B O T S W A N A CAPRIVI TOUR 2 Das ist eine Bildunterschrift
CAPRIVI TOUR 2
B O T S W A N A
4
Das ist eine Bildunterschrift
Impressionen aus dem sĂźdlichen Afrika
Friedrich Don
Das ist eine Bildunterschrift
CAPRIVI T O U R 2 BOT SW AN A
Die beiden Portfolios Caprivi Tour 1 und 2 beschreiben eine Reise, die in der Namib Wüste Namibias beginnt und mit einzigartigen Naturlandschaften, großartigen Tierwelten und beim ursprünglichen Volk der San in Botswana endet. Eine Länderreise, die in ihrem zweiten Teil in die authentische und wunderbare Naturwelt von Botswana und Simbabwe eintaucht und anhand einer Auswahl von neun fotografischen Themenfelder und Texten den Versuch unternimmt ihre Highlights nachzuzeichnen. Botswana ist in Sachen Flora und Fauna ein absoluter Superlativ. Das Land hat inzwischen über ein Drittel seiner Fläche nur für Wildreservate freigestellt. Unberührte Natur wird so unter dem Aspekt des Naturschutzes kontrolliert und nachhaltig von negativen Einflüssen des Tourismus geschützt. Wir besuchten einige der attraktivsten und schönsten Plätze von Botswana. Den Anfang machte eines der tierreichsten Wildreservate Afrikas - der Chobe Nationalpark. Eine Flussfahrt auf dem Chobe zeigt Bilder aus seinem atemberaubenden Naturparadies. Mit einem kleinen Abstecher nach Simbabwe sehen wir seinen Mündungsfluss den großen Sambesi, wie er von den steilen Basaltklippen der Victorias Falls stürzt. Ein Erlebnis der Extraklasse. Weiter im Süden besuchen wir die skurille Makgadikgadi Salzpfanne. Ein ausgetrockneter prähistorischer Binnensee am Nordostrand der Kalahari, der seine ungeheure Dimension zeigt. Und von hier aus geht es zum facettenreichen Okavango Delta, eine der spektakulärsten Landschaftsformationen, die unser Planet zu bieten hat. Ein Binnendelta bei dem der 1.700 km lange Okavango breit gestreut in der Kalahari Halbwüste verschwindet. Er bildet eines der größten Feuchtgebiete in Afrika und somit auch ein Paradies für zahllose Tiere und Pflanzen. In seinem Herz befindet sich das Moremi Wildreservat. Mit einer großen Safaritour haben wir seine beeindruckende Welt der Tiere entdeckt. Ein besonderer Genuss war auch das Kennenlernen seiner phantastischen Baumwelten. Der besondere Höhepunkt dieser Reise war sicherlich ein Flug über die leuchtenden farbigen Landflächen des Okavango Deltas mit ihren grünen Inseln und blauen Seen und Flussmäander. Botswana wird hier zum Synonym für unberührte Natur und beispiellosem Tierreichtum. Ein Land bei dem man als Besucher das Gefühl hat, man stehe wirklich im Garten Eden. Friedrich Don April 2020
7
INH AL T
1
Im Chobe National Park
10
2
Flussfahrt auf dem Chobe
28
3
Victoria Falls
50
4
Makgadikgadi Pans
76
5
Tiere im Moremi Park
102
6
Moremi Baumlandschaften
118
7
Okavango Delta Aerials
158
8
Das Volk der San
206
9
Wissenswertes Ăźber San
220
Im Chobe National Park Der Traum von Afrikas Tierwelt wird spätestens im Chobe Nationalpark in Botswana wahr. Hier ist Tierexotik keine Fiktion, sondern im Gegenteil es gehört zur tagtäglichen Normalität. Eine Realität die unglaubliches an Vielfalt und Schönheit für jeden bereithält. Das komplexe Universum der Natur mit ihrer stetigen und tiefen Wechselbeziehung von Flora und Fauna wird hier eindrucksvoll sichtbar gemacht. Gegründet wurde das Tierreservat 1967 und hat eine Fläche von über 10.500 Quadratkilometer. Anschaulich beschrieben ist es etwa eineinhalbmal so groß wie die Insel Korsika. Im ganzen Parkgebiet leben weder Menschen noch trennen Zäune die Tiere vom übrigen Land. Seine Superlative hängt aber mit der enormen Wilddichte zusammen, die die größte des afrikanischen Kontinents ist. Allein seine Elefantenpopulation mit über 100.000 Tieren ist gigantisch. Innerhalb des Chobe Nationalpark gibt es vier verschiedene Ökosysteme - die Chobe Riverfront im Nordosten, die Savuti Marsch im Westen, die Linyanti Sümpfe im Nordwesten und das Gebiet rund um Nogatsaa und Tschinga. Trotz großer Ausdehnung ist der Chobe Nationalpark nur der drittgrößte in Botswana. Während unseren Tierbeobachtungen bewegten wir uns ausschließlich in der Chobe Riverfront. Wie schon der Name sagt, steht hier der Fluss im Zentrum des ökologischen Verbunds und ist Lebenader für seine Bewohner. In dieser außergewöhnlichen Wildzone besteht die Möglichkeit sowohl auf dem Wasser als auch an Land Tiere zu beobachten.
