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Alt, na und? Generation mit Lebenslust (Diakonie Themen 01/2012)

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Diakonische Information Nr. 164-3/12

Themen

Generation mit Lebenslust

Alt, na und?

Interview: Ulrich Körtner

Im Wordrap: Susanne Scholl

Für SeniorInnen: TV mit Internet

Alzheimer-Café in Wels


editorial

Nichts Neues unter der Sonne Die Frage nach dem Neuen hat die alten Fragen nach Wirklichkeit und Wahrheit abgelöst. Doch dem Neuen geht es nur um sich selbst. Es sonnt sich im eigenen Spiegelbild.

R

und ums EU-Jahr des „aktiven Alterns“ krisen niemals aus begangenen Irrtümern oder aus dreht sich dieses Themenheft. Da geht Fehlentwicklungen oder Fehlentscheidungen er­klärt. es um Gesundheit, Mitbestimmung und (...) Krisen sind in dieser Lesart immer und ausschließ­ sinnvolles Tätigsein. Dahinter verste- lich Resultate eines Novitätsmankos“ (Ma­rianne cken sich aber auch Fragen nach dem Stellenwert Gronemeyer). des Alters und der „Nützlichkeit“ der Alten. Die Frage nach dem Neuen hat die alten Fragen Liest man die Begründungen für Sozialpreise, nach der Wirklichkeit und der Wahrheit abgelöst. vertieft man sich in die Managementliteratur, „I weiß zwar net, wo i hinfahr, dafür bin i aber schnel­ glaubt man den Karriereseiten in den Zeitungen, ler durt“, so hat es Helmut Qualtinger formuliert. dann kann man gar nicht anders als zum Schluss Das ist eine besinnungslose Ideologie, eine autokommen: Das Alte ist schlecht, das Neue ist gut. ritäre Versuchung, die sagt: Schluss mit der DiskusDas eine ist von gestern, das sion, Schluss mit Fragen. So ist andere weist ins Morgen. Neu, es. Wir denken nicht, wir tun. neu, neu! Innovativ, innovativ, „Das Neue will aber keine Alter­ innovativ! Originell, originell, native, keine Möglichkeit, son­ „Was man getan hat, originell! dern eine alles ausschließende eben das tut man hernach Mir scheint, dahinter verNotwendigkeit sein. Der Furor wieder, und es geschieht birgt sich ein gerütteltes Maß der Modernisierung kennt kei­ nichts Neues unter der an Ideologie. Was unter der ne Bedenkzeiten, kein Innehal­ Sonne. Geschieht etwas, Fahne der „Innovation“ segelt, ten, kein Abwägen, keine Muße. von dem man sagen bietet bei näherer BetrachDas Neue erscheint deshalb könnte: Sieh, das ist neu? tung oft nichts Neues unter mit Vorliebe in der ideologi­ Es ist längst vorher auch der Sonne. Es tut so, als wäre schen Gestalt eines Sachzwangs, geschehen in den Zeiten, es – abgeschnitten von allem dem man sich nur um den Preis die vor uns gewesen sind.“ Vorhergegangenen – original selbstverschuldeten Zurück­ Prediger 1, 9-11 neu, obwohl es aus dem Alten bleibens widersetzen könnte“ schöpft. (Konrad Paul Liessmann). Verdächtig ist das Wort Innovation. Es wurde früWas nicht neu ist oder sich als neu präsentieren her auch in der Botanik verwendet und beschreibt kann, das hat keinen Wert – und sei es auch noch so das Abschneiden der alten Triebe. Das ist, auf die gut oder funktional. Das Einzige, was das Neue geGesellschaft umgelegt, ein brutaler Vorgang, der genüber dem Alten in die Waagschale zu werfen das Neue durch die Vernichtung des Alten hervor- hat, ist nicht unbedingt das Bessere, sondern eben: zubringen glaubt. Und der vergisst, dass viele Neu- Es ist etwas Neues. erungen erst durch das Zurückschauen möglich Diesem Neuen geht es nur um sich selbst. Es geworden sind. sonnt sich im eigenen Spiegelbild. Oft genug leitete die Vorsilbe „re“ das Neue ein: Revolution, Reform, Reformation, Renaissance. Nichts Neues ohne das Alte. Und heute? „Unter dem Imperativ der Innovation werden Gegenwarts­

Mag. Martin Schenk, Sozialexperte, stv. Direktor der Diakonie Österreich n 2

Themen


Inhalt

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Warum mich das Alter nicht schreckt

KlientInnen und MitarbeiterInnen aus DiakonieEinrichtungen erzählen über ihr Älterwerden.

06

Ein gutes Leben für alle Generationen

Wenn Menschen im Altersheim beim täglichen Kochen

mitarbeiten können, bedeutet das für sie Lebensqualität.

Denn Lebensqualität ist die Bereicherung unseres Lebens

über den materiellen Konsum hinaus.

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Altern ist kein individuelles Problem

Welches Bild vom Altern in unserer Gesellschaft herrscht

und warum Sterben nicht zum Projekt gemacht werden

darf, erläutert Ulrich Körtner.

14 THEMA: Alter und Lebenslust

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Weisheit und Gelassenheit

Wordrap mit Susanne Scholl. TV mit Internet

Videotelefonieren zu Hause auf dem Sofa – das ist was für coole Omas. HOMEdotOLD macht es möglich.

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Krank durch Tabletten?

Zu viele verschiedene Medikamente gleichzeitig eingenommen – das kann gefährlich werden.

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Alter = Lebenserfahrung

Menschen im Alter fühlen sich wohl, wenn sie

das Gefühl haben, gebraucht zu werden.

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Die Welt in Zahlen Buchempfehlungen, Glossar Frau Maria vergisst den Arzt

Demenzinfo für Angehörige in Wels. Kurz gemeldet „Ich hab das AKH gebaut“

Alt werden in der neuen Heimat: Ein „Gastarbeiter “erinnert sich.

An diesem Heft mitgearbeitet haben Andrea Brummeier, Diakoniewerk Gallneukirchen Renate Gabriel, Diakonischer Verein Tirol Martina Gasser, Diakonie Eine Welt Richard Gaugeler, Diakonie de La Tour Christian Göltl, Diakoniezentrum Gols Elke Merl, Miteinander Leben Erwin Oberbramberger, Diakonie Zentrum Salzburg Sieglinde Pfänder, Diakonie Burgenland Verena Reisinger, LIFEtool

Titelfoto: Klara Wendelin und im Rollstuhl Rosalia Fleischhacker, aufgenommen bei einem Ausflug am Neusiedler See. Klara Wendelin ist ehrenamtliche Mitarbeiterin. Rosalia Fleischhacker lebt im Diakoniezentrum Gols.

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PortrÄts

Warum mich das Alter nicht Carola Brückl Carola Brückl ist 1935 in Ried im Innkreis geboren und lebt auch heute noch dort. Bei LIFEtool nimmt sie begeistert als Testerin beim EU-Projekt HOME dotOLD teil.

Ich habe mein Leben lang gear­ beitet, erst im Beruf, dann in der Familie und in der Pflege mei­ ner Altvorderen. Ich habe mich immer für Musik und Literatur interessiert. Mit 60 Jahren habe ich einen PC bekommen und damit zu arbeiten gelernt. Beim Kriegs­opfer- und Behinderten­ verband in Ried im Innkreis ar­ beite ich als Bezirkskassierin und Schriftführerin. Ich treffe dort interessante Menschen und höre interessante Geschichten. Ich vernachlässige meine Bewegung nicht. Ich übersehe fast, dass ich alt werde, und freue mich meines Lebens!

Eva Fidler Die Lebendigkeit meiner Arbeit und der Spaß daran halten mich jung! Ich arbeite ehrenamtlich im Palliativbereich und setze mich schon lange mit dem Alter auseinander. Älterwerden gehört ein­ fach zum Leben dazu. Ich kann aus vielen Erfahrungen schöpfen, und das hilft mir, heute manches anders, besser zu machen. Außerdem habe ich noch viele Dinge vor! Ich freue mich auf das Reisen, auf mehr gemeinsame Abende mit Freunden und auch auf Fort­bildun­gen, denn ich möchte noch mehr lernen.

Friederike Mühlberger In meinem Älterwerden gibt es natürlich auch Pha­ sen der Angst davor, was die Zukunft bereithält. Doch mein Ur­vertrauen, mein Zauberwort „Loslassen“, eine Prise „Aufmüpfigkeit“ und die Auseinander­ setzung mit dem Jetzt stärken meine Lebendigkeit und Zuversicht. Freude habe ich, dass ich meine Kreativität immer noch ausüben kann. Nicht zuletzt hole ich mir Kraft aus dem Erleben, dass meine Religiosität Freiheit für mich ist. Wichtig ist mir stets der Kontakt mit Mensch und Natur, im ständigen Geben und Nehmen.

Friederike Mühlberger, 82 Jahre, ist seit über zehn Jahren im DiakonieZentrum Salzburg freiwillig tätig.

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Themen

Martina Jeglitsch

Am ersten Tag nach meiner Pensio­ nierung stellte ich mich ans Fenster und sagte zu mir: „So, jetzt bin ich alleine, was werde ich TUN? Man muss sich bewegen, man darf nicht denken: „Jetzt bin ich alt.“ Kochen muss man jeden Tag, das ist wichtig. Ich gehe immer erst nachmittags einkaufen, vor­ her habe ich keine Zeit. Was ich sage, muss Hand und Fuß haben. Aber ich bin auch launisch. Wenn mir etwas nicht passt, dann sage ich es es. Ich kann lustig sein, aber auch „zwider“.

