25. Jahrgang
Nr. 174
Februar 2017
R E T I E S N E S s U A R D IN
Foto: Michael Schober
Z A G A M N E S S A STR R E N L Ö K S A D
0,90 e für den Verkäufer
1,70 e
Flucht voran MOHAMMAD
FARHAD
DAVINDER
Anzeige
Foto: Sandy Craus
Inhalt Liebe Leserinnen und Leser, wie neueste neurowissenschaftliche
Vorwort ��������������������������������������������������������������� 3 Inhaltsverzeichnis �������������������������������������������������� 3 Aus der OASE ������������������������������������������������������ 4-5
Forschungen beweisen, können sich Armutserfahrungen in die DNA von Menschen eingraben und somit das
Schwerpunkt: Flucht
Erbgut nachfolgender Generationen beeinflussen. Welche Spuren aber hinterlässt Armut in einer Stadt wie Köln, die seit Jahrhunderten – mehr als viele andere in unserem reichen Land – davon betroffen ist? Gibt es vielleicht eine Art Stadtgedächtnis, auch wenn wir Menschen oft vergessen, die Orte zu markieren oder Hinweise aufzustellen? Gemeinsam
S.10
Zu Besuch bei Mohammad, Davinder und Farhad ������������6-9 Flucht nach vorne ���������������10-11
mit dem Stadthistoriker Martin Stankowski eröffnen wir in dieser Ausgabe die neue Reihe „Spuren der Armut“ – den ersten Teil lesen Sie auf der Seite 19. Die Lebensgeschichten von Mohammad, Farhad und Davinder sind sehr unterschiedlich, alleine deshalb schon, weil sie aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen stammen. Doch gemeinsam haben die jungen Männer, die zur Zeit in Köln in einer betreuten Wohngemeinschaft leben, dass sie
Gerd Bonse: André ����������������� 13 ZeitZeugenBörse ���������������� 14-15 Essay: Wenn Gefühle Tatsachen werden ������������� 16-17
S.14
vor nicht allzu langer Zeit Angst um ihr Leben haben mussten. Jens Hüttenberger hat mit ihnen gesprochen. Sehen wir uns am 5. Februar ab 15 Uhr in der OASE zum (alkoholfreien) Einsingen bei „Loss mer singe“? Würde mich sehr freuen! Ganz herzlich,
Christina Bacher
S.18
Gedicht: Augen-Blicke ������������� 18 Spuren der Armut: Neue Rheinische Zeitung ��������� 19 Blick in die Welt: Leo von „Bodo“ 21
Comic, Kolumne ���������������������������������������������������� 22 Buch-Tipps ���������������������������������������������������������� 23 Abo, Impressum ����������������������������������������������������24 Eintritt frei, Vorschau ����������������������������������������������� 25 Service: Adressen �����������������������������������������������26-27
Öffnungszeiten: OASE e.V. Kontakt- und Beratungsstelle Montag und Freitag: 9.00 – 13.00 Uhr Dienstag und Donnerstag: 9.00 – 16.00 Uhr Mittwoch: 13.00 – 16.00 Uhr 3
Aus der oase
! e k n Da U
nser herzlicher Dank geht an die Gothaer Versicherung, die in diesem Jahr 70 bedürftige Menschen
mit liebevoll eingepackten Päckchen Wünsche erfüllt hat. Die zahlreichen Wünsche waren vorab in der OASE eingesammelt worden – vom Rucksack über Hundefutter bis hin zum Toaster als Erstausstattung für eine neue Wohnung. Bereits im dritten Jahr wird die OASE von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gothaer Versicherung bei der großen Foto: Christina Bacher
Geschenkeaktion bedacht, so verwandelt sich die Einrichtung vor den Feiertagen für einige Stunden in eine gut gefüllte Weihnachtsstube ... (cb)
Wir feiern 10.000 Menschen die in 35 Ländern 110 verschiedene Straßenzeitungen verkaufen.
#VendorWeek 6-12 Februar 2017 insp.ngo @_INSP
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/inspstreetpapers
Aus der oase
LOSS MER SINGE exklusiv für OASE-Besucher und ihre Freunde Am
„Man muss nicht zwingend eine gute Figur
5.2.2017 ist es endlich
haben, um eine
wieder soweit: Die Kult-Initiative „Loss mer singe“ verlässt die Kneipe und kommt um
15 Uhr in die OASE zur (alkoholfreien) Stimmbildung. Woh-
gute Figur zu
nungslose und andere OASE-Besucher sowie Vereinsmitglieder, die gerne zusammenstehen und singen, können sich noch bis zum 1. Februar 2017 bei Ingo Leis in der OASE eine kostenfreie Karte sichern, solange der Vorrat reicht.
machen.“
Für Frikadellen und Getränke ist gesorgt – gute Stimmung inklusive. Verklei-
Thom Renzie
hallo liebe Freunde!
und kräftiger als ich. Natürlich weiß ich,
Jetzt, wo es von einer Feier zur nächsten
sollte usw., aber was soll ich machen? Bin
geht, kommt man nicht viel zum
halt eher der zierliche, schmale Typ. Jeden-
Schlafen. Zumindest bei uns
dass der Mann immer der Größere sein
falls finde ich die Amy Bombe. Ich
nicht. Erst war ja Weih-
hoffe, ich sehe sie bald wieder
nachten, dann Silvester,
und dann werde ich mein
was ich gar nicht leiden
schönstes Lächeln aufsetzen,
kann, und nun kommt
meine Zähne zeigen und
bald schon Karneval. Das ist eine komische Zeit, Frauchen singt und lacht dann ganz viel. Klar gefällt es mir, wenn sie so gut drauf
ganz sanft an ihr schnuppern, wenn sie mich lässt. Sie ist ein wenig scheu und hat es nicht so mit anderen Hundekumpels – liegt aber wohl daran, dass sie mich noch nicht
ist. Sie spielt dann viel mit mir und wir
so gut kennt. Das werde ich jetzt ändern.
machen Konzentrationsübungen. Tja, und
Frauchen sagt, Verliebte schenken sich
dann gibt es noch den besonderen Tag,
dann was. Na ja, wenn ich mich runter
den die Zweibeiner „Valentinstag“ nen-
beuge und ihr eine Spielaufforderung
nen, also irgendwas mit Liebe und so. Wir
mache, schenke ich ihr ja auch was. Das ist
Hunde brauchen dafür gar keinen
der Plan. Schließlich bin ich ja ein stolzer
bestimmten Tag, wir lieben immer und
Bube. Frauchen hat direkt gemerkt, dass
überall. Aber dieses Mal ist der Tag auch
ich Amy nett finde und die hat mich nicht
für mich wichtig, denn ich habe ‘ne super
weggeknurrt. Das heißt schon was. Zwar
tolle Lady getroffen. Sie heißt Amy und ist
hat sie mich später weggebellt, aber es war
ganz braun, also so fuchsfarben, und hat
ein Versuch wert. Ich wünsche euch jetzt
wunderschöne dunkle Augen. Leider ist
auch viele tolle nette Begegnungen!
sie, wie alle Ladys, die ich toll finde, größer
DIESES MAGATRZAINSSE.
VON DER S
Kölns ältestes Straßenmagazin. Jeden Monat neu.
Euer Clayd
Hallo, ich bin Clayd aus Rumänien. Von dort bin ich mit einem halben Jahr zu meinem Frauchen, der Draussenseiter-Verkäuferin Kölsche Linda, gezogen. In meiner Kolumne erzähle ich euch, wie mein Alltag so aussieht, und was ich alles erlebe. Foto: Kölsche Linda
lll
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werbeagentur-von-morgen.de
dung ist natürlich kein Muss, aber gerne gesehen.
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inhalt
Köln ist eine schöne Stadt. Ein Besuch in einer WG von minderjährigen Flüchtlingen von Jens Hüttenberger
Sie sind teilweise über 7.000 Kilometer zu Fuß gegangen, haben Berge überquert, in überfüllten Lagern gelebt und sind in Schlauchbooten über das Mittelmeer geschippert, doch über ihre Flucht wollen sie nicht viel sprechen, aus ihren Augen weicht das Lachen, viel lieber reden sie über ihre Ziele und Wünsche. Sie wollen keine traurigen Geschichten erzählen, sondern neue entdecken. Sie, das sind Mohammad, Farhad und Davinder, drei jugendliche Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Indien. Jens Hüttenberger hat sie getroffen und mit ihnen gesprochen.
