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Kölner Straßenzeitung Draussenseiter 02/2018: Verbote

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26. Jahrgang Nr. 185 Februar 2018

R E T I E S N E S s U A R D IN

Foto: Wolfgang Jorzik

Z A G A M N E S S A STR R E N L Ö K S A D

0,90  für den Verkäufer

1,70 

VERBOTE

PATER MUFFISCH Nubbel-Rede

RÜCKSCHAU

FRANK ÜBERALL

Loss mer singe Es ist untersagt


Anzeige


Vorwort

Inhalt

Liebe Leserinnen und Leser,

Vorwort ��������������������������������������������������������������� 3 Inhaltsverzeichnis �������������������������������������������������� 3

einer, der jedes Jahr in Ruhe zuschaut, wenn die Menschen über die Strenge schlagen, ist der Nubbel: Die mannsgroße Strohpuppe muss dann in der Nacht auf den Aschermitt-

Schwerpunkt: Verbote

woch als Sündenbock herhalten für all die verbotenen Taten, die die Kölner im Karneval begangen haben. Der legendäre Pater Muffisch, der in Essers Gasthaus alljährlich die Nubbelverbrennung zelebriert, hat sich mit dem Kollegen mal über das Thema Verbote ausgetauscht – hochspannend, was der selbstbewusste Kerl darüber denkt! Exklusiv zu lesen auf

S.4

Es ist untersagt – Interview mit Dr. Frank Überall ������������� 4-7 „Wat soll dä Quatsch?“ Interview mit einem Untoten ��8-9

den Seiten 8-9.

Street-Fotografie: Uwe ������������� 11 Blinklicht e.V. ������������������� 12-13 Kurzgeschichte: Die Beichte ��� 14-15

Segways sind an der Binzer Strandpromenade glatt verboten. Foto: Sabrina Burbach

Aber wer entscheidet denn überhaupt, was verboten oder erlaubt ist? Damit hat sich der Journalist Prof. Dr. Frank Überall – gemeinsam mit seinem inzwischen verstorbenen

S.20

S.12

Bluey – Verkäuferporträt … ��� 16-17 Gedicht: Einkehr �������������������� 18

Spuren der Armut: Adolph Kolping ������������������������������ 19 Loss mer singe in der OASE ����������������������������������������20

Kollegen Wolfgang Jorzik – beschäftigt. Die jahrelangen Studien zum Thema „Es ist untersagt“ erschienen zunächst auf gleichnamigen Social-Media-Kanälen und liegen jetzt als Buch vor. Endlich gibt es Aufschluss darüber, warum Verbote uns regelmäßig verwirren und wir sie trotzdem brauchen. Mehr dazu auf den Seiten 4-7. Das Beste an diesem kunterbunten Heft zum Thema VERBOTE

Aus der OASE ��������������������������������������������������������� 21 Cartoon/Kolumne ��������������������������������������������������� 22 Tipps ������������������������������������������������������������������ 23 Abo, Impressum ����������������������������������������������������24 Eintritt frei, Vorschau ����������������������������������������������� 25 Service: Adressen �����������������������������������������������26-27

ist übrigens folgendes: Lesen erlaubt! Mit herzlichem Gruß,

Christina Bacher

Öffnungszeiten: OASE e.V. Kontakt- und Beratungsstelle Montag und Freitag: 9.00 – 13.00 Uhr Dienstag und Donnerstag: 9.00 – 16.00 Uhr Mittwoch: nach Terminvereinbarung 3


in eigener sache

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foodsharing

Brauchen wir Verbote? Das Interview mit Dr. Frank Ăœberall zum Thema fĂźhrte Christina Bacher.

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verbote

DRAUSSENSEITER: Du hast dich – gemein-

unterwegs gewesen, auf der Suche nach

geführt. Letztlich ist es aus meiner Sicht

sam mit deinem Kollegen und Freund,

lustigen, ernsten, absurden und sinnvollen

schon speziell deutsch, dass bei jeder

dem 2016 verstorbenen Journalisten Wolf-

Verboten. Welches magst du am liebsten?

Verfehlung, die öffentlich diskutiert

gang Jorzik – viele Jahre mit dem Thema

Dr. Frank Überall: Es ist faszinierend,

wird, laut jemand nach neuen Verboten

VERBOTE auseinandergesetzt. Jetzt ist

sich bewusst zu machen, von wie vielen

schreit. Ich denke aber auch, dass wir ein

ganz aktuell ein Buch zu dem Thema

Verboten wir täglich umgeben sind. Was

Kontroll- und Vollzugsdefizit haben:

erschienen. Wie ist es zu diesem außerge-

verboten ist, ist auch immer ein Aus-

Polizei, Staatsanwaltschaften und

wöhnlichen Projekt gekommen, das ja

druck des Zeitgeistes. Als ich jünger war,

Gerichte brauchen keine neuen Untersa-

zunächst bei Instagram mit vielen Fotodo-

hätte ich mir nicht vorstellen können, an

gungen, sondern müssen personell in die

kumenten seinen Anfang nahm?

wie vielen Stellen das Rauchen einmal

Lage versetzt werden, die vorhandenen

Dr. Frank Überall: Wolfgang war ein lei-

verboten sein würde. Aber es gibt auch

konsequenter durchzusetzen.

denschaftlicher Journalist – aber auch

wirklich lustige Untersagungen, zum

ein mindestens so leidenschaftlicher

Beispiel das Schild mit dem Titel „Besa-

DRAUSSENSEITER: Als Individuum und

Fotograf. Er hat mir häufig seine Bilder

mungshalle“, das an manchen Bauern-

freie Bürger sehen wir zwar ein, dass es

gezeigt und wir haben darüber gespro-

höfen angebracht ist: Demnach ist es

ein Mindestmaß an Verboten geben muss.

chen. Als er mir eine Fotoserie von

dort unter anderem verboten, den Bul-

Wenn es uns aber zu viel wird, neigen wir

einem verlassenen Kölner Industriege-

len durch Gelächter abzulenken.

auch schon mal dazu, all die Verbote und Untersagungen nicht mehr zu akzeptieren.

lände zeigte, fiel mir auf, dass da viele

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Verbote zu sehen waren. Da haben wir

DRAUSSENSEITER: Ist es nicht zuallererst

Ist es deiner Meinung nach denn so, dass

beschlossen, den Fokus unserer Betrach-

die Aufgabe der Politik, Regeln zu machen

eine Abwehr- oder Trotzhaltung umso grö-

tungen auf dieses Phänomen zu lenken

und Gesetze zu beschließen und somit

ßer ist, je mehr Verbote an einem Ort vor-

und Bilder dazu zu sammeln. Das ist

auch Verbote auszusprechen? Wie steht

herrschen? Hast du dafür Beispiele?

jetzt Jahre her, und es sind hunderte

Deutschland – nach deinen Erkenntnissen

Dr. Frank Überall: Wer mal unendlich

Motive zusammen gekommen. Leider ist

– diesbezüglich dar, vielleicht auch im

lange an einer roten Ampel gestanden

Wolfgang später an Krebs verstorben.

internationalen Vergleich?

hat, ohne dass weit und breit ein Auto zu

Ich hatte ihm aber versprochen, das

Dr. Frank Überall: Genau mit dieser Fra-

sehen war, wird das damit verbundene

gemeinsam anvisierte Buch noch umzu-

ge beschäftige ich mich in meinem

Verbot schnell übertreten. Verbote müs-

setzen. Ich bin glücklich, dass es nun

Buch. Ich habe dazu unter anderem

sen nachvollziehbar sein, dann werden

endlich erscheint.

Interviews mit dem ehemaligen Bundes-

sie auch besser eingehalten. Es gibt viele

innenminister Gerhart Baum und dem

Beispiele wie das der roten Ampel in mei-

DRAUSSENSEITER: Mit Kamera und Stift

Vize-Vorsitzenden des Bundes Deutscher

nem Buch: sinnlose Verbote, die mehr

bist du eine ganze Weile in Deutschland

Kriminalbeamter, Sebastian Fiedler,

verunsichern als für Sicherheit sorgen.


verbote

DRAUSSENSEITER: Diesbezüglich ist auch

DRAUSSENSEITER: Im Grunde ist es doch

Dr. Frank Überall: Pressefreiheit hängt

die „Broken-Windows-Theorie“ des

auch gut, dass manche Verbote nicht ein-

ganz eng mit Meinungsfreiheit zusam-

Psychologen Philip Zimbardo interes-

fach so akzeptiert werden. Ist das nicht

men. Die Pressefreiheit gerät aber

sant. Er hat ja die These entwickelt, dass

auch etwas zutiefst Demokratisches, dass

immer mehr unter Druck – auch bei uns

einzelne Verbotsübertretungen im öffent-

sich die Menschen nicht alles verbieten

in Deutschland. Dagegen kämpfe ich als

lichen Raum schnell zu einer grundsätzli-

lassen und dagegen aufbegehren?

