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Kölner Straßenzeitung Draussenseiter 09/2018: Hausbesetzungen

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Engelbertstraße 44 · 50674 Köln Postfach 27 01 26 · 50508 Köln Telefon (02 21) 93 18 00 - 0 Telefax (02 21) 93 18 00 - 66 e-Mail: wpg@mermagen.de Internet: www.mermagen.de Geschäftsführer: Dipl.-Kfm. Wilhelm Mermagen Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Petra Heider Rechtsanwältin und Steuerberaterin

Wir beraten Privatkunden, Freiberufler und Gewerbetreibende. Wir beraten und prüfen Unternehmen, Verbände und gemeinnützige Organisationen und Einrichtungen.


Vorwort

Inhalt

Liebe Leserinnen und Leser,

Vorwort ��������������������������������������������������������������� 3 Inhaltsverzeichnis �������������������������������������������������� 3

gemeinsam mit der Dr. Peter Deubner-Stiftung haben wir im letzten Jahr das Schreibstipendium „Mut zur Lücke“ ausgeschrie-

Schwerpunkt: Wohnen

ben, das nun einen erfolgreichen Abschluss findet. Alle, die keinen perfekten Lebenslauf haben und sich im journalistischen Schreiben weiterbilden wollten, konnten sich bewerben. Die langjährige DRAUSSENSEITER-Verkäuferin Linda Rennings bekam den Zuschlag und verfasste über drei

S.4

Monate hinweg unter Anleitung des Journalisten Markus

Interview: „Wir nannten uns Wohnraum-Rettungsgesellschaft.“ ���������������������4-8

Düppengießer eine Reportage zum Thema „Wohnen auf Zeit“. Lesen Sie das Ergebnis auf den Seiten 14-17. Was verbindet den Kölner Bürgermeister Andreas Hupke mit dem Poetry Slammer Christian Gottschalk? Beide waren Teil der Kölner Hausbesetzer-Szene in den 70er und 80er Jahren – übrigens aus ganz unterschiedlichen Motiven.

Offener Brief: Wir fordern endlich ernsthafte Verhandlungen! �������9 Bericht: „Wie ich ein Hausbesetzer wurde“ ���������������� 10-13

S.9

Dank Menschen wie Reiner Schmidt, Mitherausgeber des Buches „Die Stadt, das Land, die Welt verändern“ (Kiepenheuer&Witsch) wurde die linke, alternative (Hausbesetzer-) Szene Kölns nun nahezu lückenlos in Buchform aufbereitet. Auch an dieser Ausgabe hat er im Hintergrund mitgewirkt – herzlichen Dank nochmals dafür.

S.14

Reportage: Wohnen auf Zeit ��������������������������� 14-18

Mit bestem Gruss

Aus der OASE ��������������������������������������������������������� 19 Mirko: Feingefühl und Optimismus von der Straße ������� 20-21 Cartoon/Clayd �������������������������������������������������������� 22 Buchtipp ������������������������������������������������������������� 23 Christina Bacher

Abo, Impressum ����������������������������������������������������24 Eintritt frei, Vorschau ����������������������������������������������� 25 Service: Adressen �����������������������������������������������26-27

Öffnungszeiten: OASE e.V. Kontakt- und Beratungsstelle Montag und Freitag: 9.00 – 13.00 Uhr Dienstag und Donnerstag: 9.00 – 16.00 Uhr Mittwoch: nach Terminvereinbarung 3


wohnen

Wir nannten uns WohnraumRettungsgesellschaft. Der heutige Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Bündnis 90/Die Grünen) gehörte seit Mitte der 1970er Jahre zu den Kölner Hausbesetzern und Häuserrettern. Als der Rat der Stadt Köln Altbauten abreißen wollte, um stattdessen Großraumbüros und kleinteilige Wohnsilos zu errichten, formierte sich Widerstand. Die von der Politik als Terroristen und Chaoten verschrienen Hausbesetzer hatten zwei Ziele: kostbare Bausubstanz und bezahlbaren Wohnraum zu retten. Unser Redakteur Jens Hüttenberger führte mit dem Bezirksbürgermeister ein Interview über die heutige Wohnsituation und die damalige Zeit.

Andreas Hupke heute. Aus vergangenen Tagen hat er keine Fotos, nur mehr Erinnerungen. Foto: Jens Hüttenberger

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wohnen

Ihr Partei-Kollege Jürgen Trittin meinte jüngst, „Wohnen in den Städten“ sei aktuell zu einer „ernsten sozialen Frage geworden“. Insofern sei es ein berechtigtes Anliegen, auf diesen Missstand hinzuweisen – beispielsweise durch Hausbesetzungen. Stimmen Sie dieser Auffassung zu? Wenn die Wohnungsnot groß ist und noch größer wird und Immobilienbesitzer lassen die Wohnungen leer stehen, zum Beispiel aus Spekulationsgründen, dann ist Wohnungsbesetzung ein probates Mittel. Ich halte es da frei mit Kardinal Frings: Wenn die Not zu groß ist, die Menschen keine andere Möglichkeit sehen, dann kann ich Wohnungsbesetzungen nachvollziehen. Es geht darum, auf diesen Missstand hinzuweisen. Das habe ich selber früher gemacht. Ich will hier aber nicht zum Rechtsbruch aufrufen. Es gäbe andere Mittel. Die größte Waffe wäre, wenn Immobilienbesitzer Verlust aus Vermietung und Verpachtung nicht mehr absetzen könnten. Im Augenblick bezahlen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler Leerstand. Das muss man sich mal vorstellen. Hier muss die Politik schleunigst eingreifen. Sie sagen, Sie haben früher selbst Häuser besetzt. Wie kam es dazu? Ende der 1970er, Anfang der 80er Jahre hatten wir drei wesentliche Gründe. Erstens: Wir wollten Menschen schützen, die sich nicht wehren konnten. In erster Linie Migranten. Sie hießen damals Gastarbeiter. In alten Häusern lebten Menschen, die zum Beispiel bei Ford arbeiteten. Sie waren der Pfropfen von Spekulanten, wie der berüchtigte Spekulant Kaußen, der auf der Neusser Straße wohnte. Die Migranten wurden teilweise mit Schlägertrupps raus geprügelt oder es wurden Wasserleitungen zerstört, sodass Wasser von oben in die unteren Wohnungen eindrang. Das kann man sich heute gar nicht vorstellen. Hier sollten günstige Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt werden. Diese Migranten wussten nicht, wie sie sich wehren konnten oder waren zu eingeschüchtert.

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wohnen

Die Besetzung der ehemaligen Stollwerck-Schokoladenfabrik begann am 20. Mai 1980 und dauerte 49 Tage. Mit mehr als 600 Besetzerinnen und Besetzern und zahlreichen Aktionen fand sie bundesweit Beachtung. Foto: Manfred Wegener

Der zweite Grund: Billiger Wohnraum

Bürostandort zu machen. Die Politiker

Wir hatten einen sehr guten Partner, die

wurde gezielt kaputtgemacht. In vielen

wollten die Innenstadt entvölkern. Dage-

Sozialistische Selbsthilfe Köln, die SSK. Die

Altbauten lebten zumeist ältere Men-

gen haben wir aufbegehrt. Das muss man

hatten ihre Informationen von ihren Mit-

schen, die sich keine Wohnung in den

sich so vorstellen: Wenn ein Spekulant ein

arbeitern. Sie betreuten damals Jugendli-

neuen Vierteln leisten konnten. Diese

Haus gekauft hatte, bekam er sehr willfäh-

che, die von zu Hause getürmt waren.

alten Leute wurden ebenfalls drangsaliert,

rig eine Abrissgenehmigung. Man kann so

Diese mussten ihr Geld selbst verdienen.

endlich auszuziehen. Hier griffen wir ein.

ein Haus an der Ecke Rathenauplatz –

Das haben die Jungs und Mädels mit zwei

Der dritte Punkt: Wir wollten Kulturgut

Heinsbergstraße sehen. Wenn Wohnraum

Dingen gemacht: erstens mit Entrümpe-

retten. Das waren damals richtig schöne

geplant war, wurden dort Kaninchenstäl-

lung von Alt-Möbeln. Und zweitens, noch

Häuser, Jugendstil- und Gründerzeit-Häu-

le gebaut. So nenne ich diese Wohnungen.

wichtiger: Die haben damals noch Briketts

ser, die heute Millionen Wert wären. Da

Oft nur 20 Quadratmeter groß. Meist für

verkauft. Die Altbauwohnungen wurden

nach dem Krieg in die Gebäude nicht

Studenten. Da konnte man schon damals

ja mit Kohle geheizt. So sind die in die

investiert wurde, waren die Häuser oft in

das Zehnfache an Miete nehmen. Aber

Wohnungen gekommen. Sie haben die

einem schlechten baulichen Zustand und

meistens wurden die Häuser in Büroraum

Briketts hochgetragen und kamen ins

so billiger Wohnraum.

umgewandelt. Beispiele sind die heutige

Gespräch mit den Bewohnern. Dort hörten

Central-Versicherung am Hansaring oder

sie von alten Omas oder Migranten: „Ich

die Allianz-Versicherung in der Erftstraße.

muss bald hier raus. Ich habe eine Kündi-

Warum sollten so schöne Wohnhäuser ent-

gung erhalten“, „Ja, zeigen sie mal her.“

mietet werden?

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Es war damals politische Strategie im Rat

Wie haben Sie von Objekten erfahren, die

Und dann wurden die SSK und wir aktiv.

der Stadt Köln, aus der Innenstadt, etwa

umgewandelt werden sollten oder wo Mieter

Und wir hatten sehr professionelle Struk-

bis zu den Ringen, einen kompletten

drangsaliert wurden?

turen. Wir hatten sogar ein Büro. Die Leu-


wohnen

Zwischen der Bushaltestelle Severinskirche und dem sogenannten Annoriegel befand sich früher der Annosaal.

Foto: Manfred Wegener

te konnten bei uns zu festen Zeiten anru-

uns juristisch gegen den Abriss und Auszug

Wie waren denn allgemein die Reaktionen

fen oder auf einen Anrufbeantworter

gewehrt. Mit Erfolg. Die Abrissgenehmi-

der Polizei?

sprechen. Dazu organisierten wir Veran-

gung wurde zurückgezogen.

Im Vergleich zu Berlin und Frankfurt lief

staltungen oder tauschten uns mit ande-

Andere sind in leer stehende Häuser einge-

das hier viel menschlicher ab, da wir hier

ren Wohnungsrettern aus, wie beispiels-

zogen. Da gab es einen Trick, der heute nicht

einen gemäßigten Polizeichef hatten. Der

weise den „Krakern“ in den Niederlanden,

mehr funktionieren würde: Die Besetzer

war eher Mediator. Das hat er sehr klug

die damals Vorreiter waren. Uns nannten

sind zum Wohnungsamt gegangen und

gemacht. Wir sahen sowieso nicht die Poli-

wir „Wohnraum-Rettungsgesellschaft“.

haben die Wohnung über eine fiktive Woh-

zei als unseren Gegner an, sondern den

Als Ableger vom SSK. Diese festen Struk-

nungsgesellschaft mit ein paar selbst

Rat der Stadt Köln. Die hiesige Polizei und

turen machten auch den Erfolg aus.

gemachten Stempeln angemeldet, Dr. Krak

Staatsanwaltschaft betrachteten die

Wohnungsgesellschaft. So haben sie vom

Besetzungen als zivilrechtliche und nicht

Was für Aktionen haben die Wohnungsretter

Wohnungsamt eine Anmeldung bekom-

als strafrechtliche Angelegenheit. So gab

durchgeführt?

men. Das wurde überhaupt nicht richtig

es wenige gewaltsame Räumungen, son-

Sehr unterschiedliche. Ich bin beispielswei-

geprüft. Und wenn ein Polizist kam, zeigten

dern die Sache wurde vor Gericht geklärt.

se in ein Haus in der Roonstraße gezogen,

die Besetzerinnen und Besetzer die Anmel-

Und das dauerte.

das abgerissen werden sollte. Eine alte Frau,

dung vor. Der Polizist zog dann wieder ab.

die dort wohnte, hörte von dem Abriss und

Zusätzlich hatten wir sehr gute Anwälte.

