Diakonische Information Nr. 157-4/10
Themen
Werkst채tten:
Hier wird gearbeitet! Interview: Marianne Schulze
Im Wordrap: Tini Kainrath
Liebe(lei) in der Meierei
WG Steinergasse: Leben und Tr채ume
EDITORIAL
Himmelreich und Arbeitswelt Es geht nicht um Leistung, es geht um die Würde des Einzelnen.
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er Arbeiter ist seines Lohnes wert!“, Weinberg, ich will euch geben, was recht ist“, sagte gibt Jesus seinen Jüngern mit, als er sie er zu ihnen. Auch um die dritte, sechste, neunte und aussendet, um die frohe Botschaft zu elfte Stunde stellte er wieder Arbeiter ein und ververkünden. Er sagt nicht dazu, dass die, sprach ihnen allen einen Silbergroschen. Nachdem sie alle gearbeitet hatten, bekamen sie die besser predigen, mehr Lohn bekommen sollen alle den gleichen Lohn, unabhängig von ihrer Arund manche vielleicht nur ein Taschengeld. Jesus beitsleistung. Die am längsten gearbeitet und steht über den Dingen, möchte man meinen. mehr geleistet hatten als die anderen, beschwerten In unserer Welt ist das anders, da wird genau gemessen und auf die Produktivität geschaut. Da sich. Aber der Weinbauer entgegnete ihnen: „Ich wird unterschieden zwischen Mehr- und Minder tue euch nicht Unrecht, sind wir uns nicht einig leistern, zwischen Arbeitsfähigen und Arbeitsun geworden über einen Silbergroschen?“ Jeder bekam einen Silbergroschen, denn ein Silfähigen. Menschen mit Behinderungen, die es nicht bergroschen sicherte das Überleben einer Familie. schaffen, mehr als 50 % der Produktivität einer Jeder bekam das, was notwendig und zu Zeiten Jedurchschnittlichen Arbeitskraft zu leisten und am su selbstverständlich für ein ersten Arbeitsmarkt zu bestehen, wird von Amts wegen Leben in Würde war. Arbeitsunfähigkeit attestiert. Gerechtigkeit heißt also, Doch die Arbeit wird ihnen dass nicht Leistung, sondern SIE ARBEITEN Tag für nicht vorenthalten: Viele ar die Würde des Einzelnen über Tag in Werkstätten und beiten Tag für Tag in Werkstätdas entscheidet, was ihm zuleisten Bemerkenswertes. ten der Beschäftigungstherakommen soll. Dennoch dürfen sie dafür pie und leisten Bemerkenswer Die Zeiten haben sich geändert. Heute erscheint es recht tes: Sie kochen, backen und nur ein Taschengeld und billig, dass alle Menschen, servieren in den Kulinarien bekommen. die arbeiten, mit oder ohne des Diakoniewerks Gallneukirchen allerlei Köstlichkeiten, Behinderungen, gleichberechtigte und eigenständige Mitglieder unserer Gesellfertigen EDV-Geräte oder schaffen großartige schaft und unseres Sozialversicherungssystems Kunstwerke im Kunstatelier der Diakonie de La Tour in Kärnten. Doch die Gesetze dieser Republik er sein sollten. Davon handelt dieses Heft. Denn wer vom lauben es, dass ihnen nur ein Taschengeld ausbezahlt wird. Sie ermöglichen keine eigenständige Himmelreich spricht, muss sich auch ganz konkret Sozial- und Pensionsversicherung. Einzig die Unfall- mit der Arbeitswelt der Menschen beschäftigen, versicherung konnten wir erreichen. das hat uns Jesus gezeigt. Jesus steht nicht nur über den Dingen, er hat sich auch erstaunlich konkret mit den Dingen der Welt der Arbeit beschäftigt. So erzählt er uns ein Gleichnis aus der Arbeitswelt: Ein großer Weinbauer heuerte frühmorgens Taglöhner an und versprach ihnen einen Silbergroschen als Lohn. „Geht in den
Pfarrer Mag. Michael Chalupka, Direktor Diakonie Österreich n 2
Themen
INHALT
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Woran ich gerade arbeite ...
Woran arbeiten die Menschen in den DiakonieWerkstätten gerade, und wie gefällt es ihnen?
Wir haben in vier Werkstätten nachgefragt.
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Na was schon, sie arbeiten!
Menschen in Werkstätten haben keine eigenständige
Sozialversicherung, weil ihre Tätigkeit vor dem
Gesetz nicht als Arbeit gilt.
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„Es wird den Menschen zu wenig zugetraut!“
Die Abschaffung der Werkstätten fordert UN-Menschen-
rechtskonsulentin Marianne Schulze im Interview.
14 THEMA: Menschen mit Behinderungen in Werkstätten
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Wundervolle Vielfalt
Wordrap mit Tini Kainrath von den Rounder Girls. Liebe(lei) in der Meierei
Die Arbeit in der Werkstätte brachte Christian und
Christine zusammen. Seit 30 Jahren sind sie ein Paar.
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Braucht es zukünftig noch Werkstätten in Österreich?
Eine Stellungnahme von Albert Brandstätter. Wir für euch
Zwei InteressenvertreterInnen berichten über ihre Arbeit für die Einrichtungen der Behindertenhilfe.
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Die Welt in Zahlen Buchempfehlungen, Glossar Diakonie hautnah
In der Wiener WG Steinergasse leben 20 Kinder
mit schweren Behinderungen. Der Alltag hat Vorrang!
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Kurz gemeldet Auf den Punkt gebracht
An diesem Heft mitgearbeitet haben Mag.a Andrea Brummeier, Diakoniewerk Gallneukirchen
Bakk.a phil. Martina Gasser, Diakonie Österreich/Praktikantin
Cristina Göttert, Diakonie Kärnten
Katharina Schoene, Diakoniewerk Gallneukirchen
Mag. Hansjörg Szepannek, Diakonie Kärnten Mag.a Karin Tzschentke, Der Standard
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PORTRÄTS
Woran ich gerade arbeite ... Stephan Mitterer Eine meiner Hauptaufgaben ist das Schleifen der Werkstücke. Zurzeit schleife ich die Stiele für das Produkt „Andreas Hofer Gedächtnis Stielkehrschaufel 1819“, oder war es 1809? Ich weiß es nicht mehr ganz so genau. Ist auch egal, eine Kehrschaufel hat Mann oder Frau schon immer gebraucht. Auf jeden Fall haben wir einen Auftrag über 20 Stück von der prakti schen altmodischen Kehrschaufel. Und das ist ganz schön viel Arbeit!
Stephan Mitterer ist 40 Jahre alt und arbeitet seit Dezember 2007 in der Werkstätte Kirchbichl. Seit 1. Juli 2010 ist er Mitglied der Holzgruppe. Die Werkstätte Kirchbichl in Tirol ist eine Einrichtung des Diakoniewerks Gallneukirchen.
Silvia Ladstätter Sabine Lindorfer
Zweimal in der Woche arbeite ich in der Küche. Die Arbeit gefällt mir sehr gut, und wenn ich fleißig arbeite, be komme ich viel Geld. Besonders gerne mache ich dort Schneidarbeiten wie Paprika schneiden. Salat waschen, Geschirr abwaschen, den Boden wischen und die Nach speise anrichten, das kann ich alleine. Nach dem Essen müssen wir die Küche wieder gründlich reinigen. Die Arbeit hier bereitet mir große Freude. Vorher war ich in Spittal, bei einem Bauernhof mit Gast haus. Für meine Arbeit wurde ich nicht bezahlt, nur wenn mir ein Gast Trinkgeld gegeben hat. In der neuen Werkstätte reden alle viel netter mit mir. Silvia Ladstätter ist 46 Jahre alt und wohnt im „Waldhaus“, einer teilbetreuten Einrichtung der Diakonie Kärnten. Sie arbeitet in den neuen Diakonie-Beschäftigungswerkstätten „Am Steinbruch“.
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Ich falte gerade Schleifpapier, das ist eine Industriearbeit. Wir helfen der Industriewerkstatt in unserem Haus aus, wenn sie zu viel Arbeit hat. Diese Arbeit mache ich gerne. Ich habe heute auch schon für den Stöberladen Spiele kontrolliert. Da muss ich schauen, ob alle Teile da sind. Nur so können wir die Spiele auch verkaufen. Ich suche mir jeden Tag die Arbeit selber aus, die ich machen möchte, z. B. Körbe flechten. Hin und wieder zeichne ich auch. Ich bemale Sackerln, die dann verkauft werden. Ich unterstütze unsere MitarbeiterIn nen bei ihrer Arbeit. Erinnere sie an Termine, damit sie sie nicht vergessen. Melde, wenn jemand in der Werk statt einen Anfall hat. Oder achte darauf, dass die Buszeiten eingehalten werden. Ich mag alle Arbeiten in der Flechterei, weil sie so unterschiedlich sind.
Sabine Lindorfer arbeitet seit dem Jahr 2000 in der Werkstätte am Linzerberg in der Flechterei. Die Werkstätte Linzerberg ist eine Einrichtung des Diakoniewerks Gallneukirchen.
