27. Jahrgang Nr. 196 Februar 2019
R E T I E S N E S s U A R D IN
GOOD VIBRATIONS
CLAYDS WELT
HELPING HANDS
LOTHARS REISE
Foto: Sandra Eimermacher
Z A G A M N E S S A STR R E N L Ö K S A D
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Engelbertstraße 44 · 50674 Köln Postfach 27 01 26 · 50508 Köln Telefon (02 21) 93 18 00 - 0 Telefax (02 21) 93 18 00 - 66 e-Mail: wpg@mermagen.de Internet: www.mermagen.de Geschäftsführer: Dipl.-Kfm. Wilhelm Mermagen Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Petra Heider Rechtsanwältin und Steuerberaterin
Wir beraten Privatkunden, Freiberufler und Gewerbetreibende. Wir beraten und prüfen Unternehmen, Verbände und gemeinnützige Organisationen und Einrichtungen.
Vorwort
Inhalt
Liebe Leserinnen und Leser,
Vorwort ���������������������������������������������������������������� 3 Inhaltsverzeichnis �������������������������������������������������� 3
trotz des Schmuddelwetters ist Lothar immer draußen unterwegs. Für den 57-jährigen, der in Essen geboren ist und im Stadtteil Zollstock „Platte“ macht, ist Köln zur zweiten Heimat gewor-
Schwerpunkt: Unterwegs
den. Doch manchmal packt ihn das Fernweh. Dann nimmt er nur das Nötigste mit und geht auf monatelange Wanderschaft durch Deutschland. Uns hat der gelernte Diplomingenieur, der zur Zeit als Straßenzeitungsverkäufer und Stadtführer im Einsatz ist, Einblick in seine Reise-Tagebücher gewährt.
S.4
Unterwegs mit Lothar: Einfach laufen ��������������������4-8
Gedicht: Winter ����������������������9 Musik: Leise Songs ganz laut ������������������������� 10-11
S.12 Der harte Kern der Redaktion in der OASE.
S.10
Bericht: Helping Hands Cologne ���������12-13
Foto: Rudolf Fronczek
Silke Wünsch dagegen pflegt eine ganz andere Art der Heimatverbundenheit: Aus einer spontanen Laune heraus gründete sie mit vier weiteren Musikern vor vier Jahren die Band Gäng Latäng. Es sind die leisen Töne, mit denen die Band schon viele begeistert hat, letztlich auch die Jury des Kölsche Musik Bänd Kontests von Loss mer singe. Gemeinsam mit Pläsier, Stadtrand, Rockemarieche und vielen anderen tollen Leuten treten sie am 9.
Studie: Kann Obdachlosigkeit jeden treffen? �������������� 14-15 Flüchtlinge: Die Alltäglichkeit des Horrors ����������������� 16-17 Karnevals-Kostüme – leicht gemacht �������������������������� 19 Aus der OASE ����������������������������������������������������� 20-21 Cartoon/Clayd �������������������������������������������������������� 22 Buch-/CD-Tipps ����������������������������������������������������� 23
Februar 2019 für die OASE im Akazienhof auf. In diesem Sinne allen eine friedliche und furiose Session!
Abo, Impressum ����������������������������������������������������24 Eintritt frei, Vorschau ����������������������������������������������� 25 Service: Adressen �����������������������������������������������26-27
Ganz herzlich,
Öffnungszeiten: OASE e.V. Kontakt- und Beratungsstelle Christina Bacher
Montag und Freitag: 9.00 – 13.00 Uhr Dienstag und Donnerstag: 9.00 – 16.00 Uhr Mittwoch: nach Terminvereinbarung 3
sitzen
Lothar mit einem Teil seines handgeschriebenen Reisetagebuchs. Einige Begriffe kästelt er ein und referenziert sie auf späteren Seiten erneut.
4
sitzen
Einfach laufen... von Sabrina Burbach
5
unterwegs
Lothars Handgepäck steht neben ihm auf der Bank. Mit im Rucksack, zwei Maskottchen: Hamster Anja-Marie und Eisbär Lukas.
G
6
macht, pilgert er nicht nur irgendeinen
der Polizeischule. Vor der ersten Klasse
Verkäufer Lothar, 57, mit einem
fünf Kilometer langen Wanderweg ent-
zieht die Familie ins Rheinland, wo Lothar
Kaffee in den Tag. Wenn es das
lang. Nein. Er ist dann gleich mal für län-
bis heute geblieben ist. Er macht sein Abi-
Budget erlaubt. Heute sieht es gut aus.
ger weg. Zum Beispiel für dreieinhalb
tur mit Mathe und Physik als Leistungs-
Deshalb sitzt er zufrieden in einer Selbst-
Monate. Zu Fuß.
kurs, studiert an der FH Köln Maschinen-
erne startet DRAUSSENSEITER-
bau, arbeitet 25 Jahre lang als Diplom-
bedienungsbäckerei in Köln-Zollstock,
Am 5. Juli 2016 bricht er zum ersten Mal
den Rücken zum Fenster. Der junge Mann
auf, läuft, nur mit einem Umweltbeutel
an der Kasse nickt dem älteren mit dem
mit zwei Fleecedecken darin, einfach los
langen Bart freundlich zu. Man kennt sich.
– von Köln nach Hamburg über Schleswig
Ein einfaches Leben
Gerne nutzt Lothar seine Kaffeepausen als
bis nach München, fast 2.000 Kilometer.
Von einem normalen Alltag raus auf die
kleine Auszeit, sortiert seine Gedanken,
An das Datum erinnert sich Lothar noch
Straße. Wer macht so etwas? In Lothars
schreibt etwas nieder. Oder er trifft sich
ganz genau: „Seit dem Tag bin ich ‚drau-
Fall einer, der immer schon gerne draußen
mit Interessierten zu einem Interview, wie
ßen’.“ Raus aus seiner Wohnung und sei-
war, in der Natur, und der glaubt, dass da
heute. Sein Handgepäck steht neben ihm
nem bürgerlichen Leben. Rückblickend
mehr sein muss, als die gesellschaftlichen
auf der Bank: Ein kleiner Rucksack, gefüllt
wirkt es fast so, als wäre er geflohen. Viel-
Normen vorgeben. Oder besser: weniger.
mit Bechern, einer Flasche, zwei seiner
leicht war es auch so. Ganz genau kann er
Weniger Konsum, weniger Behörden ...
Maskottchen und seinem Reisetagebuch
das nicht sagen. Es gab Schulden, das weiß
Vielleicht auch weniger Verantwortung
– einem karierten DIN A4-Ringbuch ohne
er. Mißbrauchtes Vertrauen und teure
– zumindest was den Papierkram angeht.
Eselsohren, in dem jede Seite sauber in
Telefonverträge. Seitdem ist er nie wieder
Ein einfaches, reduziertes Leben. „Man
Druckbuchstaben beschrieben ist. Darin
in feste vier Wände zurückgekehrt. Dass
braucht gar nicht viel. Mit dem Wenigen,
hält er unter anderem seine Märsche fest.
es mal so kommen würde, war nicht abzu-
was man hat, kriegt man immer Kontakt
Seine Wanderungen, die er von Köln aus
sehen. Ursprünglich stammt Lothar aus
zu anderen“, das hat er unterwegs selbst
unternimmt. Und zu erzählen hat er viel.
Essen. Dort wird er als mittleres von fünf
erfahren. In einer Apotheke schenkte ihm
Denn wenn Lothar sich auf den Weg
Kindern geboren. Der Vater arbeitet bei
eine Verkäuferin Blasenpflaster für seine
Ingenieur, heiratet.
unterwegs
wundgelaufenen Füße. Ein anderes Mal
meine Badehose, Pullover und viele mei-
vorstellen. Vielleicht so ein Baumhaus,
gab ihm eine Frau zehn Euro, weil sie
ner Kuscheltiere, meine Weggefährten“,
wie es die Braunkohle-Gegner im Ham-
angeblich geträumt hatte, dass sie jeman-
erinnert sich Lothar. „Wenigstens ein paar
bacher Forst hatten ... Das wäre was. Und
dem helfen solle. Normalerweise nimmt
hat der Dieb abgemacht und mir da gelas-
da ist er wieder, der Wunsch, nur so viel
Lothar nur Sachspenden an. Und nur so
sen. Meine Frau hat mir dann neue Tiere
zu verbrauchen, wie nötig. Überfluss zu
viel, wie er selbst nutzen oder verbrauchen
gebracht und einen neuen Rucksack.“
stoppen und unabhängig vom System zu
kann. Was er zu viel hat, verschenkt er an
Darunter ist auch Hamster Anja-Marie,
leben – soweit möglich. Dass es geht, hat
andere weiter.
der heute mit ihm am Tisch sitzt, neben
ihm seine erste Wanderung gezeigt. Auch
Auch ein Navigationsgerät braucht der
Lukas, dem kleinen Eisbär. Bei seinen
wenn es die Reiseaufzeichnungen, die er
Ingenieur auf seinen Reisen nicht. Wäh-
anderen Sachen, die er an seinem Schlaf-
damals gemacht hat, leider nicht mehr
rend er durch das Land läuft, orientiert er
platz verstaut hat, liegt noch der große
gibt. Aber das sei nicht schlimm, sagt
sich, so gut es geht, am Sonnenstand und
Eisbär, Albertus-Magnus, benannt nach
Lothar, diese Reise sei ja beendet. Von
lässt seinen Blick, anstatt aufs Handydis-
einem Heiligen der katholischen Kirche.
einer zweiten ist er im Herbst 2018
play zu gucken, lieber durch die Land-
Wenn er nicht auf Reisen ist, hat Lothar
zurückgekehrt. Eine, über die er wieder
schaft schweifen. „Wenn man läuft, denkt
eine Art Alltag für sich strukturiert: Nach
akribisch Tagebuch geführt hat. Inklusive
man ganz anders, und nimmt sich auto-
einem morgendlichen Kaffee macht er
Mahlzeiten, Übernachtungen, Smileys
matisch mehr Zeit, um die Dinge zu
sich – je nach Wetterlage – auf, um an der
und Querverweisen. Auf kariertem Papier.
betrachten. Man sieht einfach mehr“, sagt
Krebsgasse vor der Kölner Oper den
In Druckschrift. An der Handschrift
er. Laufen als Lebensaufgabe, sozusagen.
