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Ausflüge in die Elster-Luppe-Aue

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Dieser Band nimmt Sie mit auf zwei Streifzüge durch den Leipziger Auenwald und dessen Umgebung. Die erste Tour führt durch das Naturschutzgebiet »Burgaue« von Böhlitz-Ehrenberg in Richtung Schkeuditz. Hier entdecken Sie alte Flussläufe der »Luppe« und können die frische Waldluft bei einem kühlen Bierchen in den Ausflugsgaststätten der Region genießen. Die zweite Tour führt entlang des Lupperadweges in Richtung Palmengarten und zurück. Hier erfahren Sie Wissenswertes über das Rosental, die Kleinmesse, das ehemalige Zentralstadion und vieles mehr.

Herzlichen Dank den Sponsoren dieses Bandes:

Ausflüge in die Elster-Luppe-Aue

9,90 Euro

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BÖHLITZER HEFTE

Domholz – Pfarrholz und zurück www.auto-freydank.de

Pflege- & Gesundheitsdienst Elke Markov

REINHARD RECHTSANWÄLTE

Entlang der »Neuen Luppe« Knauer, Herbst & Xaver Breuer Versicherungsmakler KHB gegr. 1990

Beratung • Verkauf • Montage Reparaturunternehmen für Großküchen- und Kältetechnik

Elektrotechnische Geräte Böhlitz-Ehrenberg GmbH Ingenieurbüro

Klemm & Hensen GmbH Beratende Ingenieure

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Häusliche Krankenpflege Krüger GmbH

W ERBEAGENTUR K OLB

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in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Ortsgeschichte Böhlitz-Ehrenberg e.V.

in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Ortsgeschichte Böhlitz-Ehrenberg e.V.


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AUSFLÜGE IN DIE ELSTER-LUPPE-AUE


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Inhalt Das Landschaftsschutzgebiet »Leipziger Auenwald«............................... 8 TOUR 1: DOMHOLZ – PFARRHOLZ UND ZURÜCK.................................. 14 Jagdrondell · Wettinstein · Domholzschänke · Bocklinie · Sixtuswiese Gundorfer Linie · Schlobachshof · »Waldspitze« Böhlitz-Ehrenberg Bierspezialität »Leipziger Gose« 31 Wiedervernässung der westlichen Aue 36

Das Waldbad Böhlitz-Ehrenberg 39 Das Rollhockeystadion 41

Lebensader für Pflanzen und Tiere – die Auenlandschaft........................ 42 TOUR 2: ENTLANG DER »NEUEN LUPPE«.............................................. 46 Waldspielplatz »Am alten Forsthaus« · Auwaldkran · Nahle-Auslassbauwerk Auensee · Luppe-Wehr · Klärwerk Rosental · Aussichtsturm Rosental Zentralstadion/Red Bull Arena ·Palmengarten · Kleinmesse · Nahlewehr Ausweichroute bei Brückensperrung 81

Hochwasseralarm 82

Anhang................................................................................................ 86 Literaturverzeichnis·Websites 86 Impressum 99 Der Autor·Bildquellen-Verzeichnis 87

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TOUR 1

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Domholz – Pfarrholz und zurück 3

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Gedenkstein für die Elster-LuppeRegulierung

TOUR 1 in die sie dann auch nach der Autobahn A9 wieder einmündet. Der Name »Luppe« stammt aus dem Slawischen und bedeutet soviel wie »die Rauschende«. Auch heute gibt es an mehreren Stellen der »Luppe« kleinere Stromschnellen, an denen man dann das Rauschen des Wassers hört. Der ursprüngliche Lauf der »Luppe« führte direkt an der nördlichen Ortsgrenze von Böhlitz-Ehrenberg vorbei und schlängelte sich dann Richtung Westen durch den Auenwald. Noch heute sind die alten Flussläufe zu sehen. Unser Weg führt uns zu einem dieser erhaltenen Altarme der »Luppe«. Dazu überqueren wir die Brücke der »Dölziger Straße« (B 186), die 2009/ 2010 durch einen Neubau ersetzt wurde, Die »Bocklinie« zweigt von der B 186 ab


