgießen, fünf Minuten ziehen lassen. Den Tee kann man auch für eine Inhalation bei einer Erkältung verwenden.
TIPP
Das Kraut und Holz des Wacholders kann man abkochen und für Einreibungen oder ein Bad verwenden. Äußerlich angewandt wirkt Wacholder entwässernd und kann bei starken Wassereinlagerungen helfen. Achtung aber bei zu niedrigem Blutdruck.
Wer viel in den Wäldern und auf den Bergen unterwegs ist, der findet sie zuhauf: Wacholderstauden sind hierzulande weit verbreitet. Die kugelrunden und dunkelblauen Früchte tragen nur die weiblichen Wacholderbüsche. Wacholder wirkt verdauungsfördernd (also perfekt als Würzzugabe bei „schweren“ Gerichten) und vermehrt die Durchblutung der Nieren, was einen stark harntreibenden Effekt hat. Er kommt also gern bei Blasenleiden und im Rahmen einer stoffwechselfördernden Therapie bei rheumatischen Erkrankungen oder chronischen Hauterkrankungen zum Einsatz. Wacholder wirkt auch äußerlich: Im Rahmen von Einreibungen, Bädern, Massagen oder beim Inhalieren wirkt er keimhemmend, durchblutungsfördernd, entspannend und wärmend. D i e Wa c h o l d e r b e e r e n sammelt man von September bis Oktober. Achtung vor den stacheligen Nadeln. Dann trocknen und aromageschützt aufbewahren.
BALDRIAN Baldrian ist vor allem als beruhigendes oder schlafförderndes Mittel bekannt, wenige wissen, dass er – unterdosiert – eher anregend wirkt. Verwendet wird die Wurzel der Pflanze aber erst im zweiten Jahr des Anbaus, da dann mehr Inhaltsstoffe enthalten sind. Im September oder Oktober gräbt man sie aus, halbiert sie der Länge nach und hängt sie zum Trocknen auf. Baldrian hilft nervösen Menschen beim Ein- und Durchschlafen genauso wie aufgeregten Prüflingen, sich gut zu konzentrieren. Baldrian abends eingenommen fördert die Schlafbereitschaft, verkürzt die Einschlafzeit, hilft dabei, besser durchzuschlafen, und man fühlt sich auch untertags besser. N i m m t m a n B a l d r i a n tagsüber ein, beruhigt und entkrampft er, müde macht er dann aber nicht. Er wirkt psychisch ausgleichend, steigert Antrieb, Konzentrations- und Leistungsfähigkeit und hebt die Stimmung. Auch bei Wetterfühligkeit und Angstzuständen hat Baldrian eine positive Wirkung.
BALDRIANTEE
1 EL (5 g) klein geschnittene Wurzel kalt ansetzen, eine Stunde köcheln und dann zwei bis drei Stunden nachziehen lassen. Als Kur sechs Wochen lang drei Mal täglich eine Tasse trinken, akut zwei bis drei Tassen.
BALDRIANTINKTUR
200 g getrocknete Wurzeln klein schneiden und mit einem Liter hochprozentigem Schnaps übergießen. Die Flasche verkorken und vier Wochen an einen warmen Ort stellen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.
Dr. Dorothea Heininger Leistungen • • • • •
Gesundenuntersuchungen Erhebung des individuellen Herz-/Kreislaufrisikos Behandlung internistischer Erkrankungen Bluthochdruck-Abklärung und Therapie ärztlich begleitete Gewichtsreduktion
Facharztpraxis für Innere Medizin, Niere, Bluthochdruck und Ernährungsmedizin Atrium Amras, 2. Stock, Grabenweg 58, 6020 Innsbruck T: +43 676 756 50 14 M: praxis@drheininger.at www.drheininger.at Innere Medizin ist Medizin für den ganzen Menschen
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
79
EHRLICH SCHMECKT AM BESTEN
W
Im Hotel Tann steht Chefin Barbara Marzoner in der Küche – aber erst, nachdem sie im Wald war. Auf den Tellern landet nämlich all das, was die Natur am Ritten zu bieten hat. Das Ergebnis ist authentisch, klar und begeisternd gut.
ir haben feine Antennen für Ehrlichkeit, für Unverfälschtheit, für das Echte und Wahre. Wenn wir es finden, wenn es uns findet, dann ist die Begegnung eine unmittelbare, die uns auch ganz anders berührt, als alles Künstliche es könnte. Authentizität ist das, was am anziehendsten wirkt. B a r b a r a U n t e r m a r z o n e r und ihr Mann Markus, die gemeinsam das Hotel Tann am Ritten in Südtirol führen, leben dieses Prinzip nicht um des Prinzips willen – sondern weil sie einfach so sind. Das merkt man nicht nur dem Haus an, sondern auch allem, was es hervorbringt. Zum Beispiel den Tellern, die die Küche verlassen. Barbara steht selbst am Herd. Ungeplanterweise. Sie, die als eines von sieben Kindern – „Wie haben die Frauen das früher nur geschafft?“ – in der Hotellerie aufgewachsen ist, hat es immer geliebt. Nur die Küche, die war nicht ihres. Als sie schließlich mit ihrem Mann das Tann eröffnete, machten sie dieselbe Erfahrung wie viele andere Betriebe: Gute Köche sind schwer zu finden. Irgendwann reichte es Barbara und sie stellte sich selbst an den Herd – interimistisch, war der Plan. Mittlerweile sind Jahre daraus geworden. Irgendwann, sagt sie, sei die Liebe gekommen. Und mit der Liebe hat auch ganz viel Seele – „Kochen mit Seele ist wichtig“ – Einzug gehalten in ihre Gerichte. Z u m G e s p r ä c h kommt Barbara mit einem geflochtenen Korb, es ist ein heißer Tag. Sie ist
80
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
TEXT:
SONJA NIEDERBRUNNER
ein wenig verschwitzt und ihre Hände sind schmutzig. Und der Korb ist prallvoll – mit Beeren, Pilzen, Wildkräutern. Barbara war auf einem ihrer täglichen Streifzüge durch den Kräutergarten, durch die umliegenden Wälder und Wiesen. All diese Schätze werden am selben Abend noch auf den Tellern der Hotelgäste landen. Barbara liebt die Natur, in der sie lebt, und was man liebt, das kennt man. Sie weiß, wo und wann sie welche Besonderheiten findet, und sie ist experimentierfreudig, ohne das Überlieferte gering zu schätzen. Es wäre wesentlich einfacher, alles zuzukaufen. Bis sie eine Schüssel mit Walderdbeeren gesammelt hat, ist sie zwei Stunden unterwegs. Aber manches kann man eben nicht kaufen. Manches würde dadurch außerdem an Wert und Wertigkeit verlieren. Und weil es Barbara um Natürlichkeit, um Klarheit geht, muss diese schon vor dem eigentlichen Kochen beginnen. Bei ihr. Und rund um sie. Infos unter www.tann.it
„Kochen mit Seele ist wichtig.“ BARBARA UNTERMARZONER
Barbara Untermarzoner fĂźhrt gemeinsam mit ihrem Mann Markus das Hotel Tann am Ritten in SĂźdtirol.
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
81
WAS MACHT DER STEIN IN DER SUPPE?
„Steine sind gebündelte Energie unserer Mutter Erde“, erklärt uns Barbara. „Einst waren sie heiße Lava, wir benutzen Steine als unsere Bodenschätze, als Zusatz im Wasser oder in Suppen, oder wir braten auf heißem Stein wie die Urahnen. Die Speisen und Getränke nehmen die Kraft spendende Energie der Steine auf und stärken somit unsere Organismen.“
REZEPT
Steinpilz-Suppe
Zutaten für 4 Personen: 4 faustgroße Steine aus der Umgebung • 200 g frische Steinpilze (oder zwei Handvoll getrocknete) • 1 EL Rapsöl • 1 Liter Wasser • ½ Zwiebel • 1 Knoblauchzehe • 1 festkochende Kartoffel • 1 Bund Petersilie • 1 EL Steinsalz, etwas Pfeffer aus der Mühle Und so wird’s gemacht: 1. Einen Topf auf den Herd geben und das Öl hineingießen. Die Zwiebel in Würfel schneiden und im Topf gelblich anbraten. 2. Die Steinpilze waschen. Vier feine Scheiben von den Steinpilzen schneiden und zur Seite legen, den Rest in Würfel schneiden und ebenfalls zur angebratenen Zwiebel geben, zusammen auf kleiner Flamme andünsten. 3. Die Kartoffeln waschen, schälen und in Würfel schneiden. Zu den Steinpilzen geben. 4. Steinsalz und Pfeffer und gehackte Knoblauchzehe kommen nun auch in die Suppe. Alles zusammen wiederum andünsten und dann mit Wasser aufgießen. Nun die Suppe für 1 Stunde langsam köcheln lassen. Anschließend wird die Suppe püriert. Sie sollte schön cremig sein. 5. Die Steine 1 Stunde ins Wasser legen und dann mit einer Bürste von sämtlichen Unreinheiten befreien. Die sauberen Steine kommen in den Ofen bei 200 Grad. 6. Teller vorbereiten, die heißen Steine in die Teller legen, die Suppe dazugießen und die geschnittenen Steinpilze auf die Steine legen. Mit gehackter Petersilie die Suppe garnieren. Im Teller sollte es nun brodeln.
82
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
REZEPT
Schnitte vom Bachsaibling im Waldfeuer mit Hagebuttennocken Zutaten für 4 Personen: 2 frische Saiblingfilets • Zapfen, Holz und Nadelwipfel aus dem Wald • Steinsalz • gemahlener Pilzstaub
Und so wird’s gemacht: 1. Den Saibling waschen und in drei kleine Filets schneiden (pro Saibling) – mit Steinsalz und gemahlenen, getrockneten Pilzen würzen. Für mich besteht die Pilzmischung aus Steinpilzen, Habichtspilz, Parasol und Hahnenfuß. 2. In einer tiefen Pfanne nun die Waldzutaten hineingeben und anzünden. Sobald es anfängt zu rauchen, gebe ich die Saiblingsfilets auf die Zapfen und lass sie darauf „räuchern“ – das Ganze dauert ca. 10 Minuten. Hagebuttennocken: 1 alte Semmel • 100 g Hagebutten • 200 g Wasser • 1⁄8 l Milch • 1 Ei • Steinsalz • 20 g Butter Und so wird’s gemacht: 1. Altbackene Semmel in kleine Würfel schneiden. 2. D ie Hagebutten, so wie sie sind, einen Tag vorher ins Gefrierfach geben. Dann bei Gebrauch herausnehmen und mit Wasser eine halbe Stunde köcheln lassen. Anschließend werden die gekochten Hagebutten püriert. 3. Dieses Püree kommt nun auf das geschnittene Brot. Milch, Salz und Ei gut vermischen und ebenfalls auf das Knödelbrot schütten. Alles gut durchmischen und 10 Minuten ziehen lassen. Anschließend alles gut untermischen, bis eine schöne Masse entsteht. 4. M it einem Suppenlöffel kleine Nocken formen und eine Probenocke ins kochende Wasser legen, sozusagen als Probe, ob die Nocke auch hält. 5. N un die Butter schmelzen. 6. Z wei kleine Nocken auf den Teller legen und mit zerlassener Butter beträufeln, die Fischfilets dazu und noch etwas garnieren.
„Bei einem Waldspaziergang hole ich mir die trockenen Zutaten wie Fichtenzapfen, einige Wipfel von Nadelbäumen und Holzstücke, die am Boden liegen.“ Barbara Untermarzoner
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
83
REZEPT
Stanitzel mit Waldfrüchten und Staub vom Tüpfelfarn
Zutaten für 4 Personen: 50 g Schwarzbeeren • 50 g Himbeeren • 50 g Brombeeren • Staubzucker • ¼ Liter Rahm • etwas Zucker Stanitzelteig: 6 Eier • 200 g Zucker • 150 g Kamutmehl • 1 Prise Steinsalz • Backpapier Und so wird’s gemacht: 1. Eier, Zucker und Steinsalz im Rührgerät schaumig schlagen. Dann erst das Kamutmehl unterheben, bis eine gleichmäßige Masse entsteht. Auf Backpapier mit einem Löffel dünne „Fladen“ faustbreit auftragen und diese bei 180 Grad im vorgewärmten Ofen ca. 6 Minuten backen. 2. Nachher müssen die „Fladen“ sofort mit einer Palette noch warm vom Backpapier abgenommen und zu einer „Tüte“ geformt werden. 3. Die Stanitzel auf die Teller geben, mit etwas geschlagenem und gesüßtem Rahm füllen und die gemischten Waldfrüchte hineinlegen. Dann wieder etwas Rahm obendrauf und den Staub vom Tüpfelfarn darüberstreuen. 4. Weitere Waldfrüchte zur Deko auf den Teller legen.
DER TÜPFELFARN
Diese Waldpflanze wächst auf moosigen Steinen. Man entnimmt mit einem Messer die Wurzel. Diese wird zu Hause getrocknet und dann mit einem feinen Bürstchen vom Waldboden befreit. Die saubere Wurzel in einer kleinen Gewürzmühle zu Staub mahlen. Die Wurzel schmeckt nach Lakritze und kann von Juni bis November geerntet werden.
84
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
Das Tiroler Traditionshaus im Zentrum der Silberstadt Schwaz freut sich auf Euren Besuch.
TÄ G L I C H G E Ö F F N E T warme Küche bis 22 00 Uhr, Sonntags bis 21 00 Uhr Montag-Donnerstag von 10 00 bis 24 00 Freitag & Samstag von 10 00 bis 1 00 Sonntags von 10 00 bis 22 00
TISCHRESERVIERUNG
Tel: +43 5242 21630 restaurant@tippeler.at www.tippeler.at
www.traktor41.at
TIppELER „Gasthof zur Krippe” Burggasse 6 | A 6130 Schwaz inTirol | Austria
20 ml weißer Portwein 20 ml Cherry Brandy 8 Blätter Minze Cherry Blossom Tonic
C O C K TA I L D E R A U S G A B E
MRS. FITZHERBERT
Garnitur: Brandykirsche *) Glas: Nosingglas Rührglas mit Eis füllen. Portwein, Cherry Brandy und Minze darin verrühren. Inhalt des Rührglases in das Nosingglas abseihen, mit Cherry Blossom Tonic auffüllen, vorsichtig umrühren und garnieren. *) Brandykirschen: Kirschen mit Brandy bedecken und mindestens drei Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Die Kirschen entnehmen und zügig verwerten. Der Geschmack lässt sich noch verfeinern, indem man Zimtstangen, Anis und/oder Orangenzesten mit in den Brandy gibt. Aus: „Hausbar“, Drinks mixen wie die Profis, riva Verlag, 208 Seiten, EUR 19,99
I REALLY DONUT CARE
Einmal rund um den kulinarischen Globus: Tipps aus aller Welt, zu finden in Tirol.
F E I G E: Torte mal anders – diese Kreation hier besteht aus erlesenen Trockenfrüchten und hochwertigen Nüssen und ist deshalb nicht nur gut, sondern auch gesund. Für eine feine Süße sorgen in dem Fall getrocknete Baglamafeigen, die auch gut für Haut und Haare sind. Verschiedene Varianten gibt’s bei Obst Gemüse Niederwieser in der Nähe des Ferdinandeums.
KRAFT DER MITTE:
Valea ist der erste Bio-AloeVera-Drink aus Österreich, vegan und kommt in der umweltfreundlichen Glasflasche daher. Den mögen wir. Die 330-mlFlasche kostet 2,89 Euro und ist unter anderem in allen Denn’s-, Gewusst-wie- und Sonnentor-Filialen zu haben.
B Ä C K E R T R I F F T B R A U E R: Die Bäckerei Therese Mölk macht in Kooperation mit den Jungs von Bierol aus Schwoich aus Brot von gestern ihr „BAKER’s Bread Ale“, ein starkes Craft-Bier mit feiner, malziger Duftnote und fruchtigen Hopfenaromen. So viel Nachhaltigkeit gefällt uns. Erhältlich um 2,50 Euro pro Flasche in allen MPreis- und T&G-Filialen.
S C H N U R R: Der neue Madame-Miau-Kräutertee für kuschelige Herbsttage ist kürzlich in alle SonnentorGeschäfte getapst. Definitiv nicht für die Katz. 3,99 Euro.
86
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
www.hoertnagl.at
Rendezvous
DA HABEN WIR DEN S A L AT: Natürlich lässt sich
Dressing ganz einfach selbst herstellen, muss aber nicht immer sein, weil man mit den Leckereien von Stokes eine schöne Alternative hat. Hergestellt aus besten Zutaten peppen sie jeden Salat auf. Wir mögen sie alle. Rund 8 Euro pro Flasche, mitgenommen aus dem Fruchthof.
R O C K S TA R : Der Rosé „Diving into Hampton Water“ besticht durch seine feinen fruchtigen Noten, am Gaumen ist er ausgewogen, im Abgang leicht herb. Gemacht hat ihn Gérald Bertrand gemeinsam mit Jon Bon Jovi. Um ca. 20 Euro pro Flasche im Fruchthof in Innsbruck.
für Besser-Esser!
WIR SIND GIN UND W E G . . . nicht nur von
der Flasche, sondern auch vom Inhalt. Her Royal Smoothness, der Mom Gin, ist mit seiner herrlich beerig-fruchtigen Note perfekt für uns Mädels. Und weil er wirklich ziemlich lieblich daherkommt, bleibt er vermutlich uns holder Weiblichkeit erhalten. Der ist eher nix für Männer und hat zu Recht ein Krönchen auf. Um 21,90 Euro unter www.weisshaus.at.
FERNOST G A N Z N A H: Die
verschiedenen MisoVersionen von Arche Naturküche geben Suppen, Saucen & Co. eine würzige Note und ein wunderbares Aroma. Um je ca. 10 Euro im Fruchthof.
Gutes Essen is(s)t verbindend.
Foto: AM Tirol
www.facebook.com/AndraeHoertnagl
H I T S F O R K I D S: Das Melamin-Geschirrset ist quasi unverwüstlich und perfekt für Kinder. Verschiedene Designs ab 5,50 Euro, gesehen in Lisa’s Laden in Mayrhofen.
S A F E T H E O C E A N. Frei nach diesem Motto trinken wir unser Tiroler Wasser aus den stylischen Glasflaschen mit Silikonüberzug. Wasserflasche von Nuoc in zwei Größen (500 ml: 29,90 Euro / 800 ml: 34,90 Euro) bei Petra Kaminsky in Hall.
S C H Ü T Z L I N G:
Küchenhandschuh aus Leder von muubs. Ab 59 Euro bei mg interior in Innsbruck.
O O O O O M M M M. Bringt Energie ins Trinkwasser. Die Wasserflasche von OmWater gibt’s um 26,95 Euro bei der wunderbaren Ruth und ihrem APFIs in Wattens.
ABWARTEN UND TEE T R I N K E N . Besonders schön
geht das aus den Tassen von Greengate. Um 18,90 Euro gesehen in Lisa’s Laden in Mayrhofen.
H E R Z L I C H: Die Tassen von Bastion Collections eignen sich bestens, um seiner Sammelleidenschaft zu frönen. Ab 11,90 Euro in Lisa’s Laden.
ZUM KOCHEN GEMACHT Wo die Liebe den Tisch deckt, schmeckt das Essen am besten.
88
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
G U C K S T D U:
Einfach mal über den Tellerrand schauen. Porzellangeschichtete Vase in Weiß und Gold von räder. 17,5 cm hoch – ohne Giraffe. Um ca. 40 Euro gesehen bei Tyrolglas in Innsbruck.
W I L D S P I R I T. Mehr Tier geht kaum. Wir lieben die „Wild-Spirit“Kollektion von Taitu, weil sie richtig Lust auf Abenteuer macht. Gesehen in verschiedenen Designs und Ausführungen vom Becher bis zum Teller bei Tyrolglas. z.B.: Henkelbecher mit Deckel um 49 Euro, Salatteller (Zebra) um 49 Euro, Schale (Gepard) um 65 Euro, Tablett (Giraffe) 50x50, um 198 Euro.
G O L D S T Ü C K. Die Kollektion „Girotondo“ von Alessi gibt’s in verschiedenen Ausführungen - wir mögen sie am liebsten in der Jubiläumsauflage zum 30. Geburtstag der Serie mit 24-karätiger Vergoldung. Jedes Teil ist auf 999 nummerierte Stück limitiert. Ab 90 Euro.
Exklusiv in Ihrem www.therese-moelk.at
B O DYG U A R D. Der Inhalt der Porzellanschale wird bestens bewacht – der süße Pinguin hat sich dafür sogar extra einen goldenen Frack übergeworfen. Ca. 19 Euro bei Tyrolglas.
Lokalaugenschein Es gibt sie zahlreich in unserem Land: die Orte des guten Geschmacks. Wir haben wieder welche für euch aufgestöbert – dieses Mal in vorwiegend vegetarischer Variante. Wegen der Tierausgabe warat’s.
VEGAN OHNE WAHN Seit 1. August hat er offen, der grüne Flamingo in Innsbruck, und wir mögen schon allein das Logo. Das Green-Flamingo-Team kredenzt coole Drinks und feines Essen ganz ohne Tier – und das ohne den Zeigefinger zu erheben. Die Atmosphäre ist gemütlich, der Service toll und auf der Karte findet jeder etwas. Bruschetta, Suppen, Nudeln, Pizza (die man individuell belegen lassen kann), Burger, Bowls, Süßes, alles da. Alles gut. Zur Klassik-Karte gibt’s monatliche Specials, die zeigen, wie vielfältig und kreativ vegan sein kann. Auch Fleischessern wird das Fleisch hier nicht abgehen. Wenn das Wetter passt, kann man auch außen sitzen (also eher wieder nächstes Jahr), eine Reservierung ist unbedingt empfohlen. Offen ist von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 22 Uhr.
