Kornelia Horn / Jürgen Gänßmantel
Risse
n Ursachen
Diagnostik n Instandsetzung n
inkl. CD-ROM
Kornelia Horn / Jürgen Gänßmantel
RISSE
Ursachen Diagnostik Instandsetzung
Kornelia Horn / Jürgen Gänßmantel
RISSE
Ursachen Diagnostik Instandsetzung
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Vorwort | 1
Vorwort Risse! Was für den Stier das rote Tuch in der Hand des Toreros, ist für den Hausbesitzer ein Riss an seinem Haus. Erst einmal entdeckt, stehen eine Reihe Fragen und Probleme vor dem Hauseigentümer. Doch er ist damit nicht allein, denn die „Risselandschaft“ in unserem Lande ist vielfältig. Wer sich bewusst durch Städte und Dörfer bewegt, entdeckt immer wieder Risse an Fassaden oder im Sockelbereich von Gebäuden. Nicht sichtbar sind für den Außenbetrachter die Risse im Innenbereich wie z.B. an Decken und Trennwänden. Und ganz und gar unerkannt und deshalb oft mit späteren erheblichen Schadensauswirkungen verbunden bleiben die sich bildenden Risse wie im Gründungsbereich eines Gebäudes. Gravierend können dagegen die Folgen sein, die durch naturkatastrophenbedingte Risse an Häusern entstehen. Im schlimmsten Fall muss das Haus abgerissen werden. Erkennt der Besitzer einen Riss an seinem Haus, ist er verständlicherweise erst einmal besorgt. Und stellt sich heraus, es ist nicht nur die Tapete- oder Putzoberfläche gerissen, sollte er einen Fachmann zu Rate ziehen, um das weitere Vorgehen abzuklären. An diesem Punkt versteht sich vorliegendes Fachbuch als ein praktischer Ratgeber für Bauherren, Hauseigentümer, ausführende Unternehmen, Planer, Architekten, usw., um den Weg von der Ursachenfindung und Diagnose von Rissschäden über die Planung der Instandsetzung, deren Realisierung bis zur Abnahme der Bauleistung in verständlicher Weise aufzuzeigen. Um Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden, ist die Beantwortung der Frage nach der Verantwortlichkeit und Haftung unverzichtbar. Von Wichtigkeit ist zudem die Klärung, ob ein Mangel oder ein Schaden vorliegt. Entsprechende Hinweise dazu wie auch wesentliche Informationen zu geltenden Normen und Regelwerken sollen zu mehr rechtlicher Sicherheit beitragen.
Den fachspezifischen Ausführungen vorangestellt sind grundlegende Kenntnisse über die Bildung, Ursachen und Bewertung von Rissen. Anhand bewährter Verfahren wird insbesondere die Instandsetzung von Rissen im Mauerwerk und im Putz beschrieben. Fallbeispiele und Informationen zum Sammeln von Daten sowie diverse Checklisten stellen für den Fachmann, aber auch für den Nichtfachmann, praxisbezogene Instrumentarien zum Erkennen, Vermeiden und Beheben von Schäden dar. Der Serviceteil umfasst neben der Erläuterung fachlicher Begriffe und einer CD mit Angaben über Regelwerke, Richtlinien, weiterführender Literatur und themenbezogenen Links auch zweckdienliche Unterlagen. Das sind einerseits Formblätter zur Anwendung in der Baupraxis und andererseits Musterdokumente zur anschaulichen Darstellung für die Erarbeitung bzw. Gestaltung derartiger Nachweisunterlagen. Scheuder/Dormettingen im September 2013 Dipl.-Ing. Kornelia Horn Dipl.-Ing. Jürgen Gänßmantel
2 | Vorwort
Inhalt | 3
Inhalt Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1
5.4
Auswirkungen von Rissen . . . . . . . . . .
41
Autorenverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
7
6
Rissschäden – Ursachen und Bewertung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
47
6.1
Vorbemerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . .
47
6.2
Zusammenstellung möglicher Rissursachen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
47
Rissbildung im Zusammenhang mit Spannungsänderungen . . . . . . . . . . . . .
48
Lastabhängige und lastunabhängige Rissschäden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
52
Rissschäden in Abhängigkeit vom Entstehungsort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
53
Einführung und Grundlagen (Kapitel 1–6) 1
Bauschäden und ihre Erforschung .
1.1
Bedeutung der Erforschung von Bauschäden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
11
1.2
Schadensfall Bauwerksrisse . . . . . . . . .
12
6.4
2
Rechtliche Betrachtungen . . . . . . . . .
17
6.5
2.1
Mängel und Schäden. . . . . . . . . . . . . . .
17
2.2
Haftung und Gewährleistung. . . . . . . .
18
2.3
Verantwortlichkeiten . . . . . . . . . . . . . . .
