dancer’s culture & lifestyle magazine
HEFT 2/11 - FRÜHLING 2011
€ 5,00 (A) / € 7,00 (EU) / CHF 11,00 (CH) P.b.b. Verlagspostamt 1014 Wien
02
9 190001 013435
Im Interview: FRANZ WELSER-MÖST Ballettdirigieren ist eine Kunst REID ANDERSON Sorgenkind Ballettschule
LIFE BALL 2011
Wings of Tolerance
’
ballet
’
modern
’
contemporary
’
ballroom
’
show
’
music
’
lifestyle
Österreichs einziges Tanz-, Kultur- und Lifestylemagazin
editorialdancer’s
FOTO MAX MOSER
Pray for Japan D
as verheerende Erbeben in Japan, gefolgt von den zerstörerischen Wasserfluten des Tsunami und den nicht absehbaren atomaren Folgen, hat nicht nur das Land Japan und seine Bewohner, sondern die ganze Welt erschüttert!
Geschockt, verzweifelt, helfen wollend und dennoch scheinbar hilflos, stehen wir Menschen außerhalb der Krisenregion den Mächten der Natur gegenüber. Unsere Gedanken sind jedoch nicht nur bei den Opfern und unmittelbar Betroffenen in der japanischen Katastrophenzone, sondern auch bei allen Japanern, die in anderen Gebieten unserer Erde leben, und deren sorgenvolle Gedanken bei ihren Familien und Freunden in der Heimat sind. Das Interview mit dem hochtalentierten japanischen Nachwuchstänzer Masayu Kimoto anlässlich der heurigen Förderpreisverleihung des Ballettclub Wiener Staatsoper & Volksoper ist bereits seit längerem für diese Ausgabe geplant gewesen mittlerweile wurde er sogar zum Halbsolisten des Wiener Staatsballetts avanciert. Wie ihn, bewundern wir in diesen Tagen alle Japaner, die trotz der hohen emotionalen Belastung und der Sorge um die Liebsten in ihrer Heimat auf ihre Bühnen hinaustreten - seien es künstlerische, wirtschaftliche, wissenschaftliche - und mit unglaublicher Disziplin ihrer Arbeit nachgehen. Ihnen gebührt unser aller Respekt! Was wir tun können, ist zu helfen und zu beten. Pray for Japan!
Ingeborg Tichy -Luger
KiBO - HOFFNUNG - Konzert für Japan Volksoper Wien - Sonntag 10. April 2011 - 11.00 Uhr
Am Kiosk und im ausgewählten Fachhandel EINZELPREIS INLAND: € 5,00 EINZELPREIS AUSLAND: € 7,00 / CHF 11,00
Abonnement über den Verlag JAHRESABO INLAND € 18,00 (4 Ausgaben) JAHRESABO AUSLAND € 26,00 / CHF 40,00 E-Mail: abo@dancers-magazine.at
MAGAZIN DANCER’S - INGEBORG TICHY-LUGER
Die Auswirkungen der Erdbeben-Katastrophe in Japan sind derzeit in ihrem vollen Ausmaß noch nicht absehbar. Die Volksoper mit all ihren Künstlern und Mitarbeitern fühlt sich Japan durch eine Vielzahl von Gastspielen sehr verbunden. Wir alle sind zutiefst erschüttert. Daher haben wir uns dazu entschlossen, am 10. April 2011 ein „Konzert für Japan" zu veranstalten. Unsere Gedanken gelten unseren Freunden in Japan und den vielen Opfern dieser Katastrophe. Der Erlös des Konzerts wird zur Gänze dem Japanischen Roten Kreuz übergeben. Bundespräsident Dr. Heinz Fischer übernimmt den Ehrenschutz des Konzertes. Mit: Akiko Nakajima und Yasushi Hirano sowie Melba Ramos, Alexandra Reinprecht, KS Ferruccio Furlanetto, Otoniel Gonzaga, Sebastian Holecek, KS Luis Lima, Kay Stiefermann u. a.; Kinderchor, Chor und Orchester der Volksoper Wien; Klavier: Niels Muus, Sayuri Matsuda; Musikalische Leitung: Enrico Dovico, Alfred Eschwé; Moderation: Christoph Wagner-Trenkwitz www.volksoper.at
FRÜHLING 2011
03
contents
musical & show
FRÜHLING 2011
dancer’s culture & lifestyle magazine
HEFT 2/11 - FRÜHLING 2011
€ 5,00 (A) / € 7,00 (EU) / CHF 11,00 (CH) P.b.b. Verlagspostamt 1014 Wien
02
9 190001 013435
Im Interview: FRANZ WELSER-MÖST Ballettdirigieren ist eine Kunst
03 04 36
REID ANDERSON Sorgenkind Ballettschule
05
08 10 LIFE BALL 2011
Wings of Tolerance
’
’
ballet
modern
COVER CREDITS
’
contemporary
’
ballroom
’
show
’
music
’
lifestyle
LIFE BALL 2011 - NIKE Foto (c) Susanne Stemmer / Markus Morianz Model Maria Weiss / Body & Soul Vienna Kostüm / Requisiten Art for Art / zweigstelle - der blumenladen / Burgtheater Make-Up / Haare Gery Keszler / Life Ball Helm Gery Keszler / Life Ball Styling Nina Kepplinger / perfectprops, Ali Rabbani / perfectprops Kostüm Assistenz Resi Starkl, Marlena Gubo, Manuela Stefan, Irina Hofer, Rita Neulinger, Kathrin Strobl
12 13 14 15 16
Editorial - Pray for Japan Contents / Impressum Media Partnership danzainfiera wiener staatsballett Tatort Ballettsaal Das Wiener Staatsballett präsentiert Werke von Béjart und Robbins Review: Don Quixote drei neue Produktionen Interview mit Masayu Kimoto und Steffen Hofmann Ballettclub Wiener Staatsoper & Volksoper - welcome to the club Review: Junge Talente Review: Schritte und Spuren News aus der Compagnie Review: Wiener Opernball 2011
33 34
37
18 21
38 39
40
42 44
23 24 27 28
30 32
impressum Verleger und Herausgeber: dancer’s - culture & lifestyle magazine / Ingeborg Tichy-Luger; Sitz: 1010 Wien, Herrengasse 6-8/1/72; Chefredaktion: Ingeborg Tichy-Luger; Redaktion: Iris Frey, Peter Kielhauser; Grafisches Konzept: Ingeborg Tichy-Luger; Druck: Agensketterl, Mauerbach.
04
FRÜHLING 2011
ballet Orpheus - Gastspiel des Hamburg Ballett im Theater an der Wien Sorgenkind Ballettschule Interview mit Reid Anderson BallettFestwoche 2011 Bayerisches Staatsballett Vladimir Malakhov Stargast in St. Pöltner Ballett-Gala show Gastspiel Shen Yun Performing Arts Wiener Stadthalle, Halle F Shadowland Museumsquartier Halle E
lifestyle Design trifft Bio ****Garten- und Aparthotel Theresia
dancer’s business circle
41 dance & music Ballettdirigieren ist eine Kunst Interview mit GMD Franz Welser-Möst Zwischen „Witwe“ und Verona Interview mit Renato Zanella
modern & contemporary Intensive Begegnungen am Tanzquartier Wien Ich rieche, schmecke ... Tanz Österreich TANZT Festspielhaus St. Pölten
46
48 50
Event - Review Wer etwas zu bieten hat, muss nicht teuer sein - GfiVE Consulting GmbH education Ballett St.Pölten Kulturbotschafter des Tanzes tanzen - malen - schenken Eröffnung der TANZgalerie ballroom Spread the Wings of Tolerance Life Ball 2011 Andy & Kelly Kainz The show must go on ... Tanzsport - Topevents werfen ihre Schatten voraus! news OZ - The Wonderful Wizard Komische Oper Berlin Bregenzer Frühling 2011 Tanzfestival im Festspielhaus Bregenz lifesty
wiener staatsballettdancer’s
Tatort Ballettsaal ☞
MANUEL LEGRIS ALS DETEKTIV MIT AURÉLIE DUPONT ALS ADA IN „LE CONCOURS“, PARISER OPER, 1999
dancer’swiener staatsballett TEXT FOTOS
INGEBORG TICHY-LUGER, WIENER STAATSBALLETT WIENER STAATSBALLETT/DIMO DIMOV, JESSE GERSTEIN, MICHEL LIDVAC, PHILIPPE PACHE, JOSEF PALFFY
Das Wiener Staatsballett präsentiert Werke von Maurice Béjart und Jerome Robbins Le Concours aurice Béjarts TanzSpektakel „Le Concours“ persifliert in dessen charmanter, expressiver und sensibler Erzählweise die für die Beteiligten oft seelisch grausame Abwicklung von Ballettwettbewerben. In Béjarts Stück gibt es sogar einen Mord. Das Opfer ist die junge Tänzerin Ada. Im Rhythmus eines Kriminalfilms laufen über eine Reihe von Rückblenden Ermittlungen ab, die zum Schuldigen führen sollen. Sechs Personen aus dem Umfeld Adas sind verdächtig, Menschen, die der jungen Tänzerin einmal in ihrem Leben den Tod gewünscht haben. Während der Detektiv ermittelt, nimmt der Wettbewerb seinen gewohnten Verlauf.
M
„Le Concours“ behandelt auf unterhaltsame Weise Probleme, die zum Leben eines Tänzers gehören: Ihre beruflichen und gefühlsmäßigen Beziehungen, aber auch ästhetische Fragen, wie der Gegensatz von klassischer Tanzsprache und zeitgenössischen Ausdrucksformen. Für die musikalische Gestaltung dieses als „ballet-film“ bezeichneten Werks zog Béjart seinen oftmals auch als Filmkomponist tätigen Landsmann Hugues Le Bars heran, dem WettbewerbThema des Balletts entsprechend, erklingen aber auch die bekanntesten Nummern des klassischen Ballettrepertoires. Mit Maurice Béjart, der im Jahr 2007 im Alter von 80 Jahren verstorben ist, verlor die Ballettwelt einen der bedeutendsten Choreographen, der den Tanz des 20. Jahrhunderts maßgeblich revolutioniert und beeinflusst hat. Mit seiner Compagnie, dem Ballet du XXe Siècle, sprengte Maurice Béjart die Form des neoklassischen Balletts - verschmolz dessen Eleganz und Virtuosität mit Sinnlichkeit und
„LE CONCOURS“ MIT DEM WIENER STAATSBALLETT, 2011: GREGOR HATALA, OLGA ESINA
06
FRÜHLING 2011
Leidenschaft. Maurice Béjart, als Sohn des Philosophen Gaston Berger in Marseille geboren, geprägt und inspiriert für sein beeindruckendes choreographiches Werk vom Beruf des Vaters, sagte in einem seiner letzten Interview, dass sein ganzes Leben vom Tod geprägt
wiener staatsballettdancer’s
gewesen sei: seine Mutter starb, als er noch ein Kind war, der Vater, die Brüder und viele seiner Schüler, Tänzer, die sein privates und künstlerisches Leben mitgeprägt haben, starben jung. Doch er habe sich daran gewöhnt, den Tod neben sich zu spüren und er fürchte ihn nicht. Béjart hatte den Ballett-Krimi „Le Concours” im Jahr 1985 mit dem Ballet du XXe Siècle im Théâtre du Châtelet in Paris uraufgeführt. Zum Premieren-Cast zählten Tanzstars wie Shonach Mirk, Patrice Touron, Gil Roman, Yann Le Gac, Marco Berriel, Michel Gascard, Grazia Galante, Colleen Neary, Kyra Kharkevitch - und vor allem Béjarts Muse, der legendäre Tänzer Jorge Donn, als Detektiv. Rund 15 Jahre später brillierte der heutige Direktor des Wiener Staatsballetts, Manuel Legris, an der Pariser Oper in dieser Rolle, die für seine perfekte Fuß- und Beinarbeit wie geschaffen schien! Am 17. April 2011 bringt Legris nun dieses Werk Maurice Béjarts, dessen in Wien mit Rudolf Nurejew gezeigte Choreographie zu Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen“ unvergesslich bleibt, auf die Bühne der Volksoper Wien. Es tanzen in dieser Produktion sowohl in der Wiener Staatsoper als auch in der Volksoper stationierte Mitglieder des Wiener Staatsballetts. Premiere: 17. April 2011 / Volksoper Wien Reprisen: 19., 21. April, 10., 15., 20., 22., 25. Mai 2011
Hommage an Jerome Robbins: Glass Pieces, In the Night, The Concert rotz seines weltweiten Ruhmes als eine der großen schöpferischen Persönlichkeiten des Tanzes sind Ballette von Jerome Robbins (1918 – 1998) in Wien bisher nur selten zu sehen gewesen. Mit drei sehr unterschiedlichen, für das New York City Ballet entstandenen Werken wird dem auch als Broadway-Choreograph in die Theatergeschichte eingegangenen Künstler nun auch hier eine längst fällig gewesene Huldigung dargebracht.
T
Jerome Robbins wurde 1918 in New York City geboren. Ausgebildet zum Modern Dance- und Ballett-Tänzer, begann seine Karriere 1937 als Tänzer in Musicals, 1940 wechselte er zum American Ballet Theatre. Bereits seine erste eigene Choreographie, „Fancy Free“, 1944 für dieses Ensemble kreiert, wurde ein großer Erfolg. Ab 1949 choreographierte Robbins vor allem für das New York City Ballet, aber auch für die Ballets U.S.A., seine eigene Compagnie. Berühmtheit erlangte Jerome Robbins als innovativer Choreograph von Broadway-Musicals, wie „High Button Shoes“ (1947), „The King and I“ (1951), „Peter Pan“ (1954), „West Side Story“ (1957) und „Fiddler on the Roof“ (1964).
1948 wurde Jerome Robbins von George Balanchine zum Assistant Artistic Director des New York City Ballet berufen. 1983, nach Balanchines Tod, bis 1990 teilten sich Peter Martins und Robbins den Titel eines Ballet Master in Chief. Viele seiner insgesamt 66 Ballette werden nach wie vor vom New York City Ballet aufgeführt, wie zum Beispiel „Dances at a Gathering“ (1969) und „Goldberg Variations“ (1971). Robbins wurden im Lauf seiner international erfolgreichen Karriere hohe Auszeichnungen verliehen. 1998 verstarb Jerome Robbins. „Glass Pieces“ kreierte Jerome Robbins im Jahr 1983 zu Philip Glass' Sätzen „Rubric“ und „Façades“ aus dessen sechsteiligem Kammermusikwerk „Glassworks“ und zu Ausschnitten aus Glass’ Oper „Akhnaten“ über den ägyptischen König Echnaton, dem dritten Werk seiner Portraitopern-Trilogie. Die Premiere von „Glass Pieces“ fand im Lincoln Center in New York statt. Das Stück „In the Night“ (1970) portraitiert drei Frauen und lässt autobiographische, analytische Zusammenhänge mit Jerome Robbins Leben erahnen. Chopin-Nocturnes unterstreichen die dramatische Romantik dieses Balletts, in dem auch Manuel Legris brillierte. Bereits 1956 verwendete Jerome Robbins Musik von Frédéric Chopin, orchestriert von Clare Grundman, für sein slapstickartiges Ballett „The Concert“, das auch große komödiantische Herausforderungen an die Tänzerinnen und Tänzer stellt. Mit „Hommage an Jerome Robbins“ wird erstmals an der Wiener Staatsoper ein ausschließlich aus Werken dieses herausragenden Ballettschöpfers bestehender Abend präsentiert. Premiere: 3. Mai 2011 / Wiener Staatsoper Reprisen: 5., 7., 14., 29. (nachmittags und abends) Mai, 1. Juni 2011
Preview Nurejew Gala 2011 ine Gala zu Ehren einer Ikone des Balletts des 20. Jahrhunderts. Vielfältig waren die Beziehungen des Ausnahmetänzers und Choreographen Rudolf Nurejew zu Wien.
