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Insider Momentum 2027

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ADVERTORIAL 1

WWW.SECURITY-INSIDER.DE 10 / 2026 Preis: 16,50 €

DIGITALE SOUVERÄNITÄT

WETTBEWERBSVORTEIL STATT RÜCKZUG UND VERZICHT

SUPPLY CHAIN SECURITY SO WERDEN SIE EIN VERLÄSSLICHER PARTNER

INNOVATION, SOUVERÄNITÄT SICHERHEIT

ZERO TRUST SICHERHEIT FÜR CLOUDUND SAAS-PROJEKTE

AGENTIC AI MOMENTUM GEWINNEN MIT KI IM SOC

IT-SICHERHEIT BUSINESS CASE STATT KOSTENSTELLE


ADVERTORIAL 2

Über jedes Risiko erhaben


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MOMENTUM

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

IT-Sicherheit war in Unternehmen lange nur ein Kostenfaktor, der möglichst unsichtbar bleiben sollte. Diese Zeiten sind vorbei. NIS2, CRA und EU AI Act haben Cybersicherheit zur Führungsaufgabe gemacht. Das klingt nach viel Arbeit, aber wer sie klug gestaltet, gewinnt weit mehr als nur „Sicherheit“: Tempo, Vertrauen, Wettbewerbsfähigkeit. Genau darum geht es in dieser Sonderausgabe des Security-Insider: SecurityMomentum entsteht dort, wo Innovation, Souveränität und Sicherheit zusammengedacht werden, statt sich gegenseitig auszubremsen. Und dort, wo IT-Sicherheit Vertrauen schafft, ganz ohne Angstmacherei und erhobenem Zeigefinger. Unsere Autorinnen und Autoren zeigen an konkreten Beispielen, wie das gelingt, von digitaler Souveränität über Agentic AI bis Zero Trust, von Human Risk Management bis Non-Human Identities und von sicheren Lieferketten bis OT-Security. Lassen Sie sich inspirieren, welche Stellschrauben in Ihrem Unternehmen den größten Unterschied machen. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen! Herzlichst, Ihr

Bild: Vogel IT-Medien


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Vom Kostenfaktor zum Wettbewerbsvorteil

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Security-Momentum: Wie aus einem Impuls echte Bewegung wird

ABSCHIED VON86 16 DEN KETTEN

Kaum mehr kontrollierbar: 144 Maschinenidentitäten pro Mitarbeite

Innovation durch Sicherheit und Souveränität

Sichere Software-Lieferkette

Security als Steuerungsgröße statt Kostenstelle

Privacy by Design

Digitale Souveränität als Wettbewerbsvorteil

DIGITALE 32 102 SOUVERÄNITÄT IN EUROPA Den Business-Case bauen,

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Non-Human Identities

der das Board überzeugt

SECURITYFORSCHER HEUTE

Zero Trust in der Praxis

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So werden Sie zum verlässlichen Partner in kritischen Lieferketten

Belegbarer Datenschutz bringt mehr und zufriedenere Kunden

Schnellere und sicherere Cloud- und SaaS-Projekte im Mittelstand

EIN BLICKAI IN DIE ist längst Teil der Angriffslandschaft A1 DIGITAL FERNE ZUKUNFT Security 2027: Kontrolle muss greifen, DRIVELOCK bevor KI-Agenten handeln

ESET HOXHUNT KNOWBE4

Human Risk Management

Von der Irrfahrt zum messbaren Fortschritt

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SENTINELONE

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SILVERFORT

INNOVATION, S SICHE Viele integrieren KI. ESET entwickelt sie.

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DEUTSCHE TELEKOM

Verbieten allein hilft nicht: Warum Schatten-KI ein Kulturproblem ist

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VANTA

Sicherheit für die digitale Belegschaft

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134 150

Agentic AI als Kraftverstärker

So gewinnen Security-Teams Momentum durch den Einsatz von KI

OT-Security als Innovationsmotor

160 172

Wie aus OT-Security industrielle Kernkompetenz wird Cyber-Resilienz für KMUs

Wie Unternehmen Katastrophen überstehen und dabei Kunden gewinnen

Was sagt die Branche dazu?

Statements von führenden Köpfen ...

DIGITALE AUSGABE Hier Download

IMPRESSUM

KI-Agenten sichern & Eine Blaupause für Secure Compute

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Das Risiko autonomer KI ohne Laufzeitkontrolle

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Anschrift Max-Josef-Metzger-Str. 21 86157 Augsburg / Telefon +49 (0) 821/2177-0 Web Security-Insider.de Geschäftsführer Tobias Teske, Matthias Bauer Idee & Projektleitung Markus Späth, Co-Publisher Layout & Gestaltung Alexander Preböck, AD Chefredakteur Peter Schmitz, V.i.S.d.P., peter.schmitz@vogel.de Sales insider.sales@vogel.de Erscheinungstermin Oktober 2026 Titelbild A. Preböck / KI (M) Haftung Für den Fall, dass Beiträge oder Informationen unzutreffend oder fehlerhaft sind, haftet der Verlag nur beim Nachweis grober Fahrlässigkeit. Für Beiträge, die namentlich gekennzeichnet sind, ist der jeweilige Autor verantwortlich. Copyright Vogel IT-Medien GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, digitale Verwendung jeder Art, Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion.

SOUVERÄNITÄT ERHEIT Souveränität beginnt im Netz

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KI entwickelt sich rasant weiter. Unternehmen brauchen mehr Transparenz.

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VOM KOSTENFAKTOR ZUM WETTBEWERBSVORTEIL

SECURITYMOMENTUM:

LANGE GALT IT-SICHERHEIT ALS VERSICHERUNG GEGEN DEN ERNSTFALL, WURDE OFTMALS ALS NOTWENDIGES ÜBEL ABGETAN UND SOLLTE MÖGLICHST GÜNSTIG UND IM BESTEN FALL UNSICHTBAR SEIN. HEUTE GREIFT DIESES VERSTÄNDNIS ZU KURZ. DENN NIS2 IST IN KRAFT, DER CYBER RESILIENCE ACT UND DER EU AI ACT BRINGEN NEUE PFLICHTEN, KI-GESTÜTZTE ANGRIFFE WERDEN SCHNELLER UND RAFFINIERTER UND CLOUD- SOWIE SAAS-LANDSCHAFTEN WACHSEN OFT SCHNELLER, ALS SIE ABGESICHERT WERDEN KÖNNEN. WER DARAUF NUR REAGIERT, VERWALTET BESTENFALLS DEN STATUS QUO.


WIE AUS EINEM IMPULS ECHTE BEWEGUNG WIRD Autorin: Melanie Staudacher

SICHERHEIT, DIE NUR SCHÜTZT, HÄLT DIE STELLUNG. SIE WEHRT AB, DOKUMENTIERT UND ERFÜLLT ANFORDERUNGEN. SICHERHEIT, DIE MOMENTUM SCHAFFT, GEHT WEITER. SIE WIRD ZUM TAKTGEBER UNTERNEHMERISCHER HANDLUNGSFÄHIGKEIT, ERMÖGLICHT INNOVATION, SCHAFFT VERTRAUEN BEI KUNDEN UND PARTNERN UND VERSCHAFFT UNTERNEHMEN DEN NÖTIGEN SPIELRAUM FÜR MUTIGE ENTSCHEIDUNGEN. DIE FRAGE IST DESHALB NICHT MEHR, OB UNTERNEHMEN INVESTIEREN, SONDERN OB AUS DIESEN INVESTITIONEN ECHTE BEWEGUNG ENTSTEHT. WARUM JETZT DER MOMENT IST, SICHERHEIT VOM KOSTENFAKTOR ZUM WETTBEWERBSVORTEIL ZU MACHEN, MÖCHTEN WIR IHNEN IN DIESER SONDERAUSGABE VON SECURITY-INSIDER ZEIGEN.


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Es gibt Momente, in denen sich der Blick auf ein Thema endgültig verschiebt. Für die Cybersicherheit ist dieser Moment jetzt. NIS2 ist in Deutschland seit dem 6. Dezember 2025 in Kraft, ohne generelle Übergangsfrist, mit unmittelbarer Verantwortung bis in die Geschäftsführung. Der Cyber Resilience Act bringt seit dem 11. September 2026 erste verbindliche Meldepflichten und Vorgaben für Lieferketten, bevor er Ende 2027 vollständig greift. Und auch der EU AI Act entfaltet Stufe um Stufe seine Wirkung. Dabei sind die Anforderungen durchaus konkret: NIS2 verlangt ein systematisches Risikomanagement, funktionierende Meldeprozesse und belastbare Nachweise. Der CRA verpflichtet Hersteller vernetzter Produkte zu Security-by-Design, kontinuierlichem Schwachstellenmanagement und einer Software Bill of Materials. Und der EU AI Act fordert, KI-Systeme transparent, nachvollziehbar und sicher zu betreiben sowie die verarbeiteten Daten zu dokumentieren. Was früher als technische Fleißaufgabe galt, wird damit zur strategischen Führungsfrage mit direkten Folgen für Haftung, Geschäftsbeziehungen und Marktzugang. Gleichzeitig steigen die Sicherheitsbudgets weltweit auf neue Rekordwerte und allein in Deutschland summieren sich die Schäden durch Cyberangriffe laut Bitkom mittlerweile auf rund 202,4 Milliarden Euro pro Jahr. Selten war so viel Bewegung im Thema. Und selten stand so viel auf dem Spiel. Von 289,2 Milliarden Euro Gesamtschaden machen Cyberangriffe 202, 4 Milliarden Euro aus. Bild: Bitkom e. V.

Doch Bewegung allein ist noch kein Fortschritt. Viele Organisa­ tionen investieren, dokumentieren und reagieren, ohne wirklich voranzukommen. Sie erfüllen Anforderungen, doch treten auf der Stelle. Genau hier setzt unsere These an: Entscheidend ist nicht, wie viel ein Unternehmen für Sicherheit ausgibt, sondern ob daraus Momentum entsteht.

EINE BEWEGUNG, DIE KAUM MEHR ZU STOPPEN IST Was aber ist Momentum? Ursprünglich aus der Physik stammend, beschreibt der Begriff den Schwung eines Körpers, der einmal in


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Bewegung kaum noch zu stoppen ist. Übertragen auf Organisationen bedeutet Momentum, dass eine Maßnahme Wirkung zeigt und diese Wirkung die nächste nach sich zieht. Entscheidungen fallen schneller, Prioritäten werden klarer, Ergebnisse sichtbarer. Momentum ist der Unterschied zwischen einem Unternehmen, das IT-Sicherheit verwaltet, und „Cybersicherheit einem, das mit IT-Sicherheit vorankommt. ist nicht vorbestimmt. Ihre Zukunft hängt Security-Momentum entsteht, wenn Sicherheit nicht mehr als isolierte Aufgabe einer einzelnen Abteilung von den Entscheidungen ab, verstanden wird, sondern als treibende Kraft in der die wir heute treffen.“ gesamten Organisation. Eine moderne Zero-Trust-Architektur kann neue Cloud- und Partnerzugriffe von Global Cybersecurity Outlook 2026 Anfang an sicher ermöglichen. Ein erfolgreich bewälWorld Economic Forum tigter Vorfall stärkt das Vertrauen von Mitarbeitenden, Kunden und Partnern. Und regulatorische Anforderungen wie NIS2 oder CRA können als Nachweis der eigenen Verlässlichkeit dienen. Solche Effekte entscheiden über Wettbewerbsfähigkeit bis 2027 und darüber hinaus.

SICHERHEIT ALS MOTOR FÜR UNTERNEHMENSWACHSTUM Dennoch betrachten viele Organisationen die Sicherheit primär als Kostenfaktor ohne direkten Beitrag zum Geschäftserfolg. Diese Perspektive führt dazu, dass Security isoliert organisiert, zu spät eingebunden und defensiv ausgerichtet wird. Sicherheit wird dann nur dort sichtbar, wo sie stört: bei Freigaben, bei Verzögerungen, bei zusätzlichen Anforderungen. Dass sie an anderer Stelle Geschwindigkeit ermöglicht, Risiken senkt und Vertrauen schafft, bleibt unsichtbar und häufig unbewertet. Warum hält sich diese Logik so hartnäckig? Weil sich Kosten leicht messen lassen, verhinderte Schäden jedoch nicht. Weil Sicherheitserfolge selten sichtbar sind, während Verzögerungen sofort auffallen. Und weil viele Unternehmen Security noch immer als Technikthema begreifen statt als unternehmerische Fähigkeit. Wer Sicherheit als Teil der Wertschöpfung begreift, schafft die Grundlage für nachhaltiges Wachstum, höhere Wettbewerbsfähigkeit und messbaren Geschäftserfolg. Im Global Cybersecurity Outlook 2026 des World Economic Forum (WEF) heißt es: „Cybersicherheit ist längst kein rein technisches Thema mehr. Sie entwickelt sich zunehmend zu einer stra-


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tegischen wirtschaftlichen Priorität.“ Darin weist auch die World Bank darauf hin, dass eine Verringerung schwerwiegender Cybervorfälle das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Entwicklungsländern langfristig um rund eineinhalb Prozent steigern könnte. Im IBM „Prosper in the Cyber Economy“-Report wurden die Studienautoren sogar noch konkreter und warfen einen Blick auf den Mehrwert für einzelne Unternehmen, die ihre Cybersicherheit vorantreiben. Die im Jahr 2022 unter 2.300 Führungskräften aus den Bereichen Unternehmensführung, Betrieb, Technologie, Cyberrisiko und Cybersicherheit durchgeführte Studie kam zu dem Ergebnis, dass… • …Cybersicherheit von 66 Prozent der Studienteilnehmer vor allem als Umsatztreiber angesehen wird. Die Befragten sind der Meinung, dass Sicherheit unter dem Gesichtspunkt der Wertschöpfung statt reinem Budgetposten zu transformativem Wachstum führen kann. •… Sicherheitsorganisationen mit hohem Reifegrad über einen Zeitraum von fünf Jahren ein um 43 Prozent höheres Umsatzwachstum verzeichnet haben als Organisationen mit einem geringen Reifegrad. Unternehmen mit ausgereiften Sicherheitskompetenzen waren in der Lage, diese in deutlich bessere Geschäftsergebnisse umzusetzen.

INNOVATION, SOUVERÄNITÄT UND SICHERHEIT Die entscheidende Frage muss sich also verschieben, von „Was kostet uns Sicherheit?“ hin zu „Was ermöglicht sie uns?“. Und die Antwort darauf zeigt sich längst in der Praxis. Unternehmen, die Sicherheit konsequent in ihre Geschäftsprozesse integrieren, treffen schnellere Entscheidungen, bringen Innovationen sicherer in den Markt und schaffen Vertrauen bei Kunden und Partnern. Sicherheit wird dort nicht als Bremse erlebt, sondern als Voraussetzung für Geschwindigkeit. Genau dieses Reframing ist der Ausgangspunkt für alles, was wir unter Security-Momentum verstehen. Im Zentrum steht dabei eine Trias, die mehr ist als eine Folge griffiger Schlagworte: Innovation, Souveränität und Sicherheit. Diese drei Aspekte gehören untrennbar zusammen und entfalten ihre volle Wirkung nur gemeinsam. 1. Innovation braucht Sicherheit Sicherheit darf nicht nur als nachgelagerte Kontrolle gesehen


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werden, sondern als integrierter Bestandteil. Wer Cloud, KI oder digitale Plattformen skalieren will, muss Security von Anfang an mitdenken. Ansätze wie Zero Trust ermöglichen es, neue Technologien schneller einzuführen, ohne die Kontrolle zu verlieren. Sicherheit beschleunigt Innovation, weil sie Unsicherheiten reduziert und Entscheidungen belastbarer macht. Wo Sicherheit fehlt, wird Innovation zögerlich, langsam oder gar nicht erst gewagt. 2. Souveränität schafft Wahlfreiheit Laut Gartner richten immer mehr europäische Unternehmen ihre Cloud-Strategien auf regionale Rechenzentren aus. Konkret würden 61 Prozent der befragten CIOs und IT-Verantwortlichen erwarten, dass geopolitische Faktoren ihre Abhängigkeit von lokalen oder regionalen Cloud-Anbietern erhöhen werden. Gartner prognostiziert zudem, dass bis 2030 mehr als 75 Prozent aller Unternehmen außerhalb der USA eine Strategie für digitale Sou­ veränität verfolgen werden. Dabei sollte digitale Souveränität nicht Abschottung bedeuten, sondern bewusste Kontrolle. Unternehmen müssen wissen, welche Technologien sie einsetzen, welche Abhängigkeiten bestehen und wo Alternativen notwendig sind. Diese Transparenz schafft Wahlfreiheit und damit einen Wettbewerbsvorteil. Ohne Souveränität bleibt Innovation abhängig und Sicherheit reaktiv. 3. Sicherheit stärkt Resilienz Sicherheit schließlich ist der stabilisierende Faktor, der beides zusammenhält. Sie schützt nicht nur Systeme, sondern erhält die Handlungsfähigkeit der gesamten Organisation. Wer Vorfälle kon­trolliert bewältigen, Systeme wiederherstellen und den Betrieb aufrechterhalten kann, trifft mutigere Entscheidungen. Sicherheit schafft damit den Spielraum für Innovation und souveränes Handeln. Aus dieser Perspektive erscheint auch die viel beklagte Regulierung in einem anderen Licht. NIS2, CRA und EU AI Act sind kein bürokratischer Gegenwind, sondern Rückenwind für all jene, die sie richtig zu nutzen wissen. Sie schaffen Verbindlichkeit, Vergleichbarkeit und Vertrauen, also genau jene Voraussetzungen, die funktionierende Märkte brauchen. Wer die Vorgaben ausschließlich als Belastung betrachtet, verschenkt ein starkes Argument für notwendige Investitionen. Wer sie als Marktchance nutzt, gewinnt Vorsprung gegenüber zögernden Wettbewerbern und Vertrauen bei Kunden, die zunehmend belastbare Sicherheitsnachweise erwarten.


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Effektivitätsbewertung von Cyber-Regulierungen: Ergebnisse basierend auf Antworten von 804 Sicherheitsverantwortlichen aus 92 Ländern. Bild: Accenture

GESTALTEN STATT NUR REAGIEREN Doch Security-Momentum entsteht nicht durch Einsicht allein. Es zeigt sich im konkreten Handeln. Organisationen im Abwehrmodus arbeiten sich an Tickets, Audits und Einzelmaßnahmen ab – mit hohem Aufwand, aber begrenzter Wirkung. Organisationen mit Momentum dagegen setzen klare Prioritäten, reduzieren Komplexität und richten Sicherheit an ihren Geschäftszielen aus. Sie investieren nicht in möglichst viele Maßnahmen, sondern in die richtigen. Sie messen Fortschritt statt bloßer Aktivität und binden ihre Mitarbeitenden als Teil der Lösung ein. Die einen reagieren, die anderen gestalten. Die einen verwalten Risiken, die anderen nutzen Sicherheit, um voranzukommen. Dieser Unterschied entscheidet darüber, ob Security bloßen Aufwand verursacht oder echte Wirkung entfaltet. Genau hier setzt dieses Sonderheft an. „Security-Momentum 2027 – Innovation, Souveränität, Sicherheit“ beschreibt nicht nur, was theoretisch möglich ist, sondern zeigt, was praktisch funktioniert. Sie erfahren, wie sich digitale Souveränität als unternehmerische Entscheidung nutzen lässt und wie Sie mit klaren Kennzahlen und Business-Cases den Vorstand überzeugen. Sie lesen, wie belast­bare Architekturen in der Cloud, in der Software-Lieferkette und im oft übersehenen Feld der nicht menschlichen Identitäten entstehen. Außerdem zeigen wir, wie Agentic AI und GenAI gerade kleineren Teams helfen, ihre Wirkung zu vervielfachen, wie OT-Security zum Innovationsmotor wird und wie Cyberresilienz zu einer echten Geschäftsfähigkeit reift.


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Ebenso richten wir den Blick auf häufig unterschätzte Faktoren: Menschen, Kommunikation und Kultur. Security Awareness wirkt erst, wenn sie Verhalten verändert. Und Resilienz zeigt sich nicht im Konzept, sondern im Ernstfall, wenn eine Organisation schnell und strukturiert wieder handlungsfähig wird.

Selbsteinschätzung der Cyberresilienz 2026: 19 Prozent der Organisationen übertreffen ihre Anforderungen, 64 Prozent erfüllen das Minimum und 17 Prozent stufen ihre Abwehr als unzureichend ein. Bild: Accenture

Sicherheit ist kein Kostenfaktor, der verwaltet werden muss. Sie ist ein Wachstumshebel, der gestaltet werden will. Wer Innova­ tion, Souveränität und Sicherheit zusammendenkt, gewinnt an Tempo, Vertrauen und Wettbewerbsfähigkeit. Nutzen Sie die Impulse auf den folgenden Seiten, um konkrete Schritte zu gehen, Prioritäten anzupassen und Sicherheit bewusst einzusetzen. Denn Security-Momentum entsteht dort, wo aus Erkenntnis konsequentes Handeln wird. SELBSTCHECK: Wie viel Security-Momentum steckt in Ihrer Organisation?

 Haben Sie einen board-tauglichen Business-Case für Ihr Security-Budget?  Unterstützt Ihre Sicherheitsarchitektur Ihre Cloud- und Digitalisierungsziele – oder bremst sie?  Wissen Sie, wie viele Non-Human Identities in Ihrer Umgebung aktiv sind?  Nutzen Sie NIS2, CRA und den EU AI Act aktiv als Argument für Investitionen?  Ist Sicherheit als Verantwortung in den Fachbereichen verankert – nicht nur in der IT?  Messen Sie Fortschritt – oder nur Aktivität?  Könnten Sie nach einem Sicherheitsvorfall schnell und strukturiert wieder handlungsfähig sein?

Melanie Staudacher ist Redakteurin beim Security-Insider. Sie ist Expertin für Schwachstellen und Sicherheitsupdates und scheut nicht davor zurück, „tief zu graben“, um für ihre Leserinnen und Leser die wichtigsten Informationen zusammenzustellen.

Bild: Vogel IT-Medien


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2026 WIRD FÜR DIE CYBERSICHERHEIT EIN JAHR, IN DEM KÜNSTLICHE INTELLIGENZ DIE BEDROHUNGSLAGE MASSGEBLICH PRÄGT. AI IST LÄNGST FIXER BESTANDTEIL DER ANGRIFFSLANDSCHAFT: EIN GROSSER TEIL DER PHISHING‑KAMPAGNEN WIRD AUTOMATISIERT ERSTELLT, UND AUCH WENIGER VERSIERTE ANGREIFER ERHALTEN FÄHIGKEITEN, DIE FRÜHER PROFESSIONELLEN GRUPPEN VORBEHALTEN WAREN. FEHLERFREIER CODE, ÜBERZEUGENDE PHISHING‑MAILS ODER AUTOMATISIERTE ANGRIFFSSCHRITTE SENKEN DIE EINSTIEGSHÜRDEN UND ERHÖHEN DAS SCHADENSPOTENZIAL – BESONDERS BEI INSIDER‑RISIKEN. Zugleich entsteht eine neue Qualität von Angriffen: hochgradig personalisiertes Spear‑Phishing, lernende Web‑Exploits und AI‑Agenten, die sich in Echtzeit anpassen. Klassische, rein reaktive

Schutzmechanismen reichen dafür nicht mehr aus. Unternehmen müssen ihre Sicherheitsarchitekturen automatisieren, adaptiv gestalten und Threat‑Intelligence in Echtzeit integrieren.


ist es aber oft eine herheit. Moderne en über digitale ngsflüsse, Einmmunikation. Wer cht nur Daten lungsfähigkeit.

e Betrieb werden nicht mehr nur e sind ein kontinuiche Einrichtungen nehmen – oft sogar T-Landschaften eise erweitert sind und die n Dienstleistern der Schaden in der Ausfälle treffen npannen erschüttern e Stillstand kostet ch Legitimation.

häufig unspekrtes Konto, eine e, ein falsch nst. Aus kleinen e Folgen – weil chen, weil Zugriffsweil Notfalleübt werden.

tore verschoben. Identitäten sind zum primären Angriffspunkt geworden. Wer Zugriff hat, braucht oft keine komplizierte Exploit-Kette mehr – dann reicht es, sich im System zu orientieren und die vorhandenen Zugriffsrechte auszunutzen. Gleichzeitig werden Zeitfenster kürzer. Schwachstellen werden schneller ausgenutzt, weil Scans, Exploit-Tests und automatisierte Angriffsabläufe effizienter geworden sind. Patchen ist ein Wettlauf, nicht nur eine technische Pflicht. KI macht Täuschung skalierbar Der sichtbarste KI-Effekt liegt nicht in neuen Wunderwaffen, sondern in der Professionalisierung von Täuschung. Phishingmails wirken sprachlich sauber, passen sich an Rollen und Situationen an und werden in Serie produziert – mehrsprachig, konsistent, plausibel. Auch am Telefon und in Videocalls steigt der Druck: Wenn Stimmen und Bilder überzeugender imitierbar werden, verliert der Kanal als Beweis an Wert. Das trifft besonders Organisationen, deren Abläufe auf Routine und Vertrauen beruhen. Viele Analysen beschreiben diese Verschiebung als wachsende Relevanz von »cyber-enabled fraud«: Betrug, der digitale Prozesse ausnutzt, ohne Systeme zwingend zu zerstören. Für die öffentliche Sicherheit ist das heikel, weil Schäden oft erst spät auffallen und Gegenmaßnahmen weniger

gital Deutschland GmbH

KI selbst zum System wird Parallel entsteht eine zweite Ebene: KI wird in immer mehr Prozesse eingebaut. Damit entstehen neue Angriffsflächen, die nicht wie klassische Softwarefehler aussehen, aber ebenso wirksam sind. »Prompt Injection« etwa zielt darauf, ein System über Eingaben umzulenken: Es soll Regeln ignorieren, Daten preisgeben oder Handlungen auslösen, die nicht vorgesehen sind. Hinzu kommen Risiken rund um Schnittstellen zu internen Systemen und die Lieferkette von Modellen und Plug-ins.

ups, Offline-Kopien, klare Wiederanlaufpläne und Übungen zeigen, ob der Betrieb auch unter Stress funktioniert.

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Viertens: Governance, die Entscheidungen beschleunigt, statt sie zu blockieren. Gemeint ist eine klare Steuerung der Cybersicherheit bei Zuständigkeiten, Entscheidungswegen und Prioritäten. Orientierung bietet dabei das »NIST Cybersecurity Framework 2.0«, ein international verbreiteter Leitfaden für Cyberrisikomanagement. In Europa steigt zudem der Erwartungsdruck durch konkrete Rechtsakte: die »NIS2-Richtlinie«, die Das führt zu einem nüchternen Grundsatz: Sicherheits- und Meldepflichten für wichtige KI ist keine Abkürzung aus Sicherheitsarbeit A1 zusätzliche Digital Schicht, ist ein EinrichtungenPartner verschärft, sowie »DORA«, heraus. Sie ist eine die europäischer das im Finanzsektor digitale Betriebsresilienz dieselben Fragen verlangt wie jede kritische für digitale Infrastruktur und Lösungen und Vorfallmanagement verbindlicher regelt. Software – wer hat Zugriff, welche Daten dem Ziel, Unternehmen fließen, welche Outputsmit werden weiterveram Ende beginnt öffentliche Sicherheit arbeitet und welche Ausfälle sind tolerierbar. gemeinsam in eineDenn souveräne nicht erst bei Blaulicht und Notruf, sondern be digitale Zukunft zu führen. der digitalen Grundversorgung. KI verschärft Resilienz statt Perfektion das Spiel nicht, weil sie alles neu erfindet, Die wirksamste Antwort auf diese Lage sondern weil sie das Bekannte schneller, billige ist weniger ein einzelnes Produkt als eine Zu den Angeboten gehören Exoscale – und überzeugender macht. Wer darauf nur Sicherheitsarchitektur, die mit Realität rechnet. eine europäische Cloud-Plattform, mit Alarmismus reagiert, verliert. Wer mit Im Kern geht es um vier Disziplinen. klarenLändern, Prozessen und geübter HandManaged Connectivity in Resilienz, über 180 lungsfähigkeit antwortet, macht CybersicherErstens: Identität und Zugriff als Kontrollzentvertikale minimalen IoT Branchenlösungen heit zu dem, was sie sein muss: Infrastruktur. rum – mit starker Authentifizierung, Rechten, konsequenter Trennung von Administramit Erfahrung von über 1 Million Text Walter Nogueira torrollen und laufender Prüfung von Ausnahmen.

“LEADING TO A SOVEREIGN DIGITAL FUTURE – TOGETHER”

ausgelieferten Geräten und skalierbare Netzwerklösungen, ergänzt durch 24/7 Managed Cyber Security Services auf Telco-Niveau.

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INNOVATION DURCH SICHERHEIT UND SOUVERÄNITÄT

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SOUVERÄNITÄT ALS

WETTBEWERBSVORTEIL

Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker


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absichern, schützen am Ende ihre eigene Verhandlungsposition in global unsicheren Zeiten. Digitale Souveränität ist deshalb schon lange keine reine IT- oder gar bloße Compliance-Frage mehr, sondern ist zur Managementaufgabe avanciert, die sich in der IT-Architektur, im Cloudvertrag und bei jeder einzelnen Beschaffungsentscheidung widerspiegelt.

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ür den Mittelstand im DACH-Raum betreffen diese Entwicklungen das Kerngeschäft unmittelbar. Viele dieser Unternehmen sind in ihrem Bereich Weltmarktführer und entsprechend eng in internationale Lieferketten eingebunden – insbesondere steckt ihr Wert in Konstruktionsdaten, Produktionsprozessen und über Jahre gewachsenem Erfahrungswissen, das digital gespeichert ist. Unternehmen, die dieses digitale Erbe

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WER 2026 ÜBER CYBERSICHERHEIT SPRICHT, MEINT DAMIT LÄNGST MEHR ALS NUR DIE ABWEHR VON CYBERANGRIFFEN. DENN DIE SICHERHEIT BEEINFLUSST INZWISCHEN, WIE SCHNELL EIN UNTERNEHMEN NEUE DIGITALE GESCHÄFTSMODELLE AUSROLLEN KANN UND WIE ES IM UMGANG MIT DATEN UND KÜNSTLICHER INTELLIGENZ GEGENÜBER KUNDEN, PARTNERN UND BEHÖRDEN AUFTRITT. DAMIT RÜCKT AUCH DIE DIGITALE SOUVERÄNITÄT IMMER STÄRKER INS ZENTRUM. GEMEINT IST DAMIT ABER NICHT DER RÜCKZUG AUS GLOBALEN MÄRKTEN ODER DER VERZICHT AUF INTERNATIONALE TECHNOLOGIEPARTNER, SONDERN DIE FÄHIGKEIT, AUCH UNTER DRUCK HANDLUNGSFÄHIG ZU BLEIBEN UND ABHÄNGIGKEITEN BEWUSST ZU STEUERN, STATT SICH VON IHNEN STEUERN ZU LASSEN.

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Ein klares Begriffsverständnis

Damit ist zugleich auch klar, was digitale Souveränität nicht ist: Sie ist kein anderes Wort für Autarkie und kein Digitale Souveränität heißt reines Regulierungsthema aber nicht, von nun an alles selbst zu bauen oder künftig oder gar politische Programnur noch europäische Anbie- matik. Digitalregulierung kann zwar Druck im Markt ter zu nutzen. Gemeint ist erzeugen und Mindestanforvielmehr der Zustand, in dem ein Unternehmen seine derungen beispielsweise für Cybersicherheit und Datendigitalen Abhängigkeiten so schutz setzen, eine untergut kennt, dass es sie aktiv gestalten kann – statt sie nur nehmerische Strategie erzu erleiden. Dafür muss klar setzt sie aber noch lange nicht. Es geht somit um kontsein, wie Daten verarbeitet, gespeichert und weitergege- rollierte, statt totale Offenben werden, welche IT-Infra- heit, wie sie Jahrzehnte lang weitestgehend blauäugig struktur den Betrieb trägt und wo ein Anbieterwechsel gepredigt wurde, denn Unternehmen sollen durchrealistisch möglich wäre. aus von globaler InnovaErst wenn Datenhoheit, tionskraft profitieren könaktive Betriebssteuerung nen, ohne damit jedoch die und Datenportabilität zuKontrolle über ihre wichtigssammenkommen, entsteht ten IT-Systeme aufzugeben. echte strategische digitale Entscheidungsfreiheit.

DIE DREI BAUSTEINE DER SOUVERÄNITÄT DATENPORTABILITÄT

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Sicherheit als Geschäftsargument

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Der größte Nutzen digitaler Souveränität ist, dass sie digitale Sicherheit endlich in eine Sprache übersetzt, die Geschäftsführungen verstehen. Denn für Vorstände und Beiräte zählt am Ende nicht die Zahl der Managementprozesse in der Firma, sondern ob eine Investition Kundenvertrauen stärkt, die Lieferfähigkeit absichert und neue Geschäftsmodelle überhaupt erst möglich macht und dadurch unmittelbar wie mittelbar wirt-

schaftliche Mehrwerte entfaltet. Im Kern geht es deshalb darum, den inneren Wert eines Unternehmens durch eine resiliente IT-Infrastruktur zu erhöhen. Damit verändert sich auch die betriebliche Rolle der IT-Sicherheit zunehmend: Aus der Abteilung, die Budget kostet und keinen sichtbaren Output generiert, wird diejenige Abteilung, die erklären kann, wie sich ein Unternehmen jetzt und in Zukunft strategisch aufstellen sollte, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Dass diese These nicht nur eine Wunschvorstellung ist, zeigt sich anhand einiger ganz konkreter Beispiele: Klar gesteuerte und dokumentierte Datenflüsse verkürzen den Weg zu neuen digitalen Geschäftsmodellen, weil Teams nicht bei jedem Projekt neu klären müssen, ob Nutzung, Zugriff und Schutzkonzepte zusammenpassen. Wenn das Unternehmen schon vor einer IT-Beschaffungsentscheidung eine Exit-Strategie plant, verbessert dies die wirtschaftliche Verhandlungsposition gegenüber Anbietern. Wer zudem die Hoheit über die eigenen Verschlüsselungsschlüssel behält, kann vertrauliche Informationen differenzierter schützen und auch sensible KI-An-


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wendungen kontrollierter freigeben. Auch Open Source gehört in dieses Bild, sofern Transparenz und Anpassbarkeit eine schnellere und besser prüfbare IT-Entwicklung ermöglichen. Kunden, die selbst hohe Anforderungen an Sicherheit und Überprüfbarkeit ihrer Lieferanten stellen, honorieren das zunehmend – etwa in Ausschreibungen, Verträgen oder Lieferantenaudits. Insbesondere deutlich wird der Wert von digitaler Souveränität dort, wo Vertrauen selbst Bestandteil des Produkts ist, denn wer früh belastbare Nachweise zu Resilienz, Datenverarbeitung und Zugriffskontrolle vorlegen kann, hat in Ausschreibungen und Partnerschaften einen deutlichen Vorteil.

