Liederzyklus für Bariton und Klavier

Kompositionsauftrag von LIEDBasel, ermöglicht von der Ernst von Siemens Musikstiftung

Rottot
Liederzyklus für Bariton und Klavier nach Gedichten von Dragica Rajčić Holzner
(2026)
Dauer / duration: ~16 min

![]()

Kompositionsauftrag von LIEDBasel, ermöglicht von der Ernst von Siemens Musikstiftung

Liederzyklus für Bariton und Klavier nach Gedichten von Dragica Rajčić Holzner
(2026)
Dauer / duration: ~16 min

„Rottot – Liederzyklus für Bariton und Klavier“ entstand 2026 im Auftrag von LIEDBasel und ist der Pianistin Judit Polgar sowie dem Bariton Jonathan McGovern gewidmet. Die Uraufführung fand am 30. Mai 2026 im Don Bosco Basel mit den Widmungsträgern statt.
„Rottot“ ist ein Liederzyklus nach Gedichten von Dragica Rajčić Holzner aus dem Band „Halbgedichte einer Gastfrau“. Die Texte zeichnen sich durch eine bewusst „falsche“ Orthographie und Grammatik aus, die nicht Mangel, sondern Haltung ist: Sprache erscheint hier als verschobenes, widerständiges Material, das Zugehörigkeit, Ordnung und Weltbezug infrage stellt. Der Liederzyklus versteht sich nicht als Vertonung im illustrativen Sinn. Vielmehr reagiert die Musik auf die atmosphärischen Spannungen der Texte: auf Entfremdung und Nähe, auf Gewalt und Intimität, auf das gleichzeitige Dasein von Stimme und Weltverlust. Die Baritonstimme steht im Zentrum des Zyklus. Sie bewegt sich über einen grossen Ambitus – vom Strohbass bis in falsettartige Höhen – und spannt diesen Raum immer wieder neu auf. Das Klavier ist kein begleitendes Instrument im traditionellen Sinn, sondern ein gleichwertiger Partner: klanglich vielgestaltig, geprägt von Pedalwirkungen, Virtuosität und grossen harmonischen Kontrasten. Beide Stimmen sind miteinander verschränkt, ohne sich gegenseitig abzusichern. Der Titel „Rottot“ verweist nicht auf ein erzählbares Motiv, sondern auf einen Zustand. Er benennt keine Handlung und kein Bild, sondern öffnet ein Feld zwischen Farbe, Körper und Auflösung. Darin entfaltet sich der Zyklus als Folge brüchiger, widerständiger und unruhiger musikalischer Zustände, in denen Sprache, Klang und Stimme immer wieder an ihre Grenze geführt werden.
D. P. H.
David Philip Hefti (*1975) gehört als Komponist und Dirigent zu den herausragenden Schweizer Musikerpersönlichkeiten. Er ist Gewinner der renommierten Kompositionswettbewerbe Gustav Mahler in Wien, Pablo Casals in Prades, George Enescu in Bukarest und wurde mit dem Hindemith-Preis, dem Komponisten-Preis der Ernst von Siemens Musikstiftung und dem Composer Award der International Classical Music Awards (ICMA) ausgezeichnet. Er studierte Komposition, Dirigieren, Klarinette und Kammermusik in Zürich und Karlsruhe. Zu seinen Mentoren gehörten Wolfgang Rihm, Cristóbal Halffter, Wolfgang Meyer, Rudolf Kelterborn und Elmar Schmid.
www.hefti.net
Rottot – Song Cycle for Baritone and Piano was composed in 2026 on commission from LIEDBasel and is dedicated to the pianist Judit Polgar and the baritone Jonathan McGovern. The premiere took place on 30 May 2026 at Don Bosco Basel, performed by the dedicatees.
Rottot (red-dead) is a song cycle based on poems by Dragica Rajčić Holzner from the volume Halbgedichte einer Gastfrau The texts are marked by a deliberately ‘incorrect’ orthography and grammar, which are not deficiencies but a stance: language appears as displaced, resistant material that calls belonging, order and one’s relation to the world into question. The cycle does not conceive of setting the texts in an illustrative sense. Rather, the music responds to their atmospheric tensions: to estrangement and intimacy, to violence and closeness, to the simultaneous presence of voice and the loss of world. The baritone stands at the centre of the cycle. He moves across a wide ambitus – from a gravelly low register (vocal fry) to falsetto heights – and repeatedly spans this space anew. The piano is not an accompanying instrument in the traditional sense, but an equal partner: sonically multifaceted, shaped by pedal effects, virtuosity and large harmonic contrasts. The two voices are interwoven without securing one another. The title Rottot does not refer to a narratable motif, but to a state. It names neither action nor image; instead, it opens a field between colour, body and dissolution. Within it, the cycle unfolds as a sequence of fragile, resistant and unsettled musical states in which language, sound and voice are repeatedly brought to their limits.
