

ISSN 1864-0907



























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ISSN 1864-0907



























Selten fiel es so schwer der Digitalisierung des Gesundheitswesens ein Etikett anzuheften. Statt eines dominanten Leitthemas, wie es die mitunter recht anfällige Telematikinfrastruktur in den Jahren zuvor darstellte, laufen 2026 mehrere Entwicklungsstränge parallel nebeneinander. Damit nicht genug, sollen einige von ihnen nun nach und nach zusammenfinden.
Die elektronische Patientenakte (ePA) ist gereift, die „ePA für alle“ von der Rollout- in die Nutzungsphase übergetreten. Auch das E-Rezept boomt, während Apotheken sich sukzessive von lokaler TI-Konnektoren-Hardware verabschieden und Künstliche Intelligenz die Telefonanlagen in den Arztpraxen erobert – allesamt positive Signale für einen Health-IT-Markt, dessen Wachstum stetig voranschreitet. Und in Berlin feilt man an einem rechtlichen Rahmen, dem „Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen“, das hinsichtlich der Datennutzung zu Forschungs- und Versorgungszwecken die Marschrichtung für die kommenden Jahre und die abHerausforderungen vorgeben soll.

dieser Tage den Überblick behalten will, tut gut daran, sich nicht von Einzelmeldungen ablenken zu lassen. Vielmehr gilt es, angesichts der zahlreichen Parallelentwicklungen „das große Ganze“ im Blick zu behalten. Genau dabei soll Ihnen dieses Sonderheft helfen, greift es doch die wichtigsten Themen, Taten und Technologien in der Healthcare-Digitalisierung auf.
Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre stephan.augsten@vogel.de

Alles stabil im Jahr der Belastungsprobe?
Die Weichen für die Digitalisierung des Gesundheitswesens wurden in den vergangenen Jahren gestellt, die ersten Lösungen setzen sich durch und werden sukzessive erweitert. Doch im Stellwerk der Telematikinfrastruktur läuft noch längst nicht alles rund. 6

Apotheken
Die Apotheken als zentrale Schnittstelle im Versorgungssystem? Dazu gibt es konträre Meinungen. 12

Welches System passt zu mir?
Eine Umstellung des KIS will aus monetärer und struktureller Sicht gut überlegt sein. 16

Anwendungs-Szenarien
Beispiele, bei denen KI und IT heute schon im Gesundheitswesen unterstützen. 20

Alles stabil im Jahr der Belastungsprobe?
Während sich die „ePA für alle“ und das E-Rezept etablieren, muss sich die Telematikinfrastruktur erst noch stabilisieren.
Der Digital-Healthcare-Markt in Zahlen
Der Digital-Health-Markt legt deutlich zu; Ärzte sind skeptisch bei KI; Den Deutschen geht die Digitalisierung des Gesundheitswesens zu langsam.
Die Rolle der Apotheke ist im Wandel. Neben assistierter Telemedizin sehen sich die Apotheken auch stärker in der Primärversorgung.
Eine Marktübersicht aktueller KIS
Krankenhausinformationssysteme bilden das digitale Rückgrat von Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen.
KI und IT als Hebel für bessere Versorgung
Ob bei der Planung des Pflegebedarfs, in der Onkologie oder bei der Sicherung der Infrastruktur: KI und IT bieten vielfältige Unterstützung
Ein Jahr „ePA für alle“
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26 Zeit für ein Interview mit dem Gematik-Geschäftsführer: Dr. Florian Hartge sowie Kliniken, Praxen und Apotheken ziehen eine erste Bilanz.
Krankenhausplattformen werden Realität
Patientenportale, MEDI:CUS und H³ in Hamburg: Mehrere Großprojekte sind 2026 schon in der Umsetzung.
Digitale Mitarbeiter für Arztpraxen
KI-Assistenten können das Praxispersonal über automatisierte Abläufe bei Terminvergabe, Telefonie und Dokumentation entlasten.
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Das deutsche Gesundheitswesen steht unter dauerhaftem Kostendruck. Krankenhäuser, Kliniken und Gesundheitsbehörden müssen daher IT-Budgets enger kalkulieren, ohne dabei Abstriche bei Sicherheit und Compliance zu machen. Gleichzeitig wachsen die regulatorischen Anforderungen: NIS2, DSGVO und branchenspezifische Vorgaben wie die KRITIS-Regulierung verlangen robuste IT-Infrastrukturen und klare Kontrolle darüber, wo sensible Patientendaten liegen und verarbeitet werden.
Genau hier geraten viele Einrichtungen in eine Zwickmühle: Klassische SoftwareAbonnements treiben die laufenden Kosten in die Höhe, während CloudLösungen US-amerikanischer Anbieter datenschutzrechtliche Fragezeichen hinterlassen.
On-Premise als Antwort auf
Die rechtliche Grundlage ist eindeutig: Der Europäische Gerichtshof hat 2012 mit dem sogenannten Erschöpfungsgrundsatz den Weiterverkauf von Softwarelizenzen ausdrücklich erlaubt.
Behörden und öffentliche Einrichtungen als Vorreiter Öffentliche Einrichtungen im Gesund-
rechtliche Anforderungen werden dabei ebenso berücksichtigt wie interne Compliance-Vorgaben. Entscheidend für die Rechtssicherheit ist die Wahl des richtigen Anbieters. Soft & Cloud ist seit über zehn Jahren TÜV-zertifiziert, als der erste Händler für Gebrauchtsoftware. Das jährliche Audit prüft sämtliche Prozesse, von der Be -

Philipp Mutschler, Geschäftsführer der Soft & Cloud GmbH
Kontaktieren Sie Soft & Cloud: Telefon: +49 251 240 127 00 E-Mail: info@softandcloud.com

Nach vielen Versprechen, Verordnungen und Feldversuchen steht das deutsche Gesundheitswesen 2026 vor der Feuertaufe. Ob die digitale Infrastruktur trägt, entscheidet sich an den Apothekentresen, Praxistelefonen und Klinikrechnern.
Unbestreitbar galt 2025 als entscheidendes Jahr für die Gesundheitsversorgung, war die Telematikinfrastruktur endlich nahezu flächendeckend verfügbar. Genau darin lag jedoch ein Versprechen, das gleichermaßen als Nagelprobe verstanden werden kann: 2026 sollte das Jahr werden, in dem die Digitalisierung des Gesundheitswesens erstmals wirklich im Alltag ankommt. Wohlgemeinte Kritik und Vorschusslorbeeren sind verteilt, jetzt zählt die praktische Umsetzung.
Für die elektronische Patientenakte bedeutet dies vor allem einen Ausbau der Funktionen. Seit dem bundesweiten Rollout der „ePA für alle“ im April 2025 nutzen immer mehr Praxen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen die Akte im Versorgungsalltag. Faxgeräte und private Messenger-Dienste verlieren derweil an Bedeutung. Konkret war für 2026 ein digital gestützter Medikationsplan mit strukturierten Dosierangaben geplant, sowie eine Volltextsuche, die das mühsame Durchblättern digitaler Dokumentenberge beenden soll. Für Versicherte ohne Smartphone oder mit eingeschränkter digitaler Handlungsfähigkeit wurde außerdem eine Vertreterregelung eingeführt: Bis zu fünf Bevollmächtigte dürfen die Akte künftig im Auftrag verwalten. Ein kleiner, aber keineswegs
unerheblicher Baustein auf dem Weg zu einer Akte, die nicht bloßes Archiv bleiben, sondern zu einem verlässlichen Werkzeug in der Krankenversorgung reifen soll.
Ergänzt wird die Strategie durch die – dank der elektronischen Verordnungsfähigkeit enger an die übrige TILandschaft herangerückten – digitalen Gesundheitsanwendungen. Seit dem freiwilligen Produktivbetrieb im März 2026 lässt sich die „App auf Rezept“ direkt über den ERezeptFachdienst verordnen, die Freischaltung erfolgt über die App der jeweiligen Krankenkasse. Was nach einer Fußnote klingen mag, lässt sich durchaus als konzeptioneller und technischer Fortschritt verbuchen: Verordnung, Aktivierung und Dokumentation eines digitalen Produkts laufen vollständig digital, ohne den Umweg über Papierausdrucke.
Auch die Apotheken erleben vor diesem Hintergrund einen stillen, aber folgenreichen Wandel in ihrer Schnittstellenfunktion zwischen der ärztlichen Versorgung und den zu Behandelnden. Die Einbox-Hardware-Konnektoren, einst Sinnbild allen Ärgers innerhalb der Telematikinfrastruktur und nur noch bis 2030 unterstützt, weichen zusehends dem TI Gateway – einem serverbasierten

Zugang, dessen Betrieb und Verantwortung bei einem zertifizierten Anbieter liegen.
Die ersten Leistungserbringer haben sich bereits über solche Gateways anschließen lassen, während sich der Kreis der zugelassenen Anbieter –darunter zuletzt CGI – kontinuierlich erweitert. Für die Apotheke vor Ort bedeutet das einen Rollenwechsel vom Hardwarebetreiber zu einem reinen Servicenutzer, verbunden mit der berechtigten Hoffnung auf jene Ausfallsicherheit, die sich viele von der Telematikinfrastruktur erträumt haben – vor allem mit Blick auf das E-Rezept, das sich seit seiner Einführung immer größerer Beliebtheit erfreut. Verschärft wird der Migrationsdruck dadurch, dass die Anbindungspflicht an die TI 2.0 in diesem Jahr auf weitere Berufsgruppen ausgeweitet wird: Heilmittelerbringer, Physiound Ergotherapiepraxen, Hebammen und Labore müssen nachziehen, was die Nachfrage bei den Gateway-Anbietern zusätzlich beleben dürfte.
Mit der stetig zunehmenden Zahl angebundener Einrichtungen wächst jedoch auch die Angriffsfläche. Seit Dezember 2025 gilt die NIS2-Richtlinie unmittelbar, praktisch jedes Krankenhaus zählt im Sinne des Gesetzes fortan als „besonders wichtige“ oder „wichtige Einrichtung“. Sie betrifft aber gleichermaßen Unternehmen, die Arzneimittel und andere pharmazeutische Erzeugnisse erforschen, entwickeln und produzieren, selbst wenn sie Medizinprodukte im Zuge einer Notlage herstellen, sowie bestimmte EU-Referenzlaboratorien. Bis März 2026 mussten sich die betroffenen Häuser beim BSI registrieren. Ein belastbares Risikomanagement samt Meldeprozessen ist seither nicht mehr Kür, sondern Pflichtaufgabe, mit spürbaren Haftungsrisiken für die Geschäftsführung. Die wenigsten Kostenträger und Leistungs-
erbringer kommen angesichts dessen noch an einer durchdachten Sicherheitsarchitektur vorbei.
Während die Infrastruktur reift, wird in Berlin am nächsten Rahmenwerk gefeilt. Das „Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen“, kurz GeDIG, soll die noch unter der Vorgängerregierung eingeschlagene Linie fortführen und zugleich erheblich erweitern. Der Referentenentwurf aus dem Haus von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken liegt seit dem 7. Mai 2026 vor, elf Tage später wurden die Verbände angehört. Die Verabschiedung des Kabinettsentwurfs ist für den 15. Juli angedacht. Das Vorhaben könnte sich als äußerst zweckdienlich erweisen: Die TI soll stabiler werden, die elektronische Patientenakte fürderhin dem „digitalen Versorgungseinstieg“ dienen, inklusive Terminbuchung, standardisierter Ersteinschätzung und digitaler Lotsenfunktion. Bei der E-Überweisung wurde Nachbesserungsbedarf erkannt, Krankenkassen erhalten erweiterte Befugnisse zur Datennutzung, und Reallabore dürfen innovative Datennutzungskonzepte zeitlich befristet erproben.
Nicht zuletzt soll das GeDIG auch die deutsche Umsetzung des Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS) vorbereiten, dessen Übergangsfrist bereits zur Hälfte verstrichen ist – ein Umstand, der in der nationalen Gesetzgebung für zusätzlichen Zeitdruck sorgt. Ob der Entwurf hält, was er verspricht, bleibt abzuwarten, ein Gesetzgebungsverfahren dieser Tragweite ist erfahrungsgemäß kein Selbstläufer. Doch allein der Zeitplan lässt erahnen, welchen Stellenwert die Bundesregierung dem Thema beimisst.
Eine dritte Entwicklung vollzieht sich, ohne dass sie bislang gesetzlich forciert worden wäre: In den
Digitalisierung als Entlastung: Das ist die zentrale Botschaft der weiterentwickelten Digitalisierungsstrategie. Sie fußt auf drei Säulen: Eine modernisierte ePA als digitaler Begleiter, die systematische Nutzung von Gesundheitsdaten sowie den Einsatz von KI, insbesondere für administrative Aufgaben. Die konkreten Ziele: 20 Millionen ePA-Nutzer bis 2030, Datennutzung durch das Forschungsdatenzentrum Gesundheit, flächendeckende KI-Dokumentation in über 70 Prozent aller Einrichtungen bis 2028.

