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DAS T IROLER FRAUENMAGAZIN
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AUSGABE
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FRÜHL ING 2019
DER WEG INS FRAUENHAUS
MUT*PROBEN MUT HAT VIELE GESICHTER
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Sechs Frauen über Mut
Die Kraft des Krautes
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MUTGESCHICHTEN
PFLÜCK DICH GLÜCKLICH
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So wohnt 2019: bunt und vielfältig
Es ist nie zu spät für das eigene Glück
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MÖBEL FÜR MENSCHEN
Hier öffneten sie eine Flasche Wein. Aus der dann drei wurden. Das richtige Ambiente für gesellige Abende mit Freunden für 6.990,Noch ein Glas Merlot? Gerne. Weiche Lederpolster umschlingen die Gäste sanft und entspannen sie. Schön, so ein naturbelassenes Stück Handarbeit. Wie dieser Wein, sagt jemand. Und alle auf dem Sofa nicken.
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Hier hatte sie ein Tinder-Match. Und zwei Jahre später die Frage aller Fragen. Ein Platz für Anfänge, Bindungen und alles dazwischen um nur 1.488,Im Leben muss das Timing stimmen. Zuerst kümmert man sich um einen eleganten Zweisitzer mit softem Stoffbezug. Dann geht man auf die Suche nach einem dazu passenden Sofa-Partner. Der weiche Knie macht.
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ZURÜCKSCHAU
Adieu 2018, hallo 2019 Seit der Winterausgabe im letzten Jahr ist ein bisschen Zeit vergangen – und wieder viel passiert. Dafür sagen wir Danke und freuen uns auf ein spannendes und mutiges Jahr mit euch.
Wie cool ist das denn? Maya gibt’s nicht nur in echt und als Magazin, ganz viele Mayas waren heuer auch am Weiberball in Schwaz unterwegs. Neben den Fashionistas gab es auch eine Bademantel-Version mit Lockenwicklern. „Ihr seid der Kracher“, befindet das Original. Jawoll!
Als kleines Dankeschön an die besten Leserinnen und Leser von überhaupt haben wir im vergangenen Advent 24 wunderbare maya-Türchen für unsere Facebook-Freunde geöffnet und dabei Zauberhaftes vom Wellnesswochenende über Kulinarisches bis hin zur Kosmetikbehandlung verlost. Wir verneigen uns vor euren fast 8.000 Beitrags-Likes und über 7.000 Kommentaren und hoffen, dass alle Gewinnerinnen und Gewinner ihre Geschenke mittlerweile ausprobieren, verkosten und genießen konnten.
Eine der Adventkalender-Gewinnerinnen ist übrigens Sylvie. Sie hat ihr Dirndl schon bei Heu&Stroh in Innsbruck abgeholt. Sitzt wie angegossen, finden wir.
„Erfrischend anders.“ „Interessant, vielfältig, einfach toll.“ S U S I U N D M O N I K A V I A FA C E B O O K
Folgt uns au
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Instagram (maya_verlie bt_ ins_leben)
Maya goes Polo. Manchmal mischt sich Maya auch unter die High Society. Wie beim berühmten Snow Polo World Cup in Kitzbühel, bei dem sie mit Mann Reinhard zu Gast war. Vom 18. bis 20. Jänner wurde hoch zu Ross um eine der begehrtesten Schneepolotrophäen der Welt gekämpft.
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einungen, Anregungen und Wünsche sind jederzeit willkommen unter r edak t i o n@ m ay a - m a g a z in . a t o der ü b e r Fa c e b o o k ( MAYA – das Ti r o l e r Fra ue n m a g a z in)
EDITORIAL
MUT ERFÜLLT Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende, sagte dereinst der griechische Philosoph Demokrit. Und recht hat er: Mit Mut fangen die schönsten Geschichten an.
Maya AltenburgerSchwitzer mit ihren Chefredaktions-Mädels Marina Kremser (re.) und Sonja Niederbrunner
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s war ein ganz sensationelles, unser erstes maya-Jahr. Es hat uns gefordert und mindestens ebenso viel Spaß gemacht und auch unsere Geschichte hat irgendwie mit Mut begonnen, weil wir nicht wussten, wohin uns die Reise führen würde. Wie bei den vielen Geschichten, die wir in dieser Ausgabe erzählen. Großartige Frauen haben uns ein Stück weit Einblick in ihr Leben gegeben und so unterschiedlich sie alle sind, so eint sie doch eines: Sie haben Mut bewiesen. Im Kleinen und im Großen.
A u c h M a y a s e l b s t haben wir für diese Ausgabe eine große Portion Mut abverlangt. Weil das Cover eine ganze andere Seite jener Frau zeigt, die man sonst nur quirlig, lebhaft und schillernd kennt. Doch maya – das Magazin wie sie selbst – kann auch anders. Natürlich gibt es in der ersten 2019er-Ausgabe wieder jene trendigen, zauberhaften und modischen Buntheiten, die das Salz in der Suppe des Lebens sind. Wir haben uns über die Geschichte der Rasur kundig gemacht, schauen, wie das heurige Jahr wohnt, und sind der Kräuterliebe verfallen. Doch maya soll nicht nur ein Magazin zum schnellen Blättern sein. Neben all der Fröhlichkeit und Leichtigkeit des Seins darf es auch die leisen Töne geben, die ernsten. Wir möchten Geschichten erzählen, die nicht nur an der Oberfläche kratzen, sondern die die Menschen zeigen, wie sie sind, in all ihrer Vielfalt und in all ihren Facetten, mit ihren Wünschen, Träumen und Hoffnungen, aber auch ihren Ängsten. Diese Geschichten sind nicht immer behaglich und lauschig, doch sie machen Mut für das eigene Leben, weil sie zeigen, dass es stets einen (Aus)weg gibt. Manchmal weiß man gar nicht, wie stark man wirklich ist, bis man keine andere Wahl mehr hat. W i r m ö c h t e n i n der maya Menschen Raum geben, die sonst nicht in der Öffentlichkeit stehen und gerade deshalb so nah am eigenen Leben sind, und wir bedanken uns an dieser Stelle, dass wir teilhaben durften an einem kleinen Teil ihres Weges. Euch, liebe Leserinnen, wünschen wir viel Freude beim Blättern und Schmökern, aber noch viel mehr beim wirklichen Lesen – weil es so viele Geschichten gibt, die es wert sind, erzählt zu werden. Angst beginnt im Kopf. Mut auch! mayas Mädels Folgt uns auch auf F a c e b o o k ( M AYA – d a s Ti r o l e r F r a u e n m a g a z i n) u n d I n s t a g r a m ( m a y a _ v e r l i e b t _ i n s _ l e b e n)
M AYA / N U M M E R 05 / M Ä R Z 2019
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INHALT
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#MUT 14
DAS WILDE HERZ Martina Handle war Drachenfliegerin, Kitesurferin, Freeriderin. Bis die Ärztin vom Himmel fiel.
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MUT-GESICHTER Sechs Frauen und ihre Geschichten von Mut, Angst und anderen Gefühlen.
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DER MUT ZU GEHEN Für manche führt der erste Schritt in die Freiheit ins Frauenhaus. Es ist nie zu spät für das eigene Glück.
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SPURWECHSEL Der Weg zurück ins Berufsleben ist für die meisten nicht nur eine zweite Chance, sondern oft genug die alles entscheidende.
„Die Kunst des Lebens besteht darin, zu lernen, im Regen zu tanzen, anstatt auf Sonnenschein zu warten.“
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ZUM THEMA Buchtipps und der Blick ins eigene Seelenleben.
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THEMA AUF DER MATTE Die Yogaübung der Ausgabe.
# LIFE 54
KOMMET UND SPIELET 20 Mädels im Alter von 14 bis 60 Jahren und sie alle eint eine gemeinsame Leidenschaft und der Mut zum Spiel.
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DU HELD Angst und Mut sind zwei Seiten einer Medaille. Und Mut verändert – grundlegend.
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DIE MAGIE DES ALLTAGS Sonja Tanzer weiß um die Kraft der heimischen Pflanzen und wie man sie nutzt. Sie begleitet uns durchs Kräuterjahr.
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REDEN WIR ÜBER ... Es gibt Themen, über die redet frau nicht gerne. Hier geben wir ihnen Raum. In dieser Ausgabe: Depression.
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AUSGABE
FRÜHL ING 2019
DER WEG INS FRAUENHAUS
PFLÜCK DICH GLÜCKLICH
Die Kraft des Krautes
Sechs Frauen über Mut
MUT*PROBEN MUT HAT VIELE GESICHTER
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ZEIT IM BILD Sich der Fotografie als Kunstform anzunehmen, braucht generell Mut. Orly Zailer hat ihn bewiesen.
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HÖREN, SEHEN, LESEN Buchtipps, Film und Theater und was wir sonst noch mögen.
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KRÄUTERHOTELS Weil der Alltag manchmal eine Auszeit braucht: Vielleicht wird alles vielleichter.
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# SZENE
Es ist nie zu spät für das eigene Glück
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So wohnt 2019: bunt und vielfältig MUTGESCHICHTEN
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„Der Zufall geht Wege, da kommt die Absicht gar nicht hin.“
Österreichische Post AG, MZ18Z041357M, econova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, 5,50 EURO
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DIE ANDERE HÄLFTE Schulmedizin und Homöopathie scheint Welten zu trennen und doch macht es Sinn, beide zu vereinen.
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BRAVE HEART GIRL Mode ist zum Experimentieren da. Unser Plädoyer für Mut zum eigenen Stil. BUY NOW, CRY LATER Frühling ist Aufbruch. Auch und unter anderem im Kleiderschrank. Dabei muss man nicht immer vernünftig sein. WIR HABEN DIE HAARE SCHÖN Wer glaubt, das Thema Rasur sei bei uns Mädels erst nach der Nena’schen Achselhaar-Ära aufgekommen, der irrt.
ZUM COVER
ART DIRECTION: Gracia Gunkel
„Das Leben ist zu kurz, um nicht mutig zu sein.“ HAIR & MAKE-UP: Elke Grießmayr LOCATION: Das Mietstudio PHOTOGRAPHY: Patrick Saringer OUTFIT: Mantel von Burberry.
IMMER DRIN … 07 Editorial: Aus der Redaktion 80 Essen & Trinken: Tipps für Genießer 108 Trends der Ausgabe 118 Mayas Choice: Lieblingsstücke 126 Beauty-Trends: Hautschmeichler 138 Wohlfühl-Wohnen: Schönes fürs Zuhause 159 Frauen im Fokus: Wer uns aufgefallen ist 160 Charity: Tue Gutes und rede darüber 161 Mannsichten
Burberry erhältlich bei Fink’s
# WOHNEN 132
SO WOHNT 2019 Die schönsten Häuser und wie man sie hübsch befüllt. Weil eine schöne Hülle eben auch eine schöne Fülle braucht.
… verliebt ins Leben.
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ZUM SCHLUSS Von ihm an sie: Ein Liebesbrief an meine Frau.
IMPRESSUM HERAUSGEBER: Maya Altenburger-Schwitzer, Mag. Sandra Nardin, Christoph Loreck MEDIENINHABER: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, 0512/290088, www.econova.at GESCHÄFTSLEITUNG: Mag. Sandra Nardin, Christoph Loreck | ASSISTENZ: Martin Weissenbrunner CHEFREDAKTION: Marina Kremser | STV. CHEFREDAKTION: Sonja Niederbrunner (beide redaktion@maya-magazin.at) MITARBEITER DIESER AUSGABE: Alexandra Keller, Marian Kröll, Gracia Gunkel, Doris Daz ANZEIGENVERKAUF: Ing. Christian Senn, Bruno König, Hannah Oderich, Matteo Loreck | LAYOUT: Tom Binder PRODUKTION: Tom Binder, Rabea Siller | LEKTORAT: Mag. Christoph Slezak | FOTOS: Andreas Friedle, Patrick Saringer DRUCK: Radin-Berger-Print GmbH (25.000 Stück) | MAYA IM ABO (4 AUSGABEN PRO JAHR) : Inland: 19 Euro, Ausland (Deutschland, Schweiz, Italien): 29 Euro ABO-KONTAKT: Romana Müssiggang, abo@maya-magazin.at UNTERNEHMENSGEGENSTAND: Die Herstellung und der Vertrieb von Drucksorten aller Art. Grundlegende Richtung: maya ist das Tiroler Frauenmagazin für alle, denen Gesundheit, Schönheit und Mode wichtig ist und die sich gerne inspirieren lassen. maya ist ein Magazin für mehr Gelassenheit für Frauen mit Stil und Style, die dem Leben gerne mit einem Augenzwinkern begegnen. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mir vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar.
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MUT „WENN MENSCHEN ZU MIR SAGEN: ,DU BIST SO MUTIG‘, DANN VERSTEH ICH NICHT, WAS SIE MEINEN. MIR BLEIBT DOCH NICHTS ANDERES ÜBRIG.“ MARTINA HANDLE
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„Ich bin so stolz darauf, dass ich nach nur eineinhalb Saisonen schon so weit bin, dass mir das Monoskifahren so viel Spaß macht.“
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ie Hoffnung starb nicht zuletzt, sondern als Erste. Und das war gut so, sagt Martina Handle. Besser keine Hoffnung zu haben als eine falsche. Die Ärztin wusste, dass es nicht mehr gut werden würde. Das, was da in ihrem Körper kaputt gegangen war, war verloren. Und damit auch das Leben, wie sie es bisher kannte und liebte. Und wie sie es liebte – sie, die Drachenfliegerin, die Kitesurferin, die Freeriderin. Sie liebte den Rausch, liebte es, mit dem Wind zu tanzen, sich von ihm emporheben und tragen zu lassen, hinabzusinken, schwerelos, das Blut durch den Körper rauschend, pulsierend, so unglaublich atemberaubend, so unbeschreiblich schön. Nie wieder. Und wenn es ein Zurück gäbe, sie würde jeden einzelnen Augenblick dieses Glücks mit Freuden zurückgeben, wenn es sie wieder ganz machen würde. Wieder vollständig. „Das Risiko war es nicht wert“, sagt Martina heute, zweieinhalb Jahre nach dem Unfall, der sie an die Erde fesselte. S e i t i h r e r S t u d i e n z e i t war Martina Handle in der Luft – routiniert, fast schon penibel vorsichtig und umsichtig plante sie jedes ihrer Abenteuer, dann auch gemeinsam mit ihrem Mann. Als die beiden Söhne den Eltern in die Luft folgten, war die Vorsicht ein Gebot der Vorbildwirkung. M e n s c h e n v e r u n g l ü c k e n bei einfachsten Dingen. Manche gehen nie ein Risiko ein und es passiert trotzdem was. Jeder kennt die Geschichten – von dem, der nie rauchte und an Lungenkrebs starb, oder von Sportlern wie Schuhmacher, die dann bei vergleichsweise banalen Tätigkeiten verunfallen. Wenns passieren will, dann passiert es doch sowieso. Also, lass uns leben. So ähnlich dürfte Martina gedacht haben. So wie die meisten von uns
DAS WILDE HERZ Mit dem Unfall änderte sich für Martina Handle alles: Als sie vor zweieinhalb Jahren beim Drachenfliegen abstürzte, brachte sie das in den Rollstuhl und beendete das Leben, das die Ärztin bisher kannte und liebte. Aus der Ohnmacht und Hilflosigkeit heraus aber bricht sich ihr ursprüngliches Wesen Bahn. Und das ist ein überaus mutiges und lebenslustiges.
denken würden. Man gibt nichts auf, was man liebt, nur weil etwas passieren könnte. Konjunktiv killt Lebensträume.
MARTINA HANDLE
stürzte vor zweieinhalb Jahren beim Drachenfliegen ab. Der Weg zurück war kein leichter, der unbedingte Wille, wieder in ihrer Praxis zu ordinieren, sowie der starke Rückhalt durch ihre Familie gaben der Ärztin Kraft. Die frühere Vollblutsportlerin erobert sich immer mehr Bereiche ihres alten Lebens zurück – auf ganz neue Art und Weise.
K e i n e r f l i e g t mehr in der Familie Handle. Mit Martinas Unfall sind alle am Boden der Tatsachen angekommen. „Ich hatte ein schlechtes Gewissen gegenüber meiner Familie, weil ich sie in mein Schicksal mit hineingerissen habe. Ich weiß, wie traurig sie an meinem Krankenbett waren“, sagt Martina. „Und jetzt?“, fragt Maya. „Hast du dieses Gefühl immer noch?“ „Ich fühle mich manchmal immer noch schuldig, weil ich diesen Sport überhaupt ausgeübt habe. Mir wurde erst jetzt bewusst, dass ich Glück hatte, dass es erst so spät passiert ist und nicht schon früher, als die Kinder kleiner waren.“ Den Vorwurf hört sie immer wieder: Wie habe sie nur fliegen können, sie als Mutter, wie verantwortungslos. „Fair ist das nicht“, sagt sie. „Männer, die genauso Kinder haben, fliegen ja auch.“
TEXT:
SONJA NIEDERBRUNNER FOTOS:
ANDREAS FRIEDLE
M AYA / N U M M E R 05 / M Ä R Z 2019
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Fa i r i s t d a s a l l e s n i c h t . Die Gedanken kommen immer wieder: Warum ich? Warum ist das mir passiert? „Es gibt keine Erklärung, und es ist müßig, darüber nachzudenken, man muss einfach weitermachen.“ „Hast du dich denn mittlerweile damit abgefunden?“, fragt Maya. „Nein.“ Martina schüttelt den Kopf. „Da bin ich noch am Anfang meines Weges. Fünf Jahre muss man rechnen, bis man so weit ist, bis man wirklich damit klarkommt. Das erzählen mir Leidensgenossen und ich erlebe, dass das stimmt. Aber ich bin auf einem guten Weg. Ich bin auch oft glücklich.“ N o c h a n i h r e m Krankenbett versuchten „ihre Männer“ sie aufzuheitern, zu ermutigen, zeigten ihr Bilder von Monoskis und wollten ihr damit sagen: Dein Leben geht weiter, auch wenn es ein anderes sein wird. Du kannst trotz-
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FOTOS: PRIVAT
Das Leben vor und nach dem Unfall: Der Sport ist nach wie vor ein wichtiger Teil in Martina Handles Leben. Wie aktiv sie werden würde, hätte sie sich in den ersten Monaten nach dem Unfall noch nicht vorstellen können. Mittlerweile radelt sie mit dem Handbike auf die Seegrube, fährt nach nur eineinhalb Saisonen Monoski, geht alleine zum Langlaufen. Dass sie nicht mehr laufen kann, ist eine Einschränkung – aber kein Hindernis, von dem Martina sich aufhalten lässt.
dem sehr viel Spaß haben. Ihrer Familie zuliebe rafft Martina Handle sich auf, verspricht ihren Söhnen, eine „coole Rollstuhlfahrerin“ zu werden, übersteht die Monate in der Reha, die alles andere als leicht sind. Es ist kein angenehmer Weg, der in dieses neue Leben führt. Aber der einzige. Ihre Familie hält sie aufrecht – und der fixe Wille, wieder zurück in ihre Praxis zu kehren. „Das hat mir enorm viel Kraft gegeben“, sagt die Ärztin. „Ich wollte unbedingt wieder ordinieren.“ Sie hat es geschafft, und es ist kaum ein Unterschied zu früher. Ob sie in ihrem Sessel oder im Rollstuhl sitze, mache für ihre Patienten keinen Unterschied, sagt sie. Für Martina aber ist die Tatsache, dass sie hier sitzt, lebenswichtig. In ihrer Praxis ist sie so wie früher, es ist der einzige Bereich, in dem sie nahezu ganz die Alte sein kann.
„Ich habe meinen Söhnen versprochen, eine coole Rollstuhlfahrerin zu werden.“ MARTINA HANDLE
„Es ist ganz viel weg von mir. Dieser enorme Wertverlust, den man hat: Der Wert meines Selbst, der mich dargestellt hat, mich beschrieben hat. Die coole Drachenfliegerin, oft die einzige Frau, die dabei war, auch beim Kiten oder beim Skitourengehen, ich war am Mont Blanc, war eine richtig gute Tiefschneefahrerin und habe Sachen gemacht, wo viele Frauen nicht mithalten konnten. Das alles hat mich ausgemacht. Und dann liegt man da. Das Rückgrat durchtrennt, die rechte Hand schwer gebrochen, der linke Arm eingegipst mit all den Schläuchen und Zugängen – bewegungslos. Wenn man das nicht erlebt hat, kann man sich nicht vorstellen, wie heftig das ist. Von einer selbstbewussten, selbstbestimmten Frau wurde ich zu einem bewegungslosen Spiegelei.“ E r s t g e s t e r n war Martina langlaufen. In einem Schlitten sitzend schiebt sie sich dabei mit Doppelstockeinsatz vorwärts. Mittlerweile kann sie alleine langlaufen, braucht Hilfe beim Ein- und Ausladen und ein paar weitere kleine Handgriffe. „Dafür frage ich einfach Menschen, die gerade da sind.“ Es ist ein großes Stück Unabhängigkeit, das sie sich erkämpft hat. Wenn sie Dinge alleine erledigen kann, ist es etwas anderes, als wenn Freunde sie begleiten. Sie tun es dann nicht, weil es anders nicht ginge. Das macht einen großen Unterschied. „Hättest du vor einem Jahr gedacht, dass du das können wirst? Dass du alleine langlaufen gehen wirst?“ „Nein“, sagt Martina. „Die Lebensfreude und die Abenteuerlust hast du dir also bewahrt.“ „Ja, eigentlich schon, ich bin dabei, mir vieles wieder zu erarbeiten und zurückzuholen.“ G e r a d e h a t s i e als eine der ersten und wenigen Querschnittsgelähmten in Österreich den LKW-Führerschein gemacht. „Wir sind früher immer mit einem Camper in Urlaub gefahren – das wollen wir wieder machen.“ Früher fuhr sie den Wagen mit ihren Söhnen, ihr Mann war mit dem Motorrad unterwegs. „Als er sagte, ich müsse den Schein machen, war ich im ersten Moment schockiert darüber, was er da von mir verlangt. Dann habe ich ein paar Minuten überlegt und eingewilligt.“ Jetzt kann sie auch den neuen, speziell auf ihre Bedürfnisse um-
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... von Ihrem Spezialisten für Gesicht und Körper Manchmal nützen beste Ernährung und regelmäßiger Sport leider nichts: Der Körper einer Frau ist so individuell wie sie selbst. Incebel Medical Beauty bietet genau dafür ein revolutionäres, aber sanftes Behandlungsspektrum für typisch weibliche und doch individuelle Problemzonen: Fettzellenauflösung – Hautstraffung Schmerzlos und ohne operativen Eingriff wird das Fett mit dem mehrfach ausgezeichneten Verfahren der gezielten Fettzellenauflösung MedContour/Lipojet genau dort reduziert, wo es nicht mehr erwünscht ist: Bauch, Oberarme etc. Cellulite Mit einem revolutionären Anti-Cellulite-Programm wird die ungeliebte Bindegewebsschwäche dort bekämpft, wo sie Frauen sichtbar zu schaffen macht: an den Oberschenkeln, am Po etc.
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mutig daran?“, meint sie und deutet beinahe verächtlich auf das Gefährt, das sie einerseits mobil hält und andererseits Zeichen ihrer Behinderung ist. „Wenn Menschen zu mir sagen: ,Du bist so mutig‘, dann versteh ich nicht, was sie meinen. Mir bleibt doch nichts anderes übrig.“ Als Fliegerin, da war sie mutig. Als sie bei einem Flug in Umbrien plötzlich Tausende von Metern hoch, weit über der Wolkenbasis flog, da hat sie sich gespürt, da hatte sie Angst – und wo Angst ist, da kommt auch der Mut.
gebauten Camper selber fahren. Ihr Mann fordere sie – und das sei gut, sagt Martina. Das gibt ihr das Gefühl, ein Stückweit die Alte zu sein, eine echte, gleichwertige Partnerin, die ihre Rolle übernimmt und ausfüllt und ihm etwas zurückgeben kann. Und nicht eine Belastung ist. „Es kreist so viel um mich, um meine Bedürfnisse, und eigentlich sollte ich mich mehr um die anderen kümmern – ich möchte das gern wieder, aber es geht noch nicht.“ V o m F l i e g e n hat Martina schon lange nicht mehr geträumt. Dafür ist es der Unfall, der sich seit einigen Monaten immer wieder vor ihrem inneren Auge abspult. Im ersten Jahr ist ihr das nie passiert. Wenn sie wieder abstürzt, muss sie das Licht anmachen oder ein Buch aufschlagen, sich sofort anderweitig beschäftigen. Es ist ein ekelhaftes Gefühl. Gedacht hat sie in dem Moment, als sie mit dem Drachen in den Baum
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stürzte, nicht viel. Nur „Ich bring ihn nicht ums Eck, verdammt“. Für mehr reichte die Zeit nicht. Ein Augenblick verändert alles. Die beste Sicherheitsausrüstung konnte den Sturz nicht verhindern, all die Vorsicht, all die Vorausschau, all das Planen nützte nichts. Martina und ihr Mann sind den Unfall immer wieder minutiös durchgegangen. „Ich wollte ausschließen können, dass ich einen Fehler gemacht habe. Ich wollte wissen, ob ich anders reagieren hätte müssen oder können.“ Hätte sie nicht, es war kein Fehler. Es ist einfach nur passiert. Das Wissen darum macht es leichter und schwerer zugleich. Aber ändern tut es nichts. I n Wa h r h e i t hat sich auch Martina nicht wirklich geändert, auch wenn sie selbst das vielleicht nicht so wahrnimmt. Sie selbst empfindet sich nicht als mutig – „Was ist schon
W e n n j e m a n d so hoch geflogen ist, dann kann das Leben auf der Erde recht einengen. Da kann man sich selbst schon aus den Augen verlieren, weil man den Himmel nicht mehr als Bezugspunkt hat. Doch Martina findet neue Orientierungsmarken – nahezu, ohne es selbst zu merken. „Ich bin so stolz darauf, dass ich nach nur eineinhalb Saisonen – und das mit über 50 – schon so weit bin, dass mir das Monoskifahren so viel Spaß macht.“ Wenn sie Skifahren geht mit ihrem Monoski, dann weiß sie, dass es riskant ist – wenn sie fällt, ist das schmerzhaft. Würde sie schwer stürzen und sich ihre Arme ernstlich verletzen, „dann wäre ich vorübergehend nicht mehr selbständig. Das wäre eine Katastrophe für mich.“ Da ist er wieder, der Konjunktiv. Aber: Man braucht das „was wäre, wenn“ im Leben wohl. Man braucht Unsicherheit, man braucht ein gewisses Risiko. Manche Menschen noch mehr als andere. „Ja, ich gehe dieses Risiko ein. Ich will das echt machen, ich liebe das Skifahren, das Radfahren, das Langlaufen“, sagt die Ärztin. „Also bist du doch mutig.“ „Oder vielleicht auch dumm?“ Ein Risiko einzugehen, ist nicht dumm. Lebendig fühlen wir uns in Wahrheit doch nur dann, wenn wir unseren Pulsschlag spüren. Nicht äußere Bedingungen entscheiden darüber, wer wir sind. Wenn unser Herz wie wild schlägt und zu einem wilden Herzen wird, dann ist es egal, ob wir laufen können oder nicht, ob wir am Boden sind oder in der Luft. Wenn wir unserem Herzen gestatten, wild schlagen zu dürfen, dann sind wir frei.
„Wenn Menschen zu mir sagen: ,Du bist so mutig‘, dann versteh ich nicht, was sie meinen. Mir bleibt doch nichts anderes übrig.“
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GESPRÄCHE:
SONJA NIEDERBRUNNER
Mutgesichter Eine, die mit ihrer Kamera durch die Welt reist. Eine, die in Kriegsgebieten war. Eine, die Männer anführte. Eine, die allein die Alpen überquerte. Eine, die nochmal von vorn angefangen hat. Eine, die Zivilcourage zeigte.
Mut hat viele Gesichter und schreibt viele Geschichten. Sechs davon erzählen wir hier.
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What if I fall? Oh, but my darling, what if you fly?
Mut ist ein Gefühl, das einem hilft, die eigene Angst zu überwinden – um das Richtige zu tun, um über seine eigenen Grenzen zu gehen, die Komfortzone zu verlassen und aus Routinen auszubrechen.
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Die Geschichtenerzählerin Seit 2008 ist Ramona selbstständige Meisterfotografin, die allein durch die Welt reiste, unter anderem, um Kühe zu fotografieren. Wir finden nicht nur das Alleinreisen mutig, sondern auch, dass sie sich so enthusiastisch auf neue Dinge und auch Menschen einlassen kann.
Wie definierst du für dich Mut? R A M O N A : Mut heißt für mich eine Entscheidung treffen, bei der man oftmals über seine eigene Grenze geht, die Komfortzone verlässt und aus der Routine ausbricht. Das kann in meinem Fall eine Reise in entlegene Gebiete oder ein Abenteuer sein. Mutig sind für mich aber beispielsweise auch Menschen, die gegen den Strom schwimmen, ihre Meinung sagen oder für die Rechte anderer eintreten.
„Ich gehe lieber tagelang durch den Dschungel Kambodschas, fahre mit lebensmüden Fahrern durch die Mongolei oder werde auf einer einsamen Insel in Alaska abgesetzt als vor vielen Leuten zu sprechen.“ Ramona Waldner, 31
Kannst du nachvollziehen, warum andere dich oder das was du machst, als mutig empfinden? Ich kann nachvollziehen, dass manche Menschen es als mutig empfinden, gewisse Muster und Gewohnheiten zu durchbrechen und ins Ungewisse aufzubrechen. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass ich meiner Leidenschaft folge, sich meine persönlichen Grenzen in dieser Hinsicht schon etwas ausgeweitet haben und ich mich beim Reisen besonders wohl fühle. Es gab und gibt aber natürlich einige Situationen, in denen ich etwas wagen und über meinen Schatten springen musste. Was macht dir Angst? Ich muss zugeben, ich gehe lieber tagelang durch den Dschungel Kambodschas, fahre mit lebensmüden Fahrern durch die Mongolei oder werde auf einer einsamen Insel in Alaska abgesetzt als beispielsweise vor vielen Leuten zu sprechen, etwa im Rahmen eines Vortrags. Denn das bereitet mir wirklich schlaflose Nächte. Für jemand anderen wäre wiederum die umgekehrte Version ein Albtraum. Als
Fotografin sehe ich mich als Beobachterin und fühle mich sehr wohl hinter der Kamera. Was würdest du als deine größte berufliche Qualität bezeichnen? Ich denke, was meine Arbeiten ausmacht, ist, dass ich mir gerade bei Porträts und Reportagen Zeit nehme, den Menschen dabei großen Respekt entgegenbringe und ihnen gut zuhöre. Ihre Geschichten versuche ich in meinen Bildern darzustellen. Ich versuche dabei so wertfrei wie möglich zu sein. Dabei wird ein gewisses Vertrauen aufgebaut und wenn die Menschen sich wohlfühlen, entstehen diese Aufnahmen. I c h b i n m e i s t hoch motiviert und bereit, für ein Bild oder eine Reportage einiges auf mich zu nehmen, und gebe mich selten mit dem einfachen Weg zufrieden. Dabei bin ich
ziemlich spontan und impulsiv. Das schätzen die meisten Menschen und lassen sich davon anstecken. Durch meine Ausbildung und mein Interesse an Design und Kunst habe ich ein recht gutes Vorstellungsvermögen, wie eine Geschichte aufgebaut werden kann, und einen hohen ästhetischen Anspruch an meine Arbeiten. Was treibt dich dazu, dir immer wieder Dinge abseits der ausgetretenen Pfade anzusehen? Ich liebe es, Neues zu entdecken, zu beobachten, spannende Menschen kennenzulernen und tief in andere Kulturen einzutauchen. Es reizt mich, in ursprünglichen Gegenden und völlig abseits der Massen unterwegs zu sein. Besonders mag ich es, beim Reisen mit wenigen materiellen Dingen – einmal abgesehen vom Kameraequipment natürlich – auszukommen und mich aufs Wesentliche zu fokussieren. Das hat etwas Befreiendes. Ich bin meist einfach unterwegs und viel in der Natur. Was war deine bisher herausforderndste Aufgabe? 2015 habe ich von Werner Lampert den Auftrag bekommen, für sein Buch die seltensten indigenen Rinder der Welt in ihrer ursprünglichen Umgebung zu fotografieren. Dafür war ich an die zwei Jahre rund um die Welt unterwegs. Es war ein sehr spezielles Projekt, das mir viel abverlangt hat, mich aber um etliche wertvolle Erfahrungen reicher gemacht hat. Mittlerweile ist daraus ein zweites Buch entstanden.
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Die Krisenhelferin Die Psychologin Pia Andreatta ist Professorin an der Uni Innsbruck mit Forschungsschwerpunkt Trauma- und Konfliktforschung. Nachdem sie jahrelang in der Krisenintervention im Inland tätig war, war sie über viele Monate in Konflikt- und Kriegsgebieten weltweit unterwegs: nach dem Bürgerkrieg in Sri Lanka (2010), in Syrien, im Raum Aleppo (2013), während des letzten Krieges 2014 im Gaza-Streifen und 2015 für einige Wochen im Libanon. Es ist nicht nur mutig, in solche Gebiete zu reisen, sondern vor allem auch, das Leid anderer zu ertragen und zu mildern.
Was ist in deinen Augen Mut? P I A : Mut ist für mich, wenn jemand Krieg und Flucht erlebt hat und am nächsten Tag trotzdem wieder aufsteht. Wenn jemand einen nahen Menschen plötzlich verloren hat und trotzdem psychisch überlebt. Wenn jemand Verfolgung und Gewalt erlebt und dennoch wieder an sich und die Menschen glauben kann. Ich ziehe meinen Hut vor all denen, die einen Neubeginn wagen. Empfindest du dich selbst als mutig? Natürlich empfinde ich mich nicht als mutig. In all meinen Kriegs- und Konflikteinsätzen hatte ich das Gefühl – trotz der Bedrohung –, da irgendwie wieder herauszukommen und nach Hause fliegen zu können. Und das, während andere alles verloren haben. Kannst du nachvollziehen, warum andere dich als mutig empfinden? Es ist für mich nachvollziehbar, dass viele meine Erlebnisse bei den Auslandseinsätzen für mutig oder außergewöhnlich halten, doch ich weiß auch, dass sich vor Ort immer alles etwas differenzierter zeigt. Was macht dir Angst? Mir machen gesellschaftliche Entwicklungen Angst: Wenn Recht plötzlich Politik zu folgen hat, wenn Geflüchtete mit ganz schrecklichen Erfahrungen im Hintergrund nun wieder ghettoisiert und in die Untätigkeit gezwungen werden. Wenn Hass sich völlig problemlos im Netz verbreiten darf. Wenn wir uns oft überhaupt nicht solidarisieren. Hast du bei deinen Einsätzen Angst empfunden? Oh ja. Ja! In mehreren Situationen habe ich nackte Angst erlebt: Als ich – gezwungenerma-
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„Angst bedeutet auch immer Isolation und die eigene Isolation wird schwer ertragen.“ Pia Andreatta, 49
ßen verschleiert – in Syrien unter einem blauen Himmel stand und mehrere Black Hawks über selbigen schwadronierten und ein unmittelbarer Angriff bevorstand. Als in Gaza ganz in der Nähe eine Bombe völlig unerwartet detonierte. Als ein Kollege gekidnappt und letztlich getötet wurde. Als die Information über Einsatz von Giftgas in anderen Bezirken eintraf und bei uns keine Gegenstrategie (Dekontamination und Medikamente) zur Verfügung stand. Als es Ausschreitungen und Gewalt an der Grenze gab. Waren das schon genug Beispiele? Ist dir ein Erlebnis in Erinnerung, das deinen Mut in besonderer Weise gefordert hat? Ich habe mich unendlich hilflos gefühlt, als immer wieder schwer verletzte Kinder gebracht wurden, als eine meiner Aufgaben war, eine Mutter zu halten – am meisten vielleicht die Konfrontation mit der Unerträglichkeit. Ich hoffe, dass „aushalten“ auch eine Form von Mut ist. Denkst du, dass man Mut lernen kann? Meine Überzeugung ist, dass, wenn Menschen wirklich auch ermutigt und gestärkt werden, sie zur Weiterentwicklung ihres eigenen Mutes fähig sind.
Wie äußert sich Angst bei dir? Angst erlebe ich als sofortiges Gefühl der Lähmung und körperlich als ein Erstarren. Wenn ich dann feststelle, dass ich nicht mehr wirklich atme, dann erinnere ich mich, dass ich zuerst Luft in den ganzen Körper strömen lasse, dann bin ich gleich wieder etwas präsenter. Ich sage dann auch: „Ah, das ist der Blick in die nackte Angst.“ Solange ich dann nicht auch noch eine Entscheidung treffen oder handeln muss, kann ich den Zustand für einige Momente „regulieren“ und auch wieder besser denken. Ist Mut eine für dich wichtige Eigenschaft? Ich hätte noch nie den Gedanken gehabt, dass Mut eine zentrale Eigenschaft ist. Mir wären da ganz andere Begriffe vorher eingefallen: Würde. Integrität. Respekt. Rückgrat. Hat dich deine Tätigkeit verändert? Ja. Das Miterleben von Kriegsgräueln – wenn auch nur für umschriebene Zeit – hinterlässt in jedem Menschen Spuren. Mein Vorteil ist, dass ich durch den wissenschaftlichen Blick diese Veränderungen auch verstehen und akzeptieren kann: Menschen sind verwundbar, unsere Sicherheit ist auch immer wieder fragil, aber wir haben auch Ressourcen, Freude und Humor als kostbare Aspekte des Lebens. Ist es für dich einfacher, die Angst anderer zu ertragen oder die eigene Angst? Ich gehe, vermutlich wie viele andere auch, davon aus, dass die Angst anderer verstehbarer, erklärbarer, berührbarer, regulierbarer als die eigene ist. Angst bedeutet auch immer Isolation und die eigene Isolation wird schwer ertragen.
FOTO: ANDREAS FRIEDLE
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Die Bergretterin Bevor Anni Pirchner, Leiterin der Erwachsenenschule Steinach, Psychologie studierte, war sie jahrelang Hauptschullehrerin für Mathe und Sport. Als sich die Bergrettung ab 2000 auch für Frauen öffnete, war sie eine der ersten Bergretterinnen. Und sie war die erste Frau, die eine Ortsstelle der Bergrettung leitete (2004 bis 2012, Bergrettung Steinach-Gschnitztal).
Empfindest du dich selbst als mutig? A N N I : Mut hat viele Gesichter. Nicht in jedem Lebensbereich empfinde ich mich als gleich mutig. Im sportlichen Bereich sehe ich mich – im Spannungsfeld von Draufgängertum und Vorsicht – als in der Mitte ausbalanciert oder sogar eher auf der vorsichtigen Seite. Ich habe zahlreiche schwierige alpine Klettereien gemeinsam mit meinem Mann absolviert, durch dieses Training wurde ich mutiger – in dem Sinn, wer besser trainiert ist, schiebt seine Grenzen weiter hinaus, traut sich mehr zu, gewinnt an Selbstvertrauen und die Sicherheit, auch schwierige Situationen bewältigen zu können. Ich glaube, dass ich Mut im Sinne von Zivilcourage habe. Ich packe Dinge an, von denen ich überzeugt bin, auch wenn andere was dagegen haben und ich auf Widerstand stoße. Kannst du nachvollziehen, warum andere dich als mutig empfinden? Erst 2000 hat sich die Bergrettung Tirol für Frauen geöffnet. Ich wurde dort akzeptiert, weil ich doch über locker ausreichende Fähigkeiten für diese Tätigkeit verfügte. Aber trotzdem musste ich große Standfestigkeit beweisen und viele Hindernisse bewältigen. Dass eine Frau diese Aufgabe übernimmt, war doch sehr ungewöhnlich und wurde vielfach nicht gutgeheißen. Von diesem Aspekt aus gesehen kann ich mir vorstellen, dass es andere als mutig empfinden. Hast du bei Rettungseinsätzen Angst empfunden? Gefährliche Situationen bei Rettungseinsätzen habe ich eigentlich nie erlebt. Wenn es stressig ist, kann ich fokussiert und zielgerichtet arbeiten, die Emotionen kommen eher nachher. Am unangenehmsten für mich war die Bergung tödlich verunfallter Personen. Ist dir ein Erlebnis in Erinnerung, das deinen Mut in besonderer Weise gefordert hat?
FOTO: ANDREAS FRIEDLE
„Wichtig ist, dass man Dinge anpackt, man kann dabei nur dazulernen, auch wenn einmal etwas schiefgeht.“ Anni Pirchner, 61
Ein herausforderndes Erlebnis war der Absturz eines Kollegen in einer alpinen Klettertour, wobei er sich lebensgefährliche Verletzungen zuzog. Mein Mann und ich konnten die Erstversorgung durchführen und ihm so das Leben retten. E i n a n d e r e s g e f ä h r l i c h e s Erlebnis hatte ich in einer Eiswand. Wir gerieten in einen Steinschlag und mussten schnellstmöglich aus der Wand ausqueren. Nichts ist in diesem Augenblick wichtiger, als einen klaren Kopf zu bewahren, alle Kräfte zu mobilisieren, um heil aus der Situation herauszukommen. Denkst du, dass man Mut lernen kann? Mut kann man trainieren. Die Situationen, an die man sich wagt, sollten aber an das individuelle Bewältigungsniveau angepasst sein. Sonst ist es Leichtsinn. Mut und Angst schließen sich nicht aus. Mutig ist, wer sich seinen Ängsten stellt. Was tust du, wenn du Angst vor etwas hast? Ich habe Strategien bereit, die mir helfen, die innere Ruhe zu bewahren. Tiefe Atemzüge, Gedankenkontrolle (negative Gedanken, die zur Bewältigung der Situation wenig hilfreich sind, stoppen) und Konzentration auf das, was jetzt im Augenblick hilfreich ist, gezielte Handlungen zur Bewältigung der Situation ausführen.
Ist Mut eine für dich wichtige Eigenschaft? Mut im Sinne von Entschlossenheit, Durchsetzungsvermögen, Rückgrat, aber auch Besonnenheit und Umsicht, Vernunft. Diese Eigenschaften können den Horizont erweitern, ohne dabei waghalsig oder leichtsinnig zu werden. Ein Maß an Angst gehört dazu, diese warnt vor Gefahren. Es ist eine Gratwanderung und nicht immer ganz einfach, in diesem Spannungsfeld das richtige Maß zu finden. Ein gewisses Risiko bleibt immer bestehen, dass es auch einmal schiefgehen kann. Hat dich deine Tätigkeit als Bergretterin verändert? Während meiner leitenden Tätigkeit habe ich viel Selbstvertrauen gewonnen, auch eine Frau kann auf diesem doch sehr männerdominierten Gebiet erfolgreich sein. Ich kam zu der Erkenntnis, dass es genügt, genauso gut zu sein wie die Männer. Wichtig ist, dass man Dinge anpackt, man kann dabei nur dazulernen, auch wenn einmal etwas schiefgeht. Musstest du als Frau mutiger sein als die Männer? Was Mut betrifft, hat jeder, egal ob Mann oder Frau, seine persönliche Grenze. Männer verhalten sich im Allgemeinen risikobereiter, Frauen defensiver. Ich glaube, in diesem Umfeld wird ein höheres Risiko akzeptiert. Aber niemand braucht etwas zu tun, was er nicht will, z. B. sich bei Gewitter an eine exponierte Stelle zu begeben. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich weniger Angst zeigen dürfte als die anderen auch. I m A l l g e m e i n e n hat bei Einsätzen die Sicherheit Vorrang. Es gibt viele Schulungen, die der Sicherheit dienen und das Risiko verringern sollen. Aber auch bei größter Vorsicht bleibt ein gewisses Restrisiko bestehen. Das muss man akzeptieren, wenn man diese Tätigkeit ausführen will.
