

LEBENSKRAFT GLAUBE
Was uns stärkt, verbindet und antreibt
www.domberg-akademie.de

Maria Magdalena bewegt
Künstlerische Initiative beleuchtet feministische Perspektiven
Error 404: Democracy not found Biodiversität in Gefahr
Zum angespannten Verhältnis von Demokratie und Digitalisierung
Spielend lernen mit dem Adventure Game „Ökodetektive“









Wir feiern 125 Jahre Engagement für unabhängige Medien, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. In bewegten Zeiten verbinden wir Menschen mit Geschichten, Wissen und Perspektiven – verlässlich, offen und nah an den Fragen der Gegenwart.
WEIL MEDIEN VIELFALT BRAUCHEN.
Gerade jetzt, wo Zuschüsse knapper werden und Medienarbeit wichtiger ist, setzen wir aus christlicher Verantwortung ein Zeichen für Orientierung, Debattenkultur und Meinungsvielfalt – und stärken so demokratische Kultur. Danke, dass Sie Teil unserer Community sind.
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GEMEINSAM ZUKUNFT GESTALTEN.
un bubble
Raus aus der Blase – rein ins Gespräch
Wir leben in einer Zeit, in der echter Austausch seltener wird. Digitale Algorithmen zeigen uns vor allem, was wir ohnehin denken. Kontroverse Themen werden oft im Alltag gemieden, aus Angst vor Konflikt oder weil schlicht die Gelegenheit fehlt.
Das Projekt Unbubble möchte das ändern. Es bringt Menschen dort ins Gespräch, wo sie gerade sind, nach einem Vortrag, beim Warten, in einer Pause, mit einem Getränk oder Snack und einer einfühlsamen Moderation.
Wie funktioniert unbubble?
Vier bis sechs Menschen, eine Moderation, zwanzig Minuten. Gemeinsam durchlaufen wir ein paar aufeinander aufbauende Gesprächsphasen – vom ersten Kennenlernen bis zur gemeinsamen Reflexion.
Im Mittelpunkt steht nicht die Debatte, sondern das Verstehen. Es geht um Zuhören, das bewusste Wahrnehmen der eigenen Haltung und respektvollen Austausch auf Augenhöhe.
Wir freuen uns über Ihre Bereitschaft, mitzumachen, raus aus der eigenen Bubble zu treten und mit anderen in Kontakt zu kommen.
Interesse?
Alle Informationen unter: domberg-akademie.de/ bildungslabor/unbubble
KRAFT, DIE DEM LEBEN DIENT
EDITORIAL
• Dr. Claudia Pfrang Direktorin der Domberg-Akademie cpfrang@ domberg-akademie.de
LBeben kostet Kraft, und nichts wünschen wir uns sehnlicher, als unser Leben in allen Lebenslagen nach vorne hin leben zu können. Zugleich kommen mir, wenn ich an Kraft denke, ganz andere Bilder in den Sinn: Männer, die versuchen, mit der Kraft von Waffen oder ökonomischer Macht eigene Interessen durchzusetzen und mit Härte ihre eigenen Ziele rücksichtslos zu verfolgen. Worte, die nur so vor Kraftausdrücken strotzen, wenig aufbauend sind und schon gar nicht ermutigend. Doch ich kenne auch die Kraft der Faszination, der Faszination von Menschen, die authentisch leben, die für andere Quelle der Inspiration und des Mutes sind gerade in Zeiten, in denen der Weg im Leben steinig ist. Menschen, an denen man ablesen kann, wie Leben gelingen und das Leben der anderen befördern kann.
Die gerade jetzt wieder zum Leben erwachende Natur zeigt uns, wie der Aufbruch von neuem Leben geschieht: eher leise und sanft; der kleine Keimling, der sich vom Dunkel ins Licht wagt, der sich kraftvoll durch die Erde schiebt und allen Verkrustungen trotzt. Es steckt so viel Kraft im Kleinen!
Die Erfahrung des Propheten Elija zeigt: Gott kommt nicht mit lautem Getöse daher, sondern im sanften Säuseln. Er ruft den Menschen aus der Menge heraus, wie er auch Samuel ruft, der zuerst Gottes Stimme nicht erkennt. Es ist Eli, der ihm hilft, diesen Ruf zu erkennen, und erst dadurch wird Samuel zum Propheten.
Gott gibt mir Kraft und macht den Weg sicher, sagt der Psalmist (Ps 18,33) und gibt sogleich an, dass der Glaube als Lebenskraft sich der Verankerung in Gott verdankt. Darin liegt die eigentliche Stärke, nicht im eigenen machtvollen Auftreten und markigen Worten. Wie sich an Paulus zeigt, der sich sogar seiner Schwäche rühmt, weil sie dazu führt, auf Gottes Stärke und Stärkung zu vertrauen. An vielen anderen „Glaubensheld:innen“ lässt sich ablesen, dass es dieses Vertrauen auf und in Gott ist, das Kraft gibt, in aussichtlosen Situationen den Lebensmut nicht zu verlieren.
Unsere so aufreibende Zeit braucht Menschen, die aus der Kraft von innen, aus einer tiefen Verankerung leben und Gesellschaft gestalten. Wir möchten mit unserem Saisonthema „Lebenskraft Glaube. Was uns stärkt, verbindet und antreibt“ anregen, darüber nachzudenken, wo unsere Ressourcen liegen, in eher trostlosen Zeiten die Hoffnung nicht zu verlieren.
Dazu kann der Glaube eine wesentliche Lebenskraft sein – sicher nicht die einzige, aber für Christ:innen eine besonders wichtige. Sich verbunden zu wissen mit Menschen, die versuchen, dem Leben das Beste abzutrotzen, Menschen, die verbinden und sich verbunden wissen, und sich auf die Suche machen nach dem, was unsere Seele nährt: Das wollen unsere Angebote in diesem Sommer.

Kennen Sie „ruah“, „das Bodenpersonal“ oder „@faithpwr“? Haben Sie Lust auf mehr Geist und coole Menschen, darauf, die Kraft des Glaubens zu vertiefen? Wir werden Ihnen diese digitalen Netzwerke vorstellen, die den Glauben ins Heute bringen. Bei unserem Live-Podcast-Event können Sie inspirierende Personen kennenlernen, die über Gott und die Welt mit Tiefgang plaudern.
Der Kurs Surf&Soul ist ein Wagnis – nicht nur für uns als Domberg-Akademie. Er verbindet Körper, Seele und Geist. Das, was praktisch und körperlich beim Surf-Kurs erfahren wird, wird in Bezug zum eigenen Leben gesetzt und reflektiert: Wie finde ich Balance? Woran kann ich mich orientieren? Welche Ziele steuere ich an? Was motiviert, was frustriert mich? Wie gehe ich mit Gegenwind um? Und gleichzeitig werden wir uns mit der Ambivalenz und Vielschichtigkeit von Kraft auseinandersetzen. Denn auch im Raum der Kirche gibt es Macht, die Lebenskraft anderer unterdrückt oder gar zerstört.
Ich wünsche Ihnen inspirierende Begegnungen mit Menschen, die Sie aufbauen und Ihnen Kraft geben. Immer wieder die Kraft, um sich in den Wind zu stellen, Zeit und innere Einkehr, um Rückenwind zu spüren oder um sich einfach mal treiben und die Seele baumeln zu lassen ...
Ihre



5 WIE WAR‘S?
Rückblick auf das Saisonthema „Sicher ist sicher?“
6
DEN GLAUBENSAKKU AUFLADEN
Gottvertrauen stärken und Lebenskraft finden
10
QUELLEN DER LEBENSKRAFT
Drei Fragen – drei Perspektiven
12
STÄRKE, SCHWÄCHE UND LEBENDIGKEIT
Stephen Kings „ES" und die Frage nach der Lebenskraft
14/15
DIE TOP-VERANSTALTUNGEN
ZUM SAISONTHEMA
16
DEMOKRATIE & ETHIK
• Gewalt an Frauen
• zur Liberalisierung des Bestattungsrechts
18
KOMPETENZZENTRUM
DEMOKRATIE UND MENSCHENWÜRDE
• Error 404: Democracy not found
19
DIVERSITÄT
• Leben in der „Gesellschaft der Minderheiten"
20
RELIGION & KIRCHE
• Pfarrgemeinderat als synodales Gremium
• Frauenstimmen brauchen Gehör
22
UMWELT & NACHHALTIGKEIT
• Radikaler Neuanfang • Biodiversitätsverlust passiert leise
24
KULTUR & KREATIVITÄT
• Kreative Langeweile • Performance zu Maria Magdalena
26
PERSÖNLICHKEIT & PÄDAGOGIK
• Kontaktwesen Mensch • Rückblickend nach vorne
28
WERKSTATT ZUKUNFT
Kirche neu denken

–

• Erinnerungsarbeit in Deutschland
• Lange Nacht der Demokratie
SICH DEN UNSICHERHEITEN MUTIG STELLEN
Im Umgang mit Unsicherheiten helfen Vertrauen und Intuition und die Hoffnung nicht zu verlieren. // von claudia pfrang
Der Ausnahmezustand ist für viele zum Dauermodus geworden. Dies geht oft einher mit Unsicherheiten, die nicht selten politisch instrumentalisiert werden. Wo lange selbstverständlich geglaubte Sicherheiten ins Rutschen geraten, ist es wichtig, die aktuellen Narrative von (Un-)Sicherheit zu analysieren und die dahinterstehenden Bedürfnisse nach Sicherheit genauer zu betrachten. Dies waren Ausgangspunkt und Zielsetzung unseres Saisonthemas „Sicher ist sicher? Wie mit Bedrohungen umgehen und Vertrauen gewinnen“, bei dem die folgenden Fragen im Mittelpunkt standen:
Weshalb fühlen sich viele Menschen heute so unsicher? Was gibt uns ein Gefühl von Sicherheit? Ist es erstrebenswert, immer absolut sicher zu sein? Können wir das überhaupt sein? Wem kommt Sicherheit faktisch und wem gefühlt immer mehr abhanden? Wessen Sicherheit zählt im öffentlichen Diskurs und politischen Handeln?
Bei unserer Auftaktveranstaltung wurden die Teilnehmenden gefragt, was sie mit dem Begriff Sicherheit verbinden. Die Antworten waren ebenso vielfältig wie die Erfahrungen und Bedürfnisse, die mit dem Gefühl von Sicherheit verbunden sind. Mehrfach genannt wurden die Begriffe Vertrauen, Geborgenheit, Familie und Frieden, wie auch Zuversicht, Zukunft, Demokratie und Freiheit. Diese blitzlichtartige Umfrage machte einmal mehr deutlich: Sicherheit ist ein höchst vielschichtiger Begriff und zugleich ein elementares menschliches Bedürfnis. Es zeigt sich in unterschiedlichen Facetten und ist zugleich mit vielfältigen Bedrohungen verbunden, die im Fokus dieses Saisonthemas standen. Im Blick auf die geopolitische Situation fand der Politikwissenschaftler mit Schwerpunkt Energiesicherheit und Sicherheitspolitik Frank Umbach deutliche Worte: „Wir haben uns die Welt schöngeredet, und es fällt uns schwer, uns dies einzugestehen.“ Endlich müssten die Realitäten akzeptiert und entsprechend gehandelt werden. Hierzu gehört: Deutschland ist nicht wehrfähig. Russische Territorialforderungen kennen keine Grenzen, Demokratien führen gegeneinander keine Kriege, gleiches gilt nicht für Autokratien, die auf dem Vormarsch sind. Sie verstehen nur die Sprache der Stärke. So die ernüchternde Analyse des Sicherheitsexperten.
„Gewalt gegen Frauen ist eine Menschenrechtsverletzung.“ Dieser selbstverständlich klingende Grundsatz ist lange nicht selbstverständlich an-
gesichts der steigenden Anzahl an Fällen häuslicher Gewalt und Femiziden. Juristin Catharina Conrad forderte daher, geschlechtsspezifische Gewalt als ein Thema innerer Sicherheit zu priorisieren. Es muss endlich anerkannt werden, wie dramatisch die aktuelle Situation ist, Frauen keineswegs sicher sind und patriarchale Strukturen angegangen werden müssen. Es braucht einen umfassenden, nicht rein strafrechtlichen Blick auf das Problem und mehr finanzielle Ressourcen. Die Veranstaltung „Innere Sicherheit neu denken“ reflektierte kritisch die Rolle der Polizei. Hier wurde deutlich, dass während für einige Menschen die Polizei „dein Freund und Helfer“ ist, sie gerade für Menschen mit Migrationshintergrund eine Bedrohung darstellen kann. Racial Profiling findet weiterhin statt, und Polizeigewalt gegen Menschen mit Migrationsgeschichte ist nicht selten. Hinzu kommt, dass die Polizei immer mehr Aufgaben übernimmt, für die sie weder ausgebildet noch zuständig ist. Hier muss dringend über neue Wege nachgedacht werden, wie innere Sicherheit auch jenseits der Polizei neu gedacht werden kann. Zuletzt machte das Thema „Cybersicherheit“ einmal mehr deutlich, wie verwundbar unsere Gesellschaft und Demokratie durch Fake News und Desinformationskampagnen über Social Media und zunehmend auch durch gezielte Sabotageakte sind. Alle Veranstaltungen zeigen: Absolute Sicherheit ist weder analog noch digital möglich. Wie aber nun mit Bedrohungen umgehen und wieder Vertrauen in die Zukunft sowie die eigene Gestaltungsmacht finden? Der Risikoforscher Jens Zinn plädierte im Umgang mit Unsicherheiten dafür, nicht allein auf Rationalität, Evidenz und Wissen zu setzen, sondern auch auf Vertrauen, Intuition und Gefühl und die Hoffnung nicht zu verlieren. Hier könnte auch die christliche Hoffnungsperspektive, die nicht vertröstet, sondern Mut macht, das Leben zu gestalten, einen wichtigen Beitrag leisten. Wir werden in Zukunft einiges an Mut aufbringen müssen, uns diesen Unsicherheiten zu stellen und mit Mut all die skizzierten Herausforderungen anzugehen. Eine Aufgabe, der wir uns als Domberg-Akademie mit weiteren Veranstaltungen in Zukunft stellen werden. •


Beiträge zum Thema
erfahren Sie mehr
Alle Beiträge der Online-Reihe zum Saisonthema „Sicher ist sicher“ finden Sie hier auf YouTube.
dr. claudia pfrang ist Direktorin der Domberg-Akademie

DEN GLAUBENSAKKU AUFLADEN
Gottvertrauen stärken und Lebenskraft finden
// von claudia pfrang

Braucht der Mensch Religion? Die Antwort wird je nach Standpunkt des Antwortenden unterschiedlich ausfallen. Die von beiden großen Kirchen 2024 herausgegebene sechste Mitgliedschaftsuntersuchung belegt, dass Religion im Leben der Menschen immer weniger eine Rolle spielt. 56 Prozent der Deutschen bezeichnen sich als säkular und sind religiös kaum ansprechbar. Sie brauchen, wie es Jan Loffeld in seinem Buch „Wenn nichts fehlt, wo Gott fehlt“ betont, Gott nicht, um ein erfülltes Leben zu führen.
Religionssoziologische Studien bestätigen seit langem, dass vielen nicht nur die religiöse Sprache, die Riten und Rituale – ganz zu schweigen von den kirchlichen Institutionen – fremd geworden sind, sondern sie schlicht kein Bedürfnis mehr danach haben. Nicht nur die Kirchlichkeit, nur noch 13 Prozent bezeichnen sich als kirchlich religiös, auch die Religiosität geht zurück. Wenn der Mensch Sinn sucht, existenzielle Fragen stellt und sich selbst zur Frage wird, dann hat dies immer seltener religiöse Konnotationen. Wir befinden uns inzwischen in einer säkularen Mehrheitsgesellschaft. Religiöse Indifferenz ist, so Jan Loffeld, „eine Leerstelle, die nicht vorschnell zu füllen und zu überbrücken ist. Sie ist ein wirklicher Null-Ort, ein Ort, an dem nichts ist und nichts sein soll, weil dieses Nicht-Sein noch nicht einmal bemerkt wird.“

Revival oder Strohfeuer?
Und dennoch: Religion ist nicht aus der Gesellschaft verschwunden und wird es – so die Empirie – auch in Zukunft nicht. Durch evangelikale sowie rechtskatholische sehr erfolgreiche Kreise, die sich nicht zuletzt mit politischen Akteur:innen verbünden, ist Religion wieder neu auf der Bühne zurück mit durchaus fragwürdigen Inhalten und Praktiken.
In kirchlichen Kontexten werden häufig steigende Taufzahlen wie etwa in Frankreich und auch mancherorts in Deutschland als „Quiet Revival“ angeführt. Auch die kirchliche Jugendarbeit erfreut sich weiter großer Beliebtheit. Der BDKJ verzeichnet mancherorts gesteigerte Mitgliedszahlen. Vor der Folie der religionssoziologischen Forschungen ist das sicher kein Revival, aber vielleicht ein Anzeichen dafür, dass neben vielen anderen Möglichkeiten auch Glaube gerade in unsicheren Zeiten eine Lebenskraft sein kann.
Doch bei aller Rede von Religion und Religiosität gilt es vorsichtig zu sein, eigene religiöse Erfahrungen auf andere zu projizieren, Menschen Bedürfnisse zu unterstellen oder sie ihnen schlicht abzusprechen, weil sie sie anders stillen oder deuten. Doch ganz offensichtlich braucht der Mensch Religion nicht unbedingt und niemand wird glauben, weil

man ihm analytisch erklärt hat, wie nützlich es doch sei zu glauben. Religion ist, so die Empirie, kein Existential, das zum Menschen unabdingbar dazugehört. Der Mensch ist gottesfähig, aber nicht zwingend gottesbedürftig. Glaube ist eine Option unter vielen – sicher nicht die einzige und inzwischen nicht mehr die naheliegendste. Daneben gibt es vieles andere, was dem Menschen hilft, sein Leben zu bewältigen und erfüllt zu leben. Die Demut vor dem eigenen Deutungshintergrund und der Respekt vor dem anderer sind hier gefragt, wenn wir Christ:innen vom Glauben als Lebenskraft sprechen. Dies umso mehr, als angesichts missbräuchlicher geistlicher Macht in Glaubensorganisationen die Gefahr besteht, dass der Zugang zur eigenen Lebenskraft verstellt wird.
Was zeichnet Religion aus?
Religion meint etymologisch gesehen Rückbindung. Nach Gerd Theißen ist Religion „ein kulturelles Zeichensystem, das Lebensgewinn durch Entsprechung zu einer letzten Wirklichkeit verheißt“. Sie hat ordnende Kraft, ist eine Form der Krisenbewältigung bei Grenzerfahrungen und in emotionalen Tiefen wie beispielsweise bei Angst, Verlust, Schuld. Gleichzeitig kann sie auch Krisen hervorrufen.

Zu unterscheiden ist zwischen Religion(en), die ein Lehrsystem und die dazu zugehörige Institution bezeichnen, und Religiosität, also dem gelebten Glauben, der sich auf das subjektive religiöse Leben, Empfinden und die Erfahrungen des Einzelnen bezieht.
Säkulare und religiöse Erfahrungen unterscheiden sich dadurch, dass die einen Erfahrungen der Selbsttranszendenz, die Gläubige wie Nichtgläubige in Erfahrungen des „Mehr“ machen, für rein innerweltlich halten, während Christ:innen eine Erfahrung mit Gott für möglich halten. Erfahrung wird also unterschiedlich gedeutet, je nachdem welchen Deutungsrahmen Menschen zur Verfügung haben.
Religiöser Glaube, so der Religionsphilosoph Hans Joas, „beruht auf intensiven Erfahrungen; er ermöglicht die Teilhabe an Ritualen, die selbst wieder Quellen von Erfahrungen sind; er bietet Vorbilder an, die uns zur Nachfolge einladen, und er enthält Geschichten und Mythen, die uns bei der Deutung unseres eigenen Lebens und der Geschichte anleiten und uns helfen, Fragen nach dem Sinn unserer Existenz zu beantworten. Entscheidend dabei ist, dass all diese Erfahrungen, Symbolisierungen und Narrationen viel zu reich sind, als dass sie sich auf Formeln bringen ließen. (…) Gewiss folgen aus dem Glauben für den Gläubigen Orientierungen, aber sie folgen aus ihm nicht in abstrakter logischer Ableitung, sondern durch die konkrete Ausdeutung der immer riskanten Situationen des Entscheidens und Handelns.“
Für den evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich ist der Glaube nichts Statisches, sondern ein Vollzug. Er gründet in dem unbedingten Vertrauen in das Leben, in das Sein selbst und auf Gott. Letztlich ist es ein Wagnis, im Vertrauen auf den Grund des Seins sein Leben nach vorne hin zu leben. Glauben als das „Ergriffensein von dem, was uns unbedingt angeht“, heißt für Tillich, im fragilen Lebensgelände und sogar angesichts von Abgründen nicht zu verzagen und den Mut zum Leben auch in schwersten Krisen nicht zu verlieren. Glauben ist in diesem Sinne eine Lebenskraft, die nicht auf innerweltliche Sicherheiten setzt, sondern auf ein im Unbedingten, in Gott sich gründendes Vertrauen, das hält und trägt.
Vertrauen entsteht nicht einfach so. Es braucht eine Vertrauensgrundlage, hat mit trauen zu tun: einem anderen oder sich selbst. Es kommt nicht von allein, sondern ist ein (gemeinsamer) Weg. Es braucht Gelegenheiten, in denen dieses Vertrauen gespürt, erlebt und gestärkt werden kann. So wie der Strom nur fließt, wenn das Kabel an der Steckdose angeschlossen wird, braucht der Glaube, wenn er kraftvoll strahlen soll, immer wieder die Verbindung mit Gott, die Erfahrung von gehalten und getragen sein.


