DAS MAGAZIN DER DOMBERG-AKADEMIE Nr. 15 – 03/2026 NEU DENKEN NEU GLAUBEN NEU GESTALTEN www.domberg-akademie.de
WEN KÜMMERT‘S? Zur Zukunft der Care-Arbeit
Halt und Trost in schweren Zeiten
„Christfluencing“: Religion geht viral
Trauernde spirituell, kultur- und religionssensibel begleiten
Fortbildungstag zu digitaler Glaubenskommunikation
Fit für die Zukunft Neues Kursbuch für Kulturdolmetscher plus – sharing empowerment®
Foto: Adobe Stock/txmag
Zukunft sozial gestalten mit einem Studium an der KSH München. Bachelor- und Masterstudiengänge aus den Bereichen Soziale Arbeit Pädagogik und Psychologie Gesundheit und Pflege Studium und Praxis Promotionsmöglichkeiten Stark in Forschung und Transfer anzeige
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240 S. | € 24,00 | ISBN 978-3-451-02649-2
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Wege aus der Mutlosigkeit Jean-Pierre Wils zeigt, wie es möglich ist, Sinn, Hoffnung und Trost als ein Reservoir des Widerstands in einer krisengeschüttelten Gegenwart neu zu entdecken. Nicht als Vertröstung, sondern philosophisch verantwortet zeigt er, wie die drei Kategorien wirken können gegen das Einverständnis mit dem schlechten Lauf der Dinge. Ein Buch voller Ermutigungen zu neuen Perspektiven und neuem Handeln.
herder.de
EDITORIAL • Dr. Claudia Pfrang Direktorin der Domberg-Akademie
VON KUMMER UND KÜMMERN
cpfrang@ domberg-akademie.de
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er kennt ihn nicht: den Kummer. Den Kummer um liebe Menschen, den Kummer aufgrund von Krankheit oder Schicksalsschlägen. Zusätzlich bereiten die geopolitische Weltsituation, die anstehenden Wahlen und die Hitzeperioden angesichts des Klimawandels Kummer. Kummer, der mal stärker, mal weniger stark schmerzt. Kummer, der dauerhaft auf der Seele liegt, führt zu Erschöpfung und kann krank machen. Wer Kummer kennt, hat sich vielleicht schon gefragt oder die bittere Erfahrung gemacht: Wen kümmert’s? Kummer braucht Kümmer:innen. Sich um andere zu sorgen, ist wesentlicher Bestandteil unserer menschlichen Existenz. Doch was, wenn dieses Kümmern zur Erschöpfung führt? Wir leben, so der Sozialgeograph Simon Runkel, in einem „Zeitalter der Erschöpfung“. Diese darf, wie das oft geschieht, nie nur rein individuell verstanden werden.
„Niemand ist eine Insel: emotionale Erfahrungen werden in sozialen Beziehungen gemacht, bewältigt und reguliert. Insofern diese Erfahrungen existenziell zudringlich sind und zur individuellen Erschöpfung führen, werden sie in Partnerschaften, Freundschaften und Gemeinschaften artikuliert und aufgefangen. Gesellschaftspolitisch ist die relationale Bearbeitung von Erschöpfung unabdingbar. Wenn die sozialen Beziehungen aufgrund von um sich greifender Erschöpfung überfordert sind, lastet dies auf gesellschaftlichen Strukturen und Institutionen.“ (Runkel)
Noch immer wird die Sorge-Arbeit als private Zusatzaufgabe gesehen. Sie bleibt nach wie vor in unserer fragmentierten Welt, in der jede:r in zugewiesenen Bereichen funktioniert bzw. funktionieren muss, unsichtbar. Wen kümmert’s, dass die KiTa aus Personalmangel eine Gruppe schließt und die Eltern händeringend nach einer Lösung suchen? Wen kümmert’s, dass ein Elternteil die ganze Nacht das Baby trösten musste, weil es krank ist? Wen kümmert’s, dass die fragile Pflegesituation eines alten Menschen zusammenbricht und es schnelle Lösungen braucht? Wen kümmert’s, dass der Kühlschrank leer ist und im vollen Alltag keine Zeit für einen Einkauf bleibt? Wen kümmert der Frust vieler Ehrenamtlicher in ihrem Einsatz für Demokratie und Klima? Unser Projekt Muträume, ein Reflexionsraum für Engagement, zeigt, wie wichtig es ist, dass es uns kümmern muss. Es ist eben nicht egal, wenn Menschen ausbrennen, die sich für andere einsetzen. Es hat fatale Folgen für alle.
Care-Theoretiker:innen fordern schon lange, dass Sorgearbeit als grundlegende soziale Praxis gesehen werden muss, denn wir alle sind von der Fürsorge abhängig. Alles „biosoziale Leben [ist] durch Verwundbarkeit, Angewiesenheit und bedingte Unverfügbarkeit charakterisiert“, so die Soziologin Almut Peukert in ihrem Artikel zu unserem Saisonthema „Wen kümmert’s? Zur Zukunft der Care-Arbeit“ (S. 8).
Es geht also nicht allein um Wertschätzung oder Aufwertung von Sorge-Arbeit und nicht darum, den Care-Sektor in das Wirtschaftssystem zu integrieren. Es muss das Ziel sein, „die ganze Oiko-Nomia zu ihrem Kerngeschäft, der Befriedigung der Bedürfnisse aller Menschen im begrenzten Lebensraum Erde, zurückzuführen“. (Ina Prätorius) Care-Arbeit umfasst damit wesentlich die Mitsorge um die Erde und ihre Geschöpfe (vgl. S. 12f). Die aktuellen Krisen machen es deutlich, wie sehr „die Erschöpfung der Erde mit den Erschöpften der Erde zusammenhängen“ (Runkel). Wenn menschliche Ressourcen und Klimaressourcen schwinden, wächst die Erschöpfung an allen Ecken und Enden. Letztlich bedarf es theologisch
gesprochen einer Umkehr des Systems hin zu einem System der Mitsorge, einer UmCare. Papst Franziskus hat wiederholt in Laudato si‘ betont: Die Mitweltkrise ist „ein Aufruf zu einer tiefgreifenden inneren Umkehr. […] Die Berufung, Beschützer des Werkes Gottes zu sein, praktisch umzusetzen gehört wesentlich zu einem tugendhaften Leben; sie ist nicht etwas Fakultatives“. (LS 217) Als Bildungseinrichtung, die diesem Auftrag, Beschützerin des Werkes Gottes zu sein, verpflichtet ist, ist es unabdingbar, dass wir Kümmer:innen sind, die dem Kummer der Welt entgegentreten. Dass wir Menschen begleiten, die sich kümmern und gemeinsam mit allen Menschen guten Willens den Weg der UmCare anstoßen. Ihre
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INHALT
DAS MAGAZIN DER DOMBERG-AKADEMIE UNSERE TOP-ANGEBOTE VON SEPTEMBER 2026 BIS JANUAR 2027 SAISONTHEMA
THEMEN 16 DEMOKRATIE & ETHIK • Was bedeutet Reform? • Eine Mutmacherin erzählt
18 KOMPETENZZENTRUM DEMOKRATIE UND MENSCHENWÜRDE • Rechtskatholische Vernetzung über Ländergrenzen hinweg
19 DIVERSITÄT • Qualität des Denkens verbessern
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WIE WAR‘S? Rückblick auf das Saisonthema „Lebenskraft Glaube“
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KEIN MENSCH IST EINE INSEL Care-Arbeit neu denken
20 RELIGION & KIRCHE • Mehr Mischwald • Fortbildung „Christfluencing“
22 UMWELT & NACHHALTIGKEIT • Wenn Ansagen verhallen • Meine Privilegien spüren
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Drei Fragen – drei Perspektiven
KULTUR & KREATIVITÄT • Kunstfreiheit unter Druck • Interview mit der Künstlerin Sandra Di Stefano
WAS CARE LEISTET UND WAS SIE BRAUCHT
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CARE AUF DEM BAUERNHOF Ein Gespräch über sorgsame Landwirtschaft
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UNSERE AUSSTELLUNG UND TOP-VERANSTALTUNGEN ZUM SAISONTHEMA
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BILDUNGSLABOR
Trauernde spirituell, religions- und kultursensibel begleiten
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PERSÖNLICHKEIT & PÄDAGOGIK • Denken ist nicht Handeln • Zur ungleichen Verteilung von Zeit
28 WERKSTATT ZUKUNFT • Kulturdolmetschende – mit einem Kursbuch in die Zukunft
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SPECIALS
ANGEBOTE
• Lange Nacht der Demokratie
HIGHLIGHT VERANSTALTUNGEN
• Kunst, Bildung und Debatte vereinen
aus der Katholischen Erwachsenenbildung
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UNVERFÜGBARKEIT ALS HOFFNUNGSPOTENZIAL „Glaube, der Kraft gibt, muss ein ehrlicher Glaube sein, der Bezug zur Realität hat.“ // von claudia pfrang
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ies war ein Satz bei unserem LivePodcast „schöner glauben“, der bleibt und nachklingt. Was so selbstverständlich klingt, ist es nicht. Für die Bildungsarbeit verbinden sich damit
die Fragen:
Was ist die Realität der Menschen? Wo gibt es einen Bezug zur christlichen Botschaft? Wie gehen Christ:innen mit dieser Realität um? Die Realität vieler Menschen ist der „rasende Stillstand“, wie es der Philosoph Paul Virilio treffend beschreibt. Alles rast, aber nichts geht voran. Viele Menschen haben das Gefühl: Wir tun so viel, aber vieles gleitet uns aus den Händen. Was wir derzeit kaum mehr vernehmen, sind Utopien. Vielmehr fühlen sich viele Menschen umkreist von Abstiegserzählungen. Sind uns Zukunftsvisionen, für die es sich lohnt, sich einzusetzen, abhandengekommen? Was hat die christliche Botschaft hier anzubieten und entgegenzuhalten?
Zwei Spuren aus dem vergangenen Saisonthema bleiben: eine grundsätzliche und eine sehr konkrete. Zum einen eine grundsätzliche und eine theologische: Erscheint das Leben von Jesus mit seinem Scheitern am Kreuz vordergründig als Abstiegserzählung, so offenbart seine Auferstehung: Wir dürfen im Vertrauen leben, dass Gott mit uns durch die tiefsten Abgründe geht und Neues schafft. Es ist, wie die Theologin Sarah Rosenhauer betont, die grundlegende Hoffnung des christlichen Glaubens: Hass und Gewalt haben nicht das letzte Wort, sondern am Ende siegt die Liebe. Diese Liebe Gottes zu den Menschen, die sich in Jesus Christus zeigt, beginnt in der Geburt eines kleinen wehrlosen Kindes und endet mit seinem Tod und der Auferstehung. Es zeigt: Gott geht mit den Menschen bedingungslos alle Wege. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Damit verbunden ist ein weiterer Aspekt: Wahre Macht realisiert sich nicht in Dominanz, sondern in Relationalität: darin, verletzlich und berührbar zu sein, sich nicht durchsetzen zu müssen, sondern dem anderen Raum geben zu können. Ist es nicht auch das, was sich in biblischen Geschichten an der Beziehung zwischen Gott und den Menschen ablesen lässt? Gott er möglicht dem Menschen Freiheit durch seine Selbstrücknahme und zugleich steht er zu ihm. Damit setzt die christliche Erzählung von Tod und Auferstehung einen Kontrapunkt zur kapitalistischen Logik, in der nur die Gewinner:innen Macht haben und sich durchsetzen.
MAI BIS SEPTEMBER 2026
Diese christliche Erzählung ist wesentlich geprägt vom Narrativ der Zuwendung und der Hoffnung, aber auch der Unverfügbarkeit: Wir haben nicht alles in der Hand. Müssen wir neu lernen, was wir jeden Tag erfahren? Liegt nicht im Unverfügbaren die Hoffnung, dass Neues entstehen kann? Ganz praktisch – und dies ist die zweite Spur – geht es nicht allein um das Akzeptieren der Unverfügbarkeit und Komplexität der Dinge, der sich die Menschen ausgeliefert fühlen. Es geht vielmehr um das Einüben einer Haltung, um Mut und Vertrauen in die Zukunft, die uns immer wieder veranlassen, neu aufzustehen und neu anzufangen. Im Übersetzen des Glaubens in die Lebensrealitäten, wie es auch in digitalen Netzwerken oder in christlichen Gemeinschaften geschieht, kann dieser Glaube Lebenskraft entfalten: Indem christliche Gemeinschaften wieder mehr zu Orten werden, in denen Alltag und Glaube in Wort und Tat verknüpft werden, in denen Glaube sich ehrlich macht und glaubwürdig wird. In denen der Raum für Hoffnung offengehalten wird und Menschen entdecken können, dass man gemeinsam vermag, Verhärtetes aufzubrechen und Neues zu bewirken. Voller Hoffnung, aber ohne die Illusion, dass sich das Erhoffte „herstellen“ lässt, denn es ist unverfügbar. In denen die biblischen Imperative „Fürchte dich nicht!“ und „Sorge dich nicht!“ als Haltung eingeübt werden können. In denen Menschen im Mittelpunkt stehen, wo man sich den anderen zuwendet und zuhört, sich im respektvollen Dialog begegnet. Orte, wo Menschen ein Obdach finden für ihre Suche nach einem erfüllten Leben. Als Auftrag für unsere theologische Bildungsarbeit bleibt: stets den Glauben mit den Lebensrealitäten der Menschen zu verknüpfen und ihn so ehrlich zu machen. Die systemsprengende und machtkritische Kraft des christlichen Glaubens, die ihn seit Beginn prägt, in die gesellschaftlichen Diskurse – wie es auch Papst Leo tut – einzubringen. Die Unverfügbarkeit des Lebens als Hoffnungspotenzial in unterschiedlichen Formaten erlebbar zu machen. Nicht zuletzt war unser Angebot „surf&soul“ ein erster Versuch dazu. •
Live-Podcast „Schöner Glauben“
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erfahren Sie mehr #live | Jugendkirche München – Folge: „Nicht/nur mit uns. Lebenskraft Glaube.“
dr. claudia pfrang ist Direktorin der Domberg-Akademie
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KEIN MENSCH IST EINE INSEL CARE-ARBEIT NEU DENKEN Care ist für Menschen und Gesellschaften existenziell. Dennoch ist Care-Arbeit prekär und krisenhaft organisiert. Umso wichtiger ist es, Räume zu schaffen, in denen möglichst viele Menschen sich darüber austauschen, gemeinsam diskutieren und ausprobieren, wie wir als Gesellschaft Erwerbs- und Care-Arbeit denken und für alle fair organisieren. // eine analyse von almut peukert
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are, Liebe, Arbeit. Drei Begriffe, drei Konzepte, drei alltägliche Praktiken. Wir alle sorgen, lieben, arbeiten. Begriffe wie Sorge/Care, Care-Arbeit, Fürsorge, Hausarbeit, Pflege, Selbstsorge, Familienarbeit oder Reproduktionsarbeit bezeichnen Sorgetätigkeiten. Verbunden sind damit verschiedene Situationen, ebenso variieren die beteiligten Menschen, Geräusche, Gerüche, Handlungen, Zeit und Räume. Wer leistet CareArbeit? Wie wird Care gesellschaftlich organisiert? Welche Spannungsfelder und Widersprüche, sozialen Ungleichheiten und Herausforderungen sind damit verbunden? Care, so viel ließe sich vorausschicken, umspannt das ganze Leben – von der Geburt bis zum Tod. Und so bietet der analytische Blick auf einen schematischen Lebensverlauf einige Antworten auf die eingangs gestellten Fragen.
SAISONTHEMA
Care im Lebenslauf Die Zeitreise beginnt vor und mit der Schwangerschaft, dem Heranwachsen eines Kindes im Körper eines anderen Menschen. Meist übernehmen Frauen diesen Teil der Sorgearbeit. Sich sorgen und kümmern hat hier eine unhintergehbare körperlich-physische Dimension. Weiten wir den Blick, sehen wir weitere Beteiligte in den Prozessen und Praktiken des Sorgens: Menschen und Institutionen, wie Familien und Nachbarschaften, Arztpraxen, Krankenhäuser. Hier treffen professionelle Akteur:innen sowie Laien, bezahlte und unbezahlte Care-Arbeit aufeinander. Schon früh wurde in der Geschlechterforschung auf die Verwobenheit von Produktion und Reproduktion samt geschlechterdifferenzierender Arbeitsteilung aufmerksam gemacht. Die Soziologin Brigitte Aulenbacher verweist in diesem Zusammenhang auf die „Sorglosigkeit des Kapitalismus“. Dazu kommen ein Gesundheitssystem und ein Rechts- und Sozialstaat, die regulieren, beispielsweise Untersuchungen ermöglichen, fordern oder verbieten, die Sorgearrangements unterstützen oder erschweren, die Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen, als Eltern anerkennen oder diesen Weg zum Beispiel durch das Verfahren der Stiefkindadoption bei lesbischen Paaren erschweren. Geborenwerden und Elternwerden ist weder nur privat noch nur öffentlich.
Die dominante Grenzziehung der Moderne zwischen öffentlich und privat ist bereits zu Beginn des Lebens brüchig. Mutterschutz, Elternzeit und Elterngeld regulieren sozialstaatlich die folgende Phase der familialen Care-Arbeit. Wer nimmt Elternzeit und Elterngeld in Anspruch? Für gleichgeschlechtliche Paare und queere Familien haben wir in Deutschland bislang wenig quantitative Daten. Qualitative Studien verweisen auf eine Tendenz zu einer egalitären Arbeitsteilung. In heterosexuellen Paarbeziehungen sind es – nach wie vor – überwiegend Mütter, die Elternzeit in Anspruch nehmen. Der Väteranteil stagniert seit zwei Jahren und lag 2025 bei knapp 26 Prozent. Würden Mütter und Väter gleichermaßen Elterngeld beziehen, läge der Anteil bei 50 Prozent. Auch in der Dauer der Elternzeit gibt es laut den Daten des Statistischen Bundesamts Unterschiede: 2025 lag die durchschnittliche Dauer des geplanten Elterngeldbezugs bei Frauen bei ca. 15 Monaten. Die von Männern geplante Bezugsdauer war mit durchschnittlich knapp vier Monaten deutlich kürzer und ist seit Jahren praktisch unverändert. Zu beobachten ist jedoch auch ein Wandel der geschlechterdifferenzierenden Arbeitsteilung in Familien in Richtung Egalität.
Reisen wir weiter: Das Kind wird älter, kommt in die Kita, Kindergarten, Schule und braucht vielleicht besondere Unterstützung. Die Care-Arbeit verteilt sich zwischen Eltern, Großeltern, Nachbarn, Freundinnen, Kita, Schule, Hort – um nur einige relevante Akteur:innen zu nennen. Wie, von wem, wo und unter welchen Umständen CareArbeit geleistet wird, oder wer sie delegieren kann, hängt dabei von materiellen Ressourcen ab, wie Einkommen und Vermögen. Und auch wo und wie Menschen wohnen, hat Auswirkungen auf die Gestaltung von Care-Arbeit. Interdisziplinäre Fragen von Wohnungs- und Städtebau, städtische wie ländliche Care-Infrastrukturen und die Idee von „Caring Cities“ stehen zur Diskussion. Wie sind Wohnungen, Häuser, Siedlungen, Quartiere oder Kieze gestaltet? Wo sind in Architektur und Infrastruktur explizit oder implizit Annahmen über Care-Arbeit eingelassen? Ziel ist es, das Wohnen, den Städtebau und die Infrastrukturen, wie etwa den öffentlichen Nahverkehr, zusammen mit Care zu denken, und so Selbstsorge und Sorge für alle, für Kinder, kranke und ältere Menschen zu ermöglichen und zu erleichtern. Die Reise im Lebensverlauf geht weiter: Das Kind ist erwachsen. Dies scheint die Phase zu sein, in der die meisten Menschen vermeintlich am wenigsten Sorge von anderen benötigen. Denn am ehesten thematisiert wird Care-Arbeit für Kinder und ältere Menschen, für Menschen mit Beeinträchtigungen oder Krankheiten. Im Denken der Moderne gelten Menschen als autonom. Präziser und zugespitzt formuliert: Der erwachsene, abled-bodied, weiße Mann scheint sich sorglos als autonom imaginieren zu können.