Martina Jeglitsch ist 86 Jahre alt und wohnt seit 49 Jahren im Salzburger Stadtteil Lehen. Vor ihrer Pensionierung war sie Hausmeisterin und hat 167 Wohnparteien betreut.


PortrÄts

schreckt ...

„Das“ Altern gibt es nicht. DiakonieThemen hat KlientInnen und BetreuerInnen gefragt, wie sie ihr Älterwerden wahrnehmen und gestalten.

Veronika Preisig In meinem Elternhaus waren immer alte Menschen mit dabei, auf dem Bauernhof auch eine Magd mit einer leichten Behinderung. Ich habe in der Landwirtschaft, im Gast­gewerbe und im Bankwesen gearbeitet. Mein jüngster Bruder erkrankte mit 14 Jahren und musste aufgrund einer schweren Behinderung inten­ siv betreut werden. Aber auch Schwiegereltern, Tante und Onkel sowie Nachbarn wurden von mir bis zum Lebensende begleitet. Später ab­ solvierte ich mit AMS-Unterstützung die Aus­ bildung für Altenbetreuung. Ich war immer im kirchlichen Leben tätig, was auch meine soziale Einstellung verstärkte. Alter ist für mich nicht von vornherein negativ, auf die persönliche Einstellung kommt es an!

Eva Fidler, 55 Jahre, langjährige Mitarbeiterin in der Behindertenhilfe des Diakoniewerks Gallneukirchen

Margot Binder Warum mich das Alter nicht schreckt? Wegen der Erwartung, dass noch schöne Dinge passieren können, weil ich noch Träume habe, noch einmal umziehen möchte und dadurch neu motiviert bin. Im Geist stelle ich mir mein neues Ap­ partement und meine Dekoratio­nen darin vor. Kraft schöpfe ich aus Wanderungen mit meiner Stieftochter und ihrem Mann. Ansporn bekomme ich durch meine Freundinnen, die jünger sind als ich. Ich sehe mich als aktiven, fleißigen und aufgeschlossenen Menschen. Denn ich möchte bei allen Themen mitreden können und mich austauschen. Ich habe bereits ein Alter er­ reicht, über das eine Dame nicht spricht, aber ich fühle mich zum Glück noch viel jünger.

Veronika Preisig trat im Jahr 2009 in den Ruhestand, blieb aber ihrer Berufung und ihren Kunden treu. Mit 62 Jahren ist sie mit großer Freude bei Diakonie.mobil Salzburg nun wieder geringfügig tätig.

Regula Strasser Wenn ich mich vor dem Alter schrecken würde, hätte ich einen Schrecken vor dem ganzen Le­ ben. Das führte mich zur Über­ zeugung, das Älterwerden anzunehmen und als Heraus­ forderung zu sehen. Das Alter ist der Herbst des Lebens, die Leuchtkraft der Herbst­farben kommt dabei zur Geltung. Ich sehe mein Leben als Puzzle. Es ist ein Aufdem-Weg-Sein, Zuversicht und Kraft gibt mir dabei mein Glaube. Das Altwerden verliert damit den Schrecken. Auch die Neugier auf andere Menschen mit ihren Lebensgeschich­ten sehe ich in meiner Lebensgestaltung als Bereicherung. Regula Strasser wurde 1948 geboren und ist seit 2006 ehrenamtlich im Tageszentrum für Senioren Salzburg-Gnigl tätig. Sie wird für ihre Verlässlichkeit und ihren Humor geschätzt.

Margot Binder wohnt seit 2007 im Haus für Senioren Salzburg. Sie war als Sekretärin beim Erbauer der Groß­glockner-Hochalpenstraße und der Gerlos-Alpen­ ­straße tätig und mit dem Bildhauer Eduard Binder verheiratet. Seit 2002 ist sie verwitwet.

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Thema

Ein gutes Leben fĂźr Gemeinsam alt werden n Interview mit Ulrich KĂśrtner n Projekte aus der Diakonie n Videotelefonieren auf dem Sofa n Fachkommentar: Alter = Lebenserfahrung n Die Welt in Zahlen

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Thema

alle Generationen Wenn Menschen im Altersheim beim täglichen Kochen mitarbeiten können, bedeutet das für sie Lebensqualität. Denn es ist eine Bereicherung unseres Lebens über den materiellen Konsum hinaus. Von Katharina Meichenitsch

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an ist immer so alt, wie man sich fühlt, sagt ein Sprichwort. Die ÖsterreicherInnen widersprechen deutlich – sie sagen laut einer Umfrage, dass jemand ab 62 Jahren als „alt“ bezeichnet werden kann, hingegen ist man bis 40 Jahre als „jung“ zu sehen. Und die ÖsterreicherInnen sind dabei sehr realistisch – 21 Prozent der Befragten sagen, dass sie selbst alt sind. Das entspricht in etwa dem sta­ tis­tischen Anteil der Bevölkerung über 60 mit etwa 23 Prozent. Schon seit Langem, und das nicht nur im heurigen „Europäischen Jahr des aktiven Alterns“, werden Bevölkerungspyramiden, demografische Bomben, Kostenexplosionen und zeitweilig sogar der Generationenkampf in der aktuellen Berichterstattung in den Medien bemüht. Negative Bilder werden produziert, man spricht von der Überalterung der Gesellschaft.

Positive Aussichten

Lebensqualität ermöglichen Doch „das Alter“ und „das Altern“ gibt es nicht, wie Ulrich Körtner im Interview (Seite 10) ausführt. Viele unterschiedliche Lebenskonzepte, Lebenswege und Lebensmodelle machen deutlich, dass Menschen im Alter eine sehr heterogene Gruppe sind – so wie junge Menschen oder Erwachsene auch. Wichtig ist, dass ein Leben in Würde und Selbstbestimmung ermöglicht wird. Lebensqualität ist das Stichwort, und das quer über alle Generationen hinweg – Alban Knecht bietet in seinem Buch „Lebensqualität produzieren“ die folgende Definition an: „Ein Mehr an Produktion, Gewinn und Konsum bedeutet noch nicht automa­ tisch ein Mehr an Zufriedenheit, Glück und Ent­fal­ tungsmöglichkeiten für den Einzelnen. Lebensquali­ tät ist mehr als höherer Lebensstandard. Lebens­ qualität setzt Freiheit voraus, auch Freiheit von Angst. Sie ist Sicherheit durch menschliche Solidarität, die Chance zur Selbstbestimmung und Selbstverwirkli­ chung, zu Mitbestimmung und Mitverantwortung, zum sinnvollen Gebrauch der eigenen Kräfte in Arbeit, zu Spiel und Zusammenleben, zur Teilhabe an der Natur und den Werten der Kultur, die Chance, gesund zu bleiben oder zu werden. Lebensqualität meint Bereicherung unseres Lebens über den mate­ riel­len Konsum hinaus.“ Wenn Menschen mit Pflegebedarf im Altersheim selbst kochen können, Zwiebeln schälen und dabei Tränen vergießen. Oder wenn Menschen, die nach einem Unfall ihren Beruf nicht mehr ausüben können, bei freiwilligen Tätigkeiten Selbstbestätigung erfahren, weil sie ihre Zeit anderen Menschen stiften. Oder wenn die Kindergartenkinder am Muttertag den älteren BewohnerInnen im Altenheim ein

Wir leben nicht nur länger, sondern sind auch länger gesund

s s

Zwar müssen sich die europäischen Gesellschaf­ten auf einen Wandel einstellen, doch Studien zeigen auch andere Bilder. Die sogenannte gesunde Lebenserwartung, also jene Zeit des Lebens, die wir in guter Gesundheit verbringen, steigt so rasant, dass Alterungsprognosen überarbeitet werden müssen. Denn eine gesündere Lebenserwartung geht auch mit einem verspäteten Einsetzen von typi­ schen Alterserkrankungen einher. Für Österreich ist laut Weltgesundheitsorganisation in den letzten zehn Jahren die gesunde Lebenserwartung um ein Jahr gestiegen – bei einem Anstieg der allgemeinen Lebenserwartung um zwei Jahre. Wir leben also nicht nur länger, sondern sind auch länger gesund – das sind sehr positive Aussichten. Das Europäische Jahr möchte mit Vorurteilen aufräumen. Eines der Ziele ist es, Klischees zu entkräften. Denn ältere Menschen tragen nicht nur einiges zur volkswirtschaftlichen Leistung eines Landes bei, sie sind entgegen den Vorstellun­gen vieler auch wichtige „ProduzentInnen“ von Lebens-

qualität – wenn sie zum Beispiel Betreuungsaufgaben übernehmen, ehrenamtlich tätig sind oder ihre Erfahrung und ihr Know-how in Unternehmen zur Verfügung stellen. Ein defizitorientiertes Bild vom Altern, das ausschließlich von negativen Sichtweisen geprägt ist, ist nicht mehr zeitgemäß.

Themen

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Thema

Die Pflegelücke entsteht, wenn zwischen Pflegeheim und Betreuung durch Angehörige keine Dienste verfügbar sind

Lied singen. Wenn Menschen mit Behinderungen auch im Alter in jenem Wohnhaus bleiben können, das sie schon seit mehreren Jahrzehnten als ihr Zuhause ansehen: Immer dann ist ein Gewinn oder ein Mehr an Lebensqualität gegeben. JedeR ist dabei selbst der/die eigene Experte/ Expertin – denn wir können selbst am besten einschätzen, ob die Lebensqualität für uns hoch oder niedrig ist. Dabei geht es meist nicht nur um die Erhöhung des Einkommens, sondern auch um Dienste von sozia­len Institutionen, die immer dann bereitstehen, wenn eine Gesellschaft sich dafür entscheidet, diese anzubieten.

