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DorfStadt 03-2016

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Einsame und wirtschaftliche Schwache erhalten vom Stadtteildiakon Unterstützung

von Markus Krohn Seit 2016 ist der Regionalpark Wedeler Au doppelt so groß und hat mit Hetlingen, Heist und Halstenbek drei neue Mitgliedsgemeinden in seinen Reihen. Am 19. Januar trafen sich die Mitglieder der neun Städte und Gemeinden sowie der Landrat des Kreises Pinneberg und Vertreter der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen Hamburg zur ersten gemeinsamen Mitgliederversammlung im Halstenbeker Rathaus.

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Wie arm ein Stadtteil ist, bemisst sich nicht nur am Einkommen der Menschen, die dort wohnen, sondern auch an der Art und Weise, wie die Menschen zusammen leben. Man könnte meinen, dass sowohl auf die eine als auch auf die andere Art die Menschen in Groß Flottbek wohlhabend seien. Daran hat auch die Kirchengemeinde ihren Anteil, die für Vernetzung vieler Menschen im Stadtteil sorgt, unabhängig davon, ob sie jung oder alt, arm oder reich sind. Und ja: es gibt auch in Groß Flottbek Menschen, die an der Armutsgrenze

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Armes Groß Flottbek?

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leben. Sicher, weniger als in den meisten anderen Stadtteilen, vor allem in den Elbvororten. Aber es gibt sie. Oder Menschen, die arm dran sind, weil sie einsam sind und zum Beispiel keine Angehörigen mehr haben oder mit ihnen zerstritten sind. Es gibt Menschen, die sich um genau diese Nachbarn kümmern. Ehrenamtliche, die ihre Freizeit opfern, um anderen zu helfen. Und es gibt einen, der diese Hilfe hauptamtlich koordiniert. Das ist gut so. Das sehen auch unsere Bezirkspolitiker im Altonaer Bezirksparlament so.

Foto: kieferpix/Fotolia.de

Die Kosten dafür trägt bis April 2017 eine Stiftung, die sich für unverschuldet in Not geratene Menschen einsetzt. Nun hat die Kirchengemeinde einen Antrag auf Übernahme der Gehaltskosten für ihren Diakon gestellt, knapp 150.000 Euro für drei Jahre. Ab 2020 kann die Kirchengemeinde die Kosten selber tragen, weil dann Darlehen abgezahlt sind und Gelder frei werden. Die Bezirksversammlung wird den Antrag wohl heute ablehnen mit der Begründung, Groß Flottbek sei nicht arm genug. Jetzt muss sich die Gemeinde wohl selbst helfen. Seite 8

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2 • DorfStadtZeitung 03/2016 • 25.02.2016

ALTONA AKTUELL

Sanierung: Kohle statt Gas

Neues aus dem Bezirksrathaus | Wolf Achim Wiegand

Scheitert das Innovationsprojekt in Wedel? | Markus Krohn

Stirbt der Bahnhof Altona auf Raten?

DorfStadt-Redakteur Wolf Foto: privat Achim Wiegand

Flüchtlinge Thema Nr. 1 im Bezirk Altona – Die Flüchtlingsfrage bleibt bei den Bezirkspolitikern das mit Abstand wichtigste Thema. Das ergab eine Umfrage der Dorfstadt-Zeitung bei den Fraktionen im Rathaus Altona. Kaum je hatte ein internationales Problem einen so starken Einfluss auf das Kommunale. Ob SPD-Sprecher Alexander Hund, die Spitze der CDU, die Grünen oder die FDP: überall steht „Flüchtlinge“ auf der politischen Agenda ganz oben. Dennoch: die Welt dreht sich weiter, auch in Altona. BioKäsehändler, Krimi-Autor und Linken-Fraktionschef Robert Jarowoy zu DorfStadt: „Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen natürlich weiterhin auch Themen wie z.B. die Bebauung des Spritzenplatzes.“

Warum sagen Grüne „Nein“ zu Bürgerbegehren? Ottensen – Ungewöhnlich für die Grünen: die Bezirksfraktion Altona hat Ende Januar in der Bezirksversammlung dagegen gestimmt, als Partei dem Bürgerbegehren „Unser Platz an der Sonne“ beizutreten. Dabei geht es um den Stopp von Bauplänen für ein extrem modernes Gebäude am Spritzenplatz, das der US-Stararchitekt Daniel Libeskind designt hat. Dagegen wird seit Monaten Sturm gelaufen mit dem Argument, der „identitätsprägende“ Platz solle so erhalten bleiben, wie er ist. Eigentlich ein Thema, dass sich

Altona – Gegen die Pläne von Stadt und Deutscher Bahn zur Verlegung des Fern- und Regionalbahnhofs Altona zum beabsichtigten Bahnhof in Diebsteich regt sich Widerstand. Die von der Linken unterstützte Bürgerinitiative „Prellbock Altona – Unser Bahnhof bleibt, wo er ist!“ bezeichnet die Einrichtung des künftigen ICE- und Regiobahnhofs in Diebsteich als „bürgerfeindliche Politik“. Er schneide zahlreiche Hamburger von komfortablen Altonaer Busund S-Bahnanschlüssen ab und der gesamte Hamburger Westen verlöre den seit Jahrzehnten bestehenden Anschluss an deutschlandweite Bahnen. Besonders ärgert die Initiative, dass im Bahnhof Altona schon jetzt zu Gunsten von mehr Ladenflächen umgebaut wird, obwohl die Abkoppelung der Fernverbindungen erst 2023 kommen solle. Die Bauarbeiten und Absperrungen führten zu „dunklen finsteren Gängen und Belästigungen, womit für den Bahnhof Altona „ein Sterben auf Raten“ eingeleitet sei.

Schon wieder Parkplätze futsch? Bahrenfeld – Schon wieder sollen Auto-Parkplätze einem Fahrradstreifen weichen. Dieses Mal beim bevorstehenden Umbau der Bahrenfelder Chaussee zwischen A7 und Regerstraße. Geschäftsinhaber und Bürobetreiber protestieren. Mit Erfolg. Der Landesbetrieb Straßen hat jedenfalls nachgebessert und nun sollen auf jeder Straßenseite zehn bzw. 14 Stellplätze bleiben. Die verkehrspolitische SPD-Fraktionssprecherin Ute Naujokat: „Schön, dass an der Bahrenfelder Chaussee ein Kompromiss gefunden wurde, von dem sowohl die Geschäfte und Büros wie die Radfahrer etwas haben.“

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Strom kommt bekanntlich aus der Steckdose und Heizungen sind warm, wenn man dran dreht – normalerweise interessiert es niemanden, woher denn eigentlich Strom, Gas und Wasser herkommen. Zum Glück müssen wir uns in Hamburg keine Sorgen um diese Grundversorgung machen. Und dennoch diskutieren derzeit viele die Zukunft des Fernwärme-Kraftwerks in Wedel. Das vorhandene Kraftwerk ist über 60 Jahre alt und ist in den vergangenen Wintern auch schon mal ausgefallen. Kurzfristig ist das kein Problem, die Wärme kann durch andere Kraftwerke geliefert werden. Allerdings nicht über einen längeren Zeitraum. Also müsste das Kraftwerk saniert oder ersetzt werden. Und genau an dieser Stelle fangen die Probleme an: Im September vor zweieinhalb Jahren beschloss die Hamburger Bevölkerung in einem Volksentscheid den Rückkauf der Energienetze durch die Stadt Hamburg. Und dazu gehört auch das marode Kraftwerk in Wedel, das derzeit Vattenfall betreibt. An der Betreibergesellschaft ist die Stadt Hamburg derzeit nur mit 25,1 Prozent beteiligt, kann daher also kaum Entscheidungen beeinflussen. Allerdings wird das Fernwärmenetz zusammen mit dem Kraftwerk im Jahre 2019 von der Stadt vollständig übernommen. So sieht es der Volksentscheid vor und so steht es auch in einer Art Vorvertrag, den die Stadt bereits mit dem jetzigen Eigentümer Vattenfall abgeschlossen hat. Nicht nur die Übernahme der Netze und des Kraftwerks macht derzeit den Hamburger Behörden zu schaffen, auch die mit dem Volksentscheid einhergehende Forderung nach einer Ökologisierung der Energiegewinnung in Hamburg. Gleichzeitig will die Behörde für Umwelt und Energie die Versorgungssicherheit gewährleisten und wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen treffen. Und die sollen nun spätestens im dritten Quartal 2016 fallen, damit bis zur Übernahme des Kraftwerks Anfang 2019 alles vorbereitet ist. Ob das gelingt, steht allerdings in den Sternen, denn eigentlich sollten wichtige Weichenstellungen bereits bis Ende letzten Jahres erfolgen. Doch konnte sich niemand so richtig für eine Lösung entscheiden. Der Aufsichtsrat der Wärmegesellschaft hatte sich im Dezember 2015 darauf verständigt, keine Entscheidung zum Bau eines neuen innovativen Gasund Dampf-Kraftwerks in Wedel zu treffen. Nun werden sämtliche Alternativen noch einmal entscheidungsreif bewertet, um einen Fahrplan für eine künftige Fernwärmeversorgung in Hamburg zu erarbeiten. Die Umweltpolitikerin und Abgeordnete für den Hamburger Westen, Anne Krischok (SPD), begrüßt diese Entscheidung: „Vor dem Hintergrund offener

ELBVORORTE

Grüne gerne auf die Fahnen schreiben.