Vorsitzender von Deutschlands größter

chen Verwahrlosung ganzer Stadtteile

Dr. Frank Überall: Das ist ja das Schöne

Journalistengewerkschaft. Aber ich setze

führen können. Dass Verbote also durch-

an einer Demokratie: Verbote hängen

mich auch für die Förderung von Medi-

aus sinnvoll sind. Ist doch sicher auch

immer von Ort, Zeit und gesellschaftli-

enkompetenz ein. Gesellschaftlicher

gut auf Köln übertragbar, oder? Fallen

cher Meinung ab. Man kann Verbote

Diskurs braucht wahrhaftige Argumen-

dir da nicht sofort ein paar Beispiele

auch abschaffen. Dafür ist die Politik

te, die ausgetauscht werden können.

ein? Ist vielleicht der Ebertplatz ein sol-

zuständig und wir als Bürgerinnen und

Dafür sind professionell gemachte Mas-

cher Ort?

Bürger dürfen dazu Impulse geben. Es

senmedien auch in Zukunft unabding-

Dr. Frank Überall: Mit der Theorie

ist beispielsweise noch gar nicht so lange

bar – und eben Journalistinnen und

beschäftige ich mich in meinem Buch

her, da war Homosexualität noch straf-

Journalisten, die handwerklich und

auch – schließlich besteht immer die

bar. Und es wird womöglich nicht mehr

ethisch einen ordentlichen Job machen.

Gefahr, dass man den Bogen über-

allzu lange dauern, dann werden „wei-

spannt. Wir brauchen öffentliche Räu-

che Drogen“ wie Marihuana, wie in vie-

me, in denen man sich frei bewegen

len anderen Staaten, auch in Deutsch-

darf. Eine allgegenwärtige Videoüber-

land erlaubt.

DRAUSSENSEITER: Ganz herzlichen Dank!

Fotos: Wolfgang Jorzik und Dr. Frank Überall

wachung, zum Beispiel, wie sie derzeit auch für Kölner Brennpunkte disku-

DRAUSSENSEITER: Bei der Vermittlung

tiert wird, führt zu einer Verhaltensän-

und Aushandlung von Verboten für die

derung – aber nicht unbedingt in der

Öffentlichkeit spielen die Medien eine

gewünschten Form. Denn die massive

wichtige Rolle. Zensur ist in Deutsch-

Einschränkung von Freiheitsrechten

lands Verfassung ja explizit verboten.

trifft alle Bürgerinnen und Bürger, und

Das gilt aber nicht für alle Länder. Wie

nicht nur diejenigen, die etwa Strafta-

kann man es erreichen, dass Menschen

ten begehen wollen. Wir müssen auf-

zwischen Propaganda und seriösen

passen, dass wir uns nicht eines Tages

Medien unterscheiden lernen? Und wor-

in einem Überwachungsstaat mit Ver-

in siehst du deine Aufgabe als Bundesvor-

botskorsett wiederfinden.

stand des DJV?

lll

info

Frank Überall: Es ist untersagt. Wie Verbote uns verwirren – und warum wir sie trotzdem brauchen. Verlag New Business (Hamburg), 24,80 Euro (ca. 200 Seiten), ISBN 978-3-936-182-63-7. Folgen Sie „esistuntersagt“ auch auf Facebook und Twitter. Mehr unter www.esistuntersagt.de 7


Foto: © Superbass / CC-BY-SA-3.0

verbote

Pater Muffisch alias Harald van Bonn in Aktion vor dem Essers Gasthaus.

Foto: Privat

Pater Muffisch un dä Nubbel:

„Wat soll dä Quatsch?“ Interview mit einem Untoten

8


verbote

Jedes Jahr wird in der Nacht zu Aschermittwoch der Nubbel verbrannt. Wo kommt der Nubbel eigentlich her? Warum muss er brennen? Und was denkt er sich bei dem ganzen Treiben? Pater Muffisch sucht nach Antworten. Pater Muffisch (P. M.): Hallo, mein lieber

Mist, kriegen von dir die Leviten gelesen

oder will. „Nubbels Hein“, zum Beispiel,

Nubbel!

und statt, dass sie sich ändern, machen

das kann dann keiner und jeder sein.

Nubbel: Leck mich am Aasch, do schääl

sie den gleichen Mist jedes Jahr wieder

Oder wenn der Aufenthaltsort unbe-

Pann Jedresse!

und wieder und wieder.

kannt ist, heißt es auch schon mal: „Dä

P. M.: Das können jetzt aber die Men-

P. M.: Der Mensch ist so. Der liebt keine

es beim Nubbel“.

schen in Bayern oder Schleswig-Holstein

Veränderung, der liebt Rituale …

P. M.: Ein kölscher Begriff – gibt es dich

nicht verstehen. Kannst du für die bitte auf

Nubbel: … ja, solche wie Strohpuppen

dann auch nur in Köln? Oder wo gibt es

Hochdeutsch sprechen?

verbrennen.

dich denn überall?

Nubbel: Okay. Dann noch ens … Sei mir

P. M.: Stimmt. Du bist ja aus Stroh. Und

Nubbel: Natürlich in Köln. Aber auch in

herzlichst gegrüßt, Pater Muffisch!

hast alte Klamotten an. Wer erweckt dich

der Umgebung bis nach Bonn, bis in die

Schön dich zu sehen! Auch wenn ich

eigentlich jedes Jahr wieder zum Leben

Eifel und bis ins Bergische hinein.

nicht verstehe, warum du mich jedes

und bastelt dich zusammen?

P. M.: … und in Düsseldorf sicherlich auch?

Jahr für alles schuldig sprichst und mich

Nubbel: Ganz klar: Das ist Aufgabe der

Nubbel: Bes do beklopp?!? In Düssel-

verbrennen lässt.

Wirte! Für die Kohle, die sie an den

dorf?!? Da gibt’s nur diese Schlafmütze,

P. M.: Tja, das ist nun mal Tradition. Ein

sechs tollen Tagen verdienen, ist das ja

den Hoppeditz. Der erwacht zu Beginn

Geistlicher hält den Menschen den Spiegel

wohl das Mindeste, was sie für mich tun

dessen, was sie da Karneval nennen. Am

vor, was sie über die Karnevalstage an

können. Aber leider ist die Zahl der Wir-

11.11. – dann muss er sich das Elend

sündigem Verhalten an den Tag (bzw. die

te, die mich zum Leben erwecken, ein

wochenlang ansehen. Und dabei schläft

Nacht) gelegt haben. Und die Menschen

wenig rückläufig …

er wohl zwischendurch wieder ein – vor

suchen sich einen Sündenbock, der dafür

P. M.: … so dass das Festkomitee 33 Nub-

Langeweile. Und wahrscheinlich irgend-

gerade stehen muss.

bel hat bauen lassen und mit Gebrauchs-

wo in einer Höhle. Jedenfalls ist er nach

Nubbel: Ja, und das seit Mitte des letz-

anweisung versehen an Kneipen ver-

Karneval nicht mehr da und sie verbren-

ten Jahrhunderts! ‚Hammer nit jewullt.

schenkt hat.

nen dann auch eine Puppe an seiner Stel-

Nubbel schuld‘ und ‚Do hilf kei Hühle

Nubbel: Ja, das war ja nett gemeint.

le – aber erst Aschermittwoch tagsüber.

un kei Flenne, dofür moss dr Nubbel

Aber ich bin doch keine Massenproduk-

Die dürfen bestimmt nachts nicht raus.

brenne‘. Weißt du, wie ermüdend das

tion. Ich möchte liebevoll erschaffen

P. M.: Tja, du wirst es wissen. (lacht)

ist? Sechs Tage lang hängst du in der

werden. Von jemandem, der weiß, was er

Nubbel: Aber weißt du, was ich schön

Kneipe – oder noch schlimmer: in der

da tut. Dem ich dann sogar ein Stück

finde? Es gibt jetzt auch Nubbelverbren-

Kälte draußen davor. Du siehst, wie so

weit ans Herz wachse.

nungen für Kinder. Da mach ich gerne

mancher über die Stränge schlägt,

P. M.: Das gibt es ja auch noch. Vor ein

mit. Denn wenn die Kinder mich auch

nicht nur singt und feiert, sondern sich

paar Jahren gab es ja sogar ein Nub-

lieben lernen, dann werde ich auch in

teilweise volllaufen lässt oder mit

belcasting.

hundert Jahren immer wieder neugebo-

irgendwem, den er gerade mal zehn

Nubbel: Das fand ich toll. Da wurde ich

ren … und werde immer älter sein als all

Minuten kennt, rumknutscht. Und am

mit meinen unzähligen Brüdern mal

ihr Sünderlein!

Ende soll ich dann dafür schuld sein.

wirklich gewürdigt. Man ist ja schon

Und werde verbrannt. Und das jedes

stolz, wenn man auf einem Bild in der

Jahr aufs Neue.

Zeitung ist …

P. M.: Naja, du wirst ja nicht nur für das

P. M.: … auch dann, wenn man brennt?

eben genannte verantwortlich gemacht,

Nubbel: Weiß ich nicht. Ich sehe die Bil-

sondern auch für den FC, für die Politik,

der am nächsten Tag ja nicht mehr.

für Pegida und AfD, für das Kölner Opern-

P. M.: Woher kommt eigentlich dein

haus und und und …

Name?

