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Kölner Straßenzeitung Draussenseiter 05/2018: Körperkunst

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Engelbertstraße 44 · 50674 Köln Postfach 27 01 26 · 50508 Köln Telefon (02 21) 93 18 00 - 0 Telefax (02 21) 93 18 00 - 66 e-Mail: wpg@mermagen.de Internet: www.mermagen.de Geschäftsführer: Dipl.-Kfm. Wilhelm Mermagen Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Petra Heider Rechtsanwältin und Steuerberaterin

Wir beraten Privatkunden, Freiberufler und Gewerbetreibende. Wir beraten und prüfen Unternehmen, Verbände und gemeinnützige Organisationen und Einrichtungen.


Vorwort

Inhalt

Liebe Leserinnen und Leser,

Vorwort ��������������������������������������������������������������� 3 Inhaltsverzeichnis �������������������������������������������������� 3

man könnte annehmen, dass es zum Grundbedürfnis des Menschen gehört, die Haare regelmäßig zu waschen und

Schwerpunkt: Körperstyling

schneiden zu lassen. Die Frisur ist außerdem individueller Ausdruck eines Menschen. Doch was, wenn man weder Gelegenheit noch Geld hat, sich darum zu kümmern? Die Barber Angels Brotherhood setzen sich seit Jahren dafür ein, Menschen auf der Straße eine schöne

S.4

Frisur zu verpassen. Unsere Verkäuferin Linda hat davon

Barber Angels Brotherhood �����������������������4-9

profitiert und mit ihrer Friseurin Ute ein Gespräch geführt. Was verbindet den 5000 Jahre alten Ötzi, die österreichische Kaiserin Sissi und Nora aus Köln? Genau, die Tinte unter der Haut. Mittlerweile ist jeder vierte Deutsche tätowiert – vom klassischen Black & Grey über romantische Motive in Aquarell bis hin zu selbstgestochenen kleinen Abbildungen, die

Farbe bekennen ��������������� 10-13 Schönheit mit Haut und Haaren ������������������������ 13 Tattoo-Stationen �������������� 14-15 Jede Sekunde ����������������������16 Bonny und Clayd ����������������� 17

S.10

nicht selten einfach aus einer Schnapslaune heraus entstanden sind. Wir haben einige der Geschichten hinter Tattoos gesammelt, die Sie auf den Seiten 10 bis 17 lesen können. Ein ganzes Heft zum Thema Styling und Körperkunst! Ich bin gespannt, wer beim Lesen auf den Geschmack kommt, selbst mal Hand anlegen zu lassen. Auf die Schönheit!

Ihre

Christina Bacher

S.18

Mehr als nur Tattoos sehen ��������������������18-20

Cartoon  ��������������������������������������������������������������� 22 Buchtipps ������������������������������������������������������������ 23 Abo, Impressum ����������������������������������������������������24 Eintritt frei, Vorschau ����������������������������������������������� 25 Service: Adressen �����������������������������������������������26-27

Öffnungszeiten: OASE e.V. Kontakt- und Beratungsstelle Montag und Freitag: 9.00 – 13.00 Uhr Dienstag und Donnerstag: 9.00 – 16.00 Uhr Mittwoch: nach Terminvereinbarung 3


körperstyling

!

Barber Angels Brotherhood Das Interview führte Kölsche Linda Rennings.

Nächstenliebe ist der Motor der Barber Angels Brotherhood, einem Verein von Friseurinnen und Friseuren, der sich 2016 gegründet hat, um armen und gestrauchelten Menschen auf der Straße ihr Selbstvertrauen zurückzugeben –

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kรถrperstyling

beispielsweise durch eine neue Frisur oder Bartschnitt. Linda Rennings, selbst ehemals obdachlos, hat sich von den Fachleuten frisieren lassen und sich mit Ute Ganser-Koll zum Interview getroffen.

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körperstyling

Ute Ganser-Koll bei der Arbeit.

DRAUSSENSEITER: Friseurin ist dein Traum-

darauf habe ich einen Antrag auf Mitglied-

DRAUSSENSEITER: Wie genau unterscheidet

beruf. Wie lange übst du ihn schon aus?

schaft gestellt und bin dann im März 2017

sich diese Arbeit von der im Salon?

Ute Ganser-Koll: Friseurin bin ich bereits

beigetreten. Seitdem gehe ich ab und zu

Ute Ganser-Koll: Unsere Aufgabe ist es,

seit 47 Jahren, davon 37 Jahre Meisterin.

mit auf Tour.

diese Gäste genauso zu behandeln, wie die Kunden im Geschäft. Inzwischen habe ich

Meinen eigenen Laden, das „Kamm in“ in DRAUSSENSEITER: Was war der Auslöser für

ja das Amt der Regionalleiterin Köln über-

Jahren – übrigens meine dritte Selbststän-

dich, bei den Angels mitzumischen? Welche

nommen, d.h. ich koordiniere unsere Ein-

digkeit nach Schwangerschaften, der Zeit

Motivation treibt dich zu diesem ehrenamt-

sätze hier in der Region – in Kooperation

der Kindererziehung und einer Scheidung.

lichen Engagement an?

mit Gaby Günther, die sich eher um die

Heute mit 62 Jahren möchte ich gar nichts

Ute Ganser-Koll: Der Auslöser war, Gutes

Presse, Sponsoring, Lizenzen, Kooperatio-

anderes mehr machen, als meinen eigenen

tun zu wollen. Die Idee, Menschen glück-

nen und FIRST-Einsätze bundesweit küm-

Laden führen. Es fühlt sich gut an.

lich zu machen mit meiner Hände Arbeit

mert. So stehen wir in permanentem Kon-

fand ich gut. Ich brachte schon Erfahrun-

takt zu unserem Präsidenten und Gründer

DRAUSSENSEITER: Und wie kamst du zu den

gen in der Flüchtlingshilfe mit. Irgendwie

Claus Niedermaier, der ursprünglich die

Barber Angels Brotherhood, die ja deutsch-

habe ich schon immer Menschen helfen

Idee für die Barber Angels hatte.

landweit Furore machen, indem sie Obdach-

wollen. Und gerade die Leute, denen wir

losen und Menschen von der Straße einen

die Haare schneiden, haben wirklich Hil-

DRAUSSENSEITER: Wie erleben Sie denn die

neuen Haarschnitt verpassen?

fe nötig. Das sehe ich ja bei jedem Einsatz.

Einsätze, bei denen Sie regelmäßig mit

Ute Ganser-Koll: Ich glaube, es war im

Außerdem liebe ich es, mit diesen tollen

Obdachlosen in Kontakt kommen? Manche

November 2016, als ich auf Facebook von

Kolleginnen und Kollegen unterwegs zu

sind sicher erst einmal skeptisch, dass ihnen

dieser Gruppe von Kollegen erfuhr. Ich bin

sein. Wir sind alle hochmotiviert für das,

jemand kostenlos etwas Schönes anbietet.

sofort neugierig geworden. Im Februar

was wir tun.

Etwas, das auch noch mit Wohlfühlen und

Bergheim, habe ich jetzt schon seit zehn

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körperstyling

Was ist und was tut die „Barber Angels Brotherhood“? 1. Die Barber Angels Brotherhood ist der Club der Friseure, die in regelmäßigen Abständen in ganz Deutschland kostenlos Obdachlosen und anderen Bedürftigen Haare und Bärte schneiden. Die Barber Angels strukturieren sich in a. FIRST-Angels – aktive Gründungsmitglieder und Entscheider, b. Apostel – aktive Barber Angel c. Orga-Angels – helfende Angels vor Ort wie Fotografen, Betreuer und Organisatoren. Angehende Barber Angels müssen sich zunächst an 1-2 Einsätzen beweisen, bevor sie den Titel des Apostels erhalten. Erste Einsätze in den Städten werden IMMER begleitet von FIRST-Angels, die dort

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angehende Apostel für diese ersten Aktionen anleiten und coachen. Erste Einsätze sind IMMER begleitet von nationaler und regionaler Presse, um auch andere Branchen zu sensibilisieren, mit ihren Möglichkeiten Ähnliches einmal im Monat für die Bedürftigen im eigenen Land zu tun. Aus den ersten Einsätzen generieren sich Regionalleitungen, die in ihrer Region dann nachfolgend regionale Einsätze im 2- bis 3-Monats-Rhythmus durchführen. Ziel ist, flächendeckend in Deutschland in allen relevanten Städten Barber AngelsAktionen durchzuführen. Ist Deutschland abgedeckt, planen die Barber Angels die Internationalisierung.

9. Die Barber Angels finanzieren sich durch

10. 11.

Mitgliedsbeiträge, Spenden und Lizenzen. Diese Gelder werden ausschließlich dazu verwendet, um Material für Einsätze, Versicherungen, Messeaktivitäten, Mitgliederwerbung, Werbemittel und Verwaltung zu finanzieren. Die Barber Angels erhalten Zugang zum Schulungskonzept der „Barber Angels Brotherhood“. „Barber Angels Brotherhood“ ist als geschützte Wort- und Bildmarke beim DPMA-Register des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA) angemeldet und darf nur von lizenzierten Mitgliedern/Partnern verwendet werden!

