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eGovernment 9/2026

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www.egovernment.de

25. Jahrgang

ISSN 2941-2870 (Print) | ISSN 2944-3598 (Online)

Ausgabe 09/2026

3

31. August 2026

Digitale Gesetze

9

17

VITAKO

Thüringens CIO Milen Starke spricht über Law as Code und die Zukunft der Verwaltung

SPEZIAL

Lars Hoppmann spricht über die Rolle und Herausforderungen kommunaler IT-Dienstleister.

In dieser Ausgabe greifen wir Themen aus den Bereichen Smart City und Smart Country auf.

FITKO und BVA

Das Nationale Once-Only-Technical-System (NOOTS) ist seit kurzem bundesweit ratifiziert. Jetzt geht es um die Umsetzung. Eine Herausforderung, doch die Ansätze zeigen, dass man Fehler wie bei der OZG-Umsetzung nicht wiederholen will. Der NOOTS-Staatsvertrag ist bundesweit ratifiziert – diese Nachricht aus dem Bundesverwaltungsamt (BVA) vor knapp zwei Wochen stieß auf positive Resonanz, oft aber verbunden mit dem Hinweis, dass es nun auf die Umsetzung ankäme. Das ist richtig. Doch man hat ohnehin nicht gewartet, bis die Tinte unter der letzten Ratifizierungsurkunde getrocknet ist. Nicht nur ist der Staatsvertrag bereits seit Februar in Kraft, auch das Gesamtkonzept steht und die Organisation ist klar: Die Gesamtleitung der NOOTS-Umsetzung liegt bei der Föderalen IT-Kooperation (FITKO), während das Bundesverwaltungsamt die operative Umsetzung verantwortet. Grundsätzliche Entscheidungen über den Betrieb und

die Weiterentwicklungen liegen beim IT-Planungsrat. Nach einem arbeitsreichen Jahr 2025 hat sich auch in der ersten Jahreshälfte 2026 bereits viel getan: Die erste funktionsfähige Version des NOOTS ging im Januar in den Livebetrieb. Auf den erfolgreichen Datenabruf aus dem Zentralen Fahrzeugregister des KraftfahrtBundesamts folgte mit der Gewerbeanmeldung der erste unternehmensbezogene Anwendungsfall. Im Juni setzten das BVA und der Freistaat Bayern mit seinen Partnern drei Anwendungsfälle aus den Bereichen Bau, Energie und Umwelt um. Ein weiterer Meilenstein konnte im Juli erreicht werden: Die Bundesagentur für Arbeit nutzt als erste registerführende Stelle den

Anschluss an das Fachverfahren zum Identitätsabruf (IDA). „Der Anschluss der Bundesagentur für Arbeit an den Identitätsdatenabruf zeigt, dass die Registermodernisierung den Praxistest besteht. Jetzt kommt es darauf an, dass weitere registerführende Stellen nachziehen“, sagte BVA -Präsidentin Katja Wilken. Nicht zu vergessen: die 16 NOOTS-Pilotprojekte, die BMDS und FITKO im Mai ausgewählt haben, und die nun mit Mitteln des Bundes gefördert werden. Dazu gehören Anschlussvorhaben zu Elterngeld, Unternehmensgründung, Sozialplattform oder Nachweise für die EUDI-Wallet, aber auch Register-as-a-Service-Projekte. Natürlich zählt am Ende, was in der Fläche, also bei Bürgerinnen und

Bild: FITKO

NOOTS umsetzen: aus Erfahrungen lernen Michael Pfleger, Gesamtleiter NOOTS, FITKO. Bürgern wie auch den Unternehmen, ankommt. Das Ziel war, im November ein ausgereiftes System für den Flächenrollout verfügbar zu machen, nunmehr soll das NOOTS in einer Ausbaustufe ab Anfang 2027 für den technischen Rollout bereitstehen. Die Herausforderungen sind sicher nicht zu unterschätzen.Gleichzeitig steht aber auf der Habenseite weit mehr als die einzelnen Projektabschlüsse und erreichten Meilensteine: Erfahrungen aus der gemeinsamen Arbeit an Projekten, gewachsenes Vertrauen und Miteinander-Reden, das Engagement und die Expertise der RegMo-Koordinatoren. Die Registermodernisierung, die eigentlich der erste Schritt hätte sein sollen, konnte aus den Fehlern der

OZG-Umsetzung lernen. Die Ansätze, die sich in der Umsetzung widerspiegeln, geben Anlass zur Hoffnung: Von Anfang an ist im Fokus, dass Kommunen Hilfe brauchen. Dafür wurden und werden Unterstützungsangebote erarbeitet. Im Sinne des Flächenrolloutkonzepts soll die Anbindung für jeden Registertyp nur einmal entwickelt werden. Hinzu kommt der Anspruch der NOOTS-Umsetzungsorganisation, sich selbst immer weiter zu verbessern – in der Begleitung oder der Bereitstellung von Informationen. „Mit der Ratifizierung des NOOTS-Staatsvertrags durch den Bund und alle Länder haben wir einen klaren politischen Rückhalt für den Flächenrollout des NOOTS im kommenden Jahr“, erklärte Michael Pfleger, NOOTSGesamtleiter. „Die bereits erfolgten Anbindungen an das NOOTS und die vom IT-Planungsrat und Bund zentral finanzierten Anschlussvorhaben lassen eine deutlich steigende Nutzung des NOOTS in den kommenden Monaten erwarten.“ nh Weitere Informationen Warum die Umsetzung des Once-OnlyPrinzips erst der Anfang ist und was das NOOTS darüber hinaus leisten kann, erklärt Michael Pfleger im Interview:

[ voge.ly/NOOTS_Interview ] [ noots.gov.de ]

Kurz gemeldet Schleswig-Holstein und Dänemark stärken Partnerschaft Noch vor Neujahr 2026 sind in Dänemark die letzten öffentlichen Briefkästen von den Straßen verschwunden. Bereits am 17. Dezember 2025 endete laut dpa der Verkauf der letzten Briefmarken. „Die Dänen sind immer digitaler geworden, und das, was früher als Brief verschickt wurde, erhalten die allermeisten heute digital“, hieß es dort vom staatlichen Postunternehmen PostNord. Dänemarks ist vor allem im Bereich der nutzerzentrierten digitalen Verwaltung führend. Auch Schleswig-Holstein nimmt bundesweit eine Vorreiterrolle ein und verfügt über umfassende Erfahrungen in

digitaler Souveränität, Open Source und offenen Standards. Diese Erfahrungen sollen nun im Rahmen einer Kooperation gebündelt und die digitalen Verwaltungen beider Digitalregionen gestärkt werden. Die Staatskanzlei SchleswigHolstein und die Dänische Botschaft luden Mitte August zum deutsch-dänischen „GovTech Dialogue“ nach Flensburg ein, wo sie die Zusammenarbeit beim Ausbau digitaler Zukunftsthemen verkündeten. „Dänemark und Schleswig-Holstein verbindet weit mehr als geografische Nähe“, teilte der Digitalisierungsminister Dirk Schrödter mit. „Wir teilen den

Anspruch, Verwaltung digital, sicher und bürgernah weiterzuentwickeln.“ Während des Kongresses kamen deutsche und dänische Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Wirtschaft, Technologie und Innovationsökosystemen zusammen, um konkrete Ansätze für eine engere Zusammenarbeit bei der Digitalisierung des öffentlichen Sektors zu erörtern, voneinander zu lernen und gemeinsame Projekte zu entwickeln. „Wenn wir Dänemarks Erfahrung mit konsequent nutzerorientierten digitalen Services und Schleswig-Holsteins Weg zu digitaler Souveränität und offenen Standards zusammen-

führen, dann entsteht daraus ein europäischer Mehrwert“, e rklärte Schrödter. „Genau darum geht es: nicht voneinander abzugrenzen, sondern gemeinsam handlungsfähiger zu werden.“ Für den dänischen Generalkonsul Klaus Juel Werner ist es außerdem eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit und der Sicherheit. Er stimmte zu, dass Digitalisierung nicht durch nationale Grenzen eingeschränkt werden sollte. Die Landesregierung SchleswigHolstein plant als nächsten Schritt gemeinsame Projekte mit Dänemark in den Bereichen Digitalisierung der Verwaltung, Cybersicherheit und OpenSource-Technologie. se


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Inhalt

Politik & Verwaltung

Praxis & Innovation

3 | Thüringens Landes-CIO

9 | Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von VITAKO äußert sich dessen Geschäftsführer Lars Hoppmann zu seinem Verband, den kommunalen IT-Dienstleistern und der Lage in den Kommunen.

Milen Starke berichtet über Erfahrungen mit Law as Code und Rulemapping und die Pläne für ein Reallabor.

10 | Die der EU-Kommission

4 | Für den Bürokratieabbau

ersetzt Baden-Württemberg den landeseigenen Normenkontrollrat und geht auch an anderer Stelle neue Wege.

4 | BMDS, Land Berlin und IHK Berlin wollen gemeinsam die öffentliche Beschaffung modernisieren. 5 | Anne-Marie Kilpert vom

Fraunhofer IESE spricht über das Thema Krisenresilienz – im Großen wie im Kleinen.

unterstellte Initiative „Interoperable Europe“ hat sich mit öffentlichen Open-SourceStrukturen befasst – auch mit Blick auf Schleswig-Holstein, das ZenDIS und die OSBA.

10 | Als erstes Bundesland

nutzt Sachsen-Anhalt die technische Basis des Bundesverwaltungsportals für sein eigenes Landesportal nach.

11 | Warum KI bereits bei der Bauplanung einer Klinik bedacht werden sollte, erläutern die Autoren eines aktuellen Whitepapers. 5 | Mit Blick auf Kommunen

hat das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung eine Studie zur Hochwasservorsorge veröffentlicht.

8 | Inwiefern spiegeln Stellenausschreibungen des Public Sector bereits den dortigen Bedarf an KI-Kompetenzen wider? IW-Trends hat genau das untersucht. 8 | Estland stattet bestimmte

KI-Agenten mit AI ID Codes aus, damit diese eigenständig agieren können. Die Haftungsfrage ist allerdings noch nicht geklärt.

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser, man mag kaum glauben, was sich in der vermeintlichen Sommerpause alles getan hat. Mit der bundesweiten Ratifizierung des NOOTS-Staatsvertrags ist ein zentraler Baustein der Registermodernisierung startklar. NOOTSGesamtleiter Michael Pfleger sieht dafür „einen klaren politischen Rückhalt“ und rechnet mit „deutlich steigender Nutzung“ in den kommenden Monaten (s. Titel). Wie digitale Gesetzgebung in der Praxis aussehen könnte, zeigt sich indes im Land Thüringen. Dessen CIO Milen Starke erläutert im Interview, wie der Freistaat im Pilotprojekt ReBASE gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern per Rulemapping Rechtsnormen maschinenlesbar macht. Laut Starke entsteht hier nicht weniger als „die Zukunft der Verwaltung“ (Seite 3). Baden-Württemberg ersetzt derweil den Normenkontrollrat im Land durch einen „Unabhängigen Rat für Staatsmodernisierung“ (Seite 4). Ministerpräsident Cem Özdemir hat seinen Anspruch klar

formuliert: „Aus teuer, langsam und ineffektiv muss günstig, schnell und effektiv werden“. Auf kommunaler Ebene befassen wir uns in dieser Ausgabe mit Resilienz. Diese brauche mehr als Technik, mahnt Anne-Marie Kilpert vom Fraunhofer IESE an. Smart City und Verwaltungsdigitalisierung dürften nicht länger getrennt gedacht werden. Passend hierzu hat das BBSR eine Studie zum Hochwasserschutz veröffentlicht (jeweils Seite 5). Einen etwas anderen Blick auf die Lage in den Kommunen wirft VITAKO-Chef Lars Hoppmann. Mit dem Umzug ins „Haus der öffentlichen IT“ in Berlin bündeln kommunale ITDienstleister nämlich ihre Kräfte (Seite 9). Und auch Bund und Länder reichen sich immer öfter die Hand: Während Sachsen-Anhalt als erstes Land die technische Basis des Bundesportals nachnutzt (Seite 10), wollen BMDS sowie Land und IHK Berlin bei der Beschaffung stärker kooperieren. Dass es dabei oft noch hakt, stellt auch

Stephan Augsten Redaktionsleitung eGovernment

GovRadar-Gründer Sascha Soyk im Interview auf Seite 12 fest. Zum Thema KI haben wir selbstredend auch wieder etwas im Heft. So hat das Institut der deutschen Wirtschaft festgestellt, dass nur wenige Stellenanzeigen der öffentlichen Verwaltung einen KI-Bezug aufweisen, während estnische KIAgenten künftig einen Identitätsnachweis erhalten (beides Seite 8); und zwei NEGZ-Publikationen empfehlen zur Vertrauensbildung in KI mehr Nutzerzentrierung und Model Cards (Seite 14). Es gab und gibt also einiges zu berichten – wir bleiben weiterhin für Sie dran, versprochen. In diesem Sinne viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe

12| Govradar-CEO Sascha

Soyk hält die Beschaffung im Föderalismus für ineffizient und will mit seinem Scale-up gegensteuern.

eGovernment jederzeit & überall: Hintergründe und News rund um die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung online lesen.

13| Auf der Termineseite

Bereits freitags vor der Print-Ausgabe online verfügbar:

finden sich dieses Mal der TI-Summit und die mittlerweile 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG).

eGovernment.de /digitale_ausgaben

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Politik & Verwaltung

4 Baden-Württemberg

5 Anne-Marie Kilpert

geht neue Wege bei der Modernisierung der Verwaltung.

vom Fraunhofer IESE über Resilienz in den Kommunen.

Thüringen

Law as Code ist entscheidend für die digitale Gesetzgebung, aber nicht ganz leicht zu vermitteln. Thüringens CIO Milen Starke berichtet aus der Praxis: wie ein aktuelles Projekt, Rulemapping, Digitalcheck und Law as Code zusammenspielen – und über die Pläne zum Reallabor. Aus der Digitalministerkonferenz (DMK) im Mai hat Thüringen einen Auftrag mitgenommen: federführend die Errichtung eines Reallabors „Law as Code“ zu prüfen und bis zur nächsten Sitzung einen Umsetzungs- und Finanzierungsplan vorzulegen. Der Law-as-Code-Ansatz hat zum Ziel, Rechtsnormen von Anfang an parallel zum juristischen Text auch als maschinenlesbaren und -ausführbaren Code bereitzustellen, als Grundlage für den unmittelbaren digitalen Vollzug von Rechtsnormen. Dass mit dem Konzept eines entsprechenden Reallabors der Freistaat beauftragt wurde, hat seinen Grund: Thüringen hat zusammen mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem GovTech Campus Thüringen bereits entsprechende Vorarbeiten geleistet, deren Erkenntnisse dann in die Einrichtung eines zentralen, länderübergreifenden Reallabors ‚Law as Code‘ einfließen können.

Projekt Baugenehmigungen – die Blaupause Es gibt darüber hinaus aber auch bereits Erfahrungen in der praktischen Umsetzung: Seit September

2025 arbeitet Thüringen gemeinsam mit der Rulemapping Group an einem Projekt zur regelbasierten, KI-gestützten Entscheidungsunterstützung in Baugenehmigungsverfahren. Das auf Nachnutzung angelegte Projekt ist nicht nur an sich interessant, es veranschaulicht auch, was mit Rule Mapping oder Law as Code eigentlich erreicht werden soll. „Im ReBasE-Projekt arbeiten wir gemeinsam mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern, das federführend für den digitalen Bauantrag ist“, erläutert Milen Starke, Staatssekretärin im Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur und CIO des Freistaats. Die in Thüringen erarbeiteten Erkenntnisse und Methoden würden dann sukzessive in die EfA-Lösung übernommen, die Mecklenburg-Vorpommern für alle Bundesländer entwickelt. „Wir haben uns speziell das Baugenehmigungsverfahren herausgesucht, weil es eines der kompliziertesten Verfahren ist, bei dem umfangreiche Dokumente geprüft werden müssen – und weil Automatisierung und KI hier entsprechend den größten Mehrwert für Bürgerinnen und Bürger, aber auch für Unternehmen bewirken

Ausschnitt der Rulemap „Digitale Baugenehmigung“

können.“ Im Projekt ReBASE (Regelbasierte und KI-gestützte Entscheidungsunterstützung im Baugenehmigungsverfahren) soll in zwei Pilotkommunen, dem Landkreis Greiz und dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, das Verfahren maschinell auswertbar gemacht und automatisiert werden. Im Projektteam und im Lenkungskreis sind die verschiedenen Ebenen und Stakeholder verknüpft: die fachliche Ebene ist durch die beiden Landkreise und das Ministerium selbst eingebunden; für die rechtliche Expertise hat man die Hochschule Schmalkalden und die TU München mit ins Boot geholt. Und bei der technischen Expertise kommt die Rulemapping Group ins Spiel. Deren grafische Darstellung der Entscheidungsbäume, wie auch die Expertise aus vorhergehenden Pilotprojekten, habe den Mitarbeitenden der beteiligten Landkreise von Beginn an geholfen, den Projektansatz zu verstehen und umzusetzen. Auch die positiven ersten Ergebnisse seien motivierend, berichtet Milen Starke. Sie habe selbst mit dem Landrat und den verantwortlichen Mitarbeitenden in Greiz gesprochen: „Sie reißen uns das gefühlt aus den Händen“. Auch

Bild: TSK/Andreas Pöcking

Law as Code und die Zukunft der Verwaltung Milen Starke, Staatssekretärin im Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur und CIO des Freistaats Thüringen insgesamt komme man im Projekt sehr gut voran: „Der erste Meilenstein war, dass die eingereichten Dokumente automatisch auf Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft werden. Und da haben wir schon eine fünfzigprozentige Reduzierung der Bearbeitungszeit erreichen können.“ Im nächsten Jahr soll die Lösung dann bereits zur Nachnutzung für andere Bundesländer bereitstehen. Ziel ist es, das neue KI-gestützte Verfahren an den EfA-Vorgangsraum anzuschließen, in dem alle Anträge und Dokumente gesammelt werden, und so allen nachnutzenden Ländern zugänglich zu machen.

Rulemapping als Basis Und es soll nicht bei diesem einen Verfahren bleiben. Derzeit wende man das Prinzip Law as Code auch schon in einem weiteren Projekt zur automatisierten Bearbeitung von Förderanträgen im Bereich des Ehrenamts an. „Rulemapping nutzt regelbasierte Entscheidungsbäume (Rulemaps), um Rechtsnormen in maschinenlesbare Entscheidungslogiken zu überführen. Dieses Prinzip kann man natürlich auf alle rechtlichen Verfahren oder Verwaltungsverfahren anwenden“, erläutert die Staatssekretärin. Das sei das Ziel – und auch der Kern des geplanten Reallabors. Dabei arbeite man auch mit der Initiative „Law as Code“ der SPRIND (Bundesagentur für Sprunginnovationen) zusammen, beides greife ineinander: „Auf der einen Seite wollen wir bestehende Gesetze auswertbar und maschinell nutzbar machen, auf der anderen Seite aber auch dafür sorgen, dass zukünftige Gesetze von Anfang an digital gedacht werden“, sagt Milen Starke.

Bild: Rulemapping Group

Praxis- und Digitalcheck Dazu dient auch der Praxis- und Digitalcheck, der in Thüringen mit einer Low-Code-No-Code-Plattform umgesetzt wurde. Ein neu eingerichtetes Kompetenzzentrum unterstützt die Rechtsetzenden im gesamten vorparlamentarischen Regulierungsprozess. Unterstützung habe man sich hier beim DigitalService des Bundes gesucht, wo die entsprechenden Kompetenzen schon aufgebaut waren, zudem arbeite man eng mit dem Normenkontrollrat zusammen. Es könne schon zwei, drei Wochen länger dauern, den Digitalcheck ordentlich durchzuführen, räumt die Staatssekretärin ein. „Aber das ist

einfach zwingend notwendig, um unsere Gesetze zukunftsfähig aufzustellen.“ Zudem gehe man davon aus, dass nicht nur die Umsetzung der Regelungen von diesen „Vorarbeiten“ und Visualisierungen im Rahmen des Digitalchecks deutlich profitiere – oft würden damit auch die weiteren Abstimmungsprozesse abgekürzt.

Reallabor und SPARK KI Das konkrete Konzept zum geplanten Reallabor wird im Rahmen der nächsten DMK im November vorgestellt. Erste Einblicke in die Arbeit gab es aber bereits im Gespräch. Im Rahmen der Entwicklung von Methoden und Standards sei nicht nur klar zu definieren, was Law as Code heißt oder wie ein Praxis- oder Digitalcheck zu integrieren sei, erläuterte Milen Starke. Es gehe zum Beispiel auch um den Bezug zum SPARK-Programm des Bundes, bei dem ja parallel auch KI-Agenten für ein Genehmigungsverfahren aufgebaut würden. Hier sei zu differenzieren: „Law as Code ist Step eins. Die rechtlich definierten Vollzugsregeln werden nach diesem Prinzip modelliert, stehen in einem technisch offenen Format jedem Software-Hersteller bereit. In einem zweiten Schritt können diese bspw. durch die SPARK KI-Agenten genutzt werden, um bei großen, komplexen Genehmigungsverfahren wie Planfeststellungen eine Vollzugsbeschleunigung herzustellen. Das ist etwas, was wir mit dem Bund gerade definieren.“ Mit dem Reallabor solle eine klare Methodik aufgebaut werden, so dass den Bundesländern dann direkt ein Praxischeck und die Anleitung für den Aufbau einer Rulemap zur Verfügung stehen und im nächsten Schritt auch automatisch ein entsprechender Agent generiert werden kann, der das Gesetz automatisiert umsetzt. Grundlegend ist dabei, dass die KI nicht eigenständig, sondern nur innerhalb eines Entscheidungsrahmens agiert. „Wir wissen, dass KI zu maximal achtzig Prozent genau arbeitet und dass sie auch zum Teil halluziniert. Deshalb brauchen wir diese Entscheidungsgraphen, um der KI einen klaren Rahmen zu geben“, betont Starke. Am Ende stehe zudem zum jetzigen Zeitpunkt immer auch die Prüfung durch einen Menschen. Das sei technisch und rechtlich notwendig. Im Gespräch mit Thüringens CIO wurde auch der Antrieb deutlich, das Thema Law as Code zu priorisieren. Es geht dabei auch um mehr als maschinenlesbare Gesetze. „Es ist die Basis dafür, wie wir Verwaltung zukünftig denken. Als eine proaktive Verwaltung, in der keine Anträge mehr gestellt werden müssen.“ Law as Code sei die Grundlage, um zu automatisierten Entscheidungen zu kommen, so Milen Starke: „Man kann also sagen, dass hier die Zukunft der Verwaltung entsteht.“ nh Weitere Informationen Die Ziele von „Law as Code“ erläutert auch das BMDS:

[ voge.ly/vglVoKk ]


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Land

Baden-Württemberg

Der baden-württembergische Weg Die neue baden-württembergische Landesregierung hat die Weichen für Bürokratieabbau und Modernisierung gestellt. Ein „Unabhängiger Rat für Staatsmodernisierung und Verwaltungsvereinfachung“ soll unterstützen, der landeseigene Normenkontrollrat wird abgeschafft. Die Verwaltungsmodernisierung soll auch unter der neuen Landesregierung Chefsache bleiben. Wie die baden-württembergische Regierung mitteilt, werde der Chef der Staatskanzlei auch weiterhin als Koordinator für Verwaltungsmodernisierung, Bürokratieabbau und bessere Rechtsetzung fungieren und die entsprechenden Aktivitäten bündeln. Überhaupt steht die Modernisierung des Staatswesens bei der neuen Regierung ganz oben auf der Prioritätenliste, mit dem im Koalitionsvertrag vereinbarten „Effizienzgesetz“ wurde bereits ein Marker gesetzt. Damit sollen „alle bestehenden Berichts-, Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten zum 31. Dezember 2027 auslaufen“. Jede Beibehaltung einer Pflicht müsse durch Fachgesetz gesondert geregelt werden. „Damit drehen wir die Begründungspflicht um“, heißt es im Koalitionsvertrag. „Verwaltung wird auch zukünftig Daten benötigen, sogar mehr denn je“, erklärt Ministerpräsident Cem Özdemir. „Aber wir verändern die Denk- und Arbeitsweise der Behörden grundsätzlich: Keine Absicherung mehr für den Fall der Fälle, keine abgeschotteten Datenfriedhöfe, keine Doppelerhebungen bereits vorliegender Informationen.“

waltungsvereinfachung“ spielen. Der Rat berät den Ministerpräsidenten und prüft hierfür staatliche Aufgaben, Standards, Verfahren und Arbeitsweisen auf ihre Wirksamkeit, Erforderlichkeit, Wirtschaftlichkeit und Praxistauglichkeit sowie auf die Möglichkeiten zum Einsatz neuer Technologien und digitaler Lösungen. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer wird diese Aufgabe übernehmen. „Die Aufgabe ist groß und ein Scheitern möglich. Ich sehe aber die Chance, erfolgreich zu sein, weil die Zeit reif ist und der Regierungs-

chef und sein Stellvertreter das Thema gemeinsam zum zentralen Thema erhoben haben“, kommentiert Palmer. Mit Einführung des Rats wird der landeseigene Normenkontrollrat (NKR) abgeschafft. Laut Landesregierung, um Doppelstrukturen zu vermeiden. Der Normenkontrollrat ist ein unabhängiges Expertengremium mit sechs Mitgliedern und berät die Regierung seit 2018 zu besserer Rechtsetzung, Bürokratievermeidung und Bürokratieabbau. Im Januar 2026 hatte der NKR seinen zweiten Tätigkeitsbericht an den damaligen Minister-

wesen, unsere Kommunen, für die nächsten Jahre leistungsfähig aufzustellen. Sie ist ein starkes Signal für eine echte, partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen dem Land und den Kommunen“, sagt Innenminister Manuel Hagel. Bis Ende 2026 soll ein sogenanntes „Zukunftsbündnis LandKommunen“ geschlossen werden. Der bereits bestehende „Masterplan für die Transformation der Verwaltung“ soll fortgesetzt, die entwickelten Strukturen, Prinzipien und Ansätze aus dem Masterplan sollen „erhalten und gestärkt“ werden.