Nubbel: Das hör ich in deiner Rede auch

Nubbel: Mein Name – das ist ein typisch

Jahr für Jahr und wunder‘ mich. Gut. Ich

kölscher Begriff. Den gab es angeblich

hör’s nur 20 Minuten lang, danach wer-

schon im 18. Jahrhundert. Den Begriff

de ich ja angezündet. Aber ich versteh‘

„Nubbel“ benutzt man für gewöhnlich,

es trotzdem nicht: ie Menschen machen

wenn man nix genaues sagen kann –

lll

Nubbel live

Wer Pater Muffisch und den Nubbel mal live erleben will: Auch 2018 wird der Nubbel vom Muffisch angeklagt und den Flammen übergeben – und zwar um Mitternacht in der Nacht zum Aschermittwoch vor Essers Gasthaus in Köln-Ehrenfeld (www.essers-gasthaus.de) – nach einer Karnevalswoche, die von vielen „Loss mer singe“-DJs mitgestaltet wird. Die Reden des letzten Jahres findet man hier: https://youtu.be/VjBK_yLXZ5c 9


foodsharing

Clemens-Josef-Haus

Willkommen im Clemens-Josesf-Haus auf dem Vellerhof, einem Fernab der „Straße“ sind die Menschen hier gern gesehene Gäshistorischen Gehöft inmitten eines Naturschutzgebietes, auf dem te, die auf dem Gelände des Clemens-Josef-Hauses auf ihrem ganz heute hilfebedürftige Menschen leben, wohnen und arbeiten. persönlichen Weg begleitet werden. Clemens-Josef-Haus I Altenwohn- & Pflegeheim und stat. Einrichtungen der Gefährdetenhilfe · Vellerhof 1 · 53945 Blankenheim Gefährdetenhilfe: 0 26 97 . 91 00 16 · Altenwohn- & Pflegeheim: 0 26 97 . 91 00 25 · www.vellerhof.de

Wohnungslosenhilfe Station machen I zur Ruhe kommen

Übernachtung I Aufnahme I Wiedereinstiegshilfe I Lebenshilfe I Langzeitwohnen

Arbeiten

Qualifizierung erwerben I Selbstwertgefühl erleben Beschäftigung I Ausbildung I Arbeitstraining I Qualifizierung I Arbeitsvermittlung

Pflegewohnheim

begleiten und fördern I beraten und anleiten

Pflege & Betreuung I Lebenszufriedenheit I Wohlbefinden I Menschlichkeit I Zu Hause

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gerd bonse

Uwe Uwe kam vor 21 Jahren aus dem Ruhrpott nach Köln. Dort war sein bevorzugtes Veedel Vogelsang. Er hat eine fast typische „Karriere“ in die Obdachlosigkeit hingelegt. Irgendwann zerbrach seine große Liebe und der Alkohol kam mit Macht. Sein Job ging baden, er konnte seine Miete nicht mehr bezahlen und wurde bald obdachlos. Auch seine bis dahin besten, aber eher „sogenannten“ Freunde verabschiedeten sich schnell von ihm und ließen ihn im Stich. Seine jetzige „Heimat“ ist die Kölner Fußgängerzone und manchmal kann man Uwe auf der Breite Straße antreffen. Er freut sich über ein kleines Gespräch und natürlich auch über eine kleine finanzielle Aufmunterung für den Tag. Vielleicht gibt es einmal wieder bessere Zeiten für ihn, hofft er.

Foto und Text: Gerd Bonse

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aktion

Unser Blinklicht e.V. Text und Fotos: Thomas Dahl

Der gemeinnützige Verein „Unser Blinklicht e.V.“ erwirtschaftete insgesamt Erlöse in Höhe von 35.800 Euro für gemeinnützige Kölner Einrichtungen. Das Engagement dieser ehrenamtlichen Helfer ist aus der Stadt nicht mehr wegzudenken.

D

ieser Laden bietet in seinem Sorti-

e.V., das Kinderhospiz Balthasar, der Inter-

Diese Einstellung finde ich traurig “, sagt

ment Unterstützung für sozial

Kultur e.V., Benedikt Labre e.V. – OASE,

die Rentnerin.

benachteiligte Menschen: Die

Rat & Tat Köln e.V. oder der Sozialdienst

„Aber im Großen und Ganzen macht es

ehrenamtlichen Mitarbeiter von „Unser

Die Brücke. Der Verein konnte damit sein

ja doch Spaß, hier mit anzupacken und sich

Blinklicht“ stellen ihre Zeit seit mittlerwei-

Gesamtspendenvolumen auf rund 350.000

für Menschen einzusetzen, die nicht das

le 15 Jahren gemeinnützigen Kölner Ein-

Euro aufstocken.

Glück hatten, ein relativ gesichertes Leben

richtungen zur Verfügung. In dem Geschäft

„Es wird zwar immer schwerer, die Gel-

zu führen. Diese Stadt braucht eindeutig

am Kleinen Griechenmarkt finden Kunden

der zu erarbeiten, aber die Resonanz auf

Hilfe. Deshalb machen wir das Tag um

eine große Auswahl an guterhaltenen

unsere Arbeit ist doch sehr hoch, vor allem

Tag“, berichtet die einstige kaufmännische

gespendeten Secondhandtextilien, Haus-

aus dem Viertel. Das motiviert uns jedes

Angestellte. Dabei kann sich die Seniorin

haltsprodukten, Schmuck, Spielen, CDs,

Jahr aufs Neue“, erklärt Vereinsvorsitzen-

auf ein Team von 18 Personen verlassen.

DVDs und mehr vor.  Auch in 2017 konnten

de Ulla Pahnke. „Die meisten Leute wissen

„Unsere älteste Mitarbeiterin wird dieses

die Vereinsmitglieder einen hohen fünf-

ja, dass es hier nicht um Profit geht, an

Jahr 90 Jahre und steht an zwei Tagen in

stelligen Betrag erwirtschaften: Insgesamt

dem wir uns bereichern, sondern um die

der Woche im Laden. Das finde ich einfach

35.800 Euro flossen an über 50 Institutio-

gute Sache. Es mehren sich jedoch die

großartig“, so Pahnke über das Engage-

nen wie Heimatlos in Köln (HiK), Emmaus,

Besucher, die auch den Verkaufspreis

ment der Ehrenamtler. Das 15-jährige Ver-

Zartbitter, die Drogenhilfe Köln, Lobby für

einer hochwertigen Hose, die wir für drei

einsjubiläum soll im September mit einem

Mädchen, Kindernöte e.V., Klinik-Clowns

Euro anbieten, herunterhandeln wollen.

Tag der offenen Tür gewürdigt werden.

Die Besucher der Stätte finden ein breites Sortiment an Textilien, Haushaltswaren, Schmuck, Spielen, CDs und DVDs zum kleinen Preis vor.

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aktion

Hildegard Icelliter, Gisela Becker, Ulla Pahnke und Ingrid Löffler (v. l.) blicken auf ein erfolgreiches gemeinnütziges Jahr zurück.

Transparenz wird großgeschrieben: Im Schaufenster des Ladens hängen die Listen mit den Spendenempfängern aus. Zudem werden einzelne Projekte mit Flyern vorgestellt.

lll

info

Adresse: Kleiner Griechenmarkt 81, 50676 Köln Öffnungszeiten: montags bis freitags 10.00 - 18.00 Uhr Kontakt: 0221 / 801 64 51, up50@gmx.de 13


foodsharing

14


kurzgeschichte

Die Beichte Eine Kindheitserinnerung Von Elfi Krietemeyer

A

dele hat jetzt wochenlang Ferien,

Gedanken. Die Sonne brannte ganz

das gefällt ihr nicht, denn was soll

schön und sie waren froh, ab und an

und sprach: „Liebste Oma, es tut mir

sie in der ganzen Zeit, ohne ihre

unter einem schattigen Baum Rast

leid, dass wir für das Geld ein Eis gekauft

Schule, machen? Außerdem ist ihre

machen zu können. Die halbe Strecke zu

haben, aber es gab eine Spende von dei-

geliebte Oma, bei der sie sehr viel Zeit

ihrem Ziel war schon geschafft, sie hat-

nen Nachbarn, denn auch du sollst dei-

verbrachte, für sie nicht mehr greifbar.

ten Durst und Hunger zugleich. Die Ret-

ne Blumen haben.“

Die Familie, bei der sie aufwächst, fährt

tung nahte, als sie das Klingeln eines Eis-

in den Urlaub, und sie wurde zu einer

verkäufers in unmittelbarer Nähe hör-

men, fragte diese: „Hast du Blumen aufs

Verwandten gebracht. Sie wäre gerne

ten. Kerstin meinte, „Lass uns doch ein

Grab gestellt?“ Adele antwortete: „Ja,

nach Österreich mitgefahren, aber man

Eis kaufen.“ Adele überlegte nicht lange

und sie hat sich auch gefreut.“ Die Tante

sagte ihr, das ginge nicht.

und das Geld reichte für beide. Jede

sah ihre Nichte mit staunenden Augen

bekam eine große Kugel. Adele hatte ver-

an. Dann schnappte sich Adele schwei-

Gretel, bei der sie jetzt vorübergehend

gessen, dass das Geldstück für die Blu-

gend den Besen und fegte in stiller Buße

wohnte, „Ich gebe dir etwas Geld, damit

men bestimmt war. Fröhlich schleckend

die Straße.

kannst du Blumen für das Grab der Oma

setzten sie sich weiter in Bewegung.

