Flechten Welt
Flechten Welt F RI E D R I C H D O N
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Photographisches Portfolio
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Natur, Schรถnste von allen! Du bringst Schรถnheit hervor, sogar da, wo niemand hinsieht. aus Griechenland
Vowort Natur in ihrer elementarsten Form zu beobachten, sie durch Fotografie zu einem visuellen Erlebnis zu machen, ist für mich die große Herausforderung. Meine Wertschätzung gilt ihrer verborgenen Schönheit und Reinheit – sie zu finden und ihre natürliche Perfektion auszufiltern und neu zu bewerten ist mein künstlerisches Bestreben. Das Kameraauge ist der Schlüssel dafür, um in ihre unmittelbare Nähe zu gelangen ohne ihr Schaden zuzufügen. Geduld, Behutsamkeit und Konzentration sind wichtige Voraussetzungen bei dem Versuch, unter ihre Oberfläche zu dringen und sie dabei mit ihrem eigenen wundervollen Abbild zu würdigen. Friedrich Don
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Inhalt
Mediterranean
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Oriental
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Circular*
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Volcanic
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Rhizocarpon Geographicum*
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African
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nordic
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Cornwall
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Balearic
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Angkor
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ecuadorian
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Cortex*
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Flechten Welt Flechten sind ungewöhnliche, faszinierende Doppelwesen aus Pilz und Alge, die zusammen in einer hocheffizienten symbiotischen Lebensgemeinschaft leben. Der Pilz wird von dem Photosynthese betreibenden Partner mit Nährstoffen versorgt, während die Alge von dem Pilz vor zu rascher Austrocknung geschützt wird. Allerdings liegen die Vorteile der Symbiose stärker aufseiten des Pilzes. Man könnte deswegen diese Partnerschaft vielleicht auch eher als kontrollierten Parasitismus bezeichnen. Der eigentlich dominierende Vegetationskörper ist der Pilz; ein Geflecht aus Fäden, die ein Lager bilden, in dem sie die Population von Photobionten einschließen. Weltweit gibt es zirka 25.000 Arten, die man nach Wuchsform und Auflageflächen unterscheidet und in vier verschiedene Kategorien einteilt: Die Krusten-, Blatt-, Strauch- und Gallertflechten. Die Krustenflechten bestehen aus Lagern, die sich immer dichter zusammenschließen. Solch schorfige Überzüge sitzen auf Pflanzenresten von Moosen und Rinden oder auf Erde. Es entsteht dabei eine Scheinrinde. Ganz anders die Blattflechte. Sie ist flächig, liegt locker auf einem Substrat und besiedelt vielfältige Lebensräume wie beispielsweise Gesteine. Ihr blattartiger Aufbau optimiert die Lichtausbeute für die Photosynthese der Alge. Ihre Wachstumszone ist der Blattrand. Bei Strauchflechten ist das Lager ein aufrechter Rasen auf Erde oder Fels oder er hängt von Bäumen, wie die Arten der Bartflechte (S. 163). Ihr Wachstum ist jeweils das Ende der einzelnen Äste. Bei den Gallertflechten sind die Partner Cyanobakterien, die bei Feuchtigkeit aufquellen und sich schwärzlich bis dunkeloliv färben.
langsam, meist nur wenige Millimeter im Jahr. Das hängt mit der ungleichen Symbiose zwischen Pilz und Alge zusammen. Die Alge ist oft nur der zehnte Teil vom gesamten Flechtenvolumen, muss aber allein die Ernährung des Pilzes übernehmen. Flechten machen keine Unterschiede zwischen den Substraten in künstlicher oder natürlicher Umgebung. Man kann sie so auf Mauern und Dächern ebenso wie auf verschiedenen Metall- oder Kunststoffoberflächen entdecken. Der Fall einer Landkartenflechte (Rhizocarpon geographicum) dokumentiert ihre unglaubliche Überlebensfähigkeit. Sie wurde zwei Wochen lang in der absolut lebensfeindlichsten Umgebung des Weltraums zu Forschungszwecken ausgesetzt und hat überlebt. Ein anderer Superlativ ist das Lebensalter. Flechten zählen zu den längstlebenden Lebewesen überhaupt und können mehrere hundert Jahre alt werden. In einem Einzelfall sogar 4.500 Jahre, wie eine Landkartenflechte in Grönland bewies. Oder im Falle einer Datierung einer 500-jährigen alten Osterinsel-Skulptur, die 1965 anhand des Flechtenbewuchses vorgenommen wurde. Flechten sind auch eine farbenprächtige Spezies. In einer breiten Farbskala von leuchtendem Gelb über kräftiges Orange und differenzierte Brauntöne bis zu tiefrot, rosa, olivgrün, grau und tiefschwarz zeigen sie ihr phänomenales Farbspektrum. Es sind verborgene Schönheiten, die mit wundersamen Formverbänden und spektakulären Farbfeldkompositionen aufwarten. Die hier dargestellten Exemplare stammen aus vielen Kontinenten und Ländern unserer Erde. Nordund Südeuropa, Südafrika, Türkei, Kambodscha, Vietnam, Ecuador, Galapagos und viele andere. Die Strukturierung ihrer Abbilder wurde bis auf vier Abschnitte* dieses Buches ihrem Standort zugeordnet. Signifikante übergeordnete Arbeitstitel bezeichnen ihre Herkunft und Art und trennen so die einzelnen Fotoreihen.
Flechten können ihren Wasserhaushalt nicht regeln, da sie keine Wurzeln und keinen Verdunstungsschutz besitzen. Nur über das Flechtenlager können sie in kurzer Zeit schwammartig Wasser oder Dampf aufnehmen. Bei Trockenheit verlieren sie das zur Aufrechterhaltung des Stoffwechsels notwendige Wasser und wechseln dann in einen photosynthetisch inaktiven Zustand. Der nahezu vollständige Feuchtigkeitsverlust ist Teil ihrer enormen Überlebensstrategie. Extreme Temperaturschwankungen oder Lichtintensitäten können sie im ausgetrockneten Zustand besser durchstehen. Mit der Fähigkeit einer Ruhestarre können sie so in extrem kalten oder trockenen Gebieten eher überleben. Bei einer Wüstenflechte ist ein Fall bekannt, wo nach 40 Jahren Trockenzustand die Flechte wiederbelebt werden konnte. Der Stoffwechsel konnte nach erneuter Wasseraufnahme reaktiviert werden. Das Wachstum der Flechten ist in der Regel sehr
Meine Sympathie und Zuneigung zu diesen Wesen entspringt sicher ihrer ästhetischen Erscheinung, die ich in der Nähe von abstraktexpressionistischer Malerei sehe. Beindruckt von ihrer elementaren Anpassungsfähigkeit verbunden mit ungewöhnlicher Gestaltvielfalt, möchte ich ihre still-anspruchslose und vernachlässigte Existenz mit diesen Fotografien würdigen. Friedrich Don
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Herausgeber Don Artworks Friedrich Don www.don-artworks.de Š Don Artworks 2017
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