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maya #2 - Auszug

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Österreichische Post AG, MZ18Z041357M, econova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, 5,50 EURO

DAS T IROLER FRAUENMAGAZIN

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AUSGABE

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SOMMER 2018

URLAUB, DER KNALLT

Das Leben ist zu kurz für Schwarz-Weiß RAUS MIT EUCH!

Ein Plädoyer für Dreck unter den Nägeln JA, ICH GRILL

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WER SICH IMMER AN DIE REGELN HÄLT, DEM ENTGEHT DER GANZE SPASS.

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SEI DEIN EIGENER HELD

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Frau mit Grill sucht Mann mit Kohle


ZURÜCKSCHAU

Merci, Chérie Wir sind normalerweise keine Menschen, die großartig zurückschauen. Unser Blick geht in der Regel nach vorn. Dennoch freuen wir uns natürlich irrsinnig über die zahlreichen Reaktionen auf die erste Ausgabe von maya und sagen auf diesem Weg DANKE! Ihr seid großartig!

W

ir waren echt überwältigt von all euren zahlreichen Zuschriften, Anrufen, E-Mails, Fotos, sogar Paketen! Wir freuen uns über euer Lob, eure Anmerkungen, eure Begeisterung und auch über eure Kritik, die wir uns natürlich zu Herzen nehmen, um laufend besser zu werden. Sagt uns auch weiterhin gerne, was euch gefällt und was vielleicht weniger und worüber ihr gerne lesen möchtet. re da ktion@may a -ma ga zin.a t ode r übe r Fa ce book (M AYA – da s Tirole r Fra ue nma ga zin)

„Endlich! Erfrischend, stilvoll und elegant zugleich! Ein tolles Magazin!“ DORIS maya-Mobil: Unauffällig ist er echt nicht, unser quietschbunter Ford Fiesta (ein Mega-DANKE an das Team vom Autopark Innsbruck!). Da kann man nicht nur beim Einparken schon mal nervös werden, es schaut nämlich jeder. Immer. Überall.

M AYA ON TOUR

Immer wieder ist Maya bei ausgewählten Events zu Gast – wie bei Jeans&Gin bei Petera, wo sie auf ihren wohl größten Fan Susanne Herminghaus traf. Ab sofort versorgen wir euch auf Facebook mit den schönsten Eventfotos.

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Mädels mögen’s süß. Und wir ganz besonders. Deshalb gibt’s bei Tomaselli in der MariaTheresien-Straße seit Ende Mai die Eissorte „Mayas Marshmallows“. Wir freuen uns auf euer Feedback und viele EisSchlabber-Fotos.


Weil wir der Meinung sind, dass wir Mädels uns zwischendurch immer mal wieder eine kurze Auszeit-Gönnung leisten sollten, haben wir auf Facebook einen Gutschein fürs traumhafte Posthotel Achenkirch verlost. Dass das Ganze Anklang finden wird, haben wir uns gedacht, mit 1.617 Likes haben wir allerdings nicht gerechnet. Ein „Like“ von uns. Und nochmals Glückwunsch an Christiane, lass es dir ganz bald gut gehen.

„Megacooles und modernes Magazin mit einer einzigartigen Lady und einem tollen Team um sie rum.“ BETTINA

Maya fährt nicht nur unglaublich gut Ski, sie spielt auch Tennis. Deshalb haben wir die Damenmannschaft des TC Schwaz (Landesliga A) mit Shirts ausgestattet. Frauenpower in Pink: Die Mädels der Central Apotheke beim Training mit Dr. Claudia Hellebart (links). Auch Mayas Schwiegertochter Nadine war mit dabei (rechts).

Die erste Ausgabe wurde natürlich gebührend gefeiert und in Mayas Beauty Bauer in Schwaz präsentiert. Wir danken allen, die trotz Kälte mit dabei waren! Fein war’s mit euch.

Jeden Donnerstag ab 17 Uhr wandelt sich das Daniels bei den Kristallwelten in Wattens zum Music Club, wenn ausgewählte DJs für anregend chilligen Sound sorgen und dazu fein gegessen und getrunken wird. Maya war für euch dabei.

Gemeinsam mit Lindt haben wir euch schätzen lassen – nämlich wie viele von den süßen Schokokugeln sich in dem Gefäß befinden. 1.088 waren es übrigens und wir hoffen, alle Pakete haben die Gewinnerinnen mittlerweile erreicht.

Maya goes TV: Katharina Kramer hat mit ihr für einen Beitrag in „Tirol heute“ geplaudert. Der ist zwar leider nicht mehr abrufbar, schön war’s trotzdem!

Folgt uns

auf

m Instavgerlrieabt_ Im Zuge unseres Facebook-Frühlingsgewinnspiels hat Verena ein nigelnagelneues E-Bike gewonnen (zur Verfügung gestellt von Greenstorm) und sie war auch schon unterwegs damit. Ihr seht also: Facebook-Freundin sein lohnt sich :-)

(maya_ n) ins_lebe

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INHALT

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# S TÄ R K E

#LIFE

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52 E ISENMANGEL Kraftsport für Frauen? Nein, sagen viele. Ja, sagen wir. Schluss mit den Leichtgewichten und ran ans harte Eisen.

Maya spricht mit Christine Schennach über deren Kindheit, ihr Projekt „Ärzte für Ifakara“ und das Leben. 24 WE DO IT! Sechs Tiroler Frauen im Porträt. Ihre Stärke mit Freude zu leben ist, was sie in ihrer Unterschiedlichkeit alle verbindet. 38 ZUM THEMA Buchtipps, Tiefgründiges und Launiges und Geschichten aus dem Leben.

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„Ein Gentleman merkt sich den Geburtstag einer Frau, vergisst aber das Alter.“ KURT TUCHOLSKY

58 L ANGWEILT EUCH! Wir haben es verlernt, das süße Nichtstun, und wir sollten sie alle wieder mehr pflegen: die Kunst des Müßiggangs. 62 J A, ICH GRILL Maya und Fräulein Glücklich haben gemeinsam gegrillt. Warum das bei Mädchen anders läuft …


I N H A LT

#STYLE

„Ich glaube, dass glückliche Mädchen die schönsten Mädchen sind.“

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STARKER AUFTRITT Sommer muss nicht immer bunt. Understatement ist schließlich die edelste Form des Luxus. Österreichische Post AG, MZ18Z041357M, econova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, 5,50 EURO

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MIT HAUT UND HAAR Die richtige Pflege für auf dem Kopf und alles, was darunter kommt.

DAS T IROLER FRAUENMAGAZIN

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AUSGABE

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AUDREY HEPBURN

SOMMER 2018

URLAUB, DER KNALLT

Das Leben ist zu kurz für Schwarz-Weiß RAUS MIT EUCH!

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FRAUEN UNTER STROM Frauen und Autos sind gerüchteweise eine schlechte Kombi. Wir beweisen das Gegenteil.

#WOHNEN 138 R AUS MIT EUCH!

WER SICH IMMER AN DIE REGELN HÄLT, DEM ENTGEHT DER GANZE SPASS.

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SCHNUPPERSTUNDE „Ich liebe ihn“, sagt Maya über ihren neuen Duft. Wie er riecht? Ausprobieren!

SEI DEIN EIGENER HELD

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168 VALIE EXPORT Die Begegnung männlicher Dominanz und weiblicher Unterwerfung. Klingt spooky, ist es auch.

JA, ICH GRILL

Frau mit Grill sucht Mann mit Kohle

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116 BE YOU(TIFUL) Wir Frauen sind, wie wir sind, und damit eigentlich immer perfekt. Doch ein paar Gerätschaften sorgen für das Tüpfelchen auf dem i.

Ein Plädoyer für Dreck unter den Nägeln

ZUM COVER

IDEE & KONZEPT: Markus Spatzier,

Manufaktur Herzblut, Schwaz. www.manufaktur-herzblut.com HAARE: Martha Norz, Salon Looksus, Innsbruck. www.looksus.com STYLING: Aline Egg, Innsbruck. www.aline-egg.at FOTO: Angelo Lair Photography, Mils. www.angelolair.com

Immer mehr Menschen entdecken die Liebe zum wohnlichen Grün. Wir haben uns durch Gemeinschaftsgärten gestöbert, Tanja in ihrem Küchengarten besucht und uns Margaritas gemixt.

#SZENE

172 HÖREN, SEHEN, LESEN Sommerliche Buchtipps, Film und Theater und Tipps aus der Redaktion. 178 REISE-BONBONS Ob bunt wie eine Zuckerlpackung oder komplett in Schlumpfblau – wir zeigen euch die knalligsten Orte der Welt.

I MMER DRIN …

06 Editorial: Aus der Redaktion 74 Essen & Trinken: Tipps für Genießer 80 Style: Aktuelles bunt gemischt 98 Mode: Anziehendes & Schmückendes 1 22 Beauty-Trends: Hautschmeichler 156 Wohlfühl-Wohnen: Schönes fürs Zuhause 188 Charity: Tue Gutes und rede darüber 190 Mannsichten 192 Frauen im Fokus: Wer uns aufgefallen ist

164 SEIN UND SCHEIN Ab Juni ist Susanna von der Burg im Tiroler Landestheater die angeblich schlechteste Sängerin der Welt.

… verliebt ins Leben.

194 Z UM SCHLUSS

Von Ihm an Sie: Ein Liebesbrief an meine Frau.

IMPRESSUM HERAUSGEBER: Maya Altenburger-Schwitzer, Mag. Sandra Nardin, Christoph Loreck MEDIENINHABER: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, 0512/290088, www.econova.at GESCHÄFTSLEITUNG: Mag. Sandra Nardin, Christoph Loreck | ASSISTENZ: Martin Weissenbrunner CHEFREDAKTION: Marina Kremser | STV. CHEFREDAKTION: Sonja Niederbrunner (beide redaktion@maya-magazin.at) MITARBEITER DIESER AUSGABE: Alexandra Keller, Karolina Putz, Julia Sparber-Ablinger, Gracia Gunkel, Marian Kröll, Karina Lübke ANZEIGENVERKAUF: Ing. Christian Senn, Bruno König, Tanja Ischia, Hannah Oderich, Sabine Marschnig | LAYOUT: Tom Binder PRODUKTION: Tom Binder, Florian Bürstl | LEKTORAT: Mag. Christoph Slezak | FOTOS: Andreas Friedle, Tom Bause, Angelo Lair, Patrick Saringer DRUCK: Radin-Berger-Print GmbH (25.000 Stück) | ABOSERVICE: Romana Müssiggang, abo@maya-magazin.at UNTERNEHMENSGEGENSTAND: Die Herstellung und der Vertrieb von Drucksorten aller Art. Grundlegende Richtung: maya ist das Tiroler Frauenmagazin für alle, denen Gesundheit, Schönheit und Mode wichtig ist und die sich gerne inspirieren lassen. maya ist ein Magazin für mehr Gelassenheit für Frauen mit Stil und Style, die dem Leben gerne mit einem Augenzwinkern begegnen. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mir vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar.

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MAMA USAFI

Christine Schennach ist eine Frau mit einem ganz wunderbaren Humor, aber auch einer schwierigen Kindheit und Jugend. Dennoch blickt sie ganz ohne Gram in die Vergangenheit, ist sie es doch, die sie zu der gemacht hat, die sie heute ist. Und die sie für das Projekt „Ärzte für Ifakara“ vorbereitet hat.

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ls wir zum Haus von Christine Schennach kommen, können sich unsere Augen kaum sattsehen am riesigen Garten mit dem kleinen Teich und der wunderbaren Kirsche, die gerade beginnt zu blühen. Christine empfängt uns herzlich, aus den Augen der 77-Jährigen blickt ein wacher Geist. „Beim Thema starke Frauen war meine erste Assoziation eine Bodybuilderin“, schmunzelt Maya. „Dann habe ich sofort an dich gedacht.“ Als die beiden Frauen auf der quietschblauen Couch Platz nehmen, sind wir schon mittendrin im Leben der Christine Schennach.

DU SIEHST AUS WIE EIN PUDEL Christine kommt aus einer Wirtsfamilie. „Ich habe schon als Kind sehr viel arbeiten müssen. Ich hatte drei Brüder und das war damals einfach so. Die Buben wurden geschont, die Mädchen mussten schuften. Und ich war halt das einzige“, erzählt sie. Es ist eine bewegende Geschichte, die folgt. C h r i s t i n e wollte schließlich selbst ins Gastgewerbe einsteigen, vor allem auch deshalb, weil sie zeitlebens nichts anderes kannte. Doch das kam nicht infrage, denn es war einem der älteren Zwillingsbrüder bestimmt. Als sie den Wunsch äußerte, Medizin studieren zu wollen, kam das noch weniger infrage. Studieren sollte der jüngere Bruder. „Dann wollte ich Krankenschwester werden und

Christine und Maya sind zwei, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sich aber trotzdem – oder gerade deshalb – sehr mögen.