18
3
Kenngrößen der Verformung . . . . . .
23
3.1
Vorbemerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . .
23
3.2
Verformung lastabhängig . . . . . . . . . . .
25
3.3
Verformung lastunabhängig . . . . . . . . .
27
3.4
Verformung plastisch. . . . . . . . . . . . . . .
27
4
Rissklassifizierung . . . . . . . . . . . . . . . .
31
11 6.3
Rissdiagnostik und Instandsetzung (Kapitel 7–13) 7
Rissdiagnostik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
61
7.1
Ziel und Ablauf der Rissdiagnostik . . .
61
7.2
Arbeitsphasen in Vorbereitung des Untersuchungsplans . . . . . . . . . . . . . . .
63
7.3
Untersuchungen am Bauwerk. . . . . . . .
66
7.4
Untersuchungen im Labor. . . . . . . . . . .
76
7.5
Risskennwerte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
80
7.6
Auswertung der Untersuchungsergebnisse. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
83
5
Rissbeschreibung . . . . . . . . . . . . . . . . .
35
5.1
Allgemeine Erläuterungen . . . . . . . . . .
35
8
Anlegen von Datensammlungen . . .
87
5.2
Bildung und Ausbreitung von Rissen .
36
8.1
Zweckmäßigkeit von Datensammlungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
87
5.3
Erscheinungsbilder von Rissen. . . . . . .
38
Rissschadenskatalog . . . . . . . . . . . . . . .
87
8.2
4 | Inhalt
9
Schadensfälle aus der Praxis . . . . . . .
95
9.1
Vorbemerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . .
95
9.2
Schadensfall 1 – Risse im Innenbereich eines Wohnhauses . . . . .
95
9.2
9.4
10
Schadensfall 2 – Risse an Außenwänden und im Innenbereich eines Einfamilienhauses. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Schadensfall 3 – Risse an Außenwänden und im Innenbereich eines Reihenhausgebäudes . . . . . . . . . .
100
114
13.6 Qualitätssicherung. . . . . . . . . . . . . . . . .
Mauerwerksrisse (Kapitel 14–17) 14
Vorbemerkungen Mauerwerksrisse
167
15
Eigenschaften und Formänderungen von Mauerwerk .
171
15.1 Verformungsverhalten von Mauerwerk. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
171
15.2 Rissformen in Mauerwerk . . . . . . . . . . .
172 173
Entscheidungsfindung und Planung der Instandsetzung . . . . . . . . .
123
15.3 Rissursachen bei Mauerwerk . . . . . . . .
11
Instandsetzung von Rissschäden . . .
127
16
11.1
Technologien und Verfahren der Instandsetzung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
127
11.2 Zusammenfassende Ratschläge zur Instandsetzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
141
12
Strategien zur Minimierung von Rissschäden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
147
12.1 Vorbemerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . .
147
12.2 Möglichkeiten in der Planungsphase .
148
12.3 Möglichkeiten in der Ausführungsphase . . . . . . . . . . . . . . . . .
149
13
Vergabe, Baubegleitung, Dokumentation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
153
13.1 Leistungsbeschreibung und Vergabe .
153
13.2 Baubegleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
156
13.3 Abnahme der Bauleistung . . . . . . . . . .
157
13.4 Bauwerksbetreuung und Erfolgskontrolle . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
160
13.5 Dokumentation und Archivierung . . . .
160
162
Instandsetzung von Mauerwerksrissen . . . . . . . . . . . . . . . .
185
16.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
185
16.2 Druckinjektion und Tränkung . . . . . . .
185
16.3 Verdämmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
188
16.4 Anwendung Spiralankersystem . . . . . .
189
16.5 Vernadelung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
193
17
Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Minimierung von Mauerwerksrissen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
197
17.1
Zur Klassifizierung von Mauerwerk . .
197
17.2
Hinweise zur Vorbereitung und Durchführung von Maurerarbeiten . . .
199
Inhalt | 5
Putzrisse (Kapitel 18–21) 18 19
Vorbemerkungen Putzrisse . . . . . . . .
Service und Verzeichnisse (Kapitel 22–26) 207
22
Erläuterungen/Definitionen von Fachbegriffen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
245
Eigenschaften und Formänderungen von Putz . . . . . . . .
211
23
Vorlagen, Formblätter . . . . . . . . . . . .
251
19.1 Rissursachen bei Putz . . . . . . . . . . . . . .
211
19.2 Konstruktionsbedingte sowie putzgrundbedingte Risse . . . . . . . . . . . . . . .
211
23.1 Übersicht der Formblätter der ZTVING – Teil 3 Massivbau: Abschnitt 5 Füllen von Rissen und Hohlräumen in Betonbauteilen – Anhang B [60]. . . . . .