10
Schon sehr früh starteten wir unsere Landsafari in Kasane und passierten die Einfahrt zum Nationalpark am Sedudu Gate. Auf tiefsandigen Pisten ging es zum nahen Chobe Fluss hinab. Auf einer Anhöhe im Lichte der Morgensonne sahen wir zwischen knorrigen Mopane Bäumen und einem grünen dornigen Strauchfeld den verzweigten Wasserlauf des Chobe. Grasinseln und eine Art von Kanälen machten ihn eher zu einer Wasserlandschaft als zu einem Fluss. Ein Schreiseeadler über uns warf seinen Blick auf die vor uns liegende Chobe Uferlandschaft mit seinem paradiesischen Tierüberfluss. Marabus, Impalas, Silberreiher, Gruppen von Elefanten bevölkern überall das leicht abschüssige Gelände. Sogar ein seltener knapp 2 Meter langer Waran zog unsere Blicke auf sich. Viele Tierbegegnungen in kürzester Zeit verwöhnten unsere neugierigen Späheraugen. Der Höhepunkt mit einem Löwenpärchen kam wenig später. Beide völlig entspannt lagen sie mitten in einem freien grasbedeckten Feld und schauten gelangweilt zum Fluss. Plötzlich unvermittelt stand das Löwenmännchen auf und paarte sich kurz mit seiner Löwin. Irgendwann war es ihr zu viel und sie lief im Laufschritt quer in unsere Richtung. Doch er holte sie ein und kopulierte mit ihr ein zweites Mal. Nach der Begattung bewegte er sich unbeeindruckt von ihr weg und ließ seine prächtige goldhaarige Mähne im Schlaglicht der Morgensonne erstrahlen. Ein Bild das man nicht vergessen wird. Bis zum Mittag konnten wir noch viele Tiere abseits des Chobe-Ufers beobachten. Elefanten groß und klein, Giraffen, Paviane, Antilopen und unzählige Vogelarten zeigten sich weiter westlich in den sandigen Wäldern und Savannen dieses großartigen Tierreservats.
12
Blick vom Chobe National Park auf den Chobe Fluss
Auf sandiger Piste zum Ufergebiet des Chobe
13
14
Chobe Ufer mit Blick nach Namibia
Ein Schreiseeadler (Haliaeetus vocifer)
15
16
Ein Seidenreiher (Egretta garzetta)
Impalas (Aepyceros melampus) mit Marabus (Leptoptilos crumeniferus)
17
18
Afrikanischer WasserbĂźffel (Syncerus caffer)
Kleine Elefantengruppe am Uferstreifen des Chobe
19
20
Löwenpärchen am Chobe Ufer
Lรถwen Paarung
21
22
Ein vitaler Lรถwenmann ...
... in der Morgensonne
23
24
Lรถwin im Busch Versteck
Nilwaran (Varanus niloticus) beim Sonnenbad
25
26
Elefanten Jungtier
Elefantenmutter mit ihren Jungtieren in einem Mopanewald
27
Flussfahrt auf dem Chobe Nach der Morgensafari sind wir am Mittag wieder in Kasane. Es ist eine überschaubare botswanische Kleinstadt mit etwa zehntausend Einwohner, die direkt am Chobe River und exakt im Vierländereck von Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe liegt. Sie bildet zugleich die östliche Grenze des Chobe National Parks, der von hier aus mit diversen Safari Anbietern gerne befahren wird. Zum ersten Mal nehmen wir die Landschaft des Chobe Fluss so richtig wahr. Seine Wassermassen münden von hier aus in etwa 10 km Entfernung in den noch mächtigeren Sambesi. Der Chobe hat an dieser Stelle schon eine beträchtliche Breite und ist der größte Wasserstrom, den wir bislang auf unserer Caprivi Tour gesehen haben. Unser kleines Flussschiff die „Chobe Explorer“ lag im schilfbewachsenen Ufer nur wenige Kilometer von unserer Lodge entfernt. Über hölzerne Bootsstege führte unser Weg an Bord, wo wir von einer netten vierköpfigen Crew und dem Käpt‘n empfangen wurden. Das Schiff bot uns die Freiheit sich auf drei Decks zu bewegen und die Möglichkeit, wenn es etwas während der Fahrt zu sehen gab, ad hoc unsere gewünschten Beobachtungspositionen zu wechseln. In gemächlicher fast geräuschloser Fahrt ging es los. Zunächst vorbei an einem langen, wildtropisch bewachsenen Uferstreifen. Unter orangeschimmernden Flechtenschleiern, die über Baumkronen hingen, hörte man den vielstimmigen Gesang seiner gefiederten Bewohner. Ein wahrhaft paradiesischer Anblick war das üppige Grün dieser phantasti-
28
schen Tropenvegetation. Wir fuhren in südwestliche Richtung stromaufwärts, wo der Fluss allmählich seine lineare Form verlor und sich in ein unübersichtliches System von kleinen und großen Kanälen und Inseln aufsplittete. Er wurde bis zum Horizont zu einer Art Labyrinth aus Wasserflächen und Grasland. Bald bog unser Schiff in eine der Wasserarme ein und unversehens befanden wir uns plötzlich in einer vollkommen anderen Welt. Wie Eindringlinge betraten wir eine neue Sphäre in der zu spüren war, dass hier die Tiere das Sagen haben und sie alleine über diesen großen Lebensraum bestimmten. Aus nächster Nähe sahen wir Hippos, Krokodile, Elefanten, Wasserbüffel, Antilopen und sogar eine kleine Windhose war zu bewundern. Badende und trinkende Elefanten zeigten was man alles mit einem Rüssel machen kann. Und am gegenüberliegenden Ufer sah man eine Großfamilie von Elefanten wie in Zeitlupe vorbeiziehen. In Richtung Horizont sah man dann noch eine wesentlich größere Ansammlung von Elefanten. Tier an Tier, vielleicht 150 bis 200 Stück. Ein unglaublich mächtiger Anblick von Fülle und Reichtum der Natur. Gleich nebenan auf einer großen Grasinsel eine Kolonie fressender Wasserbüffel und am seichten Uferwasser unter uns die bedrohliche Anwesenheit einiger Prachtexemplare von Krokodilen. Überwältigt von dieser Tierfülle zu Lande und im Wasser verbrachten wir eindrucksvolle Stunden der Tierbeobachtung auf den Plattformen unseres Schiffes, bis wir schließlich zum Sonnenuntergang wieder vertrautes Land unter den Füßen hatten. Unvergessliche Bilder brannten sich an diesem Tag in unser aller Gedächtnis ein.
