24. Jahrgang
Nr. 162
Januar 2016
R E T I E S N E S s U A R D Z A G A M N E S S A STR R E N L Ö K S A D
IN
KUNST
0,90 e für den Verkäufer
1,70 e
für jedermann
AUCH IM KZ Kreativität
UNTER DRUCK Hasan Deveci
OPEN AIR Graffiti
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Inhalt Liebe Leserinnen und Leser, als der Autor Stefan Keller zum ersten Mal das Zimmer des Künstlers Julius Klingenbiel im Göttinger „Verwahrhaus“ besichtigte, formten sich erste Gedanken zu seinem aktuellen Roman „Kölner Wahn“. In dem Buch geht es um einen obdachlosen Künstler, einen Vertreter der immer populärer werdenden „Outsider-Kunst“. Wir haben uns mit Keller darüber unterhalten, worin für ihn der Reiz am Thema liegt. Hass- und Drohschreiben erhielt Hasan Hüseyin Deveci für seine Ausstellung „Erinnern – Gedenken – Gestalten“, mit der der Künstler während des Sommerblut-Festivals an die Öffentlichkeit ging. Ist die Kunst wirklich eine Tochter der Freiheit, wie Friedrich Schiller behauptet haben soll?
Vorwort ��������������������������������������������������������������� 3 Inhaltsverzeichnis �������������������������������������������������� 3 Themenschwerpunkt: Kunst Interview mit Stefan Keller: Outsider-Kunst ����������������� 4 – 5 S.4
Interview mit Jörn Wendland: Kunst im KZ �������������������� 6 – 8
Gedichte von Josée HümpelLangen: 70 Jahre danach ��������� 9 Projekt „Art for all“: Kunst für alle! ���������������� 10 – 13
Ein friedvolles Jahr wünscht allen Leserinnen und Lesern sowie den Unterstützern der OASE im Namen des gesamten Teams
S.10
Thomas Dahl: Drohungen gegen Kölner Künstler ������������������� 14
Ihre
S.14
Christina Bacher
Kolumne: Plädoyer für die Bahn �������������������������� 16 – 17 Gedicht: Unlösbar �������������������������������������������������� 17 Friedrich Graf von Westphalen: Die Bedrohungen des Bildes vom Menschen im Recht ����������������������� 18 – 19 Comic ���������������������������������������������������������������� 20 Kolumne: Kunst und Kritiker ������������������������������������ 20 Buchtipps ������������������������������������������������������������ 21 Aus den Einrichtungen �������������������������������������� 22 – 23 Kolumne: Das Glück der 40 �������������������������������������� 24 Abo ������������������������������������������������������������������ 24 Impressum ��������������������������������������������������������� 25 Vorschau ������������������������������������������������������������ 25 Service: Adressen �������������������������������������������� 26 – 27
Öffnungszeiten: OASE e.V. Kontakt- und Beratungsstelle Montag und Freitag: 9.00 – 13.00 Uhr Dienstag und Donnerstag: 9.00 – 16.00 Uhr Mittwoch: 13.00 – 16.00 Uhr 3
Foto: Wolfgang Irg
kunst
Outsider-Kunst
Interview mit Stefan Keller
e, um sein er nach vorn ed wi ch si beugte enswert „Der Detektiv Es war bemerk . en ht ac tr uer zu be die Details Porträt gena ung akkurat, hr fü en ni Li et, die er gut gezeichn getroffen. Ab t ek rf pe nd ängstige cht einmal fast schon be e Brille, ni di , ng du ei r die Kl ig ausgemalt. nichts, wede ach nur fläch nf ei n re wa mit tszüge us sie auch ri Ma seine Gesich ss da , nzig Formen, so wi konnte.“ Sie zeigten cht erkennen ni le il Br r vorgehaltene
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kunst
DRAUSSENSEITER: In deinem neuen Krimi-
Lebensängste geworden sind. Du verwendest
Stefan Keller: Das ist ganz schwer zu sagen.
nalroman „Kölner Wahn“ verbrennt ein
für die Werke des Obdachlosen das Wort
Beim „Kölner Wahn“ war es das Bild des
Obdachloser im Keller eines Mietshauses –
„Outsider-Kunst“. Kannst du kurz erklären,
verlassenen, aber voll möblierten Hauses,
ein krasser Anfang für eine Geschichte. Und
was du darunter verstehst?
dessen Zimmerwände komplett mit Bil-
leider nicht mal besonders unrealistisch, weil
Stefan Keller: Als Outsider-Kunst oder Art
dern angemalt sind, mit dem alles anfing.
Obdachlose keinen Schutz haben, gerade,
Brut bezeichnet man ganz allgemein
Daraus ist die Geschichte gewachsen. Vor
wenn sie schlafen. Gibt es eigentlich einen
Kunst, die von Künstlern geschaffen wird,
allem über die Figuren: Wer malt so ein
realen Vorfall, den du beim Schreiben im
die außerhalb des Kunstbetriebes stehen,
Haus komplett aus? Warum? Was steckt
Kopf hattest? Oder sogar einen Menschen,
also nicht auf einer Kunsthochschule
dahinter? Was hat dieser Mensch erlebt?
der als Vorbild für diese Figur gedient hat?
waren, sondern sich das Malen selbst bei-
Was treibt ihn an? Wenn mich solche Fra-
Stefan Keller: Ich erinnere mich an einige
gebracht haben. Oft sind es Menschen, die
gen nicht mehr loslassen, dann ist es eine
Fälle, in denen schlafende Obdachlose
eher am Rande der Gesellschaft stehen.
gute Idee für ein Buch.
überfallen wurden, aber einen konkreten
Manchmal wird der Begriff auch nur für
Vorfall hatte ich nicht im Kopf. Ebenso
Künstler mit psychischer Erkrankung
DRAUSSENSEITER: Wie umfangreich ist die
benutzt.
Recherche für einen solchen Kriminalro-
„Hinter einer Art Gitternetz , das auf alle zu finden war, n Bildern tobte die Apok alypse. Feuers griffen brenne alamander nde Katzen an, die sich wehrte ihrerseits vers n und uchten, die Sa lamander zu ze Raubvögel stür rfleischen. zten sich aus der Luft auf al sich auf den Bi les, was ldern zu bewege n schien.“
man? Warst du vielleicht sogar in einer Einrichtung für Wohnungslose oder hast mit Betroffenen gesprochen? Stefan Keller: Für „Kölner Wahn“ habe ich ziemlich viel recherchiert. Allerdings ging es dabei vor allem um den psychologischen Hintergrund des Malers. Außerdem sehr viel um Außenseiterkunst, um die Leute, die sie machen, um die Bildsprache, die sie dabei verwenden. Dass Jakob Maternus obdachlos ist, war ursprünglich gar nicht einmal so sehr geplant. Es ergab
wenig wie es einen einzelnen Menschen gab, der Vorbild für die Figur gewesen ist.
DRAUSSENSEITER: Offenbar gibt es in der
sich aus seiner Biographie heraus. Das ist
Wenn man aufmerksam durch die Stadt
Tat ein immer größeres Interesse der Öffent-
eben auch sehr wichtig: Bei aller Recher-
läuft, findet man aber gerade in Köln
lichkeit an Kunst als Ausdruck von Men-
che muss sich irgendwann die Figur ver-
immer mal wieder Spuren von obdachlo-
schen, die am Rande der Gesellschaft stehen.
selbständigen. Das kann dann auch einmal
sen Künstlern. Ich weiß, dass vor einigen
In Schleswig-Holstein gibt es sogar ein eige-
einer Recherche komplett widersprechen.
Jahren in Sülz, wo ich damals gelebt habe,
nes Museum für Outsider-Kunst, anderswo
Wichtig ist, dass es zur Figur passt und
jemand unterwegs war.
gibt es zahlreiche Ausstellungen zu dem
damit glaubwürdig bleibt. Und vor allem:
Thema. Wie erklärst du dir das?
lebendig.
Ausgangspunkt für die Geschichte war aber eher das Zimmer des Künstlers Julius
Stefan Keller: Außenseiterkunst gilt als Kunst,
Klingebiel im sogenannten Göttinger
die sehr direkt aus dem Leben der Künstler
„Verwahrhaus“, einer psychiatrischen Kli-
heraus geschaffen wird. Es gibt kaum einen
nik (so würde man das heute nennen).
theoretischen Überbau oder eine ironische
Klingebiel hat das Zimmer über Jahre
Distanz darin (auch wenn viele Bilder sehr
immer weiter ausgemalt. Das ist ziemlich
bewusst mit Komik spielen). Sie ist eben
beeindruckend. Außerdem die Geschichte
echt und ich glaube, dass die Leute so etwas
einer obdachlosen Malerin aus Hamburg,
suchen: einen direkten Ausdruck einer
die über ihre Bilder versucht hat, trauma-
unmittelbaren Lebenserfahrung.
tische Erfahrungen zu überwinden. DRAUSSENSEITER: „Kölner Wahn“ ist ja DRAUSSENSEITER: Der Privatermittler Mari-
bereits der fünfte Fall deiner Krimireihe um
us Sandmann stößt schließlich auf Gemälde,
Privatdetektiv Marius Sandmann. Wann
die der Mann kurz vor seinem Tod gemalt
reizt dich eine Idee so sehr, dass sie es schließ-
hat. Beeindruckende, beängstigende Bilder,
lich schafft, zu einem Buch ausgearbeitet zu
die für ihn offenbar zum Sprachrohr seiner
werden?
lll
Buch
Stefan Keller Kölner Wahn Sandmanns fünfter Fall, Gmeiner-Verlag, ISBN 978-3-8392-1749-8, Euro 9,99 5
kunst
Helga Weissová: Ankunft in Theresienstadt (li.) / Ein Transport verlässt Theresienstadt (o.). Quelle: „Zeichne was Du siehst / Draw what you see – Zeichnungen eines Kindes aus Theresienstadt / Terezín. Hg. von Niedersächsischer Verein zur Förderung von Theresienstadt / Terezín e.V.; (C) Wallenstein Verlag, Göttingen 1998.
Kunst im KZ von Sabrina Burbach
DRAUSSENSEITER: Warum hast du dir gerade das Thema Häftlingsbildserien für deine Doktorarbeit ausgesucht? Jörn Wendland: Die leichte Antwort ist, dass ich mich damit schon in meiner Magisterarbeit beschäftigt habe. Und die schwierige, dass ich einen persönlichen Bezug zum
Konzentrationslager und Kunst – zwei Begriffe, die sich eigentlich ausschließen. Wer nicht zu den Millionen Ermordeten gehörte, die in Auschwitz, Buchenwald und anderen Lagern starben, der litt unter Hunger, Krankheit, Folter und Zwangsarbeit. Trotzdem gelang es einigen wenigen Gefangenen, ihr Leben im KZ künstlerisch festzuhalten. Viele Bilder entstanden unmittelbar nach der Befreiung. Aber warum zeichneten die Menschen überhaupt? Was nutzten sie als Material? Welche Motive brachten sie zu Papier? Der promovierte Kunsthistoriker Jörn Wendland hat in seiner Doktorarbeit die Kunst der Häftlinge und Überlebenden aus den NS-Zwangslagern untersucht. Im Gespräch mit dem DRAUSSENSEITER gibt er einen Einblick in seine Arbeit, den Alltag in den Lagern und die Beweggründe der Künstler.
Thema habe. Meine Großväter waren im Krieg. Einer als Offizier, einer als einfacher Soldat. Und ich denke, dass zumindest der Offizier von den Lagern gewusst hat. Die Arbeit gab mir die Möglichkeit, etwas mehr über die Opfer herauszufinden. DRAUSSENSEITER: Du sagst, es wurde in deiner Familie nie über die Kriegszeit gesprochen. Weißt du, warum? Jörn Wendland: Das war nie Thema und ich habe nie gefragt. Das war aber ein Fehler, glaube ich. Doch bei den Holocaust-Überlebenden ist das genauso. Ich weiß von einem der Zeichner, Thomas Geve, dass er jahrelang nicht über das in den Lagern Erlebte gesprochen hat. Erst im Alter fing er damit an. Auf der anderen Seite war es lange generell verpönt, davon zu erzählen, auch in Israel.