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Die Neustarterin Für die ehemalige Volksschullehrerin, die nebenher auch als Rettungsassistentin beim „Weißen Kreuz“ in Bozen jobbte, war Medizin immer reizvoll. Während andere ihren Träumen nachhängen, hat Claudia Unterhofer diese in die Tat umgesetzt: Seit 2010 ist sie Fachärztin für Neurochirurgie, 2017 habilitierte sie. Heute ist Claudia leitende Oberärztin an der Klinik Innsbruck.
Wie definierst du Mut? C L A U D I A : Ich glaube, es gibt unterschiedliche Formen von Mut. Es gibt einerseits den Mut im Alltag: Zu sein, wer man ist, eine eigene Meinung zu haben und zu vertreten, ehrlich zu bleiben und aufrichtig zu sein. Auch unpopuläre Aussagen zu treffen; auch mal gegen den Strom zu schwimmen oder für andere die eigene Stimme zu erheben. A n d e r e r s e i t s gibt es den Lebensmut: Den Mut, das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen. Wenn es notwendig ist, einen Schlussstrich zu ziehen. Das Leben zu verändern: aufzustehen und zu gehen. Den Mut, sich seine Wünsche zu erfüllen. Empfindest du dich selbst als mutig? Was den „alltäglichen Mut“ betrifft, glaube ich, dass ich mutig bin. Auch wenn diese Form des Mutes nicht nur Freunde bringt und durchaus polarisieren kann. Vielleicht ist es mutig, etwas zu sagen oder zu tun, aber oftmals ist es in einem emotionalen Moment nicht immer klug. Manchmal sollte man den Mut haben zu schweigen. Das sollte ich noch lernen. Was den Lebensmut betrifft, weiß ich nicht, ob ich mutig bin. Ich weiß, dass ich sehr neugierig bin und Lust auf neue Erfahrungen habe. Kannst du nachvollziehen, warum andere dich als mutig empfinden? Ja, es kann sein, dass mein Werdegang als mutig empfunden wird. Ich empfinde ihn heute auch als mutig. Damals, vor 20 Jahren, hatte ich einfach Lust, meine Träume zu verwirklichen. Ich war jung, ungebunden und habe auch wenig über die Konsequenzen meiner
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Angst vor Physik und Chemie. Fächer, in denen ich bereits im Gymnasium schlecht war.
„Manchmal sollte man den Mut haben zu schweigen. Das sollte ich noch lernen.“ Claudia Unterhofer, 46
Entscheidungen nachgedacht. Ich habe auch eine tolle Familie im Hintergrund gehabt, die an mich geglaubt hat und mich unterstützt hat, meine Träume zu verwirklichen. Was macht dir Angst? Was mir Angst macht, ist das Wissen, dass alles vergänglich ist und nichts für immer. Dass meine Familie sich verändern wird, mein Leben und Lebenswandel sich verändern, meine Haustiere irgendwann nicht mehr da sein werden. Und dass ich vielleicht irgendwann nicht mehr alleine meine Entscheidungen treffen kann, sondern andere für mich sprechen werden. Selbstbestimmtheit ist für mich ein sehr wichtiges Thema. Der Respekt vor persönlichen Entscheidungen spielt für mich eine entscheidende Rolle, sowohl in meinem Leben als auch in der Behandlung meiner Patienten. Der mögliche Verlust derselben macht mir große Angst. Hast du bei deinen Berufs- und damit auch quasi „Lebenswechseln“ Angst empfunden? Oder war die Angst davor, es nicht zu tun, größer? Von der Größe der Veränderung habe ich damals wenig Angst empfunden. Angst hatte ich vor kleinen, konkreten Dingen: Ich hatte
A n g s t vor einem neuen Leben hatte ich nicht. Ich habe in einer sehr tollen Wohngemeinschaft mit fünf weiteren jungen Studentinnen im Zentrum von Innsbruck gewohnt. Wir waren alle sehr unterschiedlich, haben uns aber von Anfang an sehr gut verstanden. Ich kann mich erinnern, dass ich im ersten Semester verunsichert war, weil ich niemanden kannte. Meine Mitbewohnerinnen haben mir ein Zuhause gegeben, haben zu mir gehalten, wir hatten sehr viel Spaß. Ich werde ihnen dafür immer dankbar sein. Ist dir ein Erlebnis in Erinnerung, das deinen Mut in besonderer Weise gefordert hat? Nein, leider nicht. Aber mir ist immer noch ein Erlebnis in Erinnerung, bei dem ich keinen Mut bewiesen habe: Ich war als Zuhörerin bei einem Rigorosum anwesend. Als Prüfling war ein Studienkollege von mir angetreten, der aus dem Ausland kam. Er war ein sehr intelligenter Student, der mit einem starken Akzent sprach. Der prüfende Professor hat ihn von Anfang an sehr unprofessionell behandelt und ihn aufgrund seiner Sprache öffentlich diskriminiert. Ich war als Zuhörerin hin- und hergerissen, ob ich etwas sagen sollte. Ich habe es nicht getan. Weder zum Professor noch zum Studienkollegen. Ich hatte Angst, er könnte mich fragen, warum ich nicht offen zu ihm gestanden bin. Ist Mut eine für dich wichtige Eigenschaft? Warum? Ja, Mut ist eine wichtige Eigenschaft. Es waren schon immer die Mutigen unter uns, die die
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Welt verändert und bleibende Spuren hinterlassen haben. Aber die Welt braucht nicht nur eine Jeanne d’Arc, einen Christoph Kolumbus oder eine Greta Thunberg. Mut ist für jeden von uns wichtig. Weil wir täglich Mut brauchen, um das eigene Leben bestimmen zu können und somit dem Glück näherzukommen. Mut beginnt bei jedem persönlich, kann weitergegeben werden und kann sogar ansteckend sein. Hat dich deine Tätigkeit verändert? Ja, ich glaube schon, dass mich meine Tätigkeit als Neurochirurgin verändert, mein Leben und meinen Charakter geprägt hat. Aber auch das Älterwerden spielt dabei eine wichtige Rolle. Durch meinen Beruf werde ich täglich mit viel Leid und vielen Schicksalen konfrontiert. Anfänglich hat mir die Verwundbarkeit des Lebens Angst gemacht. Heut bin ich durch diese Erkenntnis stärker und auch dankbarer dem Leben gegenüber geworden. Ich habe heute weniger Angst, Entscheidungen zu treffen und mir vom Leben das herauszunehmen, was mich glücklich macht. Ich kann besser „nein“ sagen und versuche mehr Zeit in mein Privatleben zu investieren. Wenn ich frei habe und mit Freunden und Familie zusammen bin, nehme ich meine Zufriedenheit aktiv wahr. Es ist für mich nicht selbstverständlich, dass wir alle gemeinsam gesund und glücklich beisammen sein dürfen. Denkst du, dass es Situationen im Leben gibt, in denen Mut die einzige Option ist? In Ausnahmesituationen vielleicht kann Mut die einzige Option sein. Wenn du dein Kind retten musst, durch das Feuer laufen oder durch einen eiskalten Fluss schwimmen musst. Aber wie oft passiert das schon? Ansonsten ist Mut nicht die einzige Option. Aber er kann hilfreich sein. Vor allem, wenn man während der Vorführung seines Lebens Hauptdarstellerin und nicht Zuschauerin sein will.
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Die Entdeckerin Die freiberufliche Autorin, Kulturmanagerin, Film- und Theaterregisseurin Ana Zirner durchwanderte solo die Alpen von Ost nach West. Jetzt gerade durchpaddelt sie den Colorado River.
Wie definierst du für dich Mut? A N A : Zivilcourage ist das Erste, woran ich bei Mut denke. Mut kostet Kraft, aber es ist eine fließende Kraft, die der oder die Mutige ganz selbstverständlich spürt. Mutige Taten sind nicht kopflos, sondern wohl überlegt oder aus instinktivem Wissen geboren. Empfindest du dich selbst als mutig? Eher selten. Ich habe mutige Momente, wenn es mir gelingt, schlagfertig zu sein oder jemanden zu verteidigen. Kannst du nachvollziehen, warum andere dich als mutig einordnen? Ich vermute, weil es andere Mut kosten würde, so allein am Berg unterwegs zu sein wie ich. Ich selbst empfinde das aber nicht als mutig, weil es mich kaum Überwindung kostet, sondern sich ganz natürlich anfühlt. Aber ebenso finde ich ganz andere Sachen mutig, die vielleicht eben jene Menschen an anderen Stellen in ihrem Leben machen. Was macht dir Angst und wie äußert sie sich? Angst habe ich vor allem davor, dass man mich nicht mag. Das äußert sich, indem ich dann krampfhaft versuche, eben diese Menschen dazu zu bringen, mich zu mögen, indem ich versuche zu betonen, wie „toll” ich
„Mutige Taten sind nicht kopflos, sondern wohl überlegt oder aus instinktivem Wissen geboren.“ Ana Zirner, 35
Hast du mehr Angst vor Dingen, die in deiner Hand liegen oder vor jenen, die du nicht beeinflussen kannst? Ich habe schon manchmal Angst davor, z. B. im Winter eine Lawinensituation falsch einzuschätzen. Natur ist sehr gewaltig und kann Angst machen, aber das ist auch gut so.
Die aktuellen Abenteuer von Ana kann man online unter www.anasways.com mitverfolgen.
bin, wenn sie mich verunsichern. Ziemlich kontraproduktiv. Sind Mut und Angst für dich wichtige und notwendige Eigenschaften? Ja. Beides gibt Kraft und bewahrt vor Übermut. Ist dir ein Erlebnis in Erinnerung, das deinen Mut in besonderer Weise gefordert hat bzw. eine bisher verborgene Angst ausgelöst hat? Mich hat mal ein Mann in einer Bar begrapscht. Ich habe ihn dann eigenhändig rausgeschmissen, während meine männlichen Freunde völlig perplex daneben standen. Es ging so schnell, dass sie gar keine Gelegenheit hatten, einzugreifen. Und ich hatte in dem Moment plötzlich irre viel Kraft. Aber es hat sich alles ganz natürlich angefühlt.
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Alllein zu Fuß von Ost nach West. Von Ana Zirner, Malik Verlag 2018, 271 Seiten, 20,60 Euro
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Die Lebensretterin Ines Demetz, Mutter zweier Kinder, Verwaltungssachbearbeiterin und Skilehrerin, rettete durch ihr beherztes Eingreifen das Leben einer Frau, wofür sie letztes Jahr mit der Lebensrettermedaille ausgezeichnet wurde.
Was ist Mut? I N E S : Mut ist für mich ein Gefühl, das jeder in sich trägt und man in gewissen Situationen überwinden kann oder muss, um etwas für sich Richtiges zu tun. Empfindest du dich selbst als mutig? Nein, eigentlich nicht, aber das ist wohl Ansichtssache. Was einem selbst normal oder logisch vorkommt, ist für einen anderen schon mutig oder sogar übertrieben. Kannst du nachvollziehen, warum andere dich und das, was du getan hast, als mutig empfinden? In gewisser Weise schon und dann auch nicht. Gleich nach diesem Vorfall habe ich mich beim Rettungssanitäter des Weißen Kreuzes erkundigt, wie es der Frau geht, und daraufhin hat er mir gesagt: „Du hast extreme Zivilcourage gezeigt.“ Aus meiner Sicht habe ich nur getan, was jeder in einer solchen Situation getan hätte. Deshalb habe ich auch keinen großen Wirbel darum gemacht, da es für mich selbstverständlich war, der Frau und der in diesem Moment hilflosen Familie zu helfen. Umso größer war die Überraschung, dass ich diese Auszeichnung erhielt. Hast du in der Situation, als du ein Leben gerettet hast, Angst empfunden? Eigentlich nicht, in diesem Moment habe ich an gar nichts gedacht. Erst nachdem die Rettungskräfte die Frau übernommen hatten, wurde mir bewusst, was eigentlich passiert war: Dass ich im 6. Monat schwanger war und dass mein Sohn Alex, damals 3 Jahre jung, das ganze Geschehen mit seinem „Lolli“ brav allein im Auto verfolgt hat. Als ich dann nach Hause gefahren bin und alles langsam verarbeitet hatte, habe ich angefangen zu zittern und sofort meinen Mann angerufen, der mich beruhigt hat.
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„Aus meiner Sicht habe ich nur getan, was jeder in einer solchen Situation getan hätte.“ Ines Demetz, 36
Hat dich dieses Erlebnis verändert? Irgendwie schon. Erstens weil ich nie gedacht hätte, in eine solche Situation zu geraten. Zweitens hat die Wichtigkeit von Erste-Hilfe-Kursen und deren Auffrischung eine größere Rolle in meinem Leben eingenommen. Ich versuche, es vielen ans Herz zu legen, einen solchen Kurs zu besuchen. Und: Meine Dankbarkeit Rettungskräften gegenüber ist größer geworden. Was macht dir Angst? Angst ist vielleicht ein zu großes Wort, aber ich hoffe, dass meine Familie und Freunde gesund bleiben und unsere Kinder eine tolle Zukunft haben werden. Ein bisschen Angst zu haben ist aber immer positiv, damit man nicht unüberlegte Entscheidungen trifft bzw. sich unnötig Gefahren aussetzt. Denkst du, dass man Mut lernen kann? Ja. Es liegt an jedem, den Schritt zu wagen, um Angst zu überwinden. Ich finde, wenn man Situationen überlegt angeht, kann man durchaus einen weiteren Schritt wagen. Der Mut er-
gab sich in meinem Fall aus einem Zusammenspiel von Selbstsicherheit und Vorbereitung (durch die Teilnahme an Erste Hilfe-Kursen wegen meiner Skilehrerausbildung) und in gewisser Weise von Selbstlosigkeit (ich habe in diesem Moment weder an mich als Hochschwangere noch an meinem Sohn gedacht). Wenn man diesen Schritt einmal überwunden hat, fällt die Mutprobe beim zweiten Mal wahrscheinlich leichter aus. Deshalb kann man Mut in gewisser Weise schon erlernen. Was tust du, wenn du Angst vor etwas hast? In Angstsituationen werde ich als eher stille und ruhige Person sehr gesprächig, aber ich versuche dennoch, in mich zu gehen, um die positiven Seiten daraus zu ziehen. Wa s i c h d u r c h dieses Ereignis aber für immer mitnehmen werde, ist das Gefühl der ehrlichen und verzweifelten Angst der Angehörigen um ihre Frau, Mutter und Tante, die ich während der Wiederbelebung gespürt habe. Ich kann mich als Glückskind schätzen, bis jetzt noch nie eine solch pure Angst gespürt zu haben. Denkst du, dass Mut eine wichtige Eigenschaft ist? Ja. Es tut manchmal gut, über den eigenen Schatten zu springen, um eine andere Seite von sich kennenzulernen, natürlich immer mit Vorsicht und Vernunft.
MUT ZUR HILFE Wenn in unmittelbarer Umgebung ein Unglück passiert, ist der erste Reflex oft Erstarren. Deshalb unser Appell: Habt Mut zur eigenen Courage.
„Jeder kann Erste Hilfe leisten. Das Einzige, was man falsch machen kann, ist nichts zu tun.“ R O T K R E U Z- C H E FA R Z T DR. WOLFGANG SCHREIBER
2. NOTRUF:
I
nes Demetz hat es vorgemacht. Sie war im Auto unterwegs, als sie sah, dass ein Pulk von Menschen um eine leblose Person stand. Sie hielt an und begann mit der Wiederbelebung, so lange, bis die Rettung eintraf. Ines hat damit alles richtig gemacht und ein Leben gerettet. Dafür hat sie 2018 die Lebensrettermedaille des Landes Tirol bekommen – für etwas, das eigentlich selbstverständlich sein sollte. Es aber nicht ist, denn aus Angst, etwas falsch zu machen, machen viele lieber gar nichts. Doch Mut zur Hilfe rettet Leben!
RETTUNGSKETTE Wenn ihr auf der Straße zufällig zu einem medizinischen Notfall dazukommt, seid ihr als Ersthelfer für die ersten drei Punkte der Rettungskette zuständig. 1. ABSICHERN:
Verschafft euch einen Überblick über die Situation. Sichert die Unfallstelle ab und achtet dabei vor allem auch auf eure eigene Sicherheit.
FOTOS: ÖRK/MARKUS HECHENBERGER, SHUTTERSTOCK
Ruft so schnell wie möglich professionelle Hilfe. Die Rettung erreicht ihr unter 144 (Polizei: 133, Feuerwehr: 122). Euch werden ein paar Fragen gestellt werden; versucht diese so ruhig und umfassend wie möglich zu beantworten. 3. ERSTE HILFE LEISTEN:
FACTS
Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit passieren nur rund zehn Prozent der Unfälle tatsächlich im Verkehr. „Die meisten Notfälle passieren in der eigenen Familie. Umso wichtiger ist es, vorbereitet zu sein, wenn der Vater plötzlich bewusstlos auf der Couch zusammensackt oder sich die kleine Tochter an der Herdplatte verbrennt“, sagt Rotkreuz-Chefarzt Dr. Wolfgang Schreiber. Das Rote Kreuz empfiehlt deshalb, das Erste-Hilfe-Wissen alle fünf Jahre aufzufrischen. Übung gibt Sicherheit. Kurse finden laufend statt, die Termine findet ihr unter www.erstehilfe.at.
Dazu zählen alle Maßnahmen, die ihr direkt am Verletzten bzw. Erkrankten durchführen könnt. Oft sind es nur Kleinigkeiten: Öffnet beengende Kleidung und sorgt für frische Luft, deckt den Verunfallten zu, wenn ihm kalt ist und schützt ihn im Gegenzug vor Sonne. Weiterführend ist etwa bei Verletzungen mit starker Blutung eine rasche Stillung durch Druck auf die Wunde lebenswichtig. Wenn durch eine Bewusstlosigkeit die Atmung in Rückenlage nicht sichergestellt ist, ist eine stabile Seitenlage lebensrettend, und wenn es zu einem Atem-Kreislauf-Stillstand kommt, ist die einzige Chance die frühestmögliche Wiederbelebung. Auch wenn ihr nicht (mehr) genau wisst, wie es funktioniert, versucht es trotzdem. Ihr könnt nichts „kaputt“ machen. Und was auch immer an Maßnahmen nötig ist: Bleibt bitte beim Verletzten, bis Hilfe eintrifft. A b P u n k t v i e r der Rettungskette übernimmt der Rettungsdienst. Je nach Notfall entsendet die Leitstelle Sanitäter und/oder Ärzte. Diese setzen die Versorgung fort. Als letzter Punkt werden die Verletzten im Krankenhaus, einer Ambulanz oder beim praktischen Arzt weiterbehandelt.
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DER MUT ZU GEHEN GESPRÄCH:
MARINA KREMSER
Es ist nie zu spät für das eigene Glück, auch wenn das bedeutet, seinem bisherigen Leben den Rücken zu kehren. Manchmal ist das der einzige Ausweg, um überhaupt zu sich selbst zurückzufinden.
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s gibt Interviews, die lassen einen ein wenig fassungslos zurück. Weil sie einen auf einer Gefühlsebene treffen, die im Normalfall ausgeschaltet bleibt. In diesem Fall geht das nicht. Am Ende dieses Gesprächs stand eine Mischung aus Betroffenheit und Wut. Aber auch eine große Portion Hoffnung. G e s c h i c h t e n , die das Leben schreibt, sind nicht immer schön. Manchmal sind sie sogar richtig hässlich. Wenn aus dem einst „liebevollen“ Ehemann ein Gewalttäter wird zum Beispiel. Und wenn er dann auch noch die Kinder misshandelt, wird aus der eigenen Qual eine noch viel schlimmere, tiefergehende. Gabriele Plattner arbeitet seit 22 Jahren im Frauenhaus Tirol. Sie kennt viele solcher Geschichten. Viele dieser schmerzlichen Erlebnisse mag man sich gar nicht vorstellen. Kann es nicht. Weltweit wird jede dritte Frau mindestens einmal im Leben Opfer von Gewalt und meistens geschieht dies innerhalb der eigenen Familie. Innerhalb jener „heilen Welt“, die eigentlich schützen sollte vor den Wirrungen der Welt da draußen. Lange hatte Österreich kein Gewaltschutzgesetz. Bis 1997 hatten Frauen quasi keine Möglichkeit, sich vor der Gewalt im eigenen Haus in Sicherheit zu bringen, außer in ein Frauenhaus zu gehen. Frauenhäuser gibt es in Österreich seit 1978. Das Tiroler Frauenhaus wurde 1981 eröffnet. Vorher gab es gar keine Schutzmöglichkeiten. Seit 1997 gibt es in Österreich zusätzlich die Möglichkeit, die Polizei zu rufen. Die Polizei kann dann die Wegweisung und das Betretungsverbot aussprechen. Bis 1997 mussten die Opfer gehen, nicht die Täter. Es blieb ihnen nur das Frauenhaus und jenes in Tirol wäre 2006 fast geschlossen worden. Weil Stadt, Land und Bund die Subventionen gekürzt hatten. Das macht wütend und ist einer sogenannten aufgeklärten Gesellschaft wie der unseren eigentlich nicht würdig. Nur eine breit angelegte Kampagne des Hauses selbst konnte eine Schließung verhindern. „Heute sind wir weit weg davon, zusperren zu müssen“, sagt Gabi und es wirkt versöhnlich. Heuer wird sogar ein neues, größeres Haus aufgesperrt. Das ist schön, wenngleich die Tatsache, dass es ein größeres braucht, es eigentlich nicht ist. I n s g e s a m t a r b e i t e n im Frauenhaus Tirol 16 Mitarbeiterinnen – Sozialarbeiterinnen, Psychologinnen, Pädagoginnen, Therapeutinnen. Anwältinnen bieten eine kostenlose Rechtsberatung an. Das Schutzhaus ist rund um die Uhr erreichbar. 365 Tage im Jahr. Der Ort des Hauses ist aus Sicherheitsgründen geheim. Dazu betreibt das Frauenhaus Tirol eine Beratungsstelle, die auch für jene Anlaufstelle ist, die nicht unmittelbar von Gewalt betroffen sind, sondern sich informieren möchten;
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„Es ist wichtig zu sehen, dass Frauen und Kinder, die Gewalt erlebt haben, nicht nur Opfer sind. Das sind sehr starke Frauen. Dieses Erleben von Mut, Widerständigkeit und Humor ist genauso Teil meiner Arbeit wie all das Schreckliche.“
Lehrpersonen zum Beispiel, die Auffälligkeiten bei Schülern entdecken. Daneben werden sechs so genannte Übergangswohnungen betreut, die quer über Innsbruck verteilt sind. Es ist eine Art nachsorgendes Angebot nach dem Aufenthalt im Frauenhaus. Insgesamt können die Frauen bis zu einem Jahr im Frauenhaus bleiben, um in dieser Zeit einen Weg in die Eigenständigkeit zu finden. Manche bleiben nur wenige Tage, die meisten drei bis vier Monate.
W I D E R D I E G E W A LT „Wenn man die Gewalt minimieren will, muss man die Gesellschaft informieren, aufklären und sensibilisieren“, ist Gabi überzeugt. Deshalb ist eine große Säule des Frauenhauses Tirol die Prävention und Öffentlichkeitsarbeit: „Wir gehen in Schulklassen oder bieten berufsspezifische Schulungen zu Gewalt und Gewaltdynamik für unterschiedliche Berufsgruppen und mit verschiedenen Themenschwerpunkten.“ Nicht nur die vergangenen Monate haben ge-
zeigt, dass dies bitterlich nötig ist. Will man Gewalt verhindern, muss man Gewalt verstehen. M A Y A : Du bist seit 22 Jahren im Frauenhaus Tirol tätig. Ist die Situation dort heute eine andere als zu deinen Anfängen? G A B I : Grundsätzlich sind Frauen, die ins Frauenhaus kommen, sehr unterschiedlich – sie kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten, aus den verschiedensten Bildungsmilieus. Im Grunde ist es ein Spiegelbild der Gesellschaft, denn Gewalt an Frauen kommt in allen Schichten vor. Eine Veränderung im Haus wurde vor allem mit dem Gewaltschutzgesetz von 1997 langsam spürbar. Mit diesem Gesetz hatten von Gewalt betroffene und bedrohte Frauen erstmals überhaupt eine andere Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen, als in ein Frauenhaus zu flüchten. Frauen konnten ab diesem Zeitpunkt die Polizei rufen, wenn sie Gewalt erlebten, und den Gefährder der Wohnung verweisen lassen und eine einstweilige Verfügung beantragen. Damit haben sich auch die Klientinnen in den Frauenhäusern verändert. Ich würde es so zusammenfassen, dass Frauenhäuser heute Einrichtungen vor allem für Frauen sind, die wenige Ressourcen zur Verfügung haben und/oder aufgrund der Komplexität an Problemlagen vielschichtigen Unterstützungsbedarf mitbringen. Das sind unter anderem auch hochgefährdete Frauen. Also Frauen – und Kinder –, die ein sehr hohes Risiko haben, verletzt oder getötet zu werden. Dafür reicht eine Wegweisung des Gefährders alleine oft nicht aus. Die Wohnung wäre für die Betroffenen nicht sicher genug. Frauenhäuser sind auch Kinderschutzeinrichtungen. Viele betroffene Frauen nützen auch deshalb
Frau zu uns, um sich Unterstützung zu holen, die war 82 Jahre alt. Daran erinnere ich mich sehr eindrücklich. Diese Frau hat eine über 40-jährige Ehe hinter sich, in der sie Gewalt erlebt hat. Natürlich wird es mit der Zeit immer schwieriger, aus dieser Gewaltdynamik auszusteigen, aber diese Frau hat mit 82 Jahren beschlossen, es zu tun. Solche Geschichten gehen einem nahe, sie machen aber auch Mut, weil sie zeigen, dass es nie zu spät ist.
ZUR PERSON
Gabriele Plattner hat Erziehungswissenschaften studiert. Gleich nach dem Studium fing sie im Frauenhaus Tirol an zu arbeiten – ihrer ursprünglichen schulischen Ausbildung zur Kindergarten- und Hortpädagogin folgend anfangs in der Begleitung von Kinder und Jugendlichen, seit 2006 ist sie die Leiterin des Hauses. Schon immer war Gabi gesellschaftskritisch, hat sich mit Feminismus und (kritischer) Sozialarbeit beschäftigt und hat trotz aller Widrigkeiten ihrer Arbeit nie den Humor verloren.
das Angebot im Frauenhaus, weil es dort auch fachliche Unterstützung für die Kinder und Jugendlichen gibt. Du hast über die Jahre viele Geschichten miterlebt. Wie lange dauert der Leidensweg, bis eine Frau sich entscheidet, Hilfe anzunehmen? Das kann man pauschal nicht beantworten. Es gibt Frauen, die setzen nach den ersten Gewalttätigkeiten, die sie erfahren, den Schritt und gehen. Auf der anderen Seite kam eine
Für jemanden, der selbst nie in einer solchen Situation war, ist es schwer nachzuvollziehen, warum Frauen so lange in Gewaltbeziehungen bleiben. Gibt es hier ein Muster? Gewalt in einer Beziehung wird anfangs nicht immer bewusst erlebt. Es fängt selten mit körperlicher Gewalt an, die man viel schneller als An- oder Übergriff erkennen würde. Dieser körperlichen Grenzüberschreitung geht ganz oft eine psychische Gewalt voraus. Viele Frauen schildern, der Partner sei sehr eifersüchtig gewesen, dabei geht es viel um Kontrolle. Oder der Partner macht einen immer wieder schlecht, auch vor anderen, wertet einen ab. Solche Dinge sind deshalb so gemein, weil sie auf den eigenen Selbstwert einwirken. Wenn man ständig gesagt bekommt, man sei nicht gut genug, sei nichts wert, bekommt nichts hin, hat man über die Zeit damit zu kämpfen, sich selbst einen Wert zu geben. Man traut sich selbst nichts mehr zu. Und mit der eigenen Schwäche steigt die Macht des Gegenübers, sodass es über kurz oder lang auch zu körperlichen Angriffen kommen kann. Genau diese gefühlte Schwäche macht es den Frauen jedoch so schwer, zu gehen. Es ist nicht so, dass „nur schwache“ Frauen misshandelt werden. Es ist
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DAS NEUE FRAUENHAUS TIROL
17 Jahre (!) lang hat Gabi Plattner gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen des Frauenhauses Tirol um eine Erweiterung desselbigen gekämpft. Aktuell finden dort acht Frauen und zehn Kinder Platz. „Wir müssen im Jahr aber genauso viele Frauen, wie bei uns Schutz finden, abweisen, weil wir keinen Platz haben. Das ist ein untragbarer Zustand“, sagt Gabi. Nach jahrelangem Ringen und einer Fast-Schließung im Jahr 2006 ist es heuer so weit: Das neue Haus wird doppelt so viele Kapazitäten haben und barrierefrei zugänglich sein.
HELFT HELFEN
umgekehrt. Frauen werden geschwächt, weil sie misshandelt werden. Es braucht sehr viel Mut und Zutrauen, eine Gewaltbeziehung zu beenden. Außerdem leben wir in einer Gesellschaft, die Abhängigkeiten von Frauen Männern gegenüber produziert. Und je größer die Abhängigkeiten, umso größer ist das Risiko, Gewalt zu erleben, und umso schwerer ist es auch, der Gewaltdynamik ein Ende zu setzen. Die Gesellschaft hat also eine Verantwortung. Welche Rolle spielen dabei gesellschaftliche Konventionen? Partnerschaft und Familie werden immer noch als sehr hohes Gut angesehen. Das ist ein großes Problem. Viele von uns wurden derart sozialisiert, dass sich Frauen nach wir vor zuständig fühlen für das private Wohlbefinden innerhalb einer Familie. In unserer Gesellschaft wird ein Bild geschaffen, dass Familie eine heile Welt sei. Es ist also für Frauen nicht so leicht, darüber zu sprechen, wenn genau diese Welt nicht mehr heil ist. Wir sind aufgewachsen mit der Vorstellung, dass Familie etwas Wertvolles und Wichtiges ist. Familie
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ist aber gleichzeitig der gefährlichste Ort, denn nirgendwo sonst werden so viele Frauen und Kinder getötet wie innerhalb der Familie. Viele Frauen haben das Gefühl, sie würden ein Leben alleine oder als Alleinerzieherin nicht schaffen, sie fühlen sich finanziell und/oder emotional abhängig. Abhängigkeitsverhältnisse sind eines der größten Hindernisse, eine Gewaltbeziehung zu verlassen. Abhängigkeit führt nicht per se dazu, dass mein Gegenüber diese Situation ausnutzt, aber das Risiko, dass jemand seine Macht gewaltvoll ausnutzt, ist höher als in Beziehungen, die gleichberechtigt und partnerschaftlich funktionieren. Nach wie vor gibt es – auch in Tirol – patriarchale Familienstrukturen und es ist ganz wichtig zu sagen: Es gibt keine Kultur, in der es keine Gewalt gibt. Die Lösung ist, diese Abhängigkeitsverhältnisse abzuschaffen. Frauen haben oft keine eigenen ökonomischen Ressourcen, oder sie sind in Bezug auf den Aufenthaltsstatus von ihrem Mann abhängig. Ganz schwierig wird es bei
Das neue Frauenhaus muss noch eingerichtet werden. Dafür – und auch sonst – ist man vor allem auf Spenden angewiesen. Wenn auch ihr helfen wollt: Unter www.frauenhaus-tirol.at findet ihr alle Infos dazu. Außerdem findet am 13. April 2019 von 10 bis 21 Uhr in der Halle Hötting West in Innsbruck eine sportliche Benefizveranstaltung statt, deren freiwillige Spenden der Finanzierung eines Kinderspielzimmers im Frauenhaus Tirol zugutekommen. Verschiedene Trainer halten dabei Kurse (vom Bootcamp über Zumba bis zu Yoga) ab und verzichten dafür gänzlich auf ihr Honorar. Jeder kann dabei so oft teilnehmen, wie er möchte. Ab 17 Uhr findet zudem ein Hobbyfußballturnier statt, dessen Nenngelder ebenso wie die Erlöse von Essens- und Getränkeverkäufen in den Spendentopf gehen. Infos dazu auf www.facebook.com auf der Seite des Benefizvereins Reini Happ und Freunde.
„Wenn man die Gewalt minimieren will, muss man die Gesellschaft informieren, aufklären und sensibilisieren.“ G A B R I E L E P L AT T N E R
emotionalen Abhängigkeiten. Der Gefährder ist ja nicht nur gewalttätig, die Frauen haben ihn schließlich geliebt oder tun es noch. Hier kommen all die Ambivalenzen ins Spiel, mit denen Frauen sich befassen, bevor sie es wagen, aus der Gewaltspirale auszubrechen. Können es sich manche Frauen auch schlicht finanziell nicht leisten, zu gehen? Eine Gruppe im Frauenhaus sind sicher jene Frauen, die keinerlei Ressourcen haben, um sich selbst zu versorgen – weder emotionale Ressourcen in Form von Freunden oder Verwandten noch finanzielle. Wenn der Gefährder der Wohnung verwiesen wird, muss die Miete dennoch beglichen werden. Daneben sind auch viele Frauen mit Kindern bei uns. Frauenhäuser bieten nicht nur betroffenen Frauen Hilfestellungen an, es gibt auch gezielte Angebote für Kinder und Jugendliche. Man weiß, dass in den meisten Fällen, wo Frauen misshandelt werden, auch die Kinder direkt davon betroffen sind. Macht es die Tatsache, wenn auch Kinder von Gewalt betroffen sind, für die Frauen leichter oder schwerer zu gehen – bezugnehmend auf das Bild der heilen Familie. Es gibt Frauen, die wegen der Kinder in einer Beziehung geblieben sind, weil sie den Kindern den Vater nicht nehmen wollten. Vielfach kommt dann das Argument, er habe den Kindern ja nichts getan. Doch es ist für Kinder sehr bedrohlich und verletzend, wenn sie die Gewalt an der Mutter miterleben müssen. Man weiß mittlerweile, dass die Folgen für Kinder ähnlich traumatisierend sind, wenn sie Gewalt beobachten oder diese selbst erfahren. Gleichzeitig gibt es Frauen, die ganz klar formulieren, dass die Kinder der ausschlaggebende Grund waren, zu gehen. Du sagtest, Gewalt gibt es in jedem Kulturkreis. Hast du das Gefühl, dass man hierzulande das Thema Gewalt an Frauen aktuell gerne an Ausländer weiterschiebt? Es ist psychologisch gesehen natürlich leichter zu ertragen, wenn man das Thema „den Anderen“ zuschiebt. Das löst aber das Problem nicht. Ganz einfach deshalb, weil wir
wissen, dass Gewalt an Frauen eine weltweite Thematik ist, also bringt es nichts, dieses einer gewissen Nationalität zuzuordnen. Das heißt auf der anderen Seite aber nicht, dass man nicht genau hinschauen soll und darf. Natürlich gibt es Kulturen mit extrem patriarchalischen Strukturen, die gibt es aber auch in Österreich und Tirol. Insgesamt muss es einen Lösungsansatz geben, der weggeht von einer nationalen Zuordnung, weil das den Betroffenen schlichtweg nichts bringt. Wir müssen uns generell in Richtung Geschlechtergerechtigkeit bewegen, Abhängigkeitsverhältnisse abbauen und wir müssen viel mehr in Gewaltprävention investieren. Hat sich eigentlich dein eigenes Menschenbild im Laufe deines Berufslebens verändert? Natürlich prägt einen die Arbeit. Ich bin aber glücklicherweise schon immer ein sehr humorvoller Mensch gewesen. Mir fällt dazu immer der Satz ein: Sei mutig und hab Spaß dabei. Humor finden wir überall – auch in der Opferschutzarbeit. Es ist wichtig, zu sehen, dass Frauen und Kinder, die Gewalt erlebt haben, nicht nur Opfer sind. Das sind sehr starke Frauen. Frauen, die beschlossen haben, der Gewaltspirale ein Ende zu setzen. Sie sind ein Stück weit Überlebende einer Gewaltbeziehung. Dieses Erleben von Mut, Widerständigkeit und Humor ist genauso Teil meiner Arbeit wie all das Schreckliche. Man lernt sich durch diesen Beruf sehr gut selbst kennen. Das hat jetzt Vor- und Nachteile. Es kommt darauf an, ob man mag, was man an sich entdeckt.
Ihr braucht selbst Hilfe oder wollt euch informieren? Die Beratungsstelle des Frauenhauses Tirol in der Adamgasse 16 in Innsbruck erreicht ihr telefonisch von Montag bis Freitag von 8 bis 13 Uhr unter 0512/27 23 03 oder per Mail an office@frauenhaus-tirol.at. Die Notrufnummer 0512/34 21 12 des Schutzhauses ist rund um die Uhr erreichbar, die Adresse des Hauses aus Schutzgründen geheim. Auch die österreichweit kostenlose Frauenhelpline gegen Gewalt könnt ihr rund um die Uhr unter 0800/222 555 kostenlos anrufen – anonym und vertraulich.
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SPURWECHSEL Egal, was die Ursache für Arbeitslosigkeit ist: je länger sie andauert, desto schwieriger ist die Rückkehr ins Arbeitsleben – weil das Selbstwertgefühl sinkt und Lücken im Lebenslauf auffallen. Der sozialökonomische Betrieb HoRuck hilft seit 35 Jahren Menschen zurück ins Berufsleben. Das ist für die meisten nicht nur eine zweite Chance, sondern oft genug eine alles entscheidende.
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35 JAHRE HORUCK – DAS JUBILÄUMSFEST
anchmal macht das Leben einen Knick. Das ist völlig normal und oft sogar gut so. Ab und zu braucht es eben einen Richtungswechsel, weil Festgefahrenes am Weiterkommen hindert. Neuorientierung nennt sich das, und es inkludiert ein Ziel und eine Absicht. Manchmal ist der Knick aber nicht selbst gewollt. Manchmal wirft uns das Leben aus einer Bahn, die wir gar nicht verlassen wollen. Dann stehen wir neben der Spur. Das nennt sich dann „vom Weg abkommen“. Das Leben geht weiter – aber ohne uns. Und dann? M a r t i n a ( 5 3 ) hatte einen Entschluss gefasst: Nach Jahrzehnten im Gastgewerbe ging es einfach nicht mehr, die Arbeit war körperlich nicht mehr zu schaffen. Sie beschloss, sich etwas Neues zu suchen – dann passierte der Unfall. Bei einem Sturz mit dem Rad schlug sie sich die Zähne aus. Ohne Zähne kein Job. Als sie nach einem Jahr – ein überaus langweiliges Jahr – wieder bei ihrer Betreuerin im AMS vorstellig wurde, lachte diese und sagte: „Da sind die Zähne ja wieder. Also, gehen wirs an.“ So kam Martina ins HoRuck. Und hier sollte sie für die nächsten zwölf Monate bleiben. D a s H o R u c k ist ein sogenannter sozial ökonomischer Betrieb in Innsbruck – seinerzeit einer der ersten in Österreich –, der den
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SONJA NIEDERBRUNNER FOTOS:
ANDREAS FRIEDLE
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am 29. März 2019 von ½2 bis ½2 Uhr in der HoRuck-Flohmarkthalle, Haller Straße 43, Innsbruck Jeder ist willkommen!
meisten als „Indoor-Flohmarkt“ und vielen als Spezialist für Räumungen und Transport bekannt ist. Wenige hingegen wissen, was das Konzept dahinter ist. Das führt immer wieder zu Missverständnissen, wie Geschäftsführerin Martina Wolf-Kuntner erklärt. „Manche glauben, wir sind ein Sozialmarkt, wo Menschen mit wenig Mitteln günstig einkaufen können. Wieder andere beauftragen uns, ihre Möbel abzuholen, und reagieren mit Unverständnis, wenn wir dafür nichts bezahlen oder aber Stücke ablehnen, von denen wir wissen, dass wir sie nicht weiterverkaufen können.“ Was nicht jedem bewusst ist: Das HoRuck lebt vom Verkauf der Warenspenden, nicht dafür – und es muss gut leben. Nur 40 Prozent der laufenden Kosten werden seitens der Förderpartner AMS, Land Tirol und Stadt Innsbruck getragen, 60 Prozent der Gesamtkosten von 2,2 Millionen Euro (2018) muss der Betrieb selbst erwirtschaften. Nicht, um profitabel zu sein, nicht um Gewinne zu erzielen, sondern einzig und allein, um Dutzende Menschen Jahr für Jahr aufnehmen und betreuen zu können, die am sogenannten ersten Arbeitsmarkt kaum mehr
13:30: Festakt mit ExpertInnenSofagespräch „Die Bedeutung der aktiven Arbeitsmarktpolitik für Menschen und Gesellschaft“, Moderation Markus Koschuh. Premiere von „HoRuck! Ein schönes Stück Arbeit“. 35 Jahre HoRuck in rund 15 Minuten. Ein filmisches Porträt von Bert Walser 17:00: Poesie in der Holzwerkstatt-Poetry Slam trifft Poetry-Slam-Freunde im Reich der Hämmer und der Schraubenzieher 19:00: Festlich frohe DemoPfeifen, trampeln und tröten für die Notstandshilfe und eine aktive Arbeitsmarktpolitik. Lustig, laut und farbenfroh 20:00: Das kunterbunte Jubiläumsfest mit Kabarett von Mimi + Herbert, leckerer Kulinarik, Live-Band Jay Bano, DJ Sodapop, Tanz und Spaß bis zum süßen Ende des FEIERTAGS punkt 12 Stunden nach Beginn.
Das HoRuck ist nicht, wie so mancher fälschlicherweise annimmt, ein Markt für Menschen mit wenig finanziellen Möglichkeiten, sondern ein Second-Hand-Shop. Die hier verkauften Produkte sind ausschließlich Warenspenden, durch den Verkauf dieser sowie durch Möbeltransporte finanziert sich das HoRuck zu 60 Prozent selbst.
„Hilfe annehmen kann nicht jeder. Es braucht Mut dazu.“ M A R T I N A W O L F- K U N T N E R
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MARTINA WOLF-KUNTNER
Die dreifache Mutter kam vor sieben Jahren eher zufällig ins HoRuck, sie übernahm die Bereichsleitung der Lagerlogistik. Nach zweieinhalb Jahren wurde sie Assistentin des Geschäftsführers Wilfrid Hanser. Wenige Monate später wurde daraus eine zweigeteilte Geschäftsführung. Mit 1. April wird sich Hanser, seit 33 Jahren Leiter des HoRuck, zurückziehen und den Betrieb an Martina und Thomas übergeben. Parallel studierte Martina Sozialmanagement. „Es gab viele Momente in den vergangenen Jahren, in denen ich Mut brauchte“, bestätigt Martina. Dennoch hat sich bestätigt, was sie nach einer Woche im Unternehmen wusste. Hier gehört sie hin.