Foto: Christoph de Haar

kaufen und zum Friedhof gehen.“ Die

Kurz vor dem Friedhof erblickten sie

Großmutter war vor sechs Monaten

einen Blumenladen. Das Hörnchen

gestorben und Adele war über diesen

noch in der Hand haltend, erinnerte

Verlust sehr traurig. Somit machte sie

Adele sich und bekam große Schuldge-

sich auf den langen Weg zur Ruhestätte.

fühle. Was sollte sie nun tun?

Vor einer Auslage mit Blumen blieb

Auf dem Friedhof angekommen,

sie stehen, begutachtete diese und stellte

schaute sie zuerst in die Ecke, wo man

fest, mit nur einer Münze bekäme sie

die nicht mehr so ansehnlichen Gebinde

sehr wenig. Im Schaufensterglas sah sie,

wegwarf, aber es war nichts Passendes

dass sich eine Schulfreundin näherte.

dabei, was sie hätte noch verwenden

Adele war froh, ein bekanntes Gesicht

können. Somit ging Adele mit einem

zu sehen. Die Freundin wollte wissen,

Schuld beladenem Gewissen zum Grab

was sie bestaune. Sie antwortete: „Blu-

und befreite es von den Unkräutern.

men, die fürs Grab der Oma sein sollen,

Dann nahm sie die Harke, die hinter

aber für dieses Geldstück bekomme ich

dem Grabstein versteckt war, um die

fast nichts.“ Kerstin bot sich an, sie zum

Erde aufzulockern, füllte Wasser in die

Friedhof zu begleiten. „Auf dem langen

Blumenvase, und beide spazierten an

Weg finden wir sicherlich was Günstige-

den vielen Stätten vorbei, sahen die gro-

res“, sagte sie. „Außerdem wären die

ßen Sträuße und nahmen von jedem

Blumen längst verwelkt, bis wir dort

eine Blume mit. Sie sprachen mit den

angekommen sind.“

Toten und bedankten sich für die Gabe.

Zusammen verkürzte sich der Weg über die vielen Kilometer, auch in ihren

Wieder bei Tante Gretel angekom-

Die Blumen stellten sie in das Gefäß auf dem Grab der Großmutter.

Foto: Privat

An einem heißen Tag meinte Tante

Adele faltete ihre Hände zum Gebet

lll

zur person

Elfi Krietemeyer: „Mein Leben ist rund und bunt. Im Laufe meiner Jahre haben mich viele berufliche Tätigkeiten begleitet. Die kreative Seite in mir konnte nur zum Teil ausgelebt werden. Als letzte dieser Fähigkeiten haben das Malen und das Schreiben von Kurzgeschichten für mich höchste Priorität. Ein Wunschtraum ging für mich schon in Erfüllung – meine alleinige Vernissage, verbunden mit einer Lesung.“ 15


aus aller welt

Verkäufer von The Big Issue, Melbourne, Australien

Bluey

einer Situation verliert man jegliches Selbstwertgefühl. Und wenn man am Boden ist, ist man am Boden, selbst wenn man hochsieht und von den Sternen träumt, sich etwas vormacht. Die einzige Chance, wie man wieder auf die Füße kommen kann, ist eine gesicherte Unterkunft, weil die es einem ermöglicht, Grenzen und Ziele zu setzen und die Kontrolle über sein Leben wieder zu bekommen. Ich war dazu absolut entschlossen, habe es immer wie-

Nachdem er einen Mordversuch überlebt hatte, entwickelte Bluey ein post-traumatisches Stresssyndrom. Infolge von Drogenmissbrauch verlor er seine Arbeit, wurde obdachlos und einsam. Durch den Verkauf der Straßenzeitung The Big Issue fühlte er sich wieder imstande, am Leben teilzunehmen, fand außerdem eine Wohnung. Wenn es seine Einkünfte erlauben, leistet er sich mal ein gutes Buch oder geht ins Kino.

der versucht und konnte schließlich alle

Von Katherine Smyrk

wirklich. Ich leiste mir Bücher, gehe ins

Hindernisse überwinden. Aber nicht jeder kann es schaffen. Früher habe ich unter einem Baum gewohnt, aber heute habe ich eine Sozialwohnung. Also habe ich sehr viel Glück gehabt. Wenn ich etwas Geld vom Verkauf des The Big Issue übrig habe, genieße ich das Kino. Du darfst nicht vergessen, ich stamme aus einem bürgerlichen Milieu, habe

V

16

einen Hochschulabschluss. Ich lese gerne or zwei Jahren, ich war ungefähr 60

Schließlich habe ich täglich eine Menge

Bücher, schaue gerne Filme, gehe gerne

Jahre alt, traf ich die Entscheidung,

Drogen genommen. Die Folge war, dass

mit Leuten essen – ein normales Leben

dass es besser wäre, wieder etwas zu

ich die sehr fordernden Jobs, die ich früher

eben.

tun, als einfach nur an Drogen zu Grunde

hatte, nicht mehr ausüben konnte. Nur

Jedenfalls hat sich mein Leben um 100

zu gehen. Ich lebte auf der Straße. Es ging

noch einfache, kurze Arbeiten. Ich war am

Prozent verbessert, seit ich The Big Issue

rapide bergab und das Einzige, was mir

Rande der Gesellschaft angekommen. The

verkaufe. Das wäre meine Botschaft an

einfiel, war The Big Issue zu verkaufen. Es

Big Issue hat es mir ermöglicht, wieder ein

alle Leute, die die Straßenzeitung kaufen:

war das Beste, was ich machen konnte.

bisschen an der Gesellschaft teilzuhaben.

Es hilft echt, es macht einen Unterschied

Ich stamme aus einer großen Familie in

Ich finde es schon sehr schwierig, The

einer schönen Gegend in Adelaide. Gebo-

Big Issue zu verkaufen. Andererseits brau-

ren wurde ich Mitte des 20. Jahrhunderts.

che ich dadurch keine Drogen mehr zu

Früher habe ich im Vertrieb, in der Wer-

nehmen. Ich muss mir keine Sorgen mehr

beindustrie und im Hotel- und Gaststät-

machen, dass ich meine Rechnungen nicht

tengewerbe gearbeitet. In den 70ern habe

bezahlen kann. Meine Unkosten sind

ich fünf Jahre lang in Berlin gelebt.

gedeckt. Einfach ausgedrückt, ist es besser,

Mit 27 wurde ich Opfer eines Mordver-

20 Dollar in der Tasche zu haben als nichts.

suchs. Danach ging es mit mir stetig ber-

Selbst wenn es nur 20 Dollar sind, hast du

gab. Mein post-traumatisches Stresssyn-

ein gewisses Maß an Kontrolle über dein

drom wurde erst viel später diagnostiziert.

Leben, du kannst eine Menge Dinge tun,

Diese Krankheit war früher praktisch

auch wenn es simple Sachen sind, wie eine

unbekannt. Ich nenne es immer posttrau-

Zeitung zu lesen oder einen Kaffee zu

matische Stresskatastrophe – diese Krank-

kaufen.

heit hat meine Persönlichkeit total verän-

Das war für mich die prägende Erfah-

dert. Wegen ihr habe ich angefangen, mir

rung als Obdachloser, benachteiligt und

selbst Medikamente zu verschaffen, sie

am Rand der Gesellschaft, dass ich keine

einzunehmen, und mich dadurch immer

Kontrolle über mein Schicksal hatte. Und

weiter von einem normalen Leben zu iso-

automatisch zieht dieser Verlust an Kon-

lieren.

trolle weitere Probleme mit sich. In so

für das Leben der Verkäufer. Mit freundlicher Genehmigung von The Big Issue Australia/INSP.ngo. Übersetzt aus dem Englischen ins Deutsche von Jan Seyfried

lll

The Big issue Australia

Sitz: Melbourne Gegründet: 1996 in Melbourne Erscheint: als Print- und Digitalausgabe Verkäufer: mehr als 580 landesweit Zeitungspreis: 7 $ – 3,50 $ für den Verkäufer Link: www.thebigissue.org.au


RHEIN IN DIE KÜCHE

Bluey verkauft The Big Issue in Melbourne. Er mag ein gutes Buch und geht gerne ins Kino, wenn er Geld dafür hat. Foto: James Braund

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gedicht

Einkehr Grau der Tag In sich gekehrt Stimmen verblasst Bewegungen ruh‘n Kein Wind An den Bäumen zerrt Den eigenen Blick Tief nach innen gewandt Kontakt mit sich selbst Dem vertrauten Freund – Dabei des Lebens Fülle In sich erkannt Wolfgang Hübner-Bergfeld, Köln