Angebote nicht leistbar Schon vor der Wirtschafts- und Finanzkrise, im Jahr 2007, sagten laut einer Umfrage 52 Prozent der ÖsterreicherInnen, dass mobile Dienste für sie nicht leistbar seien, 56 Prozent sagen dies über Altenheime. Beide Kennziffern liegen weit über dem EUDurchschnitt von 32 Prozent für mobile Dienste und 42 Prozent für Altenheime. Diese Zahlen bestätigen, was Hilfsorganisatio­ nen schon lange sehen: dass Pflegedienstleistun­ gen in Österreich nur von sehr wenigen Personen in Anspruch genommen werden können. Meist sind Angebote entweder nicht verfügbar oder nicht leistbar. Die regionalen Unterschiede betreffend 8

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Verfügbarkeit und Auswahl von Pflege- und Betreuungsdienstleistungen sind beträchtlich. Die überwiegende Mehrheit der Pflegebedürftigen wird derzeit ausschließlich von Angehörigen betreut. Dass die betreuenden Angehörigen meist Frauen im höheren Alter sind, ist ein weiterer Umstand, der eine Neuorganisation des Pflegesystems in Österreich notwendig erscheinen lässt.

Pflegelücke schließen Die sogenannte Pflegelücke entsteht, wenn zwischen Versorgung im Pflegeheim und Betreuung durch Angehörige keine Dienste verfügbar sind. Aber Lebensqualität zeigt sich genau dann, wenn aus verschiedenen Angeboten gewählt werden kann. Verschiedenen Bedürfnissen muss durch verschiedene Dienstleistungen Rechnung getragen werden. Beispiele sind Tageszentren, wo Menschen mit Pflegebedarf tagsüber betreut werden, am Abend jedoch in ihre gewohnte häusliche Umgebung zurückkehren. Dies ermöglicht es auch den Angehörigen, aktiv am Erwerbsleben teilzuhaben. Ein anderes Beispiel ist betreutes Wohnen: Menschen leben im Alter selbstbestimmt in einer eigenen Wohnung, bei Bedarf wird ihnen Betreuung durch professionelles Personal geboten. Sogenannte Hausgemeinschaften haben den Vor­teil, dass die BewohnerInnen gemeinsam woh-


Thema

nen und leben können, aber auch Rückzugsmöglich­ keiten haben. Es wird – in statio­nären Settings nicht selbstverständlich – gemeinsam gekocht, dadurch werden keine Großküchen mehr gebraucht. Aber auch Kurzzeitpflege, wenn Angehörige auf Urlaub fahren möchten, oder klassische mobile Dienste wie die Hauskrankenpflege können dazu beitragen, dass die derzeitigen Lücken im Pflegesys­ tem geschlossen und Angehörige in ihrer wichtigen Tätigkeit unterstützt werden. Ein interessanter Aspekt ist der Einsatz von assis­ tiven Technologien. Forschungsprogramme in der Europäischen Union zeigen Verwendungsmöglichkeiten von Geräten für hör- oder sehbeeinträchtigte Personen bis zu aufwendigen Smart-HomeAppli­kationen oder Ambient-Assisted-Living-Kon­ zep­ten. Kostenersparnis, aber auch die Steigerung von Lebensqualität wird erwartet – dem stehen ethi­sche Bedenken hinsichtlich fehlender zwi­ schen­­menschli­cher Dienste entgegen.

PolitikerInnen müssen aktiv werden! Es braucht neben dem Ausbau bestehender Dienstleistungen auch die Entwicklung von neuen Angeboten, insbesondere von psychosozialen Diens­ten und Beratung, damit auf die verschiedenen Bedürfnisse von Menschen im Alter eingegangen werden kann. Nicht zuletzt muss hier auch die Verschrän-

kung des Gesundheitssystems mit dem Pflege­ system verwirklicht werden. ExpertInnen fordern schon lange eine Verzahnung der beiden Systeme, um einerseits durchgehende Betreuung und Begleitung gewährleisten zu können und andererseits Menschen eine gute Versorgung zu ermöglichen. Spezifische Gesundheits- und Pflegeangebote, die Brücken schlagen, wie multidisziplinäre Teams in Krankenhäusern, mobile Palliativteams oder präventive Beratungsleistungen im eigenen Zuhause, sind in Österreich oft nur modellhaft vorhanden. Und auch wenn kurzfristig höhere Kosten durch ein vermehrtes Angebot zu erwarten sind, so sind doch die Ersparnisse und positiven Auswirkungen auf lange Sicht bemerkenswert. Gerade im Europäischen Jahr des aktiven Alterns erwarten sich die Menschen von der Politik zukunftsfähige Konzepte und Lösungsansätze, die den vielen Herausforderungen in diesem Bereich Rechnung tragen und die Lebensqualität von Menschen erhöhen. Dabei geht es schließlich um jede Generation, es betrifft uns alle, und das nicht erst dann, wenn wir selbst alt sind oder alt werden. „Aktiv sein“ und „Aktiv werden“ muss also auch für Politiker und Politikerinnen gelten, um Menschen im Alter ein gutes Leben zu ermöglichen. n

Die Verschränkung des Gesundheits­ systems mit dem Pflegesystem muss verwirklicht werden

Themen

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Interview

Altern ist kein individuelles Problem Welches Bild vom Altern in unserer Gesellschaft herrscht und warum Sterben nicht zum Projekt gemacht werden darf, erläutert Ulrich Körtner. Interview: Katharina Meichenitsch In den Nach­ richten hört man fast täglich von der explodierenden demografi­ schen Entwicklung. Müssen wir uns wirklich Sorgen machen?

DiakonieThemen:

Ulrich Körtner: Wir müssen uns zumindest auf diesen Wandel einstellen. Das bedeutet, dass wir die Politik an verschiedenen Stellen ändern müssen. Wir haben seit Längerem das Pro­blem einer verdeckten Arbeitslosigkeit, sozusagen durch prekäre Arbeitsverhältnisse. Die Zahl derer, die durch eigene Beiträge zur Finanzierung des Sozialsystems

„Im Alter gewinnt der Mensch ja auch etwas, man ist von bestimmten Belastungen befreit, und Ressourcen werden wieder mobilisiert“

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beisteuern, ist relativ klein im Vergleich zu der großen Zahl an Menschen, die Sozialleistungen bekommen sollen. Wie können wir bei steigender Lebenserwartung Arbeitsverhältnisse schaffen, die es erlauben, dass Menschen auch länger etwas zum System beisteuern können? Der demografische Wandel fordert dazu heraus, dass wir über den Begriff der Arbeit neu nachdenken. Welchen Stellenwert hat Arbeit für unser Selbstbild, für unsere Auffassung von Lebenssinn, welche Rolle spielt Arbeit, wenn wir über Teilhabe am gesell-

schaftlichen Leben sprechen? Kann ich auch auf andere Weise Sinn in meinem Leben finden – etwa durch ein Ehrenamt?

? Aber nicht nur die Arbeit wird Thema beim Altern sein. Ein anderer Bereich ist die Zahl der Menschen, die in höhe­rem Lebensalter pflegebedürftig werden. Die steigende Lebenserwartung bedeutet aber nicht, dass die Zahl der Pflegebedürftigen explosionsartig ansteigt – heute sind die Menschen ja erfreulicher­ weise länger gesund, und es gibt ja nicht „die“ Alten, sondern ganz


INTERVIEW

Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. Ulrich Körtner Jahrgang 1957, studierte Evangelische Theo­logie in Bethel, Münster und Göttingen. Seit 1992 Institutsvorstand an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, seit 2001 Vorstand des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin der Universität Wien. Mitglied der Bioethik­ kommission beim Bundeskanzleramt. 2001 vom Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten zum Wissenschaftler des Jahres gewählt.

verschiedene Phasen des „Alters“ und des „Alterns“. Aber wir werden in der nächsten Zeit mit einer steigenden Zahl von Menschen rechnen müssen, die in irgendeiner Form auf Pflege oder Betreuung angewiesen sind. Dafür brauchen wir Arbeitskräfte aus den benachbarten Ländern und auch Technik, namentlich assistierende Technologien, die den Menschen den Alltag erleichtern können.

? Sie haben verschiedene Phasen des Alterns erwähnt – welche sind das?

Welches Bild vom Altern hat man heute?

?

Früher hatte man das Bild der verschiedenen Lebensalter des Menschen: Er wird geboren, richtet sich auf, kommt ins Mannesalter, danach ins Alter, der Rücken wird gebeugt, der Mensch geht am Stock, und am Ende stehen der Sarg und das Grab. Von diesen stereotypen und einseitigen Bildern des Alterns hat man sich zu Recht verabschiedet. Im Alter gewinnt der Mensch ja auch etwas, man ist von bestimmten Belas­tungen oder Pflichten des Lebens befreit, Ressour­cen können wieder mobilisiert werden. Da kann es sein, dass man sich im Alter noch einmal neu verliebt, und die Welt sieht wieder ganz anders aus. Wir können also kein rein defizitorientiertes Bild des Alterns vertreten, sondern wir müssen ressourcenorien­ tiert denken.

