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NOVEMBER 2026 108. Jahrgang
SPECIAL
SMA AUTOMA RT TI S I E R E N& E LE K TR I FIZ I E RE N Experten vermittelten die Auswirkungen des CRA auf Produkte und Prozesse – und wie sich die Vorgaben umsetzen lassen.
Fundiertes CRA-Wissen dank Praxis-Workshops
Editorial
Wenn Maschinen mitdenken – und sparen Früher war die Aufgabe klar: Eine Anlage musste schnell laufen und durfte nicht ausfallen. Den Stromverbrauch überließ man der Gebäudetechnik, die Sicherheit dem Werkszaun. Diese Zeiten sind vorbei. Heute entscheidet sich bereits im Schaltplan, ob eine Fabrik morgen noch wettbewerbsfähig ist. Vier Themen treiben unsere Branche dabei besonders um – und sie greifen direkt ineinander. Beginnen wir beim Geld und beim Klima. Strom ist teuer, die Vorgaben sind streng. Wer heute konstruiert, muss Energieflüsse in Echtzeit messen und Lastspitzen in der Steuerung abfangen. Oder gleich umdenken: Warum wandeln wir in den Hallen ständig Wechselstrom in Gleichstrom um und verlieren dabei wertvolle Energie, wenn Antriebe, Speicher und Solarmodule längst mit Gleichspannung arbeiten? Wie der Weg zur DC-Fabrik gelingt und welche Rolle künstliche Intelligenz im Energiemanagement spielt, lesen Sie ab Seite 36 – ein Vorgeschmack auf unseren Industrial Energy Summit im Dezember in Würzburg. Doch KI spart nicht nur Strom, sie verändert die gesamte Prozessführung. Viele träumen bereits von der völlig autonomen Fabrik. Aber müssen wir das letzte Prozent Autonomie wirklich um jeden Preis erreichen? Ein kluger Blick auf das autonome Fahren ab Seite 18 zeigt: Die letzten zwanzig Prozent verschlingen oft achtzig Prozent der Kosten. Wirtschaftlicher ist meist ein starkes Zusammenspiel aus menschlicher Erfahrung und maschineller Intelligenz – vorausgesetzt, die Anlage wurde von Beginn an dafür konstruiert. Nun baut aber niemand seine Werkshallen komplett neu, nur weil die Technik fortschreitet. Die bestehende Substanz zu modernisieren, ist oft der klügere Weg. Ein solches Retrofit braucht jedoch eine ehrliche Gesamtrechnung über die gesamte Restlaufzeit, wie wir auf Seite 48 zeigen – und wie wir es im März 2027 auf unserem Retrofit Innovation Day vertiefen werden. Denn eine neue Steuerung allein macht eine verschlissene Mechanik nicht wieder fit. Wer neue oder alte Maschinen vernetzt, öffnet allerdings auch Türen für Angreifer. Mit dem Cyber Resilience Act und der neuen Maschinenverordnung wird Cybersicherheit endgültig zur Pflicht im Pflichtenheft. Einzelne Schutzfunktionen reichen nicht mehr. Gefragt ist ein durchdachtes Konzept, das Netzwerke sauber trennt, Datenströme kontrolliert und lückenlos dokumentiert. Wie das in der Praxis aussieht, erfahren Sie ab Seite 30. Ob Energie, Autonomie, Retrofit oder Security: Die Disziplinen wachsen zusammen. Packen wir es an!
Herzlichst, Ihre
Ich freue mich sehr über Meinungen, Anregungen und Kritik an ute.drescher@vogel.de
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Inhalt
Inhalt AUSGABE 5
NOVEMBER 2026
SPEC IA L
Systematisch planen
AUTO SMART M E LE K ATISIE R E T RI F IZI E R N & EN ab S eite 1 8
Single Pair Ethernet verspricht eine durchgängige IP-Kommunikation bis in die Feldebene. Die Technologie entfaltet in der Praxis aber nur dann ihr Potenzial, wenn Hardware, Energieversorgung und Systemarchitektur von Beginn an aufeinander abgestimmt werden. Seite 22
Markt & Branche 6
800-Volt-Microgrid für Ferrrari Yacht
Wertvolle Hilfestellungen dank CRA-Workshops
gesponsert von: Bihl+Wiedemann
Software & Engineering 12 Embedded AI in der Automatisierung Wie das gelingen kann
14 Mehr Speed mit intelligentem Assistenten Wie sich der Aufwand halbieren lässt
16 Produkte und Lösungen
Special: Smart Automatisieren & Elektrifizieren 18 Auf dem Weg zur autonomen Anlage Wie KI die Zukunft der Produktion prägt
22 SPE-Projekte systematisch planen Alle Komponenten aufeinander abstimmen
24 Flexible Codelesung mit Highspeed-Option Der Codeleser Clever Reader
elektrotechnik 5 | 2026
28 Mehr Sicherheit in der Automation 30 Ganzheitliches Security-Konzept
Experten vermittelten die Auswirkungen des Cyber Resilience Act.
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Relais-Serie schließt Lücke
Sensorlösungen fit für die Zukunft machen
Titelstory 8
26 Zwischen SPSen und Steuergeräten
Fester Bestandteil der Produktverantwortung
32 Wenn Energie zum Engpass wird
Energie als Kern der Prozessarchitektur
34 Produkte und Lösungen
Verbinden & Versorgen 36 Wenn Effizienz auf Automation trifft
Der Industrial Energy Summit liefert Antworten
38 Montageebene statt simpler Schutz
Zukünftige Erweiterungen per Aufrasten
40 Der Schaltschrank als Live-Demonstrator Energiemessung in Aktion
42 Dezentrale Verteilung hilft beim Optimieren AC/DC-Wandlung am Verbraucher
44 Optimiert industrielle Prozesswärme Eine neue Leistungssteller-Serie
46 Produkte und Lösungen
Retrofit 48 Bestand modernisieren statt ersetzen Wann sich ein Retrofit rechnet
Inhalt Flexible Codelesung Mit zunehmender Informationstiefe ersetzen 2-D-Codes den klassischen Barcode. Der stationäre Codeleser Clever Reader liest alle gängigen 1-D- und 2-DCodes mittels kamerabasierter Erfassung. Seite 24
Live-Demonstrator Der Schaltanlagenbauer Senteg nutzt trotz kleiner Größe die Hard-und Software von Janitza und zeigt Kunden damit Energiemessung live in Aktion. Seite 40
50 Präzise Messtechnik für die Modernisierung IO-Link-fähige Sensoren
52 Maschinen aus den 70er Jahren digitalisiert Ein Beispiel von Siemens Energy Erfurt
Antreiben und Bewegen 54 Servoantriebe statt Hydraulik Sinkende Energiekosten
56 Produkte und Lösungen
Robotik & Automatisierung 57 Faszination Robotik
Der humanoide Roboter Iron
58 Mehr Flexibilität in der Montageautomation Mobile Roboterstationen
60 Cobot automatisiert die Magazin-Beladung Kontinuierliche Kartonverpackung
62 Gewaschene Textilien automatisch falten Industrie-Gasdruckfedern in Faltmaschine
64 Produkte und Lösungen
Standards 3 Editorial 65 Impressum 66 Finale elektrotechnik 5 | 2026
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Bild: ABB / Ferrari Hypersail
Markt & Branche
800-Volt-Microgrid für Ferrari-Yacht ABB hat eine Technologiepartnerschaft mit dem Projekt Ferrari Hypersail geschlossen. Ziel ist es, eine 100-Fuß-Tragflügel-Einrumpfyacht (rund 30 Meter), die vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben wird, mit modernsten elektrischen Systemen auszustatten. Für Ingenieure und Entwickler ist dabei vor allem die zugrundeliegende Energiearchitektur hochinteressant. Das technische Konzept der seetauglichen Yacht gleicht einem leistungsstarken, völlig
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autarken Microgrid. Die Systeme an Bord arbeiten mit 48 Volt und 800 Volt Gleichspannung. Dieses Netz muss die elektrische Energie für zentrale Systeme wie Navigation, Tragflügelsteuerung, Sicherheit und den Antrieb erzeugen, speichern und steuern. Das Boot muss wochenlang energieautark auf dem offenen Meer operieren. Die sensible Technik muss extremen Bedingungen wie Kälte, Salzwasser, hohem Druck und starken Erschütterungen dauerhaft standhalten. n
Angriffe auf OT-Netzwerke erreichen neue Eskalationsstufe
Materialquelle Schaltschrank
Die Industrieanlagen in Deutschland stehen zunehmend im Fokus von Cyberkriminellen und staatlichen Hackergruppen (APTs). Während Produktionsstillstände in der Vergangenheit oft „nur“ Kollateralschäden von IT-Ransomware-Angriffen waren, verzeichnen Sicherheitsexperten einen deutlichen Trend zu direkten OT-Manipulationen. Ein alarmierendes Beispiel ist der Einsatz der Schadsoftware „Frosty Goop“. Sie benötigt keine komplexen Firmware-Hacks. Stattdessen nutzt sie die fehlende Authentifizierung von Standardprotokollen wie Modbus TCP (Port 502)
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Physical AI gilt als nächster Evolutionsschritt der industriellen Digitalisierung. Der Begriff bleibt jedoch häufig abstrakt: Welche Technologien versetzen Maschinen in die Lage, ihre Umgebung zu erfassen, Situationen zu bewerten und eigenständig zu handeln? Die Antwort liegt im Zusammenspiel von fünf technologischen Bausteinen. Erst wenn Sensorik, KI, Rechenleistung, Vernetzung und Robotik ineinandergreifen, entsteht aus einem datengetriebenen System ein handlungsfähiger Akteur. NTT DATA zeigt, auf welchen fünf Technologien Physical AI aufbaut. Künstliche Intelligenz war lange vor allem auf die Analyse vorhandener Daten ausgerichtet. Physical AI erweitert diesen Ansatz um die direkte Interaktion mit der realen Welt. Kameras, Lidar und weitere Sensoren erfassen die Umgebung. KI-Systeme interpretieren die gewonnenen Infos und leiten daraus konkrete Aktionen ab. n
aus. Durch das Senden legitimer Schreibbefehle an ungeschützte Steuerungen werden Sollwerte manipuliert – mit drastischen Folgen für die physischen Prozesse. Sicherheitsexperten raten dringend dazu, veraltete Legacy-Protokolle konsequent zu isolieren und Anomalien im OT-Netzwerk automatisiert zu überwachen. Genau hier setzen spezialisierte Lösungen wie der Rhebo Industrial Protector an. Das System sorgt für lückenlose Transparenz im Produktionsnetzwerk (Level 1 und 2) und nutzt passive Anomalieerkennung. n
Wie ein einzelner KI-Agent ganze Systeme manipulieren kann
Bild: CISPA
Weidmüller möchte bei Schaltschränken bestehende Verwertungswege so verbessern, dass mehr Komponenten und Materialien erhalten bleiben. Dazu soll ein ausgedienter Schaltschrank zunächst digital analysiert werden. Die KI erkennt, welche Komponenten verbaut sind, ermittelt ihren möglichen Wert und ordnet sie verschiedenen Verwertungswegen zu. Manche Bauteile könnten direkt wiederverwendet oder aufgearbeitet werden. Andere eignen sich für ein Remanufacturing. Erst wenn eine höherwertige Nutzung nicht sinnvoll ist, geht es ins Recycling. Was sich weiterverwenden lässt, soll ein Roboter anschließend gezielt ausbauen. n
Bild: Rhebo GmbH
Bild: © industrieblick - stock.adobe.com
Markt & Branche
Gemeinsam mit ihrem Team hat Samira Abedini, Forscherin am CISPA Helmholtz Center for Information Security aufgedeckt, wie sich der schädliche Einfluss eines einzelnen KIAgenten wie ein Virus ausbreiten und die Entscheidungen einer ganzen KI-Gruppe manipulieren kann. Die Manipulation gelingt in offenen Netzwerken, wenn der Agent extrem stur („stubborn“) ist und gleichzeitig ausreichend Einfluss hat. n
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Die CRA-Workshops von Bihl+Wiedemann schlagen die Brücke von den abstrakten Vorgaben des Cyber Resilience Acts zur sicheren Umsetzung und Anwendung in der Praxis.
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Bild: Bihl+Wiedemann
Titelstory
Titelstory VOM CRA ZUR PRAXIS
Wertvolle Hilfestellungen dank CRA-Workshops Cybersecurity ist aktueller denn je – und der Informationsbedarf entsprechend groß. Um fundiertes Wissen zum CRA und dessen Auswirkungen auf Produkte und Prozesse – auch im Hinblick auf die bevorstehende Maschinenverordnung – zu vermitteln und die zahlreichen Fragen hierzu zu beantworten, führte Bihl+Wiedemann eine Reihe praxisnaher Workshops mit externer Unterstützung durch.
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ie beeinflusst der Cyber Resilience Act(CRA) Maschinen, Anlagen und Entwicklungsprozesse? Was verlangt er von Herstellern und wie können diese Compliance sicherstellen? Wie funktioniert konkret die strukturierte Erkennung und Bewertung von Cyberrisiken mit Threat Modeling „light“? Wie kann eine sinnvolle Einordnung und Anwendung von Security-Maßnahmen für Anlagen und Maschinen aussehen? Diese und weitere Themen rund um den CRA wurden 2026 in bundesweiten EinTages-Workshops von Bihl+Wiedemann aufgegriffen, praxisnah beantwortet und konkret an Geräten des Mannheimer Unternehmens angewendet. Teilgenommen haben über 150 Personen aus verschiedenen Branchen – ein wie erwartet hoher Zuspruch, der die Bedeutung des Themas unterstreicht.
Der Cyber Resilience Act wird ab dem 11. Dezember 2027 verpflichtend anzuwenden sein. Er gilt für alle Produkte, die digitale Elemente enthalten oder die Verarbeitung und Kommunikation von Daten ermöglichen – Merkmale, wie sie auf das Produktportfolio von Bihl+Wiedemann zutreffen. Ziel der Workshops war es daher, die Brücke zu schlagen von abstrakten Vorgaben des CRA zur sicheren Umsetzung und Anwendung in der Praxis. Im ersten Teil der Veranstaltung kam zunächst ein Experte des OT-Cybersecurity-Beratungsunternehmens TG Alpha aus Deggendorf zu Wort. Er gab einen regulatorischen Überblick über grundsätzlich relevante Richtlinien, Verordnungen und Gesetze und vertiefte die Inhalte des CRA. Verdeutlicht wurden zudem die Zusammenhänge zur EU-Maschinenverordnung, die ihrerseits bereits ab dem 20. Januar 2027 die Grundlage für CE-Zertifizierungen bilden wird, sowie die Wichtigkeit industrieller Cybersicherheit anhand konkreter Beispiele und Zahlen. So sind Unternehmen in Deutschland allein im Jahr 2025 im Zusammenhang mit Diebstahl, Industriespionage und Sabotage Schäden in Höhe von
Bihl+Wiedemann
knapp 290 Mrd. Euro entstanden – oftmals ermöglicht durch digital unsichere Produkte und fehlende Prozesse.
Praxisnahe Bedrohungsmodellierung am Beispiel eines ASi Gateways
Cybersecurity-Risiken systematisch erkennen und praxisnah bewerten können – darum ging es bei den Workshops von Bihl+Wiedemann.
Im Anschluss daran folgte der Praxisteil zum Thema Industrial Security von Bihl+Wiedemann. Die Experten des Unternehmens zeigten den Teilnehmern auf, wie sie Cybersecurity-Risiken systematisch erkennen und praxisnah bewerten können. Konkret geschah dies anhand eines ASi Gateways von Bihl+Wiedemann mit Webserver, OPC UA, Diagnoseschnittstelle, Display und Chipkarte – integriert in die Feldbuskommunikation zur SPS sowie zur Feldebene mit ASi und IO-Link Teilnehmern. Ausgehend von einem Anwendungsszenario ohne besondere zugangs- oder datentechnische Sicherheitsmaßnahmen wurde mithilfe der Threat-Modeling-Methode STRIDE (Spoofing of user identity, Tampering, Repudiation, Information disclosure, Denial of
Bild: Bihl+Wiedemann
Vom abstrakten Gesetz zur sicheren Anwendung
VERFASST VON
Thomas Rönitzsch
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Titelstory
Bild: Bihl+Wiedemann
nikation aktiviert und so vor unbefugtem Zugriff, Manipulation und Mitlesen schützt. Der Erfolg dieser Risikominderungsmaßnahme wurde für die Teilnehmer sofort live erlebbar, denn mit der Einrichtung der sicheren Konfiguration – insbesondere durch Rechtevergaben, Authentifizierung und Autorisierung – haben sich in der Neubewertung die zuvor ermittelten Risikoscores bei fast allen STRIDEBedrohungskategorien erheblich verringert. Selbst die in der Erstbewertung größte Bedrohung „Denial of Service“ hat sich dank der Benutzerverwaltung in die unkritische Risikoklasse ohne weiteren Handlungsbedarf verbessert. Zusätzlich wurden den Teilnehmern weitere Schutzmaßnahmen vorgestellt, die Bihl+Wiedemann für die jeweiligen Schnittstellen der Produkte vorgesehen und entsprechend dokumentiert hat und die jeweils im konkreten Kontext einer Maschine zu sehen sind.
Anforderungen und Verantwortlichkeiten durch den CRA.
service, Elevation of privilege) ein Bedrohungsmodell erstellt, das vielfältige Möglichkeiten für Cyberattacken von innen und außen aufzeigte. Analysiert wurden die Feldbus-, die Diagnose- und die ASi Schnittstelle, das Display als HMI, die Chipkarte, die Safe Link Kommunikation über das Diagnoseinterface sowie ein angeschlossenes ASi-5 Modul mit integriertem IO-Link Master. Die Teilnehmer hatten die Aufgabe, unterteilt in einzelne Gruppen mit eigenem Systemzugang, ihre jeweilige Schnittstelle hinsichtlich ihrer unbefugten Erreichbarkeit zu analysieren, zwei bis drei konkrete Risiken zu identifizieren und diese den passenden STRIDE-Bedrohungskategorien (Identitätsfälschung, Manipulation, Abstreitbarkeit von Aktionen, Offenlegung von Daten, Störung der Verfügbarkeit, Rechteausweitung) zuzuordnen. In einem nächsten Schritt wurden die Risiken von den Teilnehmern mithilfe eines Risk-Scoring-Modells bewertet. Kriterien waren der mögliche Umfang eines potenziellen Schadens, die Einfachheit der Risikoausnutzung sowie die Erkennbarkeit eines Angriffs – jeweils in der Einstufung gering, mittel oder hoch. Im Ergebnis ergaben sich drei entsprechende Risikoklassen, die keinen, einen zeitnahen oder einen sofortigen Handlungsbedarf anzeigten.
Benutzerverwaltung der ASi Gateways als effiziente Bedrohungsabwehr Ausgehend von der Liste der identifizierten Bedrohungen haben die Experten von Bihl+Wiedemann im Anschluss praxisnah erläutert, wie möglichen SecurityGefahren durch die sichere Konfiguration des ASi Gateways begegnet werden kann. Hierzu haben die Teilnehmer unter Anleitung auf dem Gerät eine Benutzerverwaltung eingerichtet, die zugleich Authentifizierung, Autorisierung und verschlüsselte Kommu-
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Der CRA im Zusammenhang mit der EU-Maschinenverordnung Der CRA wird ab dem 11. Dezember 2027 in vollem Umfang in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union gelten – für die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 (EU-MVO) wird dies bereits ab dem 20. Januar 2027 der Fall sein. Da sich beide Regelwerke mit Cybersecurity beschäftigen, sind die Experten von Bihl+Wiedemann bei den Workshops auch auf diese Thematik eingegangen. Sowohl beim CRA als auch in der MVO bildet die Risikoanalyse die Grundlage für Schutzmaßnahmen und Konformitätsbewertungen. Während im CRA Cybersecurity im Sinne des „Security by Design“ als eigenständige Produkteigenschaft betrachtet wird, regelt die MVO – und mit ihr die prEN 50742 als aktuelle Prüfgrundlage – Cybersecurity primär aus Sicht der funktionalen Sicherheit einer Maschine. Der CRA ist demgegenüber deutlich breiter angelegt, denn mangelnde Cybersicherheit von Produkten mit digitalen Elementen kann auch Auswirkungen außerhalb der funktionalen Sicherheit einer Maschine haben. Bihl+Wiedemann betrachtet Cybersecurity daher proaktiv in seinen Produkten und setzt zahlreiche Maßnahmen entsprechend den Anforderungen des CRA bereits um. Wer also solche CRA-konformen Produkte kauft und in seinen Maschinen einsetzt, ist erfahrungsgemäß bei der Prüfung der CybersecurityAnforderungen aus der Maschinenverordnung auf der sicheren Seite. Bei der Umsetzung unterstützen die Handbücher der betreffenden Produkte: Der Maschinenbauer definiert die Schnittstellen, die er nutzt, und kann im Kontext der Maschine die dort genannten Maßnahmen umsetzen, etwa die Benutzerverwaltung oder die Montage von Gateways in abschließbaren Schaltschränken.
ASi Technologie und Schutzmaßnahmen ermöglichen Maximum an Cybersecurity Was die Teilnehmer der CRA-Workshops ebenfalls mitgenommen haben, ist das Wissen, dass ASi technologiebedingt durch die physische Entkopplung zwischen TCP/IP und der Feldebene im Gateway sowie durch besondere Datenübertragungsmethoden netzwerkbasierte Angriffsvektoren auf ein Minimum reduziert. Dies wurde auch durch die STRIDE-Analyse
Titelstory bestätigt, bei der sich beispielsweise für die Bedrohungskategorie „Information Disclosure“ – also die Gefahr der Offenlegung vertraulicher Daten – für das ASi Gateway nur geringe Risikoscores ohne akuten Handlungsbedarf ergeben haben. ASi bietet also nur minimale Angriffsflächen – und ist gleichzeitig weitaus abhörsicherer als Ethernet-Protokolle, bei denen die Datenübertragung grundsätzlich durch handelsübliche Komponenten mitgelesen werden kann.
Die vorgestellten Schutzmaßnahmen erhöhen damit nochmals die Sicherheit der ohnehin abhörgeschützten ASi Technologie – für ein Maximum an Cybersecurity in der industriellen Kommunikation. Und sollten dennoch Schwachstellen erkannt werden, stellt Bihl+Wiedemann auf der eigenen Website eine zentrale Anlaufstelle für deren Meldung bereit und veröffentlicht dort auch entsprechende Informationen dazu. n
INFO
Frau Pfeiffer, Bihl+Wiedemann veranstaltet jedes Jahr themenbezogene Workshops. Das diesjährige Thema „Cyber Resilience Act“ – kurz CRA – lässt eine hohe Resonanz vermuten, oder? Anne Pfeiffer: Das ist richtig. Und die Nachfrage hat unsere ohnehin hohen Erwartungen nochmals übertroffen. Zahlreiche Teilnehmer haben sich zeitnah angemeldet, so dass viele Termine frühzeitig ausgebucht waren und wir zusätzliche Kapazitäten und Plätze schaffen mussten, um Wartelisten zu vermeiden. Das zeigt, wie hoch der Informationsbedarf rund um das Thema CRA war und auch immer noch ist.
Bild: Bihl+Wiedemann
CRA-Workshops von Bihl+Wiedemann – ein voller Erfolg Welche Mehrwerte haben die Teilnehmer besonders wahrgenommen? Anne Pfeiffer: Der Mehrwert lag für die meisten darin, dass Theorie und Praxis miteinander verzahnt wurden. Der regulatorische Teil sollte fundiertes Wissen vermitteln und Orientierung geben – die konkrete Umsetzung an einem ASi Gateway mit praxisnahen Hilfestellungen und Handlungsempfehlungen Sicherheit im Umgang mit dem CRA schaffen. Es sollte die Brücke geschlagen werden von den abstrakten Vorgaben des CRA zur sicheren Umsetzung und Anwendung in der Praxis. Glaubt man den Teilnehmern, ist dies in den Workshops wohl auch richtig gut gelungen.
Anne Pfeiffer, Marketing Specialist Wie viele Personen aus welchen Branchen bei Bihl+Wiedemann haben an den Workshops teilgenommen? Demnach war das Feedback der Teilnehmer Anne Pfeiffer: Insgesamt durften wir uns wohl positiv, oder? über etwa 150 Teilnehmer freuen, die aus ganz unterschiedliAnne Pfeiffer: Ja, die positiven Rückmeldungen vor Ort wie chen Bereichen kamen. Das Spektrum reichte von Maschinenauch im Nachgang der Veranstaltungen haben uns sehr gefreut herstellern gerade auch aus dem Sondermaschinenbau über und bestätigt. Viele Teilnehmer haben sich für die verständliche Anlagenbetreiber bis hin zu Systemintegratoren. Besonders Aufbereitung und den hohen Praxisbezug bedankt. Besonders spannend war der rege Austausch zwischen den Branchen, da geschätzt wurde, dass sie konkrete Ansätze mitnehmen konnalle vor ähnlichen Herausforderungen stehen. ten, die sie direkt im eigenen Unternehmen anwenden können. Ebenfalls positives Feedback haben wir für den bundesweiten Was waren die zentralen Inhalte der Workshops? Rahmen der Veranstaltungen erhalten und für die Auswahl der Anne Pfeiffer: Im Mittelpunkt stand zum einen die Darstellung verschiedenen attraktiven Locations wie den Heide Park in der wesentlichen Inhalte des CRA sowie der Überblick über Soltau, das Max-Morlock-Stadion in Nürnberg oder die Motorweitere grundsätzlich relevante Richtlinien, Verordnungen und world in Köln. Gesetze. Auch die Zusammenhänge zwischen CRA und EU-Maschinenverordnung waren ein Thema im ersten Teil, für den wir Und Ihr persönliches Fazit aus Sicht von Bihl+Wiedemann? einen externen Experten engagiert hatten. Im zweiten Teil, unse- Anne Pfeiffer: Beeindruckt hat meine Kollegen und mich die rem Part, ging es darum, wie sich Cybersecurity-Risiken systehohe Interaktivität zwischen Teilnehmern und Vortragenden matisch erkennen, bewerten und eliminieren lassen. Wir haben sowie der Teilnehmer untereinander. Es gab viele Fragen und das Thema sehr praxisnah umgesetzt. Die Teilnehmer konnten intensive Diskussionen – das zeigt, wie relevant und gleichzeianhand eines ASi Gateways von Bihl+Wiedemann in Gruppentig komplex das Thema ist. Genau dieser Austausch macht arbeit verschiedene Cyberrisiken identifizieren, in Bedrohungsunsere Workshops so wertvoll. kategorien einordnen und mithilfe eines Risk-Scoring-Modells bewerten. Unterstützt durch Experten von Bihl+Wiedemann Eine letzte Frage: Wird es weitere CRA-Workshops in 2027 haben sie dann herausgearbeitet, wie möglichen Securitygeben? Gefahren begegnet werden kann, beispielsweise durch die Anne Pfeiffer: Aufgrund der hohen Nachfrage planen wir definisichere Konfiguration des ASi Gateways per Benutzerverwaltiv weitere Formate. Das Thema wird uns auch in Zukunft betung oder durch Schutzmaßnahmen, die auf den konkreten gleiten – und wir möchten unsere Kunden weiterhin bestmögKontext einer Maschine bezogen sind – also z. B. durch die lich unterstützen. Ich denke, dass wir die Termine der VeranstalMontage von Komponenten im abschließbaren Schaltschrank tungen spätestens im Januar 2027 auf unserer Website und per oder durch eine verborgene Verlegung der Verkabelung. Newsletter ankündigen können.
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Software & Engineering VOM MODELL ZUM MIKROCONTROLLER
So gelingt Embedded AI in der Automatisierung
Bild: © Mang - stock.adobe.com / KI-generiert
KI wandert von der Cloud direkt an die Maschine: Embedded AI ermöglicht Echtzeit-Entscheidungen, spart Energie und sichert Daten. Wie Ingenieure dank Model-Based Design komplexe KI-Modelle effizient auf ressourcenbeschränkte Edge-Hardware bringen, zeigt dieser Beitrag.
