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Kölner Straßenzeitung Draussenseiter 06/2015: Geschichten vom Bürgersteig

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23. Jahrgang

Nr. 156

Juni 2015

R E T I E S N E S s U A R D IN

Foto: Deborah Keser

Z A G A M N E S S A STR R E N L Ö K S A D

0,90 e für den Verkäufer

1,70 e

GESCHICHTEN VOM BÜRGERSTEIG SCHREIBEN Werkstätten

SPIELEN

Hund Clayd

STERBEN Hospiz


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Liebe Leserinnen und Leser, auch, wenn auf dem Einkaufszettel häufig andere Dinge stehen als dann letztlich im Wagen landen – diese selbst geschriebenen Listen und Kommentare können anderen gute Auskunft geben über ihre Verfasser. Doch wer rechnet schon damit, dass diese oft in KrikelKrakel-Schrift verfassten Selbst-Notizen von Fremden geborgen und ausgewertet werden? Die Geschichten vom Bürgersteig – veröffentlicht in dem Blog geschichtenvombuergersteig.blogspot.de – werden von Rüdiger Bertram, Kai Lüftner und Antje Herden verfasst. Wir haben die Autoren gefragt, wie sie auf dieses außergewöhnliche und unterhaltsame Schreib-Projekt gekommen sind.

S.4

S.7

S.12

S.23

Inhalt Foto: Marie Breer

Vorwort, Inhalt .............................................. 3

In der Schreibwerkstatt der Gold-Kraemer-Stiftung Aber nicht nur professionelle Autoren verfassen Bücher, vielen Menschen ist das Schreiben ein Bedürfnis. Warum? „Wir schreiben, um das Leben zweimal zu kosten, im Augenblick und in der Rückschau ...
wir schreiben, um uns selbst zu lehren, mit anderen zu sprechen, um unsere Welt zu erweitern ...“, erklärt sich Anäis Nin das Phänomen. Vielleicht deshalb gibt es Schreibwerkstätten wie Sand am Meer. Beispielhaft haben wir uns die Kölner Bastei-Lübbe Academy angeschaut und mit der Dozentin Gerlis Zillgens gesprochen. Abgedruckt haben wir in dieser Ausgabe die Texte, die eigens für uns geschrieben wurden. Und bedanken uns ganz herzlich für das Vertrauen, die Gedichte und Geschichten erstmals einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Gute Lektüre wünscht,

Schwerpunkt: Wort-Salat Geschichten vom Bürgersteig.............................. 4 – 7 Mein Bruder.................................................. 8 – 10 Lyrik............................................................ 11 Autor werden: Schreibseminar............................ 12 – 14 Aus der Schreibwerkstatt................................... 15 – 16 Aus der OASE ................................................. 18 – 19 Lyrik ........................................................... 20 Geschichte: Der unbekannte Planet...................... 21 Comic, Kolumne............................................. 22 Hospizverein Köln-Mülheim e. V.......................... 23 Aktion / Abo .................................................. 24 Vorschau, Impressum....................................... 25 Adressen von Einrichtungen............................... 26 - 28

Christina Bacher

Öffnungszeiten der OASE Kontakt- und Beratungsstelle Montag und Freitag: 9.00 – 13.00 Uhr Dienstag und Donnerstag: 9.00 – 16.00 Uhr Mittwoch: 13.00 – 16.00 Uhr 3


wort-salat

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wort-salat

Geschichten vom Bürgersteig To-do-Listen, Notiz-, Spick- oder Einkaufszettel, aufgehoben und interpretiert von Antje Herden, Rüdiger Bertram und Kai Lüftner

Die Idee Als ich ihn das erste Mal sah, habe ich ihn achtlos liegen lassen. Ich war unterwegs, um Brötchen zu holen, und wohl noch zu müde. Zwei Stunden später lag der Zettel immer noch auf dem Bürgersteig, so als hätte er die ganze Zeit nur auf mich gewartet. Ein gelbes Blatt Papier mit einer roten Linie links. In zwei Spalten hatte jemand darauf eine Liste mit vierzig Wörtern notiert, von „Facebook“ bis „kennengelernt“. Einige der Begriffe sind nur mühsam zu entziffern. Wer das geschrieben hat und warum? Keine Ahnung. Hat er oder sie ihn weggeworfen oder verloren? Keine Ahnung. Warum ich ihn aufgehoben habe und auf Facebook gestellt habe? Keine Ahnung, aber das war gut so, denn die Kollegen Antje Herden und Kai Lüftner hatten die wunderbare Idee, aus diesem Fundstück etwas zu machen: Geschichten. Was auch sonst? Das ist unser Geschäft. Wir können nichts anderes. Aus der Idee wurde innerhalb eines einzigen Wochenendes ein Blog, inzwischen sind es über 50 Geschichten geworden. Rüdiger Bertram

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wort-salat

das Interview DRAUSSENSEITER: Normalerweise gehen

wort vor, die Gedanken dazu sind aber

DRAUSSENSEITER: Wer hatte die Idee und wie

Menschen doch eher erhobenen Hauptes

die meinen. Der Zettelschreiber bleibt

habt ihr drei euch zusammengefunden?

durch die Welt. Warum jetzt der Blick

mir persönlich fremd.

Rüdiger: Die Idee hatten Antje und Kai,

nach unten, auf den Asphalt?

Kai: Ich mach nur mit, weil Rüdiger mir

nachdem ich den Zettel online gestellt

Rüdiger: Der Fund des ersten Zettels war

angedroht hat, sonst schmutzige

hatte. Als ich vier Stunden später den

Zufall. Der hat sich uns ja geradezu aufge-

Geheimnisse zu veröffentlichen.

Rechner wieder einschaltete, hatten die eigentlich schon alles geregelt und es war

drängt. Danach schaut man dann schon etwas genauer vor sich auf den Boden.

DRAUSSENSEITER: Hat sich denn mal

klar: Aus dem Zettel müssen wir etwas

Antje: Ich bin dann wohl nicht so nor-

jemand bei euch gemeldet? Habt ihr mal

machen.

mal. Als leidenschaftlicher Sachensu-

jemanden kennengelernt, der einen Zettel

cher und Schatzfinder laufe ich oft mit

verfasst hat?

DRAUSSENSEITER: Was passiert bei euch,

gesenktem Blick. Darum fand ich die

Rüdiger: Leider nein, aber gerade den

wenn ihr so einen Zettel vor euch habt?

ganze Sache auch so herrlich.

Verfasser des ersten Zettels hätten wir

Geht dann sofort in eurem Kopf eine Idee

Kai: Hey, hey, hey… der Schatzsucher

gerne kennengelernt. Wir tippen auf

spazieren? Oder brütet ihr lange, bis euch

bin ick ja wohl hier!

einen Comedian, der sich dort Stichwor-

dazu etwas einfällt?

te für den Ablauf seines Bühnenpro-

Rüdiger: Das hängt vom Stichwort ab.

DRAUSSENSEITER: Seit einigen Monaten

gramms notiert hat.

Mal ist die Geschichte sofort da, mal ver-

beschäftigt ihr euch mit Gesprächsfetzen,

Kai: Pardon, das war meine Idee mit

zweifelt man. Ich hatte letztens „Mittag

Einkaufszetteln oder Notizen, die euch

dem Stichwort-Zettel des Comedians!

für Arbeit“. Da dachte ich lange, da fällt

unfreiwillig fremde Menschen hinterlas-

Rüdiger: Stimmt.

mir gar nichts zu ein. Antje: Ich habe meistens zwei, drei spon-

sen. Haben die Geschichten vom Bürgersteig euren Blick aufs Leben und Schrei-

DRAUSSENSEITER: Mal 'ne komische

tane Ideen, wo es hingehen könnte. Ich

ben verändert?

Frage: Gibt es bei Einkaufszetteln auch ein

muss mich da aber gar nicht erst dranset-

Rüdiger: Verändert wäre ein zu großes

Copyright?

zen. Einige Stunden später tippe ich näm-

Wort. Es ist eine Spielwiese, auf der man

Rüdiger: Gute Frage. Ich habe keine

lich plötzlich eine Geschichte in den

sich ausprobieren kann.

Ahnung, aber bisher gab es auch noch

Rechner, die nichts mit den ersten Ideen

Kai: Mich hat‘s schon verändert. Ick find

keine Beschwerden.

zu tun hat. Kai: Für mich is jeder Stichpunkt ne neue

das interpretieren von (auf den ersten Blick) zusammenhangslosen Notizen

DRAUSSENSEITER: Könnt ihr ein Muster

Herausforderung meiner Spontanität. Ne

super inspirierend und schau jetzt noch

erkennen bzw. auch Unterschiede? Schrei-

Übung!

intensiver nach so Dingen, aus denen

ben beispielsweise Frauen andere Kurz-

man irgendwas machen kann!

notizen als Männer?

DRAUSSENSEITER: Ihr hattet nun schon eini-

Antje: Wir stehen ja noch am Anfang

ge Lesungen und wie man hört, waren das

DRAUSSENSEITER: Wo ist für euch der

der Zettelkunde. Nach eineinhalb Jah-

ganz besondere Abende. Was passiert, wenn

Reiz: Ist das eine Art Schreibexperiment

ren haben wir erst den dritten Zettel in

ihr die Geschichten wieder zurück zu den

oder eher eine Beschäftigung mit den Mit-

Bearbeitung. Diese drei sind uns derma-

Leuten bringt?

menschen, die ihr ja gar nicht kennt?

ßen selbstverständlich vor die Füße

Rüdiger: Da passiert eine ganze Menge.

Rüdiger: Schreibexperiment ohne jegli-

geflattert, dass wir noch keine tieferen

Vor allem bei uns, weil wir eine Menge

che Beschränkung seitens der Verlage

Studien den Zettel an sich betreffend

Spaß haben und das Publikum hoffent-

oder Lektoren, trifft es für mich am bes-

angestellt haben.

lich auch.

ten. In erster Linie machen wir das ja für

Kai: Eines is allen Zetteln gemeinsam:

Antje: Mich haben die Lesungen richtig

uns.

Sie sind in ihrer Intimität absolut faszi-

beseelt. Erstens macht es mir einen Hei-

Antje: Ich kann im Blog Gedanken und

nierend. Zettel schreibt man nur für

denspaß, zwischendrin mal für Erwachse-

Worte in die Welt schicken, die in mei-

sich, die muss ja eigentlich kein anderer

ne zu lesen, zweitens freue ich mich

nen Kinderbüchern nichts zu suchen

verstehen. Das is wie im Schlafanzug vor

unbändig, wenn ich sehe, wenn unser

haben, die ich als Mensch und Autorin

die Tür gehen und sich aussperren,

Publikum Tränen lacht und einen schö-

aber trotzdem mal aufschreiben möchte.

wenn man sowas findet …

nen Abend hatt.

Die Zettel geben mir jeweils ein Stich-

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Kai: Ja!


wort-salat

Foto: Michael Rahn

Foto: ClaudioDiLucia

Foto: privat

Drei Menschen, die Zettel vom Bürgersteig aufheben

Kurzbiografie Rüdiger Bertram

Kurzbiografie Antje Herden

Kurzbiografie Kai Lüftner

Rüdiger Bertram wohnt mit seiner Frau, seinem Sohn und seiner Tochter in der Kölner Südstadt, wo er heute vor allem davon lebt, Bücher für Kinder und Jugendliche zu schreiben. „Pommes Essen“ war 2012 sein erster Kinofilm. Das Drehbuch hat er gemeinsam mit Tina von Traben geschrieben. Bis heute hat der Autor bei den Verlagen Rowohlt, Oetinger, Ravensburger und cbj über 40 Bücher für junge Leser veröffentlicht.

