Im Fokus
Mit Kreativität zur Sinnes- und Willensbildung
Spektrum
Die Mitteilungen der Rudolf Steiner Schule ZĂźrich
Menschen an unserer Schule
Herbst / Winter
Aus dem Schulleben
Faszination Skateboard
Herzlich Willkommen!
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360o um die Schule
Eine Apotheke in Corona-Zeiten
Wenn man weiss, dass unser Intellekt nicht dadurch gebildet wird, dass wir direkt losgehen auf die intellektuelle Bildung, wenn man weiss, dass jemand, der ungeschickt die Finger bewegt, einen ungeschickten Intellekt hat, wenig biegsame Ideen und Gedanken hat, während derjenige, der seine Finger ordentlich zu bewegen weiss, auch biegsame Gedanken und Ideen hat, hineingehen kann in die Wesenheit der Dinge, dann wird man nicht unterschätzen, was es heisst, den äusseren Menschen mit dem Ziel zu entwickeln, dass aus der ganzen Handhabung des äusseren Menschen der Intellekt als ein Stück hervorgeht.
Rudolf Steiner, GA 301, Seite 80
Editorial
Liebe Leserinnen, liebe Leser !
Hervorgerufen durch die Corona-Pandemie und den daraus folgenden Massnahmen erleben wir eine Zeit, die viel Verunsicherung auslöst und uns viel Flexibilität und die Bereitschaft auf Verzicht abfordert. Die Kinder und Jugendlichen erleben, dass Gewohnheiten und Sicherheiten verlorengehen und sich der Umgang untereinander ändert. Eine oft sehr verängstigende und belastende Situation! Wir Schulen sind in dieser Zeit noch mehr gefordert, den Schülerinnen und Schülern einen stärkenden und gesundheitsfördernden Entwicklungsraum zu bieten. Vor allem die künstlerischen Fächer tragen zur Stärkung ihres Denkens, Fühlens und Wollens bei und unterstützen die gesunde Entwicklung des Selbstbewusstseins und der individuellen Ausdrucksfähigkeit der Heranwachsenden. Daher widmen wir uns im Fokus dieser Herbst-/Winterausgabe den künstlerischen Fächern und gehen der Frage nach, wie Werken und Handarbeit, Bildnerisches Gestalten, Theaterspielen und Eurythmie die Sinnes- und Willensbildung fördern. In der Rubrik «Innen und Aussen» erläutert Dr. Michael Seefried, Kinder- und Jugendmediziner am Paracelsus-Zentrum Sonnenberg, sowohl die Ergebnisse einer von ihm initiierten Corona-Studie als auch zukunftsweisende Ideen, wie die gewonnenen Erkenntnisse im Zusammenwirken von Schulen, Eltern und Kindern zu konkreten Veränderungen und Verbesserungen umgemünzt werden können. Vier Schüler unserer Schule haben mir in der Rubrik «Aus dem Schulleben» einen Einblick in ihre «Skater-Welt» gegeben. Das Gespräch mit diesen begeisterten und begeisternden Jungs war eine grosse Freude für mich. Auch bei mir steht ein verstaubtes Skateboard im Keller – wer weiss …!
Die Apothekerin Carla Wullschleger stellt uns in der Rubrik «360° um die Schule» die St. Peter Apotheke in Zürich vor und gibt uns einen Einblick, welche Herausforderungen das Team der Apotheke während der letzten Monate bewältigen musste. In unserer letzten Ausgabe hatten wir berichtet, dass Dirk Dietz sein Mandat der Schulleitung abgibt und dies einen grossen Wandel an unserer Schule darstellt. Die Veränderung stellte sich dann als noch tiefgreifender heraus: Dirk Dietz hat unsere Schule zum vergangenen Sommer verlassen. In der Rubrik «Menschen an unserer Schule» verabschieden wir unseren langjährigen Kollegen und dürfen gleichzeitig neue Kolleginnen und Kollegen «Herzlich Willkommen» heissen. Auf die Rubrik «Vorschau» müssen wir auch in dieser Ausgabe aufgrund der besonderen Situation hierzulande und der geltenden Versammlungsbestimmungen verzichten, da wir voraussichtlich bis zu den Sportferien keine öffentlichen Veranstaltungen anbieten können. Das hat auch zur Folge, dass unser Weihnachtsbazar dieses Jahr nicht stattfinden wird. Das Bazarkomitee hat sich jedoch eine sehr stimmungsvolle und absolut wunderbare Alternative ausgedacht: ein Adventslädeli, das während der Adventszeit auf unserem Schulgelände die kostbaren Bazarschätze anbieten wird. Informationen hierzu finden Sie am Ende dieser Ausgabe. Nun wünsche ich Ihnen viel Freude beim Lesen, bleiben Sie gesund und lassen Sie uns gemeinsam dazu beitragen, dass unsere Kinder eine unbeschwerte und zuversichtliche Winterzeit erleben dürfen. Birgit Purainer 3
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Spektrum
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Rudolf Steiner Schule ZĂźrich
Im Fokus
Aus dem Schulleben
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36 Skaten – eher ein Lifestyle als ein Sport Vier Schüler aus der 5. und 8. Klasse verraten, warum sie Skaten so cool finden und dafür gerne auch mal Schmerzen und Ärger ertragen.
ewegliche Finger, B bewegliche Gedanken Warum ist das Tätigsein und Üben mit den Händen so wichtig für alle Altersstufen? Die Handarbeitslehrerin Maria Tzikas und der Werklehrer Tilman Student geben spannende Einblicke in ihren Unterricht.
10 Bei uns wird (Theater) gespielt Vera Wohlgemuth über die Bedeutung des Spieles – im Leben und auf der Bühne 16 Kunst ist Gefühl. Kunst ist Seele. Wie Bildnerisches Gestalten das Denken, das Fühlen und den Willen fördert – ein facettenreiches Gespräch mit Maya Killer. 21 Eurythmie – das Empfindungsfeld schulen Axel Boos beschreibt, was die Eurythmie bei Kindern und Jugendlichen bewirken kann und welch kostbaren Raum sie zwischen den Schülerinnen und Schülern kreiert. Menschen an unserer Schule
24 Auf Wiedersehen, Ilona und Dirk! Das Kollegium verabschiedet sich von Ilona Voulgari und Dirk Dietz. Herzlich Willkommen! Rhea Dietschi, Anna Schmid, Jasmine Milazzo, Amalia Montero, Philippe Goeldlin und Andrea Corsi stellen sich der Schulgemeinschaft vor. Innen und Aussen
30 Die Herausforderung dieser Zeit können wir nur gemeinsam bewältigen Eine von ihm initiierte Corona-Studie an Schulen und Elternhäusern bestärkt den Kinderarzt und Schulgründer Dr. med. Michael Seefried in seinem Credo: Die Zeit ist reif für grundlegende Veränderungen!
Aus dem Vorstand
40 Schulterschluss für eine optimale Schulraumgestaltung Vorstand und Schulleitung wollen sich zukünftig verstärkt um die Lernumgebung als «drittem Erzieher» kümmern. 360 o um die Schule
42 Die St. Peter Apotheke – grundsätzlich ganzheitlich Pioniergeist, soziales Engagement und umfassender 24/7-Service: Carla Wullschleger öffnet die Türe zu «ihrer» Apotheke, die auch Mitglied im «Steiner-Partner-Pool» ist. 45 An alle Alumnis: Einladung zum Netzwerken! Ehemalige SchülerInnen, Eltern und Lehrpersonen aus den vier Zürcher Steinerschulen bieten über ihr Alumni Netzwerk ein Mentoring-Programm für Schulabgänger an! 46 Was wäre? Ein Gedicht von Vera Wohlgemuth über das Herbstfest und ein Jahr voller Fragen 47 Vorfreude aufs Adventslädeli Das Bazarkomitee informiert nach der Absage des diesjährigen Bazars über seine neuen Pläne. Impressum
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Im Fokus
Bewegliche Finger, bewegliche Gedanken Interview: Birgit Purainer und Stefanie Wolff-Heinze
Ein wichtiger Grundsatz der Rudolf Steiner Pädagogik ist, dass der junge Mensch dazu befähigt werden soll, nach der Schulzeit als handelnder, fühlender und denkender Mensch Verantwortung in der Gesellschaft und für die Natur zu übernehmen. Somit kommt den Steinerschulen die Aufgabe zu, Initiativkraft, eigenständiges Denken und Sozialkompetenz zu fördern und zu vermitteln. Wie können diese Kompetenzen konkret erworben werden? Was stärkt das Selbstbewusstsein und was fördert die Ausdauer und Kreativität der Schülerinnen und Schüler? Ein Gespräch mit der Handarbeitslehrerin Maria Tzikas und dem Werklehrer Tilman Student bietet zu diesen Fragen aufschlussreiche Einblicke in deren Unterricht. Frau Tzikas, Herr Student, das Thema Kreativität steht im Fokus dieser Ausgabe. Wo gibt es für die SchülerInnen im Handarbeits- und Werkunterricht die Möglichkeit, sich kreativ auszudrücken, und wieviel der Unterrichtsinhalte sind vorgegeben? Tzikas: Die Kinder lassen bereits in
Maria Tzikas, Mutter von zwei Söhnen (19 und 21 Jahre), ist gelernte Damenschneiderin und begann vor zwei Jahren eine Ausbildung zur Handarbeitslehrerin an der Textil- und Kunstschule in Basel. Seit Dezember 2019 arbeitet sie an unserer Schule und unterrichtet die erste, zweite, vierte, sechste und siebte Klasse. Tilman Student – seit dem Schuljahr 2013/14 an der Plattenstrasse – unterrichtet Werken von der sechsten bis zur neunten Klasse und ist zudem Klassenbetreuer der achten Klasse. Nach der Waldorfschule und einer Ausbildung zum Schreinermeister absolvierte der vierfache Familienvater (seine Kinder sind 3, 6, 9 und 12 Jahre alt) eine berufsbegleitende, dreijährige Ausbildung zum Waldorf-Lehrer in Überlingen am Bodensee.
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der ersten und zweiten Klasse ihrer Kreativität freien Lauf. In der ersten Klasse haben wir zum Beispiel eine Schnecke mit den Fingern gehäkelt und die Kinder durften dann einen Karton als Zuhause der Schnecke gestalten. Da sind zu meiner grossen Überraschung 24 ganz unterschiedliche Schneckenwelten entstanden – von der Wasserschnecke bis zur Schnecke, die im Wald lebt. In der dritten und vierten Klasse fangen die Kinder dann an, sich eher mal am Nachbarn zu orientieren. Student: Ich finde diese Frage sehr spannend. Denn im Grunde genommen vermitteln wir im Werken vor allem Grundtechniken. Den kreativen Raum sehe ich in der sechsten Klasse, wenn die SchülerInnen eine Schale aus Holz erstellen: Da können sie die Details so ausgestalten, wie sie es möchten. Das Thema Krea-
tivität greift dann wieder in der neunten Klasse, wo die Jugendlichen eigene Gestaltungsideen entwickeln können. Das ist ein guter Zeitpunkt, denn dann geht es in die zehnte Klasse, in die Atelierschule: Dort ist es wichtig, dass die Jugendlichen versuchen, mit dem, was sie bis anhin gelernt haben, eigene Ideen umzusetzen. Ich merke manchmal, dass sie beispielsweise in der neunten Klasse gar nicht so viele Ideen haben, sondern mit dem Thema Kreativität noch ein bisschen überfordert sind.
Inwiefern geht der Werkunterricht auf die entwicklungsbedingten Bedürfnisse der SchülerInnen ein? Student: In der sechsten Klasse, also zu Beginn der Pubertät, ist die Holzschale das zentrale Thema. Das Schalenschnitzen ist traditionell in der Waldorfpädagogik verankert, weil die Schale ein Sinnbild für die Pubertät ist: Dort geschieht eine Wahrnehmungsveränderung – die Jugendlichen merken, dass sie einen Innenraum haben, der sich von der Aussenwelt unterscheidet. Und der Rand der Schale steht für eben diesen Umbruch. Interessanterweise Rudolf Steiner Schule Zürich
entscheiden sich die meisten Jugendlichen dafür, den Übergang am Rand rund zu gestalten. Es gäbe hier eigentlich noch weitere Möglichkeiten. Das Schalenschnitzen beinhaltet also einerseits den Aspekt der Kreativität, aber auch den Aspekt der pädagogischen Orientierung am Alter der Schülerinnen und Schüler. In der siebten und achten Klasse geht es mir um Handwerkstechniken und dabei auch um eine Willens-Erziehung. Die Jugendlichen sollen durchhalten können und merken, dass das Werken auch anstrengend sein kann. Das erleben sie ja – ausser im Sport – kaum mehr. Hier finde ich es auch sehr wichtig, dass sie ihr Material bearbeiten und erleben, dass dieses Material Widerstand bietet und einem etwas abverlangt. Ich mache sie mit grundlegenden Handwerkstechniken vertraut, die man heute nicht mehr lernt und auch nirgends mehr sieht. Denn es liegt ja gut hundert Jahre zurück, dass es in jedem Dorf einen Schreiner oder Schmied gab.
Die von Ihnen genannte Willens-Erziehung ist ein sehr interessanter Aspekt: Welche Fertigkeiten und welche charakterlichen Eigenschaften werden hier geschult? Student: Wenn man diesen Aspekt des Dranbleibens anschaut: Es gibt SchülerInnen, denen das total leichtfällt. Sie kommen gerne in den Unterricht und gehen in der Aufgabe komplett auf. Andere SchülerInnen merken, dass sie mit dem Widerstand des Materials, beispielswei-
se von Holz, konfrontiert sind, und wissen zunächst gar nicht, wie sie diesen überwinden können. Mit der neunten Klasse arbeite ich zudem noch mit Metall und gehe auch in die Töpfer-Werkstatt. In der siebten Klasse beschäftigen wir uns neben dem Schreinern auch mit Ton. Das sind ganz unterschiedliche Werkstoffe – und spannend zu sehen ist: Manche SchülerInnen kommen mit dem Holz sehr gut klar, haben aber beim Plastizieren nicht so die Möglichkeit, einzutauchen und sich geduldig darauf einzulassen – eben weil das Material gar keinen wirklichen Widerstand bietet.
Wie darf man sich den Themenbogen im Werken von der sechsten bis zur neunten Klasse vorstellen? Student: In der sechsten Klasse beginne ich mit der Vermittlung der grundlegenden Techniken: So starten wir im Holzhandwerk zunächst mit Sägen und Hobeln. Danach beschäftigen wir uns mit der Verbindung. Erst einmal ist sie unsichtbar; dann wird sie sichtbar, Stichwort Schwalbenschwanz-Zinkungen. Es ist mir ein echtes Anliegen, dass die Schülerinnen und Schüler eine kleine Grundausbildung im Umgang mit Holz und den Holz-Verbindungen erhalten. In der siebten Klasse fangen wir mit dem Schreinern an und beschäftigen uns mit dem Plastizieren; hier wird also nochmals das Thema Gefässe aufgegriffen. In der achten Klasse haben wir durch das Theaterspiel etwas weniger Zeit, dafür warten jedoch auf die Schü-
lerInnen spannende Aufgaben im Kulissenbau. In der neunten Klasse erstellen die Jugendlichen u.a. ein Werkstück, bei dem ich versuche, die Gewerke zu verbinden – also Holzarbeit mit dem Plastizieren und der Metallarbeit. Zum Beispiel entsteht ein Wandleuchter aus Ton mit einem Kerzenständer und einem Reflektor aus Kupfer. Das Werkstück ist für die Neuntklässler quasi der Übergang zu einem kreativen und freieren Gestalten.
Können Sie kurz aus Sicht des Schülers erklären, welche Unterschiede die Beschäftigung mit diversen Materialien ausmacht? Student: Welche Fähigkeiten man ausleben kann, ist von Material zu Material verschieden: Beim Holz begegnen die Schüler dem Widerstand mit Kraft und Willen. Beim Ton muss man geduldig sein. Was man da erschafft, kann man mit einem einzigen Handdruck vernichten. Da ist also Geduld gefragt – und keine Kurzschlussreaktion. Auf der anderen Seite kann man dank dieses plastischen Materials aber auch immer wieder weiter formen. Bei Holz hingegen sind die Bearbeitungsschritte endgültig: Was weg ist, ist weg und lässt sich nicht mehr ranstückeln. Und beim Körbeflechten gilt es, sich gut zu konzentrieren und stets das ganze Werk im Überblick zu behalten – die einfachen Abschnitte und die schwierigen Übergänge. Hierbei wird vor allem die Finger-Geschicklichkeit geschult. 7
Wie steht es um den sozialen Aspekt in der Klasse? Und welche Emotionen spüren Sie im Unterricht? Student: Ich erlebe selbstverständlich bei den Jugendlichen mit, wenn sie gerade in einer persönlichen Krise oder vielleicht in einem Tagestief sind; dann müssen sie arg damit kämpfen, weiterzumachen und in die Arbeit einzutauchen. Aber im Grossen und Ganzen kommen die Schülerinnen und Schüler gerne und sind froh über diesen Ausgleich zum Kognitiven im Schulalltag. Manche sind immer zu früh da und wollen am liebsten gleich starten. Andere müssen erst einmal ihre Unlust überwinden; aber gerade denen tut es sichtlich gut, wenn sie sehen: Da kommt etwas dabei heraus, wenn ich mich betätige. Es geschieht nur ganz selten, dass etwas gar nicht funktioniert. Ich versuche dann immer, ein Stück weit zu helfen, und bitte auch gerne «schnellere» SchülerInnen um Unterstützung. Ich freue mich immer sehr, wenn sie sich gegenseitig motivieren und einander konkret weiterhelfen können. Das ist ein wichtiger sozialer Aspekt in der Klassengemeinschaft.