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Domholz – Pfarrholz und zurück und biegen nach rund 150 m rechts in einen Weg ein, der »Bocklinie« genannt wird. Die »Bocklinie« befindet sich im Waldgebiet »Verschlossenes Holz«. Dieses Waldgebiet trägt diesen Namen, da es von zwei Flussläufen, der »Neuen Luppe« und der »Alten Luppe«, eingeschlossen wird. Gekennzeichnet ist das »Verschlossene Holz«, ebenso wie das »Pfarrholz«, durch die ehemalige Grenze von Sachsen und Preußen. Noch heute sind fünf alte Grenzsteine entlang der früheren Grenze zu finden. Auch der südliche Arm der »Alten Luppe« direkt an der »Bocklinie« kennzeichnet den Grenzverlauf. Hier zeigt sich – wenn auch nur auf wenigen hunGrenzstein der sächsisch-preußischen Grenze

dert Metern Länge – der natürliche Flusslauf der »Alten Luppe«. Wir folgen dem Pfad der »Bocklinie« für zirka 500 m durch dieses sehr idyllische Waldstück, ehe wir auf der »Sixtuswiese« ankommen. Der Name dieser weitläufigen Wiese stammt vom Schutzpatron »Sixtus« der Merseburger Kirche, die auch nach ihm benannt wurde und demzufolge »Sixtuskirche« heißt.

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Die Abzweigung rechts führt zu den Lachen an der »Waldspitze« Böhlitz-Ehrenberg

Lachen »Waldspitze« Böhlitz-Ehrenberg

Farbenspiel an der »Waldspitze« im Herbst

Die Lachen – Brutstätte für viele Vogelarten


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Ein Eichhörnchen auf Nahrungssuche

»Waldspitze« – Zuhause für Nutrias und Rehe


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DIE AUENLANDSCHAFT

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Lebensader für Pflanzen und Tiere –

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die Auenlandschaft

ie einzigartige Landschaft um standhafte Bäume in ÜberschwemmungsLeipzig beinhaltet ein reichhal- gebieten. Dazu zählen Weiden, Pappeln, tiges Auen-Ökosystem mit Of- Linden und Erlen. fenlandbereichen wie Die »Hartholzaue« daGrünland, Streuobstgegen liegt in weniger wiesen und Ackerfläüberschwemmungsgech en. Diese umsäufährdeten höheren Gemen das Feucht- oder bieten. Die HauptbaumNasswaldgebiet, den arten der Hartholzaue Leip ziger Auenwald, sind unter anderem der auch als »DschunEschen, Stieleichen, Ulgel Mitteleuropas« bemen und Winterlinden. Der Märzenbecher, einer der zeichnet wird. Ganz typisch für Auenerster Frühjahrsboten im Auenwald – wälder ist allerdings das manchmal schon im Februar Charakteristisch für den Fehlen jeglicher NadelAuenwald ist der Artenreichtum. Man holzarten. Der Leipziger Auenwald beunterscheidet zwei Kategorien des Waldes: herbergt viele feuchtigkeitsliebende Die »Weichholzaue« ist Lebensraum für Pflanzen und auch seine Strauch- und


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Pflanzen und Tiere Krautschichten sind üppig ausgeprägt. Besonders im Mai lässt er die Landesfarben von Sachsen in Ufernähe von »Elster« und »Pleiße« erstrahlen: Das frische Grün des Mischwaldes steht im Einklang mit dem strahlenden Weiß des Bärlauchs, ein wildwachsendes Lauchgewächs, das mit dem Knoblauch verwandt ist. In den unterschiedlichen Jahreszeiten treffen wir auch auf Pflanzengemeinschaften, sogenannte Saumgesellschaften, die in verschieden breiten Bändern die Wege und Waldränder säumen. Und wenn man sich genauer umschaut, können sogar floristisch bemerkenswerte Pilzarten entdeckt werden. Der Auenwald steht in enger Verbindung mit zahlreichen Biotopen, wie den »Gundorfer Lachen« und der »WaldspitEin Vertreter der Frühblüher im Leipziger Auenwald: der Wald-Goldstern