? Gibt es auch andere Ängste? Zweifellos gibt es auch die Angst vor Einsamkeit. Der kulturelle Wandel bringt starke Veränderungen, sodass ältere Menschen das Gefühl haben, nicht mehr die „Sprache“ ihrer Umgebung zu sprechen oder aus einer Welt übrig geblieben zu sein, die nicht mehr existiert. Sie haben das Gefühl, die Welt, in der sie geistig noch leben, ist nicht mehr die heutige. Eine weitere Angst betrifft die finanzielle Absicherung im Alter: Wird auf Dauer noch genug Geld da sein, dass ich gut über die Runden komme und ein erfülltes Leben führen kann? In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage der sozialen Vertei-

„Ältere Menschen haben das Gefühl, die Welt, in der sie geistig leben, ist nicht mehr die heutige“

s s

Grundsätzlich gibt es ja nicht das „Alter“ oder das „Altern“. So unterschiedlich, wie die Lebensläufe sind, gibt es auch unterschiedliche Prozesse des Alt- und Älterwerdens. Manche gehen vielleicht mit 55 Jahren in Frühpension, andere sind mit Ende 60 noch berufstätig. Manche Menschen sind mit 80 Jahren multimorbid, während AutorIn­ ? Es ist ja schön, dass Menschen immer älter werden. Trotzdem nen oft noch mit 85 Jahren auf scheint große Angst zu herrschen Lesereise gehen. Es ist eine defi– wovor genau? zitorientierte Sicht, Altern als eine Lebensphase der fortschrei- Eine große Angst gibt es davor, in einem höheren Alter pflegetenden Verluste und Abschiede zu beschreiben. Die Alternsfor- bedürftig und von anderen abhängig zu werden – also seine schung zeigt, dass Alter nicht so Selbstständigkeit zu verlieren. Eieinseitig definiert werden kann.

ne ganz große Angst, das kann man auch statistisch nachweisen, herrscht gerade in Österreich vor Demenz. Es gibt interessante Vergleiche, dass in anderen Kulturen, auch innerhalb von Europa, in Frankreich zum Beispiel, die Furcht davor, sein attraktives Aussehen zu verlieren, größer ist als die Angst vor Demenz. Aber in Österreich und Deutschland ist im Moment das Thema Demenz vorherrschend. Damit im Zusammenhang steht die Sorge, anderen zur Last zu fallen.

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Projekte

Miteinander leben

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iele ältere Menschen wün- In den Wohngemeinschaf­ten leschen sich, in einer Umge- ben SeniorInnen, die Gemeinbung zu wohnen, in der sie Kon- schaft suchen und Betreuung takte zu NachbarInnen und brau­chen. Sie teilen sich Balkon Gleichgesinnten aufbauen kön- und Wohnküche mit je drei bis nen. Sie wünschen sich, von vier BewohnerInnen. freundlichen Menschen unterIn beiden Modellen sind komstützt zu werden, die ihre Bedürf- petente MitarbeiterInnen vor Ort, nisse kennen und ihre Persönlich- die je nach Bedarf bestimmte keit und Privatsphäre respektie- Dienstleistungen verrichten, wie ren. Unterstützung bei der Körperpfle­ Aus diesem Grund entwickelte ge oder Erledigen des Einkaufs. die „Diakonie Miteinander leben Dank einer Förderung der steiOrganisation für betreutes Woh- rischen Landesregierung ist das nen GmbH“ besondere Wohn­ „Betreute Wohnen“ auch für Permodelle für Menschen im Alter sonen mit einer Mindestpension und Personen mit psychischen leistbar. Das Angebot der Mit­Beeinträchtigungen. ein­ander leben GmbH besteht an Das „Betreute Wohnen“ bietet 15 Standorten in der Steiermark seniorengerechte Mietwohnun­ und wird weiter ausgebaut. gen in einem gemeinsamen Haus. www.miteinander-leben.at n

Seniorengarten statt Isolation

I

m Burgenland betreibt die Diakonie ein besonderes Angebot für Menschen mit Demenzerkrankungen und deren Angehörige: Im „Seniorengarten“ in Oberwart arbeiten professionelle MitarbeiterInnen mit demenziell erkrankten Menschen daran, deren Selbstständigkeit so gut wie möglich zu erhalten. Gemeinsam mit anderen Betroffenen werden unter fachkundiger Betreuung die vorhandenen Fähigkeiten trainiert – zum Beispiel Merkfähigkeit, Sprachvermögen und Geschicklichkeit. Damit hilft der Seniorengarten gegen Isolation und Hilflosigkeit. Je nach Bedarf gibt es dieses Betreuungsangebot ganztags, halbtags oder auch am Wochenende, um die pflegenden Angehörigen so weit zu entlasten, dass sie ihren Berufen oder anderen Verpflichtungen nachgehen können. www.diakoniebgld.at n

Neuer Schwung im Alltag durch junge MitbewohnerInnen auf Zeit

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ür manche Menschen sind die Tage des Alters mit Entbehrungen verbunden – gesundheitlich, aber auch was das soziale Leben und die Möglichkeiten der Gestaltung betrifft. „Wohnen für Hilfe“ ist eine Initiative des Diakonischen Vereins Tirol, die für ein praxistaugliches Modell von Generationensolidarität und -verständigung steht: Ältere Menschen, die Platz in ihrer Wohnung haben, bieten jungen MitbewohnerInnen eine leistbare Wohnmöglichkeit. Diese wiederum helfen mit in Haus und Garten oder auch beim Einkauf. Ältere und junge Men12

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schen leisten füreinander einen Beitrag im Rahmen ihrer Möglichkeiten und erfahren darüber hinaus eine Bereicherung in der Begegnung und im Austausch. Auch für alleinerziehende Familien bietet „Wohnen für Hilfe“ gegenseitige Unterstützungsmöglichkeiten. www.diakonie-tirol.at n


interview

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lung von Einkommen oder Wohlstand in der Gesellschaft.

? Wir sehen in unserer täglichen

Arbeit, dass sich Menschen unge­ nügend oder gar nicht auf eine mögliche eigene Pflegebedürftig­ keit vorbereiten – anders als etwa beim Thema Gesundheit. Warum ist das so?

Ich habe die Vermutung, dass es da noch tief sitzende Stereotype gibt. Krank und pflegebedürftig zu sein stellt man sich immer noch so vor: Eine zum Tode führende Krankheit bedeutet, dass man ein paar Wochen krank ist, und dann ist es eben aus. Und es ist selbstverständlich, dass die tungs­gesellschaft das Altern und Familie, konkret die Frauen in der womöglich auch das Sterben Familie, für die Pflege zu Hause zum Projekt eines gelingenden aufkommt, oder man stirbt eben Lebens macht. Wir haben dann im Krankenhaus. Aber das trat Begriffe wie „erfolgreich altern“. zum Beispiel in meiner Familie dann so nicht ein. Zumindest die „Erfolgreich sterben“ hieße dann, jetzt alte Generation hat mit sol- dass ich versuche, einem bestimmten Idealbild davon, wie chen Krankheitsverläufen und Lebenserwartungen noch gelebt. das abzulaufen hat, zu genügen. Wenn das dann vielleicht nicht ? Warum stimmt diese Sichtweise nach meiner Vorstellung läuft, nicht mehr? kann das zu einer Überforderung Wir Jüngeren, da zähle ich mich und seelischen Belastung derer noch dazu, sollten wissen, dass führen, die in meinen Sterbeprodie Pflegebedürftigkeit auch län- zess involviert sind. Ansonsten gere Zeit andauern kann. Wir finde ich es richtig, zu sagen, sind da in einem Umbruch, und dass wir uns mit dem Älterwerda geht es um kollektive Lernpro- den aktiv auseinandersetzen zesse. Da muss viel Bewusst- müssen. Und so greife ich dieses seinsarbeit geschehen, und zwar Wort auch auf. Denn es ist nicht nicht erst, wenn die Leute in mei­ klug, zu sagen: „Wird schon wernem Alter sind, sondern darüber den“ oder „Schauen wir mal“. sollte man schon mit jungen ? Es geht also auch hier um einen Menschen sprechen. gemeinsamen Lernprozess? ? Hilft dabei das für heuer aus­ Ja. Ich erhoffe mir Impulse von so gerufene „Europäische Jahr des einem Jahr, dass wir das Altern aktiven Alterns“? nicht nur als ein individuelles Solche Jahre sind immer kurz­fris­tige Projekte. Entscheidend ist, welche Impulse von diesem Jahr ausgehen, die über den Tag hinaus nachhaltige Effekte haben. Aber dazu noch etwas anderes: Ehrlich gesagt, stört mich der Begriff „aktiv“. Für mich bedeutet das, dass unsere Leis­

Problem sehen. Wir dürfen nicht sagen: „Du musst rechtzeitig für dich selbst sorgen.“ Ich finde es ganz wichtig, dass wir dieses Thema nicht so individualisieren, wie wir das Gesundheitsthema zunehmend individualisieren durch Vorsorge und Eigenverantwortung. Dann heißt es: „Wenn

es dir nicht gut geht, bist du selber schuld.“ Wir müssen systemisch schauen, wie sich unsere Gesellschaft darauf einstellt. Das hat auch mit Stadtarchitektur, mit Städteplanung und mit Modellen eines intergenerativen Zusammenlebens zu tun, was wiederum eine entsprechende Infrastruktur voraussetzt. Darum ist es für mich auch ein gesellschaftliches Thema, ein soziales und ein sozial-ethisches Thema. Wir müssen uns die Strukturen anschauen, in denen Altern stattfindet und gelebt werden kann.