Über die „Trotzkraft“
Du kennst meine Wege des Elends. Sie sind alle aufgeschrieben in deinem Buch.
Du sammelst meine Tränen in deiner Schürze.
nach Ps 56,9
Trotz aller Widerstände das unbedingte Ja zu wagen, das nennt die evangelische Theologin Christine Brudereck Trotzkraft. Damit verbindet sie Haltungen wie: sich nicht brechen lassen, auch dem Schlimmsten etwas abgewinnen, immer wieder aufstehen und weitergehen, die innere Freiheit bewahren und sich von unheilvollen Zusammenhängen lösen, Wege finden und Vertrauen haben. Christlicher Glaube ist keine Wohlfühlreligion, sondern eine, die dem Leben immer etwas „abtrotzt“, weil er sich, wie in Ps 56,9 in ein tröstliches Bild gebracht, Gott in die Schürze weinen und Gott für all das Leid auch anklagen kann, wie die Klagepsalmen im Alten Testament trefflich zeigen.
Wie ein Baum, gepflanzt an Bächen voll Wasser und dessen Blätter nicht welken. nach Ps 1,3
Wie geht das heute, mit ihm in Berührung zu kommen und Gottvertrauen zu stärken – nicht nur im Gottesdienst, in Worten und Sprache von heute? Wie können wir immer wieder „unser Kabel an die Steckdose anschließen“, um unseren Glaubensakku aufzuladen?
Meistens kommt Gott ganz leise, im Unscheinbaren, im Alltag, in der Begegnung mit Menschen, so wie Elija es erfuhr, dem Gott eben nicht in zerstörerischen oder lauten Naturgewalten, sondern im leisen Säuseln erschien. Es braucht daher Möglichkeiten im eigenen Leben und Alltag, um offen zu sein für das, „was uns der Himmel schickt“, für den Hoffnungsschimmer, für gute Worte und Gesten, die ermutigen und stärken.
Eine wichtige Rolle können hier Rituale sein, Handlungen, die wir immer wieder allein oder mit anderen in einer bestimmten Art und Weise vollziehen. Sie bringen oft mit einem Symbol zum Ausdruck, was wir mit Worten allein nicht sagen können. Rituale sind Rastplätze für die Seele und öffnen den Himmel über uns. In den Ritualen geht es nicht darum, mehr aus sich herauszuholen, sondern um Spuren, auf denen wir zu unserer eigenen Lebendigkeit finden und die uns helfen, unser Leben aufmerksam zu leben, Kraftquellen zu entdecken und fließen zu lassen. Sie sind ein Weg, Boden unter den Füßen zu spüren, uns nach dem Himmel auszustrecken und Schritt für Schritt mutig in die Zukunft zu gehen.
Wie solche Rituale praktisch in den Alltag eingebaut werden können, zeigt erfrischend OMG – Abkürzung für Oh my God! Wie oft sagen wir das in unserem Alltag und sind uns nicht bewusst, dass wir uns damit auch an Gott wenden könnten. Das kleine Büchlein für die Jacken- oder Rucksacktasche bietet, wie der Untertitel sagt, alltägliche Sinneserweiterungen, um „in den Genuss von Gottes Hilfe“ zu kommen und mit ihm in Kontakt zu treten. Es inspiriert, wie Gottes Kraft im Leben praktisch spürbar werden kann. Es erzählt von Beispielen bekannter und weniger bekannter Menschen, die Ideen hatten, wie man mit dem liebenden Blick Gottes auf die Menschen das Leben besser meistern kann, und übersetzt dies in ganz konkrete praxistaugliche Rituale für das tägliche Leben.
Zum Beispiel anschließend an die Mönche von Patmos und deren Auffassung „Wer an Gottes Brust liegt, der fühlt den Herzschlag Gottes“ die Anregung: „Nutzlose“ Zeit mit Gott zu verbringen, indem ich meine Hände auf Brusthöhe lege und den Herzschlag spüre. Das ist eine einfache Form des Gebets, des Dialogs mit Gott.
Eine andere Idee anschließend an eine Bibelerzählung: Wenn der Alltag wie ein Schnellzug an einem vorbeizieht, die heiligen Momente im Alltag zu genießen und dabei wie die Frau aus Bethanien, die Jesus gesalbt hat, verschwenderisch zu sein.
Angeregt durch die Influencerin Gabriele Bernstein wird folgendes Ritual anempfohlen: Wenn Wünsche und Träume sich nicht einstellen wollen, nicht krampfhaft an den eigenen Plänen festzuhalten, sondern dem Lauf der Dinge und dem Zufall zu vertrauen, der aus Zitronen Limonade macht, die eigene Sehnsucht loszulassen und sie Gott anzuvertrauen. Dazu könnte man leicht abgewandelt sprechen: Gib mir Gelassenheit und Freude den roten Faden in meinem Leben zu entdecken.
Christina Brudereck spricht von der Trotzkraft der Festtage. Jedes Jahr aufs Neue feiern Christ:innen, dass Gott Mensch wird, dass er ganz bei den Menschen eintaucht, sie begleitet, mit ihnen unterwegs ist, mit ihnen leidet. Das Jahr mit seinen Ritualen lässt in Symbolen und Gesten, in Liedern und Gebräuchen sinnenfällig werden, was wir mit der

Vernunft nicht allein erfassen können. Die damit verbundenen, immer wieder erzählten Geschichten der Geschichte Gottes mit uns Menschen haben heute noch Kraft. Ist nicht die Osternacht jedes Jahr großes Kino! Dass diese Feste immer wiederkehren, gibt die Chance, jedes Jahr neu in die Geschichte Gottes mit den Menschen einzutauchen und in dieser Verlässlichkeit gewiss zu sein: Gott ist den Menschen treu.
Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft. nach Ps 138,3
Menschen, die Kraft geben
Gottvertrauen lernen wir auch im Erinnern, im Befragen und sich Erzählen. Sich in der Erzählgemeinschaft, in einem Netz von Menschen aufgehoben fühlen, sich mit Menschen zu verbinden und denen zu folgen, die inspirieren und glauben, auch wenn man selbst dies gerade nicht kann. Das ist zuweilen heikel in einer Zeit, in der sich auf Social Media so verschiedenes tummelt, was auf den ersten Blick attraktiv scheint, auf den zweiten jedoch sehr einseitig und manipulativ ist. Hier lohnt es sich mehr denn je, Follower:innen von „ikonischen Persönlichkeiten“ zu sein, die wir in der Bibel finden. Für mich sind die Frauen in der Bibel wichtige ICONS, Frauen, die hartnäckig, widerständig und mutig waren.
Wir können diese Personen nicht mehr befragen, aber in den biblischen Geschichten begegnen sie uns, entstehen Bilder. Das ist die Kraft von Geschichten. Das Eintauchen in Geschichten eröffnet die Möglichkeit, Emotionen anzunehmen und zu verstehen, Handlungen zu antizipieren und sie für sich später adaptieren zu können. Im Buch „ICONS. Glaubensheld*innen aus der Bibel und heute“, bekommen zwölf alttestamentliche – bekannte und unbekannte – Bibelpersonen eine Stimme und ein Gesicht, indem ihre Geschichte zu einem Thema in ikonografischen Bildern zusammengefasst wird. Das Spannende dabei: Jeweils vier Glaubensheld:innen von heute verhalten sich dazu. Legen ihre Geschichte zu diesem Thema dazu. Sie zeigen: Der Faden der Glaubensgeschichte geht weiter, er inspiriert, hält zusammen, lässt sich mit dem Alltag von heute verknüpfen. Er ist ein Strang, an dem es sich lohnt weiterzuknüpfen und neue Netzwerke entstehen zu lassen, um gemeinsam Neues zu entdecken.
Faithpower
Faithpwr heißt eine digitale und ökumenische Initiative von und für junge Erwachsene, eine von vielen Initiativen, die christliche Perspektiven mit alltagsnahen Themen verbinden und sich für eine diversitätssensible, ökumenische Kirche einsetzen.
Faithpower: Dieses kraftvolle Wort bringt für mich alles auf den Punkt: Die Kraft, die der Glaube geben kann, die Kraft Gottes, die im Alltag aufblitzt, wenn wir ihr Raum geben, die Kraft, die Christ:innen antreibt, sich für eine bes-
LITERATUR





Hans Joas Glaube als Option Zukunftsmöglichkeiten des Christentums
Verlag Herder, 2. Auflage 2013 260 Seiten
Christina Brudereck Trotzkraft
Gedichte. Notizen. Essays. Gebete. 2Flügel Verlag, 2025 304 Seiten
Jan Loffeld Wenn nichts fehlt, wo Gott fehlt Das Christentum vor der religiösen Indifferenz
Verlag Herder, 2024 192 Seiten
Jan Kuhn, Lisa Quarch (Herausgeber:in) ICONS Glaubensheld*innen aus der Bibel und heute
Verlag Herder, 2025 304 Seiten
OMG – Buch Komm mal klar –Alltägliche Sinneserweiterung Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, 2022 40 Seiten
sere Welt einzusetzen. Konkret heißt dies: Den Raum der Hoffnung für sich und andere offenhalten, die Menschen ernst nehmen und sich ihnen zuwenden. Hier und heute ein Zelt als Obdach für Suchende und Verletzte aufschlagen, im respektvollen Dialog einander ernst nehmen und füreinander da sein, sich öffentlich einsetzen für Frieden und Gerechtigkeit.
Faithpower eröffnet einen Erfahrungsraum dafür, dass Gott das Schicksal der Menschen anrührt und er Menschen Kraft und Hoffnung gibt, die Welt zu verändern. Glaube ist eine Lebenskraft, die wirken kann. •

dr. claudia pfrang ist Direktorin der Domberg-Akademie
QUELLEN DER LEBENSKRAFT
„Für mich ist der Glaube im Sinne meiner lebendigen Gottesbeziehung eine echte Kraftquelle.“

Generalvikar Christoph Klingan ist seit Januar 2020 Generalvikar der Erzdiözese München und Freising und damit Stellvertreter des Erzbischofs in der Leitung der Erzdiözese. Zusätzlich trägt er die Verantwortung für die Seelsorgsregion München.
Wer oder was gibt Ihnen Kraft, und welche Rolle spielt für Sie der Glaube als Quelle der Lebenskraft?
Für mich ist der Glaube im Sinne meiner lebendigen Gottesbeziehung eine echte Kraftquelle. Ich bin sehr froh, dass ich von Kindesbeinen an mit viel Gottvertrauen in den christlichen Glauben hineinwachsen durfte. Das habe ich wesentlich meiner Familie, einigen Seelsorgern und Seelsorgerinnen in meiner Heimatpfarrei wie auch einem engagierten Religionslehrer zu verdanken – sie alle haben da ihren Anteil daran. Trotz vieler Herausforderungen habe ich den Glauben nie „verloren“, sondern ihn als eine wesentliche Konstante in meinem Leben erfahren. Das empfinde ich als großes Geschenk.
„Mein Glaube fungiert als mein innerer Kompass und gibt mir Vertrauen.“

Jakob Stadler ist hauptamtlicher Diözesanvorsitzender des BDKJ München und Freising. Der gelernte Koch und Erzieher hat zuletzt in der Jugendhilfe gearbeitet. Im BDKJ vertritt er die Interessen junger Menschen im Erzbistum und schafft Strukturen für eine gelingende Jugendpastoral.
WWelche Situationen und Aufgaben erleben Sie als besonders herausfordernd – wofür brauchen Sie Kraft?
Für mich sind Konfliktsituationen manchmal sehr fordernd. In meiner Tätigkeit als Generalvikar gilt es ja auch immer wieder Entscheidungen zu treffen, mit denen nicht alle einverstanden sind. Wenn einzelne da ihrem Unmut Luft machen und das hin und wieder auch recht emotional tun, kosten solche Auseinandersetzungen schon Kraft.
Wichtig ist mir deshalb, stets im Vorfeld gut abzuwägen, mich mit anderen zu beraten und idealerweise gemeinsam zu Entscheidungen zu kommen.
Besonders denke ich bei herausfordernden Aufgaben noch an die Befassung mit Fällen von sexuellem Missbrauch durch kirchliche Mitarbeitende und den so wichtigen Dialog mit den Betroffenen. Das kann anstrengend sein, ist aber aus meiner Sicht sehr wichtig, und wir sind hier in den letzten Jahren im Erzbistum auch vorangekommen, was mich wiederum motiviert.

Neben dem Gebet sind für mich die Gemeinschaft und gute zwischenmenschliche Beziehungen in Familie und Freundeskreis Kraftquellen. Sie ausreichend zu pflegen, ist mir wichtig, auch wenn es aktuell zeitlich immer wieder eine Herausforderung darstellt.
Ihre Frage hat mich in der Fastenzeit erreicht – und doch wage ich zu sagen: Auch gutes Essen ist etwas, was mir Freude macht und mich stärkt, idealerweise mit Familie oder Freunden.
Und eines will ich noch ergänzen, weil es mir besonders wichtig, ja im recht verstandenen Sinn sogar „heilig“ ist: meine jährlichen Exerzitien. Aus ihnen schöpfe ich oft auch im Alltag lange Zeit danach noch Kraft.
Gibt es für Sie besondere „Kraftorte“, an denen Sie „auftanken“ und sich stärken können?
Zum einen sind Kirchen Kraftorte für mich, nicht nur im Rahmen der Gottesdienstfeier, sondern ebenso einfach als Räume der Ruhe, der Sammlung, des Gebets. Zum anderen ist es mein Elternhaus mit einem großen Garten, in dem ich mich wirklich entspannen kann und auch gerne bete und meditiere.
Neue Kraft tanken kann ich zudem besonders gut an meinem regelmäßigen Sommerurlaubsort, an einem wunderschönen See gelegen mit Bergen ringsum. •
WWelche Situationen und Aufgaben erleben Sie als besonders herausfordernd – wofür brauchen Sie Kraft?
Ich glaube, Herausforderungen sind der Kern unseres Lebens, von klein auf werden wir immer wieder vor Herausforderungen gestellt. Eben diese Tatsache macht es so schwer zu unterscheiden, was tatsächlich herausfordernd ist. Sind es die kleinen Situationen des Alltages, welche bewältigt werden müssen, oder sind es die brodelnden Krisen dieser Welt? Herausfordernd sind für mich vor allem solche Situationen, an denen mehr hängt als nur meine eigene Zukunft. In der Jugendverbandsarbeit übernehmen junge Menschen bereits früh Verantwortung, für sich selbst, andere und uns als junge Generation. Ich habe gelernt, dass ich Mut brauche, um Dinge klar anzusprechen, und gleichzeitig Kompromisse eingehen muss, um Brücken zu bauen. Genau das ist herausfordernd.
Kraft brauche ich besonders dann, wenn die Erwartungen von vielen Seiten hoch sind. Jugendverbandsarbeit bedeutet, für Positionen einzustehen, etwa um jungen Menschen Raum in der Gesellschaft oder Kirche zu er-
Was gibt uns Kraft für die Herausforderungen des Lebens? Aus welchen Quellen schöpfen wir – und kann der Glaube eine Kraftquelle sein? Wir fragen nach. // interviews von claudia pfrang
möglichen. Das kostet Energie, weil man immer wieder auf starre Strukturen trifft oder entmutigte junge Menschen erneut motivieren muss, nicht aufzugeben, sondern laut und entschlossen zu bleiben.
Wer oder was gibt Ihnen Kraft, und welche Rolle spielt für Sie der Glaube als Quelle der Lebenskraft?
Kraft geben mir vor allem Menschen. Wenn ich erlebe, wie engagiert junge Leute in unseren Verbänden, in der Kirche oder Gesellschaft Verantwortung übernehmen, ist dies zentral für meine Motivation und lässt mich immer wieder neue Kraft schöpfen.
Quelle meines Handelns ist jedoch für mich mein Glaube. Er fungiert als mein innerer Kompass und gibt mir Vertrauen. Das spüre ich in der Gemeinschaft, welche die Wärme eines liebenden Gottes ausstrahlt. Da spüre ich mich in den Religionsunterricht zurückversetzt und in der Schulklasse singend: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18)
Gerade in stressigen Zeiten hilft mir das, einen Schritt zurückzutreten und mich daran zu erinnern, worum es eigentlich geht: um Menschen, um Hoffnung und darum, gemeinsam etwas Gutes zu gestalten.
Gibt es für Sie besondere „Kraftorte“, an denen Sie „auftanken“ und sich stärken können?
Ich bin froh, ganz viele wörtliche wie übertragene „Kraftorte“ mein Eigen nennen zu können.
Einen Ort beziehungsweise eine Gemeinschaft, welche ich herausstellen möchte, ist mein Nebenjob als Kellner bei Hochzeiten. Diese Tage fühlen sich immer nach einer Art Insel an, bei der die Gäste und insbesondere das Brautpaar sich frei fühlen können. Es hat jedes Mal etwas Magisches, wenn es uns als Team gelingt, den Wüschen der Gäste voraus zu sein und diese unausgesprochen erfüllen zu können. Es ist etwas so Einfaches und Gutes, bei dem ich immer glücklich nach Hause gehe und sage: „Das war gut für andere und für mich.“ •
„Jeden Morgen bitte ich um Kraft und Führung für die Aufgaben und Begegnungen des kommenden Tages.“

