24. Jahrgang
Nr. 167
Juni 2016
R E T I E S N E S s U A R D IN
Foto: Deborah Keser
Z A G A M N E S S A STR R E N L Ö K S A D
0,90 e für den Verkäufer
1,70 e
Fundstücke STIFTUNG I
Stadtgedächtnis
DOKUMENTATION Unter der Brücke
STIFTUNG II Karmetta
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Liebe Leserinnen und Leser,
INHALT
es ist jetzt sieben Jahre her, als sich durch den Einsturz des Kölner Stadtarchivs in nur drei Minuten mehrere Jahrhunderte Stadtgeschichte einfach im Nichts auflös-
Vorwort ��������������������������������������������������������������� 3 Inhaltsverzeichnis �������������������������������������������������� 3
ten und zwei Menschen ihr Leben verloren. Die Opfer können leider nicht mehr lebendig werden. Um die Ret-
Themenschwerpunkt: Fundstücke
tung der Dokumente hat man sich derweil intensiv bemüht. Inzwischen hat man vieles bergen und wieder zusammensetzen können, die Restauration dauert nach wie vor an. Axel Sierau von der Stiftung Stadtgedächtnis hat mit unserer Redakteurin Sabrina Burbach über die unterschiedlichen Stufen der Zerstörung gesprochen und sie über den aktuellen Stand der Restaurierung informiert.
S.4
Interview mit Axel Sierau von der Stiftung Stadtgedächtnis: Stück für Stück ������������������ 4 – 7
Mit Fundstücken ganz anderer Art wurde der wohnungslose Wolfgang Kroggel konfrontiert, der jahrelang unter der Zoobrücke sein Lager aufgeschlagen hatte: Gemeinsam mit dem Filmemacher Christoph „Goldi“ Goldbeck hat er sich verschütteten Erinnerungen aus seiner Vergangenheit gestellt. Die so entstandene Dokumentation „Unter der Brücke“ erzählt uns einen Ausschnitt seines bewegten Lebens. Ich wünsche – im Namen der Redaktion – eine gute Lektüre,
Film: Das Leben kennt kein Drehbuch – Gespräch mit dem Filmemacher �������������8 – 10
S.12
Verkäufer im Rampenlicht: René Mocellin, Schweiz ����12 – 13 Gerd Bonse: Anikó aus Budapest �������������������������������� 14 Gedicht: Freund oder Feind ��������������������������������������� 15 Ausstellung: Auf Augenhöhe ��������������������������������16 – 17
Christina Bacher
S.18
Ceno e.V. – Patenprojekt für junge Flüchtlinge ������������� 18 –19
Cartoon & Kolumne �����������������������������������������������20 Buch- und Hörtipps ����������������������������������������������� 21 Aus der OASE �������������������������������������������������� 22 – 23 Karmetta-Stiftung �������������������������������������������������24 GESCHICHTE ZUM UMSCHLAGFOTO: Als Umschlaggestalterin Deborah Keser einmal ihr Fahrrad am Neusser Hauptbahnhof abgeschlossen hatte, hing später eine Kette am Lenker, die sie seitdem durchs Leben begleitet (siehe Foto). Das Symbol des Anhängers hat seinen Ursprung im Islam, gilt allgemein auch als Talisman und soll den, der es trägt, vor Bösem beschützen. Es ist ein Fundstück, das symbolisch für all die Texte, Fotos und Geschichten steht, die uns tagtäglich in die Redaktion geschwemmt werden – dafür (und für die schöne Umschlagsidee!) herzlichen Dank!
Abo �������������������������������������������������������������������24 Impressum ���������������������������������������������������������� 25 Vorschau ������������������������������������������������������������� 25 Service: Adressen �������������������������������������������� 26 – 27 Öffnungszeiten: OASE e.V. Kontakt- und Beratungsstelle Montag und Freitag: 9.00 – 13.00 Uhr Dienstag und Donnerstag: 9.00 – 16.00 Uhr Mittwoch: 13.00 – 16.00 Uhr 3
FUNDSTÜCKE
Foto: Stiftung Stadtgedächtnis
STÜCK FÜR STÜCK von Sabrina Burbach
Es ist der 3. März 2009, als sich um zwei Minuten vor zwei am Nachmittag der Boden unter dem Historischen Archiv auftut, das kollektive Kölner Stadtgedächtnis verschluckt und unter einem Haufen von Schutt und Dreck begräbt. Innerhalb von nur drei Minuten verschwinden mehrere Jahrhunderte Stadtgeschichte einfach im Nichts. Zwei Menschen verlieren ihr Leben. Das ist jetzt sieben Jahre her. Seitdem hat man schon mehrere Puzzleteile bergen und wieder zusammensetzen können. Wir haben mit Axel Sierau von der Stiftung Stadtgedächtnis gesprochen. Die Stiftung kümmert sich um die Finanzierung, damit die geborgenen Archivalien restauriert, zusammengesetzt und digitalisiert werden können.
4
FUNDSTÜCKE
V
erliert ein Mensch sein Gedächtnis,
und das richtige Klima für die Aufbewah-
aus Wolfsburg, lebe aber seit 1992 in Köln
weiß er nicht mehr, wer er ist, wen
rung der fragilen Fundstücke geschaffen.
– bin also „Imi“, das aber mit Herz und
er geliebt, gehasst, verloren hat.
Ein Mal im Jahr gibt es einen Tag der offe-
Seele. Deshalb liegt mir viel an der Erhal-
Wichtige erlebte Momente, die ihn
nen Tür, an dem Besucher den Restaura-
tung der Stadtgeschichte.
geprägt und seine Identität geformt haben
toren und Archivaren über die Schulter
– einfach futsch. Passiert das einer ganzen
schauen können, während sie die Kölner
DRAUSSENSEITER: Die Aufgabe, die verschüt-
Stadt, sieht es ähnlich aus. Nur das mit
Geschichte Stück für Stück wieder leben-
teten Archivalien zu bergen, schien anfangs
dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs
dig werden lassen. Darum, dass das Ganze
wegen der vielen Einzelteile und der schwie-
unvorstellbar viele Erinnerungen ver-
auch finanziert werden kann, kümmert
rigen Bergungsbedingungen unmöglich. Wie
schüttet wurden. Und zwar in Form von
sich das fünfköpfige Team der Stiftung
viel konnte in den letzten sieben Jahren
Protokollen, Dokumenten, privaten Nach-
Stadtgedächtnis, die derzeit vis-à-vis dem
wieder zu Tage gefördert werden?
lässen, über 500.000 Fotografien, mittelal-
Historischen Rathaus sitzt. Zu ihnen
Axel Sierau: Es konnten 95 Prozent der
terlichen Schriften, Siegeln, Erlaubnissen,
gehört auch der Sport- und Wirtschafts-
Bestände geborgen werden. Geborgen
Verboten und Urkunden – kurz gesagt, gut
wissenschaftler Axel Sierau, der bei der
heißt aber nicht gleich gerettet. Wir hat-
30 Regalkilometer Archivalien aus 1.100
Stiftung seit Februar 2014 in Teilzeit als
ten nach dem Unfall, bei dem ja auch
Jahren europäischer Geschichte. Histo-
Fundraiser und Projektmanager arbeitet.
zwei Menschen ihr Leben verloren haben
risch gesehen war es das größte Kommu-
Das Ziel: Den Einsturz für die Menschen
– das ist mir ganz wichtig, dass man das
nalarchiv nördlich der Alpen. Ein Gedächt-
greifbar machen, ihnen die Fakten nahe
nicht vergisst – zuerst 20 sogenannte
nis von dieser Größe lässt sich nicht so
bringen und die Konsequenzen des
Asylarchive; externe Archive im gesam-
einfach „rebooten“. Nach Schätzungen
Gedächtnis-Verlustes bildlich vor Augen
ten Bundesgebiet von Schleswig bis nach
einer Unternehmensberatung unmittel-
führen – etwa mit Plakaten aus der aktu-
Freiburg, die noch Kapazitäten hatten,
bar nach dem Archiveinsturz, wird es wohl
ellen Kampagne. Sie regen Betrachter mit
und die geborgenen Schätze aufgenom-
noch an die 30 Jahre dauern, bis alles wie-
Sätzen wie „Köln war nie Deutscher Meis-
men haben. Die freiwilligen Helfer, Feu-
der hergestellt ist. Deren Formel: ein Kilo-
ter“ oder „Köln hat kein Brauchtum“ zum
erwehr, THW, Polizei und Privatperso-
meter Restaurierung pro Jahr für 10 Mil-
Nachdenken an und motivieren sie even-
nen haben damals aus dem Einsturztrich-
lionen Euro. Insgesamt stecken da unge-
tuell zu einer Spende. 2020 soll das neu
ter das rausgenommen, was sie in die
fähr 6.300 Personenarbeitsjahre drin –
gebaute und eingeräumte Historische
Hände bekommen haben, es in blaue
also entweder schaffen das 6.300 Leute in
Archiv am Eifelwall den Bürgern zur Ver-
Plastikkisten und einfache Umzugkar-
einem Jahr oder einer arbeitet 6.300 Jahre
fügung stehen.
tons gelegt und abtransportiert. Aktuell
daran. Beides ist natürlich nicht machbar.
haben wir noch sechs Asylarchive. Vieles
In der Realität kümmern sich etwa 120
DRAUSSENSEITER: Was haben Sie gerade
kommt jetzt nach Düsseldorf ins ehema-
Angestellte im Historischen Archiv im
gemacht, als das Archiv am 3. März 2009
lige Landesarchiv, das nach Duisburg
Lesesaal am Heumarkt und im Digitalisie-
einstürzte?
umgezogen ist.
rungs- und Restaurierungszentrum (RDZ)
Axel Sierau: An dem Tag war ich an der
in Köln Porz-Lind um die Restaurierung
Sporthochschule in einem Meeting. Da
DRAUSSENSEITER: Wie werden die einzelnen
und die Ordnung der Bestände. An letzte-
erreichte mich die Nachricht vom Ein-
Stücke restauriert und wie aufwendig ist die
rem Standort hat ein Möbelgeschäft extra
sturz. Erst konnte ich das gar nicht einsor-
Restaurierung?
eine ehemalige Lagerhalle nach den Vor-
tieren. Sirenen und Krankenwagen hört
Axel Sierau: Das kommt immer auf die
gaben des Historischen Archivs umgebaut
man hier ja häufiger. Ich bin zwar gebürtig
Schadensklasse an. Allein von den 860
Der Einsturz des Stadtarchivs in Zahlen 700 Jahre ununterbrochene Sammlertätigkeit · 1.100 Jahre europäische Geschichte · 1.500 Regalmeter mit Akten aus der Zeit vor 1850 · 1.800 mittelalterliche Handschriften · 11.000 historische Siegel · 20.000 Regalmeter Akten aus der Zeit nach 1850 · 62.000 Urkunden · 500.000 Fotos · 860 Nachlässe und Sammlungen · 6.300 Personenjahre Restaurierungsaufwand · über 350 Millionen Euro Restaurierungskosten 5
Foto: Sabrina Burbach
Foto: Stiftung Stadtgedächtnis
FUNDSTÜCKE
Axel Sierau, Sport- und Wirtschaftswissenschaftler
Historisches Archiv, Erfassungszentrum am 13.03.2009: Grobe Reinigung von historischen Handschriften.