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körperstyling

Unsere Autorin Linda inmitten der hilfsbereiten Truppe mit neuer Frisur.

Wellness zu tun hat. Für Leute, die Platte

allen Einsätzen weiß und den Kontakt zur

Mit denen gemeinsame Sache zu machen,

machen, ist das ja etwas ganz und gar

großen Gruppe hält. Inzwischen arbeiten

bedeutet mir viel.

Außergewöhnliches ...

fast 80 Friseurinnen und Friseure für die

Ute Ganser-Koll: Klar, ich erlebe zunächst

Barber Angels – da müssen Pressemittei-

DRAUSSENSEITER: Ich stelle mir vor, dass es

Skepsis, Überraschung und Zurückhal-

lungen, Fotos, Sponsoren für Giveaways

bei den normalen Kunden nicht so gut ankä-

tung. Fast immer schauen alle erst einmal,

und die Überprüfung aller Arbeitsgeräte

me, wenn die Obdachlosen in die Salons

was wir so tun. Wir unterhalten uns,

gut abgestimmt sein. Und selbstverständ-

kämen. Ist das auch ein Grund, warum die

demonstrieren an den besonders Mutigen,

lich spielt auch der Gesundheits-Check

Barber Angels die Leute direkt auf der Stra-

dass es nur Gutes ist, was wir da im Sinn

eine Rolle: Wer nicht fit ist, der bleibt zu

ße frisieren?

haben. Es ist immer besonders, zu beob-

Hause.

Ute Ganser-Koll: Viele unserer Kunden

8

nen wird und dann echte Freude. Und man

DRAUSSENSEITER: Wo siehst du dich denn

etablierten Salons. Wir treffen sie dort, wo

empfindet wirklich so etwas wie Glück

in der Zukunft?

sie sich aufhalten. Dort kann man schnel-

und Dankbarkeit, wenn die Gäste sich

Ute Ganser-Koll: Meine Zukunft sehe ich

ler Brücken bauen und Befindlichkeiten

angenommen fühlen. Jeder Einsatz, das

– neben meiner normalen Arbeit, von der

abbauen. Die Skepsis ist zu Beginn doch

muss ich wirklich sagen, erdet mich in

ich ja lebe – weiterhin als Teil der BAB.

sehr hoch. Man kommt sich ja zwangsläu-

gewisser Weise.

Der Austausch mit den Kollegen ist für

fig sehr nahe. Das ist ungewohnt für viele,

mich immens wichtig geworden. Das sind

die sonst eher auf Distanz gehen. Mal

DRAUSSENSEITER: Wie bereitet ihr euch auf

eben alles Menschen, die in ihrem Beruf

davon abgesehen spielt in unserem Beruf

einen Einsatz vor?

mehr sehen. Vielleicht eine Art Berufung.

die Hygiene eine große Rolle. Wir benut-

Ute Ganser-Koll: Wir stehen in engem

Und das sind Menschen, denen das Thema

zen bei unseren Einsätzen andere Werk-

Kontakt mit Claus Niedermaier, der von

Obdachlosigkeit nicht egal ist. So wie mir.

zeuge und Arbeitsgeräte als in den Salons.

Foto: kreative-megapixel

von der Straße kämen ja gar nicht in die

achten, wenn aus Ungläubigkeit Erstau-


körperstyling

Was aber immer gleich ist: alle Kämme und

Scherenlinie. Wir haben da bereits in kur-

Scheren werden selbstverständlich perma-

zer Zeit sehr viel Unterstützung gefunden,

nent desinfiziert, aber das hat nichts damit

worüber wir wirklich glücklich sind. Trotz-

zu tun, ob die Kunden auf der Straße leben

dem sind wir weiterhin sehr auf Spenden

„Barber Angels Brotherhood e.V.“

oder nicht. Das gehört sich eben so.

angewiesen.

Am 27. November 2016 gründete Claus Niedermaier, Friseur aus Biberach an der Riß, gemeinsam mit befreundeten Kollegen den Club „Barber Angels Brotherhood“, der seit dem 8. November 2017 als Verein unter der Geschäfts-Nr. VR 721180 beim Registergericht Ulm eingetragen, als gemeinnützig vom Finanzamt Biberach unter St.-Nr. 54002/41620 anerkannt und zur Ausstellung von Spendenquittungen berechtigt ist. Claus Niedermaier, der „Figaro von Biberach“, arbeitete nach seiner Friseurlehre von 1980 bis 1987 in London, Paris und Mailand. 1988 machte er seinen Meister und praktizierte von 1989 bis 1991 u.a. in Los Angeles bei José Eber – einem der weltweit bekanntesten Friseure aus Beverly Hills. Seit 1992 betreibt er im heimischen Biberach seinen eigenen Salon „Figaro Claus“ mit 12 Mitarbeitern. Die „Barber Angels“ sind seither mit bereits über 70 Mitgliedern bundesweit alle vier Wochen im Einsatz und geben Obdachlosen und anderen Bedürftigen durch kostenlose Haar- und Bartschnitte „ihr Gesicht zurück“. Es werden weitere „Barber Angels“ in ganz Deutschland gesucht. Besonders in Norddeutschland und im Osten Deutschlands fehlen noch Mitglieder. Die „Barber Angels“ zahlen monatlich € 15,-, ganzjährig € 180,- Clubbeitrag. Alle Club-Kollegen erhalten ihren exklusiven Barber Angels-Namen, Zugriff zur eigenen „Barber Angels“-Bekleidung im unverwechselbaren Rockerstil und Zugang zum Schulungskonzept der Bruderschaft: www.b-a-b.club.

Jeder kann Mitglied bei den Barber Angels DRAUSSENSEITER: Wie kann man euch

werden. Entweder als passives Mitglied

unterstützen?

oder auch als aktive Friseurin oder Friseur.

Ute Ganser-Koll: Die Barber Angels finan-

Jeder Antrag wird von unserem Präsident

zieren sich durch Mitgliedsbeiträge, Spen-

Claus Niedermaier persönlich überprüft,

den und Lizenzen. Diese Gelder werden

und passen die Leute ins Team, haben sie

ausschließlich dazu verwendet, um Mate-

die Chance, mitzumachen.

rial für Einsätze, Versicherungen, Messeaktivitäten, Mitgliederwerbung, Werbe-

DRAUSSENSEITER: Und was sagt ihre Fami-

mittel und Verwaltung zu finanzieren.

lie dazu?

Reisekosten übernimmt jeder Angel nach

Ute Ganser-Koll: Die unterstützt mich

wie vor selbst. Die Industrie (HGA-Cos-

sehr. Anfangs waren ein paar Freunde

metics, Trinity und Tailors etc.) spendet

eher skeptisch, das ist aber einem Erstau-

uns für die Einsätze Goodie-Bags mit schö-

nen und Respekt gewichen, das merke ich

nen Pflegeprodukten für die bedürftigen

auch bei meinen Stammkunden, die mer-

Menschen; Leonardo-Hotels bieten uns

ken, dass das alles auch mit Leidenschaft

einen hohen Rabatt für Übernachtungen;

zu tun hat. Und dass ich da voll und ganz

Fotografen fotografieren ehrenamtlich;

dahinterstehe. Inzwischen habe ich sogar

Einsatz-Geräte werden uns von WAHL

schon eine meiner Mitarbeiterinnen ange-

und GHD zur Verfügung gestellt;

steckt, die ganz begeistert von ihrem ers-

Orth-Transporte lagert und transportiert

ten Einsatz zurückkam. Ich erinnere mich

kostenlos alle notwendigen Produkte;

gut, dass ich am Anfang manchmal nach

Apollo Optik verschenkt bei den First-Ein-

getaner Arbeit hemmungslos geweint

sätzen Sonnen- und Lesebrillen an unsere

habe, so hat es mich mitgenommen.

Gäste. Erste Lizenzpartner wie Herzinger Schneidepartner fertigen unsere eigene

DRAUSSENSEITER: Ganz herzlichen Dank!

lll

info

Spenden-Konto: Claus Niedermaier (Präsident) Deutschland Volksbank Biberach Konto/IBAN: DE22 6309 0100 0115 1160 01 Betreff: Spende BAB Germany

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kĂśrperstyling

Mit spitzer Nadel werden die verschiedensten Botschaften unter die Haut gebracht. Gute TattooStudios arbeiten mit modernen Tätowiermaschinen und unter sterilen Bedingungen. 10


körperstyling

Farbe bekennen Liebe bis unter die Haut Fotos und Text von Marie Breer

S

ind Tattoos schick? Oder abstoßend?

wieder gerade von Jüngeren beschrieben

Wer sich tätowieren lässt, wird von

wird: „Auf dem Land bist du rasch der Exot

den einen bewundert, von anderen

– der asoziale Typ.“

abfällig angeschaut. Die Ansicht, dass sie

Abwertende Blicke kennen viele. Das

typisch sind für Seeleute oder Gefängnis-

kränkt, wenn man seine oft sehr sorgsam

insassen gibt’s auch heute noch. Es geht

gestalteten Motive selbst als kleine Kunst-

nur langsam voran mit der Akzeptanz.

werke ansieht, mit denen man sich schön

Salonfähig sind Tätowierungen am ehes-

findet oder die eine besondere Bedeutung

ten bei Prominenten, seien es Sportler,

haben. Es lohnt sich, einmal nachzufragen,

Musiker, Schauspieler oder Sänger.

was hinter den Bildern auf der Haut steckt.