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kunst
DRAUSSENSEITER: Wenige haben sich bis-
DRAUSSENSEITER: Also alles geschönt?
DRAUSSENSEITER: Sich zu widersetzen war
her mit der Kunst aus den Lagern befasst.
Jörn Wendland: Völlig geschönt, ja. Beson-
nicht möglich?
Es gibt weder offizielle Kataloge, noch weiß
ders bei Propagandaarbeiten, die die SS
Jörn Wendland: Nein. Und das Zeichnen war
man, wie viele Werke noch erhalten sind.
in Auftrag gegeben hat, wo nur Idylle
in dem Fall sogar überlebenswichtig.
Wie hast du die Künstler und ihre Bilder
drauf zu sehen ist, ohne Zäune und Häft-
Wenn jemandem die Bilder gefielen, hat-
gefunden?
linge. „Frühlingsstimmung bei Theresi-
te man dessen Wohlwollen oder man
Jörn Wendland: Meistens über Bücher.
enstadt“ heißt zum Beispiel ein Bild.
bekam Lebensmittel. Das galt auch für die
Dann habe ich in Archiven und im Inter-
Darauf sieht man Theresienstadt mit der
Bilder von Mithäftlingen. Wenn jemand
net recherchiert, zum Beispiel auf Muse-
Festungsmauer, Hügellandschaften,
ein Portrait seiner Familie wollte oder
umsseiten. Außerdem habe ich mich in
Frühlingsbäume und einen Kirchturm
eine Glückwunschkarte zum Geburtstag,
den Gedenkstätten Bergen-Belsen und
– also nur die schöne Landschaft ohne
dann hat er das bei wem anders in Auftrag
Buchenwald umgehört, gefragt, ob es
das tatsächliche Lager. Das nächste Bild
gegeben. Und wenn der Zeichner Glück
weitere Kunstwerke gibt. Ich wollte ja
zeigt modernste Zahnarztstühle, die
hatte, bekam er dafür Lebensmittel oder
gerne die Originale sehen. Wenn man die
Oper, ein Café. Alles in bunten Aquarel-
Zigaretten, die gängigste Lagerwährung.
Bilder in den Händen hält, verraten sie
len. Völlig an der Realität vorbei. Manch-
Es zählte also nicht nur der geistige Wider-
nämlich viel mehr über die Umstände,
mal beauftragten die SS-Männer die
stand, sondern die Bilder waren auch ganz
als die Abbildungen im Netz. Thomas
Zeichner auch direkt, wenn sie zum Bei-
konkrete Handelsobjekte.
Geve, der erst nach der Befreiung ange-
spiel ein Portrait von ihrer Familie
fangen hat zu zeichnen, nutzte zum Bei-
haben wollten. Schwieriger war es dann
DRAUSSENSEITER: Was wurde zum Zeichnen
spiel Originalvordrucke aus den Lagern
bei der zweiten Kategorie Bilder, den
benutzt und wie kamen die Häftlinge an das
als Material – u.a. eine Krankheitsmel-
heimlichen Arbeiten. Auf ihnen zeich-
benötigte Material?
dung der SS. Die hat er einfach aus einem
neten die Menschen, wie ihr Leben im
Jörn Wendland: Entweder haben sie es ein-
Mülleimer gefischt.
Lager wirklich aussah, die Verhältnisse,
geschmuggelt oder aus dem offiziellen
den Hunger, den Massenmord. Und sie
Lagerbereich bekommen. In vielen
DRAUSSENSEITER: Weil er Papier brauchte ...
machten viele Portraits. Das war natür-
Schreibstuben gab es Bleistifte und ein
Jörn Wendland: Genau. Er war zwar befreit,
lich erst mal verboten, weil es sie vom
bisschen Papier – wenn man es heimlich
aber er kam in Buchenwald schlecht an
Arbeiten abhielt. Und es war eine Art
schaffte, das zu nehmen. Oder man zweig-
Zeichenmaterial ran und hat dann den
geistiger Widerstand. Ist zwar ein etwas
te Material von den offiziellen Arbeiten
Vordruck zum Skizzieren benutzt.
hochtrabender Begriff, aber zumindest
ab. Andere haben was eingetauscht. Wer
haben sie etwas gemacht, was sie an eine
Holz hatte, konnte es anbrennen und dann
frühere Identität erinnerte.
gab es einen kleinen Kohlestift. Andere
DRAUSSENSEITER: Du hast in deiner Arbeit
versuchten auf Mehlsäcken zu zeichnen.
herausgestellt, dass sich die Kunst im KZ in zwei Kategorien von Bildern einteilen lässt.
DRAUSSENSEITER: Was passierte, wenn man
Das war natürlich nicht sehr haltbar. Und
Welche sind das genau?
sie beim Zeichnen erwischt hat?
wenn es nicht gerade Pferdebilder waren,
Jörn Wendland: Einmal die Kunst, die im
Jörn Wendland: Es kam drauf an, wer was
sondern solche, die die Lagerrealität zeig-
offiziellen Auftrag entstand, wenn die SS
gemalt und wer es gesehen hat. Mindes-
ten, musste man sie irgendwo verstecken.
zum Beispiel Material für simple Wegbe-
tens wurden die Zeichner verhört. Häufig
Neben dem Material spielte auch die Zeit
schilderungen oder Propaganda brauchte.
gab es auch Folter, Lagergefängnis oder
eine wichtige Rolle. Wann male ich? Wäh-
Gerade in Theresienstadt, dem damaligen
Versetzung in eine Strafkompanie, in der
rend der Arbeit ging das natürlich schlecht.
Vorzeige-Ghetto, mussten Inhaftierte viel
die Häftlinge oft starben. Manchmal wur-
Danach musste man sich regenerieren
zeichnen und Statistiken grafisch aufhüb-
den sie auch in die Gaskammer geschickt,
oder war auf der Suche nach Essen. Und
schen, um zu zeigen, dieses Lager ist
in Auschwitz zum Beispiel. Ein bisschen
man durfte sich ja nicht erwischen lassen.
wahnsinnig effizient. Das war für die SS
willkürlich. Manchmal war es okay. In
Deshalb gelang es nur ganz wenigen. Man-
ganz wichtig. Effizienz. Das ist an sich total
einem Fall hat zum Beispiel jemand ein
che davon hatten zum Beispiel eine Arbeit
grotesk. Das gab es aber auch in Ausch-
Pferdebild gemalt und dann kam Rudolf
in der Schreibstube.
witz. Dort hat die SS große Ölgemälde von
Höß, der Lagerkommandant in Auschwitz,
Lagerbauten malen lassen, um zu zeigen,
und sagte, das sei ein schönes Bild, da hät-
DRAUSSENSEITER: Wie brachten die Men-
wir haben wunderschön gebaut. Die Häft-
te er gerne mehr von. Also musste der
schen ihre Bilder aus den Lagern?
linge waren nur ganz klein abgebildet und
Häftling ein Lagermuseum eröffnen, wo
Jörn Wendland: Sie schmuggelten sie, wenn
kaum zu erkennen.
dann mehrere Bilder dieser Art ausgestellt
sie jemanden kannten, der dazu in der
wurden.
Lage war. Im Vernichtungslager Ausch-
7
kunst
witz war das natürlich viel schwieriger als
Jörn Wendland: Weil es persönliche Hinter-
einzelnen erlitten haben. Das sieht man
in einem Ghetto wie Theresienstadt. Im
lassenschaften von Überlebenden sind,
den Bildern auch an. Einige sind zum Bei-
französischen Sammellager Gurs arbeite-
also Dokumente, Zeugnisse, die ihre Sicht-
spiel schmutzig und düster. Helga Weis-
ten Schwestern vom Roten Kreuz und
weise zeigen. Das finde ich wichtig, weil
sová hat für diesen Effekt extra Pfüt-
andere Hilfsorganisationen. Die nahmen
mit den Zeitzeugen auch die Unmittelbar-
zen-Wasser zum Zeichnen benutzt.
die Bilder dann mit und sorgten für neue
keit stirbt. Bald können wir sie nicht mehr
Gleichzeitig sind es für mich aber auch
Materialien. Die tschechische Malerin
fragen, wie es war. Die Bilder geben Ant-
Kunstwerke, weil Laien und Künstler
Helga Weissová, die heute 85 Jahre alt ist,
worten. Sie beinhalten eine Mehrdeutig-
bestimmte Mittel verwendet haben, um
fand noch eine andere Lösung: Sie gab
keit, die ich spannend finde. Jeder hat
etwas auszudrücken. Sie haben ihre Far-
ihre Werke ihrem Onkel, der sie in seiner
einen bestimmten Zeichen-Stil, einen
ben gezielt eingesetzt, Motive arrangiert.
Kaserne einmauerte. Andere Bilder wur-
anderen Schwerpunkt und kulturellen
Natürlich kommt es immer darauf an, wer
den einfach zerstört, gingen beim Evaku-
Hintergrund. Ein Künstler kann alleine
sich die Bilder anguckt. Ich meine, was
ieren oder auf der Flucht verloren.
mit Farben und Größenverhältnissen viel
Kunst ist, ist sowieso immer eine schwie-
ausdrücken.
rige Frage. Viele Überlebende sagen auch selbst, dass sie keine Künstler sind, son-
DRAUSSENSEITER: Und wie sieht das mit den
dern nur zeigen, wie es war. Andere sagen,
und Landschaften noch gezeichnet?
Überlebenden persönlich getroffen. Welche
natürlich bin ich Künstler, sonst hätte ich
Jörn Wendland: Fast alles, was man sich vor-
Erinnerungen hast du daran?
nicht überlebt.
stellen kann. Von der Lagerarchitektur mit
Jörn Wendland: Für meine Arbeit habe ich
Türmen und Stacheldrahtzäunen über die
drei größere Reisen gemacht. Eine nach
DRAUSSENSEITER: Vielen Dank und viel
Hungersnot bis zum wichtigen Thema
Polen, Österreich und Tschechien. Die
Erfolg für deine weitere Arbeit.
Ankunft. Bilder von Erschießungen und
zweite nach Amerika und die dritte nach
von der Vergasung entstanden allerdings
Israel. Jedes Bild verbinde ich mit einer
oft erst nach Kriegsende. Das hatte ver-
Person. Beeindruckend fand ich Helga
schiedene Gründe. Einmal war es gefähr-
Weissová. Sie hat ihre Werke 2010 bei der
lich, solche Szenen zu zeichnen. Und man
„Europäischen Sommeruniversität“ in
versuchte natürlich, sich selbst zu schüt-
der Gedenkstätte Ravensbrück gezeigt
zen. Also, dass man sagte, ich konnte das
und saß danach mit den Studenten und
einfach nicht zeichnen, das ist zu grausam.
den Wissenschaftlern im Tischten-
Oder derjenige, der das Bild in Auftrag
nis-Raum auf dem Gelände zusammen,
gab, wollte es nicht. Da gab es eine Frau,
um weiter zu erzählen. Wie eine nette,
die gesagt hat, das Bild ist für meine Mut-
alte Dame. Das fand ich sehr bewegend.
ter und ihr möchte ich das Leben hier
Die Bilder sind ja zum Teil unter äußerst
nicht so grausam zeigen.
unmenschlichen Bedingungen entstan-
Foto: Sabrina Burbach
Motiven aus? Was wurde neben Portraits
DRAUSSENSEITER: Du hast auch einige der
den. Aber die Personen dahinter sind DRAUSSENSEITER: Also haben sie damit
offen. Oder ich habe nur die getroffen, die
gerechnet, dass die Bilder die Adressaten
offen und freundlich waren, zum Beispiel
erreichten.
in Israel und in Prag. Die haben mir
Jörn Wendland: Sie haben es irgendwie
immer ein Mittagessen ausgegeben. Sie
gehofft. Deshalb steckte hinter dem Zeich-
wollten erzählen, wollten, dass ihre
nen auch eine Art Überlebensantrieb. Das
Geschichte bekannter wird. Von einigen,
Gefühl, ich mache etwas. Es ist für meine
die ich angeschrieben habe, kam dagegen
Familie, die sehe ich bald wieder. Hat im
gar keine Antwort. Das war aber für mich
gerade genannten Fall aber leider nicht
auch okay.
funktioniert. Die Mutter ist im Budapester Ghetto gestorben.
