25. Jahrgang Nr. 179 Juli / August 2017
R E T I E S N E S s U A R D Z A G A M N E S S A STR R E N L Ö K S A D
E D U E R F R E M M
0,90 e für den Verkäufer
1,70 e
Illustration: Ralf König
SO
IN
SCHÖN
STARK
FREI
Anzeige
vorwort
Inhalt
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Vorwort ��������������������������������������������������������������� 3 Inhaltsverzeichnis �������������������������������������������������� 3
wenn in der Presse über Homosexuelle geschrieben wird, geht es meist um schwule Männer. Lesbische Frauen kommen kaum vor. Das ist das Ergebnis einer Studie von
Schwerpunkt: Homosexualität
Elke Amberg zur Darstellung und Präsenz lesbischer Frauen in der Tageszeitung. Einen Auszug aus dem Leitfaden „Schön! Stark! Frei! Wie Lesben in der Presse (nicht) dargestellt werden“ stellen wir auf den Seiten 12 bis 13 vor.
S.4
Ralf König: Irgendetwas stimmt nicht mit der Eieruhr! �����������4-8
Foto: Marie Breer
anyway: „Du bist in Ordnung … so wie du bist“ ������������������ 9-11 Leitfaden: „Schöner schreiben über Lesben und Schwule“ ��� 12-13
Ein Vergnügen war es mit dem Comiczeichner Ralf König über sein neues Buch zu sprechen. Bei Kaffee und Kuchen hat der Zeichner aus Köln uns ganz offen Auskunft über den „Herbst in der Hose“ gegeben. Federführend hat sich Marie Breer um diese Ausgabe ge-
S.15
S.9
„Ich bekenne: Ich habe gelebt!“ ���������������������������15-17 „Muriels Hochzeit’ war eine großartige Chance“ �������������18-19
Spuren der Armut: Anna Maria Rehfeld ������������������������20
kümmert. Wie schon im letzten Jahr ist die Fotografin und Autorin während des Christopher Street Days am Stand der Wirtschaftsweiber anzutreffen. Gerne gibt sie auch Auskunft über unsere Straßenzeitung, die sich seit mehr als 25 Jahren als niedrigschwelliges Beschäftigungsprojekt der OASE hält – und auf Ihre Hilfe angewiesen ist.
Aus den Einrichtungen �������������������������������������������� 21 Cartoon/Kolumne ��������������������������������������������������� 22 Buch-Tipps ���������������������������������������������������������� 23 Abo, Impressum ����������������������������������������������������24 Eintritt frei, Vorschau ����������������������������������������������� 25 Service: Adressen �����������������������������������������������26-27
Bleiben Sie uns also gewogen!
Christina Bacher
Öffnungszeiten: OASE e.V. Kontakt- und Beratungsstelle Montag und Freitag: 9.00 – 13.00 Uhr Dienstag und Donnerstag: 9.00 – 16.00 Uhr Mittwoch: nach Terminvereinbarung 3
Liebe homosexualität
Irgendetwas stimmt nicht mit der Eieruhr! Ein Gespräch mit dem Comic-Zeichner Ralf König über das Jubiläum seines Bestsellers „Der bewegte Mann“, über seine Haltung zu Köln und das Älterwerden – übrigens Thema seines neuen Buches. Das Gespräch führten bei Kaffee und Kuchen Christina Bacher und Marie Breer (Fotos) in der Wohnung des Zeichners im Belgischen Viertel.
4
homosexualität
DRAUSSENSEITER: Zunächst mal herzlichen Glückwunsch: Vor 30 Jahren ist dein Comic „Der bewegte Mann“ erschienen. Anlässlich dieses Jubiläums soll im Herbst eine Neuauflage mit Bonusmaterial bei Rowohlt erscheinen und ein Musical am Thalia Theater in Hamburg ist ebenfalls in Planung. Zeitgleich feiern die Bände „Lysistrata“ und „Das Kondom des Grauens“ ebenfalls 30. Geburtstag. Da fragt man sich ja im Nachhinein, was das für ein besonderes Jahr gewesen ist, 1987? Ralf König: Ich saß damals in Dortmund rum und langweilte mich, weil die meisten meiner Freunde nach und nach weggezogen waren, nach Berlin und München, etc. Dortmund war damals relativ öde, aber ich lebte da in einer langjährigen Beziehung und wollte darum nicht einfach weg. Und gut so, Langeweile ist nützlich für den kreativen Impuls. Ein Hoch auf die Langeweile! Ich hab mir Geschichten ausgedacht, zum billigen Filzstift gegriffen und einfach drauf los gezeichnet, und das sehr ungeduldig, weil ich so einen Erzähldrang hatte. Drei Bücher im Jahr, das würde heute nicht mehr passieren, da ist leider auch mein Anspruch gestiegen. Was heißt ‚leider', ist ja gut, wenn man sich weiter entwickelt, nur diese unbedarfte Spontanität, das kommt nicht wieder. DRAUSSENSEITER: Mit deinen Comics hast du damals vielen Mut für ihr Coming-out gemacht. Ende der 80er gehörte das ja nicht zur Selbstverständlichkeit, schwule Themen anzupacken oder sich gar selbst dazu zu bekennen. Du kommst ja selbst aus einem kleinen Dorf in Ostwestfalen. Hast du da als Jugendlicher Vorbehalte gespürt? Oder gar Ablehnung? Gezeichnet hast du ja schon sehr früh sehr freizügig …. Ralf König: Ja, das mit dem Zeichnen begann schon als Kind, keine Ahnung, woher ich das habe. In meiner Verwandtschaft gab es keine Künstler. Ich bin in einem sehr katholischen Umfeld aufgewachsen, aber zum Glück hatten meine Am Schreibtisch des Meisters. Ralf König arbeitet – ganz bewusst old school – mit Stiften auf Papier und nicht am Computer.
Eltern mit Religion nicht so viel am Hut. Trotzdem war Schwulsein ein Tabu, man wusste damals ja gar nicht genau, was das
5
homosexualität
Fotos: Marie Breer
Die Verringerung des Hodenvolumens war da noch das Harmloseste: Als Hypochonder musste der Kölner Autor bei der Recherche für sein neues Buch zur Andropause oft ganz schön schlucken.
6
homosexualität
genau heißt und was für Typen das sind.
den Wunsch in die Tat umgesetzt, Zeichner
Moment stolz, aber das geht schnell wie-
Es gab einen älteren Mann, der saß oft
zu werden?
der weg, wenn man mit Abgabedruck und
allein in der Dorfkneipe, von dem es hieß,
Ralf König: Ich habe einen Zettel geschrie-
einer Geschichte, die klemmt, allein am
der sei schwul. Der ging uns Jungs immer
ben, „Schwul zu sein, bedarf es wenig, ich
Zeichenbrett sitzt. Humor ist letztlich
aufs Klo hinterher und schielte mal rüber.
bin schwul und heiß Ralf König!“ Den hab
doch Arbeit und die fluppt nicht immer
Das war natürlich ein sehr tragisches Bild,
ich an meine Holzfurnier-Schneidemaschi-
leicht von der Hand.
das mir da vermittelt wurde. Ich ahnte ja,
ne geklebt, damit hatte sich das schnell
dass bei mir was anders läuft, war auch
erledigt. Alle tuschelten, keiner sprach
DRAUSSENSEITER: Viele Kölner sind total
dauernd heimlich in Schulfreunde ver-
mich direkt an, da hab ich gemerkt, die sind
selbstverliebt und feiern ihre Stadt! Manche
liebt, aber die knutschten lieber mit den
verunsicherter als ich. Ich hab dann gekün-
hassen sie und beschimpfen sie, obwohl sie
Mädels, in dem Alter. Ich find‘s immer
digt und bin nach Düsseldorf an die
hier leben. Wie ist dein Verhältnis zu Köln?
noch tragisch, dass meine Teenagerzeit
Kunstakademie, weil ich auf meine erste
Fühlst du dich hier zuhause?
liebesmäßig eher mit unerfüllten Sehn-
Bewerbungsmappe hin angenommen wur-
Ralf König: Zuhause ja, aber in den 90ern
süchten erfüllt war. Aber da ich nur heim-
de, was ein großes Glück war, bei tausenden
war meine Leidenschaft größer. Inzwi-
lich träumte, gab‘s auch keine Anfeindun-
Bewerbungen. Aber ich fiel sofort auf mit
schen nervt mich das ewige Stehen an den
gen, es wusste ja keiner.
meinen Comics, das war entscheidend.
vielen Stadtautobahnen, die verdammten
Während des Kunststudiums hab ich
Fußgängerampeln wechseln in 90 % der
DRAUSSENSEITER: Wie erinnerst du dich an
abends Comics gezeichnet und konnte die
Fälle auf Rot, sobald ich komme. Die Enge
dein Coming-out?
in Zeitschriften und Kleinverlagen veröf-
auf den Gehsteigen, zu viele Menschen
Ralf König: Das war viel später, mit knapp
fentlichen. Das tragische Thema Homose-
auf sehr engem Raum, das stresst inzwi-
18. Es gab 1979 eine der ersten großen
xualität mit Humor zu behandeln, war
schen auch. Liegt wohl daran, dass ich
linkspolitischen Schwulendemos in
damals neu. Die Comics waren noch sehr
älter werde und den Rummel nicht mehr
Frankfurt, davon hatte ich zufällig gehört,
schlecht, aber ich hatte schnell meine Leser.
so brauche. Aber früher hab ich sehr gern
da musste ich hin mit meinem alten VW
Und nach dem Studium bewarb ich mich
in Köln gelebt, mit exzessiv Karneval feiern
Käfer. Ich bin kaum aus dem Dorf rausge-
bei Rowohlt und dann kam „Der bewegte
und allem Drum und Dran! Auch die
kommen bis dahin, da war die Fahrt nach
Mann“. Das war der Durchbruch, auch bei
Schwulenszene hier war viel sichtbarer
Frankfurt wie heute ein Flug nach New
Lesern, die gar nicht schwul waren! Von da
und offener als vorher in Dortmund. Köln
York! Und da sah ich zum ersten Mal hun-
an konnte ich von den Comics leben.
ist schon sehr okay, letztendlich.
gelaunt waren, das war natürlich ein
DRAUSSENSEITER: Heute gehörst du zu den
DRAUSSENSEITER: In Köln gibt es – neben dem
Damaskus-Erlebnis. Danach war alles
bekanntesten Comiczeichnern in Deutsch-
anyway (Jugendzentrum) und dem Rubicon
anders, ich hab meinen Verwandten, den
land. Du hast mehrere Preise bekommen,
(Beratungszentrum) – kein Schwulenzent-
Kollegen in der Holzfabrik, in der ich
im Herbst bekommst du den renommierten
rum, das politisch arbeitet. Ist die schwule
damals arbeitete, und meinen Freunden
Wilhelm-Busch-Preis verliehen. Eine ganz
Szene und somit auch der CSD insgesamt
ziemlich schnell gesteckt, dass ich schwul
andere Art der Ehrung ist es, eine eigene
heute unpolitischer geworden? Vielleicht, weil
bin. Meine Eltern reagierten sehr irritiert,
Ausstellung zu bekommen, wie vor zwei Jah-
es nicht mehr so notwendig ist? Wie hat sich
mein Vater machte sogar Stress. Aber als
ren im Stadtmuseum zu deinem Buch „Elf-
dein Verhältnis zum CSD verändert?
das mit meiner Zeichner-Karriere los ging,
tausend Jungfrauen“. Was bedeutet dir ein
Ralf König: Es gibt gerade in Köln so viele
waren sie auch stolz. Ich bin dann etwas
solches Feedback? Auch noch in der Stadt,
Cafés und Kneipen, dass ein Zentrum
später nach Dortmund gezogen und mit
in der du schon so lange lebst?
offenbar nicht mehr so gebraucht wird.
