Liebe Leserinnen und Leser, als langjährige Weggefährtin von Dr. Rath und als Wissenschaftlerin, die die Arbeit des Dr. Rath Forschungsinstituts über viele Jahrzehnte hinweg maßgeblich mitgestaltet hat, ist es mir ein besonderes Anliegen, unser zentrales Versprechen zu erneuern: die Gesundheit der Menschen durch wissenschaftlich fundierte, natürliche Ansätze zu verbessern.
Unsere Forschung auf dem Gebiet der Zellgesundheit liefert fortlaufend wegweisende Erkenntnisse und trägt damit dazu bei, das Fundament für ein neues, zukunftsorientiertes Gesundheitssystem zu legen, das auf Prävention setzt, anstatt erst dann einzugreifen, wenn Krankheiten bereits entstanden sind. Dieses Ziel bewegt nicht nur mich persönlich.
Viele Menschen, die die gesundheitlichen Vorteile der Zellular Medizin selbst erfahren haben, teilen diese Überzeugung. Sie wissen, dass eine einseitige Abhängigkeit von pharmazeutischen Lösungen langfristig nicht ausreicht, um Gesundheit umfassend zu fördern. Auch für die Volkswirtschaften unserer Länder kann eine solche Entwicklung zu einer erheblichen Belastung werden.
Am Dr. Rath Forschungsinstitut arbeiten wir deshalb kontinuierlich daran, natürliche Gesundheitsansätze mit wissenschaftlich geprüfter Wirksamkeit für unterschiedliche Anwendungsbereiche zu entwickeln.
Auch künftig werden wir alle Anwender in Deutschland, Österreich, der Schweiz und weiteren europäischen Ländern verlässlich begleiten – so, wie Sie es seit vielen Jahren von uns gewohnt sind. Zugleich richten wir unseren Blick auf die wachsenden gesundheitlichen Bedürfnisse von Menschen in anderen Teilen der Welt. Ihnen möchten wir mit verständlich aufbereiteten Informationen Hilfe zur Selbsthilfe ermöglichen.
Denn Gesundheit beginnt mit Wissen. Deshalb werden wir unser Angebot an leicht zugänglichen Inhalten rund um Gesundheit und Prävention noch weiter ausbauen – sowohl online als auch offline. Dazu gehört auch die Vorbereitung von Legacy-Ausgaben beliebter Bücher von Dr. Rath, um dieses wertvolle Wissen langfristig zu erhalten und auch künftigen Generationen zugänglich zu machen.
Gerade in einer Zeit, in der sich Fehlinformationen immer schneller verbreiten, brauchen wir verlässliches, evidenzbasiertes Wissen. Umso wichtiger ist es für uns, auch in Zukunft fundierte Informationen bereitzustellen – unter
habe ich ein starkes Führungsteam an meiner Seite, das unsere gemeinsame Mission mitträgt und Erfahrungen aus unterschiedlichen Fachbereichen einbringt.
Unser Ziel bleibt, was es immer war: auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschung verständlich aufbereitetes Wissen bereitzustellen, das die Gesundheitskompetenz der Menschen stärkt und ihnen hilft, ihre Gesundheit auf natürliche Weise zu erhalten und zu fördern. Mit Ihrer Unterstützung und Ihrem Engagement können wir gemeinsam zu mehr Gesundheit für uns alle beitragen.
Im Namen unseres engagierten Teams freue ich mich darauf, diesen Weg gemeinsam mit Ihnen weiterzugehen. Ganz im Sinne der Vision von Dr. Rath möchten wir das Bewusstsein für wissenschaftlich fundierte Zellgesundheit weiter stärken – als wichtigen Beitrag zur Vorbeugung von Krankheiten und als festen Bestandteil einer modernen Gesundheitsversorgung.
Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
Dr. A. Niedzwiecki
WENN STRESS DAS HERZ BELASTET
Wie Dauerbelastung das Herz-Kreislauf-System
beeinflusst – und welche Mikronährstoffe dann wichtig werden
Für viele Menschen gehört Stress zum Alltag. Meistens kommen wir gut damit zurecht – zumindest, solange die Belastung temporär ist. Problematisch wird es, wenn Stress zum Dauerzustand wird. Dann kann das fein austarierte Zusammenspiel von Nervensystem, Hormonen, Stoffwechsel und Immunsystem aus dem Gleichgewicht geraten. Die Folgen können Wohlbefinden und Psyche betreffen, aber auch Herz und Gefäße. Was sollte man über Stress wissen – und was hilft dem Körper, besser damit umzugehen?
Was bei chronischem Stress im Körper passiert
Stress ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Im Gegenteil: Er kann den Körper kurzfristig in Alarmbereitschaft versetzen, die Konzentration schärfen und Energiereserven mobilisieren. Möglich macht das die sogenannte Kampfoder-Flucht-Reaktion: In einer belastenden Situation aktiviert das Nervensystem die Nebennieren, die daraufhin die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol freisetzen. Die Atmung und der Herzschlag beschleunigen sich und der Blutdruck steigt, während weniger dringliche Funktionen wie die Verdauung vorübergehend gedrosselt werden. So bereitet sich der Körper darauf vor, schnell zu reagieren und kurzfristig Höchstleistungen zu erbringen.
Zum Problem wird Stress, wenn er über Wochen oder Monate anhält. Dann bleiben die hormonellen und körperlichen Stressreaktionen nicht ohne Folgen. Chronischer Stress kann Herz und Blutgefäße belasten, den Blutdruck erhöhen und zu ungünstigen Veränderungen von Blutzucker- und Blutfettwerten beitragen. Auch Herzklopfen oder Herzrasen und eine verstärkte Entzündungsaktivität im Körper können damit einhergehen. Langfristig begünstigen solche Prozesse die Entstehung von Ablagerungen in den Gefäßen. Dadurch steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit, Angina pectoris, Schlaganfall oder Herzinfarkt.
Eine Studie1 mit mehr als 3.000 Erwachsenen, die zuvor nicht an Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelitten hatten, zeigte: Wer über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten unter chronischem Stress litt, beispielsweise aufgrund von beruflichen Belastungen, Geldsorgen, Konflikten in der Beziehung oder gesundheitlichen Problemen, hatte ein höheres Risiko für ernsthafte HerzKreislauf-Probleme und eine geringere Überlebenswahrscheinlichkeit.
Warum Stress dem Herzen schaden kann
Stress verändert das Essverhalten. Stress wirkt sich nicht nur auf die Herzfunktion und den Blutdruck aus, sondern auch auf Appetit und Ernährungsverhalten. Viele Menschen essen unter Dauerstress mehr und greifen
häufiger zu stark verarbeiteten, fett- und zuckerreichen Lebensmitteln. Ein solches Essmuster kann Entzündungsprozesse fördern und die Zusammensetzung der Darmflora verändern. Langfristig steigt dadurch das Risiko für Übergewicht, Typ-2-Diabetes, das metabolische Syndrom und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Es gibt jedoch auch eine gegenteilige Reaktion: Bei manchen Menschen führt chronischer Stress zu einem verminderten Appetit. Appetitverlust hängt häufig mit Veränderungen im Stress- und Belohnungssystem des Gehirns sowie mit depressiven Verstimmungen zusammen und wird durch anhaltende Belastung verstärkt.
Chronischer Stress fördert Entzündungen. Dass stressbedingte psychische Belastungen und Herzkrankheiten häufig gemeinsam auftreten, könnte auf gemeinsame biologische Mechanismen hinweisen.2 Einige Theorien gehen davon aus, dass die menschliche Stressreaktion evolutionär vor allem darauf ausgelegt ist, akute Gefahrensituationen zu bewältigen – nicht jedoch langanhaltenden sozialen oder emotionalen Druck. Hält Stress über längere Zeit an, kann die körperliche Alarmreaktion aus dem Gleichgewicht geraten und zu chronischen Entzündungen sowie Störungen im Stoffwechsel beitragen.3 Bei Depressionen und Herzerkrankungen zeigen sich
häufig Anzeichen einer erhöhten Entzündungsaktivität. Gleichzeitig wurden in Studien niedrigere Werte entzündungshemmender Omega3-Fettsäuren beobachtet. Entzündungen stehen zudem mit Veränderungen im Fettstoffwechsel in Verbindung, etwa mit niedrigeren HDL-Cholesterinwerten, d. h. es ist weniger „gutes“ Cholesterin vorhanden. Weitere mögliche Bindeglieder sind oxidativer Stress und eine beschleunigte Zellalterung. Beide werden mit Angst und Depression in Verbindung gebracht und könnten Herzprobleme zusätzlich verstärken.4
Nicht nur anhaltender Stress kann das Herz belasten. Auch häufig wiederkehrende akute Stressreaktionen schaden den Blutgefäßen und begünstigen die Entstehung von Atherosklerose. In der bislang größten Studie⁵ zu mentalem Stress bei Menschen mit Herzerkrankungen zeigte sich: Unter Stress verengten sich die Gefäße, der Blutdruck stieg und die Arterien blieben länger versteift. Zudem war die Funktion des Endothels beeinträchtigt, also jener feinen Zellschicht, die die Blutgefäße von innen auskleidet und an ihrer Weitstellung beteiligt ist. In kleineren Studien mit Menschen ohne frühere Herzprobleme fand man ähnliche Ergebnisse.
Das Immunsystem gerät aus dem Takt. Stresshormone und Neurotransmitter beeinflussen auch das Immunsystem. Kurzfristig versetzt Stress das Immunsystem in Alarmbereitschaft. Wenn er jedoch andauert, kann die Immunabwehr beeinträchtigt werden. Einige Abwehrfunktionen werden geschwächt, während gleichzeitig Entzündungsprozesse zunehmen. Die Verbindung zwischen Stress, Immunreaktion und Herz-KreislaufErkrankungen lässt sich unter anderem durch oxidativen Stress und chronische Entzündungen erklären. Beide können das Erbgut und die Blutfette schädigen sowie die Gefäßinnenwände angreifen. Dadurch wird die Entstehung atherosklerotischer Plaques begünstigt.
Eine chronische, stressbedingte Entzündung kann nicht nur Krankheitsprozesse begünstigen, sondern auch die Regenerationsfähigkeit des Körpers beeinträchtigen. Besonders gut untersucht6-8 ist dieser Zusammenhang bei der Wundheilung: Unter Stress heilen Wunden häufig langsamer. Stress beeinflusst damit nicht nur, wie der Körper auf Belastung reagiert, sondern auch, wie gut er sich davon erholt.
Was die Forschung noch klären muss
Noch ist nicht vollständig geklärt, wie weit die Folgen von Dauerstress reichen. Forscher untersuchen zum Beispiel, ob langfristiger Stress Autoimmunerkrankungen beeinflusst oder die Wirkung von Impfungen abschwächen kann. Auch rückt die Frage, ob Frauen und Männer unterschiedlich auf Stress reagieren und welche Rolle das Alter dabei spielt, zunehmend in den Fokus.