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Die Care-Forschung macht hingegen deutlich, dass wir alle von Sorge abhängig sind. Autonomie wird als Prozess verstanden, nicht als natürlicher Zustand.
Allzu einfache Unterscheidungen Wir sorgen uns um Kinder, wir sorgen für kranke, alte und behinderte Menschen. Von welchem wir ist die Rede? Wie werden durch diese kategoriale Unterscheidung Sorgebedürftige (Care-Receiver) und Sorgegebende (Care-Giver) hervorgebracht? Leisten nicht ebenso Kinder, junge, ältere, kranke und behinderte Menschen Care und Care-Arbeit? Die Critical Disability Studies fordern dazu auf, die dichotome und hierarchisierende Kategorisierung in Sorgegebende und Sorgeempfangende zu hinterfragen. In Debatten zu Interdependenz, Vulnerabilität und Angewiesenheit wird, um dem binären Denken ‚Autonomie versus Abhängigkeit‘ zu entgehen, von relationaler oder bedingter Autonomie ausgegangen.
Demnach ist alles biosoziale Leben durch Verwundbarkeit, Angewiesenheit und bedingte Unverfügbarkeit charakterisiert. Die Soziologin Paula Villa pointiert es mit Bezug auf den Dichter John Donne (1624) so: „Kein Mensch ist eine Insel, und kein Mensch verfügt vollständig über sich.“ Auf diese Weise geraten Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Beeinträchtigungen systematisch als (Ko-)Produzierende von Care-Arbeit in den Blick. Zeitverwendungsstudien geben einen Anhaltspunkt, wie viel Zeit beispielsweise Kinder mit Familienarbeit verbringen. Kinder zwischen dem 10. und 18. Lebensjahr übernehmen ca. eine Stunde am Tag für „Haushaltsführung und Betreuung der Familie“, Mädchen mehr als Jungen. Neben der physisch-körperlichen Care-Arbeit und der unabdingbaren emotionalen Dimension, wird seit einigen Jahren verstärkt ‚Mental Load‘ als zentraler Bestandteil von Care diskutiert. Wer putzt das Bad? Wer kocht, kümmert sich um die Kinder, Freunde, Eltern? Wer denkt an die Einkaufsliste, an die Geburtstagsgeschenke? Wer besorgt die Dinge? Mentale Sorgearbeit findet in privaten wie beruflichen Kontexten statt, ist jedoch ungleich verteilt: Frauen übernehmen mehr als Männer, Mütter (deutlich) mehr als Väter.
Selbst bei relativ gleichverteilter physischer Care-Arbeit wird emotionale wie mentale Arbeit hauptsächlich von Frauen ausgeführt. In der empirischen Forschung gilt es, die verschiedenen Dimensionen von Care-Arbeit differenziert zu beobachten, denn gleich lange Elternzeit impliziert beispielsweise nicht automatisch die gleiche Verteilung des ‚Mental Loads‘. Mentale Arbeit ist weitgehend unsichtbar und erhält wenig Anerkennung. Ihre Ungleichverteilung wird durch dieselben Geschlechternormen organisiert, wie die übrige Haus- und Familienarbeit: Sie gilt als freiwillige unbezahlte Liebesarbeit von Frauen. Vor diesem Hintergrund wird mentale Arbeit bei Paaren, in Familien, Freundschaften, Nachbarschaften und im Kollegenkreis selten explizit verhandelt. Doch die Aufmerksamkeit für diese Dimension von CareArbeit steigt.
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Alternde Gesellschaft und Pflegekrise Reisen wir weiter in der Zeit. Unsere erwachsene Person ist älter geworden. Das Thema ist allen bekannt: demografischer Wandel, die Alterung der Gesellschaft und damit verbunden eine hartnäckige Pflegekrise. Es fehlen Fachkräfte, Zeit, Geld. Denken Sie nur an die aktuelle Diskussion zur Pflegeversicherung: Höhere Beiträge, enger definierte Pflegegrade und Leistungskürzungen, wie eine mögliche Abschaffung von Pflegegrad 1. Sehr beeindruckend ist folgende Zahl:
80 Prozent der Personen mit Pflegegrad werden zuhause gepflegt. Familien und Freundeskreise sind der größte Pflegedienst in Deutschland. So konstatieren Martina Brandt und Kolleginnen vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Und auch hier setzen sich Geschlechterungleichheiten fort, denn drei von vier pflegenden Angehörigen sind Frauen. Neben Geschlechterungleichheiten ist das Feld von transnationalen sozialen Ungleichheiten geprägt. Im informellen Care-Sektor und insbesondere in der sog. 24-Stunden-Pflege bzw. Live-In-Care arbeiten in Deutschland vor allem Frauen aus Osteuropa. Verbunden ist dies meist mit einer Pendelmigration. Forschungen zeigen die fehlende soziale Absicherung sowie die massive Verletzung von Arbeitsrecht und Arbeitsschutz, beispielsweise für Arbeitszeiten und Ruhezeiten. Auf der anderen Seite zeigen Studien, wie sehr Familien unter Druck stehen, ‚privat‘ Lösungen für den Pflegebedarf ihrer Angehörigen zu finden. In Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten wiederum kämpfen Pflegekräfte inzwischen nicht mehr nur für eine höhere Entlohnung. Es geht zunehmend um eine Reduzierung von Arbeitsbelastungen, mehr Fachpersonal, um eine qualitativ gute Versorgung leisten zu können und Zeitdruck zu minimieren sowie verlässliche Dienstpläne, um Arbeit und Leben besser vereinbaren zu können. Im Kita-Bereich stehen ähnliche Forderungen auf der Agenda. Und am Ende des Lebens bleibt die Begleitung von Sterbenden, Trauerarbeit und das eigene Sterben und der Tod.
SAISONTHEMA
Besonders hervorzuheben ist die Bedeutung von ehrenamtlicher Sorgearbeit und „Caring Communities“ – die Sorge um- und füreinander jenseits von meist eng definierten Familienformen. Aber auch hier gibt es Widersprüche: Während in „Caring Communities“ alltagsnah Care geleistet wird, stellt sich umgekehrt die Frage, inwieweit das zivilgesellschaftliche Engagement von Seiten des Sozialstaats als Ressource über die Maßen (aus-)genutzt wird, um Ausgaben zu reduzieren.
LITERATURTIPPS
Joan C. Tronto Caring Democracy. Markets, Equality, and Justice NYU Press, 2013 250 Seiten
Care: Liebe oder Arbeit? Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus der Zeitreise ziehen? Care-Arbeit umfasst physische Arbeit an und mit Körpern, emotionale Arbeit und mentale Arbeit. Analytisch lässt sich das trennen, in konkreten Alltagssituationen verschwimmen diese Dimensionen. Care wird arbeitsteilig geleistet, womit Chancen, aber auch soziale Ungleichheiten verbunden sind, insbesondere in Bezug auf Geschlecht und Heteronormativität, Klasse und sozioökonomischen Status, race und Staatsangehörigkeit, dis_ability und Alter. Ist Care, so stellt sich abschließend die Frage, Liebe oder Arbeit? Zunächst zur Liebe: Empirisch changiert CareArbeit im Spektrum von Liebe und Zuneigung bis hin zu Gewalt in ihren unterschiedlichen Ausformungen. Auch das gilt es im Blick zu behalten. Die kapitalistische Indienstnahme von Liebe haben Gisela Bock und Barbara Duden 1977 in ihrem viel zitierten Aufsatz „Arbeit aus Liebe – Liebe als Arbeit“ rekonstruiert: Mit der verstärkten Industrialisierung im 19. Jahrhundert bildet sich erst die klare Trennung zwischen der öffentlichen Sphäre der Erwerbsarbeit und der privaten Sphäre der Familie heraus, die für uns heute selbstverständlich scheint. Zuvor fielen der Familienhaushalt und der Betrieb oder die Arbeitsstätte oft zusammen. Von nun an werden Männer und Frauen als komplementär und für verschiedene Lebensbereiche zuständig angesehen: Männern wird der Bereich der bezahlten Erwerbsarbeit zugewiesen, Frauen der Bereich der Familienarbeit und des Haushalts. Dieser zählte seitdem nicht mehr als Arbeit. Vielmehr herrscht die Vorstellung vor, Frauen widmeten sich diesen Tätigkeiten aus Liebe. Um diesem Denkgefängnis in unserer heutigen Gesellschaft zu entkommen: Wie wäre es mit mehr und statt oder? Würde heißen: Care – Liebe und Arbeit. •
Almut Peukert Aushandlungen von Paaren zur Elternzeit. Arbeitsteilung unter neuen Vorzeichen? Springer VS, 2015 312 Seiten
Christiane Bomert u.a. (Hg.) Care in der Krise. (Un-)Sichtbarkeiten von Sorgearbeit während und nach der Corona-Pandemie Transcript, 2026 198 Seiten
Teresa Bücker Alle _ Zeit. Eine Frage von Macht und Freiheit. Wie eine radikal neue, sozial gerechtere Zeitkultur aussehen kann Ullstein, 2. Auflage 2024 400 Seiten
Bernhard Emunds, Jonas Hagedorn u.a. (Hg.) Häusliche Pflegearbeit gerecht organisieren Beltz eBook, 2021 171 Seiten
Der Artikel ist ursprünglich in einer leicht veränderten Fassung im History Live Magazin 2/2025 der Stiftung Historische Museen Hamburg erschienen. Veranstaltungstipp Die Autorin ist gemeinsam mit Ali Simon Impulsgeberin in unserer Online-Veranstaltung Care-Arbeit neu denken: Alltag, Care-Krise, Transformation am 07. Oktober um 19.00 Uhr
prof. dr. almut peukert
ist Juniorprofessorin für Soziologie (insb. Arbeit, Organisation & Gender) am Fachbereich Sozialökonomie der Universität Hamburg. Sie forscht und lehrt zu Arbeit, Care und Geschlecht.
Gabriele Winker Care Revolution. Schritte in eine solidarische Gesellschaft Transkript, 2015 208 Seiten
Feline Tecklenburg Das Wir in Wirtschaft. Wer Care-Arbeit aufwertet, sichert Wohlstand und Demokratie Aufbau, 2026 256 Seiten
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WAS CARE-ARBEIT LEISTET UND WAS SIE BRAUCHT Care ist so vielfältig wie das Leben. Wir haben nachgefragt, was Care für die Menschen bedeutet und was es braucht, um sie gut gestalten zu können. // interviews von thomas steinforth
„Professionelle Pflegekräfte können pflegende Angehörige beratend unterstützen.“ sollten berufstätigen Pflegenden je nach Pflegegrad pro Jahr einige Tage „Betreuungskrank“ zustehen, wenn der zu pflegende Mensch im Falle einer akuten Erkrankung nicht allein bleiben kann.
Beate Hotter ist seit 47 Jahren beruflich als Krankenschwester tätig. Zugleich sorgt sie als pflegende Angehörige für ihren Vater.
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nwiefern kann die Pflege eines Angehörigen auch mit positiven Erfahrungen verbunden sein? Positive Erfahrungen bei der Versorgung meines 92-jährigen Vaters seit mittlerweile sieben Jahren gewinne ich durch seine positive Lebenseinstellung trotz aller Widrigkeiten durch Schmerzen und Einschränkungen bei seiner Mobilität sowie den restlichen physischen Problemen. Das gute Gefühl, ein wenig dazu beizutragen, motiviert zum Weitermachen. Die Tatsache, dass er im Leben noch sehr präsent ist und immer noch kleine Ziele hat (z. B. kleinere Tätigkeiten in Haus und Garten), erfüllt mich mit großer Freude. Am Ende ist es auch eine Genugtuung, etwas von der Fürsorge zurückzugeben, die man selbst ein Leben lang von ihm erhalten hat. Welche Rahmenbedingungen bräuchten pflegende Angehörige, damit ihre CareArbeit nicht zur bloßen Last wird und sie überfordert? Berufstätige Pflegende sollten viel mehr Freistellungen vom Arbeitgeber erhalten für die Begleitung bei Arztbesuchen der zu Pflegenden. Ähnlich wie bei der Kinderbetreuung
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Sie sind selbst zugleich professionelle Pflegekraft und pflegende Angehörige. Wie kann professionelle Pflege die Pflege durch Angehörige unterstützen und entlasten? Professionelle Pflegekräfte können pflegende Angehörige beratend unterstützen – sowohl theoretisch als auch in der Praxis: Welche Hilfsmittel gibt es? Gibt es spezielle Arbeitstechniken? Wie geht man mit mental belasteten Menschen um? Dabei denke ich in erster Linie an die Sozialdienste der Kommunen. Eine zeitlich begrenzte Pflege durch Mitarbeiter der Sozialdienste ist auch dann eine wesentliche Stütze, wenn pflegende Angehörige für ein paar Tage verreisen möchten oder selbst durch Krankheit an der Versorgung des Pflegebedürftigen verhindert sind. All diese Optionen für Angehörige gibt es bereits und stellen in der Summe eine große Erleichterung und eine erhebliche Sicherheit bei der Pflege unserer pflegebedürftigen Angehörigen dar. Vielen Dank an alle, die das ermöglichen. •
„Entscheidend sind Anerkennung und gerechte Verteilung – im professionellen als auch im privaten Bereich.“
Gabriele Stark-Angermeier ist Mutter von zwei erwachsenen Kindern und seit 1986 als Sozialarbeiterin tätig. Seit 2018 ist sie als erste Frau Vorständin im Caritasverband der Erzdiözese München und Freising.
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as verbinden Sie ganz persönlich mit dem Stichwort „Care“? Ich verbinde damit sowohl persönliche Erfahrungen als auch strukturelle gesellschaftliche Fragen. „Care“ bedeutet übersetzt „Sorge“. Für mich steht der Begriff vor allem für Sorgearbeit in ihren vielfältigen Formen: die Organisation des Alltags, Verantwortung im Zusammenleben und das Kümmern umeinander, insbesondere in Familien. Diese Arbeit ist unverzichtbar, wird jedoch oft als selbstverständlich angesehen und ungleich verteilt. Noch immer wird sie überwiegend Frauen zugeschrieben. Diese strukturelle Ungleichheit prägt meinen Blick auf Care-Arbeit. Gleichzeitig umfasst „Care“ auch den professionellen Bereich, insbesondere Pflege- und Erziehungsberufe, in denen Sorgearbeit gesellschaftlich organisiert wird. In welchem Sinne ist „Caritas“ auch „Care-Arbeit“? Die Caritas – insbesondere im Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e. V. – steht für organisierte Care-Arbeit im professionellen
SAISONTHEMA
„Beziehungen entstehen nur, wenn Menschen Zeit füreinander haben.“
Kontext. Sie zeigt sich vor allem in Pflege- und Unterstützungsleistungen für Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen: ältere Menschen ebenso wie Personen mit körperlichen, geistigen oder psychischen Einschränkungen. Es zeigt sich aber auch im Bereich der Erziehung, wo Menschen in ihrer Entwicklung unterstützt werden. Dabei geht es nicht nur um Versorgung, sondern auch um Begleitung, Würde und gesellschaftliche Teilhabe. In diesem Sinne ist die Caritas ein zentraler Träger gelebter Care-Arbeit.
Was müsste politisch geschehen, damit die Care-Arbeit gewürdigt und gerecht verteilt wird? Entscheidend sind Anerkennung und gerechte Verteilung – sowohl im professionellen als auch im privaten Bereich. Pflegeberufe brauchen eine stärkere finanzielle und gesellschaftliche Aufwertung. Aktuelle Diskussionen, etwa zur Refinanzierung von Tariflöhnen, senden problematische Signale, weil sie die Bedeutung dieser Arbeit infrage stellen. Auch im privaten Bereich ist eine gerechtere Verteilung notwendig – nicht nur bei Kinderbetreuung und Pflege, sondern ebenso im Haushalt. Care-Arbeit ist eine tragende Säule unserer Gesellschaft. Solange sie unterbewertet und ungleich verteilt bleibt, besteht ein grundlegendes Ungleichgewicht. Ihre Aufwertung ist daher keine Randfrage, sondern eine zentrale Frage sozialer Gerechtigkeit. •
Dr. Monika Guggemoos ist Apothekerin und betreibt gemeinsam mit ihrem Mann zwei Apotheken in Garmisch-Partenkirchen. Sie haben drei Kinder.
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ie verbinden Sie persönlich Ihre berufliche Tätigkeit mit der familiären Care-Arbeit? Beides ist nur möglich, weil mein Partner und ich uns eng abstimmen und Verantwortung gleichberechtigt teilen. Wir sind füreinander vollständig austauschbar: Wer zuhause ist, übernimmt alles, was gerade anfällt. Uns hilft der gemeinsame Konsens, dass Care-Arbeit oft anstrengender und fordernder ist als Erwerbsarbeit. So gelingt es uns, die Leistung des anderen wertzuschätzen und mit Dankbarkeit auf das zu blicken, was zuhause geleistet wird. Gleichzeitig hilft uns ein realistischer Blick auf unsere aktuelle Lebenssituation: Wir sind mittendrin in den Wirbelwindjahren des Lebens und Chaos ein natürlicher Teil dieser besonderen Zeit. Das zuzulassen und anzunehmen, ist sehr entlastend. Was sollte sich gesellschaftlich ändern, damit Care-Arbeit fairer verteilt wird und leichter möglich ist? Männer müssen ihren Teil der Verantwortung selbstverständlich übernehmen – ohne darauf zu warten, dass ihnen gesagt wird, was zu tun ist. Dafür wäre es notwendig, Fürsorge als einen Teil von Männlichkeit anzuer-
kennen. Gleichzeitig braucht es eine andere Zeitpolitik. Wir Menschen sind Beziehungswesen und können nur in Beziehung miteinander existieren. Doch Beziehungen entstehen nur, wenn Menschen Zeit füreinander haben. In einer Gesellschaft, die den Fokus einseitig auf Erwerbsarbeit legt und Vollzeittätigkeit und Überstunden belohnt, fehlt diese Zeit. Das belastet Familien, schwächt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und letztlich auch unsere Demokratie.