Die Intelligenz wandert zunehmend aus der Cloud direkt in die Maschine.
K VERFASST VON
Christoph Stockhammer Principal Application Engineer Mathworks
Dr. Frank Graeber Manager Application Engineering Mathworks
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ünstliche Intelligenz verschiebt sich zunehmend von der Cloud an den Rand des Netzwerks (Edge) – direkt in die Fabrikhallen. Für autonome Systeme und schnelle Regelkreise bringt das entscheidende Vorteile: Latenzfreie Entscheidungen in Echtzeit, absolute Datenhoheit und energieeffizienten Offline-Betrieb. Um jedoch komplexe Modelle und generative KI lokal auf der Maschine auszuführen, benötigen Entwickler heute zwingend fortschrittliche Komprimierungs- und Optimierungstechniken.
Embedded AI im Aufwind: Markt, Trends und Technologietreiber Embedded AI entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Treiber moderner Industrie-Systeme. Der Markt wächst rasant, getragen von spezialisierten
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Hardwarekomponenten wie Neural Processing Units (NPUs) und heterogenen Architekturen, die immer häufiger direkt in Mikrocontroller und Systems on Chips (SoCs) integriert werden. Dadurch stehen Entwickler vor der Herausforderung, komplexe KI-Modelle auf industriellen Geräten mit begrenzten Speicher- und Rechenressourcen einzusetzen. Techniken wie Quantisierung, Pruning und andere Methoden der Modellkomprimierung sind daher essenziell. Neben der Hardware gewinnen leistungsfähige Bibliotheken und Tools zunehmend an Bedeutung, um KI über verschiedene Hardware-Plattformen hinweg zuverlässig nutzbar zu machen. Ein konkretes Beispiel für diesen Trend sind moderne Mensch-Maschine-Schnittstellen (HMI) oder intelligente Kamerasysteme. Auf Qualcomm-SnapdragonPlattformen lässt sich etwa eine Wake-WordErkennung (Audiosignal) mit Objekterkennung kombinieren. YOLOX-basierte Netzwerke für die Objekterkennung werden hierfür eingesetzt, wobei die Inferenz auf die Hexagon NPU ausgelagert ist. Die NPU wird nur im Bedarfsfall aktiviert, falls das Wake-Word zuvor von einer zweiten, stromsparenderen NPU erkannt wurde. Dieser Ansatz zeigt, wie heterogene Architekturen komplexe Bild- und Signalverarbeitungsaufgaben an der Maschine in Echtzeit ermöglichen und gleichzeitig höchste Energieeffizienz aufrechterhalten.
Embedded AI effizient gestalten: Shift Left für smarte KI Mit der zunehmenden Komplexität eingebetteter KI in Automatisierungslösungen steigt auch der Bedarf an klar strukturierten Workflowprozessen. Model-Based Design bietet hierfür den idealen Rahmen: Statt LowLevel-Code für SPS oder Mikrocontroller händisch zu schreiben, modellieren Ingenieure ihre Algorithmen visuell in Simulink. Anforderungen, Modelle und Testartefakte werden dabei in einem einheitlichen digitalen Thread zusammengeführt, was die Zusammenarbeit und Rückverfolgbarkeit über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg unterstützt.Ein zentraler Vorteil dieses Ansatzes liegt in der frühzeitigen
Software & Engineering Validierung. Mithilfe von Hardware-in-the-Loop(HIL) und Processor-in-the-Loop- (PIL) Tests lassen sich potenzielle Probleme frühzeitig erkennen und die Entwicklung beschleunigen – ganz im Sinne des „Shift Left“-Prinzips.
Von Matlab zum Microcontroller: Embedded AI in der Praxis Mathworks bietet eine integrierte Umgebung für diesen Prozess. Der effiziente Weg vom Modell zur fertigen Hardware umfasst dabei typischerweise folgende Schritte: ■ Entwurf und Import: Modelle in Matlab trainieren oder aus Frameworks wie Py-Torch, Tensor-Flow und ONNX importieren. ■ Automatische Codegenerierung: Modelle via Matlab Coder oder GPU Coder in optimierten C-, C++-, CUDA- oder HDL-Code übersetzen. ■ Hardwarenahe Optimierung: Modelle durch Quantisierung und Pruning für ressourcenbeschränkte Geräte anpassen. ■ Verifizierung:Den generierten Code (z.B. mit Polyspace) dynamisch analysieren und Fehler für höchste Compliance und Robustheit frühzeitig ausschließen. Ein praxisnahes Beispiel für diesen Workflow ist die Temperaturvorhersage für Elektromotoren auf TI-C2000-Hardware. Dabei werden virtuelle Sensormodelle entwickelt, trainiert, für den Einsatz komprimiert und mithilfe von Processor-in-the-Loop-Tests validiert. Dieser Ansatz ersetzt fehleranfällige physische Sensoren an Antrieben durch softwarebasierte Schätzfunktionen. Das reduziert Kosten und Komplexität, während die Genauigkeit für das Predictive Maintenance erhalten bleibt oder sogar zunimmt. Auch im Bereich der Arbeitssicherheit am Shopfloor sind Edge-KI-Lösungen bereits Realität: Die automatisierte Erkennung von persönlicher Schutzausrüstung auf kompakten Raspberry Pi-Systemen oder die Posenerkennung auf Nvidia-Jetson-Plattformen zei-
INFO
Praxisbeispiel: Mehr Präzision für fahrerlose Transportsysteme Ein Beispiel, das auch für die autonome Intralogistik und fahrerlose Transportsysteme (FTS/AGVs) hochrelevant ist, stammt aus der Trajektorienplanung. Bei der KI-basierten Steuerung auf Infineon AurixTC4x-Controllern werden neuronale Netzwerksteuerungen vor dem Einsatz mithilfe von Model-Based Design entworfen und validiert. Durch die Nutzung einer Parallelverarbeitungseinheit (PPU) auf der Hardware erzielt diese Lösung im Vergleich zu herkömmlichen Ansätzen eine um 50 Prozent höhere Genauigkeit und 5 Prozent Energieeinsparungen. Ein Beweis dafür, wie hardwarebewusste Optimierung greifbare Vorteile für bewegte Systeme bietet.
gen, wie eingebettete Bildverarbeitung und GPU-Beschleunigung die Überwachung und Compliance in Fertigungshallen verbessern.
Fazit: Der Schlüssel zur echten Industrie 4.0 Embedded KI ist in der Industrie keine Nischentechnologie mehr, sondern entwickelt sich zum Standard für den intelligenten Maschinen- und Anlagenbau. Durch strukturierte Workflows und den Einsatz integrierter Toolchains können Automatisierungsingenieure ihre Entwicklungsprozesse massiv beschleunigen, die Zuverlässigkeit sicherstellen und die Leistung für Edge-Bereitstellungen optimieren. Da generative KI immer näher an die Maschine rückt, sind effiziente, hardwarenahe Methoden der Schlüssel, um das volle Potenzial von Industrie 4.0 auszuschöpfen. (mz)
TIPP Mathworks zeigt seine Produkte und Lösungen auf der SPS 2026 in Nürnberg in Halle 6, Stand 215.
Software & Engineering E-CAD
Mehr Speed mit intelligentem Assistenten
Bild: WSCAD
Individuellere Anlagen, kürzere Projektlaufzeiten und komplexe Normen setzen die industrielle Automatisierung unter Zeitdruck. Ein Verpackungsmaschinenbauer zeigt, wie sich der Aufwand in der Elektrokonstruktion durch moderne E-CAD-Lösungen und KI halbieren lässt.
Die Anforderungen an industrielle Automatisierungslösungen verändern sich rasant. Anlagen werden individueller, Projektlaufzeiten kürzer – und internationale Normen komplexer.
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lligator Automations ist auf End-of Line-Verpackungsautomatisierung spezialisiert. Zum Portfolio gehören automatisierte Verpackungssysteme, robotergestützte und konventionelle Palettierlösungen, automatische Beladesysteme sowie Intralogistik-Fördertechnik. Mit über 500 Mitarbeitenden begleitet das Unternehmen Projekte von der Planung über Entwicklung und Fertigung bis hin zu Installation, Inbetriebnahme und langfristigem AfterSales-Service. Jede Anlage wird individuell an Layout, eingesetzte Komponenten, Produktionsgeschwindigkeit und lokale Anforderungen wie Sicherheitsnormen oder Personalverfügbarkeit angepasst. „Der technische Anspruch unserer Projekte wächst stetig, während unsere Kunden immer kürzere Lieferzeiten und individuellere Lösungen erwarten“, erklärt Sagar Bhavsar, Control Engineering Manager bei Alligator Automations. Hinzu kommen globale Sicherheitsstandards, auditsichere Mehrsprachigkeit in der Dokumentation und der anhaltende Fachkräftemangel. Projekte beginnen mit der Analyse technischer und wirtschaftlicher Anforderungen, gefolgt von Konzeptentwicklung, Angebotserstellung, Detailplanung, Programmierung, Lieferung, Installation und Inbetriebnahme. Schulung, Wartung und langfristige Betreu-
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ung sorgen dafür, dass die Anlagen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg optimal laufen. Neben Verfahrenstechnik, Mechanik und Kinematik bildet die Elektrotechnik den zentralen Pfeiler der Automatisierungslösungen von Alligator Automations. Ein zehnköpfiges Planungsteam verantwortet sämtliche elektrotechnischen Aufgaben – von Energieverteilung und Lastmanagement über Antriebstechnik und Robotikintegration bis hin zu Stromlaufplanerstellung, Schaltschrankaufbau, Stücklisten, Materialfreigaben und technischer Abstimmung mit Kunden und Lieferanten. In diesem projektorientierten Umfeld mit hoher Variantenvielfalt bestimmt die Effizienz der E-CAD-Planung maßgeblich die Wirtschaftlichkeit und Termintreue.
Wechsel zu automatisierten Prozessen Alligator Automations setzt dafür auf die E-CADLösung Electrix von WS-CAD. Von den sechs verfügbaren Disziplinen nutzt das Unternehmen „Electrical Engineering“ und „Cabinet Engineering“. Die Plattform integriert außerdem P&ID, Fluid Engineering, Gebäudeautomation und Elektroinstallationsplanung – alle verbunden über eine zentrale Datenbank. Änderungen an Komponenten werden automatisch in allen Ansichten und Disziplinen übernommen – ganz ohne Medienbrüche. Einen weiteren Mehrwert bietet die frei zugängliche Symbol- und Bauteildatenbank wscaduniverse.com mit über 2,2 Millionen Artikeldatensätzen in verschiedenen Formaten. „Vor der Einführung von WS-CAD nutzten wir ein anderes E-CAD-Tool eines bekannten Herstellers. Es war langsam, funktional veraltet und verfügte nichtüber eine aktuelle Komponentenbibliothek“, berichtet Sagar Bhavsar. Viele Aufgaben – etwa Adernummerierung, Gerätegruppierung, Benennung oder Stücklistenerstellung – mussten manuell ausgeführt werden. Das erhöhte den Engineering-Aufwand, verzögerte Projekte und steigerte das Fehlerrisiko. „Nach dem Wechsel hat sich unser Konstruktionsprozess deutlich verbessert“, so Bhavsar weiter. Heute laufen die meisten Schritte automatisiert ab: Der manuelle Aufwand sinkt, die Planungsgenauigkeit steigt, Fehler werden minimiert und Projekte schneller umgesetzt.
Software & Engineering Ein Beispiel: Allein die automatisierte Adernummerierung reduziert den Arbeitsaufwand um rund 50 Prozent und steigert spürbar die Gesamteffizienz.
Was die Software leistet Besonders im Schaltschrankaufbau profitiert das Team von automatisierten Funktionen, die weit über das bloße Zeichnen hinausgehen: ■ Im Schaltschrankaufbau erstellt die Software präzise 2D- und 3D-Layouts mit Bauteilplatzierungen bis auf 0,1 mm. ■ Kollisionsprüfungen, optimierte Leitungsführung und intelligente Platzierungsalgorithmen erhöhen die Konstruktionssicherheit. ■ Die Drahtverlegungsfunktionen berechnen automatisch Aderlängen, prüfen die Kabelkanalauslastung und sichern eine optimale Kapazitätsnutzung. ■ Wiederkehrende Aufgaben lassen sich mit Makros und Makrovarianten beschleunigen – etwa um mit wenigen Klicks eine 25-Ampere-Einspeisung in allen Plänen auf 63 Ampere zu ändern. ■ Zudem lassen sich die generierten Daten direkt in Kabelkonfektionierung, Schaltschrankfertigung oder NC-Maschinen übertragen – ohne Medienbrüche und ohne separate Mechanik-CAD-Software. Das spart Zeit, reduziert Fehlerquellen und verbessert die Qualität im gesamten Fertigungsprozess.
TIPP WS-CAD zeigt seine Produkte und Lösungen auf der SPS 2026 in Halle 6, Stand 230.
KI-gestützter Effizienzschub Projektdokumentationen und Reports entstehen per Knopfdruck – vollständig, normenkonform und mehrsprachig. Die integrierte künstliche Intelligenz steigert die Produktivität zusätzlich: Sie unterstützt automatische Prüfprozesse, beschleunigt Designschritte und vereinfacht die Dokumentation. Besonders bei internationalen Projekten ist die KI-gestützte Übersetzungsfunktion ein Pluspunkt: Fachinhalte werden per kurzem Textbefehl unter Beachtung der Fachterminologie automatisch in die gewünschte Sprache übertragen. Eine Aufgabe, die früher externe Übersetzungsbüros erforderte und Stunden oder Tage dauerte, ist jetzt in wenigen Minuten abgeschlossen. Im Bereich ‚AI-Wissen‘ können firmenspezifische Dokumente wie Kundenvorschriften, Herstellerfreigaben oder Klemmen kennzeichnungsrichtlinien hinterlegt werden. Ein kurzer Textbefehl genügt, und der AI Copilot liefert die passen den Informationen kontextabhängig binnen Sekunden. Für Sagar Bhavsar ist die Integration von KI kein kurzfristiger Trend: „Wir sind überzeugt, dass künstliche Intelligenz die Elektroplanung und industrielle Automatisierung grundlegend verändern wird.“ KI-gestützte Systeme entwickeln sich zu intelligenten Engineering-Assistenten, die Fehlererkennung, Designvalidierung und Komponentenwahl unterstützen – und auf Basis vergangener Projekte Optimierungspotenziale identifizieren. „Wir sehen eine Zukunft, in der KI unsere Durchlaufzeiten weiter reduziert, die Genauigkeit erhöht und unsere Ingenieure von repetitiven Aufgaben entlastet“, so Bhavsar. Das schafft Raum für Innovation, Systemoptimierung und die Weiterentwicklung smarter Lösungen. n
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Software & Engineering
Bild: German Edge Cloud
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Bild: Copa-Data
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Mit Zenon 16 macht Copa-Data die Automatisierung für Industrie und Netzbetreiber flexibler und effizienter – bei vollem Investitionsschutz.
German Edge Cloud und Phoeniqs stellen neue AI Agents vor.
PRODUKTE UND LÖSUNGEN
Vier Neuheiten für die smarte Fabrik 1. Modulare Anlagen schneller und sicherer projektieren Mit der neuen Softwareplattform Zenon 16 treibt der Hersteller Copa-Data die Entwicklung der Softwaredefined Automation (SDA) in der industriellen Produktion und in Stromnetzen weiter voran. Die Version unterstützt Industrieunternehmen und Netzbetreiber dabei, Anlagen flexibler und effizienter an neue Anforderungen anzupassen. Ein klarer Fokus liegt auf der modularen Produktion: Durch die Unterstützung des Module-Type-Package-Standards (MTP 2. 0) sowie neuer Prozessbibliotheken für Rockwell- und Mitsubishi-Steuerungen wird das Engineering erheblich beschleunigt. Im Orchestration Studio erleichtern zudem neue Excel-basierte Import- und Exportfunktionen sowie die automatische Erstellung kompletter MTP-
Dateien aus einem Open-DCS-Projekt die tägliche Arbeit. Angesichts der zunehmenden Vernetzung rückt die Cybersicherheit stark in den Mittelpunkt. Zenon 16 unterstützt erstmals biometrische Authentifizierungsmethoden nach dem FIDO2-Standard, beispielsweise über Wearables, was den Einsatz von Passwörtern reduziert. Ergänzend sorgen die Zenon IIoT Services mit einem erweiterten Audit-Journal für mehr Transparenz bei sicherheitsrelevanten Ereignissen und erleichtern die Compliance. Zur Produktivitätssteigerung wurde der Web Visualization Service umfassend erweitert. Er integriert nun Funktionen wie eSignature oder PFC-Rezepte für die Chargenproduktion. SPS 2026: Halle 5, Stand 160
2. Mit KI-Agenten zur intelligent agierenden Fabrik Mit neuen Industrial AI Agents erweitern die German Edge Cloud (GEC) und ihr Technologiepartner Phoeniqs das Oncite Digital Production System, um die technologische Basis für eine sogenannte Agentic Factory zu schaffen. In dieser intelligent agierenden Fabrik unterstützt die neue Generation industrieller KI die Fachkräfte nicht mehr nur bei Entscheidungen, sondern kann innerhalb fest definierter Rahmenbedingungen auch eigenständig Aufgaben übernehmen. Ziel ist eine neue Form der Arbeitsteilung auf dem
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Shopfloor, bei der Menschen und KI-Agenten als integriertes Team zusammenarbeiten. Zum Start stehen drei spezialisierte Agenten zur Verfügung: ■ Pareto unterstützt bei Root-Cause-Analysen und Schichtübergaben, ■ Daedalus hilft im Digital Industrial Engineering sowie im Wissensmanagement, ■ Sentinel überwacht Qualitäts-, Energie- sowie Produktionskennzahlen zur Erkennung kritischer Abweichungen.
Software & Engineering Damit die KI-Agenten komplexe Produktionszusammenhänge erfassen können, führt das zugrundeliegende System Maschinen-, Prozess- und Qualitätsdaten mit industriellem Wissen zusammen. Bestehende MES-, ERP- und Shopfloor-Systeme lassen sich nahtlos einbinden, ohne gewachsene IT-Landschaften zu verändern. SPS 2026: Halle 6, Stand 130
3. Edge- und Cloud-Computing für den autonomen Fertigungsbetrieb Mit der neuen Ausführungsarchitektur Factory-Talk Resilient-Edge stellt Rockwell Automation eine Lösung für den autonomen und skalierbaren Fertigungsbetrieb in hochautomatisierten Umgebungen vor. Die Plattform basiert auf Factory-Talk Optix und ist in das gesamte Portfolio des Unternehmens integriert, einschließlich des Plex Manufacturing Execution Systems (MES). Sie bildet eine zentrale Ausführungsebene für Maschinen, Personal und Produktionssysteme. Ein wesentlicher Vorteil der Architektur ist die Kombination aus Edge- und CloudComputing: Während die Edge-Ebene eine planbare Echtzeit-Ausführung mit geringer Latenz sicherstellt und den kontinuierlichen Betrieb selbst bei Verbindungsabbrüchen garantiert, liefert die Cloud die Ressourcen für komplexe Analysen, KI-Training und die unternehmensweite Orchestrierung. Durch die Bündelung von Anlagenmodellen, Konnektivität und eingebetteter Geschäftslogik in einem einzigen Framework entsteht ein einheitliches Ausführungsmodell. Dies hebt die klassische Trennung zwischen Betriebs(OT) und Informationstechnologie (IT) auf und reduziert die Komplexität bei der Bereitstellung. SPS 2026: Halle 3C, Stand 320
4. Plug-and-playDatenanalyse direkt aus dem Schaltschrank Mit dem neuen Edge-Modul i. Cee² bietet Igus einen pragmatischen Einstieg in Condition Monitoring und Predictive Maintenance di-
rekt an der Maschine. Das kompakte, industrietaugliche Gerät wird im Schaltschrank installiert und agiert als universeller Datenlogger sowie lokales Analysemodul. Es verarbeitet und speichert Maschinendaten autark am Entstehungsort, ohne dass zuvor komplexe IT-Infrastrukturen oder Internetanbindungen aufgebaut werden müssen. So gelingt Schritt für Schritt der Übergang vom einfachen Erfassen der Maschinendaten zu konkreten Wartungsprognosen. Über integrierte analoge und digitale Ein- und Ausgänge, CAN-Bus, RS485 und RJ45-Schnittstellen lassen sich verschiedenste Sensoren anschließen – etwa zur Erfassung von Strömen, Temperaturen oder Kräften. SPS 2026: Halle 4, Stand 310
Special: Smart Automatisieren & Elektrifizieren ZUKUNFTSFABRIK
Auf dem Weg zur autonomen Anlage Ein anschaulicher Vergleich mit dem autonomen Fahren skizziert den Weg zur autonomen Anlage. Der Blick auf die Entwicklungsstufen zeigt, wie KI die Produktion der Zukunft prägt und welche Rolle das Engineering dabei spielt.
D Sowohl beim autonomen Fahren als auch in der industriellen Produktion wird zunehmend kritisch hinterfragt, ob die vollständige Autonomie in jedem Fall erstrebenswert ist.
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er Begriff des autonomen Fahrens ist im kollektiven Bewusstsein längst verankert. Die technologische Reise vom simplen Tempomaten bis hin zum fahrerlosen Robotaxi wird in der Automobilindustrie oft als der ultimative Maßstab für Innovationskraft herangezogen. Doch was passiert, wenn man diese Blaupause auf den Maschinen- und Anlagenbau überträgt? Auf einem aktuellen Vortrag skizzierte Dr. Marco Ulrich, Leiter der Forschungsabteilung „Digitalization & Soft-
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ware Technologies“ am ABB Corporate Research Center in Mannheim, genau diese Vision. Er verglich die Meilensteine der autonomen Anlage mit jenen des autonomen Fahrzeugs und lieferte damit einen ebenso pragmatischen wie zukunftsweisenden Kompass für Ingenieure in der Industrie. Die Kernbotschaft lautet dabei nicht, Anlagen um jeden Preis führerlos zu machen, sondern vielmehr eine modulare Strategie zu verfolgen. Es geht um konkrete Lösungen, handfeste Mehrwerte und die Frage,
Es geht um konkrete Lösungen, handfeste Mehrwerte und die Frage, wie KI den Anlagenbetrieb von morgen sicherer, effizienter und smarter gestalten kann.
wie künstliche Intelligenz (KI) den Anlagenbetrieb von morgen sicherer, effizienter und smarter gestalten kann.
Die Taxonomie der industriellen Autonomie In der Automobilwelt definiert ein standardisiertes System (bekannt etwa durch die SAE-Level) die sechs Stufen der Fahrzeugautomatisierung. Dr. Marco Ulrich hat dieses Konzept adaptiert und eine Taxonomie für Autonomiestufen in industriellen Anwendungen entworfen. Diese Systematik hilft Ingenieuren, den IstZustand ihrer Anlage einzuordnen und zukünftige Entwicklungsziele klar zu definieren: ■ Stufe 0: Manueller Betrieb – Hierbei hat der Mensch die uneingeschränkte, volle Kontrolle. Die Anlage führt exakt das aus, was der Bediener vorgibt. Intelligenz oder eigene Entscheidungsfindung seitens der Anlage existieren nicht. ■ Stufe 1: Unterstützter Betrieb – Das System bietet erste Hilfestellungen an, aber der Mensch trifft weiterhin alle Entscheidungen. Klassische Assistenzsysteme halten Einzug. ■ Stufe 2: Teil-Automatisierung – In dieser Phase führt das System bereits erste Routine-Logiken selbstständig aus. Der Mensch wechselt teilweise in eine Beobachterrolle: Er überwacht den Prozess und greift nur bei Bedarf korrigierend ein. ■ Stufe 3: Hohe Automatisierung – Hier übernimmt das System eine hochautomatisierte Prozessführung. Der Mensch fungiert als „Fallback-Ebene“. Die Anlage erkennt Probleme nicht nur, sondern gibt proaktive Warnungen aus und liefert dem Bediener fundierte Lösungsvorschläge. ■ Stufe 4: Situative Autonomie – Die Anlage ist in der Lage, in fest definierten Szenarien autonome Systementscheidungen zu treffen und diese umzusetzen. Der menschliche Eingriff beschränkt sich ausschließlich auf unvorhergesehene Ausnahmefälle außerhalb der definierten Parameter. ■ Stufe 5: Vollständige Autonomie – Das System handelt komplett autonom. Auch in hochkomplexen Störfällen und unvorhersehbaren Situationen findet die Anlage eigenständig Lösungswege, ohne dass ein menschlicher Bediener erforderlich ist.
TIPP ABB auf der SPS 2026: Halle 4, Stand 420 + 520.
Analogien mit dem Straßenverkehr Wie greifbar dieser Vergleich ist, lässt sich hervorragend an konkreten Szenarien aus einer industriellen Prozessanlage veranschaulichen. Was für den Autofahrer im Straßenverkehr gilt, spiegelt sich im Leitstand oder an der Anlage auf überraschend ähnliche Weise wider:
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Special: Smart Automatisieren & Elektrifizieren Entscheidungsunterstützung, die dem Anlagenfahrer komplexe Zusammenhänge aufbereitet und als eine Art industrieller Copilot fungiert.
Bild: ABB
Ein Realitätscheck und die philosophische Frage nach Level 5
Die letzten zwanzig Prozent auf dem Weg zur absoluten Autonomie verschlingen oft achtzig Prozent der Entwicklungskosten, so Dr. Marco Ulrich, Leiter der Forschungsabteilung „Digitalization & Software Technologies“ am ABB Corporate Research Center in Mannheim.
Im ersten Szenario geht es darum, im optimalen Betriebsfenster zu bleiben. Was beim Auto der Spurhalte-Assistent ist, der das Fahrzeug zwischen den weißen Linien zentriert, ist in der Industrie beispielsweise eine KI-basierte AnomalieErkennung. Sie stellt sicher, dass Prozessparameter wie Druck, Temperatur oder Schwingungen exakt im definierten Toleranzbereich bleiben. ■ Das zweite Szenario betrifft den sicheren Betrieb. Ein Fahrerinformationssystem warnt den Autofahrer vor Glatteis oder Staus. Das industrielle Pendant hierzu ist das Alarm- oder Safety-Management. Es aggregiert kritische Daten und schützt Anlage sowie Mensch vor Gefahrenzuständen. ■ Szenario Nummer drei zielt auf die Prozessoptimierung ab. Der adaptive Tempomat im Pkw hält nicht nur die Geschwindigkeit, sondern passt sie dynamisch und vorausschauend an den Verkehrsfluss an. In der Prozessindustrie übernehmen dies Lösungen wie die Advanced Process Control (APC) oder ein smartes Energie-Management, die den Durchsatz maximieren und gleichzeitig den Ressourcenverbrauch minimieren. ■ Das vierte Szenario widmet sich der ExpertenUnterstützung. Ein modernes Navigationssystem berechnet nicht nur den Weg, sondern schlägt bei Sperrungen dynamische Alternativen vor. In der Industrie entspricht dies dem „Augmented Operator“. Hierbei handelt es sich um eine KI-basierte ■
Die Zukunftsmusik, die aus den Forschungsabteilungen wie jener von ABB erklingt, heißt ganz klar Physical AI
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Wo steht der Maschinen- und Anlagenbau aktuell? Laut Dr. Ulrich bewegt sich die Industrie heute mehrheitlich irgendwo zwischen Stufe 1 und Stufe 2. Die gute Nachricht für Ingenieure lautet jedoch: Die technologischen Grundlagen, um Anlagen in Richtung der Stufen 3 und 4 zu heben, sind bereits weitgehend vorhanden. Die Sensorik ist präzise, die Rechenleistung im Edge- und Cloud-Bereich enorm und Algorithmen sind leistungsfähiger denn je. Doch hier schließt sich eine fast philosophische, aber hochgradig wirtschaftliche Überlegung an: Müssen wir Stufe 5 überhaupt erreichen? Sowohl beim autonomen Fahren als auch in der industriellen Produktion wird zunehmend kritisch hinterfragt, ob die vollständige Autonomie in jedem Fall erstrebenswert ist. Die letzten zwanzig Prozent auf dem Weg zur absoluten Autonomie (die Beherrschung aller noch so unwahrscheinlichen „Edge Cases“) verschlingen oft achtzig Prozent der Entwicklungskosten. In vielen industriellen Anwendungen ist ein optimal aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel aus menschlicher Intuition und maschineller Situativ-Autonomie (Stufe 4) weitaus effizienter, sicherer und vor allem wirtschaftlicher.