Mein Name ist Antje Herden. 1971 wurde ich in Magdeburg geboren, lebe aber seit 1983 im Westen. Nach dem Abitur studierte ich etwas Chemie und eine Menge Architektur. Außerdem bereiste ich die Welt und verschwand gerne mal monatelang, einmal sogar jahrelang, in der Ferne. Das Geld dafür verdiente ich mir als Fotomodell, dabei wurde ich in und mit Sachen und Dingen geknipst, die ich selbst niemals brauchte. 2003 begann ich mich auf Poetry Slam-Bühnen zu stellen. Zwar nicht oft, doch überraschenderweise ziemlich erfolgreich. In einer leidenschaftlichen Liason mit dem Autor Jan Off entstand mein und unser erstes Buch. Danach beschloss ich, Schriftstellerin zu sein. Seit 2010 schreibe ich Kinderbücher. Ich lebe mit meiner 17-jährigen Tochter und meinem 14-jährigen Sohn in Darmstadt. Dort möchte ich aber nicht mehr so lange bleiben.

kai wurde geboren. vor vierzig jahren. in der ddr. er hatte nichts. nun hat er antje herden und rüdiger bertram. wenn die beiden keine zeit für ihn haben, schreibt er bücher und macht musik. manchmal für kinder. manchmal nur so. alles andere steht hier: kailueftner.de

lll

mehr unter

http://geschichtenvombuergersteig.blogspot.de

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Fotos: Peter Ruthardt

wort-salat

Mein Bruder

E

s sollte kein gewöhnlicher Freitag werden, wie ich sie doch so häufig erlebt hatte. An einem ungewöhnlich

kalten Novembertag, der sich schon früh morgens mit Reif auf den Straßen und Autoscheiben angekündigt hatte, sollte ich von einem Ereignis überrascht werden, an das ich mich bis heute noch nach Jahren gut erinnere. Dieser Freitagnachmittag sollte sich ganz anders gestalten als die

Am tiefsten sehe ich,

anderen Freitage und bis heute tief in mei-

schließen meine Augen sich.

ren der damals er- und durchlebten Gefüh-

nem Herzen und meinem Gedächtnis Spu-

In der sich so erweiternden Dunkelheit

le hinterlassen: Gefühle von Unsicherheit,

sehe ich auch die Vergangenheit.

Mitgefühl und das Gefühl einer außerge-

Wolfgang Hübner-Bergfeld

Beklommenheit, Angst und auch Besorgnis, wöhnlichen brüderlichen Verbundenheit.

Was war passiert? Ich war an diesem besagten Freitagnachmittag der letzte Mitarbeiter in der Bildungs- und Beratungsstelle, in der ich damals als Leiter tätig war. Mein Feier-

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wort-salat

abend stand kurz bevor. Ich war dabei,

nachten zu müssen und vielleicht gar zu

nicht sonderlich überrascht, dass er auf

meine Sachen zu packen, mich innerlich

erfrieren.

mein Angebot spontan einging. Ja, es tat

auf die Heimfahrt von Düsseldorf nach

In diesem Augenblick ging mir durch

mir in diesem Augenblick gut, dass er sich

Köln einzustellen und noch einen letzten

den Kopf, was wohl passiert wäre, wenn

darauf einließ. Denn so hatten wir etwas,

obligatorischen Kontrollblick auf den aus-

ich nicht nach der Kellertür geschaut hät-

was uns, ohne viel zu sprechen, näher

geschalteten Computer, die schon ver-

te. Eventuell wäre dieser Mann von Haus-

brachte: der gemeinsame Hunger und das

schlossenen Bürofenster und die noch nicht

bewohnern unbeabsichtigt im Keller ein-

gemeinsame Mahl.

abgeschlossenen Büroschränke zu werfen.

geschlossen worden. Und ich wäre erst am

Also holte ich zwei Teller und zwei Tas-

Als ich im Begriff war, den Kasten mit

darauffolgenden Montag wieder im Hau-

sen aus dem Schrank, breitete meine

den Schlüsseln im Büroschrank abzu-

se meiner Arbeitsstelle gewesen. Keiner

Lebensmittel auf dem Tisch zwischen uns

schließen, hatte ich auf einmal das Gefühl,

hätte ihn vielleicht gehört oder geahnt,

beiden aus, an dem wir mittlerweile saßen,

sicherheitshalber noch schnell mal nach-

dass im Keller ein Mann Hilfe bräuchte.

und bereitete uns einen Tee zu. Mit einem

zuschauen, ob die Kellertür im Hausflur

Denn im Erdgeschoss wie auch in der ers-

Messer teilte ich Brote, Gemüse und Obst,

auch verriegelt war. Denn diese sollte

ten und zweiten Etage des Hauses wären

und wir beide aßen ohne viele Worte mein

unbedingt abgeschlossen bleiben, weil

übers Wochenende keine Leute gewesen,

zuvor von mir „vergessenes“ Mittagessen.

sich im Keller die hauseigene Gasheizther-

weil sich dort die Kita und andere Grup-

Es brauchte eine gefühlte Ewigkeit, bis

me für die Beheizung des gesamten Hau-

pen- und Arbeitsräume unserer Einrich-

wir beide, vielleicht auch angeregt durch

ses befand und vor Unbefugten geschützt

tung befinden.

den uns aufwärmenden Tee, ins Gespräch

sein sollte. Auch Kinder (im Hause gab es

Bei diesem Gedanken überkam mich

kamen. Ich habe ihn wohl gefragt, ob er

schon damals eine Kindertagesstätte) hat-

ein Schauer. Ich sah die auf dem Boden

keine Wohnung habe oder sonst irgendwo

ten im Keller nichts zu suchen. Trotzdem

kauernde und zitternde Gestalt und ent-

übernachten könne. Denn die kommende

wurde die Kellertür gelegentlich von

schied mich, obwohl mein Herz in diesem

Nacht würde sehr kalt werden. Er meinte,

Hausbewohnern unverschlossen hinter-

Augenblick vor Angst raste, zu dem Mann

dass er wegen eines persönlichen Schick-

lassen, vielleicht aus Gedankenlosigkeit

hinunterzugehen und ihn anzusprechen.

sals schon seit vielen Jahren auf der Straße

oder aus dem Gefühl heraus, dafür nicht

Denn mir war klar: Im Keller konnte er

leben und sich abends nach Ladenschluss

unbedingt verantwortlich zu sein.

auf keinen Fall bleiben.

in Eingängen von Einkaufspassagen in der

Als ich die Türklinke zur Kontrolle her-

Ich glaube, ich brauchte lange, bis ich

Altstadt aufhalten würde. Die Außentem-

unterdrückte, stellte ich fest, dass die Kel-

unten am Fuße der Treppe angelangt war.

peratur würde ihm derzeit jedoch sehr

lertür nicht abgeschlossen war. Ich öffne-

Ich grüßte ihn und es gelang mir, ihn zu

zusetzen, so dass er sich gezwungen sah,

te sie, um noch schnell einen Blick in den

überzeugen, dass der Aufenthalt im Keller

sich nach einer anderen, sicheren

Keller zu werfen und um mich zu verge-

keine Lösung für ihn war. Nach einiger

Schlafstelle umzuschauen.

wissern, dass alles in Ordnung und das

Zeit erhob er sich und folgte mir die Trep-

Licht zumindest ausgeschaltet war. Doch

pe hinauf nach oben.

Woher er denn von unserem Keller wüsste und ob er schon häufiger dort

die Kellerbeleuchtung war eingeschaltet

Im Hausflur angekommen, bat ich ihn,

unten übernachtet habe, diese Fragen

und ich erblickte unten am Ende der Kel-

sich doch im Treffraum aufzuwärmen. Da

kamen mir seinerzeit nicht über die Lip-

lertreppe an einer Stelle auf dem Boden

ich mich in jener Zeit in der Arbeit fast

pen. Sie waren vielleicht auch gar nicht so

verteilt alte Kleidungsstücke, die wohl aus

selbst vergessen hatte (rückblickend muss

wichtig und hätten an seiner Lage ja ohne-

unserer damaligen Altkleidersammlung

ich erschreckend feststellen, dass ich

hin nichts geändert.

stammten. Eng, an der hinteren rechten

damals schon beinahe zum Workaho-

Kellerwand neben dem Treppenende im

liker geworden war), hatte ich

Halbschatten kauerte auf dem Boden ein

noch mein gesamtes mitgebrach-

sehr alt wirkender Mann in herunterge-

tes, noch nicht angerührtes

kommener, verdreckter Kleidung, zitterte

Essen. Ich lud den Unbekann-

am ganzen Körper und wollte sich wohl

ten ein, mit mir gemeinsam zu

im Keller einen warmen Platz suchen. Bei

essen. Einen Tee würde ich uns

näherem Betrachten stellte ich fest, dass

zwischendurch noch kochen,

dieser Mann wohl die Kleidung aus der

denn ich dachte, etwas Wär-

Altkleidersammlung bereits als wärmen-

me im Bauch braucht dieser

des Lager für den noch bevorstehenden

Mann sicherlich auch.

Abend auf dem Kellerboden ausgebreitet

Er wirkte ausgemergelt und

hatte, um nicht draußen in der Kälte über-

verwahrlost, und so war ich

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wort-salat

Ich erinnere mich noch, dass ich ihn

Kaum war er außer Haus, fiel mir ein,

fragte, ob er in Kontakt mit seinen Eltern

wie sehr er im Keller gezittert hatte und

stünde, ob sie noch leben würden, ob er

dass es draußen sehr kalt sein würde. Ich

Jetzt erkannte ich die Gesichtszüge des

Geschwister hätte oder auch Freunde, die

schnappte mir kurz entschlossen eine

alten Mannes von damals. Sein Gesicht

ihm nahe stünden, und diese ihn in seiner

kuschelig-warme, braune Wolldecke, die

wirkte auf mich nun recht jung und offen,

derzeitigen Lage unterstützen könnten. Er

wir für Kleinkindergruppen in einem

ja geradezu frisch und voller Tatendrang. In

dachte lange nach und meinte schließlich,

Regal des Gruppenraums immer liegen

diesem Augenblick überkam mich ein

es gäbe eine Schwester in Wuppertal, die

hatten, und rannte ihm mit der zusam-

Gefühl von Freude und großem Mitgefühl,

er schon sehr, sehr lange Zeit nicht mehr

mengefalteten Decke hinterher. Als ich

und ich glaube, auch bei ihm ein ähnliches

gesehen habe. Doch an ihre Telefonnum-

ihn erreicht hatte, legte ich ihm diese

verspürt zu haben. Wir beide fielen uns in

mer würde er sich noch erinnern. Er wäre

Decke über seine Schultern und er

die Arme, umarmten und drückten uns und

mir dankbar, wenn ich versuchen würde,

bedankte sich bei mir dafür.

weinten, weinten vor Glück und Freude. Ich

er jetzt sicherlich nicht mehr leben.

Eine ähnliche Decke genau in dieser

glaube, für einen Augenblick blieb für mich

Aus seiner Bitte und seinem Verhalten

Farbe kaufte ich mir übrigens kurze Zeit

die Welt stehen, so wie ich mir in meinen

schloss ich, dass er sich wegen seiner der-

später. Eigentlich wollte ich zwei Decken

kindlichen Träumen schon früher einmal

zeitigen Lebenssituation ihr gegenüber

in dieser Farbe, eine für mich und eine für

vorgestellt hatte, dass die Welt stehen bleibt,

schämte und es deshalb besser fand, wenn

meine Frau. Doch es gab nur noch eine

wenn ein neuer Stern geboren wird.

ich erst einmal mit ihr sprechen würde.

braune und eine grüne. Weshalb ich

sie telefonisch zu erreichen.