Praxen, seit Jahren geplagt von überlasteten Telefonleitungen, kommen immer häufiger KI-gestützte Telefonassistenten zum Einsatz. Diese verstehen freie Sprache, buchen Termine direkt im Praxisverwaltungssystem, erkennen Notfälle und leiten sie priorisiert weiter. Was 2025 noch als experimentelle Nischenlösung galt, ist 2026 in Fachkreisen bereits etablierte Praxis. Mit den „Healthcare Agents“ kündigt sich bereits die nächste Generation der KI-Assistenz an, die sich von starren Chatbots durch ein entscheidendes Merkmal unterscheidet: Sie verfügen über ein „Langzeitgedächtnis“, können patientenspezifische Daten langfristig erfassen, ihre Handlungen autonom planen, komplexe Probleme strukturieren, Aufgaben in Teilziele zerlegen und für die Lösung auf externe Werkzeuge zugreifen. Die Systeme handeln also, statt bloß zu antworten.
Auf Klinikebene ist die Euphorie noch gedämpft, der Bedarf an Struktur dafür umso größer. Nach Angaben aus der Branche setzen derzeit erst rund 18 Prozent der deutschen Kliniken produktiv auf KI-Systeme, ein Whitepaper des Fraunhofer IAIS empfiehlt Krankenhäusern deshalb ein dreistufiges Vorgehen aus Readiness-Prüfung, Strategie und kontrollierter Umsetzung. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft wiederum mahnt klare rechtliche Rahmenbedingungen, interoperable Daten und KI-fähige Infrastrukturen an – ein Fingerzeig darauf, dass technische Reife allein nicht genügt, wenn Governance und Recht hinterherhinken. Ähnliches vollzieht sich – wenn auch behäbiger – bei den Krankenhausinformationssystemen. Wo früher verbohrt an gewachsenen Insellösungen festgehalten wurde, gilt Interoperabilität mittlerweile als Mindestanforderung jeder Ausschreibung. Standards wie HL7 FHIR und ISiK sind dabei, sich vom technischen Fachjargon
zur Selbstverständlichkeit zu wandeln – wobei sie sich freilich ebenfalls erst im laufenden Betrieb beweisen müssen.
Verbindendes Element all dieser Entwicklungen ist ein plattformorientierter Grundgedanke, der sich durch die staatliche Digitalisierungsstrategie „Gemeinsam Digital 2026“ zieht. Dabei fungiert die elektronische Patientenakte als zentrale Versorgungsplattform, die Telematikinfrastruktur 2.0 als technisches Fundament, und das „PflegeCockpit“ kommt für die Pflegekassen als weiterer Baustein hinzu. Befeuert wird die Konsolidierung der Infrastruktur nicht zuletzt durch finanziellen Druck. Mit dem 2026 anlaufenden Krankenhaustransformationsfonds und den erstmals budgetwirksamen KHZG-Abschlägen von bis zu zwei Prozent je Fall wird Digitalisierung unmittelbar vergütungsrelevant. Wer digitale Dienste nicht rechtzeitig beauftragt oder in Betrieb genommen hat, zahlt künftig auch monetär einen Preis dafür, was so manches zögerliche Haus zum Umdenken bewegen dürfte. Ob sich aus alledem tatsächlich ein kohärentes Ökosystem formt oder lediglich neue Parallelstrukturen entstehen, wird sich erst noch herausstellen. Marktbeobachtungen jedenfalls attestieren der Branche einen tiefgreifenden Wandel, ohne dass sich bereits klare Gewinner herauskristallisiert hätten.
Was bleibt, ist ein Jahr, das sich nicht einer Schlagzeile, aber einem Anspruch unterordnen lässt: Die digitale Infrastruktur so zu stabilisieren, dass sie der finalen Belastungsprobe standhält.

Mehr unter: https://voge.ly/Digitalstrategie-2026
Autor: Stephan Augsten

ESET-Studie zeigt: HealthcareSecurity wird für Fachhändler, Systemhäuser und MSSPs zum Wachstumsmotor.
IT-Verantwortliche im Gesundheitswesen kennen die Risiken. Sie schützen eine IT, die längst vom Behandlungszimmer bis in die Cloud reicht und immer häufiger auch Medizingeräte umfasst. Vieles davon ist über Jahre gewachsen, nicht immer leicht zu aktualisieren und mit knappen Ressourcen zu betreiben. Doch reicht das noch aus, wenn Ransomware, gestohlene Zugangsdaten und veraltete Systeme gleichzeitig Druck machen?
Eine ESET-Studie, durchgeführt von Techconsult, zeigteineLückezwischen Sicherheitsgefühl und Cyber-Resilienz Befragt wurden 165 Entscheider aus Gesundheitsorganisationen, darunter 58 Krankenhäuser. Viele bewerten ihr Sicherheitsniveau positiv. Gleichzeitig war jedes fünfte Krankenhaus innerhalb eines Jahres von einer erfolgreichen Cyberattacke mit relevanten Folgen betroffen. Als größte Risiken gelten Ransomware, veraltete Systeme und Fachkräftemangel
Gefühlte Sicherheit reicht nicht
Für Kliniken beginnt moderne Cybersicherheit mit Transparenz. IT-Teams müssen erkennen, welche Systeme aktiv sind, wo Schwachstellen entstehen und welche Ereignisse sofort Aufmerksamkeit brauchen. In Kliniknetzen mit klassischer IT, Cloud-Diensten und vernetzten Medizin-geräten ist dieser Überblick unverzichtbar Damit aus Transparenz echte Reaktionsfähigkeit wird, braucht es Partner, die Sicherheitsereignisse kontinuierlich bewerten und im Ernstfall schnell unterstützen. Laut Studie setzt bislang nur gut ein Drittel der Krankenhäuser MDR ein. Hier wird
ESET MDR zum Servicebaustein für Partner: Es verbindet Plattform, XDR und kontinuierliche Expertenbewertung zu einem betreuten Schutzansatz. ESET PROTECT MDR bietet dafür einen erweiterten, KI-basierten 24/7-Service.



Vom Projekt zum Service Für Kliniken beginnt moderne Cybersicherheit mit Transparenz. IT-Teams müssen wissen, welche Systeme aktiv sind, wo Schwachstellen entstehen und welche Ereignisse sofort untersucht werden müssen. In Kliniknetzen mit klassischer IT, CloudDiensten und IoMT ist dieser Überblick unverzichtbar
Hierfür bildet die ESET PROTECT Plattform die Basis für Prävention, Erkennung und Verwaltung. ESET Inspect ergänzt die Plattform um XDR-Funktionen: Verdächtige Aktivitäten lassen sich tiefer analysieren, etwa wenn Angreifer gestohlene Zugangsdaten nutzen oder sich seitlich im Netzwerk bewegen.

Damit aus Transparenz echte Reaktionsfähigkeit wird, braucht es Partner, die Sicherheitsereignisse kontinuierlich bewerten und im Ernstfall schnell unterstützen. Laut Studie setzt bislang nur gut ein Drittel der Krankenhäuser MDR ein. Zugleich planen 85,5 Prozent, in EDR oder MDR zu

investieren oder diese Technologien auszubauen. Hier wird ESET MDR zum Servicebaustein für Partner: Es verbindet Plattform, XDR und kontinuierliche Expertenbewertung zu einem betreuten Schutzansatz.
Standardisierbare Schutzpakete
Auch kleinere Einrichtungen sind ein relevanter Markt. Arztpraxen und Gesundheitszentren brauchen keinen SecurityLeitstand Sie brauchen Schutz, der typische Einfallstore schliesst und den Praxisalltag nicht belastet. Dafür eignet sich das Prinzip des Multi Secured Endpoint. Der digitale Arbeitsplatz wird nicht nur gegen Malware abgesichert. Auch Zugänge, gespeicherte Daten und Cloud-Anwendungen werden einbezogen. ESET Endpoint Security, ESET Secure Authentication, ESET Full Disk Encryption und ESET Cloud Office Security ergeben so ein verständliches Angebot, das Fachhändler gut erklären und wiederholt umsetzen können.
Healthcare-Security wird damit zum Wachstumsmotor. Wer Gesundheitseinrichtungen dabei unterstützt, Risiken, Ressourcen und Versorgungsrealität zusammenzuführen, entwickelt sich vom Techniklieferanten zum Resilienzpartner. www.eset.de/healthcare

Der deutsche Health-IT-Markt bleibt auf Wachstumskurs: Für 2026 prognostiziert Statista einen Umsatz von rund 3,3 Milliarden Euro. Bis 2030 soll das Marktvolumen auf 4,14 Milliarden Euro steigen. Treiber der Entwicklung sind vor allem elektronische Gesundheitsakten, E-Rezepte und Lösungen für personalisierte Medizin.




Der globale Digital-HealthMarkt legt weiter deutlich zu. Besonders dynamisch entwickelt sich das Segment Internet der Dinge: Laut Statista stieg der weltweite Umsatz hier von 100 Milliarden US-Dollar im Jahr 2015 auf prognostizierte 933,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Auch mHealth, Telehealth und Health-IT wachsen kräftig.











Statista haben 60 Prozent scher KI-Aussagen, administrativen

Ärzte in Deutschland begegnen KI weiterhin mit Zurückhaltung. Laut n 60 Prozent Bedenken hinsichtlich der Korrektheit medizinisagen, etwa bei Diagnosen. Fast die Hälfte vertraut KI zwar bei ven Aufgaben, nicht jedoch bei medizinischen Entscheidungen.


Die Mehrheit der Patient:innen in Deutschland hält die Digitalisierung des Gesundheitswesens für zu langsam. Laut Statista sehen rund 70 Prozent Deutschland im internationalen Vergleich zurückfallen. Weniger als 20 Prozent zeigen sich mit dem aktuellen Stand der Digitalisierung im Gesundheitswesen zufrieden.


