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AufRuhr! - Gezeichnetes Ruhrgebiet

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AufRuhr!

Gezeichnetes Ruhrgebiet


„(‌) how virtualit forms offer radic tions of the bod architectural spa when the capaci world has never b where reality is it articulated as a co 138


AufRuhr!

AufRuhr! Gezeichnetes Ruhrgebiet

Felix Greiner-Petter / Niels-Christian Fritsche (Hg.) Professur f체r Darstellungslehre Fakult채t Architektur Technische Universit채t Dresden unterst체tzt durch:


S. 10

Ausstellungen

Workshops

Warm-Up + Zeichenexkursion

Darstellen zwischen Welt und Anschauung

Didaktik

S. 22

2. Tag

Gasometer

Museum Folkwang

Auferstehungskirche

Weltkulturerbe Zeche Zollverein

Landschaftspark Duisburg-Nord

Lembruck Museum

Landesarchiv Nordrhein-Westfalen

Landmarke Tetraeder Haldenerlebnis Emscherblick

Exkursion

»Kaleidoskop der Industrialisierung = Kapitalismus im Zeitraffer / Gedanklicher Regenschirm zur Exkursion« Niels-Christian Fritsche

»Gezeichnetes Ruhrgebiet« Felix Greiner-Petter

Einführung S. 4

3. Tag

1. Tag 4. Tag

S. 220

Impressum

Abbildungsindex

Danksagung

Anhang

Ausstellung S. 188

Workshops S. 138


Essen

Bottrop

Oberhausen

Duisburg

O

N

S

W

Start in Dresden

Ausdehnung in Ost-West-Richtung: etwa 120 km / Fläche: etwa 4.500 km2 / etwa 5 Millionen Einwohner = 1/16 von Deutschland

Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung: etwa 70 km

Ende in Dresden


Einführung Gezeichnetes Ruhrgebiet »Glück auf!« - Ein Paukenschlag der Industriegeschichte. 2018 schlossen die letzten Zechen im Ruhrgebiet. Über mehr als 150 Jahre stellte das Ruhrgebiet ein Zentrum des weltweiten Geschäfts mit dem Abbau von fossilen Ressourcen dar. Das Motto liegt auf der Hand: AufRuhr! Empörung wurde laut, als der Strukturbruch des montanindustriellen Zeitalters wie auch in vielen anderen Regionen Europas manifest wurde. Die Industrie prägte Städte, Menschen und Lebensformen, sodass sich eine ganze Region solidarisierte. Der Umbruch war und ist jedoch nicht zu verhindern. Unter dem Stichwort »Industrienatur«1 versucht man nun aus den post-industriellen Folgelandschaften des Bergbaus eine neue Identität für die hier lebenden Menschen und die geschundene Landschaft zu entwickeln. Die Gründung von Universitäten im Ruhrgebiet in den 1970er Jahren veränderte maßgeblich das Selbstverständnis zu Wissen und Bildung. Zudem fördern die vielverzweigten Infrastrukturen der Verkehrs-, der Handels- und der Energieströme bis heute das Vernetzen der Region mit den regionalen und internationalen Nachbarn. Die Museen und Sammlungen der Kunstmäzene bilden das ambivalente Ergebnis aus den tiefgreifenden Überformungen der Kulturlandschaft und dem Engagement der Profiteure des schwarzen Goldes. Ebenso das starke Gefühl der Gemeinschaft, das durch die Lebensläufe der Kumpel in ihren Familiengeschichten verwurzelt ist. Die Zeichenexkursion führte im westlichen Ruhrgebiet zu neuen und alten Zentren der Aktivität. Ein neu gebautes Archiv als Landmarke zwischen Vergangenheit und Neuanfang, landschaftsarchitektonisch überformte Abraumhalden als repräsentative Orientierungspunkte, bautechnisch innovative Kirchenbauten, Museen zur Reflexion über Arbeit, Landschaft, Raum und Kunst sowie neu genutzte Zechenareale als Reaktion auf eine »Erlebnisgesellschaft«2, die sowohl kulturpessimistisch als auch Vitalität stiftend verstanden werden kann. Das Ruhrgebiet bietet ein vielfältiges Repertoire von Formen. Die hier gezeigten Arbeiten stellen sowohl flüchtige Wahrnehmungen der Studierenden in skizzenhaften Strichzeichnungen als auch frei ausgearbeitete eigene Bilder und Formen für die Überschneidungen von unter- und oberirdischen Strukturen der vom Bergbau geprägten Umwelt dar.