Die Zukunftsmusik spielt auf der Klaviatur der Physical AI Wenn wir den Blick nach vorne richten, tauchen neue Paradigmen auf dem Radar der Automatisierungsund Softwareexperten auf. Die Zukunftsmusik, die aus den Forschungsabteilungen wie jener von ABB erklingt, heißt ganz klar „Physical AI“. Diese Form der künstlichen Intelligenz ist nicht auf reine Datenanalyse in der Cloud beschränkt, sondern interagiert direkt mit den physikalischen Gesetzen und Bedingungen der echten Welt. Eng damit verknüpft sind sogenannte „Agentic AI Systems“ – also agentenbasierte KI-Systeme, die zielgerichtet, vorausschauend und mit einem gewissen Grad an Eigeninitiative handeln können. Gepaart mit einem „AI Closed-loop“, bei dem die KI nicht nur Empfehlungen ausspricht (Open Loop), sondern direkt in den Steuerungskreis eingreift und Handlungen vollzieht, entsteht eine völlig neue Anlagendynamik. Solche Systeme nutzen Methoden wie das Reinforcement Learning, um sich durch kontinuierliches Ausprobieren und Belohnen selbstständig in komplexen Umgebungen zu optimieren.
Der versteckte Meilenstein vor dem Betrieb liegt im Engineering Doch bevor eine Anlage überhaupt autonom oder hochautomatisiert arbeiten kann, muss ein entscheidender Schritt vorausgehen, der besonders für die Konstrukteure von immenser Bedeutung ist: Die Anlage muss für diese Autonomie entsprechend „engineert“ werden.
Special: Smart Automatisieren & Elektrifizieren Das Schlagwort hier lautet „Autonomes Engineering“. Der Weg zur autonomen Anlage beginnt also lange vor der Inbetriebnahme, nämlich im Designund Entwicklungsprozess. Auch hier hält KI unaufhaltsam Einzug. Algorithmen helfen Konstrukteuren dabei, Engineering-Prozesse drastisch effizienter zu gestalten, Varianten schneller zu simulieren und eine automatische, hochgradig präzise Modellbildung voranzutreiben. Ohne einen perfekten digitalen Zwilling, der in einem KI-gestützten Engineering-Prozess geboren wird, kann es später im Feld keinen KI-gestützten autonomen Betrieb geben. Engineering und Betrieb bilden somit ein Unendlichkeitszeichen – sie bedingen und optimieren sich fortlaufend gegenseitig.
Fazit als Handlungsauftrag Das Resümee von Dr. Marco Ulrich holt die teilweise hochfliegenden KI-Träume zurück auf den Hallenboden der Tatsachen: Es gibt nicht „die eine“ Definition für die autonome Anlage. Genau wie in der Automobilbranche handelt es sich um einen langwierigen, evolutionären Prozess. Es ist ein Baukasten, der aus vielen Teilzielen besteht. Für den Maschinen- und Anlagenbau, die Konstruktion und die Automatisierungstechnik bedeutet das:
Die Vision der autonomen Anlage sollte nicht als binärer Schalter (manuell vs. autonom) betrachtet werden. Vielmehr ist es das Ziel, den Weg dorthin aktiv mit konkreten, modular implementierbaren Lösungen zu gestalten, die auf jeder einzelnen Stufe messbare Mehrwerte und eine schnelle Rendite für den Betreiber generieren. Die Reise zur autonomen Anlage hat längst begonnen – wer jetzt nicht in die Entwicklung einsteigt, wird auf der Strecke bleiben. n
INFO
Retrofit als strategischer Hebel: Von der Strategie zur Umsetzung Unternehmen stehen unter stetigem Druck, Betriebskosten zu senken und zugleich effizient und nachhaltig zu agieren. Retrofit ermöglicht die Modernisierung bestehender Maschinen und Anlagen zu einem Bruchteil der Kosten einer Neuanschaffung. Der Retrofit Innovation Day beleuchtet die entscheidenden Vorteile von RetrofitLösungen in der modernen Industrie.
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Special: Smart Automatisieren & Elektrifizieren KOMMUNIKATIONSARCHITEKTUREN
SPE-Projekte von Anfang an systematisch planen Single Pair Ethernet verspricht eine durchgängige IP-Kommunikation bis in die Feldebene. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass die Technologie nur dann ihr Potenzial entfaltet, wenn Hardware, Energieversorgung und Systemarchitektur von Beginn an aufeinander abgestimmt werden.
Planungsfehler mit weitreichenden Folgen Single Pair Ethernet wird in Entwicklungsprojekten häufig als vergleichsweise einfacher Ersatz bestehender Kommunikationslösungen eingeplant. Genau da-
Statt einer reinen Schnittstellenanpassung erfordert SPE ein tiefgreifendes Umdenken in der gesamten Systemarchitektur – von der physikalischen Übertragung über die Energieversorgung bis hin zur Integration in bestehende Netzwerke.
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rin liegt jedoch eine der häufigsten Fehleinschätzungen. Während klassische Feldbusse oft robust gegenüber physikalischen Unsauberkeiten sind, reagiert SPE deutlich sensibler auf Abweichungen im Gesamtsystem. Ein wiederkehrendes Problem ist die unzureichende Kontrolle der Impedanz entlang der gesamten Übertragungsstrecke. Bereits kleine Diskontinuitäten – etwa durch ungeeignete Steckverbinder oder Layoutfehler – führen zu Reflexionen, die die Signalqualität massiv beeinträchtigen können. Ein weiterer kritischer Punkt ist die Energieversorgung über Power over Data Line (PoDL). In vielen Projekten wird die Leistungsbudgetierung zu optimistisch angesetzt. Leitungslängen, Temperaturabhängigkeiten und dynamische Lasten werden nicht ausreichend berücksichtigt, was zu instabilen Betriebszuständen führt. Häufig unterschätzt wird außerdem die Einbindung in bestehende Kommunikationsarchitekturen. SPE wird isoliert betrachtet, ohne die Auswirkungen auf
Bild: Burger Group
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ndustrieunternehmen stehen vor der Aufgabe, Sensoren und Aktoren durchgängig IP-basiert zu vernetzen. Single Pair Ethernet (SPE) bietet dafür neue Möglichkeiten, indem Daten und Energie über nur ein Adernpaar übertragen werden. In der praktischen Umsetzung wird jedoch schnell deutlich, dass die Einführung von SPE deutlich komplexer ist als zunächst angenommen. Viele Unternehmen unterschätzen den systemischen Charakter der Technologie. Statt einer reinen Schnittstellenanpassung erfordert SPE ein tiefgreifendes Umdenken in der gesamten Systemarchitektur – von der physikalischen Übertragung über die Energieversorgung bis hin zur Integration in bestehende Netzwerke.
Special: Smart Automatisieren & Elektrifizieren Aktuatoren befinden sich über das ganze Fahrzeug verteilt, teilweise in bauraumkritischen Bereichen.
vorhandene Feldbusse, Industrial-Ethernet-Netzwerke und Steuerungssysteme zu analysieren. Die Folge sind häufig komplexe Übergangslösungen mit erhöhtem Integrations- und Wartungsaufwand.
Entscheidend für den Projekterfolg ist eine ganzheitliche Planung bereits in der frühen Entwicklungsphase. Hardware, Software und Systementwicklung sollten dabei eng aufeinander abgestimmt werden. Dies beginnt bereits in der Konzeptphase: Leitungslängen, Topologien, Datenraten und Leistungsanforderungen sollten frühzeitig definiert werden. Darauf aufbauend erfolgt die Auswahl geeigneter PHYs, Kabel und Steckverbinder. Ebenso wichtig ist eine systematische Absicherung des Designs. Simulationen und Pre-Compliance-Messungen helfen, potenzielle Schwachstellen frühzeitig zu identifizieren. Auch die Energieversorgung sollte bereits in dieser Phase realistisch ausgelegt und auf Worst-Case-Szenarien abgestimmt werden. Darüber hinaus sollte die Integration in bestehende Systeme frühzeitig geplant werden. Hybride Architekturen, in denen SPE parallel zu klassischen Feldbussen betrieben wird, sind in der Praxis häufig der Regelfall.
EMV als kritischer Erfolgsfaktor Die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) zählt zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren bei der Entwicklung von SPE-Systemen. Durch die Übertragung über ein einzelnes Adernpaar fehlt die inhärente Symmetrie, die bei mehrpaarigen Systemen zusätzliche Robustheit bietet. Dadurch reagieren SPE-Systeme empfindlicher auf Gleichtaktstörungen und externe Einstrahlungen. Typische Störquellen sind Frequenzumrichter, Schaltnetzteile oder lange parallel geführte Leistungsleitungen. Diese können Störungen einkoppeln, die sich direkt auf die Signalqualität auswirken. Um diese Einflüsse zu beherrschen, sind verschiedene konstruktive und elektronische Maßnahmen erforderlich: Eine zentrale Rolle spielt beispielsweise die saubere differenzielle Signalführung im PCB-Layout mit kontrollierter Impedanz. Ergänzend müssen geeignete Common-Mode-Chokes und Filter eingesetzt werden, um Störungen zu unterdrücken. Ebenso wichtig ist die Auswahl geeigneter Kabel. Geschirmte Leitungen mit definierten Übertragungseigenschaften tragen wesentlich zur Stabilität bei. Der Schirmanschluss muss dabei beidseitig korrekt ausgeführt werden, um eine wirksame Ableitung von Störungen zu gewährleisten. Darüber hinaus beeinflusst auch die mechanische Integration die EMV-Eigenschaften des Gesamtsystems. Führung von Leitungen, Abstände zu Störquellen und die Erdungskonzepte der Gesamtanlage beeinflussen die EMV-Performance maßgeblich.
Potenziale und Grenzen Single Pair Ethernet ermöglicht eine durchgängige IP-Kommunikation bis in die Feldebene und reduziert damit die Komplexität der Netzarchitektur. Daten können ohne Protokollbrüche von Sensoren bis in übergeordnete Systeme übertragen werden. Zusätzlich
Bild: Burger Group
Von Anfang an systematisch planen
bietet SPE höhere Datenraten und ermöglicht die Übertragung umfangreicher Diagnosedaten. Dies schafft die Grundlage für Predictive Maintenance und datengetriebene Optimierungsansätze. Die Reduktion auf ein Adernpaar vereinfacht zudem die Verkabelung und ermöglicht kompaktere Geräte. Insbesondere in modularen Anlagen oder bei Retrofit-Projekten ergeben sich dadurch erhebliche Vorteile. Dem technischen Potenzial stehen derzeit jedoch noch wirtschaftliche und technische Hürden gegenüber. Ein wesentlicher Grund dafür sind die Einführungskosten, denn SPE-Komponenten – insbesondere PHYs, Steckverbinder und spezialisierte Kabel – sind aktuell häufig teurer als etablierte Feldbuslösungen. Hinzu kommt der hohe Entwicklungsaufwand. Die notwendige Systemoptimierung, insbesondere im Bereich EMV und Energieversorgung, führt zu längeren Entwicklungszeiten und höheren EngineeringKosten. Darüber hinaus erschweren auch die Rahmenbedingungen vieler Projekte eine schnelle Einführung. So verfügen viele Unternehmen über bewährte und funktionierende Feldbussysteme, sodass der wirtschaftliche Druck für einen kurzfristigen Technologiewechsel gering ist. Gleichzeitig befinden sich Standardisierung und Interoperabilität teilweise noch in der Entwicklung. Unterschiedliche Steckgesichter, Kabellösungen und Implementierungsansätze sowie fehlende Praxiserfahrungen erhöhen die Hemmschwelle für neue SPE-Projekte zusätzlich.
Erfolgsfaktor: ganzheitliche Entwicklung Die Stabilität von SPE ergibt sich aus dem engen Zusammenspiel aller Systemkomponenten. Einzelne Optimierungen reichen nicht aus, wenn andere Bereiche vernachlässigt werden. Gerade in industriellen Umgebungen mit hohen EMV-Belastungen zeigt sich, dass nur ein ganzheitlich entwickeltes System langfristig zuverlässig funktioniert. Für Unternehmen bedeutet das, SPE nicht als reine Schnittstellentechnologie zu betrachten, sondern als integralen Bestandteil der gesamten Systemarchitektur. Werden Kommunikationsschnittstellen, Energieversorgung und Hardwareentwicklung frühzeitig aufeinander abgestimmt, lassen sich typische Integrationsprobleme vermeiden und die Vorteile von Single Pair Ethernet langfristig zuverlässig nutzen. Genau hier können erfahrene Entwicklungspartner mit entsprechender Systemkompetenz einen entscheidenden Beitrag leisten. n
VERFASST VON
Jörg Klenke Mitglied der Geschäftsführung und PMO Burger Engineering/ Burger Group
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Special: Smart Automatisieren & Elektrifizieren CODELESER
Flexible Codelesung mit Highspeed-Option Automatisierte Produktions- und Logistikprozesse beruhen auf eindeutigen Informationen über Bauteile und Transporteinheiten. Mit zunehmender Informationstiefe ersetzen 2-D-Codes den klassischen Barcode. Der stationäre Codeleser Clever Reader von Pepperl+Fuchs liest alle gängigen 1-D- und 2-D-Codes mittels kamerabasierter Erfassung.
nenten. Auch kleine Codes auf glänzenden, spiegelnden oder reflektierenden Oberflächen werden ausgelesen. Dabei spielt die große Schärfentiefe der Kamera eine wichtige Rolle. Beim VOI1100 reicht sie von 55 bis 460 mm. Innerhalb dieser Distanz ist keine Anpassung der Optik erforderlich. Das ermöglicht den problemlosen Einsatz in Anwendungen mit unterschiedlich großen und variabel platzierten Objekten.
Bild: Pepperl+Fuchs
Lesemodi für jeden Prozess
Der Clever Reader bietet zuverlässige Codelesung bei Geschwindigkeiten bis 3,5 m/s.
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u den Stärken des stationären Codelesers Clever Reader gehören große Schärfentiefe, hohe Lesegeschwindigkeit und flexible Datenaufbereitung. Zudem ist der Einsatz in unterschiedlichsten industriellen Prozessen möglich.
Basisversion und Hochleistungsgerät
VERFASST VON
Tim Weis Global Product Manager Pepperl+Fuchs
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Die Produktfamilie umfasst zwei Mitglieder: Die Basisversion VOI1000 ist für zuverlässige Identifikation in statischen Umgebungen mit unbewegten Objekten ausgelegt. Das Gerät eignet sich für zahlreiche Standardaufgaben in Produktion, Verpackung und Materialhandling. Verschiedene Lesemodi sowie die konfigurierbare Datenausgabe ermöglichen eine Anpassung an den jeweiligen Prozess. Die Gerätevariante VOI1100 verarbeitet auch Codes auf bewegten Objekten. Sie arbeitet zuverlässig bei Fördergeschwindigkeiten bis 3,5 m/s und liest auch direkt aufgebrachte Codes (Direct Part Marking, DPM). Dazu zählen gelaserte DPM-Codes, wie sie beispielsweise auf Leiterplatten verwendet werden, sowie genadelte Kennzeichnungen auf metallischen Kompo-
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Fünf Lesemodi decken unterschiedliche Abläufe ab. Der Lesevorgang kann dabei mittels externer Signale oder automatisch aktiviert werden. ■ Im Pulse Mode startet ein definiertes Triggersignal einen zeitlich begrenzten Lesevorgang. Das Signal kann von der Steuerung oder einem separaten Sensor stammen. ■ Der Level Mode hält die Lesung so lange aktiv, wie das Triggersignal anliegt beziehungsweise bis ein Code erkannt wurde. Diese Betriebsart eignet sich für Objekte, bei denen die genaue Position der Kennzeichnung nicht feststeht. ■ Im Multiple Session Mode folgt dem Prinzip des Level Mode, der Sensor verarbeitet jedoch mehrere unterschiedliche Codes auf demselben Objekt. Das ist beispielsweise bei Paketen oder Behältern mit mehreren Kennzeichnungen relevant. ■ Im Continuous Mode arbeitet die Codeerfassung dauerhaft. ■ Der Sense Mode startet die Lesung bei jeder Bewegung oder Veränderung im Erfassungsbereich. Die Empfindlichkeit kann an die Anwendung angepasst werden. Ein Code kann hier gezielt vor den Sensor gehalten werden, um einen nachfolgenden Prozessschritt auszulösen.
Vergleichsfunktion und Fehlerbilder Clever Reader bietet Funktionen zur direkten Bewertung der erfassten Informationen. Die integrierte Matchcode-Funktion vergleicht jeden gelesenen Code mit einer zuvor eingelernten oder von der Steuerung bereitgestellten Referenz. Der Abgleich kann vollstän-
dige und teilweise Übereinstimmungen berücksichtigen. Auf diese Weise lassen sich falsche Codes, abweichende Bauteile oder fehlerhafte Zuordnungen frühzeitig erkennen. So kann etwa ein falsch zugeordnetes Objekt ausgeschleust werden, bevor es in den nächsten Fertigungsabschnitt gelangt. Wird ein Code innerhalb der definierten Zeit zum Beispiel wegen Verschmutzung, Beschädigung oder unvollständiger Sichtbarkeit nicht gelesen, speichert der kamerabasierte Sensor automatisch ein Bild der Situation. Der Fehlerbildspeicher unterstützt sowohl die Problemanalyse von Lesefehlern als auch Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit.
Konfiguration und Datenaufbereitung Die Parametrierung kann mittels Steuercodes unmittelbar am Gerät erfolgen. Für differenzierte Einstellungen steht die grafische Benutzeroberfläche des Clever Reader Configurator bereit. Eine Scan-Taste am Gehäuse startet die Testlesung ohne angeschlossenen PC. Nach erfolgreicher Erfassung bestätigt der Sensor das Ergebnis mit einem Signal; im Configurator lässt sich der gelesene Inhalt im Detail kontrollieren. Der Ausgabestring lässt sich an die Anforderungen der Zielanwendung anpassen. Im Cleverreader Configurator werden die dafür benötigten Bestandteile mithilfe einer Toolbox per Drag-and-drop zusammengestellt. Eine Livesimulation zeigt, in welcher Form der
Bild: Pepperl+Fuchs
Special: Smart Automatisieren & Elektrifizieren
Clever Reader VOI1000 und VOI1100
Codeinhalt ausgegeben wird. So lassen sich relevante Informationen bereits im Sensor strukturieren und im gewünschten Format an Steuerungen, Programme oder ERP-Systeme übertragen. Nachgelagerte Prozesse erhalten die relevanten Informationen ohne zusätzliche Zwischenschritte zur nachträglichen Umwandlung der Daten. Das kompakte Gehäuse (24,3 × 41,5 × 49,5 mm) erleichtert die Montage an Förderstrecken, Fertigungsstationen oder Anlagen mit beengten Verhältnissen. Die Kommunikation erfolgt durch eine RS-232-Schnittstelle. Ein 24-V-/5-V-Konverterkabel übernimmt sowohl die Spannungsversorgung als auch die Signalübertragung. Zudem ist eine Ausführung mit offenen Kabelenden sowie Varianten mit DB9-, M12- und M8Steckverbindern verfügbar. Mit dem M8-Anschluss kann ein Triggersensor direkt an den Codeleser angebunden werden. Ein Device Master Gateway von Pepperl+Fuchs ermöglicht zudem die Einbindung in eine Feldbus-Umgebung. n
TIPP Pepperl+Fuchs zeigt seine Produkte und Lösungen auf der SPS 2026 in Halle 7A, Stand 240.
Special: Smart Automatisieren & Elektrifizieren PROGRAMMIERBARE RELAIS
Richtiges Maß zwischen SPSen und Steuergeräten Mit einer Serie programmierbarer Relais schließt der Elektronikhersteller Akytec aus Hannover die Lücke zwischen komplexen SPSen und einfacheren Steuergeräten mit begrenztem Funktionsumfang. Die Modelle der PR-Serie sind ausgestattet mit EthernetPorts, schnellen Zähleingänge, können sich mit einer Cloud verbinden und Analogsignale verarbeiten. Auch ihre Programmierung ist einfach.
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Die Lücke zwischen SPS und einfachem Relais-Logikmodul schließen Genau hier setzen die programmierbaren Relais der Serie PR von Akytec an: Sie schließen die Lücke für solche Anwendungen, in denen eine vollwertige, teure SPS zu viele und ein einfaches Relais-Logikmodul zu wenige Funktionen bieten. Mit einem einheitlichen, kompakten Hutschienenformat bietet jeder PR-Controller umfangreiche integrierte I/O-Schnittstellen, industrietaugliche Kommunikationsprotokolle und skalierbare Erweiterungsmodule – und bleibt dabei auch für den Masseneinsatz kosteneffizient. Ein weiteres Merkmal ist die robuste Bauweise: So arbeiten die Modelle PR100, PR102 und PR103 auch unter rauen klimatischen Bedingungen zuverlässig, von –40 °C bis +55 °C. Bild: Akytec GmbH
Die programmierbaren Relais der PRSerie (Ausnahme: PR100 und SMI200) können jeweils mit bis zu zwei PRM-Erweiterungsmodulen kombiniert werden – z.B. für Aufgaben, bei denen eine größere Anzahl von Sensorund Aktuatoranschlüssen erforderlich ist.
hne speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) läuft in den automatisierten Prozessen der Industrie 4. 0 nichts: Sie lesen Eingangssignale von Sensoren, verarbeiten sie gemäß der hinterlegten Programme und geben Steuersignale an Motoren, Ventile oder Relais aus. Doch besonders für einfache, weniger komplexe Anwendungen sind klassische SPSen überdimensioniert und auch zu teuer. Hier können einfache, preiswerte Relais mit erweiterten Funktionen helfen, denn sie können durchaus einfache Programme ausführen, beispielsweise Zeitfunktionen, Zähler oder Ein- und Ausgänge verknüpfen und eine handverdrahtete Relaisschaltung ersetzen. Ihr Nachteil: Sie lassen sich in der Regel nicht mit anderen Komponenten vernetzen und sind in ihrer Anwendung begrenzt.
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Die Programmierung der PR-Geräte erfolgt mit der kostenlosen Software Akytec ALP, die IEC-61131-3konforme Funktionsbausteinpläne (FBD) und Strukturierten Text (ST) unterstützt. ALP ermöglicht die nahtlose Wiederverwendung von Code und Makros über verschiedene Steuerungstypen hinweg, die Software bietet eine intuitive, leicht erlernbare Programmierung auf Basis des IEC-61131-3-Standards. Dank integrierter Offline-Simulation und Online-Fehlersuche lässt sich der Code vor Inbetriebnahme umfassend testen. Die Funktionen Makrobibliothek und Replikationsassistent ermöglichen eine schnelle, fehlerfreie Bereitstellung über mehrere Installationen hinweg und sorgen für eine einheitliche Projektabwicklung sowie einfache künftige Aktualisierungen.
Die einzelnen Varianten und typische Einsatzbeispiele Derzeit umfasst die PR-Serie sieben Modellvarianten, die sich in Ausstattung und Einsatzbereich unterscheiden. Die kompakteste Variante der Reihe ist das PR100, es hat acht digitale Ein- und Ausgänge (Relaisausgänge, 5 A / 250 V AC), vier Analogeingänge sowie eine RS-485-Schnittstelle. Das Modell eignet sich für einfache Steuerungsaufgaben mit begrenztem I/OBedarf; ein Anzeigedisplay ist nicht vorhanden. Das Gerät kann zum Beispiel effektiv kleine Pumpstationen, Wasseraufbereitungsanlagen oder Bewässerungssysteme steuern, und das auch unter rauen Außenbedingungen. Mit 16 digitalen Eingängen, 14 Relaisausgängen, acht Analogeingängen und zwei Analogausgängen bietet das Modell PR102 die höchste I/O-Dichte der Reihe, ebenfalls ohne integriertes Display. Zwei RS485-Schnittstellen ermöglichen die Anbindung an übergeordnete Systeme oder Peripheriegeräte. In kompakten Fertigungslinien und erweitert um zwei PRM-Module (siehe weiter unten) kann das PR102 bis zu 72 digitale und analoge I/O-Punkte auf einer Breite von nur 126 mm bereitstellen. Damit ist es eine Alternative für deutlich kostspieligere und sperrige SPSBaugruppenträger.
Das PR103 erweitert das Profil des PR102 um vier schnelle Zähleingänge (bis 100 kHz) sowie eine Ethernet-Schnittstelle zusätzlich zu zwei RS-485-Ports. Die Ausgänge sind als Relais oder Transistor ausgeführt. Das Modell eignet sich für Aufgaben, bei denen Hochfrequenzsignale oder Netzwerkanbindung erforderlich sind. Dank Ethernet-Konnektivität und ModbusTCP-Fähigkeit integriert das PR103 zudem Gebäudeautomatisierungsaufgaben nahtlos in zentrale Managementsysteme und ermöglicht direkt IIoT- oder cloudbasiertes Monitoring.
PR-Varianten mit Displays machen externe HMI-Geräte überflüssig Das PR200 entspricht in der I/O-Ausstattung weitgehend dem PR100, ergänzt es jedoch um zwei Analogausgänge, bis zu zwei RS-485-Schnittstellen. Es besitzt außerdem ein zweizeiliges LCD mit sechs Bedientasten, womit eine einfache Vor-Ort-Bedienung ohne externes HMI-Gerät möglich wird. Erhältlich ist eine 230-V-AC-Variante des PR200, ideal für die Nachrüstung älterer Anlagen. Die Variante PR205 kombiniert vier Analogeingänge, drei Analogausgänge, sechs digitale Eingänge sowie zwei schnelle Zähleingänge (bis 100 kHz) mit Relais- und Transistorausgängen. Hinzu kommen zwei RS-485-Schnittstellen und Ethernet. Das integrierte 2,4-Zoll-Farbdisplay mit Tastatur ermöglicht die vollständige Vor-Ort-Bedienung und Visualisierung, beispielsweise zur eigenständigen Maschinensteuerung: Lokale Bedienfelder können vom Maschinenhersteller direkt im Controller implementiert werden – ein externes HMI-Panel ist nicht nötig. Eine Neuheit stellt das Modell PR225 dar, das sich ideal zur Steuerung von Lüftungs-, Heizungs- und Klimaanlagen eignet. Es ist in einem kompakten Panelgehäuse verbaut und mit einem 3,5-Zoll-Grafikdisplay ausgestattet. Das PR225 kombiniert diskrete und analoge Ein- und Ausgänge und verfügt über Ethernetund RS-485-Konnektivität, zur Erweiterung mit externen Modulen, zur Integration in übergeordnete Systeme und für den Datenaustausch mit der (kostenfreien) Akytec Cloud. Eine Sonderstellung in der der PR-Serie nimmt das Modell SMI200 ein: Es hat keine eigenen I/O-Punkte, sondern dient ausschließlich als kompakte Bedieneinheit und Modbus-Master. Es wird direkt in einen Standard-Schalttafelausschnitt (Ø 22,5 mm) eingebaut und kommuniziert über eine RS-485-Schnittstelle mit angeschlossenen I/O-Modulen. Ein zweizeiliges LCD ermöglicht die lokale Anzeige und Bedienung. Das SMI200 kann z. B. als Modbus-Master für dezentrale I/O-Module zum Einsatz kommen, ideal für Baumaschinen oder Spezialfahrzeuge. Für alle Modelle mit Ausnahme von PR100 und SMI200 stehen PRM-Erweiterungsmodule zur Verfügung, die direkt am Controller angeschlossen werden und bis zu 16 zusätzliche digitale oder analoge I/O-Punkte bereitstellen, ohne dass eine Feldbusverbindung erforderlich ist. Auf diese Weise können die programmierbaren Relais auch für Aufgaben einsetzt werden, für die eine größere Anzahl von Sensor- und Aktuatoranschlüssen notwendig sind. Mit der Serie PR lässt sich fortschrittliche Automatisierung ohne unnötige Komplexität realisieren. n
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Special: Smart Automatisieren & Elektrifizieren CYBER RESILIENCE ACT
Mehr Sicherheit in der industriellen Automation Neue Anforderungen an digitale, vernetzte Produkte stehen im Fokus des Cyber Resilience Acts. Wie Leuze Sensorlösungen fit für die Zukunft macht und was Kunden wissen sollten.