Wie viele Wohnraum-Retter gab es denn?

informierte die Presse. So bekamen wir

Viele linke Anwälte und Anwältinnen

Oh, viele, sehr viele. Ein Wendepunkt war

Wind davon. Wir bemühten uns um einen

berieten uns. Einige von uns studierten

sicherlich der Verkauf einer wunderschö-

Mietvertrag, den wir dann für ein Jahr

zudem Jura. Ich kann mich an keine erfolg-

nen Jugendstil-Villa am Gladbacher Wall

bekamen. Als wir drin waren, haben wir

reiche Klage gegen uns erinnern.

durch die Gotha-Versicherung. Der Krieg

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wohnen

Die sogenannte „Volksküche" sorgte für Essen und Trinken auf dem Gelände.

konnte ihr nichts anhaben. Jetzt sollte sie

besetzerinnen und -besetzer haben ein

sich die Politik des damaligen Rats durch-

abgerissen und durch ein Bürogebäude

unglaubliches Kulturgut gerettet. Viele,

gesetzt, die Innenstadt als Bürostandort

ersetzt werden. Das zog weite Kreise. Wir

viele Gründerzeit-Häuser an den Ringen

zu etablieren, dazu noch Projekte wie die

bauten gegenüber ein Zelt auf und orga-

und im Kwatier Latäng würden heute

Stadtautobahn über den Grüngürtel aus-

nisierten Demonstrationen. Uns war es

nicht mehr stehen. Die Bevölkerung wäre

zubauen oder die Südstadt als Luxusstand-

wichtig, dass wir den Rückhalt der norma-

eine ganz andere.

ort zu verwirklichen, Köln wäre heute eine

len Bevölkerung hatten. Bei der größten

Auch wenn die Gentrifizierung in Stadt-

tote Stadt.

Demo kamen fast 7.000 Menschen. Das

teilen wie in der Südstadt schon weit vor-

war eine Wende. Nach dem Erfolg kam

angeschritten ist – ohne die Wohn-

der Rat ins Grübeln und sagte, „Nein, in

raum-Retter würde in der Innenstadt eine

Zukunft genehmigen wir nicht mehr den

ganz andere Bevölkerungsschicht leben.

Abriss von alten Häusern.“

Denn durch die Aktionen blieb bezahlbarer Wohnraum vorhanden. Ich möchte

8

Foto: Manfred Wegener

Ihr hattet also politischen Erfolg?

zum Schluss als Beispiel die bekannte

Ja, ganz klar. Ohne uns sähe die Stadt heu-

Stollwerck-Besetzung nennen. Auch wenn

te ganz anders aus. Menschen wie Rainer

das Stollwerck schlussendlich geräumt

Kippe von der SSK gebührt eigentlich ein

wurde, hat die Aufregung um das Gebäu-

Orden. Er müsste stellvertretend für alle

de dazu geführt, dass ein Teil der neuen

„Alternativer Ehrenbürger“ werden. Ja, es

Wohnungen für 15 Jahre als sozialer

müsste eine moralische Rehabilitierung

Wohnraum gebunden war. So konnten da

dieser Menschen geben. Denn die Haus-

normale Menschen weiter wohnen. Hätte

lll

zur Person

Andreas Hupke wurde 1950 als sechstes von acht Kindern in Monschau geboren. 1973 zog er nach Köln, um sein Abitur nachzuholen. Später arbeitete er bei den Bühnen der Stadt Köln, zuletzt war er dort Personalratsvorsitzender. Seit 1996 ist er Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Seit 1999 sitzt Andreas Hupke für die Grünen in der Bezirksvertretung Innenstadt und steht dem Gremium seit 2004 als Bezirksbürgermeister vor.


köln aktuell

Köln, 21. Mai 2018

Offener Brief: Wir fordern endlich ernsthafte Verhandlungen! Sehr geehrte Oberbürgermeisterin Reker, sehr geehrte Damen und Herren im Rat der Stadt Köln, der Nutzungsvertrag des Autonomen Zentrums Köln (AZ) für die Luxemburger Straße 93 läuft am 31.12.2018 aus. Die vertraglich vereinbarten Gespräche über einen alternativen Standort verlaufen bislang enttäuschend und vollkommen ergebnislos. Wir fordern daher: •

Schluss mit der Hinhaltetaktik – sofort!

•

Ernsthafte Gespräche zur AZ-Zukunft vonseiten der Stadt und der Politik!

•

Lösungsorientierte Gespräche über mögliche Ersatzobjekte unter Berücksichtigung der Bürger_innenbeteiligungsresolution [1] vom 8.7.2017!

•

Eine Vertragsverlängerung am aktuellen Standort, solange es kein Ersatzobjekt gibt!

Wir haben in den vergangenen drei Jahren reihenweise Führungen mit Besichtigungs- und Austauschmöglichkeiten angeboten. Die CDU, die Grünen, die SPD, die Linke sowie mehrere Delegationen der Verwaltung haben unser Angebot in Anspruch genommen. Sie haben sich ein umfassendes Bild vom AZ gemacht. Bereits 2016 forderten wir von der Stadt Köln Gespräche mit uns – für eine frühzeitige und dauerhafte Lösung [2]. Erst im Februar 2018 kam es zum ersten Gespräch zwischen Vertreter_innen des AZ und der Stadtverwaltung, vertreten durch Herrn Wolfgramm und Frau Strehle. Die Vertreter_innen der Stadt wollten im März konkrete Vorschläge unterbreiten. Diese Vorschläge (so sie denn überhaupt als solche bezeichnet werden können) haben sich als völlig substanzlos erwiesen: Es handelte sich um völlig unerschlossenes, winziges Brachland ohne Gebäude, nicht einmal im städtischem Besitz befindlich und eher für Bauwagen oder Container geeignet. Dann wurde uns ein äußerst abgelegenes, verfallenes und denkmalgeschütztes Objekt am äußersten Stadtrand im Wald genannt. Keiner dieser „Vorschläge“ hält einer belastbaren Bewertung stand oder erfüllt auch nur ansatzweise unsere Mindest-

AZ am Eifelwall im Jahr 2015. Foto: Manfred Wegener

kriterien, um unsere soziale, kulturelle und politische Arbeit weiterhin aufrecht erhalten zu können. [3] Es wären nicht einmal Besichtigungen möglich gewesen und auch Raumpläne o.ä. wurden uns nicht zugänglich gemacht. Die Flächen und das Objekt sind nicht ernst zu nehmen und die Gespräche mit der Stadtverwaltung sind unserem Eindruck nach auch nicht ernst gemeint! Wir wissen auch, dass es Alternativen gibt, welche perspektivisch möglicherweise für eine Nutzung in Frage kommen könnten. Das Autonome Zentrum Köln ist das wichtigste unkommerzielle Projekt für Kultur und Politik in Köln. Seit inzwischen über acht Jahren ist das AZ ein wichtiger Ort der Partizipation, Vielfalt und Emanzipation. Gruppenräume, Sportund Bewegungsraum, Konzertraum, Atelier, Fahrrad- und Holzwerkstatt, Umsonstladen, Infoladen, Proberaum, Fotolabor, Siebdruckwerkstatt und viele weitere Räume werden gemeinsam und selbstverwaltet genutzt. Die politischen und kulturellen Veranstaltungen schaffen einen Anlaufpunkt für Menschen aus ganz Köln und weit darüber hinaus. Die tausenden Nutzer_innen machen deutlich: Köln braucht einen Ort wie das AZ! [6] Für eine lebendige Stadt! Für ein Autonomes Zentrum in Köln! Kein Tag ohne! gez. Die Interessengemeinschaft des Autonomen Zentrums Köln

| https://az-koeln.org

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wohnen

Buchautor und Poetry Slammer Gottschalk geriet 1985 eher zufällig in die Hausbesetzerszene. Foto: Anneck/Ludolf Dahmen

Wie ich ein Hausbesetzer wurde Besetzung der Viersener Straße Nr. 16 in Nippes Christian Gottschalk

N

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un saß ich neben diesem langhaa-

sig zu wirken. Der LKW gehörte der „Sozi-

zeitung, hatte gefragt, ob ich mitkäme. Ein

rigen Typen, den ich vorher noch

alistischen Selbsthilfe Köln“, der SSK. Ich

Haus besetzen. In Köln. Als am Vorabend

nie gesehen hatte, auf dem Beifah-

war zwanzig Jahre alt, ich hatte Osterferi-

Bronskys Anruf gekommen war – ich hat-

rersitz eines alten Hanomag. Er fuhr zügig

en und war auf dem Weg zu meiner ersten

te gerade Spätschicht in meinem Neben-

durch Köln, drehte sich gleichzeitig Ziga-

Hausbesetzung.

job als Aushilfshausmeister in der Volks-

retten und schimpfte vor sich hin. Das

24 Stunden vorher hatte ich noch bei

hochschule Frechen – war mir die Ent-

Auto hatte keine Sicherheitsgurte. Wäh-

meinen Eltern in Frechen gewohnt, erst

scheidung leicht gefallen. Ich wollte ohne-

rend ich mir ausrechnete, dass es statis-

ein halbes Jahr zuvor waren wir aus Han-

hin bei meinen Eltern ausziehen, doch mir

tisch gesehen unwahrscheinlich war, dass

nover ins Rheinland gezogen. Ich hatte

fehlte das Geld für die Miete. Im Notfall

wir genau jetzt, an diesem 27.3.1985, in

meine Ausbildung zum „Staatlich aner-

hätte ich ja immer noch in mein holzge-

einen tödlichen Verkehrsunfall verwickelt

kannten Erzieher“ an der Fachschule für

täfeltes Dachzimmer im geklinkerten Fre-

würden, hielt ich meinen Ellenbogen aus

Sozialpädagogik in Longerich begonnen

chener Reihenhaus zurück gekonnt. Das

dem Fenster und versuchte möglichst läs-

und Bronsky, ein Kumpel von der Schüler-

ist die bürgerliche Version von „Freiheit


wohnen

ist ein anderes Wort dafür, nichts zu ver-

Als irgendwann jemand gesucht wurde,

ker – trat sie beherzt ein. Der Türrahmen

lieren zu haben“. Noch in der Nacht, nach

der mit zur SSK fährt, Matratzen holen,

löste sich aus der Wand, es staubte. „Her-

der Arbeit, teilte ich meinen Eltern die

hatte ich mich direkt gemeldet. Jetzt kurv-

einspaziert“, sagte Heinz, seine Stimme

Neuigkeit mit und packte meinen orange-

ten wir also durch Köln, denn es war seiner-

überschlug sich vor Aufregung und Glück.

nen Gestellrucksack. Klamotten für etwa

zeit so üblich, dass die SSK die Matratzen

Ich glaube, in dem Moment, als er seine

eine Woche, Zahnbürste, Handtuch und

für die Hausbesetzungen lieferte. (Erst

erste Tür eintrat, hatte Heinz eine Grenze

Emaille-Kaffeebecher. Am nächsten Mor-

später fand ich heraus, dass es sich bei unse-

überschritten. In dem Moment hat er sein

gen fuhr ich mit der Linie 2 zum Rudolf-

rer Besetzung um eine offizielle SSK-Beset-

altes Leben verlassen und ein neues

platz. Der Treffpunkt war eine Wohnung

zung handelte, inklusive aller damaligen

begonnen, in dem das Gesetzbuch nur

in der Zülpicher Straße, neun Uhr.

SSK-Regeln, wie dem Alkoholverbot.)

noch eine Preisliste darstellt. Eine Welt

Ich war erst seit Kurzem im Rheinland

Mit den Matratzen im Möbelkoffer park-

voller Möglichkeiten. Wir rannten zum

und wusste noch nicht, dass Uhrzeiten

ten wir den LKW irgendwo in Nippes.

