23. Jahrgang
Nr. 151
Januar 2015
R E T I E S N E S s U A R D IN
Foto: Miriam Wolf
Z A G A M N E S S A STR R E N L Ö K S A D
0,90 e für den Verkäufer
1,70 e
SUCHE ZUHAUSE ENTWURZELT Proschat Madani
UNTERWEGS Bastian Staude
ANGEKOMMEN Iosif und Silvia
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Liebe Leserinnen und Leser, wir starten mit vielen Ideen ins neue Jahr und freuen uns, dass Sie uns weiterhin treu bleiben.Wir werden auch in 2015 wieder offene Redaktionssitzungen in der OASE anbieten, bei denen jeder mit seinen Themen willkommen ist; zumindest, wenn es um das Leben in Köln und um Ideen zu einem besseren Miteinander geht.
S.4
S.8
S.20
S.25
Foto: Hanna Witte
Inhalt Die DRAUSSENSEITER-Tasche aus strapazierfähiger LKW-Plane fühlt sich auf der Straße sehr wohl. Ab sofort gibt es sie nicht nur für unsere Verkäufer, sondern auch für Fans und Unterstützer im Buchladen Neusser Straße. Darum dreht sich auch unsere neue Ausgabe: Wir haben mit einigen Menschen gesprochen, die neu in unserer Stadt sind und gerade dabei sind, anzukommen. Welchen Weg haben sie bis hierher genommen und welche Erfahrungen mussten sie machen, bis sie jemanden gefunden haben, der ihnen hilft? Welche Sorgen treiben sie um und was macht ihnen Mut? Dieses Thema beschäftigt auch die aus dem Iran stammende und in Österreich wohnende Schauspielerin Proschat Madani, die unserer Mitarbeiterin Linda Rennings Rede und Antwort gestanden hat. Eine gute Lektüre wünscht – im Namen der Redaktion –
Über das Suchen und Finden von Heimat �������������������4-6 Ich hatte eine Möglichkeit �������������������������������������8-10 Meine Familie zu Hause lebt am Limit ����������������������� 11-13 Ein Stück vom Glück �������������������������������������������� 14-15 Schnappschuss: Bodo ���������������������������������������������� 16 Bastian Staude �������������������������������������������������� 17-19 Geschmackssichere Hörbilder ��������������������������������� 20-21 Gedichte von Christoph Danne ����������������������������������� 22 Kolumne ������������������������������������������������������������� 23 Kurzgeschichte ������������������������������������������������������24 Aus den Einrichtungen ���������������������������������������� 25-27 Comic �����������������������������������������������������������������28 Impressum/Vorschau �����������������������������������������������29 Adressen �������������������������������������������������������������30
Christina Bacher
Öffnungszeiten der OASE Kontakt- und Beratungsstelle Montag und Freitag: 9.00 – 13.00 Uhr Dienstag und Donnerstag: 9.00 – 16.00 Uhr Mittwoch: 13.00 – 16.00 Uhr 3
Hallo Welt!
Über das Suchen und Finden von Heimat Die 1967 geborene Schauspielerin Proschat Madani beginnt ihre Karriere auf österreichischen Theaterbühnen. Ab Mitte der 90er-Jahre ist die Schauspielerin iranischer Abstammung auch in Kino und Fernsehen präsent. Im Interview mit DRAUSSENSEITER-Mitarbeiterin Linda Rennings spricht sie nicht nur über ihren Fernseherfolg (z.B. in „Der letzte Bulle“), sondern auch über ihr neues Buch „Suche Heimat, biete Verwirrung“, in dem es um die Suche nach etwas geht, das man gemeinhin mit „Wurzeln“ oder „Heimat“ benennt . Aber was kann das sein für jemanden, der auf der ganzen Welt zu Hause ist?
DRAUSSENSEITER: Proschat, wo kommst du
Proschat Madani: Ich habe schon als klei-
sen, inwieweit man sich anpassen soll und
eigentlich ursprünglich her? Und wo fühlst
nes Kind davon geträumt, als Schauspiele-
wann Anpassung zur Verbiegung wird – es
du dich zu Hause?
rin zu arbeiten. Ich habe mein Abitur
besteht ja immer auch die Gefahr, sich
Proschat Madani: Ich wurde in Täbriz im
gemacht, war aber so voller Selbstzweifel,
dabei selber zu verlieren.
Iran geboren, als Zweijährige ging es mit
dass ich mich nicht getraut habe, auf die
der Familie nach Amerika und nach einem
Schauspielschule zu gehen, so fing ich erst
DRAUSSENSEITER: Es sind sehr persönliche
Jahr schon wieder weiter, in die Türkei,
mal ein anderes Studium an. Aber der
und selbstreflexive Fragen, die du in dem
dann nach Österreich, nach Wien. Seit 11
Wunsch war so übermächtig, dass ich es
Buch „Suche Heimat, biete Verwirrung“
schließlich doch versucht und dann bestan-
aufgreifst. Ich finde, da gehört eine Menge
den habe. So wurde ich Schauspielerin.
Mut dazu, wenn man so wie du in der Öffent-
Jahren lebe ich nun in Berlin.
lichkeit steht. Macht man sich nicht angreif-
DRAUSSENSEITER: Wenn man so viel unter-
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wegs ist, hat man kaum Möglichkeiten, Wur-
DRAUSSENSEITER: Nun hast du was ganz
bar, wenn man so ehrlich ist?
zeln zu schlagen. Was ist denn für dich
anderes gemacht, nämlich ein Buch
Proschat Madani: Ich habe tatsächlich
immer dein Anker gewesen, an dem du dich
geschrieben, das ich, nebenbei bemerkt,
vorher überlegt, ob es gut ist, soviel von
festhalten konntest?
klasse finde! Wie kam es dazu?
mir selber preiszugeben und anderen
Proschat Madani: Meine Familie war
Proschat Madani: Nun, zum Teil speist
einen so persönlichen Einblick zu geben.
immer meine Heimat in der Fremde, ähn-
sich das Buch aus meiner eigenen Lebens-
Aber ich wollte den Menschen Mut
lich wie eine Insel im großen Meer. Meine
geschichte – es ist die Geschichte einer
machen, zu sich selber zu stehen. Jeder
Schulzeit war sehr prägend, vor allem, weil
Iranerin, die in Österreich aufgewachsen
von uns hat seine Schwächen, wenn wir
ich mich in eine völlig fremde Sprache und
ist und jetzt in Deutschland lebt. Oder
dazu stehen, machen wir es auch den
Kultur einleben musste. Das war nicht
sagen wir ganz einfach, es geht um die
anderen leichter, es zu tun. Am meisten
immer leicht.
Gedanken einer Fremden. Im Grunde sind
freue ich mich über die Post, die mir die
wir ja schon fremd, wenn wir in eine neue
Leser schicken. Es bestätigt mich, dass
DRAUSSENSEITER: War es denn schon immer
Gruppe hinein kommen oder vorher
genau das passiert.
dein Wunsch, Schauspielerin zu werden? Du
unbekannte Menschen treffen. Ich
bist ja sehr erfolgreich in deinem Beruf –
beschäftige mich schon lange damit,
DRAUSSENSEITER: Du siehst gut aus, hast
kann man so etwas planen?
inwieweit es erwartet wird, sich anzupas-
Erfolg im Beruf, eine Familie. Was würdest
inhalt
Fotos: Mirjam Knickriem
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Hallo Welt!
Projekten überhaupt noch ein Privatleben? Proschat Madani: Ich lebe alleine und genieße es, neben meiner Arbeit Freiräume zu haben, wann ich sie brauche. Klar, manchmal habe ich weniger Freizeit, manchmal mehr. Dann verbringe ich viel Zeit mit meiner Familie und mit Freunden. DRAUSSENSEITER: Was möchtest du gerne anderen Frauen mit auf den Weg geben? Proschat Madani: Nun, ich würde mir wünschen, dass Frauen mehr zu sich selber stehen, dass sie zielorientiert sind und an sich glauben. Viele Frauen können ja oft viel mehr, als sie sich zutrauen, oft wagen sie sich nicht an Männerdomänen heran „Suche Heimat, biete Verwirrung“ heißt das aktuelle Buch der Schauspielerin Proschat Mandani.
oder verleugnen ihre weiblichen Attribute, um konkurrieren zu können. Da empfehle ich mehr Mut und Selbstbewusstsein.
du den Menschen sagen, bei denen es nicht
größer zu werden scheint? Selbst in einem
so ist?
Wohlstandsland wie Deutschland?
DRAUSSENSEITER: Danke, Proschat Madani,
Proschat Madani: Nun, für mich gab es
Proschat Madani: Vielleicht war es früher
für den kleinen Blick in deine Welt! Und
auch schon Schattenseiten, aber ich glau-
eher möglich, sich zu einem wohlhaben-
weiterhin viel Erfolg bei all deinen Projekten!
be fest daran, dass es auch immer wichtig
den Menschen hochzuarbeiten. Wer viel
ist, wie man mit den Dingen umgeht.
gearbeitet hat, hat oft auch viel verdient.
Wichtig ist der eigene Wille zu Verände-
Heute bekommt man für harte Arbeit so
rung und sei er noch so klein. Auch wenn
viel, dass es gerade mal zum Leben reicht.
die Umstände noch so schwierig erschei-
Der Mittelstand scheint auszusterben und
nen, haben wir selbst oft die Macht der
alle sind gezwungen, dem eigenen Stan-
Entscheidung, in welche Richtung es wei-
dard hinterher zu hecheln, um eben nicht
tergeht. Unsere Zeit ist zu kurz, als dass
auf der Straße zu landen.
man darauf warten kann, dass ein Wunder passiert. Man sollte den Mut haben, das
DRAUSSENSEITER: Was wäre dein großer
eigene Potenzial auszuschöpfen, und das
Herzenswunsch?
ist oft größer, als man denkt.
Proschat Madani: Dass Menschen sich als Menschen begegnen – ohne Vorurteil.
DRAUSSENSEITER: Du wohnst ja nun schon
Und dass nicht nur die Fassade zählt. Ich
lange in Berlin. Kaufst du dort Straßenzei-
wünsche mir eine Gesellschaft, in der der
tungen und interessierst dich für deren The-
Mensch zählt – so, wie er ist.
men? Oder sind die doch zu weit weg von deiner Lebenswelt?
DRAUSSENSEITER: Was sind deine weiteren
Proschat Madani: Ja, ich kenne Straßen-
Pläne für die Zukunft?
zeitungen, wie die „motz“ und den „Stra-
Proschat Madani: Es wird noch ein wei-
ßenfeger“, und kaufe die Magazine auch
teres Buch geben. Das Schreiben hat in
hin und wieder. Ich selber habe ja nie auf
mir einen Prozess ausgelöstund es macht
der Straße gelebt, aber ich ahne, wie hart
mir großen Spaß, Ideen für ein neues Buch
das Leben draußen sein muss. Es ist gut,
zu sammeln. Natürlich werde ich auch als
dass darüber berichtet wird.
