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Schultheaterzeitung 2026

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Ich sehe was, was du nicht siehst ...

19.04. - 24.04.2026

Schultheaterzeitung

Wir danken unserem Sponsor:

Am 19. April 2026 war es wieder soweit. Endlich konnte die lang ersehnte

28. Chemnitzer Schultheaterwoche beginnen!

13 Theatergruppen durften nach monatelangem Üben ihre Kunst präsentieren.

Trotz Aufregung, Chaos und kleinerer und größerer

Probleme war jede Vorstellung ein Riesenerfolg.

Aber lest selbst, wie es war ...

Inhaltsverzeichnis

DieJury

Vordere Reihe von links nach rechts:

Heike Vieth

Norma Grube

Anette Weise

Gerlinde Heber

Theaterpädagogin Theater Chemnitz/Opernhaus

Schulleiterin der Heinrich-von-Trebra-Oberschule

Marienberg, in der Jury verantwortlich für die Oberschulen

Schulleiterin des Matthes-Enderlein-Gymnasiums

Zwönitz, in der Jury verantwortlich für die Gymnasien ehemals Mitarbeiterin im Schulverwaltungsamt, in der Jury ehrenamtlich tätig

Hintere Reihe von links nach rechts :

Friederike Roscher

Petter Lindner

Ben Ullrich

Wolfgang Seim

Es fehlt: Jana Reinhold

Bundesfreiwillige Theater Chemnitz/Opernhaus

Bundesfreiwilliger Theater Chemnitz/Opernhaus

Theaterpädagoge Theater Chemnitz/Spinnbau

Gründer der Schultheaterwoche und Ehrenmitglied der Jury

Mitarbeiterin am Landesamt für Schule und Bildung, in der Jury verantwortlich für die Grundund Förderschulen

Spielstätte -Spinnbau

Werwardabei?

Gymnasium Einsiedel

JosephinenOberschule

Chemnitz

BIP

Kreativitätsgrundschule

Chemnitz

Gymnasium Zschopau

Oberschule Lengefeld

Johann-

Wolfgang-vonGoetheGymnasium Chemnitz

Erich-ViehwegOberschule

Frankenberg

Schule mit dem Förderschwerpunkt

Sprache

“Ernst Busch”

Chemnitz

Rudolfschule –Grundschule

Chemnitz

GeorgiusAgricolaGymnasium

Chemnitz

Untere Luisenschule –Grundschule

Chemnitz

Karl-SchmidtRottluffGymnasium Chemnitz

Martin-

Andersen-NexöOberschule Zschopau

Eröffnung

Am 19. April 2026 begann um 15:30 Uhr die kleine Eröffnung der 28. Chemnitzer Schultheaterwoche.

Ben Ullrich & Heike Vieth

Theaterpädagogikteam der Theater Chemnitz

Gunnar Bertram

Vorstandsvorsitzender der Volksbank Chemnitz eG

Mariella Richter & Lilly Hänig

Teilnehmer:innen der Schultheaterwoche

Dr. Christoph Dittrich

Generalintendant der Theater Chemnitz

Nach den Kennlern-Workshops begann um 18:00 Uhr das Programm auf der Großen Bühne.

Neben einer kurzen Performance von Mariella und Lilly wurde Herrn Dr. Dittrich zu seinem 60. Geburtstag gratuliert ...

Anschließend präsentierte die Theatergruppe der RudolfschuleGrundschule das erste Stück “Der Taufel mit den drei silbernen Haaren”.

23 04 2026

Große Bühne

DieWelle

Georgius-AgricolaGymnasium Chemnitz

„Faschismus ist kein Phänomen der Vergangenheit.“ Dieses Zitat stammt aus dem Theaterstück des Georgius-Agricola-Gymnasiums Chemnitz. Das Stück orientierte sich inhaltlich am Roman von Todd Strasser. Der Lehrer Ben Ross versucht, mit einem Experiment seinen Schüler:innen die Massenbewegungen im nationalsozialistischen Deutschland näherzubringen, da diese sich nicht vorstellen können, dass man damals den Befehlen einfach blind folgte. In seinem Experiment gründet

Ross die Organisation „Die Welle“, der sich schnell die Schüler:innen seiner Klasse, mit nur einer Ausnahme, und später auch der ganzen Schule anschließen Als Ross bemerkt, dass sein Experiment durch Ausgrenzung und Gewalt gegen Nicht-Mitglieder der Bewegung aus den Fugen gerät, beschließt er auf einer Massenveranstaltung den treu Folgenden erneut zu zeigen, dass sie, wie die Menschen zur NS-Zeit, blind einer intoleranten Massenbewegung folgten.

Damit setzten die Schüler:innen ein mutiges Zeichen gegen Faschismus, der „näher [ist] als es scheint“, was auch ein Grund war, weswegen sie sich für dieses Stück entschieden haben. Im anschließenden Publikumsgespräch kam die Frage auf, ob man denke, dass so etwas wieder passieren könnte. Kurze Antwort: Ja.”

Das Bühnenbild des Stückes wurde durch einen Projektor abgebildet, der anfangs Bilder aus Konzentrationslagern zeigte, zu welchen Ross geschichtliche Fakten erzählte. Am Ende, als Ross auflöste, wem die Schüler:innen denn wirklich treu folgten, wurde, genau wie in Strassers Roman, darüber ein Bild Hitlers projiziert. Die Bilder verursachten Gänsehaut. Man sah vor Augen, was auch heute noch gefährlich ist und was „Nie wieder ist jetzt“ wirklich bedeutet.

Anspannung und eine fast schon zu reale Atmosphäre wurde nicht nur durch ebenjene projizierten Bilder, sondern auch durch eine unglaublich authentische und überzeugende schauspielerische Leistung aller Mitspielenden erreicht. Dadurch konnte auch der komplexe Sachverhalt anschaulich und verständlich an das Publikum weitergegeben werden Auch wenn Strassers Buch schon 45 Jahre alt ist, zeigt die Inszenierung den immer noch aktuellen Bezug Durch dezente Veränderungen des Originaltextes mit Parolen wie zum Beispiel „Lügenpresse“ oder auch blaue Armbänder wurde der Roman gekonnt auf die heutige Zeit bezogen. Die Theatergruppe unter der Leitung von Cornelia Leinhos-Sieweke hat sich den tobenden Applaus des Publikums und die größte Bühne des Hauses ohne jegliche Zweifel verdient. „Die Welle“ bleibt bis heute und wahrscheinlich auch zukünftig ein überaus relevanter Stoff, den die Schauspielenden auf perfekte Weise darstellten Mein höchster Respekt!

MoritzSütö

JuliusCäsar

Ein rotes Tuch auf einer schwarzen Treppe – Julius Cäsar ist tot. Doch bedeutet das auch das Ende aller Unzufriedenheit im Römischen Reich?

Am 22. April holte uns die Theatergruppe des Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasiums im Rahmen der Aufführung des Stückes „Julius Cäsar“ in eine Zeit, die scheinbar sehr weit weg von uns liegt – doch die Probleme der Gesellschaft von damals spielen auch in der Gegenwart eine Rolle. Aus Angst, dass Julius Cäsar die römische Republik in eine Autokratie verwandelt, plant eine Gruppe von Senatoren rund um Marcus Brutus seine Ermordung. Die Reaktionen auf den Tod fallen unterschiedlich aus, und Machtverhältnisse, Selbstzweifel und auch die niedrige Stellung der Frau in der Gesellschaft werden offengelegt und kritisiert Um ehrlich zu sein, ging ich recht planlos in die Vorstellung, ich kannte die gleichnamige Tragödie Shakespeares nicht und hatte mich nicht weiter mit dem Inhalt des Stückes befasst. Doch als ich im Theater ankam und noch vor Anfang der Aufführung die Kulisse betrachtete, wurde ich neugierig. Denn alles, was wir als Zuschauer:innen zu Beginn sehen konnten, waren drei schwarze Treppen, eine an jeder Seite der Bühne. Mit dem ersten Dialog, vorgetragen in Versform, in dem es um die Herrschaftsweise Cäsars ging, wurde klar: Das hier ist keine “Friede-Freude-EierkuchenVorführung”, das ist ein ernsthaftes, anspruchsvolles und hochaktuelles Stück

Ich fand mich sofort gebannt wieder und war gespannt auf den Rest des Stücks

Die Theatergruppe beeindruckte mit überzeugendem Schauspiel, vor allem die Rolle des Julius Cäsars bleibt durch eine starke und dominante Körperpräsenz in Erinnerung. Doch nicht nur sie, sondern das gesamte Ensemble spielte mit starker Ausdrucksweise und überzeugte in allen Rollen. Wie schon erwähnt, bestand die Kulisse aus drei schwarzen Treppen und einigen wenigen Requisiten. Die Kostüme wurden in schwarzweiß recht einfach gehalten., verloren dadurch aber keinesfalls den Bezug zu den einzelnen Charakteren.