Fenster und hingen unser Transparent

hier mehr so unverbindliche Vorschläge

Offenbar gab es doch eine Art Plan: Tür

raus. Das Haus war besetzt. Auf dem Trans-

sind, vor allem bei Hausbesetzern. Um

auf, reingehen, Transparent raushängen.

parent stand „Wieder bewohnt.“ Heinz

fünf vor neun klingelte ich, nach einiger

Es war dabei wichtig, das Transparent her-

trat weiter Türen ein, solange, bis alle

Zeit öffnete mir meine Klassenkameradin

auszuhängen, bevor die Polizei da war, weil

Wohnungen offen waren.

Gesa verschlafen die Tür. Ich betrat eine

es einem eine Art Rechtssicherheit gab. Es

Bronsky, Heinz und ich einigten uns auf

kleine, voll gestellte Wohnung, da war

war dann Hausfriedensbruch und damit

eine Dreizimmer-Wohnung im zweiten

noch ein Typ der sich als Martin vorstellte.

ein Antragsdelikt und die Bullen mussten

Stock. Diese Wohnung blieb von dem Tag

Martin machte Kaffee und wir warteten.

erstmal einen Verantwortlichen finden,

an für drei Jahre mein Zuhause. Wir wur-

Der Zeitplan für die Aktion schien nicht

wenn sie räumen wollten. Oder so ähnlich.

allzu stringent zu sein. Vielleicht wurde er

Irgendwie galt mit Transparent außerdem

mir aber aus Geheimhaltungsgründen

die „Kölner Linie“, die besagte, dass die

auch einfach nicht mitgeteilt. Irgendwann

Polizei ein Haus erst räumt, wenn der

trudelten Bronsky und der Maat ein, den

Besitzer nachweisen kann, was er damit

ich auch von der Schule kannte. Der Maat

vorhat. Das hatte unter anderem damit zu

war okay, aber Bronsky und ich wollten

tun, dass ein Haus, das nach der Räumung

nicht unbedingt mit ihm in einer Wohnung

weiterhin leer gestanden hätte, mit ziem-

wohnen. Deshalb hatten wir als dritten

licher Wahrscheinlichkeit bald wieder

Mann für unsere WG Heinz eingeplant.

besetzt gewesen wäre. Köln war in den

Heinz und Bronsky machten an der

Achtzigern eine Hausbesetzerhochburg.

Schule, an der ich Erzieher lernte, ihr

Die Gruppe war mittlerweile auf etwa

Fachabitur, wir hatten zusammen die

20 Leute angewachsen. Wo die alle herka-

Schülerzeitung gegründet und uns auf

men, wer dort auf Dauer wohnen wollte,

Anhieb gut verstanden. Wir hatten einen

und wer UnterstützerIn war: Ich wusste

ähnlichen Humor.

es nicht. Ich kannte nur Bronsky, Heinz,

Martin klärte uns ein wenig über das

Gesa und den Maat. Und seit dem Morgen

Haus auf: Ein im Erdgeschoss ansässiger

auch Martin, der einen sehr vernünftigen

Steuerberater hatte den Hausschlüssel des

Eindruck auf mich machte, was ich beilei-

ansonsten leer stehenden Hauses bei der

be nicht von allen Personen sagen konnte,

SSK abgegeben, weil er fand, die seien für

die an dieser Aktion teilnahmen. Einige

Besetzungen zuständig. Eine Hausbeset-

Leute kamen mir regelrecht gefährlich

zung mit Schlüssel also. Gefiel mir ganz gut,

vor. Wenn die meine zukünftigen Mitbe-

denn es klang weniger kriminell, und weni-

wohner sein sollten, wäre Frechen viel-

ger kriminell schien mir weniger gefährlich.

leicht doch eine Alternative gewesen.

Man muss ja bedenken, ich war ganz neu

Es war soweit: Wir schlossen mit unse-

in der Branche: Bis zu jenem Tag hatte ich

rem Hausschlüssel die Tür auf. Drinnen

an zwei oder drei Friedensdemonstratio-

standen wir vor einer verschlossenen Woh-

nen teilgenommen und eine Broschüre

nungstür. Heinz – ebenso wie ich hatte er

über Anarchismus gelesen. Außerdem

seinen ersten Arbeitstag als Linksaktivist,

besaß ich den Comic „Marx für Anfänger“.

ich kannte ihn bisher als feinsinnigen Lyri-

lll

info

Der Text stammt aus: u. a. Reiner Schmidt (Hrsg.): Die Stadt, das Land, die Welt verändern. Die 70er/80er Jahre in Köln – alterativ, links, radikal, autonom, Kiepenheuer & Witsch, 29,99 €. Wer in dem Blog https://stadtlandwelt.org/ inhaltsverzeichnis über das Thema und das Buch diskutieren möchte, muss sich vorab einen Account erstellen lassen. Der Blog gilt als Ergänzung, Bereicherung und manchmal vielleicht auch Korrektur der beschriebenen Geschichte(n) des linksalternativen Milieus in Köln im betrachteten Zeitraum. Weitere Termine der vielbeachteten Veranstaltungsreihe von Ina Hoerner-Theodor, Pui von Schwind und Reiner Schmidt • Freitag, 14. September: Wohin flog die Tomate?Von den „Weiberräten“ im SDS bis zu Feminismen heute, Ort: VHS/Haubrichhof • Donnerstag, 11. Oktober: „Bürger beobachten die Polizei“ und Repression, Rote Hilfe (RH) und Ermittlungsausschuss (EA), Ort: SSK Salierring • Donnerstag 8. November: Gegen den „Meister aus Deutschland“, Antifaschismus u. Antirassismus vor und nach dem Mauerfall, Ort: Rom e.V. • Donnerstag 13. Dezember: „Wehrt Euch! Leistet Widerstand!“, Von der Anti AKW Bewegung zu „Ende Gelände“, Ort: Naturfreundehaus Kalk 11


körperstyling

Clemens-Josef-Haus

Willkommen im Clemens-Josesf-Haus auf dem Vellerhof, einem Fernab der „Straße“ sind die Menschen hier gern gesehene Gäshistorischen Gehöft inmitten eines Naturschutzgebietes, auf dem te, die auf dem Gelände des Clemens-Josef-Hauses auf ihrem ganz heute hilfebedürftige Menschen leben, wohnen und arbeiten. persönlichen Weg begleitet werden. Clemens-Josef-Haus I Altenwohn- & Pflegeheim und stat. Einrichtungen der Gefährdetenhilfe · Vellerhof 1 · 53945 Blankenheim Gefährdetenhilfe: 0 26 97 . 91 00 16 · Altenwohn- & Pflegeheim: 0 26 97 . 91 00 25 · www.vellerhof.de

Wohnungslosenhilfe Station machen I zur Ruhe kommen

Übernachtung I Aufnahme I Wiedereinstiegshilfe I Lebenshilfe I Langzeitwohnen

Arbeiten

Qualifizierung erwerben I Selbstwertgefühl erleben Beschäftigung I Ausbildung I Arbeitstraining I Qualifizierung I Arbeitsvermittlung

Pflegewohnheim

begleiten und fördern I beraten und anleiten

Pflege & Betreuung I Lebenszufriedenheit I Wohlbefinden I Menschlichkeit I Zu Hause

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wohnen

den alle linksradikal und ich fing an zu rauchen. Martin, der alte Hase, redete immer viel von der „Szene“. Als ich abends wagte, ihn zu fragen, was „Szene“ eigentlich sei, sagte er: „Szene ist, wenn du immer dieselben Leute triffst.“ In den folgenden Jahren sollte sich herausstellen, wie recht er hatte. Wer auf die Idee gekommen war, „Wieder bewohnt“ statt „Besätzt“ mit Kreis ums Ä auf das Transparent zu schreiben, weiß ich nicht. Für unseren Ruf in der Szene war es anfangs nicht so gut. Es gab einige Diskussionen um diese Formulierung. Es sei nicht kämpferisch, hieß es, irgendwie anbiedernd. Eine verständliche Reaktion von Leuten, die „Den Häuserkampf als Klassenkampf begreifen“ auf ihre Flugblätter schrieben. Dennoch waren wir von dem Tag an Bestandteil der Hausbesetzer-Szene, auch wenn wir anfangs als „Schülerbesetzung“ nicht so richtig ernst genommen wurden. Später

Im März 2006 besetzten rund 50 Personen die Häuser im sogenannten Barmer Viertel in Deutz, um gegen den Abbruch zu demonstrieren – letztlich ohne Erfolg. Foto: Manfred Wegener

hatten wir den Ruf, „das undogmatische Haus“ zu sein. Die meisten von uns, ich eingeschlossen, begriffen sich als Autonome. Ich liebte meine WG. Mein Leben hatte sich verändert. Der

Trotzkisten, „Weizen-Werner“, „R4-Karl“

Auch in einigen anderen Fragen lagen wir

und „Drei-Finger-Jo“.

nicht allzu weit daneben.

Umzug von Hannover nach Frechen

Ich gewöhnte mich daran, mehr zu trin-

Wenn Sie heute einen unauffälligen

bekam einen Sinn. Ich lernte Leute ken-

ken, als gut ist. Ich nahm an jeder

Herrn mittleren Alters über die Mittelstra-

nen, die ich interessant und aufregend

Demonstration teil. Ging zu jeder Haus-

ße gehen sehen, der mit leicht verträum-

fand. Ich rief in Sprechchören und war

besetzung. Und ich traf Leute, mit denen

tem Blick an Schaufenstern vorbeischlen-

einer Meinung. Das erste Mal fand ich eine

ich über all das lästern konnte. Ich schrieb

dert, bedenken Sie: Vielleicht träumt er

Gruppe so gut, dass ich mich kleidete wie

kurze Zeit für die Autonomenzeitung

nicht davon, die wertvollen Auslagen zu

sie. Zumindest teilweise. Ich erlebte prak-

„Agitare Bene“ – bis man meine Texte

besitzen, sondern davon, dass mal wieder

tische Solidarität, als Leute von der SSK

vorher sehen wollte – und sammelte ers-

jemand kommt und hier die Scheiben

vorbei kamen und meine Fenster strichen.

te Bühnenerfahrung im Autonomen Zen-

einschmeißt. Einfach so. Es sei denn, bei

Ich war beeindruckt, als ich das erste Mal

trum Weißhausstraße.

der Auslage handelt es sich um ein Paar

sah, wie Leute entschlossen einen Gefan-

Eine Zeitlang versuchten wir, Flugblät-

genen aus den Armen der Polizei befrei-

ter zu schreiben, die der Bürger auch ver-

ten. Ich tanzte freundlichen Autonomen-

steht. Wir gründeten eine Gruppe dafür.

pogo und lernte die Zellen im Keller des

Ich erinnere mich an eines, das den Sinn

Polizeipräsidiums kennen. Ich war in

von Hausbesetzungen als Kampf gegen

Wackersdorf einmal schneller als die Bul-

Vertreibung durch Luxussanierung erklär-

len. Ich lernte neue Tabus kennen (trotz-

te: „Dann kosten die Wohnungen 1000

dem tanzten die Frauen zu den Zeilen

Mark. Das können sich nur noch Ärzte

„Money for nothing – chicks for free“). Ich

und Lehrer leisten.“

lernte wie AnarchistInnen Macht aus-

Die Wohnung, in der meine Frau und

üben. Ich traf Verrückte, linke Spießer,

ich heute wohnen, kostet 700 Euro, das

Drogensüchtige, Aufschneider, Aufreißer,

sind 1400 Mark. Was die Mietpreisentwick-

Altlinke, Jungpunks, Stalinisten, Maoisten,

lung angeht, hatten wir verdammt recht.

exquisiter Herrenschuhe.

lll

zur person

Christian Gottschalk wurde 1964 in Herford geboren. Er schreibt für „WDR Print“ und für die Wahrheits-Seite der „taz“. Er tritt bundesweit auf Kleinkunstbühnen und bei Poetry-Slams auf. Bei Periplaneta veröffentlichte er 2014 den Band „Vereinigung der Freunde des Münzfernglases“. Gottschalk wohnt in Köln. 13


wohnen

Die Monate in dem Wohnhaus in Hürth haben dem obdachlosen Pärchen gut getan. Sie verdanken Bernd C. einen warmen Winter, den sie ohne Schaden überlebt haben.