30
Entlang des Chobe River ...
... mit seinem tropisch wilden Uferbewuchs
31
32
Flusspferd (Hippopotamus amphibius) vor Chobe Ufer
Große Uferbäume am Chobe River
33
34
KaffernbĂźffelherde mit Flusspferd
Impalas vor Chobe Uferlandschaft
35
36
Hippo Alltag ...
am Chobe River Grasland
37
38
Windhose Ăźber einer Flussaue
Ein 3 Meter Krokodil (Crocodylus niloticus) am Grasufer
39
40
Elefanten BadespaĂ&#x;
Trinkende Elefantengruppe
41
42
Elefanten Herde vor Chobe Uferlandschaft
ĂœbermĂźtiger Elefant auf Grasinsel
43
44
Lauerndes Krokodil ...
... und dรถsendes Krokodil am Ufer
45
46
Schlafendes Krokodil in der Abendsonne
WasserbĂźffel Herde mit Elefanten auf groĂ&#x;er Grasinsel
47
48
Chobe Uferidyll
Flussschiff „Chobe Explorer“ in Kasane an ihrem Ankerplatz
49
Victoria Falls „Es ist das schönste, das ich in Afrika je zu Gesicht bekam“. Diesen Satz schrieb im November 1855 der schottische Missionar und Afrikaforscher David Livingstone (*1813 †1873) tief beeindruckt nieder, als er bei einer kleinen Insel direkt vor der Kante des gewaltigen Sambesi Wasserfalls landete. Zu Ehren seiner Königin nannte er die Fälle nach ihrem Namen „Victoria Falls“. Er war der erste Europäer, der diese gigantischen Wasserfälle sah. Die Einheimischen „Kololo“, die nördlich der Fälle siedelten, nannten sie „Mosi-oa Tunya“ zu deutsch „Donnernder Rauch“. Diese drastische Bezeichnung verweist auf ihre kolossale Erscheinungsform. Ihre 300 Meter hohe Sprühnebelwolken werden noch in einer Entfernung von 30 Kilometer wahrgenommen. Gleichzeitig hört man noch aus großer Distanz die fallenden Sambesi Wasser, wenn sie ohrenbetäubend auf einer Breite von über 1.700 Meter senkrecht in eine 110 Meter tiefe Schlucht stürzen. Die Viktoriafälle sind damit die breitesten durchgehende Wasserfälle der Welt. Wenn der Sambesi nach der Regenzeit so zwischen März und April viel Wasser führt, können bis 10.000 Kubikmeter pro Sekunde über die Basaltfelskanten fließen. Seine unten aufschlagenden Wassermassen erzeugen in der schmalen Schlucht einen dichten aufsteigenden Wasserschleier, der nicht nur wunderbare Regenbögen erzeugt, sondern auch einen kleinen Regenwald mit permanenter Feuchtigkeit versorgt. Unsere kleine Rundwanderung beginnt am sogenannten Teufels Katarakt. Er ist mit 60 Meter der niedrigste der insgesamt fünf Wasserfälle und zählt noch zur simbabwischen Seite der Viktoria Falls. Er ist durch
50
die Kataraktinsel „Boaruka“ vom Rest der Fälle getrennt. Auf der gegenüberliegenden Seite der Schlucht führt unser Weg auch schon in den feuchtwarmen Regenwald mit seinen tropisch üppigen Palmgewächsen. Am Rand der farngesäumten Schlucht gibt es immer wieder kleine Aussichtspunkte, bei denen man frontal die Wasserstürze und die dahinterliegende Wasserlandschaften des breiten Sambesi bewundern kann. Je nach Standort sieht man auch mal nur eine Nebelwand, die dann den Wasserfall nur akustisch erahnen lässt. Am View Point 12 sieht man zur legendären Insel „Livingstone Island“ hinüber. Ihr vorgelagerter berühmt berüchtigte „Devils Pool“ ist einer der spektakulärsten natürlichen Wasserpools der Welt, genau am Rand der Fälle. Etwas für Adrenalingesteuerte und Nervenkitzel-Junkies. Und wer damit noch nicht genug hat, kann 1000 Meter weiter den Bungee Jump von der 128 Meter hohen „Victoria Falls Bridge“ wagen. Diese historisch interessante Stahlkonstruktion aus dem Jahre 1905 bildet die Grenze zwischen Simbabwe und Sambia. Ursprünglich gedacht als Eisenbahnbrücke war sie Bestandteil des Kap-Kairo-Plans. Ein nie realisiertes Kolonialprojekt der Engländer, die damit Kapstadt mit Kairo per Schiene verbinden wollten. Im hinteren Teil der Victoria Schlucht konnten wir die hohen wasserfreien Basaltfelsen betrachten, die auch ein geologisches Phänomen darstellen. Der Sambesi durchquert in dieser Region ein geologisch rechtwinkliges Kluftsystem aus Basalt und Sedimentgestein. Die basaltumschlossenen Klüfte waren ursprünglich mit weichen Sedimenten angefüllt, sodass der Sambesi über einen langen Zeitraum diese Klüfte vom Sedimentgestein freigespült hat. Das Ergebnis ist die Schlucht der Viktoriafälle und die Form seines Unterlaufs. Speziell im Luftbild sieht man diesen fast unnatürlichen harten Zickzackkurs, wie er sich von der Fallschlucht wegbewegt. Es ist eine optische Kuriosität wie er hier die Landschaft zerteilt. Auf dem Weg zurück an den Anfang unserer kleinen Wanderung sichten wir noch in der Schlucht zum Teufelskatarakt die phantastischen Spektralfarben eines märchenhaften Regenbogens.