E
1959 trat Nurejew hier zum ersten Mal im Westen auf. Seit seiner legendären Einstudierung des „Schwanensee“ im Jahr 1964 war er ein Fixstern des Wiener Staatsopernballetts. 1982 wurde er österreichischer Staatsbürger, 1988 Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper. 1985 präsentierte Nurejew, damals Ballettdirektor der Pariser Oper, in einer Wiener „Raymonda“Aufführung den zwanzigjährigen Manuel Legris. Der zu einem Étoile des Weltballetts aufgestiegene Franzose zollt nun als Wiens Ballettdirektor mit der „Nurejew Gala“, die zu einem alljährlich wiederkehrenden Ereignis werden soll, seinem Mentor Hommage. Premiere: 28. Juni 2011 / Wiener Staatsoper www.wiener-staatsballett.at FRÜHLING 2011
07
dancer’swiener staatsballett
GABOR OBEREGGER
NATALIE KUSCH, IOANNA AVRAAM
KETEVAN PAPAVA, ENO PECI
08
FRÜHLING 2011
LIUDMILA KONOVALOVA UND ENSEMBLE
FOTOS
WIENER STAATSBALLETT/DIMO DIMOV (2), MAX MOSER
MARIA YAKOVLEVA, KIYOKA HASHIMOTO, OLGA ESINA
wiener staatsballettdancer’s
Don Quixote Premiere: 28. Februar 2011 - Wiener Staatsoper Wiener Staatsballett Choreographie und Regie: Rudolf Nurejew Einstudierung: Manuel Legris DENYS CHEREVYCHKO
THOMAS MAYERHOFER, CHRISTOPH WENZEL
MARIA YAKOVLEVA
FRÜHLING 2011
09
FOTOS
WIENER STAATSBALLETT/DIMO DIMOV/MICHAEL PÖHN, CHRISTIAN HOFER, MAX MOSER
Ingeborg Tichy-Luger im Doppel-Interview mit Masayu Kimoto und Steffen Hofmann
Aufgrund seines erfolgreichen Debüts als Basil in Rudolf Nurejews Fassung von „Don Quixote“ am 5. März 2011 wurde Masayu Kimoto von Ballettdirektor Manuel Legris zum Halbsolisten des Wiener Staatsballetts ernannt.
Der Ballettclub Wiener Staatsoper & Volksoper verleiht jährlich einen Förderpreis an talentierte Nachwuchstänzer. Die heurige Auszeichnung wird der ballettbegeisterte Fußballstar Steffen Hofmann an Masayu Kimoto überreichen.
„Das Avancement ist eine sehr große Freude für mich! Manuel Legris hatte mich bereits im Oktober informiert, dass ich den Basil tanzen werde. Das war eine große Überraschung - fast ein bisschen ein Schock - für mich, mit dieser Rolle betraut zu werden, die ich überhaupt nicht erwartet hätte, da wir viele erstklassige Solisten in der Compagnie haben. Manuel Legris hat dann selbst den Basil mit mir einstudiert, mir alle Schritte und kleinen Details gezeigt und mich gecoacht. Bereits als ich 15 Jahre alt war, habe ich ein Video mit Manuel Legris in dieser Rolle gesehen - und hätte damals nicht gedacht, dass ich sie jemals selbst tanzen würde“, freut sich der frischgebackene Halbsolist. Warum wollte Masayu Kimoto professioneller Balletttänzer werden? „Meine ältere Schwester hat Ballett getanzt, und so brachten meine Eltern auch mich in die Ballettschule bereits als ich drei Jahre alt war. Anfangs war ich vom Balletttanzen noch nicht so sehr begeistert, denn ich war in der Ballettschule der einzige Junge und hätte lieber Fußball oder Baseball gespielt. Als ich dann allerdings eines Tages bei einem Wettbewerb mitgemacht und gesehen habe, dass andere Burschen besser waren als ich, war ich schockiert und wußte, daß ich mich in Zukunft beim Tanzen mehr anstrengen müsse. Bis zum meinem 15. Lebensjahr studierte ich in Japan, dann habe ich ein Video nach Cannes geschickt (an die École Supérieure de Danse de Cannes Rosella Hightower, Anm.d.Red.), denn ich liebe den französischen Ballettstil, und sie haben mich aufgenommen. Danach schloss ich meine Tanzausbildung in Paris am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse ab.“ Wie ging es dann weiter? „2006 erhielt ich mein erstes Engagement im Semper Oper Ballett Dresden. Da ich als klassischer Tänzer ausgebildet wurde, hatte ich noch keine Erfahrung mit zeitgenössischer Choreographie, die viel in Dresden getanzt wird. Diese Bewegungen waren für meinen Körper anfangs schwierig, doch es war eine gute Erfahrung. Mittlerweile mag ich Contemporary sehr. Im Jahr 2008 reizte es mich, nach Wien zu gehen, da Wien eine schöne Stadt ist und eine gute, große Compagnie hat, wo ich mich tänzerisch entwickeln kann. Ich nahm an den Auditions des Balletts der Wiener Staatsoper und Volksoper teil und erhielt ein Engagement. Bereits wenige Monate danach wurde Manuel Legris als nächster Ballettdirektor nominiert. Seit September 2010 leitet er das Wiener Staatsballett, und ich bin ihm sehr dankbar, weil er mir bereits viele Möglichkeiten zu tanzen gegeben hat. Schon im Juni 2010 informierte er mich, dass ich in ,Vertiginous Thrill of Exactitude’ tanzen werde - die Einstudierung fand dann direkt in Frankfurt statt. Interessant waren für mich auch Einstudierungen und Proben für die folgenden Stücke, etwa mit Tamas Detrich, Paul Lightfoot und Sól Leon oder Jirí Bubenícek.“ Masayu Kimoto über seine Mitwirkung als Tänzer bei der Jungchoreographen-Produktion des Ballettclubs, choreo.lab 09. „Dan Datcu und Eno Peci fragten mich, in ihren Stücken mitzutanzen, und so war ich zum ersten Mal von Beginn an dabei, als eine neue Choreographie entstand. Ich bin jedoch nicht daran interessiert, selbst zu choreographieren, ich bin glücklicher, ein Stück von jemand anderem zu tanzen.“ Danke für das Gespräch und Gratulation zu Avancement und Förderpreis!
„Ich habe mich entschlossen, den Förderpreis an Masayu Kimoto, den ich schon öfters auf der Bühne der Wiener Staatsoper bewundert habe, zu übergeben, um die Aufmerksamkeit auf dieses herausragende junges Talent zu lenken“, so der mehrfache Meister, Fußballer des Jahres und Torschützenkönig, „da Ballett und Fußball sehr viel gemeinsam haben - von der Jugendarbeit bis zum Karriereende in relativ jungen Jahren und darüber hinaus.“ Wie kommt der Fußballer Steffen Hofmann zum Ballett? „Durch meine Gattin Barbara, die in ihrer Kindheit selbst Ballett getanzt hat, und ihre Familie, die sich seit Jahren im Ballettclub engagieren. So habe ich einen tieferen Einblick in die Materie bekommen und neue Freundschaften im Ballettbereich geschlossen.“ (Siehe auch: Story im Sportmagazin, Anm.d.Red.) Über Jugendförderung und eine Symbiose zwischen Fußball und Ballett. „Es ist wichtig, junge Talente zu fördern, speziell in der heutigen Zeit, wo Budget und Förderungen immer mehr gekürzt werden. Ich weiß, wie wichtig Förderung ist, nicht nur finanziell, sondern auch durch Anerkennung. Und ich bin überzeugt, dass eine Symbiose zwischen Ballett und Fußball möglich ist - beides ist Kultur! Lieber Steffen Hofmann, vielen Dank für Gespräch und Unterstützung!
10
FRÜHLING 2011
IM SPORTMAGAZIN 03/2011: BALLETTSTORY MIT RAPID-KAPITÄN STEFFEN HOFMANN UND GABOR OBEREGGER, TÄNZER DES WIENER STAATSBALLETTS
Termin-Aviso FÖRDERPREIS-VERLEIHUNG 2011 des Ballettclub Wiener Staatsoper & Volksoper an MASAYU KIMOTO, Halbsolist des Wiener Staatsballetts 15. Juni 2011 – Residenz des Japanischen Botschafters (Der Termin muss aufgrund der derzeitigen Lage in Japan noch rückbestätigt werden.) Überreichung des Förderpreises durch Steffen Hofmann Laudatio: Ingeborg Tichy-Luger
wiener staatsballettdancer’s
Masayu Kimoto
’ ALS BASIL IN RUDOLF NUREJEWS „DON QUIXOTE“
Masayu hat großes Potential: Seine Vorzüge – ideale physische Voraussetzungen für ein breites klassisches und zeitgenössisches Repertoire, dazu noch gepaart mit mentaler Stärke – sind für mich die ideale Basis einer erfolgreichen Tänzerkarriere. Manuel Legris
’
MASAYU KIMOTO, Halbsolist des Wiener Staatsballetts. Geboren in Hyogo (Japan). Ausbildung am Nakata Ballett Theater, Himeji, an der Ecole Supérieure de Danse de Cannes Rosella Hightower und am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris. Engagements: 2006 Semper Oper Ballett Dresden, 2008 Ballett der Wiener Staatsoper und Volksoper. Wichtigste Rollen: Basil in Rudolf Nurejews „Don Quixote“, Gefährte des Prinzen in Rudolf Nurejews „Schwanensee“, Spiderman und Chinesischer Tanz in Gyula Harangozós „Der Nussknacker“, Csárdás-Solist in Roland Petits „Die Fledermaus“, Ungarischer Offizier in Kenneth MacMillans „Mayerling“, Partien in George Balanchines „Thema und Variationen“, Twyla Tharps „Variationen über ein Thema von Haydn“, William Forsythes „The Vertiginous Thrill of Exactitude“, „Skew-Whiff“ von Paul Lightfoot und Sol León, Jirí Bubeníceks „Le Souffle de l’ esprit“, András Lukács’ „Duo“, Marko Goeckes „Mopey“, José Martinez’ „Delibes Suite“ und Gast-Auftritt in Manuel Legris’ „Donizetti Pas de deux“.
IN WILLIAM FORSYTHES „THE VERTIGINOUS THRILL OF EXACTITUDE“
IN MARCO GOECKES „MOPEY“
FRÜHLING 2011
11
welcome to the club der ballettclub wiener staatsoper & volksoper unterstützt manuel legris und das wiener staatsballett sowie die ballettschule der wiener staatsoper ● ● ● ● ● ●
besuch von bühnenproben und trainings künstlerparties und backstage talks BALLETT-BONUS um nur € 10,gratis-abo dancer’s email-newsletter mit aktuellen ballett-nachrichten und -terminen freier eintritt zu allen veranstaltungen (außer konsumation)
terminvorschau frühling (anmeldung erbeten an info@ballettclub.at) ● 14/04/11 bühnenprobe „le concours“ / volksoper wien treffpunkt pünktlich 09.45 uhr, bühneneingang, 1090 wien, fuchsthallergasse
●
24/05/11
besuch ballett-training und ballettsaal-proben „die lustige witwe“ und „carmen“ / volksoper wien
treffpunkt pünktlich 09.45 uhr, bühneneingang, 1090 wien, fuchsthallergasse
●
15/06/11
termin-aviso: förderpreisverleihung 2011 an masayu kimoto überreichung des preises durch steffen hofmann
residenz des japanischen botschafters - mit persönlicher einladung! (der termin muss aufgrund der derzeitigen lage in japan noch rückbestätigt werden.)
●
für clubmitglieder: BALLETT-BONUS um nur € 10,auch in der saison 2010/2011 gibt es für alle ballettfreundInnen und jene, die es noch werden wollen, die möglichkeit, um € 25,- pro saison die bundes-theater.at-CARD um die zusatzfunktion BALLETT-BONUS zu erweitern. ihre vorteile auf einen blick: ● 15% ermäßigung auf vollpreiskarten für alle ballettvorstellungen in der wiener staatsoper und der volksoper wien mit ausnahme von premieren und sonderveranstaltungen ● 2 karten pro vorstellung (aus allen verfügbaren kategorien) ● karten im vorverkauf und an der abendkasse erhältlich die bundestheater.at-CARD mit zusatzfunktion BALLETT-BONUS kann ab sofort an allen bundestheaterkassen erworben werden und gilt für ballettvorstellungen vom 1. september 2010 bis 30. juni 2011. mitglieder des ballettclub wiener staatsoper & volksoper erhalten für den erwerb der zusatzfunktion BALLETT-BONUS vom ballettclub einen finanziellen beitrag von EUR 15,-, sodass als eigenleistung nur € 10,- pro saison zu erbringen sind.
wir freuen uns auf sie! mitgliedschaft € 90,jugend bis 18 jahre kostenlos förderer € 500,patenschaft ab € 1.000,-
w
t af ch0,ds € 6 lieum itg011 g: .at rmst 2 lduntclub lub pe gu e let the c u nm al up 1. a a @b to hn is 3 info ome c sc b el
● ● ● ●
info & anmeldung: info@ballettclub.at www.ballettclub.at
ballettclub
wiener staatsoper & volksoper
wiener staatsballettdancer’s
Junge Talente des Wiener Staatsballetts
DAVIDE DATO, KIYOKA HASHIMOTO
FOTOS
MAX MOSER
Premiere: 29. Jänner 2011 - Volksoper Wien
ESZTER LEDÁN, FABRIZIO COPPO
REINA SAWAI, ALEXANDRU TCACENCO
ANITA MANOLOVA
dancer’swiener staatsballett
Le Souffle de l’esprit CHOR.: JIRÍ BUBENÍCEK / DENYS CHEREVYCHKO, ROMAN LAZIK, MASAYU KIMOTO
Wiener Staatsballett
Schritte und Spuren 9. Jänner 2011 - Wiener Staatsoper
Glow - Stop CHOR.: JORMA ELO / ENSEMBLE
Skew Whiff CHOR.: PAUL LIGHTFOOT, SOL LEÓN / MIHAIL SOSNOVSCHI, DENYS CHEREVYCHKO
Bella Figura CHOR.: JIRÍ KYLIÁN / NINA POLÁKOVÁ, IRINA TSYMBAL, RICHARD SZABÓ, VLADIMIR SHISHOV, ENO PECI, KETEVAN PAPAVA, MARIE-CLAIRE D’LYSE, ROMAN LAZIK, ALICE FIRENZE
FOTOS
14
MAX MOSER
WINTER 2011 FRÜHLING 2011
wiener staatsballettdancer’s
News aus der Compagnie Nominierungen für Prix Benois de la Danse 2011r Der Ballettwettbewerb Prix Benois de la Danse wurde 1991 von der International Dance Association in Moskau gegründet. Er findet jedes Jahr rund um den Geburtstag von Alexandre Benois statt und wird in den Kategorien Lebenswerk, Ballerina, Danseur, Choreograph, Komponist und Ausstatter vergeben. Die Jury wechselt jährlich und besteht aus Topspezialisten der Ballettszene Vorsitzender der Jury ist Juri Grigorowitsch. Zu den heurigen Nominierten zählen: Maria Yakovleva für ihre Aufritte in George Balanchines „Rubies“, Denys Cherevychko für seine Auftritte in William Forsythes „The Vertiginous Thrill of Exactitude“ und Jorma Elo für „Ein Sommernachtstraum“. 24. Mai 2011: Charity Gala der Nominierten für den Prix Benois de la Danse 2011 und Preisverleihung in Moskau. 25. Mai: 2011: Charity Gala „Stars of Benois de la Danse“
20jähriges Bühnenjubiläum Gregor Hatalar
FOTOS
WIENER STAATSOPER/AXEL ZEININGER, MAX MOSER
In Wien geboren, erhielt Gregor Hatala seine Ausbildung an der Ballettschule der Österreichischen Bundestheater. 1990 wurde er Mitglied des Wiener Staatsopernballetts, avancierte 1996 zum Solotänzer und 2000 zum Ersten Solotänzer. Seit 2005 ist er als Solotänzer engagiert.