„Es gab viele Momente in den vergangenen Jahren, in denen ich Mut brauchte“, sagt HoRuckGeschäftsführerin Martina WolfKuntner, die parallel zu ihrem Job studierte. Bereut hat sie ihren Einstieg ins HoRuck aber nie.
eine Chance bekommen. Transitarbeitsplätze werden die Jobs genannt, maximal ein Jahr können Menschen, denen ausschließlich über das AMS ein Platz im HoRuck vermittelt wird, bleiben. Im vergangenen Jahr haben 77 Menschen einen solchen Platz erhalten, dazu kommen noch die fixen Mitarbeiter, die sich nicht nur um die Führung des Betriebs kümmern, sondern auch um die Transitmitarbeiter. „ I c h h a b e h i e r sehr viel Hilfe bekommen“, erzählt Martina, die unmittelbar nach ihrem HoRuck-Job vor zwei Jahren Anstellung in einer Druckerei im Hall gefunden hat. Während ihrer Zeit im HoRuck war sie im Lager tätig, hat auch den Staplerschein gemacht. Sie ging mit mehr als sie kam. Genau darum geht es. „Wir haben vier Mitarbeiter in der Sozialarbeit im Haus, die für unsere Angestellten da sind“, erklärt HoRuck-Geschäftsführerin Martina. Sie kümmern sich um deren Bedürfnisse und Anliegen – vom Termin mit der Schuldenregulierungsstelle über das Definieren von Perspektiven und Wünschen, das Finden einer Wohnung bis hin zum Schreiben von Bewerbungen und der Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche. „Manche brauchen mehr Unterstützung, manche weniger – aber jeder kann sich das nehmen, was er braucht.“ Das ist nicht für jeden leicht. „Hilfe annehmen kann nicht jeder. Es braucht Mut dazu. Die meisten unserer Transitmitarbeiter sind Menschen, die sich mit voller Kraft engagieren, um wieder auf die Beine zu kommen, beruflich Fuß zu
Julia Smekal sucht laufend nach passenden Mitarbeitern für eine Vielzahl an Unternehmen. Dabei geht es darum, passendes zusammenzuführen – nicht jeder Mitarbeiter passt zu jedem Unternehmen, nicht jeder Betrieb ist der richtige für einen bestimmten Mitarbeiter.
fassen, ihre soziale Position zu verbessern. Sie tun sich aber am Arbeitsmarkt schwerer als andere, viele haben keine abgeschlossene Berufsausbildung, manche zwar schon, können aber den Beruf aus gesundheitlichen oder familiären Gründen nicht mehr ausüben.“ Bei vielen war es genauso wie bei Martina: Sie wollten den Job wechseln und fanden auf die Schnelle keinen Job, oder sie erkrankten und konnten nicht arbeiten – und schon ist sie da, die Lücke im Lebenslauf. „Längere Zeit nicht in Beschäftigung zu sein, macht etwas mit uns Menschen“, sagt Martina Wolf-Kuntner. „Eine Arbeit zu haben bedeutet mehr als nur das Gehalt am Ende des Monats. Und was wesentlich ist: Eine neue Arbeit aus einem Arbeitsverhältnis heraus zu suchen ist einfacher als aus der Arbeitslosigkeit heraus. Wer in einem Bewerbungsgespräch sagen kann, dass er aktuell in Beschäftigung ist, wirkt viel sicherer, weil er aus der Praxis weiß, was man kann – und Selbstsicherheit ist ein wesentlicher Faktor für Arbeitgeber.“ J a s m i n ( 2 5 ) ist Mutter von zwei Kindern, drei und sechs Jahre alt. Die gelernte Gastronomiefachfrau wollte genauso wie Martina die Branche wechseln. Mit Kindern und ohne flexible Betreuungsmöglichkeiten war es aber unmöglich, einen Teilzeitjob zu finden, der genügend Spielraum für die Bedürfnisse der jungen Familie ließ. Mit den Absagen und den immer wieder scheiternden Versuchen sank Martinas Mut immer weiter. Wer mutlos wird, verliert auch die Hoffnung. Als sie schließlich über das AMS ins HoRuck kam, war die Zuversicht völlig verschwunden. „Das wird nichts werden, so wie immer“, dachte sich die junge Frau. Aber es wurde. Ende Februar scheidet Jasmin – mit einem weinenden und einem lachenden Auge – aus dem Betrieb aus. Sie hat die Zeit hier in vielerlei Hinsicht genutzt: In Kürze beendet sie ihre Ausbildung zur Kindergartenassistentin – ein Beruf, den sie sich immer gewünscht, aber nie zugetraut hat. Ab Herbst hat sie eine fixe Anstellung. Für Jasmin hat sich mit der Beschäftigung im HoRuck das gesamte Leben verändert, nicht nur, was ihren Job
„Die Menschen brauchen eine Chance und es ist letztlich egal, woher diese kommt. Wichtig ist, dass die Chance angenommen und angegangen wird – von allen Beteiligten.“ JULIA SMEKAL
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„In ihrer Zeit bei uns bilden sich bei Menschen Stärken heraus, die sie an sich selbst vielleicht gar nicht wahrgenommen haben.“ HELMUT „HELLI“ DIETL
verlustig gehen. Anders gesagt: Das Herz rutscht in die Hose. „Bei vielen kommen dann die Zweifel wieder: Bin ich dem gewachsen, kann ich das? Dann braucht es von unserer Seite auch nochmal Ermutigung und Bestärkung“, sagt Helli. In Julia Smekal hat er in dieser Hinsicht eine gute Partnerin für die von ihm betreuten Arbeitsuchenden gefunden. Die Personalerin sucht für das Zeitarbeitsunternehmen teampool personalservice gmbh regelmäßig Mitarbeiter für Unternehmen.
Jasmin bekam im HoRuck genau die Chance, die ihr andernorts, als Mutter von zwei kleinen Kindern, verweigert wurde. Im Rahmen ihres Jahres im sozialökonomischen Betrieb hat sie auch die Ausbildung zur Kindergartenassistentin begonnen – im Herbst wird sie ihren neuen Job antreten.
und damit ihre Zukunft anbelangt. „Ich will ja ein Vorbild für meine Kinder sein und dazu gehört auch eine Arbeit“, sagt sie. „Auch deshalb war die Zeit der Arbeitslosigkeit so schwer für mich.“ „ I n i h r e r Z e i t bei uns bilden sich bei Menschen Stärken heraus, die sie an sich selbst vielleicht gar nicht wahrgenommen haben“, sagt Helmut „Helli“ Dietl. Er hilft den Transitmitarbeitern bei der Jobsuche, knüpft Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern, baut tragfähige und stabile Netzwerke am ersten Arbeitsmarkt. „Wa s a l l e e i n t , die bei uns sind, ist eine längere vorhergehende Zeit der Arbeitslosigkeit, die bedingt, dass sie den Glauben an sich verlieren.“ Den entdecken sie durch die Arbeit und das soziale Gefüge, in das sie eingebunden sind, wieder – oder auch ganz neu. Wenn die Zeit im HoRuck sich schließlich dem Ende zuneigt – das kann bei manchen nach wenigen Wochen der Fall sein, bei anderen eben nach der maximal möglichen Dauer von einem Jahr –, kann der Mut, zumindest kurzfristig,
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I h r e A u f g a b e i s t e s , Wünsche, Anforderungen und Gegebenheiten sowohl bei potenziellen Mitarbeitern als auch bei Unternehmen zu eruieren und Passendes zusammenzufügen – kein einfacher Job, aber ein ungemein befriedigender. „Mit dir kann ich super kooperieren, weil ich weiß, dass ich nichts Grundsätzliches erklären muss“, sagt Helli an Julia gewandt. „Dir ist bewusst, dass diese Unsicherheiten eben kommen, aber
nichts über den Menschen aussagen.“ Julia bestätigt und ergänzt: „Wir bemühen uns nach Kräften, für Mitarbeiter, die wir von HoRuck übernehmen, ein sicheres Umfeld zu finden. Kurzfristige Beschäftigungen sind da in der Regel nicht das Passende – unser Ziel sind durchgängige Arbeitsverhältnisse. Letztendlich hängt das aber immer vom Markt ab.“ V o m „ M a r k t “ hängt auch ab, wer im HoRuck Arbeit findet. „Wir sind abhängig von Rahmenbedingungen wie etwa der wirtschaftlichen Entwicklung, dem Arbeitsmarkt, von den Förderpartnern – sie entscheiden wesentlich über unser unternehmerisches Gestalten“, erklärt Geschäftsführerin Martina. „Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen haben beispielsweise direkte Auswirkungen auf uns. Je nachdem, welche Töpfe das Sozialministerium schnürt, beeinflusst das auch die Auswahl an Menschen, die zu uns kommen.“ Liegt der Schwerpunkt des ministeriellen Plans auf
Julia und Helmut arbeiten Hand in Hand, um Transitmitarbeitern aus dem HoRuck eine gute Chance am ersten Arbeitsmarkt bieten zu können.
Frauen, reagiert das HoRuck beispielweise mit mehr Frauenarbeitsplätzen. „Wesentlich ist für uns eine gute Zusammenarbeit mit dem AMS. Als es letztes Jahr zu den massiven Kürzungen im Sozial- und Arbeitsmarktbereich kam, war man seitens des AMS sehr bemüht, den Schaden einigermaßen zu begrenzen, und offen für jeden Vorschlag, wie man den einen oder anderen Arbeitsplatz retten kann.“ Angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen – nämlich, wenn 2020 die nächsten Einsparungen kommen werden – ist es genau diese Partnerschaft, die essentiell ist. „Wir können den Kopf nicht in den Sand stecken.“ Auch die Arbeitsplätze von Martina und ihren Kollegen sind – entsprechend dem Fördervertrag – stets auf ein Jahr befristet. Eine Tätigkeit im sozialen Bereich braucht Idealismus, Vertrauen – und Mut. D a s H o R u c k funktioniert nach anderen Gesetzmäßigkeiten als ein „normales“ Unternehmen. „Bei uns geht es nicht darum, Gewinn zu erwirtschaften, wir müssen unsere Kosten decken und eine Quote in Hinblick auf eine weiterführende Beschäftigung unserer Transitmitarbeiter erfüllen.“ Ersteres ist nicht immer leicht. Die Herausforderung liegt darin, die unterschiedlichen Anspruchsgruppen – Kunden, Mitarbeiter, Fördergeber – dafür zu gewinnen, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Und Zweiteres ist in Hinblick auf die Erfüllung der Quote zwar eine Erfolgsgeschichte, sie bringt aber auch enorme Herausforderungen für den laufenden und alles andere als kleinen Betrieb mit sich. Ein ständig wechselnder Pool an Mitarbeitern fordert vom Unternehmen genau das, was letztlich auch für jeden Arbeitnehmer vom Markt zunehmend verlangt wird. Ohne ein hohes Maß an Flexibilität geht es nicht. Im HoRuck hat man sich an die Bedingungen angepasst – tut es immer wieder. „Wir wollen so erfolgreich sein, dass wir ein unersetzlicher Partner für die öffentliche Hand sind und sich alle in der Gesellschaft wünschen, dass wir auf jeden Fall weiterarbeiten“, bringt Martina es auf den Punkt. S i l v i a ( 4 2 ) hat wieder und wieder versucht, ihrem Mann zu helfen. Aber die Spielsucht ist stärker, das Geld, das die Handelsangestellte nach Hause
Nach vielen Jahren im Gastgewerbe war es für Martina Zeit, die Branche zu wechseln – der Körper spielte nicht mehr mit. Die Umorientierung gestaltete sich aber schwierig, dazu kam auch noch ein Unfall. Im HoRuck entdeckte Martina ganz neue Kompetenzbereiche, heute arbeitet sie in einer Druckerei in Hall.
bringt, verspielt er umgehend. Sie opfert sich zunehmend auf. Eines Tages fehlt ihr die Stimme. Der Körper streikt. Sie verfällt in tiefe Depression. Keiner kann ihr helfen. Nach einigen Monaten rappelt sie sich wieder auf, macht weiter. Es geht nicht lange – und gut geht es schon gar nicht. Als Silvia das zweite Mal zusammenbricht, bekommt ihre Erkrankung einen Namen: Burnout. Jetzt weiß sie: Sie muss etwas ändern. Ein Freund hilft ihr da raus. Aus der kaputten Ehe, aus dem kranken Umfeld, aus dem Job, der ihr den Atem raubt. Aber zum letztendlichen Schritt muss sie sich selbst aufraffen. Das tut sie, wenn auch mit gemischten Gefühlen: Im HoRuck wird sie aufgenommen – freudig und so, wie sie ist. Man lässt ihr Raum und Zeit und Silvia kann sich erholen, findet zurück zu neuem Selbstbewusstsein, zur Freude am Leben und an den Menschen. „Ich hätte nie gedacht, dass es noch einmal gut wird“, sagt sie. Silvia hat sich selbst aus der Mutlosigkeit gerettet und geht Schritt für Schritt zurück ins Leben. M i t t l e rw e i l e k o m m e n Unternehmen direkt ins HoRuck und fragen nach: Habt ihr
nicht jemanden für uns? „Es gibt viele, denen es egal ist, wenn jemand eine Lücke im Lebenslauf hat, sie sagen: Jeder hat eine zweite Chance verdient“, beschreibt Martina eine Frucht ihrer aller harten Arbeit. Sie und ihr Team haben sich über die Jahre viel Vertrauen aufgebaut in der Wirtschaftswelt da draußen. Es wird nichts verheimlicht, es wird nichts schöngefärbt. „Das schätze ich an unserer Zusammenarbeit sehr“, sagt Personalerin Julia. „Helmut kennt seine Leute sehr gut, er weiß, wo ihre Kompetenzen liegen, in welchem Umfeld sie sich wohl fühlen. Er kann ein gutes Bild der Stärken weitergeben. Damit kann ich weiterarbeiten und passende Stellen empfehlen.“ Vertrauen ist die Grundlage, auf der Sozialökonomie und Wirtschaft hervorragend zusammenarbeiten können – zugunsten der Arbeitsuchenden und der Unternehmen. Manche Mitarbeiter sind skeptisch, was Zeitarbeitsfirmen anbelangt – in manchen Fällen durchaus zu Recht. Im Fall von Julia und dem Unternehmen, für das sie arbeitet, weiß Helmut, dass er gut für seine Transitmitarbeiter gewählt hat. „Die Menschen brauchen eine Chance und es ist letztlich egal, woher diese kommt“, sagt Julia. „Wichtig ist, dass die Chance angenommen und angegangen wird – von allen Beteiligten.“ D a s b r a u c h t M u t . Mut für sich selbst, Mut, dem anderen offen zu begegnen, Mut, sich auf Neues einzulassen. Auf beiden Seiten. Es geht nicht immer gut. Es klappt nicht immer. Das ist in jedem einzelnen Fall traurig. Aber es ist etwas, womit die HoRuckler gelernt haben umzugehen. Sie bieten das Sprungbrett, helfen hinauf, richten das Brett auf ein gutes Ziel aus und feuern an. Springen muss jeder selbst.
HORUCK
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MUT ANLESEN
W E R A U F S T E H T, H AT G E W O N N E N
„Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit. Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut.“
Frauen aus Lebensumständen, wie sie nicht unterschiedlicher sein könnten, darunter berühmte und völlig unbekannte, wohlhabende und bitterarme, erzählen aufrichtig und zutiefst berührend, warum sie keine Opfer sein wollen und woher ihr grenzenloser Optimismus kommt. Einfühlsam und authentisch berichten sie von ihren Erlebnissen, von ihrem Lebenswillen, der inneren Kraft und ihrem Mut, immer wieder aufzustehen.
30 FRAUEN, DIE MUT MACHEN. FALLE SIEBENMAL HIN UND STEHE ACHTMAL AUF von Geoff Blackwell und Ruth Hobday (Herausgeber) Elisabeth Sandmann Verlag 2018, 128 Seiten, EUR 20,60
PERIKLES
DER ANGST DIE KARTEN LEGEN
Angst gehört zu unserem Alltag, oft rettet sie uns sogar das Leben. Aber wenn sie sich verselbstständigt, kann sie uns lähmen und belasten. Dann sorgen und fürchten wir uns vor Dingen, die vielleicht nie eintreten werden, und lassen uns von unseren Gefühlen beherrschen. Sandy Taikyu Kuhn Shimu, die beliebte Zen-Meisterin und psychologisch-spirituelle Beraterin, hilft uns mit diesem Übungsbuch und dem Kartenset, unsere Angst in ihre Schranken zu weisen und dem Leben wieder mutig und voller Selbstvertrauen zu begegnen.
ANGST BEGINNT IM KOPF – MUT AUCH! Ein Übungsbuch für mehr Selbstvertrauen und Unabhängigkeit von Sandy Taikyu Kuhn Shimu, Schirner Verlag 2017, 136 Seiten, EUR 10,30
LIEBE SCHREIT NACH MUT
Margarita, ihre Tochter Valentina und deren Tochter Olivia leben, wie sie lieben: leidenschaftlich und frei. Im Madrid der späten 1940er-Jahre teilen sich die drei Frauen nicht nur ein Haus, sondern auch ein Schicksal: Die Liebe wird ihnen zum Verhängnis. So wurde die schwangere Margarita von ihrer streng katholischen Familie verstoßen und musste Valentina allein großziehen. Valentinas große Liebe, Olivias Vater, ist ein verheirateter Mann. Und die 24-jährige Olivia, eine engagierte Tierschützerin, hat ihr Herz an einen Stierkämpfer verloren, einen Mann, den sie eigentlich nicht lieben kann. Ein großer Familienroman über Liebe, die nicht sein darf, Liebe, die sich nicht an Konventionen hält, und Liebe, die den Mut zur Freiheit verleiht.
DER MUT ZUR FREIHEIT von Katja Maybach Knaur Taschenbuch 2018, 304 Seiten, EUR 10,30
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„Im Hafen ist ein Schiff sicher, aber dafür ist es nicht gebaut.“ SENECA
DER MUTMOTOR
Nie wieder Sonnenblumen von Van Gogh an den Wänden. Nie wieder Hähnchen Estragon. Nie wieder Krankenhaus: Nina darf zurück ins Leben stolpern. Aber sie würde eher einem Hütchenspieler vertrauen als ihrem eigenen Körper. Also lieber die Handbremse anziehen: keine Pläne machen, keinen Spaß haben, nicht verlieben. Schon gar nicht in Erik. Doch zum Leben braucht es Mut – und erst recht für die Liebe.
LIEBE WIRD AUS MUT GEMACHT von Catharina Junk Rowohlt Taschenbuch 2017, 400 Seiten, EUR 9,99
„Es steigt der Mut mit der Gelegenheit.“ WILLIAM SHAKESPEARE
ÄNGSTE WEGSCHNÄUZEN
M U T, Ü B E R B O R D E N D
Sie waren Abenteuerinnen und Entdeckerinnen, politische Aktivistinnen, Journalistinnen oder berüchtigte Verbrecherinnen. 16 Porträts zeichnen das Leben von mutigen und entschlossenen Frauen nach: von der regimekritischen Journalistin Anna Politkowskaja oder der Widerstandskämpferin und Fluchthelferin Walter Benjamins Lisa Fittko, der Kriegsreporterin Martha Gellhorn, der Wüstenkönigin Jutta Kleinschmidt oder der Gangsterbraut Bonnie Parker. Sie alle lebten immer am Limit und liebten die Gefahr.
FRAUEN, DIE GEFÄHRLICH LEBEN Geschichten von Mut und Abenteuer von Edelgard Abenstein Anaconda Verlag 2017, 128 Seiten, EUR 9,95
Das zauberhaft illustrierte Büchlein ist zwar schon etwas älter, aber immer noch gut und im vergangen Jahr in bereits zehnter Auflage nochmals aufgelegt worden. Das Gute-Laune-Schaf Oscar präsentiert darin gemeinsam mit seiner neuen Freundin Emily zwölf Übungen, um gegen Ängste, Sorgen und Herzklopfen anzukommen – einfach, schnell, ganz ohne Yogamatte, dafür mit viel Schmunzeln. Er zeigt, wie unsere körperliche Haltung unsere Psyche beeinflusst, warum man ab und zu die Hände in die Hüften stemmen und manchmal einfach mal vor sich hinschnauben soll, auch wenn man kein Pferd ist. Kai Pannen liefert dazu liebevolle Malereien, die allein schon für ein Lächeln und damit ein klein bisschen Seelenheil sorgen.
NUR MUT! DAS KLEINE ÜBERLEBENSBUCH von Claudia Croos-Müller Kösel Verlag 2012, 48 Seiten, EUR 10,30
BRICH DAS MUSTER
Wie wird man negative Gedanken los? Wie durchbricht man altgewohnte Verhaltensmuster? Wie wird man endlich angstfrei? Immer wieder hindern uns eingefahrene Sichtweisen und Verhaltensmuster, klar zu denken und zu handeln. Dan Katz erklärt diese psychologischen Muster auf ganz neue Weise: Mithilfe von einprägsamen Metaphern und humorvollen Illustrationen bietet er weitreichende Erklärungen für alltägliche Verhaltensweisen, die uns im Alltag immer wieder ausbremsen.
ANGST KOCHT AUCH NUR MIT WASSER Wie wir durch Denken in Bildern negative Verhaltensmuster durchbrechen können von Dan Katz Mvg Verlag 2019, 112 Seiten, EUR 13,40
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MUT IN 6 FRAGEN
Seelen
STRIP Manchmal ist es nicht die Antwort, sondern vielmehr die Frage, die Klarheit bringt: Ein Interview mit dir selbst zum Thema Mut.
Ist dein Leben so, wie du es dir wünschst? Wo fehlt dir der Mut, etwas zu ändern, und warum?
Bist du schon mal für jemanden oder für etwas eingetreten, obwohl du selbst keinen persönlichen Nutzen davon hattest?
Denkst du, dass persönliches Wachstum ohne Mut möglich ist? Wann warst du das letzte Mal mutig und in welcher Hinsicht hat es dich weitergebracht? Wer, denkst du, wärst du heute, hättest du bei diversen Gelegenheiten mehr Mut bewiesen?
IN WELCHEM BEREICH DEINES LEBENS IST DIE ANGST IMMER NOCH GRÖSSER ALS DER MUT? IST DEINE ANGST BEGRÜNDET ODER MALST DU DIR DAS SCHLIMMSTMÖGLICHE ERGEBNIS AUS? 48
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Hinterfragst du dein Tun und Denken? Bist du dabei ehrlich dir selbst gegenüber?* * Das braucht nämlich auch Mut.
Ist dir dein Mut mehr wert, wenn er von anderen bewundert wird? Was, denkst du, sagt das über dich aus?
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DIE WIRKLICH GUTEN DENKEN MIT Zeit ist Geld, so heißt es. Wenn es ums eigene Geld geht, sollte sich frau also zuallererst Zeit nehmen. Beispielsweise, um den für sie richtigen Berater zu finden. Sie haben den für Sie perfekten Bankberater bereits gefunden? Herzlichen Glückwunsch! Dann haben Sie eine für Ihr weiteres Leben gar nicht so unwesentliche Lebensabschnittspartnerschaft bereits geschlossen. Denn idealerweise sollte Sie Ihr Bankmensch über einen längeren Zeitraum begleiten. Schließlich sind auch die meisten Anlageformen und Versicherungen, für die sich frau irgendwann entscheidet, darauf ausgerichtet, nicht nur kurzfristigen Nutzen, sondern längerfristige Absicherung zu bieten. Tendenziell seien Frauen als Bankkundinnen und in Geldangelegenheiten eher auf Sicherheit bedacht, weiß etwa Sonja Weitzer, Leiterin des Serviceteams der RLB in der Adamgasse. Und nicht zuletzt auf eine gute Beziehung zu ihrer Beraterin oder ihrem Berater. „Das ist das A und O: Erst wenn es auf dieser Ebene passt und man das Vertrauen der Kundin gewonnen hat, kann man sie wirklich umfassend beraten.“ Daher seien gute Bankberater/innen vor allem an einer Eigenschaft zu erkennen: dass sie sich Zeit nehmen und zuhören können. Das mag plausibel klingen, ist aber sowohl im beruflichen wie auch im privaten Umfeld längst keine Selbstverständlichkeit mehr. „Zeit ist Geld“, sagen die Rationalisierer und Optimierer unserer Tage. Und liegen damit nicht mal so verkehrt. Denn für eine tragfähige langfristige Geschäftsbeziehung ist Zeit nach wie vor das beste Invest-
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ment. In diesem Punkt seien Frauen besonders sensibel, ist Sonja Weitzer überzeugt. „Frauen wollen nachfragen und in Ruhe überlegen können.“ Zu Beginn sei es daher immens wichtig, die Wünsche und Bedürfnisse der Kundin zu klären. Doch das allein reicht nicht aus. „Die wirklich Guten hören nicht nur zu, sondern fühlen und denken auch mit.“ Denn letztlich gehe es darum, die Lebenssituation der Kundin zu verstehen und ihr hierfür die passenden Angebote zu machen. „Die Kundin muss spüren, dass man ihr wirklich etwas Gutes tun will“, so Weitzer. „Wenn das gelingt, wird sie auch mit allen weiteren Fragen zu ihrem Berater oder ihrer Beraterin kommen.“
Sonja Weitzer, Leiterin des Serviceteams der RLB in der Adamgasse, weiß, woran man gute Bankberater/ innen erkennen kann.
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Y O G A -G ÜBUN DER ! BE AUSGA
meisten von uns sind Gewohnheitstiere, bleiben in der Reihe, machen, was verlangt wird, und doch spüren wir in uns den Drang nach Freiheit. Mut ist Freiheit. Mutige und verändernde Schritte läuten eine neue Ära ein, die das Leben auf den Kopf stellen kann, und damit fallen auch so manche schweren Dinge heraus: Man kann sie betrachten – und dann endgültig entsorgen. Um einen mutigen Schritt endlich zu wagen, braucht man ein Quantum Sicherheit. Das Gefühl der Sicherheit kann man üben, trainieren und immer wieder ausprobieren. Kleine Dinge im Alltag geben uns die Chance, mal anders zu sein, uns anders zu entscheiden oder vielleicht gar keine Entscheidung zu treffen und den Dingen ihren Lauf zu lassen.
T H E M A A U F D E R M AT T E
MUT STEHT DIR GUT Wer nichts wagt, der nichts gewinnt – und wer nicht übt, der lernt nicht: Mut kann man üben, Mut kann wachsen. Und mit mehr Mut wachsen auch wir als Mensch.
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ut bedeutet, etwas zu wagen, etwa, sich in eine gefährliche oder unsichere Situation zu begeben. Doch welche wirklichen Gefahren lauern denn tatsächlich vor unserer Haustür? Es ist alles da, alles, was wir zum Leben brauchen, und zwar in Hülle und Fülle und manchmal in tausendfacher Ausführung, und doch macht die Vielfältigkeit das Leben nicht leichter. Den Mut zu haben, sich für etwas Bestimmtes zu entscheiden, gilt oftmals als knackige Challenge, gern behalten wir uns alle Möglichkeiten offen, um erst im letzten Moment das vermeintlich Beste zu wählen, um anschließend Sorge zu haben, ob das Gewählte wohl das Richtige war. Wenn wir Frauen uns
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trauen, große Veränderungen zu wagen, Neues in beruflicher Sicht anzustreben, einen Schlussstrich in der Beziehung zu ziehen, Kinder in eine andere Schule zu geben, uns gegen soziale Hierarchien zu stellen, hören wir verunsichernde Worte aus unserem Umfeld und auch aus der eigenen Familie. Da werden mögliche Szenarien des kleinen Weltuntergangs in den eigenen Reihen vorgespielt, bildhafte Schreckensmöglichkeiten gesponnen, die darauf folgenden Reaktionen und Hindernisse sehr gekonnt betont, um den mutigen Schritt aufzuhalten oder zu verlangsamen, oder um einen schlichtweg zu verunsichern. Mut kann auch neidig machen. U m d i e s i c h e r e Komfortzone zu verlassen, braucht es gar nicht so viel Besonderes. Die
S e i d m u t i g , ihr wundervollen Frauen, traut euch, das zu tun, was ihr wirklich wollt. Schneidet euch die Haare ab, tragt ein verrücktes Kleid, bucht eine Reise in euer Traumdomizil, schmeißt überflüssige Materie aus eurem Leben, die belastet, trennt euch von jenen Menschen, die euch nicht gut tun, lebt und liebt, genießt euch selbst. Wenn Mut präsent ist, hat man einen aufrechten Gang, schreitet voran, strahlt und entwickelt sich stetig weiter, und das ist wahre Schönheit.
DIE ÜBUNG: PARIVRTTA HASTA PADANGUSTHASANA
Stelle dich aufrecht hin, konzentriere dich auf dein Standbein. Hebe mit der Einatmung das zweite Bein auf Hüfthöhe an und fasse mit der gegenüberliegenden Hand das gebeugte Knie. Atme kurz in deine Stehkraft, ziehe den Nabel sanft nach innen und drehe dich mit gestrecktem Arm in die Seite, halte für 5 bis 10 Atemzüge. Wechsle die Seite. Diese Stehhaltung ist eine Drehhaltung aus der Mitte, sie fördert das Gleichgewicht und den Fokus, stärkt die Beinmuskulatur und aktiviert die Bauchorgane. Diese Asana lässt dich deine Standhaftigkeit spüren, sie stärkt deinen Mut und dein Vertrauen und lässt in die Seiten des Lebens schauen.
DIE AUTORIN
Doris Daz, zweifache Mutter, ist selbständige Yogalehrerin und bietet Fortbildungen für Yogalehrer an, arbeitet mit Meridianen und Klang, gibt ThaiYoga-Sessions und liebt das Leben. Naturfreundin und Optimistin hoch zwei sieht sie den Körper als Fläche der Reflektion und schreibt gerne über das Leben – ehrlich, authentisch und ein wenig tirolerisch. www.dieyogadoris.at
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LIFE „MUT IST WIE EIN MUSKEL, ER WÄCHST DURCH GEBRAUCH“, SAGT EIN SPRICHWORT. WAS NICHTS ANDERES BEDEUTET ALS: MAN KANN MUT TATSÄCHLICH ÜBEN UND TRAINIEREN, EINFACH INDEM MAN MUTIG IST. DER LOHN DER MÜHEN IST FREIES LEBEN.
ES GEHÖRT VIEL MEHR GESPIELT 20 Mädels im Alter von 14 bis 60 Jahren. Man könnte sie einen ziemlich bunten Haufen nennen. Doch in all ihrer Unterschiedlichkeit eint sie eine gemeinsame Leidenschaft.
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s gibt Sportarten, die würde man wohl nicht als typisch weiblich klassifizieren. Eishockey zum Beispiel. Das verbindet man eher mit dick eingepackten Jungs, die sich gegenseitig ziemlich ruppig an die Bande bugsieren und sich mitunter – quasi als Kollateralschaden – schon mal die Zähne ausschlagen. Bei den Mädels läuft ein Spiel nicht ganz so hart, aber nicht minder kämpferisch ab. Laut Regelwerk ist eigentlich alles wie bei den Männern, gespielt wird dreimal 20 Minuten, nur Bodychecks sind verboten. Auch wenn sich Körperkontakt nicht gänzlich vermeiden lässt, so ist das weibliche Spiel technischer und damit vielleicht auch eine Spur eleganter.
TEXT:
MARINA KREMSER FOTOS:
ANDREAS FRIEDLE
A b e r m a l e h r l i c h : Wir haben 2019. Hier noch über Männer- und Damensportarten zu reden, sollte eigentlich nicht nötig sein (eine Ausnahme ist eventuell Rugby, aber das ist meiner bescheidenen Meinung nach auch für Männer ein eher zweifelhafter Sport).
MUT ZUM SPIEL „Ich bin mit Eishockey aufgewachsen. Mein Papa hat selbst lange gespielt und war auf Funktionärsebene tätig. Da war es fast nur folgerichtig, dass auch ich von klein auf am Eis
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KOMMET UND SPIELET
Neue Mädels sind bei den Red Angels immer herzlich willkommen. Einzige Voraussetzung: Du bist mindestens zwölf Jahre alt (vorher darf man nicht in der Liga spielen). Auch von Vorteil: eislaufen können. Trainiert wird bei den Engeln zwei Mal die Woche – dienstags in der Ice Sport Arena Telfs und mittwochs in der Tiroler Wasserkraft Arena in Innsbruck. Wer Lust hat, Eishockey selbst mal auszuprobieren, hat in Heike Schönherr die perfekte Ansprechpartnerin: Einfach kurz unter 0664/400 08 98 anrufen oder an heike.schoenherr@tehv. at schreiben und beim Training vorbeischauen. Traut euch! www.redangels.at
war“, erzählt Heike Schönherr. Sie ist die sportliche Leiterin der Red Angels und auch selbst noch aktiv. „Man kann sich beim Eishockey extrem auspowern. Nach einem anstrengenden Arbeitstag bist du nach den eineinhalb Stunden Training ein anderer Mensch“, schiebt sie gleich die Erklärung hinten nach, warum ihr der Sport so viel Spaß macht. Natürlich sei es auch der Wettkampfgedanke: „Siege gehören immer noch zu den schönsten Dingen.“ U n d d i e f e i e r t e n die Innsbruckerinnen in der Vergangenheit reichlich. In der Bundesliga standen die Mädels zu Redaktionsschluss fix im Playoff, vorletztes Jahr wurden sie Meister, letztes Jahr Vizemeister. Dafür trainieren sie zwei Mal die Woche, fast jedes Wochenende geht’s zum Wettkampf. Und weil die Engel neben der zweiten Bundesliga mit demselben Team auch die Landesliga bestreiten, können es auch mal zwei Spiele werden. Eishockey ist ein zeitintensiver Sport. „Man braucht viel Leidenschaft und muss es gerne tun. Letztlich ist während der Saison jedes Wochenende ein Tag mit Eishockey belegt“, sagt Heike. Das Training startet im Juli, die Spielsaison läuft von September bis Ende März. Nach zwei Monaten Pause geht es von vorne los. Schlussendlich ist und bleibt Eishockey für die Mädels aber dennoch ein Hobby. Sie bekommen den Aufwand nicht vergütet, wenngleich der Verein durch die Stadt Innsbruck, das Land Tirol und Sponsoren unterstützt wird. Doch Eishockey ist auch ein teurer Sport. Anders als beim Fußball, für das ein Rasen recht flott gefunden ist, kosten Eiszeiten richtig Geld. Und eine Eisfläche ist ungleich schwieriger aufzutreiben. Durch die finanziellen Unterstützungen bleibt der Sport aber zumindest für die Spielerinnen erschwinglich.
SIE WOLLEN DOCH NUR SPIELEN Letztes Jahr haben die Red Angels ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. Begonnen hat es – wie so viele schöne Geschichten – eher zufällig. Mit den Olympischen Spielen in Nagano nämlich. Michaela Pasquazzo, frühere Präsidentin und jetzt noch Spielerin, kam in den Tiroler Eishockeyverband, für den Heike bereits damals gearbeitet hat, und schlug vor, eine Damen-Eishockeymannschaft zu gründen. „Ich war sofort dabei und hab gesagt, das machen wir“, blickt Heike zurück. Und sie haben es gemacht. F r e u n d i n n e n wurden aktiviert und Freundinnen von Freundinnen. Der Verband hat geholfen, Eiszeiten zu organisieren und Wer-
Ziemlich verschieden und in der Sache doch gleich: Die Mädels sind acht von 20, die sich in ihrer Begeisterung für einen Sport gefunden haben, der Mut braucht. In mehrerlei Hinsicht.
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Die Ausrüstung beim Eishockey wiegt ungefähr acht Kilo. Das ist ganz schön viel Gewicht. Richtig schwer wird’s für die Schlussfrau: Ein Goalie schleppt schon mal 20 Kilo zusätzlich mit sich herum.
bisschen technisches Geschick verfügt, geht es relativ flott. Man merkt, wenn Mädchen von anderen Sportarten kommen, die lernen sehr schnell. Wir haben einige Fußballerinnen bei uns. Sie haben den Mannschaftsgedanken, ein Gespür fürs Timing und fürs Miteinander. Denen muss man eigentlich nur die Geschicklichkeit mit dem Schläger beibringen. So manche kommt auch vom Eiskunstlauf. Auch das ist cool, weil die eine super Bewegung am Eis haben.“ Besonders froh ist man naturgemäß über Nachwuchs aus den eigenen Reihen. Mittlerweile spielen auch bei den Herrenvereinen junge Mädchen mit und lernen den Sport von klein auf. Mit 17 Jahren müssen sie dann in die Damenmannschaft wechseln. Dass sie bei den Jungs gelernt haben, ist spielerisch indes kein Nachteil. „Unser Ziel ist es, so viele Mädels zu haben, dass wir in mehreren Ligen mit unterschiedlichen Teams antreten können“, blickt Heike nicht ohne Zuversicht in die Zukunft.
Einziger Mann unter vielen Frauen: Matthias Plattner trainiert die Red Angels seit dieser Saison.
bung zu machen. Bald waren ein paar Damen gefunden. Gleich in der ersten Saison hat man sich die Liga vorgenommen, wenn sie auch eine Nummer zu groß war. Doch der Lerneffekt war noch größer. Heike: „Wir sind von jedem Spiel doppelstellig zu null nach Hause gefahren, aber wir haben nicht aufgegeben.“ Heute bestehen die Red Angels aus rund 20 begeisterten Spielerinnen. Die jüngste ist 14, die älteste über 60. Der Altersunterschied innerhalb der Mannschaft ist kein Problem. Für niemanden. Nicht für die Alten und noch weniger für die Jungen. Jeder hat seine Aufgabe auf dem Feld – und abseits davon. A u c h w e n n d a s T e a m aktuell gut aufgestellt ist, neue Spielerinnen sind immer gerne willkommen. Voraussetzungen braucht’s grundsätzlich keine. „Eislaufen sollte sie halt können“, meint Heike. Ja, eh. Wenn dann noch die Leidenschaft zum Sport dazukommt, reicht das eigentlich für den Anfang. Eine Ausrüstung kann man zum Probieren leihen, wenn’s einem gefällt, kauft man sich nach und nach, was man halt so braucht, bis man seine sieben Zwetschken beisammen hat. Und gelernt ist der Sport – je nach Begabung und sportlicher Vorerfahrung – eigentlich auch ganz flugs, findet Heike: „Wenn man über ein
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„Nach einem anstrengenden Arbeitstag bist du nach den eineinhalb Stunden Training ein anderer Mensch.“ HEIKE SCHÖNHERR
L i g e n g i b t e s im Gegensatz zu den Anfängen heute einige. Die höchste Stufe, die Elite Women’s Hockey League, eine länderübergreifende Liga mit österreichischer Beteiligung, ist für die Red Angels keine Option. „Man ist irrsinnig viel am Weg, das ist Profisport“, sagt Heike. Dass man aktuell in der Bundesliga zwei spielt, hat vor allem geografische Gründe. Was Können und Motivation betrifft, wäre auch die erste Bundesliga möglich, ist die sportliche Leiterin überzeugt. Auf kurz oder lang ist es auch angedacht, dort zu spielen. Dann, wenn man mädelsmengenmäßig zwei Teams stellen kann. Dazu kommt die Damen-Landesliga, in der die Red Angels mit Stand Mitte Feber in der Tabelle auf Rang zwei hinter der Spielgemeinschaft Kitzbühel/Kufstein liegen, die wiederum in der ersten Bundesliga unterwegs ist. Auf Platz drei folgt Feldkirch. „Es ist uns wichtig, auch gegen bessere Teams zu spielen, um eine Standortbestimmung zu bekommen. Man braucht Spiele, bei denen man bis an seine Grenzen gehen muss“, glaubt Heike. Recht hat sie.
FOTOS: WM 2018/HETFLEISCH, PETER LEITNER
Teamwork makes the dream work: Gemeinsam mit ihrem Trainer Matthias Platter stehen die Damen der Red Angels stellvertretend dafĂźr, dass man zusammen viel erreichen kann.
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DIE FORMEN DER ANGST
Der deutsche Psychoanalytiker Fritz Riemann (1902–1979) hat sich intensiv mit Formen der Angst beschäftigt. In seinem 1961 erschienenen Buch „Grundformen der Angst“, das sich bis heute millionenfach verkauft, benennt er Grundängste, von denen ausgehend sich seiner Ansicht nach alle anderen Ängste ableiten lassen: die Angst vor Hingabe, vor Einsamkeit, vor Vergänglichkeit und vor Unabänderlichkeit. „Hinter den vier Grundformen der Angst stehen allgemein-menschliche Probleme, mit denen wir alle uns auseinandersetzen müssen“, schreibt Riemann. „Jedem von uns begegnet die Angst vor der Hingabe in einer ihrer verschiedenen Formen, die als Gemeinsames das Gefühl der Bedrohtheit unserer Existenz, unseres persönlichen Lebensraumes oder der Integrität unserer Persönlichkeit haben. Denn jedes vertrauende SichÖffnen, jede Zuneigung und Liebe kann uns gefährden, weil wir dann ungeschützter und verwundbarer sind, etwas von uns selbst aufgeben müssen, uns einem anderen ein Stück ausliefern. Daher ist alle Angst vor der Hingabe verbunden mit der Angst vor einem möglichen Ich-Verlust. Jedem begegnet auch die Angst vor der Ich-Werdung, vor der Individuation, die in den verschiedenen Formen ihres Auftretens als Gemeinsames die Angst vor der Einsamkeit hat. Denn jede Individuation bedeutet ein Sich-Herausheben aus bergenden Gemeinsamkeiten. Je mehr wir wir selbst werden, umso einsamer werden wir, weil wir dann immer mehr die Isoliertheit des Individuums erfahren. Jedem begegnet auch die Angst vor der Vergänglichkeit auf seine Weise; unvermeidlich erleben wir immer wieder, dass etwas zu Ende geht, aufhört, plötzlich nicht mehr da ist. Je fester wir etwas halten, beibehalten wollen, umso mehr erliegen wir dieser Angst, deren verschiedene Formen als Gemeinsames die Angst vor der Wandlung erkennen lassen. Und jeder begegnet schließlich auch der Angst vor der Notwendigkeit, vor der Härte und Strenge des Endgültigen, bei deren verschiedenen Ausformungen das Gemeinsame die Angst vor dem unausweichlichen Festgelegt-Werden ist. Je mehr wir eine unverbindliche Freiheit und Willkür anstreben, desto mehr müssen wir die Konsequenz und die Grenzen der Realität fürchten.“
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DU HELD TEXT:
SONJA NIEDERBRUNNER
Angst vor dem Zahnarzt? Davor, den Job zu verlieren oder zu erkranken? Dass der Partner fremdgeht? Vor Spinnen? Manchmal kann man das lähmende Gefühl umgehen, indem man einfach die angsteinflößenden Situationen vermeidet. Aber um Angst zu überwinden, gibt es letztlich nur einen Weg und der führt in die Konfrontation. Wenn wir unserer Angst nicht begegnen, können wir uns nicht von ihr befreien!