Entlastungsallianz

Pilotgesetzgeber für Deutschland

Die Arbeit der Entlastungsallianz soll auch unter der neuen Regierung fortgeführt werden. Ziel bleibe es, „Verwaltungsverfahren zu vereinfachen, Standards zu überprüfen sowie Auslegungshinweise privater Akteure zu öffentlichen Regelungen zu hinterfragen“. Die Ziele und Arbeitsweise der Entlastungsallianz für die 18. Legislaturperiode sollen im Herbst 2026 erarbeitet und festgelegt werden.

Zukunftskommission

Bild: Dominik Butzmann

Unabhängiger Rat statt Normenkontrollrat Eine zentrale Rolle wird der neu eingeführte und zunächst auf zwei Jahre befristete „Unabhängige Rat für Staatsmodernisierung und Ver-

präsidenten Winfried Kretschmann übergeben. „Die Landesregierung hat Berichtsund Dokumentationspflichten reduziert und unnötige Schriftformerfordernisse abgeschafft. Die Kommunen stellen fleißig Anträge nach dem Regelungsbefreiungsgesetz, um alternative Formen der Aufgabenerledigung zu erproben. Die Bundeswehr wird bei Bauvorhaben künftig ganz von landesrechtlichen Regelungen befreit. Das sind alles Schritte in die richtige Richtung“, sagte damals der NKR-Vorsitzende Dr. Dieter Salomon.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir.

Ein weiterer wichtiger Stützpfeiler soll die „Zukunftskommission“ sein. Gemeinsam mit den Kommunen sollen das Konnexitätsprinzip weiterentwickelt sowie Vorschläge zum Bürokratieabbau, zur Standardanpassung und zur Aufgabenreduktion erarbeitet werden. „Damit ist die Zukunftskommission eine große Chance, unser Gemein-

„Wichtige Strukturentscheidungen zum Bürokratieabbau sind getroffen, und mit dem Effizienzgesetz wurde ein wegweisendes Projekt auf den Weg gebracht. Unter diesen neuen Vorzeichen entfesseln wir die inhaltliche Arbeit im Bürokratieabbau, der Verfahrensbeschleunigung und im Kulturwandel der Verwaltung“, sagt Ministerpräsident Özdemir. „Aus teuer, langsam und ineffektiv muss günstig, schnell und effektiv werden. Der Staat muss nicht alles machen – aber das, was er macht, muss funktionieren“, so Özdemir weiter. Innenminister Hagel sieht BadenWürttemberg gar als „eine Art Pilotgesetzgeber in Deutschland“. Das Land miste Vorschriften aus und vollziehe einen „echten Kulturwandel“. Der Staat werde „vom Bürokratiemonster zum echten Dienstleister“. su

Den öffentlichen Einkauf modernisieren

Bild: BMDS

Berlin

Mit einem Letter of Intent haben das BMDS, das Land Berlin und die IHK Berlin die Zusammenarbeit bei der Modernisierung des öffentlichen Einkaufs, insbesondere beim Marktplatz Deutschland, vereinbart.

Staatssekretär Dr. Markus Richter (BMDS), Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner (IHK Berlin) und CDO Florian Hauer (Land Berlin), bei der Unterzeichnung des LOI (v. l.).

Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS), das Land Berlin und die IHK Berlin wollen künftig bei der Modernisierung des Einkaufs zusammenarbeiten. Das haben sie mit einem Letter of Intent (LOI) bekräftigt. „Gemeinsam mit Bund, Land und Wirtschaft setzen wir die Föderale Modernisierungsagenda in die Praxis um“, ordnet Markus Richter, Staatssekretär im BMDS, ein. Konkret sind zwei Vorhaben genannt: die gemeinsame Pilotie-

trage man engagiert dazu bei, den Marktplatz Deutschland mit hoher Akzeptanz aus der Wirtschaft auf den Weg zu bringen und zum Erfolg zu führen. Die geplante neue IT-Einkaufsorganisation soll Bedarfe bündeln, Kosten senken und die Verhandlungsposition stärken. Die Zusammenarbeit wird mit gemeinsamen Anknüpfungspunkten begründet: Der Bund wolle für den Aufbau des Marktplatzes Deutschland den öffentlichen IT-Einkauf neu ordnen,

rung der Funktion „Direktauftrag“ auf dem Marktplatz Deutschland und die geplante IT-Einkaufsorganisation des Bundes. Der Marktplatz Deutschland soll vom Bund bis Ende 2027 bereitgestellt werden und als zentrale Plattform die digitale Abwicklung von Vergabeverfahren für alle Bundesländer ermöglichen. Die Funktion für den Direktauftrag wollen die Partner gemeinsam entwickeln und im Vergabealltag testen, bevor sie in der Breite verfügbar gemacht

wird. Der Direktauftrag über den Marktplatz Deutschland solle „digital, rechtssicher und transparent abgewickelt werden“, verdeutlicht Florian Hauer, CDO des Landes Berlin. Das Land will dabei die Erfahrungen aus der Vergabepraxis einbringen, die IHK die Unternehmen einbinden. „Wir erhoffen uns insbesondere vom Direktauftrag weniger Bürokratie und schnellere Investitionen“, erklärte Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin. In diesem Sinn

während das Land Berlin seine Beschaffung nach dem gleichen Prinzip reformiere – mit stärkerer Bündelung, zentraler Steuerung und, nach Vorbild des BMDS, einem Chief Procurement Office. nh Weitere Informationen Der Marktplatz Deutschland soll als digitale Plattform für den öffentlichen Einkauf in Deutschland fungieren:

[ marktplatz-deutschland.gov.de ]


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Kommune

Resilienz

Digitale Zwillinge allein retten keine Kommune Kommunale Resilienz entsteht vor dem Krisenfall. Anne-Marie Kilpert vom Fraunhofer IESE erklärt, weswegen Verwaltungsdigitalisierung dabei mehr leisten muss als schnelle Antragsformulare und wieso Smart City und eGovernment zwei Seiten einer Medaille sind.

Querschnittsthema Resilienz „Resilienz hat ganz viele Dimensionen“, sagt Kilpert. Neben globalen Krisen gebe es zunehmend lokale Extremereignisse wie das AhrtalHochwasser in Rheinland-Pfalz, auf die sich Kommunen besser früher als später vorbereiten sollten. Resilienz sollte als Querschnittsthema und weniger als Thema, welches ein Referat isoliert behandeln sollte, betrachtet werden. Der erste Schritt auf diesem Weg sei, die eigenen Risiken zu sortieren und dabei zwischen objektiven und subjektiven Krisen zu unterscheiden. Ein Cyberangriff verlange andere Reaktionen als ein Hochwasser. Entscheidend seien insbesondere geklärte Rollen. Nur so lasse sich kurzfristig Ersatz schaffen, wenn einzelne Stellen ausfielen. Statt einzelner Metriken hebt Kilpert den interkommunalen Austausch hervor: „Bei Cyberangriffen

Bild: Fraunhofer IESE

Das Ahrtal-Hochwasser 2021 hat viele Kommunen zum Nachdenken gebracht. Fünf Jahre später steht der Wiederaufbau kurz vor dem Abschluss; schneller als zunächst erwartet. Doch die eigentliche Frage bleibt. Wie bereiten sich Verwaltungen auf Krisen vor, die sie nicht kommen sehen? Für Anne-Marie Kilpert, Division Manager „Digital Innovation & Smart City“ am Fraunhofer IESE, beginnt Resilienz weit vor dem Ernstfall.

ist es beispielsweise hilfreich, sich mit Zuständigen anderer Kommunen auszutauschen und dass man keine Scheu hat, über eigene Vorfälle zu sprechen.“ Gerade weil sich die Bedrohungslagen ständig änderten, stellten geteilte Erfahrungswerte den größten Hebel dar.

Zwei oft getrennte Bereiche Deutlich wird Kilpert beim Verhältnis von Smart City und Verwaltungsdigitalisierung. In vielen Kommunen sind beide Bereiche getrennt organisiert und teilen kaum Ressourcen. Mit dem auslaufenden Förderprogramm „Modellprojekte Smart Cities“ des Bundesbauministeriums zeige sich, welche Kommunen nachhaltig aufgestellt seien: „Die Teams, die es geschafft haben,

sich der Verwaltungsdigitalisierung anzugliedern, die überleben gerade. Da werden Stellen verstetigt.“ Andere Projekte hingegen liefen aus. Die getrennte Organisation beider Bereiche hingegen hält Kilpert für nicht mehr zeitgemäß: „Ich glaube, dass wir viel zu knappe Ressourcen haben, um uns das leisten zu können. Und die Ressourcen sind nicht nur Geld, sondern vor allem motivierte Menschen.“ Darüber hinaus handele es sich bei dem Begriff Smart City ohnehin um ein Hilfskonstrukt. Entscheidend sei die Erkenntnis, dass Digitalisierung in der Verwaltung Wirkung entfalte. Zugleich diagnostiziert Kilpert ein bequemes Motiv hinter der Trennung. Wer Smart City separat betrachte, müsse sich nicht grund-

BBSR-Studie zur Hochwasservorsorge

Digitale Frühwarnung in Beispiel-Kommunen Extreme Niederschläge treffen Kommunen häufig unvorbereitet, vor allem an kaum überwachten, kleineren Gewässern. Eine BBSR-Studie zeigt, wie IT die kommunale Hochwasservorsorge verändern kann. Bei Starkregen bergen Gewässer zweiter und dritter Ordnung kurzfristig großes Gefahrenpotenzial. Hier setzt die Publikation „Digitale Lösungen zur Hochwasservorsorge bei Starkregen“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) an. Erarbeitet haben sie das KWB Kompetenzzentrum Wasser Berlin und RSUP Rabe Strategic Urban Planning im Rahmen der „Modellprojekte Smart Cities“ (MPSC).

Die Studie ordnet digitale Tools anhand von Beispielkommunen und entlang der vier Phasen des Katastrophenrisikomanagements ein: Prävention, Vorbereitung, Bewältigung und Nachbereitung.

Planung mit Simulation Berlin und Dresden setzen bei der Prävention auf kartenbasierte Analysewerkzeuge. Berlin hat mit dem „Blau-Grüne-Infrastruktur-Planer“

ein webbasiertes Tool entwickelt, das Handlungsbedarfe identifiziert und Regenwasserbewirtschaftungsmaßnahmen modellbasiert bewertet, ergänzt um ein Infoportal und Gamification. Dresden baut derweil einen urbanen digitalen Zwilling auf, der als Planungswerkzeug für die Verwaltung und zur Risikokommunikation die Gefährdungslagen bis auf Gebäudeebene abbildet. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm zeigt, wie sich Lehren aus dem Ahrtal in

sätzlich mit den eigenen Prozessen beschäftigen. „Verwaltungsdigitalisierung kann weiterhin so funktionieren, wie sie schon immer funktioniert hat.“ Dies stelle in ihren Augen eine gefährliche Annahme dar, die im Krisenfall zu weniger Klarheit hinsichtlich der Zuständigkeiten führen könnte. Als konkretes Werkzeug für gefährdete Kommunen nennt Kilpert den digitalen Zwilling. Ein solcher erlaube Simulationen, die Gelände, Wetterdaten und Bevölkerungsströme verknüpfen. Doch sie betont klar, dass wenn dies der einzige Use Case sei, sich der digitale Zwilling finanziell nicht rechne. Für einen einmaligen Zweck sei ein externes Gutachten ihrer Auffassung nach wesentlich sinnvoller als der Betrieb einer teuren Dauerinfrastruktur. Dennoch warnt sie davor, das Thema aufzuschieben: „Das Risiko steigt einfach stark.“ Kommunen hätten heute weniger Zeit zu reagieren als noch vor 15 Jahren – sogenannte Jahrhundert-Hochwasser oder Sommer mit zahlreichen aufeinanderfolgenden Hitzetagen träten in immer kürzeren Abständen auf. Entscheidend sei der angesetzte Maßstab, so Kilpert. Sie meint damit nicht den Maßstab, den man sich selbst setzt, sondern vielmehr den, an dem sich eine Kommune messen lassen muss. Ein Vorbild sieht Kilpert in Sachsen-Anhalt. Dort entwickelte die Smart-City-Modellkommune Halle an der Saale mit „HAL-Plan“ einen digitalen 3D-Zwilling, auf dessen Basis das Land seit Februar 2025 den „Digitalen Zwilling SachsenAnhalt“ aufbaut. Als erste Nachnutzer-Kommune setzt die Landeshauptstadt Magdeburg die Lösung bereits in der Stadtplanung ein. Das Prinzip dahinter sei einfach: „Wer möchte, der kann, aber niemand werde gezwungen.“ Auf diese Art und Weise sinke die Hemmschwelle hinsichtlich eigener Investitionen und aufgrund der geteilten Nutzung reduzierten sich die laufenden Kosten der beteiligten Akteure signifikant.

Public Private Partnership mit klaren Grenzen

Technik übersetzen lassen. Batteriebetriebene Radarsensoren, 32 an der Zahl, erfassen an Brückengeländern die Pegelstände in kurzen Intervallen und übertragen sie an eine offene Datenplattform. Ein internes Dashboard für rund 50 Nutzende aus Katastrophenschutz und Feuerwehren ergänzt seit März 2025 ein öffentliches Pendant; ein KIgestütztes Prognosemodell, entwickelt mit der Universität Trier und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, soll künftig Warnungen mehrere Stunden im Voraus ermöglichen. Im „Südwest-Cluster“ bündeln sechs Landkreise und Kommunen aus Rheinland-Pfalz und Saarland ihre Daten bei erhaltener Datenhoheit. Solingens Topografie mit Hofschaften in unmittelbarer Gewässernähe macht überregionale Warn-Apps wie „NINA“ oder „Katwarn“ oft zu ungenau. Die Stadt hat daher ein eigenes Unwetterwarnsystem aufgebaut, das Sensordaten redundant über Glasfaser, Mobilfunk und

LoRaWAN überträgt und Ausfallrisiken reduziert. Über die „Mensch, Solingen!“-App und digitale Stelen, die sogenannten „Open SmartCity Screens“, erhält die Bevölkerung relevante Informationen in nahezu Echtzeit. Mehrere Kommunen, darunter Dortmund, Kassel und Wolfsburg, entwickeln die App mittlerweile gemeinsam weiter. Der Landkreis Hof indes baut am Institut für nachhaltige Wassersysteme der Hochschule Hof eine zentrale Beratungsstelle für Kommunen auf. Ein digitaler Zwilling bündelt Daten, Analysen sowie Praxiswissen und soll einen strukturierten Erfahrungsaustausch ermöglichen. Aus den Fallbeispielen leiten die Autoren fünf Handlungsempfehlungen ab, mehr dazu in der Studie selbst. aus

Public Private Partnerships, bei denen Kommunen bereits bestehende Infrastruktur privatwirtschaftlich öffnen, erachtet Kilpert als pragmatische Lösung und „überhaupt nicht für verwerflich.“ Als Beispiel nennt sie das Münsterland, wo ein privater Anbieter eine Kommune bei Verwaltungsprozessen unterstützt. „Man ist ja nicht entmündigt, nur weil man eine private Verpflichtung eingeht. Man braucht das Selbstbewusstsein zu sagen: bis hierhin und nicht weiter.“ Nötig seien klare Kommunikation und ein sauberes Erwartungsmanagement. Größere Städte trauten sich das ihrer Erfahrung nach eher zu als kleinere.

Wo bleibt die Skalierung? In der Smart City werde Skalierung inzwischen stark forciert – dieselbe Struktur mehrfach nutzen, laufende Kosten teilen, Leistungen günstiger machen. In der Verwaltungsdigitalisierung vermisse sie diesen Gedanken: „Wo ist da die Skalierung, wo ist da das Geschäfts modell für die Kommune?“ Sie schlussfolgert, dass das SmartCity-Denken womöglich „wesentlich kommunal zugewandter und nachhaltiger“ sein könnte als das, was in der klassischen Verwaltungsdigitalisierung passiere. Ob beide Bereiche zusammenfinden, dürfte in den kommenden Jahren nicht nur davon abhängen, dass Förderprogramme auslaufen und Kommunen einem wachsenden Kostendruck ausgesetzt sind. Es brauche auch den Willen, über den eigenen Schatten zu springen. Das Gespräch führte Johannes Kapfer

Weitere Informationen An resilienten Strukturen interessierte Kommunen können per Mail auf das Team rund um Anne-Marie Kilpert zugehen.

[ iese.fraunhofer.de/de/kontakt ]

Weitere Informationen Die komplette Publikation findet sich als Download auf der BBSR-Webseite.

[ voge.ly/hochwasser-bbsr ]


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Verwaltungswissenschaften

Stellenanzeigen unter der Lupe

KI-Kompetenz – kaum gesucht? Wie spiegelt sich der Bedarf an KI-Kompetenz der öffentlichen Verwaltung in den Stellenausschreibungen wider? Eine kürzlich in „IW-Trends“ veröffentlichte Analyse gibt Aufschluss. Der vermehrte Einsatz von KI in der öffentlichen Verwaltung ist vor dem Hintergrund des demografischen Wandels nicht nur optional, sondern notwendig. Dafür braucht es einen entsprechenden KI-Kompetenzaufbau in den Verwaltungen. Dieser KI-Kompetenzbedarf wiederum müsste sich auch in der Breite der Stellenanzeigen niederschlagen – diese Hypothese ist der Ausgangspunkt des Artikels „KIFachkräfte in der öffentlichen Verwaltung – Bedarf und Handlungsoptionen“. Die Untersuchung basiert auf fast 13 Millionen OnlineStellenanzeigen des Jahres 2025 in Deutschland. Daraus wurden zunächst die Stellenanzeigen „klassischer“ Ämter und Behörden herausgefiltert, dazu kombinierten die Autoren ein regelbasiertes und ein KI-gestütztes Verfahren. Im zweiten Schritt nutzten sie ein MachineLearning-Modell, um aus diesen Stellenanzeigen diejenigen mit KIBezug zu identifizieren. Die Verfasser weisen darauf hin, dass die so gefundenen KI-Personalbedarfe als Untergrenze zu verstehen sind: Die öffentliche Verwaltung könnte KI-Kompetenzen auch durch Weiterbildungen aufbauen sowie andere, im Datensatz nicht

erfasste Ausschreibungskanäle nutzen. Und wenn die KI-Entwicklung an externe IT-Dienstleister ausgelagert wird, tauchen die Bedarfe für diese Entwickler-Kompetenzen nicht in den Ausschreibungen der Behörden auf, hier könnten aber KI-Kompetenzbedarfe für die Nutzung dieser Lösungen entstehen. Darauf zielte auch eine Nachfrage unserer Redaktion: Wenn Verwaltungen bestehende KILösungen (nach)nutzen, zentrale Angebote oder eben Lösungen ihrer IT-Dienstleister einsetzen, brauchen sie dann nicht weniger KIExperten, sondern vielmehr Mitarbeitende, die KI-Systeme sinnvoll einsetzen und deren Ergebnisse bewerten können? Auch bei solchen allgemeinen KI-Kompetenzen hätte die Suche angeschlagen, so die Auskunft.

0,7 Prozent der Stellen haben einen KI-Bezug Das Ergebnis der Analyse: Von insgesamt 190.858 Stellenanzeigen der öffentlichen Verwaltung im Jahr 2025 wiesen 0,7 Prozent einen KIBezug auf. In der Privatwirtschaft lag dieser Anteil im Jahr 2024 bei 1,5 Prozent. Auffallend in den

Stellenausschreibungen der Verwaltung ist die ungleiche Verteilung. So entfallen zum Beispiel zwei Drittel der Stellenanzeigen auf die kommunale Ebene, aber der Anteil mit KI-Kompetenzen beträgt hier sogar nur 0,3 Prozent. Fast die Hälfte der Stellen mit KI-Bezug sind im höheren Dienst eingruppiert. Was die Analyse auch zeigte: Die öffentliche Verwaltung fokussiert sich bei KI-Kompetenzen stärker auf die Fachebene – Unternehmen dagegen auf die Führungsebene. „Die Nutzung von KI in der öffentlichen Verwaltung läuft daher Gefahr, als Nebenprojekt im sogenannten Aufgabenzuwachs mitgeführt zu werden, anstatt in den strategischen Fokus zu rücken“, warnen die Autoren. Eine ihrer grundlegenden Empfehlungen ist daher auch mehr strategische KI-Verankerung in Managementrollen. nh Weitere Informationen Der Beitrag „KI-Fachkräfte in der öffentlichen Verwaltung – Bedarf und Handlungsoptionen“ erschien in IW-Trends 2/2026, herausgegeben vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln e.V. Die Autoren sind Jan Büchel, Jan Felix Engler und Nicolai Krüger (HS für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW).

[ voge.ly/vglu8HM ]

Estland

KI-Agent mit Identität Als erstes Land weltweit will Estland KI-Agenten eigene ID Codes zuweisen. Offen bleibt, wer haftet, wenn ein Agent Schaden anrichtet. „Digitale Identitäten, die X-Road, digitale Unterschriften und Fußabdrücke haben unser Land schneller, einfacher und sicherer gemacht“, teilte der estnische Premierminister Kristen Michal mit. Zuletzt gab er bekannt, dass Estland einen weiteren Schritt nach vorn machen werde – mit der Schaffung digitaler Identitäten für KI-Agenten, sogenannten AI ID Codes. Am 17. Juni gab der auf Initiative von Michal eingerichtete Eesti.aiBeirat in seiner zweiten Sitzung grünes Licht für das Vorhaben. „Wenn wir schnell und klug handeln, wird Estland das erste Land der Welt sein, das offizielle digitale Identitäten für KI-Agenten schafft“, begrüßte Michal den Entschluss. Künftig sollen KI-Agenten etwa Berichte erstellen, Erklärungen vorbereiten oder mit Informationssystemen interagieren. Dabei müsse klar sein, „wer in wessen Namen mit welchen Rechten handelt und wer letztlich verantwortlich ist“. Noch offen sind Fragen zu Haftung,

Verantwortlichkeit und Regulierung, etwa wenn ein Agent eigenständig Verträge schließt oder Verwaltungsakte vorbereitet. Die estnische Botschafterin Marika Linntam betont: „Der estnische Ansatz sieht ausdrücklich vor, dass Verantwortung und Kontrolle erhalten bleiben.“ Ein endgültiges Haftungsmodell gibt es bislang jedoch nicht; rechtliche Fragen sollen im weiteren Gesetzgebungsprozess geklärt werden. Die Planungen dazu sind derzeit in vollem Gange: Diesen zufolge sollen KI-Agenten zunächst klar definierte, begrenzte und kontrollierbare Berechtigungen erhalten und „ausschließlich im Namen einer Person, eines Unternehmens oder einer Behörde handeln dürfen – und nur innerhalb der ausdrücklich erteilten Vollmachten“, erklärt Linntam. Dies soll verhindern, dass Personen oder Organisationen KI-Assistenten pauschal Zugriff auf sämtliche Rechte, Dienste und Daten gewähren müssen. Stattdessen sollen sie

künftig gezielt festlegen können, welche Befugnisse ein KI-Agent erhält – etwa, ob er lediglich Daten einsehen, Dokumente erstellen und vorbereiten oder Zahlungen initiieren und bis zu welchem Betragslimit er handeln darf. „Das Ziel ist, KI-Agenten kontrollierbar und auditierbar einzusetzen und gleichzeitig Sicherheit und Vertrauen zu gewährleisten“, sagt Linntam. Mit Blick auf die technische Umsetzung erklärt sie, dass Estland auf seiner bestehenden digitalen Infrastruktur aufbauen wolle: „Dazu gehören unter anderem die Datenaustauschebene ‚X-tee‘ – diese verwendet die X-Road-Technologie –, die digitale Identität, elektronische Signaturen und bestehende Authentifizierungs- und Protokollierungssysteme.“ Der Staat kann im Falle einer rechtsverbindlichen Handlung von KIAgenten dem Privatsektor die Möglichkeit eröffnen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, die diesen neuen Ansatz nutzen. se


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10 Open-Source

Praxis & Innovation

14 Wie die öffentliche

gewinnt im Verwaltungsalltag stark an Bedeutung.

Verwaltung das Vertrauen in digitale Services erhöht.

VITAKO

Die Vernetzung der kommunalen IT-Dienstleister Der Verband VITAKO feierte Ende 2025 sein 20-jähriges Jubiläum. Mit Geschäftsführer Lars Hoppmann haben wir über die Rolle von VITAKO, die kommunalen IT-Dienstleister und die Lage der Kommunen gesprochen. gehe um Verknüpfung, um Zusammenarbeit, einen strategischen Austausch und allgemein eine klare Präsenz. Auch wenn die Aufgabenstellungen von VITAKO und beispielsweise govdigital unterschiedlich seien: „Jetzt rückt zusammen, was zusammengehört“, sagt Hoppmann. Und: Braucht beispielsweise ein VITAKO-Mitglied einen Besprechungsraum für einen Termin in Berlin, sei dies über Co-WorkingSpaces im HIT unkompliziert möglich. Für Hoppmann ist genau diese Vernetzung Aufgabe von VITAKO. „Wir sind zum einen die Stimme der kommunalen IT-Dienstleister im digitalpolitischen Berlin, aber wir sind auch ein internes Netzwerk“, erklärt er. Die aktuell 61 Verbandsmitglieder bildeten eine „hervorragende Basis, um sich auszutauschen und über die eigenen Grenzen hinauszudenken“. Und genau dieser Austausch werde durch das HIT optimal unterstützt.