Hinweise darauf gibt es bereits: Bei Frauen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen9 wurde beobachtet, dass Stress den Entzündungsbotenstoff IL-6 besonders stark ansteigen ließ. Dieser Anstieg war mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen, wie etwa Herzinfarkt oder andere schwere kardiale Ereignisse, verbunden. Bei Männern zeigte sich dieser Zusammenhang jedoch nicht. Ein ähnliches Muster zeigte sich bei Frauen auch bei MCP-1, einem weiteren entzündungsfördernden Botenstoff. Erhöhte Werte von MCP-1 wurden mit verschiedenen Erkrankungen, darunter auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, in Verbindung gebracht.
Was im Umgang mit Stress helfen kann
Die gute Nachricht: Wie der Körper auf Stress reagiert, lässt sich in vielen Fällen beeinflussen. Bewegungsaktivität, Yoga, Atemübungen, Meditation und Biofeedback können helfen, die körperliche Stressreaktion besser zu regulieren. Beim Biofeedback lernen Betroffene mit Hilfe von Messwerten, körperliche Stresssignale besser wahrzunehmen und zu regulieren. Auch die nichtinvasive Vagusnervstimulation wird als möglicher Ansatz zur Stressregulation erforscht. Dabei wird der Vagusnerv, der eng mit dem beruhigenden Teil des Nervensystems verbunden ist, von außen stimuliert. Einige dieser Maßnahmen können die Stressverarbeitung verbessern, Entzündungsprozesse dämpfen und sich günstig auf Herz-Kreislauf-Funktionen aus-
wirken. Wie stark die Effekte sind, hängt jedoch von der individuellen Situation ab.
Auch die Ernährung spielt eine Rolle. Denn Stress wirkt sich nicht nur auf Herz, Blutdruck und Immunsystem aus, sondern auch auf die Verdauung. So wird der Darm beispielsweise weniger stark durchblutet, wenn der Körper unter Stress steht. Zusätzlich können erhöhte Cortisolwerte die Verdauung und die Aufnahme verschiedener Nährstoffe beeinträchtigen. Dadurch können sich die negativen Folgen von chronischem Stress verstärken, etwa weil der Körper weniger gut in der Lage ist, sich zu regenerieren und Infektionen abzuwehren. Umso wichtiger ist es deshalb, gerade in stressigen Phasen regelmäßig und nährstoffreich zu essen.
Welche Nährstoffe wir bei Stress brauchen
Bei Stress rückt vor allem Vitamin C in den Fokus, denn psychische Belastung kann oxidative Prozesse und Entzündungen im Körper verstärken – also genau jene Vorgänge, bei denen Vitamin C eine wichtige Schutzfunktion übernimmt. Vitamin C trägt dazu bei, Zellen vor freien Radikalen zu schützen, das Immunsystem zu unterstützen und die Stabilität der Blutgefäße zu erhalten. Zudem finden sich besonders hohe Vitamin-C-Konzentrationen im Gehirn und in den Nebennieren – zwei Organen, die eng mit der Stressreaktion verbunden sind. Hält die Belastung an, steigt der Bedarf an Vitamin C. Umso wichtiger ist es, gerade in stressreichen Phasen auf eine gute VitaminC-Zufuhr zu achten.
Eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung kann den Körper dabei unterstützen, besser mit Stresssituationen umzugehen.
Ebenfalls wichtig bei Stress sind die Vitamine des B-Komplexes, also B1 (Thiamin), B2 (Riboflavin), B3 (Niacin), B5 (Pantothensäure), B6 (Pyridoxin), B7 (Biotin), B9 (Folat/Folsäure) und B12 (Cobalamin). Sie stehen in engem Zusammenhang mit Nerven, Gehirn, Herz-Kreislauf-System und psychischer Balance. Vitamin B6 spielt beispielsweise eine Rolle bei der Bildung von Botenstoffen wie Dopamin und Serotonin, welche die Stimmung und die Stressverarbeitung beeinflussen. Zusammen mit Folat und Vitamin B12 unterstützt es zudem einen normalen Homocysteinstoffwechsel. Erhöhte Homocysteinwerte gelten als Risikomarker für Herz-KreislaufErkrankungen. Pantothensäure
wird unter anderem für die Bildung bestimmter Hormone benötigt, während Niacin den Energiestoffwechsel und die normale Funktion des Nervensystems unterstützt. Folat ist ebenfalls an Prozessen beteiligt, die für die Bildung von Serotonin und Dopamin wichtig sind.
Ein weiterer wichtiger Mikronährstoff bei Stress ist Magnesium Chronische Belastung kann den Magnesiumhaushalt aus dem Gleichgewicht bringen, weil der Körper unter Stress vermehrt Magnesium über den Urin ausscheidet. Auf Dauer kann das zu einer Unterversorgung beitragen. Gleichzeitig wird der Mineralstoff für zahlreiche Prozesse gebraucht: Er ist an mehr als 300 enzymatischen Reaktionen
beteiligt, unterstützt die Energiegewinnung, die Muskelentspannung und die Regulation des Nervensystems. Umso sinnvoller ist es, bei länger anhaltender Belastung auf eine gute Magnesiumversorgung zu achten.
Auch weitere Nährstoffe unterstützen den Körper bei Stress. Zink trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei und spielt eine Rolle bei der Wundheilung. Selen und Vitamin E helfen, Zellen vor oxidativem Stress zu schützen, während Eisen für den Sauerstofftransport im Blut und die Energieversorgung der Zellen wichtig ist. Auch Lysin wird im Zusammenhang mit Stress diskutiert. Die essenzielle Aminosäure wird mit Herz-Kreis-
Kleine Auszeiten im Alltag helfen, Stress hinter sich zu lassen.
lauf-Funktionen und der Regulation des Stresshormons Cortisol in Verbindung gebracht. Darüber hinaus kann Lysin das Darmmikrobiom beeinflussen und somit auch die Darm-Hirn-Achse, welche eine Rolle bei Stimmung und Stressverarbeitung spielt.
Auch sekundäre Pflanzenstoffe spielen im Umgang mit Stress eine Rolle. Viele von ihnen wirken antioxidativ oder entzündungshemmend. Hinweise darauf liefert unter anderem eine Untersuchung10 mit 59 jungen, gesunden Teilnehmenden: Eine höhere Carotinoid-Zufuhr war dort mit weniger psychischem Stress sowie einer besseren emotionalen und körperlichen Gesundheit verbunden.
Eine kürzlich durchgeführte Metaanalyse11 ergab, dass die Einnahme von Antioxidantien (z. B. Selen und Coenzym Q10) im Vergleich zur Kontrollgruppe zu einer signifikanten Linderung von Depressions- und Angstsymptomen führte.
Stress besser begegnen
Zu verstehen, wie Stress im Körper wirkt, ist ein wichtiger erster Schritt, um besser mit Belastungen umzugehen. Entscheidend ist auch, die eigenen Stressauslöser zu erkennen und Wege zu finden, sie zu reduzieren oder besser zu bewältigen. Bewegung, Entspannung, ausreichend Schlaf, soziale Unterstützung und
Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Dr. Aleksandra Niedzwiecki.
Referenzen
1. Ajibewa, T. A. et al. Chronic Stress and Cardiovascular Events: Findings From the CARDIA Study. Am J Prev Med 2024 Jul;67(1):24-31. https://pubmed.ncbi. nlm.nih.gov/38143043/
2. Chauvet-Gelinier, J. C., Bonin, B. Stress, anxiety and depression in heart disease patients: A major challenge for cardiac rehabilitation. Ann Phys and Rehabil Med. 2017; 60(1): 6–12. https:// pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27771272/
3. Epel, E. S. et al. Accelerated telomere shortening in response to life stress. Proc Natl Acad Sci. Dec 7;101(49):17312-5. https://pubmed. ncbi.nlm.nih.gov/15574496/
4. Xue, Y. T. et al. Investigating the role of acute mental stress on endothelial dysfunction: a systematic review and meta-analysis. Clin Res Cardiol. 2015 Apr;104(4):310-9. https://pubmed.ncbi. nlm.nih.gov/25391292/
5. Ghiadoni, L. et al. Mental Stress Induces Transient Endothelial Dysfunction in Humans. Circulation. 2000; 102:
6. O’Donovan, F. et al. Relationships between anxiety, depression and wound healing outcomes in adults: A systematic review and metaanalysis. PLoS One 2025 May 20;20(5):e0309683. https://pubmed. ncbi.nlm.nih.gov/40392872/
7. Alasfour, L. et al. Mapping the evidence to determine the influence of stress, anxiety, and depression on wound healing in patients with diabetes-related foot ulcers: A scoping review. J Tissue Viability. 2025 Aug;34(3):100935. https://pubmed.ncbi.nlm.nih. gov/40617217/
8. Charalambous, C. et al. The Impact of Stress on Pressure Ulcer Wound Healing Process and on the Psychophysiological Environment of the Individual Suffering from them. Med Arch 2018 Nov;72(5):362-366. https://pubmed. ncbi.nlm.nih.gov/30524170/
eine gute Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen können dabei helfen. Besonders sinnvoll sind Strategien, die zur persönlichen Lebenssituation und gesundheitlichen Verfassung passen.
Gleichzeitig lässt sich Stress jedoch nicht allein auf individuelles Verhalten reduzieren. Wie gut Menschen mit Belastungen umgehen können, hängt auch davon ab, welche Unterstützung und gesundheitlichen Angebote ihnen zur Verfügung stehen. Neben persönlichen Strategien sind deshalb auch gute Bedingungen gefragt, die es Menschen erleichtern, sich zu erholen, gut für sich zu sorgen und bei Bedarf rechtzeitig Hilfe zu erhalten.
9. Sullivan, S. et al. Sex differences in the inflammatory response to stress and risk of adverse cardiovascular outcomes among patients with coronary heart disease. Brain Behav Immun. 2020 Nov:90:294-302. https://pubmed.ncbi. nlm.nih.gov/32916271/
10. Stringham, N. T., Holmes, P. V., Stringham, J. M. (2017).
Supplementation with macular carotenoids reduces psychological stress, serum cortisol, and sub-optimal symptoms of physical and emotional health in young adults. Nutr Neurosci. 2018 May;21(4):286-296. https:// pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28198205/
11. Wang, H. et al. Protective role of antioxidant supplementation for depression and anxiety: A metaanalysis of randomized clinical trials. J Affect Disord 2023 Feb 15:323:264279. https://pubmed.ncbi.nlm.nih. gov/36442656/
Italiens Herzenssport trifft auf die Zellular-Medizin
PATENTIERTE VITAMINE MACHEN TOOORE!