1 Vgl.: Route der Industriekultur Themenroute 24 »Industrienatur« Quelle: www.metropoleruhr.de

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2 Vgl. z.B.: Gerhard Schulze »Die Erlebnisgesellschaft: Kultursoziologie der Gegenwart«, Frankfurt am Main: Campus Verlag, 2005 (1992)

Einführung


Das Erleben des Ruhrgebiets ermöglichte den Studierenden einen Ansatz zur persönlichen Aneignung und einer zeichnerischen Analyse besonderer Formen, Gegenstände, Apparate, Maschinen und (Frei-)Räume. Das Überzeichnen der Motive in den zwei Workshops nach der Exkursion provozierte das Experimentieren mit großformatigen Kohlezeichnungen. Das Bearbeiten des Großformats konnte nicht mehr am kleinen Tisch im Radius der Hand geleistet werden. Es stellt den Versuch dar, jenseits des Ruhrgebiets eine nachvollziehbare Erfahrung von übermäßiger Ausdehnung zu ermöglichen. Wir fordern den gesamten Körper beim Zeichnen. Die Fragen, die einer Reise den Anlass geben, werden ersetzt durch einige Antworten. Aber danach bleiben auch wieder Fragen, die erst mit den Erlebnissen der Reise aufgekommen sind: Bleiben die eindrücklichen Räume des Bergbaus für folgende Generationen erhalten? Wie entsteht ein Bewusstsein für die langjährigen und massiven Eingriffe des »Terra-Formings« in die einst natürliche Landschaft? Welche Komplexität lässt sich auf diesem Teil der Erdoberfläche im Fadenspiel von bestehenden wirtschaftlichen Versorgungsströmen, alternativen Kulturen des Erlebens und neuen Arbeitsformen nachweisen? Taugt das Ruhrgebiet als neues Leitbild für einen erfolgreichen Strukturwandel, trotz der Gefahren des Verdampfens durch ein Eventkultur-Desaster oder dem Versinken in einer pseudo-romantischen Industrie-Natur-Idylle? Gelingt die Transformation einer komplexen industrie-kapitalistischen Durchdringung von Umwelt und Gesellschaft in Richtung eines Strukturwandels als umweltpolitischem und kulturell-gesellschaftlichem Präzedenzfall?

Felix Greiner-Petter Dresden 2020

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Tetraeder (Bottrop)

»Sierpinski«-Pyramide

Halde Beckstraße (Bottrop)

Landesarchiv NRW (Duisburg)

Landesarchiv NRW (Duisburg)

Landesarchiv NRW (Duisburg)

Lehmbruck Museum (Duisburg)

Lehmbruck Museum (Duisburg)

Landschaftspark (Duisburg-Nord)

Zeche Zollverein (Essen)

Zeche Zollverein (Essen)

Zeche Zollverein (Essen)

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Einführung


Zeche Zollverein (Essen)

Auferstehungskirche (Essen)

Museum Folkwang (Essen)

Museum Folkwang (Essen)

Steinkohlehaufen

Museum Folkwang (Essen)

Folkwang Bibliothek (Essen)

Folkwang Bibliothek (Essen)

Nordsternpark (Gelsenkirchen)

Nordsternpark (Gelsenkirchen)

Landschaftspark (Duisburg-Nord)

Auferstehungskirche (Essen)

Vergleiche S. 140/141 - Motivsammlung >

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Didaktik Darstellen zwischen Welt und Anschauung Die Kurse der Professur für Darstellungslehre streben nach einer kritischen Auseinandersetzung mit weltanschaulichen Themen. Anhand von lebensweltlichem Stoff - z.B. Objekte, Gebäude, Städte, Landschaften und deren gegenseitigem Einfluss - erzeugen wir Notizen, Skizzen, Zeichnungen und experimentieren mit Darstellungsformen. Die Zeichenexkursionen dienen der Sammlung von Eindrücken und zeichnerischen Notizen. Dabei fördern wir das Ausprobieren unterschiedlicher Materialien und Zeichenwerkzeuge. Beim Überarbeiten und Überzeichnen der Ergebnisse entstehen weitere Ideen und Motive. Die Studierenden erproben verschiedene Druck- und Zeichentechniken. Dabei entstehen manchmal meterlange Banner mit Frottagen und auch großflächig bedruckte LKW-Planen für Bauzäune. Im Spektrum zwischen Landschafts-/Architektur und zeitgenössischer Kunst verknüpfen wir visuelle Effekte mit weltanschaulichen Aussagen. Die großformatigen Kohlezeichnungen der Zeichenexkursion ins Ruhrgebiet bereichern dieses Spektrum der möglichen Darstellungen mit abstrakten, technischen, illustrierenden und erzählerischen Motiven.