Wichtige Rollen seines Repertoires sind Herzog Albrecht und Hilarion in Elena Tschernischovas „Giselle“, Solor in Vladimir Malakhovs „Die Bajadere“, Prinz Siegfried in Rudolf Nurejews „Schwanensee“, Prinz Florimund und Blauer Vogel in Peter Wrights „Dornröschen“,
Jean de Brienne in Nurejews „Raymonda“, Colas in Frederick Ashtons „La Fille mal gardée“, Franz in „Coppélia“ von Gyula Harangozó sen., Prinz Nußknacker in Juri Grigorowitschs „Der Nußknacker“, Romeo, Mercutio und Tybalt in John Crankos „Romeo und Julia“, Des Grieux in Kenneth MacMillans „Manon“, Kronprinz Rudolf in MacMillans „Mayerling“, Orlando in John Neumeiers „Wie es Euch gefällt“, Prinz Nussknacker in Gyula Harangozós „Der Nussknacker“, Prinz Alexej in Zanellas „Der Nußknacker“, Gustav III. in Malakhovs „Verdi-Ballett: Ein Maskenball“, Fürst Gremin in Crankos „Onegin“, Camille de Rosillon in Ronald Hynds „Die lustige Witwe“, Lysander in John Neumeiers „Ein Sommernachtstraum“, Karenin in Boris Eifmans „Anna Karenina“, Escamillo in Davide Bombanas „Ballett: Carmen“, Xavier Rousseau in Zanellas „Mata Hari“, Antonio Salieri in Zanellas „Wolfgang Amadé“ und Herr Querra in Zanellas „Aschenbrödel“, Polichinello in Josef Hassreiters „Die Puppenfee“, die Titelrolle in George Balanchines „Apollo“, Militärkapellmeister in „Platzkonzert“ von Gyula Harangozó sen. sowie Hauptpartien in Ben van Cauwenberghs „Tanzhommage an Queen“, Balanchines „Die vier Temperamente“, „Serenade“, „La Valse“, „Thema und Variationen“ und „Rubies“, MacMillans „Das Lied von der Erde“, Hans van Manens „Adagio Hammerklavier“ und „Große Fuge“, Zanellas „La Chambre“ und „Elements“, sowie Balanchines „Tschaikowski-Pas de deux“, van Cauwenberghs „Les Bourgeois“, der Pas de deux „Le Corsaire“ und Pas de deux aus „Spartacus“ von László Seregi. Zu seinen Rollenkreationen zählen Gustav in Zanellas „Aschenbrödel“, Crassus in Zanellas „Spartacus“, Antoine Bournonville in Malakhovs „Verdi-Ballett: Ein Maskenball“ sowie Hauptpartien in Zanellas „Symphony“, „Alles Walzer“, „Beethoven Opus 73“ und „Duke’s Nuts“. 1994/1995 tanzte er als Solist beim Boston Ballet, ständiger Gastsolist war er am Ungarischen Nationalballett und am Slowakischen Nationaltheater. Für das Festival dei Due Mondi in Spoleto fungierte er als Konsulent und Organisator. Gastspiele gab Hatala unter anderem in Deutschland, Tschechien, in den Niederlanden, in Frankreich, Lettland, Italien, Japan, Russland, in den USA und in Mexiko. Für die Volksoper Wien gestaltete er 2008 die Choreographie in der Operette „Der Vetter aus Dingsda“ und 2010 in der Oper „Die lustigen
Weiber von Windsor“. In Istanbul brachte er 2009 „Der Feuervogel“ heraus. Ausgezeichnet wurde Gregor Hatala mit der Bronzemedaille beim Eurovisionswettbewerb für junge Tänzer in Stockholm (1993). Herzliche Gratulation zum Bühnenjubiläum!
Prisca Zeisel jüngstes Mitglied des Wiener Staatsballettsr Prisca Zeisel wurde in Wien geboren. Ihre Ausbildung erfolgte an der Ballettschule der Wiener Staatsoper. Darüber hinaus studierte sie an der École Supérieure de Danse de Cannes Rosella Hightower und an der Académie de Danse Princesse Grace in Monte Carlo. Nach nur viermonatiger Zugehörigkeit zur Theaterklasse der Ballettschule der Wiener Staatsoper wurde sie – erst fünfzehnjährig – am 1. Jänner 2011 an das Wiener Staatsballett verpflichtet. In Aufführungen des Balletts der Wiener Staatsoper und Volksoper ist sie im Pas de trois in Gyula Harangozós „Der Nussknacker“ aufgetreten. Im Wiener Staatsballett war sie solistisch in José Martinez’ „Delibes Suite“ im Abend Junge Talente des Wiener Staatsballetts zu sehen. Im Vorjahr wurde die talentierte Nachwuchstänzerin mit dem 2. Preis beim Premio Roma ausgezeichnet.
FRÜHLING 2011
15
dancer’swiener staatsballett
Wiener Opernball 2011 3. März 2011
ELINA GARANCA BALLETTSCHULE DER WIENER STAATSOPER
SIMONA NOJA Geschäftsführende Direktorin Ballettschule der Wiener Staatsoper Tel: 43 1 51444-2640 / Fax: DW 2631 ballettschule@wiener-staatsoper.at
BORIS NEBYLA
wiener staatsballettdancer’s
MANUEL LEGRIS UND DAS WIENER STAATSBALLETT
FRANZ WELSER-MÖST UND DIE WIENER PHILHARMONIKER
FRANZ WELSER-MÖST, DESIRÉE TREICHL-STÜRGKH, MANUEL LEGRIS, BUNDESPRÄSIDENT HEINZ FISCHER, DOMINIQUE MEYER FOTOS
WIENER STAATSOPER/MICHAEL PÖHN
dancer’sdance & music FOTO
WIENER STAATSOPER / MICHAEL PÖHN
Ingeborg Tichy-Luger im Gespräch mit Franz Welser-Möst, dem Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper, über Ballettmusik und die Kunst des Ballettdirigierens
Herr Welser-Möst, als Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper sind Sie an Ihrem bisherigen Karrierehöhepunkt angelangt. Wann haben Sie das erste Mal davon geträumt? Und sehen Sie Ihr Einspringen 2003 bei „Tristan und Isolde“ als Initialzündung für den Sprung von Zürich nach Wien? Das Ziel, Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper zu werden, hat es nie bei mir gegeben. Präsent wurde das Thema an dem Tag, als ich gefragt wurde - und das war der Tag, bevor es bekanntgegeben wurde. Vorher war das kein Thema für mich, weil ich da ein bisschen eine andere Einstellung habe: Ich lasse die Dinge auf mich zukommen. Das war bei mir immer so. Alle Chefpositionen, die ich eingenommen habe, um die habe ich mich nie beworben oder sie angestrebt. Aber im Rückblick muss ich natürlich sagen, dass das Einspringen mit diesem „Tristan“, der ja auch, wenn man so will, ein Zufall beziehungsweise Glücksfall war, das war ein entscheidender, bahnbrechender Moment. In diesem dancer’s- Interview werde ich mit Ihnen natürlich vornehmlich über Ballettmusik und Ballettdirigieren sprechen. 1998 hatten Sie am Opernhaus Zürich Heinz Spoerlis „Romeo und Julia“ dirigiert. Was mich damals so fasziniert hat, als ich „Romeo und Julia“ in Zürich dirigiert habe, war, wieviel man bei Ballett als Dirigent auf die Bühne aufpassen muss. Wie bei Sängern, ist auch nicht jeder Tänzer jeden Tag gleich gut in Form, und man muss manchmal einer Tänzerin oder einem Tänzer etwas mehr Zeit geben für einen Sprung. Das sind dann Bruchteile von Sekunden, wie man das Tempo modifizieren muss. Ballettdirigieren, das habe ich damals gelernt, das ist eine Kunst, das muss man können! Wie sehen Sie die bekannten Spannungen in Bezug auf Tempo und Striche zwischen Dirigent und Orchester auf der einen und Choreograph und Tänzern auf der anderen Seite? Spannungen können ja auch kreativ genützt werden. Die gibt es in ähnlicher Weise in der Oper zwischen Regisseur und Dirigent. Ich habe mir angewöhnt, nachdem ich schon lange genug im Geschäft bin, dass ich die Regisseure lange im Vorhinein treffe, bevor sich eine Idee festfährt, bei der es zu musikalischen Problemen kommt, die man nachher nicht mehr korrigieren kann, weil die Gegebenheiten, beispielsweise das Bühnenbild, dann mittlerweile so bestimmend geworden sind. Ich habe damals am Opernhaus Zürich, bevor Heinz Spoerli die Choreographie gemacht hat, gesagt: „Das ist mein Tempo!“, damit nicht plötzlich etwas wie Tag und Nacht auseinanderklafft. Ich bin dann auch zu Kompromissen bereit, aber man kann sich nicht 180 Grad umdrehen und alles über Bord werfen. Das ist mit ein Grund, warum Ballett zu dirigieren sehr unpopulär geworden ist. Weil dort natürlich andere Faktoren sehr bestimmend werden. 18
FRÜHLING 2011
Aber ich glaube, dem kann man entgegenwirken, indem man sich rechtzeitig, frühzeitig, mit den Menschen trifft und versucht, einen gemeinsamen Weg zu finden. Dass am Schluss dann wirklich etwas Gemeinsames dabei herauskommt, ist noch immer nicht gesagt, aber man muss es wenigstens versuchen. In die Ballettwelt sehe ich nicht direkt hinein. Aber ich habe damals bei diesem „Romeo“ mitbekommen, wie Herr Spoerli arbeitet, wie tough er mit den Tänzern ist. Das war schon gnadenlos Tanzen ist ein harter Beruf! Mit Orchestermusikern ist das ein bisschen etwas anderes, die haben ja auch eine ganz andere Altersstruktur. Tänzerinnen und Tänzer sind zum Großteil sehr junge Menschen, im Orchester ist das anders, da finden sie ältere Persönlichkeiten. Sie haben im Orchester heute keine 18-Jährigen mehr, die sind alle älter. Wenn ein Orchestermusiker mit 23 Jahren anfängt, dann ist er schon sehr jung. Rainer Küchl (Erster Konzertmeister der Wiener Philharmoniker, Anm.d.Red.), der mit 19 das Probespiel gewonnen hat , war schon eine große Ausnahme. Und es geht auch immer darum, wie man mit Personen und Persönlichkeiten umgeht, und wie man auf sie eingeht. Gerade bei einem Spitzenorchester bedarf es der Überzeugungsarbeit, nicht der Peitsche. Die funktioniert da nicht. Machen Sie Vorschläge, wer an der Wiener Staatsoper Ballett dirigiren soll, und ist es wichtig, dass ein Ballett-Dirigent auch bei Ballettsaal-Proben anwesend ist? Natürlich rede ich manchmal mit Dominique Meyer über Dirigenten. Aber hier liegt die Entscheidung beim Direktor des Hauses. Die Anwesenheit des Ballettdirigenten im Ballettsaal ist wichtig! Genauso, wie es für den Dirigenten einer Opern-Repertoirevorstellung - und umso mehr bei Neuproduktionen - notwendig ist, bei den szenischen Proben vorbeizuschauen, um eben da auch ein Gefühl für einander zu kriegen und Konsens herzustellen. Entgegen den Urtextbestrebungen ist die Musik für Ballett meistens arrangiert. Welche Ballettmusik bevorzugen Sie? Ich bevorzuge jene Musik, die direkt für Ballett geschrieben wurde. Meine großen Ballett-Erlebnisse, die ich hier an der Wiener Staatsoper als Stehplatzbesucher hatte, waren „Der Feuervogel“, „Daphnis und Chloe“ und „Josephslegende“. Ich schau mir natürlich auch andere Spielpläne an: was macht Covent Garden, was macht die Pariser Oper? Wir haben so ein tolles Orchester hier im Graben sitzen, weshalb ich mir beispielsweise wünschen würde, dass wir „Bacchus et Ariane“ von Albert Roussel bringen - das ist fantastische Musik! Gerade in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist so viel großartige Musik entstanden: die Strawinski-Ballette, da ist eines besser als das andere.
dance & musicdancer’s
Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper Franz Welser-Möst ist seit 2002 Music Director des Cleveland Orchestra. Nach nur neun Monaten wurde sein ursprünglich fünfjähriger Vertrag bis zur Saison 2011/2012 verlängert , und im Juni 2008 wurde eine weitere Verlängerung bis zum hundertjährigen Jubiläum des Orchesters 2018 bekanntgegeben. Franz Welser-Möst und das Orchester verbindet eine enge Zusammenarbeit mit der Carnegie Hall in New York, dem Musikverein in Wien und dem Lucerne Festival. 2008 gastierte das Orchester bei den Salzburger Festspielen, wo Franz Welser-Möst fünf Aufführungen von „Rusalka“ und drei Konzerte dirigierte. 2007 begann eine zehnjährige Residenzzeit des Cleveland Orchestra am Adrienne Arsht Center for the Performing Arts in Miami-Dade County, Florida. 1995 bis 2002 war Franz Welser-Möst Chefdirigent am Opernhaus Zürich, von 2002 bis 2005 Principal Conductor und von 2005 bis 2008 Generalmusikdirektor. Hier dirigierte er mehr als fünfzig Premieren, von denen zahlreiche auf DVD erschienen sind. Mit dem Orchester des Opernhauses Zürich gastierte er in London, Paris und Tokio. 1985 debütierte er bei den Salzburger Festspielen und war von 1990 bis 1996 Musikdirektor des Londoner Philharmonic Orchestra. Als Gastdirigent arbeitet er regelmäßig mit den Berliner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Gustav Mahler Jugendorchester und hat die bedeutendsten Orchester in den USA dirigiert. Zahlreiche seiner CD- und DVD-Aufnahmen erhielten Preise und Auszeichnungen, u.a. Gramophone Award, Diapason d’Or, Japanese Record Academy Award sowie zwei Nominierungen für den Grammy. Franz Welser-Möst ist Ehrenmitglied des Wiener Singvereins und Träger der Silbermedaille des Bundeslandes Oberösterreich. Er wurde 2003 von Musical America zum Dirigenten des Jahres gewählt. Ein Buch mit Aufzeichnungen und Gesprächen ist unter dem Titel „Kadenzen“ im Styria Verlag erschienen. Franz Welser-Möst ist eng mit den Wiener Philharmonikern verbunden und leitete 2011 das Neujahrskonzert. 2009 dirigierte er das Orchester bei den Salzburger Festspielen, beim Lucerne Festival, bei den BBC Proms in London sowie beim Festkonzert zum 150-jährigen Bestehen des Wiener Singvereins. Mit 1. September 2010 trat er das Amt des Generalmusikdirektors der Wiener Staatsoper an. Nach seinem Debüt im Haus am Ring 1987 als Dirigent von „L’italiana in Algeri leitete er Vorstel-lungen von „Le nozze di Figaro“, „Tristan und Isolde“, die Premiere von „Arabella“, die Neuproduktion des „Ring des Nibelungen“ und wirkte beim Festkonzert „50 Jahre Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper“ mit. Im Juni 2010 dirigierte er die Premiere von Wagners „Tannhäuser“, mit dem er auch die Spielzeit 2010/ 2011 eröffnete.
Franz Welser-Möst: Ballettdirigieren ist eine Kunst FRÜHLING 2011
19
dancer’sdance & music
Ich habe zum Beispiel noch nie „Jeux“ von Debussy als Ballett gesehen - ein schweres Stück für das Orchester. Es gibt viel Ballettmusik, die einem als Dirigent im Konzertsaal unterkommt, zum Beispiel in Form einer Suite oder auch komplett, wie „La Création du Monde“ oder „Le Boeuf sur le Toît“ von Darius Milhaud. Ich habe darüber auch schon mit Dominique Meyer gesprochen, denn ich bin ja, wie es in meinem Vertrag heißt, Generalmusikdirektor und Erster künstlerischer Berater des Direktors. Und in diesem Sinn habe ich gesagt, dass ich das toll fände für die Ballettwelt. Aber es ist seine Entscheidung in Absprache mit dem Ballettdirektor - und das ist auch richtig so, denn es muss einen Letztverantwortlichen geben.
wie er es ursprünglich war! Und das ist genau der Grund, warum ist es gemacht habe. Was die „Zauberflöte für Kinder“ betrifft, ist das nur eine Fortsetzung dessen, wie ich mich auch bereits in Cleveland für den Nachwuchs einsetze. Ich finde das wichtig, für Kinder, Studenten und junge Menschen. Die müssen das alles kennenlernen. Wie soll es denn weitergehen, wenn die jungen Leute diese Qualität nie kennenlernen. Das sind auch die schönsten Erinnerungen. Ich kann mich noch genau erinnern, als ich das erste Mal den Musikverein betreten habe. Ich war hin und weg, damals als Kind. Es war ein riesiger Moment, ein großer Tag, und daran erinnert man sich später einmal. Und umso eher ist die Chance gegeben,
Es gibt fast keine Neukompositionen für Ballett. Ein Auftragswerk wäre doch sicherlich auch im Sinne der Nachhaltigkeit interessant? Auch das ist eine Frage an den Direktor des Hauses. Es gibt genügend Komponisten, die dafür geeignet wären. Ich würde das begrüßen!
dass man 20 oder 30 Jahre später dieses Haus wieder betritt. Das liegt total auf der Hand und sollte eine Normalität sein!