Nachbetrachtung

Ich notierte mir die Nummer, die er mir

immer die braune gegenüber der anderen

nannte und versprach ihm, nach dem

vehement bevorzuge und meiner Frau

Essen anzurufen. Das tat ich dann auch,

gern die grüne Wolldecke anbiete; das

Ich habe diesen Menschen nie mehr wie-

und nach längerem Klingeln hörte ich

scheint wohl mit dem Ereignis an diesem

dergesehen. Und im Nachhinein erinnere

eine weibliche Stimme.

kalten Novembertag zu tun zu haben. Ja,

ich mich nicht einmal an seinen Namen.

Es stellte sich heraus, dass ich tatsächlich

diese braune Wolldecke ist für mich mehr

Aber das scheint wohl nicht so wichtig

die Schwester dieses Mannes am anderen

als eine beliebige Decke. Mit ihr verbinde

gewesen zu sein.

Ende der Leitung hatte. Sie war verwun-

ich irgendwie Wärme, Beruhigung, ja

Wichtig erscheint mir jedoch die

dert, dass sie von einem Unbekannten

Berührung mit einem mir nahe stehenden

Erkenntnis, die ich durch das Erlebnis

angerufen wurde, wirkte aber sehr glück-

Menschen – mit meinem Bruder auf der

gewann: Ich habe viele Brüder und Schwes-

lich, als ich ihr den Namen ihres Bruders

Straße. So spüre ich es im Nachhinein und

tern. Und die waren und sind schon immer

nannte und ihr schilderte, wo er sich der-

ich bin mir gewiss, dass das wohl so ist.

da. Einer meiner Brüder hat mir die Mög-

zeit aufhielt. Lange Zeit, so sagte sie, habe sie nichts mehr von ihm gehört. Sie wuss-

lichkeit gegeben, meine Augen und mein

Jahre später

te nicht einmal, ob er noch lebte. Nun

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Denn ohne meine Hilfe, so sagte er, würde

Herz zu öffnen. Darüber bin ich diesem „Unbekannten“ sehr dankbar! Denn viele

wollte sie ihren Bruder selbst am Telefon

Mehrere Jahre später kam meine Kollegin

von ihnen leben auf der Straße oder in

haben, seine Stimme hören, sich vergewis-

ins Büro und sagte, draußen im Treffraum

anderen unwürdigen Verhältnissen. Und

sern, wie es ihm geht, ihm nahe sein.

würde ein adrett gekleideter Herr nach

ich glaube nicht, dass die meisten von

Ich bat den Mann, doch selbst mit seiner

mir fragen. Er würde mich von früher her

ihnen diese Situation freiwillig gewählt

Schwester zu sprechen. Sie sei glücklich,

kennen und hätte mir etwas ganz Persön-

haben. Diese Menschen warten vielleicht,

so versicherte ich ihm, endlich erfahren

liches zu sagen.

ja sicherlich, darauf, angesprochen und als

zu haben, dass er lebt und bei mir sei. Er

Nichts ahnend ging ich in den Treff-

Menschen unter Menschen gesehen und

nahm den Telefonhörer entgegen. Ich ver-

raum. Sogleich kam mir ein jung ausse-

gewürdigt zu werden. Dies kann in vielfäl-

ließ den Raum, um ihm die Möglichkeit

hender Herr, so wie meine Kollegin ihn

tiger Weise geschehen. Warum ich in

zu geben, mit seiner Schwester alleine zu

mir zuvor beschrieben hatte, freudestrah-

jedem Menschen meinen Bruder oder

telefonieren.

lend entgegen. Er stellte sich mir als der

meine Schwester sehe und auch fühle, dar-

Als der Mann das Gespräch beendet

Obdachlose vor, dem ich vor vielen Jahren

auf hat wohl nur mein Herz eine Antwort

hatte, gab er mir zu verstehen, dass seine

im Keller begegnet sei und geholfen hatte.

– wenn ich einfach mit dem Herzen sehe.

Schwester ihn am Eingang einer bestimm-

In der Zwischenzeit habe er einen Entzug

Wie heißt es in der Bergpredigt: „Denn wo

ten Einkaufspassage in der Altstadt abho-

in einer Suchtklinik gemacht und lebe

dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ Und

len würde. Auch er wirkte nun glücklich

nun mit einer Frau zusammen, die er aus

Schätze von unsagbarem Wert sind wir

und erleichtert. Wir verabschiedeten uns

ihrer Alkohol- und Medikamentensucht

Menschen allemal, jeder einzelne Mensch!

herzlich und er verließ das Haus.

herausholen konnte. Er sei mir so dankbar.

Wolfgang Hübner-Bergfeld


wort-salat

mohn mohnklatschdeineblütenindentag ichlieberotfeuerrot daspurpurhummelstaubfädengewimmelherz deineverzaubertenkelchfalterschaukelwiegenbreitenflügelblätter imspätsommerwind

rose

nie

rose

nie schrieb ich worte

eine rose

neu

eine rote rose für dich

sie bleiben nicht

und eine kleine

gehen vorbei

blaue wolke

wie wolken

Über die Autorin: Josée Hümpel-Langen (68), ehemalige Grundschullehrerin und Dolmetscherin, geboren in Weert/Niederlande, unterrichtet Niederländisch. Derzeit wohnt sie in Mönchengladbach. Am liebsten schreibt sie Gedichte und Kurzgeschichten in ihrer Muttersprache und Deutsch. Über ihre Passion sagt sie selbst: „Lyrik ist wie ein Schnaps – ein Destillat aus Worten.“

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wort-salat

Trotz anhaltender Begeisterung wird es 2015 erstmal keine neuen Kurse an der Academy geben, man konzentriere sich stattdessen auf Master Classes von Filmhochschule und literarische Studiengänge, heißt es.

Mit dem Fahrstuhl zum Bestseller?

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Leseprobe haben?“ Da sagt der betagte Nachwuchsautor natürlich nicht nein. Stolz macht er sich wenige Minuten später in den Seminarräumen ans Werk, sein Exposé auszufeilen und eine Leseprobe anzufertigen. Auch die junge Frau, deren

von Christina Bacher

D

wort von Gerlis Zillgens. „Könnte ich eine

Idee noch nicht so ganz ausgereift scheint, setzt sich ans Laptop. Zwölf fleißige Nach-

er Fahrstuhl fährt ohne anzuhalten

nicht reden“, stammelt die andere und

wuchsautoren jeden Alters haben sich für

vom fünften Stock ins Erdgeschoss

wird rot.

das Drei-Tagesseminar „Wie Sie ein richtig gutes Buch schreiben I“ angemeldet.

des hohen Bastei Lübbe-Verlagsge-

Der sogenannte „Elevator Pitch“, näm-

bäudes in der Kölner Schanzenstraße.

lich die Kunst, im richtigen Moment in

Die Räume im zweiten Stock des Ver-

Räuspern. Füße scharren. Schüchterne

wenigen Worten das Wesentliche eines

lagshauses in Köln-Mülheim, wo die

Blicke. Dann – endlich – entspinnt sich auf

Buches an den Mann oder eben die Frau

Romanwerkstatt der Bastei Lübbe Aca-

dem engen Raum ein kurzes, zugegebe-

zu bringen, ist soeben gescheitert. „Wir

demy stattfindet, sind freundlich und hell.

nermaßen gestelltes Gespräch zwischen

üben das noch einmal“, sagt Gerlis Zill-

Hier kreuzt man den Weg mit Lektoren,

Gerlis Zillgens, Erfolgsautorin und Dozen-

gens aufmunternd und jetzt fährt eine

die Programmleiter ziehen sich einen Kaf-

tin der Bastei Lübbe Academy, und einer

andere Gruppe Nachwuchsautoren mit

fee am Automaten und manchmal huscht

Nachwuchsautorin.

dem Aufzug – diesmal geht es nach oben.

auch schon mal ein Haus-Autor auf dem

„Hallo. Wie geht es dir? Arbeitest du gera-

Ein älterer Herr plaudert auf ganz char-

Flur vorbei. Die zwölf Seminarteilneh-

de an einem neuen Buch?“, fragt die eine.

mante und unaufdringliche Art über seine

merinnen und Seminarteilnehmer bezah-

„Öh, ja, klar. Aber darüber will ich noch

Buchidee. „Spannend!“, lautet die Ant-

len jeweils 299 Euro, um das Handwerk


wort-salat

Während sich die Dozentin immer mal

weiter – hoch motiviert und mit noch

rin zu erlernen, aber auch, um in eine Welt

wieder einen Teilnehmer zur Seite nimmt,

mehr Spaß an der Sache. Schnell spricht

hineinschnuppen zu können, zu der die

um ihm ein ausführliches Feedback auf

sich herum, dass Gerlis Zillgens bald ein

meisten selbst einmal gerne gehören

das eingereichte Exposé zu geben, arbeiten

Schreib-Seminar in der Eifel geben wird.

möchten: An den Wänden Sprüche der

die anderen in Kleingruppen an verschie-

Der eine oder andere wird sich dort sicher

berühmtesten Autoren des Hauses, in den

denen Aufgaben. Zillgens kennt alle Stof-

gerne anmelden – Akademie mit Verlags-

Regalen die erfolgreichsten Bücher. Hier

fe aus der illustren Runde, hat sie in den

anbindung hin und her: Schreiben macht

stehen sie, all die Namen, die es schon

letzten Wochen akribisch durchgearbeitet

einfach Spaß!

geschafft haben, veröffentlicht und ver-

und mit Anmerkungen versehen – wert-

trieben zu werden. Auch „Coffeeshop“ von

volle Tipps vom Profi, die man sonst selten

Gerlis Zillgens fällt ins Auge – die quirlige

bekommt. Vom Science Fiction über ero-

Kabarettistin und erfolgreiche Autorin

tische Geschichten bis hin zum Krimi – es

zahlreicher Bücher lacht viel und herzlich.

ist fast jedes Genre in der Gruppe vertre-

Sofort ist das Eis gebrochen und man duzt

ten. „Was haltet ihr von Self-Publising?“,

sich – wie unter Kollegen. Die Vorstel-

fragt eine von Verlagsabsagen frustrierte

lungsrunde ist ausführlich, in erster Linie

junge Frau in der Pause. „Super. Kann man

geht es um den Bezug zum Schreiben und

richtig Geld mit verdienen“, plaudert ein

um das eingereichte Exposé. Die meisten

anderer aus dem Nähkästchen, der gerade

hier arbeiten gerade an einem konkreten

fürs Schreiben einen gut dotierten Job an

Projekt. Spannend, wie unterschiedlich

den Nagel gehängt hat. Austausch steht

die Arbeitsweisen und Ansätze sind, oder

ganz oben in den drei Tagen, jede kleine

auch die Ambitionen, mal vom Schreiben

Kaffeepause wird zum Reden und Vernet-

leben zu können.

zen genutzt. Die Stippvisite von Ann-Ka-

Als „Talentschmiede der Bestsellerau-

thrin Schwarz, die die Academy mit Jan

toren von morgen“ galt die Bastei Lübbe

Wielpütz aufgebaut hat, fällt eher ernüch-

Academy zunächst, Deutschlands erste

ternd aus: Die Autorin, die sich gerade als

verlagsinterne Schreibschule. Vielleicht,

erfahrene Lektorin selbstständig gemacht

weil der Verlag auf diesem Weg auf

hat, erzählt von ihrem Alltag und wieviele

Schreibtalente und -Nachwuchs hoffte,

Manuskripte es gar nicht erst auf ihren

engagierte man hochkarätige Leute als

Schreibtisch schaffen. Danach ist es ganz

Dozenten. Auch auf die Gefahr hin, dass

still im Raum. Auch wichtig einmal die

so Hoffnungen bei den Teilnehmern

andere Seite der Medaille zu sehen: So

geschürt werden, die nicht eingehalten

viele gute Stoffe, unzählige Agenten, ein

werden können, konnten sich bis vor kur-

knallhart umkämpfter Markt.