Andere Frage: Leisten Apotheker:innen eigentlich auch Care-Arbeit? Ja, und zwar in hohem Maße. Arzneimittel zu geben ist die häufigste medizinische Intervention. Gleichzeitig ist kein anderer Heilberuf im Gesundheitswesen so niedrigschwellig erreichbar wie Apotheker:innen. Wir begleiten Menschen durch alle Phasen des Lebens – von der Geburt bis zum Lebensende. Wir sind persönlich ansprechbar und kennen viele unserer Stammkund:innen persönlich. Wir arbeiten mit Hebammen und Palliativdiensten zusammen und haben oft engen Kontakt zu unseren Kund:innen – die meisten Menschen sind häufiger in einer Apotheke als in einer Arztpraxis. Wir sind für die Menschen da: Wir sortieren medizinische Informationen, erklären die Therapie und lotsen durchs Gesundheitswesen, denn oft fehlt in den Praxen die Zeit dafür. Neuerdings müssen wir auch medizinische Informationen aus dem Internet oder aus sozialen Medien einordnen und bewerten. Menschen vorurteilsfrei und auf Augenhöhe zu begegnen und Informationen verständlich zu erklären, erfordert viel Feingefühl. Und manchmal ist das Wichtigste, einfach zuzuhören und Trost zu spenden. •
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Care auf dem Bauernhof? Ein Gespräch über sorgsame Landwirtschaft // von thomas steinforth
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are wird oft verstanden als etwas, das sich vorrangig zwischen Menschen vollzieht. Inwiefern ist es auch ein umweltethisches Thema?
Einsiedel: Wir sind als Menschen Teil dieser Schöpfung. Da müssten wir eigentlich verstehen, dass wir alle mitverantwortlich sind für die Natur, die wir brauchen, die uns ernährt. Und obwohl es uns doch alle angeht, geben wir diese Verantwortung für das Sorgen für die Schöpfung gerne ab, z. B. an Biobauern und -bäuerinnen oder Umweltschutzengagierte. Und ähnlich wie den Menschen, die Care-Arbeit für andere Menschen leisten, geben wir auch ihnen nicht genügend Unterstützung für die wertvolle Arbeit. Rittershofer: Ich zitiere dazu den großen Umweltschützer Bernd Louisoder: „Natur- und Umweltschutz ist Menschenschutz auf Dauer.“ Es geht
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um die Sorge um ein System, in dem wir alle mit drinhängen, in dem wir alle füreinander Sorge tragen müssen.
Ist Landwirtschaft dann auch Care-Arbeit? Einsiedel: Sicherlich! Landwirte und -wirtinnen wissen in der Regel um ihre Verantwortung für die nächste Generation. Sie sorgen sich um die Artenvielfalt, um den Boden, damit er z. B. als CO2-Senke dient und als Hochwasserschutz. Landwirte sorgen also für vieles, werden aber hauptsächlich nur bezahlt für ihren Beitrag zur Ernährungssicherheit. Sie sorgen für vieles, haben aber große Sorgen, weil ein einseitig ausgerichtetes ökonomisches System sie unter großen Druck setzt. Rittershofer: Für mich ist der Bauernhof der Archetyp eines lebendigen und sorgenden Systems. Bauern und Bäuerinnen sorgen sich um Boden,
Wasser und andere Grundlagen unseres Lebens, haben die Zukunft im Blick, sorgen vor. In Betrieben der sozialen Landwirtschaft können Bauernhöfe aber auch Orte des Sorgens für Menschen sein, zum Beispiel für Ältere oder für Menschen in sozialen Schwierigkeiten.
Care-Arbeit ist ja immer auch Beziehungsarbeit, ist Pflege von lebensdienlichen Beziehungen. Um welche Beziehungen geht es bei TAGWERK? Rittershofer: Ja, es geht um Beziehungen, kreuz und quer! Um Beziehungen zwischen denen, die Lebensmittel produzieren, zu denen, die sie konsumieren. Um Beziehungen von landwirtschaftlichen Betrieben zu denen, die die Produkte verarbeiten; auch der Handel ist ein wichtiger Partner. Immer geht es um das Gespräch miteinander, um ein Gespräch auf Augenhöhe, darum, miteinander und für-
SAISONTHEMA
einander Verantwortung zu übernehmen, in Solidarität, mit Respekt und Wertschätzung. TAGWERK versucht, diese Beziehungspartner miteinander ins Gespräch, ins Kennenlernen zu bringen. So dass z. B. die Verbraucherinnen und Verbraucher auf die Höfe kommen, um zu erfahren, wie dort gearbeitet wird, was die Menschen dort brauchen, vor welchen Herausforderungen sie stehen.
Ist Landwirtschaft auch Care für die nicht-menschlichen Geschöpfe, für die Tiere? Rittershofer: Unbedingt! Bauern und Bäuerinnen tragen Sorge für ihre Tiere, dass es ihnen gut geht im Leben. Auch am Ende des Lebens. Für uns als TAGWERK folgte daraus auch, eine eigene Biometzgerei zu gründen, sodass die Tiere vor Ort geschlachtet werden können. Wir sorgen dafür, dass sie auch diesen allerletzten Weg in Würde gehen können und nicht über weite Strecken transportiert und unter großem Stress und im Akkord in Schlachthöfen getötet werden.
Inwiefern ermöglichen oder behindern agrarpolitische, vielleicht auch andere Rahmenbedingungen eine sorgsame, eine sorgende, sich als Care verstehende Landwirtschaft? Rittershofer: Ganz viele Landwirte und -wirtinnen sind in einer extrem schwierigen Lage. Klimawandel, Trockenheit und Hitze erzeugen großen Druck. Sie müssen sich ständig modernisieren, z. B. Digitalisierung gestalten, im Strukturwandel zu bestehen versuchen. Die wirtschaftliche Situation ist für viele Betriebe sehr schwierig, es mangelt an Wertschätzung und Unterstützung, auch durch die Politik. Das größte Problem für mich ist die Respektlosigkeit des Handels. Es gibt ein Machtgefälle, Preise werden nicht verhandelt, sondern diktiert. Gerade kleinere Betriebe können da kaum mithalten. Landwirte stehen am Anfang der Wertschöpfungskette, aber am Ende der Zahlungskette!
Landwirtschaft bei uns vollzieht sich innerhalb einer wachstumsorientierten und kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Ist es da nicht illusorisch, Landwirtschaft als Care gestalten zu wollen? Einsiedel: Ich habe kürzlich mit einem Abgeordneten in Brüssel gesprochen, der Landwirt ist. Der hat deutlich ge-
dr. stefan einsiedel
ist Umwelt- und Wirtschaftsethiker im Zentrum für Globale Fragen der Hochschule für Philosophie in München. Er forscht u. a. zu Fragen einer ethisch verantwortbaren Landnutzung. Mehr Infos zu diesem Thema unter: www.digilog-transformation.com/ ethikderglobalenlandnutzung
dr. michael rittershofer
ist Geschäftsführer des TAGWERK e.V. und Projektmanager der „Öko-Modellregion Mühldorfer Land“. TAGWERK ist ein Zusammenschluss von Erzeuger:innen und Verarbeiter:innen ökologisch und regional produzierter Lebensmittel. Mehr Infos zu Tagwerk unter https://www.tagwerkcenter.net
macht: Keiner weiß so gut wie Landwirte, wie wichtig Wachstum ist. Aber auch, dass es sich nicht erzwingen lässt, dass es natürlich sein muss. Wenn man dieses Wachstum auf die Spitze treibt, wird es ungesund. Stichwort „gesund“: Was wir auch brauchen, sind gesündere Beziehungsnetzwerke, in denen sich die verschiedenen Akteure gegenseitig unterstützen können. Solche Systeme sollte die Politik fördern. Stattdessen reagiert sie mit vereinzelten Eingriffen, z. B. finanziellen Anreizen, die hier oder da wirken sollen, aber sehr selten das gesamte Netzwerk im Blick haben. Damit wird gegenseitige Unterstützung, wie sie TAGWERK fördert, erschwert. Stattdessen werden Landwirte und -wirtinnen in eine harte Konkurrenz hineingezwungen. Was dazu führt, dass sich die Einzelinteressen durchsetzen, z. B. die der wenigen Ketten im Lebensmittelhandel.
Bei aller Notwendigkeit anderer politischer Rahmensetzungen: Welche Verantwortung, aber auch welche ganz realen Handlungsmöglichkeiten haben wir alle eigentlich – auch ganz persönlich? Einsiedel: Wir sind nicht nur Verbraucher und Verbraucherinnen – als solche können wir viel machen. Wir sind aber immer auch Bürger und Bürgerinnen, die wählen können! Wir müssen in unseren Wahlentscheidungen deutlich machen, dass es so nicht weitergehen kann, dass Landwirte für ihre Care-Arbeit bezahlt werden müssen. Es muss sich für sie lohnen, sich
für Biodiversität einzusetzen, CO2 im Boden zu binden, die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens zu sichern. All das muss sich lohnen und wir müssen uns für eine Agrarpolitik einsetzen, die das fördert. Rittershofer: Ja, wir müssen uns alle für politische Rahmenbedingungen einsetzen, entsprechend wählen und auf die Straße gehen, unsere demokratischen Rechte nutzen. Etwa für eine Entflechtung der Machtkonzentration im Handel. Und natürlich sind wir alle auch Verbraucher und Verbraucherinnen! Und als solche müssen wir bereit sein, Verantwortung für eine gute Landwirtschaft zu übernehmen und deutlich höhere Preise für Lebensmittel zu zahlen. Faire Preise ermöglichen den Menschen in der Landwirtschaft, die Leistungen zu erbringen, von denen wir alle leben. Auch deswegen bringen wir als TAGWERK Verbraucherinnen und Verbraucher mit den Menschen in der Landwirtschaft in Kontakt – um dieses Verantwortungsgefühl zu stärken. •
Die Langversion des Gesprächs finden Sie auf dem YouTube-Kanal der Domberg-Akademie.
dr. thomas steinforth ist Referent für Theologische Erwachsenenbildung
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UNSERE AUSSTELLUNG ZUM SAISONTHEMA
WHO CARES?
DAS UNSICHTBARE SICHTBAR MACHEN In Kooperation mit der Katholischen Stiftungshochschule München Die Ausstellung „Who cares?“ der Künstlerin Sandra Di Stefano geht von einem anthropologischen Gedanken aus: Zivilisation beginnt dort, wo Menschen füreinander sorgen. Und doch bleibt genau diese Sorgearbeit oft unsichtbar – strukturell entwertet, ungleich verteilt, selten gewürdigt. Termine Fr, 30.10. bis So, 08.11.2026 Beginn / Ende täglich 12.00 – 20.00 Uhr Mit Sandra Di Stefano Verantwortlich Magdalena Falkenhahn Teilnahmegebühr Eintritt frei Ort Jugendkirche Haidhausen, Preysingstr. 85, 81667 München
Vernissage mit Impulsvortrag Die Ausstellung wird eröffnet mit einem Impulsvortrag, der Care-Arbeit aus sozialwissenschaftlicher Perspektive beleuchtet. Es folgen eine Einführung in die Ausstellung und die Möglichkeit zum individuellen Rundgang und zu Gesprächen bei Getränken und Knabbereien. Termin Fr, 30.10.2026 Beginn / Ende 18.00 / 20.15 Uhr Mit Sandra Di Stefano, Prof. Dr. Anna Noweck Verantwortlich Magdalena Falkenhahn Teilnahmegebühr Eintritt frei – Spenden erwünscht Anmeldung erwünscht, spontane Teilnahme aber auch möglich
„Liebe deinen Nächsten – wie dich selbst“ Spiritueller Impuls mit Musik Dr. Theresia Reischl lädt mit ihrem spirituellen Impuls im Rahmen der Ausstellung dazu ein, über Fürsorge, Verantwortung und die Balance zwischen dem Kümmern um andere und sich selbst nachzudenken. Termin Mi, 04.11.2026 Beginn / Ende 18.00 / 18.45 Uhr Mit Dr. Theresia Reischl Verantwortlich Magdalena Falkenhahn Teilnahmegebühr Eintritt frei – Spenden erwünscht Anmeldung erwünscht, spontane Teilnahme aber auch möglich
Die Künstlerin Sandra Di Stefano studierte am Lee Strasberg Theatre Institut in New York Schauspiel und nahm Mal- und Zeichenunterricht an der New York Academy of Art. Im Mittelpunkt ihres Interesses stehen die unscheinbaren, oft übersehenen Momente des Alltags. Ihre Arbeiten eröffnen einen intimen Einblick in die Lebenswirklichkeit und den Alltag einer Frau.
Interkulturelle Führung In Kooperation mit dem Dachauer Forum Care-Arbeit ist in allen Kulturen unverzichtbar – und doch wird sie unterschiedlich verstanden, organisiert und wertgeschätzt. Die Führung lädt dazu ein, die Arbeiten von Sandra Di Stefano aus der Perspektive unterschiedlicher Lebenswelten und kultureller Erfahrungen zu betrachten. Sie bietet Raum für Austausch und die Erfahrungen der Teilnehmenden. Termin Do, 05.11.2026 Beginn / Ende 17.00 / 18.15 Uhr Mit Sandra Di Stefano Verantwortlich Magdalena Falkenhahn Teilnahmegebühr Eintritt frei Anmeldeschluss Di 03.11.2026
Wer sorge ich zu sein? Fürsorge Finissage und die Frage nach mir selbst mit Live-Act
Öffentliche Führungen mit der Künstlerin
Ein Workshop mit der Philosophin und Sozialarbeiterin Veronika Hilzensauer In Kooperation mit der Katholischen Stiftungshochschule München Sorgearbeit prägt, wer wir sind, wie wir uns selbst begegnen und unseren Alltag strukturieren. In diesem Workshop nehmen wir die eigene Sorgebiografie in den Blick. Wie wurde ich versorgt? Wie sorge ich heute – für Andere aber auch für mich? Gemeinsam gehen wir auf eine biographische Spurensuche, die in Gruppengesprächen und Reflexionen erkunden soll, wie Sorgearbeit das eigene Leben prägt.
Führungen durch die Ausstellung mit der Künstlerin Sandra Di Stefano:
Termin Sa, 07.11.2026 Beginn / Ende 10.00 / 14.30 Uhr Mit / Verantwortlich Veronika Hilzensauer Teilnahmegebühr EUR 45,00; ermäßigt: EUR: 36,00 Anmeldeschluss Do, 29.10.2026
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In Malerei, Objektkunst und begehbarer Installation macht Di Stefano Care-Arbeit sichtbar und stellt sozialkritische Fragen: Wer sorgt für wen? Unter welchen Bedingungen? Und welche Verantwortung tragen wir als Gesellschaft? Von einem Boot voller Rettungswesten, das globale Ungleichheit in der Pflege thematisiert, über eine Installation zur Mutterschaft als existenzieller Transformation bis zu fragmentierten Hautbildern, die Fragen zu Erschöpfung, Selbst- und Nächstenliebe aufwerfen: Die Ausstellung verbindet unterschiedlichste Arbeiten zu einem dichten Ensemble. Dabei zielt „Who cares?“ nicht auf Anklage, sondern versteht sich als Einladung, die eigenen Erfahrungen mit Fürsorge, Abhängigkeit und Verantwortung neu zu befragen.
Zum Abschluss der Ausstellung zeigt die Künstlerin einen Live-Act. Mit „Perpetuum Femina“ möchte Sandra Di Stefano die Fragilität sowie die Vulnerabilität reproduktiver Arbeit erfahrbar machen. Termin So, 08.11.2026 Beginn / Ende 16.00 / 18.15 Uhr Mit Sandra Di Stefano Verantwortlich Magdalena Falkenhahn Teilnahmegebühr Eintritt frei – Spenden erwünscht Anmeldung erwünscht, spontane Teilnahme aber auch möglich
Termine Sa, 31.10.2026 So, 01.11.2026 Mo, 02.11.2026 Di, 03.11.2026 Fr, 06.11.2026
| 15.00 Uhr | 15.00 Uhr | 18.00 Uhr | 18.00 Uhr | 18.00 Uhr
Dauer jeweils 60 Minuten Mit Sandra Di Stefano Teilnahmegebühr Eintritt frei – Spenden erwünscht Anmeldung erwünscht
SAISONTHEMA
UNSERE TOP-VERANSTALTUNGEN ZUM SAISONTHEMA WEN KÜMMERT‘S? ZUR ZUKUNFT DER CARE-ARBEIT UNSERE ONLINE-VERANSTALTUNGSREIHE ZUM SAISONTHEMA Care-Arbeit in der Krise Impulsreferate mit Diskussion Care-Arbeit ist existenziell und lebensnotwendig. Zugleich ist sie oft unsichtbar und ungerecht organisiert. Mit Prof. Dr. Almut Peukert und Ali Simon diskutieren wir aktuelle Herausforderungen und Ansatzpunkte, Care-Arbeit neu zu denken und fair zu gestalten. Was ist „Care“ überhaupt und welche Bedeutung hat sie für das Leben und die Gesellschaft, welche Transformationen gibt es in diesem Feld? Warum ist gerade Care-Arbeit von Unsichtbarkeit geprägt? Termin Mi, 07.10.2026 Beginn / Ende 19.00 / 21.15 Uhr Mit Prof. Dr. Almut Peukert, Ali Simon Verantwortlich Dr. Thomas Steinforth Teilnahmegebühr EUR 9,00 (empfohlen) oder Sie bezahlen nach Solidarmodell * Ort Online via Zoom Anmeldeschluss Di, 06.10.2026
16. Diözesaner Ärztetag: Menschen mit Demenz begleiten In Kooperation mit der Abteilung Krankenpastoral im Erzbischöflichen Ordinariat München und Freising Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer Demenzerkrankung. Die Zahl der Menschen mit Demenz über 65 Jahren wird sich bis zum Jahr 2050 auf rund 2,5 Millionen erhöhen. Wie können diese Menschen gut begleitet werden? Der 16. Diözesane Ärztetag beleuchtet dieses Thema aus ärztlicher, therapeutischer und seelsorglicher Sicht. Termin Mi, 23.09.2026 Beginn / Ende 14.30 / 17.30 Uhr Verantwortlich Dr. Thomas Steinforth Ort Ehemalige Karmeliterkirche, Karmeliterstr. 1, 80333 München Anmeldeschluss Fr, 18.09.2026
Spiritual Care: Wer sorgt hier für Wen und für Was?
Pflegemigration – ein europäisches (Problem-)Thema
Impulsreferate mit Diskussion Was genau ist „Spiritual Care“ und was bedeutet sie für den Menschen und seine Gesundheit? Was bedeutet es, für spirituelle Bedürfnisse zu sorgen? Und inwiefern ist der Mensch auch als (spirituell) suchendes Wesen auf die Sorge anderer Menschen angewiesen? Mit zwei Impulsen und Gespräch erörtern wir diese besondere Form der Sorgearbeit.
Impulsreferate mit Diskussion In Kooperation mit Renovabis Die Pflegemigration wirft drängende Fragen auf: Ist es ethisch überhaupt vertretbar, die Versorgungsprobleme im deutschen Pflegesystem auf Kosten ausländischer Arbeitskräfte und ihrer Herkunftsländer zu „lösen“? Wie lassen sich die Arbeits- und Lebensbedingungen für die Pflegemigrant:innen verbessern? Welche Rahmenbedingungen sollten deutsche und europäische Politik schaffen?
Termin Mi, 14.10.2026 Beginn / Ende 19.00 / 21.15 Uhr Mit Prof. Dr. Eckhard Frick SJ, Dr. Thomas Steinforth Verantwortlich Dr. Thomas Steinforth Teilnahmegebühr EUR 9,00 (empfohlen) oder Sie bezahlen nach Solidarmodell * Ort Online via Zoom Anmeldeschluss Mo, 12.10.2026
Termin Di, 08.12.2026 Beginn / Ende 19.00 / 21.15 Uhr Mit Prof. Dr. Jonas Hagedorn, Dr. András Márton, Gabriele Bischoff MdEP Verantwortlich Dr. Thomas Steinforth Teilnahmegebühr EUR 9,00 (empfohlen) oder Sie bezahlen nach Solidarmodell * Ort Online via Zoom Anmeldeschluss Mo, 07.12.2026
Die ungleiche Verteilung von Fokuszeit
Fokus trotz Sorgearbeit
Ein Vortrag mit Diskussion zum „Care Concentration Gap“ Der Online-Vortrag führt in das Konzept des „Care Concentration Gaps“ ein. Dr. Wiebke Vogelaar zeigt, wie Sorgearbeit Fokusräume systematisch verschließt: nicht durch individuelle Defizite, sondern durch strukturelle Bedingungen, die Karrieren und Wohlbefinden ungleich beeinflussen. Was steckt dahinter? Und wie könnte eine Gesellschaft aussehen, in der Konzentration und Fürsorge kein Widerspruch sind?
