Skip to main content

einundzwanzig Ausgabe 3/2020

Page 1

Magazin Ausgabe 3/20

UmsteiGERN Einfach mal klimafreundlich zur Arbeit


Gute Nachrichten Wären Sie früher mit einer Maske in die Bank gegangen, wäre Sie sofort auf den Boden geworfen und verhaftet worden. Heute ist das anders und der »Schnutenpulli« neue Normalität in Geschäften oder in Bus und Bahn. Man sieht das Lächeln auf dem Gesicht des Gegenübers leider nicht mehr – und doch funktioniert es meistens ganz gut. Das Engagement von DSW21 für unsere Stadt hat Tradition. Neu ist aber die Förderaktion #dortMUT, mit der DSW21 nun das ehrenamtliche Engagement in den Bereichen Soziales, Sport, Kultur und Vielfalt weiter stärkt. Insgesamt 84.000 € lobt DSW21 für Projekte von Vereinen und Ini­tiativen aus, die unsere Stadt (noch) besser machen. Besser wird die Stadt auch durch den Umbau des Hafenquartiers Speicherstraße, eines der spannendsten Stadtentwicklungsprojekte in NRW in diesem Jahrzehnt. Und DEW21 läuft sich in der Innenstadt bereits für die Wärmewende warm: Bis zu 45.000 Tonnen CO2 im Jahr können mit diesem Zukunftsprojekt eingespart werden. Es gibt also immer noch viele gute Nachrichten in dieser Stadt. Und übrigens: Wenn man unter der Maske lächelt, sieht man das über der Maske an den Augen. Und man fühlt sich selbst gleich besser...

Inhalt einundzwanzig 84.000 € für Dortmunds Bessermacher S. 6 Zeig’s den anderen S. 26 DSW21-Mediathek: Bild und Ton S. 27 Mobilität + Logistik 5 x Nahverkehr und Corona S. 3

Fahrzeug mit neuen Features S. 14 Wachstum durch Wizz Air S. 17 Mähndy mäht S. 18

Energie + Wasser Kooperation im Baugraben S. 12 Nachhaltig erfolgreich S. 20 Lebensräume Yo, wir scHAFfEN das! S. 8

Einblicke durch Hafenserie S. 19

Volle Power für Olympia S. 10

Einfach mal umsteiGERN S. 24

Datennetze Schnelles Rückgrat S. 22

3/2020


5 x Nahverkehr und Corona Kann ich mal bitte den Verantwortlichen für das Jahr 2020 sprechen? Ja, wir hatten uns alles irgendwie anders vorgestellt. Ob der Job, das Privatleben, das Urlaubsziel: Vieles läuft in diesen Monaten ganz anders als geplant und gewohnt. Manchmal hilft die Besinnung auf Bewährtes, manchmal müssen neue Lösungen her. Da macht auch der Nahverkehr keine Ausnahme. Ein paar Beispiele dafür finden Sie in unseren fünf Zahlen rund um das Thema Corona und DSW21.

3


Mobilität + Logistik

>100 % Nahverkehr ist Grundversorgung, gerade auch in schwierigen Zeiten. Die Busse und Bahnen von DSW21 sind in den vergangenen Monaten fast durchgängig in ihrem Normalprogramm gefahren. Und als das öffentliche Leben für Wochen zum Erliegen kam, haben wir das Angebot sogar noch ausgeweitet, damit unseren Fahrgästen so viel Raum wie möglich zur Verfügung steht. Wirtschaftlich war das nicht. Aber es war besonders wichtig für die systemrelevanten Berufe. Wir klatschen nicht – wir fahren die Menschen, die die Stadt am Laufen halten, zur Arbeit.

441 Schulverkehr ist immer eine Herausforderung für den Nahverkehr. Zum Start des Schuljahres am 12. August war diese besonders groß. DSW21 hat das Konzept deshalb komplett umgestellt und verdoppelt zu den Spitzenzeiten morgens und mittags das bisherige zusätzliche Angebot. Anstelle der Busfahrten, die in engen Zeitfenstern gezielt die einzelnen Schulen angesteuert haben, verstärken wir nun gut nachgefragte Linien über einen längeren Zeitraum. Breite statt Spitze – von den insgesamt 441 zusätzlichen Fahrten profitieren alle Fahrgäste, die zu diesen Uhrzeiten unterwegs sind. Versteht sich: An Schultagen lassen wir alles rollen, was rollen kann.

4

3/2020


Mobilität + Logistik

172 Vorsicht ist besser als Nachsicht: Seit Mitte März müssen unsere Fahrgäste in unseren 172 Bussen hinten einsteigen, der vordere Bereich ist zum Schutz der Fahrerinnen und Fahrer vorsorglich abgesperrt. Damit der Einstieg bald wieder vorne möglich ist, baut DSW21 nun nach umfangreichen Tests in alle Busse am Fahrerarbeitsplatz eine Sicherheitsscheibe ein. Dann können im Bus auch bald wieder Tickets gekauft werden. Wenn Sie nicht ohnehin ein Abo haben, kaufen Sie Ihre Tickets einfach weiterhin in den KundenCentern, an den Vorverkaufs-Stellen, den Automaten oder im Handy- und Online-Ticketshop. Aktuelle Infos und Links zum Thema finden Sie hier: www.bus-und-bahn.de.

365 Busse und Bahnen werden an 365 Tagen im Jahr sorgfältig gereinigt und zum Teil desinfiziert. Lüftungen und Klimaanlagen ziehen frische Luft von außen hinein und sorgen für gute Durchlüftung. Dadurch, dass die Türen an jeder (Stadtbahn) bzw. fast jeder (Bus) Haltestelle geöffnet werden, wird im Nahverkehr alle 90 Sekunden stoßgelüftet. Und vertrauen Sie uns, wenn wir sagen: Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass die Ansteckungsgefahr im Nahverkehr höher ist als etwa beim Einkaufen!

-1,5 Weil der Mindestabstand von 1,5 Metern in Bussen und Bahnen zeitweise unterschritten werden kann, gilt im ÖPNV die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Das gilt übrigens auch für oberirdische und unterirdische Haltestellen, die Verteilerebene oder den Bahnsteig. DSW21 konzentriert alle Anstrengungen darauf, dass sich Fahrgäste bestmöglich verteilen und Abstand halten können. Sie als Fahrgast brauchen nichts zu tun, außer einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Und vielleicht ein wenig Gelassenheit mitbringen. Das tun die Allermeisten auch. Unsere Fahrgäste sind halt mit Abstand am besten.

Aktuelle Informationen und Ticketshop www.bus-und-bahn.de DSW21-App (Android und iOS)

5


84.000 € für Dortmunds Bessermacher Mit der Förderaktion #dortMUT stärkt DSW21 das ehrenamtliche Engagement in den Bereichen Soziales, Sport, Kultur und Vielfalt.