Green Flamingo, Fürstenweg 7, Innsbruck, green-flamingo-innsbruck.eatbu.com
FÜR AUGE UND MUND Peter Fankhauser ist im Zillertal geboren und aufgewachsen. Seit 25 Jahren ist er in der Gastronomie tätig – als Koch und Patissier, der sich vor allem beim süßen Abschluss immer wieder Bahn bricht. Im Jahr 2013 gründete er gemeinsam mit Gärtnern aus der Umgebung den Verein „Guat’zEssen“ und den ersten Permakulturgarten im Zillertal. Letztes Jahr hat er das gleichnamige vegetarische Restaurant eröffnet und bringt Feinheiten auf den Teller, die nicht nur schmecken, sondern auch eine Wucht fürs Auge sind. Zu essen gibt’s ein Tagesmenü, das man wahlweise mit drei Gängen (35 Euro) oder fünf Gängen (49 Euro) bestellt und das bei Tisch persönlich erklärt wird. Auf Vorbestellung kocht Peter auch gerne vegan. Im eigenen Verkaufsladen kann man sich durch die selbstgemachte Feinkost stöbern – vom Löwenzahngelee bis zur Kirschmarmelade.
Restaurant Guat’zEssen, Obere März 36, Stumm, www.guatzessen.at
90
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
V E G G I E- B U R G E R. „So glücklich wie ich gibt es keinen Menschen unter der Sonne!“ Diese Worte spricht Hans, nachdem er auf seinem Weg Schritt für Schritt Wertvolles gegen Wertloses eingetauscht hat und am Ende mittellos dasteht. Aber glücklich. Bei „Hans im Glück“ in Kufstein – eigentlich ist es ein deutsches Franchiseunternehmen, das aber dankenswerterweise auch über die Grenze gekommen ist – indes macht nicht das Nichts glücklich, sondern die Burger. Die Einrichtung ist stylisch und die Burger richtig gut. Natürlich gibt’s die hauptsächlich mit Fleisch, wir erwähnen sie hier aber trotzdem, weil wir selten derart tolle Veggie-Burger gegessen haben. Und die Auswahl ist wirklich top – auch an veganen Varianten. Und die sind echt schwer zu kriegen. Wir freuen uns sehr über diese Entdeckung.
FÜR GOURMETS
Hans im Glück, Unterer Stadtplatz 2, Kufstein, www.hansimglueck-burgergrill.de
Das Logo des Q! Resort Kitzbühel ist der Kopf einer Kuh, dass das erste vegetarische und vegane Gourmetrestaurant in Kitzbühel – das sich ebendort im Hotel befindet – „Happy Kuh“ heißt, ist also ein durchaus gelungenes Wortspiel. Eine Kuh kommt hier nämlich bestimmt nicht auf den Teller, dafür ein erstklassiges Viergängemenü mit allem, was die Natur zu bieten hat, wahlweise auch komplett ohne tierische Produkte. Vegetarische Küche kann so gut sein, wenn man nur weiß, wie man’s am besten anpackt. In der Happy Kuh weiß man das definitiv und die Gäste wissen es zu schätzen. Nom nom.
Happy Kuh im Q! Resort, Bahnhofplatz 1, 6370 Kitzbühel, www.qresort.at
S P E C I A L -T I P P : VEGAN SCHLAFEN
Im vegan zertifizierten Gasthof zum Ederplan in Osttirol bekommt man auf Wunsch sogar vegane Bettwäsche zum Schlafen. Serviert wird eine biologische, vegane 5-Elemente-Küche, lactose-, gluten- und industriezuckerfrei. Das Gemüse wird verpackungsfrei eingekauft, mit Holz und Solar geheizt. Das Zweigang-Überraschungsmenü kostet wohlfeile 20 Euro, das Dreigangmenü 25 Euro, Hausgästen wird morgens auf Anfrage ein veganes süß-pikantes Zweigang-Frühstück nach TCM bereitet. Fast schon folgerichtig gibt es auch eine eigene vegane Hauskosmetikserie und wer sich Inspirationen holen will, bucht am besten den angebotenen Kochkurs. Veganer Gasthof zum Ederplan, Stronach 10, 9992 Stronach, www.gasthofzumederplan.at
ITALIEN-TOUR Die Italiener wissen, wie man genießt. Besonders gerne machen sie das im Zuge von ombre und bacari – gemeinsam und von Lokal zu Lokal ziehend. Mit Marco Romano als neuem „Mr. Pauly“ ist echte Italianitá ins Ristorante in der Seefelder Bahnhofstraße eingezogen und mit ihm so ziemlich alles, was den Süden ausmacht. Neben mediterraner Kulinarik gibt‘s authentischen Café, eine feine Auswahl an offenen Weinen, verschiedene erfrischende Spritz-Varianten und den wunderbar bitter-süßen Negroni aus Gin, Wermut und Campari, der so herrlich typisch für Venedig ist, eine Stadt, in der es zur Tradition gehört, mit Freunden von Lokal zu Lokal zu ziehen und bei einem Glas Wein das Leben zu genießen. Das geht auch im Pauly – nur, dass man hier eben zwischen Bar und Restaurant flaniert.
PAULY Bar. Ristorante, 05212/2004, www.ciao-pauly.com
E N T G E LT L I C H E E I N S C H A LT U N G / F O T O S : D A V I D J O H A N S S O N
H e r b s t i m p r e s s i o n e n ,
p e r f e k t b e k l e i d e t m i t M a l o j a !
shop ANDREAS-HOFER-STR. 14 | 6020 INNSBRUCK 0664 88 36 32 70 | info@endless-riding.at www.endless-riding.at
BLASIUS-HUEBER-STR. 14 | 6020 INNSBRUCK 0512 28 67 07 | offi ce@sport-spezial.at www.sport-spezial.at
Scanne den Code, um direkt auf die Website zu gelangen.
STYLE DIE NATUR IST EIN WUNDERBARER RATGEBER. NICHT NUR KULINARISCH BIETET SIE UNS REICHLICH NAHRUNG, AUCH FÜR UNSERE HAUT HAT SIE VIEL ZU GEBEN. FÜR ALLES IST EIN KRAUT GEWACHSEN.
WILD AND FREE FOTOS:
PAT R I C K S A R I N G E R
In jedem von uns steckt eine animalische Seite, im modischen Herbst dĂźrfen wir diese ungehemmt zeigen. Erwecke das Tier in dir!
Art Direction: Gracia Gunkel Fotografie: Patrick Saringer Hair & Make-up: Elke Griessmayr (ELLIS FAAS Ambassador) Model: Alexandra F., Most Wanted Location: Die Schatzkiste Tirols Sammlungs- und Forschungszentrum der Tiroler Landesmuseen, in Kooperation mit Peter Morass. Ein herzliches DankeschĂśn an unsere Kooperationspartner: Petera / Teresa / ROSEBUD / Sehenswert / Kaminsky / Weigand De Dor Manufaktur / Peter Morass & die Tiroler Landesmuseen
94
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
O U T F I T : Roter Mantel von S-Max Mara um 819 Euro bei Petera, Jumpsuit von Isabel Marant Etoile um 390 Euro bei Teresa, Boots von Ganni um 599 Euro bei Teresa, BH von La Perla um 170 Euro bei ROSEBUD S C H M U C K : Kette KAMINSKY Gold, Unikat, Preis auf Anfrage, erhältlich bei Kaminsky T R E N D P I E C E : Haarreifen aus rotem Samt mit Knotendesign, Handmade by De Dor um 98,95 Euro, erhältlich bei Weigand
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
95
O U T F I T: Karo-Blazer von Twin Set um 349 Euro bei Petera, Karo-Hose von Twin Set um 225 Euro bei Petera, Dessous-Top von Second Female um 79,95 Euro bei Petera S C H M U C K: KAMINSKY Armspangen SIMPLE PLEDGE ab 25 Euro, Ketten KAMINSKY ab 168 Euro, Ring KAMINSKY Gold, Unikat, Preis auf Anfrage, Ring LA MOLLLA in Edelstahl um 32 Euro
96
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
O U T F I T : Kleid von See by Chloe um 410 Euro bei Teresa, Boots von Nubikk um 199,95 Euro bei Petera S C H M U C K : in Handarbeit gefertigter Haarreifen von De Dor um 36,95 Euro, erhältlich bei Weigand, Ring KAMINSKY Unikat aus 14 kt Gold mit schwarzem Turmalin, Preis auf Anfrage, erhältlich bei Kaminsky
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
97
O U T F I T: Strickjacke von I Heart um 499 Euro bei Teresa, BH von Chantal Thomas um 169 Euro bei ROSEBUD, Fake-Lederhose von Cambio um 189,95 Euro bei Petera, Boots von Nubikk um 199,95 Euro bei Petera S C H M U C K: Armreifen aus Acryl jeweils um 34,95 Euro von De Dor, erhältlich bei Weigand
98
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
O U T F I T: Lederjacke von Anine Bing um 985 Euro bei Teresa, BH von La Perla um 115 Euro bei ROSEBUD S C H M U C K: Ring OSCAR & FILU Silber um 189 Euro, Ringe FRUIT BIJOUX grau um 70 Euro, rosé um 48 Euro, Armreifen LA MOLLLA um 94 Euro erhältlich bei Kaminsky B R I L L E: Andy Wolf Eyewear Mod. 4746 col.a um 299 Euro erhältlich bei Sehenswert
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
99
O U T F I T: Federmantel von The Mercer NY um 399 Euro, Kleid von Twin Set um 315 Euro, Rollkragenshirt von Rich & Royal um 35,95 Euro, Boots von Nubikk um 199,95 Euro, alles erhältlich bei Petera
100
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
O U T F I T : Kleid von Ganni um 199 Euro bei Teresa T R E N D P I E C E: schwarzer Haarreifen in Tuchoptik, handmade by De Dor, um 24,95 Euro, erhältlich bei Weigand
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
101
INTO THE WILD
1. SCHWARZ-WEISS KANN SO BUNT SEIN. Bei comma casual identity erobert der Zebraprint den Herbst im Galopp. Gesamtlook: Strickmütze mit Bommel: 25,99 Euro / Schal: 29,99 Euro (zwar nicht Zebra, aber ein schöner Farbtupfer) / Pullover: 59,99 Euro / weiße Bluse mit Bündchen: 69,99 Euro/ Hose: 89,99 Euro. 2. VOLL IM TREND: Um Chucky Sneakers kommt man gerade nicht herum. Passenderweise gibt’s die auch im Leolook. Zum Beispiel von Kurt Geiger. Modell „Lunar“ um rund 200 Euro unter www.kurtgeiger.com. 3. HAIJAAAA: Hemdblusen-Midikleid mit Brusttaschen von s.Oliver in der Farbe „Samurai Brown Dots“ – gäbs auch in unifarbenem Blau, dann macht es auf dieser Seite aber keinen Sinn mehr. 129,99 Euro. 4. TIGERLILLY: Stiefelette von Vigneron aus Veloursleder und spitzer Spitze. Um 160 Euro erhältlich bei Humanic. 5. AN DER LEINE: Damit läuft uns die Brille nicht mehr davon. Das Suncover BrowLine Glasses von AnyDi Munich lässt sich einfach an die
102
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
E
Erwecke das Tier in dir! Und weil es doch etwas schräg ankommt, wenn man brüllend wie ein Löwe durch die Straßen rennt, setzten wir die Statements besser modisch. Möge man uns nicht mit einem Zebrastreifen verwechseln.
Handtasche und auch sonst überall hinhängen. Um 89 Euro gesehen bei der zauberhaften Tanja in ihrem Sehenswert in Wattens. 6. LILA PUDEL: Auch wenn man sie manchmal ganz real auf der Straße trifft, lila Pudel machen nur am Handgelenk wirklich Sinn. Uhr von Swatch um 60 Euro. 7. FALSCHE SCHLANGE: City Bag aus Synthetik in Schlangenoptik von Guess. Modell „Carina“ um 150 Euro gesehen bei Humanic. 8. TIERISCH BUNT: Marc Cain verbindet den angesagten Animalprint mit ebenso angesagten Neonakzenten. 149,90 Euro. 9. POLSTERSCHLACHT: Verschiedene Kissen von Art de Lys aus der Textilnation Frankreich. Die gibt’s in den unterschiedlichsten Designs und auch ganz schön tierisch bei Tyrolglas in Innsbruck. Ab 69 Euro. 10. UMGEHÄNGT: Tasche aus Leder und Cavallino-Fell in Leoparden-Optik. Wir mögen vor allem die Quaste. Um 169 Euro bei Replay.
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
103
C L U B U R L A U B. Uhren von Nomos sind irgendwie das Kleine Schwarze unter den Zeitmessern – unaufdringlich, schlicht, schön und immer passend. Zum Anzug, auf der Reise, beim Durch-die-Nacht-Tanzen. Das 36-mm-Edelstahlgehäuse der Club Campus ist großzügig und robust, die Zeit lässt sich immer und überall gut ablesen. 1.100 Euro. Nomos gesehen bei den Innsbrucker Juwelieren Witzmann und Leitner.
R E C YC L I N G S TA R. Ganz neu und als erster Händler Österreichs führt Petra Kaminsky die coolen Ketten und Armbänder von „OGM Plant“ aus Verona. Alle Schmuckstücke werden nachhaltig aus recyceltem Aluminium in Italien hergestellt. Zusätzlich zu den Ketten und Armbändern gibt es kleine Charms, die man individuell ergänzen kann. Somit wird das Schmuckstück zum Unikat. Ab 42 Euro.
F L O W E R P O W E R.
Bluse von JAKE’s bei Peek & Cloppenburg. 45,99 Euro
GANZ VIEL HERBST „Let’s do what we love and do a lot of it“, befand Marc Jacobs mal. Das ist ein guter Rat. Wir zum Beispiel kaufen ja gerne Schuhe. Oder Röcke. Hosen. Shirts. Und so.
S TAT E M E N T- S H I R T. Es gibt Tage, da braucht es mehr als Kaffee! Mach, was du willst, und sei ein trotzKIND. Shirt um 34,95 Euro im APFIs in Wattens.
SCHNEEWEISSCHEN U N D R O S E N R O T:
Spinellkette mit facettierter Tahitiperle um 1.100 Euro, Ring aus 18 Kt Rotgold mit Kunzit um 1.850 Euro. Erhältlich in der Goldschmiede Mölk am Innsbrucker Sparkassenplatz.
Eleganz ist die einzige Schönheit, die niemals verblasst.
104
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
ZUM WARMWERDEN MIT DER K A LT E N J A H R E S Z E I T. Wattierte
Leichtdaunenjacke von Tommy Hilfiger um 249 Euro.
R O C K I G . Karos sind nach wie vor Kult – wer sich traut, übrigens auch in Kombi mit Animalprints. Der Wickelrock „Amalia“ von Ralph Lauren ist ein Klassiker. 349,95 Euro.
„Nichts ist so gefährlich wie das Allzumodernsein. Man gerät in Gefahr, plötzlich aus der Mode zu kommen.“
A N H Ä N G L I C H. Die Armbänder von Yulyaffaires aus München werden aus Horn gefertigt und sind wunderbar leicht zu tragen. Ab 117 Euro bei Petra Kaminsky, Hall.
OSCAR WILDE
FA I R P L AY. Die Taschen von „O my bag Amsterdam“ werden in Indien gefertigt – ausschließlich von Frauen und ausschließlich unter fairen Bedingungen. Verschiedene Modelle findet ihr bei Petra Kaminsky in Hall – uns gefällt die lässige Handtasche aus weichem Leder in Cognac. 199 Euro.
B L A C K B E A U T Y. Beim Salzburger Label Puro trifft urbane Lässigkeit auf edlen Chic. Den LederSchnürer haben wir im Nindl-Schuhwerk in der Innsbrucker Altstadt um ca. 360 Euro gesehen.
IHR GOLDSCHMIED SEIT 1764 www.norz.gold | Maria-Theresien-St. 8 | IBK
DIE LEIDENSCHAFT SPÜREN. M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
105
S P R Ü C H E K L O P F E R . Die
FA L L G E S C H L O S S E N. In der Regel kennt man die Sitzsäcke, fatboy kann aber noch mehr. Taschen zum Beispiel. Gut gepolstert und mit fettem Reißverschluss haben Taschendiebe keine Chance. 149 Euro.
C O W G I R L. Mit Ankle- und Cowboyboots C O AT-W O R T. Daunenmantel von Comma um 299 Euro.
106
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
ist man im Herbst wieder ganz vorn dabei. Dieses Modell von Kennel & Schmenger passt auch zum Dirndl. Um 250 Euro gesehen bei Salamander.
Spruchketten by Lisa Juen versüßen uns definitiv das Leben. Um 29,95 Euro mitgenommen aus Ruth’s APFIs in Wattens.
S C H M U C K E S T Ü C K E : Das Medaillon „Knospe“ aus 18 Kt Gold und Brillant lässt sich öffnen und ist innen mit „Ich beschütze dich“ graviert (1.500 Euro), Ringe aus 18 Kt Gelbgold mit Lapislazuli bzw. Mondstein (je 860 Euro). Gesehen bei den Mölk-Zwillingen in ihrer Goldschmiede am Innsbrucker Sparkassenplatz.
D U R C H B L I C K. Auf die modische Beratung und Fachkompetenz sowie die feine Brillenauswahl ist in Tanja’s Sehenswert in Wattens immer Verlass. Richtig lässig sind die Brillen von Coblens, allein schon wegen ihrer Modellnamen. Im Bild: „Autotelefon“ in Silber poliert um 389 Euro.
Dirndl von
bei HEU & STROH
TRACHTENMODE VON RAUSCHER
LEOP OLDSTR A SSE 28, INNSBRUCK MO – FR: 9 – 18 UHR, SA : 9 – 13 UHR ERSTER SAMSTAG IM MONAT BIS 17 UHR
L I E B L I N G S S T Ü C K E. Viele haben es schon entdeckt, für
manche gibt’s noch eine Überraschung im Hinterzimmer des Resort in Innsbruck. Dort findet ihr nämlich aktuell sorgsam ausgewählte und handverlesene Vintagemode und Designerstücke von Magnoli. Wir sind ja ganz verliebt in dieses Kleid, auch wenn der Sommer schon vorbei ist.
D I R E K T A M W I LT E N E R P L AT Z L
HEUUNDSTROH .COM
L I N I E N T R E U. Dass wir Fans von COS
sind, dürfte mittlerweile bekannt sein. Aktuell mögen wir diesen Longblazer sehr – geradlinig und doch extravagant. 99 Euro.
W Ä R M E S P E N D E R. Sie schauen ein bisschen aus wie kuschelige Decken, sind aber Schals. Bei Petra Kaminsky in Hall ist ab sofort die neue Herbstkollektion von Vaca Vaca zu haben. Handgewebt und aus 100 % Baumwolle. 79,95 Euro.
H I N G U C K E R . Calvin Klein
präsentierte kürzlich die neuen Modelle der Linie „seduce“. Ihr Markenzeichen: bunt! Verschiedene Farben um je 219 Euro.
F L O T T E S O H L E. Schwarzer Nylonschuh mit handgefertigter Sohle von RBRSL – Rubber Soul. Hergestellt in Italien, bei uns erhältlich bei der bezaubernden Angelika Nindl um 289 Euro in der Innsbrucker Altstadt.
R U N D E S A C H E. Die Linie „clink“ von Calvin Klein ist geometrisch und unbeschwert – ein Vertreter davon sind die Creolen um 89 Euro.
108
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
T R A C H T E N PÄ R C H E N. Oktober ist Wiesnzeit. Da kommt man natürlich in Tracht. Besonders schöne Stücke gibt’s bei Heu&Stroh in Innsbruck – zum Beispiel das Kleid „Wally – Kräutergartl“ von Lena Hoschek Tradition (510 Euro), passend dazu für ihn die Lederhose „Wolf im Schafspelz“ von Himmel, Arsch und Zwirn (629,90 Euro).
exclusive
woman | Innsbruck
1. E M M A trägt Twin Set und Zecchino d’oro. 2. L A R A trägt Twin Set, Lederjacke Elsy, Schuhe Clic 3. E M M A trägt Kleid und Schuhe Magil, Jacke Yves Salomon 4. L A R A trägt Twin-Set-Kleid und Jacke Woolrich 5. E M M A trägt Rock Stella McCartney,
T-Shirt Karl Lagerfeld, Strickjacke Zadig et Voltaire, Schuhe Clic 6. L E O & M O R I T Z tragen Jacke Woolrich, Pullover Vingino, Hose Zadig et Voltaire, Schuhe Zecchino Dòro, Jacke Yves Salomon, Jean Dsquared 2, Shirt Vingino 7. L I V I A trägt Pullover Zadig et Voltaire, Rock Karl Lagerfeld, Schuhe Zecchino d’oro 8. W A H Y U N I trägt Elsy und Clic 9. L E O trägt Vingino und Zecchino d’oro 10. W A H Y U N I trägt Rock Stella McCartney, Shirt Karl Lagerfeld, Strickjacke Twin Set und Schuhe Clic GESEHEN BEI KARUSSELL – DIE KINDERBOUTIQUE, CLAUDIASTRASSE 11, INNSBRUCK. WILHELM- GREIL- STRASSE 14, INNSBRUCK W W W. B O U T I Q U E - K A R U S S E L L . A T
HERBSTLICHE METERWARE Modisches für kleine Menschen, die uns Großen um nichts nachstehen. So geht cool.
110
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
Fotos: Anja Koppitsch
Maya
mag ... IM HERBST
Maya ist Fashionista, Genießerin und vor allem ganz viel Mädchen im Herzen. Was ihr aktuell besonders gefällt:
2
1
1 Ich koche für mein Leben gern und
am liebsten für die ganze Familie. Die Bretter von Stuff Design gefallen mir besonders gut – die sind auch ein Hingucker, wenn man sie gerade nicht benutzt. Klein: 45 Euro, groß: 50 Euro. Erhältlich bei Wachter’s am Wiltener Platzl in Innsbruck.