TEXT:

MARINA KREMSER FOTOS:

ANDREAS FRIEDLE

mehr hat es nicht gebraucht. Mein Vater war bereits gestorben und meine Mutter hatte überhaupt kein Verständnis dafür. Krankenschwester zu sein, bedeutete für sie, anderer Leute Dreck wegzumachen.“ Christine solle in eine Bank, das war damals recht angesehen. „Aber ich in einer Bank?“

ZUR PERSON

Christine Schennach, 77 Jahre und Mutter von drei Kindern, lebt mit ihrem Mann Prim. Dr. Wilfried Schennach in Hall. Schon während ihrer aktiven beruflichen Zeit engagierten sich die beiden für den Verein „Ärzte für Ifakara“, dessen Obfrau Christine Schennach ist. Heute fährt Christine regelmäßig zweimal jährlich für jeweils sieben Wochen nach Afrika, um in „ihrem“ Krankenhaus, dem St. Francis Referral Hospital, nach dem Rechten zu sehen. Weil es vor allem darum geht, eine reine, saubere Umgebung für die Patienten zu schaffen, hat sie über die Jahre den Beinamen „Mama Usafi“ – Mutter der Reinlichkeit – bekommen.

D a s M ä d c h e n hat sich durchgesetzt. Leicht war das nicht: „Es gab damals keine 30- oder 40-Stunden-Woche. Man hat gearbeitet, bis man fertig war. Ich war von morgens bis abends im Krankenhaus, daneben ging ich zur Schule, habe gelernt und wenn ich um elf Uhr abends heimgekommen bin, hat es geheißen, ich hätte den ganzen Tag eh nichts gemacht und musste im Gasthaus weiterarbeiten.“ Vom Schälen der heißen Kartoffeln bis zum Schrubben des Bodens blieb ihr nichts erspart. „Ich war das schwarze Schaf in der Familie. Meine Mutter war blond, hatte blaue Augen. Ich kam – wie meine Brüder – nach meinem Vater, hab noch dazu diese Locken. Das war meiner Mutter gar nicht recht und sie meinte einmal zu mir, ich sehe aus wie ein Pudel. Sie war nie sonderlich einfühlsam.“ C h r i s t i n e e r z ä h l t von ihrer Jugend ohne Melancholie, ohne Groll. Sie ist ihrer Mutter nicht böse. „Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich mir ab und zu gedacht habe, dass es nicht schlecht war. Ich hab mir mein restliches Leben lang sehr leicht getan mit der Arbeit, man lernt, zu organisieren. Letztendlich ist es mir zugutegekommen.“ Einzig als sie vom Verkauf des Gasthauses erzählt, schwingt in den fröhlichen Augen ein bisschen

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Wehmut mit. Der Gasthof war die Innsbrucker Ottoburg.

die beiden drei Kinder bekommen – innerhalb von zweieinhalb Jahren. Zwei Mädels, ein Bub. „Wenn ich was mache, dann ordentlich.“ Es scheint Christines Lebensmotto zu sein.

FA M I L I E G E H T A U C H A N D E R S Bis es dazu kam, ist in Christines Leben viel passiert. Unter anderem Wilfried Schennach. Kennengelernt hat sie ihn im Krankenhaus in Reutte, wo er als Arzt tätig war und sie als Narkoseschwester. „An dem Tag, an dem ich angefangen habe, musste ich ins Zimmer des ärztlichen Direktors. Eine Reihe von Ärzten saß dort, alle in ihren weißen Kitteln, außer einer, der hatte so ein Frisörmäntelchen an. Als ich beim Arbeiten an der Diensttafel vorbeigekommen bin, stand dort ein Name: Wilfried Schennach. Das Frisörmäntelchen. Ich war dann in der Ambulanz, Willi hatte Dienst und fragte mich: Wie heißen Sie? Ich antwortete und er sagte: Christine? Das ist ja ein Kuhname. Ich drehte mich um und sagte zu ihm: Ein Ochse würde sich genieren, wenn er Wilfried hieße.“ Da war es um ihn geschehen. Sie heirateten trotzdem. Oder deswegen. Dass er ein Außerferner war, machte die Sache in ihrer Familie nicht einfacher. Dennoch haben

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„Willi, ich hab keine Ahnung, wo wir sind, aber ich glaub, es ist das Ende der Welt.“ CHRISTINE SCHENNACH

I n e i n e r Z e i t ohne Wegwerfwindeln, fertiger Babynahrung und ohne Lift war das Leben mit drei Kids alles andere als einfach. Die Wohnung im zweiten Stock, war jeder Einkauf eine organisatorische Meisterleistung. „Ein Kind in der Hand, das andere in der anderen, das dritte im Wagen unten beim Eingang – mit den zwei Kindern hinauf in die Wohnung, hinunter das dritte holen, hinauf, hinunter die Einkäufe holen, hinauf und nochmal hinunter, um den Kinderwagen zu verräumen. Es war ordentlich zu tun.“ Dann die Notrufe der Mutter. Ist eine Kellnerin ausgefallen oder brauchte die Küche Hilfe, war Christine da. T r o t z d e m ist die Dreifachmutter arbeiten gegangen, 1972 ist sie mit Willi und den drei Kids in ihr heutiges Haus gezogen. Die Kinder waren immer wahnsinnig selbständig, alle haben maturiert, machten nie Probleme. „Ich


„Ich habe einen Außerferner geheiratet. Und das bewusst.“ CHRISTINE SCHENNACH

habe oft zu ihnen gesagt, dass es mir leid tut, dass sie so oft alleine waren. Doch das streiten sie bis heute ab.“ D a n n h a t t e Christines Mutter einen Schlaganfall, war plötzlich halbseitig gelähmt. Und der Betrieb war da. Christine legte die Konzessionsprüfung ab und wurde Wirtin. „Ich bin nur zum Schlafen nach Hause gekommen, um eins, halb zwei nachts. Bevor ich gegangen bin, hab ich die Wäsche gewaschen, abends gebügelt, morgens wieder gewaschen. Ich musste fürs Geschäft einkaufen, die Buchhaltung machen und nachmittags meine Mutter besuchen.“ Als ihrer Mutter klar wurde, dass sie nicht wieder in die Ottoburg zurückkommen wird können, wollte sie sie verkaufen. Christine hatte nicht die finanziellen Möglichkeiten, ihre Mutter auszubezahlen und das Gebäude zu behalten, also kümmerte sie sich um die Veräußerung. „Das war eines der härtesten Dinge für mich. Es war mein Zuhause und eines der ältesten Häuser von Innsbruck. Ich kenne jede Ecke, jeden Winkel. Ich bin sehr daran gehangen. 1978 habe ich es verkauft und bin seitdem nie mehr drin gewesen. Ich hätte es nicht gekonnt.“ Z u i h r e n e i g e n e n Kindern hat Christine ein außerordentlich gutes, freundschaftliches und aufgeschlossenes Verhältnis. „Der einzige Konservative bei uns ist mein Mann. Er ist eigentlich komplett fehl am Platz in unserer Familie“, lacht sie. „Er ist konservativ und ich benehme mich gerne daneben. Zufleiß.“

Als die Ottoburg verkauft war, stieg Christine sofort wieder in ihren erlernten Beruf ein und arbeitete in der Piererklinik, aus der später die Privatklinik Triumphpforte wurde. Sie blieb dort bis zu ihrer Pensionierung.

WOHNEN LIFESTYLE ACCESSOIRES GOURMET GESCHENKE

KEINE SORGEN MEHR Schon während ihrer aktiven beruflichen Zeit engagierten sich Christine und Willi Schennach für das Projekt „Ärzte für Ifakara“. Der Zammer Chirurg Dr. Karl Schöpf gründete gemeinsam mit dem Schweizer Kapuzinerorden das St. Francis Referral Hospital in Tansania. Unter anderem wurde auch dessen Sohn dort geboren. Die Schennachs waren mit ihm befreundet und über Jahre hinweg versuchte er die beiden dazu zu bewegen, doch mit ihm nach Afrika zu kommen. Schlussendlich haben sie sich überreden lassen, auch weil Karl Schöpf meinte: „Ihr werdet sehen, es ist dort wie in Europa.“ Das war es nicht. C h r i s t i n e u n d W i l l i flogen nach Daressalam. Sie wurden abgeholt und es folgte eine Autofahrt von über zwölf Stunden, bis sie Ifakara erreichten. „Da hab ich Europa schon vermisst“, blickt Christine zurück. „Da war gar nichts wie hier. Es war inzwischen Nacht, es gab keine Straße, nur einen Weg mit Schlaglöchern und Bäumen. Weißt du eigentlich, wo wir sind, fragte mein Mann. Willi, sagte ich, ich habe keine Ahnung, aber ich glaube, es ist das Ende der Welt.“ Gleichzeitig war es der Anfang eines Herzensprojektes. Als die beiden endlich ankamen war von Europa nach wie vor keine Rede. Es gab kein Telefon, die Moskitos wurden zu regelrechten Feinden. Christine ging pünktlich alle vier Stunden in ihr Zimmerl und versprühte einen Anti-Mücken-Spray. „Bis Willi sagte, ich solle damit aufhören, weil ich uns sonst vergiften würde. Da sagte ich: Willi, weißt du, wie viel schöner der Tod ist, wenn du vergiftet bist, als wenn

Andreas-Hofer-Straße 4 6130 Schwaz +43 (0)5242 / 644 55 www.petrakoenig.at MO – FR : 09.00 – 18.00 Uhr SA: 09.00 – 13.00 Uhr


„Jeder Patient verdient es, ein Bett zu haben, eine Matratze, ein Leintuch und eine Decke.“ CHRISTINE SCHENNACH

du in diesem Krankenhaus mit Malaria liegen musst. Und ich hab weiter gesprüht.“ Heute tut sie das nicht mehr. Sie nimmt nicht mal mehr eine Malaria-Prophylaxe. „Ich habe keine Sorge mehr.“ I n i h r e n e r s t e n fünf Wochen in Ifakara haben sich Christine und Willi schließlich nur von Bananen ernährt. „Das Essen war grausam, das Krankenhaus widerlich.“ Auch wenn sie aus ihrer beruflichen Vergangenheit viel gewohnt waren, Ifakara war eine Herausforderung. „Als wir am ersten Tag zur Visite mitgegangen sind, hatten wir beide Brechreiz.“ Es roch nach Verwesung, Eiter und Blut. In den Zimmern standen nur Pritschen ohne Matratzen oder Leintücher. Es gab nichts. Nur Schmutz. S c h l i e s s l i c h traf Christine die Schweizer Schwester Maria-Paula, „die tollste Klosterfrau, die ich jemals kennenlernen durfte“. Maria-Paula war seit 50 Jahren in Afrika und lud die beiden zum Abendessen ein. Es gab Frittatensuppe, danach Geschnetzeltes mit Rösti und Salat aus dem eigenen Garten, einen Nachtisch. Christine erinnert sich daran, als wäre es gestern gewesen. „Zu meinem Erschrecken ist kein bisschen übrig geblieben. Wir hatten solchen Hunger. Das ist mir heute noch peinlich.“

DANN BIN ICH STILL GEWESEN Auf der Rückfahrt waren sich Christine und Willi jedenfalls sicher: Das ist nichts für sie.