Über 30 Libellenarten, fast 50 Prozent des gesamten europäischen Bestandes, konnten im Leipziger Auenwald nachgewiesen werden

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TOUR 2

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Entlang der »Neuen Luppe« 5

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TOUR 2

Hier gab es überwiegend im Bereich befindet. Der »Hintere Rosentalteich« der mechanischen Reinigungsstufe und ist nach Paragraph 26 des Sächsischen bei der SchlammNaturschutzgesetbe hand lung zahlzes als geschütztes reiche ModernisieBiotop eingestuft. rungsarbeiten. Die Der Teich wurde biologische Reinivon Gartendirektor gungsstufe wurde Karl Otto Wittenim Zeit raum von berg entworfen und 2000 bis 2005 umim Jahre 1897 für fassend erweitert. 22 547 Goldmark Heute reinigt das aus dem Nachlass Spielplatz direkt am »Hinteren Rosentalteich« Klärwerk im Rosendes Leipziger Kauftal täglich et wa manns Franz Domi110 000 m3 Abwasnic Grassi (1801– ser von über einer 1880) angelegt. halben Million MenBefüllt wird der schen aus Leipzig Teich durch Brunund der Region. nenwasser, das ihm Wir setzen unsezugeführt wird. ren Weg auf dem Eine große Erd»Marienweg« 250 m krötenpopulation fort. Dann biegen (Bufo bufo) nennt Geschütztes Biotop: der »Hintere Rosentalteich« wir nach links den »Hinteren Roab und komsentalteich« ihr zu men nach wenigen Metern an Hause und macht ihn zu einem wichtigen einen Spielplatz, der sich direkt Arten-Reservoir, da diese Krötenpopulaam »Hinteren Rosentalteich« tion an den Laichplatz ge bunden ist


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Entlang der »Neuen Luppe«

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Ein Teil der Aufbereitungsanlagen des Klärwerkes im Rosental

Den ersten Aussichtsturm erhielt das (strikte Laichplatzbindung); rund 3500 Kröten leben hier. Der Teich steht übri- Rosental bereits im Jahr 1896. Der Leipziger Stadtbaurat Professor Dr. Hugo gens unter Denkmalschutz. Wir gehen am linken Ufer des »Hin- Licht entwarf und errichtete einen hölzerteren Rosentalteiches« entlang und nen Turm von 15 m Höhe. Dieser stand kommen unserem nächsten Zwischen- bis zum 4. Dezember 1943. In Folge eines schweren Bomziel, dem Aussichtsbenangriffs auf Leipturm im Rosental, zig brannte er an immer näher. Wir diesem Tag nieder. erreichen den Fuß Es sollte 32 Jahre der Erhöhung, auf dauern, ehe die Leipdem der Aussichtsziger auf dem Roturm steht, nach sentalhügel wieder rund 400 m. Diese einen Aussichtsturm Erhöhung, im Volksbesteigen konnten. mund gerne als Im Jahre 1975 bau»Scherbelberg« bete man einen neuen zeichnet, entstand 20 m hohen und 23 t von 1887 bis 1896 Der alte Rosentalturm brannte 1943 nieder schweren Turm aus durch Aufschüttung Stahl, der via Hubvon rund 60 000 Pferdefuhren Hausmüll. Ab 1895 be- schrauber auf seine Position gehievt wurgann man mit der Begrünung des de. Nach dem Erklimmen der 104 Stufen Rosentalhügels. Die dazu benötigten hat man einen herrlichen Blick auf die Leip36 783,74 Goldmark wurden ebenfalls ziger Innenstadt, die umliegenden Orte dem Nachlass von Grassi entnommen. und auf die Baumwipfel des Rosentals. Das Rosental wurde im Jahre 1318 erstDiese Bepflanzungsarbeiten schloss man mals urkundlich erwähnt. Bis 1663 blieb es 1900 ab.