6

3/2020


einundzwanzig

Die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) starten im Herbst 2020 erstmals eine Förderaktion für Vereine und Initiativen. Insgesamt 84.000 € lobt DSW21 im Rahmen von #dortMUT für Projekte aus, die unsere Stadt (noch) besser machen – jeweils 21.000 € in den vier Kategorien • Soziales • Sport • Kultur und • Vielfalt. In der Zeit vom 7. September bis zum 20. Oktober können sich gemeinnützige Organisationen mit einer Projektskizze um eine Förderung von bis zu 3.000 € bewerben. Eine prominent besetzte Jury entscheidet anschließend über die Verteilung der Mittel. „Das Ehrenamt trägt unsere Gesellschaft. Es braucht und es verdient unsere Unterstützung“, sagt Guntram Pehlke. Der Vorstandsvorsitzende von DSW21 und seine drei Vorstandskollegen stehen jeweils Pate für eine der vier Kategorien. Pehlke selbst für Soziales, Verkehrsvorstand Hubert Jung für Kultur, Finanzvorstand Jörg Jacoby für Sport und Arbeitsdirektor Harald Kraus für Vielfalt. „Die Premiere unserer Förderaktion war ohnehin für den Herbst 2020 geplant“, sagt Jung. „Aufgrund von Corona kommt #dortMUT als Mutmacher nun wie gerufen, denn die Folgen der Pandemie haben auch viele Vereine massiv getroffen.“ → Ihr seid: ein Verein oder eine gemeinnützige Initiative! → Ihr habt: eine Top-Idee für ein Projekt in Dortmund! → Ihr braucht: dringend Geld! Dann ist #dortMUT die Chance, der Umsetzung einen entscheidenden Schritt näher zu kommen. »Wir machen’s einfach!« So lautet das Credo von DSW21 – und jetzt leicht abgewandelt: Wir machen’s euch ein wenig einfacher! Das ist die Idee hinter unserer Aktion, denn euer Einsatz

macht Dortmund noch lebenswerter. „So, wie wir als kommunale Unternehmensgruppe mit dem ÖPNV, Strom, Gas und Wasser, Telekommunikation, bezahlbarem Wohnraum, großen Stadtentwicklungsprojekten, Logistik und Lebensräumen Dortmund am Laufen halten, halten die vielen hundert Vereine und Initiativen unsere Stadt am Laufen“, sagt DSW21-Finanzvorstand Jörg Jacoby. „Das verbindet uns!“ Und Arbeitsdirektor Harald Kraus ergänzt: „Denkt man sich die Unternehmen der 21-Gruppe und das ehrenamtliche Engagement aus Dortmund weg – was bliebe dann übrig: eine ziemliche Einöde.“ Bewerben: So einfach geht das! 4 x 21.000 € stellt DSW21 bereit, um das unverzichtbare ehrenamtliche Engagement in Dortmund zu stärken. 3.000 € ist die maximale Fördersumme für ein einzelnes Projekt. Wie Ihr an die Mittel herankommen könnt: Einfach eine kurze Projekt-Beschreibung einschicken und den finanziellen Bedarf beziffern. Alle Infos dazu findet ihr auf der Website www.dortmut.de. Die Vereine und Initiativen, die Fördermittel für ihre Projekte erhalten, werden schriftlich informiert. Die offizielle Übergabe erfolgt Anfang 2021 in feierlichem Rahmen.

Die Jury … … des Projektwettbewerbs ist ebenso bunt gemischt wie prominent besetzt. Neben den vier DSW21-Vorständen Guntram Pehlke, Hubert Jung, Jörg Jacoby und Harald Kraus gehören ihr BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer, Künstlerin Gabriele Brenscheidt (Inner-Wheel-Club Hörde), Inga Strothmüller (Betreiberin des Hansa-­ Theaters), der hochdekorierte Elvis-Imitator Oliver Steinhoff, SPD-Landtagsabgeordneter Volkan Baran, Susanne Hildebrandt (DiverseCity Dortmund), Hans-Peter Durst (dreifacher Medaillengewinner bei den Paralympics) und Jana Hartmann (Upletics / ehemalige Deutsche Meisterin über 800 m) an.

7


Das »Hafenforum« nach Plänen von Gerber Architekten schafft die Verbindung von der südlichen zur nördlichen Speicherstraße.

Yo, wir scHAFfEN das! An der einen Ecke kreist die Abrissbirne und zerlegt das Gestern mit Kawumm in tausende Trümmerteile. Ein paar Meter weiter gießen Arbeiter die Bodenplatten, auf denen das Morgen entsteht. Der Umbau des Hafenquartiers Speicherstraße ist in diesem Jahrzehnt eines des spannendsten Stadtentwicklungsprojekte in NRW – und DSW21 ist mittendrin! Was wurde in den Dortmunder Hafen nicht schon alles hineinprojiziert: Es gab eine Phase der kühnen Visionen, andere sagen: Hirngespinste! Von gläsernen Gourmet-Tempeln am Ufer und schwimmenden Luxus-Lofts träumten da manche. Dann gab es eine bleierne Zeit der Blockade und des Stillstandes. Und jetzt end-

8

lich: Hat an der Speicherstraße die Metamorphose begonnen. Bob der Baumeister hätte seine helle Freude: „Können wir das schaffen?“ würde er morgens von der Balustrade des Alten Hafenamtes hinunterrufen. – „Yo, wir schaffen das!“, würde es

3/2020


Lebensräume

Der Beginn der Abrissarbeiten der früheren Hafenverwaltung markiert zugleich den Start zur Entwicklung der nördlichen Speicherstraße. Die Geschäftsführer der d-Port21 Entwicklungsgesellschaft Jörg Jacoby, Uwe Büscher und Ludger Schürholz (v.l.) freuen sich auf das neue »Quartier für alle«.

aus überzeugten Kehlen lautstark zurück hallen. Denn längst haben Bagger, Raupen und Presslufthämmer die Arbeit aufgenommen. Reißen ab. Bauen neu. Stichwort Abriss: An der nördlichen Speicherstraße muss erst einmal Altes weg, bevor unter Federführung der d-Port Entwicklungsgesellschaft – einer Tochter von DSW21 und Dortmund Hafen21 – das neue »Quartier für alle« entstehen kann. Im August begann der Abriss der früheren Hafenverwaltung. Platz schaffen für die preisgekrönte Rahmenplanung des Kopenhagener Büros COBE. Entstehen soll ein urbanes Quartier mit hoher Lebensqualität: Bürogebäude, ein Berufskolleg mit Sporthalle, eine Flaniermeile, eine Drehbrücke über das Hafenbecken und eine Markthalle mit mediterranem Flair. Start-Ups aus der Digital- und Kreativwirtschaft, Kultureinrichtungen und Gastro-Betriebe sollen sich ansiedeln. Stichwort Neubau: An der südlichen Speicherstraße erfolgte Anfang Juni der erste Spatenstich für den »Leuchtturm«. Ein wirklicher Turm wird das vom Esslinger Büro Bräuning Höhe Architekten entworfene Gebäude mit 3.400 m² Nutzfläche auf sechs Etagen zwar nicht. Doch zum einen wird die Fassade nachts an­ gestrahlt. Und zum anderen trifft »Leucht­turm« auf den Bau an prominenter Stelle allemal zu.