Franziska Scharpf, Vizepräsidentin der Bundesapothekerkammer.
Welche Aufgaben sollen oder dürfen Apotheken übernehmen? Dazu gibt es vonseiten der Apotheker- und Ärzteschaft konträre Meinungen.
Die Apotheken sehen sich als zentrale Schnittstelle im Versorgungssystem, und zwar auch in der Primärversorgung. „Wir bringen die Versorgungsrealität ein – jeden Tag, flächendeckend und nah an den Patientinnen und Patienten. Bei uns laufen viele Informationen zusammen, von den Ärzten und auch aus der Pflege. Unsere Kompetenzen können deshalb viel stärker in patientenrelevante Entscheidungen einfließen“, sagte Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK), kürzlich im Rahmen des „pharmacon“-Kongresses.
BAK-Vizepräsidentin Franziska Scharpf sieht das ähnlich und äußerte sich positiv, was die geplante Abgabe von rezeptpflichtigen Arzneimitteln in Verantwortung von Apotheken anbelangt: „Das ist ein guter Schritt für die Apothekerschaft – sie entlastet auch die notärztliche Versorgung und vor allem die Patientinnen und Patienten. Wir machen die Pharmazie modern und patientennah.“ Und sie ergänzte: „Unsere Kompetenzen in der Versorgung der Patientinnen und Patienten werden in Zukunft noch stärker gefragt sein als bisher, zusätzlich zur Logistik.“
Die Apotheken bringen sich also in Position, präsentieren selbstbewusst ihre Kompetenzen und fordern eine zentrale Rolle ein. Ein aktuelles
Positionspapier der ABDA verdeutlicht diese Entwicklung: Die Apotheke als Anlaufstelle und Brückenbauerin, als Ergänzung zur (auch digitalen) Selbsteinschätzung, als Betreuerin nach Krankenhausentlassung und als „Point of Care“ für einfache Testungen.
Folgende Leistungsangebote kann sich die Apothekerschaft gemäß Positionspapier, teilweise verstärkt, vorstellen:
y Aufklärung und Information: individuelle Beratung, präventive Angebote (erweitertes Impfangebot, Raucherentwöhnung, HerzKreislauf-Früherkennung, besondere Lebensphasen), Unterstützung bei digitalen Tools (elektronische Patientenakte, Digitale Gesundheitsanwendungen)
y Anlaufstelle: Apotheke als weitere Versorgungsebene bei unkomplizierten Beschwerden und nach digitaler Ersteinschätzung, Unterstützung bei akuter Symptomatik und gegebenenfalls Selbstmedikation, Angebot von Videosprechstunden und assistierter Telemedizin
y „Point of Care“-Testungen: Probenabnahme (Abstrich, Speichel, Urin, Kapillarblut), gegebenenfalls inklusive Arzneimittelabgabe
Die Apotheken möchten beim Zugang und der Nutzung digitaler Tools – wie der elektronischen Patientenakte – unterstützen.
y Versorgung akuter, unkomplizierter Beschwerden inklusive Abgabe verschreibungspflichter Arzneimittel bei Erkrankungen wie Allergien, Konjunktivitis, Sinusitis, Rachenentzündung
y Betreuung nach Krankenhausentlassung
y Unterstützung bei der Routineversorgung: Pflege des elektronischen Medikationsplans inklusive Check zur Arzneimitteltherapiesicherheit, Reminder-Service und Monitoring (Messung von Blutdruck, Blutzucker, Blutfettwerten)
„Apothekerinnen und Apotheker sind bereit, in der Primärversorgung mehr Verantwortung zu übernehmen und die dafür notwendigen Veränderungen aktiv mitzugestalten“, heißt es dazu.

Aus der Ärzteschaft kommt Gegenwind. Der Virchowbund, Verband der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e. V., spricht von einem „gefährlichen Spiel“. Die Apothekerschaft kombiniere die eigene Kompetenzausweitung mit einer Bagatellisierung von Versorgung. „Wenn die organisierte Apothekerschaft jetzt in die Diagnostik durch anlasslose Testungen und in die Versorgung durch Direktabgabe von Medikamenten bei Allergien, Konjunktivitis oder Rachenentzündung einsteigen will, verlässt sie ihre Kernaufgabe und
Mehr unter: http://bit.ly???????????
Autor: Name Nachname

greift mit der Bestimmung von Diagnose und Therapie in den ärztlichen Bereich ein“, betont der Bundesvorsitzende des Virchowbundes, Dr. Dirk Heinrich.
Zu jeder Testung gehöre eine ärztliche Abklärung, jede Diagnose müsse von einem Arzt gestellt werden, und auch die Verlaufskontrolle sei eine ärztliche Aufgabe. „Die eigenständige Zuschreibung von ärztlichen Qualifikationen führt folglich bei den Apothekern, aber auch bei den Ärzten, zu einer Marginalisierung von Versorgung und zur Deprofessionalisierung beider akademischen Heilberufe. Denn auch hier gilt: ‚Wer alles machen will, der macht nichts richtig gut‘“, warnt Dr. Heinrich. Kernaufgabe der Apotheken sei eine sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln. „Diese Baustelle besteht immer noch und sie erscheint mir momentan die größere für die Apotheker zu sein“, so der Virchowbund-Chef.
Auch der Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands (BVA) und die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft sehen das Positionspapier der ABDA kritisch. Das im Papier zitierte Beispiel der Selbstbehandlung einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) sei keinesfalls so trivial, wie die Apothekerschaft annehme. „Entgegen jeder Vernunft und Verantwortung“, kritisiert Daniel Pleger, erster Vorsitzender des BVA, die Vorstellungen in dem Positionspapier. „Eine Konjunktivitis ist eine Diagnose und diese kann und darf nur augenfachärztlich gestellt werden – zudem empfehlen wir die Anschaffung einer Spaltlampe und eine gute Berufshaftpflicht“, fügte Pleger hinzu.
Der Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten e.V. weist die Forderung der ABDA zurück, Apotheken künftig als tragende Anlaufstelle in einem Primärversorgungssystem zu etablieren. „Wer Primärversorgung auf niedrigschwellige Erreichbarkeit reduziert, hat den Kern medizinischer Versorgung nicht verstanden“, kommentiert BDI-Präsidentin Christine Neumann-Grutzeck. „Primärversorgung bedeutet Anamnese, körperliche Untersuchung, Differenzialdiagnostik, Befundbewertung, Therapieentscheidung, Verlaufskontrolle und Verantwortung. Das ist ärztliche
Aufgabe und lässt sich nicht an den Apothekentresen verlagern.“ Die Rolle der Apotheken als Partner bei Arzneimittelabgabe, Arzneimitteltherapiesicherheit und Beratung sei unverzichtbar. Daraus folge jedoch nicht, Apotheken zu einer zusätzlichen Versorgungsebene für Ersteinschätzung, Testungen, Monitoring chronischer Erkrankungen oder Arzneimittelabgabe ohne ärztliche Einbettung auszubauen. „Bei allem Verständnis für die schwierige wirtschaftliche Lage vieler Apotheken: Die Lösung kann nicht darin bestehen, immer neue ärztliche Aufgaben als Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Apotheken zu definieren“, erläutert Neumann-Grutzeck. „Wer ärztliche Aufgaben übernehmen will, braucht eine (fach-) ärztliche Aus- und Weiterbildung.“
Besonders kritisch sieht der Verband die Vorschläge, Apotheken in digitale Ersteinschätzungssysteme einzubinden, Point-of-Care-Testungen auszuweiten, chronische Erkrankungen standardisiert zu monitoren oder verschreibungspflichtige Arzneimittel bei vermeintlich unkomplizierten Beschwerden direkt abzugeben. „Gerade in der Inneren Medizin sind vermeintlich einfache Beschwerden häufig nicht einfach“, betont Neumann-Grutzeck. „Atemnot, Schwindel, Infektzeichen, Brust- oder Bauchschmerzen sowie Laborbefunde sind keine standardisierten Apothekenfälle. Dahinter können harmlose Ursachen stehen, aber ebenso ernsthafte Erkrankungen. Entscheidend ist nicht der Test oder der Messwert, sondern die medizinische Einordnung nach ärztlicher Untersuchung.“
Trotz aller Kritik: Die Rolle der Apotheken hat sich bereits verändert. Mit dem Digital-Gesetz (DigiG) wurde der Weg frei gemacht für assistierte Telemedizin. Seit 1. Juli 2026 können Apotheken in ihren Räumlichkeiten Videosprechstunden mit Arztpraxen und/oder digitale Ersteinschätzungsverfahren anbieten und abrechnen. Ob Apotheken über diese technische Assistenz hinaus weitere Versorgungsleistungen anbieten werden, ist noch in der Diskussion.

Digitale Patientenakten, Telemedizin, cloudbasierte Anwendungen und vernetzte Medizintechnik gehören heute zum Alltag vieler Gesundheitseinrichtungen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Datenschutz, IT-Sicherheit und Verfügbarkeit – bei oft begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen. Ob Arztpraxis, Medizinisches Versorgungszentrum, Pflegeeinrichtung oder Krankenhausverbund: Digitale Prozesse und wachsende Compliance-Vorgaben erhöhen die Komplexität moderner IT-Umgebungen. Gefragt sind daher Lösungen, die Sicherheit, Performance und eine einfache Verwaltung zuverlässig miteinander verbinden.
Wenn das Netzwerk zur kritischen Infrastruktur wird Mitarbeitende benötigen jederzeit Zugriff auf Anwendungen und Daten, während immer mehr Prozesse über die Netzwerkinfrastruktur abgewickelt werden. Diese Infrastruktur wird damit zur Grundlage der digitalen Gesundheitsversorgung und zu einem entscheidenden Faktor für den reibungslosen Betrieb.
Eine Plattform statt vieler Einzellösungen
In vielen Einrichtungen bestehen Netzwerke aus Lösungen unterschiedlicher Hersteller Das erhöht die Komplexität und erschwert die Verwaltung Mit Omada verfolgt TP-Link einen integrierten Ansatz. Sicherheit, WLAN und Management werden auf einer gemeinsamen Plattform zusammengeführt. So entsteht eine

durchgängige Infrastruktur, die sich nicht nur zentral verwalten, sondern auch flexibel erweitern lässt.
Vier Bausteine für eine moderne Gesundheits-IT
Omada Gateways bilden die Sicherheitsbasis der Infrastruktur Sie vereinen FirewallFunktionen, VPN-Anbindungen zwischen Standorten und sicheren Fernzugriff Besonders wichtig im Gesundheitswesen ist die Netzwerksegmentierung: Verwaltungsnetzwerke, medizinische Geräte, Gebäudetechnik sowie Patienten- und GästeWLANs lassen sich klar voneinander trennen und individuell absichern. Über den Omada SDN Controller können Richtlinien und Konfigurationen zentral verwaltet werden. Omada Switches bilden das leistungsfähige Rückgrat der Infrastruktur Für größere

Einrichtungen und Campus-Umgebungen bietet die S7500-Serie leistungsstarke Coreund Aggregation-Switches mit hoher Portdichte sowie 10G-, 25G- und 100G-Uplinks Redundanz- und Stacking-Konzepte sorgen für hohe Verfügbarkeit und ermöglichen eine flexible Skalierung
Omada Access Points ergänzen die Infrastruktur um eine zuverlässige WLAN-Versorgung für Mitarbeitende, Patienten und Besucher Sicherheits- und Netzwerkrichtlinien lassen sich dabei konsistent über kabelgebundene und drahtlose Verbindungen hinweg umsetzen.
Die Grundlage für die digitale Gesundheitsversorgung
Die Herausforderungen im Gesundheitswesen werden weiter wachsen. Umso wichtiger ist eine Infrastruktur, die Sicherheit, Leistung und einfache Verwaltung in einer integrierten Lösung vereint.
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Der De-facto-Standard für Krankenhausinformationssysteme, SAPs IS-H, wird nicht mehr weiterentwickelt. Die Suche nach einer Nachfolgelösung gestaltet sich für viele Versorgungseinrichtungen schwierig. Aber nicht unmöglich.