DRAUSSENSEITER: Die unvermeidbare Frage zum Schluss: Gehören die Bildserien, die
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DRAUSSENSEITER: Es gibt so viele Dokumen-
du untersucht hast, zur Kunst oder sind es
tationen über diese Zeit. Warum sind die
eher Dokumente?
Bilder deiner Meinung nach wichtig und
Jörn Wendland: Beides. Sie dokumentieren
verdienen mehr Aufmerksamkeit?
zum einen die entsetzliche Zeit, die die
lll
zur person
Dr. Jörn Wendland hat in Bonn Kunstgeschichte, Geschichte und Germanistik studiert. An der Universität Wien wurde er mit einer Arbeit über Häftlingsbildserien aus den NS-Zwangslagern promoviert. Er arbeitet als freier Kunsthistoriker, Stadtführer und Kurator in Köln und ist freier Mitarbeiter des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln.
kunst
Gedichte und Gedanken – 70 Jahre danach Auschwitz Hierhin fahren nicht vergessen nicht vergessen wollen über den Boden gehen die Luft einatmen neu werden umdenken Darum
Ankunft Wo bin ich angekommen Kommt man hier jemals an? Fährt man hier jemals weg? Hier bleibt der Mensch der Abgrund, das Entsetzen Das Abgestumpftsein Das Abgrundsein Immer
Grau Zahlen, Blöcke, Häuser Häuser, Blöcke, Zahlen Mein Haus ist gottverlassene Leere Zahlen, Blöcke, Zahlen Ich höre nichts Ich höre nichts nichts als Grau
Josée Hümpel-Langen ❙ Ihr Vater war im niederländischen Widerstand. Ihre Mutter arbeitete im Krieg in einem Krankenhaus in Rotterdam. Dass diese wehrlos zusehen musste, wie Patienten deportiert wurden, war das erschütterndste Erlebnis ihres Lebens. Sie erlebte auch das Rotterdamer Bombardement. Josée Hümpel-Langen ist seit 1968 mit einem Bundeswehroffizier verheiratet. Sie fuhr im Sommer 2010 mit einer Gruppe für einen einwöchigen Aufenthalt nach Auschwitz.
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insp – Über den Tellerrand
Den Lupenmann haben AEC & WAONE 2010 für „Art for All“ in Sevilla gemalt. © Waone, Interesni Kazki, Art for All, Tasso
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kunst
Kunst für alle! Das Projekt „Art for All“ bringt Straßenkunst in arme Stadtviertel. Von Annette Woywode
P
eter Claesson kann sich kaum ein-
tet, erzählt Claesson. Immer wieder sind
rungsorganisationen, Regierungen und
kriegen: „Sie hätten die Gesichter
Passanten begeistert vor dem Werk ste-
als Entwicklungshelfer.
der
sollen!“,
hen geblieben. Zwischendurch gab es
„Art for All“ hat seine Spuren schon in
schwärmt er am Telefon über seine Erleb-
Frühstück und Pizza und am Ende hatten
Jordanien, in Honduras oder Spanien hin-
nisse in La Línea, dieser spanischen Stadt
die obdachlosen Männer das Gefühl,
terlassen. Immer in Städten oder Stadt-
an der Grenze zu Gibraltar. „Sie waren so
etwas Großes geleistet zu haben. Groß
teilen, die als arm und heruntergewirt-
glücklich und stolz!“ Zusammen mit dem
– so sind die meisten Kunstwerke, die
schaftet gelten und auch so aussehen.
international bekannten Straßenkünstler
entstehen, wenn die Organisation „Art
Immer zusammen mit renommierten
Victor Ash haben dort gerade acht
for All“ ihre Finger im Spiel hat. Ganze
Künstlern wie Nelson Román oder Nena
Obdachlose eine triste Mauer in einem
Häuserfassaden oder gar Straßenzüge
Sanchez. Und immer – und das ist die
armen Stadtviertel in ein Open-Air-Ge-
hat Peter Claesson, der das Projekt
Hauptsache – zusammen mit den Men-
mälde verwandelt.
gemeinsam mit seiner Frau Sharon
schen, die in diesen Vierteln leben und
Männer
sehen
Statt Beton prangen dort jetzt riesige
gegründet hat, schon verschönert. Und
denen das Projekt helfen soll, ihren Stadt-
Schattenrisse von wilden Tieren auf
das nicht nur in Spanien, wo der 53jäh-
teil aufzuwerten. Angefangen hat alles
blendend weißem Untergrund. Den gan-
rige lebt und eine Reiseagentur führt –
vor 20 Jahren in Ecuador. Damals lebten
zen Tag haben die Obdachlosen gearbei-
nach langer Tätigkeit für Nichtregie-
Peter Claesson und seine Frau noch in
v.l.n.r.: Organisator Peter Claesson mit Victor Ash und einem der Helfer.
Letzter Pinselstrich von Graffiti-Künstler Victor Ash in La Línea.
© Waone, Interesni Kazki, Art for All, Tasso
© Waone, Interesni Kazki, Art for All, Tasso
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kunst
Dieses Bild des ukrainischen Künstlerduos AEC & WAONE ist in Miami zu sehen. Waone, der hier den Regenschirm hält, war schon öfter für „Art for All“ im Einsatz.
Villa Kunterbunt in Sevilla – realisiert von Cristina Salas und Javier & Jaime Suárez aus Ecuador. © Waone, Interesni Kazki, Art for All, Tasso
12
kunst
Das Bild ziert eine Wand beim Kölner Zoo – geschaffen von Fassadenkünstler TASSO, der künftig „Art for All“ unterstützt. © Waone, Interesni Kazki, Art for All, Tasso
Quito, der Hauptstadt des Landes, beide arbeiteten für die UNO. Aber damit fühlten sie sich nicht aus-
Am Ende wurden hunderte Mauern in
Euro, da unter anderem Fluggesellschaf-
Quito farbenfroh gestaltet. Die Wirkung
ten, Hotels und Restaurants als Sponsoren
war
ins Boot geholt werden konnten.
überwältigend, und
Claesson
gelastet. Als sie von Kindern hörten, die
beschloss, die Idee in andere Teile der Welt
Die Organisation erledigt Claesson
bei ihren Eltern im Gefängnis lebten, war
zu exportieren. Während die meisten
nebenbei: „Ich habe eine Menge Energie“,
die Sache klar: Man müsste Ausflüge mit
Gemälde in Quito mittlerweile verblasst
sagt er, „und eine wunderbare Familie, die
diesen Kindern unternehmen! Tatsäch-
sind, ist „Art for All“ andernorts nachhal-
mir Zeit und Liebe gibt.“ Für La Línea hat
lich setzten sie ihr Vorhaben in die Tat
tiger. Zum Beispiel in Sevilla: 2010 schufen
Peter Claesson eine besondere Vision. Das
um. „Aber immer mussten wir die Kinder
im Stadtteil Polígono de San Pablo 43
erste Kunstwerk steht, jetzt stürzt er sich
am Ende in die traurige Gefängniswelt
Künstler, Bewohner des Viertels und viele
ins Fundraising. Dann können die Obdach-
zurückbringen“, erzählt Claesson. So wur-
freiwillige Helfer gemeinsam ein Out-
losen weitere Mauern verschönern. Und
de die Idee geboren, Mauern zu verschö-
door-Museum aus Skulpturen und riesi-
Bäume pflanzen. Und am Ende sollen die
nern, mit Farben Leben in den grauen
gen Wandgemälden.
Obdachlosen ihr eigenes Café eröffnen –
Alltag zu bringen. Zunächst im Gefäng-
Bis heute führen beteiligte Anwohner
für die vielen Menschen, die herbeiströ-
nis, doch schnell auch außerhalb – zusam-
stolz Touristen durch ihr Viertel, das mit
men werden, um die Open-Air-Kunst zu
men mit den Häftlingen. „Wir haben
seinen Industrieansiedlungen und Hoch-
bewundern. Claesson: „Wir werden das
viele nette Briefe geschrieben, um die
hausblocks zuvor wenig zu bieten hatte.
schaffen! Ich sehe es vor mir! Und wenn
Erlaubnis für die Insassen zu bekom-
Die Aktion kostete allerdings eine Menge
ich es sehe, dann klappt es auch.“
men“, erzählt Claesson und lacht. Und
Geld: Rund 120.000 Euro musste Claesson
noch mehr Briefe, um Sponsoren für die
damals akquirieren. Für andere Aktionen,
Aktion zu gewinnen.
zum Beispiel in Amman, reichten 3.000
Freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom INSP Nachrichtendienst www.INSP.ngo / Hinz und Kunzt
13
kunst
Hasan Hüseyin Devecis Ausstellung in Erinnerung an den armenischen Völkermord führte zu anonymen Droh- und Hassschreiben gegen den Künstler. Foto: © MEYER ORIGINALS
Drohungen gegen Kölner Künstler Hass- und Drohschreiben an Hasan Hüseyin Deveci im Zuge der Ausstellung „Erinnern – Gedenken – Gestalten“ anlässlich des Genozids an Armeniern
D
er Kölner Künstler und Kunstthera-
Deveci zeigte im Alten Pfandhaus unter
Schreckliche in der Geschichte verstehen
peut Hasan Hüseyin Deveci erhielt
anderem von der Decke herabbaumelnde
und uns das Unvorstellbare vorstellen ...“,
im Zuge der Ausstellung „Erinnern
weiße Masken, unter denen in roter Farbe
erklärt der Kosmopolit auf Facebook.
– Gedenken – Gestalten“, anlässlich des
getränkte Hemden den Korpus der Opfer
Genozids an den Armeniern vor 100 Jahren,
symbolisierten.
„Wir leben in einem demokratischen Staat. Wer Hasan wegen seiner Kunst
mehrere Hass- und Drohschreiben. In den
In einem öffentlichen Brief bietet der
angreift, der greift uns alle an. Seine Aus-
Zeilen bekundeten die anonymen Verfasser
Künstler den Urhebern der Drohschreiben
stellung, auf der ich in meiner Funktion als
ihre Akzeptanz von Gewaltaktionen gegen
die Stirn: „ … Mit meiner künstlerischen
Bezirksbürgermeister zur Eröffnung eine
Deveci. Zudem wurden die Homepage
Arbeit möchte ich zum Denken und Füh-
Begrüßungsrede hielt, hat mich tief beein-
sowie die Facebook-Seite des Künstlers
len einladen. Das Leiden, an das wir uns
druckt“, erklärte Andreas Hupke, der sich
gehackt und vorübergehend lahmgelegt.
erinnern sollten, ist für uns nur als Sekun-
in einer Solidaritätsbekundung auf Fried-
Die Ausstellung im Rahmen des letzten
därerfahrung zugänglich und deshalb
rich Schillers Ausspruch, „Die Kunst ist eine
„Sommerblut-Festivals“ drückte in Bil-
schwer vorstellbar. Daher muss die Erin-
Tochter der Freiheit!“, bezog. Zahlreiche
dern und Objekten den Völkermord im
nerung an das, was vor 100 Jahren den
Personen unterstützten Hupkes Aussage
einstigen Osmanischen Reich aus, bei dem
Armeniern widerfahren ist, lebendig und
und zeigten Flagge für den in Deutschland
bis zu eine Million Menschen umkamen.