15 Mio. € investieren Apodo Bauen + Wohnen (Dortmund) und das Bauunternehmen Hofschröer (Lingen) am Santa-Monika-Anleger. Ins 1. OG zieht das Restaurant »Mongo’s«, in den Etagen 3 bis 5 bietet Harbourside (Münster) Co-Working-Flächen sowie Arbeitsplätze für Start-Ups und Freiberufler an. Stichwort Planung: Aus dem Speichergebäude 2/2a wird ab 2021, ebenfalls für rund 15 Mio. €, nach Plänen von SHA Scheffler Helbich Architekten (Dortmund) der Lensing Media Port. Dort kann sich künftig auf 6.900 m² die junge, kreative und innovative Digitalszene austoben. Gleich nebenan entsteht das »Hafenforum«. Wie ein Schiffsbug schiebt sich der Entwurf von Gerber Architekten am Stadthafen entlang in Richtung Schmiedinghafen und schafft die Verbindung zwischen der südlichen und der nördlichen Speicherstraße. Mit 130 m Länge und der Nutzfläche von fast zweieinhalb Fußballfeldern (ca. 17.300 m²) ein echtes Dickschiff, für das der Investor, die Landmarken AG (Aachen), rund 35 Mio. € in die Hand nehmen will. Gewiss, bis das neue Quartier Speicherstraße fertig ist, werden Jahre vergehen. Falls Bob der Baumeister Sie zwischenzeitlich mal fragt: „Yo, wir schaffen das!“

9


Kaffeepause in der gemeinsamen Küche: Charlotte Körner und Olaf Roggensack.

Volle Power für Olympia Knallhart trainieren Charlotte Körner und Olaf Roggensack für ihre Olympia-Teilnahme beim Rudern. Dabei lässt sich das Duo, das gemeinsam in einem Mehrfamilienhaus des Dortmunder Wohnungsunternehmens DOGEWO21 wohnt, weder von Sportverletzungen noch von der Corona-Pandemie ausbremsen. Wie wichtig eine gute Nachbarschaft ist, hat Charlotte Körner erst im vergangenen Frühjahr erlebt. „Wegen des Corona-Lockdowns mussten wir einige Trainingseinheiten notgedrungen in die heimischen vier Wänden verlagern“, sagt die Spit­ zenruderin, die zusammen mit ihrem Freund Olaf Roggensack, einem ebenfalls hochtalentier­ ten Wassersportler, im Dortmunder Saarland-

10

straßen-Viertel wohnt. Übungseinheiten im Leis­ tungszentrum waren zu dieser Zeit tabu, also hielten sich die beiden Olympia-Aspiranten daheim mit Ergometer- und Heimrad-Training fitnessmäßig über Wasser. „Natürlich haben die intensiven Übungseinheiten eine etwas ungewohnte Geräuschkulisse

3/2020


Lebensräume

Enormes Trainingspensum: 20 Stunden pro Woche trainiert das Duo für den Olympia-Traum.

verursacht“, schmunzelt die 23-Jährige. Doch anstatt sich zu beschweren, kredenzten die Nachbar*innen im DOGEWO21-Mehrfamilienhaus den beiden sogar weitere Matten zum Unterlegen, die die Vibrationen der Sportgeräte weitestgehend schluckten. „Das war wirklich eine vorbildliche Unterstützung, für die wir sehr dankbar sind“, so Roggensack, der sich zu diesem Zeitpunkt noch mit dem Deutschland-Achter auf die Olympischen Spiele in Tokio vorbereitete. Extraschichten für das Comeback Dass es trotz des starken nachbarschaftlichen Zusammenhalts nicht zu einer Olympia-Teilnahme kam, ist hinlänglich bekannt: Wegen der Corona-Pandemie wurden die Spiele aufs kommende Jahr verschoben. Zu allem Überfluss zog sich der angehende Bundespolizist wenig später bei einem Radunfall im Freien eine Schulterverletzung zu. Während seine Team-­ Kollegen derweil ein wenig ausspannen können, muss er seinen Rückstand aufholen, damit er im Herbst wieder topfit ist. „Ich sehe nach wie vor gute Chancen für meine Olympia-Teilnahme im nächsten Jahr“, gibt sich der 23-Jährige kämpferisch. Und auch bei den Olympischen Spielen in Paris drei Jahre später wäre er mit dann 27 Jahren noch im besten Athleten-Alter. Der internationale Wettkampf in der französischen Hauptstadt ist auch der große Traum seiner Partnerin Charlotte Körner, die dort im Zweier und Vierer ohne Steuerfrau für Furore sorgen möchte. „Ins Olympia-Team für das nächste Jahr werde ich nicht mehr aufrücken können. Daher wird nun die gesamte mittelfristige Trainingsplanung auf dieses eine Ziel 2024 ausgerichtet“, so die ehemalige deutsche Meisterin im Leichtgewichts-Doppelzweier, die Ge-

schichte, Politik und Sozialwissenschaften auf Lehramt studiert. Letzteres ist angesichts des enormen Trainingspensums ein nicht immer leichtes Unterfangen. Körner: „Pro Woche gehen bei uns beiden jeweils rund 20 Stunden netto für den Sport drauf. Da ist schon ein konsequentes Zeitmanagement gefragt, um alles unter einen Hut zu bekommen.“ Motivationskünste steigern Trainingseifer Nach den beiden täglichen Übungseinheiten findet sich das Duo abends in der Regel in der heimischen Küche ihrer DOGEWO21-Wohnung ein, um sich nach den Trainingsstrapazen ausgiebig zu stärken. „Ernährung ist ein wichtiger Faktor. Als Ausdauersportler im Spitzenbereich brauchen wir jede Menge Kalorien“, so Körner. Eine spezielle Sportler-Diät steht dabei allerdings nicht auf dem Speiseplan. „Wir haben beide glücklicherweise einen vorteilhaften Stoffwech­ sel und können nach Belieben reinhauen“, ergänzt Roggensack. Auf den bald anbrechenden Herbst blicken sie nun mit einer gewissen Gelassenheit. „Sollte es nochmal stärkere Corona-Einschränkungen geben, fällt dies dann ohnehin in die Jahreszeit, in der wir nicht auf dem Wasser trainieren können. Da war die Lockdown-Phase im vergangenen Frühjahr, in der wir eigentlich wieder am Kanal trainiert hätten, sicherlich schwieriger“, gibt der 23-Jährige zu bedenken. Beide hätten zudem nun die Gewissheit, dass sie sich auch in den heimischen vier Wänden fithalten und motivieren können. „Wir ziehen uns dabei auch gerne mal gegenseitig etwas auf. Ganz nach dem Motto: Ich habe schon 16 Kilometer auf dem Heimrad zurückgelegt, wann kommst Du eigentlich mal in die Gänge?“, so Körner mit einem Augenzwinkern.

11


Vertrauensvolle Zusammenarbeit: Stefan Dettmer (l.) und Ingmar Luther (r.)