Nachlässen und Sammlungen haben alle
DRAUSSENSEITER: Was hat es mit den „Kölln
schaut sich die gesammelten Regalmeter
100 Prozent Restaurierungsbedarf. Alles
Flocken“ auf sich?
später wieder an?
muss angefasst werden. Davon haben 35
Axel Sierau: So bezeichnen wir die Archi-
Axel Sierau: Für das Kölner Stadtarchiv
Prozent schwerste Schäden, 50 Prozent
valien mit den schwersten Schäden, die
gibt es das Archivgesetz NRW und die
schwere und mittlere und 15 Prozent
aussehen wie Haferflocken – ähnlich den
Archivsatzung. Auf dieser Basis entschei-
leichte.
bekannten „Kölln Flocken“. Solche Akten
den die Archivare, was ins Archiv über-
wurden durch den Unfall komplett
nommen wird. Manchmal wird auch pro-
DRAUSSENSEITER: Bei den schwer und mit-
gehäckselt. Man hat sie zwar trocken
zentual festgelegt, dass aus einem gewis-
telschwer beschädigten Dokumenten muss-
bekommen, aber es gibt überhaupt kei-
sen Jahr aus den aktuellen Dokumenten
ten die Restauratoren zuerst den fortlaufen-
nen inhaltlichen Zusammenhang mehr.
des Katasteramtes die Buchstaben A bis K
den Verfall verhindern. Wie sieht so ein
Jede Seite muss einzeln wieder zusam-
oder die Hausnummern 1 bis 50 einer
Schaden aus und welche Technik wurde
mengebaut werden. Dafür gibt es tech-
Straße ins Archiv kommen. Wer sich die
nach der Bergung verwendet?
nisch anspruchsvolle Scanner und die
Dokumente später einmal anschaut, kann
Axel Sierau: Das Bildhafteste, was mir
dazugehörige Software. Ende der 90er
mit ihrer Hilfe in die Vergangenheit „rei-
dazu einfällt, ist das „Blumenkohlbuch“.
Jahre wurde so eine Methode verwendet,
sen“ und einzelne Themen erforschen.
Der Name kommt daher, dass diese Archi-
als man die Stasiunterlagen wieder
Zum Beispiel wie sich die Stadtteile über
valien einen mechanischen Schaden erlit-
zusammenfügen wollte. Da hatte man
die Jahre hinweg entwickelt haben und
ten haben und auch noch nass geworden
allerdings den Vorteil, dass die Dokumen-
welche Rückschlüsse daraus für die gegen-
sind. So sehen sie eben aus wie ein Blu-
te in Müllbeuteln beisammen waren –
wärtige Stadtplanung zu ziehen sind. So
menkohl – komplett verdreht und ver-
man wusste also, was zusammengehörte.
wie es aktuell mit den Plänen der Rhein-
schrumpelt. Um sie wieder trocken zu
Hier ist alles komplett auseinanderge-
brücken ist, wo man sagt, die müssen jetzt
bekommen, hat man einen Techniktrans-
pflückt. Für das Kölner Stadtarchiv wur-
alle restauriert werden, wir brauchen die
fer aus der Lebensmittelindustrie genutzt:
den die Scannertechnik und die Software
für die Instandsetzung der Brücken – und
Die Vakuumgefriertrocknung, ähnlich wie
neu entwickelt und jetzt kann man die
dann muss man erst mal gucken, wo und
bei Tomatensuppe aus der Tüte. Anfang
einzelnen „Flocken“ einscannen und über
in welchem Zustand die überhaupt sind.
2014 konnte auf diesem Weg das letzte
die Software nach zusammengehörigen
Stück getrocknet werden. Anschließend
Puzzleteilen suchen.
machen die Restauratoren aus dem ver-
6
DRAUSSENSEITER: Viele Stücke werden digitalisiert und im Internet verfügbar gemacht.
drehten trockenen Buch wieder ein hand-
DRAUSSENSEITER: Wer wählt eigentlich aus,
Gleichzeitig arbeiten Sie mit Unterstützung
habbares Dokument.
was in das Stadtarchiv wandert? Und wer
der Deutschen Forschungsgemeinschaft dar-
FUNDSTÜCKE
an, ein Web 2.0-Portal aufzubauen, um mit
davon getragen. Das alles gehört mit zu
dessen Hilfe bislang unidentifizierte Stücke
den Dokumenten. Und das wird gebraucht,
weltweit zu präsentieren. Ist das Archiv der
um das Ganze in einen bestimmten Kon-
Zukunft digital?
text zu bringen. So können Historiker
Axel Sierau: Es wird auf jeden Fall beides
gegebenenfalls prüfen, ob etwas eventuell
geben, digital und einen Ort, wo man die
mal verfälscht worden ist.
Originale haptisch einsehen kann. Nach meinem Kenntnisstand waren zum Zeit-
DRAUSSENSEITER: Wie sieht es mit der
punkt des Einsturzes rund 15 Prozent der
Finanzierung des großen Projektes aus?
Archivalien mikroverfilmt oder digitali-
Axel Sierau: Insgesamt werden über 350
siert. Man wusste ja nicht, dass man Zeit-
Millionen Euro für die Restaurierung
druck hat. Das was restauriert wird, wird
benötigt. Das Historische Archiv ist eine
auch gleich digitalisiert, kommt dann ins
städtische Institution. Insofern gibt es da
Onlinearchiv, und steht dann jedem zur
einen Haushaltsposten. Aber das andere
Verfügung. Mit den Spenden aus der Stif-
ist Spenden finanziert. Es gibt dazu auch
tung haben wir u. a. einen Kunsttranspor-
noch den e.V. – die Freunde des Histori-
ter finanziert, mit richtiger Temperatur
schen Archivs. Eine ganz wichtige Institu-
und Schockresistenz, der es den Mitar-
tion, die schon lange vor dem Einsturz
beiterinnen und Mitarbeitern des Histo-
entstand und die ehrenamtlich Spenden
rischen Archivs ermöglicht hat, die Asyl-
sammelt. Mit denen arbeiten wir gut
archive zur Ersterfassung zu besuchen
zusammen.
und einzelne Archivalien zur Restaurierung nach Köln zu transportieren. Außer-
DRAUSSENSEITER: Wie sieht Ihre Arbeit in
dem haben wir einen „Wolfenbütteler
der Stiftung aus und wie kann man die Res-
Buchspiegel“ angeschafft. So muss ein
taurierung unterstützen?
Buch nicht auf 180 Grad aufgeklappt
Axel Sierau: Eine meiner beliebten Fragen
werden, um es abzufotografieren. Es rei-
ist immer: Wissen Sie eigentlich noch,
chen 45 Grad, so dass der Buchrücken
wann das historische Archiv der Stadt
nicht leidet.
Köln eingestürzt ist? Es geht also in erster
lll
DIE STIFTUNG STADTGEDÄCHTNIS
Gründer der Stiftung sind die Stadt Köln, das Land NRW, das Erzbistum Köln und die evangelische Kirche im Rheinland. Am Anfang gab es über die Stadt eine Abschlagszahlung der Versicherung über das eingestürzte Stadtarchiv – etwa 17 Millionen Euro. Ein kleiner Teil davon floss in die Gründung der Stiftung Stadtgedächtnis am 12. Juli 2010. Sie hat insbesondere den Erhalt bzw. die Instandsetzung der Archivalien des Historischen Archivs der Stadt Köln und ihre Zusammenführung zur Aufgabe. Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer ist seit April 2015 Konrad Adenauer. Schirmherr ist Bundespräsident Joachim Gauck. Das Stiftungskapital beträgt 4.256.000 Euro. Spenden werden dem Archiv zur Verfügung gestellt. Spendenkonto Sparkasse KölnBonn IBAN: DE95 3705 0198 1931 1777 19 BIC: COLSDE33 www.stadtgedaechtnis.koeln www.stiftung-stadtgedaechtnis.de
Linie darum, neugierig zu machen, zu DRAUSSENSEITER: Warum ist es wichtig,
informieren und das Historische Archiv
zusätzlich die Originale für jeden zugänglich
der Stadt Köln und seine Bedeutung wie-
zu machen?
der ins Bewusstsein der Stadtgesellschaft
Axel Sierau: Das Archiv ist dafür da, dass
zu bringen. Wir erklären zum Beispiel,
jeder Bürger Verwaltungshandeln nach-
welche Vorgänge zur Restaurierung not-
vollziehen kann. Offen zugängliche Archi-
wendig sind und welche Spezialgeräte
ve sind daher immer ein Zeichen für trans-
man dazu braucht. Aktuell haben wir eine
parentes Regierungshandeln – die Basis
Onlinekampagne gestartet. Unter der
einer Demokratie. Wenn es nur darum
Adresse www.stadtgedaechtnis.koeln sind
geht, die einfachen Fakten abzulesen,
Kölner Bürger herzlich eingeladen ihre
reicht das wahrscheinlich auch online. Der
Namen mit Mailadresse einzutragen.
geneigte Historiker möchte aber gerne die
Datenschutz versteht sich natürlich von
Originalquelle in der Hand halten können
selbst. Für jede Unterschrift spendet dot.
– das Papier – sei es auch nur mit Hand-
koeln einen Euro für die Restaurierung.
schuhen und unter verschiedenen klima-
Unter allen Teilnehmern verlosen wir am
tischen Bedingungen und Lichtvorausset-
Ende ein sogenanntes Wohnzimmerkon-
zungen. So hat er die Handschrift direkt
zert. Ein Künstler kommt zum Gewinner
vor Augen, kann alles einfacher einord-
und spielt für dessen Freunde und Familie.
nen. Archivalien haben ja per se schon Gebrauchsspuren. Natürlich haben sie
DRAUSSENSEITER: Herzlichen Dank für das
nach dem Einsturz auch noch mal Narben
Gespräch.
Die aktuelle Kampagne provoziert und regt zum Nachdenken an.
7
Fotos: Privat
FUNDSTÜCKE
„DAS LEBEN KENNT KEIN DREHBUCH“
DRAUSSENSEITER: Die Zoobrücke in Köln ist ein unglaublich befahrener, lauter Ort. Was meinst du, warum sich Berber gerade diesen Ort aussuchen, um nachts zur Ruhe zu kommen? CHRISTOPH GOLDBECK: Ich persönlich glaube, dass einem gerade die Lautstärke ein Gefühl der Sicherheit und des Nicht-Allein-
Ein Gespräch mit dem Kölner Filmemacher Christoph „Goldi“ Goldbeck über seine neue 85-minütige Dokumentation „Unter der Brücke“, die gerade in Köln uraufgeführt wurde.