Im Oktober 2022 zog SAP den Stecker – zumindest strategisch. Der Konzern aus Walldorf verkündete, keine S/4HANA-Nachfolgelösung für sein Branchenmodul IS-H (Industry Solution Healthcare) zu entwickeln. Für Hunderte deutsche Krankenhäuser, die seit Jahrzehnten auf SAP IS-H für Patientenverwaltung und Abrechnung setzen, begann damit eine Zeitenwende. Der Mainstream-Support endet 2027, eine erweiterte Wartung läuft bis Ende 2029 – danach ist Schluss.
Als Konsequenz stehen rund 250 Kliniken, die IS-H in Kombination mit Oracle Cerners klinischem Arbeitsplatzsystem i.s.h.med betreiben, vor einer strategischen Grundsatzentscheidung. Migrieren oder modernisieren? Und wenn ja, wohin? Die DSAG (Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe) warnt seit mehreren Monaten vor wachsenden Abhängigkeiten sowie mangelnder Planungssicherheit. Für viele Häuser sei ein vollständiger Wechsel der Krankenhausinformationssysteme bis 2029 oder 2030 schlicht und ergreifend nicht realisierbar – weder personell noch strukturell und insbesondere nicht finanziell.
Dabei ist das SAP-Ende nur eines der sichtbarsten Indizien eines Umbruchs, der den gesamten KIS-Markt erfasst hat. Die KHZG-Fördermittel (Krankenhauszukunftsgesetz) haben Digitalisierungsprojekte beschleunigt, die verpflichtende TI-Anbindung seit 2025 erhöht nach und nach den Integrationsdruck, und Cloud- sowie KITechnologien verändern die Architektur-Anforderungen grundlegend. Gleichzeitig drängen neue Akteure auf den Markt: Das Münchner Startup Avelios Medical etwa sammelte 30 Millionen Euro für sein KI-basiertes „KIS 2.0“ ein, während die US-amerikanische Epic Systems mit einem Großauftrag für die Charité Berlin erstmals in Deutschland Fuß fasst.
Oder anders ausgedrückt: Der deutsche KISMarkt erlebt seine wohl dynamischste Phase seit zwei Jahrzehnten. Rund 300 KIS-Neuvergaben erwartet die Branche für die kommenden Jahre. Für Klinikgeschäftsführungen, IT-Leitungen und Einkaufsverantwortliche ist die Frage daher nicht mehr ob, sondern wann und mit wem sie den Wechsel vollziehen werden. Die folgende Markt-

übersicht bildet den Stand Mitte 2026 ab – mit beinahe allen relevanten Anbietern und deren strategischer Ausrichtung.
Der Gesamtumsatz im KIS-Segment stieg 2025 auf geschätzte 353 Millionen Euro – ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Wachstumstreiber können mit SAP-IS-HMigrationen, KHZG-geförderten Modernisierungsprojekten und dem Trend zu Cloud- und SaaS-Modellen klar benannt werden. Technologisch bewegt sich der Markt dabei in drei Richtungen: Cloud-native Architekturen mit Microservices, KI-Integration in klinische Workflows und FHIR-basierte Interoperabilität als Standard. Man könnte auch sagen, dass die Zeiten monolithischer On-PremisesSysteme zu Ende gehen – wenngleich die Realität in vielen Serverräumen wohl noch anders aussieht.
Dedalus HealthCare ist seit der Übernahme von Agfa HealthCare im Jahr 2020 der mit Abstand installationsstärkste KIS-Anbieter in Deutschland, versorgt mit seinem System ORBIS rund 850 Kliniken hierzulande – im gesamten DACH-Raum sind es etwa 900 Einrichtungen. Der Umsatz im deutschsprachigen Markt überschritt 2024 die Marke von 400 Millionen Euro. Allein 2024 gewann Dedalus zehn Neukunden, darunter das Klinikum Nürnberg, das die ORBIS-Einführung für 2025 und 2026 plant.
Das strategische Zugpferd für die kommenden Jahre heißt ORBIS U – die nächste Plattformgeneration. Sie ist vollständig webbasiert, läuft ohne lokale Client-Installation und lässt sich wahlweise On-Premises, im Service-Rechenzentrum oder in der Public Cloud (unter anderem auf AWS) betreiben. Funktional bleibt der Anspruch ein ganzheitlicher: ORBIS deckt medizinische Dokumentation, Pflege, Diagnostik (inklusive PACS-Integration), Fachabteilungen wie Onkologie, Psychiatrie und Rehabilitation sowie die komplette administrative Seite mit Fakturierung, Medizincontrolling und Ressourcenmanagement ab.
CompuGroup Medical (CGM) ist mit geschätzten 850 Installationen und einem selbst deklarierten Marktanteil von rund 20 Prozent der
zweite große Platzhirsch im deutschen KISMarkt. Der Koblenzer Konzern erzielte 2025 einen Gesamtumsatz von 1,213 Milliarden Euro – ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr – und bedient mit seinem Portfolio sowohl den ambulanten als auch den stationären Sektor.
Im Klinikbereich positioniert CGM zwei zentrale Produkte: CGM MEDICO als etabliertes, modular erweiterbares KIS und CGM CLINICAL als Cloud-fähige Neuentwicklung auf Basis der offenen G3-Technologieplattform. CGM CLINICAL integriert klinische Workflows, Abrechnung und Dokumentenmanagement in einer Oberfläche und richtet sich explizit an Häuser, die von SAP IS-H migrieren. Das Modul CGM CLINICAL RCM (Revenue Cycle Management) dient als direkter IS-H-Nachfolger für die Patientenabrechnung.
Die Nexus AG aus Donaueschingen hat sich als dritte Kraft im deutschen KIS-Markt etabliert und wächst – relativ betrachtet – schneller als die meisten Wettbewerber. 326 deutsche Kliniken setzen Mitte 2026 auf das Nexus-KIS, 2024 kamen 29 Neukunden hinzu, 2025 weitere elf. Weltweit bedient das Unternehmen über 10.000 Kunden in 70 Ländern. Der Fokus im Heimatmarkt liegt auf Krankenhäusern mittlerer Größe mit 400 bis 800 Betten – ein Segment, das von den Großanbietern oftmals weniger intensiv bearbeitet wird. Das aktuelle System NEXUS/KISNG setzt auf modulare, interoperable Architektur: Klinische und administrative Prozesse sind in einer Plattform integriert, die sich durch individuelle Oberflächen an unterschiedliche Nutzeranforderungen anpassen lässt. Zu den Kernmodulen gehören eine digitale Patientenkurve, Therapieplanung, Medikationsmanagement sowie das Archiv- und Dokumentenmanagementsystem PEGASOS. Für Rehabilitationszentren bietet Nexus mit NEXUS/REHA KISNG eine spezialisierte Lösung – die MEDIAN-Gruppe rüstete 2025 neun Standorte damit aus.

Meierhofer, inhabergeführt und mit rund 400 Mitarbeitenden eines der mittelständischen Schwergewichte der deutschen KIS-Landschaft, betreibt sein M-KIS in über 250 medizinischen Einrichtungen im DACH-Raum. Der
Umsatz lag 2025 bei 41 Millionen Euro, Tendenz steigend. Was das Münchner Unternehmen derzeit besonders relevant macht, ist, dass es eine vollständige Abrechnungslösung als SAP-IS-HNachfolger entwickelt hat und diese seit Anfang 2026 produktiv in mehreren Kliniken im operativen Einsatz hat.
Die M-KIS-Abrechnung durchlief 2024 und 2025 diverse Pilotphasen bei vier Kunden und ersetzt einige IS-H-Funktionen vollständig. Unter anderem können die Validierung, Rechnungserstellung und §301-SGB-V-Kommunikation für stationäre und ambulante Fälle eins zu eins übernommen werden. Ergänzt wird sie durch das seit 2022 im DACH-Raum etablierte M-KIS-Patientenmanagement für Aufnahme, Entlassung und Verlegung. Zusammen bilden beide Module einen integrierten IS-H-Nachfolger – sowohl für bestehende M-KIS-Kunden als auch für i.s.h.medHäuser, die ihr gesamtes KIS ersetzen möchten.
Oracle Cerner – das seit der Übernahme durch Oracle im Jahr 2022 als Oracle Health firmiert –betreibt mit i.s.h.med eines der am weitesten verbreiteten klinischen Arbeitsplatzsysteme (KAS) in deutschen Krankenhäusern. Rund 250 Installationen zählt das System hierzulande. Doch i.s.h.med ist untrennbar mit SAP IS-H verwoben. Es läuft auf der inzwischen abgekündigten SAPECC-Infrastruktur. Das SAP-IS-H-Ende trifft Oracle Cerner damit direkt. Die Antwort von Oracle: Bestandssicherung durch SupportVerlängerung. Die On-Premises-Wartung für i.s.h.med wurde bis 2030 zugesichert. Wer auf die Oracle Cloud Infrastructure (OCI) migriert, erhält eine Supportzusage bis 2035. Parallel bewirbt Oracle das i.s.h.med Model System als modernisierte Variante für KHZG-geförderte Projekte – die AMEOS-Gruppe etwa digitalisiert damit über 30 Kliniken. Insgesamt begleitet Oracle Health nach eigenen Angaben mehr als 70 KHZG-Projekte in Deutschland.
Telekom Healthcare Solutions, die Gesundheitssparte von T-Systems, versorgt mit iMedOne etwa 250 Kliniken in Deutschland. Über 100.000 Nutzer arbeiten weltweit mit dem System, das als modulares KIS klinische Dokumentation, administrative Prozesse und Patientenversorgung in einer Plattform bündelt. Die Kundenbasis reicht von Einzelhäusern bis zu Klinikverbünden. Funktional setzt Telekom Healthcare stark auf mobile Anwendungen. Die iMedOne Mobile App ermöglicht Tablet-gestützte Dokumentation direkt am Patientenbett – inklusive Fotodokumentation, Diktat und Spracherkennung. KI-Funktionen wie eine Sepsis-Früherkennung ergänzen das klinische Modul. Die TI-Integration (KIM, ePA, E-Rezept, TI-Messenger) ist seit 2025 vollständig durchgeführt.
Der strategisch bedeutsamste Schachzug ist die Abrechnungslösung iMedA. Seit 2025 verfügbar, ersetzt sie SAP IS-H direkt innerhalb der iMedOne-Umgebung. Für die rund 250 Bestandskunden bedeutet das, dass kein Systemwechsel vonnöten wäre, um die IS-H-Abhängigkeit zu lösen. Telekom Healthcare signalisiert zudem, iMedA perspektivisch auch für Nicht-iMedOne-Kunden zu öffnen.

Mesalvo Mannheim – bis zur Umbenennung 2022 als i-SOLUTIONS Health bekannt und Tochtergesellschaft der Mesalvo Group – hat sich mit dem KIS ClinicCentre und der übergeordneten HealthCentre-Plattform als relevanter Akteur für die Regelversorgung bis hin zu Universitätskliniken positioniert. Rund 150 Kliniken in Deutschland setzen die Mesalvo-EMR-Plattform ein. Das Unternehmen erzielte 2025 nach eigenen Angaben ein Rekordjahr. 80 Go-Lives, 48 gewonnene Großprojekte und zwölf Krankenhäuser, die mit Health-
Centre Admin & Billing sowie klinischen Modulen produktiv gingen. ClinicCentre basiert auf einer PostgreSQL-Datenbank und integriert klinische sowie administrative Prozesse in einer multimedialen elektronischen Patientenakte. Für die Verwaltung stehen Patientenmanagement, dynamische Dokumentation und ein eigenes ERPModul (BusinessCentre) bereit.
Die AMC Holding aus Hamburg nimmt eine Sonderrolle im deutschen KIS-Markt ein. Ihr System CLINIXX ist seit 2004 vollständig webbasiert – zu einem Zeitpunkt, als die meisten Wettbewerber noch auf Fat-Client-Architekturen setzten. Mitte 2026 betreiben über 70 Kliniken CLINIXX, und der Wachstumskurs beschleunigt sich: Sieben Neukunden kamen 2025 hinzu, vier weitere allein im Januar 2026. AMC selbst prognostiziert für 2026 ein Umsatzplus von 25 Prozent.
CLINIXX ist browserbasiert, mobil nutzbar und deckt als Vollsystem Patientenmanagement, Abrechnung (DRG, PEPP, ambulantes Operieren, Privatabrechnung) sowie klinische und administrative Workflows ab. Beim Deployment bietet AMC hohe Flexibilität. On-Premises, Cloud über AWS, Telekom, Microsoft oder Synaforce – die Wahl liegt beim Kunden. Das Fachklinikum Mainschleife ging im Januar 2023 als erstes deutsches Krankenhaus mit einem vollständig in der AWSCloud betriebenen KIS live.