Ein Workshop mit Deep-Work Expertin Dr. Wiebke Vogelaar Wer viel Sorgearbeit leistet, ist ständig verfügbar für andere und hat wenig Zeit und Raum für sich. In diesem Workshop zeigt Dr. Wiebke Vogelaar, warum gängige Fokus-Methoden unter Sorgebedingungen scheitern, und stellt ihren sorgesensiblen DeepWork-Ansatz vor. Entlang von fünf Fragen entwickeln die Teilnehmenden konkrete erste Schritte für eine eigene Fokus-Routine, die nicht noch mehr abverlangt, sondern entlastet.
Termin Mo, 23.11.2026 Beginn / Ende 20.00 / 21.30 Uhr Mit Dr. Wiebke Vogelaar Verantwortlich Veronika Hilzensauer Teilnahmegebühr EUR 9,00 (empfohlen) oder Sie bezahlen nach Solidarmodell * Ort Online via Zoom Anmeldeschluss Mi, 18.11.2026
Termin Fr, 11.12.2026 Beginn / Ende 09.30 / 14.00 Uhr Mit Dr. Wiebke Vogelaar Verantwortlich Veronika Hilzensauer Teilnahmegebühr EUR 90,00 Ort Online via Zoom Anmeldeschluss Di, 01.12.2026
DA
erfahren Sie mehr Über den QR-Code gelangen Sie direkt zu den Themen und Veranstaltungen des Saisonthemas auf unserer Website.
* Bildung für alle – mit unserem Solidarmodell Im Solidarmodell kalkuliert die Domberg-Akademie eine empfohlene Teilnahmegebühr von EUR 9,00. Um allen Interessierten die Teilnahme an ausgewählten Angeboten zu ermöglichen, bieten wir diese kostenfrei oder ermäßigt an. Wem es möglich ist, andere Teilnehmende mitzufinanzieren, kann freiwillig mehr bezahlen. Dies ist frei anwählbar bei der Buchung.
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THEMEN • Was bedeutet Reform? • Frauen Mut machen
DEMOKRATIE UND ETHIK
kommentar
fr auen stä rken – hoffn un g schen ken
Reformiert den Reformbegriff
Eine Mut-Macherin erzählt
D
as Wort „Reform“ leitet sich von „reformare“ (lat.) für „umgestalten“, „verwandeln“ oder „wiederherstellen“ ab. Wikipedia definiert die Reform als eine „planvolle Umgestaltung bestehender Verhältnisse“. In jüngster Vergangenheit scheint aber dieser konstruktive auf- und umbauende Charakter der Wortbedeutung zu Gunsten eines neoliberalen Abbaunarrativs und Spardogmas immer mehr aus dem Blick zu geraten. Arbeitsmarktreform, Rentenreform, Pflegereform, Gesundheitsreform führen jeweils zu ähnlichen Ergebnissen: eine Schlechterstellung all jener, die es ohnehin schwer haben. Geringverdienende, pflegende Angehörige, Alleinerziehende, Kranke, Arbeitslose oder Menschen mit Behinderungen erhalten immer weniger Unterstützung durch die Solidargemeinschaft. Dabei wäre echter Reformwille heute nötiger denn je. Die Klimakrise, grassierende Vermögensungleichheit, steigende Mieten und Lebenshaltungskosten und ein stagnierendes Wirtschaftswachstum sind Ausdruck struktureller Probleme unserer politischen Ökonomie, die planvolles, mutiges Handeln verlangen. Eine Reform, die diesen Namen verdient, täte gut daran, den gestaltenden Charakter des Wortes wieder in den Vordergrund zu rücken und die Frage nach Gerechtigkeit ins Zentrum der Debatte zu stellen. Reform hieße dann nicht, Leistungen an vermeintlich unveränderbare schlechtere Verhältnisse anzupassen, sondern die Verhältnisse so zu verändern, dass sie dem Wohl aller - insbesondere der bereits Benachteiligten – dienen. •
kai kallbach
ist Projektleiter des Kompetenzzentrums Demokratie und Menschenwürde
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Ana González ist eine Maya-Indigene aus Mexiko. Sie erfuhr als Kind viel Gewalt. Durch das Ausüben des Webhandwerks in einer Textilschule emanzipierte sie sich von der männerdominierten Gesellschaft. Diese Chance gibt sie nun an andere indigene Frauen weiter. Am 26. November ist sie online bei der DombergAkademie zu Gast. // von kathrin steger-bordon
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as sind die größten Herausforderungen für Frauen in Ihrer Region? Ana González: Eine der größten Herausforderungen ist nach wie vor der Machismus. Obwohl es Fortschritte bei Bildung und Beteiligung gibt, stoßen viele Frauen in Lateinamerika noch immer auf Hindernisse beim Zugang zu beruflichen, bildungsbezogenen und Führungschancen. Hartnäckige Stereotype über die Rolle der Frau halten sich besonders in kleinen Gemeinschaften. Ich glaube jedoch, dass immer mehr Frauen ihre Stimme erheben und sich gegenseitig unterstützen, um positive Veränderungen herbeizuführen.
Was würde diesen Frauen helfen? González: Ich denke, dass es grundlegend ist, Vertrauensräume zu schaffen, in denen Frauen sich sicher fühlen können, um das zu teilen, was sie erleben. Im Bürgerverein El Camino de los Altos widmen wir uns der Herstellung von Heimtextilien und betreiben eine Schule für textile Kunst. Es ist ein exklusiver Raum für Frauen – nicht, um Männer auszuschließen, sondern um einen sicheren Ort zu haben, an dem wir uns frei ausdrücken und uns gegenseitig ohne Urteile unterstützen können.
Wie helfen Sie Frauen konkret? González: Die Frauen entwickeln und
Mitarbeiterinnen produzieren Textilien und experimentieren mit neuen Techniken, Ana González rechts im Bild
entdecken nicht nur ihre Fähigkeiten, sondern schaffen auch Produkte, die zu einer Einkommensquelle werden können. Dies ermöglicht ihnen, wirtschaftlich zu ihren Haushalten beizutragen und ihre Unabhängigkeit zu stärken. Darüber hinaus fördern wir das textile Erbe sowie die Autonomie und Führungsstärke der Handwerkerinnen. • Das Interview führte Kathrin Steger-Bordon. Die Übersetzung wurde durch KI unterstützt.
kathrin steger-bordon ist Referentin für Politische Bildung, Umwelt und Nachhaltigkeit
Unser Leben und unser Zusammenleben geraten durch verschiedene Krisen unter Druck. Wir bieten Ihnen deshalb Bildungsformate rund um ethische Fragestellungen und die Demokratie als Regierungs- und Lebensform. In diskursiven sowie partizipativen Projekten möchten wir Sie bestärken, sich an politischen Diskursen zu beteiligen und sich für demokratische Prinzipien einzusetzen. Über den abgebildeten QR-Code gelangen Sie direkt zu allen Angeboten des Bildungsbereichs Demokratie & Ethik
eine auswahl unserer angebote
Demokratie leben Sinn, Hoffnung, Trost in bangen Tagen
Lunch & Learn Ihre politische Mittagspause Interaktive Diskussion: Danach können Sie mit den Referierenden und anderen Teilnehmenden ins Gespräch kommen und neue Perspektiven gewinnen. Flexible Teilnahme: Die Veranstaltungsreihe findet jeweils von 12.30 bis 13.15 Uhr online statt – perfekt für die Mittagspause. Unkompliziert und gemütlich: Essen und Trinken sind ausdrücklich erlaubt. In Kooperation mit dem Münchner Bildungswerk e.V. und mit dem Projektstandort Süd des Kompetenzzentrums Demokratie und Menschenwürde der Katholischen Kirche in Bayern. Gefördert durch das StMUK Bayern. Die Online-Reihe bietet wertvolles Wissen zu gesellschaftspolitischen Fragestellungen in kompakter Form – kostenfrei direkt auf den Mittagstisch. Praxisnah und auf den Punkt: Ein 20-minütiger Impulsvortrag vermittelt fundiertes Wissen zu einer konkreten Frage.
Die Demokratie der anderen – Was der Kampf um Zugehörigkeit mit uns macht In Kooperation mit dem Projektstandort Süd des Kompetenzzentrums Demokratie und Menschenwürde der Katholischen Kirche in Bayern. Souad Lamroubal thematisiert in ihrem Vortrag, wie Ausgrenzung wirkt, wie Anerkennung entsteht und warum Gleichberechtigung kein Zugeständnis, sondern ein demokratisches Versprechen ist. Termin Mi, 21.10.2026 Beginn / Ende 19.00 Uhr / 20.30 Uhr Mit Souad Lamroubal Verantwortlich Magdalena Falkenhahn, Kai Kallbach Teilnahmegebühr EUR 9,00 (empfohlen) oder Sie bezahlen nach Solidarmodell * Ort Online via Zoom Anmeldeschluss Di, 20.10.2026
Termine im Herbst: 24.9. Die Lage in Ostdeutschland nach den Wahlen – mit Dr. Julia Leser 05.10. Algorithmen, KI und Social Media: Wie kann ein kompetenter Umgang mit digitalen Medien gelingen? – mit Dr. Larissa Leonhard 19.10. Zwischenbilanz der Klimapolitik der Bundesregierung – mit Christoph Bals 09.11. Die USA nach den Midterm-Wahlen: Wird die amerikanische Demokratie überleben? – mit Dr. Andreas Etges
ETHIK | einfach spannungsreich Würde über den Tod hinaus? Zum moralischen Status des Leichnams Die wohl von vielen geteilte Überzeugung, dass auch dem toten Menschen Menschenwürde zukommt, ist keineswegs selbstverständlich. Was ist das eigentlich: die Würde des Menschen? Reicht die Menschenwürde über den Tod hinaus? Und worin besteht dann ein „würdiger Umgang“ mit dem Leichnam? Darüber sprechen wir mit dem Philosophen Dr. Daniel Kersting und mit Florian Rauch, Gründer des Bestattungsunternehmens „AETAS Lebens- und Trauerkultur“. Termin Di, 10.11.2026 Beginn / Ende 19.00 Uhr / 21.15 Uhr Mit Dr. Daniel Kersting, Florian Rauch Verantwortlich Dr. Thomas Steinforth Teilnahmegebühr EUR 9,00 (empfohlen) oder Sie bezahlen nach Solidarmodell * Ort Online via Zoom Anmeldeschluss Mo, 09.11.2026
Unsere Gegenwart ist krisengeschüttelt und katastrophengeprägt. Das Bild einer „negativen“ Zukunft hat die Vorstellung einer „positiven“ Zukunft längst überlagert. Uns bedrängt die „Frage nach einer bewohnbaren Welt“. Bei all dem liegt es nicht fern, zu resignieren oder gar zu verzweifeln. Wo bleiben da noch „Sinn“, „Hoffnung“ und „Trost“? Begriffe, die höchst prekär geworden sind und eher nach Vertröstung klingen. Ihre Rettung fällt nicht leicht, aber es gibt gute Gründe, sie als Kategorien des Widerstands gegen die schlechten Verhältnisse wiederzuentdecken. Termin Fr, 09.10.2026 Beginn / Ende 19.00 Uhr / 21.00 Uhr Mit Prof. Dr. Jean-Pierre Wils, Francesca Simuniova OSB, Dr. Claudia Pfrang Teilnahmegebühr EUR 8,90 Ort Cafe Luitpold, Brienner Str. 11, 80333 München Anmeldeschluss Do, 08.10.2026
MUT-MACHERIN. Frauen stärken. Hoffnung schenken. In Kooperation mit der Bischöflichen Aktion Adveniat e. V. Es erwartet Sie ein Abend voller Empowerment und Solidarität. Kommen Sie mit Expertinnen aus Deutschland und Lateinamerika ins Gespräch. Sie unterstützen Frauen, die Gewalt erlebt haben, und bestärken sie in ihren Fähigkeiten, um ihnen ein unabhängiges Leben zu ermöglichen. Die Veranstaltung findet im Rahmen der bundesweiten Eröffnung der Adveniat-Weihnachtsaktion im Erzbistum München und Freising statt. Termin Do, 26.11.2026 Beginn / Ende 19.00 Uhr / 21.30 Uhr Mit Anna González, Tanja Himer, Zita Suárez Verantwortlich Kathrin Steger-Bordon Teilnahmegebühr kostenfrei Ort Online via Zoom Anmeldeschluss Do, 26.11.2026
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THEMEN • Rechtskatholische Vernetzung über Ländergrenzen hinweg
jetzt anmelden Tagung zum Thema In Kooperation mit dem Caritas-PirckheimerHaus und der Katholischen Akademie in Bayern. Die Tagung beleuchtet, wie transnationale Netzwerke der radikalen Rechten das Christentum ideologisch nutzen und welche Herausforderungen sich daraus für Kirche, Gesellschaft und Menschenrechte ergeben. Termin Do, 12.11.2026 Beginn / Ende 09.30 Uhr / 16.30 Uhr Mit Annika Brockschmidt, Prof. Dr. Gert Pickel, Prof. Dr. Regina Elsner, Lia Alessandro, Dr. Florian Schuppe, Dr. Cynthia Möller, Pastor Christof Michos Verantwortlich Kai Kallbach, Dr. Claudia Pfrang, Martin Stammler, Dr. Siegfried Grillmeyer Teilnahmegebühr EUR 30,00 Ort Katholische Akademie in Bayern, Mandlstr. 23, 80802 München Anmeldeschluss Do, 22.10.2026
buchtipp Begleitend zur Tagung erscheint der zweite Band der Reihe „Die katholische Kirche und die radikale Rechte“. Die Publikation vereint Beiträge der vorausgegangenen Tagung „Umkämpfte Menschenund Familienbilder“ mit den Ergebnissen der Tagung im kommenden Herbst und macht damit neben den ideologischen Grundlagen und den transnationalen Vernetzungen rechtskatholischer Akteur:innen auch theologische Gegenperspektiven sichtbar. Ein umfassender Überblick über ein Themenfeld, das für Kirche, Wissenschaft und demokratische Öffentlichkeit gleichermaßen an Bedeutung gewinnt.
QR-Code scannen und bestellen!
Erscheinungstermin Oktober 2026 ISBN 978-3-429-06909-4
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KOMPETENZZENTRUM DEMOKRATIE UND MENSCHENWÜRDE die katholische kirche und die radikale rechte
Transnationale Netzwerke und Diskurse Eine Tagung zur Frage, welche Herausforderungen für Kirche und Gesellschaft durch die transnationalen Verflechtungen rechtskatholischer Bewegungen entstehen. // von kai kallbach
D
ie politische Mobilisierung der radikalen Rechten macht nicht an nationalen Grenzen halt. Dabei zeigt sich in Hinblick auf das Christentum auch auf transnationaler Ebene eine bekannte Dynamik: Einerseits bemühen sich die Akteur:innen der Neuen Rechten, ihre ausgrenzende Ideologie christlich zu grundieren, während gleichzeitig auch innerhalb katholischer Kontexte einige Gruppen die Nähe zur radikalen Rechten suchen. Ihre Ideen, Strategien und Narrative zirkulieren über Ländergrenzen hinweg und verbinden politische Akteur:innen mit religiösen Milieus. So entstehen auch am Rande der katholischen Kirche Netzwerke, die sich über gemeinsame Menschenund Familienbilder, digitale Kommunikationsräume und internationale Kontakte gegenseitig bestärken. Die Tagung nimmt diese Entwicklungen in den Blick. Sie fragt nach den Strukturen und Dynamiken rechtskatholischer Vernetzung, analysiert ihre theologischen und menschenrechtlichen Konfliktfelder und diskutiert Perspektiven, wie Kirche und Wissenschaft diesen Herausforderungen begegnen können. Annika Brockschmidt nimmt in ihrer Keynote die transnationalen Verflechtungen zwischen der religiösen Rechten in den USA und europäischen Bewegungen in den Blick. Prof. Dr. Gert Pickel analysiert Vorurteile und Einstellungen von Christ-
:innen in Deutschland und fragt, inwieweit der christliche Glaube diese Vorurteile oder gar antidemokratische Positionen stärken oder schwächen kann. Die Workshops greifen weiterführende Fragen auf: Inwiefern kann eine Theologie der Interdependenz AntiGender-Diskursen etwas entgegensetzen? Welche Rolle spielen rechte Strömungen in freikirchlichen und neopentekostalen Gemeinden? Inwieweit operiert Opus Dei als ein rechtskatholisches Netzwerk über Grenzen hinweg? Und wie verstrickt sind orthodoxe Kirchen mit der Neuen Rechten? •
kai kallbach
ist Projektleiter des Kompetenzzentrums Demokratie und Menschenwürde
SAISONTHEMA
THEMEN
DIVERSITÄT
• Qualität des Denkens verbessern
unconscious bias und bildung
Besser denken, gerechter entscheiden Studien zeigen: Ein Großteil unserer Entscheidungen entsteht nicht durch einen ausgewogenen Denkprozess, sondern durch unbewusste kognitive Prozesse. // von magdalena falkenhahn
U
m handlungsfähig zu bleiben, nutzt unser Gehirn assoziative Muster, bildet Kategorien und greift auf mentale Abkürzungen zurück. Diese Vereinfachungen erleichtern den Alltag, führen aber auch zu verzerrten Wahrnehmungen. Solche unbewussten Denkmuster werden als Unconscious Bias bezeichnet und seit einigen Jahren intensiv erforscht. Mittlerweile sind weit über 100 Biases beschrieben. Einige wirken sich besonders stark auf Chancengleichheit aus und stehen deshalb im Fokus der Antidiskriminierungsarbeit. Ein Beispiel ist der Confirmation Bias. Er beschreibt die Tendenz, neue Informationen so zu interpretieren, dass sie die vorhandene Meinung bestätigen. So werden bei einem Jugendlichen mit Migrationsgeschichte möglicherweise eher Verhaltensweisen wahrgenommen, die bestehende Vorurteile stützen, während widersprüchliche Erfahrungen weniger Beachtung finden. Der Vorteil der Arbeit mit unbewussten Denkmustern besteht darin, dass sie nicht bei moralischen Überzeugungen ansetzt. Im Zentrum steht vielmehr die Frage, wie unser Gehirn funktioniert und welche Folgen dies für Entscheidungen hat. Der Ansatz lässt sich daher auch als Qualitätsmanagement für das Denken verstehen. Folgende konkrete Strategien können den Einfluss unbewusster Denkmuster verringern:
. Eigene Biases reflektieren: Gegenüber welchen Personen oder Gruppen bin ich voreingenommen – positiv oder negativ? Wissenschaftlich entwickelte Implicit Association Tests können Vorurteile etwa gegenüber Hautfarbe, Geschlecht, Alter oder Gewicht sichtbar machen. . Gegenstereotype aktiv aufrufen: etwa erfolgreiche Unternehmer:innen mit Fluchtgeschichte oder Führungskräfte mit Behinderung. Je häufiger wir solche Gegenbeispiele aufrufen, desto eher verändern sich automatisierte Stereotype.