PORTRÄTS
Woran arbeiten die Menschen in den Diakonie-Werkstätten gerade, und wie gefällt es ihnen? Wir haben in vier Werkstätten nachgefragt.
Denise Lora Mir geht es in dieser Werkstätte besser als früher, es ist nicht so laut, und wir haben mehr Platz. Ich kann bügeln, ich kann in der Küche arbeiten, und auch bei der Außen gruppe bin ich dabei. Ich kann mir jetzt mehr leisten, weil ich mehr Geld bekomme. Mehr Leute kommen auch zu uns, um ihre Sachen abzuholen. Ich möchte nie mehr von der neuen Werkstätte weg, wir vertragen uns alle sehr gut. Die Betreuerinnen und Betreu er sind alle freundlich, und wenn es Proble me gibt, besprechen wir sie gemeinsam.
Denise Lora, 44, ist seit fast 30 Jahren Klientin der Diakonie Kärnten. Sie wohnt im Waldhaus, einer teilbetreu ten Einrichtung, und arbeitet in den neuen DiakonieBeschäftigungswerkstätten „Am Steinbruch“.
Sandra Szigethy Ich arbeite gerade an Geschenkpapier, das wir beim Weihnachtsmarkt verkaufen werden. Außerdem arbeite ich an Fahrtenbüchern, falte und leime Blöcke. Das sind Arbeiten, die man immer wieder dazwischen machen kann. Heute habe ich Gabi bei der Erstellung ihrer Geburtstagseinladung geholfen. Mir ist es wichtig, dass unsere betreuten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine abwechslungsreiche Arbeit haben, dabei unterstütze ich sie. Mir gefällt, dass alle so offen sind.
Reinhold Rutrecht Seit elf Jahren arbeite ich in der Gartengruppe bei Frau Meisterl. Meine Lieblingsaufgaben sind Kastanien, Nüsse, Äpfel, Eicheln und Flechten sammeln, Laub rechen und filzen. Hier filze ich rote Sterne für die Weihnachtskränze. Mit der Nadel steche ich in die Wolle, bis sie verfilzt ist und ein Stern daraus wird. 17 rote Sterne habe ich schon gefilzt und 280 mit anderen Farben. Die Weihnachtskränze wer den bei uns in der Werkstatt oder am Weihnachtsbasar verkauft.
Sandra Szigethy hat 2009 in der Werkstätte Linzerberg als Diakonische Helferin angefangen. Seit August 2010 arbeitet sie als Implacementmitarbeiterin in der Mediengruppe und macht die Ausbildung zur Diplomsozialbetreuerin/Behindertenarbeit.
Reinhold Rutrecht ist 34 Jahre alt und seit 18 Jahren im David-Zentrum der Diakonie Kärnten in Waiern. Seine Hobbys sind Eisstock schießen, Rad fahren, spazieren gehen, Musik hören und laut mitsingen.
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THEMA
Na was schon,
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ls ich vor 15 Jahren zum ersten Mal eine Werkstätte für Menschen mit Behinderungen besuchte, war es für mich wie die anderen Besuche in dieser Schul landwoche, etwa in der Brauerei und beim Tabakhersteller: eine große Firma mit vielen Menschen, die herumwuselten und ihrer Arbeit nachgingen. In den Werkstätten war es bunter, ja, und die Menschen benahmen sich anders. In der Austria Tabak hat mich jedenfalls keine Mitarbeiterin aus Freude über meinen Besuch umarmt. Dennoch – wenn mich damals jemand gefragt hätte, was die Menschen hier tun, hätte ich als Schülerin geantwortet: „Na was schon, sie arbeiten!“ Auch heute möchte ich diese einfache Antwort den PolitikerInnen und EntscheidungsträgerInnen geben – Menschen mit Behinderungen in Werkstätten arbeiten, das ist doch offensichtlich! „Beschäftigungstherapie“, „Tagesstätte“, „Fach werkstätte“, „fähigkeitsorientierte Aktivität“, „ver6
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bindliches, tagesstrukturierendes Angebot“ oder einfach „Werkstatt“, so unterschiedlich bezeichnen die österreichischen Financiers die geschützten Arbeitsangebote, die sie für „arbeitsunfähige“ Menschen vorsehen. Die Financiers sind die Bundesländer, denn Werkstätten sind Landeskompetenz. Darum gibt es auch neun unterschiedliche Gesetzgebungen. Betrieben werden die Werkstätten von Trägern der Behindertenhilfe, wie etwa der Diakonie oder der Lebenshilfe, denen es schon aus gesetzlichen Gründen nicht möglich ist, diese Menschen anzustellen.
Sie werden nicht gezählt Eine neue Studie von Oliver König vom Institut für Bildungswissenschaft an der Universität Wien mit dem Titel „Werkstätten und Ersatzarbeitsmarkt in Österreich“ zeichnet nun erstmals ein vollständiges Bild österreichischer Werkstätten. Laut Befragun gen sind 19.000 Personen in Werkstätten tätig, für
THEMA
sie arbeiten!
Menschen in Werkstätten haben keine eigenständige Sozialversicherung, weil ihre Tätigkeit vor dem Gesetz nicht als Arbeit gilt. Von Katharina Meichenitsch
Arbeit in den Werkstätten n Interview mit Marianne Schulze n Projekte aus der Diakonie n Brauchen wir zukünftig noch Werkstätten? n Fachkommentar: Wir für euch n Die Welt in Zahlen
Veranstaltungen oder arbeiten im örtlichen Kindergarten als HelferInnen bei den Kleinsten. Sie reparieren Holzspielzeug für Montessori-Kindergärten, pflegen die Gärten von Krankenhäusern und Altenheimen, spielen Theater mit Gleichgesinnten bei Veranstaltungen, liefern Dekorationen für Hochzeiten, entwerfen und fertigen Schafwollprodukte oder gründen „heiß begehrte“ Musikgruppen. Für all diese Tätigkeiten bekommen diese Menschen keinen Lohn. Das Taschengeld, das ausbezahlt wird, reicht laut König von fünf Euro monatlich bis 550 Euro, wobei der durchschnittliche Bezug 65 Euro im Monat ausmacht. Sie arbeiten ohne eigenständige Sozialversicherung, ohne Arbeitsschutzgesetze und ohne gesetzlich abgesicherte Vertretung. Und sie werden nicht einmal gezählt!
ArbeitsUNfähig? Dass es für Tätigkeiten in Werkstätten in Österreich keine Gleichstellung mit ArbeitnehmerInnen gibt,
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weitere 3.500 besteht akuter Bedarf. Schätzungen der OECD ergeben 20.000 Personen in österreichischen Werkstätten. Solche Erhebungen und Annahmen sind not wendig, weil die Zahlen von den Bundesländern schlichtweg nicht einheitlich erfasst werden. Dagegen lässt sich ohne große Mühe feststellen, wie hoch im Jahr 1946 der Pferdebestand in Österreich war, nämlich 274.359, oder wie viele Tonnen Raps und Rüben 1975 in Österreich geerntet wurden (555.524). Diese Zahlen finden sich mit wenigen Klicks auf der Website von Statistik Austria. In Österreich arbeiten also täglich 19.000–20.000 Personen in Werkstätten. Sie zimmern Stühle in der Holzwerkstätte, fertigen Christbaumschmuck in der Kreativwerkstätte, erstellen eigene Zeitungen in der Mediengruppe, ziehen Gemüse in der BioGärtnerei, bieten Postdienstleistungen als lokaler Postpartner an, bringen Kindern selbstgemachte Jause in die Schule, kochen und liefern das Essen für
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THEMA
Der Anspruch auf Versicherung muss sich über die Arbeit des Einzelnen begründen und nicht über die Eltern
liegt an der scharfen Grenze zwischen Arbeitsfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit. Als „arbeitsunfähig“ gilt jemand laut Allgemei nem Sozialversicherungsgesetz (ASVG), § 273, wenn „dessen Arbeitsfähigkeit infolge seines körperlichen oder geistigen Zustandes auf weniger als die Hälfte derjenigen eines körperlich und geistig gesunden Versicherten von ähnlicher Ausbildung und gleichwertigen Kenntnissen und Fähigkeiten herabgesun ken ist“. Das heißt, weniger als die Hälfte der Leis tungsfähigkeit einer vergleichbaren Person ohne
dung findet. Das Stigma haftet ein Leben lang: War man in der Sonderschule, wird man ewig als SonderschülerIn gesehen, war man einmal arbeitsunfähig, so wird man weiterhin danach beurteilt. Die Teilung und Trennung beginnt früh und hält lange an. Kinder und Jugendliche mit Lernschwierig keiten haben schlechtere Chancen in der Schule, dies setzt sich auf dem Arbeitsmarkt fort, sodass ein Eintreten in die Werkstätten ohne eigenständi ge soziale Absicherung vorgezeichnet ist. Den Status „arbeitsunfähig“ tragen in Österreich knapp 90.000 Menschen, für viele bedeutet dies den Verbleib in einer Werkstätte.
Konventionswidrige Teilung
Behinderung bedeutet Arbeitsunfähigkeit. Erst mit diesem Status ist ein Eintritt in eine Werkstätte möglich.