Statt sich also auf die Details der römischen Kultur zu fokussieren, konzentrierte man sich auf eindrucksvolles Schauspiel und perfektes Timing, was der Inszenierung eine großartige Zeitlosigkeit verlieh.

Trotzdem wurde an Sound- und Lichteffekten nicht gespart, um die Szenen möglichst mitreißend zu gestalten. So kam im Verlauf des Stücks ein Gewitter auf, man hörte den Donner grollen, die Bühne war dunkel und nur manchmal flackerten Blitze auf. Die Reaktionen des Volkes auf die Versprechen Cäsars waren lautstark zu hören und hinter Marcus Antonius färbte sich der Himmel feuerrot

Ich persönlich bin auch einige Zeit später begeistert von der Inszenierung. Durch die Einfachheit der Kulisse stach die schauspielerische Leistung des Ensembles heraus, und die Handlung stand im Vordergrund. Meine Meinung spiegelte sich auch im Publikum wider: Während der Vorstellung war alles still, alle zeigten sich gebannt von der spannenden Geschichte, doch später gab es stehenden und sehr kraftvollen Applaus.

Im Nachgespräch erzählte die Gruppe, sie habe das Stück auch wegen der aktuellen politischen Lage gewählt und ein entsprechendes Zeichen setzen wollen.

LaraJulePickschneider

Ein ernstes Stück voller Fragen nach Machtverteilung, dem eigenen Wert, Meinungsfreiheit und Ungerechtigkeit war ,,Julius Cäsar“, gespielt von der Theatergruppe des Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasiums am 22. April auf der Großen Bühne im Spinnbau.

War Cäsar doch nicht der große Mann, als der er überall bekannt war? Und wie standen seine Leute zu ihm? Darum geht es in dem textreichen Stück, welches durch hervorragende schauspielerische Leistung gut umgesetzt wurde. Es war ein Stück, das Nachdenken anregte und eine bedrückte Stimmung im Saal erzeugte. Am Ende haben sicher viele über den vorhandenen Zwiespalt in der Gesellschaft und über die vielen Messages des Stücks nachgedacht: Wieviel sind wir wert und gibt es bessere und schlechtere Menschen?

Die Tragödie basiert auf dem berühmten Werk von William Shakespeare und beschäftigt sich mit Macht, Verrat und politischen Konflikten im alten Rom. Im Mittelpunkt der Handlung steht Julius Cäsar, dessen wachsender Einfluss bei vielen Senatoren Angst auslöst. Besonders Brutus gerät in einen inneren Konflikt zwischen Freundschaft und seiner Verantwortung gegenüber dem Staat.

Die Aufführung beeindruckte durch eine spannende Inszenierung und eine intensive Atmosphäre auf der Bühne. Die Schauspieler:innen überzeugten mit emotionalen Darstellungen und machten die inneren Konflikte der Figuren deutlich sichtbar. Vor allem die berühmte Rede von Marcus Antonius sorgte für einen dramatischen Höhepunkt und zeigte, wie leicht Menschen durch Worte beeinflusst werden können.

Auch das Bühnenbild und die Lichtgestaltung unterstützten die düstere Stimmung des Stückes. Die Große Bühne bot dabei den passenden Rahmen für die Aufführung und sorgte für ein eindrucksvolles Theatererlebnis

Das Publikum verfolgte die Aufführung mit großer Aufmerksamkeit und belohnte die Darsteller:innen am Ende mit viel Applaus.

HeleneMüller

„Freunde, Römer, Landsleute …“ – schon mit den ersten Szenen zog das Theaterstück „Julius Cäsar” das Publikum in seinen Bann. Das berühmte Drama von William Shakespeare erzählt von Macht, Verrat und den Folgen von Ehrgeiz. Bereits zu Beginn wirkte die Stimmung spannend und geheimnisvoll. In dem Stück geht es um Julius Cäsar, der immer mächtiger wird. Einige Senatoren haben Angst, dass er zu viel Einfluss bekommt. Deshalb planen sie einen Verrat gegen ihn. Besonders Brutus gerät dabei in einen schweren Konflikt zwischen Freundschaft und Pflicht gegenüber Rom. Das Stück zeigt, wie schnell Machtkämpfe und Misstrauen alles verändern können.

Das Bühnenbild war eher schlicht gehalten, passte aber sehr gut zur ernsten Stimmung des Stückes. Durch die Beleuchtung entstanden oft spannende und dramatische Szenen. Vor allem die roten und dunklen Lichteffekte machten deutlich, wenn Gefahr oder Streit bevorstanden. Durch die Kostüme konnte man die verschiedenen Figuren genau unterscheiden.

Die Schauspielerinnen und Schauspieler überzeugten insgesamt sehr. Besonders die Darstellung von Brutus wirkte glaubwürdig, weil man seine Unsicherheit und seine Gefühle gut erkennen konnte. Auch Julius Cäsar wurde stark dargestellt und wirkte mächtig und selbstbewusst. Manche Szenen waren etwas schwer zu verstehen, da teilweise eine ältere Sprache verwendet wurde, trotzdem blieb die Handlung meistens nachvollziehbar.

Besonders gut gefallen hat mir die spannende Atmosphäre während des gesamten Stückes. Die Mischung aus Streit, Verrat und dramatischen Szenen sorgte dafür, dass es nie langweilig wurde. Außerdem war interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Figuren mit Macht umgehen. Weniger gut fand ich, dass einige Dialoge sehr lang waren. Das Publikum reagierte aufmerksam und am Ende gab es viel Applaus. Insgesamt war die Aufführung von „Julius Cäsar” spannend und sehenswert. Vor allem für Schülerinnen und Schüler ist das Stück interessant, weil es zeigt, wie gefährlich Macht und Manipulation sein können.

„Die Schuld liegt nicht in den Sternen, sondern in uns" mit diesem berühmten Zitat wird bereits zu Beginn klar, worum es in dem Stück geht: Macht, Verantwortung und die Frage nach Schuld. Die Inszenierung von “Julius Cäsar” überzeugte dabei durch eine kreative Umsetzung und starke schauspielerische Leistungen.

Das Stück, basierend auf der bekannten Tragödie von William Shakespeare, behandelt die Verschwörung gegen Cäsar und die dramatischen Folgen für Rom. Ohne zu viel vorwegzunehmen, zeigt die Handlung eindrucksvoll, wie persönliche Motive, politische Interessen und Verrat miteinander verbunden sind. Besonders gelungen war, dass die Handlung verständlich und zugleich spannend umgesetzt wurde

Das Bühnenbild war eher minimalistisch gehalten, was sich jedoch als Stärke herausstellte. Mit wenigen Mitteln wurde eine überzeugende Atmosphäre geschaffen.

Auch Licht und Musikeffekte unterstützten die Stimmung gezielt, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Die Kostüme passten gut zu den Figuren und halfen dabei, die Rollen klar zu erkennen.

Ein besonderes Highlight war die schauspielerische Leistung. Die Figuren wirkten glaubwürdig und wurden passend zu ihren Charakteren dargestellt. Vor allem Marcus Antonius, gespielt von Lenox Martinez del Campo, blieb im Gedächtnis. In einem Interview erklärte er: „Ich spiele den Marcus Antonius, welcher später auch mit Kleopatra zusammenkommt und das Römische Reich übernehmen will, aber ich werde von Octavianus überlistet." Diese Beschreibung spiegelte sich auch deutlich in seiner Darstellung wider, die emotional und überzeugend war. Interessant war zudem, dass die Rolle des Octavianus kurzfristig von Leo Lange übernommen wurde, da Nils Naumann nicht am Stück teilnehmen konnte, was dem Gesamteindruck jedoch keinen Abbruch tat. Auch die Inszenierung insgesamt wirkte durchdacht und nah am Originaltext, ohne dabei altmodisch zu erscheinen. Die Handlung blieb verständlich und die wichtigen Konflikte wurden klar herausgearbeitet.

