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Zentralvietnam

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Z E N T R A L V I E T N A M


Z E N T R A L V I E T N A M

FRIEDRICH DON


P O R T F O L I O 2 Z E N T R A LV I E T N A M


Im 2. Band der Portfolioreihe Vietnam steht die Mitte von Vietnam im Fokus. Wie sich Zentral Vietnam in die Gesamtstruktur des Landes einordnet, veranschaulicht am besten seine Umrissform. Man sagt, sie gleicht einer Bambusstange mit zwei Reisschalen. In diesem reduzierten Bild repräsentieren die beiden Reisschalen das Delta des Roten Flusses im Norden und das Delta des Mekong im Süden. Das Verbindungsstück, hier als Bambusstange interpretiert, deutet Zentralvietnam an. Mittig in diesem Streifen lässt sich tatsächlich auch ein geografisch wichtiger Punkt lokalisieren. Es ist der Hai Van Pass, auch Wolkenpass genannt, der die natürliche Grenze zwischen Nord- und Südvietnam darstellt. Auf seinem Scheitelpunkt bekommt man einen grandiosen Ausblick in beide Richtungen geschenkt. Nördlich davon der Küstenstreifen in Richtung Hue und im Süden die Skyline von Da Nang. Historisch betrachtet war der Pass schon immer die harte Trennlinie zwischen den beiden gegensätzlichen Königreichen der Champa im Süden und den chinesisch orientierten Dai Viet im Norden. Wir beginnen unsere Weiterreise in der alten Kaiserstadt Hue am Parfüm Fluss und besuchen das ehemalige Machtzentrum der Nguyen Dynastie. Eindrucksvoll zeigt sich der frühere kaiserliche Hauptsitz mit seiner wehrhaften Zitadelle und der imposanten Verbotenen Stadt. Zusammen mit den prunkvollen Grabanlagen und der klösterlichen Thien Mu Pagode ist Hue ein Publikumsmagnet. Weiter geht es an der Küste südwärts zur modernen Architektur der Millionenstadt Da Nang. Sie war während des Vietnamkrieges ein wichtiger Stützpunkt der U.S. Armee. 50 Kilometer weiter südwestlich, erreichen wir die Ruinen der Tempelstadt My Son. Unterhalb den Dschungelbergen der Provinz Quang Nam liegt der sagenumwobene Ort der geheimnisvollen Cham Kultur aus dem 2./3. Jahrhundert. Kulturell stark von der indischen Glaubenswelt des Hinduismus beeinflusst, sehen wir ihre meisterhafte Kunst und Architektur. Auf dem Weg nach Hoi An machen wir Halt an den fünf Marmorbergen, um deren bizarre buddhistischen Tempel zu bestaunen, die teils in Höhlen ihre Exotik verstecken. Am Abend erreichen wir die charmante und eigenwillige Stadt Hoi An am Thu Bon Fluss. Eine alte Handelsstadt, die ihre bewegte Geschichte in der Architektur widerspiegelt. Ein chinesischer, japanischer Stilmix verbunden mit französischen bunten Kolonialbauten prägen ihr charaktervolles Gesicht. Ein Highlight ersten Ranges. Im allabendlichen Spektakel der Illuminationen von unzähligen Laternen und magischen Lichtern auf dem Fluss erfreuen sich tausende von Besuchern. Ein harter Schnitt erfolgt ein paar Tage später, als wir mit tiefem Respekt und Empathie das Gelände der Kriegsgedenkstätte von My Lai betreten. Ein amerikanisches Kommando hatte dort 1968 in einen menschenverachtenden Massaker 504 Zivilisten, meist Frauen und Kinder getötet. Ein Ort des Grauens, der drastisch die ganze Absurdität des Krieges vor Augen führt. Beklommen setzten wir die Küstenreise fort, die von Quy Nonh nach Nha Trang aber noch einiges an der Küste zu bieten hatte. In Nha Trang, die Touristenhochburg mit vielen Gesichtern hatten wir noch ein ganz besonderes Erlebnis. Eine angekündigte Taifun Front schickte glücklicherweise nur noch einen Ausläufer in die Region. Trotzdem spürten wir noch recht unangenehm und hautnah diese extreme dunkle Urgewalt aus Sturm und Regen. 7

ZENTRAL VIETNAM


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ZENTRALVIETNAM 6 1 KAISERSTADT HUE 10 2 KÜSTENSTADT DA NANG 52 3 TEMPELSTADT MY SON 66 4 PAGODEN IN DEN MARMORBERGEN 76 5 CHARMANTES HOI AN 86 6 GEDENKSTÄTTE MY LAI 122 7 VON QUY NÓNH NACH NHA TRANG 130 8 TAIFUN IN NHA TRANG 150

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Hue ist zweifellos eine der wichtigsten historischen Städte Vietnams. Auf halbem Weg zwischen Hanoi und Ho Chi Minh Stadt dem früheren Saigon gelegen, gehört sie schon seit 1306 zum wesentlichen Bestandteil des vietnamesischen Herrschaftsgebietes. Ihre attraktive geographische Mittellage am Huong Giang (bekannt als Parfüm Fluss), der 10 Kilometer weiter im südchinesischen Meer mündet, war sicher auch ein Grund sich langfristig als Kaiserstadt zu etablieren. Im Jahr 1636 gewinnt Hue eine eigenständige Bedeutung, da das Adelsgeschlecht der Nguyen von hier aus ganz Südvietnam beherrschte. Bis dann 1771 die Tay Son Rebellion abrupt die erste Nguyen Dynastie beendete und den ganzen Clan bis auf einen Überlebenden Nguyen Phuc Anh, rigoros ausrotteten. Dieser aber rettete sich nach Siam (das heutige Thailand) und gab nicht auf, die Herrschaft wieder zurückzuerobern. Mit Hilfe von französischen Truppen besiegte er nach mehreren Anläufen die Tay Son Dynastie und wurde 1802 zum Kaiser für ganz Vietnam ausgerufen. Seine populäre Regentschaft betitelte er fortan mit Gia Long. Damit war die Einheit für ganz Vietnam vollzogen. Von Gia Dinh, die heutige Ho-Chi-Minh-Stadt bis nach Tang Long – das heutige Hanoi war nun zum ersten Mal in einem großen Herrschaftsbereich vereint.