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ie reagierst du, wenn dir ein Hund entgegenläuft? Freust du dich über das Fellknäuel, spielst mit ihm und wuschelst ihn? Verfällst du in Schockstarre – vor Angst, er könnte dich beißen? Oder ignoriert du ihn, weil er dir nicht mal wirklich auffällt? Es sind nicht Tatsachen, die Emotionen auslösen. Vielmehr geht es darum, was wir über diese Tatsachen denken, welche Erfahrungen wir mit ihnen verbinden. Der Hund an sich ist (in den meisten Fällen – es gibt natürlich Ausnahmen) nicht das Problem. Das potenzielle Problem liegt darin, welches Szenarium wir aus der Begegnung mit dem Hund in unserem Kopf entstehen lassen und wie wir es beurteilen. Was malen wir uns aus?
„Angst ist immer subjektiv, ist immer das Resultat einer subjektiven Wertung. Wie ein einzelner Mensch eine bestimmte Situation bewertet, hängt davon ab, welche Erfahrungen er im Verlauf seines bisherigen Lebens mit diesen und ähnlichen Situationen gemacht hat.“ Gerald Hüther, Professor für Neurobiologie In: „Was wir sind und was wir sein könnten. Ein neurobiologischer Mutmacher“
W o v o r w i r A n g s t h a b e n , sagt viel über uns aus. Über unsere Erfahrungen, unsere Lebenseinstellung, auch über unseren Selbstwert. Wer sich seiner Angst stellt, stellt sich seinem Selbst. Und das ist auch notwendig. Denn Mut kommt nicht von ungefähr. Mut muss man sich erarbeiten. Und Mut wird immer und ausschließlich aus Angst geboren. Dabei kann schon eine ganz geringfügig scheinende Überwindung oho sein. „Mut fängt klein an“, bestätigt Sonja Leskowschek, Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision. „In jeder Situation, in der ich Angst verspüre und sie dennoch meistere, bin ich schon mutig.“ Heldentaten braucht es nicht. Vor allem: Ab wann ist ein Held ein Held? Angst ist subjektiv. Was für den einen keine
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Herausforderung darstellt, ist für den anderen ein Berg. Ein Problem, das ihn daran hindert, sich frei zu entfalten. Wer seinen eigenen Berg besteigt, der ist ein Held. FOTOS:
ANDREAS FRIEDLE
AUSBRECHEN „Wir brauchen die Angst natürlich, weil sie uns warnt, uns schützt und uns ermöglicht, uns vorzubereiten – auf Flucht, Kampf oder Totstellen. Angst versetzt unseren Körper sozusagen in Alarmbereitschaft. Gäbe es diese Bereitstellung nicht, könnte man sich nicht verteidigen und nicht reagieren.“
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D a b e i i s t e s e g a l , ob unsere Angst sich auf reale Bedrohungen bezieht oder eingebildet ist – die Reaktion ist dieselbe: Die Aufmerksamkeit steigt, die Muskelspannung erhöht sich und damit auch die Reaktionsfähigkeit. Herzfrequenz und Atmung beschleunigen sich. Der kalte Schweiß bricht uns aus, uns wird regelrecht übel und wir zittern. Allein das reicht in der Regel schon fürs Unwohlsein. Manchmal jedoch sind unsere Ängste völlig überschießend, lähmen uns regelrecht. In die Innsbrucker „Mutpraxis“ von Sonja Leskowschek kommen immer wieder Menschen, gerade weil sie Angst haben. Und weil die Angst in manchem Fall so übermächtig sein kann, dass sie am aktiven Leben hindert, bzw. an der freien Entfaltung des eigenen Selbst. „Allein der Entschluss, in Therapie zu gehen, ist schon ein mutiger Schritt. Eine Psychotherapie birgt ein Risiko – sie kann Nebenwirkungen haben. Die bestehen etwa darin, dass Familie oder Freunde darauf reagieren, indem sie sagen: Was ist los, so kenn ich dich gar nicht. Es kann also gut sein, dass daraus Konflikte entstehen“, erklärt Sonja. Wie sie gemeinsam mit ihren Patienten das Thema Angst angeht, ist individuell – es gibt keine standardisierten Verfahren in der Mutpraxis. Es gibt erprobte Methoden, doch auch deren Wirkung ist von Mensch zu Mensch verschieden – genauso wie die Angst selbst nicht gleich ist.
MUT ZUM MUT Mut verändert – grundlegend. Und wo ein bisschen Mut ist, kommt – mit Beharrlichkeit – noch mehr Mut nach. „Mut ist wie ein Muskel, er wächst durch Gebrauch“, sagt ein Sprichwort. Was nichts anderes bedeutet als: Man kann Mut tatsächlich üben und trainieren, einfach indem man mutig ist. Der Lohn der Mühen ist freies Leben.
„Wo wir eine der großen Ängste erleben, stehen wir immer in einer der großen Forderungen des Lebens; im Annehmen der Angst und im Versuch, sie zu überwinden, wächst uns ein neues Können zu – jede Angstbewältigung ist ein Sieg, der uns stärker macht; jedes Ausweichen vor ihr ist eine Niederlage, die uns schwächt.“ Fritz Riemann
„ E i n e r f ü l l t e s L e b e n ohne Mut ist nicht möglich“, sagt Sonja. Angst und Mut sind die zwei Seiten einer Medaille, sie gehören zusammen und bedingen einander. Wer keine Angst hat, kann nicht mutig sein. Wer mutig ist, hat dennoch Angst. Denn: „Die Konsequenz von Mut ist: Man weiß nicht, was am Ende rauskommt. Mut birgt ein Risiko.“ Es ist gerade dieses Sich-Einlassen auf das Ungewisse, auf ein Ergebnis, das man nicht kennt, das Mut braucht. Und natürlich kann das Ganze im Scheitern enden, wobei das Vertrauen darin, dass man auch ein Scheitern gut bewältigen kann, den Mut wachsen lässt – oder das Wagnis macht sich bezahlt und man scheitert eben nicht. Auf jeden
Sag’s doch! Der Mut, einfach man selbst zu sein. Ich hab lang darüber nachgedacht, was er für mich bedeutet, dieser Mut. Sind es Klippenspringer oder Bungeejumper? Werden andere für einen automatisch mutig, wenn sie etwas tun, was man sich selbst nicht traut? Und warum ist Mut eigentlich in erster Linie fast immer mit einer (sportlichen) Leistung verbunden? D a s a s s i c h n u n mit meinen Gedanken und habe mich gefragt, wovor Menschen generell Angst haben und was auch für mich eines der schwierigsten Dinge überhaupt ist – und es sind nicht Spinnen, dunkle Räume oder enge Lifte. Im Grunde ist es die Tatsache, ganz man selbst zu sein. Zu sagen, was man sich denkt, Zivilcourage zu zeigen, ehrlich zu sein. Das finde ich richtig mutig, denn es ist durchaus bequemer, einfach zu sagen, was der andere hören will. Dann braucht man sich nämlich auch nicht vor der Kritik anderer zu fürchten. D e r M u t z u r Wa h r h e i t a l s o . Ja, es ist unbequem und kostet Überwindung. Und ich nehme mich da gar nicht aus. Ich würde gerne ganz ungefiltert sagen können, was ich mir denke. Auch wenn es um mich selbst geht. Wir Frauen neigen ja generell dazu, perfekt sein zu wollen, dem Partner eine gute Frau zu sein, den Kindern eine liebevolle Mutter, immer hübsch auszusehen, zu lächeln, auch wenn wir gern weinen würden. Doch wir wagen es nicht zu sagen, dass es uns nicht gut und eigentlich gar nichts mehr geht. Wir sollten viel öfter den Mut haben, auch uns selbst einzugestehen, dass wir Hilfe brauchen. Das Leben ist nicht immer perfekt – eigentlich ist es das nie. Fast nichts läuft zu 100 Prozent nach Plan, aber das ist nicht schlimm. Das ist zutiefst menschlich. Es gibt Situationen, da kommt man alleine nicht weiter. Auch ich hab schon so manche davon erlebt. Ihr dürft auch mal sagen, wenn es euch nicht gut geht. Es wird Menschen geben, die euch in die Versagensschublade stecken werden, wenn ihr nicht mehr wie gewohnt „funktioniert“. Es wird aber viel mehr Menschen geben, die euch zur Seite stehen. Weil sich Mut letztlich immer auszahlt.
„Wie geht es dir?“ Wie oft antwortet man auf diese Frage schon offen und ehrlich?
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Fall aber verhindert es Stillstand. Denn kaum etwas setzt so sehr in Bewegung wie eine Begegnung mit seiner Angst.
„Wer nie scheitert, entwickelt sich nicht und kann auch nicht glücklich werden, denn ihm fehlt die Erfahrung der eigenen Stärke.“ Martin Seligman, US-amerik. Psychologe
ZUR PERSON
Sonja Leskowschek ist Diplom-Sozialpädagogin und Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision. Sie ist Gasttherapeutin an der Universitätsklinik Innsbruck und führt ihre eigene Praxis. www.mutpraxis.at
M E D I TAT I O N GANZ PRAKTISCH
„Meditation. Eine praktische Anleitung.“ Mit Meditationen auf CD und als Download. Von Giovanni Dienstmann, Verlag DK, 192 Seiten, mit 7 Meditationen als Audiodateien auf CD und als Download. € 20,60 Der australische Meditationslehrer Giovanni Dienstmann hat auf 192 Seiten eine intensive Einführung in die Welt des Meditierens geschaffen. Das Buch kombiniert eine ausführliche visuelle Einführung in die Meditation mit praktischen Anleitungen zu über 25 verschiedenen Techniken, inklusive einer CD mit 7 geführten Meditationen, die auch als Download verfügbar sind. Die durchgehend farbigen Illustrationen verdeutlichen die verschiedenen Meditationsarten auf anschauliche Weise.
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U m s t a r k z u s e i n , um unsere Mutmuskeln zu erproben, brauchen wir einen festen Boden, auf dem wir stehen können. Wir brauchen das Gefühl, dass wir nicht ins Bodenlose stürzen, sollten wir fallen. Wir brauchen das Gefühl der Wertigkeit gegenüber uns selbst. Das kommt nicht aus dem Nichts. Es kommt von Menschen in unserem Umfeld, die uns Bestätigung geben. Warum das wichtig ist? Weil Mut und Selbstwert zusammenhängen. Ein Kleinkind klammert sich bei seinen ersten Gehversuchen an die Hand der Mutter oder des Vaters. Es wird gehalten, überschwänglich gelobt nach jedem Schritt und sofort getröstet, wenn es am Hintern landet. Es lernt. Mir kann nichts passieren. Es lernt zu vertrauen, vor allem sich selbst. „Werde ich als Person gesehen und anerkannt, bekomme ich vermittelt, dass ich etwas wert bin, dann kann ich auch mutiger sein. Ich wage mehr“, sagt Sonja. Und noch mehr wage ich, wenn ich bereits erfahren habe, dass es gut gehen kann. Und so leben wir – von Angst zu Angst. Von Mut zu Mut. Immer ein Stückchen weiter zu uns selbst.
„Die Geschichte der Menschheit lässt immer neue Versuche erkennen, Angst zu bewältigen, zu vermindern, zu überwinden oder zu binden. Sie gehört zu unserer Existenz und ist eine Spiegelung unserer Abhängigkeiten und des Wissens um unsere Sterblichkeit. Wir können nur versuchen, Gegenkräfte gegen sie zu entwickeln: Mut, Vertrauen, Erkenntnis, Macht, Hoffnung, Demut, Glaube und Liebe. Diese können uns helfen, Angst anzunehmen, uns mit ihr auseinanderzusetzen, sie immer wieder neu zu besiegen. Methoden, welcher Art auch immer, die uns Angstfreiheit versprechen, sollten wir mit Skepsis betrachten; sie werden der Wirklichkeit menschlichen Seins nicht gerecht und erwecken illusorische Erwartungen.“ Fritz Riemann
MUT ENTWICKELN
Durch Meditation können wir wichtige persönliche Stärken wie Ruhe, Geduld und Konzentration entwickeln. Genauso gibt sie uns Mittel an die Hand, jede gewünschte dauerhafte Veränderung zu erreichen, von mehr Mut bis zu mehr Mitgefühl. (Aus: Meditation. Eine praktische Anleitung. Siehe Buchtipp links.) Dauerhaftes persönliches Wachstum wie das Ausbilden einer Stärke erfordert Selbstwahrnehmung und Willenskraft – zwei Kernkompetenzen, die man durch Meditation verbessern kann. Bevor man ändert. Was in seinem Geist vorgeht, erzeugt man mit Hilfe von Selbstwahrnehmung das Körpergefühl, das zu der positiven Eigenschaft gehört, die man ausbilden möchte. Will man mutiger werden, bemüht man sich zu identifizieren, wie es sich im Körper anfühlt, wenn der Mut fehlt oder man vor etwas zurückschreckt. Vielleicht äußert sich das als Verspannung in den Schultern oder als Druck im Magen. Dann stellt man sich genau so vor, wie es sich anfühlt, wenn man durch Mut eine Angst überwunden hat. Entweder erinnerst du dich dazu an einen Moment, in dem du dich mutig gefühlt hast und etwas getan hast, obwohl du Angst hattest, oder du nutzt deine Vorstellungskraft, um zu spüren, wie es sich anfühlen würde. Wenn du dir den Unterschied zwischen diesen beiden Zuständen bewusst machen kannst, bist du in der Lage, die Eigenschaft zu erzeugen, die du dir wünschst, indem du das zugehörige Körpergefühl hervorrufst. Die Übung: • Wenn du eine Gelegenheit bemerkst, in der du Mut üben kannst, z. B. wenn eine Situation Angst in dir auslöst, erkenne die körperlichen Empfindungen von „Nicht-Mut“: • Nimm den „Nicht-Mut“-Modus wahr: „Ich kann das nicht. Etwas Schlimmes wird passieren.“ • Setze deine Willenskraft ein, um den Modus von Mut zu erzeugen, indem du das entsprechende Körpergefühl hervorrufst: Stell dir Weite in deiner Brust vor und Energie in deinen Muskeln. • Entwickle bewusst den geistigen und emotionalen Modus von Mut, indem du dir sagst: „Dieses Handeln kann etwas Unangenehmes oder Verlust bringen, aber es ist richtig und ich kann es tun.“ Halte dieses Gefühl fest – trotz deiner Angst. • Handle auf Grundlage des Mutes, den du gerade in deinem Körper und Geist entwickelt hast. Auch wenn du immer noch Angst spürst, kannst du mutig fortfahren, denn das ist es, worauf du deine Aufmerksamkeit konzentrierst.
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Ausstellung des Geldmuseums der Oesterreichischen Nationalbank im Kassensaal der OeNB West, Adamgasse 2, 6020 Innsbruck Ausstellungsdauer: 20. November 2018 bis 7. Februar 2020 Öffnungszeiten: Während der Kassenöffnungszeiten Führungen für Gruppen: Ab zehn Personen, nach Vereinbarung. Alle Führungen sind kostenlos.
Führungsanmeldung: Frau Mag. Manuela Gantioler-Sandsmark, MSc oder Herr Anton Reinelt, BA Telefon: +43 (512) 908100 E-Mail: regionwest@oenb.at
Weitere Informationen finden Sie unter: www.oenb.at,, www.geldmuseum.at
OESTERREICHISCHE NATIONALBANK EUROSYSTEM
„Gesundheit ist keinesfalls reine Frauensache, obwohl es dann schon ab und zu ein Machtwort der Gattin bedarf.“ GREGOR BLOÉB
TIROLER GEBIETSKRANKENKASSE
STEH AUF FÜR DEINE GESUNDHEIT Unter dem Titel „Mander bleibts g’sund!“ widmet sich die Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) in den kommenden Monaten verstärkt der Männergesundheit. Zwar schauen immer mehr – vor allem junge – Männer auf ihren Körper. Gesundheit bedeutet jedoch mehr als gezielter Muskelaufbau, gesunde Bräune oder sportliche Leistungen.
In Summe pflegen Männer einen ungesünderen Lebensstil als Frauen: Sie trinken mehr Alkohol, rauchen häufiger und ernähren sich weniger ausgewogen. Der Preis dafür ist nicht gleich spürbar und muss oft erst in den späteren Lebensjahren bezahlt werden. Männer sterben laut Statistik früher als Frauen und erkranken häufiger an vermeidbaren, lebensstilabhängigen Krankheiten wie Krebs, Unfällen und Verletzungen. Erwachsene Männer, vor allem im fortgeschrittenen Alter, brauchen häufiger den Anstoß durch die Partnerin, um mehr auf ihre Gesundheit zu achten, zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen oder bei Beschwerden den Arzt aufzusuchen.
ist keinesfalls unmännlich“, betont Franz Eberharter. „Ich vereinbare ja auch regelmäßig ein Service für mein Auto. Warum dann nicht für mich selbst?“. Alessandro Schöpf weiß, worauf es in jungen Jahren ankommt: „Gesundheit ist nicht nur körperliche Fitness. Man muss auch mal die Batterien aufladen und zur Ruhe kommen. Sich auch mal eine Auszeit vom Alltagsstress zu gönnen, kann oft Wunder wirken.“ K ö r p e r l i c h e und seelische Gesundheit gehen Hand in Hand und müssen gleichermaßen berücksichtigt werden. „Dazu gehört auch einmal ein Radler und ein guter Knödel auf der Alm, nach einer Bergtour“, sagt Gregor Bloéb. „Gesundheit ist keinesfalls reine Frauensache, obwohl es dann schon ab und zu ein Machtwort der Gattin bedarf“, schmunzelt Bloéb.
N o c h i m m e r g i l t , dass ein Kümmern um sich selber – um das eigene Wohlbefinden wie um das eigene Aussehen – unmännlich ist. Ein richtiger Mann braucht keine Hilfe. Die Folge: Drei Viertel aller Suizidtoten sind Männer. Dieses Verständnis von Männlichkeit hat auch direkte Folgen für die medizinisch-therapeutische Praxis. Männliche Verhaltenseigenschaften wie Härte und Stoizismus führen dazu, dass Männer signifikant weniger ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen als Frauen. Sie gehen um mindestens ein Drittel weniger zum Arzt als Frauen, um die Hälfte weniger in andere Therapien und um zwei Drittel weniger in psychotherapeutische Behandlung. E i n e g u t e M ö g l i c h k e i t , mehr für die eigene Gesundheit zu tun, ist der Besuch einer jährlichen Gesundheitsvorsorgeuntersuchung beim Hausarzt. Gerade Männer könnten davon profitieren, im Rahmen dieser Vorsorgeuntersuchung Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen. A u c h d i e B o t s c h a f t e r der Initiative wissen, dass sich Gesundheit nicht von alleine einstellt. „Ein wenig Bewusstsein für den eigenen Körper und die Seele zu schaffen,
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Die Tiroler Gebietskrankenkasse hat sich in den letzten Jahren verstärkt der Frauengesundheit gewidmet und dazu wirkungsvolle Maßnahmen gesetzt, die auch heute noch bestehen bzw. weitergeführt werden. Logische Folgerung daher: Eine Initiative Männergesundheit musste folgen. Zentrale Inhalte dieser bis Ende 2019 laufenden „Mander bleibts g’sund!“-Initiative sind die Stärkung des männlichen Gesundheitsbewusstseins und die Sensibilisierung der Tiroler Männer für wichtige Gesundheitsthemen wie die jährliche Vorsorgeuntersuchung. In den kommenden Quartalen werden nach und nach verschiedene männliche Gesundheits-Problemfelder thematisiert. Mehr Infos unter Die Initiative „Mander bleibts g’sund“ wird durch einen Expertenbeirat unterstützt. Die Fachleute kommen aus den Bereichen Urologie, Vorsorge, Psychotherapie, Sucht, Ernährung und Sport. Begleitet wird die Initiative durch prominente Botschafter wie Schauspieler Gregor Bloéb, Fußballprofi Alessandro Schöpf und Kabarettist und Künstler Franz Eberharter.
www.mander.tirol
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DIE ANDERE HÄLFTE In den über 200 Jahren ihres Bestehens hat die Homöopathie schon viele kraftvolle Angriffe erlebt. Und überlebt. „Weil Homöopathie einfach die andere Hälfte der Medizin ist“, erklärt Andreas Oberhofer. Als Schulmediziner und Homöopath verbindet er beide Welten, spricht beide Sprachen und weiß um den heilvollen Wert „des Ganzen“.
TEXT:
ALEXANDRA KELLER FOTOS:
ANDREAS FRIEDLE
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rinzipien ohne Reiter haben mehr Chancen, war der deutsche Philosoph und Schriftsteller Manfred Hinrich überzeugt. Im treffsicheren Seitenhieb auf die selten als sympathisch empfundenen Prinzipienreiter dieser Welt steckt viel Wahrheit – vor allem wenn es darum geht, sich einem Prinzip anzunähern, es zu erklären oder gar verstehen zu wollen. Im scheinbar ewig schwelenden Kampf zwischen der Schulmedizin und der Homöopathie sind es meist Prinzipienreiter, die vorpreschen und dabei so viel Staub aufwirbeln, dass die Prinzipien selbst kaum noch zu erkennen sind. Hinter dem regelmäßigen Furor dieser Auseinandersetzung steht der Unterschied zwischen dem Ähnlichkeits- und dem Gegensätzlichkeitsprinzip. Ähnliches durch Ähnliches zu heilen ist Grundlage der Homöopathie. Gegensätzliches durch Gegensätzliches zu heilen ist Basis der Schulmedizin. Beide Wirkgesetze sind unbestritten. Und es stimmt. Ohne Reiter haben die Prinzipien echt mehr Chancen.
HIN UND HER Ende November 2018 erst hatte die Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz mit ihrer Forderung nach einem Globuliverbot in Apotheken Öl ins altbekannte Debattenfeuer gegossen. Kurz zuvor war es wieder aufgelodert, als bekannt wurde, dass die Medizinische Universität Wien das Wahlfach Homöopathie vorerst nicht mehr anbieten will. Im Gegensatz dazu hatte die Landesregierung von Baden-Württemberg Ende Oktober 2018 beschlossen, an der Medizinuni Tübingen einen Lehrstuhl für alternative Heilverfahren einzurichten beziehungsweise eine Professur für Komplementärmedizin zu vergeben, und kurz davor hatte eine im Fachblatt „Scientific Reports“ veröffentlichte Studie die Heilkraft der Homöopathie bestätigt. Hin und her, auf und ab. 2 0 0 5 h a t t e „T h e L a n c e t “ , eine der ältesten medizinischen Fachzeitschriften, zu einer Art Todesstoß auf die Homöopathie angesetzt, indem sie über vermeintlich vernichtende Ergebnisse aus Homöopathiestudien berichtete und das Editorial mit „The End of Homoeopathy“ betitelte. Dass diese Ausgabe eine der peinlichsten in der Geschichte der Fachzeitschrift war, wurde erst später offensichtlich. Die zitierten Wissenschaftler, welche die Homöopathie als reines Placebo darstellten, hatten alle Regeln der wissenschaftlichen Kunst missachtet, indem sie aus 220 vor-
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Ab dem Zeitpunkt, ab dem Debatten einen ideologischen Touch bekommen, wird es müßig, die Fronten verhärten sich und am Ende bleibt eben doch gut, was hilft.
liegenden Studien 20 herauspickten, um ihre vorformulierte Annahme zu bestätigen. Ein Vorurteil widerspricht jedem wissenschaftlichen Denken und allen Forschungsprinzipien. In der später korrigierten Analyse der Daten wurde das Gegenteil bewiesen. Homöopathie ist kein Placebo. Die Fachzeitschrift musste diese Korrektur auch anerkennen, doch veröffentlicht wurde das Ergebnis nicht. I n d e r ö s t e r r e i c h i s c h e n Tageszeitung „Der Standard“ wurde über die jüngere „Heilkraftstudie“ unter dem Titel „Wirkt Homöopathie womöglich doch?“ berichtet. Dabei wurde auch auf eine Studie des Meinungsforschungsinstituts GfK verwiesen, laut der im Jahr 2017 62 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher ein homöopathisches Arzneimittel verwendet haben. Wa r u m k ö n n e n sie das nicht in Frieden tun? „In diesen Diskussionen geht es nicht um medizinische Ergebnisse. Es geht auch nicht darum, ob es einem Patienten nach der Behandlung besser geht oder nicht. Es ist wie ein Religionskrieg. Es geht um eine Glaubensfrage“, ist der Innsbrucker Arzt Andreas Oberhofer überzeugt.
Z W E I W E LT B I L D E R Andreas Oberhofer ist Schulmediziner und Homöopath. Er verfolgt die aktuellen Debatten mit Unverständnis gegenüber den Konsequenzen: „Wo sie korrekt angewandt wird, stehe ich absolut hinter der Schulmedizin. Ich bin auch davon überzeugt, dass Homöopathie in die Hände der Ärzte oder professionell ausgebildeter Homöopathen gehört und damit in
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einen geschützten beziehungsweise kontrollierten Bereich. Durch ein derzeit diskutiertes Verbot wird eher der unkontrollierte Wildwuchs gefördert. Das alles schadet der Homöopathie, der Medizin im Ganzen und damit den Patienten.“ H o m ö o p a t h i e kann nicht an einem Wochenendseminar gelernt werden, sie verlangt ein umfangreiches Studium. In Indien ist Homöopathie beispielsweise genauso anerkannt wie die Schulmedizin. An rund 200 homöopathischen Medical Schools, jede mit eigenem Lehrkrankenhaus, wird die offizielle Ausbildung dort angeboten. Wie die schulmedizinische dauert sie vier Jahre – plus ein praktisches Jahr. „In Indien ist man der Meinung, dass Homöopathie aus Indien und nicht aus Deutschland stammt“, schmunzelt Andreas. W e i l d e r I n n s b r u c k e r A r z t – gleichsam in medizinischer Personalunion – beide Weltbilder anerkennt und ihre Unterschiede genau kennt, weiß er auch, wo sie sich überschneiden. Allein dadurch vermag er so manchem Kritikpunkt gegenüber der Homöopathie mit einem Augenzwinkern der Gelassenheit zu begegnen. Die Prinzipienreiter der Schulmedizin haben quasi „aus Prinzip“ ein Problem mit dem Ähnlichkeitsprinzip. Dieses hat allerdings schon Hippokrates, Vater der Medizin und Patron des Arztgelöbnisses, im vierten Jahrhundert vor Christus erwähnt, als er schrieb: „Die Krankheit entsteht durch Einflüsse, die den Heilmitteln ähnlich wirken, und der Krankheitszustand wird beseitigt durch Mittel, die ihm ähnliche Erscheinungen hervorrufen.“
„Wo sie korrekt angewandt wird, stehe ich absolut hinter der Schulmedizin. Ich bin auch davon überzeugt, dass Homöopathie in die Hände der Ärzte oder professionell ausgebildeter Homöopathen gehört.“ ANDREAS OBERHOFER
DIE ÜBERSCHNEIDUNGEN Im zweiten Jahrhundert nach Christus wurde vom griechischen Arzt und Naturforscher Galen mit dem Gegensätzlichkeitsprinzip die Grundlage der Schulmedizin begründet, die sich trotz ihres konsequenten Siegeszuges gerne „in der anderen Welt“ bedient. „Desensibilisierung ist eine Therapieform, um Allergien nicht nur zu behandeln, sondern zu heilen. Das ist nichts anderes, als Gleiches mit Gleichem zu heilen, indem Bienengiftallergiker mit Bienengift, Pollenallergiker mit Pollen behandelt werden“, weiß Andreas und hält weiter fest: „Interessanterweise werden die allergieauslösenden Substanzen bei der Desensibilisierung immer verdünnt. Warum darf das funktionieren und das andere nicht?“ Seine Frage zielt auf das Motto der Homöopathiegegner „dünn, dünner, Homöopathie“ ab, mit dem die Wirksamkeit der verdünnten beziehungsweise potenzierten homöopathischen Arzneimittel in Frage gestellt wird. E i n w e i t e r e r , die Welt in letzter Zeit wieder stark bewegender Bereich, in dem die Schulmedizin regelrecht darauf schwört, Gleiches mit Gleichem zu behandeln, sind die Impfungen. Andreas Oberhofer: „Ich finde Impfungen durchaus sinnvoll. Hier würde niemand auf die Idee kommen, das stoppen zu wollen.“ Im Gegenteil. Erst vor kurzem hat die Weltgesundheitsorganisation WHO die Impfgegner als Gegner der Weltgesundheit bezeichnet. Dürfen Homöopathiegegner auch so genannt werden? Egal. Ab dem Zeitpunkt, ab dem diese Debatten einen ideologischen Touch bekommen, wird es müßig, die Fronten verhärten sich und am Ende bleibt eben doch gut, was hilft. „Es hat jede Menge Medizinrichtungen gegeben, die nicht funktionierten und ausgestorben sind. Über die redet kein Mensch mehr“, sagt der Arzt. „Seit weit über 200 Jahren erlebt die Homöopathie immer wieder Angriffe. Die schaden ihr zwar, doch ist kein Ende abzusehen. Homöopathie ist ein Teil der Medizin.“
S PA N N E N D E S S P I E L Gegensätze ziehen sich an. Gleich und Gleich gesellt sich gern. Das spannende Spiel der unterschiedlichen Prinzipien erfährt nicht nur seinen Niederschlag in Lebensweisheiten, auch Waldbrände werden mal mit Wasser – dem Gegensätzlichen – und mal mit Feuer – dem Gleichen – bekämpft. Beide Naturgesetze sind gültig. Beides wirkt. Beides kann genutzt werden, um ein Ziel zu erreichen. In der Schulmedizin ist das Ziel die Bekämpfung
Andreas Oberhofer ist Schulmediziner und Homöopath. Er verfolgt die aktuellen Debatten mit Unverständnis gegenüber den Konsequenzen.
HOMÖOPATHIE UND SCHULMEDIZIN
Ähnliches durch Ähnliches zu heilen ist Grundlage der Homöopathie. Gegensätzliches durch Gegensätzliches zu heilen ist Basis der Schulmedizin. Gegensätze ziehen sich an. Gleich und Gleich gesellt sich gern. Das Spiel der unterschiedlichen Prinzipien erfährt nicht nur seinen Niederschlag in Lebensweisheiten, beide Naturgesetze sind gültig. Beides kann genutzt werden, um ein Ziel zu erreichen. In der Schulmedizin ist das Ziel die Bekämpfung der Symptome. Notfallmedizin wäre ohne die lebensrettende Kraft des Gegensätzlichkeitsprinzips nicht denkbar, Chirurgie ebenso wenig. Wird die Ähnlichkeitsregel angewandt, wird zur Behandlung eines kranken Menschen ein Arzneistoff gesucht, der beim Gesunden eine ähnliche Symptomatik hervorruft. Letztlich kann es für den Patienten oft am wirkungsvollsten sein, wenn beide Welten zusammenspielen.
der Symptome. Notfallmedizin wäre ohne die lebensrettende Kraft des Gegensätzlichkeitsprinzips nicht denkbar, Chirurgie ebenso wenig. Behandeln ist das Schlüsselwort dieser Seite der Medizin. Sie wird durch ein materielles Weltbild geleitet. Die Organe und deren Funktionen spielen eine Hauptrolle. Wird durch ein bildgebendes Verfahren oder eine Laboruntersuchung „der Feind“ erkannt, wird er mit Medikamenten bekämpft oder seine üblen Auswirkungen unterdrückt. In zahlreichen Fällen – wie etwa bei chronischem Asthma oder Bluthochdruck – passiert das dann ein Leben lang. „Der Patient hat Beschwerden, dann bekommt er ein Medikament und die Beschwerden verschwinden. Am nächsten Tag ist er wieder krank und muss das Medikament wieder nehmen. Das heißt täglich krank sein“, sagt Andreas Oberhofer und erklärt den Unterschied: „Die Homöopathie hat den Anspruch, dass sie jemanden heilen will. Wenn man sich auskennt und weiß, was Heilung heißt, ist das ein heftiger Anspruch.“ Ein Anspruch, dem gerecht zu werden unheimlich schwer ist. Ein Anspruch, der den Blick hinter die Krankheitssymptome erfordert. Den Blick auf das Ganze. Und das ist groß.
D I E R E A L I TÄT „Die Anamnese geht in der Homöopathie viel tiefer als in der Schulmedizin“, sagt der Innsbrucker Arzt. „Es geht dabei um das Erfassen
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der Realität und die ist heute eine andere als vor einem oder fünf Jahren.“ Das ist ein Hintergrund dafür, dass er als Schulmediziner wie Homöopath von Selbsttherapie abrät. Der Körper hat nicht allzu viele Symptome zur Auswahl, sondern nur reduzierte Möglichkeiten, auf ein Problem „aufmerksam“ zu machen. Kopfschmerzen, Rückenweh, Durchfall – hinter gängigen und möglicherweise wiederkehrenden Leiden kann eine unheimliche Vielfalt an Problemen stecken. „Es können sich zig Dinge geändert haben, das Symptom bleibt das gleiche“, so Andreas. Weil in der Homöopathie jeder Patient individuell und aktuell betrachtet wird, verlangt das Anamnesegespräch viel Wissen und Geschick. Dabei gibt es Symptome, die hochwertig sind, andere sind es nicht. Isst ein Patient beispielsweise täglich Rosenkohl und klagt über Blähungen, dann ist das zwar ein lästiges, aber kein wirklich hochwertiges Symptom, wird mit dem Rosenkohl der „Übeltäter“ doch rasch überführt: „Wenn das aber nicht der Fall ist, ich jedoch beispielsweise weiß, dass sich die Symptome täglich um neun Uhr früh verschlechtern und der miese Zustand bis etwa 17 Uhr anhält, dann kann das für die Behandlung sehr weiterhelfen.“
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„Die Anamnese geht in der Homöopathie viel tiefer als in der Schulmedizin. Es geht dabei um das Erfassen der Realität und die ist heute eine andere als vor einem oder fünf Jahren.“ ANDREAS OBERHOFER
E i n e D i a g n o s e zu erstellen und das passende homöopathische Mittel zu finden, ist eine Sisyphusarbeit, bei der der Arzt einem Dolmetscher nicht unähnlich die Wortwahl des Patienten richtig deuten und die passenden Fragen stellen muss. „Ich muss wissen, wo es weh tut, wann es weh tut, wie der Schmerz ist, wie der Stuhlgang. Was der Patient denkt, ist dabei uninteressant, das ist eine flüchtige Geschichte, die nicht dabei hilft, ein komplettes Bild zu bekommen“, erklärt der Arzt. Hat er das Bild und kann er sagen, woran es ihn erinnert, dann kann dem Patienten ein Mittel gegeben werden, das bei einem gesunden Menschen das gleiche Krankheitsbild erzeugt: „Damit kann ich das Thema egalisieren. Im Optimalfall löscht man das Bild und der Patient ist geheilt.“
G R O S S E S C H AT Z K I S T E Die Schatzkiste, aus welcher der Arzt sich bei Anamnese, Diagnose und Mittelwahl bedienen kann, ist das homöopathische Repertorium, ein Nachschlagewerk, in dem das Wissen tausender Ärzte gesammelt wurde. Haarklein und detailliert werden darin Symptome aufgeschlüsselt – in all ihren physischen wie
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psychischen Details – und die dazu passenden Mittel genannt. Eine weitere Stütze ist auch das „As-if-Wörterbuch“, in dem all jene Vergleiche zu finden sind, die Menschen verwenden, um Schmerzen mit den Worten „es ist, als ob“ verwenden. Augenschmerzen können sich anfühlen, als ob sie mit Nadeln gestochen werden, Kopfschmerzen so, als ob die Augen aus dem Kopf springen. Jedes Detail zählt. Schwindel allein füllt zahlreiche Seiten in diesen Büchern. „Schwindel ist ein riesiges Thema“, sagt Andreas und blättert im Repertorium. „Wird Schwindel beispielsweise von Appetit und Heißhunger begleitet, wird Chinin als Mittel vorgeschlagen.“ Chinin ist eine chemische Verbindung, die in der Rinde des Chinarindenbaumes vorkommt, und Chinin steht gleichsam am Beginn der Homöopathie.
KONZEPTE ZUM WOHLFÜHLEN Der Messeschwerpunkt Feel Good hält im Rahmen der 36. Tiroler Frühjahrsmesse vom 14. bis 17. März zahlreiche Angebote und Informationen rund um die Themen Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit bereit.
DER SELBSTVERSUCH „Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, war Arzt, Apotheker und Übersetzer medizinischer Schriften. Als er einen Text zur Chinarinde übersetzte, kam er auf die Idee, Chinarinde zu essen und zu beobachten, was passiert“, erzählt Andreas. Er bekam Wechselfieber. Beim gesunden Hahnemann löste das Mittel, das zur Behandlung von Malariafieber eingesetzt wurde, die gleichen Krankheitssymptome aus, wie sie bei Malaria-Erkrankten beobachtet wurden. Jahrelang experimentierte er, führte Selbstversuche mit hunderten von Tinkturen und Extrakten durch, bis er das so genannte Simileprinzip „Similia similibus curentur – Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“ formulierte. 1796 war das. Es ist das Jahr, das als Geburtsjahr der Homöopathie gilt. W i r d d i e Ä h n l i c h k e i t s r e g e l angewandt, wird zur Behandlung eines kranken Menschen ein Arzneistoff gesucht, der beim Gesunden eine ähnliche Symptomatik hervorruft. Dafür „die volle Ladung“ Gift zu verabreichen, wäre nicht nur fahrlässig, sondern ist auch nicht nötig. Um die erste Reaktion, die so genannte Erstverschlimmerung, so gering wie möglich zu halten, verringerte Hahnemann die Dosen seiner homöopathischen Arzneimittel und war selbst überrascht, dass die Wirksamkeit bei zunehmender Verringerung oft zunahm. Die in homöopathischen Mitteln enthaltenen Informationen verstehen zu wollen, ist ähnlich schwer, wie mit herkömmlichen Denkmustern die Quantenphysik zu kapieren. Biochemische Prozesse ausgelöst durch komplexe Medikamente nachzuvollziehen, ist es ja nicht minder. Wer kann schon die Wirkweise von Aspirin erklären, geschweige denn die eines komplexen Parkinson-Medikaments? Dagegen wirkt die Basis der Homöopathie fast schon simpel. Wenn die natürliche Krankheit von einer künstlichen – ähnlichen – Krankheit überlagert wird, werden die Selbstheilungskräfte angestoßen. Heilen ist dabei das Ziel, nicht die Behandlung von Symptomen. „Darum kann es für einen Patienten am wirkungsvollsten sein, wenn beide Welten – also die schulmedizinische und die homöopathische – zusammenspielen“, ist Andreas Oberhofer überzeugt, „etwa, wenn in der Akutphase einer Krankheit Medikamente der Schulmedizin eingesetzt werden, die Behandlung aber mit homöopathischen Mitteln begleitet und die Krankheit in der zweiten Phase mit ihnen geheilt wird.“ Das ist er dann, der heilvolle Wert des Ganzen. M a r i e v o n E b n e r - E s c h e n b a c h , die österreichische Erzählerin, war es, die meinte: „Wenn zwei brave Menschen über Grundsätze streiten, haben immer beide recht.“ Eine schöne Vorstellung.
Die schnelllebige Zeit und die moderne Gesellschaft stellen immer mehr Menschen vor die Herausforderung oder den Wunsch, ihre Lebensqualität zu erhalten oder zu steigern und fit und gesund den Alltag zu meistern. Besucher der Tiroler Frühjahrsmesse erhalten auf der Feel Good im Messeforum 1 (2. OG) Information zu den neuesten Erkenntnissen und Empfehlungen von renommierten Ernährungsberatern, Gesundheitsmanagern oder Mentalcoaches. Zahlreiche Vorträge und Workshops bieten den Besuchern Denkanstöße, um das passende Konzept zum persönlichen Gesundbleiben und Wohlfühlen zu finden. Erstmals wird es dabei auch Produkte und Beratungen rund um die Themen Baby und Kind geben.
NEUE ÖFFNUNGSZEITEN Die Tiroler Frühjahrsmesse öffnet an allen vier Messetagen erstmals ab 10 Uhr (vormals 9 Uhr). Ein kostenloser Shuttleservice fährt ab 9.30 Uhr im 15-Minuten-Takt von der Olympiaworld Innsbruck über den Hauptbahnhof zur Messe Innsbruck und retour. Vergünstigte Messetickets gibt es online unter www.fruehjahrsmesse.at.
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DIE MAGIE DES ALLTAGS Rund um uns herum verbergen sich Schätze, die so sehr zum Alltagsbild gehören, dass wir sie gar nicht mehr wahrnehmen. Sonja Tanzer weiß um die Kraft der heimischen Pflanzen und wie man sie nutzt – ihr über die Jahre gesammeltes Wissen gibt sie mittlerweile an zahlreiche Interessierte weiter. Gut, dass sie sich letzten Endes für die grüne Wunderwelt und gegen die Amtsstube entschieden hat. 72
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SONJA NIEDERBRUNNER FOTOS:
elche Wege man auch geht, manches bleibt unveränderlich. Manches begleitet und ist da, auch wenn man es nicht bewusst wahrnimmt. Es sind Konstanten, die erst im Nachhinein als solche erkannt werden. Als etwas, das immer schon dazugehört hat. Wenn man es dann wieder- oder neu entdeckt, dann ist es ein bisschen wie Heimkommen.
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„Durch Kräuter kann ich auf einer besonderen Ebene mit Menschen arbeiten, sie inspirieren und zu altem Wissen zurückführen.“ S O N J A TA N Z E R
S o n j a Ta n z e r hat sich so manchen ihrer Sommer anders vorgestellt. Während ihre Freundinnen fortfuhren, in weit entfernte Städte, ans Meer, in exotische Länder, da wartete auf sie die Alm. Sommer für Sommer für Sommer. Die Alm, das war Arbeit, das war eintönig, das war Alleinsein. Der einzige Spielgefährte in Reichweite war ein gleichaltriger Junge. Wobei Reichweite relativ ist, denn um ihn zu treffen, musste Sonja eineinhalb Stunden den Berg hinaufgehen. Es war langweilig. Und wenn es etwas gibt, was Kinder generell gar nicht mögen – wie jeder, der Kinder hat, aus einer gewachsenen Expertise als Alleinunterhalter weiß –, dann ist es Langeweile. Und dennoch, es gab auch dort oben Lichtblicke. Das Schwammerlsammeln etwa, das Moosbeeren-Naschen, das Preiselbeer-Klauben, das Aufspüren von Salamandern und anderem Kriech- und Krabbelgetier. All die Farben und Geschmäcker. Aber auch der Geruch von Schafgarbe, Brennnessel und Frauenmantel, die – von der Großmutter und Mutter gesammelt – fein säuberlich ausgebreitet und aufgehängt im Dachboden trockneten und herrlich knisterten, wenn man sie dann in Gläser füllte. Oder jener Sommer, als eine Botanikerin der Uni Innsbruck auf der Alm Quartier bezog und dem kleinen, neugierigen Mädchen die Augen für all das bunte Leben um sie herum öffnete. Vor allem konnte die Wissenschaftlerin die ganzen kleinen Wunder benennen: Frauenschuh, Türkenbund, Braunelle und viele andere bekamen in Sonjas Kopf mit dem Namen auch einen Platz, und so wurde Allgegenwärtiges und Gewöhnliches zu ganz Zauberhaftem und Faszinierendem. D o c h j e d e Z e i t hat ihre eigenen Wunder. Das Mädchen wurde groß und die Alm und die Erinnerung an ihre Schätze verschwanden mit den Kinderschuhen. Aber nicht für immer und auch nicht für lange. Wen die Pflanzen einmal in Bann gezogen haben, den lassen sie nicht los, immer wieder rufen sie sich in Erinnerung, tauchen an den unmöglichsten Stellen auf, bezaubern mit ihrem Duft, verzücken mit ihren Blüten, erstaunen mit ihrer Wirkung.