DRAUSSENSEITER zu verkaufen. Zwei
erkennt man ihn noch, den Ingenieur,
So sieht es Lothar und nutzt seinen „Auf-
Mal hat er schon die „Bürger und Ber-
selbst wenn Lothar sich von ihm teilweise
bruch“ ganz im wörtlichen Sinn: „Nicht
ber-Führung“ betreut, bei der Wohnungs-
verabschiedet hat. Auch sein strukturier-
in Altem verharren, sondern Neues
lose die Stadt aus ihrer Sicht zeigen. Sonn-
tes Denken ist geblieben. Das setzt er nun
ergründen.“ So tragen ihn seine Füße im
tags geht er zum Gottesdienst und er singt
hauptsächlich praktisch ein, etwa im Win-
Sommer 2016 bis nach Schleswig, wo er
im Melanchthon-Chor als Tenor. Hierfür
ter: „Da nehme ich immer zwei Schlafsä-
seine Mutter in einem Altersheim besucht.
hat er extra ein Jacket in seinem Gepäck.
cke übereinander, weil die so besser iso-
Anschließend möchte er noch seine
„Der Chor ist eine gute Gelegenheit für
lieren. Das kann ich nur jedem empfeh-
Schwester in Braunschweig sehen. Als
mich, mein Gesangstalent zu beweisen“,
len“, sagt er, schaut kurz in seine Aufzeich-
Lothar dort ankommt, ist sie jedoch nicht
sagt Lothar. „Da schaut einen keiner merk-
nungen und trinkt seinen Kaffee aus.
da. Angekündigt hatte er sich vorher nicht.
würdig an.“ Dass das nicht immer so ist,
Dafür hinterlässt er ihr einen Brief. „Sie
musste er bereits öfters erfahren. Einmal
sollte wissen, dass es mir gut geht“, sagt
stand er an einer Haltestelle, als ein Mann
er. Davon, dass seine Familie nach seinem
an ihm vorbeiging und den großen, auf
plötzlichen Aufbruch eine Vermisstenan-
die Tragetasche geschnürten Eisbären sah.
zeige geschaltet hat, weiß er zu diesem
„Ein erwachsener Mann und ein Kuschel-
Zeitpunkt noch nichts. Erst, als ihn später
tier, was für ein Blödsinn!“, hatte er im
im Harz die Polizei anspricht, erfährt er,
Vorbeigehen gemurmelt. Lothar reagiert
dass seine Familie ihn sucht. Angst vor der
auf solche Kommentare nicht mehr. Lie-
Polizei hat er nicht. „Mein Vater war ja bei
ber kommt er mit Menschen ins Gespräch
der Polizei und ich habe mir nie etwas zu
und erzählt von seinem Leben, wenn sie
Schulden kommen lassen.“
ihn fragen: „Mir ist die Würde des Men-
Fotos: Sabrina Burbach, Marie Breer
schen sehr wichtig. Obdachlose sollten
Zurück im Rheinland
mehr Respekt bekommen. Schließlich hat
Nach seiner Rückkehr nach Köln, im Okto-
jeder Kapazität, um etwas zu schaffen, er
ber 2016, sieht er auch seine Frau wieder,
muss es nur erkennen.“
die ab und an in einer Privatkirche Orgel spielt. Die beiden sind immer noch ver-
Auf zu neuen Reisen
heiratet. Und Lothar ist es wichtig, dass es
Auch für seine Familie ist es nicht leicht
ihr gut geht. Umgekehrt ist es ebenso. Als
zu verstehen, dass er jetzt ein anderes
dem Naturliebhaber im März letzten Jah-
Leben führt. Trotzdem, zurück in eine
res sein Rucksack geklaut wird, hilft sie
Wohnung zu ziehen, in einen „Betonbau“,
ihm bedingungslos aus. „Alles war weg,
wie er es nennt, das kann er sich nicht
7
unterwegs
Lothars Marsch Von Köln über Zülpich bis nach Schleiden Distanz: 66,9 km > Laufzeit: 13 Stunden, 22 Minuten Montag, 7. Mai 2018 Bin morgens von Gänsen geweckt worden. Heute habe ich die Strecke bis hinter Zülpich geschafft. Seit 20 Uhr bin ich auf einer Wiese an der Bundesstraße 265/477. Schleiden ist schon ausgeschildert! Ich sollte besser Mückenspray verwenden! Trocken soll es bleiben. Zu trinken war 1,5 Liter Wasser zu wenig. 3 Liter für die Nacht und morgen reicht; 1,5 Liter Zitronenlimonade wurden beim Rewe getrunken! 7 Euro gab es auch schon für Essen! In Zülpich habe ich nichts Gescheites gefunden. So hungere ich erstmal bis morgen.
Karte: openstreetmap.org, opendatacommons.org, creativecommons.org
Lothar mit seinem Gepäck nach einer DRAUSSENSEITERRedatkionssitzung vor der OASE.
8
Dienstag, 8. Mai 2018 Es ist 9.15 Uhr und ich gehe von Zülpich entlang der B265 nach Schleiden. Noch sind es 20 km! Heute bin ich von Rotwild, das mich gewittert hat, geweckt worden! Es hatte sich zur Äsung versammelt, zog aber nach 10 Minuten ab! Um 7 Uhr habe ich die Wiese geräumt. Frühstück war im nächsten Ort: Langsdorf. Tag 2 und schon weicht meine Route vom Plan ab. Ich lasse Mechernich und Kall links liegen! Um 18.55 Uhr komme ich an einem Parkplatz an, 1 km vor Schleiden. Eine Bank ist vorhanden, mit Gras zugewachsen. Die Nacht soll trocken bleiben. 2 Stunden verweile ich hier, ehe ich das Nachtlager bereite. Die Wärme macht müde. Geschlafen habe ich 1 Stunde in der Mittagszeit; in Hergarten. Morgen hole ich noch 3 Liter Wasser für Donnerstag, Christi Himmelfahrt. Dann laufe ich nach Udenbreth zum „Weißen Stein“, dem deutsch-belgischen Grenzberg. Hier erreiche ich wieder die B265 und die belgische Landesgrenze.
unterwegs
Winter Des lichten Eises Mantel deckt Die Stadt in tiefes Schweigen Des kühlen Jägers Reigen Umtönt Allee und Gass, gestreckt Für‘s beinge Heer zu suchen Dort hocken sie, am alten Dom Um Streben kauernd – einer schon Entschlief zu dessen Stufen. Werner Otto von Boehlen-Schneider
9
unterwegs
Leise Songs ganz laut Silke Wünsch geht mit ihrer Band „Gäng Latäng“ ungewöhnliche Wege. von Mireille Herz
Neben Sängerin Silke Wünsch, sind ihre Tochter Nina Fisch an der Quetsch, Markus Tissen an der Gitarre, Schlagzeuger Klaus Burow und Hans Wadenpohl an der Ukulele und am Bass, unzertrennlich.
10
unterwegs
I
m Februar 2015 sitzt Silke Wünsch –
weniger exzessiv ablaufen zu lassen –
von der obligatorischen Nach-Karne-
„Flüstersitzung“, „Nostalgiesitzung“ oder
vals-Erkältung niedergestreckt – auf
einfach „Janz höösch“ (ganz leise). Doch
dem Sofa ihrer Wohnung im Herzen des
das Stillsitzen kann man sich an dem
Kölner Quartier Latäng und zupft auf
Abend abschminken, denn Bestuhlung
ihrer Gitarre herum. Die eingängigen
sucht man in dem traditionellen Brauhaus
Melodien der letzten Tage, die sie immer
auf der rechten Rheinseite vergebens. Es
und immer wieder in den Kneipen gehört
soll und darf ausgiebig mitgesungen und
hat, gehen ihr nicht mehr aus dem Kopf.
gefeiert werden – für die Gäng also das
Und obwohl die Kulturredakteurin noch
perfekte Setting. Außerdem treten die
nie selbst einen kompletten Song geschrie-
Bands StadtRand auf, Rockemarieche, Plä-
ben hat, beginnt sie plötzlich zu dichten.
sier, Band Of Plenty (übrigens der Gewin-
Und zu komponieren. Und so schreibt sie
ner des diesjährigen KMBK) und viele
noch am selben Tag den Song „Dat
andere. „Wir freuen uns wahnsinnig,
Schönste an Kölle bes do“ – ohne Zweifel
neben solchen musikalischen Schwerge-
ein Liebeslied über ihren langjährigen
wichten für die gute Sache auftreten zu kannst und hörst die Leute deinen Refrain
20 Strophen lang“, erinnert sich die 55-Jäh-
singen – das find ich super. Dann ist das
rige heute. Doch der Song gefiel befreun-
Ziel erreicht.“ Die sympathische Gäng
Verwurzelt im Quartier Latäng
deten Musikern als auch Silke Wünschs
Latäng-Frontfrau mit dem schwarzen Hut
Kleines, aber feines Detail: Am Zülpicher
Tochter Nina so gut, dass sie spontan
als Markenzeichen lächelt verschmitzt. Sie
Platz trafen sich Ende der 80er/Anfang der
zustimmte, eine Kölsch-Musik-Band zu
sei nicht scharf auf einen ausgebuchten
90er Jahre um den Pfarrer Karl-Heinz
gründen – der Grundstein für eine der
Terminkalender im Karneval oder einen
Kreutzmann einige Obdachlose regelmä-
ungewöhnlichsten Kölner Bands war
Platz in den Charts. Sie wolle den Kölnern
ßig in einem kleinen Raum der Herz-Je-
gelegt, denn „feinsinnige Liedermacher-
Singer-Songwriter-Musik nahe bringen, das
su-Kirche namens „OASE“, um sich aufzu-
kultur“ ist in der lauten, feierwütigen
sei ihr fast zur Mission geworden. Eine lei-
wärmen, gemeinsam zu singen und sich
Karnevalshochburg dann doch eher selten.
se Band auf einer Karnevalssitzung – geht
für die Bedarfe von Armen stark zu
das denn überhaupt?
machen. Man wollte endlich gesehen und
Einig waren sie sich von Anfang an „kei-
Foto: Mireille Herz
dürfen“.