„Wir kamen spätabends nach Hause und ich wollte gleich am nächsten Tag in der Früh in mein sauberes, schönes Krankenhaus. Um halb sieben war ich bereits dort und wie es der Teufel haben will, sehe ich, dass am Sternenhimmel über der Rezeption zwei Spots kaputt sind. Ich war schon dabei, zu sagen, ob das keinem aufgefallen sei, doch dann dachte ich an Afrika und tadelte mich selbst. Spinnst du, dachte ich mir. Bei uns hat jeder ein Bett, jedwede Bequemlichkeit. Es gab sogar goldene Wasserhähne in den Zimmern. Was will ich mehr? Dann bin ich still gewesen.“ A l s s i e a b e n d s heimkam, sagte sie: „Willi, wir fahren wieder.“ Und das tut sie seit mittlerweile 24 Jahren, auch wenn Willi heute nicht mehr mitkommt. „Jeder Patient hat das Recht darauf, ein Bett zu haben, eine Matratze, ein Leintuch und etwas, um sich zuzudecken. Ärzte verdienen eine angemessene Ausbildung.“ Jeder Urlaub, jeder Zeitausgleich wurde in Ifakara verbracht. Als Lohn wurde das St. Francis Referral Hospital 2017 als zweitsauberstes und organisiertestes Krankenhaus Tansanias ausgezeichnet. I f a k a r a hatte 1963 rund 3.000 Einwohner, heute sind es 110.000. Auch das Krankenhaus wuchs und mit ihm die Aufgaben von Christine Schennach. Sie begleitet nicht nur die Visiten und verbindet Verletzungen, sie hilft, wo es nötig ist. Auch mal als Technikerin, vor allem

aber als Organisatorin. Noch heute ist sie zwei Mal im Jahr für sieben Wochen dort, um nach dem Rechten zu sehen. Am 2. Mai ist sie wieder aufgebrochen. Über die Jahre hat sie den Beinamen „Mama Usafi“ bekommen, Mutter der Reinlichkeit. Weil es ihr Hauptanliegen ist, eine saubere Umgebung für die Patienten zu schaffen. Einfach ist auch das nicht.

ICH BIN KEIN GUTMENSCH Christine Schennach geht es nicht um Entwicklungshilfe. „Damit hab ich einen Wickel“, sagt sie. Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe. „Viele Entwicklungshelfer fahren einmal in eine Region, ziehen dort ihr Projekt durch und sind für immer weg. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.“ Auch Sachspenden sind, wenn auch gut gemeint, oft nicht gut durchdacht. Etwa wenn Italien 1.500 Gummiwärmflaschen ins afrikanische Tansania schickt. Auch in Europa ausrangierte medizinische Geräte funktionieren in Afrika kaum, weil es dort zu staubig und zu heiß ist. Es kann sie auch niemand bedienen, geschweige denn reparieren. „So eine Maschine ist in Nullkommanix kaputt. Afrika darf nicht zum Mullkübel für Europa werden.“ M i t t l e rw e i l e sind viele Unternehmen wie Siemens, Philips oder Anuda in Daressalam ansässig, wo man Geräte vor Ort kaufen kann. Das ist aufwändiger und manchmal auch lästig, lohnt sich aber. „Wenn man vor Ort kauft,

WIR SIND FRAUENRECHTLER. UND MÄNNERRECHTLER, KINDER­ RECHTLER, FAMILIENRECHTLER, UNTERNEHMENSRECHTLER.

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Ä R Z T E F Ü R I FA K A R A

Hilfe zur Selbsthilfe. Der Verein „Ärzte für Ifakara“ sieht seine Aufgabe in der Unterstützung des St. Francis Referral Hospitals, eines Krankenhauses, das 1953 vom Schweizer Kapuzinerorden zusammen mit dem Chirurgen Dr. Karl Schöpf aus Zams in der Stadt Ifakara im Südosten Tansanias gegründet wurde. In Kooperation mit der Entwicklungshilfe der Österreichischen Bundesregierung (ADA), der Tiroler Landesregierung und vielen privaten Persönlichkeiten liegt der Schwerpunkt des Engagements in der Verbesserung der medizinischen Versorgung der lokalen Bevölkerung. Dabei helfen nicht nur Ärzte, auch zahlreiche Institutionen und Berufsgruppen unterstützen den Verein mit großem Engagement, wie Krankenpfleger und -pflegerinnen, Physio- und Ergotherapeutinnen, Röntgenassistentinnen, Künstler, Techniker, Beamte, Leute aus der Gastronomie, Unternehmer, Schulen und viele andere mehr.

kommen diese Firmen auch, um ein nötiges Service durchzuführen. Niemand fährt 14 Stunden durch die Einöde, um eine fremde Maschine zu servicieren. Hier gibt es viel zu beachten und zu überlegen.“ Auch das Verschiffen von Containern ist ob der zunehmenden Bürokratie und hoher Kosten fast nicht mehr möglich. Deshalb ist in Christines Gepäck kaum Privates zu finden, wenn sie nach Ifakara reist. Das meiste ist für die Klinik. Letztens hat sie vier Waschmaschinen organisiert, die über eine Solaranlage betrieben werden, um keinen Strom bezahlen zu müssen. E i n P r o b l e m ist auch, Personal fürs Krankenhaus zu finden. In Tansania werden Studiengebühren eingehoben. Eine Facharztausbildung dauert vier Jahre und kostet bis zu 7.000 Dollar jährlich. Viel Geld. Die „Ärzte für Ifakara“ haben bis dato acht Fachärzte ausgebildet. Im Moment ist ein Röntgenologe in Ausbildung – für das neue Röntgengerät. Insgesamt sind im 371-Betten-Hospital sechs Ärzte angestellt. Seit fünf Jahren ist auch eine Universität angeschlossen, deren über 1.000 Studierende in

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Etappen mithelfen. Es tut sich was, wenn auch noch lange nicht genug. Da s St. F r a n c i s R e f e r r a l H o s p i ta l ist das einzige Krankenhaus in einem Einzugsgebiet so groß wie die Schweiz. „Ich mache diese Arbeit nicht dem Krankenhaus zuliebe, sondern für die Bevölkerung“, sagt Christine, die schon viele Menschen nach Ifakara mitgenommen hat. Deren hauptsächliche Empfindung: Mitleid. „So kann man aber nicht arbeiten. Dass Afrika arm ist, weiß man. Damit ist ihnen aber nicht geholfen.“ Um zu helfen, braucht man Power, Respekt und Abstand. „Ich gehöre nicht in die Kategorie Gutmensch“, sagt Christine deshalb. Mit dem Begriff kann sie wenig anfangen. „Ich verstehe darunter Menschen, die ein Helfersyndrom haben, aber es eigentlich tun, um sich selbst zu profilieren.“ Das tut der Sache nicht gut. D a s P r o b l e m mit dem Essen hat sich indes übrigens gelöst: Christine hat seit 20 Jahren eine Hilfe, die für sie kocht. „Wir wohnen mittlerweile auch sehr schön.“

Auch ihr wollt helfen? Da sich der Verein ausschließlich über Spenden finanziert, hilft jeder Euro: Raiffeisenbank Oberland, Empfänger: Verein „Ärzte für Ifakara“, IBAN: AT96 3635 9000 0003 0783. Die Spenden können von der Steuer abgeschrieben werden. Infos unter www.ifakara.org.


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TEXT & PORTRÄTS:

ALEXANDRA KELLER

We DO it! maya präsentiert sechs Tiroler Frauen. Stark zu sein, verbindet sie – so unterschiedlich sie auch sind. Das ist es, was daran Spaß macht und reizt. Mit Biss, Herz, Adrenalin, Liebe, Vielfalt und Wurzeln.

Wer Stärke definieren will, scheitert erst einmal kläglich. Vor allem bei Frauen droht beim Versuch, Stärke auf den Punkt zu bringen, dass im gleichen Atemzug das Wort „trotzdem“ fällt und ihrer Kraft eine Art Widerstand zur Seite gestellt wird. Gegen die Männerwelt, die Umstände, die Herkunft, die Hürden, die Geschichte, die Erlebnisse, die Rückschläge und dies und das. Unter diesen Vorzeichen bekommen die Frauengeschichten rasch einen leicht rührseligen oder kämpferischen Unterton und selbst wenn das „trotzdem“ in herausragenden Biografien oft eine Rolle spielt, trifft dieser Ton den Kern irgendwie nie. „Wer sich immer an die Regeln hält, dem entgeht der ganze Spaß“, hatte die US-Schauspielerin Katharine Hepburn festgestellt und damit eine Erkenntnis hinterlassen, mit der es sich schon fröhlicher leben lässt. Regeln sind langweilig. Sie einzuhalten, ist es ebenso. Spaß zu haben, bei dem, was man tut – Regeln hin oder her – hingegen ist eine herrliche Energiequelle. Spaß ist weit mehr als der Anti-Ernst und hat auch mit der ursprünglichen Bedeutung, die von Zerstreuung, Zeitvertreib oder Vergnügen spricht, nur wenig zu tun. Vielmehr zeigt sich dieser Spaß in wachsamen Augen, einem offenen Geist, einer aufrechten Haltung und einem zielstrebigen Schritt – im Leben, in Beziehungen, in der Arbeit und allem, was kommt. Diese Energie macht nicht unbedingt alles leichter, aber vieles möglich, und sie steckt auch in dem, was Designerin Stella McCartney sagt: „Ich kann Frauen nur raten, nicht beim ersten Buh den Kopf einzuziehen. Brust raus, weitermachen!“ Brust raus, weitermachen! Auch das kennen sie alle. Skirennläuferin Eva-Maria Brem, die trotz schwerster Verletzungen wieder mit viel Biss durchstartet. Marion Fischer, deren Familie dem Naziterror entkam und deren Leben große Geschichten von Liebe und Humor erzählt. M a r i a G a p p, die den stolzen Gapphof alleine bewirtschaftet und stark verwurzelt mit den Jahreszeiten lebt. Gabriele Kropshofer, die als Kinderonkologin der riesigen Bandbreite menschlicher Emotionen mit viel Herz begegnet. Iris Ortner, die von der Verantwortung gegenüber tausenden Mitarbeitern angetrieben wird und die Vielfalt ihres Lebens liebt. Sabine Oswald, die mit viel Adrenalin Trails für Frauen und Kinder in die coole Mountainbike-Welt baut.

FOTOS:

ANDREAS FRIEDLE

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Ihre Stärke mit Freude zu leben ist es, was unsere sechs Frauen verbindet.

„Wer sich immer an die Regeln hält, dem entgeht der ganze Spaß“, hatte die US-Schauspielerin Katharine Hepburn einst festgestellt.

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EISENMANGEL Unter Kraftsport für Frauen verstehen viele das mehr oder meistens weniger motivierte Hantieren mit Ein-KiloHanteln. Das ist nicht nur langweilig, sondern auch völlig sinnlos, weil es kaum einen Nutzen hat. Frauen können ruhig härter anpacken, schwerer heben, mehr stemmen. Schluss mit den Leichtgewichten und ran ans harte Eisen. Wer sagt, dass wir nicht stark sein können?

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SONJA NIEDERBRUNNER FOTOS:

ANDREAS FRIEDLE

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gal, was wir Frauen tun, irgendwie ist immer alles der Figur untergeordnet. Wir dürfen das nicht, wir sollen dies nicht, wir haben Angst vor jenem und plagen uns mit diesem. Dabei ist Figur nicht gleichbedeutend mit Gesundheit, denn würde man all das, was wir tun und eben nicht tun, unter diesem Aspekt und nicht unter jenem eines schlanken Körpers beurteilen, dann würde sich zeigen: So ziemlich einiges ist überhaupt nicht gesund und anderes wiederum total nutzlos. Schlank zu sein bedeutet eben nicht zwangsläufig auch gesund zu sein. Und schlank zu sein inkludiert auch nicht automatisch Fitness. U n d d a r u m g e h t e s schlussendlich: Bis ins hohe Alter fit zu bleiben, beweglich, mobil, gesund. Natürlich kann trotz noch so gesundem Lebenswandel alles Mögliche passieren. Dennoch sollten wir die Voraussetzungen dafür schaffen, dass wir gesund alt werden können. Und in dieser Gesamtrechnung kommt Bewegung eine entscheidende Rolle zu. D a b e i g i l t e i n e einfache Devise: Je vielseitiger wir uns bewegen, desto besser. Wer nur eine einzige Sportart betreibt – nur läuft, nur

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Fahrrad fährt, nur schwimmt – der wird in diesem Bereich gut sein. Noch besser wäre man, würde man verschiedene sportliche Tätigkeiten ausüben: Gesamtheitlich fit und leistungsfähig zu sein ist mehr, umfasst vielfältige Komponenten. Wer langfristig profitieren will, sollte Bewegung zum Fixpunkt in seinem Alltag machen. „Keine Zeit“ gilt dabei eher als Synonym für „null Bock“. Was außerdem abschreckt, sind Mythen, die sich hartnäckig halten. Etwa, dass man lange und langsam laufen müsse, um abzunehmen, man mittels Training gezielt an „Problemzonen“ Körperfett abbauen könne, dass Frauen bloß keine schweren Gewichte in die Hand nehmen sollen, um nur ja nicht zu viel Muskelmasse aufzubauen, dass Ausdauer- oder Krafttraining für sich allein genommen reiche, um fit und straff zu werden. Es sind auch diese Märchen und Halbwahrheiten, die einerseits vor

ANGST VOR UMFANG

Mehr Körperumfang durch Krafttraining? Nein, denn meistens ist der Umfang durch Körperfett bedingt. Stemmt eine Frau Gewichte, kann es zwar zu einer Umfangssteigerung kommen, weil die Muskeln wachsen. Allerdings verbrennt mehr Muskulatur auch mehr Fett, unterm Strich reduziert sich der Gesamtumfang also.