Je größer die Tattoos sind oder je mehr

Das sind häufig ganz persönliche Erlebnis-

Körperfläche sie bedecken, desto mehr

se, Hoffnungen, Wünsche, das ist die Fami-

Aufsehen erregen sie. „In der Stadt wird

lie, die Partner, die Kinder, das ist die

das noch eher toleriert als in ländlichen

Zuneigung und Liebe zu ihnen, die unter

Wohnorten“, ist die Erfahrung, die immer

die Haut geht.

Unter die Haut Eine Tätowierung (Tattoo) ist ein Motiv, bei dem Tattoo-Farben mit Hilfe von Nadeln in die Haut eingebracht werden. Anders als ein aufgemaltes Bild bleibt ein Tattoo dauerhaft sichtbar - ist also eine Entscheidung fürs Leben. Die Entfernung ist zu einem gewissen Grad möglich, aber sehr aufwendig. In Deutschland ist nach aktuellen Umfragen etwa jeder Zehnte tätowiert. Bei den jüngeren Menschen zwischen 18 und 29 Jahren ist es sogar jeder Vierte. Zum Tätowieren benutzen die professionellen Tattoo-Studios in der Regel eine elektrische Tätowiermaschine. Die sticht die Nadeln mit der Tattoo-Farbe so schnell in die Haut, dass die Bewegung für das Auge nicht mehr sichtbar ist.

Rob: Ein gespaltenes Gesicht hat Rob auf dem Unterarm. Es ist das Gesicht des amerikanischen Rockmusikers Corey Taylor, Sänger der Nu-Metal-Band Slipknot und Gitarrist und Gründungsmitglied der Hard-Rock-Band Stone Sour. Das geteilte Gesicht steht für das Engagement in zwei Bands, „für einen Zwiespalt“, und als Ansporn, selbst Musik zu machen und in einer Band zu singen. Das hat Rob auch getan, und es war eine wichtige Zeit in seinem Leben.

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körperstyling

 Bianca: Sie trägt sehr viele Tattoos. Eines über dem rechten Auge auf der Stirn: Den Namen ihres Mannes. „Das ist ein ganz bewusstes Statement“, sagt sie, „das ist mein wichtigstes Tattoo, und das sollen alle sehen.“ Auf dem rechten Unterarm hat sie unter anderem ein Bild von ihrem Mann, daneben ihr Sohn. Beide fein gezeichnet, sie wirken fast wie ein Schwarz-Weiß-Foto. Auf dem linken Arm von Bianca bis hinunter zur Hand ziehen sich Motive, die ebenfalls Bezug zu ihrer Familie haben: „Die Rosen stehen für meine Uroma, die mit 93 Jahren verstorben ist.“ Ein Edelweiß steht für den Großvater. Mittendrin ein Auge: „Das ist ein Auge meines Mannes. Wenn ich das anschaue, fühle ich mich von ihm beschützt.“

Janine: „Ich hab' mittlerweile kein Körperteil, wo nichts drauf ist“, sagt sie lachend. Ganz klein mit einem Sternchen an der Leiste hat es vor 13 Jahren begonnen. „Ich mag Sterne." Das Motiv taucht mittlerweile an vielen Stellen auf. Auch die Namen ihrer Geschwister hat sie sich stechen lassen, mit den Figuren Engelchen und Teufelchen - „das passt zu ihnen.“ Unter ihrem Hals über dem Dekolleté der Schriftzug: „Feel the fear and do it anyway“, übersetzt: „Spür die Angst und tu es trotzdem.“ Es ist der Titel eines Buches, das die amerikanische Psychologin Susan Jeffers (1938 – 2012) vor 30 Jahren veröffentlicht hat und das auf deutsch unter dem Titel „Selbstvertrauen gewinnen: Die Angst vor der Angst verlieren“ erschienen ist.

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körperstyling

Vom Tatau zum Tattoo

Jörn: Ein großes Tattoo zieht sich über seine Brust. Schwingen rechts und links, in der Mitte eine Sanduhr, durch die Blut fließt. Nach dem Tod seines Großvaters hat er sich Gedanken über Vergänglichkeit gemacht. „Die Zeit vergeht so schnell“, das steckt hinter der Sanduhr. Was war, lässt sich nicht zurück holen. Ein Stacheldraht, der sich oben über die Brust schlängelt, ist für ihn das Symbol für „Man kommt nicht mehr dran.“

Schon seit mehreren tausend Jahren gibt es fast überall auf der Welt Körperverzierungen, die in die Haut gezeichnet werden. Sie haben sich in den verschiedenen Kulturen ganz unabhängig voneinander entwickelt. Die Haut wurde mit scharfen einfachen Werkzeugen – etwa Steine, Haifischzähne, Kakteenstacheln oder Dornen eingeritzt und mit Ruß oder Pflanzenfarbe eingerieben. Die Bezeichnung Tattoo leitet sich übrigens ab vom tahitischen Wort „Tatau". Das beschreibt den Klang, der entsteht, wenn ein Kamm aus Tierknochen oder Stoßzähnen rhythmisch in die Haut geschlagen wird. Das war die traditionelle Tätowiermethode der Bewohner der Südseeinsel Tahiti. Darüber berichtete der Entdecker James Cook nach seiner Weltumseglung im 18. Jahrhundert. Tätowierungen hatten in der Geschichte ganz unterschiedliche Funktionen und Bedeutungen – etwa als Zeichen für die Zusammengehörigkeit einer Gruppe, als Talisman, als Stammesritual, als Hinweis auf eine besondere Stellung in einer Gemeinschaft. Sie wurden auch zur Kennzeichnung und Ausgrenzung missbraucht: In den Konzentrationslagern während der nationalsozialistischen Herrschaft bekamen Häftlinge eine Nummer auf den Arm tätowiert. Bis heute sind die meisten Tattoos nicht nur reiner Körperschmuck, sondern die Menschen wollen damit etwas mitteilen.

Schönheit mit Haut und Haaren

K

leider machen Leute, heißt es – aber

trug man zu besonderen Anlässen Perü-

auch der menschliche Körper allein

cken oder färbte sich die Haare blond.

bietet dem Menschen vielerlei

Römerinnen orientierten sich stets an der

Möglichkeiten, sein Aussehen zu verän-

Frisur der jeweiligen Kaiserin. Das roman-

dern und sich schön zu fühlen – mit Haut

tische Hochmittelalter stand ganz im Zei-

und Haaren. Die häufigsten Möglichkei-

chen von verspielten offenen Locken. Zur

ten sind in unserer Gesellschaft neben der

Zeit der Gotik war eine hohe Stirnpartie

Frisur mittlerweile Tätowierungen und

angesagt, und daher wurden die Stirnhaa-

Piercings.

re abrasiert, um so den Haaransatz nach

Das (frisierte) Haar gilt für viele als der

hinten zu korrigieren. Frisuren zur Zeit

wichtigste natürliche Körperschmuck. Es

des Barock waren bestimmt von Korken-

gibt sogar einen „Ehrentag der Frisuren“,

zieherlocken und pompösen Haartürmen.

der weltweit am 30. April gewürdigt wird.

In der jüngeren Vergangenheit haben

Frisuren blicken auf eine lange Geschich-

Frisuren wie der Bubikopf der 1920er Jah-

te zurück und haben religiöse, politische

re oder der bunt-stachelige Irokesen-

oder gesellschaftliche Hintergründe. Im

Schnitt der Punk-Szene der 70er Jahre

alten Ägypten und antiken Griechenland

Geschichte geschrieben.

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körperstyling

Tattoo-Stationen Bedeutung hat und noch nicht mal einen

ließ, war mit 13 auf dem Leipziger

Lebensabschnitt markiert. Beim selben Studio in Bremen ließ ich

Liebe zu tun. Aber mit Beziehungen zu

gefälschter Unterschrift. Es war eine klitze-

mir den sogenannten „Chaosstern“ täto-

Menschen). Ich wollte etwas unsterblich

kleine, hässliche Rose auf dem Schulterblatt.

wieren und suchte mir den aus, der für das

für mich machen. Er prägte mich, wie es

Total überteuert, für 100 Deutsche

Spiel „Warhammer“ designt wurde. Das

nur noch drei anderen Personen in mei-

Mark, und mies gestochen. Aber total

Spiel ist nicht der Grund – im Gegenteil,

nem Leben gelungen ist. Eine davon, mei-

glücklich verließ ich das minikleine Kel-

ich kenne es nicht mal wirklich. Aber die

ne Mutter, welche nicht auf Tattoos ver-

lerstudio in Leipzig. Das Geld war als

Symbolik des Todes, des Chaos und dass

ewigt werden will. Eine andere Person ist

Taschengeld gedacht und nicht für solche

sich alles wieder ordnet. Es war wie ein

mein Tattoo am Bauch, eine Silhouette;