. Entscheidungen strukturieren: MehrAugen-Prinzip, Reflexionsschleifen, Pausen und Checklisten nutzen. Gleichzeitig ist Unconscious Bias kein Allheilmittel. Nicht jede Form von Diskriminierung lässt sich dadurch erklären. Gesellschaftliche Machtverhältnisse, institutionelle Regeln und historische Ungleichheiten spielen ebenfalls eine Rolle. Die Beschäftigung mit Unconscious Bias kann jedoch helfen, die Qualität unseres Denkens zu verbessern und zu gerechteren Entscheidungen sowie weniger Diskriminierung beizutragen. •
buchtipp
Daniel Kahneman Schnelles Denken, langsames Denken Pantheon Verlag 640 Seiten
Ramzi Fatfouta, Vanessa Wälzer Unconscious Bias Juventa Verlag Kartenset
Woo-kyong Ahn Klar denken Eine Anleitung rowohlt Verlag 288 Seiten
magdalena falkenhahn ist stellvertretende Direktorin der Domberg-Akademie und Referentin für (Inter-)Kulturelle Bildung
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THEMEN • Mehr Mischwald • Fortbildung „Christfluencing“
RELIGION & KIRCHE
kommentar
d ig ita l e g l aub en skommun ik ation
Mehr Mischwald statt Monokultur
„Christfluencing“: Kein völlig neues Phänomen
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mmer noch größere Pfarreienverbünde – das ist die Antwort vieler Bistümer auf den sich längst abzeichnenden Personal- und Finanzmangel sowie auf den Rückgang von Gottesdienstbesuch und religiöser Praxis. Dass sich Christ:in sein vor allem in der Gemeinde ereignet, gilt schon lange nicht mehr. Viele übertreten die Schwelle nicht – weder zur Kirche noch zum Pfarrheim. Nur noch 13 Prozent bezeichnen sich als kirchlich religiös. Daher kann die Zusammenlegung von Pfarreien, die sich primär am Personalschlüssel Hauptamtlicher orientiert, nicht die einzige Lösung sein. Es braucht Kirchenpionier:innen, die versuchen, den Tisch, um den wir uns als Christ:innen versammeln – und das ist nicht allein der Altar -, in die Mitte des Lebens zu rücken. Ob Gemeinden wieder attraktiver werden, hängt nicht in erster Linie von optimierter Versorgung ab, sondern davon, ob Menschen sich als willkommen und getragen erleben. Dazu braucht es vielfältige Gemeindeformen, die von der Kirchenleitung anerkannt und gefördert werden müssen. Wir brauchen bildlich gesprochen in Zukunft mehr Mischwald statt Monokultur. Tradition und Innovation müssen in einem klugen Sowohl-als-auch zueinanderstehen. Bewährtes zu bewahren, bedeutet Sicherheit und Stabilität. Altes loszulassen, schafft Luft. Innovationsbereitschaft vertraut dem Wehen der göttlichen Geistkraft. „Macht mal! Es könnte gut werden!“ – wäre eine wichtige Bestärkung aller Engagierten für ein Hinüber von Kirche in eine neue Zukunft. •
dr. claudia pfrang ist Direktorin der Domberg-Akademie
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Sogenannte „Christfluencer:innen“ können in sozialen Medien Reichweiten von Zehntausend bis zu Millionen Follower:innen erreichen. Nicht zum ersten Mal in der Geschichte eröffnet eine Medienrevolution neue Möglichkeiten für die Glaubenskommunikation – mit Chancen und Risiken. // von thomas steinforth
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uf Instagram, TikTok und Co. verkünden „Christfluencer:innen“ religiöse Überzeugungen. Dass Glaube viral gehen kann, ist angesichts des Relevanzverlustes der christlichen Kirchen ein erstaunliches Phänomen. Zugleich ist es ein weiteres Beispiel dafür, wie Glaubenskommunikation eine Medienrevolution für sich zu nutzen versucht. So waren es nicht zuletzt Religionen, die beispielsweise die Erfindung der Schrift zu nutzen wussten. Damit konnten sie Glaubensinhalte bewahren und verbreiten und mit heiligen Texten Referenzpunkte für die Glaubensgemeinschaft über Zeiten und Räume hinweg bieten. Auch die Erfindung des Buchdrucks hat die Glaubenskommunikation folgenreich verändert: Die schnelle Produktion und Verbreitung von immer mehr Texten sorgten dafür, dass die Anliegen der Reformation in kurzer Zeit bekannt wurden und sich kaum noch unterdrücken ließen. Insbesondere Martin Luther wurde zum erfolgreichen „Influencer“. Die Erfindung des Buchdrucks ging – so der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann – einher mit einer enormen Beschleunigung sowie personellen und räumlichen Entgrenzung der Kommunikation. Deutlich mehr Menschen konnten sich an Diskursen beteiligen, oft auch als Autodidakten.
Eben diese – durchaus chancenreichen – Effekte werden auch durch die digitale Medienrevolution unserer Zeit massiv verstärkt. Diese sei daher „kein analogieloses Novum“, so Kaufmann. Zu den Ähnlichkeiten gehören freilich auch Polarisierung, Polemik und Verbreitung von Fake News. Die frühneuzeitlichen Flugblätter etwa dienten oft der aggressiven Vertretung eigener Überzeugungen. Und auch die heutige digitale Glaubenskommunikation – etwa im „Christfluencing“ – kann in beide Richtungen wirken: Sie kann den religiösen Diskurs demokratisieren und in der Glaubensorientierung unterstützen. Sie kann aber auch fundamentalistische Positionen im modernen Gewand vermitteln und zur Abwertung anderer Sichtweisen beitragen.
Die Attraktivität digitaler Glaubenskommunikation und die damit verbundenen Chancen wie Gefahren sind Grund genug, sie aufmerksam wahrzunehmen und zu reflektieren – so auch auf einem Fortbildungstag für Religionslehrkräfte und alle Interessierten in Bildungs- und Jugendarbeit am 17. November in Freising im Diözesanmuseum. • dr. thomas steinforth ist Referent für Theologische Erwachsenenbildung
Woher komme ich? Wohin gehe ich? Wie gelingt Leben? Wir beschäftigen uns mit den Antworten, die die Religionen auf zentrale Fragen des Lebens geben. Wir eröffnen Diskurse und Diskussionen, damit Sie mehr vom Glauben wissen und verstehen, damit Sie spirituelle Traditionen kennenlernen und einer persönlichen Antwort auf die großen Fragen näherkommen können. Über den abgebildeten QR-Code gelangen Sie direkt zu allen Angeboten des Bildungsbereichs Religion & Kirche
eine auswahl unserer theologischen angebote
Aktuelle Herausforderungen Katholischer Neo-Integralismus: Analyse und Kritik In Kooperation mit der Katholisch-Theologischen Fakultät der LMU München Katholische Neo-Integralist:innen argumentieren, dass die Kirche sich staatlicher Zwangsgewalt bedienen darf und sollte, um religiöse Ziele zu verfolgen. Zentrale Errungenschaften der westlichen Zivilisation, wie Demokratie, die Trennung von Kirche und Staat und Glaubensfreiheit, werden damit offen infrage gestellt. Steckt dahinter die Versuchung, durch einen „kulturellen Katholizismus“ wieder eine neue Bedeutung in Gesellschaft zu erlangen? Termin Mi, 30.09.2026 Beginn / Ende 19.00 Uhr / 20.30 Uhr Mit Prof. Dr. Patrick Zoll SJ Verantwortlich Dr. Claudia Pfrang Teilnahmegebühr EUR 9,00, Studierende kostenfrei Ort Online via Zoom Anmeldeschluss Mi, 30.09.2026
#weiter.glauben Synodalität als weitreichendes Prinzip für eine Kirche der Zukunft mit Relevanz? In Kooperation mit der Katholisch-Theologischen Fakultät der LMU München Was bedeutet Synodalität für die Zukunft der Kirche? Welche Konsequenz hat das synodale Prinzip, das zuerst vom Volk Gottes und nicht von der Hierarchie denkt? Termin Mo, 16.11.2026 Beginn / Ende 19.00 Uhr / 21.30 Uhr Mit Prof. Dr. Myriam Wijlens, Prof. Dr. Klaus Unterburger, Prof. Dr. Thomas Schärtl-Trendel Verantwortlich Dr. Claudia Pfrang Teilnahmegebühr EUR 18,00, Studierende kostenfrei Ort Online via Zoom Anmeldeschluss Mo, 16.11.2026
Christfluencing und digitale Glaubenskommunikation In Kooperation mit der Hauptabteilung Religionsunterricht im EOM München und Freising und dem Diözesanmuseum Freising Christfluencing und digitale Kommunikation haben eine wachsende Bedeutung insbesondere für junge Menschen. Möglichkeiten und Grenzen, Chancen und Risiken sind Thema dieses Fortbildungstags für Religionslehrkräfte und für alle Interessierten in der Bildungsund Jugendarbeit. In den Workshops gibt es Raum, um das Thema zu vertiefen, praxisnah zu reflektieren und sich auszutauschen. Termin Di, 17.11.2026 Beginn / Ende 10.00 Uhr / 17.00 Uhr Mit Aline Knapp, Daniela Schießer, Kira Beer, Br. Natanael Ganter OFM, Stephan Kaupe Verantwortlich Dr. Thomas Steinforth Teilnahmegebühr kostenfrei Ort Diözesanmuseum Freising, Domberg 21, 85354 Freising Anmeldeschluss Mo, 16.11.2026
GOTT.neu.denken Jenseits von Geschlecht
Theo-Break Globale Frauenstimmen in der Theologie
Wie können wir heute von Gott sprechen? Welche Gottesbilder prägen unser theologisches Denken – und welche Erfahrungen bleiben dabei unberücksichtigt? Das Seminar setzt sich mit aktuellen Ansätzen feministischer und gendersensibler Theologien auseinander. Wir fragen, wie Vorstellungen von Geschlecht, Macht und Beziehung unser theologisches Denken und die klassische Gotteslehre geprägt haben. Wir diskutieren grundlegende Fragen nach Gottesbildern und ihren biblischen Bezügen, nach kirchlicher Sprache, Inklusion und dem Verständnis von Mensch und der Schöpfung.
In Kooperation mit AGENDA e.V. – Forum kath. Theologinnen und Misereor (Aachen) Unter dem Titel „Towards gender justice: global female voices in theology“ lädt eine internationale Lecture Series dazu ein, theologische Perspektiven von Frauen aus unterschiedlichen kulturellen und gesellschaftlichen Kontexten kennenzulernen. Die Reihe findet von Oktober 2026 bis Juli 2027 im Theo-BreakFormat statt. Theologische Expertinnen rund um den Globus referieren aus ihrer Perspektive relevante Themen der Theologie, die anschließend diskutiert werden.
Wandel philosophischer und theologischer Konzepte im Hinblick auf das Leben in gegenseitiger Abhängigkeit
Im Mittelpunkt stehen Fragen von Geschlechtergerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Frieden, Körperlichkeit und Spiritualität – verhandelt aus globalen und oftmals marginalisierten Perspektiven. Referentinnen aus Brasilien, Ghana, Japan, Bolivien, Kenia, Ozeanien bringen ihre theologischen, ethischen und gesellschaftlichen Erfahrungen ein.
Für alle Veranstaltungen gilt: Beginn / Ende jeweils 12.30 Uhr / 13.30 Uhr Verantwortlich Dr. Claudia Pfrang, Prof. Dr. Martina Bär mit dem Vorbereitungsteam Teilnahmegebühr kostenfrei Ort Online via Zoom Anmeldeschluss bis 1 Tag vor Veranstaltung
Termin Sa, 28.11.2026 Beginn / Ende 09.30 Uhr / 15.30 Uhr Mit Prof. Dr. Mirja Kutzer Verantwortlich Dr. Claudia Pfrang Teilnahmegebühr EUR 35,00 Ort Online via Zoom Anmeldeschluss Do, 26.11.2026
Termin Mo, 26.10.2026 Mit Dr. Ivone Gebara | Brasilien Eine afrikanisch-feministische Theologie der Synodalität Termin Mo, 30.11.2026 Mit Dr. Nora K. Nonterah | Ghana
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THEMEN • Wenn Ansagen verhallen • Meine Privilegien spüren
UMWELT & NACHHALTIGKEIT
kommentar
ungerechtigkeit erlebbar machen
Klimaschutz rückwärts
Globo Dinner
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m Jahr 2021 wurde dem Klimaschutzgesetz vom Bundesverfassungsgericht (BVG) ein Riegel vorgeschoben. Es sei in Teilen verfassungswidrig, weil es „hohe Emissionsminderungslasten unumkehrbar auf Zeiträume nach 2030“ verschiebe. Nach dem Urteil wurde nachgebessert: Das Klimaziel für 2030 stieg von 55 Prozent Treibhausgasminderung auf 65 Prozent und die Klimaneutralität wurde von 2050 auf 2045 vorgezogen – ein mutmachendes Zeichen, das leider keine konkreten Maßnahmen benannte. Heute ist klar: Diese deutlichen Ansagen vom höchsten Gericht verhallten. Beispielsweise wurden die Sektorziele aufgehoben, so dass der Verkehrsund Bausektor die Klimaziele seit Jahren verfehlt. In der Ausschreibung für Backup-Kraftwerkskapazitäten verlangt das Wirtschaftsministerium zehn Stunden Dauerleistung – eine Hürde, die Batteriespeicher praktisch ausschließt und Gaskraftwerke begünstigt. Und mit der Abschaffung des sogenannten Heizungsgesetzes bleibt der Einbau von Öl- und Gasheizungen unbegrenzt möglich. Vieles davon dürfte am Ende wieder in Karlsruhe landen – die Zukunftsklage mit über 50.000 Beschwerdeführer:innen liegt bereits vor. Nur die Zeit, die jetzt bis zur Umkehr dieser Entscheidungen vergeht, wird am Ende fehlen. Wir werden das Klimaziel 2045 nicht erreichen können. Jede neu eingebaute fossile Heizung, jedes verpasste Sektorziel verknappt das CO2-Budget, das laut Verfassungsgericht und laut gesundem Menschenverstand nicht auf Kosten der nächsten Generation verbraucht werden darf. •
kathrin steger-bordon
ist Referentin für Politische Bildung, Umwelt und Nachhaltigkeit
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Beim Globo Dinner am 25. Juni 2026 an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf wurde die Weltbevölkerung auf 100 Menschen verkleinert und damit sichtbar, fühlbar und diskutierbar, wie ungleich Ressourcen verteilt sind und welche Verantwortung daraus erwächst. // von kathrin steger-bordon
Durch Zufall landet man beim Globo Dinner an einem Tisch. Im Maßstab 1:100 wird die Nahrungsmittelversorgung der Weltbevölkerung nachgeahmt.
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un nehmen Sie Platz beim Globo Dinner – leider in Ihrem Fall auf den hinteren Plätzen. So ging es bei diesem live durchgeführten Experiment auch einigen der 100 Gäste. Das Globo Dinner ist eine Methode, bei der man am eigenen Leib erfährt, wie Zugang zu Trinkwasser und Ernährung global verteilt ist: 10 Prozent sitzen am reich gedeckten Tisch und trinken Wein, werden also ausgiebig verköstigt. 60 Prozent bekommen zumindest eine kleine Schüssel Reis und Wasser. Die restlichen 30 Prozent gehen leer aus, sie bekommen weder etwas zu Essen noch zu Trinken. Die globale Realität im Maßstab 1:100. Wie fühlt es sich an, unterprivilegiert zu sein? Oder wie komme ich mir vor, wenn ich plötzlich meine Privilegien spüre und vor 90 hungrigen Per-
sonen ein 3-Gänge-Menü esse? Das Globo Dinner schafft es, globale Ungleichheit erlebbar zu machen und eine emotionale Reflexion auszulösen.
Klimawandel verstärkt Hunger Ca. 673 Millionen Menschen, also jede:r Elfte, leiden unter Hunger und 2,6 Milliarden Menschen können sich keine gesunde Ernährung leisten. Neben bewaffneten Konflikten ist dabei der Klimawandel der größte Auslöser von Nahrungsmittelkrisen. Laut UN World Food Programme steigt die Zahl der hungernden Menschen um rund 70 Millionen mit jedem Grad Klimaerwärmung. Gleichzeitig ist das heutige Ernährungssystem selbst ein Haupttreiber des Klimawandels, der 30 Prozent der globalen Emissionen verursacht. Insbesondere Fleischkonsum ist CO2- und ressourcenintensiv.
Wie könnte eine Zukunft auf einem klimafreundlichen Planeten aussehen? Was nutzt der Klimaschutz? Und was kann ich ganz konkret dafür tun? Um die Erderwärmung zu verlangsamen oder gar aufzuhalten, sind wir gefordert – jeder und jede Einzelne, jedes Unternehmen, jeder Staat. Und das jetzt! Über den abgebildeten QR-Code gelangen Sie direkt zu allen Angeboten des Bildungsbereichs Umwelt & Nachhaltigkeit
So schlägt die Planetary Health Diet ein Ernährungssystem vor, das sowohl gesund ist als auch die Treibhausgasemissionen des Ernährungssektors halbieren könnte.
Spürbare Ungleichheit Beim Globo Dinner in Freising – einem Gemeinschaftsprojekt von DombergAkademie, der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, der Agenda21-Gruppe, Faires Forum und Kolpingsfamilie Freising e.V. – wurden diese Zahlen und Konzepte von den Expert:innen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft eingeordnet. Es zeigte jedoch
auch, dass Wissen allein nicht reicht. Erst die körperliche Erfahrung von Ungleichheit öffnet den Raum für tiefere Reflexion. Die Teilnehmenden verließen den Abend mit einem klaren Impuls: Globale Ungerechtigkeit ist menschengemacht, jedoch veränderbar. •
Schlüpfen Sie doch mal in die Rolle von Udupi oder in eine andere.