251
19.3 Putz-, ausführungs- und baustoffbedingte Risse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
213
23.2 Formblatt B 3.5.1: Sammelblatt Abschlussbericht [60] . . . . . . . . . . . . . . . . .
252
19.4 Risse in Verbindung mit Putzbewehrungen, Putzträger und Putzprofilen . .
215
23.3 Formblatt B 3.5.2: Allgemeine Angaben [60] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
253
19.5 Bauwerksbedingte Risse . . . . . . . . . . . .
215
23.4 Formblatt B 3.5.3: Tagesprotokoll [60] .
254
23.5 Formblatt B 3.5.4: Riss-Protokoll [60] . .
255
20
Instandsetzen von Putzrissen . . . . . .
219
20.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
219
23.6 Formblatt C 3.5.1 (Anlage zum Bauwerksbuch): Ausgeführte Füllungen von Rissen in Betonbauteilen [60] . . . .
256
20.2 Ausführung bei einzelnen Rissen . . . .
220
20.3 Ausführung bei flächiger Instandsetzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
24
Dokumente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
259
222 24.1 Vorbemerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . .
259
24.2 Muster – Protokoll Ortstermin . . . . . . .
259
24.3 Muster – Gutachterliche Stellungnahme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
267
24.4 Muster – Bauabnahmeprotokoll . . . . . .
275
24.5 Muster – Bautagebuch . . . . . . . . . . . . . .
276
21
Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Minimierung von Putzrissen . . . . . . .
229
21.1 Allgemeine Hinweise zur Durchführung bei Putzarbeiten . . . . . . . . . . . . . .
229
21.2 Hinweise zur Durchführung bei Putzanschlüssen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
236
25
Literatur und Arbeitshilfen (auf CD-ROM) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
279
25.1 Normenliste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
279
25.2 Richtlinien und Merkblätter . . . . . . . . .
280
25.3 Veröffentlichungen . . . . . . . . . . . . . . . .
282
25.4 Links im Internet (Sonstiges) . . . . . . . .
285
6 | Inhalt
26
Verzeichnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
291
26.1 Literatur-/Quellennachweis . . . . . . . . .
291
26.2 Abk端rzungsverzeichnis. . . . . . . . . . . . .
293
26.3 Stichwortverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . .
294
Autorenverzeichnis | 7
Autorenverzeichnis Kornelia Horn
Jürgen Gänßmantel
Beruf
Beruf
Dipl.-Ing. Verfahrenstechnik
Dipl.-Ing. (FH) Verfahrenstechnik
Kurzvita
Kurzvita
▶▶
▶▶ ▶▶ ▶▶
▶▶
▶▶ ▶▶ ▶▶
von 1983 bis 2010 in verschiedenen Unternehmen (Bereich Magnetbandforschung, Umweltanalytik, Holz- und Bautenschutz) tätig ab 2010 Beginn der freiberuflichen Tätigkeit (ingenieurtechnische Leistungen) Sachkundige für Holzschutz am Bau Nachweis als DQS-Qualitätsbeauftragte und interne Auditorin (Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V.) Mitglied in der Wissenschaftlich-Technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V. (WTA) sowie im WTAReferat 8 (Fachwerk/Holzbauwerke) förderndes Mitglied der Deutschen Stiftung Denkmalschutz Schriftleitung für die WTA-NEWS (offizielles Mitteilungsblatt der WTA) Autorin von Veröffentlichungen und Beiträgen in Fachzeitschriften und Fachbüchern
▶▶ ▶▶
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von 1987 bis 1999 in verschiedenen Unternehmen der Baustoffindustrie tätig 1999 Gründung eines Ingenieur- und Sachverständigenbüros: Beratender Ingenieur (Ing.-Kammer Baden-Württemberg); öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für mineralische Werkstoffe des Bauwesens (IHK Reutlingen); Sachverständiger für Energieeffizienz von Gebäuden (EIPOS); Energieberater Baudenkmale Mitglied im Leitungsteam der regionalen Gruppe WTA-Deutschland in der Wissenschaftlich-Technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V. (WTA) sowie in diversen WTA-Referaten Autor zahlreicher Veröffentlichungen und Beiträge in Fachzeitschriften und Fachbüchern; Mitglied im Deutschen Fachjournalisten-Verband (DFJV) Durchführung von Seminaren, Moderationen, Trainings; Dozent bei verschiedenen Fort- und Weiterbildungsinstitutionen; Lehrbeauftragter an der Hochschule Karlsruhe (2004–2008) und an der Hochschule Wismar (seit 2011) Mitgründer und 1. Vorsitzender des Fachverbands Innendämmung e.V. (FVID)
8 | Autorenverzeichnis
Kapitel 1 Bausch채den und ihre Erforschung
Bauschäden und ihre Erforschung
1 Bauschäden und ihre Erforschung 1.1 Bedeutung der Erforschung von Bauschäden In den letzten Jahren zeigt sich auf dem Markt eine Verschiebung der Neubautätigkeit in Richtung der Sanierung, Modernisierung und Erneuerung des vorhandenen Baubestandes. Bei Betrachtung der Altersstruktur (hier anhand des Datenreports 2008 des Statistischen Bundesamtes, Erhebungszeitraum 2006, siehe nachfolgende Tabellen) allein wird deutlich, welch hoher Sanierungsbedarf besteht. Tab. 1: Überblick über die Altersstruktur der Bausubstanz in Deutschland Gebäudesubstanz im gesamten Bundesgebiet nach Bauzeit
Prozentuale Angabe
bis 1918
20 %
1919 bis 1948
13 %
1949 bis 1970
35 %
1971 bis 1990
30 %
Neubau
2%
Das heißt: fast 70 % dieser Bausubstanz ist älter als 30 Jahre!