Die Entschwefelungsanlage im Steinkohlekraftwerk Wedel. energiewirtschaftlicher und rechtlicher Fragen ist es sinnvoll, die Investitionsentscheidung zum Ersatz des alten Kohlekraftwerkes Wedel solange auszusetzen, bis Klarheit herrscht.“ Im kommenden Jahr, wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen, werden mögliche Varianten – auch in Bezug auf Standort und Technik – für eine klimafreund-

mafreundlich und wirtschaftlich, sondern auch bezahlbar sein.“ Ende Januar 2016 wurde bekannt, dass Vattenfall sein Kraftwerk nun doch, unabhängig von den laufenden Verhandlungen, sanieren lässt. Damit schafft der schwedische Konzern Fakten, während die Stadt sich weiter beraten lässt. 83,5 Mio. Euro fließen in das

SPD-Umweltpolitikerin Anne Krischok aus Rissen. liche und sozialverträgliche Wärmeversorgung als Ersatz für das abgängige Kohlekraftwerk in Wedel auch auf ihre Wirtschaftlichkeit analysiert. „Obwohl verschiedene Vorschläge nach dem Gutachterprozess vorliegen, fehlt noch die Antwort, welcher Weg sich rechnet und welche Lösung letztlich aufgrund der Rahmenbedingungen auch umsetzbar ist“, so Anne Krischok weiter. „Die Fernwärme in Hamburg soll schließlich nicht nur kli-

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Foto: privat

Projekt. Unter anderem sollen in den Sommern 2016 und 2017 jeweils eine der beiden Turbinen vollständig auseinander gebaut und repariert werden. Je Turbine veranschlagen die Planer dafür bis zu drei Monate. Bei den jetzt beschlossenen Sanierungsarbeiten werden so ganz nebenbei auch der Lärm, der Gipspartikel- und der Quecksilberausstoß reduziert. Damit kommen neue Fragen auf die Verhandler der Stadt zu. Denn es ist zu vermuten, dass

Hamburg die Millionen-Investitionen des Noch-Besitzers zusätzlich bezahlen soll. Warum sollte die Stadt das dann gerade erst modernisierte Kraftwerk abreißen, um ein neues zu bauen? Auch wenn die Stadt mit kleineren Kraftwerken im Hamburger Westen und Abgasen aus der Müllverbrennungsanlage in Stellingen Alternativen hat, reichen die für eine zuverlässige Versorgung der Haushalte nicht aus. Auch die Diskussionen mit Anliegern in Wedel und Rissen, die ein (neues) Kraftwerk ablehnen, sind noch nicht ausgestanden. Immerhin wurde in den zurück liegenden Beratungen deutlich, dass auch ein kleineres Kraftwerk mit nur 120–180 Megawatt (statt aktuell 250 MW) ausreichend sein könnte. Letztlich wird es eine energieund haushaltspolitische Entscheidung sein, die der Senat zu treffen hat. „Ich würde ein innovatives Kraftwerk am Standort Wedel begrüßen“, sagte Anne Krischok in einem Redaktionsgespräch letzte Woche. Nicht zuletzt wegen der nachhaltigen Technik sei ihr dies ein Anliegen. Außerdem könne beim Bau eines innovativen Kraftwerks der Elbwanderweg von Wedel nach Rissen verlängert werden. „Schön wäre es, wenn wir von unseren Fachleuten und Gutachtern eine eindeutige Bewertung für eine bestimmte Lösung erhielten“ wünscht sie sich, räumt aber ein: „Ich habe Respekt vor dem Zeitplan, in dem diese Entscheidung getroffen werden soll!“


Elbvororte

DorfStadtZeitung 03/2016 • 25.02.2016 • 3

CDU-Politprominenz bei Rolf’s Grünkohlessen Ortsverband Nienstedten debattiert bis spät in die Nacht mit Christoph Ahlhaus und André Trepoll in der Elbkate | Markus Krohn NIENSTEDTEN

Die Idee kam von Promifleischer der Elbvororte Rolf Hübenbecker: Ein Grünkohlessen jenseits der davon vollgepflasterten Vorweihnachtszeit. Außerdem Verbot von Vorträgen und langen Tischreden, Feuer frei aber für Dialoge, auch über Politik. Keine feste Tischordnung und wechselnde Plätze den ganzen Abend über. Hübenbecker, seit Jahrzehnten ein begnadeter Conferencier in seinem Geschäft, der überhaupt kein Blatt vor den Mund nimmt und auch seine Parteizugehörigkeit nicht verleugnet und dabei doch gut mit Vertretern anderer Parteien gut auskommt, legte sich im Vorjahr

beim Start dieser Veranstaltung selbst Zügel an und ermahnte den Ortsvorsitzenden gleiches zu tun und nur kurz zu reden. Das gelang und die 3O Gäste (darunter viele Nichtmitglieder) waren zufrieden und baten Rolf Hübenbecker um eine Fortsetzung in diesem Jahr. Hübenbecker sagte zu und nun kam es am 15. Februar zur 2. Auflage. Trotz der Enge in der Elbkate kamen der ehemalige Bürgermeister Christoph Ahlhaus und der aktuelle CDU-Fraktionsvorsitzende in der Hamburger Bürgerschaft, André Trepoll. Auch Heinrich H. Höper (DELTAFleisch), Dr. Heiko Herold (Pressesprecher des US-Generalkonsulats), Prof. Dr. Wolfgang

Peter Schmidt begrüßte als Vorsitzender des Nienstedtener Ortsvereins Bürgermeister a.D. Christoph Ahlhaus und Oppositionsführer André Trepoll zum Grünkohlessen in der Elbkate Foto: Krohn

Müller-Michaelis (Ex-Governor Rotary Norddeutschland und Vorstandsmitglied der Hamburger Autorenvereinigung) Wolfgang Castell (Promi-Friseur) und Manfred Walter (Rotary und langjähriger Vorsitzender des Bürgervereins Flottbek/Othmarschen kamen. Über den Stammtisch hinweg wurde schon über die Aktivitäten beim 700-jährigen Stadtteiljubiläum geblickt. Es war wieder eine interessante Mischung, die sich am Tisch des „gallischen Dorfes“ der Hamburger CDU einfand. Der Ortsverband Nienstedten ist seit seiner Gründung über weite Strecken ein überaus diskussionsfreudiger Stadtteilverband

gewesen. Bekannt für seinen 1987 gegründeten monatlichen „Stammtisch-Nienstedtener Gespräche“, der über viele Jahre in der damaligen Gaststätte „Dorfkrug“ stattfand und nun im „Marktplatz“ fortgesetzt wird. Peter Schmidt, Vorsitzender des Ortsvereins resummierte: „Ich glaube, dass man von einem gelungenen „Arbeitsessen" sprechen kann. Er endete an einem Werktag (!) nach 5 Stunden (!) um Mitternacht!“ Der monatliche „StammtischNienstedtener Gespräche“ findet jeweils am letzten Dienstag eines Monats im Restaurant „Marktplatz“, Nienstedtener Marktplatz 21 um 19 Uhr statt. Gäste sind immer willkommen.

und Molche“. Auch Blutegel sollen gesichtet worden sein. Auf der Bank neben dem Tümpel wurden die ersten gemeinsamen Zigaretten geraucht und mit der ersten großen Liebe geknutscht. Seiner ökologischen Funktion, die Wasserqualität und -quantität der im Westerpark renaturierten „Kleinen Flottbek“ zu verbessern, kommt er zunehmend nicht mehr nach. Die Aufenthaltsqualität in der ihn umgebenden kleinen Grünanlage ist erheblich gemindert,

nicht zuletzt durch eine sich anscheinend ausbreitende Rattenpopulation. Deshalb liegt der Bezirksversammlung am heutigen Donnerstag ein Antrag der SPD-Fraktion vor, den Hermann-Renner-Teich kurzfristig zu sanieren. Außerdem soll geprüft werden, ob durch Regenwassereinleitungen durch umgebende Privathäuser die Wasserqualität und -quantität gesteigert werden könnte. Auch die kleine den Teich umgebende Grünanlage soll im gleichen Zuge saniert werden.