Avelios Medical ist der jüngste und zugleich wohl ambitionierteste Neuzugang im deutschen KISMarkt. Gegründet 2020 aus einem KI-Forschungsprojekt des LMU Klinikums München, entwickelt das Start-up ein modulares, Cloud-natives „KIS 2.0“, das klinische und administrative Prozesse von Grund auf daten- und KI-zentriert denkt. Im Januar 2026 sicherte sich Avelios eine Finanzierungsrunde über 30 Millionen Euro. Zu den Kunden zählen 15 Organisationen mit insgesamt über 70 Krankenhäusern – darunter die Sana Kliniken, das LMU Klinikum München und die Medizinische Hochschule Hannover.
Der technologische Ansatz unterscheidet sich stark von der Konkurrenz. Avelios generiert automatisch bis zu 2.000 strukturierte Datenpunkte pro Behandlung – ein Vielfaches dessen, was klassische KIS-Systeme erfassen. Diese Datengrundlage ermöglicht KI-gestützte Automatisierung von der Dokumentation und Patientenaufnahme, über die Abrechnung bis hin zur Terminplanung.
Dadurch können laut Angaben des Unternehmens mehr Patienten pro Tag bei besserer Datenqualität behandelt werden.
Im Dezember 2025 schloss die Charité – Europas größte Universitätsklinik – die Vergabe für ein neues KIS ab. Der Zuschlag ging an Epic Systems, den weltweit größten KIS-Anbieter mit über 3.000 Installationen und Hauptsitz in Verona, Wisconsin. Für den deutschen Markt ist das ein Novum. Die Charité wird die erste Klinik hierzulande sein, die ein Epic-System im Vollbetrieb nutzt. Die Kosten belaufen sich auf rund 200 Millionen Euro über zehn Jahre, finanziert durch eine Kreditermächtigung von bis zu 400 Millionen Euro, die durch eine Novelle des Berliner Universitätsmedizingesetzes ermöglicht wurde.
Die vollständige Einführung ist bis Ende 2029 geplant. Epic ersetzt dabei ein älteres SAP-System, das die Charité bereits seit rund 20 Jahren betreibt und dessen Support ausläuft. Die Charité begründet die Entscheidung mit Stabilität, Skalierbarkeit, Forschungseignung und KI-Integrationsfähigkeit. Die Server werden in Deutschland beziehungsweise der EU betrieben, die DSGVOKonformität sei laut Epic sichergestellt.
Für den deutschen KIS-Markt hat die CharitéEntscheidung Signalwirkung. Befürworter sehen in Epic das technologisch reifste System weltweit, mit Referenzen bei NHS-Trusts in Großbritannien, skandinavischen Krankenhäusern und USTopkliniken. Kritiker hingegen warnen vor einer strategischen Abhängigkeit von einem US-Anbieter: Digitale Souveränität, Datenschutzrisiken durch den US Cloud Act und die fehlende Anpassung an deutsche Abrechnungsspezifika sind wiederkehrende Gegenargumente.
Stand Mitte 2026 gibt es keine weiteren bestätigten Epic-Aufträge in Deutschland. Wenn die Charité-Implementierung gelingt, dürfte Epic jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit weitere Universitätskliniken und Maximalversorger adressieren – in einem Segment, in dem die etablierten deutschen Anbieter am verwundbarsten sind.

Mehr unter: https://voge.ly/MarktübersichtKIS
Autor: Johannes Kapfer



Vom Papier-EKG zur intelligenten
Onkologie: Wie Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Patienten von neuen Technologien profitieren – und warum das Fundament oft noch fehlt.
Das Versprechen klingt verlockend: Künstliche Intelligenz könnte mehr Zeit für Patienten schaffen, die Qualität der Arbeit steigern und letztendlich Leben retten. Doch wer hinter die Kulissen blickt, erkennt: Zwischen Versprechen und Wirklichkeit klafft noch eine erhebliche Lücke. Das deutsche Gesundheitswesen steht beim Thema KI im internationalen Mittelfeld und kämpft dabei mit Herausforderungen, die weit vor dem KI-Einsatz beginnen.
Das wahre Nadelöhr ist die Infrastruktur. „Viele KI-Initiativen scheitern nicht an der Technologie selbst, also an den KI-Modellen, sondern an den strukturellen Voraussetzungen“, schreibt Volker Brendel, Associate Partner bei Kyndryl Deutschland, in einem Gastbeitrag für Healthcare Digital. Veraltete Systeme, fragmentierte Datenlandschaften und fehlende Betriebsresilienz bremsten den Fortschritt – oft, bevor er im klinischen Alltag überhaupt ankomme. Der Kyndryl Healthcare Readiness Report 2025 untermauert diese Einschätzung mit einer ernüchternden Zahl: Fast zwei Drittel der befragten Führungskräfte im Gesundheitswesen (65 %) bezweifeln, dass ihre IT auf künftige Risiken vorbereitet ist.
Das ist ein strukturelles Thema. Unterschiedliche EHR-Systeme, proprietäre Schnittstellen, Insellösungen und redundante Datenhaltung prägen den Alltag vieler Krankenhäuser. In einigen Häusern laufen kritische Komponenten, deren Herstellersupport bereits ausgelaufen ist. Geplante Systemablösungen – etwa von SAP oder IS-Health – machen größere KI-Projekte schwierig. Brendel bringt es auf den Punkt: „Kein noch so leistungsfähiges Modell kann diese strukturellen Defizite kompensieren. Es wird wahrscheinlich scheitern.“ Ein weiteres Problem ist die Datenverfügbarkeit. Das eigentliche Problem sei dabei nicht die fehlende Datenmenge, so Brendel, sondern
mangelnde „Datenfähigkeit“: die Fähigkeit, die richtigen Daten strukturiert, qualitätsgesichert, interoperabel und sicher nutzbar zu machen.
Eine wachsende Bedrohung von außen gesellt sich zu den strukturellen Herausforderungen. Cyberangriffe auf Kliniken nehmen zu, und sensible Patientendaten sind ein begehrtes Ziel. Wie man dieser Bedrohung wirksam begegnen kann, zeigt das Klinikum Garmisch-Partenkirchen. „Wir hatten eine sehr in die Jahre gekommene Infrastruktur und mussten aus Sicherheitsgründen alles austauschen“, erinnert sich Tony Liersch, Teamleiter IT-Infrastruktur & Support beim Klinikum. Die Lösung kam von Dell Technologies, implementiert durch den Spezialisten MentIQ: eine zentral gesteuerte Datensicherungsplattform auf Basis von Dell PowerProtect Data Manager sowie den Speichern Dell PowerProtect Data Domain 6900 und 6400, ergänzt durch einen isolierten Cyber Recovery Vault. Dessen Air-GapTechnologie funktioniert wie eine Brandschutztür: Netzwerkverbindungen werden ausschließlich zu bestimmten Zeiten von innen heraus geöffnet und schließen sich danach automatisch. Selbst bei einem erfolgrei-
„Sensible Patienten- oder Forschungs daten sind ein begehrtes Ziel. Doch nicht nur die zunehmende Bedrohung durch Cyberangriffe ist ein Problem, sondern auch die rasant wachsenden Datenmen gen. Und diese werden durch den Einsatz von KI immer größer."
Neubauer, Field Director Healthcare bei Dell Technologies Deutschland



Wir setzen die IT-BUSINESS-Initiative „KI gegen Krebs“ 2026 im Rahmen des Wissenschaftsjahres „Medizin der Zukunft“ fort. Im Fokus steht nach wie vor das Forschungsprojekt zur CAR-T-Zelltherapie am Universitätsklinikum Würzburg, bei dem KI neue Chancen in der Krebsbehandlung eröffnet. Durch die Einbindung Künstlicher Intelligenz entstehen Therapien, die gezielter, verträglicher und nachhaltiger wirken sollen. Langfristig trägt diese Arbeit dazu bei, immer mehr Menschen eine wirksame, personalisierte Behandlung zu ermöglichen.
Unser gemeinsames Ziel mit der Vogel Stiftung: Spenden für die Krebsforschung zu sammeln.
WERDEN AUCH SIE TEIL UNSERER INITIATIVE!
Nennen Sie uns interessante Projekte und Use Cases aus dem medizinischen Umfeld.
Wir publizieren diese gerne. mailto:sylvia.loesel@vogel.de
Spenden Sie direkt: https://www.vogel-stiftung.de/
chen Angriff bleibt dieser Bereich für Hacker unerreichbar. Marten Neubauer, Field Director Healthcare bei Dell: „Sensible Patienten- oder Forschungsdaten sind ein begehrtes Ziel. Doch nicht nur die zunehmende Bedrohung durch Cyberangriffe ist ein Problem, sondern auch die rasant wachsenden Datenmengen. Und diese werden durch den Einsatz von KI immer größer.“ Das Ergebnis des rund neunmonatigen Modernisierungsprojekts: hohe Cyberresilienz durch Unveränderbarkeit der Daten, ein performantes Speichersystem mit hoher Datenreduktionsrate und ein vereinfachtes Management. Ein internes Audit durch Fachkollegen der Sana Kliniken bestätigte die Qualität der Umsetzung ausdrücklich. Dieses Modell kann als Blaupause für alle Gesundheitseinrichtungen dienen, die ihre Cyberresilienz ernsthaft stärken wollen.
Von Papier zu Pixel, denn nicht alle Digitalisierungsprojekte müssen mit großem Aufwand verbunden sein. Bei den Berliner Vivantes-Kliniken werden seit Mai 2025 12-Kanal-Ruhe-EKGs in den Notaufnahmen und kardiologischen Bereichen digital erfasst. Inzwischen sind 110 Geräte im Einsatz. Statt eines Papierausdrucks werden die Daten direkt ins Krankenhausinformationssystem (KIS) übertragen und stehen Ärztinnen und
Ärzten sofort zur Verfügung – abrufbar von jedem Arbeitsplatz. Pro Tag werden mehr als 700 digitale Ruhe-EKGs aufgezeichnet. Im zweiten Halbjahr 2025 summierten sich die digitalen Untersuchungen auf 120.000 – was einem eingesparten Papierstapel von 32 Metern entspricht, höher als das Brandenburger Tor. Die Dokumentationsrate im KIS stieg um rund 60 Prozent. „Früher erzeugten wir viele Ruhe-EKGs auf Papier, die sich im klinischen Alltag nicht immer konsequent in strukturierte Befundprozesse und die digitale Dokumentation überführen ließen“, erklärt Prof. Dr. Stephan Kische, Chefarzt der Klinik für Kardiologie am Vivantes Klinikum. Die digitalen EKG-Daten sollen künftig auch KI-gestützte Auswertungen ermöglichen. Die Basis dafür ist gelegt.
Besonders vielversprechend sind die Einsatzszenarien von KI in der Krebsmedizin. Gleich mehrere Projekte zeigen, wie tiefgreifend die Technologie die onkologische Versorgung verändern kann. In Nordrhein-Westfalen läuft seit 2024 das Verbundprojekt KIMONA. Das Ziel: Die Meldung von Krebsfällen an das Landeskrebsregister NRW effizienter zu gestalten. Das Problem: Aktuell müssen rund 62 Prozent der Datenfelder händisch zusammengetragen werden. Viele wichtige Informationen verstecken sich zudem in Arzt-
briefen und anderen Freitextdokumenten. Mithilfe moderner Sprachmodelle sollen medizinische Texte künftig automatisiert analysiert und relevante Informationen extrahiert werden. „Mit KIMONA wollen wir Dokumentationsprozesse erleichtern und hochwertige Daten für Forschung und Versorgung bereitstellen“, erläutert Projektkoordinator LarsThorben Moos vom IT-Team des CIO Köln.
Zwei Projekte des Europäischen Instituts für Onkologie (IEO) in Mailand in Kooperation mit Reply zeigen, wohin die Reise gehen kann. Die KI-Plattform X-RAIS integriert ein agentenbasiertes System, das Mammographien in Echtzeit analysiert, verdächtige Läsionen erkennt und als gut- oder bösartig klassifiziert. Ein KI-Agent erzeugt klinische Berichte; ein zweiter Agent priorisiert Fälle nach Dringlichkeit. Den Radiologen kommt dabei die Rolle der finalen Entscheidungsinstanz zu. Der „Human-in-the-Loop“-Ansatz ist das Herzstück des Systems.
Daneben digitalisiert das Projekt „Bianca“ die histopathologische und molekulare Diagnostik der IEO-Biobank. Die Kombination aus Digitalisierung und KI verbessere Qualität, Standardisierung und Reproduzierbarkeit erheblich und verkürze Befundzeiten. Über die konkreten Anwendungen hi naus bündeln Reply und das IEO ihre Kräfte für die Entwicklung domänen spezifischer Large Language Models speziell für die Onkologie – trainiert mit klinischen Berichten, diagnosti
„Viele KI-Initiativen schei tern nicht an der Technolo gie selbst, also an den KI-Modellen, son dern an den struk turellen Voraus setzungen"