Guardialfiera ist ein kleines Dorf in der zweitkleinsten Region Italiens, Molise. Im Dorf leben gut 900 Einwohner in dieser einzigartigen Landschaft zwischen den Abruzzen und Apulien. Der in seinem Todesjahr mit dem prestigeträchtigsten italienischen Literaturpreis, dem Premio Viareggio, ausgezeichnete Schriftsteller Francesco Jovine kam hier zur Welt und entwickelte seinen ausgeprägten Gemeinsinn, der ihn in seinem
literarischen Werk besonders für die sozial Entrechteten eintreten ließ. Papst Leo IX. attackierte im zehnten Jahrhundert von hier aus die Normannen, und bis zum heutigen Tag ist hier das Titularbistum Guardialfiera ansässig. Fußball ist in ganz Italien eine Herzensangelegenheit, und so auch im Dorf Guardialfiera. Soweit ist das Bild der dörflichen Idylle sehr vertraut.
Im Unterschied zu anderen Dörfern der Adria-Anrainerprovinz Molise hat in diesem speziellen, kleinen Dorf ein ganz ausgeprägtes Bewusstsein die Menschen ergriffen. Seit über 20 Jahren hören sie von einem der Ihren, immer und immer wieder, dass wir die Verantwortung für unsere Gesundheit nicht den Geschäftemachern überlassen, sondern in unsere eigenen Hände nehmen sollen. Carmine Pilla ist nicht unbedingt an Körpergröße, aber an Sendungsbewusstsein ein großer Mann. Als er das erste Mal von der Zellular-Medizin gehört und die Bücher von Dr. Matthias Rath gelesen hat, musste er dieses Wissen mit den Menschen in seiner Umgebung teilen. Die Treffen mit Dr. Rath in den folgenden Jahren haben ihn nur noch mehr darin bestätigt, seine Anstrengungen zur Verbreitung der Erkenntnisse aus der Zellular-Medizin-Forschung weiter zu steigern. Unzählige Menschen in seiner Region und durch seine erfolgreichen Vernetzungsbemühungen in ganz Italien und noch weit darüber hinaus haben dank Carmines Überzeugungskraft die pure, nachhaltige Kraft der wissenschaftlich begründeten Naturheilverfahren am eigenen Leibe erleben können.
Zellular-Medizin für den Fußball
Was liegt näher, als bei so viel Herzblut und Überzeugung, mit der Carmine Pilla den Menschen die ZellularMedizin näherbrachte, diesen Antrieb auch mit einer anderen Herzensangelegenheit zu verbinden? Schon vor über zehn Jahren berichteten wir in der Rath International von dem örtlichen Fußballverein in Carmines Heimatdorf. Dessen Spieler konnten mithilfe der Zellular-Medizin und dem gezielten Einsatz von Vitaminen und weiteren Mikronährstoffen ihre Trainingsleistungen verbessern. Die Folge war nicht nur ein Energie-Plus auf dem Fußballplatz, sondern auch eine verbesserte und schnellere Regeneration in den Ruhephasen. Der allgemeine Gesundheitszustand und die Fitness verbesserten sich sichtbar.
In der Saison 2025/26 konnten wir diesen Erfolg erneut beobachten. Vor Saisonstart war es wieder Carmine Pilla, der mit der jungen, neuen Mannschaft Kontakt aufnahm und auch den Vereinspräsidenten auf seine Seite brachte – Gesundheits-Allianzler sind eben virtu-
Bei Heim- und Auswärtsspielen des Guardialfiera Calcio ist sie immer dabei: die Gewissheit, dass die patentierten Mikronährstoff-Kombinationen von Dr. Rath das Training und die Regeneration im Sport optimal unterstützen. Dann klappt’s auch mit den Toren.
ose Netzwerker. Nicht nur die Spieler, sondern auch der Fitness-Trainer und der Physiotherapeut wollten an einer weiteren Verlaufsbeobachtung teilnehmen. Können Vitamine wirklich zu mehr Toren und dem Erhalt des durch den Aufstieg gerade erst gewonnenen Ligaplatzes führen?
Giuseppe,
rechter Außenverteidiger bei Guardialfiera Calcio:
„In den ersten Tagen der letzten Vorbereitungsphase haben wir über die Vitamine von Dr. Rath gesprochen. Ich war anfangs skeptisch. Nach etwa einem Monat der Anwendung fühlte ich mich jedoch jeden Tag fitter und meine körperliche Erholung war viel schneller als in den Vorjahren. Ich war so begeistert, dass ich die ganze Saison über dabeigeblieben bin. Ich würde allen Sportlern empfehlen, dieses Konzept auszuprobieren, um sowohl körperlich als auch geistig zu 100 % leistungsfähig zu sein.
Auf Dr. Rath wurde ich durch Herrn Carmine Pilla aufmerksam. Er ist in dieser Sache sehr gut vorbereitet und dank seiner Erfahrung konnte er Vorteile für das gesamte Team erzielen.
Der Hauptvorteil betrifft vor allem die körperliche Erholung. Nicht nur die Anstrengung nach dem Sonntagsspiel, sondern auch die nach den Trainings unter der Woche muss bewertet werden. Genau hier setzt Dr. Raths Konzept an: bei der körperlichen Erholung nach jeder Trainingseinheit und jedem Spiel.“
Die Spieler des Fußballvereins Guardialfiera Calcio wenden in ihrer Tagesroutine konsequent die Erkenntnisse der Zellular-Medizin an. Dabei werden sie von Carmine Pilla als zertifiziertem Berater für Zellular-Medizin sowie von den ebenfalls hinzugezogenen sportlichen und physiotherapeutischen Betreuern der Mannschaft umfassend unterstützt. Möglich gemacht wurde dies durch die nachhaltige und andauernde Unterstützung der Firma Dr. Rath in den Niederlanden. Ziel des Projektes ist es, am Ende der Saison ein Fazit ziehen zu können aus den regelmäßigen Befragungen zu den Auswirkungen der optimalen Mikronährstoff-Versorgung. Die Analyse werden dann auch die Leser dieses Magazins exklusiv zu lesen bekommen.
Schon jetzt ergibt sich ein positives Bild. Der Aufstieg in die dritte Regionalliga war für die Mannschaft des 900-Seelen-Dorfes bereits ein besonderer Kraftakt. Zum Verständnis: Die anderen Mannschaften in dieser Liga stammen aus Städten, die bis zu 30-mal so groß
sind wie Guardialfiera, und verfügen natürlich auch über erheblich größere und reichhaltig gefüllte Sport-Budgets. Und trotz dieses Underdog-Status hat die Mannschaft aus Guardialfiera in den bisherigen Spielen einige Achtungserfolge erzielen können – sowohl bei den Heimspielen als auch, unterstützt durch eine treue und mitreißende Fanbasis, bei den Auswärtsspielen. Wichtige Punkte für die Platzierung in der Tabelle wurden bereits eingesammelt.
Alessandro,
Innenverteidiger bei Guardialfiera Calcio:
„Ich hatte den Wunsch, mehr auf meinen Körper zu achten. Während einer intensiven Saison suchte ich nach Unterstützung, um meine Energie, Erholung und Leistungsbeständigkeit besser zu managen. Ich habe mich für das Konzept von Dr. Rath entschieden, weil mir die Idee der natürlichen Innovation und die Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse von Personen, die auf hohem Niveau Sport treiben, sofort gefallen haben.
In einer anspruchsvollen Saison mit vielen Trainingseinheiten und dicht hintereinander liegenden Spielterminen habe ich insbesondere in Phasen großer Belastung die größten Vorteile wahrgenommen. Ich hatte das Gefühl, das Training mit mehr Energie und Kontinuität angehen zu können. Selbst die Erholungsphase kam mir leichter und besser bewältigbar vor. Wenn man hart arbeitet, können selbst die kleinen Details einen großen Unterschied machen.
Ich glaube, jeder Sportler sollte selbst herausfinden, was für seinen Körper und seine Bedürfnisse am besten funktioniert. Meine persönliche Erfahrung war absolut positiv. Die Unterstützung bei Training, Ernährung und Sportvorbereitung ist mir eine große Hilfe!“
Wirklich mehr Tore?
Wer den italienischen Fußball kennt, weiß, dass das Ergebnis der zweimal 45-minütigen Spielzeit auf dem Platz nicht so sehr zählt. Der italienische Fußballer zelebriert seinen Auftritt auf dem Rasen als eine Mischung aus Drama, Schmerz und Selbstdarstellung – oft genug versetzt mit komödiantischen Einlagen. Wenn das Erlebnis für die Zuschauer authentisch ist, haben alle ge-
Lorenzo,
linker Außenverteidiger bei Guardialfiera Calcio:
„Ich habe im Alter von sechs Jahren mit dem Fußballspielen angefangen und bin heute 14 Jahre alt. Der Hauptunterschied zu den vergangenen Fußballsaisons war, dass ich dieses Mal viel mehr Lust hatte, Fußball zu spielen und zu trainieren – ich hatte einfach mehr Spaß! Ich erlebte in meiner Mannschaft auch ein Team, das sich stark mit ihrem Trikot identifiziert und ihr Heimatdorf erfolgreich machen will.
Die Forschungen von Dr. Rath haben mich inspiriert. Ich habe die positiven Veränderungen auf körperlicher Ebene gespürt und möchte mich nun noch stärker für meinen Verein einsetzen.“
wonnen. Das Spiel mit Zahlen, Toren und Punkten ist dann nur das Futter für die hitzigen Diskussionen der Funktionäre und 900 Trainer im Dorf an den darauffolgenden Stammtischen. Was für die Kenner der ZellularMedizin zählt, ist das persönliche Befinden der Spieler. Fußball ist nach wie vor eine der verletzungsträchtigeren Sportarten. Eine gute Vorbereitung zur Steigerung der körperlichen Fitness und Resilienz gegen Verletzungen ist entscheidend für den Weg des Spielers durch die Saison.
Ein positiver Trainingseffekt wird dadurch erzielt, dass nicht allein massive Anstrengungen in das kraftraubende Muskelspiel gesetzt werden, sondern dass dem Körper natürlich auch erholsame Regenerationsphasen zugestanden werden. Diese Phasen werden genutzt, um all die kleinen Mikroverletzungen in der Skelettmuskulatur wieder reparieren zu können und die Stoffwechselprodukte des hohen oxidativen Stresses durch die Muskelarbeit wieder abbauen zu können. Hieran sind all die kleinen Bio-Katalysatoren beteiligt, die wir in der Zellular-Medizin so treffend Mikronährstoffe oder auch Zell-Vitalstoffe nennen. Die optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ist der Ansatzpunkt, den Carmine Pilla gewählt hat, um den Spielern seiner Heim-Mannschaft zu einem gesünderen, nachhaltigeren und sportlich aussichtsreicheren Start in der neuen Liga zu verhelfen.
Alle Spieler der Mannschaft von Guardialfiera Calcio haben schon auf ihren Social-Media-Kanälen begeistert über ihre Fortschritte berichtet. Stellvertretend haben wir in dieser Ausgabe die Stimmen von Giuseppe, Alessandro und Lorenzo eingefangen, die sich sehr positiv über den bisherigen Verlauf äußern. Und so tragen alle in der Mannschaft – die Spieler, der Trainer und auch der Fitness-Coach – mit Stolz das goldene Logo der Firma von Dr. Rath auf ihren Trikots, Jacken und Trainingsanzügen sowie auf ihren Sporttaschen. Fußball ist in Italien wirklich eine Herzensangelegenheit.
