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10. Ausgabe Juli 2011

04

Ausser Spesen nichts gewesen Ein weiterer bizarrer Fall aus dem Justizwesen.

11 Sorry aber....

Aller Anfang ist schwer. Der König zeigt wie’s geht. - eine Bildanleitung -

22 Der Landjäger

Der Dorfreiseführer mit 60 Streifzüge durch die schweizer Dorflandschaft.


Inhalt

2 10. Ausgabe, Juli 2011

EDITORIAL

IMPRESSUM

seite 03: liebe leserinnen, liebe leser

REDAKTION dieperspektive, simon jacoby, conradin zellweger, manuel perriard, bremgartnerstrasse 66, 8003 zürich TEXT

HINTERGRUND

d.l. | f. | m.b. | s.a.j. | c.j. | d.t. | m. | r.t. | m.l. | p. & s. | d.l. & f.g. ILLUSTRATION / BILD

seite 04: ausser spesen nichts gewesen seite 05: der gute alte tagi auf abwegen seite 06: von der lässigkeit einer demo seite 07: atomausstieg der schweiz

c.z. | m.h.b. | s.k. | j.m. | a.h.b. | b. | d.l. & f.g. COVER gian steiner LAYOUT per rjard LEKTORAT

SIE SORRY ABER ÄH...

mara bieler & daniela bär WEBDESIGN

seite 10: sie sorry aber äh...mensch in einer frühphase seite 11: sorry, aber...nimm den finger aus dem arsch!gesicht! seite 12: der produktive skeptizismus

timo beeler | timobeeler.ch REDAKTIONSMITARBEITER jonas ritscher DRUCK zds zeitungsdruck schaffhausen ag

KULTUR

AUFLAGE 4000

seite 13: so schal

ARTIKEL EINSENDEN artikel@dieperspektive.ch WERBUNG

KREATIVES

info@dieperspektive.ch ABO

seite 14: wiener opernball oder die elende wende aller dinge seite 18: schauspiel - spielschau seite 20: oase | winter | wenig | hirschglück | blind im dunkeln seite 21: angsthasen

abo@dieperspektive.ch LESERBRIEFE leserbriefe@dieperspektive.ch THEMA DER NÄCHSTEN AUSGABE das alter und ich (jubiläumsausgabe) GÖNNERKONTO

REISEN

pc 87-85011-6, vermerk: gern geschehen REDAKTIONSSCHLUSS

seite 23: Landjäger - der dorfreiseführer

montag 15. august 2011, 23.55 uhr

artikel@dieperspektive.ch

Wen interessierts, was du denkst? Uns interessierts! Darum sende alles geschriebene, gezeichnete, geknippste und gedichtete an artikel@dieperspektive.ch, damit wir im Septemer eine prall gefüllte jubiläums Ausgabe bestaunen können. Denn diese Zeitschrift besteht aus Gedankenkonstrukten, Gefühlsausbrüchen und Gestaltereien unserer Leserschaft. redaktionsschluss

septemberausgabe:

montag

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das

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ich

(jubiläumsausgabe)


Editorial

3 10. Ausgabe, Juli 2011

Liebe Leserinnen, liebe Leser Leute mögen Listen. Alles, was man rangieren, gruppieren, ordnen und vergleichen kann, macht uns irgendwie glücklich. Wie toll ist es, wieder einmal die Schweiz ganz oben in einer Brutto-Irgendwas Rangliste zu sehen. Das FCZ- mit dem GC-Torverhältnis zu vergleichen. Den Musikgeschmack der anderen Leute zu verfluchen beim Anblick der Singlecharts. Listen sagen nicht immer viel aus, und doch sind sie immer hübsch und erfreuen uns unordentliche Wesen. Da wird was verglichen! Eine Ordnung geschaffen! Etwas übersichtlich gemacht. MENSCHEN MÖGEN LISTEN. Und wir mögen MENSCHEN. Ergo, wir machen euch eine LISTE. Und dafür haben wir nicht irgendeine, sondern eine ganz spezielle Form der Auflistung gewählt: Eine A-Z-LISTE. Diese bringen es nämlich fertig , völlig Unzusammenhängendes zusammenhängend darzustellen. Viel Spass!

von Lesern kommen (gerne an info@dieperspektive.ch). U: Auch an Unis und Fachhochschulen gibt’s uns zu lesen. V: Eigentlich dachten wir zuerst, dass wir so gut wie keine Arbeit haben werden mit dieser Zeitung. (Die Leser machen ja den Inhalt.) Aber denkste. Viel, viel Arbeit haben wir. W: Finanziert wird dieperspektive hauptsächlich durch Werbeeinnahmen. X: Unsere geheime Erfolgsgleichung X=Erfolg. Für was X steht, können wir hier selbstverständlich nicht verraten. Y: Yes we can! Z: Dies ist bereits die zehnte Ausgabe. Und viele weitere werden folgen.