2 Ich weiß nicht, wie oft ich mein
Handy schon gesucht hab. Mit den Hüllen von XOUXOU Berlin hängt man das Smartphone jetzt einfach stylisch um sich rum. Verschiedene Modelle um je 29,90 Euro bei Petra Kaminsky in Hall.
3 Herbst ist Strick: Es muss nicht
3
immer bunt sein, manchmal ist auch Modell „Graue Maus“ tres chic. Toll ist der Kaschmirpulli von Repeat, erhältlich um 259,90 Euro bei LUZ.
4 Den Maxirock von Nanushka aus
4
veganem Leder hab ich bei Föger in Telfs gesehen. Ein sehr cooles Teil, besonders der Gürtel. 395 Euro.
5 Mit einem Haarreifen ist die Mähne
rasch gebändigt. Mit der Samtvariante der Tiroler Manufaktur DE DOR seid ihr aktuell voll im Trend. Um je 98,95 Euro in der Parfümerie Weigand in Innsbruck.
6 Die Brillen von Andy Wolf find
6 7 5 112
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
ich von Haus aus schon super. Nun präsentieren die Steirer erstmals eine Capsule Collection zusammen mit dem Taschenlabel pinqponq. Entstanden sind zwei Sonnenbrillen, die im Set mit der eigens entwickelten Tasche kommen. Gibt’s zusammen bei der zauberhaften Tanja in ihrem Sehenswert in Wattens um 299 Euro.
7 Die letzten Tage vorm Druck der
neuen Ausgabe stressen mich immer besonders. Mit der Schlafmaske mit Bluetooth-Kopfhörern schaltet man perfekt ab. Derzeit um 19,99 Euro bei Tchibo.
N A I L S PA
HANDTASTISCH Zu gepflegten Händen gehören gesunde Fingernägel. Die sind keine Selbstverständlichkeit, mit ein paar Tricks kann aber geholfen werden. Die Nagelplatten der Fingernägel setzen sich aus verhornten, abgestorbenen Hautzellen zusammen, die hauptsächlich aus Keratin – einem Faserprotein – bestehen. Denselben Stoff finden wir zum Beispiel in unseren Haaren, den Krallen von Raubtieren, den Federn der Vögel oder auch den Stacheln von Igeln. Das mag jetzt nicht sonderlich sexy klingen, weil Fingernägel gerade bei uns Mädels vor allem auf ihre Schmuckfunktion reduziert werden. In Wirklichkeit aber erfüllen sie zahlreiche Aufgaben: Fingernägel schützen und sind hervorragende Werkzeuge. Wenn sie denn gesund sind.
der Fingernägel geht, seid ihr hier im wahrsten Sinne in den richtigen Händen. K ü n s t l i c h e F i n g e r n ä g e l können, unachtsam aufgebracht, Nagelpilz verursachen, auch kleine Hautverletzungen – etwa, wenn man selbst versucht, die Nagelhaut zu entfernen – dazu führen, dass Bakterien eindringen. Deshalb macht eine professionelle Maniküre durchaus Sinn. Das Nail-Spa-Team kümmert sich um eure Nägel und hilft zum Beispiel mit Naturnagelverstärkungen, eure Fingernägel zu kräftigen. Für den Wohlfühlfaktor sorgt ein Paraffin-Handbad oder eine Handpackung.
FEST ODER BRÜCHIG? Nägel verraten eine Menge über unseren Gesundheitszustand. Wenn sie sich verfärben, verformen, Rillen bekommen oder weich und brüchig werden, so können diese Veränderungen harmlos sein, aber eben auch Symptome zahlreicher Krankheiten wie Fußpilz, Diabetes mellitus, Schuppenflechte oder Durchblutungsstörungen. Nägel spiegeln zudem unausgewogene Ernährung oder Vitaminmangel wider. Vor allem weiche, dünne und brüchige Nägel können auf einen Nährstoffmangel zurückzuführen sein. Oftmals sind angegriffene Nägel aber auch schlicht eine Folge falscher Pflege. Beim Thema Ernährung können euch die Experten vom Nail Spa leider auch nicht helfen, wenn es aber um die optimale Pflege und Reparatur
E N T G E LT L I C H E E I N S C H A LT U N G
„Gesunde Fingernägel sind Beschützer und Waffen gleichermaßen.“ MAIDA CALUK
NAIL SPA
Reichenauer Straße 62 6020 Innsbruck Tel. +43 512 342149 E-Mail: maida.c@live.at www.nail-spa.at /NailSpaInnsbruck nailspa_innsbruck
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
113
SCHÖNHEIT FÄNGT MIT STAUNEN AN B L A C K A N D W H I T E : Chanel zeigt in seiner Herbst/Winter-Kollektion „Noir et blanc de Chanel“, wie bunt SchwarzWeiß sein kann. 4er-Lidschattenpalette „Les 4 Ombres“ um 53 Euro / feuchtigkeitsspendender Lipgloss mit Hochglanz-Finish „Rouge Coco Gloss“ in Crystal Clear um 33 Euro / Nagellack „Le Vernis“ in pure white und pure black um je 26 Euro. Erhältlich bei Tachezy.
Staunen ist der erste Schritt zur Erkenntnis, befand dereinst Louis Pasteur. Unser Tipp: Erkennt, dass ihr schön seid, wenn ihr morgens in den Spiegel schaut. G E S U N D E H A A R E: Uns Mädels sind unsere Mähnen ja besonders
wichtig. Wir mögen das Amino Acid Shampoo von Kiehl’s, weil’s die Haare schön samtig weich macht. 250 ml um 21 Euro. Wer mag, nimmt den Conditioner mit Aminosäuren und Kokosöl dazu. In der Innsbrucker Anichstraße gibt’s einen schnuckeligen Shop.
B E S C H Ü T Z E R I N S T I N K T: Die Epigen Pollution Rescue Mask von QMS kommt in neuer Aufmachung daher – die Wirkung der Schaummaske ist wie eh und je: Sie macht müde Haut munter und das über Nacht. 75 ml um 79 Euro erhältlich in Murat Coskuns Kosmetikinstitut Aurora in Innsbruck.
A N T I- S T R E S S: Manchmal neigt unsere Haut zu Überreaktionen. Juvedical Sensitive von Juvena ist eine klare Pflegelinie, die sich aufs Wesentliche konzentriert: sensible und gestresste Haut widerstandsfähig zu machen. Tagescreme: 62 Euro, Nachtcreme: 68 Euro.
114
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
G U T E N A C H T : Die „5 Secrets Night Cream“ von Declaré zaubert mit Powerextrakten aus Melisse, Lavendel, Kamille, Salbei und Johanniskraut schöne Haut im Schlaf. Das 50-ml-Döschen kostet 55 Euro.
M A K E- U P YO U R M I N D : Die Herbst/Winter-
J I N G L E B E L L S : Es weihnachtet schon bei Lush. Ab
Kollektion „Cross the Lines“ von Artdeco ist angelehnt an moderne grafische Kunst und spielt mit der Kombination aus matten und glänzenden Elementen. Dunkle Farbnuancen bilden einen Kontrast zu reinem Weiß. Lipstick: 11,95 Euro / Volume Sensation Mascara: 14,95 Euro / Long Lasting Liquid Liner Intense: 14,95 Euro / Eyeshadow Beauty Box Trio Limited Edition: 11,95 Euro. Erhältlich bei Tachezy.
Ende September gibt’s die X-Mas-Produkte für Dusche und Bad. Mit dabei das festliche Ölbad „Santa’s on his way“. Ca. 9 Euro pro Stück. Einen Shop findet ihr zum Beispiel in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße – einfach immer der Nase nach.
F L O R A L: Rituals hat kürzlich eine neue florale Home-Kollektion lanciert. Die besteht zwar hauptsächlich aus Duftkerzen, Duftstäbchen und Parfums d’Interieurs, mit dabei ist aber auch eine ganz wunderbare Handseife. 300 ml um 10,50 Euro. Stores in den Innsbrucker RathausGalerien und im DEZ.
KO F F E I N S C H U B F Ü R D I E H A U T: Wir geben es zu: Wir sind Kaffeejunkies. Jetzt gibt’s die braune Bohne auch zum Rubbeln. Der Duschkaffee von WALTZ7 peelt sanft mit Arabica-Bohnen und verwöhnt mit Moussekonsistenz. Die Optik ist so lala, die Wirkung aber toll. Bei dm um 4,99 Euro zu haben. W U N D E R B A R: Juvena zaubert uns
in sechs Schritten zum perfekten Teint. Das aufeinander abgestimmte Pflegeprogramm sorgt für ein frisches, glattes Hautbild. Die Miracle-Beauty-Pflegeprodukte gibt’s ab 27,90 Euro. Das absolute Pflegeplus ist die Maske um 75 Euro.
WIR HABEN DIE HAARE S C H Ö N : „Miracle Hair Food“
ist der Energieboost von innen und sorgt unter anderem mit Biotin, Zink, Selen und allerhand Vitaminen für mehr Haarfülle und Glanz. Von Marlies Möller. 60 Kapseln um 39 Euro. Erhältlich z. B bei Tachezy.
G O L D E S W E R T: Die Linie Aromaphytocare von Clarins kombiniert die aromatherapeutische, stimulierende Wirkung ätherischer Öle mit wohltuenden Pflanzenextrakten. Mit „Plant Gold“ wird sie um ein revitalisierendes und nährendes 2-Phasen-Öl-Fluid ergänzt, das die Gesichtshaut intensiv pflegt. Um 63,90 Euro (35 ml) bei Tachezy.
116
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
R E I N E M A C H E R: Auch im Erwachsenenalter können lästige Pickel und Mitesser auftreten. Der medizinische Hautpflegeexperte Sebamed schafft mit einer eigenen Pflegeline Abhilfe. Erhältlich ist das volle Programm vom Reinigungsschaum bis zur Maske. Das Gesichtswasser klärt, befreit von Talgüberschuss und beruhigt die Haut. 6,58 Euro.
AUS DER REDAKTION
IM NEUEN GEWAND Die Produkte von QMS Medicosmetics bestachen schon immer durch ihre Wirksamkeit. Das tun sie immer noch – nur die Aufmachung ist neu. Geradliniger, aufgeräumter, richtig schön!
FA LT E N B E K Ä M P F E R:
Die modernste Waffe gegen Falten kommt nicht aus einer Nadel, sondern aus der Natur: AHAVA ist das weltweit erste Kosmetikunternehmen, das die heilende Wirkung von Apple of Sodom nutzt und seine toxischen und dennoch regenerierenden Eigenschaften für die Haut in die Welt der modernen Anti-AgingKosmetik trägt. Das Highlight der Produktlinie ist der „Deep Wrinkle Filler“, der Falten auffüllt und Mimikfalten sofort reduziert. 15 ml um 89 Euro bei Tachezy.
We like: Even Tone Day & Night Serum – ehemals bekannt als SkinTone Light Serum – Gesicht, Dekolleté und Handrücken sind besonders anfällig für übermäßige Pigmentierung. Das Serum wurde entwickelt, um der Pigmentierung entgegenzuwirken und einen ebenmäßigen Teint zu erreichen. 30 ml, 133 Euro
Ab sofort kommen die Produkte von QMS-Medicosmetics im neuen Look im umweltfreundlich reduzierter Verpackung und teilweise unter neuem Namen daher. Der Inhalt ist derselbe geblieben – Gott sei Dank, weil wir samt unserer Haut richtig glücklich damit sind. Und auch wenn in der heutigen Zeit auch in der Kosmetik immer wieder neue Trends entstehen, so freuen wir uns, dass manche Dinge einfach beim Alten bleiben dürfen. Weil sie gut sind, wie sie sind.
V E G A N : „Marlies Vegan Pure!“ ist die neue Pflegeserie von Marlies Möller und verwöhnt die Haare mit luxuriösen und veganen Wirkstoffen. Uns gefällt das „Sugar Scalp Scrub“, ein tiefenreinigendes Peelinggel, das Styling-Rückstände und abgestorbene Hautschüppchen gründlich entfernt. 150 ml, 29,90 Euro. Bei Tachezy.
Q M S M e d i c o s m e t i c s steht seit über 25 Jahren als Synonym für hochwertige und revolutionäre Hautpflege, hervorgegangen aus jahrelanger klinischer Forschung. Gegründet 1986 von Dr. Erich Schulte, doppelt approbierter Arzt, Schönheitschirurg und Kosmetikentwickler, wird jedes Produkt nach wie vor in Deutschland hergestellt. QMS Medicosmetics wird weltweit in aktuell über 650 Spas und Instituten – darunter dem Burj Al Arab Jumeirah und dem Mandarin Oriental in Bangkok – verwendet und überzeugt auch uns schon seit geraumer Zeit und immer wieder aufs Neue. b e r e i t s d r e i m a l wurde die Marke mit dem 2015 ins Leben gerufenen World Spa Award ausgezeichnet, der herausragende Qualität und Leistung in der Spa-Welt prämiert und zu einer der prestigeträchtigsten Auszeichnungen der Branche gehört. Das Voting zum heurigen Award ist gerade abgeschlossen worden. Wir sind gespannt.
Die Produkte von QMS Medicosmetics sind erhältlich im Kosmetikinstitut Aurora in Innsbruck. www.kosmetik-aurora.at
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
117
5 1
2
3
4
DER DUFT DER FRAUEN Das Parfüm ist die unverzichtbare Ergänzung der weiblichen Persönlichkeit. Es ist der letzte Touch eines Kleides. Christian Dior
1. GUCCI MÉMOIRE D’UNE ODEUR ist wie die Erinnerung an einen Duft aus der Vergangenheit. Außergewöhnliche Inhaltsstoffe wie Kamille und Korallen-Jasmin schenken ein unerwartetes und faszinierendes Dufterlebnis. Für sie und ihn. EdP, 40 ml, 59,90 Euro. 2. YSL LIBRE: Das LIBRE Eau de Parfum von YSL Beauty verkörpert die Freiheit der modernen Frau von heute. Nuancen von Lavendel, Orangenblüten, Vanille und Neroli machen den Duft zu einem Eau de Parfum, das gleichermaßen sinnlich, kühl und floral ist. EdP, 30 ml, 64,90 Euro. 3. GABRIELLE CHANEL ESSENCE: 2017 widmete Chanel seiner Gründerin das Parfüm „Gabrielle Chanel“ als Verkörperung ihrer ungewöhnlichen, willensstarken und leidenschaftlichen Persönlichkeit. Heuer wird das Eau de Parfum mit „Gabrielle Chanel Essence“ neu interpretiert. Sinnlich, üppig, intensiv. EdP 50 ml um 99 Euro, 100 ml für 139 Euro. 4. CHLOÉ L’EAU – der neue Duft von Chloé fängt die Schönheit und Eleganz von Rosen in einem natürlich verführerischen Duft ein. EdT, 30 ml, 56 Euro. 5. IDÔLE VON LANCÔME ist ein Parfüm, das keine Kompromisse eingeht. Ein nachfüllbarer Flakon mit einer dynamischen Silhouette, formscharf und ummantelt von einem schimmernden Rahmen, der ein Symbol des Willens und der Entschlossenheit von Frauen darstellt. EdP, 25 ml, 49 Euro
Alle Düfte erhältlich bei Tachezy. Eine Filialübersicht findet ihr unter www.tachezy.at
118
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
Schön in den Herbst
Foto: Estée Lauder | Grace Elizabeth
Jetzt ist der perfe kte Zeitpunkt für ein Beauty-Update bei Hautpflege. Da s kühlere Wetter ve rlangt angepasste Pflegestrategien un d ist überdies idea l, um der Haut eine Extraportion Nährstoffe zuzufü hr en – einerseits, um sie für die wint erlichen Strapaze n zu rü sten, und andererseits, da sic h das gemäßigte Kl ima wunderbar für Anti-Aging-Maß nahmen eignet. Um die bestmöglic hen Resultate zu erzielen, sollte alle dings der Hautstat rus abgefragt und ak tualisiert werden. Die freundlichen Be autyberaterinnen der Tiroler Fachparfümerien wiss en genau, ob es an Li piden mangelt oder eine erhöhte Hydration nötig wä re. Sie kennen au die besten Produk ch te, um den Teint zu vitalisieren sowie die effektivsten Be auty-Rituale, um Fa lten und sommerliche Pigmentstöru ngen zu minimier en oder eine rosige, pralle Optik zu erha lten. Die neuesten He rbsttrends finden Sie jetzt in Ihrer Tiroler Fachparf ümerie
Ruhiger Schlaf ist kein Traum mehr! ✔ Für einen gesunden und entspannten Schlaf ✔ Näheres unter www.valeriana.at!
Valeriana_ 185x122 RZ2 8_19 isoV2_300.indd 1
T
*
!
de
en
m
eh
iln te in ur
Nahrungsergänzungsmittel – Ein Nahrungsergänzungsmittel darf nicht als Ersatz für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil verwendet werden. AU/VALER/19/0021
✁
n
Ap o
th
ek
en
Ös
te
J VA etz LE t be RI im A
rre
ic
hs
ei
nl
ös
ba
r. G
ül
tig
vo
–2 NA Kau sp 0 N f ar % IG von en H
m
01
.09
.b
is
30
.09
.20
19
Mit Mela ton 1 Einschlaff in ormel + L-Tr ypto phan
✔ Zur Verkürzung der Einschlafzeit1
*N
N
BEAUTY-TIPP AUS IHRER TIROLER FA C H PA R F Ü M E R I E
22.08.19 15:11
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
119
NEU VERFÖHNT Das WIFI Tirol bringt in die Friseurausbildung frischen Wind: Die Friseurakademie bietet ein österreichweit einzigartiges Ausbildungsangebot für Lehrlinge, Mitarbeiter und Trainer.
Das WIFI Tirol setzt auf eine Ausbildungsoffensive für FriseurInnen und baut die Friseurakademie auf allen Ebenen aus: Die Lehrlingsakademie rundet als dritte Säule zu Lehrbetrieb und Berufsschule die Ausbildung mit sechs Modulen ab. Im kommenden Jahr wird die Youngstyle-Akademie dafür sorgen, dass ausgelernte Mitarbeiter ihre Kompetenzen perfektionieren können. Und bereits ab Herbst stellt die eigene Trainerakademie die hohe Qualifikation der Ausbildner sicher. Eigene Vorbereitungskurse auf die Lehrabschlussprüfung im zweiten Bildungsweg runden das neue Angebot der Tiroler Friseurakademie ab. Ergänzend wird der Meisterkurs für Friseure neu überarbeitet.
120
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
WIFI
LEHRLINGSAKADEMIE Im vergangenen Jahr hat das WIFI Tirol in Zusammenarbeit mit der Tiroler FriseurInnenInnung die Lehrlingsakademie Friseure ins Leben gerufen. Diese ergänzt die Lehrausbildung in Betrieb und Berufsschule. Die Friseurlehrlinge werden in der Lehrlingsakademie einerseits fachlich geschult, andererseits erlernen sie das 1x1 der Kundenbindung. „Wir bilden die jungen Leute sozusagen zu lebenden Visitenkarten ihres Betriebes aus. Dadurch werden sie wertvolle Imageträger und helfen mit, den Kundenstamm auszuweiten. Ziel der Lehrlingsakademie ist es, mit den drei Säulen Betrieb, Berufsschule und WIFI die Betriebe in der Ausbildung zu unterstützen, damit diese am Ende der Lehrzeit über bestens ausgebildete Mitarbeiter verfügen, die sämtliche Kundenwünsche erfüllen können. Aufgrund attraktiver Förderungen ist die Ausbildung darüber hinaus einzigartig günstig“, erläutert Sabine Schwarz vom WIFI Tirol.
YO U N G S T Y L E - A K A D E M I E Kundenbindung ist das eine – die Bindung wertvoller Mitarbeiter das andere. Die Youngstyle-Akademie hilft den Betrieben dabei, ihre
„Friseurlehrlinge sind die Zukunft unseres Berufs. Meine Berufung ist es, sie zu fördern, zu stärken und zu entwickeln.“ K AT R I N R E I T B A U E R
LEHRLINGSAKADEMIE FRISEURE
• 1. LEHRJAHR-M1: Die Begeisterung entfacht: Sehen – Hören –Fühlen 28., 29.10., 4., 5.11.2019 • 1. LEHRJAHR-M2: Das Einmalseins des Friseurhandwerks 20., 21., 27., 28.4.2020 • 2. LEHRJAHR-M3: Über kurz oder lang: Primary Shape 1 27., 28.1., 3.–5.2.2020 • 2. LEHRJAHR-M3: Über kurz oder lang: Secondary Shape 2 25.–27.11., 2., 3.12.2019 (2. Termin Frühjahr 2020) • 2. LEHRJAHR-M4: Bring Farbe in den Salon – Was Mann braucht – Zeit für Welle 18.–20., 25., 26.5.2020 • 3. LEHRJAHR-M5: Auf dem Weg zum Salonprofi (LAP-Vorbereitung 1) 13.–15., 20., 21.1.2020 • 3. LEHRJAHR-M6: Zum Abschluss praktisch perfekt (LAP-Vorbereitung 2) 15.–17., 22., 23.6.2020 Infos unter www.tirol.wifi.at/lak Am 3. Dezember öffnen wir im Rahmen des Secondary Shape 2 die Tore zur Tiroler Lehrlingsakademie! Lasst euch von unseren Toplehrlingen einen neuen Schnitt machen! Anmeldung bei Tatiana Eliseeva unter Tel. 05 90 905-7434 oder tatiana.eliseeva@wktirol.at
fertig ausgebildeten MitarbeiterInnen und damit deren Know-how zu halten. Maßgeschneiderte Module unterstützen die gelernten FriseurInnen bei der Spezialisierung, etwa als Lehrlingsausbildner und Trainer oder für Bühne und Show.