Hedwig Beier war und ist engagiert in der Pfarrei und dem Katholischen Landvolk. Lange Zeit war sie als Referentin, Gemeindeberaterin und geistliche Begleitung tätig.
WWelche Situationen und Aufgaben erleben Sie als besonders herausfordernd – wofür brauchen Sie Kraft?
Nachdem es mir im November 2024 geschenkt war, meinen 70. Geburtstag mit 80 lieben Menschen zu feiern, die bedeutsam und prägend waren für mein Leben, kam vier Wochen später ein großer gesundheitlicher Einbruch: schmerzendes Weichteilrheuma und große geistige Einschränkungen. Einfachste Alltagsaufgaben im Haushalt waren mir allein nicht mehr möglich, ich wusste zum Beispiel Koch-Ablaufschritte von einfachen Gerichten nicht mehr, war nur müde und unsicher.
Zwar durfte ich große Heilungsschritte erleben. Aber ich habe nicht mehr die körperliche und geistige Leistungskraft wie vor diesem Einbruch. Daher ist es jetzt meine Aufgabe, das Nachlassen der Kräfte zu akzeptieren und überwiegend dankbar zu sein für das Glück, dass mir viele Fähigkeiten wieder geschenkt wurden, aber in einem kleineren Maß als vorher.
Wer oder was gibt Ihnen Kraft, und welche Rolle spielt für Sie der Glaube als Quelle der Lebenskraft?
Oft werde ich nach meinem jetzigen Ergehen gefragt. Meine Antwort darauf: Ich darf sehr dankbar sein, denn die Liebe meines Mannes – er be-
endete daraufhin sein Bürgermeisteramt ein Jahr früher, die zugesagten Gebete von sehr vielen Menschen und neben der klassischen Medizin ein guter Heilpraktiker haben mich gestärkt. Obgleich großer geistiger Schwäche (ich wusste beim ersten Neurologenbesuch nicht, wie viele Enkelkinder wir haben, und wusste von zweien auch nicht den Namen) konnte ich ca. vier Wochen nach dem Beginn der Krankheit wieder meine langjährige Gewohnheit aufnehmen und morgens nach dem Aufstehen an meinen Gebetsplatz gehen und „mein Gebet“ vollziehen. Ich hatte es vor vielen Jahren in Exerzitien auf mein Leben hin formuliert und es ist mir ein ganz wesentlicher Start in den Tag. In dieser morgendlichen Viertelstunde verankere ich mich in meinem „Vater-Gott“, danke für alles Nicht-Selbstverständliche, das mir und uns gegeben ist im Vergleich zu vielen Menschen weltweit, und bitte um Kraft und Führung für die Aufgaben und Begegnungen des kommenden Tages. Gestärkt gehe ich dann in den Tag und tue gerne und vertrauend meine Aufgaben.
Es war und ist für mich ein ganz besonderes Geschenk, dass ich diese morgendliche Verankerung so bald nach dem Beginn der Krankheit wieder aufnehmen und dabei mein Gottvertrauen täglich erleben und stärken konnte. Denn einfache Hausarbeiten gingen zu diesem Zeitpunkt nur, wenn mir jemand jeden Arbeitsschritt gesagt oder aufgeschrieben hat.
Gibt es für Sie besondere „Kraftorte“, an denen Sie „auftanken“ und sich stärken können?
Täglich frühmorgens an meinem Gebetsplatz im leeren Kinderzimmer und: Mein Mann und ich haben die beinahe jahrzehntelange gute Gewohnheit, täglich eine Zeit zu finden, in der wir eine gute halbe Stunde im angrenzenden Wald flott gehen und uns erzählen, was wir gerade erleben, was uns bewegt, wofür wir den Rat des anderen brauchen. •


Stärke, Schwäche und Lebendigkeit
Der Roman „Es“ des Horror-Schriftstellers Stephen King wird 40. Immer noch kann er ins Nachdenken führen. Zum Beispiel über die Fragen, inwiefern die vermeintlich Schwachen besonders stark sein können, was das eigentlich ist: Stärke und Schwäche. Und auch darüber, wo wir trotz Angst und Schrecken Kraft für ein lebendiges Leben finden. // von thomas steinforth
DDer Plot des Horror-Klassikers ist schnell erzählt: In der fiktiven Kleinstadt Derry in Neuengland kommt es alle 28 Jahre zu einem Ausbruch mörderischer Gewalt. Verantwortlich ist ein böses Wesen, das in der Kanalisation haust. Der Roman spielt auf zwei Zeit-Ebenen: Ende der 50er Jahre nimmt eine Gruppe von sieben Kindern den Kampf gegen das Wesen auf, das sie „Es“ nennen, und verletzen es schwer. Über ein Vierteljahrhundert später wagen sie wieder die Konfrontation und setzen dem Grauen ein endgültiges Ende.
Der „Club der Verlierer“
Auffällig ist: Die Kinder, die (anders als die Erwachsenen) den Kampf gegen das Böse aufnehmen, sind in gewisser

Weise schwach. Erstens sind es eben Kinder, die als solche körperlich und hinsichtlich vieler Ressourcen schwächer und verwundbarer als Erwachsene sind. Zweitens sind es Kinder, die im Vergleich zu anderen Kindern besonders belastet und eingeschränkt sind. Geschwächt sind sie nicht zuletzt durch eine von Gewalt, vielfältiger Menschenfeindlichkeit (Rassismus, Misogynie, Antisemitismus, Homophobie …) und egoistischer Gleichgültigkeit geprägten Gesellschaft. Einer Gesellschaft, in der bereits auf dem Schulhof das Recht des Stärkeren gilt: So misshandelt der körperlich sehr kräftige Schüler Henry Bowers immer wieder die Kinder. Im Roman ist er nicht die einzige Verkörperung toxisch-männlicher Stärke, deren Inszenierung die innere Schwäche kaum zu verbergen mag. Das Phänomen des-
truktiver Schein-Stärke ist auch 40 Jahre später bis hinein in die Politik aktueller denn je!
Die Kinder sind also geschwächt durch den ganz normalen Horror einer nur scheinbar friedlichen Kleinstadtwelt. Denn auch wenn das Monster „Es“ vor Urzeiten auf die Erde gekommen ist, ist es doch „nur eine interne Steigerungsform, nichts aus einer fremden Welt“, so Literaturwissenschaftler Adrian Daub. Es veranschaulicht und treibt auf die Spitze, was die Menschen in der von King schonungslos sezierten Gesellschaft ohnehin ängstigt und schwächt – und diese Kinder ganz besonders. Sie nennen ihre Gruppe selbst den „Club der Verlierer“. Ausgerechnet sie aber entwickeln eine Stärke, mit der sie „Es“ mit seinen übernatürlichen Kräften entgegentreten. Wie kann das sein?
Wenn aus Schwäche Stärke wird
Ein erster Aspekt: Gerade bei Kindern zeigt sich, dass Schwächen mit Stärken eng verwoben sein können und dass eine Schwäche auch eine Stärke sein bzw. zu dieser werden kann. Typisches Beispiel dafür ist der Junge Bill Denbrough, dessen kleiner Bruder zu Beginn des Romans von „Es“ ermordet wird. Durch diesen Verlust, Schuldgefühle und durch die mangelnde Zuwendung der Eltern ohnehin geschwächt, leidet Bill zudem unter seinem Stottern. Ganz allgemein bezeichnet „Schwäche“ die spürbare Einschränkung eines psychischen oder physischen Vermögens – hier des Vermögens, fließend zu sprechen und sich durch klare Artikulation verständlich zu machen.
Ausgerechnet auf ihn aber „hören“ die anderen Kinder, er wird zu einer Führungsfigur und ist stark darin, sich einander die Situation und den Horror so verständlich zu machen, dass die Kinder handlungsfähig werden. Nicht einfach trotz, sondern auch wegen seines Stotterns: Es treibt ihn an, nicht einfach drauflos zu reden, sondern sich innerlich intensiver und mit viel Phantasie mit den Herausforderungen auseinanderzusetzen und dadurch Ideen für das Vorgehen zu entwickeln. Und die Kinder spüren: Das stotternde Sprechen ist dem unsagbaren Horror angemessener und überzeugender als ein eloquent-flüssiges Reden, das doch nur den Eindruck erweckt, Bescheid zu wissen. Hier zeigt sich übrigens eine interessante Parallele zu einer ganz anderen Figur: Im Buch Exodus (4,10–12) bezeichnet sich Mose gegenüber Gott als „schwerfällig von Sprache und Zunge“, was oft als Stottern gedeutet wird. Ausgerechnet der stotternde Mose soll kommunikative Höchstleistungen vollbringen: Er soll dem übermächtigen Pharao entgegentreten, sein Volk in die Befreiung führen und ihm verständlich machen, was Gott will und verheißt. Auch hier: Ist das Stottern dem letztlich unaussprechlichen „Thema“ nicht angemessener als ein elegantes, schönes Reden, für das scheinbar alles klar ist? Ist Mose nicht gerade in dieser Schwäche stark? Der biblische Gott scheint überhaupt eine Schwäche für vermeintlich Schwache zu haben und ihnen mehr zuzutrauen als sie sich selbst. Und er ermutigt sie, ihre Stärke zu entfalten und zugleich
ihr Angewiesen-Sein nicht zu verleugnen – Mose wird aufgerufen, sich bei Bedarf vom Bruder Aaron helfen zu lassen.
Bill und die anderen Kinder machen eine ganz ähnliche Erfahrung, wenn auch ohne expliziten Gottesbezug: Sie finden Kraft zum kämpferisch-lebendigen Leben gerade dann, wenn sie schwach sind, können Stärken in ihren Schwächen entdecken und sich aufeinander verlassen.
Schwäche kann starke Gemeinschaft stiften
Ein zweiter Aspekt zur Frage, warum gerade diese „schwachen“ Kinder so stark werden: Die sieben Kinder wagen es, sich einander in ihren Verwundungen, Ängsten und Schwächen zu zeigen. Das ist riskant, kann es doch dazu führen, beschämt und verletzt zu werden. Das Wagnis lohnt sich und sie machen die gute (und stärkende!) Erfahrung, dass gezeigte und geteilte Schwäche verbinden und solidarische Gemeinschaft stiften kann. Daraus erwächst Lebenskraft!
Diese Kraft zeigt sich auch dann, als sie sich nach einem guten Vierteljahrhundert wiedersehen: Nach ih-
Sieben Kinder – gemeinsam stark: Auch die zweite Verfilmung des Romans „Es“ von 2017 veranschaulicht, wie gezeigte und geteilte Schwäche solidarische Gemeinschaft stiften kann.
rem ersten Kampf gegen „Es“ hatten fast alle sieben Kinder den Ort des Schreckens verlassen. Im Wiedersehen in ihrer Heimatstadt konstituiert sich ihre Gemeinschaft neu – und zwar als Erinnerungs- und Erzähl-Gemeinschaft, in der sie gleichsam in einer gemeinsamen „memoria passionis“ die Erinnerungen an den Horror ihrer Kindheit teilen. Auf diese Weise werden sie erneut zu einer starken Tat-Gemeinschaft.
Auf beiden Zeitebenen des Romans zeigt sich: In Beziehungen und Gemeinschaften, in denen (vermeintliche oder tatsächliche) Schwächen angstfrei gezeigt werden können, können diese ihre lähmende Wirkung verlieren und vielleicht sogar produktiv werden. Und: Gerade, wenn Menschen ihre Schwächen nicht verstecken müssen, können sie ihre immer auch vorhandenen Stärken entdecken und entfalten – jede:r auf die eigene Weise und zugleich gemeinsam.
Was King hier beschreibt, lässt sich als ein Kriterium für jede „gute“ christliche Gemeinschaft anwenden: Inwiefern ist sie ein Ort, an dem sich Menschen in ihren Schwächen zeigen können und dadurch Stärke und Lebenskraft gewinnen?


Der stotternde Bill Denbrough wird zu einer Führungsfigur –nicht trotz, sondern wegen seiner vermeintlichen Schwäche.

LITERATURHINWEISE



Stephen King ES Heyne Bücher, 2011
geschwächt. Eddie Kasprak zum Beispiel ist als Kind von einer überfürsorglichen Mutter gezielt schwach und klein gehalten worden und lebt nun in einer ihn einengenden Ehe mit einer ängstlich-kontrollierenden Partnerin. Beverly Marsh, die unter der Stärke inszenierenden Gewalt des Vaters gelitten hat, lebt als Erwachsene mit einem Mann zusammen, der sie ebenfalls brutal misshandelt.
Stephen King. Stephen King. 100 Seiten Reclam 2022
John D. Caputo Die Torheit Gottes: Eine radikale Theologie des Unbedingten Matthias-Grünewald, 2022
Was heißt „Erwachsen-Sein“?
Der Roman „Es“ erzählt – wie oft bei Stephen King – eine Coming-of-AgeGeschichte: Es geht um das Erwachsen-Werden; das „äußere Horror-Geschehen“ lässt sich (auch) als „inneres Entwicklungsgeschehen“ lesen, so der Literaturwissenschaftler Michael Steinmetz.
Dabei wird das eigentliche Erwachsen-Werden nicht direkt beschrieben: Die Protagonist:innen sind auf der ersten Zeitebene noch Kinder bzw. am Beginn der Pubertät und auf der zweiten Ebene Erwachsene. Aber gerade durch diese Ausklammerung des Erwachsen-Werdens wird es zum Thema und damit auch die Frage: Was bedeutet es, erwachsen zu sein und ein gutes erwachsenes Leben zu führen? Was bedeutet es insbesondere mit Blick auf den Umgang mit Stärken und Schwächen?
Steinmetz weist darauf hin, dass die Protagonist:innen auf der zweiten Zeitebene zwar ganz offensichtlich „Erwachsene“ sind, aber bestimmte mit dem Erwachsen-Werden verbundene Entwicklungsaufgaben nicht bewältigt haben. Mit Blick auf das Thema „Stärke-Schwäche“ lässt sich sagen: Sie sind beruflich und ökonomisch sehr erfolgreich und in diesem Sinne sehr stark. Zugleich sind sie in kindlichen Verhaltens- und Beziehungsmustern verstrickt und dadurch

Für alle Kinder gilt: Sie haben zwar als Kinder Stärke im Kampf gegen „Es“ bewiesen, sind aber doch weiterhin in negativen Mustern ihrer Kindheit verstrickt und insofern geschwächt. Erst der erneute, gemeinsame Kampf gegen „Es“, die erneute und konsequente Auseinandersetzung mit ihren Verwundungen und Ängsten ermöglicht es ihnen, sich zu lösen und fortan ein erwachsenes Leben zu führen.
Allerdings: Für ein gutes erwachsenes, kraftvolles Leben ist es zwar notwendig, sich aus klein und schwach haltenden Mustern der Kindheit zu lösen. Zugleich aber ist es wichtig, sich Stärken des Kind-Seins zu bewahren. Zu den schönsten Passagen des Romans (der eben nicht nur „Horror“ ist) zählen Reflexionen über die kindliche Sehnsucht nach einem „Mehr“, über kindlichen Wagemut und über ein trotz allen Schreckens wirksames Vertrauen ins Leben. Nach dem endgültigen Kampf kommen sie zum Schluss: „Lieber einfach glauben, dass es dieses ‚Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende‘ gibt, überall um uns herum – und dass es vielleicht so kommen wird; wer kann schon mit Sicherheit sagen, ob es solche Enden nicht doch geben kann? Nicht alle Boote, die in die Dunkelheit hinaussegeln, sehen die Sonne niemals wieder.“
Das jesuanische „Wenn Ihr nicht werdet wie die Kinder…“ lässt sich auch so lesen: Dass wir uns die genannten kindlichen Einstellungen bewahren und auf diese Weise unsere Schwächen nicht ausblenden und ausmerzen müssen, sondern tragen und vielleicht verwandeln und zugleich unsere Stärken entfalten können. Vielleicht ist das gute Leben dann nicht so sehr ein möglichst starkes, sondern ein lebendiges Leben, in dem wir Stärken und Schwächen spielerisch integrieren können.
Und der Glaube?
Und wie steht es um den Glauben als eine Quelle für Lebenskraft – gerade, wenn Angst und Schrecken uns
schwächen? Kann uns King dazu etwas sagen? Tatsächlich steht er der verfassten Religion eher skeptisch gegenüber und verarbeitet in vielen Werken auch ihr Potential, Lebenskraft eher zu nehmen als zu geben. Und er steht eher in der Literatur-Tradition des „kosmischen Horrors“: Gemeint ist ein existenzielles Erschrecken darüber, dass der Kosmos uns gleichgültig gegenübersteht und dass es keine göttliche Instanz gibt, die Hoffnung vermittelt und Rettung verheißt.
Allerdings: „Es“ ist ein Plädoyer für ein Vertrauen ins Leben durch alle Schrecken und Ängste hindurch. Gestärkt wird dieses Vertrauen vor allem durch die solidarische Gemeinschaft, die den verletzlich-schwachen Menschen die Stärke verleiht, sich ihren Schwächen und Ängsten zu stellen, dem Bösen zu widerstehen und ein sinnvolles und lebendiges Leben zu leben. Von „Gott“ ist hier nicht explizit die Rede, und doch: In der anrührend geschilderten Solidarität der Kinder scheint das auf, was das Evangelium „Liebe“ nennt – eine unverzichtbare Quelle der Lebenskraft.
Und: Ohne King für eine christliche Perspektive vereinnahmen zu wollen, sind doch Andeutungen in „Es“ bemerkenswert, die in aller Vorsicht „theologisch“ gedeutet werden können: Der genannte stotternde und dadurch besonders sensible Bill hört den Ruf eines „Anderen“, der ihn im Kampf gegen das Monster wie eine innere Stimme fordert und ermutigt. Der nicht näher beschriebene, rufende „Andere“ ist kein mächtig-rettender Gott – er ist eher dieser Ruf selbst. Vielleicht im Sinne der provozierenden Theologie eines John D. Caputo, der schreibt: „,Gott‘ ist nicht der Name von ‚Jemandem‘, es ist der Name eines Rufs, der uns aufruft zu antworten und uns für die Schwachen und Unterdrückten einzusetzen.“
Ist das noch christliche Theologie? Auf welchen Gott setzen wir unsere Hoffnung angesichts des Horrors in der Welt? Welcher Gott gibt uns die Kraft für ein lebendiges, widerständiges, kämpferisches Leben – oder brauchen wir ihn gar nicht? Auch das eine Frage, über die uns „Es“ – ohne groß von Gott zu reden – ins Nachdenken führen kann. •

dr. thomas steinforth ist Referent für Theologische Erwachsenenbildung

UNSERE TOP-VERANSTALTUNGEN ZUM SAISONTHEMA LEBENSKRAFT GLAUBE
UNSERE ONLINE-VERANSTALTUNGSREIHE ZUM SAISONTHEMA **
„Das einzige, was stärker ist als Hass, ist Liebe“ (Bad Bunny)
Theologische Spurensuchen zu Macht, Ohnmacht, Allmacht
Liebe is eine grundlegende Wahrheit des christlichen Glaubens, deren Tragweite und todesüberwindende Kraft im Lebens- und Todeszeugnis Jesu erfahrbar wird. Die Heilung liegt darin, dass er eine andere Form von Macht verkörpert – eine Macht, deren Stärke nicht in der je größeren Dominanz, sondern in der Allmacht ohnmächtiger Liebe liegt. Über die „Allmacht ohnmächtiger Liebe“ sprechen wir an diesem Abend.
Termin Mi, 29.04.2026
Beginn / Ende 19.00 / 20.30 Uhr
Mit Prof. Dr. habil Sarah Rosenhauer Verantwortlich Dr. Thomas Steinforth Teilnahmegebühr EUR 9,00 (empfohlen) oder Sie bezahlen nach Solidarmodell *
Ort Online via Zoom Anmeldeschluss Di, 28.04.2026

Vernetzung, Bestärkung und Glaubenskommunikation im digitalen Raum**
Wie Glaube im digitalen Raum, besonders in sozialen Medien, lebendig, verbindend und motivierend gestaltet werden kann. Wie wird Glaube im digitalen Raum lebendig? Drei spannende Angebote und Netzwerke – „ruach.jetzt“, „Bodenpersonal“ und „@faithpwr“ –stellen sich vor und laden Sie ein, über Vernetzung, Inspiration und Mutmachen in sozialen Medien zu sprechen. Kommen Sie vorbei und sehen Sie, wie Glaube online wirkt!
Termin Mi, 10.06.2026
Beginn / Ende 19.00 / 21.15 Uhr
Mit Agnes Arnold, Lucie Schüssler, Tobias Sauer
Verantwortlich Viola Kohlberger Teilnahmegebühr EUR 9,00 (empfohlen) oder Sie bezahlen nach Solidarmodell *
Ort Online via Zoom Anmeldeschluss Di, 09.06.2026
Live-Podcast: Schöner Glauben **
In Kooperation mit dem dem BDKJ-Diözesanverband München und Freising und dem BDKJ in der Region München
Der beliebte Podcast „Schöner glauben“ kommt live nach München
In der Jugendkirche Haidhausen nehmen Moritz Mosebach, Pastor der evangelisch-methodistischen Kirche, und Jason Liesendahl, Autor und Lehrer, gemeinsam mit einer spannenden Gäst:in eine neue Folge auf – und Sie können live dabei sein!
Im Mittelpunkt steht diesmal das Thema „Lebenskraft Glaube“: Was gibt uns heute Kraft? Was verbindet uns? Und wie kann Glaube inspirieren und antreiben?
Jason Liesendal und Moritz Mosebach sprechen offen und modern über progressive christliche Themen –ganz ohne Klischees, aber mit viel Raum für echte Fragen und echten
Austausch. Nach der Aufnahme sind Sie eingeladen, selbst mitzureden: Stellen Sie Ihre Fragen, bringen Sie Ihre Perspektive ein und kommen mit den Hosts ins Gespräch.
Ob Sie Podcast-Fan sind, neugierig auf neue Impulse oder einfach Lust auf ein offenes Miteinander haben –dieser Abend lädt Sie ein, mitzudenken und mitzufühlen.
Kommen Sie vorbei, seien Sie live dabei und lassen Sie sich inspirieren!
Termin Fr, 12.06.2026
Beginn / Ende 19.30 / 21.45 Uhr
Mit Moritz Mosebach und Jason Liesendahl
Verantwortlich Viola Kohlberger, Dr. Claudia Pfrang
Teilnahmegebühr kostenfrei
Ort Jugendkirche, Preysingstr. 85, 81667 München Anmeldeschluss Do, 11.06.2026
Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für undUnterricht Kultus.
Zwischen Charisma und Macht
In Kooperation mit dem FB Ökumene des EOM
Charismatische Persönlichkeiten prägen die pfingstlich-charismatische und neo-charismatische Landschaft weltweit. Sie inspirieren und mobilisieren und stehen zugleich im Zentrum komplexer Dynamiken von Autorität, Einfluss und Macht. Die Veranstaltung nimmt diese Ambivalenzen kritisch in den Blick: Im Fokus stehen die Netzwerkstrukturen der sogenannten Kingdom-minded Network Christianity (KiNC).
Termin Mo, 29.06.2026
Beginn / Ende 19.00 / 20.30 Uhr Mit Dr. Maria Hinsenkamp Verantwortlich Dr. Claudia Pfrang Teilnahmegebühr EUR 9,00 (empfohlen) oder Sie bezahlen nach Solidarmodell * Ort Online via Zoom Anmeldeschluss Mo, 29.06.2026
Surf & Soul – Miniformat
Wie finde ich Balance? Woran kann ich mich orientieren? Welche Ziele steuere ich an? In diesem Kurs lernen Sie die Grundtechniken des Windsurfens sowie verschiedene Formen des Innehaltens, Nachdenkens, Reflektierens und Kraftschöpfens kennen. Vorkenntnisse sind weder für den Surf- noch für den Soulteil erforderlich. Fortgeschrittene werden in der Gestaltung des Kurses individuell berücksichtigt.
Termin Sa, 01.08.– So, 02.08.2026
Beginn / Ende Sa, 09.00 / 19.00 Uhr, So, 09.00 / 17.00
Mit Esther Göbel
Verantwortlich Viola Kohlberger Teilnahmegebühr Kursgebühr: EUR 94,00, Übernachtung mit Frühstück: EUR 88,00, Tagungspauschale (Speisen, Getränke): EUR 78,00 Ort Haus der Bay. Landwirtschaft, Rieder Str. 70, 82211 Herrsching Anmeldeschluss Do, 16.07.2026
Dies ist frei anwählbar bei der Buchung. *
Bildung für alle –mit unserem Solidarmodell
Im Solidarmodell kalkuliert die Domberg-Akademie eine empfohlene Teilnahmegebühr von EUR 9,00. Um allen Interessierten die Teilnahme an ausgewählten Angeboten zu ermöglichen, bieten wir diese kostenfrei oder ermäßigt an. Wem es möglich ist, andere Teilnehmende mitzufinanzieren, kann freiwillig mehr bezahlen.

