25. Jahrgang Nr. 182 November 2017
R E T I E S N E S s U A R D IN
PULS
von Europa
0,90 e für den Verkäufer
1,70 e
Foto: Norbert Breidenstein
Z A G A M N E S S A STR R E N L Ö K S A D
WILLI DOES Emmaus
ZAHLEN FEANTSA
DIRK GEBHARDT Quer durch
Anzeige
vorwort
Inhalt
Liebe Leserinnen und Leser,
Vorwort ��������������������������������������������������������������� 3 Inhaltsverzeichnis �������������������������������������������������� 3
auch, wenn die relative Armut tendenziell zurückgeht, steigt die Obdachlosigkeit in fast allen Ländern Europas mehr und mehr an. Das beweist eine Studie von FEANTSA, dem Ver-
Themenschwerpunkt EUROPA
band nationaler Organisationen der Wohnungslosenhilfe, in Zusammenarbeit mit der französischen Hilfsorganisation für Behausung, Fondation Abbé Pierre, die Mitte des Jahres herausgegeben wurde. Alleine in Deutschland sei die Zahl der Obdachlosen in den letzten zwei Jahren um 35 % gestiegen. Um gemeinsam gegen diese Tendenz vorgehen und den Men-
S.4
„Emmaus ist ein Global Player“ Interview mit Willi Does, Präsident von Emmaus Europa ������������ 4-7
schen besser helfen zu können, brauchen wir ein Hilfesystem, das in ganz Europa greift. Doch können wir der Idee eines vereinten und starken Europas überhaupt noch trauen?
Rede von Willi Does anlässlich von Pulse of Europe ������������� 8-9
S.10 Das OASE-Sommerfest bot auch in diesem Jahr vielen Menschen Gelegenheit, sich in lockerer Atmosphäre auszutauschen. Christina Bacher vom DRAUSSENSEITER und Kalle, ehemaliger Bewohner der OASE-Wohngemeinschaft, hatten sich ebenfalls viel zu erzählen. Foto: Gerd Bonse
S.8
Nicht wie im Katalog – Dirk Gebhardt unterwegs ����� 10-13
Kommentar: Das Referendum ������������������������������������ 14 Bericht von FEANTSA zur Obdachlosigkeit �������������������15-17 Spuren der Armut: Die Indianersiedlung ���������������������� 19
Um der Antwort auf diese Frage nachzugehen, haben wir uns auf die Suche gemacht: Der Fotograf Dirk Gebhardt ist zu Fuß losgezogen und hat für sein Buch „Quer durch“ mit vielen Menschen gesprochen. Über den Brexit, also den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union, hat Graf Friedrich von Westphalen nachgedacht. Dass wir Bürger der Puls von Europa sind, davon ist Willi Does, Präsident von Emmaus Europa, überzeugt. Wir haben mit
Aus der OASE ���������������������������������������������������� 20-21 Cartoon/Kolumne ��������������������������������������������������� 22 Buch-Tipps ���������������������������������������������������������� 23 Abo, Impressum ����������������������������������������������������24 Eintritt frei, Vorschau ����������������������������������������������� 25 Service: Adressen �����������������������������������������������26-27
ihm ein ausführliches Gespräch geführt. Europa lohnt sich. Für jeden – ob arm oder reich. Ihre Christina Bacher
Christina Bacher
Öffnungszeiten: OASE e.V. Kontakt- und Beratungsstelle Montag und Freitag: 9.00 – 13.00 Uhr Dienstag und Donnerstag: 9.00 – 16.00 Uhr Mittwoch: nach Terminvereinbarung 3
europa
Pascale und Willi Does vor dem Emmaus-„Lebensbaum“ Foto: Jörg Paschke
Emmaus ist ein
Global Player Von Christina Bacher
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europa
DRAUSSENSEITER: Herzlichen Glückwunsch!
DRAUSSENSEITER: Jeder setzt sicher andere
Auch, wenn wir dich in Köln zur Zeit häufi-
Schwerpunkte in seiner Arbeit. Was ist der
ger vermissen, freuen wir uns natürlich vor
Fokus deiner Arbeit als Präsident von
allem für dich, dass du für vier Jahre in das
Emmaus Europa?
Amt des Präsidenten von Emmaus Europa
Willi Does: In Europa gibt es 17 Länder, in
gewählt wurdest. Erinnerst du dich noch an
denen Emmaus aktiv ist. Und wir wollen
diesen besonderen Tag?
diese Gruppen zusammenbringen – das
Willi Does: Selbstverständlich. Die Wahl
ist unsere erste Aufgabe. Neben der Lob-
sollte am 5.9.2015 im Rahmen unserer
by-Arbeit und dem Thema Fortbildung
Regionalversammlung in Manchester
wollen wir natürlich weiterhin auch die
stattfinden. Und ich weiß noch, dass wir
Ursachen von Flucht und Vertreibung in
vor der Wahl die Pause in einem Raum
den Ländern selbst ergründen und nach
verbrachten, in dem zwei Bildschirme
Möglichkeit vermeiden helfen. Mein
hingen. Über den einen flimmerte Fuß-
Augenmerk liegt da vor allem auf Osteu-
ball, klar. Aber auf dem anderen sahen
ropa, das mich schon immer sehr faszi-
wir plötzlich Bilder von tausenden Flücht-
niert hat.
lingen, die in Österreich über die Grenze kamen und erfuhren, dass Angela Merkel
DRAUSSENSEITER: Du fährst nach Polen, in
für all diese Menschen die Grenze zu
die Ukraine oder nach Lettland und schaust
Deutschland geöffnet hatte. Ein ganz
ganz konkret, wie man vor Ort helfen kann?
außergewöhnlicher Moment! Dass ich
Willi Does: Ja, genau. Gerade komme ich
ausgerechnet an diesem Tag zum Präsi-
aus Litauen zurück, wo wir einen Verein
denten einer Gemeinschaft gewählt wur-
mit 3.000 Euro unterstützt haben. Das ist
de, die sich seit Jahrzehnten vor allem mit
der Überschuss, den wir aus unserem
den Themen Migration und Flucht
Gebrauchtwaren-Handel und den Läden
beschäftigt, war für mich natürlich sehr
hier in Köln erwirtschaftet haben und den
emotional.
wir selbst nicht benötigen. Das Projekt in Litauen wird von einer Frau geleitet, die
DRAUSSENSEITER: Mit welcher Motivation
vor Jahren ihren Sohn verloren hat. Er ist
hast du dich für dieses internationale Amt
verschwunden und keiner weiß, was mit
aufstellen lassen?
ihm passiert ist. Man vermutet, dass er in
Willi Does: Für mich ist Emmaus immer
die Fänge der Zwangsprostitution geraten
eine Gruppe gewesen, die vorranging
ist, wenn er überhaupt noch lebt. Seine
international tätig ist. So habe ich Emmaus
Mutter hat sich so in diese Suche hinein-
kennengelernt und das war auch der
gesteigert, dass sie nicht einfach nur her-
Grund, warum ich mich da bereits in jun-
umsitzen wollte, sie wollte etwas bewir-
gen Jahren engagiert habe. Erst Anfang
ken. So hat sie einen Verein gegründet,
der 90er Jahre haben wir dann entdeckt,
der Familien stärken möchte. Durch unse-
dass auch lokal einiges im Argen liegt. Als
re Co-Finanzierung wird zur Zeit dort eine
wir begannen, Köln in den Fokus unserer
alte Schule renoviert, in der ein Frauen-
Arbeit zu nehmen – beispielsweise mit der
haus eingerichtet werden soll. In zwei
Suppenküche am Appellhofplatz – da hat-
Wochen geht ein Hilfstransporter mit
ten wir schon zehn Jahre lang internatio-
Möbeln von Köln aus da runter.
nale Arbeit hinter uns. Insofern ist es für mich ganz folgerichtig, mich über den
DRAUSSENSEITER: Du bist jetzt zwei Jahre
eigenen Tellerrand hinaus zu engagieren
im Amt. Hast du in der Zeit auch schon mal
und zudem mit so einem Amt auch mal
das Gefühl gehabt, dass die Idee von Europa
etwas zurückgeben zu können. Denn auch
gefährdet ist? Ich denke da an den Brexit,
ich verdanke Emmaus sehr viel.
beispielsweise ... Willi Does: Nein, ich glaube fest an die Europa-Idee. Und dass wir alle sehr unter-
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europa
schiedlich ticken, ist eher eine Chance.
Martin Schulz über die Verschuldung von
nommen, während Pascale lokal sehr gut
Klar, jedes Land hat ja seine eigenen Pro-
Familien. Hier kann ich ganz direkt das
vernetzt ist. Aber natürlich bleibt zur Zeit
bleme. Die einen legen den Fokus auf
weitergeben, was ich in der konkreten
auch viel liegen, wenn ich unterwegs bin,
Unabhängigkeitsbestrebungen, wie bei-
Arbeit im Alltag erfahre. Man muss immer
das dann am Wochenende aufgearbeitet
spielsweise die Katalanen in Spanien,
miteinander im Gespräch bleiben, anders
werden muss. Wir sind ein sehr gutes
andere haben Probleme mit ihrer Elite
geht es nicht.
meiner Meinung nach in England mit dem
DRAUSSENSEITER: Der Gründer von Emmaus,
wir es geschafft, dass wir in zwei Jahren
Brexit passiert ist. Das heißt aber nicht,
Abbé Pierre, ist nun bereits seit zehn Jahren
den 60. Geburtstag von Emmaus Köln
dass das schlechte Europäer sind. Ein guter
verstorben. Wie präsent ist seine Person noch
feiern können.
Europäer, so sagt man, denkt eigentlich
in der konkreten Arbeit von Emmaus?
regional. Nordrhein-Westfalen ist doch in
Willi Does: In Frankreich, dem Herkunfts-
DRAUSSENSEITER: Ihr lebt alle zusammen in
besonderer Weise mit Belgien und den
land von Abbé Pierre, ist Emmaus ein Glo-
einer Gemeinschaft mit Menschen, denen
Niederlande als Region verbunden,
bal Player. Es gibt niemanden, der Emmaus
es oft nicht gut geht und die auf dem gängi-
anders als beispielsweise mit Bayern oder
dort nicht kennt. Die Stiftung Fondation
gen Wohnungsmarkt Schwierigkeiten hät-
Österreich. Und das ist doch gut so.