D. P. H.
As both composer and conductor, David Philip Hefti (*1975) is one of Switzerland's outstanding musical personalities. He is the winner of the prestigious Composition Competitions Gustav Mahler in Vienna, Pablo Casals in Prades, George Enescu in Bucharest and was awarded the Hindemith Prize, the Composers’ Prize of the Ernst von Siemens Music Foundation and the Composer Award of the International Classical Music Awards (ICMA). He studied composition, conducting, clarinet and chamber music in Zurich and Karlsruhe with Wolfgang Rihm, Cristóbal Halffter, Wolfgang Meyer, Rudolf Kelterborn and Elmar Schmid.
www.hefti.net
Dragica Rajčić Holzner:
Welche unterschied?
Auf Jahr kommt es nich an auf Tag noch weniger welche unterschied ist nun von schrein und schweigen. So etwas wie Rat
es geht immer vorwertz nach hinten schauen ist Gefehrlich Wir haben Augen vorne seit lieb es kommt jedes Jahr ein neue Autobahn fahrt nur auf der richtigen Spur lass euch überholen am Ziel kommt jeder nur unterwegs sieht man was wen man langsam genug fährt. Rotlicht
Durch Strassen lauft in zwei Schritt Rotlicht komm nicht in meine Nähe Fraulein, schöne Fraulein Dein Bild hängt an der Wand Beim Mondlicht werde ich mit Dir untertauchen in Rottot.
Naturliche Sache
Ehrlich
ein kleine Faschist ist nur Jemand anderes und was uns an gehet ist alles in beste Ordnung nein, wir kummern uns nicht um fremde Angelegenheiten und wiso auch eigene Dach ist wichtiger was das ist aber nicht wahr Wir tun nie so als ob Wir Gotter sind das wir genug essen ist klar aber bitte redet nicht immer von dem Hunger es vergeht uns der Apettit. Der Welt und Ich oder wie man mich Entwelttet
Sie schickten mich in der Welt und Ich wollte etwas anderes in anderem Welt. so ging mein Welt kaputt zwischen Baumen in weiten Welt Stumm werde Ich varükt varükt war ich Stumm und wer nich weiss Welt ist nur in Traum schön.
Erläuterung zur Notation / explanation of the notation:
wichtig / important:
cresc./decresc. ohne dynamische Zielangabe > pochissimo cresc. + decresc.
[diese Zeichen sind also als musikalische Richtungsangaben zu verstehen und nicht primär als dynamische Hinweise]
crescendo/decrescendo without any mention of the final dynamic level > pochissimo crescendo/decrescendo
[these signs are thus to be understood as musical indications, not primarily as instructions regarding the dynamics]
°III.
drittes = mittleres = Tonhalte-Pedal
third = middle = 'sostenuto' pedal
'pedal catch' Unmittelbar nach dem Loslassen der Note bzw. des Akkordes wird das rechte Pedal heruntergedrückt, um die Resonanz der noch schwingenden Saiten einzufangen. Es liegt in der Natur der Sache, dass das Pedal aufgrund von unterschiedlichen Saitenlängen nach höheren Noten/Akkorden schneller heruntergedrückt werden muss als nach tieferen. Zudem ist darauf zu achten, dass immer die angegebene Resonanz-Dynamik erreicht wird.
Immediately after letting go of the note or chord, the right-hand pedal is depressed in order to catch the resonance of the strings before they have stopped vibrating. The different lengths of the strings naturally mean that the pedal will have to be depressed quicker after higher notes or chords than after lower ones. Please note furthermore that the resonance dynamics given in the score must be attained.
für Judit Polgar & Jonathan McGovern
Klavier
n n g g g g g g
b n g g g
œ n # g g g g g g g g g g g g g g g g
[Aus wendetechnischen Gründen bleibt diese Seite leer.]
[Due to a better page turn, this page is left blank.]
[Aus wendetechnischen Gründen bleibt diese Seite leer.]