Seins gibt. Man hat ja das Gefühl inmitten eines regen Treibens zu sein, was nebenbei am Wochenende dort ja auch real so ist, weil die Autos der Zoobesucher bis an den Schlafplatz der Obdachlosen parken. Wolfgang meinte, an abgeschiedenen Plätzen ist man dagegen nie sicher. Meine sozial-
D
romantischen Vorstellungen von der Plater Dokumentarfilm erzählt die
in mein Büro an seinem Schlafplatz vorbei
te am Rheinufer fand er sehr bescheiden,
Geschichte des Obdachlosen Wolf-
geradelt bin, habe ich ihn irgendwann mal
weil er meinte, dort sei man jedem ausge-
gang K., der unter der Zoobrücke
angesprochen, ob er was bräuchte, ob ihm
liefert. Unter der Zoobrücke hast du
in Köln lebt und der sich – ausgelöst durch
was fehle und warum er sich hier unter
wenigstens Licht und immer Leute …
die Filmarbeiten – Themen stellt, die
der Zoobrücke so eine Art Eigentumswoh-
zunächst für immer vergraben schienen.
nung eingerichtet hat …
Das Doku-Drama ist gleichzeitig eine
8
DRAUSSENSEITER: Deine Stimme kommt aus dem Off, im Film selbst bist du nicht zu
Hymne an die Freiheit, eine Ode an die
DRAUSSENSEITER: Hattest du gleich von
sehen. Warum diese Entscheidung? Schließ-
Freundschaft und ein Grenzgang für
Anfang an die Intention, einen Film über
lich ist es letztlich – wenn auch nicht beab-
jeden, der glaubt, dass man beim Film
Armut zu drehen? Oder warum hast du Kon-
sichtigt – die Geschichte einer außergewöhn-
immer einem Drehbuch folgen kann –
takt mit ihm aufgenommen?
lichen Männer-Freundschaft geworden …
gefördert von der Film- und Medienstif-
CHRISTOPH GOLDBECK: Zuerst nicht, aber
CHRISTOPH GOLDBECK: Im Vordergrund
tung NRW. Mit dem Filmemacher sprach
als er mir erzählt hat, dass er jetzt eine
sollte von Anfang an nur Wolfgangs Leben
Christina Bacher.
Wohnung suchen will, nach fast 20 Jahren
stehen. Auch, wenn manche meinen, im
Berbertum, fand ich das schon spannend.
Sinne von Authentizität sei es die Pflicht
DRAUSSENSEITER: Erinnerst du dich noch
Wie kommt jemand klar, nach all den Jah-
eines Filmemachers, im Bild zu sein: Es
an die erste Begegnung mit Wolfgang, des-
ren auf Platte? Dann habe ich ihn auch
ging mir eben darum, dass jeder eine Chan-
sen Geschichte du in deinem Film „Unter
direkt gefragt, ob ich ihn dabei filmisch
ce hat, sich selbst ein Bild zu machen – ganz
der Brücke“ erzählst?
begleiten dürfte, ich würde dafür meine
ungetrübt von meiner Person. So kann sich
CHRISTOPH GOLDBECK: Ja, selbstverständ-
E-Mail für seine Wohnungsanfragen zur
jeder die Frage stellen: Was würde ich in
lich. Es war ja auch meine Neugier, die
Verfügung stellen und ihm auch so helfen,
einer solchen Situation machen? Könnte
mich, eher durch Zufall, zu ihm geführt
also Wohnungen im Internet zu finden
mir das auch passieren und wie würde ich
hat. Weil ich jeden Morgen auf dem Weg
und so.
dann mit der Situation umgehen?
FUNDSTÜCKE
„Menschen emotional so zu bewegen, dass
sen, welcher Hilfe er genau bedarf und ob
DRAUSSENSEITER: Du hast ihm letztlich auch
sie es aus Spannungsgründen nicht mehr
das, was ich gut finde, überhaupt auch für
die Beschäftigung mit seiner Vergangenheit
schaffen, ruhig in ihrem Fernsehsessel zu
ihn gilt. Meine Absichten waren auf jeden
im Heim ermöglicht und ihn mit Ereignissen
verweilen, ist vielleicht ein sehr hohes,
Fall „gut gemeint“, wie man in dem Film
konfrontiert, die lange zurück liegen. Heute
aber für mich doch sehr herausforderndes
ja auch sieht, aber ob es wirklich gut war,
lebt Wolfgang ja wieder in seinem Heimatort
und erstrebenswertes Ziel.“
ihm eine Wohnung zu besorgen, weiß ich
und hat sich mit seiner Schwester ausgespro-
im Nachhinein nicht unbedingt sicher …
chen. Eigentlich also eine positive Wende?
DRAUSSENSEITER: Aber während der Film-
CHRISTOPH GOLDBECK: Zunächst ging es
arbeiten hast du dann ja mitbekommen,
DRAUSSENSEITER: Nur wenige Wochen hat
um die Auseinandersetzung mit dem – wie
dass es Wolfgang nicht gut geht und die
es gedauert, bis Wolfgang sich in dem neuen
Wolfgang es selbst nennt – „vielleicht
Nächte draußen immer kälter werden. Nach
(fast) bürgerlichen Leben nicht mehr wohl-
Ursprung seines kaputten Lebens“. Bis
und nach hast du ihm dann deine Hilfe
gefühlt hat. Man kann sich in solchen
heute erinnert er sich mit sehr gemischten
angeboten und ihm schließlich sogar zu
Momenten tatsächlich die Frage stellen, ob
Gefühlen an die Zeit, in der er als kleiner
einer Wohnung verholfen. Eine Kehrtwende,
der Lärm unter der Brücke, eine Plastikpla-
Junge seinen Vater verloren hat und die
auch für die Geschichte, die der Film erzählt.
ne als Decke, der Dreck im Gesicht vielleicht
darauffolgende Entwurzelung. Als er uns
CHRISTOPH GOLDBECK: Tja, manche
auch die Funktion eines Schutzschildes hat-
dann erzählte, wie traumatisch er den dar-
behaupten, dass erst durch die Filmarbei-
ten, dessen man denjenigen beraubt hat ….
auffolgenden Heimaufenthalt weit von zu
ten seine Psychosen und Neurosen an den
CHRISTOPH GOLDBECK: So ist es. Ich glaube
Hause erlebt hat, sind wir gemeinsam dort-
Tag gekommen sind. Aus meiner Sicht der
inzwischen, dass man sich diese Frage
hin gefahren. Und plötzlich ging es eben
Dinge habe ich natürlich versucht, ihm zu
gefallen lassen muss, wenn man in ein
nicht nur darum, eine Geschichte zu erzäh-
helfen, aber ehrlich gesagt, ohne zu wis-
anderes Leben eingreift. Man stülpt ja
len: Wir konnten ihm konkret helfen, in
dann immer einem anderen Leben etwas
dem wir ihm dazu verhalfen, die Renten-
über, und stellt vielleicht den eigenen
gelder des Heimerziehungsfonds zu
Wunsch über den des Anderen – ohne
bekommen, die ihm zweifelsohne zustan-
böse Absichten. Aber Wolfgang hat mir
den – immerhin fast 8.000 Euro. Gerade an
natürlich auch oft klar gemacht, dass sein
Wolfgangs Werdegang lässt es sich gut
Körper es ‚draußen‘ nicht mehr schafft. Er
verdeutlichen, wie wichtig es gewesen
hatte ständig Rückenschmerzen durch die
wäre, ihm viel früher unter die Arme zu
Feuchte, Erkältungen, und auch deswegen
greifen. Aber er hatte in seinem Leben
habe ich versucht, ihm zumindest in
wirklich nicht viel Unterstützung – weder
gesundheitlicher Hinsicht zu helfen.
von Seiten der Schule, der Familie oder auch durch das Amt. DRAUSSENSEITER: Es gibt Szenen im Film, die
Kino-Dokumentation – „Unter der Brücke“ (Langzeit-Doku über Armut in Deutschland, 85’00“, HDV und XDCamHD), 2016, Eigenproduktion der Kalmäuser GmbH, gefördert von der Film- und Medienstiftung NRW) www.facebook.com/unterderbrueckefilm
sehr eindrücklich sind, gerade, wenn es um Wolfgangs „Tante Anni“ geht oder auch der Moment, als er dich halbnackt im Treppenhaus begrüßt und jedem klar wird: Der steht gerade total neben sich. Der Film wird auch
9
FUNDSTÜCKE
an diesen Stellen nicht voyeuristisch, obwohl
Einrichtungen sicher Alltag. Aber was haben
CHRISTOPH GOLDBECK: Mich zum Millio-
er sehr nah an den Menschen ist. Für solche
diese Reaktionen mit dir gemacht? Warst du
när machen. Na gut, nicht so wichtig, rich-
Szenen aber kann es ja kein Drehbuch geben.
sauer auf ihn?
tig. Ich würde mich freuen, wenn der Film
CHRISTOPH GOLDBECK: Das Leben kennt
CHRISTOPH GOLDBECK: Und wie! Ich habe
von möglichst vielen Menschen gesehen
kein Drehbuch und somit passieren wäh-
ihn sogar nach der einen oder anderen
wird und das Thema Wohnungslosigkeit
rend der Dreharbeiten auch für einen Fil-
Wohnung richtig angepfiffen, weil ich mir
breiter öffentlich gemacht würde. Ich bin
memacher immer wieder überraschende
verarscht vorkam. Natürlich habe ich seine
davon überzeugt, dass es gut wäre, wenn
Dinge, die nicht vorhersehbar waren. Ich
Argumente verstanden, aber jeder von uns
sich viele Menschen über den Film und
glaube aber, wenn man viel Zeit mit
weiß doch, dass man in einer Großstadt und
die daraus resultierenden Fragen den Kopf
jemandem verbringt und sich auf einer
in diesem Lebensumfeld Abstriche machen
zerbrächen: Am Beispiel von Wolfgangs
gewissen Ebene mag, schätzt und auch
muss von seinen Vorstellungen und Wün-
Leben kann man ganz gut eine Problema-
verbunden fühlt, erkennt man diese
schen. Ich hatte da manchmal schon das
tik verdeutlichen, die heute viele Men-
Momente und hat auch eine Ahnung,
Gefühl, dass er die Lage nicht richtig einge-
schen betrifft – nämlich Armut und seine
wann man vorbeischauen sollte oder wann
schätzt hat. Ehrlich gesagt habe ich auch
Folgen. Und vielleicht hilft der Film ja
jemanden einfach seine Ruhe braucht.
manchmal eine Art Respekt gegenüber den
auch dem einen oder anderen Betroffe-
Dass Wolfgang etwa eine ganz besondere
Menschen vermisst, die ihm ja quasi die
nen, sein Leben wieder freudiger oder
Beziehung zu seiner Tante Anni hat, hatte
Sozialleistungen ermöglichen. Das ist aber
auch engagierter anzugehen. Denn was
er schon auf der Zugfahrt dorthin ange-
eine gedankliche Gradwanderung, finde ich,
der Film ja auch zeigt, ist, dass man NIE
deutet. Und als ich ihn fast nackt in seiner
zwischen berechtigten Wünschen, wie z.B.
ganz alleine ist und einem manchmal Hil-
wirklich zugemüllten Wohnung angetrof-
die von Wolfgang, und staatlichen Auflagen
fe angeboten wird, wenn man damit gar
fen habe, war ich vorab in Sorge gewesen,
oder Limitierungen. Ich hoffe deshalb, der
nicht mehr gerechnet hat.
weil er am Telefon irgendwie sehr depri-
Film wirft ein paar Fragen auf: Warum gibt
miert und niedergeschlagen geklungen
es kein Grundrecht auf Wohnen? Warum
DRAUSSENSEITER: Wir wünschen dir und
hat. Ich hatte ein ungutes Gefühl und bin
stehen so viele Wohnungen leer, obwohl so
dem Film alles Gute! Und bestell Wolfgang
spontan hin gefahren.
viele Menschen auf der Suche sind? Warum
viele Grüße aus seiner alten Heimat Köln,
denken wir nicht intensiver über das Grund-
wenn du ihn triffst.