THEMEN
• Gewalt an Frauen
• Zur Liberalisierung des Bestattungsrechts
kommentar
Männer, wir müssen reden
DEMOKRATIE UND ETHIK
angemessener umgang mit verstorbenen
Menschenwürde
FFünfzehn mal pro Stunde – so oft werden Frauen laut Kriminalstatistik in Deutschland Opfer von Partnerschaftsgewalt. Ein Rhythmus der Gewalt, der so gleichmäßig pulsiert, dass er längst als Hintergrundrauschen akzeptiert scheint. Dunkelfeldstudien belegen zudem, dass der Großteil häuslicher Gewalt (ca. 95 %) nie zur Anzeige kommt. Die erfassten Fälle wachsen dennoch schneller als die Gesamtkriminalität.
Die Fälle Epstein, Pelicot und das Vergewaltiger-Netzwerk, das Journalist:innen von STRG_F durch investigative Recherchen aufgedeckt haben, illustrieren ein strukturelles Muster: Männer aller Schichten, die Gewalt gegen Frauen koordinieren, oft ohne ernsthafte Konsequenzen zu fürchten. Frauenverachtung ist kein Randphänomen bestimmter Milieus, sondern tief in gesellschaftliche Strukturen eingeschrieben.
Die Gewalt geschieht auch, weil sie systematisch ermöglicht wird – durch unzureichende Strafverfolgung, mangelnde mediale Aufmerksamkeit oder eine Berichterstattung, die Femizide und Gewalt gegen Frauen verharmlost.
Gewalt gegen Frauen ist in ihrer überwältigenden Mehrheit männliche Gewalt. Das zu erwähnen heißt nicht, alle Männer zu verurteilen – es heißt, Verantwortung zu benennen. Und sie betrifft uns alle: Männer müssen anfangen, andere Männer zu stellen und Sexismus in allen Formen entgegenzutreten. Nicht nur in Kommentarspalten, sondern konkret – etwa, wenn beim nächsten Junggesellenabschied Frauen sexualisiert und abgewertet werden. •


kai kallbach ist Projektleiter des Kompetenzzentrums Demokratie und Menschenwürde
über den Tod hinaus?
Die Debatten um eine Liberalisierung des Bestattungsrechts werfen eine sehr grundlegende und auch für andere Praxisfelder bedeutsame Frage auf: Kommt die Menschenwürde auch toten Menschen zu? // von thomas steinforth
DDas neue Bestattungsgesetz modernisiert das Bestattungsrecht grundlegend. Es lockert den Friedhofszwang und hat eine Debatte ausgelöst: Welche Bestattungskultur ist hilfreich für die Trauernden? Und: Wie können wir einen „würdevollen Umgang“ mit den Verstorbenen sicherstellen? Die zweite Frage geht von der Annahme aus, dass auch ein toter Mensch über Menschenwürde verfügt. Eine keineswegs selbstverständliche Annahme!
Die Würde des Menschen wird oft in Verbindung gebracht mit Eigenschaften, die als wesentlich menschlich gelten: mit der Vernunft, dem Sprachvermögen (beides gebündelt in der Formel des „zoon logon echon“,
dem Wesen, das über den „Logos“ verfügt) und dem freien Willen. Der tote Mensch hat diese Eigenschaften verloren, sie sind nicht mal mehr als Potential gegeben. Wenn sie aber im engen Zusammenhang mit der Würde stehen – ist diese dann mit dem Tod nicht auch verloren gegangen?
Dies würde nur dann gelten, wenn der Mensch über Würde verfügt, weil und insoweit er über diese Eigenschaften (zumindest als Potential) verfügt. Diese Sichtweise ist bereits mit Blick auf manche lebenden Menschen problematisch. Wenn nämlich Menschen die genannten Eigenschaften (jedenfalls dem Anschein nach) weitgehend und unwiederbringlich fehlen, könnte ihnen die Würde abgeschrie-

Unser Leben und unser Zusammenleben geraten durch verschiedene Krisen unter Druck. Wir bieten Ihnen deshalb Bildungsformate rund um ethische Fragestellungen und die Demokratie als Regierungs- und Lebensform. In diskursiven sowie partizipativen Projekten möchten wir Sie bestärken, sich an politischen Diskursen zu beteiligen und sich für demokratische Prinzipien einzusetzen.
Über den abgebildeten QR-Code gelangen Sie direkt zu allen Angeboten des Bildungsbereichs Demokratie & Ethik

ben oder in einem reduzierten Ausmaß zugeschrieben werden. Und ein Leichnam wäre gewiss kein Träger von Menschenwürde mehr.
Allerdings kann man den Zusammenhang zwischen der Würde und diesen Eigenschaften auch anders sehen: Sie sind dann nicht der Grund oder die Voraussetzung für Menschenwürde, sondern: Die Menschenwürde begründet das Recht, diese Eigenschaften zu entfalten. Wenn ich sie prinzipiell nicht mehr entfalten kann (etwa, weil ich tot bin), habe ich meine Würde gleichwohl nicht verloren. Auch dann begründet sie grundlegende Ansprüche, v.a. darauf, als „jemand“ und nicht als „etwas“, als bloße Sache angesehen und behandelt zu werden. Dass der tote Mensch eine Verletzung dieses Anspruchs nicht erlebt und nicht darunter leidet, muss nicht bedeuten, dass der Anspruch erlischt.
Zwei Aspekte sind hier wichtig: Als Menschen können wir Ereignisse, die möglicherweise in der Zukunft geschehen werden, so antizipieren, dass wir bereits heute Gefühle damit verbinden. Insofern kann z.B. die Vorstellung, künftig wie Müll entsorgt zu werden, einen ähnlichen Effekt wie eine aktuelle Verletzung meiner Würde haben. Und: Menschenwürde-Verletzungen betreffen niemals nur die Würde der betroffenen Person, sondern immer auch (wie Kant sagt) „die Menschheit in dieser Person“. Insofern kann es auch für die Lebenden verletzend sein, wenn mit Toten unwürdig umgegangen wird.
Damit ist freilich nur angedeutet, dass auch toten Menschen Menschenwürde zukommt.
Worin ein „würdevoller Umgang“ mit Toten besteht, darüber sprechen wir in unserer Veranstaltung am 10. November 2026. •

dr. thomas steinforth ist Referent für Theologische Erwachsenenbildung
eine auswahl unserer angebote

ETHIK | einfach spannungsreich
Ist Reichtum ein moralisches Problem?
An diesem Abend diskutieren wir, was Reichtum überhaupt ist, warum er so verlockend ist und wann aus einem legitimen Wohlstand ein moralisch problematischer und politisch gefährlicher Super-Reichtum wird. Und wir diskutieren Ansatzpunkte für ein Handeln, das über moralisierende Appelle an die Einzelnen hinausgeht und auch Strukturen in den Blick nimmt.
Termin Di, 19.05.2026
Beginn / Ende 19.00 Uhr / 21.15 Uhr
Mit Prof. Dr. Christian Neuhäuser und Dr. Thomas Steinforth
Verantwortlich Dr. Thomas Steinforth Teilnahmegebühr EUR 9,00 (empfohlen) oder Sie bezahlen nach Solidarmodell *
Ort Online via Zoom
Anmeldeschluss Mo, 18.05.2026
Verschwörungstheorien aufdecken
Das Kartenspiel „Die Geheimprotokolle des Professors“ ist ein spannendes Adventure Game über Fake News, Verschwörungstheorien und die Suche nach der Wahrheit. Das Spiel sensibilisiert für den kritischen Umgang mit Quellen und Medieninhalten.
Würde über den Tod hinaus?
Zum moralischen Status des Leichnams Reicht die Menschenwürde über den Tod hinaus? Und worin besteht dann ein „würdiger Umgang“ mit dem Leichnam? Darüber sprechen wir mit dem Philosophen Dr. Daniel Kersting und mit Florian Rauch, Gründer des Bestattungsunternehmens „AETAS Lebens- und Trauerkultur“.
Termin Di, 10.11.2026
Beginn / Ende 19.00 Uhr / 21.15 Uhr
Mit Dr. Daniel Kersting und Florian Rauch
Verantwortlich Dr. Thomas Steinforth Teilnahmegebühr EUR 9,00 (empfohlen) oder Sie bezahlen nach Solidarmodell * Ort Online via Zoom Anmeldeschluss Mo, 09.11.2026
Zielgruppe
Es ist für Schulklassen oder Seminargruppen geeignet, kann aber auch von Privatpersonen gespielt werden. Es ist im Klassensatz für bis zu 30 Personen oder als Einzelspiel für bis zu 6 Personen erhältlich.
Jetzt informieren oder gleich bestellen https://domberg-akademie.de/ verschwoerungstheorien-aufdecken

THEMEN
• Digitalisierung stellt
Demokratie auf die Probe
Alle Termine zu Error 404
Was das Valley herrschen nennt
Das Silicon Valley hat in den letzten Jahren die Macht in den USA übernommen. Es beeinflusst verschiedene politische Akteur:innen, Institutionen und Diskurse. Der Vortrag untersucht die Machtübernahme der großen TechKonzerne. Was bedeutet Dominanz für sie? Was verstehen sie unter (politischer) Herrschaft?
Termin Mi, 06.05.2026
Mit Prof. Dr. Adrian Daub
Ein digitaler Fallschirm für die Demokratie Was passiert, wenn digitale Infrastrukturen und Instrumente in autoritäre Hände geraten?
Der Vortrag analysiert die Bedrohungslage und zeigt Wege zu mehr digitaler Souveränität auf.
Termin Mi, 10.06.2026
Mit Jutta Horstmann
„Moon first!“ –Weltraumkolonisierung und Technofaschismus
Der Vortrag beleuchtet die historischen, ästhetischen und ideologischen Hintergründe von imaginierten Zukünften der Tech-Oligarchen. Er zeigt u.a. wie sich Tech-Eliten von demokratischen Prozessen und sozialer Verantwortung abwenden und sich Fluchtphantasien in den freien Weltraum zuwenden.
Termin Mi, 08.07.2026
Beginn / Ende 19.00 Uhr / 21.15 Uhr
Mit Prof. Dr. Anna-Verena Nosthoff und Felix Maschewski
Game Over, Democracy?
Willkommen in der „Digitalokratie“!
In diesem Vortrag wird aufgezeigt, wie die Big Tech Unternehmen demokratiefeindliche digitale Medienstrukturen geschaffen haben, die jetzt unsere politische Öffentlichkeit bestimmen.
Termin Mi, 25.11.2026
Mit Apl. Prof. Dr. Martin Andree
Falls nicht anders angegeben, gilt:
Beginn / Ende 19.00 Uhr / 20.30 Uhr
Verantwortlich Kai Kallbach
Teilnahmegebühr EUR 9,00 (empfohlen) oder Sie bezahlen nach Solidarmodell * Ort Online via Zoom
Anmeldeschluss Am Veranstaltungstag bis 19.00 Uhr

KOMPETENZZENTRUM
DEMOKRATIE UND MENSCHENWÜRDE
neue veranstaltungsreihe
Error 404: Democracy not found
Die neue Veranstaltungsreihe „Error 404: Democracy not found –Wie die Digitalisierung demokratische Ordnungen auf die Probe stellt“ untersucht das komplexe Verhältnis von Digitalisierung und Demokratie. // von kai kallbach
DDie Anfänge des Internets waren von großen demokratischen Hoffnungen begleitet. Digitale Technologien würden Informationszugänge demokratisieren, neue Formen politischer Partiziation ermöglichen und autoritäre Strukturen aufbrechen. Das Netz versprach grenzenlose Kommunikation und transparenten Wissensaustausch. Zivilgesellschaftliche Bewegungen wie der Arabische Frühling oder lokale Bürgerinitiativen sollten gestärkt werden. Vielen galt Digitalisierung als Katalysator für mehr Selbstbestimmung und Demokratie.
Angesichts zahlreicher Gefährdungen sind die Potentiale für demokratische Teilhabe in den Hintergrund gerückt: Algorithmen steuern Nutzer:innen in Echokammern und verstärken gesellschaftliche Polarisierung. Intransparente Empfehlungssysteme beeinflussen, welche Informationen uns erreichen. Digitale Macht konzentriert sich in den Händen weniger Tech-Konzerne, die sich demokratischer Kontrolle weitgehend entziehen.
Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. Neben technologischen Funktionslogiken treibt auch der kapitalistische Verwertungszwang eine undemokratische Form der Digitalisierung voran. Daneben entwickelt sich eine mächtige Ideologie in Teilen der Tech-Industrie: Das Denken des Silicon Valley verbindet blinde Marktgläubigkeit mit Skepsis gegenüber staatlicher Regulierung. Demokra-
tische Aushandlungsprozesse erscheinen ihnen vor allem als Innovationshemmnis. Diese ideologische Strömung übt in dem komplexen Geflecht aus technologischen, ökonomischen und politischen Faktoren einen zunehmenden Einfluss auf den Vollzug der digitalen Revolution aus. Damit stellen sich auch grundlegende demokratietheoretische Fragen: Wie verändert sich das Verhältnis von Wahrheit und Politik in algorithmisch strukturierten Öffentlichkeiten? Welche Bedeutung hat digitale Souveränität, wenn zentrale Infrastrukturen von außereuropäischen Konzernen betrieben werden?
Die Veranstaltungsreihe „Error 404: Democracy not found“ untersucht die vielschichtigen Spannungsfelder zwischen Demokratie und Digitalisierung: Von politischen Grundfragen über ideologiekritische Analysen bis zu konkreten Machtstrukturen werden unterschiedliche Perspektiven auf das neue Verhältnis zwischen demokratischer Politik und technologischer Macht diskutiert. Denn eines scheint klar: Die Beziehung zwischen digitalen Technologien und demokratischen Ordnungen ist weder determiniert noch eindeutig, sie muss mehr im demokratischen Prozess selbst ausgehandelt und gestaltet werden. •

kai kallbach ist Projektleiter des Kompetenzzentrums Demokratie und Menschenwürde
THEMEN
DIVERSITÄT
• Superdiverse Gesellschaft
studie zu superdiversität highlights
Leben in der „Gesellschaft der Minderheiten“
Die Soziolog:innen Maurice Crul und Frans Lelie plädieren für einen nüchternen Blick auf das Zusammenleben in superdiversen Städten. Viele Menschen verbinde ein gemeinsames Ziel: ein friedliches und lebenswertes Umfeld. // von magdalena falkenhahn
Interkulturelle
Erziehungskompetenzen stärken
NNie zuvor in der Menschheitsgeschichte lebten so viele Menschen aus so vielen verschiedenen Teilen der Welt so eng zusammen wie in den niederländischen Großstädten.“ So eröffnen die Soziolog:innen Crul und Lelie ihr Buch „Gesellschaft der Minderheiten. Leben in der Superdiversität“. Darin richten sie den Blick vor allem auf Menschen ohne Migrationshintergrund – also auf jene Gruppe, die einst die Mehrheit stellte, in immer mehr Städten jedoch zur Minderheit wird. Die Entwicklung westeuropäischer Städte zu „Mehrheitlich-Minderheiten-Städten“ – d.h. Städten, in denen keine ethnische Gruppe mehr die Mehrheit bildet – sei selbst mit einer rigiden Abschottungspolitik nicht aufzuhalten.
Der Begriff der Superdiversität meint dabei mehr als unterschiedliche Herkunft. Er verweist auf Unterschiede innerhalb von Gruppen – etwa hinsichtlich Religion, Bildung, sozialem Status oder Lebensstil. Statt fortwährend darüber zu streiten, ob Migration wünschenswert sei, plädieren die Autor:innen dafür zu fragen, wie ein gutes Zusammenleben unter diesen Bedingungen gelingen kann.
Einblicke liefert die von ihnen begleitete Studie „Becoming a Minority“. Sie zeigt, dass politische Einstellungen und Alltagserfahrungen häufig auseinanderfallen. Selbst migrationskritische Menschen berichten von guten nachbarschaftlichen Kontakten.
Zugleich beteiligen sich manche progressiven Milieus aus Unsicherheit weniger aktiv an interkulturellen Begegnungen.
Für die Autor:innen wird der Umgang mit Vielfalt daher zu einer zentralen gesellschaftlichen Kompetenz. Integration dürfe nicht länger als Anpassung an eine Mehrheitskultur verstanden werden. Vielmehr gehe es darum, mit Verschiedenheit umgehen zu lernen und gemeinsame Lösungen für alltägliche Herausforderungen zu finden. Dafür führen die Autor:innen Good-Practice-Beispiele wie Nachbarschaftsinitiativen an ohne auf den Verweis auf politische Maßnahmen beispielsweise in der Stadtplanung zu verzichten.
Crul und Lelie zeigen: Eine gelingende Praxis des Zusammenlebens erfordert Engagement auf verschiedenen Ebenen. Zugleich rufen sie dazu auf, sich Kompetenzen wie Ambiguitätstoleranz oder Perspektivwechsel anzueignen, um ohne Berührungsängste in einer superdiversen Gesellschaft zu leben und zu arbeiten, um den eigenen Horizont zu erweitern und positive Interaktionen zu fördern.