Digitale Souveränität beginnt bei der Beschaffung Wenn man aktuell mit so einigen mittelständischen Entscheidern spricht, wird digitale Souveränität vor allem als etwas verstanden, das die Politik macht und definiert – und bei jedem von uns kommt schließlich irgendwie ein kleiner Anteil davon an. Das jedoch ist ein Irrweg, denn digitale Souveränität wird nicht nur in der Politik, sondern vor allem in der Beschaffung, also im Einkauf entschieden. Jedes

Mal, wenn ein Unternehmen einen Cloud-Dienst, eine KI-Lösung oder einen externen Service auswählt, verlängert oder ablöst, wird der eigene digitale Handlungsspielraum für die kommenden Jahre größer oder kleiner. Beschaffung ist deshalb kein administrativer Schlusspunkt eines Auswahlprozesses, sondern als strategischer Moment der Ausgangspunkt einer jeden betrieblichen Entscheidung, die mit Technologie zusammenhängt. Denn wer heute im Zeitalter von Software-as-a-service einen digitalen Dienst auswählt, legt fest, wie flexibel das Unternehmen morgen noch ist. Es geht nicht nur darum zu überprüfen, wo die Daten gespeichert sind, sondern auch darum, welcher Jurisdiktion der Betreiber unterliegt, wer Daten entschlüsseln kann, wie Zugriffe geprüft werden und welche (Rechts)Wege im Streitfall offenstehen. Auch Support, Preismodell und Vertragslaufzeit wirken sich später auf die betriebliche Handlungsfreiheit aus. Deshalb gehört die Frage nach Souveränität in jede Phase der Beschaffung – vom anfänglichen Lastenheft bis zur finalen Vertragsverhandlung. Doch auch hier gilt wie schon für die Definition von digitaler Souveränität: Nicht

jeder Einkauf muss maximale Kontrolle anstreben, aber jeder sollte bewusst machen, welche Abhängigkeiten in der IT infolgedessen entstehen.

Konkrete Schritte mit messbarer Wirkung Der Weg zu mehr digitaler Souveränität beginnt mit Transparenz und kritischer Reflexion im eigenen Unternehmen: Welche digitalen Werte sind wirklich essenziell, wo werden sie verarbeitet, wer hat die Kontrolle darüber und an welchen externen Stellen entsteht Abhängigkeit? Ein solches Souveränitätsinventar muss kein bürokratisches Großprojekt sein. Entscheidend ist, dass die wichtigsten Workloads mit ihren Datenkategorien, Vertragsbindungen und Anforderungen an Redundanz geknüpft werden – und dass diese Übersicht fortlaufend gepflegt wird. Insoweit ist digitale Souveränität durchaus auch ein Managementprozess. Darauf aufbauend lohnt sich ein zweiter Blick auf die Cloudstrategie. Für sensible Daten, strenge regulatorische Anforderungen oder Kernprozesse sollten unbedingt digitalsouveräne Angebote genutzt werden. Die klassischen Hyperscaler


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können demgegenüber in nicht kritischen Geschäftsprozessen verwendbar bleiben, etwa wenn kurzfristige Skalierung und Innovationsgeschwindigkeit im Vordergrund stehen. Der daraus resultierende Vorteil für die digitale Souveränität entsteht somit nicht aus einem grundsätzlichen Entwederoder, sondern daraus, jeden Workload bewusst dort zu platzieren, wo er hingehört. Wichtig ist das vor allem bei drei Themen: Verschlüsselung, Open Source und ExitFähigkeit. Wer die eigenen Schlüssel nicht nur verwaltet, sondern aktiv als Steuerungsinstrument nutzt, kann sensible Informationen gezielter schützen und neue Datenprojekte mit mehr

Vertrauen starten. Eine bewusst betriebene Open Source-Praxis erlaubt überdies den Blick in den Code und eigene individuelle Anpassungen, soweit Softwarepflege, Cybersicherheit und Lizenzfragen intern geklärt sind. Exit-Fähigkeit beschreibt die Eigenschaft, ob ein Anbieter wechselbar ist: Kommen die eigenen

Daten im Zweifel in strukturierter, gut nutzbarer Form zurück, bleiben Identitäten kompatibel, sind Schnittstellen so dokumentiert, dass ein Technologiewechsel vernünftig planbar ist? Wer diese Fragen vorab beantwortet hat, verhandelt in Beschaffungsprozessen aus einer deutlich souveräneren Position heraus.

„Wettbewerbsvorteile entstehen nicht deshalb, weil ein Unternehmen jedes Risiko vermeidet, sondern weil es seine wichtigsten Entscheidungen bewusst selbst trifft.“ Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker, cyberintelligence.institute


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Kostenrealismus stärkt die Glaubwürdigkeit

priorisiert werden muss. Maßstab dafür sollte die Geschäftskritikalität sein. Eine so verstandene digitale Kann ein IT-System einen Produktionsstillstand auslöSouveränität ist natürlich sen, verarbeitet es Genicht umsonst, denn sie schäftsgeheimnisse, sensible verschiebt das Verständnis von IT-Infrastruktur weg von Kundendaten oder steuert Servicemodellen hin zu mehr es zentrale Dienstleistungen, lohnt sich ein höheres Maß originär eigener IT-Kompean Kontrolle. Ist eine Anwentenz im Betrieb. Wer mehr Kontrolle will, zahlt deshalb dung hingegen leicht austauschbar und wenig sensivor allem zunächst mit bel, reicht die pragmatische höherem Integrationsaufwand, Governance und dem Nutzung externer Ressourcen. Ein so vertretener Aufbau einer eigenen FachRealismus überzeugt Gekräftebasis. Und erst dadurch wird der Ansatz ehrli- schäftsführungen mehr als jedes Idealbild von digitaler cherweise auch erst Souveränität, weil er das glaubwürdig. Souveränität zuallermeist limitierte Budist nämlich kein stilisiertes get dort einsetzt, wo es Idealbild, sondern eine tatsächlich etwas bewirkt. unternehmerische Investition, die stärker als bislang

Regulierung als Rückenwind für bessere Entscheidungen Doch nicht nur betriebswirtschaftliche Erwägungen sind es, die den Weg hin zu mehr digitaler Souveränität ebnen. So verschiebt die europäische Regulierungslandschaft bis 2027 spürbar die Erwartungen an Unternehmen, für mehr Sicherheit und Resilienz zu sorgen: NIS2 stärkt den Blick auf Risikomanagement und Nachweisfähigkeit, die DSGVO bleibt der Maßstab für verantwortliche Datenverarbeitung, der EU AI Act rückt kontrollierbare KI in den Mittelpunkt, während Data Act und Cyber Resilience Act neue Anforderungen an Datenzugang und sichere digitale Produkte


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setzen. Für viele Unternehmen fühlt sich das zunächst nach zusätzlicher Last an. Strategisch betrachtet – und das ist die eigentlich entscheidende Dimension – entsteht dadurch aber auch ein Rahmenwerk, in dem sich Unternehmen im internationalen Wettbewerb klar abheben können, weil sich Vertrauen nicht mehr nur behaupten, sondern mit Governance und technischer Kontrolle auch belegen lässt. Tech-Regulierung avanciert damit in einem Zeitalter, in dem es immer stärker auf die Vertrauenswürdigkeit von Unternehmen ankommt, zum qualitativen Differenzierungskriterium.

gie anknüpft wie zuvor, verändert sich auch die Rolle des CISO spürbar. Statt nur Sicherheitsprozesse zu verwalten, muss er der Geschäftsführung jetzt erklären, auf welchen Daten die betriebliche Wertschöpfung tatsächlich basiert, welche IT-Prozesse im Krisenfall zuerst wieder laufen müssen und wo aus einer Anbieterbeziehung eine strategische Abhängigkeit mit Folgen wird, die über reine IT-Sicherheit hinausgehen. Genauso wichtig ist für ihn die Frage, welche Fähigkeiten inhouse verbleiben müssen, damit Outsourcing nicht unbemerkt zum Verlust der eigenen Steuerungsfähigkeit wird. Seine Rolle ist damit Die neue Rolle des CISO weniger im operativen Segment, sondern stärker als bislang steuernd in der In einem Umfeld, in dem Cybersicherheit noch nie so Unternehmensleitungsebene eng an Unternehmensstrate- zu verorten – mit entspre-

chenden Gehaltsanpassungen in Richtung eines „Chief Sovereignty Officers“. Nachhaltige digitale Souveränität entsteht somit nur abteilungsübergreifend im Zusammenspiel von Produktstrategie, IT-Architektur, Entwicklung, Einkauf, Compliance und Marketing. Der CISO kann dieses Zusammenspiel moderieren, wenn er verständliche Kriterien liefert und Entscheidungen nachvollziehbar macht, statt nur Kennzahlen zu präsentieren, denn es geht um das praktische Aufzeigen der großen Zusammenhänge: Erst wenn sinkende Abhängigkeiten, belastbare ExitSzenarien und realistische Wiederanlaufzeiten gemeinsam betrachtet werden, zeigt sich, ob eine Organisation tatsächlich digital handlungsfähiger geworden ist


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zeigt sich echte Resilienz nicht erst im Ernstfall oder nur gemäß einer abstrakten vertraglichen Zusicherung, Souveränität beginnt bei die im Zweifelsfall nie überprüft wurde, sondern daran, jedem Einzelnen von ob Wiederanlauf, Protokolluns zugang und Schlüsselkontrolle von Anfang an mitgeplant Digitale Souveränität wird wurden. Wenn Geschäftszurzeit als Aufgabe von führungen digitale HandStaaten, Regulierern und lungsfreiheit wie einen großen Technologieanbietern auf dem weltpolitischen Vermögenswert behandeln, Parkett verhandelt. Im Alltag wird aus einem politischen Begriff endlich gelebte Praxis zeigt sich Souveränität hinmit konkreten Mehrwerten gegen meist deutlich unfür alle. spektakulärer: So zählt in einer Ausschreibung neben Das Security-Momentum dem Preis auch, welche 2027 steht für genau diesen Wechselkosten später entPerspektivwechsel: Digitale stehen. Wer vorab klärt, Sicherheit und damit auch welche Daten ein neues Souveränität als VoraussetKI-Werkzeug nutzt und zung für Innovation, nicht wofür die Ergebnisse verals ihr Gegenspieler. Und wie wendet werden, führt es dadurch nicht langsamer ein, anderswo auch entstehen Wettbewerbsvorteile nicht sondern verlässlicher. Und deshalb, weil ein Unternehbei einer Cloudmigration und dadurch an wirtschaftlich messbarem Wert hinzugewonnen hat.

men jedes Risiko vermeidet, sondern weil es seine wichtigsten Entscheidungen bewusst selbst trifft. Der Mittelstand im DACHRaum bringt alle dafür notwendigen Voraussetzungen mit: den Sinn für Qualität, Vertrauen und langfristige, nachhaltige Geschäftsbeziehungen. Wer diese Stärken mit digitaler Steuerungsfähigkeit verbindet, gelangt zu einem Souveränitätsverständnis, das sich sinnvoll und tief in bestehende Unternehmenskulturen integrieren lässt. Und die nächste Gelegenheit dafür ist meist schon näher, als man denkt: eine kommende Vertragsverhandlung, künftige CloudEntscheidung, oder eine neue IT-Beschaffungsmaßnahme.


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ENTSCHEIDUNGS-MATRIX

Vier Leitfragen helfen, das eigene Souveränitätsprofil schnell einzuschätzen. 1. Wie sensibel sind Ihre Daten? Zum Beispiel bei Gesundheits-, Finanz- oder Forschungsdaten stehen ein europäisch verwalteter Speicherort und die eigene Schlüsselverwaltung an erster Stelle, bei unkritischen Daten kann hingegen eine solide vertragliche Absicherung genügen. 2. Wie stark ist Ihr Umfeld reguliert? In stark regulierten oder von NIS2, DORA und Co. erfassten Branchen wird nachweisbare Kontrolle zur Marktvoraussetzung, sonst gibt eher der wirtschaftliche Wettbewerbsvorteil den Ausschlag. 3. Wie groß ist Ihre Organisation? Kleinere Häuser gewinnen Handlungsfähigkeit über europäische Managed-Angebote und offene Standards, größere über die bewusste Nutzung mehrerer Anbieter und eigene inhouse-Kompetenzen. 4. Wie abhängig sind Sie heute? Prüfen Sie ehrlich, wie leicht Sie einen digitalen Diensteanbieter wechseln oder Ihre Daten umziehen könnten, denn wer das nicht in vertretbarer Zeit schafft, sollte digitale Souveränität als Management-Thema priorisieren.

Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker studierte Rechtswissenschaft und Informatik und forscht als wissenschaftlicher Direktor des cyberintelligence.institute auch zu digitaler Resilienz im Kontext globaler Krisen mit einem Schwerpunkt auf chinesisches und US-amerikanisches IT-Recht. In dieser Funktion berät er die Bild: cyberintelligence.institute


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Security

2027:

Kontrolle muss greifen,

bevor KI-Agenten handeln


ADVERTORIAL 30

E

ine Anwendung ist freigegeben, der Nutzer authentifiziert, die Berechtigungen passen. Trotzdem kann eine KI am Endpoint etwas tun, das niemand vorgesehen hat. Agentische KI plant Arbeitsschritte, greift auf Dateien zu, startet Werkzeuge und verbindet sich mit weiteren Diensten – so verschiebt sie die Anforderungen, was EndpointKontrolle leisten muss. Lange lautete eine zentrale Frage, ob eine Anwendung laufen darf. Sie bleibt relevant. Doch sobald zugelassene Software eigenständig handelt, muss auch geklärt sein, was sie tun darf. Das Risiko steckt dabei oft nicht im einzelnen Schritt. Der Dateizugriff kann erlaubt sein, der Prozess und die Verbindung nach außen ebenfalls. Kritisch wird die Kombination. Für die Endpoint-Security zeichnen sich daraus drei Entwicklungen für 2027 ab. KI-Artefakte werden zu Kontrollobjekten. Skills geben Agenten zusätzliche Anweisungen, MCP-Server verbinden sie mit Werkzeugen und Datenquellen, Memory- und Konfigurationsdateien prägen ihr Verhalten. Solche Komponenten tauchen in einem Software-Inventar nicht zwangsläufig wie klassische Anwendungen auf. Inventarisierung muss künftig auch diese KI-Artefakte erfassen. Sichtbarkeit umfasst Verhalten. Zu wissen, welches KI-Tool läuft, ist der Anfang. Sichtbar sein muss auch, auf welche Dateien ein Agent zugreift, welche Prozesse er startet und mit welchen Zielen er kommuniziert. Aus diesem Verhalten lassen sich Regeln ableiten.

Kontrolle muss vor der Aktion greifen. Bei agentischen Handlungsketten kann eine sicherheitskritische Aktion bereits abgeschlossen sein, bevor eine nachgelagerte Reaktion greift. Unternehmen müssen deshalb vor der Ausführung festlegen, was ein zugelassener KI-Agent lesen, schreiben, starten oder kontaktieren darf. Die Methoden dafür sind vertraut. Application Control regelt seit Jahren, welche Anwendungen ausgeführt werden können. Application Behavior Control begrenzt den Handlungsspielraum einer zugelassenen Anwendung. Neu sind die Objekte, auf die diese Kontrolllogik angewendet werden muss.


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Mit Agentic AI Control überträgt DriveLock sie auf KI-Tools und ihre Artefakte. Dashboards machen eingesetzte KI-Anwendungen, Skills und MCP-Server sichtbar. Aus den beobachteten Ereignissen lassen sich Regeln ableiten. Ein Unternehmen kann ein KI-Tool damit grundsätzlich erlauben und trotzdem verhindern, dass es vertrauliche Verzeichnisse ausliest, unerwünschte Prozesse startet oder nicht freigegebene Dienste anspricht. Vorkonfigurierte Policy Templates geben Unternehmen einen Startpunkt, statt jede Regel für jedes neue KI-Tool von Grund auf zu entwickeln. Braucht ein Nutzer für einen bestimmten Agenten zusätzlichen Zugriff, lässt sich dieser zeitlich begrenzt freigeben, ohne dass die IT jede Ausnahme einzeln bearbeiten muss. Die Sicherheitsaufgabe für 2027 besteht nicht darin, Agentic AI auszubremsen. Unternehmen müssen sie nutzen können und ihr dabei klare Grenzen setzen. Wer Software handeln lässt, muss ihr Handeln kontrollieren.

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SECURITY ALS STEUERUNGSGRÖSSE STATT KOSTENSTELLE

BUS

Autoren: Anna Kobylinska und Filipe Pereira Martins


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DEN

SINESSCASE

BAUEN, DER DAS BOARD ÜBERZEUGT


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n einem familiengeführten Industrieunternehmen hat die Security-Leitung die Bedrohungslage klar vor Augen: veraltete Remote-Zugänge, historisch gewachsene Backup-Prozesse und eine Incident-Reaktion, die auf „Best Effort“ der Belegschaft setzt - und das ist ja nur die Spitze des Eisbergs.

Fertigung: „Wenn unsere Produktionssteuerung ausfällt, steht alles. Bitte lasst die Finger von den Anlagen, ihr sollt den Betrieb bitte nicht stören.“

Beschaffung: „Wir haben genug Druck in der Lieferkette. Noch so eine Umstellung wie die letzte werden unsere Zulieferer nicht mitmaDie Stoßrichtung lautet: modernisie- chen. Das können wir uns nicht ren, konsolidieren, innovieren. Im leisten.“ Vorstandsgespräch kam das Projekt anfangs gut an. Vertrieb: „Die Systeme funktionieren doch, warum müsst ihr schon wieder Fachlich ist der Vorschlag schlüssig: alles ändern. Wir brauchen keine Zugangskontrollen neu aufsetzen, Ausfälle im Kundenkontakt.“ Dem Backup- und Restore-Landschaft Security-Verantwortlichen platzt vereinheitlichen, Notfallabläufe jetzt beinahe der Kragen: „Ihr nehmt entwickeln, regelmäßig testen und die Sicherheit erst dann ernst, wenn fortlaufend üben. KI-gestützte Ansät- ein gravierender Vorfall eingetreten ze für Monitoring, Incident-Reaktion ist.“ und Reporting gezielt einführen, statt weitere manuelle EinzellösunHuman Resources: „Das ist ein gen zu vervielfachen. „Damit adresIT-Problem, nicht unsere Sache.“ sieren wir technische und organisaDabei fordert die NIS2 explizit auch torische Risiken in einem Schulung, Awareness und organisaintegrierten Programm“ argumentorische Maßnahmen, für die HR ein tierte der Sicherheitsverantwortlizentraler Hebel werden kann, wollte che. Das Vorhaben bewege die der Security-Leiter erwidern, nur Organisation im Rahmen der mit kam er nicht mehr dazu. Der VorNIS2 konkretisierten Anforderungen stand ist ihm zuvorgekommen: „Das an Risikomanagement, Incident-Pro- klingt schon schlüssig, Ihr könnt es zesse und Governance und würde machen, wie ihr wollt. Die NIS2 ist einen mehrjährigen Transformations- ein IT-Problem.“ prozess einleiten (siehe Kasten „Regulatorik-Anker“). Das Vorhaben wandert damit in die „IT-Sackgasse“. Die Verantwortung Ein Deep Dive zur vollen Com- wurde formal anerkannt, praktisch, aber delegiert. Das Board-Meeting pliance? ist beendet, das Thema hat sich Wenige Minuten in die Präsentation damit, als rein technische Maßnahme eingeordnet, für den Vorstand erheben die Leiter von Fertigung, Beschaffung und Vertrieb vehemen- erledigt. Ohne den nötigen Rückhalt, Budgetrahmen und bereichsüberten Einspruch.


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greifende Governance ist die Security-Abteilung handlungsunfähig. Die Abwehrreaktionen sind in zahllosen Praxisberichten und Studien gut dokumentiert: IT-Sicherheit wird im Mittelstand als Störfaktor für Betriebsabläufe wahrgenommen, nicht als Voraussetzung für deren stabile Funktion. Aktuelle Studien des BSI und verschiedener Forschungsinstitute zeigen, dass IT-Sicherheit in vielen kleinen und mittleren Unternehmen weiterhin nicht mit höchster Priorität behandelt

Moore, Leiter Cyber Security Mittelstand bei PwC Deutschland und einer der Autoren der PwC Studie 2026 (Cyberresilienz im Mittelstand): „Der Mangel an systematischem Monitoring und Reporting verhindert einen vollständigen Blick auf die eigene Risikolandschaft.“ „Das Board hat unser Vorhaben so nicht freigegeben,“ berichtet der Security-Leiter seinem dreiköpfigen Team: „Die Umstellung wird tief in die Prozesse eingreifen, wir können es nicht einfach mal machen“. Dem Security-Leiter hallen noch die Worte der Präsidentin im Ohr nach: „Das ist eine IT-Sache“. Der Tag ist längst vorbei, sein innerer Monolog geht aber weiter: „Die NIS2 betrifft die ganze Organisation. Wieso ist das nur mein Problem?“

Das NIS2-Umsetzungsgesetz gilt in Deutschland seit dem 6. Dezember 2025 ohne allgemeine Übergangsfrist; die Pflichten sind wird – insbesondere in Betrieben mit bereits wirksam und finden in den weniger als 50 Mitarbeitenden. Die betroffenen Unternehmen unmittelPwC-Studie zur Cybersicherheit im bar Anwendung. Für das SecurityMittelstand 2026 warnt vor „trügeri- Team steht ein Rückzug nicht zur scher Sicherheit“ mit der Schlussfol- Debatte. „Wir müssen das Projekt gerung: Der deutsche Mittelstand inhaltlich neu aufsetzen,“ schlussfolüberschätze seine Cyber-Abwehrgert der Security-Leiter. Aber wie? kräfte. „Viele mittelständische Unternehmen wiegen sich in falscher Wie kommt ein Security-Vorhaben Sicherheit,“ kommentiert Nial aus der IT-Sackgasse?


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Eine gemeinsame Sprache finden Viele IT- und Security-Projekte scheitern nicht an der Technik, sondern am Widerstand und an der Angst vor Betriebsstörungen in den Fachbereichen. Security braucht eine gemeinsame Sprache mit dem Board und den Fachbereichen. Die Kernaufgabe besteht darin, technische Maßnahmen in betriebliche Wirkungen zu übersetzen – in Kenngrößen, die das Management ohnehin im Blick hat. Statt über IT-Systeme, -Tools, Software-Updates oder CyberBedrohungen zu sprechen, diskutiert man Verfügbarkeit von Produktionslinien, Lieferzusagen, Kundenloyalität und gemeinsame regulatorische Pflichten. Die Übersetzung operativer Vorteile in konkrete KPIs ist der Einstieg in einen Board-tauglichen Business-Case, der das Vorhaben an die Investi-

tionslogik des Unternehmens anknüpft. Der Vorschlag ist nicht eine Sammlung technischer Einzelmaßnahmen, sondern ein Vorhabenpaket mit klarer, messbarer geschäftlicher Wirkung. Dafür braucht es zunächst eine Problemdefinition in ManagementSprache, eine Mentalität der Serviceorientierung gegenüber den anderen Teilen des Unternehmens und außerdem auch die Bereitschaft, Endanwenderprobleme rückwärts auf ihre Ursache in ineffizienter Technik und fehlerhaften Prozessen zurückzuführen. Im Vordergrund stehen nicht die veralteten Remote-Zugänge als solche, sondern das erhöhte Risiko unautorisierter Zugriffe auf produktionsnahe und administrative Systeme: „Kann ein Cyber-Vorfall bei einem Zulieferer über dessen kompromittierte Zugangsdaten auf uns überspringen?“


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Nicht die historisch gewachsene Backup-Landschaft ist das eigentliche Thema, sondern die Frage, ob das Unternehmen nach der nächsten Überschwemmung des Standorts seine Auftragsbücher findet. Bei 46 % der befragten Unternehmen liegt der praktische Test eines Notfallplans mehr als ein Jahr zurück, fand die PwC-Studie heraus. Nicht die fehlende Routine in der Incident-Reaktion bekommt vom Board Aufmerksamkeit, sondern die organisatorische Fähigkeit, auch an Brückentagen, im Hochsommer oder bei Krankschreibung auf Störungen schnell, koordiniert und nachvollziehbar zu reagieren, damit die kritischen Betriebsprozesse auch bei zeitweise reduzierter Besatzung allesamt reibungslos weiterlaufen.

Hinzu kommen noch weitere Effekte, die sich unmittelbar in Zeit und Produktivität messen lassen: Wenn sich dieselben Mitarbeitenden bei jedem Schichtwechsel in eine ganze Reihe von Systemen, eins nach dem anderen, mit unterschiedlichen Zugangsdaten einloggen müssen, gehen Minuten pro Schicht und Person verloren – Zeit, die sich durch konsistente Zugriffsprozesse zurückgewinnen lässt. Läuft eine Fertigungslinie beim Schichtwechsel minutenlang im Leerlauf, weil Zugänge fehlen oder Berechtigungen klemmen, schlägt sich das direkt in Output, Stückkosten und Termintreue nieder - da horchen sowohl die Fertigung, als auch Marketing und Vertrieb auf.


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Vom Zielbild über Referenzarchitektur zu den Maßnahmenpaketen Im zweiten Schritt braucht das Vorhaben ein Zielbild, das auch außerhalb der IT verständlich bleibt. Eine einfache Referenzarchitektur ist hier das verbindende Element: Sie macht sichtbar, welche Schutz- und Steuerungsebenen zusammenspielen sollen – Identitäten und Zugriffe, Backup und Wiederanlauf, Notfallprozesse sowie Monitoring und Reaktionsfähigkeit. Vendor-neutrale Frameworks wie NIST CSF 2.0 oder ISO 27001 liefern dafür eine strukturierte Gliederung in Funktionen und Kontrollbereiche, die sich als Reifegradmodell über mehrere Jahre berichten lassen.

Das Zielbild übersetzt Komplexität in Orientierung – und genau das erleichtert dem Vorstand die Einordnung der Initiative als ein strategisches Vorhaben statt als isolierte Technikmaßnahme. Erst danach werden die Maßnahmenpakete sauber definiert. So entsteht ein klar abgegrenztes Bündel aus Zugriffsmodernisierung, Backup- und Restore-Konsolidierung sowie Aufbau und Übung belastbarer Notfallabläufe. Solche Pakete sind budgetierbar, priorisierbar und über Zeit steuerbar. In der Sprache des Boards entsteht ein Programm mit Zielbild, Maßnahmenbündeln und Reifegradpfad, statt einer Liste technischer Wünsche.


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KPIs, die Investitionen begründen Damit das Board ein Security-Vorhaben als Investition lesen kann, braucht es belastbare Kennzahlen. Kennzahlen wie „Anzahl Patches“, „Zahl der abgewehrten Angriffe“,

mittlere Erkennungszeit von Vorfällen (MTTD), die mittlere Behebungszeit (MTTR), die Quote erfolgreich getesteter Backups oder die Häufigkeit geübter Notfallabläufe dienen als operative Metriken für das ITTeam. Den Vorstand interessieren vielmehr jene KPIs, die direkt an Verfügbarkeit, Produktivität und Prozessstabilität – also an die Wirksamkeit der Maßnahmen – anschließen.

gangsdaten einloggen muss? Wie viel Leerlaufzeit entsteht bei Schichtwechseln in der Fertigung, bis alle Berechtigungen greifen? Solche KPIs machen sichtbar, welches Produktivitäts- und Durchsatzpotenzial in konsistenten Zugriffsprozessen steckt. Ein weiterer KPI kann die ungeplante Stillstandzeit kritischer Anlagen pro Zeiteinheit sein – vor und nach Konsolidierung von Backup- und Restore-Prozessen. Wenn sich diese Stillstandszeiten messbar reduzieren, lässt sich der Effekt direkt in Output, Lieferfähigkeit, den Wegfall von Vertragsstrafen oder gestiegene Wiederkaufsrate übersetzen. Fehlende oder falsche KPIs verzerren das Bild der Bedrohungslage und lassen Chancen verpuffen. Ein Vorhaben mit Wirkung braucht daher klar umrissene Maßnahmenpakete und einen Budgetrahmen, der sich über messbare Effekte begründet. Ohne geeignete KPIs liegt aus Sicht des Vorstands kein BusinessCase vor, der Wirkung, Budgetrahmen und messbaren Fortschritt zusammenbringt.

Vom Risiko zu ROI

Ein überzeugender Business-Case quantifiziert den Beitrag von Security jenseits abstrakter Bedrohungsszenarien. Im Mittelpunkt stehen Reduktion ungeplanter Ausfallzeiten, stabilere Wiederanlaufzeiten nach Störungen, Produktivitätsgewinne in Wie viele Minuten pro Schicht verkritischen Prozessen und vermiedene liert ein Mitarbeitender im Schnitt, weil er sich nacheinander in mehrere Mehraufwände durch Sicherheitsvorfälle. Aus diesen Größen lässt sich Systeme mit unterschiedlichen Zu-


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– mit realistischen Annahmen – ein finanzieller Effekt ableiten, der den Projekt- und Betriebskosten gegenübergestellt wird. Ein einfaches ROI-Schema hilft, den Widerstand der Fachbereiche zu adressieren:  Ausgangsniveau: heutige ungeplante Ausfallstunden eines Kernprozesses pro Monat und durchschnittliche Wertschöpfung pro Stunde.  Zielniveau: angestrebte Reduktion durch konsistente Zugriffsprozesse, robuste Backups und geübte Notfallabläufe.  Finanzieller Effekt: „vermiedene Ausfallstunden×Wertschöpfung pro Stunde+eingesparte Auditund Koordinationszeit“.  Kostenblock: Projektkosten und laufender Betrieb des Programms.

technisch verbessert werden soll, sondern vor allem, welchen Beitrag das Projekt zu Stabilität, Verfügbarkeit, Lieferfähigkeit und regulatorischer Anschlussfähigkeit der anderen Fachbereiche leistet.

Fazit In KMUs bleibt IT-Sicherheit organiRegulatorische Vorgaben wie die satorisch oft an der IT-Abteilung Umsetzung von NIS2 in deutsches hängen, statt als Querschnitts- und Recht bilden dabei einen klaren Rahmen: Sie verlangen risikobasierte Governance-Thema im VerantworMaßnahmen, geordnete Meldewege tungsbereich der Unternehmensleitung verankert zu werden. Das ist und eine erkennbare Steuerung nicht nur ein Kommunikationsprobdurch das Management. Der Busilem, das ist ein Incentive-Alignmentness-Case kann gezielt aufzeigen, wie das geplante Vorhaben zu diesen Problem. Wer Security mit einem Board-tauglichen Business-Case, Punkten beiträgt und damit sowohl betriebliche Risiken als auch regula- klaren Verantwortlichkeiten, Reifegradpfaden und KPIs an die Investitorische Unsicherheit reduziert. tionslogik des Unternehmens koppelt, macht aus dem „IT-Thema“ Ein Board-tauglicher Business-Case einen Treiber für stabile Wertschöpbeschreibt Security nicht als Sammfung, Wachstum und Kundenbezielung sinnvoller Einzelmaßnahmen, hungen – und schafft dadurch Mosondern als Vorhaben mit klarer mentum für eine fortschreitende geschäftlicher Wirkung. Er beantTransformation. wortet nicht (nur) die Frage, was


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Board-Deck:

Den Business-Case bauen, der das Board überzeugt Dieses Muster-Deck übersetzt das Briefing in einen realitätsnahen Fall für ein mittelständisches Unternehmen mit begrenzten Ressourcen, hohem Management-Druck und NIS2-bedingtem Handlungsbedarf. Es verbindet einen plausiblen Unternehmensfall mit messbaren Beispielwerten und einer konkreten Entscheidungssituation. • Unternehmen: Fiktiver Industrie-Zulieferer mit 1.200 Mitarbeitenden, zwei Produktionsstandorten und wachsendem Digitalgeschäft. • Ausgangslage: Kleines Security-Team, heterogene IT-Landschaft, hoher Audit- und Nachweisdruck sowie steigende Abhängigkeit von OT-nahen und cloudbasierten Prozessen. • Ziel des Decks: Budgetfreigabe für ein priorisiertes 12-Monats-Programm zur NIS2-Konformität und zur besseren Steuerbarkeit von Security. Das gesamte PDF können Sie hier herunterladen.


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90-Tage-Quick-Wins In den ersten 90 Tagen geht es darum, NIS2-Betroffenheit zu klären, das Thema formal zu verankern und einen realistischen Umsetzungsplan zu entwickeln. 1. NIS2-Betroffenheit klären. Prüfen Sie anhand der Vorgaben (Betriebsgröße + Sektorzuordnung + Rolle in der Lieferkette), ob Ihr Unternehmen unter NIS2 fällt. Liegt NIS2-Betroffenheit vor, ist die Registrierung im BSI-Portal und die Einrichtung eines Meldeprozesses mit 24/72/30-Tage-Fristen ein verbindlicher nächster Schritt. 2. Kernprozesse priorisieren. Identifizieren Sie gemeinsam mit Geschäftsführung und Fachbereichen zwei bis drei geschäftskritische Prozesse; besprechen und dokumentieren Sie die wichtigsten Security-Abhängigkeiten und mögliche Ausfallszenarien – in einem ganztägigen Workshop mit Whiteboard. 3. IT-Verzahnung sichtbar machen. Erfassen Sie für diese Kernprozesse in groben Umrissen die Abhängigkeiten von IT-Systemen, Zugriffsprozessen und Datenflüssen. Eine einfache Tabelle liefert sofort Business-Case-taugliche Kennzahlen zu Produktivität und Risikolage. 4. Erstes Maßnahmenpaket schneiden. Backup- und Wiederanlauf-Check. Prüfen Sie für die Kernsysteme, ob aktuelle Backups existieren, ob Wiederanlaufzeiten bekannt sind und ob in den letzten 12 Monaten mindestens ein Test durchgeführt wurde. Dokumentieren Sie die Ergebnisse und markieren Sie Lücken als priorisierte Maßnahmenpakete. 5. N otfallabläufe skizzieren und KPIs setzen. Definieren Sie für einen typischen Security-Vorfall (z. B. Ransomware in der Fertigung oder kompromittierter Zulieferer-Account) einen einfachen Incident-Ablauf mit Rollen, Kommunikationswegen und Entscheidungsregeln. 6. E rsten KPI-Set etablieren. Legen Sie für die ausgewählten Prozesse ein kleines KPI-Set fest (siehe KPI- & Reifegrad-Kasten) und vereinbaren Sie mit dem Management ein erstes Reporting in unter 90 Tagen. 7. D en nächsten Schritt nach 90 Tagen festklopfen. Im Business-Case knapp markieren, welche Anforderungen aus NIS2 oder – je nach Geschäftsmodell – aus CRA, EU AI Act oder DORA durch das Vorhaben adressiert werden. Das schafft zusätzliches Momentum.

KPI- & Reifegrad-Kasten Geeignete Kennzahlen übersetzen ein Security-Vorhaben in messbaren Fortschritt, den Vorstand und Geschäftsführung direkt mit Verfügbarkeit, Produktivität und Resilienz verknüpfen können. KPI Verfügbarkeit geschäftskritischer Prozesse

Was wird gemessen?

