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FFB Fondsgespräche 02/2020 web

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Die Welt steht Kopf. Und Ihre Portfolios? Die Rolle von Anleihen neu definieren

Kontaktlos erfolgreich

Handlungsfähig in Corona-Zeiten

Fakten Hintergründe Praxistipps

Voran mit Umsicht Corona und die Folgen: ein Ausblick zur Allokation

Kür

Aus

Pflicht

wird

ESG kann beim Investieren nicht mehr ignoriert werden

2020 06


ACTIVELY INVESTED IN EVERY CLIENT

Wir sind aktive Fondsmanager und aktive Partner. Wir engagieren uns für unsere Kunden, sind transparent in unseren Investitionsentscheidungen und übernehmen dafür jederzeit die Verantwortung. Weitere Informationen finden Sie unter: www.carmignac.com

FÜR WERBEZWECKE. CARMIGNAC GESTION - 24 place Vendôme - 75001 Paris. Tel: (+33) 01 42 86 53 35 – Von der AMF zugelassene Portfolioverwaltungsgesellschaft. Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von 15.000.000 Euro - Handelsregister Paris B 349 501 676. CARMIGNAC GESTION Luxembourg - City Link, 7 rue de la Chapelle – L-1325 Luxembourg. Tel: (+352) 46 70 60 1 – Tochtergesellschaft der Carmignac Gestion. Von der CSSF zugelassene Investmentfondsverwaltungsgesellschaft. Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von 23.000.000 Euro - Handelsregister Luxembourg B67549.


Editorial

Peter Nonner, Geschäftsführer

In den ersten Monaten des Jahres zogen die Folgen der

Corona-Pandemie alle Aufmerksamkeit auf sich. In Windeseile mussten Business Continuity-Pläne umgesetzt werden, um weiter für Anleger da zu sein, und das Wort „Homeoffice“ hat gute Chancen, zum Wort des Jahres zu werden. Ich freue mich, heute sagen zu können: Das haben wir alle miteinander sehr gut gemeistert. Besonders gefreut hat mich dabei, dass unsere Kunden durch Sie so gut begleitet und Chancen genutzt werden – sowohl hinsichtlich der Fondsanlagen, aber auch in Bezug auf die Nutzung digitaler Möglichkeiten. Die Krise hat ein anderes Thema vorübergehend in den Hintergrund verdrängt, dessen Bewältigung für die gesamte Fondsbranche tiefgehende und nachhaltige Veränderungen bedeuten wird: ESG. Vorübergehend verdrängt heißt jedoch nicht vom Tisch. Künftig werden unter dem Stichwort Nachhaltigkeit nicht mehr nur die zunehmend wichtiger werdenden ökologischen Aspekte zum Tragen kommen. Zusätzlich werden die Faktoren Soziales und Unternehmensführung eine entscheidende Rolle in Anlagefragen spielen. Dabei werden europaweite regulatorische Vorgaben und einheitliche Kriterien auf das Produktuniversum einwirken. Ein Blick in viele Anlegerportfolios zeigt, dass die qualifizierte Beratung schon heute den Aspekt der Nachhaltigkeit stärker berücksichtigt als früher und auch den Nachweis erbringt, dass dies der Rendite eher zuträglich als abträglich ist – ein Vorurteil aus alten Zeiten. Denn nachhaltig handelnde Unternehmen sind schon heute und erst recht in Zukunft geringeren Risiken ausgesetzt. Die Fondsindustrie ist bereits dabei, diese Herkulesaufgabe – nämlich die, die von Gesetzgeber und Kunden geforderten Nachhaltigkeitskriterien in ihre Auswahl- und Selektionsprozesse und Investmentstrategien zu ­i ntegrieren – zu bewältigen. Und dies für möglichst viele Produkte aller Anlageklassen. Ich wünsche Ihnen alles Gute und vor allem Gesundheit in diesen außergewöhnlichen Zeiten. Ihr

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Inhalt

6 Aus Kür wird Pflicht. Wer künftig bei der Kapitalanlage Umwelt-, Sozial- und Governance-­

Faktoren (ESG) ausblendet, läuft Gefahr, hohe Renditerisiken einzugehen und Chancen auszulassen.

12 Die Welt steht Kopf – Ihre Portfolios auch? Mittlerweile sind

Anleihen zu einer Anlageklasse geworden, die aktiv verwaltet werden will.

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Dirk Zabel, Geschäftsführer der TBF Sales and Marketing GmbH, über

den spezifischen Ansatz des aktiven Managers mit klarem Fokus auf risikobereinigter Rendite.

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Inhalt

Thema

Experten

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Aus Kür wird Pflicht

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Credit-Investment mit klarem Fokus

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Die Welt steht Kopf – Ihre Portfolios auch?

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Wer weniger verliert, muss weniger aufholen

ESG-Faktoren unverzichtbar für die langfristige Perspektive.

ESG-Ansatz als Schutzschild für ein globales Aktienportfolio | DPAM

Anleihen mit neuer Bedeutung im Portfolio.

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Nachhaltigkeit, neuer sicherer Hafen?

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Boomsektor mit soliden Renditen

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Fernöstlicher Technologie-Titan

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Impressum

Im Dialog

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50 Corona und die Folgen: Voran mit Umsicht.

Ein aktueller Ausblick zur Allokation.

Interview: Zeitgewichtet Zum Investmentansatz des spezialisierten aktiven Fondsmanagers TBF.

Geschäftserfolg

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FFB – Ihr Partner für das Heute und die Zukunft Eine Krise ist eine Situation, an deren Ende neue Klarheit steht.

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BaFin-Aufsicht im Eilverfahren

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Zeit der Weichenstellung – mit der FFB

Thementrends der Zukunft – und Nachhaltigkeit | Schroders

Nachhaltige Investmentfonds mit Potenzial? | Carmignac

Verkehrsinfrastruktur – warum Anleger profitieren können | DWS

Von den ehrgeizigen Plänen Chinas profitieren | Fidelity

Bestandsaufnahme: ein Gesetz und seine Folgekosten.

Neue Spielregeln – die FFB bleibt immer an Ihrer Seite.

Menschen

Wer ist eigentlich …

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Ein Porträt des EU-Kommissars für den „Green Deal“.

Frans Timmermans?

24

Wer ist eigentlich … Frans Timmermans?

Services der FFB

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Kontaktlos erfolgreich

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Mitarbeiterzugang und LEI

Handlungsfähig mit der FFB – auch bei Kontaktbeschränkungen.

Tipps für Ihren Beratungsalltag mit der FFB.

Märkte und Allokation

50

Corona und die Folgen: Voran mit Umsicht Potenziale der längerfristigen Veränderungen? Ein aktueller Ausblick.

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Thema

Aus Kür wird Pflicht

Wer künftig bei der Kapitalanlage Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG) ausblendet, läuft Gefahr, hohe Renditerisiken einzugehen und Chancen auszulassen. ESG-Faktoren sind in der langfristigen Perspektive – also weit über die aktuelle Corona-Krise hinaus – für Anleger fundamentale und entscheidende Kriterien für ihren Anlageerfolg.

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Thema 1

F

668

Milliarden Euro Vermögen in europäisch beheimateten ESG-Fonds 2019

ridays for Future, Waldbrände, CO2-Neutralität – lange hatte der Klimawandel die Schlagzeilen bestimmt und das öffentliche Bewusstsein nachhaltig verändert. In der Gesellschaft zeichnet sich bereits ein deutlicher Wandel ab, hin zu mehr Nachhaltigkeit und der Beachtung sozialer Aspekte. Das schlägt sich auch zunehmend in der Geldanlage nieder. 2019 landete in Europa mehr als jeder dritte Euro, der in Fonds investiert wurde, in einem Produkt mit Nachhaltigkeitsmandat (siehe Grafik). Das Vermögen in europäisch beheimateten ESG-Fonds kletterte gegenüber dem Vorjahr um 56 % auf 668 Milliarden Euro – ein Rekordwert.1 Während ESG neben Umweltaspekten auch soziale Aspekte beinhaltet und ebenfalls Faktoren des Verhaltens von Unternehmen berücksichtigt, sind in Europa der Klimawandel und die Wende zu einem CO 2 -ärmeren Wirtschaften die Themen, die ESG-Investments in den letzten Jahren ins Rampenlicht rückten. Doch seit Februar dominiert die Corona-­ Krise unseren Alltag und die Kapitalmärkte. Seitdem geht es um unmittelbar existenzielle Themen: Krankheit, eventueller Jobverlust, schwindendes Vermögen. Sind Klimawende und ESG-Anlagen damit passé?

Die Klimawende und ihre Finanzierung Einige Fakten deuten darauf hin, dass die Corona-Krise die Klimawende etwas ausbremsen könnte: So hat die Internationale Energieagentur (IEA) darauf hingewiesen, dass das zumindest am Anfang besonders virusgeschädigte China weltgrößter Hersteller vieler Technologien im Bereich erneuerbarer Technologien ist, etwa von Solarpanels, Windturbinen und Batterien für Elektroautos. Das werde Auswirkungen auf die Produktion haben.2 Inzwischen wissen wir: Es hatte Auswirkungen. Dazu kommt das nach dem Ölpreisabsturz im Februar und März deutlich billigere Öl, das eine Umstellung auf sauberere Energien für Verbraucher und Industrie

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1

Thema

120

Mrd. Euro

Mittelzuflüsse in europäische Nachhaltigkeitsfonds im Jahr 2019 (siehe Grafik)

ökonomisch weniger dringlich erscheinen lässt, mindestens aber über die niedrigen Preise Anreize pro fossile Brennstoffe setzt. Auch bei der Finanzierung der Klimawende könnte es zu Einschränkungen kommen. Laut IEA kommen über 70 % aller Investitionen in die Energieerzeugung direkt oder indirekt vom Staat. Angesichts der Kosten zur Bewältigung der Corona-Krise stehen dafür zusätzliche Ausgaben in Billionenhöhe an.2 Das geht sehr wahrscheinlich zunächst einmal zulasten des Ausgabenspielraums für die Energiewende. Doch der Klimawandel ist nicht verschwunden, die Notwendigkeit zum Handeln nicht vom Tisch. Der Green Deal steht und die Europäische Union (EU) beschäftigt sich mit der Konkretisierung der Durchführung. Wenn es um staatliche Investitionsprogramme geht, wird – anders als bei den Soforthilfen zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen von Corona – der Fokus der Politik zeitnah wieder auf Nachhaltigkeit und CO2-Neutralität liegen. „Wir sollten nicht zulassen, dass die aktuelle Krise unsere Bemühungen zur Bewältigung der großen globalen Herausforderungen beeinträchtigt“, forderte auch der Exekutivdirektor der IEA, Fatih Birol.

Auch nach der Corona-Krise gilt: Klimarisiken sind Investitionsrisiken Das Thema Klimawandel und Klimawende wird die Corona-Krise überdauern und ESG-­

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Anlagen werden in naher Zukunft zur endgültigen Normalität werden. Dafür sprechen im Wesentlichen drei Gründe: 1. Es deutet immer mehr darauf hin, dass nachhaltige Unternehmen profitabler sind. So zeigt eine Studie des Indexanbieters MSCI, dass Unternehmen, die unter ESG-Aspekten gut abschneiden, in der Regel niedrigere Refinanzierungskosten haben, höher bewertet sind und ein günstigeres Risiko-­ Ertrags-Profil aufweisen – mit höheren Gewinnen und niedrigem Langfristrisiko (Tail Risks).3 Eine Studie der Harvard Business School kommt zu dem Schluss, dass US-Unternehmen mit Top-Noten bei wichtigen Nachhaltigkeitskennzahlen eine deutlich bessere Wertentwicklung verzeichnen als Unternehmen mit schwacher Nachhaltigkeitsbilanz.4 Die überdurchschnittliche Entwicklung scheint auch auf Fondsebene zu gelten: So erhalten mehr ESG-Fonds die Top-Bewertung von Morningstar.5 „ESG steht für das, was Anleger bei Firmen gern mögen: Qualität, finanzielle Gesundheit und niedrige Volatilität, also Stabilität“, erklärte Mor­ ningstar. Das Analysehaus Scope kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: In den vergangenen zehn Jahren erzielten nachhaltige Fonds einen halben Prozentpunkt mehr Rendite als andere. Im Jahr 2019 lag die Outperformance sogar bei 3,1 Prozentpunkten.6 2. Nachhaltigkeitsrisiken werden zunehmend zu Investmentrisiken, da die gesetzlichen Vorgaben verschärft werden. Unternehmen, die ESG-Aspekte ignorieren oder nur halbherzig verfolgen, dürften von den Verschärfungen besonders getroffen werden, etwa in Form erheblicher finanzieller Belastungen. Ein Beispiel ist die Autoindustrie: Die CO2-Grenzwerte in der EU werden res­ triktiver, Autokonzernen, die diese bei ihren Neuzulassungen nicht erreichen, drohen empfindliche Strafzahlungen.


Thema 1

3. Immer mehr Kapital wird nachhaltig investiert. Das hat Folgen: Risikoprämien und relative Preise am Markt ändern sich grundlegend. Ein Unternehmen, das keinen oder nur wenig Wert auf Nachhaltigkeit legt, dürfte es in Sachen Kapitalbeschaffung schwerer haben und eine höhere Risikoprämie zahlen müssen. Wer heute schon bei Nachhaltigkeit vorangeht, dürfte es hingegen leichter haben.

Es gibt immer mehr neue Auflagen ... Auch die Politik bzw. die Aufsichtsbehörden haben die Zeichen der Zeit längst erkannt. Schon im März 2018 hat die Europäische Kommission einen Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums verkündet. Der Plan folgt dem Pariser Klimaabkommen von 2016 und der Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung.

Im Rahmen des Aktionsplans wurde im Dezember 2019 ein erster Vorschlag für eine Taxonomie vorgestellt, also eine allgemein verbindliche Definition dafür, wann ein Investment in der EU als „grün“ bezeichnet werden darf. Darüber hinaus wird noch in diesem Jahr ein Update zu MiFID II erwartet, mit dem es zur Pflicht wird, das Thema Nachhaltigkeit im Beratungsgespräch anzuschneiden. Zudem hat die Bundesregierung den Sustainable ­Finance-Beirat ins Leben gerufen. Im März 2020 legte dieser einen ersten Zwischenbericht vor mit Handlungsempfehlungen für eine noch auszuarbeitende Strategie der Bundesregierung. Die will Deutschland zum führenden Standort für nachhaltige Finanzen machen. Unter anderem vorgesehen ist die erstmalige Emission einer grünen Bundesanleihe in diesem Herbst und der Beschluss

Europäische Mittelzuflüsse in Nachhaltigkeitsfonds von 2010 bis 2019 Gegenüber 2017 und 2018 haben sich die Mittelzuflüsse 2019 mehr als verdoppelt • Aktive Fonds   • Passive Fonds

120 100

Milliarden Euro

80 60 40 20 0 –20 2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

Quelle: Morningstar Direct, Manager Research, Stand Dezember 2019

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Was der Trend hin zu ESG-Anlagen für die Beratung bedeutet Beratern kommt in diesem Umfeld die Rolle des Erklärers zu. Folgendes können sie Kunden deutlich machen: –  Immer mehr Menschen ist bewusst, dass, wenn das Wirtschaftssystem fortbestehen soll, es grundlegend neuer Lösungen bedarf. Der CO2 -­ Fußabdruck der westlichen Welt übertragen auf alle: Das kann nicht gut gehen. Für Anleger ist Risikoverminderung ein verständliches, durchschlagendes Argument.

–  Die Zukunft beginnt heute: In den kommenden Jahren werden wegen der notwendigen Klimawende bislang nicht gesehene Volumina an Geld in nachhaltigeres Wirtschaften und die Anpassung an bereits eingetretene Klimawandelfolgen fließen. Dieses besondere Momentum können Berater für ihre Kunden nutzen: aktive Allokationsentscheidungen in nachhaltigen Anlagen und/oder Auswahl von Fondsmanagern/Gesellschaften,

über ein Nachhaltigkeitskonzept für bestimmte bundesnahe Anlagen. Die Prinzipien für verantwortliches Investieren (UNPRI), eine Investoreninitiative in Partnerschaft mit der Finanzinitiative des UN-Umweltprogramms UNEP und dem UN Global Compact, gibt es zwar schon seit 2006. Doch die Zahl der Unterzeichner steigt und steigt. Ende 2019 waren es über 2.300, sie stehen für ein verwaltetes Vermögen von 90 Billionen US-Dollar.7 Die absehbaren regulatorischen Vorgaben und das Einschwenken von immer mehr Investoren auf die UN-Prinzipien lassen nur einen Schluss zu: Wer als Berater die Zukunft der Geldanlage seines Kunden plant, muss schon heute bei der Portfoliokonstruktion ESG-Aspekte mit in den Blick nehmen.

... und immer mehr Produkte Dabei hat die Beratung in der Praxis schon

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die Nachhaltigkeitsüberlegungen dezidiert in ihre aktiven Investment­ entscheidungen einbeziehen. –  Ohne Berücksichtigung von ESG wird in nicht allzu ferner Zukunft kein Fondsprodukt mehr auskommen. Das wird die Fondsindustrie produkt- und informationsseitig grundlegend verändern. Das Wachstum bei ESG-Produkten dürfte weitergehen, die Produkt­ palette weiterwachsen.

heute die Qual der Wahl. Denn Angebot und Auswahl an Fondsprodukten wachsen. Per Ende Dezember 2019 bestand das ESG-Fondsuniversum in Europa aus 2.405 Fonds, einschließlich ETFs.1 Während anfangs fast nur ESG-Aktienfonds angeboten wurden, sind nun auch zahlreiche ESG-konforme Anleihefonds und Misch- bzw. Multi-Asset-Fonds dabei. Gerade Anleihefonds wird noch großes Wachstumspotenzial zugesprochen. Hintergrund ist auch die steigende Zahl grüner Anleihen, der Green Bonds. 2019 kletterte das jährliche Neuemissionsvolumen am globalen Green Bond-Markt allein im Vergleich zum Vorjahr um über 50 % auf fast 258 Milliarden US-Dollar – ein neuer Rekord.8 Die Angebotspalette beschränkt sich im Übrigen auch nicht auf Aktien und Anleihen: Auch das Volumen der an Nachhaltigkeitskriterien orientierten Alternative Investments wächst, von Real Estate und Infrastruktur bis hin zu


Thema 1

strukturierten Unternehmensfinanzierungen und Privatkrediten an Unternehmen. Gerade für Privatanleger sind zudem immer mehr Fonds am Markt, die nicht oder kaum teurer sind als herkömmliche Produkte. Die Fondsindustrie hat den Schuss längst gehört und stellt sich um: mit immer neuen ESG-Fonds und der Umwidmung alter Fonds, aber auch mit einer tiefgehenden Integration von ESG-Kriterien in zentrale Anlageprozesse. Das gilt übrigens gleichermaßen für aktiv gemanagte und passive Fonds.