Sebastian Geist, Marketing Director, Terra Connect
schen Bilddaten und strukturierten Informationen aus den Bereichen Brustonkologie, Uroonkologie und Krebsprävention.
Ein bundesweit einzigartiges Projekt startet in Schleswig-Holstein. In Kooperation mit der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel entwickelt die Landesregierung eine KI-gestützte digitale Pflegebedarfserhebung mit Frühwarnsystem. Das System führt Datensätze aus Kommunen, Pflegeeinrichtungen und Landesbehörden zusammen und aktualisiert sie kontinuierlich. Das Teilprojekt „Pflege-Prognose+“ entwickelt KIModelle zur fortlaufenden Prognose regionaler Pflegebedarfe; „Pflege-Monitor+“ visualisiert Daten und Prognosen in einem Dashboard. Ziel sei es, „weiße Flecken“ in der Pflegelandschaft zu identifizieren und Kommunen dynamische Daten für mehr Planungssicherheit bereitzustellen. Ökonomisch relevant ist die Bedarfsplanung für Seqly und datengetriebene Planung in der Praxis bewirken kann. Die Ausgangslage ist in vielen Häusern ernüchternd: Prognosefehler führen zu Überbeständen oder gefährlichen Lieferengpässen. Saisonale und bedingte Nachfrageschwankungen – etwa durch Grippewellen oder schwankende OP-Auslastungen –überfordern jede manuelle Planung. Besonders kostspielig ist das Verfalldaten-Management: Zwischen 8 und 12 Prozent der Einwegprodukte

werden vor ihrer Verwendung entsorgt. Die Lösung setzt auf ein strukturiertes Vier-Phasen-Modell. Die messbaren Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: Der Prognosefehler sank von 38 auf 22 Prozent, der Lagerbestand reduzierte sich von 45 auf 32 Tage, die Lieferfähigkeit stieg von 91 auf 97,5 Prozent, der Anteil verfallener Produkte fiel von 9,4 auf 3,1 Prozent – und der manuelle Planungsaufwand schrumpfte von 80 auf gerade noch 24 Stunden pro Monat. Noch direkter am Menschen setzt das Startup Lumalife an. Dessen Lösung „Luma“ ist ein sprachbasierter KIAvatar auf dem Smartphone, der Menschen mit Demenz bei Tagesstruktur, Routinen, Orientierung sowie Erinnerungen an Termine, Mahlzeiten und Medikamente unterstützt – und bei Bedarf auch selbst anruft. Ein biografiebasiertes Gedächtnissystem bindet persönliche Erlebnisse und Gewohnheiten kontextbezogen in Gespräche ein. Luma setzt auf eine niedrigschwellige, rein sprachbasierte Bedienung ohne komplexe Oberflächen und auf evidenzbasierte Prinzipien aus Demenzpflege und Biografiearbeit.
Serviceroboter: Einen eher bodenständigen, aber wirkungsvollen Ansatz verfolgen Reinigungs- und Serviceroboter in Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Sie unterstützen bei zeitintensiven Routineaufgaben in der Flächenreinigung, bei der Essensausgabe, beim Materialtransport oder bei der Geschirrrückgabe – und entlasten das Personal. Anbieter Terra Connect setzt dabei auf PremiumProdukte der Herstellerpartner Pudu, Gausium und Ikitbot, kombiniert mit eigenen Service-, Wartungs- und Finanzierungslösungen sowie Plattformansätzen für Flottenmanagement.
„Die Herausforderungen liegen in der Praxis meist weniger in der Technologie selbst, sondern vielmehr in der Integration in bestehende Prozesse – beispielsweise hinsichtlich Infrastruktur, Frischwasseranschlüssen, Ladezonen oder Betriebsabläufen.“
„Die Herausforderungen liegen in der Praxis weniger in der Technologie, sondern in der Integration in bestehende Prozesse – beispielsweise hinsichtlich Infrastruktur, Frischwasseranschlüssen, Ladezonen oder Betriebsabläufen“, erläutert Sebastian Geist, Marketing Director bei Terra Connect.
Fazit: Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht im KI-Modell allein. Er liegt im Fundament: in der Datenstrategie, der Systemarchitektur, der Cyberresilienz und der Bereitschaft zur konsequenten Modernisierung.


Ob im harten Industriealltag, in sensiblen medizinischen Bereichen – das Apple iPad hat sich als unverzichtbares Arbeitswerkzeug etabliert. Doch erst das richtige Zubehör verwandelt das Tablet in ein vollwertiges, sicheres Werkzeug. Urban Armor Gear (UAG) präsentiert zwei maßgeschneiderte Tastatur-Cases, die perfekt auf die Anforderungen moderner Workflows abgestimmt sind –inklusive nativem deutschem QWERTZ-Tastaturlayout.


Das Herzstück beider KeyboardVarianten ist die kabelgebundene USB-C-Verbindung zwischen Tastatur und Keyboard. Statt die Geräte mühsam per Bluetooth zu koppeln und separat aufzuladen, wird die Tastatur direkt mit dem iPad verbunden und ist sofort betriebsbereit. Das intelligente Energiemanagement schont dabei zusätzlich den iPad-Akku. Geschützt wird das Tablet nach MIL-STD-Standard für Falltests aus bis zu 2 Metern Höhe – mit erhöhtem Bildschirmrahmen, einer vollständig versiegelten Konstruktion und einer rutschfesten Gummibasis. Der magnetische Verschluss hält das iPad zuverlässig geschützt, wenn die Hülle geschlossen ist. Auch die Tastatur selbst ist auf intensiven Alltagseinsatz ausgelegt: vollständig spritzwassergeschützt, mit ausfallsicherer Tastenkonstruktion und einem reaktionsschnellen Multi-TouchTrackpad für ein echtes Laptop-Tippgefühl. Der integrierte USB-C-Hub lädt das iPad mit bis zu 30 Watt und erlaubt gleichzeitig den Anschluss von USB-C-Zubehör, USB-A-Geräten wie Mäusen sowie Kopfhörern über die 3,5-mm-Klinkenbuchse.
Auf einen Blick:
• MIL-STD-geprüfter Fallschutz aus bis zu 2 m Höhe
• Kabelgebundene USB-C-Verbindung – kein Bluetooth-Pairing, kein separates Laden
• Integrierter USB-C-Hub: bis 30 W Laden, USB-C- und USB-A-Durchschleifung, 3,5-mm-Audiobuchse
• Vollständig spritzwassergeschützte Tastatur mit Multi-Touch-Trackpad
• 4 Multi-View-Modi: Type, View, Sketch, Read
• Integrierte Halterung für Apple Pencil und Logitech Crayon
• Deutsche QWERTZ-Tastaturbelegung
Zum Schreiben und Skizzieren ist für Apple Pencil oder Logitech Crayon eine integrierte Halterung vorhanden.
Beide Varianten sind mit einer deutschen QWERTZ-Tastaturbelegung erhältlich. So tippen Schüler, Studierende und medizinisches Fachpersonal ohne Umlernen und ohne ständiges Vertippen bei Sonderzeichen wie Ä, Ö, Ü oder ß.
Zwei Farben, zwei Welten: Maßgeschneiderte Lösungen für Business und Healthcare
Während die technologische Basis beider Cases identisch ist, hat UAG die Oberflächen und Einsatzzwecke präzise optimiert. Anwender haben die Wahl zwischen der ultimativen Robustheit in Schwarz und einer spezialisierten, hygienischen Healthcare-Lösung in Weiß.
Schwarz: Der unzerstörbare Klassiker für Industrie und Außendienst
Wer auf Baustellen, im technischen Außendienst oder in logistischen Hubs arbeitet, benötigt ein Case, das Staub, Stößen und rauer Handhabung trotzt. Die klassisch
• Asset-Tag-Fenster für individuelle Kennzeichnung
• Nur Healthcare-Variante (Weiß/Grau): zertifiziert für medizinische Reinigungsmittel, Dual-Authentifizierung (RFID, NFC, Biometrie), abnehmbare farbige Kameraringe
Die UAG Rugged USB-C Keyboard Cases sind verfügbar für:
• iPad 11" (A16, 11. Gen, 2025)
• IPad AIR 11" (M3, 7th gen, 2025)
• IPad 10.9" (10th gen, 2022)
schwarze Ausführung des Rugged USBC Keyboard Cases ist exakt für diese Belastungen konzipiert.
• Militärstandard-Schutz: Das robuste Gehäuse fängt Stürze und harte Stöße zuverlässig ab und schützt die empfindliche iPad-Elektronik im rauen Dauereinsatz.
• Schmutzresistente Stealth-Ästhetik: Auf der mattschwarzen Oberfläche haben Staub, Öle oder Kaffeeflecken keine Chance. Das Case bleibt optisch souverän, unempfindlich und professionell.
• Ideal für: Architekten, Ingenieure, Handwerker, Logistiker und alle im BusinessAußendienst, die ein zeitloses, widerstandsfähiges Werkzeug suchen.
Weiß: Die spezialisierte Healthcare-Lösung Wer ein iPad im klinischen Umfeld einsetzt, braucht mehr als nur Falltestresistenz. In diesem Umfeld zählt hygienische Unbedenklichkeit. Die Healthcare-Variante in Weiß wurde gezielt für Gesundheitsdienstleister entwickelt, die in Krankenhäusern, Kliniken und anderen medizinischen Einrichtungen täglich auf ihre Tablets angewiesen sind. Dafür hat UAG eine desinfektionsmittelbeständige Oberfläche entwickelt. Keime und Bakterien stellen im Klinikalltag ein massives Risiko dar. Die weiße HealthcareVariante besteht aus speziellen, medizinisch getesteten Materialien, die wiederholten Behandlungen mit scharfen, klinischen Desinfektionsmitteln schadlos standhalten.
• Hygienisches Clean-Tech-Design: Das strahlend weiße Gehäuse fügt sich visuell perfekt in moderne medizinische Einrichtungen ein und signalisiert absolute Sauberkeit.
• Wischbare Tastatur: Die QWERTZ-Tastatur ist so designed, dass sie schnell und gründlich desinfiziert werden kann. Feuchtigkeit dringt so nicht in die Kontakte oder Zwischenräume ein.
• Ideal für: Ärzte, Pflegepersonal, Therapeuten und Laboranten, die eine kompromisslose Brücke zwischen modernster Konnektivität und strengen Hygiene-Vorschriften schlagen müssen.
Damit deckt die weiße Healthcare-Variante exakt die Anforderungen ab, die im klinischen Alltag zählen: hygienische Reinigbarkeit und sichere Anmeldung – verpackt in derselben robusten, spritzwassergeschützten Tastaturhülle mit deutscher QWERTZ-Belegung.
Kontakt: Robert Bedraoui
BILD:©CREATIVESEVEN
-STOCKADOBECOM/KI-GENERIERT