Die Reaktion des Publikums war durchweg positiv. In einem Interview sagte ein Zuschauer: „Ich bin eigentlich ohne Erwartungen in das Stück reingegangen, wurde aber positiv überrascht, denn es war von der Umsetzung her auch sehr kreativ, mit möglichst wenig Mitteln und die Schauspieler:innen haben auch alles sehr gut rübergebracht. Mir hat es sehr gefallen, ich würde es weiterempfehlen." Diese Einschätzung lässt sich gut nachvollziehen.

Insgesamt hinterließ die Aufführung einen sehr gelungenen Eindruck. Trotz einfacher Mittel wurde eine starke Wirkung erzielt, vor allem durch das engagierte Spiel der Darsteller. Das Stück ist definitiv sehenswert und zeigt, dass gutes Theater nicht von aufwendiger Ausstattung abhängt, sondern von überzeugender Darstellung und einer klaren Inszenierung.

Figurentheater

Goethetrifft Moderne

Die Bühne im Figurentheater besteht nur aus wenigen kleinen Hockern und einem Schild, auf dem steht, in welchem Raum wir uns befinden. Und dann kommt Leben auf die Bühne, in Form einer Oma und ihrer undankbaren Enkelin, welche Omas Haus schon jetzt besitzen will.

Und so fängt die Komödie an:

Johann Wolfgang von Goethe misslingt ein Experiment, und er landet in unserer Zeit, im Büro der Privatdetektivin

Barbara Passauf, welche kurz darauf einen Fall bekommt. Nach kurzen Diskussionen arbeitet sie schließlich mit dem ständig in Reimen sprechenden Mann zusammen, und sie machen sich auf die Suche nach dem Apfelkuchenund Orangensaftdieb.

Vor allem Goethe und seine Reime sorgen für viele Lacher, doch auch sonst bringen die sieben Schauspieler:innen viel Heiterkeit mit sich und eine schöne Stimmung in den Saal. Die Zuschauer:innen wurden ebenfalls integriert, indem Barbara und Goethe einmal durch die Reihen liefen und nach Hinweisen suchten. Am Ende wurden alle Geheimnisse, die sich nach und nach aufgehäuft hatten, aufgeklärt und Goethe erwacht schließlich, was die Frage hinterlässt: War das alles nur ein Traum?

Wer sich selbst die Frage stellen will, kann auf dem Sommerfest des Gymnasiums vorbeischauen und sich das Stück nochmal anschauen, dessen Idee von Lilly Hänig, der Spielerin der Barbara, entworfen war. Ein unterhaltsames und schönes Stück, welches sich gelohnt hat, zu besuchen!

"Goethe trifft Moderne" wurde von den "Fäustlingen aufgeführt, was eine meiner Meinung nach sehr kluge Anspielung auf Goethes uralten Hitroman „Faust“ ist. In diesem Stück geht es um Goethe, der zu Lebzeiten merkwürdige Chemikalien vermischte, im Prozess einschlief und im Traum Abenteuer in der Moderne erlebt. Zu Beginn erlebt man eine Frau, die Apfelkuchen isst und Orangensaft trinkt.

Dann folgt ein Dialog der Frau namens Oma Erna, die von ihrer vorlauten Enkelin Patrizia unterbrochen wird. Im Dialog geht es um den Wunsch der Enkelin, das Haus der eigenen Großmutter möglichst zeitnah zu erwerben, worüber die alte Dame nicht recht erfreut ist. Danach folgt ein Lichtwechsel zu violett und eine kleine Musikeinlage, wie bei jedem Szenenwechsel. Bei diesem Detektiv-Comedy-Stück gibt es lustige, merkwürdige, logische oder unlogische, schlaue und dumme Momente – oder alles zugleich. Die Figuren selbst bilden den wichtigsten Teil des Theaterstücks und und sind sehr gut von den Schauspieler:innen dargestellt. Wenn man Figuren mit Charakter und eine lustige sowie interessante Aufführung sehen oder sich einfach nur kulturell verwöhnen will, kann man mal reinschauen. In einem Interview mit Moritz Sütö, der Goethe spielt, stellte sich heraus, dass der Charakter seiner Figur aus einer Vermutung entstand. Zitat: „Das ist ein Dichter aus dem 18. Jahrhundert, der muss reimen.“ Außerdem gestand der Schauspieler, dass er sich die Zeilen besser merken konnte, weil sie sich reimten.

TimKretz

DieNachtder lebendenLegenden

„Lachen ist wichtig. Schule wäre ohne Lachen nicht auszuhalten.“ Dies sagte ein Schüler zu Beginn des Theaterstücks Doch wie wäre die Schule noch angenehmer zu gestalten? Definitiv nicht mit einem Klassenausflug in ein Museum Doch schnell stellt sich heraus: Das wird kein normaler Museumsbesuch, sondern eine Übernachtungsparty. Die vier Lehrer:innen machen sich nun mit ihrer Klasse auf den Weg ins Museum, wo sie von zwei speziellen Mitarbeitern betreut werden Nach ein paar Stunden geht auf einmal das Licht aus, und es scheint, als wären die Lehrkräfte verschwunden. Was sollen wir nun tun? Uns aufteilen und das Museum absuchen? Dafür entscheidet sich die Gruppe schlussendlich und macht sich auf in ein Abenteuer durch das Museum Doch irgendwie wirken die Ausstellungen nicht normal, sondern lebendig. Die Schüler:innen treffen auf Piraten, Pharaonen, die Mona Lisa, Albert Einstein und Galileo Galilei und erfahren von ihnen nützliche Informationen über ihre Zeit. Dabei lernen sich die unterschiedlichsten Charaktere näher kennen und wachsen als Gemeinschaft zusammen Doch was ist nun mit den Lehrer:innen passiert?

Die Theatergruppe des Gymnasiums Einsiedels, welche aus bemerkenswerten 27 Schüler:innen besteht, stellte die verschiedenen Spielorte mithilfe von KI-generierten Bildern dar. Das Stück selbst wurde nach der Idee einer Schülerin geschrieben.

Die Geschichte war an den Film „Nachts im Museum“ angelehnt. Mir hat dabei gutgefallen, dass die Gruppe trotzdem etwas Eigenes aus dem Inhalt gemacht hat und es nicht wie eine Kopie wirkte. Des Weiteren konnten die Schüler:innen ihre Rollen sehr authentisch verkörpern.

Schön war es, dass auch jüngere Schüler:innen die Möglichkeit bekommen haben, in eine Erwachsenenrolle zu schlüpfen, um sich auszuprobieren.

Dabei wurde dem Theater eine neue Bedeutung zugeschrieben mit dem Motto: „Nicht alles passt in Kästchen und Linien. Manches will einfach frei sein.“

Das Zitat: „Fantasie ist wichtiger als Wissen. Wissen ist begrenzt. Fantasie ist unendlich“. Das ist mir besonders im Kopf geblieben, da es die Sichtweise von Kindern auf die Welt zeigt, welche noch unbeschwert und lebensfroh sind. Davon sollte man sich manchmal als erwachsene Person eine Scheibe abschneiden und das Leben in vollen Zügen genießen.

LillyHänig

Figurentheater

Momo

Ein Junge trat auf die Bühne – wie wir später erfuhren, ein Straßenkehrer. Er philosophierte über die Zeit: Zeit vergeht langsam, Zeit vergeht schnell. Dieses Thema stand auch im Mittelpunkt des Theaterstücks „Momo“, das am 22. April auf der Figurentheaterbühne von der Theatergruppe des Gymnasiums Zschopau aufgeführt wurde.