Herausforderungen Mehr Austausch und Schlagkraft dürften angesichts der zahlreichen Herausforderungen für die öffentliche Verwaltung nicht von Nachteil sein. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Nachnutzung und auch Entscheidungen in puncto Souveränität sind Themen, die sämtliche Verwaltungen und damit auch die kommunalen IT-Dienstleister direkt betreffen. Bei der Konzeption des Deutschland-Stacks hat sich VITAKO beispielsweise stark engagiert und eine umfangreiche Konsultation abgegeben. Aktuell sei beim Deutschland-Stack allerdings „ein bisschen Funkstille“, so

Hoppmann. Dabei seien jetzt gerade für die Kommunen klare Leitplanken, eine klare Finanzierung und ein zügiges Vorgehen wichtig. „Man hat noch nicht zu 100 Prozent aus den Fehlern des OZG gelernt“, sagt Hoppmann. Es sei durchaus möglich, dass sich manche Bundesländer der eigentlich vereinbarten Kosten- und Aufwandsübernahme der Komponenten des DeutschlandStacks „aus Konnexitätsgründen“ entzögen. „Dann hat man wieder einen Flickenteppich“, mahnt der VITAKO-Chef. Er würde sich mehr Verbindlichkeit wünschen. Denn: „Ohne die kommunale Ebene geht es nicht.“ Den Austausch mit dem Bund und speziell dem Bundesdigitalministerium bewertet er aber positiv. „Das BMDS hat für ein anderes Mindset gesorgt“, sagt Hoppmann. Das noch junge Ministerium sei von Beginn an aktiv auf die relevanten Player zugegangen und habe auch direkt mit VITAKO über den DeutschlandStack gesprochen. Dieser sei ein „Signal für die Zukunft“ – im Sinne eines Entwicklungs- und Ökosystems, das Schnittstellen und Standards bediene. Was auf Bundes- oder Landesebene geplant und entschieden wird, muss am Ende in den Kommunen und Städten ausgerollt werden. Doch gerade für die kleineren Kommunen sei das Thema DeutschlandStack noch sehr weit weg, sagt Hoppmann. Hier werde oftmals darauf gehofft, Basisdienste über den kommunalen IT-Dienstleister beziehen zu können und das Soll damit zu erfüllen. Schließlich sei der D-Stack aktuell nicht die einzige Herausforderung. „Wir versuchen, alles umzusetzen, und dann

Bild: Vitako

Bereits seit 20 Jahren gibt es VITAKO, den Verband der kommunalen IT-Dienstleister, der als Ansprechpartner rund um den IT-Einsatz in Kommunen fungiert und natürlich auch selbst als Berater und Betriebspartner auftritt. Lars Hoppmann ist dort seit gut eineinhalb Jahren Geschäftsführer. Im Oktober 2024 kam er mit viel Erfahrung zu dem Berliner Verband, denn zuvor war er über 20 Jahre beim kommunalen IT-Dienstleister Ostwestfalen-Lippe-IT tätig. Ein Job, der strikt auf Umsetzung ausgerichtet ist. Anders als die Verbandsarbeit. „In einem Verband stehen strategische Überlegungen und Netzwerkarbeit im Vordergrund“, sagt Hoppmann im Gespräch mit eGovernment. Diese Netzwerkperspektive will Hoppmann nicht nur im direkten Austausch mit seinen Mitgliedsunternehmen, sondern auch mit anderen Verbänden und Organisationen forcieren. Eine Gelegenheit hierfür ist sein eigener Podcast „Verwaltung.Digital.Insights“, der Impulse und Deep Dives rund um die Verwaltungsdigitalisierung bietet. Gerade der intensive Austausch mit seinen Gesprächspartnerinnen und -partnern macht, auch für ihn, den Mehrwert aus. „Wann nimmt man sich heute denn noch die Zeit, sich wirklich mit jemandem eine Stunde hinzusetzen und über ein Thema zu sprechen?“, sagt Hoppmann. Sieben Folgen wurden bisher produziert, mit den Gästen Lena-Sophie Müller (Initiative D21), Bernhard Rohleder (Bitkom), Johann Bizer (Dataport), Basanta Thapa (NEGZ), Alexander Handschuh (DStGB), Kerstin Pliquett (KDN) und Annette Berger (Stadt Köln).

Lars Hoppmann ist geschäftsführender Vorstand von VITAKO. kommt wieder was Neues“, beschreibt Hoppmann die kommunale Perspektive. Gleichzeitig würden aber auch viele neue Entwicklungen verpuffen – Hoppmann nennt als Beispiel den Einheitlichen Ansprechpartner – und eher desillusionierend wirken. Und das alles vor dem Hintergrund eines RekordDefizits von jährlich 30 Milliarden Euro. „Da gibt es keinen Handlungsspielraum mehr“, bestätigt Hoppmann. Deshalb sei eine strukturelle Umgestaltung absolut notwendig – auch wenn sie gleichzeitig zunächst für Mehrausgaben sorge.

„Alleine geht es nicht“

Mit dem „Haus der öffentlichen IT“ (HIT) wird der Netzwerkgedanke noch einen großen Schritt weitergeführt. In der Berliner Charlottenstraße 34, nur einen Steinwurf von der bisherigen Adresse entfernt, ist VITAKO seit Anfang August ansässig – und zwar nicht allein. Ebenfalls Mieter sind govdigital, Dataport, Governikus, ekom21, AKDB, Komm.One und die FITKO. „Hier wollen wir“, erklärt Hoppmann, „im Sinne eines Campus-Gedankens unsere Themen und unsere Arbeit noch besser miteinander verknüpfen“. Durch die räumliche Nähe könne man „tiefer sprechen und wirken“. Manche Organisationen im HIT seien zwar nur mit ein oder zwei Arbeitsplätzen vertreten, doch die Außenwirkung sei deutlich: Es

Bild: Ole Heinrich/govdigital eG

Haus der öffentlichen IT

Neuer Treffpunkt: Das „Haus der öffentlichen IT“ in der Berliner Charlottenstraße.

Die kommunalen IT-Dienstleister befinden sich dabei in einem besonderen Spannungsverhältnis. „Unsere Träger sind auch unsere Hauptkunden“, sagt Hoppmann. Der Träger entscheide, ob in Digitalisierung und Innovation investiert werde oder nicht. Und gleichzeitig seien die Träger auch Kunden mit hunderten Fachverfahren, bei denen niemals alles rund laufe. „In der Verbandsversammlung spricht man deshalb manchmal über strategische Entscheidungen und manchmal über ein SupportTicket.“ Die Situation sei spannend. „Es gibt nicht einen Bildschirm in den Trägerkommunen, mit dem wir nichts zu tun hätten“, sagt Hoppmann. Die Funktionalität der öffentlichen Verwaltung müsse aufrechterhalten werden, „parallel müsse auf neue Technologien, Konsolidierung und Bündelung geachtet werden. „Den Spielraum muss man mit den Trägern abstimmen“, macht Hoppmann klar. „Wir sind kein Unternehmen, das einfach sagt: ‚Dieses Sozialhilfeverfahren schalte ich ab, damit verdiene ich kein Geld‘. Und das ist auch gut so.“ Wohin geht die Reise bei den kommunalen IT-Dienstleistern?

„Es wird einige geben, die sich spezialisieren oder sich zu spezialisierten Verbünden zusammenschließen“, meint Hoppmann. Genauso werde es Kooperationen geben oder Zusammenschlüsse in größeren Verbünden. „Deswegen gibt es govdigital oder unsere Einkaufsgenossenschaft ProVitako. Weil wir erkannt haben: Alleine geht es nicht“, erläutert Hoppmann. Es brauche die Zusammenschlüsse auch, um eine Skalierung zu schaffen. Die Themenvielfalt ist allen ITDienstleistern gemein. Deutschland-Stack, Finanzierung, Konsolidierung gehören ebenso zum Geschäft wie Registermodernisierung, NOOTS sowie Rollout und Nachnutzung von Online-Diensten. Auch das Thema Cloud ist laut Hoppmann immer noch wichtig – sowohl die Deutsche Verwaltungscloud als auch die Hyperscaler-Lösungen, die via Cloud-Broker mit an Bord sind. Und natürlich darf auch digitale Souveränität nicht fehlen. „Wir brauchen einen Masterplan“, fordert Hoppmann. Es gebe sehr viele Forderungen und Diskussionen, die aber nie stringent über alle föderalen Ebenen zusammengezogen würden. Man müsse den „ideologischen Schlagabtausch“ hinter sich lassen und lieber auf Messbarkeit setzen. Erste Schritte in diese Richtung wurden bereits gemacht, beispielsweise in der Stadt München zusammen mit der TU München oder auch beim ZenDiS. Künstliche Intelligenz sieht Hoppmann als Chance, bei der Verwaltungsdigitalisierung aufzuholen. „Durch KI werden manche Dinge obsolet“, erläutert er. Zudem reduziere sie Software-Funktionalitäten auf ein tatsächlich gebrauchtes Maß. „Es gibt so viel Software im Kommunalen und im gesamten ITBereich, die viel kann, aber eigentlich wird nur ein kleiner Teil wirklich genutzt“, sagt Hoppmann. Fokussiere man sich, wie KI, auf das Wichtigste, seien auch die sicherheitsrelevanten Angriffsflächen nicht mehr so groß. Bei der KIFachkonferenz von VITAKO am 23. September sollen Pilotprojekte und Use Cases im Fokus stehen; ein Angebot, das von den Mitgliedern sicher gern angenommen wird. „Alle unsere Mitglieder sind hundert Prozent öffentlich, somit auch die VITAKO“, sagt Hoppmann. Es gehe nicht um Gewinnmaximierung, sondern um das Gemeinwohl. „Das hört sich pathetisch an, aber genau deswegen mache ich diesen Job.“ Er habe eine öffentlich-rechtliche Aufgabe zu erfüllen, „und das macht es für mich so spannend“. Denn letztlich, sagt er, sind es die kommunalen IT-Dienstleister, die den kritisch-infrastrukturellen Laden am Laufen halten. su Weitere Informationen Mehr Infos zu VITAKO, zu Stellungnahmen und den Podcast-Folgen gibt es hier:

[ vitako.de ]


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eGovernment | 09/2026

Technik & Dienstleistung

Open Source

Pflege häufig von kleinen Entwicklerteams abhänge. Der Sovereign Tech Fund soll diese Basis stabilisieren. Bis 2025 flossen nach Angaben des Reports mehr als 24,6 Millionen Euro in über 60 Open-SourceProjekte. Seit 2024 verwaltet die Sovereign Tech Agency, eine Tochter der SPRIND, das Programm. Sie fördert neben der Weiterentwicklung auch Sicherheitsmaßnahmen, verbindliche Standards und den allgemeinen Wissenstransfer.

Verwaltungsalltag? Quelloffen! Deutschland hat seine Open-Source-Strukturen in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Die Erfahrungswerte aus Ländern und Kommunen zeigen allerdings, dass nicht die Verfügbarkeit von singulären Lösungen, sondern deren Integration in den Verwaltungsbetrieb von entscheidender Natur ist.

Schleswig-Holstein erprobt den großen Maßstab Wie anspruchsvoll der Wechsel in der Praxis ist, zeigt Schleswig-Holstein. Das Land stellt derzeit rund 30.000 Arbeitsplätze der Landesverwaltung iterativ auf LibreOffice und Linux um. 2026 unterzeichnete es zudem als erste Regionalregierung die Open Source Principles der Vereinten Nationen. Die Migration verläuft jedoch nicht ohne Schwierigkeiten. In der Jus-

tiz kam es Berichten zufolge zeitweise zu Problemen beim Zugriff auf E-Mails sowie beim Versand und Öffnen von Unterlagen. Zudem seien einzelne Bereiche vorerst auf Microsoft-Anwendungen angewiesen, weil vorhandene Fachverfahren entsprechende Abhängigkeiten aufwiesen. Die Landesregierung bewertet den grundsätzlichen Einsatz von Open Source dennoch als praxistauglich. Zugleich rückt sie die Modernisierung der Fachverfahren in den Fokus. Mehr als 100 Access-basierte Anwendungen sollen kurz- bis mittelfristig abgelöst werden. Dafür setzt das Land unter anderem auf Low-Code. Auf Bundesebene steht vor allem openDesk für den Aufbau eines souveränen Verwaltungsarbeitsplatzes. Das ZenDiS betreut die Suite, die mehrere bereits etablierte OpenSource-Anwendungen vereint. Dazu zählen Nextcloud für Dateiablage und Datenaustausch, OpenXchange für E-Mail und Kalender, Collabora für die Bearbeitung von Dokumenten sowie Element für Chat und Videokommunikation. Univention übernimmt Funktionen der Identitäts- und Rechteverwaltung. Der modulare Aufbau soll explizit verhindern, dass Verwaltungen von einem einzelnen Anbieter oder

Gemeinsam besser

Bild: Gemini / KI-generiert

Der „Open Source Software Country Intelligence Report“ wurde von OpenForum Europe für die Initiative Interoperable Europe der EUKommission erstellt und im Juni veröffentlicht. Eingeflossen sind darin unter anderem Beiträge von Schleswig-Holsteins Digitalminister Dirk Schrödter, ZenDiS-Geschäftsführer Leonhard Kugler sowie Miriam Seyffarth von der Open Source Business Alliance (OSBA). Der Report zeichnet insgesamt ein positives Bild vom Standort Deutschland. Open Source gelte zunehmend als Baustein digitaler Souveränität. Mit dem BMDS, dem ZenDiS und der Sovereign Tech Agency existierten inzwischen Institutionen, die entsprechende Projekte koordinierten und finanzierten.

einer geschlossenen Produktsuite abhängig werden. Behörden können einzelne Komponenten generell ersetzen oder weiterentwickeln. Offene Schnittstellen erleichtern zudem die Anbindung zusätzlicher Anwendungen. Diese Flexibilität erhöht allerdings den Integrationsbedarf. Die einzelnen Bausteine müssen technisch aufeinander abgestimmt, sicher betrieben und dauerhaft gepflegt werden. Open Source beseitigt damit nicht automatisch die Komplexität der Verwaltungs-IT. Es verschiebt vielmehr einen Teil der Verantwortung zurück zu Behörden, öffentlichen IT-Dienstleistern und spezialisierten Unternehmen. openDesk erblickte 2022 zunächst unter dem Namen „Souveräner Arbeitsplatz“ das Licht der Welt. Die Suite führt Ansätze der von Dataport entwickelten dPhoenixsuite fort. Gemäß des EU-Reports nutzen

inzwischen rund 160.000 Menschen das Angebot. Der Quellcode steht unter der Apache-2.0-Lizenz auf der Plattform openCode bereit. Auch openCode selbst habe an Bedeutung gewonnen. Die Plattform verzeichnet dem Bericht zufolge 13.000 Nutzer und 5.700 Projekte. Tendenz steigend. Behörden und deren Auftragnehmer können dort Software veröffentlichen, gemeinsam weiterentwickeln und für andere Verwaltungen wiederverwendbar machen. Dies soll verhindern, dass Bund, Länder und Kommunen vergleichbare Anwendungen mehrfach und voneinander getrennt entwickeln. Neben konkreten Verwaltungsanwendungen thematisiert der Bericht auch die Finanzierung grundlegender Softwarekomponenten. Viele digitale Dienste würden auf frei verfügbare Bibliotheken und Werkzeuge zurückgreifen, deren

Redaktionssystem als Erweiterung

Landesportal Sachsen-Anhalt

Nachnutzung statt Neubau Sachsen-Anhalt hat Mitte August sein neues Landesportal freigeschaltet und nutzt als erstes Bundesland die technische Basis des Bundesverwaltungsportals nach. Unter sachsen-anhalt.de bündelt das MID (Ministerium für Infrastruktur und Digitales) Verwaltungsleistungen und redaktionelle Inhalte.

Der Bund wertet es als Präzedenzfall „Das ist ein wichtiger Baustein für eine gemeinsame technische Basis zur Beschleunigung der Verwaltungsdigitalisierung“, sagt auch Markus Richter, beamteter Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS). Er spricht weiter

Bild: Screenshot 20.08.2026

Es ist mehr als nur ein DesignUpdate. Sachsen-Anhalt setzt sein zentrales Portal nicht neu auf, sondern übernimmt die Plattform, auf der bereits das Bundesportal läuft. Für Staatssekretär und Landes-CIO Bernd Schlömer ist dieser Start „ein wichtiger Schritt hin zu einer zukunftsfesten und bürgernahen Verwaltung“. Sachsen-Anhalt verweist auf der Startseite auf sein Bauhaus-Erbe. von einer „beispielgebenden Kooperation“. Frederik Blachetta, Geschäftsführer und CTO der BundesdruckereiGruppe, ordnet das Projekt in die Deutschland-Stack-Debatte ein: „Sachsen-Anhalt beweist, dass sich die Deutschland-Stack-Technologie des Bundesportals von Ländern

nachnutzen und an eigene Bedarfe anpassen lässt. Einmal entwickeln, mehrfach nutzen – das spart Zeit und Kosten und ist der schnellste Weg, Verwaltungsdigitalisierung föderal zu skalieren.“ Konkrete Zahlen zu Einsparungen oder Projektkosten nennen die Beteiligten allerdings nicht.

Technisch war das Bundesportal für einen Landesauftritt zunächst nicht ausgelegt. Es bildet Verwaltungsleistungen ab, nicht die Öffentlichkeitsarbeit einer Landesregierung. Für Sachsen-Anhalt erweiterten die Partner die Plattform deshalb. Neben Leistungsbeschreibungen lassen sich nun auch redaktionelle Inhalte des Landes einbinden und pflegen. Die Erweiterung fließt in die Weiterentwicklung des Bundesportals zurück. Basis ist die mandantenfähige Plattform.iQ der Bundesdruckerei, auf der das Bundesportal seit 2025 weiterentwickelt wird. Daten und Zugriffsrechte der Mandanten bleiben laut BMDS strikt getrennt. Vollständig vollzogen ist der Umzug noch nicht. Zahlreiche Inhalte, Fachportale und Online-Dienste sollen erst in den kommenden Monaten schrittweise angebunden werden. Der entscheidende Knackpunkt bleibt ohnehin ein anderer. Die meisten Verwaltungsleistungen werden von Kommunen erbracht. Schlömer selbst verweist regelmäßig darauf, dass die Umsetzung vor Ort häufig am Personalmangel scheitere und Kommunen nicht per

Der Ansatz findet inzwischen auf europäischer Ebene Nachahmer. Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Luxemburg und Italien gründeten Ende 2025 das Digital Commons EDIC. Das Konsortium möchte gemeinsam offene digitale Infrastrukturen entwickeln und einen europäischen Sovereign Tech Fund nach deutschem Vorbild erproben. Trotz aller Fortschritte sieht die OSBA weiterhin Defizite. Der Verband kritisiert insbesondere, dass Open Source beim geplanten Deutschland-Stack nicht durchgehend verpflichtend vorgesehen sei. Proprietäre Angebote könnten ebenfalls als digital souverän gelten, wenn sie bestimmte europäische Anforderungen erfüllen. Aus Sicht der OSBA reiche der Standort eines Anbieters alleine nicht aus. Auch europäische Software mit geschlossenem Quellcode könne Abhängigkeiten schaffen. Der Deutschland-Stack soll 2028 vollumfänglich zur Verfügung stehen und der Verwaltung eine interoperable technische Plattform bereitstellen. In puncto echter digitaler Souveränität könnten spätestens dann neue Maßstäbe gesetzt sein. Nicht zuletzt wegen Vorreitern wie Schleswig-Holstein. jk

Bundesvorgabe zu steuern seien. Auch ein modernes Landesportal ändert daran zunächst wenig.

Blaupause für weitere Länder? Die Bundesdruckerei führt nach eigenen Angaben Gespräche mit vier weiteren Ländern über eine Nachnutzung. Rückenwind gibt es vom IT-Planungsrat. Mitte März beschloss er mit B-2026/03-IT Eckpunkte für einen einheitlichen Plattformkern des DeutschlandStacks – mit Basisdiensten für Identität und Vertrauen, Datenaustausch, Datenabruf, Zahlungsabwicklung und Postfach. Die zugehörigen Standards gelten als verbindliche Grundlage. Doch es gibt auch kritische Stimmen. Der Bundesrechnungshof bemängelte in mehreren Berichten, dass Nachnutzung im OZG-Kontext an Governance, Finanzierung und Betriebsmodellen scheitert. Hinzu komme eine Souveränitätsfrage. Wer Bundes-Technik übernehme, binde sich an einen zentralen Betreiber und gebe Gestaltungsspielraum ab. Befürworter halten dagegen, dass 16 Eigenentwicklungen genau jene Fragmentierung erzeugt haben, die nun teuer korrigiert wird. jk


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Healthcare

KI-Readiness

KI in der Krankenhausplanung berücksichtigen

Bild: © vickryab - stock.adobe.com / KI-generiert

„KI-Readiness ist keine additive Eigenschaft, die einem fertiggestellten Gebäude nachträglich verliehen werden kann“: Ein aktuelles Whitepaper von Fraunhofer IAIS und Endera-Gruppe GmbH beschreibt, worauf es bei der Krankenhausplanung ankommt und warum künstliche Intelligenz schon in der Bauplanung zu verankern ist.

Patientenzimmer, Aufnahme oder Diagnostik: Für die einzelnen Funktionsbereiche gelten unterschiedliche Anforderungen beim KI-Einsatz. Kabelschächte sind wohl nicht die erste Assoziation zum Stichwort KI, doch der Einsatz von künstlicher Intelligenz sollte in der Krankenhausplanung von Anfang an berücksichtigt werden. Um diesen möglicherweise unterschätzten Aspekt geht es in einem aktuellen Whitepaper von Fraunhofer IAIS und der Endera-Group GmbH. Aufgrund überalterter Gebäudestrukturen und wachsender Anforderungen sehen sich viele Verantwortliche in den Kliniken vor der Herausforderung einer baulichen Neuausrichtung – so beschreiben die Autoren die derzeitige Situation. Sie zeigen auf, warum „KI-Readiness“ schon in der Ziel- und Infrastrukturplanung verankert werden sollte, etwa bei der Planung von Netzwerkkapazitäten, Serverräumen, Schnittstellen, Datenarchitekturen, ebenso wie bei der Integration in klinische Arbeitsabläufe. Und es beginnt tatsächlich schon mit der Bauplanung; als Leitprinzip ist formuliert: KI als integrale Eigenschaft des Gesamtbauwerks verstehen, nicht als nachträglich integriertes Modul.

Wie Krankenhäuser „KI-ready“ geplant werden KI-Readiness wird dabei insgesamt auf drei Ebenen betrachtet: Infrastruktur, Prozesse und Anwendung. Die Autoren gehen zudem auf regulatorische Vorgaben, speziell den

EU AI Act, ein und berücksichtigen Datenschutz, Sicherheit und Compliance als Querschnittsthemen. Zentral ist eine genaue Beschreibung der KI-Anforderungen nach einzelnen Funktionsbereichen wie: IT-Infrastruktur und Rechenzentren, Netzwerk und Konnektivität, Patientenaufnahme und Wartebereich, Patientenzimmer und Pflegestation, Notaufnahme und Schockraum, OP-Bereich, Telemedizin und Telekonsil, Medizintechnik und Diagnostik, Apotheke und Arzneimittelversorgung, Logistik, Tracking, Assetmanagement, Raummanagement/ Navigation; strukturiert jeweils nach Potenzialen, Infrastrukturanforderungen, typischen Planungsfehlern und Handlungsempfehlungen. Zu den Empfehlungen im Bereich der IT-Infrastruktur gehört zum Beispiel, Kabeltrassen und Leerrohre für spätere Erweiterungen schon beim Rohbau mit einzuplanen. Für Notaufnahme und Schockraum braucht es permanente Netzwerkverbindungen, flächendeckende Display-Infrastruktur und integrierte Monitoring-Systeme. Im Wartebereich sind SelbstCheck-in-Stationen mit den entsprechenden Anschlüssen in der Planung zu berücksichtigen;

Transportroboter brauchen Ladestationen und barrierefreie Wege mit Aufzugsintegration. Während auf der einen Seite mehr Platz vorzusehen ist, lassen sich andere Bereiche kleiner dimensionieren: Statt einer großen Leitstelle, für die ohnehin nicht genügend Personal zur Verfügung steht, etwa ein digitales Patientensteuerungssystem und kleinere Terminalpunkte. In der Praxis sollte das Planungskonzept alle relevanten Funktionsbereiche angemessen berücksichtigen, aber auch Flexibilität für künftige technologische Entwicklungen bieten. Entscheidend sei, KI nicht als isolierte Technologie zu betrachten, sondern als integralen Bestandteil von Architektur, Prozessen und strategischer Ausrichtung, so das Fazit der Autoren. nh

Zum Whitepaper Das Whitepaper „KI in der Krankenhausplanung“ des Fraunhofer Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS und der Endera-Gruppe GmbH richtet sich an Planungsteams, IT-Verantwortliche und Krankenhausleitungen in Neu- und Umbauprojekten. Zum Download:

[ voge.ly/Fraunhofer-IAIS-KI ]


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Technik & Dienstleistung

Interview mit GovRadar-Gründer Sascha Soyk

Der „Maschinenraum staatlicher Umsetzung“

Sascha Soyk, CEO GovRadar

Herr Soyk, was hat Sie dazu bewogen, gerade im Vergabewesen zu gründen – einem Bereich, der für einsteigende Start-ups als eher undankbar und mitunter schwerfällig gilt? Soyk: Vergabe ist kein trockenes Randthema, sondern bildet den Maschinenraum staatlicher Umsetzung. Hier entscheidet sich, ob ein politischer Beschluss in der Realität ankommt. Was ich in meiner Zeit beim Cyber Innovation Hub der Bundeswehr gelernt habe: Gute Lösungen gibt es am Markt reichlich. Die Herausforderung liegt in der Beschaffung, und die ist im Föderalismus ineffizient organisiert. Die ersten Fälle kamen 2020 aus dem Digitalpakt Schule. Das Geld war da – aber kein Schulamtsleiter kann einfach Laptops bestellen. Ich hatte das Verfahren als Engpass vermutet. Der beginnt aber oft schon bei der Leistungsbeschreibung, bei der Frage, was gebraucht wird und wie man es herstellerneutral ausschreibt. Das ist bis heute unser Ansatzpunkt. Dass die Einstiegshürden hoch sind, war nie das Gegen-, sondern das ProArgument: Ein Markt, in den man nur mit Fachtiefe, Referenzen und Geduld hineinkommt, ist aus demselben Grund strategisch verteidigungsfähig. Und der Ansatz skaliert – rund 16.000 aktive Vergabestellen lösen dieselbe Aufgabe, jede für sich.