K A I S E R S TA D T

Hue entwickelte sich von nun an zum politischen, kulturellen und religiösen Zentrum des Landes. Eine echte Kaiserstadt entstand. Nach chinesischem Vorbild wurde eine dreifach ummauerte Zitadelle gebaut in der die höchsten Staatsbeamten und Generäle arbeiteten und lebten, während die Kaiserfamilie eine eigene ummauerte Palastanlage bezog, in deren Mitte die Verbotene Stadt lag. Ein Ort, in dem nur der engste Tross des Kaisers mit seinen Konkubinen Zutritt hatte. Die Regentschaft von Gia Long von 1802 bis 1820 verfolgte eine verhältnismäßig offene und fortschrittliche Politik, während seine kaiserlichen Nachfolger nach und nach eine Abschottung des Landes betrieben. Mit dem Resultat, dass sich sukzessive ein außenpolitischer Konflikt ankündigte. So war definitiv der vierte Kaiser der Nguyen Dynastie auch der letzte Regent, der zwar noch bis zu seinem Tode unabhängig regieren konnte. Doch sein isolationistischer Regierungsstil, der Christen wegen ihres Glaubens verfolgte, rief Widerstand bei den anwesenden französischen Kolonialtruppen hervor. Sie zwangen ihn am Ende Südvietnam abzutreten. Diese Einflussnahmen wurden immer stärker, sodass die nachfolgenden Regenten ab 1883 nur noch Marionetten der französischen Kolonialherren waren. Schließlich dankte der letzte Kaiser Bao Dai gegen Ende des 2. Weltkrieges im August 1945 ab, bevor Ho Chi Minh die Demokratische Republik Vietnam am 2. September ausrief. Die Kaiser Ära war hiermit endgültig zu Ende gegangen. Was blieb waren die vielen Baudenkmäler und Kulturschätze aus all den aristokratischen Epochen der letzten vergangenen 250 Jahren. Bei Öffnung des Landes ab den 1980er Jahren wurden sie mit viel Interesse und Begeisterung von einem großen internationalen Reisepublikum angenommen.

HUE

Beispielsweise schuf Kaiser Tu Duc eine einzigartige Grabanlage für sich und seine Gemahlin. Hintergrund zur Realisierung dieses monumentalen Bauwerks waren dafür sicherlich mehrere Aspekte. 11


Mag sein, dass seine narzisstische Wesensart eine gewisse Rolle spielte aber sicherlich auch die Tatsache, dass er infolge einer Pockenerkrankung in jungen Jahren impotent wurde und keine eigenen Kinder zeugen konnte. Jedenfalls arbeiteten schon zu Lebzeiten 3.000 Arbeiter über 3 Jahre lang an der Umsetzung seiner eigenen fürstlichen Grabanlage. Sie sollte nach seinem Tode den Glanz seiner Person und Taten bekunden. Die Anlage war so weitläufig und mit verschiedensten Gebäuden und Pavillons besetzt, dass er sie schon während seiner Regentschaft als Sommerresidenz nutzte. Heute lohnt sich ein Besuch allemal. Gleich nach Betreten der Anlage, die von einer mehrere Kilometer langen hohen Mauer umgeben ist, stehen wir vor einem weiten künstlichen See, der zwei weiterführende Wasserarme besitzt und eine Insel. Gegenüber ragt der lange hölzerne Xung Khiem Pavillon mit seinen vielen Pfählen aus dem Seewasser. Mehrere abgesetzte Ebenen mit Freitreppen leiten den Blick. Eine Ebene davon ist ein Ehrenhof, der von einem Elefanten und Pferd und mehreren Mandarin Statuen flankiert wird. Sie führt zu einer weiteren Plattform mit einem Stelen Pavillon. Dieser wird von zwei baumhohen Pylonen markiert. Durch ein buntbemaltes Tor gelangt man dann zum eigentlichen Sarkophag-Bereich. Außerhalb ihrer doppelten Ringmauer öffnet sich ein ausgedehnter Park mit üppigem Schatten spendendem Baumbestand. Viele andere Bauwerke lassen sich hier noch aufsuchen und ein Besuchstag geht viel zu schnell vorbei. Am Morgen an der Uferpromenade des Parfüm Flusses sehen wir von weitem schon die Boote mit ihren grellbunten Drachenköpfen in Reih und Glied stehen. Eines davon brachte uns flussaufwärts zur großen Thien Mu Pagode. Über eine geteilte mächtige Freitreppe am nördlichen Ufer erreichen wir den siebenstufigen Pagodenturm, der übrigens der höchste in Vietnam ist. Vier geheimnisvolle buddhistische Wächterfiguren lassen uns in die Klosteranlage eintreten. Ein herrlicher Ruhegarten erwartet uns. Hohe fremdartige Bäume auf frischem Rasengrün, ein Koikarpfen-Fischteich und ein gepflegter Hof mit alten Bonsai Arrangements geben dem Ambiente einen höchst kontemplativen Charakter. Im hinteren Bereich begrenzt ein kleinerer aber edel aussehender Pagodenturm das Kloster. Hier befinden sich auch die schlichten Wohnbauten der Mönche. Man sieht sie hie und da im orangenen oder dunkelroten Wickelgewand bedachtsam und ruhig ihren klösterlichen Pflichten nachgehen. Aus ihren Reihen stammt auch der Mönch Thich Quang Duc dessen Selbstverbrennung in Saigon im Juni 1963 weltweit Aufsehen erregte. Sein Protest galt dem katholischen Diem Regime, das gnadenlos Buddhisten in Südvietnam verfolgte. Sein Tod fand starke Resonanz in den USA, die sich mitten im Vietnamkrieg befand und Diem bis dahin unterstützte. Allerdings, sechs Monate später stürzte man das Diem Regime, was letztendlich das Ende des Krieges beschleunigte. 12

Höhepunkt unserer Streifzüge durch Hue war der Besuch der Zitadelle mit Kaiserpalast und Verbotener Stadt. Sie wurde im kleineren Maßstab nach chinesischem Vorbild „der Verbotenen Stadt“ in Peking gestaltet. Ihre quadratische Grundform hat eine Seitenlänge von 2,5 Kilometer und wird von einer 6 Meter hohen Befestigungsmauer umgeben. Gleichzeitig umsäumt ein 4 Meter tiefer und 23 Meter breiter Wassergraben die innere Kontur. 11 stattliche Tore auf allen Seiten gewähren Einlass in den Palastbereich. Innerhalb der Zitadelle gab es Wohnviertel für die kaiserlichen Beamtenschaft, die durch Kanäle und Mauern von der Verbotenen Stadt getrennt waren. Mittig eingebettet in den Gesamtkomplex ist die purpurne Verbotene Stadt mit Kaiserpalast. Leider wurde während der Tet-Offensive die Anlage in vielen Teilen von U.S. Angriffen stark geschädigt. Inzwischen sind aber wieder 30 Prozent der Gebäude restauriert. 1993 wurde die Zitadelle in die Liste des UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen. Am Mittag passieren wir den 37 Meter hohen Flaggenturm und betreten durch das Ngo Mon Tor die Kaiserstadt. Hier saßen im ersten Stock die Monarchen und nahmen die Paraden oder Zeremonien ab. Von hier oben hat man auch eine schöne Aussicht auf die Halle der höchsten Harmonie, dem Thai-Hoa-Palast und der dahinterliegenden Verbotenen Stadt. Dort befinden sich die Pavillons und Gebäude, die nur für den engsten Kreis der Kaiserfamilie bestimmt waren. Theater, Bibliothek angelegt in wunderschönem Gartenambiente mit Teichen und aufwendigen Steingärten. Das Gelände ist sehr weitläufig, so dass viele Besucher sich mit kleinen Shuttlefahrzeugen bewegen. Wir erreichen zu Fuß über eine Art Allee den westlichen Teil der Anlage, die ein paar phantastische ausgeschmückte Tore und Gebäudeteile hat. Sehr beeindruckt von der faszinierenden Kultur mit ihrer sensiblen Architektur und Gartenkunst verlassen wir am Abend die Zitadelle von Hue.

(oben) Pavillon in der Verbotenen Stadt in Hue (rechts) Ein Nebentor in der Zitadelle von Hue


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Xung-Khiem-Pavillon am kleinen kĂźnstlichen Luu-Khiem-See.