DAS GROSSE A-Z von dieperspektive

Conradin Zellweger Redaktor

A: Jeden Monat die neuste Ausgabe im Briefkasten gibt’s nur mit einem Abonnement. Kostet im Fall nur 30 Franken im Jahr. B: Zu finden ist die Zeitschrift in Bars und Cafés in Zürich und weiteren Schweizer Städten. C: „Chum, machemer doch e Zitig, wo d’ Läser alles sälber schribed.“ Etwa so kam die Idee an einem gemütlichen Sommerabend 2010 in unsere Köpfe. D: Zu dritt haben wir letzten September dieperspektive ins Leben gerufen. Inzwischen werden es immer mehr Leute, die uns unterstützen und viel Herzblut in diese Zeitschrift stecken. Also alternativ auch D wie Danke. E: Was anderen Leuten alles so einfällt! Bei uns lest ihr wenig News, dafür Kreativitäten en masse, und zwar von Kreativköpfen aus der ganzen Schweiz. F: Facebook. Auch dort gibt’s uns. G: Auch graphische Beiträge sind bei uns herzlich willkommen. H: Hierzu fällt mir nichts ein. I: „Aber die Zukunft liegt doch bei Internetzeitungen“ – Uns doch egal. J: Juli. Ja, das ist jetzt. K: dieperspektive sieht sich nicht als Konkurrenz zu anderen Zeitschriften und Medien, sondern als eine erfrischende Abwechslung. L: Die Leser machen alle Inhalte dieser Zeitung selber! Sprich, der Artikel auf der nächsten Seite könnte von Dir sein. Beiträge müssen bis Redaktionsschluss an artikel@dieperspektive.ch eingesendet werden. M: Monatlich wählt die Redaktion die passendsten Beiträge von euch aus und stellt eine neue Ausgabe zusammen. N: wie Neunhundertsechzigtausend (960‘000) Seiten wurden bereits von dieperspektive gedruckt. O: Nie ohne! Immer schön Safer Sex praktizieren, denn wir wollen, dass uns unsere Leserschaft noch lange erhalten bleibt. P: Unsere Werbung (siehe letzte Seite) hing im Juni an ca. 30 Plakatwänden in Zürich. Q: Querdenker kommen bei uns auch zu Wort. Die meisten Genies werden ja zuerst auch einmal als Spinner abgestempelt. R: Mit uns kommst du überall rein! Wenn du für uns eine Reportage machen willst, können wir dir meist Zutritt zu Veranstaltungen, Konzerten etc. verschaffen. Einfach nachfragen (Info@dieperspektive.ch)! S: Jeden Monat gibt’s ein mehr oder weniger sinnvolles, vorgegebenes Thema (Si sorry aber äh, muss das so sein?) T: Unter „der Tipp“ veröffentlichen wir Veranstaltungstipps, die u.a. auch

Lässig, solche Listen, nicht?

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Hintergrund

4 10. Ausgabe, Juli 2011

Ausser Spesen nichts gewesen {Text} Davide Loss

Genauigkeit zeichnet das Schweizer System aus. Allzu genau nahmen es die Zürcher Betreibungsbehörden aber im vorliegenden Fall mit den SchKG-Gebühren nicht. Eine Firma ging deswegen vor Bundesgericht. Der Streitwert: 5 Franken! Es ist wohl einer der kuriosesten Fälle, von dem der Schreibende je gelesen hat: Eine Horgener Firma kämpft sich gegen in ihren Augen überhöhte Betreibungsgebühren bis vors Bundesgericht, erhält Recht und muss am Schluss mehr bezahlen, als wenn sie untätig geblieben wäre. Krux dieses Rechtsstreits bildet eine von dieser Horgener Firma gegen eine Privatperson eingeleitete Betreibung. Die Betriebene wurde vom Betreibungsamt der Gemeinde Horgen eingeladen, den Zahlungsbefehl für die Forderung von dreihundert Franken auf dem Betreibungsamt abzuholen, was sie schliesslich auch tat. Für diese Amtshandlungen verrechnete das Betreibungsamt der Gemeinde Horgen der Firma dreissig Franken. Das Bezirksgericht Horgen als untere kantonale Aufsichtsbehörde reduzierte die Gebühren um vier Franken, da das Gläubigerdoppel per A-Post versandt worden war, wodurch dem Amt für den Versand nur ein Franken statt fünf Franken an Auslagen angefallen war. Dem Unternehmen war das immer noch zu viel. Es gelangte an das Obergericht des Kantons Zürich als obere kantonale Aufsichtsbehörde und verlangte eine Reduktion der Gebühren auf einundzwanzig Franken. Leider erfolglos: Die Beschwerde wurde abgewiesen. Die obere kantonale Aufsichtsbehörde erwog, dass in Art. 16 Abs. 1 der Gebührenverordnung zum Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz, in welchem die Gebühr für den Zahlungsbefehl gere-

gelt ist, die "Zustellung" erwähnt werde. Darunter sei nur die Sachbearbeitung für die Ausfertigung des Zahlungsbefehls zu verstehen. Unabhängig von der Zustellungsart seien nach Art. 13 Abs. 2 der Gebührenverordnung bei der Zustellung durch das Betreibungsamt die dadurch eingesparten Posttaxen als Auslagen zu erheben. Doch das tapfere Unternehmen liess sich durch das Zürcher Obergericht nicht entmutigen und erhob schliesslich Beschwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht. Das Rechtsbegeh-