Dummheiten. Aber das war nichts Neues,

Siegel, ein Label über mein wildes Leben,

das ist das einzige, wo ich nicht mehr zu

dass ich wilde, unbedachte Aktionen plan-

das zu dem Zeitpunkt für den Beginn des

sagen darf und will. Dieses Geheimnis

te und auch erfolgreich zum Ende brach-

Kampfes gegen die Sucht stand. Ich war

könnt ihr euch selbst ausmalen.

te. Wohl oder übel.

aus dem Alter raus, wo Drogen nur Spaß

Eine Person, die der Vater meiner Zwil-

machten und man die Konsequenzen

linge wird, fehlt noch. Er wird zusammen

nicht sieht oder sehen will.

mit den Zwillingen gleich nach der Ent-

Kirchentag, ohne Erlaubnis mit

Einige Jahre später sollte ich mein zweites Tattoo, ich war gerade 18 geworden, über diese verhunzte Rose stechen lassen. Als

Ich plante den Ausstieg – immer und

damals erfolgloses Möchtegern-Gothic-

immer wieder sollte ich scheitern und es

Girl fiel meine Wahl auf eine von mir selbst

kam kein neues Motiv hinzu. Ich wollte

erweiterte „Bacardi Fledermaus“. Damit

es mir „verdienen“.

bindung verewigt – nein, nicht die Geburtsdaten. Zwei Tätowierungen sind ganz offensichtlich, um meine Liebe zu Kreaturen

Eine lange Pause sollte nun mit dem

auszudrücken. Es fehlt noch ein Symbol

Aber eine tiefere Bedeutung hatte es

Tattoo „semper fidelis“ beendet werden.

für einen Hund. Taube und Ratte sind es,

nicht. Es läutete allerdings den ersten neu-

Ich lernte nach erfolgreicher Therapie im

beides verkannte, ja verhasste Lebewesen.

en Lebensabschnitt ein. Ich war das erste

Odenwald durch diverse soziale Netzwer-

Von Menschen in den Untergrund, den

Mal „clean“, hatte die erste Phase meiner

ke einen jungen Mann kennen, der mir in

Dreck gezwungen, hassen wir sie auch

Suchtkarriere abgeschlossen. Damals hoff-

mehrerlei Hinsicht das Leben retten wür-

noch dafür. So fühlte sich das Leben auf

te ich, es würde auch die letzte werden.

de. Ich ließ mir „semper fidelis“ für ihn

der Straße manchmal auch für mich an.

Ich sollte mich irren.

bin ich auch bis heute noch glücklich.

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Ich glaube, der tatsächliche Grund für all meine Tätowierungen hat nichts mit

und diese Zeit stechen. Ich würde ihm und

Das Tattoo, was ich noch nicht erwähnt

Ein paar Jahre später folgte, nachdem ich

ab diesem Zeitpunkt auch mir selbst treu

habe, ist mein einziges privat gestochenes,

eine Therapie abgebrochen und das Erbe

bleiben. Dafür steht das Tattoo, welches

wirklich verhunztes Tattoo, was zum Glück

meiner Großmutter in viel Mist umgesetzt

seinen Ursprung bei den US-Marines hat,

aber noch zu retten ist. Aus Höflichkeit

hatte, für 350 Euro ein 90er Jahre „Tribal“.

auch eigentlich: „sich selbst treu bleiben“.

und Fairness und weil er scheinbar, auf-

Ich bin froh, dass ich von dem Geld wenigs-

Damals waren ich, die emotionale Border-

grund des nach Jahren erstmaligen Kiffens,

tens etwas Bleibendes und nicht nur Dro-

linerin und noch Ex-Abhängige, und der

auch noch durch mich ermöglicht, nicht

gen gekauft habe. Dennoch war es sicher-

Wort- und Gefühlskarge (nicht kalte)

mehr klar genug war und das ganze Tattoo

lich nicht im Sinne meiner Großmutter. Das

Autist noch „nur“ Freunde. Das waren wir

zu tief und ungenau hinschlurte. Es wird

Motiv wurde frei Hand vom Tätowierer auf

auch noch, als ich mir unter diesem Motiv,

als übernächstes Projekt „gerettet“, aber

mein Bein gezaubert, und auch wenn ich

hier in Köln bei einem sehr zwielichtigen

nicht von ihm. Die Band ist allerdings gut.

es liebevoll als „90er Fail“ bezeichne, und

Tätowierer in einem Shop in Ehrenfeld,

Ich empfehle hiermit noch das Tattoo-

seit Ewigkeiten vorhabe, es ausweiten oder

nach der unverschämten Aufforderung,

Studio in der Subbelrather Straße, „See-

verbessern zu lassen, möchte ich es nicht

mich obenrum zu entkleiden, seinen

mann Tätowierungen“ in Köln-Ehrenfeld.

mehr missen. Auch wenn es als einziges null

Namen stechen ließ – „Semih“.

Nora

Foto: Hanna Witte

D

as erste Tattoo, das ich mir stechen


kรถrperstyling

15


Körperstyling

Jede Sekunde

Z

ugegeben, nicht jedes

Tanktop rumlaufe, um meine Körperkunst

meiner Tattoos hat

offensiv zur Schau zu tragen. Die Tattoos

eine tiefere Bedeutung.

sind in erster Linie für mich.

Das Porträt meines Vaters,

Dass das Bild meines Papas auf dem

der im Alter von 39 Jahren

Unterarm, einer unbestritten prominen-

gestorben ist, als ich fünfzehn

ten Stelle, gelandet ist, hat einen einfa-

war, dagegen schon. Die Täto-

chen Grund: Andere Stellen waren bereits

wierung habe ich ihm zu Ehren

tätowiert – oder verplant. Außerdem eig-

und zum Gedenken stechen

nen sich nicht alle Hautpartien für solch ein Motiv.

lassen. Ich habe mehrere großflächi-

Aufmerksame Zeitgenossen sprechen

ge Tattoos, die die meisten

mich natürlich auf das Gedenktattoo an.

Menschen in meinem

Da mein Vater und ich uns sehr ähnlich

Umfeld nicht ken-

sehen, folgt automatisch: „Ist das dein

nen oder wahr-

Papa?“ Daran schließt sich oft die schmer-

nehmen, weil ich

zende Frage an, ob er tot sei.

eben nicht im

Das habe ich, ehrlich gestanden, vorher

Winter (und

nicht bedacht. Ich erzähle von ihm, wenn

auch nicht im

man mich fragt, aber die Gelegenheiten

Sommer) im

häufen sich seit dem Tattoo. Und das reißt immer wieder alte Wunden auf. Denn meinen Papa vermisse ich heute noch, mehr als fünfundzwanzig Jahre nach seinem Tod, als hätte ich ihn erst gestern verloren. Sein Porträt erinnert mich jeden Tag daran, wie kurz das Leben sein kann – und dass jede einzelne Sekunde wertvoll ist. Nadine Buranaseda

Foto: Ingo Buranaseda

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körperstyling

Bonny und Clayd Mein erstes Tattoo bekam ich mit 14 Jahren. Es wurde von einem Mädel in einem Aufnahmeheim gestochen - mit drei Nadeln. Es war sehr unprofessionell, aber ich war damals zufrieden damit. Zu diesem Zeitpunkt gab es einen Menschen in meinem Leben, durch den sich vieles verändert hatte. Deshalb ließ ich mir die Anfangsbuchstaben seines Vor- und Kosenamens auf den Arm stechen. Stolz trug ich das Tattoo viele Jahre, und immer, wenn mich jemand fragte, was es bedeutete, ließ ich der Fantasie der Leute freien Lauf. Das war mein Geheimnis. Danach folgten viele Ereignisse, die ich nicht auf der Haut festhielt, bis ich meine Hündin Bonny bekam. Eine kleine Hündin aus

Ungarn, die in schlechtem Zustand war, als sie als Welpe zu mir kam. Ich musste sie damals aber zurücklassen, als ich auf der Straße landete und nicht mehr für mich selbst sorgen konnte. Ihr Name Bonny ziert seitdem meinen Arm. Ich habe deshalb jahrelang getrauert und konnte nicht darüber sprechen. Mit Clayd, meinem Seelenhund, kam das Glück zu mir zurück. Auch er kam in schlechtem Zustand zu mir. Ich wollte etwas Bleibendes von ihm immer bei mir tragen, und so entstand der Wunsch nach dem nächsten Tattoo. Außerdem fand ich das alte nicht mehr so aktuell und überlegte, wie ich es übertätowieren lassen könnte. Meine Bekannte kannte damals jemanden, der Tattoos machte, und

ich fragte ihn, ob er mir Clayds Pfote tätowieren könnte. Dafür nahm ich ein Stempelkissen und holte mir seine Pfote original auf Papier. Die wurde dann aufgezeichnet und gestochen – zusammen mit den Namen meiner beiden wichtigsten Tiere, direkt über dem alten Tattoo. So habe ich für immer etwas bei mir, das mich mit Bonny und Clayd verbindet und kann es auch nach außen zeigen. Ich habe mir immer ein Hundepärchen gewünscht, doch ging das ja leider nicht. Deshalb habe ich meinen Hund Clayd genannt, damit wenigstens die Namen an ein Pärchen erinnern. Und hoffe sehr, dass ich irgendwann mal mit ihm zusammen auf einem Waldfriedhof begraben werde und er auch dort bei mir ist. Kölsche Linda

Du gehst jeden Tag nach Hause. An ihm vorbei.