Blick vom Luu-Kiem-See in einer der kĂźnstlichen Wasserarme der Tu Duc Parkanlage.

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Frangipani-Tempelbaum mit groĂ&#x;er Ziegelmauer in der Tu Duc Grabanlage.


Frangipani Zweige im November.

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Ehrenhof mit Mandarin Statuen - die Begleiter ins Jenseits.


Kopf einer Mandarin Statue.

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Tor und Ringmauern um das Tu Duc Grab.


Eingang zum Grabvorplatz mit Geisterblende und erstem Ehrentor.

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Treppenfiguren zum Grabmal.


Elefant als Begleiter ins Jenseits.

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Treppen zur Ebene des Tu Duc Grabmals.


Tempel und Meditationgebäude in der Tu Duc Grabanlage.

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Im Innern des Khiem-Pavillons mit Blick auf die Tinh-Khiem-Insel.


Die prächtigen Koi im Luu-Khiem-See.

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Landschaft am ParfĂźmfluss (Huong Giang) mit Drachenbooten.


Anlegesteg vor der Thien Mu-Pagode am ParfĂźmfluss.

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Der Thien Mu-Pagodenturm ist der höchste in Vietnam - im Jahre des Metall-Büffels 1601 von Fürst Nguyen Hoàng errichtet.


Buddhistische Wächterfigur am Eingang des Thien Mu-Klosters.

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Edle Andachts Pagode im Thien Mu-Kloster.


Bonsai-Pflege im Klostergarten durch Novizen.

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Reduktion und Strenge - eine buddhistische Architektur Maxime.


Der lachende goldene Buddha in der Thien Mu-Pagode.

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Fenster Ornament.


Wartender Novize vor chinesischer Fayence-Vase.

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Der Flaggenturm Ky Dai vor der Zitadelle in Hue.


Das Ngo Mon Tor - Haupteingang und Symbol der Zitadelle.

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Erster und zweiter Stock des Ngo Mon Tor.


Tor zur Halle der hรถchsten Harmonie.

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Treppen zur Halle der hรถchsten Harmonie.


Drache der Verbotenen Stadt.

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Palastgebäude in der Verbotenen Stadt.


Palastgebäude mit Tßrwand und Ruinenfeld dahinter.

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Edel und schlicht - die Innenräume des Kaiserpalastes.


Die wahre Pracht am Hofe (Szene mit Darsteller).

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Blick vom Bibliotheksgarten in den Hof der Verbotenen Stadt.


GroĂ&#x;er goldener Drache in der Verbotenen Stadt.

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Verbotene purpurne Stadt - Vorhof mit Mandarin Gebäude.


Die Bibliothek des Kaisers.

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Das ist eine Bildunterschrift


Entlang der Küste am südchinesischen Meer erreichen wir den markant gelegenen Ort Lang Co Bay. Um in den Süden zu gelangen, bietet der Ort nur zwei Möglichkeiten an. Entweder fährt man per Tunnel durch ein querliegendes Bergmassiv auf der Nationalstraße 1A oder man nimmt die weitaus interessantere Strecke über den Wolkenpass nach Da Nang. Wir nehmen die Hai Van Passroute. Vor uns liegen zwei große Gebirgskämme, die bis ans Meer stoßen und die natürliche Landgrenze zwischen Nord- und Südvietnam bilden. Ihre Hochlage macht sie gleichzeitig zu einer Klima- und Wetterscheide. Das merken wir schon in den ersten wolkenverhangenen Spitzkehren, die uns schnell in Höhe bringen. Immer wieder öffnen sich dabei wolkenfreie Fenster, die einen prächtigen Blick nach unten erlauben auf den kleiner werdenden nördlichen Küstenstreifen. Nach 12 Kilometer etwa erreichen wir den Sattel der Passhöhe in 496 Meter Höhe. Hier befinden sich Reste von französischen und amerikanischen Bunkeranlagen. Auf einem kleinen Felsvorsprung steht wirkungsvoll ein betonierter Späher Ausguck. Man ahnt, dass hier ein wichtiges militärstrategisches Gelände war, das heute als begehrte Kulisse fürs Fotoalbum dient. Der inzwischen blaue Himmel lud zu einem Spaziergang in dieser Anlage ein. Wir nehmen einen schmalen Pfad in Richtung Süden und genießen dann den phantastischen Ausblick über die vorgelagerte Bucht nach Da Nang.

K Ü S T E N S TA D T

Nach einer knappen Stunde Autofahrt erreichen wir die fünftgrößte Metropole Vietnams, die Küstenstadt Da Nang. Auf den ersten Blick ist ihre Erscheinung architektonisch modern mit klaren Strukturen. Bürotürme, Hotel- und Wohnanlagen und große Plätze dominieren das großzügige Stadtbild. Zwei kühne spektakuläre Brückenkonstruktionen stechen sofort ins Auge und die Tatsache, dass hier der Fluss Hàn das Stadtgebiet in zwei Hälften teilt. Man könnte deshalb Da Nang auch als eine Brückenstadt bezeichnen. Die 666 Meter lange Dragon Bridge stellt eine optische Sensation dar. In einer Wellenbewegung kriecht ein goldener Monsterdrache monumental zum anderen Flussufer. Er ist Tragwerk und Brückenbogen zugleich. Ein paar Kilometer flussabwärts steht eine andere Brückenschönheit. Die Tran Thi Ly Brücke. Sie streckt sich mit transparenter Leichtigkeit in asymmetrischer Form 700 m weit über den Fluss. Sein 145 Meter hoher imposanter Schrägstützpfeiler trägt die ganze Last mit einer Vielzahl von Stahlseilen. Am Nachmittag besuchen wir das sehenswerte Cham Museum, das bedeutende und einzigartige Skulpturen aus der ChamZeit präsentiert. Mit Unterstützung der „Ecole Francaise de l’Extreme Orient“ wurde das Museum 1915 gegründet und vier Jahre später hat es seinen Ausstellungsbetrieb aufgenommen. Hervorragende Exponate der Cham Kultur von unterschiedlichen Fundorten werden hier übersichtlich und großzügig in Szene gesetzt. Mystische Skulpturen aus Sandstein, Ton und Bronze, die aus dem 7. bis 15. Jh. stammen, überraschen mit ihrem perfekten Zustand. Alle Exponate wurden in Cham Türmen des alten Champa Königreichs entlang der Küste von Zentralvietnam gefunden. Dabei handelt es sich um Fundorte wie Tra Kieu, Dong Duong, Thap Mann oder die große Tempelanlage von My Son, die wir demnächst in natura besuchen werden. Nach den geheimnisvollen Skulpturen zu urteilen, wird der Besuch in My Son sehr spannend werden. 53

DA NANG


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Die BrĂźcken von Lang Co Bay fĂźr Auto- und Zugverkehr - per Tunnel unter dem Wolkenpass durch.


Blick von der KĂźste zum Wolkenpass.

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Spitzkehre am Wolkenpass.


Bunker Schild zeugt von wichtiger strategischer Lage.

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Blick zur nรถrdlichen Wolkenpass-Straร e.


Wachposten Bunker am Wolkenpass.

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Dragon Bridge in Da Nang.