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„Schafgarbe im Leib tut wohl jedem Weib“, lautet ein altes Sprichwort. Altes Wissen auf heutige Bedürfnisse zu übertragen ist mit eine Kompetenz von Kräuterkundigen.
Als der Funke sich aufs Neue entzündete, reichte das Wissen der Mutter und Großmutter nicht, sie konnten die Wissbegierde der jungen Frau nicht befriedigen. Also behalf Sonja sich mit Büchern. „Was habe ich Bücher!“, ruft sie und schlägt die Hände zusammen. W i s s b e g i e r d e ist generell so eine Sache, mit der die Stubaierin nicht zu knapp gesegnet ist. Und Neugierde und Humor. Und Ehrgeiz. Und Begeisterungsfähigkeit. Und
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Manches will geboren werden, will bleiben, will werden – und wenn man an Schicksal glauben will, dann waren Sonja Tanzer und die Kräuter wohl schon immer füreinander bestimmt.
entschlussfreudig ist sie auch noch. All diesen Eigenschaften ist es zu verdanken, dass die Absolventin der Tourismusfachschule als Berufstätige die Matura nachholte, Jus studierte und das Studium auch abschloss. Sich in den Pinzgau verliebte und kurzerhand beschloss, dorthin zu ziehen. Als sie schwanger wurde und ihr Sohn Benjamin zur Welt kam, bekam sie eine andere Seite dieser Gesellschaft zu Gesicht, die man nur als alleinerziehende Mutter kennenlernen kann: Frauen mit Kindern
I n a l l d e n J a h r e n in und fernab ihrer Heimat hatte Sonja ihr Kräuterwissen weiter gepflegt, es wachsen lassen. Sie besuchte Kurse und Fortbildungen, streifte durch die Natur, sammelte und verarbeitete die gewonnenen Schätze und lernte. Und nach einiger Zeit begann sie schließlich damit, nicht nur selbst hergestellte Produkte zu verkaufen, sondern auch ihr Wissen weiterzugeben. Nach ihrer Rückkehr ins Stubaital gelangte sie an eine Weggabelung, an der eine Entscheidung zu treffen war: Der eine Weg führt zu einem Job als Juristin in Innsbruck, der andere in die Kräuterwelt. „Plötzlich fiel mir die Entscheidung leicht. Kräuter geben mir alles, was ich brauche“, sagt sie. „Durch sie und mit ihnen kann ich auf einer besonderen Ebene mit Menschen arbeiten, sie inspirieren und zu altem Wissen zurückführen – Wissen, von dem bei den meisten noch sehr viel vorhanden ist. Man hat es nur vergessen.“ In ihren zahlreichen Kursen und Seminaren gibt Sonja all das weiter, was sie über die Jahre gelernt und erfahren hat – was sie noch lernt und noch erfahren wird. Und das umfasst weit mehr als das, was man in Büchern liest. Jeder, der sich länger mit den heilkräftigen Pflanzen beschäftigt,
entwickelt mit der Zeit eine gewisse Ehrfurcht, ein Staunen, das mit mehr Erfahrung nicht weniger wird – eher im Gegenteil. Das Wissen um jahrhundertealte Traditionen, gepaart mit aktuellen Erkenntnissen, und natürlich der eigene Erfahrungsschatz bilden die Basis, dazu kommen Dinge, die man nicht lernen kann, die in keinen Büchern stehen. Pflanzen sind lebendige Wesen, und letztendlich begreifen und verstehen kann man sie nur, wenn man sich auf sie einlässt.
www.hoertnagl.at
haben es in beruflicher Hinsicht nicht gerade einfach. „Teilzeitjobs für Juristinnen sind noch dazu Mangelware“, sagt Sonja. „Meinen Sohn in Ganztagesbetreuung zu geben, kam für mich aber nicht in Frage. Die einzige Lösung war eine Rückkehr nach Tirol, zu meiner Familie.“ Und so war es dann auch.
GeschmacksKOMPOSITION
W e l c h e W e g e man auch wählt, manches bahnt sich seinen eigenen Pfad – durch all unsere Pläne hindurch. Manches will geboren werden, will bleiben, will werden – und wenn man an Schicksal glauben will, dann waren Sonja Tanzer und die Kräuter wohl schon immer füreinander bestimmt. Von der ersten Annäherung auf der Alm, wo die Kräuter das Mädchen mit ihrem Duft verzauberten, über die zahlreichen Bücher, welche die Neugierde der jungen Frau weniger befriedigten, sondern immer weiter anstachelten bis heute, wo der einstige Samen gewurzelt hat und nun seine eigenen Samen ausstreut. Das ist der Kreislauf des Lebens, in der Natur genauso wie beim Menschen. Das alte Wissen findet immer einen Weg, sich selbst zu bewahren – könnte man sagen, wenn man es mystisch ausdrücken wollte. Und ein bisschen Magie darf es im Leben doch geben, nicht wahr?
Mehr Infos über Sonja Tanzer, ihre Seminare und Kurse gibt es unter www.kräuterweise.at
Hörtnagl Schinken die verführerisch leichte Delikatesse für Besser-Esser. Wen die Pflanzen einmal in Bann gezogen haben, den lassen sie nicht los, immer wieder rufen sie sich in Erinnerung, tauchen an den unmöglichsten Stellen auf, bezaubern mit ihrem Duft, verzücken mit ihren Blüten, erstaunen mit ihrer Wirkung.
www.facebook.com/ Andrae.Hoertnagl
Mit maya durch das Kräuterjahr „Wir leben im Jahreskreis – jener mystische Raum, der uns schon seit Äonen begleitet, leitet und in uns wirkt“, erklärt Sonja Tanzer. In ihren Kursen erlebt man den immerwährenden Rhythmus von Werden, Sein, Vergehen und Ruhen. Speziell für maya wird Sonja uns in den kommenden Ausgaben auf eine Reise durch die jahreszeitliche Kräuterwelt nehmen. Jedes Monat stellen wir eine Pflanze in den Fokus und durchleuchten sie von Kopf bis Wurzel.
gerade im Frühjahr regelmäßig in seinen Speiseplan einbauen. Sie schmeckt vorzüglich, ganz zart nach jungem Mais und passt in jeden Salat, aufs Butterbrot, in Suppen oder in einen Smoothie. Stallaria media – so ist ihr lateinischer Name – enthält zehnmal so viel Vitamin C wie etwa Chicoree, etwa dreimal so viel Phosphor wie zum Beispiel Weißkraut und zirka viermal so viel Eisen wie Feldsalat.
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DIE VOGELMIERE Im März kann ich es kaum noch erwarten, bis der Schnee endlich weg ist. Heiß ersehne ich das erste Grün herbei, damit ich wieder „grasen“ gehen kann, wie meine Frau Mutter das immer so uncharmant ausdrückt. Sie meint damit, dass ich, sobald die ersten grünen Spitzen aus der brüchigen Schneedecke herauslugen, hinausrenne und diese gleich ernte. Natürlich wandert da nicht alles ins Körbchen – vieles findet den direkten Weg in meinen Mund. In unseren Höhen – so um die 1.000 Meter – ist es um diese Jahreszeit ja noch nicht so viel. Da und dort ein Gänseblümchen oder zumindest seine Rosette und natürlich – ja, die Vogelmiere. Jenes verkannte kleine, zähe Nelkengewächs, das im Garten alles überwuchert, wenn man es lässt. Es ist so voller unbändiger Lebensenergie, dass es sogar unter der Schneedecke noch grün bleibt. Diese unglaubliche Kraft zeigt sich auch in ihrer Fortpflanzung: Eine einzige Pflanze kann tausende von Samen produzieren. Wenn man die Miere nicht aufisst, dann deckt sie im Garten alsbald alles mit ihren zartgrünen Blättchen und ihren wunderhübschen Sternchenblüten zu. Sie ist eine Pionierpflanze, ein Bodenheiler, der überall dort wächst, wo die Erde „verletzt“ wurde. Sanft deckt sie die aufgerissene Erde zu und schützt sie vor dem Austrocknen – immer vorausgesetzt, man lässt sie. D i e V o g e l m i e r e oder auch Sternmiere hat bei uns auch weniger schmeichelhafte Namen. Die einjährige Pflanze kennt man unter anderem als Hühnerdarm. Sie blüht im Frühling und Frühsommer und dann ruht sie sich sozusagen während der Sommerhitze aus. Erst im Herbst keimt sie wieder. Rasch wachsende Pflanzen wie die Sternmiere haben immer viel Heilenergie. Die Miere zum Beispiel sollte man
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I h r e h e i l e r i s c h e n Q u a l i t ä t e n sind vielfältig, konzentrieren sich aber auf Lunge, rheumatische Beschwerden und Hautprobleme. Berühmte Heiler wie Pfarrer Kneipp oder Pfarrer Künzle schworen auf die Vogelmiere. So empfahl Kneipp einen beruhigenden und schleimlösenden Tee bei hartnäckigem Husten. Die blutreinigende Wirkung der Pflanze kommt bei Hautunreinheiten oder nässenden Ekzemen zum Tragen. Äußerlich werden der Pflanzensaft, Breiumschläge oder Salben als Anwendung bei rheumatischer Arthritis, Hauterkrankungen und schlecht heilenden Wunden empfohlen.
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DIE ERLE Normalerweise würde man im April, wenn es denn ein Baum sein soll, die Birke erwarten. Sie ist in aller Munde und zweifellos eine starke Heilerin. Aber ich habe mich für ihre Schwester, die Erle, entschieden. Frau Erle fristet – völlig unberechtigt – ein Dasein am Rande der modernen Kräuterszene. Dabei kann sie so viel! Aber ihre Zeit kommt wieder – ihr wahres Potenzial liegt nämlich in ihren Knospen. Die sogenannte Gemmotherapie (Gemma = lat. Knospe), die alte Lehre von der Heilkraft der Pflanzenknospen, hat in letzter Zeit einen wahren
Boom erlebt. Es geht dabei aber nicht nur um die Knospen, sondern allgemein um das sogenannte „Meristemgewebe“ der Pflanze. Dieses ganz junge, frische Gewebe – quasi also die Stammzellen – ist auch an den feinsten Wurzelhärchen und unter der Rinde der Bäume zu finden. Aber die Knospen haben es ins Rampenlicht geschafft. Wahrscheinlich, weil sie so leicht zu sammeln sind. Ehrlich gesagt finde ich es ja langweilig, wenn man sich so ausschließlich auf einen Pflanzenteil konzentriert. Das große Ganze ist viel spannender und die Kräuter haben fast während der ganzen Vegetationsperiode wunderbare Geschenke an uns. Aber hier mache ich eine kleine Ausnahme. Die Erle und ihre Kinder also. D i e E r l e n - S c h w e s t e r n sind ja sehr genügsame Bäume. Sie sind zu dritt: die Grauerle, die Schwarz- oder Roterle und die Grünerle. Allen ist es egal, ob der Boden, auf dem sie leben, gerade viele Nährstoffe hat oder nicht. Die Grauerle steckt es ganz locker weg, wenn sie ab und zu nasse Füße hat, dauerhafte Staunässe verträgt sie aber nicht. Die Schwarzerle hingegen liebt es, wenn ihre Wurzeln im Wasser sind. Sie hat besondere Gerbstoffe und ein einzigartiges „Belüftungssystem“ – so fault sie nicht. Findige Bauherren im Mittelalter und jene in Venedig sowieso haben diese Vorteile genutzt. Halb Venedig steht auf Schwarzerlen. Die Grünerle hingegen liebt die Herausforderung. Ihr Revier liegt in der Tundra oder weit oberhalb der Baumgrenze – in der sogenannten Kampfzone, dem Krummholzgürtel, Die Erle ist in vielerlei Hinsicht ein sehr spannender Baum. Sie besorgt sich den Großteil der benötigten Nährstoffe nämlich nicht direkt aus dem Boden. Sie geht mit einem Bakterium eine Symbiose ein, dieses bindet Stickstoff aus der Luft und bildet an ihren Wurzeln bis zu faustgroße Nährstoffspeicher. Das geht sogar so weit, dass Frau Erle es nicht nötig hat, im Herbst die Nährstoffe aus den Blättern abzuziehen. Die Blätter fallen dann einfach noch grün vom Baum. Wa s i h r e H e i l k r ä f t e angeht, wird sie in der Volksheilkunde allenfalls als fiebersenkendes oder entzündungshemmendes Mittel empfohlen. Ihre Knospen aber sind wahre Wunderdinger. So sollen die Knospen selber oder Zubereitungen, also Auszüge aus ihnen, folgende Wirkungen haben: Sie sollen stark entzündungshemmend sein und auch die Venen und Arterien sehr pflegen und stärken. Die Knospen sind wahre Meister der Entgiftung und sie sollen das Immunsystem regulieren – das heißt, sie würden sowohl bei Überreaktion, wie z. B. Allergien, als auch bei Schwächen eingreifen. Die Grauerlenknospen sind zudem die Frauenknospen schlechthin. So sollen sie bei Gewebsneubildungen bzw. Abkapselungen helfen und ganz allgemein das Gewebe der weiblichen Genitalien, wie Gebärmutter und Eierstöcke, aber auch der Brust regulieren. Zudem stärken sie die Venen und sollen Osteoporose vorbeugen – na wenn das mal keine Wunderwuzzis sind!
DER WALDMEISTER Auch für den Mai habe ich mir ein Kraut ausgesucht, das zwar typisch für die Jahreszeit ist, aber volksheilkundlich auf den ersten Blick nicht viel hergibt. Das Waldmandl, wie es noch genannt wird, gehört zu den Rötegewächsen und ist somit mit den Labkräutern und dem Kaffee verwandt. Der Waldmeister wächst gerne in lichten Buchenwäldern, aber auch im Garten lässt er sich gerne ansiedeln. Wenn es ihm passt, dann kann er sich ganz schön ausbreiten. Am besten erntet man ihn kurz vor der Blüte im Mai. Dann entfaltet er seine größte Heilkraft.
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Blüht er bereits, verwende ich ihn für Schlafkissen. Er soll rasch im Schatten getrocknet werden – so behält er seine wertvollen Kräfte. H e r r n Wa l d m e i s t e r kennen ältere Semester noch aus ihrer Kindheit. Da gab es Waldmeisterlimo, Wackelpudding und überhaupt gehörte der Waldmeister mit seinem typischen Geruch und Geschmack einfach zum Mai dazu, genauso wie die Walpurgisnacht. Dann kam die Wissenschaft und eine gewisse Regulierungswut und der Waldmeister verschwand nahezu aus unserem Bewusstsein. Schuld daran sind seine wichtigsten Wirkstoffe: die Cumarine. Sie seien gefährlich, hieß es. Na ja, sagen da die Kräuterhexen, gefährlich ist relativ. Schon im Mittelalter wusste Paracelsus, dass die Dosis ausmacht, ob ein Ding Gift sei oder eben nicht. Dieses Wissen ging in unserer Zeit natürlich verloren und so ist halt fast alles nicht gesund oder gefährlich, wenn man es so zu sich nimmt, wie die meisten von uns es tun. Wenn man aber bei passenden Gelegenheiten ein Glas Waldmeistersirup, Waldmeisterbowle, Tee oder gar Gelee zu sich nimmt, dann ist das absolut in Ordnung und hat sogar positive Wirkungen. Die schauen wir uns jetzt an. I n e r s t e r L i n i e steht Herr Waldmeister in dem Ruf, das Herz leicht zu machen und das Gemüt aufzuhellen. Er soll die Seele beschwingen und zugleich beruhigen. Früher gehörten die Labkräuter, auch der Waldmeister, zu den Bettstrohkräutern der Wöchnerinnen. Der herrliche Duft durch die freigesetzten Cumarine beruhigte sowohl Mutter als auch Kind und kräftigte beider Herzschlag. Waldmeistertee soll bei leichtem Kopfschmerz helfen – aber Vorsicht, wenn man zu viel erwischt, kann Waldmeister Kopfweh verursachen oder gar verstärken. Jedenfalls soll er das Herz stärken und eine blutverdünnende Wirkung haben. Als getrocknete Zutat in einem Schlaf-Kräuter-Kissen ist er eine wahre Wohltat. Die beim Trocknen freigesetzten Cumarine bewirken, dass man entspannt und sich öffnet. Von ihnen kommt auch der typische Geruch, der erst frei wird, wenn der Trocknungsprozess schon etwas fortgeschritten ist. Wegen seiner leicht aphrodisierenden Wirkung passt er sehr gut als unterstützendes Kraut in eine Liebesräucherung. Er hat eine Wirkung, die leicht hingebungsvoll, lustvoll, kommunikativ und offen macht. Er ist aber nicht gleichzusetzen mit anderen aphrodisierenden Kräutern, er wirkt subtiler. Seine Macht darf man aber nicht unterschätzen: So manchen hat eine Waldmeisterbowle – im wahrsten Sinne – von den Socken gehauen. B e i a l t e n K r ä u t e r k u n d i g e n kann man auch lesen, dass der Waldmeister gut für die Leber sei. Er würde bei allerlei Leberleiden helfen und unser Entgiftungsorgan reinigen und stärken. Wir sollten dem Waldmeister wieder jenen Stellenwert einräumen, den er verdient. Die nächste Gelegenheit dazu bietet der kommende Mai.
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Bärlauchkruste
Zutaten: 100 g Butter • 70 g Semmelbrösel • 1 Ei 100 g Bärlauch • Salz, Pfeffer Zubereitung: 1) Butter mit dem Ei gut aufschlagen und Brösel sowie gehackten Bärlauch unterheben. 2) Wer es ein wenig bunter mag, färbt es noch mit frischem Bärlauchpesto (gutes Olivenöl, Bärlauch, Salz, Pfeffer) ein. Tipp: Die Bärlauchkruste passt zu vielerlei Fleisch, ganz besonders mögen wir sie auf einem Kalbsrückensteak, das man am besten mit Stampfkartoffeln und buntem Gemüse serviert. Wer vom optionalen Bärlauchpesto noch was übrig hat, kann es auf Vorrat in den Kühlschrank stellen und zum Beispiel für Nudeln, Risotto oder Topfenaufstriche verwenden.
KRÄUTERKÜCHE
Es ist quasi gegen alles ein Kraut gewachsen. Und damit irgendwie auch für alles. Fürs Kochen zum Beispiel.
DER REZEPTMANN
Die drei Kräuterrezepte hat uns Patrick Trois zur Verfügung gestellt. Er ist der Chef im Dorfkrug in Mösern, den wir an dieser Stelle gerne und uneingeschränkt als Restauranttipp empfehlen können. Patrick beherrscht übrigens auch die Kunst des Schlutzkrapfen-Machens wie kein Zweiter.
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Gartenkräuterroulade
Kartoffelteig: 440 g passierte Kartoffel (möglichst einige Stunden vorher passieren, damit sie gut ausdampfen können) • 240 g griffiges Mehl • 20 g Grieß 60 g flüssige Butter • 4 Eidotter • Salz, Pfeffer, Muskat Fülle: 200 g gehackten blanchierten Spinat • die ersten Gartenkräuter nach Verfügbarkeit und Geschmack (Sauerampfer, Petersilie, Schnittlauch, Bärlauch) • Salz, Pfeffer, Knoblauch Zubereitung: 1) Die Zutaten für die Fülle vermengen, für den Teig alle Zutaten gut verkneten und eine halbe Stunde rasten lassen. 2) Anschließend auf einer bemehlten Backmatte oder Backpapier rechteckig ausrollen, die Fülle darauf gleichmäßig verteilen und vorsichtig einrollen. Zuerst mit Klarsichtfolie, dann mit Alufolie umwickeln und über Dampf für 40 Minuten garen. 3) Anschließend auskühlen lassen, in Scheiben schneiden, in einer Pfanne goldbraun braten und mit etwas Naturjoghurt servieren.
Minzpesto
Zutaten: 50 g Minze • 50 g geröstete Mandeln 4 EL neutrales Öl oder Nussöl Zitronen oder Limonenzesten 2 EL Zucker Zubereitung: 1) Die gerösteten, ausgekühlten Mandeln mit der Minze, den Zesten und dem Zucker mörsern und das Öl zufügen. Kaltstellen. Tipp: Minzpesto funktioniert super zum Verfeinern von Süßspeisen. Auf der Homepage des Dorfkrug gibt’s unter anderem ein Rezept eines Grießauflaufs mit Apfelragout, Hagebutteneis und eben diesem süßen Minzpesto. www.dorfkrug.tirol
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TOLERANZ FÄNGT BEI LAKTOSE AN
Einmal rund um den kulinarischen Globus: Tipps aus aller Welt – zu finden in Tirol
S A G T E N W I R S C H O N, D A S S W I R PA S TA M Ö G E N? Ja? Dann wiederholen wir uns. Die Saccottini
von Tressini, gefüllt mit Mozzarella und Rucola, lieben wir sogar ganz besonders. Gibts im Fruchthof, 5,99 Euro.
A G R E T T O schmeckt leicht säuerlich und ist einfach zuzubereiten. Einfach kurz dünsten und mit kaltem Wasser abschrecken. Schmeckt herrlich mit Knoblauch, Tomaten und Parmesan. Gibts im Fruchthof ab März.
Die H A N D G E Z O G E N E N G R I S S I N I haben gleichnamigen Verwandten einiges voraus. Nämlich den Oh-Gott-Effekt. Es gibt sie klassisch oder mit extra Butter. Man braucht wohl nicht extra zu erwähnen, dass Letztere nochmal oh göttlicher sind. Gibt’s um 5,99 Euro im Fruchthof.
So unkonventionell schmeckt die Liebe: In der LOVE-Edition „ C R A N B E R RY A N D R E D“ von Lakrids by Bülow trifft fruchtig rotes Lakritz auf die frische Säure der Moosbeere. Ab 9 Euro im Lifestyleladen von Petra König in Schwaz.
Auch wenn die Zeit dafür schon fast wieder vorbei ist: K R A P F E N H A B E N E I G E N T L I C H I M M E R S A I S O N. Wir mögen die palmöl- und zusatzstofffreie Variante von Therese Mölk sehr, die als einzige Großbäckerei Tirols Faschingskrapfen nach dem Clean-Label-Prinzip herstellt.
I T’ S T E A T I M E. Die feinen aromatisierten Frühlings- und Sommer-Früchteteemischungen von Tafelgut gibt’s ab sofort um je 8,90 (klein) bzw. 17,90 Euro (groß) das Döschen im APFIs in Wattens.
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-– der Biokakao weckt Kindheitserinnerungen. Um 9,50 Euro pro Dose im Büro im Laden in Hall.
GIN BASIL SMASH
Das N E U E F I T- KO R N- B R O T von Therese Mölk ist ein kohlenhydratreduziertes, eiweißreiches Brot und wurde in Zusammenarbeit mit Lisa von Koch mit Herz, einer Tiroler Ernährungstrainerin, entwickelt. Erhältlich um 4,20 Euro in allen Baguette-Filialen.
Die Destillerie Nardini hat das intensive
A R O M A D E R Z I T R O N AT Z I T R O N E N I N E I N E N L I KÖ R V E R PA C K T – kalt serviert
schmeckt er am besten und macht sich auch hervorragend in Cocktails. Gibt’s im Fruchthof um 32,99 Euro.
1 Handvoll Basilikum (inkl. Stiele) 60 ml Gin 30 ml Zitronensaft 20 ml Zuckersirup
C O C K TA I L D E R A U S G A B E
DER GANZ NORMALE MICHEL
Garnitur: Basilikumzweig Glas: Tumbler Basilikum in den Shaker geben. Trocken kräftig stößeln, also muddlen. Alle Zutaten in den Shaker geben, mit Eis füllen und kräftig schütteln. Frische Eiswürfel in den Tumbler geben und den Inhalt des Shakers darin doppelt abseihen. Mit Basilikumzweig garnieren. Aus: „Hausbar“, Drinks mixen wie die Profis, riva Verlag, 208 Seiten, EUR 19,99
T O R T E M A L A N D E R S:
Diese Kreation besteht aus erlesenen Trockenfrüchten und hochwertigen Nüssen und ist ab sofort bei Obst Gemüse Niederwieser in Innsbruck erhältlich.
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M I X A N D M AT C H: Weil die schönsten
Geschichten beim Essen erzählt werden. Geschirr von räder ab 10,95 Euro. Gesehen in Ruth’s APFIs in Wattens.
SCHÖN GEDECKT
IST HALB GENOSSEN Kochregel Nummer eins: Man nehme ein Glas Wein und gebe es in die Köchin. Dann ergibt sich alles andere von selbst.
Mit der O- S E R I E I S T M A N B E I R I E D E L einen neuen – im besten Sinne stiellosen – Weg gegangen. Das geriffelte OpticalO-Glas gibt’s für Longdrinks und Whiskys um 19,90 Euro pro zwei Stück bei Tyrolglas.
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Zu einem guten Essen gehört ein guter Wein. Und der gehört in einen Dekanter.
DIE WOHL SCHÖNSTEN VERSIONEN KOMMEN DABEI AUS DEM HAUSE R I E D E L . In einer limited
Edition gibt es die nun auch in einer Mini-Variante, die genau eine Halbflasche Wein fasst. Uns gefällt das Modell „Curly Pink“, um 175 Euro gesehen bei Tyrolglas.
der „Bouquet“-Kollektion von Taitu. In verschiedenen Größen ab 45 Euro gesehen bei Tyrolglas in Innsbruck.
Häschen (15 cm hoch) von Fürstenberg Porzellan. „Fidelio“ – den Jahreshasen 2019 – haben wir um rund 50 Euro bei Tyrolglas in Innsbruck gesehen, die edle Goldvariante um 385 Euro lässt sich dort bestellen.
A B W A R T E N U N D T E E T R I N K E N war noch nie so schön wie mit dem Porzellan-Teeset aus der Reihe „Emotion“ von Taitu. Um ca. 50 Euro bei Tyrolglas.
S PA R T M Ü L L U N D H Ä LT W A R M : Coffe-to-go-Becher von Tchibo um 4 Euro.
S M E G G E H T I M M E R : Ab sofort sind Toaster
& Co. auch im bunten Dolce&Gabbana-Design erhältlich. 2-Scheiben-Toaster um ca. 500 Euro.
POWER VOM BAUER! Frischer geht nicht. Vitamine direkt vom Feld ins Fachgeschäft. d Patricia Niederwieser un tner nd we ch Gs Prokurist Helmut vom t ek dir beziehen frische Salate sch. Thaurer Bauern Josef Po
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ES GIBT SO RICHTIG KITSCHIGE O S T E R D E KO – und es gibt dieses knuffige
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Die würden auch auf die Seite mit den Wohnaccessoires passen, aber ein Esstisch
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E N T S PA N N T K O C H E N
100 EINFACHE REZEPTE FÜR JEDEN TAG Nadja Zimmermann, at Verlag 224 Seiten, EUR 30,00
KOCH IT YOURSELF In schöner Regelmäßigkeit bekommen wir ganz wunderbare Büchlein in die Redaktion geschickt. Im Frühjahr ist tendenziell ganz viel zum Kochen dabei. Wir haben ein paar für euch ausgewählt.
Oft mangelt es uns ja gar nicht so sehr an der Zeit, um (zumindest fast) jeden Tag frisch zu kochen. Manchmal fehlt einfach die Inspiration. Die sympathische Bloggerin (www. loumalou.ch) präsentiert in ihrem Buch Alltagstaugliches und Unkompliziertes für quasi jede Lebenslage. *Gefällt uns, weil … das Layout so entspannt ist wie die Rezepte.
S I LV I S L O W C A R B K U C H L
GENUSSVOLL ABNEHMEN OHNE DIÄT Silvia Gasser, Athesia Tappeiner Verlag 192 Seiten, EUR 19,90 Diäten werden nie ein Thema sein in der maya, wenn Abnehmen aber ein Nebeneffekt von gutem Essen ist, dann ist das natürlich durchaus o.k. Südtirolerin Silvi, Ernährungscoach und Bloggerin, zeigt, wie gut Low Carb sein kann. *Gefällt uns, weil … Essen auch mit Augenzwinkern gesund sein kann.
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KO C H B Ü C H E R
WAS SOLL ICH EIGENTLICH ESSEN?
WIE SIE DIE ERNÄHRUNG FINDEN, DIE ZU IHNEN PASST Dr. Libby Weaver, Trias Verlag, 312 Seiten, EUR 20,60 Essen ist mittlerweile ziemlich kompliziert geworden. Was soll, darf und muss man eigentlich gerade? Und was nicht. Dieses Buch enthält zwar keine Rezepte, aber ganz viel Wissenswertes zum Thema Ernährung. *Gefällt uns, weil … Aufklärung auch ohne erhobenen Zeigefinger funktioniert.
E AT G O O D
DAS KOCHBUCH, DAS DIE WELT VERÄNDERT Johan Rockström, Gerstenberg Verlag, 176 Seiten, EUR 35,00 Um die Welt ein bisschen besser zu machen, reichen oft kleine Schritte. „Eat good“ präsentiert über 70 Rezepte mit Zutaten, die uns selbst und dem Planeten gut tun. Gesunde Ernährung für mehr Nachhaltigkeit sozusagen. *Gefällt uns, weil … es neben tollen Rezepten auch richtig viel Info gibt.
APFELDUFT UND HEIDELBEERBLAU
BACKEN MIT FRÜCHTEN, BEEREN UND BLÜTEN My Feldt, at Verlag, 280 Seiten, EUR 30,00 Dieses Buch trägt nicht nur einen ganz zauberhaften Titel, es wird dem auch innen voll und ganz gerecht. Viele tolle Rezepte treffen auf prächtige Fotos von Linda Lomelino, die auch Einblick ins Leben von My geben. *Gefällt uns, weil … im Buch ganz viel Persönliches drinsteckt.
„Wenn du die Ernährungsweise gefunden hast, die zu dir passt und mit der du dich anfreunden kannst, hast du das Wichtigste bereits geschafft.“ S I LV I A G A S S E R „ S I LV I S L O W C A R B K U C H L“
KOHLENHYDRATE ADÉ. Das neue Fit-Korn-Brot aus dem Hause Therese Mölk ist durch seinen hohen Ballaststoff-, Fett- und Proteingehalt sehr sättigend. Ein idealer Begleiter zur Unterstützung einer Low-Carb-Ernährung. Schmecken Sie die Leichtigkeit!
in Zusammenarbeit mit
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Lokalaugenschein Es gibt sie zahlreich in unserem Land: die Orte des guten Geschmacks. Wir haben wieder welche für euch aufgestöbert.
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Zugegeben, neu ist die Olive am bezaubernden Wiltener Platzl in Innsbruck nicht mehr, aber gut ist’s dort nach wie vor und eigentlich immer. Deshalb ist – egal ob mittags oder abends – eine Reservierung dringend empfohlen. Im Lokal von Jakob Schrott wird in charmanter Atmosphäre vegetarisches und veganes Essen serviert und das dermaßen kreativ und immer wieder überraschend neu, dass auch Männer das Fleisch nicht vermissen werden. Toll sind die Mittagsmenüs, die wahlweise mit Suppe oder kleinem gemischten Salat daherkommen und Gerichte wie Kokos-Rohnenrisotto mit Passionsfrucht oder Polentakuchen mit Ricotta und Spinat enthalten. Wir sind echt verliebt.
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Olive, Leopoldstraße 36, Innsbruck, www.facebook.com/olive
VOM AUSSTERBEN BEDROHT Hall ist mit seiner entzückenden Altstadt ein ganz besonderer Ort, aber mit immer mehr geschlossenen Geschäften und Restaurants leider ein klein wenig vom Aussterben bedroht. Was wir sehr schade finden. Deshalb haben wir uns an dieser Stelle zwei kleine, feine kulinarische Geheimtipps herausgepickt, die einen Besuch in der Salinenstadt durchaus lohnen. Und vielleicht entdeckt ihr dabei auch noch das ein oder andere Geschäft, das euch gefällt. Kati Stillers „Büro im Laden“ zum Beispiel oder Petra Kaminskys Schmuckwerkstatt oder ihr besucht die Burg Hasegg, in der in schöner Regelmäßigkeit Konzerte und Veranstaltungen stattfinden. G e s e l l i g u n d l u s t i g indes ist es in Sabine Zoderers kleiner „Wurstkultur“, in der es neben dem Namensgeber und allerlei Senfsorten auch frisch gekochte Tagesgerichte gibt, die man am besten einfach beide nimmt, weil man sich selten wirklich entscheiden kann. Und wir sagen euch: Die Südtirolerin Sabine kocht wirklich köstlich und bringt einen Hauch von Dolce Vita auf den Teller. Von Nudelvariationen und Bruschetta bis zum Linseneintopf ist alles dabei. Sabine ist quasi täglich da, montags und dienstags ist allerdings nur nachmittags geöffnet. I n P e t r a N e u n e r s „Quiche & Tarte“ sind die Hauptdarsteller eigentlich auch flugs ausgemacht. Mitte Feber hat Petra ihren neuen Laden eröffnet, bis dato war sie eher für ihre Kurse und Workshops bekannt oder sie hat unter dem Motto „private cooking“ vor Ort gekocht, wo immer man wollte. Nun macht sie am Langen Graben von Dienstag bis Freitag von 10 bis 15 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr auch fix Station. Auf ihrer Homepage verrät sie zudem ein paar Rezepte aus ihrem Fundus. Nom nom. 1 2
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Wurstkultur, Oberer Stadtplatz 9, Hall, www.facebook.com/montagsBLAU Quiche & Tarte, Langer Graben 9, Hall, www.petraskueche.at
REDEN WIR ÜBER …
DEPRESSIONEN Es gibt Themen, über die redet Frau nicht gerne. Hier geben wir ihnen Raum.
Schlechte Tage kennt vermutlich jeder, aber wann ist es ratsam, einen Arzt oder Psychotherapeuten aufzusuchen? R E G I N A : Im Unterschied zu einem vorübergehenden Stimmungstief ist die Depression eine ernstzunehmende Erkrankung, hervorgerufen durch eine Dysbalance im Gehirnstoffwechsel, durch genetische Einflussfaktoren oder durch äußere Umstände, in der Fachsprache Biopsychosoziales Modell genannt. Halten gedrückte Stimmung und verschiedene Formen der „Losigkeit“ wie Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit, Schlaflosigkeit, Energielosigkeit, Interessenlosigkeit oder Kraftlosigkeit über mehr als vierzehn Tage an, dann sollte man einen Arzt aufsuchen. Was unterscheidet die Depression von einer Verstimmung oder einem Stimmungstief? Verstimmung und Trauer sind ganz normale
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GESPRÄCH:
DORIS HELWEG
Die Seele spricht auch über den Körper. Herzklopfen, Druckgefühl im Brustbereich, Kopfschmerzen, Schwitzen und Rückenprobleme gehören zu den vielgestaltigen körperlichen Symptomen einer Depression.
Reaktionen der Psyche auf gewisse Ereignisse. Das vorübergehende Stimmungstief ist in der Regel eng mit einem belastenden Ereignis verbunden. Das kann ein Todesfall sein oder auch der Jobverlust oder eine Trennung. Bei der Depression können die genannten „Losigkeiten“ oder die Gefühlsleere jedoch ohne Grund, ohne äußeren Anlass auftreten. Den Verstimmten kann man zwischendurch durch irgendetwas kurzzeitig aufmuntern, motivieren oder zum Schmunzeln bringen, was beim Depressiven kaum mehr möglich ist. Er ist in seiner Gefühlsleere gefangen. Kann sich eine Depression auch in körperlichen Symptomen äußern? Ja, in diesem Fall spricht die Seele über den Körper. Herzklopfen, Druckgefühl im Brustbereich, Kopfschmerzen, Schwitzen und Rückenprobleme gehören zu den vielgestaltigen körperlichen Symptomen. Oftmals treten diese derart in den Vordergrund, dass den psychischen Beschwerden keine Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Patienten werden dann hinsichtlich ihrer körperlichen Beschwerden behandelt, die Depression wird jedoch nicht oder erst spät erkannt.
Wer ist häufiger betroffen, Frauen oder Männer? Die Diagnose wird bei Frauen in etwa zweibis dreimal so häufig gestellt, betroffen sind aber Männer wie Frauen gleichermaßen. Die männliche Depression stellt sich indes anders dar. Während sich bei Frauen die Erkrankung offensichtlicher in Form von Traurigkeit, Bedrücktheit und Weinerlichkeit zeigt, äußert sich die männliche Variante in einer durchaus aggressiveren Form. Männer reagieren aufbrausend, treiben exzessiv Sport und zeigen eine erhöhte Risikobereitschaft – zum Beispiel vermehrter Alkoholkonsum oder rasantes Autofahren. Diese Attribute verbindet man auf den ersten Blick nicht gleich mit einem depressiven Verhalten.
Wie kann man Depressionen behandeln? Die Depression ist sehr gut behandelbar. Nicht jede Depression muss mit Medikamenten behandelt werden, in manchen Fällen sind auch verschiedene Formen der Psychotherapie ausreichend. Sollte eine Medikation erforderlich sein, unterstützt diese die Betroffenen, ihr seelisches Wohlbefinden und ihr ursprüngliches Aktivitätsniveau wieder zu erlangen. Die eingesetzten Medikamente machen weder abhängig noch wirken sie wesensverändernd. Wie lange eine Behandlung erforderlich ist, wird ganz individuell entschieden. Die Tendenz an depressiven Erkrankungen ist statistisch gesehen steigend. Worin siehst du die Ursachen dafür? Die Frage ist, ist es wirklich steigend? Oder wird die Depression nur häufiger diagnostiziert? Und inwieweit verschmelzen hier der moderne Begriff „Burnout“ und die Depression auch als Antwort der Menschen auf den stetigen Druck in unserer Leistungsgesellschaft? Die ständige Erreichbarkeit, der vermehrte Arbeits-, aber auch der Freizeitdruck, die sozialen Medien und der persönliche Druck, immer mithalten zu müssen, immer etwas erleben zu müssen, also der sogenannte Selbstoptimierungsdruck, wirken sich auf die psychische Gesundheit der Menschen nicht gerade po-
FOTOS: DIE FOTOGRAFEN
Welche verschiedenen Formen der Depression gibt es? Der Bogen reicht von leichten, mittleren und schwereren Depressionen über Anpassungsstörungen bis zu saisonal bedingten depressiven Episoden. In Österreich wird bei in etwa zehn bis 25 Prozent der Bevölkerung einmal im Laufe des Lebens eine Depression diagnostiziert, weltweit sind nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation über 350 Millionen Menschen betroffen.
Dr. Regina Huber war Oberärztin an der Universitätsklinik für Psychiatrie in Innsbruck und ist seit 2013 als Fachärztin für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin mit eigener Praxis in Innsbruck tätig.
„Depression ist eine Krankheit, nicht Willensschwäche oder Versagen. Betroffene sollten daher ihre Schamoder Schuldgefühle überwinden und sich Hilfe suchen, so wie sie es mit jeder anderen Krankheit auch tun würden.“ REGINA HUBER
sitiv aus. Das Resultat ist ein immer häufiger werdendes „Ausbrennen“, Nicht-mehr-Können, Kraftloswerden. Die Hemmschwelle, einen Psychiater oder Psychotherapeuten aufzusuchen, liegt nach wie vor sehr hoch. Warum ist das deiner Meinung nach so? Die Depression ist nach außen nicht so sichtbar. Mit einem gebrochenen Bein gehe ich selbstverständlich zum Arzt. Wenn man kraftlos ist, dann fühlt man sich in unserer Leistungsgesellschaft gleich als Versager. Etwa 45 Prozent der Betroffenen werden nicht adäquat behandelt oder nehmen die Behandlung nicht in Anspruch. Bedenkt man jedoch, dass sich fünf bis fünfzehn Prozent der Betroffenen das Leben nehmen, sollte die Scham jedenfalls überwunden und entsprechende Hilfe in Anspruch genommen werden. Ich möchte hier nochmal eindringlich erwähnen, dass die Depression eine Krankheit ist, die auch gut behandelbar ist und keine Willensschwäche und auch kein Versagen. Betroffene sollten daher ihre Scham- oder Schuldgefühle überwinden und sich Hilfe suchen, so wie sie es mit jeder anderen Krankheit auch tun würden.
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R E C H T S O!
Mut zum Miteinander Liebe Leserinnen der maya! Es freut mich, dass ich euch auch im Jahr 2019 wieder mit rechtlichen Beiträgen und Rechtstipps begleiten darf. Das Leben ist wunderbar vielfältig und so vielfältig wie unser Leben sind auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und Gesetze, die uns tagtäglich begleiten.
Eines ist gewiss und für uns – vor allem für uns Mütter – selbstverständlich: Die eigene Familie wird man nicht los. Eltern bleiben wir ein Leben lang. Was so hart und negativ klingt, birgt sehr viel Positives in sich. Eltern und Kinder, das ist ein lebenslanger Bund, ein Band, das sich nicht durchschneiden lässt, auch wenn Ehen und Partnerschaften in die Brüche gehen. Es ist daher umso wichtiger, dass man sich, sollte eine Trennung im Raum stehen, früh genug mit den Fragen beschäftigt, welche Vereinbarungen mit dem baldigen Ex-Partner hinsichtlich gemeinsamer Kinder zu treffen sind – Themen wie: Wo leben unsere Kinder künftig? Welche Unterstützung hat jener Elternteil, bei dem sie nicht ständig leben, zu leisten? Wie wird der künftige Kontakt zum getrennt lebenden Elternteil geregelt und gestaltet? E i n z e n t r a l e s T h e m a im Falle einer Trennung ist das Thema Kindesunterhalt. Unter Kindesunterhalt versteht man grundsätzlich die Unterhaltsverpflichtung von Eltern gegenüber ihren Kindern. Beide Elternteile müssen (egal ob diese verheiratet sind oder nicht) zum Unterhalt des Kindes beitragen, und zwar in Form von Natural- oder Geldunterhalt. Lebt ein Kind im gemeinsamen Haushalt mit einem Elternteil, so hat es Anspruch auf Naturalunterhalt, wovon beispielsweise Unterkunft, Nahrungsmittel, Bekleidung, Freizeitaktivitäten und Taschengeld umfasst sind. Jener Elternteil, bei dem sich das Kind nicht dauernd aufhält, ist geldunterhaltspflichtig. Der Geldunterhalt entspricht einem Betrag, der abhängig ist vom Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen, dem Alter des Kindes sowie auch davon, ob daneben noch weitere Unterhaltspflichten gegenüber anderen Kindern oder einem (Ex-)Ehepartner bestehen. D i e U n t e r h a l t s l e i s t u n g endet grundsätzlich nicht mit der Volljährigkeit des Kindes, sondern hängt von der Selbsterhaltungsfähigkeit des Kindes ab. Unterhaltspflicht besteht sohin auch während eines Studiums, sofern dieses zielstrebig und ernsthaft betrieben wird. Wenn ein Kind regelmäßig Eigeneinkünfte erzielt, sind diese auf den Unterhaltsanspruch entsprechend anzurechnen, etwa die Lehrlingsentschädigung, aber auch Entschädigungen bei Ableistung des Präsenz- oder Zivildienstes. Nicht als Eigeneinkünfte zählen kurzfristige Einnahmen aus Ferialarbeit oder zum Beispiel Schüler- und Studienbeihilfen. Der Unterhalt wird grundsätzlich nach der Prozentwertmethode berechnet und ist gestaffelt nach dem Alter des Kindes (zwischen 16 und 22 % des Nettoeinkommens des unterhaltspflichtigen Elternteils). Für weitere Sorgepflichten gegenüber weiteren Kindern und/oder Ehe-/Expartnern gibt es Abzüge.
