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Kölner Straßenmagazin Draussenseiter 09/2015: In Bewegung

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Liebe Leserinnen und Leser,

Foto: Hanna Witte

Menschen durch Sport Selbstvertrauen zu vermitteln – eine Idee, die nicht neu ist, aber dennoch immer Wirkung zeigt. Während den meisten nur der Weg in ein Fitnessstudio einfällt, organisieren sich immer mehr Menschen in privat organisierten Lauf- und Walkinggruppen, die nichts kosten.

Alle sind herzlich eingeladen – die OASE feiert am 4.9.2015.

Eine gute Mischung aus beidem ist beispielsweise der nun schon seit drei Jahren bestehende „Grenzenlose Sportverein e.V. “, dessen Angebot sich ausschließlich an Wohnungslose und Menschen in sozialen Schwierigkeiten richtet. Wir haben mittrainiert und sind ganz schön aus der Puste gekommen. Die Ausstellung „Siegen für den Führer. Der Kölner Sport in der NS-Zeit“ im EL-DE-Haus widmet sich dem Thema aus einem anderen Blickwinkel. Wir wollen diese Ausstellung allen ans Herz legen, die sich für den anderen Blickwinkel und die (braune) Geschichte dieser Stadt interessieren.

S.4

S.10

S.15

S.22

Inhalt Vorwort, Inhalt ������������������������������������������������������ 3 Schwerpunkt: Sport Glück in Turnschuhen ������������������������������������������� 4-7 Sport umsonst ����������������������������������������������������8-9 Ausstellung: Sport im NS-Regime ����������������������������10-11 Zwei Herzen auf Platte �������������������������������������������� 13 Street-Foto ���������������������������������������������������������� 14 SHEDIA ������������������������������������������������������������15-17 Gedichte ������������������������������������������������������������� 18 Tipps ����������������������������������������������������������������� 19 Comic/Kolumne �����������������������������������������������������20

Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern Spaß an der Bewegung und gute Ideen, fit und aktiv durch den Herbst zu kommen. Ausreden gibt es – nach der Lektüre des Heftes – jedenfalls nur noch wenige.

Der unbekannte Planet ������������������������������������������� 21 Aus den Einrichtungen ���������������������������������������� 22-23 Kulturtipps / Abo ���������������������������������������������������24

Viel Spaß beim Lesen,

Vorschau, Impressum ���������������������������������������������� 25 Adressen von Einrichtungen �������������������������������� 26 - 27

Christina Bacher

P.S.: Mehr als hundert Menschen kamen auf Einladung des AK Umbruch in die Obdachlosenkirche GUBBIO, um mit den OB-Kandidaten Jochen Ott und Henriette Reker zu diskutieren. Ein Rückblick findet sich auf Seite 22.

Öffnungszeiten der OASE Kontakt- und Beratungsstelle Montag und Freitag: 9.00 – 13.00 Uhr Dienstag und Donnerstag: 9.00 – 16.00 Uhr Mittwoch: 13.00 – 16.00 Uhr 3


sport

Glück in

Turnschuhen Text und Fotos: Miriam Wolf

Sport ist wichtig für die Gesundheit, das wissen wir. Er stärkt die Ausdauer, trainiert die Muskeln und bringt den Kreislauf in Schwung. Auch auf die Seele wirkt er sich positiv aus. Dennoch fällt es uns oft schwer, uns zum Joggen, Fußballspielen oder zu Bewegung allgemein zu motivieren. Die Mitgliedschaft in einem Verein oder einer Gruppe kann dabei helfen. Die Vorteile: Man lernt Gleichgesinnte kennen, feuert sich gegenseitig an und ein Trainer oder eine Trainerin hilft einem, das persönliche Maß zu finden. Also schnell die passende Ausrüstung gekauft, den Mitgliedsbeitrag überwiesen, und losgelegt... Doch nicht für jeden ist das so einfach. Wohnungslosen, Flüchtlingen und anderen sozial Benachteiligten fehlt dafür meist schlicht das Geld. Auch ist ihr Alltag oft wenig geregelt, soziale Kontakte fallen schwer oder fehlen ganz. Bei vielen kommen Süchte oder andere Erkrankungen hinzu. Der „Grenzenlose Sportverein e.V.“ möchte dennoch zum gemeinsamen Training motivieren – mit Erfolg!

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sport

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sport

A

bgekämpft und schwitzend trägt die letzte Läuferin des Teams den Staffelstab über die Ziellinie des Köln

Marathons. Doch trotz der körperlichen Anstrengungen strahlt sie beim Zieleinlauf über das ganze Gesicht – und macht damit noch jemand anderen glücklich: Susanne Deppe-Polzin, die Vorsitzende des „Grenzenlosen Sportverein e.V. “, für den die Staffelträgerin angetreten ist. „Dieser Moment war für unser Team einfach überwältigend “, erinnert sich die Lauf- und Ausdauertherapeutin und meint dabei nicht nur den Sieg an sich, sondern auch das dazugehörige Gefühl. Die Gewissheit, aus eigener Kraft heraus etwas geschafft zu haben. Frei nach dem Motto: „Wenn ich das hier geschafft habe, kann ich auch alle anderen Schwierigkeiten meistern.“ Genau dieses Gefühl ist es auch, das der Verein seinen Mitgliedern vermitteln möchte und das Susanne mit Begeisterung von ihrer ehrenamtlichen

DRAUSSENSEITER-Redaktionsmitglied Renée (mit Schirmmütze) trainiert regelmäßig in der Laufgruppe.

Arbeit sprechen lässt.

Vom Lauftreff zum Verein

geschafft zu haben, war so groß, dass der

findet, besonders bei Wohnungslosen.

Menschen durch Sport Selbstvertrauen zu

nächste Schritt nicht lange auf sich warten

Denn das Leben auf der Straße ist nicht

vermitteln, das gerade im harten Alltag

ließ. Bei der Weihnachtsfeier der Gruppe

ohne Risiko, gewaltsame Übergriffe auf

von Wohnungslosen und anderen sozial

in einer Turnhalle – von der Kölner Sport-

Obdachlose keine Seltenheit. Da kann ein

Benachteiligten oft verloren geht, kann

hochschule für das winterliche Training

wenig Übung in Verteidigungstechniken

helfen, bestehende Nöte besser zu bewäl-

der Mitglieder vorübergehend zur Verfü-

nicht schaden. Anfang 2015 startete außer-

tigen. Aus dieser Überlegung heraus wur-

gung gestellt – war es dann soweit: Der

dem ein gemeinschaftliches Projekt mit

de der „Grenzenlose Sportverein e.V.“

„Grenzenlose Sportverein e.V. “ wurde

der Realschule Godorf. Ältere Schüler

geboren. Seinen Ursprung nahm der klei-

offiziell ins Leben gerufen, um das Lauf-

bieten dort Kurse für Flüchtlingskinder an.

ne Verein in einem Laufprojekt, das Sus-

projekt fortführen und weitere Angebote

Sie arbeiten als Sporthelfer mit Unterstüt-

anne und ihre Kollegin Tanja Ulitzner

für Bedürftige ermöglichen zu können.

zung eines Lehrers und des „Grenzenlosen

2012 ins Leben riefen. Gemeinsam entwi-

Eine Anwältin, förderndes Mitglied des

Sportvereins e.V. “. Die Jugendlichen wol-

ckelten sie die Idee, Menschen ohne festen

jungen Vereins, erarbeitete eine Satzung.

len mit dem Angebot Kindern aus dem

Wohnsitz die Möglichkeit zum gemeinsa-

2013 erfolgte der Eintrag ins Vereinsregis-

benachbarten Flüchtlingsheim eine Mög-

men Sport zu bieten. Beim Frühstück für

ter. Vor allem für die Teilnehmer bedeu-

lichkeit zum gemeinsamen Sport bieten.

Obdachlose im Vringstreff in der Südstadt

tete dies eine Aufwertung. Es ist etwas

„Bei der ersten Stunde haben wir umsonst

erzählten die beiden zum ersten Mal von

anderes, Mitglied in einem Verein und

gewartet: keiner kam“, erinnert sich Su-

ihrer Idee. Spontan meldeten sich etwa 20

damit Teil einer langfristig angelegten

sanne. Doch Aufgeben kam für sie und die

Interessierte, von denen am Ende drei zum

Gemeinschaft zu sein, als an einem befris-

Schüler nicht in Frage. Stattdessen gingen

ersten Lauftreff erschienen. Das dämpfte

teten Angebot, wie zum Beispiel Reha-

sie einfach kurzerhand gemeinsam auf das

die Sportbegeisterung nicht, und nach

Sport, teilzunehmen.

benachbarte Grundstück und luden die Kinder persönlich ein, jetzt gleich mit

einigen Treffen pendelte sich eine feste

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Gruppe von fünf Teilnehmern ein, die

Das Angebot wächst weiter

ihnen Sport zu machen. Seitdem wird das

zweimal pro Woche gemeinsam trainier-

Neben dem Lauftreff bietet der Verein

Angebot gern und viel genutzt. Man trifft

ten. Das Ziel war ehrgeizig: der Köln Mara-

inzwischen zweimal jährlich einen Selbst-

sich zum Basketball- oder Fußballtraining,

thon in der Staffel. Der Stolz, es wirklich

verteidigungskurs an, der großen Anklang

zum Fitness-Work-out (auch für Erwach-

Individuelles


sport

Training: Susanne Deppe-Polzin erklärt alles ganz genau.

Regelmäßige Koordinations- und Muskelübungen machen fit für den nächsten Lauf.

sene) oder zu ungezwungenen Ballspielen

verteilt. So kommt es, dass nach dem Lauf

besteht bei den Teilnehmern hoher

mit den ganz Kleinen. Sogar ein Schwimm-

in der ehemaligen Bundeshauptstadt

Gesprächsbedarf. Das Verständnis für ein

kurs ist in Planung, für den eine arbeitslo-

plötzlich viele der gelben Bonn-Mara-

Gegenüber, das vielleicht nicht den durch-

se Sportbegeisterte eine Fortbildung zur

thon-Shirts zu sehen sind. Besonders die

schnittlichen Erwartungen an sozialem

Schwimmtrainerin finanziert bekam.

hochwertigen Regenjacken werden gern

Verhalten entspricht, und die Bereitschaft,

Momentan fehlt nur noch eine Schwimm-

angenommen.

sich vorbehaltlos auf andere einzulassen,

Diese Unterstützung reicht allerdings

sind deshalb bei dieser Tätigkeit entschei-

noch nicht aus, um sämtliche Kosten zu

dender, als ein abgeschlossenes Sportstu-

decken. Denn Teil der Vereinsphilosophie

dium. So kann ein wunderbares Miteinan-

Neue Mitglieder und Sporthelfer willkommen

ist es, den freiwilligen Übungsleitern und

der entstehen, von dem beide Seiten pro-

Sporthelfern zumindest eine kleine finan-

fitieren. Denn Sport verbindet – gewinnen

Bedürftige zahlen im „Grenzenlosen

zielle Anerkennung für ihren Einsatz zu

werden am Ende alle.