Erstmals haben heuer die Wiener Philharmoniker - unter Ihrem Dirigat - bei der Eröffnung des Wiener Opernballs mitgewirkt, und am nächsten Tag haben Sie die „Zauberflöte für Kinder“ dirigiert. Ich finde den Opernball ein tolles Ereignis, bin aber persönlich kein Ballgeher. Deshalb war das für mich eine Pflicht, die ich selbstverständlich gerne auf mich genommen habe. Es ist wichtig, den Opernball wieder zu einem Ball der Künstler zu machen, so 20
FRÜHLING 2011
Werden Sie in Zukunft auch Ballett an der Wiener Staatsoper dirigieren? Ich habe zu Dominique Meyer gesagt: „Ich will Ballett dirigieren!“ Aber es ist ganz klar, und das ist ja in der Oper auch so, dass ich nicht einfach irgendetwas dirigiere. Ich bringe Vorschläge und sage: „Dieses Ballett oder diese Musik würde mich interessieren.“ Aber umgekehrt bin ich genauso für Vorschläge offen! Lieber Herr Generalmusikdirektor, ich danke für das Gespräch!
dance & musicdancer’s
Ingeborg Tichy-Luger im Gespräch mit Renato Zanella über seine Choreographie für Marco Arturo Marellis Neuproduktion der Operette „Die Lustige Witwe“ an der Volksoper Wien und sein erfolgreiches Comeback in Verona
Zwischen ,Witwe’ und Verona
ALEXANDRA REINPRECHT FOTO VOLKSOPER WIEN / DIMO DIMOV
Zum Ausklang des Jahres 1905 feierte die Operette „Die lustige Witwe“ ihre Uraufführung und trat sofort ihren Siegeszug um die ganze Welt an. Bis heute ist die Liebesgeschichte von Hanna Glawari und Danilo Danilowitsch nicht aus der Mode gekommen. Marco Arturo Marelli, dessen internationale Karriere 1987 an der Volksoper in Wien begann, kehrt in bewährter Personalunion als Regisseur und Bühnenbildner an das Haus zurück und wird mit dieser Neuproduktion erstmals eine Operette inszenieren. „Es ist eine große Verantwortung, eine neue ,Lustige Witwe’ zu bringen, weil dieses Stück zur Tradition gehört, und die Erwartung immer sehr hoch ist. Ich habe mit Marco Arturo Marelli noch niemals zusammengearbeitet, er ist jedoch einer meiner Lieblingsregisseure und -ausstatter. Unsere Wege haben sich während meiner Zeit als Ballettdirektor in der Wiener Staatsoper schon oft gekreuzt, und er hat immer gerne bei Ballett zugeschaut. Nun kommen wir zusammen. Marelli hat sich gewünscht, mit mir zu arbeiten. Darüber habe ich mich sehr gefreut, weil er ein fantastischer, innovativer und ästhetischer Mensch ist, was für mich sehr wichtig ist“, freut sich Renato Zanella. „Diese ,Lustige Witwe’ ist Marellis erste Operette, und er hat in vielen seiner Inszenierungen schon bewiesen, dass er Humor hat. Marelli hat tolle Ideen, und es entsteht eine ganz neue ,Witwe’. Es gibt kein Detail, das er nicht extrem analysiert. Die Entwickung des Stücks entsteht bereits in der Vorbereitung, bevor wir mit den Proben beginnen. Ich mache die Choreographie der Tanzeinlagen und Bewegungsregie für die Sänger. Marelli will mich bei seinen Proben dabei haben für jeden
kleinsten Marsch- oder Walzerschritt. Es ist klug, dass er nicht zu viel Freiraum lässt. Marelli ist stilistisch sehr genau, auch ich muss mich anpassen, was eine große Herausforderung ist. Jeder Künstler bringt sowieso etwas eigenes von sich in seine Rollengestaltung ein. Aber wenn das 100 Prozent sind, dann ist es für die Produktion gefährlich. Alle Beteiligten müssen sich immer nach dem Wunsch des Regisseurs richten. Auch ein Choreograph muss zuerst dem Regisseur dienen und nicht seine eigene Sache machen. Marco Arturo Marelli und ich sind jetzt in der Vorbereitung ständig in Kontakt, und es gibt einen fast täglichen Report, wie die Proben laufen oder über kleine, neue Ideen. Marelli nimmt sich immer Zeit dafür, über Musikalisches, Stilistisches und Dramaturgisches kann ich immer mit ihm diskutieren.“ „Der dritte Akt bringt viel Neues: wie die Grisetten erscheinen, in welchem Bühnenbild, in welchem Rahmen. Die Grisetten sind sehr geheimnisvoll, nicht laut und vulgär, wodurch sie sehr verführerisch wirken. Bei Marelli wird der dritte Akt nicht zur üblichen Maxim-Show für das Publikum, bei der am Schluss Hanna und Danilo zusammenfinden, Bussi, Bussi und vorbei - das ist ein Klischee. Dramaturgisch gefällt mir dagegen sehr, was Marco Arturo Marelli daraus macht: ein Fest bei Hanna Glawari zu Hause. Dadurch schafft er eine Intimität, die für mich wichtig ist.“ Premiere - Volksoper Wien: Die Lustige Witwe I 19. Mai 2011 I 19 Uhr - Fortsetzung des Interviews: bitte umblättern FRÜHLING 2011
21
dancer’sballet FOTOS ENNEVI
- Fortsetzung des Interviews mit Renato Zanella -
MARIA KOUSOUNI IN „DER FEUERVOGEL“
RENATO ZANELLA BEIM EINSTUDIEREN
GIUSEPPE PICONE IN „APOLLON MUSAGÈTE“
ILENIA MONTAGNOLI, BOJANA NENADOVIC OTRIN, SCILLA CATTAFESTA IN „APOLLON MUSAGÈTE“
„Im Februar 1981 - vor dreißig Jahren - hatte ich meine Heimatstadt Verona verlassen. Vor zwei Jahren wurde ich von der Fondazione Arena di Verona beauftragt, anlässlich ,40 Jahre Placido Domingo in Japan’ die Balletteinlagen für ,Carmen’ und ,Aida’ zu choreographieren. Da haben sie mich arbeiten gesehen und kennengelernt, das war ein guter Kontakt, und kurz danach habe ich die Einladung der Fondazione für die heurige Wintersaison bekommen. Dieser Anlass war ein guter Start für mich in Verona nach vielen Jahren meiner Arbeit im Ausland. Die Fondazione wollte einen Strawinski-Abend mit dem italienischen Namen ,Omaggio a Stravinskij’ im Teatro Filarmonico veranstalten, mit neuen Versionen zu zwei seiner berühmten Ballettmusiken: ,Apollon Musagète’ und ,Der Feuervogel’. Ich habe mich sehr gefreut auf den ,Feuervogel’, auf ,Apollon Musagète’ weniger, weil alle denken dabei nur an eine Version, nämlich die von George Balanchine. Für die Fondazione war es wichtig, diese Musik für ihr Repertoire einstudieren zu lassen, und das war meine Herausforderung, die ich nicht leicht genommen habe. Ich habe mich entschieden, die beiden Stücke umgekehrt zu gestalten: Wir sind gewohnt Balanchines ,Apollon Musagéte’ in einer minimalistischen Ausstattung mit wenigen Tänzern zu sehen ich habe daraus ein schweres Stück gemacht, theatralisch, mit einem großen Corps de ballet und mehr mythologischen und historischen Verknüpfungen - so hat es eine andere Stärke bekommen. Und umgekehrt habe ich den ,Feuervogel’ minimalistisch gestaltet. Ich habe eine Zeichnung von Léon Bakst auf einen Tüllschleier malen lassen. Meine Welt, die choreographisch moderne Welt, spielte sich davor, und Elemente der russischen Märchenwelt hinter diesem Schleier ab. Getanzt hat das Ballett der Arena di Verona mit drei Gästen: Maria Kousouni, Bojana Nenadovic Otrin und Giuseppe Picone. Die komplette Produktion ist von mir: Ich habe Choreographie, Bühnenbild, Kostüme und Licht gemacht - so wie bei meinen allerersten Werken. Außergewöhnlich für mich war, dass im Teatro Filarmonico für eine neue Produktion die Bühne komplett leergeräumt wird: Gassen weg, kein einziges Licht bleibt hängen, und dann bauen sie die neue Vorstellung. Ich musste nicht darüber nachdenken, was war vorher, und was kommt nachher. Dadurch wird diese Ebene qualitativ sehr hoch. Das Feed back zu meinem Ballettabend war sehr gut, und die Veroneser waren neugierig auf mich, diesen Italiener, der sich im Ausland einen Namen gemacht hat. Im Moment leiden die Theater in Italien sehr, das Budget wurde wieder um ‘zig Millionen reduziert, denn Theater sind für diese Regierung nicht so wichtig. An meinem ersten Probentag sah ich einen Artikel an einer Türe kleben, auf dem stand, dass das Theater von Verona daran denkt, die Ballettsparte zu schließen. Wir haben daraufhin wirklich hart gearbeitet für ein volles Haus und Anerkennung. Die Zusammenarbeit mit diesem tollen Team hat viel Freude gemacht!“ Lieber Renato Zanella, vielen Dank für das Gespräch!
22
FRÜHLING 2011
balletdancer’s
Orpheus Ballett von John Neumeier Gastspiel des Hamburg Ballett im Theater an der Wien rpheus der Liebende, Orpheus der Künstler - kaum ein antiker Mythos hat so viele Deutungen auf der Musiktheaterbühne erfahren, wie der des wundermächtigen Sängers. Seine Musik bewirkt Übernatürliches, die Tiere, die Bäume, die Flüsse, alles hört auf seinen Gesang. Er zwingt selbst die Götter des Todes in seinen Bann und erweckt deren Mitleid mit ihm als trauerndem Liebenden. Aber dann ist er doch nicht stark genug, den allzumenschlichen Impuls des Umsehens nach der Geliebten in sich niederzukämpfen. John Neumeier interessierte sich genau für diese Spannung in der Figur - göttlicher Künstler und schwacher Mensch. Im Focus seines großen Handlungsballetts steht für Neumeier daher die Entwicklung des Künstlers Orpheus. Es gelingt ihm, Orpheus’ Erleben Aktualität zu verleihen, ohne der Geschichte die mythische Ebene zu nehmen.
O
Musik von: Igor Strawinski – „Apollon Musagète“ und „Orpheus“ Heinrich Ignaz Franz Biber – aus den „Rosenkranz-Sonaten“ Peter Blegvad & Andy Partridge – aus dem Album „Orpheus the Lowdown“ Musikalische Leitung Choreographie, Kostüme & Lichtkonzept Bühnenbild Hamburg Ballet Wiener KammerOrchester/ Solo-Violine
Stefan Vladar John Neumeier Ferdinand Wögerbauer
Daniel Garlitsky
Premiere: Donnerstag, 5. Mai 2011, 19.30 Uhr Aufführungen: 6. & 7. Mai 2011, 19.30 Uhr Ballettwerkstatt: 5. Mai, 15.30 Uhr Tickets: www.theater-wien.at Tel. +43 1 58885
HÉLÈNE BOUCHET, OTTO BUBENICEK, ENSEMBLE FOTOS HOLGER BADEKOW
FRÜHLING 2011
23
dancer’sballet FOTOS STUTTGARTER BALLETT, HANNES KILIAN, DIE ARGE LOLA
Ingeborg Tichy-Luger im Gespräch mit Reid Anderson, dem Intendanten des Stuttgarter Balletts, anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Compagnie
Sorgenkind Ballettschule gar nicht verändern. Als ich allerdings von 80 Bewerbern unter die letzten sechs kam, wollte ich dann doch die Position erringen und habe es geschafft! In Toronto fand ich ein etabliertes, eigenständiges Ensemble mit 73 Tänzern vor. Insgesamt war ich der Boss von 200 Menschen. Wir haben in Toronto im Block gespielt - nicht Repertoire wie in Stuttgart -, mussten Orchester und Theater anmieten. Das heisst, rund sechs Wochen Probenzeit und danach zwei Wochen Vorstellungen en suite. Von Vorteil war, dass ich das National Ballet of Canada bereits gekannt habe, da ich dort als Erster Solist des Stuttgarter Balletts gastiert und 1984 das Ballett „Onegin“ einstudiert hatte. Letztendlich aber: Eine Compagnie ist eine Compagnie ist eine Compagnie - egal ob Sie zwei oder hundert Tänzer stark ist.
Lieber Reid Anderson, Sie feierten heuer mit 35 Veranstaltungen in drei Wochen das 50-Jahr-Jubiläum des Stuttgarter Balletts, davon 14 Jahre - also mehr als ein Viertel der Zeit - unter Ihrer Leitung als Künstlerischer Leiter und Intendant. Sie kennen die Compagnie noch aus Ihrer Zeit als Tänzer und haben danach Ihre ersten Direktionserfahrungen beim Ballet British Columbia und beim National Ballet of Canada gesammelt. Stimmen Sie mit John Neumeier überein, der bei der Ballettdirektorenkonferenz anlässlich des Jubiläums sagte: „I learned to be a ballet director by doing it?“ Ja, bei mir war das so! Ich habe klein angefangen. Als ich im August 1987 als Direktor zum Ballet British Columbia nach Vancouver gegangen bin, fand ich dort eine kleine Compagnie mit 12 Tänzerinnen und Tänzern vor und war gleichzeitig auch als Ballettmeister und Teacher’s Trainer tätig. So konnte ich vieles ausprobieren und habe beispielsweise bei Tourneen etliches Organisatorisches selbst machen müssen. Auch Fundraising und Marketing haben in Nordamerika einen wichtigen Stellenwert - ich habe dort viel gelernt! 1989 hat man einen Direktor für das National Ballet of Canada in Toronto gesucht und mich gefragt. Zuerst wollte ich mich noch 24
FRÜHLING 2011
Als Sie 1996 als Nachfolger von Marcia Haydée wieder nach Stuttgart kamen, waren Sie mit großen Umstrukturierungsproblemen konfrontiert. Als ich nach sieben Jahren in Toronto wieder nach Stuttgart zurückgekehrt bin, wusste ich, wo es lang geht, da ich das Haus und alle Menschen dort kannte. Den Job als Künstlerischer Direktor und Ballettintendant habe ich von der Findungskommission bekommen, um Umstrukturierungen vorzunehmen. Das war sehr schwierig, denn ich habe 25 Posten kündigen müssen - und darunter waren viele meiner Freunde! Ich habe jedoch mit jedem einzelnen gesprochen, was teilweise auch sehr emotionell vonstattengegangen ist - doch letztendlich sind auch die Gekündigten noch immer meine Freunde geblieben! Als ich die Compagnie übernommen hatte, war das Durchschnittsalter 33 Jahre. Ich habe dann 21 neue, junge Mitglieder engagiert und einige sind von selbst weggegangen, danach belief sich das Durchschnittsalter auf 23. Jetzt geht niemand mehr weg, und ich veranstalte auch kein Vortanzen, da ich Neuengagements aus der Schule besetze. 50 Prozent der Tänzerinnen und Tänzer des Stuttgarter Balletts stammen aus der John Cranko Schule. Ich verpflichte die jungen Nachwuchstänzer zuerst für ein Jahr als Eleven in der Compagnie, wo sie mit großer Motivation tanzen, weil sie die Chance sehen, vielleicht selbst einmal als Erster Solist auf unserer Bühne zu stehen - es ist herzergreifend! Zwischen mir, der Compagnie und
balletdancer’s
FRÜHLING 2011
25
dancer’sballet
der Schule herrscht ein sehr familiäres Verhältnis - ich versuche auch, für Absolventen der Ballettschule, die ich nicht in das Ensemble aufnehmen kann, Jobs zu finden. Welche Stellung hat das Ballett im Stuttgarter Dreisparten-Theater? Alle drei Sparten - Ballett, Oper und Schauspiel - haben bei uns in Stuttgart ein hohes Niveau. Das Stuttgarter Ballett ist weltberühmt, weil wir viel gastieren und Tanz eine Sprache - nämlich Körpersprache - ist, die jeder versteht. Aber die anderen zwei Sparten haben dem Ballett gegenüber deshalb keinen Neid. Besonders bei der Oper läuft die Planung lange im vorhinein. Deshalb habe ich das dreiwöchige Festival im Opernhaus anlässlich des 50-JahrJubiläums des Stuttgarter Balletts bereits vor zwei Jahren angekündigt.
