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Südvietnam

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S Ăœ D V I E T N A M

Das ist eine Bildunterschrift

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S Ü D V I E T N A M

FRIEDRICH DON Das ist eine Bildunterschrift

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PORTFOLIO 3 SÜDVIETNAM

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Im Mittelpunkt des 3. Bandes der Portfolio-Reihe Vietnam/Kambodscha steht der Süden von Vietnam. Es ist der Teil des Landes, der vom großen Mekongdelta dominiert und beeinflusst wird. Weite Reisfelder durchziehen die südliche Landschaft und tropische Früchte und vielerlei Gemüsesorten werden von seinen vielen Bauern angebaut. Trotzdem ist auch in Südvietnam eine Urbanisierung des Landes erkennbar. Heute lebt ein Drittel aller Vietnamesen in den großen Städten und die Zuwanderung aus strukturschwachen Regionen hält weiter an. Wir besuchen Ho-Chi-Minh Stadt, das ehemalige Saigon - Hauptstadt von Südvietnam vor der Wiedervereinigung und erleben eine unglaublich boomende Weltmetropole. Ihr Potenzial scheint grenzenlos zu sein, auch hinsichtlich ihres Raumangebots für kommende Generationen mit ihrer Wirtschaft und Kultur. Architektonisch vielfältig und großzügig angelegt, zeigt sie trotzdem menschliche Nähe und hält viel Sehenswertes bereit. Ihr Flair aus Tempel, chaotischem Zweiradverkehr, luxuriöse Shoppingmalls, grünen Parks mit breiten Boulevards und asiatischer Marktkultur macht sie zu einer reizvollen Megacity. Gepflegte Kolonialbauten im Einklang mit Techno Architekturriesen vermitteln simultan Geschichte und Zukunft gleichermaßen. Nicht weit vor den Toren Saigons erleben wir eine geschichtsträchtige Stätte, in der der Vietnamkrieg spektakulär seine markanten Spuren hinterlassen hat. Es sind die Tunnel von Cu Chi. Ein Tunnelsystem in dem sich die Vietcong Partisanen versteckt hielten. Ein 200 km langes Netz von kleinen unterirdische Tunnelröhren mit Hohlräumen, teilweise dreistöckig übereinander, sicherte so ihren langen Widerstand. Mitten im dichten Bambusgehölz wird die ferne Kriegsvergangenheit zur erlebbaren Gegenwart. Die menschliche Gesellschaft hat viele Möglichkeiten parat, eine davon liegt 3 Stunden von Saigon entfernt. Es ist eine der seltsamsten religiösen neuzeitlichen Kultstätten überhaupt. Zwischen Tempel, Kathedrale und Moschee angesiedelt präsentiert die Cao Dai Sekte ihr Glaubenszentrum und Religion. Ihr tägliches Gebetsritual im schrillen Ambiente eines bonbonfarbigen Kirchenbaus zu erleben war Kontrastprogramm pur. Weiter geht es in das tropische Mekong Delta mit seinen vielen Wasserarmen und dschungelartigen Vegetationsformen. Wir besuchen den schwimmenden Markt von Can Tho, wo der Mekong ziemlich dicht befahren ist. Jedes Schiff voll beladen mit frischer Ware. Händler auf Booten zeigen stolz wie ihr Alltag aussieht. Cai Rang heißt der Ort, der mit schönen Marktszenen auf dem Wasser eine bunt originelle Welt öffnet. Weiter geht es durch das weite Land der unendlichen Reiskammer Vietnams. Unser Interesse fällt auf ein seltenes Mekong Biotop in der Nähe von Chau Doc mit dem Namen Tra Su Wald. Gegen Ende der Reise durch Südvietnam zeigt das Mekong Delta hier seine geheimnisvollste Seite. Mit dem Boot gleiten wir weich durch das ruhige, algengrüne Wasser eines dunklen Mangrovenwaldes. Vorbei an großblättrigen Lotusfeldern mit ihren prallen Blüten und betreten in dieser Wasserstille unbekanntes Terrain das die Phantasie beflügelt. Bald werden wir Südvietnam über den großen Mekong in Richtung Kambodscha verlassen. Das Land mit seinem Reichtum an liebenswerten Menschen, ausgefallenen Landschaften und fremdartigen Tieren und Pflanzen werden wir noch lange in uns bewahren. 7

SÜD VIETNAM


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SÜDVIETNAM 1 GESCHICHTE SÜDVIETNAM 2 HO-CHI-MINH-STADT SAIGON 3 TRAUMA VIETNAMKRIEG 4 IM ZENTRUM DER CAO DAI 5 DAS MEKONG DELTA 6 BIOTOP TRA SU WALD

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GESCHICHTE SÜDVIETNAM Über die neuere Geschichte von Südvietnam gibt es viel zu erzählen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts war das Land unter ständiger Fremdbestimmung die unabsehbare politische Spannungsfelder erzeugte und damit große Dramatik und Schicksalsschläge für Land und Leute schuf. Von der Kolonialherrschaft der Franzosen über den Indochina- und Vietnamkrieg bis zur Wiedervereinigung des Landes gab es vielfach tiefgreifende Ereignisse und historische Brüche, die das vietnamesische Volk mit viel Leid und Not bezahlen musste. Obwohl gesegnet mit fruchtbarem Boden des Mekong Deltas und seinen reichhaltigen Ernten kamen trotzdem ihre fleißigen Menschen oftmals in große Bedrängnis und Existenznöte. Im Sog der Geschichte mussten sie sich von fremden Mächten beugen und unterjochen lassen. Zwischen Kaiserdynastien, Kolonialknechtschaft, Kaltem Krieg und sozialistischer Revolution wurden ihre Entwicklungschancen immer wieder unterminiert und auf Null gebracht. Ihr Menschenrecht auf Freiheit und Selbstbestimmung wurde ständig beschnitten oder ignoriert, so dass sie sich in der Vergangenheit nicht adäquat entfalten konnten. Im Zuge des europäischen Kolonialismus griffen schon im Jahre 1858 französische Truppen mit Kanonenboote Vietnam an, setzten ihre Kaiserdynastie unter Druck und zwangen das Land langfristig zur Aufgabe ihrer Autonomie. Bereits 1883 wurde das ganze Land in drei Protektorate aufgeteilt. So hieß der Norden „Tonkin“, die Mitte „Annam“ und Südvietnam bekam den Namen „Conchinchina“ diktiert. Damit stand Vietnam komplett unter französischer Herrschaft. In der Folgezeit wurde der Bevölkerung französische Kultur und Lebensform übergestülpt. Angefangen von der Architektur bis zur Weltanschauung befand sich das Land unter einem französischen Kulturdiktat. Ironischerweise kamen so vietnamesische Studenten und Intellektuelle auch erstmals mit den Ideologien des Sozialismus und Kommunismus in Kontakt. Erst als Deutschland im Zweiten Weltkrieg Frankreich besetzt hielt änderte sich auch die Situation der französischen Kolonialherren. Deutschlands Kriegspartner Japan brachte sie in militärische Isolation. Der Druck erhöhte sich zusätzlich als Japan die thailändische Militärmacht im Winter 1940 zum Angriff auf Indochina ermutigte. Ab 1945 stand Vietnam unter japanischer aber auch in Teilen noch unter französischer Verwaltung. Beide Besatzerländer beuteten die vietnamesische Nation extrem aus und forderten immer mehr Abgaben an Lebensmittel für ihre eigene Kriegsmaschinerie. Das Resultat war eine desaströse Hungersnot unter der vietnamesischen Bevölkerung bei der etwa zwei Millionen Menschen starben. 10