„So wie du will ich nicht aussehen, sagen manche Frauen. Das verstehe ich nicht. Ich bin fit, ich bin gesund, ich kann anpacken – was ist daran falsch?“ VERA RICHLER


Sport abschrecken, andererseits zu falschem Training und in der Folge zu ausbleibenden Ergebnissen führen. Das frustriert. Aber es geht anders. Nur: Leichter wird es nicht. W e r e i n e n s t r a f f e n , starken Körper haben will, wird dies mit ein wenig Ausdauersport alleine nicht erreichen. Der Belastungsreiz, der beim Laufen, Schwimmen oder Radfahren auf die Muskulatur wirkt, ist dazu viel zu gering. Muskulatur – die unseren Körper formt – wird erst aufgebaut, wenn wir mit mindestens 40 bis 50 Prozent unserer maximalen Kraft trainieren. Weniger ist also nicht mehr. Wer Veränderung will, muss Kraft aufwenden. Frauen, die etwa mit Ein-Kilo-Hanteln trainieren, um ihre Arme zu formen, werden kaum oder gar kein Ergebnis erzielen – weder ein spür- noch ein sichtbares. „So wie du will ich aber nicht aussehen“, bekommt Vera Richler manchmal zu hören. Weniger von jenen Frauen, die zum kostenlosen Probetraining ins The Cube nach Fritzens kommen, denn wer hierher kommt, hat meistens schon eine gewisse Ahnung, was einen erwartet. Vera betreibt die „Box“, wie Crossfit-Studios genannt werden, gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten und Headcoach Michael Reiter. Durch ihren Freund ist Vera auch zu dieser Sportart gekommen, die den Fokus auf eine umfassende Fitness legt. Elemente aus dem Gewichtheben, Sprinten, Eigengewichtsübungen sowie Turnen sind

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Michael und Vera leiten die Crossfit-Box The Cube in Fritzens. Sie kennen jeden, der hier trainiert, persönlich. Das gemeinsame Trainieren und die individuelle Betreuung stehen im Fokus.

Bestandteile der schweißtreibenden Workouts, die von den Coaches für die Teilnehmer jeden Tag neu zusammengestellt werden. Klingt fordernd, ist es auch. Und muss es auch sein, wenn man fitter, straffer, beweglicher, mobiler werden will. M i c h a e l l e r n t e C r o s s f i t in Kalifornien kennen. Er, der bereits seit Jugendjahren viel Sport betreibt, kam zufällig an einer Box vorbei und machte spontan mit beim Training. Muskulös, wie er nach unzähligen Stunden im Fitnessstudio war, sah er darin keine besondere Herausforderung. Er täuschte sich. Nachdem er seinen angeknacksten Stolz überwunden hatte, gestand er sich ein: Nur weil man stark aussieht, muss man es nicht sein. Wenige Jahre später eröffnete Michael seine eigene Box in Tirol. Heute besuchen Frauen und Männer unterschiedlichen Alters und verschiedenster Fitnesslevels die Stunden im The Cube, die im Wesentlichen immer nach demselben Schema ablaufen – „und komplett anders als ein klassisches Training im Fitnesstudio“, sagt Michael. A u f w ä r m e n , das den meisten generell zu lästig ist, ist Pflichtprogramm. Nach dieser Mobilisierungsphase folgen Kraft- oder Tech-


KRAFTTRAINING HILFT AUCH FRAUEN ÜBER 80

nikübungen, erst danach findet das eigentliche Workout statt, ein zehn- bis zwanzigminütiges Hochintensitätstraining, bevor zum Abschluss noch Stretching am Programm steht. Kernstück jeder Einheit ist das Workout of the Day (WOD), das aus verschiedenen Übungen zusammengestellt ist, die in Runden ausgeführt werden. Dabei geht es entweder darum, in möglichst wenig Zeit eine vorgegebene Rundenanzahl zu absolvieren, oder aber innerhalb eines gewissen Zeitfensters so viele Runden wie möglich. „ I n S u m m e ist man nach einer Stunde fertig“ erklärt Vera. In dieser Stunde ist der

gesamte Körper trainiert worden, effektiv und ganzheitlich. Denn im Unterschied zu dem Training an Geräten, wie sie in Studios üblich sind, werden beim Crossfit nicht einzelne Muskeln trainiert, sondern stets mehrere Muskelgruppen bzw. der ganze Körper. Im Fokus steht die Rumpfstabilität. „Was den Trainingseffekt anbelangt, erreicht man mit Crossfit in einer Stunde das, wofür man im Studio oft mehrere Stunden braucht“, sagt Michael. Oder auch nach mehreren Stunden nicht erreicht, weil komplexe und dementsprechend für den Körper anspruchsvolle Übungen an Studiogeräten nicht machbar bzw. auch nicht das Ziel sind. An den meisten

Regelmäßiges Krafttraining mit einem elastischen Band hat auch bei Frauen über 80 Jahren noch positive Effekte auf die Muskulatur. Das haben Wiener Forscher um Marlene Hofmann vom Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport der Uni Wien im Rahmen der „Vienna Active Ageing Study“ herausgefunden. 91 Frauen im Durchschnittsalter von 83 Jahren wurden in drei Gruppen eingeteilt: regelmäßiges Krafttraining mit dem elastischen Band, Krafttraining plus Nahrungsergänzungsmittel sowie kognitives Training. Die Kontrollen erfolgten nach drei und nach sechs Monaten. Das Krafttraining erhöhte die Kraft der Beinmuskulatur um zwölf bis 14 Prozent; auch im Belastungstest beim Aufstehen aus einem Sessel waren die Ergebnisse um 15 bis 18 Prozent besser.

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„Während man Jungen darin bestärkt, sich körperlich zu erproben, werden Mädchen zurückgehalten. Da fehlt dann der Glaube an sich selbst, man traut sich Dinge nicht mehr zu.“ VERA RICHLER

Geräten werden einzelne Muskeln oder Muskelgruppen isoliert trainiert, nicht aber ihr Zusammenspiel mit anderen Körperstrukturen. Was wenig Sinn macht: Wenn man etwa seine Fähigkeit, schwere Gegenstände zu heben, trainieren will, wird man das logischerweise damit üben, dass man immer schwerere Gegenstände hebt. Eine isolierte Training der Armmuskulatur ist schön für die Optik, aber für die Praxis nutzlos, wenn die Rumpfstabilität fehlt. Der ganze Körper ist gefragt – und Gewicht. Eigengewicht, Lang- und Kurzhanteln, Sandsäcke, Medizinbälle, Kettlebells, sogar Traktorreifen kommen im Crossfit zum Einsatz. Man hebt, schwingt, stemmt, wirft, drückt, zieht, schiebt. Und das sind genau genommen Bewegungen, die wir tagtäglich machen. Nicht mit einer Kurzhantel oder einem Autoreifen. Aber wenn wir es damit können, geht es auch mit allem anderen. Um das zu können, muss das muskuläre Zusammenspiel im Körper funktionieren, müssen die einzelnen Muskeln die Kraft dazu haben, muss unser Herz-Kreislauf-System der Belastung auch mal über einen längeren Zeitraum standhalten. Es geht eben nicht nur um Sport, nicht nur um etwas, das wir tun, um gut auszusehen, sondern darum, gut zu leben. Je besser unser Körper funktioniert, je mehr wir uns auf ihn verlassen können und ihm zutrauen dürfen, desto besser und vielschichtiger sind auch unsere Möglichkeiten im Leben – im Alltagsleben genauso wie in der Freizeit. V e r a t r a i n i e r t f ü n f , sechs Mal pro Woche. Ihr Körper ist durchtrainiert und muskulös – und gerade Letzteres gefällt vielen Frauen und auch Männern nicht. „Ich würde nie zu jemandem zu sagen: Du bist zu dünn oder zu dick. Aber mir gegenüber tun das viele: ,Oh Gott‘, sagen sie ,so wie du will ich nicht aussehen.‘ Das verletzt mich natürlich, und ich verstehe es auch nicht. Ich bin fit, ich bin gesund, ich kann anpacken – was ist daran falsch?“, fragt Vera. Und ganz ehrlich: Darauf gibt es nur eine Antwort. Nichts ist falsch. Das Schönheits- und auch Wesensideal, also wie eine Frau zu sein hat, spiegelt das wider,

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was den meisten von uns von Kindesbeinen an auf unzähligen Ebenen eingeimpft wurde. Wir Frauen sind das schwache Geschlecht. Wir sind zart und zerbrechlich. Wir heben keine schweren Gewichte. Wir klettern nirgends rauf, denn wir könnten runterfallen. Wir sind vielleicht mollig, aber wir haben keine Muskeln. „Während man Jungen darin bestärkt, sich körperlich zu erproben, werden Mädchen zurückgehalten. Da fehlt dann natürlich der Glaube an sich selbst, man traut sich Dinge nicht mehr zu“, sagt Vera, die jeden, der ins The Cube kommt, persönlich kennt. „Den Menschen, die bei uns trainieren, schauen wir ein Stück weit in die Seele. Und es ist erschreckend, wie wenig Selbstvertrauen Frauen haben. Aber Crossfit ist ein Weg, um das zu ändern.“

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D u r c h d a s T r a i n i n g hat sich Vera als Mensch komplett verändert – nicht nur ihren Körper. Ihr Fokus ist heute ein ganz anderer als noch vor vier Jahren. „Als ich damals mein erstes Training absolviert habe, war ich erschüttert darüber, dass ich nicht mal eine Kniebeuge sauber hinbekommen habe. Das hat mich aber auch motiviert. Hätte ich geahnt, wie sehr mich das Training verändert – nicht nur körperlich –, hätte ich schon viel früher damit begonnen.“ Vera ist heute mehr Vera, als sie es jemals zuvor war. Durch den Sport hat sie nicht nur ihren Körper, sondern sich selbst neu definiert. Selbstbewusstsein ist wie ein Muskel. Beide wachsen mit Herausforderungen. Um so trainiert zu sein, wie Vera es ist, muss man als Frau sehr hart arbeiten und die ganze Sache sehr ernsthaft betreiben, auch in Sachen Ernährung Disziplin halten. Das ist das Schöne am Sport: Jeder kann so weit gehen, wie er mag, so weit, wie er kann, so weit, wie er es schafft. „Bei uns wird nicht gewertet, weder was die Optik anbelangt noch die Leistung“, sagt Vera. „Come as you are“ ist das Motto. Komm, wie du bist. Und geh raus, wie du sein willst. I nf o s b ei : The Cu b e F r i t z e n s w w w.t he- c u b e. at


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JA, ICH GRILL!

Ja, Mädchen grillen anders! Foodbloggerin und Kochbuchautorin Silke Haun hat sich mit Maya an den Grill gestellt und uns gezeigt, wie vielseitig und aromatisch Grillgerichte sein können. Und, typisch Frau eben: Wir lieben Vielfalt, und wenn wir sie auch noch unkompliziert haben können – immer her damit!

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ann sagt uns Frauen ja eine Vorliebe für Beilagen beim Grillen zu. Stimmt schon. Worauf wir aber liebend gern verzichten, ist viel Arbeit damit. Kochbuchautorin und Food-Bloggerin Silke Haun zeigt vor, wie’s ohne geht. „Mädchen grillen anders“ heißt ihr Buch – und das meint konkret: Wir lieben Vielfalt, wir mögen es bunt und gesund am Tisch und auf den Tellern und überhaupt im Leben, aber wir wollen dafür nicht stundenlang in der Küche stehen. An einem herrlichen Freitagnachmittag haben wir also mit Silke und Maya den wunderschönen Gastgarten des Grünwalderhofs mit Beschlag und Grill belegt und uns mit Lust und Laune und mit wachsendem Appetit an die Arbeit gemacht, einen Tisch ganz nach unserem Geschmack zu decken und zu füllen. Das Ergebnis seht ihr auf diesen Seiten. Ja, wir grillen – ab sofort noch öfter und lieber.