Quelle: www.teamglobo.net
highlights aus dem programm
Neue Wege finden Emotionale Stärke im Ehrenamt in unruhigen Zeiten Gefördert durch die Innovativen Projekte der KEB München und Freising. Ehrenamtliches Engagement für Demokratie, Klimaschutz oder andere gesellschaftliche Anliegen fordert oft einen hohen emotionalen Tribut: Frustration, Erschöpfung und das Gefühl, gegen Windmühlen zu kämpfen, bringen viele Engagierte an ihre Grenzen. Dieser Workshop bietet einen geschützten Raum, sich genau mit diesen Belastungen zu beschäftigen und wertvolles Resilienzwissen sowie konkrete Strategien gegen Überforderung und Konflikte mitzunehmen. Termin Do, 29.10.2026 Beginn / Ende 19.00 Uhr / 21.30 Uhr Mit Claudia Bauer, Dr. Veronika Stegmann Verantwortlich Kathrin Steger-Bordon Teilnahmegebühr kostenfrei Ort Online über Zoom Anmeldeschluss Di, 27.10.2026
Rätsel, Rollen, Reflexion: Kreative Methodenimpulse für Unterricht und Erwachsenenbildung Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Wie lässt sich Bildung so gestalten, dass sie wirklich etwas bewegt – im Kopf und im Handeln? Dieser Online-Nachmittagsimpuls stellt vier erprobte Methoden vor, die auf spielerische, handlungsorientierte und immersive Formate setzen. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie lassen sich diese Methoden sinnvoll im Schulunterricht, in Jugendgruppen oder in der offenen Erwachsenenbildung einsetzen? Termin Mi, 11.11.2026 Beginn / Ende 14.00 Uhr / 15.00 Uhr Verantwortlich / Mit Magdalena Falkenhahn, Kathrin Steger-Bordon Teilnahmegebühr kostenfrei Ort Online über Zoom Anmeldeschluss Mi, 11.11.2026
Naturverträgliche Energiewende – Mythos oder machbar? In Kooperation mit Agenda21 Energie & Klima. Erneuerbare Energien-Projekte sind für den Klimaschutz wichtig, aber sie können Konflikte mit anderen Naturschutzanliegen, wie dem Biodiversitätsschutz, der Freihaltung wertvoller Böden für die Landwirtschaft und der Erholungslandschaft auslösen. Welche Möglichkeiten es gibt, diese Konflikte durch eine geeignete Standortwahl und Gestaltung der Erneuerbaren Energie-Projekte zu vermeiden, behandelt der Vortrag. Lösungsansätze werden bereits im Landkreis Freising erprobt. Termin Di, 24.11.2026 Beginn / Ende 19.00 Uhr / 21.00 Uhr Mit Prof. Dr. Markus Reinke Verantwortlich Kathrin Steger-Bordon Teilnahmegebühr kostenfrei Ort Kleiner Asamsaal, Marienplatz 7, 85354 Freising Anmeldeschluss Di, 24.11.2026
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THEMEN • Kunstfreiheit unter Druck • Interview mit Künstlerin Sandra Di Stefano
KULTUR & KREATIVITÄT
kommentar
interview zur ausstellung
Kunstfreiheit unter Druck
„Fürsorge ist der Motor, der unsere Gesellschaft zusammenhält.“
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as darf die Kunst und wozu brauchen wir sie? Diese beiden Fragen werden zunehmend häufiger diskutiert und das gezielt, denn: Kunst und Kultur stehen im Zentrum des Kulturkampfes von rechts. Als Orte, an denen hinterfragt, irritiert, geträumt und neu gedacht wird, geraten sie gerne ins Visier autoritärer Politik. Auch in Deutschland nimmt der Druck von rechts zu. Die kulturpolitischen Konzepte der AfD machen deutlich: Kultur soll nicht länger frei sein, sondern einer „deutschen Nationalkultur“ dienen. Fördermittel sollen an politische Loyalität geknüpft, Kunst zur Heimatpflege und patriotischen Selbstvergewisserung umfunktioniert werden. Besorgniserregend ist, dass diese Denkfiguren den öffentlichen Diskurs zunehmend prägen und sich bereits in restriktiven Maßnahmen des Kulturstaatsministers zeigen, wie dies im Eklat um den Buchhandlungspreis deutlich wurde. Wenn Kultur vor allem nach ihrer politischen Nützlichkeit beurteilt oder Institutionen unter Generalverdacht gestellt werden, verschieben sich die Grenzen des demokratisch Sag- und Förderbaren. Die Freiheit der Kunst wird nicht erst durch Verbote eingeschränkt. Sie gerät schon dann unter Druck, wenn Künstler:innen Angst vor Anfeindungen haben oder Kunst vor allem nach politischen Maßstäben bewertet wird. Demokrat:innen dürfen dieser Diskursverschiebung nicht tatenlos zusehen. Denn die Freiheit der Kunst schützt nicht nur Künstler:innen, sie schützt die Freiheit der Demokratie. •
magdalena falkenhahn ist stellvertretende Direktorin der Domberg-Akademie und Referentin für (Inter-)Kulturelle Bildung
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Ein Gespräch mit der Künstlerin Sandra Di Stefano über ihre Ausstellung „Who cares?“, die im Rahmen unseres Saisonthemas vom 30.10. – 08.11.2026 in der Jugendkirche in München zu sehen sein wird. // von magdalena falkenhahn
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hre Ausstellung „Who cares?“ beschäftigt sich mit Sorgearbeit. Was verbinden Sie persönlich damit?
Ich bin Mutter von vier Kindern – das schwingt in meiner Kunst immer mit, mal ganz deutlich, mal eher unterschwellig. Fürsorge bedeutet für mich bedingungslose Zuwendung: ausdauernd, liebevoll, pflegend, verzichtend und vorausschauend. Gleichzeitig geht Sorgearbeit darüber hinaus. Menschen, die Angehörige pflegen oder im Care-Bereich arbeiten, sind der Motor, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Dieser Motor läuft meist leise im Hintergrund und bleibt unsichtbar. Genau diese Unsichtbarkeit wollte ich sichtbar machen.
Welche Aspekte von Care-Arbeit möchten Sie mit Ihren Werken besonders hervorheben? Mich fasziniert der Gedanke, dass der Beginn von Zivilisation auch damit verbunden sein könnte, dass Menschen beschlossen haben, Schwache und Verletzte nicht zurückzulassen. Margaret Mead, US-amerikanische Ethnologin, verwies auf den Fund eines verheilten Oberschenkelknochens aus der Altsteinzeit als Zeichen dafür, dass sich eine Gemeinschaft gekümmert hat. Das finde ich revolutionär: Nicht Kriege oder Heldentaten, sondern Fürsorge macht menschliches
Zusammenleben möglich. Erstaunlich, dass viele tausend Jahre später hauptsächlich das Leben der Frauen darauf ausgerichtet zu sein scheint, für die anderen zu sorgen. Diese Verschiebung und ihre gesellschaftlichen Ursachen wollte ich künstlerisch erforschen. Ich nehme zudem Bezug auf sakrale Kunst und die griechische Mythologie – hier findet man weibliche Attribute, die eng mit der Tugendhaftigkeit von Frauen verbunden waren. Themen wie Matreszenz, Selfcare und Migration im Dienstleistungssektor komplettieren das Spektrum.
Was macht Kunst sichtbar, was gesellschaftliche Debatten oft nicht leisten? Kunst darf politisch sein und sozialkritische Fragen stellen. Sie muss aber keine fertigen Antworten liefern. Für mich erfüllt sie ihren Zweck, wenn sie Denkprozesse anstößt und neue Perspektiven eröffnet. Kunst wirkt nicht zuerst über Argumente, sondern über Emotionen – über Farbe, Material, Struktur oder ein Konzept.
Was war die größte Herausforderung bei der Arbeit an der Ausstellung? Meine eigenen Prägungen zu hinterfragen. Ich habe italienische Wurzeln und bin mit einem Frauenbild der 1970er- und 1980er-Jahre aufgewachsen, das mich unbewusst beeinflusst
Auf Basis eines weiten Kulturbegriffs beleuchten wir die Künste als ästhetischen Ausdruck menschlicher Auseinandersetzung mit sich und der Umwelt, die Kultur als Lebenswelt mit ihren vielfältigen Traditionen, Lebensformen und Wertesystemen. Wir möchten Sie inspirieren, sich mit den Künsten, Kultur(en) und damit auch mit der Gesellschaft aktiv auseinanderzusetzen und sich zu engagieren. Über den abgebildeten QR-Code gelangen Sie direkt zu allen Angeboten des Bildungsbereichs Kultur & Kreativität
kreative highlights im herbst Planvoll und kreativ gut organisiert mit der Bullet-Journal-Methode Das Bullet Journal ist ein flexibles Planungssystem, das Ihnen hilft, Gedanken, Termine und Ziele übersichtlich und individuell zu gestalten. In diesem Online-Workshop lernen Sie die Grundlagen des Bullet Journals kennen und setzen erste Layouts, Symbole und Strukturen gleich praktisch um. Sie erhalten zudem Anregungen, wie Sie – angepasst an Ihre Bedürfnisse – Ihr individuelles Planungssystem gestalten. Vorkenntnisse sind nicht notwendig, nur Neugier und Lust auf kreatives Arbeiten sowie Stift und Papier – idealerweise ein einfaches Notizheft.
Ecce Mater – das Titelmotiv der Ausstellung erinnert an eine Mariendarstellung und zeigt die Ambivalenz zwischen Fürsorge und Selbstaufgabe.
hat. Historisch wurde Frauen die Rolle der fürsorglichen, geduldigen und unsichtbaren Kümmernden zugeschrieben. Darin steckt aber auch ein Gift: Misogynie, die als „Labour of Love“ weitergegeben wurde. Diese verborgenen Muster sichtbar zu machen und das Bild von Care-Arbeit neu zu denken, war für mich die größte Herausforderung.
Was ist Ihr Wunsch für die Ausstellung? Ich hoffe, dass die Besuchenden neben der Schwere des Themas auch die Ironie in den Arbeiten entdecken. Sie kann helfen, den Zwiespalt auszuhalten und Hoffnung zu bewahren. Und ich wünsche mir, dass die Ausstellung Menschen ins Gespräch bringt – denn Fürsorge geht uns alle an. •
Alles zur Ausstellung und dem Begleitprogramm finden Sie auf Seite 14.
Termin Mi, 07.10.2026 Beginn / Ende 18.30 Uhr / 21.00 Uhr Mit Dagmar Köhler Verantwortlich Magdalena Falkenhahn Teilnahmegebühr EUR 35,00 Ort Online via Zoom Anmeldung bis Fr, 02.10.2026
KalligraphieKennenlernworkshop Die Kunst schöner Buchstaben entdecken In diesem Kurs geht es zunächst einmal darum, den Umgang mit Bandzugfedern, Tinte und Gouache kennenzulernen und wesentliche Fragen zu Materialien zu klären. Am Beispiel der kursiven Schrift „Italic“ üben wir gemeinsam wichtige Grundstriche, verstehen den Aufbau einzelner Buchstaben und gestalten erste kleine Projekte. Der Workshop eignet sich für alle, die Freude am Schreiben mit der Hand haben und kreative Auszeiten genießen möchten. Es sind keine Vorkenntnisse nötig. Termin Sa, 17.10. 2026 Beginn / Ende 09.30 Uhr / 16.00 Uhr Mit Gabriele Murr Verantwortlich Magdalena Falkenhahn Teilnahmegebühr EUR 70,00; ermäßigt: EUR 60,00; zzgl. Pausenverpflegung (ohne Mittagessen): EUR 10,00 Ort Seminarraum Domberg-Akademie, Untere Domberggasse 2, 85354 Freising Anmeldung bis Fr, 09.10.2026
MARIA MAGDALENA – Vom Memento Mori zu Wo hören wir ihre Stimme? Death Positive Eine Bild-Sound-Text-Performance, die sich auf künstlerische Spurensuche zu Maria Magdalena begibt. In Kooperation mit dem Erzbistum München und Freising, GEDOKmuc und Stadtkirche St. Georg Freising. Bilder, Musik und zuletzt Sprache verweben sich zu einer meditativen Performance über Maria Magdalena – eine Frau, deren Bild über Jahrhunderte von männlichen Vorstellungen geprägt wurde. Die kontemplative Atmosphäre lädt zu einer eigenen inneren Reise ein. Es entsteht ein Raum, in dem Maria Magdalena ganz neu erfahrbar wird. Termin Sa, 24.10. 2026 Beginn / Ende 18.00 Uhr / 19.00 Uhr, Mit Augusta Laa, Masako Ohta, Katharina Schellenberger Verantwortlich Magdalena Falkenhahn Eintritt kostenfrei Ort Pfarrkirche St. Georg, Kirchgasse 7, 85354 Freising Anmeldung keine Anmeldung erforderlich
Wie das Wissen um den Tod das Leben beeinflusst In diesem besonderen Format an der Schnittstelle kultureller und theologischer Bildung verbinden wir traditionelle „Vanitas“-Hinweise und „Memento-Mori“-Praktiken in Kunst und Religion mit dem aktuellen Trend der „deathpositive-Bewegung“. Das Format besteht aus zwei Einheiten: 1. Interaktiv-dialogische Auseinandersetzung mit Vanitas- und Memento-Motiven im Diözesanmuseum Freising mit Kunstvermittler und Museumsseelsorger Stephan Kaupe. 2. Impuls- und Reflexionseinheit Termin Do, 26.11.2026 Beginn / Ende 15.00 Uhr / 16.45 Uhr Mit Stephan Kaupe, Magdalena Falkenhahn Teilnahmegebühr EUR 15,00, inklusive Museumseintritt Ort Diözesanmuseum Freising, Domberg 21, 85354 Freising Anmeldung bis Di, 24.11.2026
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THEMEN • Denken ist nicht Handeln • Zur ungleichen Verteilung von Zeit
PERSÖNLICHKEIT & PÄDAGOGIK
kommentar Gedacht ist nicht getan
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enken fühlt sich leicht schon wie Handeln an. Im Bildungs- und Debattenbetrieb sind wir darin geübt zu sagen, dass es darauf ankomme zu verstehen, zu reflektieren, kritisch denken zu können. Und das stimmt auch, denn ohne Nachdenken bleibt Handeln blind. Das Problem ist, dass wir das Denken mit dem Handeln gleichsetzen und oft das Durchdachte schon für das Getane halten. Verstanden ist nicht verändert. Aus dem klügsten Gedanken wird von allein noch keine Tat. Diesen Schritt zu wagen, kostet Mut. Gehandelt werden kann nur mit Anderen: Wer handelt, muss auf Andere zugehen, tritt in Erscheinung, legt sich fest, macht sich angreifbar und kann auf Unverständnis stoßen. Im Denken bleibe ich für mich und in gewisser Weise ‚sicher‘, im Handeln setze ich mich immer schon Anderen aus. Handeln geschieht zwischen Menschen, nicht in der Vereinzelung: Was eine Person beginnt, wird erst tragfähig, wenn Andere es aufgreifen, mitmachen und es bezeugen. Eine einzelne Stimme lässt sich leicht überhören. Doch wenn sich viele Menschen für eine Sache einsetzen, gewinnen ihre Worte und Taten gerade durch ihre Verschiedenheit bei gleichzeitiger Einigkeit über die Bedeutung der Sache an Kraft. Bildung sollte deshalb nicht nur zur Selbstreflexion ermutigen, sondern dazu bestärken, sich durchaus kritisch, aber eben miteinander auseinanderzusetzen. Was es braucht, sind nicht nur reflektierte Menschen, sondern Menschen, die sich trauen, ihre gefühlte Ohnmacht auszudrücken und zu überwinden, um gemeinsam kreativ zu werden – Neues zu wagen.•
veronika hilzensauer ist Referentin für Persönlichkeitsbildung und Pädagogik
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zur ungleichen verteilung von zeit
Wer hat Zeit für sich? Mit sich in Kontakt zu kommen, braucht Zeit und Raum. Im inneren Zwiegespräch werde ich mir selbst zur Person. Doch diese Zeit ist ungleich verteilt: Wer viel Sorgearbeit leistet, hat sie kaum für sich, während andere von ihr profitieren. Warum Zeit für sich keine private, sondern eine politische Frage ist. // von veronika hilzensauer
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Wbgelenktheit bis zum Gefühl „Überall und Nirgends“ mit den Gedanken zu sein, Schlafmangel, Fremdbestimmtheit der eigenen Zeit, Erschöpfung und Schuldgefühle durchziehen den Alltag von Menschen mit viel Sorgearbeit. All das erschwert es, sich zu konzentrieren und bei sich zu sein. Die ungleiche Verteilung fokussierter Arbeitszeit nennt die Politikwissenschaftlerin Wiebke Vogelaar den „Care Concentration Gap“. Besonders Frauen sind betroffen, weil sie im Schnitt mehr Sorgearbeit übernehmen und weil diese entgrenzt ist: Sie meint nicht nur putzen, kochen, pflegen, sondern auch für andere mitdenken und Gefühle halten. Das ständige „bei-den-AnderenSein“ bedeutet auch, dass es schwerfällt oder schlicht nicht möglich ist, sich Zeit für sich allein zu nehmen. Mit Zeit für sich selbst ist Zeit gemeint, die nicht zweckmäßig eingesetzt werden muss. Zeit zum Freisein
in Gedanken: Zeit, in der den eigenen Gefühlen, Wahrnehmungen, dem Erlebten nachgegangen werden kann. Die Möglichkeit für den inneren Dialog ist existentiell wichtig, denn in dem Moment, wo ich Dinge mit mir selbst durchspreche, denke ich nicht nur, sondern ich werde mir selbst zur Person, wie Hannah Arendt betont. Es braucht Freiräume, die einladen, sich selbst zu begegnen und zu fragen: Was spüre ich? Was ist mir wichtig und wertvoll? Fühlt sich der Alltag nach meinem Weg an oder nicht? Und gerade sich in dieses Fragen zu begeben, ist zentral für die eigene Persönlichkeitsentwicklung. Zum An-denken, Nach-denken und Über-denken braucht es aber Einsamkeit (als Zeit für mich alleine – nicht Isolation) und inneren Raum. Doch diesen zu erfahren, fällt in der Getaktetheit des Arbeitsalltags und in intensiven Sorgearbeitsphasen schwer. Das heißt nicht, dass Menschen mit
Unsere Angebote zur Persönlichkeitsbildung zielen auf transformative Erwachsenenbildung. Mit innovativer Didaktik und fundiertem Wissen im Schnittfeld von Pädagogik, Psychologie und Philosophie: Wer bin ich, und wie lernen wir uns in Vielfalt anzunehmen? Wie können wir Begegnungen und Beziehungen besser gestalten? Wie gelingen persönliche Entfaltung und gemeinsames Wachstum? Über den abgebildeten QR-Code gelangen Sie direkt zu allen Angeboten des Bildungsbereichs Persönlichkeitsbildung und Pädagogik
highlights aus unserem angebot
In Kontakt gehen
viel Sorgearbeit weniger gebildete Persönlichkeiten wären. Sorge ist selbst ein zutiefst bildender Ort. Dennoch: Die Zeit, sich der eigenen Person zuzuwenden, ist ungleich verteilt; und wo sie erst erkämpft werden muss, steht sie nicht allen gleichermaßen offen. Hier zeigt sich ein Gerechtigkeitsproblem. Zeit ist, wie die Publizistin Teresa Bücker betont, eine Frage von Macht und Freiheit. Wer verfügt über freie Zeit und wer über wenig oder keine? Wem die Zeit fehlt, sich mit sich auseinanderzusetzen, kann sich selbst schwerer spüren und für sich einstehen, individuell wie politisch. Was die einen an Zeit verlieren, gewinnen andere und profitieren von ungleich verteilter Sorgearbeit. Am Ende fehlt den Sorgearbeitenden, wie vielfach beklagt, die Kraft, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Das liegt nicht nur an der Erschöpfung. Es liegt auch daran, dass die Verhältnisse weniger gestaltbar erscheinen und die eigene Person zu wenig als wichtig erfahren wird. Demokratie aber braucht Menschen, die sich selbst spüren und mutig mitgestalten. Zeit für sich ist daher keine private, sondern auch eine zutiefst politische Frage.
Genau zu diesem Thema haben wir im Rahmen unseres aktuellen Saisonthemas „Wen kümmert‘s? Zur Zukunft der Care-Arbeit“ zwei Veranstaltungen. Diese finden Sie auf Seite 15 in diesem Heft. •
Ärger angemessen ausdrücken
Verbunden von Anfang an (online)
Ganztägiges Seminar zur Einführung in die Gewaltfreie Kommunikation Wie kann ich Ärger anderen gegenüber äußern, ohne meine Beziehungen zu gefährden? Sie erhalten eine praxisnahe Einführung in das 4-Stufen-Modell der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) nach M. B. Rosenberg. Anhand eigener Praxissituationen werden wir das Modell ausprobieren. Es beschreibt den Weg dahin, aufrichtig und wirkungsvoll miteinander zu sprechen, mit dem Ziel, zufriedenstellende und tragfähige Lösungen zu finden.