MARCIA HAYDÉE, REID ANDERSON IN „ONEGIN“
John Crankos Vision war die Ballettschule. Heute kommt die Hälfte der Stuttgarter Tänzer aus der John Cranko Schule. Jedoch trotz dieses Erfolges hat die Schule große Probleme und ist Ihr Sorgenkind. Wir brauchen ein neues Schulgebäude! Und zwar eines mit einer Riesenprobebühne, auf der wir das Bühnengeschehen 1 : 1 nachstellen können, da sich auch derzeit die sogenannte Große - jedoch zu kleine - Probebühne für das Ensemble in der Schule befindet! Mein Problem ist beispielsweise, dass ich bei „Schwanensee“Proben immer nur die eine oder die andere Seite des Corps de ballet sehen kann, also nie alle Schwäne gemeinsam! Es ist geplant, dass die Tänzer dann morgens gleich in die Schule zur Probe gehen und dort auch eigene Garderoben haben. Diese neue Probebühne soll für 200 Zuschauer bestuhlt werden können, damit man dort ein öffentliches Training abhalten kann. Der Neubau der John Cranko Schule ist auf dem Areal neben der Alten Hochschule geplant - also keine fünf Minuten vom Opernhaus entfernt -, und es wird ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden. Das Geld für den Neubau ist vom Land Baden-Württemberg bereits fix zugesagt, jedoch die Budgetzusage von der Stadt Stuttgart wackelt noch. Bis die neue Schule Realität 26
FRÜHLING 2011
wird, kann es noch gut drei Jahre dauern. Mittlerweile werden wir das 40-Jahr-Jubiläum unserer erfolgreichen Schule in der nächsten Spielzeit feiern. Soeben hat der junge Mexikaner Gustavo Echevarría beim Tanzolymp in Berlin die Goldmedaille in der Kategorie „Zeitgenössischer Tanz“ gewonnen sowie Constantine Allen den Grand Prix. Und unser junges, ebenfalls aus der John Cranko Schule kommendes Ensemblemitglied Daniel Camargo wurde in Essen mit dem Deutschen Tanzpreis Zukunft ausgezeichnet. Gemeinsam mit seiner Kollegin Lisa Badenes wurde er beim Erik Bruhn-Wettbewerb 2011 mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. 50 Jahre Stuttgarter Ballett sind geprägt durch lange Direktionszeiten. Wie wichtig ist Kontinuität bei der Leitung eines Ensembles? Kontinuität ist für Tänzer sehr wichtig! Viele Tänzerinnen und Tänzer habe ich von der Schule weg aufgebaut - und heute sind sie Erste Solisten. Als Direktor fertigt man das Fundament. Die meisten Tänzer kommen mit 17 oder 18 Jahren in die Compagnie. Dann gibt es Höhen und Tiefen in der Karriere, ich versuche sie zu unterstützen und rede mit ihnen. Sprechen hilft immer! Sie wissen, dass ich für sie da bin und können immer zu mir kommen. Das habe ich von John Cranko gelernt, der ein hervorragender Direktor war. Zu ihm konnte ich als Teenager kommen und ihm mein Herz ausschütten. Trotz seiner kurzen Direktionszeit habe ich auch von Glen Tetley viel mitbekommen, und Marcia Haydée hat diesen Führungsstil weiter gepflegt. John Cranko, der Übervater des Stuttgarter Balletts, war Mentor der Tänzerinnen und Tänzer - insbesondere seiner „Initialen“ - , aber auch vehementer Förderer des Choreographennachwuchses. Das von Ihnen ausgewählte Jubiläumsprogramm war zwar Cranko-affin, setzte jedoch bei den Abendfüllern u.a. auf Bigonzetti, Goecke und Spuck. Dafür gibt es eine künstlerische, aber auch eine pragmatische Antwort. 2007, beim Festival anlässlich des 80. Geburtstages von John Cranko, hat sich alles nur um John gedreht, weshalb ich diesmal die Programmierung anders gestaltet und Stücke unserer jungen, erfolgreichen Choreographen gezeigt habe - ich pushe immer die Jungen! Die pragmatischen Gründe liegen bei der Technik, da ich - wegen der Verwendung der Drehscheibe - nicht „Leonce und Lena“ plus „Romeo und Julia“ zeigen kann und John Neumeiers „Othello“ benötigt eine Riesenmaschinerie. Das Jubiläumslogo „50 Jahre Stuttgarter Ballett“ zeigt eine 50, bei der die Null auf eine Eins weiterdreht. Wo sehen Sie die Compagnie in zehn Jahren? Das Stuttgarter Ballett ist eine klassische Compagnie, die einerseits „Schwanensee“, „Dornröschen“ sowie „Don Quixote“ tanzt und das Erbe von John Cranko bewahrt, anderseits junge, innovative Choreographen fördert. Den Zusammenhalt hat auch das AlumniTreffen anlässlich des Jubiläums gezeigt, zu dem mehr als 200 ehemalige Tänzerinnen und Tänzer gekommen sind. Das war sehr emotionell, mit wenig Schlaf und vielen Tränen! Dieser Geist sollte auch in Zukunft herrschen - allerdings in zehn Jahren nicht mehr unter meiner Führung. Da müssen dann Leute nach mir kommen, die John verstehen. Sein Geist ist immer noch hier! Lieber Herr Intendant, ich danke für das Gespräch!
ballet dancer’s
Bayerisches Staatsballett
BallettFestwoche 2011 FOTOS KOEN BROOS, WILFRIED HISL, HOLGER BADEKOW
in Festival muss gefeiert werden. Drinnen und draußen und mit allem, was dem Theater an Mitteln, Formen und Genres zur Verfügung steht. Vom 21. bis 30. April 2011 präsentiert das Bayerische Staatsballett in seiner jährlich stattfindenden BallettFestwoche eine große Premiere, Werke aus seinem umfangreichen Repertoire und begrüßt den international gefeierten Choreographen Sidi Larbi Cherkaoui, sowie Damien Jalet und die Company Eastman mit „Babel (Worte)“.
E
BABEL - ENSEMBLE
Solisten und dem Ensemble des Bayerischen Staatsballetts. An die Stelle einer Gala tritt 2011 das Gastspiel „Babel (Worte)“. Mit diesem Werk wagt das Bayerische Staatsballett wieder einen Schritt in die Moderne: Wir haben einen Star der internationalen freien Tanzszene ins Nationaltheater eingeladen, den flämisch-marokkanischen Choreogra-
Kultstück „Vielfältigkeit. Formen von Stille und Leere“ zu Musik und Leben Johann Sebastian Bachs, die beiden Cranko Werke „Der Widerspenstigen Zähmung“ und „Onegin“, sowie den zweiteiligen Abend „Mein Ravel: Wohin er auch blickt…/ Daphnis und Chloé“, choreographiert von Jörg Mannes und Terence Kohler.
John Neumeier „Illusionen – wie Schwanensee“ Premiere am 21.04.2011, 19.00 Uhr Traditionell werden die „FestWeitere Vorstellungen am tage der Spielzeit“ mit einer 23.04. und 28.04.2011, großen Premiere eröffnet. In jeweils 19.00 Uhr diesem Jahr – dem „blauen Nacho Duato „Vielfältigkeit. Jahr“ zum 125. Todestag von Formen von Stille und König Ludwig II. – steht der Leere“ MEIN RAVEL - DAPHNIS UND CHLOÉ DER WIDERSPENSTIGEN ZÄHMUNG ILLUSIONEN - WIE SCHWANENSEE Bayernkönig im Mittelpunkt. 25.04.2011, 18.00 Uhr Inspiriert vom Leben und Leiden des tragiJohn Cranko „Der Widerspenstigen phen Sidi Larbi Cherkaoui und seine schen Herrschers, arbeitete John Neumeier Zähmung“ Company Eastman. Im Zentrum von 1976 das „Ballett aller Ballette“ um und 26.04.2011, 19.30 Uhr „Babel“ steht das Wort, seine Bedeutung, kreierte auf Basis von Tschaikowskis Musik John Cranko „Onegin“ sein Rhythmus. Wie sehr steht es unserer und dem integrierten, akribisch rekonstru27.04.2011, 19.30 Uhr Suche nach Erlösung und Wahrheit im ierten, balletthistorischen Höhepunkt des Jörg Mannes/Terence Kohler „Mein Ravel: Weg? Oder liegt in der Vielsprachigkeit gar zweiten Aktes von „Schwanensee“ in der Wohin er auch blickt…/Daphnis und Chloé“ eine Chance? Cherkaoui und Co-ChoreoChoreographie von Lew Iwanow und dem 29.04.2011, 19.30 Uhr graph Damien Jalet begeben sich gemeinlegendären „Schwarzer-Schwan-Pas de deux“ Gastspiel - Sidi Larbi Cherkaoui/Damien sam mit der Company Eastman tänzerisch von Marius Petipa ein eigenes MeisterJalet „Babel (Worte)“ auf die Suche nach der Utopie einer polywerk: „Illusionen – wie Schwanensee“. Vor 30.04.2011, 19.30 Uhr glotten Identität. Ein spannungsgeladener der Premiere am 21. April wird John Abend der Gegensätze zwischen Körper, Nationaltheater München Neumeier am 17. April um 15.00 Uhr selbst Sprache und Kulturen. Informationen und Karten: die Werkeinführung im PrinzregentenAus dem Repertoire zeigt das www.staatsballett.de I Tel. +49 (0)89 2185 1920 theater geben. Unterstützt wird er von den Bayerische Staatsballett Nacho Duatos FRÜHLING 2011
27
ballet dancer’s
ANDREI BATALOV
ANAIS CHALENDARD
VLADIMIR MALAKHOV
28. April 2011 - VAZ St. Pölten
Vladimir Malakhov
GIUSEPPE PICONE
Stargast in St. Pöltner Ballett-Gala ach dem großen Vorjahrserfolg findet erneut unter der künstlerischen Leitung von Christian Tichy und Michael Fichtenbaum eine mit internationalen Startänzern besetzte Ballett-Gala im VAZ St. Pölten statt. Vladimir Malakhov, preisgekrönter Tänzer und Intendant des Staatsballett Berlin, gastiert gemeinsam mit Solisten seiner Compagnie, sowie des English National Ballet, Ballett des Mariinsky Theatre, Wiener Staatsballett und mit dem Ballett St. Pölten in herausragenden Stücken des klassischen und modernen Balletts.
FOTOS
MARIA-HELENA BUCKLEY, WOLFGANG MAYER, MANAGEMENT DESIDERIO
N
Vladimir Malakhov wird die Männer-Version des Ballets Russes-Klassikers „Dying Swan“ in der zeitgenössischen Choreographie des Italieners Mauro de Candia zur Original-Musik von Camille Saint-Saëns zeigen, mit der er bereits international großes Aufsehen erregt hat. An Malakhovs Seite in Angelin Preljocajs Pas de deux aus „Le Parc“ wird die Erste Solotänzerin des Staatsballett Berlin, Nadja Saidakova, zu sehen sein, die, schon
seit Beginn ihrer Karrieren seinerzeit im Moscow Classical Ballet, von Vladimir Malakhov als Tanzpartnerin sehr geschätzt wird. Weiters bringt er aus seiner Berliner Compagnie Marina Kanno sowie den Publikumsliebling Rainer Krenstetter mit nach St. Pölten, der in Kenneth MacMillans „Romeo und Julia“-Pas de deux mit Anais Chalendard, der Ersten Solotänzerin des English National Ballet, und in Renato Zanellas Solo „Barocco“ brillieren wird. Ebenfalls aus der Berliner Compagnie kommt Solotänzer Dinu Tamazlacaru, der Ben van Cauwenberghs charmantes Solo „Les Bourgeois“ und den „Diana & Actaeon“-Pas de deux zum Besten geben wird. Als eines der Highlights dieser Ballett-Gala wird der aus Neapel stammende Principal Dancer Giuseppe Picone mit der zypriotischen Starballerina Natalia Krekou in „Narciso“ von Maria Grazia Garofoli zu sehen sein. Bereits bei der Vorjahrs-Gala erntete der St. Petersburger Superstar Andrei Batalov Beifallsstürme. Heuer wird er den Pas de deux aus „La
Bayadere“ mit Natalia Krekou und jenen aus „La Sylphide“ mit Marina Kanno tanzen. Das Ballett St.Pölten zeigt das neue Stück „Shadows“ von Christian Tichy und wird die Choreographien von Michael Fichtenbaum „New Moon“ - mit Igor Zapravdin am Klavier - sowie „Black Swan“ mit Karina Sarkissova vom Wiener Staatsballett als Gastsolistin tanzen. Ein Umbau des multifunktionellen Veranstaltungszentrums St. Pölten - VAZ - gewährleistet nun noch bessere Sichtverhältnisse. Die Besucher werden die Ballett-Gala also in vollen Zügen genießen können!
30 % rabatt vorverkauf - spezialangebot für mitglieder des ballettclub wiener staatsoper & volksoper tickets: tel. 02742 71400 / ticket@nxp.at
FRÜHLING 2011
29
dancer’sshow
HEN YUN aus New York zeigt farbenprächtige und erhebende Aufführungen klassischer chinesischer Tänze und Musik. Die Darbietungen von SHEN YUN repräsentieren die traditionelle chinesische Kultur, wie sie früher einmal war: Eine Studie von Anmut, Weisheit und den Werten, die sich aus der 5.000jährigen chinesischen Kultur entwickelt haben.
S
Kompositionen, kombiniert klassische westliche und chinesische Instrumente so meisterhaft, wie nie zuvor. Der spezifisch chinesische Klang alter Instrumente, wie Erhu und Pipa, badet in einem opulenten Meer von westlichen Streichern, Percussionisten, Holzund Blechbläsern. Das Ergebnis: zwei große klassische Musiktraditionen werden zu einer frischen und unerwarteten Klangwelt vereint.
Jahr für Jahr entfaltet SHEN YUN eine komplette Neuinszenierung von Tänzen, Liedern und Partituren. Im Mittelpunkt der Aufführungen von SHEN YUN steht der klassische chinesische Tanz mit seinen zahlreichen ethnischen und folkloristischen Ausformungen. Mit einer Zusammenstellung kurzer Stücke entführt SHEN YUN das Publikum auf eine Reise vom Himalaya bis zu tropischen Seenlandschaften, von den Legenden der Schöpfung der Kultur vor über 5.000 Jahren bis hin zu aktuellen Geschehnissen über Mut und Barmherzigkeit im modernen China, von den höchsten Himmeln bis hinab zu den staubigen Ebenen des Reichs der Mitte.
Animierte Hintergründe versetzen das Publikum in eine andere Welt. Die hinter den Tänzern projizierten High-Tech-Bilder lassen die Bühne abheben und inmitten von blühenden Landschaften, tiefen Wäldern, mongolischen Steppen oder himmlischen Paradiesen wiederauferstehen. Besonders beeindruckt ist das Publikum immer wieder von den farbenprächtigen Kostümen - hunderte von wunderschönen, handgefertigten Kleidungsstücken reichen von Chinas Dynastien über Regionen bis hin zu ethnischen Gruppen. „Das würde ich auch gerne einmal tragen", ist eine häufige Reaktion. Selbst führende Modedesigner verlassen diese Show mit neuen Inspirationen.