Heute die Weichen richtig stellen Wer bezüglich der nachhaltigen Geldanlage immer noch zweifelt, könnte sich folgende Fragen stellen: Wo liegt die Zukunft? Wie werden wir uns in fünf oder zehn Jahren fortbewegen? Wie wird Energie erzeugt werden? Welche Unternehmen könnten davon profitieren? Auch spricht vieles dafür, dass selbst die Corona-Krise des Jahres 2020 nicht verhindern kann, dass weiterhin hohe Investitionen in Zukunftsthemen wie Gesundheit, Elektromobilität, Energieeffizienz oder nachhaltige Infrastruktur getätigt werden. Gerade weil ESG-Ansätze sogar positive Auswirkungen auf Rendite und Risiko zu haben scheinen und der Umbau der Wirtschaft in Richtung Klimafreundlichkeit anhalten wird, ist ESG-Investing heute nicht mehr nur Kür, sondern Pflicht. Heute ist Zeit zum Handeln und zur Weichenstellung im Portfolio – zur notwendigen besseren Kontrolle von Risiken und zum Nutzen des besonderen Momentums. Morningstar: „Ohne Nachhaltigkeit geht bei Fonds (fast) nichts“, 11. 02. 2020. IEA: „Put clean energy at the heart of stimulus plans to counter the coronavirus crisis“, 14. 03. 2020. 03 MSCI: „Foundations of ESG Investing: How ESG Affects Equity Valuation, Risk, and Performance”, 2019. 04 Harvard Business School: „Corporate Sustainability: First Evidence on Materiality”, 2015. 05 Börsen-Zeitung: „Nachhaltigkeit lohnt“, 07. 03. 2020. 06 Handelsblatt: „Der Rendite-Vorsprung bei nachhaltigen Fonds wächst“, 03. 02. 2020. 07 UNPRI, 25. 03. 2020. 08 fundresearch.de: „Warum die EU-Regulierung den Green Bond-Markt stärkt“, 11. 03. 2020. 01 02

Basiswissen ESG – ein Update ESG (ökologische und soziale Aspekte sowie faires Unternehmensverhalten) steht für eine Vielzahl von Anforderungen, die an Unternehmen und Finanzprodukte gestellt werden. „Nachhaltige“ Fonds, die sich an ESG-Kriterien ausrichten, können unterschiedliche Strategieansätze verfolgen – in Reinform oder in Kombination: –  „Blacklists“: der Ausschluss bestimmter kontroverser Unternehmen oder Branchen. Typische Tabu-Branchen sind zum Beispiel Waffenhersteller, Anbieter von Glücksspielen, Spirituosen- oder Tabakfirmen. –  „ Best in Class“: ein Ansatz, der über alle Branchen hinweg in die Anlagen mit den besten ESG-Bewertungen investiert. Das heißt zum Beispiel, dass nur Aktien oder Anleihen von Unternehmen gekauft werden, die zu den 20 % der besten des jeweiligen Sektors gehören. –  „ Impact“: konkrete Investments in umweltfreundliche Branchen, die zur Erreichung von ESG-Zielen wie CO2 -­ Reduktion beitragen – etwa die Windenergiebranche. In der Praxis werden der Blacklist- und der Best-in-Class-­ Ansatz mittlerweile meist kombiniert. Übrigens halten viele Fonds bzw. Fondsgesellschaften auch bewusst an „Klimasündern“ fest, um diese zum ­Umdenken und Handeln bewegen zu können, man spricht von „Engagement“. Für Berater ebenfalls wichtig: Ein gutes Hilfsmittel für die Einschätzung der Nachhaltigkeit von Fonds ist das ESG-Rating für aktiv gemanagte Fonds und ETFs von Morningstar in Verbindung mit Sustainalytics.

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2

Thema

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Thema 2

Die Welt steht Kopf – Ihre Portfolios auch?

Früher galten Anleihen als pflegeleichtes Investment. Mittlerweile sind sie zu einer Anlageklasse geworden, die aktiv verwaltet werden will. Sonst fressen unbeachtete Risiken schnell den Ertrag auf. Ein Überblick, welche Faktoren wichtig sind.

N

och weiß keiner, wie die Pandemie, ausgelöst durch das neuartige Coronavirus, in ihrer wirtschaftlichen Dimension einzuordnen sein wird. Fest steht schon jetzt: Die Bundesrepublik verschuldet sich in diesem Jahr noch mehr als in der Finanzkrise, die am 15. September 2008 mit dem Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers ihren Anfang nahm. Von einem Tag auf den anderen wird aus einem Nettoschuldenabbau eine Nettoverschuldung. Den Autoherstellern wie Volkswagen bricht über Nacht fast der gesamte Weltmarkt weg. Die Euro­ päische Zentralbank sagte im Mai voraus, dass die Wirtschaft der Währungs­union dieses Jahr im schlimmsten Fall um 12 % schrumpft.

Weckruf für Anleger Auf jeden Fall ist die aktuelle Corona-Krise ein Weckruf für Anleger, die Anleihen bislang immer als ein pflegeleichtes Investment mit stetigen, stabilen Erträgen verstanden haben. Vielleicht der letzte in einer langen Reihe. Denn die Zeiten sind schon lange vorbei, als Bundesanleihen einen Zinskupon von 4 % oder mehr aufwiesen. Durch das billige

Geld, das die Zentralbanken als Folge der globalen Finanzkrise in die Anleihemärkte gepumpt haben und jetzt wieder neu pumpen werden, kommt es zu der Absurdität, dass Anleger noch draufzahlen, um einem Schuldner ihr Geld zu leihen. Damit wächst das Anlagerisiko von Anleihen. Denn das vergangene Jahrzehnt der Niedrig- oder gar Negativzinsen hat Kursgewinne zum Kaufgrund für relativ risikoarme Staatsanleihen gemacht. Das Argument eines attraktiven Zinskupons greift nur noch bei Staaten und Unternehmen, die ein deutlich höheres Risiko-Rendite-Verhältnis aufweisen. Denn nichts anderes drückt der höhere Spread, also der Zinsunterschied zwischen einer risikobehafteten Anleihe und einer quasi risikolosen Benchmark, aus. Kaufen und liegen lassen bis Laufzeitende funktioniert hier nicht mehr als Anlagestrategie. Statt wegzusehen sollten Anleger die Risiken im Blick haben.

Die Wirtschaft der Währungsunion schrumpft dieses Jahr im schlimmsten Fall um

12 % Europäische Zentralbank im Mai 2020

Anleiheportfolio – Aktivität und Flexibilität gefordert Wenn kaufen, liegen lassen und Zinsen einstreichen also keine Strategie mehr ist, die für die heutige Zeit passt, ist es unerlässlich,

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2

Thema

Bereits 2019: Mahnung des IWF bei Anleihen Erhöhung der Risiken im öffentlichen und nichtfinanziellen Sektor gegenüber der Finanzkrise Auch wenn der Internationale Währungsfonds die Corona-­ Krise in seine 2019 veröffentlichte Grafik noch nicht einbeziehen konnte, gibt sie Anlegern eine gute Orientierung, welche beiden Sektoren bereits verwundbar in den durch die Pandemie ausgelösten Ausnahmezustand hineingegangen sind – und zwar auf einem Niveau, das oberhalb der Anfälligkeit zu Zeiten der globalen Finanzkrise liegt: die zehn Länder, die der IWF als systemisch wichtig erachtet, und Kapitalgesellschaften, die weder Banken noch Versicherer sind. Von den Ländern war Italien bereits vor der Corona-Krise das Sorgenkind der Eurozone angesichts seiner Verschuldung und seines Schwergewichts am europäischen Anleihemarkt. Doch nach der Krise könnte

der Zustand des Landes sehr kritisch werden, da das Coronavirus dort mit voller Wucht zugeschlagen hat. Wie ernst die Warnung des IWF zu nehmen war, zeigt sich am Verlauf der Diskussionen um Corona-Bonds und der Vehemenz, mit der Italien für eine Vergemeinschaftung europä­ ischer Staatsschulden streitet. Auch die Unternehmen sind deutlich anfälliger geworden, da die durch Corona ausgelöste Vollbremsung ihre Profitabilität aushöhlt und ihre ­Zahlungsfähigkeit schwächt. Gerade bei Unternehmen, die nicht aus dem Finanzsektor kommen, warnte der IWF vor einer steigenden Unternehmensverschuldung und dem Eingehen finanzieller Risiken in Kombination mit der sinkenden Bonität der Kreditnehmer.

IWF: Anleihen in einigen Bereichen mit größerer Unsicherheit als 2008 Niveau der Anfälligkeit 2018, 2019 und während der Finanzkrise (gestrichelt)

GFSR Oktober 2018

GFSR April 2019

100 %

Globale Finanzkrise

80 % Prozentanteil systemisch wichtiger Länder in der Stichprobe (nach BIP) mit großen und mittelgroßen Anfälligkeiten. Die Anzahl der Länder ist in Klammern angegeben.

60 %

40 %

20 %

0 % Banken (8)

Private Haushalte (15)

Staat (10)

Sonstige Finanzinstitute (4)

Nichtfinanzielle VersicherungsKapitalgesellschaften unternehmen (13) (4)

Quelle: Berechnung des IWF-Stabes, IWF, Jahresbericht 2019

auch im Anleiheportfolio von privaten Anlegern für aktive und flexible Elemente zu sorgen. Das ist auch mit passiven Anlagen in ETFs möglich. Die immer breitere Auswahl an Indizes macht eine flexible und genauere Anpassung an sich verändernde Markt- und Zinsumfelder möglich. Dazu muss allerdings auf Portfolioebene eine kontinuier­ liche aktive Verwaltung des Anleiheteils

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sichergestellt sein. Wer als Berater für Anlegerkunden die heute erforderliche Flexibi­ lität bei der Anlage in Anleihen umsetzen will, ohne selbst ständig den Markt im Auge behalten und jede Zinsbewegung in ihrer Auswirkung einschätzen zu müssen, sollte sich um Fondsprodukte kümmern, die Anleihen innerhalb weit gefasster Grenzen, also auch global, aktiv managen.


Thema 2

Anleiherisiken – und was sie heute für Anleger bedeuten Es besteht ein Zinsänderungsrisiko. Generell verhalten sich bei Anleihen Zins und Kurs invers zueinander. Fällt der Marktzins einer Anleihe bei Neuemissionen, steigt der Kurs der bereits im Umlauf befindlichen höher verzinsten – und umgekehrt. Der Marktzins verringert sich, wenn während der Laufzeit zum Beispiel die Notenbank den Leitzins senkt, um der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen. Von einer Startposition aus, in der Markt- und Leitzins wie heute sehr niedrig oder null sind, ist das Zinsänderungsrisiko auf lange Sicht kaum zu überschätzen. Schon das spricht gegen das „Liegenlassen“ als Anleihestrategie. Das Zinsänderungsrisiko während der Laufzeit einer Anleihe wird von Kapitalmarktkennern mit der Größe der Duration („mittlere Kapitalbindungsdauer“) gemessen. Grob gesagt, wer sein Kapital länger in einer Anleihe bindet, ist anfälliger für die auf lange Sicht wahrscheinlicheren Zinsänderungen. Profiinvestoren können dieses Risiko mithilfe komplexer, finanzmathematischer Modelle genau berechnen und bei ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen. Die Zahlungsfähigkeit eines Schuldners, also die Bonität, beeinflusst den Anleihekurs. Zweifeln Anleger daran, dass sie ihr geliehenes Kapital zurückbekommen, verkaufen sie die Anleihe vor der Zeit. Bei Unternehmens- und Bankanleihen kommt noch die Rangfolge der Gläubiger ins Spiel, die sich in Risikoklassen widerspiegelt und im Fall einer Insolvenz darüber entscheidet, welcher Anleger wann sein Geld zurückerhält und wie er für die Schulden des Emittenten – Staat oder Unternehmen – haftet. Hier sind Nachrang- oder Hybridanleihen am riskantesten, denn die Eigner dieser Papiere haften bei Zahlungsunfähigkeit direkt nach den Aktionären für die ausstehenden Forderungen des Emittenten. Vorrangi-

ge Anleihen werden dagegen erst sehr spät in Anspruch genommen. Der Zinskupon, also die an den Anleger gezahlte Risikoprämie für dessen geliehenes Geld, steigt mit zunehmendem Risiko. Dabei ist die Bonität keine statische Größe. Gerade eine globale wirtschaftliche Krise oder ein Nachlassen der Wirtschaftsleistung, wie sie in der Folge der Corona-Pandemie unvermeidlich sind, können bei Unternehmen neue Risiken aufdecken und die Zahlungsfähigkeit beeinträchtigen. Die Liquidität einer Anleihe ist ein wichtiger – und oft von Anlegern unterschätzter – Risikofaktor. Je mehr Anleihen eines Typs in einem bestimmten Zeitfenster am Markt gehandelt werden, desto effizienter sind auch der Handel und die Preisfindung. Die von den Börsen veröffentlichten Handelsumsätze sowie die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis einer Anleihe (Geld- und Briefkurs) geben Aufschluss darüber. Bei illiquiden Papieren ist diese Preisspanne eher hoch. Gibt es beispielsweise auf der Gegenseite eines Verkäufers keinen Marktteilnehmer, so wird eine Order verspätet, gar nicht oder zu einem für den Anleger deutlich schlechteren Preis ausgeführt. Das vermindert in der Konsequenz die Nettorendite. Anleger sollten das Wechselkursrisiko beachten. Auf der Suche nach wenigstens etwas ertragreicheren Anleihen mussten die Grenzen der Eurozone bereits in den vergangenen Jahren oft überschritten werden. Wer beispielsweise in US-Anleihen oder solche aus Schwellenländern investiert, trägt aber zum Euro ein Wechselkursrisiko, das gerade in Zeiten wirtschaftlicher Turbulenzen in einer Krise nicht zu unter- und vor allem schwer einzuschätzen ist.

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Im Dialog

TBF wird gern als „Milliardenboutique“ bezeichnet. Der Ansatz des spezialisierten aktiven Managers ist sehr spezifisch und fokussiert auf risikobereinigte Rendite. Eine detaillierte fachliche Unternehmensanalyse bildet die Basis für die Aktienselektion im Portfolio. Hinzu kommen moderne Anleihestrategien und ein ganz besonderes zeitgewichtetes Risikomodell.

Zeitgewich Herr Zabel, treten wir Ihnen zu nahe, wenn wir behaupten, der größte Teil der bankenunabhängigen Vertriebspartner hat Ihr Haus nicht auf dem Radar, weiß nicht für welche Art des Asset Managements TBF steht? Dirk Zabel: Das nehme ich noch keinem krumm. Aber im Ernst – das liegt einfach daran, dass wir kein Asset Manager sind, der Deutschland mit Werbung überflutet. Wir wurden zwar bereits im Jahr 2000 von Peter Dreide gegründet, haben uns aber erst 2015 für den breiteren Markt geöffnet. Hierbei konzentrieren wir uns auf einen persönlichen Austausch mit unseren Investoren und Vertriebspartnern. Seit 2015 wurden uns über 1 Mrd. Euro neue Gelder anvertraut und dies in verschiedenen Publikums-, aber auch Spezialfonds. Bei konzernunabhängigen ­Finanzberatern stehen vornehmlich unsere defensiven Strategien, TBF SPECIAL INCOME und TBF GLOBAL INCOME, im Vordergrund. Allerdings

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setzen immer mehr Berater auch unsere Aktienfonds wie zum Beispiel den TBF SMART POWER oder auch den TBF EUROPEAN OPPORTUNITIES ein. Wobei letzterer eine sehr defensive Strategie verfolgt und mit „klassischen“ europäischen Aktienfonds nahezu nichts gemeinsam hat. TBF unterscheidet sich von vielen Asset Managern durch seine DNA – tiefe fachliche Unternehmensanalyse gepaart mit einem Risikomodell und um moderne Anleihestrategien ergänzt. Unser Fokus liegt bei allen Mandaten auf einer risikoadjustierten Rendite. Und auch künftig steht für uns der persönliche Austausch im Vordergrund, sodass wir mit einem stetigen Wachstum rechnen. Insbesondere mit dem Beginn des Corona-Crashs hat sich gezeigt, wie eng und transparent wir kommunizieren. Viele aktive Asset Manager positio­ nieren sich auch über die hohe Frequenz an direkten Unterneh-

mensbesuchen. Können Sie als relativ kleines Haus da Schritt halten? Zabel: Vor dem Hintergrund, dass wir uns im Wesentlichen in den Industrienationen positionieren und auch Branchen, die wir nicht verstehen, auslassen, können wir eine sehr hohe Abdeckung unserer Holdings mit Unternehmensbesuchen erzielen. Hierbei sprechen wir jährlich mit über 350 Unternehmen im Rahmen von Terminen vor Ort, auf Konferenzen oder auch in unserem Frankfurter Büro. Wir sind überzeugt, dass sich dieser Aufwand lohnt, da wir neben der quantitativen Analyse weitere Aspekte abdecken können. Schauen wir uns als Beispiel unsere Event Driven-Strategie bei Unternehmensanleihen an – aus der reinen Bilanzanalyse können Sie nicht ablesen, ob das Unternehmen eine Refinanzierungsmaßnahme oder eine Übernahme plant. Durch die Gespräche mit den CFOs oder CEOs können wir diese Aspekte sehr gut herausarbeiten und uns ent-


Im Dialog

tet sprechend positionieren. Wenn dann diese Events eintreten, erwirtschaften wir eine Zusatzrendite. Im Verlauf liefert eine solche Strategie zwei starke Aspekte: attraktive Renditen und eine reduzierte Volatilität. Insgesamt können wir also festhalten, dass dieser Aufwand Mehrwerte liefert und durch unseren Fokus auf Industrienationen und den Ausschluss zum Beispiel von Biotech und Financials das abzudeckende Universum überschaubarer ist. In unruhigen Zeiten mit hohen Volatilitäten auf den Märkten wird immer häufiger von Risikomodellen gesprochen. Im Prinzip behauptet jeder, SEIN Modell sei großartig, großartiger, am groß­ artigsten. Wie sieht Ihres aus? Zabel: Unser Risikomodell, der Q-Faktor, ist ein zeitgewichtetes Modell, welches uns hauptsächlich in zwei Varianten zur Seite steht. Zum einen als reine Standortbestimmung und zum anderen als

Dirk Zabel, Geschäftsführer der TBF Sales and Marketing GmbH, kam 2015 nach Jahrzehnten in leitenden Positionen im Asset Management zur TBF Gruppe. Dort konzentriert er sich als Geschäftsführer auf die Öffentlichkeitsarbeit, das Marketing und den Vertrieb.

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Im Dialog

„Unser Risikomodell, der Q-Faktor, ist ein zeitgewichtetes Modell.“ Dirk Zabel

­ bsicherungsinstrument. Und ganz A klar, das perfekte Modell gibt es nicht. Denn wenn dies jemand hätte, würde er das niemandem verraten. Unser Q-Faktor blickt auf eine 60-jährige Historie zurück, sodass wir auf viele Datenpunkte und Szenarien zurückgreifen können. Diese Erkenntnisse fließen regelmäßig in die Weiterentwicklung und Beurteilung aktueller Phasen ein. Die Entwicklung, die wir Ende Februar bis Mitte März gesehen haben, war einzigartig. Durch den Q-Faktor sind wir schon 2019 recht defensiv geworden und konnten somit die ersten Schübe

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nach unten vermeiden, allerdings haben die extremen Ausschläge im März uns dann auch klare Kaufsignale gezeigt, sodass wir Absicherungen aufgelöst und Cash eingesetzt haben. Aus heutiger Sicht vielleicht zwei bis drei Tage zu früh, aber noch mal: Ganz oben und ganz unten trifft man eh nicht. Durch diese Positionierung konnten wir im Gegenzug den einsetzenden Aufwärtstrend wieder voll mitnehmen. Wichtig ist für TBF, einen klaren Plan zu haben, und mit dem Q-Faktor können wir Emotionen auch in derart verrückten Zeiten außen vor lassen.