52
„Teufels Katarakt“ auf simbabwischer Seite
Blick auf den zweiten Wasserfall
53
54
Zweiter Wasserfall - Ansicht in Richtung Sambia
Victoria Falls Ansicht aus dem Regenwald
55
56
Palmemgewächse ...
... im Regenwald
57
58
Palmen Stillleben
Drittes Wasserfallsegment mit Sambesi Landschaft
59
60
Viktoria Falls in SprĂźhnebelwolken
Tropisches RegenwaldstĂźck In Simbabwe
61
62
Aussichtspunkt „Livingstone Island“
Drittes und Viertes Wasserfallsegment
63
64
Victoria Falls bei „Livingstone Island“
Ansicht zum „Devils Pool“
65
66
Victoria Falls am Ende des kleinen Regenwaldes
Wasserlose Basaltklippen mit „Livingstone Island“
67
68
Ansicht Richtung „Livingstone Island“
Blick in die Tiefe des fĂźnften Wasserfallsegments
69
70
Victoria Schlucht in Richtung Sambia
Victoria Schlucht in Richtung „Livingstone Island“
71
72
Victoria Falls in Richtung Regenwald (links) und „Livingston Island“ (rechts)
Victoria Falls Bridge - Grenze zwischen Sambia und Simbabwe
73
74
Blick vom Regenwald auf die stĂźrzenden Wasser des Sambesi
Wunderschöne Regenbogenbildung im Sprühnebel der Fälle
75
Makgadikgadi Pans Erst am Nachmittag ging es von Nata aus auf der geteerten Straße A3 in Richtung Süden. Wir passierten den Posten am bunten Grafitti-Haus vom Gate „Nata Sanctuary“, der uns Einlass in den Makgadikgadi National Park gewährte. Zunächst erwartete uns ein unüberschaubares weites Grasland, in dem ein einziges Bäumchen am fernen Horizont das scheinbare Ende definierte. Die tiefsandige Piste führte uns durch endloswirkende ausgetrocknete, ockergelbe Grasfelder, die nur dünn mit einzelnen Kakteenständen und kurzes Buschwerk besiedelt waren. Richtig Abwechslung brachten eigentlich nur die Tiere. Bunte exotische Vögel, die auf lichten Dorngewächsen saßen oder eine Herde Gnus, die mit stoischem Blick unsere Anwesenheit tolerierten. Wir waren wie man so sagt im Nirgendwo. Trotzdem knisterte die aufgeräumte Landschaft mit ihrer ungewöhnlichen Stille und Einsamkeit. Mit ihrem Minimalismus aus Sand- und Grasflächen und der Kontrastwirkung sporadisch auftretender filigraner Buschstrukturen. Nur einige Strauße belebten die extreme Flächigkeit des Landschaftsbildes mit ihren hochgeschossenen, schwarzweiß gezeichneten Körperformen und staksigen Fluchtbewegungen. Dann eine kleine Überraschung als plötzlich wie aus dem Nichts ein tieferliegendes Flussbett mit kleinen blauen Wassertümpel auftauchte. Etwas später näherten wir uns den ersten kleinen Salzpfannen, die im Ensemble zum Grasland und Wolkenhimmel schöne einfache Flächengemälde entstehen ließen. Und dann der große Wow Effekt, als wir vor der ersten monumentalen hellen Salzpfanne standen und auf ihre weiße salzige Platte fuhren. Eine baumlose, unendlich scheinende Fläche nahm uns auf und veränderte unsere
76
Empfindung für Distanzen. Unsere Sinne waren überwältigt von ihrer Dimension. Wir standen jetzt inmitten einer der extremsten Landschaftsformen die man kennt - den Makgagikgadi Salzpfannen. Der fast unaussprechliche Name „Makgadikgadi“ (ausgesprochen „Machadichadi“) bedeutet in seiner Übersetzung: „ausgedehntes lebloses Land“. Diese treffsichere Bezeichnung für ein Stück Land, beschreibt in Kurzform die Wesenheit dieser außergewöhnlichen Salzwüste, die auch zu den größten unserer Erde zählt. Die Makgagikgadi Pans sind ein Netzwerk aus einzelnen unterschiedlich großen Salzpfannen, die eine Fläche von über 8.200 Quadratkilometer einnehmen. Sie sind Relikte eines großen Binnensees, der noch vor etwa 10.000 Jahren die nördliche Kalahari prägte. Durch Klimaveränderungen und geologischen Verwerfungen trocknete der See vor etwa 4.000 Jahren vollends aus und hinterließ eine bis zu 5 Meter dicke Salzkruste. Eine riesige leblose weiße Salzwüste entstand. Von weiten sandigen Graslandfelder und Buschsavannen umschlossen, zählt sie heute zu den charaktervollsten und einsamsten Regionen Botswanas. Steht man auf ihrem weißen derben Salzboden und lässt den Blick über ihre grenzenlosen Weiten bis zum Horizont schweifen, beschleicht einem zuweilen das Gefühl des Verlorenseins. Durch den fast nahtlosen Übergang von Himmel und Erde erleben wir aber auch ein völlig neues Raumgefühl. Eine befremdliche Dimension die Ehrfurcht und Demut gleichzeitig auslöst und deren Anblick eine kontemplative Wirkung erzeugt, die bis in unser tiefstes Inneres vordringt.