TRAINERAKADEMIE Qualifizierte Weiterbildung erfordert qualifizierte Trainer. Deswegen ist das WIFI Tirol auf der Suche nach kompetenten TrainerInnen aus der Praxis. „Uns ist es wichtig, dass alle TrainerInnen nach einem gemeinsamen Konzept unterrichten und den TeilnehmerInnen nicht nur das Wie, sondern auch das Warum beibringen“, so Sabine Schwarz. Gefragt sind ausgebildete FriseurInnen mit Meisterprüfung oder mindestens zwei Jahren Berufserfahrung, die ihr Wissen weitergeben möchten. Die angehenden TrainerInnen an der Tiroler Friseurakademie erhalten eine umfassende Trainerausbildung sowie Schulungen zum WIFI-Unterrichtskonzept. F ü r d i e L e i t u n g der Friseurakademie konnte Topfriseurin Katrin Reitbauer gewonnen werden. Die Friseurmeisterin bringt auch eine Stylistenausbildung mit und ist erfahrene Trainerin. Sie nahm zwei Mal am Austrian Hairdressing Award teil und wurde nominiert. „Als TrainerIn muss man junge Menschen begeistern und motivieren können. Katrin Reitbauer vereint genau dieses Talent mit ihrer hohen fachlichen Kompetenz und ist deshalb die optimale Lehrgangsleiterin“, so Sabine Schwarz. Und Katrin Reitbauer ergänzt: „Friseurlehrlinge sind die Zukunft unseres Berufs. Meine Berufung ist es, sie zu fördern, zu stärken und zu entwickeln, um für unsere Betriebe professionell geschulte Mitarbeiter zu sichern.“
WIFI TIROL
Sabine Schwarz Tel.: 05 90 90 5-7281 sabine.schwarz@wktirol.at
E N T G E LT L I C H E E I N S C H A LT U N G / F O T O S : W K T I R O L , A N D R E A S F R I E D L E
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
121
122
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
MUT ZUR NATUR
Die Natur ist ein wunderbarer Ratgeber. Nicht nur kulinarisch bietet sie uns reichlich Nahrung, auch für unsere Haut hat sie viel zu geben. Wenn man sie lässt.
TEXT:
MARINA BERNARDI
I
ch bin ein sehr experimentierfreudiger Mensch und habe viel von konventioneller Kosmetik auf meine selbst gemachte Kräuterkosmetik umgestellt“, sagt Silvia Schreiber. Sie ist Kräuterpädagogin und als wir sie in ihrem Zuhause in Obsteig besuchen, zeigt ein Blick in ihren Garten rasch: Hier wohnt die geballte Kraft der Natur. S i l v i a i s t v o n K i n d e s b e i n e n an mit Kräutern aufgewachsen, war mit ihrer Mutter oft draußen unterwegs. Der Vater war Jäger und ebenso entsprechend viel in der Natur. Nicht nur am Wochenende, aber da ganz besonders, wurden Kräuter gesammelt. „Im Herbst ist immer ein Kräuterweiberl gekommen. Das hat mich schon als Kind fasziniert, sie war eine Erscheinung. Und wenn sie ihren Korb geöffnet hat, hat es so wunderbar geduftet“, erzählt Silvia. Wie der Lauf des Lebens nun mal ist, kam eine Phase, in der andere Dinge wichtiger und spannender wurden, doch als ihre Tochter auf die Welt kam, kam auch Silvia wieder zurück zu den Kräutern. „Vor allem bei Husten und Erkältungskrankheiten habe ich ihr ergänzend zur Schulmedizin immer Kräutertees gemacht und Sirupe eingekocht.“ D i e N a t u r hat uns so viel zu geben, wenn wir ihr mit offenen Augen und Armen begegnen. Silvia hält mittlerweile auch Wildkräuterkochkurse ab: „Unser Garten ist längst zu einer wilden Wiese geworden. Bevor sie abgemäht wird, gehe ich immer mit meiner Schüssel hinaus und ernte, was sie mir gibt. Der Großteil der Wiesen ist essbar, auch für uns Menschen.“
FÜR ALLES IST EIN KRAUT GEWACHSEN Immer mehr Menschen finden zurück zur Natur- und Kräuterheilkunde. Man nennt sie auch Erfahrungsmedizin. Kräuter und Stoffe aus der
Das Pech der Lärche lässt sich zu wunderbaren Salben verarbeiten, wirkt antibiotisch, entzündungshemmend, heilend, wärmend und wohltuend. Für Silvia gibt es nichts Besseres.
Getrocknete Rosenblüten und getrockneten Lavendel pulverisieren, mit dem Natron mischen und mit einem Kosmetikpinsel unter die Achseln streichen – schon hat man ein hausgemachtes Deo. Es verhindert zwar nicht das Schwitzen (soll es auch nicht!), aber die Geruchsbildung.
Natur dienen aber nicht nur der Gesundheit, sondern auch dem Wohlbefinden. Silvia hat es besonders die Lärche angetan: Nadeln und Zapfen lassen sich – ähnlich einem Zirbeler – alkoholisch ansetzen, die Nadeln lassen sich auch verräuchern und das Pech ist quasi ein Allheilmittel. Man braucht allerdings Glück, um es zu finden. „Lärchenpech kann man bei Ohrenschmerzen genauso anwenden wie bei Schnupfen oder bei Husten als Brustbalsam. Es wirkt als Zugsalbe, wenn man sich einen Schiefer eingezogen hat, es wärmt kalte Füße und hilft gegen Muskelkater und es unterstützt die Wundheilung.“ Kurzum: Die Lärche ist super. G e g e n M ü c k e n s t i c h e hilft Spitzwegerich. „Das Schöne an der Natur ist, dass die meisten Pflanzen eine vielfache Wirkung haben. Spitzwegerich ist auch ein gutes Hustenmittel, wirkt zusätzlich juckreizstillend und entzündungshemmend – wie übrigens alle Wegeriche“, erklärt die Kräuterexpertin, die aus dem Spitzwegerich gerne eine Anti-Insekten-Salbe herstellt. Dafür zerreißt sie die Blätter und legt sie in ein neutrales Öl ein. Gemeinsam mit Bienenwachs und ätherischem Lavendelöl wird daraus eine kühlende Salbe, die Silvia in eine Lippenstifthülse gibt und sie somit immer dabei hat.
S I LV I A S C H R E I B E R
kommt ursprünglich aus dem Raum Nürnberg in Bayern. Im August 2005 kam sie nach Tirol und beschäftigte sich seitdem noch intensiver mit Wald und Feld. Im Sommer 2013 erlernte sie bei einem Almblumenseminar am Großglockner das Herstellen von Blütenessenzen, im September desselben Jahres folgte die Prüfung zur zertifizierten Kräuterpädagogin am Ländlichen Fortbildungsinstitut (LFI) Tirol. Silvias Kursangebot, Termine und Infos findet ihr unter www.kraeuterseele.at.
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
123
„Die Löwenzahnmilch, hat man uns Kindern immer gesagt, sei giftig. Im Nachhinein verstehe ich meine Mama, weil die Flecken der Löwenzahnmilch schwer aus der Kleidung zu entfernen sind. Um uns vom Pflücken abzuhalten, war es einfacher zu sagen, er sei giftig“, sagt Silvia.
„Für mich bleiben Produkte mit Zusätzen wie Paraffinum liquidum und Palmöl generell im Laden stehen.“ S I LV I A S C H R E I B E R
A u c h i n d e r K o s m e t i k verfehlen Kräuter ihre Wirkung nicht. „Der Rotklee ist ein ganz fantastisches Pflanzerl“, sagt Silvia. Er enthält Stoffe, die unseren Hormonen sehr ähnlich sind, so genannte Phytohormone, weshalb er vor allem im Bereich des Anti-Aging eine gern genommene Zutat ist. Kein Wunder, dass ihn auch die konventionelle Kosmetik bereits für sich entdeckt hat, man kann ihn aber auch ganz einfach selbst verarbeiten. „Generell unterscheidet sich eine Creme von einer Salbe durch ihren Wassergehalt“, erklärt Silvia. Für ihre Gesichtscreme kocht Silvia einen starken Rotkleeabsud und setzt Rotkleeblüten in einem guten biologischen und neutralen Sonnenblumenöl an. „Meine ersten Versuche habe ich mit Olivenöl gemacht. Das hat nicht funktioniert. Für Körpercremes eignet es sich super, aber fürs Gesicht ist es zu scharf.“ In Silvias Garten blühen überdies zwei wunderschöne Dornröschenrosenstöcke. Auch deren Blüten legt sie in Sonnenblumenöl ein und macht daraus eine herrliche Salbe. Besonders in den kalten Wintermonaten ist die Rosensalbe – ganz dünn aufgetragen – der perfekte Hautschmeichler. „Wenn man bei Minusgraden eine Feuchtigkeitscreme verwendet, gefriert das dort enthaltene Wasser auf unserer Haut. Das
„Wir können uns im Garten und der Natur bedienen – aber immer mit Achtsamkeit. Man sollte immer nur so viel mitnehmen, wie man braucht und verwerten kann.“ Silvia Schreiber
124
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
Duften dezent und fühlen sich angenehm an: Silvias Rosensalbe, die sie besonders für die kalten Monate empfiehlt, und die Gesichtscreme aus Rotklee für den Sommer.
kann zu roten Äderchen führen. Im Winter ist eine Salbe auf Ölbasis viel besser“, rät Silvia. S i l v i a g i b t i h r W i s s e n gerne und laufend in Form von Kursen weiter. Teilnehmer sind meist Frauen, hier aber gibt es kaum Einschränkungen. Von ganz jungen Mädels bis zu Damen jenseits der 70 ist alles dabei. Die Zutaten für die Kosmetik wachsen alle vor der Haustür. „In vielen Gärten wächst noch Sanddorn. Wenn man ihn einnimmt, stärkt er von innen und bildet einen tollen Zellschutz“, weiß Silvia. Schützt man die Zellen von innen heraus, wird die Haut weniger empfindlich gegen Sonneneinstrahlung.
Ringelblumen-Naturseife aus hochwertigem Raps-, Oliven- und Kokosöl, Sonnenblumenmargarine, Mandelöl, destilliertem Wasser, Natronlauge, getrockneten Ringelblumenblüten und ätherischen Ölen.
V O N D E R N AT U R Z U R KO S M E T I K Der Umstieg von konventioneller zur selbst hergestellter Kosmetik braucht Zeit und Geduld. Frauen aber sollten den Mut haben, sich an das Experiment zu wagen, findet Silvia. In der Umstellungsphase reagiert unsere Haut darauf, muss quasi erst von den Industrieprodukten entwöhnt werden. „Die Haut beginnt zu atmen und wird wieder lebendig“, beschreibt es Silvia. Während dieser Zeit kann – muss aber nicht! – es zu Pusteln oder Rötungen kommen, weil die Haut erst wieder lernen muss, sich selbst genug zu sein. „Ich möchte mir mit meiner Pflege kein Paraffinöl oder ähnliches mehr ins Gesicht schmieren. Wir machen uns leider viel zu wenig Gedanken, was wir unserer Haut zumuten“, sagt Silvia überzeugt. Dabei ist Selbermachen gar nicht so schwer. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und man hat ein sinnvolles Hobby. Schön!
PFLEGENDE KÖRPERÖLE
DAS KLEINE BUCH Servus Verlag, 64 Seiten, EUR 7,00 Die studierte Pharmazeutin Ursula Gerhold schöpft aus ihrem reichen Erfahrungsund Wissensschatz und erklärt, wie wohltuende Körperöle selbst hergestellt werden können und wie sie wirken.
MEINE FRAUENÄRZTIN
Terminvereinbarungen für ein Beratungsgespräch unter 05332/75210
HORMONFREIE VERHÜTUNG MIT GYNEFIX® – SICHERHEIT OHNE NEBENWIRKUNGEN! Eine sichere Verhütung ohne Hormone und ohne Nebenwirkungen, an die frau nicht täglich denken muss? Zu gut, um wahr zu sein? Nicht unbedingt, denn die Kupferkette GyneFix® vereint die Sicherheit einer Pille mit den Vorteilen einer Spirale – ohne lästige Nebenwirkungen.
Wie der Name „Verhütungskette“ sagt, hat Gynefix eine ganz andere Form als herkömmliche Spiralen. Anstatt der üblichen T- Form der Spirale aus Kunststoff mit Seitenarmen besteht die GyneFix®-Kupferkette aus vier (GyneFix® mini) beziehungsweise sechs länglichen, einzelnen Kupferelementen, die auf einem Faden aufgereiht sind. Auf diese Weise ist die GyneFix®-Kupferkette in der Lage, sich flexibel der Form der Gebärmutter anzupassen, was den Tragekomfort und die Zuverlässigkeit gegenüber konventionellen Spiralen steigert.
WIE SICHER IST GYNEFIX® Gynefix® ist eine sehr wirksame Verhütungsmethode, denn auf hundert Frauen, die die Kupferkette benutzen, wird innerhalb eines Jahres – statistisch gesehen – weniger als eine Frau schwanger.
G Y N E F I X ® S TAT T „ P I L L E D A N A C H “ Nach ungeschütztem Verkehr kann statt der Einnahme der „Pille danach“ auch Gynefix® eingesetzt werden. Es verhütet zu fast 100 % Schwangerschaften bis zu 5 Tagen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr. Einzige Voraussetzung für die Verwendung von Gynefix®
ist ein nicht zu dünner Uterusmuskel. Dies wird vorab genau mittels Ultraschall untersucht. Einen entscheidenden Faktor bei der Anwendung von Gynefix® stellt die Erfahrung des Arztes beim Einlegen dar.
VORTEILE KUPFERKETTE GYNEFIX®
• Hohe Sicherheit • Gute Verträglichkeit und fast keine Nebenwirkungen • Keine Hormone und deshalb keine Beeinflussung des Hormonhaushaltes, der Menstruation oder des Eisprungs • Keine Verstärkung der Regelblutung , speziell bei Mini-Gynefix® • Kann von Frauen in jedem Alter benutzt werden • Lange Wirkungsdauer (5 Jahre ) • Leicht einsetz- und entfernbar • Gynefix® wird sehr selten von der Gebärmutter wieder ausgestoßen • Die Fruchtbarkeit ist sofort nach dem Entfernen von Gynefix® wiederhergestellt
E N T G E LT L I C H E E I N S C H A LT U N G / F O T O S : G Ü N T H E R E G G E R ( P O R T R Ä T ) , G Y N I A L ( P R O D U K T B I L D E R )
DR. MARIA R I E D H A R T- H U T E R
• Lasermedizin • Intimchirurgie • Inkontinenztherapie • Hormonersatztherapie • Kinderwunsch • Verhütung
J.u.G. Rainerstraße 5 6300 Wörgl info@meine-frauenaerztin.at www.meine-frauenaerztin.at
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
125
Natur satt
TRADITIONELL
Walde aus Innsbruck steht seit über 230 Jahren für feine Seifen. Und noch für viel mehr. Mittlerweile ist das Kosmetiksortiment ganz schön groß geworden – von der Traubenkern-Lotion bis zur Weihrauchcreme ist alles dabei. Wir mögen aktuell die Deo Creme sehr, weil sie besonders sanft zu unseren Achseln ist und schnell einzieht. Eine Fingerspitze reicht für den ganzen Tag. Gesehen haben wir die
Creme in vier Duftnoten um je 9,90 Euro im Resort in Innsbruck.
Kosmetik aus und von der Heimat
INTENSIVPFLEGE
Annemarie Börlind nutzt für ihre Naturkosmetik die neusten Erkenntnisse der Wissenschaft und ist richtig gut zur Haut. Toll sind die Intensivpflegemasken, die als entspannende Zusatzpflege ein- bis zweimal wöchentlich angewendet werden sollten (z. B. die klärende und ausgleichende 2-in-1 Black Mask für großporige Mischhaut, 32,90 Euro), und die Peelings, die im Nu ein schönes Hautbild zaubern (z. B: Effekt-Peeling mit Sheabutter, 22,90 Euro). Spezielle Produkte ergänzen die Systempflegeserien (z. B. 2-Phasen Hyaluron-Shake, der die Haut erfrischt und durchfeuchtet, 19,90 Euro). Annemarie Börlind gesehen bei Tachezy. www.tachezy.at
A P O T H E K E D E R N AT U R
Brüder Unterweger, die Erste Tiroler Latschenölbrennerei, aus dem osttirolerischen Assling blickt auf eine über 130-jährige Geschichte zurück und hat ihr Sortiment laufend erweitert, auch um eine zertifizierte Naturkosmetik. Die Hanf-Serie pflegt trockene und empfindliche Haut: (Duschöl: 13,80 Euro / Körperlotion: 16,70 Euro / Creme: 14,50 Euro / Körperöl: 17,90 Euro). Ausgewählte Produkte gibt’s bei dm, Müller, Reformhaus Martin und den Gewusst-wie-Drogerien.
www.unterweger-wellness.com
HAUT UND HAAR
Das Sortiment an Naturkosmetik vom Tiroler Kräuterhof in Eben am Achensee ist breit gefächert. Uns gefallen vor allem die Shampoos, die in fünf Varianten zu haben sind – als neutrales Basisshampoo und mit Heublumen, Bergkräutern, Kamille und Zirbenöl (ab 9,20 Euro). Die Murmeltiersalbe ist perfekt bei Muskel- und Gelenkproblemen. Zum reinen Mumeltieröl kommt eine selbst angereicherte Arnikatinktur (19,50 Euro).
www.tiroler-kraeuterhof.com
EXPERTENTIPP
NATURGEGEBEN Wir haben mit Drogistin Andrea Gschwenter, Obmann-Stellvertreterin des WirtschaftskammerLandesgremiums des Handels mit Arzneimitteln, Drogerie- und Parfümeriewaren sowie Chemikalien und Farben Tirol, über Kosmetik und Nachhaltigkeit gesprochen. PFLEGEALLROUNDER
Kosmetik R. Neuner aus Hall produziert traditionelle Hautpflegeprodukte. Im Mittelpunkt steht die Pflegeemulsion Dolerma (historischer Name 66-60 Hautnähröl). Drin ist unter anderem Weizenkeimöl, Wollwachs, Menthol und Kampfer. Den 250-mlAllrounder gibt’s um 34,50 Euro, uns gefällt auch das Nagelfalz-Öl um 8,20 Euro. www.66-60.com
Andrea Gschwenter
Hat sich das Bewusstsein der Menschen in Bezug auf Kosmetik verändert bzw. informieren sich Konsumenten auch aktiv über Inhaltsstoffe? A N D R E A G S C H W E N T E R : Das Bewusstsein für Natur und Nachhaltigkeit wird definitiv immer größer. Darauf reagieren auch die Kosmetikhersteller. Viele Produkte – vor allem jene, die neu auf den Markt kommen – sind schon vegan, Tierversuche sind schon lange ein No-Go. Unsere Kunden sind in der Regel gut informiert und haken auch nach.
AUFS GROSSE GANZE GESCHAUT
Sanoll aus Stams ist ein Familienbetrieb, der ausschließlich konsequente Biokosmetik herstellt und dabei selbst auf erlaubte Hilfsstoffe verzichtet. Mittlerweile zählt das Sortiment über 90 Produkte. Mit dabei die Aquamarin Gesichtscreme für trockene Haut (30,40 Euro), der Bergkristall Make-up-Entferner aus heimischem Seifenkraut und hautmildem Zuckertensid (19,30 Euro) und das Bergkristallpeeling, das die Haut mit Schwarzkümmel-, Jojoba- und Kokosöl verwöhnt (18,30 Euro). www.sanoll.at
Worauf kommt es bei Naturkosmetik an? Wie es der Name sagt, handelt es sich dabei um natürliche Kosmetik mit pflanzlichen Inhaltsstoffen bzw. natürlichen Ölen, aber auch tierischen Produkten wie Bienenwachs – wenngleich das Produkt dann nicht mehr vegan ist. Weil die Produkte auch haltbar sein sollen, können auch Konservierungsmittel enthalten sein, natürlich so wenig wie möglich. Wird Naturkosmetik von jedem vertragen? Da Pflanzenwirkstoffe und ätherische Öle enthalten sind, kann es zu Unverträglichkeiten kommen, das ist aber wirklich selten. Manchmal kann auch die Umstellungsphase von konventioneller auf Naturkosmetik zu Irritationen führen, weil sich die Haut erst umgewöhnen muss. Das ist aber nicht ungewöhnlich und kann auch zum Beispiel beim Umstieg auf eine andere Kosmetiklinie passieren. Die Naturkosmetik ist in der Zwischenzeit derart ausgereift, dass kaum mehr Unterschiede auszumachen sind. Auch hier wird viel in Wissenschaft und Forschung investiert, sodass die Hautverträglichkeit und Anwendungsfreundlichkeit gegeben sind.
TIPP
Im Onlineshop www.naturkosmetik-tirol.at gibt’s zahlreiche Produkte fürs Gesicht, den Körper, Make-up, Düfte und auch Männerkosmetik. Unkompliziert und übersichtlich.
E N T G E LT L I C H E E I N S C H A LT U N G
lebe. liebe. herbst.
S
APFI
w ir f reu e n uns au f eu c h !
Ruth & Julia
dr.-Felix-bunzl-strasse 1 • a-6112 wattens • tel.+43 5224/57402 • mail. ruth@apfis.at • www.apfis.at geöffnet: MO-fr 09.00 bis 12.00 uhr und 1 5.00 bis 18.00 uhr • SA 09.00 bis 12.00 Uhr 1 Stunde kostenlos parken (Tiefgarage gegenüber)
WOHNEN WENN MAN MIT EINEM HAUSTIER ZUSAMMENLEBT, GIBT ES VIEL ZU BEDENKEN, VOR ALLEM DANN, WENN DIE TIERCHEN EIN FELL HABEN.