Kommen wir zurück auf Ihre beiden Hauptprodukte: Was macht TBF SPECIAL INCOME so „special“ und wie garantiert der TBF GLOBAL INCOME z. B. konstante und möglichst steigende Ausschüttungen? Zabel: Zunächst einmal sind beide Fonds sehr defensive Fonds mit zwei unterschiedlichen Ausrichtungen. Der TBF SPECIAL INCOME soll eine Rendite von 4 bis 6 % bei einer Volatilität zwischen 3 und 5 % erzielen und hierbei eine möglichst geringe Korrelation zum Markt aufweisen. Hierbei verfolgen wir einen Multi-­ Asset-Ansatz und kombinieren je nach Marktlage verschiedene Teilstrategien unseres Hauses. Das spezielle an diesem Fonds ist sicherlich der Block, bei welchem wir in Aktien von Unternehmen in Spezialsituationen investieren. Bei diesen Werten gibt es bereits einen Großaktionär, der mehr als 75 % am Unternehmen hält. Für Investoren ist diese Teilstrategie interessant, denn wir haben ab diesem Zeitpunkt einen Mindestpreis und eine Garantiedividende, welche mit ca. 3,5 % im aktuellen Umfeld hochgradig interessant ist. Der TBF GLOBAL INCOME legt hingegen den Fokus auf eine kon­ stante Ausschüttung in Euro, sodass der Investor eine klare eigene Cashflow-Planung erstellen kann. Den Schwerpunkt bildet die bereits erwähnte Event Driven-Strategie bei Anleihen und über diesen Weg können wir neben den Kupons Zusatz­ erträge erwirtschaften. Neben den Anleihen darf der TBF GLOBAL ­INCOME bis zu 25 % in Aktien investieren. Diese Aktienquote wird diskretionär mit dem Risikomodell ­gesteuert. Am Ende sind wir aber auch am Markt investiert. Den


Im Dialog

­ orona-Crash konnten wir zunächst C recht gut abfedern. Mit den anhaltenden Verwerfungen am Aktienmarkt fiel unser Risikomodell auf historische Niedrigstwerte und zeigte uns klare Kaufsignale an. Es geht heutzutage nicht mehr ohne ESG. Wie gehen Sie mit diesem Thema um? Zabel: Natürlich haben auch wir uns mit diesem Thema auseinandergesetzt. Für uns war allerdings auch sehr schnell klar, dass wir keinen Marketingfonds auflegen wollen und einfach den Fondsnamen um „ESG“, „nachhaltig“ oder was auch immer ergänzen. TBF steht bei diesem Punkt für eine Vollintegration in den gesamten Investmentprozess. Das heißt konkret, dass wir einen eigenen ESG-Officer eingestellt haben, der laufend sämtliche Holdings hinsichtlich aller ESG-Kriterien, -Ratings, -Kennzahlen und verschiedener Normen wie zum Beispiel UN Global Compact, ILO Fundamental Principles sowie die Mindestausschlusskriterien für das FNG-Siegel überwacht. Dieses Screening ist für uns ein elementarer Baustein, der in jeden Schritt unseres Investmentprozesses integriert wurde und losgelöst vom Portfoliomanagement agiert. So erhalten wir für jeden Titel eine Einschätzung der finanziellen wie auch der nichtfinanziellen Kriterien. Sobald beim ESG-Screening eine Verschlechterung in einen nichtinvestierbaren Bereich bzw. eine rote Kontroversenflagge entsteht, wird eine individuelle Überprüfung gestartet und anschließend ein Verkaufssignal ausgelöst. Und ja, dadurch sind auch Positionen im Haus verändert worden.

Das heißt konkret, dass wir einen eigenen ESG-Officer eingestellt haben, der laufend sämtliche Holdings hinsichtlich aller ESGKriterien überwacht.

Beispielsweise haben wir uns von einer Barrick Gold oder auch von US-Staatsanleihen getrennt. Es gibt gute Alternativen und auch im ­Corona-Crash hat sich gezeigt, wie gute ESG-Werte helfen können. Ebenso haben wir als TBF die UN Principles for Responsible Investment (UN PRI) unterzeichnet. Mit Guido Barthels haben Sie sich im Sommer 2019 einen durchaus prominenten Asset Manager ins Haus geholt. Welche Erwartungen verknüpfen Sie mit dieser Personalie? Zabel: Wir gehen davon aus, dass insbesondere der Bond-Markt große Herausforderungen parat hält. Im Euroraum wird es auf lange Sicht keine positiven Renditen mehr geben und dennoch wird von vielen Investoren gekauft. Warum? Weil sie regulatorisch dazu gezwungen sind. Alle Investoren, die frei entscheiden

können, sollten dies nutzen und sich mit zukunftsfähigen Strategien auseinandersetzen. Es ist möglich, einen positiven Return bei Anleihen zu erzielen, allerdings muss ich dafür den Euroraum verlassen und Währungen nicht absichern. Das klingt zunächst riskant, ist allerdings überschaubar, wenn auf geeignete Währungen und eine ausreichende Diversifizierung geachtet wird. Im Zusammenhang mit seinem makro­ ökonomischen Background liegen genau hier die Stärken von Guido und diese bringt er bereits jetzt zielgerichtet im Portfoliomanagement ein. Ob nun im gerade erst gestarteten TBF BALANCED oder in den bereits bestehenden Mandaten. Insgesamt schauen wir somit sehr konstruktiv auf die Märkte, die vor uns liegen. Herr Zabel, wir danken für das Gespräch.

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Geschäftserfolg

FFB – Ihr Partner für das Heute und die Zukunft Eine Krise ist eine Situation, an deren Ende neue Klarheit steht. Auch für alle Profis in der Anlageberatung: Auf welche Partner konnte man sich verlassen, auf wen will man künftig bauen – und wie sieht der gemeinsame Weg in die Zukunft aus? Im Gespräch zu diesem Thema: Peter Nonner, Geschäftsführer der FFB, die ihren Weg auch in der neuen Normalität konsequent weitergeht und die qualifizierte Beratung engagiert unterstützt.

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Geschäftserfolg

Herr Nonner, in diesen Zeiten geht es nicht ohne Rückblick auf die ersten Monate der Corona-Krise: Welche Veränderungen hat die Pandemie für die Arbeit bei der FFB bedeutet? Peter Nonner: Top-Priorität hatte für uns, für unsere Partner handlungsfähig zu bleiben. Wir wollten sicherstellen, sie und ihre Kunden in dieser herausfordernden Situation optimal zu unterstützen. Dazu haben wir die Voraussetzungen geschaffen, dass über 90 % der Tätigkeiten aus dem Homeoffice erfolgen können. Was aus dem Homeoffice und damit möglichst sicher vor Einflüssen von COVID-19-Infektionen erledigt werden kann, sollte auch von dort aus erfolgen. Die Kollegen, die im Büro aus technischen Gründen unverzichtbar waren, wurden präventiv auf mehrere Standorte aufgeteilt. Schon früh haben wir besondere Hygieneregeln eingeführt. Unser Business Continuity-Plan hat sehr gut funktioniert – am Ende konnten wir wegen der hohen Homeoffice-­ Durchdringung sogar die Zahl der Standorte wieder verringern. Insgesamt waren wir auf diese Weise auch in schwierigen Tagen – trotz eines deutlich erhöhten Volumens an Geschäftsvorfällen – nur mit leichten Einschränkungen in Service und Geschwindigkeit an der Seite unserer Partner. Auf die FFB war Verlass. Das war für uns das Wichtigste. Dass wir das offenbar recht gut hinbekommen haben, zeigten auch unsere Befragungen zur Servicequalität während der Krisenmonate. Hat das Geschäft aus Sicht der FFB durch die Verlangsamung des öffentlichen Lebens seine Dynamik verloren?

Nonner: Eher im Gegenteil. Die Zahl der Transaktionen war im ersten Quartal 2020 gemessen am Vergleichszeitraum 2019 um 67 % höher. Ein hohes Orderaufkommen, das wir aber weitgehend reibungslos bewältigen konnten. Nicht zuletzt deshalb, weil verstärkt Onlinefunktionalitäten genutzt wurden. Die Orders waren dabei nicht überwiegend Outflows. Wir haben insgesamt Bewegungen zwischen den Anlageklassen gesehen. In einer frühen Phase haben Aktienfonds zwar eher verloren und offene Immobilienfonds zählten zu den Gewinnern. Inzwischen sehen wir aber auch wieder Inflows auf der Aktienseite – besonders in ETFs. Eine gute Botschaft ist außerdem, dass ein großer Teil der Outflows aus dem Fondsinvestment auf Abwicklungskonten der Kunden geflossen ist und damit als Liquidität für ein neues Investment zur Verfügung bleibt. Ich habe schon einige Krisen erlebt: Überraschenderweise haben wir in dieser aktuellen Krise insgesamt weniger Panikverkäufe als früher gesehen. Das ist für mich auch ein Zeichen für die hervorragende Arbeit qualifizierter Beratung im Land. Und damit vor allem ein Verdienst unserer Partner, die die Depots und Services der FFB für ihre Kunden nutzen. Wie waren die Auswirkungen auf das Neugeschäft? Nonner: Auch hier ist alles ganz anders, als man vielleicht erwarten würde. Wir haben im ersten Quartal des Jahres – und da zählt ja immerhin der erste Krisenmonat März dazu – etwa 45 % mehr Depoteröffnungen im Vergleich zum zweiten Halbjahr

2019, das auch schon nicht schlecht war. Im März lag die Anzahl der Depoteröffnungen sogar um 70 % über dem Monatsdurchschnitt des zweiten Halbjahres 2019 – und damit auf dem höchsten Wert seit Gründung der FFB! Besonderes Interesse war auch an Sparplänen zu beobachten, mit denen ein schrittweiser Einstieg in einen Fonds oder ein diversifiziertes Fondsportfolio möglich ist. Im Vergleich zum ersten Quartal 2019 hat sich die Zahl der Einrichtungen fast verdoppelt. Womöglich hatten die Menschen im Homeoffice oder im Zwangsurlaub einfach mehr Zeit, sich mit ihren finanziellen Angelegenheiten zu beschäftigen. Das zeigt aber auch, dass die Berater auch in Zeiten eingeschränkter bzw. verbotener persönlicher Kontakte ganze Arbeit leisten. Konnte auch hier die FFB helfen? Nonner: Zunächst ein Kompliment an die Berater draußen, die einen Bombenjob gemacht haben. Sie haben ihre Kunden begleitet, haben, wo möglich, auf Beratung via Skype, Zoom etc. gesetzt und die Situation auch gemeinsam mit ihren Kunden als Chance ergriffen. Dass unsere Partner so gut und im Schnitt sehr aktiv durch die schwierige Zeit kamen, liegt aber auch daran, dass die FFB schon lange vorher die Digita­ lisierung und Automatisierung in der Unterstützung der Beratung vorangetrieben hat. Das gilt auch für die ganz klassische persönliche Beratung. Meine Kollegen haben es hier im Magazin geschildert (Seite 34,

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Geschäftserfolg

„Die Corona-Krise hat vielen Kunden und ihren Beratern vor Augen geführt, worin die Vorteile eines integrierten und durchgängig digital unterstützten Beratungsprozesses liegen.“ Peter Nonner

Anm. der Red.): Ein Anlagekunde kann vom Berater mit der FFB komplett kontaktlos betreut werden – auch wenn das nicht das Ideal ist, weil der persönliche Kontakt in diesem Geschäft sehr wichtig ist. Das beginnt bei der Depoteröffnung mit der Legitimation komplett online per Videochat. Das geht mit der Möglichkeit weiter, dass Kunden selbst Onlineorders abgeben oder auf einfache Weise online erstellte Ordervorschläge freigeben können. Daneben unterstützen wir neben der persönlichen Beratung in gleicher Weise seit Längerem auch Geschäftsmodelle – Stichwort Robo-Advice –, die ohnehin ihre Kunden schon immer online abholen und insofern von den Kontakteinschränkungen weniger beeinträchtigt waren. Wo konnte die FFB noch mit Vorteilen zeitgemäßer Tools punkten? Nonner: In Marktsituationen, wie wir sie besonders im Februar und März gesehen haben, ist es wichtig, in den Depots der Kunden sehr schnell taktische Anpassungen vornehmen zu können. Hier hat sich erneut das FFB Modellportfolio Tool ausgezeichnet. Mit seiner Hilfe lässt

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sich eine Vielzahl von Depots gleichzeitig anpassen bzw. umstrukturieren – und das auch für Partner, die unter § 34f lizenziert sind. Automatisierte Reportings und auch Rebalancings komplettieren die Vorteile. Wir sind überzeugt: Die Corona-Krise ist im Ergebnis ein Katalysator für einen ohnehin ablaufenden Strukturwandel im Investmentgeschäft – wir kommen alle gemeinsam schneller in der Beratung der Zukunft an, weil die Krise uns dazu zwingt. Sie hat vielen Kunden und ihren Beratern vor Augen geführt, worin die Vorteile eines integrierten und digital unterstützten Beratungsprozesses liegen. Wie sieht sie aus, die Zukunft der Beratung? Nonner: Die Digitalisierung der Geschäftsabwicklung ist auf dem Vormarsch. Das erleben wir in den unterschiedlichsten Branchen. So war die Corona-Krise beispielsweise ein Motor für den Onlinehandel, den mehr Menschen „zwangsläufig“ ausprobiert haben. Die persönliche Anlageberatung hat durch die Möglichkeiten, mit den Kunden per Video in Verbindung zu treten, neue Facetten bekommen. Auch perspektivisch

heißt das, dass Kundeninteraktion verstärkt über Webinare, Webkonferenzen und Videoberatung stattfinden wird. Alles Prozesse, die jetzt gerade mit Hochdruck eingeführt und eingeübt wurden. Für die Beratung bietet das ein riesiges Chancenpotenzial. Denn es lassen sich durch die nun eingeübte Digitalisierung der eigenen Beratung (und Depotsteuerung) bestehende Kunden effizienter betreuen und auch neue Kundengruppen erreichen. Was hat sich für die Finanzdienstleistungsindustrie und die Fondsberatung noch verändert? Nonner: Ich bin überzeugt, dass wir durch die Corona-Krise eine Beschleunigung des Digitalisierungsfortschritts erfahren haben. Als Bank mussten wir mit Homeoffice etc. die Flexibilisierung von Arbeit und Arbeitsabläufen live testen – und waren dabei sehr erfolgreich. Das sehe ich auch als Möglichkeit, künftig als Arbeitgeber in der Finanzindustrie größere Attraktivität im Wettbewerb um die besten Kräfte zu entfalten. Auch unsere Partner in der Beratung können sich im War for Talents moderner präsentieren und besser positionieren, wenn sie sich konsequent zeitgemäße Technologie und Kommunikationssysteme zunutze machen. Von den Perspektiven, die sich mittel- bis langfristig eröffnen, abschließend noch einmal zu konkreten Schritten und Entwicklungen der FFB für 2020. Was gibt es zu berichten? Nonner: Wir haben nach intensivem Abwägen des Für und Wider reagiert und die beliebte Veranstal-


Geschäftserfolg

tungsreihe „FFB Fondsgespräche live“ für 2020 abgesagt. Das ist zum einen dem Schutz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer geschuldet, weil wir noch nicht wissen, wie das Infektionsrisiko dann einzuschätzen sein wird. Wir berücksichtigen aber auch die Anforderungen an unsere Partner in der Beratung. Wenn Besuche von und Treffen mit Kunden wieder erlaubt sind, wird diese Form der Beziehungspflege in Herbst und Winter vermehrt im Fokus stehen und Zeit beanspruchen. Wird es stattdessen andere Angebote für Ihre Partner geben? Nonner: Wir haben ein Projekt beschleunigt, an dem wir schon länger intensiv arbeiten: In diesen Tagen geht MyFFB Fondsgespräche online. Das ist die integrierte Informationsplattform zur Unterstützung unserer Partner in der Anlageberatung und Fondsvermittlung. Aktuelle Themen, überzeugende Argumente und Anlagestrategien namhafter Fondsexperten – zu all diesem schaffen wir sukzessive ein zusätzliches Informationsangebot speziell für die Berater. An einem Ort, online und aktuell. Wir ergänzen damit die Informationsplattform, die wir seit zehn Jahren mit dem Magazin FFB Fondgespräche bieten, und nutzen auf diese Weise die Chance, unsere Partner zusätzlich auf digitalem Weg mit höherer Aktualität unterstützen zu können. Auf der Onlineplattform finden sie neben aktuellen Informationen auch Videos sowie Grafiken und Downloads, die sie für ihre persönliche Beratung oder Onlineberatung, ihre Webinare oder Newsletter einsetzen können. Das Angebot wird permanent entlang der Bedürfnisse

MyFFB Fondsgespräche: Wo Suchen endet, beginnt das Finden Jetzt für Sie online: MyFFB Fondsgespräche ist die Informationsplattform, die Sie effizient mit aktuellen und relevanten Informa­ tionen zur Unterstützung Ihres Geschäftserfolgs versorgt. Das heißt: Sie finden Anlagethemen, die Ihre Kunden bewegen. Neu­ tral und praxisgerecht aufbereitet – so wie Sie es seit rund zehn Jahren aus unserem Magazin FFB Fondsgespräche kennen. Mit der neuen Onlineplattform können Sie überzeugende Argumente und auch Grafiken direkt in Ihrer Beratungsarbeit und Kundenkommunikation einsetzen. Darüber hinaus finden Sie am selben Ort Einschätzungen und Anlagestrategien von Fondsexperten namhafter Asset Manager. Nutzen Sie diese Inspirationen für Ihre Kundenportfolios! Die Inhalte von MyFFB Fondsgespräche werden ständig aktualisiert und erweitert. Wir halten Sie über die wichtigsten neuen Themen informiert. Lernen Sie jetzt kennen, wie MyFFB Fondsgespräche Sie in Ihrer Arbeit unterstützen kann: www.ffb.de/myffb-fondsgespraeche

unserer Partner weiterentwickelt. Mit MyFFB Fondsgespräche leistet die FFB einen weiteren Beitrag zur integrierten und damit höchst effizienten Beschaffung von Informationen,

die unsere Partner im Beratungsalltag wirkungsvoll unterstützen sollen – die Zukunft hat also auch hier schon begonnen.

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Menschen

Wer ist eigentlich … Frans Timmermans? Als „Arbeitspferd“ mit einem Wochenpensum von 80 Stunden hat ihn das niederländische Magazin „HP/De Tijd“ einmal bezeichnet – und das passt angesichts der Herausforderungen. „Uns läuft die Zeit davon, wenn wir unsere Versprechungen nicht einhalten“, verkündete Timmermans kurz nach Amtsantritt im Dezember. Er verglich die aktuelle Lage mit dem Wissen um einen Kometen, der in 30 Jahren auf die Erde fallen wird – absurd, untätig zu bleiben. „Wir können etwas tun, wir haben die finanziellen Mittel, die technischen Möglichkeiten.“ Ein Neuling auf dem Gebiet „Wir können enschen bewegen – das ist der bekennende Anhänger etwas tun, wir kann er. Als er im Somdes Fußballclubs AS Rom nicht: haben die finanziellen mer 2014 nach Abschuss des Mittel, die technischen So verantwortete er als EU-­ Linienflugs MH17 über der Kommissar etwa das 2021 in Möglichkeiten.“ Ostukraine im UN-Sicherheitsrat Kraft tretende Verbot von Einsprach, schrieben die Zeitungen, wegkunststoffartikeln, also Plaser habe „die Welt zum Weinen getikgeschirr, Strohhalmen, Wattestäbbracht“. Von einem auf den anderen Tag chen und Luftballonhaltern. Noch vor Greta wurde Frans Timmermans zum beliebtesten Thunbergs Aufstieg und dem Aufkommen Politiker der Niederlande – und schon bald der pauschalen „Flugscham“ verlangte „rechte Hand“ des EU-Kommissionsvorsit„Frans“, wie ihn seine Genossen nennen, die zenden Jean-Claude Juncker. Dessen NachAbschaffung von Kurzstreckenflügen. folger wurde zwar nicht er, sondern Ursula Franciscus Cornelis Gerardus Maria Timvon der Leyen, doch nun muss er wieder mermans, wie er mit vollem Namen heißt, Menschen bewegen. Diesmal für die Klimasetzt sich darüber hinaus auch schon länger wende: Als Kommissar für Klimaschutz und ein für eine enger zusammenarbeitende EU, Vize an der Seite der Deutschen ist eines seieine europäische Arbeitslosenversicherung, ner Kernprojekte „das erste europäische Klieinen europäischen Mindestlohn und magesetz“. Mit dem soll der Green Deal verfür Frauenrechte. Vom ZDF-Chefredakteur ankert werden, das im Dezember von Ursula Dr. Peter Frey im TV-Duell zur Europawahl gevon der Leyen ausgerufene Ziel, Europa bis fragt, was gegen eine Frau als Kommissi2050 klimaneutral zu machen. onspräsidentin spreche, parierte er: Nichts.