78
Kontrollposten „Nata Sancturay“ für die Makgadikgadi Salzpfanne
Guide und Fahrer fĂźr ein riesiges Naturschutzgebiet
79
80
Dimensionen einer Grassavanne
Die exotische Gabelracke (Coracias caudatus)
81
82
Einsamer Kakteenstand inmitten der Savanne
Gras- und Buschland am Rand der Makgadikgadi Salzpfanne
83
84
Das Streifengnu (Connochaetes) gehรถrt zu der Gattung der afrikanischen Antilopen
Skeptische Beobachter
85
86
Weites Grasland mit kleinen trockenen Salzschlammflächen
Büsche und Bäume sind wichtige Refugien für viele Vogelarten im weiten Grasland
87
88
StrauĂ&#x;e (Struthio camelus) leben am liebsten ...
... in Savannen und HalbwĂźsten.
89
90
Dornengewächse sind Überlebenskünstler
Treffpunkt der Tiere - ein fast ausgetrocknetes Flussbett mit ein paar schmalen Wasserstellen
91
92
Im Vorfeld der Makgadikgadi Pans ...
... die ersten größeren Salzflächen
93
94
Hier beginnt die Makgadikgadi Salzpfanne ...
... mit einem Ausguck Ăźber die riesige Salzpfanne
95
96
Die Salzkruste kann bis zu 5 Meter dick sein
Endlose Weiten - Die Salzpfannen belegen ein Gebiet von Ăźber 8.200 Quadratkilometer
97
98
Ein neues GefĂźhl bei diesen Dimensionen
Wir stehen auf dem ehemaligen Binnenmeer der Kalahari
99
100
Staunen und Ehrfurcht ...
... vor dieser endlos scheinende Weite
101
Tiere im Moremi Park Die Stadt Maun im Süden des Okavango Deltas war Ausgangspunkt unserer Safari durch den Moremi Nationalpark. Er umfasst mit etwa 4.800 km2 den östlichen Teil des Okavango Deltas und nimmt ein Drittel seiner unterschiedlichen Ökosystem-Zonen ein. Das Moremi Wildreservat bezieht aus ihm seine abwechslungsreichen Landschaften wie Savannen, dichte Wälder, Lagunen und Überschwemmungsgebiete. Sie bilden allerbeste Voraussetzungen für einen extrem artenreichen Tier- und Pflanzenbestand. Dies bedeutet für Botswana Reisende Natur- und Wildbeobachtung auf höchstem Niveau. Das Wildreservat wurde 1963 von der Witwe des Chiefs Moremi III. der Batawana zum Schutz des wildreichen Teils des Okavango Deltas gegründet. Es wurden so wichtige Ökosysteme erhalten wie Mopane- und Akazienwälder, Sümpfe mit großen Papyrusbeständen, Wasserflächen mit Palmeninseln, Lagunen und Wasserläufe, an deren Nähe Feigenbäume und Leberwurstbäume wachsen. Die Erhaltung dieser Lebensräume
102
waren auch notwendig um die reichen Tier- und Pflanzenbestände zu sichern. Heute werden im Moremi Parkgebiet über 500 Vogelarten und 1.000 Pflanzenarten verzeichnet. Das Reservat bietet Platz für riesige Wasserbüffelherden und große Flusspferd Populationen. Impalas, Pukus, Gnus, Sassabys, Sitatungas und viele andere Antilopenarten finden hier ideale Lebensbedingungen. Erfolgreich wurden auch wieder Nashörner angesiedelt und natürlich kann man im ganzen Moremi Gebiet verstreut, Elefanten, Giraffen, Zebras und Affen finden und das ganze Spektrum der afrikanischen Raubtierkatzen antreffen. Hauptsächlich in bewaldeten Arealen können Leoparden und Wildhunde Rudel beobachtet werden. Für eine lange Safari Tour ist das Moremi Wildreservat mit Sicherheit ein Highlight im ganzen südlichen Afrika, da es mit Geländewagen und Kleinflugzeug kombinierbar ist. Als ältestes Naturschutzgebiet in Botswana verfügt es über reiche Erfahrung um Ökologie und Tourismus nachhaltig zu Gunsten seiner Tier- und Pflanzenwelten in gesunder Balance zu halten.
104
Ein Gelbschnabeltogo (Tockus leucomelas) begrĂźĂ&#x;t uns am Gate des Moremi Wildreservats
StrauĂ&#x;e auf der Flucht
105
106
Zwei Giraffenweibchen ...
