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eGovernment 8/2025

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eGovernment | 08/2025

KI & Automatisierung Kommunalpolitik trifft KI

ECM-System eine nahtlose Integration relevanter Fachverfahren erreicht. Sie verwendet bereits seit längerer Zeit ein umfassendes Rats- und Bürgerinformationssystem. Dieses fungiert als zentraler Baustein der städtischen eGovernment-Strategie. Über dieses System können die Bürgerinnen und Bürger aktuelle Informationen zu Gremien sowie öffentliche Sitzungsunterlagen und Protokolle digital einsehen. Doch die Freiburger Strategie geht einen Schritt weiter. Mit dem Projekt „I4C – Intelligence for Cities“ werden lokal präzise Klimamodelle und Planungstools entwickelt, die es ermöglichen, mittels künstlicher Intelligenz verschiedene Auswirkungen von Planungsszenarien wie etwa Hitzeentwicklung in kürzester Zeit zu simulieren.

Wenn der Algorithmus dem Stadtrat hilft Von automatisierten Sitzungsprotokollen bis hin zu intelligenten Recherche-Tools – KI-basierte Assistenten für Ratsinformationssysteme machen Politik transparenter, effizienter und bürgernäher. Doch die Technik bringt auch neue Herausforderungen mit sich. Was haben die Städte Bonn, Siegburg und Freiburg im Breisgau gemeinsam? Abgesehen von malerischen Altstädten und jeweils sehr guten ansässigen Brauereien vereint die drei Städte, dass sie alle in naher Zukunft KI-basierte Assistenten für das jeweilige Ratsinformationssystem einsetzen werden. Foto: doisher_desbuil

Kommunikation als Schlüssel

Transparenz durch Open Data und KI-Services Die Bundesstadt Bonn geht einem systematischen Ansatz zur Digitalisierung ihrer Ratsinformationssysteme nach. Seit Oktober 2019 nutzt die Stadt das System ALLRIS (zuvor BoRIS 2.0), um die digitale Verwaltung weiterzuentwickeln und die Smart City-Strategie umzusetzen. Das System unterstützt die digitale Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Sitzungen verschiedener Gremien und ermöglicht eine weitgehend papierlose Ratsarbeit. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Transparenz und einer

Open-Data-Strategie. Bonn stellt kommunale Daten aus dem Ratsinformationssystem über die OParl-Open-Data-API öffentlich und maschinenlesbar zur Verfügung. Dadurch können strukturierte Informationen wie Tagesordnungspunkte, Vorlagen und Beschlüsse anonym, offen und ohne technische Hürden abgerufen werden. Durch die, im JSON-Format bereitgestellten, Daten können komplexe Analysen durchgeführt

und neue Formen der Bürgerbeteiligung entwickelt werden.

Nachhaltigkeit durch intelligente Technologie Unterdessen verfolgt die Stadtverwaltung von Freiburg im Breisgau einen ganzheitlichen Ansatz, welcher KI-Technologie mit Nachhaltigkeitszielen verknüpft. Die Stadt setzt überwiegend auf elektronische Akten und hat mit ihrem

RLP erweitert sein „Ökosystem KI“

Rheinland-Pfalz nutzt LLMoin

Bild: Dataport

LLMoin, der KI-Assistent aus dem Norden, unterstützt jetzt auch bei der Verwaltungsdigitalisierung in Rheinland-Pfalz.

Matthias Bongarth, Geschäftsführer Landesbetrieb Daten und Information Rheinland-Pfalz, Dörte Schall, Digitalministerin Rheinland-Pfalz, und Torsten Koß, Vorstand Digitale Transformation bei Dataport (v. l.).

Siegburg hingegen setzt voll und ganz auf die Interaktion mit den Bürgerinnen und Bürgern. Im Mittelpunkt steht dabei der Chatbot Siggi,welcher in knapp 100 Sprachen Rede und Antwort stehen kann. Mittlerweile ist er sogar via Telefon erreichbar und ermöglicht dadurch einen niederschwelligen Kontaktweg mit der öffentlichen Verwaltung. Weitere Informationen zur Digitalisierungsstrategie Siegburgs finden Sie auf der vierten Seite dieser Ausgabe. Dort berichtet der Siegburger Digitalisierungsbeauftragte Bernd Lehmann unter anderem über die Bestrebungen der Stadtverwaltung, komplett digital zu werden.