E S T H E R P E C H T L- S C H AT Z
ist verheiratet, Mutter von zwei Söhnen im Alter von 13 und 9 Jahren und führt seit 15 Jahren ihre eigene Anwaltskanzlei in Imst. In ihrer anwaltlichen Praxis beschäftigt sie sich unter anderem mit familienrechtlichen Angelegenheiten, da ihr die Beziehung zwischen Frau und Mann auch dann noch als ein wichtiges Thema erscheint, wenn sie nicht mehr so wunderbar funktioniert. www.a nwa e lte .cc
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D e s W e i t e r e n ist der künftige Kontakt – also das Kontaktrecht – zwischen dem weichenden Partner und dem/den gemeinsamen Kind/ern zu regeln. Jener Elternteil, bei dem das Kind nicht ständig lebt, hat das Recht und auch die Pflicht, regelmäßigen persönlichen Kontakt zum Kind zu pflegen. Es ist allgemein anerkannt, dass die Aufrechterhaltung eines ausreichenden persönlichen Kontaktes zwischen dem Kind und jenem Elternteil, welcher getrennt lebt, für die Entwicklung des Kindes von enormer Bedeutung ist. Es gibt keine einheitliche Regelung, wie das Kontaktrecht ausgeübt wird, also wie häufig und in welcher Form die Kontakte stattfinden sollen. Der „weichende“ Elternteil sollte neben Freizeitgestaltung auch, wie bisher, möglichst viel am Alltagsleben des Kindes teilhaben können, also auch in schulische Belange einbezogen werden und/oder mal die Hausaufgaben mit den Kindern erledigen. Wie gesagt: Eine starre Regelung über das Ausmaß des
FOTO: FOTO SANDRA
Kontaktrechtes gibt es nicht – dies ist abhängig vom Alter und den Bedürfnissen und Wünschen des Kindes, aber auch von den Möglichkeiten der Elternteile. U n d n o c h e t w a s gilt es zu sagen: Die Leistung von Kindesunterhalt kann nicht vom Kontakt abhängig gemacht werden. Der Unterhalt ist damit auch dann zu leisten, wenn der Kontakt zum Beispiel aufgrund des derzeitigen Alters des Kindes sich schwierig gestaltet oder gar einmal gänzlich unterbrochen wird. G r u n d s ä t z l i c h kommt die Obsorge (das ist die Pflege und Erziehung des Kindes sowie dessen gesetzliche Vertretung und Verwaltung des Vermögens) für Kinder, deren Eltern nicht verheiratet waren, allein der Mutter zu; es sei denn, es wurde bereits bei der Geburt des Kindes die gemeinsame Obsorge vor dem Standesamt (am Ort, wo das Kind geboren ist) vereinbart. Im Fall, dass die Elternteile verheiratet waren, bleiben beide Eltern, auch nach Ehescheidung, grundsätzlich gemeinsam mit der Obsorge betraut. Es wird lediglich festgelegt, in welchem Haushalt die Kinder künftig ihren gewöhnlichen dauernden Aufenthalt haben. Sofern einer alleine die Obsorge innehat, ist dieser verpflichtet, den anderen, nicht obsorgeberechtigten Elternteil über wichtige Angelegenheiten und Änderungen im Leben des gemeinsamen Kindes rechtzeitig zu informieren (z.B. Schulwechsel, Wohnsitzwechsel, nicht bloß geringfügige Erkrankungen, Schulerfolg etc.). M e i s t i s t d i e T r e n n u n g von einem Ehe- und Lebenspartner geprägt von Wut, Enttäuschung, Ängsten und Verzweiflung. Egal wie negativ diese Gefühle auch sein mögen und welche Verletzungen dahinter stehen, denkt immer daran, dass eure Kinder das schwächste Glied in dieser Kette sind und dafür, dass wir Erwachsenen nicht mehr miteinander können, überhaupt nichts können. Tragt solche Streitigkeiten und gegenseitigen Verletzungen nicht auf den Schultern eurer Kinder und zu deren Lasten aus, sondern denkt auch im Fall einer Trennung in erster Linie an deren Wohl. Aus langjähriger beruflicher Erfahrung als Scheidungs- und Familienrechtsanwältin weiß ich, dass dazu auch sehr viel Mut gehört, aber das sind wir unseren Kindern doch schuldig, oder? Ich freue mich auf ein Wiederlesen! Eure Esther Pechtl-Schatz
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Sehenswert - Ihre Optikerin in Wattens
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Tanja Schaffenrath Augenoptikermeisterin und Inhaberin
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STYLE NACH DEM HELLEN GREENERY UND DEM MYSTERIÖSEN ULTRAVIOLETT HÖRT DIE NUMMER 16-1546 AUF DEN NAMEN „LIVING CORAL“. DIE PANTONE-FARBE DES JAHRES 2019 SAGT DAMIT GANZ KLAR JA ZUM LEBEN.
O U T F I T: Blazer: Massimo Dutti um 169 Euro Trägertop: Massimo Dutti um 49,95 Euro Jeans: Levis 501 Original Cropped um 119,95 Euro S C H M U C K: Kette „Nordkette“ erhältlich bei Rebekka Ruétz um 139 Euro
Art Direction: Gracia Gunkel Fotografie: Patrick Saringer Hair & Make-up: Elke Griessmayr, ELLIS FAAS Ambassador Model: Laura B., Most Wanted Location: Das Mietstudio Herzliches Dankeschön an unsere Kooperationspartner im Kaufhaus Tyrol: COS / Massimo Dutti / Peek & Cloppenburg Levis / Rebekka Ruétz / Tamaris / Miller Optik / Home Interior / Cuprum29 / G-Star
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BRAVE HEART GIRL FOTOS:
PAT R I C K S A R I N G E R PARTNER:
KAUFHAUS T YROL
Mode ist zum Experimentieren da. Und weil eben jeder anders ist, haben wir im Kaufhaus Tyrol viele verschiedene Styles zusammengetragen. Habt Mut zu Dezenz und Farbe, Mut zur Eleganz und Sportlichkeit und Mut zur Adilette. Be you(tiful)!
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O U T F I T : Blauer Metallic-Mantel: Rebekka Ruétz um 489 Euro Hellblauer Trenchcoat: Max Mara Weekend um 459,99 Euro, erhältlich bei Peek & Cloppenburg Hellblauer Cashmere-Pullover: Christian Berg um 119,99 Euro, erhältlich bei Peek & Cloppenburg
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O U T F I T: Veganer Ledermantel: Rebekka Ruétz um 389 Euro Pinker Wollmantel: Joseph Janard um 179,99 Euro, erhältlich bei Peek & Cloppenburg Pinker Strickpullover: Joseph Janard um 89,99 Euro, erhältlich bei Peek & Cloppenburg Hose mit Hosenträgern: G-Star um 139,95 Euro Plateau-Stiefeletten: G-Star um 189,95 Euro B R I L L E: Tom Tailor um 90 Euro erhältlich bei Miller Optik
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O U T F I T: Blazer: Massimo Dutti um 149 Euro / Rock: Massimo Dutti um 69,95 Euro T-Shirt: Rebekka Ruétz um 39,90 Euro / Schuhe: Budapester mit Keilabsatz von Tamaris um 79,95 Euro S C H M U C K: Ohrringe „Goldmarlen“ um 90 Euro erhältlich bei Rebekka Ruétz Uhr von Calvin Klein in Roségold um 259 Euro / Halskette mit Ring von COS um 25 Euro
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O U T F I T : Lack-Bomber: Rebekka Ruétz um 389 Euro Gemustertes Kleid: COS um 89 Euro Gürteltasche: COS um 49 Euro Stiefel: Massimo Dutti um 179 Euro S C H M U C K : Armreif: Les Georgettes um 119 Euro, erhältlich bei Miller Optik Uhr: Calvin Klein, schwarz um 259 Euro , erhältlich bei Miller Optik
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O U T F I T: Jeans-Kombi von Rebekka RuĂŠtz: Jacke um 289 Euro und Hose um 219 Euro Schwarzer Leder-Shopper: COS um 150 Euro
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O U T F I T : Adidas Sweater im Vintage-Stil um 69,95 Euro erhältlich bei Cuprum29 Weiße Bluse: Hugo Boss um 199,99 Euro, Peek & Cloppenburg / Lederhose: Tigha um 349,99 Euro, Peek & Cloppenburg / Tasche: Calvin Klein um 89,99 Euro, Peek & Cloppenburg S C H M U C K: Geschwungenes Armband von Calvin Klein um 109 Euro erhältlich bei Miller Optik
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O U T F I T: Kleid im Bohemian Stil: Ted Baker um 299,99 Euro erhältlich bei Peek & Cloppenburg Felldecke: Home Interior um 145 Euro B R I L L E: Police um 196 Euro erhältlich bei Miller Optik
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O U T F I T : Jumpsuit: G-Star um 199,95 Euro S C H M U C K : Bicolor-Creolen um 79 Euro und Kette um 129 Euro, beides Calvin Klein, erhältlich bei Miller Optik
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O U T F I T: Pullover: Joseph Janard um 59,99 Euro erhältlich bei Peek & Cloppenburg Jeans: Levis Engineered um 119,95 Euro / Hut: COS um 39 Euro / Adiletten: um 49,95 Euro erhältlich bei Cuprum29 S C H M U C K: Kette: COS um 29 Euro / Armreifen: Les Georgettes um 119 Euro erhältlich bei Miller Optik
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O U T F I T : Jumpsuit: G-Star um 199,95 Euro Tasche: Michael Kors um 329,99 Euro erhältlich bei Peek & Cloppenburg Cowboyboots: Massimo Dutti um 149 Euro S C H M U C K: Bicolor-Creolen um 79 Euro und Kette um 129 Euro, beides Calvin Klein, erhältlich bei Miller Optik
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O U T F I T : Blazer: Massimo Dutti um 149 Euro Hose: COS um 79 Euro / Cap im Jeanslook: G-Star um 39,95 Euro Schuhe: Adidas Superstars um 99,95 Euro erhältlich bei Cuprum29
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ZUM LEBEN
„Poldina“ von Zafferano ist eine ganz entzückende L E D-T I S C H L A M P E , D I E I N N E N
WIE AUSSEN GLEICHERMASSEN HÜBSCH S T R A H LT . Betrieben wird sie mit einem Akku, der bis zu neun Stunden Leuchtdauer schafft. 38 cm hoch, zu haben in verschiedenen Farben um rund 149 Euro bei Tyrolglas. Es gibt auch eine Hängeversion davon.
Alljährlich küren die Farbsystemler von Pantone ihre Farbe des Jahres. Nach dem hellen Greenery und dem mysteriösen Ultraviolett hört die Nummer 16-1546 auf den Namen „Living Coral“. Während also die echten Korallenriffe mancherorts nur noch abgestorben gräulich-weiß schimmern, erlebt das „anregende und lebensbejahende Orange mit goldenem Unterton“ heuer zumindest modisch seine Wiedererleuchtung.
Astor bekennt Farbe auf Nägeln und Lippen. D E R Q U I C K & S H I N E N A G E L L A C K (4,49 Euro) trocknet blitzschnell, der Soft Sensation Lip Color Butter in „Vintage Peach“ (7,99 Euro) sorgt für weiche Kusslippen.
F Ü R A L L E FA R B FA N S E I N M U S T- H A V E und ein Ding mit
Sammelpotenzial: Jedes Jahr gibt’s passend zur Modefarbe die Pantone-Tasse. Ca. 20 Euro.
Wenn Koralle nicht zum eigenen Teint passt, muss man trotzdem nicht auf die Trendfarbe verzichten. Dann legt man sich einfach einen Polster aufs Sofa. Wie dieses S A M T K I S S E N V O N D E P O T. Gesehen um 13 Euro.
FUNKELN UND GLITZERN IN KO R A L L E: Das Maxi Blush Powder Rouge
im Farbton „Sweet Cheeks“ von Manhattan Cosmetics zaubert einen frischen, rosigen Look auf die Wangen. 5,99 Euro
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K N A U T S C H- K U M P E L:
Das Sofa „Smooth Operator“ von Arketipo ist zwar bunt, aber trotzdem dezent. Ab 4.900 Euro bei Wohndesign Freudling in Fügen.
D I E N E U E S O U LW E A R V O N R I T U A L S
entführt in das verführerische und gleichzeitig elegante Asien. Goji-Kimono: 89,90 Euro / Gola-Nachthemd: 39,90 Euro/ Padauk-Augenmaske: 9,90 Euro
B E I S T E L LT I S C H „On the Move“ von Cane-Line, in verschiedenen Versionen ab 199 Euro bei Wohndesign Freudling, Fügen.
B A S I E R E N D A U F R U B I N, der für Stärke, Energie, Mut und Leidenschaft steht, sorgt der Miracle Lipgloss von Rituals mit Vitamin E für prickelnd frische Lippen. 8,50 Euro
B R U N O B A N A N I wird mit „Absolute Woman“ dem Namen mehr als gerecht – duftet herrlich feminin, weiblich sanft und verführerisch frech zugleich. 40 ml, 28,99 Euro.
C O M M A setzt dieses Frühjahr mustertechnisch ganz auf den Hummer. Der findet sich auf der Jeansjacke zwar nicht bildlich, aber zumindest farblich wieder. Damit geht man in der Masse bestimmt nicht verloren. Zu haben um rund 100 Euro.
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L O B S T E R L O V E:
comma hat sich im Frühjahr ganz dem Hummer verschrieben und widmet dem Schalentier gleich eine ganze Kollektion. Wer noch etwas unsicher ist, versteckt das Blüschen (69,99 Euro) dezent unter der Latzhose (119,99 Euro). comma gesehen bei Peek & Cloppenburg.
DAMIT NIX VERLOREN G E H T: handgefertigtes
Brillenband VONxIKKE. Nur echt ohne Öse. Gesehen bei der zauberhaften Tanja Schaffenrath in ihrem Optik Sehenswert in Wattens um 19,90 Euro.
S O G E H T K U N S T: Mona-LisaShirt von Open Space, gesehen um 49,95 Euro bei Petera in Innsbruck.
BUY NOW, CRY LATER Frühling ist Aufbruch. Auch und unter anderem im Kleiderschrank. Dabei muss man nicht immer vernünftig sein.
BADEANZUG VON CALZEDONIA
HUMMERROT ERINNERT NICHT N U R A N D E N U R L A U B im Süden,
um 59 Euro – weil es nie früh genug ist für Summerfeelings.
es macht auch gute Laune. Bluse von comma um rund 70 Euro.
Kleide dich jeden Tag so, als ob du deine große Liebe treffen würdest. COCO CHANEL
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U N KO M P L I Z I E R T E R M A N T E L V O N S. O L I V E R Woman um 119,99 Euro.
JUNGHANS UND MAX B I L L sind schon seit jeher
eine erfolgreiche Verbindung. Anlässlich des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums gibt’s die max bill mit Handaufzug als Original der funktionalen Ästhetik. 625 Euro. Junghans erhältlich unter anderem bei den Juwelieren Hampl und Witzmann in Innsbruck.
Bei Mode geht es darum, Sachen zu tragen, die einem stehen.
K E T T E „ S H I N E“ mit klarem Cubic-Zirkonia von Pandora, 249 Euro. Einen schönen Store gibt’s in der Herzog-Friedrich-Straße in Innsbruck (Nähe Goldenes Dachl).
VIVIENNE WESTWOOD
S C H A U M I R I N D I E A U G E N:
Cover für die Lieblingssonnenbrille von ANY DI aus Leder. „Blue eye“ um 89 Euro im wahrsten Sinne gesehen bei Optik Sehenswert, Wattens.
E I N A R M B A N D M I T S TA R K E R B O T S C H A F T: Die „I am in Peace“Bänder setzen ein Zeichen für Frieden, sind aus 925er Sterlingsilber, österreichische Handarbeit und entstanden in Kooperation mit Mary’s Meals. Ein Armband spendet sechs Monate lang täglich ein warmes Essen. Um 55 Euro bei Katrin Stiller in ihrem Büro im Laden in Hall.
ABSOLUT A N S C H M I E G S A M: Tücher
aus türkischer Baumwolle vom Label Vaca Vaca. Alle Schals werden auf über 80 Jahre alten Webstühlen handgewebt. Die neue Frühjahrskollektion ist beim Kaminsky in Hall in verschiedenen Farben und Designs um je 79,90 Euro erhältlich.
DEZENTES FÜRS HANDGELENK V O N E S P R I T: Cube ladies in Gold um 129,90 Euro. Dazu passt der Ring „Fuse“ um 75,90 Euro.
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B E I P E T R A K A M I N S K Y I N H A L L I S T K Ü R Z L I C H D I E N E U E KO L L E K T I O N V O N F R U I T B I J O U X E I N G E T R O F F E N. Die kleine Manufaktur aus Polen fertigt Ringe
als Modulsystem mit austauschbaren Ringtops aus Acryl, Perlen oder Silber in vielen verschiedenen Farben. Dazu passend gibt es Ohrstecker in verschiedenen Größen. Ringe ab 48 Euro, Ohrstecker ab 36 Euro.
E D E L S TA H L - H A L S K E T T E V O N L A M O L L A aus Paris. Um
187 Euro bei Petra Kaminsky, Hall.
SCHÖNES FÜR DRUNTER
(auch wenn’s kaum wer sieht, so weiß man doch, dass es da ist): BH mit Blumenmuster und schwarzer Spitze um 39,90 Euro, dazu passender Brazilian Slip um 15,90 Euro. Bei Intimissimi.
VERLEIHT DEM OUTFIT EINE E T W A S R A U E R E N O T E: BR03-92
Diver in Bronze und mit Lederband von Bell&Ross um 3.800 Euro. Erhältlich bei Millennium in Innsbruck.
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LANGES KLEID
vom Cashmere- und Wollespezialisten Falconeri um 317 Euro.
A L L A B O U T N AT U R E: Q/S designed by ist die so genannte „urban brand“ von s.Oliver und setzt derzeit voll auf Naturfarben. Das Shirt (29,99 Euro) und die lässige Jeans (69,99 Euro) kommen im oliven Tarnmodus daher.
F E D E R L E I C H T E R S C H M U C K A U S E D E L S TA H L V O N L A M O L L A. Der Schmuck wird von Tiziana
Redavid, einer Architektin aus Turin, entworfen und in Paris gefertigt. Ring: 32 Euro, Armreifen im Set: 110 Euro. Gesehen bei Petra Kaminsky in Hall.
Foto: CLARINS
BEAUT Y-TIPP AUS IHRER TIROLER FA C H PA R F Ü M E R I E
Frühlings-Make-Up
Zu Saisonbeginn pr äsentieren die Fash ionbrands ihre aktuellen Kollektion en – und natürlich gibt es dazu passend auch span nende Make-up Tr en ds. So zaubern hauchdünne Foun dations einen eben m äß igen, makellosen Teint und di e neuesten Highlig ht er perfektionieren ihn mit einem vital en Glow. Tolle Innovationen bieten aber die Li ppenstift Lancierungen. Ihre innova tiven Texturen verle ihen je nach Wunsch Gel-glänz ende, ultramatte od er holographisch schimmernde Optik en, sind einfach au fzu tragen und pflegen die Lippen nachhaltig. Ebenso in teressant: die neuen, farbintens iven, Wimpern-ver längernden und -verdichtenden M ascaras. Mit farblic hen Highlights hingegen punkten Lidschatten und Li ppenstifte, deren Farbpaletten Nude s und zarte Pastel ltöne ebenso umfassen wie satte Nu ancen. Die neuesten Früh lings-Trends finden Sie jetzt in Ihrer Tiroler Fach parfümerie
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OH SCHUHBIDU ...
Manche Ideen, die man im Laufe seines Lebens so hat, sind gut. Andere eher nicht so. Schuhe zu kaufen, ist aber generell nie verkehrt. Oder Taschen.
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2019 MÜSSEN WIR GANZ STARK SEIN, DENN DIESEN FRÜHLING UND SOMMER IST BEI SCHUHEN UND TASCHEN ERLAUBT, WAS GEFÄLLT.
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1. Clutch (140 Euro) aus Veloursleder von Peter Kaiser. Erhältlich bei Salamander. 2. Pretty in Pastell: Tasche von comma um 79,99 Euro. 3. Die mochten wir schon zu Valentin, Liebe braucht’s aber das ganze Jahr: Glattleder-Sneakers von Adidas Originals um 99,95 Euro 4. Die verspielte Tasche von Roberta Gandolfini ist der perfekte Frühlingsbuddy. Um 220 Euro bei Salamander. 5. Passend zur Schwarz-Weiß-Malerei: Tasche von Kate Grey um 49,95 Euro. 6. Kein Sommer ohne Espandrilles. Die von Havaianas mögen wir ganz besonders. In verschiedenen Farben um ca. 35 Euro. 7. Passt immer: Umhängetasche aus Veloursleder von Marc Cain um 300 Euro. 8. Loafers sind über die Jahre zum schuhlichen Allrounder geworden. Uns gefällt die Veloursledervariante von POE, gesehen um 99,95 Euro bei Humanic. M AYA / N U M M E R 05 / M Ä R Z 2019
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13 9. 18-cm-Clutch aus Baumwolle und Gras, 9,99 Euro bei Depot. 10. S teht (dir) gut: Glattleder-Sandalette von Calvin Klein um 150 Euro. 11. Schön schlicht und zu allem bereit: Die G-Rope Tote Bag von Man&Del ist die wahre Lady unter den Businessbags. Das „G“ ist übrigens eine Hommage von Creative Director Karl Manfredi an seine Frau Gisela. Diese wiederum klettert auch gerne, deshalb das Seil dazu. Die weiße Lederbag kommt mit (herausnehmbarem) Organizer und Clutch daher, die Kombi kostet unter www.mananddel.com derzeit 629 Euro. 12. G erade nach einem langen Winter braucht es wieder mehr Farbe im Leben: Pumps (150 Euro) aus Veloursleder von Peter Kaiser. Erhältlich bei Salamander. 13. Sneakers-Liebe: Glattlederschuh von Champion. 89,95 Euro 14. Black and white: Schwarz und Weiß zeigen sich dieses Frühjahr kontrastreich als Streifen-, Tupfen-, Karo- und Hahnentrittmuster. Ganz vorne mit dabei sind zarte Slingpumps mit niedrigen Blockabsätzen. Und weil Yin und Yang generell immer Trumpf sind, werden die Schwarz-WeißNuancen des Schuhs am besten ins gesamte Outfit übernommen. Im Bild: Lederkombi-Sling von Lazzarini um 69,95 Euro, Tasche (59,95 Euro) und Textil Clutch (29,95 Euro) von Kate Gray. Bei Humanic. 15. Zugegeben, als Tasche geht das Teil zwar nicht durch, aber als Täschchen allemal. Die wasser- und reißfesten Dingens von Parpcuts gibt es als Portemonnaie (19,99 Euro) und jetzt neu auch als Kosmetiktasche (16,99 Euro) und Kulturbeutel (19,99 Euro). Gesehen bei Petra Kaminsky in Hall
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N A I L S PA
Der Lash Lift sorgt für einen unglaublich intensiven Vorher-nachher-Effekt ganz ohne falsche Wimpern.
BYE-BYE MASCARA, HELLO STRAHLEAUGEN! Die kleinen Härchen am Lidrand haben für den Menschen durchaus praktische Gründe; schöne, gepflegte Wimpern verhelfen darüber hinaus zu einem verführerischen Augenaufschlag. Wir Mädels wünschen uns doch alle einen wachen, strahlenden Blick. Und das am besten schon morgens nach dem ersten Augenaufschlag. Mit einem Wimpernlifting funktioniert das jetzt ganz ohne Mascara oder falsche Wimpern. „ B e i m L a s h L i f t i n g werden die Wimpern aufgerichtet, sodass selbst die Länge von geraden Wimpern optimal zum Vorschein kommt“, erklärt Maida Caluk, die die Methode in ihrem Nail Spa in Innsbruck anwendet. Die Wimpern werden dabei in einzelnen Schritten mit der Powerlift-Lotion angehoben, mit dem Powerfix in der Form fixiert und anschließend gefärbt. Für die optimale Pflege nach der Behandlung sorgt in direktem Anschluss die Wimpernlaminierung. Sie besteht aus einem Keratin- und ColourBooster, wobei Keratin für eine geglättete Haaroberfläche sorgt und reichhaltige Öle schützen und pflegen. So wirken die Wimpern besonders lang und kräftig und verleihen einen intensiven, ausdrucksvollen Blick. Alle Produkte sind tierversuchsfrei getestet, in der EU hergestellt und vegan.
G E T T H E W O W T O YO U R E Y E S Nach dem Power-Wimpernlifting sehen die natürlichen Wimpern sofort länger und schöner
E N T G E LT L I C H E E I N S C H A LT U N G / F O T O : S H U T T E R S T O C K
aus – und das ganz ohne Wimpernextensions, Wimpernzange oder Mascara. Vor allem bei hellen, kurzen Wimpern oder geraden, aber langen Wimpern empfiehlt sich diese Art der Augenverschönerung. Brillenträger können mit der Behandlung ihre Augen nochmal besonders betonen. Und das alles bei einer Behandlungszeit von gerade einmal 30 Minuten. Das Ergebnis hält sechs bis acht Wochen.
„Der unwiderstehliche Augenaufschlag ganz ohne künstliche Wimpern wird mit unserem Lash Lift möglich. Du wirst nie wieder ‚oben ohne‘ sein wollen.“ MAIDA CALUK
NAIL SPA
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Maya
mag ... IM FRÜHLING
Maya ist Fashionista, Genießerin und vor allem ganz viel Mädchen im Herzen. Was ihr aktuell besonders gefällt:
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1 Shirt von Einstein Newton
bei Petera um 39,90 Euro. Ich trink am liebsten Cappuccino und hoffe, Reinhard wird nicht eifersüchtig.
2 Mädels und Haare sind ja
ein ganz eigenes Kapitel. Mit den Spangen von DeDor ist am Kopf rasch aufgeräumt. Gekauft in der Parfümerie Weigand in Innsbruck um je 36,95 Euro.
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3 Wer mich kennt, weiß: Ich
liebe Taschen. Und ab und zu darf es auch ein ganz besonderes Stück sein – wie die Kalbsleder-Puzzle-Bag von Loewe. Um 1.250 Euro bei Föger in Telfs.
4 Man darf die Dinge nicht
immer ganz so eng sehen, denn vom Mond aus betrachtet spielt das Ganze eigentlich gar keine so große Rolle. Das weiß auch Designerin Rebekka Ruetz. Baumwoll-Pulli um 64,90 Euro.
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5 Ostern ist heuer relativ spät
im Jahr – man hat also mehr Zeit zum Schoki-Naschen. Die Osterkollektion von Simply Chocolate ist aktuell bei Petera in Innsbruck zu haben. Gefülltes Porzellanei: 39,95 Euro, Somebunny-Box mit 12 Schokoeiern: 19,95 Euro, Schokomandeln: 34,95 Euro.
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6 In einer Welt, die immer digi-
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taler wird, hab ich’s manchmal gern analog. Die Sofortbildkamera Instax Square SQ6 von Fuji gefällt mir in „blush gold“ ganz besonders. Um 126 Euro bei Saturn.
7 Der Frühling treibt’s bunt: Die Ethno-Jacke in Baumwoll-Leinen-Qualität ist mir bei Fink’s in die Augen gesprungen – gibt’s dort um 770,90 Euro.
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How to have a beach body? 1. Have a body. 2. Go to the beach.
WIR HABEN DIE HAARE SCHÖN Wer glaubt, das Thema Rasur sei bei uns Mädels erst nach der Nena’schen Achselhaar-Ära aufgekommen, der irrt. Die Körperhaarentfernung gab es schon immer, wenngleich sich die Motivation derselben geändert hat.
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MARINA KREMSER
ährend bei Männern die Gesichtsbehaarung aktuell und eh schon länger ihr Revival erlebt, wird’s beim Thema Haare bei Frauen im wahrsten Sinne haarig. Am Kopf sehr wohl erwünscht und in Form aller möglichen und unmöglichen Frisuren stolz zur Schau getragen, sollte der Körper möglichst glatt sein. Immer und überall.
D I E N E U E G L AT T H E I T? Das ist kein neuer Trend. Schon in den antiken Hochkulturen galten haarlose Körper als Schönheitsideal – im alten Ägypten zum Beispiel. Auch und vor allem bei Frauen. Und auch und vor allem im Intimbereich. Männer entfernten sich außerdem die Kopfbehaarung. Um sich dann Perücken aufzusetzen. Ähnliches findet sich im antiken Griechenland. Viele Abbildungen nackter Menschen aus dieser Epoche zeigen diese rasiert. Während sich die Ägypter jedoch dem Bronzemesser oder Bienenwachs zur Entfernung bedienten, waren die Griechen weniger klug, verwendeten sie doch unter anderem Orpiment, auch bekannt als Auripigment und wie auch immer benannt auf jeden Fall ätzend, da arsenhaltig. Eigentlich haben sich Menschen aber schon immer ihrer Haare entledigt – selbst, als diese noch einen tieferen Sinn erfüllten. So sollen sich Männer wie Frauen bereits in der Steinzeit mit Muscheln oder scharfen Steinen die Haare abgeschabt haben. M o t i v e f ü r die Haarentfernung gab und gibt es gleichwohl einige. Als äußeres Zeichen einer Gruppenzugehörigkeit, von hygienischen Aspekten bis zu religiösen. Im Islam etwa zählt das Entfernen von Achsel- und Schamhaaren nebst Zähneputzen und Haarekämmen sogar zur Basishygiene. Reinlichkeitsgründe hat die Rasur zumindest in unseren Breiten heute kaum mehr, denn es ist ein Irrtum, dass enthaarte Körperstellen per se hygienischer sind – ebenso wie es ein Irrtum ist, dass die Rasur zu einem stärken Wachstum der Haare führt. Warum aber ausgerechnet glatte, haarlose Frauenkörper als ästhetischer Maßstab gelten, darüber lässt sich nur spekulieren. Vielleicht muten behaarte Frauenbeine einfach zu archaisch an. Es mag ein Stück weit an den geglätteten
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EXPERTENTIPP
GLATTE SACHE Wer nicht ständig rasieren will, entscheidet sich oft für ein professionelles Waxing. Das macht vor allem im sensiblen Intimbereich Sinn, der bei vermehrter Rasur zu Hautreizungen neigt. Im Kosmetikinstitut Aurora wird das so genannte Brazil Waxing mit Zuckerpaste durchgeführt.
Kosmetikerin Olivia führt im Aurora das Brazil Waxing durch.
Was genau versteht man unter Brazil Waxing? O L I V I A : Beim Brazil Waxing wird die Schambehaarung im Intimbereich mittels einer Zuckerpaste entfernt – entweder ganz oder es wird ein schmaler Steifen oberhalb der Schamlippen stehen gelassen, der so genannte „Landing Strip“. Was sind die Vorteile dieses Waxings? Im Gegensatz zur Rasur wird beim Waxing auch die Haarwurzel entfernt. Das sorgt für eine lange Haltbarkeit von rund vier Wochen und die Haare wachsen feiner, dünner und unauffälliger wieder nach. Außerdem ist die Zuckerpaste schonend zur Haut, da sie vor allem an den Haaren haftet. Ist die Behandlung schmerzhaft? Das kommt natürlich auf das persönliche Schmerzempfinden an. Da die Haare eine bestimmte Länge haben müssen, damit die Methode funktioniert, ist die Behandlung leider nicht ganz schmerzfrei. Aber eben weil die Haare dünner nachwachsen, wird es bei nachfolgenden Anwendungen immer besser. Was muss man nach dem Waxing beachten? Eigentlich relativ wenig. Am Besten trägt man danach ein beruhigendes Aloe-Vera-Gel auf und man sollte nicht unmittelbar im Anschluss in die Sauna oder ins Solarium gehen. Gibt es die „typische“ Waxing-Kundin? Nein. Die Damen, die zu uns kommen sind zwischen 20 und 60 Jahre alt. Durch die Aufklärung in den Medien und den allgemein offeneren Umgang mit dem Thema hat die Nachfrage stark zugenommen. Vor allem vor Urlauben oder den Feiertagen kommen viele Frauen zu uns, manche auch regelmäßig.
KOSMETIKINSTITUT AURORA Müllerstraße 11, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/21 44 55, info@kosmetik-aurora.at www.kosmetik-aurora.at
Kosten: Haarentfernung ab 20 Euro, Brazil Waxing ab 45 Euro
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Als Frau seine Haare unter den Achseln, an den Beinen und der Intimzone wild vor sich hinwachsen zu lassen, mag mutig sein. Schön ist es – mit Verlaub – eher nicht. Frauen in der Werbung liegen, die aus der Rasur quasi eine gesellschaftliche Konvention machten. So manche Frau wird sich Bein, Achsel und Bikinizone, wahlweise zudem die Arme, wohl auch nur für die holde Männerwelt rasieren und in einer Blitzumfrage innerhalb der Redaktion haben wir tatsächlich niemanden gefunden, der behaarte Frauen schön findet. Übrigens auch nicht unter Frauen. Das kann natürlich daran liegen, dass es niemand zugeben würde, dennoch scheint im Groben Konsens darüber zu herrschen: Glatt is beautiful. Ob man das auch bei Männern gut findet und als erstrebenswert erachtet, ist Geschmackssache, bei Frauen scheint es indes wenig Spielraum zu geben. D i e M ö g l i c h k e i t e n zur Haarentfernung sind jedenfalls vielfältig. Von der schnellen, unkomplizierten (sieht man von möglichen Hautreizungen ab) Rasur oder chemischen Enthaarungscremes bis zu Epilationsmethoden, bei denen die Haare quasi an der Wurzel gepackt werden, ist alles dabei. Bei den Methoden waren die Menschen überdies schon immer kreativ. Nebst erwähntem Bienenwachs und Bronzemesser – das Arsenzeug lassen wir an dieser Stelle besser außen vor – geht auch die Fadenmethode zur Entfernung von Gesichtsbehaarung (vorrangig zur präzisen Stutzung und In-Form-Bringung von Bart und Augenbrauen) auf die Ägypter zurück. Cleopatra soll sie angewandt haben, die bekanntlich in Bezug auf Schönheit so manches Geheimnis parat hatte. Die Enthaarungspaste Halawa soll ebenfalls ursprünglich auf die Ägypter zurückgehen – jene Zuckerpaste, die aktuell ihre große Renaissance erlebt. Angewandt wird sie in Kosmetikstudios für alle Bereiche des Körpers, eine Stelle rückt seit geraumer Zeit aber immer mehr in den Fokus: der Intimbereich. Während an den Beinen und unter den Armen relativ wenig Handlungsspielraum bleibt, wird die Schambehaarung gerne kreativ in Form gebracht.
SHAVING IS FOR GIRLS Ursprünglich dienten die Achsel- und Schamhaare wie eigentlich alle Haare dem Schutz des Körpers und früher vermutlich auch der Verbreitung von Duftstoffen. Die waren aber nicht unbedingt sexuelles Lockmittel und vielleicht auch schon damals für den Menschen völlig irrelevant. Wie auch immer: Weder Schamhaare noch Haare an anderen Körperstellen haben heute noch den Sinn, unser Überleben zu sichern. Sie können also ohne schlechtes Gewissen weg. Medizinische Notwendigkeit gibt es dafür jedoch nicht, es geht rein um das ästhetische Empfinden und damit folglich auch das eigene (sexuelle) Wohlgefühl. Vorrangig müssen wir Mädels uns natürlich selbst in unserem Körper zu Hause fühlen, der Schambereich ist aber wohl einer jener Bereiche, der auch Männer etwas näher interessiert. Haben wir in der maya-Herbstausgabe des vergangenen
Jahres gelernt, dass den Männern die Optik der Schamlippen an sich zwar ziemlich egal ist, so schauen sie in Sachen Behaarung gern etwas genauer hin. „Wer nicht wahrnimmt, wie das frisurentechnisch untenrum so läuft, interessiert sich nicht besonders für seine (Sexual-)Partnerin, möchte ich unterstellen“, meinte einer unserer Jungs. Und so lautete der einhellige Redaktionstenor: Egal, ob komplett glatt, mit Strich-, Blumen- oder sonstigen kreativen Mustern – Hauptsache gepflegt und fassoniert. Vielleicht wurden Männer ein klein wenig in diese Richtung sozialisiert oder auch sexualisiert, aber „Welcome to the jungle“ sollte man dann doch eher mit Guns’n’Roses assoziieren. D a s s d a s T h e m a aber ein großes ist, sieht man allein daran, dass immer mehr Kosmetikstudios sich dessen annehmen. Schamhaarentfernung gehört mittlerweile nicht nur zur persönlichen Badroutine – immer öfter auch bei Männern –, sie ist ein eigener Geschäftszweig geworden. So sehr, dass die Frisuren down under sogar eigene Namen bekommen
DIE MÖGLICHKEITEN DER HAARENTFERNUNG
Bei der Depilation wird nur der sichtbare Teil des Haares entfernt – etwa durch Rasur oder chemische Mittel wie Enthaarungscremes. Im Unterschied dazu wird bei der Epilation das Haar mitsamt seiner Wurzel entfernt, je nach Methode temporär oder dauerhaft. Die Epilation erfolgt zum Beispiel durch Halawa (Sugaring), Warm- oder Kaltwachs oder mit Hilfe eines Epiliergerätes. Das geht zwar selten schmerzfrei und braucht mehr Zeit, die Haut bleibt aber auch länger glatt (ca. vier bis sechs Wochen). Außerdem sind die nachwachsenden Haare dünner und weicher und lassen sich deshalb bei Nachfolgebehandlungen leichter entfernen. Langfristig kommt man gegen die Haare mit Laser- und Lichtbehandlungssystemen an. Einzelne Härchen etwa bei den Augenbrauen zupft man am besten mit der Pinzette.
haben. Am unkompliziertesten ist der so genannte „Hollywood Cut“, bei dem der gesamte Intimbereich von Haaren befreit wird. Dies kann man selbst mit dem Rasierer erledigen, in Studios wird dies gerne mit der erwähnten Zuckerpaste (Dank an die Ägypter!) in Form eines Brasilian Waxings erledigt. Wird ein schmaler, senkrechter Streifen stehengelassen, spricht man vom „Landing Strip“, ist er ein bisschen breiter, vom „Mohawk“. Der „American Style“ zeichnet ein getrimmtes Dreieck auf dem Schambein nach, stutzt also eigentlich nur die natürliche Form etwas zurecht. Der Muster-Fantasie sind jedoch keine Grenzen gesetzt. Wenn man sich nicht gleich dem gesamten Intimbereich annähern möchte, so macht vor allem im Sommer zumindest die Enthaarung der Bikinizone Sinn – also jener Zone, die von einem Bikinihöschen nicht bedeckt wird. Wenn ihr selbst ans Werk geht, achtet bitte auf gutes „Werkzeug“. Verletzt man den sensiblen Bereich nämlich etwa durch stumpfe Klingen, können leicht Bakterien und andere Krankheitserreger eindringen. Dann nützt eine schöne Optik auch nix mehr.
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BEAUTYTIPP
GEWEBSTRAINING
Komm, süßer Frühling Wir mögen ihn ja, diesen Frühling. Weil’s dann bald schön warm ist. Und weil mit dieser Wärme die Kleidung wieder weniger wird, beginnen wir Mädels, uns schön langsam drauf vorzubereiten.
Sport trainiert die Muskeln, doch wie trainieren wir unser Gewebe? Dass das eigentlich nicht geht, wissen alle, die zu Cellulite neigen, weil die auch mit dem härtesten und diszipliniertesten Training nie ganz weggeht. Und es gibt auch andere Stellen am Körper, die gegen Sport und gesunde Ernährung quasi resistent sind. Im Kosmetikinstitut Aurora in Innsbruck gibt es exklusive Hilfe: LPG. Das Wirkprinzip der Technologie ist die Endermologie, eine Art Bindegewebsmassage mit Tiefengewebstraining: Die Haut wird an ihrer Oberfläche stimuliert, um die Aktivität „eingeschlafener“ Zellen bis in die Tiefe zu reaktivieren. „Mit der Behandlung erzielt man drei Effekte: eine Straffung des Gewebes, gleichzeitig wird das Gewebe dichter und die Fettzellen entleeren sich“, erklärt uns Johann. Es geht also nicht nur um die allgemeine Straffung des Körpers, sondern um die gezielte Formung bestimmter Problemzonen. F ü r d i e B e h a n d l u n g schlüpft man in einen Ganzkörperanzug ähnlich Kompressionsstrümpfen. Durch die Kombination aus Ansaugung der Haut und dynamischer Stimulierung durch motorisierte Rollen wirkt die LPG-Technologie nach dem Prinzip „Walzen und Saugen“ wie eine echte Hautgymnastik. Die Fibroblasten (Zellen im Bindegewebe) produzieren durch diese Stimulierung Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure, was zu raschen Ergebnissen führt. Die Behandlung kann ganz individuell auf die persönlichen, lokalen Problemzonen abgestimmt werden (Bauchansatz, Reiterhosen, Cellulite ...) und funktioniert auch im Gesicht. Für sichtbare und nachhaltige Ergebnisse empfiehlt Johann einen Zehnerblock und zwei Behandlungen pro Woche. Danach sollte man etwa einmal im Monat eine Folgebehandlung durchführen. Für die Beratung nimmt sich das Team ausreichend Zeit und definiert gemeinsam mit dem Kunden realistische Ziele. D i e B e h a n d l u n g ist komplett schmerzfrei und schränkt auch danach nicht ein. Man kann also den Tag wie gewohnt fortsetzen. Eine 30-Minuten-Behandlung kostet 55 Euro, das 10er-Abo 450 Euro.