Sportverein e.V.“ keine Beiträge. Momen-

zahlen. Außerdem möchte der Verein

tan gibt es daher nur einige wenige zah-

wachsen, sein Angebot ausweiten. Weitere

lende Mitglieder, die einen symbolischen

Sponsoren für die Projekte werden daher

Betrag beisteuern. Da der Verein auch

immer gesucht. Aber nicht nur Geld, auch

keine öffentlichen Mittel erhält, ist er bei

Zeit ist eine wertvolle Spende. Neue

der Finanzierung auf Sponsoren angewie-

Übungsleiter oder Sporthelfer sind eben-

sen. So spendiert der Köln Marathon jedes

falls willkommen. Eine sportpädagogische

Jahr die Staffelplätze des Vereins. Auch

Ausbildung ist dabei nicht entscheidend,

mit dem Bonn Marathon besteht eine

es kommt vielmehr auf zwischenmensch-

freundschaftliche Verbindung. Vergessene

liches Geschick an. „Ehrenamtliche Helfer

Kleidungsstücke, die am Veranstaltungs-

müssen vor allem Einfühlungsvermögen

tag von ihren Besitzern nicht mitgenom-

für die unterschiedlichen Bedürfnisse von

men werden, landen als Spende beim

Menschen in schwierigen Lebenssituatio-

Verein und werden an die Bedürftigen

nen mitbringen“, sagt Susanne. Denn oft

bahn, dann kann auch dieses Projekt vom Startblock springen.

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lauflust geweckt?

Wer sich für das Angebot des „Grenzenlosen Sportvereins e.V.“ interessiert oder den Verein unterstützen möchte, wendet sich per Mail an: info@grenzenloser-sportverein.de Weitere Informationen unter: www.grenzenloser-sportverein.de 7


sport

Sport umsonst und drauSSen Die Kölner Parks eignen sich wunderbar für Müßiggang und Picknick-Party mit Einweggrill. Wer möchte, kann seine Kalorien auch gleich vor Ort wieder abtrainieren – ohne etwas dafür zu bezahlen. Natürlich sollte man mit vollem Magen nicht zu sehr über die Stränge schlagen ... Aber die Parks sind ja am Morgen danach immer noch da und bieten abseits von Grillschwaden und Müllbergen ein schönes Sportziel. Ein paar Anregungen:

Sportler selbst mitbringen. Mit Distanzen zwischen 6,5 und 42,50 m eignet sich der Slacklining-Park eher für Balancetricks als für Longliner. Haltestellen: U-Bahn-Linien 1/ 7 bis Moltke- oder Universitätsstraße oder Linie 9 bis Universität. Bus 136/146 bis WiSo-Fakultät oder Bus 130 bis Universität.

2. Ehrenfeld, Bilderstöckchen: Kahnweiher und Blücherpark Wer gerne eine kleine Pause einlegen möchte, ist hier genau richtig. Hohe Bäume spenden Schatten und die Füße lassen sich im angenehmen Weiherwasser kühlen. Ein Ort, an dem die Kölner gerne spazieren gehen, Kahn fahren (ca.

1. Innenstadt: Aachener Weiher und Liegewiesen

Straße über den Alphons-Silber-

4 Euro/30 Minuten), Tischtennis und

mann-Weg (Innerer Grüngürtel) hinein

Fußball spielen, picknicken oder einfach

in den Hiroshima-Nagasaki-Park, rund

nur ein Buch lesen.

um den Aachener Weiher und wieder zurück. Der Startpunkt und die Anzahl

kierte Laufstrecken über 7, 4 und 2,3 km.

angelegten See, sind an warmen Tagen

der Runden lassen sich beliebig variie-

Die Strecke: Startpunkt ist der Parkplatz

absolute Grill-Hot-Spots für Studenten,

ren. Tipps: Stufen im Park für ausgiebi-

Blücherpark an der Müngersdorfer Stra-

Trendsetter und Flirtwillige. Der Teil des

geres Training nutzen. Am besten

ße. Dann geht es weiter Richtung Nor-

Grüngürtels zwischen Aachener und

wochentags und früh morgens laufen.

den, durch den Grünstreifen parallel zur

Bachemer Straße wurde auf Initiative

Dann ist es nicht so voll.

Autobahn A57. Wer möchte, kann auch

des Kölner Friedensforums vor elf Jahren „Hiroshima-Nagasaki-Park“ getauft.

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Joggen: drei beschilderte, farbig mar-

Die Liegewiesen, rund um den künstlich

Slacklining: Zum „Balancieren auf der Leine“ gibt es auf der südlichen

Joggen: ca. 5 km, im Park, weicher

Anhöhe fünf fest installierte Pfosten.

Boden. Die Strecke: Von der Kerpener

Das dazugehörige Gurtband müssen

vom südlichen Eingang des Blücherparks aus starten – vom Parkgürtel aus. Tipps: Die Strecken lassen sich beliebig miteinander kombinieren. Wegen

Fotos: Jörg Burbach

von Sabrina Burbach


sport

der vielen Bäume sind die Wege ange-

er entlang Vorgebirgsstraße und Südsta-

Die Strecke: Los geht’s an der

nehm schattig.

dion bis zum Vorgebirgspark läuft. Dort

U-Bahn-Haltestelle Drehbrücke, über

lässt sich der Laufweg mit kurzen

die Alfred-Schütte-Allee, weiter bis zum

Anstiegen kombinieren.

Campingplatz an der Rodenkirchener

Trimm-dich-Station: Sie befindet sich in der Mitte des Parks, nahe den Kleingärten, und besteht aus drei Dehn-

Slacklining: Direkt auf der Grillwiese

sowie Stretch-Geräten, die hauptsäch-

gibt es drei Pfosten und zwei Bäume mit

lich auf Krafttraining ausgelegt sind.

entsprechendem Schutz für maximal

Eine prima Ergängzung zu den Lauf-

zehn Slacklines mit einer Distanz von 5

strecken.

bis 22,3 m.

Haltestellen: U-Bahn-Linie 13 bis

Brücke und wieder zurück. Alles natürlich mit Blick auf die Poller Wiesen und,

Basketball: Am westlichen Parkein-

Escher Str., Richtung Autobahn, dann

gang, nahe der Vorgebirgsstraße, steht

rechts in den Park rein. Oder mit der

ein Korb, der viel von Jugendlichen

Linie 15 bis Nußbaumerstraße und über

genutzt wird. Aber auch Einzelgänger

die Autobahn links in den Park.

werfen hier ihre Körbe. Tischtennis: Drei Platten schließen an

3. Südstadt: See mit Volksgarten

den Basketballplatz im Westen des Parks an. Hier spielen meist Dauergäste, doch wer möchte kann sich mit einklinken.

Ein weiterer populärer Treffpunkt, wenn

Haltestellen: S-Bahn-Linie 12 bis

es um das Barbecue vom Einweggrill

Eifelplatz sowie Linien 15/16 bis Ulre-

geht. Hier picknicken hauptsächlich

pforte.

Familien und Paare. Es gibt viele Spielgeräte für Kinder und wer möchte, kann für 3,50 Euro pro halbe Stunde (zzgl. 3

4. Rechtes Rheinufer: Rhein und Poller Wiesen

Euro Pfand) auf dem See Treetboot

wenn man Glück hat, auch auf die Scha-

oder, wie der Kölner sagt, „Müllemer

Mit Kölnpanorama lässt es sich beson-

Böötche", fahren.

ders gut ausspannen. Vielleicht ist das

Joggen: ca. 1,2 km auf Waldboden.

fe, die dort ab und an weiden. Drachen steigen: Auf den Poller Wie-

der Grund dafür, weshalb die Poller Wie-

sen tummeln sich Familien und Profis.

Die Strecke: Viele beginnen ab der

sen mit Rheinauhafenblick und das übri-

Alle haben ein Ziel – ihren selbstgebas-

Volksgarten-/Vorgebirgsstraße. Da der

ge rechte Rheinufer bis hin zum Rhein-

telten oder neu entworfenen (Lenk-)

Volksgarten kreisförmig angelegt ist, eig-

park mit Seilbahn bei Familien, Paaren,

Drachen in die Luft zu bringen. Am

net er sich wunderbar für Runden. Wem

Schülern und Studenten gleichermaßen

Wochenende gesellen sich gerne

das zu langweilig ist, der kann seine

beliebt ist.

Zuschauer zu den „Luftikussen“.

Strecke auf ca. 4,5 km ausdehnen, indem

Joggen: ca. 6,7 km, meist auf Asphalt.

Haltestelle: U-Bahn-Linie 7 bis Drehbrücke.

5. Und noch ein Tipp Wer sich alleine schlecht zum Sport aufraffen kann, findet vielleicht am Tanzbrunnen oder auf der Jahnwiese in Müngersdorf Gleichgesinnte. Dort bieten seit Anfang Mai drei Kölner unter dem Namen „FIT.köln“ kostenlose Trainings an. Die Mischung aus Beweglichkeitsund Kraftübungen findet vier Mal die Woche statt. Die wichtigsten Voraussetzungen laut Veranstalter: Man muss gesund sein und sich vorher für das Training anmelden – entweder direkt vor Ort oder auf der Website www.fit-koeln.de.

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sport

Siegen für den Führer“ Ausstellung im NS-Dokumentationszentrum über den Kölner Sport in der NS-Zeit

S

port war für das NS-Regime in mehr-

Sie stellt die Veränderungen im Vereins-

facher Hinsicht von besonderer

und Verbandswesen, die Auswirkungen

Bedeutung. Leibesübungen und kör-

auf die jüdische, konfessionelle und Arbei-

perliche Ertüchtigung zählten zu den

ter-Sportbewegung sowie die Entwicklung

Grundpfeilern des nationalsozialistischen

in Betrieben, Schulen und Parteiorganisa-

Erziehungsprogramms, vor allem im Hin-

tionen dar. Außerdem beleuchtet die Aus-

blick auf die „Wehrhaftigkeit“ und das

stellung, welche bedeutende Rolle die

spätere Soldatentum der Menschen. Der

Olympischen Spiele von 1936 in der Pro-

gesunde und sportlich trainierte Körper

paganda des NS-Regimes spielten. Und sie

stellte zudem im Rahmen der Rassenleh-

widmet sich der Frage, wie sich Kölner

re ein Auslesekriterium dar.

Spitzensportler gegenüber dem NS-Regi-

Auf den vorhandenene Strukturen und

me verhielten, – darunter zum Beispiel die

Inhalten einer etablierten Turn- und

Radrennfahrer Albert Richter und Toni

Sportbewegung aufbauend, die sich in

Merkens, die Sportfliegerin Liesel Bach

Köln seit dem 19. Jahrhundert entwickelt

oder die Tennisspielerin Cilly Aussem. Zur

hatte und in den 1920er Jahren eine Blü-

Ausstellung erscheint im Emons-Verlag die

tezeit erlebte, integrierte das NS-Regime

gleichnamige Publikation.