30 nach Köln. Auch schon wieder 27 Jah-
Ralf König: Die „Elftausend Jungfrau-
Außerdem können sich Jugendliche heute
re her. Irgendwas stimmt nicht mit der
en“-Ausstellung im Stadtmuseum war
alle Infos aus dem Internet holen, dazu
Eieruhr ...
super, und ich fand’s schön, auch mit dem
müssen sie nicht erst in irgendwelche
Buch dazu in der Stadt als Kölner Zeichner
Coming-out-Gruppen. Ich glaube, das erle-
DRAUSSENSEITER: Du hast ja damals als
wahrgenommen zu werden. Sicher ist
digt sich in Köln auf der privaten Ebene.
Schreiner in einem 150-Mann-Betrieb gear-
man gebauchpinselt, wenn es Preise gibt
Aber der CSD bleibt ein wichtiges Event,
beitet. Stelle ich mir nicht so leicht vor, in
und Ehrungen. Aber jedes Buch macht
vor allem für Leute, die aus ländlicheren
der Provinz in den 80er Jahren in so einem
wieder neue Probleme, man fängt immer
Gegenden kommen. Drei Tage zusammen
Männerbetrieb mit der Info um die Ecke zu
wieder von Neuem an, an sich zu zweifeln.
sein, demonstrieren und tanzen und so
kommen, dass man selbst schwul ist. Wie
Mir geht das jedenfalls so. Preise und der
viele Gleichgesinnte zu sehen, tut einfach
hast du das gelöst? Und wann hast du dann
Laudatio zu lauschen, macht in dem
mal gut, einmal im Jahr.
derte schwule Männer, die auch noch gut
7
homosexualität
katuren bzw. Religionskritik inzwischen
men. Ich hab versucht, aus der Tragödie
langweilt. Vielleicht, weil alle das von dir
eine Komödie zu machen, aber ich steck-
erwarten? Brauchst du neue „Tabu-The-
te zu sehr drin und ich sah irgendwann
men“ oder arbeitest du nie so strategisch?
nicht mehr, ob es komisch ist oder nicht.
Welche Themen schaffen es überhaupt auf
Aber schließlich ist es anscheinend sehr
deinen Schreibtisch? Und wo arbeitest du?
witzig geworden. Der Verlag ist zu meiner
Ralf König: Nein, langweilig finde ich
großen Erleichterung sehr begeistert.
inzwischen generell das Thema Religion. Ich habe mich über 5 Jahre damit beschäf-
DRAUSSENSEITER: Hast du einen Rat für
tigt, dabei kamen gute Sachen raus, ich
unsere mittelalten Leserinnen und Leser, wie
DRAUSSENSEITER: Im Februar 2006 hast du
hatte sogar eine Comicstrip-Serie in der
es im Alter weiter bergauf geht?
mit acht Karikaturen und kurzen Strips auf
FAZ mit meinem ‚Prototyp‘. Aber nach
Ralf König: Nein. Ich bin ratlos und halte
die Eruption der Gewalt reagiert, die 12
den „Elftausend Jungfrauen“ hatte ich das
es mit Cher: „Alt werden ist scheiße! Wer
dänische Mohammed-Karikaturen ausgelöst
Gefühl, zum heiligen Bimbam alles gesagt
etwas anderes behauptet, lügt!“
hatten. Zehn Jahre später hast du dich nach
zu haben. Ich bin Agnostiker, so wichtig
dem Attentat auf die Redaktion von Charlie
ist es mir auch wieder nicht. Es sind auch
DRAUSSENSEITER: Was macht dich heutzu-
Hebdo sehr zurückgehalten mit einem künst-
immer dieselben Argumente, ob Gott
tage zu einem bewegten Mann?
lerischen Statement. Viele haben sich darü-
oder nicht Gott. Die Debatte läuft ja in
Ralf König: Mein Freund musste im
ber gewundert, manche waren sogar ent-
der Menschheitsgeschichte seit tausenden
Herbst jobmäßig nach Berlin umziehen,
täuscht. Ausgerechnet der Zeichner, der
Jahren! Da kommt unsere Spezies
er arbeitet bei Egmont, und die haben ihre
sonst das Thema Religion vor die Feder
anscheinend nicht weiter. Und es gibt ja
Kölner Pforten geschlossen. Nun bewege
nimmt, äußert sich nicht, hieß es. Was war
noch anderes zwischen Himmel und Erde
ich mich viel hin und her, aber natürlich
damals der Grund für deine Zurückhaltung?
als Religion.
sitze ich dabei nur im ICE auf dem Hin-
Ralf König: Der Grund war, dass bei mei-
tern. Und sonst versuche ich, weiter
nem Agenten das Telefon nicht still stand!
DRAUSSENSEITER: Gerade ist dein Buch
Comics zu zeichnen, die den Leuten Spaß
Ich sollte plötzlich überall Statements
„Herbst in der Hose“ erschienen, darin geht
machen und vielleicht zwischen den
geben, zwei Dutzend Anfragen, von
es um das Thema Älterwerden. Wobei es ja
Sprechblasen zu mehr Toleranz aufrufen.
Bild-Zeitung bis Fernseh-Talkshows, ich
weniger um die Generation Rollator geht als
Leider ist das ja wieder zunehmend nötig.
war derjenige, den sie haben wollten. Ich
um ein recht neues Phänomen, das die jun-
hatte schon Jahre zuvor den Comic
gen Alten eher betrifft: Die Andropause. Was
DRAUSSENSEITER: Herzlichen Dank für das
„Dschinn Dschinn“ und diese Cartoons
genau ist das und – wenn ich so ehrlich fra-
Gespräch. Und toi, toi, toi für das neue Buch!
zum Thema Islamismus gezeichnet, aber
gen darf – hast du das auch? Hat das jeder
wenn ein neues Buch erscheint, interes-
Mann? Und geht das auch wieder weg?
siert die Medien das wenig, da berichtet
Ralf König: Es wird behauptet, es wäre bei
kaum einer. Erst wenn so etwas passiert,
Männern ähnlich wie ihr Frauen das habt,
wollen sie einen plötzlich vors Mikrophon
mit der Menopause. Aber ich denke, die
zerren. Ich hätte es sogar getan, aber hat-
Pharma-Industrie will uns Testosteron
te heftigen Streit mit meinem Agenten,
verkaufen. Natürlich lässt der Hormon-
der mich nicht in die Schusslinie irgend-
spiegel im Laufe der Jahre nach, aber es
welcher Nachahmer bringen wollte. Kurz
geht viel langsamer als bei den Frauen,
nach dem Terror war die Aufregung natür-
zum Glück! Ich glaube, wenn Männer mit
lich groß. Aber diesmal gab es viele Kari-
etwas über 40 von jetzt auf gleich die
katuristen, die sich äußerten, im Gegen-
Wechseljahre durchmachen müssten und
satz zu damals, als das mit der dänischen
danach wäre Schluss mit lustig, gäb‘s ne
Zeitung passierte. Dass in Paris Witzzeich-
hohe Selbstmordrate! Es war ein schwie-
ner erschossen wurden, war sehr beklem-
riges Buch, das sehr an meine eigenen
mend, mir wäre in den Tagen auch gar
Ängste ging. Ich bin Hypochonder, beim
nichts Komisches dazu eingefallen.
Recherchieren las ich als Symptom ‚Verringerung des Hodenvolumens‘! Da muss-
8
DRAUSSENSEITER: Es könnte ja auch sein,
te ich das Buch erst mal in die Schublade
dass dich das Thema der Mohammed-Kari-
schieben und ein paar Mal tief durchat-
lll
Info
Ralf König: Herbst in der Hose, Rowohlt Verlag, Juni 2017, 176 Seiten, ISBN-10: 3498035754, ISBN-13: 978-3498035754, 22,95 Euro
homosexualität
„Du bist in Ordnung … so wie du bist“ anyway – erste Anlaufstelle für homosexuelle, bisexuelle und transsexuelle Jugendliche Von Marie Breer
9
homosexualität
Fotos: anyway
Im anyway (Bilder im Uhrzeigersinn von links oben) treffen sich junge Leute zum Billiard, zum Gespräch, zur Begegnung mit Mitarbeiter Falk Steinborn, unter anderem zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, oder auch zur Vorbereitung von Projekten.
10
homosexualität
S
eit 1998 gibt es in Köln das anyway.
Das Jugendzentrum bietet neuen Besu-
Am besten lässt sich das anyway mit
Es war bei seiner Eröffnung das erste
chern einen „Coming-in-Service“ und den
einem Besuch im Café kennenlernen. „Das
Jugendzentrum speziell für homo-,
„Coming-in-day“ als Einstieg an. Unter der
ist unser Herzstück“, meint Steinborn
bi- und transsexuelle Jugendliche und jun-
Mail-Adresse coming-in-day@anyway-
lachend. In den vergangenen Monaten
ge Erwachsene im Land, wohl auch ein-
koeln.de kann ein erstes Treffen vereinbart
musste es allerdings auf Sparflamme lau-
zigartig in Europa. Aus Köln ist es kaum
werden. Zu den weiteren Angeboten gehö-
fen wegen Umbauarbeiten. Das Café wird
mehr wegzudenken. „Inzwischen kom-
ren persönliche Beratungen, die Kontakt-
neu gestaltet und erweitert – „wir haben
men jährlich rund 1.400 Besucher im Alter
aufnahme per Telefon (0221 / 57 777-60)
bald doppelt so viel Platz“ – eine profes-
zwischen 14 und 27 Jahren zu uns“, berich-
und zudem die anonyme Beratung per
sionelle Küche kommt dazu, ein Dis-
tet Falk Steinborn, einer der Mitarbeiter
Mail von Jugendlichen für Jugendliche:
co-Raum. Die neuen Café-Räumlichkeiten
und als Journalist für die Presse- und
www.anyway-koeln.de/emailberatung.
können dann auch angemietet werden
Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Das
„Da kommen Anfragen aus ganz Deutsch-
von Vereinen, Organisationen oder Privat-
anyway ist so vielseitig wie seine Besucher
land und auch mal aus dem Ausland, wie
leuten für eigene Veranstaltungen.
und Besucherinnen: Einfach chillen bei
aus Österreich“, sagt Falk Steinborn. Ganz
Die Eröffnung des neuen Cafés ist greif-
Milchkaffee, Cola oder Kölsch, in ent-
gezielt an transsexuelle Jugendliche und
bar nah, doch bis dahin ist das „Herzstück“
spannter Atmosphäre Gleichgesinnte ken-
andere, die sich mit dem zugeschriebenen
in kleinem Rahmen lediglich freitags von
nenlernen, Themenabende, Beratungsge-
Geschlecht nicht oder unzureichend
19 bis 24 Uhr geöffnet.
spräche, Gruppentreffen, Konzerte, Lesun-
beschrieben fühlen, richtet sich das Ange-
gen, Theateraufführungen, Partys, Teil-
bot Trans*aktionen.
nahme an Musik- oder Filmprojekten,
Seit Sommer vergangenen Jahres enga-
Aktionen zu Kultur oder Politik, Work-
gieren sich ältere Jugendliche und junge
shops, Informations-Projekte – alles drin.