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spuren der armut

Spuren der Armut

Adolph Kolping Wegbereiter der katholischen Sozialbewegung

setzte – über die sonst übliche seelsorge-

Rhein. Die wandernden Bur-

rische Tätigkeit hinaus. Das war prakti-

schen sie treten dort ein, zu

sche christliche Soziallehre, aber

Füßen des Altars am steinernen Grab, da

zugleich auch die Konkurrenz zu den

knien sie nieder mit Bündel und Stab“,

sozialistischen Gruppen und Parteien,

heißt es in einem berühmten Grablied

die in der gleichen Zeit entstanden. Er

und gemeint ist die letzte Ruhestätte von

gründete einen Gesellenverein, das spä-

Adolph Kolping (1813 - 1865) in der Köl-

tere Kolpingwerk. Und blieb in Abgren-

ner Minoritenkirche. Hier, wo der Kölner

zung zu Linken und Sozialisten zeitle-

Publizist und Geistliche im Jahre 1845

bens seiner Überzeugung treu, dass kein

seine Priesterweihe empfing, ist er letzt-

revolutionärer Umsturz die Verhältnisse

lich auch beerdigt worden. Als Hand-

ändern könne, sondern nur ein sozialer

werksgeselle – selbst aus armen Verhält-

Wandel durch die Veränderung des Men-

nissen stammend – hatte der Kerpener

schen selbst. Noch heute erinnert ein

bereits am eigenen Leibe extreme

Standbild vor der Minoritenkirche an

Armutserfahrungen machen müssen.

den berühmten „Gesellenvater“, auch

„

Foto: Christina Bacher

E

in Gotteshaus steht zu Köln am

Die Soziale Frage beschäftigte den jun-

hier in der Pose des priesterlichen Für-

gen Mann so stark, dass er sein Abitur

sorgers. Er starb mit 51 Jahren in Köln,

nachholte und sich später als Priester als

wurde aber erst 1991 selig gesprochen.

einer der ersten katholischen Geistlichen

Zur Zeit läuft das Verfahren zu seiner

hauptamtlich im sozialen Bereich ein-

Heiligsprechung.

Christina Bacher (1973), leidenschaftliche Stadtentdeckerin, ist zudem seit 12 Jahren Chefredakteurin des DRAUSSENSEITER, Deutschlands ältester Straßenzeitung, und Herausgeberin des Buches „Köln trotz(t) Armut“. In Bälde erscheint von ihr das Buch „111 Orte für Kinder in Köln, die man gesehen haben muss“ (Emons Verlag). Für „Spuren der Armut“ schrieben bisher Fritz Bilz, Anke von Heyl, Klaus Schmidt und Martin Stankowski, von dem die Idee für diese Reihe mit dem besonderen Blick auf Köln stammt. 19


HILFE IST SO VIELFÄLTIG

Loss mer singe-Moderator Harald van Bonn bekam diesmal harte Konkurrenz durch den 6-jährigen Elias!

Hochwasser-Einsingen in der OASE vorgestellt, die von einer Besucherin wie

alljährliche Loss mer singe-Veran-

folgt kommentiert wurde: „Dat sin ja

staltung extra einen Shuttleservice

alles schöne Lieder!“ Von den schönen

für die Gäste eingerichtet, da die Drehbrü-

Liedern gewann am Ende das klare Sta-

cke, die auf kurzem Weg zur Anlaufstelle

tement gegen Rechts von Brings: „Die

für Wohnungslose in Deutz führt, wegen

Färv der Freiheit“ vor Lupos „För die

des Hochwassers gesperrt war. Und so war

Liebe nit“ und der Roxxy-Hymne „Loss

es zwar etwas später als 15 Uhr, aber dafür

uns Fründe sin“, die zu der einen oder

trotzdem gut gefüllt im Offenen Treff der

anderen Träne bei den Mitsängerinnen

Einrichtung.

und Mitsängern führte – ein Lied, das

Es gibt vieles, was die OASE beim Einsingen in den Karneval besonders macht

Emotionen auslöst. Bei der Vorstellung der Siegertitel konn-

– eines ist in jedem Fall, dass die Men-

ten auch wieder tolle Preise verlost wer-

schen dort nicht nur wunderbar mitsin-

den. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei

gen, sondern, dass sie auch wunderbar

der Comedia Colonia, bei Gaffel am Dom

zuhören. Dies bemerkte auch „Loss mer

und bei Essers Gasthaus für die großzügi-

singe“-Castingsieger Max Biermann, der

gen Spenden.

für den guten Zweck ohne Gage in der Auszählpause auftrat und das Publikum

Ein toller Nachmittag in gemütlicher Atmosphäre in der OASE! (ds)

mit kölschen Evergreens und eigenen Liedern wie dem herrlichen „Et Mettina us Mettmann“ unterhielt. Zuvor wurde eine auf 12 Lieder reduzierte Auswahl

20

OASE-Besucher Friedhelm brachte zum Schluss noch ein Ständchen.

Fotos: Daniel Steh

D

ie OASE hatte am 7.1.2018 für die


Aus den einrichtungen

20 Euro - Kunstprojekt

Mit dem Projekt möchte Mück aber nicht

Leserbriefe zur Ausgabe 184

gegen die Deutsche Bank selbst angehen,

 Ich finde das Heft einfach klasse! Die Artikel über Foodsharing waren sehr informativ und haben mich motiviert, die Offerten auszuprobieren. Wirklich eine sehr gute Arbeit. Kompliment ans Team! Thomas Dahl

Einen 20-Euro-

vielmehr ist der Begriff als Metapher zu

Schein der

verstehen. Die deutsche Sitzbank hingegen

besonderen Art

ist nicht zum Ausruhen gedacht – sie soll

hat sich der

aufrütteln. Die echte dreifarbige Bank

Künstler Peter

stand eine Zeit lang am Kölner Eierplätz-

Mück einfallen

chen und soll künftig für Aktionen genutzt

lassen. Statt des

werden.

üblichen Bildes,

Die „Deutsche Bank“-Spezial-Edition gibt

ziert den Schein

es bereits seit Sommer letzten Jahres. Seit-

eine schwarz-rot-golden gestrichene Bank,

dem hat das Projekt zahlreiche prominen-

auf der ein Obdachloser sitzt. Der Titel des

te Unterstützer gefunden, u.a. Wolfgang

Kunstprojekts lautet passend „Deutsche

Niedecken, Dietmar Bär, Wilfried

Bank 20“ – und das ist absichtlich doppel-

Schmickler, Moritz Netenjakob und Biggi

deutig gemeint. Mit Ironie und Härte stellt

Wanninger.

Mück die „Deutsche Bank“ als Institution

So können am 27. Februar um 14.30 Uhr

für Wohlstand und Geldgeschäfte dem

rund 1.000 Euro des bisherigen Erlöses an

Verweilen eines Menschen ohne Wohnung

die Überlebensstation GULLIVER überge-

auf einer „deutschen Bank“ gegenüber.

ben werden. Unterstützenswert!

Der Künstler Peter Mück. Foto: privat

„20 Euro-Spezialedition“: gedruckt in Original-Geldscheingröße auf einer Hartschaumplatte. Der Schein kostet 20 Euro – die Hälfte davon für den guten Zweck. Wer das Projekt unterstützen und einen der Geldscheine erwerben möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „Deutsche Bank“ an den Künstler selbst: muexx@gmx.de. Info: www.deutsche-b.jimdo.com

Stricken für den guten Zweck Helfen kann so einfach sein. Oder besser: So persönlich und herzlich. So kamen in der OASE selbstgestrickte Socken aller Couleur an. Liebevoll in durchsichtige Folie eingepackt, so dass man sehen kann, was gefällt. Ausgezeichnet mit der jeweiligen Größe – für große Füße und für ganz kleine. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Claudia Betzing, Vorstandsmitglied der OASE, die die schönen selbst gemachten Geschenke als Fee vorbeibrachte. Warme Füße von Herzen!

 Nachdem ich die neue Ausgabe eben durchgelesen habe: Tolles Thema, tolles Heft! Schön gestaltet! Sabine Büttner

Ganz herzlichen Dank an Harald van Bonn, der ein Heft mit kölschen Geschichten produzieren ließ und in der Weihnachtszeit zugunsten der OASE gegen Spende abgegeben hat. Durch Unterstützung des Musikers Alex Olivari, der seine CD spendete, kamen so 400 € für die OASE zusammen. Für alle, die keins der begehrten Hefte ergattern konnten, gibt es einen Trost: Im nächsten Jahr ist eine neue Auflage geplant! (cb)

Danke, Realschule Im Hasental!