Herbert Köbel Senior Expert – R&D Software Leuze
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ie EU hat 2024 mit dem Cyber Resilience Act (CRA (EU) 2024/2847) eine Verordnung zur Cybersicherheit erlassen, die stufenweise in Kraft tritt: Ab dem 11. September 2026 sind Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen verpflichtet, schwerwiegende Sicherheitsvorfälle und aktiv ausgenutzte Schwachstellen an eine zentrale Plattform der EU (Single Reporting Platform) zu melden. Im Januar 2027 tritt die neue Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 in Kraft, die konkrete Anforderungen an Cybersicherheit und digitale Sicherheitsbauteile stellt. Ab Dezember 2027 müssen alle neu in Verkehr gebrachten digitalen Produkte CRA-konform sein. Das bedeutet für die Hersteller: Sie müssen Cyberrisiken bewerten und dokumentieren, einen „Secure Development Life Cycle“ verankern, und sie dürfen nur Produkte in die Märkte bringen, die nach dem jeweils aktuellen Stand der Technik gegen Cyberattacken gesichert sind. Speziell für die industrielle Automation ist das von großer Bedeutung: In vielen industriellen Umgebungen arbeiten Altanlagen in Kombination mit modernen digitalen Systemen. Weil Maschinen und Steuerungen meist viele Jahre im Einsatz bleiben, können Schwachstellen lange bestehen. Zugleich wächst mit zunehmender Vernetzung auch die Angriffsfläche. Schon kleine Sicherheitslücken können Produktionsausfälle oder den Verlust sensibler Betriebsdaten zur Folge haben. Hier setzt der CRA an: Er soll die Sicherheit von Geräten mit digitalen Elementen – dazu zählen auch
Security ist ein integraler Bestandteil der Sensoren von Leuze.
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Sensoren von Leuze – in der Entwicklung, im Betrieb und während des ganzen Produktlebens gewährleisten. Ein wichtiger Faktor dabei ist die Update-Fähigkeit. Der CRA fordert, dass Sicherheits-Updates technisch möglich sind und Hersteller sie bei Bedarf zur Verfügung stellen. Anwender profitieren damit von Produkten, die nach den neuesten Sicherheitsstandards entwickelt, betrieben und unterstützt werden.
Welche Komponenten der CRA betrifft Der CRA betrifft alle Produkte mit digital vernetzten Elementen, die auf dem EU-Markt erhältlich sind. Dazu gehören vernetzte Hardware wie Sensoren und Steuerungen sowie Softwarelösungen in den Netzwerken automatisierter Anlagen. Die Verordnung fordert von Herstellern wie Leuze eine systematische Risikobewertung, ob Produkte potenziell von Cyberattacken bedroht sind. Bei erkannten Risiken werden Gegenmaßnahmen ergriffen. Der Nachweis der CRAErfüllung ist künftig Bestandteil der EU-Konformitätserklärung. Für neu entwickelte Sensoren gewährleistet der Hersteller mit der EU-Konformitätserklärung, dass sie gegen Cyberangriffe geschützt sind. Bei der Integration von Sensoren müssen Maschinenbauer analog zu Safety-Prozessen die Gefährdung der Gesamtanlage bewerten und gegebenenfalls ihre bestehenden Sicherheitskonzepte anpassen. Betreiber und Integratoren definieren ein Sicherheitsniveau und die entsprechenden technischen Voraussetzungen wie bei-
Bild: Leuze
VERFASST VON
Special: Smart Automatisieren & Elektrifizieren spielsweise Netzwerksegmentierungen mit Firewalls, User-Management oder Logging-Systeme. Die Sensoren unterstützen diese Architektur, um das definierte Sicherheitsniveau der Anlage zu erreichen. Damit erhalten Endkunden langfristig zuverlässige Maschinen, die robust gegen Angriffe, Produktionsausfälle und den Verlust sensibler Daten sind. Für Bestandsprodukte, die bereits in Anlagen verbaut oder eingelagert sind, gilt: Sie müssen nicht zwingend angepasst werden.
Wie Hersteller die Vorgaben umsetzen Leuze hat frühzeitig begonnen, die Anforderungen des CRA in die Entwicklungs- und Produktionsprozesse zu integrieren. Die langjährige Expertise im Bereich Safety – also Arbeitssicherheit und Personenschutz – erleichtert die Erweiterung auf Security-Prozesse, die den Schutz von Systemen und Netzwerken gegen externe Angriffsszenarien gewährleisten. Beide Felder erfordern vergleichbare Strategien und Prozesse. Eckpfeiler der Umsetzung sind: Security-by-Design – digitale Produkte werden auf dem jeweils aktuellen Stand der Cybersicherheit entwickelt. Bezogen auf Sensoren bedeutet das, dass ihre Architektur für Security erweitert wurde und etwa mit sicheren Boot- und Dateisystemen versehen ist: Beim Start wird die geladene Software validiert und mit Sicherheitsmerkmalen auf der Gerätehardware überprüft. Daten auf den Sensoren sind gegen Manipulation geschützt, und die Systemarchitektur ermöglicht eine verschlüsselte Datenübertragung auf den Kommunikationskanälen der Sensoren. Security-by-Default – die Werkseinstellungen sind grundsätzlich cybersicher ausgelegt, alle optionalen Schnittstellen sind deaktiviert. Jeder Benutzerzugriff erfordert eine Authentifizierung. Sensoren können jederzeit auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt und kundenspezifische Daten wieder gelöscht werden. Update-Fähigkeit – digitale Produkte im Betrieb lassen sich mit Updates auf den neuesten Sicherheits-
standard bringen. Wo sinnvoll, werden Updates über die Prozessschnittstelle ermöglicht. Schlägt ein Update fehl, setzt das System sich auf den vorherigen, sicheren Stand zurück.
Der CRA verändert die Produktentwicklung Im Entwicklungsprozess neuer Sensoren werden alle Phasen um Security-Aspekte ergänzt. Dazu gehören: Systematische Bedrohungsanalyse: Leuze erstellt eine Risikomatrix, die mögliche Angriffsszenarien prüft und bewertet. Minimierung von Angriffsflächen: Bereits bei der Produktentwicklung werden strenge Sicherheitsanforderungen integriert. Bereitstellen von Sicherheitsupdates: Für die Nutzungsdauer ihrer Sensoren definiert Leuze Lebenszyklen. Sie legen die Supportdauer fest und regeln die Produktnachfolge. Leuze sorgt dafür, dass Kunden während der geplanten Nutzungsdauer der Produkte regelmäßig Updates erhalten. Diese sichern die Funktionalität und schließen erkannte Schwachstellen. Außerdem werden Mechanismen entwickelt, um alle Leuze-Produkte innerhalb einer Anlage gesammelt updaten zu können. Dokumentation: Für jedes Produkt werden umfassende Dokumentationen erstellt, die Kunden bei der sicheren Anwendung unterstützen. Schwachstellenmanagement und Schwachstellenmeldung: Leuze hat Prozesse etabliert, um Schwachstellen zu identifizieren, zu verwalten und im Ernstfall innerhalb der im CRA formulierten Fristen schnell zu melden. Als Partner für sichere Sensorlösungen begleitet Leuze die Anwender der Produkte durch die Übergangszeit bis zur vollständigen Umsetzung des CRA. Der Sensorhersteller informiert über die Anforderungen und vermittelt Best-Practice-Ansätze. Kunden erhalten Beratung zu Fragen rund um den CRA – von der Auswahl geeigneter Produkte bis zur sicheren Integration in bestehende Anlagen. n
Special: Smart Automatisieren & Elektrifizieren CYBER SECURITY
Ganzheitliches SecurityKonzept schafft Sicherheit Der Cyber Resilience Act (CRA) und die Maschinenverordnung (MVO) fordern: Künftig müssen Sicherheitsanforderungen von Beginn an Bestandteil der Maschinenentwicklung sein. Cyber Security wird damit zu einer technischen Eigenschaft der Maschine und fester Bestandteil der Produktverantwortung.
Bild: KI-generiert
Cyber Security wird künftig zu einer technischen Eigenschaft der Maschine und fester Bestandteil der Produktverantwortung.
F VERFASST VON
Andreas Fuß Senior Specialist OT-Security Network Technology
Florian Mainik Service & Support Network Technology Phoenix Contact GmbH & Co. KG
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ür Maschinenbauer stellt sich die Frage, wie sich diese Anforderungen praxisgerecht realisieren lassen. Die Erfahrung zeigt, dass die Absicherung einer Maschine nicht durch einzelne Komponenten erreicht wird. Entscheidend ist vielmehr ein ganzheitliches Security-Konzept, das die Maschine als Gesamtsystem betrachtet. In diesem Zusammenhang spielen die Netzwerkarchitektur und Segmentierung, der Zugriffsschutz, das Schwachstellenmanagement und die Dokumentation eine ebenso wichtige Rolle wie die eingesetzten Automatisierungskomponenten. Moderne Maschinen bestehen heute aus mehr als einer Steuerung: Industrie-PCs, HMIs, Antriebe, Fernwartungszugänge, Feldbusse, Netzwerkkomponenten und Cloud-Anbindungen bilden gemeinsam eine komplexe Systemlandschaft – und jede dieser Komponenten stellt eine potenzielle Angriffsfläche dar.
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CRA und MVO verlangen deshalb eine Risikobeurteilung des Gesamtsystems. Hersteller müssen nachvollziehbar bewerten, welche Kommunikationsbeziehungen bestehen, welche Schnittstellen erforderlich sind und wie sich die Kompromittierung einzelner Komponenten auf Sicherheit, Verfügbarkeit und Integrität der Maschine auswirken könnten. In der Praxis beginnt dieser Prozess mit einer AssetListe. Sie dokumentiert alle relevanten Hardware- und Software-Komponenten, Firmware-Stände, Kommunikationsschnittstellen sowie Verbindungen zu übergeordneten Systemen. Erst auf dieser Grundlage kann eine fundierte Risikoanalyse durchgeführt werden. Eine wirksame technische Maßnahmen zur Risikoreduzierung ist die Segmentierung von Netzwerken. Statt alle Komponenten innerhalb eines gemeinsamen Netzes zu betreiben, werden verschiedene Kom-
munikationsbereiche voneinander getrennt und kontrolliert miteinander verbunden. So lassen sich Angriffsflächen verringern und die Ausbreitung von Sicherheitsvorfällen begrenzen. Hier kommen Security-Router und Managed Switches zum Einsatz. Sie bilden die technische Grundlage für eine kontrollierte Netzwerkarchitektur und helfen dabei, die Anforderungen von CRA und MVO in praxistaugliche Maßnahmen umzusetzen.
Kommunikation gezielt überwachen Eine große Herausforderung: die Kommunikationsbeziehungen einer Maschine gezielt zu überwachen. Maschinen benötigen oftmals Verbindungen zu Produktionsnetzwerken, SCADA-Systemen, Cloud-Anwendungen oder Fernwartungslösungen. Zugleich darf nicht jede Verbindung automatisch den Zugriff auf das komplette Maschinennetz ermöglichen. Die Security-Router der Produktfamilie mGuard von Phoenix Contact schaffen hier eine kontrollierte Maschinengrenze. Firewall-Funktionalitäten lassen ausschließlich freigegebene Kommunikationsverbindungen zu. VPN-Verbindungen sichern den Fernzugriff, während DMZ-Konzepte einen abgesicherten und autorisierten lokalen Zugriff erlauben. Somit wird eine saubere Trennung zwischen internen und externen Netzbereichen sichergestellt. Während Security-Router die Grenze zur Außenwelt absichern, übernehmen Managed Switches die Strukturierung innerhalb des Maschinennetzes. Die Managed Switches 2000 von Phoenix Contact segmentieren das interne Netzwerk über VLAN-Technologien, Port-Security und rollenbasierte Zugriffskonzepte. Kritische Komponenten können so von weniger kritischen Netzsegmenten getrennt werden. Kommunikationswege werden transparent und kontrollierbar. Der CRA fordert einen strukturierten Umgang mit Schwachstellen und Sicherheitsaktualisierungen über den gesamten Produktlebenszyklus. Hersteller
Bild: Phoenix Contact
Special: Smart Automatisieren & Elektrifizieren müssen daher Prozesse etablieren, um Security Advisories zu bewerten, Updates zu planen und Risiken kontinuierlich neu zu beurteilen. Nicht jede gemeldete Schwachstelle führt zu einem hohen Risiko. Wichtig ist, ob sie innerhalb der konkreten Maschinenarchitektur tatsächlich ausgenutzt werden kann. Neben den technischen Maßnahmen gewinnen Dokumentation und Nachweisführung an Bedeutung. Maschinenbauer müssen belegen, welche Risiken geprüft wurden, welche Schutzmaßnahmen umgesetzt sind und warum diese Maßnahmen als angemessen betrachtet werden. Eine nachvollziehbare Dokumentation verbindet die Asset-Liste, Risikoanalyse und Netzwerkarchitektur sowie das Security-Konzept und Schwachstellenmanagement zu einem konsistenten Gesamtbild. Sie bildet die Grundlage für die Konformitätsbewertung und unterstützt gleichzeitig den Service, die Wartung und zukünftige Produktänderungen. CRA und Maschinenverordnung erhöhen die Anforderungen an die Cyber Security im Maschinenbau deutlich. Sie lassen sich jedoch nicht durch einzelne Security-Funktionen erfüllen. Wesentlich ist ein durchgängiges Security-Konzept, das die Maschine als Gesamtsystem sieht. Der Weg zur Compliance startet mit Transparenz, einer klaren Risikoanalyse und einem definierten Security-Kontext. Die Netzwerksegmentierung, kontrollierte Kommunikationsbeziehungen, ein Schwachstellenmanagement und eine belastbare Dokumentation schaffen die Grundlage eines ganzheitlichen Security-Konzepts. Fazit: Maschinenbauer, die Cyber Security in ihre Produktentwicklung integrieren, bieten regulatorische Sicherheit sowie erhöhte Verfügbarkeit und Wartbarkeit ihrer Maschinen. n
Die Security-Router FL mGuard lassen nur freigegebene Kommunikationsverbindungen zu.
Special: Smart Automatisieren & Elektrifizieren LADEINFRASTRUKTUR
Wenn Energie zum Engpass wird Wachsende autonome Flotten in der Industrie bringen Ladeinfrastrukturen an ihre Grenzen. Energie wird vom Randfaktor zum Kern der Prozessarchitektur. Lesen Sie, wie skalierbare und induktive Ladesysteme die industrielle Automatisierung sichern. Technologien mehr sind, sondern sich unter realen industriellen Bedingungen als belastbare Infrastruktur etabliert haben. Gleichzeitig macht er deutlich, dass sich die Prioritäten verschieben: Die zentrale Frage lautet nicht mehr, ob sich elektrifizierte Flotten einsetzen lassen, sondern wie zuverlässig sie sich langfristig in kontinuierliche Betriebsprozesse integrieren und betreiben lassen.
Bild: Gerhard Schubert GmbH
Hin zum kontinuierlichen Energiefluss
In einer Anlage zur Teeverpackung im Einsatz: die AGVs „Herbie“ des Herstellers Carrybots.
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it wachsenden Flotten verschiebt sich die Herausforderung von der Leistungsfähigkeit einzelner Fahrzeuge hin zur Skalierbarkeit der Infrastruktur. Was bei wenigen Fahrzeugen funktioniert, stößt im größeren Maßstab schnell an Grenzen. Ladevorgänge müssen häufiger stattfinden, oft in kurzen Zeitfenstern und ohne Unterbrechung der Abläufe. Gleichzeitig müssen Systeme hohe Leistungen bereitstellen, im Dauerbetrieb zuverlässig funktionieren und sich nahtlos in automatisierte Prozesse integrieren. Energieversorgung wird damit zu einer Koordinationsaufgabe und nicht nur zu einer technischen Fragestellung. Diese Entwicklung ist bereits in der industriellen Praxis sichtbar. Ladelösungen von Delta Electronics, gebündelt im MOOV-Portfolio, versorgen weltweit mehr als eine Million industrielle Elektrofahrzeuge – darunter AGVs, AMRs und Flurförderzeuge im anspruchsvollen 24/7-Betrieb. Dieser Meilenstein steht weniger für reine Größenordnung als für technologischen Reifegrad. Er zeigt, dass sowohl konduktive als auch induktive Ladesysteme keine experimentellen
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Parallel dazu verändert sich die Art der Energieversorgung grundlegend. Klassische Ladeansätze mit längeren Stillstandszeiten werden zunehmend durch Opportunity Charging ersetzt, bei dem Fahrzeuge Energie in kurzen, wiederkehrenden Intervallen aufnehmen, eingebettet in laufende Prozesse. Dieser Ansatz erhöht die Verfügbarkeit der Flotte, stellt jedoch deutlich höhere Anforderungen an die Infrastruktur. Systeme müssen extrem hohe Zyklenzahlen bewältigen, eine konstante Leistung liefern und sich nahtlos in automatisierte Entscheidungsprozesse integrieren. Innerhalb seines MOOV-Portfolios adressiert Delta diese Anforderungen sowohl mit konduktiven Hochleistungslösungen als auch mit induktiven Systemen. Kontaktbasierte Plattformen sind darauf ausgelegt, hohe Ladeleistungen in kurzen Zeitfenstern bereitzustellen und gleichzeitig Milliarden von Ladezyklen im Dauerbetrieb zu ermöglichen. Die eigentliche Stärke liegt jedoch nicht allein in der einzelnen Ladeeinheit, sondern in der Integration dieser Systeme in übergeordnete Steuerungs- und Prozesslogiken. Sobald Ladevorgänge planbar und mit operativen Abläufen synchronisiert werden, wandelt sich Energie von einer Einschränkung zu einer steuerbaren operativen Größe. Das hat direkte Auswirkungen auf die Planung und den Betrieb moderner Anlagen. Energieverfügbarkeit beeinflusst zunehmend Durchsatz, Prozessstabilität und die Gesamteffizienz automatisierter Systeme. In hochautomatisierten Umgebungen ist Ladeinfrastruktur damit nicht länger getrennt von der Produktionslogik zu betrachten – sie wird Teil davon. Nicht alle Einsatzumgebungen lassen sich jedoch mit klassischen Lösungen abdecken. In Bereichen mit Staub, Feuchtigkeit, hohen Hygieneanforderungen oder mechanischem Verschleiß werden physische
Kontakte schnell zu potenziellen Schwachstellen. Genau hier gewinnt die zweite Dimension des MOOVPortfolios an Bedeutung. Induktive Ladesysteme ermöglichen eine vollständig kontaktlose Energieübertragung und reduzieren dadurch Wartungsaufwand und potenzielle Stillstände erheblich, während sie gleichzeitig einen kontinuierlichen automatisierten Betrieb unterstützen. Besonders bemerkenswert ist dabei die Breite der Einsatzfelder, in denen diese Technologien bereits genutzt werden – von Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion bis hin zu hochautomatisierter Intralogistik und anspruchsvollen industriellen OutdoorAnwendungen. In der Landwirtschaft setzt das niederländische Unternehmen Lely, einer der weltweit führenden Anbieter automatisierter Systeme für Milchviehbetriebe, die induktive MOOVair-Technologie von Delta in autonomen Stallreinigungsrobotern ein, um auch unter Bedingungen wie Schmutz, Feuchtigkeit und biologischer Belastung einen zuverlässigen Dauerbetrieb sicherzustellen. Ebenso nutzt die Neumaier Industry GmbH & Co. KG, spezialisiert auf automatisierte Intralogistik und fahrerlose Transportsysteme, induktive Ladelösungen von Delta für autonome Outdoor-Routenzüge und Gabelstapler, die ohne manuelle Eingriffe und unter wechselnden Witterungsbedingungen betrieben werden. In beiden Fällen zeigt sich, dass Ladeinfrastruktur Automatisierung nicht nur unterstützt, sondern zunehmend darüber entscheidet, ob sie unter realen industriellen Bedingungen überhaupt zuverlässig umsetzbar ist.
Infrastruktur als Enabler Diese Beispiele verweisen auf eine grundlegende Verschiebung. Ladeinfrastruktur unterstützt nicht mehr nur bestehende Prozesse, sondern ermöglicht neue Betriebsmodelle. Die zentrale Frage lautet nicht mehr, wie ein Fahrzeug geladen wird, sondern wie Energiesysteme gestaltet sein müssen, um mit der Dynamik automatisierter Abläufe Schritt zu halten.
Bild: Delta Electronics
Special: Smart Automatisieren & Elektrifizieren
Das hat direkte Auswirkungen auf die Elektrifizierungsstrategien von Unternehmen. Energie kann nicht länger als nachgelagerte Größe betrachtet werden, sondern muss von Beginn an integraler Bestandteil des Gesamtsystems sein. Dazu gehört nicht nur die Hardware, sondern auch die Integration in Steuerungssysteme, Datenflüsse und operative Planung. Entscheidungen über Flottengröße, Prozessdesign und Anlagenverfügbarkeit hängen zunehmend davon ab, wie Energie innerhalb eines Betriebs bereitgestellt, gesteuert und orchestriert wird.
Die Ladelösungen von Delta Electronics, gebündelt im MOOVPortfolio, versorgen weltweit mehr als eine Million industrielle Elektrofahrzeuge – darunter AGVs, AMRs und Flurförderzeuge.
Der nächste Engpass ist bereits sichtbar Mit der Weiterentwicklung industrieller Systeme zeichnet sich der nächste Engpass bereits ab. Es ist die Fähigkeit, Energie so bereitzustellen, dass sie mit Geschwindigkeit, Flexibilität und Skalierung moderner Prozesse Schritt hält. Unternehmen, die diese Entwicklung frühzeitig erkennen, werden ihre Automatisierungsstrategien erfolgreicher skalieren können. Andere riskieren, dass selbst hochentwickelte Systeme durch eine der grundlegendsten Voraussetzungen begrenzt werden. Letztlich wird entscheidend wird sein, wie effektiv Energie in das Gesamtsystem integriert wird. n
TIPP Delta Electronics zeigt seine Produkte und Lösungen auf der SPS 2026 in Halle 7, Stand 360.
Special: Smart Automatisieren & Elektrifizieren
Auf dem Weidmüller-Messestand erhalten Besucherinnen und Besucher Einblicke in ein offenes Ökosystem für Industrial Automation und IIoT.
Bild: Baumüller
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Bild: Weidmüller
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Baumüller setzt bei seiner neu entwickelten Laufzeitumgebung auf Linux und gewährt so maximale Offenheit für die Integration von anderen Systemen und absolute Flexibilität bei der Umsetzung kundenspezifischer Projekte.
PRODUKTE UND LÖSUNGEN
Fünf Neuheiten für smarte Automatisierung 1. Offenes Ökosystem für Industrial IoT Die Weidmüller-Gruppe mit Hauptsitz in Detmold präsentiert auf der SPS in Nürnberg ein offenes Ökosystem für Industrial Automation und IIoT. Das Unternehmen zeigt, wie sich Automatisierungsund Digitallösungen durch offene Schnittstellen, modulare Architekturen und durchgängige Systemlandschaften effizient miteinander verbinden lassen. Ein wesentlicher Baustein ist das u-mation
Portfolio. Es umfasst das offene Betriebssystem u-OS, Hardware-, Software- und Servicebausteine und ermöglicht die flexible Umsetzung moderner Automatisierungslösungen. Das u-mation Portfolio erfüllt dabei höchste industrielle Anforderungen der Cybersecurity und schafft die Grundlage, um künstliche Intelligenz nahtlos zu integrieren. SPS 2026: Halle 9, Stand 351.
2. Maschineninteraktion neu gedacht Mit einer Vielzahl an Innovationen rund um Human Machine Interfaces (HMI) setzt B&R neue Impulse für die Mensch-Maschine-Interaktion. Mit dem Automation Panel 1500 zeigt der Hersteller, wie moderne HMILösungen aussehen: Kamera, RFID-Leser, und LEDStatusleiste sind direkt im Gerät integriert. Gleichzeitig haben Maschinenbauer, ab Losgröße 1, die Möglichkeit Logos Beschriftungen und Funktionstasten
des Panels flexibel an das jeweilige Maschinendesign anzupassen.Außerdem präsentiert das Unternehmen auf der Messe einen neuen AI-Assistenten, der hilft, die Bedienung von Maschinen zu vereinfachen. Der AI-Assistent nutzt ausschließlich Daten aus dem Maschinenhandbuch und der Maschinensteuerung und stellt Anwendern relevantes Wissen direkt im HMI zur Verfügung. SPS 2026: Halle 7, Stand 206
3. Flexibel mit neuer Automatisierungsplattform Baumüller präsentiert auf der SPS 2026 mit einer neuen Promaster Version und einer eigenen Laufzeitumgebung eine durchgängige Automatisierungsplattform für zentrale und dezentrale Steuerungsarchitek
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turen. Die neue Laufzeitumgebung basiert auf Linux und wurde prozessorunabhängig entwickelt. Die offene Architektur ermöglicht die Integration zusätzlicher Anwendungen und schafft die Grundlage für zukünf-
Bild: Pilz GmbH & Co. KG
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Bei Pilz stehen im Fokus: Automatisierungslösungen, die die Anforderungen der kommenden Maschinenverordnung erfüllen und Maschinen produktiver machen.
tige Erweiterungen und moderne Engineering-Konzepte. Die Plattform unterstützt die Integration von KI-Funktionen für Prozessoptimierung, Zustandsüberwachung und Echtzeit-Datenanalyse. In Verbindung mit der b maXX drivePLC und den Servoantrieben der b maXX 6000-Familie entstehen neue Möglichkeiten für Smart Monitoring und Predictive Maintenance. SPS 2026: Halle 1, Stand 560
4. Physical AI trifft auf die reale Welt KI-Systeme müssen räumliche Zusammenhänge verstehen. Erst mit dieser räumlichen Intelligenz können Maschinen dreidimensionale physische Räume wahrnehmen, verstehen und mit ihnen interagieren. Auf der SPS 2026 zeigt die Profibus Nutzerorganisation e.V. wie diese Interoperabilität praktisch funktioniert. Omlox ist der offene Ortungsstandard für die Industrie. Unterschiedliche Technologien wie UWB, RFID, BLE, GNSS, WLAN oder 5G können über eine gemeinsame standardisierte Ebene zusammengeführt werden. SPS 2026: Halle 5, Stand 210
5. Erweitertes IO-Link-Safety-System Die Vernetzung in der produzierenden Industrie verlangt nach einer nahtlosen, sicheren Kommunikation im Feld. Auf der Messe zeigt der Experte für die sichere Automation Pilz sein IO-Link-Safety-System, das gleichermaßen Safety- wie auch Standardkommunikation abdeckt. Das Unternehmen baut hierfür sein Portfolio kontinuierlich weiter aus: Neben dem ersten zertifizierten IO-Link Safety Master PDP67 und der Bedieneinheit PITgatebox IOLS stehen neu die IO-Link Safety Sicherheitslichtgitter PSENopt II Advanced zur Verfügung. Messebesucher erleben am Modell, wie IO-Link Safety eine sichere Datenübertragung umsetzt und die Voraussetzung für mehr Maschinenverfügbarkeit und eine flexiblere Automatisierung schafft. SPS 2026: Halle 9, Stand 370
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Verbinden & Versorgen ENERGIEMANAGEMENT
Wenn Effizienz auf Automation trifft Steigende Energiekosten und strenge Umweltvorgaben fordern Automatisierer heraus. Der INDUSTRIAL ENERGY SUMMIT in Würzburg liefert konkrete Antworten – vom KI-basierten Energiemanagement über intelligente Antriebstechnik bis zur DC-Fabrik.