magdalena falkenhahn ist stellvertretende Direktorin der Domberg-Akademie und Referentin für (Inter-)Kulturelle Bildung
Die Veranstaltung wird gefördert durch Mittel des Bayerischen Staatsministeriums des Inneren, für Sport und Integration. Migrationserfahrungen, unterschiedliche Erziehungsvorstellungen und neue gesellschaftliche Rahmenbedingungen stellen zugewanderte Familien oft vor große Herausforderungen. Die Referentin stellt zentrale Inhalte und Methoden vor, die sich für die professionelle Arbeit mit zugewanderten und geflüchteten Familien bewährt haben. Es werden praxisnahe Impulse vermittelt und Raum für Austausch, Rückfragen sowie die Besprechung von Fallbeispielen aus dem beruflichen Alltag der Teilnehmenden geboten.
Termin Di, 07.07.2026
Beginn / Ende 18.00 Uhr / 21.00 Uhr
Mit Barbara Abdallah-Steinkopff Verantwortlich Magdalena Falkenhahn Teilnahmegebühr EUR 12,00 Ort Online via Zoom
Anmeldeschluss Fr, 03.07.2026
Was hat das mit mir zu tun?
Privilegien im (digitalen) Alltag erkennen Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Wo habe ich Vorteile, die andere nicht haben? Wo werde ich benachteiligt? Wie zeigen sich Privilegien und Ungleichheiten in Medien und digitalen Räumen? Und was kann ich tun, um die Gesellschaft ein Stück gerechter zu machen? Der Workshop möchte zur Sensibilisierung und Selbstreflexion anregen.
Die Teilnahme ist für Mitarbeitende der Katholischen Erwachsenenbildung der Erzdiözese München und Freising kostenfrei. Bitte bei der Anmeldung im Notizfeld den Arbeitgeber angeben.
Termin Do, 21.05.2026
Beginn / Ende 18.30 Uhr / 21.00 Uhr Mit / Verantwortlich Magdalena Falkenhahn Teilnahmegebühr EUR 9,00 (empfohlen) oder Sie bezahlen nach Solidarmodell * Ort Online via Zoom Anmeldeschluss Mo, 18.05.2026

THEMEN
• Pfarrgemeinderat als synodales Gremium
• Frauenstimmen
brauchen Gehör
kommentar
Mut und Freiheit
Fast 24.000 Pfarrgemeinderäte in Bayern sind gewählt. Nicht zuletzt durch Online- und Briefwahl hat sich die Beteiligung erhöht. Angesichts der auch unter Ehrenamtlichen zunehmenden Resignation ist es ein gutes Zeichen, dass sich so viele Menschen aktiv engagieren. Kirche wird eben nicht allein von Hauptamtlichen gestaltet, sondern gerade von vielen Ehrenamtlichen, die vor Ort Glaube erfahrbar machen. Für die Zukunft braucht es Mut und Freiheit von zwei Seiten.
Es braucht die Freiheit und den Mut der Pfarrgemeinderäte, den Gremienhabitus zu verlassen und Gemeinde entschieden zu gestalten. Hier gilt es endlich vom noch immer vorhandenen Klerikalismus und der Liturgiezentriertheit Abschied zu nehmen, sich im Sozialraum zu vernetzen und mit den Menschen vor Ort an gemeinsamen Problemlösungen zu arbeiten. „Geht hinaus und verkündet!“, so heißt es am Ende der Evangelien. Bleibt nicht im Pfarrheim, ladet nicht nur ein, sondern geht dorthin, wo die Menschen sind. Stellt den Tisch in die Mitte der Gesellschaft.
Es braucht aber auch den Mut der Bischöfe und Priester, den Pfarrgemeinderäten den Stellenwert zu geben, von dem ständig die Rede ist: Er soll ein synodales Gremium sein, in dem Entscheidungen gemeinsam gefällt werden, Verantwortung geteilt wird. Das braucht die Entschiedenheit der Amtsträger, Kirche in wirklich geteilter Verantwortung zu gestalten. Herausforderungen vom Umgang mit Immobilien bis hin zu attraktiver Seelsorge vor Ort gibt es genug. •


dr. claudia pfrang ist Direktorin der Domberg-Akademie
RELIGION & KIRCHE
neues veranstaltungsformat
Starke Frauenstimmen
Das neue Format „Theo-Break“ gibt Theologinnen weltweit eine Bühne und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu einer kontextsensiblen, geschlechtergerechten und weltkirchlich vernetzten Theologie. // von claudia pfrang
DDie Grazer Bibelwissenschaftlerin Irmtraud Fischer hat Ende letzten Jahres das Forschungsprojekt „Die Bibel und die Frauen“, bei dem mehr als 300 Forschende aus 30 Ländern arbeiteten, nach 16 Jahren abgeschlossen. Es rekonstruiert die Auslegung biblischer Texte durch Frauen vom frühen Judentum bis heute. Ihr Fazit: „Wir hatten jahrhundertelang nur die Hälfte der Geschichte. Dieses Vergessenmachen hatte und hat System.“ Viele Theologinnen, Denkerinnen und Mystikerinnen seien dadurch unsichtbar geblieben. Ihr Urteil: „Die Bibliotheken sind voll mit Frauenstimmen und Publikationen von Forscherinnen, man muss sie nur lesen.“
Tatsächlich ist es so: Die Frauenstimmen in der Theologie werden kaum gehört. Wie empirische Untersuchungen etwa von AGENDA, Forum katholischer Theologinnen, ergeben haben, werden Theologinnen im Verhältnis von 21 zu 79 zu Vorträgen auf Theologie-Tagungen eingeladen ebenso wie zu Veröffentlichungen in Zeitschriften – dort sind durchschnittlich nur 18 Prozent weiblich. Und wenn, dann häufig zu Gender-Fragen – auch wenn sie dazu gar nicht forschen. Angesichts lehramtlicher Gender-Aversion führt dies dazu, dass sich Frauen auf „gefährliches Parkett“ begeben. In der Theologie sind im Vergleich immer noch weniger Professorinnen tätig. Zusätzlich zu nennen ist noch der Gender Citation Gap: Wissenschaftlerinnen werden weniger als ihre Kolle-
gen zitiert, was wiederum Folgen für das wissenschaftliche Weiterkommen hat. Auch in den Nihil-Obstat-Verfahren, die jede:r Professor:in für die Berufung seitens des Vatikans braucht, bekommen Frauen mehr Rückfragen und Beanstandungen. Das führt dazu, dass viele Frauen zu bestimmten Themen nicht mehr forschen und publizieren. Hier sind entschieden mehr Netzwerk-Arbeit und Solidarität unter Frauen und Männer als Verbündete gefragt. Das ist nicht selbstverständlich, da, wie die Agenda-Vorständinnen Martina Bär und Julia Enxing in einem Artikel auf feinschwarz betonen, Frauen immer wieder im Kampf um Anerkennung keine anderen Formen als die männliche der Durchsetzung erlernt haben. Doch inzwischen haben sich auch internationale Netzwerke wie die ESWTR (European Society of Women in Theological Research) zusammengefunden, die diese Dissonanzen thematisieren und ein gemeinsames Anliegen haben: Den Theologinnen weltweit eine Stimme zu geben. Sie haben viel zu sagen, sie brauchen aber eine Bühne. Dies tun wir mit einer eigenen Lecture-Reihe unter dem Titel: Globale Frauenstimmen für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Theologie. Ab Oktober 2026 werden in der „Theo-Break“ in Kooperation mit AGENDA und Misereor monatlich online Expertinnen rund um den Globus relevante Themen der Theologie referieren. •
Woher komme ich? Wohin gehe ich? Wie gelingt Leben? Wir beschäftigen uns mit den Antworten, die die Religionen auf zentrale Fragen des Lebens geben. Wir eröffnen Diskurse und Diskussionen, damit Sie mehr vom Glauben wissen und verstehen, damit Sie spirituelle Traditionen kennenlernen und einer persönlichen Antwort auf die großen Fragen näherkommen können.
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eine auswahl unserer angebote
Frauen im Blick
Auf weiblichen Spuren durch die Münchner Innenstadt
In Kooperation mit dem Münchner Bildungswerk e.V. Frauen spiel(t)en in der Kirchengeschichte Münchens oft eine bedeutende Rolle.
Doch muss man heute schon recht genau hinschauen, um im Stadtbild ihre Spuren zu entdecken. Auf dem Rundgang wollen wir das tun und lassen uns jeweils vor Ort kurze Frauen-Geschichten erzählen: traurige, halbkomische und erstaunliche – von der namenlosen unehelichen Mutter bis zur Kaiserin-Witwe und natürlich zur stärksten Frau Bayerns.
Termin Do, 21.05.2026
Beginn / Ende 14.00 Uhr / 16.00 Uhr
Mit Dr. Roland Götz
Verantwortlich Viola Kohlberger Teilnahmegebühr EUR 13,00 Treffpunkt Feldherrnhalle, Odeonsplatz, 80333 München Anmeldeschluss Mi, 20.05.2026
Wie Synodalität in der katholischen Kirche heute gelebt werden kann
In Kooperation mit Ressort 4 des Erzb. Ordinariates, Diözesanrat und Renovabis. Mit dieser Veranstaltung beginnen wir die Reihe „Synodalität konkret“, die das Thema Synodalität aus unterschiedlichen Perspektiven mit Praxisbezug in den Blick nehmen wird. Wir fragen: Wie kann eine hierarchisch episkopal geprägte Kirche so erneuert werden, dass sie die Berufung aller Gläubigen ernst nimmt und aus der gemeinsamen Taufe lebt?
Termin Mo, 22.06.2026
Beginn / Ende 19.00 Uhr / 21.15 Uhr
Mit Prof. Dr. Klara Antonia Csiszar, Dr. Michael Karger, Dr. Noémi Xénia Sereghy Verantwortlich Dr. Claudia Pfrang
Teilnahmegebühr kostenfrei
Ort Online via Zoom
Anmeldeschluss Mo, 22.06.2026 – 13.00 Uhr
Veranstaltungsreihe zur Initiative
„Maria Magdalena. Osterzeugin. Apostelin.“
Sichtbar und frei?! Frauen in Kirche und Gesellschaft. Reflexion über Sichtbarkeit, Zwänge und Korsette durch die Jahrhunderte
In Kooperation mit dem FB Katechese und Evangelisierung und dem FB Kunstpastoral der Erzdiözese München und GEDOC MUC. Ein theologisch-philosophisches Gespräch über Sichtbarkeit und Zwänge von Frauen in Kirche und Gesellschaft ausgehend von der ersten Auferstehungszeugin Maria Magdalena bis zur Rolle der Frauen heute. Denn bis heute sind Frauen in der katholischen Kirche strukturell benachteiligt.
Termin Mi, 20.05.2026
Beginn / Ende 19.00 Uhr / 21.00 Uhr
Mit Dr. Annette Jantzen, Henriette Hufgard Verantwortlich Dr. Claudia Pfrang Teilnahmegebühr kostenfrei Ort DG Kunstraum Diskurs Gegenwart, Finkenstr. 4, 80333 München Anmeldeschluss Mi, 13.05.2026
„Frau, warum weinst Du?“ (Joh 20,15)
Gespräch von Frauen, die in den Religionen ihren Weg gehen
In Kooperation mit der Europäischen Janusz Korzcak Akademie, der Deutschen Buddhistischen Union, missio, der Frauenseelsorge der Erzdiözese und dem FB „Dialog der Religionen“.
Wie können Frauen in ihren Religionen ihren Weg gehen? Ein jüdisch-buddhistisch-christlicher Erfahrungs- und Gedankenaustausch.
Termin Mi, 24.06.2026
Beginn / Ende 19.00 Uhr / 20.30 Uhr Mit Tsunma Konchok Jinpa Chodron, Miriam Vynograd, Barbara Ulber, Susanne Schneider MC
Verantwortlich Dr. Thomas Steinforth Teilnahmegebühr kostenfrei, Spenden erbeten
Ort missio München – Haus der Weltkirche, Pettenkoferstr. 26–28, 80336 München
Anmeldeschluss So, 21.06.2026
Theo-Break Globale Frauenstimmen in der Theologie
In Kooperation mit AGENDA e.V.– Forum kath. Theologinnen und Misereor (Aachen). Unter dem Titel „Towards gender justice: global female voices in theology“ lädt eine internationale Lecture Series dazu ein, theologische Perspektiven von Frauen aus unterschiedlichen kulturellen und gesellschaftlichen Kontexten kennenzulernen. Die Reihe findet von Oktober 2026 bis Juli 2027 im Theo-BreakFormat statt. Theologische Expertinnen rund um den Globus referieren aus ihrer Perspektive relevante Themen der Theologie, die anschließend auch diskutiert werden können. Im Mittelpunkt stehen Fragen von Geschlechtergerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Frieden, Körperlichkeit und Spiritualität – verhandelt aus globalen und oftmals margi-nalisierten Perspektiven. Referentinnen aus Brasilien, Ghana, Japan, Bolivien, Kenia, Ozeanien und weiteren Regionen bringen ihre theologischen, ethischen und gesellschaftlichen Erfahrungen ein.
Ecofeminismus und Ethik
Termin Mo, 26.10.2026
Mit Ivone Gebara
Women in Conflict Situation in Northern Ghana: Their Role in Peace Building Process
Termin Mo, 30.11.2026
Mit Nora K. Nonterah
Für alle Veranstaltungen gilt:
Beginn / Ende jeweils 12.30 Uhr / 13.30 Uhr
Verantwortlich Dr. Claudia Pfrang, Prof. Dr. Martina Bär Teilnahmegebühr kostenfrei
Ort Online via Zoom
Anmeldeschluss am Veranstaltungstag bis 12.00 Uhr

THEMEN
• Radikaler Neuanfang
• Biodiversitätsverlust passiert leise
kommentar
Enthüllung oder der Blick auf Neues
UMWELT & NACHHALTIGKEIT
DDenken Sie mal an eine Apokalypse! Was kommt Ihnen in den Kopf? Eine düstere, farb- und leblose Landschaft? Oder ausgehungerte Menschen? Und jetzt denken Sie mal an eine Zeit nach der Apokalypse – welche Bilder erscheinen nun vor Ihrem Auge? Womöglich ein zartes Pflänzchen oder Menschen, die sich gegenseitig helfen, die etwas ganz Neues aufbauen. Ein Neuanfang?
Die Philosophin Prof. Ana Honacker regt an, im Umweltdiskurs mehr Apokalypse zu wagen.
„Nein! Wir brauchen doch positive Visionen und keinen Alarmismus!“, könnten Sie jetzt einwenden. Fakt ist, viele Menschen sind global gesehen ihrer Lebensgrundlage beraubt. Böden sind ausgetrocknet, Inseln überfluten, Extremwetter nimmt drastisch zu. Ein Akzeptieren einer apokalyptischen Weltlage könnte dazu führen, den Raum für radikalen Neuanfang zu öffnen. Dieser Gedanke hat etwas Ermutigendes und Handlungsmächtiges. Plötzlich geht es nicht mehr um ein Abmildern von Katastrophen, sondern um ein schrankenloses Neudenken unseres Zusammenlebens. Im biblischen Sinn bedeutet Apokalypse „Enthüllung“ – so lässt uns eine Apokalypse womöglich unverschleiert auf die Möglichkeiten schauen.
Würden wir die aktuelle Klimakrise als Apokalypse begreifen, würde ein Weitermachen wie bisher keinen Sinn mehr ergeben – es würde Kapazitäten schaffen für die Frage, wie wir tatsächlich zusammenleben möchten und was wir aus zurückliegenden Phasen der Menschheit gelernt haben. •


kathrin steger-bordon ist Referentin für Politische Bildung, Umwelt und Nachhaltigkeit

die stille krise
Wenn die Natur verstummt
Während die Welt aufs Thermometer blickt und über CO2-Emissionen debattiert, ereignet sich still und heimlich etwas möglicherweise Verheerenderes: Ein Drittel aller Arten verschwindet unbemerkt. Der Biodiversitätsverlust passiert nicht als Drama – sondern still. // von kathrin steger-bordon
DDie Fakten sind erschreckend: 73 Prozent Rückgang der Wirbeltierbestände seit 1970. Süßwasserökosysteme sind um 85 Prozent zusammengebrochen – stärker als an Land oder im Meer. Eine Million Arten ist vom Aussterben bedroht.
In Deutschland ist es nicht anders. Fast ein Drittel aller Arten ist bestandsgefährdet. Zu Beispiel sind die Braunkehlchenbestände in Bayern in den vergangenen 30 Jahren um über 65 Prozent zurückgegangen. Schuld sind unter anderem der Verlust von geeigneten Brutlebensräumen, häufige Mahd, Nahrungsmangel durch intensive Bewirtschaftung, Entwässerung von Mooren und Trockenperioden entstanden durch den Klimawandel.
Die kritischen Kipppunkte Wie auch bei der Erderwärmung spricht man bei der Biodiversitätskri-
se von kritischen Kipppunkten. Das bedeutet, dass Entwicklungen sich gegenseitig verstärken und irgendwann nicht mehr aufzuhalten sind. Ein Beispiel: Durch weniger Insekten, die als Bestäuber fungieren, gehen sowohl Vogelarten, als auch die Artenvielfalt an Pflanzen zurück. Weniger Pflanzenvielfalt destabilisiert das Ökosystem und macht es weniger resilient gegen Hitzestress. Waldbrände schädigen wiederum die Artenvielfalt.
Interventionsmöglichkeiten auf verschiedenen Ebenen Dem Biodiversitätsverlust kann durch differenzierte Interventionsstrategien begegnet werden: Auf lokal-regionaler Ebene müssen Schutzgebiete ausgeweitet werden. Dazu braucht es auf nationaler und internationaler Ebene eine restriktivere Gesetzgebung. Der Green Deal der EU hat den Biodiversitätsverlust als Pro-
Wie könnte eine Zukunft auf einem klimafreundlichen Planeten aussehen? Was nutzt der Klimaschutz? Und was kann ich ganz konkret dafür tun?
Um die Erderwärmung zu verlangsamen oder gar aufzuhalten, sind wir gefordert –jeder und jede Einzelne, jedes Unternehmen, jeder Staat. Und das jetzt!
Über den abgebildeten QR-Code gelangen Sie direkt zu allen Angeboten des Bildungsbereichs Umwelt & Nachhaltigkeit blem erkannt und gute Maßnahmen in den Blick genommen, wird aktuell allerdings wieder verwässert.
Aber auch wir als Individuen können etwas tun – über eigene naturnahe Gärten und Insektenhotels hinaus: In Deutschland hängt die Biodiversitätskrise stark mit der landwirtschaftlichen Nutzung zusammen. 50 Prozent der Gesamtfläche werden für die Landwirtschaft genutzt, der Großteil davon intensiv. Pestizide, schwere Maschinen, fehlende Fruchtfolgen und Überdüngung setzen dem Ökosystem massiv zu. Außerdem werden 60 Prozent der Landwirtschaftsflächen in Deutschland für Futtermittel in der Tierhaltung verwendet. Daher kann bewusster Konsum ökologischer Lebensmittel und weniger tierischer Produkte langfristig positiven Einfluss auf die Biodiversität in Deutschland haben.
Expert:innen gehen global gesehen von einem Handlungsfenster von zehn bis dreißig Jahren aus. In diesem Zeitraum kann ein Kollaps noch verhindert werden. Danach werden die Kipppunkte unwiederbringlich überschritten sein. Die stille Krise braucht laute Unterstützer:innen. •

Den Verlust der Artenvielfalt erlebbar machen
Die Domberg-Akademie greift die Biodiversitätskrise in einem Adventure Game auf, um für dieses Thema zu sensibilisieren. Erfahren Sie mehr in unserem Bildungslabor auf Seite 29.