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
129
DAS TIER IST HIER Haustiere zu haben, ist ein wenig so, wie mit Kleinkindern zu leben. Der Herr im Haus ist recht schnell jemand anders. REDAKTION:
MARINA BERNARDI STARTFOTO:
D
PAU L H A N A O K A
er Österreicher bester Haustier-Freund ist – zumindest wenn es nach den Zahlen geht – nicht der Hund. Marktforschungsinstitute gehen davon aus, dass auf jeden als Haustier gehaltenen Hund mehr als zwei Katzen kommen. Das macht also rund 1,5 Millionen Miezis und in diese – sowie alle anderen Tiere – wird recht viel Geld investiert. Die Statistik Austria erfasst in ihrer Konsumerhebung in schöner Regelmäßigkeit, wofür wir hierzulande so unser Geld ausgeben. Konkrete Unterpunkte sind unter anderem „Tiernahrung“, „Anschaffung von Haustieren“ und „Dienstleistungen für Haustiere“. Daraus abgeleitet gibt jeder österreichische Haushalt – also statistisch auch jeder, der gar keine hat – 22,50 Euro im Monat für Tiere aus und damit fast das Doppelte wie noch zu Beginn des Jahrtausends. Vor allem zwischen dem Jahr 2000 und 2004 sind die Ausgaben signifikant gestiegen. Was auch immer man daraus ableiten möge. Zählt man wirklich nur jene Haushalte, in denen auch tatsächlich Tiere leben, sind es im Schnitt 66,80 Euro. W e n n m a n m i t e i n e m H a u s t i e r zusammenlebt, gibt es viel zu bedenken, vor allem dann, wenn die Tierchen ein Fell haben. Dass sich die Haare über kurz oder lang in der Kleidung verheddern, ist eh klar, bei der Textilwahl in Wohnräumen kann man aber ein bisschen Einfluss nehmen: Flauschige Stoffe
130
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
wie Samt, Veloursleder oder Cord zum Beispiel sind wahre Fellmagneten. An ihnen bleiben die Härchen viel leichter hängen als an Leder oder Satin. Generell gilt: Natürliche Gewebe wie Baumwolle ziehen Haare stärker an als Kunstfasern. Wenn sich Tierhaare hartnäckig an den Textilien halten, hat mediamag.at, der Blog von Mediamarkt, einen guten Tipp – einen selbstgemachten Antistatik-Spray: Dazu einen Esslöffel Weichspüler (oder Essig, wobei uns der Spüli sympathischer ist) sowie eine große Tasse Wasser in eine Sprühflasche geben, gut schütteln und die Mixtur auf die Couch sprühen. Nun sollten sich die Haare viel leichter entfernen lassen. Da m i t d i e l i e b e n T i e r c h e n gar nicht auf die Couch müssen – obwohl sie es natürlich trotzdem tun werden –, haben wir für euch cooles Tier-Zeugs zusammengesammelt.
„Wenn eine schwarze Katze deinen Weg kreuzt, bedeutet das Folgendes: Das Tier geht irgendwo hin.“
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
131
STERNENKRIEGER
Für alle Star-Wars-Fans unter den Katzenbesitzern: Todesstern-Katzenhöhle (garantiert gewaltfrei und superkuschelig) zum Verschlafen von Rebellionen und ähnlich störenden Ereignissen. Unter www. radbag.at um 34,95 Euro.
TRES CHIC
Man kommt sich fast ein wenig vor wie beim Japaner. Dort würde man allerdings Sojasoße hineingießen. In dem Fall handelt es sich um einen Futternapf: Set von Trixie aus Keramik und Holz. Gesehen um 13,49 Euro bei Fressnapf.
ZUM LÜMMELN
K U S C H E L P L AT Z
Endlich, ist man versucht auszurufen, haben auch unser aller liebsten Haustiere – also Hund und Katze, je nach ideologischer Ausrichtung – ihr Einhorn! Wir haben uns schon bei Ansicht in das Plüsch-Rundkissen verliebt und würden unsere Häupter am liebsten gleich selbst darauf betten. Durchmesser: ca. 60 cm. Gesehen um 39,95 Euro auf www.radbag.at
Bett „Lurvig“ von – der Name lässts erahnen – IKEA. Für Katzen oder Hunde. Maße: 68 x 70 cm, durch Ausklappen des Polsters verdoppelt sich die Liegefläche. Den Bezug kann man abnehmen und die Waschmaschine stecken. 49,99 Euro
STILLES ÖRTCHEN
Es gibt Katzenklos und es gibt die stylische Variante davon: Die Katzentoilette Poopoopeedo ist funktional, robust und praktisch, modern und schlicht. Es gibt allerdings eine Einschränkung: Für Stehpinkler ist sie leider nicht geeignet. Um ca. 70 Euro auf Amazon.
HAUS FÜRS TIER
Das IKEA-Katzenhaus, ebenfalls aus der „Lurvig“Kollektion, ist richtig praktisch: Die Katze hat’s bequem, der Mensch einen zusätzlichen Beistelltisch. Wer mag, nimmt die Beine ab und hängt den Würfel an die Wand oder stellt ihn ins Regal. Mit Pölsterchen um 55,98 Euro.
MIEZ, MIEZ C O O L C AT
DJ Minggi is in da house. Kratz- äh ... -dings von SUK UK Katzenkratz. Das Unterteil ist aus Pappe, der Plattenteller drehbar. Um ca. 20 Euro bei Amazon.
132
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
VERANLAGUNG
MEIN HAUS. MEIN AUTO. MEINE YACHT. Oder bei mir so: Meine Kinder. Meine Kinder. Meine Kinder. Spätestens jetzt, wo meine Tochter in ihr Kindergartenleben gestartet ist und mir jeden Tag erzählt, sie werde einmal Piratin oder Prinzessin werden, und mein knapp zwei Jahre alter Sohn mit dem Doktorköfferchen alle Stoffhasen und natürlich auch die Puppen seiner Schwester unter die Lupe nimmt, frage ich mich, was aus den zweien einmal werden wird. Ich möchte ja nicht nur ihre Talente fördern, sondern ihnen auch wirtschaftlich etwas mit auf den Weg geben.
gestreut, sagt mein Berater. Dem vertraue ich, weil ich ihn schon lange kenne und außerdem weiß, wo er wohnt. Mit einem Fondssparplan kann mir ein Börsencrash egal sein, ich gewinne allerdings auch in Hoch-Zeiten nicht übermäßig. Ich nasche durch das monatliche Ansparen einfach an der durchschnittlichen Entwicklung am Finanzmarkt mit, bekomme einmal mehr, einmal weniger für mein Geld – schlussendlich habe ich nach 20 Jahren aber jedenfalls mehr, als ich mit einem Sparbuch gehabt hätte.
W I E S PA R E N S I E F Ü R I H R E K I N D E R? Mit einem Sparbuch oder einem Bausparer, werden Sie wohl sagen. Für mich kommt ein Sparbuch aufgrund der niedrigen Zinsen nicht infrage. Ich will nicht Geld ansparen und nach Aufschlag der Zinsen und Abzug der Inflation weniger haben, als ich eingelegt habe. Eine Lösung, auf die mich mein Raiffeisen-Berater gebracht hat (ja, ich gehe noch manches Mal persönlich zu meiner Bank, weil ich in wichtigen Geldsachen lieber einem Menschen als meinem iPhone vertraue), sind Fondssparpläne. Statt monatlich eine gewisse Summe aufs Sparbuch zu legen, investiere ich damit einfach in einen Fonds. Der muss möglichst sicher sein, also gut diversifiziert, sprich breit
E N T G E LT L I C H E E I N S C H A LT U N G / F O T O : A D O B E S T O C K
W i e v i e l m e h r ? Das liegt wiederum daran, wie sicher oder risikobereit ich veranlagt habe. Ich will es sicher, es geht immerhin um meine Kinder. So rechne ich nach 20 Jahren und 100 Euro monatlich mit guten 30.000 Euro. Eingelegt habe ich dann 24.000 Euro. Der Rest kommt aus dem Wachstum am Markt. Also habe ich schlussendlich rund 15.000 Euro pro Kind, außer mein Gehalt explodiert in den nächsten Jahren und ich schaffe es, noch mehr anzulegen. Das Ergebnis reicht jedenfalls, um gesichert ins Leben zu starten. S t a t t e i n e s F o n d s könnte aber auch ganz klassisch Gold etwas für mich sein. Ich könnte
jährlich eine Unze Gold kaufen, der Wiener Philharmoniker ist bei uns ja besonders beliebt. Damit würde ich statt auf die globalen Finanzmärkte auf die Goldpreisentwicklung setzen. N u n , q u a l i t a t i v betrachtet unterliegt natürlich auch der Goldpreis teils erheblichen Schwankungen (die Experten sprechen von „Volatilität“), wobei aber auch der Goldkurs in den letzten zwanzig Jahren ordentlich zugelegt hat. Dass das in Zukunft nicht so bleiben muss, ist mir klar, aber rein theoretisch könnten auch die Börsenkurse nun zwanzig Jahre lang hinuntergehen oder – noch theoretischer – die Welt könnte ins Chaos stürzen und wir als Menschheit schließlich wieder am Lagerfeuer landen. Und dann würde ich mir die Frage stellen: Hätte ich nicht einfach einen Kartoffelacker für meine Kinder kaufen sollen? Vorderhand wähle ich einfach mal einen Raiffeisen-Fonds statt ein Sparbuch. Joe Unterladstätter ist Vater zweier Kinder und wohnt im Tiroler Unterland. Hundert Euro monatlich gehen konsequent in die Vorsorge seiner Kinder.
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
133
SO LÄSST SICH’S LEBEN Wohnen ist das Leben zuhause. W I E D E R V E R W E R T E T: Die Körbe von muubs werden aus alten Autoreifen gefertigt und sind in verschiedenen Größen ab 44 Euro bei mg interior zu haben.
F I AT L U X :
Die Stehlampe „Io 3d“ von Occhio sorgt für ein angenehmes Licht beim Lesen. Ab 1.230 Euro bei mg interior.
W I N T E R B E T T: Die Renforcé-Wendebettwäsche von Tchibo ist weich, leicht und glatt. Ab 20 Euro. B E L E S E N:
Zeitungsständer von muubs ab 188 Euro. Gesehen bei mg interior in Innsbruck.
W E G S T E C K E R: Der Korb von Kobo ist in verschiedenen Größen und Farben zu haben und damit quasi immer und überall einsetzbar. Ab 99 Euro bei mg interior in Innsbruck.
F L A U S C H: Die Federkugel-Lichterkette mit zehn fest integrierten LEDs macht warmweißes Licht und ist perfekt, wenn’s daheim wieder kuscheliger wird. Um rund 20 Euro gesehen bei Tchibo.
134
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
I M M O T I O N E N
proudly presented by
Who else?
Exklusives Eckreihenhaus WEER – Grundstück ca. 300 m², EG/ OG/DG mit ca. 170 m² Wohnnutzfläche, Baujahr 1996, Zen-Garten mit Schwimmteich, Whirlpool, Infrarotkabine, Keller ca. 35 m², 1 Garage, 2 AAP, HWB 58 kWh/m²a, KP 659.000 Euro
GESEHEN UND V E R L I E B T : Das
Einhorn-Holzregal von Orpersist ist schon ein Hingucker, wenn es einfach nur da steht. Obendrein ist’s auch noch funktional. Um 200 Euro gesehen auf Amazon.
Traumhafte Wohnung MÜHLAU, 3 Zimmer, Wohnnutzfläche ca. 73 m², Baujahr 2011, barrierefrei, Westbalkon, Kellerabteil, Tiefgaragenabstellplatz, HWB 25 kWh/m²a, KP 375.000 Euro
D U F T E: Duftkerze im Keramikgefäß mit Holzdeckel – riecht nach „Fresh Linen“. Ca. 10 Euro bei Tchibo.
B E S T B U D DY S:
Die Glaskunst von VAL Glashütte sorgt für gute Laune – drinnen und draußen. Alle Tierchen werden in Handarbeit in Österreich gefertigt, wir mögen vor allem die frechen Papageien, die wir bei Tyrolglas gesehen haben. 30 cm hoch, 98 Euro.
Luxus-Penthouse AXAMS mit Panoramablick, 4 Zimmer, Wohnnutzfläche ca. 107 m², Baujahr 2017, Terrasse ca. 41 m², Südbalkon ca. 11 m², Kellerraum ca. 12 m², 2 Tiefgaragenabstellplätze, HWB 45,9 kWh/m²a, KP 595.000 Euro
IMMOBILIENMANAGEMENT JENEWEIN GmbH Eduard-Bodem-Gasse 8, 6020 Innsbruck Tel.: 0512-26 82 82 E-Mail: office@immobilien-jenewein.at www.immobilien-jenewein.at
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
135
SZENE „SICH SELBST KENNEN UND AUSHALTEN KÖNNEN UND IMMER SCHÖN WEITER WACHSEN, BLOSS NICHT AUFHÖREN IST MEINE DEVISE.“ CARMEN GRATL
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
137
MIT PURER LEIDENSCHAFT FREISCHAFFEND Sie liebt, was sie tut. Und sie macht es aus Leidenschaft. Carmen Gratl gibt Einblicke in ihr spannendes Leben als freischaffende Schauspielerin.
G
eboren 1969 im bayrischen Allgäu verschlug es die damals elfjährige Carmen mit ihrer Familie nach Tirol, genauer gesagt nach Innsbruck. In ihrer sportlich ambitionierten Familie war das Theater nicht das große Thema, doch auf Carmen übten die Bretter, die die Welt bedeuten, immer schon eine Faszination aus. N a c h d e r S c h u l e absolvierte sie erst mal eine Lehre als Friseurin, damals eine Voraussetzung, um im Theater als Maskenbildnerin engagiert zu werden. Diese Chance bot sich und Carmen war fortan für neun Jahre am Tiroler Landestheater beschäftigt. Die
CARMEN IN KÜRZE
TEXT:
DORIS HELWEG FOTOS:
ANDREAS FRIEDLE
Faszination für das Schauspiel war so groß, dass sie jede Vorstellung hinter der Bühne anschaute und immer mehr Kontakt zu den Schauspielern suchte. Bevor sie den Weg zur Schauspielschule fand, machte sie jedoch noch einen Umweg und studierte für etwa zwei Jahre Italienisch und Vergleichende Literaturwissenschaft. Im Alter von 26 Jahren war die Sehnsucht zur Schauspielerei derart domi-
138
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
Mit ausschlafen lassen kann man mir eine große Freude machen. Kutteln essen geht gar nicht. Ohne Kaugummi gehe ich nicht aus dem Haus. Buchhaltung finde ich total langweilig. Zum Glück bin ich nicht Arzt geworden. Spinatlasagne finde ich zum Kotzen. Wenn es Froschschenkel gibt, esse ich lieber gar nichts. Ich würde niemals Geld für einen Porsche ausgeben. Auf eine einsame Insel kann ich herzlich gern verzichten. Laue Nächte finde ich prickelnd. Paddeln macht mir unglaublich viel Spaß.
nant, dass sie die Schauspielschule besuchte. Um diese zu finanzieren, arbeitete sie bei dem damaligen Privatradiosender Welle 1. Parallel dazu hat Carmen beim Theater der Provinz mitgearbeitet, mal als Regieassistentin, mal als Kostümbildnerin oder sie ist den Ton gefahren. N a c h A b s c h l u s s der Schauspielschule hatte sie verschiedene Stückverträge am Tiroler Landestheater und am Kellertheater. 2001 gründete Carmen gemeinsam mit Schauspielkollegin Maria Gundolf das „Staatstheater Innsbruck“, ein freies Theater, das mit ein bis zwei Inszenierungen pro Jahr im Innsbrucker Treibhaus gastiert. Die Premiere ihres ersten Stückes „peepshow“ von Harald Gebhartl im ORF-Landesstudio sorgte für Aufsehen. Im Alter von 35 Jahren wurde Carmen schließlich zum ersten Mal Mama. Ein Ereignis, das ihr Leben veränderte. Denn die beiden Kinder – inzwischen elf und dreizehn Jahre alt – standen von nun an im Mittelpunkt ihres Lebens. Dennoch geriet ihre Liebe zum Schauspiel keineswegs ins Hintertreffen. Nach einer Babypause meldete sie sich wieder zurück, lernte die Texte in der Nacht, während die Kinder schliefen, und ging mit derselben Begeisterung ans Werk wie zuvor. Mit tatkräftiger Unterstützung ihres Mannes, der samt den Kindern mit zu so manchem Drehort kam, absolvierte sie neben dem Theater auch diverse Drehs für Film- und Fernsehproduktionen wie Kommissar Rex, Tatort, „Vier Frauen und ein Todesfall“, „Das finstere Tal“ und zuletzt „Das Wunder von Wörgl“. S i e i s t a n g e k o m m e n . In ihrem Leben und in ihrer Berufung. Als wir uns an einem sonnigen Sommertag im Hofgarten treffen, erzählt Carmen von ihrer Liebe zum Theater, wie sie zur Schauspielkunst gefunden hat und warum sie gerne auch für TV-Rollen vor der Kamera steht. Dein beruflicher Weg führte dich nicht direkt zum Theater. Wie hast du die Liebe zum Schauspiel für dich entdeckt? C A R M E N : Bei mir ging nie etwas direkt. Insgeheim hat mich das Schauspiel aber schon
„Kann das Dessert serviert werden?“ Es war Carmens erster Satz auf der Bühne
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
139
„Sich selbst kennen und aushalten können und immer schön weiter wachsen, bloß nicht aufhören ist meine Devise.“
Wann hast du erste Erfahrungen auf der Bühne gesammelt? Ich habe schon während der Schauspielschule viel am Theater der Provinz, bei den Salzburger Festspielen und den Festwochen der Alten Musik mitgearbeitet, jedoch immer hinter der Bühne. Mein erster tatsächlicher Bühnenauftritt war in Thomas Bernhards Stück „Über allen Gipfeln ist Ruh“ in der Regie von Elmar Drexel, das 1995 am Brenner aufgeführt wurde. Da sprach ich meinen ersten Satz: „Kann das Dessert serviert werden?“
als Kind fasziniert. Nach Abschluss der Schule begann ich eine Friseurlehre, weil ich wusste, dieser Abschluss ist Voraussetzung für den Beruf als Maskenbildner am Landestheater. Ja und so bin ich schließlich auch als Maskenbildnerin am Landestheater gelandet. Die Faszination war so groß, dass ich wirklich jede Aufführung hinter der Bühne verfolgte und mich auch immer sehr stark zu den Schauspielern hingezogen fühlte, oft auch mit ihnen ausging, was damals von meinen Maskenbildnerkollegen nicht so gern gesehen war. Und so passierte es auch einmal, dass ich vor lauter Spannung tatsächlich den Perückenumzug meiner Solistin Nora Bürcher in Dantons Tod verpasste. Nach einigen Umwegen landete ich im Alter von 26 Jahren an der Innsbrucker Schauspielschule.
140
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
„Das Theater verzeiht mehr. Die Kamera nicht. Die Kamera sieht alles.“ C A R M E N G R AT L
Wie kam die Idee, das Staatstheater zu gründen? Maria Gundolf und ich haben 2001 den Verein Staatstheater gegründet, weil wir unser eigenes Theater haben und mit unseren Schauspielkollegen gemeinsam arbeiten wollten. Wir wollten frei arbeiten und spielen, was uns gefällt. Unser erstes Stück „peepshow“ fand noch im ORF-Landesstudio Tirol statt. Das nächste Stück „Katzen haben sieben Leben“ wurde dann schon im Treibhaus aufgeführt, wo wir unsere Heimat gefunden haben. Ich mag die Atmosphäre dort und auch das Treiben oder das Leben nach der Vorstellung. Und ich schätze es sehr, dass wir beim Staatstheater alles selbst machen – von der Auswahl des Stückes über das Bühnenbild, die Masken, sogar die Stühle stellen wir vor der Aufführung selbst auf. Na ja, das mag ich nicht so gern. Die Geburt meines ersten Kindes brachte eine kurze Pause, aber schon bald ließen Ute Heidorn, Esther Frommann, Norma Christine Schiffer-Zobernig und ich das Staatstheater wieder aufleben. Wie kann man sich die Vorbereitung auf ein Stück vorstellen? Als Erstes begeben wir uns auf die Suche nach einem passenden Thema oder einem Autor, der uns anspricht. Bei unserer letzten Arbeit haben wir uns zum Beispiel auf Goethe und Schiller gestürzt, aber nicht auf ein vorgegebenes Stück. Wir haben uns gemeinsam mit unserer Regisseurin Mona Kraushaar Texte
gesucht. Das war viel Arbeit bei dieser Unmenge an Auswahl. Einige Monate vor der Premiere reichen wir das Stück bei Stadt, Land und Bund ein und suchen um Subventionen an. Dann beginnen wir mit den Vorbereitungen: Gestaltung und Bau des Bühnenbildes, Ausstattung, wo wird geprobt, wer übernimmt die Grafik und so weiter. Anschließend beginnt die Arbeit mit dem Text. Sechs Wochen vor der Premiere beginnen wir mit den Proben. Diese dauern ungefähr sechs Stunden am Tag, je näher die Premiere rückt, umso länger, und nicht selten verbringe ich den Rest des Abends oder der Nacht noch mit Textlernen. Wie bereitest du dich persönlich auf deine Rollen vor? Vorab lese ich mir das Stück ganz oft durch, damit ich ein Gefühl für dafür, für die Dramaturgie und insbesondere für den Charakter und die Entwicklung der Figur bekomme. Ich lese so lange, bis es mich berührt, bis ich in Kontakt mit der Rolle bin. Dann folgt das Anlernen des Textes. Als die Kinder noch klein waren, stand ich oft nachts am offenen Fenster und lernte den Text, heute lerne ich am besten auf der Dachterrasse oder beim Spazieren über die Arzler Felder. Bei den Proben fangen wir an zu improvisieren. In dieser intensiven Phase wachsen Körper und Text langsam zusammen, man wird eins mit der Rolle.