Vor-Ort-Erlebnis = authentische Erfahrung

Zeichnen = analytische Betrachtung

Artefakte herstellen = visuell-räumliches Ergebnis

Übersetzen Transformieren Projektion

Übersetzen Transformieren Projektion

Übersetzen von allgemeinen Ideen, zu entdeckten Motiven und daraus hervorgehenden Darstellungen (Schema: Felix Greiner-Petter, 2013)

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Start

Didaktik


Bausteine in der Lehre

Vorbereitung und Warm-Up • Darstellungstechniken • Einführen von Themen und Fragen

Zeichenexkursion • Erleben von Architektur und Landschaftsarchitektur • Gruppenreise innerhalb eines individualisierten Studienablaufs • Finden von individuellen Zugängen zum Zeichnen • Erzeugen von Zeichnungen und Skizzen • Fotografieren und Notieren von Eindrücken

Workshops • Analysieren der Notizen, Zeichnungen und Fotos • Überzeichnen der eigenen Arbeiten • Erzeugen von Serien • Anlegen eines Bild- und Motivarchivs • Ausprobieren verschiedener Arbeitsmittel und Papiere

Ausstellungen • Präsentieren der Ergebnisse • Vermitteln von Themen und Fragestellungen • Anregen zum eigenständigen Weiterarbeiten • Freude am Darstellen wecken oder erhalten

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Landesarchiv NRW


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Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland in Duisburg 1936 erbaut, (denkmalgeschütztes) Speichergebäude der Rheinisch-Westfälischen Speditions-Gesellschaft (RWSG). 2014 Erweiterung mit Archivturm und Verwaltungstrakt nach Entwurf von Ortner & Ortner Baukunst. 2010 bis 2014 entstand das derzeit größte Archivgebäude Deutschlands mit knapp 148 Regalkilometern Akten und Bildmaterial in einem ehemaligen Getreidespeicher am Duisburger Innenhafen. Damit wurde dem Bewahren von Erinnerung ein weithin sichtbares Zeichen gewidmet. Der 76 Meter hohe Archivturm fasst insgesamt zwanzig Geschosse. Seine kubische Form mit Satteldach erzeugt zwei prägnante Giebelflächen mit einem Ziegelrelief in Rautenmuster. Zur Orientierung im Inneren des Archivturms gliedert ein Farbsystem die Bereiche einer Ebene. Das Bauwerk besteht aus einer massiven Stahlbetonkonstruktion in den Seitenflügeln des ehemaligen Speichers und einer neuen Stahlbetonverbundkonstruktion für den aufragenden Archivturm. Dieser steht auf 19 vierteiligen Stahlfachwerken und ruht auf dem mit Beton ausgegossenen ehemaligen Kellergeschoss des Speichers. Am Übergang vom alten Speicher zu den darüber hinausragenden neuen Turmgeschossen laufen die Stahlstützen in einem Pyramidenkopf zusammen und übertragen die Lasten der oberen Geschosse. Im neuen Turmgiebel befindet sich die Lüftungstechnik, die über 48.000 m3 Luft pro Stunde zirkulieren lässt.

6. Obergeschoss (alte Höhe des Speichers) bis 20. Obergeschoss

5. Obergeschoss

Zwischengeschoss, und 1. bis 4. Obergeschoss

Erdgeschoss

Verschiedene Knoten der Stahlbeton-Verbundkonstruktion des Tragwerks im Archivturm über die verschiedenen Geschosse (Skizze: Felix Greiner-Petter, 2019)

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Landesarchiv NRW


LĂźftungszentrale unter dem neuen Dach - Landesarchiv NRW, Duisburg

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Franz Kath Volumenstudie Bleistift, Buntstift auf Zeichenpapier 297 x 420 mm (freigestellt)

Josephine Galiläer Volumenstudie Bleistift, Buntstift auf Zeichenpapier 420 x 594 mm

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Landesarchiv NRW


Sarah Mutschler Volumenstudie Bleistift auf Zeichenpapier 297 x 420 mm

Franz Kath Konstruktionsdetails Tragwerk Turm Bleistift, Buntstift auf Zeichenpapier 297 x 420 mm