Dr. Peter Deubner Stiftung

Kölner Obdachlosen Frühstück Jede Hilfe zählt!

www.deubner-stiftung.de Foto: Ingrid Bahß

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körperstyling

Foto-Geschichte: Skin Deep

Mehr als nur Tattoos sehen Fotograf Steven Burton verbrachte mehr als 400 Stunden damit, Tätowierungen von ehemaligen Bandenmitgliedern digital zu entfernen, um Menschen zu helfen, mehr als nur die Tinte zu sehen. In The Curbside Chronicle erzählt er über seine emotionale Fotoserie, „Skin Deep: Looking Beyond the Tattoos“, in der er die Geschichten von Männern und Frauen mithilfe von Bildern aufzeigt. Von Jim Downey

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körperstyling

A

uf den Seiten von „Skin Deep: Loo-

Wie viele Personen haben Sie für dieses Pro-

Gesichtsbereich, damit das Konzept Sinn

king Beyond the Tattoos“, das zu

jekt fotografiert? Gab es ein Auswahlverfah-

machte. Wenn ich einen Homeboy fotogra-

einer emotionalen Serie wurde,

ren oder haben Sie mit jedem, mit dem Sie

fierte, fragte ich ihn danach, mir zu helfen,

stellt Steven Burton die dauerhaften

in Kontakt waren, gearbeitet? Wie haben

andere Teilnehmer zu finden, die ebenfalls

Effekte, die Tattoos auf Ex-Gangmitglieder

die Teilnehmer von Ihrem Projekt erfahren?

daran interessiert sein könnten. Das war

haben, wie wir sie als Gesellschaft beur-

SB: Ich habe 27 Personen fotografiert. Als

eine spannende Phase des Projekts.

teilen und auch wie sie über sich selbst

mir die Idee kam, bin ich nach Hause

urteilen, ins richtige Licht.

gegangen und habe Bilder von tätowierten

Hat sich Homeboy Industries bei Ihnen gemel-

Mit Hilfe seiner Fotografien versucht

Gangmitgliedern aus dem Internet genom-

det oder haben Sie das Konzept für Skin Deep

Burton eine Gruppe von Menschen, die

men, um diese Idee zu testen. Ich habe die

angesprochen? Wie hat sich alles entwickelt,

wegen ihres Aussehens all zu oft von der

Vorher- und Nachher-Porträts in GIFF-Bil-

um Teilnehmer für Ihr Projekt zu finden?

Gesellschaft dämonisiert werden, ein

der umgewandelt, in denen die Tattoos

SB: Zu anfangs fand ich bei Homeboy

humanes Antlitz zu geben. Die meisten

einmal sichtbar und einmal verschwunden

Industries die Teilnehmer. Pfarrer Greg

der Personen, die fotografiert wurden,

waren. Dann lud ich sie auf mein Handy

und die Menschen dort waren meine Ins-

haben sich schon seit Jahrzehnten nicht

und rannte rüber zu Homeboy Industries,

piration, aber sie hatten alle Hände voll

mehr ohne Tattoos gesehen und viele von

um diese Idee vorzuschlagen.

zu tun, ihren Kunden zu helfen und Geld

ihnen waren gerade dabei, sie entfernen

Ich zeigte es Fabian Debora (einem Dro-

aufzubringen, sodass es verständlich war,

zu lassen, in der Hoffnung auf eine besse-

genberater und ortsansässiger Künstler)

dass mein Projekt das Letzte war, was sie

re Zukunft.

bei Homeboy und er war von dem Kon-

im Kopf hatten, zu dem Zeitpunkt, als ich

Er hofft, dass die Bilder und persönli-

zept begeistert. Ich überzeugte vier Home-

die Unterstützung am meisten brauchte

chen Geschichten dieser Personen den

boys, sie fotografieren zu dürfen. Nach

und tätowierte Personen finden musste,

Lesern einen Eindruck des Leben der

einer Woche kam ich zurück, um ihnen

um das Projekt fortsetzen zu können.

Ex-Gangmitglieder verschaffen, Mitgefühl

die Bilder zu zeigen und sie zu interview-

Ich trieb dennoch meinen Plan voran in

erwecken und ein Verständnis für Men-

en, ohne zu wissen, wie sie reagieren wür-

der Hoffnung, dass dieses Projekt ihnen auf

schen jenseits ihres Aussehens und ihrer

den. Marcos Luna war der erste Befragte

eine Art und Weise langfristig helfen würde.

Vergangenheit schaffen und sie schließlich

und seine Reaktion machte mir bewusst,

als die erscheinen lassen, die sie wirklich

wie stark dieses Konzept war.

unter der Tätowierung sind.

Es machte seine Runde, dass ich digital

Gab es irgendwelche Herausforderungen beim Fotografieren?

Tattoos entfernte, aber es brauchte Zeit, bis

SB: Ich hatte genau Vorstellungen, wie ich

Warum Ex-Gangmitglieder? Was hat Sie an

ich die richtigen Personen fand, die stark

die Homeboys fotografieren wollte. Das

deren Geschichte interessiert?

genug tätowiert waren, besonders im

Fotografieren selbst war nicht schwer,

Steven Burton: Ein Freund von mir arbeitete bei Homeboy Industries und hat mir die Dokumentation G-Dog gezeigt, in der es um Pfarrer Greg Boyle und Homeboy Industries geht, welches eine NGO ist, die er gegründet hat und leitet. Nachdem ich den Film gesehen hatte, war ich von den Homeboys und -girls (wie sich die ehemaligen Gangmitglieder selbst nennen) bewegt und von Pfarrer Greg inspiriert, wie er versuchte, ihre Leben aller Widrigkeiten zum Trotz zu ändern. Da wusste ich, dass ich etwas dazu beitragen musste, um die allgemeine Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Ich verstand das ganze Prinzip aber erst, als ich herausfand, dass die Entfernung der Tattoos ein so wichtiger Teil des Austritts aus der Gang war.

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körperstyling

letzt. Er wäre verärgert, aber er ist jetzt tot. Wenn ich im Bus sitze, möchte sich niemand neben mich setzen. Sie stehen lieber, als dass sie sich neben mich setzen. Hier das gibt mir das Gefühl, als ob ich ein gewöhnlicher Zuschauer wäre, ein normaler Mensch. Und hier das erinnert mich an die ganze Scheiße, die ich erlebt habe. Dieser Typ hier ist ein Spießer, eine durchschnittliche Person. Wahrscheinlich einer, der fleißig arbeitet. Und dieser Typ hier… ich weiß nicht. Ich bedauere diesen Mist. Ich bedauere die Tätowierungen, ich bedauere alles. Ich habe mich verändert. Ich versuche jetzt jemand zu sein.

aber die Herausforderung liegt darin, Teil-

Marcos Luna

nehmer zu finden und sie zu überzeugen,

Ich weiß nicht, wie die Menschen über

dass meine Absichten in ihrem besten

diese zwei Individuen urteilen würden.

David Williams

Interesse sind. Die einzigartige Idee ver-

Das ist ein menschliches Wesen. Ein

Ich liebe es, meinen Jungen zu sehen. Mei-

schaffte mir den Vorteil.

Mensch. Ich bin so wie du, eh?

nen fünf Jahre alten Jungen. Ich liebe ihn über alles und würde alles für ihn tun. Er

Nachdem viel Zeit verstrichen war, die Porträts am Computer nachzubearbeiten,

Calvin Hastings

flippt jetzt bereits über meine Tattoos aus.

war es sehr schwierig, alle Personen aus-

Wenn ich das Foto ohne die Tattoos von

Er fragt mich, warum ich Hörner habe. Ich

findig zu machen, die ich fotografiert hat-

mir sehe, sehe ich es als den Anfang mei-

weiß nicht, was ich ihm sagen soll. Ich weiß

te. Die meisten Homeboys hatten ihre

nes Lebens.

nicht, was ich einem Fünfjährigen sagen soll, verstehst du? Manchmal denke ich

Telefonnummern geändert (was sie oft machen) und manche waren verschwun-

Dennis Zamaran

mir, wenn ich nicht da bin, wird er nicht

den oder wieder zurück in der Gang und/

Mein Vater hatte nichts mit Gangs zu tun,

so wie ich. Er würde niemals so wie ich

oder süchtig.

aber er war in Kartelle verstrickt, den

sein, weil er mich nicht so sehen würde

Ich habe viele Stunden in meinem Auto

mexikanischen Kartellen. Das heißt, er hat

wie ich bin. Und dann wiederum denke

vor Homeboy Industries oder im Home-

Drogen verkauft und gekokst. Aber wenn

ich, ein Kind braucht seinen Vater.

boy Cafe verbracht, in der Hoffnung, dass

er da war, war er der beste Vater. Er kauf-

Ich sah meinen Vater überall mit Tat-

ich ein bekanntes Gesicht wiedersehe. Das

te uns, was immer wir wollten und schlug

toos und er sah groß und böse aus. Ich sah

ist das erste Mal, dass ich ein Video gedreht

uns nie, aber er war immer im Gefängnis.

ihn mit Waffen und anderen Dingen her-

und jemanden interviewt habe, und mein

Die ganze Zeit.

umrennen. Ich hatte das Gefühl, dass ich

nordenglischer Akzent hat es dabei nicht leichter gemacht.