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Namen »Stadion der Hunderttausend«. Mit einem Fassungsvermögen von 100 000 Zuschauern war das Stadion eines der größten Bauprojekte der 1950er Jahre. Die Bezeichnung »Stadion der Hunderttausend« kann aber auch auf die freiwilligen Arbeitskräfte bezogen werden, die beim Stadionbau halfen. An 360 offiziell gezählten Arbeitstagen halfen über 180 000 Freiwillige, die 735 992 Arbeitsstunden ableisteten. Sie schütteten u. a. aus 1,5 Millionen Kubikmeter Trümmern des zerstörten Leipzigs die 23 m hohen (und am Fuß etwa 100 m breiten) Zuschauerdämme auf. Auf fast 49 km Länge entstanden im Innenoval Festwiese und Glockenturm, dahinter das Stadion

auf 20 000 Betonfertigteilen die Sitzflächen für die 100 000 Zuschauer. Eröffnet wurde das Zentralstadion als eines der weltweit größten und modernsten Stadien am 2. August 1956. In den darauffolgenden Wochen besuchten über eine Million Menschen die angesetzten Großsportveranstaltungen. So verfolgten mehr als 100 000 Zuschauer das Ortsderby zwischen SC Rotation Leipzig und SC Lokomotive Leipzig (Endstand war 1:2). Am 6. Oktober 1956 schoss Fritz Walter in der »Schüssel«, wie das Zentralstadion im Volksmund gerne genannt wurde, sein berühmtes Hackentor bei der Begegnung SC Wismut Karl-Marx-Stadt gegen


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den 1. FC Kaiserslautern, die die Lauterner mit 3:5 gewannen. Am 25. November des gleichen Jahres war die Begegnung zwischen dem FC Schalke und dem SC Lok Leipzig ausverkauft. Mehr als 250 000 Zuschauer wollten die Partie ursprünglich sehen. Bei der Begegnung zur offiziellen Umbenennung des Zentralstadions am 24. Juli 2010 zwischen dem FC Schalke 04 und RB Leipzig waren es dagegen »nur« 21 566. Auch die Europapokal-Begegnung gegen Benfica Lissabon (3:1), das UEFA-Cup-Halbfinale

gegen Tottenham Hotspurs (1:2) und der Einzug ins Finale des Europacups der Pokalsieger (6:5 n. E. gegen Girondins Bordeaux) waren stets ausverkauft. Aber nicht nur der Fußball lockte die Menschen in Scharen in das Stadion, auch die zahlreichen Leichtathletik-Veranstaltungen, die Friedensfahrt-Ankünfte und die Turnfeste zeigten sich als Zuschauermagnete. Nach der politischen Wende gab es allerdings nur noch wenige Höhepunkte in der »Schüssel«, die zusehends verfiel. Zahlreiche Zuschauer-


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Überschwemmung an der B 186, Nähe Domholzschänke


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in Zusammenarbeit mit der Landestalsperrenbehörde, das bisher ungenutzte Nahleauslassbauwerk vor der Mündung der »Nahle« in die »Luppe« zu öffnen. Am 9. Januar wurden vier der 16 Schütze geöffnet und somit weite Bereiche des nördlichen Auwaldes im Bereich der« Burgaue«, westlich der »Gustav-EscheStraße«, geflutet. Die angespannte Hochwassersituation verschlechterte sich durch weitere Regenfälle, so dass am 14. Januar schließlich alle Schütze des Auslassbauwerkes bei Böhlitz-Ehrenberg gezogen werden mussten. Im Vorfeld der Wehröffnung wurde in Pressemitteilungen versichert, dass keine Wohnhäuser in Mitleidenschaft gezogen werden. Dies sollte sich bewahrheiten. Allerdings standen der Schlobachshof und das Rollhockeystadion von BöhlitzEhrenberg bis zu 70 cm unter Wasser. Da die finanzielle Situation der Stadt angespannt ist, sieht sie sich im Moment außerstande, die betroffenen Bürger und Vereine zu entschädigen. Diese stehen nun am Rande ihrer Existenz.

Schlobachshof: überfluteter Schweinestall

Das Vereinsgebäude des Rollhockeyclubs stand, wie alle anderen Gebäude des Vereins, mehr als 60 cm unter Wasser


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Ausflüge in die Elster-Luppe-Aue by Denis Achtner - Issuu