Schauen wir uns den Handarbeitsunterricht an: Wie sieht da der Bogen aus? Tzikas: In der ersten Klasse fangen wir – parallel zum Unterricht – mit Stricken und Häkeln an. Die Kinder arbeiten mit Wolle. Nach und nach lernen sie dann bis zur dritten Klasse rechte und linke Maschen sowie
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Kreuzstich. Und so gibt es bis zur sechsten Klasse Steigerungen im Schwierigkeitsgrad. Wir arbeiten auch mit verschiedenen Materialien, zunächst zum Beispiel mit grobem Wollfilz. Die Materialien werden dann von Klasse zu Klasse feiner. Gerade in den unteren Klassen trägt der Handarbeitsunterricht viel zur Sinnesentwicklung bei: Er spricht die basalen Sinne, den Tastsinn, den Bewegungssinn und auch den Gleichgewichtssinn an. Wichtig ist zudem der rhythmische Bewegungsablauf in der Handarbeit; er fördert die willentlich geführte feinmotorische Bewegung und das Konzentrationsvermögen bei kleinen Tätigkeiten. Die Kinder bilden somit die Geschicklichkeit ihrer Hände und die Rechts-Links-Koordination aus, während sie etwas herstellen, was sie auch gebrauchen und nutzen können.
Warum dürfen die SchülerInnen eigentlich nicht früher als in der siebten Klasse an die Nähmaschinen? Das würde doch viel vereinfachen! Tzikas: Unter Berücksichtigung der altersgemässen Entwicklung ist bis zur sechsten Klasse vorgesehen, dass die Kinder von Hand ein Tier und eine Puppe erarbeiten. Es geht ja auch darum, dass nicht immer alles schnell, sondern sorgfältig und mit Ausdauer erarbeitet wird. Viele Kinder, die aus den vierten Klassen der Staatsschulen zu uns kommen, haben bereits Erfahrung an der Nähmaschine. Und dann möchten
natürlich auch alle anderen loslegen! Aber der Umgang mit einer Nähmaschine ist nicht einfach. Das geht in der siebten Klasse nur langsam, Schritt für Schritt. Für das Ziel bis zur neunten Klasse – das Nähen eines eigenen Kleidungsstückes – müssen viele Abläufe erlernt werden: Stoff zuschneiden, Knopfloch einfassen, eine Naht machen etc.
An den öffentlichen Schulen werden Handarbeit und Werkunterricht auf immer weniger Stunden gekürzt, weil es keine kognitiven Fächer sind. Rudolf Steiner jedoch vertrat die Ansicht: Wer bewegliche Finger hat, der hat auch bewegliche Gedanken. Können Sie das nachvollziehen? Student: Was Steiner vor hundert Jahren gesagt hat, ist ja mittlerweile durch die Hirnforschung belegt. Intelligenz ist nicht daraus entstanden, dass irgendjemand plötzlich gesagt hat: «Ich mach das!» Intelligenz wächst durch Ausprobieren und Weiterentwickeln. Das ist aus meiner Sicht eine grundlegende Wahrheit und Weisheit. Und wir haben uns inzwischen so weit davon entfernt: Welcher Jugendliche hat, wenn er das nicht irgendwie im Werkunterricht mitbekommt oder vielleicht einen Vater oder eine Mutter hat, die handwerklich tätig sind, noch Berührungspunkte mit dem Handwerk? Gerade deswegen ist es so unglaublich wichtig, dass dieses Tätigsein sowie das Üben und Lernen mit den Händen gepflegt werden. Ich sage den SchülerInnen auch Rudolf Steiner Schule Zürich
immer: «Ihr könnt in den Baumarkt gehen und euch für neun Franken genau dieses Stückchen Rollbrett kaufen. Darum geht es aber nicht. Es geht darum, dass ihr merkt, was es braucht, wenn man so einen Gegenstand von Hand macht.» Ich lasse meine SchülerInnen schon ab und an mit der Bohr- oder Schleifmaschine arbeiten; aber das sind wirklich Nebenschauplätze!
Gibt es eigentlich Rückmeldungen von den Eltern? Tzikas: Ich persönlich habe bislang nur positives Feedback erhalten. In der vierten Klasse hat man mich auf einem Elternabend neulich gefragt, ob ich nicht Hausaufgaben geben könnte.
Wie stehen Sie beide zum Thema Hausaufgaben? Tzikas: Diese Frage hat mich schon beschäftigt. Das Problem ist – das hat sich im Lockdown gezeigt –, dass viele Eltern wenig Erfahrung mit Handarbeit haben und überfordert sind. Ich will auch keinen zusätzlichen Druck auf die SchülerInnen ausüben. Es müsste eine Aufgabe sein, die parallel zum Unterricht läuft und nicht Bestandteil des Unterrichts ist. Ich würde diesen Vorschlag der Eltern gerne in einer Art Forschungsprojekt ausprobieren. Bei den kleineren SchülerInnen, die so viel Begeisterung in sich tragen, kann ich mir – eher als bei den Fünft- und Sechstklässlern – vorstellen, dass dies gelingen könnte.
Student: Für den Werkunterricht würde ich Hausaufgaben eher ausschliessen. Denn selbst eine Schnitzaufgabe beaufsichtige ich lieber im Unterricht – schon allein aus Sicherheitsgründen. Zudem empfände ich es als unnötige zusätzliche Belastung für die Kinder in ihrem ausgefüllten Alltag mit anderen Hausaufgaben. Werk- und Handarbeitsunterricht haben aus meiner Sicht eine besondere Qualität, weil sie eben kein Lernfach sind, in dem man Hausaufgaben machen muss. Es ist für mich etwas Wertvolles, wenn die SchülerInnen an unsere Fächer mit Freude herangehen und zwei Stunden eintauchen.
Unterscheiden sich Mädchen und Jungs in der Art und Weise, wie sie an die Handarbeit und ans Werken herangehen? Tzikas: Ich bemerke keinen Unterschied. Ob sie mit Eifer dabei sind, hat viel mehr mit dem Interesse des einzelnen Kindes zu tun, weniger mit seiner Geschlechtszugehörigkeit. Student: Diese Beobachtung mache ich auch. Zu Beginn meiner Lehrertätigkeit dachte ich, dass Jungs eigentlich den besseren Zugang zum Werken haben müssten. Aber das stimmt nicht, es hängt immer von der individuellen Persönlichkeit ab.
Was hat Sie motiviert, Pädagogin bzw. Pädagoge zu werden? Und was liegt Ihnen im pädagogischen Tun besonders am Herzen? Student : Ich habe schon früh während meiner Waldorf-Schulzeit
gemerkt, dass ich handwerkliche Tätigkeiten sehr mag, und ich hatte tolle Vorbilder bei den Pädagogen. Und in der neunten Klasse kam dann die Idee hinzu, Sozialpädagoge zu werden. Später wollte ich beides miteinander verbinden. Ich wurde zunächst Schreinermeister, habe dann eine Dozentenstelle angenommen und Ergotherapeuten im Grundkurs Holztechnik ausgebildet. Nach einem weiteren pädagogischen Projekt mit Langzeitarbeitslosen kam ich auf die Idee, das Waldorf-Lehrerseminar zu absolvieren. Ich bin hier an der Schule vor allem sehr glücklich über die schöne Holzwerkstatt, in der ich meinen Klassen die Freude am Handwerk vermitteln kann. Tzikas: Handarbeiten habe ich schon immer unglaublich gerne gemacht. Vor drei Jahren konnte ich dann im Rahmen von Praktika am Handarbeitsunterricht in Rudolf Steiner Schulen teilnehmen. Ich war begeistert, und mir war sehr schnell klar, dass das mein weiterer beruflicher Weg werden soll: Mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und ihnen die Freude an der Handarbeit vermitteln, indem wir mit «guten» Materialien gemeinsam sinnvolle und schöne Stücke herstellen. Lieber weniger, aber dafür schön! Zudem möchte ich die Eltern an den Arbeiten ihrer Kinder zukünftig noch stärker teilhaben lassen. Denn sie erleben oftmals einen begeisternden Wow-Moment, wenn sie sehen, wie kreativ und ausdauernd ihre Töchter und Söhne sind.
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«Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.»
«Über die ästhetische Erziehung des Menschen» von Friedrich Schiller
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Rudolf Steiner Schule Zürich
Bei uns wird (Theater) gespielt Einen grossen Teil seiner vielfältigen Fähigkeiten entwickelt der Mensch im Spiel. Frei von Konventionen, Alltagsregeln und -anforderungen entdeckt er hier viele seiner wesentlichen Eigenschaften.
«Es gibt nichts von alledem, was Menschen tun, kennen, sehen, denken, hoffen und fürchten, das nicht im Spiel der Kinder schon begonnen, erfahren, geübt oder doch geahnt würde.» aus «Kinderspiel –
lebensentscheidend»
von Heidi Britz-Crecelius
Vera Wohlgemuth ist Mitglied der Schulleitung sowie Lehrerin für Theaterarbeit und Sprachgestaltung.
Dem Spiel wird in der Steinerpädagogik ein grosser Wert beigemessen. Hier soll es nun um ein besonderes Spiel gehen, das Theaterspiel. Theaterspielen ist wie eine Reise: Wenn man zurückkommt, ist man jemand anderer. Jedes Spiel verhandelt Illusion und Realität, Sichtbares und Unsichtbares, Wirklichkeit und Möglichkeit und bringt dadurch neue Sichtweisen und neue Handlungsmöglichkeiten – auf der Bühne und im echten Leben. Das Theaterspiel bietet die Möglichkeit, neue Ausdrucksweisen zu erproben und die Elemente einer Situation so zu verändern, dass Neues und Unbekanntes entstehen kann.
«Theaterspielen hat für mich eine unglaublich befreiende Wirkung. Wenn ich Theater spiele, darf und soll ich nicht Ich selbst sein. Ich darf in eine neue Welt abtauchen und mich für einige Minuten oder Stunden von dem Hier und Jetzt entfernen.» Rubina, 14 Jahre
«Theater heisst für mich, jemand anderer sein zu können, sich zu präsentieren beziehungsweise das zu präsentieren, was man gerade darstellt. Mit Theater verbinde ich Aufregung, Freude, aber auch Arbeit. Wenn ich Theater spiele, fühle ich mich frei von meinen eigenen Gedanken, Gefühlen und Sorgen und versetze mich in die Gedanken und Gefühle der Person, die ich gerade darstelle. Danach gehe ich differenzierter mit meinen eigenen Gedanken und Gefühlen um, ich sehe die Dinge anders.» Leo, 19 Jahre
«Wenn ich Theater spiele, dann bin ich auch Erfinder, denn ich kann mir für die Rolle, die ich spiele, alles Mögliche ausdenken. Wenn ich nur nahe genug und ernst genug an der Rolle und an dem Geschehen im Spiel dran bin, dann ist es vorprogrammiert, dass alle Alltagsgedanken und Gefühle weg sind und ich in meiner Rolle denke und fühle und in meiner Rolle handle. Danach scheinen manche Sorgen und Probleme Fortsetzung auf Seite 13
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Im Spiel kann das höhere Selbst des Kindes als Erzieher wirken
«Wenn wir also unser erweitertes Selbst kennen, durch das wir in fremde Eigenwesen eintreten, dann dürfen wir schon beim Kinde davon sprechen, dass ausser demjenigen, woran wir uns als Erzieher halten können, was sich aus dem normalen Bewusstsein heraufentwickelt, etwas vorhanden ist als ein ausser dem gewöhnlichen Selbst befindliches höheres Wesen, das an dem Kinde schon arbeitet. Wenn wir dies ins Auge fassen, finden wir vielleicht etwas am Kinde, wo schon eine Art Erziehung am Kinde stattfindet, während wir uns mit unserer gewöhnlichen Erziehung nur an das persönliche Selbst des Kindes wenden können. Wo finden wir das, was an dem Kinde als ein höheres Selbst, als eine höhere Wesenheit sich betätigt, die zu dem Kinde gehört, aber nicht ins Bewusstsein hereinkommt? Es mag sonderbar erscheinen, dennoch aber ist es richtig, dass dies sich im Kinde betätigt bei dem rationellen, bei dem gut geführten Spiel. Beim Spiel des Kindes können wir nur die Bedingungen der Erziehung herbeischaffen. Was aber durch das Spiel geleistet wird, das wird im Grunde genommen geleistet durch die Selbstbetätigung des Kindes, durch alles, was wir nicht in strenge Regeln bannen können. Ja, gerade darauf beruht das Wesentliche und das Erzieherische im Spiel, dass wir haltmachen mit unseren Regeln, mit unseren pädagogischen und erzieherischen Künsten, und das Kind seinen eigenen Kräften überlassen. Denn was tut das Kind dann, wenn wir es seinen eigenen Kräften überlassen? Dann probiert das Kind im Spiel an den äusseren Gegenständen, ob dieses oder jenes durch die eigene Tätigkeit wirkt. Es bringt seinen eigenen Willen zur Betätigung, in Bewegung. Und in der Art und Weise, wie sich die äusse-
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ren Dinge unter der Einwirkung des Willens verhalten, geschieht es, dass das Kind in einer ganz anderen Weise als durch Einwirkung einer Persönlichkeit oder ihres pädagogischen Prinzipes sich an dem Leben, wenn auch nur spielend, erzieht. Daher ist es von so grosser Wichtigkeit, dass wir ins Spiel des Kindes so wenig wie möglich Verstandesmässiges hineinmischen. Je mehr sich das Spiel betätigt in dem, was nicht begriffen wird, was angeschaut wird in seinem Lebendigen, desto besser ist das Spiel. Wenn wir dem Kinde daher ein Spielzeug geben, wo es durch Ziehen von Fäden oder sonst wie die Bewegung von Menschen oder Dingen vorgetäuscht erhält, sei es im Bilderbuche mit beweglichen Tieren oder Menschen, oder im sonstigen Spielzeug, so erziehen wir es durch das Spiel besser, als wenn wir ihm die schönsten Baukästen geben. Denn in diese mischt sich schon zu viel Verstandestätigkeit hinein, was einem persönlicheren Prinzip angehört als jenes Herumtappen an dem Lebendig-Beweglichen, das nicht verstandesmässig begriffen, sondern in seiner vollen Tätigkeit angeschaut wird. Je weniger bestimmt und ausgedacht das ist, was im Spiel sich zeigt, desto besser ist es aus dem Grunde, weil ein Höheres, das nicht ins menschliche Bewusstsein hereingezwängt werden kann, dann eben hereinkommen kann, weil das Kind probierend und nicht verstandesmässig sich zum Leben verhält. Da sehen wir, wie das Kind durch etwas, was über das Persönliche hinausgeht, schon erzogen wird.»
Rudolf Steiner, GA 61, S. 428f
Rudolf Steiner Schule Zürich
nichtig. Wenn man gut und gerne Theater spielt, dann können mich solche Probleme nicht mehr im negativen Sinne beschäftigen, weil ich dann etwas habe, was mich erfüllt. Ich kann auch in die Rollen, die ich spiele, Persönliches einfliessen lassen, das ich sonst nicht so zeigen würde, denn auf eine Art bin ich in der Rolle anonym. Dieses Ausdrücken von Gefühlen und Innerem, das einen beschäftigt, hilft mir, mich besser zu verstehen und besser mit mir und anderen umgehen zu können.» Oskar, 17 Jahre
Um eine Rolle oder eine Figur darstellen zu können, braucht es Einfühlungsvermögen. Im Verkörpern und Erleben einer Rolle wird dieses Einfühlungsvermögen gefördert und steigert damit auch die Fähigkeit, sich in die Lebenslage anderer einfühlen bzw. versetzen zu können. Theaterstoffe sind aus dem Leben gespeist, mit allen erdenklichen Höhen und Tiefen. Oftmals haben die Motive, die hier verhandelt werden, aber auch einen universellen Charakter. Märchen, Fabeln, Mythen und Legenden sind häufig der Ausgang für die Theaterspiele der Kinder in der Steinerschule. Die Urbilder, die hier grundlegend sind, berühren uns auf anderen Ebenen, als es der Alltagsverstand tut. Wir können uns
dadurch mit übergeordneten Themen, Weisheiten und Wahrheiten verbinden. Dies erweitert den Horizont und das Zusammengehörigkeitsgefühl. Und natürlich ist es auch die Kunst des heiteren Scheiterns und des Durchhaltens und Wiederaufstehens und des gemeinsamen Weitermachens und Gelingens, die in der Theaterarbeit immer wieder erfahrbar und so berührend und wertvoll ist.
«Es war herausfordernd, sich ein halbes Jahr eine Beziehung zu unserem Stück aufzubauen. Mit seiner Klasse so lange auf ein Ziel hinzuarbeiten, war intensiv, wir haben viel Zeit miteinander verbracht. Viele unserer Mitschüler sind über sich selbst hinausgewachsen.» Gustav über das
8. Klass-Theater 2019
«Ein Sommernachtstraum»
In den unteren Klassen spiegeln die kleinen Bühnenstücke oft Unterrichtsinhalte wider und sind häufig chorisch gesprochen. Hierbei können sich Lerninhalte vertiefen und bleiben in Erinnerung. Mythen, Legenden oder historische Ereignisse werden mit Kopf, Herz und Hand nachvollzogen. Das Theaterspiel spricht die Kinder gesamthaft und in all ihrer Vielseitigkeit an und lässt sie erfahren, dass sie Teil eines Ganzen sind. Die jungen Menschen lernen, sich für die Gemeinschaft einzusetzen.