Foto: Christina Bacher

des Schreibens von einer erfahrenen Auto-

Gerlis Zillgens ist die richtige Frau am richtigen Ort: Sie ermutigt die Kursteilnehmenden zum Schreiben, äußert dennoch konstruktive Kritik.

„So schreibt man große Geschichten.“ Christina Bacher hat mit Gerlis Zillgens über das Schreiben als Beruf und Leidenschaft gesprochen.

zem alle anmelden, die das nötige Klein-

Zillgens reißt das Ruder herum: Gut

geld dazu hatten. „Es besteht ein großes

gelaunt setzt sie den Fokus wieder auf das

Interesse daran, das Handwerk des

Handwerk, das man aus dem Effeff kön-

Schreibens zu erlernen – manchmal eben

nen muss, um erfolgreich zu sein: Wie

auch nur für den Hausgebrauch“, fasst

erzeugt man rasante Spannung, wie

DRAUSSENSEITER: Schreiben ist Ihr Hand-

Zillgens ihre Erfahrung als Dozentin für

schafft man vielschichtige Charaktere,

werk. Was bedeutet es für Sie, dieses nun in

die Academy zusammen, die vor zwei

überraschende Wendungen und wie

Schreibseminaren und Workshops weiterzu-

Jahren gegründet wurde und vor kurzem

bekommt man mitreißende Dialoge hin?

geben? Profitieren Sie ebenfalls davon?

recht überraschend den laufenden Lehr-

Die Frage, wie man einen Helden erschafft

Ja, unbedingt. Ich lerne in jedem Seminar,

betrieb eingestellt hat – zur Zeit konzen-

und den Leser mit auf eine emotionale

das ich gebe, eine ganze Menge dazu. Zum

triere man sich auf Master Classes von

Achterbahnfahrt nimmt, beschäftigt die

einen natürlich durch die Vorbereitung,

Filmhochschulen und literarische Stu-

Nachwuchsautoren alle.

die auch mich selbst immer tiefer ins

diengänge. Den Teilnehmerinnen und

Am Ende – nach drei gehaltvollen Tagen

„Handwerk“ eindringen lässt. Zum ande-

Teilnehmern der Schreibwerkstatt ist das

– ist jeder wieder alleine mit seinem Stoff.

ren aber auch durch den Austausch mit

gleich: Für sie steht die Freude am Schrei-

Manche kehren beschwingt in ihren Alltag

den Teilnehmenden, mit ihren so unter-

ben und der Austausch mit anderen im

zurück und legen den Text doch erst ein-

schiedlichen Genres, Ansätzen und Arten

Vordergrund.

mal wieder ad acta, viele aber schreiben

zu schreiben.

13


wort-salat

Schreiben im Herzen der Eifel bieten Gerlis Zillgens und Hanna Jansen Von Freitag, den 12., bis Sonntag, den 14. Juni bieten wir im schönen Eifeldorf Sassen ein intensives Schreibseminar an, u.a. zu folgenden Themen: Wie schaffe ich vielschichtige und berührende Figuren? Wie fessele ich meine Leser von Anfang an mit einer spannenden Geschichte? Wie schreibe ich interessante Dialoge? Welche Erzählperspektive wähle ich? Dazu wollen wir uns mit kreativen Techniken des Schreibens beschäftigen, dem eigenen künstlerischen Schaffen Raum geben und unsere Texte einander vorstellen und miteinander besprechen. Teilnehmer/innen können gern bereits vorhandene eigene Texte oder Ideenskizzen mitbringen. Das Seminar eignet sich sowohl für noch unerfahrene Schreiber als auch für Fortgeschrittene. Mindestteilnehmerzahl: 6 Höchstteilnehmerzahl: 12 Gebühren: Seminar: 295 € Einzelzimmer im Bauernhaus mit Frühstück: 37 € pro Person/Tag; bei Unterbringung im Doppelzimmer: 27 € pro Person/ Tag. Optional - Lektorat eines Exposés mit Leseprobe und persönliches Feedback: 60 € Anmeldung und Fragen zum Seminar bitte an: info@gerlis-zillgens.de Fragen zu Unterbringung und Verpflegung bitte an: hanna.jansen@nexgo.de

Geschichte. Wenn es da irgendwo mangelt,

DRAUSSENSEITER: Haben Sie für unsere

ist das schnell erkennbar. Insofern: Ja, man

Leser ein paar Tipps auf Lager, auf was Sie

kann es lernen. Wie gut man allerdings

beim Schreiben achten müssen?

wird, steht – vielleicht – in den Sternen.

Es gibt vor allem ein Zauberwort: Konflikt. Gib deinen Figuren relevante Ziele, und

DRAUSSENSEITER: Wie sind Sie Autorin

dann mach ihnen das Leben zur Hölle.

geworden? Wächst man da zufällig rein und

Stelle ihnen Widersacher in den Weg, lass

muss man daran hart arbeiten? Also

sie scheitern, lass sie sich aufrappeln, lass

„straight“ sein und eine bestimmte ToDo-Lis-

sie noch härter scheitern. Und finde ein

te abarbeiten, bis man einen Verlag findet

angemessenes Ende. Harry Potter ist so

bzw. sich einen Namen gemacht hat? Haben

spannend, weil es Voldemort gibt. Jim

Sie eine Empfehlung für unsere Leserinnen

Knopf bleibt unvergessen, weil seine

und Leser?

Geschichte nicht nur handwerklich per-

Viele Fragen auf einmal … (lächelt). Also,

fekt, sondern auch eine immer wiederkeh-

bei mir war‘s eine Mischung aus allem. Ich

rende in unserer menschlichen Kultur ist:

habe schon immer geschrieben, Berge

Ein Mensch aus einer anderen Kultur muss

gelesen. Sprache konnte mich schon

die (bereits zweite) Heimat (Lummerland)

immer, ähnlich wie Musik, sehr berühren.

verlassen, weil für ihn kein Platz da ist. Als

Ich komme ursprünglich vom Theater,

Flüchtling überquert er auf einem Boot

aber das Schreiben drängte sich immer

ein gefährliches Meer, um schließlich im

mehr in den Vordergrund. Dass ich dann

fremden Land auf Ablehnung, Hunger,

tatsächlich Autorin wurde, die auch ver-

Durst und Gefängnis zu treffen. Als er

legt wird, war ein bisschen Zufall, sehr viel

schließlich eine Heldentat vollbringt und

Arbeit (ich habe auch viele Seminare auf

einen großen Feind (Frau Mahlzahn)

der anderen Seite des Schreibtisches

überwältigt, tötet er den nicht, sondern

gemacht) und das nötige Quäntchen

befähigt ihn durch diesen Akt der Gnade,

Glück. Meine Empfehlung für alle, die

sich in etwas Gutes zu verwandeln (Gol-

schreiben wollen, ist: Schreibt!

dener Drache der Weisheit). Der zum

DRAUSSENSEITER: Verzweifeln Sie auch mal

Freund gewandelte Feind sorgt schließlich

an Ihren Figuren und Stoffen?

dafür, dass der Flüchtling Land und damit

Klar. Ständig.

Heimat bekommt (die schwimmende Insel). So schreibt man große Geschichten.

DRAUSSENSEITER: Sie stehen auch häufig auf der Bühne. Worin liegt da der Unterschied zum Schreiben, das ja eher eine

14

DRAUSSENSEITER: Sie treffen in Ihren

zurückgezogene und einsame Tätigkeit ist.

Schreibkursen auf sehr viele verschiedene

Bedeutet Ihnen beides gleich viel?

Menschen und Stoffe. Kam es auch schon

Ich stehe heute nicht mehr als Schauspie-

vor, dass jemand so gar nicht Schreiben

lerin, die fremde Texte unter der Regie eines

konnte? Oder meinen Sie, dass das jeder

anderen präsentiert, sondern als Autorin

lernen kann, wenn er nur will?

oder Kabarettistin, die eigene Texte unter

Es ist wie überall im Leben. Handwerk

eigener Regie präsentiert, auf der Bühne.

kann man ganz gut lernen. Talent ist

Das ist ein großer Unterschied. Ansonsten:

einem eher geschenkt. Ich maße mir nicht

Ich bin sehr gern allein. Das muss man sein,

an, jemandem zu sagen, er habe kein

wenn man Autorin oder Autor werden will.

Talent. Wie soll ich das wissen? Aber ich

Wenn man das Alleinsein nicht erträgt und

erkenne ganz gut, ob jemand sein Hand-

sich dann einsam fühlt, ist das kein Beruf

werk versteht, ob er „Fehler“ macht, ob er

für einen. Aber ich bin auch ein sehr gesel-

(der jemand) schludert. Geschichten

liger Mensch. Ich gehe viel tanzen, treffe

haben Spannungsbögen, Figuren haben

Freunde, quatsche Nächte durch. Das

Ziele, Konflikte sind das Herz einer

bedeutet mir beides viel, ja.

lll

info

Gerlis Zillgens arbeitete nach dem Studium als Schauspielerin und Regisseurin an diversen Theatern, bevor sie ihren Schwerpunkt aufs Schreiben legte. Sie entwickelt Fiction- und Non-Fiction-Formate für diverse Sender und Produktionsfirmen, tourt mit Kabarettprogrammen durchs Land und schreibt mittlerweile in viele Sprachen übersetzte Romane für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Bei Bastei Lübbe erschien im November 2012 ihr multimedialer Serienroman „Coffeeshop“. Veröffentlichungen: • Yolo, der wild gewordene Pudding und Jo Zwometerzwo. Loewe 2014 • Yolo, Kaugummi-Knoblauch-Vanilleeis und eine Überraschung zu viel. Loewe 2015 Besuchen Sie Gerlis Zillgens auf ihrer Website: www.zillgens.de


wort-salat

aus der schreibwerkstatt der gold kraemer stiftung • aus der schreibwerkstatt der gold kraemer stiftung • aus

Türkische Teestunde

Der Feind Schau, da ist der Feind, der Böse, das ist er! raunt eine Stimme in mein Ohr erschrocken schaue ich hin – und sehe wie in einen Spiegel Und auch dort ist der Feind, der Böse, da sieh! wieder schaue ich genau – und sehe, wie in einen Spiegel Und dort drüben der Feind, der ist der Schlimmste!