Hermann-Renner-Teich wird saniert SPD-Fraktion und Grünausschutz befürworten Teichsanierung in Nienstedten | Markus Krohn NIENSTEDTEN

Wie viele ehemalige kleine Flüsse ist auch die Kleine Flottbek weitestgehend in der Kanalisation verschwunden. Auf dem Weg von Dockenhuden entlang des Nordrands von Nienstedten über den Lünckenberg bis zur Elbe liegt der HermannRenner-Teich in der Straße Söbendieken. Der Bach „Kleine Flottbek“ regte dazu an, ihn örtlich durch kleine Staus, Verbreiterungen und Vertiefungen als Tränke, Feuerlöschteich oder zur Zierde eines Wohnsit-

zes nutzbar zu machen. Damals zierte er den Park des ehemaligen Kommerzienrates Hermann Renner. Der Park Hermann Renners wurde später parzelliert, der Teich für die durchfließende „Kleine Flottbek“ erhalten. Eine Zierde ist er gegenwärtig allerdings nicht! Der „HEIMATBOTE“ des Nienstedtener Bürger- und Heimatvereins bewertet in seiner Novemberausgabe den gegenwärtigen Zustand des Teiches zutreffend: „Jedoch – traurig und trübtümpelig liegt er da,

unser Hermann-Renner-Teich und erzeugt Blasen aus stinkendem Sumpfgas. Man denkt unwillkürlich an Ratten. Durch die Schicht aus Algen und En-

Erinnerungen an Blutegel und heiße Küsse tengrütze, die seine Oberfläche verunziert, gelangt kein Sonnenstrahl mehr auf seinen Grund. Seine Ufer sind mit wild wucherndem Gestrüpp umrandet, sodass man sich nicht dazu

eingeladen fühlt, zu schauen, ob noch Leben im Teich existiert“ Der Autor erinnert sich noch an die Winter, in denen „die Eisfläche des Hermann-RennerTeichs ein Revier für uns kleine Rodler“ war. Den kleinen Abhang konnte man mit dem Schlitten prima herunter fahren. Ende war mitten auf dem kleinen Teich. Im Sommer war der Teich für die Jungen ein abenteuerlicher Treffpunkt. Hier „lauerten Gelbbrandkäfer, Libellenlarven

Meine Meinung: Wer wird hier eigentlich von wem integriert?

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vor kurzem fiel mir diese Darstellung des neuen internationalen Quartiers Rissen in die Hände. Nach zähem Ringen zwischen Rissenern, Bezirks- und Bürgerschaftsabgeordneten sowie der Hamburger Verwaltung soll damit eine Lösung gefunden sein. Die Frage ist nur: Wer soll hier eigentlich integriert werden? Die in der Mitte lebenden Deutschen oder die darum herum angesiedelten Flüchtlinge? Ich glaube nicht, dass der Zeichner hier über Integration nachgedacht hat... – die Frage ist doch sowieso: Wer WILL sich eigentlich integrieren? Sind die Flüchtlinge in aller erster Linie hierher gekommen, um Teil unserer Gesellschaft zu werden? Dann wären es doch eigentlich eher Wirtschaftsflüchtlinge, oder? Ich vermute, dass zumindest ein großer Teil der Flüchtlinge möglichst schnell wieder zurück in seine Heimat reisen

möchte, um dort die eigene Kultur zu leben und zu gestalten. Integration kann man nicht verordnen, sie ist nur freiwillig möglich. Man kann günstige Rahmenbedingungen dafür schaffen, aber die tatsächliche Entwicklung einer gemeinsamen Gesellschaft wird nur gelingen, wenn die Menschen sich emotional einbringen. Für uns Deutsche ist ein zusätzliches Problem, dass wir unsere Traditionen und unseren Glauben häufig gar nicht leben, ja, noch nicht einmal kennen... immer noch hängt uns das Trauma des Antisemitismus und der Fremdenfeindlichkeit an. Müssen wir deshalb unsere eigenen guten Traditionen und Werte aufgeben? Ich meine: Im Gegenteil! Wir haben es weit gebracht. Wir leben in einem weitgehend sicheren und friedlichem Land. Nie waren wir gesünder, lebten so lange wie in diesem

Jahrhundert. Jetzt gilt es, unseren Wohlstand zu sichern und gleichzeitg unseren notleidenden Nachbarn und menschlichen Brüdern genug davon abzugeben, damit sie die Chance auf ein besseres Leben selbst in die Hand nehmen können. Wie das geht? Ich weiß es nicht! In einer Familie würden die Eltern vielleicht sagen: „Junge, hilf’ mal Deiner kleinen Schwester“. Der nächste Streit kommt dann aber genauso bestimmt, wie die helfende Hand zuvor. Dann hilft Reden und Verstehen. Kommunikation also untereinander. Wenn einer den anderen versteht, gibt’s auch keinen Streit mehr und man kann dort helfen, wo es nötig ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wenn das so einfach wäre... Markus Krohn

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Gut aufgestellt Der THCC Rot-Gelb Hamburg e.V. | Joy Dahlgrün

THCC Rot-Gelb – erfolgreich mit Tennis und Flüchtlingen gesetzt. Die Hockeyplätze sind zwar noch vorhanden und werden genutzt – auch von anderen Vereinen – die Hockey-Abteilung wurde jedoch mit dem THC Altona-Bahrenfeld zusammengelegt und wird unter dessen Regie betrieben. Bodo Abel ist seit Februar 2015 1. Vorsitzender des Vereins und erklärt uns die Besonderheiten des THCC: „Wir sind ein unprätentiöser Klub. Wenn man bei

Info Angebote: Tennis / Cricket / (Hockey) Mitglieder: 450 Vereinsfarben: Rot, Gelb Eintrittsalter: ab 4 Jahren Tennisplätze: 8 Cricket-Felder: 1 uns eintritt, dann nicht aus gesellschaftlichen Gründen, sondern weil man Spaß am Sport hat.“ Besonders hervorheben möchte Abel auch die „breite kulturelle Vielfalt“, die der Verein bietet. Mit der Internationalen Schule, die nur einen Steinwurf entfernt liegt, besteht eine enge Verbindung „Tennis steht auf dem Stundenplan und durch die

Foto: PR

stützen und den Flüchtlingen ermöglichen bei uns zu spielen. Wir konnten uns dadurch auch leistungsmäßig steigern“, sagt Abel. „Die Erfolge der letzten Jahre zeigen, dass wir erfolgsorientiert arbeiten - die Flüchtlinge sind ein Gewinn“. Neben Norddeutschen Meisterschaften, Vizemeisterschaften und Jugendmeisterschaften zeichnete der Verband den THCC 2015 sogar als „Cricket Club des Jahres“ aus. Abgesehen vom sozialen Engagement des Vereins sollen noch weitere Projekte angeschoben werden. Dazu gehört auch eine aufblasbare Halle für drei Tennisplätze am Hemmingstedter Weg. „Dieses Projekt ist uns sehr wichtig. In der Vergangenheit haben wir immer feste Plätze in Schenefeld angemietet, aber für unsere Jugend, die noch über keinen Führerschein verfügt, aber auch für die Eltern, war der Aufwand zu groß. Deshalb wollen wir für den kommenden Winter unsere eigenen Plätze nutzen“, so Abel. THCC Rot-Gelb Hamburg e. V. Hemmingstedter Weg 140 22609 Hamburg Tel.: 81 99 29 66 www.thcc-rot-gelb.de

Diese Jugendlichen vom GFSV blicken in eine unberechenbare Zukunft angesichts knapper Kassen für den Hamburger Sport

Foto: PR/Schmidt

Es geht um Existenzen Breitensport darf nicht Verlierer sein | Joy Dahlgrün-Krall Die Entscheidung gegen die Bewerbung für die Olympischen Spiele scheint erste Opfer zu fordern. Die Stadt Hamburg plant den Etat für die Sanierungsoffensive Sportstättenbau für 2016 von vier Millionen Euro auf zwei Millionen Euro zu kürzen. Katarina Blume von der CDU und Abgeordnete der Bezirksversammlung Altona stellte aus diesem Grund den Antrag, die geplanten Kürzungen zurückzunehmen. „Wir wollen eine Sportstadt sein – da kann es nicht angehen, dass der Sport immer noch so stiefmütterlich behandelt wird“, erklärt Blume. „Natürlich haben wir wichtige Themen auf dem Tisch, aber nur, weil Olympia nicht nach Hamburg kommt, dürfen wir die Mittel jetzt nicht kürzen. Sport ist ein unheimlich wichtiges Tool - auch nicht zuletzt für die Integrationsarbeit“, so