Schauspielerin weiter zu sehen sein, ich werde also zweigleisig fahren.
DRAUSSENSEITER: Was sagst du dazu, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer
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DRAUSSENSEITER: Hast du denn bei all den
lll
info
„Wer bin ich? Wo gehöre ich hin?“ Durch ein unerwartetes Erlebnis am Film-Set werden diese Fragen plötzlich brisant, und für Proschat Madani – gebürtige Iranerin, aufgewachsen in Österreich und heute in Deutschland lebend – beginnt eine schräge Odyssee auf der Suche nach Antworten. Linda Rennings lebt mit ihrem Hund Clayd in Köln-Mülheim. Nach Jahren auf der Straße hat sie durch das Schreiben wieder Selbstbewusstsein erlangt, gerade hat sie den Verein H.I.K. gegründet, der sich um wohnungslose Frauen kümmern möchte. Dieses ist ihr erstes Interview.
Clemens-Josef-Haus
Willkommen im Clemens-Josesf-Haus auf dem Vellerhof, einem Fernab der „Straße“ sind die Menschen hier gern gesehene Gäshistorischen Gehöft inmitten eines Naturschutzgebietes, auf dem te, die auf dem Gelände des Clemens-Josef-Hauses auf ihrem ganz heute hilfebedürftige Menschen leben, wohnen und arbeiten. persönlichen Weg begleitet werden. Clemens-Josef-Haus I Altenwohn- & Pflegeheim und stat. Einrichtungen der Gefährdetenhilfe · Vellerhof 1 · 53945 Blankenheim Gefährdetenhilfe: 0 26 97 . 91 00 16 · Altenwohn- & Pflegeheim: 0 26 97 . 91 00 25 · www.vellerhof.de
Wohnungslosenhilfe Station machen I zur Ruhe kommen
Übernachtung I Aufnahme I Wiedereinstiegshilfe I Lebenshilfe I Langzeitwohnen
Arbeiten
Qualifizierung erwerben I Selbstwertgefühl erleben Beschäftigung I Ausbildung I Arbeitstraining I Qualifizierung I Arbeitsvermittlung
Pflegewohnheim
begleiten und fördern I beraten und anleiten
Pflege & Betreuung I Lebenszufriedenheit I Wohlbefinden I Menschlichkeit I Zu Hause
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Hallo Welt!
„In Rumänien habe ich nichts“, sagt Iosif Kovacs, der vier Sprachen spricht und heute in einem Wohnwagen lebt. Der Job im GULLIVER ist ein erster Schritt hin zu einem beständigen Leben in Deutschland.
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Hallo Welt!
Ich hatte nur diese Möglichkeit von Sabrina Burbach Fotos: Anika Smuda
I
osif Kovacs war eigentlich schon immer
ter. Diesmal über die Alpen, bis er im
unterwegs. Meistens innerhalb von
Dezember 2013 in Deutschland ankam:
Rumänien, seinem Heimatland. Dort
„Ein Freund hat mich im Auto bis nach
wurde er geboren, in Satu Mare, einer
München gefahren. Danach bin ich mit
100.00 Einwohner Stadt im Norden des
dem ICE weiter bis Köln.“ Letzere Etappe
Landes – dicht an der Grenze zu Ungarn.
verlief allerdings mit einer Unterbrechung,
Sein Vater war gebürtiger Bulgare und
da ihn ein Kontrolleur beim Schwarzfah-
Geologe von Beruf. „Wegen seiner Arbeit
ren erwischte. In Köln angekommen,
mussten wir oft umziehen“, erinnert sich
konnte er sich für das wenige Geld, das er
der 38-Jährige. Falls ihn das gestört hat,
bei sich hatte, kein Hotel leisten und über-
merkt man es ihm nicht an. Seine Stimme
nachtete erstmal in einem Hostel. Später
bleibt ruhig und gelassen, wenn er über
erfuhr er von der Notschlafstelle „Winter-
seine Kindheit spricht. Er wirkt fast abge-
hilfe“ der Stadt Köln in den früheren Räu-
klärt. Vielleicht liegt es daran, dass er
men des Diakonischen Werkes in der Bran-
selbst schon oft erfahren musste, wie
denburger Straße, nahe dem Kölner
schwer es ist, eine feste Arbeit zu finden,
Hauptbahnhof: eine einfache Übernach-
von der man leben kann. Vor allem in sei-
tungsmöglichkeit für Migranten, Migran-
nem Heimatland.
teninnen und alle, die auf der Straße leben,
Eine Arbeitskraft in der Hauptstadt Bukarest verdient im Durchschnitt 308
damit die Menschen im Winter nicht erfrieren. Iosif blieb einen Monat.
Euro netto. Das ist in etwa so viel, wie sie für eine Zweizimmerwohnung ausgeben
Ohne Arbeitsvertrag bist du tot
müsste. Bei diesen Voraussetzungen sah der gelernte Automechaniker und Schrei-
Im Frühjahr zog er zunächst in ein Zelt,
ner auf Dauer keine Perspektive. Also ver-
das er auf einem alten Industriegelände
suchte er sein Glück in Italien, nahe Vene-
aufstellte. Danach konnte er von einer
dig. Sieben Jahre lang jobbte er dort – mal
ersten Arbeit in Bonn einen Wohnwagen
für sechs Monate in einem Restaurant und
mieten. Anfangs verdiente er dort 60 Euro
dann wieder auf einer Baustelle. Als es in
pro Tag für neun Stunden. „Ich war froh,
Italien irgendwann eine „Krise“ gab, wie
erst mal was zu haben, auch wenn ich
Iosif es nennt, und er auch dort keine
noch keinen Vertrag bekam“, sagt Iosif.
Arbeit mehr fand, zog er wie gewohnt wei-
Doch es war schnell klar, dass sein neuer
9
Hallo Welt!
Arbeitgeber ihn auch in Zukunft nicht
ist wichtig. Nur mit Arbeit hat man eine
Hinweise, dass er aufgrund des erfolgrei-
legal anstellen würde. Stattdessen fragte
Krankenversicherung. Ohne Arbeitsver-
chen Praktikums in 2015 eine Anstellung
ihn sein Chef, ob er noch andere Leute
trag bist du tot.“
bei dem kommunalen Unternehmen finden wird.“ Die Zeit wird zeigen, wie es
kenne, die Jobs bräuchten. Er sagte ja und nahm zwei Leute mit zur Baustelle, die er
Ohne Sprache keine Arbeit
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weitergeht. Nur eines ist sicher: Umziehen muss Iosif vorerst nicht. Wohin er gerne
aus dem GULLIVER kannte. „Plötzlich sollten wir zehn Stunden pro Tag für 50
Mittlerweile besitzt er den Wohnwagen,
mal reisen würde, wenn er es sich aussu-
Euro arbeiten. Und unser Chef sagte, wem
in dem er schon zu seinen Bonner Zeiten
chen könnte? Kurz muss er überlegen.
das nicht passt, der kann ja gehen. Da bin
lebte, und parkt ihn in Köln. Eine Art ers-
Irgendwohin zu fahren, um einfach dort
ich gegangen“, sagt Iosif, schaut auf den
ter fester Wohnsitz. Auch wenn es noch
zu sein und nicht nach Arbeit zu suchen,
Boden und zuckt mit den Schultern. KALZ
nicht ganz das ist, was er sich vorgestellt
erscheint ihm unsinnig. Doch dann
(Kölner Arbeitslosenzentrum e.V.)-Ge-
hat. Iosif möchte in Deutschland bleiben,
kommt doch eine Antwort: „Norwegen.
schäftsführer Bernd Mombauer kennt
wenn er einen guten Arbeitsplatz findet.
Ich mag den Norden. Aurora Borealis. Das
solche Geschichten nur zu gut: „Solche
Dafür lernt er auch fleißig die Sprache.
würde mir gefallen.“
Stellen nennt man auch ‚Arbeiterstrich‘.
Ein wenig Begabung bringt er dafür schon
Meistens bekommen die Menschen dort
mit. Neben Rumänisch spricht er noch
einen geringen Stundenlohn von 2,50
Italienisch und Ungarisch. Deutsch ist für
Euro oder wenig mehr. Bei so wenig Geld
ihn eine Art Auffrischung, da er in den
und faktischer Obdachlosigkeit müssen sie
90er Jahren bereits zwei Jahre in Berlin
dann die Angebote der Wohnungslosen-
lebte – seine Familie hatte ihn damals
hilfe annehmen, trotzdem sie ja Arbeit
dorthin geschickt. Jetzt sind seine Eltern
haben. Außerdem bekommen sie keine
verstorben. Eine Schwester hat er noch,
Sozial- oder Krankenversicherung.“ Keine
die in Genua lebt. Warum so viele seiner
schönen Aussichten. Um Migranten in
Landsleute in Deutschland keinen Fuß
solchen Situationen zu helfen, riefen er
fassen können, ist für ihn klar: „Sie spre-
und sein Team ein neues Beschäftigungs-
chen die Sprache nicht. Deshalb bekom-
projekt für sogenannte „Elendsmigran-
men sie keine Arbeit, kein Geld, keine
ten“ ins Leben (siehe auch Artikel S. 11
Versicherung, keine Wohnung und sind
ff.). Ein Projekt, in dem auch Iosif eine
demoralisiert.“
neue Arbeit finden sollte. Der wiederum
Ihm geht es derzeit alles in allem gut.
ließ sich durch die anfangs schlechten
Heimweh hat er nicht. Das Einzige, das er
Erfahrungen nicht entmutigen und
vermisst, ist sein Hund, ein Barbocino –
schrieb an den Computern im GULLIVER
auf Deutsch Pudelhund. Den hat er in
fleißig an neuen Bewerbungen: „Er ist
Italien bei einer älteren Frau gelassen.
unseren Kollegen aufgefallen, weil er sie
Iosif hat Bilder von ihm auf seinem Handy,
oft nach einer Arbeit oder passenden Wör-
die er stolz zeigt. Ansonsten brauche er
tern für seine Anschreiben gefragt hat“,
nichts: „Wenn ich mal wieder Geld oder
erinnert sich Bernd Mombauer.