S

eptember 2013, Köln-Deutz. Es ist Wochenende und ein schöner Herbsttag. Meine Frau und ich sind zu Besuch bei unserem Sohn. Wir

dringt es beschwörend in mein Ohr

besichtigen nach längerer Bausanierung die Räume

...aber langsam drehe ich meinen Kopf

der Wohnung. Es ist vier Uhr nachmittags, das heißt türkische Teestunde. Meine Schwiegertochter ruft

hin zu der Stimme

uns zum Tee ins Wohnzimmer. Wir sitzen gemütlich

und sehe ihn. Hella-Maria Schier

im Gespräch zusammen, als es plötzlich an der Tür klingelt. Es ist die alleinerziehende Nachbarin mit ihrem fünfjährigen Sohn. Sie berichtet verzweifelt, sie habe ihren Haustürschlüssel verloren. Sie bittet meinen Sohn, den Schlüsseldienst anzurufen. Wir

Mauer-Fall

versuchen sie trotz der unangenehmen Situation zu beruhigen. Sie soll ihren Mantel ablegen und

Mauern, die Menschen einsperren, die hinaus wollen

ein Glas Tee mit uns trinken. Sie aber lehnt dankend

Mauern, in denen Menschen bleiben wollen und hinaus müssen

ab. Sie sei zu nervös und wolle ihren Tee auf dem

Mauern, die Menschen schützen, vor dem, was draußen ist

Balkon meines Sohnes trinken, um zu sehen, ob

Mauern, in die Menschen hinein wollen und nicht dürfen

der Schlüsseldienst kommt. Nach langem Warten

Mauern auch von leeren Häusern, in denen niemand wohnen will

ist es soweit. Da es sich um ein diebstahlsicheres Schloss handelt, sind die Reparaturarbeiten lang-

Manche Mauern fallen durch Posaunen

wierig und teuer. Während der Bohrarbeiten

manche Mauern fallen im Feuer und die Welt schaut zu

kommt sie zu uns zurück und zieht jetzt erst ihren

manche Mauern reißen frohe Menschen nieder

Mantel aus, um mit uns endlich eine weitere Tasse

und manch gefall'ne Mauer baut man gerade wieder auf

Tee am Tisch zu trinken. Dabei fällt der Schlüssel aus dem Ärmel. Was für ein Ärgernis: Sie muss eine

Hella-Maria Schier

hohe Rechnung mit Wochenendzuschlag bezahlen und hat sich tierisch aufgeregt. Man könnte fast sagen, hätte sie nach türkischer Sitte gleich ihren Mantel ausgezogen, wären ihr Kosten und Ärger

Foto: Privat

Foto: Privat

erspart geblieben.

Über Hella-Maria Schier: Geboren in Kassel, wuchs ich in verschiedenen Orten des RheinSieg-Kreises auf und wohne seit 1983 in Köln. Zum Schreiben inspirieren mich unterschiedliche Themen wie Politik, Gesellschaft, Reiseerfahrungen, Tier- und Naturmärchen. Besonders reizt es mich, vermeintliche Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen, aus anderen Perspektiven zu betrachten und ihre Hintergründe zu erforschen.

Hakki Bekdemir

Über den Autor: Hakki Bekdemir wurde in Tokat-Resadiye in der Türkei geboren. Er ist Bauingenieur im Straßenbau und Verkehrswesen. Seine Hobbies: Er singt gerne, schreibt Gedichte und Geschichten und stellt diese auf Lesungen vor.

15


wort-salat

er schreibwerkstatt der gold kraemer stiftung • aus der schreibwerkstatt der gold kraemer stiftung • aus der

Begegnung

H

Arbeitslos

ermann zog es beruflich nach Köln. Er stieg am Rudolfplatz aus, um sich ein wenig umzusehen. Dabei weckte ein

Obdachloser, der vor einem nicht genutzten

Ach wie schrecklich kann es werden,

Gebäude saß, seine Aufmerksamkeit. Das Mit-

arbeitslos hier zu sein auf Erden!

leid hatte Hermanns Herz berührt. Er sprach 200 Bewerbungen schon geschrieben an der Zahl!

den Obdachlosen an: „Ich habe eine Wohnung.

Ein Jahr ist vergangen, noch kein Land in Sicht.

Komm mit mir. Dort ist auch Platz für dich.“

Deutschland braucht qualifizierte Arbeitnehmer nicht!

Der Außenseiter ging mit ihm, denn er hatte ja nichts zu verlieren. Im Haus des Gönners ange-

Die Schweiz hat mich schon angeworben,

kommen, zeigte sich der Fremde überrascht von

der Weg dorthin wäre mir zu weit geworden.

der ihm entgegengebrachten Freundlichkeit. Er bekam ein Dach über dem Kopf, ein Bett zum

Über drei Millionen Arbeitslose hat das Land,

Schlafen, Essen und Trinken. Sogar eine Bade-

die man nicht vermitteln kann,

wanne stand ihm zur Verfügung. Er dachte, dies

zu qualifiziert, heißt es oftmals dann!

müsse ein Traum sein. Der Wohnungsbesitzer sagte: „Fühle dich wie zu Hause.“ Er erklärte

Was halten Sie von Weiterbildung

die Funktion der Waschmaschine und des Elek-

im Pflegedienst und in der Müllsortierung?

troherdes. Nach vierzehn Tagen bedankte sich der Gast

Noch besser ist, man macht den Doktor,

für die freundliche Aufnahme und sprach: „Ich

wird Politiker, das geht doch locker!

bin hier nicht glücklich. Mir fehlen der Schlafsack, der Himmel, die Sterne, der Mond

Können wir uns auf die Steuerzahler noch verlassen,

und die Sonne – mir fehlen die Fremden, die an

damit die Umwandlung in Hartz IV oder auch Ehrensold

mir vorüberziehen. Ich fühle mich eingeengt.

wird reingewaschen?

Ich vermisse die Straße, die Freiheit. Das ist Elfi Krietemeyer

mein Glücklichsein, meine Heimat, meine Welt, mein Zuhause.“ Elfi Krietemeyer

Elfi Krietemeyer: „Mein Leben ist rund und bunt. Im Laufe meiner Jahre haben mich viele berufliche Tätigkeiten begleitet. Die kreative Seite in mir konnte nur zum Teil ausgelebt werden. Das Malen und Schreiben von Kurzgeschichten liegt mir sehr am Herzen und hat für mich höchste Priorität. Ein Wunschtraum ging für mich im Februar in Erfüllung: meine alleinige Vernissage, verbunden mit einer Lesung.“ Foto: Peter Worms für die Gold-Kraemer Stiftung.

16


geschichte

Clemens-Josef-Haus

Willkommen im Clemens-Josesf-Haus auf dem Vellerhof, einem Fernab der „Straße“ sind die Menschen hier gern gesehene Gäshistorischen Gehöft inmitten eines Naturschutzgebietes, auf dem te, die auf dem Gelände des Clemens-Josef-Hauses auf ihrem ganz heute hilfebedürftige Menschen leben, wohnen und arbeiten. persönlichen Weg begleitet werden. Clemens-Josef-Haus I Altenwohn- & Pflegeheim und stat. Einrichtungen der Gefährdetenhilfe · Vellerhof 1 · 53945 Blankenheim Gefährdetenhilfe: 0 26 97 . 91 00 16 · Altenwohn- & Pflegeheim: 0 26 97 . 91 00 25 · www.vellerhof.de

Wohnungslosenhilfe Station machen I zur Ruhe kommen

Übernachtung I Aufnahme I Wiedereinstiegshilfe I Lebenshilfe I Langzeitwohnen

Arbeiten

Qualifizierung erwerben I Selbstwertgefühl erleben Beschäftigung I Ausbildung I Arbeitstraining I Qualifizierung I Arbeitsvermittlung

Pflegewohnheim

begleiten und fördern I beraten und anleiten

Pflege & Betreuung I Lebenszufriedenheit I Wohlbefinden I Menschlichkeit I Zu Hause

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aus der oase

Irgendwer da draußen? Viel Arbeit, aber auch viel Spaß hatten die Kolleginnen und Kollegen der deutschsprachigen Straßenzeitungen beim zweitägigen Treffen in Nürnberg im April. Unsere Redaktionsassistentin Sabrina Burbach war dabei und kam Fotos: young caritas

inspiriert zurück. Schließlich kommt es nicht so oft vor, dass sich 15 Redaktionen aus allen Himmelsrichtungen an

„Auf die Platte fertig los!“ Sozialer Stadtrundgang mit Jugendlichen

A

m 27.04.205 lud die youngcaritas Jugendliche passend zur Aktionswoche „Auf die Platte! Fertig! Los!“ zu einer alternativen Stadterkundung ein – geführt wurde die Gruppe von DRAUSSENSEITER-Verkäuferin Kölsche Linda und

Chefredakteurin Christina Bacher. Die Stadtführung zeigte soziale Brennpunkte, Treffpunkte von Wohnungslosen, aber auch Anlaufstellen, die Hilfe bieten. Unter-

schiedliche Lebensgeschichten machten den Jugendlichen bewusst: Armut ist nicht weit weg, sondern auch in der eigenen Stadt ein großes Thema. Die Stadtführung

Foto: Sebastian Sellhorst/Bodo

endete mit einem spontanen Smartmob am Appellhofplatz. (cb)

einem Ort versammeln. Eine gute Gelegenheit also, um sich mit den anderen

Schutzengel

auszutauschen. Gesagt, getan. Den Anstoß für Diskussionen in Kleingruppen bildeten Workshops zu den The-

Dieser Brief geht an meine liebe Tochter Ingeborg, geschrieben von ihrer liebenden Mutter: Es ist 4:20 Uhr am Morgen. Die Engel haben mich besucht und mir geholfen. Und so habe ich wieder gewonnen. Gegen meine Krankheit. Und andere Dinge. Und sollte mir doch einmal etwas passieren, dann gehört alles, was in meiner Wohnung steht, meinem ganz persönlichen Schutzengel – meiner Tochter Ingeborg. Denn sie hat mir immer geholfen. So bin ich glücklich und ganz Köln gleich mit. Und weil 18

mich das freut, springt für euch eine starke Lies von 88 Jahren vor Freude in die Luft und spaziert singend durch die Stadt. So, wie es sich für eine echte Kölnerin gehört. Mein Schutzengel ist natürlich immer dabei. Und die 50 anderen Engel tanzen auch alle und singen mit uns. Das ist Freude. Für Inge. Für mich und die ganze Stadt. Es grüßt eine echte Kölnerin, eure Lies

men „Workflow in Redaktionen“, „Interagieren mit Lesern“ und „Straßenzeitung als Marke“. Bei einer kuriosen Stadtführung und einem abendlichen Ausklang wurden die angeschnittenen Themen dann weiter vertieft. Lieben Dank an Ilse Weiß und ihr Team vom Straßenkreuzer, an Volker Macke (Asphalt), Florian Blumer (Surprise), Bastian Pütter (Bodo) und Isabel Schwartau (Hinz&Kunzt) für Organisation und Input. Gerne nächstes Jahr wieder! (sab)


aus der oase

guten Tag freunde,

abläuft: Erst kriege ich die Leckerlis, dann

letztens war Frauchen wieder ohne mich

– die Leckerlis schon, aber nicht, dass

unterwegs. Und als sie zurückkam, hat sie

Frauchen ohne mich losgeht. Deshalb hab

ganz schön dumm geguckt. Ich habe ihr

ich jetzt eine neue Strategie: Ich schaue

nämlich die Schokolade vom Tisch sti-

sie mit meinem treuen Blick an, damit sie

bitzt. Wenn der Tisch so niedrig ist, muss

keinen Spaß daran hat, ohne mich zu

ich halt schauen, was da so Brauchbares

gehen. Tja, auch ich kann tricksen, nicht

drauf liegt. Und diesmal war‘s Schoki. Immer, wenn ich alleine zu Hause bin, habe