Sport und Leibesübungen nach 1933 systematisch in den Machtapparat. Die aktuelle Ausstellung des NS-Dokumentationszentrums präsentiert erstmals die Sportentwicklung einer deutschen Großstadt während der NS-Zeit.

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Dr. Jürgen Müller

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info

Ausstellung Siegen für den Führer. Kölner Sport in der NS-Zeit Ausstellung vom 22. Mai bis 4. Oktober 2015 NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln Appellhofplatz 23-25 Öffnungszeiten Ausstellung: Di - Fr 10 bis 18 Uhr, Sa, So 11 - 18 Uhr, 1. Do im Monat (außer an Feiertagen) 10 - 22 Uhr Bibliothek, Medien- und Arbeitsräume: Di und Mi 10 - 16 Uhr, Do 10 - 18 Uhr, Fr 10 - 13 Uhr Der KölnTag (Kölner Bürgerinnen und Bürger haben freien Eintritt) fällt 2015 auf folgende Daten: 3. September, 1. Oktober, 5. November und 3. Dezember. Veröffentlichung Siegen für den Führer. Der Kölner Sport in der NS-Zeit, herausgegeben von Dr. Ansgar Molzberger, Prof. Dr. Stephan Wassong, Dr. Gabi Langen. Schriftenreihe des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, Band 20, gebunden. Emons-Verlag 2015. ISBN 978-3-95451-604-9, 336 Seiten, über 140 Abbildungen, 29,95 Euro.


sport

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wohnen

Clemens-Josef-Haus

Willkommen im Clemens-Josesf-Haus auf dem Vellerhof, einem Fernab der „Straße“ sind die Menschen hier gern gesehene Gäshistorischen Gehöft inmitten eines Naturschutzgebietes, auf dem te, die auf dem Gelände des Clemens-Josef-Hauses auf ihrem ganz heute hilfebedürftige Menschen leben, wohnen und arbeiten. persönlichen Weg begleitet werden. Clemens-Josef-Haus I Altenwohn- & Pflegeheim und stat. Einrichtungen der Gefährdetenhilfe · Vellerhof 1 · 53945 Blankenheim Gefährdetenhilfe: 0 26 97 . 91 00 16 · Altenwohn- & Pflegeheim: 0 26 97 . 91 00 25 · www.vellerhof.de

Wohnungslosenhilfe Station machen I zur Ruhe kommen

Übernachtung I Aufnahme I Wiedereinstiegshilfe I Lebenshilfe I Langzeitwohnen

Arbeiten

Qualifizierung erwerben I Selbstwertgefühl erleben Beschäftigung I Ausbildung I Arbeitstraining I Qualifizierung I Arbeitsvermittlung

Pflegewohnheim

begleiten und fördern I beraten und anleiten

Pflege & Betreuung I Lebenszufriedenheit I Wohlbefinden I Menschlichkeit I Zu Hause

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kurzgeschichte

Zwei Herzen auf platte

I

ch schaute in den Himmel, es wurde

Ich dachte mir sofort, der gehört doch

Es kam, was kommen musste: Ich verlieb-

langsam dunkel. In der einen Hand den

eigentlich gar nicht hierhin. Aber wer

te mich in Dich.

Kaffeebecher, den ich geschenkt

gehört schon hierhin?

Eigentlich bin ich nicht gut auf die

bekommen hatte, in der anderen die Hun-

Ich beobachtete Dich Tag für Tag und

männliche Spezies zu sprechen, doch

deleine. Da saß ich nun auf der Bank im

stellte fest, wie viel Durchsetzungsvermö-

wenn ich Dich sah, ging es mir gut. Wir

Park und war froh, dem Trubel der Sup-

gen Du hast, etwas, das mir fehlt. Denn

zogen durch die Stadt, machten einiges

penküche entronnen zu sein. Dort war

hier in der Suppenküche herrscht ein rau-

zusammen, hatten eine Menge Spaß

wieder viel los gewesen. Nicht einfach, so

er Ton. Ich hörte Dir viel zu. Irgendwann

dabei, lachten viel. Das machte mir ganz

als Frau unter den vielen Männern, doch

merkte ich, immer wo Du warst, war auch

schön Angst. Ich wollte mich nicht mehr

was sollte ich machen, als Ex-Obdachlose

ich. Komisch. Doch ich gewöhnte mich

auf was Zwischenmenschliches einlassen.

und nicht gerade gut betucht hatte ich

daran, du wohl auch, denn wir begrüßten

Hatte Angst vor Nähe. Doch mein Herz

nicht viele Alternativen, um über die Run-

uns freundlich. Meine Neugierde war

hatte nicht mit Dir gerechnet.

den zu kommen.

geweckt. Welche Geschichte hat wohl die-

Jetzt sind schon viele Tage vergangen.

ser hübsche Mann, der mit seinem Hund

Bereut habe ich nix. Vielleicht bist Du der

auf der Straße gelandet ist?

Mensch, der mir zeigen sollte, dass es auch

Doch es gab noch einen Grund: Ich hatte Dich gesehen. Plötzlich tauchtest Du dort auf. Zunächst sah ich Dich nur flüch-

Jedes Mal, wenn wir uns trafen, kamen

Männer mit Charakter gibt. Bis dahin hat-

tig, und dass Dein Hund viel größer war

wir mehr und mehr ins Gespräch. Oft

te ich diese noch nicht kennengelernt. Ich

als meiner. So traute ich mich gar nicht in

tauschten wir Freundlichkeiten aus. Mir

denke oft, warum bist Du mir nicht früher

Deine Ecke, obwohl viele Bekannte bei Dir

fiel auf, dass du Anstand und Manieren

begegnet. Vieles wäre anders gelaufen, mit

standen und ich mich gerne mit Dir unter-

hast. Später halfen wir beide bei der

Sicherheit. Aber was soll ich der Vergan-

halten hätte. Wer warst Du und wieso

Essensausgabe mit und mein Bild von Dir

genheit hinterherweinen? Jetzt bist Du da.

hatte ich Dich nicht schon vorher gese-

wurde vollkommen.

Und mein Hund mag Dich auch, das ist für mich der beste Charaktertest.

hen? Du wärst mir sofort aufgefallen. Je

Eines Tages dachte ich mir, jetzt oder

mehr ich zu Dir hinsah, umso mehr gefiel

nie. Ich fragte Dich, ob Du kurz Zeit hast,

Doch immer schwingt die Angst mit, was

mir, was ich sah. Wie Du so toll mit Dei-

und machte Dir ein Angebot. Ich war total

ist, wenn Du wieder gehst. Noch nie hatte

nem Hund umgingst. Und ich dachte mir,

aufgeregt und es kostete mich einiges an

ich einen Freund wie Dich. Nun gut, Du

das ist echt ein lecker Paketchen, tja, da

Mut. Ich sprach Dich an.

hast Deine kleinen Attacken, die Wutaus-

brauchst du dich gar nicht mit hinzustel-

Ich lud Dich zu einem Kaffee für einen

brüche, schreist laut, wenn Du Dich auf-

len. Ich hatte ja auch nun mal keinen so

Euro ein. Mehr konnte ich mir nicht leis-

regst. Deine Einstellungen zur Welt, auch

leicht zu händelnden Hund. Und, der will

ten. Ich war überglücklich und fieberte

die gegenüber Frauen, gefallen mir nicht

sicher nix mit dir zu tun haben. So kam

schon dem Treffen in der Suppenküche

immer. Aber ich mag diese Reibungen, sie

ich nun jeden Tag und schaute, was so lief

entgegen. Im Stillen dachte ich mir, das

schüren das Feuer. Du bist der Räuber mei-

und ob Du da warst. Eines Tages nahm ich

klappt. Ich war froh, einen so tollen Men-

nes Herzens, so wie ich Deine Räuberin bin.

all meinen Mut zusammen und stellte

schen getroffen zu haben. Du warst schlau

Du hast mein Herz gestohlen, obwohl ich

mich einfach zu euch.

und Dein Humor war auf meiner Wellen-

das ganz und gar nicht wollte. Zwei Herzen auf Platte.

Erst mal ignoriertest Du mich. Ich

länge, meistens zumindest. Du brachtest

unterhielt mich mit anderen und plötzlich

mich oft zum Lachen. Ich fühlte mich

schautest Du rüber und lächeltest mich

pudelwohl.

an. Mein Herz hüpfte vor Freude.

Jetzt sahen wir uns regelmäßig. Du hat-

So ging das eine ganze Weile. Wir sahen

test wie all die anderen kein Zuhause, ich

uns nur an, sprachen aber nicht miteinan-

kannte das Leben auf der Straße, und so

der. Irgendwann kamen wir ins Gespräch.

waren wir so ziemlich auf gleichem Kurs.

lll

Eure Kölsche Linda

über die autorin

Die Kölsche Linda ist Redaktionsmitglied beim DRAUSSENSEITER und verkauft das Magazin auch auf der Straße. Sie lebt mit ihrem Hund Clayd in Köln. 13


bonse

Streetlife: Claudia Claudia, in Köln geboren, hat viel Leid erfahren müssen und ist irgendwann auf der Straße gelandet. Ihre treuesten Begleiter sind Gypsi und jede Menge Bücher. Hier hat sie sich „Der Bogenschütze“ von Bernard Cornwell vorgeknöpft. Überhaupt mag sie historische Romane, die Ereignisse der damaligen Zeit ungeschönt zeigen. Passanten mag sie nicht um eine kleine Spende ansprechen, „ein Hauch von Stolz ist noch da“, aber sie freut sich natürlich über jede kleine Aufmerksamkeit und wenn ein Euro dabei ist, dann scheint auch Gypsi dankbar zu schauen. Foto und Text: Gerd Bonse

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Über den Tellerrand: Griechenland

Wie eine StraSSenzeitung eine ganze Nation heilt

und arbeitete ab und an für ein oder zwei

von Steven MacKenzie (The Big Issue, UK)

auch er sein Haus verlor. „Als „Shedia“

Monate als Reinigungskraft.“ Da sie kein Einkommen hatte, nahm die Bank ihr Haus wieder in Besitz. Sie wohnte daraufhin eine zeitlang bei einem Freund – bis aufgemacht hat, habe ich beschlossen, dort mitzumachen“, sagt Maria. Sie arbei-

„Mut und Hoffnung werden uns helfen, diese Sache zu überstehen.“ Die Griechenlandkrise verschlimmert sich und erschüttert Europa weiterhin. Aber die griechische Straßenzeitung „Shedia“ sieht auch die andere Seite: Obwohl es immer schwerer wird Bargeld zu bekommen, stehen die Kunden zu ihren Verkäufern. Zwei Straßenzeitungsverkäufer und Herausgeber Chris Alefantis berichten, was in den Straßen von Athen, in denen über 15.000 Obdachlose leben, wirklich passiert, und wie sie weiter auf eine bessere Zukunft hoffen.