Zeit habe, würde ich gerne Krafttraining
Von März bis Ende Oktober 2014 half
machen oder schwimmen.“ Er zeigt auf
der Rumäne schließlich für 20 Stunden
seinen Bauch. „Vielleicht, wenn ich eine
die Woche in der Küche des GULLIVER
richtige Arbeit habe.“ Und er ist auf dem
aus, kochte Kaffee, vergab Handtücher in
besten Weg dorthin. Während seiner
den Duschen oder räumte auf. Außerdem
Anstellung im GULLIVER hat er ein vier-
finanzierte das Projekt ihm einen Kurs an
wöchiges Praktikum als „Zugbegleiter“
einer internationalen Sprachschule. Sein
bei der KVB absolviert, das er sehr erfolg-
erster richtiger Arbeitsvertrag, wenn auch
reich abgeschlossen hat. „Sein Arbeitswil-
ein befristeter. Ein Glücksgefühl? „Ich
le, seine Disziplin und seine Sprach- und
hatte eine Möglichkeit und habe sie
Kulturkompetenzen waren im Umgang
genutzt“, sagt er und fügt hinzu: „Es ist
mit den Fahrgästen und Kunden, vor allem
schwer für Rumänen ins deutsche System
derer mit Migrationshintergrund, äußerst
zu kommen. Ohne Arbeitsvertrag. Arbeit
wertvoll“, sagt Bernd Mombauer. „Es gibt
lll
rumänien
Rumänien (rumänisch România) ist eine semipräsidentielle Republik im Grenzraum zwischen Mittelund Südosteuropa. Das Land liegt am Schwarzen Meer und erstreckt sich in westlicher Richtung über den Karpatenbogen bis zur Pannonischen Tiefebene. Rumänien grenzt an fünf Staaten: im Süden an Bulgarien, im Westen an Serbien und Ungarn, im Norden sowie im Osten an die Ukraine und im Osten an Moldawien. Der moderne rumänische Staat entstand 1859 durch die Vereinigung der Fürstentümer Moldau und Walachei. Nach 1945 war Rumänien während des Kalten Kriegs Teil des Warschauer Pakts. Seit 1989 hat sich Rumänien politisch den westeuropäischen Staaten angenähert und wurde Mitglied der NATO (2004) sowie der Europäischen Union (2007). Mit 238.391 km² verfügt Rumänien über die neuntgrößte Fläche und mit etwa 20,1 Millionen Einwohnern über die siebtgrößte Bevölkerung aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Die rumänische Hauptstadt Bukarest ist mit 1,9 Millionen Einwohnern[4] die sechstgrößte Stadt der EU, knapp vor Wien (1,75 Millionen) und Budapest (1,73 Millionen).
Hallo Welt!
Meine Familie zu Hause lebt am Limit von Christina Bacher
Mann nahezu unmöglich, in Deutschland einen neuen Job zu finden. Da bis zum 31.12.2013 die Arbeitnehmerfreizügigkeit für Menschen aus Bulgarien und Rumänien noch beschränkt war, habe er auf dem normalen Arbeitsmarkt sowieso kaum eine Chance, sagte man ihm immer wieder. Dabei ist Deutschland für ihn
Fotos: Christina Bacher
immer mehr gewesen als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – es ist gleichzeitig auch das Land seiner Vorfahren. „Meine Großeltern kamen aus dem Schwabenland, ich erinnere mich noch, dass sie früher Deutsch sprachen. Schon
P
als kleiner Junge habe ich mir vorgenom-
edro L. wurde im Sommer 2013 von
rumänischen Oradea etwas sagt, dann mit
men, dieses Land mal kennenzulernen“,
einem rumänischen Landsmann
Nachdruck: „Das Einzige, was ich will, ist
sagt der zweifache Familienvater. Wieder
nach Deutschland gelockt, der ihm
arbeiten.“ Diesen Satz wiederholt er
stand er vor einem Neuanfang. Es war
im übertragenen Sinne das Blaue vom
immer wieder gerne, seit er vor mehr als
bereits kalter November 2013, als Pedro
Himmel versprach: Einen Job auf dem
einem Jahr nach Deutschland gekommen
Bau, 100 Euro Lohn am Tag auf die Hand
ist. Er sagt, sein Arbeitswille unterscheide
und eine Bleibe. Dann könne er schon
ihn von vielen Landsleuten, mit denen er
bald seine Familie aus Rumänien nachho-
nicht in einen Topf geworfen werden
len, seine Frau und die Kinder, zehn und
möchte: „Wer klauen möchte, soll nach
dreizehn Jahre alt. Im Grunde konnte
Hause fahren.“ Pedro L. hatte dennoch
Pedro L. das Angebot gar nicht ablehnen.
zunächst Pech: Sein Arbeitgeber im
Bis heute hofft er, dass seine Entscheidung
schwäbischen Mosbach entpuppte sich
Ausgangsthese der PORT GULLIVER-Studie war die Annahme, dass Menschen aus den EU-2-Ländern nach Deutschland migrieren, um hier durch Arbeitsaufnahme und Erwerbstätigkeit einen besseren Lebensstandard für sich und ihre Kinder sowie einen höheren Gesundheitsschutz und Bildungsmöglichkeiten für sich und ihre Familienangehörigen zu erreichen. Diese Hypothese wurde durch die Ergebnisse der Studie PORT GULLIVER umfassend bestätigt. Zitat aus der Projektbeschreibung
richtig war: „Meine Familie zu Hause lebt
bald als Abzocker, der den angeworbenen
am Limit, das kann man sich hier gar nicht
Arbeitskräften ihren versprochenen Lohn
vorstellen.“ Die Lebensmittelkosten dort
nur in kleinen Teilen auszahlte; oder spä-
seien so hoch wie in Deutschland, die
ter gab es gar nichts mehr für die Männer,
Schule der Kinder koste jeden Monat viel
die weit von zu Hause weg waren und
Geld, dazu noch die Anschaffung von
nicht einfach mal ihre Sachen packen
Schulbüchern – seine Frau dagegen ver-
konnten. Was nun? Pedro wollte auf kei-
diene als Produktvertreterin umgerechnet
nen Fall nach wenigen Monaten mit lee-
nicht mehr als 200 Euro, ein üblicher
ren Händen nach Hause zurückkehren.
Monatslohn. „Es ging einfach nicht mehr
„Ich habe Kampfgeist, das habe ich dann
weiter, es musste etwas passieren.“
gemerkt. Ich wollte nicht aufgeben.“
Pedro L. ist kein Mann der großen Wor-
Zunächst erschien es für den anfangs
te. Aber wenn der 46-Jährige aus dem
kaum der deutschen Sprache mächtigen
Die Sprach- und Integrationsmittlerin Minerva Lehmann stammt aus dem rumänischen Traian Vuia und lebt seit 14 Jahren in Köln. Die 40-jährige Mutter eines Sohnes unterstützt während ihrer Elternzeit das Beschäftigungs-Projekt PORT GULLIVER als eine von drei Muttersprachler(inne)n. „Ich kann eine Brücke schaffen, weil ich viele Situationen aus eigener Erfahrung kenne“, sagt die sympathische Frau, die der Liebe wegen nach Deutschland gekommen ist. „Wir Rumänen sind sehr temperamentvoll. Oft reden wir mit Händen und Füßen. Für einen Deutschen mag das manchmal aussehen wie ein Streit“, klärt sie eins der Missverständnisse auf, die sie immer wieder zwischen den Kulturen beobachtet. Sie hat Pedro L. in den letzten Monaten bei zahlreichen Amtsgängen unterstützt und ihn auf der Wohnungssuche begleitet – mit Erfolg. Auch für das Gespräch mit DRAUSSENSEITER-Mitarbeiterin Christina Bacher fungierte sie als Übersetzerin.
11
Hallo Welt!
Rumänien ist ganz weit weg: Pedro L. baut sich in Köln eine neue Zukunft auf und möchte dann die Familie nachholen.
Seit dem Beitritt von Rumänien und Bulgarien zur EU werden in westdeutschen Großstädten verstärkt Gruppen von Rumänen und Bulgaren sichtbar, die als Touristen einreisend versuchen, ihre ökonomische Lage im Herkunftsland durch kurzfristige Erwerbstätigkeit in Ländern der EU zu verbessern. Gezwungen auch hier unter schlechten ökonomischen und sozialen Umständen zu leben, nutzen sie zunehmend Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe und stellen die Einrichtungen mit ihren neuen Bedarfen (quantitativer und qualitativer Art) vor erhebliche Probleme. (...) Im Fachdiskurs wird dieses Phänomen mit dem Begriff der „Elendsmigration“ umschrieben. Auszug aus der Studie PORT GULLIVER
Das Gesetz, nach dem Arbeitnehmer aus Rumänien und Bulgarien ab dem 1. Januar 2014 keine besondere Arbeitsgenehmigung mehr benötigen, stellte schließlich die Weichen für die lang gehegte Idee von KALZ-Geschäftsführer Bernd Mombauer und seinem Team, ein Beschäftigungsprojekt für sogenannte „Elendsmigranten“ zu schaffen. Mithilfe von Kulturvermittlern, Sprachkursen und besonderer Unterstützung wollte man deren Chancen verbessern, in Deutschland Fuß zu fassen – ein erstes Angebot
12
auf der Suche nach Arbeit und einer Blei-
Weile, bis er mit den Sozialarbeitern und
für die unzähligen Bedürftigen alleine in
be in Köln landete.
schließlich auch mit den sogenannten
Köln. „Die Menschen kommen in die Ein-
Sein erster Gang führte ihn – wie täglich
„Kulturvermittlern“ ins Gespräch kam. Als
richtung als Gäste und erkennen die Mög-
viele Neuankömmlinge – zunächst zur
Folge einer viel beachteten Studie, die das
lichkeit, durch die Mitarbeit im Projekt
Überlebensstation GULLIVER am Kölner
KALZ e.V. in Zusammenarbeit mit der FH
einen ersten Schritt zur Lösung ihrer Pro-
Hauptbahnhof. Hier traf er überraschend
Düsseldorf zum Thema „Elendsmigran-
bleme zu tätigen“, erklärt Bernd Mom-
viele Menschen mit den gleichen Proble-
ten“ durchgeführt hatte, sollten nun für
bauer, Geschäftsführer von KALZ, das
men und Bedürfnissen – von weit her
einige wenige Menschen aus Osteuropa
Konzept. „Außerdem wollten wir prüfen,
gereist, sehr hungrig, ohne Bleibe und
im GULLIVER Arbeitsplätze geschaffen
ob unser seit nunmehr 14 Jahren funktio-
Aussicht auf Arbeit. Auch, wenn Pedro die
werden, erfuhr er. Erstmals keimte bei
nierendes Modell der Überlebensstation
Tage häufig in der Einrichtung am Bahn-
dem Mann, der inzwischen auf der Straße
GULLIVER Aus Gästen werden Mitarbeiter!
hof verbrachte, dauerte es eine ganze
lebte, Hoffnung auf.
in andere Bereiche und auf andere Grup-
Hallo Welt!