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MÄDCHEN GRILLEN ANDERS

Fräulein Glücklichs beste Grillrezepte. Von Silke Haun, Löwenzahn Verlag, 144 Seiten 65 bezaubernde Rezepte für entspannten OutdoorGenuss: Herrliche Fotografien und kurze Zutatenlisten machen so richtig Lust darauf, den Grill anzuwerfen und mit Beschlag zu belegen. Von Aufstrichen, Soßen und Chutneys über Salate, Brote und Beilagen bis hin zu Burger, Fleisch und Fisch liefert Silke wundervolle Ideen für viele, viele Grillabende. Ein Kapitel widmet sich außerdem grillbaren Nachspeisen und auch in Sachen Getränke hat sie sommerlich-hippe Tipps parat. Ein Buch, das Laune und Lust macht, und vor allem eins, das man aufgrund der einfach nachzukochenden Rezepte auch wirklich benutzt.


FRÄULEIN GLÜCKLICH: SILKE HAUN

GRÜNWALDERHOF

Ein herzliches Danke an die Gastgeberfamilie Ribis vom Grünwalderhof, die uns ihren Gastgarten mit herrlichem Panorama für unseren Grillnachmittag zur Verfügung stellte und uns mit Getränken, Schneidbrettern und Utensilien zur Seite stand. Hotel Restaurant Grünwalderhof Römerstraße 1, Patsch www.gruenwalderhof.at

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SONJA NIEDERBRUNNER FOTOS:

ANDREAS FRIEDLE

Silke ist eine absolute Quereinsteigerin, und zwar eine mehrmalige. „Nichts von dem, was ich heute tue, habe ich gelernt. Aber alles, was ich heute tue, versuche ich zu lernen und mache es mit viel Liebe“, sagt die gebürtige Frankfurterin, die seit 20 Jahren in Tirol lebt, liebt und arbeitet und über Umwege zur Fotografie, zum Backen und zum Kochen und damit zum Bloggen kam. Keiner ihrer erfüllten Tage vergeht ohne Ingwer und ein gutes Glas Rotwein – Glück kommt auf vielen Wegen und geht vor allem auch durch den Magen. Das zeigt Silke in ihrem prämierten Foodblog www.fraeulein-gluecklich.com und in ihren Büchern. Bezaubernde Fotos und in ihrer Einfachheit raffinierte Rezepte, die mit wenigen Zutaten auskommen, machen Lust aufs Nachkochen. Silkes liebevolle Leidenschaft sowie das Know-how junger und innovativer Köche, mit denen sie zusammenarbeitet, kann man auch live in ihrer Kochschule „glücklich kochen“ (­www.gluecklich-kochen.com) erleben, sowohl für Privatpersonen als auch Gruppen oder Firmen buchbar.

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Für einen starken Auftritt müssen es nicht immer knallige Farben sein. Understatement ist schließlich die edelste Form von Luxus. Auch wenn draußen die Sonne scheint.

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SCHNUPPERSTUNDE Maya Altenburger-Schwitzer hat viele Talente. Eines davon ist, den richtigen Riecher zu haben.

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otograf Andreas Friedle und ich sind auch für diese Ausgabe wieder zu Gast im Hause Schwitzer. Maya sitzt am Küchentisch und bemalt Duftflakons. Wir schauen aufmerksam zu und ich bewundere die Präzision in der Federführung, die mich schon beim Hinschauen hibbelig werden lässt, weil mir die Geduld in dieser Hinsicht leider gänzlich fehlt. Maya nicht. Mit einer unglaublichen Akribie bringt sie die Farbe aufs Glas. Auf ihre Duftflakons, die dadurch allesamt zu Unikaten werden. M a y a hat in ihrer Jugend die Glas-HTL in Kramsach besucht und anschließend als Designerin für Swarovski gearbeitet. Das Metier ist ihr also nicht fremd. Dennoch: „Ich bin kein Parfümeur“, sagt Maya. „Ich brauche also jemanden, der mir dabei hilft, die Düfte zu kreieren und zu entwickeln.“ Durch die von ihr entworfenen und bemalten Flakons wird der Duft aber zu etwas ganz Persönlichem. Nicht nur für Maya selbst. „Normalerweise schauen Duftflakons alle gleich aus. Mein Mann Reinhard hatte dann die Idee, dass ich sie für meine Düfte durch meine Ausbildung und meinen Background ja selbst bemalen und damit zu einer Besonderheit machen könnte“, erzählt Maya. Also hat sie begonnen, zu experimentieren, wie es am besten funktionieren könnte.

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MARINA KREMSER FOTOS:

ANDREAS FRIEDLE

So riecht Maya: In der Basis nach Holz und weißem Moschus, die Herznote duftet nach Apfel, Ingwer und schwarzer Johannisbeere, in der Kopfnote dominieren Zitrone, Orange und Pampelmuse. Kurzum: frisch und fruchtig und wunderbar für den Sommer. Und jede andere Jahreszeit.

vor, dass jemand gerne ein ganz spezielles Motiv hätte, den Geburtstag oder den Hochzeitstag. Das mache ich auf Anfrage natürlich auch. Wenn ein Mann seiner Frau einen Flakon mit einem braunen Ross drauf schenken möchte, dann soll sie ihr braunes Ross bekommen. Naturalistisch wird’s zwar nicht, aber trotzdem schön“, lacht Maya ihr herzliches Lachen. Unbemalte Flakons verkauft Maya in ihrer Beauty Bauer Parfumerie in der Schwazer Altstadt so gut wie gar nicht mehr. Viele Frauen behalten auch die leeren Flakons noch auf, weil sie wahre künstlerische Meisterwerke und eben ein Stück Maya sind. F ü r d i e B e m a l u n g verlangt Maya üblicherweise nichts extra. Ein 30-ml-Duft kostet immer 70 Euro, egal was drauf ist. Oder eben nicht. „Ich weiß, dass 70 Euro nicht wenig Geld sind. Deshalb verrechne ich die Bemalung auch nur selten zusätzlich, weil ich möchte, dass die Düfte letztlich doch erschwinglich bleiben.“ Dafür bekommt man Düfte mit reinen Parfümölen, ohne Chemie und anderem Schnickschnack – vom Rosenöl bis Ylang-Ylang ist alles pur. „Natürlich kann ich einen Duft mit chemischen Zusätzen um ein Vielfaches billiger herstellen, aber das möchte ich nicht. Da fehlt die Wertigkeit“, findet Maya. Und recht hat sie.

DUFTKUNST A n d e r s a l s b e i m B e m a l e n von herkömmlichen Gläsern kann man die Parfümflakons nicht einfach in einen Brennofen schieben, um die Motive haltbar zu machen. Auch mit Glasmalfarben, die Hobbymaler gerne verwenden, geht es nicht, weil die verwischen würden. Es wurden also hochglänzende Lacke. Die sind auch dann noch haltbar, wenn man den Flakon zigmal in der Hand hatte. Maya: „Ich arbeite mit einer Feder und male zuerst die Konturen auf – meist ohne Entwurf, einfach aus dem Kopf heraus. Dann beginne ich mit den verschiedenen Farben. Meistens sitze ich fünf, sechs Stunden am Stück an meinem Tisch zu Hause und bemale eine ganze Charge, die dann ins Geschäft kommt. Es kommt aber auch

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Kürzlich hat Maya die Parfümeure aus Grasse auf der Parfümmesse in Mailand getroffen. Sie sind für die Herstellung des Maya-Dufts verantwortlich. Im Bild: Maya mit Geoffrey Neyman, CEO Micallef Parfums Grasse.

Die Parfümeure für Mayas mittlerweile fünf Düfte sitzen im französischen Grasse und in Berlin. „Düfte sind ein wahnsinnig schwieriges Thema“, sagt Maya. „Man sprüht sie auf, riecht sie, dann dauert es 20 Minuten und sie riechen ganz anders und am Ende wechselt es wieder. Auch auf der Haut wirken sie bei jedem unterschiedlich.“ Ihr erstes Duftexperiment trägt den Namen „SZ No.1“ und es sei nicht einfach gewesen, bis er endlich so war, wie er jetzt ist. Viele Proben wurden zigfach hin- und hergeschickt. „Ich konnte ja nicht ständig nach Grasse fliegen, das wäre ein noch größerer Aufwand, als es eh schon ist. Dann kommen die Phiolen an und man schnuppert, wartet, riecht wieder. Gott sei Dank haben wir genug Mädels in


„Der Maya-Duft ist komplett ich. Ich liebe ihn!“ M AYA

der Apotheke und in unserer Parumerie, die als Testerinnen geholfen haben.“ Geworden ist „SZ No.1“ ein pudriger, schmeichelnder Duft mit Himbeeren und Pfirsich in der Kopfnote, im Herz Ylang-Ylang und in der Basis Moschus, Vanille und Tonkabohne. „Moschus ist normalerweise nicht mein Ding“, gesteht Maya, „er macht eine gewisse Schwere, hier passt er aber toll.“ Mit seinem Namen und den glitzernden Swarovski-Steinchen ist SZ No.1 quasi eine Reminiszenz an die Stadt und Mayas Vergangenheit. Den Duft gibt es bereits seit einigen Jahren und immer noch ist er der beliebteste von allen. A u f S Z N o . 1 folgten ein Herren- sowie ein Damenduft mit dem klingenden Namen „Nobile“, kreiert und hergestellt in Berlin, wobei der Damenduft etwas frischer geworden ist als sein Vorgänger. Apfel und Minze, in der Basis Sandelholz und Bourbonvanille. „Wenn man den Duft aufsprüht, riecht man ihn noch tagelang. Und kaum hat es den Damenduft gegeben, wollten die Herren auch einen. Das Nobile-Herrenparfum ist mein persönlicher Lieblingsduft. Alle unsere Buben und Reinhard verwenden ihn“, so Maya. „Er riecht nach sizilianischer Zitrone und Bergamotte, frisch – das find ich super.“ Dazu kommt ozeanisches Acqua und Veilchen. „Herrendüfte sind durch verschiedene Hölzer oft rauchig und schwer. Das ist der Nobile überhaupt nicht. Da möchte ich mich am liebsten hineinlegen.“

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Unter dem Namen Nobile gibt es in der Beauty Bauer Parfumerie übrigens auch eine eigene Pflegeserie, „was nicht so schwer ist, wenn man Apotheker im Hintergrund hat“, grinst Maya. „Wir sind quasi mitten im Epizentrum der Pflege.“ Während in Cremes renommierter Beautymarken der Hyaluron-Anteil oft verschwindend gering und der Preis dafür richtig hoch ist, so verhält es sich bei Nobile genau umgekehrt. Das Gel mit 40 Prozent Hyaluron kostet gerade einmal 29 Euro und hat schon viele Faninnen gefunden. „Wir sind ein No-Name-Brand, aber was drin ist, hat höchste Apothekenqualität“, so Maya. Mit der „Schwazer Silberstadt“ hat sie schließlich einen Unisex-Duft nachgelegt. Maya: „Es gibt viele Mädels, die zwischendurch gerne mal einen Herrenduft tragen. Ich find das gut. Im Schwazer Duft ist Mango drin, das passt eigentlich immer. In der Basis rauchige Hölzer, aber nicht zu stark, und ein bisschen Moschus in leichter Dosierung. Dazu Jasmin und Freesien. Das passt perfekt.“

DIE PARFUMS

von Maya gibt es ausschließlich und exklusiv in ihrer Beauty Bauer Parfumerie in der Schwazer Altstadt. Bemalt werden sie zu Hause am Esstisch – mit viel Geduld und Akribie und ganz individuell.

Maya. „Vom Duft sowieso aber auch vom Design und der Umsetzung. Die Verpackung ist nicht mehr ganz weiß, sondern gestaltet. Das finde ich sehr toll.“

PUNKTLANDUNG Vor Kurzem hat Maya nun ihren eigenen, ganz persönlichen Duft lanciert und hat sich dafür wieder mit den Parfümeuren aus Grasse zusammengetan, die sie kürzlich bei der Parfümmesse in Mailand persönlich getroffen hat. „Ich bin jetzt schon ganz begeistert“, freut sich

M a y a ist nun ganz Maya! „Nun ist Schluss mit lustig, dachte ich mir. Der Duft trägt meinen Namen, hier gibt es keine Kompromisse mehr. Diesen Duft möchte ich am liebsten selber jeden Tag tragen. Der Maya-Duft ist komplett ich. Ich liebe ihn.“


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Fünf Autos, fünf Frauen und jede Menge Strom: Das war mayas E-Drive-Day, der zeigte, dass Frauen erstens jede Menge Ahnung von und großes Interesse an Autos haben, zweitens ganz genau wissen, was sie in Sachen Mobilität wollen (und was nicht), und drittens, dass Navigationsgeräte tolle Erfindungen sind.