Kooperation im Baugraben Während das Dortmunder Energieunternehmen DEW21 in der Innenstadt für die Wärmewende buddelt, sucht Stadtarchäologe Ingmar Luther in den Baugräben nach Relikten aus vergangenen Zeiten. Diese Kooperation funktioniert trotz unterschiedlichster Interessen und hat bereits spektakuläre Ergebnisse zutage gefördert. Eigentlich müssten Stefan Dettmer von DEW21 und Stadtarchäologe Ingmar Luther in tiefer Abneigung verbunden sein: „Des einen Freud, ist des anderen Leid“, sagt der Leiter des Bereichs Netz- und Anlagenbau Wärmeversorgung dazu augenzwinkernd. Denn jedes Mal, wenn bei den Bauarbeiten im Zuge der Wärmewende (s. Info-Kasten) Relikte aus vergangenen Zeiten zum Vorschein kommen, übernehmen Luther und sein Team in diesem Bereich das Zepter. Und die Bagger haben erstmal Pause.

12

Die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen städtischer Denkmalbehörde und kommunalem Versorger sorgt jedoch dafür, dass trotz dieser besonderen Rahmenbedingungen alles nach Plan läuft: Voraussichtlich Ende 2022 kann DEW21 das alte Dampfnetz außer Betrieb nehmen. Mit industrieller Abwärme der Deutschen Gasrußwerke versorgt das Unternehmen ab dann die Bürger*innen in der City – bei besonderen Verbrauchsspitzen werden drei neu errichtete Energiezentralen dazugeschaltet.

3/2020


Energie + Wasser

Fundstücke im Zuge der Bauarbeiten: ein Hufeisen, ein Spinnwirtel zum Verspinnen von Fasern, ein sogenannter Lochstein zum Verkleinern und Zermahlen von Materialien sowie Scherben eines Kugeltopfs (von links).

Einmalige Gelegenheit für Archäologen Bis es aber soweit ist, gibt es sicherlich auch für den Stadtarchäologen noch einige Einsätze im Baugraben. Überreste des alten Ostentores beispielsweise müssen stets umfassend vermessen, mit 3D-Laserscannern analysiert und fotografisch dokumentiert werden. „Das sind einmalige Gelegenheiten, die wir uns nicht entgehen lassen dürfen – auch wenn es bedeutet, dass wir einen Baubereich einmal vier Wochen lang in Beschlag nehmen“, so Luther. Von diesen Parallel-Vorgängen aus der Ruhe bringen lässt sich sein Kooperations-Partner Stefan Dettmer nicht. „Jeder kennt die Perspektive des anderen. Insofern besteht da ein gegenseitiges Verständnis und wir fangen in solchen Fällen einfach 20 Meter weiter an zu buddeln und kommen später an die Stelle zurück.“ Ohnehin müsste bei Bauarbeiten im City-Bereich mit derartigen Unterbrechungen kalkuliert werden. „90 % der Innenstadt gilt als archäologische Verdachtsfläche“, so Luther. Im Vorfeld jeder Maßnahme würden Baupläne und historische Karten übereinandergelegt, um die Chance für Funde auszuloten. Sensationeller Fund kam überraschend Angesichts dieser akribischen Vorbereitung war der kürzliche Fund, den Luther schlicht als „absolute Sensation“ bezeichnet, umso überraschender: Überreste eines dritten, etwa 6 Meter breiten Wassergrabens vor dem Ostentor wurden freigelegt. Dieser diente vermutlich bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts als zusätzliche

Schutzvorrichtung für das strategisch immens wichtige Eingangstor. „In keiner Aufzeichnung war der Graben bislang erwähnt“, so Luther, der diesen Erkenntnisgewinn Ende des Jahres mit den Dortmunder Bürger*innen teilen will: Sie können sich dann online eine 3D-Animation des gesamten historischen Ostentores ansehen.

Auch in der Schwarzen-­ Brüder-Straße wurden Relikte gefunden.

Klimafreundliche Wärmewende Seit 2017 hat DEW21 an vielen Stellen in der Innenstadt Baustellen eingerichtet, um deren Wärmeversorgung auf ganz neue Beine zu stellen. Das veraltete Dampfnetz hat ausgedient und wird ab 2023 durch ein modernes Heißwassernetz mit geringen Wärmeverlusten ersetzt, welches an das bestehende Netz der Dortmunder Nordstadt angeknüpft wird. Eingespeist wird dann darin vor allem die industrielle Abwärme der Deutschen Gasrußwerke. DEW21 investiert in dieses Großprojekt mehr als 100 Mio. €. Dadurch können jährlich mehr als 45.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

13


Mobilität + Logistik

Fahrzeug mit neuen Features

Graue Kunstlederbezüge, zahlreiche USB-Doppelsteckdosen und eine schicke Fußboden-Holzoptik: Die ersten neuen Busse des Typs Citaro 2 von EvoBus sind bereits im Netz unterwegs. Und sie haben einiges zu bieten. Was das genau ist, sehen Sie in diesem Überblick.

Sitze Die Sitze in hellgrauem Kunstleder lösen den bekannten roten Graffiti-Stoff ab.

Boden Mal was anderes: Der Boden erfreut durch eine moderne Holzoptik.

14

Haltestangen Die grünen geriffelten Haltestangen an den Türen erleichtern Blinden und Sehbehinderten die Orientierung.

3/2020


Mobilität + Logistik

Mehrzweckfläche Viel Platz für Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühle – auch ein für den ÖPNV zugelassener E-Scooter darf hier mitfahren.

KöR Seit mehr als 20 Jahren bestellen die Unternehmen der Kooperation östliches Ruhrgebiet zusammen ihre Busse.

Assistent Neu sind die Brems- und Abbiegeassistenten, die die Fahrerinnen und Fahrer unterstützen.

Ladesteckdosen Die USB-Doppelsteckdosen im Fahrzeug sind ein neuer Service für Fahrgäste.

15


Energie + Wasser

Reykjavik Rhodos Heraklion Santorini Thessaloniki Athen Podgorica Korfu Marrakesch Saporischschja Suceava Alghero Fuerteventura Catania Lissabon Split Bari Neapel

16

3/2020


Mobilität + Logistik

Drei Airbus A320 mit ihren Crews (gr. Foto) sind jetzt in Dortmund stationiert.