Sozialer Stadtrundgang im Rahmen der Expedition Colonia

nur mein Dosenöffner. Und ich hab noch einen: Im Schlafzimmer steht unser gro-

ich halt total Frust und

ßes Bett und wenn Frau-

überlege mir, was ich

chen keine Zeit hat, legt

machen kann. Ist voll

sie die Bügelwäsche dar-

langweilig, zu Hause auf

auf. Eigentlich ist das

Frauchen zu warten, und

einer meiner Lieblings-

sie soll ruhig merken, dass

plätze. So habe ich mal die

war auch in diesem Jahr wieder gut

frische Wäsche neu „sortiert“.

besucht. Drei Stunden lauschten die

ich sauer bin. Auch wenn sie nie lange weg ist. Also räume ich

Frauchen war aber irgendwie nicht

Die beliebte Bürger & Berber-Führung

Teilnehmer den Ausführungen von

auf meine Art auf. Naja, das mit der Scho-

davon begeistert – jetzt ist die Tür zu,

Martin Stankowski, der Kölschen Lin-

kolade war wohl nicht so toll. Frauchen

wenn da Wäsche liegt. Noch kann ich sie

war echt stinkig. Sonst bekomme ich ja

nicht selbst öffnen, aber vielleicht kriege

da und DRAUSSENSEITER-

keine Schokolade. Ist nicht gut für uns

ich den Dreh noch raus. Ich muss ja mei-

Hundis. Aber sie lag so schön auf dem

nen Zweibeiner fit halten, damit sie keine

Tisch … Jetzt räumt Frauchen immer den

Langeweile hat. Frauchen ist zum Glück

ßenmagazin zugute – herzlichen

Tisch leer, bevor sie mal ohne mich aus

auch nie lange sauer, wenn ich mal Blöd-

Dank allen, die das möglich gemacht

dem Haus geht. Dann gibt sie mir meine

sinn mache. Das ist gut. Das wünsche ich

haben! (cb)

Leckerlis und denkt, ich merke nix. Aber

euch auch und viel Spaß beim Blödsinn

ich weiß ganz genau, wie die Nummer

machen. Es grüßt, euer Clayd

lll

Chefredakteurin Christina Bacher. Die Einnahmen kommen dem Stra-

clayd, der rumäne

Hallo, ich bin Clayd aus Rumänien. Von dort bin ich mit einem halben Jahr zu meinem Frauchen, der Draussenseiter-Verkäuferin Kölsche Linda gezogen. Damals war ich krank und sehr traumatisiert, weil ich in meiner alten Heimat nix Gutes erlebt hatte. Mein Frauchen hat mit geholfen, damit ich wieder stabil werde. Nun habe ich ein gutes Zuhause und ein schönes Hundeleben. In meiner Kolumne erzähle ich euch, wie mein Alltag so aussieht, und was ich alles mit Frauchen erlebe.

Spende über 4.100 Euro überreicht! Unser herzlicher Dank geht an die Generali Deutschland für die Spende über 1.100 Euro und an die Central Krankenversicherung AG in Höhe von 3.000 Euro – die Summe stammt aus den Einnahmen der Mitarbeiter für eine gemeinsame Karnevalsveranstaltung, die die Gesellschaften gemeinsam ausgerichtet haben. (cb) Foto: privat

Foto: Kölschen Linda

ist Frauchen weg. Das finde ich nicht cool

Von links nach rechts: Maya Grotehusmann von der Generali Deutschland, Rudolf Fronczek (Oase e.V.) und Marlies Pörtner und Markus Klee von der Central Krankenversicherung

19


wort-salat

er draussenseiter schreibwerkstatt • aus der draussenseiter schreibwerkstatt • aus der draussenseiter schreib�

Meine Liebe ist groß

Glücksscherben Ich stehe vor den Scherben meines Glücks, werd’ darüber fast verrückt, ’s kommt wohl nicht zu mir zurück.

Meine Hingabe zu Jesus mit viel Liebe, finde ich im Gebet, in der Natur, beim Pilgern oder

Sehne mich nach Dir, wünschte Du wärst hier, zu groß war wohl die Gier.

in Stille allein in der Kirche oder im Gottesdienst. Es wäre schön, wenn niemand hungern muss,

Alles hatte doch gepasst, dann wurde es zu einer Last, fast hätten wir uns noch gehasst, mache nun erst einmal Rast.

ein Dach über dem Kopf hat, geschützt vor Kälte ist. Frieden herrschte auf der Welt,

Neue Wege muss ich geh‘n, um das zu verstehen, ohne lang zurück zu sehen, war wohl nur ein Versehen.

ohne Macht und Gier von Geld. Denn die Liebe zu Jesus ist riesengroß, sie reicht für alle Menschen, ob arm oder reich, klein, groß,

Wohin mein Weg auch geht, Dein Name stets vor mir steht, dieses Bild nicht vergeht. Im Herzen werde ich es tragen, wohl nun andere Dinge wagen, zurück bleibt nur der Schaden.

behindert, jung und alt. Es erfordert viel Einsatz, dass es gerechter wird. Lachen, Humor und andere zum Lachen bringen, statt gemein sein, dann verbreitet sich das Gute ganz schnell.

Mit Deiner Stimme singt der Wind, nun nicht mehr beieinander sind,

Gott ist mit uns.

ich dieses Glück nun nimmer find’.

Amen

Renée Breuer

Kölsche Linda

Über die Autorin: Die Kölsche Linda ist Redaktionsmitglied beim DRAUSSENSEITER und verkauft das Magazin auch auf der Straße. Sie lebt mit ihrem Hund Clayd in Köln.

20

Über die Autorin: Renée Breuer schreibt am liebsten Gedichte, die ihre Gedanken und oft auch die Liebe zu Jesus zum Thema haben. Sie gehört mit zum DRAUSSENSEITER-Team und ist ansonsten häufig in der Obdachlosenseelsorge Gubbio anzutreffen, wo sie auch aushilft.


kurzgeschichte

Der

unbekannte

Planet

J

uni 2014, Weltraumstudio der Deutschen Weltraum-

Teil 1

Als ein großer Meteorit die Rakete trifft, blinkt die Kont-

gesellschaft für Nova und Robotik in Köln-Porz. Kom-

rollkonsole wie ein Flipper. Braun und Cindy haben keine

mander Manfred Braun, Dr. Hans Zakoff und Ingeni-

Kontrolle mehr und versuchen mit wilden Aktionen noch

eurin Cindy Kommin warten in der Mondrakete auf das

irgendwas zu retten. Sogar Dr. Zakoff lässt das Szenario

ihnen bevorstehende Aben-

nicht kalt. Er sitzt wie verstei-

teuer. Die Stimmung ist gut

nert in seinem Stuhl und starrt

– wenn auch gespannt ner-

aus dem Fenster. „Wir können die Kapsel der

vös. Für jeden der drei Astronauten ist es die erste Rei-

Rakete nicht absprengen“,

se ins All. Kapitän Braun

dringt Cindys Stimme durch

bleibt trotzdem ganz Profi

das Chaos. „Die muss aber weg, sonst

und lässt sich sein Lampenfieber nicht anmerken: „Stu-

verglühen wir!“, meldet sich

dio Porz. Braun hier. Bitte

der Kapitän. Und dann gelingt es doch

kommen. Bei uns ist alles

noch, die Kapsel abzusprengen.

roger.“

In letzter Sekunde.

„Hier Porz. Verstanden. Starterlaubnis erteilt. Der

„Trotzdem treffen uns die

Countdown läuft. 10... 0.“

Meteoriten weiter“, kommt es nun von Dr. Zakoff.

Kurz darauf hebt die

Braun ignoriert den Queru-

Rakete mit viel Getöse ab. Die Suche nach anderen bewohnten Planeten kann begin-

lanten und greift zum Funkgerät: „Cindy, schnell, eine

nen. Und schon wird die Erde immer kleiner, bis man sich

Funkverbindung zur Erde. Porz, bitte kommen, wie haben

kaum vorstellen kann, dass auf der kleinen Kugel rund sie-

ein Problem ...“

ben Milliarden Menschen leben. Cindy reibt sich die

Doch die Funkverbindung kommt nicht mehr zustande.

Augen und staunt. Dr. Zakoff scheint von dem Spektakel

Denn hinter dem Meteoritensturm hat sich ein schwarzes

hinter dem Fenster wenig beeindruckt. Er prüft lieber sei-

Loch geöffnet, das die Rakete ohne Rücksicht verschluckt.

ne Instrumente. Kapitän Braun massiert sich die Schläfen.

Was nun? Ein Absturz? Das Ende? Oder vielleicht ein neu-

Ein Versuch, etwas Stress abzubauen. Vergeblich. Denn

er Anfang? Denn auf der anderen Seite kommt schon ein

plötzlich ruckt und wankt die Rakete.

neuer Planet in Sicht.

„Ein Meteoritensturm! Geben Sie mir etwas Brauchbares, Cindy!“ „Ich kann kaum was erkennen. Zu viele Steine!“

So, liebe Leser: Um was für einen Planeten handelt es sich und was wird die Crew dort erwarten? Euer kleiner Günter

Illustration: Lazy Magá

21


comic / kolumne

Illustration: Heiko Sakurai

Kolumne

Lichtgestalten

I

mmer wieder tauchen Persönlichkei-

22

dass auch wir fähig wären Großartiges

Andere Glanzlichter erlangen nicht

ten in unserer Gesellschaft auf, die

zu leisten; wir müssten nur das Licht

deren Berühmtheit, sondern leuchten im

wir „Lichtgestalten“ nennen. Das

erhalten, das sie in uns entzündeten.

Kleinen, im Verborgenen und verändern mit ihrem unermüdlichen Einsatz um

sind Menschen, die mit mutigen Ent-

Die Geschichte hat viele berühmte

scheidungen, tapferen Einsätzen und

Lichtgestalten hervorgebracht, denken

Bedürftige, Schwache und Benachteilig-

vorbildlichen Taten diese Welt ein wenig

wir an Lady Diana, John F. Kennedy,

te ihr Umfeld. Auch sie sind Vorbilder,

heller machen. Überall dort, wo sie auf-

Martin Luther King oder Nelson Man-

die Licht ins Dunkel bringen und min-

tauchen, hinterlassen sie einen Funken

dela. Zwar sind diese inzwischen tot,

destens einen Menschen glücklich

Hoffnung auf eine bessere Welt. Und hat

aber es sind neue aus unserer Mitte auf-

machen. Würden wir uns das alle zum

man einmal das Vergnügen, ihnen

erstanden. Nein, nicht Angela Merkel

Ziel setzen, gäbe es keinen einzigen

begegnen zu dürfen, machen sie auch

oder der Luxus-Billig-Hersteller Harald

unglücklichen Menschen mehr! Daran

aus uns einen besseren Menschen, denn

Glööckler versuchen uns den rechten

erkennt man, dass auch ein kleiner Licht-

sie besitzen die Gabe, vermeintlich

Weg zu leuchten, sondern Menschen

blick große Wirkung haben kann. Somit

Unbedeutendes erstrahlen zu lassen.

wie die Kinderrechtsaktivistin Malala

ist jeder dazu berufen, eine Lichtgestalt

Das macht wertvoll – betrachtet man es

Yousafzai aus Pakistan und der schlich-

zu werden. Er muss nur das Brennen für

im rechten Licht. Und so verabschieden

te neue Mann im Vatikan, der sich

eine gute Sache zum Leuchten bringen.

wir uns von ihnen mit der Erkenntnis,

Papst Franziskus nennt.

Astrid Hülser


bericht

Hospizverein Köln-Mülheim e.V.

Die Würde des Menschen ist unantastbar

D

ie Würde des Menschen ist unan-

auch Wohnungslosen Zugang zu den

Hospize und 231 Palliativstationen in

tastbar, so steht es im Grundgesetz.