Zeit – jeder kennt sie: Zeit, die langweilig vergeht, Zeit, die spannend ist, und Zeit, die sich manchmal verschwendet anfühlt. Genauso ging es auch den Bewohner:innen, die Momo regelmäßig in der alten, zerfallenen Ruine besuchten. Besonders dann, wenn ihnen immer wieder vor Augen geführt wurde, was sie alles hätten schaffen können. Genau das machten die grauen Herren: Sie wollten den Menschen die Zeit stehlen, um dadurch immer mächtiger zu werden.

Und genau hier kommt Momo ins Spiel. Sie möchte einfach nur glücklich sein, spielen und Spaß haben. Gemeinsam mit Meister Hora und seiner Schildkröte Kassiopeia versucht sie, die grauen Herren aufzuhalten. Meister Hora, ein ruhiger und gelassener Mann, erklärt Momo dabei, was sie tun muss.

Die Schauspieler:innen spielten ihre Rollen überzeugend und mit viel Leidenschaft. Teilweise gab es sogar Gemeinsamkeiten zwischen Darsteller:innen und ihren Rollen. So erzählte Ruben Schaarschmidt, der Meister Hora spielte, dass er sich ebenfalls für Magie interessiere und deshalb gewisse Ähnlichkeiten zu seiner Rolle sehe.

Es gab jedoch auch Rollen, die kaum Gemeinsamkeiten mit den Darsteller:innen hatten. Hanna Jäger, die einen der grauen Herren spielte, sagte, dass sie ihrer Rolle eigentlich nicht besonders ähnlich sei. Gerade das finde sie aber spannend, da sie dadurch einmal in einen ganz anderen Charakter schlüpfen könne. Besonders beeindruckend waren außerdem die Kostüme. Lotte Lämel berichtete, dass sie ungefähr drei Stunden an ihrem Kostüm gearbeitet habe, bis es fertig gewesen sei. Die Kostüme, die besondere Atmosphäre und das schauspielerische Können der Schülerinnen und Schüler sorgten schließlich für das, was ein Zuschauer als „magisches Gefühl“ beschrieb – ein Gefühl, das während der gesamten Aufführung deutlich in der Luft lag.

Dasunheimliche Spuken

Stell dir vor du kommst an eine neue Schule. Aber nicht irgendeine Schule, sondern eine, an der merkwürdige Dinge vor sich gehen. Fenster öffnen sich von allein, ein Stift fliegt in der Luft herum, das Licht flackert und es verschwinden sogar Kinder und Lehrer:innen. Zu Beginn scheint es noch lustig. Vielleicht spielt hier nur jemand einen Streich? Doch schnell wird klar: Spaß ist das hier nicht In dieser Situation befinden sich die 14 Schüler:innen der Theatergruppe unter der Leitung von Mariella Richter. Es werden verschiedenste Stereotypen dargestellt wie eine Streberin, der Klassenclown und die Beliebte. Doch das Klassenklima scheint nicht so zu stimmen. Immer wieder kommt es zu Beleidigungen und Mobbing, doch trotz ihrer Unstimmigkeiten machen sie sich zusammen auf die Suche, um diese gruseligen Ereignisse aufzuklären. Auf ihrem Weg entdecken sie immer wieder Zettel und eine merkwürdige weiße Gestalt ist zu erkennen. Vielleicht ein Geist? Das Stück endet in einem wirkungsvollen Tanzbattle. Doch was hat es mit dem Geist auf sich? Das Bühnenbild bestand ausschließlich aus Schultischen und Stühlen, welche durch kleine gezielt eingesetzte Requisiten unterstützt wurden. Immer wieder war eine für alle bekannte Schulklingel zu erkennen, welche dem Stück den typischen Schulcharakter verlieh. Auffällig war, dass Jugendsprache mit Ausdrücken wie „das crazy“ und „Diggah“ eingebaut wurden, wodurch es sehr authentisch wirkte. Im Nachgespräch stellte sich heraus, dass die Tanzszenen selbst von ein paar Mädchen der Gruppe choreografiert und dann der gesamten Gruppe beigebracht wurden. Die Musikauswahl dabei war sehr passend und modern. Es waren Titel wie „Tau mich auf – Zartmann“ oder „Wer wenn nicht wir – Wincent Weiss“ zu hören. Diese Tanzszenen wurde außerdem durch einen Breakdancer ergänzt.

Mir hat die Einbeziehung des Publikums sehr gefallen. Beispielsweise wurde die erste Reihe bei einem Ballspiel im Sportunterricht integriert, was zu einer kurzen Erheiterung des gesamten Saals geführt hat. Insgesamt war es ein sehr gelungener Auftritt, bei dem das Thema Mobbing gezielt angesprochen wurde, jedoch auf eine amüsante Art und Weise, welche das Publikum gut unterhalten hat.Das Stück wird im Sommer noch einmal an der Schule gespielt. Seht hin, denn wer gesehen wird, verschwindet nicht “

LillyHänig

Wie würden Sie das Stück in drei Worten zusammenfassen?

„Interessant. Wahrheitsgemäß. Authentisch.“ Welche Szene hat Ihnen am besten gefallen bzw. am meisten berührt?

„Der Schluss mit dem Tanzbattle, beziehungsweise auch das Zusammensitzen der Gruppe beim Nachdenken über das Thema Mobbing. Es war nicht plakativ, sondern sehr offen und ehrlich, das hat mir sehr gut gefallen.“

Was nehmen Sie sich von diesem Abend mit nach Hause?

„Die Idee, dieses Stück nochmal anderen Schulen zu empfehlen, weil das Thema Mobbing leider in vielen Schulen eine tragende Rolle spielt.“

Was bedeutet Theater für Sie persönlich?

„FREI SEIN.“

Was gibt Theater den Kindern und Jugendlichen? „Glück. Gemeinsamkeit. Lachen. Anregungen zu finden sowie neue Ideen zu entwickeln. Aber auch der Umgang miteinander, der prägend für das Sozialgefüge ist, welches dann in der Gruppe in verschiedenen Altersgruppen wachsen kann.“

Wie sind Sie Teil der Schultheaterwoche geworden?

„Ich habe im Schulverwaltungsamt gearbeitet und war dort vor allem für Förderschulen zuständig. Da ich selbst auch sehr viel mit Kindern im Sportbereich zu tun habe, kam Wolfgang Seim dann auf mich zu und fragte, ob ich nicht Lust hätte in der Schultheaterwoche mitzuwirken. Wir hatten gemeinsam bereits die Europawoche gestaltet und da sagte ich dann: gut ich steig mit ein. Als ich dann Leiterin des Sportinternats war, passte das natürlich super und auch jetzt in meinem Rentnerindasein muss ich sagen, bleib ich dabei.“

Internatin Aufruhr: DerFallfürCode4

Wochenlang wurde Text gelernt, an den Kostümen gefeilt und die richtige Mimik geübt. Im April war es dann endlich so weit: Die Theatergruppe der Unteren Luisenschule feierte die Premiere ihres neuen Stücks „Aufruhr im Internat – Der Fall für Code 4“. Das junge Ensemble verwandelte die Bühne im Spinnbau in eine packende Krimi-Kulisse und zog das Publikum von der ersten Minute an in seinen Bann. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Mira. Sie ist neu an einem exklusiven Elite-Internat. Der Beginn ist alles andere als leicht, denn die Unterschiede könnten kaum größer sein: Auf der einen Seite stehen die Kinder aus reichen Familien, auf der anderen jene, die hart für ihren Platz kämpfen müssen. Vorurteile und Zickereien bestimmen den Alltag. Doch die Schule wird komplett auf den Kopf gestellt, als plötzlich das Maskottchen des Internats spurlos verschwindet. Das Verschwinden wirft Fragen auf und sorgt für mächtig Wirbel hinter den Internatsmauern. Schnell wird klar: Diesen Fall können die Jugendlichen nicht im Alleingang lösen. Sie müssen die alten Gräben überwinden, ihren Stolz vergessen und echte Teamarbeit beweisen. Die Suche nach dem Polarfuchs wird so zu einer spannenden Detektivarbeit, die zeigt, worauf es im Leben wirklich ankommt – nämlich auf Zusammenhalt, völlig egal, woher man kommt. Die Spielfreude war den Schüler:innen in jeder Sekunde anzumerken. Mit viel Gefühl, einer gehörigen Portion Humor und erstaunlichem schauspielerischen Geschick brachten sie die Dynamik der Jugendlichen perfekt auf die Bühne