«In der 8. Klasse haben wir gemeinsam mit Frau Wohlgemuth ein Theaterstück einstudiert. Wir haben den Klassiker von William Shakespeare «Was ihr wollt» ausgewählt. Es hat aber nicht immer so geklappt, wie wir es wollten. Die Proben waren oft sehr holprig. Doch am Ende ist die Aufführung trotzdem gut abgelaufen und hat sehr viel Spass gemacht. Nicht nur das Theaterspielen an sich, sondern auch die gemeinsame Zusammenarbeit und die Entwicklung des Stücks.» Vivienne Kobler,
Atelierschule 11b
Im Laufe der Jahre lernen die SchülerInnen dann eine immer vielschichtigere und komplexere Theaterarbeit kennen. Aus der Tradition unserer Schule heraus studiert jährlich die 4. Klasse zwei grössere Bühnenspiele ein, das Weihnachtsspiel und das Sommerspiel nach Marguerite Lobeck-Kürsteiner, und schenkt diese der Schulgemeinschaft. Besonderen Stellenwert hat auch das 8. Klass-Theater: Es markiert einen entscheidenden Abschnitt in der jugendlichen Entwicklung – den Abschied vom Kindsein und den Übergang ins Jugendalter. Die ganze Klasse arbeitet über mehrere Wochen hinweg fächerübergreifend
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(Deutsch, Kunst und Handwerk, Schneidern, Musik, Sport und Eurythmie) nicht nur an ihren Rollen, sondern auch eigenverantwortlich an Bühnenbild, Kostümen, Musik, Tanz- und Kampfeinlagen, den Programmheften und den Plakaten. Theater ist eine soziale Kunst, eine Theateraufführung ein Gesamtkunstwerk, ein Schauspiel immer eine Begegnung mit sich selbst und dem Gegenüber – eine Begegnung auch von verschiedenen Disziplinen. Es gelingt nur, wenn jede(r) Einzelne vollen Einsatz bringt. Jede(r) trägt und unterstützt jede(n), und alle Beteiligten fordern einander vielfältig heraus. Alle tragen die Verantwortung für die gemeinsame Aufführung. Das stärkt die Willenskraft und das Selbstbewusstsein und hat zudem eine wichtige gemeinschaftsbildende Funktion – auch über den Klassenverband hinaus, schliesslich werden die Theateraufführungen von der gesamten Schulgemeinschaft besucht und wahrgenommen. Kunst ist nicht beliebig, sondern erfordert eine Form. Die Jugendlichen üben
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sich durch das Schauspiel in Körper- und Sprachbeherrschung sowie projektbezogenem Denken. Ausdruckskraft und Wirksamkeit der Sprache, des Körpers und des Seelischen werden erfahren und erlebt. Die intensive Arbeit an der Sprache und das Erkennen und Überwinden von eigenen Bewegungsgewohnheiten und Hemmungen stellen für die Jugendlichen eine wichtige Herausforderung dar. Denken, Fühlen und Wollen verschmelzen auf der Bühne zum künstlerischen Ausdruck. Die von Schülerinnen und Schülern selbsthergestellten Kulissen und Kostüme erfordern handwerkliches Geschick und Kreativität. Dem Prozess der Erarbeitung wird ein grosser Wert beigemessen. Jede Rolle und jede Aufgabe sind wichtig für das Gelingen des Ganzen. Die Aufführungen vor der Schulgemeinschaft bilden dann den Höhepunkt und Abschluss der intensiven gemeinsamen Arbeit. Uns allen sei weiterhin viel Freude am Spiel gewünscht! Rudolf Steiner Schule Zürich
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Kunst ist Gefühl. Kunst ist Seele. Wie der Unterricht im Bildnerischen Gestalten das Denken, das Fühlen und den Willen fördert Interview: Stefanie Wolff-Heinze
Maya Killer, wenn man das Spektrum des künstlerischen Unterrichts von der Unter- bis in die Oberstufe betrachtet: Was sind die wesentlichen Etappen in den einzelnen Stufen? Ein wesentlicher Aspekt in der Unterstufe ist, dass die Kinder mit reinen Farben Nass in Nass und nicht gegenständlich malen. Es ist wichtig, dass man in diesem Alter noch nicht mit dem konkreten Zeichnen und Malen beginnt, denn die Kinder sollen vor allem die Farben in ihrer eigenen Qualität erleben. Es geht nicht um Kunst. Zeichnen ist Formenzeichnen und geht später über in die Freihandgeometrie. Beim Malen in der Unter- und Mittelstufe geht es um das Wecken von Empfindungen durch die Farbe. Ab der Mittelstufe wird es gegenständlicher, figürlicher, jedoch noch nicht naturalistisch: Die Kinder malen zum Beispiel Bilder zu den Jahreszeiten, zur Mythologie oder auch zur Pflanzen- und Tierkunde. Die Bilder sind zu diesem Zeitpunkt noch voller Phantasie und Gefühl. Etwa ab der sechsten Klasse, in der Vorpubertät, kommen die Kinder einerseits etwas mehr «in die Schwere», andererseits strecken sie sich; sie haben das Einssein mit der Welt aus ihrer Kindheit verloren und stehen vor dem Jugendalter. Dadurch
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entstehen Polaritäten, welche sich auch im Seelischen spiegeln. In dieser Phase wird es im Bildnerischen Gestalten konkreter: Es überwiegt das Zeichnerische, nicht mehr das Malen; die Kinder gestalten geometrische Figuren bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen. In der siebten Klasse ist das Hell-Dunkel nach wie vor ein wichtiges Thema; wir üben Verläufe, es kommen genaues Beobachten und Abzeichnen von diversen Objekten dazu. In der achten Klasse sind das architektonische Perspektivenzeichnen und Stillleben die Hauptthemen. Und in der der neunten Klasse liegen die Schwerpunkte beim Farbkreis, beim Malen von Landschaften, bei der menschlichen Figur und Bewegung sowie beim Portraitzeichnen.
Inwiefern nimmt der Unterricht im Bildnerischen Gestalten auf die Gemütslage an der Schwelle zur Pubertät Rücksicht? Weil das Gefühlsleben der Jugendlichen in dieser Phase oft zwischen Hochs und Tiefs schwankt, brauchen sie klarere Anhaltspunkte. In dieser Phase, in der die Jugendlichen tausend Dinge im Kopf haben, wird im gestalterischen Unterricht möglichst nicht mehr das Seelische angesprochen, sondern die konkrete Form. Man lässt in diesem Alter das Farbige ruhen und fokussiert mehr auf Unterrichtsthemen wie SchwarzWeiss, Hell-Dunkel, Licht-Schatten und starke Kontraste, sowohl aus der Vorstellung heraus, aber auch mittels Experiment: Wie ist das, wenn ich auf unterschiedliche Gegenstände einen starken Lichtstrahl werfe und Licht und Schatten zeichnen muss? Die Jugendlichen nehmen ganz bewusst solche Vorder- und Hintergründe wahr und kommen stärker ins räumliche Verständnis. Sie hinterfragen die Dinge, sie sollen und wollen sie erkennen und verstehen.
Was passiert beim Wechsel in die Oberstufe mit der kindlichen Phantasie? Das ist ein sehr spannender Aspekt! Pablo Picasso hat einmal gesagt,
Rudolf Steiner Schule Zürich
dass jedes Kind ein Künstler sei und das Problem wäre, das Künstlerische beim Erwachsenwerden zu erhalten. Und das erlebe ich genauso: Ich sehe die Bilder, die die Kinder in der Unter- und Mittelstufe gemalt haben. Wunderbare Pflanzen und Blumen in einer Farbigkeit und Phantasie – da erreicht einen die pure Lebensfreude. Und dann kommen die Jugendlichen ab der siebten Klasse hierher: Ein anderes Gebäude, ein richtiges Atelier, eine andere Lehrerin, eine Fachlehrerin zumal – und dann erwarten sie: So, jetzt machen wir hier richtige Kunst! Sie haben also eine besondere und grosse Erwartungshaltung. Mit der Pubertät entsteht die innere Frage nach der Wahrhaftigkeit in der Welt. Die Jugendlichen in der Oberstufe werden vorwiegend von Fachlehrern unterrichtet; das Fachliche tritt in den Vordergrund, die Phantasie in den Hintergrund.
Was möchten die Jugendlichen dann am liebsten machen? Ich frage sie stets zu Beginn der siebten Klasse nach ihren Vorstellungen und Erwartungen. Viele möchten gerne Menschen zeichnen, sagen auch, dass sie «richtig» zeichnen lernen möchten. Menschen zeichne ich sehr bewusst noch nicht in der siebten Klasse, denn das ist etwas vom Schwierigsten. Vielmehr gehe ich mit ihnen im konkreten Zeichnen kontinuierlich voran, sehr genaues Beobachten und Abzeichnen sind wichtig. Denn Zeichnen lernen heisst Sehen lernen. Wir arbeiten zu Beginn nach wie vor viel mit Hell-Dunkel-Kontrast, bleiben noch eine Weile beim Schwarz-Weissen.
Sie haben die grosse Erwartungshaltung angesprochen … Eigentlich möchten die meisten Jugendlichen am liebsten ganz naturalistisch, fast fotorealistisch zeichnen können. Und das ist eine grosse Herausforderung, denn sie brauchen dafür ja gewisse Grundlagen. Also behandeln wir zunächst Schritt für Schritt Fragen in der Art: Wie sieht es aus, wenn sich das Licht im Glas bricht? Und welche Farbe hat ein Schatten? Welchen Effekt hat das Licht am Morgen, am Mittag, am Abend? Es ist ganz wichtig für die Jugendlichen, dass sie das sehen lernen, aber auch erleben können. Jetzt muss ihr Fühlen wieder stärker angesprochen werden. Ich versuche nun, sie beispielsweise eine spezielle Lichtstimmung beschreiben zu lassen, zu erfahren, was sie darüber denken, wie sie sich da hineinfühlen können; da braucht es wieder Phantasie. Denn Kunst ist Gefühl, Kunst ist Seele! Ich möchte sie stets ins Fühlen für die Stimmung, die ein Bild ausdrückt, bringen. In der übertechnisierten und zunehmend digitalisierten Welt ist es für alle, die mit Bildung und Erziehung zu tun haben, besonders wichtig, das Seelische der Kinder und Jugendlichen anzusprechen.
Können Sie hierfür ein konkretes Beispiel aus dem Unterricht anführen? Ein sehr schönes Erlebnis hatte ich mit einer siebten Klasse, die in der Geographie-Epoche das Thema Afrika durchnahm; ich wollte mit ihnen Bilder der Savanne gestalten. Wir haben besprochen, welche Pflanzen es dort gibt, welche Tiere
dort leben, und haben versucht, diese Weite zu erspüren, die es so in unseren Breitengraden nicht gibt. Dann war die Aufgabe, dass jeder Schüler, jede Schülerin im grossen A2-Format einen Hintergrund malt, eine Abendstimmung, Bäume, z.B. Schirmakazien, Gräser, Gebüsch, und zum Schluss Tiere entwirft und auf das Bild klebt. Die Herausforderung der Jugendlichen war es, das eigene Bild zu malen und zugleich immer rechts und links zu den Nachbarn die Landschaft passend zu gestalten, damit es zum Schluss ein zusammenhängendes Bild ergab. Als ich nach der Stunde die Bilder über eine Breite von fast vier Metern zusammenfügte, war ich tief berührt. Zu Beginn der nächsten Stunde habe ich dann im Atelier die Bilder alle nebeneinander aufgehängt und vor dem zusammengefügten wunderschönen Bild wie im Kino Stühle aufgestellt und alle Schüler einzeln mit geschlossenen Augen auf ihren Platz geführt. Sie hatten das Bild zusammenhängend noch nicht gesehen. Es war absolut mucksmäuschenstill – nachdem sie die Augen öffnen durften und ihr Werk sahen, herrschte feierliches Schweigen, so ergriffen waren alle! Nach einer Weile habe ich sie gefragt, was sie empfinden, und ein Mädchen sagte: «Ich muss fast weinen. Es ist so schön, was wir gemeinsam gemacht haben.» Und ein anderer Schüler meinte: «Ich möchte jetzt, in diesem Augenblick, genau in diesem Bild und dort an diesem friedlichen Ort sein.» Das ist solch ein Moment, in dem das Gefühl tief angesprochen wird und der den Jugendlichen bleibt.
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Wenn individuelle Bilder ein grosses Ganzes ergeben, ist das ja auch ein sehr schönes Gemeinschaftserlebnis und stärkt die Bindungen untereinander. Ja – der soziale Aspekt ist da ungemein wichtig und auch sonst Bestandteil jeder Unterrichtsstunde: Denn jeweils am Ende der Stunde hängen wir alle Bilder auf, um sie gemeinsam zu betrachten und zu besprechen. Vor allem zu Beginn der Oberstufe gehe ich da sehr vorsichtig und behutsam vor, denn die SchülerInnen müssen sich ja auch ein wenig «entblössen», wenn sie ihr Werk aufhängen. Ab und zu kommt es vor, dass jemand sein Bild nicht allen zeigen möchte. Wenn dann die Klassen-Gspänli sagen, es sei doch «total schön» und jeder solle es sehen dürfen, sind die Zweifel oft schon beseitigt. Es ist sehr wichtig, dass dieser Prozess in einem ruhigen, geschützten Rahmen abläuft.
Über das eigene Bild zu urteilen, ist ja schon nicht leicht. Aber über die Werke von anderen zu sprechen, ist doch eine echte Herausforderung. Ich achte sehr darauf, dass keine flapsigen Bemerkungen kommen. Ziel dieser gemeinsamen Betrachtung ist, die Urteilskraft der Kinder, ihr Denken und ihre Selbstreflexion zu schulen. Wie habe ich mein Bild gemalt – und wie haben es die anderen gemacht? Ich frage also beispielsweise: Was ist dir an deinem Bild ganz besonders gut gelungen, wo hattest du Schwierigkeiten? Zuerst geht es um das eigene Bild;
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wenn die SchülerInnen älter sind, beantworten sie diese Fragen zu den Bildern der MitschülerInnen. Auf die Frage, welche Stimmung ein Bild der Mitschüler in ihnen auslöse, was besonders gut gelungen sei, kommen manchmal ganz erstaunliche, sehr schöne Feedbacks, denn in jedem Bild lässt sich etwas Wunderschönes finden.
Nach welchen Kriterien beurteilen Sie persönlich die Leistung eines Schülers oder einer Schülerin? Wann ist ein Bild gelungen? Für die Beurteilung wesentlich ist für mich, wie die Aufgabe, die ich am Anfang der Stunde erkläre, erfüllt wurde, wie der Arbeitsprozess verlaufen ist, nicht unbedingt das fertige Bild ist entscheidend. Mir ist es sehr wichtig, dass ich auf die Jugendlichen individuell eingehen und sie da abholen kann, wo sie gerade stehen. So können wir gemeinsam während dem Arbeiten richtigstellen, wenn eine Aufgabe beispielsweise nicht ganz verstanden wurde. Die Jugendlichen erwarten natürlich von mir als Lehrerin eine dezidierte Beurteilung. Ich lasse sie ihre Bilder häufig zuerst selbst beurteilen; erst dann gebe ich ein Feedback zu Technik, Komposition oder auch zu einer Stimmung in ihrem Bild, dazu, was besonders gelungen ist oder was hätte vertiefter ausgearbeitet werden können. Ich nehme wahr, ob ein Kind Fortschritte macht und sich Mühe gibt. Gerade bei schwierigen Aufgaben wie dem Zeichnen von Menschen ist es wichtig, die SchülerInnen zum geduldigen Üben zu
motivieren. Meine Aufgabe ist es, ihnen ein Gerüst zu geben, so dass sie beispielsweise durch Abmessen des eigenen Körpers Gesetzmässigkeiten erkennen, einen Lernprozess erleben und somit immer besser, freudvoller und auch mutiger werden. Selbstverständlich gibt es aber auch «richtig und falsch» – beispielsweise beim Perspektivenzeichnen. Wenn sich ein Jugendlicher wirklich mit seiner Aufgabe verbunden und sein Bestes gegeben hat, dann ist ein Bild gelungen.
Lassen Sie den Jugendlichen auch künstlerische Freiheiten? Um sich künstlerisch wirklich frei ausdrücken zu können, sich zwischen unterschiedlichen Ausdrucksarten zu bewegen, müssen die SchülerInnen Grundlagen erlernen. Sie brauchen ein technisches, ein handwerkliches und gestalterisches Grundgerüst und werden schrittweise an die gestalterische Freiheit herangeführt. Das bedeutet, dass zunächst der Rahmen, in dem sie sich frei bewegen dürfen, relativ eng gesteckt ist. Aber ich bin zugleich auch stets offen, wenn eine Schülerin oder ein Schüler mit einer sehr eigenen, kreativen Idee zu mir kommt, die sie bzw. er unbedingt umsetzen möchte. Dann öffne ich diesen Rahmen. Denn wenn sich der Jugendliche mit seiner Aufgabe stark verbindet und tief in seine Arbeit eintaucht, kann etwas Wundervolles entstehen – die Freiheit ist das Ziel.