Erwachsene in dem anyway-Bildungs- und
Eine mögliche Übersetzung des engli-
Aufklärungsprojekt „Wissen ist Respekt“
schen Wortes „anyway“ ist „wie auch
(WiR). Es geht um das Themenfeld
immer“. Und wenn man das Wort ganz
geschlechtliche und sexuelle Vielfalt und
auseinander pflückt, heißt es: „any“ =
um das Leben und Lieben von LSBT-Men-
jeder, und „way“ = Weg. Genau das ist Pro-
schen (schwul, lesbisch, bi, trans). In Work-
gramm dieses Jugendzentrums: Jeder wird
shops wollen sie anderen jungen Leuten
so angenommen, wie er ist und wie er
vermitteln, wie wichtig Toleranz, Akzep-
fühlt. Keiner muss sich erklären oder gar
tanz, aber vor allem Respekt füreinander
rechtfertigen. Und wer sich mit dem
und gegenüber anderen ist. Zielgruppen
Coming-out schwer tut, was jeder im
des WiR-Teams sind insbesondere Schul-
anyway nachvollziehen kann, bekommt
klassen und Jugendgruppen. Weitere Infor-
die Unterstützung, die er braucht.
mationen unter www.wissen-ist-respekt.de.
lll
Info
Für den Betrieb des Jugendzentrums ist der anyway e.V. als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 Sozialgesetzbuch (SGB VIII) zuständig. anyway, Kamekestraße 14, 50672 Köln Telefon: 0221-577776-0, Telefax: 0221-577776-99 Mail: info@anyway-koeln.de 11
homosexualität
„Schöner schreiben über Lesben und Schwule“ Ein Sprachleitfaden für JournalistInnen
zu erkennen, werden sie automatisch für hetero gehalten. Vorschlag: „Anne lebt offen lesbisch“. Noch besser: Beiläufig erwähnen wie bei Heterosexuellen: „Annes Lebensgefährtin ist …“, „Anne hat ihre Traumfrau noch nicht gefunden …“ Moritz hatte sein Outing: Dieser Begriff hat ebenfalls diverse Sinnerweiterungen durchlaufen: Outen kann man sich heutzutage
M
auch als Vegetarier. In Bezug auf Lesben und edien spielen eine wichtige Rolle
erschienen ist, findet sich unter der Inter-
Schwule gibt es da allerdings feine Unter-
beim Abbau von Vorurteilen
netadresse www.blsj.de/schoener-schreiben.
schiede, selbst wenn die Begriffe Comingout und Outing häufig als Synonym verwen-
gegenüber Homosexuellen. Da
gibt es noch einiges zu tun. Egal ob Bou-
Ein paar Beispiele:
det werden. Das Coming-out bezeichnet
levard, Qualitätspresse oder Nachrichten-
l Homosexuelle und Lesben: Erstaunlich
einen persönlichen, selbstbestimmten Pro-
agenturen:
erscheinen
häufig wird „homosexuell“ mit „schwul“
zess: Jemand klärt seine Angehörigen, seine
Schlagzeilen über das „Homosexuel-
gleichgesetzt. Dabei ist das geschlechts-
Umgebung oder aber die Öffentlichkeit
len-Milieu“ und ungelenke Formulierun-
neutrale Wort „Homosexuelle“ der Über-
über seine sexuelle Orientierung auf. Von
gen wie „Homosexuelle und Lesben“ oder
begriff für Schwule und Lesben. Richtig:
„Outing“ dagegen spricht man, wenn eine
„bekennende Schwule“.
„Schwule und Lesben“.
fremde Person die sexuelle Orientierung
Regelmäßig
Als Hilfe für den Arbeitsalltag hatte der
l Anne ist eine bekennende Homose-
eines Menschen öffentlich macht. Ein für
Bund Lesbischer und Schwuler Journalis-
xuelle: Man bekennt sich zu einer Straftat,
die betroffene Person wesentlicher Unter-
tInnen (BLSJ) bereits 2011 ein Faltblatt
zu einer Sünde oder einem Glauben.
schied. Richtig: „Hape Kerkeling und Alfred
„Schöner schreiben über Lesben und
Homosexualität ist nichts davon. Auch
Biolek wurden von Rosa von Praunheim
Schwule“ herausgegeben mit Praxisbei-
wenn das Wort Bekenntnis im allgemei-
geoutet.“ – „Klaus Wowereit hatte sein
spielen. In Zusammenarbeit mit der Aka-
nen Sprachgebrauch Weiterungen erfah-
öffentliches Coming-out auf dem SPD-Parteitag.“ – „Moritz hat sich geoutet.“ l „schwul“, „lesbisch“ oder „homosexuell“: Die Adjektive „schwul“ und „lesbisch“ werden von einigen Heterosexuellen als Schimpfwort empfunden. Schwule und Lesben sehen diese Worte hingegen als selbstverständliche Beschreibung ihrer sexuellen Identität. Das darf man ruhig schreiben. l Überzeugte Lesbe: Doppel-Diskriminierung von Lesben. Die Formulierung beinhaltet das Bild der sexuell passiven Frau, die erst durch einen Mann zu ihrer Sexualität finden kann. Die übergriffige Frage, ob es eine Lesbe denn je mit einem Mann probiert habe (der sie „bekehren“ könne), ist immer noch alltäglich. Die Formulie-
12
demie Waldschlösschen entstand später
ren hat (u.a. „bekennender Fußballfan“),
rung impliziert eine Umkehrbarkeit der
eine wesentlich umfangreichere Broschüre.
bleibt es doch ein unpassender Begriff.
sexuellen Orientierung durch äußere Ein-
Der BLSJ ist ein bundesweites Netzwerk
Unabhängig davon ist es nach wie vor rele-
flussnahme. Viele Lesben empfinden die-
lesbischer und schwuler JournalistInnen.
vant, wenn sich jemand selbstbewusst
sen Begriff als Beleidigung. Vorschlag:
Er setzt sich seit 1997 für eine faire Bericht-
geoutet hat. Wichtig: Sind Menschen offen
„Anna lebt schon immer lesbisch.“ oder
erstattung über Lesben und Schwule ein.
schwul oder lesbisch, dann ist die mediale
„Anna, die zehn Jahre mit einem Mann
Eine PDF-Version der Broschüre, die in
Wiedergabe dieser Information nicht
verheiratet war, hatte mit 40 ihr Coming-
der Edition Materialien Waldschlösschen
indiskret. Geben sich Homosexuelle nicht
out als Lesbe.“
homosexualität
l Homosexuellen-Milieu: Kaum jemand
handelt es sich bei der Lebenspartner-
würde über eine „Gewalttat im Lehrermi-
schaft eben nicht um eine Ehe (und wenn
lieu“ oder einen „Doppelmord im
die vollständige Öffnung der Ehe für
Journalistin und Kommunikationswissenschaftlerin Elke Amberg.
Hetero-Milieu“ berichten. Doch Autoren
Homosexuelle Realität werden sollte, wird
Foto: privat
wollen mit reißerischen Schlagzeilen die-
der Begriff überflüssig). Vor diesem Hin-
ser Art wohl kaum eine soziologische Prä-
tergrund halten wir den Begriff dann für
zision zum Ausdruck bringen. Zudem ist
zulässig, wenn darunter nicht die
es gerade ein Ergebnis dieser Studien, dass
Lebenspartnerschaft, sondern die völlige
Homosexuelle in jedem Milieu vorkom-
Gleichstellung von homosexuellen mit
men. Vorschlag: Statt „Mord im Homose-
heterosexuellen Ehen verstanden wird,
xuellen-Milieu“: „Schwuler Mann ermor-
obwohl es eigentlich bessere Formulierun-
det“ (falls das Schwulsein für die Geschich-
gen gibt. Kein Synonym für „Lebenspart-
te überhaupt von Bedeutung ist). Statt „Ein
nerschaft“! Aber zulässig bei der Forde-
Mann aus dem Homosexuellen-Milieu“
rung nach Gleichstellung: „Angela for-
einfach: „Ein Schwuler“.
dert Homo-Ehe“; besser: „Angela fordert
l „Homo“ / „Homo-“: „Homo“ als Syno-
Öffnung der Ehe für Homosexuelle“.
nym für einen schwulen Mann, selten für
l Homo-Verdacht / Homo-Vorwurf: Vo-
eine lesbische Frau, klingt despektierlich.
kabeln mit diskriminierendem Unterton.
Als Präfix kann das Wort Homo unter
Die Begriffe „Verdacht“ und „Vorwurf“
Umständen kurz und prägnant den Sach-
haben eine klar negative Konnotation: Als
verhalt verdeutlichen (siehe weitere Text-
wäre Homosexualität ein Verbrechen, eine
beispiele). Vorschlag: Schwuler, Homose-
Krankheit oder etwas Geheimzuhalten-
xueller. Als Präfix: schwul-lesbisch / les-
des. Vorschlag: Diskussionen/Spekulatio-
bisch-schwul.
nen über sexuelle Orientierung.
l Ehefrau, Ehemann, „sind verheira-
l Schwulen-Parade: Beim Christopher
tet“: Über die Gleichstellung von (gleich-
Street Day (CSD) wird u. a. die Vielfalt der
geschlechtlichen) Lebenspartnerschaften
Community gezeigt, was journalistisch
mit der (heterosexuellen) Ehe wird seit
berücksichtigt werden sollte. Der Begriff
langer Zeit eine emotionale Debatte
„Schwulen-Parade“ ist eine Formulierung,
geführt. Einerseits sprechen viele Lesben
die alle anderen TeilnehmerInnen diskri-
und Schwule ganz bewusst von „Hoch-
miniert. Die Vernachlässigung von Lesben,
zeit“, nennen ihre PartnerInnen „Mann“
Transsexuellen und Transgendern in der
und „Frau“ und formulieren damit ihren
Bild-Berichterstattung bzw. im Beitragstext
Anspruch auf Gleichbehandlung. Ande-
ist ein häufiger Fehler in Berichten über
rerseits suggeriert die Verwendung klassi-
CSDs. Sicherlich stechen einige Demonst-
scher Begriffe der Ehe eine Gleichstellung,
rantInnen aus der Masse hervor; sich bei
die es so nicht gibt. Solange irgendeine Art
der Berichterstattung auf diese zu beschrän-
der Unterscheidung zwischen Ehe und
ken, wird dem Charakter der Veranstaltung
Lebenspartnerschaft gilt, bleibt es journa-
jedoch nicht gerecht. Vorschlag: „CSD-Pa-
listisch korrekt, diese Diskriminierung
rade“, „CSD-Demonstration“, „Regenbo-
durch den Einsatz der im Standesamt ver-
genparade“. Und: Frauen aufs Bild.
wendeten Worte deutlich zu machen.
l Schrille Party / Schrille Parade: Trotz
Vorschlag für die Beschreibung des Sta-
lauter Musik und ausgelassener Stimmung
tus quo: „Lebenspartnerin“, „Lebenspart-
darf nicht vergessen werden, dass bei den
ner“, „sind verpartnert“ oder auch: „dür-
Paraden anlässlich des Christopher Street
fen nicht heiraten“.
Days (CSD) viele Menschen auf die Straße
l Homo-Ehe: Über die Zulässigkeit des
gehen, um für Gleichstellung und gegen
plakativen Begriffs „Homo-Ehe“ gibt es
Homophobie zu demonstrieren. Dass dabei
unterschiedliche Ansichten. Zum einen
ebenso bisher erreichte Ziele gefeiert wer-
kann das Präfix „Homo“ als herabwürdi-
den, tut dem keinen Abbruch. Vorschlag:
gend verstanden werden. Zum anderen
Auf die politischen Forderungen eingehen.