Wir bauen Brücken. Seit 1669
SvW_Ibk_Info_119x125+3mm.indd 1
DAS WISSEN DER KUNST DIE KUNST DER WISSENSCHAFT 27.9.2019 – 1.3.2020 FERDINANDEUM tiroler-landesmuseen.at
04.09.2019 10:48:19
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
141
Bist du vor den Aufführungen nervös? Ja, es gibt keine Vorstellung, wo ich nicht nervös bin. Ich brauche das sogar. Ich gehe mit einer gewissen Nervosität hinaus, das ist wie eine Droge, man ist dadurch klar und fokussiert. Nach fünf Minuten auf der Bühne ist die Nervosität wie weggeblasen. Nicht immer, aber meistens. Du hast in zahlreichen TV- und Filmproduktionen mitgewirkt. Was reizt dich an dieser Arbeit? Die Kamera sieht alles, man muss auf Knopfdruck bei der Sache und zu hundert Prozent in der Rolle drin sein. Das gelingt nicht immer auf Anhieb. Ich liebe diese totale Ruhe und Konzentration vor dem Drehen, wenn es heißt: Klappe, Ton ab, Ton läuft, Kamera ab, Kamera läuft und Action – ein fiktiver Moment, der auf einmal zur Wirklichkeit wird. Ein großer Unterschied zum Theater ist auch, dass man sich beim Filmdreh vorrangig allein vorbereitet und es für Proben kaum Zeit gibt. Beim Film lerne ich den ganzen Text vor Drehbeginn, da es auch passieren kann, dass man mit der letzten Szene vom Drehbuch beginnt, während ich beim Theater parallel zu den Proben Text lerne. Was machst du lieber? Theater oder Film? Ich mache beides gerne. Beim Theater liebe ich die Interaktion mit dem Publikum, keine Vorstellung ist wie die andere. Im Theater kann man sich auch irgendwie mal über etwas drüberretten, das Theater verzeiht mehr. Die Kamera nicht. Die Kamera sieht alles. Gab es schon mal Angebote oder Rollen, die dir nicht so zu Gesicht standen? Da habe ich bislang meistens Glück gehabt. Einmal musste ich am Theater eine Rolle spielen, die mir bis zum Schluss nicht ans Herz gewachsen ist. Eine Qual! Du bist als zweifache Mama auch ein Familienmensch. Wie lässt sich dein Leben als freischaffende Schauspielerin und das Familienleben unter einen Hut bringen? Meine Kinder stehen meistens an erster Stelle. Dank familiärer Unterstützung und einer Leihoma haben wir das immer gut hinbekommen. Bei meinem zweiten Kind habe ich
„Nach fünf Minuten auf der Bühne ist die Nervosität wie weggeblasen. Nicht immer, aber meistens.“
142
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
sogar schon sechs Wochen nach der Geburt gedreht, da war mein Mann mit den Kindern mit. Das war allerdings doch etwas zu früh, da mir einmal mitten im Dreh die Milch eingeschossen ist und das Kostüm erst wieder trocknen musste. Das sind dann die witzigen Episoden, die das Leben so spielt. Was steht als Nächstes am Programm? Weil es so gut gelaufen ist, nehmen wir im Herbst das Stück von Uli Brée „Schwindelfrei – 13 Weibergeschichten“ wieder auf. Im Oktober werden wir mit unseren Vorbereitungen für das nächste Stück im Frühjahr beginnen – „Alltagsgeschichten“ von Elizabeth T. Spira. Was das Drehen betrifft, kann ich noch nichts Genaues sagen. Das ist das Spannende,
manchmal auch das Zermürbende an meinem Leben als freischaffende Schauspielerin: Es geht oft von einem Extrem ins andere und manchmal ist da eben auch die Ungewissheit, was als Nächstes kommt. N e b e n d e r S c h a u s p i e l e r e i beschäftige ich mich schon lang mit dem Thema Coaching und Persönlichkeitsbildung. Unter dem Titel „Sprechmut“ unterrichte ich junge Schauspieler wie Erwachsene in Sachen Sprechen, Stimmbildung und Präsentation, denn so manches Element aus dem Theater kann man sich zunutze machen für das alltägliche Leben. Sich selbst kennen und aushalten können und immer schön weiter wachsen, bloß nicht aufhören ist meine Devise.
© STEFAN ELSLER
freude bereiten leichtgemacht
lecker - handgemacht in tirol - mit ihrem design Viktor Peintner Handelsges.m.b.H. & CO KG Kranewitterstraße 4, A-6020 Innsbruck Tel. 0512 34 23 91 | E-Mail: info@konditorei-peintner.at | www.konditorei-peintner.at
achtu handgemnagcht
rechtzeitig bestel
begrenzte kapazitälen t
SCHAFFENSzeit Frauen und ihr Handwerk im Porträt: Wo Können und Erfahrung auf Leidenschaft und Liebe treffen. Vier Geschichten von der Lust am Erschaffen.
TEXTE:
SUSANNE GURSCHLER, MARINA BERNARDI
H A N D W E R K I N T I R O L. W O KÖ N N E N A U F L E I D E N S C H A F T T R I F F T von Susanne Gurschler Tyrolia Verlag, 232 Seiten, EUR 39,95
Die Geschichte eines Handwerks ist immer auch eines des Menschen, der es ausübt: In 20 liebevoll gearbeiteten Porträts vertieft sich Autorin Susanne Gurschler in die Besonderheiten diverser heute nach wie vor oder wieder lebendiger Handwerksberufe in Tirol. Dogglmacher und Ranzensticker, Seifensieder und Pfeifenschneider, Glasbläser, Lodenwalker, Zirbenholzdrechsler ebenso wie Handweber, Säcklermeister oder Rodlmacher, ja sogar Blechblasinstrumentenbauer oder Holzbrillendesigner und noch einige mehr ... Sie alle nutzen jahrhundertelang tradiertes Wissen und beleben es neu mit ihren einzigartigen Produkten. „Das Buch wirft keinen nostalgisch verklärten Blick in die Vergangenheit, sondern einen beherzten in die Gegenwart traditionellen Handwerks.“ Mit Iris Waltl und Andrea Baumann dürfen wir euch nachfolgend zwei daraus vorstellen.
144
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
Ein Handwerk auszuüben ist ein schöner Beruf – man ist abends zwar müde, weil man hart gearbeitet hat, aber man hat etwas geschaffen.
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
145
146
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
Iris und die Holzschuhe
I
Holzclogs von Iris Waltl sind anders: wunderbar weich und anschmiegsam das Fußbett, federnd, biegsam das Holz, kein Geklapper, kein gestelzter Gang, bei dem gespreizte Zehen das Abrutschen verhindern, das feine Leder innen mit einem noch feineren verstärkt, eine Wohltat für die Füße. Ein Wohlfühlschuh.
ris Waltl kennt die Skepsis gegenüber Holzschuhen, ebenso die Überraschung, die sich beim Anprobieren in den Gesichtern breitmacht. Das ist der Moment, für den sie und ihr kleines Team arbeiten.
„Als Jugendliche habe ich geweint bei der Vorstellung, den Betrieb zu übernehmen. Heute liebe ich die Holzschuhe.“ Iris Waltl
I r i s k e n n t a l l e Arbeitsschritte, sie kann jede Maschine bedienen, einspringen, falls einmal ein Mitarbeiter ausfällt. Am liebsten aber wählt sie das Oberleder aus, die Felle und schneidet sie zu – den Lagerstand kann sie im Schlaf aufsagen. „Ich weiß nicht, wann es begonnen hat, aber die Holzclogs sind meine Leidenschaft, mein Baby“, sagt Iris. Die Auswahl der Farben sei immer die härteste Entscheidung, an der knabbert sie lange. Denn mehr als zwei, maximal drei neue dürfen es nicht sein pro Saison, dafür werden andere eingestellt. „Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht verzetteln, wir sind ein kleiner Betrieb mit drei Mitarbeitern, kein Industriebetrieb“, betont sie. Ihre Leichtigkeit verdanken die Holzclogs übrigens dem Holz. Hauptsächlich kommen Pappel oder Erle zum Einsatz, beide lassen sich gut verarbeiten, sind weich und elastisch. Ihre Passform verdanken die Holzclogs dem Design von Iris, ihre Anschmiegsamkeit einem innen weicheren und außen formstabilen festen Leder. In den Schuhen steckt nicht nur Herzblut, sondern ganz viel Erfahrung und Know-how.
Ferse mit einer Metallleiste verstärkt – „Knospn“ für Bauern und Knechte, Handwerker und Arbeiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute Stefan Waltl die Werkstatt aus. Als Sohn Johann aus der Gefangenschaft zurückkam, absolvierte er eine Lehre und legte 1952 die Meisterprüfung ab. Zwei Jahre später starb der Vater, Johann übernahm den kleinen Betrieb. Auf einem Moped tingelte er mit seinen Schuhen durch die Dörfer und bot sie auf Märkten an. Im Zillertal sei er nicht gut aufgenommen worden. „Von einem Ausländer kaufen wir nichts“, hätten die Zillertaler zu ihm gesagt, erzählt Iris. Johann Waltl baute schließlich 1967 eine eigene Fabrik, die JOWA Holzschuherzeugung – und geriet ins Schlingern. „Was genau passiert ist, weiß ich nicht“, sagt Iris. Am Ende musste er das Unternehmen aufgeben. „Auch das gehört zur Firmengeschichte“, betont sie. Das prägt sie, erdet sie: Umsatz und Produktion müssen für sie überschaubar bleiben. Klein, aber fein.
GEWACHSEN Die Holzschuherzeugung Waltl gibt es seit 1933. Damals begann der Urgroßvater Stefan Waltl in Fieberbrunn Holzschuhe herzustellen. Im Sommer verdiente er sein Geld als Holzarbeiter, im Winter verarbeitete er Holzreste, die anfielen, zu Sohlen. Es waren schlichte, grobe Modelle, die Holzsohle ohne Profil, das Lederteil genietet, an der Spitze und der
FOTO: KARY WILHELM
A B G E N A B E LT Das verbindet sie mit ihrem Vater, Johann jun., gelernter Bürohandelskaufmann, der mit „Waltl Fußgymnastik“ wieder ganz von vorne anfing. Er baute dabei auf das, was seiner Ansicht nach Absatz garantierte: Arbeitsschuhe für Küchen- und Krankenhauspersonal, verschiedene Handwerks- und Gewerbebe-
triebe. Von modischen Schuhen oder neuen Produktlinien wollte er nichts wissen. Als die biegsamen Sohlen auf den Markt kamen, stieg er darauf um. 1999 errichtete er eine neue Produktionsstätte in Hochfilzen. Hier fertigt Iris Waltl nach wie vor Arbeitsschuhe, aber sie hat auch eine eigene modische Linie entwickelt. Es war ein langer, harter Kampf, den sie dafür mit ihm ausgefochten hat. Der begann im Grunde schon in ihrer Jugendzeit. Denn Iris, die älteste von zwei Töchtern, wollte nichts wissen vom Betrieb. Trotzdem absolvierte sie eine Lehre als Einzelhandelskauffrau in einem Schuhgeschäft in Fieberbrunn, besuchte die Modelleurklasse der Ars-Sutoria-Schule in Mailand, einer der renommiertesten Schulen für Schuh- und Taschendesign in Europa. Anschließend arbeitete sie einige Zeit für ihren Onkel in Taiwan, der für das amerikanische Modelabel Esprit tätig war. I n d e n B e t r i e b ihres Vaters einsteigen wollte sie aber auch dann nicht und machte ein Praktikum beim Schuherzeuger ARA in Kärnten. Als sich ihre Eltern trennten, stieg sie, mehr von der Situation überrollt als freiwillig, in den Betrieb ein. Eine harte Zeit für Iris. Der Vater wollte nichts wissen von modischen Entwürfen und sie nicht nur Arbeitsschuhe herstellen. „Er konnte einfach nichts abgeben und ich nichts richtig machen“, sagt sie. Dann sei er erkrankt und habe abgeben müssen. 2009 übernahm sie das Geschäft, bald darauf starb Johann Waltl. Sie vermisse ihn. Und obwohl Iris ihr ganz eigenes „Ding“ macht, stecken doch das Wissen und die Erfahrung von Generationen in ihrem kleinen, feinen Betrieb – gewachsenes und fein geschliffenes Wissen.
Aus: „Handwerk in Tirol. Wo Können auf Leidenschaft trifft.“ Von Susanne Gurschler. Tyrolia Verlag
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
147
Andrea und das Porzellan
A
Wenn Andrea Baumann den schweren Deckel des kreisrunden Keramikbrennofens hebt, in dem sie bei 800 Grad Celsius ihre Porzellanstücke brennt, ist es so, als würden Abenteurer eine mit Goldstücken gefüllte Kiste öffnen: Golden leuchtet es am Grund des erkalteten Ofens. Kleine und große Schüsseln, ovale Schalen und Kaffeelöffelchen, kohlrabenschwarz mit goldenem Tupfer.
ndreas Werkstatt befindet sich in einem alten Bauernhaus, im Starkenhof in Sistrans. Im Parterre wird gearbeitet, in den oberen Stockwerken gewohnt. Ihre Porzellanschönheiten – weiße, schwarze und rote Gefäße – zieren Regale, alte Anrichten und Vitrinen. In der Küche, Werkstatt Nummer eins, steht die Töpferscheibe für das helle Porzellan, in Werkraum Nummer zwei, der ehemaligen Stube mit großem Bauernofen, die Töpferscheibe für das dunkle Porzellan. Ein Baustellenbohrer steckt in einem mit Porzellanmasse gefüllten Kübel. „Schlämmen“ heißt es im Fachjargon, wenn Porzellan und Wasser vermengt werden. Wä h r e n d d e r B o h r e r durch die Masse fährt, wirbeln feine Staubwölkchen auf, vibriert der Holzboden, und man meint, die zarten Porzellangefäße im Gang klimpern zu hören. Danach knetet Andrea die zähen Batzen zu kompakten Klumpen, wuchtet sie in Nylonsäcke und verschließt diese, damit der Inhalt nicht austrocknet. 60 Kilogramm hat sie vorbereitet für die nächsten Keramiken. Bleigrau schimmernde Porzellanfladen liegen auf der Ofenbank. Andrea kontrolliert ihre Konsistenz. Dann wäscht sie sich die Hände und setzt sich im ersten Werkraum an ihren Arbeitsplatz. Sie nimmt ein Stück Draht und trennt damit eine Scheibe von der Porzellanmasse ab, die neben ihr auf der Werkbank steht. „Porzellan aufbauen, das ist einfach herrlich. Nichts tue ich lieber“, sagt sie, bevor sie sich über den Formling auf ihrem Arbeitstisch beugt. Er dient als Gerüst, an dem Andrea das Porzellanobjekt händisch aufbaut. Durch diese Technik ergeben sich die feinen unregelmäßigen Wandstärken, die ihre Keramiken unverwechselbar machen.
148
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
„Porzellan ist zickig, es verzeiht dir keine Unachtsamkeit, da ist nichts mit schnell, schnell oder Kopf woanders.“
zu studieren. Doch mit der Zeit war es ihr zu wenig, sich auf das Material Keramik zu beschränken. Sie wechselte in den Studiengang „Experimentelle Malerei“, wo sie mehr künstlerische Freiheit genoss. 1996 schloss sie die Ausbildung in Kiel ab.
Andrea Baumann
Andreas Hände gleiten über die Masse, von unten nach oben, von oben nach unten. Ist sie mit dem Ergebnis zufrieden, nimmt die Keramikerin eine Spachtel und glättet vorsichtig die Oberfläche; löst das Schüsselchen von der Form, stellt es auf eine Holzplatte. „Porzellan ist zickig, es verzeiht dir keine Unachtsamkeit, da ist nichts mit schnell, schnell oder Kopf woanders“, sagt Andrea. Es geht um die richtige Balance zwischen Kraft und Feingefühl. Im Material, sagt sie, habe sie ein starkes Gegenüber, das sie herausfordere. „Wenn ich schlecht drauf bin, dann wird’s nichts.“
DAS WERDEN 1961 im bayerischen Lohr geboren, absolvierte Andrea die Keramikschule in Landshut. Während sie bei einem Keramiker in Freiburg arbeitete, ging sie immer wieder auf Wanderschaft und erweiterte ihr Können in verschiedenen Keramikwerkstätten. Schließlich übernahm sie die Werkstatt in Freiburg, der Laden brummte. Es hätte so weitergehen können, doch mit der Zeit wurde der Gedanke „Das kann es noch nicht gewesen sein“ zur Gewissheit. Andrea gönnte sich ein halbes Jahr Auszeit in Kamerun, wo sie die traditionelle Art, Keramik aufzubauen, lernte. Schließlich machte sie die Aufnahmeprüfung für die Fachhochschule Kiel und begann, Kunstkeramik
A n d r e a s K a r r i e r e als Performancekünstlerin lief gut. Wieder hätte es so weitergehen können, doch das Korsett des Kunstmarkts wurde ihr zu eng. Sie habe nur noch funktioniert, von einer Vernissage zur anderen, von einer Ausstellung zur anderen. Es folgte eine weitere Auszeit, dieses Mal in Indien. 2003 schließlich verschlug sie die Liebe nach Tirol. Die Beziehung ging in die Brüche, aber Andrea blieb. Nicht nur in Tirol – sondern auch generell bei sich.
DAS SEIN Rund eine Tonne Porzellan verarbeitet Andrea Baumann im Jahr. Ihre Gebrauchskeramiken vertreibt sie international. Ausgewählte Wiederverkäufer in Berlin, London und Paris, auf Mallorca und in Italien, zu denen sie einen intensiven persönlichen Kontakt pflegt, führen ihre Keramiken. Ein chinesisches Unternehmen bot Baumann an, ihre Arbeiten dort unter ihrem Namen zu produzieren. Sie lehnte ab. Auch die belgische Firma Serax, die hochwertige Wohndesigns vertreibt, hat angeklopft. Cool findet Baumann das schon, aber das hieße auch Entscheidungen aus der Hand zu geben. „So weit bin ich noch nicht“, sagt die Keramikerin, „ich will meine Sachen selbst machen.“
Aus: „Handwerk in Tirol. Wo Können auf Leidenschaft trifft.“ Von Susanne Gurschler. Tyrolia Verlag
FOTO: KARY WILHELM
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
149
150
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
Monika und ihre Häuser Gegründet wurde die Zimmerei Poberschnigg im Außerferner Lermoos von Monikas Urgroßvater. 1907 war das. Nun steht sie an der Unternehmensspitze und das schon seit fast einem Vierteljahrhundert.
M
onika ist eine sehr präsente Frau. Nicht aufdringlich, aber da. Wenn sie von den Anfängen ihrer Zimmerei erzählt, leuchten die Augen und sie hören das ganze Gespräch lang nicht auf damit. „Mein Urgroßvater war ein richtiger Zimmerer“, sagt sie. „Er hat sich fast schon typisch einen Finger abgeschnitten. Man erzählt sich, er hätte ihn einfach an die Hand drangehalten, mit Knochenleim bestrichen (den man früher zum Kleben von Hölzern verwendet hat), einen Verband drumgewickelt und er sei wieder angewachsen.“ Es sind Geschichten wie diese, die Familienunternehmen so besonders machen. Das Unternehmen ging weiter an Monikas Großvater. „Der Opa war eine sehr stattliche Person“, erinnert sie sich. „Dann hat mein Vater den Betrieb übernommen, ich bin seit 25 Jahren dabei.“ Gleich nach der Schule ist Monika wenn auch nicht geplant, so dennoch mit Enthusiasmus ins Unternehmen eingestiegen. Anfangs haben Vater und Tochter noch gemeinsam gearbeitet, bald war Monika allein verantwortlich. „Gott sei Dank hab ich meine Jungs ganz gut im Griff“, lacht sie ihr herzhaftes Lachen. „Die meisten Mitarbeiter sind schon sehr lange hier. Viele habe ich noch von meinem Vater übernommen.“ Auch Lehrlinge werden ausgebildet, ab und zu sind Mädels dabei. Insgesamt hat die Zimmerei aktuell rund 15 Mitarbeiter – Zimmerer, Hilfsarbeiter, Techniker, Statiker, Büroangestellte. H e u e r w a r e i n M ä d c h e n als Praktikantin bei Monika. „Sie hat kräftig mitgeholfen und überall mit angepackt. Wenn sie sich für eine Lehre entscheidet, ist sie jederzeit willkommen.“ Ein gängiger Frauenberuf ist die Zimmerei freilich immer noch nicht und auch wenn Monika selbst nicht handwerklich arbei-
FOTO: MARIAN KRÖLL
„Ich bin mit Holz aufgewachsen. Für mich könnte ein Raum ganz aus Holz bestehen.“ Monika Poberschnigg
tet, ist es für viele überraschend, dass eine Frau eine Zimmerei führt. Sie nimmt es – wie das meiste – mit Humor, wenn Kunden „mit dem Chef“ reden wollen. Dann ruft sie eben einen Meister oder Facharbeiter. Eitelkeit ist ihre Sache nicht.