Vom reinen Kostenfaktor zur smarten Steuerungsaufgabe: Die intelligente Vernetzung von Maschinenbau und Energiemanagement sichert die industrielle Wettbewerbsfähigkeit.
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Optimierung von Energieflüssen. Stromaufnahmen müssen in Echtzeit gemessen, Lastspitzen durch clevere Steuerungsprogramme in der SPS abgefangen und die Antriebstechnik exakt auf den tatsächlichen Leistungsbedarf dimensioniert werden. Doch wie gelingt dieser Brückenschlag zwischen klassischer Automatisierung und zukunftsweisender Energieinfrastruktur? Welche Technologien sind heute schon reif für den Praxiseinsatz, und wie können Unternehmen ihre Anlagen so rüsten, dass sie nicht nur Ressourcen schonen, sondern auch netzdienlich agieren?
Gleichstrom und die DC-Fabrik der Zukunft Genau an dieser entscheidenden Schnittstelle setzt der INDUSTRIAL ENERGY SUMMIT an. Das hochkarätige Fach-Event, das am 8. Dezember 2026 im Vogel Convention Center in Würzburg stattfindet, widmet sich den drängenden Fragen einer zukunftssicheren industriellen Energieversorgung. Die Veranstaltung
Bild: VCG / KI-generiert
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ie Rolle des Elektrokonstrukteurs und Automatisierungsingenieurs hat sich in den vergangenen Jahren tiefgreifend gewandelt. War es früher primär die Aufgabe, Maschinen und Anlagen auf maximale Produktivität, Taktung und Ausfallsicherheit auszulegen, steht heute ein weiterer, geschäftskritischer Faktor im Zentrum des Engineerings: das Energiemanagement. In Zeiten volatiler Energiemärkte, ambitionierter Klimaziele und immer strengerer regulatorischer Vorgaben reicht es nicht mehr aus, Energie als reinen Kostenblock der Gebäudetechnik oder dem Facility Management zu überlassen. Vielmehr beginnt Energieeffizienz heute bereits im Schaltplan, bei der Auswahl der idealen Antriebstechnik und in der intelligenten Vernetzung der Automatisierungsebene. Wer eine Maschine neu entwickelt oder ein Retrofit durchführt, muss den energetischen Fußabdruck von Anfang an im Blick haben. Moderne Automatisierungslösungen bilden inzwischen das Rückgrat für die Erfassung, Analyse und
Verbinden & Versorgen bietet eine ideale Plattform, um über den Tellerrand der reinen Steuerungstechnik hinauszublicken und essenzielles Know-how für das moderne, energiebewusste Engineering von morgen aufzubauen. Ein Thema, das die Elektrokonstruktion von Grund auf revolutionieren wird, ist die Abkehr vom reinen Wechselspannungsnetz hin zu industriellen Gleichstromnetzen. In heutigen Produktionshallen geht noch immer massig wertvolle Energie durch unzählige Umwandlungsprozesse von AC zu DC und wieder zurück verloren – und das, obwohl Frequenzumrichter, Robotersteuerungen und IT-Systeme intern längst mit Gleichspannung arbeiten. Auf dem INDUSTRIAL ENERGY SUMMIT wird detailliert beleuchtet, wie der Aufbau echter DC-Netze (Gleichstrom-Fabriken) in der rauen Industrieumgebung gelingt. Durch die direkte Kopplung von Photovoltaikanlagen auf dem Hallendach, leistungsstarken Batteriespeichern und den DC-Zwischenkreisen moderner Antriebssysteme lassen sich Umwandlungsverluste drastisch minimieren. Ein weiterer entscheidender Vorteil für Konstrukteure: Beim Bremsen von Motoren kann die rekuperierte Energie sofort im selben Netz von anderen Verbrauchern genutzt oder extrem effizient zwischengespeichert werden. Für Automatisierer bedeutet das Konzept der DC-Fabrik allerdings auch ein völliges Umdenken beim Schaltschrankbau, der Absicherungstechnik und der allgemeinen Komponentenwahl.
Intelligente Antriebstechnik und das Potenzial von KI Der elektrische Antriebsstrang bleibt der mit Abstand größte Einzel-Stromverbraucher in der industriellen Produktion. Ein effizientes Anlagenkonzept rückt daher die Optimierung der Antriebstechnik besonders in den Fokus. Moderne Frequenzumrichter fungieren längst als hochsensible IoT-Sensoren im Feld, die nicht nur Ströme und Drehzahlen, sondern auch Temperaturen und Vibrationen erfassen. Durch die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in ein übergreifendes Energiemanagementsystem (EMS) lassen sich diese Sensordaten auf einer Edgeoder Cloud-Ebene hochskaliert auswerten. Die Teilnehmer des Summits erfahren in spannenden Sessions, wie sich dadurch energetische Anomalien frühzeitig aufdecken lassen und wie Produktionspläne automatisiert so mit dem Energieangebot abgeglichen werden können, dass energieintensive Prozesse exakt dann ablaufen, wenn günstiger Eigenstrom aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht.
Vom Engineering-Problem zum Multiphysik-Modell Energieeffizienz entscheidet sich nicht erst im laufenden Betrieb, sondern lange vorher in der Entwicklung. Ein passendes Beispiel dafür liefert der Vortrag mit dem Titel „Vom Engineering-Problem zum Multiphysik-Modell“. Hier geht es um handfestes Handwerkszeug für Konstrukteure: Wer bereits am digitalen Zwilling komplexe physikalische Wechselwirkungen durchspielt – etwa wie sich thermische Verluste, elektromagnetische Felder und mechanische Belastungen in einer Anlage gegenseitig beeinflussen –, vermeidet
teure Fehler im Prototypenbau. Für Automatisierungsingenieure bedeutet das, thermische Probleme oder ineffiziente Auslegungen frühzeitig im Modell zu erkennen und zu beheben. Ein Ansatz, der nicht nur Entwicklungszeit spart, sondern direkt auf die Energiebilanz der fertigen Maschine einzahlt.
Die Programm-Highlights für Automatisierer im Überblick
TIPP Interessierte finden alle weiteren Informationen zu den Speakern, den Themen und zur Ticketbuchung unter www.industrial-energysummit.de
Um diese komplexen Themen greifbar zu machen, ist das Programm konsequent auf den industriellen Alltag ausgerichtet. Im Vordergrund stehen Fakten und die direkte Umsetzbarkeit: ■ Wegweisende Keynote:Den Auftakt bilden fundierte Analysen zur makroökonomischen Lage. So beleuchtet Dr. Tim Meyer (3EPunkt) in seiner Eröffnungs-Keynote die zentrale Frage: „Energieversorgung 2035 – Wie bleibt die deutsche Industrie wettbewerbsfähig?“. ■ Fachspezifische Vorträge:Der Vormittag bietet tiefe technische Einblicke. Besonders relevant für Elektrokonstrukteure und Entwickler sind die parallelen Tracks zu Antriebstechnik und Ecodesign, Energiemanagement und KIsowie der Umsetzung von DC-Fabriken. Ebenso detailliert besprochen werden die Themen Eigenstromversorgung und der effiziente Einsatz von Batteriespeichern. ■ Praxisnahe Impulse:Kurz und prägnant liefern Best-Practice-Sessions am Nachmittag direkte Maßnahmen zur Eigenstromversorgung und zum Einsatz von Batteriespeichern. Konzepte, die Automatisierer und Betriebsleiter am nächsten Tag direkt im eigenen Werk prüfen können. ■ Interaktive Workshops:In interaktiven Kleingruppen geht es an die Umsetzung. Die Teilnehmer bringen eigene Erfahrungen in die Ausarbeitung einer betrieblichen Energiestrategie ein und diskutieren technische Hürden bei Speicherkonzepten und der Infrastruktur-Integration auf Augenhöhe. ■ Diskussionsrunden zur Regulatorik:Eine Expertenrunde bringt Licht in den Dschungel aus Förderprogrammen und gesetzlichen Vorgaben. Dieses Wissen ist essenziell, um teure Fehlinvestitionen bei der Anlagenkonzeption zu vermeiden, gefolgt von einer kompakten Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse des Tages.
Silodenken aufbrechen und Zukunft gestalten Für Elektrokonstrukteure, Entwickler und Automatisierungsingenieure ist der INDUSTRIAL ENERGY SUMMIT weit mehr als ein klassischer Kongressbesuch. Er bietet die dringend nötige Chance, das Silodenken zwischen Automatisierungstechnik, Maschinenbau und unternehmerischem Energiemanagement endgültig aufzubrechen. Wer heute Maschinen entwickelt, die auch in zehn Jahren auf dem globalen Markt bestehen sollen, muss die Verschmelzung von Energie und Daten proaktiv vorantreiben. Das Event in Würzburg liefert das dafür nötige Rüstzeug, BestPractice-Lösungen und ein starkes Netzwerk an Technologiepartnern. (häu)
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Verbinden & Versorgen SCHALTSCHRANKBAU
Montageebene statt simpler Schutz
Bild: Wöhner
Reserveplätze auf Sammelschienen erforderten bisher aufwendige Abdeckungen. Ein neues Modul kombiniert nun IP20-Berührungsschutz direkt mit einer Montageebene. Zukünftige Erweiterungen gelingen so per Aufrasten – völlig ohne Umbauaufwand.
Das Berührungsschutzmodul ist ein Schritt in Richtung kombinierte Sicherheit, Effizienz und Flexibilität.
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in tiefgreifender Wandel vollzieht sich in der Wirtschaft und insbesondere in der Industrie: Dekarbonisierung, Elektrifizierung und Automatisierung prägen zunehmend die Unternehmensstrategien. Es ist eine Chance und gleichzeitig eine Herausforderung. Wer den Übergang erfolgreich gestaltet, gewinnt an Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherheit. Damit dieser Transformationsprozess gelingt, muss das Energiemanagement nicht nur mit den technologischen Entwicklungen Schritt halten, sondern an Vorausschau gewinnen. Schaltschränke müssen heute nicht nur für die aktuelle Energieverteilung einer Anwendung ausgelegt sein. Häufig sind künftige Abgänge, Leistungsreserven oder nachträgliche Funktionserweiterungen bereits in der Planungsphase zu berücksichtigen. Damit gewinnt die Nutzung verfügbarer Flächen im Schaltschrank an Bedeutung. Insbesondere auf Sammelschienensystemen werden Reserveplätze vorgesehen, um Erweiterungen zu einem späteren Zeitpunkt zu ermöglichen. Diese Bereiche müssen während des Betriebs sicher abgedeckt sein, sollen aber bei Bedarf funktionstüchtig werden. Die Erwartungen an Modularität, Flexibilität und standardisierte Schnittstellen im Schaltschrank steigen – zurecht – an, um dieses Potenzial zu erschließen.
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Freie Sammelschienenabschnitte werden üblicherweise mit individuell zugeschnittenen Abdeckungen gegen direktes Berühren arbeits- und betriebssicher gemacht. Das Vorhalten von Leerflächen für den späteren Gebrauch ist gängig, um sich eine gewisse Flexibilität zu wahren, dennoch birgt jede Nachrüstung erneuten Planungsaufwand sowie Stillstands- und Montagezeit. Die Abdeckung musste händisch zugeschnitten, mühsam montiert und später, wenn der Platz gebraucht wurde, wieder entfernt und neu angepasst werden. Der Anspruch an die Abdeckung ist begrenzt. Sie gewährleistet Schutz, aber blockiert die Fläche und ist nicht unmittelbar als Montageplatz nutzbar. Ein kleiner, aber wunder Punkt im Schaltschrank.
Funktioneller Berührungsschutz: Mehr als nur eine Abdeckung Eine grundlegend neue Herangehensweise besteht darin, die Abdeckung nicht nur als Schutzkomponente, sondern zugleich als Montageebene auszulegen. Das neue Crosslink Berührungsschutzmodul für das Basissystem 60Classic von Wöhner setzt diesen Gedanken um: Es stellt eine Lösung dar, um funktionslose Reservefläche, die bisher nur aufwendig durch Nacharbeit funktionell wurde, von Grund auf verfügbar zu machen. Das 60Classic ist das 60-Millimeter-Sammelschienensystem, mit dem Wöhner den Markt für Energieverteiltechnik in den 1980er-Jahren revolutioniert hat. Es bleibt seitdem relevant, weil es durch seine platzsparende Bauweise für Übersichtlichkeit und eine effiziente Nutzung des Schaltschrankraums sorgt und konsequent weiterentwickelt wird. Das neue Berührungsschutzmodul ist nicht einfach eine bessere Abdeckung. Es führt ein neues Konzept ein. Inspiriert vom Crossboard 800 A, das durch sein allseitig geschlossenes Design auf maximale Sicherheit ausgerichtet ist, hat Wöhner einen Berührungsschutz nach Schutzart IP20 für das 60Classic entwickelt. Durch die verschiedenen Modulbreiten (54 mm und 100 mm) lassen sich unterschiedlich große Flächen präzise abdecken – sowohl bei Flach- als auch Profilschienen.
Verbinden & Versorgen Der große Unterschied zu früheren Abdeckungen besteht darin, dass die Kontaktierungsfläche für Komponenten zugänglich bleibt. Der Berührungsschutz übernimmt damit neben der Schutzfunktion auch eine funktionelle Aufgabe. Eine Freifläche auf dem 60Classic wird durch das Modul gegen direktes Berühren sicher abgedeckt. Wenn der Platz später für Komponenten benötigt wird, können alle klemmbaren Komponenten aus der Systemwelt Crossboard 800 A zum Einsatz kommen. So ergeben sich zwei Nutzungszustände für denselben Bereich: ■ Unbestückter Zustand: Die Sammelschiene ist abgedeckt und gegen direktes Berühren geschützt. ■ Bestückter Zustand: Geeignete Komponenten werden auf der vorhandenen Montageebene aufgerastet, ohne dass die Abdeckung zuvor entfernt oder zugeschnitten werden muss. Die Reservefläche wird damit bereits bei der Erstinstallation für eine spätere Nutzung vorbereitet. Zuschnittarbeiten und mechanische Anpassungen entfallen dadurch.
Systemintegration ist der Schlüssel zur Effizienz Das Berührungsschutzmodul verfolgt den Systemgedanken von Wöhner. Das 60Classic und das Crossboard sowie deren Komponenten werden nicht separat gedacht, sondern ermöglichen immer wieder Synergien. Damit einher geht die fortlaufende Entwicklung des Portfolios. Die Zahl der Komponenten, die über mehrere Sammelschienen hinweg kompatibel sind, nimmt stetig zu. Gezielt werden sie beispielsweise mit schmalem Kontaktierungsfuß und ohne Hintergreifschutz entwickelt, sodass sie sowohl auf dem 60Classic als auch auf dem Crossboard verwendet werden können. Diese Logik trägt direkt zur Wirtschaftlichkeit bei. Die Standardisierung hilft, Bestände und Planungs- sowie Wartungsaufwand zu senken. Das wiederum schlägt sich in reduzierten Kosten und gesteigerter Effizienz nieder.
TIPP Wöhner zeigt seine Produkte und Lösungen auf der SPS 2026 in Halle 9, Stand 350.
Erweiterungen vorausschauend bereits in der Projektierung planen Die Flexibilisierung von Flächen, die ehemals funktionslos waren, gestaltet den Fortschritt im Schaltschrankbau mit. Die Entwicklung des CrosslinkBerührungsschutzmoduls für das 60Classic zeigt eine Antwort auf aktuelle Marktentwicklungen auf. Ein Umdenken von Reservefläche im Schaltschrank bietet Planern und Anwendern mehr Optionen als zuvor. Für den Schaltschrankbau bedeutet dieser Ansatz vor allem eines: Schutz und Erweiterbarkeit werden nicht nacheinander gedacht, sondern bereits in der Projektierung zusammen betrachtet. Die Marktentwicklung gen Modularität und Flexibilität stellt die Energieverteilung vielerorts zukunftssicher auf. Schaltschrankbauer, die diesen Weg ebnen, beweisen nicht nur Innovationskraft, sondern steigern gleichzeitig die Flexibilität ihrer Auftraggeber. Eine systematisch geplante Reservefläche kann dazu beitragen, Energieverteilungen über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage anpassungsfähig zu halten. Dabei steht nicht die einzelne Abdeckung im Vordergrund, sondern der Systemaufbau. n
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Verbinden & Versorgen ENERGIEMANAGEMENT
Der Schaltschrank als Live-Demonstrator
Bild: Janitza
Ein Energiemanagementsystem ist vor allem für große, energieintensive Betriebe ein Muss. Der Schaltanlagenbauer Senteg nutzt trotz kleiner Größe die Hard- und Software von Janitza und zeigt Kunden damit Energiemessung live in Aktion.
Senteg fertigt individuelle Schaltanlagen für unterschiedlichste Branchen.
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as am Standort Frankenthal ansässige Unternehmen Senteg plant, projektiert und fertigt Niederspannungs-Schaltanlagen. Mit dem eigenen Schaltanlagensystem Mona 5000+ realisiert das Unternehmen Niederspannungsanlagen mit einem Bemessungsstrom von bis zu 6.300 A.
Energiemanagement für den Standort „Während eines Jahresgesprächs mit Janitza kam von unserem Geschäftsführer, Thomas Kirchner, der erste Anstoß dazu, auch ein Energiemanagement für den
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eigenen Standort aufzubauen“, erinnert sich Dirk Weinberg, der bei Senteg für das Energiemanagementsystem zuständig ist. Der Energieverbrauch in den Werkstätten und Büros ist überschaubar. „Die Idee hinter dem System“, sagt Weinberg, „war es daher von Anfang an, einen Demonstrator für unsere Kunden zu haben.“ Diese können sich dann vor Ort in Frankenthal ein Bild davon machen, wie die Systemarchitektur aussieht, wie die Messtechnik von Janitza eingebaut ist und welche Visualisierungen die Software Gridvis Expert bietet. Dabei sollten zusätzlich zwei Besonderheiten berücksichtigt werden. Zum einen
Verbinden & Versorgen muss die Photovoltaik-Anlage auf dem Hallendach eingebunden werden, die im Jahresmittel mehr elektrische Energie produziert als das Unternehmen verbraucht. Zum anderen sollte der Energieverbrauch der Heizung erfasst werden, die beiden Gaszähler sollten dafür ebenfalls in das System eingebunden werden. Hinzu kommt noch die Erfassung des Druckluftverbrauchs über einen Durchflussmesser, der hinter dem Kompressor installiert ist.
Beschränktes Platzangebot Im Gegensatz zu Neuanlagen, wie sie Senteg üblicherweise baut, muss in Bestandsanlagen immer der Platz gefunden werden, um die Messtechnik nachträglich einzubauen. Dies betrifft sowohl die Messgeräte als auch die Stromwandler. „Besonders hilfreich, wenn wenig Platz im Schaltschrank ist“, so Weinberg: „ist die Verwendung von Low-Power-Stromwandlern.“ Diese wandeln die gemessenen Ströme in ein Spannungssignal von 0 bis 333 mV. Dadurch kann die bei herkömmlichen Stromwandlern notwendige Wandlertrennklemme entfallen, weswegen der Platzbedarf reduziert ist. Eine weitere Möglichkeit zum Platzsparen, die bei Senteg zum Tragen kommt, nennt Dirk Weinberg ebenfalls: „Wir haben in der Hauptverteilung in der Schlosserei den Netzanalysator UMG 801 von Janitza verbaut, der viele Messkanäle auf eingeschränktem Platz bietet.“ Zusätzlich ist dieser modular über ein integriertes Bussystem erweiterbar. Dabei werden die angebundenen Erweiterungsmodule automatisch erkannt. Bis zu 92 Strommesskanäle sind so per Plug-and-Play möglich. Die Erweiterungsmodule können durch die Verwendung von Übergabemodulen auch auf einer weiteren Hutschiene oder sogar in einem anderen Schaltschrank untergebracht sein. Die Erweiterungsmodule sind bei Senteg auf insgesamt drei Schaltschränke verteilt. Auf allen Kanälen werden sämtliche relevanten Strom- und Spannungs-Messwerte erfasst, intern aufgezeichnet und
über verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten an übergeordnete Systeme übertragen. An der Haupteinspeisung des Firmengebäudes, die bis zu 250 A liefern kann, hat Weinberg einen Spannungsqualitätsanalysator vom Typ UMG 512-PRO ausgewählt. Dieser überwacht die elektrischen Kennwerte und die Spannungsqualität gemäß der gängigen Normen und erfüllt die Klasse A nach IEC 61000-4-30. „Damit können wir die Qualität der Belieferung überprüfen, und bei einem Ausfall können wir so auch genau nachweisen, ob etwa eine Spannungsschwankung vom Energieversorger stammt“, erklärt Dirk Weinberg. In den Unterverteilern in der Schlosserei und der Elektrowerkstatt kommen die kompakten Energieanalysatoren UMG 103-CBM zum Einsatz, die über jeweils drei Spannungs- und Strommesskanäle verfügen. In der Tür der Unterverteilung in der Elektrowerkstatt ist ein UMG 96 PQ-L eingebaut. Dieser visualisiert die Spannungsqualität auf dem integrierten Farbdisplay. Gleichzeitig dient das Gerät als Master für die anderen Messgeräte in der Unterverteilung, der die Messdaten an das übergeordnete System weiterleitet. In der Unterverteilung für die Büros und für die USV ist jeweils ein Hutschienenmessgerät UMG 806 installiert, das mit einem Kommunikationserweiterungsmodul eine Ethernetverbindung ermöglicht.
TIPP Janitza zeigt seine Produkte und Lösungen auf der SPS 2026 in Halle 6, Stand 260.
Mögliche Einsparpotenziale sehen Über die Software Netzvisualisierungssoftware Gridvis lassen sich sämtliche installierte Janitza-Geräte konfigurieren. Anschließend werden die gesamten Messdaten übertragen und in einer zentralen Datenbank gespeichert. Über die offene Schnittstellenarchitektur können auch Messwerte anderer Geräte eingebunden werden. „Die Daten, die wir mit dem Energiemanagementsystem erhalten und auswerten, schaffen eine optimale Transparenz und zeigen auch gleich mögliche Einsparpotenziale auf“, nennt Weinberg eines der wichtigsten Ergebnisse des Projekts. n
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Bei dezentralen Automatisierungskonzepten werden Steuerungs- und Regelungsfunktionen direkt in der Feldebene der Maschine oder Anlage ausgeführt, statt zentral in einem Schaltschrank.
Bild: KI-generiert
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STROMVERSORGUNG
Dezentrale Verteilung hilft beim Optimieren Modulare Anlagen erfordern neue Konzepte der Stromversorgung. Rückt die AC/DC-Wandlung direkt an den Verbraucher, entfallen lange 24-V-Leitungswege. Entscheidend ist dabei ein ganzheitliches thermisches und elektrisches Systemdesign.
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utomatisierungssysteme werden zunehmend modular aufgebaut: Maschinenfunktionen verteilen sich auf einzelne Stationen, Antriebe und Aktoren sitzen direkt am Prozess, und Produktionslinien sollen sich ohne grundlegenden Umbau erweitern lassen. Eine rein zentrale Stromversorgungsarchitektur kann dabei an praktische Grenzen stoßen. Werden sämtliche 24-VDC-Verbraucher aus einem zentralen Schaltschrank gespeist, wachsen mit der räumlichen Ausdehnung der Anlage auch Leitungslängen, Spannungsfall und Verkabelungsaufwand. Eine dezentrale Architektur setzt an dieser Stelle an. Höhere AC- oder DC-Spannungen werden über die längeren Strecken der Anlage verteilt; die Umsetzung auf die benötigte Kleinspannung erfolgt erst in unmittelbarer Nähe der Last. Damit wird die Stromversorgung selbst zu einem Bestandteil der modularen Automatisierungsarchitektur. Für die elektrische Auslegung ist zunächst die einfache Beziehung P = U × I entscheidend. Bei gleicher Leistung führt eine niedrige Spannung zu einem höheren Strom. Ein 200-W-Verbraucher zieht bei 24 VDC
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rechnerisch etwa 8,3 A. Bei vier entsprechenden Verbrauchern ergibt sich auf der Niederspannungsseite eine Gesamtleistung von 800 W und – sofern sie über eine gemeinsame 24-V-Schiene bereitgestellt wird – ein Gesamtstrom von rund 33,3 A.
Die Wandlung lokal vornehmen Über längere Distanzen wirken sich solche Ströme auf Leiterquerschnitt, Spannungsfall und Verlustleistung aus. Deshalb kann es bei räumlich verteilten Lasten vorteilhaft sein, die höhere Eingangsspannung bis in die Maschine zu führen und die Niederspannungswandlung lokal vorzunehmen. Der physikalische Vorteil ist eindeutig: Mit steigender Übertragungsspannung sinkt bei gleicher Leistung der Strom. Die konkrete Kabeldimensionierung bleibt jedoch von Leitungslänge, Installationsart, zulässigem Spannungsfall, Temperatur und den einschlägigen Normen abhängig. Die Verlagerung der Stromversorgung verändert zugleich die thermische Architektur. In zentralen Schalt-
Verbinden & Versorgen schränken addieren sich die Verlustleistungen von Netzteilen, Antrieben und weiteren Komponenten auf engem Raum. Je nach Auslegung können Lüfter, Wärmetauscher oder Klimatisierung erforderlich sein. Werden Netzteile dezentral montiert, entsteht ihre Verlustwärme dagegen an mehreren Einbauorten. Daraus folgt nicht automatisch ein geringerer Kühlbedarf für jede Anlage. Für die Planung ist vielmehr zu prüfen, welche Verlustleistung aus dem Schaltschrank herausverlagert wird, welche Umgebungstemperaturen am dezentralen Einbauort auftreten und wie das jeweilige Gerät seine Wärme abführt. Konvektionsgekühlte Geräte können insbesondere dort interessant sein, wo bewegliche Teile wie Lüfter vermieden werden sollen.
Die Stromversorgung früher betrachten Außerhalb des Schaltschranks ändern sich die Randbedingungen deutlich. Ein Netzteil kann Staub, Feuchtigkeit und den mechanischen Bedingungen der Maschine unmittelbar ausgesetzt sein. Schutzart, Steckverbinder, zulässige Umgebungstemperatur und Montagekonzept sind deshalb integrale Bestandteile der elektrischen Auslegung. Für entsprechende Einsatzorte kommen beispielsweise IP67-geschützte Geräte infrage. Auch die Diagnose sollte in die Architektur einbezogen werden. Befindet sich die Versorgung direkt am Maschinenmodul, sind lokale Statusinformationen besonders hilfreich. Anzeigen oder Meldekontakte können den Zustand des Netzteils sichtbar machen beziehungsweise an eine zentrale Steuerung weitergeben. Die Energieversorgung wird damit nicht nur räumlich, sondern auch funktional stärker dem jeweiligen Maschinenmodul zugeordnet. Dieser Ansatz unterstützt Maschinenkonzepte, bei denen einzelne Stationen ergänzt, versetzt oder ausgetauscht werden. Statt zusätzliche Verbraucher über neue Leitungen bis zum zentralen Schaltschrank anzubinden, kann ein neues Modul eine lokal zugeordnete Versorgung erhalten. Die Schnittstelle zwischen den Modulen verlagert sich dadurch stärker auf die
Versorgungsprinzip
Rechnerischer Strom im Beispiel
24VDC, zentral
8,3A je 200WVerbraucher
400VAC, dezentral
ca. 1,15A bei 800W*
600VDC, dezentral
ca. 1,33A bei 800W
Planerische Konsequenz Spannungsfall und Leiterquerschnitt über lange DC-Wege besonders relevant Höhere Spannung bis zum Maschinenmodul, lokale AC/DC-Wandlung Höhere DC-Spannung über die lange Strecke, lokale DC/DC- bzw. AC/DC-geeignete Wandlung
* Idealisierte Berechnung für symmetrische Dreiphasenlast bei Leistungsfaktor 1 und ohne Umwandlungsverluste
übergeordnete Energieverteilung und die Kommunikation. Für Konstruktion und Engineering bedeutet das allerdings, dass die Stromversorgung früher als Teil der Maschinenarchitektur betrachtet werden muss. Die Entscheidung „zentral oder dezentral“ betrifft nicht nur die Auswahl eines Netzteils, sondern auch Leitungsführung, Schutzkonzept, Steckverbinder, Wartungszugang, thermische Auslegung und die spätere Erweiterbarkeit der Anlage. In vielen Maschinen wird deshalb eine hybride Struktur zweckmäßig sein: zentrale Steuerungs- und Schutzfunktionen kombiniert mit dezentraler Spannungswandlung für räumlich entfernte Lastgruppen.