Am Ende gab es im Saal kein Halten mehr: Das Publikum belohnte die starke Leistung der gesamten Truppe mit langanhaltendem, lautem Applaus Ein rundum gelungenes Theaterprojekt, das zeigt, wie viel kreatives Potenzial in den Chemnitzer Schulen steckt

JelenaKermel

21.04.2026

Figurentheater

DieSchneekönigin

Kann ein Märchen zugleich lustig, berührend und erstaunlich detailverliebt sein? Die Antwort darauf lieferte die Aufführung von der „Schneekönigin“ eindrucksvoll. Obwohl sich das Stück inhaltlich nah an der bekannten Geschichte orientierte, gelang es der Theatergruppe, dem Märchen eine ganz eigene Wärme und Persönlichkeit zu verleihen –und genau das machte diese Inszenierung so besonders. Schon der Beginn zog das Publikum unmittelbar in die winterliche Welt hinein: Weihnachtsmusik erklingt, Kinder liefern sich eine ausgelassene Schneeballschlacht und auf der Bühne entsteht sofort eine gemütliche, märchenhafte Atmosphäre. Dabei fiel besonders das Bühnenbild auf, das mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurde Ein flackernder Elektrokamin, echtes Holz, ein sorgfältig dekorierter Schlitten, bemalte Waldkulissen und sogar ein Holzbett mit Decke, Kissen und einem Traumfänger verliehen der Bühne etwas überraschend Lebendiges Gerade diese kleinen Einzelheiten sorgten dafür, dass die Welt der Geschichte glaubwürdig und einladend wirkte.

Auch technisch zeigte die Aufführung viele kreative Ideen. Während aus einem Buch vorgelesen wurde, unterstützten Musik und Licht die Handlung atmosphärisch Besonders gelungen war der Moment, in dem die Schneekönigin den Spiegel zerbricht – exakt synchron zum vorgelesenen Text. Solche Szenen bewiesen ein gutes Gespür dafür, Erzählung und Darstellung miteinander zu verbinden. Unterstützt wurde dies zusätzlich durch Projektionen von fallenden Schneeflocken auf der Leinwand, die der Bühne beinahe etwas Filmisches verliehen

Die Figur der Schneekönigin selbst wirkte dabei angenehm distanziert und geheimnisvoll. Ihre Stimme wurde über Lautsprecher eingespielt und leicht verzerrt, wodurch sie kühl und fern erschien – passend zu ihrer Rolle. Auch optisch stach sie heraus: Das bläuliche Make-up mit Schneeflocken und das aufwendig gestaltete Kostüm verliehen ihr eine eindrucksvolle Präsenz. Doch das Stück blieb nicht nur märchenhaft und ernst. Gerade die Rolle von Knödel Krähe lockerte die Handlung immer wieder humorvoll auf Mit absurden Sprüchen wie „Kinderschnitzel, Kinderschokolade, Kinderfleisch – eben ein echter Kinderteller“ brachte die Figur das Publikum regelmäßig zum Lachen. Diese humorvollen Momente verhinderten, dass die Geschichte zu schwer oder kitschig wurde. Zwischen den Witzen fanden sich aber auch überraschend nachdenkliche Aussagen Besonders ein Satz blieb hängen: „Nur weil der Jäger kein Mathe kann, ist er noch lange kein schlechter Mensch.“

Gerade solche kleinen Botschaften verliehen dem Stück mehr Tiefe, als man zunächst vielleicht erwartet hätte. Am Ende löst sich die düstere Welt der Schneekönigin auf: Der Bann wird durch Freundschaft gebrochen, und die Erkenntnis bleibt, dass Nähe und Zusammenhalt stärker sein können als Einsamkeit und Angst. Dass ausgerechnet eine gemeinsame heiße Schokolade den Schluss bildet und alle „Auf die Freundschaft!“ anstoßen, wirkte dabei zwar schlicht, aber ehrlich und passend. Besonders beeindruckend war jedoch die Spielfreude der sechs Darsteller:innen.

Dass sie Teil einer Sprachförderschule sind, rückte während der Aufführung schnell in den Hintergrund – zu selbstverständlich und engagiert spielten sie ihre Rollen.

Im Nachgespräch sagte einer der Schüler:

„Wenn man viel übt, kann man das easy schaffen.“ Und genau dieses Gefühl vermittelte die gesamte Aufführung: Mut, Freude und die Bereitschaft, über sich hinauszuwachsen. Natürlich war das Stück keine große Neuinterpretation des bekannten Märchens. Manche Szenen blieben vorhersehbar, und die Handlung hielt sich eng an bekannte Muster Doch genau darin lag vielleicht auch eine Stärke: Die Gruppe konzentrierte sich nicht darauf, die Geschichte neu zu erfinden, sondern darauf, sie mit Herz, Humor und Kreativität lebendig werden zu lassen.

„Schneekönigin“ war damit vor allem eines: ein warmherziges Theatererlebnis, das zeigte, wie viel Leidenschaft, Fantasie und Gemeinschaft auf einer Bühne entstehen können.

MariellaRichter

Romeooderwas?... eineProbe

Was passiert eigentlich, bevor Theater „fertig“ ist?

Bevor große Gefühle entstehen, tragische Liebesschwüre gesprochen werden und dramatische Sterbeszenen das Publikum bewegen? Genau dort setzt das Stück „Romeo oder was? ... Eine Probe“ an – nicht bei Shakespeare selbst, sondern mitten im Chaos einer Theaterprobe Schon der Einstieg macht klar, dass hier kein klassisches „Romeo und Julia“ zu erwarten ist. Eine künstliche Intelligenz namens „Frank“ begrüßt das Publikum per Stimme aus dem Off, während auf der Bühne zunächst nur leere Stühle in einem Halbkreis stehen. Nach und nach trudeln die Schauspieler:innen ein – natürlich alle zu spät und jede:r mit einer anderen Ausrede: Nachschreiben, Blumengießen, Katzenfüttern oder schlicht Verschlafen. Das wirkt angenehm alltagsnah und sorgt sofort für erste Lacher.

Die Grundidee des Stücks ist dabei durchaus originell: Nicht das eigentliche Shakespeare-Drama steht im Mittelpunkt, sondern die Probe dazu. Die Schüler:innen spielen also Schauspieler:innen, die wiederum Rollen aus „Romeo und Julia“ übernehmen. Dieses „Stück im Stück“-Prinzip eröffnet viele spannende Möglichkeiten – vor allem für humorvolle Einblicke in den oft chaotischen Theateralltag. Und genau dort liegen auch die stärksten Momente des Abends Besonders die KI „Frank“ sorgt immer wieder für komische Unterbrechungen. Erst hilft sie beim Pizza-Bestellen, dann verdirbt sie allen den Appetit, indem sie ungefragt Kalorienzahlen, Fettanteile und mögliche Hautunreinheiten aufzählt. Später scheitert sie grandios daran, passende Musik für den Maskenball einzuspielen: Statt romantischer Stimmung läuft plötzlich bayrische Volksmusik mitten in einer Liebesszene. Das Publikum reagierte darauf deutlich amüsiert. Auch die immer wieder auftauchende Putzfrau bringt frischen Wind in die Probe. Anfangs nur störender Nebenschauplatz, wird sie schließlich selbst Teil des Stücks, weil Rollen fehlen – eine einfache, aber charmante Idee