[Due to a better page turn, this page is left blank.]
GM–2021 Rottot (2026) Liederzyklus für Bariton und Klavier Nach Gedichten von Dragica Rajčić Holzner
GM–2020 In fliessenden Räumen (2026) Drei Szenen für Flöte, Bassklarinette, Violine und Violoncello
OCT–10379 Im Streiflicht (2025) Nachklänge für Streichorchester
GM–2019 Aus Licht gewoben (2025) Reflexionen für Violine und Violoncello
GM–2000 Beyond Ashes (2025) für Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass & Klavier
OCT–10377 Schattenlinien (2025) für vier Naturhörner und Orchester auf historischen Instrumenten
OCT–10376 Zerrissene Stille (2025) Musik für Orchester
GM–1990 Sternenregen (2024) Mosaik für Flöte solo
GM–1989 Gesänge der Sehnsucht (2024) Streichquartett Nr. 8
GM–1988 Feu d’artifice (2023) für Violine solo
GM–1987 Des Zaubers Spuren (2023) Oktett für Klarinette, Fagott, Horn, Streichquartett und Kontrabass
GM–1986 Vier Anklänge (2023) für zwei Violen
GM–1985 Ans Ende der Zeit (2023) Streichquartett Nr. 7
OCT–10370 Fünf Concertini (2022) für Streichorchester
GM–1984 Harmonia (2022) für Saxophon-Quartett
OCT–10369 Rhapsody (2022) für Bariton und Orchester auf einen Text von Sir Salman Rushdie
OCT–10367 Songs of sorrow, songs of joy (2022) Konzert Nr. 2 für Viola und Streichorchester
GM–1982 Kadenzen (2022) zu den Flöten-Konzerten von W. A. Mozart
GM–1974 Fanfare für Wolfgang (2022) für Piccolo-Trompete solo
GM–1978 Kadenzen und Interludien (2021) zu den Konzerten für Flöte und Orchester in A-Dur (Wq 168) und d-moll (Wq 22) von C. P. E. Bach
GM–1976 Reigen (2021) Mosaik für Violine und Klarinette
GM–1975 Coda (2021) Mosaik für Trompete solo
GM–1973 Wiegenlied (2021) Klavierstück Nr. 5
GM–1972 Wechselgesang (2021) Mosaik Nr. 2 für Viola solo
OCT–10363 Final(ment)e (2021) Beziehungsweisen für zwei Trompeten und Orchester
OCT–10355 Sechs Klanginseln (2021) für Violine, Klarinette und Streichorchester
GM–1971 Kadenz und Interludien (2021) zur Sonate in a-moll für Flöte solo (Wq 132) von C. P. E. Bach
GM–1961 Fünf Szenen für Gustav (2020) Streichquartett Nr. 6
GM–1953 Rückert-Lieder (Mahler / arr. Hefti) (2020) für hohe Stimme und Streichquartett
OCT–10352 Vier Momente (2020) für Flöte und Streichorchester
GM–1956 Gallicinium (2020) Musik zur vierten Nachtwache für Bläserquintett
GM–1955 Mormorando (2020) Musik für Flöte, Oboe, Klarinette und Fagott
OCT–10349 Cantabile (2019) Konzert für Viola und Orchester
OCT–10344 Media nox (2019) Musik zur dritten Nachtwache für Flöte und Orchester
GM–1949 Concubia nocte (2018) Musik zur zweiten Nachtwache (Streichquartett Nr. 5)
OCT–10343 Die Schneekönigin (2018) Eine musikalische Erzählung für Sopran, 2 Sprecher und Orchester
GM–1894b An durchsichtigen Fäden (2018) für Mezzosopran und Streichquartett nach einem Gedicht von Kurt Aebli
OCT–10342 Prima nocte (2017) Musik zur ersten Nachtwache für Kammerorchester
GM–1935 à la recherche... (2017) für Klarinette, Viola und Klavier
GM–1933 Ritmico (2017) Klavierstück Nr. 4
GM–1932 E las culurs dals tuns (2017) Liederzyklus für Bariton und Klavier nach rätoromanischen Texten von Bibi Vaplan
OCT–10341 Chiaroscuro (2017) Kontraste für Kammerorchester
OCT–10336 Annas Maske (2016) Oper in zehn Szenen mit einem Prolog und einem Epilog