Wohnen auf Zeit Als wir das Wohnzimmer betreten, streift uns Carlo um die Beine. Da haben wir allerdings noch keine Ahnung, wie gut sich der schwarzweiße Kater als Aufhänger für diese Geschichte anbieten wird. Carlo ist quasi der erste Obdachlose, den die Familie C. aufgenommen hat. „Das war 2013“, erinnert sich Bernd C., mit dem wir uns in seinem Haus in Hürth-Efferen verabredet haben. Einem Freund sei plötzlich „nach 13 Jahren eingefallen, dass er keine Katze mehr haben will“. Und das Verhältnis zur 60-Kilo-Dogge Leila, die schwitzend und schnarchend auf der Couch liegt, ist nach wie vor prima. Wer sich an ein paar einfache Regeln hält, scheint sich auf die Gastfreundschaft der C.s verlassen zu können. Aber auch die Geduld der Familie hat ihre Grenzen. An diese Grenzen stoßen sie, als sie ein obdachloses Pärchen in ihr geräumiges Haus aufnehmen.

14


wohnen

G

efühlt liegt der Hintergrund zu

Freude groß. Ewa schossen sogar ein paar

unserer Geschichte heute, an

Tränen in die Augen, nicht nur, weil Bernd

Das Stipendium

einem der heißesten Wochenen-

das Zimmer so schön zurecht gemacht

den des bisherigen Jahres, ganz schön weit

hatte. Zu groß war einfach die Erleichte-

zurück. Dabei ist es erst ein paar Wochen

rung, in der kalten Jahreszeit ein Dach

her, dass die Kälte Köln fest im Griff hatte.

über dem Kopf zu haben. Und mal Zwei-

Bis in den März hinein hatte eine unge-

samkeit leben zu können – eine Seltenheit.

Weil ich schon immer gerne geschrieben habe, habe ich mich im letzten Jahr auf das Schreibstipendium „Mut zur Lücke“ beworben. Ich hatte eigentlich gar keine Ahnung, was da genau auf mich zukommen würde. Klar, ich wollte mein Schreiben verbessern und meinen Ausdruck. Ich hatte dann erst einmal ganz schön Respekt davor, dass wir uns ausgerechnet die Reportage als Textform ausgesucht haben. Tja, und dann wurde ich ausgerechnet auch noch krank: Durch eine hartnäckige Lungenentzündung lief mir die Zeit weg. Irgendwie setzte mich das unter Druck, obwohl es ja gar keinen festen Redaktionsschluss gab und alle Geduld mit mir hatten. Trotzdem hat mich das irgendwie nervös gemacht. Dazu kam noch, dass zu Beginn einige Termine mit den „Hauptfiguren“ der Story platzten, so dass wir gar nicht starten konnten. Über ein obdachloses Paar zu schreiben, das viel auf Wanderschaft ist, macht die Terminfindung eben nicht gerade leicht. Mein Hauptproblem war aber – und da habe ich in jedem Fall dazu gelernt – dass ich nicht objektiv sein konnte, weil ich Ewa und Daniel auch aus anderen Zusammenhängen kannte. Genau genommen hatte ich ihnen dieses Zimmer bei Bernd besorgt und fühlte mich also auch irgendwie verantwortlich dafür. Dennoch: Gemeinsam mit Markus und ausgestattet mit einem Diktiergerät, konnte ich schließlich mit der Arbeit beginnen. Fürs Schreiben bekam ich Tipps und hatte dann erst einmal freie Hand. Es war eine ganz neue Erfahrung, einen so langen Text zu schreiben. Über drei Monate habe ich für Recherche, Schreiben und Überarbeiten gebraucht. Jetzt, wo der Text fertig ist, weiß ich wo meine Stärken im Schreiben liegen und wo nicht. Und einen Einblick in den Berufsalltag eines Journalisten habe ich auch gewonnen. Danke dem DRAUSSENSEITER und vor allem der Dr. Peter DeubnerStiftung, das mir das ermöglicht wurde.

wöhnlich lange Kälteperiode mit deutlichen Minustemperaturen gedauert. Das

Kaffeeklatsch bei Ewa und Daniel

städtische Amt für Soziales und Senioren

April 2018. Als wir heute – vier Wochen

sollte später von einer verdoppelten Reso-

nach dem Einzug von Ewa und Daniel –

nanz auf die 24-Stunden-Hotline sprechen,

die Einladung zum Kaffeeklatsch anneh-

bei der Bürger gefährdete Menschen mel-

men und das Zimmer der beiden besu-

den konnten, die im Freien schlafen. Der

chen, zeigt sich auch Hausbesitzer Bernd

„Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtete von

sehr begeistert und lobt die neuen Mitbe-

einem „Ansturm auf Notschlafstellen“.

wohner auf Zeit: „Ihr habt aber viel Staub

Das Thema Obdachlosigkeit, seit Wochen

gesaugt. Hier ist es ja sauberer als vorher.“

in den Medien, interessierte Bernd C.

Auch wenn es nicht besonders groß ist:

schon länger. Der 54-Jährige hatte seit

Ein gemütliches Zuhause ist aus Bernds

jeher ein offenes Herz für Arme und

altem Jugendzimmer geworden. Auf den

Gestrauchelte und spendete immer wieder

grau-roten Teppichquadern, die die 16

großzügig. Nachdem er jedoch gehört hat-

Quadratmeter bedecken, liegt eine Mat-

te, dass in Düsseldorf eine Frau auf der

ratze für zwei, stehen ein Tisch und zwei

Straße gestorben war, stand für ihn fest:

Stühle. Den LCD-Fernseher seines Sohnes

„Ich möchte noch mehr helfen. Es kann

hat er erstmal hier hingestellt – „jetzt

doch nicht sein, dass Menschen draußen

muss ich mir nur noch überlegen, ob ich

erfrieren.“ Er wollte mehr tun als nur Geld

meinem Sohn einen neuen Fernseher kau-

geben. Er wollte Wohnraum zur Verfü-

fe oder den beiden.“ Er scheint zufrieden

gung stellen. Als vor drei Jahren sein Vater

mit seiner ungewöhnlichen Entscheidung,

starb, erbte er das Elternhaus nebenan, in

die nicht jeder in seinem Bekanntenkreis

dem jetzt noch die bettlägerige Mutter

nachvollziehen kann. Dort heißt es: Die

lebt. Während das Haus für den Sohn

klauen doch. Oder die bringen nur Prob-

umgebaut wurde, stand es also weitgehend

leme ins Haus. Er verteidigt seine neuen

leer. „Wenn jeder, der den Platz hat, einen

Gäste, wo es nur geht, und dementiert

Obdachlosen im Winter aufnehmen wür-

jedes Gerücht. Auf die Fragen von Bekann-

de, wäre schon viel geholfen“, so die Über-

ten, sagt er: „Sie haben uns nicht beklaut,

legung. Und Bernd C. ist eben niemand,

unsere Köpfe sind noch dran. Verdienen

der nur redet. Er steht auch zu seinem

will ich nichts, sondern helfen.“ Ewa und

Wort. Zuerst sprach er mit seiner Familie

Daniel, beide sprechen nicht so gut

(neben dem studierenden Sohn hat er eine

Deutsch, haben verstanden und lächeln

Tochter, die demnächst eine Ausbildung

dankbar. Gut, eine Dusche fehle noch,

anfängt) über die Idee, sein altes Jugend-

soweit sei der Umbau noch nicht. Aber am

zimmer zur Verfügung zu stellen, und

Waschbecken und auf dem benachbarten

recherchierte dann im Internet nach pas-

Fensterbrett hat Bernd seinen Gästen alles

senden Bewohnern. Gar nicht so einfach.

bereitgestellt, was sie brauchen und aus

Über den Selbsthilfeverein „HIK – Heimat-

ihrem alten Leben nicht mitgebracht

los in Köln“ entstand der Kontakt zu Ewa

haben: von Shampoo über Duschgel, Wat-

und Daniel, einem obdachlosen Pärchen

testäbchen, Creme, Zahnpasta, Bürste und

aus Polen, das seit längerem in Köln „Plat-

Rasierzeug. Auch Geschirr, Gewürze und

te“ macht. Als die beiden ihre neue Inte-

Kochzeug wurden ihnen überlassen. Die

rimsunterkunft erstmals sahen, war die

voll ausgestattete Küche und die Wasch-

Kölsche Linda, DRAUSSENSEITER-Verkäuferin und Gründerin der Selbsthilfe-Gruppe H.i.K. - Heimatlos in Köln e.V.

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Fotos: Markus Düppengießer

wohnen

„Konnte nicht objektiv sein“. Linda im Gespräch mit Hausbesitzer Bernd.

16

Mit Daniel und Ewa steht sie heute nur noch sporadisch in Kontakt.

maschine können sie gerne nutzen. Auch

der Messe, doch der Chef zahlte ihm den

spruchte viel Zeit, auch war es schwierig,

Strom und Wasser spendiert der Famili-

Lohn nicht. Daniel landete auf der Straße

genug Geld für alle Bedürfnisse zusam-

envater, ohne eine Gegenleistung zu

und kam schließlich nach Köln. Anders als

menzubekommen. Die Wohnungssuche

erwarten. Er weiß, dass sie viel durchge-

Ewa, die Hartz IV bekommt, hat er keinen

gestaltete sich also schwierig, da Daniel

macht haben. Und er gibt es ihnen gerne.

Anspruch auf staatliche Unterstützung.

keine Ansprüche auf einen festen Schlaf-

Sie trafen sich in der Suppenküche am

platz hat. „Aber ohne Daniel möchte ich

Schicksalsgemeinschaft oder große Liebe? Den beiden geht es zu zweit besser als alleine.

Appellhofplatz, aus Freunden wurde ein

nicht mehr sein“, sagt Ewa und da geht es

Paar, das seit nun vier Jahren gemeinsam

ihr wie vielen Pärchen auf der Straße, die

durch die Kölner Straßen zieht. Sie orga-

sich nie trennen würden – auch nicht für

Gerade für Ewa mutet die Unterkunft wie

nisierten sich bald ein Zelt und hielten

einen trockenen Schlafplatz in einer Ein-

das Paradies an – sie fühlte sich zeitweise

seither gut zusammen. Doch gerade die

richtung. Und doch gab es immer wieder

nah an der Hölle. Im polnischen Nieder-

kalten Wintertage machten den beiden zu

Streit. Die Enge des Zelts war manchmal

schlesien wurde sie geboren, dort lebte sie

schaffen: Es ist nicht leicht, wenn morgens

schwer auszuhalten. Dennoch war es erst-

mit Mann und Kindern. Doch die Ehe war

das Getränk in der Flasche gefroren ist

mal ihr Zuhause. Nur mühsam kamen sie

nicht glücklich. Als Ewa eines Tage nach

und man an den öffentlichen Hilfseinrich-

mit Ewas Auskommen und dem, was das

Hause kam, passte der Schlüssel nicht

tungen lange auf einen warmen Kaffee

Flaschensammeln brachte, über die Run-

mehr. Ihr Ex hatte sich eine neue Frau

warten muss, auf die Dusche oder die Toi-

den. Der tägliche Alkoholkonsum, um die

gesucht, Ewa musste sehen, wo sie bleibt.

lette. Wiederholt wurden sie bestohlen

Situation zu ertragen, tat sein Übriges.