Kapitel 1 | 11 1.1 Bedeutung der Erforschung von Bauschäden
Tab. 2: Prozentualer Anteil der Gebäudesubstanz in den neu en Bundesländern bis 1960 Gebäudesubstanz in den neuen Bundesländern nach Bauzeit
Prozentuale Angabe
vor 1870
18 %
1870 bis 1899
27 %
1900 bis 1918
24 %
1919 bis 1932
13 %
1933 bis 1945
9%
1946 bis 1960
9%
Das heißt: fast die Hälfte dieser Bausubstanz ist bereits älter als 100 Jahre! Für Bestands- und Altbauten steht jedoch eine unbekannte Summe an bautechnischen, konstruktiven und funktionaler Mängeln und Schäden. Was sich bei der Behebung dieser Mängel und Schäden als erschwerend erweist, ist die Frage nach den Ursachen. Diese sind so vielschichtig wie das Bauen selbst und bei weitem noch nicht in für jeden Zerstörungsmechanismus eindeutig erklärbar. Das zeigt sich auch anhand einer Zusammenstellung (siehe Tabelle 3) möglicher Ursachen für Bauschäden und Baumängel. Als hauptsächliche Ursachen für die Schadenshäufigkeit im Sanierungsbereich lassen sich benennen: ▶▶ mangelnde Fachkenntnisse/vorhandenes Wissensdefizit ▶▶ fehlerhafte oder ungeeignete Produkte und Verfahren ▶▶ falsche Verarbeitung und Anwendung. Konzeptionelle Planungen und fachgerechte Ausführungen von Sanierungsmaßnahmen zur Beseitigung bzw. Vermeidung von Bauschäden können jedoch nur auf Basis einer allumfassenden Bauzustandsanalyse vorgenommen werden. Das setzt grundlegende Kenntnisse zu den Schadensmechanismen voraus. Und hierbei kann und muss die Erforschung von Schäden und Mängeln an Bauwerken kontinuierlich fortgesetzt werden. Denn auch im Bauwesen bleibt der Fortschritt nicht aus. Doch trotz neuer Produkte und Verfahren, innovativer Lösungen, strengeren Gesetzgebungen (Energieeinsparverordnung) u. a. werden auch zukünftig Bauschäden nicht zu vermeiden sein.
12 | Kapitel 1 1.2 Schadensfall Bauwerksrisse
Bauschäden und ihre Erforschung
Tab. 3: Bauschäden und Baumängel und deren Ursachen [1] Ursache
Erläuterung
ständig neue Baustoffe
Ausreichende Erfahrungen liegen nicht vor. Anerkannte Regeln der Technik für die Beurteilung bestehen teilweise nicht oder ▶▶ Anerkannte Regeln der Technik bestehen, die sich nachträglich als fehlerhaft oder un brauchbar für einen speziellen Einsatz erweisen. ▶▶ ▶▶
ständig neue Bauformen
▶▶ ▶▶
Bewusster Verzicht auf alte Erfahrungen. Neue Probleme werden zu spät erkannt.
immer raschere Bau ausführung
Üblich war früher, den Rohbau überwintern zu lassen. Jetzt wird die Baufeuchte häufig einge schlossen (kurze Bauzeiten)
falsche Baustoffauswahl
▶▶ ▶▶
häufig erfolgt Auswahl nach „Preis und Farbe“ einige Baustoffe eignen sich jedoch nicht für bestimmte Anwendungen (z.B. Gips für Feuchträume).
Gewerbefreiheit
Aufträge erhalten oft Unternehmer mit ▶▶ ungenügender Vor und Ausbildung, ▶▶ fehlenden oder zu geringen Erfahrungen und Kenntnissen.