Nach Niedersachsen und Bremen nutzt jetzt auch Rheinland-Pfalz das KI-Assistenzsystem LLMoin aus Hamburg. „Mit LLMoin setzen wir auf eine bewährte Lösung, die bereits in Hamburg und anderen Bundesländern erfolgreich im Einsatz ist", erklärte die Digitalisierungsministerin des Landes, Dörte Schall. Die Nachnutzung spare Zeit und Kosten und ermögliche eine schnelle Implementierung, Betreiber der Lösung in RLP ist der zentrale Dienstleister, der Landesbetrieb Daten und Information (LDI). „Wir bauen die KI-Systemarchitektur auf, passen sie an die Bedürfnisse von RheinlandPfalz an und unterstützen verschiedene KI-Projekte in den Behörden“, erläutert LDI-Geschäftsführer Matthias Bongarth. Zu den Grundangeboten gehörten technischer Support, Pflege der Benutzerkonten und Online-Schulungen durch das Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz (CC-KI). Auch das Wissensmanagement im Land werde aufgebaut. Die Einführung des KI-Assistenten ist in Rheinland-Pfalz Teil der Umsetzung des „Ökosystems KI". Damit schaffe man „die Grundlage für eine moderne, effiziente und bürgernahe Verwaltung, so Ministerin Schall: „Wir nutzen KI gezielt, um Prozesse zu beschleunigen, Ressourcen besser einzusetzen und die Arbeit unserer Beschäftigten zu erleichtern.“

Die nächste Generation der Kommunalpolitik? Die Beispiele aus Siegburg, Bonn und Freiburg zeigen drei verschiedene, aber doch komplementäre Ansätze für die Zukunft der Kommunalpolitik. Während Siegburg auf direkte KI-Integration setzt, nutzt Bonn standardisierte Schnittstellen für maximale Offenheit, und Freiburg kombiniert verschiedene Technologien für spezifische Anwendungsfälle. Künftig werden vermutlich Aspekte aller drei Ansätze kombiniert werden. Benutzerfreundliche KIInterfaces, offene APIs für Drittanwendungen und spezialisierte KI-Tools für komplexe politische Prozesse werden den Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern von morgen weitreichende Möglichkeiten für deren politisches Wirken bieten. Aber auch für die aktuelle Generation der Kommunalpolitik gibt es tiefgreifende Lösungen. Wie eingangs erwähnt, werden die genannten Städte in absehbarer Zukunft allesamt einen KI-basierten Assistenten für ihre Ratsinformationssysteme einsetzen. Dabei vertrauen Sie auf eine Lösung des KI-Startups neuraflow aus Bremerhaven. Diese ermöglicht einerseits eine intelligente Suchfunktion innerhalb des RIS und geht andererseits aktiv gegen den Wissensverlust innerhalb der ÖV vor. Die Verwaltungsdigitalisierer der drei Städte möchten damit den Mitgliedern der kommunalen Gremien Last von den Schultern nehmen und das Vertrauen der Bürgerschaft in die Kommunalpolitik stärken. jk

„Wir freuen uns, dass RheinlandPfalz nun Teil des wachsenden Netzwerks von Verwaltungen ist, die von LLMoin profitieren“, so Torsten Koß, Vorstand Digitalisierung bei Dataport. Er betonte die gute und kooperative Zusammenarbeit zwischen Land, dem LDI, govdigital und Dataport. Möglich wurde die Nutzung durch die Anbindung von LLMoin über das öffentliche Netz. Damit könnten erstmals auch Verwaltungen außerhalb des Trägerkreises von Dataport das Tool einsetzen. Nicht nur Bundesländer, sondern auch kleinere Verwaltungen wie Kommunen, für die es ein spezielles, nutzerbezogenes Abrechnungsmodell gebe, wie Dataport informiert. Landes- und Kommunalverwaltungen könnten LLMoin über die Genossenschaft govdigital beauftragen, erklärte Torsten Koß. nh Weitere Informationen LLMoin basiert auf dem Large Language Model GPT-4o und wurde von der Freien und Hansestadt Hamburg gemeinsam mit Dataport speziell für die Anforderungen der öffentlichen Verwaltung konzipiert. Es hält höchste Datenschutzstandards ein; die eingegebenen Daten werden nicht zu Trainingszwecken genutzt.

[ voge.ly/LLMoin-Hamburg ]