„Ich finde es ganz wichtig, dass wir das Thema Altern nicht individualisieren“

? Wie möchten Sie denn persön­ lich gerne alt werden?

Ich wünsche mir, genauso wie viele andere auch, dass ich noch relativ lange in meinen eigenen vier Wänden leben kann. Ich lebe mit meiner Frau inzwischen allein, weil die Kinder schon länger aus dem Haus sind. Wir haben uns immer wieder darüber Gedanken gemacht, inwieweit das Haus, in dem wir jetzt wohnen, auch noch für ein höheres Alter tauglich ist. Und wir wollen rechtzeitig schauen, was andere adäquate Wohnmöglichkeiten wären, wenn wir auf Hilfe angewiesen sind. Das will ich für mich dann zur rechten Zeit angehen und selbst entscheiden. n Themen 13


Wordrap

Weisheit und Gelassenheit Wordrap mit Susanne Scholl.

Europa?

Wäre eine wunderbare Idee, wenn sie sich nicht nur auf die Wirtschaft beschränken würde.

Meilensteine?

Sind dazu da, um sich daran zu erinnern, dass auch negative Ereignisse zur Erfahrung bei­tragen.

Diakonie? Hilft!

Alter?

Weisheit und Gelassenheit.

Gesundheit?

Sollte man sich bewahren, ohne zu übertreiben.

Vision?

Eine Welt, in der Menschen wie Menschen leben können!

Typisch Österreich? Alles, was man anderswo auch findet.

Entbehrlich?

Hass, Rassismus, Dumpfheit und Dummheit.

Erstrebenswert? Streit ohne Gewalt.

Lebensmotto?

Solange man neugierig ist, lebt man!

Susanne Scholl ist freie Journalistin und Autorin in Wien. Sie hat bis Herbst 2009 mehr als 20 Jahre lang für den ORF aus Moskau und zuvor aus Bonn berichtet. Sie hat drei Romane, fünf Sachbücher und zwei Gedicht­ bände veröffentlicht und schreibt Kolumnen für die Salzburger Nachrichten. Sie ist Generalsekretärin des Österreichischen P.E.N.-Clubs und engagiert sich für Menschen in Not.

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Gedanken

TV mit Internet

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Videotelefonieren zu Hause auf dem Sofa – das ist was für coole Omas :). Von Roberta Rastl-Kircher

Mitglied LIFEtool in Linz ist als gemeinnütziges Unternehmen ein wichtiger Partner in diesem internationalen Projekt: „Wir tes­ ten die Entwicklungen – eigentlich die Prototypen, um die es in der Projektlaufzeit geht – mit genau den Menschen, für die sie später in Serie produziert werden sollen. Die Rückmeldungen der TesterIn­nen sind sehr wichtig, helfen sie doch dabei, das Produkt im Sinn der zukünftigen AnwenderInnen zu verbessern“, so Projektmitarbeiter Stefan Schürz.

elga sitzt zu Hause „HOMEdotOld“ ist ein Forschungsin ihrem Wohnzim- projekt, das von der EU gefördert mer, das Fernsehge- wird, um Technologie-Unternehrät ist eingeschaltet. men dazu zu bringen, vermehrt Helga wird jetzt das Videotelefo- Forschung und Entwicklung für nie-Programm Skype öffnen und eine spezielle Zielgruppe zu beTelefonieren und sehen mit ihrer Freundin telefonieren, treiben: Menschen im Alter. Testerin Helga ist von manchen die gerade in Afrika in einem EntTechnik vereinfachen Details schon recht angetan: wicklungshilfeprojekt arbeitet. Studien zeigen, dass ältere Men- „Videotelefonieren finde ich toll, „Wir können sogar gemeinsam schen bei ihren Kaufentscheidun­ aber das Programm, das mir erKaffee trinken, als wäre sie bei gen besonders anspruchsvoll möglichen soll, meine ehrenamtmir“, freut sich Helga. „Und das Beste ist: Das geht ganz einfach. sind. Sie wollen all das haben, lichen Aktivitäten zu planen, das Ich brauche nur die Fernbedie- was auch jüngere Menschen ha- finde ich nicht so gelungen. Das ben, sie wollen sich dafür aber nung des Fernsehers dazu.“ nicht viele Umstände machen, Helga ist eine der Testpersonen und die Produkte und Dienstleis­ im Forschungsprojekt HOMEdot tungen sollen möglichst günstig OLD von LIFEtool. sein. Recht haben sie! Ohne PC und Internet Es geht also darum, vorhanNormalerweise ist Videotelefo- dene Technologien für ältere nie nur über den PC möglich. Menschen zu adaptieren und die Man braucht eine Internetverbin­ Nutzung zu vereinfachen. Was dung und muss das Wissen ha- das Fernsehen betrifft, so entben, um einen Computer zu be- spricht die neueste Generation dienen. „Abgesehen von diesen von Fernsehgeräten immer mehr Hürden hat gar nicht jedeR einen diesen Wünschen. PC zu Hause“, betont Stefan Die EU und die Technologieun- mache ich dann doch lieber per Testerin Helga skypt Telefon.“ Der Unterschied ist für mit dem Fernseher: Schürz, Mitarbeiter von LIFEtool. ternehmen verfolgen aber noch Ältere Menschen sind mit dem ein weiteres Ziel: Smart-TVs sol- Helga ganz klar: Es ist schön, mit „Video­telefonieren lieben Menschen lange Telefo- finde ich toll“ Fernsehgerät meist vertraut. Für len auch die sozialen Bedürfnisse nate zu führen und ein­ander dasie macht es Sinn, dass das TV- der zukünftigen AnwenderInnen bei sehen zu können. Für schnelGerät den Computer ersetzt und bedienen. Es geht darum, älteren le Vereinbarungen jedoch tut es ihnen moderne Kommunikations­ Menschen mehr soziale Teilhabe n technologien erschließt. zu ermöglichen. Das Diakonie- das gute alte Telefon. Themen 15


Heiss diskutiert

Krank durch Tabletten? Medikamenten-Mix kann gefährlich werden.

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it dem Alter steigt der Tablettenkonsum. Statistisch gesehen nimmt jeder Mensch ab dem 60. Lebensjahr täglich drei rezeptpflichtige und fast ebenso viele nicht rezeptpflichtige Medikamente ein. Jeder bzw. jede Dritte zwischen dem 75. und 85. Lebensjahr bekommt sogar mehr als acht Medikamente verschrieben.

Wechselwirkungen

Fachliche Beratung für diese Seite: Prim. Priv.-Doz. Dr. Peter Peichl, MSc., Vorstand der internen Abteilungen des Evangelischen Krankenhauses Wien

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Themen

Bei einer so großen Menge verliert man leicht die Übersicht. Und das kann gefährlich werden: Denn viele über 65 Jahre bekommt ein solches potenziell geWirkstoffe stören sich gegenseitig fährliches Medikament verordnet. in ihrer Wirkung. Das gilt nicht nur bei starken Mit- Sturzgefahr teln gegen schwere Krankheiten. „Laut Untersuchungen lassen falsch eingenommene oder falsch kombinierte Präparate nicht nur Wechselwirkungen können auch bei ganz alltäglichen Medikamen- die Gefahr schwerer Stürze deutlich steigen, sondern können auch zu einer erheblichen Vermindeten und rezeptfreien Produkten auftreten, und zwar viel häufiger, rung der Lebensqualität führen: So steigt etwa die als man denkt. Die bösen Folgen: Be- Verwirrtheit bisweilen deutlich an; Parkinson, Harninkontinenz oder schwere Stuhlverstopfungen schwerden verschlimmern sich, statt können gefördert werden. Ganz zu schweigen von zu verschwinden. Im schlimmsten Fall kommt Bauchweh, starker Müdigkeit und allgemeiner es zu lebensgefährlichen Bedrohungen inklusive Lustlosigkeit“, betont Dr. Peter Peichl, Primar im Krankenhausaufenthalt. Und das nur, weil sich zwei Evangelischen Krankenhaus in Wien. Wirkstoffe nicht vertragen. Dazu kommt, dass der Organismus im Alter Stoffe weniger schnell abbaut, weil Nieren oder Leber nicht mehr so gut arbeiten. Risiko minimieren Als Folge lagern sich die Wirkstoffe im Körper ab. Um das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen möglichst gering zu halten, müssen Ärztinnen und Besonders Schmerzmittel, Psychopharmaka oder Ärzte priori­sieren, wie es in der Fachsprache heißt: Rheumapräparate gelten für betagte PatientInnen Sie müssen entscheiden, welches Medikament der als riskant. Patient oder die Patientin dringend braucht und Negativliste welches verzichtbar ist – auch wenn dann ein LeiIn Deutschland hat eine Gruppe von ForscherInnen den unbehandelt bleibt, sagt Peichl: „Man kann eine Liste von 83 Medikamenten zusammenge- nicht alles gleichzeitig behandeln, sondern muss stellt, die ältere Menschen möglichst nicht – und sich als verantwortungsbewusste/r Ärztin/Arzt die schon gar nicht zusammen – einnehmen sollten. Frage stellen: Was braucht der Patient oder die Den Medikamenten auf dieser sogenannten Pa­tientin am dringendsten, was nur fallweise und Priscus-Liste ist gemeinsam, dass sie gefährliche worauf kann und sollte sogar verzichtet werden? Nebenwirkungen auslösen, zum Beispiel Schwindel Auf diese Weise können wir unsere Patienten und oder Magenblutungen. Untersuchungen zeigen Patientinnen mit der geringsten notwendigen jedoch: Jeder fünfte Patient, jede fünfte Patientin Medikamentation nach Hau­se entlassen.“ n


fachkommentar

Alter = Lebenserfahrung Menschen im Alter fühlen sich wohl, wenn sie das Gefühl haben, gebraucht zu werden. Von Walter Becker und Peter Martin Grünwald

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ebensqualität bedeutet auch, aktiv am Leben teilhaben zu können. Aus unserer Erfahrung mit der Altenarbeit in der Diakonie de La Tour haben wir gesehen, dass sich Menschen im Alter vor allem dann wohlfühlen, wenn sie das Gefühl haben, gebraucht zu werden. Es geht darum, Kompetenzen, die man sich während des Lebens angeeignet hat, auch in einem späteren Lebensabschnitt sinn­voll einsetzen zu können. Dies geschieht unter anderem durch ehrenamtliche oder freiwillige Arbeit, die in Österreich stark nachgefragt wird. Laut der europäischen Umfrage zum EUJahr ist knapp die Hälfte der ÖsterreicherInnen über 55 Jahre in der Freiwilligenarbeit tätig. Das ist wesentlich mehr als der EU-Durchschnitt von 27 Prozent.