Vergabeverfahren gelten gemeinhin als besonders zeitintensiv. Wo hakt es Ihrer Erfahrung nach am meisten: bei Marktrecherche, Rechtsrahmen, Personaldecke oder Prozessorganisation?

GovRadar erstellt KI-gestützt Leistungsverzeichnisse auf Basis öffentlicher Ausschreibungen. Wie stellen Sie sicher, dass diese Vorschläge vergaberechtskonform sind und wo liegen die Grenzen für Machine Learning in einem derart formalisierten Rechtsgebiet? Soyk: Das formalisierte Recht ist für eine Maschine der einfachere Teil – Fristen, Wertgrenzen, Verfahrensarten sind Regeln, und Regeln lassen sich abbilden. Anspruchsvoller ist die Übersetzung eines Bedarfs in eine fachlich passende und funktionale Leistungsbeschreibung. Unsere Vorschläge entstehen nicht aus generischen Modellantworten, sondern aus rund neun Millionen veröffentlichten Vergabeunterlagen von über 16.000 öffentlichen Stellen. Anwender können die zugrunde liegenden Quellen einsehen und steuern, auf welche Grundlage sich die KI stützt. Jede Änderung ist versioniert, das Ergebnis auditierbar. Kundeninhalte fließen nicht ins Modelltraining.

Die Grenzen liegen ganz woanders. Modelle lernen aus der Vergangenheit; eine Unterlage von 2021 kann eine Anforderung enthalten, die heute nicht mehr trägt – deshalb zeigen wir die Fundstelle, statt Richtigkeit zu behaupten. Und die KI kennt den Bedarf nicht: Sie kann nicht wissen, ob eine Stadt drei oder acht Ladesäulen braucht. Die Bedarfsentscheidung bleibt fachliche Verantwortung der Verwaltung. Gemessen werden wir deshalb an etwas anderem: ob die fertige Leistungsbeschreibung der eigenen Vergabestelle und unsere Lösung dem Rechnungshof standhält.

Binnen weniger Monate sind aus zentralen Landeslizenzen in NRW und einem Rahmenvertrag über die Einkaufsgemeinschaft ProVitako neue Zugänge für Verwaltungen entstanden. Wie viel davon war strategisch geplant, was hat sich vielleicht auch erst im Kontakt mit den Verwaltungen selbst ergeben? Soyk: Da muss ich zwei Dinge trennen, die oft zusammengezogen werden: In Nordrhein-Westfalen hat das Land nach einer Markterkundung zwei zentrale Lizenzen geschlossen: im April 2025 für die Kommunen, im Juli 2025 für die Landesverwaltung. Der Rahmenvertrag mit ProVitako ist davon unabhängig entstanden, angebahnt seit Sommer 2024. Über ihn können rund 50 kommunale IT-Dienstleister und deren Trägerkommunen ohne eigenes Vergabeverfahren abrufen; ProVitako gibt an, damit rund 80 Prozent der deutschen Kommunen zu erreichen. Da liegt die eigentliche Unterscheidung: Abrufberechtigung ist keine Reichweite. Sie beseitigt eine Hürde, sie erzeugt keine Nachfrage. Geplant war genau dieser Hebel. Gelernt haben wir, dass der Prozess zweistufig ist: Stufe eins ist dabei

Bild: © Marco2811 - stock.adobe.com

Soyk: Der Rechtsrahmen wird überschätzt. Wer in einer Vergabestelle arbeitet, kennt Fristen, Verfahrensarten und Wertgrenzen. Unsicherheit entsteht, wo es inhaltlich wird: was eingekauft wird und wie man das herstellerneutral beschreibt.

Da verbinden sich die anderen drei Faktoren. Die Fachlichkeit sitzt im Fachbereich, die Verfahrensverantwortung in der Vergabestelle, dazwischen entstehen die Schleifen: Unzureichende Leistungsverzeichnisse gehen zurück, es wird nachgefordert, abgestimmt, gewartet. Darum wirkt die Personaldecke so hart – wenn die eine Person, die den Bedarf fachlich beurteilen kann, in vier anderen Vorhaben steckt, wird kein Verfahren schneller. Ein Beispiel aus unserer Kundenbasis: In der Region Hannover entfallen rund 80 Prozent der Verfahrenszeit auf die Vorbereitung, der größte Block darin ist die Erstellung der Unterlagen. Dort ist die Vorbereitung von rund 13 auf 2,5 Wochen gesunken.

Der „Digitalpakt Schule“ hat Sascha Soyk gezeigt, dass Probleme in der Beschaffung häufig schon bei der Frage beginnen, was gebraucht wird und wie man den Bedarf herstellerneutral ausschreibt.

Bild: GovRadar

Vergabestellen lösen täglich dieselbe Aufgabe – jede für sich, weil die Beschaffung im Föderalismus ineffizient organisiert ist. Im Interview erklärt GovRadar-Gründer Sascha Soyk, wo es hakt und wie sich das Vergabewesen beschleunigen lässt. der Vertrag mit dem Land oder der Einkaufsgemeinschaft, Stufe zwei jede einzelne Organisation, die sich entscheiden muss, die Lösung in ihre Abläufe zu holen. Genau diese zweite Stufe haben wir unterschätzt – in NRW ist heute gut die Hälfte der Kommunen angebunden. Ein zentral finanzierter Vertrag nimmt die Budgetfrage weg, aber die Verwaltung fragt die Lösung eben auch nicht selbst nach.

Als Gründer eines Start- bzw. Scale-ups: Was raten Sie anderen Gründerinnen und Gründern? Soyk: Wer im öffentlichen Sektor wachsen will, braucht Kapitalgeber, die diesen Markt verstehen. Vertriebszyklen dauern hier nicht Wochen, sondern Quartale. Vertrauen entsteht über Referenzen, nicht über Reichweite. Und der Betrieb muss ab dem ersten Tag verlässlich sein, weil eine Verwaltung sich keinen Ausfall leisten kann. Mein Rat: Suchen Sie sich Kapitalgeber, die den Vertragsabschluss nicht mit dem Ziel verwechseln. Erfolgreich ist eine Lösung erst, wenn sie anderthalb Jahre später noch täglich genutzt wird.

Und wie stellen Sie sicher, dass Kommunen z. B. über das Ende der Anschubfinanzierung hinaus langfristig planen können? Soyk: Der Unterschied liegt im Geschäftsmodell. Wir sind ein Produktunternehmen, keine Projektfirma. GovRadar wird für alle Kunden gemeinsam weiterentwickelt und über Lizenzen finanziert, nicht über einzelne Vorhaben, die enden, wenn ein Fördertopf leer ist. Dazu kommt die Vertragslogik. GovRadar ist Standard-SaaS: jährliche Laufzeit, klare Fristen, kein Einführungsprojekt am Anfang und keine Ablösekosten am Ende. Für uns ist das unbequemer als ein langfristiges Bindungsmodell, aber es ist die Voraussetzung dafür, dass die Verwaltung niederschwellig und risikoarm einsteigt. Das eigentliche Risiko liegt woanders: Solange eine Lösung als befristetes Projekt kommuniziert wird, behandelt die Verwaltung sie auch als Projekt. Dann priorisiert niemand den Rollout, weil alle auf das Ende schauen. Hier versuchen wir, klar zu kommunizieren und die richtige Erwartungshaltung zu schaffen.

Lange Zeit galten Start-ups und etablierte IT-Dienstleister im Public Sector als Konkurrenten. Wie erleben Sie dieses Verhältnis heute und wie gehen Sie mit dem Thema Vendor Lock-in um?

Soyk: Ich gehe davon aus, dass sich die Landschaft der IT-Dienstleister konsolidieren wird und die verbleibenden Häuser als Gatekeeper ihrer Kunden auftreten: Sie beraten die Verwaltung in deren Sinne, sichern Qualität und zeigen uns Anbietern die Anforderungen auf, die sie als Profis erwarten. Die Abgrenzung ist klar: Eigene Lösungen zu entwickeln gehört nicht dazu. Bei Software as a Service kommt jede Weiterentwicklung jedem Kunden zugute. Fünfzig parallele Eigenentwicklungen leisten das nicht. Ein gutes Konstrukt ist der Rahmenvertrag mit ProVitako: Die kommunalen IT-Dienstleister sind eingebunden und betreuen ihre Trägerkommunen, die Kommune kommt ohne eigenes Vergabeverfahren an die Lösung. Beim Vendor Lock-in gibt es in unserem Fall keine ernsthafte Debatte: Wir erzeugen Unterlagen, die sich in jedes beliebige System einspielen lassen.

Mit dem Deutschland-Stack entsteht erstmals eine gemeinsame technische Basis für alle Verwaltungsebenen. Was braucht es aus Ihrer Sicht noch, damit GovTechAnbieter wie Ihrer darin zu einem festen Baustein werden – statt Insellösung zu bleiben? Soyk: Die technischen Standards sind zu begrüßen, gerade mit Blick auf digitale Souveränität. Ob wir bei einem Hyperscaler betreiben oder später im Deutschland-Stack, ist für uns aber vor allem eine Betriebsfrage. Entscheidend ist, ob Lösungen schnell in die Fläche kommen. Der Hebel dafür ist ein klarer Abrufmechanismus: einmal prüfen, vielfach nutzen. Dann dauert Skalierung Monate statt Jahre. Offen ist, ob der Deutschland-Stack diesen Weg kurzfristig auch für Länder und Kommunen öffnet. Und beim Marktplatz Deutschland wird vieles von Grund auf neu konzipiert, obwohl es marktverfügbare Lösungen gibt. Einbezogen wurden wir bislang nicht. Das passt meiner Meinung nach nicht zum ausgerufenen Ziel, von der Stange zu kaufen. Solange die letzten 20 Prozent Sonderwunsch mitbeschafft werden, entsteht wieder eine Insellösung. Das Interview führte Stephan Augsten Weitere Informationen Mehr über GovRadar erfahren Interessierte auf der Webseite des GovTech-Scale-ups.

[ govradar.net ]


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eGovernment | 09/2026

Technik & Dienstleistung

Was Digitalisierung bieten kann

in Konzeption, Beschaffung und Tests einfließe. Eine nachträgliche „Reparatur“ verursache häufig mehr Aufwand und löse strukturelle Probleme nur bedingt.

Verwaltung gestaltet Vertrauen

Ein Beipackzettel für KI-Modelle

Bild: Gemini / KI-generiert

Digitale Verwaltung muss mehr leisten, als Papierprozesse ins Netz zu übertragen. Zwei aktuelle NEGZ-Publikationen legen dar, dass verständliche und barrierefreie Angebote auf der einen, transparente und kontrollierbare KI-Systeme auf der anderen Seite keinen qualitativen Wettbewerb, sondern vielmehr zwei eigenständige vertrauensbildende Facetten des Verwaltungsalltags darstellen.

Wie beim beliebten Kinderspiel versuchen immer mehr Verwaltungen in Erfahrung zu bringen, wie sich ihre Zielgruppe zusammensetzt. Für Bürgerinnen und Bürger beginnt digitale Verwaltung meist mit einem Formular. Sie sollen Angaben verstehen, Nachweise hochladen und erkennen können, was als Nächstes geschieht. Welche Fachverfahren oder zunehmend auch KI-Modelle im Hintergrund arbeiten, bleibt ihnen dagegen verborgen. Dennoch beeinflusst beides, ob eine Verwaltungsleistung zugänglich, zuverlässig und fair ist. Zwei Publikationen des Kompetenznetzwerks Digitale Verwaltung (NEGZ) betrachten diese Vertrauensfrage aus unterschiedlichen Richtungen. Die Kurzstudie „Nutzerzentrierung und Barrierefreiheit als Erfolgsfaktoren digitaler Verwaltungsleistungen“ untersucht, wie Länder und Kommunen ihre Angebote konsequenter am Menschen ausrichten können. Das Impulspapier „Model Cards für die Nutzung von KI in der Verwaltung“ schlägt hingegen einen Mindeststandard vor, um KI-Modelle nachvollziehbar und vergleichbar zu dokumentieren.

Nutzerzentrierung bleibt häufig Stückwerk Für die Kurzstudie führte Autorin Marleen Vanhauer von Januar bis Februar 2025 zwölf qualitative Interviews. Sieben Befragte arbeiteten in Kommunen, jeweils zwei bei Bund und Ländern, eine Person war selbstständig tätig. Die Erfahrungen stammen unter anderem aus Berlin, Bonn, Leipzig und München sowie aus Brandenburg und Niedersachsen. Als wichtigste Voraussetzung nennen die Befragten einen Wandel der Führungskultur. Nutzerzentrierung werde noch zu häufig als Aufgabe der IT oder des Designs verstanden. Tatsächlich berühre sie jedoch die Organisation insgesamt.

Fachbereiche seien dazu angehalten, Bedarfe zu ermitteln, Personalstellen und neue Rollen zu beschreiben, Beschaffungsstellen und passende Leistungen auszuschreiben sowie Führungskräfte und Ressourcen bereitzustellen. Vielerorts herrsche laut der Autorin auch die Prämisse vor, dass Verwaltungen sofort komplexe Methodenprogramme aufsetzen müssten. Prototypentests, ein Gespräch im Bürgerbüro oder eine kurze Befragung könnten hingegen Fehler sichtbar machen und gegebenenfalls pragmatisch lösen; all das, bevor eine Behörde den langwierigen Beschaffungsprozess einer schlüsselfertigen Lösung starte. Dabei umfasst der – in der Kurzstudie angewandte – Nutzerbegriff mehr als Bürgerinnen und Bürger. Auch die Verwaltungsfachangestellten arbeiten mit den digitalen Leistungen und den daran angeschlossenen Fachverfahren. Ein Formular kann nach außen verständlich wirken und intern dennoch Medienbrüche oder Mehrarbeit auslösen. Nutzerzentrierung müsse deshalb beide Seiten eines Verwaltungsprozesses einbeziehen, so die Autorin. Die Studie warnt zudem vor Projekten, die bereits mit einer festgelegten Lösung beginnen. Idealerweise sollte die Verwaltung zunächst das Problem untersuchen und die betroffenen Gruppen bestimmen – und erst danach die technische Umsetzung folgen. Dieses Vorgehen widerspreche einer Praxis, in der politische Gremien oder Fachbereiche teilweise schon konkrete Lösungsideen vorgeben und Beteiligung erst später stattfinde, so die Autorin. Dafür braucht es Kompetenzen, die in klassischen Verwaltungsstrukturen nicht selbstverständlich vorhanden sind. Die Studie nennt un-

ter anderem Nutzerforschung, Service- und UX-Design, Datenanalyse sowie Produktmanagement. Nicht jede und jeder Beschäftigte müsse zum UX-Profi werden. Verwaltungen benötigten jedoch interdisziplinäre Teams und Personen, die Methoden praktisch anwenden können. Fortbildungen allein lösten das Problem nicht, wenn Stellen, Zuständigkeiten und Budgets fehlen.

Barrierefreiheit ist keine freiwillige Zugabe Besonders deutlich wird die Lücke zwischen Anspruch und Praxis bei der Barrierefreiheit. Formale Verwaltungssprache, unübersichtliche Abläufe und technische Hürden schließen Menschen aus. Das betrifft Personen mit motorischen, visuellen oder kognitiven Einschränkungen ebenso wie Menschen, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen. Barrierefreiheit ist dabei nicht nur ein Qualitätsmerkmal. Für öffentliche Stellen bestehen längst rechtliche Anforderungen. Grundlage ist unter anderem die EU-Richtlinie 2016/2102 über den barrierefreien Zugang zu Websites und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen. Auf Bundesebene setzen insbesondere das Behindertengleichstellungsgesetz und die BarrierefreieInformationstechnik-Verordnung 2.0 diese Vorgaben um. Technische Anforderungen ergeben sich vor allem aus der europäischen Norm EN 301 549. Die Studie empfiehlt einfache oder Leichte Sprache, mehrsprachige Angebote sowie die Beteiligung marginalisierter Gruppen. Entscheidend sei allerdings der Zeitpunkt. Barrierefreiheit lasse sich am wirkungsvollsten dann berücksichtigen, wenn sie von Beginn an

Während die Kurzstudie auf den Kontakt zwischen Verwaltung und Nutzenden blickt, richtet das Impulspapier von Anna Lena Fehlhaber und Axel Düker den Fokus auf die Technik im Hintergrund. Die Autoren schlagen Model Cards als verbindlichen Mindeststandard für KI in der Verwaltung vor. Model Cards sind standardisierte Steckbriefe für trainierte KI-Modelle. Das Konzept geht auf den 2019 veröffentlichten Fachbeitrag „Model Cards for Model Reporting“ zurück. Eine derartige Dokumentation beschreibt unter anderem Zweck, Trainingsdaten, Leistungskennzahlen, bekannte Grenzen und mögliche Verzerrungen eines Modells. Für die öffentliche Verwaltung erweitert das Impulspapier diesen Ansatz. Der vorgeschlagene Pflichtkern umfasst insgesamt neun Bereiche: allgemeine Informationen, Zweck und Nutzungskontext, Modellbeschreibung, Datenethik und Fairness, regulatorische Konformität, Transparenz, Risiken und Schutzmaßnahmen, Wartung und Governance sowie Erfahrungen aus dem Praxiseinsatz. Dadurch sollen Beschaffungsstellen Angebote besser vergleichen können. Ein Anbieter müsste beispielsweise erklären, wofür ein Modell entwickelt wurde, mit welchen Daten es trainiert wurde und in welchen Situationen es unzuverlässig arbeitet. Hinzu kämen Angaben zur menschlichen Aufsicht, zu Sicherheitsmaßnahmen, Updates und Verantwortlichkeiten im Betrieb. Die im Papier beschriebenen Anwendungen bei Bau- oder Sozialleistungsanträgen sind dabei illustrative Beispiele, keine dokumentierten Praxisprojekte. Sie stellen jedoch in den Vordergrund, welche Fragen wann relevant werden. Sortiert eine KI lediglich Vorgänge oder beeinflusst sie Entscheidungen? Greift sie nur auf Angaben aus einem Antrag oder auch auf Registerdaten zu? Wie verhält sie sich bei unvollständigen Unterlagen? Und wurde geprüft, ob bestimmte Gruppen systematisch benachteiligt werden?

Dokumentation allein schafft keine Rechtssicherheit Model Cards können Verwaltungen helfen, technische und organisatorische Risiken früher zu erkennen. Sie sind aber kein Qualitätssiegel. Zunächst stammen die Angaben in der Regel vom Anbieter selbst. Behörden sollten deshalb prüfen, ob sie vollständig, aktuell und für den konkreten Einsatz belastbar sind, heißt es im Papier wörtlich. Hinzu kommen auch begriffliche Grenzen. Während Model Cards primär ein KI-Modell dokumentieren, kommen in der Verwaltung teils vollständige KI-Systeme zum Einsatz. Dazu gehören neben den Modellen auch Datenflüsse, Benutzer-

oberfläche, Schnittstellen, Infrastruktur und organisatorische Prozesse. Ein gut beschriebenes Modell kann Teil eines schlecht abgesicherten Systems sein. Das Impulspapier weist selbst darauf hin, dass Model Cards weitergehende Prüfungen nicht ersetzen. Je nach Anwendung bleiben unter anderem Datenschutz-Folgenabschätzungen, Sicherheitsprüfungen, Risikomanagement und kontinuierliches Monitoring vonnöten. Auch Beschäftigtenvertretungen und Datenschutzbeauftragte müssen frühzeitig einbezogen werden. Seit dem 2. August 2026 gilt der überwiegende Teil des AI Act. Die EU hat die Anwendung der spezifischen Vorgaben für eigenständige Hochrisiko-Systeme mit der Verordnung 2026/1744 allerdings auf den 2. Dezember 2027 verschoben. Für Hochrisiko-KI in regulierten Produkten gilt der 2. August 2028. Für Verwaltungen ist das kein Grund zum Abwarten und schon gar kein Bummelschein. Schließlich benötigen Beschaffungen und organisatorische Vorbereitungen erfahrungsgemäß einen langen Vorlauf. Kurzfristig könnten Behörden Model Cards in Pilotvorhaben verlangen. Mittelfristig sollen sie Bestandteil von Beschaffung, Betrieb und Evaluation werden. Langfristig plädieren die Autoren für einen verbindlichen Rahmen. Erfahrungen könnten in Transparenzregister einfließen. Mit MaKI besteht auf Bundesebene bereits ein entsprechender Ansatz. Die Niederlande betreiben ebenfalls ein öffentliches Algorithmenregister, das allerdings noch nicht sämtliche Anwendungen erfasst. Die Verbindung zur Nutzerzentrierung ist enger, als es zunächst scheint. Model Cards benötigen Informationen aus dem Betrieb, etwa zu Fehlfunktionen, Wirkung und Nutzerfeedback. Ohne definierte Zielgruppen und Metriken bleibt auch die beste Dokumentation nebulös und abstrakt. Umgekehrt hilft eine nutzerfreundliche Oberfläche wenig, wenn ein KI-System im Hintergrund unklare oder verzerrte Ergebnisse liefert. Beide NEGZPublikationen beschreiben keine isolierten Werkzeugkästen. Sie verweisen auf dieselbe organisatorische Aufgabe. Verwaltungen müssen Verantwortlichkeiten klären, Kompetenzen aufbauen und Ergebnisse kontinuierlich überprüfen. Nutzerzentrierung darf nicht beim Design enden und KI-Governance nicht beim Ausfüllen eines Steckbriefs. Vertrauen entsteht, wenn Bürgerinnen und Bürger Leistungen verstehen und nutzen können; aber auch erst dann, wenn die Verwaltungen ihr Handeln selbst nachvollziehen können. jk Weitere Informationen Die aktuellen Publikationen des NEGZ finden Sie kostenfrei auf der offiziellen Webseite des Netzwerks.

[ negz.org/publikationen ]


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Veranstaltungen

7. bis 8. Oktober 2026

TI-Summit Nach erfolgreicher Erstauflage im Sommer 2025 geht der TI-Summit im Herbst in die zweite Runde: In der Kongresshalle Leipzig treffen sich Gesundheitsexperten zu Zukunftsthemen des Gesundheitssystems, der TI und der digitalen Gesundheitsversorgung.

Überblick TI-Summit 7. bis 8. Oktober 2026 Kongresshalle am Zoo Leipzig Pfaffendorfer Str. 31 04105 Leipzig

Öffnungszeiten:

1. Tag: 9 bis 18 Uhr, danach Abendveranstaltung bis Mitternacht. 2. Tag: 9 bis 17 Uhr

Veranstalter:

Gematik und Inno3 GmbH

Eintrittspreise:

Health & Care: 235 Euro Public: 475 Euro Business: 715 Euro Next Gen & Education: 115 Euro

[ tisummit.de ]

Neben (v. l.) Moderatorin Susanne von Hopffgarten eröffnen die Geschäftsführer Martin Blaschka von Inno3 sowie Brenya Ajei, Dr. Florian Fuhrmann und Dr. Florian Hartge von der Gematik den diesjährigen und zweiten TI-Summit. (Foto vom TI-SUMMIT 2025).

Bild: © WACH STUDIO / Osnabrück

Unweit des Leipziger Bahnhofs und der fußläufigen Innenstadt findet am 7. und 8. Oktober der TI-Summit in der Kongresshalle am Zoo statt. Hier dreht sich alles um die Themen der Gematik: Dazu gehören ePA, Telematikinfrastruktur (TI und TI

2.0), E-Rezepte, KIM, TI-Messenger, DiGA sowie die GesundheitsID. Darüber hinaus werden Trends wie Ressourcenschonung, KI, Freigabe und Nutzung von Forschungsdaten beleuchtet. Das Ziel des Summits ist es, den Austausch zwischen verschiedenen Akteuren des Gesundheitssystems zu fördern und die Zukunft des digitalen Gesundheitswesens zu gestalten. Gemeinsam mit mehr als 1.000 Expertinnen und Experten aus allen Gesundheitsbereichen sowie rund 100 hochkarätigen Speakern aus Medizin, Forschung und Industrie findet der Austausch in etwa 30 interaktiven Programmpunkten auf fünf Bühnen statt. Zu erwarten sind neben den Gematik-Geschäftsführern Dr.