Lebensgefährten. Ursprünglich „gefühlte
ne lauten Verstärker und E-Gitarren“ zu
Offenbar schon: Für den engagierten
gehört werden, einen Verein und eine Zei-
brauchen. „Und bei uns gibt es kein Yip-
Karnevalsverein Grengeler Draumdänzer
tung als Sprachrohr gründen. So wurde die
pie-Yeah und kein Schalala“, betont die
e.V. beispielsweise gehört die Band zu der
OASE – Benedikt Labre e.V. aus der Taufe
Band-Gründerin immer gerne, „akustisch,
absoluten Wunsch-Besetzung ihrer Brau-
gehoben – übrigens nur ein paar Schritte
aber feierbar“. Denn gefeiert wird ja viel
haussitzung 2019. Da es sich bei der Sit-
von Silke Wünschs Wohnung entfernt.
im Quartier Latäng, nach dem sich die
zung im Akazienhof in Grengel um eine
Band dann auch benannte. Seitdem sind
Benefizveranstaltung für die OASE han-
zu Silke Wünschs Erstkomposition eine
delt, mussten Silke Wünsch und ihre Band-
Reihe heiterer und tiefsinniger Songs dazu-
kollegen gar nicht lange überlegen: „Wir
gekommen – über das Leben, die Liebe und
haben sofort zugesagt. Ja klar!“ Da sie mit
natürlich über Köln. Vorgetragen werden
offenen Augen durch ihre Stadt geht, lie-
sie in für sie ganz typischem Sound mit
gen ihr die Menschen ohne Obdach,
akustischen Instrumenten und mehrstim-
denen die OASE seit mehr als 25 Jahren
migem Satzgesang. Und das Konzept ging
hilft, sehr am Herzen. „Unser Band-Haupt-
auf: Schon im Herbst ihres Gründungsjah-
quartier – gleichzeitig meine Wohnung
res wurden Gäng Latäng zum Loss mer
und unser Proberaum – liegt mitten im
singe-Casting eingeladen. Trotz oder gera-
Zülpicher Viertel. Ich komme allein schon
de wegen ihrer Einzigartigkeit spielten sich
auf dem Weg zum Rewe an zig Obdachlo-
die fünf Akustik-Musiker dann im Jahr
sen vorbei. Man kann und will das hier im
2018 sogar auf den zweiten Platz beim
Viertel nicht übersehen.“
Kölsche Musik Bänd Kontest (KMBK).
Besonders freut es sie, dass die geplante
Wecken solche Erfolge Begehrlichkeiten?
Brauhaussitzung dem Trend der letzten
„Wenn du das Mikro vom Mund nehmen
Jahre folgt, Karnevalsveranstaltungen
lll
Brauhaussitzung 2019
Wo: Akazienhof, Akazienweg 2, 51147 Köln-Grengel Wann: Samstag, 09.02.2019, um 19:00 Uhr, Einlass 17:30 Uhr Eintritt: 10 EUR Wer: u.a. Gäng Latäng, Band Of Plenty, Pläsier, StadtRand, Rockemarieche Veranstalter: Grengeler Draumdänzer e.V. Tickets: kartenbestellung@draumdaenzer.de, beim Akazienhof oder über Vorstandsmitglieder Draumdänzer www.draumdaenzer.de/brauhaussitzung-2019 11
unterwegs
Helping Hands Cologne Hilfe für Obdachlose und Bedürftige auf vier Rädern
Isomatten oder Schlafsäcke. Besonders an den bevorstehenden kalten Wintertagen sind Schlafsäcke und Decken sehr gefragt. Doch auch an Kleidung mangelt es dank vieler Kleiderspenden nicht: Von Socken und Schuhen bis hin zu Jacken und Mützen ist alles dabei.
Am Kölner Hauptbahnhof ist immer viel los. Die Stadt am Rhein schläft nie und ist zu jeder Uhrzeit gut belebt. Hier rennen viele Menschen hektisch zu ihren Zügen. Pendler fahren zur Arbeit. Andere gehen auf eine Urlaubsreise. Schaut man sich in dem bunten Treiben mal bewusst um, entdeckt man aber auch Menschen, die verharren. Die sich in der Wartehalle aufwärmen wollen. Die die Hand nach milden Gaben ausstrecken. Die sich in einer Ecke für einen kurzen Schlaf niedergelassen haben. Obdachlosen wird häufig wenig Beachtung geschenkt, wissen die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Helping Hands Cologne e.V. Der Verein, der sich in Köln um Obdachlose kümmert, wurde im Dezember 2014 von Charlotte Merz (Charly) gegründet. Sie ist Mutter von drei Kindern und hat mit diesem Projekt quasi eine Art viertes Kind geboren: „Ich stecke hier zwar viel Zeit und Energie hinein, bekomme dafür aber mindestens genauso viel zurück“, erklärt sie voller Überzeugung. Zunächst kochte Charlotte Merz mit Mitgründerin Nicole Freyaldenhofen noch zuhause in der Küche. Diese Zeiten sind jedoch vorbei, seit die Essensportionen größer wurden und die Helfer immer mehr. Seitdem Helping Hands Cologne ein eingetragener Verein ist, können offiziell Spenden angenommen werden – eine wichtige Voraussetzung dafür, dass mehr Hilfe möglich wird. Die Filmstudentin und Wahl-Kölnerin Maresa Dziallas, selbst bei den Helping Hands aktiv, hat für uns mal einen Abend protokolliert.
Um Punkt 19.30 Uhr geht es dann auch los. Am Bahnhofsvorplatz warten die ersten hungrigen Gesichter schon voller Vorfreude auf uns. Dabei entstehen jedes Mal interessante Gespräche. Unter anderem treffe ich auf Andriy aus Russland, der bereits seit über 18 Jahren in Deutschland lebt. „Die Leute sind sehr freundlich und entgegenkommend – man findet hier eine ehrliche und aufrichtige Freund-
12
eden Freitagabend um 19.30 Uhr tref-
schon oft mit ihrem selbstständigen Cate-
gabe am Bahnhofsvorplatz teilen wir uns
fen wir uns am Bahnhofsvorplatz
ring-Unternehmen ausgeholfen hat. In
auf und bilden zwei kleine Gruppen. Ein
neben dem Starbucks Café. Von dort
den anderen Wagen befinden sich weitere,
Team geht über die Ringe und die ande-
aus startet der Versorgungsgang für die
essentielle Utensilien, wie zum Beispiel
ren gehen die Einkaufsstraßen Hohe Stra-
Bedürftigen. Das Besondere daran ist, dass
ße und Schildergasse entlang bis zum
wir selbst mitgehen und somit vielen
Neumarkt. Am Ende treffen sich beide
Obdachlosen auf den Straßen Kölns einen
kleinen Gruppen wieder am Hauptbahn-
kleinen, persönlichen Besuch abstatten.
hof, um das übrig gebliebene Essen zu
Ausgestattet sind wir dabei mit drei bis
verteilen. Meistens gehen wir mit leeren
vier Bollerwagen. In einem Bollerwagen
Töpfen nach Hause und freuen uns über
findet man Töpfe mit Essen und Kaffee-
jeden, der satt werden konnte. Richtung
kannen vor. Das Essen wird oftmals von
Hohe Straße finden wir oft noch Men-
Catering-Firmen bereitgestellt. Unter
schen mit ihren Einkaufstaschen vor,
anderem auch von Michaela Klein, die
während ringsherum Obdachlose sitzen.
selbst fast wöchentlich mitgeht und uns
Auf den Ringen spielt sich ein ähnliches
Fotos: Helping Hands/privat
J
schaft“, erzählt er. Nach der Essensaus-
unterwegs
Szenario ab, mit dem Unterschied, dass dort eher feierwütige Leute unterwegs sind. Die meisten kommen uns bereits in schicker Abendgarderobe entgegen. Die Kluft zwischen Arm und Reich könnte nicht größer sein, sehen und gesehen werden trifft auf Überlebenskämpfer. Aus diesem Grunde bieten wir den Bedürftigen zwischen all dem Trubel eine ruhige Minute und eine ausgewogene Ernährung an. Während meiner Tour auf den Ringen treffe ich am Rudolfplatz drei Männer mit Kutten, die laute Rockmusik hören. Der erste Eindruck mag viele täuschen, denn die drei Rocker haben ein großes Herz. Sie freuen sich über das Essen und den warmen Kaffee. „Jetzt mal ehrlich, ich bewundere wirklich, was ihr macht. Ich würde euch am liebsten alle abknutschen!“ Er schüttelt unsere Hände
Charlotte Merz, Gründerin der „Helping Hands“ (ganz rechts), mit ihrer Versorgungsgang – die Hände, getreu dem Motto "Helping Hands Cologne", nach oben! Die Autorin dieses Artikels ist die zweite von rechts.