Blume weiter. Durch den Antrag sollen der Sanierungsoffensive Sportstättenbau ab 2017/2018 wieder vier Millionen zur Verfügung stehen. Die Sozialdemokraten und die Fraktion der Grünen schlossen sich sofort dem Antrag an, der gemeinsam der Bezirksversammlung Altona vorgelegt wurde. Der Antrag wurde angenommen und auch andere Bezirke unterstützen das Vorhaben. Andreas Bernau (SPD), Bezirksabgeordneter in Altona, räumt ein, dass die Situation in den vergangenen zwei Jahren ähnlich war, der Etat am Ende aber immer aufgestockt wurde. Trotzdem muss man sich sorgen, denn der Bezirk Altona war zuletzt in einer sehr angenehmen Situation und hatte die Möglichkeit neue Plätze zur Verfügung zu stellen. So setzte man sich 2015 vehement für

die Errichtung der Kunstrasenplätze von Teutonia 05 und TuS Osdorf ein. Hierfür wurde bereits der Etat für 2016 vorgezogen. Teutonia konnte seinen Platz im November eröffnen, Osdorf beginnt Ende Februar mit dem Bau. Pro Platz werden 500.000 Euro aufgerufen. Ein stolzer Preis, vor allem, wenn man bedenkt, dass für ganz Hamburg lediglich zwei bzw. vier Millionen Euro zur Verfügung stehen, um Sportplätze und Hochbauten sanieren und neu errichten zu können. Zudem gibt es noch sechs weitere Bezirke, die ebenfalls einen Anspruch auf den Etat haben. Dieser Umstand und die Kürzungen könnten 2017 das Aus für einen Verein bedeuten, der seit über 104 Jahren existiert. Bei der der Groß Flottbeker Spielvereinigung wird derzeit auf zwei Grandplätzen gespielt. 2017 soll sich dies bestenfalls

ändern, denn es wird beabsichtigt, dass auch die Flottbeker einen Kunstrasenplatz bekommen. Entschieden wird dies im Frühling: „Es ist geplant, dass im näheren Umfeld drei- bis viertausend Flüchtlinge untergebracht werden. Und es wäre natürlich schön, wenn wir diesen hier auch ein anständiges Angebot unterbreiten könnten. Nichts schafft so gute Integrationsarbeit, wie der Sport“, so Udo Goldenstein, 1. Vorsitzender der GTSV. Ebenfalls angedacht ist der Bau einer Halle, die ferner zur Förderung der Integration genutzt werden soll. Goldenstein betont ganz klar, dass der Klub ohne einen Kunstrasenplatz nicht weiter existieren kann. Bereits jetzt ist zu beobachten, dass Teile der Fußballabteilung abwandern und zu Vereinen wechseln, die über das künstliche Grün verfügen.

Meine Meinung: Bitte nicht! Beim Spiel gegen Borussia Mönchengladbach saß Raphael van der Vaart auf der Tribüne. Ein Bekannter von mir ulkte in einem sozialen Netzwerk, ob dieser möglichweise kurz vor einer Rückkehr nach Hamburg stehen würde. Die einheitliche Meinung unter seiner Aussage lautete „Bitte nicht“. Das Kapitel van der Vaart ist beendet. Bereits seit Sommer, als es ihn nach Sevilla verschlug. Richtig traurig war darüber keiner. Denn die Erwartungen, die an ihn gestellt wurden, konnte der Niederländer nicht erfüllen. Nun wurde allerdings vom Aufsichtsratsvorsitzenden Karl Gernandt kundgetan, dass es unter Umständen eine andere Rolle für van der Vaart beim HSV geben könnte. Als Repräsentant des Vereins. Begründen konnte er dies auch sofort: „Rafael ist eine Integrationsfigur, ein Vorbild für viele junge Fußballer. Er hat hier für viele emotionale Höhepunkte gesorgt und von sich aus eine hohe Anhänglichkeit an den HSV." Im Ernst? Dazu sage ICH: „Bitte nicht!!!“ Aus verschiedenen Gründen. Dass der gefallene Engel irgendwann wieder nach Hamburg zurückkehren könnte, steht außer Frage

Foto: privat

Nähe zum Klub bietet es sich natürlich an, dass wir zusammenarbeiten. Auch Eltern und weitere Verwandte spielen bei uns. Häufig wird trainiert, bevor die Kinder von der Schule abgeholt werden. Es besteht ein reger Austausch mit der Internationalen Schule“, so Abel. Dies allein ist jedoch nicht der Grund dafür, warum der Verein so international aufgestellt ist. In der Cricket-Sparte finden sich unter anderem Spieler aus Großbritannien, Australien, Pakistan, Indien oder auch aus Afghanistan. Bereits seit Jahren werden Flüchtlinge ins Vereinsleben integriert. „Die Betreuer sind irgendwann auf uns zugekommen, wir haben dann Sponsoren gefunden, die uns unter-

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Der THCC Rot-Gelb Hamburg e.V. blickt auf eine lange und traditionsreiche Geschichte zurück. Ursprünglich 1926 als Betriebssportgruppe unter dem Namen „Sportvereinigung Rhenania-Ossag Mineralölwerke AG“ gegründet, 1929 umbenannt in SV Shell und 1946 dann noch einmal in SV Rot Gelb. Im Jahre 2001, nachdem man sich von Shell gelöst hatte, wurde der Verein unabhängig und trägt seither den heutigen Namen. Der Name wich, die Vereinsfarben blieben. Während früher noch Sportarten wie Fußball, Schwimmen, Handball oder Leichtathletik angeboten wurden, wird heutzutage auf Tennis und Cricket

DorfStadt-Autorin Joy Dahlgrün-Krall – immerhin lebt sein Sohn hier bei ExFrau Sylvie Meis. Allerdings sehe ich bereits verschiedenste Schlagzeilen des Boulevards aufpoppen: „Raphael zurück zu Sabia“ – „Liebescomeback“. Das will doch wirklich KEINER lesen, hören oder sehen. Ich habe wirklich genug davon irgendwas von (Ex-)Spielerfrauen zu lesen, die ein bestimmtes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit haben und nichts anderes können, als sich auf Instagram zu profilieren

und shoppen zu gehen. Pardon: Ich meinte natürlich zu modeln und die Wirtschaft anzukurbeln. Zudem: Was soll vdV denn nun genau beim HSV machen? Allerhöchstens könnte er eine Jugendmannschaft trainieren. Im Management hat er zumindest nichts zu suchen. Vielleicht sollte man solchen Positionen nämlich wirklich mal denen überlassen, die dafür und darauf hingearbeitet haben und etwas von dem versteht, was er tut. Als Fußballer muss man auch nicht intelligent sein, sondern auf dem Platz performen. Es wird nicht mehr verlangt. Und das hat auch seinen Sinn. Wie immer gilt: Man darf nicht alle über einen Kamm scheren. Ganz im Gegenteil. Ich habe unheimlich intelligente Fußballer kennenlernen dürfen, doch in der Regel gilt: Je besser du spielst, desto kleiner ist dein IQ. Auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel. Raphael van der Vaarts Zenit ist erreicht. Fußballschuhe an den Nagel hängen und in Holland eine Fußballschule aufmachen – das wäre meine Empfehlung für die Zukunft. Beim HSV kann er nur eines und das ist scheitern.


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DorfStadtZeitung 03/2016 • 25.02.2016 • 5

25 Punkte für Piazzolla & Co. OTHMARSCHEN

Jugend musiziert schickt 34 Jugendliche aus den Elbvororten in den Landeswettbewerb | Markus Krohn Bis Ende nächster Woche wird noch emsig geübt, dann startet der Landeswettbewerb Jugend musiziert in der Musikhochschule. Mit dabei sind auch 34 Jugendliche aus dem Hamburger Westen, die sich bereits im Januar beim Regionalwettbewerb einen ersten Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb (maximal 25 Punkte) erspielten. Auf klassischen Instrumenten oder mit der eigenen Stimme überzeugten sie die Fachjurys im Hamburger Konservatorium. Drei von ihnen traf DorfStadt-Herausgeber Markus Krohn. Sie spielen im klassischen Klaviertrio bestehend aus Klavier, Geige und Cello Kammermusik in der Altersgruppe V, zwei von ihnen sind Jungstudierende. Da kommt man leicht auf die Frage, ob der Wettbewerb auch ein Sprungbrett für eine berufliche Karriere sein könnte. Und tatsächlich: Alle drei jungen Musiker sagen, sie hätten große Lust, Musik zu studieren. Gleichzeitig ist ihnen die große internationale Konkurrenz bewusst und so konzentrieren sie sich erstmal darauf, ihr Abitur zu machen. Da spielen Alternativen erstmal keine große Rolle. Das Wichtigste ist ohnehin der Spaß am Musizieren. „Wir haben uns im September letzten Jahres zusammengefunden. Sören und ich gehen ja zusammen