Die Gangmitglieder

Er wurde wegen einem Mädchen umge-

so wie er sein musste, weil er mein Vater

bracht. Sie haben ihm in den Kopf geschos-

ist, verstehst du? Er wollte nicht, dass ich

sen, ihn in einen Müllbeutel getan, dann

so aussehe, aber er nahm immer Drogen,

in einen Schlafsack und ihn dann irgend-

also konnte er mich nicht davon abhalten.

wo in der heißen Wüste gelassen. Als sie

20

Francisco Flores

ihn schließlich fanden, war er zu sehr ver-

Samuel Gonzalez

Ich habe das nicht gesehen, seitdem ich

west, um eine Bestattungszeremonie für

Ich glaube, meine Oma würde ausflippen.

13 Jahre alt war. Ein paar Tattoos verän-

ihn zu vollziehen. Es ist verrückt, weil ich

Als sie mich das erste Mal sah, musste sie

dern dich und lassen dich anders ausse-

immer dachte, dass mein Vater unsterblich

weinen. Sie kennt sich nicht wirklich aus

hen. Ich glaube, ich würde mehr akzep-

sei. Ich glaubte, dass er 20 Mal erschossen

mit Gangs und solchen Sachen.

tiert werden, wenn ich mehr so wie hier

werden konnte und nie sterben würde.

aussehe als da [tätowiert], ohne irgendwas

Aber ich kann nicht verstehen, wie man

auf meinem Gesicht oder Armen. Ich glau-

sich nicht ändern kann.

Stevens Fotografie bei stevenburtonphotography.com

be, wenn ich gar nichts hätte, würde ich

Es ist verrückt, weil mein Vater hasste

Übersetzt aus dem Englischen

von Arbeitgebern und anderen mehr

Tattoos. Mein Vater hasste Tattoos leiden-

ins Deutsche von Claudia Flanner.

akzeptiert werden. Ich würde nicht so

schaftlich. Wenn er mich jetzt sehen könn-

Mit freundlicher Genehmigung von

schlecht beurteilt werden.

te und wie ich aussehe, wäre er sicher ver-

The Curbside Chronicle / INSP.ngo


spuren der armut

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begleiten und fördern I beraten und anleiten

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cartoon/kolumne

Was machen die Schülerproteste mit Trump? In Washington und anderen US-Städten demonstrieren hunderttausende Schüler und Angehörige für eine restriktivere Verschärfung des Waffenrechts.

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Cartoon: Heiko Sakurai

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Buchtipps

Ingrid Müller-Münch, Autorin und ehemalige Korrespondentin der Nachrichtenagentur Reuters und der „Frankfurter Rundschau“, Redakteurin beim „Stern“ und Mitarbeiterin beim WDR, unterstützt den DRAUSSENSEITER seit vielen Jahren als freie Mitarbeiterin.

Tony Parsons

Fiona Barton

Ellen Sandberg

„In eisiger Nacht“

„The Child“

„Die Vergessenen“

 Dieses Buch des englischen Topjournalisten Tony Parsons schrabbt so nah an der Realität entlang, dass es einem heiß und kalt wird. Zunächst einmal kalt, bitter kalt. So wie dem Dutzend junger Frauen, die in einem LKW erfrieren, der sie illegal aus Südeuropa nach England karrt. Detective beim Londoner Morddezernat, Max Wolfe, findet die toten Frauen. Abgestellt wie ein Stück Dreck. In einem Kühllaster, dessen Fahrer sich aus dem Staub gemacht hat. Vorne im Führerhaus entdeckt die Polizei 13 Pässe, hat aber nur 12 Leichen. Wo steckt die 13te? Max Wolfe steht vor einem Rätsel. Und gräbt sich ein, in die Welt der Menschenschlepper, der Frauenhändler, derjenigen, die den Markt in London unter sich aufgeteilt haben. Die vor nichts zurückschrecken. Keine Moral, kein Gewissen haben. Die die Not der Flüchtlinge ausnutzen, ihnen Versprechen machen. Und sie töten, ausbeuten, erniedrigen, missbrauchen. Es ist die Geschichte eines Alltags, der sich längst hier in Europa abspielt. In den grauen Dickichten der Illegalen von Calais, die verzweifelt versuchen, nach England zu kommen. In den Dörfern Rumäniens oder Serbiens, wo die Dorfschönheit als Krankenschwester in den Westen will - und als Prostituierte irgendwo landet. Es ist die Geschichte derjenigen, die an diesem Handel viel Geld verdienen. Max Wolfe lässt nicht locker. Und ein klein wenig Gerechtigkeit erlangt er für die vielen unbekannten Frauen, die diesen Weg gehen mussten und dabei untergingen. Ein herzergreifender Krimi, für den es starke Nerven braucht, vor allem deshalb, weil er so nah an der Realität ist. Eine ganz große Geschichte, die Parsons da entworfen hat. Europa am Rande des Abgrunds. Eine Realität, die sonst gerne verdrängt wird. Aber als Krimi plötzlich Gestalt annimmt.

  Die ehemalige Gerichtsreporterin und ausgezeichnete britische Journalistin Fiona Barton versteht es wirklich, Spannung zu erzeugen. So geschickt hat sie die Lösung verborgen, dass man von ihr zwar überrumpelt wird, sie aber nur logisch erscheint. Emma, 40 Jahre alt, verheiratet, schlägt sich schon ihr ganzes Erwachsenenleben mit einem dunklen Geheimnis herum. Ein Geheimnis, das an dem Tag wieder an die Oberfläche kehrt, als sie im „Evening Standard“ eine kleine Meldung liest. Über das Skelett eines Babys, das auf einer Baustelle gefunden wurde, in dessen Nähe sie als Kind und junges Mädchen lebte. Ihr ist sofort klar: dieses tote Baby ist ihr Baby. Doch dann liest sie, dass eine DNA-Untersuchung ergeben hat, das tote Neugeborene ist eindeutig das Kind von Angela und Nick, deren Baby Alice vor über 20 Jahren direkt nach der Geburt aus dem Krankenhaus entführt wurde. Wie kann das sein? Es können doch wohl schlecht zwei Babies an der gleichen Stelle begraben worden sein? Doch dann mischt sich die Journalistin Kate Waters ein. Sie hat die Meldung über die Babyleiche in die Zeitung gesetzt. Sie hat den richtigen Riecher dafür, dass hinter diesem Skelett eine Riesenstory steckt. Eine Story, die ihr Leben, aber auch das Leben von Emma ebenso wie das der Eltern der damals verschwundenen und entführten Alice ordentlich durchschütteln wird. Eine grandios verwirrende Geschichte. So verwirrend, dass Fiona Barton sich eigentlich ins Fäustchen lachen muss bei dem Gedanken daran, wie sie uns alle an der Nase herumführt. Und das gekonnt, szenisch dicht, einfach mit viel Verve. Ein Psychodrama, dem man bis zuletzt atemlos folgt.

  Das Thema ist hochaktuell und noch immer brisant. Über 90 Jahre alte ehemalige Nazis, die unbehelligt ihren Lebensabend genießen, werden plötzlich aufgeschreckt. Durch eine Justiz, die sich ihrer Gräueltaten als KZ-Aufseher erinnert. Oder, wie in diesem Krimi, durch Aktenfunde, die einen Biedermann als eiskalten Mörder entlarven könnten. Doch ob es so weit kommt, lässt die hier zum ersten Mal unter Pseudonym schreibende Münchner Autorin Inge Löhnig bis zuletzt offen. Und sorgt damit für anhaltende Spannung. Ihre Hauptfigur, Manolis Lefteris, der zwar ein Autohaus führt, aber einen gut bezahlten dunklen Nebenjob ausübt, ist so etwas wie ein Mann für alle Fälle. Eigentlich schreckt er vor nichts zurück. Doch diesmal geht ihm die Sache irgendwann einfach zu sehr unter die Haut. Der Fall beginnt harmlos und unverdächtig. So soll Lefteris lediglich einer alten Dame ein paar Akten entwenden. Für ihn ein Klacks. Aber dann stellt sich heraus, dass sich hinter diesen Dokumenten die dunkle Vergangenheit eines mächtigen Unternehmers verbirgt. Erst nach und nach merkt Lefteris, dass dieser Auftrag auch etwas mit seiner eigenen Lebensgeschichte zu tun hat. Und dass nicht nur die alte Dame einst verstrickt war in ein Verbrechen, dem Tausende unschuldige Kinder und Erwachsene zum Opfer fielen. Denn der Mann, den die alte Frau als junge Krankenschwester liebte, dieser Mann ist ein Monster. Jemand, der gnadenlos Kinder tötete. Und - wie Lefteris herausfindet damit bis heute ungeschoren davonkam. Eine gelungene Verstrickung historischer Wahrheiten mit einem fiktiven, in der heutigen Zeit angesiedelten Kriminalfall. Ein Buch, das Geschichte auf geradezu erschreckend spannende Weise lebendig werden lässt. Ein absolutes Muss.