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Museum Folkwang


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Museum Folkwang Essen 1926-29 nach einem Entwurf von Edmund Körner gebaut. 1945 zerstört. 1956-1960 nach einem Entwurf von Werner Kreutzberger, Erich Hösterey und Horst Loy gebaut. 1981-1984 erster Erweiterungsbau von Kiemle, Kreidl und Grimbacher/Allerkamp, Niehaus, Skonia und Meinholf Hasse. 2007-2009 Neubau nach Entwurf von David Chipperfield Architects. »Kunst für alle«1 galt Karl Ernst Osthaus schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Motto für seine Ambitionen und Projekte die »Moderne in der Provinz wahrnehmbar«2 zu machen. Nachdem Osthaus 1902 das weltweit erste Museum für (damals) zeitgenössische Kunst in Hagen eröffnete, kaufte die Stadt Essen 1922 die Sammlung des Museumsgründers, Mäzens und Kunstvermittlers von den Erben. Der heutige neugebaute Gebäudekomplex besteht aus einer Abfolge von Höfen und Ausstellungsräumen, die auf einer Ebene angeordnet sind. Daraus entsteht eine Vielzahl von Belichtungsmöglichkeiten und Raumsequenzen mit Durchblicken zwischen Museum und Umgebung. Die Raumfolgen, Flure und Höfe erinnern an antikeuropäische Wandelhallen und fernöstliche Hofarchitekturen. Das wahrnehmbare Wechselspiel von Innen und Außen, sowie unterschiedliche Raumhöhen und prägnante Lichtstimmungen machen das Bauwerk zu einem Beispiel für das Verschränken einer auf Kontemplation abzielenden Hermetik eines Museums – Ruhe und klare Sichtbarkeit von Werken der Kunst – mit den Zielen des Folkwang-Ideals, für die Bürger der Stadt offen und einladend zu sein.

Auszug aus dem Ausstellungsflyer der RuhrKunstMuseen »Kunst & Kohle«, Vol. 1, 2018, S. 28-29.

1 Karl Ernst Osthaus; Quelle: https:// www.folkwang-uni.de/home/ gestaltung/tradition-gegenwart/ folkwang-idee-kunst-fuer-alle/ (Zugriff: 18.03.2019) 2 Vgl. Wolfgang Röver über die Folkwang-Idee; Quelle: https://www. folkwang-uni.de/home/gestaltung/ tradition-gegenwart/folkwang-ideekunst-fuer-alle/ (Zugriff: 18.03.2019)

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Museum Folkwang


Vorgehängte Glaskeramikfassade und Deckprofile aus recyceltem Altglas und Betonsteinsockel an der Eingangstreppe - Museum Folkwang, Essen

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Johanna Konopatzky Topographie eines Innenhofes Auschnitte aus dem Skizzenbuch 2 von 3 Blatt Ă 297 x 420 mm

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Museum Folkwang


Johanna Konopatzky Motivsuche zum Museum Folkwang, Essen Filzstift auf Transparentpapier 4 Blatt Ă 450 x 330 mm (freigestellt)

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„(‌) how virtualit forms offer radic tions of the bod architectural spa when the capaci world has never b where reality is it articulated as a co 138


ty in its various cal reconfigurady, ecology, and ace at a moment ity to depict the been greater, and tself increasingly onstruction. (…)“ * Ergebnisse der Workshops Arbeitsphase nach der Zeichenexkursion Wie gelingt das Übertragen der Erlebnisse aus der Zeichenexkursion in eine eigenständige und lehrreiche Auseinandersetzung der Studierenden? Zwei Workshops im Anschluss an die Exkursion zielten auf drei Aspekte: Entdecken von Motiven in den Skizzen aus der Exkursion, Ausprobieren von Darstellungstechniken und Entwickeln eines Zugangs zum Darstellen von weltanschaulichen Themen.

Beim Überzeichnen der Skizzen mit Transparentpapier entdecken die Studierenden neue Motive. Dabei gebrauchen sie erneut die Grundlagen des Skizzierens und Schraffierens von Formen. Das Erzeugen von Serien stellt das Grundprinzip des Arbeitens dar. Das serielle Arbeiten provoziert das Variieren von Formen und ermöglicht das Auswählen. Die Zwischenergebnisse auf Transparentpapier fördern das Hervorheben einzelner Motive, das Finden von sich wiederholenden Formen und das Ausloten des Möglichen in der jeweiligen Darstellungstechnik. Daraus gehen prägnante und zum Teil zeichenhafte Motive hervor. Der analoge Arbeitsprozess prägt die Serien, begleitet von den erzeugten Spuren. Diese Spuren entstehen beim absichtlichen oder versehentlichen Verwischen der Zeichnungen oder beim Durchdrücken der Zeichenunterlage. Sie eröffnen neue Ideen zu weiteren Formen. Das Beobachten des Arbeitsprozesses, das Erzeugen von Varianten und das Dokumentieren in Serien ermöglicht das Entdecken von etwas Neuem.