und bedankt sich nochmals. Solche Situationen bleiben einem im Gedächtnis und lassen einen den ganzen Abend über mit einem Schmunzeln durch die Straßen ziehen.
mich.“ Aber es gibt auch lustige Momen-
Bei jedem Versorgungsgang lernen wir
te, bei denen wir zusammen ausgelassen
stets ganz unterschiedliche Menschen
lachen können. Unser bekannter Freund Dieter stimmt gerne mit uns typische kölsche Lieder ein: „Du bes Kölle, ob de wills oder och nit“. Es wird also auch viel zusammen gescherzt, gelacht und gesungen. Dies sind schöne Momente, die einem lange in Erinnerung bleiben und die man gerne mit nach Hause nimmt. Durch die ganzen aktiven und inaktiven Helfer ist Helping Hands Cologne mittlerweile zu einer großen Community herangewachsen. „Wir nehmen die Menschen so wahr, wie sie sind, ganz ohne Vorurtei-
kennen. Unter anderem gibt es auch die-
le. Das schätzen sie sehr, weil wir ihnen
jenigen, die bei Helping Hands mithelfen
auf Augenhöhe begegnen“, freut sich
und vorher selbst auf der Straße gelebt
Charly, dass ihre kleine Idee heute so groß
haben. „Ich war auch mal obdachlos und
geworden ist. Auch Andriy kann dies
habe mich dann irgendwann ehrenamt-
bestätigen. Er hat genau das schön in Wor-
lich engagiert. Es ist ein Unterschied, ob
te verpackt, indem er uns ein rührendes
man nun obdachlos ist und ‚versorgt‘ wird
Gedicht widmete: „Was ich gab, ist jetzt
oder ob man auf der anderen Seite steht
deins. Dein Glück ist das. Und mein Glück
und den Leuten aktiv Hilfe anbietet. Man
ist das.“ Das beschreibt die Nächstenliebe
bekommt definitiv einen anderen Blick-
auf den Punkt genau und spiegelt das
winkel. Dadurch ist jeder Versorgungs-
wider, was Helping Hands Cologne für
gang auf eine gewisse Weise emotional für
viele Bedürftige auszeichnet.
lll
INFO
Wer bei den Helping Hands mitmachen möchte, ist herzlich willkommen. Insgesamt werden für jeden Versorgungsgang circa zwölf Freiwillige gesucht. Geldspenden sind willkommen an Helping Hands Cologne e. V., Sparkasse Köln Bonn, IBAN: DE77 37050198 19335993 57, BIC: COLSDE33 www.hhc-obdachlosenhilfe.koeln 13
studie
Kann Obdachlosigkeit jeden treffen? Glauben Sie dem Hype nicht.
patrick und ihrem Kollegen Glen Bramley], widerlegt den Mythos der „zwei Gehälter“ durch eine Analyse von drei größeren Untersuchungen im Vereinten Königreich: der Studie von Haushalten in Schottland, der landesweiten Studie zu Armut und sozialer Ausgrenzung und der „British Cohort Study“, die eine Gruppe von Personen untersucht, die alle 1970 geboren wurden. Die Analyse zeigt, dass Armut, insbesondere Kinderarmut, mit Abstand der einflussreichste Risikofaktor für eine spätere Obdachlosigkeit im Jugendalter ist.
Es ist eine abgedroschene Phrase: Wir sind alle nur „zwei Monatsgehälter davon entfernt, obdachlos zu werden“. „Obwohl solche Thesen häufig in den Medien gehandelt werden, sind sie schlecht belegt“, sagt Suzanne Fitzpatrick, Professorin für Wohnungs- und Sozialpolitik an der Heriot-Watt Universität in Edinburgh und Hauptrednerin auf dem Treffen der Internationalen Straßenzeitungen 2018 (INSP Global Street Paper Summit). „Wir sprechen hier nicht über kleine Unterschiede, es handelt sich um drastische Unterschiede. Das Risiko obdachlos zu werden ist für bestimmte Personen höchst gering, während es für andere sehr hoch ist.“ Auf Grund der vielen Nachfragen zu diesem Thema, die den INSP nach ihrem Vortrag erreichten, legt Prof. Fitzpatrick in diesem Beitrag die einzelnen Punkte ihres Vortrages noch einmal in gekürzter Form dar.
Gesundheitsprobleme und Drogenmissbrauch bergen ebenso ein höheres Risiko für eine spätere Obdachlosigkeit, aber weniger deutlich als Armut. Ein soziales Netzwerk, das Unterstützung leistet, kann ein wichtiger Schutz sein, aber auch hier ist diese Korrelation weniger ausgeprägt, als die Verbindung mit materieller Armut. Der Wohnort spielt auch eine Rolle, weil das Risiko der Obdachlosigkeit am höchsten ist in Gegenden, wo der Wohnungsmarkt angespannt ist. Jedoch sind diese ortsabhängigen Effekte signifikant weniger ausschlaggebend, als die Umstände des Individuums und des Haushaltes, in welchem der Einzelne wohnt oder aufwächst.
Von Professorin Suzanne Fitzpatrick
Das bedeutet zusammengenommen,
(Hrsg.: Tony Inglis)
dass für einige, systematisch benachteiligte soziale Schichten, die Wahrscheinlich-
E
ine lobenswerte These, um die Dis-
vorherzusagen sind. Aber ist das Risiko,
kriminierung von Menschen, die
obdachlos zu werden, denn wirklich so
akute soziale Probleme wie Obdach-
gleichmäßig über die Bevölkerung verteilt,
losigkeit und Armut erleiden, zu vermei-
dass die oft in den Medien verbreitete
den, ist das häufige Argument von Hilfs-
Aussage, „wir sind alle nur zwei (oder ein
organisationen, dass solche Probleme
oder drei) Gehälter von der Obdachlosig-
„jeden treffen können.“ Wohlmeinende
keit entfernt“ gerechtfertigt ist? Oder sind
Politiker, Forscher und andere wiederho-
solche „inklusiven“ Betrachtungsweisen
len solche Glaubenssätze im Bezug auf
des Problems eher irreführend, indem sie
Obdachlose, dass nämlich „Obdachlosig-
von den tieferen, strukturellen Gründen
keit viele verschiedene Ursachen hat“
ablenken? Gründe, die vielleicht erkannt
oder „Obdachlosigkeit ein sehr komplexes
werden und, so denn der politische Wille
Phänomen“ ist.
vorhanden ist, möglicherweise bekämpft
Natürlich sind solche Aussagen gut
14
werden können.
gemeint, aber sie können den Eindruck
Ein Artikel zum Thema Obdachlosigkeit
erzeugen, dass Obdachlosigkeit ein zufäl-
im Vereinigten Königreich ('Homelessness
liges Ereignis ist, dessen Gründe schwer
in the UK: who is most at risk?'), erschie-
zu erklären und überhaupt unmöglich
nen in Housing Studies [verfasst von Fitz-
Suzanne Fitzpatrick spricht mit Abgesandten beim Internationalen Straßenzeitungsgipfel 2018. Foto: Jack Donaghy
studie
Weiß, männlich
Multi-ethnische Abstammung
vergleichsweise wohlhabende Kindheit im ländlichen Südengland
als Kind Armut erfahren
Ich möchte noch anmerken, dass die ständige Wiederholung der falschen Vorstellung der „zwei Monatsgehälter“ einen fundamental deprimierenden Zustand
von alleinerziehendem Elternteil aufgezogen
beleuchtet – nämlich, dass wir es für nötig halten, die moralisch fragwürdige Haltung
keine Probleme in der Schule
zu fördern, dass ein Misstand nur dann
Universitätsabschluss mit 21
Schulabgänger mit 16
bedeutsam ist, wenn er auch einen selbst
mit 26 Jahren noch bei den Eltern lebend
wohnt zur Miete mit 26
treffen könnte. Dürfen wir uns wirklich
zeitweilig arbeitslos
damit abfinden, dass ansonsten Themen wie soziale Gerechtigkeit oder einfach
kein Partner
kein Partner
Mitleid im öffentlichen Bewusstsein keine
keine Kinder
Kinder
Rolle mehr spielen? Ich finde es absurd,
Vorhergesagte Wahrscheinlichkeit für Obdach- Vorhergesagte Wahrscheinlichkeit für Obdachlosigkeit im Alter von 30 Jahren: losigkeit im Alter von 30 Jahren:
0,6 %
71,2 %
dass Leute die fortschrittlich denken bzw. engagiert sind, sich dadurch mit denen gleichsetzen, die nur allzu bereit sind, strukturelle Ungleichheiten zu leugnen – genau das tut das „zwei Monatsgehälter“-Argument nämlich, wenn man einen Moment darüber nachdenkt. Deshalb
keit, obdachlos zu werden, so groß ist, dass
Maßnahmen gegen Obdachlosigkeit nach-
sollten wir es hinter uns lassen. Wir sollten
Obdachlosigkeit fast schon die soziale
denken. Obdachlosigkeit, die zwar vorher-
ehrlich sein und zugeben, dass Obdachlo-
Norm darstellt. Und umgekehrt ist die
sehbar und vorhersagbar, jedoch keines-
sigkeit vermutlich niemals jemanden tref-
Gefahr, obdachlos zu werden, für andere
falls unvermeidlich ist.
fen wird, der der Mittelschicht angehört.
soziale Schichten äußerst gering, da sie
[Es muss erwähnt werden, dass diese For-
Trotzdem sollte es einem nicht egal sein.
durch eine Vielzahl schützender Faktoren
schungsergebnisse in Großbritannien ent-
Weil es eine steigende Zahl von Mitbür-
abgesichert sind. Zwei Beispiele von den
standen sind und erhoben wurden und
gern betrifft. Und weil Obdachlosigkeit
auseinander liegenden Enden der Band-
deshalb die dortige Situation widerspie-
elend und ungerecht ist und außerdem
breite des Risikos veranschaulichen dies.
geln. Prof. Fitzpatrick hat jedoch bei der
vermeidbar in der sechstgrößten Volks-
Die Vorstellung, dass wir alle nur zwei
INSP-Konferenz 2018 ausgeführt, dass
wirtschaft der Welt.