DRAUSSENSEITER: Die Filmpremiere im
einkommen nach? Ich will jetzt nicht zum
ODEON in Köln war gut besucht. Eine deiner
Moralapostel werden, aber praktisch gese-
ersten Fragen an das Publikum war, ob sie
hen würde das Leben von Berbern in
anders gehandelt hätten als du es getan hast.
Deutschland anders aussehen, wenn man
Ist das eine Frage, die dich nach wie vor
sich diesen Fragen stellen würde.
umtreibt? CHRISTOPH GOLDBECK: Ja, weil man als Laie
DRAUSSENSEITER: Wie geht es Wolfgang
natürlich auf viele Situationen trifft, die
heute?
einen überfordern. Außerdem trifft man
CHRISTOPH GOLDBECK: Leider nicht so gut.
ja auf Themen, mit denen es vorher keine
Gerade erst ist er aus einer geschlossenen
Berührungen gab. Und klar habe ich mir
Wohngruppe in Holzminden in eine offene
oft die Frage gestellt, ob ich hätte filmen
Einrichtung gekommen. Er kämpft immer
sollen in Situationen, in denen Wolfgang
noch mit den Psychosen und Neurosen,
nicht gut wegkommt oder ob ich ihn nicht
die er auch im Film schon erwähnt hat. Mit
eher schützen müsste. Ich weiß ja nicht, ob
seiner Sozialbetreuerin habe ich noch
das, was ich für das Beste halte, auch für
regelmäßig Kontakt. Wenn ich ihn selber
andere gut ist.
anrufe, kann er sich oft an nichts mehr erinnern oder ordnet Sachen falsch ein.
DRAUSSENSEITER: Gut auch, dass du Vertre-
Trotzdem höre ich seine Stimme immer
ter des Kölner Hilfesystems zu Wort kommen
wieder gern und werde ihn sicherlich auch
lässt, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten
noch ein paar Mal besuchen, egal ob er
Wolfgang ein Bett und sogar eine kleine Woh-
mich noch erkennt.
nung in Aussicht stellen. Doch er hat alle
10
Wohnungsangebote, auch auf dem freien
DRAUSSENSEITER: Was wünschst du dir, soll-
Markt, abgelehnt – für die Kollegen in den
te der Film „Unter der Brücke“ bewegen?
lll
ZUR PERSON
Christoph „Goldi“ Goldbeck wurde 1970 in Süddeutschland geboren und lebt seit vielen Jahren als Filmemacher in Köln. Neben seiner Arbeit fürs Fernsehen hat er sich mit Filmen wie „Grenzerfahrung Kripo“, „Die Reise einer PET-Flasche“ oder „On Air – wie die Luft auf die Erde kam“ einen Namen gemacht. „Unter der Brücke“ ist sein neuester Film, der gerade einen Verleih sucht. Mit dem WEB-TV-Channel www.inklusions-tv.de geht der passionierte Cineast auch im Internet neue Wege.
TROTZDEM …
Clemens-Josef-Haus
Willkommen im Clemens-Josesf-Haus auf dem Vellerhof, einem Fernab der „Straße“ sind die Menschen hier gern gesehene Gäshistorischen Gehöft inmitten eines Naturschutzgebietes, auf dem te, die auf dem Gelände des Clemens-Josef-Hauses auf ihrem ganz heute hilfebedürftige Menschen leben, wohnen und arbeiten. persönlichen Weg begleitet werden. Clemens-Josef-Haus I Altenwohn- & Pflegeheim und stat. Einrichtungen der Gefährdetenhilfe · Vellerhof 1 · 53945 Blankenheim Gefährdetenhilfe: 0 26 97 . 91 00 16 · Altenwohn- & Pflegeheim: 0 26 97 . 91 00 25 · www.vellerhof.de
Wohnungslosenhilfe Station machen I zur Ruhe kommen
Übernachtung I Aufnahme I Wiedereinstiegshilfe I Lebenshilfe I Langzeitwohnen
Arbeiten
Qualifizierung erwerben I Selbstwertgefühl erleben Beschäftigung I Ausbildung I Arbeitstraining I Qualifizierung I Arbeitsvermittlung
Pflegewohnheim
begleiten und fördern I beraten und anleiten
Pflege & Betreuung I Lebenszufriedenheit I Wohlbefinden I Menschlichkeit I Zu Hause
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AUS ALLER WELT
Foto: Surprise
Verkäufer im Rampenlicht:
RENÉ MOCELLIN von „Surprise“, Schweiz
12
AUS ALLER WELT
A
ls René Mocellin nach mehreren
verraten. Geschrieben habe ich das
gebe und zum Beispiel konsequent in
Jahren Arbeit seine Autobiogra-
Buch über die letzten Jahre hinweg.
Deutschland einkaufe, dann komme ich
fie fertig hatte, langweilte er sich
Derzeit bin ich vor allem damit
alles in allem gut durch. Für große
plötzlich. Jetzt verkauft er das Straßen-
beschäftigt, den Text zu überarbeiten.
Sprünge reicht es natürlich nicht, Aus-
magazin „Surprise“ am Baseler Bahn-
Dazu habe ich meine eigene Methode:
flüge sind nicht drin. Ich würde gerne
hof. Er erzählt, wie es war, sein Leben
Ich spreche die Geschichte auf Band,
mal verreisen, nach Köln, Amsterdam
aufzuschreiben, seine kreativen Metho-
alles an einem Stück. Für die 360 Seiten
oder Berlin. Ich hoffe, dass das mit den
den, Kunden anzusprechen, und wie
brauche ich rund zwölf Stunden. Frü-
Einnahmen aus meiner Biografie dann
„Surprise“ ihm während seines Ruhe-
her habe ich dazu noch ein Revox
geht. Ich habe übrigens Anfang der
stands geholfen hat.
G36-Tonbandgerät verwendet, mittler-
Siebzigerjahre schon einmal etwas
weile mache ich es mit Aufnahmegerät
Ähnliches gemacht wie ‚Surprise‘: Nach
sich die Dinge im Leben am Ende fügen“,
mit Chipspeicherkarte. Nach der Auf-
der Scheidung meiner Eltern steckte
sagt René.
nahme höre ich sie mir an und mache
mich die Vormundschaftsbehörde 1962
„Ich muss zugeben, dass ich anfangs
stilistische Verbesserungen. Dieses Pro-
für sechs Jahre ins Erziehungsheim. Als
Hemmungen hatte, das Straßenmaga-
zedere habe ich jetzt schon zehn bis 15
ich da endlich rauskam, ging ich ins
zin zu verkaufen. Ich befürchtete, dass
Mal gemacht, mittlerweile kann ich
Elsass. Dort schlug ich mich erst als
man mich als randständig wahrnehmen
ganze Passagen auswendig. Es ist eine
Küchenhilfe durch, schrubbte Pfannen
würde, und dieses Image will ich auf
sehr intensive Konfrontation mit mei-
und Geschirr. Ein großer Teil des Lohns
keinen Fall. Dann sagte ich mir: Ich
nem eigenen Leben. Manchmal macht
ging für das schäbige Zimmer drauf, das
mach das einfach auf meine Art. Ich
es mich auch traurig. In einer Szene
mir der Besitzer vermietete. Also suchte
sehe nicht verwahrlost aus, und meine
beschreibe ich, wie ich mit meiner mitt-
ich etwas anderes und landete bei
Ausrüstung mit dem Bildschirm und
lerweile verstorbenen Mutter im Quar-
einem Magazin, das zugunsten behin-
den anderen Extras erweckt auch nicht
tierrestaurant etwas Kleines essen gehe.
derter Kinder verkauft wurde. Wir fuh-
den Anschein. Jetzt bin ich über ein
Ich erinnere mich noch genau, wie ich
ren zu viert mit dem Auto durch die
Jahr bei ‚Surprise‘ dabei, seit März
zum Wurlitzer ging und ein paar alte
Dörfer und verkauften die Hefte. Die
2015. Ich verkaufe fast jeden Tag von
Schlager wählte. Und auf Wunsch mei-
Hälfte des Verkaufspreises durften wir
zehn Uhr morgens bis in den Abend
ner Mutter ,Lara's Lied‘, die Titelmelo-
behalten, wie bei ‚Surprise‘. Das war
hinein am Haupteingang des Basler
die von Dr. Schiwago. Ich sehe, wie sie
sehr unterhaltsam. Und es ist immer
SBB-Bahnhofs. Und ich muss sagen: Mir
mir gegenüber am Tisch sitzt und höre
wieder erstaunlich, wie sich im Leben
gefällt die Aufgabe. Ich bekomme nette
innerlich das Lied. Die Situation wird
Kreise schließen.“
Rückmeldungen von den Leuten, meine
wieder lebendig, und das macht mich
Elektronik gefällt ihnen. Ich habe
sentimental.
„Es ist immer wieder erstaunlich, wie
immer Leuchttafeln dabei, die ich sel-
Als das Buch zum größten Teil fertig
ber installiere. In der Adventszeit nahm
geschrieben war, hatte ich als IV-Rent-
ich einen kleinen leuchtenden Tannen-
ner plötzlich viel freie Zeit. Und mir
baum mit, das kam besonders gut an.
wurde, ehrlich gesagt, etwas langweilig.
Einmal ging eine jüdisch-orthodoxe
Ich dachte mir: Du musst etwas tun,
Familie an mir vorbei, und die Kinder
damit du unter die Leute kommst. Am
machten ganz große Augen, als sie den
Claraplatz hatte ich schon ab und zu
Baum sahen. Da sagte ich laut: ,Cha-
‚Surprise‘-Verkäufer gesehen. Und so
nukka!‘, und alle mussten lachen.
bin ich dann zum Straßenmagazin
Mit Details zu meiner Lebensge-
gekommen. Es setzt mir zu, wenn ich
schichte möchte ich mich derzeit eher
von frühmorgens bis am Abend drau-
zurückhalten. Nicht, weil ich etwas zu
ßen stehe, das fällt mir schwer. Zudem
verstecken hätte, im Gegenteil: Ich ste-
muss ich, wenn ich einigermaßen gut
he kurz vor dem Abschluss der Arbeit
verkaufe, zwei Drittel meines Verdiens-
an meiner Autobiografie. Ich hoffe, dass
tes abgeben, so sind die Regeln der IV.
ich in den kommenden Monaten einen
Aber es ist die Mühe allemal wert. Ich
Verlag dafür finde und das Ganze als
habe sozialen Kontakt und kann am
Buch veröffentlichen kann. Bis dahin
Ende trotz allem ein klein wenig Geld
möchte ich natürlich nicht schon alles
auf die Seite legen. Wenn ich mir Mühe
Mit freundlicher Genehmigung von INSP.ngo / Surprise Foto: Surprise vendor René Mocellin.