Eine SHEN YUN Darbietung ist ein Tor in eine zeitlose Vergangenheit. Viele der Tänze laden den Zuschauer in eine Welt mit einem reichen Spektrum an chinesischen Werten, Idealen und Hoffnungen ein. Zuseher können in die letzten Tage des chinesischen Kaiserreiches eintreten, der Qing-Dynastie, mit ihren eleganten Damen des Manchu Hofes; das Land mit General Yue Fei, dem Held des Mutes, erretten; oder frei auf dem Mongolischen Flachland die frischen Goldglöckchen des Frühlings genießen. Jede dieser Welten ist voll Esprit der Legenden und Geschichten, die der chinesischen Sage ihren Namen geben. Preisgekrönte Sängerinnen und Sänger werden am Flügel begleitet, und der ständige Publikumsfavorit, die zweisaitige Erhu, auch bekannt als chinesische Geige, spielt ihre ergreifenden Melodien. SHEN YUN's einzigartiges Orchester mit seinen eigens arrangierten
30
FRÜHLING 2011
Aufführungen in Wien: So 01.05.2011 18.00 Uhr Mo 02.05.2011 19.30 Uhr Di 03.05.2011 19.30 Uhr Mi 04.05.2011 19.30 Uhr Ort: Wiener Stadthalle, Halle F Ticket-Hotline: 01/79 999 79, 01/96 0 96 Online: www.stadthalle.com, www.oeticket.com, www.wien-ticket.at mit der Hotline: 01/5 888 5 Sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen Preise: EUR 60 – EUR 120 Infos Wiener Stadthalle, Halle F: www.stadthalle.com/events/Shen-Yun/5764 Bregenz und weitere Städte: www.shenyunperformingarts.org/tickets
FOTOS SHEN YUN PERFORMING ARTS
Die 100köpfige Künstlergruppe SHEN YUN - mit Sitz in New York zeigt die großartige, traditionsreiche und unglaublich faszinierende Seite Chinas. Mit mehr als 300 Aufführungen in über 100 Städten ist SHEN YUN zur Nr. 1 unter den chinesischen Tanz- und Musikensembles weltweit avanciert. Überall auf der Welt sind die Vorführungen auf große Resonanz gestoßen und werden in Wien vom Österreichischen Falun Dafa Verein und ArsCara präsentiert.
showdancer’s
Mit einer kompletten Neuinszenierung kommt das Künstler-Ensemble SHEN YUN Performing Arts aus New York im Mai 2011 zum vierten Mal auf seiner Welttournee nach Wien in die Wiener Stadthalle, Halle F. Begleitet von einem Live-Orchester zelebriert es die geheimnisvolle Pracht des klassischen chinesischen Tanzes und verzaubert das Publikum mit Gesangs- und Instrumentaldarbietungen auf höchstem künstlerischen Niveau.
Shen Yun
FRÜHLING 2011
31
Die irische Musiksensation
Musical Director David
Downes
Producer Scott
Porter
Executive Producer Dave
Zum ersten Mal in Ă–sterreich: Das PILOBOLUS Dance Theatre
Shadow land
Kavanagh
*,&(.&)) OA=F KlY\l`Ydd] = A
Semmel Concerts
&
PRK
Production in association with
CELTIC WOMAN LTD.
www.celticwoman.com
and
SOLO
THE ARTIST MANAGEMENT pr äsentiert in kooper ation mit ITM Agency eine neue R ainer Hackl Produktion
05. - 10. Juli 2011 Wien Museumsquartier Halle E m Jahr 2007 faszinierte die amerikanische Tanzgruppe PILOBOLUS die ganze Welt. Die Fernsehbilder ihrer spektakulären Performances im Rahmen der Oscar-Verleihung gingen rund um den Globus. So etwas hatte man noch nie gesehen: Hinter einer beleuchteten Leinwand verschmolzen Menschenknäuel elegant zu Gegenständen, KĂśrper fĂźgten sich zu beeindruckenden Phantasiegebilden, zerfielen wieder, wurden zu neuen Figuren. Das Publikum war hingerissen. Schattentheater? Tanz? Bilder werden sowohl unmittelbar wie auch mittelbar erzeugt, und der Betrachter taucht in die erzeugten Schattenwelten ein wie in eine Filmszene. Zwar nutzt die Truppe Elemente des Balletts, doch mit Tanz im klassischen Sinne hat das nur am Rande zu tun. „Seit seinen frĂźhesten Tagen gehĂśrt die Metamorphose zur pursten PILOBOLUS-Erfahrung. KĂśrper werden Bilder und ein Bild flieĂ&#x;t in das nächste, poetisch, unerklärlich“, schrieb Alistair MacCaulay in der „New York Times“ Ăźber PILOBOLUS.
Die Tanzsensation aus New York präsentiert
Getanzte Träume aus Schatten und Licht! most popular ...one of the world’s es... The New York Times modern-dance troup
(-&%)(&(/&)) OA=F Emk]mekimYjla]j @Ydd] = Kartenvorverkauf an allen oeticket Centers und oeticket Verkaufsstellen in ganz Österreich unter 01 / 96 0 96 und unter www.oeticket.com. Tickets erhalten Sie in allen Filialen der Erste Bank und ausgewählten Sparkassen. Weiters unter www.erstebank.at, www.spark7, sowie unter 050 100 -10 111. Karten auch an allen Kassen der Wiener Stadthalle und unter 01 / 79 999 79 oder www.stadthalle.com.
Die Entstehungsgeschichte von „Shadowland“. Mehrere Jahre hatte das PILOBOLUS Dance Theatre mit der traditionellen Form des Schattentheaters experimentiert, bevor es diese zu einer neuen Form der Performance weiterentwickelte. Mit „Shadowland“ erlebt das Publikum nun eine weitere, neue Dimension von Schattentanz in poetisch ineinanderflieĂ&#x;enden Bildern. In ihrer ersten abendfĂźllenden Produktion erzählen PILOBOLUS die berĂźhrende und fantasiereiche Geschichte eines Mädchens im „Schattenland“, das in einer Welt aus Schattenspielen gefangen ist. Auf der Suche nach einem Ausgang begegnet es den unterschiedlichsten Gestalten und Bildern. Den Handlungsstrang entwarf der Kinderbuchautor Steven Banks, den Soundtrack schuf der populäre amerikanische Musiker, Produzent und Filmkomponist David Poe. VerblĂźffend sind nicht nur die Figuren, die aus menschlichen KĂśrpern entstehen. Spektakulär sind auch die Effekte, die PILOBOLUS durch verschiedene bewegliche Leinwände auf mehreren Ebenen erzeugt. Es entstehen Bilder jenseits des Schwerpunkts. Mit Akrobatik und Poesie zeigen uns die Tänzerinnen und Tänzer, dass der Mensch auch Tier, Pflanze, Landschaft und das Universum schlechthin sein kann. Da verwandeln sich die Schatten der Tänzer in fahrende Autos, Elefanten, aufgehende BlĂźten, Burgen oder Zentauren. Allgemeine Vorverkaufsstellen: In allen Ă–sterreich Ticket-Centers und Ă–T Verkaufsstellen in ganz Ă–sterreich telefonisch unter 01/96096 und unter www.oeticket.com
FOTO
+(&%+)&(+&)) OA=F KlY\l`Ydd] >
JOHN KANE/SILVER SUN STUDIO
I
Intensive Begegnungen am Tanzquartier Wien
FOTOS
MAGDALENA LEPKA, LAURENT PHILIPPE, EVA ENGELBERT
iroaki Umeda hat sich in den letzten Jahren mit der Visualität und der sinnlichen Erfahrung, die seine Arbeiten markieren, international einen Namen gemacht. Unter dem Einfluss der bildenden Kunst und des High Tech lässt er im Dazwischen von Choreographie, Sound, Bild und Lichtdesign intensive Bühnen- und Erfahrungsräume entstehen. In „while going to a condition“ konfrontiert er höchste choreographische Präzision mit einem dynamischen Spiel mit unserer Wahrnehmung von Zeit. Im kurzen Gruppenstück „2.repulsion“ treffen eine minimalistische Bewegungssprache des zeitgenössischen Tanzes und die Technik und besondere Energie des HipHop aufeinander.
H
Im Outdoor-Projekt „Sofamaschine“ widmet sich Hubert Lepka dem Standort des Tanzquartier Wien im MuseumsQuartier in seiner architektonischen wie gesellschaftlichen Dimension, indem er historische Ereignisse und die heutige Nutzung des Areals miteinander in Verbindung bringt. Anlässlich des 10-Jahresjubiläum des MuseumsQuartiers und in Anlehnung an das Rossballett, das Kaiser Leopold 1667 zu Ehren seiner Braut selbst aufführte, werden in Hubert Lepkas großräumiger Inszenierung TänzerInnen, Musikkapellen, Stapler, die Hofmöbel, sowie ein Kran dreidimensional in Szene gesetzt. Die sechs Arbeiten von Luke Baio & Dominik Grünbühel, Jan Machacek, Anna Mendelssohn, Martina Ruhsam, Dorich Uhlich und Rosalba Torres Guerrero nähern sich in solistischer Form oder dialogisch der Frage nach Kommunikation - mit sich selbst und dem Anderen, der Zukunft, der Umwelt. Sie werden an fünf Tagen in Koproduktion mit den Wiener Festwochen in der Serie „Signed, Sealed, Delivered“ präsentiert.
SAISON
2010/11
März / April SCORES No3
Sideways Rain Alias / Guilherme Botelho Warum es ohne Liebe keine Robert Pfaller Kunst gibt The Blanket Dance Frédéric Gies / Jefta van Dinther / DD Dorvillier »Erklär mir, Liebe.« Erotik und Berührung Gabriele Brandstetter / Gerhard Neumann 2.repulsion & while Hiroaki Umeda going to a condition Stadt in der Daniel Aschwanden Stadt Onde de choc O Vertigo Projekt 2011.1 Laurent Chétouane — www.tqw.at — uneasy going
WHILE GOING TO A CONDITION
ANNA MENDELSSOHN
HIROAKI UMEDA 2.repulsion + while going to a condition Sa 26. + So 27. März 2011 um 20.30 h in TQW / Halle G HUBERT LEPKA / lawine torrèn Sofamaschine Mi 25. Mai 2011 um 20.30 h in MuseumsQuartier/ Haupthof SIGNED, SEALED, DELIVERED Fünf Uraufführungen plus eins Di 31. Mai – Sa 4. Juni 2011 in TQW / Studios und Halle G Tickets + Infos: Mo - Fr 9.00 - 20.00 h & Sa 10.00 - 20.00 h (feiertags geschlossen) Tel. +43-1-581 35 91, E: tanzquartier@tqw.at www.tqw.at (Online-Tickets mit print@home-Service) FRÜHLING 2011
33
FOTOS
FESTSPIELHAUS ST. PÖLTEN, WERNER JAEGER
dancer’smodern & contemporary
Festspielhaus St. Pölten - Ausstellung beim Festival Österreich TANZT
„Ich rieche, schmecke ... Tanz“ D
ie Ausstellung „Ich rieche, schmecke … Tanz" findet beim diesjährigen Festival Österreich TANZT im Mai 2011 bereits zum zweiten Mal statt.
Kreative jeden Alters sind eingeladen, ihren persönlichen Zugang zu Tanz, ihre Sichtweise auf die Kunstform, ihre Erlebnisse mit Tanz künstlerisch zu thematisieren. Die Wahl der künstlerischen Ausdrucksformen ist frei: Ob Videos, Rauminstallationen, Fotografien, Keramiken, Texte oder Malerei – alles ist erlaubt! Die Ergebnisse dieses Prozesses werden während des gesamten Festivals Österreich TANZT als Ausstellungs-Parcours im Foyer des Festspielhauses und im Café Publik gezeigt. Anmeldung: Jeder kann seinen Beitrag per E-Mail einreichen an: kulturvermittlung@festspielhaus.at
it dem heurigen Motto "Courage – Mut – Schneid" setzt das Festspielhaus St.Pölten die in den Jahren 2008 und 2010 bereits etablierte Programmatik der künstlerischen Vielfalt beim Festival Österreich TANZT fort. Die Tanzschaffenden Österreichs wurden eingeladen, fernab gängiger Trends künstlerische Eigenständigkeit in der Auseinandersetzung mit dem Thema „Mut“ zu positionieren. Freuen Sie sich auf vier spannende Abende zeitgenössischen Tanzes, mit Uraufführungen und vielen KünstlerInnen, die erstmals beim Festival mitwirken.
M
Wie jedes Jahr wird auch 2011 die Elite des zeitgenössischen Tanzschaffens in Österreich im Festspielhaus St. Pölten mit neuen 34
FRÜHLING 2011
Produktionen zu Gast sein. Sechs Tage im Mai stehen ganz im Zeichen des österreischischen Tanzes. Österreich TANZT rückt unter den beiden Kuratoren Manfred Aichinger und Nikolaus Selimov einen erweiterten Tanzbegriff in den Mittelpunkt des Festivals, der Tanz als eine nicht auf die Bühne zu beschränkende Kunstform definiert. Ergänzend zu den Vorstellungen auf der Bühne des Festspielhauses gibt es ein umfassendes Rahmenprogramm, das unterschiedlichste Begegnungen mit Tanz ermöglicht. Für Schulen gibt es an den Vormittagen vielfältige Workshops und für TanzpädagogInnen aus Niederösterreich ein Fortbildungsseminar. Das Festspielhaus wird derart während des Festivals zu einem Treffpunkt des Tanzes mit Workshops, Schulprojekten, Aufführungen (an vier Tagen wird es Abendvorstellungen geben), ermöglicht aber auch unvorhergesehene Begegnungen mit Tanz im öffentlichen Raum St. Pölten, wie z.B. bei „Labyrinth", dem diesjährigen Stadtprojekt des Festspielhauses. Der Zuschauer bleibt nicht nur Zuschauer. Als BesucherIn wird man beim Festival Österreich TANZ 2011 die Möglichkeit haben, die stilistisch kontrastreichen Tanzartikulationen zu betrachten und zu bewerten. Lassen auch Sie sich von den Künstlern und Künstlerinnen des Festivals Österreich TANZT 2011 inspirieren und nehmen Sie eine Portion Mut in den Alltag mit! Festspielhaus St.Pölten Ticket-Line: 02742 908080-222
dancer’smedia partner
dancer’s media partner of „danzainfiera“
6th edition of danzainfiera, ends with incredible results. Biggest European dance event dedicated to dance world, once again this
hop to samba, from country to oriental dances, cheerleading and twirling classes, Burlesque and roller skating. National Radio Kiss Kiss, leaded by Marco Baldini, made interviews with gays of famous Italian reality talent show „Amici”! Danzainfiera ended with last famous guest: the most world known tango dancer Roberto Herrera, who gave a class for all
year filled prestigious Fortezza da Basso of Florence, registering an increasing 10% of visitors respect to 2010. About 250.000 visitors coming from whole Italy and Europe for this event that overpassed every record: 14 pavilions, 65.000 sqm of spaces, 13.000 sqm of exhibiting areas, 5 stages, 3 dance floors, 25.000 dancers and a lot of dance studios and associations coming from all Italy. General Manager of danzainfiera, Alessandro Sanesi, is satisfied noticing these incredible results and declares that already from March organizing office will begin new organization procedures for danzainfiera 2012. „We want to bring danzainfiera spirit into every Italian city squares“, concludes Sanesi. More than 400 events with an extraordinary program, involving every dancing style: from classical ballet to belly dancing, from hip
tango addice, living everyone a special preview of his show: „Buenos Aires Tango show''. A lot of events and among them: Big Opening Gala with MaggioDanza, Concorso Expression 2011, III Edition of MPS prize l „Italia che Danza”, Musical Day 5, „The Twilight ” as dance piece, Burlesque Mania, „The Black Souls”. Many special guests like: Carla Fracci, Giuseppe Picone, Ruben Celiberti, Francesco Ventriglia, Alessandro Macario, Laura Escalada Piazzolla, Kledi Kadiu, Salvatore Manzo and many others. Among special novelties a Pilates area of 500 sqm in agreement with Cruisin' and many sport dance competitions, World Championships, Italian Championships ANMB, FIDA and IDC and many disciplines involved from Tango to Caribbean dances. We wait for you in danzainfiera 2012!
T
22 36
WINTER 2009/2010 FRÜHLING 2011
PICTURE
he biggest European dance event took place into prestigious Fortezza da Basso, from 24th to 27th February, in a full of passion and rhythm mood!