unbequem bleiben. Nur so können wir das
lebenden Türken mit kurdischen Wurzeln. Thomas Dahl
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Clemens-Josef-Haus
Willkommen im Clemens-Josesf-Haus auf dem Vellerhof, einem Fernab der „Straße“ sind die Menschen hier gern gesehene Gäshistorischen Gehöft inmitten eines Naturschutzgebietes, auf dem te, die auf dem Gelände des Clemens-Josef-Hauses auf ihrem ganz heute hilfebedürftige Menschen leben, wohnen und arbeiten. persönlichen Weg begleitet werden. Clemens-Josef-Haus I Altenwohn- & Pflegeheim und stat. Einrichtungen der Gefährdetenhilfe · Vellerhof 1 · 53945 Blankenheim Gefährdetenhilfe: 0 26 97 . 91 00 16 · Altenwohn- & Pflegeheim: 0 26 97 . 91 00 25 · www.vellerhof.de
Wohnungslosenhilfe Station machen I zur Ruhe kommen
Übernachtung I Aufnahme I Wiedereinstiegshilfe I Lebenshilfe I Langzeitwohnen
Arbeiten
Qualifizierung erwerben I Selbstwertgefühl erleben Beschäftigung I Ausbildung I Arbeitstraining I Qualifizierung I Arbeitsvermittlung
Pflegewohnheim
begleiten und fördern I beraten und anleiten
Pflege & Betreuung I Lebenszufriedenheit I Wohlbefinden I Menschlichkeit I Zu Hause
Foto: Aintsche/Fotolia
kolumne
Ein paar Beherzte, die sich dem gut gemeinten Rat zum Aussteigen widersetzt haben, rotten sich zusammen und wollen den Zugführer verhören. Oh Gott, sie werden Lukas doch nichts antun wollen? Sicherheitshalber folge ich ihnen. Der Zugführer ist echt nett. Gar nicht so, wie man der Bahn immer unterstellt. Freundlich, ein offenes Lächeln, auskunftsbereit. Also, da wäre so ein Baum … und der sei umgekippt, und nun läge der so auf dem Gleis herum und der Kollege im Zug vor uns, einfach reingerauscht. Zu dumm. Und nun müsse er dem Kollegen helfen und den kaputten Zug mit seinem ganzen Zug zurück nach Pader-
Plädoyer für die Bahn von Gerlis Zillgens
Bahnmitarbeiter. Hilfsbereit. Kollegial. Jetzt wird mir auch klar, warum man in der Durchsage keinen Grund des Aufenthalts genannt hat. Sicher wollte man die Leute nicht unnötig mit zu vielen Informationen erschrecken. Wie würden Sie sich fühlen, wenn man Ihnen sagte, hey, da draußen tobt so ein heftiger Sturm, dass der schon einen Baum vor den Zug gekippt
ch liebe die Bahn. Schon als Kind moch-
I
Neulich, zum Beispiel: Ein plötzlicher
hat? Jeder würde sich doch gleich fragen,
te ich Lukas, den Lokomotivführer, viel
Sturm. Höchstens drei Tage vorher angekün-
hallo, sind wir vielleicht die nächsten? Sind
lieber als Jim Knopf. Ein Mann mit einer
digt. Vollkommen unerwartet bricht er über
wir noch sicher? Da ist es doch wirklich
BahnCard 100 macht mich schneller
Nordrhein-Westfalen herein. Ich bin auf
besser, nicht zu viel zu sagen. No Panic!
wuschig als George Clooney in einem
dem Schienenweg von Paderborn nach
Spricht sich dann aber doch fix rum. Die
Cadillac. Auf meinem Grabstein wird ein-
Essen. Umsteigen in Hamm. Wir halten in
Mädels vom Junggesellenabschied sind
mal stehen: Dieser Zug endet hier.
Geseke.
inzwischen auch ausgestiegen. Schock-
Ich finde, die Bahn leistet Phantasti-
Der junge Mann mir gegenüber wird
und Alkoholeinwirkung halten sich in
sches. Wenn ich unterwegs bin, sind 90
unruhig. Knapper Anschluss in Hamm, dann
etwa die Waage. In der Biologie nennt man
Prozent der Züge auf die Minute pünkt-
flugs nach Essen, von da mit dem Bus an die
das „Konfliktsituation“. Die löst im Allge-
lich. Mehdorn, Grube, demnächst Pofalla
Adria, berichtet er. Er ist Leiter einer Kinder-
meinen Starre aus. Bei Junggesellinnenab-
– großartige Pioniere der Schiene. Männer,
und Jugendfreizeit, die warten mit hundert
schieden ein recht angenehmer Zustand.
die sich auch trauen, die Dinge beim
Kindern in Essen auf ihn. Das Adrenalin
Namen zu nennen. Natürlich sind wir
treibt ihm kalten Schweiß auf die Stirn.
nicht alle gleich. Natürlich gibt es Unterschiede in der Gesellschaft. 1. Klasse. 2. Klasse. Wahrheiten, die man sonst höchstens von Donald Trump erfährt.
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born schleppen. Sehen Sie, so sind sie, die
Die Mädels vom Junggesellenabschied zwei Reihen weiter kriegen nichts mit.
Durch ihre beherzte Nicht-Information fördert die Bahn das menschliche Zusammensein auf dem Bahnsteig nun ungemein. Wir kommen ins Gespräch über so
Etwas irritierend ist dann die Durchsage:
Fragen wie: Was sollen wir nun tun? Wird
„Achtung, dieser Zug endet in Geseke, bit-
es Schienenersatzverkehr geben? Plant
Aber klar, manchmal gibt’s Pech. Manch-
te alle aussteigen!“ Huch. Dieser Zug endet
die Bahn, den Bahnsteig demnächst zu
mal fällt zum Beispiel ein Baum auf eine
nicht in Geseke, ich weiß es ganz genau!
überdachen, damit wir bei Stürmen nicht
Schiene. So ein Baum, der hat einfach
Dieser Zug endet in Hamm. Zumindest für
mehr ganz so klatschnass werden?
Argumentationskraft. Da kann die Bahn
mich. Da steige ich um und fahre weiter in
Die Schockstarre der Junggesellinnen
nun wirklich nichts für. Man kann ihnen
einem Zug, der in Köln endet. Aber … na
löst sich und sie geben eine Bahnsteigrun-
doch nicht die Schuld an der Klimakatast-
ja, warum nicht mal Geseke? Hamm ist gut,
de. Ist letztlich auch egal, ob man sich in
rophe unterschieben. Das wäre echt unfair.
aber kenne ich ja schon.
Geseke oder sonst wo volllaufen lässt.
gedicht
Schließlich ziehen wir neuen Freunde zur Info. Die kleine asiatische Frau am Schalter ist fast so freundlich wie der freundliche Zugführer. Sie beantwortet jede Frage, die wir ihr stellen, mit demselben freundlichen Lächeln und denselben zwei Worten: „Teine Atun“. Spontan bilden sich kleine, lebhaft diskutierende „Was-könnte-sie-meinen“Grüppchen. Die Junggesellinnen gewinnen das Quiz. „Teine Atun“, gröhlt die zukünf-
Unlösbar Liebe. Nirgendwo. Verloren. Liebst du allein, Du bist zu schwach, Um dich zu wehren, Dein Schutz, dünn wie Glas. Wie soll das gehn?
tige Braut, „sie meint keine Ahnung“. Die freundliche Asiatin hinterm Schalter nickt und wiederholt lächelnd: „Teine Atun.“ Ich finde es eine gute Idee, Menschen
Hass. Überall. Verschworen. Sie sind leer, eine Hülle
mit Migrationshintergrund direkt nach
Zu hart die Schale
ihrer Ankunft im Lande an Ticket- und
Zu klein der Kern
Auskunftsschaltern zu beschäftigen. So ist man viel in Kontakt mit Einheimischen
Du kannst sie nicht durchschauen.
und lernt die fremde Sprache schnell und
Wie soll das gehn?
problemlos. Man sieht, die Bahn ist auch ein kluger Arbeitgeber. Der junge Mann hat inzwischen seine
So nah. So fern.
Mutter samt Auto herbeigeordert. Sie lädt
Zu weit weg,
mich ein mitzufahren und düst uns in
Um danach zu greifen.
mörderischer Fahrt nach Hamm. Wenn wir schnell genug sind, können wir noch
Stark. Zusammen vereint.
einen Zug erreichen, der den jungen
Schwach. Verloren alleine.
Mann nur mit zwei statt drei Stunden Ver-
Wie soll das gehn?
spätung in Essen eintreffen lässt. Wir rennen durch den Bahnhof. Keuchend erreichen wir den Bahnsteig. Eine Minute zu
Sie sind unendlich.
spät. Die roten Lichter des letzten Wag-
Dein Ende ist nah.
gons verlassen gerade die Halle. Ich sagte
So Welten entfernt von dir
ja schon, 90 Prozent der Züge sind auf die Minute pünktlich. Ach, ich liebe die Bahn.
Es lauert der Hass Du kannst ihn nicht fangen.
lll
zur person
Gerlis Zillgens arbeitete nach dem Studium als Schauspielerin und Regisseurin an diversen Theatern, bevor sie ihren Schwerpunkt aufs Schreiben legte. Sie tourt mit Kabarettprogrammen durchs Land und schreibt mittlerweile in viele Sprachen übersetzte Romane für Jugendliche und Erwachsene. Seit einigen Jahren gibt sie Schreibseminare für Erwachsene und Jugendliche, z.B. am 16. Januar 2016 in der Ateliergemeinsachaft Trierer Straße. Mehr zu dem Workshop unter www.zillgens.de
Wie soll das gehn? Wütend. Liebevoll. Gelangweilt. Alles so anders. Zu anders. Sie ähneln sich nicht Ihre Welt ist eine andere Und doch ist es dieselbe. Wie soll das gehn? Jana
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essay
Friedrich Graf von Westphalen
Daten dem Subjekt Mensch zuzurechnen
Die Bedrohungen des Bildes vom Menschen im Recht
– noch keinen Objektcharakter, obwohl
sind, sie haben keinen oder – zumindest Jaron Lanier uns im Blick auf die Zukunft warnend entgegengehalten hat: „Du bist das Produkt der Internetkonzerne“. Dabei herrscht beim Bürger weithin die naive Annahme vor, dass durch eine umfassende Digitalisierung aller Lebensbereiche
E
18
des modernen Menschen ein Mehr an s war der große Rechtsphilosoph
welche dem Bürger zahlreiche Rechte der
Lebensqualität, ein Mehr an persönlicher
Gustav Radbruch, der in seiner Hei-
Partizipation und auch einen Anspruch
Freiheit, auch an demokratischer Partizi-
delberger Antrittsvorlesung im Jahr
auf Fürsorge in Solidarität einräumen.
pation erreicht werden wird. Doch in Wirk-
1927 die Frage nach dem „Bild des Men-
Doch davon soll hier nicht die Rede sein.
lichkeit ist es – ganz gegenläufig, aber nicht
schen im Recht“ als die für jede Rechts-
Vielmehr sind die mannigfachen Bedrohun-
jenseits der Wahrheit gesagt – so, dass wir
epoche schlechthin entscheidende Frage
gen dieses „Bildes vom Menschen im Recht“
nur noch die Summe der über uns verfüg-
bezeichnete. Denn es geht darum, welches
in den Blick zu nehmen. Es entfaltet sich
baren Daten sind. Unsere Gewohnheiten,
„Bild vom Menschen“ sich die Rechtsord-
nämlich – mehr und mehr unbemerkt vom
unsere Vorlieben und unsere Schwächen
nung macht, nach welchem Menschenbild
Bürger – hier ein dräuendes Szenario. Cha-
sind „im Netz“ bekannt, ohne dass wir wis-
die Rechtsordnung mit ihren zahllosen
rakterisiert wird es durch die Codewörter
sen, wer die Daten denn zusammengefügt
Rechtsbefehlen und Verhaltensanordnun-
„Big Data“, „Big Money“, „Big Govern-
hat. Denn wir wissen nur, dass es ein Com-
gen ausgerichtet ist.
ment“. Es ist die schon aktuell gewordene,
puter ist und die ihn konstituierenden
Stellt man diese Frage heute, so antwor-
aber weithin unkritisch befundene Bedro-
Algorithmen. Es sind die sündhaft teuren
tet das Zivilrecht – mannigfach geprägt
hung einer globalen Überwachung, welche
„Sirenenrechner“, wie Jaron Lanier sie
vom europäischen Recht –, dieses Men-
den „gläsernen Konsumbürger“ geboren
nennt, welche die globale Welt der Daten
schenbild ist das des „Verbrauchers“. Ihm
hat. Stichworte sind: Google, Facebook,
in Silicon Valley beherrschen.
steht der „Unternehmer“ gegenüber,
NSA und Cyperspace sowie das „Internet
Es geht daher im Blick auf das „Bild des
wenn es um den Abschluss von Verträgen
der Dinge“. Diese Entwicklung ist, um es
Menschen im Recht“ um die Beherr-
geht. Es ist also nicht mehr die natürliche
mit einem Wort zu sagen, auf dem besten
schung der vielfältigen Gefahren, welche
Person, der sich die geltende Rechtsord-
Weg, das gegenwärtig noch gültige „Bild des
nicht nur aus der Sammelwut des Staates
nung – ein wenig konturenunscharf –
Menschen im Recht“ weithin zu zerstören.