Florian Hartge, Brenya Adjei und Dr. Florian Fuhrmann: Prof. Dr. Henriette Neumeyer, stv. Vorstandsvorsitzende der DKG und HOPE-Präsidentin, Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Gesundheit, Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Philipp Müller, Abteilungsleiter Digitalisierung und Innovation im BMG, Thomas Bendig, Referat IT-Architektur, Portfoliomanagement und digitale Souveränität am BMDS, Dr. Martin Krasney, Vorstandsmitglied des GKV-Spitzenverbands, Dr. Ina Lucas, ABDA-Vizepräsidentin und Präsidentin der Apothekerkammer Berlin. se

23. bis 26. September 2026

42. DGG-Jahrestagung Unter dem Motto „Heilkunst, Hightech, Exzellenz – Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin gestalten“ veranstaltet die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) die 42. Jahrestagung. Die 42. DGG-Jahrestagung lädt dazu ein, die Zukunft der Gefäßchirurgie und -medizin aktiv mitzugestalten. Sie verspricht vier Tage voller Wissenschaft, Weiterbildung und kollegialem Austausch; vom 23. bis 26. September kommen Fachärztinnen und Fachärzte, wissenschaftlich Tätige, Pflegepersonal, Nachwuchskräfte und weitere Akteure der Gefäßmedizin im Kongresszentrum Kap Europa zusammen. „Die fortschreitende Technologisierung, der zunehmende Ambulantisierungsdruck, die wirtschaftliche Rationalisierung sowie tiefgreifende Reformprozesse im Gesundheitswesen fordern uns [...] in besonderer Weise heraus“, sagte DGG-Präsident Prof. Dr. med. Farzin Adili. Er begrüßt das Ziel, Impulse zu setzen, Haltung zu zeigen und Lösungen für aktuelle wie neue Herausforderungen zu entwickeln. Der Kongress stellt aktuelle Studien vor und setzt auf Teamgeist, praxis-

bezogene Übungen und innovative Ansätze. Die Schwerpunkte: Chirurgische Exzellenz und innovative Technologie Aus-, Fort- und Weiterbildung Evidenzbasierte Wissenschaft Reformen im Gesundheitswesen und ihre Auswirkungen auf Klinik, Forschung und Nachwuchs Eine Dauer- oder Tageskarte für die Präsenzveranstaltung ermöglicht den Zugang zum wissenschaftlichen Programm. Ergänzend bietet das Event einen Auffrischungskurs für endovaskuläre Chirurgen sowie einen Kurs zu endovaskulären Techniken und Materialkunde. Ein besonderes Highlight ist die DGG-Team-Trophy, bei der Teams aus unterschiedlichen ärztlichen Positionen ihr Wissen und ihren Teamgeist unter Beweis stellen. Zeitgleich zur DGG-Jahrestagung findet der große Gemeinschaftskongress zur Altersmedizin der Deutschen Gesellschaft für

Gerontologie und Geriatrie (DGGG) und der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) auf dem Campus Westend der Goethe-Universität in Frankfurt am Main statt – Vorsicht Verwechslungsgefahr. se Überblick 42. DGG-Jahrestagung 23. bis 26. September 2026 Kap Europa Messe Frankfurt am Main Osloer Straße 5 60327 Frankfurt

Öffnungszeiten:

1. Tag: 10 bis 18.30 Uhr 2. Tag: 7 bis 18.15 Uhr 3. Tag: 8.30 bis 18 Uhr 4. Tag: 9 bis 13.15 Uhr

Veranstalter:

Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e.V.

Eintrittspreise:

Pflege und Gefäßchirurgie: 75 Euro Mitglieder: 339 Euro Nicht-Mitglieder: 515 Euro Weitere Tarife online.

[ dgg-jahreskongress.de ]


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SMART CJM GmbH

Mit den Lösungen der SMART CJM GmbH steuern Kommunen ihren Bürgerkontakt durchgängig: Online-Terminvergabe, Warteschlangenmanagement, Self-ServiceKioske und Reporting in einer Plattform. Das steigert Servicequalität und Effizienz und entlastet Mitarbeitende – mit Smart NexCX auch KI-gestützt.

Ansprechpartnerin: Magdalene Rottstegge Heyenbaumstraße 139–141 47802 Krefeld Tel.: 02151/447 47 01 magdalene.rottstegge @smart-cjm.com www.smart-cjm.com

DIGITAL SECURITY

Die G DATA CyberDefense AG ist ein führendes deutsches IT-Sicherheitsunternehmen. Das Portfolio der Bochumer Firma reicht von Managed Extended Detection and Response (MXDR) über Security Awareness Trainings bis hin zu Penetration Tests und Incident Response.

DIGITALES VERTRAGSMANAGEMENT TQG The Quality Group GmbH TQG – Die souveräne digitale KIgestützte Vertragsmanagementlösung (LCM) für Bund, Länder und Kommunen. Unser Mehrwert für die Verwaltung: KI-Vertragsmanagementsoftware – Elektronische Aktenführung – eSignatur – Bürgerportal – Automatisierte Verwaltung von EVB-IT.

Ansprechpartner: Bünyamin Colak Konrad-Zuse-Platz 1 71034 Böblingen Tel. 0157 / 58834890 info@tqg.de www.tqg.de

Omnidocs ist ein 2004 gegründetes, internationales Software-Unternehmen mit Hauptsitz in Kopenhagen. Omnidocs unterstutzt Organisationen dabei, ihre Dokumentenprozesse effizienter, rechtssicherer und markenkonformer zu gestalten. Gerade in Deutschland, wo Bürokratie, DIN-Normen, Datenschutz, gesetzlich verpflichtende Barrierefreiheit und komplexe Compliance-Vorgaben den Arbeitsalltag prägen, schaffen wir Lösungen, die echte Entlastung bringen.

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Die regisafe GmbH bietet mit ihrem Dokumentenmanagementsystem regisafe, den ergänzenden Fachverfahren und OnlinePortalen sowie den Funktionen von adKOMM in Verwaltung, Finanzen, Bau und Bürgerservice integrierte Lösungen speziell für die öffentliche Kommunalverwaltung. KI-gestützte Funktionen und automatisierte Prozesse treiben die Lösungen weiter voran und steigern die Effizienz.

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TEK-SERVICE digitalisiert seit 2000 den Einkauf öffentlicher Verwaltungen und KMU. Wir verstehen uns als „das Kaufhaus für alle“, das eProcurement-Prozesse automatisiert, Besteller mit Katalogen und Lieferanten verknüpft und die Abrechnung gleich mitdenkt. Das Ergebnis? Ordnung, Überblick und deutliche Arbeitsentlastung im Einkaufsalltag Ihrer Verwaltung!

SysEleven GmbH, eine Tochter der secunet, betreut 500+ Kunden im DACHMarkt und bietet Cloud- und Kubernetes Managed Services, darunter die OpenStack Cloud und „MetaKube“. Als CNCF-Mitglied und zertifizierter Kubernetes Provider legt SysEleven Wert auf Datenschutz und hostet in nachhaltigen Rechenzentren.

ELEKTRONISCHE VERWALTUNGSARBEIT

MICROSOFT LIZENZIERUNG & MEHR

Fabasoft

VENDOSOFT GmbH

THE SQUAIRE 13, Am Flughafen 60549 Frankfurt/Main Tel: +49 69 6435515-0 Fax: +49 69 6435515-99 egov@fabasoft.com www.fabasoft.com

Ansprechpartner: Björn Orth Rudolf-Diesel-Ring 10 D-82266 Inning am Ammersee www.vendosoft.de Tel: 49.8143.57196978 info@vendosoft.de

Deutschland GmbH

Fabasoft ist österreichischer IT-Innovations- und Marktführer im Bereich elektronischer Akten im DACH-Raum und sorgt für effizientes Dokumenten- und Prozessmanagement. Die Fabasoft eGov-Suite ist Teil der Fabasphere und macht dank KI elektronische zu „intelligenten Akten“ für moderne Verwaltungsarbeit.

FÖRDERMITTEL-LÖSUNGEN IBYKUS AG

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Die Governikus KG ist ein führender Anbieter von IT-Lösungen für den gesamten Zyklus elektronischer Kommunikation von der Authentisierung über den sicheren Datentransport bis hin zur Beweissicherung elektronischer Daten. Gesetzeskonformität, Sicherheit und Innovation stehen für das in Deutschland und EU agierende Unternehmen im Vordergrund.

ELEKTRONISCHE BESCHAFFUNG

SYSTEMS Vertriebsgesellschaft mbH Hannover OPTIMAL SYSTEMS Hannover ist seit 1997 die treibende Kraft für ein optimales Enterprise Content Management System in Öffentlichen Verwaltungen. In dem ECM enaio® werden Dokumente digital erfasst, ausgewertet, verwaltungsweit für alle berechtigten Mitarbeiter*innen bereitgestellt und rechtssicher archiviert. Dank der ausgeprägten Schnittstellenvielfalt zu kommunalen Fachverfahren ist ein reibungsloser Datentransfer möglich.

Governikus KG

regisafe GmbH

Omnidocs GmbH Ansprechpartner: Manfred Brink Landersumer Weg 40 48431 Rheine Deutschland 0049-211 24 83 93 05 info@omnidocs.com

PDV GmbH

Die modulare ECM-Plattform VIS-Suite der PDV GmbH unterstützt Bund, Länder und große Organisationen von der Antragsbearbeitung bis zur Archivierung. NoCode Prozessautomation und KI gestützte Assistenten erweitern die Plattform als mögliche Add-ons um moderne Effizienzfunktionen. Die VIS-Suite ist bei über 250.000 Nutzenden im Einsatz und erfüllt höchste Anforderungen an Datenschutz, Interoperabilität und digitale Souveränität.

G DATA CyberDefense AG Ansprechpartner: Felix Adami Königsallee 178 a 44799 Bochum Tel.: +49 152 04932509 Felix.Adami@gdata.de www.gdata.de

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VENDOSOFT ist auf die rechtskonforme Microsoft-Lizenzierung spezialisiert. Die Experten unterstützen Behörden und Unternehmen dabei, ihre IT zukunftssicher auszurichten – von gebrauchten Volumenlizenzen über Cloud bis zu hybriden Modellen und kostengünstigen Alternativen. Das Ziel: technisch passende Lösungen, Lizenzkosten senken, Datenhoheit sicherstellen.

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VIDEOKOMMUNIKATION

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Voigtmann GmbH

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Der Marktführer für kommunale Software: Die AKDB bietet Entwicklung, Pflege und Vertrieb qualifizierter Lösungen für alle Bereiche der Kommunalverwaltung. Zur Angebotspalette gehören im BSI-zertifizierten Rechenzentrum gehostete Fachverfahren für das Finanz-, Personal-, Verkehrs-, Sozialund Grundstückswesen. Das Bürgerservice-Portal ist die bundesweit modernste und reichweitenstärkste E-Government-Plattform für Online-Verwaltungsdienste.

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eGovernment | 09/2026

Smart City / Smart Country IMD Smart City Index 2026

Zürich ist zum siebten Mal in Folge die smarteste Stadt der Welt. Der IMD Smart City Index 2026 bewertete 148 Städte weltweit – Hamburg schafft es als beste deutsche Stadt auf Rang 15. Die Befragungen zeigen vor allem: Smarte Städte scheitern selten an der Technik. Städte werden häufig an ihrer technologischen Ausgereiftheit gemessen – erst recht, wenn sie sich selbst als „smart“ bezeichnen. Dies zeigt auch der Smart City Index (SCI) 2026 des World Competitiveness Center (WCC) des International Institute for Management Development (IMD), das sich mit der Wettbewerbsfähigkeit von Ländern, Städten und Unternehmen beschäftigt. Seine Erkenntnisse legen jedoch nahe, dass die Leistungsfähigkeit einer Stadt auf einem tiefer liegenden Beziehungsgefüge beruht: dem wechselseitigen Zusammenspiel von Institutionen, Bewohnerinnen und Bewohnern sowie der Infrastruktur.

Begriff und Bedeutung Der Begriff „Smart City“ entwickelte sich bereits in den 1980er-Jahren und wurde vor allem in Visionsund Strategiepapieren, Förderaufrufen und Projekten verwendet. Projekte und Produkte fokussierten sich zunächst auf gewinnbringende Technologien, insbesondere in Groß- und Megastädten. Vor allem in Europa verlagerte sich der Fokus zunehmend von technologischer Innovation auf deren konkreten Beitrag zu mehr Lebensqualität und Nachhaltigkeit. Digitale Lösungen gelten dabei immer weniger als Selbstzweck, sondern vielmehr als Instrument, mit dem Städte ihre Herausforderungen gezielt bewältigen können. Ähnlich wie der Begriff „Digitale Souveränität“ ist auch „Smart City“ bislang nicht klar definiert. Im Allgemeinen herrscht aber Einigkeit über die wesentlichen Merkmale. Die Landeszentrale für politische Bildung in Baden-Württemberg schreibt beispielsweise: „Unter den Begriff Smart City fallen eine Reihe von Entwicklungsstrategien für eine Stadt. Vernetzte Technologien sollen in der Smart City dazu dienen, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern und knappe Ressourcen wie Strom, das Personal in der Stadtverwaltung oder die Kapazität des öffentlichen Nahverkehrs effizienter einzusetzen.“ Das Bundesamt für Sicherheit in der Infor-

mationstechnik (BSI) verbindet vor allem bestimmte Aktivitäten und Infrastrukturen zur Daseinsvorsorge mit einer smarten Stadt – etwa das Verkehrswegenetz, verbundene Beförderungsmöglichkeiten, Wasser- und Energieversorgung oder Müll- und Abwasserbeseitigung. „Bei der Vernetzung der analogen Welt spielt das Internet der Dinge (IoT) eine wesentliche Rolle. Der Umgang mit Sensoren und Kommunikationsmodulen sowie ihre Integration in Cloud-Anwendungen sind die Voraussetzung für neue Anwendungen und Geschäftsmodelle“, beschreibt das BSI in seinem Überblick für Unternehmen und Organisationen. Darin heißt es weiter, dass eine Smart City vor allem intelligente Informationsund Kommunikationstechnologien (IKT) verwende, „um Teilhabe und Lebensqualität zu erhöhen und eine ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltige Kommune oder Region zu schaffen.“ Auch für das Fraunhofer IESE geht es insbesondere um eine Stadt, die die Potenziale der Digitalisierung nutzt, um moderner und lebenswerter zu werden. „Dabei stehen Themen wie Ökologie, soziales Zusammenleben, die Partizipation von Bürgerinnen, Bürger und viele mehr im Mittelpunkt“, ergänzt das Institut auf seiner Website. Und damit rückt das IESE schon etwas näher an die Ergebnisse des im Frühjahr veröffentlichten Jahresberichts vom IMD World Competitiveness Center. Der IMD Smart City Index stellte fest, dass Transparenz und öffentliches Vertrauen der Schlüssel zum urbanen Erfolg sind. „Die fortschrittlichsten urbanen Zentren, in denen sich die Bürger am glücklichsten fühlen, unterscheiden sich nicht unbedingt durch ihre utopischen Skylines, sichtbaren Sensornetzwerke oder reine technologische Raffinesse“, sagte Arturo Bris, Direktor des WCC. „Stattdessen stechen sie dadurch hervor, wie effektiv sie GovernanceStrukturen, Nachhaltigkeitsprioritäten, öffentliche Investitionsentscheidungen und vielleicht am wichtigsten den Aufbau des Bürgervertrauens ausrichten.“

Bild: © JFL Photography – stock.adobe.com

Smart ist, was den Alltag besser macht

Zürichs Smart-City-Strategie setzt auf konkreten Nutzen im Alltag: Digitale Verwaltungsangebote erleichtern Behördengänge, Beteiligungsplattformen stärken Mitbestimmung und offene Daten schaffen Transparenz.

SCI: Methodik Der Bitkom Smart City Index stellt den Digitalisierungsgrad deutscher Großstädte in den Mittelpunkt und bewertet diesen anhand fester Kriterien wie Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung. Der SCI eröffnet dagegen eine ganz neue Perspektive: Er betrachtet, wie die Menschen ihre Stadt tatsächlich erleben. Statt Infrastruktur isoliert zu betrachten, bewertet der IMD-Index somit die Wirksamkeit städtischer Dienstleistungen und Systeme aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger – und fragt, inwieweit die eingesetzte Technologie ihnen dabei hilft, die Herausforderungen des Alltags zu bewältigen. Der SCI basiert auf Befragungen von rund 400 Einwohnern pro Stadt. Dabei wurden insgesamt 148 Städte erfasst. Die Umfragedaten des Index gliedern sich in die drei Bereiche „Strukturen und Technologien“, „Prioritäten“ und „Einstellungen“. Strukturen und Technologien bilden zudem eigenständige Säulen des Index ab und betrachten die Ergebnisse in fünf zentralen Themenfeldern: Gesundheit und Sicherheit, Mobilität, Aktivitäten, Chancen und Governance. Unter Prioritäten bewerten die Befragten 15 Indikatoren und wählen daraus die fünf Aspekte aus, die sie für ihre Stadt als besonders wichtig erachten. Dazu zählen u. a. bezahlbarer Wohnraum, Gesundheitsversorgung, Arbeitslosigkeit, öffentlicher Nahverkehr, Bildung, Grünflächen, Luftverschmutzung, Korruption und Transparenz sowie Bürgerinitiativen. Der Bereich Einstellungen erfasst die Haltung der Bevölkerung zu drei Fragen des Datenschutzes und des digitalen Vertrauens: die

Bereitschaft, persönliche Daten preiszugeben, die Akzeptanz von Gesichtserkennung und die Frage, ob Online-Informationen das Vertrauen in Behörden stärken. Ergänzend fließt der Anteil bargeldloser Alltagstransaktionen ein.

Zürich vs. Hamburg Auf Platz eins befindet sich Zürich – und verteidigt damit bereits zum siebten Mal in Folge ihre Vorreiterrolle als smarteste Stadt der Welt. Wie im Jahr zuvor stehen zudem Oslo (zweiter Platz) und Genf (dritter Platz) auf dem Siegertreppchen. Als bestplatzierte deutsche Stadt folgt Hamburg auf Rang 15. Auch München schafft es mit Platz 19 unter die Top Twenty. Berlin positioniert sich dagegen auf Rang 29. Zürich erzielt Spitzenwerte bei Transparenz, politischer Stabilität und den Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung. Die Bürgerinnen und Bürger erleben die Verwaltung als zugänglich, effizient und nachvollziehbar. Digitale Angebote orientieren sich an konkreten und alltagsrelevanten Bedürfnissen. Die Bevölkerung setzte dabei folgende Prioritäten: 82,4 Prozent sehen bezahlbares Wohnen als wichtigen Bereich. Danach folgen Staus und Verkehrsbelastung (60 Prozent), Arbeitslosigkeit (40,2 Prozent), Sicherheit (35,2 Prozent) sowie Luftverschmutzung (27,2 Prozent). Hamburgs Höchstwerte liegen bei den Stadtaktivitäten, darunter Kulturangebote, Online-Ticketkauf und Grünflächen. Gesundheit und Governance bewegen sich eher im Mittelfeld. Am schlechtesten schnitt die Kommune bei der Bezahlbarkeit von Wohnraum und der Verkehrsbelastung ab – entsprechend spiegeln sich diese Themen in den Prioritäten wider.

Die Ergebnisse des SCI „Diese Wahrnehmungen sind ein wichtiges Signal für die Politik. Sie zeigen, ob sich Investitionen in Infrastruktur und digitale Systeme in spürbare Verbesserungen des Alltags übersetzen – oder ob eine Lücke zwischen politischem Anspruch und gelebter Erfahrung der Bevölkerung fortbesteht“, so die Autoren des IMD Smart City Index. „Städte, die im Index gut abschneiden, sind in der Regel solche, in denen Governance, Infrastruktur und Bürgererwartungen weitgehend im Einklang stehen.“ Nahezu jede Stadt unter den letzten zwanzig des Rankings weist einen höheren Durchschnittswert bei Technologie statt Strukturen auf. An der Spitze verhält es sich umgekehrt: Zürich, Oslo, Genf und Kopenhagen (Rang fünf) führen durchweg bei Institutionen, Infrastruktur und strukturellen Indikatoren, während sie bei technologischen Indikatoren schwächer abschneiden. Vor diesem Hintergrund bietet der SCI ein wertvolles Instrument, um zu verstehen, warum Spitzenreiter wie Zürich, Kopenhagen, aber auch Singapur (Platz neun) und Abu Dhabi (Platz zehn) erfolgreich sind; nicht allein aufgrund technologischer Innovation, sondern weil sie den Einklang zwischen politischen Prioritäten, technologischer Entwicklung und öffentlichen Erwartungen wahren. „Smartness“ entsteht demnach dort, wo sich Verwaltungsstrukturen, Infrastrukturinvestitionen und gesellschaftliche Werte gemeinsam weiterentwickeln. se Der IMD Smart City Index 2026 Den Jahresbericht des WCC finden Sie unter:

[ voge.ly/SmartCityIndex2026 ]

Die nächste Ausgabe der eGovernment erscheint am Montag, dem 28. September 2026. Das SPEZIAL dieser Ausgabe widmet sich dem Thema Public IT-Security & Cyber Crime Protection. Anzeigenschluss ist der 14. September 2026. Anzeigenhotline: 0821/2177-212


eGovernment | 09/2026

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Smart City / Smart Country Governikus auf der Smart Country Convention 2026

Wallet-Gateway, Validierung und Transportinfrastrukturen im Fokus Vom 13. – 15. Oktober 2026 findet erneut das führende Event rund um die Themen Smart City, Smart Region und E-Government in Berlin statt. Auf der Smart Country Convention kommen Teilnehmende aus der Digitalwirtschaft, Wissenschaft, öffentlichen Verwaltung sowie Verbände, Vereinigungen und Unternehmen zusammen, um sich gezielt zu den relevanten Themen der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung und Wirtschaft auszutauschen. Für Governikus ist die Messe ein alljährlicher Pflichttermin, denn sie bietet den perfekten Treffpunkt für Diskussionen und Austausch. Der diesjährige Slogan lautet „Wo Politik, Verwaltung und digitale Lösungen zusammenkommen“ und könnte treffender nicht sein. Digitale Lösungen sind das Steckenpferd von Governikus und wir werden aufzeigen, wie digitale Souveränität die Zukunft der Verwaltung erfolgreich gestaltet.

toring, Rollout-Prozesse und Fallbacks. Dabei gilt: Digitale Verwaltung muss unabhängig von der jeweils eingesetzten Infrastruktur funktionieren. Genau diese Offenheit und Anschlussfähigkeit schafft die Voraussetzung für einen digitalen Staat, der nicht nur heute funktioniert, sondern auch langfristig handlungsfähig bleibt.

Zentrales Thema: Wallet-Gateway

Besuchen Sie Governikus am Stand 307 im hub27, wo wir gemeinsam mit unserer Tochtergesellschaft Governikus ITU sowie unseren Partnerunternehmen Ceyoniq und G+D Netcetera vertreten sind. Darüber hinaus finden Sie uns als Mitaussteller beim Wallet-Forum in Halle 25, Stand 205. Wir freuen uns auf den persönlichen Austausch mit Expert:innen, Entscheider:innen und Projektverantwortlichen aus Verwaltung und öffentlichem Sektor. Erfahren Sie vor Ort, wie sichere Kommunikation, rechtskonforme Datenverarbeitung und vertrauenswürdige IT-Lösungen dazu beitragen, die digitale Verwaltung nachhaltig und zukunftssicher zu gestalten. Kommen Sie vorbei und sprechen Sie mit uns über Ihre Herausforderungen und passende Lösungen.

Parkausweis in der EUDI-Wallet: Rosenheim, SIGN8 und Governikus zeigen, wie's geht Die Stadt Rosenheim geht einen wichtigen Schritt in Richtung digitaler Verwaltungsleistungen: Parkausweise sollen künftig digital beantragt, ausgestellt und direkt in der EUDI-Wallet bereitgestellt werden. Als Vorreiter sammelt die Kommune damit praktische Erfahrun-

gen, ohne auf die flächendeckende Einführung entsprechender Fachverfahren warten zu müssen. Der Vortrag zeigt die Umsetzung aus kommunaler Perspektive – von der fachlichen Ausgestaltung bis zur technischen Anbindung. Governikus stellt als Integrationspartner den Wallet-Adapter und die Anbindung an Wallet-Infrastrukturen vor. SIGN8 bringt als qualifizierter Vertrauensdienstanbieter seine Expertise für die vertrauenswürdige Ausstellung und Absicherung digitaler Nachweise ein, insbesondere bei qualifizierten elektronischen Attributsnachweisen (QEAA). Die Praxis zeigt: Mit den richtigen Partnern lassen sich digitale Nachweise schon bald sicher, interoperabel und nutzerfreundlich in die EUDI-Wallet bringen.

Signieren, Siegeln und Validieren von Nachweisdaten. Besucher:innen erleben, wie Daten mit Siegeln und Signaturen rechtssicher aufbereitet werden. Weitere Standvorträge zum sicheren Siegeln und Signieren sind in Planung. Doch sichere Digitalisierung endet nicht bei einzelnen Anwendungen. Governikus denkt die Infrastruktur dahinter weiter: Mit OSCI, Postquantenkryptografie, der Anbindung an das NOOTS und EU eDelivery entstehen sichere Kommunikationswege, die souverän, europäisch vernetzt und auf die Bedrohungen von morgen vorbe-

Weitere Schwerpunkte: Validierung und PQC Auch bei digitalen Dokumenten kommt es auf mehr an als auf den bloßen Austausch. Elektronische Signaturen und Siegel schaffen die rechtssichere Grundlage für digitale Verwaltungsentscheidungen. Validierungsdienste stellen zugleich sicher, dass die damit verbundenen Vertrauensnachweise langfristig erhalten, nachweisbar und jederzeit prüfbar bleiben. Am Stand von Governikus können sich Besucher:innen über eine LiveDemo des Produkts DATA Sign freuen: Eine Lösung für das sichere

Bild: Storyset

Governikus Wallet-Adapter: eIDs und EUDI-Wallets verbinden Wie lassen sich digitale Identitäten, Nachweise und Verwaltungsprozesse einfach und sicher zusammenbringen? Der Governikus Wallet-Adapter schafft dafür einen zentralen, anbieterunabhängigen Zugang zu modernen Identitätsund Wallet-Lösungen. Ob EUDIWallets, europäische eIDs, BundID, ELSTER oder Unternehmenskonten: Mit einer einzigen Anbindung können unterschiedliche digitale Identitäten in Online-Dienste integriert werden. Das reduziert Komplexität und Integrationsaufwand – und schafft zugleich eine flexible Basis für künftige Anforderungen an digitale Identitäten und Verwaltungsleistungen.