Stolzer Papa: „Mein Sohn geht gerne zur Schule und lernt jetzt Englisch und Deutsch!“
pen übertragbar ist.“ Neben Thekendienst
Familie in Köln vereint sein wird. Darauf
und Rezeption gibt es Tätigkeiten in der
arbeitet er weiter hin! Langsam lasse die
Küche und im Service – und Pedro L.
innere Unruhe nach, sagt er, er könne wie-
bekam den Zuschlag für einen befristeten
der besser schlafen. Er schöpfe mehr und
Arbeitsvertrag.
mehr Zuversicht. Vor allem, wenn er sieht,
Er bekommt vor Rührung immer noch
wie sich sein Sohn täglich heimischer in
feuchte Augen, wenn er erzählt, wie seine
Köln fühlt. „Er lernt in der Schule jetzt
Geschichte dann weiterging: Zuerst bekam
Englisch und Deutsch. Vielleicht also hat
er den Job und dann die Drei-Zimmer-Woh-
sich die lange Reise doch gelohnt“, sagt
nung in Köln-Ossendorf. Nur so war es
Pedro L. mit der ihm eigenen Vorsicht. Er
schließlich möglich, dass Pedro seinen
senkt den Blick und betrachtet seine Fin-
„Es bleibt festzustellen, dass es sich bei dem Thema der Zuwanderung um eine reine EU-Binnenmigration handelt, die politisch gewollt und durch europäisches Recht geschützt ist. Die Freizügigkeit ist nicht umsonst eine der zentralen Säulen der Europäischen Union.“ 13-jähriger Sohn Marko vor kurzem aus
ger, die auf dem Tisch imaginäre Punkte
Rumänien zu sich holen konnte. „Ich bin
miteinander zu verbinden scheinen. Von
sehr dankbar, dass man mir hier bei der
Oradeo in Rumänien nach Köln im Westen
Wohnungssuche und dem ganzen Schrift-
Deutschlands benötigt man nicht mal zwei
kram geholfen hat. Alleine hätte ich das
Tage mit dem Bus – Pedro L. aber weiß,
nicht geschafft.“ Ein Anflug von Lächeln
dass man in Wirklichkeit eine halbe Ewig-
erscheint auf seinem Gesicht. Richtig
keit braucht, „um von der einen Welt end-
glücklich wird er erst sein, wenn die ganze
gültig/richtig in die andere zu kommen.“
lll
info
Das modellhafte Beschäftigungs- und Integrationsangebot PORT GULLIVER für EU-2-Migranteninnen und Migranten ist in seiner Form bisher einzigartig. Ohne die inhaltliche Offenheit seitens des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW wäre PORT GULLIVER nicht möglich geworden. In der Folge förderte das MAIS NRW das Projekt aus dem Aktionsprogramm „Obdachlosigkeit verhindern – Weiterentwicklung der Hilfen in Wohnungsnotfällen“. In Bezug auf eine Verstetigung des Projektes laufen seit Beginn weitere konkrete Planungen und Gespräche für die Entwicklung von Integrations- und Arbeitsmarktperspektiven für EU-Migranteninnen und Migranten mit dem Jobcenter Köln und anderen Kooperationspartnern. Kontakt: Bernd Mombauer Kölner Arbeitslosenzentrum e.V. (KALZ) Hans-Böckler-Platz 1 (2. OG) 50672 Köln Tel.: 0221/5461072 mombauer@koelnerarbeitslosenzentrum.de 13
Hallo Welt!
JEDER MENSCH HAT EIN STÜCK VOM GLÜCK VERDIENT Die 33jährige Silvia R. kam aus eigenem Antrieb vor einigen Jahren nach Deutschland. Sie wollte studieren und reisen dürfen, was ihr in ihrer Heimat Bulgarien nicht möglich war. Mit Christina Bacher hat sie nicht nur über Vorurteile und Landsleute gesprochen, sondern auch ihr privates Fotoalbum geöffnet. DRAUSSENSEITER: Das Ergebnis der Studie
Medienlandschaft wird meiner Meinung
bringen, weil sie Kontrolle und restriktive
PORT GULLIVER zeigt, dass viele Menschen,
nach rassistische Stimmungsmache auf
Maßnahmen wittern.
die aus Osteuropa nach Köln kommen, hier
dem Rücken einer Minderheit, deren Mit-
Silvia R.: Mmmh. Ich glaube, Menschen,
bleiben wollen. Was sie brauchen, ist eine
glieder angeblich stehlen, lügen und betrü-
die gerade eine Lebenskrise erfahren –
Perspektive ...
gen, betrieben. Nur ein paar Schlagzeilen
deren Welt sozusagen komplett auf dem
Silvia R.: Das finde ich persönlich nicht
der letzten Monate und Jahre seien an
Kopf steht – haben es grundsätzlich schwe-
wirklich verwunderlich, dass viele Men-
dieser Stelle erwähnt – „Wer betrügt, der
rer, Vertrauen zu finden. Egal zu wem. Und
schen – und ich denke nicht nur aus Osteu-
fliegt“, „Sozialtouristen“,„Osteuropäer sit-
dies gilt für Menschen, die gerade ihre
ropa, sondern aus der ganzen Welt – lang-
zen auf gepackten Koffern“ oder „Europas
Wohnung verloren haben genauso, wie
fristig in Köln bleiben möchten. Alleine aus
Ärmste auf dem Weg nach Deutschland.“
auch für Menschen, die ihre Heimat ver-
dem Grund, dass Köln einfach eine große
Ängste vor Wohlstandsverlust werden
lassen haben. Der vertraute Ort ist weg
Stadt ist und deshalb sowohl Vielfalt an
dadurch auch noch geschürt. Deshalb wür-
und oft kostet es viel Mut, Überwindung
Lebensperspektiven als auch an Lebensfor-
de ich mich stattdessen lieber an Diskursen
und innere Kraft, um wieder einen neuen
men zu bieten hat. Dass jedoch in Deutsch-
über die Bedeutung und Verringerung von
vertrauten Ort zu finden. Leider gehört
land immer mehr Menschen leben, die
Armut und sozialer Ungleichheit – natio-
meist noch eine ganze Menge Geld dazu,
verarmen und ebenfalls Perspektive für ihr
nal und international – beteiligen, als Teil
das Menschen brauchen, um sich ein schö-
Leben brauchen, davon, finde ich, spricht
von der öffentlichen Diffamierung zu sein.
nes neues Zuhause bauen zu können. Also kannst du davon ausgehen, dass Gefühle
kaum jemand in dem breiten öffentlichen Raum. Wobei wir bei den eigentlichen The-
DRAUSSENSEITER: Eins der größten Missver-
von Ohnmacht, Scham, Angst und ver-
men wären – Armut und soziale Ungleich-
ständnisse scheint ja zu sein, dass viele
meintlich weniger wert zu sein den Kon-
heit und wie diese in den Medien und der
Zuwanderer den Hilfeeinrichtungen oder
takt und das In-Beziehung-Treten mit
Politik diskutiert und angegangen werden.
Sozialarbeitern wenig Vertrauen entgegen
anderen prägen. So gehört es dann auch
DRAUSSENSEITER: Es kommt teilweise zu einem Konkurrenzkampf zwischen „eingeborenen“ Armen und den Menschen, die herkommen und ebenfalls auf Hilfe angewiesen sind. Wie erklärst du dir die Angst vieler Leute, von den Zuwanderern etwas weggenommen zu bekommen? Silvia R.: Ich finde es empörend, wenn die ethnische Herkunft der Menschen in rechtspopulistischen Diskursen missbraucht wird und die sozialen Probleme allen nicht gut geht, werden somit gegen einander ausgespielt. In den meisten politischen Diskursen und der Mainstream-
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Endlich unterwegs auf der ganzen Welt
Foto: Privat
ethnisiert werden. Menschen, denen es
Hallo Welt!
zur Aufgabe von Hilfeeinrichtungen, eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, damit sich möglichst viele Menschen in den vielfältigsten und vielschichtigsten Krisensituationen willkommen fühlen. Eine andere Frage ist in diesem Zusammenhang, wie gut kennen sich Menschen im Hilfesystem aus und inwiefern bedarf es hier noch einer am Alltag der Menschen Fotos: Privat
orientierten öffentlichen Aufklärung? DRAUSSENSEITER: Wie geht es dir hier in Köln? Silvia R.: Mir geht es sehr gut in meiner momentanen Wahlheimat Köln. Nach vielen inneren und äußeren Kämpfen zwischen gezwungener und notwendiger Anpassung, um überleben zu können.
Ein besonders lustiges Bild, finde ich. An Geburtstagen bekam jedes Kind im Kindergarten einen Kuchen. Es kam extra ein Fotograf und es wurden große „Fotoshootings“ gemacht, die immer gleich abliefen: Zuerst mit „traditioneller Tracht“ und dann mit „zivilen“ Kleidern. Und ich finde es klasse, weil das Bild ganz gut zeigt, dass ich mich bereits mit drei Jahren nicht um vorgeschriebene gesellschaftliche Normen geschert habe und dass ich keine Lust auf gestellte Bilder und Blumenschenken habe.
Auch nach vielen verschiedenen Jobs und Ausgrenzungs- und Diskriminierungserfahrungen, die ich auch manchmal still
Kindheit in Bulgarien
ausgehalten habe, um mein Studium abschließen zu können. Ja, tatsächlich – ich fühle mich so langsam in meiner Haut wohl und in mir angekommen. Ich bin dankbar um all die Privilegien und Ressourcen, die ich mir erarbeitet habe. Dadurch bin ich unabhängiger und muss nicht mehr aushalten und hinnehmen, weil es nicht mehr ums tägliche Überleben geht. Ich darf laut sein und muss es sogar, weil ich weiß, wo ich herkomme. Und jeder Mensch hat ein großes Stück vom Glück verdient und nicht nur wenige, weil die gerade rein zufällig das passende Geschlecht, die „richtige“ Herkunft oder
Das Foto wurde 1986 aufgenommen. Man sieht mich als Fünfjährige mit meinem Bruderherzchen, der sechs Jahre älter ist als ich.
einfach genügend Geld besitzen. lll
info
Silvia R. ist 1981 in Bulgarien geboren und aufgewachsen. Erst als sie mit 28 Jahren, nach Studienjahren in Deutschland, einen deutschen Pass bekam, konnte sie ihre Träume leben: Sie flog u.a. in die USA, wo sie schon immer hinwollte, und gab ihre Stimme bei der Bundestagswahl ab. „Das Wahlrecht und dadurch die aktive Teilnahme am politischen Geschehen in dem Land, in dem man lebt, finde ich ein sehr wichtiges Menschenrecht“, sagt die Wahlkölnerin heute. Sie lebt mit ihrer Lebenspartnerin zusammen in Köln.