„Lesbische Frauen sind in den Medien weitgehend unsichtbar“ Wenn in der Presse über Homosexuelle geschrieben wird, geht es meist um schwule Männer. Lesbische Frauen kommen kaum vor. Das ist das Ergebnis einer Studie von Elke Amberg zur Darstellung und Präsenz lesbischer Frauen in der Tageszeitung: „Schön! Stark! Frei! Wie Lesben in der Presse (nicht) dargestellt werden“. Die freiberufliche Journalistin und Kommunikationswissenschaftlerin aus München beschäftigt sich seit vielen Jahren wissenschaftlich mit Gender- und Medienthemen und hat ihre Studie 2011 veröffentlicht. Sie hat dafür 81 Artikel analysiert, die 2009 in der Süddeutschen Zeitung, dem Münchner Kurier, der Tageszeitung (taz) und der Abendzeitung (AZ) im Zusammenhang mit dem Christopher Street Day (CSD) und zur Gleichstellungspolitik erschienen sind. Das Ergebnis war eindeutig: Frauen werden kaum erwähnt. Lesben sind in der Öffentlichkeit und in den Medien weitgehend unsichtbar, so Elke Amberg. Die Berichterstattung über LGBTI-Themen und Homosexualität blendet Lesben aus und stellt fast ausschließlich schwule Männer in den Fokus. Sie fragt sich: Sind lesbische Frauen im Mainstream der Presse uninteressant, weil diese Gesellschaft und diese Medien Frauen generell nur unter dem Gesichtspunkt männlicher (Verwertungs-)Interessen wahrnehmen? Ihre Meinung: Sichtbar wird lesbisches Leben in all seinen Facetten erst dann, wenn Frauen ernst genommen und geachtet werden. Erst dann können auch Vorurteile und eingefahrene Rollenvorstellungen aufgelöst werden. Und mehr gesellschaftliches Wissen ist die Vorbedingung für Toleranz und Akzeptanz. Die Studie „Schön! Stark! Frei! Wie Lesben in der Presse (nicht) dargestellt werden“ ist als Buch erschienen im Ulrike Helmer Verlag, ISBN 978-3-89741-324-5, derzeit ist eine Neuauflage geplant. Marie Breer 13
Wahlprüfsteine • Landtagswahl 2017
Clemens-Josef-Haus
Willkommen im Clemens-Josesf-Haus auf dem Vellerhof, einem Fernab der „Straße“ sind die Menschen hier gern gesehene Gäshistorischen Gehöft inmitten eines Naturschutzgebietes, auf dem te, die auf dem Gelände des Clemens-Josef-Hauses auf ihrem ganz heute hilfebedürftige Menschen leben, wohnen und arbeiten. persönlichen Weg begleitet werden. Clemens-Josef-Haus I Altenwohn- & Pflegeheim und stat. Einrichtungen der Gefährdetenhilfe · Vellerhof 1 · 53945 Blankenheim Gefährdetenhilfe: 0 26 97 . 91 00 16 · Altenwohn- & Pflegeheim: 0 26 97 . 91 00 25 · www.vellerhof.de
Wohnungslosenhilfe Station machen I zur Ruhe kommen
Übernachtung I Aufnahme I Wiedereinstiegshilfe I Lebenshilfe I Langzeitwohnen
Arbeiten
Qualifizierung erwerben I Selbstwertgefühl erleben Beschäftigung I Ausbildung I Arbeitstraining I Qualifizierung I Arbeitsvermittlung
Pflegewohnheim
begleiten und fördern I beraten und anleiten
Pflege & Betreuung I Lebenszufriedenheit I Wohlbefinden I Menschlichkeit I Zu Hause
14
porträt
Zum Studium der Heilpädagogik zog Doro Ende der 70er Jahre nach Dortmund. Dort entschied sie sich bewusst für ein trubeliges internationales Studentenwohnheim. Die schüchterne junge Frau wusste: Hier muss ich aus mir rausgehen!
Sie lernte u. a. Perser, Vietnamesen und Indonesier kennen: „Wenn die von ihren Familien und ihrer Heimat erzählten, war das wie reisen.“ Doch irgendwann genügte Doro dieses passive Reisen nicht mehr. Sie trampte nach Schottland und Irland,
Heute ganz bei sich: Doro K. vor dem Wohnhaus der EmmausGemeinschaft in Köln-Longerich
Ende der 70er Jahre eine sehr übliche Reiseart, insbesondere für Studenten.
„Ich bekenne: Ich habe gelebt!“ Doro K. über ihre lebenslange Suche und das Glück, mithilfe der Emmaus-Gemeinschaft ein Alltagsleben führen zu können
Die Absage einer Reise nach Peru verändert Doros Leben komplett. Doch Seminare und Vorlesungen konnten Doro nicht auf Dauer begeistern. Sie wollte etwas tun, praxisorientiert arbeiten. Also brach sie ihr Studium ab und absolvierte in Bochum eine Ausbildung zur Krankenschwester. Dieser Beruf machte Doro großen Spaß und endlich war auch etwas Geld für eine richtig weite Reise übrig: Zum 30. Geburtstag gönnte sie sich einen Urlaub in China. Fast hätte Doro zwischendurch ihre Reisegruppe verloren, weil sie so vertieft ins Gespräch mit den
Fotos und Text: Mireille Herz
E
Einheimischen war. 1986, also ein Jahr später, musste eine geplante Reise nach
in riesiger Garten, ein Hahn kräht,
Menschen kennenzulernen. Die niemals
Peru abgesagt werden. Durch ihre chile-
dazu eine gemütliche Tasse Kaffee in
den Alltag in ihr Leben einkehren lassen
nische Spanischlehrerin entschied Doro
der Sonne. Hinter Doro K. erhebt sich
wollte. Wie kam es dennoch dazu?
sich stattdessen für einen Chile-Trip – also ist sie fast durch einen Zufall auf ihr Lieb-
der komplett sanierte Altbau des Wohnhauses der Emmaus-Gemeinschaft im Köl-
Fernweh fast von Geburt an
lingsland gestoßen. Ein Zufall, der Doros Leben die entscheidende Wendung gab.
ner Stadtteil Longerich. „Das hier ist das Paradies. Ich lebe im Paradies,“ sagt die
Schon in ihrer Kindheit und Jugend im
Von Anfang an war sie begeistert von
61-Jährige – ein Lächeln auf ihren Lippen
Emsland kristallisierten sich zwei für
Chile. Wieder kommunizierte die 31-jäh-
und ein Glitzern in den Augen. Dieses ganz
Doros Leben beherrschende Themen her-
rige ausgiebig mit den Menschen vor Ort:
besondere Glitzern ist nur zu sehen, wenn
aus. Die Familie war in den 60er Jahren
„Durch den Kontakt mit den Chilenen
es um drei Themen geht: Ihre langjährige
regelmäßig auf Urlaubsreisen in Deutsch-
habe ich mich vom ersten Tag an behütet
Wahlheimat Chile, ihre Tochter Valentina
land und dem benachbarten Ausland
und geliebt gefühlt. Das ist wie beim Auto-
und ihr heutiges Leben in der Emmaus-Ge-
unterwegs. Diese Zeiten genoss Doro ex-
fahren, wenn man dem Fahrer vertraut.“
meinschaft: „Ich habe hier meinen gelieb-
trem. Ihr lebenslanges Interesse an frem-
Besonders geliebt fühlte sie sich von Hugo,
ten Alltag gefunden.“ Alltag? Liebe zum
den Kulturen und ihr Fernweh nahmen
einem chilenischen Filmproduzenten, den
Alltag? Ein ungewöhnliches Statement,
ihren Anfang. Indem er seiner Tochter im
sie kurz nach ihrer Ankunft kennenlernte.
wenn es von einer Weltenbummlerin
Vorschulalter eine Geige schenkte, legte
Es war Liebe auf den ersten Blick und am
kommt, die immer getrieben war von dem
ihr Vater den Grundstein für Doros zwei-
liebsten wäre die junge Frau nie mehr nach
Gedanken, möglichst viele Länder und
te lebenslange Liebe: die Musik.
Deutschland zurückgekehrt. Plötzlich
15
bericht
Doro hat ihre geliebte Geige überall dabei. Sie übt regelmäßig zu Hause, aber auch unterwegs auf Reisen.
passte aus ihrer Sicht alles in ihrem Leben.
Hugo mit seiner Arbeit als Filmproduzent
der Tochter nachzuholen. Die stolze Mutter
In Deutschland hatte sie zwar materiellen
zwar viel Ruhm, aber wenig Bares nach
war dabei, als Valentina im Dezember 2015
Wohlstand genossen, aber es fehlte die
Hause brachte – Doro beschreibt diese Zeit
ihren Bachelor erhielt. Doro, Hugo und das
Liebe. In Chile hingegen genoss Doro
heute als ihre glücklichste. Sie lebte wie
gemeinsame Kind verbrachten vier glück-
genau diese – und zwar nicht nur die ihres
ihre chilenischen Nachbarn in Santiago:
liche Wochen in Chile bei Hugos Familie,
Freundes: „Die Chilenen treten jedem
„Sie haben wenig, aber daraus machen sie
denn Doro versteht sich nach wie vor her-
Menschen freundlich gegenüber, lachen
das Beste. Sie jammern nicht, sondern sind
vorragend mit ihrem Ex-Mann. Im Sommer
und sind kreativ. Alles ist bunt. Lebensfreu-
fröhlich und zufrieden. Sie sind gast-
2017 wird die heute 26-jährige Valentina
de pur! Die Chilenen nehmen jeden so,
freundlich und machen Geschenke,
ihre Verwandten in Deutschland besuchen.
wie er ist. Das ist vielleicht sogar ein biss-
obwohl sie kaum Geld haben.“
Doro fiebert auch diesen gemeinsamen Tagen voller Freude entgegen.
chen wie hier in Köln: Jede Jeck is anders.“
„Die Chilenen nehmen jeden so, wie er ist.“
16
Fotos von sich und ihrer Tochter behandelt Doro wie Heiligtümer.
Fotos von Mutter und Tochter behandelt Doro wie Heiligtümer. Sie ist begeistert, dass man heutzutage per WhatsApp
Gekrönt wurde Doros Glück in ihrer Wahl-
ständig kommunizieren kann – nicht wie
Leider musste Doro wieder nach Deutsch-
heimat Chile dann schließlich im Jahre
früher, als sie auf Spanisch besprochene
land zurück und ein Jahr später kam Hugo
1990, als sie schwanger wurde. Valentina,
Kassetten nach Chile schickte, um den
sie dort besuchen. Ein weiteres Jahr später
die neun Monate später nach einer Schwan-
Kontakt zu der beim Vater lebenden Toch-
folgte dann der zunächst endgültige
gerschaft, die Doro als ausnahmslos wun-
ter aufrechtzuerhalten. Valentina hat
Umzug nach Chile. Für das One-Way-Ticket
derschöne Zeit empfand, geboren wurde,
inzwischen sogar Deutsch gelernt, um sich
in ihr persönliches Paradies gab Doro in
ist – so die stolze Mutter – die perfekte
mit dem deutschen Teil ihrer Familie
Deutschland ihre Anstellung als Kranken-
Tochter. Besser hätte Doro sie sich nicht
unterhalten zu können.
schwester, Freunde und Familie auf. Sogar
vorstellen können. Da ist es wieder, das Glit-
die Geige wurde zunächst einmal beisei-
zern in Doros Augen. Denn heute sind sie
tegelegt. Jetzt war es Zeit, dem Herzen zu
und Valentina unzertrennlich, obwohl sie
folgen. Die Jahre Anfang der 90er in der
im Alltag über 12.000 Kilometer trennen.
„Emmaus hat mich gerettet.“ Aus den dunklen Zeiten, die beherrscht
Millionenstadt Santiago de Chile waren
Doro und Hugo hatten Anfang 1991 bei
waren von Krankheit und der Sehnsucht
hart, aber Doro war glücklich: „Dort muss
einem Urlaub in Deutschland geheiratet,
nach Valentina, wurde Doro – wie sie heute
man einfach nur freundlich zu den Leuten
aber leider schon drei Jahre später zerbrach
sagt – von Emmaus gerettet. In Brighton
sein. Dann wird man sofort geliebt. Es gibt
das private Glück der damals 39-jährigen
gab man ihr 1998 Arbeit und Unterkunft.
einen richtigen Wettbewerb im Liebe-
Doro in Chile. Aus gesundheitlichen Grün-
Zum ersten Mal in ihrem Leben hatte Doro
voll-sein.“ Doros Herz ging durch die Liebe
den und weil die große Liebe ein Ende
das Gefühl, eine sinnvolle Arbeit zu tun –
ihres Verlobten und die der Chilenen förm-
gefunden hatte, musste sie nach Deutsch-
eine Tätigkeit für und mit der Gemein-
lich auf. Auch wenn sie wenig Geld hatte
land zurückkehren. Über diese schwere
schaft. Von England ging es im Mai 2008
und als Sprechstundenhilfe bei einem
Zeit spricht sie nicht gerne. Umso mehr
zurück nach Deutschland, aber nicht ins
Dermatologen viel arbeiten musste, weil
versucht sie heute, die verlorene Zeit mit
heimische Emsland – sondern nach Köln.
bericht
Doros Musikempfehlungen für ein glückliches Leben: Rodrigo Tobar & Banda – „¿Cuándo?“ (Album) Joakin Bello – „Andes“ Violeta Parra – „Gracias a la vida“ Karat – „Über sieben Brücken“ Hannes Wader – „Heute hier, morgen dort“ Lee Marvin – „I was born under a wandering star“ Bob Dylan – „Spanish is the loving tongue“ Frank Sinatra – „Sentimental Journey“ Edith Piaf – „Je ne regrette de rien“ Georges Moustaki – „Le Métèque“ Simon & Garfunkel – „El condor pasa“ Valentina mit ihren Eltern Doro und Hugo, die nach wie vor engen Kontakt halten.