Flavia Pietzcker, Linus Rehse und Sören Hensell bereiten sich auf’s Preisträgerkonzert vor aufs Christianeum, daher kennen wir uns“, erläutert Flavia Pietzcker, 16 Jahre, aus Groß Flottbek. Sören Hensell (16 Jahre, Blankeneser und Cellist) spielte mit Linus Rehse (17 Jahre, Klavier) im Orchester „Saitenspiel“ von Prof. Marianne Petersen. Damals spielte

Linus noch Geige, jetzt hauptsächlich Klavier. So kam der Kontakt zustande. treffen uns jedes „Wir Wochenenende mindestens einmal zum Proben, dann nehmen wir uns so viel Zeit, wie wir brauchen. Und wir fahren regelmäßig zu unseren Lehrern,

Foto: Krohn

bei denen wir auch zu dritt Unterricht nehmen können“, sagt Sören Hensell, der Cellist im Trio. Keine Frage: Zeit brauchen die drei nicht nur, um die Stücke zu proben, sondern sie nehmen auch viele Kilometer auf sich, um zu ihren Lehrern zu kommen, die gleichzeitig

Vorbilder für die Jugendlichen sind. So pendeln sie zwischen Hamburg, Lübeck und Berlin. Pianist Linus Rehse hat es da noch am einfachsten, auch wenn sein Lehrer, David Satyabrata als Solist überall in Deutschland und Europa unterwegs ist und eigene Konzertverpflichtungen hat, aber in Hamburg unterrichtet. Flavia Pietzcker ist schon seit sechs Jahren Jungstudentin an der Lübecker Musikhochschule, wird dort derzeit von Professor Heime Müller unterrichtet. Den längsten Weg nimmt Sören Hensell auf sich, der als Jungstudent an der Universität der Künste in Berlin bei Prof. Konstantin Heidrich unterricht nimmt. Der weiteste Weg lohnt sich, denn wer in diesem Alter Ambitionen hat, bei einem Wettbewerb wie Jugend musiziert auch auf Bundesebene noch erste Preise zu gewinnen, braucht erfahrene Lehrer, denn während der Pfingstferien treffen in diesem Jahr in Kassel nur die besten Nachwuchsmusiker aus Deutschland aufeinander. Wer dort antritt, empfiehlt sich gleichzeitig für ein Musikstudium, Stipendien und Sonderpreise oder eine Mitgliedschaft im begehrten Bundesjugendorchester, in das nur die besten Nachwuchsmusiker Deutschlands aufgenommen werden. Flavia und Sören z.B. nehmen bereits an Projekten des NDR Jugendsinfonieorchesters teil und spielen zusammen im Schulorchester des Christianeums.

Linus, Flavia und Sören freuen sich gemeinsam mit insgesamt 220 Hamburger Schülerinnen und Schülern jetzt erstmal auf den Landeswettbewerb, der vom 4. bis 6. März in der Hochschule für Musik und Theater, Campus Nord, stattfindet. Natürlich wollen die drei mit ihrem Trio weiter geleitet werden, auch wenn es kein konkretes Ziel gibt, da gibt sich Linus pragmatisch: „Wir versuchen, so viel aus der Musik zu machen wie möglich. Der Wettbewerb läuft dann, wie er läuft“. Das klingt nicht nach Leistungsdruck, sondern vor allem gemeinsamem Vergnügen, und man merkt den dreien an, dass sie sich gut verstehen und viel Spaß an der Musik haben, die sie spielen. „Wir haben unsere Stücke zusammen mit unseren Eltern und Lehrern ausgesucht – den Piazzolla haben wir selber vorgeschlagen und er ist nach wie vor unser Lieblingsstück“, schwärmt Flavia. Das sieht auch das Publikum so: Beim Wertungsspiel im Regionalwettbewerb beklatschte es vor allem „La Muerte del Angel“ von Astor Piazzolla. Das Stück werden die drei sicher noch häufiger aufführen „müssen“. Landeswettbewerb Jugend musiziert 4.–6. März 2016, ganztägig in der Hochschule für Musik und Theater, Campus Nord (Hebebrandstraße 1) www.jugend-musizierthamburg.de

Der Mann, der Groß Flottbek zusammen hält GROß FLOTTBEK

Stadtteildiakon Stefan März hilft notleidenden Menschen in Groß Flottbek und führt Generationen zusammen. Jetzt fehlt Geld für sein Gehalt | Markus Krohn Stefan März ist Stadtteildiakon. Seit April 2012 baut er seine diakonischen Brücken innerhalb des Stadtteils, für viele ältere und jüngere Menschen, die allein auf sich gestellt sind, ist er erster Ansprechpartner bei Alltagsproblemen. Die Finanzierung seiner Stelle kann durch die großzügige Unterstützung der Hildegard und Horst Röder Stiftung bis März 2017 gewährleistet werden. Die Kirchengemeinde BugenhagenGroß Flottbek möchte das Projekt gerne fortsetzen und kann die Stelle mit eigenen Mitteln finanzieren – allerdings erst ab 2020. Daher bat die Gemeinde die Bezirksversammlung Altona um finanzielle Unterstützung in Form einer Übergangs-Zuwendung für vier Jahre. Der Antrag wurde allerdings bereits vom Amt als fachlich unbegründet zurück gewiesen. Der Haushalts- und Vergabeausschuss empfiehlt der Bezirksversammlung einstimmig bei zwei Enthaltungen der CDU-Fraktion, den Antrag der Gemeinde abzulehnen. Man kann es sich eigentlich gar nicht vorstellen, dass in einem Stadtteil wie Groß Flottbek oder Othmarschen Menschen leben, die sich nicht einmal mehr eine Wohnung leisten können. Oder dermaßen vereinsamt sind, dass sie in einer gesundheitlichen Notlage völlig allein auf sich gestellt sind.

Auch beim Gelingen der Anne Frank-Ausstellung, die gerade in der Jugendkirche gezeigt wird, half Stefan März mit Foto: Krohn Und dennoch leben dort ungefähr 200 Menschen, auf die dies zutrifft (Stadtteilprofile des Statistischen Amtes Nord, Dezember 2012). Meist sind diese Menschen unsichtbar, da sie

sich aufgrund ihrer Lage zurück ziehen. Dass sich ihre Lage darüber noch verschlimmert, liegt auf der Hand. Manchmal fehlt auch einfach nur ein Angehöriger, der nach einem Kranken-

hausaufenthalt die Reha organisiert oder notwendige Medikamente besorgt. Sehr häufig sind es einfach nur Gardinen, die zwar abgenommen und gewaschen aber von den Senioren nicht mehr allein aufgehängt werden können. Es gibt jedoch Menschen, die sich dieses Problems annehmen. Unter fachlicher hauptamtlicher Anleitung werden diese Ehrenamtlichen optimal vernetzt und geschult. Allein 30 bis 35 Vorlesepaten betreut Stefan März, die in umliegenden Grundschulen Schülerinnen und Schülern vorlesen und somit Konzentration, Leseverständnis und Rechtschreibung vermitteln. Das ist eines der zentralen Projekte der generationsübergreifenden Stadtteilarbeit des Diakons nördlich der Osdorfer Landstraße. „Ich arbeite als sozial-diakonischer Mitarbeiter auf dem Bugenhagen-Campus, auf dem sich unter anderem das Altenheim „Bugenhagenhaus“, „Wohnungen mit Service“ für gesundheitlich weitestgehend noch selbständige Senioren, die Kita Bugenhagen, die Bugenhagenschule und die Jugendkirche des Kirchenkreises HamburgWest/Südholstein befinden. Meine Aufgabe ist es, Begegnungsmöglichkeiten zwischen Menschen unterschiedlichen Alters durch gemeinsame Aktivitäten zu initiieren, Menschen in verschiedenen Lebenssituationen zu beraten und den Kon-

takt zu unterstützenden Institutionen herzustellen, sowie Menschen, die an einem ehrenamtlichen Engagement interessiert sind, zu fördern und zu begleiten. Außerdem zählt zu meinen Tätigkeiten, Personen, die unverschuldet in Not geraten sind, durch Gelder einer Stiftung (Röder-Stiftung) zu unterstützen" erklärt März. Diese Arbeit kann er unmöglich allein schaffen, daher wird er von einer großen Zahl Ehrenamtlicher und jungen Men-

Stefan März

Foto: privat

schen im Freiwilligen Sozialen Jahr unterstützt. „Die offizielle Stelle mit Büro ist als Anlaufstelle enorm wichtig“ macht er klar. Auch die vielen Treffpunkte und Projekte wie das „Campus Café“, das Männerfrühstück oder die „Rockenden Senioren“ sowie das Generationsübergreifende Singen sind Kommunikations- und Hilfsbörsen zugleich. Dieses riesige Angebot ginge verloren, sollte das Projekt wegen fehlender Mittel eingestellt werden.