Als die neue EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen ihr Team präsentierte, stand die Ernennung von Frans Timmermans zum Vizepräsidenten mit Zuständigkeit für den europäischen „Green Deal“ an erster Stelle. Seinen Spitznamen „Fransrapid“ verdankt er zwar seiner Schlagfertigkeit, Tempo machen muss er nun aber auch. Wer ist der Mann, mit dem Europa klimaneutral werden soll?

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Menschen

Aber man kann auch einen Feministen da hinsetzen – mich!“ Ein typischer Vertreter seiner Partei ist Timmermans, der französische Literatur studiert hat, ohnehin nicht. So haut er auch schon mal Sprüche heraus wie „Ein offenes Europa bedeutet nicht, dass jeder willkommen ist“, was im linken Lager nicht immer gut ankommen dürfte. „Der Niederländer beherrscht auch Law-and-Order-Töne“, schrieb der „FOCUS“. Harte Kante zeigt er allerdings auch gegenüber den Visegrád-Staaten. Mit denen liegt Timmermans schon länger über Kreuz, er wirft Ungarn und Polen die Verletzung demokratischer Regeln vor. „Anti-­Orbán“ taufte ihn „DER SPIEGEL“ daraufhin. Beim Green Deal wird er die Osteuropäer mit ins Boot holen müssen – keine leichte Aufgabe, die sein ganzes diplomatisches Geschick erfordern dürfte.

Chancensucher in der Klimawende Timmermans sieht das Ziel der Klimaneu­ tralität nicht als Bedrohung, sondern als r­ iesige Chance – das gibt ihm Überzeugungskraft. „Europa kann mit einer wasserstoffbasierten Wirtschaft weltweit führend werden“, so lautet eine seiner Überzeugungen. Zudem müsse an alternativen Antrieben in der Luftfahrt gearbeitet, der Schienenverkehr ausgebaut und eine EU-Maut eingeführt werden. Und die europäische Industrie gegebenenfalls mit einer CO2-Grenzsteuer geschützt werden.1 Ein Umweltradikaler ist Timmermans, der seine politische Laufbahn in den 1990er-Jahren als Parlamentsabgeordneter der Partei der Arbeit (PvdA) begann und zwischen 2012 und 2014 Außenminister der Niederlande war, aber nicht. Zwar glänzt er – er spricht neben seinen Muttersprachen Niederländisch und Limburgisch fließend Deutsch,

Englisch, Französisch, Russisch und Italienisch – bevorzugt weiter auf dem internationalen Parkett. Er weiß aber auch um die Nöte von Branchen und Regionen, die noch an alten Technologien oder fossilen Energien hängen. Seine Autobiografie erschien 2010 mit dem Titel „Glück auf“; beide Großväter haben schließlich im Bergbau gearbeitet. Dem heute strukturschwachen ehemaligen Kohlestädtchen Heerlen, wo er den größten Teil seiner Kindheit verbrachte, bringt er tiefe Heimatverbundenheit entgegen. Bei Bekanntgabe des Green Deal in den sozialen Medien sprach er dann auch gleich davon, dass die potenziellen Verlierer berücksichtigt werden müssten. „Because if this is not a social Green Deal, it will not be a successful Green Deal“, twitterte Timmermans. Bei einem Pressegespräch soll der große Bruce Springsteen-Fan einmal sein Handy herausgeholt und „If I should fall behind“ abgespielt haben: „I’ll wait for you, and should I fall behind, wait for me.“ Das, sagt er, sei für ihn Sozialdemokratie: „Keiner wird alleingelassen.“

Seit den 1990erJahren: Tätigkeiten als Gastdozent, im Außenministerium der Niederlande und für die niederländische Botschaft in Moskau 1994 bis 1998: Tätigkeit bei der OSZE 1998 bis 2007 und 2010 bis 2012: Abgeordneter im niederländischen Parlament 2007 bis 2010: Staatssekretär für Europäische Angelegenheiten (NL) 2012 bis 2014: Außenminister (NL) 2014 bis 2019: Vizepräsident der EU-Kommission seit Dez. 2019: Vizepräsident und Kommissar für Klimaschutz der EU-Kommission

Handelsblatt, 03. 02. 2020.

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Experten G   astbeitrag

Schroders: Credit-Investment mit klarem Fokus Exogene Schocks wie die Corona-Krise unterstreichen einmal mehr: Unternehmensanleihen sind kein Feld für passives Investieren. Was heute mehr denn je zählt, sind tiefgehendes Research, eine klare Vorstellung von den Thementrends der Zukunft – und ein strikter Fokus auf Nachhaltigkeit. Man muss kein Prophet sein: Die Corona-Krise wird Schwächen von Unternehmen schonungslos auf­ decken. Firmeninsolvenzen drohen. Und zwar in großer Zahl, deutlich über dem Durchschnitt dessen, was man im Rahmen „normaler“ Konjunkturzyklen kennt. Dieses Szenario bestärkt uns einmal mehr in unserer Überzeugung, dass Unternehmensanleihen keine Anlageklasse sind, in der Anleger ihr Kapital passiven Strategien anvertrauen sollten. Passive Strategien sorgen für ein Übergewicht der größten Schuldner in den jeweiligen Märkten. Der Ausverkauf infolge der Pandemiekrise führte zu Dislokationen im breiten Markt und hatte günstige Bewertungen zur Folge, weitgehend unabhängig vom Sektor, von der Konjunkturabhängigkeit und der Qualität der Emittenten. Dies bereitet das Feld für aktive, fundamental orientierte

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Anleiheselektoren. Die Basis für Anlageergebnisse, die Anleger von ihrem Credit-Investment zu Recht erwarten, sind Anleihen von Unternehmen mit hoher Qualität, soliden Finanzen und zukunftsträchtigem Geschäftsmodell. Zunehmend an Bedeutung gewinnt auch die Vermeidung von Risiken, wie sie aus der Nichtbeachtung von ESG-Grundsätzen resultieren.

Tiefgehendes, globales Research Aus der Einsicht, dass Investments in Unternehmensanleihen aktive Entscheidungen des Portfoliomanagers erfordern, hat Schroders eine lange Tradition globaler hauseigener Research-Kapazitäten entwickelt. Ausgehend von einem Universum von mehr als 20.000 Unternehmensanleihen weltweit decken aufwendige Analysen Chancen auf Mehrwert für Anleger auf. Die Credit-Portfolio­

manager sind Teil des Fixed-Income-­ Teams von Schroders, das 138,7 Mrd. Euro verwaltet.1 Sie greifen bei ihrer Arbeit auf unsere Credit-Experten in Europa, Nordamerika und Asien zurück. Diese besondere Kompetenz von Schroders für das Credit-Investment stellen wir konsequent in den Dienst unserer Anleger und ihrer Erwartungen sowie Anforderungen an ihre Anlage in Unternehmensanleihen. Deshalb bietet Schroders mehr als 20 Credit-Strategien, mit denen Anleger ihre Ziele und die Rolle der Unternehmensanleihen in ihrem Portfolio möglichst präzise ansteuern können.

Hauseigenes ESG-Rating und Thementrends Ein unternehmensweites ESG-Team arbeitet bei Schroders daran, dass ESG-Aspekte in den Anlageprozessen aller Anlageklassen beachtet werden.


Gastbeitrag Experten

Auch bei Credit-Strategien misst Schroders unter dem Gesichtspunkt der Risiko-Rendite-Optimierung Nachhaltigkeitsüberlegungen einen hohen Wert bei. Denn die Berücksichtigung von ESG-Faktoren kann helfen, Risiken für das Geschäftsmodell früh zu erkennen und zu vermeiden. Umgekehrt lassen sich Unternehmen identifizieren, die besser auf Szenarien der Zukunft mit veränderten Umwelt- und sozialen Bedingungen eingestellt sind. Unser Team von Credit-Analysten erstellt deshalb ein proprietäres ESG-Rating. Dieses klassifiziert für jedes Unternehmen nicht nur einen IST-Wert hinsichtlich Umwelt- und Sozialfaktoren und Corporate Governance. Es gibt zusätzlich mit direktionalen Indikatoren (+/-) einen Entwicklungstrend relativ zu anderen, vergleichbaren Unternehmen an. Eine wichtige Orientierung für die Credit-Fondsmanager, die ganz entscheidend für relativ bessere Anlageergebnisse sein kann. Die Credit-Analysten erörtern mit den Portfoliomanagern und Researchern Themen, die die Entwicklung unseres Wirtschaftslebens und gesellschaftlichen Wandels maßgeblich prägen. Die Themen bilden unser Framework für die Unternehmens­ analyse und helfen allen Managern unserer Credit-Strategien, langfristig Kosten und Nutzen noch besser zu antizipieren, die von Verhaltensregeln, regulatorischen Vorgaben und aus Nachhaltigkeitstrends entstehenden Chancen beeinflusst werden. Mithilfe des ESG-Ratings und des thematischen Zugangs ist die Berücksichtigung von ESG-Faktoren fest in alle Credit-Strategien von Schroders integriert.

Das hauseigene ESG-Rating von Schroders: Aufgrund tiefgehender Analysen erfolgt nicht nur die Einordnung in Ratingklassen von A bis D. Ein direktionaler Indikator (+/-) gibt den Fondsmanagern zusätzliche Hinweise auf die Entwicklungstendenz des Unternehmens relativ zur Branche.

Reine Nachhaltigkeitsstrategie seit 2019 Ende 2019 wurde zudem eine reine Nachhaltigkeitsstrategie aufgelegt, die von Saida Eggerstedt gemanagt wird. Ihr Anlageuniversum ist mit eindeutigen ESG-Filtervorgaben auf ein Universum besonders nachhaltiger Unternehmensanleihen beschränkt. Die Strategie konzen­ triert sich auf Thementrends, die fokussiert nachhaltigkeitsgetrieben sind (also z. B. Green Bonds, Green Housing, Abfallmanagement und Recycling, Anpassung und Mini­ mierung des Klimawandels, Responsible Finance etc.). So werden Unternehmen mit führenden nachhaltigen Geschäftsmodellen oder starker Entwicklungsdynamik in Bezug auf ESG-Aspekte selektiert. Auf diese Weise sollen Anleihe­ emittenten auch ermutig werden, mehr Wert auf Transparenz, Diversität und andere Nachhaltigkeitsfaktoren zu legen. Die Strategie zielt somit letztendlich darauf ab, den Wandel zu einer nachhaltigeren Welt zu unterstützen und gleich­ zeitig nachhaltigere Anlageergebnisse für ihre Anleger zu erzielen.

Stand: 31. März 2020.

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Wichtige Informationen: Schroders hat in diesem Dokument eigene Ansichten und Meinungen zum Ausdruck gebracht. Diese können sich ändern. Die oben dargelegten Meinungen stellen keine verlässliche Grundlage für eine Anlageentscheidung dar und sollten nicht als Ratschlag und/oder Empfehlung ausgelegt werden. Die Wert­ entwicklung der Vergangenheit ist kein Maßstab für zukünftige Ergebnisse und lässt sich möglicherweise nicht wiederholen. Das von Ihnen investierte Geld kann an Wert verlieren. Diese Informationen sind nicht als Beratung zu verstehen. Die hierin enthaltenen Angaben werden als verlässlich erachtet. Schroders übernimmt jedoch keine Gewähr für ihre Vollständigkeit oder Richtigkeit.

Joachim Nareike, Leiter Publikumsfonds, Schroders

Schroders Schroders ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit Investmenterfahrung seit 1804. Global und aktiv – so konzentrieren wir uns ganz auf die Vermögensverwaltung im Sinne unserer Kunden. Wir bieten Zugang zu traditionellen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen, zu alternativen Investmentmöglichkeiten und zu ­modernen Multi-Asset-Lösungen. 775 Investmentprofessionals arbeiten weltweit in 34 Ländern und ­Regionen für ein Vermögen von 590,3 Mrd. Euro, das Anleger uns anvertrauen (Stand: 31. 12. 2019). Schroders ist ein börsennotiertes Unternehmen mit soliden Bilanzen und einer stabilen Eigentümerstruktur: Die Familie Schroder hält seit Langem unverändert 47 % der Anteile. www.schroders.de

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Geschäftserfolg

BaFin-Aufsicht über Finanzanlagenvermittler und -berater im Eilverfahren Von einer Forderung nach einem „Corona-Moratorium zur Finanzmarktbürokratie“ unbeeindruckt, soll das Gesetz zur Übertragung der Aufsicht über Finanzanlagenvermittler auf die BaFin1 als „besonders eilbedürftig“ bereits im Mai und Juni durch Bundestag und Bundesrat gepeitscht werden. Nachdem der Bundesrat nun den Gesetzentwurf nicht abgelehnt, aber eine Überprüfung der Kosten angemahnt hat, ist es höchste Zeit für eine Bestandsaufnahme.

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Geschäftserfolg

Roland Baum, Rechtsanwalt, Baum Financial Services Law Team. Als einer der erfahrensten Rechtsexperten auf seinem Gebiet arbeitet Roland Baum seit über 20 Jahren u. a. in der Registrierung und Beratung von Anlageprodukten sowie im Bank- und Wertpapierhandelsrecht.

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inige wichtige Regelungen, die zukünftig im Wertpapierhandelsgesetz zu finden sind, sollen bereits ab dem 1. Juli 2020 gelten. Mit ihnen sollte sich also jeder beschäftigen.

1 Doppelte „Alte-Hasen-Regelung“ Zwar darf ab dem 1. Januar 2021 die Tätigkeit eines Finanzanlagenvermittlers und eines Honorar-Finanzanlagenberaters nur noch mit einer Erlaubnis der BaFin ausgeübt werden, doch gilt diese Erlaubnis allen als erteilt, die am 31. Dezember 2020 im bisherigen Vermittlerregister eingetragen sind. Allerdings: In den Genuss dieser „Alte-Hasen-Regelung“ kommt nur,

wer innerhalb von sechs Monaten nach Aufforderung der BaFin die Unterlagen einreicht, die beim Antrag einer neuen Erlaubnis einzureichen wären. Da kein aufwendiger Übergang des vollständigen Aktenbestandes von den Gewerbeaufsichtsämtern und den Handelskammern auf die BaFin vorgesehen ist, soll die BaFin auf diese Weise das Vorliegen der Erlaubnisvoraussetzungen mit Aufsichtsübergang flächendeckend kontrollieren können. Wer bisher nach der Gewerbeordnung vom Sachkundenachweis befreit war, behält dieses Privileg auch unter der BaFin-Aufsicht. Unabhängig von einer Aufforderung, ist der BaFin eine umfangreiche Selbstauskunft einzureichen. Diese Auskunft bezieht sich auf die gesamte Geschäftstätigkeit (Art und Umfang der vermittelten Finanzanlagen, Anzahl der Kunden, Zuwendungen, Kundenbeschwerden etc). Einzelheiten sind einer noch zu erlassenden Rechtsverordnung vorbehalten. Ob diese Selbstauskunft erstmalig zum 30. September oder zum 31. Dezember 2020 einzureichen ist, wird hoffentlich im Gesetzgebungsverfahren noch geklärt. Die BaFin führt zukünftig auf i­ hrer Internetseite ein nach Finanzanlagenvermittlern und Honorar-Finanz­ anlagenberatern getrenntes Register der „Finanzanlagendienstleister“.

2 Keine Verschärfung der Wohlverhaltensregeln Beruhigend sollte die Erkenntnis sein, dass sich durch die BaFin-Aufsicht die Verhaltenspflichten nicht verschärfen. Die Regelungen zu Interessenkonflikten, Vergütung, Informationspflichten, Zuwendungen, Geeignetheitserklärung und den Aufzeichnungspflichten elektronischer Kommunikation werden mit geringfügigen redaktionellen Anpassungen aus der FinVermV 2020 in das Wertpapierhandelsgesetz übernommen. Die FinVermV 2020 wird aufgehoben.

3 Elektronisches Kommunikationsverfahren Finanzanlagendienstleister wären ab dem 1. Juli 2020 verpflichtet, im Rahmen des Erlaubnisverfahrens und der laufenden Aufsicht ein von der BaFin bereitgestelltes elektronisches Kommunikationsverfahren zu nutzen und hierfür den elektronischen Zugang zu eröffnen. Sie haben der BaFin Informationen und Dokumente auf diesem Weg elek­tronisch zu übermitteln und sicherzustellen, dass regelmäßig, spätestens alle fünf

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Geschäftserfolg

Kalendertage, überprüft wird, ob ihnen Mitteilungen über das elektronische Kommunikationsverfahren bereitgestellt wurden. Dies gilt auch für Verwaltungsakte! Damit sind Finanzanlagendienstleister Vorreiter der Digitalisierung im Rahmen der Finanzaufsicht. Irgendwelche technischen Details dieses elektronischen Kommunikationsverfahrens sind Anfang Mai 2020 noch nicht bekannt.

4 Vertriebsgesellschaften Finanzanlagendienstleister, denen derzeit andere Finanzanlagenvermittler oder Honorar-Finanzanlagenberater mit eigener Erlaubnis als Handelsvertreter im Sinne des § 84 Abs. 1 HGB angegliedert sind, werden allerdings mit Erschwernissen konfrontiert. Sie gelten nämlich zukünftig als „Vertriebsgesellschaften“, eine Sonderform des Finanzanlagendienstleisters, der der Gesetzgeber eine besondere Marktbedeutung beimisst. Für Vertriebsgesellschaften gelten deshalb besondere Organisationsvorschriften, die denen der voll regulierten Wertpapierdienstleistungsunternehmen entsprechen. Dies betrifft erhöhte Anforderungen an die Überwachung von Interessenkonflikten, die Ausgestaltung von Vertriebsvorgaben und die Pflichten von Geschäftsleitern sowie besondere Anforderungen an die ­ Datensicherheit. Auch die Mindestversicherungssumme der Berufshaftpflicht ist mit 5.757.000 Euro für alle Versicherungsfälle eines Jahres deutlich höher. Im Weiteren darf die BaFin die (in)direkten bedeutenden Beteiligungen an Vertriebsgesellschaften prüfen. Wer derzeit mit ei-

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ner solchen Struktur arbeitet, also umgangssprachlich Untervermittler hat, wird sich überlegen, ob diese Zusammenarbeit zukünftig noch wirtschaftlich sinnvoll ist.