GUT VERSORGT IM ALTER
Warum Mikronährstoffe für gesundes Altern so wichtig sind
Älterwerden ist ein natürlicher Prozess, doch wie gesund wir altern, liegt zu einem großen Teil in unserer Hand. Dabei spielen ausreichend Bewegung, erholsamer Schlaf, soziale Kontakte, eine ausgewogene Ernährung und natürlich der Verzicht auf Rauchen und Alkohol eine zentrale Rolle. Ein oft übersehener Baustein für ein langes und gesundes Leben ist eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen. Warum sie gerade im Alter so wichtig ist, zeigt dieser Beitrag.
Mit zunehmendem Alter wird eine angemessene Nährstoffversorgung oft zur Herausforderung. Viele ältere Menschen essen und trinken weniger, da ihr Appetit und Durstgefühl nachlassen. Hinzu kommen mitunter Kau- oder Schluckbeschwerden sowie altersbedingte Veränderungen im Magen-Darm-Trakt, in der Leber, den Nieren oder der Bauchspeicheldrüse. Auch Erkrankungen, Krankenhausaufenthalte, eingeschränkte Mobilität oder soziale Isolation können dazu beitragen, dass Senioren im Alltag weniger ausgewogen essen und wichtige Nährstoffe nicht mehr in ausreichender Menge aufnehmen. Zusätzlich können manche Medikamente den Appetit, die Verdauung oder die Aufnahme bestimmter Nährstoffe beeinflussen.
Tückisch ist, dass eine unzureichende Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen nicht sofort auffällt. Im Gegensatz zu Kohlenhydraten, Fetten oder Eiweißen liefern Mikronährstoffe nämlich keine Energie. Fehlen sie, spürt man das nicht von heute auf morgen. Langfristig sind sie jedoch unverzichtbar, da sie zahlreiche Prozesse im Körper unterstützen – vom Energiestoffwechsel über das Immunsystem bis hin zur Funktion von Muskeln, Nerven und Knochen. Gerade im Alter kann eine längere Unterversorgung deshalb spürbare Folgen haben.
Viele Menschen bleiben bis ins höhere Alter hinein körperlich und geistig leistungsfähig. Ein europäischer Vergleich zeigt jedoch auch, dass Deutschland bei der Lebenserwartung hinter vielen anderen westeuropäischen Ländern zurückliegt. Studien des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung und des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung sehen einen wesentlichen Grund dafür in der vergleichsweise hohen Sterblichkeit durch nichtübertragbare Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die eigentlich vermeidbar wären.
Die gute Nachricht ist: Wie wir altern, lässt sich in erheblichem Maße durch unseren Lebensstil beeinflussen. Neben Fitness und sozialen Kontakten spielt die Ernährung eine zentrale Rolle. Dazu gehört auch die gezielte Zufuhr wichtiger Mikronährstoffe.
Weniger Kalorien, gleicher Nährstoffbedarf
Daten zur Ernährung und Gesundheit älterer Menschen zeigen, dass sowohl Übergewicht als auch Mangelbzw. Unterernährung im höheren Lebensalter eine Rolle spielen. Übergewicht ist dabei vor allem in den jüngeren Seniorengruppen weit verbreitet. Eine zentrale Ursache für Überernährung im Alter ist eine unausgeglichene Energiebilanz: Während der Energieverbrauch mit den Jahren häufig sinkt, wird die Energieaufnahme oft nicht entsprechend angepasst.
Eine wichtige Rolle bei der Veränderung des Energieverbrauchs spielt der Grundumsatz, also die Energiemenge, die der Körper im Ruhezustand für lebenswichtige
Funktionen wie Atmung, Herzschlag und Temperaturregulation benötigt. Dieser kann mit den Jahren sinken, vor allem wenn stoffwechselaktive Muskelmasse verloren geht. Bei Frauen können hormonelle Veränderungen nach der Menopause zusätzlich dazu beitragen, dass der Fettanteil steigt und Muskelmasse abgebaut wird. Bewegen sich ältere Menschen darüber hinaus weniger, fällt auch der gesamte Energieverbrauch geringer aus. Dadurch sinkt der Energiebedarf.
Zwar verringert sich mit dem abnehmenden Energiebedarf auch die benötigte Kalorienmenge, doch der Bedarf an wichtigen Nährstoffen bleibt weitgehend bestehen und kann in vielen Situationen sogar erhöht sein. Das bedeutet für die Ernährung im Alter: Jede Mahlzeit sollte möglichst viele Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Eiweiß und weitere wichtige Nährstoffe liefern, aber nur wenige Kalorien.
Warum der Körper im Alter ausreichend Nährstoffe braucht
Mikronährstoffe sind für den Stoffwechsel unserer Zellen von grundlegender Bedeutung, denn sie erfüllen im Körper zahlreiche Aufgaben. Dazu zählen zum Beispiel
ihre Funktion als Cofaktoren im Energiestoffwechsel, die Unterstützung des Immunsystems, ihre Beteiligung an Auf- und Abbauprozessen sowie ihr Beitrag zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress. Da sich diese Prozesse im Laufe der Jahre verändern, wird eine gute Mikronährstoffversorgung im höheren Lebensalter umso wichtiger.
So kann beispielsweise die Insulinempfindlichkeit mit der Zeit abnehmen, wodurch der Körper Zucker weniger effizient reguliert. Gleichzeitig treten niedriggradige Entzündungsprozesse mit zunehmendem Alter häufiger auf – also stille, chronische Entzündungsreaktionen, die den Körper langfristig belasten können. Auch der Hormonhaushalt verändert sich, da Wachstums- und Sexualhormone im Alter oft nur noch in geringeren Mengen gebildet werden.
Hinzu kommt, dass die Mitochondrien – die „Kraftwerke“ unserer Zellen – im Alter häufig weniger effizient arbeiten. Das kann sich auf die Energie, die Muskelkraft und die Regenerationsfähigkeit auswirken. Auch die Immunabwehr verändert sich mit den Jahren, sodass Infekte häufiger auftreten oder schwerer verlaufen können.
Viele ältere Menschen machen sich auch Sorgen um das Nachlassen ihrer geistigen Leistungsfähigkeit – nicht zuletzt, weil die konventionellen Behandlungsmöglichkeiten bei Demenzerkrankungen eher nur symptomorientiert sind und das Fortschreiten der Demenz nicht verhindern können. Dahinter stecken altersbedingte Veränderungen des Gehirns und des Nervensystems. Diese wirken sich auf das Gedächtnis, die Konzentration, die Reaktionsgeschwindigkeit und die mentale Belastbarkeit aus.
In all diesen Bereichen ist eine gute Zufuhr von Mikronährstoffen wichtig. Auch wenn sie den Körper nicht jünger macht, kann sie ihm doch dabei helfen, mit altersbedingten Veränderungen besser zurechtzukommen. Welche Mikronährstoffe im höheren Lebensalter besonders wichtig sind, zeigt der nächste Abschnitt.
Vitamine, die im Alter besonders wichtig sind
Die Vitaminversorgung älterer Menschen ist meist unzureichend – und das selbst gemessen an den eher konservativen Referenzwerten offizieller Fachgesellschaften. Als potenziell minderversorgt gelten in Fachkreisen insbesondere folgende Mikronährstoffe:
Vitamin B12 ist wichtig für die Nervenfunktion und die Bildung roter Blutkörperchen. Im Alter kann es
jedoch schwieriger werden, den Körper ausreichend damit zu versorgen. Denn bevor Vitamin B12 verwertet werden kann, muss es im Magen aus der Nahrung freigesetzt und anschließend an den sogenannten Intrinsic Factor gebunden werden. Dieses Protein wird in der Magenschleimhaut gebildet und ermöglicht die Aufnahme von Vitamin B12 im Dünndarm. Altersbedingte Veränderungen der Magenschleimhaut können dazu führen, dass weniger Magensäure zur Verfügung steht und die Bildung des Intrinsic Factors nachlässt. Dadurch kann die Aufnahme von Vitamin B12 gestört werden. Chronische Magenschleimhautentzündungen sowie bestimmte Medikamente, wie beispielsweise Magensäureblocker, können diesen Prozess zusätzlich erschweren.
Neben Vitamin B12 sollte im Alter auch auf die ausreichende Zufuhr von Folat geachtet werden. Das B-Vitamin ist wichtig für die Zellteilung, die Blutbildung und den
Homocystein-Stoffwechsel. Viele Erwachsene erreichen die empfohlene Zufuhr von Folat nicht. Bei Senioren können Kau- und Schluckbeschwerden oder eine eingeschränkte Lebensmittelauswahl die Versorgung zusätzlich erschweren. Eine unzureichende Versorgung mit Folat kann erhöhte Homocysteinwerte begünstigen. Diese werden mit einem höheren Risiko für HerzKreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle in Verbindung gebracht.
Vitamin C ist an zentralen Schutzund Reparaturprozessen im Körper beteiligt. Als Antioxidans trägt es dazu bei, Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Zugleich wird es für die Bildung von Kollagen benötigt – dem wichtigsten Strukturprotein für Haut, Gefäße, Bindegewebe und Knochen. Gerade im Alter ist es sinnvoll, die Kollagenbildung zu unterstützen, weil Gewebestrukturen an Elastizität und Stabilität verlieren. Auch für Wundheilung, Regeneration und Immunabwehr braucht der Körper ausreichend Vitamin C.
Vitamin D unterstützt die Aufnahme von Calcium und trägt somit zum Erhalt normaler Knochen bei. Deshalb ist es wichtig, dass der Körper mit beiden Mikronährstoffen ausreichend versorgt ist. Im Alter wird die Versorgung mit Vitamin D jedoch schwieriger: Die Haut bildet bei gleicher Sonneneinstrahlung weniger Vitamin D, viele ältere Menschen halten sich seltener im Freien auf und der Bedarf lässt sich nur begrenzt über Lebensmittel decken. Dadurch steigt das Risiko einer unzureichenden Versorgung.
Auch Vitamin E verdient im Alter Aufmerksamkeit. Als fettlösliches Vitamin wirkt es im Körper antioxidativ und schützt Zellmembranen sowie empfindliche Fettsäuren vor oxidativen Schäden. Da oxidative Prozesse mit zunehmendem Alter vermehrt auftreten können, ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin E wichtig für den Zellschutz.
Mineralstoffe: wichtig für Knochen, Muskeln und Nerven
Wenn es um gesundes Altern geht, sind Mineralstoffe nicht weniger wichtig. Calcium steht dabei oft im Vordergrund, denn es trägt zur Stabilität von Knochen und Zähnen bei. Das ist besonders relevant, weil die Knochendichte mit den Jahren abnimmt. Darüber hinaus wird Calcium für die Signalübertragung zwischen Nervenzellen und die Blutgerinnung benötigt.