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inhalt
7
flucht I Bericht
W
ir befinden uns in einer frisch
habe ich mich an das deutsche Essen
stützen, die weiterhin in Afghanistan lebt.
renovierten Mustersiedlung aus
gewöhnt.“ Am liebsten essen die Jungs
Kontakt hat er kaum zu ihr, da in der Re-
den 1920er Jahren. Die Straßen
allerdings – wie deutsche Jugendliche –
gion nur selten eine Internetverbindung
Fast Food.
steht. Auf ihre beruflichen Träume berei-
sind hell und weiträumig, Fassaden wie
ten sich die drei in Förderklassen in einem
Fensterrahmen frisch grün und weiß gestrichen, sauber reihen sich die Mülleimer in den gepflegten Vorgärten. Nichts
KFZ-Mechatroniker ein Wort wie Haus oder Hund
sie Mathematik, Politik, Landeskunde, Religion und Sport. Sie sind äußerst enga-
deutet darauf hin, dass sich in einem der
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Berufskolleg vor. Neben Deutsch lernen
Reihenhäuser eine Wohngemeinschaft
WG-Sprache ist mittlerweile Deutsch.
giert und schauen sich auch jenseits der
mit zehn minderjährigen Flüchtlingen
Auch wenn es manchmal noch mit der
Schule nach Weiterbildungsmöglichkei-
befindet. Seit 2015 leben hier die jungen
Wortfindung hapert, ist es erstaunlich, wie
ten und Arbeitsstellen um. Das Erlebte
Männer zwischen 15 und 18 Jahren, die
schnell die jungen Männer die Sprache
vergessen und das Neue anstreben, darum
ohne Begleitung nach Deutschland flüch-
gelernt haben und welche Worte sie ken-
geht es ihnen. So wirken sie erstaunlich
teten. Die Bewohner kommen aus dem
nen. „Ich möchte KFZ-Mechatroniker
aufgeräumt – trotz der schrecklichen, teils
Irak, Iran, Albanien und eben aus Syrien,
werden“, sagt Mohammad, als ob Mecha-
lebensbedrohlichen Reisen und Erfahrun-
Afghanistan und Indien. „Manchmal strei-
troniker ein Wort wie Haus, Hund, Auto
gen. „Ich fühle mich hier gut. Köln ist eine
ten wir uns, weil keiner putzen will“, sagt
wäre. Der Syrer, mit 18 Jahren der älteste
schöne Stadt. Ich spaziere viel“, sagt der
Mohammad, ein syrischer Kurde, lachend.
der Dreien, machte vor seiner Flucht in
Syrer. Nur seine Familie vermisst er. Fast
„Will keiner machen, müssen wir aber.“
Syrien Abitur. „Ich konnte in Al-Hasaka
täglich schickt er seinen Eltern und sei-
Sonst gibt es erstaunlich wenig Probleme
studieren, Anwalt werden. Musste aber
nem Bruder, die noch in Syrien leben,
zwischen den Jugendlichen, trotz kultu-
fliehen.“ Wie alle jungen Syrer wurde er
WhatsApp-Nachrichten. Da sein Dorf an
reller Unterschiede. „Zweimal die Wochen
eingezogen. Als Kurde hätte er dann auf
der Grenze zur Türkei liegt, können diese
spielen wir Fußball. In der Halle. Am
der Seite des Regimes von Baschar al-As-
auf das türkische Internet zurückgreifen.
Nachmittag sitzen wir gemeinsam zusam-
sad gegen seine eigenen Landsleute kämp-
Obwohl der sogenannte IS seit einigen
men, schauen Fernsehen, spazieren in der
fen müssen. Die Alternative wären die
Monaten von den kurdischen Rebellen aus
Stadt“, ergänzt Davinder, ein Sikh aus
kurdischen Rebellen gewesen. Er wollte
der Region verdrängt wurde, hat er Angst
Indien, der einen Dastar, die traditionelle
aber auch nicht Araber bekriegen, mit
um seine Familie. Erst wenige Tage vor
Kopfbedeckung der Sikh, trägt. Er floh aus
denen er sich immer gut verstand. Als
dem Gespräch fielen wieder Bomben auf
seiner Heimat, weil Sikhs in Nord-Indien
Kämpfer kann man sich den gepflegten
seinen Ort. Wer dafür verantwortlich ist,
aufgrund ihrer Religion verfolgt werden.
jungen Mann mit seiner akkuraten Kurz-
weiß er nicht in dieser diffusen Lage. Am
Sechs Monate dauerte seine Odyssee
haarfrisur, dunklen Hornbrille und
liebsten hätte er es, wenn seine Familie
durch etwa zehn Länder. Wie viele es
grauem Rollkragen-Pullover auch kaum
nachkommen könnte; das ist aber sehr
genau waren, weiß er nicht mehr. Am
vorstellen, eher als BWL-Student. So floh
unwahrscheinlich, da die Bundesregie-
Ende wog er nur noch knapp 50 Kilo bei
er mit Schleppern, versteckt in einem
rung die Regeln für den Familiennachzug
einer Größe von circa 1,80 m. „In den
Auto, über Istanbul nach Griechenland
erschwerte. Und wie sieht es mit Freun-
Lagern gab es immer Essen mit Fleisch.“
und von dort weiter über die Balkanroute
dinnen aus? Verlegen senken die drei
Seine Religion verbietet ihm den Verzehr
nach Deutschland. „Ich suche einen Prak-
Jugendlichen den Blick. Später vielleicht
von Fleischprodukten. „Ich habe nur Kek-
tikumsplatz in einer Autowerkstatt. Ich
einmal. Im Augenblick obsiegt die Schüch-
se gegessen.“ Mittlerweile wiegt er wieder
hatte schon ein Vorstellungsgespräch.“
ternheit, ihr Fokus liegt auf Wohnen und
knapp 70 Kilo. Dabei hilft auch das
Auch diese Wörter fließen wie selbstver-
Arbeiten. Als langfristiges Ziel können
gemeinsame Kochen am Wochenende. In
ständlich aus seinem Mund. Arbeit finden
sich Farhad und Mohammad vorstellen,
der Wohngemeinschaft sollen sie auf ein
und sich schnell integrieren ist auch das
irgendwann wieder in ihre Heimat und zu
eigenständiges Leben vorbereitet werden
Ziel von Farhad. „Ich möchte KFZ-Mecha-
ihren Familien zu ziehen, wenn die Lage
und dazu zählt auch das Zubereiten von
niker werden.“ Der 17-jährige Afghane
dort nicht mehr so gefährlich ist. Aber
Speisen. Denn sobald sie volljährig sind,
floh aus Kundus vor den Taliban. „Immer
zurzeit spricht nicht viel dafür. Davinder
müssen sie die Wohngemeinschaft verlas-
Krieg, immer Gewalt“, meint er. Sein
ist Waise, er sieht seine Zukunft in
sen. In manchen Fällen, wie bei Moham-
Vater, der als Lkw-Fahrer arbeitete, verlor
Deutschland. Einen spezifischen Berufs-
mad, kann eine kurzzeitige Verlängerung
bei einem Anschlag das Augenlicht, sodass
wunsch hat er noch nicht, aber auch ihn
genehmigt werden, aber dann sind sie auf
er nicht mehr arbeiten und die Familie
faszinieren Autos.
sich alleine gestellt. „Kartoffeln mag ich
ernähren konnte. So fühlt sich Farhad
nicht so“, meint Mohammad. „Aber sonst
auch verpflichtet, seine Familie zu unter-
inhalt
Fußball, Hausaufgabenbetreuung, Mutter-Kind-Gruppen Die Jugendlichen in der Wohngemeinschaft werden von dem Verein Pro Humanitate betreut. Der Verein wurde im Jahr 1996 von dem Franziskanerbruder Jürgen Neitzert und Memo Sahin gegründet. Mit den jungen Männern führen die Mitarbeiter des Vereins Freizeitprogramme in und um Köln durch oder veranstalten Fußballtraining. Eine wesentliche Aufgabe ist die Betreuung der 15- bis 17-Jährigen bei Behördengängen. So begleiten Mitarbeiter die Jungs zum Jugendamt, zur Ausländerbehörde oder zum Bundesamt für Migration. Rund um die Uhr stehen ihnen Betreuer zur Seite. Weitere Integrationshilfen, die der Verein anbietet, sind Hausaufgabenhilfen, Mutter-Kind-Gruppen sowie Nachmittagsbetreuung von Kindern und Jugendlichen in einem ehemaligen Ladenlokal. Die Räumlichkeiten stellt die GAG zur Verfügung.
lll
michael schober
Der Fotograf Michael Schober hat mit seiner Kamera das Projekt „Here's my story“ des Bayerischen Rundfunks dokumentiert, für das Jugendliche aus Mittelschulen und aus Flüchtlingsklassen an beruflichen Schulen ihre kulturelle und biografische Identität und ihre Lebensziele reflektieren. Ali aus Libyen, der unser Titelbild ziert, gehört auch dazu. Er erzählt in seiner Geschichte „Glück im Unglück“, wie er zunächst von libyschen Rebellen als Gefangener genommen wird und dann als Arbeitskraft missbraucht wird. Während er den Boden eines Imbisses schrubben muss, hört er eine Explosion und wird unter den Trümmern des Hauses begraben. Schwer verwundet, rettet man ihn aus dem Schutt und bringt ihn erst einmal in Sicherheit. Er arbeitet hart und als er genug Geld gespart hat, macht er sich auf den Weg nach Deutschland. www.br.de/mediathek/video/video/mystory-bszamberg-106.html Mehr zum Verein: www.pro-humanitate-koeln.de
Ali
9
inhalt
Amnesie, eine andere. Keine, die vom Staatsanwalt genehmigt werden musste. Wer weiß, für was das gut war. Auch eine Flucht, weg vom Wissen. Hin zum einfachen Hinvegetieren im schlichten Einerlei. Leif Gassmann blieb auch jetzt lieber etwas abseits. Die schwarzen dünnen Haare zum Zopf gebunden, den hageren Körper in eine viel zu große Hose gesteckt, darüber einen braunen Blouson, der sicher schon lange aus der Mode gekommen war, so stand der fast 60-Jährige da und merkte, wie der Wind um ihn herum plötzlich
Flucht voran
immer eisiger wurde. Er verspürte einen starken Impuls, umzukehren. Zurück in die Zelle, die ihm all die Jahre Obdach gewährt hatte, zurück in den Schutz der Gefängnisküche, in der er viele Jahre Dienst gescho-
Eine Kurzgeschichte von Christina Bacher
ben hatte, um sich illegales Knast-Heroin Foto: Ralf Bruns
und Zigaretten leisten zu können. Heim ins Hüttchen, back to the Bau. Was kehrte ihn Weihnachten? Verlogenes Fest in einer ihm fremden Glitzerwelt voller Saubermänner. Just in dem Moment, als er hinter sich die schwere Tür ins Schloss fallen hörte,
E
10
begann es heftig zu schneien – zeitgleich, r stand vor dem Tor der JVA und war
immer verbrannte Erde. Deshalb war er
was für ein seltsamer Zufall. Er schloss die
frei. Das Haus mit Gittern war ihm
zunächst überhaupt nicht scharf darauf
Augen, seine Nase wurde feucht, er fror
neun Jahre lang Zuflucht gewesen.