5 Haftungsdach Vertriebsgesellschaften wird die Möglichkeit zur Gründung eines Haftungsdaches eröffnet, indem sie Dienstleister, die über keine eigene Geschäftserlaubnis verfügen, als „vertraglich gebundene Dienstleister“ angliedern. Da nicht auszuschließen ist, dass eine erhebliche Anzahl an Finanzanlagenvermittlern mangels tragfähigem Geschäftskonzept auf ihre Erlaubnis unter einer BaFin-Aufsicht verzichten, mag sich hier eine Möglichkeit für diesen Personenkreis entwickeln, weiter im Finanzvermarkt tätig zu bleiben.

6 Prüfungen durch die BaFin Eine erhebliche Änderung ist im Hinblick auf die Prüfungen der Finanzanlagendienstleister vorgesehen. Nach der bisherigen Konzeption sind Finanzanlagenvermittler verpflichtet, für jedes Kalenderjahr einen Prüfungsbericht vorzulegen. Dieser Modus wird nicht mehr fortgeführt. Künftig wird die BaFin bei der Prüfung einen risikoorientierten Ansatz verfolgen und kann nach eigenem Ermessen und eigener Risikobewertung Prüfungen von Unternehmen anordnen und ist dabei an keinen Turnus gebunden. Dabei dient die schon erwähnte, jährlich einzureichende Selbstauskunft als eine wesentliche, aber nicht ausschließliche

Erkenntnisquelle. Auf der Grundlage der so gewonnenen Erkenntnisse kann die BaFin Mängel identifizieren und über angemessene Aufsichtsmaßnahmen entscheiden. Nach Auffassung des Gesetzgebers ermöglicht dies eine ressourcenschonende und je nach Geschäftsart und -umfang passgenauere Überprüfung der zu Beaufsichtigenden. Um das Prüfungsverfahren zu standardisieren, wird die BaFin entsprechende Richtlinien aufstellen.

7 Kosten Neben den Kosten in Höhe von 5,4 Mio. Euro für die erforderliche Anbindung an das elektronische Kommunikationssystem der BaFin werden die Finanzanlagendienstleister mit den bei der BaFin entstehenden einmaligen Kosten der Einrichtung der Aufsicht belastet, die auf 5,2 Mio. Euro geschätzt werden. Die jährlichen, von den Finanzanlagenvermittlern zu tragenden Kosten der BaFin werden – einschließlich der Prüfungskosten – auf 36,4 Mio. Euro geschätzt. Dem stünden auf der Seite der Beaufsichtigten Einsparungen von 18,4 Mio. Euro für die nicht mehr notwendigen jährlichen Prüfungen gegenüber. Wie hoch die Belastungen für den Einzelnen werden, wird auch davon abhängen, wie viele das Handtuch werfen. Für den kleingewerbetreibenden Anlagenvermittler, der sich die jähr­lichen Prüfungskosten durch eine Negativerklärung gespart hat, wird die Luft mit Sicherheit dünn.   Gesetzentwurf der Bundesregierung: Entwurf eines Gesetzes zur Übertragung der Aufsicht über Finanzanlagenvermittler und Honorar-Finanzanlagenberater auf die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Stand: 06.03.2020.

1


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HELFEN SIE IHREN KUNDEN, DEN SPARSCHWEINEHUND ZU ÜBERWINDEN. Jeder kennt ihn. Den kleinen, fiesen Begleiter, der fast jeden viel zu oft daran hindert das Richtige zu tun, auch bei der Geldanlage – die Rede ist vom Sparschweinehund. Damit ist jetzt Schluss, denn Deutschlands Fondsgesellschaft Nr. 1* unterstützt Sie dabei, dass Ihre Kunden den Sparschweinehund überwinden und mehr mit ihrem Geld machen. Los gehts: Sparschweinehund.de

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* Die DWS-Gruppe ist nach verwaltetem Fondsvermögen der größte deutsche Anbieter von Wertpapier-Publikumsfonds. Quelle: BVI. Stand: Januar 2020. DWS ist der Markenname, unter dem die DWS Group GmbH & Co. KGaA und ihre Tochtergesellschaften ihre Geschäfte betreiben. Die jeweils verantwortlichen rechtlichen Einheiten, die Kunden Produkte oder Dienstleistungen der DWS anbieten, werden in den entsprechenden Verträgen, Verkaufsunterlagen oder sonstigen Produktinformationen benannt. Die vollständigen Angaben zu Fonds einschließlich der Risiken sind dem jeweiligen Verkaufsprospekt in der geltenden Fassung zu entnehmen. Dieser sowie die „Wesentlichen Anlegerinformationen“ stellen die allein verbindlichen Verkaufsdokumente zu Fonds dar. Anleger können diese Dokumente und die jeweiligen zuletzt veröffentlichten Jahres- und Halbjahresberichte in deutscher Sprache bei ihrem Berater, bei der DWS Investment GmbH, Mainzer Landstraße 11–17, D-60329 Frankfurt am Main und, sofern es sich um Luxemburgische Fonds handelt, bei der DWS Investment S.A., 2, Boulevard Konrad Adenauer, L-1115 Luxemburg erhalten sowie elektronisch unter www.dws.de herunterladen. Alle Meinungsäußerungen geben die aktuelle Einschätzung der DWS International GmbH wieder, die sich ohne vorherige Ankündigung ändern kann. Wie im jeweiligen Verkaufsprospekt erläutert, unterliegt der Vertrieb von oben genannten Fonds in bestimmten Rechtsordnungen Beschränkungen. Dieses Dokument und die in ihm enthaltenen Informationen dürfen nur in solchen Staaten verbreitet oder veröffentlicht werden, in denen dies nach den jeweils anwendbaren Rechtsvorschriften zulässig ist. So dürfen hierin genannte Fonds weder innerhalb der USA noch an oder für Rechnung von US-Personen oder in den USA ansässigen Personen zum Kauf angeboten oder an diese verkauft werden. DWS International GmbH. Stand: 02.04.2020.


Experten G   astbeitrag

Wer weniger verliert, muss weniger aufholen Die Corona-Krise legt unsere Schwächen schonungslos offen, auch die der Aktienmärkte. Gleichzeitig zeigt sie, wie wirkungsvoll ein ESG-Ansatz als Schutzschild für ein globales Aktienportfolio aus etablierten Qualitätsunternehmen dienen kann. Nachhaltigkeit ist nicht jedermanns Thema. Noch immer denken viele Anleger, dass Nachhaltigkeit beim Investieren Rendite kostet. Analysen zeigen ein anderes Bild. Anlagen in nachhaltige Unternehmen mit guten oder sich verbessernden Bewertungen in Bezug auf die Unternehmensführung, aber auch ökologische und ­soziale Belange (ESG) verbessern die Robustheit eines Aktienportfolios. Mehr noch: Sie steigern die risiko­ bereinigten Renditen. Im Umkehrschluss sollte dies auch bedeuten, dass nachhaltige Investmentansätze in Phasen von ausgeprägten Kurs­

32  FONDSGESPRÄCHE  06|20

rückgängen an den globalen Aktienmärkten – wie im Falle der aktuellen Corona-Krise – sich insgesamt stabiler zeigen, ein Sachverhalt, der durch aktive Titelselektion des Fondsmanagements weiter unterstützt wird. Einen defensiven Charakter erhalten global ausgerichtete Aktienportfolios zudem, wenn sie in große, weltweit diversifizierte Unternehmen mit hoher Qualität und guter ESG-Reputation zu vernünftigen Bewertungen investieren. Diese Unternehmen haben starke Bilanzen, stabile Einnahmen und hohe

Gewinnmargen, was zu einem geringen finanziellen und operativen Leverage führt. Als Folge davon leiden die Gewinne in einem wirtschaft­ lichen Abschwung weniger.

ESG-Zweifel haben ausgedient Die aktuelle Situation bietet Anlegern umso mehr die Gelegenheit, den Wechsel in Richtung nachhaltiger Aktienstrategien zu vollziehen, weil qualitativ hochwertige, an Nachhaltigkeitskriterien ausgerichtete Portfolios in der jetzigen Krise eine größere Widerstandsfähigkeit zeigen. Sie können sich dem Abwärtstrend zwar nicht entziehen, verlieren aber im Verhältnis nicht so viel, sodass sie in einem erneuten Aufschwung leichter ihre Verluste wieder aufholen können als Aktienfonds mit klassischen Investment­ ansätzen. Nachhaltiges Investieren hat sich mittlerweile zum Mainstream entwickelt und wird während und vor


Gastbeitrag Experten

allem auch nach Überwindung der Corona-Krise dynamischer durchstarten als je zuvor. Aus guten Gründen. Schließlich geht es darum, das eigene Geld nicht nur gewinnbringend anzulegen, sondern gleichzeitig die Welt ein Stückchen besser zu machen. Dass es funktioniert, sieht man bereits jetzt. Die Krise legt den Finger in die Wunde. Zum Beispiel bei kritischen klimatischen und sozialen Entwicklungen rund um den Globus. Anleger können mit nachhaltigen Investments kontrovers handelnde Unternehmen meiden oder dazu beitragen, dass solche Firmen zukünftig endlich mehr Verantwortung übernehmen.

Das zentrale Stichwort: Zukunft Was vielen Anlegern lange Zeit nicht bewusst war, wird gerade jetzt besonders deutlich: Wann immer wir uns mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen, geht es um die zentrale Frage, wie wir auf eine dauerhaft lebenswerte Zukunft hinarbeiten können – und zwar für alle. Daraus Mehrwerte für Anleger zu generieren, kann vor allem globalen, aktiv gemanagten Aktienstrategien gelingen, die auf etablierte Gewinner setzen. Und zwar auf solche, die nicht nur bisher erfolgreich waren, sondern sich zudem bereits jetzt für zukünftige gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen bzw. Trends positionieren. Dass ein langfristig attraktives Ertragspotenzial und kurzfristige Robustheit in Extremsituationen mit Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können, zeigen Investment­ ansätze, die das Beste aus zwei Welten vereinen, nämlich die Fundamentalanalyse mit der ESG-Analyse. Der Schlüssel liegt in der ­Untersuchung, welche mittel- bis langfristigen Themen und Trends attraktive Investmentmöglichkeiten

„Qualitativ hochwertige, an Nachhaltigkeitskriterien ausgerichtete Portfolios zeigen in der jetzigen Krise eine größere Widerstandsfähigkeit.“ bieten. Danach muss es an die Fein­ arbeit gehen. Die Frage dabei lautet: „Welches sind die wesentlichen Treiber dieser Trends?“ Schließlich gilt es herauszufiltern, in welchen Teilsegmenten der zugehörigen Wertschöpfungskette die wirklich interessanten Investmentchancen liegen. Erst dann kommt es darauf an, einzelne Unternehmen anhand quantitativer Größen (z. B. Rendite auf das eingesetzte Kapital) und qualitativer Kennzahlen (z. B. Wettbewerbsvorteile und Erfolgsbilanz des Managements) zu beleuchten.

ESG-Analysemethoden. Nur so lässt sich das ganze Spektrum der entscheidungsrelevanten Aspekte innerhalb der Kriterien Umwelt, Soziales und Governance erfassen.

Alexander Roose, Head of International Equity bei Degroof Petercam AM

ESG pragmatisch anwenden Im weiteren Analyseprozess muss natürlich die ESG-Güte jedes einzelnen Unternehmens auf den Prüfstand kommen. Idealerweise werden die ESG-Analysten von Portfoliomanagern und Unternehmensanalysten unterstützt, die durch eigenes langjähriges Know-how und ständigen Kontakt mit den Gesellschaften wertvolle Unterstützung im Rahmen der Analyse leisten können. Anhand dieses Prozessschritts kann ein Unternehmen zum Beispiel danach beurteilt werden, wie umweltfreundlich es produziert, wie es mit seinen Mitarbeitern umgeht oder wie transparent die Unternehmensführung ist. Wichtig ist dabei vor allem, nicht nur einen einzelnen Blickwinkel anzuwenden, sondern einen Mix aus unterschiedlichen

Degroof Petercam AM (DPAM) Degroof Petercam AM (DPAM) ist eine in den Beneluxländern führende unabhängige Asset Management-­ Gesellschaft mit langjähriger Markt­ reputation in Long Only-Anlagekonzepten sowie spezialisierten A ­ sset Management-Lösungen. Aktuell verwaltet DPAM europaweit 39,2 Milliarden Euro für institutionelle sowie private Investoren, davon 7,2 Milliarden Euro in nachhaltigen Anlagen (Stand: 31. 12. 2019). www.dpamfunds.com

06|20  FONDSGESPRÄCHE  3 3


Geschäftserfolg

Zeit der Weichenstellung – mit der FFB

FinVermV, Aufsicht durch die BaFin – die Spielregeln für die Finanzanlagenvermittlung sollen ab 2021 neu definiert werden. Vermittler, die bisher nach § 34f oder § 34h GewO tätig sind, müssen ihre Rolle neu finden. Die FFB begleitet sie dabei – gleich wie sie sich entscheiden.

S

chon seit der Finanzkrise waren regulatorische Neuerungen für Finanzanlagenvermittler zunehmend eine Herausforderung in Bezug auf Verwaltungsaufwand und Kosten für die Betreuung von Anlegern. Mit Beginn des Jahres 2021 dürfte dieser Druck – nach allem, was wir heute wissen – noch einmal wachsen. Die FinVermV stellt die Vermittlung, die bisher nach der Gewer-

34  FONDSGESPRÄCHE  06|20

beordnung geregelt war, auf eine neue Grundlage und rückt sie näher an das WpHG. Die Aufsicht soll von den Gewerbeämtern auf die BaFin übergehen. Die Folgen: Verwaltungsaufwand, Preistransparenzpflichten, Dokumentationspflichten (inkl. Taping) und Kosten für die Aufsicht wachsen gegenüber dem Status quo der Vermittlung unter den bisherigen Bedingun-


Geschäftserfolg

gen des § 34 GewO. Für viele Vermittler ist das ein Anlass, das eigene Geschäftsmodell zu überprüfen und womöglich zu modifizieren. Dabei sind zwei Aspekte von grundsätz­ licher Bedeutung: 1. die optimierte, effiziente Betreuung unterschiedlicher Kundensegmente, 2. der aufsichtsrechtliche Rahmen für die eigene Tätigkeit in der Betreuung der Kunden.

Kundencluster bilden, Kunden effizienter betreuen Um Anlegern in der Breite auch künftig Zugang zu einer für sie geeigneten Kapitalanlage bieten zu können, muss die Fondsvermittlung einzelne Kundengruppen mit unterschiedlichen Angeboten bedienen. Die Tendenz ist dabei klar: Je kleiner das zu betreuende Anlagevolumen, desto weniger

Je kleiner das zu betreuende Anlagevolumen, desto weniger Aufwand kann für den einzelnen Kunden betrieben werden.

06|20  FONDSGESPRÄCHE  3 5


Geschäftserfolg

Optimales Zusammenwirken: rechtlicher Rahmen und kundenorientiertes Angebot Vermögensverwaltung Finanzanlagendienstleister Vertriebsgesellschaft

Unter Haftungsdach

Individuelle Portfolios, Vermögensverwaltung

Rechtlicher Rahmen

Standardisierte Portfolios, Vermögensverwaltung

Angebots-/ KundenCluster

Nachfolgeregelung/ Geschäftsverkauf

Individuelle Portfolios, Vermittlung Execution Only Tippgeberschaft

Kooperation

Robo-Advice

Standardisierte Portfolios, Vermittlung

Darstellung FFB

Aufwand kann für den einzelnen Kunden betrieben werden. Dennoch darf die Qualität nicht leiden. Große Depots erfordern höheren Aufwand, um den hier oftmals größeren Erwartungen und Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden. Bei kleinen Depotgrößen stehen daher onlinebasierte Vertriebsformen wie RoboAdvice und Excecution Only im Vordergrund. Am anderen Ende des Spektrums stehen

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größere Vermögen, die den Aufwand einer individuellen und regelmäßigen persön­ lichen Betreuung von Fondsportfolios oder einer individuellen Vermögensverwaltung mit Fonds rechtfertigen. Im breiten Feld dazwischen dürfte die richtige Balance zwischen gerechtfertigter Serviceerwartung der Kunden und vertretbarem Aufwand in der Betreuung mithilfe von standardisierten Portfolios für unterschiedliche Risikogruppen


Geschäftserfolg

zu finden sein. Auch dies ist im Rahmen ­einer Finanzanlagenvermittlung oder Vermögensverwaltung möglich. Die FFB unterstützt konsequent alle Modelle der Betreuung von Anlegern. Für standardisierte Portfoliolösungen hat die FFB als Pionierin schon früh das FFB Modellportfolio Tool entwickelt. Bereits heute wird es bei rund 15 % der Depots für Kunden der FFB eingesetzt – darunter auch vielen, die schon vor Einführung des Tools eröffnet wurden. Das Tool ermöglicht die effiziente Betreuung einer Vielzahl von Anlegerdepots über die Zuordnung zu standardisierten Modellportfolios – und zwar für die Fondsvermittlung ebenso wie für die Vermögensverwaltung. Die von der FFB zur Verfügung gestellten Prozesse unterstützen Vermittler auch dabei, ihre depotbezogenen Transparenz- und Dokumentationspflichten (zum Beispiel bei der Kostentransparenz) über alle Kundensegmente hinweg möglichst effizient zu erfüllen. Ermitteln Sie, welche Kundencluster Sie in Ihrem Geschäft heute und künftig betreuen möchten. Auch Kombinationen sind dabei möglich – zum Beispiel Robo-­ Advice online als Einstieg für kleinere Anlagesummen mit der Option, Kunden bei wachsenden Depotgrößen persönlicher zu betreuen. Wie Sie sich auch entscheiden, die FFB ist an Ihrer Seite.

Den richtigen Rahmen finden Der 1. Januar 2021 könnte für viele der Tag sein, für den eine Grundsatzentscheidung vorbereitet sein will. Wer bisher selbstständig nach § 34f oder § 34h Fonds vermittelt, kann dies ab diesem Tag als Finanzanlagendienstleister weiterhin tun. Die Vorteile sind bekannt: Die eigene Positionierung gegenüber den Kunden und die Freiheit in der Produktauswahl müssen nicht verändert werden. Die Nachteile ebenso: Aufwand

Die FFB unterstützt konsequent alle Modelle der Betreuung von Anlegern.

und Dokumentationspflichten sowie Kosten für die Aufsicht wachsen. Die Nachteile und der Mehraufwand können durch effiziente Organisation der Kundenportfolios oder den Vertrieb eigener Fonds zum Teil wieder ausgeglichen werden. Die FFB unterstützt hier mit ihren vielfältigen Services zur effizienten Portfoliosteuerung. Wer eine grundsätzliche Änderung seines Status erwägt, kann zwei Wege gehen. Als Vermögensverwalter nach § 32 KWG steht man seit jeher ebenfalls unter der Aufsicht der BaFin. Der Aufwand, zu dem auch Prüfkosten kommen, wächst weiter – allerdings wachsen auch die Möglichkeiten einer Portfoliogestaltung und effizienten flexi­ blen Anpassung. Auch die Gründung einer Vertriebsgesellschaft, eventuell mit Partnern, kann ein Vehikel zur Ausweitung und Professionalisierung des eigenen Geschäfts und der besseren Nutzung von Skaleneffekten sein. Wer umgekehrt eine Reduktion von Aufwand, Kosten und unternehmerischem Risiko anstrebt, dem stehen ebenfalls unterschiedliche Wege offen. Doch der Anschluss an Haftungsdächer (aus Vermögensverwaltung oder Vertriebsgesellschaft) geht immer mit Einschränkungen im vorgegebenen Produktuniversum, bei der Exklusivität der ­A ngebote, die man Kunden machen kann,

06|20  FONDSGESPRÄCHE  3 7


Geschäftserfolg

An Ihrer Seite auf dem Weg in die Zukunft Ihre Ansprechpartner bei der FFB können Sie bei einer eventuellen Neuorientierung hinsichtlich Ihres Geschäftsmodells kompetent begleiten. Sie kombinieren breite und langjährige Erfahrung und Kenntnis erfolgreicher Modelle am Markt mit der tiefgehenden Expertise bzgl. der Services und Angebote der FFB, die alle Geschäftsmodelle der Anlageberatung mit Fonds vollumfänglich unterstützt:

und bei den Verdienstmöglichkeiten einher. Das muss im Einzelfall gegen die Vorteile von reduziertem Aufwand der Haftungsrisiken und Kosten abgewogen werden. Wer sein Engagement in der Anlageberatung tendenziell reduzieren möchte, sei es aus Alters- oder aus anderen Gründen, dem stehen unterschiedliche „Exit“-Strategien offen: 1. als „Tippgeber“ arbeiten, 2. in Kooperationen mit einem der BaFin unterstellten Vermittler tätig sein, 3. Nachfolgeregelung oder Geschäftsverkauf anstreben. Wie geht es weiter, wenn sich der aufsichtsrechtliche Rahmen ändert? Diese Frage lässt sich nur individuell und mit Blick auf Ihre persönlichen Ziele klären. Nutzen Sie die Markterfahrung Ihrer Ansprechpartner bei der FFB für einen Austausch über die Möglichkeiten.