Anteil der Zeit, in der definierte Kernprozesse (z. B. Produktion, Auftragsabwicklung, Kundenservice) ohne sicherheitsbedingte Unterbrechung verfügbar sind.

Zielrichtung Höhere Verfügbarkeit, weniger ungeplante Stillstände.

Ungeplante Ausfallzeit kritischer Systeme

Summe der Stunden, in denen zentrale Systeme (z. B. ERP, Produktionssteuerung, Collaboration) sicherheitsbedingt nicht nutzbar sind, inklusive Wiederanlauf.

MTTD/MTTR für Sicherheitsvorfälle

Mittlere Erkennungszeit (Mean Time to Detect) und mittlere Behebungszeit (Mean Time to Recover) für definierte Incident-Typen.

Abdeckungsgrad von Schutz- und Basismaßnahmen

Anteil der relevanten Systeme, Konten oder Standorte, für die definierte Security-Baselines umgesetzt sind (z. B. starke Authentifizierung, Backup-Konzept, Härtung).

Steigender Abdeckungsgrad, klar nach Kritikalität priorisiert.

Reifegrad von Notfall- und Incident-Management

Ob Rollen, Prozesse und Kommunikationswege für Sicherheitsvorfälle definiert, dokumentiert, getestet und nachverfolgt sind.

Vom ad-hoc-Reagieren zu regelmäßig geübten, nachvollziehbaren Notfallabläufen.

Reduktion der Ausfallstunden pro Monat/Quartal. Schnellere Erkennung und Wiederherstellung, besonders bei Vorfällen mit Geschäftsimpact.


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Regulatorik-Anker Für viele Unternehmen bildet NIS2 den verbindlichen Rahmen für Cybersecurity-Entscheidungen. Mit dem NIS-2-Umsetzungs- und Cybersicherheitsstärkungsgesetz ist das neugefasste BSI-Gesetz seit dem 6. Dezember 2025 in Kraft (NIS2UmsuCG / BSIG-neu); damit werden Risikomanagement, Incident-Prozesse und Cyber-Security ausdrücklich zur Verantwortung der Unternehmensleitung – verbunden mit klaren Haftungsrisiken bei Verstößen. Eine generelle Übergangsfrist gibt es in Deutschland nicht. NIS2 findet für „wesentliche“ und „wichtige“ Einrichtungen aus 18 Sektoren, kombiniert mit Größenkriterien Anwendung, sodass in Deutschland rund 29.500 Unternehmen erfasst werden. Registrierung beim BSI/BBK ist binnen drei Monaten nach Einstufung als NIS2-relevante Organisation fällig. Das BSI verlangt umfassende technische und organisatorische Maßnahmen, die geeignet, verhältnismäßig und wirksam sind, um Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit von IT-Systemen zu sichern und Sicherheitsvorfälle abzufedern. Parallel rückt der Cyber Resilience Act (CRA) die Sicherheit vernetzter Produkte und Software in den Fokus: Reporting-Pflichten für aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwere Sicherheitsvorfälle greifen ab 11.09.2026, die volle Geltung mit CE-Kennzeichnung folgt ab 11.12.2027. Für Hersteller und Anbieter digitaler Produkte ist ein belastbarer Security-BusinessCase daher doppelt relevant – als Investition in Verfügbarkeit und Marktfähigkeit und als Baustein, um künftige CRA-Anforderungen mit planbaren Budgets zu erfüllen.

KMU-Praxis-Kasten Auch mit einem kleinen Security-Team lässt sich ein überzeugender Business-Case aufsetzen – wenn man fokussiert vorgeht. • Mit drei Kernprozessen starten: z. B. Auftrag-zu-Cash, Produktion, Service. Halten Sie fest, welche Sicherheitsvorfälle dort besonders schmerzhaften Schaden anrichten würden (Ausfall, Verzögerung, Datenverlust). • Risiko- und Zeitverluste grob quantifizieren: Schätzen Sie mit den Fachbereichen, wo heute Zeit verloren geht (z. B. Leerlauf bei Schichtwechseln, manuelle Workarounds) und welche Auswirkungen Ausfälle der Kernsysteme hätten. Eine einfache Tabelle reicht. • Maßnahmenpakete klar schneiden: Formulieren Sie 2–4 konkrete Pakete, z. B. „Zugriffsprozesse vereinheitlichen“, „Backup-/Restore-Standard definieren“, „Notfallabläufe dokumentieren und testen“. Zu jedem Paket: Ziel, grober Aufwand, betroffene Prozesse. • Ein kleines KPI-Set definieren: Legen Sie pro Paket 1–2 KPIs fest, etwa Verfügbarkeit eines Prozesses, ungeplante Ausfallstunden, MTTD/MTTR oder Abdeckungsgrad von Basismaßnahmen. Wichtig ist, dass die Kennzahlen für Management und Fachbereiche verständlich sind. • Regulatorik als Verstärker nutzen: Prüfen Sie, welche Vorgaben Sie direkt betreffen (z. B. NIS2, CRA, ggf. DORA) und markieren Sie im Business-Case, welche Maßnahmen zur Erfüllung von Anforderungen an Risikomanagement, Meldeprozesse und Governance beitragen.

Anna Kobylinska ist Analystin für strategische Technologien mit Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz, Cybersicherheit, Cloud-Architekturen und digitalen Infrastrukturen im transatlantischen Innovationsumfeld

Filipe Pereira Martins ist Experte für strategische IT- und digitale Infrastrukturen mit Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz, Cybersicherheit und Cyber-Verteidigung. Er unterstützt Unternehmen und Institutionen dabei, technologische, wirtschaftliche und regulatorische Entwicklungen in Architektur-, Betriebs- und Transformationsentscheidungen zu übersetzen.


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RUNTIME IDENTITY SECURITY VON AD BIS KI

KI-basierte Angriffe inline und zur Laufzeit stoppen. KI-Agenten und NHIs absichern PAM ganz ohne Vault umsetzen Legacy-Systeme vor KI-Angriffen schützen Service Accounts finden und eindämmen Least Privilege schnell erreichen Angriffswege in Echtzeit unterbrechen

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VIELE INTEGRIEREN

ESET ENTWICKELT SIE.


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Warum digitale Souveränität bei der Sicherheits-KI beginnt Über Jahre hinweg drehte sich die Diskussion um digitale Souveränität vor allem um Daten. Wo werden sie gespeichert? Wer darf darauf zugreifen? Welchem Recht unterliegen sie? Diese Fragen bleiben wichtig, greifen aber zu kurz. Denn der eigentliche Wert liegt heute oft nicht mehr in den Daten selbst. Es ist die Fähigkeit, diese mit Künstlicher Intelligenz auszuwerten, einzuordnen und daraus Entscheidungen abzuleiten. Damit rückt eine neue, viel aktuellere Frage in den Mittelpunkt: Wer kontrolliert die Intelligenz, die diese Daten interpretiert? Genau hier entsteht derzeit eine neue Form der Abhängigkeit, die alles andere als digital souverän ist. Viele Softwareanbieter und selbst Security-Hersteller integrieren externe Large Language Models in ihre Produkte. Das schafft neue Funktionen und bringt Tempo in die Entwicklung. Gleichzeitig werden zentrale Fähigkeiten an Technologien ausgelagert, die außerhalb der eigenen Kontrolle liegen – oftmals außerhalb der EU und unter anderer Rechtsprechung. Der Preis dafür wird erstaunlich selten diskutiert. Wer wesentliche Sicherheitsfunktionen auf externe KI-Modelle von Anbietern außerhalb Europas aufbaut, steht irgendwann selbst nicht mehr am Ruder.


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Kontrolle gehört in die eigene Hand Deshalb verfolgt ESET einen anderen Weg. Künstliche Intelligenz wird nicht nachträglich eingebaut, sondern selbst entwickelt. Machine Learning und KI-basierte Erkennungsverfahren gehören bei ESET seit Jahrzehnten zum Fundament der Bedrohungserkennung. Eigene Modelle, Telemetriedaten und Forschungszentren ermöglichen es dem Unternehmen, die Kontrolle über seine Sicherheitslogik zu behalten. Lange bevor generative KI zum Technologietrend wurde, war künstliche Intelligenz bereits Teil der Cyberabwehr. Dieser Ansatz endet nicht bei der klassischen Bedrohungserkennung. ESET investiert aktuell massiv in die Entwicklung eigener KI-Technologien für die Cybersicherheit, darunter spezialisierte Foundation Models und eine neue Generation KI-gestützter Security Operations Center. Der Fokus liegt dabei nicht auf der Integration fremder KI-Modelle, sondern auf dem Aufbau eigener Fähigkeiten. Ziel ist es, die gesamte Sicherheitskette aus einer Hand zu beherrschen: von den Sensoren über die Telemetrie und die Modelle bis hin zu Entscheidungslogik und Automatisierung.

Herkunft wird zur Vertrauensfrage Parallel verändert sich die geopolitische Perspektive auf Cybersecurity. Unternehmen und Behörden hinterfragen zunehmend, welchen Technologien sie vertrauen und von welchen Anbietern sie langfristig abhängig sein möchten. Für ESET ist „Made in EU“ deshalb weit mehr als ein Herkunftssiegel. Dahinter stehen Transparenz, Datenschutz, Rechtsstaatlichkeit und technologische Nachvollziehbarkeit. Gerade in einer Zeit wachsender Unsicherheit wird die Herkunft sicherheitskritischer Technologien selbst zum Risikofaktor oder eben zum Vertrauensbeweis. Die Sicherheitsbranche diskutiert derzeit intensiv über die Chancen Künstlicher Intelligenz. Die wichtigere Debatte steht noch aus: Wie viel Kontrolle sind wir bereit aufzugeben, um von ihr zu profitieren? Die Antwort darauf wird zeigen, wie viel digitale Souveränität Europa am Ende tatsächlich besitzt.

https://www.eset.com/de


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Autor: Thomas Joos

ZERO TRUST IN DER PRAXIS

SCHNELLERE UND SICHERERE CLOUDUND SAASPROJEKTE IM MITTELSTAND ZERO TRUST REGELT ZUGRIFFE NACH IDENTITÄT, GERÄTEZUSTAND UND KONTEXT STATT NACH NETZWERKPOSITION. FÜR CLOUD- UND SAAS-VORHABEN ERGEBEN SICH DARAUS WIEDERHOLBARE KONTROLLEN, DIE FREIGABEN VERKÜRZEN. NIST, CISA UND BSI BESCHREIBEN DEN RAHMEN PRODUKTNEUTRAL. DER EINSTIEG GELINGT IN STUFEN.


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ie Debatte um Zero Trust dreht sich im Mittelstand häufig um Plattformen und Lizenzmodelle. Im Betrieb zählt eine andere Frage, nämlich welche Kontrolle zuerst greift und welcher Zugriff danach ohne Einzelfallprüfung erlaubt ist. Identität, Gerätezustand, Segmentierung und Protokollierung bilden die Achsen, entlang derer sich Cloud- und SaaSProjekte schneller freigeben lassen.

dung und Durchsetzung. Eine Policy Engine bewertet jede Anfrage anhand von Identität, Gerätezustand und weiteren Signalen, ein Policy Administrator setzt das Ergebnis in eine Verbindung um, und ein Policy Enforcement Point steht unmittelbar vor der Ressource und lässt Datenverkehr erst nach positiver Entscheidung passieren. Das Netzsegment verliert seine Rolle als Vertrauensmerkmal.

Das Referenzmodell kommt von NIST, CISA und BSI

In der Lesart des BSI setzt Zero Trust eine bereits erfolgte Kompromittierung voraus und beschränkt die Rechte jeder Entität auf das Nötige. Aus demselben Positionspapier stammt eine Einschränkung, die in der Planung oft fehlt. Der Schutz gilt

NIST SP 800-207 beschreibt Zero Trust als Architekturprinzip und nennt sieben Grundsätze. Der Kern liegt in der Trennung von Entschei-

Das CISA Zero Trust Maturity Model 2.0 gliedert die Absicherung in die fünf Säulen Identität, Geräte, Netzwerke, Anwendungen und Daten, ergänzt um übergreifende Fähigkeiten und vier Bewertungsstufen. Bild: Thomas Joos / alexp / KI-generiert

für Vertraulichkeit und Integrität, Verfügbarkeit deckt das Modell nicht ab. Ein Ausfall des Identity Providers sperrt im Zweifel jeden Zugriff, deshalb gehören Notfallkonten mit hinterlegtem Passwort im Tresor und ein zweiter Anmeldeweg von Anfang an in die Architektur.


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Den praktischen Teil übernimmt NIST SP 1800-35. Die Fassung von Juni 2025 dokumentiert 19 Beispielimplementierungen des National Cybersecurity Center of Excellence mit 24 Partnern, jeweils mit Aufbau und Mapping auf gängige Standards. Zur Selbstverortung eignet sich das CISA Zero Trust Maturity Model 2.0 mit fünf Säulen, drei übergreifenden Fähigkeiten und den vier Stufen Traditional, Initial, Advanced und Optimal. Der typische Mittelständler liegt in diesem Raster zwischen den ersten beiden Stufen, mit zentraler Anmeldung, aber ohne durchgängige Bewertung des Gerätezustands.

Security Alliance, arbeiten mehr als 83 Prozent der untersuchten Unternehmen mit einem zentralen Identity Provider und steuern darüber den bedingten Zugriff. Dieselbe Quelle nennt einen Rückgang riskanter Workload-Kombinationen aus öffentlicher Erreichbarkeit, kritischer Schwachstelle und hohen Rechten von 38 Prozent Anfang 2024 auf 29 Prozent Mitte 2025, gemessen über alle untersuchten Umgebungen. Es handelt sich um Herstellerangaben ohne unabhängige Prüfung, die Richtung stützt aber die Erfahrung aus Migrationsprojekten. Für die Geschäftsführung zählt die

Feste Kontrollmuster verkürzen Aufwandsseite. Ein Projekt ohne die Freigabe von Cloud-DiensKontrollmuster bindet Sicherheitsten personal in Einzelfreigaben, ein Die Beschleunigung ergibt sich aus Wiederholbarkeit. Ein neuer SaaSDienst folgt einem festgelegten Muster statt einer individuellen Sicherheitsdiskussion. Anbindung an den zentralen Identity Provider über SAML 2.0 oder OpenID Connect, Rechtevergabe über Gruppen, Pflicht zur Mehr-Faktor-Anmeldung aus der bestehenden Richtlinie, Anmeldeprotokolle in das vorhandene LogManagement. Dienste innerhalb dieses Musters gehen in wenigen Tagen live. Sonderfälle wandern in die Einzelprüfung und bekommen eine befristete Ausnahme mit Termin zur erneuten Bewertung, damit die Liste der Abweichungen beim nächsten Audit nicht als offener Punkt auftaucht. Nach einer Auswertung von Tenable, veröffentlicht im Blog der Cloud

Projekt mit Muster bindet es einmal in die Definition und danach nur noch in Ausnahmen.

Identität bildet die zentrale Kontrollschicht Alle weiteren Kontrollen setzen an der menschlichen Identität an. Mehrere Bereiche greifen ineinander und werden in dieser Reihenfolge aufgebaut. • Anmeldung ohne Phishing-Risiko: FIDO2-Sicherheitsschlüssel und Passkeys binden die Anmeldung an das Gerät und an die Domain des Dienstes, damit verlieren abgefangene Einmalcodes ihren Wert. Der Umstieg beginnt bei administrativen Konten. • Bedingter Zugriff: Die Richtlinie prüft neben dem Passwort und dem zweiten Faktor auch den


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Zustand des Geräts, den Standort und das Risikosignal der Anmeldung. Ein Zugriff aus einem nicht verwalteten Browser erhält Leserechte, ein verwaltetes Notebook mit aktuellem Patchstand erhält Vollzugriff. • Minimale Rechte: Administrative Aufgaben laufen über getrennte Konten ohne Postfach, Rechteerhöhungen gelten befristet und werden protokolliert. Verwaiste Konten deaktiviert die IT nach einem festen Turnus, nicht nach Zuruf. • Gerätezustand: Zugriff erhalten nur inventarisierte Geräte mit Festplattenverschlüsselung, aktueller Signaturdatenbank und eingeschaltetem Endpunktschutz, geprüft bei jeder Anmeldung.

hat die Anforderung mit Umsetzungshinweisen und einem Abgleich zu bestehenden Standards unterlegt. Nummer 9 derselben Vorschrift nennt Konzepte für die Zugriffskontrolle. Beide Punkte stehen am Anfang eines Zero-Trust-Aufbaus. Dienstkonten, API-Schlüssel und andere maschinelle Identitäten folgen eigenen Regeln. Ihre Zahl übersteigt die der menschlichen Konten nach der Tenable-Auswertung um das Hundertfache.

Segmentierung startet mit vorhandenen Bordmitteln

Netzsegmentierung wirkt gegen laterale Bewegung. Der erste Schritt Die Regulatorik stützt diesen Aufbau. kostet kein zusätzliches Produkt. § 30 Absatz 2 Nummer 10 BSIG Gäste-WLAN, Kameras, Drucker, verlangt Lösungen zur Multi-Faktor- Gebäudetechnik und ProduktionsanAuthentifizierung oder zur kontinulagen wandern in eigene VLANs, das ierlichen Authentifizierung, das BSI Routing zwischen den Segmenten


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erlaubt nur die benötigten Verbindungen. In der Praxis stolpern Teams an dieser Stelle über das Zusammenspiel von Inter-VLAN-Routing und Uplink, denn jedes zusätzliche Segment braucht eine Regel auf der Firewall und einen Eintrag in der Dokumentation. Ohne diese Dokumentation wird die Fehlersuche beim ersten Ausfall teurer als der Aufbau. Die feinere Stufe arbeitet identitätsbasiert. NIST SP 800-207A verschiebt die Zuordnung von IP-Adresse und Subnetz auf die Identität der Anwendung und beschreibt, wie Richtlinien auf Netz- und Identitätsebene zusammenwirken. Für den Mittelstand genügt eine überschaubare Auswahl

NIST SP 800-207 trennt die Entscheidung in der Kontrollebene aus Policy Engine und Policy Administrator von der Durchsetzung am Enforcement Point zwischen Nutzer und Ressource. Bild: Thomas Joos / alexp / KI-generiert

kritischer Systeme, zum Beispiel ERP-Datenbank, Backup-Server und Domänencontroller, die untereinander nur definierte Ports sprechen. Den neutralen Rahmen dafür hat das BSI mit acht Sicherheitsbehörden aus dem Ausland abgestimmt. Angestoßen vom Australian Cyber Security Centre, beschreiben die Leitlinien zur modernen verteidigungsfähigen Architektur seit Oktober 2025, wie sich Security by Design, Security by Default und Zero Trust in einem Architekturentwurf zusammenfügen. Passende Bausteine stehen im ITGrundschutz, darunter NET.1.1 zur Netzarchitektur, ORP.4 zum Identitäts- und Berechtigungsmanagement und OPS.1.1.5 zur Protokollierung.


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Schatten-IT wird sichtbar und kontrolliert eingebunden Eigenständig genutzte Cloud-Dienste verschwinden nicht durch ein Verbot. Laut dem Cybersecurity Hygiene Report 2026 von WatchGuard geben 64 Prozent der befragten Angestellten an, nicht genehmigte KI-Anwendungen für ihre Arbeit zu nutzen, 76 Prozent verwenden Passwörter mehrfach und 50 Prozent greifen ohne VPN-Schutz auf Unternehmensressourcen zu. Die Werte stammen aus einer Erhebung des Herstellers und sind nicht unabhängig validiert, zeigen aber einen ganz aktuellen Trend, den auch andere Statistiken und Studien bestätigen. Die Größenordnung deckt sich mit dem, was in Sicherheitsprojekten beim ersten Blick in die Protokolle auftaucht. Sichtbarkeit kostet zunächst nur Auswertungszeit. Der DNS-Resolver, der Proxy, die Firewall und die Anmeldeprotokolle des Identity Providers zeigen bereits nach wenigen Tagen Auswertung, welche Dienste im Einsatz sind, wer sie nutzt und über welche Anmeldewege die Daten das Unternehmen verlassen. Die Kreditkartenabrechnungen der Fachabteilungen ergänzen Abonnements, die technisch unauffällig bleiben. Die Bewertung der Liste dauert einen Arbeitstag im Workshop und endet in drei Wegen, nämlich Freigabe mit Anbindung an die zentrale Anmeldung, geduldete Nutzung mit Auflagen zur Datenart oder Ersatz durch einen vorhandenen Dienst.

Die Begriffskette dahinter bleibt produktneutral beschreibbar. Ein Cloud Access Security Broker schafft Sichtbarkeit über die genutzten Dienste, SaaS Security Posture Management prüft deren Konfiguration auf offene Freigaben und zu weite Rechte, die SaaS-Governance regelt Zuständigkeit, Datenklassifizierung und Vertragslage. Kleine Teams arbeiten zunächst mit den Prüfberichten, die die genutzten SaaS-Dienste selbst anbieten.

Der Stufenplan schlägt das Big-Bang-Projekt Ein Zero-Trust-Aufbau in einem Zug scheitert an Budget und Personal. Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme. Erfasst werden Konten, Endgeräte, die Wege der wichtigsten Daten und jeder Cloud-Dienst mit laufender Nutzung. Danach folgt die Absicherung der Identität mit phishing-resistenter Anmeldung, getrennten Verwaltungskonten und einer Richtlinie für bedingten Zugriff. Darauf setzt die Segmentierung auf, zuerst mit VLANs und Firewall-Regeln, später mit feineren Regeln für kritische Systeme. Den Abschluss bildet eine laufende Messung mit festen Kennzahlen und regelmäßiger Nachjustierung, eine Endabnahme gibt es nicht. Jede Stufe zahlt sich einzeln aus. Die Bestandsaufnahme deckt verwaiste Konten und ungenutzte Abonnements auf, die Identitätsstufe senkt das Risiko aus gestohlenen Zugangsdaten, die Segmentierung begrenzt den Schaden eines erfolgreichen Angriffs.


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Jede Stufe zahlt sich einzeln aus, ein Abbruch nach Stufe zwei hinterlässt kein Investitionsgrab

Der Stufenplan führt vom Inventar über die Absicherung der Identität und die Netzsegmentierung bis zur laufenden Messung mit Kennzahlen. Bild: Thomas Joos / alexp / KI-generiert

Zero Trust bleibt ein Betriebszustand

Die Kritik am Begriff hat ihre Berechtigung. Anbieter vermarkten einzelne Produkte als vollständige Umsetzung, und die Prinzipien lassen sich beliebig weit dehnen. Das BSI beschreibt die vollständige Umsetzung als langfristiges Vorhaben mit dauerhaftem Aufwand an Geld und Personal und benennt fehlende Standardisierung als Hürde für die Zusammenarbeit zwischen Organisationen. Die Einschätzung stammt von der Behörde, die den Ansatz empfiehlt.

Aus Migrationsprojekten kommt eine zweite Beobachtung. Den Zeitplan bestimmt die Liste der Altanwendungen ohne Unterstützung für moderne Anmeldeverfahren. Ein Warenwirtschaftssystem mit fest hinterlegtem Dienstkonto und ein Branchenprogramm mit eigener Benutzerverwaltung verschieben den Termin um Monate, unabhängig vom Budget für die Identitätsplattform. Der Platz dieser Liste ist die Bestandsaufnahme am Anfang. Ein Fehler im Regelwerk für bedingten Zugriff sperrt ganze Abteilungen aus. Neue Richtlinien laufen deshalb zuerst im Protokollmodus, danach für eine Pilotgruppe aus der IT und erst zum Schluss für alle Nutzer. Häufige Nachfragen zur Anmeldung nach einem Wechsel der IP-Adresse kosten Akzeptanz, deshalb gehören Sitzungsdauer und Wiederholungsintervall in die Abstimmung mit den Fachabteilungen.


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FAZIT

Zero Trust bindet vorhandene Firewalls, VPN-Zugänge und Verzeichnisdienste ein und hängt die Kontrolle an die Identität. NIST SP 800-207, das CISA-Modell und die BSI-Papiere beschreiben den Rahmen ohne Produktnamen, die Anforderungen aus § 30 BSIG decken sich mit den ersten Ausbaustufen. Der Aufbau läuft über Jahre und misst sich an Kennzahlen, nicht an einem Abnahmeprotokoll.

90-Tage-Quick-Wins 1. Mehr-Faktor-Anmeldung für alle Cloud-Dienste aktivieren und administrative Konten von Arbeitskonten trennen. Bordmittel der Identitätsplattform reichen aus. 2. I nventar aufbauen über Konten, Endgeräte, die Wege der wichtigsten Daten und alle genutzten Cloud-Dienste. Grundlage sind Protokolle von DNS, Proxy und Firewall sowie die Abrechnungen der Fachabteilungen. 3. R echte reduzieren, verwaiste Konten deaktivieren und Gruppenmitgliedschaften mit den Fachbereichen abgleichen. Pro Abteilung reicht ein Arbeitstag. 4. G äste-, Kamera- und IoT-Netze per VLAN vom Produktivnetz trennen und das Routing auf benötigte Verbindungen begrenzen. 5. N otfallkonten anlegen, im Tresor dokumentieren und den zweiten Anmeldeweg testen. Nach den ersten 90 Tagen folgt der bedingte Zugriff. Die Richtlinien laufen zunächst im Protokollmodus und gehen nach zwei Wochen Auswertung in den Wirkbetrieb.

KMU-Praxis Ein Team mit einer bis fünf Personen beginnt bei der Identität, denn dort wirkt der geringste Aufwand am stärksten. • Vorhandenes einbinden: Firewall, VPN-Zugang und Verzeichnisdienst bleiben im Einsatz und bekommen die Identitätsprüfung vorgeschaltet. • Die Mehr-Faktor-Anmeldung gilt für alle Konten, phishing-resistente Verfahren kommen zuerst in der Verwaltung zum Einsatz. • Managed Switches beherrschen VLANs. Die Trennung von Gäste- und Produktionsnetz kostet Konfigurationszeit statt Lizenzen. • Zugang befristen: Externe Dienstleister erhalten zweckgebundene Konten mit Ablaufdatum und Freigabe durch den Fachbereich. • Identitätsbasierte Mikrosegmentierung, automatisierte Bewertung des Gerätezustands und eine eigene Plattform für SaaS-Konfigurationen lohnen sich erst ab einer größeren Anwendungslandschaft.


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KPI und Reifegrad • MFA-Abdeckung: Anteil der Konten mit Mehr-Faktor-Anmeldung, aus dem Identity Provider erhoben, für Verwaltungskonten getrennt ausgewiesen. • Der Anteil phishing-resistenter Anmeldungen setzt FIDO2- und Passkey-Anmeldungen in Verhältnis zu allen Anmeldungen, Zielrichtung steigend. • Bekannte SaaS-Dienste: inventarisierte gegen die in Protokollen erkannten Dienste gerechnet, Zielrichtung steigend bis zur Deckung. • Dauerhafte Administratorkonten werden gezählt, Zielrichtung fallend, dazu die befristeten Erhöhungen pro Monat. • Segmentierungsgrad: Anteil kritischer Systeme in einem eigenen Segment mit dokumentierter Regel. Zur Selbstverortung dienen die Stufen des CISA-Modells. Einstieg bedeutet zentrale Anmeldung und MFA für Verwaltungskonten, Fortgeschritten bedingten Zugriff mit Gerätebewertung und getrennte Netze für Gäste und IoT, Exzellenz phishing -resistente Anmeldung im Regelbetrieb und identitätsbasierte Segmentierung kritischer Systeme.

Regulatorik-Anker Das novellierte BSI-Gesetz setzt NIS2 in Deutschland um und gilt seit dem 06.12.2025 ohne generelle Übergangsfrist. § 30 Absatz 2 BSIG nennt zehn Mindestmaßnahmen. Zwei davon greifen direkt in ein Zero-Trust-Vorhaben, nämlich Konzepte für die Zugriffskontrolle in Nummer 9 und Lösungen zur Multi-Faktor-Authentifizierung oder kontinuierlichen Authentifizierung in Nummer 10. Umsetzungshinweise mit Abgleich zu bestehenden Standards stellt das BSI bereit. Auf EU-Ebene beschreibt die ENISA in ihrer technischen Umsetzungshilfe () zur Durchführungsverordnung (EU) 2024/2690 vom 17.10.2024 passende Nachweise. Für Budgetgespräche zählt der Zusammenhang, denn Investitionen in Identität, Zugriffskontrolle und Protokollierung erfüllen gesetzliche Anforderungen und beschleunigen gleichzeitig die Freigabe neuer Cloud-Dienste.

Thomas Joos ist ein deutscher IT-Experte, Autor und freiberuflicher Journalist mit über 30 Jahren Berufserfahrung. Seine Expertise umfasst unter anderem Microsoft-Produkte, Netwerk- sicherheit, Cloud-Technolgien, Virtualisierung, Big Data, Unternehmensanwendungen, SAP, Datenanalyse, Blockchain, Security und KünstlicheIntelligenz. Er hat weit über 100 Fachbücher sowie mehrere tausend Fachartikel verfasst.


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VERBIETEN ALLEIN HILFT NICHT: WARUM

SCHATTEN-KI EIN KULTURPROBLEM IST


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Was Beschäftigte mit KI machen, wenn niemand hinschaut, zeigt, ob Sicherheitskultur auch unter Druck standhält. Noora Ahmed-Moshe, VP Strategy & Operations bei Hoxhunt


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ist im Arbeitsalltag längst kein Randthema mehr. Laut Bitkom setzen inzwischen 57 Prozent der deutschen Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten KI ein. Vor einem Jahr waren es 36 Prozent, vor zwei Jahren 20 Prozent. Weitere 38 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz. Die offizielle Einführung erzählt jedoch nur einen Teil der Geschichte. Im Schatten der geprüften und empfohlenen KI-Tools nutzen Beschäftigte auch Anwendungen, die das Risiko von Datenpannen erhöhen können. Genau das ist mit Schatten-KI (Shadow AI) gemeint. Vier von zehn Unternehmen wissen oder vermuten, dass Beschäftigte private KI-Tools für die Arbeit nutzen. Nur 26 Prozent stellen ihren Beschäftigten direkten Zugang zu generativen KI-Diensten bereit. Diese Lücke ist entscheidend. Jemand meldet sich bei einem nicht freigegebenen KI-Dienst an, um schneller fertig zu werden. Eine Kollegin verbindet ein Tool mit Unternehmensdaten. Ein anderer kopiert vertrauliche Informationen in einen Prompt oder installiert eine KI-Browsererweiterung, weil sie eine Stunde Arbeit sparen soll. Böse Absicht steckt meist nicht dahinter, sondern eine Aufgabe, die erledigt werden muss, und der Wunsch, das möglichst effizient zu tun. Genau deshalb ist Schatten-KI ein echter Prüfstein für die Sicherheitskultur. Sie zeigt sich vor allem dann, wenn die Richtlinie nicht ganz zur Situation passt, die Deadline drängt und niemand hinschaut. In solchen Momenten wählen Menschen den einfachsten Weg. Ist der freigegebene Weg langsamer, umständlicher oder weniger nützlich, sind Abkürzungen vorhersehbar. Diese Abkürzungen haben zunehmend Folgen. Laut dem Data Breach Investigations Report 2026 von Verizon nutzen 45 Prozent der Beschäftigten KI regelmäßig auf Firmengeräten. Im Vorjahr waren es 15 Prozent. Von denjenigen, die auf KI-Dienste zugreifen, verwenden 67 Prozent dafür nichtdienstliche Konten. Der Cost of a Data Breach Report 2026 von IBM zeigt, dass bei 43 Prozent der KI-bezogenen Sicherheitsvorfälle Schatten-KI im


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Spiel war. Solche Datenpannen kosteten im Schnitt rund 4,6 Millionen Euro (5,39 Millionen US-Dollar). Das sind etwa 340.000 Euro mehr als der globale Durchschnitt. Die Frage lautet also nicht mehr nur, ob ein Unternehmen eine KI-Richtlinie hat. Sie lautet: Was tun Menschen tatsächlich, wenn Richtlinie, Produktivität und Zeitdruck aufeinanderprallen?

SCHATTEN-KI IST FEEDBACK Der naheliegende Reflex der Security auf ein nicht freigegebenes Tool ist, es zu sperren. Manchmal ist das genau richtig. Riskante Dienste, der drohende Abfluss sensibler Daten und gefährliche Integrationen erfordern technische Kontrollen. Eine Sperre beseitigt aber nicht unbedingt den Grund, warum jemand zu dem Tool gegriffen hat. Wollte die Person ein legitimes Problem lösen und bleibt der offizielle Weg deutlich langsamer oder komplizierter, besteht die eigentliche Ursache für das Verhalten weiter. Die Abkürzung wandert dann womöglich nur dorthin, wo sie schwerer zu sehen ist. Damit liefert Schatten-KI wertvolle Hinweise. Welche Tools wählen Beschäftigte, die das Unternehmen nicht bereitstellt? Wo umgehen sie wiederholt einen Prozess? Welche Schritte sorgen für Verwirrung? Wo erzeugt der sichere Weg so viel Reibung, dass Menschen einen anderen suchen? Genau diese riskanten Verhaltensweisen zeigen, wo Sicherheitskultur mit der Realität des Arbeitsalltags kollidiert. Daraus folgt eine Verantwortung, die über Awareness hinausgeht. Auch die IT ist gefordert, ihren Stack so benutzerfreundlich wie möglich zu gestalten. Frei verfügbare KI-Assistenten sind oft schneller zur Hand und manchmal auch intuitiver zu bedienen als die offiziell bereitgestellte Unternehmenslösung. Wer Schatten-KI reduzieren will, muss den sicheren Weg zum attraktiveren machen.

KULTUR BRAUCHT SICHTBARKEIT Sicherheitskultur hat eine unbequeme Grenze: Verhalten, das man nicht versteht, kann man nicht verbessern. Eine jährliche Umfrage zeigt, was Beschäftigte sagen. Schulungsquoten zeigen, wer einen Kurs abgeschlossen hat. Ein Verzeichnis freigegebener Anwendungen zeigt, welche Tools das Unternehmen kennt. Keines davon verrät zuverlässig, was jemand tut, der unter Zeitdruck im Browser arbeitet. In diesem Moment entscheidet die Person, ob sie sich anmeldet, ein Tool verbindet oder Unternehmensinformationen teilt.


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Quelle: IBM, Cost of a Data Breach Report 2026

„Kultur zeigt sich dann, wenn die Richtlinie nicht ganz passt, die Deadline drängt und niemand hinschaut.“ Noora Ahmed-Moshe, VP Strategy & Operations bei Hoxhunt

Quellen Bitkom: Erstmals nutzt die Mehrheit der Unternehmen KI, September 2026. Bitkom: Studie zur Nutzung von Schatten-KI in deutschen Unternehmen, 2025. Verizon: Data Breach Investigations Report 2026. IBM: Cost of a Data Breach Report 2026. Euro-Beträge sind gerundete Umrechnungen


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Genau auf diesen Moment kommt es an. Wer reales Verhalten und seine Ursachen versteht, kann verhältnismäßig reagieren. Manche Aktionen sollten unterbunden werden. Andere rechtfertigen eine Warnung, solange die Person noch umsteuern kann. Wieder andere muss man zunächst nur beobachten, um ein entstehendes Muster zu erkennen. Das Ziel ist nicht maximale Intervention. Es geht darum, ein Umfeld zu schaffen, das sicheres Verhalten genau im Moment der Entscheidung erleichtert.