«Der Entscheid, der Unternehmung keine Entschädigung zuzusprechen steht daher völlig quer in der Landschaft.» ren: Reduktion der Kostenrechnung um fünf Franken. Die Beschwerdeführerin machte vor Bundesgericht geltend, dass die Kosten für die Zustellung des Zahlungsbefehls an den Schuldner auf dem Amt selbst bereits in Art. 16 der Gebührenverordnung enthalten seien und ein Ersatz für zusätzliche Auslagen nicht gerechtfertigt sei. Das Bundesgericht liess schliesslich die Korken knallen: Es hiess die Beschwerde einstimmig gut und senkte schliesslich die Kostenrechnung um fünf Franken auf einundzwanzig Franken. Es führte aus, die Gebühr für "den Erlass, die doppelte Ausfertigung, die Eintragung und die Zustellung des Zahlungsbefehls" nach Art. 16 Abs. 1 der Gebührenverordnung umfasse die gesamte Beanspruchung des Betreibungs-

amts, worin die Gebühr für die Zustellung des Zahlungsbefehls bereits enthalten sei. Bei der Übergabe des Zahlungsbefehls an die Schuldnerin seien aber keine Auslagen (Porti etc.) entstanden, welche im Sinn von Art. 13 Abs. 1 der Gebührenverordnung zu entschädigen und zur Gebühr hinzuzuschlagen seien. Daher habe für den Auslagenersatz von fünf Franken für die Zustellung des Zahlungsbefehls an die Schuldnerin auf dem Amt keine Grundlage bestanden. Das Pikante: Da der Kanton Zürich mit der Einkassierung der Gebühren Vermögensinteressen vertrat, wurde er kostenpflichtig und musste saftige 1'000 Franken Gerichtskosten bezahlen. Noch pikanter: Dem nicht anwaltlich vertretenen Unternehmen wurde keine Entschädigung zugesprochen! Die fünf Franken, die sie dank dem Bundesgerichtsurteil nun einspart, nützen ihm nichts. Denn für Druck und Versand (und für den Aufwand des Verfassens) der Rechtsschriften musste die Firma im Minimum fünf Franken investieren. Der Entscheid, der Unternehmung keine Entschädigung zuzusprechen, steht daher völlig quer in der Landschaft. Prinzip ist Prinzip, Recht ist Recht. Es freut, dass das Bundesgericht der Unternehmung zum Recht verholfen hat, die Verweigerung einer angemessenen Entschädigung pervertiert diesen Entscheid aber bedauerlicherweise in krasser Weise. Es bleibt ein bitterer Nachgeschmack und ein noch bittereres Fazit: Ausser Spesen nix gewesen…

Urteil des Bundesgerichts 5A_732/2009 vom 4. Februar 2010 – BGE 136 III 155

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Hintergrund

5 10. Ausgabe, Juli 2011

Der gute alte Tagi auf Abwegen {Text} Frida

Spätestens mit der Neuausrichtung im Jahr 2009 verabschiedete sich der Tagesanzeiger aus dem Kreise der seriösen Zeitungen. Als im Frühjahr 2009 die Meldung die Runde machte, der Tagi wolle einen Viertel der Redaktion entlassen, läutete Chefredaktor Res Strehle den Niedergang seiner Zeitung ein. Insbesondere im Online-Bereich, aber auch in der Printversion lässt das Niveau zu wünschen übrig. Die Zürcher Tageszeitung präsentiert sich heute als Zeitgeistsurferin. Früher bekannt als linksliberales Blatt, sprang Herr Strehle mit der Neugestaltung auf die Züge der Zeit auf. Als Beispiel dienen die Schlagzeilen-Garanten SP-Bashing und Blocher-Verherrlichung. Im Frühjahr 2010 lancierte die SP an einem Parteitag eine Volksinitiative und kündigte eine weitere an. Zudem forderte Bundesrat Leuenberger den EU-Beitritt. Der Tagi widmete diesem Ereignis etwa 300 Zeichen. Am selben Tag wurde eine Geschichte um eine Aussage Blochers in derselben

Zeitung zu einer ganzen Seite aufgebauscht. Seriöse und informative Berichterstattung sieht anders aus. Das Motto lautet: Mit möglichst kleinem Aufwand möglichst grosse Schlagzeilen generieren.