So kam sie nach Deutschland und fasste

und Opfer gewalttätiger Übergriffe, auch

Wenn sich auch in Bernds Bekannten-

in Köln Fuß. Sie ging einer Arbeit nach,

von den eigenen Landsleuten. Die Angst

kreis von Anfang an Skepsis breit machte

hatte eine Wohnung. Doch sie verlor den

ist draußen ein ständiger Begleiter, teils

und Vorurteile geäußert wurden – Ewa

Job und auch das Zuhause, musste Gewalt

schläft man abwechselnd, so dass einer auf

und Daniel fühlen sich in Hürth rundum

erleben. Mittlerweile waren die Kinder

den anderen aufpassen kann. Ewa und

wohl. Mit dem neuen Zuhause scheint für

groß; jedoch konnten sie die Mutter nur

Daniel schlugen sich irgendwie durch und

sie alles besser geworden zu sein. Die Zeit

zeitweise aufnehmen, waren mit der Situ-

machten das Beste aus ihrer Situation. So

der Angst – auch vor dem Kältetod – soll-

ation überfordert. So landete Ewa auf der

besorgten sie sich einen Campingkocher,

te zumindest für eine Weile vorbei sein.

Straße. Auch Daniel kommt aus Polen,

hatten also heißes Wasser für einen Tee

Anfangs haben die beiden viel Schlaf

kennengelernt haben die beiden sich aber

oder Kaffee, konnten sich auch mal eine

nachholen müssen. Vor allem Daniel war

in Köln. Wodurch der frühere Koch Woh-

Dosensuppe warmmachen. Da es in

froh, wieder kochen zu können; so gibt es

nung und Arbeit verlor, dazu will er nicht

Deutschland jedoch verboten ist zu

endlich jeden Tag warmes Essen. Mit

viel sagen, er spricht von Schicksalsschlä-

„lagern“, wie es heißt, räumte das Ord-

Bernd C. haben die beiden eigentlich

gen. Er lebte eine Zeitlang im Kloster,

nungsamt mehr als einmal ihr Zelt und

kaum etwas zu tun, es sei denn, es gibt mal

bevor er nach Deutschland kam. Erst war

entsorgte alles, was sie hatten. Die ständi-

etwas zu besprechen. Manchmal beschwe-

er in Hamburg und Berlin, arbeitete auf

ge Suche nach einem sicheren Platz bean-

ren sich die Nachbarn, wenn das Pärchen


wohnen

mit wilden Frisuren und ungepflegten

anfangs gedacht? Darauf angesprochen,

Klamotten aus dem Haus kommt. In dieser

erzählt Bernd, es habe mal Unstimmigkei-

bürgerlichen Gegend achtet man eben auf

ten um das elektrische Tor zur Straße hin

so etwas. Aber Bernds Glaube an das Gute

gegeben, das wegen des Hundes immer

im Menschen bleibt unerschütterlich. Ins-

geschlossen zu halten war. „Das muss

geheim – so gibt er zu – ärgert er sich aber

denen doch auffallen!“, sagt er noch und

schon ein bisschen, warum die beiden

ein gewisser Ärger spricht jetzt aus seinen

nicht all die gutriechenden Cremes oder

Worten. „Dass die da nicht selbst drauf

auch die Waschmaschine nutzen, die er

kommen!“ Nein, auf manche Dinge kom-

doch eigens für sie bereit gestellt hat. Viel-

men Ewa und Daniel tatsächlich nicht,

leicht, so überlegt er, brauchen sie einfach

vielleicht, weil sie sich manches schlicht

eine Weile, um sich an den neuen Luxus

und ergreifend abgewöhnt haben. Auf der

zu gewöhnen? Das sagt er dann auch den

Straße bedient man eben keinen Herd.

Zweiflern um sich herum.

Kein Wunder, dass sie wiederholt verga-

„Ein individuelles Schreibstipendium zu betreuen war für mich beruflich wie persönlich eine Herausforderung und eine spannende Abwechslung zugleich. Auch ich habe im Rahmen des Stipendiums einiges gelernt, alleine schon, weil ich durch Linda Einblicke in eine Lebenswelt erhalten habe, die mir vor ein paar Monaten noch sehr fremd war. Dafür bin ich dankbar.“ Markus Düppengießer, 45, freier Journalist, Lektor und Schreibcoach

ßen, ihren Herd nach dem Kochen auszu-

Herd abschalten, Türe schließen, Pfandflaschen stehenlassen – so viel Neues auf einmal

schalten. Gefährlich! Bernd, der die bei-

wieder unbewohnt und wird demnächst

den ins Haus geholt hat, ist auch derjenige,

weiter umgebaut. Vielleicht wird der Sohn

der mit ihnen ein ernstes Wörtchen spre-

dort mal einziehen. Mit Ewa und Daniel,

Bernd hat heute noch etwas für Daniel.

chen muss, wenn sie mal wieder zu laut

das sei nicht mehr so weiter gegangen.

Nicht, dass er ihm seine alten Klamotten

für seine kranke Mutter sind, die auch im

Eines Tages sei ihm der Geduldsfaden

aufschwatzen will. Aber das neue Hemd,

Haus wohnt. Oder wenn es unterschiedli-

gerissen und die beiden haben das Haus

das er sich bestellt hat, sei ihm einfach zu

che Auffassungen über den Erlös gibt aus

verlassen müssen. Dennoch: Der hilfsbe-

jenen Pfandflaschen,

reite Mann ist sich nach wie vor sicher,

die Ewa und Daniel

dass eine Gesellschaft nur „im Miteinan-

auf dem Grundstück

der funktioniert“. Aber Miteinander heißt

„gefunden

haben“.

eben auch, dass man von beiden Seiten

Bernd schüttelt ratlos

Eingeständnisse machen muss. Einen Ver-

den Kopf. Dann klopft

such war es in jedem Fall wert. Helfen

er Daniel auf die

würde er jederzeit wieder. Er hat auch

Schulter. „Das Hemd

schon eine neue Idee ….

steht dir jedenfalls gut!“ Mai 2018. Eines Tages hat es dann doch richtig geknallt. Und Ewa und Daniel mussten kurzfristig auszieeng. „Probiere du doch mal an.“ Für Dani-

hen, sogar ohne sich zu verabschieden.

el ist es eher ein wenig zu groß, doch er

Warum, darüber wollen sie nicht reden.

nimmt es gerne an. Ihre Dankbarkeit wol-

Jedenfalls ist es Bernd gewesen, der die

len die beiden auch zeigen – im Rahmen

ungewöhnliche Wohngemeinschaft auf

ihrer Möglichkeiten. So kochen sie gele-

Zeit aufgekündigt habe. Dass das Paar sich

gentlich für alle. Und an Ostern standen

jetzt wieder ein neues Zelt besorgen und

gefärbte Eier und Schokoladenhasen vor

sein altes Leben auf „Platte“ wieder auf-

der Tür der Gastgeber. In die Familie auf-

nehmen musste, finden sie gar nicht so

genommen werden sollen Ewa und Dani-

schlimm. Das sei okay, meint Ewa. Es sei

el allerdings nicht: „Die machen ihr Ding,

ja Sommer und keiner rede ihnen dann

wir machen unseres.“ Frau Sylvia über-

rein. Bernd C. lebt wieder alleine mit sei-

lässt ihrem Mann sein Herzensprojekt.

ner Familie, der Dogge Leila und dem

Vielleicht auch deswegen, weil es eben

Kater Carlo auf dem geräumigen Grund-

doch nicht immer so reibungslos läuft, wie

stück in Hürth. Sein Jugendzimmer ist

lll

info

Die Reportage von Linda Rennings ist im Rahmen des Schreibstipendiums entstanden, das die Dr. Peter Deubner-Stiftung gemeinsam mit dem Straßenmagazin DRAUSSENSEITER ausgeschrieben hat. Unter Betreuung des Journalisten Markus Düppengießer wurden Vorgespräche, Recherchetechniken und Schreibtipps so umgesetzt, das letztlich dieser Text entstanden ist. Linda Rennings, 54, hat selbst viele Jahre auf der Straße gelebt und dann den Selbsthilfeverein H.i.K. - Heimatlos in Köln e.V. gegründet. Mit dem Thema „Wohnen auf Zeit“ hatte sie sich auf das Stipendium beworben.

17


Cartoon / Clayd

Deubner-Stiftung unterstützt das Schreib-Stipendium „Mut zur Lücke“ einen die Not benachteiligter Menschen,

derung wissenschaftlicher Vorhaben auf

besonders solcher ohne festen Wohnsitz,

den Gebieten der Kunstgeschichte und der

gelindert werden. Hierzu begründete die

Archäologie zum Zuge. So werden mit

Stiftung vor 13 Jahren das „Kölner

dem Deubner-Preis begabte junge Wissen-

Obdachlosen-Frühstück“, das sich unter

schaftlerInnen der Kunstgeschichte aus-

der Schirmherrschaft von Kölns Erster

gezeichnet. Der Preis wird alle zwei Jahre

Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes

vom Verband Deutscher Kunsthistoriker

längst zu einer festen Größe im sozialen

verliehen. Die Deubner-Stiftung freut sich,

Leben der Stadt entwickelt hat. Vor 10

nun auch das Schreib-Stipendium des

Jahren kam ein in Köln-Dünnwald gelege-

DRAUSSENSEITERs unterstützen zu kön-

m Jahre 1999 wurde die Dr. Peter

nes Wohnheim für elf ehemals obdachlo-

nen, das demnächst in die zweite Runde

Deubner-Stiftung mit Sitz in Köln

se Frauen und Männer hinzu. Beide Pro-

gehen soll.

gegründet. Mit zwei sehr unterschied-

jekte werden in Zusammenarbeit mit der

lichen Zwecken wagt sie einen spannen-

Diakonie Köln verwirklicht. Als zweiter

den Spagat. Nach der Satzung soll zum

satzungsmäßiger Zweck kommt die För-

Dr. Peter Deubner. Foto: Privat

I

Du gehst jeden Tag nach Hause.

Kölner Obdachlosen Frühstück Jede Hilfe zählt!

www.deubner-stiftung.de 18

Foto: Ingrid Bahß

Dr. Peter Deubner Stiftung

An ihm vorbei.


Aus den Einrichtungen

† Du fehlst

Ausflug ins Phantasialand

Wir trauern um Elisabeth „Lies“ Molitor, die im Juni mit 91 Jahren verstorben ist. Sie war jahrelang ein festes Mitglied unserer Redaktion und schrieb fleißig Briefe an uns. Trotz vieler Rückschläge hat sie sich ihre Lebenslust bewahrt, war bis ins hohe Alter aktiv und liebte es zu tanzen – vor allem zur Karnevalsmusik. Liebe Lies, du fehlst! Deine DRAUSSENSEITER-Redaktion

Ein Brief von Elisabeth (Januar 2015) Ein Programmpunkt des Ausflugs: Loopings drehen auf der „Black Mamba“. Foto: Phantasialand

DRAUSSEN draußen

Foto: Sabrina Burbach

Ende April machte sich eine zehnköpfige Gruppe aus Besucherinnen und Besuchern der OASE, Bewohnern der Wohnprojekte und Ehrenamtlern der Einrichtung mit dem Bus auf ins Brühler Phantasialand. Mit im Gepäck: Sonne satt. Da machte die Fahrt auf der loopingreichen „Black Mamba“ gleich doppelt Spaß! Wir bedanken uns ganz herzlich beim Phantasialand in Brühl für die Einladung. Ohne euch wäre der Ausflug nicht möglich gewesen. (sab)

Maria hilft Am 8. September veranstaltet die Bürogemeinschaft der Maria-Hilf-Straße einen musikalischen Hofflohmarkt. Das Besondere: Die Standgebühren und der Erlös aus dem Getränke- und Speisenverkauf werden zu 100 Prozent der OASE Benedikt Labre e.V. gespendet. Die Idee zur Aktion stammt von Luisa Ringel, Lili Egenolf und Milena Mana da Costa. Die drei haben sich bei der Arbeit im Organisationsbüro der Lit.Cologne kennen gelernt und möchten ihre organisatorischen Fähigkeiten nun für eine gute

Foto: Tama Tobias-Macht

Sache einsetzen. Wenn alles klappt, soll es unter dem Motto „Maria Hilft – wir ma-

Als Vorab-Preview wurde der Film

chen“ weitere Aktionen geben. (sab)