Bescherung durch die Gothaer Versicherung

Ganz herzlichen Dank an die Städtische Realschule Im Hasental in Köln-Deutz für die Spende in Höhe von 800 Euro, die in die Arbeit der OASE mit Bedürftigen und Menschen ohne Obdach fließt. Toll, dass sich diese

Unser herzlicher Dank geht an die Gothaer Versicherung, die in 2017 wieder zahlreichen bedürftigen Menschen mit liebevoll eingepackten Päckchen eine große Freude bereitet hat: Ihre ganz persönlichen Wünsche waren vorab in der OASE eingesammelt worden. Schön, wenn sich die Einrichtung so kurz vor den Feiertagen für einige Stunden in eine gut gefüllte Weihnachtsstube verwandelt. (cb)

Schule, die sich im selben Veedel wie die Einrichtung befindet, seit so vielen Jahren für diejenigen einsetzt, denen es nicht so gut geht. Gerade in der kalten Winterszeit. (cb) 21


cartoon/kolumne

Cartoon: Heiko Sakurai

Hallo Freunde, eigentlich bin ich ja ein gut genährter Hund, klar, als Frauchens Prinz. Doch immer, wenn sie in der Küche werkelt, riecht es so gut. Oft springt dann was aus dem Kühlschrank in mein Maul. Einfach so. Wenn sie Essen gemacht hat, kommt sie mit ihrem Teller ins Wohnzimmer – ich dann sofort hinterher. Sie lacht und meint, das wäre ihrs. Wie bitte? Dann fängt sie einfach an zu essen. Ich bin ganz dicht bei ihr und schaue hypnotisch auf jeden Bissen, den sie sich in den Mund steckt. Dann sagt sie auf einmal „MEINS“ – ganz laut. Ich bin irritiert. Dann versuche ich es mit dem Blick „armer Straßenhund“. Der klappt eigentlich immer. Doch 22

sie schaufelt einfach weiter, ohne dass ich was krieg. Sowas! Aber neulich hatte sie etwas in der Küche vergessen, und der Teller stand auf dem Tisch, dem kleinen tiefen, an den ich gut mit der Nase dran komme. Na, dachte ich so bei mir, ist doch prima, dass sie nun schon den Tisch für mich deckt. Und es roch so gut nach Wurst. Was soll ich sagen ... schwupp, war es meins. Da kam mein Dosenöffner um die Ecke und ich schaute ganz brav und ahnungslos. Sie schaute erst auf ihren Teller, dann zu mir und sagte dann ganz laut „Clayd, was ist das denn?“ Natürlich habe ich dann so geschaut, als wüsste ich von nix. Sie meinte aber, dass ich ganz genau wüsste, dass ich am Tisch nix zu suchen hätte. Dann hat sie mich in mein Körb-

chen geschickt. Na gut, dachte ich, tu ich ihr mal den Gefallen. Und ja, eigentlich gibt es schon klare Regeln. Also etwa „nicht an den Tisch gehen“, doch das Ganze war wohl einfach ein Missverständnis. Sie lässt mir ja keine andere Wahl, wenn das Hypnotisieren nicht hilft ... Und ich kann ja auch nix dafür, dass sie den Teller da so stehen lässt. Na jedenfalls hing danach der Haussegen erst mal schief. Voll blöd, das alles. Natürlich ist es klar, was meins ist und was ihr gehört, doch versuchen kann ich es doch mal, oder? Nächstes Mal lasse ich mich einfach nicht erwischen. Bis bald, euer Clayd l l l Hallo, ich bin Clayd aus Rumänien. Von dort bin ich mit einem halben Jahr zu meinem Frauchen, der Draussenseiter-Verkäuferin Kölsche Linda, gezogen. In meiner Kolumne erzähle ich euch, wie mein Alltag so aussieht, und was ich alles erlebe. Foto: Kölsche Linda


Buch- und veranstaltungstipp

Benjamin Cors

ist, wie dieser Anschlag vonstattengehen soll. Außerdem kann der Politiker, der den französischen Staat damit aus den Angeln heben und einer rechtsradikalen Diktatur den Weg ebnen will, nicht einfach dingfest gemacht werden. Es fehlen jegliche Beweise für seine Beteiligung an einem möglichen Attentat. Und Julie, die sich eigentlich melden und Informationen hierüber liefern soll, schweigt. Atemlos, wirklich gegen den Strich gebürstet. Eine rasante Geschichte, in der immer wieder die Perspektiven wechseln, was die Erzählung ungeheuer faszinierend macht. Alles in allem ein tolles Buch. Fragt sich nur, warum dtv es unter dem biederen Cover eines Regionalkrimis verkauft. Ingrid Müller-Münch

Gezeitenspiel

Benjamin Cors: „Gezeitenspiel“ – Ein Normandie-Krimi, Dritter Fall für Nicolas Guerlain, dtv 2017, ISBN 978-3-42326-141-8, Broschiert 15,90 Euro, Kindle 13,99 Euro

Hänneschen-Theater präsentiert einen wunderbaren Schwank von Udo Müller

Ne falsche Fuffziger Bis ins kleinste Detail macht das neue Stück des Hänneschen-Theaters seinen Zuschauern große Freude: Schon in der ersten Szene, beim Zwiegespräch zwischen Konrad Schäl und dem lieben Gott im Jahre 1978, wird eine Spannung aufgebaut, die sich bis zum Schluss des Stücks halten wird: Ein Diebstahl ist damals geschehen, doch das Diebesgut fehlt. Wie kann das sein? Die Sache gibt der Polizei Rätsel auf. Doch

Der wunderbare Schwank ist vom 7. April bis zum 22. Juni 2018 zu sehen – Karten gibt es an der Theaterkasse und telefonisch unter Tel. 0221/258 12 01.

Foto: Hänneschen-Theater

Das Cover täuscht gewaltig. Wer einen dieser französischen Regionalkrimis erwartet hat, mit ein bisschen Lokalkolorit und ansonsten einer verträumt-touristisch schöngefärbten Story, der wird getäuscht. Denn der politische deutsch-französische Fernsehjournalist, der 2016 den Glauser-Preis bekam, hat eine überraschend hintergründige Politgeschichte konstruiert, die nichts mit Sonne, Strand und Austernessen zu tun hat. Stattdessen bürstet er wieder einmal gegen den Strich, wie ihm die Jury in ihrer Begründung 2016 attestierte. Und zwar gewaltig. Nicolas Guerlain ist Personenschützer beim französischen Gouvernement. Und einer der Besten. Durch einen geschickten Coup hat er sich bis zur Schutztruppe um den zukünftigen Präsidenten hervorgearbeitet. Und sieht sich plötzlich mit einer Ungeheuerlichkeit konfrontiert, die, sollte es ihm nicht gelingen, sie zu verhindern, nicht nur den französischen Staat aus den Angeln heben würde, sondern ihn auch persönlich beträfe. Denn Julie, die Frau, die er noch immer liebt, hat sich vor über vier Jahren von ihm mit den Worten verabschiedet: „Ich bin gleich wieder da“. Seitdem hat er nichts mehr von ihr gehört. Bis jetzt. Bis sein Vater, Chef des französischen Geheimdienstes, ihn darüber informiert, dass Julie seit ihrem Verschwinden einen Politiker „covered“, ja ausspionieren soll und dafür seine Lebensgefährtin wurde. Zur Erinnerung an den 6. Juni, dem Jahrestag des D-Day, den die Franzosen den längsten Tag nennen, als die Alliierten an der normannischen Küste landeten und tausende Soldaten von den Deutschen niedergemetzelt wurden, findet Jahr für Jahr in Arromanches-les-Bains eine Gedenkfeier statt. Diesmal im Beisein des amerikanischen Präsidenten. Und ausgerechnet für diesen Tag plant der Politiker, an dessen Fersen sich Julie seit vier Jahren heftet, einen der größten denkbaren Anschläge. Das weiß Nicolas Guerlain. Doch das nützt ihm nichts, weil unklar

der Allmächtige drückt noch mal beide Augen zu. Aber nur, wenn Schäl ihm verspricht, die nächsten 40 Jahre keinen Mist mehr zu bauen. Die Zeit vergeht wie im Flug. Und schon wird der fußballbegeisterte Schäl von seinen Freunden mit einer tollen Geburtstagsparty zum 50. Geburtstag überrascht. Aber als der FC-Fan hört, dass Mählwurms Pitters Schwester Änn einen Bayern geheiratet hat und ihre Existenz dort auf dem Spiel steht, flammt sein Hass gegen die Bayern wieder auf. Er schlägt vor, die Tagebücher des Jan von Werth dahingehend zu fälschen, dass der beliebte Märchenkönig Ludwig II. von dem berühmten Rheinländer abstammt. Ein Skandal! In wunderschöner Kulisse – beim Almabtrieb in Sankt Deppendorf – dürfen die Knollendorfer jetzt also auch mal die Berge genießen. Eine neue Herausforderung auch für die grandiose Hänneschen-Band, die sich diesmal vom Kölschen Klassiker bis hin zur bayerischen Volksweise um Kopf und Kragen bzw. um Schlapphut und Lederhose spielt. Mit einem furiosen dritten Bild kommen alle – auch die Zuschauer – in Stimmung, es wird gesungen und geschunkelt und später auch frenetisch geklatscht: Obwohl der Betrug um die gefälschten Tagebücher auffliegt, kann Schäl die Berg-Pension der guten Änn durch einen Trick retten. Und verrät zum Schluss auch, was er da vor 40 Jahren in einem Bollerwagen hat mitgehen lassen: Aber das soll hier nicht verraten werden … (cb)

23


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www.draussenseiter-koeln.de, abo@draussenseiter-koeln.de IMPRESSUM Redaktionsleitung Christina Bacher (cb), bacher@draussenseiter-koeln.de www.draussenseiter-koeln.de Redaktionsassistenz Sabrina Burbach, burbach@draussenseiter-koeln.de Herzlichen Dank allen freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieser Ausgabe. Lektorat Barbara Feltes Titelgestaltung Deborah Keser Gestaltung Innenseiten Petra Piskar, de haar grafikdesign, www.dehaar-grafikdesign.de Titelfoto Wolfgang Jorzik Fotos Christina Bacher, Gerd Bonse, James Braund, Sabrina Burbach, Thomas Dahl, Christoph de Haar, Hänneschen-Theater, Mireille Herz, Wolfgang Jorzik, Kölsche Linda, Daniel Steh, Superbass, Dr. Frank Überall, Hanna Witte, Miriam Wolf

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Die Bestellung wird erst wirksam, wenn sie nicht binnen einer Frist von 10 Tagen schriftlich widerrufen wird. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs. Das Abo kann jederzeit gekündigt werden.