Angeboten der Begleitung bei Krankheit,

Krankenhäusern und Kliniken. Alle arbei-

Und so ist es im kollektiven

Tod und Trauer. Die Deutsche Hospiz- und

ten nach den gleichen Prinzipien: Der

Bewusstsein verankert. Aber wie definiert

Palliativ-Stiftung hat die Initiative des

Wille des Kranken ist maßgebend. Pallia-

sich Würde, wenn es um die letzten Dinge

Hamburger Arbeitskreises „Wohnungslo-

tive care – das Bemühen um Schmerzfrei-

geht, wenn all die persönlichen Attribute,

sigkeit und Gesundheit“ 2014 mit dem

heit und Lebensqualität steht vor Medical

Erfolge und Erfahrungen nicht mehr gel-

ersten Preis gewürdigt.

care – auf Heilung gerichtete Behandlung.

Der Hospizverein Köln-Mülheim e.V.,

Das Ziel der Hospiz-Bewegung: Für

überzeugende Antwort: In Würde sterben

der in diesem Jahr sein 10-Jähriges Jubilä-

jeden einzelnen der 800.000 Sterbenden

heißt, selbstbestimmt sein Leben in der

um feiert, ist einer von 1.500 ambulanten

in Deutschland pro Jahr soll der Hos-

Hand halten, nicht alleine sein müssen,

Hospizvereinen in Deutschland, die an

piz-Gedanke Realität werden: Sterben ist

im vertrauten Umfeld oder in behüteter

Gegenstrategien arbeiten. 30 ehrenamt-

Leben bis zuletzt. Der Weg zu diesem Ziel

Atmosphäre Abschied nehmen dürfen,

liche Mitarbeiter zwischen 25 und 80 Jah-

wird nicht einfach sein. Zwar hat sich auch

ohne Schmerzen, umsorgt und getragen

ren begleiten hier jährlich an die 60 Fami-

in der öffentlichen Wahrnehmung einiges

von Liebe und Anteilnahme. Die meisten

lien, kostenfrei und ohne Ansehen von

geändert, Tabuthemen bleiben Tod und

Menschen wünschen sich das. Für viel zu

Staatsangehörigkeit, sozialem Status oder

Sterben aber nach wie vor. Vielleicht, weil

viele bleibt es eine Illusion. Die Lücke, die

Religion. Eine sorgfältige Schulung und

wir mit jedem erlebten Tod auch mit der

hier zwischen Ideal und Wirklichkeit

Fortbildungen in Sterbebegleitung und

eigenen Endlichkeit konfrontiert werden,

klafft, ist erschreckend. Hoffnung macht,

Trauerarbeit gehören zum Ausbildungs-

vielleicht aber auch, weil das, was

dass wir uns zunehmend dieser Kluft

programm der Begleiter. Die Begleitun-

„danach“ kommt, das große Unbekannte

bewusst sind, und durch immer engere

gen erstrecken sich über Tage, Wochen

in unserer „gläsernen“ Zeit bleibt.

Vernetzung der Hospiz-Arbeit mit Pallia-

und Monate, selten sogar über Jahre. „Das

Aber das Sterben darf nicht zum Pro-

tiveinrichtungen ein Wandel sichtbar

ist keine leichte Aufgabe, dennoch

grammpunkt verkommen, nach dem wir

wird. In Hamburg ermöglicht ein Netz-

bekommen wir mehr zurück als wir

möglichst schnell wieder zur Tagesord-

werk sozialer Vereine und Institutionen

geben“, so eine langjährige ehrenamtli-

nung übergehen. Geborenwerden und

ten? Die Hospiz-Arbeit hat darauf eine

che Mitarbeiterin.

Sterben sind die großen Momente im

Der Hospiz-Gedanke hat

Leben eines jeden Menschen. Sie in Wür-

eine lange Tradition: Im Mit-

de zu erleben, ist ein Menschrecht, auf das

telalter war ein Hospiz eine

wir nicht verzichten wollen, auf das wir

Herberge für Bedürftige,

nicht verzichten dürfen. Gisela Carrasco

Fremde und Kranke. Das 19. Jahrhundert griff diesen Gedanken wieder auf. In Lyon (1842) und Dublin (1879) entstanden die Vorläufer heutiger Hospiz-Einrichtungen. Das erste deutsche Hospiz gründete sich 1986 in Aachen. Inzwischen gibt es in Deutschland 179 stationäre

lll

info

Hospizverein Köln-Mülheim e.V. Adamstraße 21, 51063 Köln (Liebfrauenhaus) Telefon: 0221/680 025 32 Sprechzeit: Mittwochs 9 bis 14 Uhr und Freitags 9 bis 12 Uhr info@hospizverein-koeln-muelheim.de www.hospizverein-koeln-muelheim.de 23


aktion / abo

Am 11. Mai 2015 veranstaltete die OASE einen Aktionstag für DRAUSSENSEITER-Verkäufer und Interessierte. Dank einer Spende konnte gegen Vorlage des Verkaufsausweises gratis gefrühstückt werden. Mit Hilfe der Künstlerin Deborah Keser konnte man

Foto: Sabrina Burbach

Neue T-Shirts und ein voller Bauch sich ein T-Shirt mit dem DRAUSSENSEITER-Logo bedrucken lassen. Die Siebdruck-Aktion machte Spaß und bescherte uns nagelneue, bonbonfarbene und schneeweiße „Arbeitskleidung“ in S, M, L, XL, XXL. Danke allen, die gekommen sind und mitgetan haben, für diesen schönen Nachmittag! (cb)

DRAUSSENSEITER-Abonnement Ich möchte den DRAUSSENSEITER unterstützen und bestelle:

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Straße

Als Dankeschön für das Förder-Abo gibt es zudem das Buch „Köln trotz(t) Armut“.

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www.draussenseiter-koeln.de

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Die Bestellung wird erst wirksam, wenn sie nicht binnen einer Frist von 10 Tagen schriftlich widerrufen wird. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs. Das Abo kann jederzeit gekündigt werden.


vorschau

IMPRESSUM Redaktionsleitung Christina Bacher (cb), bacher@draussenseiter-koeln.de www.draussenseiter-koeln.de

Vom Wohnen

Redaktionsassistenz Sabrina Burbach, burbach@draussenseiter-koeln.de

Der Ausdruck „weniger ist mehr“ kann auf vieles angewandt werden, aber für diejenigen, die gezwungenermaßen auf sehr engem Raum leben müssen, ist das Zuhause nicht immer dort, wo man sich wohlfühlt.

Redaktion Marie Breer, Renee Breuer, Thomas Dahl, Bastian Exner, Kleiner Günter, Silke Hübbers, Astrid Hülser, Jens Hüttenberger, Lothar Kappes, Elisabeth Molitor, Anika Pöhner, Linda Rennings, Miriam Wolf Lektorat Barbara Feltes Titelgestaltung Deborah Keser Titelfoto Deborah Keser Fotos Christina Bacher, Marie Breer, Sabrina Burbach, Claudio DiLucia, Kölsche Linda, Michael Rahn, Sebastian Sellhorst, Peter Worms, young caritas Illustrationen Lazy Magá, Heiko Sakurai Gestaltung Innenseiten Petra Piskar, de haar grafikdesign, www.dehaar.de Druck druckdiscount24.de Abos Martina Jühlke, juehlke@oase-koeln.de Vertrieb Ali Baran Herausgeber Benedikt-Labre e.V. – OASE Alfred-Schütte-Allee 4, 50679 Köln Tel.: 0221/989353-0, Fax: 0221/98935316 Depots (nur für Verkäufer) Kiosk Bertram, Elke Bertram, Neumarkt, Köln Kiosk Orman, Salierring 15, 50677 Köln OASE, Alfred-Schütte-Allee 2-4, 50679 Köln

Foto: Reuters

U

ngefähr 284.000 Menschen sind nach Schätzungen der BAG Wohnungslosenhilfe in Deutschland ohne Wohnung. Prognostiziert wird bis 2016 eine Zunahme der Wohnungslosigkeit um ca. 30 Prozent auf dann 380.000 Menschen. Weitere ca. 130.000 Menschen waren 2012 von Wohnungslosigkeit bedroht, das heißt bei ihnen stand der Verlust der Wohnung unmittelbar bevor. Wir haben uns in winzigen Wohneinheiten genauso umgeschaut wie in leerstehenden Häusern und nach Alternativen zum Leben auf der Straße gesucht.

Verkauf öffentlich Agnesbuchhandlung, Neusser Straße 63, 50670 Köln Buchladen Neusser Straße, Neusser Str. 197, 50733 Köln Bunt Buchhandlung, Venloer Straße 338, 50823 Köln Kontoverbindungen IBAN: DE66 3705 0198 0016 5020 31 SWIFT-BIC: COLSDE33, Sparkasse KölnBonn draussenseiter ist das Sprachrohr für alle Obdachlosen, deren Freunde, ehemals Obdachlose und andere Betroffene. Leserbriefe sind immer herzlich willkommen. Für namentlich gekennzeichnete Artikel und Leserbriefe sind die jeweiligen Autoren verantwortlich. Bedürftigen wird für veröffentlichte selbstgeschriebene Artikel, Interviews und Fotos ein kleines Honorar gezahlt, wenn dies der Autor ausdrücklich wünscht. Nachträgliche Forderungen werden nicht akzeptiert. Es gilt die Anzeigenpreisliste vom 1.1.2009. draussenseiter ist Mitglied des

Der nächste DRAUSSENSEITER erscheint zum 1. Juli 2015. Mehr dazu unter www.draussenseiter-koeln.de und auf facebook. 25


Foto: Hanna Witte

service

Für Alle  Diakoniehaus Salierring Fachdienst für Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe d. Diakonischen Werkes Köln und Region, Salierring 19, 50677 Köln, Tel.: 27 69 70-0, verwaltung.salierring@ diakonie-koeln.de, www. diakonie-koeln.de Beratung: Mo bis Fr 9-12 Uhr, Di + Mi 16-18.30 Uhr (u. a. Postadressen u. Treuhandkonten) Straffälligenhilfe: Zeiten wie oben Tagestreff: Mo bis Fr 8.30-12.30 Uhr, Frühstück, (donnerstags auch Mittagessen), Duschen, Wäschekeller, Aufbewahrung, Internetzugang Kleiderkammer: Di u. Fr 9.30-11.30 Uhr Krankenwohnung, Betreutes Wohnen §67SGB XII, Ambulante Begleitung gem. § 67 SGB XII, Betreutes Wohnen § 53 SG XII, Clearingstelle Claro im Trägerverbund

 Emmaus Geestemünder Str. 42, 50725 Köln, Tel.: 971 17 31, info@emmaus-koeln.de, www.emmaus-koeln.de

Appelhofplatz: Essenausgabe u. medizinische Versorgung, Mo bis Fr ab 21 Uhr Leben und Arbeiten in Gemeinschaft, günstiger Einkauf von Secondhand-Artikeln, DritteWelt-Arbeit durch Versand von Hilfslieferungen  Gulliver – Überlebensstation für Obdachlose Trankgasse 20, Nähe Hauptbahnhof, 50667 Köln, Tel.: 120 60 91

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Duschen, Toiletten, Waschmaschinen, Trockner, Tagesschlafraum, Kleiderkammer: Di und Fr 15-17 Uhr, Postadressen, Caféteria mit Frühstück und Snacks, Beratungsangebote, Internetzugang, Kunstausstellungen, Handyladestation Mo bis Fr 6-13 Uhr u. 15-22 Uhr, Wochenende, Feiertage 10-18 Uhr