Den Wandel mit Kunden managen Michael Müller, Vertriebsdirektor FFB Tel. 069 77060-358

Tobias Hill, Vertriebsdirektor FFB Tel. 069 77060-338

Christian Brandl, Vertriebsdirektor FFB Tel. 069 77060-301

Steffen Koop, Vertriebsdirektor FFB Tel. 069 77060-344

38  FONDSGESPRÄCHE  06|20

Wichtig für den Erfolg jeder Veränderung: Die Kunden müssen „mitgenommen“ werden. Am einfachsten ist das, wenn sich an der Wahrnehmung durch den Kunden nichts ändert. Wenn Positionierung des Beraters, Kosten, Produktauswahl und das operative Umfeld (z. B. depotführende Bank) gleich bleiben, sind nach aller Erwartung aufsichtsrechtliche Veränderungen für Kunden kein Problem. Bei Veränderungen an diesen Größen sind Vor- und Umsicht wichtig, um das Vertrauen von Bestandskunden nicht zu beschädigen. Es ist besser, möglichst viele Konstanten beizubehalten. Bei Änderungen Ihres Geschäftsmodells – was ändert sich für Ihre Kunden? Und wie können Sie unnötigen Stress vermeiden? Sprechen Sie mit Ihren Ansprechpartnern bei der FFB über Erfahrungen und das Spektrum der Möglichkeiten.


Experten G   astbeitrag

Nachhaltigkeit, der neue „sichere Hafen“ für Investoren? Wenn jeder lernt, sich an die „neue Normalität“ anzupassen – und sie zu definieren –, gibt es gute Gründe für die Annahme, dass nachhaltige Investmentfonds Potenzial bieten.

40  FONDSGESPRÄCHE  06|20

In Krisenzeiten griffen Anleger auf bewährte sichere Häfen wie Gold oder Staatsanleihen mit langer Laufzeit zurück, während nachhaltige Investitionen in ernsten Zeiten als Trend oder so etwas wie ein Luxusgut angesehen wurden. Ich habe sogar das Argument gehört, dass Investoren derzeit den Kopf viel zu voll haben, um nachhaltige Investitionen in Betracht zu ziehen. Dieses Denken gehört der Vergangenheit an. Unternehmen, die sich um ihre Interessengruppen kümmern und die externen Effekte


Gastbeitrag Experten

überwachen, profitieren von ihrem Engagement und sind besser für die Bewältigung der aktuellen Gesundheitskrise gerüstet. Dies ist weder eine Beschwörung noch eine Vorhersage. Fonds, die in Unternehmen mit einer starken Umwelt-, Sozialund Governance-Politik (ESG) investieren, haben im Durchschnitt ihre Benchmarks übertroffen. Aus Sicht des Risikomanagements ist die Unterstützung dieser Unternehmen logischerweise die richtige Entscheidung. Und das ist erst der Anfang. Wir sind bereits Zeugen eines großen Verhaltenswechsels in Unternehmen: Unternehmen haben ihre Beziehungen zu ihren Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten und der breiten Masse neu bewertet. Jüngste Untersuchungen1 haben gezeigt, dass diejenigen, die sich während des Krisenhöhepunkts gut behauptet haben, Vorreiter in den Bereichen Produkt-, Gesundheits-, Sicherheits- und Personalpolitik waren. Unternehmen, die wirklich Wert auf ihre Beziehungen zu Interessengruppen legen, werden am besten in der Lage sein, gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen. Es wird immer wahrscheinlicher, dass in einem Umfeld, in dem Dividendenkürzungen sowohl wirtschaftlich umsichtig als auch „das Richtige“ sind, mehr Unternehmen in Lösungen investieren, die sowohl innovativ als auch tugendhaft sind, anstatt weiterhin in Altgeschäft

„Unternehmen, die wirklich Wert auf ihre Beziehungen zu Interessengruppen legen, werden am besten in der Lage sein, gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen.“

(Legacy Business) zu investieren, dessen Rentabilität abnimmt. Zukunftsorientierte Unternehmen können nun von ihren bevorzugten Positionen profitieren. Wir lernen, uns an diese neue Gleichung anzupassen, und versuchen, eine neue Normalität zu definieren. Vor diesem Hintergrund bestätigen nachhaltige Investmentfonds ihre Effizienz beim Management der zugrunde liegenden Risiken und bei der Erzielung widerstandsfähigerer Renditen, gerade weil sie Unternehmen unterstützen und ­f inanzieren, die für das Wohlergehen unseres Planeten und der ­Gesellschaft tätig sind. Für Anleger gibt es eine klare Begründung, nachhaltige Investmentfonds zu berücksichtigen, da dies die Anlagen sind, die in einem Umfeld nach COVID robuste Renditen erzielen können. Research von Bank of America Merrill Lynch (BofAML) für die Periode 19. 02. 2020–20. 03. 2020.

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Für Werbezwecke. Dieses Dokument darf weder ganz noch teilweise ohne vorherige Genehmigung durch die Verwaltungsgesellschaft reproduziert werden. Es stellt weder ein Zeichnungsangebot noch eine Anlageberatung dar. In diesem Dokument enthaltene Informationen können unvollständig sein und ohne Vorankündigung geändert werden. Carmignac Portfolio bezieht sich auf die Teilfonds der Carmignac Portfolio SICAV, einer Investmentgesellschaft luxemburgischen Rechts, die der OGAW-Richtlinie entspricht. Bei den Fonds handelt es sich um Investmentfonds in der Form von vertraglich geregeltem Gesamthandseigentum (FCP), die der OGAW-Richtlinie nach französischem Recht entsprechen. Für bestimmte Personen oder Länder kann der Zugang zu den Fonds beschränkt sein. Sie dürfen insbesondere weder direkt noch indirekt einer „US-Person“, wie in der US-amerikanischen „S Regulation“ und/oder im FATCA definiert, bzw. für Rechnung einer solchen US-Person angeboten oder verkauft werden. Die Fonds sind mit einem Kapitalverlustrisiko verbunden. Die Risiken und Kosten sind in den Wesentlichen Anlegerinformationen (WAI) beschrieben. Die Prospekte, VL, WAI und Jahresberichte der Fonds stehen auf der Website www.carmignac.de zur Verfügung und sind auf Anforderung bei der Verwaltungsgesellschaft erhältlich. Die Wesentlichen Anlegerinformationen sind dem Zeichner vor der Zeichnung auszuhändigen.

Sandra Crowl, Sustainability Manager bei Carmignac

Carmignac Carmignac ist eine unabhängige Vermögensverwaltungsgesellschaft, die 1989 auf der Grundlage von drei Prinzipien gegründet wurde. Diese gelten bis heute: echter Unternehmergeist, menschlicher Sachverstand und ehrliches Engagement. Carmignac in Zahlen: – Verwaltetes Vermögen*: 31 Mrd. Euro – Eigenkapital**: über 2 Mrd. Euro – Vertrieb der Fonds in 16 Ländern weltweit*** www.carmignac.com *Stand: 31. 03. 2020. **Stand: 30. 12. 2018. ***14 Länder in Europa, Singapur (nur professionelle Anleger) und Taiwan.

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Services der FFB

Kontaktlos erfolgreich 42 FONDSGESPRÄCHE 06|20


Services der FFB

Eine Kundenbeziehung lebt vom ganz persönlichen Kontakt, so lautete bislang das Credo. Doch die Beschränkungen in Corona-Zeiten haben uns überdeutlich vor Augen geführt: Das ist nicht immer möglich. Die FFB sorgt dafür, dass Sie auch als Vermittler jederzeit handlungsfähig bleiben, Kundenaufträge einreichen und Kunden erfolgreich betreuen können – auch ohne sie persönlich zu treffen.

A

nlageberatung und Fondsvermittlung in Zeiten wirtschaftlicher Krisen und fallender Kurse sind immer eine Herausforderung. In diesem Jahr haben wir die verschärfte Version kennengelernt: eine Krise bei gleichzeitig eingeschränktem Kontakt zu den Kunden. Mit der FFB waren Sie auch in dieser Situation von Anfang an gut gerüstet. Denn die FFB sorgt mit ihren fortschrittlichen Onlineservices dafür, dass Ihre Kunden betreut und Ihre Geschäfte erfolgreich fortgeführt werden können.

Im Zentrum des kontaktlosen Geschäftes: der Ordervorschlag Fondsanteile kaufen, verkaufen oder tauschen? Gerade unruhige Zeiten an den Anlagemärkten können einen Eingriff ins Depot Ihrer Kunden erforderlich machen. Übrigens nicht nur, um Absicherungen vorzunehmen. Gerade nach deutlichen Kurseinbrüchen kann es besondere Chancen für Anleger geben, durch gezielten Nachkauf von Fondsanteilen die Spuren der Krise im eigenen Depot schneller wieder zu beseitigen (siehe auch Grafik auf Seite 45). Mit der FFB bleiben Sie immer handlungsfähig – und das effizient: Loggen Sie sich ins FFB Frontend ein und legen Sie unter dem Menüpunkt „Fondstransaktionen/Auftragserfassung“ für Ihren Kunden (oder mehrere Kunden gleichzeitig) eine Order an. Zur selben Eingabemaske gelangen Sie im Schnellzugriff (K/V/T hinter jedem Fondsbestand) aus der Depotübersicht. Ist

die Order angelegt, einfach den Button „Ordervorschlag“ anklicken. Schon erhalten die Kunden online in ihrem Kundenpostfach den Vorschlag eingestellt. Sie werden auch per E-Mail über Ihren Vorschlag benachrichtigt, sofern diese Funktion aktiviert ist. Dann muss sich der jeweilige Kunde nur noch in sein Konto einloggen und die Order per TAN oder mobileTAN freigeben. Wenn Kunden ihren Onlinezugang selten nutzen, ist Folgendes in schwierigen Zeiten besonders wichtig: Die FFB hilft schnell und unkompliziert, bei verlorenen Passwörtern (PINs) wieder handlungsfähig zu werden. Am schnellsten geht das online: Jederzeit kann unmittelbar beim Login über den Link „Passwort vergessen?“ ein neues Passwort angefordert werden. Wer den drei Schritten folgt, kann in wenigen Minuten alle Funktionen seines Onlinezugangs zu den Depots und Konten bei der FFB wieder nutzen. Dabei ist zu beachten: Die Änderung des Passworts muss nach dem Einloggen zwingend durch Eingabe einer TAN bestätigt werden. Das dient der Sicherheit – ebenso wie die zeitlich begrenzte Gültigkeit des neuen Passworts. Denn alle übermittelten Passwörter sind nur fünf Minuten gültig und können ausschließlich für eine bestimmte Aktion genutzt werden.

„Online auch in Krisenzeiten überlegen: ­Ordervorschlag per TAN freigeben lassen. Fragen? Sprechen Sie mich an: 069 77060-358.“ Michael Müller, Vertriebsdirektor FFB

„Kunde nicht online? Mit dem Barcode-Verfahren hält die FFB Sie kontaktlos handlungsfähig. Sprechen Sie mich gern an: 069 77060-338.“ Tobias Hill, Vertriebsdirektor FFB

Das Barcode-Verfahren – für alle, die keine TANs nutzen Sie betreuen Kunden, die keinen Onlinezugriff auf ihr Depot bei der FFB haben? Oder

06|20  FONDSGESPRÄCHE  4 3


Services der FFB

„Kaufkurse“ nutzen – mit dem Depot schneller aus der Krise Profiinvestoren tun es: Sie nutzen sogenannte Kaufkurse nach starken Korrekturen oder Kurseinbrüchen und investieren gerade dann weiteres Kapital, um so von nachfolgenden Aufschwüngen an Anlagemärkten zu profitieren. Privatan­ leger sind häufig in Krisenzeiten verun­ sichert, fliehen mitunter sogar überstürzt, aber oft zu spät aus ihrem Investment und kapitalisieren Verluste. Sie zögern auch, bei günstigen Kursen Folgeinves­ titionen mit weiterem Kapital zu tätigen, selbst wenn es eigentlich verfügbar wäre, oder versäumen es, rechtzeitig ­wieder einzusteigen. Was sie hemmt, ist eine starke Verlustaversion, ein Phänomen, das in der Behavioral Finance-­Forschung immer wieder bestätigt wird. Sie fürchten, zu früh in eventuell weiter fallende Märkte zu investieren und auf diese Weise „noch mehr Geld zu verlieren“. Doch das Gegenteil ist der Fall: Wer investiert, wenn Kurse stark gefallen sind, hat beste Chancen, zwischenzeitliche Verluste in seinem Depot schneller auszugleichen, als jemand, der zögert und verfügbares weiteres Kapital nicht investiert. Denn es kann als sicher gelten: Die

Märkte, in die investiert wird, erholen sich mit der Zeit und erreichen neue Höchststände. Zumindest historisch war das an allen bedeutenden Aktienmärkten und nach jeder Krise, gleich welcher Art, der Fall. Nach zwischenzeitlichen Kursverlusten – und waren sie auch noch so massiv – wurden häufig sogar relativ schnell neue All-Time Highs erreicht. Konkretes Beispiel: globale Finanzkrise 2007/8 Investieren oder an der Seitenlinie bleiben? Vor dieser Frage stehen Anleger immer wieder – gerade in Krisenzeiten und nach Verlusten, die sie an Anlagemärkten beobachtet oder selbst erlitten haben. Die bange Frage „Wie viel Geld habe ich noch?“ richtet sich auf den Gesamtwert, den der Anleger im Blick hat. Also: Depotwert des investierten Kapitals plus Kapital auf Konten (wie zum Beispiel dem Abwicklungskonto zum FFB FondsdepotPlus). Das Beispiel der globalen Finanzkrise dient nur der Illustration. Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die globale Wirtschaft und die Anlagemärkte können

die TAN-Liste ist verlegt und mobileTAN nicht eingerichtet? Auch hier bringt Sie die FFB schnell und kontaktlos weiter. Erstellen Sie dazu einfach Ihren Odervorschlag und klicken Sie den Button „Drucken“ an. Es wird

44 FONDSGESPRÄCHE 06|20

davon äußerst verschieden sein. Der Rückblick kann aber das mathematische Prinzip der Aufholung veranschaulichen. Dazu wird ein hypothetisches Depot zugrunde gelegt, das weltweit ausschließlich in Aktien investiert (gem. dem glo­ balen Aktienindex MSCI World). Der Anleger verfügt zum Höchststand vor der globalen Finanzkrise am 14. 10. 2007 über einen Gesamtwert von 120.000 Euro: 100.000 Euro investiert in globale Aktien plus 20.000 Euro Barbestand auf Konto. Wenn er weder in der Baisse in sein ­Aktienportfolio nachinvestiert noch Anteile aus seinem Depot rechtzeitig vor Kursverfall verkauft und somit den Wert gesichert hätte, musste er mehr als 2.000 Tage oder 5,5 Jahre warten, bis sein Gesamtwert über die anschließende Hausse wieder die Marke von 120.000 Euro erreichte. Anders und besser wäre es für ihn gewesen, wenn er sich irgendwann entschlossen hätte, die „Kaufkurse“ zu nutzen und die verfügbaren 20.000 Euro ebenfalls zu investieren. Perfektes Market Timing, bei dem man zum Wendepunkt und damit zu niedrigsten Kursen einkauft, wird nie gelingen. Rückblickend lässt sich dieser Punkt immer leicht erkennen. In der Situation selbst weiß man nicht, ob man die Trendwende schon gesehen hat oder ob es noch weiter abwärtsgeht. Deshalb zeigt die Illustration, welche Folgen es gehabt hätte, wenn man zu unterschiedlichen Zeitpunkten und somit

ein PDF mit Ihrem Ordervorschlag erstellt, das einen von der FFB maschinenlesbaren Barcode enthält. Dann das PDF an den Kunden senden. Am schnellsten geht das per E-Mail oder nach Ausdruck durch Sie per


Services der FFB

Nach Finanzkrise – schneller wieder im Plus Dauer der Wiederaufholung im Rahmen eines globalen Aktieninvestments

110.000

1.292 Tage

100.000

1.192 Tage

EURO

90.000

120.000 EUR 23. 02. 2009 120.000 EUR 02. 03. 2009

1.178 Tage

80.000

120.000 EUR 09. 05. 2009

1.296 Tage

70.000

Erläuterungen:

120.000 EUR 09. 01. 2009

120.000 EUR 09. 01. 2009

Folgeinvestition vor Wendepunkt. Gesamtwert: 120.000 EUR, komplett investiert ab 02. 03. 2009

120.000 EUR 09. 05. 2009

Folgeinvestition nach Wendepunkt. Gesamtwert: 120.000 EUR, komplett investiert ab 16. 03. 2009

120.000 EUR –

Ohne Folgeinvestition. Gesamtwert: 120.000 EUR = 100.000 EUR (investiert) + 20.000 EUR (Konto)

120.000 EUR 23. 03. 2009

1.213 Tage

60.000

120.000 EUR 16. 03. 2009

1.200 Tage 50.000

40.000

120.000 EUR –

09/2007

06/2008

120.000 EUR –

2.028 Tage

06/2009

06/2010

06/2011

06/2012

06/2013

Darstellung nur zu Illustration. In den dargestellten Index (MSCI World, USD) kann nicht investiert werden. Ohne Berücksichtigung etwaiger Kosten einer Anlage und mit ihr verbundener Währungsrisiken. Ohne Berücksichtigung etwaiger Zinserträge aus nicht investiertem Vermögen. Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Entwicklungen. Betrachtungszeitraum: 14. 10. 2007–03. 06. 2013. Quelle: Morningstar. Darstellung FFB *Downloads finden Sie unter www.ffb.de/myffb-fondsgespraeche/aus-der-krise

Kursständen vor Erreichen des Wendepunktes investiert hätte oder in der Erholungsphase erst dann, wenn dieser bereits verpasst wurde. Betrachtet man die Entwicklungen, wenn eine oder zwei ­Wochen oder zwei Monate vor oder nach dem Wendepunkt investiert wurde, erkennt man: Der Zeitraum bis zur Wiederaufholung zum Gesamtwert lässt sich deutlich verkürzen gegenüber völliger Untätigkeit. Wer etwa seine Folgeinves­ tition zwei Wochen „zu spät“ getätigt hatte, konnte den Zeitraum von 5,5 auf rund 3,5 Jahre verkürzen. Wer „zu früh“ 20.000 Euro nachgelegt hat, hätte zwar zunächst auch mit dieser Anlage Verluste erlitten, konnte aber unter Umständen

sogar noch schneller zum Ausgangswert von 120.000 Euro zurückkommen. Ermöglicht hat das die Phase der schnellen ­Anfangserholung direkt nach der Trendumkehr auf der Basis dann schon größerer Anteile. Nicht in der Grafik: Selbst wer ganze sechs Monate vor dem Wendepunkt seine 20.000 Euro für ein Investment genutzt hätte, hätte sich über eine um 59 Tage raschere Erholung seines Gesamtwertes freuen können. Kursabschläge zur Folgeinvestition zu nutzen, kann sich also entschieden ­lohnen. Zum einen lässt sich der Erholungszeitraum deutlich verkürzen. Zum

Fax. Langsamer ist es, wenn Sie das PDF drucken und per Post versenden. Wichtig: Das unveränderte, ausgefüllte Formular muss dann vom Kunden unterschrieben und an Sie zurückgesendet werden. Anschließend

Online als Download*

­ nderen sollten Anleger auch diesen a Vergleich im Blick behalten: Ein Anleger, der im hier zugrunde gelegten Szenario zwei Monate vor dem Wendepunkt weitere 20.000 Euro investiert statt auf dem Konto abgestellt hatte, konnte sich am 30. 05. 2013 über einen Gesamtwert von über 135.000 Euro freuen, hat also nicht nur die Verluste kompensiert, sondern über den betrachteten Zeitraum von 5,5 Jahren trotz einer als systemisch klassifizierten Finanzkrise immerhin 12,5 % Rendite erzielt! Wer nicht gehandelt hat, war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal wieder bei 120.000 Euro angelangt. Mehr als fünf Jahre verlorene Zeit für die Vermögensbildung.

einfach kurz überprüfen und an die FFB per Fax (069 770 60 - 555), E-Mail (auftrag@ffb.de) oder notfalls per Post (FIL Fondsbank GmbH, Postfach 11 06 63, 60041 Frankfurt am Main) weiterleiten. Fertig.