«Absichtlich veröffentlicht die Redaktion Kommentare von Lesern, die ganz klar dem rechtsextremen Lager zuzuordnen sind.» Die Online-Redaktion folgt diesem Motto. Doch auf Tagesanzeiger.ch gibt es für alle Leser zusätzlich eine Kommentarfunktion, womit die meisten Artikel kommentiert werden können. Die Kommentare werden vor der Freischaltung von den Mitarbeitern geprüft. Absichtlich veröffentlicht die Redaktion Kommentare von Le-

XeniX XeniX Open Air

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sern, die ganz klar dem rechtsextremen Lager zuzuordnen sind. Generiert ein Artikel zu wenige Klicks, verschwindet er nach fünfzehn Minuten wieder vom Netz. Ist die „Abzocker-Stimmung“ im Land auf dem Höhepunkt, wird gegen Vasella und Co. geschossen. Sinkt diese Stimmung wieder, veröffentlicht Res Strehle eine Liste mit den erfolgreichsten CEOs der Schweiz. Wagt die SP Weitblick und propagiert ihre Visionen, so setzt sich die Redaktion nicht damit auseinander, sondern stellt die Partei pauschal in die Ecke der Bösen. Der einzige Lichtblick der letzten Zeit war die Aufstockung der Online-Redaktion vor Kurzem. Es ist wünschenswert, dass es den Journalisten wieder möglich ist, über Themen zu recherchieren und reflektiert zu berichten. Ein bedeutender Zeitungsmacher sagte kürzlich, ein Journalist müsse nach zwei Wochen Recherche mit der Meldung „sorry, da ist leider nichts zu holen“ zurückkommen können. •


Hintergrund

6 10. Ausgabe, Juli 2011

Von der Lässigkeit einer Demo {Text} Marco Büsch {Foto} Conradin Zellweger

Eigentlich hasse ich diese linken Demos. Vor allem die unangemeldeten, illegalen. Mittlerweile muss ich ja an fast jede dieser Demos, weil das Schweizer Volk wieder nicht so stimmt, wie es sollte und Politiker im Fernsehen dann davon reden, dass das Volk jetzt einer Meinung sei. Als müssten die Verlierer nach dem Entscheid gleich wie die Mehrheit denken. Und eben, weil dem nicht so ist, muss ich wieder an eine dieser Protestdemos. Da trifft man sich dann auf dem Helvetiaplatz und man sieht gleich, dass der Schwarze Block anwesend ist, der danach wieder proklamieren wird, das Ganze organisiert zu haben. Völliger Quatsch im Zeitalter von Facebook. Und ihr ewiges Anarchie- und Antiparlamentarismus-Ding, als wenn die Revolution mit ein bisschen Randale gestartet werden könnte. Das spült nur wieder Wasser auf die Mühlen der rechtskonservativen Stimmen im Lande. Aber eben, irgendjemand muss ja den Karren am Laufen halten, vorneweg den Zug anführen und linke Parolen wie "Hoch die internationale Solidarität" schreien. Man würde sie ja auch vermissen, wären sie eines Tages nicht mehr mit und unter uns. Aber wenn sie doch nur endlich be-

redaktionsschluss

septemberausgabe:

greifen würden, dass ein umgekippter Blumentopf noch kein System zerstört, sondern nur den Blumentopf. Fast schlimmer als die Vermummten sind aber diese Horden von Alternativen, welche die Langstrasse mittlerweile beinahe ganz in ihren Besitz gebracht haben. Diese "young urban professionals", welche sich wahrscheinlich

«Als wäre eine Demo irgendein Event. Aber heutzutage muss ja alles ein Event sein.» denken, es wäre "lässig", den Abendspaziergang "no gschnäll" mit einer Demo zu verbinden. All diese Leute, die sich dann nach ein paar Metern Mitlaufen darüber aufregen, dass alles so unorganisiert ist und keine gute Musik läuft. Als wäre eine Demo irgendein Event. Aber heutzutage muss ja alles ein Event sein, der Fussballmatch, das Open-Air, das Quartierfest – alles braucht ein geschicktes Sponsoring und Bierbecher mit Depot zu acht Franken das Stück. Ich muss sagen, da gehe ich dann schon eher wieder auf die Seite der Anarchisten, zumindest würde

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uns ein bisschen mehr Chaos manchmal richtig gut tun. Da gehen sie dann, all diese jungen Menschen, mit ihren pseudoverschlissenen Jeans für 150 Franken und dem Latte Macchiato aus dem Starbucks um die Ecke (egal welche Ecke, die sind überall). Sie schlendern einfach mit, quatschend, wissen vielleicht nicht einmal, worum es bei der Demo geht. Haben wahrscheinlich das Stimmkuvert damals kurz angeschaut und dann ungeöffnet ins Altpapier geworfen, weil keine Zeit/Lust/"muss meinen Facebook-Status aktualisieren". Die machen einfach mal mit an dieser Demo und mit denen werde ich danach in Verbindung gebracht, wenn ich irgendwo erzähle, dass ich an dieser Demo war. Oder mit dem Schwarzen Block. Das finde ich also "mässig luschtig". Aber eigentlich hasse ich linke Demos vor allem, weil ich wiedermal alle über einen Kamm schere, obwohl ich eigentlich froh sein sollte, dass überhaupt noch jemand eine Regung zeigt in unserem Internetzeitalter. Ich hasse linke Demos vor allem deshalb, weil ich einmal mehr merke, was für ein selbstgerechter Vollpfosten ich doch manchmal bin. Und das kann fast so schlimm sein wie falsch abzustimmen. •