Die Tran Thi Ly BrĂźcke in Da Nang.

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Skulpturen Exponate im Cham Museum in Da Nang.


Dvarapala Statuen - Wächterfiguren auf Elefantensockeln.

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Cham Kopf aus dem 8. Jahrhundert.


Cham Altarfiguren.

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Das ist eine Bildunterschrift


T E M P E L S TA D T

Es regnete jetzt schon zwei Tage lang ziemlich ergiebig und als wir in My Son ankamen, waren manche Straßen so überflutet, dass die Mopedfahrer eine echte Not hatten, die Wassertiefe von einzelnen Straßen richtig einzuschätzen. Aus unserer Sicht sah ihr Fahrverhalten sehr grenzwertig aus. Der offizielle Eingang zur Tempelanlage liegt einige Kilometer von den eigentlichen historischen Stätten entfernt. Deswegen brachte uns ein kleiner Shuttlebahnbetrieb nahe an das Ziel heran und die restliche Distanz musste noch per pedes und schweißtreibendem Regencape bewältigt werden. Wir befanden uns nun in einem Tal, in dem links und rechts kleine Bäche das Ufergelände überschwemmten. Oberhalb davon lagen dschungelbewachsene Berghänge in dichten weißen Dampfnebelschwaden und ihre Erscheinung ließ die ganze Örtlichkeit noch geheimnisvoller erscheinen, als sie es ohnehin schon ist. Plötzlich glänzten auf unserem Weg die ersten ziegelroten Ruinenmauern durch das nasse Grün der Bäume. Wir standen nun in My Son, der heiligsten Stätte des ehemaligen Champa Reiches. Aus der Nähe betrachtet wirkten all die Turmgebilde und Skulpturen mit ihrem Moos- und Flechtenbewuchs fremd und rätselhaft wie aus einer fernen anderen Zeit. Mit einst 70 Tempeln war sie der größte sakrale Architekturkomplex des Cham Volkes in Vietnam. Leider wurden zwei Drittel der ursprünglichen Anlage durch starke U.S. Luftbombardements im Vietnamkrieg für alle Zeit zerstört. Ein Verlust, der trotz eines groß angelegten Restaurationsprojektes nicht rückgängig gemacht werden kann. Trotzdem versucht der vietnamesische Staat die zerbombten Tempel und Türme mit Akribie zu rekonstruieren und entsprechend wiederaufzubauen. Ein zähes Vorhaben, das sicher noch einige Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird. Wie die Tempelanlage in Zeiten ihrer Hochblüte ausgesehen haben mag, zeigt ein aufschlussreiches Modell im Museum, das sich vorne im Eingangsbereich befindet.

MY SON

Schon im 4. bis ins 13. Jahrhundert war My Son das religiöse und kulturelle Zentrum des Champa Reiches. Ihre Affinität zum indischen Hinduismus und deren Kultur erklärt sich aus der Tatsache, dass die Könige der Champa rege Handelskontakte nach Indien pflegten, von deren Kultur und Religion sie stark beeinflusst wurden. Ihre Religion war ab dem 4. Jahrhundert der Hinduismus und im spirituellen Zentrum von My Son huldigten Sie ihrem großen Gott Shiva. Aber auch ihre Herrscher ließen sich vor und erst recht nach ihrem Tode hier als Gottkönige verehren. Ein Kult, der auf verschiedenen Steindarstellungen verewigt wurde. Das Champa Reich existierte über Jahrhunderte unabhängig und autonom. In ihrem Herrschaftsgebiet, dem heutigen südlichen Vietnam hatten sie jedoch auch ständig kriegerische Auseinandersetzungen mit ihren Nachbarn. Im Westen mit den Kmer und im Norden mit den Dai Viet. Erst Mitte des 15. Jahrhundert wurden das Königreich der Champa von den Dai Viet erobert und zerstört, von dem sie sich bis heute nicht mehr erholten. Viele ihrer Wirkungsstätten und Anlagen zerfielen und gerieten in Vergessenheit, so auch die von My Son. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Tempelanlage, die vollständig vom Dschungel überwuchert war, von den französischen Kolonialherren entdeckt. Der Fund war ein Meilenstein in der neueren Archäologie und seit 1999 wurde My Son in die Liste des UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen. 67


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Restaurierte Cham Tempel Gruppe C in My Son.


Cham Tempel Gruppe.

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Ziegel Tempelwand mit Fenster.


Cham Wächterfigur vor Tempel in My Son.

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Cham Opferstein in My Son.


Tempelruine mit Landschaft.

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Tempelkomplex mit Skulpturensockel-Fragmente.


ZerstÜrte Tempelanlage durch Bombardierung während des Vietnamkrieges.

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Das ist eine Bildunterschrift


Kurz hinter Da Nang im Süden wird die weite Flussebene und die lange Sandküste von fünf bewaldeten Kalkstein- und Marmorfelsen den sogenannten Marmorbergen überragt. 106 Meter streckt sich der Höchste von ihnen in den Himmel. 156 Treppenstufen und einige Anstrengung braucht es bis zu seinem Gipfelpunkt. Sein Name Thuy Son – „der Wasserfelsen“ wurde aus einem der fünf Elementen der traditionellen östlichen Philosophie abgeleitet, die heißen: Metall, Holz, Feuer, Erde und Wasser. Alle 5 Felsberge sind beliebte Orte für spirituelle Exerzitien von Buddhisten und Hindus. Die Felslandschaft der Marmorberge mit ihren Höhlen und Grotten verfügen über die unterschiedlichsten Pagoden, die teilweise aus der Ära von Gia Long im frühen 18. Jh. stammen. Thuy Son die großflächigste aller 5 Felserhebungen bietet sich am besten für eine Exkursion an, nicht nur weil er die meisten und sehenswertesten Tempel hat, sondern weil er auch wegetechnisch am besten erschlossen ist. Wir beginnen unseren Rundkurs vor dem Tam Thai Tempel am Fuß des Thuy Son. Davor empfängt uns sinnenfreudig ein lachender Buddha mit der ganzen Masse seines steinernen Körpers. Seitlich des Tempels steigen wir einen verschlungenen schattigen Weg empor. Ein Hinweisschild zeigt die Richtung zur Huyen Khong Höhle an. Ihre Lage ist weit oben und vor ihrem ersten Tor steht man in der Regel tief Luft holend und schwitzend davor. Massiv verankert im Felsen steht ein grün veralgtes Steintor mit halbrunder Bogenöffnung. Darüber ein Sockelband mit chinesischen Schriftzeichen und einer kleinen weißen Figur, die die Göttin der Barmherzigkeit auch „Lady Buddha“ genannt, darstellt. Sie zeigt mit ihrer diskreten Anwesenheit zum Eingang des heiligen Ortes. Der steile Treppenabstieg in die Höhle mit seinen vier exzentrischen Wächterfiguren rechts und links, geben gleich am Anfang ein ganz besonderes Ambiente vor. Erstaunt bleiben wir auf halbem Wege auf der großen Steintreppe stehen und nehmen über unseren Köpfen ein riesiges dunkles Höhlengewölbe wahr. Gegenüber in weiter Distanz reißt das Felsgewölbe nach oben auf und lässt helle Lichtströme magisch auf eine überdimensionale weiße Buddha Statue fließen. Eine perfekte Inszenierung, die zusammen mit den steinernen Altären am Höhlenboden eine mystische Wirkung erzielt. Die grobsteinernen Wände und der gigantische dunkle Höhlenraum, seine sakrale Ausstattung mit der natürlichen Hallakustik machen daraus einen intensiv spirituellen Ort. Tief beeindruckt verlassen wir die Huyen Khong Höhle und passieren einen geheimnisvollen, mit Lianen bewachsenen Felseinschnitt. Der Weg führt zur traumhaften Linh Ung Pagode, ein buddhistisches Kleinod. Kunstvoll in eine Felsterrasse eingeschoben liegt seine harmonisch vollendete Tempel Architektur. Oberhalb der Pagodenturm, weiter unten ein wundervoller Rundtempel, der zusammen mit dem größeren Tempelgebäude eine einzigartige Baugruppe bildet. Seine beiden Freitreppen, verbinden sich mit einem großen Vorplatz und charakterisieren sein großzügiges Baukonzept. Eine Terrasse weiter unten, residiert hinter einer grünfrischen Teichanlage ein übergroßer klassischer weißer Buddha. Und auf dem Weg nach unten werden wir noch von einer spektakulären steingewordenen Drachenfamilie in einer Felsnische verabschiedet. 77