Eine Stadt, die Doro bis dahin kaum kannte.
Beispiel im Kunstsalon-Orchester unter
hat immer gelernt oder gesucht. Ihr Ziel war
Damals liebte sie die ständigen Umzüge
der Leitung von Klaus, dem Geiger. Musik
von Anfang an, ein besserer Mensch zu wer-
noch: Jedes Jahr eine andere Umgebung,
ist ein wichtiges Element in Doros Leben.
den und ein Vorbild. Aber alle Unterrichts-
eine andere Wohnung, andere Menschen.
Sie hält es auch hier mit dem chilenischen
einheiten und Lehrbücher konnten sie nicht
Bei Emmaus in Köln jedoch akzeptierte
Geschmack: Fröhlich und gleichzeitig
zu der Weisheit bringen, die ihr die
melancholisch muss die Musik sein.
Emmaus-Gemeinschaft über die Jahre ver-
Doro zum ersten Mal, dass sie einen geregelten Alltag führen und lieben kann. Fast
Doro hätte es nie für möglich gehalten,
mittelte. Erst in Köln begann Doro zu ver-
den ganzen Tag lang wird Gemeinschaft
dass sie einmal an einem Ort über acht Jah-
stehen, dass ihr rastloses Leben eine Flucht
gelebt. Die Mahlzeiten werden in der
ren leben und arbeiten würde. Sie gehört
vor dem Alltag gewesen war. Und eine Flucht
Gruppe zubereitet und eingenommen. Das
inzwischen schon zum Urgestein der
vor Gemeinschaft. Immer war sie allein
Zusammenleben ist täglich ein hartes
Emmaus-Gemeinschaft in Longerich, aber
gereist. Heute weiß Doro: „Man muss sich
Stück Arbeit – von der ersten Besprechung
sie hat keine Ambitionen, hier wegzuziehen
binden, um frei zu sein. Freiheit hat nichts
am Morgen bis zum Spülen des Geschirrs
oder gar ihren Job im Emmaus-Second-
mit Alleingang zu tun, sondern immer mit
vom Abendessen. Aber es bleibt auch Zeit
Hand-Markt in Niehl gegen einen anderen
Menschen. Meditieren und rumsitzen nutzt
für Zwischenmenschliches: Man trifft sich
einzutauschen. Auch hier sind ihr die
nichts. Soziale Intelligenz muss man lernen.“
in dem großen Haus häufig, hält ein
Begegnungen mit den Menschen wichtig.
Natürlich träumt die ehemalige Welten-
Schwätzchen und trinkt Kaffee. Auch hier
Tagtäglich kommen Lieferungen herein, die
bummlerin weiterhin von der nächsten
genießt Doro die Bekanntschaft mit den
sortiert und weiterverkauft werden. Immer
Reise nach Chile und einer neuen großen
ständig wechselnden Emmaus-Mitgliedern
wieder entdeckt die fleißige Emmaus-Kraft
Liebe, aber generell sind es heute eher die
aus aller Herren Länder, wie damals in dem
wahre Schätze. Sie sagt: „Früher habe ich
kleinen Dinge, die sie glücklich machen.
internationalen Studentenwohnheim.
nach Dingen gesucht. Jetzt finde ich das,
Materieller Wohlstand war ihr dabei nie
was ich brauche.“ Diese Sätze stehen sinn-
wichtig: „Hauptsache, man hat ein Dach
bildlich für Doros Wandlung.
über dem Kopf und genug zu essen.“ Reich
„Früher habe ich gesucht – jetzt finde ich.“ Doros Zimmertür ist nicht zu verfehlen: ein buntes Allerlei aus Sprüchen und
fühlt sich die 61-jährige, wenn sie darüber
„Freiheit hat nichts mit Alleingang zu tun, sondern immer mit Menschen.“
nachdenkt, was sie alles erlebt hat. Darüber könnte man leicht einen Roman schreiben. Es gab Hochs und Tiefs, aber sie bereut nichts, denn: „Ich bekenne: Ich
Fotos – und natürlich die chilenische Flagge. Auch der Raum selbst ist liebevoll
Die 61-jährige hat Psychologie studiert, eine
habe gelebt.“ Dieses Zitat des chilenischen
gestaltet und vor allem farbenfroh. An
Ausbildung zur Krankenschwester gemacht,
Literatur-Nobelpreisträgers Pablo Neruda
zwei Seiten fällt Licht herein. Der Blick
als Bauchtanzlehrerin und Sprechstunden-
fasst Doros Werdegang perfekt zusam-
geht ins Grüne. 15 qm Chile in Longerich.
hilfe gearbeitet, Kurse für Shiatsu, Reiki und
men. Es war nicht immer einfach, aber
Hier übt Doro Geige. Das Instrument
Astrologie besucht, beschäftigt sich heute
Doro wollte immer spüren, dass sie am
begleitet sie seit inzwischen 58 Jahren.
intensiv mit dem christlichen Glauben,
Leben ist. „Und vielleicht“, fügt sie ver-
Früher spielte sie immer alleine, aber auch
spricht fließend Englisch, Deutsch und Spa-
schmitzt hinzu, „waren es sogar sieben
das tut sie heute in Gemeinschaft, zum
nisch – also eine hochgebildete Frau. Doro
Leben – wie bei einer Katze.“
17
aus aller welt
„,Muriels Hochzeit’ war eine großartige Chance“ Rachel Griffiths schreibt an ihr jüngeres Ich Von Anastasia Safioleas
Im Juni 1997 war die australische Schauspielerin Rachel Griffiths auf dem Cover des „Big Issue Australia“ – halbnackt. Sie zeigte so ihren Protest gegen die Eröffnung des Crown Casinos in Melbourne, und schrieb, dass ihre Aktion ein „öffentliches Erbrechen“ war und ihre „Verachtung“ gegenüber der Zustimmung der Regierung zu diesem Projekt zum Ausdruck bringen sollte. Zwanzig Jahre später geht ihr Aktivismus in eine andere Richtung: Jetzt spielt Griffiths in „When We Rise“, einer US-amerikanischen Miniserie über die persönlichen und politischen Konflikte und Kämpfe innerhalb der Lesben- und Schwulenbewegung der späten 1960er Jahre. Der australische Star erklärt, wie ihr Weg bisher verlaufen ist.
A
nen. Ohne diese Fähigkeit hätte ich auch nicht eine lesbische Krankenschwester spielen können, die eine entscheidende Rolle während der schlimmsten Zeit der AIDS-Epidemie in Amerika hatte (Diane Guy im Film „When We Rise“). Sie hatte einen besonderen Einfluss dadurch, dass
ls ich 16 Jahre alt war, habe ich zu
Von da an wusste ich, dass ich ein Stu-
viel getrunken und viel zu viele mei-
dium wollte, wo ich mich mehr engagier-
sie ihr eigenes Leben als mutiges Beispiel gelebt hat.
ner Gehirnzellen dadurch getötet.
ten konnte und das für mich mehr einen
Ich wuchs auf in einem katholischen
Das macht mir jetzt, wo meine Kinder die-
Sinn hatte. Deshalb wechselte ich zu einer
Umfeld, das von dem Kampf für soziale
ses Alter erreichen, total Angst – zu wissen,
pädagogischen Hochschule für ein Studi-
Gerechtigkeit geprägt war. Das ist für
was 16-jährige alles durchmachen können:
um zum Lehrer in Schauspiel und Drama-
mich die christliche Kernbotschaft: die
selbstzerstörerisches Verhalten, Selbsthass
turgie. Ich wollte später in den Medien
Schwachen gegen die Mächtigen zu ver-
und der Zwang, das Risiko suchen zu müs-
arbeiten und interessierte mich besonders
teidigen. Als ich die Serie „Roots“, eine
sen. Ich verstehe heute, dass jeder in die-
für Kommunikation jenseits der traditio-
Serie über die Zeit der Sklaverei, sah – für
sem Alter vielleicht noch mehr Probleme
nellen Formen des Essays, des Artikels. Der
mich ist „When We Rise“ das „schwule“
haben kann und deshalb Risiken eingeht,
Kurs war in kleineren Gruppen und
„Roots“ – wurde mir klar, was für eine
die nicht toll sind. Aber ich denke, dass die
dadurch intensiver und ich „verliebte“
Wirkung das Erzählen solcher Geschich-
16-jährige Rachel mich heute großartig
mich einfach in die Schauspielkunst wäh-
ten haben kann, einfach weil Emotionen
finden würde. Sie wäre echt erleichtert
rend meiner Zeit dort.
soviel überzeugender sind als nur Fakten.
Der Film „Muriels Hochzeit” war für
Emotionen sind der Auslöser, dass Men-
Ich studierte an der Universität von
mich eine tolle Chance, auch weil er inter-
schen ihr Leben ändern. Du kannst jeman-
Melbourne und war im ersten Jahr todun-
national gezeigt wurde und Erfolg hatte.
dem eine beliebige Menge Fakten erklä-
glücklich. Ich hatte keine Ahnung, dass ein
Ich liebe es, australische Geschichten zu
ren, aber wenn dieser Mensch für eine
Studium bedeutet, drei Jahre lang mit
erzählen. Und ich bin stolz darauf, dass es
Stunde oder einen Tag das Leben einer
niemandem zusammen zu arbeiten. Dage-
mir gelang, mich in eine arbeitende Frau
anderen Person leben muss, ändert er sei-
gen war die Schule für mich viel mehr
aus Yorkshire im England des Jahres 1860
ne Weltsicht. Derzeit erleben wir eine
Miteinander, Zusammenarbeit. Ich hatte
hineinzuversetzen, oder eine verwöhnte
Periode der Angst und es sollen die Teile
auch keine interessanten oder fordernden
Tochter zweier bürgerlicher Psychiater in
der Gesellschaft an den Rand gedrängt
Dozenten, in den Vorlesungen saßen 2.000
Los Angeles. Es ist einfach toll, solch ver-
werden, die ohnehin wenig Einfluss haben,
Zuhörer, viel zu viele.
schiedene Charaktere verkörpern zu kön-
und sowas lässt mir keine Ruhe.
darüber, wie ich mich entwickelt habe.
18
Griffiths am Drehort von „Underground: The Julian Assange Story“. Foto: Flickr / Robert Connolly
aus aller welt
In dem Umfeld, in dem ich aufwuchs,
handelte davon, dass ich eine schlechte
den 70er und 80er Jahren waren sehr von
hatten die Nonnen eine sehr starke, aner-
Feministin bin. Ich habe von den Opfern
Männern dominiert, frauenfeindlich und
kannte Authorität. Meine frühesten Vor-
und der Arbeit meiner (metaphorisch
hatten deshalb große Angst vor diesem
bilder waren meine Lehrer. Ich hatte eini-
gesprochen) älteren Schwestern und Tan-
Label, diesem Wort. Die Berichterstattung
ge außergewöhnliche Lehrer, die mit Hin-
ten profitiert und die Art von Balance
über Feminismus war deshalb sehr negativ
gabe, Kompetenz und Überzeugung Wis-
zwischen Leben und Arbeit erreicht, die
und hat viele Leute davon abgehalten,
sen vermittelt haben. Ich habe Joy Hester
viele meiner Zeitgenossen nötig haben.
stolz auf die Bezeichnung zu sein. Heute
sehr früh für mich entdeckt und noch an
Wir nehmen viele Vorteile heute als gege-
bedeutet Feminismus, beharrlich für die
der Schule ein Projekt über Nancy Wake
ben hin und meinen, solcher Fortschritt
Gleichbehandlung und Repräsentation
gemacht, die mich nachhaltig beeinflusst
wäre unaufhaltsam. Für mich ist es scho-
von Frauen einzutreten, aber auch es
hat. Genauso wie Marie Curie, Helen Kel-
ckierend, zu sehen, dass der Frauenanteil
lächerlich zu machen, wenn Leute immer
ler, Vida Goldstein, Enid Blyton und später
in Kabinett und im Parlament in den letz-
noch behaupten, sie könnten nicht mehr
Schauspielerinnen wie Judi Dench und
ten paar Jahren zurückgegangen ist.
Frauen für einen Job, eine Rolle finden.