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Hintergrund

7 10. Ausgabe, Juli 2011

Atomausstieg der Schweiz {Text} Simon A. Jacoby

Obwohl der Nationalrat Anfang Juni den Atomausstieg beschlossen hat, wird die Schweiz nicht aufhören, mit Atomkraftwerken Strom zu produzieren. Die Gründe. Mit einer satten Mehrheit von 101 zu 54 Stimmen beschloss der Nationalrat den Ausstieg aus der schmutzigen Atomenergie. Die Schweizer AKW sollen noch bis zum Ende ihrer Laufzeit weiter produzieren und dann ersatzlos abgeschaltet werden. Der gute Schein trügt. In einem Jahr wird der Bundesrat in einem detaillierten Plan darlegen, wie der Ausstieg zu bewerkstelligen und mit welchen Kosten er verbunden ist. Die wirtschaftsnahen Parteien werden dann lauthals sagen: zu teuer. Im Juni stimmten Grüne, SP und CVP für den Ausstieg. In einem Jahr werden es leider nur noch die SP und die Grünen sein. Die CVP surfte einmal mehr höchst erfolgreich auf der Welle des Zeitgeistes. Kurz vor den Wahlen und kurz nach der Katastrophe in Fukushima kann es sich die strauchelnde CVP nicht erlauben, gegen die Meinung des Volkes zu politisieren. Es wird dann nicht überraschen, dass die CVP einmal mehr wie ein Fähnchen im Wind die Meinung ändert. Allen voran ihre Bundesrätin und Energieministerin

Doris Leuthard. Aus den folgenden Gründen wird das Schweizer Parlament nach den Wahlen im kommenden Herbst den Ausstieg aus der Atomenergie kippen: - Die Aargauer Bundesrätin Leuthard hat ihren Spitznamen nicht grundlos. Wegen ihrer Nähe zu den Atomkraftwerkbetreibern wird

«Gerold Bührer, Präsident von Economiesuisse, verkündete bereits nach der Abstimmung im Juni, der Ausstieg wird nicht stattfinden.» sie liebevoll strahlend „Atom-Doris“ genannt. Nach den Wahlen wird sie sich dieser Nähe wieder bewusst werden und von einem Ausstieg nichts mehr wissen wollen. - Die CVP, FDP und SVP haben auch nach den Wahlen vom nächsten Herbst eine grosse Mehrheit in National- und Ständerat.

Diese Mehrheit wird locker reichen, um die ausstiegswilligen Sozialdemokraten und Grünen zu überstimmen und als „Ökosozialisten“ (Zitat Toni Brunner) abzustempeln. - Gerold Bührer, Präsident der economiesuisse, verkündete bereits nach der Abstimmung im Juni, der Ausstieg werde nicht stattfinden. Wenn economiesuisse das ankündigt, hat der Verband die gesamte Wirtschaft im Rücken, welche wiederum einige Parteien zu lenken vermag. - Die Volksinitiative der Grünen wird erst in ungefähr vier Jahren dem Volk zur Abstimmung vorgelegt. Bis dahin wird noch viel Uran gespaltet. Die Fukushima-Katastrophe wird nicht mehr wie eine Atomwolke über der Schweiz hängen und economiesuisse wird mit einer fantastischen Kampagne für den Atomstrom auffahren. Ganz nach dem Motto: „Für eine strahlende Schweiz“. Es bleibt zu hoffen, dass sich die hier skizzierten Szenarien als unwahre Behauptungen herausstellen, dass im Herbst der Ständerat und im kommenden Sommer beide Kammern sowie der Bundesrat am Ausstieg festhalten und dass sich das Volk bei der Abstimmung verantwortungsbewusst verhält. •

Impossible

Filme für deine Polaroid 600 Kamera

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8 10. Ausgabe, Juli 2011

Hintergrund

Experimente mit Armen

Die Ökonomin beschreibt wie Entwicklungshilfe in Zukunft aussehen muss um erfolgreich zu sein.

Esther Duflo über Entwicklungshilfe

Esther Duflo zählte 2008 zu den acht einflussreichsten Ökonomen der Welt 2009 wurde sie MacArthur Fellow und 2010 erhielt sie die John Bates Clark Medal

Das Magazin Nr.25 25.06 - 01.07. 2011

Buchtipp: Abhijit Banerjee & Esther Duflo Poor Economics: A Radical Rethinking of the Way to Fight Global Poverty. PublicAffairs, 2011

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Sie sorry, aber äh... {Illustration} Marlon Höss-Böttger

9 10. Ausgabe, Juli 2011


Sie sorry, aber äh...