Monatsgehälter von Obdachlosigkeit ent-
ähnliche Argumente auch im übrigen
Mit freundlicher Genehmigung des Institute for
fernt sind, ist daher ein komplett irrefüh-
Europa gelten dürften. Prof. Fitzpatrick
rendes Konzept. Man mag einwenden,
erläuterte weiterhin, dass ihre Studiener-
Estate at Heriot-Watt University / INSP.ngo
dass der (fehlende) Wahrheitsgehalt dieser
gebnisse deshalb Gewicht haben, weil sie
Übersetzt aus dem Englischen ins
Aussage nicht ausschlaggebend ist. Die
einen umfangreichen Datensatz analysie-
Deutsche von Jan Seyfried
Öffentlichkeit wird dadurch interessiert
ren konnte, so z. B. die oben erwähnte Bri-
und eingebunden, was das Spendenauf-
tish Cohort Study, und deshalb die Frage-
kommen erhöht (obgleich neueste Unter-
stellung von ihr und ihrem Kollegen Bram-
suchungen des Frameworks Institute for
ley beantwortet werden konnte. Ähnlich
Crisis diesen vermeintlichen Zusammen-
umfangreiche Daten stehen in anderen
hang in Frage stellen). Auf jeden Fall wer-
Ländern nicht zur Verfügung. Im Bezug
den solche Mythen, oft genug wiederholt,
auf ethnische Minderheiten erklärte Prof.
gefährlich dadurch, dass Leute, die es bes-
Fitzpatrick, dass dieser Effekt sich beson-
ser wissen müssten, anfangen, diese zu
ders in den USA zeigt. Amerikaner afrika-
glauben. Bei zahllosen Gelegenheiten
nischer Abstammung haben ein sehr
haben hohe Regierungsmitglieder, aber
hohes, überproportionales Risiko, obdach-
auch Hilfsorganisationen gegen Obdach-
los zu werden. Im Vereinten Königreich ist
losigkeit, die „Es könnte jeden von uns
der Anteil von Personen afrikanischer
treffen“-These wiederholt. Dieser Unsinn
Abstammung sehr viel geringer, aber die
muss öffentlich benannt werden, damit
Größenordnung der Risikoerhöhung für
wir endlich über wirksame, langfristige
Obdachlosigkeit ist vergleichbar.]
Social Policy, Housing, Environment and Real
lll
info
Dieser Beitrag beruht in abgewandelter Form auf einem ursprünglich auf dem London School of Economics – Politics and Policy Blog veröffentlichten Artikel: http://blogs.lse.ac.uk/politicsandpolicy/ can-homelessness-happen-to-anyone Live Stream der Rede von Prof. Suzanne Fitzpatrick beim 2018 INSP Global Street Paper Summit: https://insp.ngo/researcher-and-academic-suzanne-fitzpatrick-can-homelessness-happen-to-anyone-dont-believe-the-hype 15
Bericht
Mohamad (l.) und Ahmad überwanden mit der gemeinschaftlichen Buchveröffentlichung die Unaussprechlichkeit des erlebten Terrors.
„Ich möchte vor allem darüber informieren, was in Syrien geschieht, damit die Deutschen uns Flüchtlinge besser verstehen“, sagt Autor Ahmad.
16
Die heute 21-jährige Nur entkam dem Bürgerkrieg vor drei Jahren und verarbeitet ihre Traumata im Buch „Versuche Unaussprechliches zu sagen“.
Bericht
Die Alltäglichkeit des Horrors Junge syrische Kriegsflüchtlinge lasen in den Ehrenfeldstudios aus ihrem Gemeinschaftsbuch „Versuche Unaussprechliches zu sagen“.
I
ch schreibe diese Nachricht und versu-
einer Person noch minderjährig. Nach
warum ich hier bin, damit die Menschen
che zu erklären, was mit mir los war
einem gemeinsamen Theaterstück bestand
verstehen, dass ich ihnen nichts wegneh-
während des Krieges: Etwas zwischen
der Wunsch, weiter zusammen zu arbeiten.
men oder irgendjemandem schaden
dem Heimatgefühl und dem Heimatden-
Dies mündete in einer Schreibwerkstatt der
möchte“, erzählt Ahmad (20). „Bisher
ken, zwischen dem, was das Herz und der
VHS Gelsenkirchen und legte den Grund-
waren alle sehr freundlich zu uns. Ich habe
Verstand hören. Auf was soll ich hören?
stein für das Buch“, erklärt Herausgeber
hier noch keine negativen Erfahrungen
Auf ein verletztes Herz oder auf einen zer-
Reimund Neufeld. Mit der Unterstützung
gemacht. Dafür bin ich sehr dankbar und
rissenen Verstand ...“, lauten die Zeilen des
von Übersetzerin Emel Siala konnte im
möchte der Gesellschaft auch wieder
Syrers Ahmad in einem Buch, das Gedan-
vergangenen Sommer nach rund zweijäh-
etwas zurückgeben“, ergänzt Mohamad.
ken und Erlebnisse aus der Perspektive
riger Arbeit eine Veröffentlichung der auto-
„Unabhängig, ob wir aus Damaskus oder
geflüchteter Menschen beschreibt. Mit
biographischen Texte realisiert werden.
Aleppo kommen, hatten wir alle das glei-
ihrem schriftstellerischen Debüt „Versu-
Interviews und Fotografien von Julia Schön-
che Schicksal in Syrien. Der Krieg machte
che Unaussprechliches zu sagen“, legen elf
städt ergänzen den lesenswerten Band.
es unmöglich, weiter zur Schule zu gehen. Wir konnten nicht mehr lernen. Dann gab
junge Frauen und Männer in Gedichten, Erzählungen und Tagebuchaufzeichnungen Zeugnis vom alltäglichen Terror und
„Brot wurde wertvoller als Gold.“ (Ahmad, 18)
es auch bald keinen Strom und kein fließendes Wasser mehr. Brot wurde wertvoller als Gold. Können Sie sich das vorstel-
dem Überlebenskampf in ihrem vom Bürgerkrieg gezeichneten Heimatland ab. Im
„Im Buch habe ich die Geschichte meiner
len?“, fragt der 18-jährige Abiturient, der
Rahmen einer bundesweiten Städtetour
Flucht beschrieben. Ich war ungefähr
bei einer Pflegefamilie sein zweites
stellten die Autoren aus Gelsenkirchen ihr
einen Monat unterwegs und habe mehr-
Zuhause gefunden hat. Neben einem
Werk in den Ehrenfeldstudios vor und nah-
mals gedacht, ich müsste sterben. Als ich
angestrebten Wirtschafts- oder Politikstu-
men sich nach der Lesung Zeit für Gesprä-
es endlich nach Deutschland geschafft
dium möchte der Gelsenkirchener seine
che mit einem interessierten Publikum.
hatte, war mein dringendster Wunsch, die
Erfahrungen zudem in einem Buch über
„Die Teilnehmer des Schreibprojekts
Sprache und Kultur kennen zu lernen. Ich
gelungene Integration beschreiben.
waren zum Zeitpunkt ihrer Ankunft außer
wollte so schnell wie möglich erzählen,
Text und Fotos: Thomas Dahl
lll
info
Reimund Neufeld (Hrsg.): „Versuche Unaussprechliches zu sagen“, BOD-Verlag, 2018, ISBN 978-3-752878134, 126 S., 15,00 Euro www.ehrenfeldstudios.de 17
sitzen
Clemens-Josef-Haus
Willkommen im Clemens-Josesf-Haus auf dem Vellerhof, einem Fernab der „Straße“ sind die Menschen hier gern gesehene Gäshistorischen Gehöft inmitten eines Naturschutzgebietes, auf dem te, die auf dem Gelände des Clemens-Josef-Hauses auf ihrem ganz heute hilfebedürftige Menschen leben, wohnen und arbeiten. persönlichen Weg begleitet werden. Clemens-Josef-Haus I Altenwohn- & Pflegeheim und stat. Einrichtungen der Gefährdetenhilfe · Vellerhof 1 · 53945 Blankenheim Gefährdetenhilfe: 0 26 97 . 91 00 16 · Altenwohn- & Pflegeheim: 0 26 97 . 91 00 25 · www.vellerhof.de
Wohnungslosenhilfe Station machen I zur Ruhe kommen
Übernachtung I Aufnahme I Wiedereinstiegshilfe I Lebenshilfe I Langzeitwohnen
Arbeiten
Qualifizierung erwerben I Selbstwertgefühl erleben Beschäftigung I Ausbildung I Arbeitstraining I Qualifizierung I Arbeitsvermittlung
Pflegewohnheim
begleiten und fördern I beraten und anleiten
Pflege & Betreuung I Lebenszufriedenheit I Wohlbefinden I Menschlichkeit I Zu Hause
18
karneval
Karnevals-Kostüme – leicht gemacht Die DRAUSSENSEITER-Recycling-Kollektion ist unverkäuflich, aber nachahmenswert. Jeder, der sich regelmäßig die Hefte auf der Straße kauft (oder im Abo hat), ist klar im Vorteil! Fotos: Marie Breer; Umsetzung: Christina, Linda, Marie, Sabrina, Tamara, Lothar
Auf den Hund gekommen – Clayd trägt zwei gefaltete Ausgaben aus dem Jahre 2013 als Kopfschmuck und fühlt sich sichtlich wohl dabei.