Das konzentrierte Arbeiten fördert das Erarbeiten einer Idee. Dabei besteht die Option auf eine Diskussion und das Feedback mit den anderen Teilnehmenden, um Vergleichbarkeit und Resonanzen auszutesten.1 Damit unterstützen wir die individuellen Herangehensweisen sowie das Aneignen von Fähigkeiten und verstärken damit das Erleben von Selbstwirksamkeit.

1 Vgl. Hartmut Rosa: »Unverfügbarkeit«, Residenz Verlag, Wien-Salzburg, 2019 und »Resonanz - Eine Soziologie der Weltbeziehung«, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 2018

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Quelle: http://www.sternberg-press.com/index.php?pageId=1823&l=en&bookId=717

* Auszug aus dem Begleittext zur Publikation: „Myth of the Marble“, Alex Klein/Milena Hoegsberg (Hrsg.), Sternberg Press, Berlin, 2018


Tetraeder (Bottrop)

»Sierpinski«-Pyramide

Halde Beckstraße (Bottrop)

Landesarchiv NRW (Duisburg)

Landesarchiv NRW (Duisburg)

Landesarchiv NRW (Duisburg)

Lehmbruck Museum (Duisburg)

Lehmbruck Museum (Duisburg)

Landschaftspark (Duisburg-Nord)

Zeche Zollverein (Essen)

Zeche Zollverein (Essen)

Zeche Zollverein (Essen)

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Workshops


Zeche Zollverein (Essen)

Auferstehungskirche (Essen)

Museum Folkwang (Essen)

Museum Folkwang (Essen)

Steinkohlehaufen

Museum Folkwang (Essen)

Folkwang Bibliothek (Essen)

Folkwang Bibliothek (Essen)

Nordsternpark (Gelsenkirchen)

Nordsternpark (Gelsenkirchen)

Landschaftspark (Duisburg-Nord)

Auferstehungskirche (Essen)

< Vergleiche S. 10/11 - Bildersammlung

141


Mit Klebeband werden Teile der Zeichnung abgedeckt 144 und anschlieĂ&#x;end wieder freigelegt

Workshops


Frottagen mit Transparentpapier und anschlieĂ&#x;endem ReiĂ&#x;en der Kanten

145


Johanna Konopatzky Motivstudien zum Lehmbruck Museum, Duisburg Filzstift auf Transparentpapier 5-8 von 8 Blatt Ă 300 x 415 mm (freigestellt)

154

Workshops


155


Josephine Galiläer »Idyll« Nr. 1 - 8 Zeichenkohle auf Transparentpapier 8 Blatt à 310 x 375 mm

182

Workshops


Josephine Galiläer »Silo I« und »Silo I« Zeichenkohle auf Transparentpapier 250 x 170 mm und 230 x 170 mm (oben) Vorzeichnungen zur Serie »Silo« Bleistift auf Transparentpapier 310 x 510 mm (unten)

183


Ausstellung der Ergebnisse »AufRuhr! - Zeichenexkursion ins Ruhrgebiet« Technische Universität Dresden, Fakultät Architektur Bürogebäude Zellescher Weg 17 (BZW), Foyer im B-Flügel 26. November bis 9. Dezember 2018 Die Ausstellung im Anschluss an das Semester zeigte eine Auswahl repräsentativer Skizzen der Studierenden in einer Mappe, großformatige Kohlezeichnungen und einige Sonderprojekte: Die auf großer Leinwand erzeugte Arbeit mit Spraydosen und Schablonen von Gregor Honold (S. 218), die Linoldruck-Logos von Sarah Penno (S. 212) und die Motivsammlung als Liniengrafik-Wimmelbild auf Schaumstoff-Platte von Johanna Konopatzky (S. 204). Die Ausstellung wurde durch zwei Installationen von Felix Greiner-Petter im Raum und einem Objekt in einer Vitrine ergänzt: Die Arbeit »RuhrSchacht« besteht aus zwei schwarzen Papierflächen an Boden und Decke montiert als Illusion eines Schachts durch das Gebäude der Fakultät Architektur. Die Arbeit »RuhrKenotaph« zeigt die vereinfachte Umrisslinie des Ruhrgebiets mit Kreide auf dem Boden und darüber gespannten farbigen UV-Fäden als räumliches Diagramm zum gesamten Aushubvolumen im Ruhrgebiet über die Dauer von etwa 150 Jahren. Das Objekt »RuhrGoldKohle« ist ein mit Blattgold belegtes »REKORD«-Brikett aus Lausitzer Braunkohle als Verweis zu Titel und Idee der Ausstellung im Lehmbruck Museum (»Reichtum: Schwarzes Gold«, Kunst & Kohle – Ein Ausstellungsprojekt der RuhrKunstMuseen, 3.5. bis 7.10. 2018).