Schon vier Jahre vorher 1941 kam der 51-jährige Ho Chi Minh aus seinem Exil zurück und gründete die Viet Minh. Es war eine Gruppierung aus verschiedenen nationalistischen und kommunistischen Kadern zur Abwehr der japanischen und französischen Besatzer. Eine neue politische Konstellation entstand. Japan stürzte nun endgültig die französischen Kolonialisten. Kaiser Bao Dai wurde Staatschef eines japanischen Satellitenstaates, dem Kaiserreich Vietnam. Im Gegenzug unterstützte China zusammen mit den USA die Viet Minh zur Abwehr des japanischen Imperialismus. Wenig später zum Ende des 2. Weltkrieges und der Kapitulation Japans dankte der letzte Kaiser Bao Dai wieder ab. Nur kurz danach wurde im September 1945 die Demokratische Republik Vietnam ausgerufen und im Januar wurde die erste Nationalversammlung von Vietnam gewählt bei der als Wahlsieger die Viet Minh hervorgingen. Doch nur kurz umfasste die Demokratische Republik das ganze Land. Frankreich widersetzte sich vehement dem Friedensvertrag mit den Viet Minh. So erzwangen sie die Wiedereinrichtung ihres kolonialen Regimes in Südvietnam. Der Versuch, das inzwischen unabhängige Nordvietnam wieder untertan zu machen, führte zwangsläufig zum sogenannten Indochinakrieg. Der Krieg wurde ab 1950 zu einem schmutzigen diffusen Stellvertreterkrieg. Frankreich setzte ein Heer von Söldnern ein und die Viet Minh erhielten drastische Militärhilfe aus der Volksrepublik China und der Sowjetunion. Am Ende entwickelte sich die Schlacht um Dien Bien Phu zu einer epochalen Niederlage Frankreichs die im Mutterland schlagartig auch zu einem Meinungsumschwung führte. Nur noch 7% der Franzosen waren für eine Fortführung des Krieges und somit endete ihr fast 100-jähriges koloniales Engagement in Vietnam. Der verlustreiche Indochinakrieg endete 1954 mit der Indochina Konferenz in Genf, in der eine strenge Teilung Vietnams am 17. Breitengrad aushandelt wurde. Nordvietnam wurde dabei nach chinesischem Vorbild zu einem kommunistischen Bauernstaat umgeformt und die Landbevölkerung schonungslos in soziale Klassen unterteilt. Durch Säuberungsaktionen der kommunistischen Partei in Hanoi starben bei Exekutionen über 50.000 Menschen. Dabei waren auch Menschen betroffen, die vorher die Viet Minh unterstützt hatten. Die US Regierung interpretierte dabei die Ergebnisse der Indochina Konferenz als ihre Niederlage im Kalten Krieg. Sie befürchtete, dass eine Vereinigung Vietnams unter kommunistischer Führung mit einem politischen Ungleichgewicht einherginge, das eine systematische kommunistische Unterwanderung mit Dominoeffekt für ganz Südostasien bedeuten könnte. Infolgedessen entschlossen sie sich für die Bildung und Unterstützung eines antikommunistischen Staates in Südvietnam. 1954 beauftragte Bao Dai, der inzwischen Staatchef von Südvietnam geworden war, den antikolonialistischen und antikommunistischen Katholiken Ngo Dinh Diem mit einer Regierungsbildung. Weite Teile Südvietnams wurden zu jener Zeit von zwei religiösen Sekten beherrscht. Es waren die


kaisertreuen Cao Dai und die buddhistischen Hoa Hao, die vehement gegen die französische und japanische Herrschaft gekämpft hatten. Gleichzeitig waren aber nach der aktuellen Teilung noch Viet Minh Kader in Südvietnam geblieben. Diese Gemengelage machte die politische Situation äußerst labil und explosiv. Mit Unterstützung der USA gelang es Diem zwei Aufstände niederzuschlagen. Diem baute daraufhin mit Akribie sein Regime aus und setzte kurzerhand Bao Dai ab und proklamierte Südvietnam zur Republik. Als Präsident übernahm er auch die Regierungsgewalt. Diem und die USA lehnten alle Forderungen des kommunistischen Nordvietnams nach Wiedervereinigung strikt ab. Aus Angst vor kommunistischer Unterwanderung der Superstaaten China und Sowjetunion unterstützte die US Administration Diems Ziel einen unabhängigen und souveränen Staat aufzubauen mit enormer Militär- und Wirtschaftshilfe. Doch Diems autokratische Politik wurde bei den Südvietnamesen immer unpopulärer. Er festigte seine Herrschaft künftig indem er einflussreiche Regierungspositionen mit Verwandten aus seiner Familie besetzte. Gleichzeitig unterhielt er mit enormen Steuergeldern zwei sich gegenseitig bespitzelnde Geheimdienste. In Saigon protestierten daher lautstark Studenten und Buddhisten gegen seine autoritäre Politik. Bis 1960 versank Südvietnam unablässig in Korruption und Chaos. Selbstverbrennungen von buddhistischen Mönchen, die sich massiv gegen ihre Unterdrückung widersetzten, fanden starke Resonanz in der gesamten Weltpresse. Schließlich am 2. November 1963 wurde Diem, nachdem sich auch die Kennedy Administration von ihm distanzierte hatte, auf der Flucht von seinen eigenen Offizieren ermordet. Das Engagement der USA im Kampf gegen das kommunistische Nordvietnam vergrößerte sich trotzdem von Jahr zu Jahr. Kriegsschiffe waren im Dauereinsatz und patrouillierten im südchinesischen Meer. Ein fingierter Zwischenfall dann im Golf von Tonkin ließ den Vietnamkonflikt sprunghaft eskalieren. Ab 1965 beginnt die Großmacht USA mit einem systematischen Luftkrieg gegen das kleine Nordvietnam. Unterdessen operieren immer größere US Bodentruppen gegen den sogenannten Vietcong. Die Nationale Front für die Befreiung Südvietnams war eine Guerillaorganisation, die sich über den sogenannten Ho Chi Minh Pfad logistisch und militärisch generierte. Obwohl die Supermacht USA technisch und militärisch weit überlegen war eskalierte der Krieg 1968 um eine weitere Stufe. Auf Seiten der Vietcong kämpften nun rund 230.000 Partisanen und mehr als 50.000 aus den offiziellen Streitkräften von Nordvietnam. Ihnen standen aber 550.000 Amerikaner und eine ähnliche Zahl südvietnamesischer Regierungstruppen gegenüber. Im Januar 1968 in der sogenannten Tetoffensive wurden Teile Saigons zusammen mit der US Botschaft von Vietcong- Partisanen eingenommen. Die Lage ließ sich seitens der USA nicht mehr kontrollieren. Am 2. September 1969 starb Ho