06|20  FONDSGESPRÄCHE  4 5


Services der FFB

„Die FFB unterstützt auch Ihr kontaktloses Neugeschäft: mit der Depoteröffnung online. Ich bin bei Fragen für Sie da: 069 77060-301.“ Christian Brandl, Vertriebsdirektor FFB

„Besser als Geld auf dem Konto: für zögerliche Kunden FestgeldPlus mit der FFB online nutzen. Sie haben Fragen? Ich antworte: 069 77060-344.“ Steffen Koop, Vertriebsdirektor FFB

Neugeschäft nicht ruhen lassen: Depoteröffnung online Selbst unter „erschwerten“ Bedingungen ist es möglich, Neukunden zu gewinnen. Mit der FFB steht dem nichts im Wege. Durch die Möglichkeit, ein Depot komplett online zu eröffnen, ist auch dazu kein persönlicher Kontakt erforderlich. Übrigens: Mit dem POSTIDENT Verfahren per Videochat können Sie Ihren neuen Kunden auch den Gang zur Post ersparen. Nutzen Sie Phasen, in denen mögliche Kunden weniger Zeit für Arbeit und Kontaktpflege aufbringen können, gezielt zur Kundenansprache mit dem Angebot, unmittelbar online eine Depoteröffnung durchzuführen.

Zögerliche Kunden: FestgeldPlus – als Zwischenlösung online verfügbar

46 FONDSGESPRÄCHE 06|20

Manche Anleger werden durch Turbulenzen im Wirtschaftsleben und an den Anlagemärkten stark verunsichert. Oft kommt es dann zur Entscheidungslähmung. Wenn Kapital aus dem Investment abgezogen wurde oder frisches Kapital nicht investiert wird, weil auch gute Argumente nicht durchdringen, können Sie mit dem Angebot FestgeldPlus die beste zweitbeste Lösung anbieten. Denn Sie können Kunden, die ein FFB FondsdepotPlus haben, direkt aus dieser Depotlösung die Anlage in Festgeldangebote von unabhängigen Drittbanken ermöglichen und so zumindest für ein wenig positive Verzinsung des Guthabens sorgen. Ihr Vorteil: Mit FestgeldPlus bleibt das grundsätzlich investierbare Kapital für Sie in der Depotübersicht des Kunden sichtbar. Sie können es bei künftigen Überlegungen und Gesprächen zur Fondsanlage des Kunden mitberücksichtigen. Um Ihren Kunden einen Vorschlag für eine Festgeldanlage zukommen zu lassen, gehen Sie wie gewohnt von der Depotübersicht für den Kunden aus und greifen Sie von dort auf das Festgeldangebot zu: Laufzeit und Betrag auswählen – dann kann auch hierfür ein Ordervorschlag erstellt und vom Kunden per TAN freigegeben werden. Kontaktlos erfolgreich beraten – dafür ist also mit der FFB rundum vorgesorgt. Und vielleicht hat eine Krise, die immer auch zum Überdenken gewohnter Routinen führt, am Ende auch etwas Gutes. Wenn Kunden, die bislang sehr traditionell mit viel Papierkram betreut wurden, die Möglichkeiten von TAN-Freigabe von Odervorschlägen oder des Barcode-Verfahrens einmal selbst erlebt haben, wollen sie diese künftig nicht mehr missen. Das hat Vorteile für Kunden, denn die Transaktionskosten sinken und die Orderausführung wird schneller. Und das hat Vorteile für Sie als Vermittler, denn mithilfe von Ordervorschlägen lassen sich Kunden einfacher und effizienter betreuen.


Services der FFB

Ganz einfach: Jeder Mitarbeiter mit eigenem Zugang Vermittler können jetzt Zugänge für einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vergeben. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es können unterschiedliche Berechtigungen erteilt werden. Jeder eingerichtete Nebenzugang erhält sein eigenes Passwort, das auch

vom Mitarbeiter selbst individualisiert und zurückgesetzt werden kann. Passwortverluste oder Falscheingaben

­ etreffen nur jeweils einen Zugang b und können schnell mithilfe eines Aktivierungspassworts behoben werden.

Alles rund um die neuen Nebenzugänge? Leitfaden herunterladen unter www.ffb.de/myffb-fondsgespraeche/nebenzugang

Tipp: LEI immer aktuell halten

Ein gültiger LEI (Legal Entity Identifier = Rechtsträger-Kennung) ist regulatorische Voraussetzung für Wertpapiergeschäfte juristischer Personen. Ohne LEI darf die FFB nicht tätig werden. Der LEI muss einmal jährlich erneuert und aktuell bei der FFB hinterlegt werden.

06|20  FONDSGESPRÄCHE  4 7


Experten G   astbeitrag

Verkehrsinfrastruktur: Boomsektor mit soliden Renditen Straßen, Brücken, Häfen: Leistungsfähige Verkehrswege bilden die Lebensadern der Wirtschaft. Der Bedarf wächst mit internationaler Verflechtung und höherem Wohlstand. Staaten sind selten in der Lage, die erforderlichen Inves­ titionen – z. B. in „Smart Traffic“ für die Mobilität der Zukunft – zu stemmen. Private Infrastrukturbetreiber verfügen über ein attraktives Geschäftsmodell. Auch Anleger können profitieren. 1,4 Millionen Kilometer – auf diese Länge summierte sich 2019 der Stau auf deutschen Autobahnen.1 Die Gesamtlänge aller Staus in Deutschland reichte damit rund ­35-mal um die Erde. Weltweit treiben das Wirtschafts- und Bevöl­ kerungswachstum sowie immer mehr und größere städtische Ballungsräume das Verkehrsaufkommen in die Höhe. Der Aufstieg von Schwellen- und Entwicklungsländern dürfte den Bedarf nach Mobilität weiter erhöhen. Auch in den Industrieländern machen Engpässe und veraltete Anlagen hohe Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur nötig. Das macht den Sektor auch für Anleger attraktiv.

48  FONDSGESPRÄCHE  06|20

Weltweite Investitionen Eines der größten Infrastrukturprojekte weltweit ist die chinesische Seidenstraßeninitiative. Insgesamt 65 Länder und Territorien, die etwa ein Drittel des weltweiten Brutto­ inlandsprodukts auf sich vereinen,2 sollen eines Tages an die neuen Handelsrouten angebunden sein. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf umgerechnet rund 57 Milliarden Euro3, wovon 80 % aus China kommen sollen. In Europa ist das Crossrail-Projekt in Großbritannien im Großraum London mit einem Investitionsvolumen von umgerechnet knapp 22 Milliarden Euro 4 derzeit das größte Infrastrukturvorhaben5. Blickt man auf den Bereich Luftver-

kehr, fällt erneut China mit großen Plänen auf: Pekings neuer Flughafen, der erst im September 2019 eröffnet hat, soll weiter ausgebaut werden. Bis 2040 sollen mehr als 100 Millionen Fluggäste pro Jahr abgefertigt werden. Außerdem wird das neue Flugdrehkreuz auch als Umschlagplatz für Waren dienen und jährlich bis zu vier Millionen Tonnen Fracht befördern.6

„Smart Traffic“: für die Mobilität der Zukunft Um sich für die Mobilität der Zukunft zu rüsten, benötigt die Verkehrsin­ frastruktur innovative Lösungen mit digitalen Technologien. „Smart Traffic“ bedeutet nichts anderes, als Men-


Gastbeitrag Experten

„Aktien von Infrastrukturunternehmen sind eine attraktive Depotbeimischung. Dabei kommt es auf die Titelauswahl an.“

Denise Kißner, Senior Investment Specialist, DWS Invest Global Infrastructure

schen, Fahrzeuge und Infrastruktur untereinander zu vernetzen. Durch den ständigen Informationsaustausch ist es dann möglich, Verkehrsflüsse individuell zu steuern oder Mautgebühren automatisch und abhängig vom Verkehrsaufkommen zu erfassen. Durch die Vernetzung unterschiedlicher Verkehrssysteme ist es darüber hinaus möglich, individuelle Strecken über mehrere Verkehrsmittel wie Pkw, Bahn und Bus ohne großen Aufwand zu planen. Das Ende 2018 begonnene Vorhaben „Smart Roads“ der italienischen Infrastrukturgesellschaft ANAS (Azienda Nazionale Autonoma delle Strade) geht in ­diese Richtung. Das Projekt soll sich eines Tages auf rund 3.000 Autobahnkilometer erstrecken.7

Private Investitionen auf dem Vormarsch Die Beispiele zeigen, dass die Betreiber von Verkehrsinfrastruktur in den kommenden Jahren und Jahrzehnten hohe Investitionen stemmen müssen. Allein in den USA werden für die Sanierung der Straßen und Brücken des Landes mehr als 800 Milliarden Dollar nötig sein.8 Angesichts knapper staatlicher Budgets hat der Privatsektor als Betreiber von Mautstraßen, Flug- oder Schiffshäfen an Bedeutung gewonnen. Neben reinen Privatisierungen (also dem Verkauf der Anlagen) spielt auch die Vergabe von Betriebskonzessionen eine Rolle. Hier erhalten Unternehmen die Einnahmen aus dem laufenden Betrieb und zahlen im Gegenzug dem Staat eine Gebühr. Dadurch verfügen viele private Betreiber von Infrastruktur über ein Geschäftsmodell, das sie auch für Anleger attraktiv macht: Sie erzielen relativ stabile Erträge aus Verträgen oder Konzessionsvereinbarungen und profitieren von hohen Markteintrittsbarrieren, wenn nicht sogar von einer Monopolstellung. Zudem weisen Infrastrukturaktien

Wichtige Hinweise: Bei dem vorliegenden Dokument handelt es sich um eine Werbemitteilung. DWS ist der Markenname, unter dem die DWS Group GmbH & Co. KGaA und ihre Tochtergesellschaften ihre Geschäfte betreiben. Die jeweils verantwortlichen rechtlichen Einheiten, die Kunden Produkte oder Dienstleistungen der DWS anbieten, werden in den entsprechenden Verträgen, Verkaufsunterlagen oder sonstigen Produktinformationen benannt. Die in diesem Dokument enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung dar. Alle Meinungsäußerungen geben die aktuelle Einschätzung von DWS Investment GmbH wieder, die sich ohne vorherige Ankündigung ändern kann. Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht zutreffend oder nicht korrekt herausstellen können. Wertentwicklungen der Vergangenheit, simuliert oder tatsächlich realisiert, sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Anlageempfehlungen und Anlagestrategieempfehlungen und unterliegen keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung solcher Empfehlungen. Die Vervielfältigung, Veröffentlichung sowie die Weitergabe des Inhalts in jedweder Form ist nicht gestattet. Dieses ­D okument und die in ihm enthaltenen Informationen dürfen nur in solchen Staaten verbreitet oder veröffentlicht werden, in denen dies nach den jeweils anwendbaren Rechtsvorschriften zulässig ist. Der direkte oder indirekte Vertrieb dieses Dokuments in den USA sowie dessen Übermittlung an oder für Rechnung von US-Personen oder an in den USA ansässige Personen sind untersagt. DWS International GmbH – CRC 074079 (3/2020)

langfristig gesehen bei einer geringeren Schwankungsbreite häufig eine vergleichsweise gute Wertentwicklung auf. Das macht die Titel zwar lange noch nicht zu Selbstläufern. Doch mit der richtigen Auswahl sind sie eine willkommene Diversifizierung für jedes Aktiendepot.

Q uelle: https://www.adac.de/verkehr/verkehrsinformationen/ staubilanz/   Q uelle: https://www.mckinsey.com/featured-insights/china/ chinas-one-belt-one-road-will-it-reshape-global-trade 3   Q uelle: https://www.dw.com/de/schuldenfalle-neueseidenstra%C3%9Fe/a-43467223 4   Q uelle: https://www.bbc.com/news/business-50345344 5   Q uelle: http://www.crossrail.co.uk/news/crossrail-in-numbers 6   Q uelle: https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/ verkehr/pekings-giga-flughafen-stellt-alles-in-den-schatten/ 7   Q uelle: https://www.stradeanas.it/en/our-smart-road-project 8   Quelle: https://www.cfr.org/backgrounder/state-us-infrastructure 1

2

DWS Die DWS Group (DWS) ist einer der weltweit führenden Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 767 Milliarden Euro (Stand: 31. Dezember 2019). Sie blickt auf über 60 Jahre Erfahrung zurück und genießt in Deutschland und Europa einen Ruf für exzellente Leistungen. Mittlerweile vertrauen Kunden weltweit der DWS als Anbieter für integrierte Anlagelösungen. Der Vermögensverwalter wird über das gesamte Spektrum der Anlagedisziplinen hinweg als Quelle für Stabilität und Innovationen geschätzt. www.dws.de

06|20  FONDSGESPRÄCHE  4 9


Märkte und Allokation

Corona und die Folgen: Voran mit Umsicht

50  FONDSGESPRÄCHE  06|20


Märkte und Allokation

Der Absturz an sämtlichen Aktienmärkten im ersten Quartal war in seiner Geschwindigkeit beispiellos. Auch wenn einige Indizes inzwischen deut­ liche Erholung zeigen, die Unsicherheit bleibt: Ist dieser Trend stabil und wann ist der richtige Zeitpunkt für den Einstieg bzw. Wiedereinstieg? Selektiv haben sich durchaus bereits Chancen aufgetan, z. B. in Bereichen, die unverhältnismäßig stark abgestraft wurden, oder solchen, die als Gewinner aus längerfristigen Veränderungen von Wirtschaft und Gesellschaft hervorgehen könnten. Ein aktueller Ausblick zur Allokation.

N

euinfektions-, Reproduktions- und Verdopplungszahlen – das ist das, was die Medienlandschaft im Frühjahr des Corona-­ Jahres 2020 im Bann hielt. Auch viele Anleger waren kaum für Einkaufsmanagerindizes, Auftragseingänge oder EZB-Sitzungsprotokolle zu interessieren. Der Blick auf die objektiven Zeichen des wirtschaftlichen Niedergangs schien Ökonomen und Analysten vorbehalten. Der ifo Geschäftsklimaindex auf historischem Tiefstand, der ZEW-Index mit stärkstem Rückgang seit Beginn der Umfrage 1991?1 Das interessierte eine breitere Öffentlichkeit über etliche Wochen nur am Rande. Die wollte vor allem eins wissen: Wie entwickelt sich das Virus und wie lange halten die Beschränkungen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaftstätigkeit noch an? Inzwischen wird den ökonomischen Folgen mehr Aufmerksamkeit geschenkt, die Expertenprognosen mehren sich täglich und werden lauter. Ebenso die Forderungen der Wirtschaft. Denn der Wirtschaftseinbruch ist längst da, voraussichtlich der schlimmste seit dem zweiten Weltkrieg. „Die Coronavirus-Pandemie und die zu ihrer Eindämmung getroffenen Maßnahmen stürzten die deutsche Wirtschaft in eine schwere Rezession“2, hieß es bereits im April-Monatsbericht der eigentlich nüchternen und nicht zu Schwarzmalerei neigenden Bundesbank. Mut mit Blick auf die kurzfristigen Perspektiven machten die Bundesbanker nicht: Aufgrund der voraussichtlichen Beschränkungen, bis es eine

medizinische Lösung gebe, sei eine rasche und starke wirtschaftliche Erholung „eher unwahrscheinlich“.