VON DER RICHTLINIE ZUM VERHALTEN Das verändert die Rolle der Security. Beim Verhalten im Browser und bei der Nutzung von Schatten-KI kann sie Menschen jetzt proaktiv zu sicherem Verhalten lenken, statt wie bisher meist erst im Nachhinein zu reagieren. Beschäftigte müssen sich nicht mehr allein an Richtlinien erinnern, denn Hinweise für sicheres Verhalten können just in time erscheinen, genau dann, wenn sie relevant sind. Security-Teams entdecken riskantes Verhalten nicht erst nach einem Vorfall, sondern können nachvollziehen, wie tatsächlich gearbeitet wird und warum Menschen bestimmte Entscheidungen treffen. Jeder dieser Momente liefert Erkenntnisse. So ist Schatten-KI mehr als etwas, das es zu erkennen gilt. Sie wird zum Fenster in die Sicherheitskultur selbst. Am besten werden nicht die Organisationen damit umgehen, die die längsten KI-Richtlinien schreiben oder die meisten Tools sperren. Erfolgreich sind jene, die das Verhalten ihrer Beschäftigten grundlegend verstehen. Sie erkennen riskante Entscheidungen früh und klar genug, um sie zu beeinflussen, und machen sicheres Verhalten zur einfachen Wahl, wenn es darauf ankommt. Wie gut sehen Sie, was Ihre Beschäftigten im entscheidenden Moment tun? Auf hoxhunt. com erfahren Sie mehr, wie sich menschliche Risiken sichtbar machen und messbar senken lassen.

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Autoren: Anna Kobylinska und Filipe Pereira Martins

Non-Human Identities

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nenidentitäten tarbeiter

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Die Mehrheit der digitalen Identitäten in modernen Unternehmen hat kein Gesicht; viele davon nutzen aber einen privilegierten Zugang, meist rund um die Uhr – oft ohne menschliche Aufsicht. Non-Human Identities – also Service-Accounts, API-Keys, Tokens, Zertifikate und Workload-Identitäten – übertreffen in den meisten Organisationen die Zahl menschlicher Benutzer. Aktuelle Daten aus dem Jahr 2026 zeigen ein Verhältnis von 144 NHIs zu einer menschlichen Identität in Cloud-nativen Umgebungen, ein dramatischer Anstieg gegenüber 92 zu 1 im Jahr 2024, fand die Cloud Security Alliance (CSA) im Entro Security Whitepaper. Getrieben wird dieser Anstieg durch Cloud-Migrationen, DevOps-Automatisierung und neuerdings auch durch die rasante Verbreitung von KI-Agenten – auch im Mittelstand (siehe dazu den Beitrag „Agentic AI“). Laut einem Bericht von Entro Security haben satte 97 Prozent aller Non-Human Identities zu weitreichende Berechtigungen. Eine Studie von CloudKnox (heute Teil von Microsoft) bestätigt: Über 90 Prozent der Identitäten nutzen weniger als 5 Prozent ihrer zugewiesenen Berechtigungen. Viele dieser Konten und Tokens werden zudem langfristig oder ohne definierte Ablaufzeit betrieben. Denn nur 5,7 Prozent der Organisationen haben eine vollständige Sicht auf ihre NHI-Landschaft, berichtet die Silverfort‑Studie „Insecurity in the shadows: New data on the hidden risks of non‑human identities" auf der Basis von Zahlen von Osterman Research. Für den deutschen Mittelstand nimmt das Problem gerade kritische Ausmaße an. Laut der aktuellen Bitkom‑Wirtschaftsschutzstudie 2025 waren in den vergangenen zwölf Monaten 87 Prozent der deutschen Unternehmen von Datendiebstahl, Spionage oder Sabotage betroffen. Der jährliche Gesamtschaden summiert sich auf 289,2 Milliarden Euro,


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wovon rund 70 Prozent auf Cyberangriffe entfallen. Das BSI registrierte im gleichen Zeitraum 950 Ransomware-Angriffe auf Unternehmen und Behörden sowie 461 Datenlecks. Die Lage hat sich seither nicht entspannt: Branchenanalysen greifen in 2026 weiterhin auf die Bitkom‑Wirtschaftsschutzstudie 2025 als Referenz zurück und sprechen von anhaltend rekordhohen Schäden in Unternehmen.

Die stille Mehrheit im Berechtigungsmodell Der Begriff Non‑Human Identities (NHI) umfasst jene digitalen Identitäten, die eigene Zugriffsrechte in IT‑ und OT‑Systemen tragen, ohne eine natürliche Person zu repräsentieren. Mit diesen Identitäten agieren Maschinen, Dienste oder automatisierte Prozesse wie Workload‑Identitäten, CI/CD‑Bots oder KI‑Agenten (primäre Non‑Human Identities), indem sie über Zugriffsmodalitäten wie Service‑Accounts, API‑Keys, Tokens, Zertifikate oder Secrets (sekundäre Non‑Human Identities) auf Systeme, Daten und andere Ressourcen zugreifen. Als NH-Identitäten im engeren Sinne zählen somit: • Service-Accounts in Active Directory, LDAP und Applikations-spe zifischen Verzeichnissen, unter denen Dienste wie Backup-Systeme, Monitoring-Agenten oder Datenbank-Konnektoren laufen. • Cloud-Workload-Identitäten wie IAM-Rollen, Managed Identities und Service-Principals für Container, Functions, Microservices und Kubernetes-Workloads. • Applikations- und Integrationsidentitäten für interne Services, Middleware, Message-Broker, ERP-/CRM-Integrationen usw., die als eigenständige technische Konten modelliert sind. • KI-Agenten und Bots, die als eigenständige technische Akteure registriert werden und automatisiert APIs aufrufen, Daten verarbeiten und Workflows auslösen.


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Diese Identitäten machen sich eine Reihe von Zugriffsmechanismen zunutze: • API-Keys und OAuth-Tokens, über die Anwendungen und Integrationen auf externe und interne Dienste zugreifen (CRM, Payment, Cloud-Storage, SaaS); • TLS-Zertifikate und Code-Signing-Schlüssel, mit denen Dienste, Webserver und Software-Artefakte ihre Identität kryptographisch nachweisen; • Secrets in CI/CD-Pipelines – Deploy-Keys, Umgebungsvariablen, Vault-Tokens –, die Build- und Deployment-Prozesse autorisieren. Diese Identitäten arbeiten im Millisekundenrhythmus, ohne Nutzerinteraktion, und oft über Systemgrenzen hinweg. Primäre Non‑Human Identities bezeichnen softwaregetriebene Akteure mit eigenen Zugriffsrechten im Berechtigungsmodell. Sekundäre Non‑Human Identities bilden die zugehörigen Zugriffsmodalitä ten wie API‑Keys, Tokens, Zertifikate oder Secrets, mit denen die primären Identitäten auf Systeme und Daten zugreifen.

Ein modernes mittelständisches Unternehmen mit hybrider Infrastruktur, einem ERP-System, einer Cloud-basierten CollaborationPlattform und einem eigenen DevOps-Team kommt schnell auf mehrere tausend solcher Identitäten. Das Tückische daran: Die meisten davon entstehen organisch, ohne zentralen Genehmigungsprozess, und verschwinden selten wieder. Der vielleicht deutlichste Beleg für das strukturelle Problem kommt aus der Entwicklungspraxis: GitGuardian hat im Jahr 2025 insgesamt 28,65 Millionen hartkodierte Secrets in öffentlichen GitHub-Commits gezählt, ein Anstieg von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der höchste je gemessene Jahreswert. Dabei sind interne Repositories sechs Mal so häufig betroffen wie öffentliche. Und: 64 Prozent dieser exponierten Credentials bleiben zwei Jahre nach ihrer Entdeckung noch immer aktiv. Angreifer haben damit ein monatelanges, oft ungenutztes Zeitfenster zur Ausbeutung. Der BSI-Lagebericht 2025 legt offen, dass rund 30 Prozent der beobachteten Vorfälle zum Diebstahl von Zugangsdaten führten. Der Verizon Data Breach Investigations Report 2025 bestätigt die globale Perspektive: Credential-Missbrauch war zum zweiten Mal in Folge der häufigste initiale Zugriffsweg und stand hinter 22


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Prozent aller Breaches. In einer Untersuchung von ReliaQuest ließen sich 85 Prozent der untersuchten Breaches zwischen Januar und Juli 2024 auf kompromittierte Service‑Accounts zurückführen. Machine Identities sind, wie Analysten es formulieren, „the new frontier": Fast die Hälfte der Organisationen kann Service-Accounts, APIs und automatisierte Workflows nicht effektiv überwachen.

Wo hohes Tempo auf fehlende Governance stößt IAM‑Workflows wurden für Menschen gebaut, nicht für Software. Sie folgen dem Lebenszyklus eines Mitarbeiters: vom Eintritt ins Unternehmen über Rollen‑ und Aufgabenänderungen bis zum Austritt. Sie nutzen Helpdesk‑Tickets, stützen sich auf Manager‑Genehmigungen und regelmäßige Rezertifizierungen, um Berechtigungen an Nutzer zu vergeben, anzupassen und sie ggf. wieder zu entziehen. Non‑Human Identities (NHIs) „ticken" ganz anders: Sie werden ad‑hoc angelegt, selten formal genehmigt und noch seltener wieder sauber stillgelegt. Eine Entwicklerin braucht in einem Sprint schnell eine Datenbankverbindung und schon ist diese eingerichtet. Eine Infrastruktur-Ingenieurin richtet mal eben eine Monitoring-Integration ein, die von nun an ein Schattendasein fristet. Ein externer Dienstleister holt sich einen API-Zugang für die Anbindung seiner Systeme an die interne IT/OT-Landschaft und bekommt mehr als er benötigt. NHI-Rechtevergaben durchlaufen selten formale IAM-Genehmigungsverfahren. Automatisierung beschleunigt das noch einmal. DevOps-Pipelines generieren reihenweise temporäre Credentials oder API-Keys für Deployment und Testing; diese werden jedoch niemals widerrufen, wohl aber versehentlich committet. Machine-Learning-Modelle in Produktionsumgebungen nutzen eigene Service-Accounts und Tokens für Daten- und Inference-Zugriffe und lesen dabei alles aus, was ihnen auf ihrem Weg durch die Systeme begegnet. Über die Zeit akkumulieren sich Credentials in Code-Repos, JiraKommentaren, Support-Tickets, Konfigurationsdateien, Entwicklerworkstations, Slack-Kanälen, KI-Modellen, Drittanbieter-Integrationen und CI/CD-Secrets, die ursprünglich für eine temporäre Anbindung gedacht waren und jetzt dauerhaft in der Pipeline leben – meist ohne jegliche Aufsicht.


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GitGuardians Analyse zeigt: 28 Prozent der Credential-Leaks stammen aus Collaboration-Tools wie Slack, Jira und Confluence. Und während Unternehmen zunehmend KI-gestützte Code-Generierung einsetzen, breitet sich das Problem weiter aus: KI-generierter Code enthält Secrets deutlich häufiger als der GitHubDurchschnitt: Für Claude-Code-Commits weist GitGuardian eine Rate von 3,2 Prozent aus, mehr als doppelt so hoch wie die Baseline von 1,5 Prozent über alle GitHub-Commits – weil die Modelle „nützliche“ Datenmuster, die sie in Trainingsdaten gesehen haben, gerne imitieren und vor unsicheren Coding-Praktiken bisher keinen Halt machen. Das Ergebnis sind klassische Symptome, die in fast jedem Unternehmen zu finden sind: Service-Accounts ohne dokumentierten Zweck und ohne Owner, API-Keys in Klartext in Konfigurationsdateien oder in Jira-Kommentaren, Zertifikate, die seit Jahren ihre Gültigkeit wahren.

Wenn legitime NHI-Credentials Angriffswege eröffnen Für Angreifer eröffnet sich damit ein verlockender Einstiegspunkt. Denn ein kompromittierter Service-Account generiert oft kein Helpdesk-Ticket, tritt nicht als ein VPN-Nutzer in Erscheinung und erzeugt in SIEM-Systemen kaum Baseline-Abweichungen. Viele Unternehmen überwachen VPN-Logins auf verdächtige Muster, etwa über Geo-Anomalien, ungewöhnliche Uhrzeiten oder neue Geräte, und koppeln daran Alarme oder zusätzliche Freigaben - doch das nützt bei NHIs oft nichts. Denn ein kompromittierter Service-Account kommuniziert typischerweise aus dem internen Netz, aus einer festen Infrastrukturkomponente oder aus einem Cloud-Workload heraus und erzeugt im Security-Dashboard keine offensichtlichen Anomalien. Es gibt keinen Menschen, der ein Login initiiert, kein User-Prompt, keine MFA-Interaktion – da-


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mit fehlen genau die Ereignisse, an denen viele Detection-Logiken hängen. Ein gestohlener API-Key mit Produktionszugriff ermöglicht laterale Bewegung über weitere Systeme hinweg – ohne Malware, ohne Exploit und ohne auffälliges Nutzerverhalten, indem der Angreifer reguläre API-Calls mit einem legitimen Schlüssel ausführt, sodass der Traffic aus Sicht der Systeme wie eine normale Service-Kommunikation aussieht. Ein Beispielpfad könnte in der Praxis etwa wie folgt aussehen: 1. Ein Angreifer erbeutet den API-Key eines produktiven LoggingDienstes, der Schreibe- und Lesezugriff auf mehrere Microservices sowie die zentrale Datenbank hat. 2. Mit diesem Key ruft der Angreifer zunächst unauffällige ReadEndpoints der produktiven API auf, um die Architektur, vorhandene Services und Konfigurationen zu erkennen – alles über legitime API-Calls. 3. Anschließend nutzt er denselben Key, um Konfigurations- oder Admin-Endpoints anzusprechen, etwa um neue Service-Instanzen zu registrieren, Jobs zu starten oder Berechtigungen zu erweitern. 4. Über diese legitimen Funktionen erreicht er dann weitere Systeme (z.B. Message-Queues, Storage-Buckets, andere Microservices) und liest oder manipuliert Daten; er bewegt sich damit seitlich durch die Umgebung, ohne jemals zu einem Exploit greifen zu müssen. 5. Da jeder Schritt über reguläre API-Calls mit einem gültigen Produktions-Key läuft, sieht das Monitoring keinen Exploit-Traffic, keine Malware-Signaturen und kein abweichendes Nutzerverhalten; die Aktionen stammen scheinbar von einem bekannten Service, der „seine Arbeit macht“. Das Angreifer-Paradigma hat sich somit verschoben: Wer Credentials kaufen kann – und das ist im Darknet für viele Unternehmenszugänge möglich – braucht keine aufwendige (und auffällige) Kompromittierung mehr. Die gute Nachricht: Das Problem ist lösbar, wenn auch nur auf mehreren Ebenen des Stacks gleichzeitig. Sie umfasst präventive Maßnahmen wie Pre-Commit-Hooks und Secrets-Scanning in Pipelines, reaktive Maßnahmen wie sofortige Rotation bei Entde-


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ckung, und strukturelle Maßnahmen wie zentrales Secrets-Management mit klaren Richtlinien zum sicheren Umgang mit Credentials.

Lifecycle und Governance für NHIs Das NHI-Problem ist nicht ein Tooling-Problem, sondern ein Versagen der Governance, das tief in der Entstehungsgeschichte von Identity- und Access-Management-Prozessen wurzelt. Lifecycle und Governance für NHIs lassen sich auf wenige, klar handhabbare Bausteine herunterbrechen: Inventar erstellen, beginnend mit geschäftskritischen Systemen: Ein systematisches Inventar erfasst Name, Zweck, besitzende Applikation oder System, verantwortliche Person (Owner), Zielressourcen und -berechtigungen, Erstellungsdatum und letzte Nutzung sowie Ablaufdatum und Rotationsstatus. In der Praxis muss man Verzeichnisdienste nach Service-Accounts durchsuchen, Cloud-Umgebungen auf IAM-Rollen und Managed Identities analysieren, CI/CD-Systeme auf Deploy-Keys und Pipeline-Secrets prüfen, API-Gateways und Zertifikatsstores auswerten. Ownership-Modell festlegen: Jede Non-Human Identity braucht einen namentlich benannten Verantwortlichen – eine Person oder ein Team, das für den Zweck, die Berechtigungen und den Sicherheitsstatus (insbesondere im Incident-Fall) geradesteht. Zum Beispiel: Service-Accounts unterliegen den Infrastruktur- oder AD-Teams, Cloud-Workload-Identitäten werden vom jeweiligen Plattform-Team beaufsichtigt, CI/CD-Secrets werden bei DevOps oder dem verantwortlichen Produktteam in die Pflicht genommen. Least-Privilege-Konzept umsetzen: Rollen und Policies für NHIs müssen nur auf die konkret genutzten Ressourcen zugreifen dürfen; breite Admin-Rechte auf Service-Accounts muss man konsequent zurückbauen und befristete Zugänge (Just-in-Time Access) für hochsensible Aktionen etablieren. Automatisierte Rotation einführen – Schluss mit statischen Credentials: Hartkodierte API-Keys, Passwörter in Konfigurationsdateien oder Zertifikate mit langen Laufzeiten bilden das Hauptrisiko im Zusammenhang mit NHIs. Moderne Herangehensweisen setzen daher auf automatisierte Rotation und kurzlebige Credenti-


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als: Statt statischer Secrets werden zur Laufzeit dynamisch generierte, kurzlebige Tokens ausgestellt, die nach Ablauf automatisch invalidiert werden. Für Cloud-Workloads bieten Workload Identity Federation und Managed Identities bereits heute die Möglichkeit, auf dauerhafte statische Keys vollständig zu verzichten. So wird aus einer schwer überschaubaren Masse technischer Konten ein steuerbares System, in dem jede Maschinenidentität einen klaren Platz, eine klar begrenzte Rolle und einen nachvollziehbaren Lebenszyklus hat. Fazit Wer die Risiken nicht-humaner Identitäten adressiert, reduziert eine dauerhaft schwer erkennbare Angriffsfläche – und schafft zugleich die Grundlage, Automatisierung kontrolliert und sicher auszubauen. Ein zentraler Hebel ist der bewusste Umgang mit Zugangsdaten und Maschinenidentitäten: Werden sie systematisch inventarisiert, gehärtet und überwacht, werden aus unterschätzten Eintrittspunkten robuste Bausteine der Sicherheitslage und der digitalen Steuerbarkeit.


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KMU-Praxis-Kasten Ein vollständiges NHI-Programm im Mittelstand braucht keine Enterprise-Tools. Für Teams mit wenigen Personen gilt: Vorhandene Werkzeuge konsequent nutzen und auf Vollständigkeit fokussieren. • Inventar starten: AD-Konsole und Cloud-IAM-Reports nach Service-Accounts und Rollen exportieren – Zweck, Owner und letzte Aktivität pro Eintrag. Eine gepflegte Liste in einem gesicherten Teambereich reicht als Ausgangspunkt. • Priorität setzen: Zuerst die Konten härten, deren Kompromittierung sofort zu Datenverlust oder Ausfall führen würde – Berechtigungen prüfen, Rotation einführen. • Hartkodierte Secrets suchen: Kostenlose Scanner wie TruffleHog über interne Repositories laufen lassen. Jedes gefundene Secret sofort rotieren. • Ownership-Regel einführen: Neue Anwendungen gehen erst in Betrieb, wenn Service-Account oder API-Key dokumentiert und ein Owner benannt ist. • KI-Integrationen prüfen: Externe KI-Dienste mit Zugriff auf interne Systeme dokumentieren, Berechtigungen einschränken, nicht benötigte Verbindungen trennen. Realitätscheck: Inventar der wichtigsten Systeme, Abschaltung obsoleter Accounts und eine schriftliche Policy – das schafft ein 3-Personen-Team in 90 Tagen (siehe auch den Kasten “90-Tage-Quick-Wins”).

90-Tage-Quick-Wins NHI-Governance muss nicht als Großprojekt beginnen. Diese fünf Schritte schaffen in 90 Tagen nachweisbare Sichtbarkeit und Kontrolle – auch mit kleinem Team. • Bestandsaufnahme (Tag 1–21): Die wichtigsten Systeme inventarisieren: Service-Accounts, API-Keys, Tokens und Zertifikate je mit Owner und Zweck. Datenbasis: AD-Export und Cloud-IAM-Report. Aufwand: etwa ein halber Tag pro System. • Zombie-NHIs abschalten (Tag 8–28): NHIs ohne Aktivität seit mehr als 90 Tagen identifizieren, mit Fachbereichen abstimmen, kontrolliert deaktivieren. Jede Stilllegung kurz dokumentieren. • Ownership einführen (Tag 15–35): Jede NHI bekommt einen benannten Owner. Neue Applikationen gehen erst in Betrieb, wenn NHI-Bedarf und Owner dokumentiert sind. • Credentials-Policy (Tag 22–42): Maximale Laufzeiten festlegen (≤ 90 Tage für kritische Systeme), Klartext-Credentials in Repos verbieten, Zertifikatsablauf überwachen. Als Einseiter an alle Teams kommunizieren. • Rotations-Pilot (Tag 36–84): Automatisierte Credential-Rotation in einem überschaubaren System einführen. Erkenntnisse dokumentieren, nächsten Kandidaten benennen. Nächster Schritt: KI-Agenten und externe Integrationen als eigene NHI-Kategorie in den Governance-Prozess aufnehmen.


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KPI- & Reifegrad-Kasten Fortschritt im NHI-Management lässt sich mit wenigen, aber aussagekräftigen Kennzahlen gegenüber Board und Geschäftsführung greifbar machen. Die KPIs bilden ab, wie stabil geschäftskritische Prozesse laufen, wie stark Sicherheitsvorfälle die Verfügbarkeit beeinträchtigen und ob Basismaßnahmen und Incident-Management tatsächlich funktionieren. KPIs – Messbare Fortschrittsindikatoren

KPI

Was wird gemessen / Wie

NHI-Inventarabdeckung (%) Ownership-Quote (%) Ø Credential-Laufzeit (Tage) Zombie-NHI-Rate (%) Privilegien-Überschuss-Index

Anteil bekannter NHIs an der Gesamtschätzung, gemessen via Directory-Export + Cloud-IAM-Reports

Anteil der NHIs mit namentlich benanntem, aktivierten Owner

Mittlere Lebensdauer von API-Keys, Tokens und Passwörtern vor Rotation oder Ablauf

Anteil inaktiver NHIs (> 90 Tage kein Login oder API-Call)

Verhältnis tatsächlich genutzter zu vergebener Berechtigungen (stichprobenbasiert)

Zielrichtung ↑ Aufwärts – Ziel ≥ 95 % ↑ Aufwärts – Ziel 100 % ↓ Abwärts – Richtwert < 90 Tage ↓ Abwärts – Ziel < 5 % ↓ Abwärts – Annäherung an 1:1

Der Reifegrad lässt sich in drei Phasen einordnen: Einstieg (Inventar der wichtigsten Systeme und erste OwnershipRegeln vorhanden), Fortgeschritten (Abdeckungsgrad von Baselines hoch, MTTD/MTTR sinkt, Zombie-Konten werden systematisch abgebaut) und Exzellenz (kurzlebige Credentials als Standard, regelmäßig geübte, nachvollziehbare Notfall- und Incident-Abläufe). Reifegrad-Orientierung Stufe

Merkmale

Einstieg

Inventar der Top-10-Systeme vorhanden · Ownership für kritische NHIs definiert · Policy für maximale Credential-Laufzeiten schriftlich festgelegt

Fortgeschritten

Vollständiges NHI-Inventar · Automatisierte Rotation für kritische Credentials · Regelmäßige Access Reviews · Zombie-NHIs werden systematisch abgebaut

Exzellenz

Dynamische, kurzlebige Credentials als Standard · KI-Agenten als First-ClassNHIs governet · Vollständige SIEM-Integration mit NHI-Anomalie-Erkennung · CRA-konformes Zertifikatsmanagement

Anna Kobylinska ist Analystin für strategische Technologien mit Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz, Cybersicherheit, Cloud-Architekturen und digitalen Infrastrukturen im transatlantischen Innovationsumfeld

Filipe Pereira Martins ist Experte für strategische IT- und digitale Infrastrukturen mit Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz, Cybersicherheit und Cyber-Verteidigung. Er unterstützt Unternehmen und Institutionen dabei, technologische, wirtschaftliche und regulatorische Entwicklungen in Architektur-, Betriebs- und Transformationsentscheidungen zu übersetzen.


ADVERTORIAL 81

IT-Sicherheit ist Vertrauenssache Gehen Sie keine Kompromisse ein: Schützen Sie Ihre Organisation mit ESET Technologien aus der Europäischen Union

eset.de/eu


ADVERTORIAL 82

SICHERHEIT FÜR DIE DIGITALE BELEGSCHAFT

SCHULUNG TRAININGS IM KI-ZEITA TRADITIONELLE SCHULUNGEN UND TRAININGS ZUM CYBERSICHERHEITSBEWUSSTSEIN BASIEREN AUF STANDARDISIERTEN LEHRINHALTEN UND -FORMATEN, DIE SPORADISCH UNTERRICHTET WERDEN. IHR ZIEL: DIE ANHEBUNG DES CYBERSICHERHEITSBEWUSSTSEINS DER MENSCHLICHEN MITARBEITER EINES UNTERNEHMENS. DER ERFOLG SOLCH TRADITIONELLER MASSNAHMEN BLEIBT ABER IMMER HÄUFIGER AUS. DENN: ANGREIFER SETZEN ZUR UNTERSTÜTZUNG IHRER SOCIAL ENGINEERING-, PHISHING- UND SPEAR PHISHING-ANGRIFFE IMMER HÄUFIGER AUF KI. UND: UNTERNEHMEN STELLEN IHREN MENSCHLICHEN MITARBEITERN IMMER HÄUFIGER KI-AGENTEN ZUR SEITE, DENEN ES AN REFLEXIONSVERMÖGEN UND RISIKOVERSTÄNDNIS MANGELT. WOLLEN UNTERNEHMEN MENSCHEN UND KI-AGENTEN – IHRE DIGITALE BELEGSCHAFT IN IHRER GESAMTHEIT – EFFEKTIV SCHÜTZEN, REICHT ES DESHALB NICHT MEHR AUS, ALLEIN WISSEN ZU VERMITTELN.


ADVERTORIAL 83 Dr. Martin J. Krämer, CISO Advisor bei KnowBe4

EN UND LTER


ADVERTORIAL 84

Neue Sicherheitsrisiken im KI-Zeitalter Denken wir nur einmal an den Zero-Click Indirect Prompt Injection-Angriff ‚EchoLeak‘. Angreifer nutzen hier den Umstand aus, dass Copilot Hintergrunddaten aus E-Mails, Chats und Dokumenten verarbeitet. Sie lassen ihrem Opfer eine E-Mail oder ein Dokument mit versteckten Befehlen zukommen. Sobald Copilot seine Routineaufgaben durchführt, liest die KI die versteckten Befehle mit ein und eskaliert diese dann – ohne, dass das Opfer hiervon etwas mitbekommt.

Die digitale Belegschaft im Blick Um gegen solche und ähnliche Bedrohungen effektiv vorzugehen, bedarf es einer einheitlichen Sicherheitsplattform für die gesamte digitale Belegschaft, die auf KI-Agenten setzt. Sämtliche im Unternehmensnetzwerk im Einsatz befindlichen KI-Agenten müssen von ihr aufgespürt, ihre Rechte beschränkt, ihre Ausgaben und Aktivitäten in Echtzeit überwacht und analysiert und im Bedarfsfall auch gestoppt werden. Außerdem muss sie in der Lage sein, das Risikoverhalten jedes Mitarbeiters an seinem Arbeitsplatz in Echtzeit zu erfassen, zu analysieren und einzuordnen – und dieses dann, individuell auf die Schwächen des jeweiligen Mitarbeiters zugeschnitten, zu trainieren.

Menschen und KI-Agenten zusammendenken Um hierbei erfolgreich zu sein, darf die Plattform menschliches Risikoverhalten und die Risikoanfälligkeit von KI-Agenten nicht als zwei getrennte Probleme betrachten und behandeln. Sie muss beides zusammenführen, gemeinsam analysieren. Ihre Interventionen müssen koordiniert erfolgen. Nur ein integrierter Risikowert und ein integrierter Risikointerventionsplan können Unternehmen aufzeigen, wo sie am dringendsten intervenieren sollten.


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Fazit

Traditionelle Schulungen des Cybersicherheitsbewusstseins allein genügen nicht mehr. Unternehmen müssen eine Laufzeit-Governance sowie Tools und Prozesse etablieren, die helfen, Menschen und KI-Agenten im Zusammenspiwel vor Manipulationsversuchen abzusichern. Nur durch einen solch integrierten Ansatz lässt sich eine nachhaltige Transformation, weg von der alleinigen Anhebung des Sicherheitsbewusstseins der menschlichen Mitarbeiter hin zur Absenkung von Risiken für die gesamte digitale Belegschaft, erfolgreich realisieren.

https://www.knowbe4.com/


ADVERTORIAL 86

S I C H E R E S O F T WA R E- L I E F E R K E T T E

SO WERDEN SIE ZUM V

PARTNER IN KRITISCH


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VERLÄSSLICHEN

HEN LIEFERKETTEN Autoren: Anna Kobylinska und Filipe Pereira Martins

WÄHREND UNTERNEHMEN DEN CODE IHRER ANWENDUNGEN HEUTE BEREITS

SYSTEMATISCH HÄRTEN, BLEIBT DAS

EIGENTLICHE EINFALLSTOR OFT IMMER NOCH WEIT OFFEN: BUILD-SYSTEME,

CI/CD-DIENSTE UND EXTERNE BIBLIOTHEKEN

BILDEN EINE ANGRIFFSFLÄCHE,

DIE FÜR CYBERKRIMINELLE LÄNGST

LUKRATIVER IST ALS DIE ANWENDUNG SELBST.


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Wie real diese Bedrohung ist, zeigte sich im März 2024, als der Entwickler Andres Freund eher zufällig eine Hintertür in XZ Utils entdeckte, einer weitverbreiteten Kompressionsbibliothek, die in nahezu jeder LinuxDistribution steckt. Der Vorfall ist ein Weckruf: Ein Angreifer hatte sich über Monate als vertrauenswürdiger Contributor etabliert und den Schadcode direkt in den Build-Prozess geschleust. Mit einem CVSS-Score von 10.0 (dem absoluten Maximum) war das Ziel nicht der direkte Angriff auf eine Applikation, sondern die großflächige Unterwanderung weltweiter IT-Systeme über die SoftwareLieferketten der Unternehmen. Dieser Fall steht beispielhaft für einen Trend, der sich unmissverständlich in den Statistiken niederschlägt: Die Zahl der Software-Supply-Chain-Angriffe verdoppelt sich mittlerweile im Jahresdurchschnitt. Auch der Anteil von Datenpannen, in die Drittanbieter involviert sind, stieg 2025 auf 48 Prozent, ein Anstieg um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereits 2021 hatte Gartner prognostiziert, dass bis 2025 knapp die Hälfte aller Organisationen weltweit Opfer von Lieferketten-Angriffen werden dürfte. Diese Prognose hat sich tatsächlich bewahrheitet.

Der DevSecOps-Flow: Security als Engineering-Prinzip Das Problem ist struktureller Natur. Die moderne Softwareentwicklung lebt von Geschwindigkeit durch Wiederverwendung: ContainerImages, Open-Source-Bibliotheken,

fertige Build-Tools und externe CI/ CD-Dienste. Jede dieser Abhängigkeiten ist ein potenzielles Einfallstor. Angreifer haben dieses Muster längst verstanden. Sie suchen systematisch nach schwach gesicherten Knotenpunkten, kompromittieren Maintainer-Konten oder injizieren Schadcode in Build-Systeme, der sich dann über vertrauenswürdige Kanäle völlig automatisch ausbreitet. Die Antwort darauf ist nicht das nächste isolierte Security-Tool, sondern ein Paradigmenwechsel in der Engineering-Kultur. Denn wer seine digitale Lieferkette nicht im Detail kennt, kann sie weder schützen noch ihre Integrität gegenüber Kunden, Partnern und Auditoren nachweisen. Der strategische Dreiklang für Entscheider lautet daher: sicher bauen, kontrolliert ausliefern und Vertrauen belegen. Die Antwort auf Lieferketten-Risiken beginnt nicht erst am DeploymentGate kurz vor dem Go-Live, sondern beim ersten Code-Commit. Dieser „Shift Left“-Ansatz ist aus Gründen der Wirtschaftlichkeit unverzichtbar. Denn wenn die Sicherheitsprüfungen erst am Ende der Pipeline stattfinden, explodieren die Korrekturkosten und die Markteinführung verzögert sich. Wer Security hingegen als integralen Bestandteil des Entwicklungszyklus denkt und tief in die Prozesse einbettet, reduziert Risiken und beschleunigt damit auch die Time-to-Market. Die Basis dafür ist ein automatisierter DevSecOps-Flow. Schon beim


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Commit greifen Scanner für Quellcode und Zugangsdaten (SAST). Im Build-Prozess werden alle Abhängigkeiten systematisch auf Schwachstellen geprüft (SCA) und Artefakte vor der Freigabe kryptografisch signiert. Der Schlüssel zur Skalierbarkeit liegt im Prinzip „Policy-as-Code“: Sicherheitsrichtlinien verstauben nicht in PDF-Dokumenten, sondern sind als maschinenlesbare Regeln hart in die Pipeline codiert. Statt langwierige manuelle Freigabeprozesse abzuwarten, erzwingt die Pipeline automatisch die Einhaltung von Sicherheitsvorgaben. Maschinenlesbare Regeln schließen Interpretationsspielräume aus und stellen sicher, dass jedes Deployment für künftige Audits lückenlos dokumentiert ist.

Lösung sind „Ephemeral Runners“, flüchtige Build-Umgebungen, die für jeden Job neu gestartet und danach sofort zerstört werden. Der Ansatz verhindert, dass sich persistierte Kompromittierungen von einem Build zum nächsten fortsetzen und sich Angreifer dauerhaft im System einnisten. Deterministische Builds, bei denen identische Inputs zwingend identische Outputs erzeugen müssen, machen Manipulationen erkennbar.

Der geschäftliche Nutzen dieser Maßnahmen ist messbar: Laut der DORA-Forschung (DevOps Research and Assessment) erreichen Elite-Entwicklerteams Lead Times von weniger als einem Tag, vom Code-Commit bis zur Bereitstellung. Gleichzeitig liegt ihre Change-Failure-Rate, also Gehärtete Build-Runner der Anteil der Deployments, die Ein oft unterschätzter Baustein einer Produktionsausfälle verursachen, im niedrigen einstelligen bis niedrigen gesicherten Software-Lieferkette zweistelligen Prozentbereich (DORAstellen gehärtete Build-Runner dar. CI/CD-Systeme gelten als hochattrak- Benchmark für Elite-Teams: 0 bis 15 tive Angriffsziele, da sie weitreichen- Prozent). den Zugriff auf Secrets, Quellcode und Produktivsysteme haben. Die


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Die Business-Case-Logik ist eindeutig: Diese Herangehensweise reduziert Nacharbeit und fördert stabilere Releases und kürzere Freigabewege. Denn solange Qualitäts- und Sicherheitsprüfungen so früh wie möglich in der Pipeline stattfinden, lassen sich Fehler nahezu kostenneutral korrigieren.

keine manuell gepflegte Wunschliste abbilden. Nur so spiegelt sie die tatsächliche Realität des Codes wider und nicht bloß eine dokumentierte Absichtserklärung.

welcher Version in einer Software stecken und unter welchen Lizenzen sie verbaut sind. Diese Transparenz ist die Grundvoraussetzung für jeden weiteren Sicherheitsschritt.