Cartoon Heiko Sakurai Druck druckdiscount24.de Abos Martina Jühlke, juehlke@oase-koeln.de Vertrieb Ali Baran Herausgeber Benedikt-Labre e.V. – OASE Alfred-Schütte-Allee 4, 50679 Köln Tel.: 0221/989353-0, Fax: 0221/98935316 Depots (nur für Verkäufer) Gulliver, Trankgasse 20, Bahnbogen 1, 50667 Köln Kiosk Orman, Salierring 15, 50677 Köln OASE, Alfred-Schütte-Allee 2-4, 50679 Köln Vringstreff, Im Ferkulum 42, 50678 Köln Verkauf öffentlich Agnesbuchhandlung, Neusser Straße 63, 50670 Köln Buchladen Neusser Straße, Neusser Str. 197, 50733 Köln Bunt Buchhandlung, Venloer Straße 338, 50823 Köln

Kontoverbindungen IBAN: DE66 3705 0198 0016 5020 31 SWIFT-BIC: COLSDE33, Sparkasse KölnBonn draussenseiter ist das Sprachrohr für alle Obdachlosen, deren Freunde, ehemals Obdachlose und andere Betroffene. Leserbriefe sind immer herzlich willkommen. Für namentlich gekennzeichnete Artikel und Leserbriefe sind die jeweiligen Autoren verantwortlich. Bedürftigen wird für veröffentlichte selbstgeschriebene Artikel, Interviews und Fotos ein kleines Honorar gezahlt, wenn dies der Autor ausdrücklich wünscht. Nachträgliche Forderungen werden nicht akzeptiert. Es gilt die Anzeigenpreisliste vom 1.1.2009. draussenseiter ist Mitglied des


vorschau

Eintritt frei z Tag der offenen Tür

Hännesche om Iesermaat 2018 Erleben Sie einen Tag der offenen Tür in einem ganz besonderen und neuen Rahmen: Hännesche om Iesermaat. 2018 bietet das Ensemble des HänneschenTheaters wieder allen die Möglichkeit, das Theater etwas besser kennenzulernen und die aktuelle Puppensitzung auf dem Eisenmarkt auf Großbildleinwand zu schauen. Neben der Puppensitzung kann man gegen eine vergünstigte Gebühr im Theater einen „Bleck hinger de Britz“ werfen. Ergänzt werden die Angebote durch umfangreiche gastronomische Highlights. Das Team des Hänneschen-Theaters freut sich auf einen besonderen Tag mit gemeinsamem Schunkeln und Gesang.

Das Haus Rosalie bietet 7 Einzelzimmer und einen Gruppenraum für Frauen in Not.

Foto: Mireille Herz

(Un-)Behauste Frauen

D Foto: Christina Bacher

as Haus Rosalie in Nippes begleitet Frauen auf dem Weg aus der Obdachlosigkeit. Nicht selten müssen diese nach Jahren auf der Straße den Alltag mit Kochen, Putzen und einer festen Tagesstruktur wieder regelrecht lernen. Das geht nur, wenn man das wirklich aus eigenem Antrieb will. Viel schwerer ist es jedoch, wieder Vertrauen zu anderen Menschen zu fassen und sich nach und nach selbst zu finden. Im Haus der Vinzentinerinnen nimmt man sich vor allem erst einmal die Zeit zuzuhören. Mehr und mehr Frauen leben heute auf der Straße oder geraten durch (finanzielle) Not in fatale Abhängigkeit – ein zentrales Thema für unsere März-Ausgabe und das nicht nur, weil am 8. März wieder weltweit der Internationale Frauentag stattfindet.

Wann: 6. Februar 2018 ab 16 Uhr Wo: Hänneschen-Theater - Puppenspiele der Stadt Köln, Eisenmarkt 2-4, 50667 Köln - Altstadt/Nord Zeiten: 16 Uhr: Einlass 16:30 bis 17:15 Uhr: Bleck hinger die Britz 17:30 Uhr: Film ab Preis: Eintritt frei Bleck hinger die Britz: 4 Euro Veranstalter: Hänneschen-Theater Weitere Infos siehe www.stadt-koeln.de www.haenneschen.de

Der nächste DRAUSSENSEITER erscheint zum 1. März 2018. Mehr dazu unter www.draussenseiter-koeln.de und auf www.facebook.com/Draussenseiter-DasKölner-Strassenmagazin-106192356124749. 25


service

n Kontakt- u. Beratungsstelle Rochus (SKM)

Foto: Hanna Witte

Bartholomäus-Schinkstr. 6, 50825 Köln, Tel.: 3377063-4, rochus@skm-koeln.de http://skm-koeln.de/9.0/9.1.8/rochus-p.html

Für Alle n Diakoniehaus Salierring Fachdienst für Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe d. Diakonischen Werkes Köln und Region, Salierring 19, 50677 Köln, Tel.: 27 69 70-0, verwaltung.salierring@ diakonie-koeln.de, www. diakonie-koeln.de Beratung: Mo bis Fr 9-12 Uhr, Di + Mi 16-18.30 Uhr (u. a. Postadressen u. Treuhandkonten) Straffälligenhilfe: Zeiten wie oben Tagestreff: Mo bis Fr 8.30-12.30 Uhr, Frühstück, (donnerstags auch Mittagessen), Duschen, Wäschekeller, Aufbewahrung, Internetzugang Kleiderkammer: Di u. Do 9-11.30 Uhr Krankenwohnung, Betreutes Wohnen § 67 SGB XII, Ambulante Begleitung gem. § 67 SGB XII, Betreutes Wohnen § 53 SG XII, Clearingstelle Claro im Trägerverbund

n Emmaus Geestemünder Str. 42, 50725 Köln, Tel.: 971 17 31, info@emmaus-koeln.de, www.emmaus-koeln.de

n Lobby-Restaurant LoRe des KALZ für Berber und Banker Domstr. 81, Nähe Hauptbahnhof, 50668 Köln, info@koelnerarbeitslosenzentrum.de, www.koelnerarbeitslosenzentrum.de Mittagessen: Mo, Di 12 -16 Uhr, Mi, Do, Fr 12 -15.30 Uhr

n Kölner Obdachlosenfrühstück, Peter-Deubner-Stiftung Tel.: 430 39 83 Angebote: 9 -11 Uhr: Kostenloses sonntägliches Frühstück jeden 2. u. 3. Sonntag im Monat im Vringstreff, Im Ferkelum 42, jeden 4. Sonntag in der MüTZe, Berliner Str. 77, Köln-Mülheim

n GUBBIO Obdachlosenseelsorge Ulrichgasse 27-29, 50577 Köln, www.gubbio.de Öffnungszeiten: Di, Mi 14 – 17 Uhr Angebote: Raum zum Gespräch, Bibelstunde, Meditation, thematische Gesprächskreise, religiöse Filme

Angebote: täglich warmes Essen von 12-14 Uhr, kalte u. warme Getränke, Duschmöglichkeit (Behindertendusche u. -toilette), Wäsche waschen Mo bis Do von 11:00-14:30 Uhr, Beratung täglich von 11-15 Uhr und nach Vereinbarung, Medizinische Sprechstunde Di + Do von 12:30 13:30 Uhr, Postadresse, Betreutes Wohnen, PC-Nutzung mit Internetzugang, Samstags Frühstück. Die Wochenenden sind geschlossen. Kleiderkammer: Ausgabe von Kleidung nur notfallmäßig für Besucher der Kontaktstell. Öffnungszeiten: Mo bis Fr 11-15 Uhr, Sa 10-14 Uhr, So 10-14 Uhr

n Sozialdienst Katholischer Männer e.V. Bahnhofsvorplatz 2a (1. Etage), 50667 Köln-Innenstadt, Tel.: 13 49 19, kontaktstelle@skm-koeln.de, www.skm-koeln.de Angebot: Aufenthaltsmöglichkeit, Begegnung, Freizeitangebote, (Spieleangebot, Kaffee), Essen, Duschen, Wäschepflege, Schreibhilfe, Telefonmöglichkeit, mediz. Versorgung, PC-Nutzung mit Internetzugang Kontaktstellenbereich/Tagestreff: Mo. bis Fr.: 12.00 bis 15.30 Uhr (Essensangebot: 12.00 bis 14.00 Uhr) So. und Feiertage: 12.00 bis 13.00 Uhr Samstags geschlossen Beratung (auch anonym): Mo, Mi, Do, Fr 9-11.30 Uhr, Mo bis Fr 14-15.30 Uhr

n Vringstreff e.V. Für Menschen mit und ohne Wohnung Im Ferkulum 42, 50678 Köln, Tel.: 278 56 56, info@vringstreff.de, www.vringstreff.de Mo bis Do 11.30-17 Uhr, Fr 9-12 Uhr Jeden 2. und 3. Sonntag Obdachlosenfrühstück 9-11 Uhr, Café, Freizeitangebote, Veranstaltungen, Beratung