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BONSE
AUS BUDAPEST VERTRIEBEN Anikó mit ihrem Liebling Konjo trifft man manchmal in der Kölner Fußgängerzone Hohe Straße. Sie sind seit wenigen Wochen in Köln. Anikó spricht wenige deutsche Worte, sie lernt fleißig und macht verständlich, dass sie und auch viele andere Obdachlose durch neue harte Gesetze von Ministerpräsident Viktor Orbán gegen Obdachlose aus Budapest vertrieben worden sind. Anikó wurde von der Polizei aus der Budapester Innenstadt vertrieben und musste sich einen Schlafplatz in den Wäldern am Stadtrand suchen. In Budapest gibt es nur noch Verbotszonen für Obdachlose. Mit der Hilfe von guten Freunden ist sie nach Köln gekommen und möchte hier bleiben. Die Menschen in Köln sind zu ihr sehr freundlich und hilfsbereit, sagt sie. Foto und Text: Gerd Bonse
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GEDICHT
Freund oder Feind Freund oder Feind Je nachdem ob das Herz lacht oder weint Oft war es nicht so gemeint Du leihst mir stets dein Ohr Kam mir nie vor als wäre ich dein Mohr Musst nicht diskutieren stehst einfach da – auf allen Vieren Wir stehen zusammen alles durch selten haben wir dabei Furcht Treu bleibst du mir ergeben schenkst mir gleich dein ganzes Leben Oft frage ich mich dann warum bist du nicht ein Mann Dann wärst du einfach nur perfekt Jeder sich heut danach streckt Und ich hab‘s mit dir entdeckt Freund oder Feind Mit dir hat mein Herz noch nie geweint Stets die Sonne mit dir scheint Für manche bist du nur ein Hund Doch meine Welt ist mit dir rund Du beschützt mich jeden Tag Keiner sich Schlechtes trauen mag D’rum ich dir mal „Danke“ sag Kölsche Linda
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FOTOGRAFIE
Der Fotograf Hubert Perschke schenkte denen, die es wollten, später einen Abzug ihres Portraits.
Ausstellung
„Auf Augenhöhe“ Portraits aus Köln
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FOTOGRAFIE GEDICHT
Auf die Frage, wo ihre Heimat sei, antworteten die meisten der Portraitierten kurz und knapp: „Deutschland.“
D
ie ersten Fotos von Menschen, die
gerzone gesprochen und sie mit ihrem
auf der Straße leben, machte Hubert
ausdrücklichen Einverständnis porträtiert.
Perschke bereits 1967 – damals noch
So entstanden Bilder nachdrücklicher
als Student in Essen. „Ich habe einigen, die
Empathie. Gleichzeitig bleiben die Foto-
das wollten, das Bild später auch vorbei-
grafien offen für Interpretation. Sie urtei-
gebracht“, erinnert sich der Sozialwissen-
len nicht, sie beschönigen nichts. Sie zei-
schaftler. Für sein aktuelles Fotoprojekt
gen Menschen, die uns ansehen. Eine
„Auf Augenhöhe“ ist der heute 68-Jährige
Auswahl von 20 Portraitfotografien ist
durch Köln gezogen und hat den Blickkon-
noch bis zum 30. Juni in der Volkshoch-
takt zu Menschen gesucht, an denen die
schule in Moers zu sehen. (sab)
anderen in ihrer täglichen Hektik einfach vorbeigehen. „Die einen schauen weg, andere stecken ihnen schnell etwas zu. Es fehlt an Zugewandtheit“, sagt Perschke. „Deshalb habe ich mir zum Ziel gesetzt, eine andere Perspektive einzunehmen – nicht nur von oben herab zu schauen.“ Er hat mit den Obdachlosen in der Fußgän-
Wo? Hanns-Albeck-Platz 2, 47441 Moers Wann? Montags bis freitags, 10 bis 17 Uhr Kosten? Eintritt frei
lll
HUBERT PERSCHKE
Der gebürtige Hannoveraner studierte in Essen Sozialwissenschaften auf Diplom und lebt heute in Merzenich. Die Fotografie ist seine Leidenschaft. Dabei interessieren ihn vor allem soziale Themen. Eine fotografische Arbeit befasst sich etwa mit den Auswirkungen des Braunkohletagebaus auf die Umwelt, die Natur und die Menschen, die aus ihren Dörfern zwangsumgesiedelt werden. Eine andere zeigt Menschen und Industrielandschaften im Ruhrgebiet. Einige seiner Fotografien sind auch unter www.r-mediabase.eu zu sehen. Portraitfoto: Oliver Tripp
17
PROJEKT
Die Fotoausstellung „Flüchtlinge Flucht Zuflucht“ zeigte im Rahmen der Auftaktveranstaltung von „Paten für jugendliche Flüchtlinge“ einfühlsame Motive, gepaart mit Texten von Schutzsuchenden.
IN KÖLN ANKOMMEN Ceno e.V. und Aktion Mensch starten Patenprojekt für jugendliche Flüchtlinge
Bezirksbürgermeister Andreas Hupke und CenoGeschäftsführerin Gabriele Wahlen begrüßten im Studio Dumont zahlreiche Interessenten des Patenprogramms.
18
D
as Centrum zur nachberuflichen
„Wir bieten bereits seit über zehn Jah-
Orientierung, Ceno e.V., und die
ren ein Patenprojekt an, das junge Leute
Aktion Mensch starten das gemein-
in der Ausbildung unterstützt. Dabei
nützige Projekt „Paten für jugendliche
konnten wir viele Erfahrungen sammeln,
Flüchtlinge“, mit dem Ziel, schutzsuchen-
die in das neue Programm fließen“, berich-
de Menschen aus Krisenländern in Köln
tet Projektleiterin Melanie Demor. Dabei
zu integrieren. Im Rahmen des Unterfan-
kann Ceno e.V. bereits auf einen kleinen
gens engagieren sich ehrenamtliche Paten
Pool von Ehrenamtlern, wie etwa
im Rahmen von behördlichen und schu-
Hans-Jürgen Markewitz oder Ursula Kas-
lischen Angelegenheiten sowie bei der
tenholz, zurückgreifen. „Die Jugendlichen
Erlernung der deutschen Sprache für die
brauchen vor allem Orientierung. Diese
14- bis 21-Jährigen. Der wesentliche Fokus
Findung möchte ich fördern“, so Marke-
des Vorhabens liegt in der Entwicklung
witz, der dem Verein seit drei Jahren eini-
einer beruflichen Zukunftsperspektive.
ge Stunden seiner Freizeit schenkt. Den
PROJEKT
einstigen kaufmännischen Angestellten
und über Lebenserfahrung verfügen“,
scheuen die sprachlichen Barrieren nicht:
erklärt Melanie Demor. Neben der Finan-
„Wir arbeiten mit Verständigungsbü-
zierung des aktuellen Unterfangens
chern, die Abbildungen von alltäglichen
durch die Aktion Mensch prüft der Ver-
Situationen oder von Begrifflichkeiten
ein mögliche Fördergelder durch kom-
zeigen. Zur Not werden wir uns mit Hän-
munale oder europäische Fonds. Wäh-
den und Füßen helfen“, so der 67-Jährige.
rend der Auftaktveranstaltung im Studio
Über die jeweilige Unterkunftsleitung,
Dumont begrüßte Bezirksbürgermeister
die Schule oder die Beratungsstellen wer-
Andreas Hupke die Anstrengungen um
den die Jugendlichen auf das Angebot von
junge Flüchtlinge und zeigte sich zuver-
Ceno e.V. aufmerksam gemacht. Im besten
sichtlich in Bezug auf eine erfolgreiche
Fall münden Infogespräche schließlich in
Integration: „Ich bin stolz darauf, wie gut
eine Patenschaft.
das bisher in Köln bewältigt wird“, so der
„Wir suchen zurzeit nach weiteren
Politiker von Bündnis 90/Die Grünen.
Ehrenamtlern für diese wichtige Aufga-
Der Event wurde kulturell begleitet von
be, die in mehreren Schulungen und
der Fotoausstellung „Flüchtlinge Flucht
laufenden Fortbildungsmaßnahmen für
Zuflucht“ und dem Musikprojekt „Zwi-
ihre Tätigkeit gestärkt werden. Die Inte-
schen den Welten“.
ressenten sollten vor allem geduldig sein
Text und Fotos: Thomas Dahl
Patin Ursula Kastenholz, Pate Hans-Jürgen Markewitz und Projektleiterin Melanie Demor (v. l.) warben für eine Mithilfe bei der Betreuung von jugendlichen Flüchtlingen. lll
KONTAKT
Ceno e.V., Tel.: 0221/8008370, ceno@ceno-koeln.de, www.ceno-koeln.de
19
COMIC/KOLUMNE
Illustration: Heiko Sakurai
KOLUMNE
ZUFALL ODER SCHICKSAL
M
20
athematisch gesehen liegt ein
gab. Denn ohne Henne kein OC-17 und
erschafft, sondern nur Zufälle es in
„Henne-Ei-Problem“ vor, wenn
damit keine Schale – also kein Ei.
bestimmte Bahnen lenken. Aber ganz
eine nicht zu beantwortende
Für ein menschliches Schicksal mag die-
gleich, woran Sie glauben – ob man sein
Frage von Ursache und Wirkung unlös-
se Erkenntnis bedeutungslos sein, denn
Schicksal selbst bestimmt oder alles im
bar scheint. Doch was war zuerst da?
täglich widerfahren uns Ereignisse,
Leben aus Zufällen besteht, kann von
Das Ei oder die Henne? Eine uralte phi-
deren Ursache und Wirkung nach dem
der Wissenschaft wohl (vorerst) nicht
losophische Frage, auf die Wissenschaft-
Auslöser der Kausalkette nicht geklärt
geklärt werden.