SO RIECHT DER FRÜHLING
Im Tiffany Sheer Eau de Toilette verschmelzen elegante Noten von Johannisbeere, Mandarine und Ylang Ylang mit Rosenöl und schließen mit einer Irisnote. 30 ml um 59 Euro. Wunderbar weiblich präsentiert sich „Sunlight“ von Jil Sander. Alpenveilchen und Magnolie sorgen für liebliche Noten, Rosa Pfeffer, Treibholz- und Moschusnoten machen aus der Sonnenanbeterin einen frischen, klaren Duft, der perfekt zum Frühling passt. 40 ml, 39 Euro. Kokett und verschmitzt wird es mit „Twist“ von Miu Miu. Rote Beeren und Toffee-Apfel bilden den Auftakt und öffnen den Weg zu einem fröhlich-frischen Duft, Tonkabohne umhüllt von violetten Blumen sorgt für eine sinnliche Herznote, Bernstein und Zedernholz runden ab. 30 ml um 57 Euro.
Vorsicht beim Aufsprühen auf rasierte Haut! Alle duftenden Feinheiten gibt’s bei Tachezy. Filialübersicht unter www.tachezy.at
EXPERTENTIPP
„Frühling, wo bist du? Ich hab dir Kekse gebacken.“
MUT ZUM GÖNNEN Darf ich mir selbst etwas Gutes tun? Habe ich mir ein Wellnessprogramm tatsächlich verdient? Liebe Frauen: Ja, das habt ihr!
R U B B E L D I E K AT Z
Gut vor der Rasur und generell gut für die Haut. Das „Gently Exfoliating Body Scrub“ von Kiehl’s ist ein cremiges und wohlig duftendes Körperpeeling, das der Haut gleichzeitig bei der Feuchtigkeitsversorgung hilft und deren Austrocknung verhindert. Zu haben in verschiedenen frischen Aromen, wir mögen die Grapefruit-Variante sehr. Um 37 Euro im Shop in der
Innsbrucker Anichstraße.
DA SCHAUT NIX RAUS
Die Bikinizone ist nicht nur besonders empfindlich, herausstehende Härchen sind dort auch besonders unschön – und man möge uns diese eindeutige Meinung verzeihen, sollte jemand eine andere haben. Der „Bikini Precision
Trimmer“ von Gilette Venus sorgt für eine glatte Haut an jeder Stelle und kostet rund 15 Euro.
Dr. Julia Cordin
Viele Frauen haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie – oft nach Jahren, die sie fast ausschließlich der Familie und den Kindern gewidmet haben – einmal etwas Zeit einfach nur für sich selbst verwenden wollen. Leistungen, die man nicht notwendigerweise braucht und die lediglich aus dem Gedanken, sich selbst etwas Gutes zu tun zu wollen, entstehen, werden oft abgetan, aus Angst, man hätte es (sich) nicht verdient. Wenn es um ästhetische Eingriffe geht, kommt noch der Kostenfaktor dazu: Wäre es nicht besser, das Geld für die Kinder oder für Notzeiten aufzuheben oder zu sparen? Doch eigentlich gibt es nichts Sinnvolleres, als in das eigene Wohlbefinden zu investieren – geht es einem selbst gut und ist man zufrieden, strahlt dies auch auf andere aus. „ E n d l i c h h a b e i c h den Mut gefasst, mich bei dir vorzustellen“, höre ich regelmäßig von meinen Patientinnen, die zu mir in die Praxis kommen. Natürlich plagt sie auch die ganz reale Sorge, dass etwas schiefgehen könnte, und damit die Frage, ob es der Eingriff wert ist. Ich verspreche euch, ich werde achtsam mit euch und eurem Körper umgehen. Habt den Mut, euch selbst etwas zu gönnen, denn ihr habt es euch verdient!
WUNDERDINGENS
Der Silk-épil 9 SkinSpa von Braun ist nicht nur ein Wetand-Dry-Epilierer, er sorgt dank Tiefenmassage-Pad auch gleich für eine Vitalisierung der Haut. Die mitgelieferten Bürsten peelen sanft und reduzieren eingewachsene Haare. Für die Bikinizone, an der Epilieren nicht wirklich angenehm ist, gibt’s einen Rasieraufsatz. Klug! Das Paket
Plastische, rekonstruktive & ästhetische Chirurgie Franz-Fischer-Straße 7, 6020 Innsbruck Franz-Reisch-Straße 11, 6370 Kitzbühel
gibt’s ab rund 200 Euro. Da ist aber echt viel mit dabei.
www.julia-cordin.at
DR. JULIA CORDIN
Terminvereinbarungen unter 0512/31 23 05
E N T G E LT L I C H E E I N S C H A LT U N G / F O T O : G Ü N T H E R E G G E R / B Ä N G M A G A Z I N E
Auch wenn prinzipiell ein Lächeln das wohl schönste Makeup ist, das Frauen tragen können, so kann ein bisschen Beautyhilfe dennoch nicht schaden.
WAKE UP ANDMAKE UP D I E B A L L S A I S O N ist ja leider schon wieder vorbei, glamouröse Frisuren haben aber immer Saison. Der „Finally Strong Hairspray“ von Marlies Möller sorgt dabei für richtig guten Halt. 125 ml, 25,50 Euro. Bei Douglas.
S O G E H T L U X U S: Die Platinum Rare Cellular Eye Essence von La Prairie reduziert das Erscheinungsbild von Falten und erhält die natürliche Spannkraft der Haut. 15 ml kosten allerdings auch 412 Euro. La Prairie ist unter anderem bei Marionnaud im Kaufhaus Tyrol erhältlich.
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SEREN SIND GERADE R I C H T I G I N und sorgen für eine
Top-Pflege. „The Serum“ von Babor aus der Serie SeaCreation macht die Haut seidenweich. Um rund 160 Euro bei Kosmetik Visage in Innsbruck.
DAS NEUE PERFECTIONIST PRO M U LT I- D E F E N S E Fluid von Estée Lauder schützt mit SPF 45 und TigerLilienextrakt vor UV-Strahlen. Im Parfümeriefachhandel um 44 Euro.
DIE REINIGUNGSTUCHMASKE V O N B A B O R sorgt in kürzester
Zeit für eine reine und rosig-frische Haut. Drei Stück um 14,90 Euro bei Kosmetik Visage in Innsbruck.
WER LIEBER P I N S E LT S TAT T Q U A S T E LT, dem
„DON’T BE LIKE THE REST OF THEM, DARLING.“
empfehlen wir den Puderpinsel von La Mer um 55 Euro in der Parfümerie Weigand.
COCO CHANEL
L I D S C H AT T E N (in verschiedenen S C H W A R Z-W E I S S kann auch
ganz schön bunt sein. All-in-oneNagellack (also ohne Baseoder Top-Coat zu verwenden) von Look by bipa um je 2,25 Euro.
Farben um je 31.20 Euro) und Lip Gloss (35,80 Euro) auf verträglicher Basis und ohne Aluminium von Und Gretel. Gesehen in der Parfümerie Weigand in der MariaTheresien-Straße.
L O O S E P O W D E R V O N L A M E R: Passt sich der Hautstruktur an, legt sich wie ein zarter Schleier über das Gesicht und es strahlen. Um 75 Euro in der Parfümerie Weigand.
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D I E P E E L- O F F- M A S K E V O N N I V E A reduziert Hautglanz und sorgt für ein frisches Hautgefühl. 5,95 Euro.
„SCHÖNHEIT REICHT, UM INS AUGE ZU FALLEN. ABER MAN BRAUCHT CHARAKTER, UM IM GEDÄCHTNIS ZU BLEIBEN.“
L I E F E R T E R S TA U N L I C H E E R G E B N I S S E :
Maske von Ingrid Millet mit Gold und Kavier, die in Sekundenschnelle für ein sensationelles Aussehen sorgen. 6er-Packung um 198,30 Euro, empfohlen vom Team der Parfümerie Weigand in Innsbruck.
WEILS AUCH IM FRÜHJAHR NOCH BIBBERIG WERDEN K A N N: Die Cold Air
Protection Nutrilipid Extra Rich Repair Cream von Declaré schützt trockene und strapazierte Haut und ist jetzt auch im praktischen Handtaschenformat zu haben. 50 ml, ca. 20 Euro. Bei Douglas.
REDAKTIONSTIPP Luftverschmutzung, UV-Licht und andere äußere Stressfaktoren sorgen dafür, dass unsere Haut oft müde und glanzlos scheint. Hilfe kommt von !QMS Medicosmetics – in Form des EpiGen Anti-Pollution Duos, das aktuell als limitiertes Set aus Maske und Serum daherkommt. Die Overnight-Schaummaske erhöht die Widerstandsfähigkeit der Haut und hält die Hautzellen jung und länger aktiv, gleichzeitig spendet sie Feuchtigkeit, das Serum unterstützt bei der morgendlichen Pflegeroutine und hilft, feine Linien und Falten zu reduzieren. Die Schönheitskombi ist um rund 200 Euro in Murat Coskuns Kosmetikinstitut Aurora in Innsbruck zu haben.
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A I R P L AT E S V O N R E M I N G T O N ist der weltweit
erste Haarglätter mit hängenden Stylingplatten. Ca. 80 Euro.
EXPERTENTIPP
HALLO SONNE
Wir wissen es genau und sind doch manchmal schlampig: Eine gründliche R E I N I G U N G S R O U T I N E ist Pflicht für die Gesichtshaut. Uns gefällt das Reinigungsduo von !QMS MediCosmetics. Deep Cleansing Reinigungsemulsion und Freshening Tonic um je 43 Euro. Erhältlich im Kosmetikinstitut Aurora.
Wir haben mit Drogistin Andrea Gschwenter, Obmann-Stellvertreterin des WirtschaftskammerLandesgremiums des Handels mit Arzneimitteln, Drogerie- und Parfümeriewaren sowie Chemikalien und Farben Tirol, über den Frühling gesprochen.
Andrea Gschwenter
Die Haut freut sich, wenn mit dem Frühling wieder die wärmere Jahreszeit beginnt. Mit welcher Pflege tut man seiner Gesichtshaut in dieser Übergangszeit Gutes? A N D R E A G S C H W E N T E R : Nach dem Winter und dessen trockener Luft tun der Haut feuchtigkeitsspendende Masken besonders gut. Davor empfiehlt sich ein Peeling, um die abgestorbenen Hautschüppchen zu entfernen.
G E T N A K E D: Lush hat kürzlich zehn neue vegane, selbstkonservierende und verpackungsfreie Hautpflegeprodukte herausgebracht. Unter anderem mit dabei: der nackte Reinigungsbalsam „Jade Roller“ (türkis) sowie das nackte Gesichtsöl „Amazon Primer“ (grün) um je 5,95 Euro und die Augenpflegemaske „Mortal Kombu“ um 2 Euro pro Stück, die im warmen Wasser eingeweicht wird. Einen Shop gibt’s in Innsbruck – einfach immer der Nase nach.
Die Spuren des Winters zeigen sich oft in Form von rauen Stellen vor allem an den Ellbogen und im Knie-/Schienbeinbereich. Was macht die Haut dort so empfindlich? Unter der Haut befindet sich dort weniger Fettgewebe, dadurch trocknet sie schneller aus. Auch die Kleidung reibt vermehrt an diesen Stellen. Hier hilft eine reichhaltige Körperlotion – gerade die Knie oder die Ellbogen vergisst man auch gerne, einzucremen. Wichtig ist, die Creme gut in die Haut einzuarbeiten. Wie kann man den Körper dabei unterstützen, die Energie des Frühlings für sich zu nutzen? Der Frühling ist traditionell die Zeit zum Entgiften und Entschlacken. Brennessel- oder Löwenzahntees helfen dabei. Um der Frühjahrsmüdigkeit zu entkommen, helfen Spaziergänge und generell Bewegung an der frischen Luft. Die Sonne wirkt oft Wunder. Vergesst aber nicht auf einen entsprechenden Sonnenschutz! Wenn die Kleidung kürzer wird, wird die (Bein-)Rasur wieder mehr zum Thema. Was gilt es dabei zu beachten? Auch vorm Rasieren macht ein Peeling vorab Sinn, danach beruhigen entzündungshemmende oder kühlende Cremes. Das Um und Auf ist ein gutes „Werkzeug“, also Rasierer mit scharfen Klingen. Bei Enthaarungscremes solltet ihr auf eine gute Qualität achten. Die Tiroler Drogerien beraten dazu gerne.
E N T G E LT L I C H E E I N S C H A LT U N G
frühlingszauberei
S
APFI
w ir f reu e n uns au f eu c h !
Ruth & Julia
dr.-Felix-bunzl-strasse 1 • a-6112 wattens • tel.+43 5224/57402 • mail. ruth@apfis.at • www.apfis.at geöffnet: MO-fr 09.00 bis 12.00 uhr und 1 5.00 bis 18.00 uhr • SA 09.00 bis 12.00 Uhr 1 Stunde kostenlos parken (Tiefgarage gegenüber)
WOHNEN IST WOHNEN NACH VORMALIGER OPULENZ IN DEN LETZTEN JAHREN ETWAS REDUZIERTER GEWORDEN, SO IST DAS EINRICHTUNGSFAZIT FÜR HEUER: MINIMAL, DAS WAR EINMAL. ETHNO UND OUTDOOR BESTIMMEN DEN ZEITGEIST.
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HAUSFRAU
Wie es so ist mit Beziehungen, läuft darin nicht immer alles nach Plan. Das ist bei Bauherren und Architekten nicht anders. Doch in den meisten Fällen klappt das mit dem Lebensabschnittspartner doch ganz gut. Wie die neuen „Häuser des Jahres“ zeigen.
B
auherren“, so hat Ludwig Mies van der Rohe gesagt, „sind wie Kinder. Man darf sie nicht ernst nehmen.“ Gemeint hat er damit das durchaus kunst- und architekturinteressierte sowie außerdem sehr kapitalkräftige Unternehmerpaar Fritz und Grete Tugendhat. Für diese plante der berühmte Baumeister 1928 eine Villa in Brünn. Nett war die Aussage nicht gemeint, dabei belegt Mies’ Zitat noch die friedliche Variante der Beziehung zwischen Bauherr und Architekt: Angeblich warf Richard Meier mit einem Aschenbecher nach einer Bauherrin. Es war seine Mutter. Die Meiers Ansicht nach selbst schuld war: Ihr Aschenbecher passte nun wirklich nicht in das von ihm geplante Interieur. D i e B a u g e s c h i c h t e kennt diverse Anekdoten, die belegen, dass Architekten und Bauherren nicht automatisch glücklich miteinander werden, sondern eher ein Fall für die Paartherapie sind. Das ist spätestens seit dem 1994 erschienenen Klassiker „Von der Utopie, dem guten Geschmack und der Kultur des Bauherrn oder: Wie entsteht gute Architektur?“ des Architekturkritik-Doyens Manfred Sack bekannt, aber ohne Bauherren geht es ja auch nicht. W i e v i e l e B e z i e h u n g e n zwischen Architekten und Bauherren letztlich während des Planungs- und Realisierungsprozesses tatsächlich in die Brüche gehen, weiß man nicht genau. Alle, so viel ist sicher, können es nicht sein. Denn auch in diesem Jahr lobte der Callwey Verlag in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Architektur Museum und den Partnern InformationsZentrum Beton,
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„Jedes der im Buch vorgestellten Häuser ist prototypisch und einzigartig, so prototypisch und einzigartig wie jeder der Bauherren. Routine, das wissen Paartherapeuten, ist kein Garant für eine glückliche Beziehung.“
Hofquartier, dem Verband Privater Bauherren e.V. sowie dem Magazin Baumeister den Wettbewerb „Häuser des Jahres – die besten Einfamilienhäuser“ aus. Die Jury erkor aus 180 Einreichungen insgesamt 50 Projekte und benannte aus diesen einen Preisträger, eine Auszeichnung und sechs Anerkennungen. Bereits zum achten Mal werden im Zuge der Auszeichnung Häuser gezeigt, die – vermutlich – ganz ohne Bauherrenschelte und fliegende Einrichtungsgegenstände ausgekommen sind und die stattdessen beweisen, dass aus kultivierten Ansprüchen der Bauherren, der Kunst der ausgewählten Architekten und der glücklichen Kurzzeit-Zweckehe zwischen beiden großartige Wohn- und Lebenswelten aus Stahl, Glas, Beton, Holz und Stein entstehen können. Häuser aus allen Teilen Deutschlands sind darunter, aus der Schweiz, aus Südtirol und aus Österreich. Das kleinste (ein saniertes Ferienhaus aus den 1970er-Jahren, das der Architekt Stefan Hitthaler sensibel saniert und ganzjährig nutzbar gemacht hat) misst gerade einmal 61 Quadratmeter. Das größte (eine klassische Villa in München, bis ins Detail sorgfältig geplant von Axel Steudel) bietet 530 Quadratmeter Wohnfläche.
„Die Jury erkor aus 180 Einreichungen insgesamt 50 Projekte und benannte aus diesen einen Preisträger, eine Auszeichnung und sechs Anerkennungen.“
HÄUSER DES JAHRES
Max Scharnigg und Katharina Matzig, Callwey Verlag, 280 Seiten, EUR 61,70 Alle 50 Häuser, auch in diesem Jahr wieder grafisch aufbereitet vom Münchner Büro Rose Pistola, werden im Buch anhand professioneller Innen- und Außenraumfotos präsentiert. Einheitlich dargestellte Lagepläne im Maßstab 1:2000 machen die städtebauliche Einbindung der Gebäude vergleichbar. Grundrisse und Schnitte, in der Regel im Maßstab 1:400, wurden von den Architekturbüros zur Verfügung gestellt ebenso wie Angaben über Grundstücksgröße, Wohnund Nutzfläche, Bauweise, Energiestandard, Baujahr und bisweilen auch die Baukosten. Schmökert rein und lasst euch inspirieren. www.haeuser-des-jahres.com
„HAUS AM DEICH“
Den mit 10.000 Euro dotierten ersten Preis gewann Thomas Kröger Architekten aus Berlin für das Projekt „Haus am Deich“ in Ostfriesland. Urteil der Jury: Welch ein erfrischendes kleines Haus, das einerseits so daherkommt, als wäre es schon immer in dem ostfriesischen Dorf Ostrhauderfehn gestanden, mit seiner spezifischen Gestalt, den roten kunstvoll gemauerten Backsteinen und den ebenso roten, lokal gebrannten Dachziegeln, die dem Haus seine monolithische Massivität geben. Andererseits springen einem die kreisrunden Öffnungen in den Außenwänden ins Auge. Sie erinnern an Moon Gates in einem traditionellen chinesischen Garten. Im Inneren öffnet sich ein beeindruckender Einraum mit einem mächtigen tragenden Gebälk, angeblich der örtlichen Formtradition Gulfhaus entlehnt, nur massiver in Beton ausgeführt. East meets West, Tradition meets Moderne. Und das alles in Leer, Ostfriesland. Unglaublich. Der Großstadtarchitekt Thomas Kröger fackelt wieder ein phantasievolles Feuerwerk in der Provinz ab (mit Handwerkern aus Berlin und der Uckermark) und lenkt so den Blick hinaus in unbekannte Weiten, so exotisch wie naheliegend. Das nächste Abenteuer scheint unser eigenes vergessenes Hinterland zu sein. Hinaus, hinaus! 4 Bewohner, 180 qm Wohnfläche, 9.915 qm Grundstücksfläche Architektur: Thomas Kröger, Berlin. www.thomaskroeger.net
FOTOS: JAN STEENBLOCK
S o u n t e r s c h i e d l i c h die Häuser sind, so ist ihnen eines gemein: ihre Nachhaltigkeit. Mal wird dieser Anspruch technisch umgesetzt, mal vor allem durch die Wahl des Materials, mal durch die Flexibilität des Grundrisses, der schon während der Planungszeit an zukünftige Nutzer und ihre Bedürfnisse denkt. Häuser in der Stadt überzeugten die Jury ebenso wie Häuser auf dem Land. Bei den meisten handelt es sich um Neubauten, doch Bauen im Bestand ist auch in diesem Jahr wieder ein Thema: Ein ehemaliges Pumpenhaus in Ebersberg wurde zum charmanten Wohnhaus, ebenso eine alte Mühle in Berlin. Selbst im UNESCO-Weltkulturerbe in Hallstatt entwickelten die Architekten Luger und Maul ein Haus, das in seine Umgebung passt und doch eindeutig heutig ist. Und auch ein Vertreter aus Tirol ist dabei, was uns ganz besonders freut. Im Anschluss haben wir die neuesten Trends von der Möbelmesse in Köln für euch – weil eine schöne Hülle eben auch eine schöne Fülle braucht.
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„HIGH PERFORMANCE, LOW TECH“
Ausgezeichnet wurde das Haus „High Performance, Low Tech“ im schweizerischen Tamins, gelegen zwischen einem Gehöft und einem freien Feld an einer topografischen Kante. Ein schmales und langes Haus, wie es schlichter nicht sein kann. Auf Gebäudeautomation oder kontrollierte Lüftung wurde verzichtet, an die Gestaltung jedoch wurden höchste Ansprüche gestellt. 3 Bewohner, 160 qm Wohnfläche, 401 qm Grundstücksfläche Architektur: Bearth & Deplazes Architekten, Chur. www.bearth-deplazes.ch
ODE AN DIE HEIMAT
Das Haus „Quadratisch, praktisch, sehr gut“ steht in Mutters und überzeugt durch seine einfache Form, die reduzierte Materialität, komplexe Funktionalität sowie hohe Lebensqualität. „Das Haus will nicht laut sein. Natürlich und unauffällig fügt es sich in seine Umgebung, präzise und gelassen spielt es mit der Topografie“, sagen die Architekten Andreas Cukrowicz und Anton Nachbaur-Sturm. 3 Bewohner, 270 qm Wohnfläche, 884 qm Grundstücksfläche Architekt: Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH, Bregenz www.cn-architekten.com
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„LEICHTBAU“
Auch Vorarlberg ist schon lange bekannt für seine ebenso außergewöhnliche wie gute Architektur. Das zeigt auch das Haus „Leichtbau“ in Alberschwende im Bregenzerwald, das nach dem Motto „Living in a box“ gestaltet wurde: leicht, flexibel, funktional. Die Holzboxen im Stahlregal machen künftige Veränderungen leicht möglich, unten wird gearbeitet, oben gewohnt. 3 Bewohner, 98 qm Wohnfläche, 830 qm Grundstücksfläche Architektur: Baumschlager Hutter Partners, Dornbirn. www.baumschlagerhutter.com
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SO WOHNT 2019 Auch heuer war Wohnexperte Martin Wetscher vom gleichnamigen Einrichtungshaus in Fügen wieder bei der Möbelmesse in Köln und hat die neuesten Trends fürs Zuhause mitgebracht. Und schöne Bilder dazu.
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st Wohnen nach vormaliger Opulenz in den letzten Jahren etwas reduzierter geworden, so ist Martin Wetschers Fazit für heuer: Minimal, das war einmal. „Die Welt wird da und dort wieder bunter, man erlebt Vielfalt statt strenger Reduktion. Raus aus dem Designdiktat; der Wohnstil 2019 befreit sich von der Geißel schmaler, dunkler Fugen, weißer Kuben und allzu scharfer Kanten“, sagt er. Es geht wieder mehr um Unterschiedlichkeit, um Wärme und ums „Mensch sein“. Spaß und Lebensfreude sind angesagt.
MÖBEL FÜR MENSCHEN Vorsichtiger Mut zur Farbe ist spürbar auf der imm cologne 2019 – nicht beliebig und wild, sondern bewusst und elegant. Senfgelb und Ziegelrot gesellen sich zu den Grün- und Blautönen der letzten Jahre und alles hat Struktur: Vertäfelungen, Tapeten, Wandbespannungen – es bleibt kein weißer Fleck. Der Einrichtungsexperte zu den aktuellen Entwicklungen beim Design: „Die Möbel werden wieder an die Menschen angepasst, sind bequemer und ergonomischer als zuletzt. Bauhaus, die Reduzierung auf die klare Form, ist 100 Jahre nach seiner Erfindung nicht explizit en vogue. Viel spielerischer ist der Umgang in Material und Zusammenstellung. Die Welt wird durchaus bunter – aber immer in einem eleganten, bewusst abgestimmten Stil.“
M A N M I S C H T D I E W E LT U N D S T E L LT S I E I N S F R E I E Ethno und Outdoor bestimmen den Zeitgeist. Man verwendet Muster und Farben aus verschiedenen Kulturen und zelebriert die Unterschiedlichkeiten der Welt auf allen Ebenen. Kleinmöbel wie Beistelltisch und Hocker gruppieren sich lebhaft und bunt um das größere Mobiliar. Und all das spielt sich mehr und mehr im Freien ab: Das „Draußen“ wird nun endgültig mit derselben Sorgfalt wie das „Drinnen“ eingerichtet. Die großen Marken zeigen allesamt den Trend zur gehobenen Qualität im Outdoor-Bereich.
„Letztlich hat Wohnen für die Menschen einen unverändert hohen Stellenwert, immer noch geht es um Rückzug und die Sehnsucht nach Luxus und Komfort.“ MARTIN WETSCHER
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FOTOS: MARTIN WETSCHER
„Die Möbel werden wieder an die Menschen angepasst, sind bequemer und ergonomischer als zuletzt.“
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O H H H M M M M: goldener Dekoaffe, 12
cm hoch, in mehreren Yoga-Varianten erhältlich bei Depot um je 4,99 Euro.
D E C K E „ P U R E“ aus 80 % Baumwolle in frischem Apfelgrün. Gesehen bei Depot um 39,99 Euro.
MAKE YOUR OWN MAGIC Mit dem Wohnen ist’s wie bei der Kleidung: Es braucht ein paar hochwertige Basics, Accessoires sind dann zum Spielen da.
H O C H -Z E I T ! Alles schön verpackt
und dekoriert – an diesem Tag überlässt man nichts dem Zufall. Bezauberndes von räder gibt’s ab 3,95 Euro bei Ruth in ihrem APFIs in Wattens.
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B E S T B U D DY: Beistelltisch „Totem“ von Draenert, ab 1.480 Euro pro Stück. Gesehen bei Wohndesign Freudling in Fügen.
LEINENKISSEN VON COSY LIVING
– und der Name ist Programm – in verschiedenen Farben. Gesehen bei Petra König in der Schwazer Altstadt ab ca. 50 Euro.
C In vielen Kulturen sind E I E R E I N S Y M B O L F Ü R N E U E S L E B E N . Wie jedes Jahr hat Royal Copenhagen seine Frühlingskollektion komplett neu designt. Erhältlich sind die Sammlerstücke in verschiedenen Varianten bei Tyrolglas in Innsbruck, pro Stück 25 Euro. Wer sagt, dass nicht auch der Schreibtisch ein Augenzwinkern verträgt. D I E L E D E RA M I G O S V O N V A C A V A L I E N T E stecken alles weg – vom Kugelschreiber bis zur Euromünze. Verschiedene Varianten ab ca. 60 Euro gesehen bei Tyrolglas in Innsbruck.
FLUGZEUGTROLLEYS BRAUCHEN NICHT UNBEDINGT EIN F L U G Z E U G , wie diese Hübschlinge
von Bordbar zeigen. Die gibt’s in verschiedenen Ausführungen und Farben, mit diversen Einsätzen von Schubladen bis zum Einlegeboden für Flaschen, mit und ohne Kühler und überhaupt genau so, wie man sie haben will. Erhältlich ab 998 bei Wohndesign Freudling, Fügen.
STEHLEUCHTE „FILO E A S T E R N C O R A L“ von
Foscarini, um 487 Euro bei Freudling in Fügen.
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L I C H T K E T T E: Laternen für drinnen und draußen ab 19,95 Euro im APFIs in Wattens.
O R G A N I S AT I O N S TA L E N T E:
Die Lederbox „Ruca“von Vacavaliente gibt’s mit ihren abgerundeten Ecken in verschiedenen Farben und Größen ab rund 30 Euro bei Tyrolglas in der Wilhelm-GreilStraße in Innsbruck.
ROBUSTE WOHNWAND IN W I L D E I C H E rustiko von Interliving.
Um 2.999 Euro erhältlich im Einrichtungshaus Föger, Telfs.
E I N E D U F T R E I S E U M D I E W E LT.
Max Benjamin bringt mit „Ancient Americas“ seine zweite Voyage-Kollektion auf den Markt. Den exklusiven Duft gibt’s als Kerze oder Diffusor in verschiedenen Varianten. „Aztec Rain“ zum Beispiel duftet nach dem erdigen Aroma eines lang erwarteten Regens. Ca. 60 Euro bei Tyrolglas in Innsbruck.
Der braucht nur dazustehen und nix zu tun und ist schon ein echter Hingucker. Der S E S S E L „ F R E I S T I L 173“ V O N R O L F B E N Z schaut aus wie ein Gummibärli und ist ab rund 500 Euro im Einrichtungshaus Föger in Telfs zu haben.
e.U. KG KR-Martin-Pichler-Str. 18, 630039Wörgl Tel. 05332 / 72454 A-6300 WÖRGL · Bahnhofstraße · Tel -05332/72454 · Fax 23284 E-Mail: guenther.ladstaetter@snw.at @ snw.at -· www.maler-ladstaetter.at www.maler-ladstaetter.at e-mail: guenther.ladstaetter
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G e s c h ä f t e, s o b e s o n d e r s w i e d u .
MAGAZIN INDIVIDUELL UND SPEZIELL: Lieblingsläden sind Orte zum Verweilen und Stöbern, gemütlich, puristisch, exzentrisch bunt oder zurückhaltend leise – so vielfältig wie die Menschen, denen sie gehören. Orte, an denen man für sich sein kann, wenn man möchte, und Beratung bekommt, wenn man sie braucht; Orte, an denen man nichts Bestimmtes sucht und es trotzdem findet und die einen rundum glücklich machen.
E R H Ä LT L I C H A B E N D E A P R I L 2 0 1 9 2
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. KULTURVEREIN EREMITAGE
KULTURRESTAURANT . SCHWAZ
27.01.
WHYRAUCH
26.03.
DAVID FRIESEN NEW TRIO
10.02.
MARTIN SEELIGER & MANY MOONS
31.03.
MURIEL GROSSMANN QUART.
07.04.
DUO HUBERT DORIGATTI & FABRIZIO POGGI
KIRCHMAIR QUART. & BERND HAAS
13.04.
MUDDY WHAT?
19.02.
BORNZERO
22.05.
03.03.
CHRISTOPH SCHELLHORN
GARY SMULYAN ORGAN QUART.
17.03.
MICHAELA RABITSCH & ROBERT PAWLIK QUART.
16.06.
MERETRIO & HEINRICH VON KALNEIN
13.02.
Innsbrucker Str. 14 . 6130 Schwaz . 05242 / 65251 . www.eremitage.at . KONZERTE: 20.00 Uhr Beginn . Abendkassa: € 15 . Ermäßigt: € 8 Kulturpass gültig: € 50 (gilt bis 30.06.2019, ausgenommen Sonderveranstaltungen)
Fotos: pixabay | users: 1045028, SinnesReich
SZENE IN ZEITEN VON SMARTPHONE UND FILTERN ERLEBT DIE FOTOGRAFIE QUASI EINE HYPERINFLATION. EIN ALGORITHMUS WIRD HEUTE ZUR KÜNSTLERISCHEN FREIHEIT VON DAMALS. DENNOCH VERMAG SIE NOCH IMMER VIELES ZU LEISTEN.
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ZEIT IM BILD Seit 2006 zeigt das BTV Stadtforum in seinem FO.KU.S in Innsbruck zeitgenössische Fotografie. Letztes Jahr hat die Galerie mit Hans-Joachim Gögl nicht nur einen neuen künstlerischen Leiter bekommen, sondern auch gleich ein neues Konzept.
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ich der Fotografie als Kunstform anzunehmen, braucht generell Mut. In Zeiten von Smartphone und Filtern erlebt die Fotografie quasi eine Hyperinflation. Ein Algorithmus wird heute zur künstlerischen Freiheit von damals. Was Fotografie aber noch immer zu leisten vermag, zeigt das Innsbrucker FO.KU.S auf schöne Weise. Es ist ein kurzes Innenhalten, ein Sehen durch fremde Augen. D a s K o n z e p t , das mit Hans-Joachim Gögl im FO.KU.S Einzug gehalten hat, nennt sich INN.SITU. „In situ“ ist lateinisch und steht für „am Ort“ und hat in der Innsbrucker Version durch seinen charmanten Rechtschreibfehler eine mehrfache Bedeutung bekommen. Und der Name ist durchaus Programm, denn gezeigt werden nicht bereits vorhandene Werke. Vielmehr werden gezielt ausgewählte internationale Fotokünstler eingeladen, sich vor Ort mit den Menschen, dem Kulturraum, der Landschaft und den sozialen Wirklichkeiten zu beschäftigen. Daraus entstehen eigens entwickelte Ausstellungen, mit denen die Fotografen direkt auf ihre Wahrnehmungen der Region reagieren. Ab April präsentiert die israelische Fotografin Orly Zailer dabei eine neue Werkserie mit nachgestellten Bildern aus Tiroler und Vorarlberger Familienalben.
BILDLICHE AHNENFORSCHUNG Wie oft hören Kinder, dass sie dem Onkel oder der Oma wie aus dem Gesicht geschnitten sind, man die Augen oder Hände wie der Vater hat oder die Kinnpartie der Mutter. Orly Zailer hat dies zum Anlass für eine außergewöhnliche Werkserie genommen, die sie bereits 2012 unter dem Titel „The Time Elapsed Between Two Frames“ mit Fotografien aus dem eigenen Familienalbum und mit Bildern von Freunden und Nachbarn begonnen hat. Diese teils historischen Bilder stellt sie mit den Nachfahren möglichst exakt und detailgetreu nach, wobei die Rekonstruktionen die Protagonisten für einen kurzen Moment in die Rolle ihrer Ahnen schlüpfen lassen. Das Ergebnis sind verblüffende Bilder vermeintlicher Doppelgängerschaften und die Frage nach dem eigenen Alter, nach Vergänglichkeit und Erinnerung. N a c h e i n e m ö f f e n t l i c h e n Aufruf im letzten Jahr in Tirol und Vorarlberg haben
F O T O S : O R LY Z A I L E R
O R LY Z A I L E R
Die Dokumentar- und Kunstfotografin wurde 1982 in Israel geboren, wo sie auch heute noch lebt und arbeitet. Orly studierte am Goldsmiths College der University of London sowie an der NB Haifa School of Design Fotografie und stellte ihre Bilder bereits unter anderem in London, Tel Aviv, Toronto und Bogotá aus. Ihre Werkserie „The Time Elapsed Between Two Frames“ stieß international auf außergewöhnliche Resonanz.
AHNEN. NEUE PORTÄRTS
Die Ausstellung ist vom 3. April bis 13. Juli im FO.KU.S im BTV Stadtforum zu sehen. Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. von 11 bis 18 Uhr, Sa. von 11 bis 15 Uhr Der Eintritt ist frei. www.innsitu.at Dialog: Mittwoch, 3. April, 19 Uhr Für alle Interessierten gibt es vorab um 18 Uhr eine Führung durch die Ausstellung Konzert: Freitag, 5. April, 19 Uhr Auch der Eintritt zum Dialogabend und dem Konzert ist frei, braucht aber eine Anmeldung unter info@innsitu.at
sich für die Ausstellung im FO.KU.S zahlreiche Familien gemeldet. Aus deren Einsendungen wählte Orly Bilder aus und lernte die Nachfahren in vielen Begegnungen persönlich kennen. In einem aufwendigen Prozess wurden im Laufe von rund zehn Monaten Aufnahmeorte gesucht und gefunden, Kleidungsstücke, Mobiliar und Gegenstände auf den damaligen Aufnahmen akribisch recherchiert. „Das Besondere an diesem Projekt ist, dass es nicht erst in der Ausstellung beginnt, sondern bei den vielen Beteiligten, die Bilder gesucht und mitgemacht haben. Der dabei geführte Diskurs in den Familien, die Auseinandersetzungen mit dem eigenen ‚Gewordensein‘, die unwiederholbaren Momente, in denen sich etwa eine junge Frau für einen kurzen Moment in das Bild ihrer bereits verstorbenen Mutter verwandelt, sind die unsichtbare soziale Plastik, die in der Ausstellung wirkt“, sagt Hans-Joachim Gögl.
ES GEHÖRT VIEL MEHR BEGEGNET Das Kunst- und Kulturprogramm INN.SITU indes ist weit mehr als „nur“ Fotografie. Es beschäftigt sich darüber hinaus mit Musik und Dialog und bringt alle drei Genres in wunderbarer Weise zusammen. Das Stadtforum scheint mit seinen räumlichen Gegebenheiten auch prädestiniert dafür – neben der Fotogalerie gibt es mit der „Tonhalle“ einen Konzertsaal, das großzügige Foyer stellt eine Art Forumssituation, die Kontakt und Begegnung fördert. Deshalb werden parallel zu den neuen Ausstellungen Musikschaffende aus der Region eingeladen, in künstlerischer Resonanz auf die fotografischen Arbeiten jeweils ein Konzert neu zu erarbeiten. Für die Ausstellung von Orly Zailer fiel die Wahl auf den Tiroler Walter Rumer. Er gehört zu den international profiliertesten heimischen Musikern aus dem Bereich der Alten Musik. Für das Konzert wird er diese mit Improvisation und Elementen aus Jazz und neuer Musik verbinden. Der dramaturgische Dreiklang wird mit einem begleitenden Dialogformat abgerundet, im Zuge dessen sich Szenefotografin Katerina Haller, Kulturwissenschaftlerin Edith Hessenberg und Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums Hohenems, austauschen werden. Alle drei suchen sich je ein Bild aus der Ausstellung aus und diskutieren rund um die Themen Identität, Erinnerung und Zugehörigkeit. Es wird mit Sicherheit spannend.
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BUCHTIPPS F Ü R S KO P F K I N O
Christian Schünemann und Jelena Volić kommen mit „Maiglöckchenweiß“ mit einem richtig guten Roman um die Ecke, der zwar eine Geschichte erzählt, aber dennoch nah am Zeitgeschehen kratzt.
Diogenes Verlag, 352 Seiten, EUR 22,70 Wir mochten schon Massimo Carlottos „Der Tourist“, nun legt der Italiener mit „Blues für sanfte Halunken und alte Huren“ ein neues Werk vor, das nicht nur einen ziemlich exzentrischen Titel trägt, sondern auch eine Geschichte mit vielen Irrungen und Wirrungen erzählt. Ingrid Ickler hat sie fein nuanciert aus dem Italienischen übersetzt. Folio Verlag, 220 Seiten, EUR 20,00 In „Begeisterung“ hat Micky Kaltenstein neun Menschen aus völlig unterschiedlichen Bereichen porträtiert, die eine – ihre – ganz bestimmte Sache mit großer Leidenschaft tun. Musik machen, die Welt umsegeln oder Maßschuhe fertigen. Ein Buch ganz nah am Menschen.
Verlag Anton Pustet, 144 Seiten, EUR 19,95
S C H R E I B T U N S!
Hannah Herbst ist zweifelsohne eine, die polarisiert. Und sie tut das bewusst. Sie kommentiert und schreibt online und offline zu Feminismus, Rechtsextremismus und über das Leben. Weil sie mit ihrer Meinung eben ungern hinterm Berg hält, hat sie unter anderem auch ein Buch geschrieben. „Feministin sagt man nicht“, erschienen im Brandstätter Verlag (136 Seiten, EUR 20,00), heißt ihr Erstlingswerk und sie macht das ziemlich gut. Wir empfehlen das Buch hier auch ein bisschen aus Eigennutz, denn das Thema „Feminismus“ wird mit Sicherheit in einer der kommenden mayas eines werden. Bitte sagt uns doch eure Meinung dazu, was ihr darin gerne lesen möchtet – und was nicht –, was Feminismus bedeutet und ob der Begriff für euch positiv oder negativ besetzt ist. Ihr bezeichnet euch selbst als Feministin oder bewusst als keine: Wir schaffen Raum für Geschichten.
Wir freuen uns auf euren Input unter redaktion@maya-magazin.at
„Bücher lösen zwar keine Probleme, sie machen aber auch keinen neuen Ärger.“ 146
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„The earth without art is just eh.“ FILMTIPP EINE GESCHICHTE SCHREIBT GESCHICHTE
Im Amerika der 1950er will eine Frau die Welt verändern. Nur: Man(n) lässt sie nicht. Ruth Bader Ginsburg studierte als eine der wenigen Frauen erfolgreich Jura in Harvard, in die Gerichtssäle indes durfte sie nicht. Ihr Mann – Steueranwalt Marty – macht sie eines Tages auf den Fall Charles Moritz aufmerksam. Trotz der aufopfernden Pflege seiner kranken Mutter wird Moritz nicht der übliche Steuernachlass gewährt; aufgrund seines Geschlechts. Ruth wittert einen Präzedenzfall, der eine seit Jahrzehnten stillstehende Gesetzeslage ad absurdum führt. Mit eisernem Willen und scharfem juristischen Verstand zieht Ruth endlich vor Gericht und in einen leidenschaftlichen Kampf gegen die Diskriminierung von Frauen (und Männern).
„Die Berufung“, ab 8. März im Metropol Kino.
MIT MUT ZUM GLÜCK
Wer die sympathische Schauspielerin Adele Neuhauser nur von der Bühne oder als Tatort-Ermittlerin Bibi Fellner oder Bäuerin in „4 Frauen und 1 Todesfall“ kennt, ahnt nichts von ihrer langjährigen Zerrissenheit. Stets aufgespannt zwischen zwei Welten unternimmt sie mehrere Suizidversuche – und geht doch immer weiter ... Darüber hat sie unter anderem ein Buch geschrieben. „Ich war mein größter Feind“ ist als Autobiografie im Brandstätter Verlag erschienen (216 Seiten, EUR 21,90), außerdem spricht sie darüber im Zuge der glück. tage am 25. Mai im Passionsspielhaus Thiersee mit Markus Linder und schaut dabei mit großer Offenheit zurück, aber auch voll Neugier nach vorn. Die glück.tage finden heuer
vom 23. bis 25. Mai im Kufsteinerland statt. Neben Adele Neuhauser sind noch viele weitere Persönlichkeiten zum glücklichen Austausch vor Ort. Infos und Tickets unter www.glueck-tage.com
F E S T I V A LT I P P H E I M AT.W E LT
Performancekunst vom Feinsten: „Go figure out yourself“ nach einer Choreographie von Wim Vandekeybus führt das Publikum mit Wort, Musik und Tanz über unvorhergesehene Wege in eine andere Welt. 7. April im Salzlager in Hall
Eine Hommage an die Kunst: So lässt sich das Osterfestival Tirol am besten beschreiben. Das Mehrspartenfestival ist ein Ort des intellektuellen und kulturellen Austausches und soll für mehr Toleranz und Respekt sorgen. Der Einblick in andere Welten ergibt sich aus den jährlich wechselnden Mottos – 2019 ist es heimat.welt –, die sich jeweils mit einem aktuellen Thema intensiver auseinandersetzen. Unterschiedliche Kunstformen wie Musik, Performance, Tanz und Film werden in verschiedenen Programmen des Festivals zusammengeführt, Neues und Altes aus allen Epochen und Kulturen wird vereint. Ebenso unterschiedlich wie die Programmpunkte sind auch die Veranstaltungsorte: Kirchen, Theater, Universität, Salzlager und mehr werden zur Bühne. Den Auftakt macht heuer ein tiefsinniger Musikabend des belgischen Het Collectief unter der Leitung von Reinbert de Leeuw im Salzlager in Hall, unter anderem spricht am 10. April Bischof Hermann Glettler im Innsbrucker Haus der Begegnung, der 17. April ist der Alten Musik gewidmet. Unter der Leitung von Nicolas Achten kommt dabei die wunderbare Musik des belgischen Komponisten Joseph-Hector Fiocco zur Aufführung. Den Schlusspunkt setzt das Tanzstück „Twenty-seven perspectives“ von Choreograph Maud Le Pladec in der Dogana des Innsbrucker Congress. Dazwischen betrachten verschiedene Ensembles den hochemotionalen Begriff Heimat auf ganz viele unterschiedliche Weisen. Osterfestival
Tirol, 6. bis 21. April, Innsbruck/Hall, www.osterfestival.at
MUSIKTIPP
SONG DER AUSGABE
Das Album „Electro-Shock Blues“ der USamerikanischen Rockband Eels rund um Singer/Songwriter Mark Oliver Everett (Pseudonym: E) ist zwar schon im Jahr 1998 erschienen, holt uns aber immer wieder ab. Besonders mögen wir den Schlusssong „P.S. You Rock My World“ – perfekt für die ganz ruhigen Stunden des Tages.