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s war ein richtig heißer Frühlingstag, die Sonne strahlte, die Autos glänzten und die Damen waren erwartungsfroh angetreten. Fünf Elektroautos galt es zu testen, ausgewählt von eco.nova-Motorredakteur Bruno König, der auch die Route für den Festtag festgelegt hatte. Der Plan: Jede der Damen fährt jedes Auto, am Ende sollte nicht nur Fazit über Elektromobilität generell, sondern auch die Vorzüge der einzelnen Testautos gezogen werden. Abgesehen von leichten Schwierigkeiten, der vorgegebenen Route zu

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SONJA NIEDERBRUNNER AUTOS:

BRUNO KÖNIG FOTOS:

TOM BAUSE

folgen (was der unaufmerksamen Redakteurin anzulasten wäre, die mehr fragte als schaute), und einem drohenden Gewitter, das wir aber auf gewohnt weiblich-elegante Art umfuhren (ja, das war genau so geplant), war der Tag ein höchst interessanter, lustiger, lehrreicher und fröhlicher. Nach fünf Stunden hat nicht nur so manche der Teilnehmerinnen eine gänzlich andere Meinung von Elektromobilität, es wurden auch neue Kontakte geknüpft, es wurde gelacht, es wurde geredet – über Autos, über den Alltag, übers Leben eben. Danke Mädels, es war toll mit euch!


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DIE DAMEN UND WAS SIE DENKEN JULIA ERLER, 28, B A N K A N G E S T E L LT E , I N N S B R U C K Autofahren bedeutet für mich ... J U L I A : Freiheit. Ohne mein Auto wäre ich aufgeschmissen. Das denke ich über Elektromobilität: Ich war immer schon von der Idee der Elektroautos überzeugt. Man muss aber auch einiges bedenken und planen und auch seinen Rhythmus etwas umstellen. Man kann ja nicht einfach zur Tankstelle fahren wie mit einem herkömmlichen Auto. Ich würde mich nicht unbedingt trauen, mit einem Elektroauto in Urlaub zu fahren, könnte mir aber sehr wohl vorstellen, eines nur für die Stadt zu nützen. Käme ein E-Auto für dich in Frage? Ja, aber nur für die Stadt und kleine Strecken. Man muss seine Fahrten genauer planen und auch konsequent mit dem Anstecken nach der Rückkehr sein. Pluspunkt ist der ökologische Gedanke und dass eine „Tankfüllung“ nur ca. 2 Euro ausmacht. Darauf möchte ich beim Auto nicht verzichten: Sitzheizung und die Freisprechanlage.

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Zur Verfügung gestellt vom Autohaus Ostermann, Innsbruck Leistung: 110 kW/150 PS Spitze: 144 km/h Beschleunigung: 7,9 Sekunden von 0–100 km/h Reichweite: ca. 270 km Ladedauer: zwischen 60 Minuten (CCS-System) und 16 Stunden (Haushaltssteckdose) Batteriegarantie: 8 Jahre/160.000 km Preis: ab 35.600 Euro

Welche Vorurteile über Frauen am Steuer sind Humbug? Frau am Steuer – Ungeheuer? Manchmal vielleicht … Ich denke, wir Frauen brauchen einfach mehr Selbstvertrauen, was das Thema Auto betrifft. Welches der getesteten Autos hat dir am besten gefallen? Warum? Audi Q7 eTron – als ich in das Auto eingestiegen bin, hatte ich im ersten Moment etwas Respekt vor der Größe, aber als die Fahrt dann losging, habe ich mich total wohl gefühlt. Mit über 300 PS flitzt man schon ziemlich ab.

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CHRISTIANE MÖSSNER, 35, TRANSPORTMANAGERIN IN KARENZ, 2 KINDER, WÖRGL Autofahren bedeutet für mich ... Spaß und Freiheit, weil man schnell und ungebunden von A nach B kommt. Das denke ich über Elektromobilität: Ich hatte vor dem E-Drive-Day keine Ahnung von E-Autos, dachte aber, dass das Fahren viel langweiliger als mit einem anderen Auto sein müsste, weil man keinen Motor hört und weil es Automatikautos sind und ich eigentlich gerne schalte. Aber: das Fahren hat sehr viel Spaß gemacht und es war keineswegs langweilig. Im Gegenteil, die Autos sind sehr spritzig! Negativ ist in der Tat nur, dass man kein Motorgeräusch hört, da weiß man gar nicht, ob man schon gestartet hat oder nicht. Käme ein E-Auto für dich in Frage? Ein reines E-Auto würde aufgrund der Reichweite eher nicht in Frage kommen für mich, da man doch zeitlich dann recht gebunden ist bzw. man die Fahrt den E-Tankstellen nach planen muss. Mal schnell nach Italien stell ich mir da schwierig vor, das wäre für uns nichts, da wir gerne verreisen und wegen der Kinder dann mit dem Auto fahren. Als Zweitauto in der Stadt allerdings könnte ich es mir schon

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V. li.: maya-Redakteurin Sonja Niederbrunner, Christiane Mössner, Julia Erler, Stephanie Venier, Nadine Winkler, Natascha Arming

vorstellen. Vor allem gefällt mir der Umweltgedanke sehr gut. Darauf möchte ich beim Auto nicht verzichten: Auf die Einparkhilfe. Und Autofahren ohne Radio bzw. Musik macht mir keinen Spaß. Welche Vorurteile über Frauen am Steuer sind Humbug? Es heißt immer, Frauen können nicht einparken. Das finde ich absoluten Quatsch. Ich behaupte, dass ich es besser hinkriege als mein Mann. Frauen sind beim Autofahren aber aggressiver als Männer. Das ist kein Mythos, es kommt oft vor, dass ich laut im Auto schimpfe und hupe. Aber das sollte ich langsam lassen, da mein Sohn alles nachplappert. Welches der getesteten Autos hat dir am besten gefallen? Warum? Der Audi Q7 hat mir am besten gefallen, weil ich große Autos mag. Und weil es ein Hybrid ist. Zum Fahren fand ich den BMW am besten, besonders für die Stadt, da er klein und wendig ist. Er liegt aber auch gut auf der Straße und beschleunigt sehr schnell.

N ATA S C H A A R M I N G, 46, HAUSFRAU UND MUTTER VON VIER K I N D E R N, V O M P Autofahren bedeutet für mich ... Mittel zum Zweck. Wenn ich mir jedoch Zeit nehme und mich nicht von meinen Kindern hetzen lasse, macht mir Autofahren großen Spaß. Mit der richtigen Musik durch die schöne Tiroler Landschaft zu fahren, kann auch sehr entspannend für mich sein. Das denke ich über Elektromobilität: Vor dem E-Drive-Day habe ich mir kaum Gedanken über E-Autos gemacht und ich bin auch nie in den Genuss gekommen, ein Elektroauto zu fahren. Ich denke aber, dass man sich besonders in der heutigen Zeit auf umweltfreundlichere Mobilität fokussieren sollte und E-Autos ein großer ökologischer Fortschritt in die richtige Richtung sind. Käme ein E-Auto für dich in Frage? Als in Tirol lebende Kärntnerin käme ein Elektroauto für mich derzeit noch nicht in Frage. Aufgrund der Langstrecken ist die begrenzte Reichweite der Elektroautos ein großer Nachteil für mich. Auch wenn es derzeit schon einige Schnellladestationen gibt, muss immer eine gewisse Ladezeit einkalkuliert werden. Für den Kurzstreckenbereich kann ich es

FOTO: MARKUS BSTIELER


aber nur empfehlen! Besonders das lautlose Fahren, die geringeren Umweltbelastungen und Betriebskosten sowie der Fahrspaß sind Pluspunkte. Darauf möchte ich beim Auto nicht verzichten: Ich möchte auf keinen Fall auf mein geliebtes Navi und die Sitzheizung verzichten. Welche Vorurteile über Frauen am Steuer sind Humbug? Frau am Steuer, Ungeheuer? Ganz im Gegenteil! Frauen fahren sehr sicher und bewahren eher einen kühleren Kopf als Männer! Wir Frauen finden schneller einen Parkplatz und haben mehr Feingefühl beim Einparken. Meiner Meinung nach sind Frauen nicht unbedingt die besseren Autofahrer als Männer, aber unsere höhere Kompetenz macht uns zu besseren Autofahrern. Welches der getesteten Autos hat dir am besten gefallen? Warum? Diese Entscheidung fällt mir leicht. Der BMW mit seinem futuristischen Design ist gegenüber den anderen Testmodellen ein sehr modernes, aber auch klassisches Auto und konnte mich durch sein besonders angenehmes Fahrgefühl überzeugen. Des Weiteren hat mich die Hochtechnologie, die in diesem Auto steckt, fasziniert. Mir persönlich gibt der Wagen auch ein Gefühl der Sicherheit, welches mir vor allem beim Herumführen meiner Kinder besonders wichtig ist.

N A D I N E W I N K L E R , 3 5, R E S TA U R A N T FA C H F R A U , P I L L B E R G Autofahren bedeutet für mich ... Freiheit, Unabhängigkeit, Mobilität, wann ich will, Spaß und Luxus. Das denke ich über Elektromobilität: Ich war vorher sehr skeptisch, was die Leistung und auch den Fahrspaß anbelangt. Ich war der Meinung, E-Autos sind kompliziert, und das Fahrverhalten sei völlig anders. Aber nichts davon traf zu und ich war wirklich begeistert. Käme ein E-Auto für dich in Frage? Sollte ich mir irgendwann ein neues Auto zulegen, würde ich ein E-Auto definitiv in Betracht ziehen. Es ist umweltfreundlicher, die Unterhaltskosten sind wesentlich geringer. Für Langstrecken ist es aber noch nicht ganz optimal und es ist auch irgendwie zu leise. Darauf möchte ich beim Auto nicht verzichten: Platz, Komfort vor allem bei längeren Fahrten, einen großen Kofferraum und Sitzheizung.

fahren. Auch der BMW und der Audi machten Spaß beim Fahren.

BMW i3s

Zur Verfügung gestellt vom Autohaus BMW UnterbergerDenzel, Innsbruck Leistung: 135 kW/184 PS Spitze: 160 km/h Beschleunigung: 6,9 Sekunden von 0–100 km/h Reichweite: ca. 200 km Ladedauer: zwischen 35 Minuten (CCS-System) und 10 Stunden (Haushaltssteckdose) Batteriegarantie: 8 Jahre/100.000 km Preis: ab 42.500 Euro

A U D I Q 7 E -T R O N PLUG-IN-HYBRID

Zur Verfügung gestellt vom Autohaus VOWA, Innsbruck Systemleistung: 275 kW/373 PS Spitze: 225 km/h Beschleunigung: 6,0 Sekunden von 0–100 km/h Reichweite: ca. 50 km rein elektrisch/ ca. 1.000km Gesamt Ladedauer: zwischen 40 Minuten (CCS-System) und 8 Stunden (Haushaltssteckdose) Vollgarantie: 2 Jahre Batteriegarantie: 8 Jahre/160.000 km Preis: ab 84.800 Euro

S T E P H A N I E V E N I E R, 33, KO M M U N I K AT I O N S T R A I N E R I N, 3 K I N D E R, I M S T Autofahren bedeutet für mich ... Die Freiheit, ohne andere Mittel von A nach B zu kommen. Sicherheit. Mit dem Auto kann ich mich relativ sicher fortbewegen. Das denke ich über Elektromobilität: Tatsächlich ist die Anschaffung eines E-Mobils schon länger Thema, da ich mich mit der Idee dahinter sehr gut identifizieren kann. Für Familien finde ich die E-Autos aber ein bisschen riskant, denn um wirklich gut damit zu fahren, müssen alle bisherigen Fahrgewohneiten reflektiert und verändert werden. Das ist natürlich immer so eine Sache … Raus aus der Komfortzone. Finde ich ja super. Spätestens aber in Italien auf der Strada del Sole ohne Akku und Kohle mit drei Bambini ... da bin ich raus. Käme ein E-Auto für dich in Frage? Ja, absolut – als Zweitauto in einem gut beherrschbaren Radius. Road Trips wohl eher nicht. Derzeit ist es für mich noch zu unberechenbar. Ich bin davon überzeugt, dass sich die Akkuleistung noch verbessert. Dann schlage ich zu. Darauf möchte ich beim Auto nicht verzichten: Da bin ich genügsam. Sitzheizung ist toll. Ich brauche aber definitiv kein Blabla. Ich hasse Rückfahrkameras.