Was Geburt für unser Leben bedeutet – persönlich wie gesellschaftlich Dieser Tag lädt ein, innezuhalten und nachzudenken – über die eigenen Anfänge, über das, was uns trägt, und über die Frage, wie sehr wir von unserem Beginn her verstanden werden können. Als Bildungs- und Reflexionsangebot verbindet der Tag theoretischen Input mit persönlicher Erfahrung. Ein Vortrag führt ein, ergänzt wird der Tag durch angeleitete Reflexions- und Wahrnehmungsübungen, erste Impulse aus der Arbeit mit inneren Anteilen (IFS) sowie Austausch in Kleingruppen – ein selbstreflexives Angebot.
Termin Sa 21.11.2026 Beginn / Ende 10.00 Uhr / 17.00 Uhr Mit Josef Stellner Verantwortlich Veronika Hilzensauer Teilnahmegebühr EUR 90,00, Tagesverpflegung (ohne Mittagessen): EUR 15,00 Ort Seminarraum Domberg-Akademie, Untere Domberggasse 2, 85354 Freising Anmeldeschluss Mo, 16.11.2026
Termin Mo, 30.11.2026 Beginn / Ende 09.00 Uhr / 16.00 Uhr Mit Dr. Lena Adams Verantwortlich Veronika Hilzensauer Teilnahmegebühr EUR 90,00 Ort Online via Zoom Anmeldeschluss Di, 24.11.2026
Write&Talk: Biografisches Schreiben und Journal Writing - ONLINE Im Schreiben über mich und meine Lebensgeschichten begebe ich mich auf eine persönliche Entdeckungsreise: Ich hebe biografische Momente, zeichne Lebenslinien nach und nähere mich dem, was mich bewegt und geprägt hat. Im Wechsel von Schreiben und Austausch entsteht Raum, mir selbst zu begegnen und dem Erlebten neue Bedeutung zu geben. Biografisches Schreiben trifft dabei auf lebendiges Journal Writing und eröffnet neue Zugänge zu Erinnerungen, Gedanken und inneren Prozessen. In der Gruppe entsteht durch Teilen und Zuhören eine wertschätzende Atmosphäre, die inspiriert und neue Perspektiven eröffnet. Vielfältige Übungen und Impulse aus Creative Writing, Biografiearbeit und Journal Writing sowie Austausch in Kleingruppen begleiten den Schreibprozess.
Termin 1 Mo 12.10.2026 Termin 2 Mo 09.11.2026 Termin 3 Mo 07.12.2026 Beginn / Ende jeweils 19.00 Uhr / 21.15 Uhr Mit Sonja Kapaun Verantwortlich Veronika Hilzensauer Teilnahmegebühr EUR 90,00 für alle 3 Teile Ort Online via Zoom Anmeldeschluss Do, 08.10.2026
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THEMEN • Kulturdolmetschende –
mit einem Kursbuch in die Zukunft
WERKSTATT ZUKUNFT
Zehn Jahre Kulturdolmetscher plus – sharing empowerment® – Warum dieses Angebot wichtiger denn je ist „Für ein gutes Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft braucht es immer wieder Personen, die als Brückenbauer:innen zwischen Menschen unterschiedlicher kultureller Prägungen wirken.“ Dies ist der Grundgedanke der Qualifizierung Kulturdolmetscher plus – sharing empowerment®, die seit 2016 Menschen mit Migrationserfahrung zu interkulturellen Vermittler:innen ausbildet. Eine Zukunftsaufgabe, die angesichts gesellschaftlicher Diskussionen wichtiger denn je ist. // von magdalena falkenhahn
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napp ein Jahrzehnt ist es her, dass die ersten Kulturdolmetscher:innen in Trägerschaft der katholischen Erwachsenenbildung in der Erzdiözese München und Freising ausgebildet wurden. Ein Projekt, das aus einer gesellschaftlichen Situation entstand, die viele noch lebhaft erinnern: Dem großen Zustrom an Geflüchteten September 2015. Was als Pilot begann – initiiert vom Dachauer Forum, der Domberg-Akademie und der KEB München und Freising – ist heute eine Erfolgsgeschichte: 884 Ehrenamtliche wurden an 41 Standorten in ganz Bayern qualifiziert. Die Teilnehmenden bringen eigene Migrationserfahrungen oder eine internationale Familiengeschichte mit und damit die besondere Fähigkeit, sich in verschiedenen kulturellen Kontexten zurechtzufinden. Das Projekt stärkt diese Kompetenzen, fördert kultursensibles Handeln, schafft Räume für Empowerment, und es zeigt positiv, wie Ressourcen für ein gedeihliches Zusammenleben in unserer pluralen Gesellschaft gehoben werden können. Doch die Rahmenbedingungen haben sich inzwischen verändert. Gesellschaftliche Diskurse rund um Integration und Diversität sind komplexer geworden, die Anforderungen an interkulturelle Vermittlung differenzierter. Gleichzeitig hat sich die Struktur des Projekts weiterentwickelt. Dank der Finanzierung durch das Bayerische Staatsministerium des In-
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nern, für Sport und Integration fand 2020 ein bayernweites Roll-out statt: Seitdem gibt es eine bei der KEB Bayern angegliederte Projektkoordination. Fünf Trainthe-Trainer-Schulungen wurden von der Domberg-Akademie durchgeführt, ein theoretisch fundiertes Handbuch entstand. Dennoch fehlte bislang ein zentrales Element: ein systematisch aufgebautes Kursbuch. Die bisherigen Materialien – Schulungsprotokolle, Handbuch, digitale Sammlung – boten wertvolle Bausteine, aber keine vollständig ausgearbeiteten Kurseinheiten. Trainer:innen mussten ihre Kurse selbst aus diesen Fragmenten entwickeln. Die Rückmeldungen waren eindeutig: Der Aufwand ist hoch, gerade für neue Kursleitungen. Die Entscheidung, ein Kursbuch zu erstellen, verfolgt drei strategische Ziele:
Wissenssicherung: Fünf Jahre Train-theTrainer-Erfahrung werden gebündelt, dokumentiert und allen Trainer:innen zugänglich gemacht. Bewährte Methoden bleiben erhalten und werden weitergegeben.
Flexibilisierung der Qualifizierung: Da umfassende Schulungen weniger nachgefragt werden, ermöglicht das Kursbuch neue Wege der Trainer:innen-Ausbildung – etwa durch Literaturstudium und Hospitationen. Das Kursbuch wird ausgearbeitete Kurseinheiten enthalten, die als praxisorientierte Vorlagen dienen. Gleichzeitig bleibt die Grundidee des Projekts erhalten: Kursleitungen sollen weiterhin flexibel auf die Bedürfnisse ihrer Gruppen reagieren können. Denn die Erfahrung zeigt, dass Sprachkenntnisse, Bildungsbiografien und Interessen stark variieren – und damit auch die Anforderungen an die Kursgestaltung. Das neue Kursbuch wird damit nicht nur ein Werkzeug für Trainer:innen, sondern ein wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung eines Projekts, das seit 2016 Brücken baut – zwischen Menschen, Kulturen und Lebenswelten. Diese Aufgabe wird mehr denn je auch in Zukunft bleiben. •
Qualitätssicherung: Einheitliche Standards werden gestärkt, ohne die pädagogische Freiheit einzuschränken. Das Kursbuch bietet eine verlässliche Grundlage, die dennoch Raum für Anpassungen lässt.
magdalena falkenhahn
ist stellvertretende Direktorin der Domberg-Akademie und Referentin für (Inter-)Kulturelle Bildung
BILDUNGS LABOR • Pilotprojekt zur
Trauerbegleitung erfolgreich beendet
Trauernde spirituell, religionsund kultursensibel begleiten Die Erfahrungen aus dem neuartigen Qualifizierungskurs zeigten, wie wichtig es ist, Ehrenamtliche als Trauerbegleiter:innen in der säkularen Gesellschaft auszubilden. // von anne gruber und claudia pfrang
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as brauchen Menschen, die einen schweren Verlust erlitten haben? Welche Worte helfen, wenn es scheinbar keine Worte gibt? Wie kann der Verlust in seiner Einzigartigkeit gewürdigt werden? Wie können Menschen ihre spirituellen Ressourcen entdecken? Wie religiöse Haltungen und kulturelle Praktiken reflektiert werden? Diesen Fragen widmete sich der Pilotkurs zur ehrenamtlichen Trauerbegleitung. Er richtete sich an Menschen, die sich ehrenamtlich in Organisationen oder Pfarrgemeinden in der Begleitung Trauernder engagieren möchten. Kirche steht vor der Herausforderung, inmitten einer immer säkularer werdenden Gesellschaft sichtbar und erfahrbar zu sein für alle Menschen, ganz gleich, ob sie an Kirche und Christentum gebunden sind oder nicht. Verlust und Trauer sind existenzielle Themen, die alle betreffen. Kirchliche Trauerbegleitung kann hier – wie im Trauerzentrum haus am ostfriedhof in München –, ein Ort sein, an dem Menschen in ihrer Trauer und gleichzeitig in ihrer Unterschiedlichkeit gesehen und begleitet werden. Dies braucht eine Haltung, die auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes jeder Person offen, achtsam und ohne vorgefertigte Deutungsmuster begegnet. Trauende spirituell, kultur- und religionssensibel zu begleiten – dies war daher der Fokus dieses neuartigen Quali-
fizierungskurses. Spiritualität wird dabei bewusst offen verstanden: als Suche nach Sinn, Halt, Verbundenheit, nach dem Unverfügbaren und einer Sprache für das, was über den unmittelbaren Verlust hinausweist. Die Teilnehmenden lernten, Spiritualität als Ressource wahrzunehmen, ohne zu bewerten oder in eine bestimmte Richtung zu lenken, sondern vielmehr den trauernden Menschen dort abzuholen, wo sich Bedeutsames zeigt. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig es dabei ist, der eigenen Spiritualität als Begleiter:in auf den Grund zu gehen. Wer selbst weiß, worauf seine Werte, Einstellungen und innerer Halt gründen, kann davon ausgehend Resonanz geben. Auch die Auseinandersetzung mit fremden Kulturen und Religionen zeigte:
Trauer wird in verschiedenen Kulturen und Glaubenstraditionen unterschiedlich ausgedrückt, auch wenn es Parallelen gibt. Bei genauerem Hinsehen wurde klar, dass Traditionen vielfältig und wandelbar sind. Selbst innerhalb einer Religion und Kultur kann es verschiedene Abschiedsrituale geben. Im Kurs wurde deutlich, wie wichtig es ist, nachzufragen, zuzuhören und Unterschiede mit Respekt wahrzunehmen. Die Teilnehmenden erkannten: Sensibilität bedeutet hier nicht, alles über jede Religion oder Kultur zu wissen. Vielmehr geht es um die Bereitschaft, Trauernden mit Interesse, ohne Vorurtei-
le und Vergleich zu begegnen. Hier halfen auch die unterschiedlichen Blickwinkel der Teilnehmenden verschiedenen Alters, beruflicher Hintergründe und religiöser Anbindung. Ein Novum des Kurses war das offene Konzept im Hinblick auf Einsatzorte für die Hospitationen. Vereine wie „Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister München e.V.“, „Verein Sternenkinder“ oder hospizliche Einrichtungen bis hin zur kirchlich angebundenen Trauerbegleitung – alles war möglich. Der Pilotkurs zeigte eindrucksvoll: Wer andere in schweren Zeiten begleiten will, braucht Wissen und Einfühlungsvermögen, Selbstreflexion und die Fähigkeit, Unterschiedlichkeit auszuhalten. Dies braucht eine gute Vorbereitung. Nachdem der Kurs zur bundesweiten Zertifizierung bei einer gemeinsamen AG von Bundesverbänden der Trauerbegleitung und Palliativversorgung angemeldet ist, soll er im Jahr 2027 an verschiedenen Orten innerhalb der Erzdiözese weiter angeboten werden. •
anne gruber
Projektleitung Trauerbegleitung im Ehrenamt
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eine kleine auswahl aus den 50 angeboten in freising Werte verbinden – Kunst vom Ich zum Wir
Farben der Demokratie – ein Mitmachworkshop
Collagen aus Workshops mit Kindern, Studierenden und Erwachsenen sowie Leinwände der Fachakademie für Sozialpädagogik zeigen kreative Perspektiven auf Demokratie, Kinderrechte sowie Freiheit, Respekt und Solidarität. Werteworkshop-Leitung: Marian Kretschmer
Demokratie ist kein Zustand, sie passiert. Zwischen Freiheit und Verantwortung, Ich und Wir entsteht sie immer wieder neu. Genau das machen wir sichtbar: Auf einer gemeinsamen Leinwand könnt ihr Werte, Konflikte und Visionen mit Farben zum Ausdruck bringen.
Termine Mo, 07.09. – Sa, 17.10.2026 Beginn / Ende 02.10. auch abends Ort Stadtbibliothek Freising Verantwortlich Marafiki wa Afrika – Freunde für Afrika e. V.
Beginn / Ende 18.30 / 21.00 Uhr Ort Marienplatz Verantwortlich VHS Freising
Beginn / Ende 21.00 / 21.45 Uhr Ort Rathaus am Marienplatz, Kleiner Sitzungssaal (bei Regen) Verantwortlich Tisch der Religionen
Deep-Dive – das demokratische Bällebad
Ich sehe dich! Kurzfilme zur Mit-Menschlichkeit
Stolpersteine erzählen – ein Rundgang
Ein Planschbecken voller Möglichkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen: Das demokratische Bällebad bietet kurze Impulse, mit anderen zu sprechen und zuzuhören. Keine feste Gruppe, man kann laufend dazu kommen.
Fünf Geschichten. Fünf Blicke auf das, was uns verbindet – und was uns trennt. Die ausgewählten Kurzfilme erzählen von Flucht und Fremdsein, von Vorurteilen, die ins Wanken geraten, von Würde – und davon, was es bedeutet, Mensch zu sein. Lassen Sie sich berühren.
Wir spazieren zu den Stolpersteinen in der Freisinger Innenstadt und erfahren mehr über die Biografien der vom NS-Regime verfolgten, ins Exil getriebenen oder ermordeten Bürger:innen aus Freising.
Beginn / Ende 18.30 / 20.00 Uhr Ort Obere Hauptstraße / Asam-Foyer (bei Regen) Verantwortlich KBW Freising e. V.
Beginn / Ende 20.00 / 20.45 Uhr und 22.00 / 22.45 Uhr Ort dASAMa im Asam Innenhof Verantwortlich Domberg-Akademie und 5.MD – Medien und Digitalität
Religion und Demokratie – ein Gespräch am Lagerfeuer über Gott und die Welt Im lockeren Gespräch tauschen sich Religionsvertreter:innen und Gäste über die kleine und große Politik aus. Zu Gast: Franz Heilmeier, stellvertretender Landrat und Ex-Seelsorger der Freisinger Hochschulgemeinde.
Beginn / Ende 19.30 / 20.20 Uhr Treffpunkt Kriegerdenkmal Verantwortlich Camerloher Gymnasium
lange nacht der demokratie 2026
Wir feiern die Demokratie – in Freising und ganz Bayern
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m 2. Oktober 2026 verwandelt sich Freising in einen lebendigen Ort der Demokratie – mit rund 50 Vereinen, Organisationen, Religionsgemeinschaften und Schulen, die gemeinsam ein außergewöhnliches Abendprogramm gestalten. Sie ist damit eine der größten Langen Nächte der Demokratie in Bayern, die gleichzeitig in 59 Städten und Regionen stattfindet. Die Domberg-Akademie ist sowohl im Freisinger Netzwerk, also auch in der bayernweiten Steuerungsgruppe aktiv. Wir setzen damit ein starkes Zeichen für Demokratie.
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Denn Demokratie braucht: > starke Stimmen > mutige Menschen > Bündnisse > Fürsprecher:innen > Macher:innen > positive Erlebnisse > Vielfalt > Selbstbewusstsein
wahl der über 50 Events. Welche Lange Nacht der Demokratie für Sie die Nächste ist, können Sie in der Übersicht unter www.lndd.de entdecken. •
Langen Nacht der Demokratie in Freising finden Sie unter https://demokratie.freising.de/
Demokratie verdient es gefeiert zu werden!
kathrin steger-bordon Im vielfältigen Freisinger Programm findet jede:r einen Zugang zur Demokratie: über den Kopf, den Bauch, die Hände oder das Herz. Sie finden oben eine kleine Aus-
ist Referentin für Politische Bildung, Umwelt und Nachhaltigkeit
SPECIALS k u n s t, b i l d u n g u n d d e b a t t e v e r e i n e n
Zwei Jubiläen – eine fruchtbare Kooperation
• Lange Nacht der Demokratie • Kunst, Bildung und Debatte vereinen
2026 jährt sich zum zehnten Mal die Erhebung des Gedenktags der Heiligen Maria Magdalena in den Rang eines Festes durch Papst Franziskus. Damit würdigte die Kirche Maria Magdalena als „Apostelin der Apostel“ und rückte ihre zentrale Rolle in der Verkündigung der Auferstehung ins Bewusstsein. Grund genug für das Erzbistum München und Freising, zum 10-jährigen Jubiläum die Bedeutung dieser außergewöhnlichen Frau sichtbar zu machen und zugleich falsche Zuschreibungen zu korrigieren, die sich im Laufe der Kirchengeschichte verfestigt haben. // von magdalena falkenhahn
Zahlreiche Besucher:innen kamen für die Uraufführung der Performance „Maria Magdalena – Wo hören wir ihre Stimme?“ in die Herz-Jesu-Kirche nach München.