Interessant ist außerdem der Aufbau der Probe selbst: Die Szenen entstehen nicht chronologisch, sondern nach den spontanen Wünschen der Mitspielenden. „Ich möchte kämpfen!“ – also folgt eine Kampfszene. „Ich möchte die Balkonszene!“ – also kommt die berühmte Liebesszene. Dadurch wirkt die Probe bewusst unstrukturiert und improvisiert, fast wie ein Blick hinter die Kulissen echter Theaterarbeit. Allerdings liegt hier auch die größte Schwäche der Inszenierung. So realistisch und authentisch die Probensituation dargestellt wurde, so sehr fehlte dem Stück stellenweise ein klarer Spannungsbogen. Die einzelnen Szenen aus „Romeo und Julia“ wirkten spielerisch oft eher zurückhaltend oder bewusst nüchtern umgesetzt. Das mag Teil des Konzepts gewesen sein – schließlich sieht man „nur“ eine Probe –, führte aber dazu, dass sich manche Momente etwas zogen und emotional kaum Wirkung entfalteten. Auch die eigentliche Aussage des Stücks blieb etwas unklar. Sollte es eine humorvolle Kritik an moderner Technik und künstlicher Intelligenz sein? Ein Blick auf die Überforderung junger Menschen zwischen Schule, Freizeit und Theater? Oder einfach eine absurde Komödie über chaotische Probenarbeit? Wahrscheinlich von allem etwas – doch genau dadurch fehlte manchmal ein klarer Fokus Trotzdem hatte der Abend seinen Charme. Gerade weil vieles bewusst unfertig wirkte, entstand eine lockere, fast improvisierte Atmosphäre. Das Publikum bekam weniger eine perfekte Aufführung als vielmehr einen Einblick in den kreativen Prozess dahinter – inklusive der Ablenkungen, der technischen Pannen und spontanen Ideen. Besonders das Ende passt dazu: Ein Anruf der eigentlichen Theaterleiterin unterbricht die Probe abrupt. Die Frage „Und, wie läuft’s?“ bleibt beinahe unbeantwortet – und plötzlich ist Schluss. Kein großes Finale, kein dramatischer Höhepunkt. Stattdessen endet alles genauso offen und chaotisch, wie es begonnen hat. „Romeo oder was? ... Eine Probe“ war damit weniger eine klassische Theateraufführung als vielmehr eine humorvolle Momentaufnahme zwischen Probe, Parodie und Schulalltag. Nicht jede Szene zündete, manches wirkte etwas langgezogen – doch die Grundidee eines bewusst unfertigen Theaterabends hatte definitiv ihren eigenen Reiz.

MariellaRichter

Shakespeares „Romeo und Julia” kennt wahrscheinlich jeder: Zwei Liebende, die Elternhäuser zerstritten, beide dem Tode geweiht Das bekannte Drama wäre wohl perfekt für die Schultheaterwoche. Aber nicht das Stück selbst haben wir zu sehen bekommen, sondern uns wurde die Frage beantwortet: Wie sieht eigentlich so eine Probe aus? Die Erich-Viehweg-Oberschule Frankenberg kam auf die kreative Idee, so eine Probe auf die Bühne zu bringen. Das Stück beginnt mit einem Schüler der Theatergruppe, der den noch leeren Raum betritt.

Über eine clever ins Stück eingebaute KI-Stimme „Franky“, die über die Bühnenlautsprecher abgespielt wird, erfährt er, dass die Theaterleiterin krank sei und er die heutige Probe alleine leiten solle. Nach und nach kommen auch die restlichen Schüler:innen. Die Probe veräuft jedoch chaotisch.

Es wird Pizza gegessen, selbstverständlich auch geprobt, darunter auch die berühmte Balkonszene, die sich die Schauspielerin der Julia auf wiederholte Anfrage wünschte. Das Problem ist nur, es gab keinen Balkon, also musste ein Tisch her. Genau so dezent werden auch restliche Requisiten gehalten, eben genau wie in einer echten Probe Zusätzlich wurde die Probe anfänglich von der Putzfrau gestört, die nur ihren Job machen wollte, aber man fand schnell eine Lösung, denn weitere Stellen müssen schließlich noch besetzt werden. Durch das dezente Bühnenbild und einfache Requisiten bekam man das Gefühl einer richtigen Theaterprobe. Die Theatergruppe, unter der Leitung von Kerstin Graff, hat es also geschafft, ihre überaus kreative Idee publikumsnah und anschaulich auf die Bühne zu bringen. Trotz des eher kleinen Saals wurde laut applaudiert und gelacht. Die Theatergruppe kann stolz auf sich sein!

MoritzSütö

Figurentheater

LetzterHalt: Kernwelt

Zwei alte Damen sind zu sehen. Nicht etwa auf der Bühne. Nicht einmal im Saal. Schon im Foyer, neben Garderobe und Wartebereich, wird man von zwei Charakteren des Theaterstückes „Letzter Halt: Kernwelt“ begrüßt und bekommt einen kleinen humorvollen Vorgeschmack auf das Stück der Martin-Andersen-NexöOberschule Zschopau. Schon in Stimmung geht es dann auch los. Mehrere Charaktere, darunter die zwei alten Damen, ein Clown, ein Gummibär und noch weitere, die verschiedener nicht sein könnten, betreten die Bühne, auf der eine Reihe von Stühlen steht. Ein Reisender erklärt: hier ist die Kernwelt und hier treffen Wesen unterschiedlicher Welten aufeinander. Welten, die anders sind und manchmal auch nicht zueinander passen. So wird der Gummibär von einem Wesen der Unterwasserwelt fast zum Schmelzen gebracht. Die Unterwasserwelt ist zudem ein schönes Beispiel für die perfekte Umsetzung der Bühnentechnik, zudem das Publikum in die verschiedenen Welten zu befördern. Noch mehr Humor wurde durch die Rolle des Clowns eingebracht, welcher das Publikum konstant mit Flachwitzen, die lustiger nicht hätten sein können, bombardierte. „Sagt der eine Fisch zum anderen ’Hi’. Sagt der andere ’Wo?’“ trifft nun mal zwar genau meinen Humor, aber nicht den des Grummels, der meint, dass es in seiner Welt keine Witze gäbe und sie auch nicht lustig seien, denn „Witze beleidigen immer jemanden“. Der Reisende hat über die Dauer des Stückes seltsame Fragmente gesammelt. Was er wohl damit vorhat? Man konnte deutlich sehen, dass in das Stück sowohl Kreativität, Leidenschaft und vielleicht auch ein bisschen die Persöhnlichkeit der Schauspieler:innen eingeflossen ist Unter der Leitung von Liane Eltner, Anja Kolditz und Gabi Reinhardt hat sich dieses Stück zu einem sehenswerten Werk entfalten können. Dies wurde auch durch Beifall und herzhaftes Lachen des Publikums bestätigt Jetzt bleibt nur noch die Frage, ob die zwei alten Damen es wohl rechtzeitig zum Bingo geschafft haben ...

DieHüterderletzten Flamme

In diesem Stück, dass von den "Dance Girls" und der Theatergruppe der Oberschule Lengefeld aufgeführt wird, geht es um das Konzept der vier Elemente: Wasser, Luft, Feuer und Erde mit einer wichtigen Botschaft und richtig gutem Tanz. Es geht darum, dass das Herz der Welt von Schatten verhüllt und vergessen wurde. Aber vier Freunde werden von einer Hüterin aufgefordert, dieses letzte Licht vor dem Erlöschen zu bewahren. Während einer Reise durch Sümpfe, Flüsse, Berge und andere Orte wird den Schüler:innen von jedem der Elemente eine eigene Botschaft auf den Weg gegeben, zusammen mit einem kleinen Andenken. Außerdem tanzen die Schüler:innen mit den Elementen und werden so auf die Probe gestellt. Das Ambiente im Stück ist wirklich sehr eindrucksvoll. Es gab Violinspiel, Soundeffekte, Licht, ja sogar Trockeneis. Jeder, der guten Tanz, interessante Atmosphäre, und Botschaften schätzt, die im Stück und im Leben kleine und größere Schatten vertreiben, sollte sich ein Ticket besorgen.

TimKretz

DieSchildbürger

Am 20. April führte die BIP Kreativitätsgrundschule Chemnitz das Stück ,,Die Schildbürger 2026“ auf der großen Bühne im Spinnbau auf. Die Klassen 4 a, b und c standen gemeinsam auf der Bühne und begeisterten die Zuschauer:innen mit Tänzen, Witzen und der geschickten Einbringung des Themas Nachhaltigkeit und Technologie in unserer heutigen Zeit. Es herrschte viel Spielfreude und eine schöne Stimmung im Saal, was sicher nicht nur an dem aufwändigen Bühnenbild und den gut durchdachten Szenen lag. Das Bühnenbild zeigte mehrere selbstgemalte Häuser auf Leinwänden und später auch auch ein Rathaus, welches aus selbstgebastelte Alufoliensteinen bestand. Es ging um eine Stadt namens Schilda, die zum Beispiel eben jenes Rathaus mit in Säcken eingefangenem Sonnenlicht beleuchten will. Ob das klappt?