DANZAINFIERA
Dancing triumphs once again: 250.000 visitors in danzainfiera 2011
lifestyledancer’s
Design trifft Bio as **** Luxus Gartenhotel zählt schon lange zu den besten Häusern in Saalbach-Hinterglemm im Salzburger Land. Das gesamte Gartenhotel wurde innerhalb der letzten Jahre von dem renommierten Wiener Architekturbüro Pichelmann im „Designer-Hotel“ Stil renoviert. Begeistert darüber schreibt der Gault Millau: „….ein Musterbeispiel, wie alte alpine Substanz mit urbanem Loungestil unpeinlich zu einem sinnvollen Ganzen zusammengefügt werden.“
FOTOS MARO UND PARTNER
D
Imponiert waren die Tester auch vom exquisiten Wellnessbereich und natürlich der erstklassigen Hotelküche, die sich, laut Gault Millau, wohl als Kandidat für eine Haube empfehlen würde, wäre sie Laufkundschaft zugänglich. Die Gastronomie des Hotels ist schon seit Jahren Trägerin der „Grünen Haube“, eine Auszeichnung an österreichische Restaurants, die gastronomische Höchstleistung bringen und vorwiegend auf Produkte der regionalen, biologischen Landwirtschaft setzen. Nicht nur in Sachen Ernährung legt man im Theresia größten Wert auf den achtsamen Umgang mit der Umwelt. So werden beispielsweise die Schwimmbäder mittels Abwärme des gesamten Hotels beheizt, mit natürlich energetisiertem Granderwasser befüllt und nur mit der in Österreich gesetzlich vorgeschrieben Mindestmenge (Hygienestandards) an Chlor aufbereitet. „Modernes Design lieben, zeitlose Tradition bewahren und die Umwelt (be)achten ist kein Widerspruch, sondern bedeutet bewusstes (Er)Leben in der Harmonie von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“, so Marianne Brettermeier, Besitzerin des Hotels. „Das ist unsere Lebensphilosophie und diese möchten wir auch an unsere Gäste weitergeben.“ Als konsequente Abrundung und Weiterentwicklung des Angebots bietet das Hotel Theresia seit Dezember 2010 den ersten Börlind-SPA in Westösterreich. Im neu gestalteten Beautybereich „MOUNTAIN GREEN SPA“ erwarten den Gast ausschließlich Behandlungen mit Produkten der eco-zertifizierten Naturkosmetiklinie Annemarie Börlind und der dazugehörigen medizinischen Kosmetiklinie DadoSens (insbesondere für Allergiker). Gleich nebenstehend befindet sich das preisgünstigere ****Aparthotel Theresia, für dessen Gäste das Angebot des Gartenhotels ebenso gilt. Weitere Informationen: Garten- und Aparthotel Theresia, A-5754 Saalbach-Hinterglemm 208, Telefon 0043-6541-74140, Fax -21, info@hotel-theresia.co.at, www.hotel-theresia.com FRÜHLING 2011
37
business circledancer’s
Wer etwas zu bieten hat, muss nicht billig sein! Warum Kunden auch hohe Preise bezahlen. in neues Zeitalter der Kaufkultur bricht an. CSR Corporate Social Responsibility - lässt eine Entwicklung in Richtung Nachhaltigkeit und zukunftsfähiges Wirtschaften auf den unterschiedlichsten Ebenen beobachten. Auf Konsumentenebene wird das Kaufverhalten der sogenannten LOHAS (Lifestyles of Health and Sustainability) ein zunehmend interessanter Markt. Dies bemerken und nutzen Anbieter von Freizeitangeboten, Wohnaccessoires, Bekleidung, Ernährung und Kosmetik. Lohas lehnen die „Geiz ist geil“ Mentalität strikt ab.
E
Um diese Fixierung für sich zu nutzen, sollten Marketing und Verkaufsverantwortliche die Aufmerksamkeit der Kunden auf jene Aspekte lenken, wodurch sich ein Produkt von anderen unterscheidet - und auf den Grund, warum es den höheren Preis wert ist.
Doch noch herrscht in vielen Belangen Ratlosigkeit! Gegenüber dem Konkurrenten Internet, gegenüber Billigstangeboten aus Billiglohnländern, gegenüber dem selbstbewussten Kaufverhalten der Kunden und dem immer größer werdenden Preisbewusstsein.
Was bedeutet das nun im Einzelnen? ❑ Die Preisstruktur an die besonderen Nutzen eines Produktes ausrichten. Und zwar an jene, die vom Markt gefragt werden und relative Alleinstellung bieten. Arbeitsleistung einer Maschine hervorheben, statt Garantiezeit. ❑ Aufmerksamkeit auf den überhöhten Preis lenken und damit Neugierde wecken „Was ist an diesem Produkt so teuer?“ Und schon wird genauer hingeschaut und über Exklusivnutzen gesprochen! ❑ Preise in mehrere Einzelkomponenten aufteilen und somit Produktnutzen betonen, die der Kunde individuell für sich wählen kann, und die sich vom Wettbewerb unterscheiden. ❑ Für gleiche Warengruppen gleich (hohe) Preise. Die Aufmerksamkeit wird auf das Produkt selbst gelenkt. Z.B. der Kunde hat die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Farben und Formen zu wählen.
Was heißt Preisbewusstsein? Bisher versuchten Verkäufer unangenehmen Preisgesprächen auszuweichen, indem sie Argumente, wie Qualität, Kundenbeziehung, mögliche Exklusivnutzen dagegensetzten. Doch Kunden sind und bleiben auf den Preis fixiert. Warum also nicht genau diese Fixierung als Vorteil nutzen? Es geht nicht darum, unüberlegt Preise zu erhöhen, um höhere Qualität zu signalisieren. Stattdessen raten wir zu einer Preispolitik, die zum Nachdenken anregt. Der Kunde sollte sich die Fragen stellen „Wofür bezahle ich eigentlich?“ und „Welche Aspekte dieses Angebots brauche ich wirklich?“, „Welchen Wert stellt der Preis für mich persönlich dar?“ Denn eines hat die „Geiz ist geil“ Kultur nachhaltig geschafft: Konsumenten sind fixiert auf Preise. Jedoch heißt diese Fixierung nicht, wie Verkäufer dies so oft befürchten, „Preiskampf“, sondern Orientierung. Der Preis soll Maßstab für ein selbstbewusstes, konstruktives Verkaufsgespräch sein.
Denn: Wer etwas zu bieten hat , muss nicht billig sein! www.gfive.at Österreichs erste Berater für MarktSpiel ® Kompetenz im Verkauf Bestellen Sie die ver-rückten Geschichte(ln) des Verkaufs. www.gfive.at/verkaufscomic.html GfiVE Consulting GmbH Johann Fux Gasse 37, 8010 Graz Tel. 0043(0)3174 31730 Fax 0043(0)3174 31784 FRÜHLING 2011
39
dancer’seducation FOTOS WOLFGANG MAYER
KRISTIN CHANTAL IN „PASS ON“ - CHOREOGRAPHIE INGO MEICHSNER
Kulturbotschafter des Tanzes Auftritte des Ballett St. Pölten im In- und Ausland as unter der erfolgreichen Leitung von Michael Fichtenbaum stehende Ballett St. Pölten verzeichnet im In- und Ausland große Erfolge als künstlerischer Botschafter der niederösterreichischen Landeshauptstadt.
D NATALIE KREKOU, LEONID CONCEICAO
LH DR. ERWIN PRÖLL (Mitte), MAG. ALFRED NEUWIRTH (li), MICHAEL FICHTENBAUM (re) mit KARINA SARKISSOVA und ENSEMBLE
„SCHATZWALZER“ ZUR ERÖFFNUNG DER AUSTRIAN BALLET GALA IN MOSKAU
Moskau Gala Bereits zum zweiten Mal fand in Moskau die von Michael Fichtenbaum arrangierte AUSTRIAN BALLET GALA statt. Mit Unterstützung der niederösterreichischen Wirtschaft - allen voran STYX Naturcosmetik und Antiquitätenbörse Josef Renz, sowie dem Land Niederösterreich und der Stadt St. Pölten gelang eine ausgezeichnete Performance. Die Solotänzerin des Wiener Staatsballetts, Karina Sarkissova, tanzte als Gast u.a. ihre eigene Choreographie „New Day", über die auch das russische Fernsehen berichtete. Das Ballett St. Pölten präsentierte neben dem Walzerprogramm ein modernes und neoklassisches Programm wie „Pass on“, „Wenn sie vorbbeigeht“ (Choreographie Reiner Feistel), „New Moon“ zur Klaviermusik von Igor Zapravdin und „Amore e Potere“, sowie Vladimir Wysozkis „Kohni", das Kristin Chantal und Rony Ronilson hervorragend tanzten. Die österreichische Botschafterin in Moskau, I.E. Dr. Margot Klestil-Löffler, besuchte in der Pause die Tänzer und freute sich anschliessend über den gelungegen Abend. Ballett St.Pölten eröffnete den NÖ Landhausball 2011 Als Hausherr gratulierten der Landeshauptmann von Niederösterreich, Dr. Erwin Pröll, sowie Mag. Alfred Neuwirth Michael Fichtenbaum und Karina Sarkissova zur gelungenen BallEröffnung. Zur Filmmusik des oscarprämierten Kinohits „Black Swan" choreographierte Michael Fichtenbaum für seine Tänzer Gastsolistin Karina Sarkissova tanzte den Schwarzen Schwan. Passend zum Ball-Motto „Russische Nacht" wurde eine Hommage an P. I. Tschaikowski mit einem Mix aus modernen und klassischen Ballettelementen präsentiert. Preview 6. Mai 2011 Kulturhaus Wagram/St.Pölten, 18.00 Uhr „Frühlingsstimmen" Das Ballett St.Pölten tanzt zu den schönsten Melodien von Johann Strauss, Robert Stolz, Franz Lehar u.v.m. Karten unter Tel. 02742/230000 oder st.poelten@ballett.cc www.ballett.cc
40
FRÜHLING 2011
educationdancer’s
tanzen malen schenken ie ehemaligen Solisten des Wiener Staatsopernballetts Jolantha Seyfried und Wolfgang Grascher erfüllen sich mit der TANZgalerie, einem barrierefreien Mal- und Tanzatelier, einen lang gehegten Traum! Barrierefrei in vielfachem Sinn: ohne bauliche Barrieren, aber auch ohne sprachliche oder geistige Barrieren können Menschen von 4 bis 99 Jahren einander tänzerisch und malerisch begegnen – und nicht zuletzt auch sich selbst!
D
Kein traditionelles Ballettstudio oder Fitness-Center sollte es werden, sondern ein künstlerischer Raum, in dem Menschen, ermutigt von Profis, ihre Kreativität auf vielfältige Weise ausprobieren und ausleben können. Von dieser barrierefreien Idee begeistert, sagten sofort ehemalige Profis von der Staatsoper, aber auch namhafte MalerInnen und PädagogInnen ihre Mitarbeit zu.
„PAAR“ „TÄNZER“ ZEICHNUNGEN VON WOLFGANG GRASCHER
So entstand die TANZgalerie! Das Programm ist so bunt, dass hier nur ein Auszug daraus Platz hat: Tanzstunden mit unterschiedlichsten Schwerpunkten für verschiedene Zielgruppen sowie Pilates, Yoga, Kinderkurse, Malkurse , Workshops, gemalte Paardialoge, ... Auch Vernissagen und Kindergeburtstage werden hier veranstaltet. Nähere Informationen unter www.tanzgalerie.at Herzliche Einladung an alle zum Eröffnungsfest der TANZgalerie am 13. Mai 2011 in der Schottenfeldgasse 60, 1070 Wien Erste Kurse finden bereits ab 2. Mai statt. Nutzen Sie unsere Eröffnungsangebote ! FRÜHLING 2011
41
dancer’sballroom
Life Ball 2011
Spread the Wings of Tolerance! IDS LIFE, der Verein hinter dem Life Ball, ist in den vergangenen Jahren zum verlässlichen Partner nationaler und internationaler Non-ProfitOrganisationen im Kampf gegen HIV und AIDS geworden.
A
Zum Zehnjahres-Jubiläum der finanziellen Förderung internationaler Projekte erfährt der Life Ball 2011 einen neuen Meilenstein: Mit der erstmaligen Kooperation von AIDS LIFE mit UNAIDS, dem Anti-AIDS-Programm der Vereinten Nationen, läuten wir eine neue Ära als Sprachrohr im Kampf gegen HIV/AIDS ein. Der 19. Life Ball führt den 2008 ins Leben gerufenen Vierjahres-Zyklus weiter – mit dem 3. Element: Luft. Luft ist unsichtbar – genau wie die Gefahr des ansteckenden HI-Virus. Auch wenn wir beide nicht sehen können, sind sie dennoch da – ebenso wie die soziale Ausgrenzung von der tödlichen Krankheit betroffener Menschen. Weltweit leben 33,3 Mio. Menschen – davon 2,5 Mio. Kinder – mit HIV/AIDS. Täglich infizieren sich 7.400 Menschen mit dem HI-Virus neu. 2011 jährt sich zum 30. Mal die Entdeckung des HI-Virus. Leider kein Jubiläum, das es zu feiern gilt – aber eines, das zum Nachdenken anregt – darüber, was seit 1981 geschehen ist. Wir blicken zurück auf 30 Jahre Errungenschaften und Rückschläge, Entwicklung und Stagnation, Hoffnung und Leid. HIV-positive Menschen sind nach wie vor der Ausgrenzung ausgesetzt. Benachteiligungen in Alltag und Arbeitswelt, Berührungsängste von Mitmenschen, und die Flucht Betroffener in die Anonymität sind dabei nur einige vieler „Nebenwirkungen“ von „sozialem AIDS“. In 79 Ländern herrscht diskriminierende 42
FRÜHLING 2011
Gesetzgebung; 51 Länder verweigern HIVInfizierten das Einreiserecht, in 84 Ländern kriminalisieren und stigmatisieren Gesetze, HIV-Infizierte. Gegen diese Vorurteile und Ausgrenzungen kämpft der Life Ball seit nunmehr 19 Jahren. Als internationale Bühne für Solidarität, Toleranz und Offenheit im Umgang mit HIV-infizierten Menschen. Während die Neuinfektionsrate in Afrika erstmals rückläufig ist, und sich die Zahlen in Asien stabilisieren, verschlechtert sich die Situation in Osteuropa. Vor allem in Russland und in der Ukraine, nur 370 km von der österreichischen Landesgrenze entfernt, herrschen deprimierende Verhältnisse. Nur gemeinsam, mit Ihren Spenden und der Hilfe von internationalen Organisationen, die diesen Ländern die notwendige Unterstützung zuteilwerden lassen, schaffen wir es, dass auch im Osten bald wieder die Sonne aufgeht. Nach wie vor besteht großes Unwissen über HIV/AIDS. Die Medien leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Bewusstseinsbildung und Aufklärung über die tödliche Krankheit. Leider ist es tragische Tatsache, dass Millionen Menschen weltweit nach wie vor nicht wissen, wie sie sich vor HIV/AIDS schützen können. Darum ist es so wichtig, den Ruf nach Aufmerksamkeit für dieses Thema nicht leiser werden zu lassen und jenen seine Stimme zu verleihen, die ihre nicht erheben können. Werden am 21. Mai 2011 auch wir zu Botschaftern der Toleranz, verleihen wir der Toleranz Flügel und tragen sie laut in die Welt hinaus: Spread the Wings of Tolerance! Herzlichst im Namen des Life Ball-Teams Gery Keszler,
Obmann AIDS LIFE & Life Ball-Organisator
Erfolg, der beflügelt: Nike Siegesgöttin Nike, solidarischer Beistand von Zeus, gibt Mut, Willenskraft und Kampfgeist. Ihre Schwingen beflügeln die Tapferen, den Kampf nie aufzugeben. Wie auch der Life Ball seinen Kampf nie aufgeben wird gegen Ausgrenzung und Diskriminierung von Betroffenen im Alltag. CREDITS
Foto (c) Susanne Stemmer / Markus Morianz Model Maria Weiss / Body & Soul Vienna Kostüm / Requisiten Art for Art / zweigstelle - der blumenladen / Burgtheater Make-Up / Haare Gery Keszler / Life Ball Helm Gery Keszler / Life Ball Styling Nina Kepplinger / perfectprops, Ali Rabbani / perfectprops Kostüm Assistenz Resi Starkl, Marlena Gubo, Manuela Stefan, Irina Hofer, Rita Neulinger, Kathrin Strobl
ballroomdancer’s
FRÜHLING 2011
43
dancer’sballroom
y l l e K & y d n A
Andy und Kelly Kainz, die vierfachen Dancing Stars Sieger, mehrfachen österreichischen Staatsmeister und Britischen Meister schreiben für unsere Leser regelmäßig eine Kolumne.
The show must go on ...