Praxisbeispiel: IP67-Stromversorgung Für solche Architekturen hat Recom den RACPRO1DP-T720 vorgesehen. Das IP67-geschützte Netzteil kann direkt an industriellen Maschinen eingesetzt werden und akzeptiert laut den vorliegenden Produktdaten dreiphasige Eingangsspannungen von 320 VAC bis 600 VAC sowie 425 VDC bis 850 VDC. Ausgangsseitig sind 24 VDC oder 48 VDC vorgesehen. Bei voller Ausgangsleistung und +45 °C wird ein Wirkungsgrad von 97 Prozent angegeben; die Kühlung erfolgt durch Konvektion. Auch verbindet das Gerät die lokale Energieumwandlung mit Diagnosefunktionen. n
Verbinden & Versorgen LEISTUNGSSTELLER
Optimiert industrielle Prozesswärme Um CO₂-Ziele zu erreichen, rückt die elektrische Prozesswärme in den Fokus. Die neue Leistungssteller-Serie Jumo TYA HL30x bietet präzise Regelung, hohe Netzverträglichkeit und einfache IIoT-Anbindung für energieintensive Industrien.
Grenzen herkömmlicher Schaltsysteme Bislang leiden viele thermische Prozesse unter einer trägen Leistungsregelung. Mechanische Schütze, einst der Standard in der Elektrowärmetechnik, sto-
Energieintensive Thermoprozesse erfordern eine präzise Temperaturführung: Intelligente Leistungssteller sorgen hier für die nötige Energieeffizienz und Netzverträglichkeit.
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ßen heute an ihre Grenzen: Sie verursachen hohe Einschaltströme, unterliegen starkem Verschleiß und bieten unzureichende Diagnosemöglichkeiten. Alternde Heizelemente, unterschiedliche Lastcharakteristiken und Netzschwankungen erschweren zudem eine konstante Temperaturführung. Die Folgen sind Prozessinstabilitäten, schwankende Produktqualität und unnötig hohe Betriebskosten. Moderne elektrische Beheizungssysteme erfordern daher adaptive Leistungselektronik. Leistungssteller sind in der Lage, Netzschwankungen in Echtzeit zu kompensieren, sich an Lasttypen anzupassen und empfindliche Heizelemente vor thermischen oder elektrischen Überlastungen zu schützen. Regelungsarten wie U²-, I²- und P-Regelung steuern ohmsche sowie nichtlineare Lasten optimal an. Mechanismen
Bild: © Jumo / aicandy - stock.adobe.com
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ie industrielle Prozesswärme befindet sich im Umbruch. Volatile Energiemärkte und ambitionierte Klimavorgaben – wie das Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2045 – zwingen besonders energieintensive Branchen wie die Metall-, Glas-, Papier- oder Zementindustrie zum Handeln. Elektrische Prozesswärme gilt hier als zentrale Zukunftstechnologie. Die Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Betrieb ist jedoch eine präzise, intelligente und lastgerechte Regelung.
Verbinden & Versorgen wie Softstart, Impulsgruppen- oder Phasenanschnittbetrieb passen die Leistung dynamisch an und reduzieren Einschaltströme effektiv.
Plattform für elektrische Prozesswärme
TIPP Jumo zeigt seine Produkte und Lösungen auf der SPS 2026 in Halle 7, Stand 498.
Mit der Stellerserie TYA HL30x präsentiert Jumo eine Plattform, die exakt auf diese anspruchsvollen Anforderungen zugeschnitten ist. Die Serie gliedert sich in drei anwendungsspezifische Varianten: ■ Jumo TYA HL301 (1-phasig): Ausgelegt für nichtlineare Lasten mit variierenden elektrischen Eigenschaften, wie Transformatoren oder induktive Komponenten. Eine integrierte Oszilloskopfunktion liefert Echtzeiteinblicke in das Regelverhalten – ein erheblicher Vorteil für Auslegung, Diagnose und Service. ■ Jumo TYA HL302 (3-phasig, Sparschaltung): Optimiert für Lasten mit geringem Temperaturkoeffizienten. Durch die Nutzung von nur zwei steuernden Phasen verringert sich die Verlustleistung. Das Resultat ist eine kompaktere Bauweise und ein deutlicher Kostenvorteil gegenüber vollwertigen 3-Phasen-Stellern. ■ Jumo TYA HL303 (3-phasig): Konzipiert für anspruchsvolle nichtlineare Lasten wie IR-Strahler, Transformatoren und induktive Systeme. Funktionen wie Softstart und Alphastart minimieren Einschaltströme sicher, während Setup-Tools die Inbetriebnahme deutlich vereinfachen.
Übersichtliche Installation Neben der Regelgüte bietet die HL30x-Serie messbare Vorteile bei der Systemintegration. Die kompakte Bauform spart wertvolle Montagefläche im Schaltschrank. Zudem minimiert die Top-Bottom-Verdrahtung die Kabellängen, sorgt für eine übersichtliche Installation und senkt die Montagezeiten sowie die Fehlerquote. Für die Einbindung in moderne Automatisierungsumgebungen – von klassischen SPS-Architekturen bis zu IIoT-Systemen – steht eine breite Auswahl an Feldbusschnittstellen zur Verfügung. Dies prädestiniert die Geräte für den weltweiten Einsatz im Maschinen- und Anlagenbau.
Basis für vorausschauende Wartung Zwei weitere Features unterstützen das Energie- und Instandhaltungsmanagement: ■ Die optionale Prozessdatenaufzeichnung macht das Regelverhalten und Temperaturverläufe transparent und bildet die Basis für eine vorausschauende Wartung. ■ Parallel erfasst ein integrierter Energiezähler den exakten Verbrauch. Dadurch lassen sich Prozesskosten verursachergerecht auf Produkte, Chargen oder einzelne Produktionsschritte umlegen. Flankiert wird die Hardware durch das globale JumoServicenetzwerk mit 24 Tochtergesellschaften, das Anlagenbauern und Integratoren weltweit Support und Investitionssicherheit garantiert. Wer thermische Prozesse heute auf intelligente Leistungselektronik umrüstet, schafft eine zukunftssichere Basis für die klimafreundliche und wettbewerbsfähige Produktion von morgen. n
VERFASST VON
Andreas Kraus Produktmanager Thyristor-Leistungssteller Jumo
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Bild: Helu
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Bild: Igus
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Auf der SPS stellt Igus unter anderem seine neue reinraumtaugliche Leitungsserie CF Clean.EVO vor.
Mit dem Heluchain-System zeigt Helu auf der SPS 2026 ein modulares Baukastensystem für lineare Bewegungsanwendungen mit Energieführungsketten.
PRODUKTE UND LÖSUNGEN
Zuverlässige Verbindungen für Maschinen und Anlagen 1. Partikelfreie Leitungen für den Einsatz im Reinraum Igus stellt sein erweitertes Leitungsportfolio vor. Der Fokus liegt auf der neu entwickelten Serie CF Clean. EVO. Diese umfasst Daten-, Bus-, Steuer- und Motorleitungen, die für den partikelfreien Betrieb in Reinraumumgebungen konzipiert sind. Die Leitungen sind PTFE-frei und wurden auf die 96 als kritisch eingestuften PFAS-Verbindungen geprüft. Sie sind für die Verwendung im Energieführungssystem E-Skin flat
des Herstellers ausgelegt, das ebenfalls ohne PTFE und PFAS auskommt. Um der Volatilität bei den Rohstoffpreisen zu begegnen, setzt das Unternehmen auf ein Lagerkonzept mit mehr als 1.600 Chainflex-Leitungen, die ab einem Meter Länge ohne Mindermengenzuschlag verfügbar sind. Dies soll Unternehmen helfen, Kapitalbindungen durch eigene Lagerbestände zu reduzieren. SPS 2026: Halle 4, Stand 310
2. Modulares Baukastensystem für lineare Energieführungen Die Helu Group zeigt Lösungen zur Energie- und Datenübertragung für Maschinen und Anlagen. Im Zentrum steht das Heluchain-System, ein modulares Baukastenkonzept für lineare Bewegungsanwendungen. Das System fasst Energieführungsketten, Leitungen, Konfektionen und Zubehör zusammen. Über drei verschiedene Konfektionierungsstufen (Assembly Levels) können Anwender den Lieferumfang an ihre Anforderungen
anpassen – von der einzelnen Kombination aus Leitung und Kette bis hin zum komplett konfektionierten, anschlussfertigen System. Dieser Ansatz reduziert den Aufwand bei der Komponentenauswahl und Montage, da die Einzelteile nicht mehr separat spezifiziert werden müssen. Für die Realisierung stehen Energieführungsketten aus Kunststoff, Stahl und in Hybrid-Bauweise zur Verfügung. SPS 2026: Halle 2, Stand 230/231
3. Energiekette für Anwendungen unter hoher Belastung Tsubaki Kabelschlepp rückt in diesem Jahr die Energiekette TKHP in den Fokus. Die Serie ist für Anwendungen konzipiert, bei denen Stabilität und eine geschützte Leitungsführung bei langen Verfahrwegen
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gefordert sind, wie etwa in Anlagen für den Schüttguttransport. Die Ketten sind in den Spezifikationen 85 und 90 mit zwei Innenhöhen lieferbar und können gleitend, rollend oder mit einer Rollendämpfung be-
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Bild: Murrelektronik
Bild: Tsubaki Kabelschlepp
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Die TKHP-Serie wurde speziell für Heavy-Duty-Anwendungen entwickelt, bei denen höchste Stabilität, lange Lebensdauer und ein geringer Wartungsaufwand gefragt sind.
Für die Energieversorgung reicht das Portfolio von Murrelektronik von M12 Power und 7/8”-Steckverbindern über MQ15 (Bild) bis zu M23.
trieben werden. Über ein Breitenraster in Schritten von einem Millimeter wird das System an den vorhandenen Bauraum angepasst. Zur Konstruktion gehören eine symmetrisch angeordnete Längsachse für die Kraftübertragung, ein gekapseltes An-
schlagssystem sowie eine selbstreinigende Außenkontur. Verstärkte Seitenbänder, verschraubte Kettenglieder und eine Doppelgabel-Laschen-Konstruktion verleihen der Kette zusätzliche mechanische Stabilität. SPS 2026: Halle 3C, Stand 340
4. Kompakte Steckverbinder für schnelle Montage Murrelektronik informiert auf der SPS 2026 unter anderem über sein Connectivity-Portfolio für die dezentrale Automatisierung. Murrelektronik bietet mehr als 500 Kabeltypen und über 80.000 Varianten – von Signal- und Datensteckverbindern bis hin zur Energieversorgung von Motoren und Frequenzumrichtern. Ein Produkt der Präsentation sind die MQ15-Steckverbinder. Diese Bauteile dienen der Stromversorgung von Asynchron- oder Drehstrommotoren bis 7,5 Kilowatt sowie von Frequenzumrichtern. Das System nutzt genormte Polbilder für AC- und DC-Anwendun-
gen nach IEC 61076-2-116. Die Verbindung erfolgt werkzeuglos über ein Schnellanschluss-System mit einer Vierteldrehung, wobei ein Einrasten die Verriegelung bestätigt. Der Steckverbinder ist nach Schutzart IP67 staub- und wasserdicht sowie gegen Schock und Vibrationen ausgelegt. Er überträgt in der AC-Variante Dauerströme bis 16 A bei 600 V und in der DC-Variante bis 20 A bei 48 V. Die Kontakte sind hartversilbert und für bis zu 500 Steckzyklen spezifiziert; die Leitungen sind mit PUR vollumspritzt. SPS 2026: Halle 9, Stand 325
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Retrofit RETROFIT
Bestand modernisieren statt schnell ersetzen
Bild: © Molang Visual - stock.adobe.com
Eine veraltete Steuerung oder steigende Wartungskosten bedeuten nicht automatisch das Ende einer Anlage. Wann sich Retrofit gegenüber einem Neubau rechnet, welche Kosten und Sicherheitsfragen Entscheider im Blick behalten sollten und wie sich Modernisierungen in der Praxis umsetzen lassen, zeigt dieser Beitrag.
Technik lässt sich of gezielt modernisieren – oft, ohne die gesamte Anlage ersetzen zu müssen.
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or dem Hintergrund von Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Situation ist es ist eine der berechtigsten Fragen der letzten Jahre: Warum eine ganze Anlage ersetzen, wenn sich ihre Leistungsfähigkeit gezielt erneuern lässt? Denn mit einem Retrofit können Unternehmen bewährte Maschinentechnik an aktuelle Produktionsanforderungen anpassen – und sich so möglicherweise eine teure Neuanschaffung ersparen. Statt die gesamte Anlage auszutauschen, werden gezielt Komponenten modernisiert, die den Betrieb bremsen: etwa Steuerungen, Antriebe oder schwer verfügbare Kom-
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ponenten. Das kann die Nutzungsdauer verlängern und Produktionsunterbrechungen begrenzen. Zugleich sollen Maschinen heute flexibler, effizienter und besser vernetzbar arbeiten. Ein gezieltes Retrofit kann helfen, diese Anforderungen zu erfüllen und vorhandene Infrastruktur weiter zu nutzen. Doch ein Retrofit ist kein Selbstläufer. Wie groß der wirtschaftliche Vorteil ausfällt, hängt vom Zustand der Anlage und davon ab, ob sich die geplanten Verbesserungen mit vertretbarem Aufwand erreichen lassen. Damit die Rechnung aufgeht, braucht es eine sorgfältige Bestandsaufnahme. Sie zeigt, welche Teile sich
Retrofit weiterverwenden lassen und wo Modernisierungsbedarf besteht. Denn eine erneuerte Steuerung allein macht eine verschlissene Mechanik nicht wieder zuverlässig. Entscheidend ist es dehalb, die richtigen Maßnahmen auszuwählen und ihren Aufwand mit den Kosten und dem Nutzen einer Neuanschaffung zu vergleichen.
erneuert werden, kann ein Neubau langfristig wirtschaftlicher sein. Entscheidend ist deshalb eine nachvollziehbare Gesamtrechnung – nicht der Blick auf eine einzelne Komponente oder Kennzahl.
Wirtschaftlichkeit: mehr als der Vergleich von Anschaffungskosten
Mit der Vernetzung wachsen auch die Anforderungen an die Cybersicherheit. Fernwartung, vernetzte Steuerungen und IIoT-Komponenten können neue Angriffsflächen schaffen. Sichere Zugänge, eine klare Trennung von Netzwerken und geregelte Software-Updates gehören deshalb von Anfang an in die Planung. Auch die Kosten dafür sollten Unternehmen einkalkulieren. Bei Produkten mit digitalen Elementen können zudem Pflichten aus dem Cyber Resilience Act relevant sein. Die Meldepflichten gelten seit dem 11. September 2026, die wesentlichen Produktpflichten ab dem 11. Dezember 2027. Welche Anforderungen im konkreten Retrofit-Projekt greifen, hängt unter anderem vom Produkt und den Verantwortlichkeiten ab.
Ein belastbarer Kostenvergleich beginnt mit einer Bestandsaufnahme. Wie zuverlässig läuft die Maschine? Welche Komponenten sind abgekündigt oder nur noch schwer zu beschaffen? Wie häufig kommt es zu Störungen, wie lange dauern Reparaturen und welche Folgen haben Ausfälle für die Produktion? Ebenso wichtig ist, wie lange die Anlage voraussichtlich noch genutzt werden soll und ob sie die künftigen Anforderungen des Betriebs erfüllen kann. Dabei reicht es nicht, den Preis für ein Retrofit dem Kaufpreis einer neuen Maschine gegenüberzustellen. Für die Modernisierung müssen auch Planung, Engineering, Montage, Programmierung, Anpassungen an Schnittstellen, Tests und Inbetriebnahme berücksichtigt werden. Hinzu kommen gegebenenfalls Schulungen und Kosten für Produktionsunterbrechungen. Beim Neubau gehören unter anderem der Ausbau und die Entsorgung der Altanlage, Anpassungen an Infrastruktur und Produktionsumgebung sowie der Aufwand für Integration und Hochlauf in die Rechnung. Auch die laufenden Kosten beeinflussen die Entscheidung. Eine Modernisierung kann den Energieverbrauch senken, die Wartung vereinfachen, Störungen reduzieren oder die Qualität und Leistung der Anlage verbessern. Solche Effekte sollten jedoch nicht pauschal angesetzt werden: Sie hängen vom konkreten Prozess und vom Zustand der Maschine ab. Sinnvoll ist es, Energieverbrauch, Ausfälle und Wartungsaufwand vor dem Umbau zu erfassen. So lässt sich später prüfen, ob die erwarteten Verbesserungen tatsächlich eingetreten sind.
Retrofit und Neubau über denselben Zeitraum vergleichen Für einen aussagekräftigen Vergleich sollten Retrofit und Neubau über denselben Zeitraum und bei vergleichbarer Produktionsleistung betrachtet werden. Dann fließen neben der Anfangsinvestition auch Betrieb, Instandhaltung, Komponenten und Stillstand in die Rechnung ein. Eine Amortisationsrechnung bietet Orientierung, sollte aber nicht allein entscheiden. Risiken wie eine begrenzte Ersatzteilversorgung oder eine kürzere Restlebensdauer müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Verschiedene Szenarien – etwa zu Energiepreisen, Auslastung und Reparaturaufwand – zeigen, wie belastbar die Investitionsentscheidung ist. Ein Retrofit rechnet sich vor allem dann, wenn die Grundsubstanz der Anlage intakt ist, sich die relevanten Schwachstellen gezielt beheben lassen und die modernisierte Maschine den Betrieb noch ausreichend lange unterstützt. Sind dagegen zu viele Teile verschlissen, passt das Anlagenkonzept nicht mehr zum Prozess oder müsste nahezu die gesamte Technik
Sicherheit mitmodernisieren: Cybersecurity und neue Regeln im Blick
TIPP Am 11. März 2027 findet in Würzburg wieder der Retrofit Innovtion Day statt. Interessierte finden das Programm, Teilnahmemöglichkeiten sowie Infos zu den Tickets unter: www. retrofit-innovation-day.de
Mit der Vernetzung wachsen auch die Anforderungen an die Cybersicherheit. Wenn der Umbau die Konformität berührt Auch die Konformität der Maschine muss beim Retrofit im Blick bleiben. Die EU-Maschinenverordnung gilt grundsätzlich ab dem 20. Januar 2027. Eine Modernisierung löst jedoch nicht automatisch eine neue Konformitätsbewertung oder CE-Kennzeichnung aus. Entscheidend ist, ob der Umbau als wesentliche Veränderung gilt – etwa, weil eine nicht vom ursprünglichen Hersteller vorgesehene Änderung neue Gefährdungen schafft oder bestehende Risiken erhöht. Wer eine solche Veränderung vornimmt, kann Herstellerpflichten übernehmen. Unternehmen sollten daher früh prüfen, wie sich der Umbau auf Sicherheit und Konformität auswirkt, und ihre Bewertung nachvollziehbar dokumentieren.
Praxiswissen für die Modernisierung der eigenen Maschinen und Anlagen Wer ein Retrofit plant, muss technische, wirtschaftliche und sicherheitsrelevante Fragen zusammenführen. Deshalb hilft der Austausch mit Fachleuten und anderen Anwendern. Der Retrofit Innovation Day mit seinen Vorträgen und dem Get-together bietet Gelegenheit, unterschiedliche Lösungsansätze kennenzulernen, Erfahrungen aus der Praxis mitzunehmen und eigene Fragen zu Wirtschaftlichkeit, Technik und Sicherheit zu diskutieren. So erhalten Teilnehmer Anregungen, die sich auf die Herausforderungen im eigenen Betrieb übertragen lassen. Die gewonnenen Impulse helfen, eigene Retrofit-Projekte fundierter zu planen und die nächsten Schritte gezielt anzugehen. n
VERFASST VON
Angela Unger-Leinhos Redakteurin elektrotechnik
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Retrofit RETROFIT MIT IO-LINK
Präzise Messtechnik für die Modernisierung bestehender Anlagen
Micro-Epsilon bietet ein breites Portfolio an IO-Link-fähigen Sensoren.
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ensoren mit IO-Link-Schnittstelle bieten insbesondere bei Retrofit-Projekten deutliche Vorteile. Bestehende Maschinen lassen sich mit intelligenter Sensorik aufrüsten, ohne die gesamte Anlagenstruktur verändern zu müssen. Parameter können zentral verwaltet, auf neue Sensoren übertragen und bei einem Gerätetausch automatisch wiederhergestellt werden. Dadurch reduzieren sich Inbetriebnahmezeiten und Stillstände bei Modernisierungsmaßnahmen deutlich.
IO-Link als Kommunikationsstandard IO-Link ist eine standardisierte Kommunikationstechnologie für Sensoren und Aktoren in der industriellen Automation. Im Unterschied zu klassischen Feldbussen handelt es sich um eine digitale Punkt-zu-
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Bild: Micro-Epsilon Messtechnik GmbH & Co. KG
In vielen Produktionsbetrieben sind Maschinen und Anlagen über Jahre oder Jahrzehnte zuverlässig im Einsatz. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, werden sie zunehmend modernisiert statt ersetzt. IO-Link-fähige Sensoren von Micro-Epsilon unterstützen diese schrittweise Modernisierung, indem sie zusätzliche Transparenz und digitale Kommunikationsmöglichkeiten bis in die Feldebene schaffen.
Punkt-Verbindung zwischen einem IO-Link-Gerät, beispielsweise einem Sensor, und einem IO-LinkMaster. Die Technologie ist nach IEC 61131-9 standardisiert und basiert auf der bewährten dreidrahtigen Sensor- und Aktorverkabelung. Spezielle Kabel sind daher nicht erforderlich. Der IO-Link-Master bildet die Schnittstelle zur übergeordneten Steuerung. Über ihn werden Prozess-, Parameter- und Diagnosedaten übertragen. Ein Sensor liefert somit nicht nur Messwerte, sondern kann auch Informationen über seinen Status, seine Parametrierung oder mögliche Fehlerzustände bereitstellen. Das vereinfacht die Inbetriebnahme, unterstützt die Wartung und erhöht die Transparenz bis in die Sensorebene. Gleichzeitig bleibt IO-Link feldbusunabhängig und lässt sich über entsprechende Master in
Retrofit gängige Automatisierungs- und Feldbussysteme integrieren. Sensoren mit IO-Link-Schnittstelle bieten Anwendern bei der Integration und im laufenden Betrieb deutliche Vorteile.
Da die Kommunikation digital erfolgt, ist die Signalübertragung weniger störanfällig und die Messwerte können direkt in der Steuerung weiterverarbeitet werden. Parameter lassen sich zentral verwalten, auf den Sensor übertragen und bei einem Gerätetausch schnell wiederherstellen. Dies reduziert den Einrichteaufwand und minimiert Stillstandzeiten in der Produktion. Auch im laufenden Betrieb bietet IO-Link deutliche Vorteile. Je nach Sensor können beispielsweise Messwertstatus, Signalqualität, Grenzwertverletzungen oder Kommunikationsereignisse ausgewertet werden. Diese Daten unterstützen die Fehlersuche, erleichtern die Wartung und erhöhen die Transparenz bis in die Feldebene. Gerade bei kompakten Sensoren in schwer zugänglichen Einbausituationen ist dies ein entscheidender Vorteil. In Maschinen mit hoher Packungsdichte, in Roboterzellen oder in Förderanlagen ist der physische Zugriff auf den Sensor häufig aufwendig. Über IO-Link lassen sich relevante Einstellungen und Diagnosedaten komfortabel auslesen, ohne den Prozess unnötig zu unterbrechen. Für OEMs und Maschinenbauer bietet die standardisierte Schnittstelle zusätzliche Vorteile. Sensorkonzepte lassen sich über verschiedene Maschinenplattformen hinweg vereinheitlichen. Das reduziert Varianten in Verdrahtung und Dokumentation, vereinfacht die Integration und schafft mehr Flexibilität bei der Auswahl geeigneter Sensoren.
Große Distanzen digital erfassen Für berührungslose Abstandsmessungen über größere Entfernungen bietet Micro-Epsilon IO-Link-fähige Laser-Distanzsensoren. Dazu zählen kompakte Modelle wie der Opto-NCDT ILR104x sowie leistungsstarke Industriesensoren wie der Opto-NCDT ILR3800, der Entfernungen bis 100 m ohne Reflektor und bis 150 m mit Reflektor erfassen kann. Gerade bei großen Messdistanzen spielt IO-Link seine Stärken aus. Die Sensoren sind häufig weit entfernt, erhöht montiert oder nur schwer zugänglich. Über die digitale Schnittstelle können Messwerte, Schaltpunkte, Parameter und Diagnosedaten zentral verwaltet werden. Das vereinfacht die Inbetriebnahme und unterstützt einen zuverlässigen Anlagenbetrieb. Bei der Modernisierung bestehender Kran-, Lager- oder Förderanlagen erleichtert IO-Link die Integration neuer Sensoren. Betreiber erhalten zusätzliche Diagnoseund Statusinformationen, ohne ihre vorhandene Steuerungsarchitektur grundlegend ändern zu müssen.
Kontinuierliche Durchmessermessung Auch in der verarbeitenden Industrie kommen IOLink-fähige Laser-Distanzsensoren zum Einsatz, beispielsweise bei der Herstellung und Bearbeitung von Bandstahlrollen für die Automobilindustrie. Beim Abwickeln der Coils wird der Durchmesser kontinuierlich mit dem Opto-NCDT ILR3800 überwacht, um
Bild: Teun van den Dries
Was IO-Link im Anlagenbetrieb vereinfacht
In modernen Krananlagen erfassen Laser-Distanzsensoren kontinuierlich die Position des Hauptträgers und die Bewegung der Laufkatze. Die Positionswerte werden digital über IO-Link an die Steuerung übertragen und dort gemeinsam ausgewertet.
frühzeitig den Wechselzeitpunkt des Coils bestimmen zu können. Mithilfe der integrierten IO-Link-Schnittstelle lässt sich der Sensor ideal in Automatisierungsanlagen integrieren. Dadurch lässt sich auch bei bestehenden Produktionslinien eine präzise und verschleißfreie Prozessüberwachung realisieren. Gleichzeitig stehen zusätzliche Diagnosedaten für Wartung und Anlagenoptimierung zur Verfügung.
TIPP Micro-Epsilon zeigt seine Produkte und Lösungen auf der SPS 2026 in Halle 7A, Stand 130.