Bild: MATJAZ SLANIC

Wie wird digitale Souveränität in der Verwaltung konkret? Die Antwort liegt auf der Hand: Mit Lösungen, die Identitäten, Nachweise, Dokumente und Kommunikation sicher miteinander verbinden. Eine Aufgabe, die über Verwaltungsgrenzen und föderale Ebenen hinaus gedacht werden muss. Im Mittelpunkt steht die WalletGateway-Lösung von Governikus. Sie macht digitale Identitäten und Nachweise zu einem verlässlichen Zugangspunkt für Verwaltungsleistungen. Dies geschieht interoperabel, nutzerfreundlich und anschlussfähig auf unterschiedlichen föderalen Infrastrukturen. So wird aus digitaler Identität ein Schlüssel für moderne Verwaltungsprozesse. Hierzu werden auch zwei Vorträge im Wallet-Forum gehalten:

Treffen Sie Governikus auf der SCCON 2026

reitet sind. Gerade das Thema Postquantenkryptografie steht im Fokus: Regulierungsbehörden warnen aktuell vor der „Harvest Now – Decrypt Later”-Strategie. Aufgrund dessen schützen wir uns und unsere Daten nicht nur gegen Angreifer:innen von heute, sondern auch gegen Angreifer:innen, die heute sammeln und morgen rechnen. Wir erhöhen schon jetzt die Kryptoagilität dort, wo Kommunikation heute schon groß im Einsatz ist und lernen dabei, welche Stellschrauben im Betrieb wirklich zählen: Zertifikate, Schlüsselmanagement, Interoperabilität, Moni-

Governikus auf der SCCON 2026 Weitere Informationen finden Sie unter:


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eGovernment | 09/2026

Smart City / Smart Country Echtzeitdaten intelligent nutzen

Resilienz: Starke Städte durch smarte Lösungen von Zenner Ob Klimaschutz, Energieversorgung, Extremwetter-Ereignisse oder Cyberangriffe – Städte und Gemeinden stehen heute einer Vielzahl komplexer Herausforderungen gegenüber. Mit dem Thema Resilienz rückt die Digitalisierung noch stärker in den Fokus der Smart City. Im Zentrum smarter Resilienz steht die intelligente Nutzung von Daten, die über Sensoren, Plattformen und IoTNetzwerke wie LoRaWAN (Long

Bild: Gettyimages

Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, auf schwierige oder unvorhergesehene Situationen nicht nur zu reagieren, sondern sich aktiv darauf vorzubereiten. Einfach ausgedrückt: Resilienz bedeutet Widerstandsfähigkeit auf vielen Ebenen.

In der Smart City sind Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Resilienz untrennbar miteinander verbunden.

Range Wide Area Network) zugänglich und nutzbar gemacht werden. LoRaWAN ermöglicht eine flächendeckende, kostengünstige Vernetzung von Messgeräten und Sensoren, um kritische Infrastrukturen wie Wärmenetze oder Trinkwassersysteme zu überwachen. Auch Pegelstände von Gewässern, die Luftqualität oder der Energieverbrauch können gemessen werden. So genannte Feedback-Loops (Rückkopplungsschleifen) helfen dabei, frühzeitig auf Störungen zu reagieren und im Bedarfsfall Anpassungen automatisch einzuleiten. Mittels LoRaWAN werden die Daten in Echtzeit an eine zentrale Plattform wie B.One element suite von Zenner gesendet und auf einem Dashboard dargestellt. Dort stehen sie für verschiedene Anwendungsfälle zur Verfügung. Zum Beispiel zur Erkennung von Leckagen im Wassernetz, zur Früherkennung von Hochwasser oder zur Optimierung der Energieeffizienz von Gebäuden.

Beispiel: Wasserwirtschaft Dürresommer, trockene Böden, leere Speicher: Der Klimawandel trifft die Wasserwirtschaft mit voller Wucht. Hinzu kommen Extremwetter- und Hochwasserereignisse. Die Digitalisierung kann hier durch smarte und effiziente Wasserinfrastrukturen zur Resilienz beitragen. Dazu gehört digitale Messtechnik ebenso wie robuste Leitungsnetze, ein wirksamer Gewässerschutz und der Hochwasserschutz. Ein anschauliches Beispiel für den Einsatz digitaler und nachhaltiger Überwachungssysteme ist die Leckageerkennung in Wassernetzen. Mit Hilfe von smarten Sensoren werden Verluste im Versorgungsnetz erkannt. Die Sensoren senden ihre Daten drahtlos an eine zentrale Plattform – regelmäßig in definierten Abständen oder in Echtzeit, je nach Bedarf. So lassen sich Leckagen nicht nur schnell identifizieren, sondern auch punktgenau lokalisieren.

Digitale Technologien ermöglichen es Städten auch, klimarelevante Daten zu sammeln, auszuwerten und auf dieser Grundlage fundierte Entscheidungen zu treffen: Digitale Zwillinge urbaner Räume helfen, klimatische Veränderungen zu simulieren. LoRaWAN-gestützte Frühwarnsysteme erkennen HochwasserEreignisse frühzeitig. Smart-Metering-Systeme oder smarte Themostate ermöglichen die Echtzeitkontrolle und Optimierung des Energieverbrauchs in öffentlichen Gebäuden. Die Leckageerkennung senkt den Wasserverlust im Netz und schützt wertvolle Ressourcen. Die Städte der Zukunft werden nur dann widerstandsfähig sein, wenn sie Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen denken. Technologien wie LoRaWAN ermöglichen nicht nur die Erfassung von Echtzeitdaten und den Aufbau intelligenter Infrastrukturen, sondern tragen auch zum schonenden Umgang mit Ressourcen und zur Krisenvermeidung bei. Entscheidend ist, dass Städte nicht nur isolierte Lösungen umsetzen, sondern eine digitale Gesamtstrategie verfolgen, die langfristig auf Resilienz und Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Treffen Sie ZENNER bei der Smart Country Convention vom 13. bis 15.10. 2026 in Berlin! Weitere Informationen Mehr erfahren unter:

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Vorgänge, Dokumente und KI-Assistenz in einer zentralen Arbeitsumgebung bündeln

Der digitale Arbeitsplatz wird erwachsen

Wer heute in einer Verwaltung arbeitet, kennt den Spagat: E-Akten sind vielerorts eingeführt, Fachverfahren etabliert, Posteingänge digitalisiert. Dennoch beginnt ein großer Teil der Arbeit weiterhin mit Suchen, Wechseln, Prüfen und Zusammenführen. Informationen liegen verteilt, Dokumente müssen einzeln geöffnet, Zuständigkeiten geklärt und Bearbeitungsstände nachvollzogen werden. Was technisch digital ist, wirkt im Alltag deshalb oft noch nicht wie ein durchgängiger Arbeitsplatz. Hier setzt Materna GovDeskPilot an. Die Lösung ist ein zentraler Einstiegspunkt in die tägliche Verwaltungsarbeit: eine einheitliche, barrierefreie Oberfläche, die Vorgänge, Posteingänge, Dokumente, Vorlagen, Fristen und relevante

Informationen bündelt. Für Detailaufgaben bleibt der Absprung in das jeweilige Fachverfahren erhalten.

Zentraler Einstiegspunkt Entscheidend ist der neue Arbeitsfluss: Mitarbeitende suchen nicht mehr in vielen Anwendungen nach dem Zusammenhang, sondern arbeiten aus einer vorgangsorientierten Sicht heraus. Eine übergreifende, natürlichsprachliche Suche macht Informationen aus Quellen wie E-Akte, Dokumenten-Management-Systemen, Posteingängen oder Fachverfahren auffindbar. Gesteuert wird dies über Rollen und Berechtigungen. Eingehende E-Mails und Dokumente können analysiert, klassifiziert und bestehenden oder neuen Vorgän-

gen zugeordnet werden. Aus verstreuten Informationen entsteht so ein strukturierter Bearbeitungskontext. Besonders wirksam wird der GovDeskPilot durch die integrierte KIAssistenz. Sie unterstützt beim Erfassen komplexer Inhalte, beim Zusammenfassen von Dokumenten, bei der Recherche in umfangreichen Vorgängen und bei Textentwürfen. Die Interaktion kann natürlichsprachlich erfolgen – auf Wunsch auch per Sprachsteuerung. Die KI bereitet auf, schlägt vor und skizziert nächste Schritte. Die fachliche Verantwortung bleibt beim Menschen: Mitarbeitende prüfen, entscheiden und geben frei. Damit verbindet die Lösung digitale Souveränität mit praktischer Entlastung.

Bild: Materna

Fachkräftemangel, steigende Serviceerwartungen und gewachsene IT-Landschaften setzen Verwaltungen unter Druck. Mit dem GovDeskPilot bündelt Materna Vorgänge, Dokumente, Fachverfahren und agentische KI-Assistenz in einer barrierefreien Oberfläche. Mitarbeitende können schneller recherchieren, besser priorisieren und Entscheidungen nachvollziehbar vorbereiten.

Michael Orthey, Abteilungsleiter beim IT-Dienstleister Materna. Effizienz entsteht durch bessere Orientierung über Systemgrenzen hinweg. Führungskräfte gewinnen Transparenz über Bearbeitungsstände und Prioritäten, Organisationen profitieren von konsistenteren Prozessen und besserer Dokumentation. Für alle Beteiligten kann das spürbar werden, wenn Rückmeldungen schneller erfolgen und Verfahren nachvollziehbarer werden. Der GovDeskPilot schafft einen einheitlichen Zugang zu entscheidungsrelevanten Informationen,

unterstützt Routineaufgaben und macht gewachsene Anwendungslandschaften besser beherrschbar. Gerade in Zeiten knapper Ressourcen wird aus Digitalisierung ein konkreter Handlungsvorteil: weniger Medienbrüche, mehr Überblick und mehr Zeit für die fachliche Bewertung komplexer Sachverhalte. Der Autor Michael Orthey ist Abteilungsleiter beim ITDienstleister Materna.


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Smart City / Smart Country Fabasoft eGov-Suite

Vom Online-Formular zum intelligenten Verwaltungsservice Vom ersten Antrag bis zum Bescheid erwarten Bürger:innen und Unternehmen einen digitalen Verwaltungsservice ohne Medienbrüche. Dr. Tobias Abthoff, Fabasoft Deutschland Geschäftsführer, erklärt, wie die Online-Services der Fabasoft eGov-Suite diesen Anspruch erfüllen und wie künstliche Intelligenz sowie Low-Code-/No-Code-Technologien Prozesse vereinfachen und Beschäftigte im Arbeitsalltag entlasten. Bürger:innen erwarten heute digitale Verwaltungsleistungen, die einfach funktionieren und jederzeit verfügbar sind. Welche Anforderungen muss eine moderne Verwaltung aus Ihrer Sicht erfüllen?

Viele Behörden bieten bereits Online-Formulare an. Was unterscheidet einen echten OnlineService davon? Ein Online-Formular digitalisiert zunächst nur den Eingang eines Antrags. Danach beginnt häufig wieder Handarbeit: Daten werden übertragen, Anhänge heruntergeladen oder Unterlagen manuell abgelegt. Ein echter Online-Service führt den gesamten Prozess digital weiter. Er bestätigt den Eingang, erkennt fehlende Angaben, bindet Nachweise ein und übergibt alle Informationen strukturiert an die zuständige Stelle. Bereits bekannte Daten lassen sich erneut nutzen, statt sie mehrfach abzufragen. Antragstellende erhalten während der Bearbeitung transparente Statusinformationen und am Ende den Bescheid. Der Behördengang beginnt und endet damit digital – ohne Medienbrüche.

Die Online-Services der Fabasoft eGov-Suite verfolgen diesen Ansatz. Wie schaffen sie einen kontinuierlichen Dialog zwischen Verwaltung und Bevölkerung? Antragstellende erfassen ihre Angaben online und laden die erforderlichen Dokumente direkt hoch. Nach dem Absenden erhalten sie unmittelbar eine Eingangsbestätigung. Während der Bearbeitung kann die Behörde fehlende Nachweise anfordern oder Rückfragen stellen. Ergänzende Informationen

Bild: Fabasoft

Eine moderne Verwaltung richtet ihre Services konsequent an den Bedürfnissen der Menschen aus. Angebote müssen rund um die Uhr erreichbar, verständlich, barrierefrei und sicher sein. Gleichzeitig erwarten Bürger:innen und Unternehmen eine transparente Kommunikation. Sie möchten wissen, ob ihr Antrag eingegangen ist, ob Unterlagen fehlen und wann sie mit einer Entscheidung rechnen können. Niemand sollte wissen müssen, welche Stelle zuständig ist oder selbst sein Anliegen über verschiedene Kanäle verfolgen müssen. Moderne Verwaltungsservices verbinden deshalb eine einfache Bedienung mit Datenschutz und durchgängigen digitalen Prozessen. So entsteht ein nachvollziehbarer Dialog, der vom ersten Antrag bis zum Bescheid digital begleitet.

Unterlagen. Sie ordnet eingehende Dateien automatisch dem richtigen Vorgang zu und prüft, ob diese zum Antrag gehören. So erkennt sie beispielsweise, ob tatsächlich ein Führerschein hochgeladen wurde oder versehentlich ein Katzenbild. Darüber hinaus klassifiziert sie Vorgänge, fasst Inhalte zusammen und bereitet sie für die weitere Bearbeitung auf. Das entlastet die Beschäftigten spürbar und verkürzt die Durchlaufzeit. Fabasoft verfolgt konsequent den Ansatz „Human in the Loop“. Die KI übernimmt wiederkehrende Vorarbeiten und stellt die relevanten Informationen für die Bearbeitung bereit. Die fachliche Prüfung und jede Entscheidung bleiben in der Hand der Beschäftigten.

Dr. Tobias Abthoff, Geschäftsführer Fabasoft Deutschland werden über denselben geschützten Zugang direkt dem Vorgang hinzugefügt. So ist der aktuelle Bearbeitungsstand jederzeit sichtbar und das Ergebnis ebenfalls digital verfügbar. Dadurch entsteht ein durchgängiger digitaler Dialog mit einer nachvollziehbaren Historie. Alle Beteiligten arbeiten im selben Verfahren, statt verschiedene Kommunikationskanäle parallel zu nutzen.

Transparenz spielt für Bürger:innen sowie Unternehmen eine zentrale Rolle. Welche Bedeutung haben Funktionen wie Statusabfragen, digitale Rückfragen oder der sichere Austausch von Dokumenten? Transparenz schafft Vertrauen und entlastet alle Beteiligten. Wer den aktuellen Bearbeitungsstand kennt, muss nicht telefonisch nachfragen oder Unterlagen mehrfach einreichen. Digitale Rückfragen klären offene Punkte direkt im laufenden Verfahren. Der geschützte Austausch von Dokumenten sorgt dafür, dass sensible Informationen sicher übertragen und dem richtigen Vorgang zugeordnet werden. Gleichzeitig helfen verständliche Statusmeldungen dabei, den nächsten Schritt nachzuvollziehen. Antragstellende erkennen sofort, was bereits erledigt wurde, welche Angaben noch fehlen und wie das Verfahren weitergeht. Das macht Verwaltungsprozesse einfacher und nachvollziehbarer.

Welche Auswirkungen haben solche durchgängigen Prozesse auf die tägliche Arbeit der Beschäftigten und welchen Mehrwert haben Bürger:innen sowie Unternehmen davon? Durchgängige digitale Abläufe schaffen Freiräume für fachlich anspruchsvolle Aufgaben oder persönliche Beratungsleistungen. Beschäftigte erfassen Informationen nicht mehrfach, müssen Unterlagen nicht sortieren und beantworten deutlich weniger Rückfragen. Vollständige Vorgänge gelangen schneller zur zuständigen Stelle, während standardisierte Abläufe Fehler vermeiden und Vertretungen erleichtern. Davon profitieren auch die Antragstellenden. Sie erhalten zügig Rückmeldungen, reichen fehlende Dokumente gezielt nach und müssen Angaben nicht erneut übermitteln. Das verkürzt die Durchlaufzeiten und verbessert den Service für alle Beteiligten.

Viele Menschen verbinden künstliche Intelligenz vor allem mit Chatbots. Tatsächlich arbeitet sie häufig im Hintergrund. Welche Aufgaben übernimmt KI innerhalb der Online-Services der Fabasoft eGov-Suite? Künstliche Intelligenz entfaltet ihren Nutzen dort, wo viele Unterlagen und wiederkehrende Arbeitsschritte zusammenkommen. Mindbreeze AI liest Daten aus eingereichten Nachweisen aus, übernimmt relevante Angaben in den Antrag und erkennt fehlende

Gesetze, Verwaltungsverfahren und Anforderungen ändern sich laufend. Wie helfen die OnlineServices der Fabasoft eGovSuite dabei, neue digitale Angebote schneller bereitzustellen oder bestehende Prozesse anzupassen? Mit den Low-Code-/No-Code-Technologien innerhalb der OnlineServices gestalten Fachbereiche Formulare und Abläufe selbst. Sie ergänzen Felder oder passen Prozessschritte an, ohne für jede Änderung ein neues Projekt anzustoßen. Dadurch verkürzt sich der Weg von der fachlichen Idee bis zum fertigen digitalen Service deutlich. Gleichzeitig bleibt die IT für den technischen Rahmen verantwortlich. Sie sorgt für Sicherheit, Integrationen und einen stabilen Betrieb. Diese klare Aufgabenteilung verbindet fachliche Flexibilität mit einer verlässlichen technischen Grundlage und ermöglicht es Verwaltungen, neue Anforderungen schneller umzusetzen.

Wie entstehen aus künstlicher Intelligenz und Low-Code-/NoCode-Technologien digitale Services, die Beschäftigte, Bürger:innen und Unternehmen im Alltag spürbar entlasten? Low-Code-/No-Code bildet den Ablauf eines Verwaltungsverfahrens ab. Fachbereiche legen fest, welche Angaben benötigt werden, welche Prüfungen erfolgen und welche Bearbeitungsschritte aufeinander folgen. Künstliche Intelligenz ergänzt diesen Ablauf, indem sie unstrukturierte Informationen aus Dokumenten verarbeitet. Bei einem Förderantrag liest sie beispielsweise Angaben aus Nachweisen aus, erkennt fehlende Unterlagen und bereitet den Vorgang für die zustän-

dige Stelle vor. Der Fachbereich gestaltet den Prozess, die KI übernimmt wiederkehrende Vorarbeiten. Dadurch entstehen intelligente Online-Services, die Beschäftigte entlasten und Bürger:innen sowie Unternehmen schneller durch das Verfahren führen.

Welche Möglichkeiten eröffnen Low-Code-/No-Code-Technologien den Fachbereichen? Fachbereiche kennen ihre Verfahren, Ausnahmen und typischen Rückfragen am besten. Dieses Wissen können sie direkt in digitale Formulare und Workflows einbringen. Sie erstellen Eingabemasken, formulieren Hinweise, modellieren Prozessschritte oder passen bestehende Services an. Dadurch lassen sich neue Anforderungen deutlich schneller umsetzen. Die IT schafft den verlässlichen technischen Rahmen. Sie bindet Identitäten und Fachverfahren an, setzt Sicherheitsvorgaben um, verantwortet Integrationen und sorgt für einen stabilen Betrieb. Es geht nicht darum, die IT zu ersetzen, sondern fachliches Wissen schneller in funktionierende digitale Services zu überführen.

Viele Verwaltungen beschäftigen sich derzeit mit der Digitalisierung einzelner Leistungen. Wo sehen Sie das größte Potenzial, daraus durchgängige digitale Verwaltungsprozesse zu entwickeln? Das größte Potenzial liegt in einem durchgängigen digitalen Verwaltungsprozess. Wer nur den Antrag digitalisiert, verlagert den Medienbruch häufig in die interne Bearbeitung. Deshalb sollten Verwaltungen den gesamten Ablauf betrachten: vom Antrag bis zum Bescheid. Besonders geeignet sind Verfahren mit vielen Dokumenten und wiederkehrenden Arbeitsschritten. Bewährte Prozesse lassen sich anschließend auf weitere Leistungen übertragen. So entstehen digitale Verwaltungsservices, die Beschäftigte entlasten und Bürger:innen sowie Unternehmen schneller durch das Verfahren führen.

Aus Ihrer Erfahrung in Digitalisierungsprojekten: Was sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren, damit Online-Services von allen Akteuren angenommen werden? Erfolgreiche Projekte beginnen mit einem konkreten Bedarf und nicht mit möglichst vielen Funktionen. Fachbereiche, IT und spätere Nutzer:innen sollten den Prozess gemeinsam entwickeln und früh mit realistischen Anwendungsfällen testen. Verständliche Sprache, barrierefreie Services und eine einfache Bedienung sind dabei genauso wichtig wie klare Verantwortlichkeiten und messbare Ziele. Regelmäßiges Feedback hilft dabei, Angebote kontinuierlich weiterzuentwickeln und an den tatsächlichen Bedarf anzupassen. Ein guter Online-Service überzeugt nicht durch technische Komplexität, sondern dadurch, dass er im Alltag zuverlässig funktioniert und alle Beteiligten entlastet.


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Smart City / Smart Country Souverän. Modern. Handlungsfähig.

Wie KI, Daten und digitale Souveränität den Staat stärken Die Ambitionen sind hoch: 64 Prozent der Organisationen des öffentlichen Sektors befassen sich bereits mit generativer KI, und 90 Prozent wollen agentenbasierte KI in den kommenden zwei bis drei Jahren prüfen, pilotieren oder einsetzen. Jedoch verfügen nur 21 Prozent über die erforderlichen Daten, um KI-Modelle zu trainieren und weiterzuentwickeln. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Data Foundations for Government – From AI Ambition to Execution“ des Capgemini Research Institute. Die größte Herausforderung ist damit nicht der Zugang zu KI, sondern die dafür erforderliche Datenbasis. Staatsmodernisierung bedeutet deshalb mehr als die Digitalisierung einzelner Verfahren. Es geht darum, Daten in guter Qualität verfügbar zu machen, Prozesse intelligent zu vernetzen und Beschäftigte gezielt zu entlasten. KI kann dazu beitragen, Entscheidungen zu beschleunigen, Services zu verbes-

Bild: Capgemini

Verwaltung soll schneller, effizienter und bürgernäher werden. Künstliche Intelligenz kann dabei ein wichtiger Hebel sein. Damit sie ihr Potenzial entfalten kann, braucht es jedoch mehr als leistungsfähige Modelle: Erst das Zusammenspiel von Daten, modernen Prozessen und digitaler Souveränität macht die öffentliche Verwaltung dauerhaft handlungsfähig.

sern und Abläufe effizienter zu gestalten – auch über Ressort-, Behörden- und Verfahrensgrenzen hinweg.

Dabei gewinnt Souveränität an Bedeutung. Souverän ist eine Verwaltung nicht, wenn sie jede Technologie selbst entwickelt. Souverän

ist sie, wenn sie die Kontrolle über Daten, Modelle und Betriebsprozesse behält. Offene Standards, modulare Architekturen und ein

Wenn der Hersteller den Takt vorgibt

Wenn fremde Produktentscheidungen zum Risiko werden

Vom Update-Zwang zur digitalen Souveränität

TEK-SERVICE entwickelt und betreibt seit dem Jahr 2000 digitale Einkaufslösungen für öffentliche Verwaltungen und Unternehmen. Weil Kunden die Portale langfristig nutzen und individuelle Anforderungen haben, wurde die technologische Abhängigkeit von einem großen US-Anbieter zunehmend zum Problem. Nach Updates waren bewährte Funktionen mitunter nicht mehr oder nur eingeschränkt verfügbar. Entwicklungsressourcen flossen in notwendige Anpassungen statt in neue Funktionen. „2016 haben wir erkannt: Wenn wir innovativ und kundenorientiert bleiben wollen, müssen wir die Kontrolle über unsere Technologie selbst in der Hand halten“, sagt Monika Schmidt, Vorsitzende des Aufsichtsrates der TEK-SERVICE AG.

Willkürliche Produktwechsel, Kompatibilitätsprobleme, Folgekosten, automatische Updates: Was Hyperscaler entscheiden, kann bei ihren Kunden erhebliche Aufwände auslösen.

Bild: TEK-SERVICE

Umbau im laufenden Betrieb

www.tek-service.de Die TEK-SERVICE AG kennt das aus eigener Erfahrung. Kundenspezifische Erweiterungen mussten immer wieder angepasst oder neu aufgebaut werden, weil sich die technologische Basis veränderte. Irgendwann stellte das Management eine Grundsatzfrage: Wie

unabhängig können wir agieren, wenn unser externer Technologiepartner den Takt unserer Entwicklungen mitbestimmt? Was folgte war ein mehrjähriger Umbau des webbasierten Angebots – und der Weg in die digitale Souveränität.

Die Konsequenz war weitreichend: Das Unternehmen investierte in eigene Systeme und entwickelte über Jahre parallel zum Tagesgeschäft

„Digitale Souveränität verstehen wir als unternehmerische Notwendigkeit. Für öffentliche Auftraggeber ist sie ein wichtiges Kriterium bei der Wahl der Dienstleister.“ Monika Schmidt, Vorsitzende des Aufsichtsrates der TEK-SERVICE AG

starkes europäisches TechnologieÖkosystem schaffen dafür die Grundlage. Ein Beispiel ist die SPARK API. Die gemeinsam vom Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, Capgemini und weiteren europäischen Technologiepartnern entwickelte Open-Source-Plattform unterstützt Planungs- und Genehmigungsverfahren mit modularen, agentenbasierten KI-Komponenten. Sie kann große Dokumentenmengen strukturieren, Prüfungen unterstützen und Ergebnisse transparent sowie nachvollziehbar aufbereiten. Die Verantwortung für Entscheidungen bleibt beim Menschen. Die Module sind skalierbar und in unterschiedlichen Anwendungskontexten nachnutzbar. SPARK API macht deutlich, worauf es bei der Staatsmodernisierung künftig ankommt: nicht auf einzelne Technologien, sondern auf ihr Zusammenspiel. Erst wenn KI, Daten und digitale Souveränität zusammengedacht werden, entsteht eine Verwaltung, die dauerhaft handlungsfähig bleibt. Über diese Herausforderungen und Lösungsansätze möchten wir den Dialog gerne mit Ihnen auf der Smart Country Convention 2026 vertiefen. Sie finden uns in Halle hub27 an Stand 503. „Staatsmodernisierung wird dann wirksam, wenn leistungsfähige digitale Strukturen, vertrauenswürdige KI und souveräne Plattformen zusammenkommen. So entsteht eine Verwaltung, die schneller handeln kann und zugleich die Kontrolle behält.“ Christoph Beger, Capgemini.

eine neue technologische Basis. Bestehende Prozesse wurden schrittweise aus der bisherigen Systemwelt herausgelöst und in die neue Umgebung überführt. Entwicklung, Tests, Dokumentation und Knowhow-Transfer – alles erfolgte ausfallfrei im laufenden Betrieb. 2025 dann der Wechsel auf die neue Plattform, gehosted in einem deutschen Rechenzentrum mit deutscher Cloud-Umgebung.