Chi Minh mit 79 Jahren in Hanoi. Dank seiner Guerillataktik hatte er den Vietcong stark gemacht. Im ganzen Land schnellten die Opferzahlen kontinuierlich in die Höhe und die öffentliche Meinung in den USA richtete sich allmählich gegen die eigene Regierung von Lyndon B. Johnson. Man sah, dass dieser Krieg nicht mehr zu gewinnen war. Trotzdem flog die US Air Force noch bis 1973 unrühmliche und sinnlose Luftangriffe in denen Napalm und das chemische Entlaubungsmittel Agent Orange zum Einsatz kam. Bis heute ist das Gift in den ökologischen Systemen von Vietnam wirksam. Mit dem Fall Saigons am 30. April 1975 endet der Vietnamkrieg. Ein Krieg, der in seiner Brutalität kaum zu übertreffen ist und zwei bis vier Millionen Vietnamesen das Leben kostete. Über 55 Tausend meist junge US Soldaten mussten in diesem Krieg ihr Leben lassen und sich für eine politische Fehleinschätzung opfern. Am 2. Juli 1976 wurde von der marxistischen Einparteienregierung in Hanoi die Wiedervereinigung des Landes verkündet und die ehemalige Hauptstadt Südvietnams Saigon wurde zu Ehren ihres Führers in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt. In den Jahren von 1975 bis 1998 bewegten politisch motivierte Säuberungsaktionen und Umerziehungsmaßnahmen 800.000 Menschen zur Flucht in das Ausland. Und man schätzt, dass 200.000 Fluchtversuche über das südchinesische Meer durch die sogenannten Boat People tödlich endeten. Seit 1996 verfolgt die kommunistische Partei Vietnam eine Transformationspolitik hin zu einer sozialistischen Markwirtschaft, ähnlich der Chinas. Das Ergebnis dieser Öffnung schlug sich im rasanten Wachstum ihres Bruttosozialprodukts nieder. Die notorische Armut der vietnamesischen Bevölkerung konnte durch die Privatisierung der Landwirtschaft und die Liberalisierung der Wirtschaft extrem reduziert werden. Diese generelle Verbesserung machte das Land auch für den internationalen Tourismus attraktiv und brachte Devisen zur technischen und kulturellen Erneuerung des gesamten Staates.

Fotowand im Kriegsmuseum - Landschaft mit Kind nach Napalm Angriff.

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Schon im Anflug auf Ho-Chi-Minh-Stadt war mir klar wir landen heute in einer der großen Mega Cities Asiens. In den kleinen ovalen Fensterluken des Flugzeugs war ein unüberschaubares vorbeiziehendes Häusermeer zu beobachten, das nur durch ein glitzerndes Flussmäander unterbrochen wurde. Die Fläche von über 2.000 Quadratkilometer war bis auf ein paar Ausnahmen komplett überbaut. Breite Highways mit riesigen Wohnanlagen wurden sichtbar und im Hintergrund neben dem mäandernden Fluss Sai Gon, markierten Wolkenkratzer und Bürotürme schön gestaffelt das Zentrum von Ho-Chi-Minh-Stadt. Das war nicht immer so - ganz im Gegenteil. Die Stadt war noch Mitte des 19. Jahrhundert ein Dorf mit etwa 7.000 Einwohnern. Und 2.000 Jahre weiter zurück, war sein Name noch Prei Nokor was übersetzt heißt „Dorf im Wald“. Ihre rasante Entwicklung zur Stadt ging mit der französischen Kolonialisierung einher. Schon 1911 verzehnfachte sich die Bevölkerung auf ca. 70.000 Menschen und am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde gar die Millionengrenze überschritten. Heute schätzt man, dass im Stadtgebiet von Ho-Chi-Minh-Stadt etwa 9 Millionen Menschen leben und dieser Trend zeigt weiter nach oben. Die größte Stadt Vietnams ist nach der politischen Öffnung zur sozialistischen Markwirtschaft eine der dynamischsten Boom-Metropolen von ganz Asien geworden. Die längste Zeit in der Vergangenheit hieß sie Saigon. Erst nach der Niederlage Südvietnams im Vietnamkrieg gegen Nordvietnam wurde die Stadt nach deren Revolutionär und Staatschef Ho Chi Minh umbenannt. Übrigens heißt der Stadtbezirk Nr. 1 von Ho-Chi-Minh-Stadt immer noch Saigon und im Alltagsjargon ihrer Bewohner gilt das meist ebenso.

H O - C H I - M I N H - S TA D T S A I G O N

Um die Stadt das erste Mal aus der Supertotalen zu erfassen, empfiehlt es sich auf die Aussichtsplattform eines ihrer höchsten Gebäude hochzufahren. Wir stehen vor der futuristischen Architektur des 265 m hohen Bitexco Financial Tower und schauen steil nach oben zu seinem markant gesetzten Helikopter Landeplatz. Oben auf seinem Skydeck genießen wir den imposanten 360° Rundblick, wo am Horizont die Randbezirke der Stadt im Smog verschwinden. Unten erkennt man aber deutlich den Stadtkern mit seinem großen Platz vor dem Rathaus und den zwei Türmen der neugotischen katholischen Kathedrale Notre Dame. Ende des 19. Jahrhundert wurde dieser koloniale Kirchenbau fertiggestellt, wobei nicht nur sein Stil, sondern auch das gesamte Baumaterial aus Frankreich stammte. Die bodentiefen Fenster des Skydecks lassen außerdem auch einen sensationellen senkrechten Blick auf die breiten Straßenschluchten zu, auf denen sich ameisenhaft abertausende Rollerfahrer bewegen. Ihre zeitlupenartig kriechende Leuchtspur in der Abenddämmerung macht dabei das undurchschaubare Straßennetz der Stadt sichtbarer. Inzwischen war es langsam Nacht geworden und die Stadt veränderte ihr Gesicht. Die strenge Statik, der umstehenden Gebäudetürme wurden von animierten LED-Leuchtfassaden in scheinbare Bewegung versetzt. Und als wir unten wieder auf dem Gehweg stehen, hat sich die Stadt in ein phantastisches Lichtermeer verwandelt. Rollerfahrer fluten allerorts die Fahrbahnen mit ihren ohrenbetäubenden Zweitaktmotoren und erfüllen die laue Abendluft mit ihren Abgasdüften. 13