Wie Unternehmen dieses Niveau an Transparenz systematisch aufbauen, definiert das SLSA-Framework (Supplychain Levels for Software Artifacts) in vier pragmatischen Reifegradstufen.

Damit eine SBOM belastbar ist, muss sie zwingend automatisiert im BuildProzess erzeugt werden, sie darf

• Stufe 1. Transparenz schaffen: Die Build-Provenance wird dokumentiert. Es ist jederzeit nachvollziehbar, wie,

Dank maschinenlesbarer Standardformate wie SPDX oder CycloneDX lässt sich dieses Inventar nahtlos weiterverarbeiten: VulnerabilityScanner können die SBOM gegen Die SBOM, eine Brücke zwischen Entwicklung, Einkauf und aktuelle CVE-Datenbanken abgleichen, Policy-Engines können LizenzKunde konformität prüfen, Procurement-Teams können Zulieferer-Risiken Das zentrale Werkzeug für Transpabewerten. renz in der Lieferkette ist die Software Bill of Materials (SBOM). Als maschinenlesbares Inventar listet sie Ihre volle Schlagkraft entfaltet die SBOM jedoch erst im Zusammenspiel präzise auf, welche Komponenten, mit anderen Sicherheitsmaßnahmen: Bibliotheken und Abhängigkeiten in Wenn kryptografische Signaturen die Integrität des Artefakts belegen und Provenance-Attestierungen den gesamten Build-Prozess unangreifbar dokumentieren, entsteht ein belastbarer Vertrauensnachweis: intern prüfbar und extern kommunizierbar. So schlägt die SBOM die Brücke vom Maschinenraum der Entwicklung direkt zu den Anforderungen aus Einkauf, Compliance (wie NIS2 oder CRA) und strategischen Kundengesprächen.


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wann und mit welchen exakten Eingaben ein Artefakt erzeugt wurde. • Stufe 2. Manipulationen ausschließen: Der Build-Prozess erzeugt automatisch kryptografische Signaturen. Die Integrität jedes Artefakts ist nun fälschungssicher nachweisbar. • Stufe 3. Die Pipeline härten: Die Build-Umgebungen werden isoliert und gehärtet (Stichwort: Ephemeral Runners). Das reduziert die Angriffsfläche für Supply-ChainAttacken drastisch. • Stufe 4. Vertrauen ausbauen: Es greifen höchste Kontrollmechanismen. Builds sind vollständig reproduzierbar, auditiert und erlauben eine lückenlose, externe Überprüfung. Dieser stufenweise Aufbau ist insbesondere für den Mittelstand strategisch wertvoll. Statt an einer „Allesoder-Nichts“-Hürde zu scheitern, bietet SLSA einen skalierbaren Fahrplan, um die Lieferkettensicherheit messbar und gegenüber Auditoren belegbar zu machen.

Vertrauen als Verkaufsargument: vom ComplianceAufwand zum Marktöffner Für viele Auftraggeber ist der Nachweis über die Lieferkettensicherheit ihrer Zulieferer heute eine zwingende Voraussetzung für die Qualifikation und Ausschreibungszulassung. Was früher als lästige Pflichtübung galt, wird dadurch zum strategischen Vorteil für die Teilnehmer der vorgelagerten Wertschöpfungskette.

Attestierungen, signierte Artefakte und transparente SBOMs sprechen unterschiedliche Stakeholder auf Kundenseite gezielt an: Für den technischen Einkauf bilden sie das Fundament der Risikobewertung. Für den CISO des Kunden sind sie der ersehnte Beleg zur Erfüllung seiner eigenen NIS2-Sorgfaltspflichten (Supply-Chain-Risk). Für die Geschäftsleitung schließlich liefern sie entscheidende Argumente in den Vertragsverhandlungen. Ein öffentlich zugängliches Trust Center, als zentrale Anlaufstelle für Sicherheitsdokumentation und Schwachstellen-Disclosure, verkürzt Ausschreibungsprozesse massiv, weil es alle relevanten Informationen proaktiv bereitstellt. Diese Entwicklung stellt die Ökonomie von Sicherheitsinvestitionen auf den Kopf: Die Implementierung kryptografischer Signaturen und Attestierungen erfordert zwar einmalig Engineering-Ressourcen, doch diese Investition zahlt sich bei jedem neuen Kunden-Audit und jeder kritischen Nachfrage exponentiell aus. Transparente Lieferkettennach-


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weise reduzieren die Due-DiligencePhase auf Kundenseite erheblich und beschleunigen so den gesamten Vertriebszyklus.

Update eine möglicherweise kompromittierte Version einspielt, sichert dieser Ansatz die Integrität der Software über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg. Regelmäßige Dependency-Audits und automatiSecure-by-Design und Secureby-Default als Standardzustand sierte Scans auf neue Schwachstellen garantieren, dass das Sicherheitsinventar nicht nur bei der Erstlieferung Diesen Paradigmenwechsel fordern Regularien wie der EU Cyber Resilien- stimmt, sondern dauerhaft belastbar bleibt. ce Act (CRA), der ausdrücklich fordert: Software muss zwingend den Das technische Fundament für diese Prinzipien Secure-by-Design und Secure-by-Default folgen. Beides sind externe Verifizierbarkeit bilden operative Entscheidungen, die sich in reproduzierbare Builds: Wenn dieseljedem Sprint, jedem Build und jedem ben Inputs immer exakt denselben Update-Pfad niederschlagen müssen. Output erzeugen, kann jeder Dritte – sei es ein Kunde, ein Auditor oder ein Regulierer – den Build nachvollSecure-by-Design bedeutet, dass ziehen. Sie können unabhängig Sicherheit von der ersten Architekverifizieren, ob das ausgelieferte tur-Skizze bis zum Ausrollen des Artefakt tatsächlich aus dem deklaCodes tief im Produkt verankert ist. rierten Source-Code entstanden ist. Secure-by-Default stellt sicher, dass Das ist die Grundvoraussetzung, um Produkte bei der Auslieferung ab Werk maximal geschützt konfiguriert Vertrauen messbar zu skalieren. sind. Kunden müssen nicht erst selbst Klare Verantwortlichkeiten bei zu Security-Ingenieuren werden, um Schwachstellen schließen den Kreis. das System abzusichern. Offene Ports Ein definierter Vulnerability-Disclosure-Prozess, feste Zielwerte für die oder unnötig weitreichende Rechte Behebungszeit (Time-to-Remediate) sind keine Standardeinstellungen und ein transparent kommunizierter mehr, sondern Ausnahmen, die Update-Pfad für Kunden sind die explizit genehmigt werden müssen. sichtbaren Zeichen einer reifen Dieses Prinzip der minimalen Rechte Secure-by-Design-Praxis. (Least Privilege) beschränkt sich längst nicht mehr auf menschliche Nutzer. Es gilt insbesondere für maschinelle Akteure in der Lieferkette: CI/CD-Service-Accounts, Build-Runner und Deployment-Pipelines (siehe Beitrag „Non-Human Identities“).

Wer auf eine neu entdeckte CVE in einer eigenen Komponente innerhalb von Stunden reagiert, patcht und seine Kunden proaktiv informiert, baut Vertrauen auf und verhindert, dass sich ein technisches Problem zu einem existenzbedrohenGepaart mit Version Pinning, welches den Reputationsschaden auswächst. verhindert, dass ein automatisches


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Wo Technik und Management zusammenkommen Ein zentrales Governance‑Instrument ist der Ansatz Policy‑as‑Code. Dabei werden Sicherheits‑, Compliance‑ und Governance‑Policies in einer maschinenlesbaren Form (z. B. YAML, Rego, JSON) beschrieben und vollautomatisch in der Pipeline geprüft und durchgesetzt. Wenn Sicherheits-Richtlinien, etwa welche Schwachstellen‑Scores einen Deployment‑Stopp auslösen, welche Abhängigkeiten aus welchen Quellen erlaubt sind oder welche Signaturen als vertrauenswürdig gelten, direkt als Code in der Pipeline hinterlegt werden, entsteht ein lebendiges, versioniertes und überprüfbares internes Regelwerk. Wer im Gegensatz dazu für seine genutzten Komponenten keinen definierten Update-Prozess hat, liefert seine Sicherheit buchstäblich dem Zufall aus und öffnet Supply‑Chain‑Risiken Tür und Tor. Freigabepfade sollten zwingend risikogewichtet sein: Nicht jede Änderung braucht dieselbe Prüftiefe. Änderungen an sicherheitskritischen Komponenten, Build-Konfigurationen oder Deployment-Skripten erfordern erhöhte Aufmerksamkeit. Vier-Augen-Prinzip, signierte Commits und separate Review-Pfade für Pipeline-as-Code, das sind Mechanismen, die das Risiko einer vertrauensbasierten Insider-Kompromittierung (wie im Fall von XZ-Utils) drastisch mindern. Third-Party-Komponenten erfordern besondere Sorgfalt. Open-Source-Bibliotheken mit inaktiven Maintainern, einer schlecht dokumentierten Herkunft oder fehlenden Signaturen

sind Risikoindikatoren, die bereits im Procurement-Prozess sichtbar sein müssen. Die SBOM macht diese Risiken transparent, aber erst ein definierter Prozess für den Umgang mit neuen Erkenntnissen verwandelt Transparenz in echte Resilienz. Die Übersetzung technischer DevSecOps-Praxis in eine verständliche Management-Sprache ist eine zentrale Voraussetzung für das Buy-in des Boards (siehe dazu auch den Beitrag „Business-Case“). Ein CISO, der seinem Vorstand erklären kann: „Unsere Change Failure Rate liegt bei vier Prozent, unser Anteil signierter Artefakte bei 100 Prozent, unsere Time-to-Remediate bei kritischen CVEs unterhalb von 24 Stunden“, hat Security erfolgreich als strategischen Vorteil positioniert. Diese Messbarkeit ist das Herzstück einer reifen Praxis zur Absicherung der SoftwareLieferkette.

Fazit

Was vor wenigen Jahren noch als technische Pflichtübung galt, ist heute ein entscheidender B2B-Differenziator: Wer seine Software-Lieferkette sichtbar im Griff hat, beweist nicht nur Security-Kompetenz, sondern bietet seinen Kunden einen belastbaren Vertrauensvorschuss. Für KMU-Hersteller ist Security längst mehr als reine Compliance: Wer nachweisbar stabile DevSecOpsProzesse, gepflegte SBOMs und klare Governance-Kontrollen vorweisen kann, wird als verlässlicher Partner in kritischen Lieferketten wahrgenommen und bleibt auf den Shortlists, wenn neue Projekte Momentum aufnehmen.


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KMU-Praxis-Kasten Auch ein kleines Security-Team kann sofort loslegen, ohne großes Budget: • SBOM vollautomatisch erzeugen: Die meisten CI/CD-Plattformen unterstützen SBOM-Generierung als Bordmittel oder über herstellerneutrale Open-Source-Werkzeuge. Einmalige Einrichtung, dauerhafter Nutzen. • Dependency-Scanning aktivieren: In bestehenden Build-Pipelines als Schritt ergänzen, CRA-relevante CVE-Alerts entstehen damit ohne Zusatzkosten. • Artefakt-Signierung einführen: Keyless-Signierung über offene Standards ist in einem Workshop-Tag implementierbar und erfordert keine eigene PKI-Infrastruktur. • Mit einer Policy-as-Code-Regel beginnen: Eine einzige Regel, z. B. „kein Deployment ohne SBOM", schafft Sichtbarkeit und legt die Grundlage für weitere Governance-Schritte. Reifegrad-Hinweis: SLSA Level 1 (dokumentierter Build-Prozess, automatische Provenance) ist das realistische Einstiegsziel. Signierung und gehärtete Runner folgen im nächsten Schritt.

KPI- & Reifegrad-Kasten CISOs und Security-Verantwortliche nutzen hauptsächlich fünf Kennzahlen, um Fortschritt in der sicheren Software-Lieferkette gegenüber Geschäftsführung und Auditoren sichtbar zu machen: • Lead Time for Changes (Commit bis Produktiv): misst Pipeline-Effizienz inkl. Security-Gates. (Einstieg: Wochen; Fortgeschritten: Tage; Exzellenz: unter einem Tag) • Change Failure Rate: Anteil fehlerhafter Deployments, direkt aus CI/CD-Logs messbar. Exzellenz-Benchmark: unter 15% • Time-to-Remediate kritischer CVEs: Zeit von CVE-Veröffentlichung bis zu gepatchtem Produktiv-Deployment. Zielwert für Fortgeschrittene: unter 7 Tage. • Anteil signierter Artefakte: Prozentualer Anteil aller Release-Builds mit gültiger kryptographischer Signatur. Ziel: 100%, messbar über die Artefakt-Registry. • SBOM-Abdeckung: Anteil der Produkte/Services mit automatisch generierter, aktueller SBOM im Build. Einstieg: nur Kernsysteme, nach Priorität. Exzellenz: vollständig automatisiert und Vulnerability-verknüpft.

Filipe Pereira Martins ist Experte für strategische IT- und digitale Infrastrukturen mit Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz, Cybersicherheit und Cyber-Verteidigung. Er unterstützt Unternehmen und Institutionen dabei, technologische, wirtschaftliche und regulatorische Entwicklungen in Architektur-, Betriebs- und Transformationsentscheidungen zu übersetzen.


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Regulatorik-Anker Zwei Regelwerke setzen den Rahmen und liefern gleichzeitig das stärkste Argument im Budget-Gespräch: CRA und NIS2. Der Cyber Resilience Act (CRA) verpflichtet Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen ab 11. September 2026 zur Bereitstellung einer maschinenlesbaren SBOM und zur Meldung aktiv ausgenutzter Schwachstellen. Vollgeltung und CE-Kennzeichnung folgen ab 11. Dezember 2027 (Verordnung (EU) 2024/2847). NIS2 gilt in Deutschland seit 6. Dezember 2025 ohne Übergangsfrist und verlangt in Artikel 21 von den regulierten Unternehmen ausdrücklich die Steuerung von Sicherheitsrisiken in der Lieferkette, also auch die Bewertung von Softwarezulieferern. Für CISOs und Mittelständler bedeutet das: Wer SBOM-Generierung und Artefakt-Signierung heute einführt, ist CRA-ready, verkürzt Kunden-Audits und wird zum bevorzugten Zulieferer für NIS2-pflichtige Abnehmer. So wird Compliance zum Türöffner.

90-Tage-Quick-Wins Wer jetzt gerade konkret anfängt, hat in drei Monaten nachweisbare Ergebnisse und eine belastbare Grundlage für ein Kunden-Audit. • Woche 1–2: Pipeline-Inventur, Alle CI/CD-Konfigurationen unter Versionskontrolle, Zugriffe auf Build-Secrets auf das Minimum reduzieren. Bordmittel reichen; ein Workshop-Tag genügt. • Woche 3–4: Dependency-Scanning einschalten, SCA als Pipeline-Schritt ergänzen, Baseline bekannter CVEs dokumentieren, Alert-Schwellwert für kritische Funde definieren. • Monat 2: SBOM-Generierung automatisieren, Für die zwei bis drei wichtigsten Produkte SBOMs automatisch im Build erzeugen und im Artefakt-Repository ablegen. Format (SPDX oder CycloneDX) festlegen. • Monat 3: Erste Artefakt-Signaturen einführen, Release-Builds kryptographisch signieren. Anteil signierter Artefakte als erste messbare KPI etablieren. Next Step beyond 90 days: Provenance-Attestierungen ergänzen und einen internen „Vertrauens-Report" als Vorlage für Kunden-Audits aufbauen .

Anna Kobylinska ist Analystin für strategische Technologien mit Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz, Cybersicherheit, CloudArchitekturen und digitalen Infrastrukturen im transatlantischen Innovationsumfeld


ADVERTORIAL 96


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AGENTEN sichern & Eine Blaupause für Secure Compute


ADVERTORIAL 98

KI IN UNTERNEHMEN IST LÄNGST BEI AUTONOM HANDELNDEN AGENTEN ANGEKOMMEN, DIE WEIT MEHR KÖNNEN ALS NUR AUFGABEN ABZUARBEITEN. SICHERHEIT BASIERT BISLANG VOR ALLEM AUF SICHERHEITSRICHTLINIEN DER MODELLEBENE, DIE DIREKT IN DIE LLMS EINGEBAUT SIND. DOCH AKTUELLE VORFÄLLE BEI HUGGING FACE, META UND MOONSHOT AI ZEIGEN: MODELLGRENZEN ALLEIN REICHEN NICHT MEHR AUS.

UM UNTERNEHMENSUMGEBUNGEN ZU SCHÜTZEN, MUSS DIE CYBERSECURITY-BRANCHE ÜBER DIE MODELLE HINAUSBLICKEN UND DIE INFRASTRUKTUR- SOWIE AUSFÜHRUNGSEBENE ABSICHERN.


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DER FALL “KIMI K3” Der jüngste Kimi K3-Vorfall zeigt die Grenzen von Guardrails auf Modellebene. Zwar handelte es sich nicht um einen autonomen Angriff, doch das Modell nutzte eine Lücke in Containment und Egress-Policy, um unbeabsichtigt eine Benchmark-Lösung von GitHub abzurufen. Shentser sagt: „Die Modelle wurden gebeten, etwas zu tun und sie folgten. Das sollte eigentlich in einer regulierten, vollständig kontrollierten Umgebung geschehen, tat es aber nicht. Es gibt also mehrere Fehlerebenen, doch im Kern bleibt: LLMs sind keine deterministische Software. Man kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht garantieren, dass die Ausgabe exakt dem entspricht, was man erwartet.“

PARADIGMENWECHSEL IN DER COMPUTE-ARCHITEKTUR Die Lösung liegt in einer spezialisierten, isolierten Compute-Ebene auf Hardware-Level, welche die Modellausführung in Echtzeit überwacht. Dieser „Security Core Layer“ würde prüfen, ob die Aktionen des Modells autorisiert sind und mit menschlichen Vorgaben übereinstimmen, bevor sie verarbeitet werden. Die globale Compute-Infrastruktur neu zu gestalten ist ein langfristiges Vorhaben, doch Unternehmen können nicht warten, um ihre aktuellen Deployments abzusichern.

SICHERHEIT IM LAUFENDEN BETRIEB DURCHSETZEN Statt die internen Gewichte des Modells zu „zähmen“, bietet die Singularity™ Platform die Umgebungskontrollen und das Laufzeit-Monitoring, um autonome KI-Systeme einzudämmen und abzusichern.

Liat Shentser,

VP Solutions Engineering bei SentinelOne.


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B ehavioral Monitoring: Singularity erkennt und blockiert anomales Verhalten in Echtzeit. N etwork & API Containment: Teams können konfigurierte Policies durchsetzen, um Verbindungen einzuschränken. D LP & Identity Protection: Granulare Kontrollen minimieren das Risiko unautorisierten Datenzugriffs. A I Security & Governance: Schatten-Agent-Deployments automatisch erkennen und MCP-Aktivitäten kartieren, indem Entwickler und Agents abgesichert werden.

AUTONOME KI JETZT ABSICHERN Der Übergang zu autonomen KI-Agenten hat die Grenzen klassischer Sicherheitsmodelle offengelegt. Die langfristige Lösung liegt in einer grundlegenden Neugestaltung der Compute-Architektur mit hardwarebasierten Security Cores. Bis dahin sorgen robuste, verhaltensbasierte Sicherheitsplattformen wie SentinelOne dafür, dass Unternehmen autonome KI sicher, kontrolliert und geschützt einsetzen können.

www.sentinelone.com/de


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PRIVACY BY DESIGN

BELEGBARER DATENSCHUTZ BRINGT MEHR UND ZUFRIEDENERE KUNDEN IN DEUTSCHLAND AKZEPTIEREN FAST DREI VIERTEL DER VERBRAUCHER EINEN AUFSCHLAG VON 9 PROZENT, WENN EIN ANBIETER OFFENLEGT, WOFÜR ER KUNDENDATEN IN KI-SYSTEME GIBT. PRIVACY BY DESIGN UND PRIVACY BY DEFAULT STEHEN DAFÜR IN ART. 25 DSGVO, AB DEM 02.08.2026 VERLANGT DIE KI-VERORDNUNG DIESELBE OFFENHEIT. WIR ZEIGEN, WELCHE SICHTBAREN BELEGE KUNDEN ÜBERZEUGEN, WELCHE ZAHLEN DEN NUTZEN GEGENÜBER DER GESCHÄFTSFÜHRUNG NACHWEISEN UND WARUM WENIGER DATENFELDER DIE BEDIENUNG ANGENEHMER MACHEN.


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atenschutz gilt in vielen Unternehmen als Kostenstelle mit Vetorecht. Der Datenschutzbeauftragte prüft am Ende, das Produktteam rechnet mit Verzögerung, das Marketing schweigt zum Datenumgang. Die Reihenfolge kostet Geld an zwei Stellen, in der Entwicklung durch nachträgliche Umbauten an Formularen und Einwilligungslogik und im Vertrieb durch Argumente, die niemand einsetzt, obwohl sie belegt sind und im Einkauf des Kunden ohnehin abgefragt werden. Die Zahlen aus dem Jahr 2026 zeigen ein anderes Bild. Kunden treffen Kaufentscheidungen anhand des Datenumgangs, Unternehmen messen den Nutzen ihrer Investitionen in Datenschutz, und die Regulierung liefert seit August 2026 eine gemeinsame Klammer für Transparenz über Daten und für die Kennzeichnung von KI.

Kunden zahlen für nachvollziehbare Datennutzung Die Zahlungsbereitschaft lässt sich beziffern. Nach der Studie State of Digital Trust 2026, beauftragt von Usercentrics und durchgeführt von Sapio Research im März 2026, akzeptieren weltweit mehr als die Hälfte der Befragten einen Aufpreis von durchschnittlich 7 Prozent bei Anbietern, die offenlegen, wofür Kundendaten in KI-Systeme fließen. In Deutschland steigt der Anteil auf 73 Prozent und der akzeptierte Aufschlag auf 9 Prozent, der höchste Wert unter den sieben untersuchten Märkten. Die Erhebung umfasst 11.000 Verbraucher. Die Gegenrichtung ist ebenso beziffert. Fast die Hälfte der Befragten haben binnen sechs Monaten mindestens eine Entscheidung mit direkter Umsatzwirkung getroffen, sie haben ein Abonnement gekündigt, den Anbieter gewechselt oder ihre Ausgaben reduziert. Mehr als ein Drittel nennen zwei oder mehr dieser Schritte. Für einen Anbieter mit einer Million Kunden ergibt die Hochrechnung des Auftraggebers einen sechsstelligen Bereich an kaufrelevanten Entscheidungen pro Halbjahr, zumindest laut dieser Studie. Erfahrungen im Markt bestätigen diesen Trend aber deutlich. Für den Vertrieb ergibt sich daraus eine schlichte Rechnung. Ein Kunde, der einen Anbieter aus Datenschutzgründen verlässt, kommt selten zurück, und die Gewinnung eines Ersatzkunden kostet ein Vielfaches der Bindung, was den Datenumgang in dieselbe Kategorie rückt wie Lieferzeit, Preis und Servicequalität.


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Datenschutz gehört in die Entwurfsphase Art. 25 DSGVO fordert in Absatz 1 Privacy by Design, in Absatz 2 datenschutzfreundliche Voreinstellungen und nennt in Absatz 3 die Zertifizierung nach Art. 42 als Nachweis. Bild: Thomas Joos KI-generiert

Art. 25 DSGVO verlangt zwei Dinge, die im Sprachgebrauch oft zusammenfallen und rechtlich getrennt sind. Absatz 1 steht für Privacy by Design, im Gesetzestext Datenschutz durch Technikgestaltung. Technische und organisatorische Vorkehrungen greifen bereits bei der Wahl der Verarbeitungsmittel, lange vor dem fertigen Produkt. Absatz 2 steht für Privacy by Default, im Gesetzestext datenschutzfreundliche Voreinstellungen. Ohne Zutun des Kunden verarbeitet ein System nur die Daten, die der jeweilige Zweck verlangt. Absatz 3 nennt eine genehmigte Zertifizierung nach Art. 42 DSGVO als Nachweis für beides, ein Instrument, das im Mittelstand selten genutzt wird, obwohl es dem Vertrieb genau den Beleg von dritter Seite liefert, den Einkaufsabteilungen in ihren Fragebögen abfragen. In der Produktentwicklung bedeutet das eine überschaubare Liste von Entscheidungen. Jedes Formularfeld braucht eine Begründung aus dem Zweck. Jede Voreinstellung startet auf der datensparsamen Seite. Jede Auswertung, die ohne Personenbezug funktioniert, arbeitet ohne Personenbezug. Alle drei Regeln senken den Aufwand an Einwilligungen, denn eine Verarbeitung, die für die Vertragserfüllung erforderlich ist, braucht kein Banner.

Nach der Prüfung auf Zweckbezug bleiben vier Pflichtfelder, die Bestellung läuft als Gast, die Häkchen sind leer und die Löschfristen stehen im Formular. Bild: Thomas Joos / KI-generiert


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Das Bestellformular verlangt elf Pflichtfelder, ein Kundenkonto und liefert zwei vorbelegte Häkchen aus. Bild: Thomas Joos / KI-generiert

Genau hier liegt der Zusammenhang zur Nutzerführung. ConsentBanner sind die Folge von Verarbeitungen, die über den erforderlichen Zweck hinausgehen. Ein Onlineshop mit drei statt zwölf Trackern kommt mit einer kürzeren Auswahl im Dialog aus, die Zustimmungsrate steigt messbar, die verbleibenden Einwilligungen halten einer Prüfung durch die Aufsichtsbehörde stand, und das Marketing verliert dabei weniger Daten als befürchtet. Denn abgelehnt wurden vorher ohnehin die meisten Zwecke. Der umgekehrte Weg zeigt sich bei Browsern, die generative KI-Funktionen vorinstalliert und aktiv ausliefern, aus Kundensicht ist eine solche Voreinstellung eine Entscheidung gegen die Datensparsamkeit, getroffen vom Hersteller und nicht vom Anwender. Privacy by Default zeigt sich an Entscheidungen, die der Kunde unmittelbar bemerkt. Eine Bestellung läuft ohne Kundenkonto durch, das Konto bleibt ein Angebot für Wiederkäufer. Angaben zu Geburtsdatum und Telefonnummer erscheinen nach dem Kauf, im Bestellformular stehen sie nicht. Das Häkchen für den Newsletter kommt leer aus dem System. Auswertungen zur Nutzung laufen ohne Kennung, solange die Fragestellung das zulässt. Die Löschung des Kontos steht als Funktion im Konto selbst, mit Bestätigung und Frist. Jede dieser Entscheidungen verkürzt Formulare und Dialoge, und genau daran misst der Kunde die Bedienbarkeit eines Angebots. Der Effekt lässt sich ablesen, in der Abbruchrate des Bestellformulars und in der Zahl der Supportanfragen zu Löschung und Auskunft.


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Aus Projekten kommt eine Beobachtung, die sich kaum verallgemeinern lässt und trotzdem regelmäßig auftritt. Der Datenschutzbeauftragte wird eingebunden, wenn die Oberfläche steht und der Termin für den Marktstart bereits kommuniziert ist. Jede Korrektur an Formularen, Tracking und Einwilligungslogik kostet dann Entwicklungszeit, die im Sprint niemand eingeplant hat.

Trust-Signale brauchen Belege Sichtbarer Datenschutz beginnt dort, wo der Kunde eine Entscheidung trifft. Mehrere Elemente lassen sich ohne Projektbudget umsetzen.

Datenschutzerklärung in Klartext, Löschfristen am Feld und Zertifikat mit Prüfstelle wirken an jeweils einer anderen Station des Kaufprozesses. Bild: Thomas Joos / KI-generiert

• Datenschutzerklärung in Klartext: eine verständliche Fassung oberhalb des juristischen Volltextes, verlinkt an jedem Formular, nicht nur im Footer. • Serverstandort und Auftragsverarbeiter: die Liste der eingesetzten Dienstleister mit Verarbeitungsort, abrufbar ohne Anfrage. • Löschfristen benennen: konkrete Angaben in Tagen oder Monaten pro Datenart, sichtbar am Punkt der Erhebung. • Zertifikate mit Prüfstelle und Gültigkeit, dazu der Prüfumfang. Ein Siegel ohne Datum wirkt als Behauptung. • Ein benannter Kontakt für Auskunft und Löschung, mit Reaktionszeit statt Formularschleife. Der Umkehrschluss gilt ebenso. Ein Versprechen ohne Beleg richtet Schaden an, sobald die Praxis davon abweicht, und der Schaden wird bei der Marke verursacht, die so agiert. Nutzergruppen prüfen Aussagen zum Datenumgang selbst, ein unbemerkter Umbau der Datenschutzerklärung erreicht binnen Stunden die


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Fachöffentlichkeit. Frank Heisel, CEO von RISK IDENT, formuliert die Chancenseite zur Data Privacy Week 2026 mit dem Satz „Die DSGVO ist kein Wettbewerbsnachteil, sie ist ein Qualitätsversprechen“. Das Versprechen hält nur, solange es überprüfbar bleibt.

DSGVO und KI-Verordnung bedienen dasselbe Kundensignal Seit dem 02.08.2026 gelten die Transparenzpflichten aus Art. 50 der KI-Verordnung. Vier Fälle sind erfasst. Systeme im Dialog mit Personen legen offen, dass die Antwort von einer Maschine stammt. Synthetische Inhalte in Bild, Ton, Video und Text erhalten eine maschinenlesbare Kennzeichnung. Beim Einsatz von Emotionserkennung oder biometrischer Kategorisierung werden die betroffenen Personen informiert. Deepfakes und maschinell erzeugte Texte zu Themen von öffentlichem Interesse werden als solche ausgewiesen. Die Pflichten treffen den Chatbot im Kundenservice ebenso wie den maschinell erzeugten Produkttext im Shop, und sie gelten unabhängig davon, ob ein Unternehmen sich selbst als Anbieter oder als Anwender von KI versteht. Der Zeitplan hat sich im Frühjahr 2026 verschoben, allerdings an anderer Stelle. Das Europäische Parlament hat den Digital Omnibus on AI am 16.06.2026 angenommen, der Rat hat am 29.06.2026 endgültig zugestimmt. Die Pflichten für eigenständige Hochrisiko-Systeme nach Anhang III rücken damit auf den 02.12.2027, für in Produkte eingebettete Systeme auf den 02.08.2028. Art. 50 bleibt davon unberührt. Eine einzige Erleichterung betrifft die maschinenlesbare Kennzeichnung nach Absatz 2, für Systeme, die vor dem 02.08.2026 auf dem Markt waren, läuft eine Frist bis zum 02.12.2026. Die Transparenzpflichten aus Art. 50 der KI-Verordnung gelten ab dem 02.08.2026, die Kennzeichnung von Bestandssystemen ab dem 02.12.2026 und die HochrisikoPflichten erst ab Dezember 2027 und August 2028. Bild: Thomas Joos / KI-generiert


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Für die Umsetzung ergibt sich daraus ein gemeinsames Vorgehen statt zweier Projekte. Beide Regelwerke verlangen dieselbe Grundlage, nämlich ein Verzeichnis der Verarbeitungen und der eingesetzten Systeme. Beide verlangen eine Aussage gegenüber der betroffenen Person, in verständlicher Sprache und an der Stelle der Interaktion. Beide akzeptieren Nachweise, die aus dem laufenden Betrieb stammen. Ein Unternehmen, das seine Datenschutzhinweise ohnehin überarbeitet, ergänzt die Angaben zur KI-Nutzung im selben Zug und spart die zweite Abstimmungsrunde mit Rechtsabteilung, Agentur und Redaktion. Eine Person, die auf einer Website Kontakt aufnimmt, will wissen, ob am anderen Ende ein Mensch antwortet und was mit dem Gesprächsverlauf passiert. Beide Antworten stehen in einem Satz nebeneinander.

Der Nutzen lässt sich messen Cisco veröffentlicht jährlich die Data and Privacy Benchmark Study. Die Ausgabe vom 26.01.2026 stützt sich auf 5.200 Befragte aus IT und Sicherheit in zwölf Märkten. Nahezu alle Organisationen berichten mindestens einen messbaren Nutzen aus ihren Datenschutzinvestitionen, genannt werden Beweglichkeit, Innovationstempo und Kundenbindung. 90 Prozent haben ihr Datenschutzprogramm wegen KI ausgeweitet, 93 Prozent planen weitere Investitionen. Die Hälfte der Befragten nennen verständliche Information darüber, welche Daten erhoben und wie sie genutzt werden, als wirksamste Einzelmaßnahme für Kundenvertrauen. Der Datenschutzbeauftragte braucht für die Geschäftsführung Kennzahlen aus dem eigenen Haus, und mehrere davon liegen in jedem Unternehmen bereits vor. Die Zustimmungsrate im Einwilligungsdialog zeigt, ob die Datenerhebung nachvollziehbar wirkt, die Abbruchrate im Formular zeigt, ob die Zahl der Pflichtfelder zumutbar bleibt. Die Dauer vom Erstkontakt bis zum Vertrag zeigt, wie lange Sicherheits- und Datenschutzfragen den Abschluss aufhalten.


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Ein datensparsames Produkt mit wenigen Feldern und leeren Voreinstellungen hebt die Zustimmungsrate, senkt die Abbruchrate und verkürzt die Zeit bis zum Vertragsabschluss. Bild: Thomas Joos / KI-generiert

Für die Selbstverortung existieren externe Raster. Veeam hat im Frühjahr 2026 ein Modell für Daten- und KI-Vertrauen vorgestellt, das auf einer Befragung von über 300 Führungskräften aufsetzt. Ein Ergebnis daraus ist allerdings alarmierend. Rund 80 Prozent der Befragten halten sich für fähig, KI sicher zu skalieren, nur rund jedes dritte Unternehmen legt nach eigener Einschätzung umfassende Prüfnachweise sofort vor. Die Lücke zwischen Selbsteinschätzung und Belegbarkeit beschreibt das Risiko einer Datenschutzkommunikation ohne Substanz.