tet auch als Fremdenführerin bei einem anderen „Shedia“-Projekt, den „Invisible Tours“. Dort zeigt sie Besuchern eine andere Seite von Athen, einschließlich der immer wichtiger werdenden Suppenküchen und der Obdachlosenunterkunft, in der sie schläft, obwohl sie dort nicht mehr lange bleiben wird. „In ein, zwei Monaten ziehe ich in meine eigene Wohnung“, erzählt sie uns freudestrahlend. Mittlerweile haben es ca. 20 Verkäufer geschafft, das Leben auf der Straße oder in einer Obdachlosenunterkunft hinter

Land weiter. Schätzungsweise gibt es mitt-

sich zu lassen und in ihr eigenes Heim zu

lerweile zwischen 15.000 und 20.000

ziehen. Als die Banken jedoch schlossen

Obdachlose in Athen und Umgebung. Die

und die Geldabhebungen auf 60 Euro pro

Jugendarbeitslosigkeit des Landes liegt bei

Tag beschränkt wurden, hatte Chris Angst

50 Prozent. Chris meint, es sei noch

um den Unterhalt seiner Verkäufer: „Am

schwieriger für Arbeiter ab 45 Jahren, die

Tag nach der Ankündigung des Referen-

entlassen wurden. Zu den bei „Shedia“

dums hatten wir große Sorge, ob unsere

gelisteten 170 Verkäufern zählen Archi-

Verkäufer unter diesen finanziellen

Chris Alefantis

tekten, Verleger, Händler und Arbeiter, die

Umständen überhaupt Exemplare der

E

als erste arbeitslos wurden, als die Finanz-

Straßenzeitung verkaufen würden. Die

krise begann.

Verkaufszahlen gingen leicht zurück, aber

Foto: Asphalt

dem lähmt die wirtschaftliche Lage das

s gibt nur einen Weg nach vorne: Wir müssen optimistisch sein“,

„Jeden Tag kommen Leute“, sagt Chris.

nicht annähernd so stark, wie wir befürch-

sagt Chris Alefantis, Gründer und

„Es nimmt uns sehr mit, dass wir nicht alle

tet hatten. Sie fielen um 20 Prozent (bei

Herausgeber von „Shedia“, einer griechi-

aufnehmen können. Aber wir haben ein-

einer Auflage von 20.000 Exemplaren pro

schen Straßenzeitung, die denjenigen, die

fach nicht genügend Plätze. Das ist eines

Ausgabe), aber wenn man bedenkt, dass

nur wenige Alternativen haben, eine legi-

unserer größten Probleme. In unserer Per-

der gesamte Markt des Landes zusammen-

time Einkommensquelle bietet. „Fast alle

sonalversammlung haben wir uns gefragt:

gebrochen ist, ist das verständlich. „She-

unsere Verkäufer sind Opfer der Finanz-

Was können wir tun? Wie können wir den

dia“-Leser sind Stammkunden. Sie glau-

krise. Sie hatten Arbeit, eine Wohnung,

Menschen helfen? Wir glauben, dass die

ben noch an Liebe und Zusammenhalt

eine Familie. Zuerst verloren sie ihre

Situation im Laufe der Wochen und Mona-

und bringen dies im Umgang mit unseren

Arbeit, ein paar Monate später ihre Woh-

te noch schwieriger werden wird.“

Verkäufern zum Ausdruck.“

„

Es gibt eine Warteliste für diejenigen,

Chris stellt uns eine weitere Verkäuferin

„Shedia“ folgt demselben Konzept wie

die die Straßenzeitung verkaufen möch-

vor, Despina Merkouri, die früher als Lei-

viele andere Straßenzeitungen. Die Ver-

ten, denn sie wissen, dass es ein Rettungs-

terin bei einer Marktforschungsfirma

käufer kaufen die Zeitungen für 1,50 Euro

anker ist – wie zum Beispiel für Maria

gearbeitet hat. Sie wurde arbeitslos, als die

und verkaufen sie zum Preis von drei Euro

Gatou. „In den 90ern habe ich etwa zehn

älteren Angestellten durch jüngere Arbei-

wieder. „Shedia“ wurde in Athen zum

Jahre lang in einem Familienunterneh-

ter auf sechsmonatiger Basis ersetzt wur-

Höhepunkt der Finanzkrise 2013 gegrün-

men gearbeitet, doch 2004 schloss der

den. „Ich wusste, dass „Shedia“ eine gute

det. Zumindest schien es zum damaligen

Betrieb und ich wurde arbeitslos“, sagt sie.

Straßenzeitung ist, denn ich habe sie selbst

Zeitpunkt der Höhepunkt zu sein. Seit-

„Danach bekam ich nur Gelegenheitsjobs

gekauft, als ich noch das Geld dafür hatte“,

nung, und dann alles.“

15


Über den Tellerrand: Griechenland

wenn sie wenig haben. Als die Banken schlossen, haben die Leute in den ersten Tagen mit Kleingeld bezahlt – fünf Cent, zehn Cent – für uns ist das viel. Sie haben mit dem Wenigen bezahlt, das sie hatten, um unsere Straßenzeitung zu kaufen. Das bestärkt uns, gibt uns Mut und Hoffnung.“ „Shedia“-Verkäufer verkaufen in ganz Athen, auf denselben Straßen und Plätzen, wo häufig Demonstrationen und Kundgebungen – sowohl für als auch gegen die Syriza-Regierung oder die Europäische Kommission – stattfinden. Dadurch wird denjenigen, die von der Sparpolitik am meisten betroffen sind, ein einzigartiger Einblick in die Situation gewährt. „Man hört Gespräche zur politischen Lage, zum Grexit, darüber, was geschehen wird“, sagt Despina. „Im Moment wäre eine gravierende Veränderung, höflich ausgedrückt, schmerzhaft. Das würde alles zu schnell gehen und wäre beängstigend. Wenn man sich ein Jahr lang auf den Grexit vorbereiten könnte, wäre das leichter und sicherlich weniger schmerzhaft. Jeden Tag hören wir von Ultimaten und durchleben dieselbe Panik, jedoch nicht so stark wie vor dem Referendum. Jetzt sagen sich die Menschen, egal was passiert … Ich bin keine Politikexpertin, aber ich glaube nicht, dass es zum Grexit kommen wird.“ Das von Ministerpräsident Alexis Tsipras einberufene Referendum wurde weitläufig als Votum für bzw. gegen den Euro und eventuell die Europäische Union betrachtet. Die Welt war schockiert, als die Bedingungen des Rettungsangebots „Shedia“ Straßenzeitungsverkäufer.

mit überwältigender Mehrheit abgelehnt

Foto: Shedia

wurden, aber Chris überraschte das nicht: „Wenn drei Millionen Menschen unter-

16

sagt sie und fährt fort: „Wenn du älter als

unterstützt. Aber da es riskant ist, Geld

halb der Armutsgrenze leben und 30 Pro-

35 oder 40 bist, ist es fast unmöglich, einen

über Banken zu überweisen, sehen sich

zent arbeitslos sind, sollte dieses Ergebnis

Job zu finden. Ich beschloss, dass der Ver-

viele dazu gezwungen, in ländliche Gegen-

nicht schockieren. Wenn du kein Geld

kauf von „Shedia“ der richtige Weg für

den zurückzukehren. Diejenigen, die noch

hast, spielt Drachme oder Euro keine Rol-

mich ist. So halte ich mich über Wasser.“

da sind, können „Shedia“ nicht mehr

le, du hast immer noch kein Geld in der

Despina erklärt uns, dass nicht alle ihre

regelmäßig kaufen. „Sie gehen mit trauri-

Tasche. Viele haben die Nase voll von

Kunden sichere Jobs haben. Auch Arbeits-

gem Blick an uns vorbei und sagen, dass

unseren sogenannten europäischen Part-

lose kaufen bei ihr die Straßenzeitung, um

es ihnen leid tut“, erzählt Despina.

nern. Sie wollen nur unser Blut saugen,

anderen zu helfen, denen es noch schlech-

„Momentan ist es schwierig, so viele Stra-

und dafür haben die Menschen keinen

ter geht. Viele werden von ihren Verwand-

ßenzeitungen wie früher zu verkaufen,

Bedarf. Immer mehr sagen‚ Ihr könnt uns

ten, die außerhalb von Athen wohnen,

aber es gibt immer noch viele Käufer, auch

mal, wir wollen die Drachme wieder’.“


Über den Tellerrand: Griechenland

und es daher zurückzahlen muss. „Die

Meine Reise nach Athen

Medien sagen, Griechenland sei schuld –

Von Eva-Maria Bruchhaus

Aber viele sind auch der Meinung, dass Griechenland sich viel Geld geliehen hat

glauben Sie das nicht!“, sagt Chris. „Die Griechen haben die längsten Arbeitszeiten pro Woche in Europa, schauen Sie sich die Zahlen an. Alle finden, dass die Schuldenrückzahlungen nicht tragbar sind. Was sind das überhaupt für Schulden? Wohin ist das Geld geflossen, etwa zur griechischen Bevölkerung? Wann haben unsere europäischen Partner gemerkt, dass sie es

Die Journalistin Eva-Maria Bruchhaus nahm im Mai 2015 an einer von der taz organisierten „Reise in die Zivilgesellschaft“ nach Athen teil, bei der zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen besucht wurden, die auf unterschiedliche Weise versuchen, den Opfern der Finanzkrise das Leben zu erleichtern. So nahm sie auch an einem Sozialen Stadtrundgang teil, der von der Straßenzeitung SHEDIA angeboten wird und den es inzwischen in allen großen Städten gibt.