Abbé Pierre ist die größte in Frankreich.
ten. Ihr stärkt euch dort gegenseitig, arbeitet
Was da an Geld, Erfahrung und Kapazität
zusammen und gebt das, was ihr zu viel
DRAUSSENSEITER: Sind die Deutschen gute
am Start ist, kann man hier gar nicht
habt, an andere ab. Gibt es da auch so etwas
Europäer? Wie sieht deiner Meinung nach
begreifen. Das ist der Verdienst dieses
wie einen Feierabend?
unsere spezielle Situation aus? So mitten in
besonderen Menschen. Es gibt ja welche,
Willi Does: Das musste ich auch erst mal
Europa gelegen ...
die ihn noch persönlich kennenlernen
lernen, aber ja: Um 19.30 Uhr ziehen wir
Willi Does: Wir Deutschen dürfen eben
durften. Ich habe ihn auch mehrfach
– Pascale und ich – uns oft ins Private
auch nicht vergessen, dass unser Land
getroffen. Aber es gibt tatsächlich auch die
zurück. Wir haben ja eine eigene Wohnung
schon immer ein Transit-Land war. Wir
Befürchtung, dass die jüngeren Menschen
in dem Haus, was ich als sehr privilegiert
tragen eine besondere Verantwortung
immer weniger mit dem Namen anfangen
empfinde. Wir verbringen viel Zeit mit
und das nicht nur, weil wir vor 70 Jahren
können. Es ist also unsere Aufgabe, sein
unseren Enkeln, die alle im selben Haus
eine ganz schöne Sauerei in Europa ange-
Andenken zu wahren. Und in seinem Sin-
wohnen, und machen als Paar am Donners-
zettelt haben, sondern weil wir in beson-
ne zu handeln. Die Botschaft dieses großen
tagmorgen gemeinsam Yoga. So tanken wir
derer Weise von unserer Lage inmitten
Europäers sollte am Leben erhalten wer-
auf. Mal ganz davon abgesehen, gibt uns
Europas profitieren. Wir haben also die
den, da sind wir uns alle einig. Und da gibt
Pflicht, auf Menschen zu reagieren, die in
es noch viel für uns zu tun.
Bedrängnis sind. Unabhängig davon, wie
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Team, auch, weil wir so viele gute Mitarbeiter hinter uns haben. Nur so haben
und wollen ihr eins auswischen, wie es
die anderen Länder ticken. Und wir müs-
DRAUSSENSEITER: Wenn du von „wir“ und
sen Europa sichtbar machen, wie das ja
„uns“ sprichst, meinst du auch deine Frau
auch mit den Pulse of Europe-Veranstal-
Pascale, die Emmaus Köln ja mit aufgebaut
tungen passiert (siehe auch Willi Does'
hat und dir momentan auch sehr den Rücken
Pfingst-Rede, die er anlässlich von Pulse
stärkt. Wenn du nicht da bist, muss sich ja
of Europe am Kölner Dom gehalten hat
jemand um die Belange der Wohngemein-
und die wir auf Seite 8 abdrucken). Der
schaft in Longerich, den Laden in Nippes
Puls ist eine Lebensader. Wenn der Puls
und das große Gebraucht-Möbellager in der
aufhört zu schlagen, ist man tot. Dass wir
Geestemünder Straße kümmern ...
Bürger der Puls von Europa sind, haben
Willi Does: Ja, das stimmt. Pascale und ich
wir vielleicht zeitweise mal vergessen. Es
leben nicht nur seit vielen Jahren mit
hilft nichts, über Politiker zu schimpfen.
unserer Familie in der Gemeinschaft
Man muss sich selbst einmischen. Und das
zusammen, sondern wir arbeiten ja tags-
machen immer mehr Menschen. Und
über auch im selben Projekt. Und obwohl
jeder macht das so, wie er kann. Meine
wir so unterschiedlich sind, haben wir da
Arbeit führt mich zur Zeit häufig nach
immer schon eine ganz gute Arbeitstei-
Brüssel, wo ich mit Politikern über Miss-
lung hinbekommen: Tendenziell habe ich
stände und Lösungsmöglichkeiten spre-
mich mehr um die internationalen Belan-
che, wie beispielsweise letztens noch mit
ge gekümmert und an Meetings teilge-
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Info
Emmaus ist eine Bewegung, die mit den Schwächsten der Gesellschaft lebt und arbeitet, und wurde 1949 in Frankreich von Abbé Pierre gegründet. Emmaus existiert in 42 Ländern auf vier Kontinenten. In Europa arbeiten mehr als 16.000 Männer und Frauen in ca. 300 Gruppen in 17 Ländern für Emmaus. Die hauptsächliche Arbeit ist das Sammeln und Wiederverwerten von Secondhand-Artikeln mit dem Ziel, diesen Menschen – oftmals ohne Rechte in der Gesellschaft - durch diese Arbeit ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen und anderen, noch ärmeren, zu helfen. Die Gruppen verschaffen sich dadurch eine nicht geringe Summe an Hilfsleistungen speziell für Opfer von Menschenhandel in Litauen und Bosnien, für Kriegsopfer (Bosnien) und Opfer von Diskriminierung (nichtregistrierte Migranten, die Roma-Community, einschließlich Rumänien und Albanien). Die Emmaus-Werte sind vor allem und immer, denen zu dienen, die am meisten leiden, und die Ursachen extremer Armut aufzuzeigen.
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Kölns größtes Gebraucht-Möbellager in der Geestemünder Straße. Foto: Jörg Paschke
natürlich auch die Arbeit Kraft. Weil es
immer gut. Man kann sagen, dass eine
DRAUSSENSEITER: Was wünscht du dir für die
Sinn macht, was wir tun. Und weil wir ger-
Krise offenbar immer auch für etwas gut
Zukunft? Oder erst einmal für die nächsten
ne so leben. Im Grunde ist unser Leben
ist. So habe ich Pascale getroffen und wir
zwei Jahre deiner Amtszeit?
immer politisch. Und wenn die Emmaus-Be-
konnten gemeinsam unseren Weg weiter
Willi Does: Ich stelle fest, dass sich die Aus-
wegung die Ideen von nachhaltiger Ent-
gehen. Ich habe in dieser Zeit enormen
grenzung und Ungleichheit in der Welt ein-
wicklung proklamiert, dann versuchen wir
Respekt vor Menschen entwickelt, denen
fach immer weiter fortsetzt. Der Alltag der
das auch selbst zu leben.
es noch schlechter ging als mir. Damals
breiten Mehrheit der Menschen ist vom
hat die Emmaus-Gemeinschaft auch mich
Kampf ums Überleben geprägt und die Ärms-
DRAUSSENSEITER: Bei aller Zuversicht und
gestärkt und zu mir gehalten. Der Verein
ten unter uns haben keinen gesicherten
allem Engagement: Gab es denn auch Zei-
hat dafür gesorgt, dass ich bleiben konnte.
Zugang zur Grundversorgung, wie Nahrung,
ten in der Emmaus-Gemeinschaft, an die du
Ein anderes schwieriges Thema ist das der
Gesundheitsvorsorge, Ausbildung, Wohnen
weniger gerne zurückdenkst? In denen du
körperlichen Gewalt. Und natürlich gibt
und Arbeiten. So lange sich das so darstellt,
vielleicht alles hinwerfen und vielleicht doch
es die auch hin und wieder in der Gemein-
möchte ich weiterhin den Kampf gegen
lieber bürgerlich leben wolltest? Oder in
schaft. Als ich dann aber bei der Suppen-
Armut und Ausgrenzung führen. Wir müssen
deinen alten Beruf als Buchhändler zurück-
ausgabe am Appellhofplatz körperlich
Respekt einfordern hinsichtlich der Rechte
kehren wolltest?
attackiert wurde – inzwischen schon das
von Migranten und Flüchtlingen, Respekt für
Willi Does: Sicher gab es diese Momente.
zweite Mal – musste ich einen Schluss-
alle sozial ausgeschlossenen Menschen, die
Besonders prägend war natürlich die Zeit
strich ziehen. Ich gehe seit Jahren nicht
Emmaus bei sich aufnimmt und die zeigen,
als alleinerziehender Vater von drei klei-
mehr dorthin. Denn obwohl das schon
dass ein würdevolles Leben und Arbeiten in
nen Kindern – da wusste ich manchmal
zehn Jahre her ist, bin ich darüber heute
unseren Gruppen möglich ist. Und ich bin
nicht ein noch aus. Ich arbeitete damals
noch geschockt. Übrigens auch über mei-
dankbar, dass ich da mit meiner Familie ein
schon bei Emmaus, hatte aber von exis-
ne eigene Wut, die da plötzlich freigesetzt
kleines Stück Stück zu beitragen kann.
tentiellen Krisen keine Ahnung. In dieser
wurde. Heute würde ich die Person ein-
Zeit habe ich zum ersten Mal verstanden,
fach anzeigen. Damals habe ich anders
DRAUSSENSEITER: Ganz herzlichen Dank für
was Ohnmacht ist. Vorher ging es mir ja
darüber gedacht.
das Gespräch!
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europa
Pulse of Europe Pfingsten 2017 Rede von Willi Does anlässlich von Pulse of Europe. Gehalten an Pfingsten 2017. angebracht. Sage das nicht, um den übli-
von Waren, Dienstleistungen und Geld,
chen Reflex der Sowjet-Angst zu erzeugen;
will aber den freien Zugang von Men-
wir sind von Anfang an dabei, uns hier am
jedenfalls war auf dieser Karte Europa
schen nach Europa verhindern.