Mittendrin in der Geräuschkulisse des asiatischen Way of Life erkennen unsere neugierigen Augen sogleich ein paar prominente Bauwerke im Scheinwerferlicht. Das prunkvolle Opernhaus oder das luxuriöse Eingangsportal des Caravelle Saigon Hotels präsentieren sich in ihrer Nachtansicht wie kitschige Postkartenbilder. Auf dem langgestreckten Rathausvorplatz herrscht dichtes Gedränge und die inszenierten Lichtarchitekturen der umstehenden Gebäude suggerieren das unwiderstehliche Flair einer Weltstadt. Man merkt, dass die Stadt in der tropischen Klimazone liegt. Die Temperatur geht hier in der Nacht selten unter 20° Celsius, was sich natürlich in ihrer Lebendigkeit und nächtlichen Betriebsamkeit ausdrückt. Verkehrsaufkommen auf höchstem Niveau und volle Restaurants innen und außen bis lang nach Mitternacht. In den Parks treffen sich zuhauf junge Leute und die Stadt kennt fast keinen Schlaf. Schon ab morgens vier Uhr macht sich die erste Rollerfahrer-Welle wieder in Richtung Zentrum auf und wenig später um 5:30 Uhr ist die ultimative Super-Rushhour mit abertausenden Rollerfahrer im Gange, die dann dreispurige Hauptverkehrsadern auf die ganze Breite und auf mehrere Kilometer blockieren. Man schätzt, dass jeden Tag mehr als 4-5 Millionen Zweiradfahrer permanent unterwegs sind und die Stadt wie keine andere damit charakterisieren. Am Morgen gehen wir vom Hotel zu Fuß zum bekannten Le Van Duyet Tempel, der sich im nördlichen Bereich der Innenstadt befindet. Ein großes Eingangstor mit anschließendem weitem Park empfängt uns. Im Tempel ist das Grabmal von General Le Van Duyet und seiner Ehefrau. Zu Ehren des Generals, der dem ersten Kaiser Gia Long half die Tay Son Rebellion niederzuschlagen und damit die Nguyen Dynastie 1802 zu retten, die dann Vietnam erstmalig einigte. Die äußere Tempelfassade ist bestückt mit Wandreliefs und feinen Mosaiken. Im Innenraum sind Säulen und der Altar aus poliertem Holz. Zwei riesige Kranichskulpturen und eine lebensgroße Pferdefigur schmücken den Tempelraum und das innere Heiligtum bietet mit seinen rotgoldenen Drachensäulen eine dezente Farbigkeit. Nicht weit von dieser heiligen Stätte, die reich verzierte Jadekaiser Pagode. Sie vereint von der Art her buddhistische und taoistische Stilelemente und wurde von der kantonesischen Gemeinde 1909 erbaut. Geweiht ist sie dem Jadekaiser Ngoc Hoang, eine wichtige Gottheit im taoistischen Pantheon. Viele geheimnisvolle Figuren beherrschen die dunklen Räume der Pagode. Dämonenwachen, böse Drachen, ein wilder Tiger und Verdammnis Motive schmücken ihre Wände. Im skurrilen Frauenraum beten Gläubige zur Göttin der Mütter - Kim Hoa, die über 12 farbenprächtig bekleidete Keramikfiguren herrscht. Jede von ihnen symbolisiert je ein Mondjahr oder je eine Tugend und Laster. Am Mittag besuchen wir die populäre China Town von Ho-Chi-MinhStadt. Cholon so heißt das Viertel im 5. Bezirk. Über eine halbe Million 14

ethnische Chinesen bewohnen diesen Stadtteil, die aus verschiedenen Regionen Südchinas zugewandert sind. Als Migranten haben sie bis heute ihre Dialekte und Sitten behalten und eine unverwechselbare Subkultur aufgebaut. Früher um 1900 war Cholon berüchtigt ein verruchtes Vergnügungsviertel und Opiumhöhle zu sein und in den 50er Jahren waren die überfüllten Straßen leichtes Versteck für den Vietcong. Für ihr eigenes Seelenheil hat die chinesische Bevölkerung schon bald mit dem Bau von Pagoden begonnen. So wurde der buddhistische Quan Am Tempel schon 1816 zu Ehren der Göttin der Barmherzigkeit gegründet. Das reich verzierte Dach des Torhauses ist mit schöner farbiger Keramik belegt und ein eindrucksvoller Innenhof führt zu mehreren Altären auf den die Gläubige ihre Opfergaben stellen. Nicht weit von Quan Am entfernt ist einer der interessantesten Tempel der Stadt, die Thien Hau Pagode. Ebenfalls von der kantonesischen Gemeinde geschaffen, ist sie der Meeresgöttin Thien Hau geweiht, die zugleich die Schutzpatronin aller Seeleute ist. Der Vorhof mit seinen hohen Mauern hat aufwändig gestaltete Friese und geschnitzte Paneele. Kostbare Friese schmücken auch das Atrium, in dem Weihrauchfässer duftende Nebelschwaden erzeugen. In der Haupthalle hängen seltsam fremde rote Papierstreifen von den Wänden, auf denen Gläubige ihr Gebet und ihre Wünsche schreiben. Schön anzusehen die Reihen von gespendeten Weihrauchspiralen die im Hauptheiligtum von der Decke hängen und von Helfern mit Stangen ständig ergänzt werden. Im heiligen Rauchnebel entdecken wir oben ein großes Boot aus Holz. Noch beeindruckt von diesen buddhistischen Welten betreten wir abrupt das lärmende Chaos Saigoner Straßen. Unsere ständige Begleitung sind nun unendlich lange Motorrollerschlangen, die in Richtung Stadtzentrum fahren. Erstaunlich schnell gewöhnt man sich an diese Art von Verkehr und glaubt nach einer gewissen Zeit sogar, darin eine gewisse Ordnung oder gar eine Kultiviertheit zu erkennen. Je näher wir zum Zentrum der Stadt kommen, um so glatter werden die Häuser und Gebäude die in unseren Augen immer westlicher wirken. LED Werbeleuchttafeln und illuminierte Fassaden bannen die Blicke und edle Shoppingmalls wechseln sich mit noblen Hotels und Bankentürme ab. Im Stadtkern nehmen wir mehrere zeitgeschichtliche Hotels wahr und am Ende sitzen wir mit einem Drink in der Hand auf der „musealen Dachterrasse“ des Fünfsterne Rex Hotels. Ursprünglich von der Kolonialmacht Frankreich als Messeraum für europäische Automobile geplant, änderte sich das Raumkonzept mit Ende des Indochina Krieges als die Franzosen endgültig Saigon verließen. Zu einem Luxushotel mutiert brachte es neue Gäste und als die US Marines es für ihre Zwecke beschlagnahmten feierten sie anfangs noch Thanksgiving und andere Feste auf dieser offenen Dachterrasse mit der goldenen Krone. Doch ihre täglichen Pressekonferenzen in der Hochphase des Vietnamkrieges machten sie legendär. Militärsprecher gaben genau hier ihre Sichtweise des Kriegs-


geschehen einer internationalen Journalistenschar zum Besten. Die Pressevertreter nannten die täglichen Pressebriefings sarkastisch als „five o’clock follies“ - frei übersetzt: Schwachsinn zur Tea Time. Den Rest der Geschichte kennt man und nach der politischen Öffnung des kommunistischen Vietnams wurde es folgerichtig modifiziert zum Fünfsterne Hotel par excellence mit Pool, exklusivem Spa Bereich und Pop-up-Stores mit internationalen Luxusbrands. Ein Besuch am Tag 3 unserer Saigoner Tage möchte ich an dieser Stelle noch besonders erwähnen, weil er mich emotional sehr berührte. Dazu muss ich einen kleinen Zeitsprung in die Vergangenheit machen. Einige Zeit vor unserer Reise nach Vietnam lief in der ARD eine TV Dokumentation über das ehrwürdige alte Hauptpostamt in Saigon und einen seiner Mitarbeiter, der als staatlicher Briefe-Schreiber und Übersetzer vorgestellt wurde. Sein Name Duong Van Ngo, 88 Jahre alt, der trotz Rente nach wie vor jeden Tag noch pünktlich seinen Job macht. Die Doku begeisterte mich so, dass ich mir vornahm, wenn möglich diesen Mann unbedingt kennenzulernen. Jetzt war die Gelegenheit da. Wir spazierten durch das Eingangsportal des Hauptpost-

amts von Saigon und standen unter seiner wuchtigen Gewölbekuppel. Am anderen Ende über der großen Uhr hing das übergroße Portrait des allgegenwärtigen Volkshelden Ho Chi Minh. Eigentlich hegte ich schon einige Zweifel den doch sehr hochbetagten Herr Ngo hier während der hektischen Geschäftszeit um 15:30 Uhr anzutreffen. Doch O Wunder nach kurzer Suche durch die Gänge und Schalter saß er da, klein und gebückt an einer unbequemen Tischecke. War wohl schon immer sein Platz? Was soll ich sagen, es war alles so wie in der Doku und ich sprach ihn auch ohne zu zögern an. Sehr freundlich erwiderte er meine touristische Aufdringlichkeit und zeigte mir stolz aus seiner altgedienten Ledertasche einige von seinen Presseartikeln über ihn. Ich bat ihn eine Grußkarte an meine Freunde aus Deutschland auf vietnamesisch zu schreiben. Selbstlos und bereitwillig erfüllte er meinen Wunsch ohne irgendein ein Honorar anzunehmen. Mit großem Respekt verließ ich ihn und war froh und zufrieden diesen besonderen Menschen getroffen zu haben. 2020 während ich den Text zu diesem Buch schrieb entdeckte ich zufällig ein Eintrag im Internet mit den Worten: ... am 2.3.2020 um 10:44 Uhr in Saigon. Wir haben Herrn Ngo kennengelernt. Ein sehr feiner Mensch. Und morgen wird er 90 Jahre alt... – Ich war sehr gerührt!