gewesen, den Knast zu verlassen. Genau-
an den Ohren. Ganz bewusst sog er die
Und nun sollten heute – dem ersten Tag
genommen war er damals, als man ihn mit
kalte Luft ein, so, als sei es eine andere als
im Dezember – noch zwanzig weitere
der Knarre vor dem Supermarkt gestellt
drinnen im Gefängnishof, wo er all die
Männer aus der Haftanstalt entlassen wer-
und mitgenommen hatte, froh gewesen,
Jahre unzählige Runden und Zigaretten
den. Wegen guter Führung und weil der
dass es vorbei war. Ein Leben lang auf der
gedreht hatte, bis man ihn nach einer
Staatsanwalt den Entlassungstermin Ende
Flucht. Vor den Eltern, vor den Zuständen
Stunde in die Zellen zurück gepfiffen hat-
des Jahres absichtlich so legte, dass einige
seines Lebens, vor sich selbst. Schon längst
te. Als ob es sauerstoffhaltige, gesündere,
in den Genuss der sogenannten Weih-
hätte er sich auch dort drinnen aufgege-
reinere Luft hier draußen wäre, dachte er.
nachtsamnesie kamen: Nur, wer sowieso
ben, hätte ihn sein bester Freund Karim
Es war ihm plötzlich, als explodiere ihm
bis Neujahr seine Haft ohne besondere
nicht immer wieder darin bestärkt, dass
davon sein Gehirn. Angst machte sich
Vorkommnisse abgesessen hatte, bekam
auch ein alter Sack wie er noch auf einen
breit. Aufregung. Wut. Weg will ich. Die
ein paar Tage im Knast erlassen. Der
Neuanfang hoffen durfte: „Wir machen
Flucht ist in mir. Will nicht bleiben, will
Gedanke dahinter war, dass die sowieso
draußen zusammen einfach ne Män-
immer weg. Und wenn man mich ein-
schon gestraften Teufel endlich mal wie-
ner-WG auf. Ein-Zimmer, Küche, Bad und
sperrt, vergesse ich, wer ich war.
der das Weihnachtsfest bei der Familie
jeden Monat ein neues Pin-Up an den
Es standen nur noch wenige Männer auf
daheim verbringen konnten.
Spint – wie gewohnt“. Aus Karims Augen
dem asphaltierten Vorhof. Einige der ehe-
Leif Gassmann jedoch konnte sich beim
hatte dabei der Schalk geblitzt, wie so häu-
maligen Häftlinge hatten sich inzwischen
besten Willen an Niemanden erinnern, der
fig. Die beiden Männer waren vom ersten
aus der Gruppe gelöst und bewegten sich
all die Jahre draußen auf ihn gewartet hät-
Tag der Haft an unzertrennlich gewesen.
wie in Zeitlupe auf die nahe Bushaltestel-
te. Er hatte keine Angehörigen und Freun-
Oder kannten sie sich sogar aus früheren
le zu. Andere standen noch beisammen
de außerhalb des Stacheldrahts. Und Hil-
Tagen? Das hatte Gassmann leider verges-
und klopften sich wortlos auf die Schul-
lesheim, ein kleiner Ort in der Eifel, in dem
sen, wie so vieles. Sein Gehirn streikte
tern, als fiele ihnen die Trennung nach all
er geboren und aufgewachsen war, war für
gehörig, seit er einsaß – auch eine Art der
der Zeit unglaublich schwer. Heuchler.
flucht I erzählung
Dabei wusste doch jeder hier, dass man
Totschlag im Affekt, sagten die einen.
natürlich nicht besser mache. Einmal hat-
im Knast selten wahre Freunde fand. Es
Mord, behaupteten die anderen. Seinen
te er leise hinzugefügt: „Auch du hast
sei denn, man hatte Glück. Wie Leif und
besten Freund um die Ecke gebracht, habe
mich nicht immer nett behandelt, Leif.“
Karim, das Dream-Team aus Haus 17, wo
er, der Leif Gassmann. Aus Eifersucht. Das
Und wenn schon. Noch lange kein Grund,
nur schwere Burschen einsaßen. Nur
kam ihm bis heute absurd vor. Warum
ihn jetzt im Stich zu lassen. In diesem
gemeinsam sind wir stark, hatten sie sich
sollte er so etwas tun? Doch in der Nacht,
Moment brauchte er seinen türkischen
abends vor dem Einschlafen gesagt. Und
in der er sein Gedächtnis verloren hatte,
Freund nötiger als je. Gassmann ballte die
am Morgen – nach dem Weckruf in aller
hatte er auch irgendwie sein altes Leben
Hand zur Faust. Sollte Karim sich nun
Früh – wiederholten die Freunde ihr Man-
dran gegeben. Im Grunde war er im
auch gegen ihn gestellt haben?
tra erneut. Nur so hatten sie überleben
Gefängnis ein Anderer geworden. Ein
Bekannte Musik drang nun an sein Ohr
gelernt in der Hölle, die man so harmlos
Mensch ohne Gedächtnis und Geschichte.
– orientalisches Gedudel, türkische Tanz-
Justizvollzugsanstalt nannte.
Ein Guter, wenn er zuvor ein schlechter
musik, ein blauer BMW zog gemächlich
Von weitem sah Gassmann jetzt, wie ein
Mensch gewesen war. Die einen geben ihr
an ihm vorbei. Da hatte einer dieser
Bus um die Ecke bog. Verächtlich zog er
Leben, um es zu retten. Oder so. Der neu-
jugendlichen Angeber offenbar die Musik
den Rotz in der Nase hoch und spuckte
este Spruch der Flüchtlingsbewegung.
im Auto krass laut gestellt. Gassmann
ihn lautstark auf den Boden, direkt vor
Manchmal beneidete er die Menschen, die
nahm das breite Grinsen des Fahrers wahr,
seine eigenen klobigen Schuhe. Er würde
aus Gründen flohen. Er würde lebenslang
der trotz Kälte die Scheibe seines Wagens
da nicht einsteigen. Wusste ja nicht mal,
weg wollen ohne zu wissen warum.
herunter gekurbelt hatte und nur Augen
wie man ein Ticket zog. Kannte keine Hal-
„Karim!?!“ hörte er sich selbst gegen
für die attraktive Frau auf dem Beifahrer-
testelle – weder in die eine noch in die
den Schneeregen anbrüllen. „Karim!!!!!“
sitz hatte. Fanny! Sie war gar nicht älter
andere Richtung. Seltsamerweise war von
Ein ehemaliger Knastbruder, der ihm
geworden in all den Jahren. Sie sah immer
Karim immer noch keine Spur zu sehen.
zufällig am nächsten stand, tippte sich mit
noch so aus wie damals, als er – Leif – mit
Wo blieb der Kerl überhaupt? Warum war
seinem dicken tätowierten Finger mehr-
ihr zusammen gewesen war. Heiraten hat-
er noch nicht durch die Schleuse gekom-
fach an den Kopf. Der spinnt doch, sollte
te er sie wollen, Kinder kriegen, den gan-
men? Hatte es Probleme mit seinem Spint
das heißen. Einige lachten hämisch. Lach-
zen bürgerlichen Mist eben. Heimgekom-
gegeben? Oder war er vor Aufregung noch
ten über Gassmann. Wäre Karim jetzt hier,
men war er an diesem Apriltag vor fünf-
schnell pissen gegangen? Aber wer konn-
hätten sie sich das sicher nicht getraut,
zehn Jahren, früher als sonst. Mit einem
te schon in Ruhe aufs Klo gehen, wenn
dachte dieser. Der war wie sein Bruder,
Strauß Rosen, so, wie man eben einen
einen nur noch wenige Schritte von der
sein Beschützer, sein Vorbild. „Hat ihn
Antrag aus dem Fernsehen kennt. Nackt
Freiheit trennten? Ohne ihn würde er nir-
jemand gesehen?“ Immer panischer sah
war sie gewesen und nicht alleine. Sie war
gendwohin gehen, soviel stand fest.
Leif Gassmann sich um. Es beschlich ihn
leidenschaftlicher gewesen als sonst, dar-
Träge ging Leif Gassmann in Gedanken
langsam der Verdacht, dass er den Freund
an erinnerte er sich jetzt wieder. Brutal
die Namen der Gefangenen durch, die in
nicht mehr wiedersehen würde. Dass der
hatte er zugestochen und mehrmals, ohne
die Gunst der Weihnachtsamnesie gekom-
für immer weg sein könnte. Dennoch
nachzudenken. Flucht voran. Wohlwis-
men waren, auch, wenn sie sie – wie er –
überlegte er, ob er nicht doch noch mal
send, dass er sie dennoch verloren hatte.
gar nicht ernsthaft beantragt hatten. Dass
zurückgehen gehen sollte und an die ver-
Der Tote hatte schwer auf seiner Verlob-
er in nun im Rentenalter in Freiheit sein
schlossene Tür klopfen, um Karim Benze-
ten gelegen, schwerer als zuvor beim Akt.