Kölner Dom zu treffen, weil wir für unser
links wie ein kleiner Wurmfortsatz Asiens
Europa einstehen. Dachte vorher schon
zu erkennen. Bei mir hat das jedenfalls
Wenn schon eine globalisierte Welt,
über den trefflich gewählten Titel unserer
eine gewisse Demut ausgelöst. Europa
dann auch schon eine gerechte: Freiheit
Veranstaltung nach, die da heißt: Pulse of
erscheint weltweit tatsächlich eine zu ver-
und Zugang von Menschen und Waren
Europe.
nachlässigende Größe zu sein.
und zwar an und für alle. Wir stehen mit
Meine Damen und Herren,
Puls bedeutet: da ist Leben, da ist Bewe-
Und auch dies: Keinen Krieg zu haben
Emmaus Europa und 300 Gruppen in 17
gung und Veränderung, und so empfinde
in Europa oder eher in der Mitte Europas,
Ländern der Bewegung für Europa ein, mit
ich auch diese Aktion: Wir sind der leben-
heißt nicht, dass wir in friedlichen Zeiten
den Werten des Friedens, der Freiheit und
dige Teil von Europa, wir sind als Bürger
leben! An der Peripherie Europas brennt
der Gerechtigkeit und mahnen seit 10
der Pulsschlag von Europa. Wir kennen
es: auf dem Balkan, in der Ukraine und
Jahren unsere EU-Politiker in Straßburg
doch noch die vielen geschlossenen Gren-
ganz zu schweigen von unseren direkten
und Brüssel, sich für diese Werte auf unse-
zen in Europa, unterschiedliche Währun-
Nachbarn in Nordafrika und Nahost.
rem Kontinent einzusetzen.
gen, die wir immer in unseren diversen
Und Europa baut mehr und mehr neue
Wir müssen uns für ein geeintes, freies
Couverts hatten, wenn wir unterwegs
Mauern, baut um sich die Festung Europa,
und gerechtes Europa einsetzen, denn wie
waren in Frankreich, Spanien und Belgien,
wehrt sich gegen Millionen von Flüchtlin-
am Anfang gesagt: Wir als Bürger sind der
.. und wir kennen natürlich die jetzigen
gen, die auf lange Sicht zu uns kommen
Pulsschlag Europas.
Außengrenzen Europas, z. B. zwischen
werden.
Polen und der Ukraine mit langen WarteWir haben nach schrecklichen Kriegen in Europa, nach Massentötungen bis in die
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✶ Europa
hält sich wie die USA einen
„Hinterhof“ in sogenannten „failed states“ in Afrika und Vorderasien.
Mitte des 20. Jahrhunderts seit 70 Jahren
✶ Europa, die EU hat mit ihrer gnadenlo-
keinen Krieg mehr. Wir bewegen uns frank
sen, neoliberalen Wirtschaftspolitik vor
und frei auf unserem Kontinent.
allem der letzten 20 Jahre und letztlich
Unser deutscher Pass, unsere Zugehö-
in der Fortsetzung von Kolonialismus
rigkeit zu diesem Land, eröffnet uns die
und Imperialismus vor allem die Staa-
ganze Welt, und nicht umsonst sind wir
ten Afrikas sich nicht entwickeln lassen.
auch Reiseweltmeister. Wir haben eine
✶ Europa ist dieser „Entwicklungspolitik“
europäische Zivilgesellschaft in Frieden
langfristig Mitverursacher, Mitschuldi-
entwickelt und wir haben zurecht vor Jah-
ge an den Flüchtlingsbewegungen, der
ren den Friedensnobelpreis erhalten.
Migration auf unserem Kontinent, der
Aber Obacht: Bei all unserer Europabe-
Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit
zogenheit, Europabesoffenheit: Ich habe
verheißt – und sich mit Mauern und
vor ein paar Wochen bei Freunden in Hel-
Zäunen und hinterhältigen bilateralen
sinki übernachtet und über der Gäste-
Verträgen gegen Migranten wehrt.
couch war über die gesamte Wand eine
✶ Europa als Akteur in einer globalisierten
Landkarte der ehemaligen Sowjetunion
Welt ist Verfechter eines freien Handels
Foto: Norbert Breidenstein
zeiten an den Grenzen.
TREIBGUT
Die Veranstaltung Pulse of Europe findet jeden ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr auf dem Roncalli Platz statt.
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europa
Nicht wie im Katalog Dirk Gebhardt wanderte 780 Kilometer vom westlichsten zum östlichsten Punkt Deutschlands. Unterwegs traf er Karnevalisten und Landärzte, Flüchtlinge und Waldbauern, Schützenkönige und Wagenplatzbewohner. Sein Fotoband „Quer durch“ zeigt die deutsche Peripherie: ungeschminkt, aber nicht unfreundlich. Von Bastian Pütter | Fotos: Dirk Gebhardt
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europa
Der erste Eindruck beim Blättern in Ihrem
bereit ist, so ein kleines Risiko wie „ich
für diese Regionen, dass dort keine Kinder
Bildband ist: Meine Güte, ist Deutschland
hab kein gutes Bett“ einzugehen, dann
mehr geboren werden, die Kitas und in zehn
ländlich.
sind Menschen oft sehr hilfsbereit.
Jahren die Schulen schließen. Dort wird es bald relativ menschenleer sein.
Das stimmt tatsächlich. Große Teile sind dörflich geprägt. Es gibt nur vier Millio-
Sie waren auch bei syrischen Flüchtlingen
nenstädte und die meisten Leute leben
eingeladen. Hat sich das Land mit der soge-
Kann es nicht sein, dass einem das ein Bür-
in kleinen Gemeinden. Wenn man quer
nannten „Flüchtlingskrise“ grundlegend
germeister im Hochsauerland auch erzählt?
durch Deutschland läuft, ist das in wei-
verändert oder ist so eine Struktur aus klei-
Überhaupt nicht, das haben die uns nicht
ten Teilen eine Reise durch den ländli-
nen Einheiten stabil?
erzählt. Und auch statistisch ist es so, dass
chen Raum.
Ich glaube, die Struktur ist unglaublich
beispielsweise in Nordhessen die Zahlen
stabil. Das sieht man vor allen Dingen an
in den Klein- und Mittelstädten stabil sind,
Sie sind mit großen Fragen gestartet: „Wie
der Flüchtlingsfrage. Selbst in den rechten
während man zum Beispiel im sächsi-
fühlt es sich an, dieses Deutschland, wer
Hochburgen in Sachsen haben wir vor
schen Riesa ganze Stadtviertel abreißen
bevölkert es und was hält es zusammen?“
allem Menschen getroffen, die uns sagten:
muss, weil sie leer stehen.
Was haben Sie unterwegs gefunden?
Naja, eigentlich kümmere ich mich um
Im Grunde genommen haben wir alle 50
die Flüchtlinge. Kommt man zu den ein-
Wie sehr waren Sie tatsächlich Wanderer und
Kilometer einen neuen Sprach- und
zelnen Menschen vor Ort, dann trifft man
wie sehr der Reportage-Profi mit einem Plan?
einen neuen Kulturraum. Diese Räume
auch auf Überforderung, aber vor allem
Wir haben wenig vorrecherchiert, wir sind
versuchen, miteinander zu kommunizie-
auf Menschen, die Dinge möglich machen.
gelaufen und der Zufall hat uns stark in
ren. Das funktioniert mal gut und mal
Die Syrer, die uns in ihre Einrichtung ein-
die Hände gespielt. Es sind 46 Reportagen
geht es schlechter. Aber wesentlich ist,
geladen haben, sprechen immer von Mr.
entstanden, was ziemlich viel ist, denn wir
dass die Menschen unglaublich sozial
Hans, einem, wenn ich mich richtig erin-
waren nur 44 Tage unterwegs. Wenn man
engagiert sind in ihren Räumen: im Dorf,
nere, pensionierten Lehrer, der die ganze
das tägliche Leben der Menschen beob-
in der Nachbarschaft, im Verein. Die ver-
Unterkunft eingerichtet hat, sich um alles
achtet – und das machen viele Journalis-
bindende Erfahrung ist vielleicht: Viele
kümmerte und einfach sagte: Jetzt packen
ten ja nicht mehr, weil sie meinen, sie
Menschen wollen nicht nur ihr eigenes
wir hier mal an. Und das gibt es überall.
müssten die großen Themen behandeln
Leben verbessern, sondern das aller in Sie haben Station gemacht im Grenzmuseum Schifflersgrund an der hessisch-thürinWie reagieren Menschen, wenn jemand zu
gischen Grenze, wo 200 Meter Todesstreifen
Fuß in ihr Dorf kommt, um Fotos zu machen
als Mahnmal erhalten sind. Ist das mehr als
und Geschichten zu hören?
ein Vierteljahrhundert nach der Wiederver-
Die meisten waren sehr freundlich und
einigung ein letztes Relikt und spürt man die
aufgeschlossen. Es sind teilweise sehr inti-
Grenze noch?
me Bilder im Buch, weil einfach die
Erstaunlicherweise letzteres. Das hätten
menschliche Nähe da sehr groß ist. Dass
wir vorher gar nicht gedacht. In Thüringen
sie das zugelassen haben, hatte vielleicht
war es noch nicht so deutlich, aber in Sach-
damit zu tun, dass die Idee, „auf Schusters
sen waren die Menschen viel zurückhal-
Rappen“ durchs eigene Land zu laufen,
tender, nicht mehr so offen und wir hatten
für viele ein Wunschtraum ist. Und dann
immer wieder das Gefühl, die Leute füh-
kommen zwei, die machen das zwar pro-
len sich, ja: zurückgesetzt.
fessionell, aber immerhin, sie machen es.