Versorgung, Mo bis Fr ab 21 Uhr Leben und Arbeiten in Gemeinschaft, günstiger Einkauf von Secondhand-Artikeln, DritteWelt-Arbeit durch Versand von Hilfslieferungen

n Gulliver – Überlebensstation für Obdachlose Trankgasse 20, Nähe Hauptbahnhof, 50667 Köln, Tel.: 120 60 91 Duschen, Toiletten, Waschmaschinen, Trockner, Tagesschlafraum, Postadressen, Caféteria mit Frühstück und Snacks, Beratungsangebote, Internetzugang, Kunstausstellungen, Handyladestation, Gepäckaufbewahrung Öffnungszeiten: Mo bis Fr 6-12 Uhr u. 13-18 Uhr, Wochenende und Feiertage 10-18 Uhr Kleiderkammer: Do 13.30-15.30 Uhr

26

Foto: Christina Bacher

Appelhofplatz: Essenausgabe u. medizinische


service

Nur für Frauen

n Bürger für Obdachlose e.V. Basislager Gebrauchtwarenkaufhaus Bürger für Obdachlose e.V. Basislager: Silcherstr. 11, 50827 Köln Tel.: 640 22 68, info@bfoev.de

n agisra e.V.

Foto: Marie Breer

Kleiderkammer, Gebrauchtwaren-Kaufhaus für Jedermann, Arbeitsprojekt und Suppenküche. Obdachlose können gerne auch Kleidung, Schlafsäcke etc. in unserem Gebrauchtwaren-Kaufhaus kostenlos bei uns beziehen. Gemeinsam mit Emmaus betreibt der Verein die Suppenküche am Appelhofplatz.

Vringstreff

n Initiative Bauen Wohnen Arbeiten e.V. Peter-Michels-Str. 1-9, 50827 Köln Tel.: 0221/ 9535301, Fax: 0221/ 5948789 ibwa@netcologne.de www.bauenwohnenarbeiten.de

Angebot: Arbeitsgelegenheiten, Beschäftigung, Wohnen, Betreutes Wohnen

n OASE-Benedikt Labre e.V. Alfred Schütte Allee 4, 50679 Köln, Tel. 0221/9893530 kontakt@oase-koeln.de www.oase-koeln.de

Kontakt- und Beratungsstelle: Montag und Freitag 9–13 Uhr, Dienstag und Donnerstag 9–16 Uhr, Mittwoch nach Terminvereinbarung

Offener Treff: Montag 10.30–13 Uhr, Dienstag 13–16 Uhr, Donnerstag 13–16 Uhr, Freitag 11.30–13 Uhr Frühstück: Montag 10.30–13 Uhr

Sprechstunde Mobiler Medizinischer Dienst: Montag 10.30-11.30 Uhr und Donnerstag 13.30-14.15 Uhr

Kleiderkammer/Duschen: Montags ab 10.30 Uhr Donnerstags ab 13.00 Uhr Computer-Nutzung: nach Vereinbarung Weitere Angebote: Gepäckaufbewahrung

Redaktionssitzung DRAUSSENSEITER: siehe Aushang

Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen Martinstr. 20a, 50667 Köln, Tel.: 0221/124019 oder 1390392, www.agisra.org Beratung nach Terminvereinbarung, Telefonische Sprechzeiten: Mo, Di und Do 10-15 Uhr

n Café Auszeit Kontakt -und Beratungstelle für wohnungslose Frauen Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695310, cafe-auszeit@skf-koeln.de Tägl. Essensangebot, Duschen & Baden, Wäschepflege, Kleiderkammer, Postadresse, Schließfachnutzung, Beratung und Soforthilfe, Mo, Di, Do, Fr 11-15 Uhr, Mi 15-19 Uhr, u. nach Vereinbarung

n Café Auszeit, Schäl Sick SKF e.V., Buchheimer Str. 36, 51063 Köln, Tel.: 0221/946 96 24, Fax: 0221/2855199 cafe-auszeit.schaelsick@skf.koeln.de Beratung, Hilfe und Unterstützung bei allgemeinen Fragen, Vermittlung an weiterführende Hilfen, Rechtsberatung, Frauenfrühstück, Postadresse Mo und Fr 10-12 Uhr, Mo, Mi, Do 15-17 Uhr Do 10-12 Uhr Frauenfrühstück

n Comeback Notschlafstelle für Frauen, Sozialdienst kath. Frauen e.V., Mauritiussteinweg 77-79, Nähe Neumarkt, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695-210 Täglich geöffnet von 20 bis 10 Uhr. Angebot für wohnungslose Frauen und Frauen in Notlagen: Schutz, Übernachten, Essen, Duschen, Wäsche waschen, Kleiderkammer, PC und Internetnutzung. Tiere sind erlaubt. Beratung und Vermittlung an weiterführende Hilfen sind möglich.

n Elisabeth-Fry-Haus Albert-Schweizer Straße 2, Nähe Südfriedhof, 50968 Köln, Tel.: 99 56-43 00, efh@diakonie-michaelshoven.de www. diakonie-michaelshoven.de Notaufnahmeheim für Frauen und Frauen mit Kindern, Schutz, Übernachtung, Verpflegung, Wohnen, Beratung und Begleitung. Das Haus ist rund um die Uhr geöffnet.

n Frauen gegen Gewalt e.V. – Notruf und

n Haus Rosalie Gocher Straße 45, 50733 Köln-Nippes, Tel.: 0221/97 30 88 88, haus-rosalie@vinzentinerinnen.de Wohnprojekt für Frauen

n LOBBY FÜR MÄDCHEN e.V. für Mädchen und junge Frauen Beratung und Begleitung bei Problemen und in Krisensituationen Mädchenberatung linksrheinisch Fridolinstr. 14, 50823 Köln-Ehrenfeld Tel.: 0221/45 35 56 50 maedchenberatung-linksrhein@lobbyfuer-maedchen.de Mo bis Do: ganztägig nach Vereinbarung Mi 14-16 Uhr: ohne Anmeldung Di 10-11 Uhr, Do 14-15 Uhr: telefonische Beratung, Di 16-18 Uhr: kostenlose Betreuung Ess-Störungen 0800 5 03 58 85 Mädchenberatung rechtsrheinisch Buchheimer Str. 56, 51063 Köln-Mülheim Tel.: 0221/890 55 47 maedchenberatung-rechtsrhein@lobbyfuer-maedchen.de Mi bis Fr ganztägig nach Vereinbarung Fr 14-18 h ohne Anmeldung

n Mäc-Up Treffpunkt für Mädchen von 14-27 Jahren Gereonstr. 13, Nähe Bahnhof, 50670 Köln, Tel.: 0221/13 35 57 Essen, Trinken, Dusche, Wäsche waschen, Second-Hand-Kleidung, medizinische Versorgung, Beratung Öffnungszeiten: Mo., Mi., Do. und Fr. von 12-15.30 Uhr Di. von 10-13 Uhr, Frühstück gibt es Di. und Mi., gekocht wird Mo. und Fr.

Nur für Männer n Notschlafstelle für Männer Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 93 12 21-54 (tagsüber) und -26 (ab 18 Uhr), jhk-notaufnahme@johannesbund.de Sozialarbeiterische Beratung, Erarbeitung einer Perspektive, Vermittlung in weiterführende Hilfen Aufnahme: Täglich (auch Sonn- u. Feiertags) ab 18 Uhr für wohnungslose Männer ab 18 Jahren

n „Reso“ – Resozialisierungsabteilung Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 931221-54, th.klahr@johannesbund.de

Beratung für vergewaltigte Frauen Herwarthstr. 10, 50672 Köln, Tel.: 56 20 35, mail- Hilfe für wohnungslose Männer mit sozialen box@notruf-koeln.de, www.notruf-koeln.de Problemlagen nach § 67 SGB XII: Unterbringung, Verpflegung und Selbstversorgung, individuelle Beratung telefonisch, persönlich und per Einzelfallhilfen, Beschäftigungsangebote, E-Mail, Begleitung und Unterstützung nach sexualisierter Gewalt; Prozessvorbereitung und Mo bis Fr.: 8-16.30 Uhr -begleitung; Rechtsberatung; Gruppenangebote

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