Dies ist ein Klassenbild aus dem Jahr 1988 - da bin ich 7 Jahre alt. Ich (zweites Mädchen mit kurzen Haaren, von links nach rechts in der zweiten Reihe von vorne nach hinten) trage wie alle anderen bulgarischen Schülerinnen eine Uniform mit Pioniertuch.
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schnappschuss
Bodo Den Lebenskünstler, Herrn Bodo, findet man, sofern man ihn kennt, in einem sehr versteckten Hinterhof in Köln/Mülheim, in der Nähe der Mülheimer Brücke. Er ist Künstler (schmiedet Skulpturen), Koch (backt die bestbelegte Pizza Kölns), Gärtner (züchtet besondere Kräuter für jeden Gemütszustand), und ist zudem noch Aussteiger, Philosoph, Psychologe, Kunstlehrer, Hundehalter, Geschichtenerzähler, Träumer und schließlich Kölner. Foto und Text: Gerd Bonse
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kurzporträt
Kurzporträt
Bastian Staude weite arbeitete, musste er nah an die Motive heran – was oft nicht unentdeckt blieb. „Meine Fotos sind nicht gestellt und ich frage grundsätzlich nicht vorher, ob ich fotografieren darf“, sagt der Streetfotograf. In manchen Situationen allerdings frage er im Nachhinein, ob es okay ist, das Foto zu veröffentlichen. „Das sind Ausnahmen. In den meisten Situationen reicht ein Lächeln, denn böse Absichten habe ich ja nicht.“ Nein, nur eine Mission: Gute Fotos zu machen, die mehr sein sollen als ein Fotos: Privat
kurzer Schnappschuss: „Wenn ein Foto dem Betrachter eine Geschichte erzählen kann und ihn – im Idealfall – zum Nach-
W
„
denken bringt, dann bin ich am Ziel.“ (cb) enn ich eine Situation sehe und das Foto in meinem Kopf schon geschossen
Mehr Fotos und Informationen unter www.streetwrk.com.
habe, ist die Kamera für mich nur noch das Werkzeug“, erzählt Bastian Staude, der am Bodensee lebt und nun schon zum zweiten Mal mit seinem Kollegen Thomas Leuthard zugunsten des DRAUSSENSEITERs einen Streetfotografie-Workshop in der OASE abgehalten hat. Staudes Leidenschaft gilt der Streetfotografie: Seit Jahren ist der Abenteurer auf der Suche nach dem einen, besonderen Moment, bevor die Kamera vom Betrachter wahrgenommen wird. Und das welt-
lll
FOTOMOTIV: Majdan Nesaleschnosti (siehe nächste Seite)
weit: In Kiew verbrachte er mehrere Monate und erlebte mit, wie sich aus den friedlichen Protesten Ende 2013 blutige Aufstände und Kämpfe zwischen militanten Demonstranten und Berkut-Einheiten entwickelten. Als Aktivisten in Kiew begannen, den Majdan Nesaleschnosti und die Chreschtschatyk, die Kiewer Flaniermeile, zu besetzen, schnappte sich Staude seine Olympus OMD und das 17 mm-Objektiv und hielt drauf. Da er mit einer sehr kurzen Brenn-
Der Majdan Nesaleschnosti (russisch „Ploschtschad Nesawissimosti“; deutsch „Platz der Unabhängigkeit“ bzw. „Unabhängigkeitsplatz“) ist der zentrale Platz der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Er wird meist kurz als Majdan bezeichnet. Der Platz wird durch den Chreschtschatyk (eine mehrspurige Hauptverkehrsstraße) in einen nördlichen und einen südlichen Teil getrennt. Beide Teile des Platzes sind durch das unterirdische Einkaufszentrum „Globus“
sowie durch die Unterführung der Metrostation „Majdan Nesaleschnosti“ miteinander verbunden. Der Majdan wurde im Jahr 2004 durch die Orange Revolution weltbekannt, als er das Zentrum des politischen Protestes gegen den Wahlbetrug bei den ukrainischen Präsidentschaftswahlen war. Ebenso war er zwischen November 2013 und Ende Februar 2014 Mittelpunkt der nach ihm benannten Euromaidan-Proteste. 17
Interview
18
inhalt
19
künstlerPorträt
„Death of a princess bee“ überflutet den Betrachter mit einer Opulenz an Reizen.
Die mexikanische Malerin Frida Kahlo tritt in Flacas Komposition als Revolutionärin auf.
„Food Revolution“ zeichnet ein dekadentes Abbild der Konsumgesellschaft.
20
künstlerPorträt
Geschmackssichere Hörbilder Die Ehrenfelder Künstlerin Mercedes Alejandra Goudet komponiert digitale Kunstwerke, in denen Farben und Figuren urbane Sounds sowie Aromen transportieren. von Thomas Dahl
D
ie Ehrenfelder Digitalkünstlerin
keiten, wie die Künstlerin selbst oder die
le Vielfalt im Stadtteil ist extrem inspirie-
Mercedes Alejandra Goudet alias
mexikanische Malerin Frida Kahlo, aber
rend. Ich brauche wirklich keine Werk-
Flaca (spanisch: dünn, mager,
auch Mitarbeiterinnen eines Kölner
schau in New York, wenn ich meine Arbei-
schmächtig, abgegriffen) komponiert Bil-
Domina-Salons blicken poetisch, kalt, lüs-
ten in Köln präsentieren kann“, schwärmt
der, die nicht nur nicht übersehen, son-
ternd, selbstbewusst und liebevoll aus den
die gefragte Künstlerin von ihrem Lebens-
dern auch kaum überhört werden können.
Arbeiten, die allesamt am heimischen
umfeld. „Man kann sagen, dass ich auf
Flacas Werke durchfährt ein urbaner
Computer entstehen.
Facebook von den Galeristen entdeckt
Sound, dessen Lautstärkeregler stets im
„Ich verwende als Basis eigene Fotogra-
worden bin. Das war vor circa eineinhalb
Maximum-Bereich weilen. Auch den indi-
fien oder Bilder, die von Fotografen stam-
Jahren. Seitdem habe ich regelmäßige
viduellen Geschmack des Betrachters res-
men, mit denen ich zusammenarbeite.
Ausstellungen. In diesem Jahr war ich
pektive des Hörers nimmt die gebürtige
Daraus entstehen die verschiedensten
komplett ausgebucht“, verweist die ehe-
Südamerikanerin aus Caracas/Venezuela
Collagen“, so Goudet, die bereits seit 29
malige Modeillustratorin und Stadt-
wörtlich. Die Opulenz von Farben und
Jahren in Deutschland lebt. „Davon bin
plan-Zeichnerin auf ihren vollen Termin-
figürlichen Details erscheint in nicht weni-
ich nun schon 15 Jahre in Ehrenfeld. Von
kalender.
gen der Oeuvres verführerisch köstlich.
hier will ich nicht mehr fort. Die kulturel-
www.flacas-art.de
„Meine Kunst ist laut und bunt – wie mein Kopf. Wenn es darin aufhört zu schreien, fürchte ich die Ruhe vor dem Sturm“, beschreibt die 40-jährige Wahlkölnerin ihr Innenleben. In ihren Werken stellen Frauen die Protagonisten dar. Mit einer archaischen Geschlechterrolle konnte sich die Künstlerin nie abfinden. „Ich komme aus einem erzkatholisch geprägten Land. Die sexuellen Motive in meiner Kunst sind provokativ und eine ständige Auflehnung gegen die klassische Rollenverteilung. In Venezuela herrscht bis heute eine permanente Revolution. Diesen Geist trage ich in mir und drücke dies in meinen Bildern aus. Ich kämpfe für die Emanzipation der Frau, Liberalismus, Toleranz und die freie Verfügung über den eigenen Körper.“ In den Werken übernehmen Frauen die Macht in einem patriarchisch geprägten Weltgefüge. Persönlich-
Lebensklänge aus allen Winkeln vermitteln die Arbeiten von Mercedes Alejandra Goudet.
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gedichte
grand tour
alltag irgendeine stadt
wir liefen auf grund an der peripherie im graubereich wo ausfallstraßen die himmelsrichtung definieren die hunde nicht mehr angeleint sind wir hantierten mit wörtern die wie ausgedünnte betonflächen in unseren mündern lagen und wie wir uns nach einer neuigkeit sehnten die über uns hereinbricht plötzlich aus einer geklauten zeitung las ich dir kontaktanzeigen vor bis wir druckerschwärze an den händen hatten bis du du sagen würdest komm
unter dem kopfsteinpflaster kies und knochen nur an besseren tagen denkt man sich vage einen strand
Über Christoph Danne: Geboren 1976 in Bonn, veröffentlicht er seit 2001 regelmäßig Gedichte in Anthologien, Magazinen, Heftreihen und Literaturzeitschriften. Er betreibt mit Rodion Ebbighausen den tauland-verlag, dessen Schwerpunkt auf
22
frischer Literatur, Prosa und Lyrik liegt. Obendrein ist er Veranstalter der literarischen Lesereihe gegenlichtlesen sowie des Lyrikabends HELLOPOETRY!. 2013 gewann er den „Bachmann-Preis für alle“, ausgeschrieben als Publikumspreis vom Literaturatelier Köln. Christoph Danne lebt und arbeitet in Köln. Veröffentlichungen u.a.: das halten der asche (2014), finderlohn (2011). www.christoph-danne.de, Foto: Sascha Bofinger
kolumne
Kolumne
Goodbye Deutschland
I
m Fernsehen gibt es eine Sendung,
sehen wir ganz entspannt; wir sind ja
die „Goodbye Deutschland!“ heißt,
schließlich Gebührenzahler und keine
und deren Protagonisten aus den ver-
Auswanderer.
schiedensten Gründen und mit den
Im Laufe der Serie entwickeln wir für
unterschiedlichsten Budgets in Länder
einige Fernsehfamilien Sympathien
auswandern, in denen auch ich gerne
oder Abneigungen und für andere
wäre – manchmal jedenfalls...
weder das eine noch das andere. Im letz-
In ihrer neuen Heimat verkaufen sie
ten Fall lassen wir uns von ihren Unter-
dann deutsche Bratwürste oder erwer-
nehmungen einfach nur berieseln.
ben teure Grundstücke, die sich später
Besonders, wenn am Drehort gerade ein
als wertlos erweisen. Sie eröffnen Bars
tropischer Regen niedergeht und ihr
an Palmenstränden, Friseursalons in
komplettes asiatisches Leichtbauhäus-
Schwulenhochburgen und Boutiquen
chen unter Wasser setzt. Dann sind wir
auf Mallorca, oder versuchen in Andalu-
froh, auf dem Trockenen zu liegen und
sien Holzhäuser an den Mann zu brin-
knackige Chips essen zu können. Ja, wer
gen... Das Wichtigste: Ein Kamera-Team
hätte denn auch gedacht, dass es in den
und somit wir Zuschauer sind immer
Tropen mal regnen würde?
hautnah mit dabei. Wir erleben den trä-
Manchmal dösen wir sogar ein, wäh-
nenreichen Abschied aus Deutschland
rend die Auswanderer ein langes, holpri-
und die Schwierigkeiten vor Ort, die sich
ges Vorstellungsgespräch in einer Spra-
die Auswanderer so nicht vorgestellt hat-
che führen, die sie noch nicht beherr-
ten. Wir dürfen einmal wöchentlich an
schen. Da wundert es auch nicht, wenn
ihrem Schicksal teilhaben – schön
sie Wochen später doch an der Auswan-
bequem vom Sofa aus, wo uns keine
derung scheitern und wieder nach
Mücken stechen und wir weder frieren
Deutschland zurückkehren. Bereuen
noch schwitzen müssen. Wo wir völlig
würden sie ihren Schritt aber nicht.
entspannt die große weite Welt und
Irgendwie werde es schon weitergehen –
fremde Kulturen kennenlernen können
es hatte ja bisher immer irgendwie
– ohne befristetes Visum oder drohende
geklappt. Schau‘n wir mal .....