Lebenslanges Stigma Diese Hälfte-Grenze ist laut ExpertInnen willkürlich gezogen, zusätzlich orientiert man sich bei der Einstufung an rein medizinischen bzw. defizitorientier ten Indikatoren. Die Klassifikation „arbeitsunfähig“ kann daher als Stigma verstanden werden, ähnlich dem Begriff der „Schulunfähigkeit“, der im Schulpflichtgesetz nach wie vor in Österreich Anwen8
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Österreich hat 2008 die „UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ ratifiziert. Dieses Rechtswerk bietet Regelungen für alle Lebensbereiche von Menschen mit Behinderungen, auch im Artikel 27 „Arbeit und Beschäftigung“. Der Staat Österreich hat sich zur Einhaltung der Konvention verpflichtet, und damit auch zu einer Verbesserung der Arbeitssituation von Menschen mit Behinderungen. Die Teilung in „arbeitsfähige“ und „arbeitsunfähige“ Menschen steht jedoch der Konvention entgegen, ist menschenrechtswidrig und muss geändert werden. Die UN-Konvention geht noch weiter und spricht von einem „offenen und integrativen und für Menschen mit Behinderungen zugänglichen Arbeitsmarkt“ sowie vom Recht darauf, dass das „Arbeitsumfeld frei gewählt oder angenommen wird“. Wir haben noch einiges vor uns. Seit den 1950er-Jahren sind geschützte Arbeitsplätze zu einem weit verbreiteten Instrument der europäischen Behindertenpolitik herangewachsen, um sowohl zeitlich begrenzte als auch ständige Arbeitsplätze zu bieten. In den letzten Jahrzehnten wurde ein generelles Wachstum der Zahl der Werk-
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Menschen mit Behinderungen leisten nicht mehr oder weniger
stätten verzeichnet, da die Funktion der ständigen Arbeitsplätze aufgrund geringer Quoten der Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt wuchs. Das Wachstum der Werkstättenplätze in Österreich betrug laut König-Studie knapp 30 % zwischen 2002 und 2008, die Quoten der Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt liegen bei etwa 1,2 %.
Beispiele aus Europa Europäische Vergleiche können nur bedingt gezogen werden, da die Systeme der geschützten Arbeit sehr voneinander abweichen. Aber Beispiele aus anderen europäischen Ländern zeigen, dass eine sozialversicherungsrechtliche Absicherung möglich ist. So sind in Deutschland bereits seit Mitte der 1970er-Jahre Menschen mit Behinderungen eigenständig in der Sozialversicherung erfasst, und auch die 21.000 Menschen mit Behinderungen, die von Samhall in Schweden beschäftigt werden, genießen vollen sozialen Schutz. Die Schaffung einer eigenständigen Sozialversicherung für Menschen in Werkstätten in Österreich sowie die Neuregelung der sogenannten Arbeitsunfähigkeit dürfen nicht länger aufgeschoben werden – eine Änderung muss jetzt erfolgen! Die entsprechende Verpflichtung hat sich die Regierung im aktuellen Regierungsprogramm selbst auferlegt. Der Anspruch auf eine Versicherung darf sich dabei nicht über die Eltern, sondern muss sich über die Arbeit des Einzelnen in der Werkstätte selbst begründen. Denn Menschen mit Behinderungen leisten nicht mehr oder weniger, sie leisten im Rahmen ihrer Möglichkeiten, Fähigkeiten und Vorlieben, so wie jede und jeder andere auch.
den Werkstätten ähnelt dies dem System der Betriebsräte. Die SelbstvertreterInnen nehmen an Sitzungen der Teamleitungen teil, beraten und unterstützen KollegInnen, organisieren Treffen, stellen Forderun gen an die Politik, verfassen Statements und vernetzen sich. Erstmals werden Menschen mit Lernschwierigkeiten laut, und das ist gut so. Und SelbstvertreterInnen fordern: „Menschen mit Beeinträch tigungen sollen auch in Pension gehen können. Alle sollen auch sozialversichert sein. Menschen mit Behinderungen sollen gleich behandelt werden und die gleichen Rechte haben.“ Niemand hätte diese Worte besser formulieren können als die Betroffenen selbst. n
„Auch Menschen mit Beeinträchtigungen sollen in Pension gehen können.“
Die SelbstvertreterInnen-Bewegung Seit einigen Jahren gibt es die SelbstvertreterInnenbewegung in Österreich. Menschen mit Behinderungen schließen sich zu Gruppen zusammen, in Themen
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INTERVIEW
Marianne Schulze
ist unabhängige Menschenrechts konsulentin und Vorsitzende des Unabhängigen Monitoringausschusses zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.
„Es wird den Menschen Die Gesellschaft ist reif für die Diskussion um die Abschaffung der Werkstätten, erklärt Marianne Schulze. Interview: Katharina Meichenitsch eine umfassende Absicherung von ArbeitnehmerInnen vorsieht. Diese umfassende Absicherung ist aber offensichtlich für Menschen in Beschäftigungstherapie nicht gegeben.
? Warum ist das Recht auf Arbeit so wichtig?
„Das Recht auf Arbeit ist neben dem Recht auf Bildung eines der zentralsten Menschenrechte“
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Themen
DiakonieThemen: Frau Schulze, was sagen Sie dazu, dass 20.000 Erwachsene in Österreich keine eigene Sozialversicherung haben? Marianne Schulze: Das ist ein problematischer Zustand, weil damit das Menschenrecht auf Arbeit verletzt wird. Ein Recht auf Arbeit, das als würdige Arbeit, im Englischen als „decent work“, beschrieben wird und das
Das Recht auf Arbeit ist die Grundlage, die es Menschen ermöglicht, ihren eigenen Lebensunterhalt zu finanzieren, selbstbestimmt zu leben und ihr Leben so zu gestalten, dass es ihren Wünschen und Vorstellungen entspricht. Das Recht auf Arbeit bedeutet, dass mir bei entsprechender Qualifikation ausreichend Möglichkeit gegeben wird, mir einen Job auszusuchen. Und es ist neben dem Recht auf Bildung sicher eines der zentralsten Menschenrechte.
? Wie kann Österreich das Recht auf Arbeit umsetzen?
Die große Debatte darüber muss erst geführt werden. Wichtig ist zuerst einmal, das Problem zu erkennen, dass Menschen mit intellektueller Behinderung vom Arbeitsmarkt exkludiert werden. Diese Ausgrenzung bedeutet vor allem auch die Verstärkung von sozialen Barrieren. Wichtige Fragen dazu sind: Wie kann man jetzt Übergangsmodelle schaffen? Wie geht man mit jenen Menschen um, die heute in den Arbeitsmarkt kommen? Wie gestaltet man das Bildungssystem so, dass alle gleichberechtigt die Möglichkeit haben, für sich eine Bildung und Ausbildung zu finden, die es ihnen ermöglicht, im Arbeitsmarkt selbstbestimmt zu arbeiten.
INTERVIEW
zu wenig zugetraut!“ Welche Bedeutung hat dabei der Leistungsbegriff?
?
Ich verstehe den Begriff würdige Arbeit als einen, der vor allem die Sinnstiftung im Auge hat – also nicht per se die Leistung, die eine Konditionskomponente hat. Insofern glaube ich sehr wohl, dass es möglich ist, das Recht auf Arbeit für alle zu verwirklichen. Und es ist möglich, dass Menschen mit Behinderungen in ei nem Arbeitsverhältnis tätig sind, in dem sie für sich, und auch für andere wahrnehmbar, das Recht auf Arbeit verwirklichen können. Die Diskussion darüber, wie wir das Recht auf Arbeit sehen, fehlt. Das sieht man auch daran, dass die Zahl der prekären Beschäftigungsverhältnisse in Österreich momentan eklatant hoch ist.
? Zurück zur Sozialversicherung: Genügt nicht schon die derzeitige Mitversicherung bei den Eltern?
? Der Monitoringausschuss hat in
einer seiner Stellungnahmen die Abschaffung der Werkstätten ein gefordert. Ab wann soll es keine Werkstätten mehr geben? Ich glaube, dass wir uns als Gesellschaft ernsthaft damit aus-
einandersetzen müssen, welche Strukturen in unserem Land Menschen ausschließen. Menschen mit Behinderungen in Beschäftigungstherapie gehören dazu. Diese strukturellen Mechanismen müssen problematisiert und geändert werden. Selbstverständlich müssen wir jene einbeziehen, die von diesen Änderun gen betroffen sind: Menschen mit Behinderungen. Idealerweise würde man bei einem Land wie Österreich annehmen, dass fünf bis zehn Jahre genug sind, um ein solches Thema zu diskutieren, eine Lösung zu finden und umzusetzen. Ein Argument lautet immer wieder, dass die Werkstätten für das soziale Leben von Menschen mit Behinderungen wichtig sind, weil die Menschen aufgrund des Leistungsdrucks auf dem ersten Arbeitsmarkt total isoliert wären.
?