GM–1927 Resonanzen II (2016) Klavierstück Nr. 3
OCT–10338 As dark as night (2016) für eine Alt-Stimme und Orchester auf ein Sonett von Shakespeare
GM–1924 Poème noctambule (2016) für Violine und Klavier
GM–1921 12 Fantasien (2015) für Flöte solo
OCT–10337 Arioso (2015) Beziehungsweisen für Orchester
GM–1917 con anima (2015) Mosaik für Viola solo
GM–1916 Danse interstellaire (2014) Trauermusik für Bassett-Klarinette und Streichquartett
OCT–10332 con moto (2014) Beziehungsweisen für Orchester
GM–1911 Monumentum (2014) Musik für Streichsextett
GM–1902 Magma (2014) Klangfunken für Violine, Viola und Violoncello
OCT–10331 Adagio (2013) Beziehungsweisen für Orchester
GM–1899 Modules (2013) für Flöte solo
GM–1894 An durchsichtigen Fäden (2013) für Mezzosopran und Violoncello nach einem Gedicht von Kurt Aebli
GM–1893 Hamlet-Fragment (2013) für Vokalensemble nach einem Gedicht von Friedrich Nietzsche
OCT–10329 Éclairs (2013) Klangmomente für Ensemble
OCT–10328 Adagietto (2012) für Streichorchester
GM–1887 Lichter Hall (2012) Trio Nr. 2 für Violine, Violoncello und Klavier
OCT–10327 Moments lucides (2012) Resonanzen für Orchester
GM–1882 Canto (2012) für Bassklarinette solo
OCT–10326 Changements (2011) Stimmungsbilder für Orchester
GM–1880 Beethoven-Resonanzen (2011) Klavierstück Nr. 2
GM–1878 con fuoco (2011) Streichquartett Nr. 4
GM–1876 Klangscherben (2011) Mosaik für Violoncello solo
GM–1875 Mobile (2011) Streichquartett Nr. 3
OCT–10325 Gegenklang (2010) Konzert für Violoncello und Orchester
GM–1877 Interaktionen (2010) für Violine, Viola, Violoncello und Klavier
GM–1873 Bergwärts (2010) 3 Aggregatzustände für Sopran, Flöte, Violine, Violoncello und Klavier nach einem Gedicht von Felix Philipp Ingold
OCT–10324 Klangbogen (2009) Musik für Orchester
GM–1868 Rotationen (2009) Mosaik für Oboe solo
OCT–10318 ROTAS (2009) Konzert für Oboe und Orchester
GM–1862 Poème lunaire (2008) für Viola und Klavier
GM–1863 (T)raum-Ze(n)it (2008) Dialog für 2 Bassklarinetten
GM–1871 Guggisberg-Variationen (2008) Streichquartett Nr. 2
OCT–10320 Wunderhorn-Musik (2008) 7 Klangbilder für Violine und Ensemble
GM–1849 Ph(r)asen (2007) Streichquartett Nr. 1
GM–1848 Rosenblätter (2007) Liederzyklus für mittlere Stimme und Klavier nach Gedichten von Rose Ausländer
GM–1847 Ritus (2007) 4 Tanz-Collagen für Violoncello solo
GM–1843 Schattenspie(ge)l (2006) Trio für Violine, Violoncello und Klavier
GM–1842 Mondschatten (2006) für Violine und Marimba
GM–1841 Schattenklang (2006) Adagio für Klavier
GM–1854 Kadenzen (2006) zum Klarinetten-Konzert in B-Dur von J. Stamitz
OCT–10307 AREPO (2004/05) Konzert für Violine und Orchester
GM–1832 O, star! II (2004) Mosaik für Saxophon solo
GM–1831 Melencolia I (2004) für Flöte, Schlagzeug und Klavier
GM–1828 Kadenz (2004) zum Konzertrondo für Klavier und Orchester in D-Dur KV 382 von W. A. Mozart
GM–685 O, star! (2003) Mosaik für Klarinette solo
OCT–10306 TENET (2003) 4 Lieder für Sopran und Ensemble nach Gedichten von Else Lasker-Schüler
OCT–10304 SATOR (2002) Konzert für Klarinette und Orchester
GM–683 Counterpoints on "come, sweet death" (2000) for clarinet trio
GM–684 DIARIUM (1999) für Violine Solo
GM–1839 Miroirs (1998) für Violine und Klavier
GM–1838 Ricercare a 6 (Bach / transk Hefti) für 6 beliebige Instrumente