DIE PAGODEN DER MARMORBERGE


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Tam Thai Tempel am FuĂ&#x; des Thuy Son (Wasserfelsen).


Lachender Buddha vor dem Tam Thai Tempel.

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Groร er Buddha in der Huyen Khong Hรถhle in den Marmorbergen.


Wächterfiguren im Eingang der Huyen Khong Höhle.

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Exotische Felspassage.


Kleiner Pavillon bei der Linh Ung Pagode.

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Linh Ung Pagodenturm.


Die Drachenskulptur von Thuy Son.

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Charmant, pittoresk, lebendig sind ohne Zweifel Eigenschaften und Merkmale, die der reizvollen und geschichtsträchtigen Stadt Hoi An anhaften. Eine Kleinstadt mit gerade mal 75.000 Einwohner steht inzwischen als internationaler Publikumsmagnet ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Ihre Fülle und Faszination holt sie sich aus ihrer langen Geschichte, die mit vielen Bauwerken Spuren hinterlassen hat. Die erste Siedlung geht bis ins 4. Jahrhundert zurück, die von den Cham gegründet wurde. Bis ins 10. Jahrhundert wurde ihre günstige Hafenlage rege genutzt und bedeutete Wohlstand und Sicherheit. Sie wuchs stetig und Mitte des 16. Jahrhunderts prosperierte die Stadt so, dass sie zur größten Hafenstadt Südostasiens avancierte. Zwei Faktoren bewirkten ihren wirtschaftlichen Höhenflug. Zum einen ließ die Herrschaft der Nguyen Dynastie zu, dass ausländische Handelsgeschäfte insbesondere aus China und Japan Ihre Waren in Hoi An ohne Hindernisse anbieten durften. Da China in jener Zeit eine strenge Abschottungspolitik verfolgte, verlegten viele Händlerfamilien ihr Handelszentrum nach Hoi An. Da die Stadt ohnehin an der Seidenstraße lag, bot sich diese Option für die meisten zwangsläufig an. Zum anderen garantierte der breite Mündungsfluss Thu Bon der Schifffahrt gleichzeitig eine breite Durchfahrt mit geschützter Hafenanlage, die unmittelbar zum offenen Meer lag. Eine achtbare Hafenmetropole entstand, die sich zweigeteilt entfaltete. Flussabwärts ließen sich die chinesischen Händlerfamilien nieder, die von einem kleinen Nebenfluss zum japanischen Viertel getrennt waren. Verbunden waren sie durch die überdachte japanische Brücke „Chua Cau“, die auch heute noch das Wahrzeichen der Stadt darstellt. Andere Relikte aus dieser Zeit gibt es nur noch wenige, weil 1771 die Tay Son Rebellion fast die ganze Stadt zerstört hatte. Erst als die Nguyen Dynastie mit ihrem Kaiser Gia Long die Herrschaft zurückeroberte, erwuchs die Stadt zu neuer Blüte. Viele historische Gebäude der Altstadt stammen deswegen aus dieser Zeit. Wie zum Beispiel das Tan Ky Haus oder die chinesische Hainan Versammlungshalle. Im Lauf der Zeit wurde auch für Europäer dieser Umschlagplatz immer wichtiger. Franzosen, Holländer und Portugiesen waren nun in der Stadt präsent. Eine rege Bautätigkeit begann und die unterschiedlichen Nationen schufen in Hoi An eine bunte Mixtur von eigenen Baustilen. Dominierend war dabei sicherlich die Architektur der Franzosen.

CHARMANTES HOI AN

Gegen Ende des 19. Jahrhundert wurde allerdings das Wachstum Hoi An‘s verlangsamt. Mit zunehmender Versandung des Thu Bon Flusses war für die immer größer werdenden Handelsschiffe der Standort nicht mehr akzeptabel und die rege Handelstätigkeit erlahmte. 1888 machte die inzwischen regierende französische Kolonialherrschaft Da Nang zum wichtigeren Hafen und Hoi An verlor schlagartig an Bedeutung. Aus heutiger Sicht jedoch war diesem Niedergang aber auch was Positives abzugewinnen. Dergestalt, dass das historische Stadtbild bewahrt blieb und deswegen bis in die Gegenwart vom internationalen Tourismus geschätzt wird. Eine Transformation der kommerziellen Verhältnisse hatte stattgefunden. Viel Glück hatte Hoi An während des Vietnamkrieges, von dem sie als einzige Stadt in Vietnam vollkommen verschont blieb. 1999 hat die UNESCO die Altstadt mit ihren über 600 schützenswerten Objekten zum Weltkulturerbe erklärt. 87


Dazu gehören die einzigartigen Tempel, die historischen Handelshäuser, chinesische und japanische Versammlungshallen und die vielen Tunnelhäuser, die das Stadtbild in Gänze stark prägen. Als 2-stöckige Fassadenhäuser haben sie auf ihrer Längsseite keine Fenster. Als Lichtquelle dienen schön gestaltete Innenhöfe und die üppigen Balkone auf Front- und Rückseite. Ihre volle Wirkung erzielen sie zur Nachtzeit, wenn ihre aufwendig handgefertigten Lampions auf den Balkonen die Straßenzüge in ein angenehmes buntes warmes Licht tauchen. Viele dieser Tunnelhäuser werden über Generation hinweg von den gleichen Familien bewohnt. Viele davon sind Restaurant, Bar oder Cafe Besitzer oder haben beispielsweise eine der vielen Schneidereien, die innerhalb von 48 Stunden jeden Kundenwunsch maßschneidern. Am frühen Abend sind meist alle Gassen und Straßen voll mit Gästen aus aller Welt, die das strahlende Lichtermeer der Lampions bewundern wollen. Viele Leute sitzen andächtig auf den Balkonen und Terrassen und schauen hinab zum Wasser des Thu Bon. Bei einbrechender Dunkelheit spiegeln sich tausende Lichter in bunten Papierschiffchen im Wasser und schwimmen mit den geheimen Wünschen ihrer Besitzer davon. Steht man auf der Stadtbrücke „Cau An Hoi“, die die Altstadt mit der Insel des Night Market verbindet, ist man im absoluten Zentrum des Geschehens. Ein Lichterfest der besonderen Art zieht alle magisch in ihren Bann.