Inwiefern trägt das Bildnerische Gestalten zur Persönlichkeitsentwicklung der Heranwachsenden bei? Die Jugendlichen müssen selbstständig denken und urteilen, sie müssen begreifen und auch wirklich ergreifen, und das Emotionale spielt eine ungemein wichtige Rolle im künstlerischen Gestaltungsprozess. Sie müssen nicht nur aus sich heraus handeln und agieren, sondern auch im Bereich der Emotionen ihre Sprache pflegen. Die Willenskräfte sind noch sehr unterschiedlich entwickelt, da brauchen viele SchülerInnen meine Unterstützung, um wirklich übend weiterzukommen und nicht gleich nach dem ersten Strich «Ach, ist schon gut» zu sagen oder mit dem Radiergummi jede störende Linie ausmerzen zu wollen. In der neunten Klasse erlebe ich das nicht mehr so stark. Die meisten SchülerInnen sind motivierter, an ihren Grundlagen übend weiterzuarbeiten und sich nicht gleich zufrieden zu geben, und können zudem sehr differenziert ihre eigenen Bilder oder auch die der anderen beurteilen. Es ist für mich unglaublich schön, das mitzuerleben.
Gehen die SchülerInnen nach dem Unterricht bei Ihnen anders heraus, als sie hineingekommen sind? Es ist wichtig, dass ich ihre Stimmung wahrnehme, wenn sie in meinen Unterricht kommen und entsprechend reagiere. An der Art,
wie sie mich begrüssen, wie sie den Raum betreten, kann ich meist bereits erkennen, in welchem Gemütszustand sie sind. Und manchmal ändere ich dann zunächst mein Programm. Wenn ich beispielsweise mit einer siebten Klasse etwas eher Technisches anschauen möchte, die SchülerInnen jedoch durch einen Vorfall im sozialen Miteinander aufgewühlt sind, benötigen sie erstmal etwas seelisch Wärmendes, Weiches zum Arbeiten – zum Beispiel Tiere malen. Auf das Technische kann man dann später immer noch zurückkommen.
Wie haben Sie die Schülerinnen und Schülern erlebt, als sie aus dem Lockdown zurückgekehrt sind? Sie kamen grundsätzlich wieder sehr gerne zur Schule, genossen die Gemeinschaft und auch die Begegnung mit uns Lehrpersonen. Während der unterrichtsfreien Zeit habe ich ihnen einige Aufgaben gegeben, bei denen ich dachte, dass dafür das Alleinsein von Vorteil sein kann. Aufgaben, die ich im Präsenzunterricht nicht auf die gleiche Weise hätte umsetzen können. Ich war auf das Feedback gespannt: Was passiert, wenn sie diesen Auftrag zu Hause, auf sich allein gestellt und ohne die vorhin erwähnte Führung und den Rahmen gestalten? Da kamen punktuell erstaunliche Ergebnisse zurück, doch es zeigte sich, dass sich viele Jugendliche ohne Unterstützung sehr schwertun.
Ein gutes Stichwort für meine letzte Frage: Was liegt Ihnen persönlich als Pädagogin am Herzen? Ich glaube, dass die SchülerInnen dadurch, dass sie etwas ganz bewusst anschauen und zeichnen, auch das Sehen lernen. Mir kommt in diesem Zusammenhang der Maler Franz Gertsch in den Sinn, der unter vielen anderen vier riesige Bilder des Waldes hinter seinem Haus im Rahmen eines Zyklus der vier Jahreszeiten gemalt hat und akribisch jeden Halm, jedes Zweiglein, jedes Blatt gezeichnet hat. Er hat etwas sehr Berührendes gesagt, im Sinne von: «Um jeden Grashalm, um jeden Stein, den ich nicht gezeichnet oder gemalt habe, tut es mir leid, weil er nicht gewürdigt wurde.» Ich versuche, den SchülerInnen die absolute Hingabe und Leidenschaft von vielen Künstlern mittels Einblicken in die jeweiligen Biographien zu vermitteln, erzähle, dass Künstler manchmal zehn-, zwanzigmal das gleiche Bild malen, bis es dann für sie perfekt ist, dass sie nicht aufgeben und für ihre Leidenschaft alles in Kauf nehmen, um die Schönheit der Natur zu erfassen. Die Jugendlichen sollen entdecken, dass es in ihrem Alltag so viel Wunderbares gibt und sie umgeben sind von Schönheit und es sich lohnt, sich diese übend, zeichnend, malend und gestaltend zu erschliessen.
Maya Killer unterrichtet seit sieben Jahren an der Rudolf Steiner Schule Zürich das Fach «Bildnerisches Gestalten» an der Oberstufe und ist als Klassenbetreuerin tätig; sie ist Mutter von zwei Kindern, die im Studium und an der Atelierschule sind. Maya Killer hat Marketing / Kommunikation und Kunst studiert und später eine Ausbildung als Zeichenlehrerin absolviert.
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Rudolf Steiner Schule Zürich
Eurythmie – das Empfindungsfeld schulen Text: Axel Boos (Lehrer für Eurythmie)
Die Eurythmie, diejenige Kunstform, die an den Waldorf- und Steinerschulen zu dem Reigen der hier gepflegten Künste hinzutritt, ist noch jung. Gerade einmal vor 100 Jahren ist sie ins Leben getreten. Im Dezember 1911 führte Clara Smits ein Gespräch mit Rudolf Steiner und erwähnte dabei den Wunsch ihrer Tochter, Gymnastik oder eine Form von Tanzkunst zu studieren. Gäbe es die Möglichkeit, eine Tanz- oder Bewegungskunst aus der geisteswissenschaftlichen Arbeitsweise zu entwickeln? Rudolf Steiner gab der Mutter spontan eine erste Übung für ihre Tochter mit auf den Weg; im Januar 2012 gab er der 19-jährigen Lori Meier-Smits weitere Anregungen und vom 16. bis 24. September wurde in Bottmingen/Baselland von Rudolf Steiner der erste Eurythmiekurs gegeben. Im Pfauentheater in Zürich fand im Übrigen am 24. Februar 1919 die erste öffentliche Eurythmieaufführung statt.
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Mit dieser etwas ausführlicheren historischen Einleitung möchte ich auf die besondere Entstehungszeit dieser Kunst hinweisen, eine Zeit dramatischer Ereignisse und gesellschaftlicher Umbrüche, ein Ringen auf allen künstlerischen Feldern um neue Ausdrucksformen. Eine Zeit der radikalen Umdeutung künstlerischer Ästhetik und Rezeption!
Vermutlich ist der menschliche Leib der vollkommenste Organismus in der bisherigen Evolution in dem uns bekannten Kosmos. Und über diesen unglaublich in sich differenzierten Leib hinaus haben wir Menschen durch die Sprache und durch die Reflexions- und Denkfähigkeit die Möglichkeit, die Evolution, in der wir Teilhabende und Handelnde sind, selbst auszusprechen.
«Mensch rede – und du offenbarst durch dich das Weltenwerden! Das Weltenwerden offenbart sich durch dich, oh Mensch, wenn du redest.» Rudolf Steiner
Kann ich nun das, was mit dem Kehlkopf und den anderen Sprachwerkzeugen, mit angedeuteter Körpersprache, mit Mimik im oben genannten Sinne ausgesprochen wird, auf den ganzen menschlichen Leib übertragen, sodass der ganze Leib zum Sprachorgan wird? Mit diesem Schritt geht die Eurythmie über die angedeutete Geste hinaus und steigert sie. Die meisten Gebärden in der Eurythmie sind prozessuale Bewegungen; sobald die Bewegung aus dem Bildeprozess in die Form gerinnt, geht sie in einen erneuten Übergang, gerät also nicht in die Haltung einer Pose. Es gibt eine Art «energetische» Grundgebärde für jeden Laut, Vokal, Konsonant, Ton, jedes Intervall etc. Diese «energetische» Grundgebärde metamorphosiert sich in der Heileurythmie, und vor allem in der Eurythmie als Bühnenkunst.
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Wie kann ich die Grundgebärden verwandeln, um damit zeitgenössische Dichtung und Musik zum Ausdruck zu bringen, wo sind aber auch die Grenzen auszuloten, bei denen ich das Eurythmische verlassen würde? Eine Fragestellung, die ich als Chi Gong Lehrer oder Yoga Ausübender nicht habe: Energetische Gebärden neben dem heilenden, therapeutischen Prozess auch als umfassende künstlerische Gestaltungsmöglichkeit anzuwenden! In der Pädagogik findet sich vielleicht die umfassendste Verwandlungsmöglichkeit der eurythmischen Elemente. Denn die Eurythmie ist hier für den heranwachsenden jungen Menschen da – und nicht der junge Mensch für ein eurythmisches Korsett. Eine sensible pädagogische Herausforderung, denn die Identifikation mit dem Körper, auf den sich ja viele Menschen beziehen, wenn sie «Ich» sagen, aber auch das heute immer stärker auftretende «Sich nicht mehr mit dem gegebenen Leib verbinden Können» bis hin zur Gender-Frage – dies alles erfordert ein besonderes Feingefühl im Lehrer für die Schülerinnen und Schüler. Denn in der Eurythmie wird ja auch seelisch geturnt und dies intentional in Gebärden und Choreografien übergeführt. Durch innere Bilder Erschaffen, Sprache, Musik, Choreografie etc. kann ich in einer Eurythmiestunde ein grosses emotionales Feld durchwandern, feinste Leibempfindungen und Lebensprozesse anregen. Welche Übungen, Gedichte und Musikstücke darf ich in welchem Alter in welchen Entwicklungsstufen aufrufen? Wann werfe ich das ganze vorbereitete Programm auf die Seite, weil das Emotionale Feld, die Lebenskräfte einer Klasse im jetzigen Moment andere seelische Turnübungen brauchen, als der Lehrer geplant hat? Sehe ich, dass sich
ein Kind heute für die Eurythmie nicht seelisch öffnen kann, weil sich zu Hause die Trennung der Eltern vollzieht? Finde ich einen Weg, es in dieser Stunde zu entlasten? Denn auch für die Schülerinnen und Schüler ist die Eurythmie eine gewaltige Herausforderung. Wie in einem Orchester darf ich mich in der Eurythmie mit den anderen Mitgliedern des Orchesters abstimmen; aber das Instrument ist meine mit mir verbundene Leiblichkeit selbst mit allen Stimmungen und seelischen Temperaturschwankungen. Eurythmie findet in der Schule meist im sozialen Feld der eigenen Klasse statt, das heisst: Der Raum ZWISCHEN den Schülern bekommt eine besondere Qualität. Wie stehe ich in meinem peripersonellen Raum, wie erweitere ich ihn? Kann ich den Tunnelblick des Alltags überwinden und ein «Ganzes» überschauen lernen, mich in die Peripherie erweitern, ohne mich selbst zu verlieren? Die zentrale Aufwärmübung: das eurythmische Ballen und Lösen. Kann ich als heranwachsender junger Mensch die eigene mitgebrachte innere Beweglichkeit nicht nur als Selbstzweck gebrauchen, sondern auch zu einem Sinnesorgan schulen und es dazu nutzen, die MitschülerInnen in ihrer Individualität, in ihrem Eigensein tiefer wahrzunehmen? Und dann sprechen spätestens die 16- und 17-Jährigen es aus: In der Eurythmie kann man keine Maske tragen, oder: Noch nie habe ich meine Mitschülerinnen und Mitschüler so tief kennengelernt wie bei diesen Aufführungsproben. Natürlich kann ich die aktuellen Begriffe wie Selbstresonanz, Selbstermächtigung, Sozialkompetenz, Multitasking, Resilienzstärkung, Salutogenese etc. auf die Erfolgsliste dieses Faches setzen, wie in Masterarbeiten von EurythmieRudolf Steiner Schule Zürich
studenten belegt und ausdiskutiert. Ich möchte ein für mein eurythmisches Arbeiten mit den Jugendlichen und Erwachsenen mir Wesentliches so umschreiben: Wie viele wunderbare Lebensmomente, aber auch traumatische Erfahrungen schreiben wir von frühester Kindheit im Laufe unseres Lebens in unser Leibgedächtnis ein. Indem ich den Muskelmenschen durch die Eurythmie in mir so fein belebe, kann ich ein Empfindungsfeld schulen – und ich meine ausdrücklich NICHT das Bauchgefühl –, das mir helfen kann, tiefer ureigene Schicksalsfäden wahrzunehmen, anzunehmen und dies auch bei meinen geliebten und auch ungeliebten Mitmenschen anzuerkennen. Urteile, Verhärtungen und Festlegungen wie «Der war immer schon so» zu durchlichten und zu durchwärmen. In einer traditionellen Sprachweise nannte man das: Karma entflechten, entwirren, erlösen.
«Im Mensch sich schauen, heisst Welten erbauen.» aus einem Spruch Rudolf Steiners
Ein vielleicht notwendiger Nachtrag: Nun ist die Eurythmie eine Zeitkunst und wie in der Meditation ist auch hier geduldiges Üben und nicht der schnelle Erfolg das Wirksame. Die Eurythmie steckt vielleicht noch in ihren Kinderschuhen, aber im eurythmischen Tun unserer Schülerinnen und Schüler kann man schon jetzt manches Zukünftige dieser jungen Kunst ahnen.
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Menschen an unserer Schule
lieber Dirk!
Dirk Dietz ist kein Mensch der grossen Worte. Da sich Verabschiedungen und Würdigungen in der Regel durch grosse Worte auszeichnen, werde ich ganz im Sinne Dirks eine kurze Würdigung seiner geleisteten Dienste aussprechen. Als Dirk 2004 den Schulgarten übernahm, stand unsere Schule in einer Phase der Neuorientierung, die mit der Gründung der Atelierschule zusammenhing. Viele Strukturen, Abläufe und Verantwortlichkeiten mussten neu gegriffen werden. Dirk hat sich sehr schnell in die vielfältigen Bereiche der Schule eingearbeitet, und es dauerte nicht lange, bis er Mitglied der Schulleitung wurde, der er bis zu Beginn 2020 angehörte. Aufzählen, in welchen Gremien er mitgewirkt hat, würde zu weit führen, da es deren unzählige waren.
BVG Vorsorge Stiftung RSS und hat mit diesem Engagement dazu beigetragen, dass für die Mitarbeitenden der Rudolf Steiner Schulen in der Schweiz eine gesicherte finanzielle Unterstützung im Alter aufgebaut werden konnte. Zudem hat er als langjähriges Mitglied der Immobilienstiftung der Rudolf Steiner Schulen (ImmoRSS) unsere Schule in diesem Gremium vertreten und grosse Bauvorhaben sowie Raumentwicklungsprojekte zu Gunsten unserer Schule in die Wege leiten und umsetzen können.
Zwei seiner Wirkungsbereiche sollten jedoch besonders gewürdigt werden: Sein Engagement für die finanzielle Absicherung der Lehrpersonen an Rudolf Steiner Schulen im Alter sowie die strategische und räumliche Weiterentwicklung unserer Schule. So war Dirk Dietz Mitgründer und langjähriges Stiftungsmitglied der
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Auf Wiedersehen,
Dirk Dietz hat aus persönlichen Gründen die Schule verlassen; wir wünschen ihm für seinen neuen Tätigkeitsbereich alles Gute! Für das Kollegium Franziska Spalinger
Sein langjähriges Wirken und das dadurch erworbene Wissen um die umfassenden Belange einer Schule, die Dirk mit Bedacht und Weitsicht mitgestaltete, haben eine stabile und kontinuierliche Schulentwicklung ermöglicht. Die Kontinuität wurde nicht zuletzt gewährleistet durch eine langjährig stabile Zusammensetzung der Schulleitung. Für den unermüdlichen Einsatz, für die Übernahme von kleinen bis grossen Verantwortungsbereichen möchte ich Dirk im Namen der gesamten Schulgemeinschaft von Herzen danken! Rudolf Steiner Schule Zürich
Philippe Goeldlin! Herzlich Willkommen,
Seit diesem Jahr bin ich Gartenbaulehrer an der Steiner Schule in Zürich. Als Politik- und Umweltwissenschaftler möchte ich das menschliche Handeln zu Gunsten der Artenvielfalt und des Lebens allgemein beeinflussen. Deshalb ist mir die Umweltbildung ein sehr wichtiges Anliegen. Mein Ziel sehe ich darin, den Kindern und Jugendlichen einen Bezug zur Natur mitzugeben, wobei ich den Schwerpunkt auf den Naturgarten als Lebensraum für Lebewesen im Siedlungsraum setze. Als Gartenbaulehrer steht meine Arbeit im Kontext meines jahrelangen Engagements in der Pflege von Schutzgebieten für die Fachstelle Naturschutz des Kantons Zürich. Auch durch meine teilzeitige Mitarbeit in der Edukation des Zoos Zürich erlebe ich, wie zentral es für den einzelnen Menschen ist, Pflanzen und Tiere mit allen Sinnen zu erleben, damit er Begeisterung und Verantwortung für deren Erhalt entwickelt. Ich erachte es als Notwendigkeit, gerade junge Menschen für die Natur zu sensibilisieren und ihnen Möglichkeiten
zu zeigen, wie sie positiv auf die biologische Vielfalt einwirken können. Sei dies nun in einem Garten, auf einem Balkon oder auch bloss bei ihren täglichen Entscheidungen. Falls man Wildnis als einen Raum jenseits des menschlichen Einflusses definiert, bin ich der Meinung, dass es solche Naturräume nicht mehr gibt. Die Wildnis ist deshalb für Wildtiere keine Alternative mehr. Es ist notwendig geworden, dass wir den Siedlungsraum so gestalten, dass er auch für andere Arten erschliessbar wird. Diese Entwicklung muss begleitet sein, damit Menschen wieder lernen, wie sie koexistieren können. Vor dem Hintergrund der globalen klimatischen Veränderungen haben Bäume und Wälder für mich eine herausragende Bedeutung. An der Wohllebens Waldakademie habe ich mich deshalb auch als Waldführer zertifiziert. Der Naturschutz versucht, in unserer Zeit auf kleinen Flächen möglichst viele Arten zu sammeln, die grossräumig ihre Lebensräume verloren haben. Natürlicherweise wäre die Buchenwaldfläche in unseren Breitengraden dominierend.