Regierungen zu tun hatten, und dass viel Geld auf diesem Weg verloren gegangen ist? Während der globalen Wirtschaftskrise? Oh, dafür haben sie aber lange gebraucht. Ich frage mich, warum. Das ist politische Schikane.“ „Das ist nicht nur Schikane, sondern Schikane auf ganzer Linie“, betont Despina. „Die Leute haben einfach keine Lust mehr, schikaniert zu werden“, fährt Chris fort. „In einem EU-Mitgliedsstaat haben tausende von Häusern keine Elektrizität. Die Hausbewohner sind nicht an der Finanzkrise schuld. Wie sollen wir das einfach hinnehmen? Wir hassen die Heuchelei der europäischen Technokraten. Viele glauben, dass sie kein Interesse daran haben, dass unser Land wieder auf die Beine kommt. Es geht ihnen nur darum die Banken zu retten. Das ist nicht nur eine große wirtschaftliche, sondern auch eine politische Debatte.“ „Und ethisch, und moralisch“, fügt Despina mit Nachdruck hinzu. „Die Banken kümmern sich nicht um uns, aber was ist mit unserer europäischen Familie?“, stellt Chris in den Raum. „Unserer europäischen Familie sollten wir wichtig sein. Nur mit Liebe und Zusammenhalt können wir es schaffen. Es gibt nur einen Weg nach vorne: wir müssen optimistisch sein.“ „Und weiter hart arbeiten“, sagt Despina. „Und nicht aufgeben.“ Dieser Text wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom INSP Nachrichtendienst www.INSP.ngo / The Big Issue

Seit kurzem bietet „Shedia“, die Athener Straßenzeitung, auch Stadtführungen durch speziell geschulte Obdachlose an, die neben touristisch interessanten Orten auch Einrichtungen zeigen, wo spezielle Dienste angeboten werden, wie Wohnheime, Mittagstische, Badegelegenheiten und Kleiderkammern. Unsere Stadtführer sind Lambros und Maria, beide sprechen auch etwas englisch, Maria ist 46 Jahre alt und in Athen geboren. Sie arbeitete im Geschäft ihrer Eltern, die einen kleinen Exporthandel mit landwirtschaftlichen Produkten führten, und den sie nach dem Tod ihrer Eltern 2006 aufgeben musste. Das Haus mit Laden ging an die Bank, weil sie die Schulden nicht bezahlen konnte. Sie fand vorübergehend Arbeit und konnte eine Zeit lang bei einer Freundin wohnen. Aber als diese auch arbeitslos wurde und ihre Wohnung verlor, musste sie in eine Obdachlosenunterkunft ziehen. So ist es seit Ausbruch der Krise vielen ergangen: Erst war die Arbeit weg und damit das Geld für die Miete. Wenn dann noch die Ersparnisse aufgebraucht und die Unterkunftsmöglichkeiten bei Verwandten und Freunden erschöpft waren, standen sie auf der Straße. Maria hatte anfangs Schwierigkeiten mit dem Verkauf der Straßenzeitung, weil sie so schüchtern ist. Aber seit sie sich bei dem Theaterprojekt engagiert, wo Lambros als Azubi bei den Stadtführungen mitmacht und Englisch lernt, ist ihr Selbstbewusstsein gewachsen und sie freut sich über die Achtung, die ihr entgegengebracht wird, „und über die netten Leute,

Foto: Shedia

in den letzten 40 Jahren mit korrupten

die man bei der Arbeit kennenlernt.“ Lambros wurde vor 53 Jahren in Brasilien geboren, hat in Argentinien als Lebensmitteltechniker gearbeitet. Als er dort 2006 aufgrund der Wirtschaftskrise arbeitslos wurde, ist er nach Griechenland gekommen, wo ihn die Krise zwei Jahre später einholte und er wieder Arbeit und Wohnung verlor. Als ihn sein Vermieter auf die Straße setzte, verbrachte er wie viele andere Wohnungslose einige Wochen in einem Park, bis er Unterkunft in einem Obdachlosenwohnheim fand, in dem er nun seit mehr als drei Jahren übernachtet. Um nicht zu verzweifeln, engagierte er sich in einem Theaterprojekt für Obdachlose und verkauft die Zeitschrift. „Davon kann ich mir Souvlaki und einen Kaffee kaufen und fühle, dass es ganz allmählich wieder aufwärts geht und die Leute mich respektieren.“ Er ist zuversichtlich, dass er wieder eine Arbeit findet, aber auch dann will er weiter für „Shedia“ arbeiten, um anderen Gestrandeten zu helfen, wieder auf eigenen Beinen zu stehen. 17


lyrik

Reisende Von einem Ort zum andern immer weiter wandern nirgends lange da bis ich Dich dann sah. Seelen die sich finden aus allen Bahnen winden Und sich niemals binden. Kaum ist dies erkannt sogleich weit weg gerannt wie groß ist doch das Land. Bis dann einer kam einfach meine Hände nahm. Wege die sich dann verschlingen kleines Glück bringen Herzen dazu singen. Kölsche Linda

Meine Entdeckung Wenn die Sonne lacht, sind viele Menschen freier und glücklicher. Vielleicht, weil wir uns alle nach Wärme, Geborgenheit und Innehalten sehnen? Und weil uns die Sonne daran erinnert, dass wir auch ein Stück dieser Natur sind? Sie wärmt und erinnert uns. Selbst im Unglücklichsein kann man Schönes entdecken. Und machen Entdeckungen unser Leben nicht immer reicher? Lassen wir die Sonne in unser Herz. Renee

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tipps

buch-tipps

cd-tipp

Christoffer Carlsson

Mukoma wa Ngugi

Ryley Walker

Der Turm der toten Seelen

Black Star Nairobi

Primrose Green

Stockholm. Leo Junker ist der Sündenbock. Im Dunkeln erschießt er aus Versehen einen Kollegen. Schwer traumatisiert und tablettenabhängig wird er vom Dienst suspendiert. Daraufhin vegetiert er in den Tag hinein. Doch eines Tages wird er vom flackernden Licht eines Streifenwagens geweckt und bekommt mit, dass in einer Wohnung, in der oft Junkies und Obdachlose Zuflucht fanden, eine junge Frau erschossen wurde. Neugierig begibt er sich zum Tatort und erkennt fassungslos, dass die Tote etwas in der Hand hat, was mit seiner Vergangenheit in einem der düstersten Viertel Stockholms zu tun hat. Noch aus der Zeit, als er als Jugendlicher von zwei brutalen Schlägern gemobbt und verprügelt wurde. Als er sich selbst einen Schwächeren gesucht hat, und dem das gleiche antat. Als all das eskalierte und zu einem Mord führte. Ein Mord, der letztlich dafür verantwortlich ist, dass so viele Jahre später diese junge Frau in seinem Haus getötet wird. Irgendwie ahnt Leo Junker, dass die Sache etwas mit ihm zu tun hat. Und so wird die Krimistory auf zwei Arten erzählt: einmal aus der Perspektive des heutigen Geschehens, wo er immer mehr als Mörder ins Visier seiner Kollegen gerät. Aber auch aus der Perspektive des Jugendlichen von damals, der sich mit dem starken, bestimmenden Grim anfreundet, sich in dessen Schwester verliebt, und somit die ganze Katastrophe auslöst. Dem Autor gelang um den Polizisten Leo Junger der ganze große Wurf. Der 28-jährige schwedische Jung-Autor schreibt fantasievoll und bleibt sehr nah an seinen Figuren. Eine fesselnde Story, für die er 2013 mit dem schwedischen Krimipreis ausgezeichnet wurde – zurecht.

Nairobi. „Eine Leiche, die im Ngong-Wald abgelegt wurde, trug immer eine Botschaft im Gepäck“. Das wissen die beiden Detektive, die den toten Amerikaner finden, sehr genau - der US-Amerikaner Ishmael Fofona, den Lesern aus dem ersten Krimi von wa Ngugi „Nairobi Heat“, bekannt und inzwischen ganz in Nairobi ansässig, und sein Partner O, halb Cop halb Privatdetektiv. Und so schliddern die beiden denn rein, in ein Feuerwerk an Gewalt und schnellen Schüssen. Alles beginnt zeitgleich: O und Fofona finden die Leiche im Ngong-Wald. Exakt in dem Moment gibt es eine Explosion. Der Waldboden bebt. Eine Bombe im feinen Norfolk-Hotel mitten in Nairobi ist explodiert. Und auf den Trümmern des Bombenanschlags steht ein bekiffter CIA-Chef. Es ist das Jahr 2007. Mitten im Wahlkampf. Dutzende von Toten sind zu beklagen, und den Detectives ist klar, dass zwischen ihrem Toten im Ngong-Wald und dem Anschlag auf das Hotel ein Zusammenhang besteht. Was nun folgt führt tief in ein zerspaltenes, unbarmherziges Kenia. In dem Mordopfer Eisblöcke auf den Körper gelegt werden, damit sie bei der Hitze überhaupt obduziert werden können. In dem man für 200 Dollar einen Mord und für 20.000 Dollar ein kleines Massaker kaufen kann. In dem ein Weißer immer noch mehr wert ist als ein Schwarzer. Wo sich in diskret abgeschiedenen Countryclubs die bessere Gesellschaft trifft, um hier alles zu besprechen, vom Landraub bis zu feindlichen Übernahmen. Eine brutale, aber auch fantastische Reise mitten ins Herz eines kaputt gemachten Landes.

Indie-Folk. Häufig sagen Plattencover schon viel über die dahinter versteckte Musik aus. So wie bei der neuen Scheibe des Chicagoers Ryley Walker. Betrachtet man diesen verträumt guckenden, langhaarigen jungen Mann, mit gestreiftem Hemd und altmodischem Jackett, die Überblendtechnik der Fotomontage und die verschnörkelte Schrift, kommen sofort Assoziationen zu Singer-Songwriter-Heroen der frühen 1970er Jahre auf. Namentlich Tim Buckley, Nick Drake und Bert Jansch. Und genau diese stecken den musikalischen Rahmen von „Primrose Green“ ab. Das heißt: Den Hörer erwartet meditativ-hypnotischer Folkrock mit einem gebührend hohen Jazzeinfluss und psychedelischen Einschlägen. Langsam entfalten sich die Songknospen, bis sie sich zu einem breiten Klangmeer ausbreiten. Solche Musik lebt von der Instrumentierung. Hier von einer akustischen Gitarre, die grandios gezupft wird. Untermalt und ergänzt wird dieses Fingerpicking von einem leicht verzerrten E-Piano, schimmernden E-Gitarren, Cello, Geige sowie dem sporadischen Einsatz von Vibrafon und Wah-Wahs. Es ist eine detailverliebte Zeitreise in die Flower-Power-Zeit. Walker selbst sagt, er sei besessen von dem Geist der damaligen Zeit, von dem Gedanken an Menschlichkeit, Gemeinschaft und Erhabenheit. Nicht der schlechteste Ansatz. Und beileibe nicht die schlechteste Musik. Jens Hüttenberger

Ingrid Müller-Münch

Ingrid Müller-Münch

Christoffer Carlsson: „Der Turm der toten Seelen“, Bertelsmann, 2015, aus dem Schwedischen von Susanne Dahmann, ISBN 978-3570102329, 14,99 Euro

Ryley Walker: Primrose Green Dead Oceans (Cargo Records), 2015

Mukoma wa Ngugi: „Black Star Nairobi“, Transit, aus dem Amerikanischen von Rainer Nitsche und Niko Fröba, 2015, ISBN 978-388747-314-3, 19,90 Euro

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comic/kolumne

Illustration: Heiko Sakurai

20

Kolumne

Ähnlich verhalten fiel wohl die Begeiste-

ohne Strom und Wasser und essen nur

Von Milliarden, Millionen und ein paar Euro

rung der Rentner aus, als sich im Juli ihre

eine Handvoll Reis am Tag…. Gut, der

Rente um 2,5 % erhöhte, was bei einer

Vergleich hinkt! Doch beschämend gering

Durchschnittsrente von 900 Euro die

sind auch hierzulande die „Sahnehäub-

I

unglaubliche Summe von 18,90 Euro

chen“ unserer Regierung, sieht man sich

n Zeiten, in denen wir täglich mit

ergibt. Damit lässt sich mit dem Enkel ins

die Millioneneinkommen der deutschen

unvorstellbaren Summen konfrontiert

Kino gehen. Für Popcorn und Getränke

Spitzenverdiener an. Damit ist unser Staat

werden, kamen im Januar 2015 ganz

reicht es aber schon nicht mehr – dafür ist

weit davon entfernt ein Sozialstaat zu sein,

unschuldig acht Euro aus Berlin daher, die

die Bahnfahrt dorthin zu teuer. Trotzdem

der Sicherheit und Gerechtigkeit anstrebt

gute Laune unter der Bevölkerung verbrei-

wird sich kein Rentner den Luxus eines

– woran die Einführung des Mindestlohns

ten sollten. Doch die schafften es nicht für

Kinobesuchs leisten können, weil die Ren-

von 8,50 Euro nicht das Geringste ändert!