Tony Parsons: „In eisiger Nacht“. Lübbe, 334 Seiten, 15 Euro.

Fiona Barton: „The Child – Du kannst die Vergangenheit begraben, aber die Wahrheit lebt weiter“. Wunderlich, 473 Seiten, 14,99 Euro.

Ellen Sandberg: „Die Vergessenen“. Penguin-Verlag, 508 Seiten, 7,50 Euro. 23


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IMPRESSUM Redaktionsleitung Christina Bacher (cb), bacher@draussenseiter-koeln.de www.draussenseiter-koeln.de Redaktionsassistenz Sabrina Burbach, burbach@draussenseiter-koeln.de Herzlichen Dank allen freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieser Ausgabe. Lektorat Barbara Feltes Titelgestaltung Deborah Keser Gestaltung Innenseiten Petra Piskar, de haar grafikdesign, www.dehaar-grafikdesign.de Titelfoto Hanna Witte Fotos Christina Bacher, Marie Breer, Ingo Buranaseda, Sabrina Burbach, Steven Burton, kreativ-megapixel, Matias Rocamora, Hanna Witte, Miriam Wolf

24

Die Bestellung wird erst wirksam, wenn sie nicht binnen einer Frist von 10 Tagen schriftlich widerrufen wird. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs. Das Abo kann jederzeit gekündigt werden.

Cartoon Heiko Sakurai Druck druckdiscount24.de Abos Martina Jühlke, juehlke@oase-koeln.de Vertrieb Ali Baran Herausgeber Benedikt-Labre e.V. – OASE Alfred-Schütte-Allee 4, 50679 Köln Tel.: 0221 / 98 93 53-0, Fax: 0221 / 98 93 53 16 Depots (nur für Verkäufer) Gulliver, Trankgasse 20, Bahnbogen 1, 50667 Köln Kiosk Orman, Salierring 15, 50677 Köln OASE, Alfred-Schütte-Allee 2-4, 50679 Köln Vringstreff, Im Ferkulum 42, 50678 Köln Verkauf öffentlich Agnesbuchhandlung, Neusser Straße 63, 50670 Köln Buchladen Neusser Straße, Neusser Str. 197, 50733 Köln Bunt Buchhandlung, Venloer Straße 338, 50823 Köln

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vorschau

Eintritt frei z Konzert

Domkonzert Weder Feldman, noch Beckett mochten Oper. Weder schätzte es Beckett, seine Texte vertont zu hören, noch vertonte Feldman gerne Texte. Weder kannte Beckett Feldmans Musik, noch nannte er seine Vorlage ein Gedicht. Dennoch schufen beide Künstler gemeinsam eines der außergewöhnlichsten Musiktheaterwerke der letzten 50 Jahre. Auf einer Postkarte sandte Beckett an Feldman schließlich in 87 Worten den gesamten Librettotext. Hin und her im Schatten vom inneren zum äußeren Schatten … Feldman schuf daraus einen kongenialen Einakter für Sopran und Orchester. Bei dieser erstmaligen Aufführung im Kölner Dom unter Leitung von Francois-Xavier Roth reflektiert Feldmans schwebende Musik nicht nur das Mysterium der menschlichen Existenz, sie umkreist auch Glaubens-Fragen, die über die Wirklichkeit hinausgehen.

War man erst einmal in Spanien, konnte man Hoffnung schöpfen, den Nazis zu entkommen.

Foto: Matias Rocamora

Pfade ins Exil

F

lüchtlinge – woher sie kommen, wie sie leben, was sie empfinden: Das Thema hat uns Deutsche schon vor 80 Jahren bewegt, als die Nazis Bücher verbrannten und Schriftsteller um ihr Leben fürchten mussten. Autoren von Weltrang, junge aufstrebende Schriftsteller – sie alle begaben sich auf die Flucht, und nicht wenige strandeten in einem kleinen Fischerdorf an der französischen Mittelmeerküste. Dort, in Sanary-sur-Mer, hofften Menschen wie Lion Feuchtwanger, Bertolt Brecht, Franz Werfel und viele andere auf das Ende der Hitlerdiktatur. Manche blieben nur kurz, andere so lange, bis man sie auch von hier wieder vertrieb. In der Hauptreisezeit der Deutschen wollen wir diese Wege nochmals gehen – literarisch.

Programm Morton Feldman: „Neither“ für Sopran und Orchester Text von Samuel Beckett (1977) Lisa Streich: AGNEL für 12-stimmigen Chor, Objekte, Chorknaben und Elektronik (2013) Mitwirkende Laura Aikin, Sopran; Vokalensemble Kölner Dom; Eberhard Metternich, Einstudierung Gürzenich-Orchester Köln; François-Xavier Roth, Dirigent Wann: 25. Mai 2018, 20 Uhr Wo: Kölner Dom, Domkloster 4, 50667 Köln Veranstalter: Gürzenich-Orchester, Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln Weitere Infos siehe www.stadt-koeln.de www.guerzenich-orchester.de

Der nächste DRAUSSENSEITER erscheint zum 1. Juni 2018. Mehr dazu unter www.draussenseiter-koeln.de und auf www.facebook.com/Draussenseiter-DasKölner-Strassenmagazin-106192356124749. 25


service

n Kontakt- u. Beratungsstelle Rochus (SKM)

Foto: Hanna Witte

Bartholomäus-Schinkstr. 6, 50825 Köln, Tel.: 3377063-4, rochus@skm-koeln.de http://skm-koeln.de/9.0/9.1.8/rochus-p.html Angebote: täglich warmes Essen von 12-14 Uhr, kalte u. warme Getränke, Duschmöglichkeit (Behindertendusche u. -toilette), Wäsche waschen Mo bis Do von 11:00-14:30 Uhr, Beratung täglich von 11-15 Uhr und nach Vereinbarung, Medizinische Sprechstunde Di + Do von 12:30 13:30 Uhr, Postadresse, Betreutes Wohnen, PC-Nutzung mit Internetzugang, Samstags Frühstück. Die Wochenenden sind geschlossen. Kleiderkammer: Ausgabe von Kleidung nur notfallmäßig für Besucher der Kontaktstell. Öffnungszeiten: Mo bis Fr 11-15 Uhr, Sa 10-14 Uhr, So 10-14 Uhr

n Sozialdienst Katholischer Männer e.V.

Für Alle n Diakoniehaus Salierring Fachdienst für Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe d. Diakonischen Werkes Köln und Region, Salierring 19, 50677 Köln, Tel.: 27 69 70-0, verwaltung.salierring@ diakonie-koeln.de, www. diakonie-koeln.de Beratung: Mo bis Fr 9-12 Uhr, Di + Mi 16-18.30 Uhr (u. a. Postadressen u. Treuhandkonten) Straffälligenhilfe: Zeiten wie oben Tagestreff: Mo bis Fr 8.30-12.30 Uhr, Frühstück, (donnerstags auch Mittagessen), Duschen, Wäschekeller, Aufbewahrung, Internetzugang Kleiderkammer: Di u. Do 9-11.30 Uhr Krankenwohnung, Betreutes Wohnen § 67 SGB XII, Ambulante Begleitung gem. § 67 SGB XII, Betreutes Wohnen § 53 SG XII, Clearingstelle Claro im Trägerverbund

n Emmaus Geestemünder Str. 42, 50725 Köln, Tel.: 971 17 31, info@emmaus-koeln.de, www.emmaus-koeln.de

n Lobby-Restaurant LoRe des KALZ für Berber und Banker Domstr. 81, Nähe Hauptbahnhof, 50668 Köln, info@koelnerarbeitslosenzentrum.de, www.koelnerarbeitslosenzentrum.de Mittagessen: Mo, Di 12 -16 Uhr, Mi, Do, Fr 12 -15.30 Uhr

n Kölner Obdachlosenfrühstück, Peter-Deubner-Stiftung Tel.: 430 39 83 Angebote: 9 -11 Uhr: Kostenloses sonntägliches Frühstück jeden 2. u. 3. Sonntag im Monat im Vringstreff, Im Ferkelum 42, jeden 4. Sonntag in der MüTZe, Berliner Str. 77, Köln-Mülheim

n GUBBIO Obdachlosenseelsorge Ulrichgasse 27-29, 50577 Köln, www.gubbio.de Öffnungszeiten: Di, Mi 14 – 17 Uhr Angebote: Raum zum Gespräch, Bibelstunde, Meditation, thematische Gesprächskreise, religiöse Filme

Bahnhofsvorplatz 2a (1. Etage), 50667 Köln-Innenstadt, Tel.: 13 49 19, kontaktstelle@skm-koeln.de, www.skm-koeln.de Angebot: Aufenthaltsmöglichkeit, Begegnung, Freizeitangebote, (Spieleangebot, Kaffee), Essen, Duschen, Wäschepflege, Schreibhilfe, Telefonmöglichkeit, mediz. Versorgung, PC-Nutzung mit Internetzugang Kontaktstellenbereich/Tagestreff: Mo. bis Fr.: 12.00 bis 15.30 Uhr (Essensangebot: 12.00 bis 14.00 Uhr) So. und Feiertage: 12.00 bis 13.00 Uhr Samstags geschlossen Beratung (auch anonym): Mo, Mi, Do, Fr 9-11.30 Uhr, Mo bis Fr 14-15.30 Uhr

n Vringstreff e.V. Für Menschen mit und ohne Wohnung Im Ferkulum 42, 50678 Köln, Tel.: 278 56 56, info@vringstreff.de, www.vringstreff.de Mo bis Do 11.30-17 Uhr, Fr 9-12 Uhr Jeden 2. und 3. Sonntag Obdachlosenfrühstück 9-11 Uhr, Café, Freizeitangebote, Veranstaltungen, Beratung