10 10. Ausgabe, Juli 2011

Sie sorry aber äh… Mensch in einer Frühphase {Illustration} Samuel Kaufmann

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Sei so frei! Tu es!

{Order} ApachenkĂśnig Huntin' Beer

Sorry, aber...Nimm den Finger aus dem Arsch! Gesicht!

Sie sorry, aber äh... 11

10. Ausgabe, Juli 2011


12 10. Ausgabe, Juli 2011

Sie sorry, aber äh... Der produktive Skeptizismus {Text} Carl Jauslin

Planetensystems ist? Ohne Zweifel keine EntWir Menschen zweifeln alle. Wir fragen uns imwicklung und keine Veränderungen. Zweifel mer wieder, ob dies oder jenes wirklich so sein ist der Anfang eines Prozesses, der Neues und muss, wie es uns in der gegenwärtigen SituatiProduktives bringt. on erscheint. In unserem allgemeinen SprachgeIn der Aufklärung schon wird zum aubrauch wird „zweifeln“ aber eher als etwas Netonomen und selbständigen Denken aufgeforgatives gewertet; jemand zweifelt, weil er sich dert. Den produktiven Skeptizismus, wie ich einer gewissen Sache nicht sicher ist. ihn nenne, würde ich als Zweifeln wird eine moderne Form der als Schwäche angesehen. «Diesem Skeptizismus, die- Aufklärung bezeichnen. Doch ist dem wirklich so? Zweifeln heisst hinsem methodischen Zweifel In einer Gesellschaft, wo wir nur von Mediterfragen und nicht einverdanken wir ein grosser Teil en überflutet werden, ist fach alles so anzunehunserer Entwicklung. » Zweifeln nötig, um nicht men, wie man es aufgemanipulierbar zu sein. tischt bekommt. ZweiMethodisches Zweifeln feln ist ein Zustand, in schützt vor Manipulation jeglicher Art. Es apdem man sich der Normalität und dem Bestepelliert wie Kants Aufklärung an das autonome henden widersetzt, indem man es in Frage stellt. und selbständige Denken. Diesem Skeptizismus, diesem methodischen Zweifeln verdanken wir einen grossen Scheue dich also nicht, mein lieber LeTeil unserer Entwicklung. Wenn wir nie etwas ser, zu zweifeln; oder besser: habe den Mut zu bezweifelt hätten, wo wären wir heute? Würzweifeln. So beginne doch gerade damit, an dieden wir dann immer noch glauben, dass die sem Text zu zweifeln. • Erde eine Scheibe und das Zentrum unseres ANZEIGE

Heulen, brüllen, quäken Wie funktionieren die Medien? Die Frage ist nicht schlecht, aber selbserklärend. Kurt W. Zimmermann in der Weltwoche Nr. 25 23.Juni 2011

Der Journalist, Publizist und Unternehmensberater Kurt W. Zimmermann erklärt anhand des Beispiels Der Fall Jürg Kachelmann wie die Medien funktionieren. Wunderbar!


Kultur

13 10. Ausgabe, Juli 2011

So Schal {Text} David Thamm

Ein Abgesang auf den mittlerweile auch im Sommer kühlenden, szeneadäquaten, “coolen” Modeschal. Zum ersten Mal in der Modehistorie mutiert ein funktionales “In-Accessoire” auch noch Jahreszeiten übergreifend. Der Winterschal auch im Sommer, als stets perfekte Wahl. Männlein und Weiblein hängen ihn sich um, man fühlt sich halsumwickelt attraktiver, einfach heisser - oder wird doch eher heiser! “Chreis Konsumtempel Sihlcity”, 20 Grad, die Sonne scheint, lau weht ein schales Lüftchen, der elegante Schal aber oberhalb des adretten Herrentenues sitzt nicht toll geschwungen und genügt dem ästhetischen Halsanspruch nicht! Oh Schreck, die braungebrannte Brust ist für die Damenwelt zu wenig sichtbar. Also etwas runter setzen! Und die Farbe passt einwandfrei zu den Flip-Flops, das ist wichtig! Wie schön zu sehen, dass auch die lässigen, bunten Shorts durch den schalen Effekt am Hals ungemein herrlich hervorgehoben werden. Dieser zu krasse Kontrast der Bekleidung ist für mich ein totales No-go. Auch die Hausfrau nimmt sich von dieser Schal-Hysterie nicht aus. Mit ihm ist

man keine graue Maus mehr, gerne ist das entsprechende Foulard vergessen. Der Schal wird heute gehangen, festgezogen, gebüschelt, zerzaust, vollhalsig entmumifiziert und gelegentlich lieber locker gebunden und von jeder Gesellschaftsschicht als Dresscode-Knowhow zur Schau getragen, was