highlights aus dem programm
Neue Wege finden
Gemeinwohl und Gemeingüter in der Stadt –sozialethische Perspektiven
In Kooperation mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der Hochschule für Philosophie München. Der Vortrag zeichnet grundlegende sozialethische und gerechtigkeitstheoretische Überlegungen nach und zeigt, welche Fragen der Verantwortung sich im städtischen Zusammenleben stellen. Dabei geht es besonders um den Umgang mit allgemeinen Bedürfnissen, etwa nach Wohnraum, und mit gemeinsam genutzten Ressourcen – und darum, wie Staat, gesellschaftliche Gruppen und Einzelne jeweils Verantwortung dafür tragen.
Termin Mo, 11.05.2026
Beginn / Ende 19.00 Uhr / 20.00 Uhr
Mit Dr. Stefan Einsiedel, Prof. Dr. Julia Inthorn
Verantwortlich Kathrin Steger-Bordon Teilnahmegebühr kostenfrei
Ort Online über Zoom
Anmeldeschluss Mo, 11.05.2026
Stadt und Land zwischen Ästhetik und Stereotyp
In Kooperation mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der Hochschule für Philosophie München.
Dieser Vortrag untersucht die mediale Konstruktion urbaner und ländlicher Räume und fragt, welche ästhetischen Muster, Narrative und Stereotype unsere Wahrnehmung beeinflussen. Anhand ausgewählter Beispiele wird diskutiert, wie Medienbilder Akzeptanz, Bewertung und planerische Entscheidungen mitformen – und wie ein bewusster Umgang mit ihnen neue Perspektiven eröffnen kann.
Termin Mo, 18.05.2026
Beginn / Ende 19.00 Uhr / 20.00 Uhr
Mit Dr. Stefan Einsiedel, Prof. Dr. Simone Linke
Verantwortlich Kathrin Steger-Bordon Teilnahmegebühr kostenfrei
Ort Online über Zoom
Anmeldeschluss Mo, 18.05.2026
Der Mensch als Mitgeschöpf
In Kooperation mit der KLB Erwachsenenbildung in Bayern und dem Landesbildungswerk e.V. des KDFB.
Die Veranstaltung hinterfragt die Rolle des Menschen als vermeintlicher Schöpfer (durch Gentechnik, KI, Geo-Engineering) statt als Teil der Schöpfung und beleuchtet die Folgen dieses „Machbarkeitswahns“ für Mitgeschöpfe und Menschheit aus theologischer, ethischer und wissenschaftstheoretischer Perspektive. Das menschliche Wirken im Anthropozän ist dabei Thema wie auch neue Denkansätze.
Termin Di, 12.05.2026
Beginn / Ende 19.00 Uhr / 21.15 Uhr
Mit Dr. Stefan Einsiedel, Prof. Dr. Ana Honnacker Verantwortlich Kathrin Steger-Bordon, Anne Reimers, Martin Wagner Teilnahmegebühr EUR 9,00 (empfohlen) oder Sie bezahlen nach Solidarmodell * Ort Online über Zoom Anmeldeschluss Di, 12.05.2026
Globo Dinner
In Kooperation mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, dem Fairen Forum und der Kolpingsfamilie Freising e.V. Das Globo Dinner bietet auf kulinarische Art und Weise Gelegenheit, globale Ernährung und Landwirtschaft konkret zu erleben. Das Los entscheidet darüber, an welchem Tisch Sie an diesem Abend sitzen werden. Was dann passiert, erleben Sie selbst. Neben dem Globo Dinner erwarten Sie spannende Vorträge aus Wissenschaft und Praxis zum Thema Ernährungsgerechtigkeit.
Termin Do, 25.06. 2026
Beginn / Ende 18.00 Uhr / 20.00 Uhr
Verantwortlich Kathrin Steger-Bordon Teilnahmegebühr kostenlos, Anmeldung erforderlich.
Ort Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), Gebäude D1, Am Staudengarten 1, 85354 Freising Anmeldeschluss möglich ab 01.06.2026

THEMEN
• Kreative Langeweile
• Performance zu Maria Magdalena
kommentar
Langeweile – ein Motor für Kreativität
KULTUR & KREATIVITÄT
VViele verbinden mit Langeweile ein unangenehmes Gefühl, das es zu vermeiden gilt. Kaum entsteht eine freie Minute, greifen wir zum Smartphone, hören Podcasts oder scrollen durch Feeds. Was wie effiziente Zeitnutzung wirkt, raubt uns genau das, was wir so dringend brauchen: kreative Denkpausen.
Die Neurowissenschaft zeigt, dass in Momenten des Nichtstuns das sogenannte Default Mode Network aktiv wird – jenes Netzwerk, das Erfahrungen verknüpft, Unzusammenhängendes in Bezug setzt und neue Bedeutungen erzeugt. Genau hier entstehen die berühmten Aha-Momente. Eine Untersuchung an der University of Central Lancashire zeigte, dass Teilnehmende, die vor einem Kreativitätstest eine monotone Aufgabe ausgeführt hatten, beim Test deutlich besser abschnitten als diejenigen, die sich nicht gelangweilt hatten. Auch für unsere emotionale Regulation spielt Langeweile eine entscheidende Rolle. Sie hilft uns, unsere Bedürfnisse zu erkennen, Gedanken und Gefühle zu ordnen und Prioritäten zu setzen. Langeweile ist also kein Makel, sondern ein Trainingsraum für Kreativität und Selbstregulation.
Wie finden wir zurück zur Langeweile? Neurowissenschaftlerin Friederike Fabritius hat alltagsnahe Tipps: den Arbeitsweg ohne Musik oder Podcast verbringen, täglich 15 Minuten echtes Nichtstun einplanen, die Dusche zur reizfreien Zone machen. Nicht jede freie Minute muss gefüllt sein – manche sollten uns füllen. •


magdalena falkenhahn ist stellvertretende Direktorin der Domberg-Akademie und Referentin für (Inter-)Kulturelle Bildung

Maria Magdalena –eine Performance
Vor zehn Jahren wurde der Gedenktag der Heiligen Maria Magdalena offiziell zum Festtag erhoben. Die Domberg-Akademie nimmt das Jubiläum gemeinsam mit dem Erzbistum München und Freising zum Anlass für eine künstlerische Initiative, die Maria Magdalena aus feministischer Perspektive beleuchtet und kirchliche Erinnerungskultur kritisch befragt. // von magdalena falkenhahn
SSie war die Erste. Als die anderen noch zweifelten, schliefen, flohen, ging Maria Magdalena zum Grab. Sie war die erste Zeugin seiner Auferstehung. Nach übereinstimmendem Befund aller vier Evangelien begegnete sie als Erste dem Auferstandenen und erhielt den Auftrag, die Botschaft den Jüngern zu verkünden. Eine Frau konnte damit das zentrale Bekenntnis des Christentums – „gestorben, begraben, auferstanden“ – als Erste und mit voller Autorität bezeugen. Diese biblische Setzung steht quer zu den damaligen gesellschaftlichen Machtordnungen und wirft Fragen auf: Obwohl die frühe Kirche sie als apostola apostolorum ehrte, ver-
wischte ihr Profil zunehmend. Sie wurde mit der namenlosen Sünderin aus dem Lukasevangelium gleichgesetzt, mit der Ehebrecherin aus dem Johannesevangelium, mit Maria aus Bethanien. Sie wurde zu einer Projektionsfläche für moralische Zuschreibungen. Diese Verschiebungen erzählen eine eigene Geschichte – eine Geschichte von patriarchaler Macht, Geschlechterrollen und Zuschreibungen: Wer wird wie erinnert? Wessen Stimme wird gehört? Und wer deutet die Geschichte?
Zweitausend Jahre später setzt die Kirche selbst einen Korrekturpunkt. 2016 erhob Papst Franziskus den Gedenktag der Heiligen Maria Magdale-
Auf Basis eines weiten Kulturbegriffs beleuchten wir die Künste als ästhetischen Ausdruck menschlicher Auseinandersetzung mit sich und der Umwelt, die Kultur als Lebenswelt mit ihren vielfältigen Traditionen, Lebensformen und Wertesystemen. Wir möchten Sie inspirieren, sich mit den Künsten, Kultur(en) und damit auch mit der Gesellschaft aktiv auseinanderzusetzen und sich zu engagieren.
Über den abgebildeten QR-Code gelangen Sie direkt zu allen Angeboten des Bildungsbereichs Kultur & Kreativität

na zum Festtag – eine symbolisch bedeutsame, wenngleich zweischneidige Geste, die ihre Rolle als Verkünderin würdigt, indem sie sie liturgisch mit den Aposteln gleichsetzt. Doch auch zehn Jahre später ist klar: Das Bild Maria Magdalenas ist bis heute geprägt von wirkmächtigen Verzerrungen und Zuschreibungen. Ein Anlass, sich kritisch mit der Apostelin zu beschäftigen.
Im Jubiläumsjahr sind Künstlerinnen eingeladen, Maria Magdalena aus feministischer Perspektive in Form einer Performance neu zu befragen. Die Wahl des Formats ist dabei keine Nebensache, denn in ihr liegt ein besonderes Bildungspotential. Bildung bedeutet u.a. die Veränderung von Perspektiven, das Infragestellen eigener Deutungsmuster, das Berührtwerden im Denken und Fühlen. Und genau hier setzt Performance an.
Wenn der Körper im Spiel ist, werden Fragen spürbar, bevor sie formulierbar sind. Kunstbasierte Zugänge initiieren Bildungsprozesse in besonderem Maße, weil sie nicht erklären, sondern emotionale Resonanz aktivieren. Sie schaffen produktive Irritation statt schneller Antworten und öffnen Deutungsräume statt sie zu schließen. Das Publikum wird nicht belehrt, sondern aufgefordert, selbst zu Denkenden zu werden. Das ist gerade bei Maria Magdalena entscheidend. Denn es geht hier nicht nur um historische Korrektur. Es geht um die Frage, wie eigentlich kollektive Erinnerung funktioniert. Die Zuschauenden sind eingeladen, sich selbst zu positionieren: Wie sehe ich Maria Magdalena? Welche Bilder von Frauen in Kirche und Gesellschaft trage ich in mir?
Die Rückbesinnung auf die Heilige Maria Magdalena ist nicht abgeschlossen. Sie ist ein offener Prozess. Die künstlerische Initiative kann diesen Prozess sichtbar machen – und dazu beitragen, dass die „Apostelin der Apostel“ nicht nur erinnert, sondern neu gehört und gesehen wird. •
eine auswahl unserer angebote
MARIA MAGDALENA –
Wo hören wir ihre Stimme?
Drei Künstlerinnen entwickeln eine vielschichtige, kraftvolle und berührende Bild-Sound-Text-Performance In Kooperation mit dem Erzbistum München und Freising, GEDOKmuc und Pfarrei Herz Jesu. Bilder, Musik und Sprache verweben sich zu einer vielstimmigen Erfahrung, die Fragen stellt, die heute so dringend sind wie eh und je: Was bedeutet es, als Frau Erkenntnis zu erlangen und sie gegen Widerstand weiterzugeben? Es entsteht ein lebendiges Portrait –ein Raum, in dem Maria Magdalena ganz neu erfahrbar wird.
Termin So, 07.06.2026
Beginn / Ende 19.00 Uhr / 20.00 Uhr, Mit Augusta Laa, Masako Ohta, Katharina Schellenberger Verantwortlich Magdalena Falkenhahn Eintritt kostenfrei
Ort Herz-Jesu-Kirche, Lachnerstr. 8, 80639 München Anmeldung So, 07.06.2026
Tanz und Poesie zum Sommer
Sie erleben Freude und Präsenz im Tanz, Sie lernen Kreistänze, die zum Weitergeben geeignet sind, und können sich inspirieren lassen von der sommerlichen Lebenskraft. Mit schwungvollen Kreistänzen und auch langsamen Bewegungen und Gedichten feiern wir den Sommer. Lassen Sie die sommerliche Lebenskraft in Ihr Herz fließen. Bei Sonne tanzen wir auch draußen.
Termin Sa, 25.07. – So, 26.07.2026
Beginn / Ende Sa, 09.30 Uhr / 18.00 Uhr, So, 09.00 Uhr / 13.00 Uhr
Mit Michaela Schillinger Verantwortlich Magdalena Falkenhahn Teilnahmegebühr EUR 85,00, ermäßigt EUR 72,00, Tagungspauschale (Speisen, Getränke, Raum): EUR 66,00; Übernachtung mit Frühstück: EUR 65,00; Abendessen (wenn Sie nicht übernachten): EUR 14,00
Ort Schloss Fürstenried, Forst-Kasten-Allee 103, 81475 München Anmeldung bis Fr, 12.06.2026
druck in Bild und Wort
Eine Methode zur Selbsterkenntnis durch einen intuitiven Collage-Prozess. Im Seminar gestalten Sie persönliche CollageKarten, die Ihre inneren Anteile widerspiegeln. In einem geschützten Rahmen „befragen“ Sie diese Bilder und lassen Ihre Intuition sprechen. Dieser kreative Selbstausdruck ermöglicht oft überraschende Einsichten zu Lebensfragen und schenkt wertvolle Orientierung für stimmige Entscheidungen.
Termin Fr, 04.09.– Sa, 05.09.2026 Beginn / Ende Fr, 12.00 Uhr / 18.00 Uhr, Sa, 09.00 Uhr / 17.00 Uhr Mit Katharina Kercher, Christel Klinger Verantwortlich Magdalena Falkenhahn Teilnahmegebühr EUR 160,00, ermässigt: EUR 139,00, Übernachtung EZ: EUR 88,00, Vollverpflegung 2 Tage: EUR 117,00 Ort Haus der Bayerischen Landwirtschaft, Rieder Str. 70, 82211 Herrsching Anmeldung bis Fr, 20.08.2026
Let it FLOW
Im Fluss sein mit Kalligraphie und Handlettering. Mit Pinseln, Brushpens und Stiften bringen wir, ausgehend von einfachen Linien, kreative Vielfalt zu Papier. Wir verbinden das achtsame Schreiben und Malen von Farben, Buchstaben und Worten mit bewusstem Atmen, kurzen Meditationen und Bewegungsübungen. Geeignet für Anfänger:innen und erfahrene Freund:innen des Schreibens und Gestaltens.
Termin Fr, 12.06. – So, 14.06.2026
Beginn / Ende Fr, 16.00 Uhr / 18.00 Uhr, Sa, 09.00 Uhr / 18.00 Uhr, So, 09.00 Uhr / 13.00 Uhr
Mit Rainer Michel
Verantwortlich Magdalena Falkenhahn Teilnahmegebühr EUR 139,00, ermäßigt EUR 118,00, Tagungspauschale (Speisen, Getränke, Raum) ohne Abendessen: EUR 77,00; Übernachtung mit Halbpension: EUR 161,00; 2x Abendessen (wenn Sie nicht übernachten): EUR 34,00
Ort Kloster Scheyern, Schyrenplatz 1, 85298 Scheyern Anmeldung bis Do, 21.05.2026

THEMEN
• Kontaktwesen Mensch
• Rückblickend nach vorne
kommentar
Berührt sein und berührt werden
PERSÖNLICHKEIT & PÄDAGOGIK
der blick zurück schafft orientierung
Was es braucht
DDie Notwendigkeit von menschlicher Berührung für seelische und leibliche Gesundheit ist gut beforscht und unbestritten. Trotzdem ist „Human Touch“ ein seltenes Gut, und die mediale Entwicklung geht einen anderen Weg: Die meisten Berührungen am Tag gelten dem kalten Glas des Handy-Displays, dem harten Plastik der PC-Maus oder sonstigen Oberflächen toter Dinge.
Im Verhältnis dazu berühren wir Menschen oder Lebewesen nur selten, auch wenn wir mit ihnen leben. Die Einsamkeit und Leibfeindlichkeit der Zeit äußern sich darin, dass wir immer weniger berühren können und berührt werden. Das wirkt sich aus in den sozialen und politischen Krisen und auch destruktiv auf Bildungsprozesse, wie aktuelle Studien zeigen.
Denn Berühren und Berührt-werden, wenn sie einvernehmlich und wohlwollend geschehen, sind ein direktes Maß für das Empfinden von Wärme, Sicherheit und Vertrauen – in sich selbst und anderen. Diejenigen, die allein sind oder wenig bis gar keinen Körperkontakt haben, tragen schwer daran. Denn der Mensch ist ein Kontaktwesen: Berührung ist kein Luxusgut, sondern überlebenswichtig für Leib und Seele, erst recht für den Bezug zu sich selbst und zur Welt.
Wie der Philosoph Husserl sagt, ermöglicht es den primären Selbstbezug: Wir nehmen dadurch nicht nur die Außenwelt als mit uns verbunden wahr, sondern spüren „uns selbst als Leib“.
Der Tastsinn ist auch der erste Sinn, der uns bestimmt – und der, der bis zuletzt bleibt. •


dr. karin hutflötz ist Referentin für Persönlichkeitsbildung
Zwischen allgemeinen Ratgeberformeln und Zukunftsbildern geht leicht verloren, was dem eigenen Leben und Brauchen wirklich entspricht. Das findet sich eher im Rückblick: Wenn der Blick auf die eigene Erfahrung von Sinn und Stimmigkeit zum Kompass wird und qualitativ Orientierung geben kann.
// von karin hutflötz

WWie lassen sich Antworten finden auf die Frage nach dem guten Leben, philosophisch gefragt. Oder persönlichkeitsbildend gewendet: Was braucht es im je eigenen Leben, um mehr Ruhe und Gelassenheit, zugleich Fülle und Lebendigkeit zu erfahren? Meist gehen wir dabei aus von dem, was wir meinen zu wollen, entwerfen Zielvorstellungen und Wunschbilder der Zukunft. Diese speisen sich aber meist aus entfremdeten Bildern, aus Fantasien darüber, was man vermeintlich braucht, was allgemein erfüllt oder glücklich machen soll.
Für alle und keinen?
Im Modus des „Man“ ist aber nicht zu antworten auf die Frage, was es auf dem eigenen Lebensweg denn gerade braucht, was zu viel ist und was zu
wenig. Dies variiert individuell, ist biografisch bedingt und wandelt sich situativ: Je nach Lebensphase, Beziehungssituation und sozialem Kontext wird die Antwort anders ausfallen. Dennoch sind wir daran gewöhnt, Lebensfragen unpersönlich zu stellen. Nicht uns selbst zu befragen, was wir jeweils brauchen. Ratgeberliteratur und Medien fragen häufig: „Was braucht es in Zukunft?“ oder „Was macht uns glücklich?“ – als ließe sich darauf eine allgemeine Antwort geben. Solche Fragen, impersonal gestellt, bleiben aber unterbestimmt und führen, wie Nietzsche sagt, nur zu Antworten „für alle und keinen“.
Kein Was, sondern ein Wie Wie können wir aber sinnvoll fragen und hilfreich antworten auf die Frage nach dem, was es für eine Person je-
Unsere Angebote zur Persönlichkeitsbildung zielen auf transformative Erwachsenenbildung. Mit innovativer Didaktik und fundiertem Wissen im Schnittfeld von Pädagogik, Psychologie und Philosophie: Wer bin ich, und wie lernen wir uns in Vielfalt anzunehmen? Wie können wir Begegnungen und Beziehungen besser gestalten? Wie gelingen persönliche Entfaltung und gemeinsames Wachstum?
Über den abgebildeten QR-Code gelangen Sie direkt zu allen Angeboten des Bildungsbereichs Persönlichkeit & Pädagogik