SEHEN, WAS MAN SCHAFFT Probleme, Nachwuchs zu finden, gabs laut Monika nie: „Die Zimmerei ist ein schöner Beruf und zumindest in unserer Region sehr angesehen – wie eigentlich jedes Handwerk. Man ist abends zwar müde, weil man hart gearbeitet hat, aber man hat etwas geschaffen und das sieht man immer wieder, wenn man durchs Dorf geht. Als Zimmerer hat man es dabei besonders schön, weil nach getaner Arbeit immer eine Firstfeier stattfindet.“ O b s i c h d a s H a n d w e r k des Zimmerers verändert habe, fragen wir. „Ja“, sagt Monika ohne zu überlegen. „Mein Vater hat den Beruf fast 70 Jahre lang ausgeübt. Früher ist er noch samt Werkzeug mit dem Fahrrad auf die Baustellen gefahren. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Der Beruf ist nicht mehr so körperlich wie damals. Es ist leichter geworden mit all den Maschinen, Kränen und modernen Werkzeugen. Dafür ist die Bürokratie ins Unermessliche gestiegen.“
DAS LEBEN KLEINER DENKEN In der Zimmerei Poberschnigg arbeitet man vorrangig mit regionalen Hölzern und legt
Wert auf die Zusammenarbeit mit heimischen Unternehmen. „Ich versuche zu beeinflussen, was ich beeinflussen kann“, sagt Monika. Schrauben aus Österreich mögen teurer sein als chinesische Produkte, doch es geht ihr um Ökologie und Nachhaltigkeit. Deshalb gefällt Monika auch die Idee der Tiny Houses. Begonnen hat sie mit der Umsetzung vor gut drei Jahren. Hierzulande war es damals noch kein Thema. Als sie das erste Mal auf einer Messe aufschlug, wurde sie gefragt, warum ihr „Tini-Haus“ nicht „Moni-Haus“ heiße. Auch in der Firma selbst haben viele anfangs den Kopf geschüttelt. Doch der Weg war ein kluger, nicht nur, weil Grund und Boden immer knapper und teurer werden. Es war auch betriebswirtschaftlich schlau, weil die Häuser in den Wintermonaten in der Zimmerei hergestellt werden können, die zu dieser Zeit naturgegeben sonst leer steht. So sind die Kapazitäten ausgelastet und die Mitarbeiter beschäftigt. D i e k l e i n e n H ä u s c h e n sind bis zu 20 Quadratmeter groß und 2,55 Meter breit, damit sie noch mit dem Auto transportiert werden können. Bezüglich Nutzung sind die Tiny Houses extrem flexibel, dennoch wie ein „normales“ Haus erschlossen, mit Kanalanbindung, Wasser, Strom, Dusche, Küche. Sie können zum Beispiel als Übergangseigenheim dienen, wenn man noch nicht genau weiß, wohin es einen beruflich verschlägt. „Dann stellt man das Haus einfach in den (elterlichen) Garten, die es in Tirol aufgrund der früheren Bauweisen zuhauf gibt.“ Sie können als Ferienwohnung dienen, als zusätzliche Hoteleinheit oder als ausgelagertes Home Office. Preislich gestartet wird bei rund 50.000 Euro. Wenn also künftig ein Haus an euch vorbeifährt, wundert euch nicht: Vermutlich ist es aus Lermoos.
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
151
Sabine und ihre Schmuckstücke Ganz früher befand sich hier in der Innsbrucker St.-Nikolaus-Gasse eine Strickerei, vor 50 Jahren siedelte sich das erste Mal ein Goldschmied an. Vor 14 Jahren hat sich Sabine Nimz ihr schmuckes Reich in den Räumlichkeiten geschaffen und ist glücklich.
D
ie Liebe zum Beruf war keine auf den ersten Blick. Die dauerhaftere Liebe ist aber ohnehin meist jene, die langsam wächst. „Als ich mit der Schule fertig war, hatte ich nicht wirklich eine Idee, was ich studieren könnte“, beginnt Sabine Nimz ihre Geschichte. Die Arbeit schließlich sollte eine kreative sein. Mit 18 Jahren hat sie ihre Goldschmiedelehre in Niederbayern begonnen. Sabine kommt ursprünglich aus München. Nach drei Jahren der klassischen Ausbildung absolvierte sie ihre Gesellenjahre teils in Bayern, teils im kanadischen Vancouver. Zurück in Deutschland folgte die zweijährige Meisterschule im Ruhrgebiet. „Danach bin ich gleich nach Innsbruck gezogen, war hier drei Jahre bei einem Goldschmied angestellt und habe mich dann selbständig gemacht.“ S o u m t r i e b i g und getrieben Sabine zu ihren Anfangszeiten wirkt, so geerdet ist sie jetzt. Von Donnerstag bis Samstag werkt sie in ihrer Goldschmiede in Innsbruck, die restliche Zeit lebt sie auf einem Bauernhof im Unterland auf 1.000 Metern Seehöhe. „Hier lebe ich mit fünf Freunden aus München zusammen, ich habe eine Einliegerwohnung samt Werkstatt.“ Ihre Alters-WG nennt sie es liebevoll. „Es ist traumhaft, ein richtig schönes Leben.“
PERFEKTION DES UNPERFEKTEN „Ich bin durch die Meisterschule sehr technisch geprägt worden“, erzählt Sabine. Ihr Professor kam ursprünglich aus der Weltraumtechnik, entsprechend gestaltete sich ihre Ausbildung: Präzisionsfräsen, Kugellager ... „Unsere Ergebnisse wurden unter dem Mikroskop beurteilt. Da wird man narrisch“, so Sabine. Bis heute aber profitiere sie davon.
152
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
„Dann ist es passiert. Hier in Innsbruck.“ Sabine Nimz
„Ich habe 2002 meine Prüfung gemacht und wenn man registriert, dass man von dieser peniblen Präzision ablassen kann, das war toll – das Wissen, dass ich mein Handwerkszeug wirklich beherrsche, aber plötzlich kreativ und künstlerisch frei sein konnte, hat mir sehr viel gegeben.“ Mit Kugellagern arbeite sie immer noch gerne, Sabine mag kinetischen Schmuck, der sich bewegt. Der Schmuck darf nach wie vor technisch sein, aber durchaus organischer. „Ich mag japanisches Design“, erklärt sie. Wabi-Sabi, also die Perfektion im Unperfekten. „Ich bin sehr verhaftet mit dem Zen, meditiere viel und gehe ein, zwei Mal im Jahr ins Kloster. Ich befasse mich dementsprechend auch mit der japanischen Handwerkskunst, in der das Design generell nicht zu regelmäßig sein darf. Das Auge beginnt sich sonst schnell zu langweilen.“ Handwerk müsse leben, man darf ihm ansehen, dass es – dem Wort folgend – von Hand gewerkt wurde. „Nicht schlampig, aber lebendig“, sagt Sabine. Sie deutet auf die wunderschöne Kette, die neben ihr an einer Büste hängt und für eine Filmaufnahme gemacht wurde. Ein Gingkoblatt: „Das Blatt lebt von einer Art Symmetrie und ist trotzdem nicht regelmäßig. Das ist ein Stück weit meine Philosophie und wenn ich darf, setze ich das in meinen Schmuckstücken so um.“ W e n n s i e d a r f . Hauptsächlich führt Sabine Auftragsarbeiten aus. Die Lage der Goldschmiede ist nicht für Laufkundschaft gemacht. Hier kommt man bewusst her und
das ist gut so. Letztlich ist ein Schmuckstück immer ein Abbild seiner Trägerin und sollte deshalb genauso individuell sein. Die meisten Kunden lassen sich gerne beraten und fragen Sabine nach ihrer Meinung. Viele Kunden kennt die Goldschmiedin seit Jahren und weiß, was zu ihnen passt oder welche Stücke sie bereits besitzen. „Ich möchte, dass die Leute, die zu mir kommen, ihren Schmuck auch tragen, und das tun sie nur dann, wenn sie ihn auch mögen.“
GEDULD LERNEN Sabine mag ihren Beruf. Rund 20 Prozent davon sind „gröbere Arbeiten“, wie sie sagt. Das ist der „Schmied“ im Goldschmied. Der Rest ist Feinarbeit und der braucht neben handwerklichem Geschick vor allem Geduld. Die ist auch Sabine nicht gottgegeben, doch sie hat gelernt, geduldig zu sein. „Natürlich hat man für bestimmte Dinge ein Talent und für manche weniger. Ich bin aber davon überzeugt, dass man viele Dinge durch kontinuierliches Üben lernen kann. Auch Geduld kann man lernen. Es ist eine harte Übung, doch irgendwann stellt man sie nicht mehr in Frage. Man macht einfach.“ F ü r S a b i n e indes ist bald ausgemacht. Im Oktober beginnt sie zu studieren. Endlich weiß sie, welche Richtung es sein soll. Religionswissenschaften. „Ich werde natürlich weiterhin arbeiten, mir macht mein Beruf nach wie vor Spaß, aber ich merke auch, dass nach 26 Jahren die Leichtigkeit nicht mehr ganz so da ist. Ich habe so viele Jahre mit den Händen gearbeitet, nun mag ich etwas für den Kopf tun. Und ich muss es jetzt tun. Im Seniorenstudium macht das für mich keinen Sinn mehr. Im Alter will ich nur noch gemütlich auf meinem Bauernhof sitzen.“
FOTO: MARIAN KRÖLL
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
153
S E H E N. L E S E N. H Ö R E N.
T H E AT E R T I P P S
BUCHTIPPS Wir lieben die Provinzkrimis von Rita Falk rund um ihren Kommissar Franz Eberhofer aus Niederkaltenkirchen. Mit der Verfilmung der Bücher (aktuell läuft „Leberkäsjunkie“ und damit Teil sechs in den Kinos) mit einem grandiosen Sebastian Bezzel haben die Geschichten noch einmal zusätzlichen Aufwind bekommen. Die Hörbücher werden übrigens von Christian Tramitz gelesen und sind ebenfalls dringend empfehlenswert. Wir mögen sie sogar fast ein bisschen lieber als die Bücher – wegen dem Dialekt warats. Im zehnten Fall „GuglhupfGeschwader“ jedenfalls muss der Eberhofer den brutalen Verfolgern vom Lotto-Otto das Handwerk legen. Und das, obwohl er mit seiner Susi eigentlich nur einen schönen Abend verbringen wollte.
dtv premium, 320 Seiten, EUR 16,40
KANN MAN LIEBE E R Z W I N G E N?
Louise und Adam leben getrennt. In ihrer regen Korrespondenz gehen sie der Frage nach, ob es eine todsichere Methode oder ein Elixier gibt, um Leidenschaft auszulösen. Dabei provozieren sie sich bis zum Äußersten. Das Innsbrucker Theater 7ieben & 7iebzig bringt mit „Das Liebeselixier“ ein Stück des französischen Dramatikers ÉricEmmanuel Schmitt auf die Bühne und erforscht die Launen des Herzens. Premiere ist am
Ebenfalls in diese Kategorie fallen Eva Rossmanns Krimis rund um die Wiener Journalistin Mira Valenski und deren Freundin Vesna Krajner. „Heißzeit 51“ ist der mittlerweile 20. Fall und wieder kombiniert Rossmann einen Kriminalfall mit allgemeiner Gesellschaftskritik, ohne jedoch den Zeigefinger zu sehr zu erheben. Dieses Mal geht’s ums Klima: Nicht nur die Erde, sondern auch das gesellschaftliche Klima heizt sich auf. Mit gewohnt feiner Klinge spricht Rossmann Themen an, die beschäftigen.
Folio Verlag, 295 Seiten, EUR 22,00 Autorin Elif Shafak ist eine Meisterin der Empathie und hat auch mit „Unerhörter Stimme“ wieder einen Roman voller Scharfsicht und literarischer Courage vorgelegt. In ihrem neuen Buch erzählt sie von einer Frau, die am Rand der Gesellschaft Halt sucht, und schreibt über den Wert von Menschlichkeit und Liebe in beklemmenden Zeiten. Wir ziehen alle unsere Hüte …
Kein & Aber Verlag, 432 Seiten, EUR 24,70
FOTO: MELANIE MANCHOT
11. Oktober, Tickets und Infos unter www.siebenundsiebzig.at.
ALL DAS SCHÖNE
Obwohl „Wolf!“, ein innovatives Kinderstück, noch gar nicht gestartet ist, plant das Theater praesent schon das erste Abendstück: „All das Schöne“ ist eine heiter-melancholische Performance und ein Plädoyer für das Leben. Unsentimental, ergreifend und komisch widmet sich Duncan Macmillan dabei dem Thema Depression.
Premiere: 16. Oktober, Infos unter www.theater-praesent.at.
154
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
M O N TA F O N E R TA N Z F Ü R A C H T P I S T E N R A U P E N
Seit rund zehn Jahren beschäftigt sich die Fotografin und Videokünstlerin Melanie Manchot mit der Landschaft und der touristischen Infrastruktur von alpinen Wintersportorten. Für INN SITU – ein Konzept, das Bild, Klang und Wort vereint und das quasi vor Ort eigens entwickelte Ausstellungen präsentiert – verbrachte sie im vergangenen Winter mehrere Wochen in der Vorarlberger Gemeinde Gaschurn und erweiterte ihre Arbeit um das Kapitel „Mountainworks (Montafon)“. Die neu entstandenen Fotografien und Videoarbeiten werfen einen neugierig forschenden Blick auf ein widersprüchliches Phänomen unserer Zivilisation: die Faszination ursprünglicher Naturräume und die technische Organisation ihrer Zugänglichkeit. Zu sehen ist die Ausstellung im BTV Stadtforum
in Innsbruck ab 2. Oktober, der Eintritt ist frei.
SILBERBERGWERK SCHWAZ
KULTUR TRIFFT KULINARIK FOTO: TLM / MARTIN GAMPER
AUSSTELLUNGEN
Das Silberbergwerk Schwaz nimmt euch mit auf eine Zeitreise unter Tage. Und in Kombination mit dem gemütlichen Ripperlessen in der Knappenkuchl wird der Ausflug zu einem noch größeren Erlebnis.
Das Riesenrundgemälde wurde für die Sonderausstellung mit Informationen, einem Leitsystem und verschiedenen spielerisch zu entdeckenden Besonderheiten ausgestattet.
LEBENSRAUM IN WANDEL
Beängstigend hoch ist die Zahl der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten in Tirol. Und sie steigt weiter an. Gründe dafür gibt es einige, vor allem aber wird vielen Insekten wie Schmetterlingen, Käfern und Co. der Lebensraumwandel zum Verhängnis. Die Sonderausstellung im TIROL PANORAMA mit Kaiserjägermuseum thematisiert, wie sich die Natur im Großraum Innsbruck in den vergangenen hundert Jahren verändert hat und welchen Einfluss der Mensch genommen hat. „(Un)natürlich urban“ ist noch bis 5. April 2020 zu sehen. Also noch ein bisserl Zeit.
Schwaz war zu seiner Blütezeit um 1500 die größte Bergbaumetropole der damals bekannten Welt. Rund 85 Prozent des weltweit produzierten Silbers kam von hier und machte das kleine Örtchen in ganz Mitteleuropa namhaft. Die Schwazer Bergknappen verfügtem damals über das beste Know-how und brachten dem Ort so viel Berühmtheit.
IM LAUFE DER JAHRE
So lautet der Titel der aktuellen Ausstellung in der Burg Hasegg. Der Künstler Nino Malfatti entdeckte im Laufe seiner malerischen Jahre, dass konkrete Gegenstände in oft fantastischen Kombinationen mit den Strukturen der Landschaft verwandt sind. Er verwandelt amorphe und kristalline Strukturen in surreale Bildelemente und versieht sie mit prägnanten Licht- und Schattenspielen. Immer wieder sind die Berge und ihre Erhabenheit, die Schönheit der Natur und ihre Fragilität die großen Taktgeber seiner Kunst. In dieser Ausstellung zeigt er einen Auszug seines vielfältigen Œuvres aus mehr als 40 Jahren. Die Ausstellung ist noch bis 31. Dezember zu sehen. www.muenze-hall.at
d a s s c h w a z e r s i l b e r b e r g w e r k ist Zeitzeuge dieser langen Tradition und lädt die Besucher ein, auf den Spuren von damals zu wandelb. Rund acht Minuten dauert die Einfahrt mit der Grubenbahn durch den Sigmund-Erbstollen. Die Reise geht vorbei an altehrwürdigen Trockenmauern, die von Hand mit Schlägel und Eisen Millimeter für Millimeter in schweißtreibender Arbeit geschaffen wurden. Auf der Reise in die Vergangenheit seht ihr selbst, welchen Gefahren die Bergleute zu trotzden hatten und welch fantastische Leistungen sie erbracht haben. D a s a b e n t e u e r u n t e r t a g e ist dabei nicht nur faszinierend, sondern nachweislich auch gesund, herrschen im Stollen doch heilklimatische Bedingungen. Das tut vor allem den Atemwegen gut und kann bei regelmäßiger Anwendung auch Beschwerden in diesem Bereich linden. Und weilzum Wohlbefinden auch gutes Essen beiträgt, kann man den Besuch im Silberbergwerk ab sofort gemütlich in der Knappenkuchl ausklingen lassen, wo mit herrlich knusprigen Ripperln auch fürs leibliche Wohl gesorgt ist. Eine Abendführung im Bergwerk inklusive anschließendem Ripperlessen ist ab 20 Personen buchbar. Terminvereinbarungen unter info@silberbergwerk.at
E N T G E LT L I C H E E I N S C H A LT U N G / F O T O : T O M B A U S E
WAUZIWELLNESS Wenn man in den Urlaub fährt, stellt sich unweigerlich die Frage: Wohin mit dem Tier? Während man Katzen am besten in den eigenen vier Wänden lässt, kann der Hund schon mal mit. Wir haben geschaut, wo Wellness zuhause ist – für Frauchen und Hund.
156
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
TEXT:
MARINA BERNARDI
HUNDEHOTELS MIT 6 DOGGIES
L
aut Schätzungen halten in Österreich etwas mehr als 500.000 Menschen rund 650.000 Hunde. Viele davon möchten den ihren auch in den Urlaub mitnehmen. Kein Wunder, dass immer mehr Hotelbesitzer den Hundebesitzer als neues Potenzial erkennen. Für alle, die wissen möchten, welche Hotels in eine besonders hundefreundliche Ausstattung investieren, gibt’s das Urlaubsportal www.hundehotel.info. Je nach Ausstattung erhalten die Unterkünfte sogenannte „Doggies“. Ein Doggy bedeutet, dass Hunde in der Unterkunft erlaubt sind, bei einem Hotel mit sechs
• Hotel Grimmig Dogs & Friends, Rauris, www.hotel-grimmig.com • Ferienappartements Goldgrube, Rauris, www.goldgrube-rauris.at • Landhotel Haus Waldeck, D-Philippsreut, www.haus-waldeck-koch.de • Seehotel Moldan, D-Postmünster, www.dogotel.de • Amy’s Wohlfühlvilla, D-Userin, www.villa-mv.de • Hotel Bärenhof, D-Philippsreut, www.baerenhof-althaus.de • Pension Sonnleit’n, D-Zwiesel, www.sonnleitn.de • Strandhaus Bello Cane, D-Grömitz, www.strandhausbello.de • Blickner Alm, D-Ruhpolding, www.unserurlaubmithund.de • Hotel Vilcam, HR-Pakostane, www.vilcam.com
Doggies sind ausschließlich Gäste mit Hunden anwesend. Zusätzlich wird auch ein umfangreiches Programm für Hundewellness und -pflege angeboten. In den exklusivsten Hundehotels steht die besondere Betreuung der Tiere klar im Vordergrund. Die Zimmer sind mit eigenem Hundeschlafbereich samt Hundekissen, Wasser- und Futternapf ausgestattet und im Hotel befindet sich eine Hundedusche. Die Außenbereiche verfügen über Agility-Parcours und eingezäunte Hundespielplätze. Ein tägliches Futterservice mit großer Auswahl garantiert eine gesunde Ernährung. Vielfach ist auch ein Hundebadeteich mit dabei. Zusätzlich können Hundebesitzer ein Dogsitting beauftragen oder ihren tierischen Begleiter zur Massage, zur Physiotherapie oder in die Hundeschule schicken. Die Preisspanne für hundefreundliche Ferienunterkünfte, die von der Region und der Hotelkategorie abhängig ist, liegt für eine Nacht zwischen 54 und 300 Euro für zwei Erwachsene und einen Hund in der Hauptsaison“, sagt Portal-Redaktionsleiter Roland Bamberger. „Die Nächtigungspreise für den Hund sind oftmals unterschiedlich geregelt. Manche Hotels verlangen nichts, in anderen wird ein Fixbetrag pro Nacht verrechnet.“
M I T H U N D I N S R E S TA U R A N T? Die wichtigste Urlaubsfrage für Hundebesitzer überhaupt ist, ob der Wauzi auch mit ins Restaurant darf. Auf hundehotel.info kann man sein Urlaubsdomizil nach präzisen Suchfunktionen auswählen – insgesamt stehen 87 Kriterien zur Wahl, natürlich ist auch das hundefreundliche Restaurant eines davon. In spezialisierten Hundehotels ist der Zugang von Hunden ins Restaurant selbstverständlich erlaubt! Ebenso beliebt: Wie viele Hunde dürfen mit ins Hotel und gibt es für sie eine Bademöglichkeit? I n T i r o l s i n d a k t u e l l 55 Hotels mit dabei – eines davon ist das MyTirol in Biberwier. Vor der Haustür liegt jede Menge Natur, drinnen gibt’s zahlreiche Erholungsmöglichkeiten. Für alle. Fürs Tier zahlt man einen Aufpreis von 15 Euro pro Tag, auf Wunsch kommt die mobile Hundeschule von Ulrike Tembler ins Haus. Sie ist auf die Kommunikation zwischen Mensch und Hund spezialisiert. Von ihr lernen Hundebesitzer, die Körpersprache ihres Tieres besser zu verstehen und verständliche Signale auszusenden.
In echten Hundehotels sind die Tiere nicht nur willkommen, es wird ihnen auch einiges geboten. Hundeduschen zum Beispiel oder eine Physiotherapie.
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
157
WOHIN MIT WUFFI?