Artenreiche Blumenwiesen, helle Lichtwälder oder Pionierlandschaften gäbe es nur in Mooren und Auen. Die moderne Forstwirtschaft hat unseren Wäldern geschadet. Der Naturschutz sollte daher versuchen, die natürliche Waldentwicklung zu fördern, und gleichzeitig artenreiche, helle Flächen dort schaffen, wo es ohnehin sonnig und warm ist. Dies ist im Siedlungsraum! Den «Gartenbau» erkenne ich deshalb als ein Schulfach mit elementarer Bedeutung für die Zukunft und den Naturschutz. Gartenbau ist Biologie, ganz nahe an der Praxis und mitten im Leben! Bereits konnte ich die selten gewordene Gelbbauchunke im Schulgarten aufspüren. Ihre Förderung auf dem Areal wird in unserer Arbeit während des Winterhalbjahres zentral sein. Ein Garten ist wie eine kleine Welt. Hier können die Jugendlichen und die Kinder erfahren und lernen, wie Ökosysteme funktionieren. Sie können sehen, wie ihre Entscheidungen und ihr Handeln wirken. Sie können lernen, von der Natur zu lernen. Diesen Prozess möchte ich ermöglichen und begleiten.
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liebe Ilona! Auf Wiedersehen,
Ilona Voulgari kam im Sommer 2015 als Musiklehrerin für die Mittel- und Oberstufe an unsere Schule. Mit viel Engagement und musikalischen Ideen hat sie sich schnell in unsere Schulgemeinschaft eingelebt und Akzente gesetzt. Ihr vielseitiges Wirken umfasste die Chor- und Orchesterarbeit mit den Schülerinnen und Schülern, die Verantwortung für die musikalische Begleitung von Klassentheatern, die musikalische Umrahmung von Schulfesten sowie die Leitung des ElternEhemaligen-LehrerInnen-Chores.
Mit ihrer Begeisterung für die Musik und ihrer Vielseitigkeit konnte sie die SchülerInnen in allen Stufen altersgerecht an die Musik heranführen und ihnen verschiedenste musikalische Begegnungen und Erfahrungen ermöglichen. Nun verlässt uns Ilona Voulgari auf eigenen Wunsch. Wir danken ihr sehr für ihren Einsatz und wünschen alles Gute für ihren weiteren Weg. Für das Kollegium Isabel Oertig und Birgit Purainer
Als besonderes Erlebnis wird der Schulgemeinschaft sicherlich das Konzert zu unserem 90-Jahr-Schuljubiläum in Erinnerung bleiben, an dem unter Leitung von Ilona Voulgari über 140 Schülerinnen und Schüler der vierten bis neunten Klassen gemeinsam mit Eltern, Ehemaligen und Lehrpersonen das Werk «Mass of the children» von John Rutter aufgeführt haben.
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Rudolf Steiner Schule Zürich
Herzlich Willkommen,
Amalia Montero und Jasmine Milazzo!
Amalia Montero
Mein Name ist Amalia Isabel Montero Neira. Ich bin 34 Jahre alt und wurde in Santiago de Chile in einer Familie von Künstlern und Musikern geboren. Meine Familie hat eine enge Beziehung zur Anthroposophie, ich und meine Geschwister besuchten die Rudolf Steiner Schule von Santiago. Dort begann meine Liebe zur Musik, zuerst mit dem Klavier und dann im Schulchor. An der Universität studierte ich acht Jahre lang und erlangte einen Abschluss in Musik mit Schwerpunkt Gesang. Parallel dazu arbeitete ich als Klavierlehrerin, in Schulen sowie im Privatunterricht. Durch diese Erfahrung entdeckte ich meine Freude am Lehrerberuf, was mich einige Jahre später dazu bewog, eine pädagogische Ausbildung zu machen. Die Musik hat mich in die Schweiz geführt, wo ich seit sechs Jahren lebe. Ich bin gekommen, um mich auf Alte Musik zu spezialisieren und mit den besten Lehrern an der Schola Cantorum Basiliensis zu studieren. Ich absolvierte zwei Masterstudiengänge und entschied mich dann, eine Ausbildung in Waldorfpädagogik in Dornach zu beginnen – mit dem Wunsch, Musiklehrerin zu werden. Ich absolvierte mein Praktikum bei Peter Appenzeller an der Rudolf Steiner Schule Zürich und habe jetzt die Freude, mit ihm und einem tollen Lehrerteam daran zu arbeiten, die Leidenschaft und Liebe
zur Musik bei Kindern zu fördern. Zurzeit lebe ich in Basel und arbeite als Lehrerin, Chorleiterin und Konzertsängerin in verschiedenen Ensembles.
Jasmine Milazzo
Diesen Sommer übernahm ich den Rudolf Steiner Kindergarten an der Plattenstrasse. Das Häuschen, in dem ich selbst auch meine Kindergartenzeit verbracht habe. Ein besonderer Start an einem besonderen Ort in einer besonderen Zeit. Es war ein grosser Wunsch von mir, direkt nach meiner Ausbildung als Kindergärtnerin tätig sein zu können, und so ist es eine grosse Freude für mich, dass ich seit diesem Sommer den Rudolf Steiner Kindergarten Zürich an der Plattenstrasse übernehmen durfte. Was ich als Kind in meiner Kindergartenzeit erleben durfte – das Freie Spiel und Miteinandersein, die künstlerischen Tätigkeiten, Geschichten und Puppenspiele sowie das Leben im Rhythmus der Natur und den Jahresfesten –, möchte ich auch meinen Kindergartenkindern ermöglichen. Ich möchte einen Ort schaffen, an dem sich das Kind mit Wärme, Liebe, Raum und Zeit frei entfalten darf.
Ich habe die Rudolf Steiner Schule Sihlau und die Atelierschule in Zürich besucht. Im Anschluss ging ich auf eine einjährige Reise Richtung Asien. Es war ein guter Moment, um herauszufinden, in welche Richtung ich in meinem Leben weiter gehen möchte. Ich entschied mich, 2017 die Ausbildung Elementarpädagogik an der AfaP in Dornach zu beginnen. Die Arbeit als Kindergärtnerin vereint so vieles, was mir Freude macht und ich als wichtig und sinnvoll erachte. Da die Ausbildung sehr praxisorientiert war, absolvierte ich im Rahmen der dreijährigen Ausbildungszeit Jahrespraktika an drei verschiedenen Rudolf Steiner Kindergärten. In meinem letzten Ausbildungsjahr war ich im Rudolf Steiner Kindergarten Zürich bei Braida Leemann und Debora Eskenazi und schloss meine Ausbildung an der AfaP in Dornach 2019 ab. Danach machte ich für ein Quartal eine Vertretung im Rudolf Steiner Kindergarten an der Sihlau. Ich freue mich, durch das Tun Erfahrungen sammeln zu können und mit den Kindern, Eltern und dem Lehrerkollegium gemeinsam lernen und wachsen zu dürfen.
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Herzlich Willkommen,
Rhea Dietschi und Anna Schmid!
Rhea Dietschi
Als ehemalige Steinerschülerin brauchte ich zuerst etwas Abstand von der Waldorfpädagogik und wollte meine eigenen Erfahrungen sammeln. Nach meinem Studium an der PH Zürich unterrichtete ich sieben Jahre lang an der öffentlichen Regelschule. Nachdem meine Kinder auf der Welt waren, reduzierte ich mein Arbeitspensum stark und war nur noch als Fachlehrperson tätig. Das ist ein ganz anderer Beruf, wie ich feststellen musste.
auseinander, nun als Lehrperson und nicht mehr als Schülerin. Das Menschenbild, auf dem diese Pädagogik beruht und das vom Kind und nicht von der Gesellschaft her gedacht ist, entspricht mir zutiefst. Nun sind wir also gestartet. Mit Aufregung und gespannter Vorfreude, mit einem grossen Leuchten in den Augen, mit vielen Fragen, Überraschungen und Zauber. Ich freue mich sehr, diese Kinder über eine lange Zeit begleiten zu dürfen.
Irgendwann war es dann soweit und ich war bereit, zu meinen Wurzeln zurückzukehren. Ich bewarb mich an der Rudolf Steiner Schule Zürich, wo ich die letzten zwei Jahre als Spielgruppenleiterin in einem kleinen Teilzeitpensum gearbeitet hatte. Dafür absolvierte ich die anthroposophische Spielgruppenausbildung am Institut für Elementarpädagogik. Die kleinen Kinder zu begleiten, die oftmals zum ersten Mal ausserhalb des Elternhauses in Betreuung gegeben werden, hat mich auch erfüllt. Dennoch war nun die Zeit reif, wieder mehr ins Berufsleben einzusteigen, und die Chance kam mit der Stelle in der neuen ersten Klasse.
Anna Schmid
Jetzt freue ich mich riesig über meine neue Aufgabe, wieder als Klassenlehrerin – zusammen mit Anna Schmid – zu unterrichten. Im letzten Jahr setzte ich mich intensiv mit der Steinerpädagogik
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In der Sowjetunion geboren wuchs ich in Sibirien auf und erlebte die Wende hautnah mit. Diese Zeit prägte mich sehr und machte mich neugierig und offen für Veränderungen. In Russland studierte ich Psychologie und Pädagogik, arbeitete in verschiedenen Firmen und machte diverse Praktika und Sprachaufenthalte in Deutschland. Vor elf Jahren führte mich schliesslich die Liebe in die Schweiz. Hier beschloss ich, zu meinen pädagogischen Wurzeln zurückzukehren, und absolvierte das Lehrerstudium an der Pädagogischen Hochschule in Zug. Sieben Jahre lang war ich als Unterstufen- und DaZ-Lehrperson in den Kantonen Zug und Zürich tätig. Während dieser Zeit kamen meine zwei Kinder auf die Welt. Je länger ich als Lehrerin an einer öffentlichen Schule tätig war und je grösser meine Kinder
wurden, desto mehr Gedanken machte ich mir über das heutige Volksschulsystem. Ich suchte nach Alternativen und erinnerte mich an die Waldorfpädagogik, mit der ich mich bereits vor fünfzehn Jahren in meinem ersten Studium beschäftigt hatte. Nach dem Tag der offenen Türen an der Plattenstrasse im Jahre 2018 wurde mir klar, dass meine Tochter hier in der Spielgruppe bestens aufgehoben sein wird. Dann befasste ich mich immer mehr mit der Steinerpädagogik und dem Lehrplan der Schule, dessen Ziel ist, die schöpferischen Fähigkeiten sowie Erlebniskräfte der Kinder zu fördern. Auch das Medienkonzept, das die globale Digitalisierung nicht in den Vordergrund stellt, überzeugte mich sehr. Für den weiteren Schulweg unserer Kinder kam keine andere Schule mehr in Frage und das Gemeinschaftsgefühl, das ich bei jedem Schulanlass empfinden durfte, beflügelte mich. Es war mein grosser Traum, an dieser Schule als Lehrperson zu arbeiten, weil ich mich nach mehrjährigem Unterrichten nun bewusst der Steinerpädagogik widmen und berufsbegleitend weiterbilden möchte. Ich freue mich, mich zusammen mit den Erstklässlerinnen und Erstklässlern, ihren Eltern und Rhea Dietschi sowie mit dem gesamten Kollegium der Schule auf eine Entdeckungsreise – auf den Weg der ganzheitlichen Steinerpädagogik – zu begeben. Rudolf Steiner Schule Zürich
Andrea Corsi! Herzlich Willkommen,
Ich heisse Andrea Corsi, bin 1962 geboren und glücklicher Vater dreier Töchter. Sie sind zwischen 19 und 28 Jahre alt. Zwischen 1996 und 2016 war ich als Volksschullehrer an der Oberstufe vor allem im Kanton Aargau tätig. Ich habe ein CAS als Qualitätsmanager im Bildungsbereich absolviert. Daneben habe ich als selbstständiger Steuerberater und Buchhalter gearbeitet. 2016 bis 2017 absolvierte ich in einer Schreinerei ein Praktikum und lernte dabei die Arbeit in einem Handwerksbetrieb kennen. Zwischen 2017 und 2020 habe ich in einem Museum gearbeitet. Ich verwalte ein Mehrfamilien- und ein Einfamilienhaus, arbeite nach wie vor selbstständig als Steuerberater und Buchhalter sowie bei einer Aufsichtsstelle für Kindertagesstätten. Dabei besuche ich diese Institutionen, spreche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und verfasse Berichte zu Händen der Sozialbehörden.
Ich freue mich sehr, an dieser Schule meine Erfahrungen mit den neuen Kolleginnen und Kollegen auszutauschen und die Waldorfpädagogik kennenzulernen. Meine langjährige Erfahrung an der Volksschule hat mir gezeigt, dass es nicht nur einen Weg gibt, Kinder zu begleiten. Deshalb finde ich es enorm wichtig für mich, eine Ergänzung zur herkömmlichen Pädagogik auch in der Praxis zu erfahren. In der Begegnung mit den Kindern und jungen Erwachsenen durfte ich während meiner langjährigen pädagogischen Tätigkeit erfahren, dass Kinder und Lehrpersonen im gegenseitigen Austausch kreativ mit- und füreinander arbeiten können. Ich bin sicher, dass der Austausch zwischen Waldorfpädagogik und herkömmlicher Pestalozzi-Pädagogik sehr kreativ umgesetzt werden kann.
Als Lehrperson bin ich es gewohnt, Gruppen kollegial zu führen, arbeite kooperativ und zielorientiert, kann aber auch klar Grenzen setzen. Gruppendynamische Prozesse sind mir nicht fremd. Mein fundiertes Wissen in den Fächern Chemie, Physik und Mathematik habe ich während meines Geologiestudiums an der Universität Zürich erarbeitet; daher unterrichte ich an der Oberstufe der Rudolf Steiner Schule Zürich Mathematik, Geographie, Chemie und Physik.
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Innen und Aussen
Die Herausforderung dieser Zeit können wir nur gemeinsam bewältigen Text: Dr. med. Michael J. Seefried
Die Corona-Pandemie hat uns einzigartige Erfahrungen beschert, die wir nie zuvor kennengelernt haben. Sowohl unser Lebensalltag als auch unsere Entwicklung erfahren eine neue Zäsur. Erste Hinweise, in welche Richtung diese Entwicklung nun vor allem an den Schulen und auch in den Familien gehen könnte, hat eine grosse Umfrage unter Kindern, Eltern und Lehrpersonen, die im Mai dieses Jahres durchgeführt wurde, ergeben.
Michael J. Seefried arbeitet als Kinderarzt, Allgemeinmediziner und Schularzt am ParacelsusZentrum Sonnenberg in Zürich und in Erlbach; er ist zudem Vorstandsvorsitzender und Gründer der Freien Schule Erlbach in Bayern.
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Ob Schulrhythmus, mehr Autonomie oder auch die Möglichkeit, mehr zuhause lernen zu dürfen – sowohl Kinder als auch Eltern haben das dringende Bedürfnis nach Veränderungen im Schulalltag. Bei den Lehrern und Eltern wiederum herrscht der Wunsch nach mehr Selbstreflexion und Authentizität vor. Diese Ergebnisse aus der aktuellen Corona-Studie des Paracelsus-Zentrums Sonnenberg decken sich – so bestätigen mir Pädagogen aus der Schweiz und Deutschland – im Wesentlichen mit Beobachtungen, Erfahrungen und anderen Umfragen. Das bedeutet: Durch Corona haben wir keine neuen Erkenntnisse erhalten; vielmehr wurde bereits Bekanntes viel deutlicher.