Wir waren zum Beispiel am Kyffhäuser, wir
Und da ist man dann sehr offen.
dachten, wir müssten auch ein solches deutsches Urdenkmal besuchen, wenn es schon
Und lässt die Fremden in sein Haus?
auf dem Weg liegt. Und dort haben wir
Ganz oft wurden wir wirklich eingeladen
Leute getroffen, die schon deutlich gemacht
und verköstigt und man hat uns auch
haben, dass ihre Situation sich sehr unter-
ungewöhnliche Unterkünfte angeboten:
scheidet von der im Westen. Sie konnten
eine Jagdhütte aus dem 19. Jahrhundert,
das nicht nur an den Löhnen merken, son-
Theatergarderoben, Sportumkleiden. Wir
dern auch daran, dass die jungen Leute
wollten den engen Kontakt und wenn man
einfach weiterhin abwandern. Das bedeutet
Foto: Dirk Gebhardt
ihrem Umfeld.
lll
zur person
Dirk Gebhardt, 1969 in Köln geboren, studierte Grafikdesign und visuelle Kommunikation in Amsterdam und Dortmund. Seit 1999 arbeitet er als freischaffender Fotograf für Magazine wie Stern, Der Spiegel, das Time Magazine oder El Pais. Er lehrt als Professor für Bildjournalismus und dokumentarische Fotografie an der Fachhochschule Dortmund. Dirk Gebhardt ist ein visueller Geschichtenerzähler und arbeitet seit vielen Jahren in Ländern wie dem Libanon, Ruanda und Georgien. In seinen Langzeitreportagen interessieren ihn besonders die wenig beachteten Themen in den Medien – zum Beispiel die Trockenzone Sertão im Nordosten Brasiliens. Er arbeitet nicht nur für oben genannte Magazine, sondern auch für NGOs und die UNICEF. Dirk Gebhardt hat keinen Führerschein und ist bei der Fortbewegung auf seine Beine oder sein silbernes Klapprad angewiesen. Die Durchquerung Deutschlands zu Fuß war seine bislang längste Wanderung. Er lebt mit seiner Familie in Köln.Bei Nimbus erschien 2013 sein Fotoband „Unter freiem Himmel / Outdoors“ (deutsch und englisch). 11
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– dann findet man dort die großen Geschichten im Kleinen. Ist „Quer durch“ ein Lehrbuch, Herr Professor? Ganz trennen lässt sich das natürlich nicht. Aber Studierende sollen schon ihren eigenen Weg finden. Es geht mir eher um Leser, die sagen, ich möchte mal einen ganz anderen Blick auf Deutschland werfen. Es sind kaum Reisebilder darin, oft sind die Bilder auch, ich sag‘ mal: versehrt. Die Landschaften haben Brüche, die Menschen sind nicht aus dem Katalog, sondern deine Nachbarn oder meine. Die Kamera kommt in der Tat sehr nah. Wahrscheinlich würde der Schützenkönig sich für den Hochglanz-Deutschland-Bildband gern anders inszeniert wissen… Es ist schon ein Deutschland-Bildband, aber vielleicht das andere Deutschland. Es geht nicht um das Repräsentative, sondern um die kleinen Momente, wo der Schützenkönig witzigerweise dann eben anfängt, zu Techno zu tanzen. Das setzt so ein großes Potenzial an Menschlichkeit frei. Das macht unser Leben aus. Dieses Interview führte Bastian Pütter für das Straßenmagazin BODO in Dortmund. Wir bedanken uns sehr für die Genehmigung zum Abdruck.
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Info
Der vielfach ausgezeichnete Fotograf Dirk Gebhardt ist Professor für Bildjournalismus am Fachbereich Design der FH Dortmund. Gemeinsam mit dem Radiojournalisten Jörg-Christian Schillmöller wanderte er in elf Etappen von Isenbruch im Westen nach Zentendorf im Osten und dokumentierte das Projekt auf „einjahrdeutschland.de“. Im Mai ist im Schweizer Nimbus-Verlag der Fotoband „Quer durch“ erschienen. Dirk Gebhardt „Quer durch. Deutschland von West nach Ost“, ISBN 978-3-03850-034-6, Nimbus Verlag, 29,80 Euro 13
europa
Kommentar
Das Referendum D
ie Schockwellen, die der bevorste-
und ob und wie das englische Pfund über-
Kontakt mit dem „einfachen Mann“ schon
hende Austritt von Großbritannien
leben wird.
seit langem verloren haben. Es herrscht
aus der EU durch Europa treibt,
Nach den Regeln der politischen Gram-
eben eine Grundhaltung des Protests,
beruhen – demokratisch gewertet – auf
matik wurde uns immer wieder gesagt,
nicht nur in Großbritannien, wie man
der mehrheitlichen Entscheidung des Vol-
den Versuchungen eines Referendums
weiß. Mit Europa und seinen Errungen-
kes als des Souveräns aller politischen
solle der Politiker widerstehen, soweit es
schaften und Mängeln hatte diese ableh-
Entscheidungen in der Demokratie. Die
sich nicht um ganz klare, um ganz einfa-
nende Haltung – gemessen an den Geset-
nur mit dem alternativlosen „Ja“ oder
che Antworten handelt, die zur Entschei-
zen der Kausalität – nicht unbedingt viel
„Nein“ zu beantwortende Frage – Austritt
dung anstehen. Denn komplexe Fragen,
zu tun. Es ist daher bezeichnend, dass
oder Nichtaustritt – betrifft jedoch, wie
die zu einem Großteil eine umfassende
dieser Protest sich im Brexit-Votum vor
viele Bürger erst im Nachhinein erkennen,
Kenntnis der zugrunde liegenden Tatsa-
allem bei den Älteren, auch bei den
alle Teile des politischen, des wirtschaftli-
chen voraussetzen und auch einen Blick
Armen massiv ausgebreitet hat, wohinge-
chen wie auch des gesellschaftlichen
in die Zukunft einschließen - die sollten
gen die Jugend, die Elite von morgen mit
Lebens, nicht nur das von heute, sondern
aus einem Referendum tunlichst ausge-
Blick auf ihre eigene Zukunft und die ihres
vor allem das von morgen. Die Konsequen-
klammert werden. Denn erbarmungslos
Landes Europa wollte. Das sollte zu den-
zen beziehen sich nicht nur auf Europa
überfordern sie den Wahlbürger. Um dies
ken geben.
und nicht nur darauf, ob denn der Finanz-
zu vermeiden, flüchten vor einem Refe-
Was folgt daraus? Referenda sind zu
platz London noch für die Finanzwelt von
rendum viele Politiker, die Massenmedien
vermeiden, weil sie gegenüber einer
morgen die gleiche Bedeutung besitzen
und vor allem die sozialen Netzwerke in
demokratischen Wahl den unaufhebbaren
einfache, in allzu einfache Antworten. Sie
Nachteil haben, dass die zur Entscheidung
aber – und das war während der Bre-
anstehende Wahlfrage dem Bürger keine
xit-Kampagne zu besichtigen – verfäl-
Chance lässt, zwischen mehreren Kandi-
schen notwendigerweise die Wahrheit. Sie
daten zu wählen und sich danach zu ent-
verdrehen die Tatsachen, sie lassen dem
scheiden, welchem Kandidaten für die
Vorurteil freien Lauf und appellieren an
nächste Wahlperiode aufgrund seines Programms mehr zu vertrauen ist.
die unzutreffende Erwartung des Bür-
Friedrich Graf von Westphalen
gers, in einer immer komplizierter werdenden globalen Welt, auch in einer sich immer mehr noch sachkundig auf einfache Weise über lebensentscheidende Zukunftsfragen mit „Ja“ oder „Nein“ abstimmen zu können. Zwangsläufig richtet sich in einem solchen emotionalisierten Wahlkampf der Unmut des Bürgers gegen die politische Elite, gegen die Bürokratie in Brüssel, gegen die „da oben“, die angeblich den
14
Foto: Frank Bluemler
beschleunigenden Welt, lll
zur person
Gastautor Prof. Dr. Friedrich Graf von Westphalen ist von Hause aus Rechtsanwalt und Publizist, sowie Honorarprofessor der Universität Bielefeld. Auf den DRAUSSENSEITER wurde der begeisterte Musikhörer aus Köln durch einen netten Straßen-Verkäufer vor der Philharmonie aufmerksam. Er kaufte das Heft, las es von vorne bis hinten durch und schrieb eine Mail an die Redaktion. Seit nun mehr fünf Jahren gehört er zum freien Mitarbeiter-Stab unseres Straßenmagazins.
europa
Luminita verkauft Finnlands erste Straßenzeitung Iso Numero, die 2011 an den Start ging. Pro verkauftem Magazin kann sie drei Euro behalten.
Besorgniserregende Entwicklung zeigt europaweit eine Obdachlosigkeitskrise auf Dem neuesten Bericht des EU-Verbands nationaler Organisationen der Wohnungslosenhilfe FEANTSA zufolge, nimmt Obdachlosigkeit europaweit in fast allen Ländern zu. Wir berichten von der Einführung ihrer neuen Kampagne, die es zum Ziel hat, die EU dazuzubringen, mehr zu tun, um Obdachlosigkeit in allen Mitgliedsstaaten zu beenden, und fragen, ob Finnland Vorreiter bleiben kann.
Foto: Janne Hukka
Von Laura Kelly
15
europa
N
ach dem neustem Bericht des Euro-
gramme zur Reduzierung der Obdachlo-
gliedstaaten ein klares Zeichen setzen, in
päischen Verbands der nationalen
sigkeit. Ein Medienpartner dieser Kampa-
dem sie ihnen erklärt, dass dieses Problem
Vereinigung im Bereich der
gne ist das International Network of
deren Verantwortung ist und, dass die
Obdachlosenhilfe (FEANTSA) stehen
Streetpapers (INSP), das internationale
Kommission jedoch nicht tatenlos bleiben
europäische Länder vor einer Krise bezüg-
Netzwerk der Straßenzeitungen. In den
wird. Wir werden euch beobachten und
lich Obdachlosigkeit und Ausgrenzung auf
nächsten Monaten werden wir über Erfol-
sehen was ihr unternehmt, um dieses Pro-
dem Wohnungsmarkt.
ge berichten und mit wichtigen europäi-
blem zu lösen.“
Die am 21. März im Europäischen Parlament begonnene zweite Übersicht über
16
schen Persönlichkeiten über diese Kampagne sprechen.
Eines der Hauptziele der Kampagne „Be Fair, Europe – Stand Up for Homeless Peo-
die Ausgrenzung auf dem europäischen
„Wir wollen, dass die Europäische Uni-
ple“ ist es, die EU anzuregen bedeutende
Wohnungsmarkt enthüllt einen alarmie-
on sich für die Rechte der Obdachlosen
statistische Daten über Obdachlosigkeit
renden Trend bei der Obdachlosigkeit in
stark macht“, erklärte Spinnewijn.
zu erheben. Im Moment beurteilt jede
den meisten europäischen Ländern.