Gnadenbrot bekommen sollte, kam ihm
ma als vermisst zu melden. Auch, wenn
Auch sie voller Blut – jetzt sah er es wieder
schon fast zynisch vor: Er hatte dem Knast
das Personal in der JVA es nie besonders
vor sich: Er war es gewesen, der den
seine besten Jahre geschenkt. Dabei wuss-
gemocht hatte, wenn er über den treuen
Nebenbuhler von ihr abgerollt hatte. Her-
te er nicht mal mehr, warum er vor 15
Freund gesprochen hatte. Sie hatten sei-
umgedreht. Angestarrt. Es war Karims
Jahren inhaftiert worden war. Falsche
nen Zellengenossen lieber tot geschwie-
Totenfratze, die ihm jetzt die Weihnachts-
Gerüchte, fiese Anschuldigungen, haltlose
gen und so getan, als sei er gar nicht da.
amnesie zum Fest bescherte – ein lange
Anklagen – doch keine Erinnerung mehr,
Hatten den beiden Freunden lediglich
verloren geglaubtes Bild, das jetzt wieder
an nichts. Wie sollte man ein besserer
eine gemeinsame Einzelzelle zugeteilt
in seinem Gehirn aufploppte wie ein Wer-
Mensch werden, wenn man sich nicht mal
und nur eine schmale Pritsche für Zwei
beslogan auf einer Internetseite.
mehr an eine Tat erinnern konnte? Wovor
– eigentlich eine Unverschämtheit. Im
So stand Leif Gassmann nun vor den
konnte man fliehen, wenn man sich doch
Gegensatz zu Leif, der sich regelmäßig
Toren des Gefängnisses und wusste plötz-
an nichts mehr erinnern konnte? Blieb
über diese Ungerechtigkeit aufgeregt hat-
lich, dass er nie frei sein würde. Auch, wenn
nur der Verdacht von einem Fluchtgrund.
te, hatte Karim es gelassen hingenommen.
er seine Schuld abgesessen hatte. Die
Woher Bedauern, woher Reue nehmen?
Er sei Diskriminierung gewohnt, was es
Flucht war vorbei. Begonnen hatte die Jagd.
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Clemens-Josef-Haus
Willkommen im Clemens-Josesf-Haus auf dem Vellerhof, einem Fernab der „Straße“ sind die Menschen hier gern gesehene Gäshistorischen Gehöft inmitten eines Naturschutzgebietes, auf dem te, die auf dem Gelände des Clemens-Josef-Hauses auf ihrem ganz heute hilfebedürftige Menschen leben, wohnen und arbeiten. persönlichen Weg begleitet werden. Clemens-Josef-Haus I Altenwohn- & Pflegeheim und stat. Einrichtungen der Gefährdetenhilfe · Vellerhof 1 · 53945 Blankenheim Gefährdetenhilfe: 0 26 97 . 91 00 16 · Altenwohn- & Pflegeheim: 0 26 97 . 91 00 25 · www.vellerhof.de
Wohnungslosenhilfe Station machen I zur Ruhe kommen
Übernachtung I Aufnahme I Wiedereinstiegshilfe I Lebenshilfe I Langzeitwohnen
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Qualifizierung erwerben I Selbstwertgefühl erleben Beschäftigung I Ausbildung I Arbeitstraining I Qualifizierung I Arbeitsvermittlung
Pflegewohnheim
begleiten und fördern I beraten und anleiten
Pflege & Betreuung I Lebenszufriedenheit I Wohlbefinden I Menschlichkeit I Zu Hause
gerd bonse
André geht „einkaufen“ André (43) kommt fast täglich aus Köln/Riehl zu seinem Sitzplatz am Kölner Dom. Viele Gründe haben ihn zu seinem neuen „Aufenthalt“ gezwungen. Sein Markenzeichen ist ein kleiner Einkaufswagen, in den zwar keine Ware hineingeht, der aber etwas Platz für eine kleine Spende bietet, mit der André sich dann etwas zum Essen und Trinken kaufen kann. Pappbecher, aus denen man vorher getrunken hat oder die man sich aus Mülleimern zum Sammeln von Almosen herausgeholt hat, hält er für stillos. Er wünscht sich sehnlichst einen gut gefüllten kleinen Einkaufswagen, damit es später auch einen gut gefüllten großen Einkaufswagen geben kann. Foto und Text: Gerd Bonse
13
zeitzeugen
Erinnerungen im Angebot Senioren der „ZeitZeugenBörse Köln“ bieten Institutionen persönliche Lebenserfahrungen an
„Die Börse hat mich aus einem tiefen Loch geholt, nachdem ich meine Kinder und meinen Mann verloren hatte“, erklärt Ingeborg Tober. Die 89-jährige ehemalige medizinische Mitarbeiterin aus Köln fand in der Gruppe eine Gemeinschaft, die sie nach den familiären Tragödien wieder auffing. „Die Treffen sind für mich fast wie ein neues Zuhause geworden. Aber auch die positive Einstellung uns Alten gegen-
von Thomas Dahl
über an den Schulen ist eine enorme Bereicherung. Dieser Wissenshunger, der von den Kindern ausgeht, stellt eine große
E
Motivation dar, weiter zu machen. Die in nicht alltägliches Angebot offeriert die „ZeitZeugenBörse Köln“
Generationenübergreifendes Verständnis schaffen
Schüler erkennen, dass dies lebendige Geschichte und nichts Abgelesenes ist“, offenbart Tober ihre Leidenschaft für die
Institutionen aus der Stadt und dem
ehrenamtliche Tätigkeit.
Umland: Die seit 2007 bestehende Einrich-
„Wir organisieren und vernetzen Erinne-
tung verschenkt Lebenserfahrungen von
rungen“, verlautbaren die Senioren selbst-
Senioren. Neben Schulen, Altenheimen
bewusst auf ihren Informationsschreiben.
sowie Universitätsfakultäten nutzen auch
„Das trifft unsere Ziele auf den Punkt. Es
Museen oder Medien die ehrenamtlichen
war und ist unser Anliegen, zwischen-
Im zehnten Jahr ihres Bestehens soll der
Dienste der Zeitzeugen.
menschliche Kontakte zu knüpfen, um ein
Leitgedanke des Erinnerns von der „Zeit-
Aufmerksamkeit erwünscht
„Aufgrund meiner langen Tätigkeit als
generationenübergreifendes Verständnis
ZeugenBörse“ weitergetragen werden.
Lehrerin wusste ich, wie unbeliebt das
zu schaffen“, erläutert Wegner die Absich-
Dafür erhoffen sich die Teilnehmer neben
Fach Geschichte für viele Schüler ist.
ten der Initiative. Die regelmäßigen, mehr-
weiteren Mitstreitern ein erhöhtes Maß
Daten zur Historie werden oftmals sehr
stündigen Meetings im Bezirksrathaus der
an Aufmerksamkeit seitens der Stadt: „Wir
trocken vermittelt. Nach meiner Pensio-
Innenstadt gelten zudem als Plattform für
kooperieren gut mit den Seniorenvertre-
nierung suchte ich Mitstreiter, um ein
individuelle Erzählbedürfnisse und ein
tungen und sind für diese Unterstützung
Projekt aus der Taufe zu heben, das die
gegenseitiges Zuhören. Nicht selten beste-
dankbar. Aber es wäre nett, wenn zumin-
Geschichtswissenschaft für junge Men-
he in den jeweiligen Familien allenfalls
dest die Reisekosten, die unseren Referen-
schen wieder spannender machen sollte.
ein geringer Bedarf an den Erlebnissen der
ten entstehen, übernommen werden
So entstand die ‚ZeitZeugenBörse‘“,
Großmütter und Großväter, weiß die Pä-
könnten. Die Anfahrt zu Schulen, Senio-
erzählt Initiatorin Barbara Wegner im
dagogin. Dabei sei auch die Erkenntnis
renhäusern oder Museumsausstellungen
Gespräch mit der Kölnischen Rundschau.
wichtig, dass die als wahrhaftig empfun-
zahlen die Senioren bisher allesamt aus
Die gebürtige Berlinerin stieß mit ihrer
dene eigene Geschichte nicht unbedingt
der eigenen Tasche“, erinnert Barbara
Idee auf nachhaltiges öffentliches Interes-
mit der wissenschaftlich aufgearbeiteten
Wegner an einen Aufwand, vom dem nicht
se: „Das ging alles recht schnell. Schon zu
Historie übereinstimme.
zuletzt auch die Metropole profitiert.
Anfang bestand das Team aus 15 Personen. Mittlerweile sind wir 20 bis 30 Leute, die
Geschichte live
sich regelmäßig zum Austausch und der Koordination von Aktivitäten treffen.