ler anscheinend endlich eine Antwort
werden können. Wir nennen das Schick-
gefunden haben: Sie entdeckten näm-
sal oder Zufall. Das meint im Grunde
lich, dass für die Schalenbildung das
das Gleiche, es wird nur unterschiedlich
Protein Ovocledidin-17 (OC-17) verant-
interpretiert. Wer an ein vorbestimmtes
wortlich ist. Dieses Eiweiß wird in den
Schicksal glaubt, den wundert ein Ereig-
Eierstöcken der Henne produziert und
nis nicht. Es sollte ihm ja widerfahren,
macht die Schale hart und widerstands-
weil es für ihn bestimmt war. Von Zufall
fähig. Darum sind die Forscher über-
sprechen diejenigen, die davon über-
zeugt davon, dass es zuerst die Henne
zeugt sind, dass keiner sein Leben selbst
Astrid Hülser
BUCH- UND HÖRTIPPS
LIZA MARKLUND
SCOTT BERKUN
VIOLENT FEMMES
„Verletzlich“
Mein Jahr ohne Hosen
We can do anything
SCHWEDEN. Dieser Krimi ist ein Abschied. Von Annika Bengtzon, der aufmüpfigen, umtriebigen, von Panikattacken heimgesuchten Journalistin, berufstätigen Mutter von zwei Kindern, neu liiert mit dem Chef ihres einst ständig fremdgehenden Ex-Mannes. Liza Marklund hat sie 1995 erschaffen. Nun hat sie genug von ihr. „Schluss, Ende, Aus“, kommentiert dies die Pressestelle des Ullstein-Verlags. Noch hat Annika Bengtzon alle Hände voll zu tun. Für ihr Revolverblättchen soll sie eine Serie über Morde schreiben, in denen die Täter nicht gefasst werden konnten. So im Fall des schon Jahre zurückliegenden Todes von Josefin, einer jungen Stripperin, deren Mörder Annika Bengtzon zu kennen glaubt, der aber von seinen Freunden ein wasserdichtes Alibi bekam. Oder aber der Fall des Politikers Ingemar Berglund, ein schwer gefolterter, seitdem im Koma liegender Mann. Auch hier konnte niemand überführt werden. Annika muss sich hierfür auf eine Rückkehr in die Vergangenheit begeben- und damit auch in die eigene. Ein schwerer, ein belastender Weg. Der besonders schmerzlich wird, als ihre Schwester Brigitta verschwindet. Einfach so. Eine Frau, zu der sie nie ein herzliches Verhältnis hatte, die ihr aber in letzter Minute, bevor sich ihre Spur verwischte, noch eine SMS schrieb und um Hilfe bat. In dieser psychisch herausfordernden Situation überschlagen sich dann die Ereignisse. Am Arbeitsplatz brennt es, die DNA eines Massenmörders wird in Zweifel gezogen, er droht frei zu kommen. Und statt nun das Leben mir ihrem neuen Partner zu genießen, muss sich Annika noch einmal, ein letztes Mal, hineinstürzen in Mord und Totschlag, Gewalt und Intrigen. Und das alles vor dem Hintergrund einer ihr Leben umwälzenden Zeitungskrise. Viel reingepackt - ein tolles Abschiedsgeschenk. (Ingrid Müller-Münch)
DER Titel ist Programm: „Mein Jahr ohne Hosen“ ist Scott Berkuns augenzwinkernder Rückblick auf seine zweijährige Mitarbeit bei Automattic – eine Zeit, in der er selbst oft von zu Hause aus und eben „ohne Hosen“ gearbeitet hat. So unkonventionell wie Berkuns Arbeitskleidung ist auch der Managementstil des Namengebers und Firmengründers Matt Mullenweg, dem Mann hinter der Internet-Blogging-Plattform WordPress, der das Unternehmen Automattic Ende 2005 gründete. Anders als bei einem klassischen „nine to five“-Job, begegnet Berkun seinen Kollegen nur sehr selten persönlich. Das wäre auch schwierig, denn sie sind über alle fünf Kontinente verteilt. Trotzdem stehen sie ständig miteinander in Kontakt – via Internet. Erstaunlicherweise bleibt die Distanz ausschließlich räumlicher Natur. Die Kollegen helfen sich untereinander, lösen gemeinsam Probleme und tauschen Ideen aus, als säßen sie gemeinsam an einem Tisch. Alles wird zentral protokolliert. So kann jeder nachlesen, was die anderen gerade machen. „Mein Jahr ohne Hosen“ ist gespickt mit kleinen Anekdoten über neue Arbeitsmethoden. Ein amüsant geschriebener und faszinierender Einblick in die Zukunft des Arbeitslebens, wie sie vielleicht einmal sein könnte. Und ein lebendiger Streifzug durch die Abläufe in einer virtuellen Firma. Ein Muss für alle, die sich mit digitalen Produkten beschäftigen – sei es beruflich oder privat. (Jörg Burbach) Scott Berkun: „Mein Jahr ohne Hosen“, 2014, Wiley-VCH Verlag, ISBN 978-3-527-68563-9, 19,95 Euro
INDIE | Es ist ein bisschen so, als ob man einen alten Freund wiedertrifft, den man jahrelang aus den Augen verloren hatte, oder besser gesagt: von dem man seit Jahren nichts mehr gehört hat. Genaugenommen seit 15 Jahren. Denn so lange liegt das letzte Album der Violent Femmes zurück, einer der irrsten Bands der Popgeschichte. „Femmes“ steht übrigens nicht für Frauen, sondern ist in Milwaukee, der Heimatstadt der Band, ein gebräuchlicher Ausdruck für Weicheier. Die Band heißt also: Gewalttätige Weicheier. Generationen von Heranwachsenden hörten, sangen und tanzten auf Lieder wie „Blister in the Sun“, „Gone Daddy Gone“ oder „American Music“. Die erste LP ist übrigens die meistverkaufte Scheibe der Welt, die es nie in die amerikanischen Top 100 schaffte und erst nach acht Jahren Platin-Status erreichte. Was zeigt, wie zeitlos die Musik war und ist. Nun sind sie also zurück – und der Freund hat sich kaum verändert. Wieder hört man eine wilde Mischung aus Country, Folk und Punkattitüde. Die Melodien sind eingängig. Gordon Gano singt quengelig und juvenil wie eh und je. Brian Ritchies Bass treibt die Lieder munter voran. Dazu scheppert ein Schlagzeug. Ab und an tauchen sogar die „Horns of Dilemma“ auf, ein Bläsersatz, der die zweite Platte dominierte. Nur ein wenig kurzatmig ist der Freund geworden. Gerade mal 30 Minuten dauert seine Erzählung. Natürlich ist der Zauber der ersten Begegnung verflogen. Er wird nie wieder kommen. Aber dennoch freut man sich, den alten Knaben wiederzusehen. Das Gefühl der Vertrautheit stellt sich sofort ein und Spaß hat man sowieso. Es ist ein gelungenes Wiedertreffen. (Jens Hüttenberger)
Violent Femmes, We Can Do Anything, [PIAS] Recordings (Rough Trade), 2016
Liza Marklund: „Verletzlich“, Ullstein, Übersetzung: Dagmar Lendt, 345 Seiten, ISBN 9783550080623, 14,99 Euro 21
AUS DER OASE
Foto: Thomas Dahl
Danke, Kasalla und Piranha!
A
ls nach dem genialen Auftritt der ALASKA SHOWBAND auch
noch die Jungs von KASALLA auf die kleine Bühne im „Piranha“ kamen, gab es in der Kult-Kneipe in der Kyffhäuser Straße kein Halten mehr: „Die Einnahmen des Abends gehen zu 100 % an die OASE, eine Einrichtung für Obdach-
DRAUSSENSEITER Round-Table Bei der Arbeit: Im April setzten wir uns mit Experten aus der Medienbranche im Offenen Treff der OASE an einen Tisch und tauschten uns über aktuelle DRAUSSENSEITER-Themen wie Vertrieb, neue Artikelideen und Aktionen aus. Auch eine Blattkritik stand mit auf der Agenda. Herzlichen Dank an Helmut Frangenberg, Martin Stankowski, Willi Keinhorst, Thomas Dahl, Rudolf Fronczek, Hannes Klug und Franziska Schüffler für die nette Runde und die konstruktiven Vorschläge! (sab)
DRAUSSENSEITER-Workshop
STREETS OF COLOGNE – Von der Idee zum Song Vom Liebeslied über Kabarett zum politischen Protestsong – ein gut gemachtes Lied trifft seine Hörer direkt ins Herz, und – wenn es gut läuft – auch ins Hirn und in die (Tanz-)Beine. Das Kölner Duo „Ich & Chopin“ bietet für DRAUSSENSEITER-MitarbeiterInnen und -LeserInnen einen zweiteiligen Songwriting-Workshop an. Dass ein guter Songtext mehr ist als eine prickelnde Idee, wird der erste Workshop-Teil aufzeigen: Nach dem ersten Brainstorming und Frickeln an einer Idee geht es schließlich in Klausur, um den Text mit einer passenden Melodie zu würzen. Später soll es auch ins Studio gehen. Wir freuen uns! Donnerstag, 23.6.2016, ab 19 Uhr Voranmeldung: bacher@draussenseiter-koeln.de Freitag, 1.7.2016 ab 15 Uhr in der OASE www.draussenseiter-koeln.de
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lose“, verkündete Sänger Basti
Kampmann von der Bühne herunter und erntete dafür großen Beifall. Wir sagen Piranha-Wirt Lutz
Nagrotzki
und der Band ganz herzlichen Dank für die Spende über 1.955,00
Euro, die
an dem Abend eingespielt wurde. Hammer! (cb)
Köln umsonst l Designfestival le bloc 2016 04. Juni 2016 von 12 bis 22 Uhr Belgisches Viertel www.lebloc.de l Medienfest.NRW Alles über Aus- und Weiterbildung in der Medienbranche 04. Juni 2016 von 10 bis 17 Uhr Im Mediapark www.medienfest-nrw.de l Integrativer Sporttag 2016 Das inklusive Sportfest 10. Juni 2016 Erholungs- und Freizeitanlage am Fühlinger See www.sporttag-koeln.de
AUS DER OASE
Ausflug ins Phantasialand Mitte April ging es für eine 13-köpfige Gruppe aus Besucherinnen und Besuchern der OASE, Bewohnern der Wohnprojekte und Ehrenamtlern der Einrichtung mit dem Bus ins Brühler Phantasialand. Mit im Gepäck: Selbstgemachte Frikadellen fürs Mittagessen. Ganz klare Favoriten bei den Shows und Fahrgeschäften waren vor allem das 4D-Kino mit realistischen Windeffekten und die loopingreiche „Black Mamba“. Einige Teilnehmer drehten sogar gleich drei Runden auf der schnellen Überschlagbahn. Herzlichen Dank an das Phantasialand in Brühl für die Einladung, ohne die der schöne Ausflug nicht möglich gewesen wäre. (sab)
Foto: Ingo Leis
LIEBE FREUNDE,
ab nach Hause. Da habe ich nur noch
heute gibt es schlechte Nachrichten. Ich
fressen. Am nächsten Tag war ich eigent-
hatte ja den großen Check beim Tierarzt.
lich wieder fit. Nur Frauchen war so
Frauchen war die ganz Zeit bei mir. Wäh-
komisch. Ich weiß nicht, was der Doc ihr
rend ich geschlafen habe, hat der Doc in
erzählt hat, aber es hat sich irgendetwas
meinen Bauch und in meinen Magen
verändert. Frauchen sagt, mein Magen sei
geschaut. Auch wurden ganz viele Bilder
sehr krank und die Medikamente, die ich
gemacht. Von meiner Pfote und von mei-
bisher genommen habe, hätten nix
ner Lunge. Blut haben sie mir auch abge-
gebracht. Nun bekomme ich wieder Kor-
der wach wurde, sah ich, wie
tison. Sie sagt auch, dass sie nicht weiß, wie lange wir noch
Frauchen mit dem Doc
zusammen sind. Das verste-
redete und sie sich die
he ich so gar nicht, denn
Bilder anschauten. Sie
ich habe ja nicht vor,
wirkte sehr traurig
wegzugehen. Nun will
dabei. Obwohl ich noch
sie mit mir ans Meer
ganz schön schummrig
fahren. Ich habe ja noch
war, habe ich es bemerkt. Und wie ich weiter auf meinem Handtuch im Wartezimmer
DIESES MAGATRZAINSSE.