Förderungen von Elektroautos bis zu 4.300 Euro brutto für Privatpersonen und bis zu 3.000 Euro netto für Firmenkunden.

Welche Vorurteile über Frauen am Steuer sind Humbug? Ich parke ungern, insofern stimmt für mich zumindest diese Geschichte. Ich finde, dafür sollte es einen Parkservice geben. Ich bin auch schon mal ausgestiegen und habe einen netten Exekutivbeamten gebeten, mein Auto parallel einzuparken. Mit einem Riesengrinser hat er das dann auch gemacht.

Welche Vorurteile über Frauen am Steuer sind Humbug? Wir können angeblich nicht einparken, nicht schalten oder machen generell zu viel kaputt. Meine Meinung dazu? Totaler Quatsch, denn jeder – egal ob Männlein oder Weiblein – hat seine Schwächen. Es liegt daran, wie selbstbewusst man ist bzw. wie viel Erfahrung man hat.

Welches der getesteten Autos hat dir am besten gefallen? Warum? Der BMW. Design und Sinnhaftigkeit entsprechen da meinem Lebensstil und der Philosophie. Ich finde, er ist als E-Auto supertoll konzipiert mit niedlichen Details wie beispielsweise der hinteren Autotür. Diese kann man so öffnen, dass maximaler Einstiegskomfort gegeben ist. Er beschleunigt auch super und ist angenehm in der Handhabe. Dabei ist besonders toll, dass die Automatikschaltung am Lenkrad ist. Gefolgt vom VW. Der Golf ist unspektakulär angenehm.

Welches der getesteten Autos hat dir am besten gefallen? Warum? Der Golf. Optik und Ausstattung sind top, man hat das Gefühl, ein normales Auto zu

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RAUS MIT EUCH! TEXT:

MARINA KREMSER

Vorbei sind die Zeiten, in denen unsere Balkone und Terrassen bestenfalls als nützliche Flächen zum Wäschetrocknen, Blumenpräsentieren oder Kleidunglüften dienten und vielleicht zweimal jährlich begrillt wurden. Außen ist das neue Innen. So geht Garten!


Öko-Tipp: Eierschalen in die Gießkanne werfen. Die Nährstoffe bereichern über das Wasser den ganzen Boden.

Tipp von Profigärtnerin Marita für richtig fette Beute: Die richtige Erde nutzen. Beete sorgsam pflegen, welke und kranke Blätter abknipsen, Schädlinge schnell behandeln, verschimmelte Früchte wegwerfen. Setzlinge richtig vorziehen und Sorten richtig kombinieren. M AYA / N U M M E R 02 / J U N I 2018

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icht immer galt der Aufenthalt unter freiem Himmel als erstrebenswert. Zu früheren Zeiten hatten nämlich nur alle jene sonnengebräunte Haut, die draußen arbeiten mussten. Hart und körperlich meistens. Helle Haut hingegen hat gezeigt: Ich bin was Besseres. Das ist Gott sei Dank nicht mehr so, denn wir wissen ohnehin, dass wir toll sind. Also können wir unseren Garten auch in vollen Zügen genießen!

GRÜNES GLÜCK Nicht nur am Land, auch immer mehr Städter entdecken die Liebe zum Grün. Das mag ein wenig grotesk anmuten, weil man sich in der Regel bewusst für ein Leben in der Stadt entscheidet, verständlich ist es aber allemal. Ein Garten hat etwas fast schon Meditatives. Garteln ist wie Yoga, nur mit Dreck unter den Nägeln. Es geht jedoch nicht nur darum, sein

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GARDEN GIRLS

FLOWER LADIES

Jana Henschel, Callwey Verlag, 208 Seiten, EUR 29,90

Karin Heimberger-Preisler DVA, 192 Seiten, EUR 30,80

Wie aus einem Traum Wirklichkeit wurde: 20 Frauen und ihr Schrebergartenglück. Die Fotos kommen von Ulrike Schacht, die für Callwey bereits die Bücher „Sugar Girls“ und „Shop Girls“ in Szene gesetzt hat.

Die Gesichter hinter den inspirierenden Insta-Accounts und kreativen Geschäftsideen. 20 Frauen erzählen von ihrer Leidenschaft für Blumen und Pflanzen. Wei Ling Khor liefert coole Fotos dazu.


G A R D E N - G I R L S -T I P P S WELCHES OBST UND GEMÜSE GEHT FÜR EINSTEIGER? Anna hatte gute Erfolge mit Erbsen, Bohnen und Beeren. Was schnell wächst: Kürbis, Salat, Rucola und Kohlrabi. Und grüne Zucchini, die gelben sind anfällig. Elisa mag Bohnen. Und Tomaten. Die brauchen nur ein Dach überm Kopf. Laura hingegen hat mit Roter Beete und Kartoffeln angefangen.

Lässige Lounge: Die Acapulco-Chairs (z. B. bei Le Manoir in Imst), der Zickzack-Outdoorteppich und die gelben Kissen (IKEA) locken Besucher an. Für den Tisch stapelte Bernadette zwei Paletten übereinander, die sie abends leicht wegräumen kann. Lieblings-SpotifyPlaylist zum Entspannen: Absolute Acustic / Relax & Unwind / Poolside – Pacifix Standard Time / Milchbar Norderney – Seaside Season.

an der Laube mehr als deutlich macht. Auch wenn man sich für die Kleingärten vormerken lassen kann ... bis man einen bekommt, kann das dauern. Manch einer hat darauf zehn Jahre gewartet. In Worten: Z E H N! W e r e i n e n d e r b e g e h r t e n Gärten ergattert, davon träumt oder sich einfach durch ein paar hübsche Exemplare schmökern möchte, dem legen wir wärmstens das Buch „Garden Girls“ ans Herz. Darin präsentieren 20 Mädels ihre besten Ideen für Garten und Laube, geben genial einfache Upcycling-, Pflanzen- und Einrichtungstipps und verraten feine Rezepte von der Apfeltarte bis zum Zwetschkenmus. Alles in allem gibt’s rund 200 Seiten voll mit jeder Menge Spaß, Know-how und ein bisschen Daswill-ich-auch-Feeling.

WELCHES GARTENGERÄT MUSS MAN HABEN? Laura (die mit den Kartoffeln) mag ihre Doppelgrabgabel. Damit kann man den Boden belüften und schwere Erde lockern, ohne die Bodenschichten mit den Mikroorganismen zu zerstören. Und sie hilft auch toll, die Kartoffeln zu ernten. Christiane schwört auf ihre Felco-Gartenschere (Nr. 8, super für Frauenhände) und Patricia verzichtet vor allem ungern auf ihren Löwenzahnzieher. Der holt das Unkraut mit der Wurzel raus – ohne Bücken, ohne viel Krafteinsatz.

eigenes Obst und Gemüse anzubauen. Es geht um Erholung. Ums Abschalten. Im Garten kann man dem Gras im wahrsten Sinne beim Wachsen zusehen. N u n h a t n i c h t j e d e r das Glück, ein grünes Wohnzimmer vor der Terrassentür zu haben. Deshalb sind sie wieder stark im Kommen: Schrebergärten. Die IIG, die Immobiliengesellschaft der Stadt Innsbruck, zum Beispiel hat im innerstädtischen Bereich 350 grüne Oasen geschaffen, Klein- und Schrebergärten für Familien, Berufstätige, Senioren. Alle. Sämtliche Gärten sind aktuell vergeben. Und das sind sie auf lange Zeit, was die Lust

E i n p a a r F o t o s haben wir schon mal zur Inspiration für euch herausstibizt, im Anschluss gibt’s einen Beitrag zum Gemeinschaftsgarten, quasi dem großen Bruder des Schrebergartens. Wir haben Tanja in ihrem Küchengarten besucht und locker-flockige Sommerrezepte für euch. Cheers!

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design & foto: www.denk-atelier.com

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KAMA GmbH Bundesstraße 7 A-6114 Kolsass Tel.: +43 5224 - 67 989 Fax: +43 5224 - 67 989 20 info@kama-naturstein.at www.kama-naturstein.at

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MÄNNLICHE DOMINANZ UND WEIBLICHE UNTERWERFUNG Die Künstlerin VALIE EXPORT stellt zum ersten Mal auf Schloss Ambras in Innsbruck aus. In der Ausstellung „Fama et Infamia. Die Infamie der Namenlosen“ werden Objekte, Filme und Installationen der Künstlerin präsentiert, die mit den historischen Sammlungen in Dialog treten.

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erstörend und schonungslos. So bezeichnet Veronika Sandbichler, Direktorin von Schloss Ambras, die Auseinandersetzung der österreichischen Performancekünstlerin VALIE EXPORT mit den historischen Ambraser Sammlungen Erzherzog Ferdinands II. (1529– 1595). Kuratorin Sabine Folie verschafft den bekannten Objekten zeitgenössische Präsenz, indem sie die Prinzipien von Dominanz und Unterwerfung verbindet. Es wird ein neuer Blick auf Objekt und Ausstellungsgeschichte

TEXT:

J U L I A S PA R B E R- A B L I N G E R

eröffnet: Dabei trifft die Fama – die Geschichte der Ruhmreichen und der Gewinner – auf die Geschichte der Infamen – der Abtrünnigen, Ausgestoßenen und Unterdrückten. F o l i e e r k l ä r t , dass ihr Ausstellungskonzept aus einer Befragung der Sammlung im Haus mit der Gesellschaft entstanden ist. Anfangs sollte es nur eine einzelne Intervention werden, entstanden ist ein Parcours, in dem Gegensätze aufeinanderprallen. In der Installation „Heads – Aphärese“ treffen die Ruhmreichen auf die Infamen und erscheinen als ge-

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VALIE EXPORT

1940 in Linz geboren, mit bürgerlichem Namen Waltraud Stockinger. 1960 ging sie nach Wien, um Textildesign zu studieren. Später arbeitete sie als Medienund Performancekünstlerin und Filmemacherin. Sie unterrichtete in Milwaukee, Berlin und Köln. VALIE EXPORT gehörte in den 1960er- und 1970erJahren zu den radikalsten feministischen Aussagen in Europa. Gerade zur jetzigen #MeToo-Debatte erfahren diese wieder internationale Aktualität. 2015 wurde sie mit dem renommierten „Frauen-Lebenswerk-Preis“ ausgezeichnet.

Selbstporträt aus dem Jahr 1970: „VALIE EXPORT – SMART EXPORT“

sichtslose Büsten. „Daher fehlt die Möglichkeit zur Identität“, erklärt die Künstlerin. Hinter den Köpfen werden auf einem Bildschirm Fotografien von toten Menschen eingeblendet, die ermordet wurden oder Suizid begangen haben. Die Fotografien stammen aus EXPORTs Film „Tote Menschen schreien nicht – Dead people don’t scream I/II“ und treffen auf römische Imperatoren als ruhmreiche Gewinner der Geschichte. Gleich daneben prangen an der Decke befestigte, überdimensionale Nähnadeln, die laut quietschend auf den historischen Boden niedergehen. VALIE EXPORT erklärt die Installation mit der Ausbeutung der Frauen. Bis heute sei das Nähen eindeutig weiblich. In Billiglohnländern nähen Frauen unter unmenschlichen Bedingungen. „Das hat sich bis heute nicht geändert.“ Die Installation „Nadel“ stammt aus den Jahren 1996/1997 und steht Lanzen gegenüber, die jahrzehntelang viel gerühmten männlichen Helden zugeordnet wurden. D a s B a d der Philippine Welser, die einzig noch vollständig erhaltene Badeanlage des 16. Jahrhunderts, ist eine kulturgeschichtliche Rarität auf Schloss Ambras. Im Umkleideraum ist die EXPORT-Installation „Zwangsvorstellungen“ aus den 1970er-Jahren zu sehen, in der Fotografie, Schlittschuhe, Glas und Ölkanne die Externalisierungen innerer Zustände zeigen sollen, die sich über den Körper ausdrücken. Im Bad selbst wird der Film „Unsichtbare Gegner“ gespielt, den VALIE EXPORT 1976 gedreht hat. Durch das Aufeinandertreffen von Disparatem entsteht ein „Ort der Intimität – wie es ein Bad jedenfalls ist“, so die Kuratorin. D i e A u s s t e l l u n g „Fama et infamia – die Infamie der Namenlosen“ ist ein gewagter Versuch, Gegensätze zu verbinden: Die Brisanz von Medien, Botschaften und Jahrhunderten trifft schonungslos aufeinander. Eine verstörende, aber durchaus gelungene Begegnung männlicher Dominanz und weiblicher Unterwerfung auf der Bühne von Gegenwart und Vergangenheit.