„Es gibt mir eine gewisse Befriedigung,
Zwei bis drei Mal pro Monat sind wir bei
wenn vor allem junge Leute an meinem
Veranstaltungen, beispielsweise an Schu-
Leben interessiert sind. Ich finde es wich-
len“, berichtet die 76-Jährige. Die Alters-
tig, dass die Menschen erfahren, wie es
spanne des Kollektivs gereicht von Mitte
war, als Telefon, Medienvielfalt oder ein
70 bis Ende 80. Neben Erfahrungen aus
Überfluss an Lebensmitteln keine Selbst-
der nationalsozialistischen Herrschaft flie-
verständlichkeit waren“, sagt der einstige
ßen auch Erlebnisse der Nachkriegszeit in
Maschinen-Schlosser, Seefahrer und jetzi-
das Spektrum der Berichte ein.
ge Uni-Gasthörer sowie Dozent, Reinhard Storz (74).
14
lll
info
Interessierte Bürger erreichen die Ansprechpartnerin der Initiative telefonisch unter 0221/4971550 oder via E-Mail an b.l.wegner@t-online.de. Monatliche Treffen finden am ersten Montag von 10 Uhr bis 12 Uhr in den Räumlichkeiten der Seniorenvertretung Innenstadt, Ludwigstraße 8 in Köln statt. www.zeitzeugenboerse-koeln.de
Fotos: Thomas Dahl
zeitzeugen
(r.): Neben der Koordination künftiger Veranstaltungstermine bieten die Treffen der „ZeitZeugenBörse Köln“ den Teilnehmern eine Plattform zur Aufarbeitung persönlicher Erlebnisse. (o.): Alte Briefe, Postkarten, Schulbücher oder biographische Texte dienen den Zeitzeugen als Arbeitsmaterialien für Besuche an Bildungseinrichtungen. (r.u.): Reinhard Storz (74) berichtet mittels seiner Biographie „Erinnerungen aus meinem Leben“ von Zeiten, in denen Telefon, Medienvielfalt oder der Überfluss an Lebensmitteln keine Selbstverständlichkeit waren. (l.u.): Für Ingeborg Tober (89) stellen die Treffen und Events der Zeitzeugen nach dem Tod ihrer Kinder und des Ehemannes eine neue Lebensmotivation dar.
15
Foto: Š Mopic/Fotolia
Essay
16
essay
Wenn Gefühle zu Tatsachen werden von Friedrich Graf von Westphalen
statt, in der das „like it“, die uneinge-
re freiheitliche Demokratie, wenn
schränkte Bestätigung, vorherrscht und
der
„Gefühle“ zu politischen Tatsachen wer-
deutsche
Außenminister
Frank-Walter Steinmeier soeben öffentlich
den lässt.
die Frage stellt, ob nicht mittlerweile die
Daher ist daran zu erinnern, dass der
Lüge – anstelle der Fakten und damit der
große Philosoph Karl Jaspers vor vielen
„Wahrheit“ – einen Großteil der politi-
Jahren bereits die schwerwiegende Frage
schen Debatte beherrscht. Und es ist kaum
stellte, ob denn der Bürger in einer frei-
zwei Monate her, dass die politisch und
heitlich, pluralistisch verfassten Demokra-
wirtschaftlich wohl bekannteste interna-
tie noch „richtig“, das heißt gemessen und
tionale Zeitschrift „The Economist“ die
geprüft, nach den Kategorien der Wahr-
gleiche Frage gestellt hat, ob denn das jetzt
heit informiert wird. Jaspers sah darin eine
angebrochene Zeitalter der sozialen Medi-
Schicksalsfrage. Denn freiheitliche Demo-
en gleichzusetzen sei mit „post-truth poli-
kratie kann ohne ein verlässliches Min-
tics“. Es wäre eine Politik, welche die Fra-
destmaß an Wahrheit im politischen Dis-
ge nach den Fakten nicht mehr stellt, ein
kurs schlechterdings nicht funktionieren.
Zeitalter der „Kunst der Lüge“ wäre ange-
Sie muss sich ständig – gemessen am
brochen: Anstelle der Wahrheit herrscht
Urteil des einzelnen Bürgers – darüber
das nicht geprüfte „Gerücht“, das „Vorur-
Rechenschaft geben, dass ein ungeprüftes
teil“ weithin ohne Gegenwehr, und ver-
Vorurteil genauso wie die halbe Wahrheit
drängt die Wahrheit, die inzwischen zu
in der Regel eine ganze Lüge ist. Aufklä-
wenige Advokaten hat.
rung ist geboten.
Im Hintergrund stehen in der Regel die
Das aber führt im Endergebnis, wie
Vorurteile der zu kurz Gekommenen, der
Yvonne Hofstetter, die wohl beste Kenne-
Armen, der von den Wirkmächten der
rin der Besonderheiten von Internet und
Globalisierung zurück gelassenen Bürger,
künstlicher Intelligenz, soeben in ihrem
der Landbevölkerung zumal, welche sich
Bestseller mit tiefer Sorge festhält, zum
den „Nationalstaat“ zurücksehnen, der
„Ende der Demokratie“. Denn der
angeblich Sicherheit schafft und Vertrau-
Mensch wird immer mehr in seinem kom-
en verspricht. Das war beim BREXIT zu
munikativen, sozialen und auch politi-
besichtigen und im amerikanischen
schen Verhalten von den Algorithmen der
Wahlkampf in der Politik von Donald
Maschine beherrscht. Diese sind aber
Trump zu erleben. 72 Prozent seiner Aus-
nichts anderes als das mathematische
sagen, so wurde ermittelt, waren unwahr.
Ergebnis der im Internet zurückgelasse-
Seine Wähler interessierte es nicht. Die
nen personenbezogenen Daten des Bür-
gleichen Schlussfolgerungen gelten im
gers. Martin Schulz, der Präsident des
Kern für Marine Le Pen in Frankreich
Europäischen Parlaments, nannte dieses
und für die AfD: Die politische Kommu-
Phänomen einen „technologischen Tota-
nikation findet hier abseits der „Lügen-
litarismus“. Alleiniger Herrscher ist Big
presse“ vor allem in den sozialen Medien
Data im Silicon Valley.
Foto: Frank Bluemler
E
s ist schon ein Alarmsignal für unse-
lll
zur person
Gastautor Prof. Dr. Friedrich Graf von Westphalen ist von Hause aus Rechtsanwalt und Publizist, sowie Honorarprofessor der Universität Bielefeld. Auf den DRAUSSENSEITER wurde der begeisterte Musikhörer aus Köln durch einen netten Straßen-Verkäufer vor der Philharmonie aufmerksam. Er kaufte das Heft, las es von vorne bis hinten durch und schrieb eine Mail an die Redaktion. Seit nun mehr fünf Jahren gehört er zum freien Mitarbeiter-Stab unseres Straßenmagazins. 17
gedicht
Augen – Blicke Nur eine kurze Zeit Gleich ist sie Erinnerung Ein Teil von dir Berührungen für Sekunden Augen-Blicke voller Leidenschaft Spiegel-Reflexe im Auto Im Dickicht des Verkehrs Und schon im nächsten Moment Aufgesogen vom Strom der Straße Was bleibt: Meine Phantasien über dich Meine Gefühle für dich Und mein Bild von dir Über unsere Augen-Blicke hinaus Wolfgang Hübner-Bergfeld
18
spuren der armut
Spuren der Armut
Karl Marx was here Der Heumarkt
A
m Heumarkt 65, direkt neben
Feudallasten ein, unter denen vor allem
theoretischen und poltischen Organs
einer Konditorei, findet man ein
die Bauern litten, beschäftigte sich mit
„Neue Rheinische Zeitung“.
unscheinbares Messingschild mit
der Situation von Arbeitern und Hand-
Neben dieser Adresse am Heumarkt
der Überschrift „Neue Rheinische Zei-
werkern, widmete sich aber auch in gro-
gibt es einige andere, die an die Sozialre-
tung“. Hier befanden sich – damals noch
ßem Umfang internationalen Themen.
volutionäre Marx und Engels erinnern:
unter der alten Adresse „Unter Hutmacher Gasse 17“ – die Redaktionsräume
Köln kannte damals eine breite soziale Bewegung, hatte den größten Arbei-
Marx lebte mit Frau und Kindern in der Cäcilienstraße 7, Engels nicht weit entfernt vom Heumarkt In der Höhle 14, und gedruckt wurde das Blatt in St. Agatha Nr. 12, der Gasse neben der Schildergasse. Sie alle könnten erinnern, es gibt aber keine Hinweise auf dieses doch wichtige Kapitel der Kölner Sozialgeschichte. Gut: die Karl-Marx-Allee in Chorweiler und seit neuestem auch eine
Foto: Marie Breer
Marx-Figur auf dem Ratsturm.
der Zeitung, hier arbeiteten Karl Marx
terverein Deutschlands – der übrigens
und Friedrich Engels in den Jahren
im nahen Gürzenich seine Massenver-
1848/49 als Redakteure und Autoren an
sammlungen abhielt –, ein liberales Bür-
dem Blatt.
gertum und die demokratische Gesell-
Die „Neue Rheinische Zeitung“ war
schaft, aber andererseits auch zurückhal-
das wichtigste Organ der Demokraten
tende Aktivisten, die es nicht auf Stra-
und Sozialisten in den Revolutionsjah-
ßenkämpfe mit dem preußischen Militär
ren und es war das berühmteste und
anlegten. Die Stadt am Rhein war
erfolgreichste Medium dieser Zeit. Vor
damals immerhin die bedeutendste mili-
allem die soziale Frage war das drängen-
tärische Festung im Westen. So zeichne-
de Thema und die Errichtung einer
te sich Köln vor allem durch Massenauf-
demokratischen, deutschen Republik.
läufe, Versammlungen und Petitionen
Das Blatt trat für die Aufhebung der
aus. Und eben als Erscheinungsort des
Martin Stankowski, geboren 1944, arbeitet als Publizist, Geschichtenerzähler und Rundfunkautor in Köln. Er wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem KölnLiteraturpreis. Für den DRAUSSENSEITER hat er unter anderem die „Bürger & Berber“-Stadtführung entwickelt. 19
aus aller welt
Jeden Tag verkauft Leo das Straßenmagazin „Bodo“ in der Nähe des kleinen Supermarktes am Körner Hellweg in Dortmund.