Da dominiert in den Köpfen wohl das Fürsorgeprinzip, wo die Menschen pauschal in Schutz genom men werden oder von Dritten
s s
Den Anspruch auf Sozialversiche rung begründet man selbst als Individuum und nicht über eine
zweite oder dritte Person, schon gar nicht über die Eltern. Menschen mit Behinderungen werden hier anders behandelt, werden kraft ihrer Beeinträchtigung als fürsorgebedürftige Personen dargestellt. Das wird durch ein Versicherungsmodell über die Eltern perpetuiert. Das widerspricht einem Menschenrechtsansatz, der die Rechte vom Individuum ausgehend gestaltet und der Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen soll. Selbstbestimmt heißt, dass ich über meine eigenen Angelegenheiten selbst bestimmen kann. Es heißt auch, dass mir bestimmte staatliche Leistungen als Person zukommen, und nicht als Gut über eine andere Person.
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PROJEKTE
Bio-Friede Arbeit, wie sie allen hilft
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chon vor über zehn Jahren wurde damit begonnen, die Obst- und Gemüseproduktion in der Gärtnerei Friedenshort auf „bio“ umzustellen. Heute ist die Gärtnerei des Diakoniewerks Gallneukirchen, in der 15 Menschen mit Behinderungen Beschäftigung finden, ein anerkannter und kontrollierter biologisch wirtschaftender Betrieb. Das Angebot reicht von Gemüse aus biologischer Produktion über Beet- und Balkonpflanzen bis hin zu einer Bioecke mit Teemischun gen, eingelegtem Gemüse u. v. m. Die Vermarktung findet nicht
nur in Gallneukirchen statt, son dern auch jeden Freitag am Südbahnhofmarkt in Linz. In den Augen der KundInnen ist die Gärtnerei Friedenshort ein professionell geführter Betrieb, in dem Menschen mit Behinderungen ihren Arbeitsplatz haben. n
eit 1986 bietet das David-Zentrum der Diakonie Kärnten in Waiern Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen, mittlerweile sind mehr als 100 Personen im Zentrum tätig. Sie arbeiten in der Kunstwerk stätte, Holzwerkstätte, Flechterei, Binderei, Gärtnerei, Landschaftspflege, Wäscherei oder im Copyshop „papier creativ“. Jeden Montag gibt es im David-Zentrum die Möglichkeit zum Austausch, so werden gemeinsame Gottesdienste und Gruppen besprechungen abgehalten oder WerkstattsprecherInnenrunden organisiert. Auch Fes te, Basare und der Verkauf von Produkten finden regelmäßig statt. Mehr und mehr versucht das David-Zentrum, sinnvolle Ar-
beitskooperationen innerhalb der Diakonie zu begründen, so wird etwa in der Holzwerkstätte die Inneneinrichtung für die Schulen hergestellt, und die Gärtnerei ist für die Erhaltung und Pflege des Geländes rund um das Krankenhaus und die Altenheime zuständig. Zukünftig sollen auch die Altenheime der Diakonie mit gesundem Gemüse und Obst aus eigenem Anbau versorgt werden. n
Weihnachtsfeier inklusive
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eit Anfang 2006 ermöglicht eine Koopera tion zwischen der Firma TEWA in Feldkirchen und der Diakonie Kärnten drei Menschen mit Behinderungen eine besondere Tätigkeit. War es anfangs nur ein Tag in der Woche, sind sie nun täglich bei der Verpackungsfirma im Einsatz, falten Pizzaschachteln oder füllen andere Kartons. Die Arbeitsplätze sind innerhalb der Diakonie Kärnten heiß begehrt – ist man doch nicht nur bei der Arbeit, sondern auch bei Betriebs12
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ausflügen oder Weihnachtsfeiern dabei. Dass die TeilnehmerInnen des Projektes eigenständi ger und selbstbewusster werden, ist einer der Vorteile solcher Kooperationen. Aber auch in der Firma selbst tragen Menschen mit Behinderun gen zu einem neuen Miteinander bei. n
THEMA
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sehr pauschal festgestellt wird, dass etwas nicht gehen kann und dass – für mich besonders dramatisch – Menschen einfach auch nichts zugetraut wird. Es wird das Individuum und seine Schutzwürdigkeit in den Vordergrund gerückt, wenn es tatsächlich um strukturelle Fragen geht: Wie können wir den Arbeitsmarkt so gestalten, dass jede und jeder ihren bzw. seinen Beitrag leisten kann? Wie können wir Bildung und Ausbildung von Menschen mit Behinderungen so gestalten, dass sie bereits mit persönlicher Assistenz lernen, wie sie sich selbst in den Arbeitsmarkt einbringen können?
? Wären in wirtschaftlich schlech ten Zeiten nicht Menschen mit Behinderungen die ersten, die auf dem ersten Arbeitsmarkt leiden?
Ich kann auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten einem Werkstattmodell nichts abgewinnen, weil das eine Fürsorge ist, die einem veralteten Bild von Behinderungen entspricht. Hier wird pauschal die Entscheidung getroffen, dass jemand, der eine Beeinträchtigung hat, nicht in den regulären Arbeitsmarkt hi
neindarf. Das ist eine Diskriminierung. Wer sich da auf Wirtschaftskrisen und sonstige gesellschaftliche Erschütterungen hinausredet, tut nichts anderes, als Exklusion und Segregation fortzusetzen. Das widerspricht dem Ansatz von Inklusion und sozialer Barrierefreiheit. Damit verletzt man menschenrechtli che Prinzipien und die Bestimmungen der UN-Konvention.
? Wäre es auch für Menschen mit
schweren Behinderungen möglich, mit persönlicher Assistenz auf dem ersten Arbeitsmarkt zu arbei ten, oder braucht es hier für einen geringen Prozentsatz doch einen geschützten Bereich?
Ich glaube nicht, dass man pauschal sagen kann, ob Menschen mit hohem Betreuungsbedarf in den Arbeitsmarkt inkludierbar sind. Es wird Fälle geben, bei dem der Pflegebedarf oder die Beein trächtigung für die Inklusion in den Arbeitsmarkt zu hoch ist. Trotz des Bewusstseins, dass es auch besonders schützenswerte Menschen gibt, müssen wir bei einem inklusiven Bil dungsmodell beginnen, statt ein System
zu erhalten, das viel zu viele ausschließt und ihnen Möglichkei ten vorenthält, selbstbestimmt zu leben.
? Was können die großen Träger der Behindertenhilfe tun?
Das Problem sehen! Anerkennen, dass wir uns weiterentwickelt haben, dass wir jetzt an einem Punkt sind, wo wir strukturelle Schwierigkeiten beseitigen können! Wir müssen jene, die am Rand unserer Gesellschaft stehen, systematisch hereinholen. Eine Konsequenz muss die Einsicht sein, dass das Fürsorgemodell, bei dem dritte Personen darüber bestimmen, was für Menschen mit Behinderungen gut ist, der Vergangenheit angehört. Ein moderner Ansatz zur Inklusion von Menschen mit Behinderung bedeutet, dass die Selbstbestimmtheit gestärkt wird. Dazu gehört selbstverständlich auch, dass die Selbstvertretung und die Einbindung von Menschen mit Behinderungen in Entscheidungen, die sie selbst betreffen, gestärkt werden müssen. n
„Das Fürsorgeprinzip bedeutet, dass Menschen einfach nichts zugetraut wird.“
„Ich kann auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten einem Werkstatt modell nichts abgewinnen.“
Wissen Die „UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ ist ein inter nationaler Vertrag, in dem sich die Unterzeich nerstaaten verpflichten, die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu fördern, zu schützen und zu gewährleisten. Sie wurde 2008 von Österreich ratifiziert. Ein unabhängiger Monitoringausschuss, der die Umsetzung der Konvention überwacht und Stellungnahmen abgibt, wurde eingerichtet. Zum zweiten Jahrestag der Ratifizierung der Konvention am 26. Oktober 2010 musste die österreichische Regierung über die Umsetzung an die Vereinten Nationen Bericht erstatten, dieser wird 2011 von unabhängigen ExpertInnen geprüft. Auch die Zivilgesellschaft wird einen eigenen Bericht zur Umsetzung der Konvention erstellen.
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WORDRAP
Tini Kainrath und StringFizz
Wundervolle Vielfalt Wordrap mit Tini Kainrath.
Lieblingssong?
Willi Resetarits: Alanech fir dii.
Authentizität?
Popkultur?
Bedeutet wundervolle Vielfalt.
Diakonie?
Ist ein gutes Ziel.
Ja bitte!
Ziviler Ungehorsam?
Ohrenschmaus?
Muss auch immer wieder sein – wegen der Authentizität.
Vorbilder?
Sind auch immer wieder zu überdenken.
Lieblingsort für Konzertauftritte?
Stille.
Der Ort ist mir nicht so wichtig wie das Publikum.
Tradition?
Vision?
Ist immer wieder zu überdenken ...
Ein selbstbestimmtes und authentisches Leben, das selbst bestimmte und authentische Menschen zulässt.
Tini Kainrath
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ini Kainrath wurde am 6. Juni 1968 in Wien geboren. Sie ist musikalisch so gut wie überall zu Hause, interpretiert Soul, Rock, Blues, Wienerlied, Gospel, Jazz, Pop – und beherrscht sogar die urwienerische Kunst des Dudelns. Tini Kain rath arbeitet(e) mit The Rounder Girls, Joe Zawinul, Gloria Gaynor, Willi Reseta rits, Alegre Corrêa, dem Upper Austrian Jazz Orchestra, Karl Hodina, Wolfgang Ambros, Harri Stojka, Zipflo Weinrich, Karl Ratzer, Hubert von Goisern, Josef Hader, Alfred Dorfer, Roland Düringer, Erwin Steinhauer, Lukas Resetarits und vielen anderen zusammen.