„Draussen“ von Tama Tobias-Macht und

Datum: 8. September 2018 von 10 bis 17 Uhr Ort: im Innenhof der Maria-Hilf-Str. 15-17, Infos: www.facebook.com/events/ 190167344981929/?ti=icl

Johanna Sunder-Plassmann am 7. Juli 2018 auf dem Ebertplatz gezeigt. Die kostenfreie Veranstaltung zog zahlreiche Menschen an, die sich für das Thema Obdachlosigkeit interessieren und/oder keine Möglichkeit haben, ins Kino zu gehen. DRAUSSENSEITER-Chefredakteurin Christina Bacher durfte – neben den Filmemacherinnen und Joachim Kühn von RealFiciton Filme – auch kurz begrüßen. Besonders schön: Mit Lothar und Linda waren gleich zwei DRAUSSENSEITERVerkäufer vor Ort. (cb)

V.l.n.r.: Lili Egenolf, Luisa Ringel, Milena Mana da Costa. Foto: Maria Hilft

Gerade war mir, als hätten mich Engel gerufen: „Lies, heb' deine Beine und geh’ Kaffee kochen. Wir haben Hunger und Durst. Wir helfen dir auch beim Tisch decken und nachher beim Spülen. Dann geht das schneller.“ Und wer würde da schon nein sagen. Also ich nicht. Ich bin ja immer schön brav gewesen. Habe viel gelacht, gesungen und getanzt. Tanzen könnt’ ich jederzeit – bei lauter Musik, quer durch das Wohnzimmer! Genauso gerne schreibe ich für den DRAUSSENSEITER. Bald bin ich auch schon elf Jahre in der OASE Gast. Und meine Wohnung habe ich fast genauso lange. Kann mich noch genau daran erinnern, wie ich damals an der Drehbrücke vorbeigegangen und am Ende in der OASE gelandet bin. Oder wie ich am Kölner Neumarkt zur Schule ging und dort mein Gedächtnis aufpolierte. Das ist immer noch sehr gut. Und das macht mich sehr stolz. Ich werde ja bald 88 Jahre alt! Aber meine Träume sind auch sehr lebendig. Und ich wünsche mir, dass das noch lange so bleibt. Jetzt muss ich aber Schluss machen. Denn es ist schon viertel nach zwei am Morgen und ich muss ja noch meine Gäste bewirten. Die Engel, die mich in der Früh geweckt haben ...“ Es grüßt, eure Lies 19


Foto: Sara Ristić

Blick nach Serbien

Mirko: Feingefühl und Optimismus von der Straße Eine Geschichte über den Liceulice-Verkäufer Mirko Ondrik. Er spricht über seine Familie, darüber, wie er ein Verkäufer für das Magazin wurde, über seine neuen Freunde und seine Hobbys: Fotografie und Kochen.

täuscht wieder aufgegeben hatte. Einige Zeit danach arbeitete er in anderen Ländern Ex-Jugoslawiens, und vor der Rückkehr nach Belgrad verbrachte er ein paar Monate im Dorf, wo er seinen Vater und die große Familie unterstützte. Nach seiner Rückkehr dauerte es nicht lange, bis er seinen Platz unter unseren besten Verkäufern wieder erlangte. Am ersten Tag seiner Rückkehr hat er bereits vierzig Exemplare verkauft, die, obwohl

Von Anja Sinadinović

J

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eine ganze Menge, nur leicht über seinem täglichen Minimum von dreißig verkauf-

ahrelang kaufte ich Liceulice von Mir-

mitbrachte. Für Mirko war diese Geste der

ten Exemplaren lagen, jener Anzahl, die

ko vor der philosophischen Fakultät,

Wertschätzung nichts außergewöhnliches,

er verkaufen muss, bevor er nach Hause

bis er eines Tages von den Straßen

sondern eine Selbstverständlichkeit.

geht. Als ich ihn nach seinem Geheimnis

verschwand. Ich kam vor kurzem als Volon-

Als wir uns wieder sahen, fragte ich ihn

fragte, erschien sofort ein Lächeln auf sei-

tärin in das Liceulice-Team und sah ihn

zuerst nach der Zeit, die seit unserem letz-

nem Gesicht. Seine bescheidene Antwort

(nach zwei Jahren) wieder, als er in unse-

ten Treffen am Plateau vergangen war.

war, dass man nur anständig und höflich

rem Büro mit einem schüchternen Lächeln

Details vermeidend – wie immer, wenn

gegenüber anderen sein muss und ihnen

auf seinem Gesicht auftauchte. Er hatte ein

der Gegenstand der Diskussion unange-

bei Gelegenheit ein Kompliment macht,

gedrucktes Exemplar eines Liedes von Toše

nehm ist – sagte er mir nur, dass er statt

und dass es wichtig ist, andere seine posi-

Proeski [mazedonischer Musiker] in eng-

unseres Magazins Glückwunschkarten zu

tive Einstellung fühlen zu lassen. Oder, in

lischer Sprache, das er uns als Geschenk

verkaufen begann, ein Job, den er ent-

seinen eigenen Worten: „Fühlst du dich


aus aller welt

gelangweilt, brauchen deine Kunde nicht zu wissen, dass du dich langweilst“.

Die beiden sind nicht nur ein GeschäftsDuo; sie haben vor kurzem begonnen,

Kohlrouladen und eigentlich alle anderen Speisen.

Obwohl er sie nicht erwähnt, kenne ich

zusammenzuleben. Eine Wohnung zu

Seine größte Leidenschaft ist jedoch

ein paar von seinen anderen Eigenschaften,

finden ist nie leicht, aber wenn man am

nicht das Kochen, sondern das Fotografie-

die zu seinem Erfolg geführt haben. Es sind

Rande der Gesellschaft lebt, ist es – wie

ren. Vor zwei Jahren hat er den Foto-Work-

unglaubliche Sorgfalt, Gewissenhaftigkeit

viele andere Dinge – ein praktisch aus-

shop „The Eye of the Streets“ von Dragan

und Ausdauer. Sie resultieren wahrschein-

sichtsloses Unterfangen. Während dieser

Kujundžić und Željko Šafar absolviert. Als

lich daraus, dass er seit dem Alter von zwölf

schwierigen Zeit fand Mirko zwei neue

er anfing, die Kurse zu besuchen, hatte er

Jahren gezwungen wurde, als angeblicher

Freunde, die Brüder Bojan und Goran, die

keine Ahnung davon, dass er „ein Auge

Taubstummer auf der Belgrader Festung

Eigentümer des Hostels „Capital“. Sie lie-

fürs Fotografieren hat“. Die ersten beiden

(Kalegmedan) zu betteln. Das hat einigen

ßen sie kostenlos im Hostel schlafen und

Tage war er nicht begeistert, dann erkann-

seiner zwölf Geschwister ermöglicht, zur

essen, und unsere beiden Jungs revan-

te er plötzlich, dass er die Stadt aus einem

Schule zu gehen, während er selbst es nie

chierten sich, indem sie im Hostel jeden

neuen Blickwinkel, „durch die Augen

über die sechste Klasse der Grundschule

Tag halfen, für die anderen Gäste zu put-

eines echten Fotografen“, sah. Er bemerk-

hinaus geschafft hat. Auch wenn er sich an

zen. Mirko sagt, dass sie ihm neue Hoff-

te, dass er Objekte, die er schön fand, so

die dunklen Flecken seiner Vergangenheit

nung gegeben haben, dass die Menschheit

fotografieren konnte, dass sie auch für

erinnert, versucht er, sich auf die guten

nicht völlig verloren ist und er denkt, dass

andere interessant waren, und dass jedes

Zeiten zu konzentrieren. „Ich fand Gefallen

andere ihrem Beispiel folgen sollten.

Foto „mehr als tausend Worte sagt“. Jetzt

daran, dass die Leute, die mir Geld gaben,

Wir beginnen zu diskutieren, was ihnen

träumt er davon, die Grundschule abzu-

zu einem gewissen Grad verstanden, was

ermöglichte, eine Wohnung zu mieten, d.

schließen und dann eine Fotografie-Schu-

ich durchmachte, und mich zum Lachen

h. der Verkauf des Liceulice-Magazins.

le zu besuchen. „Es wäre eine Herzens-

bringen wollten.“ Er kam von der Straße

Mirko sagte zu mir: „Ich mag, dass ich vor

freude für mich, wenn ich Fotos für Zei-

ins Drop-In-Center, wo er neue Freunde

der Fakultät eine Menge von Bekannten

tungen machen könnte. Ich würde einen

gewann, mit denen er immer noch in Kon-

und Freunden habe, die verstehen, was ich

oder zwei Tage freinehmen, nur um Fotos

takt steht und die ihm so viel bedeuten,

ihnen sagen möchte, aber nicht sagen

zu machen“, sagt Mirko, voller unschuldi-

dass er ihre Fotos in seiner Brieftasche hat.

kann. Vielleicht sehen sie das. Mein liebs-

gem Optimismus. Obwohl er noch keine

Auf einigen dieser Fotos ist ein Mann mit

tes Ding in der Welt ist, wenn Menschen

Kamera besitzt, hat Mirko Tagträume

großen Augen und einer ungewöhnlichen

anhalten und mit mir sprechen und sich

davon, seine Fotos noch einmal auszustel-

Frisur, mit der er kaum zu übersehen ist.

anhören, was ein Kind zu sagen hat, dass

len, diesmal unabhängig. Bis dahin kön-

Das ist Emir, mit dem Mirko momentan im

auf der Straße gelebt und gearbeitet hat.

nen seine Fotos auf Facebook unter „Mir-

Zweier-Team jeden Tag am Plateau oder am

Das ist der beste Teil meines Tages, wenn

ko Ondrik Fotograf“ angesehen werden.

Platz der Republik unser Magazin verkauft.

ich draußen Liceulice verkaufe.“ Seine

Abschließend möchte ich noch die Din-

Die beiden trafen sich vor vielen Jahren,

unangenehmsten Erfahrungen sind das

ge schildern, die nach unserem Interview

während Mirko noch auf den Straßen an

genaue Gegenteil, wenn er sieht, dass er

stattfanden. Auf dem Heimweg von der

dem Ort bettelte, an dem sie jetzt Liceulice

abgelehnt oder verurteilt wird, weil er auf

Arbeit fand Mirko einen herrenlosen Wel-

verkaufen. Emir sprang ihm zur Seite, als

der Straße gelebt und gearbeitet hat. Aller-

pen neben einer Mülltonne in seiner neu-

er von ein paar Typen angegriffen wurde,

dings denkt Mirko nicht weiter über das

en Nachbarschaft, und nahm ihn ohne

die sein Geld stehlen wollten; Mirko sagt,

Negative nach, sondern erzählt mir weiter

nachzudenken mit nach Hause, um sich

genau in diesem Moment hätte er begrif-

von all den Sachen, die er gerne tut.

gemeinsam mit Emir um ihn zu kümmern.

fen, dass Emir ein reines Herz hat. Diese

Eines dieser Dinge ist Kochen. Für seine

Am Abend rief er mich an, wütend auf die

Meinung wurde bestärkt, als Emir und sei-

Kochkünste ist er seiner Großmutter dank-

Menschen, die den Welpen ausgesetzt

ne Familie Mirko aufgenommen haben,

bar, die begonnen hatte, ihm das Kochen

haben, aber er zeigte auch Mitleid. Er sag-

nachdem er aus seiner Wohnung geworfen

und Zubereiten von Speisen beizubrin-

te zu mir: „Meister, der kleine Hund

wurde. Jetzt will Mirko ihm helfen, wie er

gen, als er noch sehr jung war, zumal seine

schnarcht wie ein Mann.“

sagt, „um ihn auf dem Pfad der Tugend zu

beiden Schwestern sich nie für Kochen

halten.“ Und das tut er jeden Tag auf dem

interessiert haben und daher diese Rolle

Mit freundlicher Genehmigung

Plateau beim Verkauf von Liceulice, indem

ihm zufiel. Mit viel Eifer erzählt er mir von

von Liceulice / INSP.ngo

er Emir beibringt, ein besserer Verkäufer

seinem selbstgemachten Lieblingsbrot mit

Übersetzt aus dem Serbischen von Dragana

zu werden und darum zu kämpfen, seine

Oliven, gebacken unter heißen Platten.