Wachstum durch Wizz Air Die ungarische Fluggesellschaft Wizz Air setzt mehr denn je auf den Standort Dortmund und vergrößert ihr Angebot deutlich. Das bringt eine Reihe an Vorteilen für die Region: Für Fluggäste neue Urlaubsziele, für den Flughafen das Potenzial von einer Million zusätzlichen Passagieren und viele neue Arbeitsplätze. 18 zusätzliche Destinationen auf einen Schlag: Nach Ankündigung der Pläne durch Józséf Váradi, CEO bei Wizz Air, blickt Udo Mager optimistisch in die Zukunft. „Der Airport wird neue Stärken entwickeln“, sagt der Geschäftsführer. Und Guntram Pehlke, Vorstandsvorsitzender der Konzernmutter DSW21, ergänzt: „Dank dieses starken Statements von Wizz Air wird der Dortmunder Flughafen besser und schneller durch die Corona-Krise kommen als die meisten anderen Flughäfen.“ Wizz Air hat seit Anfang August drei Airbus A320 fest in Wickede stationiert. Am 31. Juli eröffnete die Airline ihre insgesamt 33. Base – zugleich die erste in Deutschland. Die ungarische Low-Cost-Airline fliegt konsequent auf Wachstumskurs und stockt ihr Angebot auf jetzt 48 Destinationen auf. „Dortmund ist für Wizz Air eine Erfolgsgeschichte“, stellt Airline-Chef Váradi fest. In Zahlen: Seit im Juli 2004 die erste Wizz Air-Maschine von der Dortmunder Startbahn nach Kattowitz abhob, folgten mehr als

15 Mio. Passagiere. Von den 2,72 Mio. Fluggästen, die der Dortmunder Airport 2019 zählte, flogen 1,88 Mio. mit den Ungarn. Und die neuen Destinationen, die Wizz Air ab August ansteuert, eröffnen ein Potenzial von noch einmal rund 1 Mio. zusätzlichen Passagieren. Was vor allem Urlaubsreisende aufhorchen lassen dürfte: Wizz Air, bislang in Dortmund vor allem bekannt für Verkehre nach Mittel- und Osteuropa, bietet nun auch viele attraktive Warmwasserund Sonnenziele an. Durch die Eröffnung der Basis entstehen in Dortmund und der Region rund 100 neue Arbeits­ plätze. „Wizz Air hat sich über all die Jahre als zuverlässiger Partner erwiesen, mit dem es erfolgreich gelungen ist, neue Strecken einzuführen“, betont Flughafen-Geschäftsführer Udo Mager. „Ich bin sehr sicher, dass die zusätzlichen Ange­ bote zahlreiche neue Fluggäste ansprechen und den Dortmund Airport auch in schwierigen Zeiten auf den Wachstumskurs zurückführen werden.“ Historischer Moment am Dortmund Airport: Heiko Holm (COO Wizz Air), DSW21-Vorstandsvorsitzender Guntram Pehlke, Wulf-Christian Ehrich (stv. IHK-Hauptgeschäftsführer) und Flughafen-Chef Udo Mager (v.l.) durchschneiden symbolisch das Band für die erste DeutschlandBasis von Wizz Air.

17


Mobilität + Logistik

Sorgt im Hafenbecken für freie Fahrt: das Mähboot.

Mähndy mäht Wenn es im Wasser grün schimmert, ist das nicht immer irgendwie mit Lichtbrechung zu erklären, oft stecken dahinter einfach wuchernde Pflanzen. Die fühlen sich wohl im Hafen mit seiner 1A-Wasserqualität, die das Sonnenlicht bis zum Grund scheinen lässt. Begünstigt wird die Plage zudem durch den Klimawandel. Wasserpest (Elodea) heißen die Schlingpflanzen mit sehr dynamischem Wachstum – bis zu zehn Zentimeter pro Tag. Würde die Hafenverwaltung nicht eingreifen, würden die durch Schiffe eingetragenen Wasserpflanzen bald die Hafenbecken überwuchern.

18

Die schlingenden Pflanzen umschließen zudem Müll, den manche Besucher*innen des Hafens achtlos in die Becken werfen. Da man aber Pflanzen auf dem Wassergrund nicht einfach bekämpft, hat sich die Dortmunder Hafen AG im letzten Jahr erstmalig ein Mähboot gemietet. Der Erfolg war da und 2020 entschied die Hafen AG dann die Anschaffung eines solchen Wasserfahrzeugs. Durch unterschiedliche Aufsätze wie etwa eine Frontsammelharke ist es sehr vielseitig einsetzbar und unterstützt bei der Abfallbeseitigung aus den Hafenbecken.

konnte den Einsatz von Mähndy nur kurz unterbrechen und nicht wirklich behindern.

Den Namen Mähndy bekam das Boot von der Belegschaft der Hafen AG verpasst, dazu gab es eine Abstimmung. Gefahren wird sie von den Hafenmeistern und Hafenhandwerkern. Am Beginn stand zunächst eine Reihe von Tests und Feineinstellungen. Auch eine Hydraulikpumpe musste bereits repariert werden. Doch das

Positiver Nebeneffekt im Sommer: Das Mähboot signalisiert auch wasserseitig, dass der Dortmunder Hafen ein Bereich ist, in dem immer wieder aufgeräumt wird. Das größte stadtnahe Industrie- und Gewerbegebiet ist kein Hinterhof der Stadt, sondern Dortmunds erste Adresse an einer international befahrenen Wasserstraße.

Das Mähboot ist im Sommer täglich in einem der zehn Hafenbecken unterwegs. Meist zum Aufsammeln von treibenden Pflanzenteilen. So wird die Wasserpest zusätzlich durch die einund ausfahrenden Güterschiffe gekappt. Gezielte Mäheinsätze mit Mähndy erfolgen nach Bedarf. Alle Pflanzenreste und Müllfunde werden in einem Container an Land gesammelt und anschließend fachgerecht entsorgt.

3/2020


Mobilität + Logistik

Martin Kaysh entdeckt auf unterhaltsame Weise den Hafen.

Einblicke durch Hafenserie Martin Kaysh ist vielen als »Steiger« aus dem Geierabend bekannt. Für eine sechsteilige Filmreihe hat der Kabarettist nun im Auftrag der Dortmunder Hafen AG das Hafengebiet erkundet. Der Steiger blickt hinter die Kulissen des logistischen Geschehens. Trockene Zahlen, Daten und Fakten sind ihm dabei ein Gräuel, kuriose Details und Geschichten dagegen hochwillkommen: Wie merkt sich der Portalkranführer eigentlich, wohin welcher Container kommt? Wie laut ist das Signalhorn einer Güterlok? Und wie fühlt es sich an, am Steuer eines Binnenschiffs zu stehen? Ausgerüstet mit Freischwimmer-Schein, Schwimmweste und Butterbrotdose geht Martin Kaysh diesen und weiteren Fragen auf den Grund. Die Idee zu den Filmen hatte Hafenchef Uwe Büscher. „Mit der Filmreihe wollen wir allen Inte­ ressierten ein Schmunzeln aufs Gesicht zaubern. Gleichzeitig geht es aber auch darum, die Arbeit der mehr als 5.000 Beschäftigten im Hafen sicht­ bar zu machen“, erklärt Uwe Büscher. Inhaltlich spannt sich der Bogen von der Hafeneinweihung durch Kaiser Wilhelm II über modernen Containerumschlag, klimafreundlichen Gütertransport per Schiff und Eisenbahn, die reparaturanfällige Schleuse Henrichenburg bis hin zur Quartiersentwicklung in der Speicherstraße.