„Heute würde man die Polizei rufen!“ i m G e s p r ä c h mit VALIE EXPORT im Café Ferdinand auf Schloss Ambras. Warum ist das Schloss Ambras ein geeigneter Ausstellungsort für VALIE EXPORT? V A L I E E X P O R T : Ich war gleich fasziniert von diesem Ort und der Ausstellungsidee. Ein Teil meiner Arbeiten im Dialog mit historischen

FOTO: VIOLETTA WAKOLBINGER


F O T O : V A L I E E X P O R T, B I L D R E C H T W I E N , 2 0 1 8 ; F O T O : G E R T R A U D W O L F S C H W E N G E R


diese in der Öffentlichkeit aufgetaucht sind, kam es zur Aufregung, auch zu Drohanrufen. Die Leute, die zufällig am Foto sind, waren alle ziemlich amüsiert. Es war damals einfach anders. Man hat nicht sofort kontrolliert oder geahndet. Heute würde man bestimmt die Polizei rufen! Peter Weibel hat den Begriff „Wiener Aktionismus“ geprägt, eine sehr provokante Bewegung der modernen Kunst und sehr männerlastig. Wie ging es dir damit? Damals wurden Frauen zu Begleiterinnen degradiert oder waren maximal Fotomodelle. Brav und unauffällig hatten sie zu sein. Meine Vorstellung war vollkommen konträr. Ich konnte mit dem männerdominierten Frauenbild des Aktionismus nichts anfangen.

SONDERAUSSTELLUNG

„Fama et Infamia“ / „Die Utopie der Namenlosen“ noch bis 30. Juni 2018 auf Schloss Ambras zu sehen, geöffnet täglich von 10 bis 17 Uhr schlossambras-innsbruck.at

Darstellungen. Prinzipien des Machtbewusstseins, der Stärke, des Leidens und des Schmerzes kann man gut in das Konzept der Sammlung einbauen. Ich habe die Ausstellung mit der Kuratorin Sabine Folie vorab besprochen, aber fertig noch gar nicht gesehen. Ich war sehr erfreut, als ich in die Ausstellung kam. Sie hat meine Intentionen sehr gut umgesetzt. Sabine Folie ist auch Leiterin des VALIE-EXPORT-Forschungszentrums in Linz. Hättest du lieber ein Museum eröffnet? Nein, ein Museum wollte ich nie. Es wurde einmal die vorsichtige Frage an mich herangetragen, ob ich mir als Linzerin ein kleines Museum wünsche. Das kam für mich aber nie in Frage. Mein Wunsch war ein Forschungszentrum, weil meine eigenen Arbeiten, feministische Schriften über Kunst und Medien, zusammenhängend dargestellt werden sollen. Das Forschungszentrum soll auch Kuratorinnen und Studierenden zur Verfügung stehen, die über meine Archivalien auch andere Werke kennenlernen oder ihre eigenen erweitern können. Insgesamt übergebe ich 62.000 gut geordnete Objekte, die digitalisiert werden müssen. Im Forschungszentrum sollen Fragen

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gestellt werden: Was hat meine Generation an feministischen Künstlerinnen in Europa, in den USA, in China gemacht? Wie haben sich diese Künstlerinnen trotz ihrer kulturellen Unterschiede ausgedrückt? Was fällt dir auf, wenn du heute auf die junge Generation der Künstlerinnen blickst? Was wir als Künstlerinnen damals erreicht haben, ist heute selbstverständlich. Wir mussten alles erst erkämpfen. Heute ist es zwar normal, dass Ehefrauen auch arbeiten dürfen oder müssen, weil es zur ökonomischen Notwendigkeit geworden ist. Aber sonst? Die Gehälter der Frauen sind nach wie vor niedriger als die der Männer und die aktuelle Diskussion über sexuellen Missbrauch an Frauen zeigt ganz deutlich, dass sich nicht allzu viel geändert hat. Du hast 1968 den Kunst- und Medientheoretiker Peter Weibel, der später auch dein Lebensgefährte war, an der Leine durch München geführt. Wie groß war damals die Aufregung? Es hat zunächst überhaupt niemand darüber berichtet. Es gab nur die Fotos, die ein von uns bestellter Fotograf gemacht hat. Erst als

Bei deinem Tapp- und Tastkino hast du einen Kasten mit zwei Öffnungen vor deinem Busen getragen und Passanten durften hineinfassen. Wie fühltest du dich? Es war eine Performance, die für mich selbstverständlich war. Ich habe sie erfunden. Ich war die Künstlerin, die am Körper gearbeitet hat. Ich habe das Tapp- und Tastkino als kleinen, mobilen Kinosaal gesehen, indem ein Film gezeigt wird, den man eben ertasten kann. Im Kino ist man Voyeur, beim Tapp- und Tastkino wird man selbst zur Leinwand. Trennst du die Frau von der Künstlerin? Nein, da gibt es keine Trennung. Ich bin sowohl als auch. Ich habe immer viel über den Körper ausgedrückt. In den späten 1960er-Jahren, als ich angefangen habe, war nur der Körper agierend. Warum nennst du dich VALIE EXPORT? Weil ich meinen Familiennamen nie mochte. Ich wollte meinen eigenen Namen, der international klingen und zugleich einprägsam sein sollte. VALIE ist die Kurzform von Waltraud, so wurde ich früher in Linz immer gerufen. Und EXPORT kam von der damaligen Zigarettenmarke „Smart Export“, die du ja auch in ein Kunstwerk eingebaut hast? Nein, das war nicht so. Ich habe zwar später die Smart-Export-Zigarettenpackung benützt und machte eine Collage zu meinem Namen. Statt der Weltkugel in der Mitte der Packung montierte ich ein Porträtfoto von mir. Statt „Smart“ habe ich VALIE eingefügt. Das war damals mein erstes Kunstwerk, das heute im Museum of Modern Art in New York zu sehen ist. Inzwischen ist mein Künstlername gesetzlich geschützt und muss in Großbuchstaben geschrieben werden.

FOTOS: KHM-MUSEUMSVERBAND


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R E I S E-T I P P S

REISEBONBONS Ob bunt wie eine Zuckerlpackung oder komplett in Schlumpfblau – wir zeigen euch die knalligsten Orte der Welt. Das Spiel mit Farbe ist dabei meist mehr als ein dekorativer Anstrich. Das Leben ist definitiv zu kurz für SchwarzWeiß, deshalb: Treibt es bunt!

TEXTE:

TRAVELCIRCUS, MARINA KREMSER

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ährend eine Filmproduktion binnen kürzester Zeit eine Stadt in einen blauen Schlumpfort verwandelt, dienen die farbenfrohen Häuserfassaden in Burano als Wegweiser und Orientierungshilfe. Die Gründe für die knallige Buntheit der Orte auf den nächsten Seiten könnten unterschiedlicher nicht sein. Besonders der italienische Küstenabschnitt Cinque Terre ist mit gleich fünf aufeinanderfolgenden fröhlich-quietschigen Orten ein wahres Paradies für alle, die auf der Suche nach ein bisschen mehr Farbe im Leben sind. Oder einem coolen Fotomotiv. Travelcircus hat die Orte mit Gute-Laune-Faktor und urbanem Farbenrausch ausfindig gemacht.

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MANNSICHTEN

Wann ist ein Mann ein Mann? Herbert Grönemeyer hat es immer schon irgendwie gewusst. Bereits 1984 hat er in seinem Gassenhauer „Männer“ die Stereotypen, die mit dem Mannsein einhergehen, benannt und verhandelt, soweit das in einem Popsong eben möglich ist.

Mit Textzeilen wie „Männer haben’s schwer, nehmen’s leicht // Außen hart und innen ganz weich // Und werden als Kind schon auf Mann geeicht“ hat der Barde – lässt man die von Selbstaffirmation geprägten Stellen außer Acht – nicht weniger als eine chartstürmende Zustandsdiagnose der Männlichkeit geliefert: harte Schale, weicher Kern.

verlangte nach körperlichen Höchstleistungen, ein langes Leben war dagegen zweitrangig. Frauen haben außerdem ein stärkeres Immunsystem als Männer. Deshalb ist der Männerschnupfen tatsächlich eine ebenso ernstliche wie schmerzhafte Erkrankung, die nicht selten mit Todesängsten einhergeht. Von Frauen wird er dagegen meist als lästige Erkältung erlebt.

D o c h w o h e r kommt die harte Schale und warum entspricht sie nach wie vor der gängigen Idealvorstellung, die ein Mann (und auch viele Frauen) von einem Mann hat? Inwiefern zählt man als Mann zum starken Geschlecht, wenn man – statistisch nachweisbar – schlechter in der Schule ist, früher stirbt und dazu oft völlig unfähig ist, über seine Gefühle zu sprechen? Von der Konstitution bis zum Gefühlsleben klingt das nicht besonders stark. Männer scheinen durch eine Neigung zum Extremen außerdem stärker gefährdet, Raubbau am eigenen Körper zu betreiben. Sei es durch fragwürdige Lebensstilentscheidungen – und damit ist nicht etwa der idealisierte feuchte Männertraum von Sex, Drugs and Rock’n’Roll gemeint – sondern ungesundes Essen und ein Übermaß an Alkohol. Deutlich weniger glamourös, aber genauso tödlich. In der Regel wird Mann mit letzterer Mischung aber meist doch deutlich älter als Kurt Cobain. Ein verhältnismäßig schwacher Trost. Zumal viele Männer – yours truly inbegriffen – nach typischer Erziehung zum Mann und der Überwindung präpubertärer, pubertärer und spätpubertärer Episoden zumindest nach außen hin eher zum emotionsarmen Dahinsiechen verdammt sind.

D e r T i t e l „starkes Geschlecht“ gebührt, wenn man schon derartige hemdsärmelige Einteilungen treffen möchte, den Frauen. Wir geben ihn gerne her, wir haben ihn nicht verdient. Er tut uns auch nicht gut. Wie angemaßt er ist, erfahren wir unter anderem – wenn auch nicht am eigenen Leibe –, wenn es um die Reproduktionsarbeit geht. Bei der Zeugung ist männliches Zutun noch obligatorisch, danach nur noch Beiwerk. Nice to have, aber mehr auch nicht. Alleinerzieherinnen können ein Lied davon singen. Sie gehören wohl zu den stärksten aller starken Frauen.

N i c h t a l l e Geißeln der Männlichkeit sind bloß der Erziehung und der Gesellschaft geschuldet. Wir schleppen auch einigen evolutionsbiologischen Ballast mit uns herum. Das Jagen und Sammeln

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W e r e i n e S i n n k r i s e der Männlichkeit konstatiert, wie es häufig und seit Jahren vor allem in den Feuilletons gemacht wird, liegt vermutlich gar nicht so falsch. Wir müssen deshalb nicht gleich Feministen werden, zumal noch nicht ganz klar ist, worum es den Feministinnen der mittlerweile vierten Welle überhaupt geht. Es reichte schon, manch tradierte Erblast, die das Rollenbild „Mann“ mit sich bringt, etwas weniger intensiv zu verinnerlichen. Etwa die verbreitete Gefühlslegasthenie. Stattdessen einfach mal mehr Gefühle wagen. Öffentliches Weinen wird auch weiterhin nicht zum Standardinventar MARIAN KRÖLL des Maskulinen gehören. Das hat nach einer bewegten Jugend die muss auch nicht sein. Es wäre Vorzüge des bürgerlichen Lebens schon viel gewonnen, einmal entdeckt und ergründet nun in diesem über die eigenen Gefühle zu Mikrokosmos die Dinge, die das Leben reden. Denn das bedingt, dass sinnvoll machen. Er schreibt und man sich vorher mit ihnen ausfotografiert gern und nimmt sich nicht immer so furchtbar ernst. einandergesetzt hat.


MANFRED MANN‘S EARTH

BAND

Mit Kult-Hits wie “Blinded By The Light”, “Davy´s On The Road Again”, “Mighty Quinn”, uvm...

SUPPORT:

KRAKATAO

OPEN AIR

13.7.

PFUNDPLATZ SCHWAZ 20:00 UHR

VVK: ÖTicket | heimische Banken und Trafiken | Lindner Music 05242-93 804 10 | www.lindnermusic.at M AYA / N U M M E R 01 / M Ä R Z 2018

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