Nach einer herzhaften „Pho bo“ Nudel-Rindfleischsuppe am Mittag hat uns ein geschäftstüchtiger Skipper im Hafen zu einer Rundfahrt mit unbekanntem Ziel überredet. Letztlich nehmen wir auf dem leeren Schiff Platz und merken beim Ablegen, dass wir immer noch alleine auf dem großen Ausflugsboot sind. Aber für den Skipper war es wohl OK – besser als im Hafen untätig zu liegen. Wir waren sehr gespannt wohin die Reise geht. Zunächst ging es flussabwärts Richtung Meer. Wir begegneten vielen kleinen Fischkutter, deren Fischer eifrig ihrem Tagwerk nachgingen und beobachteten gleichzeitig an Land die vorbeiziehenden bunten schönen Häuser. Einige Kilometer weiter sahen wir den weißen Leuchtturm, der anzeigte, dass hier das offene Meer beginnt. Vorbei an landestypischen hängenden Fischernetzen fuhr das Boot jetzt Backbord in ein verwegenes Flussarm Labyrinth von Rung Dua Bay. Dicht gesäumt von vitalen Kokospalmen, die aus dem Wasser ragten, tuckerte unser Boot immer langsamer durch das niedrig werdende Brackwasser. Wir shipperten zwischen dem unübersichtlichen hohen Grün der Kokospalmen hindurch, bis sie kein Durchkommen mehr zuließen. Ein schwieriges Wendemanöver brachte uns wieder auf Kurs und irgendwann sahen wir den breiten Strom Tho Bon. Hinter uns lag ein mehrstündiges außergewöhnliches Naturerleben, mit dem wir eigentlich nicht gerechnet hatten. Vorbei an den historischen Uferhäusern von Hoi An erreichten wir bei tiefem Sonnenstand den kleinen Hafen der Altstadt, der uns wieder mit seinem ganz besonderen Charme empfing.

Am nächsten Morgen wird es beschaulicher und ruhiger. Zuerst besuchen wir das Chinesische Kommunalhaus Dinh Cam Pho. Ein phantastisches Ambiente mit vielen Bonsai Bäumchen und einer meditierenden jungen Frau in traditionellem Gewand war zu beobachten und machte gleich die ersten Stunden des Tages zu einem echten Hingucker. Mit dem Fahrrad besuchten wir dann etwas außerhalb der Stadt das Tra Que Herb Village. Leichter Regen begleitete die Tour durch das endlose Grün der Reisfelder. Eine kleine Oase erwartete uns und nichts erinnerte hier mehr an Hektik oder Lärm vietnamesischer Städte. Alte und junge Menschen hockten in exakt ausgerichteten Gemüsebeeten und ernteten Salate oder setzten ihre Jungpflanzen. Herb Village ist ein gemeinnütziges kommunales Dorf, in dem jeder Einwohner von Hoi An kostenlos Land erhält. Im Gegenzug müssen sie auf den Feldern selbst Gemüse, Salat, Gewürze oder Obst anbauen. Ein Agrarmodell das sich inzwischen als sehr erfolgreich erwiesen hat und man sieht den Feldern schon von weitem an wie akkurat und gewissenhaft sie bestellt werden. Ein wirklich vorbildliches und schönes Stückchen Erde an dem sich alle erfreuen. Der Regen wird stärker. Trotzdem besuchen wir noch ein paar versteckte Flussarme, die parallel zur Küste verlaufen und beobachten wie Fischerinnen routiniert mit ihre korbgeflochtenen Rundboote auf dem Wasser manövrieren. 88

(oben) Hoi An Altstadt Restaurant beim Thu Bon Fluss. (rechts) Französische Kolonialbau-Fassade mit Lampions geschmückt.


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Historisches Chinesisches Handelshaus.


Marktfrauen auf dem Weg zum Hafen.

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Marktfrauen am Thu Bon Fluss.


Anlegestelle im Hafen von Hoi An.

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Ausgang Dinh Cam Pho Versammlungshalle.


Introvertierte Frau in der Dinh Cam Pho Versammlungshalle.

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Bonsai Ausstellung in der chinesischen Dinh Cam Pho Versammlungshalle.


Frau vor einem historischen chinesischen Paravent.

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Chinesisches Touristenpaar läßt sich auf der Japanischen Brücke fotografieren.


Die Japanische BrĂźcke von Hoi An.

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Im Innenhof des 200 Jahre alten chinesischen Tan Ky Hauses.


Teehaus in Hoi An.

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GrĂźĂ&#x;ende alte Vietnamesin im Herb Village.


Kontrollgang durch seine GemĂźsebeete.

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Fischerin im traditionellen Korbboot durch die Wasserkanäle von Hoi An.


Junge Vietnamesin bei der Sojasprossen Ernte.

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Traditionelles chinesisches Händlerhaus, heute Museum fßr Volkskunde.


Marktfrauen verkaufen mit traditionellem Schulterkorb ihre Ware.

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Fischerpaar auf ihrem Holzboot an der Thu Bon Mündung.


Vietnamesischer Fischfang mit Reusennetz.

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Die typischen hängenden Fischernetze im Thu Bon Fluss.


Kanalidylle in Hoi An.

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Mit dem groĂ&#x;en Boot durchs Wasserpalmenlabyrinth von Rung Dua Bay.


Ein Ă–kosystem der speziellen Art - das Bay Mau Wasserpalmenwald-Paradies.

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Fischkutter vor den Toren Hoi Ans.


Ankunft mit Boot an der Anlegestelle von Hoi An.

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Vietnamesische Jugendliche im Intercafe.


Vietnamesischer FleiĂ&#x; - in 36 Stunden einen maĂ&#x;geschneiderten Anzug zum Mitnehmen.

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Häuser Illumination.


Hoi An by Night.

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Hoi An die Lampionstadt.


Die Lampion Geisha.

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Das ist eine Bildunterschrift