Magnesium trägt zu einer normalen Muskel- und Nervenfunktion bei und unterstützt somit Prozesse, die für das Zusammenspiel von Muskelanspannung und -entspannung wichtig sind. Zugleich ist der Mineralstoff am Erhalt normaler Knochen beteiligt.
Kalium unterstützt die Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks und ist wichtig für die Funktion von Nerven und Muskeln. Als wichtiger Elektrolyt hilft Kalium dabei, die elektrische Erregbarkeit von Nerven- und Muskelzellen aufrechtzuerhalten. Im höheren Lebensalter sollte die Versorgung im Blick bleiben, weil Blutdruckprobleme
häufiger auftreten und bestimmte Medikamente den Kaliumhaushalt verändern können.
Wichtig: Laut aktuellen Daten zur Nährstoffzufuhr im Alter gelten die genannten Mikronährstoffe als besonders kritisch. Für ein langes Leben bei guter Gesundheit ist jedoch eine möglichst kontinuierliche Multi-Versorgung aller Körperzellen mit den wichtigsten Mikronährstoffen entscheidend. Dazu gehören Vitamine – allen voran Vitamin C –, Aminosäuren, Mineralien, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe aus hochwertigen Pflanzenextrakten. Im Grundkurs der Zellular-Medizin sind die Grundsätze für eine optimale Zellversorgung dargestellt und in einfachen Worten erklärt. Mehr dazu unter: https:// dr-rath-education.org/de/elearning/
Auf Proteine, Ballaststoffe und Omega-3 achten!
Neben Vitaminen und Mineralstoffen benötigt der Körper im Alter auch ausreichend Eiweiß (Protein), Ballaststoffe und hochwertige Fette. Eiweiß besteht aus Aminosäuren, die der Körper unter anderem für den Aufbau und Erhalt von Zellen, Gewebe und Muskeln benötigt. Einige Aminosäuren kann der Körper nicht selbst bilden; sie müssen deshalb regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden.
Gerade im Alter ist eine ausreichende und regelmäßige Eiweißzufuhr wichtig, um dem Verlust von Muskelmasse entgegenzuwirken. Denn mit den Jahren reagiert die Muskulatur oft weniger empfindlich auf die Eiweißzufuhr und nutzt die aufgenommenen Aminosäuren weniger effizient für den Aufbau und Erhalt von Muskelprotein. Zusammen mit regelmäßiger Bewegung und Krafttraining kann eine angemessene
Exkurs: Warum strenge Diäten im Alter riskant sein können
Wie bereits erwähnt, ist Übergewicht unter jüngeren Senioren weit verbreitet. Eine Gewichtsreduktion kann deshalb aus medizinischer Sicht sinnvoll sein – zum Beispiel, um Blutzucker und Blutdruck zu verbessern oder die Gelenke zu entlasten. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Wer zu schnell oder zu stark abnimmt, verliert nicht nur Fett, sondern auch Muskelmasse. In der Folge können Kraft, Gleichgewicht und Mobilität nachlassen. Damit steigt auch das Sturzrisiko.
Im höheren Lebensalter kann eine Gewichtsabnahme außerdem schnell zu Versorgungslücken führen – vor allem, wenn die Mahlzeiten stark verkleinert oder ganze Lebensmittelgruppen gestrichen werden. Dann spart man nicht nur Kalorien ein, sondern oft auch genau die Nährstoffe, die der Körper benötigt, um leistungs- und widerstandsfähig zu bleiben. Von solchen Nährstoffdefiziten können beispielsweise die Knochen und das Immunsystem betroffen sein.
Proteinzufuhr helfen, Muskelmasse, Kraft und Mobilität zu erhalten.
Ballaststoffe unterstützen die Verdauung, helfen bei der Regulation von Blutzucker und Cholesterin und dienen nützlichen Darmbakterien als Nahrung. Da viele ältere Menschen unter Verdauungsproblemen und Verstopfung leiden, sollten sie besonders auf eine ballaststoffreiche Ernährung achten. Damit Ballaststoffe ihre Wirkung gut entfalten können, ist es außerdem wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und sich regelmäßig zu bewegen.
Auch gesunde Fettsäuren sollten im Alter regelmäßig verzehrt werden. Eine wichtige Gruppe sind die Omega-3-Fettsäuren: Sie gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren und werden mit der Gesundheit von Herz, Gefäßen und Gehirn in Verbindung gebracht. Zudem sind sie an der Regulation von Entzündungsprozessen beteiligt.
Die Knochendichte nimmt dann noch schneller ab und das Osteoporoserisiko steigt. Zugleich besteht die Gefahr, dass Infekte häufiger auftreten oder schwerer verlaufen.
Kurz gesagt: Größere Ernährungsumstellungen sollten im Alter immer zur gesundheitlichen Situation und zur Medikation passen. Wenn wichtige Nährstoffe über die Ernährung nicht ausreichend aufgenommen werden, kann eine gezielte Ergänzung sinnvoll sein.
Tipps für die Ernährung im Alter
Zentrales Ziel der Ernährung im Alter ist eine bedarfsgerechte Versorgung mit Energie und Nährstoffen. Sie trägt dazu bei, die Gesundheit zu unterstützen und sowohl Überals auch Mangelernährung vorzubeugen. Grundsätzlich gelten dabei ähnliche Empfehlungen wie für jüngere Erwachsene: Die tägliche Ernährung sollte abwechslungsreich, bunt und pflanzenbetont sein.
Ein großer Teil der Mahlzeiten sollte aus pflanzlichen Lebensmitteln bestehen. Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse, Samen sowie hochwertige Pflanzenöle wie Oliven- oder Rapsöl liefern viele wichtige Vitamine,
Referenzen
Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Sie tragen somit wesentlich zu einer guten Versorgung im Alter bei. Auf dem Speiseplan sollten außerdem regelmäßig geeignete Eiweißquellen stehen, zum Beispiel Milchprodukte, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte oder mageres Fleisch. Wichtig ist auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr über den Tag verteilt.
Zurückhaltender verzehrt werden sollten dagegen stark gesalzene Lebensmittel, sehr zucker- oder fettreiche Produkte, gesüßte Getränke, Alkohol, Wurstwaren, stark verarbeitete Fleischprodukte, Fast Food und Fertiggerichte. Sie enthalten oft viel Zucker, ungünstige Fette und Salz, liefern jedoch vergleichsweise wenige Mikronährstoffe.
Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. (22. Mai 2024). Deutschland fällt bei Lebenserwartung in Westeuropa weiter zurück [Pressemitteilung]. https://www.bib.bund.de/DE/ Presse/Mitteilungen/2024/2024-05-22-Deutschland-faellt-beiLebenserwartung-in-Westeuropa-weiter-zurueck.html
Deutsche Gesellschaft für Ernährung. (o. D.). Körperzusammensetzung und kritische Nährstoffe im Alter. Abgerufen am 18. Mai 2026, von https://www.dge.de/ gesunde-ernaehrung/gezielte-ernaehrung/aeltere-menschen/ koerperzusammensetzung-und-kritische-naehrstoffe-im-alter/
Deutsche Gesellschaft für Ernährung. (2025). Essen und Trinken im Alter (3. Aufl.). https://www.fitimalter-dge.de/fileadmin/user_ upload/medien/Essen_und_Trinken_im_Alter.pdf
Im Alter kann es sinnvoll sein, den Mikronährstoffstatus regelmäßig überprüfen zu lassen. Das ist besonders dann wichtig, wenn die Nährstoffaufnahme durch Appetitlosigkeit, Verdauungsprobleme, Erkrankungen oder eine gestörte Resorption eingeschränkt ist. Auch Kau- oder Schluckprobleme können die Versorgung erschweren. Oft werden dann aus Vorsicht härtere Lebensmittel wie rohes Gemüse, bestimmte Obstsorten, Nüsse oder Vollkornprodukte gemieden. Dadurch entfallen viele nährstoffreiche Lebensmittel und die Ernährung wird einseitiger. In solchen Situationen ist eine gezielte Ergänzung mit wichtigen Mikronährstoffen umso sinnvoller.
Jasilionis, D. et al. (2023). The underwhelming German life expectancy. European Journal of Epidemiology, 38, 839–850. https://doi.org/10.1007/s10654-023-00995-5
Max Rubner-Institut. (2008). Nationale Verzehrsstudie II: Ergebnisbericht, Teil 2. Die bundesweite Befragung zur Ernährung von Jugendlichen und Erwachsenen. https://www.mri.bund.de/ fileadmin/MRI/Institute/EV/NVSII_Abschlussbericht_Teil_2.pdf
Weber, P. (23. August 2022). Rolle der Vitamine im Alter – Evidenz und praktische Umsetzung. Thieme Natürlich Medizin. https:// natuerlich.thieme.de/therapieverfahren/naehrstofftherapie/ detail/rolle-der-vitamine-im-alter-evidenz-und-praktischeumsetzung-564
MIKRONÄHRSTOFFE AUF REISEN
Diese Vitamine und Mineralstoffe sollten Sie im Urlaub nicht vergessen
Sommerurlaub bedeutet für viele: neue Orte entdecken, fremde Spezialitäten genießen, ausschlafen und einfach entspannen. Doch wenn der Alltag pausiert, verändern sich oft auch gewohnte Routinen – und damit gerät die Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen schnell aus dem Blick. Welche sind auf Reisen besonders wichtig – und wie lässt sich unterwegs eine gute Nährstoffversorgung sicherstellen?
Warum Mikronährstoffe auch im Urlaub wichtig sind
Mehr körperliche Aktivität erhöht den Nährstoffbedarf. Im Urlaub sind viele Menschen aktiver. Wanderungen, Radtouren, Outdoor-Sport oder auch ausgedehntes Sightseeing stehen dann vermehrt auf dem Programm. Das ist gut für den Körper, erhöht aber auch den Bedarf an Elektrolyten, die durch das Schwitzen verloren gehen. Elektrolyte, darunter zum Beispiel
Magnesium, helfen dabei, die über den Schweiß verlorenen Mineralstoffe wieder auszugleichen. Gleichzeitig kann Magnesium den Schlaf unterstützen und helfen, Muskelkrämpfen vorzubeugen.
Auch ein ausgewogenes Verhältnis von Kalium und Natrium ist bei viel Bewegung und Wärme wichtig,
unter anderem für den Flüssigkeitshaushalt, die Muskelfunktion und einen regelmäßigen Herzschlag. Mehr körperliche Aktivität erhöht außerdem den Bedarf an B-Vitaminen, Vitamin C, Carnitin und Taurin, die an der Energieproduktion beteiligt sind und die Herz- sowie Muskelfunktion unterstützen.