... auf der Suche nach Futter im Moremi Widreservat
107
108
Streifengnu vor Buschland Kulisse
Neugierige Schwarzfersenantilope (Aepyceros melampus)
109
110
Posierende Steppenzebras (Equus quagga)
KaffernbĂźffel oder SchwarzbĂźffel genannt leben gerne in bewaldeten Flussgebiete
111
112
Angriffslustiger Elefantenbulle
Aufgetauchte Flusspferd Population
113
114
Landgang
Ein Schattenplatz gefunden
115
116
Elefant mit Angriffsgeste
Im Garten Eden
117
Moremi Baumlandschaften Die Faszination von der Ursprünglichkeit der Baumwelten im MoremiReservat hat mich bewogen, hier eine kleine Bildsammlung von Baumansichten zu präsentieren. Das Moremi Schutzgebiet im Okavango Delta wurde nicht nur für seinen Tierbestand eingerichtet, sondern auch für die Pflege seiner gesamten Ökologie. Bäume sind dabei ein wichtiger Faktor im ökologischen Gleichgewicht einer sich selbst überlassenden Natur. Bäume sind gleichzeitig Habitat und Lebensraum für viele Tierspezies, selbst für kleinste Organismen. Hier finden sie die Ressourcen für ihr Überleben und Wohlbefinden. In den Fotografien der Moremi Baumlandschaften spielen Leben und Tod eine gleichgewichtige Rolle: Es sind Bilder von komplexen ökologischen Systemen in denen das komplette faunistische Umfeld gleich stark an ihrem Wachstum, wie auch an ihrem Sterben partizipiert. Unter dem Aspekt eines intakten Natur Kreislaufes hat ein toter Ast die gleiche Relevanz wie ein saftig grünes Blatt oder ein hohler Baumstamm ist so bedeutend wie eine knospende Baumkrone.
118
Die Moremi Baumlandschaften ist die Sichtbarmachung eines Zeitfenster der Natur, in denen ihre eigendynamischen Verwandlungsprozesse neue Strukturen und Abbilder produziert. Das Totholz eines Baumgerippes wird zur gleichen Qualität erklärt, wie die vitale Ausstrahlung eines grünstrotzenden Baumriesen. In beiden Erscheinungsformen wird der fundamentale Zyklus von Natur beschrieben. Kommen und Vergehen sind die Grundprinzipien der Natur und gleichzeitig auch das Hauptmotiv für die vorliegenden Fotografien afrikanischer Baumlandschaften. Ihre Schönheit liegt in der schlichten Natürlichkeit ihrer reinen Erscheinung. Nichts wird verborgen, nichts wird beschönigt, ihre Wildheit ist Ausdruck von Integrität im Sinne von authentischer Makellosigkeit. Ihre unverfälschte optische Anwesenheit genügt um die ganze Fülle und Würde der Natur zu spüren. Eine Ästhetik, die wahrhaft Großes in sich trägt.
120
Das ist eine Bildunterschrift
Das ist eine Bildunterschrift
121
122
Das ist eine Bildunterschrift
Das ist eine Bildunterschrift
123
124
Das ist eine Bildunterschrift
Das ist eine Bildunterschrift
125
126
Das ist eine Bildunterschrift
Das ist eine Bildunterschrift
127
128
Das ist eine Bildunterschrift
Das ist eine Bildunterschrift
129
130
Das ist eine Bildunterschrift
Das ist eine Bildunterschrift
131
132
Das ist eine Bildunterschrift
Das ist eine Bildunterschrift
133
134
Das ist eine Bildunterschrift
Das ist eine Bildunterschrift
135
136
Das ist eine Bildunterschrift
Das ist eine Bildunterschrift
137
138
Das ist eine Bildunterschrift
Das ist eine Bildunterschrift
139
140
Das ist eine Bildunterschrift
Das ist eine Bildunterschrift
141
142
Das ist eine Bildunterschrift
Das ist eine Bildunterschrift
143
144
Das ist eine Bildunterschrift
Das ist eine Bildunterschrift
145
146
Das ist eine Bildunterschrift
Das ist eine Bildunterschrift
147
148
Das ist eine Bildunterschrift
Das ist eine Bildunterschrift
149
150
Das ist eine Bildunterschrift
Das ist eine Bildunterschrift
151
152
Das ist eine Bildunterschrift
Das ist eine Bildunterschrift
153
154
Das ist eine Bildunterschrift
Das ist eine Bildunterschrift
155
156
Das ist eine Bildunterschrift
Das ist eine Bildunterschrift
157
Okavango Delta Aerials Aus dem regenreichen Hochland Angolas entsprungen, fließt der mächtige Strom Okavango nach ungefähr 1600 Kilometer in die 800.000 Quadratkilometer große Wüstenbarriere der Kalahari und fächert dort seine gigantischen Wassermassen im weltgrößten Binnendelta auf. Ein Flug über dieses riesigen Wüstenbiotopes zeigt ausschnitthaft die ganze Schönheit des 20.000 Quadratkilometer großen Feuchtgebiets im Norden Botswanas. Die Luftaufnahmen dokumentieren die facettenreiche Pracht dieses einmaligen Naturrefugiums, das seit 2014 zum Unesco Weltnaturerbe gehört. In malerischer Manier, bildeten sich Strukturen, die sich nur aus der inneren Logik der Natur und eines langen Zeitraums heraus entwickeln konnten. Unterschiedliche Wasserstände, extremes Wüstenklima und spezifische geologische Gegebenheiten verändern permanent die Erscheinungsformen dieser einzigartigen afrikanischen Landfläche. Verschieden starke Wasserströme dringen in Mäandern in das goldgelbe Wüstenland ein und lassen ein Labyrinth von Baum- und Palmeninseln in flachen blauen Seen enstehen, die umringt sind von üppig grünen Schilfteppichen. Ein exotisches Stück Erde wie von Adern durchzogen, zeichnen namenlose Flussarme und Lagunen ein prägnantes Landschaftsprofil, das gleichzeitig auch von einem enormen Tier- und Pflanzenreichtum besiedelt ist. Der Blick von oben macht dieses Stück Natur zu einem funkelnden farbigen Juwel. Anmutend wie ein sensibles abstraktes Gemälde aus Grün- Blauund Gelbtönen, das sich durch unzählig viele bizarre Flächengebilden präsentiert.