resultieren, sondern – ganz allgemein –
zuwendet. Und es ist auch nicht mehr der
Abseits jedes kulturpessimistischen
aus den zahllosen Risiken für die Freiheit
„Kaufmann“, der den Gegenpart spielt. Es
Anstrichs droht die Gefahr, dass der
des einzelnen Bürgers, welche aus dem
ist eben der die Wirtschaft und ihr Wachs-
Mensch zum „Produkt“ der Internetkon-
„Informationskapitalismus“ erwachsen.
tum mit seinem Nachfrageverhalten sti-
zerne wird, weil alle Lebensbereiche digi-
Mit einem Wort: Es geht um die Begren-
mulierende Konsument, der „consumer“,
talisiert sind, und – noch schärfer formu-
zung der Kontrollwut des Staates, genauso
der „consommateur“.
liert – aus alledem ein „technologischer
aber geht es um die Eingrenzung des Kon-
Das ist natürlich weit vom christlichen
Totalitarismus“ (Schirrmacher) entsteht.
trollwahns der Technologiekonzerne, der
Menschenbild entfernt. Dieses aber
Der dieses Szenario prägende Dreiklang,
Big-Data-Unternehmen. Ihr immer weiter
scheint doch noch sehr stark im Bereich
den wir Yvonne Hofstetter verdanken,
wachsendes Potential entstammt den per-
des Verfassungsrechts durch. Es ist dort
lautet: „Die NSA sieht alles“, „Google weiß
sönlichen Daten, die zur Ware werden,
der Bürger, der freie und selbstverantwort-
alles“, „Apple hört alles mit“. Das Konzept
weil der „Verbraucher“ sie bereitwillig
lich handelnde „citoyen“, der – gestützt
von „Big Data“ – gleichgültig, ob von „Big
und unkritisch ins Netz stellt. Trotz ihres
auf seine personale, unantastbare Würde
Government“ oder von „Big Money“
höchstpersönlichen Charakters dienen sie
– sich gegen die Allmacht des Staates mit
betrieben – steht inzwischen „konträr zu
dann allein den ökonomischen Interessen
seinem Anspruch auf Achtung seiner bür-
den Prinzipien des Datenschutzes“.
zahlreicher Unternehmen. Die Profite
gerlichen Freiheit durchsetzt. Es ist libe-
Die persönlichen Daten sind ja immer
dieser Unternehmen, wie Google und
rales Gedankengut, das hier immer noch
der „digitale Zwilling“ der betreffenden
Facebook etc., beruhen auf der Verfü-
leuchtend durchscheint. Doch im gleichen
Person, wie der verstorbene Frank Schirr-
gungsmacht und der Verwertung der per-
Atemzug ist zu betonen, dass es die gesetz-
macher uns beigebracht hat. Damit aber
sönlichen Daten der Nutzer, welche gegen
lichen Ausprägungen des Sozialstaats sind,
steht auch fest, dass alle persönlichen
Entgelt an Dritte weiter gegeben werden.
essay
entsprechenden Entgelts ein Veräuße-
Es ist naiv zu meinen, diese – kostenlose
Mit Recht muss man daher die Frage
– Verwertung persönlicher Daten diene
stellen, ob in einer solchen Welt nicht
dem Zweck, die jeweiligen Kaufentschei-
mehr die Menschen aus Fleisch und Blut,
Diese höchst aktuellen Bedrohungen
dungen des Nutzers zu erleichtern, weil
sondern vor allem mathematische Model-
des überkommenen „Bildes vom Men-
ihm eben nur „passende“ Angebote unter-
le unsere Wirklichkeit zu eigenen, freien
schen im Recht“ müssen nachdrücklich
breitet werden. Nicht minder naiv ist es
Entscheidung im wahrsten Sinn des Wor-
von der Politik, aber auch von den Bür-
anzunehmen, dass nicht mehr und mehr
tes nicht mehr nur ermöglichen, sondern
gern ins Visier genommen werden. Kont-
die autonom zu denkenden Entscheidun-
diese Wirklichkeit bereits schaffen. Im
rollgesellschaft und Kontrollstaat – Big
gen des Menschen von Algorithmen und
„Informationskapitalismus“, in welchem
Government und Big Data – dürfen nicht
Robotern übernommen werden, was unvor-
die globale Vernetzung regiert und digita-
noch mehr Herrschaft über die Freiheit
hersehbare Auswirkungen auf die mensch-
le Beobachtung sowie Kontrolle des Men-
des Bürgers gewinnen, die mit der Verfüg-
liche Arbeit haben wird, wie wir sie bislang
schen ihre Herrschaft angetreten hat,
barkeit und der unbegrenzten kommerzi-
kennen und als personaler Ausdruck der
gerät das „Bild vom Menschen im Recht“
ellen Nutzung seiner persönlichen Daten
Würde und Freiheit des Menschen schät-
in akute Bedrohung.
verbunden ist. Allein auf die freie Ent-
rungsrecht des Erwerbers einschließen.
zen. Es ist schließlich naiv zu behaupten,
Vor diesen Herausforderungen kapitu-
scheidung des Bürgers als Gegenwehr zu
diese Entwicklung würde für den Einzelnen
liert die Politik bislang. Hans Magnus
setzen, ist verfehlt, weil er die Bedrohungs-
ein Mehr an Freiheit, ein Mehr an Sicher-
Enzensberger schrie daher das „Wehrt
lage nicht wahrnimmt, zumindest aber
heit, an Lebensqualität und auch an demo-
Euch!“ den Bürgern entgegen und empfahl
nicht ernst nimmt. Doch das „Bild vom
kratischer Partizipation ermöglichen.
ihnen, das Handy wegzuwerfen. Jaron
Menschen im Recht“, dieses wertvolle und
Im Gegenteil. Die Gleichung lautet:
Lanier stellte in Bezug auf das vergleich-
bewahrenswürdige Bild, darf keinesfalls
„Nutzenoptimierung gegen umfassende
bare Problem, den Klimawandel künftig
auf dem Altar ökonomischer Interessen
Kontrolle, Sicherheit gegen Totalüberwa-
zu beherrschen, die Frage, wie groß ist
von Facebook oder Google oder der ver-
chung“. Der Mensch wird mehr und mehr
unsere Macht: Warten wir also auf die Poli-
meintlichen Sicherheitsinteressen von
– und dies nicht vom Staat allein, sondern
tik, oder warten wir auf neue Technologi-
NSA oder BND geopfert werden.
von riesigen Wirtschaftsunternehmen –
en? Martin Schulz forderte als Antwort
Denn es geht hier nicht nur um das
nur noch zu einem „Wirtschaftsobjekt“
gegenüber dem „technologischen Totali-
„Bild“ vom Menschen im Recht, sondern
degradiert. Der Archetyp dieses Bürgers ist
tarismus“ eine „soziale Bewegung, die den
unmittelbar um den Menschen selbst,
der „gläserne Mensch“. Selbst im Mik-
Mut hat, das Notwendige zu tun“, um die
letztlich: um ein für ihn geschaffenes und
roökonomischen – etwa beim Kauf eines
notwendigen normativen Änderungen in
neu zu schaffendes, doch jetzt vor allem
Buchs oder eines Anzugs im Internet – kön-
Gang zu setzen. Juli Zeh sprach sich für
gegen international agierende Großunter-
nen die Entscheidungen des Einzelnen in
einen digitalen Code für Europa aus.
nehmen gerichtetes Recht. Es muss als Recht wieder hergestellt werden, das der
fen werden. Denn Big Data beherrscht den
die Souveränität über seine eigenen Daten
in den persönlichen Daten des Bürgers
Dreischritt bis zur Perfektion: Datenakqui-
zurückgeben. Entscheidend ist, und diese
verkörperten unantastbaren Würde ent-
se, Datenanalyse und Manipulation.
Vorschläge sind Yvonne Hofstetter
spricht und daher auch seine vom Staat
Mehr noch: Die maschinell durch Algo-
geschuldet: Die persönlichen Daten,
zu garantierende Freiheit gewährleistet.
rithmen produzierte Wahrscheinlichkeit
gleichgültig, ob es sich um Primär- oder
unserer jeweiligen Marktentscheidungen
um Sekundärdaten handelt, sind Teil der
beruht, so lautet die Ideologie und der
unantastbaren Würde und der Freiheit der
damit verbundene Angriff auf die Freiheit
einzelnen Person, weil sie sein je eigenes,
des Bürgers, auf einem angeblich höheren
individuelles, von Gott geschaffenes Per-
Wissen von Big Data, das als unserem eige-
sonsein, sein So-Sein eben mit seinen
nen Wissen überlegen dargestellt wird. In
Eigenschaften und Vorlieben, widerspie-
einer Welt aber, die nach tradiertem Ver-
geln. Sie sind ein höchst wertvolles Gut.
ständnis durch „Ungewissheit und Wagnis“
Daher: Nur gegen die Gewährung einer
(Peter Wust) gekennzeichnet ist und unse-
finanziellen Gegenleistung, nicht mehr
re freie, ständig eingeforderte Entscheidung
kostenlos dürfen sie künftig ins Netz
zu Tugend oder Laster im Lauf unseres
gestellt werden. Und es muss ein unbe-
Lebens einschließt, setzt sich die „maschi-
dingtes Verbot der Veräußerung persönli-
nell produzierte Gewissheit“ mehr und
cher Daten in Geltung gesetzt werden,
mehr durch.
soweit diese nicht gegen Zahlung eines
Foto: Frank Bluemler
Wirklichkeit nicht mehr völlig „frei“ getrof-
Dieser soll und muss dem Bürger wieder
lll
zur person
Gastautor Prof. Dr. Friedrich Graf von Westphalen ist von Hause aus Rechtsanwalt und Publizist, wie Honorarprofessor der Universität Bielefeld. Auf den DRAUSSENSEITER wurde der begeisterte Musikhörer aus Köln durch einen netten Straßen-Verkäufer vor der Philharmonie aufmerksam. Er kaufte das Heft, las es von vorne bis hinten durch und schrieb eine Mail an die Redaktion. Seit nun mehr fünf Jahren gehört er zum freien Mitarbeiter-Stab unseres Straßenmagazins. 19
comic/kolumne
Illustration: Heiko Sakurai
Kolumne
kunst und kritiker
Ü
20
ber Kunst lässt sich bekanntlich
viele sind von Haus aus Journalisten, Phi-
artige Bewertungen auch dazu, die Ver-
nicht streiten – weil ihr Wert im
losophen oder andere „Quereinsteiger“,
kaufszahlen anzukurbeln, weil man sich
Auge des Betrachters liegt! Viel-
die sich ihr Wissen erst in Galerien aneig-
selbst davon überzeugen will, wie „grot-
leicht hatte diese Aussage noch seine Gül-
nen müssen, um der kunstbeflissenen
tenschlecht“ es nun wirklich ist. Gleich-
tigkeit für Felsmalereien in Höhlen, denn
Leserschaft die Kaufentscheidung zu
zeitig gelangen hoch gelobte Werke auf
heute werden Kunstobjekte längst als
erleichtern. Da aber auch der Kunstmarkt
die Bestsellerlisten, die tatsächlich gäh-
Prestige- und Wertanlagen gehandelt.
dem Zeitgeist unterliegt, ist wohl der bes-
nend langweilig sind. Ähnlich verhält es
Gekauft wird, wenn der Künstler und sei-
te Tipp: Kaufen Sie, was Ihnen gefällt,
sich mit neuen Kinofilmen. Dafür wird mit
ne Werke als Geheimtipp gelten und sol-
dann haben sie wenigstens Freude daran!
den besten Ausschnitten geworben und
vente Investoren auf hohe Renditen beim
Auch selbsternannte Buchkritiker
nach dem Kinobesuch stellt man dann
Wiederverkauf spekulieren. Kunst soll sich
erlauben sich gerne Urteile über Bücher.