Kompakte Lasersensoren für Automation Für kleinere Messbereiche und besonders kompakte Einbausituationen kommen Laser-Triangulationssensoren wie der Opto-NCDT 1220 zum Einsatz. Der Sensor ist für präzise Weg-, Abstands- und Positionsmessungen ausgelegt und eignet sich besonders für OEM- und Serienanwendungen. Durch den integrierten Controller benötigt er keine externe Auswerteeinheit und lässt sich platzsparend in Maschinen und Anlagen integrieren. Die IO-Link-Schnittstelle ist besonders dann von Vorteil, wenn mehrere Sensoren in einer Anlage eingesetzt werden oder Sensoren schwer zugänglich verbaut sind. Die Steuerung kann Messwerte eindeutig zuordnen, Parameter zentral verwalten und bei Bedarf automatisch anpassen. Beim Vermessen von Brettkonturen in Besäumanlagen zeigt IO-Link seine Stärken besonders deutlich. Alle 30 bis 50 cm ist ein Opto-NCDT 1220 mit 200 mm Messbereich montiert, der das Profil der quer einlaufenden Bretter vermisst. Standardmäßig erfolgt die Messung von oben. Optional können Sensoren auf der Ober- und Unterseite eingesetzt werden. Über IO-Link lassen sich die vielen Sensoren zentral einbinden, eindeutig zuordnen und parametrieren. Zudem stehen Diagnosedaten zur Verfügung, mit denen Störungen frühzeitig erkannt werden können. Dadurch unterstützt IO-Link auch eine vorbeugende Instandhaltung. Gerade bei älteren Holzbearbeitungsanlagen lässt sich auf diese Weise zusätzliche Diagnosefunktionalität nachrüsten, ohne die komplette Messaufgabe neu auslegen zu müssen. n
VERFASST VON
Jan Herrmann Produktmanager Laser-Distanzsensoren Micro-Epsilon Eltrotec GmbH
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Retrofit RETROFIT
Maschinen aus den 1970er Jahren digitalisiert Wie lassen sich moderne Qualitäts- und Prozessanforderungen bei einem vorhandenen Maschinenpark investitionssicher realisieren? Ein besonderes Beispiel von Siemens Energy Erfurt zeigt, wie eine modulare Bauweise und eine intelligente Digitalisierung selbst 50 Jahre alte Maschinen zukunftsfähig machen.
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ür das niedertourige Vorwuchten von GeneratorBauteilen nutzt Siemens Energy eine Maschine von Schenck Rotec, eine H6 aus dem Baujahr 1972. Bereits im Jahr 1993 wurde das damals neue Messsystem CAB690 installiert. Zum Einsatz kommt die komplett eingehauste Maschine insbesondere beim Auswuchten von Erregerläufern sowie von Lüftern an Erregern und Schleifringen. Sie verfügt über einen Gelenkwellenantrieb mit einem 45 kW starken Elektromotor und dreht bis ca. 2.000 U/min. Das Auswuchten der bis zu 1,2 Tonnen schweren Bauteile erfolgt dynamisch in zwei Ebenen. Die Bauteile werden auf einer Hilfswelle aufgenommen und unter Berücksichtigung der Umschlagskompensation niedertourig vorgewuchtet. Das Auswuchten des voll-
ständig montierten Generatorläufers erfolgt anschließend in einer hochtourigen Anlage in einem Wuchtbunker, geeignet für Bauteile bis zu 80 Tonnen und 3,6 Meter Durchmesser.
Vorteile des Vorwuchtens Das Vorwuchten ist ein wichtiger erster Schritt. Es spart nicht nur Zeit und Energie im Prozess, sondern erhöht gleichzeitig die Sicherheit, denn die Fliehkräfte steigen quadratisch zur Drehzahl, was bei hohen Drehzahlen zu ungewollt starken Vibrationen führen kann. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Wirtschaftlichkeit. Aufgrund der geringeren Rüst- und Hochlaufzeiten beim niedertourigen Vorwuchten kann eine effiziente Reduzierung von einzelnen Bauteilunwuchten im Vorfeld erfolgen. Dies ermöglicht das frühere Fahren auf Betriebsdrehzahl im Wuchtbunker. Auch beim späteren Austausch von Bauteilen hilft es, Unwuchten in den Bauteilen genau zu identifizieren, zu lokalisieren und auszugleichen. Die berechneten Ausgleichsvorschläge werden auf den Rotorausgleichsebenen polar verteilt angegeben. Anschließend wird der Rotor händisch auf Position gedreht und durch das Anschrauben von konstruktiv vorgesehenen Gewichten ausgeglichen. Abschließend erfolgt die Sicherung der applizierten Gewichte und die Dokumentation. Ein Durchgang dauert pro Bauteil inklusive Vor- und Nachbereitung circa zwei Stunden – dieser Prozess hat sich seit über 50 Jahren bewährt.
Die Siemens-EnergyMitarbeiter bringen Ausgleichsgewichte an der exakt berechneten und eingedrehten Winkelposition an, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.
Bild: Siemens Energy
Anlass: Betriebssicherheit
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Eine leere BIOS-Batterie war der Anlass, über ein neues Messsystem nachzudenken. Damit stand, unter anderem durch abgekündigte Produkte und entsprechendes Ersatzteil-Risiko, die Produktions- und Betriebssicherheit im Fokus. Für das Generatorenwerk Erfurt von Siemens Energy gab es zwei Optionen: ■ Das Nachfolge-Messsystem CAB920, sehr etabliert im Markt und bei Siemens Energy bereits seit vielen Jahren im Einsatz, oder ■ direkt eine Generation überspringen zu Schenck ONE, der digitalen Auswuchtlösung des Darmstädter Unternehmens.
Retrofit Hier spielte – wie bei dem jahrzehntelangen Einsatz der H6 – auch die Investitionssicherheit eine wesentliche Rolle.
Übertragung der Winkellage des Rotors auf das Messgerät ist. Durch die nachträgliche Montage und Verbindung mit dem Messsystem ist die Winkellage nun in Echtzeit auf dem Messgerät zu sehen und ermöglicht so eine passgenaue, manuelle Positionierung des Rotors für den Ausgleich. Schon im ersten Ausgleichsvorgang lässt sich eine hohe Unwuchtreduzierung erzielen und die Wirtschaftlichkeit jedes Wuchtlaufs erhöhen. Die Positionierung erfolgt dabei weiterhin manuell sowohl in der rechten als auch der linken Ausgleichsebene.
Mechanik und Antrieb der Maschine waren in einem guten Zustand. Die Verschleißteile wurden regelmäßig ausgetauscht, auch der Antriebsmotor einmal neu gelagert. Um die Qualität und Zuverlässigkeit der Messergebnisse sicherzustellen, wurden im Zuge der Modernisierung die Schwingungsaufnehmer an den vorhandenen Lagerständern mit gewechselt. Alle Bediener waren sich einig, dass eine Verlängerung der Maschinenlebensdauer um mindestens 10 bis 15 Jahre durch diese Modernisierung realistisch sei. Aus diesem Grund setzte das Team von Siemens Energy, das alle Generationen der Messsysteme aus dem Einsatz gut kennt, auf das zukunftssichere UnwuchtMesssystem Schenck ONE. Durch diesen Modernisierungsschritt wurden gleich zeitig die Kosten auf etwa ein Zehntel einer vergleichbaren Maschinen-Neuanschaffung reduziert – eine Entscheidung für Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Mit der digitalen Lösung ist der Prozessschritt sehr viel einfacher in bestehende Prozesse integrierbar. Denn neben der intuitiven Bedienerführung erfolgt die Dokumentation der Messergebnisse nun nicht mehr in ausgedruckter Form, sondern digital als PDF. Alle Historien und Verläufe werden sowohl als Datensatz als auch im PDF-Format gespeichert, was den Vergleich erleichtert und weitere Effizienzsteigerungen ermöglicht. „Außerdem konnten wir den alten 9-Nadeldrucker jetzt auch in Rente schicken“, ergänzt Norman Rühl, Projektverantwortlicher bei Siemens Energy, mit einem Schmunzeln.
Bild: Siemens Energy
Die Lebensdauer bis 15 Jahre verlängern
Bedienung direkt an der Anlage: Schenck ONE führt den Anwender durch den Auswuchtprozess und stellt relevante Messdaten in Echtzeit bereit.
Nach der Abstimmung des Anforderungsprofils und der Bestellung durch Siemens Energy benötigte Schenck etwa acht Wochen, um das Messgerät und die Sensoren vor Ort bereitzustellen. Das Team von Siemens Energy übernahm die Vorbereitungsarbeiten, für die Montage und Inbetriebnahme kamen anschließend die Experten von Schenck nach Erfurt. Die Montage selbst dauerte – aufgrund des durchdachten und standardisierten Modulbaukastens – nur einen Tag. Das hat für den normalen Betriebsablauf immense Vorteile: kein Stillstand und nahezu keine Verzögerungen. An den Lagerständen wurden neue Aufnehmer angebracht und so letztlich die gesamte Messkette modernisiert und die Ergebnisqualität gesichert. Nach dem Austausch der Messtechnik wurde die Maschine mit einem Testrotor und Testmassen kalibriert, die Messergebnisse wurden verifiziert.
Faktoren für das erfolgreiche Projekt Durch die lange Zusammenarbeit besteht zwischen dem Siemens Energy Generatorenwerk Erfurt und Schenck ein sehr partnerschaftliches Verhältnis mit tiefgehendem technischen Know-how. Das Generatorenwerk von Siemens Energy kennt alle Generationen der Messsysteme aus dem Einsatz, Schenck weiß um die Prozesse, Ziele und Verbesserungspotentiale. So entstand ein intensiver Austausch über vorhandene und gewünschte Features, was beiden Parteien half, effizient Ergebnisse zu erzielen. Das war die Basis, um die ambitionierte Zeitplanung umzusetzen, erläutert Marco Jessberger, der bei Schenck für das Projekt zuständig war. Dieses Beispiel zeigt, wie Digitalisierung auch in einem schon älteren Maschinenpark effizient investitionssicher Einzug halten kann – so gelingt der Time Warp in der Produktion. n
Hohe Ergebnissicherheit gewährleisten Die Bedienphilosophie des Schenck ONE Messsystems ist darauf ausgelegt, den Maschinenbediener bestmöglich und fehlerfrei durch den gesamten Prozess zu führen, um auch bei manuellen Prozessanteilen eine hohe Ergebnissicherheit zu gewährleisten. Das Know-how des Marktführers in der Auswuchttechnologie und Hidden Champions aus Darmstadt ist komplett integriert und stellt durch zahlreiche unterstützende Funktionen sicher, dass auf dem TouchGerät verlässliche Ergebnisse erzeugt werden – „ein Wechsel gefühlt von DOS auf das neueste iOS eines iPads“, um schreibt es Norman Rühl. Da die Varianz der Bauteile bei Siemens Energy in Erfurt relativ klein ist und nur selten neue Objekte im System angelegt werden müssen, hilft die intuitive Benutzerführung, ein schnelles und sicheres Anlegen ohne großes Suchen und Blättern in der Bedienungsanleitung zu realisieren. Durch die integrierten Plausibilitäts-Checks ist auch die Fehleranfälligkeit deutlich geringer. Generell ermöglicht die moderne Messtechnik dank der permanenten Kalibrierung, der Umschlagkompensation sowie der einfachen Einbindung in vorhandene Systeme ein effizienteres Wuchten. Eine weitere wichtige Erneuerung wurde am Gelenkwellenantrieb vorgenommen. Im Rahmen der Modernisierung hat dieser einen Inkrementalgeber erhalten, welcher die Voraussetzung für die digitale
Schneller Umbau, zügige Inbetriebnahme
INFO
Retrofit Innovation Day Am 11.3. 2027 findet in Würzburg der zweite Retrofit Innovation Day statt. Er beleuchtet die entscheidenden Vorteile von Retrofit-Lösungen in der modernen Industrie und liefert Antworten auf die wichtigen Fragen. Themenschwerpunkte sind Kosteneffizienz, technologische Entwicklungen, Industrie 4.0, regulatorische Anpassungen. Weitere Infos finden Sie unter: https://www.retrofit-innovation-day.de/
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Antreiben & Bewegen ANTRIEB
Servoantriebe statt Hydraulik
Bild: Stöber Antriebstechnik
Der Sondermaschinenbauer Tiepner rüstet seine Maschinen für die ID-Kartenfertigung von Hydraulik- auf Servoantriebe um. Mit passgenauer Antriebstechnik von Stöber erzielt das Unternehmen eine höhere Präzision, sinkende Energiekosten und weniger Wartungsaufwand.
Tiepner entwickelt und konstruiert Anlagen zur Herstellung von Kredit- und Ausweiskarten im ID-1-Format. Stöber liefert dafür Antriebsregler, Servomotoren und unterschiedliche Getriebe.
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ie automatisierte Fertigung von ID-Karten im ID-1-Format erfordert ein Höchstmaß an Präzision. Entsprechende Ausweise und Kreditkarten bestehen aus diversen Folienschichten, die Chips, Magnetstreifen oder RFID-Module einfassen. Die Anlagen des Sondermaschinenbauers Tiepner richten diese Folien automatisiert aus, kontrollieren die Materialstärke und stapeln sie positionsgenau übereinander, bevor das laminierte Paket der integrierten Dreifach-Stanze zugeführt wird.
Systembedingte Grenzen der Hydraulik Bislang übernahm ein Hydrauliksystem den Stanzprozess. Zwar punktet Hydraulik mit hoher Leistungsdichte und robuster Bauweise, doch in der Praxis zeig-
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ten sich technische Einschränkungen: Die Einstellgenauigkeit und die Reproduzierbarkeit der StanzErgebnisse stießen an ihre Grenzen. Zudem schwankt die Performance von Hydrauliksystemen mit der Viskosität und Temperatur des Öls, und der Wartungsaufwand ist aufgrund potenzieller Leckagen hoch. Um die Anlage kompakter, energieeffizienter und wartungsärmer zu gestalten, entschied sich Tiepner für eine Elektrifizierung der Stanzeinheit mittels Servotechnik von Stöber. Herzstück der elektrischen Auslegung sind die Antriebsregler der Baureihe SI6 in Anreihtechnik. Mit einer Baubreite von nur 45 Millimetern sparen sie wertvollen Platz im Schaltschrank. Der eigentliche Konstruktionsvorteil liegt jedoch in der dezentralen Stromversorgung: Mehrere Regler lassen sich über das
Antreiben & Bewegen
Geberlose Antriebstechnik für Hub- und Förderachsen Neben den hochdynamischen Stanzachsen erfordert die Anlage zusätzliche Antriebe für den Materialtransport der Kartenbögen. Hier kommt der Getriebemotor KLM zum Einsatz – eine Kombination aus Kegelradgetriebe und geberlosem Lean-Motor im Direktanbau. Dieser Motor erreicht die Effizienzklasse IE5 und bietet einen handfesten Integrationsvorteil: Da auf einen Encoder verzichtet wird und die Drehzahl- sowie Positionsbestimmung geberlos über den Antriebsregler SI6 erfolgt, genügt ein einzelnes Standard-Leistungskabel. Das senkt nicht nur die Hardwarekosten, sondern reduziert auch den Verkabelungs- und Inbetriebnahmeaufwand signifikant.
Fazit: Gesteigerter Durchsatz bei weniger Wartung Durch den Wechsel von der Hydraulik zur elektrischen Antriebstechnik erzielt Tiepner deutliche Performance-Gewinne in der Fertigung. Die Anlagen ver-
Bild: Stöber Antriebstechnik
zentrale Versorgungsmodul PS6 koppeln. „Damit entfallen redundante Einspeiseeinheiten sowie die Absicherungen und Verkabelung für jede einzelne Achse“, erklärt Christian Höltge, Geschäftsführer bei Tiepner. Die Einbindung in die übergeordnete Steuerung wird nahtlos über Profinet realisiert. Die hochdynamischen Positionier- und Stanzaufgaben übernehmen kompakte Synchron-Servomotoren der Serie EZ. Sie zeichnen sich durch ein maximales Drehmoment und eine geringe Drehmomentwelligkeit aus. Kombiniert werden sie mit Planetengetrieben der Baureihe P, deren Schrägverzahnung eine hohe Laufruhe und Präzision bei schnellen Maschinentakten garantiert.
arbeiten Bögen im Format 3 mm × 6 mm bis 3 mm × 10 mm mit deutlich kürzeren Rüstzeiten und einer intuitiven Parametrierung. Im Maximalbetrieb fertigt das System rund 12.000 ID-Karten pro Stunde. „Das macht uns besonders wettbewerbsfähig“, freut sich Höltge. „Von der Auslegung bis zur Inbetriebnahme vor Ort waren wir sehr zufrieden. Das Gesamtpaket stimmt einfach.“ Neben dem hohen Durchsatz profitieren die Betreiber der Anlage vor allem von einer stabilen, temperaturunabhängigen Stanzleistung und dem Wegfall wartungsintensiver Hydraulikkomponenten. n
Stöber Antriebsregler der Baureihe SI6 für Multiachsanwendungen mit zentralem Versorgungsmodul PS6.
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Zertifiziert für Schiffe, Offshore-Anwendungen und mehr: die Combivert F6 Drive Controller von KEB Automation.
Bild: Kendrion
Bild: KEB Automation / miss irine
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Der FIO Drive Control STO von Kendrion integriert eine SIL3-/PLe-zertifizierte Safe-Torque-Off-Funktion direkt in einen kompakten 4-Quadranten-Servoregler für Schrittund BLDC-Motoren.
PRODUKTE UND LÖSUNGEN
Drei Neuheiten für die Antriebsregelung 1. Marinezertifizierung für Drive Controller KEB Automation hat für seine Combivert F6 Drive Controller die Marinezertifizierung erhalten. Die Umrichter sind damit für die Bedingungen auf Schiffen, Offshore-Anlagen und Schnellbooten zugelassen. Durch die Zertifikate von Bureau Veritas (BV), DNV, Lloyd’s Register (LR) und ABS qualifizieren sich die Geräte für maritime Einsätze. Sie sind ausgelegt auf Umwelteinflüsse wie Vibrations-
belastungen, feuchte Hitze von bis zu 55 °C bei 95 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit und Netzschwankungen. Die Frequenzumrichter decken ein Leistungsspektrum von 2,2 kW bis 450 kW ab und sind wahlweise als luftgekühlte Einbau- oder Durchsteckvariante sowie als flüssigkeitsgekühlte Version in Schutzart IP20 erhältlich. SPS 2026: Halle 7, Stand 320
2. Funktionale Sicherheit direkt im Antriebsregler
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Der Schaltschrankumrichter Nordac Pro SK 500P bietet zahlreiche integrierte Funktionen und wirtschaftliche Vorteile.
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Bild: Nord Drivesystems
In dezentralen Maschinenarchitekturen ist der verfügbare Bauraum oft ein limitierender Faktor. Kendrion adressiert dies mit dem neuen FIO Drive Control STO, einem 4-Quadranten-Servoregler für Schritt- und BLDC-Motoren. Die Besonderheit: Eine SIL3-/PLe-zertifizierte Safe-Torque-Off-Funktion (STO) ist direkt in das 25 Millimeter breite Hutschienen-Modul integ-
riert. Bei Gefahrenfällen unterbricht das System die Energiezufuhr zu den Leistungsendstufen innerhalb weniger Millisekunden über zwei unabhängige Pfade, ohne dass eine zusätzliche STO-Baugruppe nötig ist. Die Ethercat-Kommunikation, die Logikversorgung und die aktuelle Position bleiben dabei erhalten. SPS 2026: Halle 4, Stand 418
3. Kompakter Schaltschrankumrichter Mit dem Schaltschrankumrichter Nordac Pro SK 500P stellt Nord Drivesystems eine Steuereinheit für verschiedene Antriebsaufgaben vor. Der Frequenzumrichter bietet eine Motorregelung für Asynchronund Synchronmotoren, wahlweise mit oder ohne Geberrückführung. Zu den Eigenschaften zählen ein Überlastverhalten von bis zu 200 Prozent, lastunabhängige Drehzahlen sowie ein definiertes Start- und Stoppverhalten. Eine integrierte Multi-Pro-
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tokoll-Ethernet-Schnittstelle erlaubt es, IndustrialEthernet-Dialekte wie Profinet, Ethernet/IP, Ethercat oder Powerlink per Parameter auszuwählen. Zudem ist eine PLC integriert: Sie übernimmt als Soft-SPS antriebsnahe Funktionen, entlastet die Haupt-SPS oder macht diese bei Einzelmaschinen überflüssig. Für das Anfahren absoluter Positionen ist eine Posicon-Funktion an Bord. SPS 2026: Halle 3A, Stand 431
Robotik & Automatisierung
Bilder: © Vladislav Ociacia - stock.adobe.com; XPeng Motors (Germany) GmbH
Faszination Robotik
Der chinesische Technologiekonzern und Elektroautohersteller Xpeng hat offiziell die Inbetriebnahme seiner Produktionslinien für den humanoiden Roboter Iron bekannt gegeben. Zum Abschluss der Fertigung verließ der Roboter die neu errichtete Anlage autonom auf den eigenen Beinen. Der Roboter verfügt über eine eigens entwickelte Gitterstruktur. Angetrieben wird das System von Aktoren, die dem Roboter insgesamt 76 Freiheitsgrade über den gesamten Körper verleihen. Allein 21 Freiheitsgrade entfallen auf jede Hand, was ein enormes Maß an Geschicklichkeit für komplexe Greif- und Manipulationsaufgaben verspricht. Steuerungstechnisch setzt Xpeng auf extreme Rechenleistung mit drei Turing-KI-Chips direkt auf dem Roboter. So kann Iron komplexe Aufgaben autonom und ohne Fernsteuerung ausführen. Xpeng plant, die Massenproduktion bis Ende 2026 hochzufahren. Die offizielle Markteinführung und Auslieferung ist für 2027 geplant. (jv)
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Robotik & Automatisierung AUTONOME MOBILE ROBOTER
Mehr Flexibilität in der Montageautomation Bei Schnaithmann Maschinenbau erhöhen autonome mobile Roboter (AMR) die Flexibilität im Produktionsprozess. Aus der Kombination mit Cobots entstehen mobile Roboterstationen, die ohne feste Infrastruktur eingesetzt werden können.
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ie industrielle Produktion befindet sich im Wandel: Statt hoher Stückzahlen und kurzer Taktzeiten sind heute flexible Produktionsprozesse erforderlich, die Typenvielfalt, Variantenwechsel und kleinere Losgrößen ermöglichen. Darum hat Schnaithmann seine Montage- und Transfersysteme um autonome mobile Roboter (AMR) für den Transport von Werkstückträgern, Kleinladungsträgern und Baugruppen erweitert. Schnaithmanns Partner für die selbstfahrenden Transportsysteme ist die W. Gessmann GmbH mit Sitz in Leingarten bei Heilbronn. „Ziel der Zusammenarbeit mit Gessmann ist die intelligente Verbindung von Montageautomation mit mobiler Intralogistik“, sagt Thomas Wahl, der für den technischen Vertrieb bei Schnaithmann in Remshalden zuständig ist und das
Projekt betreut. „Mit dem modularen Robotersystem Gessbot bringt Gessmann seine Kompetenz in Intralogistik, mobiler Automation und sicherer MenschMaschine-Interaktion in das gemeinsame Lösungskonzept ein.“
Dynamische Materialflüsse in skalierbaren Produktionskonzepten „Autonome mobile Roboter wie der Gessbot ermöglichen dynamische Materialflüsse in skalierbaren Produktionskonzepten“, sagt Steffen Kuhnle, Leiter des Geschäftsbereichs Robotik bei Gessmann. „Denn Produktionslinien müssen heute schneller auf neue Produkte, schwankende Stückzahlen und veränderte Materialflüsse reagieren können. Genau dort entfalten
Bild: Schnaithmann
Der Gessbot von Gessmann mit einem BS21-Flachriemenband von Schnaithmann: Der autonome mobile roboter transportiert Werkstückträger, Kleinladungsträger oder komplette Baugruppen autonom zwischen definierten Übergabepunkten einer Transfer- oder Montagelinie.
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AMR ihren wirtschaftlichen Nutzen – insbesondere im Zusammenspiel mit modularen Montagesystemen.“ Die selbstfahrenden Transportfahrzeuge navigieren sicher und präzise auch in engen Gängen unter 1,2 Metern und eignen sich damit für kompakte Linienlayouts. Die komplette Steuerung inklusive Safety-Komponenten ist integriert, sodass keine externe Steuerung nötig ist. Um auf dynamische Produktionsabläufe reagieren zu können, sind die AMR mit einer erweiterten Sicherheitstechnik ausgestattet. 360-Grad-Scanner übernehmen Navigation und Sicherheitsüberwachung. Für die industrielle Kommunikation wird ein WLAN-basiertes System mit Roaming-Funktionalität eingesetzt, das stabile Verbindungen in großflächigen Montage- und Logistikumgebungen unterstützt.
Werkstückträger, Kleinladungsträger oder Baugruppen autonom transportieren Die Integration der autonomen mobilen Roboter in bestehende oder neue Schnaithmann-Montagelinien bietet ein hohes Maß an Flexibilität bei der Materialzuführung und -abholung: Die Gessbots transportieren Werkstückträger, Kleinladungsträger oder komplette Baugruppen autonom zwischen definierten Übergabepunkten; so ermöglichen sie eine entkoppelte Materialflussarchitektur.Typische Einsatzszenarien sind die Versorgung von Pufferbereichen und Regalen, die Abholung fertiger Produkte, die dynamische Umfahrt von Engpässen oder Störungen, das Andocken an Förderbänder oder Übergabestationen sowie die Logistik von SPC-Teilen für die Qualitätssicherung. Mechanische, elektrische und sicherheitstechnische Übergaben lassen sich durch standardisierte und konfigurierbare Schnittstellen zuverlässig realisieren. Zukünftige Erweiterungen oder Layoutveränderungen der Montageanlage lassen sich flexibel umsetzen.
Bild: WINGMEN Media GmbH
Robotik & Automatisierung
Der HC20DTP bietet eine große Reichweite und erreicht damit auf einer StandardEuro-Palette jeden Punkt.
Transfersysteme hohe Reproduzierbarkeit und stabile Taktzeiten gewährleisten, sorgen AMR für Flexibilität und adaptive Materiallogistik. Cobots ergänzen das Konzept um variable Automatisierungszellen.“
Flexible Produktionskonzepte mit hoher Anpassungsfähigkeit
Für die Kunden ergeben sich dabei vielfältige technische und betriebliche Vorteile: erhöhte Anpassungsfähigkeit bei Produkt- und Layoutwechseln, verkürzte Integrations- und Inbetriebnahmezeiten durch standardisierte Schnittstellen, geringere Umbaukosten bei Layoutänderungen, transpaCobots können als mobile rente Materialflüsse durch digitale Einheiten integriert werden AMR-Überwachung, bessere SkalierZusätzlich ermöglicht die Kombinabarkeit durch modulare Erweiteruntion von AMR und kollaborativen gen wie Cobots, Scanner oder ÜberRobotern maximale Flexibilität. Cogabemodule. Insgesamt können die bots können als mobile Einheiten für dynamischen Transportprozesse die Thomas Wahl, technischer Vertrieb, Schnaithmann Handhabungs- und Prüfprozesse diGesamteffizienz der Produktionslirekt am Einsatzort in die Linie intenie steigern und die Arbeitssichergriert werden. Typische Anwendunheit durch weniger manuelle innergen sind Bin Picking, visuelle Qualitätskontrollen oder betriebliche Transporte erhöhen. die Koordinatenanpassung per Landmarkerkennung. Schnaithmann sieht die AMR-basierte Produktion Beim Einsatz von Cobots profitiert Schnaithmann als logischen Entwicklungsschritt: „Mit der Integravon der engen technischen Zusammenarbeit zwition der Gessmann-Technologie erweitern wir unsere schen Gessmann und dem Cobot-Hersteller Techman Transfer- und Montageanlagen gezielt um flexible Robot: Durch die vollständig integrierte SteuerungsIntralogistik- und Robotiksysteme“, sagt Wahl. „So architektur kann der Cobot die Safety-Sensorik des bieten wir ganzheitliche Lösungen für wandelbare Produktionsumgebungen.“ Kuhnle ergänzt: „Die ZuAMR mitnutzen, sich dynamisch an der Fahrzeugposition orientieren und Werkstücke autonom aufnehmen, sammenarbeit mit Schnaithmann passt technolobestücken oder prüfen. Dadurch entstehen hochflegisch und strategisch hervorragend. Gemeinsam xible mobile Roboterstationen für Produktions- und kombinieren wir modulare Montageautomation und Handlingprozesse, die ohne starre Infrastruktur und mobile Robotik zu flexiblen Produktionskonzepten mit hoher Anpassungsfähigkeit an moderne Fabrikaufwendige Umbauten direkt dort eingesetzt werden layouts. Denn Kunden suchen keine isolierten Einzelkönnen, wo sie benötigt werden. „Wir verstehen autonome mobile Roboter als Ergänzung zu klassischen technologien, sondern durchgängige Lösungen für Transfersystemen“, erklärt Wahl. „Während unsere flexible Produktionsprozesse.“ n
„Wir verstehen autonome mobile Roboter als Ergänzung zu klassischen Transfersystemen.“
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Robotik & Automatisierung VERPACKUNGSMASCHINEN
Cobot automatisiert die Magazin-Beladung Mit Maschinen von Somic werden primärverpackte Produkte in großen Mengen präzise und schnell in Kartons endverpackt. Jetzt können sie ein Kartonmagazin auch automatisiert beladen. Herzstück der Lösung ist ein Cobot von Yaskawa.