Kragulj / Translators Without Borders

Willenskraft aufrecht zu halten, sogar dann,

Mit nicht weniger Begeisterung spricht er

Übersetzt aus dem Englischen ins Deutsche

wenn er aufgeben möchte.

über Snickers-Kuchen, Kokos-Kuchen,

von Achim Bott / Translators Without Borders

21


Cartoon / Clayd

Cartoon: Heiko Sakurai

Belegt Die harten Asyl-Beschlüsse des EU-Gipfels sind auch eine Reaktion auf den Druck der erfolgreichen rechtspopulistischen Parteien in fast allen EU-Staaten.

Hallo Freunde, leider gibt es diesmal schlechte Nachrichten. Irgendwas stimmt mit meiner Atmung nicht. Eines Abends hatte ich ganz schlimmes Herzrasen und habe stark gehechelt. Frauchen hat davon gleich ein Video gemacht und es dem Doc geschickt. Der meinte, ich müsse schnell einen Herzultraschall machen. Dann ging die Diskussion los, ob ich den ohne Betäubung hinkriege. Ich kann nämlich ganz schön grantig werden, wenn zu viel an mir 22

rumgemacht wird. Doch Frauchen meinte, wir schaffen das ohne. So sind wir in die Praxis. Bei der Frau Doktor musste ich dann mein Geschirr ausziehen. Hab ich übrigens schon erzählt, dass ich ein ganz neues habe? So ein richtig sportliches Teil. Total schick ... Naja, jedenfalls haben die mich in der Praxis auf beiden Seiten rasiert. Sehr merkwürdig. Frauchen stand neben mir und hat meinen Kopf gehalten, damit ich keine Angst hatte. Dann musste ich auf einen Tisch und sie haben versucht mich auf die Seite zu legen. Das war dann doch zu viel. Ich hab Panik bekommen und mich gewehrt. So musste die Ärztin den Ultraschall im Stehen machen. Komisches Licht kam da aus einem Apparat, und Geräusche. Das waren wohl meine Herztöne. Als

die Ärztin fertig war, hat sie noch mit Frauchen gesprochen. Es stimmt wohl wirklich was mit meinem Herzen nicht und ich soll ein neues Medikament bekommen – zusätzlich zu den Medis, die ich wegen meines empfindlichen Magens nehmen muss. Da kommt mittlerweile ganz schön was zusammen ... Nun hofft Frauchen, dass wir liebe Menschen finden, die uns helfen, damit ich weiter mit Medikamenten und Spezialfutter versorgt werden kann. Schauen wir mal, was noch alles kommt. Euer Clayd l l l Hallo, ich bin Clayd aus Rumänien. Von dort bin ich mit einem halben Jahr zu meinem Frauchen, der Draussenseiter-Verkäuferin Kölsche Linda, gezogen. In meiner Kolumne erzähle ich euch, was ich so alles in meinem Alltag erlebe. Foto: Jakob Rosenberger, 13 Jahre


Buchtipp

Bruce Dickinson

What does this button do? Die Autobiografie  Ganz am Ende seiner Autobiografie erklärt Bruce Dickinson, wie er beim Schreiben vorgegangen ist: Von den 160.000 Wörtern aus dem ersten Entwurf haben es letztlich etwas weniger als 110.000 auf die 369 Seiten geschafft. Geburten, Ehen und Scheidungen aller Art sowie Einzelanekdoten, die die große Erzählung nicht voranbringen würden, hat er von Anfang an außen vor gelassen.

Ökostrom

Den dankenswerten Verzicht auf den ganzen uninteressanten Privatkram können sich andere Prominente, die über eine Autobiografie nachdenken, gerne zum Vorbild nehmen. Das bewahrt die Leser vor Langeweile und der Versuchung, ganze Buchpassagen zu überblättern. Fraglich bleibt aber, ob der Iron-Maiden-Sänger sein selbsterklärtes Ziel erreicht hat, eine kohärente, geradlinige Erzählung abzuliefern. Das liegt nicht daran, dass er zu viel oder zu wenig zu erzählen hätte oder zu viele thematische Fächer (Musikkarriere, Pilotenkarriere, Karriere im Sportfechten, Krebserkrankung) aufmachen würde. Das ganz große Problem ist in meinen Augen, dass Dickinson mit sehr vielen Andeutungen arbeitet und von seinen Lesern zahlreiche Umkehrund Rückschlüsse verlangt. Das kann sehr kompliziert sein, wenn man bei den geschil-

derten Ereignissen nicht dabei war und auch nicht in den Kopf von Bruce Dickinson schauen kann, um herauszufinden, was er denn jetzt genau sagen will. Abgesehen von den Verständnisproblemen, die sich bei mir alle acht bis neun Seiten aufgetan haben, ist „What does this button do?“ aber ein sehr gelungenes Buch, das interessante Einblicke in die Musikwelt gibt und für alle Iron-Maiden-Fans (von denen gibt es ja sehr viele) ein Muss sein sollte. Bastian Exner

Bruce Dickinson: „What Does This Button Do? Die Autobiografie“, Heyne Verlag, 2018, 450 Seiten, 22 Euro.

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IMPRESSUM Redaktionsleitung Christina Bacher (cb), bacher@draussenseiter-koeln.de www.draussenseiter-koeln.de Redaktionsassistenz Sabrina Burbach, burbach@draussenseiter-koeln.de Herzlichen Dank allen freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieser Ausgabe. Lektorat Barbara Feltes Titelgestaltung Deborah Keser Gestaltung Innenseiten Petra Piskar, www.dehaar-grafikdesign.de Titelfoto Manfred Wegener Fotos Anneck/Ludolf Dahmen, Christina Bacher, Sara Ristić, Sabrina Burbach, Markus Düppengießer, Thekla Ehling, Jens Hüttenberger, Journey234 (Wikipedia), Maria Hilft, Jakob Rosenberger, Tama Tobias-Macht, Manfred Wegener, Hanna Witte, Miriam Wolf

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Die Bestellung wird erst wirksam, wenn sie nicht binnen einer Frist von 10 Tagen schriftlich widerrufen wird. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs. Das Abo kann jederzeit gekündigt werden.

Druck druckdiscount24.de Abos Martina Jühlke, juehlke@oase-koeln.de Vertrieb Ali Baran Herausgeber Benedikt-Labre e.V. – OASE Alfred-Schütte-Allee 4, 50679 Köln Tel.: 0221 / 98 93 53-0, Fax: 0221 / 98 93 53 16 Depots (nur für Verkäufer) Gulliver, Trankgasse 20, Bahnbogen 1, 50667 Köln Kiosk Orman, Salierring 15, 50677 Köln OASE, Alfred-Schütte-Allee 2-4, 50679 Köln Vringstreff, Im Ferkulum 42, 50678 Köln Verkauf öffentlich Agnesbuchhandlung, Neusser Straße 63, 50670 Köln Buchladen Neusser Straße, Neusser Str. 197, 50733 Köln Bunt Buchhandlung, Venloer Straße 338, 50823 Köln

Kontoverbindungen IBAN: DE66 3705 0198 0016 5020 31 SWIFT-BIC: COLSDE33, Sparkasse KölnBonn draussenseiter ist das Sprachrohr für alle Obdachlosen, deren Freunde, ehemals Obdachlose und andere Betroffene. Leserbriefe sind immer herzlich willkommen. Für namentlich gekennzeichnete Artikel und Leserbriefe sind die jeweiligen Autoren verantwortlich. Bedürftigen wird für veröffentlichte selbstgeschriebene Artikel, Interviews und Fotos ein kleines Honorar gezahlt, wenn dies der Autor ausdrücklich wünscht. Nachträgliche Forderungen werden nicht akzeptiert. Es gilt die Anzeigenpreisliste vom 1.1.2009. draussenseiter ist Mitglied des


vorschau

Eintritt frei z Veedelsfest

Arsch huh „Du bes Porz“ Das Bürgeramt Porz lädt im Rahmen der Kampagne „Du bes Kölle!“ gemeinsam mit dem Arsch Huh e. V. und in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung NRW zum Veedelsfest ein. Die Veranstaltung findet im Innenhof des Bezirksrathauses Porz (Alfred-Moritz-Platz) statt. Kern der Veranstaltung ist eine publikumsbezogene Diskussionsveranstaltung mit musikalischem und kabarettistischem Programm. Arsch huh wirbt für demokratisches ehrenamtliches Engagement im Veedel. Es werden Menschen zu Wort kommen, die sich mit ihren Initiativen für die Verbesserung der Lebensbedingungen und die Stärkung des Zusammenhalts einsetzen. Denn Demokratie lebt vom Einmischen und Mitmachen, vom Ringen um gute Ergebnisse und nicht von Parolen und vermeintlich einfachen Lösungen wie sie von Rechtspopulistinnen und Rechtspopulisten propagiert werden.

Im Film sieht man zumeist nur einen Menschen, der aus seinem Leben erzählt. Hinter den Kulissen arbeitete ein ganzes Team Hand in Hand. Foto: Thekla Ehling

Draußen

D

er Film „Draußen“ porträtiert vier Obdachlose, die in Köln auf der Straße leben. Ausgehend von persönlichen Gegenständen, die aufgeladen sind mit Erinnerungen und Emotionen, öffnet der Film das Tor zu einer Welt, die sonst verschlossen bleibt. Die beiden Filmemacherinnen Tama Tobias-Macht und Johanna Sunder-Plassmann wollen nicht nur zu einem Perspektivwechsel anregen, sondern vier Menschen vorstellen, die sich ihren Stolz und ihre Würde trotz ihres harten Alltags draußen erhalten haben. Wir haben mit den Filmemacherinnen gesprochen. Der Film läuft im Kino.

Mitwirkende HopStopBanda; Alevitisches Kulturzentrum Porz; Arsch huh (Black Fööss, Wilfried Schmickler, Höhner); Viba e.V. Tanzakademie; Die Brausen (Frauen-Shanty-Chor); Matthias Rödder (Schlager); Tanzgruppe des deutsch-griechischen Kulturzentrums; DJ Issath & Albert am Sax. Die Moderation erfolgt durch Bürgeramtsleiter Norbert Becker.