frustriert fest, dass diese wenigen tatsäch-
ja schließlich rentieren. Zu allen Zeiten
Dann regeln Aussagen wie: „gähnend
lich die besten waren.
haben Künstler ausgefallene Objekte her-
langweilig“, „grottenschlecht“, „oberfläch-
Ich jedenfalls kaufe nur noch Kunst,
vorgebracht, die von Kritikern in Feuille-
lich“, „witzlos“, „zum Heulen“, „wirklich-
wenn sie mir gefällt, lese Bücher auf Emp-
tons beschrieben und bewertet wurden.
keitsfremd“ oder „zäh wie Kaugummi“
fehlung und sehe mir Kinofilme an, die
Es mag wahr sein, dass einige dieser Kriti-
den Marktwert und entscheiden über den
meine Freunde schon gesehen haben.
ker Kunstgeschichte studiert haben, aber
Erfolg des Buches. Manchmal führen der-
Astrid Hülser
buchtipps
Maurizio de Giovanni
Merle Kröger
Ivonne Keller
Die Gauner von Pizzofalcone“
Havarie
Lügentanz
Im Mittelmeer, irgendwo vor der spanischen Küste, geht es zu wie an einer viel befahrenen Kreuzung. Kurz vor seinem Ziel gerät ein Schlauchboot mit Flüchtlingen an Bord in Seenot und dümpelt manövrierunfähig durch die Wellen. Ein riesiges Containerschiff zieht vorbei, auf seiner Handelsroute zwischen Algerien und der europäischen Küste. Ein Luxusliner kreuzt mit seiner kostbaren Fracht auf, unterwegs von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Und schließlich kommt noch die Seenotrettung hinzu, auf der Suche nach dem havarierten Flüchtlingsboot vor der spanischen Küste. Ein Meer, vier Schiffe, elf Wirklichkeiten: Was in dieser Nacht und dem darauffolgenden Tag an Bord der Schiffe passiert, fügt Merle Krüger in ihrem Roman Havarie zu einer vielstimmigen Erzählung zusammen. Wie in einem bunten Reigen kreuzen sich die verschiedenen Lebenswelten der Passagiere, der reichen Alten und der hoffnungsfrohen Entertainer, der internationalen Crews in Maschinenraum und Waschküche, der Fliehenden und Gestrandeten, der Seeleute auf den Brücken der mächtigen Dampfer. Im Rhythmus einer schnörkellosen, stakkatohaften Sprache treibt Kröger ihre Figuren voran, die meisten von ihnen bei der Arbeit, immer getrieben und oftmals kontrolliert von einer abwesenden, aber stets im Hintergrund spürbaren Riege von Reedern, Kapitänen und Sicherheitschefs. Und so ist Havarie nicht nur ein Roman, der die unterschiedlichen Wirklichkeiten all dieser modernen Seefahrer auf dem Mittelmeer bebildert. Er ist gleichzeitig das unsentimentale Porträt einer globalen Arbeiterklasse, die sich aufreibt an einer durch und durch ökonomisch organisierten Welt. So oder so ähnlich könnte es wirklich aussehen, in einer Nacht auf dem Mittelmeer.
„Liebst du mich noch?“, fragt Michaela ihren Mann und bekommt ausgerechnet beim Geburtstagsfrühstück die Wahrheit aufs Brot geschmiert: „Nein“. Einige Stunden später will David von diesem Gespräch nichts mehr wissen. Seltsam. Liegt es an dem Schock über seine Antwort, dass ihr zudem die Erinnerung an ein wichtiges Telefonat fehlt, bei dem es um ihre eigene Tochter ging? Oder kehren die Aussetzer zurück, die sie schon vor zwölf Jahren im Griff hatten? Spielt ihr Mann ein falsches Spiel? Oder ist sie drauf und dran, verrückt zu werden? Um das herauszufinden, lässt sich die Mutter auf ein ungewöhnliches Experiment ein. Sie bewirbt sich auf eine Anzeige als Hundesitterin in Frankfurt und verlässt auf unbestimmte Zeit ihre Familie. Was zunächst wie ein Neuanfang daher kommt, ist letztlich eine Konfrontation mit alten Baustellen: Durch die Freundschaft mit der jungen Weltenbummlerin Lena rollt Michaela nicht nur ihre Beziehung zu Ehemann David und Tochter Carla neu auf, sondern geht gedanklich auch eine große Zeitspanne zurück in ihre eigene Kindheit. Welche Rolle spielt der tragische Tod ihrer Eltern, was hat ihre beste Freundin Bea mit ihren Aussetzern zu tun und warum schafft sie es nicht, auch mal alleine glücklich zu sein? „Mich fasziniert, was mit Menschen passiert, die kurz davor sind, auszuflippen“, gibt Autorin Ivonne Keller über ihr Schreibmotiv Auskunft. Es ist, als krieche sie förmlich in die Köpfe ihrer Figuren, bevor sie ihnen Worte in den Mund legt. Während die Männerfiguren in dem Roman nur mehr als gute Liebhaber, Lügner oder notorische Fremdgeher daherkommen, bekommen die Frauenfiguren eine ganz besondere Tiefe: Mit all ihren Fehlern und Unzulänglichkeiten möchte man sie näher kennenlernen und ihnen folgen – bis zur letzten Seite des Romans. (cb)
DA sind sie nun – die sieben neuen Ermittler des Kommissariats von Pizzofalcone. Allesamt sind sie hierhin in diesen Stadtteil von Neapel abgeschoben worden, weil sie unbequem waren oder aufgefallen sind. Nun müssen sie ihren Dienst in Pizzofalcone versehen, dort, wo ihre Vorgänger wegen illegaler Drogengeschäfte aufflogen. Der schlechte Ruf haftet auch den Neuen an, die von allen nur die „Gauner von Pizzofalcone“ genannt werden. Sie strengen sich an, wollen beweisen, dass sie anders sind als ihre verlotterten Vorgänger. Hierzu bekommen sie alsbald Gelegenheit. Signora Cecilia de Santis, Gattin eines angesehenen örtlichen Notars, wird tot aufgefunden. Erschlagen mit einer der von ihr so geliebten und hundertfach gesammelten Schneekugeln. Die Sache ist mysteriös, da sie offenbar ihrem Mörder die Türe öffnete. Das erstaunt umso mehr, als die Ermordete sehr zurückgezogen lebte, während ihr Mann justament an dem Wochenende ihrer Ermordung mit seiner Geliebten zugange war. Das was mich bezirzt hat, ist die sich neu bildende Polizistencrew, in der jeder sein Päckchen zu tragen hat. Palma, der Chef, ein freundlicher, undurchschaubarer Mann. Lojacono, unbestechlich, unerbittlich, aus Sizilien nach Neapel strafversetzt. Ottavia, Mutter eines autistischen Sohnes, abgefuckt mit ihrem Leben, hingerissen von Palma. Giorgo, schwer krebskrank, eine Sorge, die er in abendlichen Seancen mit seiner verstorbenen Frau teilt. Alex, die kesse kleine Biene, die auf Frauen steht. Aragona, der Junge mit der blau getönten Sonnenbrille und dem mörderischen Fahrstil. Sie alle werden uns sicherlich noch ein paar Folgen lang begleiten. Ingrid Müller-Münch
Inken Kiupel
Maurizio de Giovanni: „Die Gauner von Pizzofalcone“, Kindler, Übersetzung ital. Susanne Van Volxem, ISBN 463403816, Euro 16,99
Merle Kröger: Havarie. Ariadne Kriminalroman, 2015, ISBN 978-3-86754-224-1, Euro 15
Ivonne Keller: Lügentanz, Droemer Knaur, ISBN-13: 978-3426515730, Euro 9,99 21
Aus den Einrichtungen
Wir trauern um Rolf Bünger
„Menschen wie Du und ich“
D
as große Herz von Rolf Bünger hat
friedhofs im Jahre 1992 die Straßenzeitung
aufgehört zu schlagen – wir sind
BANK EXTRA: „Der junge Mann sollte
darüber sehr traurig. Viel erlebt hat
nicht in Vergessenheit geraten!“ Das Blätt-
der gebürtige Berliner, der sich als junger
chen kopierte er 500 Mal und verkaufte es
Mann mit vielen Träumen in Sylt ansie-
auf Gemeindefesten und vor dem Dom. Die
delte und zunächst ein ganz und gar bürgerliches Leben führte. Die große Sturmflut zerstörte sein
TER fand er gut („Man muss ja
Auf der Weihnachtsfeier 2014 in der OASE, machte Horst für alle Musik. Foto: Miriam Wolf
mit der Zeit gehen. In Köln gibt
Zuhause, der Alkohol seine
es ja kaum noch Bänke!
Beziehung. So flüchtete er
Dagegen Außenseiter, die
nach Köln und lebte von
draußen leben, eine ganze
1978 bis 1986 auf der
Menge!“) – noch im Jahre
Noch bevor die Oase in die Alfred-Schüt-
Straße, in Zügen und auf
2014 gab er ein ausführ-
te-Allee zog, war Horst Deimer regelmäßig
Friedhöfen. Am Tief-
liches Interview, das
in der Einrichtung für Wohnungslose zu
punkt angekommen, so
schließlich auch im Buch
Gast, damals noch selbst ohne Wohnsitz
erzählte er später oft, traf
„Köln trotz(t) Armut“ ver-
und dankbar für einen warmen Platz über
Horst Deimer ist tot
er zufällig am Bahnhof
öffentlicht wurde.
Tag. Mit seiner ruhigen und besonnenen
einen Sozialarbeiter vom
Er war jedoch nicht nur
Art, tauchte er damals schon bei den
SKM, der ihm ganz überraschend einen Job anbot. „Der, der an mich geglaubt hat damals, das ist der
jahrelanges Vorstandsmitglied der OASE e.V. und regelmäßiger Teilnehmer am AK Umbruch, vor allem
Redaktionssitzungen der BANK EXTRA auf und schrieb hin und wieder Artikel. Inzwischen sesshaft geworden, unternahm er
Reiner Best“. Vielleicht hat ihm dieses
engagierte er sich in den letzten Jahren im
auch in den letzten Jahren ausgiebige
Ereignis damals das Leben gerettet.
Verein „Gesundheit für Obdachlose“ sowie
Fahrradtouren im Kölner Umland oder
Nach nahezu zehn Jahren Platte in Köln,
als Mitglied der Initiative „Bauen Wohnen
nahm an der Wandergruppe teil, die es
hat sich Rolf Bünger Anfang der 90er Jahre
Arbeiten“. Er mischte bis ins hohe Alter im
jahrelang in der OASE gegeben hat. Die
wieder aus dem Berberleben freigestram-
politischen Geschehen der Stadt mit. Und
Geschicke der Kölner Straßenzeitung inte-
pelt, hier und dort gearbeitet und schließ-
wenn er nicht gerade auf Tagungen, Konfe-
ressierten ihn bis zuletzt, wenngleich er
lich wieder eine eigene Wohnung bezogen.
renzen oder Kongressen rund ums Thema
sich nur noch sporadisch blicken ließ: Jetzt
Als ehemals Betroffener gründete er mit
Armut als Referent und Mitstreiter geladen
ist Horst nach einem Krankenhausaufent-
Mitstreitern und dem Obdachlosenseelsor-
war, saß er gerne auch mal stundenlang vor
halt gestorben. Wir trauern um einen
ger Karl-Heinz Kreutzmann die Einrichtung
dem Domforum, um mit Menschen ins
freundlichen Menschen und Freund, der
OASE e.V., um auch anderen zu helfen,
Gespräch zu kommen.
irgendwie immer dazugehörte.
denen es draußen auch nicht gut ging. Noch
Ganz klar – ohne den 72jährigen wird
heute gilt die Einrichtung als wichtige
Köln nicht mehr so sein wie zuvor, denn
Anlaufstelle für Menschen in sozialen
Rolf Bünger war ein Streiter und Wegbe-
Schwierigkeiten – seit einigen Jahren ist sie
reiter, ein Wegbegleiter und trotz vielen
im Rechtsrheinischen angesiedelt.