Eine Institution im Hauptpostamt Saigon - Herr Duong Van Ngo, 90 Jahre, öffentlicher Briefeschreiber- und Übersetzer.

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Die 9 Millionen Metropole Ho-Chi-Minh-Stadt mit Blick auf den Fluss Sai Gon.


Blick vom Bitexco Financial Tower zur Hafenanlage von Ho-Chi-Minh-Stadt.

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Das markante Helicopter Deck vom Bitexco Finacial Tower.


Shopping Mall im Bitexco Financial Tower.

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Metro Baustelle von Saigon Mitte.


Saigoner Abendstimmung mit Smog.

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Saigoner Lichtarchitektur.


Rex Hotel mit Saigoner Rathaus - Sitz des Volkskomitees.

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Saigoner Opernhaus - Zentrum der feinen franzÜsischen Gesellschaft während der Kolonialzeit.


Illuminierte Saigoner Innenstadt.

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Mindestens vier bis fĂźnf Millionen aktive Rollerfahrer jeden Tag.


Poleposition am Ampelstart.

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Die Kanonenkugelbaum BlĂźte (Couroupita guianensis).


Kleines vietnamesisches Mächen im Park der Le Van Duyet Pagode.

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Die schmucken Dächer des Le Van Duyet Tempels.


Grabbesuch am Le Van Duyet Tempel.

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Goldene Kranichskulptur als Wächtersymbol.


Pfรถrtnerin im Le Van Duyet Tempel.

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Vom Inneren des Le Van Duyet Tempel in den AuĂ&#x;enbereich.


Vor dem reinen Ton der gussernen Klangschale.

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SchweiĂ&#x;werkstatt am Le Van Duyet Boulevard.


Riskantes Verkehrsmanรถver.

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Portalfiguren in der Jadekaiser Pagode.


Im Frauenraum der Jadekaiser Pagode wacht Kim Hoa die GĂśttin der MĂźtter.

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Schnitzerei in der Halle der Zehn Hรถllen.


Der rosa Lotus ist fĂźr Buddhisten der Inbegriff aller Lotusarten.

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Blumen sind wichtiger Bestandteil der vietnamesischen Kultur.


Händler mit seinem TÜchterchen auf dem Markt.

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Der chinesisch katholische Cha Tam Kirchenturm der St Francis Xavier Pfarrgemeinde.


Weihwasserschale in der St Francis Xavier Pfarrkirche Cha Tam in Cholon.

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Senioren Speisung in der Pfarrgemeinde St Francis Xavier.


Rikscha-Fahrer bei der Mittagspause.

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Portal der St. Francis Xavier Pfarrgemeinde.


Werbeobjekt - Fahrrad mit Fischreusen.

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Warten auf Kundschaft im Binh Tay Market.


Handel auf engstem Raum.

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Dachansicht von der Quan Am Pagode.


Opfergabe zu Ehren der Gรถttin der Barmherzigkeit.

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Achtung Geisterfahrer.


Beruf: Rikschafahrer in der 9-Millionen Metropole Ho-Chi-Minh-Stadt.

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Chinesische Schriftwand in der Thien Hau Pagode.


Die Lotus Braut im festlichen Ă o DĂ i.

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Räucherspiralen mit Wunschzettel.


Im Rauch des reinen Geistes.

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Symbolkraft des Rauches - Alles Dasein ist vergänglich.


Junge Mรถnche beim Tempelbesuch.

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Bitten und WĂźnsche an die GĂśtter.


Chinesische Kalligraphie in der Thien Hau Pagode.

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Saigoner Dachansichten.


Rollerwelten.

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Väter und Söhne.


Vorfreude ist die schรถnste Freude.

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StadtbegrĂźnung oder die Zukunft der Stadt.


Das Marie-Curie-Gymnasium - 1918 von der französischen Kolonialregierung als Mädchengymnasisum gegründet.

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SĂźdostseite der Kathedrale Notre Dame Saigon - Grundsteinlegung 1877.


Tauben Boulevard.

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Die

Pforte zum Volkskomittee - Rathaus Ho-Chi-Minh-Stadt.


Lotus Interimshalle auf dem Rathaus Platz.

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Ho Chi Minh Portrait unter der Gewรถlbekuppel des Hauptpostamtes Saigon.


Der Briefeschreiber vom Hauptpostamt Saigon - Herr Duong Van Ngo, Jahrgang 1930.

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Die Skyline von Caravelle und Sheraton Hotel Saigon.


Das Rooftop des historischen Rex Hotels.

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Sun Wah Tower und Bitexco Finacial Tower Skyline.


GrĂźne Minimal Dachterrasse im Zentrum der Stadt.

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Erste Adresse in Sachen Asian Design and Fashion.


Begegnung oder Einkaufsbummel am Abend.

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Saigon Center - Shopping Mall zur Vorweihnachtszeit.


Ho Ho Ho-Chi-Minh-Stadt Schaufenster Dekoration.

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Das ist eine Bildunterschrift