Langsam wird die ePA zur Routine: Ein Jahr nach dem Start ziehen Gematik-Geschäftsführer Dr. Florian Hartge sowie Kliniken, Praxen und Apotheken eine erste Bilanz.
Wie ist der Stand der ePA-Einführung in Krankenhäusern?
Hartge: Die Einführungswelle in Krankenhäusern betrachten wir aktuell relativ genau. Wir wissen, dass die Krankenhäuser etwas später dran sind als die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen – bedingt durch die komplexere Infrastruktur. Deshalb läuft die Umstellung in vielen Häusern noch. Was wir an unseren Daten sehen ist, dass mittlerweile fast 70 Prozent aller Krankenhäuser auf die ePA zugegriffen haben. Es gibt Krankenhäuser, die bereits sehr aktiv sind, und andere, die noch dabei sind, Erfahrungen zu sammeln. In den letzten Monaten hat sich auf jeden Fall viel getan. Es ist ein Prozess, der in großen Einrichtungen wie Krankenhäusern entsprechende Zeit braucht.
Welche Bilanz ziehen Sie aus dem ersten Jahr?
Hartge: Unsere Bilanz von einem Jahr ePA für alle ist unterm Strich positiv. Da sind natürlich auch Learnings aus der Einführung der OptIn-ePA sowie des E-Rezepts mit eingeflossen. Wir haben zur Einführung der ePA mit allen Nutzergruppen – vom Arzt bis zur Patientin –gearbeitet und gezielt nachgefragt: Wenn ihr eine ePA haben möchtet, wie würde die aus -
sehen? Es hat sehr geholfen, alle einzubinden und das als großes gemeinsames Projekt anzusehen. Wir sind außerdem sehr früh auf unsere Partner aus der Industrie zugegangen – auf die Software-Hersteller, die Hersteller der Aktensysteme und die ePA-Hersteller – um gemeinsam zu schauen, wie die ePA gut integriert werden kann. So konnten wir bereits bei der Pilotierung viele Fehler, die naturgemäß bei einer neuen Anwendung auftreten, lösen und im nächsten Schritt die Einführung in ganz Deutschland vorbereiten. Das hat gut funktioniert! Was wir rückblickend noch intensiver hätten tun können: Mit allen Partnerinnen und Partnern noch mehr Erwartungsmanagement betreiben. Wir haben z. B. Rückmeldungen erhalten, dass Ärztinnen und Ärzte von dem Anfangsstadium der ePA mehr erwartet hätten. Aber das ist ja auch erst der Anfang; jede neue Funktion verstärkt Nutzen und Mehrwerte der ePA.
Welches Feedback haben Sie erhalten?
Hartge: Wir erhalten Feedback von allen Beteiligten, die mit der ePA arbeiten. Ein großer Pluspunkt ist zum Beispiel die Medikationsliste: Es ist ein sehr großer Vorteil, dass die behandelnden Personen nun wissen, welche Medikamente

GematikGeschäftsführer
ihre Patientinnen und Patienten bereits verordnet bekommen haben. Als weiterer Pluspunkt wird gesehen, dass die Liste automatisch aktualisiert wird. Aus den Krankenhäusern erhalten wir viel Feedback zum ChangeProzess. Was in den Krankenhäusern zunächst Zeit in Anspruch nimmt, sind die Überlegungen dazu, wie die ePA in das jeweilige Ökosystem eingebaut werden kann. Insgesamt wird die ePA als sehr sinnvoll gesehen und begrüßt und unterstützt.
Es gibt aber auch kritische Stimmen. Wie nehmen Hausarztpraxen die ePA an? Hartge: Es gibt verschiedene Facetten. Manchmal ist es einfach eine Frage der Information –besseres Wissen, wie ich damit umgehe, wie ich das in meine Arbeitsweise einbaue, wie ich die Anwendungen besser nutze. Manchmal sind es auch technische Probleme. Dann schauen wir, wie wir die Technik vereinfachen können. Es gibt auch unterschiedliche Qualitäten in der Umsetzung der Softwaresysteme. Wir versuchen hier zu informieren, aufzuklären und Erfahrungen mit Herstellern weiterzugeben, die die ePA so in ihre Software integriert haben, dass Praxen sehr gut damit arbeiten können. Wir unterstützen mit Informationen, Veranstaltungen und Materialien. Da hat sich in den letzten Monaten viel getan, was auch unser TI-Score zeigt. Der TIScore bietet einen Überblick zur Umsetzung der ePA-Funktionen in Softwaresystemen.
Welche Neuerungen bringt das Medikationsmanagement? Was ist darüber hinaus geplant? Hartge: Die ePA ist mit der Medikationsliste gestartet. Geplant ist, dass ab Sommer neue Funktionen zur Abbildung des Medikationsplans hinzukommen. Wir können dann Medikamente besser managen und den Patientinnen und Patienten auch Informationen zu ihren Medikamenten geben. Das ist ein ganz zentraler Baustein. Darüber hinaus kommen PushNachrichten für Patientinnen und Patienten. Im Herbst folgen dann die Volltextsuche und der Anschluss ans Forschungsdatenzentrum. Das nächste große Thema, an dem wir arbeiten, sind strukturierte Labordaten. Labordaten sind insgesamt für Diagnostik und Therapie wichtige medizinische Indikatoren. Mit dieser Aus -

baustufe wird es dann möglich sein, gut strukturierte Labordaten mit der ePA zu erfassen, zu nutzen und daraus Erkenntnisse zu gewinnen. Weitere Punkte sind die Integration der ePA in Überweisungsprozesse und in das geplante Primärarztmodell. Darüber hinaus gibt es Themen, die über den europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS) kommen. Hier geht es beispielsweise um eine Art zusammenfassende Akte für Patientinnen und Patienten. Wir entwickeln also die ePA Schritt für Schritt weiter.
Manche Patienten möchten nicht alle Daten mit jedem Arzt teilen. Wird das künftig möglich?
Hartge: Wir schauen uns immer Stück für Stück an, wie es läuft. Dieses Thema bildet natürlich auch ab, was aktuell in der Gesetzeslage ist. Es gibt ein Spannungsfeld zwischen Handhabbarkeit, medizinischem Nutzen und Datenschutz und Datensicherheit. Grundsätzlich haben wir es hier mit einem Konflikt zu tun, der eher gesellschaftlich als technisch ist. Medizinerinnen und Mediziner sagen: Die ePA hilft mir nur, wenn alle Informationen zum Patienten enthalten sind. Wenn Informationen fehlen, habe ich nicht das komplette Bild. Auf der anderen Seite gibt es die Wünsche von Patientinnen und Patienten, die lauten: Ja, aber ich will hier bestimmte Daten oder Diagnosen verbergen. Das ist unserer Ansicht nach technisch kaum zu lösen. Das ist eher eine gesellschaftliche Debatte: Was wollen wir als Gesellschaft ermöglichen? Das bilden wir dann technisch ab. Diesen Prozess müssen wir gemeinsam durchlaufen – durch die Nutzung der ePA lernen, Erfahrungen sammeln und dann entscheiden: Was ist der nächste Schritt?


Vom Reißbrett in die Realität – 2026 gehen gleich mehrere Großprojekte in die Umsetzung: Die Patientenportale in Bayern und im Saarland laufen, in Hamburg sind erste Krankenhäuser an H³ angebunden und MEDI:CUS wird pilotiert.
Allen Schwierigkeiten zum Trotz: Die Lage in vielen Kliniken ist angespannt. Bei den berechtigten Diskussionen darüber sollte aber nicht übersehen werden, was Krankenhäuser gemeinsam erreichen können, denn hier zeichnen sich 2026 deutliche Fortschritte ab. Schon in den ersten Monaten des Jahres meldeten mehrere Plattformprojekte Erfolge bei der Umsetzung. „MEDI:CUS wird Wirklichkeit!“ schreibt etwa das Projektteam in Baden-Württemberg zum aktuellen Stand der Gesundheits-Cloud. Seit Februar läuft die Pilotierung, insgesamt 17 Krankenhäuser sollen nun sukzessive an die Plattform angebunden werden. Zur Erprobung stehen zwei TI-Messenger-Lösungen und eine Kollaborationslösung bereit, zwei Telekonsil-Lösungen sollen folgen. Jedes Krankenhaus kann selbst wählen, welchen Service es testen möchte und für welche Anwendungsfälle. Denn neben der technischen Evaluierung will das Projektteam auch Erkenntnisse gewinnen, bei welchen Szenarien und Diensten die Teilnehmenden die größten Mehrwerte sehen. Spätestens 2027 soll die Plattform in den Produktivbetrieb gehen.
Dieses Ziel haben zwei weitere Vorhaben bereits erreicht: die Patientenportale in Bayern und im Saarland, die im Übrigen beide nicht auf ihre Bun-
desländer beschränkt sind. „Mein-Krankenhaus. Digital“, koordiniert von der Genossenschaft der bayerischen Krankenhausträger, Klinik IT eG, ist eins der umfangreichsten Vorhaben im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes – über 70 Krankenhausträger haben ihre Fördermittel für ein gemeinsames Patientenportal gebündelt. Nachdem es um das ambitionierte Vorhaben zuletzt etwas still geworden war, kam am Vortag der DMEA 2026 dann die Meldung: Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach hat das Patientenportal im Klinikum Aschaffenburg offiziell in Betrieb genommen. „75 Träger haben sich an 147 Krankenhausstandorten in Deutschland, davon 126 in Bayern, zusammengeschlossen und mit der Klinik IT eG eine Plattform aufgebaut“, erläuterte die Ministerin. In den ersten Häusern nutzen Patientinnen und Patienten das Portal seit Dezember 2025. Über weitere künftige Anwendungsfälle können die angeschlossenen Häuser im Rahmen der genossenschaftlichen Abstimmung entscheiden. Das Genossenschaftsmodell soll auch weiteren Krankenhäusern offenstehen.
Im Saarland hat die dortige Krankenhausgesellschaft (SKG) zusammen mit Trägern von elf Kliniken das „Gesundheitsportal Südwest“ auf-
Warum Cyberabwehr im Gesundheitswesen mehr braucht als den ersten Alarm



Cyberangriffe auf Krankenhäuser sind keine abstrakte ITGefahr. Wenn Systeme ausfallen, geraten Notaufnahmen, OPPlanung, Labor, Radiologie und interne Kommunikation schnell unter Druck. Für Patienten zählt am Ende nicht, welches System betroffen ist. Entscheidend ist, ob Behandlung, Abläufe und Dokumentation weiter funktionieren.
Der BSI-Lagebericht 2025 zeigt, warum die Lage angespannt bleibt. Täglich werden durchschnittlich 119 neue Schwachstellen bekannt, 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die BSI-Broschüre zur Cybersicherheit im Gesundheitswesen zeigt mit 138 gesundheitsbezogenen Lagebeiträgen, wie stark der Sektor im Fokus steht. Für Kliniken, öffentliche Träger und regulierte IT-Umgebungen bedeutet das: IT-Verfügbarkeit ist längst ein Faktor für stabile Versorgungsprozesse.
Gleichzeitig arbeiten viele Einrichtungen mit gewachsenen ITLandschaften. Neben klassischen Servern und Clients gibt es Medizintechnik, Fachanwendungen, Dienstleisterzugänge, AltSysteme und vernetzte Geräte, die sich nicht beliebig aktualisieren lassen. Manche Systeme können nicht dauerhaft mit einem Sicherheitsagenten ausgestattet werden. Andere werden aus betrieblichen Gründen nur eingeschränkt überwacht.
Genau dort entstehen blinde Flecken.
Ein Endpoint-oder EDR-System kann zum Beispiel einen auffälligen Prozess auf einem Arbeitsplatz melden. Das ist ein wichtiger Startpunkt, aber noch kein vollständiges Lagebild. Die eigentlichen Fragen beginnen danach: War es ein Einzelfall? Gibt es ähnliche Spuren auf Servern? Wurde ein Angriffswerkzeug abgelegt oder ausgeführt? Sind Systeme betroffen, die für Notaufnahme, Labor oder Radiologie wichtig sind? Und welche Systeme müssen zuerst geprüft werden, ohne den Klinikbetrieb unnötig zu belasten?
Hier hilft eine forensische Second Opinion. Ein spezialisierter Scanner wie THOR ersetzt bestehende Schutzsysteme nicht. Er ergänzt sie durch gezielte Tiefenprüfung. Auf ausgewählten Systemen sucht THOR nach technischen Hinweisen auf eine mögliche Kompromittierung, sogenannten Indicatorsof Compromise, nach verdächtigen Dateien, ungewöhnlichen Systemspuren und Spuren bekannter Angriffswerkzeuge.
Der Nutzen liegt nicht in einem weiteren Dashboard, sondern in prüfbaren Antworten.
Was wurde untersucht?
Welche Hinweise wurden gefunden?
Welche Systeme sind unauffällig?
Wo besteht weiterer Handlungsbedarf?
Und welche Maßnahmen lassen sich so priorisieren, dass der laufende Betrieb möglichst wenig beeinträchtigt wird?
Für Kliniken und öffentliche IT-Strukturen ist diese Nachvollziehbarkeit entscheidend. Cyberresilienzentsteht nicht durch eine einzelne Schutzmaßnahme, sondern durch mehrere Sicherheitsebenen, die zusammenwirken: Prävention, EndpointSchutz, Monitoring, Backup, Notfallprozesse und forensische Nachprüfung.
Wer nur auf den ersten Alarm reagiert, riskiert, weitere Spuren zu übersehen. Wer gezielt nachprüft, gewinnt Zeit, Klarheit und eine belastbare Grundlage für Entscheidungen.
THOR von Nextron Systems kann als unabhängige Second Opinion helfen, blinde Flecken in Kliniknetzen sichtbar zu machen und aus einem ersten Verdacht ein belastbares Lagebild zu gewinnen,