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GEDANKEN
Liebe(lei) in der Meierei Christian und Christine lernten sich in der Werkstätte kennen und sind seit 30 Jahren ein Paar. Von Petra Jens
Ü
ber die Liebe zur Arbeit findet sich nicht selten die Liebe des Lebens. So hat jede vierte Ehe ihren Anfang im Büro genommen! Und manchmal ist es eine Werkstätte für Menschen mit Behinderungen, wo zwei zueinander finden. Es müssen an die 30 Jahre sein, erinnern sich Christine Hofer und Christian Buchacher an ihre erste Begegnung. „Ich bin ganz rot geworden, wie ich da so eine Nette und Fesche sitzen gesehen hab“, erzählt Christian Buchacher. „Ich auch“, erinnert sich Christine Hofer. „Damals hätte ich mir
gen, auch eine KünstlerInnenKolonie. In den Gärten sieht man Leute bei der Mittagspause, hie und da rückt eine Außengruppe zur Grünraumpflege aus. Weil Christine aufgrund einer Gehbehinderung mit dem abschüssigen Gelände der „Meierei“ Schwierigkeiten bekam, übersiedelte sie ins Tal und zog in eine Wohngemeinschaft im „Lindenschlössl“ ein. Dort entdeckte sie das Kochen für sich, arbeitete aber weiterhin in der Knüpferei. Vor 30 Jahren war Christian Tierbetreuer in der damals angeschlossenen Landwirtschaft, später half er im Krankenhaus und
nie gedacht, dass Christian einmal mein Freund werden sollte.“ Dennoch war es Liebe auf den ersten Blick, erklären sie einhellig. Und der erste Kuss, der hat nicht lange auf sich warten lassen.
in den Werkstätten, schließlich der Gruppe zum Werkstättenavancierte er zum zuverlässigen sprecher gewählt. Diese Aufgabe Kurier zwischen den weit ver- gefällt ihm so, dass er sie auch streuten Einrichtungen. im Wohnheim übernommen hat. Und eines Tages zog Christines Gefragt, ob sie auch privat ein Wohnungskollegin aus! Das war gutes Team seien, antwortet die große Chance für die beiden, Christian: „Beim Geschirrspülen und nach einigen Gesprächen ist einmal sie dran, einmal ich.“ mit BetreuerInnen und Bereichs- „Und Wegräumen tun wir zusamleitung konnte Christian zu sei- men. Nur bügeln, das mache imner Freundin übersiedeln. „An mer ich“, erklärt Christine. einem Sonntag bin ich hierherWas sie sich wünschen? „So legekommen. Kannst dich noch er- ben, wie es jetzt ist, und gesund innern? Du hast mich oben ab- bleiben bis ans Ende des Lebens.“ geholt am Nachmittag. Jetzt bin Aber dann fällt Christine noch ich schon sechs Jahre da.“ etwas ein: „Einmal mit Christian Die beiden genießen es, mit auf Urlaub fahren und – eine n anderen Menschen zusammen- Verlobung!“
Auf den ersten Blick Passiert ist es in der „Meierei“, Christine hatte dort gerade als Knüpferin zu arbeiten begonnen. Die Meierei ist in Treffen bei Villach, wo kunstvolle Skulpturen den Straßenrand säumen. Dort gibt es einen ganzen Ortsteil mit Gebäuden der Diakonie Kärnten, Wohnhäuser und Werkstätten für Menschen mit Behinderun
zuleben, aber trotzdem ihren privaten Bereich zu haben. Die Woh nung haben sie mit viel Liebe eingerichtet.
Freizeit auf der Hollywoodschaukel Ihre Freizeit verbringen sie gern auf der Hollywoodschaukel im Garten, bei Spaziergängen oder im Kaffeehaus. Mittlerweile arbeiten sie in der neu errichteten Werkstätte „Am Steinbruch“, und wenn sie nicht gerade in der Töpferei zu tun haben, treffen sie sich beim Mittagessen und fah ren nachmittags gemeinsam nach Hause. Christian wurde von Christine und Christian
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PRO UND KONTRA
Braucht es zukünftig noch Werkstätten in Österreich? Die Diakonie hat nachgefragt, ExpertInnen antworten. Ruth Renée Kurz, Generalsekretärin des Dachverbands Österreichische Autistenhilfe
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Der Bedarf an HandwerkerInnen wie Glasern, Tischlern, Schneidern, Tapezierern, Gürtlern, Malern, Bäckern und anderen ist enorm groß, da viel zu wenige Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Deshalb bleibt im Sinne aller jungen Menschen zu hoffen, dass eine Trendwende weg von Großbetrieben hin zu Kleinbetrieben zu erwarten ist. Jeder dieser Betriebe bietet eine enor me Anzahl von Tätigkeitsfeldern, sodass auch Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen Arbeit finden und mit der Zeit und mit einem verständnisvollen Umfeld so viel Sicherheit erlangen, dass sie immer mehr Aufgaben im Betrieb übernehmen können. Auf diese Weise schaffen wir zusätzlich zum Verdienst die Möglichkeit, dass eine wesentlich höhere Anzahl von Jugendlichen, auch
Wenn wir die UN-Behindertenrechtskonven>> tion ernst nehmen, ist das Ziel eindeutig: Alle Men-
schen mit Behinderungen sollen die Möglichkeit haben, ihren Lebensunterhalt über ein Erwerbseinkommen auf dem Arbeitsmarkt zu bestreiten. Betriebe und Firmen sollten daher inklusive Arbeitsverhältnisse schaffen und dafür auch starke Anreize erhalten. Die Unterstützungssysteme sind dabei so zu gestalten, dass auch Menschen mit schweren Beeinträchtigungen am Arbeitsleben teilhaben können. Dafür bedarf es zukünftig des Ausbaus unterstützter Beschäftigung, persönlicher Assistenz oder von Projekten der gemeinnützigen Arbeitskräfte überlassung bei voller Absicherung über die Sozialversicherung. Allerdings brauchen wir dabei wohl dennoch „Werkstätten“, sei es, um den Übergang in ein neues System zu begleiten oder um bei Bedarf und bei Nachfrage geschützte Räume anzubieten, sei es, um Inklusionskompetenz im Bereich Arbeit zu vermitteln. Dies bedeutet aber eine fundamentale Neuausrichtung der Tages- und Beschäftigungs16
Themen
mit besonderen Bedürfnissen bzw. Behinderung, einen Lehrabschluss erlangen. Ergänzend dazu müssen wir von Kindheit an miteinander heranwachsen, um endlich die Gelegenheit zu bekommen, voneinander zu lernen, welche Vielfalt von persönlichen Bedürfnissen jeder Einzelne von uns hat. Erst dann können wir dafür sorgen, dass jeder Mensch sein Tätigkeitsfeld findet, und innerbe trieblich leichter zusammenwirken. Was es auf jeden Fall braucht, ist die persönliche Assistenz bzw. Begleitung, ungeachtet des individuellen Unterstützungsbedarfs. So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig muss die Begleitung da sein, um vor allem zu Beginn bei Bedarf die Verantwortung im Tätigkeitsbereich zu teilen und den Umgang miteinander zu erleichtern. n
strukturen! Sie müssen sich in Richtung gemeindenaher Unterstützungsdienste (Artikel 19 UN-Konvention) im Sinne von BürgerInnenzentren unter Einbeziehung gesellschaftlicher Gruppen weiterentwickeln. Das Ziel muss sein, dass auch Personen mit Behinderungen in Tages- und Beschäftigungsstrukturen einen Anspruch auf ein kollektivvertragliches Entgelt erhalten und damit eigenständig Ansprüche aus der gesetzlichen Sozialversicherung erwerben. In einem ersten Schritt ist die Einbeziehung in die gesetzliche Unfallversicherung erfolgt. Eine Schlechterstellung gegenüber dem derzeitigen System muss jedenfalls vermieden werden. Die Tages- und Beschäftigungsstrukturen sollten sich daher rasch in Richtung sozialwirtschaftlicher Betriebe mit regulären Anstellungsverhältnissen für Menschen mit Behinderungen weiterentwickeln und selbstverständlicher Teil des (eventuell erweiterten oder dritten) Arbeitsmarktes sein. n
Albert Brandstätter ist Geschäftsführer der Lebenshilfe Österreich
FACHKOMMENTAR
Wir für euch InteressenvertreterInnen über ihre Arbeit für die Einrichtungen.
I
nteressenvertreterInnen in Einrichtungen der Behindertenhilfe sind Vertrauenspersonen, die die Interessen von Menschen mit Beeinträchtigung gegenüber der Einrichtung und dem Land Ober österreich vertreten. Im Diakoniewerk Gallneukirchen kümmern sich seit November 2006 die InteressenvertreterInnen unter dem selbst gewählten Motto „Wir für euch“ um Wünsche, Probleme und Anliegen von MitbewohnerInnen oder ArbeitskollegInnen und treten so als wichtiges Sprachrohr auf.