20
aus aller welt
Verkäufer im Rampenlicht:
Leo von „Bodo“, Dortmund Text und Fotos: Sebastian Sellhorst
E
inige Verkäufer des Straßenmaga-
scheibenbehandlungen und den unter-
zins „Bodo“ sind so bekannt, dass die
schiedlichen Orthopäden der Stadt. Das
Leser nach ihnen fragen, wenn sie
Gespräch ist kaum beendet, da kommt
einen oder zwei Tage lang nicht an ihrem
bereits die nächste Kundin und lässt sich
bekannten Standplatz auftauchen. Leo ist
für die kommende Ausgabe entschuldi-
einer dieser Verkäufer. Bodo hat ihn zu
gen. Eine längere Kur stehe an, und Leo
seinem typischen Standort begleitet: dem
solle sich nicht wundern, wenn sie nächs-
Rewe Supermarkt im Körner Hellweg im
ten Monat nicht vorbei komme. Norma-
Westen von Dortmund.
lerweise kauft sie das Magazin immer
Eigentlich trifft man Leo immer auf
direkt am Monatsanfang, erzählt mir Leo.
seinem Fahrrad. Für uns hat er es heute
Ab zehn Uhr an fünf Tagen der Woche
mal stehen gelassen und ist mit uns in die
steht Leo an seinem Platz. „Zum Mittag-
Bahn gestiegen. „Normalerweise fahre ich
essen fahre ich nach Hause. Wenn das
immer mit dem Rad, solange es nicht reg-
Wetter gut ist, komme ich nachmittags
net. Ich bin auch schon zu Fuß nach Körne
nochmal wieder. Ich darf zwar auch drin-
gelaufen. Aber das ist mir mittlerweile zu
nen verkaufen, oder mich in der kleinen
weit. Meine Knie sind auch nicht mehr die
Sitzgruppe im Eingangsbereich ausruhen,
jüngsten“, erzählt Leo. Mit dem Rad ginge
aber am liebsten stelle ich mich vor den
es aber noch ganz gut. Auf gut zehn Kilo-
Laden.“ Wenn hier der Verkauf nicht so
meter kommt er so mindestens jeden Tag.
gut läuft, fährt Leo abends noch ins
Meistens würden es aber mehr.
„Mama Mia“. Anfangs habe er nur vor
Während wir gemeinsam den Hellweg
dem italienischen Restaurant im Saarland-
entlang fahren, erzählt Leo von seiner Zeit
straßenviertel verkauft. Mittlerweile
unter Tage: „Ein bisschen Fahrradfahren
kennt er den Geschäftsführer und darf
ist da doch Erholung. Wahrscheinlich mag
auch dort drinnen verkaufen. „Wenn es
ich Bodo deshalb so, weil ich so gerne an
geschlossene Gesellschaften gibt, halte ich
der frischen Luft bin. Meine Frau wundert
mich natürlich zurück. Es sei denn, der
sich manchmal schon, warum ich so oft
Chef sagt mir, dass es in Ordnung ist, wenn
verkaufe, aber ich muss einfach raus. Zu
ich kurz rein schaue. Das ist eine nette
Hause rumsitzen ist nichts für mich.“
Abwechslung. Viele Leute sehe ich so
Jeden Tag verkauft er vor dem kleinen
mehrmals am Tag. Morgens kaufen sie bei
Supermarkt an der Kreuzung Körner Hell-
mir die Zeitung und abends treffe ich sie
weg und Berliner Straße.
beim Essen. Schön zu hören, dass sich mei-
Wir sind noch nicht ganz an Leos Verkaufsplatz angekommen, da bleibt auch
ne Kundinnen Sorgen machen, wenn sie mich mal ein paar Tage nicht sehen.“
schon die erste Kundin stehen und erkundigt sich, was der Rücken mache. Schnell entwickelt sich ein Fachgespräch zu Band-
Mit freundlicher Genehmigung von Bodo / INSP.ngo
lll
bodo
Sitz: Dortmund, Bochum und Umgebung Gestartet: am 1. Februar 1995 Erscheint: monatlich Verkäufer: mehr als 120 Auflage: 20.000 Zeitungspreis: 2,50 €, 75 Cent davon darf der Verkäufer behalten 21
cartoon/kolumne
Cartoon: Heiko Sakurai
diäten
W
22
ir unterscheiden Diäten für
te Zeit der Diätenkur. Allerdings „falten-
Sorgen zu machen. Seine Diäten füllen
Übergewichtige von Diäten für
frei“ klappt in der Regel beim Überge-
ihm nicht nur die Brieftasche, sondern
Abgeordnete. Der erste Fall
wichtigen nicht, denn das abgebaute Fett
lassen auch seine Pensionsansprüche
meint die spezielle Ernährung zur Abnah-
hinterlässt unschöne Hautfalten, sobald
wachsen, damit er nicht von Altersarmut
me des Gewichts, der zweite die finanzi-
es die Fettzellen verlassen hat. Daher
bedroht wird. Und das Füllen der Briefta-
elle Zunahme der Abgeordnetengehälter.
sehen die Menschen nach erfolgreichem
sche verursacht nachweislich keine
Obwohl die beiden Diäten unterschiedli-
Verzicht zwar schlank, aber alt aus. Doch
unschönen Haut- oder Sorgenfalten, son-
cher nicht sein könnten, haben sie doch
auch diesem Problem lässt sich leicht
dern schlägt nur Wellen, wenn eine Diä-
eines gemeinsam: Den Jojo-Effekt! Nach
abhelfen: Der Gang zum Schönheitschir-
tenerhöhung ausgerechnet in Zeiten
einer gewissen Zeit sind beide Diäten wie-
urgen verschafft nicht nur Bewegung,
passiert, wenn den Bürgern genau von
der fällig. Das Ziel einer Diät zum Abneh-
sondern auch ein besseres Aussehen mit
diesen Politikern Sparmaßnahmen, Steu-
men ist rank und schlank und faltenfrei
anschließendem Loch im Portemonnaie
ererhöhungen oder Teuerungsraten auf-
zu sein. Davon träumen Frauen, manch-
– was zwangsläufig einen weiteren Ver-
gezwungen werden. Doch da macht uns
mal auch Männer, und verzichten hierfür
zicht erforderlich macht, um die Kosten
die Politik ja laufend Mut: Leute, ihr
gerne auf Kohlenhydrate und sonstige
der OP wieder einzusparen. Darüber
schafft das!
Dickmacher – jedenfalls für die begrenz-
braucht sich ein Politiker natürlich keine
Astrid Hülser
Buch-tipps
Ingrid Müller-Münch, Autorin und ehemalige Korrespondentin der Nachrichtenagentur Reuters und der „Frankfurter Rundschau“, Redakteurin beim „Stern“ und Mitarbeiterin beim WDR, unterstützt den DRAUSSENSEITER seit vielen Jahren als freie Mitarbeiterin.
rosamund lupton
James Carol
rita falk
Lautlose Nacht
Prey – Deine Tage sind gezählt
Weißwurstconnection
USA. New York. Der Einstieg ist grandios: Jefferson Winter geht eines Nachts eine Kleinigkeiten essen. In einer einsamen New Yorker Kneipe, in der sich außer ihm nur noch eine Frau aufhält. Es ist nach Mitternacht. Alles sieht friedlich und ruhig aus. Doch als der Koch ihm das Bestellte bringen will, steht die fremde Frau auf, geht seelenruhig auf den Mann zu und ersticht ihn vor Winters Augen. Danach verschwindet sie, nicht ohne eine Zeitung zurück zu lassen, die ein paar Jahre alt ist und auf der Titelseite über ein lang zurückliegendes Verbrechen berichtet, bei dem ein junges Paar ermordet wurde und der bald gefasste Täter Selbstmord beging. Diese Szene läutet einen Machtkampf ein zwischen dem Ex-FBI-Agenten Winter, Sohn eines erst vor Kurzem per Giftspritze hingerichteten Massenmörders, und einer eiskalten Frau, die einfach nicht zu packen ist. Doch Winter ist von einer durchschlagend brillanten Intelligenz. Eigentlicher Mittelpunkt ist wieder er, eine gebrochene Gestalt, ein „lonesome Rider“, den nichts von seiner Spurensuche abhält. Er ist der Hauptdarsteller, er derjenige, der mich das Buch nicht aus der Hand legen ließ. So lange, dass ich ganz vergaß, wie wenig ich eigentlich Krimis mit Serientätern oder Thriller von unvorstellbarer Brutalität leiden kann. Ein Geniestreich des Autors ebenso wie seines Protagonisten. Sie beide haben mich durch ihre Brillanz überrumpelt. Und das nicht zum ersten Mal. Und wer Serienmörder mag, der kommt hier ganz auf seine Kosten.