158
160
161
162
163
164
165
166
167
168
169
170
171
172
173
174
175
176
177
178
Das ist eine Bildunterschrift
179
180
181
182
183
184
185
186
187
188
189
190
191
192
193
194
195
196
197
198
199
200
201
202
203
204
205
Das Volk der San „Früher war die Sonne ein Mensch. Sie war ein Mann, ein Buschmann. Seine Achselhöhle war das Licht und wenn er seinen Arm hob, wurde es hell und warm auf der Erde. Nahm er ihn herunter, wurde es Nacht und kalt“.
Bezeichnung „Buschmänner“ wird dabei nicht abwertend benutzt, sondern die indigene Gruppe selbst drückt damit die Beziehung zu ihrem Land aus. Der Ausdruck „San“ bedeutet soviel wie „jene, die etwas vom Boden auflesen“ und geht von einer zweideutigen Begriffsverwendung des südafrikanischen Nama Volkes aus. Ist inzwischen aber ebenfalls nicht mehr negativ belegt, im Gegenteil, Repräsentanten der San gaben jüngst diesem Namen als Sammelbezeichnung selbst den Vorzug.
Dieser poesievolle Ausschnitt stammt aus einem San Mythos, der vieles von ihrer Geisteskultur und Denkweise preisgibt. Man muss aber wissen, dass dies Volk der Sammler und Jäger zwischen realer und metaphysischer Wirklichkeit sehr gut zu unterscheiden vermag und ihren Lebensalltag entsprechend pragmatisch ausführt. Trotzdem verehren sie diese Mythen in Ritualen ihrer animistischen Religion. Ihre Naturreligion spricht von einer „Urzeit“ in der die Tiere und andere Naturerscheinungen, Menschen waren. Ganz besondere Rollen spielen dabei die Sonne, der Mond und die Sterne. In ausgewählten heiligen Orten wie zum Beispiel Wasserquellen und Nordhängen offenbart sich dieser Glaubenskult. Unbeeinflusst von christlicher Mission bekennen sich laut einer Studie heute noch mehr als 85 Prozent der Sans zu ihrer ethnischen Religion, in welcher der Mondgott Gaunab, vielerlei Jagdgötter und andere Geistwesen regieren.
Die San haben eine egalitäre Gesellschaftsordnung, das heißt sie organisieren sich selbst ohne ein übergeordnetes Führungssystem. Die Einteilung der Arbeit findet nach Geschlechtern statt und anstehende Probleme werden von denjenigen gelöst, die über die nötige Erfahrung und besseres Wissen verfügen. Spezialisierte Berufe sind nicht bekannt. Die Jagd ist Männersache und wird mit Pfeil und Bogen und Wurfspeere durchgeführt. Sie erlegen dabei hauptsächlich Antilopenarten. Dabei werden die Pfeilspitzen mit der giftigen Körperflüssigkeit der Diamphidia Larve präpariert. Außerdem sind sie auch hervorragende Fallenbauer und beherrschen die schwierige Ausdauerjagd. Dabei wird das Wild so lange verfolgt bis es entkräftet vor Ihnen steht. Nicht selten dauert ein solcher Beutezug über 40 Stunden lang, in denen sie auch keine Nahrung zu sich nehmen. Um dies zu verkraften kauen sie Stücke der Hoodia, einer sukkulenten Pflanze, die das Hunger- und Durstgefühl unterdrückt. Zur Not können sie im Jagdgelände auf vergrabene Straußeneier zurückgreifen, die sie vorher mit Wasser gefüllt haben.
Überhaupt hat sich die Sozialisation der San bis heute nicht wesentlich gewandelt, die seit mehr als 10.000 Jahren als reine Jäger und Sammler relativ abgeschottet leben. Genforscher betrachten sie inzwischen als das älteste Volk unseres Planeten (siehe Text Seite 220). Von einst 400.000 San existieren heute durch politische und soziale Verwerfungen nur noch 100.000 San im südlichen Afrika. Die meisten von ihnen leben in Botswana und im Nordosten von Namibia. Ihr wichtigstes Rückzugsgebiet ist dabei die Kalahari mit dem „Central Kalahari Game Reserve“, das 1961 als Schutzgebiet für Buschmänner und Wildtiere gegründet wurde. Die
Im sandig trockenen Kalahari Buschland kennen sie über 85 essbare Pflanzenarten, wie zum Beispiel die Tsamma Melone, Marama Bohnen, Mongongo Früchte, Wurzeln, Nüsse und vieles mehr. Selbst in extremen Dürrejahren finden sie noch soviel Nahrung, dass sie kranke und alte Stammesmitglieder versorgen können. Die San haben sozusagen ihre Apotheke im Buschland, weil sie über traditionelles Wissen in der Pflanzenmedizin verfügen. Mit ihrer durchschnittlichen Körpergröße von 1.50 Meter sind sie zwar klein aber mit ihrer Überlebenskunst in der extrem trockenen Halbwüste der Kalahari sind sie die Größten.