Trübe Aussichten, aber keine sich verstärkende Abwärtsspirale Auch global sind die Aussichten innerhalb kurzer Zeit rabenschwarz geworden: Der IWF erwartet eine epochale Rezession, schwerer als während der Finanzkrise 2008/2009.3 Die Weltwirtschaft werde in diesem Jahr um 3 % schrumpfen, für Deutschland und die Eurozone prognostizieren die Volkswirte sogar einen Einbruch von 7 und 7,5 %, für die USA 6,1 %. Doch selbst da ist noch Luft nach unten: „Ich betone, dass es eine enorme Unsicherheit über die Aussichten gibt: Abhängig von vielen variablen Faktoren, einschließlich der Dauer der Pandemie, können sie sich auch verschlechtern“, erklärte IWF-Chefin Kristalina Georgieva. Eher unwahrscheinlich aus heutiger Sicht ist ein optimistisches Szenario, in dem das BIP in diesem Jahr mehr oder weniger konstant bleibt. Voraussetzung dafür wären schnellere weltweite Lockerungsmaßnahmen, gestützt durch weit­ reichende Tests und eine funktionierende Nachverfolgung der Infektionsketten. Aber bei allen düsteren Prognosen: Eine über mehrere Jahre anhaltende Rezession erwarten die meisten Ökonomen nicht. So geht der IWF in seinem Basisszenario davon aus, dass die Pandemie in der zweiten Hälfte dieses Jahres überwunden sein wird und die Be-

–3 %

Einbruch der Weltwirtschaft 2020? Prognose des IWF

06|20  FONDSGESPRÄCHE  5 1


Märkte und Allokation

Vorsicht hilft, Panik nicht Es wird noch über Monate immer wieder schlechte Nachrichten von Unternehmensseite geben, Analysten dürften die Gewinnschätzungen weiter reduzieren. An der Börse sind neue Rücksetzer nicht ausgeschlossen. Doch ist nicht alles „doom and gloom“. Die sehr niedrigen Zinsen, die extrem niedrigen Energiepreise, die durch die Politik bereitgestellte üppige Liquidität und die umfangreichen Konjunkturprogramme schaffen eine Kombination, die nach der Normalisierung des Wirtschaftsgeschehens Umsätze und Gewinne von Unternehmen nach oben treiben könnte. In dieser sehr ambivalenten Situation sollten Anleger aber besonnen bleiben: –  Die Märkte sind bereits stark gefallen, so schnell wie noch nie.5 In Panik zu verkaufen, ist immer ein Fehler. Es jetzt noch zu tun erst recht. –  Umgekehrt bietet eine Krise Chancen: Langfristig orientierte Investoren können die aktuellen Bewertungsniveaus nutzen, um selektiv günstig in Aktien oder Anleihen einzusteigen. Sie sollten dabei nicht einseitig auf Bewertungskennzahlen wie das KGV oder KGV

auf Basis von Gewinnerwartungen schauen. Denn diese Kennzahlen können angesichts von schwindenden Gewinnerwartungen im Krisenjahr leicht ein übertrieben düsteres Bild zeichnen, das nicht viel mit der tatsächlichen Substanz zu tun hat. Oder umgekehrt bei noch nicht offiziell revidierten Gewinnerwartungen ein zu optimistisches. KGVs sind immer Momentaufnahmen – die Gewinne fast aller Unternehmen brechen in der Krise zwangsläufig mindestens temporär ein. Ihre Kurse dürften in vielen Fällen eine Wiederaufholung vorwegnehmen. –  Chancen könnten sich vor allem im Bereich der Unternehmensanleihen bieten, speziell aus den USA. Während des Crashs wurden Unternehmensanleihen ohne Unterschied verkauft, auch Anleihen von Unternehmen mit soliden Bilanzen und Cashflows. Positiv auswirken dürfte sich auch das Anleihenkaufprogramm der Fed für Investment Grade-Anleihen und auch US High Yield-Anleihen. Asiatische High Yield-Anleihen haben sich in der Krise vergleichsweise gut gehalten und sind dennoch recht niedrig bewertet. Bundesanleihen und

schränkungen schrittweise zurückgenommen werden. Dann könne die Weltwirtschaft, unterstützt von der Politik, schon 2021 wieder um 5,8 % wachsen. Für Deutschland erwartet der IWF 5,2 %, für die Eurozone immerhin 4,7 %3 (siehe Grafik „Corona als Aufzugphänomen“). Auch die Bundesbank rechnet mit keiner sich selbst verstärkenden Abwärtsspirale

52  FONDSGESPRÄCHE  06|20

US Treasuries sind zwar schon teuer, bleiben als sicherer Hafen aber wichtiger Bestandteil von Portfolios. Bei Staatsanleihen aus der Euro-Peripherie gilt es unterdessen, Vorsicht walten zu lassen, die Verschuldung vieler Länder, vor allem Italiens, steigt durch die Krise deutlich. –  Es ist noch zu früh, von einer Rückkehr der Hausse zu träumen und dem Einschwenken ganzer Märkte auf einen soliden Kurswachstumspfad. Das gilt vor allem für europäische und auch US-amerikanische Aktien. Europa leidet unter den massiven Folgen des großflächigen Shutdowns. Viele Banken schwächelten schon vor der Corona-­ Krise, nun müssen sie noch zusätzlich mit einem erwarteten Anstieg der Kreditausfälle zurechtkommen. In den USA sind gerade viele kleine Unternehmen schlecht gerüstet für die Bewältigung einer Krise. Etwas besser sieht es aus für Asiens Aktienmärkte. Viele Länder dort sind schon weiter bei der Virusbekämpfung oder bei Lockerungsmaßnahmen, die Aktienbewertungen sind attraktiv. Auch die extrem niedrigen Energiepreise kommen Ländern wie China zugute.

für die deutsche Wirtschaft. „Das ausgebaute System der sozialen Sicherung, die umfangreichen geldpolitischen Maßnahmen des Eurosystems sowie die massiven fiskalischen Stützungsmaßnahmen der Bundesregierung stehen einem solchen Szenario entgegen.“ 4 Hoffnung könnte auch der Rückblick auf Krisen der Vergangenheit geben. Danach


Märkte und Allokation

Krisen als Folge unerwarteter Ereignisse waren bisher die kürzesten Ereignisgetriebene Wirtschaftskrisen dauerten in der Vergangenheit durchschnittlich nur 9,2 Monate.

hielten Krisen, die durch exogene Ereignisse wie eine Epidemie ausgelöst wurden, im Durchschnitt kürzer an als zyklische oder strukturelle Krisen (siehe Grafik „Krisen als Folge unerwarteter Ereignisse“). Wenn man davon ausgeht, dass die immer wieder aufscheinenden strukturellen Probleme der Weltwirtschaft nicht weitere Phasen der durch ein singuläres Pandemie-Ereignis ausgelösten Krise heraufbeschwören, könnte die Hoffnung auf ein zumindest abseh­bares Ende des Leidens der Realwirtschaft begründet sein.

Chinas Sonderstellung Global betrachtet markiert China bereits heute einen Lichtblick. Obwohl Ursprungsland der Pandemie, gilt das Virus inzwischen dort zumindest offiziell als eingedämmt. Die im Vergleich zum Rest der Welt radikal restriktiven Maßnahmen haben gewirkt. Und ungeachtet des Vorwurfs, China habe geschönte Zahlen kommuniziert – das Land konnte die Produktion bereits in größeren Teilen wieder hochfahren. Das zeigt zum einen Wirkung an den dortigen nationalökonomischen Kennzahlen. China könnte nach den Prognosen des IWF wohl die einzige wichtige Wirtschaftsnation sein, die 2020 letztlich doch mit einer positiven Entwicklung des BIP abschließt. Zum anderen macht es Hoffnung, dass die weltweit vielfach unterbrochenen Lieferketten wiederhergestellt werden. Dass China für viele Produkte am Anfang dieser Lieferketten steht, wurde in der Krise immer wieder schmerzlich bewusst gemacht (so z. B. bei Schutzmasken, medizinischen Hilfsmitteln und Wirkstoffen, aber auch Teilezulieferungen für Schlüsselindustrien der westlichen Welt). Dass die Produktion wieder angelaufen ist, stärkt also nicht nur die Aussichten für den wirtschaftlich eng verwobenen asiatischen Raum, sondern ist eine entscheidende Voraussetzung für die weltweite Rückkehr auf den Wachstumspfad.

• Durchschnittliche Dauer (in Monaten) • Durchschnittliche Dauer bis zur Erholung (in Monaten)

27,6

Durchschnitt versch. Krisen

59,2 42,4

Strukturelle Krise

111,3 26,8

Zyklische Krise

50,4 9,2

Ereignisgetriebene Krise

14,6 0

25

50

75

100

125

Monate Quelle: Goldman Sachs, März 2020

Gesundheits- und Tech-Branche als längerfristige Gewinner Wer sich unter den mit vielen Fragezeichen versehenen Aussichten wieder an den Aktienmärkten engagieren will, kann mutig und marktbreit auf eine weitere Erholung hoffen oder vorsichtig selektiv vorgehen. Dann stellen sich Fragen wie diese: Wie wird sich die Wirtschaft im Weiteren entwickeln und welche Branchen können von den aktuellen Entwicklungen profitieren? Hier einige Schlaglichter: Es dürfte mehr Geld in die Gesundheitsbranche fließen, die sich in vielen Ländern als zu schlecht ausgestattet erwiesen hat. Viele Produkte aus dem medizinischen Bereich – über Medikamente und Impfstoffe bis hin zu Schutzausrüstungen – dürften wieder verstärkt im eigenen Land oder in der Eurozone produziert werden, um die Abhängigkeit von Ländern wie China und Indien zu verringern. Unternehmen aus dem Gesundheitssektor dürften profitieren. Die Digitalisierung wird wohl noch schneller voranschreiten. Die Erfahrungen

06|20  FONDSGESPRÄCHE  5 3


Märkte und Allokation

in der Krise zeigen, dass vieles online gut erledigt werden kann: Einkauf, Arbeit, Team-Meetings. Viele Technologie- und Telekommunikationsunternehmen dürften daher als Gewinner aus der Krise hervorgehen. Damit einhergehen wird wohl ein Schub für die künstliche Intelligenz (KI), die die Auswertung aller weltweiten Daten und damit die Fortschritte der Wissenschaft beschleunigen dürfte. Große und forschungsintensive Unternehmen werden die Gewinner sein, aber auch Hersteller von KI-Lösungen im medizinischen Bereich. Die Zinsen dürften dauerhaft niedrig bleiben. Die umfangreichen Programme der internationalen Notenbanken – von der EZB über die Fed bis hin zu Schwellenländernotenbanken – haben höhere Zinsen in noch weitere Ferne gerückt. Vor allem Staatsanleihen dürften als Renditebringer und Stabi-

Corona als Aufzugphänomen: erst abwärts, dann wieder nach oben BIP-Prognosen IWF für 2020 und 2021

litätsfaktoren in Portfolios auf absehbare Zeit ausfallen. Die Rezession mit höheren Kreditausfällen sowie die nochmals länger anhaltende Niedrigzinsphase dürften einige Kreditinstitute massiv unter Druck setzen. Dies gilt insbesondere für europäische Institute und speziell auch solche in besonders betroffenen Ländern wie Italien. Die Corona-Pandemie dürfte auch den Trend zur nachhaltigen Geldanlage beschleunigen. Ein abschließendes Urteil über die Entwicklung von ESG-Anlagen in der Krise ist noch nicht möglich, es deutet aber einiges darauf hin, dass sich Unternehmen mit vorteilhaftem Nachhaltigkeitsprofil aufgrund ihres umsichtigeren und konservativeren Managements widerstandsfähiger gezeigt haben. Zudem könnten staatliche Stimuli zur Bewältigung der Krise verstärkt in Wirtschaftsbereiche fließen, die einen aktiven Beitrag zur geforderten Klimawende leisten.

Nur wer aktiv wird, kann Chancen nutzen

2021

5,8 %

4,7 %

4,7 %

5,2 %

9,2 %

2020

–3,0 %

–5,9 %

–7,5 %

–7,0 %

1,2 %

2019

2,9 %

2,3 %

1,2 %

0,6 %

6,1 %

Niemand kann vorhersagen, wann die Wirtschaft zu verlässlichem Wachstum zurückkehrt und die Kapitalmärkte wieder in eine dauerhafte Hausse eintreten. Doch Berater können gerade für langfristig orientierte Anleger valide Chancen aufzeigen: Wenn diese mögliche temporäre Rücksetzer aushalten, könnten sie die gegenwärtige Situation durchaus als Einstiegsszenario sehen. Kurzfristig bleibt allerdings noch Ungewissheit. Ein selektiver Fokus auf Unternehmen und Wirtschaftsbereiche, die mit großer Wahrscheinlichkeit gestärkt aus der Krise hervorgehen werden, dürfte mittel- bis langfristig bessere Chancen bieten als ein marktbreites Engagement. ifo Institut: ifo Geschäftsklimaindex April 2020, ZEW: ZEW-Konjunktur­ erwartungen März 2020. www.bundesbank.de, 20. 04. 2020. 3  World Economic Outlook, April 2020. 4  Deutsche Bundesbank, Monatsbericht April 2020. 5  Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 03. 05. 2020. 1

Welt

USA

Quelle: World Economic Outlook, April 2020

54  FONDSGESPRÄCHE  06|20

Eurozone

Deutschland

China

2


Besser beraten.

Zeiten ändern sich, echte Partner bleiben. Gemeinsam meistern wir Krisen.

Gerade in diesen Zeiten stehen wir an Ihrer Seite und liefern wertvolle Unterstützung. Denn mit einfachen und effizienten Onlineservices bleiben Sie handlungsfähig und nutzen besonders jetzt flexibel die Chancen, die sich ergeben können, um auch weiterhin Ihre Kunden erfolgreich zu betreuen.

ffb.de Die FIL Fondsbank (FFB) veröffentlicht ausschließlich produktbezogene Informationen und erteilt keine Anlageberatung. Fidelity, Fidelity International, das FFB Logo und das F Symbol sind Marken von FIL Limited und werden mit deren Zustimmung verwendet. Herausgeber: FIL Fondsbank GmbH, Postfach 110663, 60041 Frankfurt am Main. Stand: Mai 2020. MK11172


Experten G   astbeitrag

Fernöstlicher Technologie-Titan

mit der Nutzer virale Videoclips teilen können, heute schon über als 800 Millionen aktive Nutzer – und befindet sich mit den US-Konkurrenten Facebook und Co. auf Augenhöhe.

China will in den kommenden Jahren in mehreren Technologiefeldern zur weltweiten Führungsmacht aufsteigen. Die Führung in Peking treibt dazu die Digitalisierung strategisch voran. Investoren können von den ehrgeizigen Plänen profitieren.

Corona verschafft Digitalunternehmen Schub

Im Jahr 2049 feiert die Volksrepublik China ihren hundertsten Geburtstag. Das ist noch eine Weile hin, doch die Regierung in Peking hat schon jetzt Pläne für das Jubiläum: Bis dahin will China nämlich zur technologischen Supermacht aufgestiegen sein. Das erste Etappenziel zur Weltspitze strebt die Volksrepublik bereits im Jahr 2025 an. Bis dahin soll China global führende Unternehmen in zehn Schlüsseltechno­ logien hervorgebracht haben. Der Staat ist auf dem besten Weg, dieses Ziel zu erreichen. In der Mobilfunktechnik ist China bereits globale

56  FONDSGESPRÄCHE  06|20

Spitze. Unternehmen wie Huawei oder ZTE sind führend beim Ausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G. Auch im Online-Handel scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis China das Zepter übernimmt. Eta­ blierte Größen wie der E-Commerce-­ Riese Alibaba werden in anderen Ländern Asiens sowie in Teilen von Europa und Afrika immer beliebter. Auch die erst zwei Jahre alte Social-­ Media-App TikTok, die dem Pekinger Unternehmen ByteDance gehört, hat sich in Rekordzeit den Weg von China bis nach Europa und in die USA gebahnt. Weltweit zählt die App,

Die Coronavirus-Pandemie hat Chinas Digitalunternehmen nochmals einen Schub verpasst. Der ­Online-Handel zeigt das besonders eindrücklich: Die Zahl der aktiven Nutzer von Lebensmittel-Apps hatte sich im Vergleich zum Vorjahr nach Daten des chinesischen Datenanalyse-Hauses QuestMobile während der chinesischen Neujahrsferien vom 24. Januar bis 2. Februar auf rund zehn Millionen nahezu verdoppelt. In den folgenden zwei Wochen schnellte sie dann sogar auf fast zwölf Millionen Nutzer hoch. Hema, die Supermarktkette des E-Commerce-­ Riesen Alibaba, verzeichnete in den Ferien einen sprunghaften Anstieg seiner Nutzer, verglichen mit dem


Gastbeitrag Experten

„Der Digitalisierungsschub ist in China während der CoronaPandemie auf unglaublich fruchtbaren Boden gefallen.“ Sebastian Heilmann

Marktanteile infolge der Virus-Pandemie noch schneller verschieben werden. Im Reich der Mitte geht der Trend verschärft weg vom Offline-­ Einzelhandel hin zu technologiegetriebenen Online-Plattformen.

Geschäftsmodelle der Zukunft

Vorjahreszeitraum ging es um 128 % bergauf. Ähnliches gilt für Betreiber elektronischer Lernplattformen. Die Zahl der aktiven Nutzer auf E-Learning-Plattformen stieg während der chinesischen Neujahrsferien laut QuestMobile um 22 % gegenüber dem Vorjahr. „Der Digitalisierungsschub ist in China während der Corona-Pandemie auf unglaublich fruchtbaren Boden gefallen“, sagt der renommierte deutsche Politikwissenschaftler und Sinologe Sebastian Heilmann. „Das gilt über sämtliche Bereiche hinweg, von Gaming über Telemedizin bis hin zu Telebildung.“ Heilmann geht davon aus, dass sich die

Anleger können sich jetzt durch kluge Investitionen in aussichtsreiche Branchen und Unternehmen einen frühen Zugang zu den Gewinnern der Digitalisierung in China sichern. Zu den größten Profiteuren des ehrgeizigen Digitalisierungsplans der Regierung zählen neben E-LearningPlattformen wie TAL Education und Koolearn Technology und den Online-­ Händlern wie Alibaba, Hema und JD.com auch Unternehmen, die sich mit künstlicher Intelligenz (KI) beschäftigen. IT-Unternehmen aus dem medizinischen Bereich dürften ebenfalls vom ehrgeizigen Digitalisierungsplan der Führung in Peking profitieren. Bereits jetzt ist die Entwicklung in der Telemedizin bemerkenswert und auch digitale Gesundheitsdienstleister wie die Gesundheitsplattform DXY oder die E-Apotheke Jianke erleben einen Boom.

Wichtige Informationen: Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Marketing-Information. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Erträge. Der Wert der Anteile kann schwanken und wird nicht garantiert. Fremdwährungsanlagen sind Wechselkursschwankungen unterworfen. Fidelity veröffentlicht ausschließlich produktbezogene Informationen und erteilt keine Anlageempfehlungen. Alle geäußerten Meinungen sind, falls keine anderen Quellen genannt werden, die von Fidelity International. Eine Anlageentscheidung sollte in jedem Fall auf Grundlage der wesentlichen Anlegerinformationen und des veröffentlichten Verkaufsprospektes, des letzten Geschäftsberichtes und – sofern nachfolgend veröffentlicht – des jüngsten Halbjahresberichtes getroffen werden. Diese Unterlagen sind die allein verbindliche Grundlage des Kaufes. Anleger erhalten diese Unterlagen in Deutschland kostenlos über FIL Investment Services GmbH, Postfach 20 02 37, 60606 Frankfurt am Main oder über www.fidelity.de. Die im Text genannten Unternehmen dienen nur der Illustration und sind nicht als Kauf- oder Verkaufsempfehlung zu verstehen. Fidelity International übernimmt keine Haftung für Schäden, die aus der Verwendung dieser Informationen herrühren. Fidelity, Fidelity International, das Fidelity International Logo und das F-Symbol sind Markenzeichen von FIL Limited. FIL steht für FIL Limited und ihre jeweiligen Tochtergesellschaften. Herausgeber in Deutschland: FIL Investment Services GmbH, Kastanienhöhe 1, 61476 Kronberg im Taunus. Stand, soweit nicht anders angegeben: Mai 2020. MK11093.

Wenn China in den kommenden Jahren seine technologische Infrastruktur weiter stärkt und zudem eigenständige Lieferketten aufbaut, ist ein Aufstieg der chinesischen Tech-Branche kaum noch zu stoppen. Allenfalls Bedenken aus dem Westen gegenüber der Sicherheit und dem Datenschutz stehen dem entgegen. Davon abgesehen ist aber zu erwarten, dass führende Technologien und Geschäftsmodelle der nächsten Generation immer häufiger von einem der kommenden fernöstlichen Technologie-Titanen stammen.

Fidelity International Fidelity International bietet Investmentlösungen für institutionelle ­Anleger, Privatanleger und deren Berater und betreut für seine Kunden ein Vermögen von rund 302,1 Milliarden Euro (per 31. Dezember 2019). Mit rund 400 Anlageexperten weltweit verfügt das inhabergeführte Unternehmen über ein einzigartiges ­Research-Netzwerk und ist an allen bedeutenden Finanzmärkten ver­ treten. www.fidelity.de

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