Ausreise. Auf unserem Sofa können wir auch sicher sein, nicht von Halunken beklaut oder von Ganoven über den
Ja, dann schau‘n wir mal in die nächste Sendung rein. Astrid Hülser
Tisch gezogen zu werden. Nein, das
23
kurzgeschichte
t e t t e r e n n a S r Supe Mega-Gün Teil 3
A
nung. „Der Kräftetransfer ist geglückt. Er hat es überstanden“,
kein Superheld mehr sein. Alle Menschen, die ich liebe, ster-
atmete erleichtert aus und schloss kurz ihre Augen.
ben. Ich will auch nicht mehr leben.“
„Geschafft, was für ein Glück“, dachte sie. Da kam ihr eine
ls Super-Sanne am Dom ankam, fand sie Mega-Gün am
Gesagt, getan. Auf dem Rückweg schien alles wieder in Ord-
Fuße des großen Wahrzeichens kauernd. Er starrte entkräftet auf das graue Steinpflaster: „Mir reicht's. Ich will
ließ der Computer des Super-Mobils verlauten. Super-Sanne
Zeichnung: Lazy Magá
„Mega-Gün, wir können nicht immer verhindern, dass so
24
Idee. Ohne lange zu überlegen, beugte sie sich über den Hel-
etwas passiert. Aber unsere Kräfte helfen dafür anderen.“
den und riss ihm die Maske vom Gesicht. Zu lange wollte sie
Doch Super-Sannes beruhigende Worte verfehlten ihre Wir-
schon wissen, wer sich dahinter verbarg. So eine Gelegenheit
kung. Mega-Gün schlug mit beiden Fäusten auf den Boden, so
würde vielleicht nie wieder kommen. Doch als sie sah, wer da
dass zwei riesengroße Löcher entstanden, und flog mit Schall-
vor ihr lag, erschrak sie: „Kleiner Günter, du bist das?“ Im glei-
geschwindigkeit los, ohne sich noch einmal nach ihr umzuse-
chen Moment kam der Kleine Günter wieder zu sich. „Meinen
hen. Sie ahnte, was er vorhatte. Nur der magnetische Kern der
Spitznamen kennen doch nur meine Freunde!“, murmelte er
Erde besaß genügend Kraft, um Mega-Gün zu töten. Sie folgte
noch leicht benommen. Doch dann wurden seine Sinne mit
ihm und hatte ihn schon fast erreicht, da spürte sie, wie auch
einem Mal klar. „Verdammt, meine Maske! Jetzt will ich aber
ihre Kräfte schwächer wurden. Anscheinend hatte dieser ver-
auch wissen, wer du bist.“ Nach langem Zögern nahm die Hel-
flixte magnetische Kern auf sie die gleichen Auswirkungen.
din ihre Maske ab. „Susanne!?“, der Kleine Günter bekam vor
Aber so schnell gab sie nicht auf. „Super-Mobil, volle Leis-
lauter Staunen seinen Mund nicht mehr zu. Doch der
tung“, befahl sie ihrem Gefährt. Und schon verwandelten sich
Moment der Erkenntnis währte nicht lange. Zu gefährlich war
dessen Reifen in riesige Klauen, fuhren aus und packten den
es, die eigene geheime Identität mit anderen zu teilen. Des-
bewusstlosen Mega-Gün. Gerade noch rechtzeitig, bevor der
halb nahm Super-Sanne ein Döschen mit Superstaub aus
Kern ihn für immer auslöschen konnte. – Zurück in ihrem
ihrem Gürtel, blies den Inhalt in die Luft und ließ so beide die
Geheimversteck ließ sie den gefallenen Helden von ihrem
gerade erfahrenen Geheimnisse wieder vergessen.
Computer untersuchen: „Er ist sehr schwach, er wird sterben.“
So, meine lieben Leser, ich hoffe, meine Geschichte hat euch
„Gibt es keine Chance ihm zu helfen?“
gefallen und auch ihr trefft mal auf euren persönlichen Super-
„Der Leverkusener Reaktor kann seine Kräfte aufladen.
helden. Ein Tipp: Er muss nicht immer eine Maske tragen ...
Aber das muss schnell geschehen.“
Kleiner Günter
Fotos: Miriam Wolf
draussenseiter
Matze und Heike freuen sich über ihre Geschenke
Horch, wer kommt von drauSSen rein ...
B
ei unserem DRAUSSENSEITER-Adventsnachmittag im vergangenen Dezember hatten wir gleich mehrere Gründe zum Feiern: Elf Ausgaben, unser Buch, viele gute Veranstaltungen und natürlich ein tolles Team, das bei Wind und Wetter hinter unserem Heft steht – vielen Dank noch einmal dafür! Und wie feiert man am besten Advent?
Natürlich mit Stollen, Plätzchen, Mandarinen und Kaffee. Zu Ehren der Verkäufer gab es – dank Spenden von Ulrich Noller und der Firma Ergoconcept Engineering GmbH – noch eine Tombola mit bunt verpackten Geschenken. Eine schöne Überraschung: Für das vorweihnachtliche „Einsingen“ sorgte Willi Does von Emmaus, der mit seiner Gitarre vorbeikam. (sab)
Große Runde: Die DRAUSSENSEITER-Crew
Kein Verkäufer ging leer aus ...
Lies und Sabrina – Frauenpower
Willi Does – Stimme mit Herz
25
Aus den Einrichtungen
Fotos: Christina Bacher
Buchvorstellung in der Emmaus-Gemeinschaft
Die Günters
Die spontan gegründete Emmaus-Band
Die Lyrik-Ladies
inen herzlichen Empfang bekam die
„Lyrik-Ladies“ die Menschen zum Nach-
immer, als Christina Bacher den „Klamot-
Crew um Christina Bacher am
denken und Schmunzeln brachten, trat
ten-Heinz“ zum Besten gab. Musikalisch
21.11.2014 in der Emmaus-Gemein-
der Kleine Günter mit der „Geschichte
wurde der Abend begleitet von Willi Does
schaft zum Thema „Köln trotz(t) Armut“
vom Obdachlosen, der sein Lachen ver-
& Friends. Ein fabelhafter Abend rund um
bereitet: Während Linda und Renée als die
kaufte“ auf. Standing Ovations gab es wie
ein ernstes Thema!
E
Traum und Wirklichkeit Gerade war mir, als hätten mich Engel gerufen: „Lies, heb' deine Beine und geh’ Kaffee kochen. Wir haben Hunger und Durst. Wir helfen dir auch beim Tisch decken und nachher beim Spülen. Dann geht das schneller.“ Und wer würde da schon nein sagen. Also ich nicht. Ich bin ja immer schön brav gewesen. Habe viel gelacht, gesungen und getanzt. Tan-
men ! Mitf eie rn, mit sin gen , mit stim
zen könnt’ ich jederzeit – bei lauter Musik, quer durch das Wohnzimmer! Genauso gerne schreibe ich für den DRAUSSENSEITER. Bald bin ich auch schon elf Jahre in der OASE
LOSS MER SINGE in der OASE
Gast. Und meine Wohnung habe ich fast genauso lange. Kann mich noch genau daran erinnern, wie ich damals an der Drehbrücke vorbeigegangen und am Ende in der OASE
Am 1.2.2015 ist es endlich wieder soweit: Die Kult-Initiative "Loss mer singe" verlässt die Kneipe und kommt um 15 Uhr in die OASE zur (alkoholfreien) Stimmbildung. „Schon im letzten Jahr hatten wir ja einen Nachmittag lang gemeinsam großen Spaß und es war toll zu sehen, wie viele ,Loss mer singe‘ zum ersten Mal für sich entdeckt haben, die vielleicht das Einsingen in Kneipen eher gemieden hätten“, sagt Ute Hinz von der Initiative, die inzwischen in Köln zu den beliebtesten alternativen Karnevals-Veranstaltungen in der Session zählt. Ehemals in einer Küche in Nippes gegründet, geht die Crew inzwischen an zahlreichen Locations an den Start. Wohnungslose und andere OASE-Besucher sowie Vereinsmitglieder, die gerne zusammenstehen und singen, können sich vom 5.1. bis zum 20.1.2015 in der OASE eine kostenfreie Karte sichern, solange der Vorrat reicht. Für Frikadellen und Getränke ist gesorgt – gute Stimmung inklusive. Verkleidung ist natürlich kein Muss, aber gerne gesehen. www.lossmersinge.de 26
gelandet bin. Oder wie ich am Kölner Neumarkt zur Schule ging und dort mein Gedächtnis aufpolierte. Das ist immer noch sehr gut. Und das macht mich sehr stolz. Ich werde ja bald 88 Jahre alt! Aber meine Träume sind auch sehr lebendig. Und ich wünsche mir, dass das noch lange so bleibt. Jetzt muss ich aber Schluss machen. Denn es ist schon viertel nach zwei am Morgen und ich muss ja noch meine Gäste bewirten. Die Engel, die mich in der Früh geweckt haben ... Es grüßt, eure Lies
Aus den Einrichtungen buntes
moin freunde,
machen oft ganz schön verrückte
meine endgültige Diagnose ist da,
ich froh, wenn ich alles im Griff habe. Ja,
soweit man das sagen kann. Meine
ich habe da oft einen Sturkopf. Trotz-
gesamte Mageninnenwand ist wohl vol-
dem ... Frauchen braucht mal ’ne Brem-
ler Entzündungen. Wie ein riesiger
se zwischendurch. Aber ich kriege das
Tumor, sagt der Doc. Sieht aber noch
hin. Dann lacht sie und sagt: „Mensch,
gutartig aus. Nun nehme ich schon ein
mein Junge, was würde ich nur ohne
Sachen. Zumindest meiner. Deshalb bin
Doppelt gut hilft noch besser:
Sauerbraten und KlöSSe – beim Vringstreff wird prominent gekocht
dich machen.“ Ich glaube, sie
paar Tage meine starken Medi-
ist ganz froh, dass ich oft
kamente – das Cortison.
dafür sorge, dass ihr der
Und Mensch, ich sage euch, davon bekommt
Stress nicht zu viel wird.
man Durst ohne Ende!