„Der Dortmunder Hafen ist ein starkes Stück Ruhrgebiet mit unzähligen Geschichten, die einfach mal erzählt werden mussten. Jede Folge ist ein Abenteuer, das mir viel Spaß gemacht hat – Lok fahren inklusive“, kommentiert Martin Kaysh die im Mai gestarteten Dreharbeiten.

6 Folgen kann man im Internet unter www.dortmunder-hafen.de sowie www.vimeo.com/einundzwanzig schauen • »Eine Einraumwohnung für Kaiser Wilhelm – Geschichten und Geschichte rund ums Alte Hafenamt« • »Das Container Terminal – 3D-Tetris für Fortgeschrittene« • »Die Dortmunder Eisenbahn – mit 2.000 Tonnen über die letzte Meile« • »Per Schubverband Richtung ZARA – das Binnenschiff als Tausendsassa« • »Immer Ärger mit der Schleuse Henrichenburg– ein Hausbesuch« • »Ships and Chips – die neue Karriere der Speicherstraße«

19


Im engen Austausch: Energieauditor Kristof Koch (links) und Unternehmer Thomas Kanitz.

Nachhaltig erfolgreich Für große wie für mittelständische Unternehmen wird das Thema Nachhaltigkeit immer mehr zum Erfolgsfaktor. Um Betriebe auf dem Weg zur Klimaneutralität zu begleiten, bietet das Dortmunder Energieunternehmen DEW21 daher passgenaue Beratungsleistungen an. Selbst im Vorzeige-Wellnesscenter ergeben sich dabei noch neue Potenziale. Wer seinen Fuß in eine Suite von mywellness setzt, den erwarten Massage-Whirlpool, Sauna und Schwebe-Liege. Stimmig arrangierte Kompositionen aus Farben, Düften und Klängen runden das Entspannungserlebnis ab. „An Energieeffizienz denkt dabei nicht sofort jeder," sagt DEW21-Energieauditor Kristof Koch. Wo andere nachhaltige Erholung im Blick haben, geht es ihm um nachhaltigen Energieeinsatz. Und genau dazu berät er das Wellnesscenter. Seit vielen Jahren macht das gestiegene Körper- und Gesundheitsbewusstsein bereits einen

20

beträchtlichen Wirtschaftsfaktor aus, doch Firmengründer Thomas Kanitz hat im Wellness-­ Sektor noch eine klaffende Angebotslücke aufgetan und daraus ein erfolgsträchtiges Geschäfts­ modell abgeleitet: „Wir sind mit unseren Filialen direkt vor Ort. Wir richten uns nach den individuellen Bedürfnissen und bieten in unseren Sui­ ten dabei 100 % Privatsphäre“, skizziert er das Alleinstellungsmerkmal. „Für viele Gäste gehört zu einem gelungenen Wellness-Erlebnis auch die Gewissheit, dass die dafür benötigten Ressourcen sorgsam und

3/2020


Energie + Wasser

Auch eine Wärmebild-Kamera kann bei der Energieberatung zum Einsatz kommen.

mit Augenmaß eingesetzt werden“, so Kanitz. Dabei startet er etwa mit seiner Filiale an der Wittekindstraße, die 2017 nach modernen Stan­ dards errichtet wurde und bereits über smarte Haustechnik verfügt, aus einer guten Ausgangs­ position heraus. „Also mit dem klassischen Ansatz, einfach mal die alten Lampen durch moderne LED zu ersetzen, brauchten wir hier nicht heranzugehen“, sagt Energieauditor Kristof Koch von DEW21. „Wir starten energetisch auf einem fortgeschrittenen Level und müssen mehr die Details beleuchten.“ Aufwand und Effekt müssen harmonieren Im Fall von mywellness bedeutet dies beispielsweise, die Erwärmung der 15 Saunen mit den genauen Buchungszeiten der jeweiligen Suiten zu synchronisieren: Ein verfrühtes Aufheizen, bei dem Energie ungenutzt verloren geht, soll so vermieden werden. „Je mehr und desto vielfältigere Daten uns vorliegen, desto genauer können wir arbeiten“, so Koch. „Dabei haben wir stets auch die Verhältnismäßigkeit im Blick. Der zusätzliche Aufwand muss zum möglichen Einspar-Effekt passen.“ Ein Ansatz, der bei der unternehmerisch denkenden Kundschaft ankommt. Ohnehin stehen bei DEW21 die individuellen Bedürfnisse der Kund*innen im Vordergrund: „Wir haben keinen Standard-­Beratungsbaukasten, sondern passen unsere Leistungen auf jeden Betrieb an“, betont Ale­xander Harbach, Leiter des Bereichs Vertrieb Geschäftskunden Nachhaltigkeit (VGN). „Es kann im ersten Schritt auch erstmal darum gehen, absolute Transparenz über Energieverbräuche und Kosten zu erlangen.“ Dabei steht der Dortmunder Versorger grundsätzlich sowohl großen Unternehmen, die Energieaudits in regelmäßigen Abständen und nach bestimmten DIN-Normen durchführen müssen, als auch mittelständischen Unterneh-

men, die freiwillig aktiv werden, beratend zur Seite (s. Infokasten). „Wir möchten dabei als neutraler und unabhängiger Partner wahrgenommen werden“, so Harbach. Zeitschaltuhr reduziert Spitzenlast Bowlingbar, Eiscafé, Mühlenbetrieb, aber auch Banken oder Krankenhäuser: so unterschiedlich wie die Kunden, können auch die empfohlenen Maßnahmen sein: „Mal haben wir den Fuhrpark im Fokus, mal die Netzentgelte, mal die Heizung. Aber auch indirekte Faktoren wie etwa der Arbeitsweg der Mitarbeitenden spielen eine Rolle“, so Energieauditor Kristof Koch. Einem Baumarkt empfahl er kürzlich, bei der Aufladung des Gabelstaplers eine Zeitschalt­ uhr einzusetzen. So wurde dieser Vorgang in weniger energieintensive Zeiten verlagert, folglich reduzierte sich die Spitzenlast merklich. Bei mywellness tüftelt Koch derweil an einer Optimierung der sogenannten Hydrojet-Liegen, die mit zu erwärmendem Wasser gefüllt sind. „Wir wollen eine einfache Schaumstoff-Abdeckung ausprobieren, damit nachts weniger Wärme entweicht.“

Passgenaue Energieberatung für den Mittelstand Kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeiter*innen können freiwillig eine qualifizierte Energieberatung von DEW21 durchführen lassen. Dafür stellt die Bundesregierung Fördermittel in Höhe von 80 % zur Verfügung, so dass sich der Eigenanteil lediglich auf 1.500 € beläuft. Die Unternehmen erhalten dabei am Ende einen vollwertigen Abschlussbericht, der die Norm DIN EN 16247 erfüllt. Kontakt: Alexander Harbach, Abteilung VGN, Telefon: 0231.544-26 19.