Workshops Die Diakonie bietet in Koopera­ tion mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt kos­ tenlose Workshops an, in denen Menschen im Alter Möglichkei­ ten für freiwillige Mitarbeit kennenlernen. Es geht darum, Men-

schen beim Übergang vom Erwerbsleben in die Pension zu begleiten und ihnen zu zeigen, dass ihre Fähigkeiten und Kompetenzen gebraucht werden. Ziel der SLIC-Workshops (sie­he Kasten) ist es, Menschen eine Orientierungshilfe anzubieten, wie sie sich nachhaltig in die Gemeinschaft einbringen können.

Bilanz der Stärken In den Kursen wird gemeinsam überlegt, welche spezifischen Lebens- und Arbeitserfahrungen gesammelt wurden. Dann wird eine Kompetenzbilanz mit den persönlichen Stärken erstellt, um sich selbstbewusst und gestärkt für ein Ehrenamt engagieren zu können. Am zweiten Tag des Workshops können neue Interessengebiete gewählt werden. Die TrainerInnen geben Möglichkei­ ten und Orientierungshilfen, wo man sich in der Region freiwillig engagieren kann. Ein Beispiel ist Frau E.: Infolge eines Sportunfalls während ihrer Ausbildung zur Fachsozialbetreu­ erin konnte sie ihren zweiten Berufsweg nicht einschlagen und ist seither in Berufsunfähigkeits­

pension. Ihre Sorge, in dieser Situation keiner Aufgabe gewachsen zu sein oder nichts Sinn­volles machen zu können, war groß. Im SLIC-Workshop erfuhr sie, wie sie ihr Wissen und ihre Erfahrung einbringen kann.

Mut und Zuspruch

Walter Becker, Dia-

Heute bekommt Frau E. Wertkon (o.), und Peter schätzung, Mut und Zuspruch Martin Grünwald, Akademischer Gevon jenen Menschen, die sie im sundheits- undPfleRahmen der Besuchsdienste im gemanager, beide Pflegeheim Maria Gail in Villach Diakonie de La Tour ehrenamtlich begleitet. Zwar kann sie ihren angestrebten Beruf nicht regulär ausüben, doch setzt sie ihre erworbenen Fähigkeiten ein, um anderen Menschen Hoffnung und Freude zu bringen. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen ehrenamtlichen Helferin­ SLIC steht für „Sustainable nen und Helfern, die Learning in the Community“ unsere tägliche Ar- (nach­haltiges Lernen in der Gebeit begleiten, be- meinschaft). SLIC ist ein Workshopdanken. Projekt im Rahmen des Europäischen Freiwilligenjahres 2011. Das Konzept der Mehr als 15 Workshops mit mehr Workshops wird als 100 Teilnehmenden wurden auch weiterhin in mit finanzieller Unterstützung unserer Freiwilligen­ vonseiten des Sozialministeriums arbeit Verwendung in ganz Österreich durchgeführt. finden. n Themen 17


Daten

Die Welt in Zahlen 25 % 33 % 3.650.000 16 % 2 %

70 %

der ÖsterreicherInnen sagen, dass sie auch nach Erreichung des Pen­ sions­alters weiterarbeiten wollen der gesamten EU-Bevölkerung sagen, dass sie auch nach Erreichung des Pensionsalters weiterarbeiten wollen Privathaushalte gibt es in Österreich 2011 davon sind Ein-Personen-Haushalte davon sind Haushalte mit mehr als zwei Familien (generationenübergreifend) der Deutschen haben Angst, im Alter das Gedächtnis zu verlieren (weltweiter Durchschnitt 47 %)

40 % 35 % 25 % 37 % 49 % 61 % 61 Jahre 91 Jahre 76 Jahre

der InderInnen haben Angst, im Alter graues Haar zu bekommen (weltweiter Durchschnitt 15 %) der JapanerInnen haben Angst, im Alter Falten zu bekommen (weltweiter Durchschnitt 16 %) der BrasilianerInnen haben Angst, im Alter die sexuelle Lust zu verlieren (weltweiter Durchschnitt 10 %) der ÄgypterInnen haben keine Ängste, wenn sie an das Alter denken (weltweiter Durchschnitt 8 %) der Großeltern in Österreich übernehmen Kinderbetreuungsaufgaben, durchschnittlich 31 Stunden im Monat werden dafür aufgewendet engagieren sich freiwillig ist das Durchschnittsalter beim Kauf einer Harley-Davidson alt war der bislang älteste Bankräuber der Welt, J. L. Hunter Rountree alt ist der bislang älteste Mensch auf dem Gipfel des Mount Everest, Min Bahadur Sherchan

Quellen: Eurobarometer, Statistik Austria, www.tz-online.de, www.bmask.gv.at, Forschungsinstitut für Altersökonomie

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Themen


Bücher • glossar

Buchempfehlungen Alban Knecht Lebensqualität produzieren Ressourcentheorie und Machtanalyse des Wohlfahrtsstaats Alban Knechts Ressourcentheorie zeichnet die Bedeutung von Ressourcen für Bildungs-, Berufs- und Gesundheitskarrieren nach. Lebensqualität wird nicht allein durch die Umverteilung von Geld und die Zuteilung von Bildungschancen beeinflusst. Auch die gesundheitlichen, psychischen und sozialen Ressourcen werden durch sozialstaatliche Tätigkeit strukturiert. Der Wohlfahrtsstaat steuert so die Lebensqualität verschiedener Bevölkerungsgruppen. Arno Geiger Der alte König in seinem Exil Was ist wichtig? Was macht unser Leben lebenswert? Arno Geiger erzählt von seinem Vater, dem die Erinnerungen langsam abhanden kommen, dessen Orientierung in der Gegenwart sich auflöst. Ein lichtes, lebendiges, oft auch komisches Buch über ein Leben, das es immer noch zutiefst wert ist, gelebt zu werden, und das sich vielleicht nur wenig unterscheidet von dem Leben, das wir alle tagtäglich führen. Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt Leben mit Demenz Diese Broschüre wurde im Rahmen des Projekts „Leben mit Demenz“ entwickelt, bei dem Angehörige und Betroffene sich bei Informationsabenden über Demenz informieren können. Sie beinhaltet einen Überblick über die Krankheit Demenz, Behandlungen, Verhaltensweisen von Erkrankten, praktische Tipps sowie zahlreiche Adressen und weiterführende Informationen. Die Broschüre steht auf der Homepage der Diakonie (www.diakonie.at) zum Download bereit oder kann telefonisch bei der Diakonie bestellt werden. August Österle (Hrsg.) Long-term Care in Central and South Eastern Europe Lange wurden Langzeitpflegesysteme in Zentral- und Südosteuropa in der vergleichenden Forschung nicht berücksichtigt. Dieser Band analysiert die Pflege in acht osteuropäischen Ländern und fragt, welche spezifischen Herausforderungen und Entwicklungen sich in dieser Region ergeben. Organisation, Finanzierung und Angebotsstruktur von Pflege wurden in folgenden Ländern untersucht: Kroatien, Rumänien, Österreich, Serbien, Slowakische Republik, Slowenien, Tschechische Republik und Ungarn.

Altlastenquote

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Ambient Assisted Living

I

iese Zahl drückt das Verhältnis zwischen betreuungsbedürftigen und potenziell betreuenden Personen aus. Nach früheren Berechnungen kommen auf etwa 100 Personen im Erwerbsalter (20–65 Jahre) bis zu 53 Personen über 65 Jahre, also 0,53. Das IIASA, ein österreichisches Forschungsinstitut für Systemanalyse, hat nun neue Berechnungen angestellt, die diesen prognos­ tizier­ten Wert auf unproblematische 0,12 reduzieren, da mit einer höheren gesunden Lebenserwartung gerechnet werden kann, die einen geringeren fakti­schen Betreuungsbedarf nach sich zieht. Aber auch die vermehrte Fähigkeit älterer Menschen, berufliche Tätigkeiten zu erbringen, wird in der neuen Prognose berücksichtigt.

m Rahmen von Ambient Assisted Living (AAL) werden Lösungs­ansätze für intelligente Assistenzsysteme, die älteren Menschen den Alltag erleichtern sollen, entwickelt. Dazu werden Informationstechniken verwendet, aber auch Dienstleistungen angeboten. Ziel ist es, die Lebensqualität im Eigenheim zu steigern. Beispiele für AAL sind etwa Kochplatten, die sich von selbst ausschalten, Beleuchtungssysteme, die sich an Anwesenheitssensoren orientieren, oder Hilferuf-Systeme für den Fall, dass ältere Menschen stürzen. Die verwendete Technik orientiert sich dabei hinsichtlich Funktionalität, Bedienung und Design an den Bedürfnissen von älteren Menschen.