Vertreter der Bezirksversammlung haben festgestellt, dass „diese Form der diakonischen Arbeit grundsätzlich eine Kernaufgabe von Kirchengemeinden“ ist. Weiter heißt es in der Beschlussempfehlung für die Bezirksversammlung am 25. Februar: „Eine Finanzierung durch Politikmittel ist zwar grundsätzlich möglich, aus fachlicher Sicht ist dann allerdings eine Förderung einer Kirchengemeinde in einem sozialen Brennpunkt wünschenswerter. In einem Stadtteil wie Groß Flottbek sollte davon ausgegangen werden, dass andere Formen der Finanzierung gefunden werden können.“ Für die Kirchengemeinde hieße dies, nach einer neuen Finanzierungsmöglichkeit zu suchen. Vielleicht gibt es eine weitere Stiftung, die das Vorhaben unterstützt oder private Spender, die zumindest einen Teil der Finanzierung übernehmen würden. Die Gemeindevertreter halten sich derzeit noch bedeckt, aber Ideen gebe es schon, ist aus dem Umfeld des Kirchengemeinderates zu hören. Wer sich an der Lösung des Finanzierungsproblems beteiligen möchte, kann sich gern ans Gemeindebüro wenden:

Ev. luth. Kirchengemeinde Bugenhagen-Groß Flottbek Bei der Flottbeker Kirche 2 Tel. 040 / 82 88 19 www.kirche-in-flottbek.de


Elbvororte

6 • DorfStadtZeitung 03/2016 • 25.02.2016 ANZEIGE

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»Tag der offenen Tür« in der Fachhochschule Wedel Die Fachhochschule Wedel und die Berufsfachschule PTL Wedel laden am 28. Februar 2016 zum Tag der offenen Tür ein. Die Partner-Institutionen öffnen von 10 bis 16 Uhr ihre Türen und laden zu Führungen, Vorträgen, offenen Fragerunden und Aktionen zum Mitmachen in Laboren, Werkstätten und Rechenzentren ein. Der dies-

Viele junge Frauen studieren Foto: PR hier IT-Engineering... jährige Informationstag bietet eine kompakte Übersicht über das Studien- und Ausbildungsangebot der beiden Institutionen und hat auch einige Neuigkeiten im Programm. Erstmalig werden die beiden neuen Studiengänge Smart Technology und IT-Management, Consulting & Auditing vorgestellt. Zum Winterseme-

ster 2016/2017 starten beide Studienrichtungen als Bachelor-Studiengänge. Details zum neuen Studienangebot kann man in Kürze auf der Website der Fachhochschule nachlesen. Über das Vortragsprogramm zu den einzelnen Studiengängen hinaus gibt es auch wieder spannende Mitmach-Aktionen. Sei es ein Flug durchs Weltall in der CAVE oder ein kleiner Spaziergang durchs Robotiklabor mit unserem mobilen Roboter Wedly. In Ergänzung zum diesjährigen Girls‘ Day am 28. April hat die FH Wedel auch wieder eine Gesprächsrunde für Schülerinnen mit Interesse an Technik und Informatik im Programm. Häufig spielen Ängste junger Mädchen gegenüber mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Feldern bei der späteren Studienwahl eine entscheidende Rolle. Bewerbungsschluss für das Sommersemester ist übrigens der 31. März 2016. Fachhochschule Wedel Feldstraße 143, 22880 Wedel www.fh-wedel.de

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che Möglichkeiten der Bestattung an: Erd-, Feuer- oder Seebestattung. Rolf Eggerstedt berät nach telefonischer Absprache auch zur Bestattungsvorsorge. Beerdigungsinstitut Rolf Eggerstedt Simrockstraße 7 Mestorfweg 14 (NEU) Tel.: 86 14 03 (Tag & Nacht) www.rolfeggerstedt.de

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Was Sie mitbringen sollten Eine gute pflegerische Fachkompetenz und hohe Sozialkompetenz Hohe Bereitschaft zur kooperativen Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen und Teamfähigkeit Selbstständigkeit und eigenverantwortliches Handeln Offenheit zur Mitgestaltung betrieblicher Abläufe Einen Führerschein Bei Interesse richten Sie ihre Bewerbung per E-Mail oder schriftlich an Udo Hansen:

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Termine

DorfStadtZeitung 03/2016 • 25.02.2016 • 7

Ausgewählte Termine der Elbvororte – weitere aktuell auf www.dorfstadt.de »DUE QUARTETTI« in Groß Flottbek

Vortrag: »Vom Kriegskult zu Mahnmal«

Mordsballett (Ballettratten)

Foto: PR

Die ehemalige Revuetänzerin Lottie hat sich mit Ihrer Garderobiere Bessie in den Ruhestand zurückgezogen, doch dann erfährt sie Schreckliches: alle ihre früheren Kolleginnen sind auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen. Nur Lottie und Ihre Freundin Jane sind noch am Leben – männlicher Beistand muss ins Haus! Ist der so freundliche Mr. Golightly die beste Wahl? Der Mörder scheint sich von nichts aufhalten zu lassen, macht nicht einmal vor Kanarien-vögeln halt… Dennis Woodford hat – auch aufgrund seiner eigenen langjährigen Bühnenerfahrung – eine spannende und temporeiche Krimikomödie geschaffen. Seine skurrilen Protagonisten leben von feinster englischer Art und spritzigem Humor!

Termine: 26. Februar bis 15. Mai 2016, jeweils 20 Uhr Ort: Theater Wedel · Rosengarten 9 · 22880 Wedel Eintritt: € 14,50 / € 9,– (Schüler/Studenten) / Premierenkarten € 20,– Vorverkauf: ab 19 Uhr an der Abendkasse oder Di und Do, 15–18 Uhr an unserer Theaterkasse. Reservierungen unter www.theater-wedel.de oder Tel.: (0 41 03) 9 67 90 67

GEWINNSPIEL

Foto: G2 Baraniak

Sie wollen gewinnen? Dann senden Sie uns eine Karte mit [Altonaer Theater] an die DorfStadt-Zeitung, Bramweg 31, 22589 Hamburg oder per E-Mail an Gewinn@dorfstadt.de. Einsendeschluss: 4.3.2016. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

2x2 Karten 11. März 20 Uhr

Die Liebe in den Zeiten der Cholera 51 Jahre, 9 Monate und 4 Tage – eine halbe Ewigkeit wartet Florentino Ariza auf Fermina Daza, in die er sich als Jugendlicher in der karibischen Hafenstadt Cartagena Ende des 19. Jahrhunderts verliebt und der er ewige Treue schwört. Auf Drän-

gen ihres Vaters beendet Fermina damals jedoch die platonische Beziehung zu Florentino, heiratet den Arzt Juvenal Urbino und bekommt mit ihm zwei Kinder. Der ewige Schürzenjäger Florentino gelangt zu Wohlstand und beruflichem

Erfolg, kann seine große Liebe aber nie vergessen. Als Dr. Urbino stirbt, wittert Florentino seine zweite Chance... Regisseur Andreas Döring erzählt eine der größten Liebesgeschichten des 20. Jahrhunderts des kolumbianischen Nobelpreisträgers Gabriel García Márquez voller Lebenskraft und Poesie, einen Aufbruch am vermeintlichen Lebensende, an dem die beiden Liebenden nichts mehr zu verlieren haben. Die Liebe und wie wir sie erlangen, pflegen und erhalten, beschäftigt jede Generation auf`s Neue. „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ ist eine Art Gebrauchs-anweisung für die Liebe für Jung und Alt. Altonaer Theater Premiere: 28.02.2016 Vorstellungen bis 10.04.2016 Vorverkauf: 040 / 39 90 58 70 www.altonaer-theater.de

IMPRESSUM Die DorfStadt-Zeitung erscheint alle drei Wochen donnerstags. Autoren: Joy Dahlgrün-Krall (j.dahlgruen-krall@dorfstadt.de), Manuela Tanzen (m.tanzen@dorfstadt.de), Wolf Achim Wiegand (w.a.wiegand@dorfstadt.de); Herausgeber/Chefredakteur/V.i.S.d.P.: Markus Krohn Unverlangt eingesandte Manuskripte und PR-Berichte werden nicht zurückgesandt und nicht vergütet. Wir behalten uns vor, die Texte und Bilder nach Belieben zu verändern und zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht. Verlag: MK Medien PR- & Eventagentur, Bramweg 31, 22589 Hamburg. Tel.: 87 08 016-0, Redaktion · E-Mail: redaktion@dorfstadt.de Anzeigen E-Mail: media@dorfstadt.de; Druck: WE-Druck, Oldenburg; Vertrieb: Speed to Service A. Straka-Jacobs © MK Medien PR- & Eventagentur. Die nächste Ausgabe erscheint am 17. März 2016, Redaktionsschluss: 9. März 2016.