21


Schnelles Rückgrat Mit ihren über fünf Mio. Einwohnern und einer Fläche von knapp 4.500 Quadratkilometern ist die Metropole Ruhr nach Paris und London der drittgrößte Metropolraum Europas. Wo früher Industrieschlote rauchten, prägen heute innovative Technologie- und Dienstleistungsunternehmen das Bild. Sie profitieren jetzt von einem einmaligen Zusammenschluss: DOKOM21, TMR (Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet GmbH, Bochum) und GELSEN-NET (Gelsenkirchen) legen ihre Glasfasernetze zusammen zu einem großen Hochgeschwindigkeits-Ring, dem »Ruhr-Backbone«. Der Startschuss für das neue Ruhr-Backbone (»Ruhr-Rückgrat«) ist Ende August gefallen: Zeitgleich wurde in den Rechenzentren von Gelsenkirchen, Bochum und Dortmund per symbolischem Druck auf den roten Knopf der Schalter zur Inbetriebnahme umgelegt. Das große Koppel-Netz, das eine Geschwindigkeit von 100 Gigabit pro Sekunde bietet, bildet über die Stadtgrenzen hinweg die Basis und das digitale

22

Rückgrat für modernste Telekommunikationslösungen der regionalen Wirtschaft: Unternehmen, die ihre Daten in den Rechenzentren von DOKOM21, TMR oder GELSEN-NET sicher gelagert haben, können so z. B. ein Backup mit hohen Geschwindigkeiten zu weiteren Rechenzentren aufbauen. Die Wohnungswirtschaft kann sich überregional verbinden, und Unternehmen können ihre Standortvernetzungen ausweiten.

3/2020


Datennetze

Mit dem Ruhr-Backbone gewinnt die digitale Verbindung innerhalb des Ruhrgebiets an Stabilität und Geschwindigkeit. Davon profitieren nicht nur die Unternehmen und Menschen in Dortmund, Bochum und Gelsenkirchen, sondern im gesamten Ruhrgebiet. Gute Bilanz für 2019 Mit dem Ruhr-Backbone baut die Dortmunder DOKOM21 konsequent ihren Geschäftskunden­ bereich weiter aus: „Er macht mittlerweile 57 % unseres Gesamtumsatzes aus“, so DOKOM21-­ Geschäftsführer Jörg Figura. „Wir befinden uns auf einem stetigen, soliden Wachstumskurs und haben im letzten Jahr unsere Position als einer der führenden Telekommunikationsdienstleister in der Region weiter ausgebaut“, so Figura weiter. Wie schon in den Vorjahren, so war auch das Geschäftsjahr 2019 von den Wachstumstreibern Rechenzentrums-Dienstleistungen, Glasfaserausbau, Dienste für die Wohnungswirtschaft sowie Cloud-Dienste geprägt; bei einem Umsatz von rund 30,14 Mio. € erzielte DOKOM21 ein Geschäftsergebnis von + 4,07 Mio. €. Insgesamt wurden 3,43 Mio. € in die Infrastruktur investiert, zudem floss ein Vergabevolumen von rund 9,3 Mio. € in die Region.

Über DOKOM21: Das Anschlussgebiet von DOKOM21 umfasst neben Dortmund die Städte Hagen, Herdecke, Holzwickede, Essen, Unna und Werl sowie Halver, Iserlohn, Kierspe, Lüdenscheid, Meinerzhagen, Menden und Schalksmühle im Märkischen Kreis. Die Dienstleistungen reichen von Telefonanschlüssen, Internetzugängen über Voice-over-­ IP-Lösungen und Festverbindungen für Standortvernetzungen bis hin zu Kabel-TV und Mobilfunk. Darüber hinaus umfasst das Angebot Online-Datensicherung und Rechenzentrums-­ Dienstleistungen sowie Multimedia-Dienste für die Wohnungswirtschaft. www.dokom21.de Über GELSEN-NET: Seit mehr als 35 Jahren entwickelt sich GELSEN-NET konstant und innovativ. Diese Dynamik ist gepaart mit profundem Branchenwissen und einer gelebten Verantwortung für die Region als Wirtschaftsstandort. Highspeed-Internet, Telefonie, Standortvernetzungen, Smart City-­ Lösungen und Cloud Dienste – GELSEN-NET liefert Komplettlösungen für alle IT-Themen aus einer Hand, maßgeschneidert für die individuellen Erfordernisse von Unternehmen und Privatkunden in Bottrop, Castrop-Rauxel, Gelsenkirchen, Gladbeck, Herten, Marl und Recklinghausen. www.gelsen-net.de

Wiki: Backbone und Glasfaser Als »Backbone« (= Rückgrat) wird die zentrale Leitung eines digitalen Netzwerks bezeichnet. Lokale Leitungen verbinden sich mit dieser zentralen Leitung und speisen ihre Daten dort ein. Dafür werden hohe Übertragungsraten benötigt, weshalb Backbones in der Regel mit Glasfaserleitungen realisiert werden. Glasfaser ist eine zukunftssichere und aktuell die technisch leistungsfähigste Telekommunikationsanbindung. Sie bietet im Gegensatz zu Kupfer unbegrenzte Bandbreiten und zeichnet sich durch hohe und stabile Übertragungsraten aus. Eine Anbindung an das Glasfasernetz ermöglicht die Datenübertragung in Lichtgeschwindigkeit.

Über TMR: Die TMR – Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet GmbH (TMR) ist der zuverlässige Telekommunikationsdienstleister für Geschäftskunden, Carrier, Institutionen, Städte und Kommunen mit mehr als 24 Jahren Praxiserfahrung. Neben dem eigenen Glasfasernetz und der digitalen Erschließung von Gewerbegebieten betreibt die TMR Rechenzentren in Bochum und Herne. www.tmr.net

23


Nur eine klimafreundliche Stadt ist auch eine schöne Stadt, meint ÖPNV-Botschafterin Stefanie. Sie fährt täglich – natürlich immer mit Maske.

Einfach mal umsteiGERN 24

3/2020


Mobilität + Logistik

Die Kampagne will zum Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel motivieren.

Stefanie nutzt Bus und Bahn aus Überzeugung. Den täglichen Arbeitsweg in die Innenstadt legt sie mit der U42 zurück. Dank der nahegelegenen Haltestelle Barop Parkhaus braucht sie so von Tür zu Tür nur 20 Minuten. Damit sie ist sie eine ideale Botschafterin für die UmsteiGERN-Kampagne. Dass alle zehn Minuten eine Bahn Richtung City pendelt, ist für sie ein echter Vorteil. Und selbst wenn die Bahn gerade mal weg sein sollte, ist eins klar: „Lieber warte ich kurz auf die nächste Stadtbahn, als Ewigkeiten im Stau oder an der roten Ampel zu stehen“, sagt die 33-Jährige. Mit dem ÖPNV ist sie praktisch aufgewachsen: „Ich bin schon als Kind von Körne aus immer mit der Bahn in die Stadt gefahren. Als ich dann angefangen habe, in der Innenstadt zu arbeiten, habe ich einfach weitergemacht.“ Die Fahrt mit Bus und Bahn hat für die Sachbearbeiterin im Vertrags- und Anschlussmanagement überzeugende Vorteile: Der kurze Weg zur Haltestelle bedeutet tägliche Bewegung und frische Luft. „Außerdem nutze ich die Zeit in der Bahn, um zu lesen, mit Freund*innen zu schreiben oder entspannt einen Podcast zu hören.“ Stefanie und ihr Partner haben festgestellt, dass sie ihr Auto in Dortmund nicht wirklich brauchen. Einfach mal überlegen, ob man einen Tag in der Woche klimafreundlich zur Arbeit fahren kann, schlägt die Baroperin vor, die in der Freizeit auch gerne mit dem Fahrrad unterwegs ist. So viel Begeisterung überzeugte auch die Stadt. Mit ihrer Botschaft »Nur eine klimafreundliche Stadt ist eine schöne Stadt. Deshalb fahre ich gern mit Bus und Bahn« ist Stefanie deshalb eine von mehreren Botschafter*innen der UmsteiGERN-Kampagne, die dazu motivieren will, noch häufiger umweltfreundlich mobil zu sein. Noch Luft nach oben Schon jetzt sind 67 % der Besucher*innen der Dortmunder City immer mal wieder zu Fuß oder