Treffen zum Austausch Desideria Mayr, Sprecherin aller InteressenvertreterInnen (IV) im Diakoniewerk Gallneukirchen, erläutert die Ziele der Interessen vertretung und ihrer Tätigkeit: „Zurzeit gibt es 30 gewählte InteressenvertreterInnen in den Wohnungen und Werkstätten des Diakoniewerks in Oberösterreich. Sie fragen nach, wie es den MitbewohnerInnen bzw. KollegInnen geht, hören sich ihre Anliegen an und versuchen zu helfen. Entweder findet man gleich eine Lösung, oder man bespricht die Anliegen mit den Mitarbeite-
rInnen oder den Leitungen. In Gallneukirchen und Linz gibt es Regionaltreffen der InteressenvertreterInnen der Einrichtun gen. Ich finde diese Treffen sehr wichtig. Mir ist es ein Anliegen, dass IVs ernst genommen und in Besprechungen eingebunden werden. Ich finde es wichtig, dass Menschen mit Beeinträchtigun gen gefragt werden und dass sie mitbestimmen können. Ich glaube, dass dies nicht immer der Fall ist. Es ist ein Prozess, der sicherlich noch länger dauert.
Spannende Arbeit In Besprechungen mit der Geschäftsführung wurde über die Urlaubsregelungen in den Werkstätten geredet, auch über Tempolimits am Linzerberg in Gallneukirchen oder über den Begriff ‚Menschen mit Behinderung‘. Mir gefällt dieser Begriff nicht. Auf politischer Ebene ist die IV durch das Chancengleichheitsgesetz in Oberösterreich eingebunden. Ich bin Ersatzmitglied im Interessenvertretungsbeirat. Dieses Gremium wählt Mitglie der für den Planungsbeirat. Der Planungsbeirat berät das Land Oberösterreich. Es gäbe viele Fachkonferenzen, wo man dabei
sein könnte. Das ist mir teilweise zu viel, da ich auch im Diakoniewerk viele Aufgaben habe. Die Interessenvertretung ist auch im Diakoniewerk eingebunden, etwa zum Thema ,Menschen mit Beeinträchtigung im Alter‘, es gibt Anfragen von der Pflegeberatung usw. Ich finde die Arbeit als IV-Sprecherin spannend und sehr herausfordernd.“ Kollege Hansi Prammer über seine Arbeit in der IV: „Seit Juni 2010 bin ich Interessenvertreter in der EDV-Werkstätte in HaDesideria Mayr ist 46 Jahre alt, genberg. Wir haben lebt seit 1963 im Diakoniewerk per Computer abgeGallneukirchen und arbeitet in der stimmt. Wir haben ein EDV-Gruppe der Werkstätte Linz. eigenes Programm Hansi Prammer ist Mitarbeiter in entwickelt, damit anoder EDV-Werkstätte Hagenberg nym gewählt werden und lebt seit April 2010 in der konnte. Ich bin gerade Wohngemeinschaft Pregarten des am Informieren, welDiakoniewerks Gallneukirchen. che Themen zur Interessenvertretung dazugehören. Wenn das Land wieder Schulungen anbietet, möchte ich sie gerne besuchen. Als Interessenvertreter möchte ich mich der Probleme und Wünsche meiner Arbeitskollegen annehmen. Ich kann gut mit Leuten verhandeln ... und mit meinem Rollstuhl schnell fahren.“ n Themen 17
DATEN
Die Welt in Zahlen 274.359 59.269 20.000
Stück Pferdebestand 1946 in Österreich Tonnen Produktion von Äpfeln 1975 in Österreich geschätzte Anzahl von Menschen in Werkstätten/Beschäftigungstherapie ohne eigenständigen Anspruch auf Sozialversicherung in Österreich – keine genaue Zahl feststellbar.
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Euro monatlich ist der niedrigste Taschengeldbetrag in einer Werkstätte in Österreich
65
Euro monatlich ist der durchschnittliche Taschengeldbetrag in einer Werkstätte in Österreich
550 147 95
Euro monatlich ist der höchste Taschengeldbetrag in einer Werkstätte in Österreich
Anzahl der Staaten, die die UNKonvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen unterzeichnet haben Anzahl der Staaten, die die UNKonvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ratifiziert haben
655
Anzahl der Paragraphen des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes, Stand August 2010
173
Anzahl der Novellierungen des Allgemeinen Sozialver sicherungsgesetzes zwischen 1956 und August 2010
0
Anzahl der Novellierungen des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes zwischen 1956 und August 2010 betreffend eigenständige Sozialversicherung für Menschen in Werkstätten/Beschäftigungstherapie
1,64
prozentueller Anteil von Menschen mit Behinderungen im Nationalrat in Österreich
7,53
prozentueller Anteil von Menschen mit Behinderungen an der österreichischen Gesamtbevölkerung
Quellen: Statistik Austria, Oliver König, Hauptverband der Sozialversicherungsträger, OECD, www.ris.bka.gv.at
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BÜCHER • GLOSSAR
Buchempfehlungen Das Leben des Rainer Von Phil Hubbe Die Frage, ob man über Menschen mit Behinderungen Witze machen darf, stellt sich nicht mehr. Die Resonanz auf Phil Hubbes Arbeiten ist groß und gerade aus dem Kreis der Betroffenen überwältigend positiv. Im dritten Band der „Behinderten Cartoons“ umschifft Protagonist MS Rainer – ausgestattet mit einer guten Portion Zynismus und Selbstironie – die Klippen der „Normalo“-Gesellschaft wie die Aufforderung des Fotografen angesichts einer Gruppe gut gelaunter Menschen: „Bitte etwas ernster und trauriger, Sie sind doch schließlich behindert!“
Elf ist freundlich und Fünf ist laut: Ein genialer Autist erklärt seine Welt Von Daniel Tammet Daniel isst genau 45 Gramm Porridge zum Frühstück und kann das Haus nur verlassen, wenn er zuvor seine Kleidungsstücke gezählt hat. Fremdsprachen lernt er innerhalb einer Woche fließend. Sein zwanghaftes Ordnungsbedürfnis und seine erstaunlichen mentalen Fähigkeiten werden verursacht durch das Savant-Syndrom. Dieser authentische Bericht veranschaulicht auf bewegende Weise, was es bedeutet, „anders“ zu sein.
Bild: Fotolia.com
Tei l 3
Werkstätten und Ersatzarbeitsmarkt in Österreich Von Oliver König Band 3 der Reihe „Die Übergangs-, Unterstützungs- und Beschäftigungssituation von Menschen mit einer intellektuellen Beeinträchtigung in Österreich“ beschäftigt sich mit Werkstätten. In einer Erhebung wurden die Sozialabteilungen der Bundesländer und die Träger der Werkstätten befragt. So entstand eine österreichweite Bestands- und Perspektivenaufnahme des föderal organisierten Systems der Werkstätten – zum ersten Mal sind genaue Daten zum Werkstättensektor verfügbar. Die Übergangs-, Unterstützungsund Beschäftigungssituation von Menschen mit einer intellektuellen Beeinträchtigung in Österreich
Werkstätten und Ersatzarbeitsmarkt in Österreich Dokumentation der Befragung der österreichischen Sozialabteilungen zum Stand und Umsetzung der Werkstättenstandorte in Österreich sowie der Befragung aller österreichischen Werkstättenträger und Standorte im Zeitraum 2008 – 2009
Oliver Koenig Institut für Bildungswissenschaft, Universität Wien, Wien 2010 Im Rahmen des FWF Projektes: „Partizipationserfahrungen in der beruflichen Biographie von Menschen mit einer intellektuellen Beeinträchtigung in Österreich“ Projektnummer: P20021, Laufzeit 2008 – 2013
UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen Von den Vereinten Nationen Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen wurde in Österreich 2008 ratifiziert. Die teilnehmenden Länder verpflichten sich dazu, Maßnahmen einzuführen, um die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu fördern und Diskriminierungen zu bekämpfen. Auf Englisch: www.un.org/disabilities/documents/ convention/convoptprot-e.pdf; auf Deutsch: www.monitoringausschuss.at/sym/monitoringausschuss/Konventionstext; in leicht verständlichem Deutsch: www.bizeps.or.at/links.php?nr=135
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ie Unterteilung in drei Arbeits märkte findet sich in arbeitsmarkt politischer Literatur; eine trennscharfe Definition ist jedoch schwierig. Auf dem 1. oder allgemeinen Arbeitsmarkt treten ArbeitnehmerInnen und Arbeit geberInnen in Austausch bzw. treffen Angebot und Nachfrage aufeinander. Auf dem 2. Arbeitsmarkt werden spezifische Programme wie Qualifizie rungsmaßnahmen angeboten sowie Anreize wie Lohnförderungen geschaffen. Der 3. Arbeitsmarkt oder Ersatzarbeitsmarkt ist meist abgeschlossen. Laut Gesetzgeber wird hier, wie z. B. in den Werkstätten, keine Arbeit geleistet.