Furore zu sorgen, denn diejenigen, die sie

tenerhöhung von den Lebenshaltungskos-

Wäre es da nicht gerechter, wenn all jene

erhielten, hatten nur ein mitleidiges

ten komplett aufgefressen wird. Da man

Arbeiter, die Spitzenverdiener zu Millio-

Lächeln für sie übrig. Gemeint sind Hartz

aber alles in der Relation sehen muss, sind

nären machen, am Umsatz beteiligt wür-

IV-Empfänger, die sich über acht Euro

derartige „Geschenke“ unserer Bundesre-

den? Und hat eine Regierung, die in der

mehr im Monat ein Loch in den Bauch

gierung als viel anzusehen. Vor allem

Wirtschaftskrise „Notleidende Banken“

freuen sollten, was immerhin 28 Cent pro

gemessen am Einkommen der Menschen

(übrigens das Unwort des Jahres 2008) mit

Tag ausmacht und damit dem Preis eines

in der Dritten Welt, für die 18,90 Euro ein

Milliarden „rettet“, nicht auch die Pflicht

Brötchens im Sonderangebot entspricht!

Wochenlohn, nicht selten ein Monatslohn

ihre einkommensschwache Bevölkerung

Genauso sind die Jubelstürme über vier

sind, von dem sie nicht selten eine Groß-

mit einem bedingungslosen Grundein-

Euro mehr Kindergeld ausgeblieben, weil

familie ernähren müssen. Aber bitte, wird

kommen aus der Armut zu retten?

schon eine Kinderstrumpfhose teurer ist.

mancher sagen, die leben in Blechhütten

Astrid Hülser


kurzgeschichte

Der

unbekannte

Planet

K

Teil 3

apitän Braun und Dr. Zakoff folgten den krallenarti-

nicht hätten aussehen können: Das erste Wesen hatte

gen Abdrücken. Sie waren schon gut eine Stunde

einen katzenartigen Kopf und trug einen langen blauen

unterwegs. Doch noch immer gab es keine Spur von

Bart. Der restliche Körper sah menschlich aus. Ähnlich wie

ihrer Astronautenkollegin Cindy. „Kein gutes Zeichen“, dach-

bei der zweiten Katzenkopfgestalt, die, etwas gebückt, hin-

te Braun und blickte mög-

ter ihm folgte. Aus ihrem Kopf

lichst unauffällig zu Dr.

wuchsen zwei gebogene Hör-

Zakoff. Obwohl dieser äußer-

ner und um die Hüften hing ihr

lich recht abgeklärt mit der

ein langer Gürtel, an dem viele

Situation umging – gerade

Knochen baumelten. Ein Krie-

scannte er weitere Fußspuren

ger, dachte Dr. Zakoff, der Völ-

auf Lebenszeichenmaterie

kerkunde als Hobby betrieb. Da

von Cindy – wusste Braun,

richtete der mit den Hörnern

dass der Doktor langsam

das Wort an den Älteren: „Eure

unruhig wurde. Das Zucken

Hoheit, Tyron, die zwei haben

seines rechten Augenlids ver-

wir im Ödland gefunden. Sie

riet es. Wie konnte er den

kommen bestimmt aus der ver-

Guten nur aufmuntern, ohne

botenen Zone.“ Der Blaubärti-

seine empfindliche Seele zu

ge nickte. „Ihr sprecht unsere Sprache?“ Dr. Zakoff konnte

kränken? Eine Antwort fand er nicht mehr. Denn plötzlich

Illustration: Lazy Magá

seine Verwunderung nicht zurückhalten. Braun versuchte

spürte er einen schier unerträglichen Schmerz am Hinterkopf. Fast zeitgleich hatte er

einen kühlen Kopf zu bewahren und hielt den Doktor an

ein dumpfes Geräusch wahrgenommen. Sehen konnte er

der Schulter fest. Mach nur nichts Unüberlegtes, sagte sein

niemanden. Dann gewann der Schwindel die Oberhand.

Blick. Da meldete sich der Krieger erneut zu Wort:

Neben ihm fiel Dr. Zakoff leblos in den Sand. Die Wüsten-

„Moment mal. Wir sind die einzigen auf diesem Planeten,

landschaft um ihn herum verschwamm und es wurde Nacht.

die sprechen können...“ Tyron ließ seinen Untertan mit

Wie lange sie bewusstlos gewesen waren, konnten die

einer schlichten Handbewegung verstummen. Seine Stim-

Astronauten nicht abschätzen. Aber es schien schon eine

me klang freundlich, aber bestimmt: „Wir haben noch ein

Weile vergangen zu sein. Als sie wieder aufwachten, befan-

Wesen dieser Art gefunden, mit Haaren wie Gold. Sie

den sie sich in einem mit Stroh ausgelegten Käfig. „Wie

gehört bestimmt zu denen. Lass sie herbringen, Aaron.“

Versuchskaninchen in einem Stall“, murmelte Dr. Zakoff und rieb sich seinen Hinterkopf, an dem eine beachtliche Beule pulsierte. Ein Griff zu seinem Messgerät führte ins

Was ist das Geheimnis der verbotenen Zone und werden unsere Helden den Planeten wieder verlassen können?

Leere. Man hatte ihnen jegliches Equipment abgenommen. Da kamen zwei Gestalten auf sie zu, die surrealer

Euer kleiner Günter

21


Foto: Anemone Träger

aus der oase

In memorian

24. Kölner Aids-Gala Die 24. Kölner Aids-Gala im Maritim Hotel war auch die letzte: Die Fördermittel sind zurückgeschraubt worden, auch die Kölner Aidshilfe muss sparen. Dafür aber verabschiedete sich die Gala mit einem Paukenschlag und lud illustre Gäste auf die Bühne. Höhepunkt war schließlich der Auftritt von Conchita (cb)

Wurst.

GEZ-Abzocker

„Wir müssen im Gespräch bleiben!“

Ich bin von der GEZ-Gebühr befreit – eigentlich. Das hat mein Betreuer für

Fotos: Christina Bacher

Die Antworten der Kandidaten auf die

Jochen Ott nahm sich vor der Veranstaltung Zeit für ein Gespräch mit Betroffenen.

A

vor kurzem aber immer wieder eine

terhilfe, die auch ohne Pass zugänglich

Rechnung von denen gekriegt. Gefühl-

sein wird und Kontinuität zeigt, oder

te 20 Mal hat mein Betreuer denen

auch nach ausreichend günstigem

schon mitgeteilt, dass ich nicht zahlen

Wohnraum blieben recht vage. Angebo-

muss – weil: befreit! Mann, hat das

te und Ideen aus dem Publikum, darun-

lange gedauert, bis die das mal kapiert

ter sogar ein freies Grundstück oder

hatten! Richtige Abzocker sind das

auch ehrenamtliche Hilfe bei Überset-

meiner Meinung nach. Das Programm

zungen für die Einrichtungen, wurden

ist auch nicht mal gut. Eine Schande, dass man sich mit so was herumärgern muss. Ich hoffe, jetzt ist Ruhe!

uf Einladung des AK Umbruch fand am 13.8.2015

Kleiner Günter

in der Obdachlosenkirche

Neuer Herd

GUBBIO vor gut 120 Leuten eine angeregte Diskussion zwischen den OB-Kandidaten Henriette Reker und Jochen Ott sowie Wohnungslosen und anderen Menschen in sozialen Schwierigkeiten statt. Viele gaben zu Beginn auf die Frage von Moderatorin Anke Bruns per Handzei-

Henriette Reker freute sich, dass sich auch GUBBIOBesucher als ehrenamtliche Wahlhelfer betätigen.

chen kund, dass sie durchaus willig sind, sich am 13. September an der Wahl eines

„notiert und mitgenommen“. Da muss

neuen Kölner Oberbürgermeisters beteili-

wohl nach der Wahl mal noch mal nach-

gen zu wollen. Manche waren noch sicht-

gefragt werden, war sich der Veranstal-

lich unentschlossen – ob die Entscheidung

terkreis AK Umbruch einig, der sich

durch die zweistündige Diskussionsveran-

zufrieden ob der Resonanz zeigte.

staltung wohl einfacher geworden ist?

22

mich geregelt. Trotzdem habe ich bis

Fragen beispielsweise nach einer Win-

(cb)

Er kommt schnell auf Touren, eignet sich ideal für große Töpfe und schreckt auch vor größeren Mengen an Nudeln oder Kartoffeln nicht zurück: der neue Herd im „Offenen Treff“ der OASE. Die großzügige Sachspende stammt vom Lions Club Bergisch Gladbach/Bensberg, einem Zusammenschluss ehrenamtlich engagierter Menschen. Dank ihm können die gut 60 Portionen, die dienstags in der OASE gekocht werden, noch besser bewältigt werden – eine große Arbeitserleichterung. Herzlichen Dank dafür! (sab)


aus der oase

liebe freunde,

könnte ich es nicht haben mit all mei-

neulich hatte ich Geburtstag. Vier Jahre

tens war ich wieder mit Frauchen auf

bin ich nun schon bei Frauchen. Sie sagt,

einer Veranstaltung. Das ist ganz nett,

wir sind einen aufregenden Weg mit-

da sind alle super lieb zu mir. Nur wenn

einander gegangen. Obwohl ich ja nicht

sie mir dann Leckerlis geben wollen,

der Gesündeste bin, haben wir immer

wird es schwierig – ich darf ja keine. Ist

gekämpft. Seite an Seite. Und es gibt

manchmal echt schade. Aber irgendwie

nen Gesundheitsbaustellen. Und letz-

schafft Frauchen auch dafür

immer neue Herausforderun-

immer Ersatz. So habe ich

gen. Neulich war ja auch

trotz meiner vielen

meine neue Trainerin da. Sie sagt, uns steht eine

Gesundheitsbaustellen

Menge Arbeit bevor.

eine gute Zeit. Frau-

Ich glaube, dass wird

chen wird nun alles dar-

gar nicht so lustig für

an setzen, mit mir dieses spezielle Training

mich. Frauchen sagt

weiter machen zu können

nämlich, es muss noch

und ich soll auch mal in eine

einiges anders oder besser

Hunde-KiTa gehen. Ob mir das

werden. Sie will mich ja immer mit auf Tour nehmen, doch meine große

gefallen wird? Na, mal sehen. Da kann

Angst macht es halt manchmal schwie-

ich wohl wenigstens super spielen und

rig. Aber wir werden das gemeinsam

toben. Und Frauchen braucht die Zeit ja

meistern. Auch wenn es echt teuer ist

zum Arbeiten. Ihr seht, es tun sich viele

und Frauchen nun schauen muss, wie

neue Sachen bei mir. Das wünsche ich

das klappt. Sie sagt, der liebe Gott hat

euch auch: niemals Langeweile, sondern

mich nicht umsonst zu ihr geschickt.