Datenschutz, Produkt und Marketing arbeiten am selben Artefakt

Die Zusammenarbeit scheitert oft an der Reihenfolge. Ein sinnvoller Ablauf bindet den Datenschutzbeauftragten an drei Punkten ein. Beim Zuschnitt eines Vorhabens klärt er, welche Daten der Zweck verlangt und welche Verarbeitungen ohne Einwilligung möglich sind. Beim Entwurf der Oberfläche prüft er Formularfelder, Voreinstellungen und die Formulierung der Hinweise, und zwar an denselben Wireframes, mit denen auch das Produktteam arbeitet, damit aus der Prüfung eine Anmerkung im Entwurf wird und keine Änderungsanforderung nach dem Codefreeze. Vor dem Marktstart liefert er die Aussagen, die Vertrieb und Marketing verwenden dürfen, mit Beleg und Gültigkeitsdatum. Der letzte Punkt wird unterschätzt. Marketingtexte über Datenschutz scheitern häufig daran, dass niemand die belastbare Formulierung kennt. Der Satz "Daten werden in Deutschland verarbeitet" ist prüfbar und stark, der Satz "höchste Sicherheitsstandards" ist keines von beidem. Produktteams profitieren von einer zweiten Gewohnheit. Jede neue Datenart be-


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kommt bei der Aufnahme in das Verarbeitungsverzeichnis eine Löschfrist und einen Verantwortlichen. Das dauert wenige Minuten und erspart später die Rekonstruktion, welche Tabelle wozu befüllt wurde, eine Arbeit, die erfahrungsgemäß mehrere Tage bindet, sobald das ursprüngliche Entwicklungsteam nicht mehr im Haus ist. Bei einer Anfrage nach Art. 15 DSGVO entscheidet diese Vorarbeit über Stunden oder Tage Bearbeitungszeit.

Der Widerspruch im Kundenverhalten ist ein Gestaltungsauftrag Gegen die These vom Datenschutz als Verkaufsargument steht ein bekannter Einwand. Kunden nennen Datenschutz wichtig und klicken trotzdem jedes Banner weg. Das Verhalten lässt sich als Widerspruch lesen oder als Resignation. Die zweite Lesart passt besser zu den Daten, denn die Zahl der Einwilligungsabfragen pro Tag ist so hoch, dass eine bewusste Einzelentscheidung praktisch ausscheidet, und ein Anbieter, der aus diesem Wegklicken auf Gleichgültigkeit schließt, verwechselt eine Gestaltungsentscheidung mit einer Kundenpräferenz. Zwischen drei Klicks und dem Weiterlesen fällt die Wahl auf das Weiterlesen, unabhängig von der Haltung. Die Konsequenz verschiebt die Verantwortung. Solange Kunden keine echte Wahl haben, sagt ihr Klickverhalten nichts über ihre Präferenz. Sobald eine Alternative sichtbar wird, ändert sich das Bild schnell. Nach Auswertungen von App-Daten stiegen die Installationen von DuckDuckGo in den USA im Mai 2026 im Wochenvergleich um durchschnittlich fast ein Fünftel, in der Spitze um fast ein Drittel, ausgelöst durch die nicht abwählbare KI-Suche eines großen Anbieters. Eine erzwungene Voreinstellung hat hier innerhalb weniger Tage Marktanteile bewegt. Für Anbieter folgt daraus die Gestaltungsaufgabe. Weniger Abfragen, ehrliche Voreinstellungen und eine Erläuterung in gewöhnlichen Worten schaffen die Wahlmöglichkeit, deren Fehlen die Resignation überhaupt erst hervorruft. Das ist ein Produktargument mit messbarer Wirkung auf Zustimmungsraten und Abbrüche.


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FAZIT

Datenschutz wirkt als Verkaufsargument, sobald er im Produkt sitzt und belegbar bleibt. Art. 25 DSGVO liefert die Konstruktionsregel, Art. 50 der KI-Verordnung seit dem 02.08.2026 die Kennzeichnungspflicht, und beide bedienen dieselbe Kundenfrage nach Nachvollziehbarkeit. Die Wirkung zeigt sich in Zustimmungsraten, in Abbruchquoten der Formulare und in der Dauer bis zum Vertragsabschluss, also in Werten, die Vertrieb und Produktteam ohnehin beobachten und die sich ohne zusätzliches Werkzeug nach Zweck und Datenart aufschlüsseln lassen.

KPI & Reifegrad • Zustimmungsrate im Einwilligungsdialog: Anteil aktiver Zustimmungen, getrennt nach Zweck. Steigende Werte bei sinkender Zahl der Abfragen deuten auf nachvollziehbare Erhebung. • Die Abbruchrate im Formular wird pro Feld ausgewertet, die Zielrichtung ist fallend. Jedes Pflichtfeld ohne Zweckbezug wird gestrichen. • Dauer vom Erstkontakt bis zum Vertrag, gemessen an Abschlüssen mit Sicherheitsprüfung durch den Kunden. Kürzere Zyklen belegen den Vertriebsnutzen. • Auskunfts- und Löschanfragen pro tausend Kunden, dazu die durchschnittliche Bearbeitungszeit in Tagen. • Weiterempfehlungsbereitschaft, erhoben mit einer Zusatzfrage zum Datenumgang. Zur Selbstverortung dienen drei Stufen. Einstieg bedeutet ein gepflegtes Verarbeitungsver zeichnis mit Löschfristen. Fortgeschritten bedeutet Datenschutzprüfung im Entwurf jedes Vorhabens und belegte Aussagen für den Vertrieb. Exzellenz bedeutet eine Zertifizierung nach Art. 42 DSGVO und laufende Auswertung.

KMU-Praxis Ein Team ohne eigene Datenschutzabteilung beginnt bei den Feldern, die es selbst erhebt. • Formulare kürzen: Jedes Feld ohne Zweckbezug wird gestrichen. Das reduziert Aufwand und Abbrüche zugleich. • Tracking prüfen: Vorhandene Werkzeuge werden gezählt, nicht benötigte abgeschaltet. Weniger Dienste bedeuten kürzere Einwilligungsdialoge. • Die Datenschutzerklärung bekommt eine verständliche Kurzfassung von einer Seite, verlinkt an jedem Formular. • Löschfristen festhalten: Je Datenart eine Frist in Tagen oder Monaten, dokumentiert im Verarbeitungsverzeichnis. • Serverstandort und eingesetzte Dienstleister werden auf der Website genannt. Das kostet eine Stunde und beantwortet die häufigste Rückfrage aus dem Vertrieb. Eine Zertifizierung lohnt sich erst, wenn Kunden sie im Einkauf verlangen. Bis dahin wirken Klartext und Erreichbarkeit stärker als jedes Siegel.


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90-Tage-Quick-Wins 1. Bestandsaufnahme aller Datenerhebungen im Kundenkontakt, von Formularen über Newsletter bis zum Chatbot. Ein Arbeitstag im Workshop reicht für den ersten Durchgang. 2. Einwilligungsdialoge reduzieren, indem nicht benötigte Dienste abgeschaltet werden. Die Zustimmungsrate vor und nach der Änderung wird gemessen. 3. KI-Einsatz im Kundenkontakt kennzeichnen, denn seit dem 02.08.2026 ist die Angabe Pflicht. Ein Satz im Chatfenster genügt für den Anfang. 4. Belegbare Aussagen für Vertrieb und Marketing zusammenstellen, jeweils mit Quelle und Gültigkeitsdatum. 5. Auskunfts- und Löschprozess testen, mit einer Probeanfrage aus dem eigenen Team und gestoppter Bearbeitungszeit. Nach den ersten 90 Tagen folgt die Verankerung im Entwicklungsprozess. Jedes neue Vorhaben bekommt vor dem Entwurf eine kurze Datenschutzbetrachtung mit Zweck, Datenarten und Löschfrist.

Regulatorik-Anker Art. 25 DSGVO verlangt Datenschutz durch Technikgestaltung und datenschutzfreundliche Voreinstellungen. Absatz 3 nennt eine genehmigte Zertifizierung nach Art. 42 DSGVO als Nachweis, ein Beleg, der sich im Vertrieb einsetzen lässt. Seit dem 02.08.2026 gelten zusätzlich die Transparenzpflichten aus Art. 50 der KI-Verordnung. Chatbots legen offen, dass eine Maschine antwortet, synthetische Inhalte werden maschinenlesbar gekennzeichnet, für Systeme vom Markt vor diesem Stichtag läuft die Kennzeichnungsfrist bis zum 02.12.2026. Die Pflichten für Hochrisiko-Systeme nach Anhang III haben Parlament und Rat im Juni 2026 auf den 02.12.2027 verschoben, eingebettete Systeme folgen am 02.08.2028. Für die Praxis bedeutet das eine gemeinsame Grundlage aus einem Verzeichnis der Verarbeitungen und einer verständlichen Aussage an der Stelle der Interaktion.

Thomas Joos ist ein deutscher IT-Experte, Autor und freiberuflicher Journalist mit über 30 Jahren Berufserfahrung. Seine Expertise umfasst unter anderem Microsoft-Produkte, Netzwerksicherheit, Cloud-Technologien, Virtualisierung, Big Data, Unternehmensanwendungen, SAP, Datenanalyse, Blockchain, Security und Künstliche Intelligenz. Er hat weit über 100 Fachbücher sowie mehrere tausend Fachartikel verfasst.


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DAS RISIKO AUTONOMER

OHNE LAUFZEITKONTROLLE NICHTS BEWEGT SICH HEUTE SCHNELLER ALS KI. WÄHREND WIR NOCH AN PROMPTS FEILTEN, WANDELTE SICH DIE TECHNOLOGIE LEISE VOM BEANTWORTEN ZUM AUSFÜHREN.


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Zwei Jahre lang drehte sich die Debatte um Chatbots – reaktive Tools für Meeting-Notizen und Folien. Das größte Risiko war eine Halluzination oder ein geleakter Prompt. Doch das war nur die Aufwärmrunde. Wir sind im Zeitalter autonomer KI-Agenten angekommen. Diese Identitäten antworten nicht nur, sie handeln: Sie fragen Datenbanken ab, stoßen Workflows an, aktualisieren CRM-Daten, initiieren Freigaben und orchestrieren Prozesse über SaaS- und Cloud-Umgebungen hinweg.

Das Paradox: Handeln ist Vorteil – und Risiko Der Wettbewerbsvorteil eines Agenten liegt gerade darin, ohne menschlichen Eingriff zu handeln. Damit verschiebt sich das Sicherheitsproblem von Fehlinformation zu unautorisierter Ausführung. Wer autonome Agenten wie Chatbots behandelt, übersieht eine kritische Governance-Lücke. Ein Sicherheitssystem, das nur beobachtet und alarmiert, kommt zu spät: Während ein Mensch eine Warnung liest, hat ein Agent längst tausend API-Aufrufe ausgeführt. Nötig ist ein System, das mit dem Agenten Schritt halten kann.

Doppeltes Risiko: Angreifer und außer Kontrolle geratene Agenten Die externe Bedrohung: Cyberakteure warten nicht, bis Unternehmen ihre Agenten absichern. Sie nutzen selbst KI, um Zugangsdaten zu missbrauchen oder Workflows zu manipulieren. Mit KI-gestützten Angriffen auf Basis fortschrittlicher Reasoning-Modelle (z. B. Anthropics Mythos) zählen 0-Days kaum noch: Modelle analysieren Codebasen, entdecken Schwachstellen live und verketten sie in Minuten zu Exploits. Agenten nutzen Service-Principals, delegierte Rechte, API-Keys, Tokens und nicht-menschliche Identitäten. Kompromittiert werden sie zu mächtigen Angriffswerkzeugen, die sensible Systeme erreichen und Aktionen in Maschinengeschwindigkeit ausführen können. Laut Gartner werden bis 2029 über 50 % der erfolgreichen Cyberangriffe auf KI-Agenten Zugriffskontroll-Schwächen ausnutzen. Das ist kein Prompt-Injection-, sondern ein Identitätsproblem. Die interne Bedrohung: Auch ohne Angreifer drohen Schäden. Überprivilegierter Zugriff, unklare Zuständigkeiten, fehlendes Lifecycle-Management und fehlende Leitplanken schaffen Risiko von Grund auf. Ein falsch konfigu-


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rierter Agent kann Daten offenlegen oder Workflows auslösen, die den Betrieb stören. Je autonomer die Agenten, desto größer die Gefahr – Agenten-Ökosysteme werden zu „Black Boxes".

Identität zur Laufzeit: Der neue Angriffspfad Das ist kein Problem für morgen. „Agent Sprawl" passiert bereits jetzt. Laut dem Microsoft Cyber Pulse Report 2026 setzen über 80 % der Fortune-500-Unternehmen aktive Agenten ein. Doch die meisten können Grundfragen nicht beantworten: Wie viele Agenten laufen? Wer besitzt sie? Worauf greifen sie zu? Ließen sie sich in Echtzeit stoppen? Klassische, detektionsbasierte Tools melden Datenabflüsse oft erst Minuten später – in der Welt autonomer KI eine Ewigkeit. Identität ist der letzte verbliebene Perimeter. Sicherheit muss von der Beobachtung in den Ausführungspfad selbst vordringen: eine Kontrollebene, die das Handlungsrecht eines Agenten zur Laufzeit steuert. Die Zukunft gehört den autonomen Systemen – aber nur den Unternehmen, die sie kontrollieren, bevor der erste API-Call erfolgt.

www.silverfort.com/de


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HUMAN RISK MANAGEMENT

Von der

Irrfahrt

zum messbaren


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Fortschritt Autor: Dr. Wilhelm Greiner

Es war wohl das erfolgreichste Social-Engineering-Manöver der Geschichte: Trojas Mauern hatten der griechischen Militärmacht zehn Jahre lang getrotzt. Doch dann stand da dieses Holzpferd, und die Verteidiger klickten auf „Enable Content“. Eine ausgereifte Security-Kultur im Unternehmen kann helfen, derlei Fehler zu vermeiden. Human Risk Management (HRM) ermöglicht Fortschritte in diese Richtung und fasst sie in Messwerte.


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Seit alters her folgten Awareness-Aktivitäten einer simplen Dramaturgie: Beschäftigte absolvieren jährlich eine Online-Schulung, bekommen bei bestandenem Test ein Compliance-Häkchen in der Personalakte, fertig. So ist dem Kleingedruckten der Cyberversicherung genüge getan, ebenso NIS 2 sowie (in der Finanzbranche) DORA, und man lehnt sich im wohligen Bewusstsein zurück, seine Pflicht erfüllt zu haben. Doch der Erfolg dieses Vorgehens ist ein Mythos. Den epischen Fehler benennt Dr. Martin J. Krämer, CISO Advisor bei KnowBe4: „Die klassische Awareness-Logik hörte mit der Wissensvermittlung auf.“ Wissen, so die unbequeme Erkenntnis aus der Lernpsychologie, ist flüchtiger als so manches Fabelwesen, zudem bestimmt es nicht zwangsläufig unser Handeln. Und weil der Ablauf keine Metriken für tatsächliches Verhalten kennt, bleibt die Gefahrenlage im Dunkel. Der Klassiker mythischer Metriken: die Klickrate in Phishing-Simulationen. Sie fühlt sich so griffig an, ergibt schmucke Balkendiagramme – und taugt als alleiniger Indikator für verinnerlichtes sicheres Verhalten doch wenig. Denn die Simulation vermengt Training und Test. „Sämtliche Messzahlen sind immer nur eine Momentaufnahme“, sagt Margarita Schmidt, Customer Success Managerin bei G DATA CyberDefense. „Wenn die Testmails sich verändern und präziser zum jeweiligen Unternehmenskontext passen, ist auch wieder eine Zunahme der Zahlen denkbar.“ Die Klickrate ist ein Sirenengesang: verlockend, doch wer darauf hört, läuft in die Falle.

VERHALTEN STATT WISSEN Human Risk Management erzählt die Geschichte neu. HRM fragt nicht nach Compliance, sondern: „Welches Verhalten trägt wie zum Risiko bei und wie lässt es sich positiv beeinflussen?“ Nur wer das weiß, kann gezielt handeln und Beschäftigte sensibilisieren. „Geschultes Personal und eine sensibilisierte Belegschaft sind genauso relevant wie technische Maßnahmen“, mahnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Security müsse Teil der Unternehmenskultur sein. Ein wichtiger Baustein: eine positive Fehlerkultur, damit Mitarbeitende sich nicht scheuen, Vorfälle zügig zu melden. Doch die Reise zur Security-Kultur kann sich als wahre Odyssee erweisen. Um nicht vom Kurs abzukommen, wertet HRM Awareness-, Verhaltens- und Einstellungsdaten aus. Bei Awareness sind das z.B. Trainingsabschlüsse, Quiz- und Testergebnisse, Abschlusstempo, Wiederholungsrate und Zertifizierungen.


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Die ENISA empfiehlt für Awareness-Kampagnen ein Vorgehen in acht Schritten. Bildquelle: ENISA/BSI

Zu den Verhaltensparametern zählen das Abschneiden bei Phishing-Simulationen (ja, das bleibt als Faktor erhalten), Passworthygiene und MFA-Nutzung, zudem die Meldequote echter verdächtiger E-Mails und die Meldegeschwindigkeit. HRM, so Dr. Christian Reinhardt, Director Human Risk Management bei SoSafe, reduziere z.B. den Verlust von Anmeldedaten innerhalb des ersten Jahres um 60 bis 90 Prozent. In puncto Security-Kultur wiederum setzt HRM auf Indikatoren wie die Teilnahme an freiwilligen Angeboten oder das Kommunikationsverhalten, etwa: Wie viele Beschäftigte folgen dem Awareness-Team im hauseigenen Social Network? Aus Datenschutzgründen lassen sich solche Auswertungen auf Teamebene begrenzen.

SCORE STATT SIMULATIONS-KLICKRATE Den Erfolg veranschaulichen HRM-Anbieter mittels Scores (Auswertungen). Der eine nutzt einen „PPP“-Wert (Phish-Prone Percentage), also den Prozentsatz der Mitarbeitenden, die wahrscheinlich auf einen Phishing-Angriff hereinfallen. Ein anderer bildet aus Werten zu Awareness, Verhalten und Unternehmenskultur einen „Human Security Index“. Ein Dashboard gibt Auskunft über den Reiseverlauf und gefährliche Untiefen. Es zeigt Fortschritte sowie – auch das kennen wir von Odysseus und seinen Kollegen – Rückschläge.


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Beim PPP-Score (dem Anteil von Beschäftigten, die wahrscheinlich auf Phishing hereinfallen) schneiden europäische KMUs ohne Awareness-Training besser ab als größere Unternehmen. Bei allen Unternehmensgrößen verbessert sich der Score aber durch HRM-Maßnahmen im Laufe weniger Monate deutlich. Bild: KnowBe4

Wichtig ist die Entwicklung des Verhaltens über die Zeit. Laut einem Bericht liegt der europäische PPP-Durchschnitt ohne Schulung bei 31,1 Prozent, nach 90 Tagen Training bei 21,4 und nach einem Jahr bei lediglich 5,4 Prozent – ein relativer Rückgang um 83 Prozent. KMUs (bis 249 Mitarbeitende) schneiden sogar noch besser ab. Hier sind wohl Zusammenhalt und Verantwortungsbewusstsein höher als im Konzern. Laut IBMs „Cost of a Data Breach Report“ 2026 liegt die durchschnittliche Schadenshöhe durch einen Sicherheitsvorfall mit Datenverlust bei 4,99 Millionen Dollar. Die Kosten eines Vorfalls beziffert IBM mit 1.100 Dollar pro Stunde. Aufmerksame Beschäftigte, die Vorfälle schnell melden, sparen also bares Geld. Das sind Zahlen, die der Chef versteht. Denn der will nichts über Klickraten lesen, sondern über Euro. Doch so nützlich solche Zahlen sind: Der Gewinn zeigt sich oft vor allem in Kleinigkeiten. So berichtete ein Unternehmen, im Haus hätten sich Helpdesk-Meldungen vom zaghaften „Ist das ein Phishing-Versuch?“ gewandelt zum selbstbewussten „Diese Mail ist ein Phishing-Versuch.“ Da lacht dem HRM-Steuermann das Herz.

EIN PROGRAMM BAUEN, DAS TRÄGT

Wie strukturiert man diese Reise, damit sie nicht zur Irrfahrt Homer’schen Ausmaßes gerät? Der Einstieg: eine erste Phishing-Simulation zur Standortbestimmung. Für das weitere Vorgehen liefert das BSI mit dem Cyber-Awareness-Programm in 8 Schritten der EU-Behörde ENISA eine kostenlose Seekarte.


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Zum Start gilt es, die Sensibilisierungsziele festzuzurren. ENISA und BSI raten zu Informationshäppchen mit Gamification und Infotainment (spielerischen bzw. unterhaltsamen Elemente) sowie zu simplen Meldewegen. Wie Microsoft und Google, so nutzen auch HRM-Anbieter Melde-Buttons, die sich in E-Mail-Clients integrieren. Das ist kein Gimmick, sondern angewandtes „Nudging“, soll Menschen also unaufdringlich zum richtigen Tun verleiten. Denn wer jede suspekte Nachricht manuell an den Helpdesk weiterleiten muss, meldet seltener, als wer nur einen Button anzuklicken braucht. Praxisnähe schlägt Appell.

Neben Mikro-Lerneinheiten im Alltag können regelmäßige umfangreichere Awareness-Schulungen das Sicherheitsbewusstsein steigern helfen. Hier bieten sich Infotainment- und mit Gamification-Elemente an (im Bild ein Serious Game im Feldversuch bei der TH Wildau). Bild: Technische Hochschule Wildau

Krämer empfiehlt folgende Gewichtung: 60 Prozent Umgebungsgestaltung durch Prozesse und Richtlinien, 30 Prozent Training, zehn Prozent technische Kontrollen. Dazu wöchentliche Zwei- bis Drei-Minuten-Schulungen, monatlich längere Trainings sowie Coachings genau dann, wenn jemand in eine Fehlerfalle getappt und deshalb am ehesten lernbereit ist. Rollen mit hohem Risikoniveau – Finanzbuchhaltung, Personalabteilung etc. – erfordern mehr Aufmerksamkeit als das Gros der Belegschaft. Patricia Ciecierski, E-Learning-Managerin bei G DATA, verweist auf einen starken Motivationshebel: „Security-Awareness-Trainings, die den privaten Nutzen adressieren, erzielen deutlich höhere Akzeptanz.“ Denn die Nutzer sehen dann Sicherheit als persönlichen Vorteil. Wer weiß, wie man daheim den Mail-Account schützt, rudert auch bei Maßnahmen im Betrieb eifrig mit. Auf hoher HRM-See gilt es dann, den Kurs immer wieder zu evaluieren und zu korrigieren. Wichtig dabei: Die Geschäftsführung darf nicht nur als Sponsor an Bord sein, sondern muss zugleich das Vorbild liefern. Für nachhaltige Vermittlung setzt Dietmar Pokoyski, Inhaber der AwarenessBeratung known_sense, vor allem auf das Gespräch: „Nur diskursive Awa-


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reness ist nachhaltig, weil darüber zu reden – ‚Talking Security‘ – der Schlüssel ist.“ Darum wirkt oft auch scheinbar Altbackenes wie Poster oder Postkarten: Es liefert Gesprächs- statt Prüfungsstoff. Dabei helfen Humor und Originalität. So tragen etwa Toilettenspiegel bei Siemens Energy die Aufschrift: „You’re looking at our best cyberdefense“.

Humor und Originalität der Awareness-Maßnahmen sorgen für Aufmerksamkeit und Gesprächsstoff (im Bild ein Slogan am Toilettenspiegel von Siemens Energy). Bild: Dr. Wilhelm Greiner

Pokoyski rät, Kollegen aus Fachabteilungen als Botschafter für sicheres Verhalten aufzuspüren: „Als KMU benötige ich Menschen, die kommunikationsstark sind und ‚Bock‘ auf Awareness haben. Das können auch Praktikanten sein, die sich z.B. mit Social Media auskennen.“ Außerdem brauche es immer Zeit und/oder Geld: „Einfache Rechnung: Je weniger Budget, desto mehr Zeit muss ich in Sensibilisierung investieren.“

RETURN ON AWARENESS INVESTMENT Diese Investition kann sich schnell lohnen. Ein Rechenbeispiel: Das FBI zählte in den USA letztes Jahr 24.768 BEC-Fälle. Der Schaden: gut drei Milliarden Dollar, rund 123.000 Dollar pro Betrugsfall. Die E-Mail-Betrugsmasche ist klassisches Social Engineering: Der Chef fordert scheinbar dringend eine Überweisung. Jeder Vorfall, bei dem ein Mitarbeiter nicht darauf hereinfällt, spart dem Unternehmen also im Schnitt umgerechnet ca. 106.000 Euro. „Der wirtschaftliche Wert von HRM ergibt sich daraus, dass Mitarbeiter in ihrer täglichen Arbeit konsequent bessere Sicherheitsentscheidungen treffen“, sagt Reinhardt. Die langfristige Risikominderung sei die eigentliche Kapitalrendite.


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PRAXISBEISPIEL: HRM SENKT DEN SUPPORTAUFWAND Zugleich profitiert das IT-Team. Auch hier ein Beispiel: Ein Anbieter von Anlagen- und Umwelttechnik mit 1.500 Beschäftigten sah Bedarf, seine „menschliche Firewall“ zu stärken. Doch das Security-Team benötigte viel Zeit für Awareness-Aufgaben. Eine einzige Phishing-Simulation – mit Design, Targeting, Umsetzung und Monitoring – kostete bis zu 20 Stunden. Und im Nachfeld löste jede Kampagne eine Flut von Support-Tickets aus.

HRM-Dashboards veranschaulichen die Fortschritte, die bei Awareness, Verhalten und Security-Kultur zu verzeichnen sind Bild: SoSafe

Der Umstieg auf eine HRM-Lösung brachte messbare Erleichterung: Der Aufwand für eine Phishing-Simulation sank von 20 Stunden auf 30 Minuten, also um 97,5 Prozent. Die Lösung passt dabei Schwierigkeitsgrad und Frequenz der Trainingseinheiten automatisch je nach Risikolevel und bisherigem Verhalten eines Nutzers an. Und eine automatische Auswertung ermöglicht es, besonders jene Nutzer zu fördern, die Sicherheitstrainings am dringendsten brauchen.

DER MITTELSTAND KANN DAS AUCH Große Unternehmen haben ein Security-Enablement-Team, das Programme entwickelt und umsetzt, Interviews wie auch Verhaltensparameter auswertet und Endanwender fördert. Kaum ein KMU kann sich das leisten. Muss es auch nicht. Zumindest anfangs, so Pokoyski, können Beschäftigte Awareness-Maßnahmen selbst gestalten, z.B. ein Logo und Poster entwickeln. Das schafft Bindung und Engagement. Doch auch hier menschelt es: Der Eifer lässt


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irgendwann nach, zumal viele den Aufwand einer Eigenproduktion stark unterschätzen. Mittelfristig empfiehlt es sich daher, professionelle Trainings zuzukaufen. Für KMUs – aber nicht nur für sie – bieten sich deshalb Managed Services oder automatisierte, teils KI-gestützte HRM-Plattformen an, die rollenspezifisch trainieren. Als Unschärfe bleibt jenes scheue Fabelwesen, das schnöden Mammon-Metriken immer wieder entfleucht: das verinnerlichte Sicherheitsbewusstsein. „Am besten lässt sich über qualitative Face-to-Face-Interviews erforschen, wie es um Security-Kultur steht“, sagt Pokoyski. Das klingt nach mehr Aufwand, als ein KMU stemmen kann. Doch der Experte beschwichtigt: „Einen Fragebogen basteln kann heute jeder. Die Fragen liegen auf der Straße.“ Bei der Aufbereitung hilft heute Kollege KI. Und die Regulatorik? Sie ist nicht mehr Ziel, sondern Zugpferd. Der Verweis auf Haftungs- und Geschäftsrisiken ist ein nützlicher Hebel, um Mittel für HRM zu gewinnen. Und das möglichst dauerhaft, denn die Arbeit an einer Security-Kultur ist eine „neverending story“.

NICHT JEDES GESCHENK ANNEHMEN Was uns zurückführt zu jener Story mit der wohl eindringlichsten Sicherheitslektion der Literaturgeschichte: Die stärkste Mauer nützt nichts, wenn der Mensch selbst eine Lücke hineinreißt. HRM verspricht keinen unbezwingbaren Wall – den gibt es weder in Troja noch im Unternehmen. Vielmehr zielt HRM auf eine Belegschaft, die selbst beim verlockendsten Holzpferd den Mut hat, dem geschenkten Gaul ins Maul zu schauen und „Achtung, Phishing!“ zu rufen. Das ist keine epische Heldentat, sondern gelebte Security-Kultur. Der Fortschritt auf dem Weg dorthin lässt sich dank HRM-Tools messen und anschaulich darstellen. Und diese Tools sind, anders epische Eroberungsfeldzüge, auch für KMUs erschwinglich.

Dr. Wilhelm Greiner ist Inhaber und CSO (Chief Sarcasm Officer) des Redaktionsbüros Mitteilerei in Kinding. Er bloggt auf it-info-2-go.com und postet satirische Vide clips auf youtube.com/@it_info_2_go. Bild: Robert Kneidinger


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Lessons Learned • Nicht die Klickrate in der Phishing-Simulation zählt, sondern die Melderate bei echten Verdachts-Mails – und wie schnell Beschäftigte reagieren. • Knopf statt Appell: Ein Melde-Button im E-Mail-Client beschleunigt die Weiterleitung von Vorfällen stärker als jede Ermahnung. • Kurz und regelmäßig schlägt lang und sporadisch: Kurze Awareness-Trainings, die in den Arbeitsalltag passen, wirken weit besser als jährliche Schulungen. • Positive Fehlerkultur als Basis: Wer Angst vor Konsequenzen hat, meldet Vorfälle nicht.

KMU-Praxis: HRM mit kleinem Team • Erst mal den Melde-Button aktivieren: Dieser ist in Microsoft 365 und Google Workspace bereits enthalten. Geringer Aufwand, große Wirkung. • Standortbestimmung: Eine erste Phishing-Simulation zeigt den Ist-Zustand. Mit Bordmitteln oder OpenSource-Tools umsetzbar. • Kurze Trainingseinheiten: Inhalte einkaufen statt selbst basteln – Eigenproduktion scheitert früher oder später an Zeit- und Motivationsmangel. • In jeder Abteilung Security-Champions statt Vollzeitstellen: Der persönliche Kontakt ersetzt teure Kampagnen.

KPIs und Reifegrad Diese Kennzahlen folgen direkt aus dem Human-Risk-Ansatz: • Melderate realer verdächtiger E-Mails: Erhebung per Melde-Button. Richtung: steigend = gut. • Time-to-Report (Zeit von Zustellung bis Meldung): Erhebung über Zeitstempel. Richtung: sinkend = gut. Eine schnelle Meldung senkt nachweislich den Schaden. • Anhang-/Link-Interaktion (in Simulation): Anteil geöffneter schädlicher Anhänge bzw. besuchter Fake-Seiten. Richtung: sinkend = gut. • Sprachgebrauch als Indiz: z.B. Verschiebung von der Rückfrage („Ist das Phishing?“) zur Diagnose („Das ist Phishing!“), per Helpdesk-Auswertung. • Reifegrad: Einstieg: Simulationen laufen, Button aktiv. Fortgeschritten: Melderate und Time-to-Report werden ausgewertet. Exzellenz: rollenspezifische Interventionen, persönliche Befragungen zur Security-Kultur.

Regulatorik: NIS 2 als Budgetargument NIS 2 ist die beste Rückendeckung, die ein Security-Budget je hatte: „Die Geschäftsführung ist gesetzlich in der Pflicht“ beendet Ressourcendebatten schneller als jede Phishing-Klickrate. Wichtig: NIS 2 gilt nominell nur für ca. 29.500 Unternehmen aus betroffenen Branchen; die Richtlinie greift aber aufgrund der Pflicht, die Lieferkette zu überwachen, ebenso für deren Zulieferer und Partner – auch kleinere.

90-Tage-Quick-Wins • Melde-Button ausrollen (Woche 1–2): Bordmittel reichen, kein Budget nötig. • Fehlerkultur verankern (parallel dazu): klar kommunizieren, dass Melden keine negativen Konsequenzen hat. Ein Schreiben vom Geschäftsführer wirkt stärker als jede Richtlinie. • Baseline-Simulation (Woche 3–5): ist an einem Workshop-Tag vorbereitet. • Kurzformat-Trainings (Woche 6–10): erste Einheit für exponierte Rollen (Geschäftsleitung, Finanzbuchhaltung, Personalabteilung). • Mit Awareness-Materialien Security zum Thema machen (parallel dazu): Originelle und humorvolle Inhalte sorgen für Gesprächsstoff. • Erstes Reporting (Woche 11–12): Melderate und Time-to-Report als zwei Zahlen präsentieren – nicht mehr. • Next Step nach 90 Tagen: Trainings ausweiten, rollenspezifische Lernpfade etablieren.


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EUROPA INVESTIERT IN RECHENZENTREN, UM UNABHÄNGIG ZU WERDEN. DOCH SOUVERÄNITÄT IST MEHR ALS EIN BLOSSER SERVERSTANDORT. WIE AUCH DIE SICHERHEIT ENTSCHEIDET SIE SICH AUF DEN WEGEN DORTHIN – IM NETZ.


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SOUVERÄNiTÄT BEGiNNT iM

Ein Beitrag von Dr. Niklas Horstmann, Senior Vice President Secure Networking bei T Business und Chief Operating Officer bei Telekom Security.

Bild: Deutsche Telekom AG

Es ist die europäische Antwort auf den weltweiten Technologie-Boom: Die EU will bis zu sieben KI-Gigafabriken bauen. Mehr als 30 Milliarden Euro sollen in Rechenzentren auf europäischem Boden fließen – gut zehn Milliarden davon aus öffentlichen Fördermitteln. Endlich wird Infrastruktur wieder strategisch gedacht.

Das Ziel ist mehr Souveränität gegenüber internationalen Hyperscalern. Doch ein regionales Rechenzentrum allein schafft noch keine Unabhängigkeit. Daten verweilen schließlich nicht auf Servern. Sie bewegen sich zwischen Werk, Cloud und Maschine, über Netze, Knoten und Anbieter. Dort entscheidet sich, ob Unternehmen handlungsfähig bleiben.


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Souveränität und Sicherheit entsteht nicht allein im Serverraum, sondern auf dem Weg dorthin.

Bild: Deutsche Telekom AG


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SOUVERÄNITÄT IST KEIN ORT Souverän handeln kann nur, wer drei Fragen klärt: Wer greift auf meine Daten zu? Wo werden sie verarbeitet? Und kann ich Anbieter wechseln oder Daten in eine andere Umgebung migrieren, ohne den Betrieb lahmzulegen? Wer diese Fragen für jeden Datenstrom beantworten kann, hat den ersten Schritt getan. Vielen unterläuft dabei jedoch ein Denkfehler: Sie setzen Souveränität mit Abschottung gleich. Das ist sie nicht. Technologie darf etwa aus den USA kommen – solange wir die Schlüssel behalten und beeinflussen, wo was mit unseren Daten passiert. Souveränität bedeutet nicht, alles selbst zu bauen, sondern Wahlfreiheit statt Abhängigkeit. Mit eigener Kontrolle lässt sich deshalb mutiger kooperieren. Hier zahlt sich eine unterschätzte deutsche Stärke aus: Wir kaufen Technik nicht nur ein, wir betreiben sie auch. Aufbau und Betrieb bleiben damit in vertrauenswürdigen Händen – nachvollziehbar, reguliert, resilient.