Vergabemethode
▶▶ ▶▶
falsche Planung und Leis tungsbeschreibung
▶▶ ▶▶
unsachgemäße Bauausfüh rung und Überwachung
Der „Billigste“ erhält den Auftrag. Preis geht häufig auf Kosten von Qualität, Haltbarkeit, Dauerhaftigkeit. Teilweise wird falsch geplant (z.B. Fugen vergessen). oder überhaupt keine Planung ausge führt. Leistungen werden falsch ausgeschrieben.
Auf Baustellen fehlen häufig Fachleute ▶▶ für die Ausführung ▶▶ und für die Überwachung.
1.2 Schadensfall Bauwerksrisse Welcher Bedeutung kommen nun Rissschäden in der Bauforschung zu? Dass lässt sich am besten durch Zahlen belegen. Im „Dritten Bericht über Schäden an Gebäuden“ der Bundesregierung aus dem Jahre 1996 wurde der Bestand an Altbauten in Deutschland bewertet, wobei erstmalig eine qualitative und quantitative Einschätzung für die neuen Bundesländer enthalten ist. In diesem Bericht wurden die Gebäude in Baualtersgruppen unterteilt. Als auffällig erwiesen sich Risse und Putzabplatzungen bei Gebäuden, die bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts errichtet wurden. Ein krasser Unterschied zwischen den neuen und alten Bundesländern zeigte sich bei verputzten Fachwerkgebäuden anhand einer erfolgten Differenzierung nach der Gebäudeart. In den alten Bundesländern lag die leichte bis mittlere Rissbildung
der Fassaden bei etwa 15 %. Im Gegensatz dazu ergaben sich über 60 % in den neuen Bundesländern. Eine andere Betrachtungsweise vermittelt der Vergleich spezieller Häufungen von Verarbeitungsfehlern bei Bauarbeiten. Verarbeitungsfehler sind erfahrungsgemäß relativ oft im Bauwesen anzutreffen. Im Gegensatz dazu sind andere Fehler seltener. Für den Bauherren sind Baumängel und Bauschäden immer ein Ärgernis, auch weil sie manchmal kostenintensiv sind und sogar zum Rechtsstreit werden können. Aus der Einschätzung von über 6000 betreuten Baustellen [2] ergaben sich die zehn am häufigsten auftretenden Baumängel, die nachfolgend zusammengestellt sind.
Platz 1: Mauerwerk oder Putz hat Risse Aktuelle Baustoffe wie Mörtel oder Putz sind hoch komplex und bedürfen einer Verarbeitung gemäß vorgegebener Verarbeitungsrichtlinien. Vielfach
Bauschäden und ihre Erforschung
wird dies nicht beachtet oder es werden nicht zusammenpassende Baustoffe kombiniert. In Folge entstehen oft Risse in Putz und Mauerwerk.
Platz 2: Fensterleibungen durchfeuchtet Hier ist ein häufiger Baumangel, dass die Anschlussdetails zwischen Putz und Fenster nicht sorgfältig genug ausgeführt werden. Dadurch können Regen und Wind eindringen, was früher oder später in Wasserschäden an der Fensterlaibung führt.
Platz 3: Dampfsperre undicht Eine Dampfsperre soll die hinter ihr liegenden Bauteile vor Feuchtigkeit aus der Luft schützen. Undichtigkeiten können hier dramatische Folgen haben: Beim Abkühlen der Luft im Bauteilquerschnitt entsteht Kondensat wie zum Beispiel in der Dämmung.
Platz 4: Bodeneinschubtreppe falsch montiert Beim Einbau der Bodeneinschubtreppe werden bisweilen die Anschlüsse an die Dampfbremse nicht fachgerecht ausgeführt. Folglich besteht die Gefahr, dass Feuchtigkeit in die Bauteile gelangt und sich schließlich der Wärmeschutz verschlechtert oder gar Schimmelpilzbefall auftritt.
Platz 5: Spitzboden nicht entlüftet Da ein Spitzboden nach Abschluss der Bauarbeiten noch viel Feuchtigkeit enthält, sollte er regelmäßig gelüftet werden. Wird das versäumt, muss mit Schäden durch Tauwasser und Schimmelpilzbefall gerechnet werden.
Platz 6: Keller undicht Ursachen für einen undichten Keller gibt es viele, zum Beispiel Planungs- oder Materialfehler oder einfach eine fehlerhafte Ausführung. Mit Kosten ist das Beheben solcher Baumängel stets verbunden.
Platz 7: Risse im Holz Risse in tragenden Holzteilen machen optisch oft einen schlechten Eindruck, was aber auch individuell anders bewertet werden kann. Bedenkenswert sind diese, wenn dadurch ein Sicherheitsrisiko besteht, da sie die Stabilität eines Bauteils beeinträchtigen. Ursache ist meist, dass Holz verbaut wurde, das nicht genug trocknen konnte: Durch Schwindvorgänge beim Trocknen können sich Risse bilden.