1., 2., 3. Arbeitsmarkt
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as Recht auf Arbeit bedeutet, bei freier Berufswahl und Sicherung der menschlichen Würde arbeiten zu können. Es beinhaltet keinen individu ellen Anspruch auf einen Arbeitsplatz, jedoch hat jede Person das Recht, bei gleicher Leistung den gleichen angemessenen Lohn zu erhalten, gleiche befriedigende Arbeitsbedin gungen zu genießen und gleichen Schutz vor Arbeitslosigkeit zu bekommen. Wichtig ist, dass jede Person ihre Existenz und die ihrer Familie mit Arbeit in Würde sichern kann.
Recht auf Arbeit
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usgehend von Nordamerika in den 1970er-Jahren hat sich weltweit eine „Selbstbestimmt leben“-Bewe gung entwickelt, wo Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung eigene Entscheidungen für das eigene Leben fordern. Das Selbstbestimmungsparadigma rückt Betroffene selbst ins Zentrum ihrer Entwicklung und den Kampf um Gleichberechtigung, entgegen den älteren Prinzipien der Normalisierung und der Integration. Im Rahmen der Selbstbestimmung werden Werkstätten- und Wohnbeiräte als Mitbestimmungsstrukturen begründet.
Selbstbestimmung
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ie „Selbstbestimmt leben“-Bewe gung zeichnet sich auch durch die Verbreitung von „leichter Sprache“ aus. Die gesprochene und geschriebene Sprache ist oft so kompliziert, dass sie Menschen mit Lernschwierigkeiten die Möglichkeit zur Kommunikation nimmt. Leichte Sprache bedeutet, langsam zu sprechen, keine komplizierten Sätze zu verwenden, Fremdwörter zu vermeiden oder zu erklären. Das Gütesiegel besteht aus dem grünen „LL“ auf gelbem Unter grund und kennzeichnet Texte, die in gut lesbarer und leicht verständlicher Sprache geschrieben sind.
Leichte Sprache
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DIAKONIE HAUTNAH
Der Traum aller: Einmal ans Meer In einer Wiener WG leben 20 Kinder mit schweren Behinderungen unter einem Dach. Ein Feature von Karin Tzschentke
Das Alltagsleben hat Vorrang
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er vor dem grau gestrichenen Haus in der Steinergasse 3 im 17. Wiener Bezirk steht, ahnt nicht, was für ein heimeliges Nest es unter seinem Dach birgt. Drei helle, liebevoll eingerichte te Wohnungen sind das Zuhause
von 20 Kindern und Jugendli chen mit mehrfachen Behinderungen und ihren BetreuerInnen. Am Morgen herrscht hier emsige Betriebsamkeit, wenn sich alle fertig machen, um rechtzeitig in Kindergarten, Schule oder Werkstätte zu kommen. Zu Mittag finden sich alle wieder ein fürs gemeinsame Essen.
Wie eine Familie
Wissen
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eit 2004 begleitet das Diakoniewerk Gallneukir chen in den Wohngemeinschaften Steinergasse Kinder im Alter von drei bis 18 Jahren mit hohem Pflegebedarf. Hier werden sie von einem 36-köpfigen multiprofessionellen Team aus PädagogInnen, diplo mierten Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, ei ner Ärztin, einer Psychologin, PhysiotherapeutInnen und LogopädInnen begleitet. Unterstützt wird das Team von Diakonischen HelferInnen, Zivildienern, PraktikantInnen und Ehrenamtlichen. Das in Wien zuständige Magistrat für Kinder, Jugend und Familie (MA 11) steht beratend und finanziell zur Seite.
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Pflegeartikel untergebracht werden müssen. „Den Kindern tut es gut, mal aus der Stadt rauszukommen, und sie genießen es, im Hotel wie kleine Könige und Königinnen behandelt zu werden“, erzählt Frau Schoene. Der Traum aller: einmal ans Meer zu reisen. Doch manchmal fällt ein dunkler Schatten in das helle, freundliche Dachgeschoß in der Stei nergasse. Manche Kinder haben durch ihre Behinderung nur eine begrenzte Lebenserwartung. Ihr Tod ist für die große WG-Familie ein schmerzliches Erlebnis. Liebe volle Rituale des Abschiednehmens unterstützen BewohnerIn nen und BetreuerInnen bei der Bewältigung ihrer Trauer.
Der Nachmittag ist ausgefüllt mit Tätigkeiten: vom Kochen, Wäschewaschen, Einkaufen am nahen Brunnenmarkt über Besuche von Spielplätzen, Spielen, Singen bis hin zu individuellen Förderungen und Therapien. Kurz, es geht zu wie in einer Familie. „Die meisten unserer Kinder sind rund um die Uhr auf Unter stützung angewiesen. Wir wol- Unglaubliche Freude len ihnen einen weitgehend nor- Die Wärme, die Frau Schoene malen Alltag ermöglichen und und ihre KollegInnen in ihre Arbeit einfließen lassen, wird ihnen vor allem Geborgenheit von den Kindern reich belohnt. schenken“, umreißt Hausleiterin Katharina Schoene das Ziel der „Es ist eine unglaubliche Freude, wenn etwa ein Kind lernt, seinen Wohngemeinschaften. Löffel alleine zu halten. Oder Auch das Feiern von Festen ist ein wichtiger Bestandteil im Le- wenn es auf einmal einen Satz, ben der BewohnerInnen. Ob Ge- eine Frage oder einen Vorgang burtstag, Weihnachten, Silvester, begreift und Reaktionen zeigt, Gottesdienste, Sommerfeste: In die ihm aufgrund seiner Behinderung sehr schwer fallen“, beder Steinergasse gibt es immer richtet Frau Schoene. etwas zu feiern. Diese besonderen Erfolge lasEin Höhepunkt im Jahreskreis sen die Anstrengungen, die die ist eine einwöchige Urlaubsfahrt Beschäftigung mit Menschen mit – auch wenn dafür ein großer Behinderungen mit sich bringt, Aufwand mit mehreren Bussen immer wieder vergessen. n erforderlich ist, in denen alle
KURZ GEMELDET
Fotografie: Volker Dautzenberg
„Lass uns Partner sein“ A
Diakonie-Direktor Chalupka: Protestkarten an den Sozialminister schicken!
m 1. November 2010 startete die Diakonie Österreich ihre neue Kampagne „Lass uns Partner sein“. Dabei geht es um die Rechte von Menschen mit Behinderungen. In Österreich arbeiten rund 20.000 Menschen mit Behinderungen, die nicht eigenständig sozial- und pensions versichert sind, in Werkstätten. Österreich-
KAYA: Wohngruppe für junge Mädchen K
aya“ heißt „große Schwester“ und ist der Name einer sozial therapeutischen Wohngruppe, in der sieben Mädchen und junge Frauen mit Essstörungen wohnen und professionell betreut werden. Die WG wird vom Diakonie Zentrum Spattstraße in Linz betrieben, das Land Oberösterreich finanziert sie. In der Wohngruppe KAYA können Mädchen und junge Frauen unter professioneller Begleitung wohnen und gleichzeitig ihre Arbeit, Schule oder berufliche Orien tierung weiterführen. Dadurch wird eine Lücke geschlossen, die bisher in der Behandlung von Essstörungen bestanden hat. Denn diese Mädchen bedürfen oftmals längerfristig klarer, sicherer Strukturen,
die es ihnen ermöglichen, ihre Balance zwischen den Bedürfnissen nach Autonomie und Beziehung zu finden und einmal Erarbeitetes auch aufrechtzuerhalten und zu vertiefen. Voraussetzung, um die Wohngruppe KAYA erfolgreich für sich zu nutzen, ist der feste Wille, etwas am dysfunktionalen Ess- und Beziehungsverhalten zu ändern und die Unterstützung anzunehmen. KAYA stellt dafür eine Vielzahl von Therapiemöglichkeiten zur Verfügung: Psycho-, Physio-, Ergotherapie, heilpädagogisches Voltigieren, psychologische Gruppe, körpertherapeutische Gruppe, sozialarbeiterische Begleitung und natürlich Elterngespräche. Auch die medizinische Begleitung ist ein fixer Bestandteil des Angebots von KAYA. n
weit macht die Diakonie mit Printanzeigen und Plakaten (Gratisflächen) auf diesen Missstand aufmerksam. Außerdem werden Protestkarten verteilt, die an Sozialminister Rudolf Hundstorfer verschickt werden sollen. Alle Informationen zur neuen DiakonieKampagne sind im Internet abrufbar auf www.diakonie.at. n
Internationale Fachtagung in Wien
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on 9. bis 11. Juni 2010 lud die Diakonie Auslandshilfe ihre Partnerorganisatio nen aus insgesamt acht Regionen ein, gemeinsam das Thema der „sozialen Inklusion von Menschen mit Behinderungen durch Zugang zum Arbeitsmarkt“ zu dis kutieren. Rund 30 VertreterInnen von 14 Organisa tionen aus Bosnien-Herzegowina, Serbien, Palästina, Zimbabwe und Mosambik, die sich für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt einsetzen, tauschten sich über ihre Erfahrungen aus. Diakonie-Direktor Michael Chalupka er öffnete die Tagung, die von Dagmar Lassmann/Diakonie Auslandshilfe und ihrem Team veranstaltet wurde. n Themen 21
AUF DEN PUNKT GEBRACHT
„Die Gesellschaft der halbwegs normalen Leute betrachtet uns oft wie ein heißes Eisen“
Mein Leben Von Manfred Nagl
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s passiert mir immer wieder in der Gesellschaft, dass ich schief oder dumm angesehen werde, und das stört und ärgert mich. Ich fühle mich schikaniert und auch provoziert, aber ich ver suche, es wegzustecken. Denn ich meine, dass ein jeder ein bisschen was von einer Behinderung
Wissen Diese Texte wurden beim Literatur preis „Ohrenschmaus“ eingereicht. Die Jury hat die drei Autoren dafür mit dem Ehrenpreis „Ohrenschmaus“ ausgezeichnet. Der Literaturpreis „Ohrenschmaus“ hat sich zum Ziel gesetzt, neue literari sche Talente zu entdecken und zu fördern. Die teilneh menden Texte werden von Menschen mit Lernschwierig keiten/intellektuellen Behinderungen verfasst. Die ausgezeichneten SchriftstellerInnen erhalten ein Preisgeld von jeweils 1.000 Euro, das ihnen im Rahmen eines feierlichen Festaktes überreicht wird. Hinter „Ohrenschmaus“ steht ein Organisationsteam, das sich auf Initiative von Franz-Joseph Huainigg gebildet hat. Diakonie, Caritas, Jugend am Werk, Lebenshilfe, SOB 31 und Vienna people first unterstützen als Initiativkomitee diesen Literaturpreis und stellen ihr Engagement und ihre Expertise in der Behindertenarbeit zur Verfügung.