SICHERHEIT GEHÖRT IN DIE ARCHITEKTUR Diese Hoheit über die Datenwege entsteht dort, wo Sicherheit am stärksten wirkt: im Netz. Dort laufen alle Verbindungen zusammen. Wer Angriffe erst am Endgerät bemerkt, sieht sie oft zu spät. Das Netz dagegen kennt den Kontext jeder Verbindung und erkennt verdächtige Muster, bevor Schaden entsteht. Genau daran hakt es in vielen Sicherheitsabteilungen. Sie scheitern selten an fehlenden Werkzeugen, sondern an fehlender Übersicht. Wächst über Jahre ein Flickenteppich aus Dutzenden Einzellösungen, entsteht kein Schutzwall — es bleiben blinde Flecken. Jede weitere Lösung macht das Gefüge schwerer beherrschbar. Und genau diese Komplexität nutzen Angreifer aus. Wer Netz und Sicherheit zusammen denkt, gewinnt wieder Handlungsspielraum.


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Diese Handlungsfähigkeit darf nicht im Großen enden. Denn das Rückgrat der Wirtschaft ist der Mittelstand mit seinem Prozesswissen aus Fertigung, Wartung und Qualität. Daraus entsteht KI-Wertschöpfung – aber nur, wenn die Gigafabriken ihren Nutzen auch in die Betriebe bringen.

Bild: VOGEL IT-Medien / KI generiert

VOM GROSSEN RECHENZENTRUM ZUM KLEINEN BETRIEB

Doch gerade diese Betriebe haben selten ein eigenes Security Operations Center. Sie brauchen Schutz, der mitwächst: aus dem Netz, als Managed Service und ohne eigenes Kontrollzentrum. Erstklassige Sicherheit darf kein Privileg von Konzernen sein. Souveränität und Sicherheit entscheiden sich nicht allein in Serverhallen, sondern auf den Wegen dazwischen – und daran, ob sie auch kleinere Betriebe erreichen. Erst dann wird aus Rechenleistung echte Wertschöpfung: unabhängig, belastbar, europäisch.

www.telekom.com/de


1 von 6 Unternehmen im Visier Bereits 17 Prozent der deutschen Firmen wurden im vergangenen Jahr Opfer von nachgewiesenen oder vermuteten KI-gestützten Cyberangriffen. Quelle: KI-Sicherheitsstudie 2026 von TÜV und BSI


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AUTOREN: Anna Kobylinska und Filipe Pereira Martins

AGENTIC AI ALS KRAFTVERSTÄRKER

SO GEWINNEN SECURITY-TEAMS MOMENTUM DURCH DEN EINSATZ VON KI WÄHREND ALARME, SUPPORT-TICKETS UND COMPLIANCEANFORDERUNGEN IM DACH-MITTELSTAND LÄNGST SCHNELLER WACHSEN, ALS DIE FACHKRÄFTE MITKOMMEN, HELFEN AGENTISCHE KI-SYSTEME, DEN OPERATIVEN DRUCK ZU SENKEN. VON DER ALERT-TRIAGE ÜBER LOG-ANALYSEN BIS HIN ZU REPORTS UND PLAYBOOK-SCHRITTEN BEWÄHRT SICH KIAGENTIK ALS ENTLASTENDES HILFSMITTEL.


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ontagmorgen, kurz nach acht: Im SIEM stapeln sich Alarme, im Ticketsystem warten ungeklärte Incidents, das dreiköpfige Team rennt vom Parkplatz ins Büro, heute nur zu zwei Dritteln, weil die OT-Sicherheitsspezialistin krankgemeldet ist. Kaum sind die zwei der drei Workstations hochgefahren, füllt sich der Posteingang mit Nachrichten der höchsten Dringlichkeit: Ein Administrator benötigt kurzfristig eine Rückmeldung zu einem verdächtigen Login, kurz darauf klingelt das Telefon. Die Roboter in Halle 7 fahren nicht hoch und die Produktion steht. Durch die Glastür kommt der nächste Hinweis: „Euer NIS2-Lagebericht muss morgen fertig sein!“ Die Geschäftsführung hat ja gerade das Projekt abgenommen; es wird jetzt aber noch über das Budget beraten. Für viele kleine Security-Teams ist diese hektische Dynamik der Normalbetrieb. Ein permanenter Ausnahmezustand der Krisen­bewältigung mitten im Tagesgeschäft. „Was Automatisierung für die Fertigung vollbracht hat, könnten wir in der Security gut gebrauchen“, seufzt der Sicherheitsleiter in der Mittagspause, gebückt über den siebten Entwurf des NIS2-Lageberichts auf seinem Smartphone, der Laptop darf nicht mit in die Kantine. Was er sich wünscht, ist nicht ein Ersatz für menschliche Spezialisten, sondern ein Kraftverstärker für die Sicherheitsorganisation.

DAUERSTRESS IM SOC UND WO ABHILFE ANSETZEN MUSS Viele SOCs im Mittelstand kämpfen täglich mit Alarmflut, manueller Ticketbearbeitung, knappen Ressourcen und regulatorischem Termindruck. Die Studie „Cybersecurity im Mittelstand“ (2025) von Deloitte zeigt, dass viele deutsche Mittelständler zwar wachsende CyberRisiken sehen, ihre Reaktionszeiten aber als unzureichend einschätzen und im Incident-Response-Prozess klare Kapazitätsengpässe haben. Parallel dazu berichten Untersuchungen aus Deutschland von wachsenden Cyberangriffen und steigenden Schäden.


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Eine aktuelle Cisco-Studie zu deutschen KMU kommt zu dem Ergebnis, dass 83 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen unter einem Mangel an IT-Sicherheitsfachkräften leiden. Gleichzeitig verfügen weniger als zwei Prozent dieser Unternehmen über einen bestmöglichen Schutzstatus gegen Cyberangriffe – ein deutlicher Hinweis auf strukturelle Unterausstattung. Laut einer PwC-Erhebung zur Cyberabwehr im deutschen Mittelstand liegt der Median der Vollzeitkräfte in Informationssicherheit bei nur drei Personen, deutlich weniger, als ihre vernetzten IT- und OT-Landschaften eigentlich bräuchten. Für moderne, stark vernetzte IT-Landschaften ist es eine sehr dünne Personaldecke. In vielen Betrieben existieren zwar technische Sicherheitslösungen, aber die personelle und organisatorische Fähigkeit, diese wirksam zu betreiben, ist nicht ausreichend. Genau hier kann die KI ihre Stärken ausspielen.

ZWISCHEN GENAI UND AGENTIK: DER VORMARSCH VON NHIS IN DAS SOC Sowohl Generative KI als auch agentische KI halten in die Sicherheitsorganisation Einzug. Der entscheidende Unterschied: Klassische GenAI beantwortet Fragen und erstellt Texte; agentische KI agiert proaktiv, verfolgt Ziele und interagiert mit mehreren Sys­ temen über APIs, Credentials und Workflows. Generative KI unterstützt die Sicherheitsorganisation bei der Verarbeitung von Logs und Incident-Tickets, bei Policy-Entwürfen, Threat-Intelligence-Abfragen in natürlicher Sprache, Dokumen­ tationen, Management-Reports und der Auswertung von RedTeam-/Blue-Team-Übungen. Dadurch bleiben Entscheidungen belastbar und auditierbar: Jede wichtige Maßnahme ist dokumentiert und nachvollziehbar. Agentische KI bettet wiederkehrende Untersuchungs- und Koordinationsschritte direkt in Workflows ein, etwa für Ticketing, Log-Analyse, Alert-Triage, Threat-Hunting-Unterstützung oder Playbook-Schritte.


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Systemzugriffe generativer KI erfolgen indirekt über Nutzer. Mit dem Aufkommen von Agentic AI entsteht eine neue Klasse von Non-Human-Identities (kurz: NHIs): KI-Agenten benutzen Service-Accounts, API-Keys, Tokens und Zertifikate, um eigenständig zu handeln. Und was ist mit der Schatten-KI? Vom Wildwuchs zum Enablement Fachkräfte nutzen KI-Tools ohnehin, ob auf dem Smartphone oder im Desktop-Browser. Diese Schatten-KI ist vielerorts gelebte Realität. Sie entfaltet Produktivitätsgewinne, birgt aber auch Risiken durch unkontrollierte Datenweitergabe, fehlende Protokollierung und intransparente Modellwahl. Anstatt das Phänomen als reine Bedrohung zu bekämpfen, können Sicherheitsteams die KI-Landschaft sichtbar machen und in kontrolliertes Enablement über­führen: • Genutzte KI-Tools inventarisieren: Alle KI-Tools und Agenten erfassen, inklusive Zweck (Nutzungsszenarien), Datenquellen, Schnittstellen, Verantwortlichkeiten. • Rollen und Verantwortlichkeiten festlegen: Klare Richtlinien, wer KI-Use-Cases genehmigt, wer technische Risiken bewertet, wer für Monitoring und Incident-Response zuständig ist. • Kuratierte, datenschutzkonforme KI-Dienste bereitstellen, samt Zugriffskontrollen und Identitätsmanagement: KI-Agenten als NHI mit eigenen Identitäten, Berechtigungen, Rollen und Lifecycle-Prozessen versehen. • Datenklassen und ihren Schutz definieren. • API-Monitoring und Exfiltrationserkennung: Technische Kontrolle über ein- und ausgehende KI-Schnittstellen, Erkennung auf­ fälliger Datenflüsse und Missbrauch. • Experimentierräume (Sandboxes oder isolierte Testumgebungen) bereitstellen, damit Teams neue KI-Use-Cases entwickeln, ohne Produktionssysteme oder sensible Daten zu gefährden: Logging aller sicherheitsrelevanten Aktionen von Agenten; klare Definition, was nur in Testumgebungen und was in der Produktion erlaubt ist. • Freigabeprozesse: Lightweight-Change-Management für neue KI-Workflows, inklusive Risikoanalyse und Kompatibilität mit Regulatorik. • Transparenzanforderungen: Offenlegung gegenüber Kunden und Partnern, wo und wie KI in Sicherheitsprozessen eingesetzt wird, als Vertrauens- und Qualitätsargument.


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So entsteht kontrolliertes Enablement: KI bleibt produktiv nutzbar, während Risiken begrenzt und Verantwortlichkeiten geklärt sind. Für kleine und unterbesetzte Teams liegt der Kernnutzen in Entlastung, Geschwindigkeit und besserer Priorisierung. Praktische Use-Cases von KI im SOC umfassen: • Alert-Voranalyse: KI-Agenten clustern Alarme, reichern sie automatisiert um Kontext aus CMDB, IAM und Threat Intelligence an und schlagen Hypothesen zur Ursache vor. • Log-Zusammenfassung: Agenten extrahieren aus umfangreichen Logquellen relevante Anomalien und verdichten sie zu verständlichen Incidents für den Menschen. • Ticketing und Reporting: Von der Erstklassifizierung eines Tickets über Standardantworten bis zu strukturierten Management-Berichten lassen sich viele Schritte teilautomatisieren. • Playbook-Unterstützung: Agenten führen durch Playbooks, dokumentieren Entscheidungen, stoßen Low-Risk-Schritte an (z. B. zusätzliche Logging-Regeln) und bereiten Eskalationen vor. • Nicht jedes SOC braucht ein vollständig autonomes System; bereits assistiver Einsatz und teilautomatische Arbeit schaffen Vorteile.

OPERATIVE ENTLASTUNG DURCH STRUKTURIERTE AGENTEN-WORKFLOWS


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Agentische KI-Systeme adressieren das Spannungsfeld zwischen permanentem Alarmdruck und begrenzten Personalkapazitäten. Sie übernehmen nicht die vollautomatische Entscheidungsgewalt, sondern strukturieren vielmehr die operative Arbeit. Für mittelstandstaugliche Sicherheit bewährt sich eine gestufte Linie: • Routinearbeit assistiert und teilautomatisiert: Ticket-Priorisierung, Log-Summaries, Report-Erstellung, Policy-Drafts, Wissensdatenbank-Pflege. • Human-in-the-Loop für riskante oder irreversible Aktionen: Account-Sperren, Netzwerksegmentierung, Changes in Produktionssystemen, Löschung oder Verschlüsselung von Daten. Agenten können Alerts voranalysieren, Kontext sammeln, Hypothesen bilden, Reports vorbereiten und Low-Risk-Schritte anstoßen, während kritischere Entscheidungen nachvollziehbar beim Menschen bleiben. Konkret bedeutet das eine andere Form der Delegation: Wiederkehrende Analyse- und Vorbereitungsschritte werden nicht an Menschen mit beschränkten Kapazitäten, sondern an spezialisierte Agenten übergeben. Triage-Agenten priorisieren eingehende Alarme nach Kontext und Kritikalität, holen ergänzende Daten aus EDR, SIEM, Identity- und Cloud-Systemen ein und verdichten sie zu einer belastbaren Entscheidungsgrundlage für die menschlichen Fachkräfte.

REIFEGRADMODELLE: WIE ZÄHMT MAN EIGENTLICH AGENTISCHE KI? Damit Agentic AI vom Pilotprojekt zum verlässlichen Betriebsbaustein reift, braucht es eine KPI-basierte Steuerung. Führungskräfte definieren Zielgrößen wie Reduktion der Alert-Queue, Triage-Durchlaufzeiten, Mean Time to Detect/Respond oder die Quote korrekt vorbereiteter Fälle und bewerten daran den Beitrag der Agenten. Auf dieser Basis lässt sich Agentic AI gezielt in weiteren Use-Cases ausrollen, immer mit dem Anspruch, Risiken zu senken, Reaktionsfähigkeit zu erhöhen und gleichzeitig die Rolle des Menschen als übergeordnete Entscheidungsinstanz konsequent zu stärken.


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Inzwischen gibt es mehrere öffentlich dokumentierte Reifegradmodelle speziell für die Adoption agentischer KI, teils mit Secu­rityFokus, teils generischer. Die Cloud Security Alliance positioniert ihr am 8. Januar 2026 veröffentlichtes „AI Maturity Model for Cybersecurity“ als praxis­nahes Rahmenwerk, mit dem Organisationen den Reifegrad ihres KI-Einsatzes, einschließlich agentischer Szenarien, systematisch einschätzen und weiterentwickeln können. Im Unterschied zu rein technischen Modellen stellt die CSA explizit die Kombination aus Use-Cases, Risiko-Management und Governance in den Mittelpunkt: Es geht nicht nur darum, wie viel KI bereits im Einsatz ist, sondern wie kontrolliert, nachvollziehbar und sicher dieser Einsatz erfolgt. Das Modell beschreibt mehrere Stufen von überwiegend manuellen Security-Prozessen bis hin zu weitgehend KI-gestützten Arbeitsabläufen, in denen spezialisierte Agenten Teile der Analyse und Reaktion übernehmen. In den unteren Reifegraden dominiert klassische, regelbasierte Automatisierung; KI wird bestenfalls punktuell zur Entscheidungsunterstützung eingesetzt, etwa in Form einzelner Modelle zur Anomalieerkennung oder als GenAIAssistent für Reports. In den höheren Stufen verschiebt sich der Schwerpunkt: KI-Komponenten und Agenten werden integraler Bestandteil der Sicherheitsarchitektur, übernehmen wiederkehrende Analyse- und Triage-Schritte, und sind fest in Prozesse wie Threat Detection, Incident Response und Vulnerability Management eingebunden. Ein zentrales Merkmal des Modells ist die Kopplung von Reifegrad und Risiko: Mit zunehmender Delegation an KI-Systeme gewinnen Governance- und Sicherheitskapazitäten an Bedeutung. Dazu zählen unter anderem klare Policies für Datenzugriff und -nutzung, robuste Identity- und Access-Kontrollen für KI-Systeme, Protokollierung und Nachvollziehbarkeit der KI-Aktivitäten sowie ein etabliertes Verfahren zur Bewertung von Modellrisiken. Je höher der angestrebte Automatisierungs- und Delegationsgrad, desto stärker rücken Aspekte wie Monitoring, Feedback-Schleifen, Human-in-the-Loop-Mechanismen und formalisierte AI-Risk-Assessments in den Vordergrund.


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Praktisch versteht sich das CSA-Modell als Werkzeug für CISO-­ Teams, um den eigenen Status quo entlang typischer Domänen, etwa Risk Management, Threat Detection, Alert Triage und Incident Response, aber auch Identity Security und Data Protection, zu kartieren und Zielbilder zu definieren. Es unterscheidet dabei explizit zwischen klassischer Automatisierung, GenAI-Unterstützung und spezialisierten Agenten. Das Framework spannt fünf Stufen von L0 (überwiegend manueller Betrieb) bis L4 (breite Aufgaben- und Entscheidungsdelegation an spezialisierte Agenten) auf. Ein CISO kann damit beispielsweise erkennen, dass das Unternehmen im Bereich „AI in Threat Detection“ bereits auf Level L2 („AI assistance“) mit strukturierten Prozessen und etablierter Governance arbeitet, während „AI in Incident Response“ noch auf L1 oder L2 im Experimentiermodus verharrt und echte „AI collaboration“ mit Spezialagenten (L3) erst vorbereitet wird. Daraus ergibt sich eine klare Roadmap: Zunächst Governanceund Kontrollmechanismen konsolidieren, etwa für Datenzugriffe, Identitäten und Protokollierung, und erst danach schrittweise mehr Aufgaben an KI-gestützte Automatisierung und Agenten delegieren. So lassen sich L4-Szenarien erreichen, in denen Agenten operativ handeln, aber weiterhin in einen klar definierten, auditier­baren Rahmen aus Policies, Oversight und regulatorischer Konformität eingebettet bleiben.

FAZIT

Organisationen, die KI-Agenten unter strikter Governance in den SOC-Betrieb einführen, erfüllen „ganz nebenbei“ zentrale Anforderungen von AI Act, NIS2 und Cyber Resilience Act proaktiv. Sie schaffen damit genau die Nachvollziehbarkeit, Protokollierung und Human-in-the-Loop-Kontrollen, die diese Regelwerke für risiko­reiche und sicherheitskritische KI-Anwendungen einfordern, von klaren Verantwortlichkeiten über robuste Zugriffssteuerung bis hin zu lückenloser Logging- und Dokumentationspflicht. Wer Momentum durch den Einsatz von KI gewinnen und halten will, braucht eine Roadmap mit klar definierten Use-Cases, verbindlichen Guardrails und messbaren KPIs. Unter diesen Voraussetzungen gelingt auch kleinen Teams der Sprung von Pilotprojekten zum belastbaren Betrieb. Damit wird KI-Governance vom „Compliance-Kostenfaktor“ zum strategischen Asset, das regulatorische Risiken reduziert und gleichzeitig den Zugang zu regulierten Märkten, sensiblen Kundenprojekten und anspruchsvollen Ausschreibungen sichert.


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Regulatorik-Anker: EU AI Act, NIS2, CRA

Der EU AI Act schafft erstmals einen einheitlichen Rechtsrahmen für KI in Europa und verfolgt einen risikobasierten Ansatz, von verbotenen Praktiken über allgemeine KI-Systeme bis zu Hochrisiko-Anwendungen. Das Gesetz ist seit 1. August 2024 in Kraft, die GPAI-Governance-Regeln und Pflichten für General-Purpose-AI-Modelle gelten seit 2. August 2025. Viele AI-Act-Regeln sind am 2. August 2026 voll anwendbar geworden, während Hochrisiko-Systeme in bestimmten Bereichen und produktintegrierte Hochrisiko-Systeme eine verlängerte Frist bis 2. Dezember 2027 bzw. 2. August 2028 erhalten. Für GPAI-Provider, deren Modelle vor dem 2. August 2025 auf den Markt kamen, läuft eine Übergangsfrist zur Vollkonformität bis 2. August 2027, während neuere GPAI-Systeme direkt in den regulierten Rahmen fallen. Parallel dazu gilt NIS2 in Deutschland über das NIS2-Umsetzungs- und Cybersicherheitsstärkungsgesetz seit 6. Dezember 2025 ohne allgemeine Übergangsfrist; Pflichten sind für betroffene Unternehmen sofort verbindlich. Der Cyber Resilience Act (CRA) ist für alle Produkte mit digitalen Elementen relevant: Reporting-Pflichten für aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwere Sicherheitsvorfälle greifen ab 11. September 2026, während die volle Anwendung mit CE-Kennzeichnung ab 11. Dezember 2027 folgt. Hersteller und Anbieter digitaler Produkte müssen damit sowohl produktintegrierte KI-Funktionen als Hochrisiko- oder regulierte Systeme betrachten als auch die Security-Lifecycle-Anforderungen ihrer Software erfüllen. Für den Mittelstand ist diese Regulatorik ein Marktöffner: Wer KI-Agenten sauber inventarisiert, Governance etabliert und identitätsbasiert steuert, gewinnt Momentum in Ausschreibungen und Kundenakquise.

90-Tage-Quick-Wins

Kleine Security-Teams können in drei Monaten KI-Implementierung realistische Fortschritte in Sachen Mehrwert und Governance schaffen. • KI-Inventar und Shadow-AI-Snapshot erstellen: In einem halbtägigen Workshop mit den wichtigsten Fachbereichen alle genutzten KI-Tools sammeln, Shadow-AI-Anwendungsfälle dokumentieren und ein erstes Inventar der vorhandenen GenAI- und Agentic-AI-Ansätze anlegen. • Drei risikoarme Use-Cases definieren: Report-Erstellung, Log-Zusammenfassung und Alert-Triage-Unterstützung als Start-Use-Cases wählen, Risiken grob bewerten und einen „Vorschlagsmodus“ etablieren, in dem Agenten Empfehlungen geben, aber der Mensch entscheidet. • Ein kurzes KI-Policy-Dokument zur KI-Governance formulieren: Welche Datenklassen dürfen in welche Artefakte, welche KI-Dienste sind freigegeben, wie sehen Protokollierung und Rollen aus. • NHI-Basisschicht für KI-Agenten aufsetzen: Für jeden produktiv eingesetzten Agenten einen eigenen ServiceAccount, API-Key oder Token mit Least-Privilege-Rechten anlegen und diese in ein Maschinenidentitäten-Inventar eintragen. • KPI-Set vereinbaren und erstes Reporting vorbereiten: Zwei bis drei Kennzahlen wählen (z. B. Zeit bis zur Erstklassifizierung, Dokumentationsquote, NHI-Kontrollgrad) und nach 90 Tagen ein kurzes Management-Update vorbereiten, das Fortschritt und offene Risiken sichtbar macht. Optionaler Next-Step: Nach 90 Tagen einen zusätzlichen agentischen Workflow für ein spezifisches Playbook (z. B. kompromittierter Zulieferer-Account) modellieren und im Testmodus fahren, mit klaren Human-in-theLoop-Punkten.

Anna Kobylinska ist Analystin für strategische Technologien mit Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz, Cybersicherheit, Cloud-Architekturen und digitalen Infrastrukturen im transatlantischen Innovationsumfeld

Filipe Pereira Martins ist Experte für strategische IT- und digitale Infrastrukturen mit Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz, Cybersicherheit und Cyber-Verteidigung. Er unterstützt Unternehmen und Institutionen dabei, technologische, wirtschaftliche und regulatorische Entwicklungen in Architektur-, Betriebs- und Transformationsentscheidungen zu übersetzen.


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entwickelt sich rasant weiter. Unternehmen brauchen mehr Transparenz. UNTERNEHMEN MÜSSEN DEN EINSATZ VON KI SCHNELLER VORANTREIBEN - SIE MÜSSEN KI IN IHRE ARBEITSABLÄUFE INTEGRIEREN, UM IHREN WETTBEWERBSVORTEIL ZU SICHERN.


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Allerdings bewegen sich diese Agenten zu schnell, als dass Unternehmen mithalten könnten. Dabei handelt es sich nicht einfach um Chatbots. Diese Agenten agieren eigenständig, fragen Datenbanken ab, rufen Tools auf und verschieben Daten. Ohne eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung wissen Unternehmen oft nicht, in welchem Umfang KI in ihrem Unternehmen zum Einsatz kommt. Diese Entwicklung verlangsamt sich auch nicht. Anbieter führen laufend neue Modelle, Unterauftragsverarbeiter und Richtlinien ein. Agenten, die gestern als risikoarm eingestuft waren, könnten morgen schon ein hohes Risiko darstellen.

 Risiken verstehen, anstatt sie zu ignorieren.

 Ihre Agenten kennen, klare Grenzen setzen und deren Verhalten überprüfen.

 Selbst Ordnung schaffen, bevor Richtlinien oder Vorschriften sie dazu verpflichten.

Die eigentliche Herausforderung liegt nicht in der KI, sondern in ihrer Governance. Unternehmen können nur dann mit voller Geschwindigkeit vorankommen, wenn sie:


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KI-Governance muss mit der Einführung von KI Schritt halten Wichtige Rechtsvorschriften wie das EU-KI-Verordnung greifen inzwischen die Risiken der KI auf, indem sie KI-Systeme in Risikostufen einteilen – von minimal bis inakzeptabel. Doch um tatsächlich sicher zu sein und sich auf die nächste Stufe der KI-Politik vorzubereiten, müssen Sie Ihre KI-Tools selbst regulieren.

SIEBEN SCHRITTE ZUR KI-GOVERNANCE 1. Risiko bewerten: Bewerten Sie jedes KI-System danach, auf welche Daten es zugreifen kann, wie eigenständig es agiert und wen es betrifft. 2. Kontrollen an das Risiko anpassen: Überwachen Sie risikoreichere KI-Systeme stärker und legen Sie strengere Zugriffsberechtigungen fest. 3. Sicherheitsgrenzen festlegen: Definieren Sie, was Agenten tun dürfen und was nicht, und unterbinden Sie risikoreiche Aktionen. 4. KI-Risiken von Geschäftspartnern managen: Informieren Sie sich darüber, wie Ihre Lieferanten KI einsetzen, auf welche Daten sie zugreifen und welche Schutzmaßnahmen Sie benötigen. 5. Kontinuierlich überwachen: Bewerten Sie das Risiko neu, sobald sich Modelle, Berechtigungen oder das Verhalten der KI ändern. 6. Verantwortlichkeiten definieren: Legen Sie für jedes KI-System eine klare Verantwortlichkeit fest. 7. Funktionsfähigkeit nachweisen: Bewahren Sie Nachweise darüber auf, dass sich die KI wie beabsichtigt verhält.

DIE KI-GOVERNANCE-PLATTFORM VON VANTA Um Sie auf Ihrem Weg zur KI-Governance zu unterstützen, hat Vanta einen frühen Zugang zu seiner KI-Governance-Plattform angekündigt – damit können Sie voll und ganz auf KI setzen, und zwar sicher. Das sorgt nicht nur für Ihre Sicherheit, sondern ermöglicht Ihnen auch eine reibungslose Einführung und Anpassung.


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DIE KI-GOVERNANCE-PLATTFORM VON VANTA. ENTWICKELT FÜR DIE ANFORDERUNGEN VON HEUTE – UND FÜR DAS UNTERNEHMEN VON MORGEN.


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Mit der KI-Governance von Vanta können Sie: ● Den vollen Überblick bekommen, ohne bei Null anfangen zu müssen: Führen Sie alle KI-Agenten in einer vernetzten Ansicht zusammen – basierend auf dem Trust Graph, der Kontrollen, Anbieter, Systeme und Risiken über mehr als 400 Integrationen, Systeme und Geräte hinweg miteinander verknüpft. ● Sich auf die wichtigen Maßnahmen konzentrieren: Da Vanta den Kontext jedes Akteurs versteht, kann es Routineaktivitäten von Handlungen unterscheiden, die Ihr Unternehmen gefährden. ● Kontinuierliche Nachweisführung: Erstellen Sie fortlaufend Nachweise dafür, dass Ihre KI überwacht wird und sich wie beabsichtigt verhält – für Aufsichtsbehörden, Kunden und interne Teams. ● Bleiben Sie Veränderungen einen Schritt voraus: Wenn ein Anbieter ein KI-Modell ändert, einen Unterauftragsverarbeiter hinzufügt oder die Verarbeitung Ihrer Daten anpasst, macht Vanta Sie auf die Änderung aufmerksam und aktualisiert Ihre Risikoeinschätzung. Hier können Sie mehr über Vanta erfahren.

www.vanta.com


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OT-SECURITY ALS INNOVATIONSMOTOR

WIE AUS OT-SECURITY INDUSTRIELLE KERNKOMPETENZ WIRD

Autor: Rolf Schulz


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WENN MITTELSTÄNDISCHE FERTIGER IHRE ANLAGEN VERNETZEN, HÄNGT DER ERFOLG WENIGER AN DER DATENMENGE ALS AM VERTRAUEN IN DIE DATENWEGE. WER ZUGRIFFE, ZONEN UND ZUSTÄNDIGKEITEN VON BEGINN AN KONTROLLIERT, MACHT PREDICTIVE MAINTENANCE VERLÄSSLICH, FERNWARTUNG SCHNELL UND DATENBASIERTE SERVICES GLAUBWÜRDIG. DER BEITRAG ZEIGT, WIE DER MITTELSTAND OT-SECURITY SCHRITTWEISE ZUM FUNDAMENT SEINER DIGITALISIERUNG AUSBAUT, OHNE DIE HOHEIT ÜBER SEINE PRODUKTIONSDATEN AUFZUGEBEN.


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Viele mittelständische Produktionsunternehmen stehen vor demselben Dilemma: Maschinen, Anlagen und Produktionsdaten sollen stärker vernetzt werden. Predictive Maintenance, digitale Services und Fernwartung versprechen höhere Verfügbarkeit, geringere Kosten und neue Erlösquellen. Zugleich wächst die Sorge vor Cyberangriffen, Stillständen und unkontrollierten Zugriffen.

Digitalisierung braucht kontrollierte Datenwege. Bild: KI-generiert

Die Reaktion darauf folgt meist einem von zwei Mustern: Digitalisierungsvorhaben werden aus Sicherheitsgründen verschleppt, oder sie werden rasch umgesetzt und erst im Nachhinein abge­ sichert. Beide Wege führen in die Irre, denn OT-Security taugt weder als Stoppschild noch als nachgelagerte Zusatzfunktion. Sie schafft erst die Voraussetzung dafür, dass digitale Anwendungen zuverlässig, wirtschaftlich und über den Pilotbetrieb hinaus laufen.

UNKONTROLLIERTE VERNETZUNG IST DAS EIGENTLICHE RISIKO

Anders als in der IT, bei der sich Systeme regelmäßig aktualisieren oder notfalls vom Netz nehmen lassen, gelten in der Operational Technology, kurz OT, andere Prioritäten: Produktionsanlagen müssen über Jahre, oft Jahrzehnte verfügbar bleiben. Wartungsfenster sind knapp, proprietäre Protokolle verbreitet, ältere Komponenten häufig nicht aktualisierbar. Ein Ausfall trifft weit mehr als Daten: Maschinen, Liefertermine, Produktqualität, unter Umständen die Sicherheit der Beschäftigten. Maßnahmen aus der Büro-IT lassen sich deshalb nicht unverändert in die Fabrikhalle übertragen. Erforderlich ist ein Ansatz, der von der Produktionsrealität ausgeht und Verfügbarkeit und Schutz nicht gegeneinander ausspielt. Gefährlich wird Vernetzung erst dort, wo niemand sie überblickt. Wer Datenflüsse, Zugriffswege und Abhängigkeiten kennt, kann digitale Funktionen gezielt frei­geben.


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PREDICTIVE MAINTENANCE BRAUCHT VERTRAUENSWÜRDIGE DATENWEGE Predictive Maintenance wertet Sensorund Maschinendaten aus, um Verschleiß, Anomalien und drohende Ausfälle früh zu erkennen. Das wirtschaftliche Potenzial ist erheblich: Deloitte beziffert die Kosten ungeplanter Stillstände für die Industrie auf rund 50 Milliarden US-Dollar pro Jahr; unzureichende Instandhaltung mindert die Produktionskapazität um 5 bis 20 Prozent. Dieses Potenzial steht und fällt mit der Verlässlichkeit der Daten. Werden Messwerte manipuliert, Übertragungswege gestört oder Analyseplattformen unzureichend geschützt, entstehen falsche Wartungsentscheidungen: Eine intakte Komponente wird getauscht, während der tatsächliche Schaden unentdeckt bleibt. OT-Security stiftet Vertrauen entlang der gesamten Datenkette, von der Maschine bis zur Analyseplattform im Rechenzentrum oder in der Cloud. Dafür muss keine Altanlage vollständig modernisiert werden. Häufig genügt es zunächst, Daten über definierte Gateways auszuleiten, Kommunikationsbeziehungen zu begrenzen und Abweichungen vom Normalverhalten zu überwachen. Je klarer Herkunft, Integrität und Verwendung der Daten nachvollziehbar sind, desto eher lassen Unternehmen automatisierte Entscheidungen zu und weiten ein Pilotprojekt auf weitere Maschinen und Standorte aus.

SICHERER FERNZUGRIFF BESCHLEUNIGT DEN SERVICE Fernzugriff auf Maschinen und Anlagen gehört im Mittelstand längst zum Alltag: Hersteller, Integratoren und interne Spezialisten analysieren Störungen oder begleiten Wartungsarbeiten, ohne anzureisen. Riskant wird der Fernzugriff dort, wo historisch gewachsene Lösungen ohne zentrale Kontrolle weiterlaufen: Dauerhaft offene Verbindungen, geteilte Konten und Direktzugänge einzelner Dienstleister entziehen sich jeder Überwachung. Sicherer Fernzugriff folgt dem Prinzip der gezielten Freigabe: Zugänge werden nur für berechtigte Personen, definierte Systeme

Gezielter Zugriff. Volle Kontrolle. Bild: KI-generiert


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und begrenzte Zeiträume geöffnet. Starke Authentisierung, dokumentierte Genehmigungen und lückenlose Protokollierung machen nachvollziehbar, wer wann auf welche Anlage zugegriffen hat. Idealerweise läuft jeder Zugriff über eine kontrollierte Vermittlungsinstanz in einer eigenen Netzwerkzone, wie es auch das BSI im Grundschutz-Baustein IND.3.2 empfiehlt. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt ein Automobilzulieferer mit rund 500 Beschäftigten. Dessen Wartungszugänge waren über Jahre gewachsen; externe Techniker schlossen teils eigene Laptops direkt an die Steuerungen an, um SPS-Programme anzupassen, ohne dass nachvollziehbar war, was dabei geschah. Heute laufen alle Zugriffe über eine zentrale Fernwartungslösung mit SIEM-Anbindung; in kritischen Bereichen werden Sitzungen bis auf Tastatureingaben aufgezeichnet. Den Rahmen setzt eine verbindliche Richtlinie, die Wartungszugriffe ausschließlich über diesen Weg zulässt und den Wildwuchs neuer Insellösungen unterbindet. Davon profitiert neben der Sicherheit auch das Tempo: Techniker kommen ohne improvisierte Sonderlösungen aus, Verantwortliche genehmigen Zugriffe schneller, und für Audits liegen belastbare Nachweise vor.