VON DER S
Kölns ältestes Straßenmagazin. Jeden Monat neu.
nie den Strand gesehen und sie sagt, ich kann da ganz viel buddeln – das liebe ich
lag, wird mir auf einmal wieder übel. Ich
total. Auch hoffe ich, dass ich noch lange
musste jede Menge spucken und bekam
bei ihr bleiben kann, wenn auch vielleicht
noch ‘ne Spritze. Schlimm, immer diese
nicht ganz so lange, wie wir geplant hat-
Pikserei, wenn es einem eh nicht so gut
ten. Ich werde euch auf jeden Fall von
geht. Doch danach wurde es besser. Also
unseren Ausflügen berichten! Euer Clayd
lll
HOLEN SIE
HALLO, ich bin Clayd aus Rumänien. Von dort bin ich mit einem halben Jahr zu meinem Frauchen, der
DRAUSSENSEITER-Verkäuferin Kölsche Linda, gezogen. Nun habe ich ein gutes Zuhause und ein schönes Hundeleben. In meiner Kolumne erzähle ich euch, wie mein Alltag so aussieht, und was ich alles erlebe. Foto: Kölsche Linda
werbeagentur-von-morgen.de
zapft. Und als ich so langsam wie-
geschlafen. Abends durfte ich ein wenig
WWW.
DRAUSSENSEITER-KOELN
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VORSTELLUNG
Geben ist Ernten Die Karmetta-Stiftung engagiert sich zum Schutz von Mensch und Tier
DRAUSSENSEITER-Abonnement
Genaugenommen ist Mitgefühl das Gegenteil von Mitleid: Man schaut dabei nicht von oben herab, sondern begegnet dem Anderen auf selber Augenhöhe und mit Respekt. Man kann fast sagen, dass Mitgefühl immer auch etwas mit Nächstenliebe zu tun hat. Jedenfalls sehen das Helga und Bernd Oppermann so, die sich voll und ganz in den Dienst der im Jahre 2008 gegründeten Karmetta-Stiftung gestellt haben. Damals von einer Gruppe gut bekannter und befreundeter Personen um das Kölner Ehepaar ins Leben gerufen, hat sich die Stiftung –
gemeinsam mit Förderpartnern – dem Schutz von Tier und Mensch verschrieben. Seien es die SOS-Kinderdörfer, die Deutsche Kinderhospizstiftung in Olpe oder auch Einrichtungen wie die Off Road Kids oder die OASE, die sich für Menschen in Not einsetzen. Durch die Unterstützung diverser Tierschutzorganisationen, insbesondere des Deutschen Tierschutzbundes, kommen ca. 40 Prozent der Spenden den Tierbeinern zugute. Mit der Tiertafel Rhein-Erft werden letztlich Mensch und Tier gefördert. Wichtig für die Stifter ist der räumliche und persönliche Bezug, weil die Fördermittelempfänger persönlich bereut werden sollen. Die Menschen hinter der Stiftung können somit sehen, wie die Unterstützung ankommt und wofür sie verwendet wird. Hierzu dienen Telefonate, Besuche, Teilnahme an Veranstaltungen und am liebsten die persönliche Übergabe der Spenden. Ein
Ich möchte den DRAUSSENSEITER unterstützen und bestelle:
gutes Beispiel sind die SOS-Kinderdörfer und auch die wiederholte winterliche Kleiderspende an die OASE – hochwertige, warme Männerbekleidung, die persönlich übergeben wird. Die Betreuung, die Organisation sowie die Verwaltungsarbeit von Karmetta wird ehrenamtlich geleistet – das gilt auch für das derzeit laufende Projekt „Mehr Mut gegen Tierleid“. Hierbei geht es darum, bei beobachtetem und erkanntem Tierleid nicht wegzugucken, sondern den Vorgang zu melden. Die Stiftung stellt hierfür ein Formular auf der Website zur Verfügung. Für jede Unterstützung dieser Aktion sind die Leute hinter Karmetta dankbar. Ihr Ziel ist es, Gutes zu bewirken mit anteilnehmendem Verständnis, Mitgefühl und Güte. Wer den Verein unterstützen möchte, wendet sich bitte an www.karmetta.de (cb)
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Einzugsermächtigung
ein Sponsoren-Abo zu 85,– Euro pro Jahr
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ein Förder-Abo zu 150,– Euro pro Jahr
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Als Dankeschön für das Förder-Abo gibt es zudem das Buch „Köln trotz(t) Armut“.
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Die Bestellung wird erst wirksam, wenn sie nicht binnen einer Frist von 10 Tagen schriftlich widerrufen wird. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs. Das Abo kann jederzeit gekündigt werden.
VORSCHAU
IMPRESSUM Redaktionsleitung Christina Bacher (cb), bacher@draussenseiter-koeln.de www.draussenseiter-koeln.de Redaktionsassistenz Sabrina Burbach, burbach@draussenseiter-koeln.de
Sommer in der Regenbogen-City
Herzlichen Dank allen freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieser Ausgabe. Lektorat Barbara Feltes Titelgestaltung Deborah Keser Titelfoto Deborah Keser Fotos Christina Bacher, Gerd Bonse, Sabrina Burbach, Thomas Dahl, Christoph Goldbeck, Ingo Leis, Kölsche Linda, Bernd Lohaus, Hubert Perschke, Melissa Rennings, Sebastian Sellhorst, SSM, Sportfoto Pfeil, Stiftung Stadtgedächtnis, Surprise vendor, Hanna Witte Cartoon Heiko Sakurai Gestaltung Innenseiten Petra Piskar, de haar grafikdesign, www.dehaar.de Druck druckdiscount24.de Abos Martina Jühlke, juehlke@oase-koeln.de Vertrieb Ali Baran Herausgeber Benedikt-Labre e.V. – OASE Alfred-Schütte-Allee 4, 50679 Köln Tel.: 0221/989353-0, Fax: 0221/98935316 Depots (nur für Verkäufer) Dat Büdche, Aachener Straße 3, 50674 Köln Kiosk Orman, Salierring 15, 50677 Köln OASE, Alfred-Schütte-Allee 2-4, 50679 Köln Verkauf öffentlich Agnesbuchhandlung, Neusser Straße 63, 50670 Köln Buchladen Neusser Straße, Neusser Str. 197, 50733 Köln BUNT Buchhandlung, Venloer Straße 338, 50823 Köln VIELFACH, Baudri-Platz, 50733 Köln
Urlaub auf Balkonien – für viele eine Alternative zum Reisen.
Foto: Christina Bacher
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er Felix-Rexhausen-Preis für Journalistinnen und Journalisten wird seit 1998 jährlich ausgeschrieben und würdigt ein besonderes publizistisches Engagement bei der Berichterstattung über Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender. Die Jury – bestehend aus dem Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen (BLSJ) – tagt in Köln. Grund für uns, den Siegerbeitrag mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir sind gespannt und freuen uns diesmal auf eine Sommerausgabe, in der sich Sonne und Regen abwechseln: Nur so entsteht nämlich ein schöner, bunter Regenbogen – auch mitten im Sommer.
Kontoverbindungen IBAN: DE66 3705 0198 0016 5020 31 SWIFT-BIC: COLSDE33, Sparkasse KölnBonn DRAUSSENSEITER ist das Sprachrohr für alle Obdachlosen, deren Freunde, ehemals Obdachlose und andere Betroffene. Leserbriefe sind immer herzlich willkommen. Für namentlich gekennzeichnete Artikel und Leserbriefe sind die jeweiligen Autoren verantwortlich. Bedürftigen wird für veröffentlichte selbstgeschriebene Artikel, Interviews und Fotos ein kleines Honorar gezahlt, wenn dies der Autor ausdrücklich wünscht. Nachträgliche Forderungen werden nicht akzeptiert. Es gilt die Anzeigenpreisliste vom 1.1.2009. DRAUSSENSEITER ist Mitglied des
Der nächste DRAUSSENSEITER erscheint zum 15. Juli 2016. Mehr dazu unter www.draussenseiter-koeln.de und auf facebook. 25
Foto: Hanna Witte
SERVICE
Für Alle Diakoniehaus Salierring Fachdienst für Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe d. Diakonischen Werkes Köln und Region, Salierring 19, 50677 Köln, Tel.: 27 69 70-0, verwaltung.salierring@ diakonie-koeln.de, www. diakonie-koeln.de Beratung: Mo bis Fr 9-12 Uhr, Di + Mi 16-18.30 Uhr (u. a. Postadressen u. Treuhandkonten) Straffälligenhilfe: Zeiten wie oben Tagestreff: Mo bis Fr 8.30-12.30 Uhr, Frühstück, (donnerstags auch Mittagessen), Duschen, Wäschekeller, Aufbewahrung, Internetzugang Kleiderkammer: Di u. Do 9-11.30 Uhr Krankenwohnung, Betreutes Wohnen § 67 SGB XII, Ambulante Begleitung gem. § 67 SGB XII, Betreutes Wohnen § 53 SG XII, Clearingstelle Claro im Trägerverbund
Emmaus Geestemünder Str. 42, 50725 Köln, Tel.: 971 17 31, info@emmaus-koeln.de, www.emmaus-koeln.de
Appelhofplatz: Essenausgabe u. medizinische Versorgung, Mo bis Fr ab 21 Uhr Leben und Arbeiten in Gemeinschaft, günstiger Einkauf von Secondhand-Artikeln, DritteWelt-Arbeit durch Versand von Hilfslieferungen Gulliver – Überlebensstation für Obdachlose Trankgasse 20, Nähe Hauptbahnhof, 50667 Köln, Tel.: 120 60 91
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Duschen, Toiletten, Waschmaschinen, Trockner, Tagesschlafraum, Postadressen, Caféteria mit Frühstück und Snacks, Beratungsangebote, Internetzugang, Kunstausstellungen, Handyladestation Mo bis Fr 6-13 Uhr u. 15-22 Uhr, Wochenende, Feiertage 10-18 Uhr Kleiderkammer: Do 15-17 Uhr