Kapitel 1 | 13 1.2 Schadensfall Bauwerksrisse
Platz 8: Kelleraußentreppe Die Entwässerung der Kelleraußentreppe ist bisweilen nicht optimal gewährleistet: Das Wasser kann dann nicht abfließen. Langfristige Feuchtigkeitsund Frostschäden drohen.
Platz 9: Baumängel beim Estrich Wurden die Dehnungsfugen zu angrenzenden Bauteilen nicht ausreichend dimensioniert oder an der falschen Stelle gesetzt, entstehen ungewollte Risse im Estrich.
Platz 10: Undichte Lüftungsanlagen Baumängel können auch durch Lüftungsanlagen entstehen: Häufigste Mängel sind Undichtigkeiten, so dass Feuchtigkeit an Bauteile gelangen kann. Außerdem mindern undichte Stellen die Energieeffizienz. Im Zusammenhang mit der Erhöhung der Dauerhaftigkeit von Bauwerken sowie der Standsicherheit und Gebrauchstauglichkeit von Bauteilen und Baustoffen erklärt sich anhand der vorhergehenden Ausführungen von selbst, dass die Ursachen, die abzuleitenden Instandsetzungsarbeiten und vor allem die Maßnahmen zur Vermeidung von Rissen und damit zur möglichen Bruchverhütung, erforscht werden müssen.
14 | Kapitel 1
Bausch채den und ihre Erforschung
Kapitel 2 Rechtliche Betrachtungen
Rechtliche Betrachtungen
Kapitel 2 | 17 2.1 Mängel und Schäden
2 Rechtliche Betrachtungen
(wenn nicht vertraglich spezifiziert), von der gewöhnlichen Verwendbarkeit bzw. der normalerweise zu erwartenden Beschaffenheit (anerkannte Regeln der Technik).
Die folgenden Angaben der Autoren geben lediglich deren persönliche Meinung und Erfahrungen wieder. Aus rechtlichen Gründen wird vorsorglich darauf hingewiesen, dass die folgenden Ausführungen keine Beratung im Einzelfall und im rechtlichen Sinne darstellen.
Zur Beurteilung von Mängel und Schäden wird der Sollzustand mit dem Istzustand verglichen. Kriterien sind die: ▶▶ vertraglich zugesicherte Eigenschaften ▶▶ Erfordernisse gemäß anerkannten Regeln der Technik ▶▶ sonstige übliche Beschaffenheit und Verwendungseignung.
2.1 Mängel und Schäden Schäden und Mängel an Gebäuden ist ein aktuelles Thema in allen Bereichen der Bauwirtschaft. Das beginnt schon durch den Termin- und Kostendruck in der Bauentstehungsphase, endet oft mit einem erheblichen Aufwand in der Mängelbeseitigung und Schadenssanierung und birgt somit ein hohes Streitpotential bei der Beurteilung der Ursachen und Verantwortlichkeiten zwischen den am Bau Beteiligten.
Was sind Mängel und was sind Schäden? Beschreibt man es allgemein, ist ein Bauschaden oder Baumangel gegeben, wenn positive Eigenschaften eines Bauwerks beeinträchtigt sind. Schäden und Mängel unterscheiden sich jedoch und sind wie folgt definiert:
Schäden sind die Veränderungen an einem Bauwerk, d.h., Abweichungen vom Istzustand, durch die seine vorgesehene Funktion (Aussehen, Gebrauchstauglichkeit, Dauerhaftigkeit, Standsicherheit) wesentlich beeinträchtigt oder unmöglich gemacht wird.
Mangel ist die Abweichung von einem Sollzustand oder das Fehlen einer vereinbarten Beschaffenheit oder,
Im zeitlichen Ablauf sollte ein erster Abgleich bei der Endabnahme einer Baumaßnahme erfolgen (bzw. ggf. bei Zwischenabnahmen) und ein zweiter Abgleich vor Ablauf der Gewährleistung. Zu beachten sind die unterschiedlichen Regelungen gemäß VOB und BGB. Im Zusammenhang mit der Vergabe und Abnahme von Bauleistungen sind im Kapitel 13 weitere Darlegungen enthalten.