Sissy Spacek. Du suchst dir solche Vorbil-
Gleichzeitig bin ich sehr froh darüber, in
Du kennst diese Fotos von sechs Männern
der unter Künstlern, unter Leuten, die eine
einer Zeit zu leben, in der Channing
und sie sagen „wir konnten keine Frau
politische Stimme sind und unter den
Tatum sich öffentlich als Feminist bezeich-
finden“? Darüber können wir nur lachen.
Frauen, die die Gesellschaft prägen.
net, Beyoncé sich als Feministin bekennt,
Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von The Big Issue Australia / INSP.ngo Übersetzt aus dem Englischen ins Deutsche von Jan Seyfried
Meine Rede bei Breakthrough, einer
Taylor Swift von sich sagt, Feministin zu
Veranstaltung der Victorian Women Stif-
sein, und wie stolz Frauen allgemein auf
tung zur Gleichstellung der Geschlechter,
diese Bezeichnung sind. Die Medien in
Untermieter mit Herz und Schnauze Was tut ein Lateinlehrer namens Karl, wenn er einen Maulwurf namens Otto in seinem Garten entdeckt? Besser gefragt: Wie kommt Otto mit Herrn Karl zurecht? Wer erzieht da eigentlich wen? Diese sommerliche Gartengeschichte ist ein Muss für alle Freunde von Gärten, von Maulwürfen und von Lateinlehrern.
Im Buchhandel ISBN 978-3-9818152-0-7 oder beim Verlag: www.fohrmann-verlag.de E-mail: pf@fohrmann-verlag.de
NEU!
13 90
Euro
19
spuren der armut
Spuren der Armut
Anna Maria Rehfeld Die „Böckderöck-Wauwau“
Hier die Kirche St. Johann, vor der Anna Maria Rehfeld stand und den Besuchern ihr Leid klagte.
Johann bettelt sie mit dem Hinweis an, dem Kind sei das Gebetbuch gestohlen worden: „Gitt meer doch jet för e neu Boch för dä ärme Worm!“ Gelegentlich ist sie betrunken. War sie früh verwitwet oder hat sie vergeblich Arbeit gesucht? 73-jährig stirbt sie an Altersschwäche. Der Mundartdichter Joseph Wach erinnert später an ein Lied, das ihr zeitlebens nachgesungen wurde:
20
Anna Maria Rehfeld nervt der Gesang.
die Bäckerstochter Anna Maria Zau-
„Däm verdammte Vugel“, so ihr Kom-
Do läuf sing Stroß dat pucklich Irm,
Häss en Nas wie en Hohnderklau!
dig geboren. Über ihre Kindheit und
mentar, „soll mer der Hals erömdrihe,
Gekannt vun Ahle, Junge,
Jugend ist nichts bekannt. Ihren beiden
met däm iwige Böckderöck!“ Kinder fin-
Et fuchtelt durch de Looch mem Schirm
Ehen entstammen jeweils zwei Kinder. Ihr
den das lustig, rufen ihr „Böckderöck!“
Un schlenkert mit der Zunge:
zweiter Mann Heinrich Rehfeld ist Tage-
nach oder – von der anderen Straßensei-
„Ehr Hellekinder, schambt Üch jet,
löhner und Wollarbeiter.
te – „Wau, wau!“ Die Geneckte humpelt
Loot doch ahl Lück gewähde!“
Gegenüber in der Spielmannsgasse lässt
mit ihrem Krückstock schimpfend hinter
Se schannt, gov Jedermein sin Fett;
in einem Käfig vor dem Fenster gern eine
den Kindern her, schlägt erfolglos nach
Lang litt se en der Äde.
Wachtel ihre Stimme ertönen. „Es mochte
ihnen, verlangt von den Eltern, ihre Bla-
eine Seltenheit sein“, erinnert sich der
gen zu bestrafen. Bald entsteht ein Lied-
Chronist und Zeitzeuge Ernst Weyden,
vers: „Zo Köllen en der Spillmannsgass /
„eine Wohnstube, ob reicher oder armer
Do wont en ahle Frau, / Die heisch met
Leute, ohne den herkömmlichen Singvo-
ehrem Name / De Böckderöck-Wau-Wau.“
gel zu finden. Bei den meisten Bürgern war
Die Verspottete ist arm, geht betteln,
der Zimmer-Musiker ein Kanarienvogel.
anfänglich mit ihrem Töchterchen Katha-
Bei Bäckern und Brauern hing am Giebel
rina im Arm. Sie kneift das Kind, damit es
häufig eine Amsel, mit Tagesanbruch bis
jammert, klingelt an einer Haustür und
zum Sinken der Sonne in einem fort das-
erklärt den Leuten: „Dat ärm Kind kriesch
selbe Lied pfeifend, oder eine Wachtel,
vör luuter Hunger. Gitt im doch jet.“ Als
kölnisch ‚Böckderöck‘, welche mit ihrem
Katharina älter wird, leiht sie sich ein
Schlage die ganze Nachbarschaft weckte.“
Kleinkind aus. Besucher vor der Kirche St.
Klaus Schmidt (*1935), Historiker und Theologe. Der Menschenrechtsaktivist arbeitet in der Friedensbewegung und verfasste Bücher über Köln wie auch die rheinische Demokratiebewegung des 19. Jahrhunderts. Der Beitrag über Anna Maria Rehfeld, der in längerer Fassung in seinem Buch „Kölns kleine Leute. Geschichten und Porträts“ (2011) erschienen ist, ist der sechste Teil der Reihe „Spuren der Armut“, die Christina Bacher und Martin Stankowski für den DRAUSSENSEITER konzipiert haben.
Foto: Stefan Grebe
I
Böckderöck-Wauwau! n der Kölner Severinstraße wird 1803
Fotos: Christina Bacher
Aus den einrichtungen
Meldung
Spende für die OASE Die Evangelische Kirchengemeinde Köln Deutz/Poll hat für die OASE 863 Euro gespendet, die sie bei einer Aktion gesammelt hat. Wir freuen uns darüber und bedanken uns ganz herzlich!
Stadtführung für die gute Sache …
A
uch diesmal können wir durch die
verzichtet hat. Die Rückmeldungen der
Einnahmen der Bürger & Ber-
rund 25 Teilnehmer, die fast alle den
ber-Führung, die Ende Mai stattge-
erhöhten „Soli-Preis“ bezahlt haben, zei-
funden hat, wieder einen Großteil der
gen, dass der Perspektivwechsel vom bür-
Druckkosten dieser Ausgabe finanzieren.
gerlichen zum Berber-Blick ungemein
Insgesamt sind bei der außergewöhnli-
bereichernd ist. Danke auch an DRAUS-
chen Tour um den Dom 600 Euro „einge-
SENSEITER-Verkäuferin Linda, die mit
spielt“ worden – auch, weil Stadthistori-
ihrem Hund Clayd als Stadtführerin an
ker Martin Stankowski auf sein Honorar
dem Tag zur Verfügung stand. (cb)
„Wirksam kann man die Arbeitslosigkeit nur dann bekämpfen, wenn diejenigen, die Arbeit haben, bereit sind, etwas von ihrer Arbeit abzugeben – auch die dazugehörigen Einkünfte.“ Oswald von Nell-Breuning (18901991), dt. kath. Theologe u. Soziologe
… das freut uns Hallo, liebe Frau Bacher, ich möchte es nicht versäumen, Sie wissen zu lassen, dass uns die Stadtführung mit der Kölschen Linda am Samstag sehr gut gefallen hat. Es war äußerst interessant. Sie hat uns viele unbekannte Informationen mitgegeben und Einblick in eine uns unbekannte Welt gegeben und sie uns sehr gut erklärt. Wir waren alle recht nachdenklich und werden noch lange an diese Begegnung denken. Und vor allem werden wir die Obdachlosen am Straßenrand nun mit anderen Augen betrachten. (...) Liebe Grüße, Regina Hochmuth 21
cartoon/kolumne
Abschied von Amerika Bundeskanzlerin Merkel bezeichnet bei einem Wahlkampfauftritt die USA unter Präsident Trump als nicht mehr verlässlich und fordert, Europa müsse sein Schicksal selbst in die Hand nehmen.
liebe Freunde! Tolle Neuigkeiten: Ich trainiere wieder! Und diesmal habe ich einen ganz außergewöhnlichen Trainer. Er heißt Frank und ist Ausbilder bei der Polizeihundestaffel. Super, oder? Der hat echt Ahnung – hatte bis jetzt immer Dobermänner und so in der Ausbildung. Wir trainieren immer im Entenpark. In der ersten Stunde haben wir Futterjagen geübt, damit ich gut Kommandos lerne, so was wie „Fuß“ und „bleib“. Ganz professionell. Das klappt aber noch nicht so gut. Ich hüpfe nämlich immer an der Hand hoch, wenn ich weiß, dass 22
dort Leckerlis sind und gebe dann nix mehr auf Kommandos. Aber ich versuche, mich nicht ablenken zu lassen. Und ich lerne viel. Ich weiß jetzt auch, wie ich mich neben Frauchen setze und mich keinen Meter mehr bewege, bis sie es mir erlaubt. Immer, wenn ich etwas richtig mache, krieg ich Leckerlis. Das ist super. Aber wenn ich mal keine Lust habe und in die Luft schaue, bekomme ich nix. Ich kann euch sagen, das ist ganz schön gewöhnungsbedürftig. Frauchen gibt mir sonst immer was, wenn ich meinen ausgehungerten Blick aufsetze. Aber ich will meinen Job als Begleithund auf der Straße ja gut machen und auf sie aufpassen.
Illustration: Heiko Sakurai
Dafür bringt Frank mir bei, wann ich bellen oder knurren soll usw. Ich muss schon sagen, seine Polizeihunde haben es echt drauf. Ob ich auch mal so gut werde? Na, mal sehen. Ich gebe mir jedenfalls Mühe. Das mit dem Sport soll ja auch fit halten, sagt Frauchen. Doch als ihr Prinz hab ich nun mal meinen eigenen Kopf. Bis bald, euer Clayd
l l l Hallo, ich bin Clayd aus Rumänien. Von dort bin ich mit einem halben Jahr zu meinem Frauchen, der Draussenseiter-Verkäuferin Kölsche Linda, gezogen. In meiner Kolumne erzähle ich euch, wie mein Alltag so aussieht, und was ich alles erlebe. Foto: Kölsche Linda
Buch & CD-tipps
Ingrid Müller-Münch, Autorin und ehemalige Korrespondentin der Nachrichtenagentur Reuters und der „Frankfurter Rundschau“, Redakteurin beim „Stern“ und Mitarbeiterin beim WDR, unterstützt den DRAUSSENSEITER seit vielen Jahren als freie Mitarbeiterin.
Jussi Adler-Olsen
Michael Kardos
Henrik Siebold
Selfies
Bevor du mich findest
Inspektor Takeda und der leise Tod
Wenn man bedenkt, dass dieses Buch seit Wochen schon die Bestseller-Listen anführt, dann stehen die Leser entweder nicht auf Krimis oder sie haben einfach eine Engelsgeduld. Denn ein Krimi, das wird der siebte Schinken um die skurrile Truppe des Kopenhagener Sonderdezernats Q erst, wenn man längst die Hoffnung auf Spannung aufgegeben hat. Bei Seite 147 wollte ich jedenfalls völlig entnervt das Buch zur Seite legen – und wäre da nicht meine WDR-Redakteurin gewesen, die mich zum Weiterlesen drängte – ich hätte mich um einen, zugegeben, dann doch geschickt von langer Hand vorbereiteten Schluss gebracht. Einen Schluss, der sich so ab Seite 300 etwa ankündigt. Da erst nimmt die Sache um den Tod junger Frauen Fahrt auf, die so nach und nach von einer durchgeknallten Rachsüchtigen mit dem Auto überrollt werden. Da erst verknüpfen sich die bis dahin lose herumhängenden Fäden unterschiedlichster Erzählstränge zu einem großen Ganzen. Und da erst verstand ich so langsam die Faszination, die diesen siebten Band um das Ermittlerteam so hoch hinaus auf die Charts pushte. Bis dahin blieb mir sein Bestsellerstatus rätselhaft. Wer hat schon so viel Geduld, hunderte von Seiten das zerfaserte Seelenleben von Ermittlerin Rose zu ertragen? Oder sind Leser einfach nur treu? Wählen einen Krimi nach dem Motto: Einmal gut immer gut. Ihre Treue jedenfalls schlägt sich allein in Deutschland in millionenfacher Auflage nieder. Vor zwei Jahren wurde Adler-Olsen hierfür mit dem Ripper Award ausgezeichnet, „weil er“wie es hieß – hierdurch „zur Weiterentwicklung der Kriminalliteratur beiträgt“. Tja, bei mir jedenfalls hat er zur Weiterentwicklung von Geduld und Beharrlichkeit beigetragen.