Foto: Journey234

Wann: Samstag, 8. September, 14 – 22 Uhr Wo: Bezirksrathaus Porz, Friedrich-EbertUfer 64-70, 51143 Köln-Porz Weitere Infos siehe www.stadt.koeln

Der nächste DRAUSSENSEITER erscheint zum 1. Oktober 2018. Mehr dazu unter www.draussenseiter-koeln.de und auf www.facebook.com/Draussenseiter-DasKölner-Strassenmagazin-106192356124749. 25


service

n Kontakt- u. Beratungsstelle Rochus (SKM)

Foto: Hanna Witte

Bartholomäus-Schinkstr. 6, 50825 Köln, Tel.: 3377063-4, rochus@skm-koeln.de http://skm-koeln.de/9.0/9.1.8/rochus-p.html Angebote: täglich warmes Essen von 12-14 Uhr, kalte u. warme Getränke, Duschmöglichkeit (Behindertendusche u. -toilette), Wäsche waschen Mo bis Do von 11:00-14:30 Uhr, Beratung täglich von 11-15 Uhr und nach Vereinbarung, Medizinische Sprechstunde Di + Do von 12:30 13:30 Uhr, Postadresse, Betreutes Wohnen, PC-Nutzung mit Internetzugang, Samstags Frühstück. Die Wochenenden sind geschlossen. Kleiderkammer: Ausgabe von Kleidung nur notfallmäßig für Besucher der Kontaktstell. Öffnungszeiten: Mo bis Fr 11-15 Uhr, Sa 10-14 Uhr, So 10-14 Uhr

n Sozialdienst Katholischer Männer e.V.

n Diakoniehaus Salierring Fachdienst für Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe d. Diakonischen Werkes Köln und Region, Salierring 19, 50677 Köln, Tel.: 27 69 70-0, verwaltung.salierring@ diakonie-koeln.de, www. diakonie-koeln.de Beratung: Mo bis Fr 9-12 Uhr, Di + Mi 16-18.30 Uhr (u. a. Postadressen u. Treuhandkonten) Straffälligenhilfe: Zeiten wie oben Tagestreff: Mo bis Fr 8.30-12.30 Uhr, Frühstück, (donnerstags auch Mittagessen), Duschen, Wäschekeller, Aufbewahrung, Internetzugang Kleiderkammer: Di u. Do 9-11.30 Uhr Krankenwohnung, Betreutes Wohnen § 67 SGB XII, Ambulante Begleitung gem. § 67 SGB XII, Betreutes Wohnen § 53 SG XII, Clearingstelle Claro im Trägerverbund

n Emmaus Geestemünder Str. 42, 50725 Köln, Tel.: 971 17 31, info@emmaus-koeln.de, www.emmaus-koeln.de

Appelhofplatz: Essenausgabe u. medizinische Versorgung, Mo bis Fr ab 21 Uhr Leben und Arbeiten in Gemeinschaft, günstiger Einkauf von Secondhand-Artikeln, DritteWelt-Arbeit durch Versand von Hilfslieferungen n Gulliver – Überlebensstation für Obdachlose Trankgasse 20, Nähe Hauptbahnhof, 50667 Köln, Tel.: 120 60 91 Duschen, Toiletten, Waschmaschinen, Trockner, Tagesschlafraum, Postadressen, Caféteria mit Frühstück und Snacks, Beratungsangebote, Internetzugang, Kunstausstellungen, Handyladestation, Gepäckaufbewahrung Öffnungszeiten: Mo bis Fr 8-16 Uhr (Kernöffnungszeiten), Wochenende und Feiertage 10-18 Uhr Kleiderkammer: Do 13.30-15.30 Uhr

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n Lobby-Restaurant LoRe des KALZ für Berber und Banker Domstr. 81, Nähe Hauptbahnhof, 50668 Köln, info@koelnerarbeitslosenzentrum.de, www.koelnerarbeitslosenzentrum.de Mittagessen: Mo, Di 12 -16 Uhr, Mi, Do, Fr 12 -15.30 Uhr

n Kölner Obdachlosenfrühstück, Peter-Deubner-Stiftung Tel.: 430 39 83 Angebote: 9 -11 Uhr: Kostenloses sonntägliches Frühstück jeden 2. u. 3. Sonntag im Monat im Vringstreff, Im Ferkelum 42, jeden 4. Sonntag in der MüTZe, Berliner Str. 77, Köln-Mülheim

n GUBBIO Obdachlosenseelsorge Ulrichgasse 27-29, 50577 Köln, www.gubbio.de

Angebot: Aufenthaltsmöglichkeit, Begegnung, Freizeitangebote, (Spieleangebot, Kaffee), Essen, Duschen, Wäschepflege, Schreibhilfe, Telefonmöglichkeit, mediz. Versorgung, PC-Nutzung mit Internetzugang Kontaktstellenbereich/Tagestreff: Mo. bis Fr.: 12.00 bis 15.30 Uhr (Essensangebot: 12.00 bis 14.00 Uhr) So. und Feiertage: 12.00 bis 13.00 Uhr Samstags geschlossen Beratung (auch anonym): Mo, Mi, Do, Fr 9-11.30 Uhr, Mo bis Fr 14-15.30 Uhr

n Vringstreff e.V. Für Menschen mit und ohne Wohnung Im Ferkulum 42, 50678 Köln, Tel.: 278 56 56, info@vringstreff.de, www.vringstreff.de

Öffnungszeiten: Di, Mi 14 – 17 Uhr Angebote: Raum zum Gespräch, Bibelstunde, Öffnungszeiten: Mo bis Do 11.30-17 Uhr, Fr 9-12 Uhr Meditation, thematische Gesprächskreise, religi- Jeden 2. und 3. Sonntag Obdachlosenfrühstück öse Filme 9-11 Uhr, Café, Freizeitangebote, Veranstaltungen, Beratung

Foto: Christina Bacher

Für Alle

Bahnhofsvorplatz 2a (1. Etage), 50667 Köln-Innenstadt, Tel.: 13 49 19, kontaktstelle@skm-koeln.de, www.skm-koeln.de


service

Nur für Frauen

n Bürger für Obdachlose e.V. Basislager Gebrauchtwarenkaufhaus Bürger für Obdachlose e.V. Basislager: Silcherstr. 11, 50827 Köln Tel.: 640 22 68, info@bfoev.de

n agisra e.V.

Foto: Marie Breer

Kleiderkammer, Gebrauchtwaren-Kaufhaus für Jedermann, Arbeitsprojekt und Suppenküche. Obdachlose können gerne auch Kleidung, Schlafsäcke etc. in unserem Gebrauchtwaren-Kaufhaus kostenlos bei uns beziehen. Gemeinsam mit Emmaus betreibt der Verein die Suppenküche am Appelhofplatz.

Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen Martinstr. 20a, 50667 Köln, Tel.: 0221/124019 oder 1390392, www.agisra.org Beratung nach Terminvereinbarung, Telefonische Sprechzeiten: Mo, Di und Do 10-15 Uhr

n Café Auszeit Beratungsstelle für Frauen An der Fuhr 3, 50997 Köln, Tel.: 02232.14 82 92, cafe-auszeit@skf-koeln.de Offene Beratung ist jeden Dienstag & Donnerstag von 10–15 Uhr, Donnerstags von 10–12 Uhr ist unser Frauenfrühstück, Adresse: (EG, Gang auf der linken Seite, erste Tür links)

n Comeback Notschlafstelle für Frauen, Sozialdienst kath. Frauen e.V., Mauritiussteinweg 77-79, Nähe Neumarkt, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695-210 Vringstreff

n Initiative Bauen Wohnen Arbeiten e.V. Peter-Michels-Str. 1-9, 50827 Köln Tel.: 0221/ 9535301, Fax: 0221/ 5948789 ibwa@netcologne.de www.bauenwohnenarbeiten.de

Angebot: Arbeitsgelegenheiten, Beschäftigung, Wohnen, Betreutes Wohnen

n OASE-Benedikt Labre e.V. Alfred Schütte Allee 4, 50679 Köln, Tel. 0221/9893530 kontakt@oase-koeln.de www.oase-koeln.de

Kontakt- und Beratungsstelle: Montag und Freitag 9–13 Uhr, Dienstag und Donnerstag 9–16 Uhr, Mittwoch nach Terminvereinbarung

Offener Treff: Montag 10.30–13 Uhr, Dienstag 13–16 Uhr, Donnerstag 13–16 Uhr, Freitag 11.30–13 Uhr Frühstück: Montag 10.30–13 Uhr

Sprechstunde Mobiler Medizinischer Dienst: Montag 10.30-11.30 Uhr und

Täglich geöffnet von 20 bis 10 Uhr. Angebot für wohnungslose Frauen und Frauen in Notlagen: Schutz, Übernachten, Essen, Duschen, Wäsche waschen, Kleiderkammer, PC und Internetnutzung. Tiere sind erlaubt. Beratung und Vermittlung an weiterführende Hilfen sind möglich.

n Elisabeth-Fry-Haus Albert-Schweizer Straße 2, Nähe Südfriedhof, 50968 Köln, Tel.: 99 56-43 00, efh@diakonie-michaelshoven.de www. diakonie-michaelshoven.de Notaufnahmeheim für Frauen und Frauen mit Kindern, Schutz, Übernachtung, Verpflegung, Wohnen, Beratung und Begleitung. Das Haus ist rund um die Uhr geöffnet.

n Frauen gegen Gewalt e.V. – Notruf und Beratung für vergewaltigte Frauen Herwarthstr. 10, 50672 Köln, Tel.: 56 20 35, mailbox@notruf-koeln.de, www.notruf-koeln.de Beratung telefonisch, persönlich und per E-Mail, Begleitung und Unterstützung nach sexualisierter Gewalt; Prozessvorbereitung und -begleitung; Rechtsberatung; Gruppenangebote

n Haus Rosalie Gocher Straße 45, 50733 Köln-Nippes, Tel.: 0221/97 30 88 88, haus-rosalie@vinzentinerinnen.de

Donnerstag 13.30-14.15 Uhr

Wohnprojekt für Frauen

Kleiderkammer/Duschen:

n LOBBY FÜR MÄDCHEN e.V.

Montags ab 10.30 Uhr Donnerstags ab 13.00 Uhr Computer-Nutzung: nach Vereinbarung Weitere Angebote: Gepäckaufbewahrung

für Mädchen und junge Frauen Beratung und Begleitung bei Problemen und in Krisensituationen

Redaktionssitzung DRAUSSENSEITER:

siehe Aushang

Mädchenberatung linksrheinisch Fridolinstr. 14, 50823 Köln-Ehrenfeld Tel.: 0221/45 35 56 50 maedchenberatung-linksrhein@lobby-

fuer-maedchen.de Mo bis Do: ganztägig nach Vereinbarung Mi 14-16 Uhr: ohne Anmeldung Di 10-11 Uhr, Do 14-15 Uhr: telefonische Beratung, Di 16-18 Uhr: kostenlose Betreuung Ess-Störungen 0800 5 03 58 85 Mädchenberatung rechtsrheinisch Buchheimer Str. 56, 51063 Köln-Mülheim Tel.: 0221/890 55 47 maedchenberatung-rechtsrhein@lobbyfuer-maedchen.de Mi bis Fr ganztägig nach Vereinbarung Fr 14-18 h ohne Anmeldung

n Mäc-Up Treffpunkt für Mädchen von 14-27 Jahren Gereonstr. 13, Nähe Bahnhof, 50670 Köln, Tel.: 0221/13 35 57 Essen, Trinken, Dusche, Wäsche waschen, Second-Hand-Kleidung, medizinische Versorgung, Beratung Öffnungszeiten: Mo., Mi., Do. und Fr. von 12-15.30 Uhr Di. von 10-13 Uhr, Frühstück gibt es Di. und Mi., gekocht wird Mo. und Fr.

Nur für Männer n Die Heilsarmee Sozialwerk GmbH Erik-Wickberg-Haus Marienstr. 116-118, 50825 Köln Tel.: 955609–13 koelnewh@heilsarmee.de www.heilsarmee.de/ewh In unserer stationären Einrichtung für wohnungslose Männer bieten wir folgende Hilfen an: Beratung und Unterstützung durch fachkompetente Mitarbeiter in den Bereichen: Wohnen, Arbeit, Gesundheit, Finanzen, Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten, Vollverpflegung und Möglichkeiten zur Selbstversorgung, Nachgehende Hilfen im „Ambulant betreuten Wohnen“, Freizeitangebote

n Notschlafstelle für Männer Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 93 12 21-54 (tagsüber) und -26 (ab 18 Uhr), jhk-notaufnahme@johannesbund.de Sozialarbeiterische Beratung, Erarbeitung einer Perspektive, Vermittlung in weiterführende Hilfen Aufnahme: Täglich (auch Sonn- u. Feiertags) ab 18 Uhr für wohnungslose Männer ab 18 Jahren

n „Reso“ – Resozialisierungsabteilung Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 93 12 21-54, th.klahr@johannesbund.de Hilfe für wohnungslose Männer mit sozialen Problemlagen nach § 67 SGB XII: Unterbringung, Verpflegung und Selbstversorgung, individuelle Einzelfallhilfen, Beschäftigungsangebote, Mo bis Fr.: 8-16.30 Uhr 27


Musik

Danny Prill

OASE Sommerfest 7.9.2018 12-17 Uhr Alfred-SchĂźtte-Allee 4

www.oase-koeln.de

Foto: Christina Bacher mit freundlicher Genehmigung von IKEA-Butzweilerhof.


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Kölner Straßenzeitung Draussenseiter 09/2018: Hausbesetzungen by Draussenseiter - Issuu