Foto: PR

Termin: 1. März, 15:30–18 Uhr Ort: Evangelisches Gemeindehaus Blankenese · Mühlenberger Weg 64 a · 22587 Hamburg Eintritt: 5,– € Information: Tel.: (040) 589 50 223 · www.blankenese.de/blankeneser.gespraeche

»Küstenrock« mit Nordward Ho – live in der Osdorfer Mühle Nordward Ho - vor dieser musikalischen Wucht schützen weder Deich noch Düne... Die Ost- und Westküste des Landes zwischen den Meeren haben Nordward Ho bereits rauf und runter bespielt und rollen nun unaufhaltsam wie ein Nordweststurm auf den Westen Hamburgs zu, um u.a. das aktuelle Album Rock’n’Roll-Fangfahrt in der Osdorfer Mühle zu präsentieren. Die fünf gestandenen Rocker mit maritimer Lebenserfahrung vereinen die Musik von allen sieben Meeresküsten und nehmen das Publikum ganz locker mit an Bord auf ihren musikalischen Törn. Der deutschsprachige „Küstenrock“ von Nordward Ho zeichnet sich durch Texte mit Tiefgang aus eigener Feder aus. Die Küstenrocker erzählen mit Charme, Wortwitz und einer kräftigen Prise Ironie Geschichten vom Leben im Norden; von den Erfahrungen, die man am und auf dem Wasser so machen kann…. Nordward Ho spielt schnörkellosen Rock mit druckvollen Beats ¬ eigene Kompositionen, die mit Pop, Reggae, Funk und Blues gemixt werden. Aber auch Traditionals, die alle Norddeutschen mitsingen können, gehören in einer kernigen Interpretation zum Repertoire. Nordward Ho steht für lebendige, handgemachte Musik, die das Publikum aktiv einbindet und einen unterhaltsamen Abend jenseits des Mainstreams garantiert. Und die Luft riecht auf einmal irgendwie nach Salz, Teer und Schnaps…

Foto: PR

Termin: 27. Februar 2016 um 18 Uhr Ort: Melanchthonkirche, Ebertallee 30, 22607 Hamburg, www.melanchthonkirche-hamburg.de Eintritt: frei

Was sollen Denkmäler bewirken? Welche Debatten lösen sie aus? Diese Fragen stellt Pastor i. R. Ulrich Hentschel in seinem Vortrag in den Blankeneser Gesprächen zum Thema: „Vom Kriegskult zum Mahnmal“. Der Fachmann für Denkmalskultur des Ersten und Zweiten Weltkriegs spricht über Aufgaben einer zeitgemäßen Erinnerungskultur, die aktuell in Hamburg diskutiert werden: in der Bürgerschaft, in Kirchengemeinden, Museen und Initiativen. In der Freien und Hansestadt erinnern neu gestaltete historische Denkmäler, Tafeln und Kunstwerke auf öffentlichen Plätzen und Friedhöfen an die beiden Weltkriege, an die NaziTerrorherrschaft und die verhängnisvolle Rolle der Stadt Hamburg in der NS-Zeit. Hintergrund der oft kontroversen Debatte in Politik und Gesellschaft über den heutigen Umgang mit den Gedenkorten ist die Frage: Wie stehen sich Erinnerung an die Täter und Gedenken an die Opfer gegenüber? Was bedeuten die Gedenkorte für die gegenwärtige Diskussion um Terror und Krieg? Ulrich Hentschel wird unterschiedliche Aspekte mit dem Publikum diskutieren. Moderation: Cornelia Strauß.

Termin: 5. März 2016 um 20 Uhr Ort: Osdorfer Mühle · Osdorfer Landstr. 162a · 22549 Hamburg Eintritt: 8,– € · www.nordward-ho.de

Gesammeltes ... Gestammeltes

Foto: PR

Foto: PR

Am Sonnabend, dem 27. Februar um 18 Uhr beginnt in der Melanchthonkirche Groß Flottbek (Ebertallee 30) das 23. Orchesterkonzert von „Due Quartetti“ unter der Leitung von Rolf Seelmann-Eggebert. Auf dem Programm stehen Werke von Georg Friedrich Händel (Concerto grosso op. 6, No. 1), Antonio Vivaldi (Concerto für Sopraniniblockflöte), Johann Georg Neruda (Konzert für Trompete und Streicher) und Wolfgang Amadeus Mozart (Serenata notturna für Streicher und Pauken KV 239). Die Solisten sind: Tilmann Clasen Sopraninoblockflöte und Franky Tschöke - Flügelhorn. Der Eintritt ist frei. In einer Pause gibt es die Möglichkeit zur Erfrischung und zum Gespräch.

Humorvolle Lürik? Braucht man eigentlich nicht! Trotzdem schade, wenn man sie nicht hätte. Der Sprach- und Lebenskünstler Hawe (Heinz-Werner) Herbig (Jahrgang 1937) schrieb schon in seiner Schulzeit Aufsätze in gereimter Form, weil ihm das neben guten Zensuren auch Anerkennung sicherte. Später reizte er als Texter und Kreativdirektor in der Werbung die deutsche Sprache komsumfördernd aus, weil ihm das, neben gutem Einkommen, erneut auch Anerkennung sicherte. Hawe Herbig ist ein satirischer Gebrauchslyriker und gern gesehener Kabarettist und Interpret auf Kleinkunst-Bühnen, was ihm zwar kaum Einkommen aber erneut wieder Anerkennung sichert. Hawe Herbig, auch genannt „die scharfe Zunge von Blankenese“ arbeitet und lebt mit Frau Gudrun dun Hund Line

ebendort. Bitte melden Sie sich für diese Veranstaltung bis zum 11.03.2016 bei Frau Behrens an (Tel.: 81 61 81 – Mo.–Fr. 9–16 Uhr). Gäste sind herzlich willkommen! Termin: 17. März, 17 Uhr Ort: Foyer der Else Voss Stiftung, Sülldorfer Brooksweg 115, 22559 Hamburg Eintritt: frei

redaktion@ dorfstadt.de


e t r o r o v b El

aufteilen: Ich arbeite mehr draußen, auf dem Bau, Matthias ist in der Werkstatt und arbeitet schwerpunkmäßig mit Möbeln“, grinst Christian Behn (51). Nur der dritte Bruder ist nicht mit dabei, er ist Elektriker geworden. Dafür arbeitet Matthias Behns Lebensgefährtin mit, Nicole Strohwig unterstützt die beiden im Büro, macht die Buchhaltung – Family Business. Und die nächste Generation? „Meine Kinder sind 22 und 18 Jahre alt, sie möchten den Tischlerberuf nicht ergreifen“, sagt Matthias Behn ohne Bedauern. „Die beiden haben andere Pläne.“ Studien zum Tischlerhandwerk sprechen von steigender Konzentration auf der einen Seite, einem Rückgang der Beschäftigtenzahlen und zunehmender Spezialisierung in kleinen Betrieben auf der anderen. Zudem wissen die meisten Kunden gar nicht, wie breit das Leistungsspektrum von Tischlern tatsächlich ist. Wie sieht Behn die Entwicklungen? „Seit den Zeiten meines Opas hat sich einiges gewandelt“, bestätigt Matthias Behn. „Wir bilden hier nicht mehr aus. Zwar haben wir viele Anfragen, lehnen aber

Preiswettbewerb aufgrund von kostengünstigen Leiharbeitern aus dem Ausland, die immer strenger werdenden Vorschriften in Deutschland, den Trend zu kurzlebigen Möbeln aus Leichtholz. „Mit solchen Möbeln kann man nicht alt werden. Manchmal kommen Kunden zu uns mit halb zusammengebauten Ikea-Möbeln plus Anleitung und fragen: ‚Das kriege ich nicht hin, können Sie helfen?‘ Das machen wir dann aber auch gerne, als Liebesdienst, sozusagen“, lächelt Behn. Er selber mag massives, wertiges Holz, Möbel, die man ein Leben lang behalten kann. Sein liebstes Stück, an dem er einmal gearbeitet hat? „Das war eine 100 Jahre alte, winzige Kommode, ca. 20 cm hoch, aber voll funktionstüchtig. Ich habe die Miniatur restauriert, mich verliebt und versucht, sie der Kundin abzuschwatzen. Leider hatte ich keine Chance, das war ein Familienerbstück.“

Tischlerei Behn GbR Gudrunstraße 31 22559 Hamburg Tel.: 81 26 54 www.tischlerei-behn.de