Verdauungsprobleme im Urlaub sind keine Seltenheit. Auf Reisen geraten unsere Essenszeiten und Ernährungsgewohnheiten schnell durcheinander: Wir nehmen Mahlzeiten unregelmäßiger ein, essen ungewohnte Lebensmittel und greifen manchmal auch zu Fast Food. Dies kann die Verdauung belasten. In solchen Fällen können Probiotika und Ballaststoffe dabei helfen, die Verdauung zu unterstützen und das Darmwohlbefinden unterwegs zu fördern.
Reisen kann den Körper belasten. Neue Orte zu entdecken macht Spaß – doch Zeitverschiebungen, wenig Schlaf oder lange Abende können uns ganz schön aus dem Gleichgewicht bringen. Hinzu kommt, dass wir unterwegs oft viele Stunden in Flugzeugen, Bussen oder an belebten Orten verbringen, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen. Das kann die Immunabwehr beanspruchen.
Umso wichtiger ist es, das Immunsystem auf Reisen gezielt zu unterstützen. Mikronährstoffe wie Vitamin C, B6 und B12 sowie Zink und Selen tragen zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Zusammen mit ausgewählten pflanzlichen Inhaltsstoffen und Extrakten können sie dabei helfen, unterwegs widerstandsfähig zu bleiben.
Mikronährstoffe werden im Körper laufend für wichtige Funktionen benötigt. Da viele von ihnen nicht oder nur begrenzt gespeichert werden können, ist eine kontinuierliche Versorgung wichtig. Vitamin D ist dafür ein gutes Beispiel: Zwar kann der Körper es mithilfe von Sonnenlicht selbst bilden, doch nicht jeder verbringt den Sommer überwiegend in der Sonne. Viele Menschen halten sich bewusst im Schatten auf, verbringen Zeit in klimatisierten Räumen oder schützen ihre Haut mit Sonnencreme. All das kann die körpereigene Vitamin-D-Synthese beeinflussen. Deshalb sollte man auch im Urlaub auf eine gute Vitaminversorgung achten.
Praktische Tipps für die Mikronährstoffversorgung unterwegs
Im Urlaub ist eine optimale Mikronährstoffversorgung nicht immer leicht: Veränderte Essgewohnheiten und unregelmäßige Mahlzeiten können schnell zu Versorgungslücken führen. Hinzu kommt der weit verbreitete Trugschluss, dass wir uns im Sommer automatisch gesünder ernähren, weil wir vermehrt zu leichteren Speisen greifen. Eine bewusste, ausgewogene Ernährung in Kombination mit einer ergänzenden Mikronährstoffzufuhr hilft dabei, den Körper auf Reisen gut zu unterstützen.
Am Reisetag lohnt es sich, gesunde Snacks für unterwegs vorzubereiten. So ist man nicht ausschließlich auf das Fast-Food-Angebot am Flughafen, Bahnhof oder an der Raststätte angewiesen. Gut geeignet sind belegte Vollkornbrote, Wraps, hartgekochte Eier, Naturjoghurt, kleingeschnittenes Obst, Gemüsesticks, Nüsse oder Lunchboxen mit Reis, Hülsenfrüchten oder Salat. Diese halten lange satt und liefern wichtige Nährstoffe.
Achten Sie auf Reisen und am Urlaubsdomizil auch darauf, genug zu trinken, um bei Hitze, langen Touren oder
sportlicher Betätigung nicht zu dehydrieren. Alkohol ist dabei keine gute Wahl, auch wenn im Urlaub der ein oder andere Cocktail am Strand lockt. Wählen Sie stattdessen mineralstoffreiches Wasser oder elektrolythaltige Getränke.
Außerdem hilft im Urlaub etwas Struktur: Drei ausgewogene Mahlzeiten über den Tag verteilt sowie ein bis zwei kleine Snacks zwischendurch können dazu beitragen, den gewohnten Rhythmus beizubehalten. Besonders ballaststoffreiche Lebensmittel und ergänzende Ballaststoff-Präparate sind auf Reisen sinnvoll, da langes Sitzen auf dem Weg zum Urlaubsdomizil, ungewohnte Mahlzeiten vor Ort oder ein anderer Tagesrhythmus die Verdauung aus dem Gleichgewicht bringen können.
Meist zeigt sich am Hotelbuffet schnell, dass es im Urlaub nicht
immer leicht ist, den Vorsatz einer ausgewogenen Ernährung beizubehalten. Häufig dominieren verarbeitete und konservierte Speisen, während frische, nährstoffreiche Optionen nur begrenzt zur Verfügung stehen. Der Bedarf an lebenswichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen lässt sich daher auf Reisen meist nicht allein über die Ernährung decken. Umso wichtiger kann unterwegs ein Multinährstoffpräparat als ergänzende Unterstützung sein.
Das gilt vor allem dann, wenn Sie einen erhöhten Bedarf an Mikronährstoffen haben – etwa im höheren Alter oder während der Schwangerschaft, wenn Sie gesundheitlich eingeschränkt sind oder wenn Sie Ihren Körper durch intensives Training oder körperliche Betätigung stark fordern. In solchen Momenten kommt es ganz besonders auf eine gezielte Mikronährstoffversorgung an.
Damit dabei nichts schiefgeht, lohnt es sich auf Reisen auch an die richtige Aufbewahrung zu denken: Präparate für die tägliche Einnahme gehören am besten ins Handgepäck und sollten trocken, geschützt und idealerweise in der Originalverpackung aufbewahrt werden. Alternativ kann eine Pillenbox oder ein Tablettenorganizer helfen, die Kapseln für die gesamte Reisedauer in Tagesportionen zu sortieren und sicher zu transportieren.
Fazit: Ob beim Frühstück im Hotel, beim Snacken am Strand oder beim Abendessen im Restaurant: Wer auf Reisen bewusst und ausgewogen isst und Mikronährstoffe gezielt ergänzt, versorgt den Körper mit wichtigen Mikronährstoffen, bleibt leistungsfähig und unterstützt die Verdauung. So lassen sich auch Heißhunger und Energietiefs besser vermeiden – und der Urlaub kann in vollen Zügen genossen werden.
Viel Spaß im Urlaub und bleiben Sie gesund!
ZitronenCouscous
Liefert energiereiche Kohlenhydrate sowie B-Vitamine, Vitamin C und Mineralstoffe!
An warmen Tagen und bei Hitze sinkt die Lust auf schweres Essen. Dieser mediterrane Zitronen-CouscousSalat ist ein klassisches Sommergericht. Er ist schnell zubereitet, leicht und erfrischend und lässt sich sowohl kalt als auch lauwarm genießen.
Zutaten (2 Portionen)
• 200 g Couscous
• 250 ml Gemüsebrühe
• 1 Gurke
• 10–15 Cherrytomaten
• 1 Zitrone
• 2–3 EL Olivenöl
• Salz, Pfeffer
• optional: Petersilie oder Minze
Zubereitung (ca. 10–15 Minuten)
1. Couscous in eine Schüssel geben, mit heißer Gemüsebrühe übergießen und ca. 5 Minuten quellen lassen.
2. In der Zwischenzeit Gurke und Tomaten klein schneiden.
3. Couscous mit einer Gabel auflockern und das Gemüse unterheben.
4. Mit Zitronensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer abschmecken und nach Wunsch mit Kräutern verfeinern.
Olten: Martina und Peter Kehr, Sprechstunde und telefonische Beratung: Mo. bis Fr. von 8 bis 10 Uhr, Tel.: 062 296 88 50, E-Mail: kehr@kehr.ch
Sie sind Allianz-Mitglied und möchten für Interessierte erreichbar sein? Dann senden Sie Ihre Telefonnummer und/ oder E-Mail-Adresse an rathinternational@rath-eduserv.com.
„Ich hatte keine Lust auf den Tod“
Erfolgsbericht von Hans W. Diel
Ich habe ihn zweimal erlebt, den plötzlichen Herztod. Mit viel Glück und dank sofortiger Reanimationsbemühungen erfahrener Ersthelfer bin ich ins Leben zurückgekehrt. Nur ungern denke ich daran zurück, aber die traumatisch bedingten Erinnerungen an diese Nahtoderfahrungen lassen sich nur schwer verdrängen.
Die Ärzte konnten mir nach den beiden Herzinfarkten, die ich erlitten hatte, keine Hoffnung auf Heilung machen. Ihre Prognosen waren aufgrund einer fortgeschrittenen koronaren Herzerkrankung schlecht. Sie hatten mir gesagt, dass ich mich angesichts meiner verstopften Herzkranzgefäße damit abfinden müsste, „nicht mehr so lange zu leben“. Ich hatte aber keine Lust mehr auf den Tod, der mich schon zweimal ereilt hatte.
Obwohl mir die Klinikärzte und Kardiologen androhten, ich würde sie sehr schnell wieder in der Klinik wiedersehen, wenn ich mich nicht an ihre Anweisungen halte, entschloss ich mich zu diesem Zeitpunkt, auf die
zahlreich verordneten Medikamente zu verzichten und stattdessen mit einer orthomolekularen bzw. Mikronährstofftherapie die Heilung meiner Herzerkrankung zu versuchen. Auf diesen Weg hat mich insbesondere auch Dr. Matthias Rath gebracht, von dem ich am meisten gelernt habe. Ich bin sicher, damit mein Leben gerettet zu haben. Mittlerweile zumindest schon für zehn Jahre. Deshalb gebührt Dr. Rath mein größter Dank.
Was ich mit meinem zunächst auf fünf Jahre befristeten Selbstversuch begonnen habe, ist heute für mich zur andauernden Selbstverständlichkeit geworden. Die von Dr. Rath und Dr. Linus Pauling empfohlenen orthomolekularen Substanzen zur Therapie kardiovaskulärer Erkrankungen sind zum festen Bestandteil meiner täglichen Nahrungsergänzung geworden – und meine ganze Familie hat sich dem angeschlossen. Kontrolliert durch regelmäßige Messungen, gebe ich meinem Körper das, was er braucht, und er bedankt sich dafür mit zunehmender Gesundheit und Lust am Leben.
Die Liste der damit erreichten Erfolge ist erstaunlich und unfassbar für die Akteure der Lehrbuchmedizin, die leitliniengerecht und leitliniengebunden nur die betroffenen Organe und die Symptome behandeln, nicht den ganzen Menschen:
• Meine Herzerkrankung hat sich deutlich verbessert.
• Mein als Folge der Erkrankung erhöhter Lipoprotein(a)-Wert hat sich um mehr als 55 Prozent reduziert. Ich lasse den Wert jetzt nur noch gelegentlich messen. Er liegt aktuell bei 40 mg/dl (das entspricht etwa 84 nmol/l) und damit unter dem von den internationalen Fachgesellschaften empfohlenen Schwellenwert (50 mg/dl bzw. 105 nmol/l).