Souveränität im behördlichen Alltag Heute ist TEK-SERVICE unabhängig von den Produktzyklen, Lizenzmodellen oder strategischen Entscheidungen globaler Plattformanbieter. Öffentliche Auftraggeber goutieren das – für sie zeigt sich digitale Souveränität auch darin, wie viel Kontrolle ein Dienstleister über die Technologie besitzt, mit der kommunale und behördliche Prozesse betrieben werden. „Damals war es eine unternehmerische Entscheidung: Wir wollten selbst entscheiden, welche Technologien und Dienstleister wir einsetzen, wer Zugriff auf die Systeme erhält und wann Anpassungen vorzunehmen sind“, sagt Monika Schmidt. „Heute sind Datenschutz, Informationssicherheit und Compliance zentrale Anforderungen an webbasierte Verwaltungsprozesse. Damit wird digitale Souveränität zur unternehmerischen Notwendigkeit – denn für öffentliche Auftraggeber ist sie ein wichtiges Kriterium bei der Wahl ihrer Dienstleister.“


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Smart City / Smart Country Registermodernisierung

Der technische Anschluss ist nicht die einzige Herausforderung der Registermodernisierung. Essentiell ist, ob Kommunen, kommunale Rechenzentren und Fachverfahrenshersteller die Verbindungen dauerhaft betreiben und in Verwaltungsprozesse integrieren können. Mit NOOTS geht eine zentrale Infrastruktur in die Umsetzung. Der Deutschland-Stack ordnet Basiskomponenten neu. Finanzierung und Flächendeckung werden stärker adressiert. Nun folgt die Bewährungsprobe, ob daraus ein belastbarer Verwaltungsbetrieb entsteht.

Vom Anschluss zum Regelbetrieb Eine Registerverbindung ist erst dann praxistauglich, wenn sie im laufenden Betrieb zuverlässig arbeitet. Daten müssen korrekt übertragen, Fehler schnell erkannt und Zuständigkeiten geklärt werden. Auch Änderungen an Schnittstellen oder Fachverfahren dürfen nicht jedes Mal ein neues Integrationsprojekt auslösen. Das ist in kommunalen IT-Landschaften anspruchsvoll. NOOTS, FIT-Connect, Landesplattformen und Fachverfahren treffen auf ge-

wachsene Systeme, unterschiedliche Betriebsmodelle und verschiedene technische Voraussetzungen. Hinzu kommen Fachkräftemangel, begrenzte Budgets und die Erwartung, dass föderale Vorgaben den laufenden Betrieb nicht zusätzlich belasten. Ob ein Register angebunden werden kann, ist nicht der entscheidende Punkt. Es geht vielmehr darum zu klären, wer den Betrieb übernimmt, Standards in bestehende Fachverfahren überführt und Lösungen entwickelt, die sich auch in weiteren Kommunen einsetzen lassen.

Kommunale Rechenzentren als Bindeglied Kommunale Rechenzentren können eine wichtige Vermittlungsfunktion übernehmen. Sie kennen die Fachverfahren und Systemlandschaften ihrer Kunden und verfügen über Erfahrung mit Betrieb,

Bild: SEVEN PRINCIPLES

Der Register-Anschluss ist erst der Anfang überwacht, Fehler bearbeitet, Änderungen versioniert und Zuständigkeiten geregelt werden. Verbindliche Zusammenarbeit: Bund, Länder und kommunale Rechenzentren sowie Fachverfahrenshersteller müssen enger zusammenarbeiten. Standards müssen Skalierung ermöglichen, ohne die unterschiedlichen Voraussetzungen der Kommunen zu überfordern.

Support und IT-Sicherheit. Um diese Rolle wirksam ausfüllen zu können, brauchen sie klare Verantwortlichkeiten, wiederverwendbare Integrationsbausteine und standardisierte Betriebsprozesse. Partner müssen föderale Architekturvorgaben in kommunal umsetzbare Lösungen übersetzen.

Drei Voraussetzungen für einen Flächenrollout Belastbare Blaupausen statt

Interoperabilität muss im Alltag funktionieren

Einzelprojekte: Jede Kommune einzeln anzubinden, ist weder wirtschaftlich noch organisatorisch realistisch. Lösungen müssen wartungsarm sein und sich auf andere Systemlandschaften übertragen lassen. Ein dauerhaft betriebener Datenaustausch: Interoperabilität beginnt nicht mit dem ersten Datenabruf, sondern im laufenden Betrieb. Verbindungen müssen

Der Reifegrad der Verwaltungsdigitalisierung zeigt sich nicht allein an der Anzahl digitaler verfügbarer Leistungen. Maßgeblich ist, ob Daten zwischen Registern, Onlinediensten und Fachverfahren stabil ausgetauscht werden und der manuelle Aufwand sinkt. SEVEN PRINCIPLES unterstützt öffentliche Auftraggeber und kom-

munale IT-Strukturen bei der Analyse von Systemlandschaften, der Entwicklung von Integrationsund Betriebsmodellen sowie der Umsetzung wiederverwendbarer Anschlussmuster für NOOTS, FITConnect und föderale Datenaustauschstrukturen. Die Registermodernisierung wird sich nicht an Leuchtturmprojekten messen lassen. Sie wird erfolgreich, wenn Interoperabilität im Regelbetrieb ankommt. Weitere Informationen Weitere Informationen finden Sie auf der Website von SEVEN PRINCIPLES.

[ 7p-group.com/branchen/ oeffentliche-verwaltung ]

Dokumentenscanner Success Story: Neue Scanstelle für Große Kreisstadt Fellbach

„Das beste Geschenk, das man uns im Postund Rechnungseingang machen konnte“ Die Stadt Fellbach will eigentlich nur ihren in die Jahre gekommenen Dokumentenscanner für den Rechnungseingang ersetzen – und entdeckt dabei die Möglichkeiten, die ein Premium-Scanner bietet.

Unzuverlässiger Scanner gefährdet Scan-Ziele Der Scanner wird dabei zunehmend zum Nadelöhr: Sein interner Speicher muss mehrmals pro Schicht geleert werden. Das zum Teil stark zerknitterte Beleggut führt immer wieder zu Papierstaus, die händisch behoben werden müssen. Und nicht selten fällt der Scanner komplett aus. „Der alte Scanner hat uns einfach ausgebremst. Das war im Tagesgeschäft nicht tragbar. Wir brauchten dringend einen leistungsstarken Scanner – auch um uns für zukünftige Themen wie TR-RESISCAN besser aufzustellen“, fasst der Projekt-

verantwortliche Jonathan Hof zusammen. Mit Hilfe von Scanner-Experten erstellt Hof ein klares Anforderungsprofil: An oberster Stelle stehen Zuverlässigkeit, Anwenderfreundlichkeit und Bildqualität. Gemischte Stapel, sehr dünnes Papier und zerknitterte Dokumente sollen ohne Geschwindigkeitseinbußen verarbeitet werden. Die Bedienung soll einfach und intuitiv sein – im Re-

gelbetrieb, aber auch bei der Fehlerbehebung, Reinigung und Wartung. Zudem soll der Scanner Trennblätter automatisch aussortieren und gescannte Dokumente mit einem Aufdruck versehen. Eine besondere Anforderung betrifft den Hersteller-Service: Bei einer nicht selbst zu behebenden Störung will Hof in Stundenfrist einen Experten vom Hersteller am Telefon haben – „schließlich ist der Ein-

Bild: Große Kreisstadt Fellbach / DATAWIN GmbH

In der Fellbacher Scanstelle gehen täglich bis zu 200 Dokumente ein – vor allem Briefe, Rechnungen, Arbeitszeitnachweise und Durchschläge. Um Skonto-Nachlässe zu realisieren, müssen die Dokumente taggleich gescannt werden. Hierfür benötigt die Scan-Operatorin im Schnitt vier Stunden.

Entschied sich für einen InoTec SCAMAX® 3x1: Jonathan Hof, Hauptamt | Organisation und zentrale Dienste.

gangsscan essenziell für den reibungslosen Ablauf zahlreicher nachgeschalteter Prozesse.“

Das Urteil der Scan-Operatorin fällt deutlich eher: „Den geben wir nicht mehr her!“

Systemhäuser mit klarer Scanner-Empfehlung

„Auf jeden Fall die richtige Entscheidung“

Mit dem Anforderungsprofil geht Hof auf Hersteller und Systemhäuser zu. Zwei von drei Herstellern sagen ihm sofort ab. Die Systemhäuser empfehlen ihm unisono die gleiche Marke: „Das Bild, das sich ergab, hätte klarer nicht sein können: Alle Hersteller bis auf InoTec sagten: Das können wir nicht. Und alle Systemhäuser sagten: Das kann nur ein InoTec SCAMAX®.“ Die Stadt Fellbach entscheidet sich für das kompakteste Modell der SCAMAX® Familie: den DesktopScanner InoTec SCAMAX® 3×1, der für drei- bis fünfstellige TagesDurchsätze ausgelegt ist. Nur zwei Wochen später wird der Scanner installiert und das Scan-Personal eingewiesen. Sechs Wochen lang testet die Stadt den Scanner im realen Betrieb, dann erfolgt der Zuschlag.

Ein Jahr nach der Inbetriebnahme ist Hof rundum zufrieden: „Der Scanner läuft stabil und macht genau das, was wir brauchen. Gerade im täglichen Betrieb merken wir den Unterschied deutlich. Eine Scan-Operatorin sagte mir, der SCAMAX® 3×1 sei ‚das beste Geschenk, das man uns im Post- und Rechnungseingang machen konnte‘.“ Den InoTec SCAMAX® 3x1 live erleben und testen: auf der Smart Country Convention 2026, 13. bis 15. Oktober, Halle 25 / Stand 524


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Smart City / Smart Country Smart Government

und ist an 27 NATO-Standorten implementiert. AI FELIX ist nur eine Anwendung auf Basis des CGI AIOps Director. Für die öffentliche Verwaltung eröffnet sich hier Potenzial: Organisationswissen kann gezielt erschlossen und berechtigten Nutzerinnen und Nutzern verfügbar gemacht werden – auch dann, wenn nicht alle zuständigen Beschäftigten unmittelbar erreichbar sind. Resilienz bedeutet auch, Wissen weniger abhängig zu machen.

Der resiliente Staat beginnt vor der Krise Cyberangriffe, Ausfälle kritischer Infrastrukturen, geopolitische Abhängigkeiten oder fehlende Fachkräfte: Dass öffentliche Verwaltungen resilienter werden müssen, ist Konsens. Die Frage ist daher nicht mehr, ob Behörden Vorsorge treffen müssen, sondern wie sie ihre Handlungsfähigkeit unter außergewöhnlichen Bedingungen sichern. Dafür braucht es Transparenz über kritische Abhängigkeiten, souveräne Technologien und verfügbares Wissen.

Resilienz beginnt mit Transparenz Wer die eigene Handlungsfähigkeit stärken will, muss zunächst wissen, wo die größten Abhängigkeiten und Risiken liegen. Welche Verwaltungsleistungen müssen auch in einer Krise verfügbar bleiben? Welche Fachverfahren, Daten, Infrastrukturen, Mitarbeitenden und Dienstleister sind dafür erforderlich? Welche Ausfälle lassen sich überbrücken – und wo gibt es kritische Single Points of Failure? Eine Resilienz- und Reifegradanalyse schafft hierfür die notwendige Transparenz. Ausgangspunkt

sind kritische Leistungen und Prozesse. Anschließend werden die dahinterliegenden Abhängigkeiten von IT, Daten, Infrastruktur, Personal und Dienstleistern betrachtet sowie Ausfallrisiken, Redundanzen, Wiederanlauffähigkeit und Ausweichverfahren bewertet. Das Ergebnis ist ein Bild des Resilienzniveaus. Handlungsfelder werden nach Kritikalität und Wirkung priorisiert und in eine Roadmap überführt, die kurz- und langfristige Veränderungen sichtbar macht. Nicht jede Verwaltungsleistung muss jederzeit in gleicher Form weiterlaufen. Entscheidend ist, unverzichtbare Leistungen, Abhängigkeiten und Alternativen zu kennen.

Wissen verfügbar halten – auch unter außergewöhnlichen Bedingungen Resilienz betrifft viele Bereiche. Auch Wissen kann zu einer kritischen Ressource werden. Gerade in angespannten Situationen zeigt

sich die Abhängigkeit von einzelnen Expertinnen und Experten. Sind diese nicht verfügbar oder Kommunikationswege eingeschränkt, kann wichtiges Wissen fehlen – genau dann, wenn Entscheidungen schnell getroffen werden müssen. Hier können souveräne KI-Plattformen einen Beitrag leisten. Mit dem CGI AIOps Director lassen sich KI-Anwendungen in geschützten Umgebungen betreiben – auch unabhängig von einer permanenten Internetverbindung. So können Daten und Wissen innerhalb definierter Sicherheits- und Betriebsgrenzen verfügbar bleiben. Wie ein solcher Ansatz praktisch aussehen kann, zeigt AI FELIX. Gemeinsam mit dem Allied Command Transformation der NATO hat CGI einen KI-gestützten Wissensagenten realisiert, der Informationen der Klassifizierungsstufe NATO SECRET verarbeitet. Die Lösung arbeitet ohne Internetanbindung in geschützter Umgebung

Abhängigkeiten reduzieren Zur Resilienz einer Verwaltung gehört ebenso die Frage der Abhängigkeit von Technologieanbietern. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über digitale Souveränität, Open Source und die Abhängigkeit von proprietären Plattformen gewinnt dieser Aspekt weiter an Bedeutung. Technologische Souveränität muss kein abstraktes Ziel bleiben: CGI hat mit eGov360 eine ursprünglich auf proprietärer US-Technologie basierende Lösung in einen OpenSource-basierten Technologiestack überführt und damit Abhängigkeiten von einzelnen Herstellern reduziert. Für Behörden entstehen dadurch zusätzliche Handlungsoptionen. Zentrale Dienste können stärker unter eigener Kontrolle betrieben, technologische Entscheidungen unabhängiger getroffen und Veränderungen der IT-Landschaft flexibler gestaltet werden.

Diese Wahlfreiheit ist unter Resilienzgesichtspunkten relevant. Technologische Souveränität bedeutet nicht, auf bewährte Technologien zu verzichten, sondern Abhängigkeiten zu kennen, Alternativen vorzusehen und Handlungsfähigkeit auch bei veränderten politischen, wirtschaftlichen oder technischen Rahmenbedingungen zu erhalten.

Resilienz ist kein Einzelprojekt Resilienz entsteht im Zusammenspiel: Kritische Leistungen und Abhängigkeiten müssen bekannt, Wissen verfügbar und technologische Abhängigkeiten beherrschbar sein. Der resiliente Staat beginnt lange vor der eigentlichen Krise. Ob eine Verwaltung im Ernstfall handlungsfähig bleibt, entscheidet sich nicht erst in dem Moment, in dem eine Störung eintritt. Es entscheidet sich durch die Strukturen, Technologien und Alternativen, die vorher geschaffen und vorbereitet wurden. CGI unterstützt öffentliche Verwaltungen von der Resilienz- und Reifegradanalyse über souveräne Infrastruktur- und KI-Architekturen bis zur technologischen Unabhängigkeit. Der Autor Patric Fischer, Senior Vice President bei CGI Deutschland

Smart Country Convention Besuchen Sie CGI auf der Smart Country Convention am Stand 525 in Halle 25 und sprechen Sie mit uns über die Zukunft der öffentlichen Verwaltung.

Das KI-Paradoxon der Verwaltung

Große Ambitionen, blockierte Daten

Drei Viertel der Führungskräfte im öffentlichen Sektor halten Echtzeitdaten oder Daten mit nur wenigen Minuten Verzögerung für entscheidend, damit KI vertrauenswürdig arbeiten kann. Gleichzeitig hat jede dritte Organisation Schwierigkeiten damit, überhaupt die relevantesten und verlässlichsten Daten für ihre KI-Initiativen zu identifizieren. Die Ursache liegt häufig in historisch gewachsenen Datenlandschaften. Denn im Durchschnitt greifen KI-Initiativen im öffentlichen Sektor auf 479 originäre Datenquellen zu – verteilt über Fachverfahren, Ressorts, CloudUmgebungen und Altsysteme. Für KI müssen sie jedoch aktuell, kontextbezogen und regelkonform verfügbar sein. Dabei ist die Zugriffskontrolle im öffentlichen Sektor besonders kri-

tisch. Daher ist es nicht verwunderlich, dass drei Viertel der Organisationen die größte Herausforderung darin sehen, einheitliche Sicherheits- und Zugriffsregeln über unterschiedliche Systeme hinweg durchzusetzen. Denn wenn KI sensible Bürgerdaten nutzt oder Entscheidungen vorbereitet, werden Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Governance zur Voraussetzung für Akzeptanz und Compliance. Logisches Datenmanagement kann hier unterstützen. Es macht verteilte Datenquellen über eine einheitliche, semantische Schicht zugänglich, ohne sie physisch in neue Speicher kopieren zu müssen. Behörden können bestehende Systeme weiter nutzen und zugleich zentrale Regeln für Zugriff, Maskierung, Datenherkunft und Auditie-

rung etablieren. Die Daten bleiben dort, wo sie sicher und regelkonform liegen, werden aber für Fachbereiche, Analysen und KI in Echtzeit nutzbar.

Darauf sollten Behörden bei KI-Projekten achten Datenqualität prüfen: KI benö-

tigt relevante, aktuelle und verlässliche Informationen. Zugriffe zentral steuern: Berechtigungen müssen systemübergreifend einheitlich durchgesetzt werden. Datenherkunft dokumentieren: Entscheidungen müssen transparent und nachvollziehbar bleiben. Daten schützen: Maskierung, feingranulare Rechte und Prüfprotokolle sind unverzichtbar.

Bild: Gemini / KI-generiert

KI hält Einzug in Behörden und öffentlichen Einrichtungen, das Potenzial ist groß: optimierte Bürgerservices, Wissensmanagement oder automatisierte Betrugserkennung. Doch damit steigen auch die Anforderungen an die Datengrundlage. Der aktuelle „AI Trust Gap Report“ von Denodo zeigt, wie groß die Lücke zwischen KI-Ambitionen und technischer Realität ist.

Datensilos intelligent verbinden:

Daten sollten nutzbar sein, ohne unnötig repliziert zu werden. Governance früh mitdenken: Sicherheit und Regelkonformität dürfen nicht erst vor dem Produktivbetrieb beginnen. So wird die Datenarchitektur zur Steuerungsinstanz der KI. Denn vertrauenswürdige KI entsteht nicht allein durch leistungsfähige Modelle. Sie braucht eine belastbare Grundlage aus aktuellen, regulierten und nachvollziehbaren Daten. Denodo unterstützt öffentliche Organisati-

onen dabei, ihre verteilten Daten sicher, souverän und KI-fähig bereitzustellen – ohne bestehende Infrastrukturen grundlegend ablösen zu müssen. Denodo auf der SCCON Thema: Rechtssichere KI & Digitale Souveränität Team: Denodo & Partner M2. Datum: 13. – 15. Oktober 2026 Ort: Messe Berlin (Hub27) | Halle 25 | Stand 409


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Smart City / Smart Country Whitepaper: AWS European Sovereign Cloud

Wer die Kontrolle hat, bestimmt den nächsten Zug Wie Behörden und öffentliche Einrichtungen regulatorischen Druck in strategischen Vorsprung verwandeln.

Wer die Kontrolle hat, bestimmt den nächsten Zug

Bild: Auvaria

Der öffentliche Sektor steht unter Druck, von zwei Seiten gleichzeitig. Bürgerinnen und Bürger erwarten schnelle, digitale Services. Gleichzeitig gilt NIS2 seit Dezember 2025 ohne Übergangsfrist, die BSI-Registrierungsfrist lief bereits im Juli 2026 ab, und das Gesetz verlangt Risikomanagement, Meldepflichten und Auditierbarkeit. Dazu stellt der EU AI Act an Hochrisiko-KI in Behörden erhöhte Anforderungen an Datenkontrolle, Auditierbarkeit und Risikomanagement. Wer diesen Moment aktiv gestaltet, macht aus regulatorischem Druck einen echten Vorteil. Wer wartet, verliert Spielraum. Für Einrichtungen mit den höchsten Souveränitätsanforderungen bietet souveräne Infrastruktur den Ausgangspunkt, nicht die Einschränkung. Seit Januar 2026 ist die AWS European Sovereign Cloud in Brandenburg in Betrieb. Die Infrastruktur wird vollständig in der EU betrieben, ausschließlich durch EU-ansässiges Personal, ohne Zugriff von außer-

höchsten Anforderungen zuerst souverän aufzustellen und darauf aufzubauen. Souveränität und Innovationsgeschwindigkeit schließen sich nicht aus. Wer das versteht, trifft heute die Entscheidungen, die morgen den Unterschied machen. Auvaria begleitet öffentliche Einrichtungen beim Aufbau souveräner Cloud-Architekturen, von der Workload-Einordnung bis zum laufenden, nachweisbaren Betrieb. Als AWS Advanced Tier Services Partner mit GenAI Competency und Strategic Collaboration Agreement haben wir frühzeitigen Zugang zu den Architekturen der AWS European Sovereign Cloud und direkten Kontakt zu den AWS-Produktteams. Wir bringen über 300 realisierte Cloud- und AI-Projekte in DACH und CEE mit, sind ISO 27001 zertifiziert und haben Teams in Wien, Hamburg und Belgrad.

halb der EU. Für Einrichtungen mit den höchsten Souveränitätsanforderungen bietet sie genau die Infrastruktur, die sie benötigen: vollständige Betriebsunabhängigkeit von außereuropäischen Strukturen, eine eigenständige Governance und lückenlose Auditierbarkeit. Was viele überrascht: Dabei steht der volle AWS-Funktionsumfang bereit, von KI-Diensten über Datenbanken bis zu Analytics. Einrichtungen kön-

nen auf Technologien aufbauen, die sie kennen. Souveräne Infrastruktur bedeutet dabei keinen Technologieverzicht. Das ist mehr als ein Compliance-Thema. Für Einrichtungen mit den höchsten Souveränitätsanforderungen entstehen durch die richtige Infrastruktur handfeste Vorteile im Verwaltungsalltag: Prozesse laufen schneller, Entscheidungen werden nachvollziehbarer, und digitale Ser-

vices werden besser, weil die technische Grundlage stimmt. Die AWS European Sovereign Cloud ist zudem BSI-C5-attestiert, dem zentralen Prüfstandard für die öffentliche Vergabe in Deutschland. Das erleichtert Einrichtungen die Nachweisführung im Vergabeverfahren durch eine extern geprüfte, standardisierte Grundlage. Dabei muss nicht alles auf einmal migriert werden. Der pragmatische Einstieg ist, die Systeme mit den

Die souveräne Cloud von AWS gibt Ihnen diese Kontrolle, vollständig in der EU. Auvaria macht daraus eine Strategie, die wirkt. Nicht irgendwann, sondern jetzt. Whitepaper herunterladen

https://www.auvaria.com/de/ move-public/ Gespräch anfragen

Andreas Tschauner · Managing Partner a.tschauner@auvaria.com www.auvaria.com

Von Papier zu digital

Für öffentliche Verwaltungen ist die Digitalisierung eine Chance zur Transformation: Sie ermöglicht größere Effizienz, Flexibilität und Nachhaltigkeit und bietet Bürger:innen dabei mehr Transparenz, Zugänglichkeit und Servicequalität. Diese Chance geht jedoch mit Herausforderungen einher – kontinuierlich wechselnde gesetzliche Anforderungen und die Verwaltung umfangreicher Papierbestände müssen bedacht werden. Um die Zukunft zu gestalten, müssen Behörden zunächst verantwortungsvolle Verwalter ihrer Vergangenheit sein. Erfahrung ist dabei entscheidend. Als weltweit führender Spezialist für Informationsmanagement mit mehr als sieben Jahrzehnten globaler Expertise ist Iron Mountain ein bewährter Partner öffentlicher Institutionen auf ihrem Weg der Digitalisierung.