Der große Unterschied in der Entstehung neuer Nummern zwischen Dancing Stars und unserem eigenen Repertoire, das wir miteinander bei Events aller Art darbieten, ist der, dass beim ORF die Musikauswahl nicht von uns gemacht wird und wir auch keinerlei Einfluss darauf haben. Während zum einen gerade dieses Faktum den Prozess enorm verkürzt, kann das ab und zu auch zum Problem werden, wenn die Auswahl nicht den Geschmack des breiten Publikums trifft bzw. auch manchmal den Charakter des Tanzes verfehlt. Mit anderen Worten: Vogel friss oder stirb. Wenn wir für uns neue Nummern kreieren, dann ist gerade die Auswahl der Musik der Prozess, der bei weitem am meisten Zeit in Anspruch nimmt. Manchmal kann die Auswahl schon mehrere Monate dauern. Sehr viele Faktoren müssen hier beachtet werden: Trifft sie den Charakter des jeweiligen Tanzes, kann sie das Publikum mitreißen bzw. deren Aufmerksam wecken, die Länge des Stücks, sind genug Highlights in der Nummer und vieles mehr. 44
FRÜHLING 2011
Ist die Musik jedoch mal ausgewählt und geschnitten, dann dauert die Erstellung der Choreographie zumeist gar nicht so lange. Vor allem, weil man parallel mit der Musiksuche auch schon Elemente bzw. Choreographie-Bausteine vorbereitet und testet. Diese Teile werden dann sozusagen auf die Highlights in der Musik maßgeschneidert . Das ist uns immer sehr, sehr wichtig. Es gibt nichts Schlimmeres, als dass man Paare sieht, die die Musik und deren Nuancen scheinbar ignorieren. Wenn die Zeit jedoch drängt, haben Kelly und ich schon Shows getanzt, die nicht älter als drei bis vier Tage waren. Da kommt uns wahrscheinlich das „Unter Druck“-Arbeiten vom ORF zugute, wo wir manchmal lediglich fünf Tage für zwei Nummern haben.
ANDY & KELLY
N
Letztendlich kann man eine Choreographie zu planen mit Aufsatzschreiben in der Schule vergleichen: Auch eine Showeinlage sollte aus Einleitung, Hauptteil und Schluss bestehen.
FOTOS
ach über einem Jahr Pause ist im Moment Dancing Stars bereits zum sechsten Mal in aller Munde. Immer wieder werden wir darauf angesprochen, wer denn unsere Choreographien für die Show kreiert. In unserem Fall haben wir, obwohl es einen Choreographen gibt, der den Paaren ab und zu zur Verfügung steht, stets versucht unsere eigenen Ideen zu verwirklichen. Wie die Vergangenheit gezeigt hat, hat uns das auch nie geschadet. Haben wir doch auch schon vor dem Start der Sendung 2005 für diverse Wettbewerbe und Buchungen immer wieder verschiedenste Showprogramme choreographieren müssen. Während man sich am Beginn seiner Karriere oft auf seine Trainer, die auch zumeist gleichzeitig Choreographen sind, verlässt, lernt man mit der Zeit, dass man selbst eigentlich sein bester Choreograph ist. Weiß man doch selbst am besten, was sich gut anfühlt und zu einem passt.
ballroomdancer’s
Das Kostüm spielt - wie die Musik - auch eine bedeutende Rolle und hat sehr viel mit dem Tanz selbst zu tun: Wird der Paso Doble als Showtanz präsentiert, verleihen erst das lange Kleid der Dame und eine Capa das nötige Flair. Bei flinken Tänzen sind die Kleider zumeist kürzer gehalten, und der Einsatz von Fransen führt dazu, dass die Bewegungen unterstützt werden. Obwohl wir sehr oft auch mit kleineren Hilfsmitteln arbeiten, um den einzelnen Shownummern noch mehr Ausdruck zu verleihen, achten wir sehr darauf, dass der Tanz an sich noch immer im Vordergrund steht und die Show nicht aus einer Anhäufung von Requisiten und zig-maligen Kostümwechseln besteht. Unverhofft kommt oft. Nach der ganzen Vorbereitungszeit weiß man, abgesehen von Wettbewerben, aber letztlich nie wirklich, was einen erwartet. Es gibt bei den diversen Events immer wieder unvorhergesehene Gegebenheiten, auf die wir uns rasch einzustellen haben und das Beste daraus machen müssen: Angefangen von schlechten Böden mit Rillen und Löchern, über denkbar schlechte Platzverhältnisse haben Kelly und ich schon alles gesehen. Man möge meinen, dass nur kleine Tanzflächen ein Übel sind, doch auch allzu große haben ihre Tücken: Es ist nicht unbedingt optimal, wenn das Publikum so weit entfernt sitzt. Ähnlich, wie im Theater, sind auch unsere Shows nach vorne ausgerichtet, doch es kann unter Umständen auch vorkommen, dass leider ausgerechnet an dieser Vorderseite keine Leute sitzen. Dann ist guter Rat teuer. Für uns ist es vorteilhaft, wenn zwischen den einzelnen Auftritten Pausen eingeplant sind, in denen Kelly und ich in Ruhe ihr Kostüm wechseln können. Dies ist allerdings nicht immer möglich, und so kommt es auch vor, dass ich ans Mikrofon muss, während Kelly sich, so schnell es ihr möglich ist, in Schale wirft. Und dies kann aus Erfahrung manchmal länger dauern als geplant ... Dann
liegt es an mir zu improvisieren und die Leute zu unterhalten, bis meine Frau bereit ist für den nächsten Tanz. Im Normalfall wird die Showmusik von einer CD gespielt, doch kann es sein, dass für die Veranstaltung ein Orchester engagiert wurde und wir unsere Shows zu Livemusik tanzen müssen. Kelly und ich können uns noch gut an eine große Ballveranstaltung erinnern, bei der das Live-Orchester zwar unsere Melodien gespielt hat, leider waren aber viele Highlights verschoben. Obwohl wir innerlich fast gestorben sind, haben wir das aber zumindest nach außen hin gut über die Bühne gebracht. In diesem Sinne .... The show must go on! EVENTKALENDER 2011 VON ANDY & KELLY Andy & Kelly - „School of Dance“ in St. Veit/Glan Alle Infos und Termine zu unseren Workshops und weiteren Angeboten, wie Jugend Disco, Dance Evening und Senioren-Tanznachmittag finden Sie auf auf der Website www.andyandkelly.com/sod Dancing Stars Sendungen ab 11. März freitags, ORF eins, 20:15 Uhr Staatsmeisterschaft Latein 19. März St. Veit/Glan Tanzreise 05. bis 08. Mai Opatija/Kroatien Back2School-Abschlussevents 17. Juni Leoben mit Cornelia Mooswalder und Leo Aberer 05. und 06. Juli Velden mit Cornelia Mooswalder und Salsaweltmeistern „School of Dance“ Endevent (Alice im Wunderland) 26. Juni Velden mit Cornelia Mooswalder und Salsaweltmeistern Tanzworkshops in Hotels 01. bis 03. Juli Stift St. Georgen/Längsee 15. bis 17. Juli Hotel Legenstein (Bairisch Kölldorf) Sommer-Tanzabend 02. Juli Stift St. Georgen/Längsee mit dem Live Orchester „Obsession“ Mehr Infos zu den angeführten Terminen und zusätzliche brandaktuelle Neuigkeiten finden Sie auf der Website www.andyandkelly.com und auf unserer Facebook-Page www.facebook.com/andyundkelly
FRÜHLING 2011
45
TEXT
HSV ZWÖLFAXING SEKTION TANZSPORT LATEINFORMATION TEAM FALCO
dancer’sballroom
PETER KIELHAUSER
FOTOS BOBBY HAILWAX, STEFAN WAGNER
Tanzsport – Topevents werfen ihre Schatten voraus! sterreich wird dieses und nächstes Jahr ganz besondere Highlights für Tanzsportfreunde und jene, die es noch werden sollten, zu bieten haben.
Formationen am Programm - der 9. Donaupokal in dieser international größten Formationsturnierserie. Den Donaupokal 2010 hat die Österreichische To p f o r -
Ö
Am 22. April findet in Wels-Pernau die Tanzsport-Weltmeisterschaft der Jugendklasse (15-18 Jahre) in den Standardtänzen im Rahmen der Austrian Youth Open Turnierserie statt. Da die Spitzensportler immer jünger werden, ist ein fulminanter Wettbewerb zu erwarten. In dieser Turnierserie werden auch Weltranglistenwettkämpfe in den drei Disziplinen Latein, Standard und Kombination - auch in den jüngeren Nachwuchsklassen der Juveniles und Junioren - ausgetragen, und die Nachwuchselite der ganzen Tanzsportwelt wird zu sehen sein – ein großartiges Fest für den Tanzsportnachwuchs. Am 4. und 5. Juni wird der nächste Dance Concourse im Festsaal des Wiener Rathauses über die Bühne gehen und mit seinen Teilnehmern aus der ganzen Welt zeigen, dass sich auch Tanzsportler mit über 35 Jahren in Weltranglistenturnieren einen sportlichen Wettkampf auf sehr hohem Niveau liefern. Dort werden einige österreichische Paare an vorderster Front mitkämpfen.
46
FRÜHLING 2011
mation des HSV-Zwölfaxing mit dem Choreographie- und Musikthema „Falco“ mit allen ersten Plätzen des Wertungsgerichts souverän gewonnen. Zwei weitere Welt-Spitzen-Tanzsportveranstaltungen sind auch bereits für 2012 nach Österreich vergeben. Eine davon ist die Europameisterschaft der Latein Formationen, die am 5. Mai 2012 in Schwechat vom HSVZwölfaxing Tanzsport organisiert werden wird. Der Latein Weltcup 2011 wird heuer im Rahmen der Austrian Open Championships am 19. November in der Wiener Stadthalle ausgetragen werden. Mit dabei ist natürlich unser österreichisches Weltspitzenpaar Anna Ludwig-Tchemodourova und Zufar Zaripov - ein heißer Tip für eine abermalige Topplatzierung. Anfang Dezember 2011 ist wieder ein Donaupokalturnier für die Latein Tanzsport-
Die diesjährige Europameisterschaft der Latein Formationen wird an einem ganz besonders weit entfernt gelegenen Ort – in Tyumen/Sibirien, nahe dem Ural – ausgetragen werden, wo unsere österreichische Spitzenformation vom HSVZwölfaxing wieder um den Einzug ins Finale kämpfen wird. Die zweite Tanzsport-Spitzenveranstaltung 2011 wird die Austragung der Weltmeisterschaft in den Lateintänzen in Wien sein. Dort geht es für unser öster-
Unsere Leistungen auf einen Blick Wir beraten Sie individuell und realisieren Ihr Bauvorhaben
✔ reichisches Welttoppaar ganz besonders um einen Spitzenplatz – die sportlichen Vorbereitungen dafür sind bereits angelaufen. Interessant ist auch die erstmalige Mitwirkung von aktiven Tanzsportlern aus Österreich bei der diesjährigen ORF-Staffel von Dancing Stars, was in anderen Ländern in gleichartigen TV-Shows schon seit Jahren der Fall ist. Dabei verwundert es den echten Tanzsportler nur, dass – im Gegensatz zu anderen Ländern – nicht die aktuell besten und erfolgreichsten Amateurpaare aus Österreich von den Organisatoren zur Teilnahme eingeladen wurden. Ein Vorkommnis, das nachhaltig einen unangenehmen Beigeschmack hinterlässt.
DOMINIK JASICZEK, KATHRIN NEUSIEDLER - HSV WIEN SEKTION TANZSPORT
✔
Fenster Aus Holz in individueller Ausführung, auf Wunsch verglast und oberflächenbeschichtet Fenstersanierung und Instandsetzung
✔ ✔ ✔
Türen
✔ ✔ ✔
Möbelbau
Innentüren Haustüren Brand- und Schallschutztüren aus Holz individuell gefertigt
Komplette Raumgestaltung in Holz Wand- und BIANCA ZUBROVSKA, VLADIMIR SLON Deckenverkleidung Treppen und Stiegen
Leopold Stedronsky Tischlermeister Bau- und Möbeltischlerei Allgemein gerichtlich beeideter Sachverständiger Laxenburger Straße 222 1232 Wien Telefon (01) 616 10 41-0 Telefax (01) 616 10 41-33
dancer’snews
News „OZ - The Wonderful Wizard“ an der Komischen Oper Berlin
Trotz seiner großen Tradition im Film und auf der Bühne wurde der Kinderbuchklassiker von L. Frank Baum bisher kaum für den Tanz adaptiert. Um den Charme der Geschichte und ihrer Figuren zum Leben zu erwecken, die Dynamik der ungeheuerlichen Abenteuer zu entfesseln und einen bezaubernden Ballettabend zu bescheren, hat Giorgio Madia eine extravagante poetische Choreographie geschaffen. „OZ - The Wonderful Wizard“ Tanzstück von Giorgio Madia / Musik von Dmitri Schostakowitsch Komische Oper Berlin Alle Vorstellungen (außer 20.4.2011, 11.00 Uhr) sind Familienvorstellungen. Kinder bis zum vollendeten 16. Lebensjahr zahlen auf allen Plätzen EUR 10,00. Begrenzte Kartenanzahl. www.staatsballett-berlin.de
FOTOS
48
ENRICO NAWRATH
FRÜHLING 2011
VLADIMIR MALAKHOV
VLADISLAV MARINOV, ARTUR LILL, FEDERICO SPALLITTA, POLINA SEMIONOVA
dancer’snews
Bregenzer Frühling 2011 Tanzfestival im Festspielhaus Bregenz
Der Bregenzer Frühling gilt als glanzvoller Auftakt der Kultursaison im Bodenseeraum. Nicht nur wegen des gesellschaftlichen Rahmens, sondern vor allem wegen des hohen künstlerischen Anspruchs, den die Veranstalter, der Bregenzer Kunstverein, der Auswahl des Programms zu Grunde legen. Der Bregenzer Frühling gehört heute zu den bedeutensten Tanzfestivals in Österreich. Für viele Bodenseeliebhaber aus allen Himmelsrichtungen ist dieses Festival inzwischen zum herausragenden Saisonauftakt avanciert. Seit 1987 gastieren Ensembles aus der ganzen Welt im Bregenzer Festspielhaus und zeigen hier ihre neuen und neuesten Produktionen. Nicht selten sind es österreichische Erstaufführungen, immer sind es Choreographien, die international Aufsehen erregt haben. Das Publikum weiß dieses Angebot zu schätzen. Bis zu 10.000 Interessierte aus dem In- und Ausland nutzen alljährlich die Gelegenheit, sich ein Bild von den unterschiedlichen Ausdrucksformen zu machen, die im modernen Tanz heute möglich sind. Ein engagierter Versuch hat sich etabliert. Die Monate März, April und Mai gehören traditionell dem Bregenzer Frühling und damit dem Tanz. www.bregenzerfruehling.at
VINOSCHANK ... für jene, die das Besondere schätzen
Breitenbrunner Kellergasse I Tel. +43 (0)664 450 71 99 www.weinguthumer.at
COMPAGNIE MARIE CHOUINARD FOTO MARIE CHOUINARD
Kommende Termine: Freitag, 29.April 2011, 20.00 Uhr Compagnie Marie Chouinard bODY_rEMIX/gOLDBERG_vARIATIONS Freitag, 6. Mai 2011, 20.00 Uhr Eastman - Babel (Words) Freitag, 13. Mai und Samstag 14. Mai 2011, 20.00 Uhr Aktionstheater ensemble - Zukunftsmaschine Freitag, 3. Juni und Samstag, 4. Juni 2011, 20.00 Uhr Ballet Preljocaj - Schneewittchen
I
m Al Caminetto – nur eine Minute von der Wiener Staatsoper entfernt – verwöhnt Mario Collot, der Padrone, persönlich seine Gäste mit italienischen Spezialitäten: frische Fische (Branzino, Orata), Frutti di Mare, Linguine al Scampi und dazu knackige Salate. Eine besondere Köstlichkeit und äußerst empfehlenswert sind Marios Miesmuscheln in Tomaten- oder Weißweinsauce sowie die gegrillten Messermuscheln. Natürlich erfreuen den Italienliebhaber immer wieder Pasta in verschiedenen Variationen sowie Pizze frisch aus dem Ofen. Begleitend zu den Speisen werden Weine aus den besten Anbaugebieten Italiens kredenzt, die man im Al Caminetto auch glasweise verkosten kann.
Caminetto speciale FrischeOrata € 9,50
1010 Wien, Krugerstrasse 4 Reservierungen unter Tel. 01 513 97 79
Ristorante
Al Caminetto