„Obdachlosigkeit wird im Moment nicht
europäische Regierung Obdachlosigkeit
„Obdachlosigkeit steigt in fast allen Län-
als Verletzung der Grundrechte aner-
anders. Obwohl der FEANTSA-Bericht die
dern“, sagte FEANTSA-Direktor Freek
kannt. Ich denke, dass die Agentur der
besten erhältlichen Informationen eines
Spinnewijn. „Relative Armut geht in Euro-
Europäischen Union für Grundrechte die
jeden Landes erfasst, machen die Unter-
pa zurück, jedoch nimmt die extreme
Möglichkeit hat, das jetzt zu tun.“
schiede in der Datenerfassung einen Ver-
Armut – insbesondere die Obdachlosigkeit
Die Irin Marian Harkin, Mitglied des
gleich – und damit Benchmarking – fast
– zu, und zwar sehr schnell. Das ist ein
Europäischen Parlaments (MdEP) und des
unmöglich. „Das Statistische Amt der
Notstand und verlangt nach Taten.“
Ausschusses für Beschäftigung und sozia-
Europäischen Gemeinschaft (Eurostat)
FEANSTAs Bericht, der in Zusammen-
le Angelegenheiten, wiederholte die von
erhebt keine Daten über Obdachlosigkeit.
arbeit mit der französischen Hilfsorgani-
FEANTSA zum Ausdruck gebrachte
Es ist ein Skandal, denn wenn sie nicht
sation für Behausung, Fondation Abbé
Besorgnis über die Trends der Obdachlo-
gezählt werden, existieren sie in der Politik
Pierre, entstand, besteht aus einer Serie
sigkeit in Europa. Sie sagte, dass das Par-
der Europäischen Union nicht“, sagt Spin-
von Studien, die ein besorgniserregendes
lament die europäischen Mitgliedstaaten
newijn. Während der Bericht eine allge-
Bild der Ausgrenzung auf dem Wohnungs-
kürzlich dazu aufgerufen hat, das Recht
mein ernüchternde Statistik aufweist, fällt
markt entstehen lassen.
auf angemessenes Wohnen zu gewährleis-
ein Land aus der Reihe. Finnland reduzier-
In Deutschland ist in den letzten zwei
ten. „Es bestehen alarmierende Anzeichen
te die Zahl der obdachlosen Alleinstehen-
Jahren die Zahl der Obdachlosen um 35 %
für den ansteigenden Trend der Obdach-
den um 10 % in den drei Jahren von 2013
gestiegen. In Österreich ist den letzten
losigkeit in allen europäischen Ländern,
bis 2016.
sechs Jahren die Zahl der als obdachlos
außer in Finnland“, sagte sie. „In den letz-
Ruth Owen, politische Koordinatorin
Gemeldeter um 28 % gestiegen. Großbri-
ten 15 Jahren sind die Hauspreise schnel-
für FEANTSA, sagte: „Finnland ist sehr
tannien verzeichnete zwischen 2015/16
ler gestiegen als die Einkommen. In der
erfolgreich in der Bekämpfung von Lang-
einen Anstieg der Obdachlosen in London
EU geben die ärmeren Haushalte durch-
zeitobdachlosigkeit, weil es entschied, in
von 7 %. In Spanien ist die Obdachlosigkeit
schnittlich 42,5 % ihres verfügbaren Ein-
das ’Housing First‘-Programm zu investie-
in den letzten sieben Jahren um 5 % gestie-
kommens für Wohnkosten aus, was eine
ren. Hier werden Menschen so schnell wie
gen, während Italien in den letzten sechs
Überlastung ist.“
möglich mit Wohnungen versorgt und
Jahren einen Anstieg von 6 % verzeichne-
Raquel Cortes Herrera, stellvertretende
dann weiter unterstützt. Finnland ist auch
te. In Dänemark enthüllte eine Volkszäh-
Referatsleiterin der Generaldirektion
erfolgreich, weil sie sich hauptsächlich auf
lung einen Anstieg der allgemeinen
Beschäftigung, Soziales und Integration
Prävention konzentrieren. Sie haben
Obdachlosigkeit von 23 % zwischen 2009
der Europäische Kommission, warnt, dass
enorm viel in das Sozialwohnungswesen
und 2015 – aber auch eine erschreckende
die Kommission nicht die Macht hat,
und in Zuschüsse investiert.“
Zunahme von obdachlosen Jugendlichen
direkt Maßnahmen zu treffen, um die Zahl
Zu diesem Lob für sein Heimatland
von 85 %.
der Obdachlosen in der EU zu reduzieren.
äußerte sich der Redakteur der finnischen
FEANTSA reagierte darauf mit einer
Sie versprach jedoch, dass die Kommission
Straßenzeitung Iso Numero, Janne Hukka,
neuen Kampagne – „Be Fair, Europe –
ihren Einfluss geltend machen würde, um
und sagte, dass klare Fortschritte gemacht
Stand Up for Homeless People“ – um die
die Mitgliedstaaten zur Handlung zu drän-
wurden, dass diese jedoch durch zuneh-
europäischen Entscheidungsträger zu
gen. Sie fügte hinzu: „Die Kommission ist
mende Einwanderung gehemmt wurden.
zwingen mehr für die Beendung von
sich bewusst, dass es ein Problem gibt. Sie
„Bis vor Kurzem wurde das Problem der
Obdachlosigkeit zu tun, einschließlich der
ist sich bewusst, dass es ein europäisches
Obdachlosigkeit hauptsächlich im Rah-
Verwendung europäischer Gelder für Pro-
Problem ist. Die Kommission will den Mit-
men des traditionellen Sozialstaats gelöst,
europa
Obdachlosigkeit in Europa: Ortsbasierte – nicht vergleichbare – Statistiken, die den alarmierenden Trend zum Anstieg der Obdachlosigkeit in Europa widerspiegeln. Als Quelle wurden möglichst offizielle Statistiken verwendet. Sie orientieren sich an unterschiedlichen Zeiträumen und wurden mit Hilfe verschiedener Methoden erstellt, um den länderspezifischen Besonderheiten Rechnung zu tragen. Ein Wert sticht besonders heraus: Einzig in Finnland ist die Zahl der Obdachlosen gesunken – dank einer wirkungsvollen Langzeitstrategie.
was, besonders in Finnland, sozial und
enthaltsstatus somit durch das Netz der
ethisch sehr homogen verlief. In diesem
Sozialdienste. Hukka ergänzt: „Finnlands
Rahmen war das finnische ‘Housing
Führung (in der europäischen Debatte
First’-Programm ein riesiger Erfolg“, sagte
über Obdachlosigkeit) hängt hauptsäch-
er. „Sowohl das Recht auf freien Personen-
lich davon ab, ob sich die Politiker dem
verkehr in der EU als auch der Flüchtlings-
neuen Status quo anpassen und Wohnun-
strom verändert die Situation sehr. Die
gen auch für Menschen zugänglich
derzeitige Mitte-Rechts-Koalition verfolgt
machen, die nicht in den engen Rahmen
eine strikte Einwanderungspolitik und
der Staatsangehörigkeit fallen.“
man muss abwarten, wie sich das auf die
Schließen Sie sich FEANSTAs Kampag-
Situation der Obdachlosen auswirkt. Loka-
ne online an und lassen Sie INSP wissen,
le Nichtregierungsorganisationen und
was Europa Ihrer Meinung nach unter-
Menschenrechtsexperten sind sich einig,
nehmen sollte, um den Obdachlosen zu
dass die Regierungspolitik einen rasanten
helfen. Tweeten Sie uns unter @_INSP
Anstieg der Zahl von undokumentierten
und benutzen Sie den Hashtag #BeFairEU.
Migranten zur Folge haben wird, und damit eine neue Art der Obdachlosigkeit entsteht.“
Mit freundlicher Genehmigung von INSP.ngo Übersetzt aus dem Englischen ins
Die meisten Iso Numero-Verkäufer sind
Deutsche von Birgit Puttock (www.bptrans
nicht finnisch und fallen wegen ihres Auf-
lationservices.com) / Trommons.org
17
benefiz
Clemens-Josef-Haus
Willkommen im Clemens-Josesf-Haus auf dem Vellerhof, einem Fernab der „Straße“ sind die Menschen hier gern gesehene Gäshistorischen Gehöft inmitten eines Naturschutzgebietes, auf dem te, die auf dem Gelände des Clemens-Josef-Hauses auf ihrem ganz heute hilfebedürftige Menschen leben, wohnen und arbeiten. persönlichen Weg begleitet werden. Clemens-Josef-Haus I Altenwohn- & Pflegeheim und stat. Einrichtungen der Gefährdetenhilfe · Vellerhof 1 · 53945 Blankenheim Gefährdetenhilfe: 0 26 97 . 91 00 16 · Altenwohn- & Pflegeheim: 0 26 97 . 91 00 25 · www.vellerhof.de
Wohnungslosenhilfe Station machen I zur Ruhe kommen
Übernachtung I Aufnahme I Wiedereinstiegshilfe I Lebenshilfe I Langzeitwohnen
Arbeiten
Qualifizierung erwerben I Selbstwertgefühl erleben Beschäftigung I Ausbildung I Arbeitstraining I Qualifizierung I Arbeitsvermittlung
Pflegewohnheim
begleiten und fördern I beraten und anleiten
Pflege & Betreuung I Lebenszufriedenheit I Wohlbefinden I Menschlichkeit I Zu Hause
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spuren der armut
Spuren der Armut
Indianer für Flüchtlinge Kalscheurer Weg dann die rund 300 Eingeborenen zu einer Genossenschaft zusammen, kauften der Bahn das Gelände ab und konnten endlich auch die Stadt von der Einmaligkeit dieser „Schlicht-Wohnbauten“ überzeugen. Im Gegenzug mussten sie für Kanalisation, Straßenbeleuchtung, Rettungswege und Ähnliches sorgen. Als lebendiges Dokument unkonventioneller Bauplanung angesichts von Armut und Wohnungsnot handelt es sich hier außerdem um eine der ersten Neugründungen einer Wohnungsgenossenschaft in Köln. Neuerdings planen die Genossen nicht nur ein Haus für altersgerechte Wohnungen, sondern wollen 13 neue Häuser auf benachbartem städtischen Grund bauen, und zwar gemeinsam mit und für Flüchtlinge, die ihr fehlendes Eigenkapital als Eigenleistung einbringen.