Der Weg der Stadt Bonn in die digitale Verwaltung Bei Behörden werden Zeitpunkt und Tempo von Digitalisierungsprojekten häufig durch konkurrierende Prioritäten vielfältiger Anforderungen erschwert. Für die Stadt Bonn wur-

Bild: Iron Mountain

Verwaltung sicher und effizient transformieren de die notwendige Auslagerung der bedienung und schafft für rund 2.000 rungen bei teuren PapierversandAktenbestände im Zuge eines Um- Mitarbeitende die Voraussetzungen kosten. Letztlich ist diese Initiative zuges bis Ende 2027 zum Ausgangs- für flexibles Arbeiten. ein Grundstein auf dem Weg der Stadt punkt einer umfaszu ihrer Vision einer senden digitalen „Ich freue mich, in einer zunehmend digitalen vollständig digitalen Transformation. GeVerwaltung. Welt zu leben. Besonders schätze ich die meinsam mit Iron Iron Mountain liefert Zusammenarbeit mit dem Team von Iron Mountain nutzt die maßgeschneiderte DoMountain und den lösungsorientierten Stadt diese Situation, Ansatz, mit dem sie das Projekt begleiten. Wir kumenten- und Datenum die Digitalisiemanagementlösungen ziehen gemeinsam an einem Strang und rung ihrer Akten und bringen das Projekt Schritt für Schritt voran“ für Behörden. Das UnVerwaltungsprozesternehmen befähigt sie Beatrix Baur, Stadt Bonn se deutlich zu bedamit, ihre Informatioschleunigen. Um dienen rechtssicher zu arses Ziel zu erreichen, beauftragte die Gestartet ist das Projektteam mit chivieren, professionell zu scannen Stadt Bonn Iron Mountain mit der Pilot-Scanprozessen und digitalen und nahtlos in bestehende VerwalVerwaltung von 22 Kilometern phy- Genehmigungsworkflows. Mittler- tungssysteme zu integrieren. sischer Akten. Die Digitalisierung weile hat Iron Mountain etwa 4,5 Milverschiedenster Dokumenttypen – lionen Blätter erfolgreich digitali- Mit Iron Mountain von Post-it-Notizen bis zu übergro- siert, wobei insgesamt 14 Kilometer Transformation gestalten ßen Bauplänen – war nötig, um teu- Dokumente in diesem Schritt beaufre Lagerflächen zu reduzieren und tragt wurden. Die Umstellung bringt Als TR-RESISCAN-zertifizierter die Grundlage für modernes, digita- bereits erhebliche langfristige Vor- Dienstleister ermöglicht Iron les Arbeiten zu schaffen. Gleichzei- teile mit sich: erweiterte Volltextsu- Mountain Behörden das rechtssichetig ermöglicht sie medienbruchfreie che, nahtlose Zusammenarbeit über re ersetzende Scannen von DokuProzesse, beschleunigt die Bürger- Medienformate hinweg und Einspa- menten bis zur Schutzklasse „sehr

hoch“. Dadurch können Unternehmen und Behörden schneller auf Anfragen reagieren, Vorschriften einhalten und ihre Daten vollständig vor unbefugtem Zugriff schützen. Während sich die Welt weiterentwickelt, hilft Iron Mountain Organisationen dabei, Schritt zu halten. Das Unternehmen beobachtet legislative und regulatorische Entwicklungen, gibt Orientierung und stellt die fortlaufende Einhaltung von Compliance-Anforderungen sowie den Datenschutz in der gesamten Organisation sicher. Weitere Informationen Treffen Sie uns auf der SCCON 2026: Besuchen Sie Iron Mountain in Halle 25 am Stand 209.

[ voge.ly/Iron_Mountain ]


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Smart City / Smart Country Smart City Dashboard

Seit dem 16. Juli präsentiert sich das Augsburger Smart City Dashboard in einem neuen Design. Der städtische Leiter für Smart City, Horst Thieme, beleuchtet nicht nur die Besonderheiten der Plattform, sondern auch zentrale Aspekte für Smart-City-Projekte. Am 16. Juli ging die Plattform „Smartes Augsburg“ im neuen Design live. Das Smart City Dashboard bildet Live-Daten ab und zeigt eine von vielen möglichen Darstellungsformen städtischer Daten. Flexibel einsetzbare Widgets ermöglichen unterschiedliche Ansichten und eine nachnutzbare Auswahl für unterschiedliche digitale Angebote. Augsburgs Stadtdaten sind je nach Anwendungsfall als DashboardWidget, interaktive Karte, Bestandteil der Augsburg-App oder als interne Fachanwendung auszuspielen. „Wir wollen deshalb nicht einfach möglichst viele neue Anzeigen produzieren. Wir wollen Anwendungen entwickeln, die im Alltag tatsächlich helfen“, erklärt Horst Thieme, Leiter der Geschäftsstelle für Smart City in Augsburg. Ziel ist es, die Daten für Verwaltung, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger nutzbar zu machen und daraus einen konkreten Mehrwert für die Stadt zu schaffen. Die neue Plattform sei ein weiterer Schritt in ihrer Strategie als datengetriebene Stadt, sagte Oberbürgermeister Dr. Florian Freund.

Echtzeit- und Frequenzdaten Das Dashboard bündelt derzeit vor allem verkehrsbezogene Echtzeitund Frequenzdaten. Es erfasst beispielsweise Besucherströme sowie die Daten verschiedener Radzählstationen. Die Informationen zu Passantenfrequenzen sollen laut Thieme unter anderem von der Wirtschaftsförderung genutzt werden. Für Augsburgerinnen und Augsburger sind insbesondere die aktuellen Abfahrtszeiten des

öffentlichen Nahverkehrs und die Auslastung der Parkhäuser relevant. Die Echtzeitdaten geben einen aktuellen Überblick über Planänderungen bei Bus und Bahn. So können sich die Menschen vor Ort im Alltag besser orientieren und frühzeitig auf Veränderungen einstellen. Der Smart-City-Leiter sieht darin auch einen weiteren Vorteil: Die Entscheidung, wie man sich durch die Stadt bewegt – mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad, dem Auto oder zu Fuß –, wird dadurch erleichtert. „In der Karte sehen Nutzerinnen und Nutzer unmittelbar, wo sich Parkhäuser, Haltestellen sowie Rad- und Passantenzählstellen befinden“, so Thieme. Die Radzählstationen erfassen die Verkehrsmengen an den Augsburger Fahrradstraßen und weiteren wichtigen Punkten des Radverkehrsnetzes. Die Passantenzählstellen befinden sich in der Innenstadt. Mit Blick auf die sommerlichen Temperaturen dieses Jahr könnten vor allem die Klima- und Umweltdaten von Interesse sein. Dazu gehören Wetter- und Hitzedaten sowie Informationen zu Stadtgrün, Wasser, Luftqualität und weiteren Umweltfaktoren. Ein entsprechendes Angebot zeigt die interaktive Karte „Kühle Orte“: „Sie hilft Bürgerinnen und Bürgern, an heißen Tagen unter anderem schattige Plätze, Parks, Trinkwasserbrunnen, Bademöglichkeiten und kühle Innenräume zu finden“, sagt Thieme.

Design, Mehrwert und Nachnutzen Nach dem Prinzip „einmal verlässlich aufbereiten, mehrfach sinnvoll nutzen“ vermeidet die Stadt parallele

technische Grundlage für alles Weitere: „Dort können Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammengeführt, harmonisiert, qualitätsgesichert und anschließend für verschiedene Anwendungen bereitgestellt werden“, teilt Thieme mit. Die entscheidende Frage laute dabei nicht, welche Daten eine Stadt sammeln könne, sondern welche Daten helfen würden, bessere Entscheidungen zu treffen oder einen nützlichen Service anzubieten. Augsburgs Smart City Team entwickelte die Plattform aus eigenen personellen und technischen Ressourcen. „Digitale Innovation entsteht nicht allein durch Technik. Sie entsteht, wenn Menschen unterschiedlicher Fachrichtungen gemeinsam ausprobieren, lernen und Verantwortung übernehmen können.“ Genau diese Kultur mache es möglich, dass aus einer Idee tatsächlich eine funktionierende kommunale Anwendung wird. „Digitalisierung ist Teamsport – und wird nicht von einer Abteilung alleine erledigt“, bekräftigt Thieme. „Das Team der Geschäftsstelle Smart City ist nur eine von vielen daran beteiligten Stellen in der Stadt und arbeitet mit tollen Leuten aus der ganzen Stadtverwaltung eng zusammen, um Innovationen für die Bürgerinnen und Bürger und für die Stadtverwaltung zu ermöglichen.“ Dazu gehörten Kompetenzen aus IT, Internet of Things, Datenmanagement, Data Science, UXDesign, Projektmanagement und digitaler Kommunikation. „Eigene Kompetenz bedeutet für uns nicht, dass eine Kommune alles allein machen muss“, begründet Thieme. „Sie bedeutet, dass wir die Architektur verstehen, Anforderungen selbst definieren und wesentliche Teile eigenständig weiterentwickeln können.“ Dadurch ließen sich neue Anforderungen schneller umsetzen und externe Programmierungs-, Lizenzierungsund Anpassungskosten reduzieren. „Gleichzeitig verringern wir die Abhängigkeit von einzelnen proprietären Lösungen. Das ist ein konkreter Beitrag zur digitalen Souveränität der Stadt.“

Datenbestände und widersprüchliche Informationen. Zugleich sinkt laut Thieme der Pflegeaufwand, während die Reichweite der Daten steigt. Für ihn liegt eine besondere Stärke des neuen Dashboards in den vielfältigen Möglichkeiten, Stadtdaten darzustellen und in unterschiedliche digitale Angebote zu integrieren, etwa in städtische Webseiten, Verwaltungsanwendungen oder Angebote kommunaler Partner. Neben der flexiblen Einbindung über Widgets bietet die Karte weitere Möglichkeiten: „Die Darstellung lässt sich filtern und anpassen. So können beispielsweise einzelne Datenebenen ausgewählt oder räumlich gruppiert dargestellt werden.“ Bürgerinnen und Bürger müssten nicht erst das zentrale Dashboard aufrufen: „Die Informationen können genau dort erscheinen, wo sie thematisch gebraucht werden“, erläutert Thieme. So lassen sich etwa Informationen zur Auslastung der Parkhäuser direkt auf einer Webseite zur Erreichbarkeit der Innenstadt einbinden, wie auf augsburg-city.de/services/parken. „Wir haben von Beginn an einen Selfservice-Ansatz mitgedacht“, betont der Augsburger Stadtexperte. „Einzelne Widgets können nicht nur innerhalb der städtischen Plattform genutzt werden. Auch andere Dienststellen, kommunale Unternehmen, das Stadtmarketing oder externe Partner können sie in ihre eigenen Webseiten integrieren.“

Urbane Datenplattform Die Smart-City-Plattform basiert auf Open Source und ist in den vergangenen Jahren als zentrale Datendrehscheibe aufgebaut worden. Diese bildet nun die

Bild: © Manuel Schönfeld – stock.adobe.com

Die Bausteine für Smart-City-Projekte

Blick auf die Altstadt Augsburg.

Teamarbeit ist allerdings nicht der einzige Aspekt, auf den es bei SmartCity-Projekten ankommt – und damit auch bei der Entwicklung des Dashboards. „Unser Ziel ist keine Digitalisierung um ihrer selbst willen“, stellt er klar. „Wir wollen Daten in konkrete Anwendungen übersetzen, die Augsburg einfacher zugänglich, effizienter und lebenswerter machen.“ Dafür brauche es

Bild: © Ruth Plössel / Stadt Augsburg

Smartes Augsburg: Ein Baukasten für Stadtdaten Horst Thieme, Leiter der Augsburger Geschäftsstelle für Smart City. neben fachlichen Kompetenzen auch „Kreativität, Neugier und sehr viel Freude an der gemeinsamen Arbeit“. Damit verbunden ist für Thieme auch die Frage der digitalen Handlungsfähigkeit. Das Dashboard wurde deshalb nicht als proprietäre Einzellösung bei einem Dienstleister in Auftrag gegeben, sondern vom Smart City Team selbst entwickelt und in die bestehende urbane Datenplattform integriert. „Wir verstehen das Dashboard bewusst nicht als abgeschlossenes Produkt. Es ist eine Plattform, die schrittweise weiterentwickelt wird“, erläutert der Smart-City-Leiter. „Unsere Strategie als Geschäftsstelle Smart City besteht darin, bislang getrennte Datenbestände miteinander zu verknüpfen und daraus einen konkreten Nutzen für Verwaltung, Stadtgesellschaft und Wirtschaft zu schaffen.“ Ein weiterer Vorteil dieses Ansatzes ist die Wiederverwendbarkeit: Aus einer zentral gepflegten Datenquelle können unterschiedliche Anwendungen und Angebote entstehen. Die Daten müssen also nicht für jeden Anwendungsfall neu erhoben und aufbereitet werden, sondern können an verschiedenen Stellen genutzt werden. Für den Betrieb der Plattform arbeitet die Stadt mit dem DatenKompetenzzentrum Städte und Regionen, der DKSR GmbH, zusammen. Zugleich ist das Dashboard auf ein breites Netzwerk innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung angewiesen. „Dafür arbeiten wir eng mit den unterschiedlichen Ämtern und Dienststellen der Stadt Augsburg zusammen – vom Mobilitäts- und Tiefbauamt über das Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen bis hin zum Umwelt- und Gesundheitsamt.“ Ein wichtiger Technologiepartner seien außerdem die Stadtwerke Augsburg (SWA). „Über deren LoRaWANInfrastruktur können Sensoren der Stadt, der kommunalen Unternehmen sowie von Partnern aus Wissenschaft und Forschung angebunden werden. Daten kommen aber auch vom Bahnland Bayern (ÖPNVDaten) und weiteren Anbietern.“ Am Ende geht es für Thieme nicht um die Menge der verfügbaren Daten, sondern um deren konkreten Nutzen. „Eine Stadt wird nicht dadurch smart, dass sie möglichst viele Daten sammelt“, führt er aus. „Sie wird smart, wenn sie aus Daten Wissen und aus Wissen bessere Entscheidungen und nützliche Angebote macht – für Bürgerinnen und Bürger, aber auch intern in der Verwaltung. Das versuchen wir auch mit unserem Dashboard zu ermöglichen.“ se


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Smart City / Smart Country Daten- und Analyseplattformen

Voraussetzungen für datenbasiertes Verwaltungshandeln schaffen Statt Daten ausschließlich innerhalb einzelner Fachverfahren zu nutzen, entstehen in immer mehr Bundesländern Strategien und Plattformen, die Informationen organisationsübergreifend verfügbar machen. Damit wird der strategische Umgang mit Daten zunehmend zur Grundlage moderner Verwaltung. und Visualisierung. Wie ein solcher Ansatz aussehen kann, zeigt Schleswig-Holstein.

Schleswig-Holstein

Bild: iStock.com/NicoElNino

Viele dieser Strategien verfolgen ein gemeinsames Ziel: Daten sollen einfacher zugänglich, besser nutzbar und als Grundlage für fundierte Entscheidungen verfügbar werden. Gleichzeitig verschiebt sich der Fokus von einzelnen Digitalisierungsprojekten hin zu dauerhaft nutzbaren Daten- und Analyseplattformen. In der Praxis stehen viele Verwaltungen dabei vor ähnlichen Herausforderungen. Daten liegen verteilt in Fachverfahren, Datenbanken und Dateien. Analysen, Berichte und Auswertungen werden häufig manuell erstellt, während unterschiedliche Werkzeuge bestehen. Dadurch entste-

hen Medienbrüche, redundante Prozesse und ein hoher Betriebsaufwand. Gefragt sind deshalb Lösungen, die verschiedene Kompo-

nenten zu einer integrierten und langfristig betreibbaren Gesamtplattform verbinden – von der Datenbereitstellung bis zur Analyse

Mit dem Datenhaus schafft das Land eine zentrale Infrastruktur für datenbasiertes Arbeiten. disy Cadenza ergänzt diese als Analyseund Visualisierungskomponente. Dadurch können Daten organisationsübergreifend genutzt, Informationen einheitlich bereitgestellt und Auswertungen auf einer gemeinsamen Datengrundlage erstellt werden. Statt isolierter Datenbestände entsteht eine zentrale Informationsbasis, die Behörden bei Planung, Steuerung und Entscheidungsfindung unterstützt. „Die Bereitstellung von disy Cadenza im Datenhaus Schleswig-Holstein ist ein weiterer wichtiger Baustein für datenbasiertes und gleichzeitig digital souveränes Arbeiten

in der Verwaltung“, fasst es Dirk Schrödter, Digitalisierungsminister und Chef der Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein, zusammen. Dass Schleswig-Holstein mit diesem Ansatz nicht allein steht, zeigt beispielsweise die Daten- und KI-Strategie Thüringens. Auch dort werden leistungsfähige Datenstrukturen als wichtige Voraussetzung für datenbasierte Entscheidungen und eine moderne Verwaltung verstanden.

Kommen Sie mit uns ins Gespräch Die Beispiele aus Schleswig-Holstein und anderen Bundesländern zeigen: Der Weg führt von einzelnen Datenprojekten hin zu dauerhaft nutzbaren Daten- und Analyseplattformen. Entscheidend sind Lösungen, die Daten unterschiedlicher Quellen zusammenführen und Informationen dort bereitstellen, wo sie für Entscheidungen benötigt werden. Wie das in der Praxis gelingt, zeigen wir Ihnen auf der Smart Country Convention. Besuchen Sie Disy im hub27 an Stand 502 und sprechen Sie mit uns über Datenplattformen, Analyse und digitale Souveränität „Made in Germany“. Mehr erfahren:

Ein Weg aus der Abhängigkeit

65 Prozent der deutschen Behörden sind abhängig von IT-Diensten, die fremdem Recht unterliegen. Klar ist, sie müssen die Kontrolle über ihre Daten behalten. Für digital souveräne Kommunikation gibt es jetzt einen neuen Ansatz. US-Cloud Act, Vendor-Lock-In und Regulatorien wie DSGVO, NIS2 und BSI-Schutzbedarfe – die Relevanz von digitaler Souveränität ist indiskutabel. „Was es jetzt braucht, ist eine Verschiebung von der Grundsatzdebatte hin zur praktischen Umsetzung“, sagt Matthias Berchtold, Sales Director bei Damovo. „Der Bedarf an zukunftssicheren Lösungen ist da, aber es herrscht noch viel Unsicherheit. Unterschiedliche Schutzbedarfsstufen, Anbieterabhängigkeit, begrenztes Budget – wir verstehen die Herausforderungen und machen aus dem Buzzword digitale Souveränität eine umsetzbare ITStrategie.“

Was bedeutet digitale Souveränität praktisch? Konkret lässt sich digitale Souveränität an fünf Eigenschaften festmachen:

Volle Kontrolle über Daten,

Metadaten, Identitäten und Richtlinien Auditierbare Systeme durch offene Standards und Open Source Wahlfreiheit bei Betriebsmodell: On-Premise, Air-Gapped, Privateund Sovereign-Cloud Unabhängigkeit vom Anbieter Architektur nach Schutzbedarf statt „One size fits all" Um diese Standards in den Behördenalltag zu bringen, bietet Damovo eine neue Lösung.

Gebündelte Sicherheit Das SovereignStack ermöglicht sicheres Kommunizieren im öffentlichen Sektor. Es bündelt hochsichere Technologien für Chat, digitale Arbeitsräume, Videokonferenzen und Telefonie zu einer durchgängigen Kommunikationsumgebung. Nutzer profitieren von

einer einheitlichen Benutzeroberfläche und einer gemeinsamen Identität. Jede Funktion wird von der jeweils spezialisierten Technologie bereitgestellt, ohne die Kontrolle über Daten, Betrieb und Sicherheitsrichtlinien aus der Hand zu geben. Die drei Komponenten:

Eine Plattform, die Regierungen nutzen Rocket.Chat steht im Zentrum des SovereignStack. Behörden betreiben die Plattform auf ihrer eigenen Infrastruktur, egal ob On-Premise, Air-Gapped oder in einer souveränen Cloud. Die Open-Source-Lösung erlaubt eigene Sicherheitsprüfungen und verhindert Vendor-Lockin. Rocket.Chat ist zudem der zentrale Arbeitsbereich: Hier arbeiten Teams zusammen und starten direkt Pexip-Videokonferenzen sowie die Telefonie über Mitel.

Bild: Damovo

So kommunizieren Behörden souverän

Geschützter Raum für Gespräche Pexip wird für Audio- und Videokonferenzen direkt integriert. Die Self-hosted Videokommunikationsplattform aus Norwegen ermöglicht eine souveräne, resiliente und interoperable Videokommunikation. Dabei können bestehende Raumsysteme und Technologieplattformen nahtlos miteinander verbunden werden. Pexip erfüllt höchste Sicherheitsstandards und kommt weltweit in Verwaltungen, Verteidigung und Justiz zum Einsatz.

Auf Nummer sicher Mitel ergänzt souveräne Telefonie. Es bildet das Fundament für kritische Sprachkommunikation und läuft sicher im eigenen Rechenzentrum oder in hybriden Betriebs-

Matthias Berchtold, Sales Director bei Damovo. modellen. Rufnummernverwaltung, Routing, Notrufprozesse und Kommunikationssteuerung verbleiben dabei auf der Mitel-Plattform, während Rocket.Chat die moderne Benutzeroberfläche bereitstellt.

Digitale Souveränität umsetzen Mit 50 Jahren IT-Erfahrung stellt Damovo sicher, dass sich das Bundle reibungslos in bestehende Infrastrukturen und Sicherheitskonzepte integriert und betreut den anschließenden Betrieb. Damit wird aus dem großen Ziel der digitalen Souveränität ein konkreter Umsetzungspfad. Für sichere und unabhängige Kommunikation im öffentlichen Sektor ist das SovereignStack die richtige Entscheidung.


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eGovernment | 09/2026

Smart City / Smart Country Schweden

Stockholms Erfolgsmodell Stockholms Stärke zeigt sich in seinen Stadtquartieren: Dort wird Innovation direkt im Stadtraum erprobt. Die schwedische Hauptstadt zeigt mit ihrem Smart-City-Ansatz darüber hinaus Best Practices in datenbasierter Mobilität, Klimaschutz und digitalen Services.

Bild: © rpbmedia – stock.adobe.com

Stockholm ist Schwedens größte Gemeinde und Heimat von über 980.000 Menschen. Im weltweiten Smart City Index 2026 des IMD World Competitiveness Center erreicht die Stadt Rang 14 – noch vor Hamburg. Der Erfolg als Smart City ist das Ergebnis eines langfristigen Entwicklungsprozesses: Stockholm hat seine digitale Infrastruktur über Jahrzehnte vorangetrieben und sich zugleich den Ruf als eine der lebenswertesten Städte der Welt erarbeitet. Mit dem Start der Digital Sandbox geht die schwedische Hauptstadt nun einen weiteren Schritt in ihrer Innovationsstrategie.

Stockholms Sandkasten

Das Stockholmer Rathaus, eines der Wahrzeichen der Stadt.

Stockholms Digital Sandbox ist eine offene Innovationsarena – vergleichbare Ansätze gibt es in Deutschland, etwa mit der Digi-Sandbox.NRW oder spezialisierten KI-Reallaboren. Stockholm schafft jedoch eine zentrale, dachmarkenähnliche Struktur, in der Wissenschaft, Industrie und Start-ups auf einer gemeinsamen Plattform zusammenarbeiten. Seit Ende Mai 2026 knüpft es an das

bestehende Triple-Helix-Modell der Stadt an: „Das Triple-Helix-Modell hat uns gezeigt, dass die besten Lösungen entstehen, wenn öffentlicher Sektor, Wissenschaft und Industrie gemeinsam an realen gesellschaftlichen Herausforderungen arbeiten“, erklärt Karin Ekdahl Wästberg, Innovationsdirektorin der Stadt Stockholm. Die Sandbox

sei nun eine Gelegenheit, diese Zusammenarbeit zu vertiefen und vom Dialog ins Handeln zu kommen. „Ihre Stärke liegt darin, dass Lösungen in realen städtischen Umgebungen getestet werden, bevor sie skaliert werden. Das reduziert Risiken und stellt sicher, dass Innovation von echten gesellschaftlichen Bedürfnissen angetrieben wird.“ Die

ersten Projekte adressieren städtische Prioritäten: Klimawandel, intelligentere Mobilität, sicherere öffentliche Räume, effizientere Dienstleistungen sowie den verantwortungsvollen Einsatz von KI. Der Fokus liegt bewusst auf den kommunalen Herausforderungen: Jedes Projekt soll zeigen, wie Innovation reale Probleme der Stadt und ihrer Bewohner löst. „Eines der wichtigsten Ergebnisse, die ich mir erhoffe, ist eine stärkere Kultur der Zusammenarbeit und des Experimentierens innerhalb der Stadt Stockholm“, sagt Wästberg. „Technologie allein schafft keine Innovation, aber Menschen, Kultur und neue Arbeitsweisen schon.“ Die Testumgebung soll die Partnerschaft zwischen den städtischen Abteilungen und externen Partnern fördern und den Übergang von Pilotprojekten zur Umsetzung erleichtern. Neben der Digital Sandbox dienen der Königliche Seehafen (Norra Djurgårdsstaden) im Nordosten und die Kista Science City im Nordwesten als weitere Teststätten. Der Seehafen ist eines der größten nachhaltigen Stadtentwicklungsprojekte in Schweden und

erprobt IoT-Sensoren, Energiesystemoptimierung sowie effizientes Abfall- und Abwassermanagement. Kista Science City wiederum ist das Zentrum für IKT-Unternehmen und treibt 5G-Entwicklung und digitale Innovation voran.

Strategie bis 2040 Den Rahmen dieser Projekte bildet die 2017 verabschiedete Stockholm Smart and Connected City Strategy. Sie zielt darauf ab, Stockholm bis 2040 zur intelligentesten Stadt der Welt zu machen und CO2-Neutralität zu erreichen – Digitalisierung soll darin vor allem eine nachhaltige Stadtentwicklung ermöglichen. Die städtische Datenplattform „IoT Stockholm“ bündelt Echtzeitdaten aus Energie, Verkehr und Infrastruktur – etwa zu Brücken, Wasserleitungen und Straßenbeleuchtung. Außerdem lassen sie sich mit Wetteroder Bewegungsdaten kombinieren. Ihre Verkehrsdaten stellt die Stadt zudem über offene Schnittstellen bereit, sodass Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger eigene Anwendungen entwickeln können. Die städtische Immobiliengesellschaft SISAB setzt KI bereits gegen Energieverschwendung ein: Die Plattform Solida identifiziert über Echtzeitdaten zum Strombedarf von Schulgebäuden unnötigen Energieverbrauch. So fiel beispielsweise auf, dass eine Lüftungsanlage nachts weiterlief. Mehr als 400 Stromzähler sind inzwischen angeschlossen; hunderte weitere sollen folgen. se


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