Es muss nicht immer Hartgold sein – wer mal etwas Ausgefallenes tragen möchte, kann sich aus einer DRAUSSENSEITER-Seite ganz persönlichen Schmuck zusammenstellen. Apart!
Den Ring hat sich DRAUSSENSEITER-Verkäufer Lothar ausgedacht und selbst in die Tat umgesetzt.
Chefredakteurin Christina Bacher hat sich mit Nadel und Faden und alten INSP-Anzeigen einen Müllsack aufgepeppt – die gibt es günstig an jeder Ecke. Der DRAUSSENSEITER-Hut dazu ist ein absolutes Muss.
Hat man die Bleistifte erst einmal mit Papier umrollt, kann man diese Kopfbedeckung in 10 Minuten basteln. Redaktionsassistentin Sabrina Burbach macht es vor, wie man den Kopfschmuck tragen kann. Wichtig dabei ist auch ein freundliches Lächeln.
19
aus der oase
Foto: OASE
Danke an
die GGS Poll
Kurz vor Weihnachten hat die GGS in Poll der OASE eine große Sachspende übergeben, die die Elternschaft nach einem Aufruf durch die Schule, im Rahmen einer St. Martins-Feier gesammelt hatte. So konnten am 18.12.2018, neben der Schulleiterin Frau Schöpe, zwei Lehrer und einige Schüler und Schülerinnen Lebenmittel, warme Winterkleidung, Schlafsäcke und Campingausrüstung persönlich übergeben werden. Die drei Autoladungen voller Spenden wurden zunächst durch die Ehrenamtler Dennis und Detlev sortiert und größtenteils am gleichen Tag, im Rahmen eines großen Weihnachtsessen, an Bedürftige verteilt. Diese Super-Spende hat den zahlreichen Besuchern ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. (il) (il)
Krimitag bei Ahlbach
Ganz herzlichen Dank der GOTHAER
Rund 70 Leute sind zum Kölner Krimitag vom SYNDIKAT gekommen und haben – zusätzlich zu ihren Eintrittsgeldern – mit dem Kauf von Losen und der Ersteigerung einer Rolle in Isabella Archans neuem Krimi insgesamt 820 Euro für den guten Zweck ausgegeben. Das Geld geht an den Kölner Katzenschutzbund und an die OASE. Wir sagen herzlichen Dank an Ahlbach Bestattungen, den Autorinnen und Autoren vom SYNDIKAT und allen, die zu diesem wunderbar-kriminellen Abend gekom-
20
Foto: privat
Foto: OASE
men sind.
aus der oase
Die DRAUSSENSEITER-Redaktion kam in den Genuss, bei der Generalprobe der Stunksitzung dabei zu sein. Was haben wir gelacht! Von der „Freddy Mercury“-Nummer über „Die Höhle der Blöden“ bis zu der grandiosen Amazon-Kritik – danke für vier Stunden Spiel, Spaß und Spannung. Foto: Markus Düppengießer
Einladung zur
Weihnachtsshow
Auf Einladung von „Teilzeitrebellin“ Turid Müller durften die DRAUSSENSEITERMitarbeiterinnen und -Mitarbeiter kurz vor Weihnachten einen schönen Abend im Stollwerck genießen und nach der kritisch-besinnlichen Show eine Spende von 72 Euro entgegennehmen, die spontan am Ausgang eingesammelt wurde. Herzlichen Dank, liebe Turid Müller! (cb)
„Wer hoffnungsvoll ausstreut, in Liebe pflegt, wird dankbar ernten.“
Foto: privat
Jeanette Holdinghausen
21
cartoon / clayd
von Heiko Sakurai
Hallo Freunde, letztens haben Frauchen und ich einen Ausflug mit dem Auto gemacht. Ich fahre gerne Auto. Besonders, wenn es bergauf und bergab geht und mir dabei etwas schummrig im Bauch wird. Unser Ziel war Olpe, das Grab von Schwester Franziska, die leider letztes Jahr gestorben ist. Meinem Dosenöffner war es sehr wichtig, einige Sachen auf ihr Grab zu legen. Als wir dort waren und ich so auf der Wiese lag, fragte ich mich, ob ich wohl auch mal irgendwann so einen Platz haben werde? Dann fand ich auf einmal die Erde auf dem 22
Grab schmackhaft und fing an, sie zu fressen. Frauchen kriegte gleich eine Krise und schimpfte mit mir, ich solle das sein lassen. Es wäre nicht gut für meinen Magen. Naja, man kann halt nicht alles haben oder dürfen. Kennt ihr das, wenn man an der Stimme hört, ob jemand sauer auf einen ist? Bei meinem Zweibeiner weiß ich das ganz genau. Manchmal stelle ich die Ohren auch auf Durchzug. Zum Beispiel, wenn wir Gassi gehen und ich einen Geruch in die Nase kriege. Dann will ich da halt einfach hin. Entweder kommt Frauchen dann mit oder ich gebe einfach Gas und sie muss mit. Obwohl ich vielleicht nicht so aussehe, habe ich ‘ne Menge Kraft, wenn ich was will. So geht das aber nicht, sagt Frauchen dann und übt mit mir wieder Leinenlaufen. Aber am Grab von der
Schwester war ihre Stimme sehr lieb: „Schau mal, Clayd, jetzt ist die Franziska irgendwo und passt von da auf uns auf. Und wenn du mal gehen musst, bekommst du auch so was. Ein richtiges Hundegrab auf einem Tierfriedhof. Dafür habe ich gesorgt.“ Das hat sie gesagt. Dann haben wir noch ein Gebet gesprochen. Na gut, ich weniger, aber ich habe zugehört. Auch wenn ich nicht immer alle Worte verstehe, spüre ich, wenn etwas besonders ist. Und das war so ein Moment. Euer Clayd Hallo, ich bin Clayd aus Rumänien. Von dort bin ich zu meinem Frauchen, der Draussenseiter-Verkäuferin Kölsche Linda, gezogen. In meiner Kolumne erzähle ich, was ich so alles in meinem Alltag erlebe.
lll
Foto: Jakob Rosenberger, 13 Jahre
Buch-/CD-tipps
Misha Anouk
Gina McIntyre
Kurt Vile
Goodbye, Jehova!
Stranger Things
Bottle It In
Dieses Buch ist für Nerds. Ja, richtig gehört. Denn die gleichnamige Serie zum Buch namens „Stranger Things“ ist es ebenfalls. Erstmals im Jahr 2016 auf Netflix ausgestrahlt, entfachte die erste Staffel bei Serienjunkies ab 16 Jahren Begeisterungsstürme, die nächste nicht minder. Vielleicht, weil sie im ganz beschaulichen Hawkins im Bundesstaat Indiana beginnt und dann ganz schnell Fahrt aufnimmt. Schon in der ersten Szene sitzen Dustin, Mike und Lucas im Hobbykeller und spielen Dungeons & Dragons, ein in den 80er Jahren sehr beliebtes Rollenspiel. Erstmals ist hier die Rede vom Demogogon, dem Dämonenfürst, einem doppelköpfigen Ungeheuer. Doch während die einen sich noch beim Spiel amüsieren, merken die anderen schon, wie sich die Realität um sie herum ganz allmählich verändert: Plötzlich taucht ein Mädchen mit dem merkwürdigen Namen Elf auf und stellt die Kleinstadt-Kids vor große Rätsel. Erst jetzt, dank dieses liebevoll aufbereiteten, dicken und bunt illustrierten Begleitbuchs zur Serie, erfährt man alle Hintergründe und auch Anekdoten rund um diesen grandiosen Stoff, den Matt und Ross Duffer geschrieben und für Netflix umgesetzt haben. Keiner der beiden Drehbuchautoren hatte zuvor eine erfolgreiche Serie produziert, dennoch bekamen sie den Zuschlag und heimsten bis heute fünf Emmys und zwei Golden Globes dafür ein. In dem ausführlichen Vorwort des Buches berichten die Zwillingsbrüder, dass sie von Stephen Spielberg und Stephen King beeinflusst wurden, wie sie den Stoff letztlich entwickelten und wie sie die Schauspieler gecastet haben. Die übrigens sind heute alle – trotz ihres jugendlichen Alters – zu Stars geworden. (cb)
Ein Album von Kurt Vile zu hören ist wie eine Entspannungskur am Meer in der Nachsaison. Alles fließt beschaulich vor sich hin, es ist wohlig warm, aber nicht zu heiß, und irgendwann verfällt man in einen sehr angenehmen Dämmerzustand. Die gerade untergegangene Spex nannte seine Musik „die ganz hohe Kunst des Draufgeschissen.“ Denn sein psychedelischer Folk klingt, als ob „Velvet Underground“ ihre Ruhe gefunden und sich zum Jammen mit Neil Young und Tom Petty getroffen haben. Seit 10 Jahren zelebriert der ehemalige Sänger von „The War on Drugs“ diesen Stil. Viele neue Zutaten mischt er auf seiner aktuellen Platte „Bottle It In“ nicht hinzu. Die Gitarren mäandern sanft vor sich hin, der Gesang ist vielleicht noch eine Spur lakonischer und die Loops lullen die Gehörgänge noch mehr ein. Kontemplation via Wiederholung. Als Hörer vergisst man so Raum und Zeit. Und selbst Kurt Vile scheint manchmal beim Spielen die Zeit zu vergessen. So fließen Stücke wie „Skinny mini“ oder „Bassackwards“ knapp 10 Minuten vor sich hin. Man könnte Kurt Vile vorwerfen, er sei ein „One Trick Pony“, eine Person, die nur eine Fähigkeit besitzt, so heißt ein Stück auf „Bottle It In“, aber wie er selbst meint: „Loved them all through many a lifetime … Some are one trick ponies but we embrace 'em, 'Cause I've always had a soft spot for repetition.“ Also, was soll’s. Nach knapp 80 Minuten Hörgenuss - so lange dauert die musikalische Entspannungskur ist man auf jeden Fall so relaxt, dass der hektische Alltag draußen nur eine ferne Erinnerung ist. Musik kann manchmal heilend sein. Man muss sich nur darauf einlassen.