Aufs und Abs ein Optimist. Sein Credo:
Als einer der ersten in Deutschland
„Schön wäre es, wenn es in der Welt wie-
begriff Rolf Bünger, dass es den Berbern an
der mehr um die Menschen und ihre
einem Sprachrohr fehlte, um eigene Belan-
Belange ginge, als immer nur ums Geld.
ge und Nöte zu äußern, um Gleichgesinnte
Wohnungslose sind nicht nur Fälle, das
zu betrauern oder einfach mal einen Witz
sind doch Menschen wie Du und ich.“ So
zu machen, den man nicht gleich zensierte.
war der Rolf. Und wir sind sicher, er mischt
So gründete er nach einer Beerdigung eines
auch im Himmel kräftig mit.
jungen Punks auf dem Gräberfeld des Süd-
22
Namensänderung in DRAUSSENSEI-
Christina Bacher
Zitat des Monats
Träume, als lebtest du ewig – lebe, als stürbest du heute. James Dean
Aus den Einrichtungen
SATT UND GESUND
Danke nach Langel!
LOSS MER SINGE Exklusiv für OASE-Besucher
Gleich fünf Mal in zwei Monaten spendierte die Kölner Alevitengemeinde für den Offenen Treff der OASE ein gehaltvolles,
Am 17.1.2016 ist es
leckeres Mittagessen mit Nachtisch und
endlich wieder soweit:
Getränken. Wir bedanken uns ganz herz-
Die Kult-Initiative
lich für diese schöne Geste – alle waren
„Loss mer singe“ ver-
von dem Essen begeistert!
lässt die Kneipe und kommt um 15 Uhr in die OASE zur (alkoholfreien) Stimmbildung. Wohnungslose und andere OASE-Besucher sowie Vereinsmitglieder, die gerne zusammenstehen und singen, können ab dem 5. Januar bei Ingo Leis in der OASE kostenfreie Karten sichern, solange der Vorrat reicht. Für Frikadellen und Foto: OASE
Getränke ist gesorgt – gute Stimmung inklusive. Verkleidung ist natürlich kein Muss, aber gerne gesehen.
hallo freunde,
ren. Frauchen sagt, wir arbeiten beim
was war das heute für ein komischer
das bedeuten mag. Nicht immer finde
Tag! Frauchen war total neben der Spur.
ich alle ihre Ideen super …Aber wenn
So etwas kenne ich sonst gar nicht von
sie dann mit mir kuschelt oder ich ‘ne
ihr. Manchmal denke ich, ein bisschen
Belohnung bekomme, schließe ich doch
Ruhe würde ihr mal gut tun. Naja. Auf
schnell wieder Frieden mit ihr. Keine
jeden Fall habe ich mir gedacht, ‚sei bes-
Ahnung, wie Frauchen das immer
nächsten Training daran – was immer
anstellt. Sie hat ja meistens alles
ser brav’. Also bin ich ganz nah bei Fuß gegangen, wie ich
im Griff. Auch das mit der
es gelernt habe. Hat ganz
Heia-Zeit klappt ganz
gut geklappt, finde ich.
gut: Wenn Frauchen das
Nur danach ging etwas
Licht und den Fernse-
schief. Wir waren noch
her ausmacht, hüpfe
bei einem Termin.
ich sofort ins Bett. Das
Mensch, habe ich mich
ist nämlich das Startzei-
da gelangweilt! So sehr,
chen für die Schlafenszeit.
DIESES MAGATRZAINSSE.
VON DER S
Kölns ältestes Straßenmagazin. Jeden Monat neu.
erschrocken, keine Ahnung warum. Viel-
Team. Das ist wie ein Ritual für uns. Und
leicht, weil ich eine kräftige Stimme
ich finde das gut. So, ihr Lieben, eine
habe. Auf der Straße passiert das auch
schöne Heia-Zeit auch für euch – und
manchmal, dass da Leute zusammenzu-
lasst euch die Tage nicht zu lang werden.
cken. Muss ich wohl besser kontrollie-
werbeagentur-von-morgen.de
schon ein lange eingespieltes
musste. Da haben sich alle
Foto: Kölschen Linda
HOLEN SIE
Was das anbetrifft, sind wir ja
dass ich mal kurz losbellen
lll
Viele Jecken feierten gemeinsam den RutWiess Löstige Langeler in der Jakob-Engels-Halle den Auftakt in die fünfte Jahreszeit. Die Ährenjaade Porz begeisterte mit ihrem jecken Auftritt so sehr, dass die Rufe nach Zugaben gar nicht enden wollten. Am späten Abend stattete auch das designierte Porzer Dreigestirn den Jecken einen Besuch ab. Für Jungfrau Jana Kaemnik und Adjutantin Elke Terhorst ein Heimspiel: Beide sind aktive Tänzerinnen bei den Langeler Rahmkamellche. Während des gesamten Abends sammelte die KG, inspiriert von DJ Harald van Bonn, der auf seine Gage verzichtete, für den Oase e.V., einem Verein für Wohnungs- und Obdachlose – herzlichen Dank dafür!
Bis bald, euer Clayd
Hallo, ich bin Clayd aus Rumänien. Von dort bin ich mit einem halben Jahr zu meinem Frauchen, der
Draussenseiter-Verkäuferin Kölsche Linda, gezogen. Nun habe ich ein gutes Zuhause und ein schönes Hundeleben. In meiner Kolumne erzähle ich euch, wie mein Alltag so aussieht, und was ich alles erlebe.
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DRAUSSENSEITER-KOELN
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Kolumne / Abo
Das Glück der
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DRAUSSENSEITER-Abonnement
l Nachdem ich die 30 jetzt hinter mir gelassen habe, zwar nicht sehr erfolgreich, starte ich jetzt in den 40ern voll durch. So typisch spießig wie ich eigentlich niemals sein wollte, mit Mann und bald drei Kindern. Fehlt eigentlich nur noch das Reihenhaus … nee, danke. Wenn ich so zurückdenke an die letzten Jahre, fallen mir Dinge ein, die ich bis heute vermisse und die es so leider nicht mehr geben wird. Draußen spielen bis es dunkel wird, samstags Hitparade gucken, Hausmannskost bei Oma,
im Garten auf Bäumen klettern und im Sandkasten Burgen bauen. „Micky Maus“-Hefte, wo Bastelbögen drin waren und was nicht die Welt gekostet hat, Sankt Martin mit Laternen von Haus zu Haus, ohne Angst haben zu müssen, dass da jemand Böses gelauert hat, abends mit Sesamstraße den Tag beenden – das einzige Mal übrigens, wo ich Fernsehen gucken durfte … naja, bis auf die Hitparade. Mit Bauklötzen und Lego spielen, mit Puzzles und Puppen, ohne dass jemand vorher die neueste Ausgabe der Stiftung Warentest auswendig gelernt hat. Wenn man jemanden sehen wollte, ging man einfach dorthin und Bilder guckte man sich bei Dia-Abenden an. Samstags ging man mit Opa auf den Markt, danach gab‘s Eintopf von Oma und dann ging‘s in die Badewanne. Heute reißt man
Ich möchte den DRAUSSENSEITER unterstützen und bestelle:
Tüten auf, rührt um und diskutiert, ob die Badewanne nicht Wasservergeudung ist. Ganz ehrlich: Ich vermisse die 70er … ich vermisse meine Kindheit … nicht alles … die Volljährigkeit finde ich schon klasse, aber ich finde es schade, dass meine Kinder so etwas nicht mehr kennenlernen werden. Eintöpfe vielleicht, aber sonst … schade. Aber ich will ja mal nicht meckern. Ich habe die letzten 40 Jahre überstanden, gesund und mit einem guten Schulabschluss, einem lieben Mann und einem gesunden Kind. Bleibt zu hoffen, dass ich die nächsten 40 Jahre genauso ein Glück haben werde, dass alles mitzuerleben. Und wer weiß: Vielleicht kommt ja etwas von der guten alten Zeit wieder … auch wenn meine Kinder mal darüber lachen werden – es war schön. Tamara Klein
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Die Bestellung wird erst wirksam, wenn sie nicht binnen einer Frist von 10 Tagen schriftlich widerrufen wird. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs. Das Abo kann jederzeit gekündigt werden.
vorschau
IMPRESSUM Redaktionsleitung Christina Bacher (cb), bacher@draussenseiter-koeln.de www.draussenseiter-koeln.de
hunderunden
Redaktionsassistenz Sabrina Burbach, burbach@draussenseiter-koeln.de Redaktion Marie Breer, Renée Breuer, Thomas Dahl, Ingeborg Helling, Astrid Hülser, Jens Hüttenberger, Lothar Kappes, Elisabeth Molitor, Linda Rennings Lektorat Barbara Feltes Titelgestaltung Deborah Keser Titelfoto Sebastian Sach Fotos Aintsche/Fotolia, Christina Bacher, Frank Bluemler, Sabrina Burbach, Wolfgang Irg, Kölsche Linda, Meyer Original, OASE, Waone, Hanna Witte, Miriam Wolf Illustrationen Heiko Sakurai Gestaltung Innenseiten Petra Piskar, de haar grafikdesign, www.dehaar.de Druck druckdiscount24.de Abos Martina Jühlke, juehlke@oase-koeln.de Vertrieb Ali Baran Herausgeber Benedikt-Labre e.V. – OASE Alfred-Schütte-Allee 4, 50679 Köln Tel.: 0221/989353-0, Fax: 0221/98935316 Depots (nur für Verkäufer) Kiosk Amer, Gürzenichstraße 30, 50667 Köln Kiosk Orman, Salierring 15, 50677 Köln OASE, Alfred-Schütte-Allee 2-4, 50679 Köln Verkauf öffentlich Agnesbuchhandlung, Neusser Straße 63, 50670 Köln Buchladen Neusser Straße, Neusser Str. 197, 50733 Köln Bunt Buchhandlung, Venloer Straße 338, 50823 Köln VIELFACH, Baudri-Platz, 50733 Köln
Auslauf und Austausch: Die Poller Wiesen gehören zu den beliebtesten Kölner Gassi-Plätzen. Foto: Christina Bacher
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014 waren 335.000 Menschen in Deutschland obdachlos, Tendenz steigend, so eine aktuelle Prognose der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. Für viele dieser Menschen ist ein Hund der letzte verbliebene treue Begleiter – und um diesen kümmern sie sich ganz besonders gut. Obwohl sie bei Wind und Wetter draußen leben, geht es den meisten Hunden auf der Straße gesundheitlich oft gut. Auch, weil die Tiere viel Bewegung haben. Wir haben mit Andreas Moll eine Hunderunde gedreht. Er hat (prominente) Menschen aus Köln auf ihren Spaziergängen begleitet und daraus ein Buch gemacht.