Jedes Kind hat sich Mühe gegeben und war voll dabei und das Publikum hat mehrere Male in den 40 Minuten gelacht. Zwei Erzähler haben das Publikum durch die Geschichte geleitet, welche anfangs im Mittelalter und später in 2026 spielte Der Text wurde hauptsächlich von den Lehrer:innen verfasst, mit der Inspiration von Erich Kästner. Später im Publikumsgespräch erzählten die Kinder, dass die Idee des Stücks als erstes auf viel Kritik getroffen war, bevor sie doch genommen wurde.

Ab da hatten die drei Klassen seit Dezember 2025 geübt und geübt und geübt, denn schließlich musste der Text sitzen und die Lautstärke genug sein für die große Bühne. Beides war am Ende kein Problem, obwohl die Theaterleiterin Frau Machowetz im Interview sagte, dass jeder ein individuelles Lerntempo hatte – aber das kennen wir doch alle.

Die Theatergruppe wird das Stück ebenfalls nochmal im Fritztheater aufführen, bevor es dann heißt, wieder ein neues Theaterstück zu finden.

Doch jetzt geht es erst einmal in die verdiente Pause!

Die neue Bürgermeisterin will transparent regieren. Deshalb baut sie ein gläsernes Rathaus, aber die Lampen fehlen. Doch da kommt die Idee: Sonnenstrahlen in Kisten fangen, um es zu beleuchten! Das klingt ganz nach Schilda, oder?

Das Theaterstück „Die Schildbürger 2026“, inszeniert von den vierten Klassen der BIP Kreativitätsgrundschule Chemnitz, lud am 20. April um zehn Uhr in ein mittelalterliches Städtchen ein, das auf der Großen

Bühne des Spinnbau zum Leben erweckt wurde. Das Stück ist von Erich Kästners "Die Schildbürger" inspiriert.

Die Bürgerinnen und Bürger Schildas waren als ein handwerklich begabtes Volk bekannt und wurden deswegen bei Fürsten und Fürstinnen, Königen und Königinnen angestellt. Da sie aber am liebsten so schnell wie möglich wieder in ihre Heimatstadt wollten, lösten sie ihre Aufgaben mit geschickten, kreativen Ideen. Die Bühne gestalteten die Spielenden in Zusammenarbeit mit den Lehrerinnen und Lehrern. Gemeinsam bastelten sie Kulissen, die Stadt- oder Fürstenhäuser darstellten, Bausteine für ein neues Gebäude und vieles mehr. Die Kostüme aller Figuren waren als Basis schwarz und ließen einige Accessoires herausstechen. Begleitet wurde die Geschichte von zwei Moderatoren, die ihre Rolle außerordentlich gut machten. Sie sprachen laut, deutlich und brachten das Publikum das ein oder andere Mal zum Lachen. Doch auch alle anderen Spielenden zeigten sich selbstbewusst, mutig, witzig und ausdrucksstark. In der vierten Klasse so auftreten zu können, verdient besonderen Applaus Doch das schauspielerische, künstlerische und kreative Talent zeigt sich nicht nur beim Kulissenbau und beim Spielen selbst, auch einen Tanz haben zwei Schülerinnen selbst entwickelt, der ganzen Jahrgangsstufe beigebracht und dann gemeinsam präsentiert. Während der gesamten Vorstellung war das Publikum aufmerksam, lachte, verfolgte gespannt die innovativen Kreationen der Schildbürger und applaudierte letztendlich kräftig.

Im Publikumsgespräch erzählt das Ensemble, was die Bühnenwelt für sie bedeutet: Sie finden es cool, sich in andere Rollen zu versetzen. Sie mögen es, Abenteuer zu erleben und in einer so anderen Welt zu leben. Eine Schülerin sagt dazu: „Schilda ist irgendwie das Gegenteil von unserer Welt, weil die Schildbürger und Schildbürgerinnen sind immer so happy hippo.“ Doch andere Spielende sehen trotzdem etwas von sich selbst in ihren Rollen. Ich persönlich habe das Stück sehr genossen und war beeindruckt von der außerordentlichen Leistung aller Beteiligten. Auch aufgefallen ist, dass der Song „Auf uns“ von Andreas Bourani im Stück mehrmals auftauchte. Also: Ein Hoch auf Euch, liebe Schildbürger und Schildbürgerinnen!

DerTaufelmit dendreisilbernen Haaren

„Es war einmal eine Welt, in der Geschichten einfach waren. In der man immer genau wusste, wer gut ist und wer böse, in der Probleme sich lösen ließen, wenn man nur mutig genug war und in der am Ende alles gut wurde“ Mit diesen Worten startete die Eröffnungsveranstaltung der 28. Chemnitzer Schultheaterwoche und griff gleich zu Beginn die Thematik des Märchens auf. Im Anschluss an die Eröffnung ging es rasant mit der ersten Vorstellung los, in der die Zuschauer:innen die Geschichte vom Taufel mit den drei silbernen Haaren erfuhren. Das Stück zeigte die typische Märchengeschichte vom Glückskind auf seiner Reise bis in die Hölle des Teufels, auf der es mit den verschiedensten Problemen konfrontiert wird.

Aber warum „Taufel und silberne Haare” anstatt den bekannten drei „goldenen Haaren”?

Diese Frage beantworteten die vierzehn

Schüler:innen der Rudolfgrundschule gleich zu Beginn. Viele kleine Kinder können manche Wörter nicht richtig aussprechen und dadurch wurde aus dem „Teufel” der „Taufel”, welcher genau wie wir Menschen altert und dadurch graue Haare bekommen hat.

Im Stück selbst bekam das Publikum viel geboten. Das Bühnenbild war sehr dezent gehalten. Die eingesetzten Requisiten, wie Bäume, Trompeten und den Brunnen, hatten die Schüler:innen selbst aus Pappe gebaut. Mithilfe eines Beamers wurde auf das Rückprospekt die verschiedenen Spielorte wie das Schloss, ein Dorf oder die Hölle des Taufels dargestellt

Sehr besonders war der Szenenwechsel. Dieser wurde durch selbst gespielte Violinenpassagen gestaltet und kam bei dem Publikum sehr gut an.

Dieses konnte sich kleine Lacher durch eingebaute Sprichwörter nicht verkneifen.

Das Fazit eines Zuschauers: „Es war fantastisch. Ich dachte, wenn die Grundschüler schon so authentisch spielen, müssen sich die Gymnasien richtig anstrengen. Es war eine außerordentlich gute Sache.“ Insgesamt war es ein sehr gelungener Auftakt, welcher mit einem großen Applaus belohnt wurde

LillyHänig

Interviews

Interview von Lilly Hänig mit Wolfgang Seim:

Wolfgang Seim war Lehrer für Geografie und Russisch und später Mitarbeiter im Chemnitzer Schulverwaltungsamt 1998 bekam er vom damaligen Bürgermeister Berthold Brehm den Auftrag, sich mit der Mannheimer Schultheaterwoche zu befassen und ein solches Festival auch für Chemnitz zu organisieren. So kam es 1999 zur 1. Chemnitzer Schultheaterwoche, welches dieses Jahr in die 28. Runde geht. Wolfgang Seim gilt als Gründer der Schultheaterwoche und ist mittlerweile Ehrenmitglied der Jury.

Was würden sie als größte Veränderung der Schultheaterwoche im Laufe der Zeit beschreiben?

„Ich hatte immer das Bedürfnis, dass es nicht nur städtisch und regional bleibt, sondern dass es international wird. Die erste Schultheaterwoche hatten wir nur für die Chemnitzer Schulen ausgelegt, aber selbst da wollte eine Gruppe aus Flöha bereits mit auftreten. Kurzfristig konnten wir diesen Wunsch noch erfüllen und bereits ab der zweiten Schultheaterwoche war die ganze Region eingeladen. Später haben wir ganz gezielt die Partnerstädte von Chemnitz angefragt.