Gina McIntyre: Stranger Things – Das offizielle Bgeleitbuch. Penguin Verlag, 224 Seiten, 26 Euro.
Kurt Vile: Bottle It In. Label: Matador, 2018, CD ca. 13 Euro.
Wie ich die bekannteste Sekte der Welt verließ Eine kurze Amazon-Recherche zeigt: Ein Großteil der Literatur über die Zeugen Jehovas stammt von ehemaligen Mitgliedern, denen rückblickend nicht mehr viel Positives über ihre Zeit dort einfällt. Eines der meistgelesenen dieser Aussteiger-Bücher ist „Goodbye, Jehova! Wie ich die bekannteste Sekte der Welt verließ“ von Misha Verollet, der unter dem Pseudonym Misha Anouk schreibt. Den Inhalt möchte ich nur ganz kurz zusammenfassen: Verollet berichtet über seine Kindheit und Jugend bei den „Zeugen“ und darüber, wie er letztlich an dem Jehova-Gesamtkonzept zu zweifeln begann und den Ausstieg wagte. Das Buch ist zum einen sehr unterhaltsam, sehr flüssig und nie langweilig geschrieben. Zum anderen vermittelt es sehr viele Informationen und Hintergründe über die Jehova-Gesellschaft, da Verollet seine persönlichen Erinnerungen mit einer ausführlichen Hintergrundrecherche verknüpft. Als Fazit bleibt: Wer in dieser großen weiten Welt nach intellektuellem oder spirituellem Halt sucht, macht am besten einen Bogen um die Zeugen Jehovas. Und wer in diese Gemeinschaft hineingeboren wurde oder anderswie hineingeraten ist, macht sich am besten Gedanken über einen Ausstieg. Verollets Buch erschien bereits im Oktober 2014. Anschließend brauchte die deutsche Landesgesellschaft der Zeugen Jehovas bis Ende 2017, um ihrem Unmut mit Unterlassungsaufforderungen und einer Klage gegen den Verlag Luft zu machen.Mit Blick auf den ungewöhnlich hohen Anteil an E-Book-Verkäufen, mutmaßt der Autor, warum die Organisation erst so spät aktiv wurde: „Es ist naheliegend, dass das Buch - verbotene Abtrünnigen-Literatur - heimlich auch von aktiven Zeuginnen und Zeugen Jehovas gelesen wurde, und sie in den vergangen drei Jahren immer häufiger dabei erwischt wurden. Bastian Exner Misha Anouk: Goodbye, Jehova! Wie ich die bekannteste Sekte der Welt verließ. Rowohlt Taschenbuch, 544 Seiten, 10,99 Euro.
Jens Hüttenberger
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vorschau
Eintritt frei z Video
Videokunst in Kölner Wohnzimmern Ein Projekt der Videonale in Kooperation mit der SK Stiftung Kultur Freundinnen und Freunde der Videokunst öffnen ihre Wohnzimmer in Köln und Bonn und laden zu moderierten Videoabenden mit jeweils einem Kunstvideo aus der kommenden Videonale-Ausstellung im Kunstmuseum Bonn ein (21. Februar bis 14. April 2019). Welche Videoarbeit an dem jeweiligen Abend gezeigt wird, ist eine Überraschung. Einlass ist jeweils eine halbe Stunde vor Beginn. Da der Platz begrenzt ist, wird um rechtzeitiges Erscheinen gebeten.
Mal einen anderen Blick auf die eigene Stadt erhaschen: Soziale Stadtrundgänge sind nicht nur was für Touristen. Oft kann man nämlich von denen, die wenig haben, ganz viel lernen. Foto: Christina Bacher
Bürger- und Berbertouren
A
rmutsbetroffene und obdachlose Menschen sind oft die Experten für die Straße. Wer sonst also könnte den Bürgern besser die Welt der „Berber“ erklären, als sie selbst? Wir stellen in der Märzausgabe unsere Stadtführer Linda, Detlev und Lothar vor, die im Rahmen der DRAUSSENSEITER-Touren die Besucherinnen und Besucher in die öffentlichen Wohnzimmer oder zum privaten Notschlafplatz führen. Unterstützt werden die Touren für den guten Zweck gelegentlich auch durch Historiker Martin Stankowski, der den bürgerlichen Part übernimmt. Gemeinsam haben sie alle eine Mission: Sie wollen Vorurteile abbauen.
Termine und Orte in Köln n 9. März 2019, 18:30 Uhr Jülicher Straße 27, 50674 Köln Gastgeberin: Nicole Rebmann n 23. März 2019, 19 Uhr
Gotthelfstraße 17, 50825 Köln Gastgeberin und Gastgeber: Gabi Kürschner und Georges Dupont Veranstalter: SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, 50670 Köln pr@sk-kultur.de, www.sk-kultur.de Weitere Informationen siehe auch www.stadt.koeln www.videonale.org
Der nächste DRAUSSENSEITER erscheint zum 1. März 2019. Mehr dazu unter www.draussenseiter-koeln.de und auf www.facebook.com/Draussenseiter-DasKölner-Strassenmagazin-106192356124749 25
service
n Sozialdienst Katholischer Männer e.V.
Foto: Hanna Witte
Bahnhofsvorplatz 2a (1. Etage), 50667 Köln-Innenstadt, Tel.: 13 49 19, kontaktstelle@skm-koeln.de, www.skm-koeln.de Angebot: Aufenthaltsmöglichkeit, Begegnung, Freizeitangebote, (Spieleangebot, Kaffee), Essen, Duschen, Wäschepflege, Schreibhilfe, Telefonmöglichkeit, mediz. Versorgung, PC-Nutzung mit Internetzugang Kontaktstellenbereich/Tagestreff: Mo. bis Fr.: 12.00 bis 15.30 Uhr (Essensangebot: 12.00 bis 14.00 Uhr) So. und Feiertage: 12.00 bis 13.00 Uhr Samstags geschlossen Beratung (auch anonym): Mo, Mi, Do, Fr 9-11.30 Uhr, Mo bis Fr 14-15.30 Uhr
n Vringstreff e.V.