Kontakt- u. Beratungsstelle Rochus (SKM) Bartholomäus-Schinkstr. 6, 50825 Köln, Tel.: 3377063-4, Fax: 3377063-9 http://skm-koeln.de/9.0/9.1.8/rochus-p.html rochus@skm-koeln.de
der MüTZe, Berliner Str. 77, Köln-Mülheim
Angebot: Aufenthaltsmöglichkeit, Begegnung, Freizeitangebote, (Spieleangebot, Kaffee), Essen, Duschen, Wäschepflege, Schreibhilfe, Telefonmöglichkeit, mediz. Versorgung, PC-Nutzung mit Internetzugang offene Info- u. Orientierungshilfen: Mo., Di., Do., Fr. 12-15 Uhr, Mi. 12-14 Uhr Sa., So. und Feiertage 12-13 Uhr Beratung (auch anonym): Mo, Mi, Do, Fr 9-11 Uhr, Mo bis Fr 14-16 Uhr
Angebote: täglich warmes Essen von 12-14 Uhr, kalte u. warme Getränke, Duschmöglichkeit (Behindertendusche u. -toilette), Wäschewa Lobby-Restaurant LoRe des KALZ für Berber schen, Kleiderkammer nur für wohnungslose und Banker Menschen von Di und Do 11-13 Uhr, Beratung Domstr. 81, Nähe Hauptbahnhof, 50668 Köln, täglich von 11-15 Uhr und nach Vereinbarung, info@koelnerarbeitslosenzentrum.de, Medizinische Sprechstunde Di + Do 12-13 Uhr, www.koelnerarbeitslosenzentrum.de Postadresse, Betreutes Wohnen, PC-Nutzung mit Mittagessen: Mo, Di 12 -16 Uhr, Internetzugang, Samstags Frühstück. Mi, Do, Fr 12 -15.30 Uhr Öffnungszeiten: Mo bis Fr 11-15 Uhr, Sa 10-14 Uhr, So 10-14 Uhr Kölner Obdachlosenfrühstück, Peter-Deubner-Stiftung Sozialdienst Katholischer Männer e.V. Tel.: 430 39 83 Bahnhofsvorplatz 2a (1. Etage), Angebote: 9 -11 Uhr: Kostenloses sonntägliches 50667 Köln-Innenstadt, Tel.: 13 49 19, kontaktstelle@skm-koeln.de, Frühstück jeden 2. u. 3. Sonntag im Monat im Vringstreff, Im Ferkelum 42, jeden 4. Sonntag in www.skm-koeln.de
GUBBIO Obdachlosenseelsorge Ulrichgasse 27-29, 50577 Köln, www.gubbio.de Öffnungszeiten: Di, Mi 14 – 17 Uhr Angebote: Raum zum Gespräch, Bibelstunde, Meditation, thematische Gesprächskreise, religiöse Filme
SERVICE
Vringstreff e.V. Für Menschen mit und ohne Wohnung Im Ferkulum 42, 50678 Köln, Tel.: 278 56 56, info@vringstreff.de, www.vringstreff.de Mo bis Do 11.30-17 Uhr, Fr 9-12 Uhr Jeden 2. und 3. Sonntag Obdachlosenfrühstück 9-11 Uhr, Café, Freizeitangebote, Veranstaltungen, Beratung Dienstleistungsagentur „Huddel und Brassel im Veedel“ Im Ferkulum 42, 50678 Köln, Tel.: 3377706-17 huddelundbrassel@vringstreff.de Bürger für Obdachlose e.V. Basislager Gebrauchtwarenkaufhaus Bürger für Obdachlose e.V. Basislager: Silcherstr. 11, 50827 Köln Tel.: 640 22 68, info@bfoev.de Kleiderkammer, Gebrauchtwaren-Kaufhaus für Jedermann, Arbeitsprojekt und Suppenküche. Obdachlose können gerne auch Kleidung, Schlafsäcke etc. in unserem Gebrauchtwaren-Kaufhaus kostenlos bei uns beziehen. Gemeinsam mit Emmaus betreibt der Verein die Suppenküche am Appelhofplatz. Initiative Bauen Wohnen Arbeiten e.V. Peter-Michels-Str. 1-9, 50827 Köln Tel.: 0221/ 9535301, Fax: 0221/ 5948789 ibwa@netcologne.de www.bauenwohnenarbeiten.de
Nur für Frauen agisra e.V. Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen Martinstr. 20a, 50667 Köln, Tel.: 0221/124019 oder 1390392, www.agisra.org
OASE-Benedikt Labre e.V. Alfred Schütte Allee 4, 50679 Köln, Tel. 0221/9893530 kontakt@oase-koeln.de www.oase-koeln.de
Kontakt- und Beratungsstelle: Montag und Freitag 9 – 13 Uhr, Dienstag und Donnerstag 9 – 16 Uhr, Mittwoch 13–16 Uhr
Offener Treff: Montag 10.30–13 Uhr, Dienstag 13–16 Uhr, Mittwoch 13–16 Uhr, Donnerstag 13–16 Uhr, Freitag 11.30–13 Uhr Frühstück: Montag 10.30–13 Uhr
Sprechstunde Mobiler Medizinischer Dienst: Montag 10.30–11.30 Uhr Kleiderkammer/Duschmöglichkeit für Leute auf der Straße: Montag 10.30-12 Uhr, Mittwoch 13-15.30 Uhr, Donnerstag 13-15.30 Uhr; Computer-Nutzung: nach Vereinbarung
Redaktionssitzung DRAUSSENSEITER: Alle zwei Wochen, montags um 12.30 Uhr
Wohnprojekt für Frauen
Beratung nach Terminvereinbarung, Telefonische Sprechzeiten: Mo, Di und Do 10-15 Uhr
LOBBY FÜR MÄDCHEN e.V. für Mädchen und junge Frauen Beratung und Begleitung bei Problemen und in Krisensituationen
Café Auszeit Kontakt -und Beratungstelle für wohnungslose Frauen Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695310, cafe-auszeit@skf-koeln.de
Mädchenberatung linksrheinisch Fridolinstr. 14, 50823 Köln-Ehrenfeld Tel.: 0221/45 35 56 50 maedchenberatung-linksrhein@lobbyfuer-maedchen.de
Tägl. Essensangebot, Duschen & Baden, Wäschepflege, Kleiderkammer, Postadresse, Schließfachnutzung, Beratung und Soforthilfe, Mo, Di, Do, Fr 11-15 Uhr, Mi 15-19 Uhr, u. nach Vereinbarung Café Auszeit, Schäl Sick SKF e.V., Buchheimer Str. 36, 51063 Köln, Tel.: 0221/946 96 24, Fax: 0221/2855199 cafe-auszeit.schaelsick@skf.koeln.de Beratung, Hilfe und Unterstützung bei allgemeinen Fragen, Vermittlung an weiterführende Hilfen, Rechtsberatung, Frauenfrühstück, Postadresse Mo und Fr 10-12 Uhr, Mo, Mi, Do 15-17 Uhr Do 10-12 Uhr Frauenfrühstück
Angebot: Arbeitsgelegenheiten, Beschäftigung, Wohnen, Betreutes Wohnen
Haus Rosalie Gocher Straße 45, 50733 Köln-Nippes, Tel.: 0221/97 30 88 88, haus-rosalie@vinzentinerinnen.de
Comeback Notschlafstelle für Frauen, Sozialdienst kath. Frauen e.V., Mauritiussteinweg 77-79, Nähe Neumarkt, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695-210 Täglich geöffnet von 20 bis 10 Uhr. Angebot für wohnungslose Frauen und Frauen in Notlagen: Schutz, Übernachten, Essen, Duschen, Wäsche waschen, Kleiderkammer, PC und Internetnutzung. Tiere sind erlaubt. Beratung und Vermittlung an weiterführende Hilfen sind möglich. Elisabeth-Fry-Haus Albert-Schweizer Straße 2, Nähe Südfriedhof, 50968 Köln, Tel.: 99 56-43 00, efh@diakonie-michaelshoven.de www. diakonie-michaelshoven.de Notaufnahmeheim für Frauen und Frauen mit Kindern, Schutz, Übernachtung, Verpflegung, Wohnen, Beratung und Begleitung. Das Haus ist rund um die Uhr geöffnet. Frauen gegen Gewalt e.V. – Notruf und Beratung für vergewaltigte Frauen Tel.: 56 20 35, mailbox@notruf-koeln.de www.notruf-koeln.de Beratung telefonisch, persönlich und per E-Mail, Begleitung und Unterstützung nach sexualisierter Gewalt; Prozessvorbereitung und -begleitung; Rechtsberatung; Gruppenangebote
Mo bis Do: ganztägig nach Vereinbarung Mi 14-16 Uhr: ohne Anmeldung Di 10-11 Uhr, Do 14-15 Uhr: telefonische Beratung, Di 16-18 Uhr: kostenlose Betreuung Ess-Störungen 0800 5 03 58 85 Mädchenberatung rechtsrheinisch Buchheimer Str. 56, 51063 Köln-Mülheim Tel.: 0221/890 55 47 maedchenberatung-rechtsrhein@lobbyfuer-maedchen.de Mi bis Fr ganztägig nach Vereinbarung Fr 14-18 h ohne Anmeldung Mäc-Up Treffpunkt für Mädchen von 14-27 Jahren Gereonstr. 13, Nähe Bahnhof, 50670 Köln, Tel.: 0221/13 35 57 Essen, Trinken, Dusche, Wäsche waschen, Second-Hand-Kleidung, medizinische Versorgung, Beratung Öffnungszeiten: Mo., Mi., Do. und Fr. von 12-15.30 Uhr Di. von 10-13 Uhr, Frühstück gibt es Di. und Mi., gekocht wird Mo. und Fr.
Nur für Männer Notschlafstelle für Männer Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 931221-54 (tagsüber) und -26 (ab 18 Uhr), jhk-notaufnahme@johannesbund.de Sozialarbeiterische Beratung, Erarbeitung einer Perspektive, Vermittlung in weiterführende Hilfen Aufnahme: Täglich (auch Sonn- u. Feiertags) ab 18 Uhr für wohnungslose Männer ab 18 Jahren „Reso“ – Resozialisierungsabteilung Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 931221-54, th.klahr@johannesbund.de Hilfe für wohnungslose Männer mit sozialen Problemlagen nach § 67 SGB XII: Unterbringung, Verpflegung und Selbstversorgung, individuelle Einzelfallhilfen, Beschäftigungsangebote, Mo bis Fr.: 8-16.30 Uhr
LAUFEN, WALKEN,
MARATHON LAUF MIT UNS INS ZIEL!
Foto: Miriam Wolf
DONNERSTAGS AB 18:00 UHR AB 17:00 UHR SONNTAGS
BENEDIKT LABRE E.V. – OASE - ALFRED SCHÜTTE ALLEE 4 - 50679 KÖLN KOSTENFREIES LAUFTRAINING UND TEILNAHME AM KÖLN MARATHON
Am 03. April startet unser Lauftraining wieder zweimal die Woche. Jeder kann mitmachen, egal ob schnell oder langsam. Sogar eine Teilnahme am 20. Köln Marathon am 02. Oktober 2016 ist möglich. Wenn du interessiert bist, mit uns gemeinsam das Ziel zu erreichen, melde dich telefonisch, per Mail oder komm einfach vorbei. Wir freuen uns auf dich.
GRENZENLOSER SPORTVEREIN E.V. info@grenzenloser-sportverein.de www.grenzenloser-sportverein.de
Telefon: 02236 - 3051080 Mobil: 0179 - 5330921