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benfalls Grund zum Feiern hat im Jahr 2026 die GEDOK, die größte Künstlerinnenvereinigung in Europa. Vor 100 Jahren wurde sie mit dem Ziel gegründet, sich für Sichtbarkeit, Vernetzung, Solidarität und Rückhalt von Künstlerinnen einzusetzen. Damit treffen sich bei den Jubiläen zwei Themen, die nah beieinanderstehen: Die Sichtbarmachung einer bedeutenden Frauengestalt der Kirchengeschichte und das Engagement für die Sichtbarkeit von Frauen in Kunst und Gesellschaft. Für die Domberg-Akademie war diese doppelte Jubiläumskonstellation ein inspirierender Ausgangspunkt. Weil die Künste uns auf eine Weise berühren können, die über die rein intellektuelle Auseinandersetzung hinausgeht, haben wir uns dem Anliegen verschrieben, mittels verschiedener Kunstformen einen außergewöhnlichen Zugang zu Themen zu finden. So entstand – zusammen mit der Erzdiözese München und Freising – die Idee, sich Maria Magdalena im Jubiläumsjahr nicht allein in Diskurs- und Vortragsveranstaltungen zu nähern, sondern auch über ein Performanceprojekt. Für dessen Umsetzung erwies sich die
GEDOKmuc als ideale Partnerin: professionell und agil, gut vernetzt und engagiert. Im Rahmen eines Open Calls wurden Künstlerinnen eingeladen, Konzepte einzureichen; aus fünf Bewerbungen erhielt die Bild-Sound-Text-Performance „Maria Magdalena – Wo hören wir ihre Stimme?“ von Katharina Schellenberger, Masako Ohta und Augusta Laar den Zuschlag der Jury. Am 7. Juni wurde die Performance in der Herz-Jesu-Kirche uraufgeführt, zwei weitere Aufführungen in Freising und Rosenheim sind in Planung. Ein weiterer Anknüpfungspunkt war die Jubiläumsausstellung „Sichtbar. Verknüpft. Frei. – 100 Jahre Künstlerinnenvereinigung GEDOK“. Diese war Rahmen und titelgebend für das theologisch-philosophische Gespräch über Sichtbarkeit und Zwänge von Frauen in Kirche und Gesellschaft – von der ersten Auferstehungszeugin Maria Magdalena bis zur Gegenwart. Gemeinsam mit der Theologin Dr. Annette Jantzen und der Philosophin Henriette Hufgard wurde über Korsette und den männlich geprägten Blick auf Frauen in Theologie, Philosophie und Kirche durch die Jahrhunderte diskutiert. Der DG Kunstraum, in dem ein
Teil der Jubiläumsausstellung beheimatet ist, war bis auf den letzten Platz besetzt – ein eindrucksvolles Zeichen dafür, wie fruchtbar das Zusammenspiel von Kunst und Bildung sein kann. Die Kooperation mit der GEDOKmuc hat sich für die Domberg-Akademie als besonderer Glücksfall erwiesen. Sie verbindet künstlerische Qualität, gesellschaftliche Relevanz und die gemeinsame Überzeugung, dass Kunst und Bildung neue Perspektiven eröffnen und Dialogräume schaffen. Die Projekte im Jubiläumsjahr zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial in dieser Zusammenarbeit steckt. Für die Domberg-Akademie ist sie schon jetzt ein Highlight – und zugleich ein vielversprechender Ausgangspunkt für ein gemeinsames Wirken mit dem Ziel, Kunst, Bildung und gesellschaftliche Debatten miteinander in spannenden Formaten zu verbinden. •
magdalena falkenhahn ist stellvertretende Direktorin der Domberg-Akademie und Referentin für (Inter-)Kulturelle Bildung
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ANGEBOTE AUS DER KATHOLISCHEN ERWACHSENENBILDUNG Themenbezogene Highlights sowie Workshops und Veranstaltungen von Kreisbildungswerken in der Erzdiözese München und Freising
landshut
dachau
erding mühldorf
münchen
bad tölz
berchtesgaden garmisch-partenkirchen
münchner bildungswerk Trauerlabyrinth
kbw berchtesgadener land Keine Angst vor Trauer
Malkurs für Trauernde
Vortrag und Gespräch
Dieser Kurs bietet Ihnen die Möglichkeit, über das kreative Gestalten von Bildern und – wer mag auch Objekten – einen Umgang mit dem Verlust eines nahen Menschen zu finden. Anhand von kleinen Übungen nähern wir uns den jeweils individuellen Trauerformen, Erinnerungsbildern und Wegen aus dem Trauerlabyrinth. Ein sicherer Raum und Zeit für Gespräche sind wichtige Bestandteile des Kurses. Zudem wird die Gruppengröße überschaubar sein. Haben Sie Fragen zu diesem Angebot, können Sie gerne vorab Kontakt mit der Kunsttherapeutin Andrea Müller unter amueller@muenchner-bildungswerk.de aufnehmen.
Eine Kooperation mit der Marktgemeinde Teisendorf Trauer ist eine der tiefsten und persönlichsten Erfahrungen, die Menschen durchleben können. Aufgrund von Angst, Unsicherheit oder eigener Betroffenheit fällt vielen die Begegnung mit trauernden Menschen oft schwer. An diesem Abend setzen wir uns mit den verschiedenen Aspekten der Trauer auseinander und ergründen, wie wir trauernden Menschen einfühlsam zur Seite stehen können.
Termin Di, 22.09. – Di, 08.12.2026 | 6 Termine Beginn / Ende jeweils 18.00 / 21.00 Uhr Mit Andrea Müller, Kunsttherapeutin Teilnahmegebühr EUR 189,00 Ort Kunst im Turm, St. Clemens, Arnulfstraße 166, 80634 München Info / Anmeldung https://www.muenchner-bildungswerk.de/ veranstaltung/166640 Anmeldeschluss Mo, 21.09.2026
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ebersberg
Termin Do, 24.09.2026 Beginn / Ende 19.45 / 21.15 Uhr Mit Daniel Georg-Stoklossa Teilnahmegebühr Mit Ihrem freiwilligen Teilnahmebeitrag unterstützen Sie die Trauerbegleitung von Kindern und Jugendlichen in der Region. Ort Pfarrheim Teisendorf, Poststr. 25, 83317 Teisendorf Info / Anmeldung https://www.bildungswerk-bgl.de/ veranstaltung/23913_keine-angst-vor-trauer Anmeldung nicht erforderlich
kbw mühldorf Innehalten in Dachau
Tagesfahrt zum Gedenken an die Opfer des NS-Regimes Eine Kooperation des Kreisbildungswerk Mühldorf, des Vereins für das Erinnern, des AK Erinnern45 und der Pfarrei Aschau Der Name Dachau steht für ein furchtbares Lehrstück der Geschichte: Kaum waren die Nationalsozialisten an der Macht, begannen sie ihre Gegner systematisch zu verfolgen und zu vernichten. Mit dieser Exkursion zur KZ-Gedenkstätte verbinden wir als Bildungswerk dreierlei Anliegen: Die Auseinandersetzung mit der Barbarei. Das Gedenken an die Opfer. Und die Bewusstseinsbildung für den Wert von Demokratie und Menschenrechten. Termin Sa, 26.09.2026 Beginn / Ende Abfahrt Bus ab 07.30 Uhr / 3 Haltestellen; informieren Sie sich auf der Webseite Mit Konrad Haberger & Andrea Schendel Teilnahmegebühr EUR 35,00 Info zur Organisation / Anmeldung https://www.kreisbildungswerk-mdf.de/ veranstaltung/43352_innehalten-in-dachau Anmeldeschluss Fr, 18.09.2026
BILDUNGSWERKE
dachauer forum Seniorenbegleiter – Kurs Qualifizierung mit dem Schwerpunkt Demenz Unter dem Motto „Perspektiven im Alter“ bietet das Dachauer Forum in Kooperation mit der Fachstelle Demografie Managen des Landratsamtes Dachau und der Caritas Dachau eine Qualifizierung zur Seniorenbegleitung mit dem Schwerpunkt Demenz an.
kbw bad tölz Tag der Pflege Pflegende im Mittelpunkt: Austausch, Anerkennung und die Zukunft im Blick Eine Kooperation von KSH Benediktbeuern, KBW Bad Tölz-Wolfratshausen, Landkreis Bad Tölz Wolfratshausen Pflegekräfte, pflegende Angehörige und Interessierte kommen zusammen, um sich auszutauschen, neue Impulse zu gewinnen und Wertschätzung zu erfahren. Fachvorträge, Begegnungen sowie Angebote für Gesundheit und Selbstfürsorge machen Pflege sichtbar und zukunftsfähig. Termin Fr, 09.10.2026 Beginn 14.00 Uhr Projektleitung Katrin Wustmann, Andrea Paul Teilnahmegebühr kostenfrei Ort Kloster Benediktbeuern, Don-Bosco-Straße 1, 83671 Benediktbeuern Info www.tagderpflege.info Anmeldung nicht erforderlich
kbw ebersberg Heilsames Erzählen: Märchen, die das Leben deuten Kostbarkeiten und Abschiedsgeschenke im Märchen Märchen und Geschichten können in der Zeit des Übergangs für Sterbende und Trauernde eine große Hilfe, ja heilsam sein. Denn sie sprechen eine universelle Sprache, die über Kulturen und Religionen hinausreicht. Sie sind Bildsprache unserer kollektiven Seele. Sie bringen zum Ausdruck, was uns auf dem Herzen liegt und in der Seele brennt. Aufgrund der finanziellen Unterstützung durch die KEB München und Freising kann diese Veranstaltung kostenfrei angeboten werden. Termine Di, 13.10.2026 Beginn / Ende 19.00 / 21.00 Uhr Mit Gunda Stegen, Referentin im Fachbereich Kultursensibilität Teilnahmegebühr kostenfrei Ort Haus der Familie, Heinrich-Vogl-Str. 4, 85560 Ebersberg Info / Anmeldung https://www.kbw-ebersberg. de/veranstaltung/37542_heilsames-erzaehlenmaerchen-die-das-leben-deuten Anmeldeschluss Mo, 05.10.2026
Der Kurs ist ausgerichtet nach den Vorgaben des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege und dem Schulungskonzept zur Erbringung von Leistungen. Termin ab Sa, 10.10.2026, 9 Kursabende Kursleitung Martina Tschirge, Landratsamt Dachau, Kursleitung; Lena Sauer, Dachauer Forum, Organisation Referent:innen zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen Gabriele Kuhn, Annette Arand, Claudia Coduro-Schreiber, Inge Hasselbrink, Maria Gingelmaier, Birgit Mellert Teilnahmegebühr EUR 70,00 inkl. Unterlagen und Getränke Ort Dachauer Forum, Seminarraum forum4, Ludwig-Ganghofer-Str. 4, 85221 Dachau Info https://www.dachauer-forum.de/ veranstaltung/seniorenbegleiter-kurs/
cbw landshut Workshop Stark im Ehrenamt – sozial kompetent, emotional resilient Soziale und emotionale Kompetenz für Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren In diesem praxisnahen Workshop erfahren ehrenamtlich Engagierte, wie sie ihre eigene Balance stärken und gleichzeitig achtsam und wertschätzend mit anderen umgehen können. Gemeinsam wird erarbeitet, wie ein gelassener Umgang mit Stress gelingt, wie die eigenen Bedürfnisse wahrgenommen werden können, ohne den Blick für andere zu verlieren, und wie auch in herausfordernden Situationen innere Stärke und Klarheit bewahrt werden. Anhand alltagsnaher Beispiele aus dem Ehrenamt, kurzen Übungen und Impulsen zur Selbstreflexion vermittelt die Referentin leicht umsetzbare Strategien für mehr Gelassenheit, Selbstbewusstsein und ein gelingendes Miteinander. Termine Mo, 12.10. | Mo, 19.10. | Mo, 26.10.2026 Beginn / Ende jeweils 09.00 / 11.00 Uhr Mit Elisabeth Sedlmaier, Trainerin für soziale und emotionale Kompetenz; Coaching; Psychotherapeutin HPG Teilnahmegebühr kostenfrei Ort CBW-Kursraum Neustadt, Neustadt 534, 84028 Landshut Info / Anmeldung https://www.cbw-landshut.de/veranstaltung/66827_workshop-stark-im-ehrenamt-sozial-kompetent-emotional-resilient Anmeldeschluss Mi, 07.10.2026
kbw erding Über starke Nerven, volle Tage und die Kunst, bei sich zu bleiben
kbw garmisch-partenkirchen Der Eigenwert der Natur
Familie, Beruf und Alltag fordern Eltern jeden Tag aufs Neue heraus. Zwischen Verantwortung, Organisation und dem Wunsch, allem gerecht zu werden, bleibt oft wenig Raum für die eigenen Bedürfnisse.
Eine Kooperation mit dem Offenen Gesprächskreis Pfarrei St. Nikolaus Murnau Warum ist Natur schützenswert? Ausgehend von Beispielen aus Mooren und anderen Lebensräumen führt der Biologe und Theologe Benjamin Schwarz in zentrale Fragen der Umweltethik ein und verbindet naturwissenschaftliche Erkenntnisse mit philosophischen Überlegungen und dem christlichen Schöpfungsglauben. Untermalt mit Naturfotografien des Referenten lädt der Vortrag dazu ein, über den Wert der Natur und unsere Verantwortung für die Schöpfung ins Gespräch zu kommen.
Mit Humor, ehrlichen Geschichten und praktischen Impulsen zeigt Andrea Peis, wie es gelingen kann, auch in turbulenten Zeiten die eigenen Kräfte zu stärken und wieder bei sich selbst anzukommen. Ein inspirierender Abend über starke Nerven, kleine Atempausen und die Kunst, gut für sich selbst zu sorgen. Termine Mi, 28.10.2026 Beginn / Ende 19.00 / 21.00 Uhr Mit Andrea Peis, Sozialmanagerin, syst. Gestaltcoachin Teilnahmegebühr EUR 12,00 Ort Zentrum der Familie Erding, Raum 1, Kirchgasse 7, 85435 Erding Info / Anmeldung https://www.kbw-erding.de/ veranstaltung/27353_ueber-starke-nerven-volletage-und-die-kunst-bei-sich-zu-bleiben
Schöpfung verstehen – Schöpfung bewahren
Termin Fr, 15.01.2027 Beginn / Ende 18.45 / 20.15 Uhr Mit Dipl.-Biol., Mag. Theol. Benjamin Schwarz, Biologe, Theologe Teilnahmegebühr kostenfrei, Spenden sind willkommen. Ort Kath. Pfarrheim Murnau, Mayr-Graz-Weg 1, 82418 Murnau am Staffelsee Info / Anmeldung https://www.kreisbildungswerk-gap.de/ veranstaltung/25492_der-eigenwert-der-natur
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ÜBER UNS
Sich bilden, politisch und individuell Seit Juni 2026 ist die Philosophin und Sozialarbeiterin Veronika Hilzensauer Referentin für Persönlichkeit & Pädagogik an der Domberg-Akademie. Hier stellt sie sich und ihr Verständnis von Bildung vor. // von veronika hilzensauer
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ersönlichkeitsbildung heißt für mich, Menschen darin zu unterstützen, mit sich und mit Anderen so in Bezug zu treten, dass sie die Fülle des Lebens erfahren können. Diese Fülle meint nicht das rasche Glück, sondern die ganze Bandbreite dessen, was wir erfahren und fühlen können. Denn das Leben ist ambivalent: Freude und Trauer, Zuversicht und Angst gehören dazu. Eine existentielle Aufgabe der Menschen besteht meiner Meinung nach darin, das Leben in dieser Ambivalenz spüren und annehmen zu können. Persönlichkeitsbildung will Menschen stärken, sich als Person in ihrer Vielfalt zu erfahren, sich zu entwickeln und den eigenen Weg zu gestalten. Das ist die eine Aufgabe. „Es ist sehr gut denkbar, daß die Herrlichkeit des Lebens um jeden und immer in ihrer ganzen Fülle bereitliegt, aber verhängt, in der Tiefe unsichtbar, sehr weit.“ So notiert Franz Kafka in seinen Tagebüchern. Der Zugang zur Herrlichkeit des Le-
bens steht jedem Menschen offen, vermutet Kafka, und ist doch oft schwer zugänglich. Doch Persönlichkeitsbildung hat auch einen gesellschaftlichen Auftrag. Ob und wie Menschen diese Fülle erfahren können, ist keine rein private Frage, sondern hängt von Bedingungen ab, die sie nicht selbst wählen. Wer über weniger physische wie psychische Ressourcen verfügt, der hat weniger Möglichkeiten. So ist die Chance, das Leben zu erfahren und zu gestalten, ungleich und ungerecht verteilt. Persönlichkeitsbildung sollte deshalb auch für politische Rahmenbedingungen und unseren Anteil daran sensibilisieren. Zu dieser Überzeugung führte mich mein Werdegang. Ich bin Philosophin und Sozialarbeiterin. Die Soziale Arbeit richtet den Blick auf konkrete Lebenslagen und darauf, wie Menschen geholfen werden kann, sich selbst zu helfen, um in Freiheit und Würde zu leben. Die Philosophie stellt die Fragen dahinter: Was heißt ein gutes Le-
ben? Was bedeutet Freiheit, wenn wir immer schon mit Anderen verbunden sind? Wie wollen wir leben? Seit 2018 arbeite ich als freiberufliche Referentin in der Erwachsenen-, Kinder- und Jugendbildung, unter Anderem zu Anerkennung, Selbstbestimmung und feministischer Selbstbildung. Meine Promotion schließe ich gerade an der Hochschule für Philosophie München ab, wo ich auch lehre. In meine Arbeit als Referentin fließt dabei auch mein Forschungsinteresse ein: Ich verstehe den Menschen als Beziehungswesen. Für die Domberg-Akademie möchte ich Angebote gestalten, die Biographie- und Ressourcenarbeit mit politischen Fragen verbinden und dabei auch meine feministische Haltung einfließen lassen. Mir geht es darum, Menschen miteinander ins Gespräch und ins Handeln zu bringen. Dabei entdecke auch ich immer wieder Neues. Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen. •
Informiert & inspiriert Die neuen Themen-Newsletter der Domberg-Akademie
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b Themen aus Gesellschaft, Demokratie & Ethik oder Spiritualität, Interreligiöses und Kirchentransformation oder Persönlichkeitsbildung, Kreativität & Kultur, oder Umwelt & Nachhaltigkeit, – die Newsletter der Domberg-Akademie bieten Ihnen kostenfrei hochwertige Inhalte zu aktuellen Fragen, inspirierende Impulse und spannende Neuigkeiten aus der Domberg-Akademie.
Interessen passen, gibt es ab Herbst – neben den Veranstaltungshinweisen – für jeden Bereich einen eigenen Newsletter. Sie entscheiden selbst: Wählen Sie bei der Anmeldung zum Newsletter einfach die Themen aus, die Sie interessieren, und freuen Sie sich auf regelmäßige, sorgfältig ausgewählte Inhalte und Impulse direkt in Ihr Postfach.
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ÜBER UNS, BILDUNGSFLAT & KONTAKT
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WIR WOLLEN BILDUNG FÜR ALLE MÖGLICH MACHEN Um allen Interessierten die Teilnahme an unseren Bildungsangeboten offen zu halten, machen wir es möglich, ausgewählte Veranstaltungen kostenfrei oder ermäßigt zu besuchen. In dem Solidarmodell der Domberg-Akademie kalkulieren wir eine empfohlene Teilnahmegebühr von EUR 9,00. Ist es Ihnen nicht möglich, diese Teilnahmegebühr zu bezahlen, können Sie beim Buchen der Veranstaltung kostenfrei oder ermäßigt auswählen. Wem es möglich ist, andere Teilnehmende mitzufinanzieren, kann freiwillig mehr bezahlen. Auch dies ist frei anwählbar bei der Buchung mit „*“ gekennzeichneter Veranstaltungen.
Gerne unterstützen wir Sie dabei, unsere Angebote barrierefrei wahrzunehmen. Wenn Sie für eine Veranstaltung eine Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache benötigen, bemühen wir uns, diese für Sie zu organisieren. Damit wir eine:n passende:n Dolmetscher:in anfragen können, bitten wir Sie, uns Ihren Bedarf möglichst frühzeitig mitzuteilen. Bitte nehmen Sie dazu Kontakt per E-Mail mit uns auf: info@domberg-akademie.de
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Gemeinsam klären wir die Details und suchen eine Lösung, damit Ihre Teilnahme für Sie so angenehm und zugänglich wie möglich ist. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind!
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da ist das Magazin der Domberg-Akademie Stiftung Erwachsenenbildung der Erzdiözese München und Freising Untere Domberggasse 2 85354 Freising www.domberg-akademie.de Verantwortlich für den Inhalt (V.i.S.d.P.): Dr. Claudia Pfrang, Direktorin
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Redaktion DA: Dr. Claudia Pfrang, Melanie Waldinger, Dr. Thomas Steinforth, Geraldine Raithel Konzeption Magazin: André Lorenz Media & Merchandise GmbH, www.andrelorenz.de Bildnachweise: Cover, S. 4, 7, 15: shutterstock/ Locomotive74 // S. 6: shutterstock/ S. 8: © Fany
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