Neulich, da wollte ich es wissen. Lahmgelegt durch einen revoltierenden Magen und einen schmerzenden Hals reichte meine Kraft gerade noch aus, mir Rita Falks neuen Krimi über den Eberhofer Franz aus dem Regal zu greifen. Seit Wochen stand „Weißwurstconnection“ nun schon auf den Bestsellerlisten der großen Wochenmagazine – und mich interessierte: Warum? Also vertiefte ich mich in den Weißwurst-verschlingenden Ermittler Franz Eberhofer, dessen größtes Laster es ist, sich bei seinem Lieblingsmetzger, dem Simmerl, einmal am Tag eine Handvoll mit Leberkäs belegte Semmeln zu holen und sie gleich im Stehen zu verschlingen. Ansonsten triefte die Geschichte ähnlich wie die Leberkässemmeln vor sich hin. Des Eberhofers Susi will ihn festnageln und auf dem Hof eine Doppelhaushälfte beziehen. Der Sohn seines Lieblingsmetzgers richtet eine vegetarische Ecke neben der Wursttheke ein. Und ganz Niederkaltenkirchen versammelt sich abends, wenn ansonsten die Bürgersteige hochgeklappt sind, beim Wolfi in der Kneipe. Die übrigens seit Kurzem besonders gut läuft, weil der Eberhofer dem Wolfi eine erotisch-fesche Leuchtreklame spendierte. Ach ja, eine Leiche gibt es auch. Und die liegt ausgerechnet in der Badewanne des neuen Wellness-Hotels. Da muss der Eberhofer sich schon was einfallen lassen, um den Toten klammheimlich aus seiner Suite zu schaffen, hin auf den Tisch des Gerichtsmediziners. Ein Krimi soll das sein? Steht jedenfalls auf dem Titelbild. Ach so, ein Provinzkrimi. Nun gut. Mehr als Provinz ist er nun wirklich nicht. Warum er es bis auf die Bestsellerlisten schaffte, hat sich mir nicht erschlossen.
USA/Alaska. Was treibt eine junge Astrophysikerin dazu, mit einen Riesenlaster und ihrer kleinen Tochter Ruby mitten in der Nacht zum nördlichen Polarkreis zu kutschieren? Yasmin, die junge Mutter, hatte sich zunächst auf eine Reise begeben, die nicht nach Gefahr aussah. Mit ihrer gehörlosen 10-jährigen Tochter Ruby war sie von London aus in den Flieger gestiegen, um sich in Fairbanks mit ihrem Mann Matt zu treffen. Matt, der seit Wochen schon in Alaska Tieraufnahmen macht. Und von dem Yasmin glaubt, er sei ihr untreu. Doch am Flughafen von Fairbanks erwartet sie die Polizei. Denn der Ort, in dem Matt sich zuletzt aufhielt, ging in Flammen auf. Alle Einwohner kamen dabei um. Und auch Matt. Nur sein Ehering aus Platin konnte der Trooper Yasmin überreichen. Doch die glaubt nicht an Matts Tod. Immerhin hat er sie noch zu einem Zeitpunkt versucht anzurufen, als laut Polizeiangaben der gesamte Ort längst Opfer des Feuers geworden war. Also bittet sie einen der LKW-Fahrer, die gen Norden zu den Ölbohrstationen aufbrechen, sie doch mitzunehmen. Der einzige ist Azizis, ein schwerkranker Mann. Doch schon kurz nach Beginn der gemeinsamen Reise bricht Azizis zusammen. Verzweifelt übernimmt Yasmin das Steuer, getrieben von einer Welle aus Adrenalin und Tollkühnheit. Sie will Matt finden. Die Strecke ist komplett vereist, die Bremsen des riesigen LKWs versagen, das Tempo wird vom Laster selbst bestimmt. Dann kündigt sich auch noch ein Schneesturm an. Ein Krimi, der die kuschelige Wärme zuhause richtig fühlbar macht. Und bei dem man froh ist, nicht bei 42 Grad Außentemperatur in einem eisigen Laster durch Alaska zu kurven. Ein Kleinod inmitten der Krimifülle. Von einer in London lebenden Autorin, die schon mit ihrem Debut „Liebste Tess“ einen Weltbestseller landete. Dieser hier wird ihm folgen. Rosamund Lupton: Lautlose Nacht. Dtv, Ü. engl. Christine Blum, 2016, 14,90 Euro, ISBN 9783423261210.
James Carol: Prey – Deine Tage sind gezählt – Ein Fall für Jefferson Winter. Dtv. Ü. engl. Franka Reinhart, 2016, 9,95 Euro, ISBN 0783423216418.
Rita Falk: Weißwurstconnection – Ein Provinzkrimi. Dtv, 2016, 303 Seiten, 15,90 Euro, ISBN 9783423261271.
23
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vorschau
Eintritt frei
Dom sweet home Die Ausstellung zeigt die Entwicklung des Areals um den Kölner Dom seit dem 19. Jahrhundert. Anlass ist die Schenkung einer großformatigen, dreidimensionalen Dom-Nachbildung des Papierkünstlers Ollanski von Sony PlayStation an die Stadt Köln. Die Schau thematisiert die Verbindung von Papier und Dom in Köln anhand von ausgewählten Archivalien. Diese verdeutlichen den ständigen Wandel, dem die Domumgebung vor allem seit dem Weiterbau des heutigen Weltkulturerbes 1842 ausgesetzt war. Gezeigt werden Pläne, Kartenausschnitte, Aktenauszüge und Fotografien. Ergänzt wird das Angebot durch Multimediastationen, die sich dem Kölner Dom und seiner Umgebung widmen. Der Bogen wird gespannt bis in die heutige Zeit, in der das Domumfeld eine weitere Umgestaltung erfährt. Das PlayStation-Spiel „Tearaway Unfolded“, das im Rahmen der Ausstellung gespielt werden kann, legt eine Welt aus Papier in die allmächtigen Hände seiner Spielerinnen und Spieler. Ebenso thematisiert wird das Projekt einer Gruppe von Studierenden der Hochschule Fresenius in Köln, die in Kooperation mit der Dombauhütte den Kölner Dom mit großem Aufwand über drei Monate digitalisiert haben. Ausstellung: noch bis 17. März 2017 Wann: Dienstag, Donnerstag und Freitag, 10 bis 16:30 Uhr, Mittwoch,10 bis 19:30 Uhr Wo: Historisches Archiv der Stadt Köln Heumarkt 14, 50667 Köln - Altstadt/Nord (Der Haupteingang ist nur über eine Stufe erreichbar. Für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer ist das Gebäude nur durch den Innenhof über die Rheingasse voll zugänglich.)
Info: www.stadt-koeln.de
Stadtführer von sozialen Stadtrundgängen trafen sich erstmals im Rheinland zum Austausch. Foto: Jennifer Braun
Der doppelte Stadtplan
E
s ist der besondere Blick auf die eigene Stadt, der soziale Stadtrundgänge für deren Bewohner so wertvoll macht. So sind es weniger die Touristen als die Einheimischen selbst, die eine Stadtführung mit einem (ehemals) Obdachlosen buchen. Inzwischen werden die Touren in vielen großen Städten angeboten. Jetzt haben sich Stadtführerinnen und Stadtführer von sozialen Stadtrundgängen aus Zürich, Basel, Düsseldorf und Köln zum Austausch im Rheinland getroffen. Und sie entdeckten in den drei Tagen viel mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.