D

ieser Begriff steht für Altersdiskriminierung und bezeichnet BeAgeism nachteiligungen von Einzelpersonen oder ganzen Gruppen aufgrund ihres Lebensalters. Dabei geht es nicht ausschließlich um ältere Menschen, auch Jugendliche können aufgrund ihres Alters diskriminiert werden. Diese Diskriminierung zeigt sich beispielsweise in der Teilhabe am Arbeitsmarkt, wenn Stellen nur für gewisse Alterskohorten ausgeschrieben sind, oder in ähnlichen Situationen. Diskriminierung zeigt sich auch dann, wenn nicht mehr oder nur bedingt am gesellschaftlichen Leben teilgenommen werden kann.

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Diakonie hautnah

Frau Maria vergisst den Arzt Besuch im Alzheimer-Café in Wels. Von Roberta Rastl-Kircher

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Betreuende Angehörige beim Vortrag über Demenzerkrankung

„Eine Person mit fortgeschrittener Demenzerkrankung bedeutet Betreuung 24 Stunden lang, an 7 Tagen der Woche“

aria Huber ist fast cken waren ihm immer schon 90 Jahre alt. Sie ist wichtig. Das hat sich nicht veränseit zehn Jahren an dert, obwohl auch Herr NiederDemenz erkrankt huber unter einer Demenzerund lebt bei ihrer jüngeren krankung leidet. Schwester Grete. Heute ist Grete Die Zeit vergessen zu Gast im Alzheimer-Café. Sie Maria Huber kann sich dem Unwill sich informieren, wie es mit der Betreuung von Maria weiter- krautjäten nicht lange widmen. Sie muss weg, dringend muss sie gehen kann, wenn es zu Hause nicht mehr geht. Das „Alzheimer- „den beiden Männern entkomCafé“ ist – wie auch das Tages- men“, wie sie sagt, und „mög-

zentrum für Menschen mit Demenz – eines der Angebote der Servicestelle Demenz im Haus für Senioren in Wels des Diakoniewerks Gallneu­kirchen.

Arbeit ist wichtig Während Grete in der Runde Platz nimmt, um sich dem Vortrag zu widmen, geht Maria mit Margret, der Betreuerin, und zwei Herren in den Garten. Sie zupfen Unkraut, auch die vertrockneten Zweige kommen auf den Kompost. Herr Niederhuber weiß genau, wie das geht. „Es ist wichtig, dass man das zügig macht und nicht jede Handvoll dreimal in die Hand nimmt“, sagt er. Gartenarbeit und Anpa-

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Themen

lichst schnell zum Arzt“. Margret, die Betreuerin, bemüht sich, die Gruppe, die sie während des Vortrags betreut, in die Laube zu bewegen, damit sie dort die letzten Sonnenstrahlen genießen und miteinander singen können. „Beim Singen vergessen sie die Zeit und was ihnen gerade noch so wichtig war“, erzählt Margret. Und tatsächlich: Frau Maria vergisst den Arzt. Sie wacht richtig auf, der Text des alten Volksliedes fällt ihr wieder ein, Vergesslichkeit, Ungeduld und Unzufriedenheit mit der unbekannten Situation fallen von ihr ab. Unterdessen ist im Vortragsraum eine rege Diskussion entstanden: Wann soll ich meinen

Mann für einen Heimplatz anmelden? Was kostet ein Heimplatz? Wie soll ich das mit der Pension meines Mannes und meiner Mindestpension bezahlen? Und was bleibt von der Pension für mich übrig, wenn mein Mann im Heim wohnt? Das sind die Fragen, die die pflegenden Angehörigen beschäftigen.

Entlastung für Familien „Seit meine Mutter einen Tag in der Woche ins Tageszentrum geht, kann ich ein bisschen durchschnaufen“, sagt Frau H. „Das sind die Tage, an denen ich mich mit Bekannten treffe oder an denen ich Arbeiten im Haus erledige, die ich neben meiner Mutter nicht machen kann.“ „Seit mein Mann diesen Unfall hatte, kann er sich kaum mehr orientieren, und er ist so besorgt um mich. Ich kann nicht auf eine Leiter steigen, das macht ihn ganz nervös“, berichtet Frau K. „Eine Person mit fortgeschrittener Demenzerkrankung bedeutet Betreuung 24 Stunden lang, an sieben Tagen der Woche. Für Familien ist es eine große Ent­ lastung, wenn sie eine Tagesbetreuung in Anspruch nehmen können“, sagt Silvia Boubenicek, Leiterin des Tageszentrums und Initiatorin des Alzheimer-Cafés. Für manche heißt das, dass sie ihren Beruf weiter ausüben können. Andere können dadurch zeitweise „durchschnaufen“. Das Alzheimer-Café will Unterstützung für sie alle sein, Betreute und Betreuende. n


Kurz gemeldet

Ausbildung mit Zukunft D

Gruppentherapie im Alter G

eriatrische PatientInnen in österreichischen Krankenhäusern leiden laut Studien zu ca. 30 % an psychischen Erkrankungen wie Angststörungen und Depressionen. Nach länge­ren Krankenhausaufenthalten ist es wichtig, diese Erkrankungen weiter zu therapieren, um die Patien­ tinnen und Patienten zu stabilisieren. Entgegen vielen Vorurteilen ist eine Psychotherapie im hohen Alter möglich und auch sinnvoll. Dies konnte ein Projekt am Öffentlichen Krankenhaus

Waiern der Diakonie de La Tour in Kärn­ten eindrucksvoll zeigen. Unmittelbar nach dem stationären Aufenthalt wird die geria­ trische Nachsorge „GER-N“ angeboten, und diese wird auch gerne angenommen. Etwa die Hälfte der betroffe­ nen Patientinnen und Patienten nimmt mittlerweile an der wöchentlichen psychologischen Gruppentherapie teil, die gemeinsam mit der Alpen-AdriaUniversität entwickelt wurde. www.diakonie-delatour.at n

Einsamkeit lindern in Moldawien S

traseni ist eine Kleinstadt in der Nähe der moldawischen Hauptstadt Chisinau. Viele junge Menschen wandern aus dieser Region in Richtung Westen ab, während die älteren Menschen zurückbleiben. Viele von ihnen leben unter schwierigen Bedingungen, sind einsam, krank oder physisch beeinträchtigt. Im Mittelpunkt des Altenpflege-Projektes, das von Brot für die Welt Österreich, der ehemaligen Diakonie Auslandshilfe, betreut wird, stehen Menschen über 65 Jahre, die unter extremer Armut

leiden, gesundheitliche oder soziale Probleme haben und damit auf sozialer Ebene aus der Gesellschaft ausgeschlossen sind. Ziel ist es, ihre Lebensqualität zu verbessern sowie auch die Pflegestandards in der Region Straseni anzuheben. Das Team

ie Schulen für Sozialbetreuungsberufe in Oberösterreich und Salzburg bilden junge Menschen in Altenarbeit, Behindertenarbeit und Behindertenbegleitung aus. Wer sich für den Fachbereich Altenarbeit interessiert, kann mit einem gesicherten und anspruchsvollen Berufsfeld rechnen – werden in Zukunft doch immer mehr Menschen Pflegedienstleistungen in Anspruch nehmen. Zudem wird die Pflegelandschaft dank neuer Modelle immer vielfältiger. Damit steigen auch die Einsatzmöglichkeiten der Pflegefachkräfte. Trägerin dieser Schulen für Sozialbetreuungsberufe ist das Diakoniewerk Gallneukirchen, das seine hohen pflegerischen Standards auch in der Ausbildung anwendet. Gelernt wird in Klein­gruppen, auf die Entwicklung sozialer Kompetenzen wird großer Wert gelegt. Da kann es schon einmal vorkommen, dass SchülerInnen in den Klettergurt steigen, um beim Abseilen das Gefühl für Abhängigkeit kennenzulernen, aber auch wie wichtig Vertrauen und Teamfähigkeit in ihrer künftigen Arbeit sind. Es gibt die Ausbildung sowohl in der Tagesform als auch berufsbegleitend, sie kann ab dem vollendeten 17. Lebensjahr begonnen werden. www.diakoniewerk.at n

von „Home Care“ bietet diesen Menschen soziale und medizini­ sche Unterstützung. Betroffene erhalten bei Bedarf aber auch Nahrungsmittelpakete oder Unterstützung im Haushalt und bei Behördengängen. http://brot-fuer-die-welt.at n

Themen 21


Auf den Punkt gebracht

„Ich hab das AKH gebaut“ Alt werden in der neuen Heimat. Ein „Gastarbeiter“ erzählt. Von Eva Maria Bachinger