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Bild: Somic Verpackungsmaschinen GmbH & Co. KG
Der Somic Coboload sorgt für eine automatische Karton-Versorgung der Maschine – ohne dass dabei ein Mensch eingreifen muss.
ebensmittel, Kosmetika, Tiernahrung und viele andere Konsumgüter kommen nicht nur millionenfach, sondern auch gut geschützt durch stabile Transport- oder Shelf-Ready-Verpackungen in den Einzelhandel. Die Konfektionierung der Kartons übernehmen bei vielen namhaften Markenherstellern Maschinen der Somic Verpackungsmaschinen GmbH & Co. KG. Ständige Optimierungen und Weiterentwicklungen bilden bei dem Unternehmen mit Sitz im bayrischen Amerang von Anfang an eine zentrale Säule der Firmenkultur. In einem aktuell abgeschlossenen Projekt hat die hauseigene R&D-Abteilung sich die Zuführung der Karton-Zuschnitte in die Maschine vor-
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genommen. Manuell ausgeführt, ist dieser Arbeitsschritt häufig mit körperlicher Belastung sowie Unterbrechungen verbunden und kostet damit wertvolle Produktionszeit. Um das Personal von diesen monotonen, anstrengenden Tätigkeiten zu entlasten und gleichzeitig die Prozesssicherheit und Produktionsleistung zu erhöhen, war deshalb eine Lösung zum automatisierten Beladen des Kartonmagazins gefragt. Unter der Leitung von Brigitte Stockenreiter wurde die Entwicklung des Projektes gestartet.
Kontinuierliche Karton-Versorgung Das marktreife Ergebnis konnte der Marktführer im Bereich der Sekundär- und Endverpackung auf der Interpack 2026 präsentieren: Der Somic Coboload sorgt unermüdlich für eine kontinuierliche KartonVersorgung der Maschine über eine ganze Palette hinweg – ohne dass dabei ein Mensch eingreifen muss. Daraus ergeben sich konkrete Vorteile wie eine höhere Linienverfügbarkeit, eine gleichmäßige Kartonzuführung, verbesserte Ergonomie, ein geringerer Personalaufwand sowie weniger Bedarf an manuellen Arbeiten. Das Ergebnis ist ein effizienter Materialfluss in der gesamten Verpackungslinie – auch während der kompletten Nachtschicht. Gleichzeitig ermöglicht die Automatisierung dem Bedienpersonal, sich auf überwachende und andere wertschöpfende Aufgaben zu konzentrieren. Das System verknüpft moderne Robotik mit intelligenter Sensorik. Genauer: Es kombiniert intelligente Bildverarbeitung und sensorgestützte Greiftechnik. So lassen sich auch unterschiedlich ausgerichtete Kartonstapel sicher handhaben.
Cobots mit speziellem Greifer Kernelement des Somic Coboload ist ein Cobot, ein kollaborierender Roboter, der ein Karton-Magazin bestücken kann. Ausgestattet sind die Roboter mit einem speziellen Greifer von Somic. Dieser ist generell in zwei unterschiedlichen Ausführungen verfügbar: entweder standardmäßig als Innengreifer oder als Außengreifer für individuelle Kartonformen. Im Nor-
Robotik & Automatisierung Die maximale Arbeitsgeschwindigkeit liegt je nach Traglast bei bis zu 2 m/s. Trotzdem arbeitet der Roboter mit hoher Präzision: Die Wiederholgenauigkeit liegt bei 0,05 Millimeter. Und nicht zuletzt sind alle Cobots der Baureihe HC in staub- und wasserdichter IP67-Schutzklasse ausgeführt.
Bild: WINGMEN Media GmbH
Volle Integration in die eigene Umgebung
malfall laufen auf einer Maschine mehrere KartonFormate. Ein Werkzeug-Schnellwechsel-System sorgt hier für die nötige hohe Flexibilität. Durch den Einsatz der 3D-Vision-Technologie erkennt der Roboter automatisch die Position der Stapel. Sensorbasiert kontrolliert, greift er diese dann präzise und legt sie sicher und zuverlässig im Magazin ab. Stapelneigungen oder Versatz werden dabei automatisch kompensiert und Zwischenlagen mithilfe von Vakuumsaugern bei Bedarf entfernt. Ist es notwendig, die Orientierung der Zuschnitte vor dem Absetzen im Magazin zu ändern, kann das über eine optionale Wendestation erfolgen. Da der Roboter in unmittelbarer Nähe des Bedienpersonals arbeitet, sollte er für eine sichere MenschMaschine-Kollaboration (MRK) ausgelegt sein. Der MRK-fähige Roboter HC20DTP von Yaskawa mit PL-d zertifizierter Sicherheitssteuerung (FSU) sowie einer komplett innenliegend ausgeführten Kabelführung erfüllt diesen Anspruch und bietet ein Höchstmaß an Sicherheit für Bediener und das direkte Umfeld.
Der HC20DTP bietet eine große Reichweite und erreicht damit auf einer StandardEuro-Palette jeden Punkt.
Erste Kundenprojekte in Vorbereitung VERFASST VON
Florian Kohut Key Account Manager Yaskawa Europe GmbH
Große Reichweite des Roboters Dass sich Somic speziell für dieses Modell entscheiden hat, hat aber auch noch andere Gründe, wie Projektleiterin Brigitte Stockenreiter erklärt: „Das Charmante daran ist: Der HC20DTP ist ein vollwertiger Industrieroboter mit der entsprechend hohen Leistung und Geschwindigkeit, der sich als Cobot betreiben lässt. Das heißt, ein Schutzzaun oder andere Safety-Einrichtungen sind im abgesicherten Betrieb nicht erforderlich, sodass der Roboter leicht und platzsparend in bestehende Umgebungen integriert werden kann. Mit entsprechenden Safety-Maßnahmen – wie Lichtschranken oder Kontakt-Trittmatten – sind aber eben schnellere Anwendungen möglich.“ Ein weiteres wichtiges Argument für den HC20DTP ist seine große Reichweite: Gemessen vom Drehmittelpunkt der Basis bis zum äußersten Arbeitspunkt beträgt diese 1.900 Millimeter. Der Roboterarm erreicht damit auf einer Standard-Euro-Palette jeden Punkt. Dabei lässt er sich mit bis zu 20 Kilogramm (inklusive Werkzeug) beladen.
Besondere Anforderungen sollte der Roboter auch steuerungsseitig erfüllen: „Unsere Somic-übliche Steuerung war bei der Entwicklung des Coboload von vornherein gesetzt“, bringt es Projektleiterin Brigitte Stockenreiter auf den Punkt. „Die Roboterwelt hat ihre eigene Sprache, wir wollten aber die volle Integration in unsere Steuerungsumgebung. Der Roboter sollte auf jeden Fall auch über diese zu steuern beziehungsweise zu programmieren sein.“ Yaskawa löst diese Anforderung mit der bewährten Softwareschnittstelle Motologix. Damit lassen sich die Roboter des Herstellers im gängigen IEC-61131-Umfeld schnell und unkompliziert über die SPS programmieren und steuern. Das Spektrum unterstützter Plattformen umfasst alle gängigen Standards. Durch die Integration in die SPS bleiben alle genuinen Vorteile der Robotersteuerung erhalten. So berechnet die Robotersteuerung die Bewegungskinematik und sorgt für eine hohe Bewegungsqualität. Das gilt unabhängig davon, ob der Somic Coboload als Stand-alone-Lösung betrieben oder per OPC UA in eine größere Linie integriert wird. Ferner genügen mit Motologix SPS-Kenntnisse zur Steuerung des Roboters. „Wir haben noch unser HMI integriert“, ergänzt Stockenreiter. „Der Kunde kann den Roboter also 1:1 in der ihm vertrauten Umgebung und im gleichen Look & Feel steuern.“
Die Entwicklungsarbeit zur Automatisierung der Magazin-Beladung hat sich gelohnt: Bei den Messebesuchern auf der Interpack 2026 kam der neue Somic Coboload sehr gut an. Erste Kundenprojekte sind bereits in Vorbereitung. Damit wurden Projektleiterin Brigitte Stockenreiter und die übrigen Verantwortlichen bei Somic auch in ihrer Entscheidung für den HC20DTP von Yaskawa bestätigt: „Für die MagazinBeladung ist er perfekt, aus Robotik-Sicht fehlt uns da nichts. Wir wissen, dass wir mit diesem Roboter hervorragend aufgestellt sind.“ n
INFO
Buchtipp: Industrieroboter Das Handbuch „Industrieroboter“ vermittelt die wichtigsten Grundlagen der Robotertechnik und erläutert Methoden, mit denen bewertet werden kann, ob sich ein Produkt oder Prozess durch den Einsatz industrieller Roboter automatisieren lässt. Dabei werden nicht nur die technische Machbarkeit, sondern auch sicherheitsrelevante Aspekte und das wirtschaftliche Risiko betrachtet. Für die konkrete Umsetzung werden die einzelnen Planungsschritte detailliert beschrieben und anhand von Beispielen, Checklisten und Vorlagen veranschaulicht.
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Gewaschene Textilien automatisch falten In Großwäschereien ist Geschwindigkeit gefragt, auch beim automatisierten Zusammenlegen und Konfektionieren gewaschener Frotteeware. Die Servo-Xtreme-Faltmaschine des belgischen Unternehmens Texprofin sorgt mit Servomotoren für Tempo mit Präzision und bietet zudem ergonomische Vorteile. Dabei helfen Industrie-Gasdruckfedern von ACE.
VERFASST VON
Jens Frantzen, Robert Timmerberg Fachjournalisten (DFJV) plus2 GmbH
Texprofin aus Belgien, Spezialist für industrielle Wäschereimaschinen, bietet vollautomatische Handtuchfaltanlagen für Profis auf allen Kontinenten an.
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b Hotel, Wellnessanbieter, Krankenhäuser oder Pflegeheime: Diese Einrichtungen sind auf einen großen Vorrat an hygienisch reinen, trockenen und sofort einsetzbaren Handtüchern unterschiedlichster Formate angewiesen. Auch Frotteewaren müssen nach dem Waschen und Trocknen schnell und systematisch weiterbearbeitet werden, damit sie wieder ausgeliefert werden können. Dafür gibt es längst Maschinen, etwa von Texprofin aus dem belgischen Waregem. Die Spezialität des erfolgreichen Start-ups: Faltmaschinen für industriell operierende Wäschereien.
Anstrengende Arbeiten abnehmen Die Faltmaschine soll dem knapp bestellten Personal die körperlich anstrengende Arbeit abnehmen. Es gilt, gewaschene und getrocknete, aber unsortierte Handtücher zu falten, zu ordnen, zu stapeln und zu zählen, damit sie später ausgeliefert werden können. Dafür soll sie im Idealfall auch die automatische Größenerkennung direkt an der Eingabestation übernehmen. Dies erfordert elektronische Intelligenz und hoch entwickelte Mechanik. Hier kommt die Entwicklung der MaschinenbauSpezialisten von Texprofin ins Spiel: die Faltmaschine Servo Xtreme. Circa 4 Meter lang, 1,4 Meter breit und 2,5 Tonnen schwer, verbindet sie kompakte Abmessungen mit hoher Leistung. Auf einer Kopfseite befindet sich der manuell bedienbare Einzug mit einer Reihe von nebeneinander angebrachten Baumwollbändern. Das Bedienpersonal legt hier Handtücher in
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unterschiedlichen Formaten auf, die bereits beim Einziehen von Fotosensoren in Länge und Breite vermessen werden. So weiß die Maschine, womit sie es zu tun hat. Im Inneren sind übereinander eine Längsfaltstation, eine Kreuzfaltstation und ein Sortierer angeordnet. Durch die Längsfaltung werden die Handtücher mit Bändern bewegt. Zwei aufeinander abgestimmte Schwerter übernehmen dann von zwei Seiten das Falten. Das zusammengelegte Objekt erreicht darauf im zweiten Schritt die Kreuzfaltstation. Hier wird es durch reversierende Rollen und unterstützende Luftzufuhr mittig eingezogen und einmal gefaltet. Falls längenbedingt nötig, wird es durch umlaufende Rollen sowie eine Schwertbewegung ein zweites Mal gefaltet und erreicht den unmittelbar anschließenden Sortierbereich. Dieser ist mit zwei Klappen ausgerüstet, die eine Entladung auf insgesamt vier darunterliegende Stapelflächen ermöglichen, die wiederum die Handtuchstapel ab dem Erreichen der entsprechenden Höhe über ein Transportbandsystem ausgeben. Die Kombination aus Klappensystem und Stapler ermöglicht gleichzeitige Entladungsvorgänge und sorgt für präzisen, kontinuierlichen Betrieb. Zusätzlich gibt es einen Ausschussbehälter, in den schadhafte oder unzureichend gereinigte Wäschestücke befördert werden können. Dazu kann das Bedienpersonal eine Kontrolle per Kamera vornehmen und erkannte Stücke per Knopfdruck aussortieren. Die herausragende Eigenschaft der Servo Xtreme liegt in ihren Antrieben. Die Längs- und Querfalteneinstellungen sind hochflexibel, schnell und milli-
Robotik & Automatisierung metergenau justierbar. Dafür setzen die Ingenieure von Texprofin auf Servomotoren, die echte Vorteile gegenüber pneumatischen Antrieben oder Wechselstrommotoren aufweisen. So ermöglichen die Antriebe mit Encodern die Messung von Impulsen, wodurch die Länge und Position von Artikeln während des Faltvorgangs sofort präzise bestimmbar werden. Falzmomente können bei variablen Geschwindigkeitseinstellungen und unterschiedlichen Warentypen genau definiert werden, was die Maschine sehr schnell macht. Je nach Handtuchgröße und Faltaufwand kann sie bis zu rund 1.400 Handtücher pro Stunde verarbeiten. „Damit ist sie rund doppelt so schnell wie vergleichbare Maschinen“, sagt David Wollant von Texprofin.
Langlebige Industrie-Gasdruckfedern Ebenso wichtig war den Konstrukteuren ein hoher Arbeitskomfort für das Bedienpersonal, gerade bei der Wareneingabe. Dazu entwickelten sie u.a. einen Tisch, der sich in vier Positionen abwinkeln lässt und sich somit der Körpergröße der Mitarbeitenden anpasst. Falls eine Reparatur oder Wartung vor Ort vorgenommen werden muss, sind Kernbereiche der Faltmaschinen durch Schutztüren und -klappen erreichbar. Die sind durch Sicherheitsschalter für den Betriebsstopp beim Öffnen abgesichert. Die geöffneten Klappen sollten auch in ihrer Position gehalten und nach Abschluss der Arbeiten wieder sanft geschlossen werden können. Darum wandte sich das Texprofin-Team nach einer Sondierung verschiedener Anbieter an die Spezialisten von ACE aus Langenfeld. Ralf Küppers, leitender Vertriebsingenieur des zur Stabilus-Gruppe gehörenden Unternehmens für den Bereich Benelux, konnte direkt helfen: „Wir haben Texprofin eingehend beraten und in unserem umfangreichen Portfolio von Gasdruckfedern die passende Lösung gefunden“, sagt er. Obwohl die Konstruktionszeit der ersten Maschinen noch in die Zeit der Covid-19-Pandemie fiel, reagierte ACE schnell und lieferte prompt. Die ausgewählten Industrie-Gasdruckfedern stammen aus der Familie Newtonline mit Ausschubkräften von maximal 1.300 N bei einem Hub von 100 mm. Die in sich geschlossenen Systeme sind langlebig und mit einem unter Druck stehenden Stickstoffgas gefüllt. Sie gelten als Industriestandard und sind einbaufertig und wartungsfrei sowie leicht zu montieren und universell einsetzbar.
Herausforderung Sicherheitsschalter Eine zusätzliche Herausforderung lag in den Sicherheitsschaltern, die Texprofin an allen Klappen und Türen positioniert hatte. „Mit nur einer Gasdruckfeder kam es zu leichten Verspannungen der Klappen, die dazu führten, dass nach dem Schließen der rückwärtigen Tür der dortige Sicherheitsschalter nicht wieder deaktiviert wurde“, so David Wollant von Texprofin. Die Integration einer zweiten Gasdruckfeder auf der anderen Klappenseite und die Anpassung der kombinierten Ausschubkräfte beider Komponenten per Ventiltechnik lösten das Problem sofort. Damit waren die Faltmaschinen bereit für den sicheren und vor allem dynamischen Arbeitsalltag. n
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Bild: IFM
Bild: © Ippi Studio für Joytek
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Die multimodale 3D-ToF-Kamera O3P von IFM führt Roboter sicher und reibungslos durch den Arbeitsalltag.
Das neue Portfolio von Kassow Robots umfasst nun sieben 7-Achs-Cobots.
PRODUKTE UND LÖSUNGEN
Fünf Neuigkeiten aus der Robotik 1. Bessere Orientierung für autonome Roboter Im engen Umgang mit Menschen müssen Roboter Entfernungen korrekt einschätzen, Bildinformationen verstehen und auf dynamische Veränderungen sekundenschnell reagieren. Dies Anforderungen erfüllt das neue 3D-Vision-System O3P von IFM. Es ist sowohl mit einer 3D-ToF Kamera, einer IMU und einer KI-gestützten Tiefenverbesserung ausgestattet. Die leistungsstarke CPU wertet in Echtzeit 3D-Tiefenda-
ten, RGB-Bildinformationen und die Bewegungsdaten der IMU aus und setzt sie KI-gestützt miteinander in Verbindung. Die Time-of-Flight-Technologie bildet gemeinsam mit der KI-gestützten Tiefenverbesserung das Herzstück der neuen 3D-Kamera. Der Roboter oder Humanoide kann sich mit O3P auch in unübersichtlicher Umgebung orientieren, etwa Menschengruppen.
2. Roboterplattform der siebten Generation Universal Robots (UR) hat mit „Gen 7“ seine Roboterplattform der siebten Generation vorgestellt. Die neue Roboterplattform wurde komplett neu konfiguriert, vom Controller über die Werkzeugschnittstelle bis zu integrierten KI-Fähigkeiten. Die Plattform basiert auf dem Roboterbetriebssystem Polyscope X. Die Steuerbox, das Teach-Pendant und die Werkzeugschnittstelle wurden komplett überarbeitet. Die Gen-7-Platt-
form erweitert das Angebot der e-Serie und der URSerie um drei neue Roboterarme: UR10g-1750, UR17g-1300 und UR18g-950. Die Nomenklatur ergibt sich aus ihrer Traglast (kg) und Reichweite (mm). Die neue Werkzeugschnittstelle der g-Serie ermöglicht den Einsatz von Kameras und Sensoren und liefert so die notwendigen Daten, damit KI-Modelle in Echtzeit mit dem Roboter zusammenarbeiten können.
3. Mehr Reichweite und höhere Traglast Kassow Robots, Teil der Bosch Rexroth AG, hat sein Portfolio auf sieben 7-Achs-Cobots ausgeweitet. Mit den neu verfügbaren Modellen lassen sich zahlreiche Automatisierungsaufgaben mit Traglasten bis zu 40 kg oder Reichweiten bis 1. 800 mm platzsparend umsetzen. Mit den laut Kassow besonders leistungsstarken Modellen KR1240 und KR1824 schließt das Unternehmen die Lücke zwischen kollaborativen und in-
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dustriellen Anwendungen. Im Vergleich zum bisherigen Portfolio liegen die Gelenkdrehmomente um 50 Prozent höher. Die Handgelenkgeschwindigkeit konnte um mehr als 20 Prozent und die mechanische Steifigkeit um 40 Prozent gesteigert werden. Der KR1824 ist mit einer maximalen Reichweite von 1. 800 mm für große Arbeitsbereiche mit schweren Lasten bis 24 kg ausgelegt.
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IMPRESSUM
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Das E-Device kombiniert die Flexibilität mobiler Endgeräte mit integrierten Sicherheitsbedienelementen gemäß ISO 10218:2025.
4. Vorkonfigurierte Kleinroboter für komplexe Applikationen
Verkauf von Medialeistungen Director Commercial: Max Stern sales@vogel.de
Oriental Motor präsentiert zwei neue Ausführungen seiner kompakten OVR-Kleinroboter-Serie vorstellen. Die einsatzbereiten Systeme ermöglichen die schnelle und einfache Automatisierung ohne spezielles Know-how. Mit den Knickarmrobotern OVR5 und OVR6 können auch komplexe Handhabungs- und Montageprozesse ausgeführt werden. Alle OVR-Kleinroboter basieren auf leistungsstarken Standard-Komponenten von Oriental Motor. Als erste Modelle führte das Unternehmen 2025 den OVR3 und den OVR4 ein: Einen Scara- und einen Palettierroboter. In die neuen Varianten OVR5 und OVR6 wurden zusätzliche Freiheitsgrade integriert, sodass sie auch in sehr anspruchsvollen Automatisierungsprozessen eingesetzt werden können.
Auftragsmanagement: auftragsmanagement@vogel.de
Abonnement Bezugspreis (inklusive Versandkosten): Inland: jährl. 114,90 €, inkl. MwSt. Ausland: jährl. 133,50 €, inkl. MwSt. Verbreitete Auflage: Angeschlossen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern – Sicherung der Auflagenwahrheit. Aktuelle Zahlen: www.ivw.de ISSN 1619-9405
Vogel Communications Group GmbH & Co. KG Max-Planck-Str. 7/9, 97082 Würzburg Tel. +49 931 418-0 www.vogel.de
5. Roboter über verschiedene Endgeräte bedienen
Registergericht: Amtsgericht Würzburg Handelsregisternummer: HRA 245 Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 169343403
ABB Robotics erweitert sein Angebot für die Programmierung und Bedienung von Robotern mit Einführung des E-Device. Die kompakte Sicherheitsschnittstelle ermöglicht es Anwendern, Omnicore-gesteuerte Roboter und Cobots über ihre eigenen Tablets oder PCs zu bedienen, zu programmieren und zu überwachen. Basierend auf dem Omnicore User Interface (UI) bietet das E-Device eine vertraute Benutzeroberfläche mit vollem Funktionsumfang für die Interaktion mit Robotern. Die erforderlichen physischen Sicherheitsbedienelemente stehen dabei unabhängig davon zur Verfügung, ob Anwender ein Tablet, einen PC oder ein Teach Pendant verwenden. Das einheitliche Omnicore User Interface (UI) reduziert den Schulungsaufwand und beschleunigt die Implementierung über das gesamte Robotik- und Cobot-Portfolio von ABB Robotics hinweg.
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Komplementär GmbH: Vogel Communications Group Verwaltungs GmbH Registergericht: Amtsgericht Würzburg Handelsregisternummer: HRB 10 Geschäftsführung: Matthias Bauer (Vorsitz) Dennis Hirthammer Druck: Vogel Druck und Medienservice GmbH Leibnizstraße 5, 97204 Höchberg Gedruckt auf Steinbeis silk Recyclingpapier, ausgezeichnet mit dem Blauen Engel und dem EU Ecolabel. Mehr Infos unter: www.stp.de Fragen zur Produktsicherheit: produktsicherheit@vogel.de Copyright: Vogel Communications Group GmbH & Co. KG
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Finale VOM MENSCHEN ZUM SMOMBIE
Bild: 2012 Quirit/Licensegarden
mitteln oder auf der Straße: Überall sitzen oder laufen Menschen, die mit gesenktem Kopf auf das kleine Gerät starren und dabei ihre Umgebung komplett ausblenden. Städte wie Augsburg setzen bereits auf Bodenampeln, um die sogenannten Smombies, also die SmartphoneZombies, vor dem unaufmerksamen und potenziell tödlichen Überqueren von Trambahngleisen zu schützen. Inzwischen gilt die unkontrollierte Handy-Nutzung, bei der Freunde und Familie vernachlässigt werden, bereits als Sucht. Denn das Gehirn schüttet ständig den Belohnungsstoff Dopamin aus. Auch wenn es noch nicht so schlimm ist wie in China während des Opiumkriegs, als Süchtige den ganzen Tag in den Opiumhöhlen lagen: Zu denken geben sollte es uns als Gesellschaft schon. Wie schlimm es bereits ist, offenbart der Bericht einer Arbeitskollegin, deren Kind im Zug nach Wien ohne WLAN fuhr. Der Schaffner verwies auf die schöne Landschaft, die man doch durch die Fenster betrachten könne. Ein Tumult brach los. Um fair zu bleiben: Das Smartphone eröffnet auch neue Möglichkeiten. Eltern von Pubertierenden können sich nun die mantraartigen mündlichen Bitten, endlich das Zimmer aufzuräumen, sparen. Einfach das Pubertier mit „Räum dein Zimmer auf!“-Whats-App-Nachrichten so lange zuspammen, bis es entnervt aufgibt. Geht doch! (aru)
Wohl kaum eine technische Erfindung hat in den letzten 20 Jahren den Alltag des Menschen so tiefgreifend verändert wie das Mobiltelefon. Egal, ob im Restaurant, in öffentlichen Verkehrs-
Bild: VCG ; Vladislav Ociacia - stock.adobe.com
Power für die Industrie: Wege aus der Energiekostenfalle – Schwankende Strompreise und neue Vorgaben setzen die Industrie unter Druck. Dieses Dossier zeigt Lösungen, wie sich eine grüne und rentable Versorgung praxisnah sichern lässt. Im Zentrum stehen dabei die intelligente Sektorenkopplung, der Einsatz industrieller Batteriespeicher sowie effiziente Gleichstromnetze (DC) in der Produktion. Zudem wird verdeutlicht, wie ein KI-gestütztes Energiemanagement und innovative Kühlkonzepte für Rechenzentren das Klima schützen und gleichzeitig echte Wettbewerbsvorteile schaffen. Mehr Whitepaper unter: www.elektrotechnik.vogel.de/whitepaper
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Die Sensortechnik ist eine Schlüsseltechnologie für das Messen, Steuern und Regeln von mechatronischen Systemen in der Automation, besonders in der Produktions- und Verfahrenstechnik. Vor allem in Verbindung mit Industrie 4.0 und der Konnektivität von Maschinen (M2M) kommt der Sensorik in der industriellen Produktion eine besondere Bedeutung zu. Damit Maschinen miteinander kommunizieren und beispielsweise Fehler melden können, müssen sensorische Systeme in der Lage sein, die unterschiedlichsten Bedarfsformen zu erfassen. Das Buch „IndustrieSensorik“ von Edmund Schiessle ist ein Fachbuch zur Sensortechnik in Automation, Messtechnik und Mechatronik. Es beschreibt die Entwicklung und die praktische Anwendung der wichtigsten Sensoren. Durch anwendungsbezogene Fehleranalysen von Messsystemen, Sensoren und Sensorsystemen, jeweils ergänzt durch viele detaillierte, vollständig durchgerechnete Anwendungsbeispiele, eignet sich das Buch nicht nur für Studenten, sondern auch für Ingenieure und Techniker verschiedener Fachrichtungen, die sich mit Sensoren in ihrer Fort- und Weiterbildung oder in ihrer aktuellen beruflichen Tätigkeit befassen müssen. ISBN 978-3-8343-3341-4
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