»RuhrGoldKohle« (2018)

188

Ausstellung

Felix Greiner-Petter, Lausitzer Baunkohle Brikett »REKORD« mit Blattgold belegt, 182 x 59 x 45 mm


Ausstellungsansicht mit der Rauminstallation »RuhrSchacht« (vorn) und der Skulptur »RuhrGoldKohle« (hinten links am Pfeiler)

189


Laura Telschow »Treppe imRuhrMuseum« Zeichenkohle und Klebeband auf Papier 140 x 100 cm

192

Ausstellung


193


Nike Bock »Kohle-Schicht-Ecke« Acrylfarbe, Bleistift auf Packpapier 145 x 100 cm

194

Ausstellung


195


Auferstehungskirche Essen

Sehr freundlicher Pfarrer

schöne Kristalle

Klettern

Kraftdöner

Landschaftspark Duisburg-Nord Gasometer Bochum

Die zündende Idee Austausch Fertig

toll! iv archrg dessbu LanDui in

Bücher und Akten Bäume schaffen Raum

Das Matterhorn hängt matt herab Das (wenige) Grün genießen Bockspringen macht voll Bock!

yea!

trale

tzen

Kraf

Dehnen und Haltung

beobachten was andere so treiben...

RIE MET ISO TS MEECHE Ä FL

Fundament Landesarchiv

Abgase

Hi Isometrie! :)

FLÄCHE Kohlehaufen

Musik beim Autofahren RUHRRegen

Unter Tage Kunst-Kuchen (mein Highlight)

Bergbaugeschichte

Gehirnkrampf

Radieren!? Bleistift

K

Lore voller Kohle

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Johanna Konopatzky »AufRuhr im Lehmbruck - Isometrie meets Fläche« CAD-Vektor-Plot auf beschichteter Schaumstoff-Platte etwa 60 x 73 x 3 cm

204

Ausstellung


205


Impressum AufRuhr! - Gezeichnetes Ruhrgebiet Herausgeber: Felix Greiner-Petter und Niels-Christian Fritsche Professur für Darstellungslehre Fakultät Architektur, Technische Universität Dresden

Texte: Felix Greiner-Petter (soweit nicht anders gekennzeichnet) Umschlaggestaltung: Felix Greiner-Petter Layout: Agnes Müller und Felix Greiner-Petter Schrift: Median Grotesk Regular, Italic und Reverse (Hannes Drissner/Daniel Zenker, Leipzig - www.mediangrotesk.de) Druck und Verarbeitung: Union Druckerei Dresden - www.union-druck.de ISBN 978-3-86780-632-9 © 2020 Professur für Darstellungslehre https://phpweb.tu-dresden.de/Darstellungslehre

Teilnehmende: Sarah Mutschler, Laura Telschow, Johannes Gregor Honold, Tom Macht, Benito Richwien, Franz Kath, Josephine Galiläer, Toni Emmrich, Sarah Penno, Nike Bock, Timo Behr (alle Studiengang Architektur) als auch Johanna Konopatzky, Franziska Günther und Talika Glose (alle Studiengang Landschaftsarchitektur) sowie Marine Robin (Studentin im Austauschprogramm ERASMUS). Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten abrufbar im Internet über http://dnb.dnb.de. Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung der Herausgeber/ und der Autor*innen unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

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â&#x20AC;&#x17E;(â&#x20AC;Ś) how virtualit forms offer radic tions of the bod architectural spa when the capaci world has never b where reality is it articulated as a co 138


Professur f체r Darstellungslehre Fakult채t Architektur Technische Universit채t Dresden

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Felix Greiner-Petter Niels-Christian Fritsche


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