206
208
San Camp
Der Chief bringt rares Feuerholz
209
210
Gästesitze aus alten Reifen - interessantes Design
Kleines San Mädchen
211
212
Tanzritual ums Feuer
Tanzen fĂźr die Jagd
213
214
Junge Buschmänner zeigen ihre Stockwerkzeuge
Gesänge am Feuer
215
216
Morgens im Buschland
Tierfährten werden gelesen
217
218
Ein San erzählt wissenswertes über ihre Jagdkultur
San sind hervorragende Fährtensucher
219
Wissenswertes über San Im Oktober 2012 berichten ein Forscherteam um die Biologin Carina Schlebusch von der schwedischen Universität in Uppsala, dass kein Volk in ihren stammesgeschichtlichen Wurzeln so nah mit dem Homosapiens verwandt ist wie die Khoisan1 aus dem südlichen Afrika. Die Wissenschaftler analysierten 2,3 Millionen Erbgutvarianten von 220 Menschen. Das Ergebnis zeigte an, dass die Khoisan genetisch einzigartig sind, weil keine andere menschliche Population sich so früh von den Vorfahren aller Menschen abgetrennt hat. Das bedeutet mit anderen Worten, dass die Khoisan älter sind als alle anderen Volksgruppen des modernen Menschen. Ihre Erbgutuntersuchung lieferte somit auch Hinweise auf evolutionäre Prozesse, die vor mehr als 100.000 Jahren stattfanden und eine entscheidende Phase in der Evolution des anatomisch modernen Menschen war. Die Analyse gibt auch Aufschluss welche genetischen Faktoren entscheidend waren im Wandlungsprozess zum modernen Menschen. Die Forscher identifizierten aus den speziell ursprünglichen Genvarianten der Khoisan drei Gene heraus, die für die Entwicklung des Schädels und des Skeletts zuständig sind. Eines dieser Gene könnte maßgeblich verantwortlich sein für die anatomischen Unterschiede zwischen dem modernen und dem archaischen Menschen. Varianten dieses Gens beeinflusste unter anderem die Stirnwölbung, die Form des Brustkorbs und der Schlüsselbeine sowie der Zeitpunkt zu dem sich der Schädel
schließt. Dies ist ein sehr wichtiges Merkmal für die Gehirnentwicklung des modernen Menschen. Die Forscher vermuten, dass diese Gene entscheidend für die Entwicklung des modernen Menschen steht. Auch wurde entdeckt, dass es innerhalb der Khoisan Volksgruppe große ethnische Vielfalt gibt. Die Wissenschaft konnte anhand der DNA gleichzeitig feststellen, dass die heute in Namibia und Botswana lebenden San sich bereits vor 25.000 - 43.000 Jahren von den restlichen Gruppen der Khoisan abgespalten haben. Übrigens die vielen über 20.000 Jahre alten Felszeichnung im Süden Afrikas wurden von dieser Volksgruppe hergestellt. Das Verbreitungsgebiet der San in jener Zeit reichte bis nach Äthiopien und Somalia, was man anhand der Verbreitung ihrer Klicklaut-Sprachfamilie nachweisen konnte. Im Laufe der Zeit vor allem im 15. Jh. werden sie von Bantu Gruppen immer weiter in unwirtliche Gegenden zurückgedrängt. Im 18. Jh. wurden viele San im heutigen Botswana von den aus dem Transvaal zugewanderten Tswana versklavt und wie Vieh weitervererbt. Ihre Geschichte in den Folgejahren waren geprägt von Knechtschaft und Verfolgung. In der Kolonie Deutsch-Südwestafrika ging die deutsche Schutztruppe wie im Krieg gegen die Herero ähnlich auch gegen die San vor. Viele San schufteten am Anfang des 19. Jh. für ein Hungerlohn auf den Farmen der Kolonialherren. Selbst heute leben noch wenige auf traditionelle Art und Weise als Jäger und Sammler. 1961 erhielten sie wie schon erwähnt ein eigenes Schutzgebiet in der Kalahari. Allerdings nachdem man in diesem Gebiet Diamanten fand wurden sie von der botswanischen Regierung aufgefordert das Gebiet zu verlassen. Erst 2006 bekamen sie vor Gericht recht ihr Land wieder zu besiedeln und offiziell dort zu jagen.
Die Trennung des eigentlichen Volksstamms der Khoi in zwei unterschiedliche Gruppen wurden von Europäern eingeführt. Man bezeichnete die viehhaltende Gruppe als Khoikhoi (auch Hottentotten) und die viehlosen Jäger und Sammler als San („Nichtsnutz“ oder „Bandit“). Der Begriff Khoisan wurde erstmals 1928 von dem deutschen Anthropologen Leonhard Sigmund Schultze aus Jena gebraucht, der aber inzwischen auch in der Wissenschaft als seriöser Terminus gilt. 1)
220
Herausgeber Don Artworks Fotografie Text Friedrich Don © Don Artworks 2020
221
Himba Village Uukwaluudhi Safari Lodge
Taranga Safari Lodge
Namutoni Camp
Fort Sesfontein
Okaukuejo Camp
Grootberg Pass
Hoba Meteorit
Peet Alberts Koppie
Brandberg White Lady Guest House
San Village Zelda Bushcamp Ondekaremba Walvis Bay Lagune
Kuiseb Canyon
Caprivi Tour Map Gesamtstrecke 6.105 Kilometer Besichtigung Unterkunft
Sossusvlei
Weltevrede
The Old House Camp Kwando Mudumu N.P.
Sambesi Chobe River und Nationalpark
Bayete Guest Lodge
Flug Ăźbers Okavango Delta
Moremi Safari Thamalakane River Lodge
Pelikan Lodge
Makgadikgadi Pans
DON ARTWORKS