Der Begriff des Bauschadens in der Praxis Für die Praxis bedeutet der Begriff des Bauschadens keinen Rechtsbegriff. Hier betrifft es Bauschäden in Form von Erscheinungsbildern (wie einen Riss im Wandbereich wegen eines fehlerhaften Putzauftrags), die durch Baumängel verursacht werden. Jedoch müssen sich die am Bau Beteiligten an den wichtigsten Rechtsbegriffen orientieren. Das sind das gesetzliche Werkvertragsrecht (BGB) und die VOB/B. In diesen Regelwerken spricht man in diesem Zusammenhang vom Mangel. Im Gegensatz dazu besitzt der Schaden besondere Anspruchsvoraussetzung und einen anderen und weitergehenden Inhalt als der üblicherweise im Sprachgebrauch angewandte Begriff des Bauschadens. Der Bauvertrag ist ein Werkvertrag. Dieser Vertrag ist erfolgsbezogen ausgerichtet, was bedeutet, der Auftragnehmer hat die vertraglich übernommene Werkleistung eigenverantwortlich zu erbringen und für den Erfolg der von ihm geschuldeten Leistung einzustehen. Gemäß § 633 BGB wird der Unternehmer (Auftragnehmer) verpflichtet, dem Bauherren (Auftraggeber) das Werk frei von Sachmängeln und frei von Rechtsmängeln zu verschaffen. Wann ist das Werk frei von Sachmängeln? Wenn es die vereinbarte Beschaffenheit besitzt. Wurde das nicht vereinbart, muss das Werk entweder für die nach
18 | Kapitel 2 2.2 Haftung und Gewährleistung
dem Vertrag vorausgesetzte Verwendung geeignet sein oder sonst für die gewöhnliche. Diese entspricht der üblichen Beschaffenheit bei gleichen Werken, die der Auftraggeber erwarten kann. Anderenfalls ist ein Baumangel vorhanden.
2.2 Haftung und Gewährleistung Zuerst ist hierbei zu prüfen, ob zwischen den Parteien eine Vereinbarung nach VOB/B getroffen wurde oder das BGB zutrifft. Ist die VOB/B vereinbart, wird diese zum Vertragsbestandteil. Das BGB findet Anwendung für das zivile Werkvertragsrecht, d.h., wenn keine Vereinbarung vorliegt. Nachfolgende Angaben beschränken sich auf die Nennung vorhandener wesentlicher Unterschiede hinsichtlich Haftung und Gewährleistung nach BGB und VOB/B.
Rücktritt vom Vertrag In der VOB/B ist ein Rücktritt ausgeschlossen. Dagegen hat der Auftraggeber gemäß BGB die Möglichkeit, bei einem vorhandenen Mangel (bzw. bei vorhandenen Mängeln) vom Vertrag zurück zu treten.
Mängelrechte vor und nach Abnahme Laut VOB/B erfolgt eine Trennung zwischen den Ansprüchen bzw. Voraussetzungen auf Anspruch vor der Abnahme und den Ansprüchen einschließlich der rechtlichen Folgen nach der Abnahme. Der Auftraggeber hat nach BGB bis zur Abnahme einen Anspruch auf Erfüllung im Hinblick auf die Herstellung eines mangelfreien Werkes.
Verjährung Die VOB/B setzt eine Frist für die Verjährung von 4 Jahren. Zwischen den Vertragsparteien kann abweichend davon eine Frist von 5 Jahren vereinbart werden.
Rechtliche Betrachtungen
Im BGB ist eine Verjährungsfrist von 5 Jahren geregelt.
Haftung der am Bau Beteiligten Wesentliche Rechtsgrundlage für die Beteiligten, also für den Auftraggeber und den Auftragnehmer, ist der zugrunde liegende Vertrag. Aus diesem Vertrag ergeben sich gegenseitige Verpflichtungen, insbesondere in Bezug auf die mängelfreie und fristgerechte Durchführung der Arbeiten durch den Auftragnehmer und als Gegenleistung die Vergütungspflicht des Auftraggebers. Es ergeben sich jedoch über diese Vertragspflichten der Beteiligten hinaus weitere Rechtspflichten der Beteiligten, also des Auftraggebers und Auftragnehmers gegenüber Nichtbeteiligten (den so genannten Dritten), die mit der Baumaßnahme in Berührung kommen können. Da sind z.B. Anwohner, Autofahrer, Passanten und auf der Baustelle Beschäftigte. Entscheidend ist für die Haftung der am Bau Beteiligten, durch welche Ursache es zum Mangel gekommen ist und wer dafür die Verantwortung trägt. Ausschlaggebend sind die einzelnen Vertragsketten, d. h. zum Beispiel hat der Auftraggeber einen Architekten beauftragt und der Architekt hat sich möglicherweise an einen Sachverständigen gewendet. Dabei ist außerdem ausschlaggebend, wen der Auftraggeber in Anspruch nimmt und welcher Fehler am vereinbarten Werk vorliegt (Planungsfehler, Bauüberwachungsfehler, usw.).