Spiel und Spaß und Freude.

Foto: Kölschen Linda

Sogar der Tierarzt sagt, besser als bei ihr lll

Euer Clayd

Hallo, …

… ich bin Clayd aus Rumänien. Von dort bin ich mit einem halben Jahr zu meinem Frauchen, der Draussenseiter-Verkäuferin Kölsche Linda, gezogen. Nun habe ich ein gutes Zuhause und ein schönes Hundeleben. In meiner Kolumne erzähle ich euch, wie mein Alltag so aussieht, und was ich alles mit Frauchen erlebe.

2 Jahre

2 Jahre

6 Jahre

2 Jahre

3 Jahre

8 Jahre

Meine Geburtstagsfeier

I

ch bin dieses Jahr 88 Jahre geworden. Die Engel haben mit mir gelacht und getanzt. Musik ist herrlich für mich. Und auch der Besuch. Viele Freunde von mir waren da. Und meine Familie. Meine Söhne und meine Tochter Ingeborg, die ja kurz vorher 62 Jahre alt geworden ist. Wir haben zusammen gelacht und getanzt. Das war ein Fest, sage ich euch! Seit 11 Jahren schreibe ich schon für den DRAUSSENSEITER. Und es macht mir immer einen riesigen Spaß, meine Gedanken auf Wanderschaft gehen zu lassen. Da komme ich mir fast vor, als wäre ich mit der Zeitung verhei- ratet! Könnte ja gut sein. Manche Ehen halten ja nicht mal so lange. 11 Jahre ist da schon eine gute Zeit. Umso mehr habe ich mich über den Gruß zum Geburtstag gefreut. Deshalb, liebe Freunde, noch einmal schönen Dank an die Redaktion. Und auch einen lieben Gruß an die OASE. Eure Elisabeth, eine echte Kölnerin – und stolz darauf

6 Jahre

...wohnungslos

An alle wohnungslosen Jugendlichen: Kommt zur 2. Konferenz der Straßenkinder am 25. und 26.9.2015 in Berlin Meldet Euch an unter 0176 24 48 85 17

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kulturtipp / abo

Thomas Dahl tritt auf 13. September Offenes Atelier von 13 bis 19 Uhr Infos: www.metamorpheus.de Die Lesungen sind für Personen unter 16 Jahren nicht geeignet. Adresse: Marsiliusstraße 33 (Hof), 50937 Köln Eintritt frei

12. September 14 Uhr – Eröffnung 17.30 bis 18 Uhr – Lesung Arnd Kriegler & Thomas Dahl „minus/penis/gärten“ 18.15 bis 18.45 Uhr – Lesung Thomas Dahl „Abhandlungen über das Nichts“ 19 Uhr – Live Musik „Winterson“ (Folk, Singer/ Songwriter) 22 Uhr – Veranstaltungsende

26. September 2015 14 bis 17 Uhr – Lesezeichen e.V. und die Stadtteilbibliothek Sülz präsentieren „Living Library – Die lebende Bücherei“ Anstelle von Büchern „leihen“ sich die Besucher für jeweils 30 Minuten Menschen aus, die mit Vorurteilen und Stereotypen konfrontiert sind oder ungewöhnliche Erfahrungen machen, weil sie beispielsweise eine andere Hautfarbe

DRAUSSENSEITER-Abonnement

12.-13. September 2015 Kunstfestival „5 Jahre MARxSiliusstraße“ im Rahmen der Offenen Ateliers 2015 Mit Markus „MARxS Schmidtmann-Salkovic (Malerei), Arnd Kriegler (Zeichnungen, Lyrik, Prosa), Thomas Dahl (Lyrik, Prosa), Winterson (Musik)

Ich möchte den DRAUSSENSEITER unterstützen und bestelle:

haben, im Rollstuhl sitzen, einem nicht alltäglichen Beruf nachgehen oder erst als Erwachsene die leiblichen Eltern kennenlernten. Adresse: Wichterichstraße 1, 50937 Köln, 1. Etage, Eintritt frei Der Autor Thomas Dahl geht bewusst andere, neue Wege des Publizierens. Jenseits von Verlagssuche und dem Druck der Buchbranche, lässt er die Wort fließen und seinen Gedanken freien Lauf. Neu erschienen ist jetzt: Einblicke ins Nichts und darüber hinaus. „Abhandlungen über das Nichts“, ISBN 978-3-95631-293-9, Shaker Media Verlag, 40 neue Texte, 21 Bilder, 90 Seiten

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ein Sponsoren-Abo zu 85,– Euro pro Jahr

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Straße

Als Dankeschön für das Förder-Abo gibt es zudem das Buch „Köln trotz(t) Armut“.

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www.draussenseiter-koeln.de, abo@draussenseiter-koeln.de

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Die Bestellung wird erst wirksam, wenn sie nicht binnen einer Frist von 10 Tagen schriftlich widerrufen wird. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs. Das Abo kann jederzeit gekündigt werden.


vorschau

IMPRESSUM Redaktionsleitung Christina Bacher (cb), bacher@draussenseiter-koeln.de www.draussenseiter-koeln.de

Zu wenig zum Leben?

Redaktionsassistenz Sabrina Burbach, burbach@draussenseiter-koeln.de Redaktion Marie Breer, Renee Breuer, Thomas Dahl, Bastian Exner, Kleiner Günter, Silke Hübbers, Astrid Hülser, Jens Hüttenberger, Lothar Kappes, Elisabeth Molitor, Anika Pöhner, Linda Rennings, Miriam Wolf Lektorat Barbara Feltes Titelgestaltung Deborah Keser Titelfoto Miriam Wolf Fotos Asphalt, Christina Bacher, Gerd Bonse, Marie Breer, Sabrina Burbach, Jörg Burbach, Kölsche Linda, Shedia, Anemone Träger, Hanna Witte, Miriam Wolf, Anna Woznicki Illustrationen Lazy Magá, Heiko Sakurai Gestaltung Innenseiten Petra Piskar, de haar grafikdesign, www.dehaar.de

Working Poor - Familie Meßing ist trotz Arbeit kaum in der Lage, ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.

Druck druckdiscount24.de

D

Abos Martina Jühlke, juehlke@oase-koeln.de Vertrieb Ali Baran Herausgeber Benedikt-Labre e.V. – OASE Alfred-Schütte-Allee 4, 50679 Köln Tel.: 0221/989353-0, Fax: 0221/98935316

Foto: Anna Woznicki

as Hartz-IV-Gesetz zählt zu den umstrittensten Sozialreformen der Nachkriegszeit. Zehn Jahre später fällt die Bilanz durchwachsen aus: In Zusammenarbeit mit der Nationalen Armutskonferenz (nak) haben wir uns mit dem Phänomen „Hartz IV“ beschäftigt und uns einige Fragen gestellt: Wie definiert man das Armutsrisiko? Wie berechnet sich der Hartz-IV-Satz? Und wie lebt man in Deutschland, wenn das Einkommen nicht zum Leben reicht?

Depots (nur für Verkäufer) Kiosk Bertram, Elke Bertram, Neumarkt, Köln Kiosk Orman, Salierring 15, 50677 Köln OASE, Alfred-Schütte-Allee 2-4, 50679 Köln Verkauf öffentlich Agnesbuchhandlung, Neusser Straße 63, 50670 Köln Buchladen Neusser Straße, Neusser Str. 197, 50733 Köln Bunt Buchhandlung, Venloer Straße 338, 50823 Köln Kontoverbindungen IBAN: DE66 3705 0198 0016 5020 31 SWIFT-BIC: COLSDE33, Sparkasse KölnBonn draussenseiter ist das Sprachrohr für alle Obdachlosen, deren Freunde, ehemals Obdachlose und andere Betroffene. Leserbriefe sind immer herzlich willkommen. Für namentlich gekennzeichnete Artikel und Leserbriefe sind die jeweiligen Autoren verantwortlich. Bedürftigen wird für veröffentlichte selbstgeschriebene Artikel, Interviews und Fotos ein kleines Honorar gezahlt, wenn dies der Autor ausdrücklich wünscht. Nachträgliche Forderungen werden nicht akzeptiert. Es gilt die Anzeigenpreisliste vom 1.1.2009. draussenseiter ist Mitglied des

Der nächste DRAUSSENSEITER erscheint zum 1. Oktober 2015. Mehr dazu unter www.draussenseiter-koeln.de und auf facebook. 25


Foto: Hanna Witte

service

Für Alle  Diakoniehaus Salierring Fachdienst für Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe d. Diakonischen Werkes Köln und Region, Salierring 19, 50677 Köln, Tel.: 27 69 70-0, verwaltung.salierring@ diakonie-koeln.de, www. diakonie-koeln.de Beratung: Mo bis Fr 9-12 Uhr, Di + Mi 16-18.30 Uhr (u. a. Postadressen u. Treuhandkonten) Straffälligenhilfe: Zeiten wie oben Tagestreff: Mo bis Fr 8.30-12.30 Uhr, Frühstück, (donnerstags auch Mittagessen), Duschen, Wäschekeller, Aufbewahrung, Internetzugang Kleiderkammer: Di u. Fr 9.30-11.30 Uhr Krankenwohnung, Betreutes Wohnen §67SGB XII, Ambulante Begleitung gem. § 67 SGB XII, Betreutes Wohnen § 53 SG XII, Clearingstelle Claro im Trägerverbund

 Emmaus Geestemünder Str. 42, 50725 Köln, Tel.: 971 17 31, info@emmaus-koeln.de, www.emmaus-koeln.de

Appelhofplatz: Essenausgabe u. medizinische Versorgung, Mo bis Fr ab 21 Uhr Leben und Arbeiten in Gemeinschaft, günstiger Einkauf von Secondhand-Artikeln, DritteWelt-Arbeit durch Versand von Hilfslieferungen  Gulliver – Überlebensstation für Obdachlose Trankgasse 20, Nähe Hauptbahnhof, 50667 Köln, Tel.: 120 60 91

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Duschen, Toiletten, Waschmaschinen, Trockner, Tagesschlafraum, Kleiderkammer: Di und Fr 15-17 Uhr, Postadressen, Caféteria mit Frühstück und Snacks, Beratungsangebote, Internetzugang, Kunstausstellungen, Handyladestation Mo bis Fr 6-13 Uhr u. 15-22 Uhr, Wochenende, Feiertage 10-18 Uhr