Rudolf Steiner Schule Zürich
Die Corona-Studie:
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick Wie ist die Stimmung bei Eltern, Kindern und Lehrpersonen? Wie erleben sie die Corona-Zeit und welche Wünsche wurden bei ihnen durch die Wochen des Lockdowns geweckt? Um das zu erfahren, versandte das Zürcher Paracelsus-Zentrum Sonnenberg im Frühling ausführliche Fragebögen an alle Steinerschulen sowie an einige Montessoriund öffentliche Schulen in Deutschland, in der Schweiz und Liechtenstein. Die Studie wurde von der Arbeitsgemeinschaft der Rudolf Steiner Schulen der Schweiz und Liechtenstein (ARGE) und des Bundes der Freien Waldorfschulen in Deutschland unterstützt. Ziel war, durch diese Studie ein Stimmungsbild zu erhalten, das eine Entwicklungsrichtung wesentlich besser zeigen kann als eine Statistik. Daher wurde auf eine rein statistische Auswertung verzichtet. Tatsächlich ergab sich aus den circa 800 Rückmeldungen ein sehr facettenund aufschlussreiches Stimmungsbild: Die Kinder vermissten in den Wochen der Schulschliessung vor allem ihre Schulkameraden, freuten sich jedoch zugleich, dass sie mehr Zeit mit ihren Eltern verbringen und sich den Tag selbst einteilen konnten. Es wurde mehr gebastelt und gelesen als sonst; in der Regel haben sie die Zeit sehr gut genutzt und viele neue Sachen gelernt. Mit der veränderten Lernsituation konnten die meisten Kinder gut umgehen. Sie
Die Waldorfpädagogik ist eine zukunftsweisende kraftvolle Pädagogik. Aus meiner Sicht gibt es mittlerweile Punkte, die zum einen besser gestaltet, neu geordnet oder gar ganz neu entwickelt werden sollten. Dies erfordert der Zeitimpuls, insbesondere die Entwicklung unserer Kinder und damit der Gesellschaft, die heute eine andere ist als vor 50 Jahren. Die Nachfrage nach
wünschen sich, ein bis zwei Werktage pro Woche zuhause zu sein und selbstständig arbeiten zu dürfen (zum Beispiel im Rahmen von Projektarbeiten). Die Eltern erlebten die Kinder in dieser Zeit eher ausgeglichener und entspannter. Zugleich gaben die meisten an, dass ihre Kinder gerne in die Schule gehen, gut integriert sind und sich selbst gut beschäftigen können. Bemerkenswert war, dass die Mehrheit der Eltern den heutigen Schulrhythmus in Frage stellt und sich beispielsweise gut vorstellen kann, dass die Kinder einen Tag pro Woche generell zu Hause bleiben dürfen oder auch alternierend eine Woche in der Schule und eine Woche zuhause lernen dürfen. Viele Eltern gaben als zentrale Erkenntnis aus der Corona-Zeit an, in Zukunft achtsamer, ökologischer, selbstbestimmter und «einfacher» leben zu wollen. Bei den Lehrpersonen zeigte sich ein indifferentes Stimmungsbild: Die individuelle Befindlichkeit reichte von «ganz schlecht» bis «sehr gut». Die Beziehung zu den SchülerInnen hat durch die Schulschliessung insgesamt gelitten. Wo es gut lief, entwickelten die Lehrer kreative Möglichkeiten, möglichst persönliche Kontakte wie Telefonate mit Kindern und Eltern aufrecht zu halten. Eine konkrete Telefonsprechstunde wurde verschiedene Male als
unseren Schulen scheint sich zu ändern: Sie geht in den meisten Schweizer Steinerschulen zurück; in Deutschland ist das noch nicht so evident. Allerdings rechne ich damit, dass diese Entwicklung auch dort eintreten könnte.
sehr hilfreich beschrieben. Die Studie konnte zeigen, dass die meisten Lehrer ihren Beruf lieben, gut in ihrer Schule integriert und respektiert sind. Sie können an wichtigen Entwicklungsfragen teilhaben. Störend wirke auf das soziale Miteinander, wenn Bagatellangelegenheiten zu wenig oder gar nicht delegiert werden, so die meisten Antworten. Die Lehrerinnen und Lehrer, die «Ja» zur neuen Situation inklusive der Anforderung der PC-Nutzung sagen konnten, hatten einen besseren Zugang zu den Kindern. Als anstrengend wurde die Zeit vor dem PC erlebt (zwischen 2,5 bis zu 5 Stunden täglich). Insgesamt spiegelte die Umfrage ein Stimmungsbild wider, das man unter dem Motto «Not macht erfinderisch» zusammenfassen kann: Diejenigen Familien, Kinder und Lehrpersonen, die die Situation nehmen konnten, wie sie war, nicht in Frage stellten und erkannten, dass dies ein ausserordentlich besonderer Lebensmoment für alle ist, haben anstehende Schwierigkeiten gut meistern können. Ob das das Vermissen der Schulkameraden ist, die Rücksichtnahme und Organisation des häuslichen Alltags mit Homeschooling bei kleiner Wohnung und nur einem PC oder der Kontaktverlust zu den SchülerInnen, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
gibt bedeutend mehr Privatschulen als vor 20 bis 30 Jahren – spielen die im Folgenden aufgeführten Aspekte, die mir sowohl als Kinder- und Schularzt als auch aufgrund meiner Erfahrungen in der Corona-Zeit evident scheinen, eine wichtige Rolle.
Woran mag das liegen? Ich denke, dass es mehrere Gründe dafür geben wird. Neben einer höheren Konkurrenz – es
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1. Gesehen werden und im Herzen berühren
In diesem Sinne könnte jede Schule ihren Schulalltag neu greifen. Ein paar Beispiele: Bevor die Stundenpläne fertiggestellt werden, werden die Eltern bei einem Elternabend zwischen Pfingsten und Sommerferien gefragt, was ihre Wünsche, Bedürfnisse und Notwendigkeiten für den Schulalltag sind. Diese werden berücksichtigt, auch wenn Kompromisse unumgänglich sind. Auch die SchülerInnen ab der 5. Klasse könnten in die Organisation des Stundenplans miteinbezogen werden. Möglicher Effekt: Selbst wenn nur wenige Bedürfnisse der Eltern und SchülerInnen berücksichtigt werden können, wird ein Raum geschaffen, in dem jeder seine Wünsche äussern konnte, BEVOR alles organisiert war. Dadurch sind Eltern und SchülerInnen mehr Teil des Ganzen und fühlen sich mitverantwortlich. Sie werden gesehen, ihre Bedürfnisse ernstgenommen.
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2. Begeisterung
Begeisterung ist eine Frage der Haltung zu einem bestimmten Thema: «Mein Herz öffnet sich voll und ganz.» Ich kann wahrscheinlich nur echte Begeisterung empfinden und leben, wenn ich Zugang zu meinem Potenzial habe und dies bzw. zumindest dessen grössten Anteil leben kann. Wenn mich noch gewichtige «Baustellen» in meinem Leben daran hindern, mein Potenzial zu leben, werde ich Begeisterung weder erleben noch vermitteln können.
1.+2. Lebendigkeit leben, lebendig sein Die Punkte 1 und 2 sind das Fundament, dass Lebendigkeit gelebt und erlebt werden kann. Hilfreich ist, wenn es uns gelingt, Selbstreflexion und Authentisch-Sein in unseren Lebensalltag zu integrieren. Einfacher gesagt als getan, aber enorm kraftvoll, wenn es zu gelingen beginnt. Die Gesellschaft und damit Teile unseres Umfeldes sind da leider keine Unterstützung.
An dieser Stelle sollten wir überlegen, durch welche Hilfestellungen wir denjenigen Lehrpersonen und SchülerInnen dazu verhelfen können, die sich da noch schwertun. Das ist ein brisantes Thema; allerdings werden wir die Entwicklung unserer Schulen nicht vorantreiben, wenn dieser Punkt nicht angegangen wird. Wenn Therapeuten und Ärzte dazu angehalten werden, regelmässige Supervisionen, die auch die persönliche Entwicklung beinhalten, wahrzunehmen, sollten es Lehrpersonen und vielleicht jedes Lehrerkollegium durch eine Fachkraft von aussen genauso tun. Es wird ihre berufliche Qualität und Lebensqualität verbessern!
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3. Autonomie der Kinder und Jugendlichen
Betrachtet man die heutigen Kinder im Vergleich zu denjenigen vor 50 Jahren, ergibt sich das, was unsere Studie auch aufzeigt: Sie wollen mehr Autonomie. Das bedeutet mehr selbst Gestalten, weniger Frontalunterricht, weniger «Vorgesetzt-Bekommen». Ich verstehe darunter, dass die Kinder heute zum Teil ihre Entwicklung selbst in die Hand nehmen wollen. Das ist doch wunderbar. Gestehen wir es ihnen zu und begleiten sie dabei. Nach welchen Projekten brennen unsere Kinder? Wie können wir je nach Alter und Entwicklungsstand Projekte entwerfen und vorschlagen? Wir sind sehr darauf fokussiert, die Entwicklung des Kindes zu berücksichtigen; dies ist sehr wertvoll. Dennoch sollten wir überprüfen, was sich geändert hat, was noch stimmt und was der Korrektur bedarf.
6. Weniger ist mehr
Der Lockdown hat es gezeigt: Auf einmal geht es! Alle Stundenpläne aller Schulen sind rappelvoll. Wo können wir zugunsten des Gesamten Abstriche machen? Vielleicht könnten wir mittels Umfragen, bei denen auch Eltern und SchülerInnen involviert werden, ein Stimmungsbild zu dieser Frage erhalten. Das wäre doch spannend!
4. Teambildung
Jede Klassenlehrperson könnte mit zwei weiteren LehrerInnen ein Team bilden, die sich mit Fragen zur Entwicklung ihrer Klasse beschäftigen. Hinzu kommen vielleicht ab der 5. Klasse zwei SchülerInnen (gewählt von ihren Klassenkameraden), die dieses Team bereichern. Bei einem Lockdown oder anderen aussergewöhnlichen Lebenssituationen arbeitet dieses Team eng zusammen und teilt sich die Aufgaben für jede Klasse. So sind Klassenlehrer und Klassenbetreuer nicht mehr allein, sondern führen ein Team, bei dem SchülervertreterInnen mitwirken.
5. Schulen vernetzen
Ich vermisse ein selbstverständliches Hospitieren «fremder» Lehrpersonen. Warum kann nicht eine Lehrperson aus Zürich einmal in Basel, Hamburg, München oder Wien hospitieren oder eine Woche unterrichten und dann tauscht man sich aus? Oder umgekehrt? Dies würde unseren Horizont, unsere Erfahrungen, unsere Begeisterung und unser Entdecken, wie andere Waldorfpädagogik leben, nur bereichern.
Zwei- bis viermal im Jahr könnten die einzelnen Teams der gesamten Schule ihre Ergebnisse zur Entwicklung der Waldorfpädagogik präsentieren. Diese können diskutiert, verglichen, weiterentwickelt und der Arbeitsgemeinschaft der Rudolf Steiner Schulen Schweiz (ARGE) zur Verfügung gestellt werden.
7. Elternschule
Der Anteil an Erziehungsfragen in meiner kinderärztlichen Praxis oder als Schularzt hat in den letzten 20 Jahren sehr deutlich zugenommen. Die Eltern sind sehr belesen, wissen theoretisch viel – aber praktisch? Viele Erziehungsthemen können nicht mehr so übernommen werden, wie wir es aus unserer eigenen Kindheit gewöhnt sind. Unsere Kinder und unsere Gesellschaft haben sich so unglaublich verändert, dass wir auch bei der Erziehung dieser Entwicklung Rechnung tragen müssen. Eine junge Mutter hat es neulich auf den Punkt gebracht: «Wenn ich mir einen Hund kaufe, finde ich mehrere Hundeschulen im Umkreis. Wenn ich ein Kind zur Welt bringe, steht mir am Anfang die Hebamme zur Seite. Und dann?»
8. Lehrerausbildung
Aus meinem Verständnis heraus sollten die Verantwortlichen der Lehrerausbildungsstätten etwas Konkretes erarbeiten, vielleicht zusammen mit ihren «SchülerInnen» und DozentInnen und den unmittelbaren Erfahrungen aus den Schulen. Dieser Artikel könnte dazu Leitfaden sein.
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9. Sich der Welt 10. Autonomie 11. Visionsöffnen – oder der Schulen suche leben wir eher in reduzieren unserer Welt? Diesen Punkt möchte ich gerne anhand konkreter Beispiele erläutern: Vor einem Jahr lebte eine Waldorffamilie aus Südamerika für einige Monate in einem deutschen Bundesland. Sie fragten in allen Waldorfschulen dieses Bundeslandes, ob ihre zwei Kinder in der Unterstufe für diese Monate die Schule besuchen dürfen. Nicht eine Schule gab ihnen einen Platz. Eine befreundete Familie hat für knapp zwei Jahre eine Weltreise unternommen (Asien, Südamerika und Australien). Auch sie konnte keine einzige Waldorfschule auf ihrer Route finden, die ihrer Tochter einen Schulplatz in der Unterstufe gewährte. In beiden Fällen waren es andere Privatschulen, die die Kinder mit Freude aufgenommen haben. Daraus haben sich Freundschaften entwickelt, die teilweise heute noch bestehen. Es wäre sehr zeitgemäss und wunderbar, wenn eine stärkere Offenheit für zunächst Fremde selbstverständlich werden würde. Ich bin mir sicher, dass alle Beteiligten profitieren würden.
Die aufgeführten Punkte sind als Ideen, Vorschläge, Entwürfe und auch als Anregung zur konkreten Umsetzung in die Praxis zu verstehen. Sie wurden bei einem ersten gemeinsamen Gespräch mit Vertretern der Arbeitsgemeinschaft der Rudolf Steiner Schulen Schweiz und des Bundes der Waldorfschulen Deutschland diskutiert; eine weitere Zusammenarbeit ist geplant.
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Aus meiner Sicht ist es sehr wichtig, dass wir uns als Verbund stärker verbünden. Dazu gehört deutlicher eine eigene «Waldorf-Handschrift», eine «corporate identity», bei der jede Schule mitmacht. Und diese sollte weitaus mehr beinhalten, als dass sich die Schulen auf ihrer Homepage allesamt der Waldorf-Schrift bedienen. Dies bedeutet in der Konsequenz, dass wir denjenigen Menschen, die sich im Besonderen um diese Entwicklungsfragen kümmern, unser Vertrauen schenken sollten, weil sie den Überblick haben und die Professionalität mitbringen. Damit sie wirklich agieren können, sollten die einzelnen Schulen in einzelnen Punkten bereit sein, auf ihre uneingeschränkte Autonomie zu verzichten. Ich bin mir bewusst, dass diese Forderung brisant ist. Doch nur gemeinsam können wir die Herausforderung unserer Zeit bewältigen. Der Einzelne wie auch die einzelne Schule werden dies nicht schaffen. Es geht also um die Sache, d.h. um die Rettung und Weiterentwicklung der Waldorfpädagogik, und nicht primär um eine einzelne Schule.
Wie wollen wir die Zukunft unserer Schule gestalten? Wo und wie kann eine konkrete Weiterentwicklung stattfinden? Die Beantwortung dieser Fragen sollte aktiv in die Hand genommen werden. Visionssuche und Weiterentwicklung müssen organisiert sein, sonst gehen sie im Alltag unter. So könnte beispielsweise jedes Lehrerkollegium zwei bis drei KollegInnen auswählen, die sich intensiv mit diesem Thema beschäftigen; alle Mitglieder des Kollegiums fühlen sich aufgerufen, diesen Lehrpersonen Ideen und Vorschläge zukommen zu lassen, die dann zweimal pro Schuljahr in einem «Visionskonvent» gemeinsam erörtert werden. Denkbar ist auch, in diesen Visionsprozess SchülervertreterInnen einzubeziehen und den Klassen ab der 5./6. Jahrgangsstufe den Raum zu geben, selbstständig Visionen zu entwickeln und über Klassenvertreter im «Visionskonvent» einzubringen. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass auf jedem Konvent konkrete Handlungsweisen hinterfragt und eventuell neue Massnahmen verabredet werden – wie zum Beispiel im Bereich der Gestaltung und Organisation von Stundenplänen oder auch der Lehrerkonferenz sowie des sozialen Umgangs zwischen Ich und Du und in der Gemeinschaft.
Liebe Kinder, liebe Eltern und liebe Lehrpersonen: Ohne eure Mithilfe hätten wir diese Erkenntnisse aus dem Lockdown nicht gewinnen können. Sie haben dazu beigetragen, dass die weiteren Schritte – wie dieser Artikel, Gespräche im Vorfeld und solche, die folgen werden – möglich geworden sind. Die Weiterentwicklung unserer Schulen wurde angestossen. Helfen wir alle mit, dass diese in aller Sinne fruchtbar weitergeführt wird!
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Aus dem Schulleben
Skaten – eher ein Lifestyle als ein Sport Ein Gespräch mit Elias und Elliot (beide 5. Klasse) sowie Ernesto und Trym (beide 8. Klasse) von Birgit Purainer (Mitglied der Schulleitung)
Kurz vor acht Uhr am Morgen ist ordentlich etwas los auf unserem Schulhof. Manche Kinder und Jugendliche laufen fröhlich in das Schulhaus, andere wiederum schlendern eher gemütlich Richtung Klassenzimmer, viele schieben ihr Trotti und in letzter Zeit kommen immer mehr Kinder und Jugendliche mit ihrem Skateboard zur Schule. Vor dem Unterricht werden damit den Freunden auf dem Gehsteig noch die neuesten Tricks gezeigt oder Neues ausprobiert. Nicht selten erfordert dies viel Nachsicht und Geduld von den AutofahrerInnen und FussgängerInnen, die an unserer Schule vorbeifahren oder -laufen möchten. Die Skateboards werden von den Schülern sorgsam behandelt und zu fast jeder Fachstunde unter dem Arm mitgetragen. Was fasziniert unsere Schüler so am Skateboarding? Was sind die Herausforderungen und Gefahren? Vier Schüler aus der 5. und 8. Klasse gewähren einen Einblick in die Skater-Welt. 36
Rudolf Steiner Schule Zürich
Wie seid ihr eigentlich zum Skaten gekommen? Wie hat das bei euch angefangen? Elliot: Als ich sechs Jahre alt war, fing mein Bruder mit dem Skaten an und ich durfte dann das Skateboard auch ausleihen und probieren. Zunächst bin ich aber wieder Scooter gefahren; dann habe ich es wieder hervorgenommen und im Keller Übungen gemacht und dann habe ich mir gedacht: Jetzt fahre ich mal richtig. Elias: Bei mir hat mein Nachbar immer geskatet und daher habe ich mir ein Skateboard gewünscht. Dann bin ich auch wieder Scooter gefahren und in der Mitte der dritten Klasse habe ich schliesslich angefangen, zu skaten. Ernesto: Ich habe immer schon Freestyle-Sport gemacht, bin Scooter gefahren, dann habe ich ein Skateboard im Keller gefunden und habe angefangen, damit zu fahren, und es war cool. Trym: Ich habe damit angefangen, als ich zur Schule gekommen bin. Alle meine guten Kollegen sind Skateboard gefahren und dann dachte ich mir: Das probiere ich mal aus. Da habe ich mich total fürs Skaten begeistert und nicht mehr aufgehört.