 Kontakt- u. Beratungsstelle Rochus (SKM) Bartholomäus-Schinkstr. 6, 50825 Köln, Tel.: 3377063-4, Fax: 3377063-9 http://skm-koeln.de/9.0/9.1.8/rochus-p.html rochus@skm-koeln.de

der MüTZe, Berliner Str. 77, Köln-Mülheim

Angebot: Aufenthaltsmöglichkeit, Begegnung, Freizeitangebote, (Spieleangebot, Kaffee), Essen, Duschen, Wäschepflege, Schreibhilfe, Telefonmöglichkeit, mediz. Versorgung, PC-Nutzung mit Internetzugang offene Info- u. Orientierungshilfen: Mo., Di., Do., Fr. 12-15 Uhr, Mi. 12-14 Uhr Sa., So. und Feiertage 12-13 Uhr Beratung (auch anonym): Mo, Mi, Do, Fr 9-11 Uhr, Mo bis Fr 14-16 Uhr

Angebote: täglich warmes Essen von 12-14 Uhr, kalte u. warme Getränke, Duschmöglichkeit (Behindertendusche u. -toilette), Wäschewa Lobby-Restaurant LoRe des KALZ für Berber schen, Kleiderkammer nur für wohnungslose und Banker Menschen von Di und Do 11-13 Uhr, Beratung Domstr. 81, Nähe Hauptbahnhof, 50668 Köln, täglich von 11-15 Uhr und nach Vereinbarung, info@koelnerarbeitslosenzentrum.de, Medizinische Sprechstunde Di + Do 12-13 Uhr, www.koelnerarbeitslosenzentrum.de Postadresse, Betreutes Wohnen, PC-Nutzung mit Mittagessen: Mo, Di 12 -16 Uhr, Internetzugang, Samstags Frühstück. Mi, Do, Fr 12 -15.30 Uhr Öffnungszeiten: Mo bis Fr 11-15 Uhr, Sa 10-14 Uhr, So 10-14 Uhr  Kölner Obdachlosenfrühstück, Peter-Deubner-Stiftung  Sozialdienst Katholischer Männer e.V. Tel.: 430 39 83 Bahnhofsvorplatz 2a (1. Etage), Angebote: 9 -11 Uhr: Kostenloses sonntägliches 50667 Köln-Innenstadt, Tel.: 13 49 19, kontaktstelle@skm-koeln.de, Frühstück jeden 2. u. 3. Sonntag im Monat im Vringstreff, Im Ferkelum 42, jeden 4. Sonntag in www.skm-koeln.de

 GUBBIO Obdachlosenseelsorge Ulrichgasse 27-29, 50577 Köln Öffnungszeiten: Di, Mi 14 – 17 Uhr Angebote: Raum zum Gespräch, Bibelstunde, Meditation, thematische Gesprächskreise, religiöse Filme


service

 Vringstreff e.V. Für Menschen mit und ohne Wohnung Im Ferkulum 42, 50678 Köln, Tel.: 278 56 56, info@vringstreff.de, www.vringstreff.de Mo bis Do 11.30-17 Uhr, Fr 9-12 Uhr Jeden 2. und 3. Sonntag Obdachlosenfrühstück 9-11 Uhr, Café, Freizeitangebote, Veranstaltungen, Beratung  Dienstleistungsagentur „Huddel und Brassel im Veedel“ Im Ferkulum 42, 50678 Köln, Tel.: 3377706-17 huddelundbrassel@vringstreff.de  Bürger für Obdachlose e.V. Basislager Gebrauchtwarenkaufhaus Bürger für Obdachlose e.V. Basislager: Silcherstr. 11, 50827 Köln Tel.: 640 22 68, info@bfoev.de Kleiderkammer, Gebrauchtwaren-Kaufhaus für Jedermann, Arbeitsprojekt und Suppenküche. Obdachlose können gerne auch Kleidung, Schlafsäcke etc. in unserem Gebrauchtwaren-Kaufhaus kostenlos bei uns beziehen. Gemeinsam mit Emmaus betreibt der Verein die Suppenküche am Appelhofplatz.  Initiative Bauen Wohnen Arbeiten e.V. Peter-Michels-Str. 1-9, 50827 Köln Tel.: 0221/ 9535301, Fax: 0221/ 5948789 ibwa@netcologne.de www.bauenwohnenarbeiten.de Angebot: Arbeitsgelegenheiten, Beschäftigung, Wohnen, Betreutes Wohnen

 OASE-Benedikt Labre e.V. Alfred Schütte Allee 4, 50679 Köln, Tel. 0221/9893530 kontakt@oase-koeln.de www.oase-koeln.de

Kontakt- und Beratungsstelle: Montag und Freitag 9 – 13 Uhr, Dienstag und Donnerstag 9 – 16 Uhr, Mittwoch 13–16 Uhr

Offener Treff: Montag 10.30–13 Uhr, Dienstag 13–16 Uhr, Mittwoch 13–16 Uhr, Donnerstag 13–16 Uhr, Freitag 11.30–13 Uhr Frühstück: Montag 10.30–13 Uhr

Sprechstunde Mobiler Medizinischer Dienst: Montag 10.30–11.30 Uhr Kleiderkammer/Duschmöglichkeit für Leute auf der Straße: Dienstag 13-16 Uhr, Mittwoch 13-16 Uhr, Donnerstag 13-16 Uhr;

Kleiderkammer/Duschmöglichkeit für alle: 9.30-12 Uhr Computer-Nutzung: nach Vereinbarung Redaktionssitzung DRAUSSENSEITER: Alle zwei Wochen, montags um 12.30 Uhr

Nur für Frauen  agisra e.V. Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen Martinstr. 20a, 50667 Köln, Tel.: 0221/124019 oder 1390392, www.agisra.org

 Haus Rosalie Gocher Straße 45, 50733 Köln-Nippes, Tel.: 0221/97 30 88 88, haus-rosalie@vinzentinerinnen.de Wohnprojekt für Frauen

Beratung nach Terminvereinbarung, Telefonische Sprechzeiten: Mo, Di und Do 10-15 Uhr

 LOBBY FÜR MÄDCHEN e.V. für Mädchen und junge Frauen Beratung und Begleitung bei Problemen und in Krisensituationen

 Café Auszeit Kontakt -und Beratungstelle für wohnungslose Frauen Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695310, cafe-auszeit@skf-koeln.de

Mädchenberatung linksrheinisch Fridolinstr. 14, 50823 Köln-Ehrenfeld Tel.: 0221/45 35 56 50 maedchenberatung-linksrhein@lobbyfuer-maedchen.de

Tägl. Essensangebot, Duschen & Baden, Wäschepflege, Kleiderkammer, Postadresse, Schließfachnutzung, Beratung und Soforthilfe, Mo, Di, Do, Fr 11-15 Uhr, Mi 15-19 Uhr, u. nach Vereinbarung  Café Auszeit, Schäl Sick SKF e.V., Buchheimer Str. 36, 51063 Köln, Tel.: 0221/946 96 24, Fax: 0221/2855199 cafe-auszeit.schaelsick@skf.koeln.de Beratung, Hilfe und Unterstützung bei allgemeinen Fragen, Vermittlung an weiterführende Hilfen, Rechtsberatung, Frauenfrühstück, Postadresse Mo und Fr 10-12 Uhr, Mo, Mi, Do 15-17 Uhr Do 10-12 Uhr Frauenfrühstück  Comeback Notschlafstelle für Frauen, Sozialdienst kath. Frauen e.V., Mauritiussteinweg 77-79, Nähe Neumarkt, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695-210 Täglich geöffnet von 20 bis 10 Uhr. Angebot für wohnungslose Frauen und Frauen in Notlagen: Schutz, Übernachten, Essen, Duschen, Wäsche waschen, Kleiderkammer, PC und Internetnutzung. Tiere sind erlaubt. Beratung und Vermittlung an weiterführende Hilfen sind möglich.  Elisabeth-Fry-Haus Albert-Schweizer Straße 2, Nähe Südfriedhof, 50968 Köln, Tel.: 37 64 90, efh@diakonie-michaelshoven.de www. diakonie-michaelshoven.de Notaufnahmeheim für Frauen und Frauen mit Kindern, Schutz, Übernachtung, Verpflegung, Wohnen, Beratung und Begleitung. Das Haus ist rund um die Uhr geöffnet.  Frauen gegen Gewalt e.V. – Notruf und Beratung für vergewaltigte Frauen Tel.: 56 20 35, mailbox@notruf-koeln.de www.notruf-koeln.de Beratung telefonisch, persönlich und per E-Mail, Begleitung und Unterstützung nach sexualisierter Gewalt; Prozessvorbereitung und -begleitung; Rechtsberatung; Gruppenangebote

Mo bis Do: ganztägig nach Vereinbarung Mi 14-16 Uhr: ohne Anmeldung Di 10-11 Uhr, Do 14-15 Uhr: telefonische Beratung, Di 16-18 Uhr: kostenlose Betreuung Ess-Störungen 0800 5 03 58 85 Mädchenberatung rechtsrheinisch Buchheimer Str. 56, 51063 Köln-Mülheim Tel.: 0221/890 55 47 maedchenberatung-rechtsrhein@lobbyfuer-maedchen.de Mi bis Fr ganztägig nach Vereinbarung Fr 14-18 h ohne Anmeldung  Mäc-Up Treffpunkt für Mädchen von 14-27 Jahren Gereonstr. 13, Nähe Bahnhof, 50670 Köln, Tel.: 0221/13 35 57 Essen, Trinken, Dusche, Wäsche waschen, Second-Hand-Kleidung, medizinische Versorgung, Beratung Öffnungszeiten: Mo., Mi., Do. und Fr. von 12-15.30 Uhr Di. von 10-13 Uhr, Frühstück gibt es Di. und Mi., gekocht wird Mo. und Fr.

Nur für Männer  Notschlafstelle für Männer Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 931221-54 (tagsüber) und -26 (ab 18 Uhr), jhk-notaufnahme@johannesbund.de Sozialarbeiterische Beratung, Erarbeitung einer Perspektive, Vermittlung in weiterführende Hilfen Aufnahme: Täglich (auch Sonn- u. Feiertags) ab 18 Uhr für wohnungslose Männer ab 18 Jahren  „Reso“ – Resozialisierungsabteilung Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 931221-54, th.klahr@johannesbund.de Hilfe für wohnungslose Männer mit sozialen Problemlagen nach § 67 SGB XII: Unterbringung, Verpflegung und Selbstversorgung, individuelle Einzelfallhilfen, Beschäftigungsangebote, Mo bis Fr.: 8-16.30 Uhr


KÖLN TROTZ(T) ARMUT Bestes vom DRAUSSENSEITER Herausgegeben von Christina Bacher mit einem Vorwort von Martin Stankowski Christina Bacher (Hrsg.) Köln trotz(t) Armut Bestes vom DRAUSSENSEITER – Das Kölner Straßenmagazin Ca. 142 Seiten, zahlr. Abb., Broschur

9,95 € ISBN 978-3-89126-235-1 DAEDALUS Verlag E-Book im EPUB- und Kindle-Format ca. 130 Seiten

6,99 € 11 Punkt Verlag

„Ein Reisebegleiter mit dem anderen Stadtplan ist der Draussenseiter, ein Guide in diese andere Stadt am Strom, aber nicht am Ganges oder am Nil, sondern am Rhein. Seine Perspektive ist die soziale Realität.“ Martin Stankowski


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Kölner Straßenzeitung Draussenseiter 06/2015: Geschichten vom Bürgersteig by Draussenseiter - Issuu