2.3 Verantwortlichkeiten Die Festlegung der Zuständigkeiten und Aufgabengebiete für die am Bau beteiligten Personen ist für Baumaßnahmen als wichtig anzusehen. Je nach Bauvorhaben wird sich die Zahl der beteiligten Personen unterscheiden. Der Kreis ist aber gerade bei umfangreichen Maßnahmen relativ groß. Der Bauherr ist selbstverständlich einer dieser Personen und in der Regel ein Planer (Architekt oder Ingenieur), der Fachbetrieb oder die ausführenden Unternehmen. Bei Baudenkmalen kommen Vertreter der
Rechtliche Betrachtungen
Kapitel 2 | 19 2.3 Verantwortlichkeiten
Denkmalschutzbehörde und des Bauamtes dazu. Für spezielle Maßnahmen sind in Abhängigkeit des Zustands und der Umgebung des Bauwerks Sonderfachleute beteiligt wie z.B. Bauforscher, Statiker oder ein Analytiklabor. Solange alles wie geplant verläuft, werden sich nicht ausbleibende Unstimmigkeiten oder Kompetenzstreitigkeiten in Grenzen halten. Das ändert sich schlagartig, wenn Schäden und Mängel auftreten. Denn dann wird ein dafür Verantwortlicher gesucht. Und ist dieser gefunden, kann es für denjenigen unter Umständen sehr unangenehme Folgen haben. Dass die Vorabklärung von Zuständigkeiten sinnvoll ist, zeigte das Geschehen um den Berliner Münzturm. Der preußische König Friedrich I. ließ ab 1701 neben seinem Schloss einen Turm bauen. Der damalige Wasserturm sollte um 90 m aufgestockt werden, so dass der Turm eine Gesamthöhe von ca. 120 m erreicht hätte. Planung und Ausführung lagen in den Händen des Bildhauers und Architekten Andreas Schlüter. Nachdem der Turm im Jahr 1705 zu über zwei Dritteln errichtet worden war, zeigten sich Risse im Mauerwerk. Das Bauwerk begann sich gefährlich zu neigen. Es wurden Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Aber alle Stützungsversuche scheiterten. Der Turm stürzte 1706 ein. Eine Bauaufsicht hätte bei einer Prüfung der Pläne vorab feststellen können, dass der Baugrund auf der Spreeinsel für ein solches Vorhaben ungeeignet war. Allerdings war es im damaligen Zeitalter des Absolutismus undenkbar, dass Beamte einen Wunsch des Königs in Frage stellten. Schlüter wurde denn auch das Scheitern allein angelastet. Er fiel in Ungnade und bekam fortan keine königlichen Aufträge mehr. Er verlor nicht nur seinen Posten als Schlossbaumeister, sondern musste Berlin verlassen.
Bild 1: Visionäre Darstellung des Berliner Münzturms [51]
Eine Baumaßnahme sollte stets als eine Gemeinschaftsaufgabe betrachtet werden, an die alle Beteiligten unter der Zielstellung mitwirken, das bestmögliche Ergebnis bei vertretbaren Kosten zu erreichen.
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Risse: Ursachen – Diagnose – instandsetzung Bestimmen Sie schnell die Ursachen für Risse, klären Sie zweifelsfrei die Schuldfrage durch eindeutige Diagnosen und erstellen Sie fachgerechte Maßnahmen zur Instandsetzung und Nachbesserung! Risse sind keine harmlosen Schönheitsfehler. Sie sind sichtbare Beweise für eine falsche Planung oder für Fehler während der Bauausführung. Das vorliegende Fachbuch ist ein Rundum-Werk mit Expertenwissen zum Thema Risse. Sowohl Fachleute als auch Nichtfachleute erhalten das notwendige Know-how, um den Weg von der Ursachenfindung und Diagnose von Rissschäden über die Planung der Instandsetzung und deren Realisierung bis zur Abnahme der Bauleistung in klarer Linie nachzuvollziehen. Der Praxis-Ratgeber enthält grundlegende Kenntnisse über Bildung, Ursachen und Bewertung von Rissen. Aussagekräftige Fallbeispiele und Informationen zum Sammeln von Daten sowie diverse Checklisten stellen für den Fachmann praxisbezogene Instrumentarien zum Erkennen, Klassifizieren, Vermeiden und Beheben von Rissschäden dar. Um Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden, ist zudem stets die Beantwortung der Frage nach der Verantwortlichkeit und Haftung unverzichtbar. Entsprechende Hinweise und wesentliche Informationen zu geltenden Normen und Regelwerken tragen zur rechtlichen Sicherheit bei. Der Serviceteil im Buch und die beiliegende CD-ROM umfassen die Erläuterung fachlicher Begriffe, Angaben über Regelwerke und Richtlinien, weiterführende Literatur und themenbezogene Links. Zusätzlich finden sich dort Formblätter zur Anwendung in der Baupraxis und Musterdokumente zur Erarbeitung bzw. Gestaltung von Nachweisunterlagen.
Aus dem Inhalt in Kürze:
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