Braucht es gewisse Fähigkeiten für das Skaten? Trym: Eigentlich kann das jeder machen. Man braucht halt viel Balance, aber das kommt dann auch mit dem Üben. Ernesto: Zäh muss man schon noch sein. Gerade zu Beginn haut es dich doch noch viel vom Board.
Vor allem am Anfang stelle ich mir es eher frustrierend vor, wenn man so viel hinfällt. Verleidet es da einem nicht? Trym: Nein, gar nicht.
umschrauben». Was macht ihr da genau? Trym: Wenn du ein neues Skateboard hast, musst du immer alles auseinanderschrauben, um auch alle Teile zu ersetzen.
Wieviel Geld gebt ihr denn fürs Skaten aus? Elliot: Das ganze Sackgeld. Trym: So 80 Franken im Monat. Ernesto: Ungefähr alle zwei Monate braucht man neue Schuhe und jeden Monat ein neues Deck und Griptape, also Schleifpapier.
Das heisst, ihr spart euer Geld immer für das Skateboard oder für Zubehör? Elliot: Ja! Im Moment gebe ich alles dafür aus und spare für nichts anderes mehr.
Elliot: Kleine Kinder probieren das an einem Tag aus, fallen oft um und dann fahren sie nicht mehr. Ernesto: Du hast ja immer deine Kollegen und bist in einer grossen Gruppe. Wenn du dann umfällst, gibt es immer jemanden, der dir sagt: Du kannst das. Dann probierst du es halt nochmals und dann schaffst du es. Das ist wie family: Du wirst ständig motiviert.
Geht es euch darum, schnell zu fahren, oder interessiert es euch mehr, Tricks zu können? Trym: Für mich ist es mehr das Schnellfahren – finde ich lustiger. Elliot: Schnellfahren ist schon recht lustig. Elias: Tricks sind aber auch cool.
Ist Skaten für euch eine Art Lebenseinstellung? Trym: Ja, es ist definitiv mehr Lifestyle als ein Sport.
Wirkt sich das auch auf euren Mode- und Musikgeschmack aus? Elliot: Ja, ich kann nicht mit Jeans skaten. Ich fahre mit Trainerhose und T-Shirt. Und das brauche ich immer. Ich kann auch nicht ohne Kappe. Ernesto: Auf den Musikgeschmack wirkt es sich bei mir eher weniger aus. Es wird aber schon mehr Hiphop-Musik gehört.
Sind es hauptsächlich Jungs, die skaten? Elias: Ja schon. Meitli sieht man eher weniger skaten.
Auf dem Schulhof sehe ich euch manchmal am Skateboard «her-
Und das übt ihr dann zuhause oder geht ihr in einen Skater-Park? Elliot: Eher Street-Skaten, also auf der Strasse. Ernesto: Ich skate auch viel auf der Strasse oder gehe in die Allmend, dort hat es einen Skate-Park. Es gibt auch noch eine Skate-Halle in Zürich, da gehe ich auch manchmal hin. Elliot: Ja, da bin ich auch immer,
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wenn es regnet. Das ist meine Halle, wo ich immer gerne trainiere.
Gibt es im Moment etwas, auf das ihr übt, weil ihr das gerne können möchtet? Trym: Ja, so 50:50 auf dem Down Hill: Das bedeutet, dass man mit beiden Achsen auf Kanten springt und dann auf etwas draufspringt. Elliot: Ich suche beim Street-Skaten Treppen, die ich runterfahren kann. Eher auf dem Geländer. Also so Downhill-Sachen.
Habt ihr Schutzkleidung, also Knieschoner oder Helm an? Alle einstimmig: Nein! Habt ihr euch schon mal verletzt? Wieder alle einstimmig: Ja! Trym, an deinem Ellbogen sieht man es, der ist ganz aufgeschürft. Ernesto: Das passiert halt, wenn du keine Kontrolle hast.
Und die Verletzungsgefahr nimmt man dann einfach in Kauf? Trym: Ja, das gehört dazu. Elliot: Das läuft dann einfach so weiter.
Trym: Ja, das lässt man so auslaufen.
Ich sehe euch oft aus meinem Bürofenster mit dem Skateboard nach der Schule losfahren und finde das immer wahnsinnig schnell und mache mir etwas Sorgen. Gibt es nicht manchmal Ärger mit Autofahrern und Velofahrern? Trym: Doch, manchmal schon. Ernesto: Du musst halt zeigen, dass du auch da bist. Du darfst sie nicht durchlassen! Denn wenn sie
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dich überholen, dann fahren sie oft extrem nahe an dir vorbei.
Ist es denn überhaupt erlaubt, auf der Strasse zu fahren? Alle einstimmig: Nein! Hattet ihr deswegen schon Ärger mit der Polizei? Alle einstimmig: Ja, ja! Elias: Bei uns hat es ein Altersheim, da geht es megacool zu skaten. Aber die rufen dann bei der Polizei an, weil es zu laut ist. Elliot: Wir mussten auch schon den Ausweis zeigen und wurden aufgeschrieben. Elias: Ja, und dann dürfen wir da nicht mehr skaten. Trym: Das stört halt richtig mit dem Lärm.
Machen sich eure Eltern eigentlich Sorgen, dass ihr so viel mit dem Skateboard unterwegs seid? Elias: Nein, überhaupt nicht. Elliot: Manchmal schon. Wenn ich auf der Strasse fahre. Sie haben immer Angst, dass ich den Berg von der ETH zur Schule runterfahre. Trym: Das ist aber auch total lustig. Meine Eltern finden es gut, dass
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ich etwas mache, aber sie haben es nicht gerne, dass ich ohne Helm fahre. Sie haben dann Angst, dass ich in einem Busch lande. Ernesto: Meine Eltern nervt, dass ich immer meine Kleider kaputt mache. Aber sonst finden sie es gut.
Als die Schule während dem Lockdown geschlossen war, seid ihr da mehr geskatet? Trym: Ja, absolut. Jeden Tag. Ernesto: Ja, viel mehr. Elliot: Am Morgen habe ich meine Schulsachen gemacht und dann bin ich den ganzen Nachmittag mit dem Skateboard weggewesen. Elias: Ja, ich bin auch die ganze Zeit geskatet.
Geht ihr allein skaten? Elias: Nein, das ist langweilig. Ich gehe immer mit Freunden. Und wenn man dann einen neuen Trick schafft, dann würden die das vielleicht nicht glauben, wenn sie es nicht sehen. Trym: Ich finde manchmal eine Ego-Session gar nicht schlecht zum Üben. Dann kann man sich die Zeit nehmen, um den Trick zu üben.
Bei uns an der Schule gibt es ein Skate-Verbot aufgrund von Platzmangel und Sicherheitsbedenken. Wie findet ihr das? Trym: Am Fussballplatz würde es doch eigentlich niemanden stören, wenn da jemand umfällt, und es würde nichts passieren. Ich verstehe nicht, warum wir da nicht skaten dürfen. Vielleicht in einer kleinen Ecke. Das würde schon reichen. Elliot: Ja, eine Mini-Rampe könnte man dort hinstellen.
Das mit der Mini-Rampe hatten wir sogar überlegt, aber die Kosten wären doch zu hoch gewesen, da wir auch ein Fundament für den Bodenuntergrund und ein Dach hätten bauen müssen. Wir könnten jedoch im Kollegium nochmals überlegen, ob es nicht möglich wäre, an einem oder zwei Tagen den Fussballplatz als Skate-Platz zu nutzen. Habt ihr denn auch Vorbilder aus der Skater-Szene? Elliot: Ja, von der Skate-Halle kenne
Ernesto: Mein Vorbild ist ein etwas spezieller Typ aus Amerika. Es geht ja immer um so einen Style, und den Style von Evan Smith finde ich cool. Trym: Kyle Walker finde ich toll. Der hat auch eigene Skate-Schuhe herausgebracht.
Herzlichen Dank für das sehr spannende Gespräch, ich konnte eure Begeisterung für das Skaten spüren. Gibt es noch etwas, das ihr abschliessend sagen möchtet? Trym: Ich fände es gut, wenn wir in der Pause die Möglichkeit hätten, die Energie rauszulassen. Das Skaten wäre perfekt für das und für diejenigen, die etwas ausprobieren möchten. Das Skaten ist ja sehr sozial. Ernesto: Beim Skaten kennt jeder jeden und man unterstützt sich gegenseitig. Wenn jemand etwas zum ersten Mal geschafft hat, dann «fant» man auch für ihn. Wir haben uns auch schon beim Skaten gesehen. Elliot ist supergut für sein Alter.
ich richtig viele, die sind auch meine Vorbilder. Sie sind älter, manchmal gehe ich mit ihnen skaten.
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AG
Aus dem Vorstand
Schulterschluss für eine optimale Schulraumgestaltung Schulleitung und Vorstand widmen sich verstärkt der Lernumgebung als «drittem Erzieher» Text: Othmar Schäublin (Architekt, Vorstand), Lukas Schwaiger (Immobilienfachmann, Vorstand) und Jean-Claude Baudet (Oberstufenlehrer, Schulleitung)
Die neubesetzte Schulleitung und der Vorstand der Freien Schulvereinigung sind zur Erkenntnis gelangt, dass die Zusammenarbeit zum Wohle der Schule intensiviert und vertieft werden muss. Bisher beschränkte sich die Kommunikation auf die jährlich stattfindende gemeinsame, zweitägige Klausur sowie die Teilnahme eines Vertreters der Schulleitung an den monatlichen Vorstandssitzungen. Die Beteiligten beider Gremien sind sich nun einig, dass die Zusammenarbeit verstärkt und institutionalisiert werden muss.
Als erstes zeichnet sich ab, dass der gesamte Vorstand regelmässig an der schulführenden Konferenz des Kollegiums teilnehmen wird. Zu anstehenden Themen sollen Arbeitsgruppen aus Vertretern beider Gremien gebildet werden, die – über den Informationsaustausch hinaus – vertiefend Grundlagen für reifere, breit abgestützte Entscheide erarbeiten. Eine erste solche Gruppe widmet sich aktuell der Schulraumgestaltung – ist doch der Schulraum als Lernumgebung der «dritte Erzieher» der SchülerInnen. Die Unterzeichnenden aus Vorstand und Schulleitung / Kollegium – zusammengeschlossen in der Gruppe Schulinfrastruktur – haben am 1. September 2020 anlässlich einer Begehung an der Plattenstrasse intensive Blicke in die einzelnen Klassen-, Handarbeits- und Musikzimmer, in die Säle, die Mensa, den Hort sowie auf die Aussenräume geworfen. Noch offen ist die Begehung
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des Atelierhauses an der Hofstrasse. Die Beobachtungen, die durch schriftliche Hinweise und Impulse der NutzerInnen ergänzt wurden, werden in einem Bericht festgehalten. Dieser wird zuerst den beiden Gremien vorgelegt und dann bei Bedarf ergänzt und überarbeitet. Ziel ist, damit eine detaillierte und klare Voraussetzung für die Kommunikation mit der Immobilienstiftung ImmoRSS über den kurz- und mittelfristigen Bedarf an Unterhalts- und Erneuerungsarbeiten sowie deren Terminierung und Planung zu schaffen. Othmar Schäublin meint seitens des Vorstandes dazu: «Für mich – als Architekt und im Vorstand mit dem Mandat Schulraum betraut – war diese Begehung informativ und hat spannende Fragen aufgeworfen: Wie wird mit dem Anspruch umgegangen, dass der Schulraum der dritte Erzieher sei? Welche Signale der besonderen anthroposophischen Sicht auf die Architektur sind vor-
handen, welche bestehen schon länger, welche sind neueren Datums? Für meine Aufgabe im Vorstand bin ich als Nicht-Anthroposoph daran, mich in diese Fragen einzuarbeiten. Aufgefallen ist mir der Umgang mit Farben und Materialien. Stellenweise wird achtsam und besonders damit umgegangen; es scheint jedoch vor allem in den Schulzimmern einiges von der Initiative der jeweiligen NutzerInnen abzuhängen. Zusammenhängend gestaltete Bereiche gibt es nur vereinzelt, als Beispiel im Haus 37 der Eingang, der Korridor, das Treppenhaus und der grosse Saal. Ich interpretiere das als mit dem Konzept der Schule übereinstimmend so, dass der Schulraum den LehrerInnen und den SchülerInnen als Bühne zur Verfügung gestellt wird, die sie möglichst selbst- und eigenständig mit ihrem Bühnenbild versehen und bespielen können. Es gilt, beim Unterhalt Rudolf Steiner Schule Zürich
Der Vorstand der Freien Schulvereinigung (v.l.n.r.): Matthias Jordi, Othmar Schäublin, Clemens Gubler, Lukas Schwaiger, Jon Turnes und Jonas Diethelm (es fehlt Clea Gross)
und der Erneuerung der Räume die passende Grenze zwischen diesen beiden Bereichen zu finden. Die Räume müssen von SchülerInnen und LehrerInnen mit dem Aufwand, den sie zu leisten imstande sind, für ihre Zwecke hergerichtet werden können. Die Voraussetzung dazu – die Bühne zu schaffen – ist die Aufgabe von Kollegium, Vorstand und Immobilienstiftung.» Mit dieser Interpretation gilt es nun, die Qualität der Räume und ihrer Grundausrüstung in den Blick zu nehmen und weiterzuentwickeln. Der Bericht zu den Beobachtungen anlässlich der Begehung wird die Details dazu enthalten. Zusammenfassend werden die Bereiche Beleuchtung, Möblierung der Klassenzimmer insbesondere mit Garderoben und mit Ablagegestellen, wo diese noch nicht erneuert wurden, sowie die allgemeinen Räume (Umgebung, Mensa, Säle) im Vordergrund stehen. Die beruflichen Kompetenzen
der Vorstandsmitglieder sollen dabei die pädagogischen Kenntnisse und Impulse der Lehrpersonen in Bezug auf die Gestaltung der Lernumgebung anreichern – so dass zusammen mit den Fachleuten der Immobilienstiftung das Bestmögliche aus der aktuellen Raumsituation herausgeholt werden kann. Denn anregende sowie sorgsam gestaltete und gepflegte Arbeitsräume sorgen für besseres Wohlbefinden sowie einen achtsameren Umgang im Sozialen – und steigern somit den Lern- und Entwicklungsfortschritt.
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360° um die Schule
Die St. Peter Apotheke – grundsätzlich ganzheitlich Text: Carla Wullschleger (Mitglied der Geschäftsleitung der St. Peter Apotheke Zürich)
Seit mehr als 30 Jahren wird die St. Peter Apotheke vom Credo «Grundsätzlich ganzheitlich» geleitet. Gerade in der heutigen Zeit ist es eine Kunst, die Übersicht über das stetig wachsende komplementärmedizinische Sortiment zu behalten und unserer Vision treu zu bleiben.
Wir haben in diesen 30 Jahren viel gelernt. Und sind stetig daran, unser Wissen weiterzugeben, zu erweitern und zu prüfen, um nachhaltige Erkenntnisse von kurzfristigen Trends zu unterscheiden. Dieses Wissen und Verständnis will aber mit jedem neuen Mitarbeitenden wieder neu errungen und belebt werden.
Pioniergeist und soziales Engagement
Die St. Peter Apotheke engagiert sich seit jeher politisch und sozial. Ihre Gründerin Silvia Briggen ging sogar so weit, aus Protest gegen die diversen Skandale in der Pharmaindustrie (beispielsweise dem Brand in den Lagerhallen der damaligen Firma Sandoz in Schweizerhalle) ganze Sortimente von Pharmaunternehmen aus dem Angebot zu streichen. Zur Zeit der offenen Drogenszene in Zürich verschenkte sie saubere Spritzen und Injektionsmaterial im Tausch gegen gebrauchte – obwohl dies gesetzlich verboten war. Sie unterstützt auch immer wieder gerne die Steinerschulen.
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365 Tage von morgens bis abends geöffnet
Wir sind jeden Tag (auch sonntags) von 8.00 bis 20.00 Uhr für unsere Kundinnen und Kunden da – als Notfall-Apotheke selbstverständlich auch mit dem ganz normalen schulmedizinischen Arzneimittelsortiment. Der Kunde, die Kundin steht bei uns immer im Mittelpunkt. Jeder Schmerz und jedes Leiden sind individuell, denn immer steht dahinter ein anderer Mensch mit eigenen Stärken und Veranlagungen. Hier jedes Mal neu eine ganzheitliche, individuelle Beratung zu bieten, ist uns eine Herzensaufgabe. Gesundheit, Schönheit, Harmonie und ein kritischer Geist sind sozusagen in unserer DNA verankert. Aus diesem Grund verkaufen wir nur tierversuchsfreie Naturkosmetik. Und für die Harmonie steht der fast schon legendäre Blumenstrauss, zweimal wöchentlich frisch vom Markt. Das tut nicht nur unseren Kundinnen und Kunden gut, sondern auch uns. Ganz mit Goethe in seinem «Faust»: «Wer immer strebend sich bemüht …»
Vielfalt der Komplementärmedizin nutzen
Wir sind sehr mit der Anthroposophischen Medizin verbunden und gleichzeitig auch stolz auf alle anderen Schätze, die die Komplementärmedizin zu bieten hat: Klassische Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin, Blutegel, Spagyrik, Phytomedizin, Tees und alle erdenklichen Frischpflanzen-Tinkturen. In all diesen Sparten führen wir ein einmalig breites Sortiment und verfügen über detailliertes Fachwissen in unserem Team von rund 30 Mitarbeitenden. So sind wir beispielsweise eine zertifizierte Anthromed- und Phyto-Referenzapotheke. Jeden Tag stellen wir nach Wunsch und Rezept unzählige individuelle Mischungen her und produzieren ein grosses Sortiment eigener Hausspezialitäten. Was etwas nach Hexenküche tönt (bei uns arbeiten überwiegend Frauen), wird natürlich genauestens gemäss den strengen Auflagen der Heilmittelkontrolle in unseren Labors hergestellt.