„Ich fühle seit 50 Jahren Schmerz. Immer, wenn sich der 16. März nähert, kommt die ganze Verzweiflung wieder in mir hoch. Der Horror in meinem Herzen. Die Traurigkeit. Ich bin verloren seit diesem Tag. Einsam. Ich wusste nicht, wohin ich gehen sollte. Ich habe alle verloren, die ich geliebt habe, nicht nur meine Familie, auch Nachbarn, Freunde. Die Kugeln der Amerikaner haben mich verfehlt – aber ich habe ein tiefes Loch in meiner Seele.“ Phan Than Cong schreibt diese Sätze als Überlebender. Heute ist er Direktor der Gedenkstätte von My Lai. Bilder des Krieges sagen mehr als Worte. Sie verfügen über eine große Macht und brennen sich tief in das das kollektive Gedächtnis der Menschen. Im Falle des Vietnamkrieges bewirkten sie ein Umdenken und gaben Argumente für politische Veränderung oder waren Instrumente zur Wahrheitsfindung. Drei Fotografien aus den Wirren dieses Krieges seien genannt, die mich noch nach vielen Jahren tief bewegen. Es ist das Bild von dem flüchtenden nackten Mädchen Phan Thi Kim Phuc, die sich hilflos von ihrem Napalm brennenden Kleid befreit hat. Oder das Bild des Polizeichefs von Saigon, der auf offener Straße einfach einem Zivilisten die Pistole an den Kopf hält und kaltblütig schießt. Oder das schreckliche Bild vom grauenvollen Massaker in My Lai wo Frauen, Kinder und Babys erschossen auf einem Feldweg vor ihrem Dorf wie Müll liegen. Was war in My Lai passiert vor über 50 Jahren? Am 16. März 1968 rückten GIs eines US-Spezialkommandos in das kleine Dorf My Lai ein. Ihr Auftrag lautete: Vietcong aufspüren und töten. Doch sie fanden nur Alte, Frauen und Kinder. Frustriert vom Vortag, an dem Sie durch einen Hinterhalt einen Kameraden verloren hatten, waren alle von Rache beseelt. Die bewusste Missachtung der Einsatzregeln eines Offiziers führte dann zu einem folgenschweren mehrstündigen Massaker und Vergewaltigungen an Frauen und Mädchen. Binnen kurzer Zeit war das ganze Dorf dem Erdboden gleich gemacht und 504 Zivilisten waren bestialisch ermordet. Die Tat anfangs vertuscht, meldet der Einsatzbericht für My Lai an die US-Army einen militärischen Erfolg: 128 Vietcong Kämpfer getötet bei null eigenen Verlusten. Erst ein Jahr später bekommt der freie investigative Journalist Seymor Hersh einen Tipp von einem Pentagon Informanten und recherchiert 5 Monate lang und erfährt dabei grausame Details. Seinem beruflichen Ethos ist es zu verdanken, dass sein Enthüllungsbericht im November 1969 gleichzeitig bei 35 Tageszeitungen in den USA erschien. Die Nation war schockiert. Schlagartig kippt die Stimmung und Akzeptanz für den Krieg in Vietnam. Friedensbewegungen in aller Welt protestieren mit Vehemenz. Jimi Hendrix verzerrte die US-Hymne „Star-Spangled Banner“ auf dem Woodstock Festival vor Millionen und trifft den Nerv einer ganzen Generation. Erst am 29. März 1971 wurde der befehlshabende Offizier Lieutenant William Calley der vorsätzlichen Tötung an 22 Zivilisten schuldig gesprochen und zu einer lebenslangen Haft verurteilt. Einen Tag später verfügte Präsident Nixon seine Haftentlassung und er bekam Hausarrest. Nur drei Jahre später, 1974 wurde Calley endgültig begnadigt. Niemand aus seiner Einheit wurde je wegen einer Tat belangt. 2009 entschuldigte sich Calley für seine Tat mit den Worten „es gäbe nicht einen Tag in seinem Leben, an dem er nicht bedaure was damals in My Lai geschehen ist“. 123

G E D E N K S TÄT T E M Y L A I


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Das Mahnmal von My Lai.


Mit Puppen gegen das Vergessen.

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Die unendliche Leere oder die Erinnerung an ein gewesenes Dorf.


Brandrest eines Hausfundaments zum Gedenken an den 16. März 1968.

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Museale ErschieĂ&#x;ungsszene.


Modellansicht am Tag des Massakers.

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Das ist eine Bildunterschrift


Quy Nonh ist die Hauptstadt der Provinz Binh Dinh mit etwa 250.00 Einwohner. Schon im 11. Jahrhundert war sie das Machtzentrum des Champa-Königreiches und hieß ehemals Vijaya. Sitz der Herrscherdynastie war die Zitadelle Cha Ban nicht weit von der heutigen Stadt gelegen. 1471 eroberten indes die Vietnamesen das Champa Reich und ihr Volk mußte in den Süden oder nach Kambodscha fliehen. Aus historischer Sicht lebte Quy Nonh hauptsächlich immer vom Fischfang. Während des Vietnamkrieges hatte die US-Armee einen großen Logistikstützpunkt mit Flughafen errichtet. Die direkte Küstenlage der Stadt spielt heute noch eine entscheidende Rolle bei ihrer wirtschaftlichen Entwicklung. Sie hat zwei Häfen mit mehreren Container Terminals, die ihre Industriezonen versorgen. Hauptwirtschaftszweige sind die Holz- und Natursteinverarbeitung und die Futtermittelherstellung. Durch herrliche weiße Sandstrände in der näheren Umgebung ist der Tourismus ebenfalls ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden. Die Strecke von Quy Nonh nach Nha Trang beträgt 210 Kilometer und verläuft längs eines wunderschönen Küstenteils. Immer wieder sieht man in geschützten Meeresbuchten Gruppen von hängenden Fischernetzen stehen. Ihre transparent ästhetischen Formen leuchten gelb über der Wasseroberfläche. Entlang der Küste kommt es immer wieder zu topographischen Engstellen in denen nur Brücken die Weiterfahrt ermöglichen. Das gilt für Autostraßen genauso wie für den Zugverkehr. So führt eine blaue Stahlkonstruktion die Gleistrasse des Reunification Express über einen unbekannten Mündungsfluss. Die Trasse verbindet Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt auf einer Distanz von 1.700 Kilometer. 30 Stunden braucht der Expresszug von einer Metropole zu der anderen. Viele Vietnamesen sehen in ihr eine traumgewordene Realität in dem die Teilung des Landes nicht nur symbolisch überwunden wurde. Fährt man durch die vielen kleinen Küstenorte wird einem bewusst, dass Vietnam eine Nation der Fischer ist. Für Millionen ist die Fischerei unmittelbare Lebensgrundlage und für die Wirtschaft spielt sie traditionell eine überaus signifikante Rolle. Seitlich an der Straße nach Nha Trang sehen wir immer wieder Bauernhöfe vor Reisfelder stehen. Ihre Bauern ernten je nach Sorte zweimal im Jahr große Erträge von Reis. Meist in der ersten Julihälfte und Ende September wird die Ernte durch schwere Händearbeit eingebracht. Oft hilft die ganze Nachbarschaft mit, damit möglichst schnell vor allem ohne Personalnotstand die Ernte eingefahren werden kann. Jede Familie baut auf rund einem Hektar in kleineren Parzellen ihren Reis an. Insgesamt ist der Anbau von Reis sehr aufwendig. Vom Saatgut bis zur Ernte sind viele Arbeitsschritte notwendig und in der Regel geschieht dies ohne maschinelle Hilfe. Trotzdem werden in Vietnam pro Jahr knapp 5o Millionen Tonnen Reis geerntet. Eine unvorstellbare Zahl. In ländlichen Gegenden gibt es außer der Arbeit nicht viel Abwechslung. Doch ab und zu sieht man ein paar Männer in Freizeitpose auf der Dorfstraße stehen, wie sie konzentriert über eine kniehohe blickdichte Umspannung schauen. Ihre Leidenschaft sind Hahnenkämpfe. In Drahtkörben stehen ihre Züchtungen bereit, bevor sie in der selbstgezimmerten Arena verschwinden. Kleine Wetteinsätze erhöhen den Spaßfaktor und verschaffen etwas Ablenkung im Einerlei ihres strengen Alltags. 131

VON QUY NÓNH NACH NHA TRANG


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BrĂźcke fĂźr den Reunification Express - Zugstrecke zwischen Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt (1.700 Kilometer lang).