Versorgung, Mo bis Fr ab 21 Uhr Leben und Arbeiten in Gemeinschaft, günstiger Einkauf von Secondhand-Artikeln, DritteWelt-Arbeit durch Versand von Hilfslieferungen

n Gulliver – Überlebensstation für Obdachlose Trankgasse 20, Nähe Hauptbahnhof, 50667 Köln, Tel.: 120 60 91 Duschen, Toiletten, Waschmaschinen, Trockner, Tagesschlafraum, Postadressen, Caféteria mit Frühstück und Snacks, Beratungsangebote, Internetzugang, Kunstausstellungen, Handyladestation, Gepäckaufbewahrung Öffnungszeiten: Mo bis Fr 6-12 Uhr u. 13-18 Uhr, Wochenende und Feiertage 10-18 Uhr Kleiderkammer: Do 13.30-15.30 Uhr

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Foto: Christina Bacher

Appelhofplatz: Essenausgabe u. medizinische


service

Nur für Frauen

n Bürger für Obdachlose e.V. Basislager Gebrauchtwarenkaufhaus Bürger für Obdachlose e.V. Basislager: Silcherstr. 11, 50827 Köln Tel.: 640 22 68, info@bfoev.de

n agisra e.V.

Foto: Marie Breer

Kleiderkammer, Gebrauchtwaren-Kaufhaus für Jedermann, Arbeitsprojekt und Suppenküche. Obdachlose können gerne auch Kleidung, Schlafsäcke etc. in unserem Gebrauchtwaren-Kaufhaus kostenlos bei uns beziehen. Gemeinsam mit Emmaus betreibt der Verein die Suppenküche am Appelhofplatz.

Vringstreff

n Initiative Bauen Wohnen Arbeiten e.V. Peter-Michels-Str. 1-9, 50827 Köln Tel.: 0221/ 9535301, Fax: 0221/ 5948789 ibwa@netcologne.de www.bauenwohnenarbeiten.de Angebot: Arbeitsgelegenheiten, Beschäftigung, Wohnen, Betreutes Wohnen

Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen Martinstr. 20a, 50667 Köln, Tel.: 0221/124019 oder 1390392, www.agisra.org Beratung nach Terminvereinbarung, Telefonische Sprechzeiten: Mo, Di und Do 10-15 Uhr

n Café Auszeit Kontakt -und Beratungstelle für wohnungslose Frauen Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695310, cafe-auszeit@skf-koeln.de Tägl. Essensangebot, Duschen & Baden, Wäschepflege, Kleiderkammer, Postadresse, Schließfachnutzung, Beratung und Soforthilfe, Mo, Di, Do, Fr 11-15 Uhr, Mi 15-19 Uhr, u. nach Vereinbarung

n Comeback

Sprechstunde Mobiler Medizinischer Dienst: Montag 10.30-11.30 Uhr und Donnerstag 13.30-14.15 Uhr

Kleiderkammer/Duschen: Montags ab 10.30 Uhr Donnerstags ab 13.00 Uhr Computer-Nutzung: nach Vereinbarung Weitere Angebote: Gepäckaufbewahrung

Mädchenberatung rechtsrheinisch Buchheimer Str. 56, 51063 Köln-Mülheim Tel.: 0221/890 55 47 maedchenberatung-rechtsrhein@lobbyfuer-maedchen.de Mi bis Fr ganztägig nach Vereinbarung Fr 14-18 h ohne Anmeldung

n Mäc-Up

Essen, Trinken, Dusche, Wäsche waschen, Second-Hand-Kleidung, medizinische Versorgung, Beratung Öffnungszeiten: Mo., Mi., Do. und Fr. von 12-15.30 Uhr Di. von 10-13 Uhr, Frühstück gibt es Di. und Mi., gekocht wird Mo. und Fr.

n Elisabeth-Fry-Haus

Nur für Männer

Notaufnahmeheim für Frauen und Frauen mit Kindern, Schutz, Übernachtung, Verpflegung, Wohnen, Beratung und Begleitung. Das Haus ist rund um die Uhr geöffnet.

Montag 10.30–13 Uhr, Dienstag 13–16 Uhr, Donnerstag 13–16 Uhr, Freitag 11.30–13 Uhr Frühstück: Montag 10.30–13 Uhr

Mo bis Do: ganztägig nach Vereinbarung Mi 14-16 Uhr: ohne Anmeldung Di 10-11 Uhr, Do 14-15 Uhr: telefonische Beratung, Di 16-18 Uhr: kostenlose Betreuung Ess-Störungen 0800 5 03 58 85

Täglich geöffnet von 20 bis 10 Uhr. Angebot für wohnungslose Frauen und Frauen in Notlagen: Schutz, Übernachten, Essen, Duschen, Wäsche waschen, Kleiderkammer, PC und Internetnutzung. Tiere sind erlaubt. Beratung und Vermittlung an weiterführende Hilfen sind möglich.

Alfred Schütte Allee 4, 50679 Köln, Tel. 0221/9893530 kontakt@oase-koeln.de www.oase-koeln.de

Offener Treff:

Mädchenberatung linksrheinisch Fridolinstr. 14, 50823 Köln-Ehrenfeld Tel.: 0221/45 35 56 50 maedchenberatung-linksrhein@lobbyfuer-maedchen.de

Treffpunkt für Mädchen von 14-27 Jahren Gereonstr. 13, Nähe Bahnhof, 50670 Köln, Tel.: 0221/13 35 57

n OASE-Benedikt Labre e.V.

Montag und Freitag 9–13 Uhr, Dienstag und Donnerstag 9–16 Uhr, Mittwoch nach Terminvereinbarung

für Mädchen und junge Frauen Beratung und Begleitung bei Problemen und in Krisensituationen

Notschlafstelle für Frauen, Sozialdienst kath. Frauen e.V., Mauritiussteinweg 77-79, Nähe Neumarkt, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695-210

Albert-Schweizer Straße 2, Nähe Südfriedhof, 50968 Köln, Tel.: 99 56-43 00, efh@diakonie-michaelshoven.de www. diakonie-michaelshoven.de

Kontakt- und Beratungsstelle:

n LOBBY FÜR MÄDCHEN e.V.

n Notschlafstelle für Männer Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 93 12 21-54 (tagsüber) und -26 (ab 18 Uhr), jhk-notaufnahme@johannesbund.de Sozialarbeiterische Beratung, Erarbeitung einer Perspektive, Vermittlung in weiterführende Hilfen Aufnahme: Täglich (auch Sonn- u. Feiertags) ab 18 Uhr für wohnungslose Männer ab 18 Jahren

n Frauen gegen Gewalt e.V. – Notruf und Beratung für vergewaltigte Frauen Herwarthstr. 10, 50672 Köln, Tel.: 56 20 35, mailn „Reso“ – Resozialisierungsabteilung box@notruf-koeln.de, www.notruf-koeln.de Johanneshaus Köln, Annostr. 11, Beratung telefonisch, persönlich und per 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, E-Mail, Begleitung und Unterstützung nach sexualisierter Gewalt; Prozessvorbereitung und Tel.: 931221-54, th.klahr@johannesbund.de

-begleitung; Rechtsberatung; Gruppenangebote Hilfe für wohnungslose Männer mit sozialen Problemlagen nach § 67 SGB XII: Unterbringung, Verpflegung und Selbstversorgung, individuelle n Haus Rosalie Einzelfallhilfen, Beschäftigungsangebote, Gocher Straße 45, 50733 Köln-Nippes, Mo bis Fr.: 8-16.30 Uhr Tel.: 0221/97 30 88 88, haus-rosalie@vinzentinerinnen.de Wohnprojekt für Frauen

Redaktionssitzung DRAUSSENSEITER: siehe Aushang

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e t i e S t e n r e Int e s s e r d A e t ohne fes . e s u a h u Z t h suc Rund 1.500 Kölner haben keine feste Adresse. Die Homeless Homepage auch nicht. Mit dieser ersten obdachlosen Internetseite der Welt macht die OASE auf ihre Arbeit für Menschen in Wohnungsnot aufmerksam. Sie können dazu beitragen, dass diese Aktion viele Menschen erreicht. Etwas Webspace auf Ihrer Unternehmenswebsite genügt. Ihr Engagement kostet Sie keinen Euro und bringt Ihnen zusätzliche Aufmerksamkeit. Geben Sie also der Homeless Homepage ein neues Zuhause. Informationen dazu, wie das geht, finden Sie unter www.homelesshomepage.de

für Wohnungslose und Andere


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Kölner Straßenzeitung Draussenseiter 05/2018: Körperkunst by Draussenseiter - Issuu