Ich habe echt ne Men-
Ich muss saufen und
ge Arbeit mit meinem
strullern wie jeck. Und
Dosenöffner. Ein wahrer Fulltime-Job. Aber
Frauchen muss dann
solange meine Kuschelein-
dauernd mit mir runter.
heiten auf der Couch nicht
Aber sie sagt, es ist kein Prob-
zu kurz kommen, will ich nicht
lem, wenn es meinem Bauch hilft. Obwohl Frauchen lieber wäre, es gäbe
meckern. Nun ist auch oft Besuch da. Da
etwas, das nicht so viele Nebenwirkun-
muss ich mich ja auch drum kümmern.
gen hat. Sie will nochmal beim Heilprak-
Direkt, wenn einer kommt, klar machen,
tiker nachfragen. Tja, und sonst ist Frau-
wer hier das Sagen hat. Das kann ich
chen irgendwie nur noch am Arbeiten.
echt gut. Ich liege dann im Körbchen
Klar gehen wir Gassi. Aber sie ist auch
und behalte alles im Auge. Ihr seht, es ist
wieder ein paar Mal ohne mich los. Das
ne Menge los bei uns. Vielleicht habt ihr
mag ich gar nicht. Ich will natürlich mit
Lust mal zu erzählen, wie es bei euch so
und immer auf sie aufpassen. Zweibei-
zugeht? Würde mich freuen. Also Freun-
ner kann man ja nicht alleine lassen. Die
de, bis bald, es grüßt
Kölner Prominente im Vringstreff
Acht Prominente besuchten Vringstreff-Koch Uwe Mai Ende November in seiner Küche, um ihm bei der Zubereitung von Klößen und frisch gekochtem Sauerbraten behilflich zu sein. Die Aktion, organisiert von dem Kölner Künstler Cornel Wachter und Vringstreff-Vorstand Pfarrer Hans Mörtter, soll auf die Spendenaktion „Weichen stellen“ des Kirchenverbandes Köln und Region aufmerksam machen, bei der alle Spenden, die bis Juli 2015 mit dem Betreff „Vringstreff“ eingehen, verdoppelt werden. Wir drücken die Daumen! (cb)
Euer Clayd
clayd, der rumäne
Hallo, ich bin Clayd aus Rumänien. Von dort bin ich mit einem halben Jahr zu meinem Frauchen, der Draussenseiter-Verkäuferin Kölsche Linda gezogen. Damals war ich krank und sehr traumatisiert, weil ich in meiner alten Heimat nix Gutes erlebt hatte. Mein Frauchen hat mit geholfen, damit ich wieder stabil werde. Nun habe ich ein gutes Zuhause. In meiner Kolumne erzähle ich euch, wie mein Alltag so aussieht, und was ich alles mit Frauchen erlebe.
Gothaer Versicherung
Für die gute Sache: Jean Pütz und Hans Mörtter
In diesem Jahr erfüllten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gothaer – neben anderen unterstützenswerten Projekten – auch rund 50
Fotos: Vringstreff
Foto: Kölschen Linda
lll
Wünsche von Betroffenen im Wert von 25 Euro, die in der OASE gesammelt worden waren. Im Namen der Beschenkten sagen wir Danke für diese tolle Aktion!
Experten-Team um Madendoktor Mark Benecke
27
comic
Heiko Sakurai
DRAUSSENSEITER-ABONNEMENT Für alle, die nicht die Möglichkeit haben, den DRAUSSENSEITER regelmäßig bei einem der Straßenverkäufer zu erwerben, ist ein ABO genau das Richtige. Ich möchte den DRAUSSENSEITER unterstützen und bestelle:
Vorname Name
N E S s U A DR ein Straßen-Abo zu 36,- Euro pro Jahr
Straße
PLZ/Ort
ein Sponsoren-Abo zu 85,- Euro pro Jahr
IBAN
SWIFT
ein Förder-Abo zu 150,- Euro pro Jahr
Lieferanschrift
Vorname Name
Straße
PLZ/Ort Unterschrift
28
d
k as
e n l ö
r
R E T i SE
Einzugsermächtigung
a r t s
SS
m en
a
zi ga
n
Kreditinstitut
Unterschrift
Widerrufsbelehrung Die Bestellung wird erst wirksam, wenn sie nicht binnen einer Frist von 10 Tagen schriftlich widerrufen wird. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs. Das Abo kann jederzeit gekündigt werden.
vorschau
IMPRESSUM Redaktionsleitung Christina Bacher (cb), bacher@draussenseiter-koeln.de www.draussenseiter-koeln.de Redaktionsassistenz Sabrina Burbach, burbach@draussenseiter-koeln.de
Die Schere zwischen Arm und Reich
Redaktion Marie Breer, Renee Breuer, Thomas Dahl, Bastian Exner, Zakarijas Gajdazs, Kleiner Günter, Astrid Hülser, Jens Hüttenberger, Elisabeth Molitor, Anika Pöhner, Linda Rennings, Norbert Springob Lektorat Barbara Feltes Titelgestaltung Deborah Keser Titelfoto Miriam Wolf Fotos Christina Bacher, Gerd Bonse, Mirjam Knickriem, Kölsche Linda, Anika Smuda, Vringstreff, Hanna Witte, Miriam Wolf Illustrationen Lazy Magá, Heiko Sakurai Gestaltung Innenseiten Petra Piskar (www.con-dere.de) Druck druckdiscount24.de Abos Martina Jühlke, juehlke@oase-koeln.de Vertrieb Ali Baran Herausgeber Benedikt-Labre e.V. – OASE Alfred-Schütte-Allee 4, 50679 Köln Tel.: 0221/989353-0, Fax: 0221/98935316 Depots (nur für Verkäufer) Kiosk Bertram, Elke Bertram, Neumarkt, Köln Kiosk Orman, Salierring 15, 50677 Köln OASE, Alfred-Schütte-Allee 2-4, 50679 Köln Verkauf öffentlich Agnesbuchhandlung, Neusser Straße 63, 50670 Köln Buchladen Neusser Straße, Neusser Str. 197, 50733 Köln Kontoverbindungen IBAN: DE66 3705 0198 0016 5020 31 SWIFT-BIC: COLSDE33, Sparkasse KölnBonn draussenseiter ist das Sprachrohr für alle Obdachlosen, deren Freunde, ehemals Obdachlose und andere Betroffene. Leserbriefe sind immer herzlich willkommen. Für namentlich gekennzeichnete Artikel und Leserbriefe sind die jeweiligen Autoren verantwortlich. Bedürftigen wird für veröffentlichte selbstgeschriebene Artikel, Interviews und Fotos ein kleines Honorar gezahlt, wenn dies der Autor ausdrücklich wünscht. Nachträgliche Forderungen werden nicht akzeptiert.
Martin Wanka hat eine Idee, wie er reich werden kann. Wir haben ihm dabei über die Schulter geschaut ...
I
n Deutschland und zahlreichen anderen Ländern wächst der Abstand zwischen Arm und Reich. Oft sei die Kluft so groß wie seit 30 Jahren nicht mehr, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vor kurzem mit. In der Bundesrepublik hätten Mitte der 80er Jahre die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung fünf Mal so viel verdient wie die ärmsten zehn Prozent - heute liege das Verhältnis bei sieben zu eins. Wir haben diesmal nicht nur mit den Armen gesprochen, sondern ganz bewusst auch mit denen, die reich werden wollen. Der Kölner Künstler Martin Wanka beispielsweise versteigert seit einigen Monaten seine Kontoauszüge im Internet: „From poor to rich“ nennt er diese Aktion, die ihm bereits ein großes Medienecho, aber noch keinen Reichtum beschert hat. Noch nicht.