• Meine Leistungsfähigkeit ist kaum eingeschränkt, obwohl mir die Kardiologen eine Herzinsuffizienz diagnostiziert hatten. Ich mache zwar keine Ultraläufe über 100 km mehr, bewältige aber ohne Probleme jeden Tag 5 bis 10 km mit meinen Walkingstöcken und ergänze das durch tägliches hochintensives Muskeltraining. Darüber staunen die Ärzte.
• Vitiligo („Weißfleckenkrankheit“), eine Pigmentstörung der Haut, gilt als Autoimmunerkrankung
• Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen
• Erkältungskrankheiten und Grippe
• Schilddrüsenerkrankung (Hashimoto-Thyreoiditis mit Schilddrüsenunterfunktion)
Es kann kein reiner Zufall sein, dass sich all diese Erfolge ergeben haben, nachdem ich meine Versorgung mit essentiellen Zell-Vitalstoffen optimiert und bestehende Nährstoffmängel ausgeglichen habe. Deshalb ist zu vermuten, dass es einen Zusammenhang zwischen den Nährstoffdefiziten und den aufgezählten, zum Teil sogar als unheilbar geltenden Krankheiten geben muss. Das wird nicht nur durch eine Vielzahl von Studien belegt, sondern auch von damit vertrauten Ärzten und Patienten bestätigt, die ähnliche Erfolge mit der Anwendung orthomolekularer Medizin erreicht haben.
Zum Autoren: Hans W. Diel ist 78 Jahre alt und seit mehr als 10 Jahren Mitglied der Dr. Rath Gesundheitsallianz. Er gehört außerdem zum deutschen Team des Orthomolecular Medicine News Service (OMNS).
• Ich habe keine Angina-pectoris-Beschwerden, keine Atemnot, keine Palpitationen (Herzrasen, Herzklopfen) und auch keine Durchblutungsstörungen mehr. Früher habe ich bei Kälte oft blaue Fingernägel bekommen, das ist jetzt nicht mehr der Fall.
Ganz nebenbei hat sich dazu im Laufe der Therapie eine Reihe von zusätzlichen Heilungserfolgen, quasi als „Nebenwirkungen“, ergeben. Die Liste umfasst folgende Erkrankungen, an denen vorher die Ärzte allesamt mit ihren Behandlungen gescheitert waren:
• Raynaud-Syndrom (eine schmerzhafte Durchblutungsstörung, die vorwiegend in den Fingern auftritt)
Noch eine Anmerkung zur Frage nach irgendwelchen Nebenwirkungen anderer Art, wie sie etwa bei Medikamenten der Pharmamedizin auftreten: Derartige Nebenwirkungen habe ich in meinem mittlerweile zehn Jahre andauernden Selbstversuch mit Vitaminen und anderen natürlichen Substanzen, trotz aller Androhungen der Klinikärzte, nie erlebt. Weder bei den hochdosierten Vitaminen, noch bei den Mineralstoffen oder den Aminosäuren. Ich bin nicht daran gestorben und auch in keiner Weise krank geworden. Keine Nierenschäden, keine Nierensteine, kein allergischer Schock, keine toxischen Wirkungen oder sonst was. Absolut nichts von alledem, was mir angedroht worden ist.
Hans W. Diel
Die „Große Koalition der Versprechen“ schickt sich an, eine Reform der Sozialsysteme in Gang zu setzen. Dazu treibt sie der schiere Druck der Notwendigkeit. Denn die Abgabenlast läuft in Deutschland aus dem Ruder. Erkennbar schon seit Jahrzehnten. Und so steht dieses Land neben den USA zwar an der Spitze der teuersten Gesundheitssysteme, allerdings, ohne dass die Versorgung effektiver wäre, also ein Mehr an Gesundheit liefern würde. Im Gegenteil: Nach dem Prinzip des Geschäfts mit der Krankheit werden systematisch die Profitinteressen mächtiger „Leistungserbringer“ im System bedient, allen voran jene der Pharmaindustrie.
Bezeichnenderweise gelang es den politischen Handlangern, im Zuge der Pandemiejahre die Ausgabenwut noch einmal extrem zu steigern. Eine beispiellose Plünderung öffentlicher Haushalte. Versucht nun also die Regierung, mit vollmundigen Ankündigungen den Eindruck zu erwecken, sie werde an dieser Klientelpolitik rütteln und die gebotenen Einsparmaßnahmen gerecht auf alle Schultern verteilen, sollte niemand so naiv sein, dem Glauben zu schenken. Aus diesem Dilemma ist von Seiten der Regierung kein Ausweg zu erwarten. Wohl aber durch das Handeln der Betroffenen – uns allen!
Es sind Zusammenhänge, die man einem Kind im Grundschulalter problemlos erklären kann. Dass man auf Dauer nicht mehr Geld ausgeben kann, als hereinkommt, ist leicht begreiflich. Das gilt auch, wenn es sich um eine Institution wie die Sozialversicherung handelt. Mag sich der Gesetzgeber angesichts wachsender Kosten auch seit Jahrzehnten kreativ darum bemühen, deren Einnahmeseite auszureizen, so bewirkt dies doch zwangsläufig ein immer stärkeres Aufreißen der Schere zwischen den Einkommen der Beitragszahler und
den von ihnen zu leistenden Sozialabgaben. Was für den Einzelnen zu weniger Kaufkraft führt, bedeutet aus Firmensicht, dass Deutschland als Standort für Unternehmen unattraktiver wird, denn in Form der Lohnnebenkosten verteuern diese Abgaben ans Sozialsystem den Faktor Arbeit.
Will man wirksam tätig werden, fängt man am besten bei den stärksten Kostentreibern an. Im Vordergrund stehen hier die Aufwendungen für die Krankenversicherung – gesetzlich wie privat.
Die Gesundheitsausgaben haben sich gegenüber den Nominallöhnen innerhalb von drei Dekaden mehr als verdoppelt. Berücksichtigt man noch die Inflation und zieht die Reallöhne heran, ist sogar mehr als eine Verdreifachung zu verzeichnen (Abb. 1). Wird diese Entwicklung nicht korrigiert, ist der Ausgang absehbar: Das geldverschlingende System fährt gegen die Wand! Im kommenden Jahr (2027) wird die Deckungslücke der gesetzlichen Krankenkassen auf 15,3 Milliarden Euro angegeben. Bis 2030 wird sich das Defizit auf
Abb. 1: Nicht von ungefähr klaffen die Einkommen und die Ausgaben für Gesundheit immer stärker auseinander. Deutschland zählt zu den Ländern mit den teuersten Gesundheitssystemen. Doch bekommen wir auch, was außen draufsteht? – Datengrundlage: Statistisches Bundesamt (destatis).
Ausgaben für Arzneimittel gehören neben Krankenhausbehandlungen zu den größten Kostentreibern im Gesundheitssystem.
über 40 Milliarden Euro ausweiten, sagen Gesundheitsökonomen voraus. Nachvollziehbar also, dass die Notwendigkeit von Reformen derzeit heiß diskutiert wird. Vom großen Wurf ist die Rede. Vom Bohren des dicksten aller Bretter. Eine historische Sozialstaatsreform soll her! Manche Politiker werfen sogar eine „Agenda 2030“ in den Ring. Die Koalition will – sie muss! – etwas bewegen. Am Ergebnis, nicht an ihren Versprechen, wird sie zu messen sein.
Vorsichtiger gibt sich die zuständige Bundesgesundheitsministerin, Nina Warken. Wohl, um sich nicht gleich selbst die Finger zu verbrennen, wurde von ihr im September 2025 eine „FinanzKommission Gesundheit (FKG)“ ins Rennen geschickt. Deren Aufgabe: Vorschläge erarbeiten zur Beitragsstabilisierung der Krankenversicherung. Als Kürzungsziel rief Warken knapp 30 Milliarden Euro
aus. Die FKG legte Ende März ihren Bericht mit 66 Empfehlungen vor. Nicht alle Vorschläge dieses „guten Werkzeugkastens“ würden jedoch übernommen, hieß es von der Ministerin, und so schraubte sie das Einsparvolumen kurzerhand auf 20 Milliarden, später auf 16,3 Milliarden Euro, herunter.
Der Fokus der Bundesregierung liege auf kurzfristig wirksamen Maßnahmen. Strukturreformen, die nehme man sich für den Herbst vor. Vorerst stehen Einschnitte im Raum bei der beitragsfreien Mitversicherung von erwerbslosen Eheund Lebenspartnern (Einsparungen von maximal 4,8 Mrd. Euro). Von der Erhöhung der Alkohol- und Tabaksteuer sowie von der Einführung einer gestaffelten Steuer auf zuckergesüßte Erfrischungsgetränke verspricht man sich eine gesundheitslenkende Wirkung, während ein Teil der Einnahmen bereits anderweitig
verplant ist. Abgerückt ist das Bundeskabinett hingegen vom Vorschlag der vollständigen Übernahme der Versicherungskosten für Grundsicherungsempfänger durch den Bund, obwohl hier das erkennbar größte Einsparpotenzial läge (gut 12 Mrd. Euro). Das aber sei vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage nicht darstellbar, argumentierte die Regierung bei der Vorstellung ihres Reformentwurfs.
Im Budget für 2027 fehlten ohnehin noch 20 Milliarden Euro. Entsprechend schob das Kabinett Ende April sogar die Ankündigung hinterher, den Bundeszuschuss aus Steuermitteln um 2 Milliarden Euro kürzen zu wollen. Dieser Zuschuss dient vordergründig zum Ausgleich der sogenannten versicherungsfremden Leistungen, die gegenwärtig von „den Kassen“ (den Beitragszahlern) übernommen werden. Schwindet dieser Zuschuss, müssten die gesetzlich Versicherten künftig noch mehr dieser Kosten übernehmen, die eigentlich von allen Steuerzahlern zu finanzieren wären.
Die Ressortchefin verteidigte die geplante Aufteilung der Belastungen:
Die Botschaft müsse sein, „dass wir seit Jahren über unsere Verhältnisse gelebt haben, in der gesetzlichen Krankenversicherung“! Unklar, wen sie mit „wir“ genau im Sinn hat. Sind es die Patienten? Sind es die Landärzte mit 14-Stunden-Tag? Sind es die mäßig entlohnten Pflegekräfte? Jedenfalls macht Warken keinen Hehl daraus, dass sie die Pharmabranche als Schlüsselindustrie nicht zu hart angehen wollte. Es stünden Arbeitsplätze auf dem Spiel, so das
altbekannte Totschlagargument. Dabei kann ihr nicht entgangen sein, dass gerade die Ausgaben für Arzneimittel, neben denen für Krankenhausbehandlungen, als die größten Kostentreiber im Gesundheitssystem gelten (vgl. Abb. 2). Der Vorwurf, dass die Regierung die Einsparmaßnahmen sehr unausgewogen auf die Schultern der Beteiligten zu verteilen gedenke,
unausweichlichen Personalabbau und sieht bei der Neuausrichtung der Krankenhausfinanzierung letztlich die medizinische Versorgung in Gefahr. Auf dem Deutschen Ärztetag durfte sich die Ministerin im Mai einen weiteren Vorgeschmack an Kritik abholen. Der GKV-Spitzenverband wirft sich für die Beitragszahler ins Zeug, die offenbar herangezogen würden, Löcher im
zum Zeitpunkt epochaler Herausforderungen noch unattraktiver, heißt es in einer Stellungnahme. Als ausgeschlossen gilt schon jetzt, dass der Kabinettsentwurf den parlamentarischen Prozess unverändert durchläuft. Im Bundestag entzündete sich die Kritik besonders an der faktisch abgewehrten Übernahme der Kosten für Bürgergeldempfänger.