Der nächste DRAUSSENSEITER erscheint zum 1. März 2017. Mehr dazu unter www.draussenseiter-koeln.de und auf www.facebook.com/Draussenseiter-DasKölner-Strassenmagazin-106192356124749. 25
service
http://skm-koeln.de/9.0/9.1.8/rochus-p.html rochus@skm-koeln.de
Für Alle n Diakoniehaus Salierring Fachdienst für Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe d. Diakonischen Werkes Köln und Region, Salierring 19, 50677 Köln, Tel.: 27 69 70-0, verwaltung.salierring@ diakonie-koeln.de, www. diakonie-koeln.de Beratung: Mo bis Fr 9-12 Uhr, Di + Mi 16-18.30 Uhr (u. a. Postadressen u. Treuhandkonten) Straffälligenhilfe: Zeiten wie oben Tagestreff: Mo bis Fr 8.30-12.30 Uhr, Frühstück, (donnerstags auch Mittagessen), Duschen, Wäschekeller, Aufbewahrung, Internetzugang Kleiderkammer: Di u. Do 9-11.30 Uhr Krankenwohnung, Betreutes Wohnen § 67 SGB XII, Ambulante Begleitung gem. § 67 SGB XII, Betreutes Wohnen § 53 SG XII, Clearingstelle Claro im Trägerverbund
n Emmaus Geestemünder Str. 42, 50725 Köln, Tel.: 971 17 31, info@emmaus-koeln.de, www.emmaus-koeln.de
Appelhofplatz: Essenausgabe u. medizinische Versorgung, Mo bis Fr ab 21 Uhr Leben und Arbeiten in Gemeinschaft, günstiger Einkauf von Secondhand-Artikeln, DritteWelt-Arbeit durch Versand von Hilfslieferungen
n Gulliver – Überlebensstation für Obdachlose Trankgasse 20, Nähe Hauptbahnhof, 50667 Köln, Tel.: 120 60 91 Duschen, Toiletten, Waschmaschinen, Trockner, Tagesschlafraum, Postadressen, Caféteria mit Frühstück und Snacks, Beratungsangebote, Internetzugang, Kunstausstellungen, Handyladestation Mo bis Fr 6-13 Uhr u. 15-22 Uhr, Wochenende, Feiertage 10-18 Uhr Kleiderkammer: Do 15-17 Uhr
26
n Lobby-Restaurant LoRe des KALZ für Berber und Banker Domstr. 81, Nähe Hauptbahnhof, 50668 Köln, info@koelnerarbeitslosenzentrum.de, www.koelnerarbeitslosenzentrum.de Mittagessen: Mo, Di 12 -16 Uhr, Mi, Do, Fr 12 -15.30 Uhr
n Kölner Obdachlosenfrühstück, Peter-Deubner-Stiftung Tel.: 430 39 83 Angebote: 9 -11 Uhr: Kostenloses sonntägliches Frühstück jeden 2. u. 3. Sonntag im Monat im Vringstreff, Im Ferkelum 42, jeden 4. Sonntag in der MüTZe, Berliner Str. 77, Köln-Mülheim
n GUBBIO Obdachlosenseelsorge Ulrichgasse 27-29, 50577 Köln, www.gubbio.de Öffnungszeiten: Di, Mi 14 – 17 Uhr Angebote: Raum zum Gespräch, Bibelstunde, Meditation, thematische Gesprächskreise, religiöse Filme
n Kontakt- u. Beratungsstelle Rochus (SKM) Bartholomäus-Schinkstr. 6, 50825 Köln, Tel.: 3377063-4, Fax: 3377063-9
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Foto: Gulliver
Foto: Hanna Witte
Angebote: täglich warmes Essen von 12-14 Uhr, kalte u. warme Getränke, Duschmöglichkeit (Behindertendusche u. -toilette), Wäschewaschen, Kleiderkammer nur für wohnungslose Menschen von Di und Do 11-13 Uhr, Beratung täglich von 11-15 Uhr und nach Vereinbarung, Medizinische Sprechstunde Di + Do 12-13 Uhr, Postadresse, Betreutes Wohnen, PC-Nutzung mit Internetzugang, Samstags Frühstück. Öffnungszeiten: Mo bis Fr 11-15 Uhr, Sa 10-14 Uhr, So 10-14 Uhr
service
Kleiderkammer, Gebrauchtwaren-Kaufhaus für Jedermann, Arbeitsprojekt und Suppenküche. Obdachlose können gerne auch Kleidung, Schlafsäcke etc. in unserem Gebrauchtwaren-Kaufhaus kostenlos bei uns beziehen. Gemeinsam mit Emmaus betreibt der Verein die Suppenküche am Appelhofplatz.
Nur für Frauen
n Initiative Bauen Wohnen Arbeiten e.V.
Beratung nach Terminvereinbarung, Telefonische Sprechzeiten: Mo, Di und Do 10-15 Uhr
Peter-Michels-Str. 1-9, 50827 Köln Tel.: 0221/ 9535301, Fax: 0221/ 5948789 ibwa@netcologne.de www.bauenwohnenarbeiten.de
n agisra e.V. Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen Martinstr. 20a, 50667 Köln, Tel.: 0221/124019 oder 1390392, www.agisra.org
n Café Auszeit
Angebot: Arbeitsgelegenheiten, Beschäftigung, Wohnen, Betreutes Wohnen
Kontakt -und Beratungstelle für wohnungslose Frauen Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695310, cafe-auszeit@skf-koeln.de
Foto: Marie Breer
Tägl. Essensangebot, Duschen & Baden, Wäschepflege, Kleiderkammer, Postadresse, Schließfachnutzung, Beratung und Soforthilfe, Mo, Di, Do, Fr 11-15 Uhr, Mi 15-19 Uhr, u. nach Vereinbarung
n Café Auszeit, Schäl Sick SKF e.V., Buchheimer Str. 36, 51063 Köln, Tel.: 0221/946 96 24, Fax: 0221/2855199 cafe-auszeit.schaelsick@skf.koeln.de Beratung, Hilfe und Unterstützung bei allgemeinen Fragen, Vermittlung an weiterführende Hilfen, Rechtsberatung, Frauenfrühstück, Postadresse Mo und Fr 10-12 Uhr, Mo, Mi, Do 15-17 Uhr Do 10-12 Uhr Frauenfrühstück
n Comeback n OASE-Benedikt Labre e.V. Alfred Schütte Allee 4, 50679 Köln, Tel. 0221/9893530 kontakt@oase-koeln.de www.oase-koeln.de
Kontakt- und Beratungsstelle: Montag und Freitag 9–13 Uhr, Dienstag und Donnerstag 9–16 Uhr, Mittwoch 13–16 Uhr
Offener Treff: Montag 10.30–13 Uhr, Dienstag 13–16 Uhr, Mittwoch 13–16 Uhr, Donnerstag 13–16 Uhr, Freitag 11.30–13 Uhr Frühstück: Montag 10.30–13 Uhr
Sprechstunde Mobiler Medizinischer Dienst: Montag 10.30–11.30 Uhr Kleiderkammer/Duschmöglichkeit für Leute auf der Straße: Montag 10.30-12 Uhr, Mittwoch 13-15.30 Uhr, Donnerstag 13-15.30 Uhr; Computer-Nutzung: nach Vereinbarung
Redaktionssitzung DRAUSSENSEITER: Alle zwei Wochen, montags um 12.30 Uhr
Notschlafstelle für Frauen, Sozialdienst kath. Frauen e.V., Mauritiussteinweg 77-79, Nähe Neumarkt, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695-210 Täglich geöffnet von 20 bis 10 Uhr. Angebot für wohnungslose Frauen und Frauen in Notlagen: Schutz, Übernachten, Essen, Duschen, Wäsche waschen, Kleiderkammer, PC und Internetnutzung. Tiere sind erlaubt. Beratung und Vermittlung an weiterführende Hilfen sind möglich.
n Elisabeth-Fry-Haus Albert-Schweizer Straße 2, Nähe Südfriedhof, 50968 Köln, Tel.: 99 56-43 00, efh@diakonie-michaelshoven.de www. diakonie-michaelshoven.de Notaufnahmeheim für Frauen und Frauen mit Kindern, Schutz, Übernachtung, Verpflegung, Wohnen, Beratung und Begleitung. Das Haus ist rund um die Uhr geöffnet.
n Frauen gegen Gewalt e.V. – Notruf und Beratung für vergewaltigte Frauen Tel.: 56 20 35, mailbox@notruf-koeln.de www.notruf-koeln.de Beratung telefonisch, persönlich und per E-Mail, Begleitung und Unterstützung nach sexualisierter Gewalt; Prozessvorbereitung und -begleitung; Rechtsberatung; Gruppenangebote
n Haus Rosalie Gocher Straße 45, 50733 Köln-Nippes, Tel.: 0221/97 30 88 88, haus-rosalie@vinzentinerinnen.de Wohnprojekt für Frauen
n LOBBY FÜR MÄDCHEN e.V. für Mädchen und junge Frauen Beratung und Begleitung bei Problemen und in Krisensituationen Mädchenberatung linksrheinisch Fridolinstr. 14, 50823 Köln-Ehrenfeld Tel.: 0221/45 35 56 50 maedchenberatung-linksrhein@lobbyfuer-maedchen.de Mo bis Do: ganztägig nach Vereinbarung Mi 14-16 Uhr: ohne Anmeldung Di 10-11 Uhr, Do 14-15 Uhr: telefonische Beratung, Di 16-18 Uhr: kostenlose Betreuung Ess-Störungen 0800 5 03 58 85 Mädchenberatung rechtsrheinisch Buchheimer Str. 56, 51063 Köln-Mülheim Tel.: 0221/890 55 47 maedchenberatung-rechtsrhein@lobbyfuer-maedchen.de Mi bis Fr ganztägig nach Vereinbarung Fr 14-18 h ohne Anmeldung
n Mäc-Up Treffpunkt für Mädchen von 14-27 Jahren Gereonstr. 13, Nähe Bahnhof, 50670 Köln, Tel.: 0221/13 35 57 Essen, Trinken, Dusche, Wäsche waschen, Second-Hand-Kleidung, medizinische Versorgung, Beratung Öffnungszeiten: Mo., Mi., Do. und Fr. von 12-15.30 Uhr Di. von 10-13 Uhr, Frühstück gibt es Di. und Mi., gekocht wird Mo. und Fr.
Nur für Männer n Notschlafstelle für Männer Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 931221-54 (tagsüber) und -26 (ab 18 Uhr), jhk-notaufnahme@johannesbund.de Sozialarbeiterische Beratung, Erarbeitung einer Perspektive, Vermittlung in weiterführende Hilfen Aufnahme: Täglich (auch Sonn- u. Feiertags) ab 18 Uhr für wohnungslose Männer ab 18 Jahren
n „Reso“ – Resozialisierungsabteilung Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 931221-54, th.klahr@johannesbund.de Hilfe für wohnungslose Männer mit sozialen Problemlagen nach § 67 SGB XII: Unterbringung, Verpflegung und Selbstversorgung, individuelle Einzelfallhilfen, Beschäftigungsangebote, Mo bis Fr.: 8-16.30 Uhr
Hännesche at a m r e s e I om
Tag der offenen Tür am Hänneschen Theater mit Puppensitzung auf Großbildleinwand
Dienstag 21.02.2017 16:00 Uhr
16:00 Uhr: Einlass // 16:30 – 17:15 Uhr: Bleck hinger die Britz // 17:30 Uhr: Begrüßung durch das Hänneschen Ensemble // Anschließend: Film ab (Dauer: ca. 3 Std inkl. 30 Min Pause) // 22:00 Uhr: Ende