Quelle: Andronov-Fotolia/HVV

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RISSEN

ab, weil man dem gerecht wer„Etwas anderes kam für den müsste. Das können wir zu uns beide nie infrage. Wir zweit nicht leisten.“ Spezialisiesind mit und in der Werkrung ist für ihn nur bedingt ein großgeworden, für uns statt Thema: „Als kleiner Betrieb stand immer fest: Das machen müssen wir alles machen. Wir wir später auch.“ Christian alle Beteiligten mit versuchen, Matthias Behn, Brüder und ins Boot zu holen, die gute und Tischlermeister, haben Zusammenarbeit mit den ande2001 die Werkstatt in der RisHandwerkern hier aus ren sener Gudrunstraße von ihrem Rissen hat bei uns Tradition. Vater übernommen, bilden Aber selbstverständlich versudamit die dritte Generation des chen wir auch, uns unsere Familienbetriebs. „Unser Opa Nischen zu suchen. Wir sind hat vor dem Krieg in seiner Kübeispielsweise geschulter Veluxche erst kleinere Holzarbeiten Und wir bilden uns Betrieb. dann mit der Werkstatt erledigt, kontinuierlich weiter.“ Verhinter dem Haus begonnen. schiedene Faktoren empfindet Nach dem Krieg, zurück aus der Behn als problematisch für sein Gefangenschaft, hat er die MeiStuhl heil – Kunde zufrieden. Handwerk: den zunehmenden sterwerkstatt weitergeführt Foto: Tanzen und ausgebaut“, erzählt Matthias Behn (47). „Damals gab es Wo gibt es denn so 'was noch? hinter der WerkHerstellung im eigenen Betrieb, direkt in made in statt auch noch den Elbvororten. Quasi vor der Haustür? einen SchweineDie DorfStadt-Zeitung stellt in loser Folge t r O r o v stall, wie das Betriebe vor, die ihre Produkte in den n Produktio eben so üblich westlichen Stadtteilen Hamburgs herstellen war.“ Mit fünf bis und verkaufen. sechs Gesellen führte Heute: Matthias und Christian Behn, Rissen der Tischlermeister das Unternehmen sehr erfolgreich, war in der Handwerkskammer aktiv und fungierte als Bezirks-Lehrlingsmeister. Sein Sohn, der Vater der jetzigen Inhaber, stieg in den 1960er Jahren ins Unternehmen mit ein. „Unser Vater hatte wenig Zeit für uns, der Opa hat viel mehr mit uns unternommen“, erinnert sich Matthias Behn. Er wohnt jetzt im Vorderhaus, das ebenfalls sein Großvater gebaut hat. Und wer dort zu Besuch ist, sieht eindeutig, dass für Behn der Tischlerberuf nicht nur eine Pflicht ist. In jedem Raum sind liebevoll maßgetischlerte Einzelstücke zu bewundern. Beim Reingehen passiert man die Loggia mit Sitzbank (selbst gebaut), in Küche und Schlafzimmern stehen für die eigenFeinstarbeit bis ins Detail. In diese Minikommode einer Rissener Kundin hatte sich Matthias Behn direkt verliebt... Foto: privat willig geschnittenen Räume

S-BahnhofW ed

Ein Besuch in der Familien-Tischlerei Behn | Manuela Tanzen

Der große

Altona RE6 / RB 71

Einmal Wedel – Altona bitte S-Bahnstationen auf der Linie S1 im DorfStadt-Test | Manuela Tanzen seit 1883, die Stadt Wedel hatte sich mit 20.000 Goldmark am Bau beteiligt und das Grundstück kostenlos zur Verfügung gestellt. Damals fuhren täglich vier Dampfzüge ab. Nach dem Krieg Wiederaufbau nach Bombenschäden. Gut zehn Jahre später, seit Mai 1954 fährt die S-

Wirkt ein wenig düster, die P&R-Tiefgarage in Wedel… Die seitlich nicht geschlossene Bauweise sorgt aber für etwas Tageslicht und mindert das Gefühl des Eingeschlossenseins. Für Hamburger, die in der Nähe einer Station der S1 wohnen und eine Flugreise antreten möchten, schon sehr praktisch: Koffer in die S-Bahn wuchten, hinsetzen, erst am Flughafen wieder aussteigen. Aber aufgepasst: Nicht versehentlich in einen der Waggons zu setzen, die nach Poppenbüttel fahren! Auf der 40 km-Strecke ab Wedel passiert die S1 insgesamt 26 (bis HHAirport) bzw. 29 Stationen (bis Poppenbüttel), zehn davon im Verbreitungsgebiet der DorfStadt. Ab sofort testen wir in jeder Ausgabe eine davon. Unser Test verläuft vollkommen subjektiv, aber die DorfStadtRedakteure schauen sich gründ-

ELBVORORTE

Ein Stück Holz für’s Leben

maßgefertigte Einbauschränke, im Wohnzimmer ein kabelverbergender TV-Ständer oder mannshohe Holzkerzenständer. Zurück in die Werkstatt. Ein Kunde kommt, Christian Schmidt aus Rissen. Er möchte seinen reparierten Stuhl abholen: „Ein Flohmarktstück, das ich seit 30 Jahren bei jedem Umzug immer mitschleppe. Über die Feiertage ist ein Gast damit wortwörtlich zusammengebrochen“, lacht er und freut sich über den nun wieder geleimten Stuhl. Das ist genau das, was die Brüder Behn an ihrem Beruf reizt: „Der Kundenkontakt!“, sind sie sich einig. „Und die Abwechslung, wir machen jeden Tag was anderes. Als Bau- und Möbeltischler sind wir überall zuhause, arbeiten für Privatkunden, aber auch zum Beispiel für Wohnungsbaugesellschaften und Altenheime. Das können Neubauten sein oder Anpassungen an Altbauten, unser Spektrum reicht von Innenund Trockenbau über Möbel, Küchengeräte, Türen und Fenster bis hin zu Glasarbeiten, Reparatur und Restauration.“ Zwei Brüder, die so eng zusammenarbeiten, geht das gut? „Klar! Vor allem, weil wir uns

TEST

Im Gespräch

8 • DorfStadtZeitung 03/2016 • 25.02.2016

lich um. Wenn Sie uns sehen, sprechen Sie uns gerne an oder schreiben Sie uns, welche Eindrücke Sie von den SBahnstationen haben: redaktion@dorfstadt.de.

Erste Station: Wedel Wedel ist die Start- bzw. EndHaltestelle der Linie S1. Das sieht man schon daran, dass es sich um einen Kopfbahnhof handelt – hier ist Schluss; wer weiterfahren will, muss umsteigen auf Bus, Auto oder Taxi. Oder wieder zurückfahren. Eine Verbindungsbahn von Blankenese bis Wedel gibt es schon

Haupt-Eingang zur Ladenpassage. Etwas mehr Licht Fotos: Tanzen täte gut... Bahn mit Gleichstrom, aber zwischen Blankenese und Wedel streckenweise immer noch eingleisig. Ein Streitpunkt noch heute, denn Taktfrequenz und Durchlaufgeschwindigkeit leiden, und damit die Pendler. Sie fordern seit vielen Jahren einen durchgängigen 10-MinutenTakt auf der gesamten Strecke bis Wedel.

Der DorfStadt Fakten-Check: Ja

Nein Bus: Ja, ZOB Wedel. Busse weiter nach Schleswig-Holstein und z.B. Linie 189 in Hamburger Wohngebiete über Rissen nach Blankenese. Taxistand: Ja Park&Ride: Ja, ca. 160 gebührenfreie Plätze Fahrräder: Diverse Ständer vor dem Gebäude (etwas chaotisch), Abstellanlage in 150 m Entfernung. e-Bike-Verleih. Frequenz S1: Alle 20 Minuten, im Berufsverkehr alle 10 Minuten (Pause zwischen 0 und 4 Uhr). Sicherheit: Kameras auf dem Bahnsteig, aber P+R-Tiefgarage fühlt sich nicht gut an. Beleuchtung: Ausreichend. Versorgung: Passage mit z.B. Apotheke, Zeitschriftenladen mit HVVTickets, Schlüsseldienst, Bäcker, Handyladen, auch Kneipe, Spielhalle, Dönerladen. (Etwas wilde Mischung.) Positiv: Zwei Briefkästen, Ärztehaus gleich nebenan. Wetterschutz: Auf Bahnsteigen sehr zugig. Anregung: Durchgängige Überdachung. Sitzgelegenheiten: Ausreichend. Sauberkeit: Bahnsteig ok, im Gebäude weniger (siehe unten). Besonderheit („Extras“): WC Subjektiver Gesamteindruck, Bemerkungen: Ladenpassage wirkt rummelig, abgerissen, ungemütlich. Aber: Alles da, was man braucht, sehr gute Anbindung. Fazit: Zweckmäßig. Barrierefreiheit:

Fernzüge, andere S-Bahnlinien:


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