„Warte nie, bis du Zeit hast.“
AUF DER KIPPE EINE KONFLIKTGESCHICHTE DES TABAKS
22.2. – 10.11.2019 VOLKSKUNSTMUSEUM TIROLER-LANDESMUSEEN.AT
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T H E AT E R T I P P
AUSSTELLUNG D I E M E N S C H E N S A M M L E R I N!
Christina Ljubanovic wurde 1939 in Zams geboren und lebt heute in Paris. Sie ist Fotografin, Grafikerin und Konzeptkünstlerin und fotografierte zwischen 1974 und 2014 unter anderem rund 500 Menschen, die sie auf Schwarz-Weiß-Porträts festhielt. Ausgestellt werden die Porträtserien auf dem eins zu eins ausbelichteten Kontaktbogen mit 24 oder 36 Bildern. Anhand der Bildfolge kann der Betrachter die Aufnahmesituation nachempfinden und an der Begegnung zwischen Model und Fotografin eine Geschichte ablesen. In weiteren Werkserien recherchiert sie Typologien, Inventare und Archive, die sie ebenso über langjährige Arbeitsperioden zusammenstellt. Zu ihrem 80. Geburtstag widmet ihr Kunstraum Innsbruck noch bis 31. März die Ausstellung „Neunzehn“. Die Galerie gewährt damit Einblicke in die Arbeitsweise der Künstlerin und transformiert den Ausstellungsraum indirekt zum Rechercheraum, um dem akribischen Sammeln von Christina Ljubanovic einen künstlerischen Raum zu geben. www.kunstraum-innsbruck.at
G O E T H E U N D S C H I L L E R F Ü R A L L E!
Jeder kennt sie. Unter Androhung von Noten werden sie uns vorgestellt. Wir haben Ehrfurcht und noch mehr Desinteresse. Im Unterricht liest man „Der Erlkönig“, im Theater sieht man „Faust“. Aber mal ehrlich: Das interessiert doch (fast) keinen. Zumindest nicht wirklich. Das Staatstheater wird das ändern: Vom Handschuh über die Glocke bis zum im Gewande versteckten Dolch, mit fieberndem Kind und rasendem Pferd – alles liegt in des Pudels Kern. Und im Wald, da gibt’s die Räuber. Und ja, wir geben’s freiweg zu: Wir lieben das Innsbrucker Staatstheater. Weil es so herrlich unkonventionell ist. Und anders. Und sowieso und überhaupt. In „Vom Himmel durch die Welt zur Hölle“ nimmt Regisseurin Mona Kraushaar das Publikum mit auf eine rasante, performative Reise durch die deutsche Weltliteratur von zwei ziemlich besten Freunden. Gespielt wird noch bis 17. Mai im
Treibhaus. Nix wie hin! Infos unter www.staatstheater.at.
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FOTO: CHRISTINA GLÖCKNER
EIN KUFST25. 23. 19 Mai 20
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GERALD HÜTHER · ADELE NEUHAUSER HARALD LESCH · GABRIELA NEDOMA
Beim Yogafestival vom 5. bis 7. Juli 2019 steht das Kufsteinerland ganz im Zeichen des Flows. Das dreitägige Event lädt Yogabegeisterte dazu ein, in der ursprünglichen Natur zu sich selbst zu finden. Mit ausgewählten regionalen und international bekannten Yogagrößen lernen Anfänger und Fortgeschrittene bei Sessions, Kräuterworkshops und Vorträgen über Stressbewältigung sowie gesunde Ernährung die hohe Kunst des Yogas.
Infos und Tickets unter www.yoga-tage.at
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… ist charmant und leidenschaftlich, niveauvoll und frech, schrill und gefühlvoll zugleich. … unterhält, berührt und begeistert. … bringt Themen zu Papier, die Frauen bewegen und von Frauen bewegt werden. … erzählt Geschichten aus dem Leben und für das Leben – von Frauen, für Frauen.
Sende uns eine E-Mail mit Name und Adresse an abo@maya-magazin.at und erhalte die nächsten 2 Ausgaben kostenlos!
Gültig nur in Österreich. Abo wird nicht automatisch verlängert.
VIELLEICHT WIRD ALLES VIELLEICHTER Weil der Alltag manchmal hektisch ist, haben wir uns kleine Auszeiten mehr als verdient. Zeiten, wo man sich nicht zwischen ja oder nein entscheiden muss, sondern einfach mal vielleicht sagen darf. Danach ist das Leben gleich viel leichter.
GENUSS UND GESUNDHEIT
Im Burg Vital Resort in Oberlech auf rund 1.700 Metern Höhe ist das Wohlfühlen zu Hause. Und hier zeigt sich, dass sich das auch ganz gut mit dem Gesundheitsaspekt verbinden lässt. Das 5*S-Hotel besteht aus sieben unterirdisch miteinander verbundenen Chalets mit 30 Suiten, elf Appartements und 28 Komfortzimmern, dazu gibt’s einen 3.800 Quadratmeter großen Wellness- und Spabereich, verteilt auf drei Ebenen, der mit seinen verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten und Saunawelten wunderbar viel Platz zum Abschalten und Entspannen bietet. Richtig toll ist die „Private Spa Suite“ für ruhige Momente zu zweit. Eines der Highlights des Hauses stellt unter anderem die Küche unter der Patronanz von Thorsten Probost. Die Küchenchefs Dominic Baumann und Manuel Hofmarcher kochen so naturnah wie möglich und kombinieren ihre kulinarische Kreativität mit Gewürzen und frischen Kräutern sowie Erkenntnissen aus Medizin und Ernährungswissenschaften in den Kulinariklinien „Einfach genießen“ und „vitalKOCHEN“, wobei Letzteres ein Teil des „vitalPRÄVENT“-Angebotes ist, das zusätzlich noch Sport und Therapie mit einschließt. Das Einzelzimmer gibt’s ab 200 Euro, das Doppelzimmer ab 335 Euro inklusive Frühstück. www.burgvitalresort.com
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GEWACHSEN, NICHT GEWORDEN
Das Naturhotel Moosmair in Sand in Taufers in Südtirol erzählt eine ebenso lange wie schöne Geschichte und wird heute bereits in sechster Generation geführt. Jahrhundertealte Tradition und Bodenständigkeit trifft auf Offenheit und Wagemut. Und auf das Geheimnis der Kräuter, denn das Beste wartet hier direkt vor der Haustür. Das Konzept des Moosmair basiert auf dem überlieferten Wissen aus dem Alpenraum und zieht sich konsequent durch alle Bereiche des Hauses. Die Kräuter- und Naturkräfte bündeln sich in den Körperanwendungen und Heubädern ebenso wie in der Küche. Neben dem klassischen Wirtshaus gibt es ein eigenes Kräuterrestaurant, das auf den klingenden Namen Arcana hört – angelehnt an das lateinische arcanum, das so viel bedeutet wie extrahieren –, nd das auch für Nicht-Hotelgäste offen steht. „Kräuter sind Seelenpflanzen und wir möchten mit unseren Gerichten die Seelen der Menschen berühren“, erklärt Kräuterexpertin Anneres Ebenkofler, die auf der Homepage auch ein paar Kräutertipps parat hält. Sehr schön finden wir dort auch die Impressionen der Gäste, in die ihr unbedingt reinklicken solltet. Die Preise beginnen bei rund 90 Euro pro Person mit Halbpension. www.mossmair.it
ES WIRD ZEIT FÜR ZEIT
Designhotels haben zweifelsohne ihren Reiz, doch die Romantik ist woanders zu Hause. In den bodenständigen, authentischen und auch ein bisschen rustikalen Häusern nämlich. Wie dem Kräuter-Wanderhotel Schafhuber im salzburgerischen Maria Alm. Hier findet man das Besondere abseits des Luxus und gerade das macht es so heimelig und schön. Und auf Komfort braucht man auch hier nicht zu verzichten. Die Zimmer sind mit Vollholz-Fichtenmöbeln und in feinem Landhausstil eingerichtet und es gibt sogar ein Berg-& Wiesen-Minispa mit finnischer Sauna, Bergkristall-Tepidarium und Zirbenholz-Infrarotkabine. Hausherrin und Kräuterfachfrau Susi Schafhuber verbringt zudem jede freie Minute damit, Salben, Tinkturen, Cremes oder das hauseigene Kräuterpeeling herzustellen. Außerdem gibt sie ihr jahrelang gewachsenes Wissen in Kräuter-Workshops weiter, die sich unter anderem in abwechslungsreich zusammengestellten Pauschalangeboten wiederfinden. Kräuter – in der Natur gesammelt oder aus dem eigenen Beet geholt – sind folglich auch in der Küche die Hauptdarsteller und sorgen dort für duftige Aromen. Zimmerpreise ab rund 80 Euro pro Person mit ganz schön viel Kulinarik dabei. www.landhotel-schafhuber.at
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Der Zischghof in Obereggen ist Südtirols erstes Kräuterhotel. Das hat einen guten Grund, liegt das Hotel doch inmitten der ursprünglichen Berg- und Almenwelt der Dolomiten, die in den umliegenden Wiesen und Wäldern alles bieten, was die Natur an Kräuterkraft zu bieten hat. „Der Gast soll seine fünf Sinne einsetzen und dabei ungeahnte neue oder vielleicht lange vergessene Eindrücke gewinnen“, so die Gastgeberfamilie Pichler. Und so finden sich Kräuter nicht nur in der Küche wieder, wo Wild- und Gartenkräuter (und der eigene Garten ist wirklich großartig) wie Rosmarin, Minze oder Wacholder ihr volles Aroma entfalten, sondern auch im Zuge von Massagen mit Kräuterölen und -stempeln oder im Kräuter-Spa, wo man in trauter Zweisamkeit mit anschließender Kräuter-Ganzkörper-Paarmassage entspannt. Seit letztem Jahr gibt es außerdem eine Kräuterdampfsauna und den Zirbenruheraum sowie zusätzliche Kräutermassagen und Kosmetikanwendungen. Fast schon folgerichtig begeben sich die Pichlers mit ihren Gästen auch auf Kräuterwanderungen, wo sie euch die verborgenen Schätze der Natur näherbringen und so manchen Tipp für die eigene Hausapotheke liefern. Fürs erste Hineinschnuppern gibt’s auf der Homepage ein kleines Kräuter-ABC. Die Zimmerpreise beginnen bei 81 Euro pro Person, Suiten bei 114 Euro, inklusive eines abendlichen Wahlmenüs und zahlreicher anderer Wohlfühlleistungen. www.zischghof.it
FÜRS GEMÜT UND DAS GEWISSEN
Es gibt sie, diese Orte, wo ganzheitliches Wohlbefinden zu Hause ist, wo Nachhaltigkeit und Bio keine Schlagworte sind, sondern gelebter Alltag. Das Hotel Central in Pertisau wurde für seinen selbstverständlichen Umgang mit der Natur unter anderem mit der „Grünen Haube“ ausgezeichnet, die für Genuss mit zertifizierter Bioqualität steht. „Gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit sind uns wichtig. Wir legen Wert auf frische Küche und wissen, woher unsere Produkte kommen. Unser Biosortiment wird auch regelmäßig durch die Austria-BioGarantie kontrolliert“, erklärt Gastgeber Thordes Schlünzen. Das Haus selbst zählt nur 15 Zimmer, das macht es familiär und übersichtlich, trotzdem finden Gäste hier alles, was es braucht – auch einen kleinen Wellnessbereich mit Sauna, Kräuterdampfbad und Whirlpool sowie einem Ruheraum, in dem frisches Heu seinen wohligen Duft versprüht. Ab ca. 160 Euro fürs Doppelzimmer. www.central-pertisau.at
TIPP:
Auch das menschliche Antriebssystem braucht ab und zu Pflege. Im Herbst bietet das Hotel Central ein dreitägiges Seminar, in dem ihr die Möglichkeit habt, Verschlackungen, Verengungen und eventuelle Fehlfunktionen in euren Lebens- und Arbeitsabläufen zu korrigieren und neue Kräfte zu tanken. Die Seminarthemen orientieren sich am BALI-Prinzip, also Bewusst loswerden / Annehmen / Loslassen / Integrieren. Letztlich geht es darum, durch intensive Beschäftigung mit sich selbst zu seinem Ich zurückzufinden. Termin: 2. bis 4. Oktober 2019, Seminarleiterin: Ulrike Lackner, Seminarbeitrag: 485 Euro. Infos unter info@blug.at
REGION BAD RADKERSBURG
MIT SCHWUNG IN DEN FRÜHLING So wird Frau frühlingsfit in der Region Bad Radkersburg. Aussichtsreiche Wanderungen im Thermen- und Vulkanland Steiermark
Styria Sambucus – eine Wohltat für die Haut
Viele Routen laden ein, Österreichs sonnigste Radregion zu entdecken.
Eine Holundercreme-Ganzkörperpackung, eine Thermalwasser-Gesichtsbehandlung oder eine Klöcher Vulcano-Fango-Anwendung gewünscht? Das bringt nicht nur müde Winterhaut wieder zum Strahlen, sondern Körper und Seele in Balance. Genauso wie die vielen Sonnenstunden, die der frühe Frühling der Region Bad Radkersburg beschert.
AUFLEBEN, WENN ALLES AUFBLÜHT Also raus ins Freie. Die milden Temperaturen locken jetzt schon zum Cappuccino in die schönsten Schanigärten der historischen Städtchen Bad Radkersburg und Mureck. Beim Walking rund um die Murauen von Halbenrain liegt bereits der Duft von Bärlauch in der Luft. Weitere Frühlingsboten warten am Klöcher Traminerweg oder am TAU-Weg in Tieschen. Zur Stärkung gibt es ein Glas Gewürztraminer in einer der gemütlichen Buschenschänken. Ob Genussradlerin oder ambitionierte Bikerin – in Österreichs sonnigster Radregion findet jede ihre Lieblingsroute. Auch Golferinnen schlagen bereits ihre ersten Bälle ab.
E N T G E LT L I C H E E I N S C H A LT U N G
BEWEGUNG + GESUNDHEIT + KULINARIK Der frühe Frühling bewegt, Therme und Anwendungen im Vita med Gesundheitszentrum entspannen. Das wohltuende 36 Grad warme Thermalwasser der Parktherme Bad Radkersburg senkt nachweislich den Stresslevel, bei Yoga und Faszientraining werden Blockaden gelöst. Massagen, Peelings und Behandlungen mit regionalem Holunder, Vulcano-Fango und mehr sorgen für zusätzliches Wohlbefinden. Die Gesundheitsformel der Region komplett machen steirische Klassiker wie Käferbohne und Kürbiskernöl, die als leichte Frühlingsgerichte auf den Tisch www.badradkersburg.at kommen.
TIPP
Steirisch wird’s! Urlaubstipps für die Region Bad Radkersburg und das Thermen- und Vulkanland Steiermark gibt es von 7. bis 9. März im Einkaufszentrum DEZ. Außerdem: Weine und Kürbiskernöl zum Verkosten.
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Villa Eden Luxury Resort: Ein Schmuckstück, das alle Sinne in einem anmutigen, luxuriösen Ambiente verwöhnt.
DOLCE VITA ZWISCHEN KULINARIK UND MINIMALISTISCHER ELEGANZ Das Gourmetrestaurant La Terrazza Segreta sorgt für Gaumenfreuden inmitten des Villa Eden Luxury Resorts. Soft Touch und zeitgenössisches Flair vereint in einem Märchen, das die Sinne auf eine kulinarische Reise ins Reich des Meisterkochs Peter Oberrauch entführt.
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uf den sanften Hügeln von Gardone Riviera befindet sich unweit des Vittoriale di D’Annunzio das Villa Eden Resort. Dort werden Energie und Ruhe aus der pulsierenden Harmonie der Architektur in zeitgenössischer Eleganz und raffinierter Wesentlichkeit geschöpft. Eine Oase des Lichts, des Wassers und der Natur bildet das Konzept für absolute Privatsphäre und vornehmen Luxus, der keine Wünsche offen lässt. U n s e r T i p p sind die haki-Anwendungen, bei denen mit rhythmischen Druck-, Streichund Schwingbewegungen und speziellen Griffen das Nerven- und Muskelsystem harmonisiert wird. Begleitet wird der Beautybesuch von Produkten von Piroche Cosmétiques. Im Ganztagspreis von 95 Euro sind nebst dem Eintritt in die Pool- und Saunawelt das Mittagsund Nachmittagsbuffet, die Vitaminbar mit Obst, Nüssen und Getränken sowie ein 30-Euro-Gutschein für eine Behandlung dabei.
KO S M O P O L I T I S C H E R C H A R M E Die gehobene Küche mit wunderschönem Ausblick sorgt im resorteigenen „La Terrazza Segreta“ für ein spannendes und intensives Erlebnis, das alle Sinne anregt. Der dominie-
Im Gourmetrestaurant „La Terrazza Segreta“ des Villa Eden Luxury Resort zeigt sich die Schönheit in all ihren Facetten, die Umgebung wie aus einem der Landschaftsbilder von Monet, das Ambiente ist mehr als nur ästhetisch, das Gastmahl entführt uns zu einer Art Intimität und lässt uns aus dem Alltag ausbrechen.
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rende Weißton des minimalistischen Designs auf der Terrasse bettet sich in das Grün der Landschaft in der Umgebung ein. Es ist fast wie eine Künstlerleinwand, die auf den Wink des Küchenchefs wartet, um mit gastronomischen Tönen versehen zu werden. Dieser magische Ort im Villa Eden Luxury Resort überrascht und verzaubert die Gäste mit diskretem Charme des Service und einem herzlichen und freundlichen Empfang. D i e K o c h k u n s t ist kreativ, raffiniert und die Linie klar definiert. Es ist die Linie von Küchenchef Peter Oberrauch. Er interpretiert internationale Gastronomie neu und setzt sie mit vorrangig lokalen Produkten um. Und die Speisen verwöhnen nicht nur den Gaumen. Auch das Auge freut sich – etwa beim Gericht „Garnele und Kaviar“, serviert auf Erbsencreme und Erbsensprossen. Die Garnele kommt perfekt zur Geltung, wurde auf den Punkt zubereitet und harmoniert auf ganz natürliche Weise mit dem Geschmack des Kaviars und der Süße der Erbsen. D i e G e s c h m a c k s k n o s p e n werden auch durch die Weinkarte angeregt: Von Gaja und Bertani über Bellavista bis hin zu Ornellaia ist alles mit dabei, dazu kommen hervorragende Südtiroler Weißweine, etwa von Elena Walch oder der Terlaner Kellerei. Edle Tropfen für einen Ort, wo Exklusivität kein Fremdwort ist.
ZWISCHEN DÜFTEN UND GERÜCHEN Im „La Terrazza Segreta“ schwebt alles in der Zeitlosigkeit des Augenblicks. Die Küche, die Aromen, die Speisen erregen Aufmerksamkeit, Technik, Erfahrung und Leidenschaft
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Das gastronomische Angebot umfasst gewagte Speisen, die die Saisonalität und hohe Qualität der heimischen Zutaten hervorheben.
J G E WE T Z T INN EN
GENUSS GEWINNEN
Weil wir finden, dass jeder ein bisschen Luxus verdient hat, verlosen wir ein Wochenende (zwei Übernachtungen mit Frühstück) für zwei Personen im Villa Eden Luxury Resort. Mit dabei ist außerdem ein Degustationsmenü im „La Terrazza Segreta“, das euch auf eine Reise durch die wunderbare Küchenwelt des Peter Oberrauch mitnimmt. Teilnehmen könnt ihr bis 31. März auf unserer Facebook-Seite MAYA – Das Tiroler Frauenmagazin.
VILLA EDEN LUXURY RESORT
La Terrazza Segreta Via Ronciglio 51/A I-2509 Gardone Riviere www.villa-eden-gardone.com
verschmelzen miteinander und entführen die Sinne auf eine Reise in die Welt des Geschmacks. Ein Reise, die mit hausgemachten Taglioni und Hummer beginnt. Die ausgezeichnete Konsistenz der Nudeln trifft umgeben von mediterranen Kräutern auf das noble Krustentier und wird durch die säuerliche Süße der Tomate abgerundet. Die klare Sprache am Teller lässt Raum für die Aromen, die sich perfekt ergänzen. D i e K l a s s i k ist eine Konstante für Peter Oberrauch. Das zeigt unter anderem das Lamm mit Fenchelpüree und gegrilltem Gemüse. Die perfekte Harmonie am Teller folgt einer gut durchdachten Linie, den Texturen wird durch Essigperlen, die am Gaumen explodieren und jedem Bissen Frische und Intensität verleihen, neuen Schwung verliehen. Dies sind Geschmackserlebnisse, in denen Anmut und Pracht die Schönheit des Augenblicks im noblen Ambiente des Villa Eden Luxury Resort abzeichnen. So auch beim Dessert, das harmonisch und kontrastreich zugleich ist: Die äußerst köstliche Schokolade, die sich wie ein Ornament auf dem Teller räkelt, wohlschmeckende Vanillecreme, duftende Waldfrüchte – optimal abgestimmt, Frische und Süße auf den Punkt gebracht. Alle Geschmacksknospen jubeln und mit der eleganten Präsentation wird auch die Fantasie angeregt.
L E S E R I N N E N- R E I S E
ZEIT FÜR SICH SELBST
MA EXK YA L U S -LE IV SE FÜ RI R NN EN !
Das BALANCE**** Superior ist nicht nur bekannt für seine mehrfach preisgekrönte Küche und das außergewöhnliche und künstlerische Ambiente, sondern auch für die sprichwörtliche Kärntner Gastfreundschaft.
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Auf einer zauberhaft gelegenen Anhöhe genießt ihr im BALANCE**** Superior einen atemberaubenden Blick auf den Wörthersee und die Bergketten der Karawanken. Durch das wohltuende Rundumangebot erlebt ihr hier absolute Entschleunigung. E i n w e i t e r e s w i c h t i g e s Thema im BALANCE**** Superior ist das Medical-Wellness-Programm. Durch genau abgestimmte Ernährung, Behandlungen, Sportprogramm, Yoga und Entspannung sowie durch ärztliche Betreuung tankt ihr wieder neue Kraft und Energie. Gönnt euch den Luxus, euch wieder Zeit für euch selbst nehmen zu können, erlebt eine intensive persönliche Auszeit und ganz nebenbei habt ihr die Möglichkeit, euren Gesundheitszustand zu checken und zu verbessern.
sehr verbreitet. Im BALANCE**** Superior wird eine einzigartige Reflux-Ernährungsumstellung angeboten. Univ.-Prof. Dr. Martin Riegler und Andrea Grossmann haben Rezepte zur Unterstützung der Heilung kreiert und ein Kochbuch veröffentlicht.
H E I L FA S T E N - B A L A N C E Heilfasten ist eine besonders milde, entspannende, aber vor allem gesunde und effektive Entsäuerungs- und Entlastungskur. Heilfasten wirkt wie eine „Reinigung von innen“, da der Körper von schädlichen Stoffwechselablagerungen befreit wird. Das Immunsystem wird entlastet und somit wieder neu aufgebaut. Neben dem angenehmen Effekt der Gewichtsabnahme werden auch die Haut und das Bindegewebe entschlackt und gestrafft.
M E TA B O L I C - B A L A N C E Ein sanftes Stoffwechselprogramm zur Förderung des persönlichen Wohlbefindens und zur Gewichtsreduktion. Unter ärztlicher Kontrolle wird anhand einer genauen Blutanalyse die persönliche Nahrungszusammenstellung definiert und genauestens im Menüplan berücksichtigt.
D E T O X- B A L A N C E R E F L U X- B A L A N C E „Nie wieder Sodbrennen“ – diese schmerzhafte und gefährliche Lifestyleerkrankung ist leider
Basenfasten: Entschlackt und entgiftet euren Körper. Ihr werdet sehen und spüren, wie die Vitalität zurückkommt.
UN ANG SER EBOT
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EXKLUSIV FÜR EUCH, MÄDELS: GOLDENE MOMENTE
Bei jeder Buchung von einem der vier Balance-Packages erhaltet ihr mit dem Kennwort „maya“ ein Upgrade auf das Seezimmer. Weitere Infos zum Hotel und den Packages unter www.balancehotel.at
B A L A N C E**** SUPERIOR – D A S 4- E L E M E N T E S PA & G O L F H O T E L
Winklernerstraße 68 9210 Pörtschach am Wörthersee Tel.: 04272/2479 office@balancehotel.at www.balancehotel.at
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Ein Hideaway am Golfplatz
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Golfer, Gourmets, Weinkenner und Aktivurlauber – das Hotel und die neuen Chalets Traminergolf mit eigenem Golfplatz gelten (noch) als Insidertipp.
anche schalten im Urlaub am besten bei körperlichen Aktivitäten ab, andere freuen sich auf kulinarische Schmankerln und für viele ist es die Kombination aus beidem. Und diese sportlichen
Genussmenschen zieht es nicht selten in das steirische Vulkanland. Das Hotel Traminergolf sowie die neuen Chalets erweisen sich dabei als ganz besonders beliebtes Reiseziel. Und das aus gutem Grund. „Wer hierher kommt, wird nach der entspannten Golfrunde mit
München erleben
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Die Zeit rund um Ostern in der bayrischen Hauptstadt ist anders und genau dieses Anderssein erleben Familien auch im 4-Sterne-Hotel Freisinger Hof am Englischen Garten.
itzt man im gemütlichen Wintergarten des Freisinger Hofs hört man je nach Tageszeit entweder das Feuer im offenen Kamin prasseln oder romantisches Vogelgezwitscher. „Und an manchen Tagen sogar den Weckruf eines Esels“, schmunzelt Hotelchefin Michaela Wallisch. Im Freisinger Hof ist man mitten in München und doch im Grünen und findet durch die ideale Lage direkt am weltberühmten Englischen Garten den idealen Ausgangspunkt für den individuellen Trip in die Metropole. Speziell in der Zeit rund um Ostern locken in der Weltstadt jede Menge Aktivitäten für die ganze Familie. Shopping, Ostermarkt oder lieber ein Musicalabend? Ein Besuch in einem Museum, ein Ausflug in die Bavaria Filmstadt oder lieber eine Radtour? Family-Tipp: Im Olympiapark sind die
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Kinder am Ostersonntag zum „Eiersuchen“ eingeladen. Na c h e i n e m a k t i v e n Ta g in der Stadt kommt man gerne nach Hause – in den Freisinger Hof. Es empfiehlt sich noch ein Abstecher in den kleinen, aber feinen Wellnessbereich.
einem Gläschen Wein verwöhnt, relaxt im hoteleigenen Wellnessbereich oder besucht mit unseren E-Bikes eine der umliegenden Buschenschanken“, sagt Hotelier Leo Wörndl über sein Hideaway inmitten der steirischen Toskana. Den Namen hat diese Gegend nicht umsonst: Das mediterrane Klima macht das Golfen auf der 27-Loch-Anlage von Anfang März bis Ende November möglich und auch der Gourmetfaktor gehört für die Steirer unbedingt dazu. Deshalb wird nach dem Spiel gerne ins Clubhaus zu einem Schmankerl aus der Haubenküche von Raimund Pammer und dem einen oder anderen Glas „Klöcher Traminer“ gewunken. D o c h n i c h t i n j e d e m steckt ein Golfer. Kein Problem, meint Leo: „Ob Schwimmen in der Therme, auf Rädern die Südoststeiermark erkunden oder mit den Nordic-Walking-Sticks auf die umliegenden Hügel marschieren – Möglichkeiten gibt es hier auch für den Nichtgolfer genügend!“ Das nahe gelegene Bad Radkersburg lädt mit seinen gemütlichen kleinen Cafés, zahlreichen Shoppingmöglichkeiten und der beliebten Parktherme zum Entdecken ein.
www.traminergolf.at
Bis sich der Hunger meldet. Das hoteleigene À-la-carte-Restaurant ist schon lange kein Insidertipp mehr. Später werden in den gemütlichen Zimmern und Suiten die Pläne für den nächsten Tag geschmiedet. „Kommts doch zu meinen Mädels an die Rezeption, die verraten euch gerne a paar Geheimtipps“, empfiehlt Michaela. www.freisinger-hof.de
TIPP:
Familien-Osterpackage Das Package ist buchbar von 12. bis 22. April 2019 und inkludiert zahlreiche „OsterExtraleistungen“ wie eine Osterüberraschung, Oster-Cocktail und vieles mehr. Preis für Familien (mit ein bis zwei Kindern) im Familienzimmer mit allen Extras 253,50 Euro pro Nacht/Zimmer
FRAUEN IM FOKUS
llen sind.
fgefa Frauen, die uns au KRESZENZ AUSSERHOFER
Zunächst hatten wir Kreszenz – oder eigentlich Kreszenza (da ursprünglich aus Italien) und noch eigentlicher Christine, weil man sie landläufig unter diesem Namen kennt – für unsere Strecke der mutigen Frauen vorgesehen. Schließlich hat man es als Taxifahrerin in Innsbruck vor allem des nächtens wahrlich nicht leicht. Leider haben wir terminlich nicht zusammengefunden, dennoch möchten wir ihr auf diesem Weg unsere Hochachtung aussprechen. Taxi zu fahren ist kein einfacher Beruf und Christine kann viele Geschichten davon erzählen. Schließlich fährt sie selbst seit über 30 Jahren und hat auch ihr eigenes Unternehmen gegründet. Das hat ihr kürzlich das Ehrendiplom der Wirtschaftskammer Tirol eingebracht, die ihr damit Anerkennung für drei Jahrzehnte unternehmerische Tätigkeit zollt. Wir schließen uns an. Chapeau. Und ihr wisst Bescheid, wen ihr künftig anrufen müsst, wenn ihr ein Taxi braucht …
PETRA SANSONE
MANUELA KERER
CHRISTINA KASSEROLER
Seit 1. Jänner dieses Jahres leitet die Psychologin Petra Sansone die Agenden der Tiroler Kinder und Jugend GmbH. Als bestqualifizierte Bewerberin setzte sie sich in einem Hearing durch und überzeugte durch ihre langjährige Expertise in den Bereichen Schulpsychologie, Krisenintervention sowie systemischer Familien- und Traumatherapie. Mit den drei Säulen – Kinderschutz, Schulsozialarbeit und der Krisen-WG Turntable – deckt die Organisation wichtige Präventions-, Beratungs- und Begleitungsaufgaben zum Schutz von Kindern und Jugendlichen ab. Schulsozialarbeiter unterstützen Schüler, Lehrer und Eltern an 32 Volks- und Mittelschulen, die Kriseneinrichtung Turntable begleitet in Kufstein Kinder und Jugendliche in schwierigen Situationen. Kinderschutzzentren gibt es in Innsbruck, Wörgl, Imst, Lienz und Reutte. Die Angebote sind kostenlos.
Die Leopold-Franzens-Universität Innsbruck feiert heuer ihr 350-jähriges Jubiläum und hat das Festjahr mit einem großen Eröffnungskonzert im Congress Innsbruck eingeläutet. Neben Werken von Brahms und Beethoven sowie Markus Moser und Georg Weiß kam auch ein eigens für die Uni komponiertes Stück zur Aufführung. Und eben dieses stammt aus der Feder von Manuela Kerer, die dafür die Klänge der Universität eingefangen und unter anderem die Gerüche (!) der Mensa vertont hat. Vorgetragen wurde „unified“ von den drei musikalischen Säulen der Uni: Chor, Orchester und Big Band. Manuela stammt aus Brixen in Südtirol und ist in doppelter Hinsicht ein Kind der Universität Innsbruck: Sie studierte hier Rechtswissenschaften und Psychologie und am Tiroler Landeskonservatorium auch Komposition und Violine.
Es gibt Leidenschaften, die begleiten einen ein ganzes Leben lang. Im Fall von Christina ist es das Verfassen von Büchern. Schon im Alter von drei Jahren „schrieb“ sie ihr erstes – indem sie zeichnete und ihrer Mutter zu verstehen gab, was sie darunter schreiben sollte. Kürzlich haben wir „Zirbelzapfenzwergs wundersame Reise“ in die Redaktion bekommen, ein entzückendes und liebevoll illustriertes Märchen mit Heimatbezug für Kinder und Erwachsene, erschienen im Eigenverlag. „Ich finanziere alles selbst und habe wunderbare Begegnungen mit Menschen, die mir Schritt für Schritt helfen, meine Ideen umzusetzen“, schrieb sie uns dazu. Christina ist ausgebildete Pädagogin für Deutsch, Musikerziehung und Berufsorientierung, auf der Facebookseite „Zirbelzapfenzwerg“ lässt sich der Werdegang des Buches und damit die Erfüllung ihres Lebenstraums mitverfolgen.
FOTOS: UNI INNSBRUCK, DIE FOTOGRAFEN, PRIVAT
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Tue Gutes und rede darüber
Anderen zu helfen ist gar nicht so schwer und braucht manchmal nicht viel. An dieser Stelle zeigen wir euch Initiativen und Aktionen, von denen wir überzeugt sind und die wir gerne unterstützen.
Viele Partner haben geholfen, das Projekt „Eine Hand voll MUT“ mobil zu machen: Carmen Kurz (UNIQA), Helfen-mit-Herz-Obmann Bernd Fankhauser, Projektleiter Thomas Falkner, Christian Bevelander (Raiffeisenbank Tirol) und Benjamin Scherer (YESCA)
EINE HAND VOLL MUT
Im Rahmen des Sillpark Eiszaubers wurden unter anderem Spendengelder für den guten Zweck gesammelt. Neben dem Inner Wheel Club Innsbruck war auch der Rotary Club Innsbruck-Bergisel daran beteiligt. Insgesamt konnten Anfang Feber 1.500 Euro an das Wohnheim der Stiftung Marienheim übergeben werden. Im Bild: Yvonne Mayr (Inner Wheel Club Innsbruck), Marienheim-Leiterin Bianca Brandner, Sillpark-Centermanager Markus Siedl sowie Maria Kurzthaler und Andrea Schredelseker (Inner Wheel Club Innsbruck)
INNER WHEEL CLUB
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ie Geschichte von Inner Wheel begann in England während des Ersten Weltkrieges, als Frauen von Rotariern die sozialen Aktivitäten ihrer im Krieg weilenden Männer fortführten. 1924 gründete Margarette Golding den ersten Inner Wheel Club in Manchester, 1967 entstand International Inner Wheel, heute eine der bedeutendsten Frauenorganisationen der Welt. Derzeit gibt es weltweit rund 3.800 Clubs mit über 100.000 Mitgliedern. Ähnlich den Rotary Clubs treffen sich dieses regelmäßig, um sich auszutauschen. Außerdem werden ebenso regelmäßig durch verschiedene Aktivitäten Gelder für den sozialen Einsatz gesammelt. Der Inner Wheel Club Innsbruck wurde 1997 von Erni Maria Dierich gegründet. www.inne rwhe e l .a t
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as Projekt passt nicht nur thematisch ganz wunderbar in diese Ausgabe, es macht auch wirklich Sinn. „Eine Hand voll MUT“ vom Verein „Helfen mit Herz“ richtet sich an Kinder und Jugendliche, um ihnen Tipps zu bieten, wie sie im Alltag benötigte Hilfe erkennen und umsetzen können. Es soll junge Menschen animieren, den Spaß und die Wichtigkeit am Helfen näherzubringen. Der Verein finanziert das Projekt über Sponsoren und Partner, die Unterstützung kommt zu 100 Prozent Tiroler Kindern zugute. Infos zum Verein „Helfen mit Herz“, dem Mut-Projekt und zu Spendenmöglichkeiten unter w w w. h e l f e n m it h e rz . a t
V E R E I N W. I. R.
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.I.R. ist eine soziale Dienstleistungseinrichtung, die Menschen mit Behinderung im Erwachsenenalter differenzierte Wohn- und sinnstiftende Arbeits- und Tagesstrukturen anbietet. Im W.I.R. leben Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, derzeit sind es über 100, die die Dienstleistungen der Einrichtung in Anspruch nehmen. Der Verein setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen gleichberechtigte und gleichwertige Mitglieder der Gesellschaft sind und das gleiche Recht auf Lebensqualität und Teilhabe haben wie jeder Mensch. Denn: Es ist normal, verschieden zu sein. www.wi r-sozi al die ns tle is tunge n.tirol
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Unter dem Motto „Kochhaube trifft Kapitänsmütze“ luden die Achenseeschiffahrt und das Kulinarik & Genießerhotel Alpin zu einem Gourmetdinner am Schiff. Neben Armin und Alexander Gründler kochten weitere Köche für den guten Zweck. Der Reinerlös von 5.000 Euro konnte kürzlich an den Verein W.I.R. übergeben werden.
MANNSICHTEN
Vom schweren Mut Mut ist etwas, das oft schwer zu fassen ist. Mut heißt, Unsicherheit ertragen zu müssen. Manchmal erzeugt man sie selbst, manchmal wird sie einem aufgebürdet. Immer ist es die Ausnahmesituation, die einem die Fragilität des Gewohnten vor Augen führt.
Es gibt Orte, da gibt es sie zuhauf, die Mutigen. In weißen Kitteln, in grünen Schlupfjacken und Hosen. Es gibt die warm Eingepackten, die Fröstelnden, die Hoffnungsvollen, Optimisten, Skeptiker, die Niedergeschlagenen, die sonnigen Gemüter, die Gewissenhaften, die Lässigen, die Genervten, die Ängstlichen, die Neuen und die Arrivierten, die Empathischen und Distanzierten. Die Klinik ist ein solcher Ort, wo Mutmacher auf jene treffen, die Mut und Zuversicht brauchen.
sich noch nicht eingestellt. Alles geschieht zeitverzögert. Die Wirklichkeit – das geschäftige Treiben auf den Straßen und in den Häusern – erscheint unwirklich. Und unwichtig. Es will erst wieder mit Sinn erfüllt werden. D i e s e e i n e Wo c h e hat etwas mit uns gemacht. Nicht als Mann, nicht als Frau, sondern als Eltern. Sie hat uns ein Stück der Leichtigkeit genommen, ein Stück jenes Urvertrauens, dass letztlich ohnehin alles gut wird. Und das, obwohl alles gut wird. Wie es den Eltern ergeht, bei denen nicht alles gut wird, mag – und kann – ich mir gar nicht vorstellen. Diese Woche mit ihrem Aufs und Abs hat uns ein Stück weit Hoffnung gegeben und uns ein Stück weit desillusioniert. Sie hat uns erschöpfter und ernster gemacht. Erwachsener vielleicht. Sie hat uns auch gezeigt, dass selbst die moderne Spitzenmedizin nur so gut ist wie die Menschen, von denen sie ausgeübt wird. Was ich aus dieser Episode gelernt habe? Vielleicht nichts, vielleicht viel. Da und dort gibt es erste emotional-rationale Setzungsgeräusche, Verstand und Psyche stehen in Verhandlungen. Vielleicht ist die Lektion, dass man sich im Leben nicht allzu sehr mit den Nebenschauplätzen beschäftigen und sich stattdessen aufs Wesentliche konzentrieren sollte. Den Mut aufzubringen, Entscheidungen zu treffen, aus der Komfortzone herauszutreten, mehr Zukunft zu wagen, und zugleich mehr im Augenblick zu leben. Weniger zu existieren und mehr zu sein.
U n l ä n g s t k a m i c h in zweitere Lage. Am Höhepunkt der Grippesaison. Mit einem Baby, das keinen der grassierenden Infekte ausgelassen hat. Einem Baby, das das erste Mal krank war. Das ist an und für sich schon Neuland für Eltern und erzeugt Stress. Doch bei einem „einfachen“ Infekt ist es nicht geblieben. Kinderarzt, stationärer Aufenthalt in der Klinik. Keine Besserung in Sicht. Respiratorisch nicht und auch sonst nicht. Wenn dein Kind in die Intensivstation gebracht wird, machst du als Elternteil dein erste außerkörperliche Erfahrung. Du stehst dann so richtig schön neben dir. Dort bist du Passagier, kannst nichts für dein Kind tun, bis von der Empathie und Kompetenz der Ärztinnen und Ärzte und des Pflegepersonals abhängig, ihr ausgeliefert. Dieser Zustand der absoluten Hilflosigkeit ist schwer zu ertragen. Aus Minuten werden Stunden, aus Stunden Tage. Das Leben geht inzwischen irgendwie weiter, doch es lebt nicht. Dein Kind hängt an allerlei Gerätschaften, die kleinen Lungen werden mit sauerstoffangereicherter feuchtwarmer Luft gefüllt, damit dem kleinen Wesen, das noch nicht weiß, wie ihm geschieht, das Atmen etwas leichter fällt. Über einen Venenzugang fließen Medikamente in die Blutbahn deines Kindes. Ob sie auch wirken? Sie haben gewirkt. Besserung stellt sich ein. MARIAN KRÖLL Langsam, aber kontinuierlich. hat nach einer bewegten Jugend die Es geht zurück auf die Station. Vorzüge des bürgerlichen Lebens Dein Kind beginnt wieder zu läentdeckt und ergründet nun in diesem cheln. Aus müden Augen sieht Mikrokosmos die Dinge, die das Leben es mich an. Ich lächle müde sinnvoll machen. Er schreibt und zurück. Ich sollte eigentlich fotografiert, liebt Musik und torfigen erleichtert sein. Mein Verstand Whisky und nimmt sich selbst nicht immer so furchtbar ernst. weiß das. Nur das Gefühl hat
T e i l e d i e s e s T e x t e s sind nächtens am Smartphone entstanden. Im Bett, während meine Tochter neben mir schläft und noch etwas schwerer atmet als sonst. Ich höre genau hin. Auf die Atemgeräusche. Auf das, was ich höre und was ich nicht höre. Ich bin froh und beunruhigt, glücklich und verzweifelt, aufgewühlt und apathisch. Meine Frau träumt schwere Träume. Das ist die neue Realität. Das neue Bewusstsein um die Zerbrechlichkeit des Lebens. Ein Weckruf. Eine Lektion in Sachen Endlichkeit. Ein Lehrstück, auf das ich gerne verzichtet hätte. Alles wird gut. Muss.
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