Die hängenden Fischernetze an der Kßste bei Quy Nonh.

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Die Gehรถfte der Reisbauern in der Provinz Binh Dinh.


Palmen Stillleben im Urlauber Paradies.

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Die schwere Arbeit der kleinen Reisbauern.


Verdiente Pause nach getaner Ernte.

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Der GroĂ&#x;e Mormone (Papilio memnon) gehĂśrt zur Familie der Ritterfalter (Papilionidae) Spannweite 120-150mm.


Silberreiher (Ardea alba) sind an SĂźĂ&#x;wasserhabitate gebunden - zum Beispiel im Wasser der Reisfelder.

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Landschaft mit Steinbruch zwischen Quy Nonh und Nha Trang.


Das idyllische Fischerdorf Xuan Hai mit seiner Lagunen Ansicht.

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Das Fischer von Xuan Hai am Morgen.


Fischer mit ihren typischen Kunststoff Rundbooten - Thung Chai.

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FleiĂ&#x;ige Fischerin beim Netze reparieren.


Fischer*innen bei der morgendlichen Arbeit.

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Ein Handwerkerpaar auf dem Weg zur Arbeit.


Tankstellenwarte beim Dong-Geldschein zählen.

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Hahnenkampf - die Abwechslung im Alltagstrott.


Bereit zum Kampf.

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Das ist eine Bildunterschrift


Wir sind in der südlichsten Stadt von Zentralvietnam angekommen – Nha Trang. Unser erster Besuch gilt dem historischen hinduistischen Tempelkomplex Po Nagar aus dem 8. Jahrhundert des Champa Reiches. Die komplette Tempelanlage wurde aus gebrannten roten Ziegeln errichtet und steht auf einem markanten Hügel an der Mündung des Flusses Song Cai mitten in der Stadt. Nur ein leichtes schmideisernes Gittertor trennt die bedeutende Anlage vom lebhaften Treiben in Nha Trangs Straßen. Wir stehen unten auf einem Vorplatz mit 20 massiven achteckigen Ziegel Säulen, die ursprünglich zu einer Meditationshalle gehörten. Eine Terrasse weiter oben stehen die vier fein geformten Tempelgebäude, die den Hindugöttern Hanuman, Ganesh, Shiva und Po Nagar geweiht sind. Po Nagar ist die lokale Schutzgöttin und Namensgeberin der Anlage. Mit 32 Metern überragt der Haupttempel alle anderen Tempelbauten. Betende Gläubige und viele neugierige Touristen sind unterwegs und posieren vor dem alten Gemäuer der heiligen Stätte. Die aufwendig restaurierte Anlage ist heute bedeutender Teil der präsentierten Cham Kultur in Zentralvietnam.

TA I F U N I N

Am Morgen des nächsten Tages steht eine weitere Sehenswürdigkeit auf unserer Besuchsliste. Es ist die buddhistische Long-Son-Pagode am Fuße des Berges Trai Thuy. Doch leichte Nervosität machte sich im Hotel breit als wir erfahren, dass ein Taifun in Richtung Nha Trang im Anzug wäre. Drei Wochen zuvor hatte nämlich Taifun Damrey die Region schwer getroffen. Über 60 Tote waren zu beklagen und über 23.000 Häuser wurden zerstört. Wir verließen das Hotel noch bei leichtem Regen, doch als wir beim Pagodentor ankamen konnten wir kaum mehr aus dem Taxi steigen ohne bis auf die Haut Nass zu werden. Ein schnell übergestreiftes Regencape verhinderte schlimmeres. Leider musste die Besichtigung jetzt im Schnelldurchlauf absolviert werden. Trotz den widrigen Umständen bestiegen wir noch den Berg, auf dem die 14 Meter hohe weiße Buddha Statue thronte. Doch sie gestattete kaum einen Blick auf ihr Haupt, weil es in Strömen goss. Kaum waren wir am Tempelausgang hörte der Regen sonderbar auf. Naja, wir beschlossen daraufhin zur felsigen Steinküste Hòn Chòng zu fahren die sich in der Nähe befand. Dort lagen riesige glattgeschliffene Felssteine, die schön anzusehen waren. Die urige Steinlandschaft gab einen herrlichen Panoramablick frei. Man sah weit und klar im Meer Hon Rua die Schildkröteninsel, die Inseln Hon Do, Hon Yen und die große Insel Hon Tre. Doch am Horizont türmten sich Wolkenberge immer bedrohlicher auf. War der Taifun jetzt tatsächlich im Anmarsch? Sicherheitshalber machten wir uns zu einem wetterunabhängigeren Ziel auf nämlich zum ozeanographischen Museum. Gegen Mittag zogen wir wieder Richtung Strandpromenade. Dort wirbelten die ersten einsetzenden Sturmböen die Baumkronen der hohen Kokospalmen aufs extremste durch. Ihr Biegezustand diente uns nun als Gradmesser für die zunehmende Sturmstärke. Am Strand war indes Aufbruchsstimmung und jeder flüchtete vor den Sturm- und Regensalven in nächstliegende Unterstände. Wir fanden einen kleinen Promenaden Pavillon, den wir mit anderen Schutzsuchenden für die Zeit des Sturmregens teilten. Am Abend erfuhren wir durch die Medien, dass wir nochmals glimpflich davongekommen sind und Nha Trang nur von einem Taifun Ausläufer gestreift wurde. 151

NHA TRANG


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Die Säulen von Po Nagar.


Zwei hinduistische Tempel der heiligen Stätte von Po Nagar.

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Mädchen bei Cham Zeremonie in Po Nagar.


Die komplette Tempelanlage aus gebranntem Ziegel ist Ăźber tausend Jahre alt.

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Die Selfie Mädchen von Po Nagar.


Große Pose in heiliger Stätte.

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Long Son Pagode mit Buddha Statue auf dem Berg.


Der 14 Meter hohe weiĂ&#x;e Buddha Koloss von Long Son am Thray-Thuy-Berg.

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Die felsige Steinküste Hòn Chòng mit Blick zur Insel Hon Rua.


Hòn Chòng Steinküste mit Blick zur Insel Hon Tre.

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Taifun in Sicht - vorsichtshalber weg vom Strand.


Noch schnell eine Taifun Message.

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Sturmregen an der Promenade.


Neugier und Naturgewalt.

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Härtetest fßr Kokospalmen.


Taifun Insellandschaft.

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Das ist eine Bildunterschrift

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Herausgeber Don Artworks www.don-artworks.de

Fotografie + Text Friedrich Don © Don Artworks 2020

Titelbild: Papierlichter auf dem Song Thu Bòn in Hoi An Seite 4 Räucherstäbchen Manufaktur in Hue Seite 6 Küste bei Lang Co Bay mit Blick zum Wolkenpass Seite 8 Drachenboot auf dem Parfümfluss Seite 10 Tor zum Grabmal von Tu Duc in Hue Seite 52 Blick vom Wolkenpass nach Da Nang Seite 122 Symbolische Fußabdrücke in der Gedenkstätte My Lai Seite 130 Sandstrand in der Bucht von Quy Nonh Seite 150 Strandpromenade von Nha Trang 168 Vor dem großen Sturm

Das ist eine Bildunterschrift


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