Foto: Sabrina Burbach
N
Das wird sicher nicht einfach, Politik, Paricht viele Kölner wissen, wovon die
dem Jahre 1930, in Köln vom damaligen
teien und Verwaltung davon zu überzeu-
Rede ist, wenn es um die „Indianer-
Oberbürgermeister Adenauer umgesetzt.
gen. Aber die Eingeborenen haben ja
siedlung“ geht – eine Kolonie in
Um in der Not nach der Wirtschaftskrise
lange Erfahrung, wie sie etwas beharrlich
Zollstock direkt neben dem Südfriedhof
unmittelbar und vor allem unbürokratisch
durchsetzen und gemeinsam erreichen.
am Kalscheurer Weg. Der Name geht auf
zu helfen, wurde Armen und Arbeitslosen
einen Journalisten zurück, der sich an die
mit kinderreichen Familien ein Stück
Indianerreservate in Minnesota erinnert
Boden als Garten- und Bauland zur Ver-
fühlte und angesichts der Siedlung seinen
fügung gestellt, das sie ohne große Bau-
Eindruck schilderte, „das jähe unbegreif-
vorschriften besiedeln und bewirtschaften
liche Gefühl der Verrückung von Raum
durften. Die „Notsiedlungen“ rund um die
und Zeit.“ Aber man sollte sich das selber
Großstädte sind in Zeiten des Wirtschafts-
anschauen, zwischen den zusammenge-
wunders der 1950er Jahre wohl alle ver-
würfelt erscheinenden Häusern, Buden
schwunden, abgerissen und beseitigt – bis
und Häuschen spazieren gehen und den
auf die „Indianersiedlung“ in Zollstock.
Mix der Stile und Materialien selbst erle-
Das lag an der fehlenden Planung, vor
ben, eingebettet in Grün und Gärten, um
allem aber an der Querköpfigkeit und
dieses begeisterte Gefühl zu verstehen.
Ausdauer der Siedler, die allen Versuchen
Die Siedlung mit Namen, die wie Pro-
der Vertreibung gemeinsam widerstan-
visorien klingen, wie „Weg R“ oder S und
den: erst der geplanten Friedhofserweite-
U oder V, ist das Ergebnis der Notverord-
rung, dann der Entmietung und schließ-
nungen des Reichkanzlers Brüning aus
lich dem Abbruch. 2002 schlossen sich
Martin Stankowski, geboren 1944, arbeitet als Publizist, Geschichtenerzähler und Rundfunkautor in Köln. Er wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem KölnLiteraturpreis. Für den DRAUSSENSEITER hat er unter anderem die „Bürger & Berber“-Stadtführung entwickelt. 19
aus der oase
Sozialarbeiter Ingo Leis mit Besuchern des Sommerfests.
Leckere Salate und glückliche Gesichter beim OASE-Sommerfest Mehr als hundert Menschen kamen zum diesjährigen Sommerfest der OASE, einer Einrichtung, die seit mehr als 25 Jahren als Anlaufstelle für Wohnungslose gilt. Und obwohl es in diesem Jahr draußen regnerisch und windig war, war die Stimmung drinnen bestens und alle Gäste hochzufrieden. Kein Wunder, gab es in diesem Jahr nämlich nicht nur den bewährten Kaffeeklatsch am Nachmittag und tolle Live-Musik, sondern auch zu den Würstchen eine reichliche Salat-Bar – gespendet vom Kölner Marriott Hotel. „Gleich fünf Sorten, das ist ja der Hammer“, freute sich beispielsweise Lothar, ein regelmäßiger Besucher des Offenen Treffs. Der junge Mann, der schon viele Jahre auf der
Alle hatten gute Laune!
Straße lebt, ist so einen Luxus sonst nicht gewöhnt. Mit insgesamt 150 Salat-Portionen war für alle genug da und auch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die bei der Essensausgabe alle Hände voll zu tun hatten, gingen nicht hungrig nach Hause. Bei so einem Sommerfest zeigt es sich wieder mal, dass es am schönsten ist, wenn alle gemeinsame Sache machen: Die Besucher des Offenen Treffs, die Sozialarbeiter, Multipli-
DRAUSSENSEITER-Chefredakteurin Christina Bacher und Prof. Frank Überall, ehemals Vorstand der OASE und Vorsitzender des DJV.
katoren und Sponsoren und die vielen Menschen, die sich übers Jahr für die OASE einsetzen. Sie alle haben einen Rundum-Verwöhn-Nachmittag verdient. (cb) Linda und Lydia – ein Dreamteam.
Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer am Buffet.
Lukas Hennecke begeisterte mit Kölschrock vom Feinsten ... OASE-Vorstand Claudia Betzing nutzte die Gelegenheit zum Gespräch mit OASE-Besuchern.
Fotos: Gerd Bonse und Christina Bacher
Der leichte Regen hielt die Gäste nicht vom Feiern ab ....
20
Aus der OASE
Der Zauberer Gregor Meyle zaubert „die Leichtigkeit des Seins“ auf die Bühne – und spendet die Erlöse des Abends an die OASE, eine Einrichtung für Wohnungslose und Menschen in sozialen Schwierigkeiten in Köln.
le hat all das erreicht und ist
Dass eine Karriere im Musikbusiness auch
trotzdem sehr bodenständig geblieben. „In den letzten Jahren hatte ich unfassbar viel Glück und Davon möchte ich gerne etwas zurückge-
Hut, Brille und Bart heißt, ebenso wie die
ben an die Menschen, die es am nötigsten
Tournee, „Die Leichtigkeit des Seins“. Am
brauchen. Wir spenden die Erlöse aus dem
5. November 2017 gibt’s mehr als zwei
harte Arbeit bedeutet, weiß Gregor Meyle
Konzert am 5.11. im E-Werk an die OASE,
Stunden Gregor Meyle & Band Live-Er-
aus eigener Erfahrung. Der Musiker, Inha-
weil die Arbeit und das Engagement des
lebnis inklusive wunderbarer neuer
ber goldener Schallplatten und Träger
Teams so wichtig und besonders sind.
Geschichten, mit gewohnter Intimität und
renommierter Preise wie Echo und Deut-
Übrigens unterstützen uns dabei auch
viel Kontakt zum Publikum – zugunsten
scher Fernsehpreis, hat mit „Meylensteine“
einige Kollegen. Wer am 5.11. dabei ist,
der OASE. Wir sagen vorab ganz herzli-
sogar ein eigenes TV-Format, das 2017
kann ich aber noch nicht verraten“.
chen Dank. (cb)
bereits in die zweite Runde ging. Das schaf-
Das fünfte Studioalbum des sympathi-
fen nur sehr wenige Künstler. Gregor Mey-
schen Backnanger Singer-Songwriters mit
Schon mal vorm
>> 5.11.2017 ab 19 Uhr im E-Werk, Tickets unter www.gregor-meyle.de/live
Foto: Sven Kosakowski
Unterstützung auf meinem Weg.
erken!!!!!
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cartoon/kolumne
Die Geschichte wird‘s entscheiden EU-Kommissionschef Juncker hält seine Rede zur Lage der EU und fordert eine Ausdehnung der EU, den Euro für jeden Mitgliedsstaat, der Interesse hat, und auch eine Ausweitung des Schengen-Raums. Illustration: Heiko Sakurai
Hallo liebe Freunde! neulich hat Frauchen mich mit einem Kurztrip ans Meer überrascht. Morgens hat sie gepackt und dann ging‘s ab zum Bahnhof. Ich dachte erst, das wird wieder so ein normaler Arbeitstag in der Stadt. Doch dann sind wir mit Frauchens Kumpel in einen Zug gestiegen und sehr lange gefahren. Und mein Dosenöffner hatte alles mit: Wasser, als ich Durst hatte, und Futter, als ich hungrig war. Einfach klasse. Zwischendurch ging es mal raus und wir sind ein Stück gelaufen. Zum Schluss fuhren wir mit einem tollen Bus. Und dann waren wir endlich da: am Meer. War das ein tolles Düftchen, das da in meine Nase wehte. Ich war hin und weg. Wir 22
folgten dem Duft sehr lange und waren plötzlich in einem Zimmer. Dort stellte Frauchen alles ab, fütterte mich und dann ging es an den Boulevard. Dort war eine kleine Mauer. An der bin ich hoch gesprungen und konnte dahinter das Wasser und den Strand sehen. Und viele Möwen. Die haben ziemlich laut geschrien. Hört sich ganz anders an als die Tauben und Vögel in Köln. Abends waren wir in einem Restaurant und sind danach super lange Gassi gegangen – direkt am Meer. Ich war ganz schön müde als wir zurück im Zimmer waren. Auf das Bett durfte ich nicht, aber das war okay. Am nächsten Tag sind wir auf den
Markt gegangen. Dort kam eine Möwe ziemlich nah an uns heran. Ich glaube, die wollte was zu fressen. Vielleicht hat die nicht so einen tollen Dosenöffner, der ihr alles hinstellt. Das tat mir schon leid. Dann sind wir mit dem Zug wieder nach Hause. Das war ein ganz schöner Unterschied. Denn am Meer fuhren kaum Autos. Dort war alles ganz ruhig. Ich hab den Ausflug jedenfalls sehr genossen und hoffe, Frauchen hat noch öfters solche Überraschungen auf Lager. Euer Clayd
l l l Hallo, ich bin Clayd aus Rumänien. Von dort bin ich mit einem halben Jahr zu meinem Frauchen, der Draussenseiter-Verkäuferin Kölsche Linda, gezogen. In meiner Kolumne erzähle ich euch, wie mein Alltag so aussieht, und was ich alles erlebe. Foto: Kölsche Linda
Buch-tipps
Antonin Varenne
Michel Bussi
Alessandro Baricco
Die Treibjagd