SICHERE PLATTFORMEN TRAGEN NEUE GESCHÄFTSMODELLE Maschinenbauer entwickeln sich vom Produktlieferanten zum Servicepartner: Zustandsüberwachung, Verfügbarkeitsgarantien oder nutzungsabhängige Abrechnung ergänzen das Geschäft mit Maschinen und Ersatzteilen. Das setzt voraus, dass der Hersteller nach der Auslieferung auf ausgewählte Betriebsdaten zugreifen kann. Damit wächst der Anspruch an das Vertrauen. Kunden wollen wissen, welche Daten erhoben werden, wo sie verarbeitet werden und wer darauf zugreifen darf. Der Anbieter wiederum muss ausschließen, dass ein Servicezugang mehrere Kundenumgebungen miteinander verbindet oder zum Einfallstor in Produktionsnetze wird. Hier berührt OT-Security die Souveränitätsfrage: Wer selbst bestimmt, wo Produktionsdaten verarbeitet werden und welche Zugriffe Hersteller und Plattformbetreiber erhalten, bleibt gegen-


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über seinen Technologiepartnern handlungsfähig. Vertraglich gesicherte Datenhoheit, europäische Betriebsmodelle und die technische Kontrolle der Datenwege gehören deshalb in jedes Servicekonzept. OT-Security wird damit Teil des Produktversprechens. Wer sichere Konnektivität, saubere Mandantentrennung und kontrollierte Update- und Supportprozesse von Beginn an einplant, standardisiert seine Services schneller, weil Sicherheitsfragen nicht in jedem Kundenprojekt neu verhandelt werden müssen.

VIER GRUNDLAGEN SICHERER INNOVATION Soll OT-Security beschleunigen statt bremsen, muss sie früh in Digitalisierungsvorhaben einfließen. Für den Einstieg braucht es zunächst keine neuen Produkte, wohl aber vier Grundlagen. OT-Security macht Innovation skalierbar. Bild: KI-generiert

Erstens Transparenz über die eigene OT-Umgebung: Steuerungen, Engineering-Stationen, Bediengeräte, Fernwartungszugänge und Schnittstellen zur IT. Ohne ein realistisches Bild der Assets und ihrer Kommunikationsbeziehungen bleibt jeder Schutz Stückwerk. Zweitens eine risikoorientierte Segmentierung nach dem Zonenund Conduit-Modell der IEC 62443: Nicht jedes System braucht dieselben Verbindungen, und kein Dienstleister muss auf das gesamte Produktionsnetz zugreifen. Definierte Zonen und kontrollierte Übergänge begrenzen die Ausbreitung eines Angriffs; zugleich finden neue Projekte vorbereitete, dokumentierte Datenwege vor.


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Drittens beherrschte Identitäten und Zugriffsrechte auch in der OT: Persönliche Konten, starke Authentisierung, minimale Berechtigungen und befristete Freigaben verringern die Abhängigkeit von Einzelpersonen und schaffen klare Abläufe für interne Teams wie für externe Partner. Viertens eine Überwachung, die zur Produktion passt: Sie soll relevante Abweichungen früh erkennen und eine abgestimmte Reaktion ermöglichen; mit einer Flut von Warnmeldungen ist niemandem gedient. Was im laufenden Betrieb vertretbar ist, müssen IT-Sicherheit, Automatisierung, Instandhaltung und Produktion gemeinsam festlegen.

ZUSAMMENARBEIT ENTSCHEIDET Viele OT-Sicherheitsprojekte scheitern weniger an der Technik als an getrennten Zuständigkeiten: Die IT verantwortet Netze, Identitäten und Vorgaben, die Produktion kennt Anlagen und Prozessfolgen, die Instandhaltung steuert Herstellerkontakte und Wartungszyklen. Keine dieser Gruppen kann OT-Security allein tragen. Vor jeder neuen Verbindung gehört deshalb gemeinsam geklärt: Welchen geschäftlichen Nutzen bringt die Anwendung, welche Systeme betrifft sie, welches Schutzniveau ist angemessen, und wie läuft der Betrieb im Störungsfall weiter? Klare Verantwortlichkeiten beschleunigen diese Entscheidungen: Für jede kritische Anwendung sollte feststehen, wer über sie entscheidet, wer Änderungen umsetzt, wer Zugriffe genehmigt und wer bei einem Sicherheitsereignis handelt.

SICHERHEIT WÄCHST MIT DEM DIGITALISIERUNGSGRAD Der Mittelstand braucht keine perfekte Zielarchitektur, bevor der erste Anwendungsfall starten darf. Ebenso riskant ist das Gegenteil: Pilotprojekte, die dauerhaft von Sonderfreigaben und provisorischen Zugängen leben. Tragfähiger ist ein schrittweises Vorgehen. Ein klar umrissener Anwendungsfall, etwa die Zustandsüberwachung einer kritischen Anlage, wird mit definierten Datenwegen, Rollen und Schutzmaß-


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nahmen umgesetzt; die dabei geschaffenen Bausteine bleiben für weitere Maschinen, Standorte und Services wiederverwendbar. Sicherheitskennzahlen gehören dabei an betriebswirtschaftliche Ziele gekoppelt. Neben geschlossenen Schwachstellen zählen dann kürzere Freigabezeiten für Fernzugriffe, weniger ungeplante Verbindungen und ein wachsender Anteil standardisiert ange­ bundener Anlagen. Dass sich dieser Reifegrad auszahlt, belegt Fortinets „State of OT and Cybersecurity Report“ 2025: Reifere Organisationen verzeichnen weniger erfolgreiche Angriffe; der Anteil der Betriebe mit umsatzwirksamen Ausfällen sank binnen Jahresfrist von 52 auf 42 Prozent.

VOM SCHUTZPROJEKT ZUR INDUSTRIELLEN FÄHIGKEIT OT-Security darf nicht als einmaliges Projekt enden: Maschinenparks verändern sich, Dienstleister wechseln, Softwarestände altern, neue Datenanwendungen kommen hinzu. Sicherheit muss deshalb den gesamten Anlagenlebenszyklus begleiten, von der Beschaffung bis zur Außerbetriebnahme. Bei Investitionen gehören neben Funktion, Preis und Lieferzeit auch sichere Fernwartung, Update-Fähigkeit, dokumentierte Schnittstellen und die Einbindung in vorhandene Zugriffskonzepte auf die Bewertungsliste. Was bei der Beschaffung versäumt wird, lässt sich später nur mit erheblichem Aufwand nachholen. Ob OT-Security gelingt, zeigt sich daran, dass ein Unternehmen die richtigen Verbindungen bewusst und kontrolliert betreiben kann; die Zahl der verhinderten sagt darüber wenig. Erst dann werden Predictive Maintenance, Remote Service und datenbasierte Geschäftsmodelle vom Wagnis zum verlässlichen Teil der Wertschöpfung.

FAZIT

Der produzierende DACH-Mittelstand steht vor keiner Wahl zwischen Innovation und Sicherheit. Zu entscheiden ist, ob Digitalisierung unkontrolliert geschieht oder sicher gestaltet wird. Wer OT-Security früh in Architektur, Prozesse und Verantwortlichkeiten verankert, senkt Cyberrisiken, wahrt die Hoheit über die eigenen Produktionsdaten und schafft zugleich die Grundlage, auf der sich digitale Anwendungen zügig einführen, Partner sicher einbinden und neue Services glaubwürdig anbieten lassen. OT-Security ist damit mehr als eine Schutzfunktion für Maschinen und Anlagen. Sie ist eine industrielle Kernkompetenz und ein Innovationsmotor für Unternehmen, die ihre Produktion vernetzen wollen, ohne die Kontrolle darüber aufzugeben.


158 Handlungsempfehlungen für KMU

Der sinnvolle Einstieg ist nicht die Auswahl von Sicherheitsprodukten, sondern eine Bestandsaufnahme: Welche Steuerungen, Bediengeräte und Engineering-Rechner sind im Einsatz, welche Fernwartungszugänge bestehen, welche Verbindungen führen ins Büronetz oder nach außen? Dafür reicht meist eine gepflegte Tabelle; aktive Netzwerkscans nur nach Absprache mit der Instandhaltung, weil ältere Steuerungen empfindlich darauf reagieren. Auf dieser Grundlage lassen sich mehrere Maßnahmen ohne nennenswerte Investitionen umsetzen. Die vorhandene Firewall trennt das Produktionsnetz von der Büro-IT. Geteilte Wartungskonten werden durch persönliche Zugänge ersetzt, Fernzugriffe nur auf Anfrage und befristet geöffnet. Konfigurationen und SPS-Programme werden regelmäßig gesichert, die Rücksicherung wird einmal erprobt. Das Budget für diese Maßnahmen ist überschaubar, ebenso der Aufwand. Das Ergebnis selbst ist ein Meilenstein der weiteren Entwicklung.

Der 90-Tage-Maßnahmenplan OT-Security

1. Bis Woche drei werden alle Steuerungen, Engineering-Stationen, Bediengeräte und externen Zugänge samt Verantwortlichem erfasst. Drei bis fünf Personentage. 2. Bis Woche sechs werden dauerhaft offene Fernwartungszugänge und geteilte Konten abgeschaltet; stattdessen persönliche Konten mit Zwei-Faktor-Authentisierung, Freigabe je Sitzung und Protokollierung. Fünf Personentage. 3. Bis Woche zehn wird das Produktionsnetz von der Büro-IT getrennt; an den Übergängen bleiben nur benötigte Verbindungen erlaubt. Fünf bis zehn Personentage, ggf. eine Firewall-Lizenz. 4. Parallel werden Konfigurationen und SPS-Programme gesichert und eine Rücksicherung getestet. Rund zwei Personentage. 5. Zuletzt legt eine Richtlinie fest, dass neue Zugänge nur über die definierten Wege laufen. Ein Personentag. Die Reihenfolge ist nicht beliebig! Erst die Bestandsaufnahme zeigt, wo die anderen Schritte ansetzen.

Relevante Regulatorik

Der Cyber Resilience Act (EU 2024/2847) verpflichtet Hersteller von Steuerungen, Maschinen und Industriesoftware zu sicherer Entwicklung und Sicherheitsupdates über den Produktlebenszyklus hinweg; die Meldepflicht für ausgenutzte Schwachstellen gilt seit 11. September 2026, die übrigen Pflichten ab 11. Dezember 2027. NIS2 ist in Deutschland seit dem 6. Dezember 2025 in Kraft und erfasst auch mittlere Fertiger ab 50 Beschäftigten oder zehn Millionen Euro Umsatz: Risikomanagement über IT und OT, Vorfallmeldung binnen 24 Stunden, persönliche Verantwortung der Geschäftsleitung. Die Maschinenverordnung (EU 2023/1230) macht ab 20. Januar 2027 den Manipulationsschutz von Steuerungen zur CE-Bedingung; der Data Act regelt seit September 2025, wer auf die Nutzungsdaten vernetzter Maschinen zugreifen darf.

Rolf Schulz ist Gründer von GNSEC und Quantropic und verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Sicherheit kritischer Infrastrukturen, OT- und militärischen Systemen. Seit 2018 beschäftigt er sich intensiv mit KI-Sicherheit, Agentensystemen und der Frage, wie Unternehmen künstliche Intelligenz sicher, kontrolliert und nachhaltig einsetzen können. Bild: wulf images


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CYBER-RESILIENZ FÜR KMU

WIE UNTERNEHMEN

KATAST

DIE FAST-FOOD-KETTE „THE WAFFLE HOUSE“ VERSPRICHT SERVICE RUND UM DIE UHR, RUND UMS JAHR. DAS PROBLEM: IHRE HEIMAT IST DER SÜDOSTEN DER USA, WO GERNE MAL EIN HURRICANE TOBT. DESHALB BAUT DIE KETTE AUF EIN RESILIENZKONZEPT, VON DEM DEUTSCHE UNTERNEHMEN UND DEREN IT-TEAMS VIEL LERNEN KÖNNEN. ZUM BEISPIEL, DASS RESILIENZ DAS BUSINESS ANKURBELN KANN.


ADVERTORIAL 161

Autor: Dr. Wilhelm Greiner

TROPHEN ÜBERSTEHEN UND DABEI KUNDEN GEWINNEN


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DIE FAST-FOOD-KETTE „THE WAFFLE HOUSE“ VERSPRICHT SERVICE RUND UM DIE UHR, RUND UMS JAHR. DAS PROBLEM: IHRE HEIMAT IST DER SÜDOSTEN DER USA, WO GERNE MAL EIN HURRICANE TOBT. DESHALB BAUT DIE KETTE AUF EIN RESILIENZKONZEPT, VON DEM DEUTSCHE UNTERNEHMEN UND DEREN IT-TEAMS VIEL LERNEN KÖNNEN. ZUM BEISPIEL, DASS RESILIENZ DAS BUSINESS ANKURBELN KANN.

The Waffle House, eine alteingesessene Fast-FoodKette aus dem Südosten der USA, setzt seit Hurricane Kathrina (2005) auf ein Resilienzkonzept mit dem Ziel des Betriebs seiner Filialen 24x7x365 – wenn es sein muss, nur mit Gaskocher und Notstromaggregat. Bild: wafflehouse.com

2005 zerstörte Hurricane Kathrina sieben Waffle-House-Filialen, 100 weitere mussten vorübergehend schließen. Die, die schnell wieder öffneten, konnten sich vor Kundschaft kaum retten – viele Hurrican-Opfer hatten keinen Strom, manche kein Heim mehr. Seither setzt die Fast-Food-Kette konsequent auf Resilienz. Die Filialen sollen bei Extremwetter die letzten sein, die schließen, ebenso die ersten, die wieder öffnen. Und das funktioniert. Die US-Katastrophenschutzbehörde FEMA nutzt sogar – obschon inoffiziell – den „Waffle House Index“: Wo die Filialen der Kette geschlossen sind, da schickt man Einsatzkräfte hin, denn da ist die Lage wirklich ernst.

Cyber-Wirbelsturm Einem Hurricane ganz anderer Art sehen sich IT-Teams ausgesetzt: Zuerst lieferte Ransomware den Cyberkriminellen ein lukratives Geschäftsmodell; nun erlaubt KI es ihnen, Angriffe stark zu beschleunigen, hochgradig zu skalieren und zahlreiche Ziele gleichzeitig zu attackieren.


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Dieser Wirbelsturm zerlegt altvertraute Security-Grundannahmen, die im KMU-Markt verbreitet waren. Lange herrschte eine irreführende Ritterburg-Mentalität: Ist die Wehrmauer nur ausreichend hoch und der Burggraben ausreichend tief, dann werde sich die Angreiferschar schon andere Ziele suchen. Doch die digitale Burgfeste ist so obsolet wie ihr architektonisches Vorbild in Zeiten des Drohnenkriegs. Früher oder später wird der Cyber-Hurricane die Mauern niederreißen. Kein Unternehmen ist „zu unbedeutend“ für einen Ransomware-Angriff. So schrieb das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in seinem Bericht „Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2025“ (Berichtszeitraum: Sommer 2024 bis Sommer 2025): „Kleine und mittlere Unternehmen standen wieder besonders im Fokus der Angreifer. Rund 80 Prozent der im Jahr 2024 angezeigten Angriffe zielten auf KMU.“ Das Bundesamt bemängelt: „Auch im aktuellen Berichtszeitraum besitzen viele Unternehmen nach Erfahrung des BSI weder eine ausreichende Kenntnis über die allgemeine Cyberbedrohungslage noch über das eigene Risikoprofil. So wissen sie nicht, dass sie mehr in ihre Sicherheit investieren müssen. Selbst elementare, oftmals kostenfrei umsetzbare Präventionsmaßnahmen werden daher häufig nicht ergriffen.“ Das BSI unterstützt deshalb KMU mit dem „CyberRisikoCheck“ auf Basis der eigens entwickelten DIN SPEC 27076 dabei, ihre Security zu verbessern. Zudem bietet eine BSI-Broschüre zum Business Continuity Management für KMU eine nützliche Hilfestellung. Zugleich gilt: Abwehrmaßnahmen machen erfolgreiche Angriffe unwahrscheinlicher, doch kein Unternehmen kann Cyberkriminelle dauerhaft fernhalten. Deshalb muss Resilienzdenken die Burgmentalität ablösen. Neben Security-Lösungen muss es Tools und vor allem Prozesse geben, um nach einem Angriff, idealerweise noch während er läuft, zumindest die Kernprozesse schnell wieder ans Laufen zu bringen. Ganz abgesehen davon, dass die Verfügbarkeit der IT-Systeme auch hierzulande Extremwetterereignissen zum Opfer fallen kann – Cyber-Resilienz umfasst nicht nur Angriffsabwehr.

Das BSI unterstützt kleine und mittlere Unternehmen mit einer Broschüre beim Einstieg in das Business Continuity Management. Bild: BSI


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Von der Abwehr zur Resilienz Die gute Nachricht: KMU müssen keine allumfassende, KI-gestützte Super-duper-Cyber-Resilienz-Plattform™ beschaffen. Natürlich kostet ein Notstromaggregat Geld, ebenso eine Backup-Lösung oder die Cloud-Instanz für die Failover-Umgebung. Aber das Beispiel The Waffle House zeigt: Resilienz ist bei Weitem nicht allein eine Frage von Investitionen in Hard- oder Software. Natürlich hat auch die Waffelbäckerkette in Hardware investiert. Sie hält z. B. Notstromaggregate vor, die sie bei Unwetterwarnung in der Nähe des bedrohten Gebiets positioniert, und ein Wohnmobil dient als mobile Einsatzzentrale. Doch zentrale Bausteine ihres Resilienzkonzepts betreffen die Prozesse und die Belegschaft: Es gibt ein spezielles Notfallmenü. Die Beschäftigten sind geschult, was im Ernstfall zu tun ist. Bei Extremwetter werden zur Unterstützung Freiwillige aus der Zentrale eingeflogen. Und wenn


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Häuser von Angestellten zu sichern oder zu reparieren sind, hilft der Arbeitgeber bei der Suche nach Handwerkern (nach Koch, Christoph, „Im Auge des Sturms“, brand eins 12/2017, S. 46ff.). Beim Thema Cyber-Resilienz heben Fachleute ebenfalls die Bedeutung der Prozesse und des Handlungswissens hervor. So betont Experte Manuel Atug, Sprecher der AG KRITIS, wie wichtig es ist, zunächst Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten zu klären, Notfallpläne zu erfassen, Notfallabläufe zu definieren und als „Table-Top Exercise“, also im Rollenspiel, einzuüben (siehe Interview).

Schnelle Wiederherstellung Bei einem Ransomware-Angriff kommt es vor allem auf aktuelle Backups und deren schnelle Wiederherstellung an. „Zumindest sollte jedes Unternehmen über unveränderliche Snapshots als Schutzmaßnahme verfügen“, sagt Markus Grau, Enterprise Architect im CTO-Office von Everpure. Und Roland Stritt, CRO bei FAST LTA, rät: „Das erste Werkzeug ist: aktivieren, was längst bezahlt ist. Die meisten Backup-Programme bringen Funktionen zur Prüfung von Sicherungen mit, dazu automatisierte Wiederherstellungstests und einen Scan auf Schadsoftware.“ In der Praxis sei davon aber oft nur das Nötigste eingeschaltet. „Hier liegt Sicher-


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heit ungenutzt herum, und sie kostet keinen Cent extra“, so Stritt. Backup- und Recovery-Funktionen sind allerdings im Ernstfall nutzlos, wenn Panik herrscht und niemand weiß, was mit welcher Dringlichkeit und in welcher Reihenfolge zu tun ist. Deshalb sollte auch ein KMU den Notfallplan und die Datenwiederherstellung regelmäßig üben. Nur so wissen im Ernstfall alle, was zu tun ist, und greifen idealerweise routiniert auf eingespielte Abläufe zurück. Sie wissen, wen sie zu informieren haben, wie sie diese Personen erreichen und was sie selbstständig entscheiden müssen. Nicht nur Fast-Food-Restaurants, sondern auch IT-Teams im KMU sollten ein „Notfallmenü“ in der Schublade haben.

Von der Resilienz zum Geschäftsvorteil Und noch etwas können wir von der Waffelbäckerkette aus dem Wirbelsturmgebiet lernen: Resilienz muss nicht nur lästige Notwendigkeit sein, sondern kann sogar eine Säule des Geschäftsmodells bilden. Denn das Resilienzkonzept ist für The Waffle House zugleich Marketing-Strategie: Jenes Lokal, in dem ich nach einem Wirbelsturm in meiner weitgehend lahmgelegten Gemeinde einen Kaffee und etwas Zuspruch bekomme, das merke ich mir – und bin damit potenziell ein neuer Stammkunde. Ebenso können Unternehmen Cyber-Resilienz in ihren Marktauftritt einbauen. Bei der Teilnahme an Ausschreibungen können sie auf eingespielte Resilienzprozesse verweisen. Zeigt die Unternehmensleitung den Beschäftigten im Rahmen von Notfallübungen, dass sie im Ernstfall auf sie baut, stärkt das die Mitarbeiterbindung. Wer während eines Ransomware-Angriffs professionell weiter mit seinen Kunden kommuniziert und wenig später sogar wieder liefern kann, verdient sich deren Achtung. Und den Geschäftspartner, der nach einem Extremwetter dank Backups, Failover-Systemen, Ausweicharbeitsplätzen und einem eingespielten Team schnell wieder „Business as usual“ durchziehen kann, den merke ich mir – und bin damit potenziell ein neuer Stammkunde.


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Cyber-Resilienz-KPIs für KMU • Erfüllungsgrad der Anforderungen des CyberRisikoChecks gemäß DIN SPEC 27076: Laut BSI erfüllten die Unternehmen nur knapp 56 Prozent der im Check überprüften Anforderungen. Ein erstes Ziel kann also lauten: besser zu sein als der Bundesdurchschnitt. • Patch-Latenz bei kritischen Schwachstellen: Verbesserung über die Zeit messen. • Restore-Quote: z. B. einmal im Quartal Restores testen: Wie viele Dateien lassen sich problemlos wiederherstellen? Ziel ist 100 Prozent. • Für Fortgeschrittene: Frequenz der jährlichen Notfallübungen – mindestens einmal pro Jahr, besser zweimal.

Relevante Regulatorik • DSGVO: Unternehmen müssen Datenschutzvorfälle unverzüglich, spätestens innerhalb von 72 Stunden melden – und dafür geeignete Erkennungsmechanismen und Abläufe etabliert haben. • NIS2/BSI-Gesetz: betrifft eigentlich nur Organisationen ab 50 Mitarbeitenden bestimmter Branchen, aber Achtung: Als Teil der Lieferkette von NIS2-Unternehmen können auch viele weitere Betriebe betroffen sein! • Cyber Resilience Act (CRA): betrifft nur Hersteller digitaler Produkte. Achtung: Auch KMU, die z. B. ein hausinternes CRM entwickelt haben und es einer Tochtergesellschaft zur Verfügung stellen, sind Softwareanbieter!

90-Tage-Quick-Wins • Benennung eines Verantwortlichen für Security- bzw. Resilienzmaßnahmen: kostenlos, rein organisatorische Maßnahme • Durchführung des BSI CyberRisikoChecks, um einen Referenzwert als Ausgangspunkt zu erhalten: kostenlos, rein organisatorische Maßnahme • Umsetzung der BSI-Kernempfehlungen zur Reduzierung der Angriffsfläche (Inventarisierung, Abschalten exponierter Dienste, Etablierung von Patch- und Backup-Routinen, Mehr-Faktor-Authentifizierung etc.): teils organisatorisch/Softwarekonfiguration, Rest mit überschaubarem Kostenaufwand umsetzbar • Erstellung und Test eines Notfallplans: kostenlos, rein organisatorische Maßnahme • Nach 90 Tagen: Security-Maßnahmen verstetigen, regelmäßige Notfallübungen etablieren

Dr. Wilhelm Greiner ist Inhaber und CSO (Chief Sarcasm Officer) des Redaktionsbüros Mitteilerei in Kinding. Er bloggt auf it-info-2-go.com und postet satirische Vide clips auf youtube.com/@it_info_2_go. Bild: Robert Kneidinger


INTERVIEW 168

MANUEL ATUG, SPRECHER DER AG KRITIS, IM INTERVIEW

„RISIKOMANAGEMENT IST KORREKTERWEISE RISIKO- UND CHANCENMANAGEMENT“

Security-Insider: Wie kann der IT-Experte/die IT-Leitung im KMU den Chef von der Notwendigkeit von Cyber-Resilienz überzeugen, ohne auf Angriffs-Horrorszenarien zurückzugreifen? Manuel Atug: Cyber-Resilienz bedeutet nicht nur, Cyberangriffe abzuwehren. Es gibt drei Kategorien: Naturereignisse, Unfälle und Vorsatzhandlungen. Der Punkt ist, der Geschäftsleitung eine Entscheidungsvorlage zu liefern: Was sind die größten Risiken für einen Produktionsausfall oder eine Verzögerung, die Produktion schnellstmöglich wieder betriebsbereit zu bekommen, was die wichtigsten Maßnahmen? Dann kann man das Stück für Stück verbessern. Security-Insider: Wenn die Geschäftsleitung die Risiken verstanden hat, wie sollte der IT-Experte/die IT-Leitung vorgehen? Atug: Er kann vorschlagen: Wir – Geschäftsleitung, IT-Leiter, Security-Verantwortlicher, die Business-Verantwortlichen – setzen uns mal eine Stunde oder zwei zusammen und spielen ein pragmatisches Szenario durch: Es ist Montagmorgen 7:00 Uhr, alle


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Manuel Atug ist KRITIS-Experte sowie Gründer und Sprecher der AG KRITIS. Bild: Manuel Atug

Systeme wurden verschlüsselt. Was tun wir? Wenn jemand sagt, „Ja, dann rufe ich eben dich an!“, lautet die Gegenfrage: Mit welchem Telefon? Das ist ein Smartphone und mitverschlüsselt. So ein Beispiel macht das Problem sehr einfach deutlich und damit auch das Risiko greifbar: Hätten wir im Ernstfall einen Plan, ein Notfallkonzept oder sogar einen Krisenstab, damit wir wissen, was im Krisenfall zu tun ist? Dazu ist zunächst ein Verantwortlicher zu benennen, der die Fakten sammelt und als Ansprechpartner fungiert. Security-Insider: Was sind die ersten wichtigen Schritte im Krisenfall? Atug: Bei Schritt 1 ist zu klären: Wen brauche ich? Jemanden aus der Geschäftsführung, um Entscheidungen zu fällen; jemanden für die Kommunikation an die Presse und die Mitarbeitenden; jemanden, der die IT wieder aufbaut. Die muss man benennen und ihnen erklären, was sie im Problemfall zu tun haben. Dafür ist die erwähnte Szenario-Übung nützlich. Schritt 2: Wo trifft man sich in der Krise? Es ist ein Notfall, die IT ist ausgefallen. Dann treffen sich die, die ich im Schritt 1 definiert habe, im Meeting-Raum 4711. Hat der ganze Standort Probleme, etwa bei einer Flut, dann treffen wir uns im Meeting-Raum des Hotel Tralala in der Innenstadt. Alle begeben sich automatisch dorthin, dann braucht man nichts koordinieren. Schritt 3: Wie kommuniziere ich? Wenn das Unternehmensnetzwerk offline ist, müssen die Handynummern des Krisenstabs vorliegen. Aber wie kommuniziere ich, wenn das Mobilfunknetz ausfällt? Das muss man klären. Schritt 4: Was mache ich im Krisenfall? Das klingt banal, aber es bedeutet: Wie setze ich die Prioritäten? Rufe ich die Polizei, um die Täter zu jagen? Oder will ich möglichst schnell die Produktion wieder ans Laufen kriegen? Dann brauche ich vor allem ein Wie-


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deranlaufverfahren. Dadurch macht man sich automatisch Gedanken darüber, was ein wichtiger Geschäftsprozess ist und was vernachlässigbar. Muss meine Website laufen, wenn ich Schrauben produziere? Nein. Muss sie laufen, wenn ich einen E-Commerce-Shop habe? Ja. Bin ich eine AG und muss auf der Website Informationen fürs Börsenrecht veröffentlichen? Auch dann muss es für den Webserver ein Notfallsystem geben.

„Security sichert das Business des Unternehmens ab, damit morgen noch produziert werden kann. Das ist echte Resilienz.“ Manuel Atug, Sprecher der AG KRITIS

Schritt 5: Was brauche ich an Dokumentation? Netzwerkplan, Notfallkonzept, Wiederanlaufplan. Diese Dokumentation brauche ich auch offline, denn wenn sie verschlüsselt ist, habe ich nichts davon. Wo halte ich sie vor? Wer kümmert sich darum, sie auszudrucken und zu aktualisieren? Schritt 6: Köpfe kennen in der Krise. Ich habe mit dem Brandmeister der Stadt mal eine Ortsbegehung gemacht. Ich habe mit dem LKA telefoniert und gefragt: Wie arbeitet ihr, kommt ihr im Ernstfall vorbei? Ich habe mit dem Ortsvorstand besprochen, wie Amtshilfe aussehen könnte. Der optionale Schritt 7: eine Cyberversicherung. Sie funktioniert wie der ADAC. Sie übernimmt die Pannenhilfe, ersetzt aber nicht den TÜV.

Als Informatiker zähle ich aber ab der Null. Schritt 0 ist die Basisabsicherung. Dazu kann man sich die Leitfäden des BSI ansehen. Läuft die Fernwartung nur über Zwei-Faktor-Authentisierung? Sind alle Systeme, die am Internet hängen, gepatcht? Habe ich ein Backup? Habe ich eines offline? Mache ich Backups regelmäßig oder kann ich nur ein rein archäologisch wertvolles Firmenarchiv wiederherstellen? Ist die Wiederherstellung getestet? Das ist Basisabsicherung, egal ob der Grund ein Russe war, das Wasser, ein Blitzeinschlag, Ransomware, ein Amerikaner oder ein 16-Jäh­riger aus Mittelhessen.


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Security-Insider: Wie kann die Geschäftsleitung Cyber-Resilienz wirksam managen? Atug: Die Geschäftsleitung kann das Risikomanagement delegieren, aber sie muss es überwachen, kontrollieren und steuern. Also muss sie überlegen: Welches Reporting brauche ich, um das zu managen? Was sind z. B. die größten 20 Risiken, die größten fünf, das Top-Risiko? Welche Maßnahmen haben wir umgesetzt, welche müssten wir ergreifen? Das alles bitte in managementtauglicher Sprache und nicht mit IT-Akronymen. Security-Insider: Was wäre ein Beispiel für ein KMU, das CyberResilienz schlau umgesetzt hat? Atug: Wasserwerke haben generell wenig IT-Fachpersonal. Deshalb habe ich einem Wasserwerk mal geraten: Holt euch zwei Werksstudierende, die für euch zum Thema Krisenmanagement und BCM (Business Continuity Management, d. Red.) recherchieren, und gebt denen eine Perspektive für die Zeit nach dem Studium. Das haben sie gemacht, die beiden Studierenden wurden später übernommen und waren gleich ans Unternehmen gebunden, weil sie das Krisenmanagement-Konzept entwickelt hatten. Security-Insider: Wie kann ein IT-Experte dem Chef die Geschäftsvorteile von Cyber-Resilienz vermitteln? Atug: Risikomanagement ist korrekterweise Risiko- und Chancenmanagement. Das Unternehmen hat die Chance, Fehlinvestitionen zu erkennen, zu justieren und zu korrigieren. Security sichert das Business des Unternehmens ab, damit morgen noch produziert werden kann. Das ist echte Resilienz.


Was sagt die Branche dazu?

Was sagt die Branche dazu?


Was sagt die Branche dazu?

Statements von führenden Köpfen ...

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"Digitale Souveränität ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Sicherheit, Resilienz und Innovation." Dr. Elisabetta Castiglioni, CEO der A1 Digital

„Agentic AI braucht keine neuen Sicherheitsprinzipien, sondern neue Kontrollobjekte“, sagt Andreas Fuchs, Director Product Management bei DriveLock.


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„Unternehmen müssen nicht nur KI für ihre Sicherheit nutzen, sondern auch die KI selbst absichern.“ Holger Suhl, Country Manager DACH, ESET Deutschland GmbH

„Kultur zeigt sich dann, wenn die Richtlinie nicht ganz passt, die Deadline drängt und niemand hinschaut.“ Noora Ahmed-Moshe, VP Strategy & Operations bei Hoxhunt


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„VISHING-ATTACKEN WERDEN NOCH EINMAL DEUTLICH ZUNEHMEN. KI WIRD IHREN EINSATZ WEITER VEREINFACHEN.“ Dr. Martin Krämer, CISO Advisor bei KnowBe4

"KI-Modelle sind nicht verlässlich kontrollierbar. Auch die Frontier-Labs können trotz Guardrails nicht garantieren, dass ihre Modelle stets im Sinne von Entwicklern und Nutzern handeln. Prompt Injection und Jailbreaks belegen, dass sich Modelle manipulieren lassen. Sicherheit muss deshalb um das Modell herum entstehen." Liat Shentser VP Solutions Engineering bei SentinelOne®


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“KI SCHAFFT EIN DOPPELTES RISIKO - SIE TREIBT ANGRIFFE VON AUSSEN AN UND MACHT UNVERWALTETE AGENTEN ZUR GEFAHR VON INNEN.” Shahriar Daneshjoo, VP Sales Central & Eastern Europe, Silverfort

„SICHERHEIT WIRD DORT ENTSCHIEDEN, WO DATEN, KONTEXT UND GESCHWINDIGKEIT ZUSAMMENKOMMEN: IM NETZ.“ Dr. Niklas Horstmann Chief Operating Officer, Telekom Security.


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„ICH BETRACHTE KI-GOVERNANCE NICHT ALS EINEN SEPARATEN BEREICH. SIE IST DIE NÄCHSTE LOGISCHE EBENE IN DER TRUST-ARCHITEKTUR, DIE BEREITS DATENSCHUTZ UND SICHERHEIT ABDECKT.“ CRISTINA COSTACHE, CISO, GLOBAL DPO UND VORSITZENDE DES KI-RATS BEI NOVENTIQ (ZITAT BEREITGESTELLT VON VANTA)

„WETTBEWERBSVORTEILE ENTSTEHENNICHT DESHALB, WEIL EIN UNTERNEHMEN JEDES RISIKO VERMEIDET, SONDERN WEIL ES SEINE WICHTIGSTEN ENTSCHEIDUNGEN BEWUSST SELBST TRIFFT.“ Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker, cyberintelligence.institute


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VORBEREITUNG MANGELHAFT

Trotz der steigenden Gefahr sind auf KI-gestützte Cyberangriffe die meisten Unternehmen nur unzureichend vorbereitet: Nur 31 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen verwenden KI zur Verbesserung ihrer IT-Sicherheit. Quelle: KI-Sicherheitsstudie 2026 von TÜV und BSI


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PHISHING DOMINIERT

Bei den KI-Angriffen dominiert inzwischen KI-gestütztes Phishing, von dem 90 Prozent der Unternehmen berichten. Durch generative KI werden solche Schadmails sprachlich zunehmend fehlerfrei und sind kaum noch von echter Kommunikation zu unterscheiden. Quelle: KI-Sicherheitsstudie 2026 von TÜV und BSI


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