mit Bus und Bahn, mit dem Fahrrad oder mit dem Elektro-Auto unterwegs. Doch da ist noch Luft nach oben: Um die Luftqualität in der Innenstadt spürbar zu verbessern, will die Stadt Dortmund diesen Anteil auf 75 % steigern. Dazu muss man nicht gleich das Auto abschaffen. Das Ziel könnte schon dadurch erreicht werden, wenn Autofahrer*innen jede fünfte Fahrt in die City mit einem klimafreundlichen Verkehrsmittel zurücklegen. „Versuchen Sie doch einfach, einmal pro Woche für den Weg zur Arbeit oder auch in der Freizeit das Auto stehen zu lassen“, schlägt Dr. Heinz Pohlmann, Leiter Betrieb und Marketing bei DSW21 vor. Er bemerkt: „Unsere Busse und Bah­ nen sind schon heute das Rückgrat einer nachhaltigen Mobilität. Bereits jetzt werden mehr als 50 % der Wege in die City mit dem ÖPNV zurückgelegt. Wir wollen gerne dazu beitragen, dass es noch ein paar Prozent mehr werden, um die Luft- und damit auch Lebensqualität weiter zu verbessern.“

UmsteiGERN Die Kampagne »UmsteiGERN. Du steigst um. Dortmund kommt weiter.« ist eine von 16 Maßnahmen des EU-Förderprojektes »Stadtluft ist (emissions-) frei – Dortmunds Einstieg in eine emissionsfreie Innenstadt«. Aktuelle Projektinformationen über die 16 Maßnahmen des Förderprojektes Emissionsfreie Innenstadt finden Sie unter www.emissionsfrei. dortmund.de, Informationen zur Kampagne unter www.umsteigern.de.

25


einundzwanzig

Zeig’s den anderen Mach dein Selfie mit der Startbahn im Hintergrund. Mit dir und der einzigartigen Kulisse gibt es lustige Sprüche direkt auf der Scheibe. Hinstellen, knipsen, versenden – einfacher geht es nicht. Mit frechen Instagram-Fotostandorten inklusive Hintergrund animiert 21 jetzt die Abfliegenden am Airport zu einem schnellen Gruß aus dem Airport und aus Dortmund in die Welt. Wie unsere Fotoreihe zeigt, kann man hier alle möglichen Sachen probieren, um den Daheimgebliebenen die interessante Startbahn kurz vor dem Abflug mal aus einer anderen Perspektive zu zeigen. Und weil es für den ersten Eindruck

26

keine zweite Chance gibt, hat die 21-Marke – die Familienmarke der Unternehmen im Verbund DSW21 – Dortmunder Stadtwerke AG – jetzt viele neue Werbeflächen im Airport-Terminal neu gestaltet. Frisch und mit einem Augenzwinkern wird einfach funktionierende Infrastruktur zum Thema. Und auch die Dortmunder*innen bekommen hier einen neuen und bleibenden Eindruck der Marke 21.

3/2020


einundzwanzig

DSW21-Mediathek: Bild und Ton Video Melina taucht in dieser Entdeckertour in die Welt der Manga-Comics ein und stellt dabei das erste Dortmund-Manga, seine Macherin und die Ausstellung im Schauraum »Comic und Cartoon« vor. Weitere Videos der Reihe, in der wir spannenden Seiten der Stadt entdecken, finden Sie auf dem 21-Bewegtbild-Kanal. www.youtube.com/einundzwanzig vimeo.com/einundzwanzig

Podcast Das Dortmunder Unternehmen Takt1 streamt klassische Konzerte und stellt exklusive Aufnahmen in einer Mediathek bereit. Wie funktioniert Streaming in der Nische – und kann es gegen die großen Mitbewerber bestehen? Prof. Dr. Holger Noltze von Takt1 spricht darüber mit Moderator Michael Westerhoff. Der DSW21-Podcast kann neben SoundCloud auch bei Apple Podcasts, Spotify, SoundCloud oder per RSS-Feed abonniert werden. soundcloud.com/dsw21

Impressum Herausgegeben von: Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21), Unternehmenskommunikation, Leitung: Frank Fligge Redaktion: Britta Heydenbluth (verantwortlich), Sebastian Bickert, Frank Fligge, Christiane Hinkerohe, Thomas Steffen, Marc Wiegand Layout: Christina Sternal Fotos/Grafiken: Adobe Stock, Christian Bohnenkamp, DOGEWO21/Oliver Schapen, Dortmunder Hafen AG, Pascal Frai, Dr. Claudia Posern, Jörg Schimmel, Luisa Schober, Dortmund Airport/Hans Jürgen Landes Druck: Lensing Druck GmbH & Co. KG, Feldbachacker 16, 44149 Dortmund Verteilung: ORA mbH & Co. KG 0231.56 22 96-57 montags bis donnerstags 9-17 Uhr freitags 9-16 Uhr Höhe der Auflage: 270.000

Instagram Einblicke hinter die Kulissen vom Dorstfelder Betriebshof: Unsere BVB-Stadtbahn ist wieder „frisch beklebt“ in der Stadt unterwegs.

Internet: www.einundzwanzig.de Redaktion: DSW21, Unternehmenskommunikation, Deggingstraße 40, 44141 Dortmund, Telefon: 955-00

instagram.com/einundzwanzig.de/

27


Maria macht mit … … bei der Übergabe ihrer Patenurkunde. 21 ist Pate der jüngsten Ameisenbärin aus Dortmunder Zucht. Im August übergab die stellvertretende ZOO-Direktorin Ilona Schappert dem DSW21 Finanzvorstand Jörg Jacoby die Urkunde. Ameisenbären sind das Maskottchen von 21. Neben Maria ist Sandra, älteste Ameisenbärin im ZOO, das langjährige Patenkind. 2 statt 1 Ameisenbär – so liest sich jetzt die tierische Markenbotschaft.


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
einundzwanzig Ausgabe 3/2020 by Dortmund - Issuu