«Man wickelt die Frauen nun nicht mehr um den Finger, sondern um den Hals!» das schale Zeug hält. Man ignoriert den Geschmackssinn zugunsten einer kreativen Kleiderwahl und übertüncht, beziehungsweise überwirft und verdeckt mit diesem Vorhang in erster Linie seinen eigentlichen Stil. Traurig, diese abhängigen Wendehälse der Modeindustrie. Heute sollte man zu jedem Anlass den zweckmässigen Schal besitzen. Liebling der heutigen Jungen und zurechtgerückten Älteren, der sowieso lifestylekundigen, fürstlichen Männchen und Nachtschwärmer, der zünftigen Herren der Stadt - ich sehe nur noch die eine Gattung von stoffigen oder seidenen Dickhals-

wesen um mich herum stolzieren. Früher gab es Punks, Hip-Hopper, Grufties, Hippies oder Rocker, welche sich durch Kleidung auszeichneten. Heute sehe ich nur noch geschälte Jugendliche. Dem sonst so öde dekorierten Hälschen wird mithilfe des nunmehr im Trendstadium angekommenen Halsturbans stärker Nachdruck verliehen. Und Kult kennt ja bekanntlich keine Jahreszeit! Also schwappt dieser Trend als kühlendes Accessoire gleich noch in den Sommer über. Man wickelt die Frauen nun nicht mehr um den Finger, sondern um den Hals! Verwickelte Angelegenheit bei den Herren. Man setzt ein schales Fragezeichen, wenn Männer ihre Kleider nach der Farbe des Schals auswählen. Es sieht für meinen Geschmack einfach beschissen aus, wenn kurze, legere Shorts mit T-Shirt und Latschen kombiniert werden. Es sind Dieselben, die nicht merken, wenn es dunkel oder gar finster ist, weil die Sonnenbrille angewachsen ist. Also, es wäre eine Idee wert, den dicken und flauschigen Szeneschal erst wieder in der für ihn richtigen, kalten Jahreszeit zu tragen. Danke fürs Verständnis, aber der Schal - überall und immer - wirkt langsam langweilig. Bindet ihn, wenn schon, doch um die Hüften oder ans Bein! Individuelle Ideen machen Mode! •

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14 10. Ausgabe, Juli 2011

Kreatives


Kreatives

15 10. Ausgabe, Juli 2011

Wiener Opernball oder die elende Wende aller Dinge {Idee, Konzept, Umsetzung, Fotos & Text} Berta & Max

lass uns tanzen gehen. weit weit hinein. lass mich. tanz du stück holz. vor mir. tanz auf alllen achten, wenn du kannst. für mich. tanz, tanz, tanz. tanz holz. tanzholz. für dich. nur für mich. hast du feuer? hab hunger.

Bild #1 1.Akt - Die Liebe Bild #2 2.Akt - Die Leere Bild #3 3. und letzter Akt - Das Drama

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16 10. Ausgabe, Juli 2011

Kreatives


Kreatives

17 10. Ausgabe, Juli 2011


Kreatives

18 10. Ausgabe, Juli 2011

Schauspiel - Spielschau {Text} Ralph Tharayil

Seht her! Die Spielschau hat begonnen. Ein Sauspiel ohne Stil, ohne Stengel. Eine Spielschau mit D체nn, Dick und Doof. Eine Spielschau mit Anfang, Mitte und Ende. Schau! Wie sie springen ohne Scheu. Guck! Wie sie spielen ohne Stuck. Ein wahres Sauspiel. Ohne Ende und ohne Gluck.

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Kreatives

20 10. Ausgabe, Juli 2011

Oase

Wenig

Winter

mit einem verweinten und einem verlachten auge von deck gehen ins wasser das trägt mehr noch als den booten trau dem wasser das dich trägt

es war einmal einer der hatte alles

als ob man davon gegessen hätte also schlafen wir die uhr schlägt zehn noch ist es zeit für wen

der fluss bringt oasen das obst fällt uns in den schoss ein nicht mit händen gemachtes glück und ein lachender mond fliesst es aus meinem mund aus händen und augen tropft mir in den schoss blüten widerworte ecken und kanten gespült glück und der mond

wir schustern und kleistern und einer telefoniert wie man mit so wenig soviel gewinnen kann und mit soviel so wenig wen fragen wer weiss es wer weiss

Blind im Dunkeln

mühsam schälen wir kerne ach was wir lutschen die frucht am stiel und schon poppt aus den wiesen der winter

werden wir blind im dunkeln steigen nur noch klagen aus unseren herzen man munkelt zuviel licht und zuviel dunkel machen blind

Hirschglück der hirsch stürzte fiel zwischen die zeilen ein lapsus verlor sein geweih fand im scheitern sein glück geblümt und nicht gehörnt

wollte mich immerzu trösten mich menschen anschliessen die gut sind warum

{Texte} Marianna Lanz Marianna Lanz übersetzt, schauspielert und verfasst lyrische Texte (z.B. januar 2011 in KASKADEN oder April 2011 im WORTWERK).