Fremde Tochter
Mr Gwyn
Ein einsam gelegenes Dorf mitten in Frankreich. Im Massif central, dort, wo der Revierjäger Rémi Parrot versucht, Strukturen aufzubrechen. Doch er kämpft gegen Windmühlenflügel. Denn die beiden reichsten Familien des Ortes sind seit ewigen Zeiten verfeindet, ringen sich gegenseitig das Land ab, prügeln sich, trauen sich nicht über den Weg. Rémi Parrot ist Spross einer Familie, die von einer dieser Clans übers Ohr gehauen wurde, dem aber ein Stückchen Land blieb, auf das er ein Blockhaus setzte. Dort haust er nun, den einst die Schraube eines Mähdreschers das Gesicht zerstörte. Seine Liebe gehört Michèle, Tochter einer reichen Familien. Und als Michèle nun zurück kommt da kochen die Emotionen hoch. Während Rémi versucht, sich und seine Freunde vor den brutalen Attacken der Clanmitglieder zu schützen, kommt er erst einem Mord und dann einem abgefeimten Umweltskandal auf die Spur. Damit wäre sein Leben eigentlich besiegelt. Doch stattdessen trifft es Freunde, Weggefährten. Nur die auf einem Platz wild hausenden Roma beschützen ihn und sichern somit seine Zukunft. Und auch die des Ortes. Tolles, super konstruiertes, abgefeimtes Krimitheater. Varenne ist in Frankreich längst schon ein Star. Er sollte es auch auf dem deutschen Krimimarkt werden. Ingrid Müller-Münch
27 Jahre hat es gedauert, bis Chlothilde es wagte, in die Heimat ihres Vaters zurückzukehren. Nach Korsika. Dorthin, wo ihre Familie einen großen Namen hat. Ihr Großvater ein mächtiger Mann ist. Wo sie im Sommer 1989 schwer verletzt einen Unfall überlebte, bei dem ihre Eltern und ihr Bruder starben. Schwer traumatisiert hat sie Korsika seitdem gemieden. Doch jetzt traut sie sich, gemeinsam mit ihrem Mann, ihrer pubertierenden Tochter. Und erlebt den Horror pur. Denn das erste, was sie aus der Bahn wirft, ist eine Nachricht, die sie eindeutig als von ihrer Mutter stammend identifiziert. Doch Palma Mama, wie sie sie nannte, starb – als damals das von ihrem Vater gesteuerte Auto die Klippen runterstürzte – wie alle in dem Auto, außer ihr. Wie also kann es sein, dass ihre Mutter ihr schreibt? Immer wieder. Während Chlothilde sich auf die Suche nach der Wahrheit über das macht, was damals geschah, erfährt der Leser so nach und nach, wie sich die letzten Tage vor dem tragischen Unglück vor 27 Jahren entwickelten. Das Tagebuch der damals 15-jährigen Chlothilde wird immer wieder eingeblendet. Die Geschichte ist aus damaliger und heutiger Sicht erzählt. Und so langsam nehmen die Personen Gestalt an, die seinerzeit bis zum Unfalltag agierten und die heute wieder, 27 Jahre danach, so tun, als wäre damals alles einem tragischen Ablauf gefolgt. Bis hin zu dem Sturz von den Klippen – der sich so nach und nach nicht mehr sicher als Unfall darstellt. Da scheint mehr hinter zu stecken, da bohrt Chlothilde offenbar in einem dunklen Geheimnis, das weitere Tote, weitere Morde nach sich zieht. Wer Bussis geheimnisvoll sich entwickelnde Krimis liebt, der ist hier richtig. In Frankreich jedenfalls war „Fremde Tochter“, „Le temps est assassin“ ein echter Sommerhit 2017. Ingrid Müller-Münch
„Jasper Gwyn machte gerade seinen Gang durch den Regent’s Park, als ihm plötzlich klar zu Bewusstsein kam, dass das, womit er sich jeden Tag beschäftigte, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, nicht mehr zu ihm passte.“ So beginnt das zauberhafte Buch „Mr. Gwyn“ von Alessandro Baricco. Der namensgebende Protagonist beschließt, seinen Beruf, er ist erfolgreicher Schriftsteller, aufzugeben, um fortan Kopist zu werden, ohne genau zu wissen, was ein Kopist denn ist. Der Besuch einer Galerie schenkt ihm schließlich die Erkenntnis: Als Kopist will er geschriebene Porträts anfertigen, Einzelanfertigungen, intime Seelenbilder. Mithilfe seiner Assistentin baut er pedantisch ein Atelier auf und porträtiert nun hier wohlhabende Londoner, die einen Monat lang nackt in dem seltsam beleuchteten Raum liegen. „Mr. Gwyn“ ist ein leises, sehr elegantes Buch. Langsam fließt die Handlung, sorgfältig folgt Satz auf Satz, so sorgsam, wie die Hauptfigur seinen Plan und seine Aufgaben verfolgt. Baricco behandelt dabei die großen Themen, die wir alle kennen: Sinnkrise und Sinnsuche. Wer sind wir? Was macht uns zu demjenigen, der wir sind? Wie sehen uns die anderen? Wer wollen wir sein? Eine Art Lösung liefert uns Baricco am Ende auch. Aber die wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Das Buch lässt sich als Gegenentwurf zu unserer hektischen, getriebenen Zeit lesen. Mr. Gwyn geht es nicht um Selbstoptimierung, um neue Horizonte, sondern darum, in sich zu sein. Ein sehr angenehmes und zutiefst befriedigendes Lesevergnügen. Jens Hüttenberger
Antonin Varenne: „Die Treibjagd“, Penguin-Verlag, 2017, Übersetzung aus dem Französischen von Susanne Röckel, 10 Euro.
Alessandro Baricco: „Mr Gwyn“, Hoffmann und Campe, 2017, ISBN-10: 3455405614 Taschenbuch, 12 Euro.
Michel Bussi: „Fremde Tochter“, Rütten& Loening, 2017, Übersetzung aus dem Französischen von Eliane Hagedorn und Barbara Reitz, 14,99 Euro.
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Eintritt frei z vorsorge
Kölner Alzheimer Forum
Gut zu wissen, wie du entschieden hättest! – Die Patientenverfügung Die Themen „Rechtliche Vorsorge“ und "Patientenverfügung" sind in der jüngeren Vergangenheit immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Das Hauptaugenmerk dieser Veranstaltung soll auf der Patientenverfügung liegen. Mehr als 60 Prozent der Deutschen haben keine solche Verfügung verfasst;
Schöne Aussichten
Foto: Miriam Wolf
Weihnachten in der Domstadt
G ein Großteil der existierenden Patientenverfügungen dürfte nahezu unwirksam sein, weil sie nicht präzise genug formuliert sind. Die Expertin informiert darüber, wie ein solches Dokument verfasst sein sollte, damit es im Ernstfall eine konkrete Entscheidungsgrundlage darstellt.
leich zwei wichtige Jubiläen feierte der Kölner Dom in 2017: Einmal seine zweite Grundsteinlegung im Jahre 1842 und dann 150 Jahre Zentral-Dombau-Verein zu Köln. Für die weltberühmte Kathedrale also gleich zwei Anlässe, sich zu freuen. Nein, eigentlich drei: Denn seit 2016 gibt es mit Peter Füssenich einen Mann, der sich ganz besonders um das Wohlergehen des Gebäudes kümmert, das sich genau genommen sogar selbst gehört. Der neue Dombaumeister ist nicht nur für die Instandhaltung des Doms verantwortlich, sondern immer noch für die Reparatur diverser Kriegsschäden. Wir haben mit dem neuen Dombaumeister gesprochen, für den die Christmette am Weihnachtsabend zu einem absoluten Muss gehört.
Wann: 14. November 2017, 18 bis 19.30 Uhr Wo: SBK Sozial-Betriebe-Köln gemeinnützige GmbH, Städtisches Seniorenzentrum Köln-Riehl, Haus P8, Boltensternstraße 16, 50735 Köln - Riehl Veranstalter: SBK Sozial-Betriebe-Köln gemeinnützige GmbH, Kölner Alzheimer Forum Weitere Infos siehe www.stadt-koeln.de www.sbk-koeln.de alzheimer-forum@sbk-koeln.de Kölner Alzheimer Forum
Der nächste DRAUSSENSEITER erscheint zum 1. Dezember 2017. Mehr dazu unter www.draussenseiter-koeln.de und auf www.facebook.com/Draussenseiter-DasKölner-Strassenmagazin-106192356124749. 25
service
n Kontakt- u. Beratungsstelle Rochus (SKM)
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Bartholomäus-Schinkstr. 6, 50825 Köln, Tel.: 3377063-4, Fax: 3377063-9 http://skm-koeln.de/9.0/9.1.8/rochus-p.html rochus@skm-koeln.de
Für Alle n Diakoniehaus Salierring Fachdienst für Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe d. Diakonischen Werkes Köln und Region, Salierring 19, 50677 Köln, Tel.: 27 69 70-0, verwaltung.salierring@ diakonie-koeln.de, www. diakonie-koeln.de Beratung: Mo bis Fr 9-12 Uhr, Di + Mi 16-18.30 Uhr (u. a. Postadressen u. Treuhandkonten) Straffälligenhilfe: Zeiten wie oben Tagestreff: Mo bis Fr 8.30-12.30 Uhr, Frühstück, (donnerstags auch Mittagessen), Duschen, Wäschekeller, Aufbewahrung, Internetzugang Kleiderkammer: Di u. Do 9-11.30 Uhr Krankenwohnung, Betreutes Wohnen § 67 SGB XII, Ambulante Begleitung gem. § 67 SGB XII, Betreutes Wohnen § 53 SG XII, Clearingstelle Claro im Trägerverbund