Melanie hat sich, soweit sie zurückdenken kann, versteckt. Mit ihrem Onkel und ihrer Tante. Sie lebt, so haben die ihr immer geschildert, im Zeugenschutzprogramm. Denn vor 15 Jahren hat ihr Vater ihre Mutter getötet, auf grausame Weise. Und da zu befürchten war, dass er auch ihr auflauern und sie umbringen würde, haben die Marshalls sie in die Obhut von Onkel Ramsey gegeben. Und der hat sie mit Liebe und mithilfe seiner Frau großgezogen. Nur, das sie nie auf eine Party durfte, nie mit anderen Kindern spielte, nie das machen konnte, was bei anderen Kindern zu ihrem Alltag gehörte. Aus Angst, ihr Vater könne sie finden und sie umbringen. Irgendwann reicht ihr das. Sie will keine Angst mehr haben, will sich nicht länger verstecken. Außerdem hat sie einen Freund, von dem Onkel und Tante nichts wissen. Und ist auch noch schwanger. Zeit also, etwas an ihrem Leben zu ändern. Also geht sie in die Offensive. Nimmt sich vor, diesen Vater zu finden, der ihre Mutter tötete. Sich ihm zu stellen und zu sehen, was daraus wird. Doch ihre Reise auf der Suche nach ihm wird eine Rückkehr in eine Vergangenheit, die so ganz anders war, als sie immer glaubte. Und die, als sich herausstellt, was wirklich geschah, sie zwingt, ihr Leben, ihre Lieben, ja alles neu zu ordnen und neu zu justieren. Dazu gehört allerdings vor allem sie selbst, die erst einmal verkraften muss, was sie da herausfand. Ein Psychokrimi, wie ich ihn liebe. Raffiniert, unerwartet, behende. Von einem Lehrbeauftragen der Mississippi State Universität, der schon einige Preise für seine Geschichten einheimste. Dies ist ein gelungenes Krimidebut.
Ein japanischer Polizist ermittelt in Hamburg. Im Zuge eines Austauschprogramms wurde Kenjiro Takeda aus Tokio in die Hafenstadt geschickt und kommt aus dem Staunen nicht raus. Der begeisterte Jazzer und Kampfsportler, der in Tokio kaum Freizeit hatte, weil man dort auch den Rest des Tages mit den Kollegen verbringt, wundert sich darüber, dass außer, wenn wirklich was passiert, die deutschen Kollegen pünktlich nach Hause gehen. Während der Arbeitszeit herumalbern, schäkern und viel Zeit mit Privatem vertun. Und dennoch parat stehen und effektiv arbeiten, wenn es denn sein muss. Wie in diesem Fall, wo ein bis auf die Socken nackter Mann auf der Straße überfahren wurde. Wie sich herausstellt war der Tote, Markus Sassnitz, Besitzer eines Startup-Unternehmens, das auf den ersten Blick boomte und dessen Aufgabe im Internetbereich sich weder Takeda, noch seiner Kollegin Claudia Harms erklärt. Vor allem, wo im Büro des Opfers Unmengen an Christal Met gefunden wurden. Diente seine Firma nur als Scheinadresse für Dealen im großen Stil? Also ermitteln sie. Takeda vor allem mit der Witwe auf eine Weise, die – wäre sie herausgekommen – ihn nicht nur in Japan sondern auch in HH den Job gekostet hätte. Ein wunderbares Aufeinanderprallen von japanischem Gehorsam und deutschem Aufmüpfen, von kulturellen Missverständnissen und Widersprüchen, die geklärt werden müssen. Geschrieben von einem Autor, der mehrere Jahre in Tokio lebte und dort für eine Tageszeitung schrieb. Der also den Unterschied zwischen hier und dort gut kennt. Unterhaltsam, manchmal amusant, flüssig geschrieben.
Jussi Adler-Olsen: „Selfies – Der siebte Fall für Carl Morck, Sonderdezernat Q.“, dtv, 2017, Übersetzung aus dem Dänischen: Hannes Thiess, 573 Seiten, 23 Euro
Michael Kardos: „Bevor Du mich findest“, Bastei/Lübbe, Übersetzung aus dem Englischen von Sabine Schilasky, 2017, 398 Seiten, 10 Euro
Henrik Siebold: „Inspektor Takeda und der leise Tod“, 2. Takeda-Folge, Aufbau-Verlag, 2017, 351 Seiten, 9,99 Euro
23
DRAUSSENSEITER - Abonnement
Abo / Impressum
Ich möchte den DRAUSSENSEITER unterstützen und bestelle:
Lieferanschrift Vorname Name Straße PLZ/Ort
Unterschrift
ein Straßen-Abo zu 36,– Euro pro Jahr
Einzugsermächtigung Name
ein Sponsoren-Abo zu 85,– Euro pro Jahr Straße
ein Förder-Abo zu 150,– Euro pro Jahr PLZ/Ort
Als Dankeschön für das Förder-Abo gibt es zudem das Buch „Köln trotz(t) Armut“.
IBAN SWIFT Kreditinstitut
Unterschrift
Widerrufsbelehrung
www.draussenseiter-koeln.de, abo@draussenseiter-koeln.de
IMPRESSUM Redaktionsleitung Christina Bacher (cb), bacher@draussenseiter-koeln.de www.draussenseiter-koeln.de Redaktionsassistenz Sabrina Burbach, burbach@draussenseiter-koeln.de Herzlichen Dank allen freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieser Ausgabe. Lektorat Barbara Feltes Titelgestaltung Deborah Keser Gestaltung Innenseiten Petra Piskar, de haar grafikdesign, www.dehaar.de Titelfoto Ralf König Fotos anyway, Christina Bacher, Marie Breer, Flickr / Robert Connolly, Kölsche Linda, Hanna Witte Cartoon Heiko Sakurai
24
Die Bestellung wird erst wirksam, wenn sie nicht binnen einer Frist von 10 Tagen schriftlich widerrufen wird. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs. Das Abo kann jederzeit gekündigt werden.
Druck druckdiscount24.de Abos Martina Jühlke, juehlke@oase-koeln.de Vertrieb Ali Baran Herausgeber Benedikt-Labre e.V. – OASE Alfred-Schütte-Allee 4, 50679 Köln Tel.: 0221/989353-0, Fax: 0221/98935316 Depots (nur für Verkäufer) Gulliver, Trankgasse 20, Bahnbogen 1, 50667 Köln Kiosk Orman, Salierring 15, 50677 Köln OASE, Alfred-Schütte-Allee 2-4, 50679 Köln Vringstreff, Im Ferkulum 42, 50678 Köln Verkauf öffentlich Agnesbuchhandlung, Neusser Straße 63, 50670 Köln Buchladen Neusser Straße, Neusser Str. 197, 50733 Köln Bunt Buchhandlung, Venloer Straße 338, 50823 Köln VIELFACH, Baudri-Platz, 50733 Köln
Kontoverbindungen IBAN: DE66 3705 0198 0016 5020 31 SWIFT-BIC: COLSDE33, Sparkasse KölnBonn draussenseiter ist das Sprachrohr für alle Obdachlosen, deren Freunde, ehemals Obdachlose und andere Betroffene. Leserbriefe sind immer herzlich willkommen. Für namentlich gekennzeichnete Artikel und Leserbriefe sind die jeweiligen Autoren verantwortlich. Bedürftigen wird für veröffentlichte selbstgeschriebene Artikel, Interviews und Fotos ein kleines Honorar gezahlt, wenn dies der Autor ausdrücklich wünscht. Nachträgliche Forderungen werden nicht akzeptiert. Es gilt die Anzeigenpreisliste vom 1.1.2009. draussenseiter ist Mitglied des
vorschau
Eintritt frei z filmessay
Aktion und Reaktion – 50 Jahre nach 1967 Tausende Studentinnen und Studenten gingen in den 1960er Jahren auf die Straße. Sie protestierten gegen den Vietnamkrieg, prangerten überfüllte Hörsäle und autoritäre Strukturen in den Universitäten an. Sie demonstrierten gegen die „Wirtschaftswunder“-Gesellschaft mit ihrer tabuisierten Sexualität und der Nichtaufarbeitung des Nationalsozialismus. Zwischen dem 21. und 24. Oktober 1966 kam es in Köln zur bis dahin größten politischen Demonstration der Nachkriegszeit. Der Protest, von Schülerinnen und Schülern initiiert und vom AStA der Universität zu Köln unterstützt, richtete sich gegen drastische Fahrpreiserhöhungen der KVB. Am 2. Juni 1967, wenige Monate nach den Kölner Ereignissen, wurde der Student Benno Ohnesorg von einem Polizisten erschossen.
Rot liegt in der Luft Frankreich 1977/2008, 180 Minuten, OmdtU Regie: Chris Marker 1977 zieht der Essayist und Dokumentarist Chris Marker eine Bilanz der politischen Linken: vom Sieg des Vietcong in Vietnam bis zur politischen Eiszeit unter Breshnew in den Staaten des Warschauer Paktes. Mit einer assoziativen Montage von Fotos, Videoaufnahmen, 8-Millimeter-Filmmaterial, Fernsehbildern und eigenen Aufnahmen, verknüpft mit philosophischen und politischen Betrachtungen, gelingt ihm eine kritische Reflexion komplexer Sachverhalte. 1977 entstand die erste Fassung des Films unter dem Titel „Rot ist die blaue Luft“, es folgten vier weitere Fassungen. Eine letzte Änderung nahm Marker im Jahre 2008 vor.
Nicht zu übersehen ist der B.O.J.E.-Bus am Kölner Hauptbahnhof.
Foto: Hanna Witte
Kids on the Road
E
ine Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI) kommt zu dem Ergebnis, dass in Deutschland rund 37.000 Jugendliche auf der Straße leben; 20 Prozent von ihnen sind noch minderjährig. Auch in Köln haben viele Jugendliche und junge Erwachsene kein richtiges Zuhause. Als wertvolle Anlaufstelle gilt seit vielen Jahren der Beratungsbus B.O.J.E., der wochentags am Kölner Hauptbahnhof steht. Wir haben mit Anja Köster gesprochen, Sozialarbeiterin und Kennerin der Szene. Und wir waren beim Kalker Mittagstisch zu Gast – dank Initiativen wie dieser fühlen sich die Kinder nicht ganz so allein und gut aufgehoben.