H
Kristin Müller, Geschäftsführerin des Tierschutzvereins Tirol 1881, hat’s in ihrem Beitrag bereits angesprochen: Macht euch Gedanken, wohin mit dem Tier im Urlaub, bevor ihr eines zu euch nehmt.
unde kommen in der Regel gerne mit in den Urlaub. Das schränkt jedoch bei der Wahl des Reisezieles ein. Wenn es also nicht möglich ist, samt Hund zu verreisen, ist es natürlich das Allerbeste, wenn man Freunde oder Familie hat, die das Tier bereits kennen und die auch entsprechend Platz dafür haben, um es übergangsweise zu betreuen. Falls auch das nicht geht, gibt es mittlerweile einige Tierpensionen, in die man den Hund für diese Zeit bringen kann. Optimal ist das zwar nicht, aber immerhin eine Alternative. B e i K a t z e n ist das ein wenig anders. Wenn man daran denkt, welche Dramen sich abspielen, wenn man mit dem Tier auch nur zum Tierarzt will, kann man sich vorstellen, was Mieze von Fernreisen hält. Nämlich nix. Katzen sollten also am besten gelassen werden, wo sie sind, denn sie mögen ihre gewohnte Umgebung. Im Gegensatz zu Hunden benötigen Katzen auch nicht die permanente Anwesenheit von Menschen. Ihnen reicht es, wenn sie regelmäßig gefüttert werden und das Katzenklo sauber ist. Streicheleinheiten sind zwar willkommen (abhängig natürlich von der menschlichen Ferienbetreuung), müssen aber auch nicht zwingend sein. Ideal ist es, wenn auch hier Freunde oder Familie, wahlweise auch die Nachbarn regelmäßig nach dem Tier schauen. Gegebenenfalls kann man auch einen Katzensitter engagieren, im Fall der Fälle gibt’s auch Katzenpensionen.
K L E I N E T I E R E , G R O S S E A N S P R Ü C H E? Nö, eigentlich nicht. So süß die kleinen Flauschhaufen auch sind und so sehr man meint, sie mögen einen, weil man so ein netter Mensch ist: Meerschweinchen, Hamster und Co. ist es völlig egal, wer sie betreut. Wichtig ist, dass sie täglich mit Wasser und Futter versorgt werden und der Käfig sauber gehalten bleibt. Auch hier wäre Nachbarschaftshilfe toll. Muss Meerli tatsächlich weg von daheim, kann man es vorübergehend notfalls auch in ein kleineres Gehege umsiedeln und in eine andere Wohnung bringen. Verreisen mögen
158
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
die Tiere aber tatsächlich nicht – die finden das nicht schön, sondern stressig. TEXT:
MARINA BERNARDI
B e i A q u a r i e n wird’s in der Tat noch einfacher. „Idealerweise ist ein Aquarium ein kleines Ökosystem, das eine Zeit lang auch ganz ohne menschliches Zutun funktioniert. Die
GENERALI
Pflanzen produzieren Sauerstoff, abgestorbene Pflanzenteile und Kleinlebewesen ernähren zumindest vorübergehend die Fische, und die düngen wiederum die Pflanzen“, erklären die Experten von Fressnapf. Es gibt auch Fütterungsautomaten, die pünktlich nach Programmierung die vorgesehene Futtermenge auswerfen. Ein Süßwasseraquarium kann also eine Zeit lang schlicht allein bleiben. Salzwasseraquarien sind ein bisschen komplizierter, brauchen aber auch nicht übermäßige Überwachung. Trotzdem ist es ratsam, einen Nachbarn oder Bekannten zu bitten, Fütterung und Funktion regelmäßig zu kontrollieren. U n d a u c h w e n n man meinen könnte, Vögel wären gern auf Reisen, so irrt man. Auch sie werden am liebsten zu Hause betreut und weil sie ohnehin nicht allein gehalten werden sollten, sind sie sowieso nie einsam. Wichtig ist, dass man sie täglich mit Frischwasser und Futter versorgt, das geht aber recht flugs. Papageien und größere Vögel sind naturgemäß schwieriger zu handhaben als Wellensittiche oder Finken. Sie sind meist auf ihren Menschen fokussiert und können mitunter ganz schön laut werden, wenn man ihnen ihren Ausflug verwehrt. Trotzdem würden sie ein Urlaubs-Mitkomm-Angebot wohl freundlich ablehnen. Fremdes muss nicht sein, mit Veränderungen tun sie sich generell schwer. Deshalb macht es Sinn, sie in ihrer natürlichen Umgebung zu belassen. Wichtig ist, dass sie dabei möglichst nicht alleine sind. Ein zweiter Vogel hilft schon. Die Ferienvertretung sollte jedenfalls schon einige Zeit vor dem Urlaub beim Vogel vorstellig werden, damit er sich gewöhnen kann.
TIERPENSIONEN IN TIROL
• Danis Katzenpalast, Axams, 7 Euro/Tag www.katzenpension-tirol.at • Hundepension Falkner, Sölden, ab 15 Euro/Tag www.hunde-pension.at • Hundepension Kranebitten, Innsbruck, 30 Euro/Tag www.hundepension.at • Hundestübchen, Kirchbichl, 30 Euro/Tag www.salon-hundestuebchen.at • Katzenpension kleiner Tiger, Thiersee, 15 Euro/Tag www.kleinertiger.at
AUSSERDEM:
• Tierpension Kohlerhof (Hunde, Katzen, Kleintiere, Vögel, Fische, Nutztiere), Afing/ Jenesien, Bozen. Hunde: 15 Euro/Tag Katzen: 11 Euro/Tag Kleintiere: 8 Euro/Tag www.tierpension-kohlerhof.it • Stundenweise individuelle Betreuung inkl. Spaziergang: Villa Fido, Kirchberg 10 Euro/Stunde www.villafido.blogspot.com Die Tiere müssen generell gesund und geimpft sein!
INNOVATIVER CYBER-SCHUTZ „Betrieb&Beruf“ der Generali bietet einen umfassenden Service im Bereich Prävention, mit jederzeit verfügbarer IT-Hilfe und Beratung.
Regionaldirektor Markus Winkler: „Der Generali Cyber-Schutz beinhaltet ein innovatives Präventionstool, das laufend Schwachstellen in der IT-Sicherheit screent.“
Die Generali Versicherung bietet eine bislang einzigartige Cyber-Lösung für Klein- und Mittelbetriebe in Österreich. Neben der umfassenden Deckung im Cyber-Schadenfall steht dabei die Risikoanalyse mit einem automatisierten Präventionstool im Vordergrund. Der einzigartige Generali Cyber-Schutz wird im Rahmen der Gewerbeversicherung „Betrieb&Beruf“ angeboten.
OHNE PRÄVENTION KEIN SCHUTZ Ein wirkungsvoller Schutz vor Cyber-Bedrohungen ist ohne umfassende Prävention nicht möglich. Gemeinsam mit dem Partner Europ Assistance hat die Generali Versicherung daher ein innovatives Präventionstool entwickelt, das die IT-Sicherheit des Betriebes monatlich bzw. anlassbezogen bei bekannten Bedrohungsszenarien automatisiert screent und Schwachstellen in Form eines Ampelsystems aufzeigt. Eine mangelhafte IT-Sicherheit führt zu einer unmittelbaren Kontaktaufnahme durch einen IT-Experten und zur Einleitung entsprechender Maßnahmen. Darüber hinaus kann das Unternehmen rund um die Uhr mittels Helpdesk auf IT-Experten zurückgreifen. D e r G e n e r a l i C y b e r - S c h u t z umfasst insbesondere die Kosten für die Datenwiederherstellung sowie für eine Betriebsunterbrechung. Reduzierte Selbstbehalte und erhöhte Versicherungssummen sind ebenso Teil der Produkterweiterung. Serviceleistungen wie Soforthilfe im Cyber-Notfall, Beratung und Notfallmanagement bzw. Unterstützung vor Ort komplettieren die Generali Cyber-Versicherung.
FACTS
Informieren Sie sich über den innovativen Cyber-Schutz, damit Sie präventiv vorgesorgt und im Fall der Fälle dennoch einen möglichst geringen Schaden haben. Die Kundenberater, Generali Konzernagenturen und Maklerpartner beraten gerne: Generali Tirol Kundendienst, Tel.: 0512/5926-0 oder office.tirol.at@generali.com
E N T G E LT L I C H E E I N S C H A LT U N G / F O T O : D I E F O T O G R A F E N
Tue Gutes und rede darüber
Anderen zu helfen ist gar nicht so schwer und braucht manchmal nicht viel. An dieser Stelle zeigen wir euch Initiativen und Aktionen, von denen wir überzeugt sind und die wir gerne unterstützen.
WIMMELBUCH
D
V
VEREIN HILFE FÜR TIERE IN SÜDTIROL
FOTO: WEDERMANN
or vier Jahren gründeten Tabea Berger, ihre Mutter Judith Sattler und die Tierärztin Kathrin Schrott den Verein Hilfe für Tiere in Südtirol. „Da ich in den vergangenen Jahren schon immer Tiere aus schlechter Haltung oder heimatlose Tiere aufnahm und sie pflegte, haben wir uns entschieden, diesen Verein zu gründen“, sagt Tabea. Um die täglichen Arbeiten kümmern sich in erster Linie Tabea und Judith – neben ihrem Vollzeitberuf nimmt das mehrere Stunden in Anspruch, denn die zahlreichen Tiere, die mittlerweile die Gehege und Ställe in Völs in Südtirol bevölkern, brauchen Pflege und Zuwendung. „Viele Tiere konnten wir vor dem Tod retten, viele wurden von Menschen einfach im Stich gelassen, weil sie nicht mehr in ihr Leben gepasst haben. Wir sind bemüht, den Tieren ein unbeschwertes Dasein ohne Angst und Stress zu ermöglichen“, sagt Tabea. Zahlreiche Tiere haben hier ihr letztes Zuhause gefunden – eines, in dem sie sich wohl und sicher fühlen können, in dem sie umhegt und gepflegt werden und keine Angst haben müssen, erneut abgeschoben zu werden. Die drei Damen erledigen die viele Arbeit ehrenamtlich. Wir finden das persönliche Engagement der drei wundervoll und sind der Meinung, ihr unermüdlicher Einsatz ist unterstützenswert: Damit Futter, Medikamente und vieles andere bezahlt werden können, ist der Verein auf Spenden angewiesen. Infos gibt’s auf Facebook. Ver ei n H i l f e f ü r Ti er e i n S ü dt i r o l / I BA N: IT70V 0805623110000301005324 / SWIFT-BIC: RZ S BI T2 1 1 1 1
er Tiroler Jakob Winkler hat mit „Fatimas fantastische Reise in eine Welt ohne Erdöl“ ein illustriertes Kinderbuch mit ganz vielen positiven Utopien zusammengestellt. Die über 20 großen Doppelseiten des Wimmelbuches sind prall gefüllt mit liebevollen, bunten Zeichnungen und Texten, die das kleine Mädchen Fatima mit auf eine spannende Reise durch die Zeit und in eine zuversichtliche Zukunft mitnehmen. Damit das Buch auch haptische Realität wird, kann es bis zum 26. Oktober auf www. startnext.com im Zuge einer Crowdfunding-Kampagne vorbestellt werden. Dann wird die bestellte Menge klimaneutral in Tirol produziert und noch rechtzeitig vor Weihnachten ausgeliefert.
D A M E N- L I O N S - C L U B I N N S B R U C K V I C T O R I A
S
eit 17 Jahren erfüllt der Club schwerstkranken Kindern Herzenswünsche. Um diese zu ermöglichen, lud der Damen-Lions-Club Innsbruck Victoria auch heuer zur Benefizgala. Moderator Alfons Haider führte durch den Abend, bei dem unter anderen Kinderstar Allegra Tinnefeld auf der Geige und Countertenor Kevin Elsnig die 220 Gäste verzauberten. Der Reinerlös ging dieses Mal an vier Tiroler Kinder. „Unsere Gala hat sich zu einem der Top of the Mountain Events entwickelt“, freute sich Elisabeth Bacher-Bracke und dankte allen Künstlern und Mitwirkenden, die für die gute Sache auf Honorare verzichteten. Und es waren wirklich viele, die mithalfen. i n nsbruck-v i ctori a.li o ns .a t
160
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
Lion-Governor Klaus Went, Elisabeth Bacher-Bracke und Abt German Erd
d.
gefallen sin f u a s n u ie d , n e u Fra FRAUEN IM FOKUS
K AT H R I N D E U T I N G E R
MEDIZINSTUDENTINNEN Insgesamt 12.960 Bewerber haben an den MedAT-Aufnahmeverfahren für die Medizin-Studienplätze in Innsbruck, Wien, Graz und Linz teilgenommen. Kürzlich wurde die Verteilung der insgesamt 1.680 Studienplätze für Medizin in Österreich für das kommende Studienjahr 2019/2020 bekannt gegeben. Und ta-daa: Es sind wieder mehr Mädels als Jungs. Österreichweit sicherten sich 968 Frauen und 712 Männer (in Prozent: 57,62 / 42,38) ihren Studienplatz – die Aufteilung ist übrigens ziemlich gleich wie im Vorjahr. An der Medizinischen Universität Innsbruck war das Verhältnis ähnlich. Von den 400 Studienplätzen werden 227 und damit 56,75 Prozent an Frauen vergeben, damit sind’s dieses Mal sieben Frauen mehr als im vergangenen Jahr. Zugegeben, es haben sich weit mehr Frauen als Männer zur Aufnahmeprüfung angemeldet, die Leistung der Mädels schmälert das aber in keinster Weise.
T E L F S PAT R I O T S L A D I E S In der Frühlingsausgabe hatten wir die Eishockey-Mädels der Red Angels im Visier, nun sind uns die Football-Ladies aus Telfs aufgefallen. Fünf von ihnen durften im August nämlich gemeinsam mit dem Österreichischen Nationalteam zur Damen-Europameisterschaft im Tackle-Football nach Leeds fahren. Insgesamt besteht das Team aus 45 Spielerinnen, die aus neun Teams zusammengestellt wurden. Aus Telfs waren Nina Hradsky (Wide Receiver), Lisa Ruetz (Defensive Back), Juliana Angermair (Linebacker), Eva Köfler (Offensive Line) und Kathrin Schumacher (Defensive Line) dabei. Patriots-Präsident David Mariani ist sichtlich stolz auf die Telfer Vertretung im Nationalteam, auch wenn’s spielerisch nicht ganz rund gelaufen ist. Ein Erlebnis war’s trotzdem und lehrreich noch dazu. Das Turnier gewonnen hat übrigens Finnland und ist damit wie auch schon 2015 Europameister.
F O T O S : M . K E R N , P R O S I E B E N A U S T R I A , S T. G I L G E N I N T E R N A T I O N A L S C H O O L
Kathrin, selbst Baujahr 1987 und glückliche Wahltirolerin mit kölschen Wurzeln, bereiste bereits 50 Länder und fährt gerne Auto. Nun nimmt sie an der Rallye DresdenDakar-Banjul teil. Das mag ein wenig an Paris-Dakar erinnern, die Rallye hat jedoch andere Ziele. Es geht um Teamgeist, Abenteuer und die Unterstützung von lokalen Sozialprojekten in Gambia. Jedes teilnehmende Team verpflichtet sich, sein Auto bei Ankunft zu spenden – im Fall von Kathrin ist das „Bento“, ein Honda CR-V mit 147 PS. Er wird in einer öffentlichen Auktion versteigert, der Erlös geht an die Projekte der Wohltätigkeitsorganisation Breitengrad e. V. Durchschnittlich kommen pro Rallye auf diese Weise zwischen 70.000 und 90.000 Euro zusammen.
L o s g e h t ’ s am 8. November in Dresden, die Strecke fährt jedes Team nach individuellem Gusto. „Für mich wird es über meine Heimatstadt Köln gehen und dann über Belgien und Frankreich nach Spanien. Die Überfahrt findet gemeinsam mit den anderen Teams statt. Ab Marokko gibt es dann eine vorgegebene Route, die man fahren kann, aber nicht muss“, erklärt Kathrin. Fixer Treffpunkt ist dann wieder Ad Dakhlain in der West-Sahara. Ab hier geht es im Konvoi weiter, teilweise mit Guide direkt durch die Dünen der Sahara. Mauretanien und der Senegal werden durchquert bis zum Ziel in Banjul/Gambia, das am 28. November 2019 erreicht werden soll. U m d i e R e i s e zu realisieren, braucht Kathrin (finanzielle) Unterstützung. Eine Liste mit den benötigten Hilfsgütern sowie weitere Infos findet ihr auf www.gerbil-team.eu. Es geht um eine gute Sache, Mädels! Und um Abenteuer!
M AYA / N U M M E R 07 / S E PT E M B E R 2019
161
MANNSICHTEN
Tiere wie wir Manchen gilt das Tier als Werkzeug, wieder anderen ist es dagegen heilig, manchen als Familienmitglied, wieder anderen dagegen als Nahrungsquelle Nummer eins. Ganz gleich wie man es mit dem Tier hält, eins sollte man nicht vergessen: Tiere sind empfindsame Lebewesen, die uns ähnlicher sind, als wir glauben möchten. Eingangs gleich zur Klarstellung: Zu Tieren hatte ich nie einen besonders guten Draht. Ich meine, dass diese daran keine Schuld tragen. Tiere waren mir großteils immer ein Rätsel, ich konnte sie nicht lesen, nicht einschätzen, nicht abschätzen, was sie bewegt, oder auch nur, was sie als Nächstes tun würden. Ich meine, dass es mir grundsätzlich an zwischenmenschlicher Empathie nicht grob mangelt, weshalb ich keine Erklärung dafür habe, dass wir – das Tier und ich – uns so fremd geblieben sind. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Sehr wahrscheinlich ist das allerdings nicht. D i e s e F r e m d h e i t rührt wahrscheinlich nicht von frühkindlicher Prägung her. Die Großeltern hatten Schafe, und besonders die kleinen Lämmchen findet doch jeder furchtbar herzig. Ich bin da keine Ausnahme. Ich hatte als Kind auch einmal einen kleinen Goldfisch. Zumindest bin ich davon ausgegangen, dass es einer war. Erst sehr viel später bin ich draufgekommen, es waren gleich mehrere. Ungefähr zur gleichen Zeit dämmerte mir, dass Fische nicht auf dem Rücken schwimmen können. Meine Mutter hat es gut mit mir gemeint und wollte mir den Schmerz ersparen, den der Tod eines Tieres, auch wenn es „nur“ ein Goldfisch ist, auslösen kann. Einem kindlichen Trauma kann ich also auch nicht die Schuld daran geben, dass das mit dem Tier und mir eine etwas unterkühlte Angelegenheit ist. Da s s T i e r e keine Sachen sind, ist mittlerweile auch gesetzlich geklärt. Dennoch werden sie vielfach so behandelt, wie man kein Lebewesen behandeln sollte. In der Massentierzucht verlaufen diese würdelosen Prozesse industrialisiert, kalt und anonym. Das Tier trägt schon zu Lebzeiten einen Barcode und nicht erst im Supermarktregal. Es gibt gute Gründe, die vegetarische Ernährung aus ethischen Gesichtspunkten als „richtiger“ zu beurteilen. Dennoch muss man nicht auf tierische Proteine – in Form von Fleisch und Milchprodukten – verzichten, wenn man sie gerne isst und als wichtigen Bestandteil der Ernährung betrachtet. Weniger Fleisch zu
162
M AYA / DA S T I R O L E R F R A U E N M AG A Z I N
essen und sich stattdessen für bessere Qualität, sprich zertifizierte Herkunft, kleinstrukturierte Landwirtschaft, am besten vom Bauern in der Nähe, zu entscheiden, würde höchstwahrscheinlich niemandem schaden. Mir ganz gewiss nicht. Und seien wir ehrlich, ein Kilogramm Schweinefleisch, das nur ein paar Euro kostet, lässt den Schluss zu, dass das arme Schwein kein langes und erst recht kein schönes Leben gehabt haben kann. Tiere sind Lebewesen, Tierleid ist kein Wort, das militante Tierschützer erfunden haben, um uns ein schlechtes Gewissen zu machen. Tierleid ist real. Dennoch kann man ein Steak aus artgerechter Haltung sehr wohl genießen. Die oft vor allem von Männern zur Schau gestellte demonstrative Fleischeslust, etwa am Grill, wenn Mann zum Jäger – nur eben ohne Jagd – regrediert, ist nicht etwa lässig, sondern eher unappetitlich.
A u s s e r d e m s i n d w i r , das Menschentier, auch nicht von unseren nächsten Verwandten weg. Rein genetisch stehen wir den Tieren sowieso viel näher, als man glauben möchte. Das Erbgut betreffend ist der Unterschied zwischen Mensch und Affe und vielen anderen Tieren, von denen man das gleich annehmen würde, fast vernachlässigbar. Doch das soll keine Moralpredigt werden, sondern eine kleine Bestandsaufnahme des Verhältnisses Mensch – Tier. Dieses war und ist in unserem Kulturkreis häufig instrumentell. Tiere werden als Werkzeug betrachtet, das man beliebig ausbeuten kann. Anderen Kulturen sind manche Tiere heilig, was aber nicht heißt, dass andere nicht auch ausgebeutet oder als Ware betrachtet würden. Obwohl die Kuh unter den Hindus als sakrosankt gilt, ist Indien einer der größten Rindfleischexporteure der Welt. Das Tier, gerade das Haustier, gilt vielen Menschen als vollwertiges Familienmitglied. Das kann ich nachvollziehen, auch wenn ich kein tierisches Familienmitglied MARIAN KRÖLL habe. Der Mensch hinterlässt hat nach einer bewegten Jugend die beim Tier Spuren, ebenso wie das Vorzüge des bürgerlichen Lebens Tier beim Menschen. Was man entdeckt und ergründet nun in diesem nie vergessen sollte und gerade Mikrokosmos die Dinge, die das Leben beim Konsum nicht, ist, dass es sinnvoll machen. Er schreibt und sich um ein Lebewesen handelt, fotografiert, liebt Musik und torfigen das Empfindungen hat und uns Whisky und nimmt sich selbst nicht immer so furchtbar ernst. gar nicht so unähnlich ist.
tamara comolli fine jewelry
Gönnen Sie sich eine Auszeit ...
... in Ihrem Kosmetikinstitut Aurora im Herzen von Innsbruck Für Ergebnisse, die sofort begeistern und ein Gefühl von Schönheit, das Ihre ganze Aura erfüllt! Wir freuen uns auf Ihren Besuch.