n Emmaus Geestemünder Str. 42, 50725 Köln, Tel.: 971 17 31, info@emmaus-koeln.de, www.emmaus-koeln.de
n Lobby-Restaurant LoRe des KALZ für Berber und Banker Domstr. 81, Nähe Hauptbahnhof, 50668 Köln, info@koelnerarbeitslosenzentrum.de, www.koelnerarbeitslosenzentrum.de Mittagessen: Mo, Di 12 -16 Uhr, Mi, Do, Fr 12 -15.30 Uhr
n Kölner Obdachlosenfrühstück, Peter-Deubner-Stiftung Tel.: 430 39 83 Angebote: 9 -11 Uhr: Kostenloses sonntägliches Frühstück jeden 2. u. 3. Sonntag im Monat im Vringstreff, Im Ferkelum 42, jeden 4. Sonntag in der MüTZe, Berliner Str. 77, Köln-Mülheim
n GUBBIO Obdachlosenseelsorge Ulrichgasse 27-29, 50577 Köln, www.gubbio.de Öffnungszeiten: Di, Mi 14 – 17 Uhr Angebote: Raum zum Gespräch, Bibelstunde, Meditation, thematische Gesprächskreise, religiöse Filme
Angebote: täglich warmes Essen von 12-14 Uhr, kalte u. warme Getränke, Duschmöglichkeit (Behindertendusche u. -toilette), Wäsche waschen Mo bis Do von 11:00-14:30 Uhr, Beratung täglich von 11-15 Uhr und nach Vereinbarung, Medizinische Sprechstunde Di + Do von 12:30- 13:30 Uhr, Postadresse, Betreutes Wohnen, PC-Nutzung mit Internetzugang, Samstags Frühstück. Die Wochenenden sind geschlossen. Die Kleiderkammer ist im Moment geschlossen, Ausgabe von Kleidung nur notfallmäßig für Besucher der Kontaktstell. Öffnungszeiten: Mo bis Fr 11-15 Uhr, Sa 10-14 Uhr, So 10-14 Uhr
n Sozialdienst Katholischer Männer e.V. Bahnhofsvorplatz 2a (1. Etage), 50667 Köln-Innenstadt, Tel.: 13 49 19, kontaktstelle@skm-koeln.de, www.skm-koeln.de Angebot: Aufenthaltsmöglichkeit, Begegnung, Freizeitangebote, (Spieleangebot, Kaffee), Essen, Duschen, Wäschepflege, Schreibhilfe, Telefonmöglichkeit, mediz. Versorgung, PC-Nutzung mit Internetzugang offene Info- u. Orientierungshilfen: Mo., Di., Do., Fr. 12-15 Uhr, Mi. 12-14 Uhr Sa., So. und Feiertage 12-13 Uhr Beratung (auch anonym): Mo, Mi, Do, Fr 9-11 Uhr, Mo bis Fr 14-16 Uhr
n Vringstreff e.V. Für Menschen mit und ohne Wohnung Im Ferkulum 42, 50678 Köln, Tel.: 278 56 56, info@vringstreff.de, www.vringstreff.de Mo bis Do 11.30-17 Uhr, Fr 9-12 Uhr Jeden 2. und 3. Sonntag Obdachlosenfrühstück 9-11 Uhr, Café, Freizeitangebote, Veranstaltungen, Beratung
Versorgung, Mo bis Fr ab 21 Uhr Leben und Arbeiten in Gemeinschaft, günstiger Einkauf von Secondhand-Artikeln, DritteWelt-Arbeit durch Versand von Hilfslieferungen
n Gulliver – Überlebensstation für Obdachlose Trankgasse 20, Nähe Hauptbahnhof, 50667 Köln, Tel.: 120 60 91 Duschen, Toiletten, Waschmaschinen, Trockner, Tagesschlafraum, Postadressen, Caféteria mit Frühstück und Snacks, Beratungsangebote, Internetzugang, Kunstausstellungen, Handyladestation Mo bis Fr 6-13 Uhr u. 15-22 Uhr, Wochenende, Feiertage 10-18 Uhr Kleiderkammer: Do 13.30-15 Uhr
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Foto: Christina Bacher
Appelhofplatz: Essenausgabe u. medizinische
service
Nur für Frauen
n Bürger für Obdachlose e.V. Basislager Gebrauchtwarenkaufhaus Bürger für Obdachlose e.V. Basislager: Silcherstr. 11, 50827 Köln Tel.: 640 22 68, info@bfoev.de
n agisra e.V.
Foto: Marie Breer
Kleiderkammer, Gebrauchtwaren-Kaufhaus für Jedermann, Arbeitsprojekt und Suppenküche. Obdachlose können gerne auch Kleidung, Schlafsäcke etc. in unserem Gebrauchtwaren-Kaufhaus kostenlos bei uns beziehen. Gemeinsam mit Emmaus betreibt der Verein die Suppenküche am Appelhofplatz.
n Initiative Bauen Wohnen Arbeiten e.V. Peter-Michels-Str. 1-9, 50827 Köln Tel.: 0221/ 9535301, Fax: 0221/ 5948789 ibwa@netcologne.de www.bauenwohnenarbeiten.de
Angebot: Arbeitsgelegenheiten, Beschäftigung, Wohnen, Betreutes Wohnen
Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen Martinstr. 20a, 50667 Köln, Tel.: 0221/124019 oder 1390392, www.agisra.org Beratung nach Terminvereinbarung, Telefonische Sprechzeiten: Mo, Di und Do 10-15 Uhr
n Café Auszeit Kontakt -und Beratungstelle für wohnungslose Frauen Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695310, cafe-auszeit@skf-koeln.de Tägl. Essensangebot, Duschen & Baden, Wäschepflege, Kleiderkammer, Postadresse, Schließfachnutzung, Beratung und Soforthilfe, Mo, Di, Do, Fr 11-15 Uhr, Mi 15-19 Uhr, u. nach Vereinbarung
n Café Auszeit, Schäl Sick SKF e.V., Buchheimer Str. 36, 51063 Köln, Tel.: 0221/946 96 24, Fax: 0221/2855199 cafe-auszeit.schaelsick@skf.koeln.de Beratung, Hilfe und Unterstützung bei allgemeinen Fragen, Vermittlung an weiterführende Hilfen, Rechtsberatung, Frauenfrühstück, Postadresse Mo und Fr 10-12 Uhr, Mo, Mi, Do 15-17 Uhr Do 10-12 Uhr Frauenfrühstück
n Comeback Notschlafstelle für Frauen, Sozialdienst kath. Frauen e.V., Mauritiussteinweg 77-79, Nähe Neumarkt, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695-210
n OASE-Benedikt Labre e.V. Alfred Schütte Allee 4, 50679 Köln, Tel. 0221/9893530 kontakt@oase-koeln.de www.oase-koeln.de
Täglich geöffnet von 20 bis 10 Uhr. Angebot für wohnungslose Frauen und Frauen in Notlagen: Schutz, Übernachten, Essen, Duschen, Wäsche waschen, Kleiderkammer, PC und Internetnutzung. Tiere sind erlaubt. Beratung und Vermittlung an weiterführende Hilfen sind möglich.
Kontakt- und Beratungsstelle: Montag und Freitag 9–13 Uhr, Dienstag und Donnerstag 9–16 Uhr, Mittwoch nach Terminvereinbarung
Offener Treff: Montag 10.30–13 Uhr, Dienstag 13–16 Uhr, Donnerstag 13–16 Uhr, Freitag 11.30–13 Uhr Frühstück: Montag 10.30–13 Uhr
Sprechstunde Mobiler Medizinischer Dienst: Montag 10.30-11.30 Uhr und
n Elisabeth-Fry-Haus Albert-Schweizer Straße 2, Nähe Südfriedhof, 50968 Köln, Tel.: 99 56-43 00, efh@diakonie-michaelshoven.de www. diakonie-michaelshoven.de Notaufnahmeheim für Frauen und Frauen mit Kindern, Schutz, Übernachtung, Verpflegung, Wohnen, Beratung und Begleitung. Das Haus ist rund um die Uhr geöffnet.
n Haus Rosalie Gocher Straße 45, 50733 Köln-Nippes, Tel.: 0221/97 30 88 88, haus-rosalie@vinzentinerinnen.de Wohnprojekt für Frauen
n LOBBY FÜR MÄDCHEN e.V. für Mädchen und junge Frauen Beratung und Begleitung bei Problemen und in Krisensituationen Mädchenberatung linksrheinisch Fridolinstr. 14, 50823 Köln-Ehrenfeld Tel.: 0221/45 35 56 50 maedchenberatung-linksrhein@lobbyfuer-maedchen.de Mo bis Do: ganztägig nach Vereinbarung Mi 14-16 Uhr: ohne Anmeldung Di 10-11 Uhr, Do 14-15 Uhr: telefonische Beratung, Di 16-18 Uhr: kostenlose Betreuung Ess-Störungen 0800 5 03 58 85 Mädchenberatung rechtsrheinisch Buchheimer Str. 56, 51063 Köln-Mülheim Tel.: 0221/890 55 47 maedchenberatung-rechtsrhein@lobbyfuer-maedchen.de Mi bis Fr ganztägig nach Vereinbarung Fr 14-18 h ohne Anmeldung
n Mäc-Up Treffpunkt für Mädchen von 14-27 Jahren Gereonstr. 13, Nähe Bahnhof, 50670 Köln, Tel.: 0221/13 35 57 Essen, Trinken, Dusche, Wäsche waschen, Second-Hand-Kleidung, medizinische Versorgung, Beratung Öffnungszeiten: Mo., Mi., Do. und Fr. von 12-15.30 Uhr Di. von 10-13 Uhr, Frühstück gibt es Di. und Mi., gekocht wird Mo. und Fr.
Nur für Männer n Notschlafstelle für Männer Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 93 12 21-54 (tagsüber) und -26 (ab 18 Uhr), jhk-notaufnahme@johannesbund.de Sozialarbeiterische Beratung, Erarbeitung einer Perspektive, Vermittlung in weiterführende Hilfen Aufnahme: Täglich (auch Sonn- u. Feiertags) ab 18 Uhr für wohnungslose Männer ab 18 Jahren
n „Reso“ – Resozialisierungsabteilung Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 931221-54, th.klahr@johannesbund.de
Donnerstag 13.30-14.15 Uhr
n Frauen gegen Gewalt e.V. – Notruf und
Kleiderkammer/Duschmöglichkeit nur für Leute auf der Straße:
Beratung für vergewaltigte Frauen Herwarthstr. 10, 50672 Köln, Tel.: 56 20 35, mail- Hilfe für wohnungslose Männer mit sozialen box@notruf-koeln.de, www.notruf-koeln.de Problemlagen nach § 67 SGB XII: Unterbringung, Verpflegung und Selbstversorgung, individuelle Beratung telefonisch, persönlich und per Einzelfallhilfen, Beschäftigungsangebote, E-Mail, Begleitung und Unterstützung nach sexualisierter Gewalt; Prozessvorbereitung und Mo bis Fr.: 8-16.30 Uhr -begleitung; Rechtsberatung; Gruppenangebote
Montag 10.30-12 Uhr, Donnerstag 13-15.30 Uhr Computer-Nutzung: nach Vereinbarung
Redaktionssitzung DRAUSSENSEITER: siehe Aushang
Infos unter handyticket.koeln