Im Krieg gibt es nur Verlierer - diese einfache Formel stimmt ohne Wenn und Aber. Die Dialektik des Krieges untersteht immer dem kausalen Prinzip von Ursache und Wirkung, das ihn letzten Endes hervorbringt. Das Beispiel des Vietnamkrieges, der als einer der größten Kriegskatastrophen der neueren Geschichte gilt, belegt diese Behauptung. War er unausweichlich oder doch vermeidbar? Die Geschichtswissenschaft versucht dies durch die Sichtweise beider Kriegspartner im Rückblick zu ergründen. So lautet die Sicht der kriegsbeteiligten US-Regierung in etwa so: Ein aggressiver auf Welteroberung zielender Kommunismus habe die USA zu einem stärkeren Engagement zur Verteidigung der Völker Südostasiens gezwungen und schließlich zum Kriegseinsatz getrieben. Der eigentlich schon gewonnene Krieg konnte durch innenpolitische Faktoren des Partners Südvietnam nicht siegreich beendet werden. Und nordvietnamesische Historiker stellten dem entgegen: Die Vietnamesen hätten ihr Land nicht als geteilte Nation begriffen. Nordvietnam habe seinen Einsatz mit der NLF (Nationale Front für die Befreiung Südvietnams) nicht als Bürgerkrieg, sondern als gerechten Kampf um nationale Selbstbestimmung gegen eine imperialistische Intervention der USA verstanden. Aus diesen diametralen Sichtfeldern eskalierte dann ein erbarmungsloser Krieg, der 15 Jahre dauerte und ein Trauma für beide Nationen bis heute geschaffen hat. Kalte Zahlen können niemals das millionenfache individuelle Leid wiedergeben. Trotzdem möchte ich ein paar Fakten nennen, die diese menschliche Tragödie bis heute im kollektiven Gedächtnis verankert hat. Robert McNamara, ehemaliger Verteidigungsminister von 1961-1968 hatte in seinen „Erinnerungen“ von 1995 den Vietnamkrieg als einen „furchtbaren Irrtum“ der USA bezeichnet. Er war bis dahin ihr längster und erster Krieg der trotz absoluter militärischer Überlegenheit verloren wurde. Der Militärapparat der USA warf viermal soviel Bomben ab wie während des ganzen 2. Weltkrieges. Mit einer Sprengkraft von etwa 600 Hiroshima Atombomben und über 20 Millionen Bombenkratern wurde komplett das ganze Land Vietnam überzogen. 50 Millionen Liter des hochgiftigen Entlaubungsmittel „Agent Orange“ wurden versprüht das bis heute immer noch fatale Auswirkungen wie Missbildungen bei Neugeborenen zeigt. Man schätzt, dass 2 Millionen Zivilisten und etwa eine Million Soldaten alleine in Südvietnam starben. Es ist anzunehmen, dass Nordvietnam etwa ähnlich hohe Opferzahlen hatte, die aber aus Demoralisierungsgründe vertuscht wurden. Für die USA sind nach offiziellen Angaben 58.299 Soldaten gefallen und dabei wurden mehr als 300.000 verletzt. Davon blieben 33.000 auf Dauer gelähmt. Nachdem Krieg begingen mehr Veteranen in der Heimat Selbstmord als Soldaten in Vietnam gefallen sind. Viele der 500.000 US Kriegsteilnehmer fanden sich danach im Zivilleben nicht mehr zurecht, weil sie unter posttraumatischen Störungen litten. Die Aufarbeitung des Krieges wird in Vietnam durch viele Gedenkstätten oder Museen dokumentiert. Eines davon befindet sich in Ho-Chi-Minh-Stadt - das „War Remnants Museum“. Hier werden nicht nur Kampfjets, Hubschrauber, und Panzer des Feindes gezeigt, sondern auch andere Objekte und Dokumente des Krieges. 85

TRAUMA VIETNAMKRIEG


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Kriegsmuseum Exponat: ein Kampfjet des Feindes.


BeutestĂźcke Hubschrauber und Panzer von der U.S.Army.

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Boeing CH-47 Chinook Helicopter mit amerikanischem SchĂźtzenpanzer.


Waffenpark im Kriegs-Reste-Museum.

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DIE TUNNEL VON CU CHI Eine besondere Art der Geschichtsaufarbeitung liegt etwa 70 km nordwestlich von Ho-Chi-Minh-Stadt in einem Waldgebiet des Cu Chi Landdistriktes. Im Gänsemarsch gehen wir auf einem beigesandigen Weg durch einen dichten Bambuswald. Gelegentlich weisen Baumschilder auf tiefe B52 Bombenkrater hin. Wir erreichen eine kleine unspektakuläre Lichtung und erwarten eigentlich nicht viel, als plötzlich der belaubte Waldboden an einer Stelle aufklappt. Ein Mensch mit grüner Tarnkleidung und Rangerhut schiebt vorsichtig seinen Kopf aus der Bodenöffnung heraus. Wir waren ziemlich verblüfft, dass durch diese kleine Bodenöffnung überhaupt ein Mensch heraus- oder hineinschlüpfen kann. Wir haben dann erfahren, dass es viele solcher Öffnungen in diesem Gebiet gibt und sie zu einem gigantischen Tunnelsystem gehören. Schon 1948 wurden die ersten Tunnel hier gegen die Kolonialmacht Frankreich gegraben, um Waffen, Geräte und Menschen zu verstecken.

Nachdem die USA in den 60er Jahren das südvietnamesische Diem-Regime militärisch unterstützte erweiterte der Vietcong das Tunnelsystem auf eine Gesamtlänge von 200 km teilweise auf drei Ebenen. Die oberste Etage lag dabei 3-4 Meter labyrinthisch unter der Erde. Für den Unterschlupf von Kindern war die 2. Etage gedacht in einer Tiefe von 6 Meter. Die unterste Ebene war 8 - 10 Meter unter der Erde und diente dem Vietcong Kämpfern für verschiedene Zwecke. So entstanden ganze Städte mit Schulen, Lazarette, Büros, Werkstätten und Kantinen. Frischluftzufuhr und Rauchabzüge wurden genial gelöst. Zudem waren die Eingänge mit furchtbaren Fallen abgesichert. Laut US Angaben war eine Zerstörung des Tunnelsystem nicht möglich. Zum einen wegen ihrer Tiefe und zum anderen wegen ihrer enormen Ausdehnung. Selbst B52 Bombern gelang es nicht sie zu zerstören und Gasangriffe wurden durch eine Art Siphon-Konstruktion wirkungslos. Trotzdem hatten die Tunnelbewohner einiges zu ertragen. Attacken von Giftschlangen, Ratten und Ungeziefer waren auf der Tagesordnung und die unerträgliche Hitze überall in der Enge der Tunnel und Hohlräume war ein großes Problem. Von den hier lebenden 18.000 Widerstandskämpfern kamen etwa ein Drittel bei Kampfhandlungen ums Leben.


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Die Tunnel von Cu Chi versteckt im dichten Bambuswald.


Blick aus der Unterwelt.

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Hinweisschild auf einen B52 Bombenkrater - B52 Bomber flogen im Vietnamkrieg 126.000 Einsätze.


Sortiment des Grauens.

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Im sicheren System der Tunnel.


Verwundeter auf dem Weg ins unterirdische Lazarett.

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Schneiderei 8 Meter unter Tage.


Strategiekarte des Vietcong.

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Das ist eine Bildunterschrift