weils braucht, um gut oder besser unterwegs zu sein? Meist ist die Frage schon falsch gestellt, weil das, was es braucht, kein Etwas ist, sondern ein anderes Wie: ein stimmigeres Verhältnis im Tun und Lassen zu finden. Viele leiden an einem Zuviel oder Zuwenig, da ist etwas aus der Balance geraten und es gilt ein neues Maß zu finden, ein je anderes Verhältnis für sich zu bestimmen. Wie gelingt es, Stress oder Druck zu reduzieren, wenn man sich zu lange verausgabt (hat) an einer gefühlt falschen Stelle? Wie schafft man es, einen Mangel zu beheben oder wieder mehr Fülle zu erfahren in einem für sich selbst wichtigen Lebensbereich?
Der Blick zurück als Orientierung
Der Blick in die Zukunft – so angestrengt und wunschdiktiert er auch sein mag – hilft dabei nur wenig. Die Zukunft bleibt offen und ist per se ungewiss: Wir stehen davor wie „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ (1818) bei Caspar David Friedrich: eine Projektionsfläche, auf die sich diffuse Wünsche oder Ängste legen können. In diesem Bann fremder Bilder wird es schwer, sich selbst noch zu spüren und eigene Bedürfnisse wahrzunehmen, geschweige denn, sich hinsichtlich eigener Ressourcen und Möglichkeiten zu verorten in der Welt. Hilfreicher ist der aufmerksame Rückblick auf die eigene Biografie und in Erinnerungen auf fundiertes Erfahrungswissen zurückzugreifen. Die Psychologin Tatjana Schnell zeigt mit empirischer Sinnforschung: Wer sich selbst zuhört und erinnert, erkennt Muster und findet Orientierung: Wo habe ich Fülle erlebt, Freude oder Schönheit? Wobei vergesse ich die Zeit? Mit wem, an welchen Orten erfahre ich Ruhe und Lebendigkeit zugleich? Im geduldigen Sich-zuhören und Antworten darauf zeigt sich, was es braucht. Daraus entsteht ein stimmiges Wünschen und Wollen, das tragfähig sein kann auch für neue Wege in die Zukunft. •
highlights aus unserem angebot
In Kontakt gehen
Verbunden von Anfang an
Was Geburt für unser Leben bedeutet –persönlich wie gesellschaftlich. Und wie die Arbeit mit inneren Anteilen (IFS) frühe Erfahrungen heilsam integrieren kann. Welche Auswirkungen haben Geburtserfahrungen auf das spätere Leben – und in welchen Situationen können sie uns behindern oder bestärken? Vor allem widmen wir uns der Frage, wie auch schwierige Geburtserfahrungen mit ihrer verborgenen Weisheit für innere Entwicklung nutzbar gemacht werden können. Und was gibt Halt – in einer so existenziellen Schwellen-Situation im Leben und Moment zwischen Verletzlichkeit und Stärke?
Termin Fr, 08.05.2026
Beginn / Ende 09.00 Uhr / 16.00 Uhr
Mit Dr. Lena Adams
Verantwortlich Magdalena Falkenhahn Teilnahmegebühr EUR 90,00
Ort Online via Zoom
Anmeldeschluss Mi, 06.05.2026
Ein Ende kann ein Anfang sein
In diesem ganztägigen Seminar laden wir dazu ein, gemeinsam innezuhalten, bewusst auf das Vergangene zu schauen und zu erkunden, welche neuen Möglichkeiten für zukünftige Schritte und stimmige Lebensgestaltung entstehen können. Wir bieten einen geschützten Raum, um dem vergangenen Lebensabschnitt Aufmerksamkeit zu schenken, um den eigenen Weg mit neuer Klarheit wieder zu entdecken und weiter zu gehen. Mit vielfältigen Methoden aus der Familienbildung und Biografiearbeit wagen wir den Blick in die Zukunft.
Termin Fr, 03.07. 2026
Beginn / Ende 10.00 Uhr / 18.00 Uhr
Mit Judith Terhar Verantwortlich Magdalena Falkenhahn Teilnahmegebühr EUR 90,00, Tagesverpflegung (ohne Mittagessen): EUR 15,00 Ort Domberg-Akademie, Seminarraum, Untere Domberggasse 2, 85354 Freising Anmeldeschluss Do, 25.06.2026
Konfliktkompetenzen stärken
In diesem ganztägigen Seminar lernen Sie Werkzeuge und Haltungen aus der Mediation kennen, die im Alltag, in privaten und beruflichen Konflikt-Situationen eingesetzt werden und weiterhelfen können. Neben viel Wissen zu Konfliktkompetenzen und deren verbindendem wie kreativem Potential, stehen im Seminar Grundlagen der Mediation nach dem Konzept von Karin Stangassinger und das konkrete Üben und praktische Anwenden nach den Methoden der Gewaltfreien Kommunikation (GFK nach M. Rosenberg) im Mittelpunkt.
Termin Sa, 09.05.2026
Beginn / Ende 10.00 Uhr / 17.00 Uhr
Mit Josef Stellner
Verantwortlich Magdalena Falkenhahn
Teilnahmegebühr EUR 90,00, Tagesverpflegung (ohne Mittagessen) EUR 15,00 Ort Domberg-Akademie, Seminarraum, Untere Domberggasse 2, 85354 Freising Anmeldeschluss Di, 28.04.2026
Innere Sicherheit oder:
Was hält und trägt?
In dem ganztägigen Seminar wird erfahrbar, wie Stabilität von innen heraus entstehen kann: als Ressource, die nicht nur individuelle mentale Gesundheit schützt, sondern auch einen konstruktiven gesellschaftlichen Umgang mit Herausforderungen und Bedrohungen ermöglicht. Denn das subjektive, persönliche Erleben von Gehalten- oder Getragensein spielt eine zentrale Rolle für alles, was menschliches Leben lebenswert macht: von persönlicher Entwicklung, Selbstverwirklichung bis zu gelingenden Beziehungen und gesellschaftlichem Engagement.
Termin Sa, 11.07. 2026
Beginn / Ende 10.00 Uhr / 18.00 Uhr
Mit Maria Bliklen
Verantwortlich Magdalena Falkenhahn Teilnahmegebühr EUR 90,00, Tagesverpflegung inkl. Mittagessen: EUR 39,00 Ort Bildungshaus St. Martin Bernried, Klosterhof 8, 82347 Bernried
Anmeldeschluss Di, 09.06.2026

THEMEN
• Zukunft der Pastoral im Pfarrverband Pasing
WERKSTATT ZUKUNFT
interview mit pfarrer alois emslander
Kirche neu denken
In Zeiten immer größer werdender Pfarrverbände und weniger Personal stellt sich die Frage: Wie geht Kirche vor Ort? Alois Emslander hat zusammen mit seinem Team und Ehrenamtlichen im Pfarrverband Pasing einen Prozess des Hinübers begonnen. // von claudia pfrang
SSie haben ein „Projekt zur Zukunft der Pastoral im Pfarrverband Pasing“ gestartet. Mit welcher Intention bzw. was wollen Sie erreichen?
Wir wollen unser kirchliches Handeln, also alles, was wir hier vor Ort tun, anschauen und im Sinne des Gesamtstrategieprozesses der Erzdiözese auf Wirksamkeit hin beleuchten. Ziel soll es sein, den Kern unseres Glaubens in den Mittelpunkt zu stellen und im Heute erlebbar zu machen. Wenn Dinge aus der Vergangenheit uns daran hindern, wollen wir dies bewusst ändern.
Sie haben an der hinüber Manufaktur teilgenommen, welche Gedanken nahmen Sie für Ihren Prozess mit?
Ich nehme besonders mit, dass es Mut und ein Aktivwerden braucht. Wir alle wissen, welchen Stellenwert wir als Kirche in der Gesellschaft haben, wie wir wahrgenommen werden und welche Veränderungen notwendig sind. Mir ist bewusst geworden, dass es ein entschiedenes und aktives Handeln benötigt, um nicht im Lamento der gegenwärtigen Situation unterzugehen. Wie unser Erzbischof Kardinal Reinhard Marx immer wieder betont: „Unsere Botschaft, das Evangelium, hat Zukunft.“
Ihr Projekt steht unter der Überschrift: „hinüber. DAMIT KIRCHE ANDERS WIRD.“ Was verbinden Sie damit? Wo muss die Kirche wirklich „anders“ werden?
Mich und unser Seelsorge- und Verwaltungsteam spricht die unterschiedliche Bedeutung des Wortes „hinüber“ sehr an. Es ist ein guter Dreiklang von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ich denke,
es gibt tatsächlich Dinge, Angebote, Formen, die ihre Zeit hatten und in diesem Sinne „hinüber“ sind. Sie binden viele Ressourcen und strahlen gleichzeitig keine Hoffnung und Zukunft mehr aus. Alle sind beispielsweise frustriert, dass zu wenige zu Gottesdiensten, Veranstaltungen und Angeboten kommen. Hier gilt es mutig zu entscheiden, Dinge zu beenden, dafür andere Wege zu gehen, Neues zu wagen, andere Schwerpunkte zu setzen. Mir geht es nicht darum, Dinge zu reduzieren, sondern zu verändern, neue Kooperationen und Aufbrüche für Veranstaltungen und Angebote zu schaffen.
Haben Sie bereits jetzt (in der Startphase des Projekts) eine Einschätzung, was immer noch so wertvoll ist, dass man es „hinüber retten“ sollte?
Ich denke, unsere etablierten und in den letzten Jahren entwickelten und weiterentwickelten Formen von Gottesdiensten, ob Eucharistiefeiern oder alternative Formen, werden wir hinüber retten. Hier erleben wir durchaus schon Aufbrüche und können neue oder andere Personengruppen ansprechen.
Mit welchen Mitteln und auf welchem Wege wollen Sie mit Hilfe des Projekts „hinüber kommen“?
Für das Projekt haben wir ein Projektteam aus Haupt- und Ehrenamtlichen gegründet. Neben dem Seelsorge- und Verwaltungsteam sind 15 ehrenamtlich tätige Menschen dabei (u.a. aus gewählten Gremien, aber nicht nur). In diesem Team und anhand der vier Grundvollzüge der Kirche wollen wir uns auf den Weg machen und mit dem Dreiklang des Wortes „hinüber“ arbeiten. Seit November 2025
treffen wir uns zu monatlichen Workshops, in denen wir im Team aktiv, synodal und dialogisch miteinander arbeiten. Dieses Format macht Freude und Mut. Den Beteiligten wird dabei auch zunehmend klar, dass Entscheidungen in einem Pfarrverband nicht immer leicht zu treffen sind, da viele Faktoren und Belange zu berücksichtigen sind. Bestärkend sind die Motivation und Leidenschaft, mit der über Zukunft von Kirche nachgedacht wird. Gleichzeitig wurde uns schnell klar, wie schmerzlich Abschiede und Entscheidungen zur Beendigung von Dingen fallen können.
Nicht wenige Gläubige haben resigniert. Woher nehmen Sie die Hoffnung, dass es eine gute „Zukunft der Pastoral im Pfarrverband Pasing“ geben und dass Kirche „anders“ wird?
Weil ich Veränderung auch in den letzten fast fünf Jahren meiner Tätigkeit hier im Pfarrverband Pasing erlebe. Es ist schon einiges anders geworden, offener, ansprechender.
Mut macht mir, dass wir so viele Mitmacher:innen gefunden haben, die Lust und Neugier haben, mit uns zu gehen. Und ich glaube, wir gehen nicht allein. Ein für mich persönlich wichtiges Bibelwort lautet: „Seid gewiss, ich bin bei Euch, alle Tage, bis zum Ende der Welt.“ Das motiviert mich jeden Tag für eine gute Zukunft von Kirche, besonders vor Ort, zu arbeiten. •

dr. claudia pfrang ist Direktorin der Domberg-Akademie



Ökodetektive – das
True-Crime-Abenteuer im Herzen der Natur
BILDUNGS LABOR
• So entwickelt sich spielend lernen
Die Domberg-Akademie entwickelt aktuell ein Adventure Game zum Thema Biodiversität und Artensterben. Durch dieses spannende Format sollen die Spieler:innen die Dramatik des Biodiversitätsverlusts hautnah erleben können. Veröffentlicht wird das fertige Spiel voraussichtlich Ende 2026. Erhalten Sie hier einen exklusiven Einblick in den Entstehungsprozess. // von kathrin steger-bordon
NNiemand bestreitet, dass Kleinkinder durch Spielen lernen, dass sie das Spielen sogar brauchen, um sich zu entwickeln und neue Synapsen in ihrem Gehirn zu bilden. Im Jugend- und Erwachsenenalter jedoch wird dem Spielen plötzlich kein Lerneffekt mehr zugeschrieben. Es ist ein Hobby – sozusagen ein Ausgleich zum anstrengenden, meist frontalen Lernen. Dabei können Spiele an so vielen Ebenen des Lernens ansetzen: Sie erfordern ein Mitdenken, fördern Kombinatorik und erhöhen die intrinsische Motivation durch Immersivität, also das Eintauchen in eine fiktive Welt. Scheitern ist beim Spielen einkalkuliert und als Lernerfahrung sogar angelegt.
Die Domberg-Akademie hat bereits zwei Spiele entwickelt: Das Escape Game – Klimaprofis, saving tomorrow, das die Spieler:innen auf eine Reise ins Venedig der Zukunft mitnimmt, um die Stadt vor den Folgen des Klimawandels zu schützen. „Die Geheimprotokolle des Professors“ sind ein Adventure Kartenspiel, in dem die Spieler:innen einen Korruptionsskandal um einen Lokalpolitiker aufdecken und dabei lernen, Verschwörungstheorien von Fakten zu unterscheiden.
Einblicke in den aktuellen Entstehungsprozess Von Februar bis Herbst 2026 setzt Kathrin Steger-Bordon die Ökodetektive gemeinsam mit den Spieleentwicklern Basti Grünwald und Hans Pieper um. Nach der Themenrecherche wurde das Spielszenario entwickelt. Aktuell wird das Spieleskript ausgearbeitet. Nach der graphischen Umsetzung wird das Gamedesign intensiv getestet. Neu bei diesem Spiel: Es wird zusätzlich zu den Karten auch eine digitale Version des Spiels geben. Gefördert wird das Projekt durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz sowie die Katholische Erwachsenenbildung in Bayern.
Interview mit den Spielentwicklern gefördert durch
Wir haben Hans Pieper und Basti Grünwald nach Einblicken in ihre Arbeit gefragt:
Wie kommt man denn als Spieleentwickler:in von einer Themenidee zur Story?
Grünwald: Der Weg beginnt für mich fast immer mit Recherche. Gerade bei Serious Games schaue ich mir an, wie das Thema in der Realität funktioniert: Ich lese viel, schaue Dokumentationen und sammle Eindrücke – ähnlich wie ein Journalist. Währenddessen halte ich Ausschau nach Momenten, die sich gut in interaktive Mechaniken übersetzen lassen. Diese Bausteine sammle ich und forme daraus eine Geschichte. Was dramaturgisch funktioniert, bleibt drin, und was nicht passt, sortiere ich aus. Pieper: Für mich ist die Geschichte der wichtigste Teil eines Spiels. Sie muss spannend und nachvollziehbar sein, dann bietet sie auch die Basis für gute Rätsel und schöne Spielmechaniken. Von der Grundidee aus stelle ich mir folgende Fragen: Wer hat warum welches Problem? Wie wird er es lösen (oder daran scheitern) und was passiert auf dem Weg dorthin?
Aus eurer Sicht: Warum ist es sinnvoll, „spielend“ zu lernen?
Grünwald: Ein Spiel macht die Folgen des eigenen Handelns unmittelbar. Auch die Forschung belegt: Es erzeugt direktes Feedback und schafft ein emotionales Erlebnis, das weit stärker wirkt als Frontalunterricht. Solche Momente bleiben hängen – oft ein Leben lang, weil sie besonders sind und damit echte Erkenntnisse ermöglichen.


Pieper: Wenn man mich nach Jahreszahlen zur französischen Revolution fragt, die ich aus einem Schulbuch auswendig lernen musste, wird da nicht viel kommen. Aber die Nummern, Namen und Entwicklungsstufen von 100 Pokémon? Kein Problem! Das zeigt: Spielend lernt es sich sehr oft einfach viel unverkrampfter, leichter und dauerhafter.
Könnt ihr uns schon etwas aus dem kommenden Spiel verraten?
Pieper: Eine Gruppe cleverer Detektive wird in einen spannenden Fall verwickelt: Die Erträge auf einem Bauernhof gehen konstant zurück, und der rivalisierende Nachbar verhält sich merkwürdig. Doch was zuerst wie ein übler Streit mit Sabotage aussieht, entpuppt sich als viel größeres Problem mit ungeahnten Akteur:innen und Zusammenhängen.
Grünwald: Ich bin für den digitalen Teil zuständig. Ich liebe haptisches Material, aber es hat sich gezeigt, dass auch eine digitale Version Vorteile bringt. Sie ist leichter verfügbar und für viele Menschen barriereärmer, etwa bei Leseschwäche. Deshalb entwickeln wir beides, eine haptische Ausgabe zum Anfassen und eine digitale Variante, die man direkt online spielen kann. •

kathrin steger-bordon ist Referentin für Politische Bildung, Umwelt und Nachhaltigkeit


Erinnerung und die Zukunft der Demokratie
Oberstudienrätin Havva Doksar forscht zur Erinnerungskultur in Europa mit Fokus auf den Genozid von Srebrenica. Sie leitet mit Prof. Dr. Markus Gloe das Forschungsprojekt „Die Kinder des Balkans – Zwischen Identitätsfindung, Nationalbewusstsein und Religiosität: Bosnien und Herzegowina“ am Geschwister-Scholl-Institut der LMU München. Wir haben mit ihr darüber gesprochen, was wir daraus für die Erinnerungsarbeit in Deutschland lernen können. // von thomas steinforth
WWas ist „Erinnerungskultur“, und warum ist sie wichtig für die Demokratie?
Erinnerungskultur ist kein statisches Bewahren von Fakten und umfasst nicht nur das Gedenken an historische Ereignisse, sondern auch die Art und Weise, wie Geschichte gedeutet, vermittelt und politisch gerahmt wird. Für Demokratien ist sie von zentraler Bedeutung, weil sie normative Orientierung bietet. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit schafft Bewusstsein für die Fragilität demokratischer Ordnungen, stärkt Empathie gegenüber Opfern und fördert die Bereitschaft zur Übernahme politischer Verantwortung. Wo Erinnerung plural, kritisch und inklusiv gestaltet wird, trägt sie zur Legitimation demokratischer Institutionen und zur Resilienz der Gesellschaft bei.
Wird Erinnerung instrumentalisiert, kann sie zur Spaltung beitragen. Demokratische Erinnerungskultur bedeutet daher auch die Offenheit für unterschiedliche Perspektiven und die Bereitschaft, historische Verantwortung zu übernehmen.
Sie forschen zur Erinnerung an den Genozid von Srebrenica. Was können wir daraus für Deutschland lernen? Der Genozid von Srebrenica steht exemplarisch für die Frage, wie Gesellschaften mit extremen Gewalterfahrungen umgehen. Hier zeigt sich bis heute, dass Erinnerung politisch umkämpft sein kann. Dabei prägen unterschiedliche Narrative über Opfer- und Täterrollen sowie unterschiedliche Diskurse über die gemeinsame Geschichte die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und erschweren eine einheitliche Aufarbeitung. Zudem können fehlende gemeinsame Bildungsstandards demokratische Entwicklungsprozesse schwächen.