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haben kann oder bekommen kann im Leben. Die Gesellschaft der halbwegs normalen Leute betrachtet uns oft wie ein heißes Eisen. Sie glauben hier und dort, man müsste die Behinderten wie ein rohes Ei behandeln. Dann könnten sie uns gleich mit Glacéhandschuhen anfassen. Dann könnten sie uns auch wie die bedrohten Tierarten unter Naturschutz stellen. Wir sind doch Menschen und keine exotischen Wildtiere. Ich sollte aus meiner Situation immer das Beste machen und nicht in Selbstmitleid versinken. Jeder Mensch ist für sein Leben selbst verantwortlich. Da hilft auch kein Gesetz zum Schutz des Lebens. Ich weiß, dass ich eine Behinderung habe, doch das kann mich nicht deprimieren. Denn trotzdem denke ich wie fast jeder normale Mensch auch. Und doch sehen oft viele Menschen eine Krankheit oder ein Gebrechen darin. Ich möchte daran erinnern, dass vor mehr als fünfzig Jahren im Zweiten Welt-
krieg Menschen dadurch oft Menschen zweiter Klasse waren. Jeder Behinderte hat ein Recht auf Leben. Damals war es aber anders. Man ist damals grausam mit manchen Menschen umgegangen. Ich meine damit Behinderte und Juden, sie wurden oft vergast, und auch andere Zivilisten. Man hat sie oft gefoltert, dann manchmal grausam ermordet. Ich weiß das aus Erzählungen von meinen Eltern. Solche Taten, die oft einfach unmenschlich waren, mussten sie beinahe mit ansehen und -anhören. Freilich war ich noch nicht geboren, sonst gäbe es mich vielleicht gar nicht oder gar nicht mehr. Denn ich wüsste nicht, ob ich eine Chance gehabt hätte, diesem Schicksal zu entkommen. Keinesfalls wünsche ich mir, dass ich als Außenseiter gelte und ein Mensch zweiten Ranges bin, wobei ich in ein Heim abgeschoben werden kann, in eine Psychiatrie oder Anstalt. Lieber bleibe ich in der Lebenshilfe. n
AUF DEN PUNKT GEBRACHT
Die Freundin Von Herbert Schinko
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ie Stefie ist meine Freundin. Sie tut Schafwolle zupfen. Da habe ich sie gesehen, und sie hat mir gefallen. Sie hat mich angelacht. Ich habe sie besucht. Sie hat mir was erzählt, das verstehe ich nicht. Wir gehen fort. Sie mag gerne Kaffee und Wasser. Ich mag gerne Bier. Ich weiß nicht mehr, was sie angehabt hat: ein Kleid oder eine
Hose. Vorher habe ich sie auch schon gesehen, sie war so schön. Ich weiß nicht mehr, was mir gefallen hat. Sie erzählt mir was. Das ist lustig. Ob ich ihr ein Bussi geben darf, da muss ich noch nachdenken, weil ich liebe. Ich will ein Bussi. Ob Stefie will, das muss der Herbert probieren. Das wäre schön. Wir haben sich schon was ausge-
macht, wann ich besuchen kommen kann. Was mag Stefie noch. Sie geht noch gerne spazieren. Sie will gerne Musik hören, ich weiß nicht, ob sie das will. Ich will Stefie heiraten, weil sie so lieb ist. Die Stefie mag ich, weil sie nicht schimpft. Die Stefie ist so schön, weil sie mich auch liebt. Du kannst mich in der W3 besuchen. Wir tun in der W7 ihr Zimmer putzen. Wir tun Boden aufwischen. Und Regal abstauben. n
Der Euro Von Rudolf Kreil
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etzt bezahlen wir mit dem Euro. Ein Marsriegel kostet 0,50 Euro. Wenn man es genau hat, bekommt man nichts mehr heraus. Wenn man einen Euro hat, bekommt man noch etwas zurück, oder man kann zwei Marsriegel kaufen. Wenn man etwas herausbekommt, dann bekommt man Cent. Der Euro ist ein neues
W7 = ihre Wohngemeinschaft
Geld, weil der Schilling und die Groschen fertig sind. Das Schillinggeld haben wir schon zurückgegeben. Für das Taschengeld gibt es jetzt auch Euro. Jetzt kostet alles Euro. Nur die Schweizer haben noch Franken, ich weiß aber nicht warum. Der Euro gefällt mir besser als der Schilling, weil er nicht aus Alt papier ist, und die Münzen sind aus Draht, aus neuem Draht, nicht aus altem Draht wie beim Schilling. n
Diakonie-Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen in Werkstätten Diakonie Kärnten
(Kärnten/Waiern und Treffen) Harbacher Straße 70 9020 Klagenfurt Telefon: (+43) 0463 323 03-309 www.diakonie-kaernten.at
Diakoniewerk Gallneukirchen
(Oberösterreich, Steiermark, Tirol, Rumänien/Sibiu) Martin-Boos-Straße 4 4210 Gallneukirchen Tel.: (+43) 07235 632 51-125 www.diakoniewerk.at
Schloss Klaus
Diakonie in der Gemeinde Klaus 16 4564 Klaus an der Pyhrnbahn Tel.: (+43) 07585 441-47 www.diakonie.schlossklaus.at
Diakonie-Kernkompetenz Menschen mit Behinderungen
Beratung Betreutes Wohnen Familienbegleitung Förderung Frühförderung Kindergarten Schule und Hort Schulassistenz Therapie
Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Wien, Serbien, Tschechien Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Wien Oberösterreich Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Wien, Serbien, Tschechien Oberösterreich Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Bosnien Kärnten, Oberösterreich, Salzburg Oberösterreich Oberösterreich, Salzburg, Steiermark
www.diakonie.at
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Österreichische Post AG / Sponsoring.Post GZ 02Z033615 S
Lass uns Partner sein. Diakonie
www.diakonie.at Spendenkonto PSK 23.96.444
Menschlichkeit braucht Unterstützung.
IMPRESSUM Medieninhaber, Herausgeber und Redaktion: Diakonie Österreich Redaktion: Mag.a Bettina Klinger (Leitung), Mag.a Katharina Meichenitsch, Mag. Martin Schenk Alle: 1090 Wien, Albert Schweitzer-Haus, Schwarzspanierstraße 13. Tel. (0)1 409 80 01, Fax Tel: (01) 409 80 01-20, E-Mail: diakonie@diakonie.at, Internet: www.diakonie.at. Verlagsort: Wien Geschäftsführer Diakonie Österreich: Pfr. Mag. Michael Chalupka Grafik-Design: Info-Media Verlag für Informationsmedien GmbH, Volksgartenstraße 5, 1010 Wien Druckerei: AV + Astoria Druckzentrum GmbH, Faradaygasse 6, 1030 Wien Fotos: Diakonie Kärnten (3, 4, 5, 12, 18), Diakonie Zentrum Spattstraße (21), Diakoniewerk Gallneukirchen (3, 4, 5, 12, 17, 20), Franco Garzarolli (14), Martin Hauszer (21), Lebenshilfe (16), Gerhard Maurer (1, 3, 6, 7, 8, 9, 17), Nadja Meister (1, 10, 11, 13) Sami Nader (14), ossifant (1), Elisabeth Seidl (22), Mag. Hansjörg Szepannek (15), Eva Thebert (22, 23) Laurent Ziegler (2, 21) Die Diakonische Information bringt Sachinformationen und Nachrichten zur Diakonie der Evangelischen Kirchen. Der Bezug ist kostenlos. DVR: 041 8056 (201) Gedruckt nach der Richtlinie „Schadstoffarme Druckerzeugnisse des Österreichischen Umweltzeichens“. Umweltzeichen (UWZ 734)
Spendenkonto Diakonie PSK 23.96.444 BLZ: 60.000
Fotografie: Volker Dautzenberg
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