Kontoverbindungen IBAN: DE66 3705 0198 0016 5020 31 SWIFT-BIC: COLSDE33, Sparkasse KölnBonn draussenseiter ist das Sprachrohr für alle Obdachlosen, deren Freunde, ehemals Obdachlose und andere Betroffene. Leserbriefe sind immer herzlich willkommen. Für namentlich gekennzeichnete Artikel und Leserbriefe sind die jeweiligen Autoren verantwortlich. Bedürftigen wird für veröffentlichte selbstgeschriebene Artikel, Interviews und Fotos ein kleines Honorar gezahlt, wenn dies der Autor ausdrücklich wünscht. Nachträgliche Forderungen werden nicht akzeptiert. Es gilt die Anzeigenpreisliste vom 1.1.2009. draussenseiter ist Mitglied des
Der nächste DRAUSSENSEITER erscheint zum 1. Februar 2016. Mehr dazu unter www.draussenseiter-koeln.de und auf facebook. 25
Foto: Hanna Witte
service
Für Alle Diakoniehaus Salierring Fachdienst für Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe d. Diakonischen Werkes Köln und Region, Salierring 19, 50677 Köln, Tel.: 27 69 70-0, verwaltung.salierring@ diakonie-koeln.de, www. diakonie-koeln.de Beratung: Mo bis Fr 9-12 Uhr, Di + Mi 16-18.30 Uhr (u. a. Postadressen u. Treuhandkonten) Straffälligenhilfe: Zeiten wie oben Tagestreff: Mo bis Fr 8.30-12.30 Uhr, Frühstück, (donnerstags auch Mittagessen), Duschen, Wäschekeller, Aufbewahrung, Internetzugang Kleiderkammer: Di u. Do 9-11.30 Uhr Krankenwohnung, Betreutes Wohnen § 67 SGB XII, Ambulante Begleitung gem. § 67 SGB XII, Betreutes Wohnen § 53 SG XII, Clearingstelle Claro im Trägerverbund
Emmaus Geestemünder Str. 42, 50725 Köln, Tel.: 971 17 31, info@emmaus-koeln.de, www.emmaus-koeln.de
Appelhofplatz: Essenausgabe u. medizinische Versorgung, Mo bis Fr ab 21 Uhr Leben und Arbeiten in Gemeinschaft, günstiger Einkauf von Secondhand-Artikeln, DritteWelt-Arbeit durch Versand von Hilfslieferungen Gulliver – Überlebensstation für Obdachlose Trankgasse 20, Nähe Hauptbahnhof, 50667 Köln, Tel.: 120 60 91
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Duschen, Toiletten, Waschmaschinen, Trockner, Tagesschlafraum, Kleiderkammer: Di und Fr 15-17 Uhr, Postadressen, Caféteria mit Frühstück und Snacks, Beratungsangebote, Internetzugang, Kunstausstellungen, Handyladestation Mo bis Fr 6-13 Uhr u. 15-22 Uhr, Wochenende, Feiertage 10-18 Uhr
Kontakt- u. Beratungsstelle Rochus (SKM) Bartholomäus-Schinkstr. 6, 50825 Köln, Tel.: 3377063-4, Fax: 3377063-9 http://skm-koeln.de/9.0/9.1.8/rochus-p.html rochus@skm-koeln.de
der MüTZe, Berliner Str. 77, Köln-Mülheim
Angebot: Aufenthaltsmöglichkeit, Begegnung, Freizeitangebote, (Spieleangebot, Kaffee), Essen, Duschen, Wäschepflege, Schreibhilfe, Telefonmöglichkeit, mediz. Versorgung, PC-Nutzung mit Internetzugang offene Info- u. Orientierungshilfen: Mo., Di., Do., Fr. 12-15 Uhr, Mi. 12-14 Uhr Sa., So. und Feiertage 12-13 Uhr Beratung (auch anonym): Mo, Mi, Do, Fr 9-11 Uhr, Mo bis Fr 14-16 Uhr
Angebote: täglich warmes Essen von 12-14 Uhr, kalte u. warme Getränke, Duschmöglichkeit (Behindertendusche u. -toilette), Wäschewa Lobby-Restaurant LoRe des KALZ für Berber schen, Kleiderkammer nur für wohnungslose und Banker Menschen von Di und Do 11-13 Uhr, Beratung Domstr. 81, Nähe Hauptbahnhof, 50668 Köln, täglich von 11-15 Uhr und nach Vereinbarung, info@koelnerarbeitslosenzentrum.de, Medizinische Sprechstunde Di + Do 12-13 Uhr, www.koelnerarbeitslosenzentrum.de Postadresse, Betreutes Wohnen, PC-Nutzung mit Mittagessen: Mo, Di 12 -16 Uhr, Internetzugang, Samstags Frühstück. Mi, Do, Fr 12 -15.30 Uhr Öffnungszeiten: Mo bis Fr 11-15 Uhr, Sa 10-14 Uhr, So 10-14 Uhr Kölner Obdachlosenfrühstück, Peter-Deubner-Stiftung Sozialdienst Katholischer Männer e.V. Tel.: 430 39 83 Bahnhofsvorplatz 2a (1. Etage), Angebote: 9 -11 Uhr: Kostenloses sonntägliches 50667 Köln-Innenstadt, Tel.: 13 49 19, kontaktstelle@skm-koeln.de, Frühstück jeden 2. u. 3. Sonntag im Monat im Vringstreff, Im Ferkelum 42, jeden 4. Sonntag in www.skm-koeln.de
GUBBIO Obdachlosenseelsorge Ulrichgasse 27-29, 50577 Köln, www.gubbio.de Öffnungszeiten: Di, Mi 14 – 17 Uhr Angebote: Raum zum Gespräch, Bibelstunde, Meditation, thematische Gesprächskreise, religiöse Filme
service
Vringstreff e.V. Für Menschen mit und ohne Wohnung Im Ferkulum 42, 50678 Köln, Tel.: 278 56 56, info@vringstreff.de, www.vringstreff.de Mo bis Do 11.30-17 Uhr, Fr 9-12 Uhr Jeden 2. und 3. Sonntag Obdachlosenfrühstück 9-11 Uhr, Café, Freizeitangebote, Veranstaltungen, Beratung Dienstleistungsagentur „Huddel und Brassel im Veedel“ Im Ferkulum 42, 50678 Köln, Tel.: 3377706-17 huddelundbrassel@vringstreff.de Bürger für Obdachlose e.V. Basislager Gebrauchtwarenkaufhaus Bürger für Obdachlose e.V. Basislager: Silcherstr. 11, 50827 Köln Tel.: 640 22 68, info@bfoev.de Kleiderkammer, Gebrauchtwaren-Kaufhaus für Jedermann, Arbeitsprojekt und Suppenküche. Obdachlose können gerne auch Kleidung, Schlafsäcke etc. in unserem Gebrauchtwaren-Kaufhaus kostenlos bei uns beziehen. Gemeinsam mit Emmaus betreibt der Verein die Suppenküche am Appelhofplatz. Initiative Bauen Wohnen Arbeiten e.V. Peter-Michels-Str. 1-9, 50827 Köln Tel.: 0221/ 9535301, Fax: 0221/ 5948789 ibwa@netcologne.de www.bauenwohnenarbeiten.de Angebot: Arbeitsgelegenheiten, Beschäftigung, Wohnen, Betreutes Wohnen
OASE-Benedikt Labre e.V. Alfred Schütte Allee 4, 50679 Köln, Tel. 0221/9893530 kontakt@oase-koeln.de www.oase-koeln.de
Kontakt- und Beratungsstelle: Montag und Freitag 9 – 13 Uhr, Dienstag und Donnerstag 9 – 16 Uhr, Mittwoch 13–16 Uhr
Offener Treff: Montag 10.30–13 Uhr, Dienstag 13–16 Uhr, Mittwoch 13–16 Uhr, Donnerstag 13–16 Uhr, Freitag 11.30–13 Uhr Frühstück: Montag 10.30–13 Uhr
Sprechstunde Mobiler Medizinischer Dienst: Montag 10.30–11.30 Uhr Kleiderkammer/Duschmöglichkeit für Leute auf der Straße: Dienstag 13-16 Uhr, Mittwoch 13-16 Uhr, Donnerstag 13-16 Uhr;
Kleiderkammer/Duschmöglichkeit für alle: 9.30-12 Uhr Computer-Nutzung: nach Vereinbarung Redaktionssitzung DRAUSSENSEITER: Alle zwei Wochen, montags um 12.30 Uhr
Nur für Frauen agisra e.V. Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen Martinstr. 20a, 50667 Köln, Tel.: 0221/124019 oder 1390392, www.agisra.org
Haus Rosalie Gocher Straße 45, 50733 Köln-Nippes, Tel.: 0221/97 30 88 88, haus-rosalie@vinzentinerinnen.de Wohnprojekt für Frauen
Beratung nach Terminvereinbarung, Telefonische Sprechzeiten: Mo, Di und Do 10-15 Uhr
LOBBY FÜR MÄDCHEN e.V. für Mädchen und junge Frauen Beratung und Begleitung bei Problemen und in Krisensituationen
Café Auszeit Kontakt -und Beratungstelle für wohnungslose Frauen Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695310, cafe-auszeit@skf-koeln.de
Mädchenberatung linksrheinisch Fridolinstr. 14, 50823 Köln-Ehrenfeld Tel.: 0221/45 35 56 50 maedchenberatung-linksrhein@lobbyfuer-maedchen.de
Tägl. Essensangebot, Duschen & Baden, Wäschepflege, Kleiderkammer, Postadresse, Schließfachnutzung, Beratung und Soforthilfe, Mo, Di, Do, Fr 11-15 Uhr, Mi 15-19 Uhr, u. nach Vereinbarung Café Auszeit, Schäl Sick SKF e.V., Buchheimer Str. 36, 51063 Köln, Tel.: 0221/946 96 24, Fax: 0221/2855199 cafe-auszeit.schaelsick@skf.koeln.de Beratung, Hilfe und Unterstützung bei allgemeinen Fragen, Vermittlung an weiterführende Hilfen, Rechtsberatung, Frauenfrühstück, Postadresse Mo und Fr 10-12 Uhr, Mo, Mi, Do 15-17 Uhr Do 10-12 Uhr Frauenfrühstück Comeback Notschlafstelle für Frauen, Sozialdienst kath. Frauen e.V., Mauritiussteinweg 77-79, Nähe Neumarkt, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695-210 Täglich geöffnet von 20 bis 10 Uhr. Angebot für wohnungslose Frauen und Frauen in Notlagen: Schutz, Übernachten, Essen, Duschen, Wäsche waschen, Kleiderkammer, PC und Internetnutzung. Tiere sind erlaubt. Beratung und Vermittlung an weiterführende Hilfen sind möglich. Elisabeth-Fry-Haus Albert-Schweizer Straße 2, Nähe Südfriedhof, 50968 Köln, Tel.: 99 56-43 00, efh@diakonie-michaelshoven.de www. diakonie-michaelshoven.de Notaufnahmeheim für Frauen und Frauen mit Kindern, Schutz, Übernachtung, Verpflegung, Wohnen, Beratung und Begleitung. Das Haus ist rund um die Uhr geöffnet. Frauen gegen Gewalt e.V. – Notruf und Beratung für vergewaltigte Frauen Tel.: 56 20 35, mailbox@notruf-koeln.de www.notruf-koeln.de Beratung telefonisch, persönlich und per E-Mail, Begleitung und Unterstützung nach sexualisierter Gewalt; Prozessvorbereitung und -begleitung; Rechtsberatung; Gruppenangebote
Mo bis Do: ganztägig nach Vereinbarung Mi 14-16 Uhr: ohne Anmeldung Di 10-11 Uhr, Do 14-15 Uhr: telefonische Beratung, Di 16-18 Uhr: kostenlose Betreuung Ess-Störungen 0800 5 03 58 85 Mädchenberatung rechtsrheinisch Buchheimer Str. 56, 51063 Köln-Mülheim Tel.: 0221/890 55 47 maedchenberatung-rechtsrhein@lobbyfuer-maedchen.de Mi bis Fr ganztägig nach Vereinbarung Fr 14-18 h ohne Anmeldung Mäc-Up Treffpunkt für Mädchen von 14-27 Jahren Gereonstr. 13, Nähe Bahnhof, 50670 Köln, Tel.: 0221/13 35 57 Essen, Trinken, Dusche, Wäsche waschen, Second-Hand-Kleidung, medizinische Versorgung, Beratung Öffnungszeiten: Mo., Mi., Do. und Fr. von 12-15.30 Uhr Di. von 10-13 Uhr, Frühstück gibt es Di. und Mi., gekocht wird Mo. und Fr.
Nur für Männer Notschlafstelle für Männer Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 931221-54 (tagsüber) und -26 (ab 18 Uhr), jhk-notaufnahme@johannesbund.de Sozialarbeiterische Beratung, Erarbeitung einer Perspektive, Vermittlung in weiterführende Hilfen Aufnahme: Täglich (auch Sonn- u. Feiertags) ab 18 Uhr für wohnungslose Männer ab 18 Jahren „Reso“ – Resozialisierungsabteilung Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 931221-54, th.klahr@johannesbund.de Hilfe für wohnungslose Männer mit sozialen Problemlagen nach § 67 SGB XII: Unterbringung, Verpflegung und Selbstversorgung, individuelle Einzelfallhilfen, Beschäftigungsangebote, Mo bis Fr.: 8-16.30 Uhr
k c e j h #äsc . . . ! g sin
… zum (alkoholfreien) Einsingen in der OASE
r h U 5 1 b a 6 1 0 2 r a u n a J . 7 1 m a
mit der LOSS MER SINGE-Crew und einem Gastauftritt der Band DECKE TRUMM
Alfred-Schütte-Allee 2-4, 50679 Köln (Drehbrücke für Autofahrer gesperrt) www.oase-koeln.de
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