Für Deutschland bedeutet dies, dass Erinnerungskultur eine kontinuierliche gesellschaftliche Aufgabe ist. Erinnerung braucht institutionelle Verlässlichkeit, denn die Anerkennung historischer Verbrechen darf nicht von wechselnden politischen Mehrheiten abhängig sein. Multiperspektivität und kritisches Denken sind unerlässlich. Gleichzeitig sollte Erinnerung generationenübergreifend gestaltet werden, damit insbesondere junge Menschen, auch mit Migrationsgeschichte, ihre Erfahrungen mit kollektiven historischen Narrativen in Beziehung setzen können. Dieser Ansatz liegt unserem Forschungsprojekt zugrunde.
Welchen Beitrag kann die politische Bildung zur Erinnerungskultur leisten? Politische Bildung geht über die bloße Vermittlung historischer Fakten hinaus und versteht sich als reflexive Praxis gesellschaftlicher Selbstverständigung. Ihr Beitrag liegt in drei Dimensionen: der Förderung politischer Mündigkeit, der Entwicklung pluralistischer Werthaltungen und der Prävention zukünftiger Gewalt.
Eine demokratische Erinnerungskultur basiert auf Anerkennung, Empathie und Verantwortung. Politische Bildung

Unsere Interviewpartnerin Oberstudienrätin Havva Doksar
schafft Räume, in denen unterschiedliche Perspektiven dialogisch verhandelt werden. Junge Menschen sollen befähigt werden, zwischen Fakten, Deutungen und Instrumentalisierungen zu unterscheiden und historische Gewalterfahrungen in größere Zusammenhänge von Macht, Ideologie und Diskriminierung einzuordnen. Gerade in postkonfliktiven oder migrationsgeprägten Gesellschaften zeigt sich, dass politische Bildung Brücken schlagen kann: zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen individueller Biografie und kollektiver Verantwortung sowie zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen. •

dr. thomas steinforth ist Referent für Theologische Erwachsenenbildung



Workshop des Planungsteams: Ideensammlung und Vernetzung im wahrsten Sinne des Wortes.
wir feiern demokratie
Die Lange Nacht der Demokratie
Am 2. Oktober feiern Kommunen und Gemeinden in ganz Bayern die Vielfalt der Demokratie: Es wird diskutiert, nachgedacht, gefeiert, gewerkelt und vieles mehr. Die Domberg-Akademie ist sowohl in der bayernweiten Projektsteuerungsgruppe aktiv als auch bei der Organisation in Freising. Eine spannende Aufgabe, die die Kraft des Miteinanders spürbar macht. // von kathrin steger-bordon
• Erinnerungsarbeit in Deutschland
• Lange Nacht der Demokratie
AKTUELLE INFOS
Hier erfahren Sie mehr zur Langen Nacht der Demokratie in Freising
In Freising gehört die Domberg-Akademie zum Organisationsteam. Dieses lud im Juli 2025 zum Ideenworkshop ein, der den Startschuss der Planungsphase markierte. Es trafen sich 30 Personen aus 24 Organisationen, um erste Ideen zu „spinnen“, sich zu vernetzen und den Grundstock zu legen für das gemeinsame Fest der Demokratie im kommenden Jahr.
WWas bei den Langen Nächten der Demokratie passiert, lässt sich gar nicht so leicht beantworten, denn die vergangenen Jahre haben gezeigt: Sie sind vielseitig und einzigartig wie unsere Gesellschaft selbst. Fest steht, das bayernweit durchgeführte Veranstaltungsformat schafft Raum für Begegnungen zwischen Menschen aus den unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft. Durch seine niedrigschwelligen Angebote bringt es verschiedene Milieus zusammen. Als Event an attraktiven Locations und zentralen Orten der Stadt oder der Gemeinde ermöglicht es unmittelbare demokratische Erfahrungen: Politiker:innen und Bürger:innen, Zivilgesellschaft und Medienvertreter:innen

tauschen sich direkt aus – Demokratie wird dadurch greifbar und lebendig. Und nicht nur der Abend selbst lebt Demokratie, auch der Weg dorthin ist geprägt von Zusammenarbeit, Kooperation, Kompromissen und dem Einbringen der individuellen Stärken. Denn unterschiedliche Institutionen, Gruppen und Akteur:innen arbeiten zusammen daran, dass jede Lange Nacht der Demokratie auf ihre Weise ein Erfolg wird.
Bei der letzten Langen Nacht der Demokratie 2024 beteiligten sich 35 Kommunen in Bayern – 2026 werden es wohl noch mehr sein. Mittlerweile haben auch andere Bundesländer das Erfolgskonzept übernommen, und so fanden 2024 und 2025 erstmalig in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein Lange Nächte der Demokratie statt.
Auf bayernweiter Ebene berät die Domberg-Akademie diözesane Bildungseinrichtungen, die 2026 selbst eine Lange Nacht der Demokratie initiieren wollen. Zudem entwickelten wir zusammen mit der Medienstelle der Erzdiözese München und Freising einen Kurzfilm-Workshop, der kostenlos eingesetzt werden kann. Der Methodenbaustein und viele weitere Informationen rund um das Projekt, sind unter www.lndd.de zu finden.
Schon in dieser Arbeitsgruppe wurde die Vielfalt sichtbar, die die Lange Nacht der Demokratie ausmacht: Jung diskutiert mit Alt, Ehrenamt mit Hauptamt, Urfreisinger:innen mit Zugezogenen. Nun tritt das Projekt in die heiße Phase. So viel kann an dieser Stelle schon verraten werden: Es wird für jede:n etwas dabei sein. Von Ausstellungen und Führungen über Mitmachangebote wie Pub Quiz oder Speakers Corner über Lesungen und Vorträge bis hin zu Workshops. Und auch wer nur durch die Stadt schlendern will, wird auf seine/ihre Kosten kommen.
Das ausführliche Programm wird Anfang September unter https://www.freising.de/leben-wohnen/lange-nacht-derdemokratie zu finden sein oder Sie lesen darüber im kommenden Magazin.
„Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten“, sagte einst der ehemalige US-Präsident Abraham Lincoln. Wir laden daher alle Demokrat:innen ein, die Zukunft zu gestalten und am 2.10.2026 die Kraft der Gemeinschaft zu spüren. •

kathrin steger-bordon ist Referentin für Politische Bildung, Umwelt und Nachhaltigkeit

ANGEBOTE AUS DER KATHOLISCHEN ERWACHSENENBILDUNG
Themenbezogene Highlights sowie Workshops und Veranstaltungen von Kreisbildungswerken in der Erzdiözese München und Freising

kbw mühldorf
An die Ränder gehen
Ein Diakon gibt Geflüchteten Essen, Würde und Hoffnung
In Kooperation mit dem Bayerischen Roten Kreuz Mühldorf, Caritaszentrum Mühldorf, Pfarrei St. Nikolaus, Mühldorf
Den Aufruf von Papst Franziskus, die Kirche solle „an die Ränder gehen“, nimmt Günther Jäger aus Feichten wörtlich: Der Diakon hilft Geflüchteten auf Lesbos. In seinem bebilderten Vortrag gibt er bewegende Einblicke in seine Arbeit und in seine persönliche Motivation: „Gott liebt die Fremden!“
Termin Do, 07.05.2026
Beginn / Ende 19.00 / 21.00 Uhr
Mit Diakon Günther Jäger
Teilnahmegebühr kostenfrei Ort Pfarrheim St. Nikolaus, Kirchenplatz 9, Mühldorf am Inn Info / Anmeldung
https://www.kreisbildungswerk-mdf.de/ veranstaltung/42888_an-die-raender-gehen

landshut
erding
fürstenfeldbruck
dachau münchen ebersberg
mühldorf
berchtesgaden
garmisch-partenkirchen

dachauer forum
Sinn-Momente
Was das Leben aufleuchten lässt
Spiritualität trifft Kunst. Die große Frage nach dem Sinn des Lebens ist schwer zu beantworten. Viel leichter ist es zu schauen: Wann habe ich mein Leben als sinnerfüllt erlebt? Welche strahlenden Momente leuchten auf meinem Lebensweg?
Mit Methoden der Biografie-Arbeit sammeln wir Lebensschätze, die vielleicht auch durch dunkle Zeiten tragen können, und halten sie im zweiten Teil unter der Anleitung von Christina Körner malerisch fest.
Termin Sa, 09.05.2026
Beginn / Ende 14.00 / 18.00 Uhr
Mit Susanne Deininger und Christina Körner Teilnahmegebühr EUR 25,00
Ort Pfarrheim St. Ursula, Dorfstr. 7, 85221 Pellheim
Info https://www.dachauer-forum.de/ veranstaltung/sinn-momente-was-das-lebenaufleuchten-laesst/ Anmeldeschluss Mi, 06.05.2026

kbw erding
Stille – im eigenen Herzen finden Einführung in die kontemplative Meditation
Wir entdecken die Kraft der Stille – in den Wegen der christlichen Mystik. Mit einem Text eines Mystikers oder einer Mystikerin und einer kurzen Hinführung beginnt der Abend. Danach folgen einfache Körper-Übungen; sie führen hinein in die Wahrnehmung des Hier und Jetzt. Die Kontemplation, eine gegenstandslose Form der Meditation, ist der Schwerpunkt des Abends. Die regelmäßige Kontemplation führt zu mehr Gelassenheit und Achtsamkeit im Alltag.
Termin Mo, 11.05.2026
Weitere Termine Mo, 08.06. / Mo, 13.07.2026
Beginn / Ende jeweils 19.30 / 21.00 Uhr
Mit Nikolaus Hintermaier
Teilnahmegebühr EUR 7,00
Ort Bildungshaus der Franziskanerinnen, Kloster Armstorf, Dorfener Str. 12, 84427 St. Wolfgang
Info https://www.kbw-erding.de/veranstaltung/ 26733_stille-im-eigenen-herzen-finden Anmeldung nicht erforderlich

münchner bildungswerk
Auf dem Rasso-Pilgerweg um den Ammersee, Grafrath – St. Ottilien
Eine Kooperation mit dem Brucker Forum e.V. Die erste Etappe unseres Rasso-Pilgerwegs führt von Grafrath (S-Bahnhof) vorbei am Ampermoos über Zankenhausen zum Benediktinerkloster St. Ottilien, das seinen Namen einer alten Wallfahrt zur heiligen Odilie verdankt. Via Allee geht es zu Fuß zurück nach Geltendorf (S-Bahnhof) oder per Zug vom Bahnhof St. Ottilien. Weglänge ca. 16 km.
Termin Sa, 16.05.2026
Beginn / Ende 09.00 / 17.00 Uhr Mit Irmgard Deml, Pilgerbegleiterin Teilnahmegebühr EUR 14,00 Treffpunkt S-Bahnhof Grafrath, 82284 Grafrath
Info / Anmeldung https://www.muenchnerbildungswerk.de/veranstaltung/166746 Anmeldeschluss Do, 14.05.2026

kbw garmisch-partenkirchen
Mit Gottes Geist unterwegs
Die Apostelgeschichte
Ungehindert aufbrechen und mit dem Geist Gottes Neuem entgegengehen: Die Apostelgeschichte folgt dem Weg der ersten Christinnen und Christen nach dem Tod Jesu. Vortrag und Gespräch laden dazu ein, dieses biblische Buch auch als Basis für eine Kirche und Gesellschaft zu entdecken, die trotz aller Hindernisse zuversichtlich in die Zukunft blickt.
Termin Fr, 26.06.2026
Beginn / Ende 20.00 / 21.30 Uhr
Mit MMag. Dr. theol. Reinhard Stiksel Teilnahmegebühr kostenfrei
Ort Kath. Pfarrheim Murnau, Mayr-Graz-Weg 1, 82418 Murnau am Staffelsee Info / Anmeldung
https://www.kreisbildungswerk-gap.de/ veranstaltung/25169_mit-gottes-geist-unterwegs-die-apostelgeschichte

kbw ebersberg
Maria Magdalena – Apostelin der Apostel Seminar zum 10-jährigen Jubiläum des Apostelinnenfestes
Im Seminar entdecken wir die biblische Maria Magdalena und setzen uns mit ihrer Rolle auseinander. Kritisch beleuchten wir auch die Rolle der Frauen in der Kirche und lassen uns von Maria Magdalena und ihrem Mut inspirieren.
Termine Di, 09.06.2026
Beginn / Ende 19.30 / 21.30 Uhr
Mit Pia Hödl-Brandani, Religionslehrerin, Gottesdienstbeauftragte Teilnahmegebühr EUR 5,00
Ort KBW-Geschäftsstelle, Pfarrer-Bauer-Str. 5, 85560 Ebersberg
Info / Anmeldung https://www.kbw-ebersberg. de/veranstaltung/37510_maria-magdalenaapostelin-der-apostel
Anmeldeschluss Mo, 01.06.2026

kbw berchtesgadener land
Pilgern für den Frieden Auf dem Soleleitungsweg von Berchtesgaden in die Ramsau
Eine Kooperation mit dem Friedensbüro Salzburg Entlang des historisch interessanten Soleleitungswegs (ca. 18 km) gibt es Stationen mit Gedanken zum Frieden und Infos zum Weg. „Habt Salz in Euch und haltet Frieden untereinander“ – dieses Bibelzitat begleitet die abwechslungsreiche Wanderung. Bitte unterwegs an Selbstverpflegung denken; mittags besteht die Möglichkeit zur Einkehr. Rückfahrt kann mit dem Linienbus erfolgen.
Termin Sa, 11.07.2026
Beginn / Ende 08.00 / 17.30 Uhr
Mit Claudia Portenkirchner, Max Aman Teilnahmegebühr EUR 20,00
Treffpunkt Stiftskirche, Schloßplatz 4, 83471 Berchtesgaden
Info / Anmeldung
https://www.bildungswerk-bgl.de/ veranstaltung/24008_pilgern-fuer-den-frieden Anmeldeschluss Di, 07.07.2026

brucker forum
Ökumenische Reihe: Christsein im 21. Jahrhundert Neu über Gott sprechen
Eine Kooperation der Kath. Pfarrgemeinde Gröbenzell und der Evang.-Luth. Zachäusgemeinde Gröbenzell
Wie können wir neu von Gott sprechen, dass es inspirierend und heilsam wirkt? Welche Bilder schützen das Gottesgeheimnis vor Verflachung und ermöglichen eine erfrischende Berührung?
Termin Di, 23.06.2026
Beginn / Ende 19.30 / 21.00 Uhr
Mit Thomas Bartl, Referent für theologische Bildung
Teilnahmegebühr kostenfrei
Ort Gemeindesaal der Zachäuskirche, Rathausstr. 8, 82194 Gröbenzell
Info https://www.brucker-forum.de/ veranstaltung/44996_oekumenische-reihe-christsein-im-21-jahrhundert

cbw landshut
Lebenskraft Glaube: Hildegard von Bingen – die Posaune Gottes
Hildegard von Bingen hat in der Zeit des hohen Mittelalters, in der Frauen nichts zu sagen hatten, mit großer Energie und Überzeugungskraft gewirkt. Nicht nur in ihrem eigenen Kloster - sie hatte Kontakt zu Papst, Kaiser und Königen ihrer Zeit. Die Kraft dazu schöpfte sie aus ihrem Glauben und ihrer Gottesbeziehung. Sie ist so zu einer wirklich starken Tochter Gottes geworden. Ihre Sicht von Gott und Welt können auch der Gegenwart noch vieles sagen.
Termine Do, 17.09.2026
Beginn / Ende 19.00 / 20.30 Uhr
Mit PD Dr. Gabriele Zieroff
Teilnahmegebühr kostenfrei
Ort CBW-Kursraum, Neustadt 534, 84028 Landshut
Info / Anmeldung
https://www.cbw-landshut.de/veranstaltung/ 66501_lebenskraft-glaube-hildegard-von-bingendie-posaune-gottes

Alles beginnt mit der Sehnsucht ...
Es war die Sehnsucht, Bildung neu zu denken, „um Menschen in ihrer Vielfalt gerecht zu werden“, die Dr. Karin Hutflötz 2022 zur Domberg-Akademie brachte. // von claudia pfrang

SSeitdem hat sie Persönlichkeitsbildung neu gedacht jenseits von Selbstoptimierung und Resilienzglauben. Es ging ihr immer um „Stimmbildung im Individuellen“, sich kennenlernen, zuhören können, sich selbst und andere reflektiert verstehen. Sie schaffte durch ihre Angebote Raum, damit Menschen Gelegenheit hatten, dem „Gespräch eine Stätte“ zu bereiten und mit sich und anderen in Begegnung zu kommen.
Das hieß für Karin Hutflötz auch, Persönlichkeitsbildung nicht als unpolitische Auszeit zu sehen, um sich etwas Gutes zu tun, als Entspannung und Ausgleich von den Herausforderungen der Welt. Nein: Persönlichkeitsbildung hat mit Haltung zu tun. Den Menschen in seinen sozialen und wechselseitigen Bezügen zu sehen, innere und äußere Konflikte in Interdependenz zu betrachten.
In all dem ging es Karin Hutflötz nie um abstrakte Theorie, sondern darum mehr Raum für sinnliche und leibliche Erfahrung zu schaffen. Dass
Alles beginnt mit der Sehnsucht, immer ist im Herzen Raum für mehr, für Schöneres, für Größeres.
Das ist des Menschen Größe und Not: Sehnsucht nach Stille, nach Freundschaft und Liebe.
Und wo Sehnsucht sich erfüllt, dort bricht sie noch stärker auf.
Bilder und Farben wirkmächtige Mittel von Kommunikation und Sinndeutung sind, war ihr, die lange Zeit an verschiedenen Kunstakademien als Dozentin gewirkt hatte, ein tiefes Anliegen.
„Der geteilte Blick“, „Beyond Words“, „Sehen und gesehen werden“, „Zuhören können“, „innere und äußere Konflikte“ – dies ist nur eine kleine Auswahl an Formaten, die Karin Hutflötz bei der Domberg-Akademie entwickelt und geprägt hat.
Wir bedanken uns für das große Engagement!
Und diese Sehnsucht zieht Dr. Karin Hutflötz nun weiter zu neuen Aufgaben, für die wir ihr von Herzen viel Erfolg wünschen. •
Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache? „Alles neu macht der Mai ...“
Gerne unterstützen wir Sie dabei, unsere Angebote barrierefrei wahrzunehmen. Wenn Sie für eine Veranstaltung eine Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache benötigen, bemühen wir uns, diese für Sie zu organisieren.
Damit wir eine:n passende:n Dolmetscher:in anfragen können, bitten wir Sie, uns Ihren Bedarf möglichst frühzeitig mitzuteilen.

Bitte nehmen Sie dazu Kontakt per E-Mail mit uns auf: info@domberg-akademie.de
Gemeinsam klären wir die Details und suchen eine Lösung, damit Ihre Teilnahme für Sie so angenehm und zugänglich wie möglich ist. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind!
Wir haben das Buchungssystem auf der Website umgestellt. Unsere Veranstaltungen können Sie nun einfacher und schneller buchen. Über Funktionen wie den Warenkorb und das Anlegen eines Kundenkontos lässt sich Ihr Bestellvorgang bequem und einfach abwickeln.
Bei Fragen oder Problemen mit Ihrer Buchung melden Sie sich unter 08161 181-21 77 oder info@domberg-akademie.de.
UNSER SOLIDARMODELL –BILDUNG FÜR ALLE MÖGLICH MACHEN
* Um allen Interessierten die Teilnahme an unseren Bildungsangeboten offen zu halten, machen wir es möglich, ausgewählte Veranstaltungen kostenfrei oder ermäßigt zu besuchen.
In dem Solidarmodell der Domberg-Akademie kalkulieren wir eine empfohlene Teilnahmegebühr von EUR 9,00.
Ist es Ihnen nicht möglich, diese Teilnahmegebühr zu bezahlen, können Sie beim Buchen der Veranstaltung kostenfrei oder ermäßigt auswählen.
Wem es möglich ist, andere Teilnehmende mitzufinanzieren, kann freiwillig mehr bezahlen. Auch dies ist frei anwählbar bei der Buchung mit „*“ gekennzeichneter Veranstaltungen.
Weitere Informationen zum Solidarmodell und unserem vielfältigen Bildungsangebot, unseren Aktivitäten und Bildungsmaterial finden Sie auf unserer Website: www.domberg-akademie.de
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Alle Veranstaltungen finden Sie stets aktuell in unserem Veranstaltungskalender auf der Website. Hier können Sie sich auch bequem online für alle Angebote anmelden! www.domberg-akademie.de/veranstaltungen
KONTAKT
Domberg-Akademie
Hildegard Mair (Kursmanagement)
Untere Domberggasse 2 85354 Freising Tel.: 08161 181-21 77 info@domberg-akademie.de
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IMPRESSUM

da ist das Magazin der Domberg-Akademie
Stiftung Erwachsenenbildung der Erzdiözese München und Freising Untere Domberggasse 2 85354 Freising www.domberg-akademie.de
Verantwortlich für den Inhalt (V.i.S.d.P.): Dr. Claudia Pfrang, Direktorin
Redaktion DA: Dr. Claudia Pfrang, Melanie Waldinger, Dr. Thomas Steinforth, Geraldine Raithel
Konzeption Magazin: André Lorenz Media & Merchandise GmbH, www.andrelorenz.de
Gestaltung dieser Ausgabe: Geraldine Raithel
Lektorat: Kathrin Hoffmann
Bildbearbeitung: Holger Reckziegel
Druck: Lerchl-Druck e. K., Liebigstraße 32, 85354 Freising www.lerchl-druck.de
Gedruckt mit mineralölfreien Ökofarben auf 100% Recyclingpapier.

Bildnachweise: Cover, S. 4, 6–7, 15: iStock/rustemgurler // S. 8: shutterstock/Oktavian Lazar // S. 10/11: ©Hendrik Steffens, EOM/©Daniel Köberle/©Dionys Asenkerschbaumer, Bistum Passau // S. 12: iStock/ kieferpix // S. 13: ©: Warner Bros. S. 16: shutterstock/Andrii Medwediuk // S. 22: shutterstock/Piotr Krzeslak // S. 23: privat // S. 24: iStock/dimid_86 // S. 26: iStock/den-belitsky // S. 30: iStock/Joel Carillet, Havva Doksar // S. 31: Marita Hanold // S. 34: Günther Jäger/patrick-5E-_ orYLhs0-unsplash/Nicolaus Hintermaier // S. 35 oben: Irmgard Deml/KBW Ebersberg/Sylvio Krüger // S. 35 unten: Shutterstock AI/Max Aman/Gabriele Zieroff // alle Fotos der Mitarbeitenden der Domberg-Akademie: Fotoagentur Kiderle oder privat. Wir bemühen uns sorgfältig um die Bildrechte der von uns verwendeten Bildmotive. Sollten wir eines versehentlich vergessen oder falsch bezeichnet haben, bitten wir um Nachricht.