Das war ein voller Erfolg, wir hatten Gruppen aus Ústí nad Labem (Tschechische Republik), Wolgograd (Russland), Łódź (Polen), Budweis und Tampere (Finnland) zu Gast.

Wie würden Sie die Theaterwoche in einem Satz beschreiben?

„Eine erfolgreiche Schultheaterwoche braucht eine Theaterleiterin oder einen Theaterleiter, der ein bisschen verrückt nach Theater ist und eine Schulleiterin bzw einen Schulleiter, welcher Bedingungen schafft, damit mit den Schüler:innen effektiv gearbeitet werden kann.“

Was bedeutet Theater für Sie persönlich? Haben Sie selbst mal Theater gespielt?

„Ich habe das Gymnasium in Limbach besucht Dort habe ich meine Statistenrolle gespielt und vielleicht mal einen Satz gesagt Während des Studiums habe ich dann Kabarett gespielt, das lag mir mehr.“

Was wünschen Sie sich für die Schultheaterwoche in der Zukunft? „Ich wünsche mir, dass wir nie in Routine verfallen, denn dann wird’s langweilig, Man sollte mehr verfolgen, was aus den Leuten geworden ist, die hier spielen Beispielsweise Matthias Schweighöfer, dessen Anfänge im Schultheater liegen.

Wolfgang Seim

Interview von Friederike Roscher mit Petter Lindner:

Beschreibe mal die Schultheaterwoche in 3 Worten. Chaos, Aufregung und Freude. Ist die Schultheaterwoche so geworden, wie du sie erwartet hast?

Ja, ich war mir sicher, dass es hier und da ein bisschen drunter und drüber geht, aber schlussendlich jede Vorstellung ein Riesenerfolg wird. Welches Stück ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Das von der Martin-Andersen-Nexö-Oberschule: “Letzter Halt: Kernwelt”. Es war einfach so gut, unglaublich vielseitig und überraschend und somit sehr spannend zu verfolgen.

Interview mit Ben Ullrich:

Er ist seit dieser Spielzeit Theaterpädagoge für Schauspiel und Figurentheater und somit dieses Jahr zum ersten Mal in der Jury

Wie würden Sie die Theaterwoche in einem Satz beschreiben? Die Chemnitzer Schultheaterwoche zeigt, wie viel Kreativität, Mut und Talent in jungen Menschen steckt, und schafft gleichzeitig wertvolle Räume für Austausch, gemeinsames Erleben und kulturelle Teilhabe.

Was bedeutet Theater für Sie persönlich? Theater bedeutet mir seit Langem mehr als die Kunst auf der Bühne selbst Theater als ein "Medium für Wirklichkeit" erinnert mich immer wieder daran, dass vieles von dem, was wir als gegeben betrachten, veränderbar und relativ ist. Gerade darin liegt für mich eine besondere Kraft: Theater zeigt, dass wir unsere Wirklichkeit mitgestalten können – ein Privileg, das in einer offenen und freien Gesellschaft wie der unseren nicht selbstverständlich ist

Ben Ullrich

Was wünschen Sie sich für die Schultheaterwoche in der Zukunft? Ich wünsche mir sehr, dass die Schultheaterwoche auch künftig erhalten bleibt und ihr seitens der Politik die Wertschätzung entgegengebracht wird, die sie verdient Denn wenn wir jungen Menschen keine Orte mehr bieten, an denen sie zusammenkommen und gemeinschaftliche kulturelle Erfahrungen machen können, drohen wir etwas Wesentliches zu verlernen: einander unmittelbar (physisch-sinnlich) wahrzunehmen und zu begegnen. Theater fördert Empathie und Verständnis und macht Vielfalt nicht nur sichtbar, sondern unmittelbar erfahrbar

Stücksalat

Mit einem gelungenen Beitrag zur Bedeutung der Theaterkunst und des Potenzials, das in dieser schlummert, startete die diesjährige Eröffnungsveranstaltung der Chemnitzer Schultheaterwoche. Voll Dankbarkeit blickten die Teilnehmenden auf den neuen Sponsor des Festivals. Nicht nur die Schultheaterwoche feiert ein weiteres Jahr Bestehen, in diesem Fall schon das 28

Auch Christoph Dittrich, der Generalintendant der Theater Chemnitz, wurde herzlich zum Geburtstag beglückwünscht. Dabei wirkte er genauso erfreut, wie die Menschen nach dem Besuch des Glückskindes aus “Der Taufel und die drei silbernen Haare”. Und dann ging es auch schon los und “Die Welle” der Vorfreude schwappte bis in die letzte Reihe und wieder zurück. Die Aufregung bei den Spielerinnen und Spielern, wie auch den dazugehörigen Leitungspersonen stieg natürlich immer weiter an, wenn nicht sogar so hoch wie in “Internat in Aufruhr: Der Fall für Code 4”. Am Montag konnte das Publikum direkt zwei Eigenproduktionen genießen und von dort aus ging die Reise mit den verschiedensten Gruppen weiter zu den unterschiedlichsten Orten. Unterwegs statteten uns allerlei bekannte Persönlichkeiten anderer Zeiten einen Besuch im Hier und Jetzt ab. So trifft Goethe statt immer nur auf Schiller auch mal die Moderne, die “Schildbürger” sind im Jahr 2026 angekommen und “Julius Cäsar” kommt aus dem Netz der Verschwörer heraus in den Spinnbau Chemnitz. Selbst “Momo” verschafft uns die Ehre, einen langen oder kurzen Moment mit ihr zu teilen, je nach dem, wieviel Zeit wir uns schon von den geheimnisvollen „grauen Herren“ haben stehlen lassen. Auch wenn der Weg teilweise chaotisch war, mit Sicherheit nie so chaotisch wie in ”Romeo oder was? … eine Probe”. So kann es auch mal stürmisch werden, wenn “Die Schneekönigin” die Bühne betritt. Dann kann diese vielleicht nur von den “Hütern der letzten Flamme” wieder aufgetaut werden. Hier und da konnte man ein “unheimliches Spuken” beobachten, aber gemeinsam haben wir alle Schwierigkeiten wunderbar bestritten. Nachdem wir unterwegs noch den “Letzten Halt: Kernwelt” eingelegt haben, folgt jetzt nur noch der allerletzte Halt: Das Ende unserer Abschlussveranstaltung und somit auch der diesjährigen 28. Chemnitzer Schultheaterwoche! Wir freuen uns darauf, Euch im nächsten Jahr wieder zu sehen! Und nun lasst Euch noch ein bisschen feiern, den ganzen Nachmittag oder gar die ganze “Nacht als lebende Legenden”!

Rap

1000-Gründe-Box

In diesem Jahr gab es eine große Box, auf der die Teilnehmer:innen aufschreiben konnten, was ihnen die Schultheaterwoche bedeutet ...

Finanziert von der

Dank

für die spritzigen Getränke

für die Buttons

für die Blumen

für die leckeren Pfannkuchen

für die Schirmherrschaft und die finanzielle Unterstützung der Auszeichnungen

Impressum

Herausgeber

Städtische Theater Chemnitz gGmbH

Spielzeit 2025/2026

Generalintendant: Dr. Christoph Dittrich

Dein

Redaktion

Abschnittstext

Friederike Roscher

Petter Lindner

Bundesfreiwillige der Theater Chemnitz, Opernhaus

Layout

Friederike Roscher

Texte

Karla Ahnert, Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium

Lilly Hänig, Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasium

Tim Kretz, Josephinenschule – Oberschule

Hadasa Laurencio, Gymnasium Zschopau

Helene Müller, Gymnasium Zschopau

Lara Jule Pickschneider, Georgius-Agricola-Gymnasium

Iris Poike, Georgius-Agricola-Gymnasium

Mariella Richter, Theaterleiterin Josephinenschule – Oberschule

Moritz Sütö, Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasium

Fotos

Gerlinde Heber, Jury-Mitglied

Kati Hilmer, Onlineredaktion Theater Chemnitz

Heike Vieth, Theaterpädagogik Opernhaus

Das

war die

28.Chemnitzer Schultheaterwoche!

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