Vietnam ist in puncto Religion ein sehr zwiespältiges Land. Seit 1976 dem Jahr der Wiedervereinigung wird das Land von einem sozialistischen System beherrscht, das durch die kommunistische Einheitspartei gelenkt wird. Laut einer statistischen Erhebung zufolge sind 81,5% der Vietnamesen Atheisten. Der Rest sind nach Schätzungen etwa 20 Millionen Buddhisten und 6 Millionen Katholiken. Eine Minderheit von 3 Millionen sind Anhänger der Cao Dai Sekte und eine Million von der Hoa Hao Sekte, die einen bäuerlich, puritanischen Laien Buddhismus praktiziert. Beide Glaubensgemeinschaften hatten während der kolonialbedingten Wirtschaftskrise in den 30er Jahren einen regen Zulauf und galten als die oppositionelle Kraft in Südvietnam. Unter ferner liefen sind dann noch mit 500 Tausend der Protestantismus und nur mit 50 Tausend Gläubige der Islam. Die jüngste dieser Religionen ist die Cao Dai Glaubenslehre. Nach ihrer Gründung 1926 durch Ngo Van Chieu wuchs sie rasch an und ist heute die drittgrößte Religionsgemeinschaft in Vietnam. Ihre Existenz ist deshalb erwähnenswert, weil sie sich aus einer bunten Mischung der drei großen Weltreligionen Buddhismus, Christentum und des Islam rekrutiert. Etwa 3 Stunden von Ho-Chi-Minh-Stadt befindet sich in der Provinz Thay Ninh das Zentrum des Caodaismus. Hauptattraktion ist dort der große Himmelstempel mit seiner weitläufigen Anlage. Es ist ein bunter Bau aus diversen Stilen der europäischen und asiatischen Architektur. Der exotische Prachtbau mit seinen beiden Doppeltürmen und bunt verziertem Schmuckportal wird täglich anlässlich eines opulenten Gottesdienstes von viele Gläubigen, Würdenträgern und Gästen besucht. Die Hierarchie der Cai Dai Religion ist ähnlich der katholischen Kirchen aufgebaut. Die Basis der Gläubigen sind alle neutral in weiß gekleidet. Es gibt Priesterschüler, Priester, Bischof, Erzbischof, Kardinal und an der Spitze steht der Giao Tong als ihr Kirchenpapst. Eine festgelegte Kleiderordnung spiegelt sich auch in der Sitzfolge im Kirchenraum wider. Langsam füllt sich die Gebetshalle mit Gläubigen und zum Schluss erscheinen die Würdenträger in gelben, roten und blauen Roben, die den Kirchenraum in ehrenvoller Haltung betreten. Wir Gäste finden Platz in einer Art Lobby im oberen Bereich des Eingangs und schauen hinab in die Gebetshalle, in der sich die Gläubigen inzwischen formiert haben. Exakt geordnete Menschenreihen bilden sich, die sich in Männer- und Frauengruppen aufteilen. Umgeben von rosa Säulen, die verziert sind mit dreidimensionalen Drachenmotiven, hat der riesige Kirchenraum für unsere Augen eine durchaus kitschige Ästhetik und Ausstrahlung. Das blaue Kuppelgewölbe mit Wolken und Sternen bemalt, symbolisiert die Ankunft im Himmel. Hinten der Altar besteht aus einem sternenbedeckten Globus, auf dem das allsehende große göttliche Auge ruht. Es ist zugleich auch die Hauptikone des Caodaismus das an vielen Stellen und Orten kommuniziert wird. Es steht für Wissen und Weisheit. Große Vorbilder in der Cao Dai Lehre sind unter anderem der chinesische Revolutionär und Staatsmann Sun Yat-sen und Isaac Newton, die Jungfrau von Orleans und der französische Schriftsteller Victor Hugo. Der Caodaismus lehrt unter anderem die Seelenwanderung und hält Grundsätze wie Vegetarismus, Alkoholverbot, Selbstlosigkeit, Nächstenliebe und Armut als eine moralische Pflicht. 101

IM ZENTRUM DER CAO DAI


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Die Cao Dai Kathedrale in Tay Binh - ein Mix aus europäischer und asiatischer Architektur.


Cao Dai Anhänger treten in die Kathedrale ein.

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Fassadengestaltung der Cao Dai Kathedralenfront.


Cao Dai Gläubige warten auf den Beginn des Gottesdienst.

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Ein Cao Dai Würdenträger mit dem allsehenden Auge - Ikone für Wissen und Weisheit.


Die Gebetshalle.

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Der tägliche Gottesdienst vor dem groĂ&#x;en Altar mit der Weltkugel.


Gläubige neben einer rosa Drachensäule.

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Die drei Heiligen der Cao Dai (Sun Yat Sen, Victor Hugo und Nguyen Binh Khiem) unterzeichnen das „Dritte Bündnis zwischen Gott und Mensch“.


Der große Himmelstempel zieht jährlich drei Millionen Gläubige an.

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Lotusteich in der nebenstehenden Gartenanlage.


Kleine Cao Dai Pagode hinter der Kathedrale.

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Das ist eine Bildunterschrift


Asiens drittgrößter Fluss der Mekong hat im Süden Vietnams ein riesiges Labyrinth aus Flussarmen, Sümpfen und Schwemmland geschaffen, das eine Fläche von über 39.000 Quadratkilometer umspannt. Der in Tibets Himalaya Gebiet entsprungene Fluss mündet nach 4.000 Kilometer hier im südchinesischen Meer. Seine gewaltigen Wassermassen durchqueren sechs Länder und sind vor seinem Mündungsgebiet mehrere Kilometer breit, bevor er sich in 9 Flussarme aufteilt. Aufgrund dieser Teilung trägt er auch in Vietnam den Namen „Neun-DrachenFluss“. Seine Menschen haben die Wasserarme durch unzählige Kanäle verbunden. Dadurch wird das fruchtbare Schwemmland erst richtig nutzbar gemacht. Heute ist das Mekong Delta eine der effektivsten Agrarregionen von Vietnam und mit drei Reisernten pro Jahr ist das Deltagebiet die Reiskammer des Landes. Auch viele Südfrucht- und Gemüseplantagen, zusammen mit Fischfarmen tragen zum Reichtum der südvietnamesischen Agrarwirtschaft bei. Anfang des 19. Jahrhunderts war das Gebiet noch sehr schwach besiedelt, weil klimabedingt tödliche Seuchen die Bevölkerung bedrohten. Der produktionseffiziente Reisanbau wurde erst in der Kolonialzeit begonnen und hat sich Jahr für Jahr bis 1930 um das Zehnfache gesteigert. Die französischen Kolonialherren verpflichteten die vietnamesische Bevölkerung zur Fronarbeit und ließ das für den Reisanbau so wichtige Wasserkanalnetz für ihren Zweck mit Handarbeit graben. Viele starben bei dieser Zwangsarbeit. Jedoch die, die es überlebten erhielten ein Stück eigenes Land für ihren eigenen Reisanbau. Heute leben etwa 16 Millionen Menschen in dem vorher fast unbewohnbaren Deltagebiet. Außer den Agrarflächen wird das Land auch von herrlichen Wasserlandschaften und geheimnisvollen Mangrovenwälder durchzogen. Im undurchdringlichen Grün der Flussnebenläufe entwickelten sich viele artenreiche tropische Refugien. Sie sind Heimat von mehr als 1.000 Tierarten. Viele Schlangen- und Reptilienspezies finden sich in seichten schlammigen Gewässern wieder. Aber auch zahllose exotische Vogel- und Insektenarten bewohnen Lebensräume in den wildbewachsenen Dschungelgebieten. Im unüberschaubaren Flussnetz des Deltas sind Boote und Lastkähne das Haupttransport- und Verkehrsmittel. Inzwischen als touristische Attraktion entdeckt, sind die schwimmenden Märkte bei Can Tho Ausdruck dieser eigenwilligen Verkehrs- und Handelskultur. Händler*innen verbringen die meiste Zeit auf ihren Booten, transportieren, handeln, feilschen und bringen die frischen Waren vor Ort direkt ins Marktgeschehen auf den Fluss. Egal ob mit größeren Lastkähnen oder winzigen Holzbooten, jeder versucht tagtäglich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Die bunte Welt aus Tropenfrüchten, fangfrischem Fischsortiment, Reis oder Kokosnüssen fahren dicht an dicht die Wasserstraße auf und ab. Das wundersame Gemisch aus Geschäftssinn und entspannter Lebensfreude seiner Akteure wird hautnah erlebbar. Fährt man mit dem Boot in einen der kleineren Kanäle findet man versteckt an Land auch einige der Manufakturen, deren Familienclans spezielle Produkte herstellen. So werden unter sengender Hitze in kochend heißen Wasserbehältern der Teig für Reisnudeln hergestellt oder auf uralten Maschinen entstehen süße Kokosbonbons. Es ist eine ganz eigene Welt, in der die positive Energie der arbeitenden Menschen einem sehr beeindruckt. 115

D A S M E K O N G D E LTA


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Fährschiffe warten auf ihren Einsatz.


Lastkahn auf dem Mekong holt neue Fracht.

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Im Dschungel der Mekong Kanäle.


Vorbei an tropischen Wasserpalmen.