Wann: 7. Juli 2017, Beginn 18 Uhr Wo: Kunsthochschule für Medien Köln - Aula Filzengraben 2-2a, 50676 Köln - Altstadt/Süd Veranstalter: Köln im Film e.V. - Kölnisches Stadtmuseum Weitere Infos siehe www.khm.de/termine.de www.koeln-im-film.de
Der nächste DRAUSSENSEITER erscheint zum 1. September 2017. Mehr dazu unter www.draussenseiter-koeln.de und auf www.facebook.com/Draussenseiter-DasKölner-Strassenmagazin-106192356124749. 25
service
http://skm-koeln.de/9.0/9.1.8/rochus-p.html rochus@skm-koeln.de
Für Alle n Diakoniehaus Salierring Fachdienst für Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe d. Diakonischen Werkes Köln und Region, Salierring 19, 50677 Köln, Tel.: 27 69 70-0, verwaltung.salierring@ diakonie-koeln.de, www. diakonie-koeln.de Beratung: Mo bis Fr 9-12 Uhr, Di + Mi 16-18.30 Uhr (u. a. Postadressen u. Treuhandkonten) Straffälligenhilfe: Zeiten wie oben Tagestreff: Mo bis Fr 8.30-12.30 Uhr, Frühstück, (donnerstags auch Mittagessen), Duschen, Wäschekeller, Aufbewahrung, Internetzugang Kleiderkammer: Di u. Do 9-11.30 Uhr Krankenwohnung, Betreutes Wohnen § 67 SGB XII, Ambulante Begleitung gem. § 67 SGB XII, Betreutes Wohnen § 53 SG XII, Clearingstelle Claro im Trägerverbund
n Emmaus Geestemünder Str. 42, 50725 Köln, Tel.: 971 17 31, info@emmaus-koeln.de, www.emmaus-koeln.de
Appelhofplatz: Essenausgabe u. medizinische Versorgung, Mo bis Fr ab 21 Uhr Leben und Arbeiten in Gemeinschaft, günstiger Einkauf von Secondhand-Artikeln, DritteWelt-Arbeit durch Versand von Hilfslieferungen
n Gulliver – Überlebensstation für Obdachlose Trankgasse 20, Nähe Hauptbahnhof, 50667 Köln, Tel.: 120 60 91 Duschen, Toiletten, Waschmaschinen, Trockner, Tagesschlafraum, Postadressen, Caféteria mit Frühstück und Snacks, Beratungsangebote, Internetzugang, Kunstausstellungen, Handyladestation Mo bis Fr 6-13 Uhr u. 15-22 Uhr, Wochenende, Feiertage 10-18 Uhr Kleiderkammer: Do 15-17 Uhr
26
n Lobby-Restaurant LoRe des KALZ für Berber und Banker Domstr. 81, Nähe Hauptbahnhof, 50668 Köln, info@koelnerarbeitslosenzentrum.de, www.koelnerarbeitslosenzentrum.de Mittagessen: Mo, Di 12 -16 Uhr, Mi, Do, Fr 12 -15.30 Uhr
n Kölner Obdachlosenfrühstück, Peter-Deubner-Stiftung Tel.: 430 39 83 Angebote: 9 -11 Uhr: Kostenloses sonntägliches Frühstück jeden 2. u. 3. Sonntag im Monat im Vringstreff, Im Ferkelum 42, jeden 4. Sonntag in der MüTZe, Berliner Str. 77, Köln-Mülheim
n GUBBIO Obdachlosenseelsorge Ulrichgasse 27-29, 50577 Köln, www.gubbio.de Öffnungszeiten: Di, Mi 14 – 17 Uhr Angebote: Raum zum Gespräch, Bibelstunde, Meditation, thematische Gesprächskreise, religiöse Filme
n Kontakt- u. Beratungsstelle Rochus (SKM) Bartholomäus-Schinkstr. 6, 50825 Köln, Tel.: 3377063-4, Fax: 3377063-9
n Sozialdienst Katholischer Männer e.V. Bahnhofsvorplatz 2a (1. Etage), 50667 Köln-Innenstadt, Tel.: 13 49 19, kontaktstelle@skm-koeln.de, www.skm-koeln.de Angebot: Aufenthaltsmöglichkeit, Begegnung, Freizeitangebote, (Spieleangebot, Kaffee), Essen, Duschen, Wäschepflege, Schreibhilfe, Telefonmöglichkeit, mediz. Versorgung, PC-Nutzung mit Internetzugang offene Info- u. Orientierungshilfen: Mo., Di., Do., Fr. 12-15 Uhr, Mi. 12-14 Uhr Sa., So. und Feiertage 12-13 Uhr Beratung (auch anonym): Mo, Mi, Do, Fr 9-11 Uhr, Mo bis Fr 14-16 Uhr
n Vringstreff e.V. Für Menschen mit und ohne Wohnung Im Ferkulum 42, 50678 Köln, Tel.: 278 56 56, info@vringstreff.de, www.vringstreff.de Mo bis Do 11.30-17 Uhr, Fr 9-12 Uhr Jeden 2. und 3. Sonntag Obdachlosenfrühstück 9-11 Uhr, Café, Freizeitangebote, Veranstaltungen, Beratung
n Bürger für Obdachlose e.V. Basislager Gebrauchtwarenkaufhaus Bürger für Obdachlose e.V. Basislager: Silcherstr. 11, 50827 Köln Tel.: 640 22 68, info@bfoev.de
Foto: Christina Bacher
Foto: Hanna Witte
Angebote: täglich warmes Essen von 12-14 Uhr, kalte u. warme Getränke, Duschmöglichkeit (Behindertendusche u. -toilette), Wäschewaschen, Kleiderkammer nur für wohnungslose Menschen von Di und Do 11-13 Uhr, Beratung täglich von 11-15 Uhr und nach Vereinbarung, Medizinische Sprechstunde Di + Do 12-13 Uhr, Postadresse, Betreutes Wohnen, PC-Nutzung mit Internetzugang, Samstags Frühstück. Öffnungszeiten: Mo bis Fr 11-15 Uhr, Sa 10-14 Uhr, So 10-14 Uhr
service
Kleiderkammer, Gebrauchtwaren-Kaufhaus für Jedermann, Arbeitsprojekt und Suppenküche. Obdachlose können gerne auch Kleidung, Schlafsäcke etc. in unserem Gebrauchtwaren-Kaufhaus kostenlos bei uns beziehen. Gemeinsam mit Emmaus betreibt der Verein die Suppenküche am Appelhofplatz.
Nur für Frauen
n Initiative Bauen Wohnen Arbeiten e.V.
Beratung nach Terminvereinbarung, Telefonische Sprechzeiten: Mo, Di und Do 10-15 Uhr
Peter-Michels-Str. 1-9, 50827 Köln Tel.: 0221/ 9535301, Fax: 0221/ 5948789 ibwa@netcologne.de www.bauenwohnenarbeiten.de
n agisra e.V. Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen Martinstr. 20a, 50667 Köln, Tel.: 0221/124019 oder 1390392, www.agisra.org
n Café Auszeit
Angebot: Arbeitsgelegenheiten, Beschäftigung, Wohnen, Betreutes Wohnen
Kontakt -und Beratungstelle für wohnungslose Frauen Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695310, cafe-auszeit@skf-koeln.de
Foto: Marie Breer
Tägl. Essensangebot, Duschen & Baden, Wäschepflege, Kleiderkammer, Postadresse, Schließfachnutzung, Beratung und Soforthilfe, Mo, Di, Do, Fr 11-15 Uhr, Mi 15-19 Uhr, u. nach Vereinbarung
n Café Auszeit, Schäl Sick SKF e.V., Buchheimer Str. 36, 51063 Köln, Tel.: 0221/946 96 24, Fax: 0221/2855199 cafe-auszeit.schaelsick@skf.koeln.de Beratung, Hilfe und Unterstützung bei allgemeinen Fragen, Vermittlung an weiterführende Hilfen, Rechtsberatung, Frauenfrühstück, Postadresse Mo und Fr 10-12 Uhr, Mo, Mi, Do 15-17 Uhr Do 10-12 Uhr Frauenfrühstück
n Comeback n OASE-Benedikt Labre e.V. Alfred Schütte Allee 4, 50679 Köln, Tel. 0221/9893530 kontakt@oase-koeln.de www.oase-koeln.de
Kontakt- und Beratungsstelle: Montag und Freitag 9–13 Uhr, Dienstag und Donnerstag 9–16 Uhr, Mittwoch nach Terminvereinbarung
Offener Treff: Montag 10.30–13 Uhr, Dienstag 13–16 Uhr, Mittwoch 13–16 Uhr, Donnerstag 13–16 Uhr, Freitag 11.30–13 Uhr Frühstück: Montag 10.30–13 Uhr
Sprechstunde Mobiler Medizinischer Dienst: Montag 10.30–11.30 Uhr Kleiderkammer/Duschmöglichkeit für Leute auf der Straße: Montag 10.30-12 Uhr, Mittwoch 13-15.30 Uhr, Donnerstag 13-15.30 Uhr; Computer-Nutzung: nach Vereinbarung
Redaktionssitzung DRAUSSENSEITER: Alle zwei Wochen, montags um 12.30 Uhr
Notschlafstelle für Frauen, Sozialdienst kath. Frauen e.V., Mauritiussteinweg 77-79, Nähe Neumarkt, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695-210 Täglich geöffnet von 20 bis 10 Uhr. Angebot für wohnungslose Frauen und Frauen in Notlagen: Schutz, Übernachten, Essen, Duschen, Wäsche waschen, Kleiderkammer, PC und Internetnutzung. Tiere sind erlaubt. Beratung und Vermittlung an weiterführende Hilfen sind möglich.
n Elisabeth-Fry-Haus Albert-Schweizer Straße 2, Nähe Südfriedhof, 50968 Köln, Tel.: 99 56-43 00, efh@diakonie-michaelshoven.de www. diakonie-michaelshoven.de Notaufnahmeheim für Frauen und Frauen mit Kindern, Schutz, Übernachtung, Verpflegung, Wohnen, Beratung und Begleitung. Das Haus ist rund um die Uhr geöffnet.
n Frauen gegen Gewalt e.V. – Notruf und
n Haus Rosalie Gocher Straße 45, 50733 Köln-Nippes, Tel.: 0221/97 30 88 88, haus-rosalie@vinzentinerinnen.de Wohnprojekt für Frauen
n LOBBY FÜR MÄDCHEN e.V. für Mädchen und junge Frauen Beratung und Begleitung bei Problemen und in Krisensituationen Mädchenberatung linksrheinisch Fridolinstr. 14, 50823 Köln-Ehrenfeld Tel.: 0221/45 35 56 50 maedchenberatung-linksrhein@lobbyfuer-maedchen.de Mo bis Do: ganztägig nach Vereinbarung Mi 14-16 Uhr: ohne Anmeldung Di 10-11 Uhr, Do 14-15 Uhr: telefonische Beratung, Di 16-18 Uhr: kostenlose Betreuung Ess-Störungen 0800 5 03 58 85 Mädchenberatung rechtsrheinisch Buchheimer Str. 56, 51063 Köln-Mülheim Tel.: 0221/890 55 47 maedchenberatung-rechtsrhein@lobbyfuer-maedchen.de Mi bis Fr ganztägig nach Vereinbarung Fr 14-18 h ohne Anmeldung
n Mäc-Up Treffpunkt für Mädchen von 14-27 Jahren Gereonstr. 13, Nähe Bahnhof, 50670 Köln, Tel.: 0221/13 35 57 Essen, Trinken, Dusche, Wäsche waschen, Second-Hand-Kleidung, medizinische Versorgung, Beratung Öffnungszeiten: Mo., Mi., Do. und Fr. von 12-15.30 Uhr Di. von 10-13 Uhr, Frühstück gibt es Di. und Mi., gekocht wird Mo. und Fr.
Nur für Männer n Notschlafstelle für Männer Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 93 12 21-54 (tagsüber) und -26 (ab 18 Uhr), jhk-notaufnahme@johannesbund.de Sozialarbeiterische Beratung, Erarbeitung einer Perspektive, Vermittlung in weiterführende Hilfen Aufnahme: Täglich (auch Sonn- u. Feiertags) ab 18 Uhr für wohnungslose Männer ab 18 Jahren
n „Reso“ – Resozialisierungsabteilung Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 931221-54, th.klahr@johannesbund.de
Beratung für vergewaltigte Frauen Herwarthstr. 10, 50672 Köln, Tel.: 56 20 35, mail- Hilfe für wohnungslose Männer mit sozialen box@notruf-koeln.de, www.notruf-koeln.de Problemlagen nach § 67 SGB XII: Unterbringung, Verpflegung und Selbstversorgung, individuelle Beratung telefonisch, persönlich und per Einzelfallhilfen, Beschäftigungsangebote, E-Mail, Begleitung und Unterstützung nach sexualisierter Gewalt; Prozessvorbereitung und Mo bis Fr.: 8-16.30 Uhr -begleitung; Rechtsberatung; Gruppenangebote
E S A O fest
r e m Som
Uhr 17 is b 12 , 17 0 2 r e b Wann: 8. Septem -Allee 4 e tt ü h c S d re lf A , E S Wo: Vor der OA tchen, rs ü W , ik s u M e iv L : Was gibt's Kaffee und Kuchen
2017