Es gilt die Anzeigenpreisliste vom 1.1.2009. draussenseiter ist Mitglied des
Der nächste DRAUSSENSEITER erscheint zum 1. Februar 2015. Mehr dazu unter www.draussenseiter-koeln.de und auf facebook. 29
service
Kontakt- u. Beratungsstelle Rochus (SKM)
Foto: Hanna Witte
Bartholomäus-Schink-Str. 6, 50825 Köln
Für Alle
Tagesschlafraum, Kleiderkammer: Di und Fr 15-17 Uhr, Postadressen, Caféteria mit Frühstück und Snacks, Beratungsangebote, Internetzugang, Kunstausstellungen, Handyladestation Mo bis Fr 6-13 Uhr u. 15-22 Uhr, Wochenende, Feiertage 10-18 Uhr
Angebote: täglich warmes Essen von 12-14 Uhr, kalte u. warme Getränke, Duschmöglichkeit (Behindertendusche u. -toilette), Wäschewa Diakoniehaus Salierring schen, Kleiderkammer nur für wohnungslose Fachdienst für Wohnungslosen- und StraffälliMenschen von Di und Do 11 bis 13 Uhr, Beratung genhilfe d. Diakonischen Werkes Köln und täglich von 11-15 Uhr und nach Vereinbarung, Region, Salierring 19, 50677 Köln, Medizinische Sprechstunde Di + Do 12-13 Uhr, Tel.: 27 69 70-0, verwaltung.salierring@ Lobby-Restaurant LoRe des KALZ für Berber Postadresse, Betreutes Wohnen, PC-Nutzung mit diakonie-koeln.de, www. diakonie-koeln.de Internetzugang, Samstags Frühstück. Beratung: Mo bis Fr 9-12 Uhr, Di + Mi 16-18.30 und Banker Domstr. 81, Nähe Hauptbahnhof, 50668 Köln, Öffnungszeiten: Mo bis Fr 11-15 Uhr, Uhr (u. a. Postadressen u. Treuhandkonten) info@koelnerarbeitslosenzentrum.de, Sa 10-14 Uhr, So 10-14 Uhr Straffälligenhilfe: Zeiten wie oben Tagestreff: Mo bis Fr 8.30 – 12.30 Uhr, Frühstück, www.koelnerarbeitslosenzentrum.de Mittagessen: Mo, Di 12 -16 Uhr, Sozialdienst Katholischer Männer e.V. (donnerstags auch Mittagessen), Duschen, Mi, Do, Fr 12 -15.30 Uhr Bahnhofsvorplatz 2a (1. Etage), 50667 Köln-InWäschekeller, Aufbewahrung, Internetzugang nenstadt, Tel.: 13 49 19, kontaktstelle@ Kleiderkammer: Di u. Fr 9.30 – 11.30 Uhr Kölner Obdachlosenfrühstück, skm-koeln.de, www.skm-koeln.de Krankenwohnung, Betreutes Wohnen §67SGB Peter-Deubner-Stiftung Angebot: Aufenthaltsmöglichkeit, Begegnung, XII, Ambulante Begleitung gem. § 67 SGB XII, Tel.: 430 39 83 Freizeitangebote, (Spieleangebot, Kaffee), Betreutes Wohnen § 53 SG XII, Clearingstelle Angebote: 9 -11 Uhr: Kostenloses sonntägliches Essen, Duschen, Wäschepflege, Schreibhilfe, Claro im Trägerverbund Telefonmöglichkeit, mediz. Versorgung, Frühstück jeden 2. u. 3. Sonntag im Monat im Vringstreff, Im Ferkelum 42, jeden 4. Sonntag in PC-Nutzung mit Internetzugang Emmaus der MüTZe, Berliner Str. 77, Köln-Mülheim offene Info- u. Orientierungshilfen: Geestemünder Str. 42, 50725 Köln, Mo., Di., Do., Fr. 12 - 15 Uhr, Mi. 12 - 14 Uhr Tel.: 971 17 31, info@emmaus-koeln.de, Sa., So. und Feiertage 12 - 13 Uhr GUBBIO Obdachlosenseelsorge www.emmaus-koeln.de Beratung (auch anonym): Mo, Mi, Do, Fr 9-11 Appelhofplatz: Essenausgabe u. medizinische Ulrichgasse 27-29, 50577 Köln Uhr, Mo – Fr 14-16 Uhr Öffnungszeiten: Di, Mi 14 – 17 Uhr Versorgung, Mo bis Fr ab 21 Uhr Angebote: Raum zum Gespräch, Bibelstunde, Leben und Arbeiten in Gemeinschaft, günstiger Meditation, thematische Gesprächskreise, reli- Vringstreff e.V. Einkauf von Secondhand-Artikeln, DritteFür Menschen mit und ohne Wohnung giöse Filme Welt-Arbeit durch Versand von Hilfslieferungen Im Ferkulum 42, 50678 Köln, Tel.: 278 56 56, info@vringstreff.de, www.vringstreff.de Kontakt- u. Beratungsstelle Rochus (SKM) Gulliver – Überlebensstation für Mo – Do 11.30 – 17 Uhr, Fr 9 -12 Uhr Bartholomäus-Schinkstr. 6, 50825 Köln, Obdachlose Jeden 2. und 3. Sonntag Obdachlosenfrühstück Tel.: 0221/3377063-4, Fax: 0221/3377063-9 Trankgasse 20, Nähe Hauptbahnhof, 9 -11 Uhr, Café, Freizeitangebote, Veranstaltunhttp://skm-koeln.de/9.0/9.1.8/rochus-p.html 50667 Köln, Tel.: 120 60 91 gen, Beratung Duschen, Toiletten, Waschmaschinen, Trockner, rochus@skm-koeln.de 30
service
Dienstleistungsagentur „Huddel und Bras- Nur für Frauen sel im Veedel“ Im Ferkulum 42, 50678 Köln, Tel.: 3377706-17 agisra e.V. huddelundbrassel@vringstreff.de Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen Martinstr. 20a, 50667 Köln, Tel.: 0221/124019 Bürger für Obdachlose e.V. oder 1390392, www.agisra.org Basislager Gebrauchtwarenkaufhaus Beratung nach Terminvereinbarung, TelefoniBürger für Obdachlose e.V. sche Sprechzeiten: Mo, Di und Do 10-15 Uhr Basislager Silcherstr. 11, 50827 Köln Tel.: 640 22 68, info@bfoev.de Café Auszeit Kleiderkammer, Gebrauchtwaren-Kaufhaus für Kontakt -und Beratungstelle für wohnungslose Jedermann, Arbeitsprojekt und Suppenküche. Frauen Obdachlose können gerne auch Kleidung, Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln, Schlafsäcke etc. in unserem GebrauchtTel.: 0221/12695310, waren-Kaufhaus kostenlos bei uns beziehen. cafe-auszeit@skf-koeln.de Gemeinsam mit Emmaus betreibt der Verein die Tägl. Essensangebot, Duschen & Baden, Suppenküche am Appelhofplatz. Wäschepflege, Kleiderkammer, Postadresse, Schließfachnutzung, Beratung und Soforthilfe, Mo, Di, Do, Fr 11-15 Uhr, Mi 15-19 Uhr, u. nach Initiative Bauen Wohnen Arbeiten e.V. Vereinbarung Peter-Michels-Str. 1-9, 50827 Köln Tel.: 0221/ 9535301, Fax: 0221/ 5948789 ibwa@netcologne.de Café Auszeit, Schäl Sick www.bauenwohnenarbeiten.de SKF e.V., Buchheimer Str. 36, 51063 Köln, Angebot: Arbeitsgelegenheiten, Beschäftigung, Tel.: 0221/946 96 24, Fax: 0221/2855199 Wohnen, Betreutes Wohnen cafe-auszeit.schaelsick@skf.koeln.de Beratung, Hilfe und Unterstützung bei allgemeinen Fragen, Vermittlung an weiterführende Hilfen, Rechtsberatung, Frauenfrühstück, Postadresse Mo und Fr 10-12 Uhr, Mo, Mi, Do 15-17 Uhr Do 10-12 Uhr Frauenfrühstück
OASE-Benedikt Labre e.V. Alfred Schütte Allee 4, 50679 Köln, Tel. 0221/9893530 kontakt@oase-koeln.de, www.oase-koeln.de
Kontakt- und Beratungsstelle: montags und freitags 9 – 13 Uhr, dienstags und donnerstags 9 – 16 Uhr, mittwochs 13–16 Uhr Offener Treff: montags 10.30–13 Uhr, dienstags 13–16 Uhr, mittwochs 13–16 Uhr, donnerstags 13–16 Uhr, freitags 11.30–13 Uhr Frühstück: Mo 10.30–13 Uhr
Sprechstunde Mobiler Medizinischer Dienst: Mo 10.30 – 11.30 Uhr Kleiderkammer/Duschmöglichkeit für Leute auf der Straße: Dienstags 13-16 Uhr, Mittwochs 13 -16 Uhr, Donnerstags 13-16 Uhr;
Kleiderkammer/Duschmöglichkeit für alle: 9.30-12 Uhr Computer-Nutzung: nach Vereinbarung Redaktionssitzung DRAUSSENSEITER: Alle 2 Wochen, montags um 12.30 Uhr
Comeback Notschlafstelle für Frauen, Sozialdienst kath. Frauen e.V., Mauritiussteinweg 77-79, Nähe Neumarkt, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695-210 Täglich geöffnet von 20 bis 10 Uhr. Angebot für wohnungslose Frauen und Frauen in Notlagen: Schutz, Übernachten, Essen, Duschen, Wäsche waschen, Kleiderkammer, PC und Internetnutzung. Tiere sind erlaubt. Beratung und Vermittlung an weiterführende Hilfen sind möglich. Elisabeth-Fry-Haus Albert-Schweizer Straße 2, Nähe Südfriedhof, 50968 Köln, Tel.: 37 64 90, efh@diakonie-michaelshoven.de www. diakonie-michaelshoven.de Notaufnahmeheim für Frauen und Frauen mit Kindern, Schutz, Übernachtung, Verpflegung, Wohnen, Beratung und Begleitung. Das Haus ist rund um die Uhr geöffnet. Frauen gegen Gewalt e.V. – Notruf und Beratung für vergewaltigte Frauen Tel.: 56 20 35, mailbox@notruf-koeln.de www.notruf-koeln.de Beratung telefonisch, persönlich und per E-Mail, Begleitung und Unterstützung nach sexualisierter Gewalt; Prozessvorbereitung und -begleitung; Rechtsberatung; Gruppenangebote
Haus Rosalie Gocher Straße 45, 50733 Köln-Nippes, Tel.: 0221/97 30 88 88, haus-rosalie@vinzentinerinnen.de Wohnprojekt für Frauen LOBBY FÜR MÄDCHEN e.V. für Mädchen und junge Frauen Beratung und Begleitung bei Problemen und in Krisensituationen Mädchenberatung linksrheinisch Fridolinstr. 14, 50823 Köln-Ehrenfeld Tel.: 0221/45 35 56 50 maedchenberatung-linksrhein@lobbyfuer-maedchen.de Mo – Do: ganztägig nach Vereinbarung Mi 14 – 16 Uhr: ohne Anmeldung Di 10 – 11 Uhr, Do 14 – 15 Uhr: telefonische Beratung, Di 16 – 18 Uhr: kostenlose Betreuung Ess-Störungen 0800 5 03 58 85 Mädchenberatung rechtsrheinisch Buchheimer Str. 56, 51063 Köln-Mülheim Tel.: 0221/890 55 47 maedchenberatung-rechtsrhein@lobbyfuer-maedchen.de Mi – Fr ganztägig nach Vereinbarung Fr 14 – 18 h ohne Anmeldung Mäc-Up Treffpunkt für Mädchen von 14-27 Jahren Gereonstr. 13, Nähe Bahnhof, 50670 Köln, Tel.: 0221/13 35 57 Essen, Trinken, Dusche, Wäsche waschen, Second-Hand-Kleidung, medizinische Versorgung, Beratung Öffnungszeiten: Mo., Mi., Do. und Fr. von 12 15:30 Uhr Di. von 10 - 13 Uhr, Frühstück gibt es Di. und Mi., gekocht wird Mo. und Fr.
Nur für Männer Notschlafstelle für Männer Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 931221-54 (tagsüber) und -26 (ab 18 Uhr), jhk-notaufnahme@johannesbund.de, Sozialarbeiterische Beratung, Erarbeitung einer Perspektive, Vermittlung in weiterführende Hilfen Aufnahme: Täglich (auch Sonn- + Feiertags) ab 18 Uhr für wohnungslose Männer ab 18 Jahren „Reso“ – Resozialisierungsabteilung Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 931221-54, th.klahr@johannesbund.de Hilfe für wohnungslose Männer mit sozialen Problemlagen nach § 67 SGB XII: Unterbringung, Verpflegung und Selbstversorgung, individuelle Einzelfallhilfen, Beschäftigungsangebote, Mo bis Fr.: 8-16.30 Uhr
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