Abb. 2: Die öffentlichen Aufwendungen im Bereich Gesundheit aufgeschlüsselt nach Leistungsarten. Die Entwicklung über die vergangenen Jahrzehnte zeigt eine deutliche Zunahme vor allem bei den Krankenhauskosten (pflegerische und therapeutische Leistungen haben sich mehr als verfünffacht) und bei den Kosten für Arzneimittel (mehr als verdreifacht). Auffällig ist zudem der Peak beim Allgemeinen Gesundheitsschutz in 2021/22. Was kostet die Welt, wenn doch pandemische Notlage herrscht! Nun wird zur Kasse gebeten. – Datengrundlage: Statistisches Bundesamt (destatis)
ist nicht von der Hand zu weisen; so schal und durchschaubar er auch klingt, aus der Reihe der Oppositionsparteien und von den verschiedenen Lobbygruppen.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft moniert einen zusätzlichen Bürokratieaufwuchs, beklagt angesichts der Sparzwänge einen
Bundeshaushalt zu stopfen, während die Pharmaindustrie kaum gefordert werde. Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller wiederum hält die Produzenten für über Gebühr in Anspruch genommen und beklagt eine langfristig gehemmte Investitionsbereitschaft. Im Ergebnis würde der Pharmastandort Deutschland ausgerechnet
DIE NÄCHSTE, BITTE …
Die Reformierung des Systems der gesetzlichen Krankenkassen ist ein Dauerprojekt. Mehr als zwanzig solcher Reformen kann man allein seit 1990 zählen. Sie alle verbindet das Bestreben, den Kostenanstieg „zu dämpfen“ oder aber Einnahmewege zu (er)finden, um den Beitragssatz
Wo wirtschaftliche Interessen dominieren, geraten Prävention und Ursachenforschung ins Hintertreffen.
nicht gar zu kühn emporschnellen zu lassen. Neben der Ausgliederung von Leistungen versuchten tatkräftige Reformer es gerne mit dem Drehen an Stellschrauben wie: individuelle Zuzahlungen durch Versicherte, Sonderbeiträge für Arbeitnehmer, das Erheben einer allgemeinen Praxisgebühr, die Einführung eines kassenindividuellen Zusatzbeitrages, die Bezuschussung der GKV aus Steuermitteln über den 2009 in Kraft getretenen Gesundheitsfonds.
Doch gemessen an ihren Versprechungen, der Kosten Herr zu werden, war keine der Reformen erfolgreich. Was nicht verwundert, denn trotz aller Hemdsärmeligkeit blieb es stets beim Herumhantieren an Symptomen. Wann wagte sich ein Gesundheitspolitiker je an die eigentliche Ursache der ausufernden Kosten? Wer rückte je dagegen an, dass Krankheit zum Gegenstand des Geschäfts erkoren wurde?
WIE LANGE NOCH ZWANGSFINANZIEREN WIR EIN KORRUPTES MAFIASYSTEM?
Die Errungenschaft der sozialen Absicherung ist ein hohes Gut, das nicht verspielt werden sollte. Denn die Umverteilung potenziell hoher Ausgaben für bestimmte Lebensrisiken auf alle Mitglieder der Solidargemeinschaft ist ein tragfähiges, bewährtes, zukunftsfähiges Prinzip der gegenseitigen Fürsorge. Zentraler Pfeiler ist dabei das Umlageverfahren, also die Deckung anfallender Kosten aus den aktuell eingezahlten Beiträgen. Diese Methode gewährleistet grundsätzlich eine dauerhafte Finanzierbarkeit des Systems. Bliebe jedem Einzelnen das individuelle Kostenrisiko allein überlassen, würden nicht nur die sozialen Verwerfungen insgesamt enorm verschärft. Der private Druck, „Geld für schlechte Zeiten zurücklegen“ zu müssen, würde zudem erhebliche Finanzreserven in kapitalgedeckte Absicherungssysteme verschieben. Diese aber sind sowohl kostenintensiver, als auch anfälliger für Schwankungen und Ausfälle.
Weshalb steigende Ausgaben in der Krankenversicherung zu einem immer bedrohlicheren Problem geworden sind, liegt weniger am System selbst, als vielmehr an dessen Ausgestaltung, in der es über Jahrzehnte hinweg missbraucht wurde. Das Ungleichgewicht zugunsten pharmaorientierter Ansätze wurde Schritt für Schritt vertieft, während naturheilkundliche Ansätze zurückgedrängt wurden, seien sie wissenschaftlich noch so begründet. Blickt man etwas tiefer, so gelang dieser Coup letztlich nur, weil Gesundheit radikal zur Ware degradiert und Kapitalinteressen ausgeliefert wurde.
Es ist schlichtweg profitabel, Krankheiten – vor allem sogenannte „chronische“ – als Geschäftsfeld zu erhalten und auszuweiten, anstatt sie als Folge einer anhaltenden Mangelversorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen zu erkennen und ihnen – möglichst schon präventiv – wirksam zu begegnen. Es ist profitabel, den Menschen dieses Wissen, so weit es nur geht, vorzuenthalten. Es ist profitabel, dafür Lobbyorganisationen in Gang zu setzen, Politik und Massenmedien zu korrumpieren. Es ist profitabel, über sogenannte Drittmittel Einfluss zu nehmen auf die medizinische Forschung und Lehre. Es ist profitabel, Patienten an teuren Geräten, mit hohem Aufwand an Pflege, und dennoch nachweislich mangelversorgt, dahinsiechen zu lassen. Es ist profitabel, „unerwünschte“ Nebenwirkungen mittels weiterer Medikamente zu überdecken. Es ist profitabel, unter dem Vorzeichen einer Pandemie ganze Volkswirtschaften
lahmzulegen, um im Tausch gegen das „Bewilligen“ von Freiheitsrechten die massenhafte Akzeptanz experimenteller Wirkstoffe zu erzeugen.
Eine Reihung, die sich weiter fortsetzen ließe. Doch, machen wir uns nichts vor: Trifft uns nicht ebenso Schuld? Schließlich ist es allzu bequem, die Verantwortung für unser Handeln und Nichthandeln an andere abzugeben. Ob im Bereich der Gesundheit oder anderswo. Wissen bleibt primär etwas, um das man sich selbst kümmern muss. Selten wird es einem hinterhergetragen. Um hierin jedoch nicht missverstanden zu werden: Diese Einschränkung entbindet niemanden, der an den zuvor bezeichneten menschenverachtenden Geschäftspraktiken Anteil hat, von seiner Schuld.
Im hiesigen Gesundheitssystem haben sich eine Menge solcher Nutznießer eingerichtet, die sich skrupellos an dessen Fortbestand klammern. Wer gibt schon gerne Pfründe auf? So wird auch Nina Warken das in ihre Obhut gelegte Reformwerk gegen die übliche Kritik verteidigen, hier und da ein paar Konzessionen
Referenzen
machen und am Ende als großen Erfolg verkaufen. Im Kern bleibt das Geschäft unangetastet. Auch diese Ministerin weiß: Eine Heilige Kuh ist nicht dazu da, geschlachtet zu werden!
AUSHUNGERN LASSEN?
Die Situation ist vergleichbar mit der Debatte um den Stellenwert biologischer Landwirtschaft. Die wenigsten Menschen sind bereit, im Essen auf ihrem Teller die Schäden hinzunehmen, die durch den intensiven Einsatz von Pestiziden, Düngemitteln, Antibiotika und anderen Substanzen hervorgerufen werden. Geht es aber darum, den Anbau gesunder Lebensmittel angemessen zu entlohnen, lichten sich die Reihen. Man kann es den wenigsten zum Vorwurf machen. Denn die Gründe dafür sind zumeist wirtschaftlicher Natur. Zwar steht theoretisch jedem der Weg zu gesunder Ernährung offen.
Tatsächlich ist es jedoch ein perfides Spiel mit den Grundbedürfnissen der Menschen, wenn
1. Der beinahe 500-seitige Bericht der FinanzKommission Gesundheit als auch dessen Zusammenfassung sind abrufbar beim BMG (30.03.2026) unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/ pressemitteilungen/finanzkommission-gesundheitergebnisse-30-03-26
2. Pressemitteilung des BMG zum Entwurf eines Gesetzes zur GKV-Beitragssatzstabilisierung (29.04.2026): https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/ pressemitteilungen/gkv-beitragssatzstabilisierungsgesetzkabinett-29-04-26
3. Stellungnahme zum Ersten Bericht der FinanzKommission Gesundheit zur GKV-Finanzstabilisierung (14.04.2026): https://www.dkgev.de/fileadmin/Mediapool/1_DKG/1.3_
ihnen zugleich die dazugehörigen finanziellen Möglichkeiten systematisch beschnitten werden. So auch im Bereich der Gesundheitsversorgung. Offenkundig gibt es auch hier natürliche Verfahren, die nachweislich weit effektiver dazu imstande sind, Gesundheit zu erhalten oder wiederherzustellen. Gerade diese aber werden im vorherrschenden Gesundheitssystem, das vom Profitinteresse von Pharmaunternehmen durchdrungen ist, wohlweislich ausgeklammert. Noch steht es jedem frei, sich dieser Verfahren zu bedienen, sofern die finanziellen Kapazitäten dazu vorhanden sind.
Wenn wir das bestehende Gesundheitssystem überwinden wollen, führt kein Weg daran vorbei, die Aufklärung voranzutreiben. Wir können nicht erwarten, dass die notwendigen Veränderungen von innen heraus beginnen. Dies wird nicht geschehen. Zu mächtig sind die Kapitalinteressen innerhalb der Strukturen. Es gilt, die wissenschaftlich begründeten Alternativen zu stärken UND Druck zu machen für sinnvolle Reformen.
4. Pressemitteilung des GKV-Spitzenverbandes: Bundesregierung will Zahlungen für versicherungsfremde Leistungen kürzen(29.04.2026): https://www.gkv-spitzenverband.de/gkv_spitzenverband/ presse/pressemitteilungen_und_statements/ pressemitteilung_2253504.jsp
5. vfa-Faktencheck zum ersten Bericht der FinanzKommission Gesundheit: Arzneimittel, DiGA und GKV-Finanzierung (31.03.2026): https://www.vfa.de/de/gesundheit-versorgung/ gesundheitspolitik/faktencheck-finanzkommissiongesundheit
Rayk Saemann
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