Kreatives

21 10. Ausgabe, Juli 2011

Angsthasen {Text} Collectif Per & Spicere {Illustration} Julia Marti www.juliamarti.com

An einem Feiertag wurdest du geboren, an einem Feiertag kommst du Mal f端r Mal. Durch Zufall kam mir zu Ohren, dass Du in die Hose hast geschissen. Hase. Hase. Angsthase.


Reisen CH

22 10. Ausgabe, Juli 2011

Beispiel: Neukirch (TG)

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Reisen CH

23 10. Ausgabe, Juli 2011

Der Landjäger kommt {Text & Foto} Denise Locher & Flurina Gradin

Nach gut drei Jahren Arbeit ist es so weit. Der Dorfreiseführer „Landjäger – 60 Streifzüge durch die Schweizer Dorflandschaft“ erscheint Mitte Juli 2011 in praktischem Taschenbuchformat. Auf 324 Seiten wird der Leser in Wort und Bild mit insgesamt sechzig Dörfern aus allen Landesteilen der Schweiz bekannt gemacht. Im Fokus stehen kleinere Ortschaften mit nicht mehr als 2500 Einwohnern. Im Buch sind die Dörfer nach ansteigender Einwohnerzahl (Stand Anfang 2011) angeordnet. Ob kulinarische Trouvaillen oder historische Kuriositäten, Dorforiginale oder feingliedrige Architektur in wildromantischer Umgebung, die Auswahl ist darauf bedacht, ein möglichst abwechslungsreiches Bild der geografischen und kulturellen Vielfalt der Schweizer Dorflandschaft zu vermitteln. Die Auswahl präsentiert sechzig Dörfer, die sich fernab von Agglomerationswuchs und touristischer Belagerung bis in die heutige Zeit einen eigenständigen Charakter bewahren konnten, und die gerade deshalb eine spannende Mischung an Authentizität und Neuentdeckungen zu bieten haben. Der ersten Übersicht dient ein Steckbrief am Anfang des Porträts, hier werden beispielsweise die Frage nach dem häufigsten Familiennamen des Ortes oder dem aktiven Vereinsleben beantwortet. Ein Porträt mit den spannendsten

redaktionsschluss

septemberausgabe:

Fakten und augenfälligen Geschichten des lokalen Dorflebens ermöglicht Einblick in die Alltagskultur vor Ort, hier fehlt es auch nicht an Hinweisen zu lohnenswerten Aktivitäten oder kulinarischen Trouvaillen die eine Kostprobe lohnen. Am Ende jedes Porträts werden die im Text erwähnten Adressen aufgeführt, mit den nötigen Angaben für weitere Recherchen und Kontaktmöglichkeiten vor Ort. Den Abschluss des Buches bilden sechzig Dorfkarten in Folge, ein stimmiger Rahmen um die unterschiedlichen Arten von Häuserformationen und Dorfanlagen in der ganzen Bandbreite ersichtlich zu machen. Denise Locher und Flurina Gradin haben seit Anfang 2008 intensiv am Projekt gearbeitet. Ursprünglich aus dem Konzept für ihre gemeinsame Diplomarbeit an der Zürcher Hochschule der Künste hervorgehend, war das Interesse am vielfältigen Thema des ländlichen Erlebnisraums Schweiz auch nach bestandenem Abschluss ungebrochen. Nach hunderten von Stunden Zug- Postauto- und Autofahrt, sicherlich an die 50 Mandelgipfel, Rauchwürstli und rund 10 Kisten Produkte „frisch ab Hof“ später – jeweils fein säuberlich abgerundet mit einem Kafi Crème – ist es nun so weit. Mit viel Herzblut und Engagement konnte das Projekt in Eigeninitiative, ohne finanzielle Mittel im Eigen-

montag

15.

August,

23.55

uhr.

thema:

verlag realisiert werden. Die Auswahl an sechzig Dörfern ist als Kostprobe von den rund 5500 Dörfern der Schweiz zu verstehen. Sie ist nicht repräsentativ in diesem Sinne, dass sich tatsächlich noch viele weitere Dörfer für eine Inspektion anbieten würden, und ohne weiteres ein Band zwei oder Band drei gefüllt werden könnte. Die Faszination und Begeisterung, die das Projekt vorangetrieben hat, soll mit dem vorliegenden Werk auf den Leser übertragen werden und ihn auf schmackhafte Art und Weise dazu inspirieren, sich auch selber einmal mutig und voller Entdeckungslust als Landjäger auf die Pirsch zu begeben ins Schweizer Hinterland. Ganz nach dem Motto: Hinaus an die frische Luft, hinein in die Provinz und ran an den Stammtisch.

Atelier Landjagd Denise Locher, Flurina Gradin Brauerstr. 60 8004 Zürich www.landjagd.ch 1. Auflage (1000) bestellen auf www.landjagd.ch (CHF 32.- exkl. Porto)

das

alter

und

ich

Neukirch, 462 Einwohner

(jubiläumsausgabe)


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Muss das so sein? - Juli 11  

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