B

Eva Maria Bachinger ist Journalistin und Buchautorin

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Themen

ereits eine Stunde vor dem vereinbarten Termin ist er da, Dragoslav Stankovic, geboren 1933. Sein Haar und der Schnurbart sind ergraut, sein Blick ist freundlich. Er geht leicht nach vorn gebeugt und stützt sich auf einen Stock, bis zu einem Holzstuhl, auf dem er Platz nimmt und wartet. Vor ihm liegen Zeitschriften, und er blättert den Folder „Frauen-Notruf“ durch. Er schaut ihn an, damit er etwas in der Hand hat, ohne zu lesen, worum es geht. Dragoslav Stankovic kam 1969 nach Österreich, als Gastarbeiter. Erfahren hat er von dieser Arbeitsmöglichkeit von Bekannten, die in Wien gearbeitet hatten. Sie kamen mit neuen Autos zurück ins Dorf und erzählten von ihrem neuen, so viel besseren Leben. „Wir dachten, dort in Österreich fließen Milch und Honig.“ Seine Kindheit verbrachte er bei den Großeltern. Von Idylle war diese Zeit aber weit entfernt: Der Großvater hat ihn geschla-

gen und gescholten, selten kam ein gutes Wort für den kleinen Jungen über seine Lippen. „Wissen Sie, ich hatte viele Probleme in meinem Leben. Mein Vater ist gestorben, als ich sechs Tage alt war. Meine Mutter ist dann mit mir und meiner älteren Schwes­ ter zu ihren Eltern zurück. Sie hatte keine andere Wahl.“ Von diesem Zuhause wollte er so schnell wie möglich weg: Der Glaube an den Kommunismus, dem sein Großvater anhing, war nicht seiner. Er nahm seinen Reisepass und ging.

Schwere, harte Arbeit Als er aus seinem Dorf, siebzig Kilometer von Belgrad entfernt, nach Österreich kam, war er sofort beschäftigt. Nach einigen windigen Arbeitgebern, für die er nur illegal arbeiten konnte, fand er eine „gute Firma“, die Baufirma Maculan. Die Arbeit war schwer und hart, abzulesen an seiner Krankheitsgeschichte: Nach einem Herz­in­ farkt, Problemen mit der Wirbel-

säule und mit den Beinen ging er 1999 in Pension. Ein schwerer Arbeitsunfall hat ihm den Rest gegeben: Bei einer LKW-Lieferung kam sein rechtes Bein unter die Räder. Er fiel sieben Monate aus. Das Herz beruhigte sich auch im Ruhestand nicht mehr: Es folgten zwei weitere Herzinfark­ te, der letzte liegt erst ein halbes Jahr zurück. Er hat große Schmerzen, wenn er Stufen steigen muss, erzählt er. Doch er beißt die Zähne zusammen und lässt sich nichts anmerken. Heute ist er mit dem Bus in die Beratungsstelle gekommen, weil er als Diabetiker um einen Zuschuss für Zuckerkranke ansuchen will. Seine Pension von 730 Euro ist nicht üppig, aber es gehe sich mit der Rente seiner Frau (105 Euro) gerade alles aus, sagt er: Wohnung, Fahrscheine, Essen, Trinken. „Eigentlich brauche ich eh nichts, ich koste den Staat wegen meiner Krankheiten genug.“ Anfangs sei es schwer in Österreich gewesen. „Ich hatte kaum


Auf den Punkt gebracht

Kontakt, ich wusste nicht, an wen ich mich wenden kann. Ohne Familie fühlte ich mich alleine. In den ersten Tagen habe ich im Park geschlafen. Deutsch verstand ich nicht und ich wusste nichts von Deutschkursen. Später habe ich dann fast rund um die Uhr gearbeitet, da blieb keine Zeit zum Lernen. Ich unterhielt mich oft tagelang nur mit meinen Arbeitskollegen, die ja auch alle aus meiner Heimat kamen.“

23 Jahre am Bau 23 Jahre lang hat er schließlich im Baugewerbe gearbeitet. Bei vielen wichtigen Bauten in Wien hat er mitgewirkt. „Ich habe das AKH gebaut“, sagt er stolz. „Das war so viel Arbeit, viel Staub, die Lasten, so schwer, Tag und Nacht. Wir brauchten aber das Geld, denn meine Frau konnte wegen unseres kranken Sohnes nicht ar-

www.diakonie.at

beiten. Wir waren wie Maschinen, arbeiten und Geld verdienen“, sagt er auf Deutsch. Manch­mal, wenn es ihm zu kompliziert wird, weicht er auf seine Muttersprache aus, die Beraterin übersetzt. „Und die UBahn am Karlsplatz, da habe ich auch mitgearbeitet. Ich war ein guter Arbeiter, ich wollte immer alles gut machen.“ Zurück wollte er immer, nach Hause, Serbien, aber „dann ist dieser Blödsinn Krieg gekommen.“ Jetzt sei das Leben besser, in seiner Wohnung in Wien-Ottakring. Er spaziert gerne zum Brunnenmarkt, und wenn er von seinen drei Enkeltöchtern erzählt, findet er zurück zu seinem freundlichen Blick. „Die 15-jäh­ rige Enkelin geht ins Gymnasium. Und mein Sohn arbeitet immer!“, erzählt er stolz. „Die Kinder sind sehr lieb und eine große Freude.

Sie laufen mir entgegen und rufen Opa. Das ist noch eine Freude in meinem Leben.“ n Aus dem Buch: „Die Integrationslüge“

Eva Maria Bachinger, Martin Schenk Die Integrationslüge. Antworten in einer hysterisch geführten Auseinandersetzung Deuticke, 208 S., E 18,40

Reportagen aus dem Alltag von Menschen, die nach Berlin, Zürich oder Wien gekommen sind und sich weniger mit kulturellen als mit sozialen Problemen konfrontiert sehen. Die Autoren zeigen: Integration ist eine Frage der sozialen Rangordnung, und das wichtigste Merkmal zur Unterscheidung von Menschen ist Geld.

Diakonie-Organisationen für Gesundheit im Alter

Diakoniewerk Gallneukirchen

Johanniter-Unfall-Hilfe

Evangelisches Krankenhaus Wien

Diakonie de La Tour

Diakonischer Verein Tirol

LIFEtool – computer aided communication

Oberösterreich, Graz, Salzburg, Wien Tel.: 07235/632 51 www.diakoniewerk.at

Kärnten, Burgenland Tel.: 0463/323 03 www.diakonie-delatour.at

Diakonie Miteinander leben Steiermark Tel.: 0316/82 52 66 www.miteinander-leben.at

Diakonie im Burgenland Gols, Oberwart, Pinkafeld Tel.: 03352/322 83 www.diakoniebgld.at

Niederösterreich, Tirol, Wien Tel.: 01/470 70 30 www.johanniter.at

Tel.: 01/404 22-0 www.ekhwien.at

Tel.: 0512/58 78 20 www.diakonie-tirol.at

Tel.: 0732/99 70 56 www.lifetool.at

Diakonie Kernkompetenz Alter n n n n n n n n n

Hausgemeinschaften für SeniorInnen Tageszentren

Servicestelle Demenz Alzheimer-Café

Ehrenamtliche Besuchsdienste

Mobile Dienste und Essen auf Rädern Betreutes und betreubares Wohnen Akutpflege und Kurzzeitpflege Ausbildung in Altenarbeit

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Österreichische Post AG / Sponsoring.Post GZ 02Z033615 S

Aus dem Leben schöpfen. Für mich und für andere.

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Altern in der Mitte der Gesellschaft. Lebensqualität sichern.

Impressum Medieninhaber, Herausgeber und Redaktion: Diakonie Österreich Redaktion: Dr.in Roberta Rastl-Kircher (Leitung), DI Petra Jens, Mag.a Katharina Meichenitsch, Mag. Martin Schenk Alle: 1090 Wien, Albert Schweitzer Haus, Schwarzspanierstraße 13. Tel.: (0)1 409 80 01, Fax: (01) 409 80 01-20, E-Mail: diakonie@diakonie.at, Internet: www.diakonie.at. Verlagsort: Wien. Geschäftsführer Diakonie Österreich: Pfr. Mag. Michael Chalupka. Grafik-Design: Info-Media Verlag für Informationsmedien GmbH, Volksgartenstraße 5, 1010 Wien. Druckerei: AV + Astoria Druckzentrum GmbH, Faradaygasse 6, 1030 Wien. Fotos: Diakoniezentrum Gols (S. 1, 3, 6, 18), Werner Anselm Buhre (S. 2), Marco Uschmann (S. 3, 8, 9), LIFEtool (S. 3, 15), Diakonischer Verein Tirol (S. 3, 12), Diakonie Burgenland (S. 3, 12), Diakoniewerk Gallneukirchen (S. 4, 5), Info Media/ Nadja Meister (S. 3, 10, 11, 13), Miteinander Leben (S. 12), Jacqueline Godany (S. 14), Diakonie de La Tour (S. 17, 21), Diakonie Österreich (S. 20), Diakoniewerk Gallneukirchen (S. 21), Asociat¸ia Neoumanist (S. 21), Gerhard Maurer (S. 18, 22, 23), Fotolia (S. 16), privat (S. 4, 5, 16, 17, 22). Die Diakonische Information bringt Sachinformationen und Nachrichten zur Diakonie der Evangelischen Kirchen. Die gendersensible Schreibweise ist uns ein wichtiges Anliegen. Der Bezug ist kostenlos. DVR: 041 8056 (201). Gedruckt nach der Richtlinie „Schadstoffarme Druckerzeugnisse des Österreichischen Umweltzeichens“. Umweltzeichen (UWZ 734)

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Alt, na und? Generation mit Lebenslust (Diakonie Themen 01/2012) by Diakonie Österreich - Issuu