 Kontakt- u. Beratungsstelle Rochus (SKM) Bartholomäus-Schinkstr. 6, 50825 Köln, Tel.: 3377063-4, Fax: 3377063-9 http://skm-koeln.de/9.0/9.1.8/rochus-p.html rochus@skm-koeln.de

der MüTZe, Berliner Str. 77, Köln-Mülheim

Angebot: Aufenthaltsmöglichkeit, Begegnung, Freizeitangebote, (Spieleangebot, Kaffee), Essen, Duschen, Wäschepflege, Schreibhilfe, Telefonmöglichkeit, mediz. Versorgung, PC-Nutzung mit Internetzugang offene Info- u. Orientierungshilfen: Mo., Di., Do., Fr. 12-15 Uhr, Mi. 12-14 Uhr Sa., So. und Feiertage 12-13 Uhr Beratung (auch anonym): Mo, Mi, Do, Fr 9-11 Uhr, Mo bis Fr 14-16 Uhr

Angebote: täglich warmes Essen von 12-14 Uhr, kalte u. warme Getränke, Duschmöglichkeit (Behindertendusche u. -toilette), Wäschewa Lobby-Restaurant LoRe des KALZ für Berber schen, Kleiderkammer nur für wohnungslose und Banker Menschen von Di und Do 11-13 Uhr, Beratung Domstr. 81, Nähe Hauptbahnhof, 50668 Köln, täglich von 11-15 Uhr und nach Vereinbarung, info@koelnerarbeitslosenzentrum.de, Medizinische Sprechstunde Di + Do 12-13 Uhr, www.koelnerarbeitslosenzentrum.de Postadresse, Betreutes Wohnen, PC-Nutzung mit Mittagessen: Mo, Di 12 -16 Uhr, Internetzugang, Samstags Frühstück. Mi, Do, Fr 12 -15.30 Uhr Öffnungszeiten: Mo bis Fr 11-15 Uhr, Sa 10-14 Uhr, So 10-14 Uhr  Kölner Obdachlosenfrühstück, Peter-Deubner-Stiftung  Sozialdienst Katholischer Männer e.V. Tel.: 430 39 83 Bahnhofsvorplatz 2a (1. Etage), Angebote: 9 -11 Uhr: Kostenloses sonntägliches 50667 Köln-Innenstadt, Tel.: 13 49 19, kontaktstelle@skm-koeln.de, Frühstück jeden 2. u. 3. Sonntag im Monat im Vringstreff, Im Ferkelum 42, jeden 4. Sonntag in www.skm-koeln.de

 GUBBIO Obdachlosenseelsorge Ulrichgasse 27-29, 50577 Köln, www.gubbio.de Öffnungszeiten: Di, Mi 14 – 17 Uhr Angebote: Raum zum Gespräch, Bibelstunde, Meditation, thematische Gesprächskreise, religiöse Filme


service

 Vringstreff e.V. Für Menschen mit und ohne Wohnung Im Ferkulum 42, 50678 Köln, Tel.: 278 56 56, info@vringstreff.de, www.vringstreff.de Mo bis Do 11.30-17 Uhr, Fr 9-12 Uhr Jeden 2. und 3. Sonntag Obdachlosenfrühstück 9-11 Uhr, Café, Freizeitangebote, Veranstaltungen, Beratung  Dienstleistungsagentur „Huddel und Brassel im Veedel“ Im Ferkulum 42, 50678 Köln, Tel.: 3377706-17 huddelundbrassel@vringstreff.de  Bürger für Obdachlose e.V. Basislager Gebrauchtwarenkaufhaus Bürger für Obdachlose e.V. Basislager: Silcherstr. 11, 50827 Köln Tel.: 640 22 68, info@bfoev.de Kleiderkammer, Gebrauchtwaren-Kaufhaus für Jedermann, Arbeitsprojekt und Suppenküche. Obdachlose können gerne auch Kleidung, Schlafsäcke etc. in unserem Gebrauchtwaren-Kaufhaus kostenlos bei uns beziehen. Gemeinsam mit Emmaus betreibt der Verein die Suppenküche am Appelhofplatz.  Initiative Bauen Wohnen Arbeiten e.V. Peter-Michels-Str. 1-9, 50827 Köln Tel.: 0221/ 9535301, Fax: 0221/ 5948789 ibwa@netcologne.de www.bauenwohnenarbeiten.de Angebot: Arbeitsgelegenheiten, Beschäftigung, Wohnen, Betreutes Wohnen

 OASE-Benedikt Labre e.V. Alfred Schütte Allee 4, 50679 Köln, Tel. 0221/9893530 kontakt@oase-koeln.de www.oase-koeln.de

Kontakt- und Beratungsstelle: Montag und Freitag 9 – 13 Uhr, Dienstag und Donnerstag 9 – 16 Uhr, Mittwoch 13–16 Uhr

Offener Treff: Montag 10.30–13 Uhr, Dienstag 13–16 Uhr, Mittwoch 13–16 Uhr, Donnerstag 13–16 Uhr, Freitag 11.30–13 Uhr Frühstück: Montag 10.30–13 Uhr

Sprechstunde Mobiler Medizinischer Dienst: Montag 10.30–11.30 Uhr Kleiderkammer/Duschmöglichkeit für Leute auf der Straße: Dienstag 13-16 Uhr, Mittwoch 13-16 Uhr, Donnerstag 13-16 Uhr;

Kleiderkammer/Duschmöglichkeit für alle: 9.30-12 Uhr Computer-Nutzung: nach Vereinbarung Redaktionssitzung DRAUSSENSEITER: Alle zwei Wochen, montags um 12.30 Uhr

Nur für Frauen  agisra e.V. Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen Martinstr. 20a, 50667 Köln, Tel.: 0221/124019 oder 1390392, www.agisra.org

 Haus Rosalie Gocher Straße 45, 50733 Köln-Nippes, Tel.: 0221/97 30 88 88, haus-rosalie@vinzentinerinnen.de Wohnprojekt für Frauen

Beratung nach Terminvereinbarung, Telefonische Sprechzeiten: Mo, Di und Do 10-15 Uhr

 LOBBY FÜR MÄDCHEN e.V. für Mädchen und junge Frauen Beratung und Begleitung bei Problemen und in Krisensituationen

 Café Auszeit Kontakt -und Beratungstelle für wohnungslose Frauen Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695310, cafe-auszeit@skf-koeln.de

Mädchenberatung linksrheinisch Fridolinstr. 14, 50823 Köln-Ehrenfeld Tel.: 0221/45 35 56 50 maedchenberatung-linksrhein@lobbyfuer-maedchen.de

Tägl. Essensangebot, Duschen & Baden, Wäschepflege, Kleiderkammer, Postadresse, Schließfachnutzung, Beratung und Soforthilfe, Mo, Di, Do, Fr 11-15 Uhr, Mi 15-19 Uhr, u. nach Vereinbarung  Café Auszeit, Schäl Sick SKF e.V., Buchheimer Str. 36, 51063 Köln, Tel.: 0221/946 96 24, Fax: 0221/2855199 cafe-auszeit.schaelsick@skf.koeln.de Beratung, Hilfe und Unterstützung bei allgemeinen Fragen, Vermittlung an weiterführende Hilfen, Rechtsberatung, Frauenfrühstück, Postadresse Mo und Fr 10-12 Uhr, Mo, Mi, Do 15-17 Uhr Do 10-12 Uhr Frauenfrühstück  Comeback Notschlafstelle für Frauen, Sozialdienst kath. Frauen e.V., Mauritiussteinweg 77-79, Nähe Neumarkt, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695-210 Täglich geöffnet von 20 bis 10 Uhr. Angebot für wohnungslose Frauen und Frauen in Notlagen: Schutz, Übernachten, Essen, Duschen, Wäsche waschen, Kleiderkammer, PC und Internetnutzung. Tiere sind erlaubt. Beratung und Vermittlung an weiterführende Hilfen sind möglich.  Elisabeth-Fry-Haus Albert-Schweizer Straße 2, Nähe Südfriedhof, 50968 Köln, Tel.: 99 56-43 00, efh@diakonie-michaelshoven.de www. diakonie-michaelshoven.de Notaufnahmeheim für Frauen und Frauen mit Kindern, Schutz, Übernachtung, Verpflegung, Wohnen, Beratung und Begleitung. Das Haus ist rund um die Uhr geöffnet.  Frauen gegen Gewalt e.V. – Notruf und Beratung für vergewaltigte Frauen Tel.: 56 20 35, mailbox@notruf-koeln.de www.notruf-koeln.de Beratung telefonisch, persönlich und per E-Mail, Begleitung und Unterstützung nach sexualisierter Gewalt; Prozessvorbereitung und -begleitung; Rechtsberatung; Gruppenangebote

Mo bis Do: ganztägig nach Vereinbarung Mi 14-16 Uhr: ohne Anmeldung Di 10-11 Uhr, Do 14-15 Uhr: telefonische Beratung, Di 16-18 Uhr: kostenlose Betreuung Ess-Störungen 0800 5 03 58 85 Mädchenberatung rechtsrheinisch Buchheimer Str. 56, 51063 Köln-Mülheim Tel.: 0221/890 55 47 maedchenberatung-rechtsrhein@lobbyfuer-maedchen.de Mi bis Fr ganztägig nach Vereinbarung Fr 14-18 h ohne Anmeldung  Mäc-Up Treffpunkt für Mädchen von 14-27 Jahren Gereonstr. 13, Nähe Bahnhof, 50670 Köln, Tel.: 0221/13 35 57 Essen, Trinken, Dusche, Wäsche waschen, Second-Hand-Kleidung, medizinische Versorgung, Beratung Öffnungszeiten: Mo., Mi., Do. und Fr. von 12-15.30 Uhr Di. von 10-13 Uhr, Frühstück gibt es Di. und Mi., gekocht wird Mo. und Fr.

Nur für Männer  Notschlafstelle für Männer Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 931221-54 (tagsüber) und -26 (ab 18 Uhr), jhk-notaufnahme@johannesbund.de Sozialarbeiterische Beratung, Erarbeitung einer Perspektive, Vermittlung in weiterführende Hilfen Aufnahme: Täglich (auch Sonn- u. Feiertags) ab 18 Uhr für wohnungslose Männer ab 18 Jahren  „Reso“ – Resozialisierungsabteilung Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 931221-54, th.klahr@johannesbund.de Hilfe für wohnungslose Männer mit sozialen Problemlagen nach § 67 SGB XII: Unterbringung, Verpflegung und Selbstversorgung, individuelle Einzelfallhilfen, Beschäftigungsangebote, Mo bis Fr.: 8-16.30 Uhr


Einladung zum

OASE-Sommerfest am 4. September 2015, von 12 bis 16 Uhr. Kommt und feiert mit uns! Alfred-Schütte-Allee 4, 50679 Köln www.oase-koeln.de


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