Für Alle n Diakoniehaus Salierring Fachdienst für Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe d. Diakonischen Werkes Köln und Region, Salierring 19, 50677 Köln, Tel.: 27 69 70-0, verwaltung.salierring@ diakonie-koeln.de, www. diakonie-koeln.de Beratung: Mo bis Fr 9-12 Uhr, Di + Mi 16-18.30 Uhr (u. a. Postadressen u. Treuhandkonten) Straffälligenhilfe: Zeiten wie oben Tagestreff: Mo bis Fr 8.30-12.30 Uhr, Frühstück, (donnerstags auch Mittagessen), Duschen, Wäschekeller, Aufbewahrung, Internetzugang Kleiderkammer: Di u. Do 9-11.30 Uhr Krankenwohnung, Betreutes Wohnen § 67 SGB XII, Ambulante Begleitung gem. § 67 SGB XII, Betreutes Wohnen § 53 SG XII, Clearingstelle Claro im Trägerverbund
n Emmaus Geestemünder Str. 42, 50725 Köln, Tel.: 971 17 31, info@emmaus-koeln.de, www.emmaus-koeln.de
Appelhofplatz: Essenausgabe u. medizinische Versorgung, Mo bis Fr ab 21 Uhr Leben und Arbeiten in Gemeinschaft, günstiger Einkauf von Secondhand-Artikeln, DritteWelt-Arbeit durch Versand von Hilfslieferungen
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n Kölner Obdachlosenfrühstück, Peter-Deubner-Stiftung Tel.: 430 39 83 Angebote: 9 -11 Uhr: Kostenloses sonntägliches Frühstück jeden 2. u. 3. Sonntag im Monat im Vringstreff, Im Ferkelum 42, jeden 4. Sonntag in der MüTZe, Berliner Str. 77, Köln-Mülheim
n GUBBIO Obdachlosenseelsorge Ulrichgasse 27-29, 50577 Köln, www.gubbio.de
Öffnungszeiten: Mo bis Do 11.30-17 Uhr, Fr 9-12 Uhr Jeden 2. und 3. Sonntag Obdachlosenfrühstück 9-11 Uhr, Café, Freizeitangebote, Veranstaltungen, Beratung
n OASE-Benedikt Labre e.V. Alfred Schütte Allee 4, 50679 Köln, Tel. 0221/9893530 kontakt@oase-koeln.de www.oase-koeln.de
Kontakt- und Beratungsstelle: Montag und Freitag 9–13 Uhr, Dienstag und Donnerstag 9–16 Uhr, Mittwoch nach Terminvereinbarung
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Öffnungszeiten: Di, Mi 14 – 17 Uhr Angebote: Raum zum Gespräch, Bibelstunde, Meditation, thematische Gesprächskreise, religiöse Filme
Montag 10.30–13 Uhr, Dienstag 13–16 Uhr, Donnerstag 13–16 Uhr, Freitag 11.30–13 Uhr Frühstück: Montag 10.30–13 Uhr
n Kontakt- u. Beratungsstelle Rochus (SKM)
Donnerstag 13.30-14.15 Uhr
Bartholomäus-Schinkstr. 6, 50825 Köln, Tel.: 3377063-4, rochus@skm-koeln.de http://skm-koeln.de/9.0/9.1.8/rochus-p.html
Angebote: montags-freitags warmes Essen von 12.00-14.00 Uhr, kalte und warme Getränke, Duschmöglichkeit (Behindertendusche u. -toilette), Wäsche waschen Mo-Do von 11.00-14.30 Uhr, n Gulliver – Überlebensstation für Beratung täglich von 11.00-15.00 Uhr oder nach Obdachlose Vereinbarung. Medizinische Sprechstunde Di und Trankgasse 20, Nähe Hauptbahnhof, Do von 12.30-13.30 Uhr, Postadresse, ambulantes 50667 Köln, Tel.: 120 60 91 betreutes Wohnen, PC-Nutzung mit Internet Duschen, Toiletten, Waschmaschinen, Trockner, Zugang. Samstags geöffnet – es gibt Frühstück. Tagesschlafraum, Postadressen, Caféteria mit Die Kleiderkammer hat täglich geöffnet, montags Frühstück und Snacks, Beratungsangebote, zwischen 9.15 und 10.30 Uhr auch für Menschen Internetzugang, Kunstausstellungen, Handylaaus dem Bezirk Ehrenfeld mit Köln Pass. destation, Gepäckaufbewahrung Öffnungszeiten: Mo bis Fr 8-16 Uhr (Kernöffnungs- Öffnungszeiten: Mo-Fr. 11.00-15.00 Uhr, Sa. 10.00-13.00 Uhr zeiten), Wochenende und Feiertage 10-18 Uhr Kleiderkammer: Do 13.30-15.30 Uhr
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Für Menschen mit und ohne Wohnung Im Ferkulum 42, 50678 Köln, Tel.: 278 56 56, info@vringstreff.de, www.vringstreff.de
Sprechstunde Mobiler Medizinischer Dienst: Montag 10.30-11.30 Uhr und Kleiderkammer/Duschen: Montags ab 10.30 Uhr Donnerstags ab 13.00 Uhr Computer-Nutzung: nach Vereinbarung Weitere Angebote: Gepäckaufbewahrung Redaktionssitzung DRAUSSENSEITER:
siehe Aushang
n Bürger für Obdachlose e.V. Basislager Gebrauchtwarenkaufhaus Bürger für Obdachlose e.V. Basislager: Silcherstr. 11, 50827 Köln Tel.: 640 22 68, info@bfoev.de Kleiderkammer, Gebrauchtwaren-Kaufhaus für Jedermann, Arbeitsprojekt und Suppenküche. Obdachlose können gerne auch Kleidung,
service
n Initiative Bauen Wohnen Arbeiten e.V. Peter-Michels-Str. 1-9, 50827 Köln Tel.: 0221/ 9535301, Fax: 0221/ 5948789 ibwa@netcologne.de www.bauenwohnenarbeiten.de Angebot: Arbeitsgelegenheiten, Beschäftigung, Wohnen, Betreutes Wohnen
Nur für Frauen n agisra e.V.
Nur für Männer
wohnungslose Frauen und Frauen in Notlagen: Schutz, Übernachten, Essen, Duschen, Wäsche waschen, Kleiderkammer, PC- und Internetn Die Heilsarmee Sozialwerk GmbH nutzung. Erik-Wickberg-Haus Tiere sind erlaubt. Beratung und Vermittlung an Marienstr. 116-118, 50825 Köln weiterführende Hilfen möglich. Tel.: 955609–13 koelnewh@heilsarmee.de n Elisabeth-Fry-Haus www.heilsarmee.de/ewh Albert-Schweizer Straße 2, Nähe Südfriedhof, 50968 Köln, Tel.: 99 56-43 00 efh@diakonie-michaelshoven.de www. diakonie-michaelshoven.de Notaufnahmeheim für Frauen und Frauen mit Kindern, Schutz, Übernachtung, Verpflegung, Wohnen, Beratung und Begleitung. Das Haus ist rund um die Uhr geöffnet.
Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen Martinstr. 20a, 50667 Köln, Tel.: 0221/124019 oder 1390392, www.agisra.org
n Frauen gegen Gewalt e.V. – Notruf und Beratung für vergewaltigte Frauen Herwarthstr. 10, 50672 Köln, Tel.: 56 20 35, mailbox@notruf-koeln.de, www.notruf-koeln.de
Beratung nach Terminvereinbarung, Telefonische Sprechzeiten: Mo, Di und Do 10-15 Uhr
Beratung telefonisch, persönlich und per E-Mail, Begleitung und Unterstützung nach sexualisierter Gewalt; Prozessvorbereitung und -begleitung; Rechtsberatung; Gruppenangebote
n Café Auszeit 1 des SKF e.V. Kontakt- und Beratungsstelle für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen, Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln, Tel.: 0221/126 95 310 Duschen, Waschen, Kleidung, Postadresse, warme Mahlzeit (1,- Euro) Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 11 – 15 Uhr; Mittwoch 15 – 19 Uhr Café Auszeit 2 Beratungsstelle für Frauen An der Fuhr 3, 50997 Köln, (EG, Gang auf der linken Seite, erste Tür links), Tel.: 02232.14 82 92, cafe-auszeit2@skf-koeln.de Jeden Dienstag und Donnerstag offene Beratung von 10 -15 Uhr; Donnerstags von 10 bis 12 Uhr Frauenfrühstück
n Comeback Notschlafstelle für Frauen, Sozialdienst kath. Frauen e.V., Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln | Nähe Neumarkt, Tel.: 0221/126 95 210 Täglich geöffnet von 20 – 10 Uhr. Angebot für
n Haus Rosalie Gocher Straße 45, 50733 Köln-Nippes Tel.: 0221/97 30 88 88 haus-rosalie@vinzentinerinnen.de Wohnprojekt für Frauen
n LOBBY FÜR MÄDCHEN e.V. für Mädchen und junge Frauen Beratung und Begleitung bei Problemen und in Krisensituationen Mädchenberatung linksrheinisch Fridolinstr. 14, 50823 Köln-Ehrenfeld Tel.: 0221/45 35 56 50 maedchenberatung-linksrhein@lobbyfuer-maedchen.de Mo bis Do: ganztägig nach Vereinbarung Mi 14-16 Uhr: ohne Anmeldung Di 10-11 Uhr, Do 14-15 Uhr: telefonische Beratung, Di 16-18 Uhr: kostenlose Betreuung Ess-Störungen 0800 5 03 58 85 Mädchenberatung rechtsrheinisch Buchheimer Str. 56, 51063 Köln-Mülheim Tel.: 0221/890 55 47; maedchenberatungrechtsrhein@lobby-fuer-maedchen.de Mi bis Fr ganztägig nach Vereinbarung Fr 14-18 Uhr ohne Anmeldung
In unserer stationären Einrichtung für wohnungslose Männer bieten wir folgende Hilfen an: Beratung und Unterstützung durch fachkompetente Mitarbeiter in den Bereichen: Wohnen, Arbeit, Gesundheit, Finanzen, Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten, Vollverpflegung und Möglichkeiten zur Selbstversorgung, Nachgehende Hilfen im „Ambulant betreuten Wohnen“, Freizeitangebote
Foto: Christina Bacher
Schlafsäcke etc. in unserem Gebrauchtwaren-Kaufhaus kostenlos bei uns beziehen. Gemeinsam mit Emmaus betreibt der Verein die Suppenküche am Appelhofplatz.
Emmaus-Möbellager in der Barbarastraße
n Notschlafstelle für Männer Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 93 12 21-54 (tagsüber) und -26 (ab 18 Uhr), jhk-notaufnahme@johannesbund.de Sozialarbeiterische Beratung, Erarbeitung einer Perspektive, Vermittlung in weiterführende Hilfen Aufnahme: Täglich (auch Sonn- u. Feiertags) ab 18 Uhr für wohnungslose Männer ab 18 Jahren
n „Reso“ – Resozialisierungsabteilung Johanneshaus Köln, Annostr. 11 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz Tel.: 93 12 21-54, th.klahr@johannesbund.de Hilfe für wohnungslose Männer mit sozialen Problemlagen nach § 67 SGB XII: Unterbringung, Verpflegung und Selbstversorgung, individuelle Einzelfallhilfen, Beschäftigungsangebote, Mo bis Fr.: 8-16.30 Uhr
n Mäc-Up
Foto: Christina Bacher
Treffpunkt für Mädchen von 14-27 Jahren Gereonstr. 13, Nähe Bahnhof, 50670 Köln, Tel.: 0221/13 35 57
Die LORE befindet sich im Kunibertsviertel
Essen, Trinken, Dusche, Wäsche waschen, Second-Hand-Kleidung, medizinische Versorgung, Beratung Öffnungszeiten: Mo., Mi., Do. und Fr. von 12-15.30 Uhr Di. von 10-13 Uhr, Frühstück gibt es Di. und Mi., gekocht wird Mo. und Fr. 27
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Köln geht es gut. Bevölkerung und Wirtschaft wachsen. Aber auch Armut und Wohnungslosigkeit. Sieben kleine freie Träger der Wohnungslosenhilfe bündeln ihre Kräfte im Kölner Straßennetz, um die Menschen aufzufangen, die durch andere soziale Netze fallen. Denn jede Kölnerin und jeder Kölner ist ein Teil der Stadt und muss hier gut leben können. www.koelner-strassennetz.de