Mehr unter: https://www.nextron-systems.com/healthcare
Autor: Boris Deibel


gebaut, mit Fördermitteln aus dem Krankenhauszukunftsfonds. Seit dem 16. März steht das Portal den Patientinnen und Patienten der teilnehmenden Kliniken für Anmeldung, Terminbuchung, Information und Dokumentenaustausch zur Verfügung. In der Startphase sind zunächst einzelne Abteilungen der Häuser angebunden, weitere Bereiche sollen sukzessive freigeschaltet werden. In den nächsten Jahren sollen alle der derzeit 18 Krankenhäuser des Saarlandes sowie die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte angeschlossen werden. Die Vernetzung macht auch an der Landesgrenze nicht halt, unter den bereits angebundenen Krankenhäusern sind bereits zwei aus Rheinland-Pfalz.
Einen anderen Ansatz haben die Hamburger Krankenhäuser gewählt: Hier startete 2023 das Projekt Health Harbor Hamburg (H³) – der Aufbau eines telemedizinischen Netzwerks für 20 Plankrankenhäuser. Umgesetzt wird es in einer sternförmigen Architektur mit einer zentralen Komponente. Es gibt zwei Anbindungsmöglich-

Als speziell auf das Gesundheitswesen zugeschnittene Multicloud-Plattform bietet MEDI:CUS die technische Grundlage für eine sichere, einfache und standardisierte Nutzung von medizinischen Fachanwendungen in Krankenhäusern – ebenso wie zur Entwicklung neuer Lösungen durch Marktanbieter. Die Basis ist ein anbieterunabhängiger Kern, die Plattform gliedert sich in drei zentrale Ebenen:
y MEDI:CUS Infrastructure: Cloud-Infrastrukturen und -Services von Marktanbietern sind
keiten: per H³-Gateway für die Häuser, die selbst eine Interoperabilitätsplattform haben, oder über einen H³-Adapter für kleinere Häuser. Daten, Bilder oder Dokumente wie Arztbriefe, Entlassberichte oder Befunde verbleiben dabei physisch in den Krankenhäusern. Die technische Infrastruktur wurde basierend auf definierten Standards der IHE (Integrating the Healthcare Enterprise) entwickelt. Als die größte technische Aufgabe hat sich dabei der Bilddatenaustausch erwiesen, wie die Projektverantwortlichen im Gespräch mit „Healthcare Digital“ erläuterten. Und trotz aller Herausforderungen: „Wir haben gemerkt: Es lohnt sich wirklich, Interoperabilität funktioniert“, sagt Greta de Haas, IT-Projektleiterin eHealth & Kollaboration am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und eine der H³Projektkoordinatorinnen. Das Potenzial, viele Abläufe und Prozesse zu vereinfachen, sei bereits spürbar. Nachdem die ersten vier Häuser bereits produktiv angebunden wurden, sollen nun die anderen Kliniken folgen. Parallel gilt es auch, ein Konzept für den künftigen Betrieb zu entwickeln.
In diesem letzten Punkt gibt es beim MEDI:CUSProjekt bereits Klarheit: Der baden-württembergische Ministerrat hat bereits im März die Verstetigung beschlossen.Vorgesehen ist die Gründung eines Vereins, der dann wiederum für den Betrieb und die operative Weiterentwicklung der Plattform eine GmbH gründen soll.

Mehr zum Projekt H³: https://voge.ly/H3
Autorin: Nicola Hauptmann

nach Bedarf und je Anforderung, zum Beispiel aus Sicherheitserwägungen, dort nutzbar, wo es sinnvoll oder wirtschaftlich ist. Auch ein schneller Anbieterwechsel soll möglich sein.
y MEDI:CORE bildet die mittlere Schicht mit zentralen Basisdiensten wie Authentifizierung, Schnittstellenmanagement und Monitoring.
y In der obersten Ebene MEDI:CARE, die als Marktplatz für Fachanwendungen fungiert, finden sich Lösungen von Drittanbietern, etwa Telekonsil- und Kollaborationsanwendungen.












Schluss mit langen Wartezeiten bei Anrufen in Arztpraxen! Statt Anrufe ins Leere laufen zu lassen, sollten KI-gestützte Sprachagenten an die Strippe. Sie sind immer ansprechbar und entlasten das Praxispersonal.
Wenn Anrufe von Patienten in Warteschlangen versanden, ist das nicht nur für Patienten, sondern auch für Praxen und Kliniken problematisch. Schließlich zählen in Notfallzentralen häufig Sekunden. Und Praxen können angesichts des wachsenden Fachkräftemangels die Kommunikation mit Patienten und reibungslose Abläufe kaum noch meistern. Patienten aber erhalten keine schnelle und zuverlässige Hilfe und müssen im Zweifelsfall noch länger auf einen Arzttermin warten. Dabei könnten KI-gestützte Sprachagenten Personal und Patienten entlasten.
Dass KI in Arztpraxen Erreichbarkeit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit steigern kann, hat zum Beispiel der UCC-Anbieter Wildix in einer Studie in Großbritannien gezeigt. In 65 Zahnarztpraxen wurde dafür zusammen mit Roboreception, einem britischen Anbieter von Gesundheitssoftware, eine agentenbasierte KI implementiert. Als „24/7-KI-Empfang“ wurden laut Studie mehr als 50.000 Patientenanrufe – ohne einen einzigen verpassten Kontakt beantwortet. Für die Praxen bedeutet das: Neue Patienteneinnahmen von rund neun Millionen britischen Pfund und eine Zeitersparnis von mehr als 2.000 Stunden, die
direkt in die klinische Versorgung zurückfließen. KI-Agenten können nicht nur im Kundenservice in Versicherungen für Entlastung sorgen. Gerade in Praxen können die digitalen Helfer den nötigen Spielraum schaffen, um sich auf die Betreuung der Patienten zu konzentrieren.
Smarte Terminplanung erledigen die KI-Agenten am Empfang dabei im Handumdrehen. Unabhängig davon, ob Anfragen per Telefon, Mail oder WhatsApp eingeht, werden sie sofort entgegen genommen. Sie suchen freie Termine im Praxismanagement-System und buchen oder stornieren Termine selbstständig. Zudem erhalten Patienten automatisch eine Bestätigung per E-Mail oder SMS über den gebuchten oder stornierten Termin. Zudem können KI-Agenten automatisierte Terminerinnerungen verschicken. Das senkt die Zahl der Terminausfälle in den Praxen.
Telefonassistenten verringern dem Digital Health Report 2026 von Doctolib zufolge darüber hinaus Unterbrechungen am Praxisempfang um bis zu 60 Prozent. Und würden KI-gestützte Assistenten den Ärzten durchschnittlich zehn Stunden Verwaltungsarbeit pro Woche abnehmen, entspräche
Laut Wildix sorgen KI-Agenten in Arztpraxen für eine erhebliche Entlastung des Praxisteams und schaffen Spielraum, sich auf die Patienten zu konzentrieren.
das bei 106.623 niedergelassenen Ärzten in Deutschland (Bundesärztekammer 2024) über eine Million zusätzlicher Stunden, die sie für die Patientenversorgung pro Woche aufbringen könnten – hochgerechnet rund 55 Millionen Stunden pro Jahr.
Denn längst erledigt KI mehr als die Terminkoordination in den Arztpraxen. So hat das europäische Health Care Unternehmen Doctolib Ende letzten Jahres eine KIgestützte Praxissoftware in Deutschland eingeführt. Die Allin One Lösung, führt alle zentralen Praxisabläufe nahtlos in einem System zusammen und automatisiert die Abläufe ohne Medienbrüche. Dabei umfasst die Praxissoftware folgende Lösungsbereiche: Digitale Rezeption, Behandlungs und Abrechnungsmanagement, vernetzte Versorgung, Prävention und kontinuierliche Versorgung sowie gezielte Patientengewinnung. Zum Einsatz kommen dabei drei spezialisierte KIAssistenten. Neben dem KITelefonassistenten, dokumentiert der KISprechstundenassistent Behandlungsgespräche mit Patienten in Echtzeit und erstellt strukturierte Zusammenfassungen und Notizen für die Ärzte. Und der KIAbrechnungsassistent hilft schon bei der Patientenaufnahme mit passenden Ziffernvorschlägen. Anschließend erstellt er automatisiert die Abrechnungen. Die elektronische Patientenakte (ePA) lässt sich Doctolib zufolge ebenso integrieren wie bestehende ITSysteme. Zudem sol-


len höchste Sicherheitsstandards durch die BSI C5Type 2Attestierung sowie durch die ISO27001 und ISO 27701Zertifizierungen erfüllt werden. Entwickelt wurde die DoctolibLösung basierend auf dem KIAgenten von Aaron.AI, einem KIHealthTechUnternehmen aus Berlin, das von Doctolib übernommen wurde.
Digitale Praxismitarbeiter gibt es aber auch von UCCAnbietern wie Enreach, Fonio, Mitel, Nfon, Starface oder Wildix. Und über die Bewertungsplattform Jameda können Arztpraxen den KIgestützten Sprachagenten Noa Booking nutzen. Entwickelt wurde er von Twilio.

Mehr unter: https://voge.ly/healthcare26
Autorin: Margrit Lingner

SPRECHE ICH BALD SCHON MIT DOKTOR KI?
Ein Chatbot für das Behandlungsgespräch, KIAgenten für Diagnose- und Therapieentscheidungen: Ein umfassender Einsatz von KI im Gesundheitswesen ist möglich, aber ist er auch sinnvoll? Forschende des Universitätsklinikums Heidelberg und des Else Kröner Fresenius Zentrums für Digitale Gesundheit an der TU Dresden sowie ein Team von Google haben zwei KI-Modelle für das Patientenmanagement entwickelt und im Fachjournal „Nature“ vorgestellt. MIRA (Medical Intelligence for Reasoning and Action) und AMIE (Articulate Medical Intelligence Explorer) erfassen eigenständig per Chat die Krankheitsgeschichte, ordnen diagnostische Tests wie mikrobiologische
Untersuchungen an und erstellen Behandlungspläne samt der Verschreibung konkreter Medikamente. Dabei berücksichtigen die KI-Agenten etwa klinische Leitlinien, Fachliteratur und Aspekte wie Wechselwirkungen bei Medikamenten. Und statt vager Empfehlungen soll das System von Google äußerst detaillierte, umsetzbare Anweisungen geben. In Tests erwiesen sich beide Modelle den Forschenden zufolge als teils besser und präziser als menschliche Fachkräfte. KI werde Ärzte aber nicht ersetzen. Schließlich sei das ärztliche Gespräch für Patienten auch künftig unverzichtbar, betont Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz.
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4. & 5. November 2026
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