Rudolf Steiner Schule Zürich
Interview: Stefanie Wolff-Heinze
Frau Wullschleger, lag der Schwerpunkt bei der St. Peter Apotheke schon immer auf der Komplementärmedizin?
Carla Wullschleger Die Apothekerin Carla Wullschleger hat den dreijährigen Ausbildungslehrgang in anthroposophisch erweiterter Pharmazie des VAEPS absolviert und ist Fachapothekerin FPH Klassische Homöopathie.
Die St. Peter Apotheke wurde 1989 von Silvia Briggen als Apotheke mit Fokus auf das gesamte Spektrum der Komplementärmedizin eröffnet. Silvia Briggen hatte sich als Apothekerin, Homöopathin und Anthroposophin in Zürich schon vorher einen Namen gemacht. In den Siebzigerjahren führte sie am Bellevue in Zürich die erste 24-Stunden-Apotheke in der Schweiz ein. Weil ihr Pachtvertrag in der Bellevue Apotheke aufgrund einer familieninternen Nachfolgeregelung gekündigt worden war, eröffnete sie in den Räumlichkeiten an der St. Peterstrasse 16 – einer ehemaligen Antikschreinerei mit teilweise denkmalgeschützten Jugendstilräumen – die St. Peter Apotheke. Silvia Briggen war übrigens Mitbegründerin des Trägervereins, der 1994 das Paracelsus-Spital in Richterswil eröffnete.
Wie erleben Sie und Ihre KollegInnen die Corona-Zeit? Wo liegen die besonderen Herausforderungen? In der Anfangsphase von Corona herrschte bei uns in der Apotheke der absolute Ausnahmezustand. Wir verzeichneten eine enorm hohe Kundenfrequenz. Zuerst physisch in der Apotheke, dann via Telefon. Unsere Mitarbeitenden haben in dieser Zeit Ausserordentliches geleistet. Mittlerweile hat sich unser Alltag wieder ziemlich normalisiert. Unsere Arbeitsabläufe, die wir aufgrund der gesetzlichen Anforderungen anpassen mussten, sind eingespielt. Weil immer noch viele
im Home-Office arbeiten und nun wohl auch wegen der Maskenpflicht in Geschäften im Kanton Zürich, besuchen immer noch weniger Menschen unsere Apotheke. Aber natürlich stellt uns die Corona-Zeit vor besondere Herausforderungen. Bei unseren Kundinnen und Kunden erleben wir teilweise eine sehr grosse Verunsicherung. Wir verstehen unsere Aufgabe in dieser Zeit auch darin, aufzuzeigen, wie die Menschen von der Starre zurück ins Handeln kommen können. Denn Angst und Sorge sind schlechte Ratgeber. Studien zeigen, dass sich diese negativ auf das Immunsystem auswirken. So wichtig die Ansteckungsvermeidung durch Hygienemassnahmen insbesondere für Pflegende und sogenannte Risikopatienten ist, so wesentlich ist andererseits die umfassende Stärkung des menschlichen Immunsystems und dessen Widerstandskraft in der Auseinandersetzung mit dem SARSCoV-2-Virus. Denn nicht jeder Kontakt mit einem Erreger macht uns krank. Entscheidend ist die jeweilige Empfänglichkeit eines Menschen für ein Virus und die individuelle Krankheitsdisposition. Daraus ergeben sich wichtige Möglichkeiten für die Resilienzstärkung in Bezug auf den Lebensstil (zum Beispiel Pflege der eigenen Körperwärme, Stressreduktion, regelmässige Bewegung im Sonnenlicht, vollwertige Ernährung, massvoller Genuss von Süssem usw.). Die Komplementärmedizin und gerade auch die anthroposophische Medizin bieten interessante Konzepte in Bezug auf Prävention, Krankheitsverständnis und Therapie der COVID-19-Erkrankung. Georg Soldner und Thomas Breitkreuz haben hierzu soeben
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einen sehr interessanten Beitrag im «Merkurstab», der Zeitschrift für Anthroposophische Medizin, publiziert. Zur Resilienzstärkung gegenüber viralen Atemwegserkrankungen auf medikamentöser Ebene bieten sich beispielsweise Mete orei s en/Pho s phor/Q u a r z Globuli Wala respektive Prunuseisen (Prunus spinosa cum ferro D3) Globuli Wala für Kinder unter sieben Jahren an. Oder auch Echinacea, zum Beispiel in Form der Echinadoron Lutschtabletten von Weleda. Natürlich gibt es viele weitere Möglichkeiten, und es ist wichtig, abhängig von Alter, Begleiterkrankungen, persönlichen Präferenzen usw. für jeden Menschen ein individuell passendes Konzept zu finden.
Hat sich in der Corona-Zeit der Beratungsbedarf verändert? Die Beratungsthemen und der Beratungsbedarf haben sich in der Corona-Zeit erstaunlicherweise gar nicht gross verändert. Wir bieten bereits seit einigen Jahren unseren Kundinnen und Kunden für die vertiefte Besprechung gesund-
heitlicher Fragestellungen unsere «Sprechstunde» an. Diese kostenpflichtige Dienstleistung findet in diskreter, ruhiger Atmosphäre in unserem Beratungsraum statt und ist sofort auf grosse Resonanz gestossen. Das Spektrum der besprochenen Fragen ist sehr breit und reicht von A wie Allergie bis zu Z wie Zoster. Diese Woche haben wir beispielsweise eine Frau wegen starkem Schwitzen in der Menopause beraten, und eine Grossmutter wollte wissen, wie sie ihren Enkel bei seinen Lernproblemen in der Schule unterstützen kann.
Mit welchen Massnahmen unterstützen Sie die Steinerschulen? Die St. Peter Apotheke hilft auf verschiedenen Ebenen: Wir unterstützen regelmässig Projekte der Steinerschulen mit finanziellen Zuwendungen, beispielsweise die neuen Labors an der Plattenstrasse. Wir bieten auch Praktikumsplätze für Schülerinnen und Schüler an. Zudem gibt es den 10 Prozent-Einkaufspool der Steinerschule.
Der Steiner-Partner-Pool: Jeder Einkauf eine Spende für unsere Schule! Die St. Peter Apotheke in Zürich ist eines von über 100 Mitgliedern in unserem branchenübergreifenden «Steiner-Partner-Pool». Mit Ihrem Einkauf in den Pool-Läden bzw. mit Ihrem Auftrag an Pool-Unternehmen unterstützen Sie unsere Schule direkt und wirkungsvoll. Wie das funktioniert? Ganz einfach: Sie senden die Quittungen Ihrer bei den «Steiner-Pool-Partnern» getätigten Einkäufe und Aufträge an unser Schulsekretariat. Die von Ihnen ausgewählten Läden, Firmen und Unternehmen zahlen der Schule dann bis zu 15 Prozent des Betrages aus Ihrem Einkauf bzw. Auftrag als Spende ein. Sie möchten mehr erfahren und mitmachen? Auf der Schul-Website www.steinerschule-zuerich.ch finden Sie in der Rubrik «Verein» detaillierte Informationen zu den Steiner-Pool-Partnern! Oder möchten Sie selbst mit Ihrem Laden oder Unternehmen Steiner-Pool-Partner werden? Dann melden Sie sich bei uns: Rudolf Steiner Schule Zürich Carmen Silbermann E-Mail: fsv@steinerschule-zuerich.ch Tel: 043 268 20 42
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Rudolf Steiner Schule Zürich
An alle Alumnis: Einladung zum Netzwerken! Text: Nicole Gut (Präsidentin Alumni Netzwerk) Liebe Leserinnen und Leser, habt ihr schon vom Alumni Netzwerk gehört? Wenn ja, freut uns das riesig! Wisst ihr auch, wer hinter dem Verein steht und was unsere Ziele und Werte sind? Im Folgenden wollen wir euch einen Einblick geben und dazu verlocken, Mitglied zu werden oder sogar aktiv mitzuwirken. Wir sind ein Verein der ehemaligen SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen aus den vier Zürcher Rudolf Steiner Schulen. Unser Ziel ist es, ein Netzwerk zu schaffen, das Austausch in menschlicher, beruflicher wie auch kultureller Hinsicht ermöglicht. Dafür haben wir vor allem in diesem besonderen Jahr 2020 unsere strategische Ausrichtung in verschiedenen Workshops weiter ausgebaut.
Neu seit diesem Jahr betreiben wir aktiv unsere Facebook Seite, haben im MeetUp eine Gruppe namens «Anthroposophica» gegründet und uns mehr mit den digitalen Netzwerken befasst. Dies vor allem dank unserem Vorstandsmitglied Yakub Erdogan, der sein Wissen in diesem Bereich wertvoll und kreativ einsetzte. Seit Beginn sind die drei Vorstandsmitglieder Elisa Pfeiffer, Martin Frei und Nicole Gut stetig dabei. Diese starteten das Mentoring-Programm, worin wir AbgängerInnen bei der Studienwahl und bzw. oder beim Start ins Hochschulleben begleiten. Da unterstützen ehemalige AbsolventInnen, die erfolgreich ihr Studium meistern oder gemeistert haben, die Neumitglieder. Die Kontakt-
Koch-Event
aufnahme halten wir simpel via Mail oder Mobile. Des Weiteren ermöglichen wir mit diversen Events den Austausch von Schulfreunden, wie derzeitigen SchülerInnen und Eltern, mit Ehemaligen. Aufgrund der Corona-Situation konnten wir dieses Jahr noch keine Vereinsevents durchführen; daher berichten wir an dieser Stelle von Anlässen, die seit unserer Gründung im Jahr 2013 stattfanden:
Marmorier-Kurs
Im Frühling haben wir jeweils einen Kochabend genossen, an dem wir in der Zürcher Kochschule La Cuisine neue kulinarische Kunststücke lernten.
Janka Stemmle, Künstlerin und Alumni-Mitglied, zeigte uns Techniken des Marmorierens. Neben dem Malen genossen wir unser «Zvieri» im sonnigen Garten des Hegnerhofs.
Sofa-Konzert
Das Trio Mezu’, eine Band der Atelierschule, brachte eine unglaubliche Stimmung ins Wohnzimmer einer Ehemaligen. Es wurde getanzt wie auch ruhig der Musik aus dem Nahen Osten, dem Balkan, gelauscht.
Bei Interesse freuen wir uns über eure Anmeldung auf www.alumnirss.ch oder über eure Kontaktaufnahme via info@alumnirss.ch. Gerne beantworten wir unverbindlich Fragen und sind offen für Anregungen zu unserer Weiterentwicklung. Herzliche Grüsse Euer Alumni Netzwerk
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Was wäre …?
Was wäre ein Herbstfest ohne Herbst?
Was wäre Musik ohne Musiker?
Was wäre ein Herbst ohne Regen, ohne Sturm?
Was wäre ein Lied ohne Sänger?
Was wäre die Michaeli-Zeit ohne Widersacher?
Was wäre ein Installationskit ohne Anleitung?
Was wäre St. Michael ohne Drachen?
Was wäre ein Fotograf ohne Motiv?
Was wäre ein Drache ohne Feuer?
Was wäre ein Maler ohne Farben?
Was wäre ein Ritter ohne Mut? Was wäre Mut ohne Furcht?
Was wäre ein Garten ohne Blumen? Ein Tango ohne Tänzer?
Was wäre ein Fest ohne Gäste? Ohne Speis, Trank und Musik?
Was wäre ein Holz, das niemand bearbeitet? Was wäre ein Bild, das niemand sieht
Was wäre das Quartalsfest ohne Aufführungen?
oder niemand malt?
Was wäre die Schule ohne Kinder?
Was wäre Corona ohne Massnahmen?
Was wären die Kinder ohne Lehrer? Was wären die Lehrer ohne Kinder?
Was wäre ein Dichter, ein Redner ohne Worte?
Was wären die Kinder ohne Eltern?
Was wäre ein Wort, das niemand hört? Was wäre ein Wort, das niemand ausspricht?
Was wären wir ohne euch? Ihr ohne uns? Ich ohne dich? Du ohne mich?
Ganz sicher ein Gedanke!
Was wäre ein Theater ohne Zuschauer?
Vielleicht ein guter Gedanke?
Hänsel ohne Gretel?
Vielleicht einer, den es sich
Orpheus ohne Leier und ohne Eurydike?
auszusprechen lohnt!
Eine Papierwerkstatt ohne Papier? Ein Pausenplatz ohne Gestaltung?
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Vera Wohlgemuth
Rudolf Steiner Schule Zürich
Vorfreude aufs Adventslädeli
Zu Ende des Sommers sah die Pandemie-Situation stabil aus, so dass wir voller Zuversicht den Weihnachtsbazar angesagt haben. Leider hat sich die Lage erneut geändert: Das Bazarkomitee hat daher gemeinsam mit dem Vorstand des Schulvereins beschlossen, den diesjährigen Weihnachtsbazar schweren Herzens abzusagen. Natürlich hatte die Absage auch finanzielle Gründe: Wir wollten keine Kosten für unsere Schule verursachen (Zelte, Plakate, Material etc.), die wir nicht decken könnten, wenn die Durchführung des Bazars dann doch kurzfristig nicht möglich geworden wäre. Unser Weihnachtsbazar 2020 findet deswegen leider nicht statt. Einen kleinen Funken Bazar wollen wir trotzdem für die Kinder und die Eltern erhalten und öffnen in der Adventszeit vom 27. November bis 18. Dezember auf unserem Schulareal das neue Adventslädeli. Es wird jeweils kurz vor Schulbeginn und mittags geöffnet sein (voraussichtliche Öffnungszeiten täglich 7.30 bis 8.30 Uhr und 11.30 bis 13.30 Uhr).
Impressum Spektrum
Die Mitteilungen der Rudolf Steiner Schule Zürich Herbst/Winter 2020 Herausgeber
Rudolf Steiner Schule Zürich & Freie Schulvereinigung In Memoriam Walter Wyssling Plattenstrasse 37, 8032 Zürich Telefon 043 268 20 40 info@steinerschule-zuerich.ch www.steinerschule-zuerich.ch Redaktion
Birgit Purainer (verantwortlich) Stefanie Wolff-Heinze
Weitere Autorinnen und Autoren dieser Ausgabe
Jean-Claude Baudet Axel Boos Andrea Corsi Rhea Dietschi Philippe Goeldlin Nicole Gut Susannah Haberfeld Jaana Küttler Jasmine Milazzo Amalia Montero Isabel Oertig Gabi Perels Othmar Schäublin Anna Schmid Lukas Schwaiger Michael Seefried Franziska Spalinger Jon Turnes Vera Wohlgemuth Carla Wullschleger
Konzeption und Lektorat
Stefanie Wolff-Heinze Fotokreation
Werner Eschmann Maya Killer Flavio Leone Birgit Purainer Zeichnungen
7., 8. und 9. Klasse Kreation und Produktion
DD COM AG Seefeldstrasse 301 CH-8008 Zürich www.ddcom.ch
Die detaillierten Informationen finden Sie auf der Website der Schule unter www.steinerschule-zuerich.ch. Im Adventslädeli werden die schon für den Bazar vorbereiteten Sachen verkauft. Auch von Kindern Kreiertes und Produziertes soll im Adventslädeli einen Platz erhalten. Während der gesamten Adventszeit können auch immer wieder frische Sachen zum Verkauf gebracht werden – wie beispielsweise Brot, Guetzlis und neu angefertigte Kostbarkeiten. In diesen Zeiten ist vor allem Flexibilität gefragt – und so verwandelt sich unser Weihnachtsbazar 2020 in einen Sommerbazar 2021! Wenn sich bis dahin – wie wir sehr hoffen – die Pandemie-Situation verbessert, wird uns diese Jahreszeit Möglichkeiten für neue Aktivitäten und Stände geben. Gemeinsam und mit Vorsicht schaffen wir das! Das Bazarkomitee der Rudolf Steiner Schule Zürich Gabi Perels, Susannah Haberfeld, Jaana Küttler
Inserate
Carmen Silbermann fsv@steinerschule-zuerich.ch
Spektrum wird mit grosszügiger Unterstützung der Prowema GmbH produziert.
Druck
Prowema GmbH CH-8332 Russikon © November 2020 Die Verantwortung für die einzelnen Beiträge und die Rechte daran liegen bei den jeweiligen Autorinnen und Autoren.
Design: Daniel Müri Bianca Ugas
Druckvorstufe: Werner Kim & Andreas Laub
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Die Mitteilungen der Rudolf Steiner Schule Zürich
Frühling / Sommer
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