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Offene Mekong Kanal Landschaft.


Bootsanlegestelle an einem wilden Mekong Kanal.

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Wohnhaus mit Bootsanlegestelle an einem der vielen Mekong Kanäle.


Ruderin holt Touristen ab.

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Durian - Eine Mutprobe fĂźr den Gaumen.


Jede Kakaofrucht muss einzeln geerntet werden.

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Vietnamesischer ZĂźchterstolz.


Hauskatze mit Mekongblick.

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Augen gegen die Flussgeister.


Siesta eines Mekong Skippers.

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Mekong Fluss Taxi.


Schรถne Palmenwelt am Mekong.

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Spezialität gegrillter Elefantenohrfisch.


Baumschlange am grĂźnen Mekong Ufer.

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Uferlandschaft bei Can Tho.


Zwei Schrägseil Brückenpfeiler - Highway über den Mekong.

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Can Tho grĂśĂ&#x;te Stadt im Mekong Delta.


Mekong Kähne im Hafen von Can Tho.

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PlauderstĂźndchen am schwimmenden Markt von Can Tho.


Ungleiche Markt Konkurrenten.

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Morgendliche Fahrt zum Markt.


Junge Markthelferinnen in Cai Rang.

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Leckere Ananas direkt vom Messer des Händlers.


Schnelle Fracht nach Cai Rang.

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Flatenherstellung in der Reisnudel-Manufaktur.


Das Geheimnis der Reisnudel-Herstellung.

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Neue Netze fĂźr die Mekong Fischer.


Kinderarbeit - Netzherstellung bei 90dB im Heavy Metal Sound.

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Gefangen in der Krokodil Kolonie.


Schlangen Stillleben.

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Palmenlandschaft im Reisfeld.


Reisbauern in der Provinz An Giang.

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Reisbauern mit Reiserntemaschinen.


Landschaft bei Long Xuyen.

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Fischer im Bassac River bei Chau Doc.


Im Hochwasser des Bassac River.

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Das ist eine Bildunterschrift


Zum Abschluss unserer Reise durch Südvietnam werden wir nahe der kambodschanischen Grenze mit einem besonderen Naturerlebnis belohnt. Etwa 20 Kilometer von Chau Doc entfernt, erreichen wir ein sehenswertes 850 ha großes Landschaftsschutzgebiet – den Tra Su Cajeput Wald. Es ist ein einzigartiges Biotop, das mit geführten Ruderbooten befahren werden kann. So können auch relativ unzugängliche und verborgene Orte darin aufgespürt werden. Saisonale Überschwemmungen und ein nahegelegener Kanal halten dieses Areal dauerhaft sumpfig und mit Wasser bedeckt. Als wir diese intakte Naturwelt zum ersten Mal betreten, konnten wir es uns nicht vorstellen, dass noch vor 60 Jahren mittendrin der verheerende Vietnamkrieg tobte. Anfangs war es noch ein geheimer Unterschlupf für Vietcong Partisanen, doch nach seiner Enttarnung durch das US Militär wurde das Gebiet massiv aus der Luft und auch am Boden attackiert. Nach Ende des Krieges im Jahr 1983 begann man das beschädigte Sumpfgebiet zu renaturieren und neu aufzuforsten. Man entschied sich für Mangroven und Cajeput Bäume, weil sie besonders anpassungsfähig und robust sind. Heute ist von vergangenen Kriegsschäden absolut nichts mehr zu sehen. Ganz im Gegenteil, man erlebt die regenerierende Kraft eines prachtvollen stabilen Natursystems. Seit 2005 ist der Tra Su Wald offiziell ein Naturschutzgebiet in der Flora und Fauna in harmonischem Einklang gedeihen. Das besondere Ökosystem beherbergt heute über 70 Vogel- und 22 Reptilienarten. Mehr als 140 Pflanzenarten haben sich inzwischen in der seicht grünen Wasserlandschaft angesiedelt. Viele der ungewöhnlichen Cajeput Bäume ragen bizarr aus einer smaragdgrünen dichten Wasserlinsen-Oberfläche empor und bilden Irrgarten ähnlich geheimnisvolle dunkle Dschungel-Wasserpfade. Übrigens der Cajeput Baum (Meleuca leucadendra) erreicht Wuchshöhen bis zu 35 Meter und wächst in den oberen Bereichen zeltdachartig zusammen. Als Myrtengewächs tragen seine schmal elliptischen Blätter zahlreiche Öldrüsen, die beim Zerreiben stark aromatische Düfte entfalten. Durch Wasserdampfdestillation kann man ätherische Öle gewinnen, die medizinisch nachgewiesen heilende Wirkung zeigen. In sanfter Bewegung gleitet unser Boot durch die Stille des Waldes. Außer ein paar ferne Vogellaute und das rhythmische Plätschern am Bootskörper nehmen wir sonst keine anderen Geräusche wahr. Vorbei an großblättrigen Lotusfeldern ist das tropische Klima, man könnte fast sagen, erfrischend kühl. Die V-förmige flache Wellenbewegung hinter unserem Boot lässt die undurchdringliche grüne Wasserschicht dezent in Schwingung bringen. Wir durchkämmen das Wasserlabyrinth mit einer ortskundigen Bootsführerin und bekommen von ihr auch ein paar Hingucker per Handzeichen gezeigt. Während der Fahrt in die endlos scheinende Waldestiefe befällt einem manchmal das mulmige Gefühl hier nicht mehr ohne fremde Hilfe herauszufinden oder ganz zu schweigen von der inneren Phantasie, die hier überall wilde Reptilien und anderes gruseliges Getier vermuten lässt. Dieser kleine Nervenkitzel machte die Bootsfahrt zum unvergesslichen Erlebnis durch ein fremdartiges Gebiet des gewaltigen Mekong Deltas. Danach aber sind unsere Gedanken beim nächsten Reiseziel. Das traumhafte Nachbarland Kambodscha mit seiner phänomenalen Kultur wird uns in Kürze erwarten. 157

BIOTOP TRA SU WALD


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Tra Su Wald mit SeestĂźck.


Kanal in der Nähe des Tra Su Waldes.

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BlĂźhendes Lotusfeld im Tra Su Wald.


Lotus Blätter Studie.

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Behutsam durch das Biotop.


Wasserlandschaft mit Cajeput Bäume.

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Ruderteam bereit fĂźr das Wasser- Baumlabyrinth.


In der Stille des Cajeput Waldes.

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Das ist eine Bildunterschrift 166

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Herausgeber Don Artworks www.don-artworks.de

Fotografie + Text Friedrich Don © Don Artworks 2020

Titelbild: Baumblüte am Mekong Seite 4 Der „Nón Lá“ Kegelhut ein Wahrzeichen Vietnams Seite 6 Bootsmanöver in einem Mekong Kanal Seite 8 Biotop „Tra Sa Cajeput Wald“ bei Chau Doc Seite 12 Blick vom Bitexco Tower auf die Uferstrassen des Sai Gon Flusses in Ho-Chi-Minh-Stadt Seite 84 Napalm Wand und Bombenexponate im „War Remnants Museum“ Seite 90 Geniale Tarnung - Bodenöffnung zum Tunnelsystem von Cu Chi Seite 100 Portal der Cao Dai Kathedrale „Großer Himmelstempel“ Seite 114 Der Mekong bei Can Tho Seite 156 Im Labyrinth des Tra Su Cajeput Waldes Seite 166 Riskanter Bambussteg über Tra Su Kanal

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DON ARTWORKS

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